Praktisches LATEX
eine Einfu¨hrung
Version 1.6
Helge Kreutzmann
Carsten Luckmann
10. Juli 2001
Christian Jentsch
`le K. gewidmet, zu deren Geburtstag es 1997 erstellt
Dieses Werk ist Miche
¨
wurde. Uber
Kommentare und Anmerkungen unter
kreutzm@itp.uni-hannover.de freue ich mich sehr. Dieses Buch darf frei kopiert, aber nicht ohne meine Zustimmung modifiziert werden. Die jeweils aktuelle Fassung ist u
¨ber meine Homepage
http://www.itp.uni-hannover.de/~kreutzm verf¨
ugbar.
F¨
ur Erg¨
anzungen der Themen: Graphik unter DOS, WindowsTM 3.x, Windows
95TM , Windows 98TM , Windows NTTM sowie Erg¨anzungen/Tips zu Editoren bin
ich besonders dankbar. Auch allgemeine Tips helfen!
Anmerkungen zum TEXen unter Windows entweder an mich oder direkt an
Christian Jentsch jentsch@physik.uni-hannover.de.
Diese Ausgabe ist gegen¨
uber den vorhergehenden ¨offentlichen Ausgaben mehrfach erg¨
anzt worden.
Ab Version 1.5 ist Carsten Luckmann (luckmann@i.am) Koautor, er erg¨anzte/erstellte mehrere Abschnitte, u. A. die Dokumentation zu den Paketen longtable und floatflt sowie die Kapitel zu AMS-LATEX (6), BibTEX (7), Indexerstellung (8) und pdfTEX (9).
Ach ja:
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen
usw. in diesem Schriftst¨
uck berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung
nicht zu der Annahme, daß solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten w¨aren und daher von jedermann
benutzt werden d¨
urften.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Was will diese Dokumentation sein .
1.2 Welche LATEX-Distributionen gibt es?
1.3 Was ist TEX und was ist LATEX? . .
1.4 Kompatibilit¨
at und andere Probleme
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2 Einen Text erstellen
2.1 Wie sag’ ich’s TEX? . . . . . .
2.2 Die ersten Schritte . . . . . . .
2.3 Umgebungen . . . . . . . . . .
2.4 Ein langes Dokument . . . . . .
2.5 Was will TEX mir sagen? . . . .
2.6 Logisches vs. physisches Layout
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3 Graphik
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3.1 L TEX und Graphik – ein Uberblick . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.2 Pakete rund um Graphik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
3.2.1 Farbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4 Tips und Tricks
4.1 Ich finde mein Zeichen nicht! . . . . . . . . .
4.2 Floats – und was getan werden kann . . . . .
4.2.1 Gleitobjekte im Fließtext . . . . . . .
4.3 Tabellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4.3.1 Lange Tabellen mit longtable . . . .
4.3.2 Lange Tabellen mit supertabular . .
4.3.3 Professionelle Tabellen mit booktabs .
4.4 Numerierung und Bez¨
uge . . . . . . . . . . .
4.5 Folien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4.5.1 Echte Folien . . . . . . . . . . . . . . .
4.5.2 Pr¨
asentationen mit dem Computer . .
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5 Editoren und andere Hilfsmittel
5.1 LATEX und Unix (Linux) . . . . .
5.2 LATEX und DOS . . . . . . . . . .
5.3 LATEX und Windows . . . . . . .
5.4 Emacs und der TEX-Modus . . .
5.5 Mein PostScript-Bild ist nicht ok
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4
INHALTSVERZEICHNIS
5.6
5.7
Ein paar Worte zur Graphikkonvertierung . . . . . . . . . . . . .
Hinweise zum Suchen von Paketen, Optionen etc. . . . . . . . . .
6 AMS-LATEX
6.1 Gleichungsumgebungen . . .
6.1.1 Einzelne Gleichungen
6.1.2 Gleichungsgruppen . .
6.1.3 Gleichungsteile . . . .
6.1.4 Weiteres . . . . . . . .
6.2 Weitere AMS-LATEX-Befehle .
6.2.1 Text . . . . . . . . . .
6.2.2 Matrizen . . . . . . .
6.2.3 Klammern . . . . . . .
6.2.4 Akzente . . . . . . . .
6.2.5 Weiteres . . . . . . . .
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7 Literaturverzeichnisse
7.1 Literaturbez¨
uge im Text . . . . . . . . . . . . .
7.2 Lokale Literaturverzeichnisse . . . . . . . . . .
7.3 Literaturdatenbanken mit BibTEX . . . . . . .
7.3.1 Das Datenbankformat . . . . . . . . . .
7.3.2 LATEX-Befehle f¨
ur Literaturdatenbanken
7.3.3 BibTEX-Durchlauf . . . . . . . . . . . .
7.3.4 Mehrere Literaturverzeichnisse . . . . .
7.3.5 bib-Dateien ver¨offentlichen . . . . . . .
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8 Indexerstellung
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8.1 Indexeintr¨
age . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
8.2 Indexerzeugung und -ausgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
9 pdfTEX
9.1 Aufruf von pdfTEX . . . . . . . . .
9.2 Grundlegende pdfTEX-Befehle . . .
9.3 Dokumenten-Information . . . . .
9.4 Hyperlinks . . . . . . . . . . . . . .
9.4.1 Das hyperref-Paket . . . .
9.4.2 Manuelle Links . . . . . . .
9.4.3 Inhaltsverzeichnis (manuell)
9.5 Einfach umschalten zwischen PDFLiteraturverzeichnis
. . . . . . . . . . .
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und DVI-Ausgabe
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60
60
63
Abbildungsverzeichnis
2.1
2.2
Kurzes LATEX-Dokument . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ein langes Dokument . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
14
16
3.1
Eingebundenes png-Bild. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
20
4.1
4.2
4.3
Eine gleitende Abbildung im aktuellen Absatz. . . . . . . . . . .
Eine normale Tabelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Supertabular-Zusatzbefehle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
24
25
26
5.1
5.2
5.3
bash-Skript zur LATEX-Automatisierung . . . . . . . . . . . . . .
Beispielhafte DOS-Batch-Datei f¨
ur LATEX . . . . . . . . . . . . .
Erg¨
anzungen f¨
ur .emacs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
32
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5
6
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Tabellenverzeichnis
2.1
2.2
Die wichtigsten Befehlszeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Umgebungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
14
15
3.1
Ein Auszug aus den Optionen des includegraphics-Befehls . . . .
20
4.1
4.2
4.3
M¨
ogliche Float-Parameter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausgabe des Tabellenbeispiels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
FoilTEX-Steuer-Befehle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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28
5.1
Wichtige emacs-Tastenkombinationen . . . . . . . . . . . . . . .
36
6.1
Optionen des Pakets amsmath . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
39
7.1
7.2
7.3
Literaturtypen von BibTEX . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
BibTEX-Felder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Die wichtigsten BibTEX-Stile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
47
48
49
8.1
8.2
makeindex-Optionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Die wichtigsten Schl¨
usselw¨orter f¨
ur Format¨anderungsdateien am
Beispiel der Standardattribute . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
54
hyperref-Optionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Argumente f¨
ur den Parameter appearance des Befehls \pdfdest
Aktionen f¨
ur Hyperlinks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
59
59
59
9.1
9.2
9.3
7
55
8
TABELLENVERZEICHNIS
Kapitel 1
Einleitung
1.1
Was will diese Dokumentation sein
Diese Dokumentation ist ein Howto, eine Einf¨
uhrung und ein Nachschlagewerk.
Es behandelt sowohl die allerersten Schritte als auch Tips und Tricks. Dar¨
uber
hinaus gibt es noch einige Hinweise im Umfeld von LATEX. Eigentlich besteht
dieses Werk aus zwei Teilen. Der erste Teil wurde von mir erstellt. Er behandelt Grundlagen, Tips und Tricks und Graphik. Der zweite Teil ist [1] und
kann frei von vielen ftp-Servern gezogen werden; er ist bei vielen LATEX-Distributionen schon dabei. Der zweite Teil enth¨alt viele Details und Hinweise, die
ich absichtlich nicht in den ersten Teil hineingenommen habe, insbesondere f¨
ur
grundlegende mathematische Eingaben sollte auf den zweiten Teil zur¨
uckgegriffen werden1 . Ich m¨
ochte darauf hinweisen, daß der zweite Teil nicht von mir
stammt und ich keinen Kontakt mit den Autoren hatte. Der zweite Teil ist
vollkommen unabh¨
angig vom ersten lesbar, allerdings ist er auch knapper.
1.2
Welche LATEX-Distributionen gibt es?
F¨
ur viele Betriebssysteme gibt es mittlerweile TEX-Distributionen. Der Unterschied liegt im Umfang der beigef¨
ugten Pakete. Diese erlauben es, bestimmte
Probleme (z. B. Graphik) sehr einfach und elegant zu l¨osen. Weitere Pakete
k¨onnen aber in der Regel integriert werden, z. B. f¨
ur neue Schrifts¨atze, spezielle Seitenlayouts, Satz von Noten usw. Im Internet sind die Pakete unter
ftp.dante.de, ftp.shsu.edu und vielen weiteren Rechnern erh¨altlich.
1.3
Was ist TEX und was ist LATEX?
Text einzugeben und zu drucken ist einfach, aber nicht umsonst ist der Beruf
des Schriftsetzers mit einer mehrj¨
ahrigen Ausbildung verbunden. Ein Dokument
soll nicht (nur) sch¨
on aussehen, sondern es muß auch gut lesbar sein. Dabei gibt
es viele Konventionen, die uns das Lesen stark vereinfachen.
1 Bei umfangreicherem mathematischen Inhalten empfiehlt sich A S-L
M ATEX, das in Kapitel 6 beschrieben ist.
9
10
KAPITEL 1. EINLEITUNG
Donald E. Knuth entwickelte aus diesem Grunde TEX. Damit lassen sich
druckreif Texte und Formeln setzen. Auf TEX aufbauend entwickelte Leslie
Lamport ein Makropaket, d. h. eine Routinensammlung, die viele Regeln bereits automatisch ber¨
ucksichtigt. Sowohl TEX als auch LATEX werden von ihren
Originalautoren nicht mehr gewartet (s. dazu Abschnitt 1.4). Im weiteren werde
ich nur auf LATEX eingehen.
Das Setzen inkl. Schriftauswahl, Schriftgr¨oßenauswahl, Randbeachtung, Ligaturen, Positionierung von Tabellen und Graphiken uvm. wird von LATEX automatisch durchgef¨
uhrt, allerdings l¨aßt sich alles auf Wunsch auch selbst beeinflussen,
was aber im Regelfall nicht notwendig ist.
LATEX wird u
¨ber Befehle gesteuert, von der Form: Summe mit Grenzen 0 und
”
Unendlich“ oder Tabelle mit f¨
unf Spalten, drei linksb¨
undig, zwei zentriert“.
”
Am Anfang erscheint dies viel Tipparbeit, aber nach kurzer Zeit ist die hohe
Effizienz bei der Eingabe sp¨
urbar. Insbesondere Formeln werden schnell und
sch¨
on gesetzt.
1.4
Kompatibilit¨
at und andere Probleme
LATEX-Dokumente sind (fast) beliebig portierbar, d. h. LATEX l¨auft auf vielen
Plattformen (verschiedene Unixe inkl. Linux, DOS, Macintosh, Amiga, Windows, OS/2 etc.) Ein LATEX-Dokument kann leicht von einem System auf ein
anderes transferiert werden. So ist es z. B. (fast) problemlos m¨oglich, auf einem PC unter DOS zu TEXen und dann in der Uni von einer Unix-Workstation
aus das Dokument zu bearbeiten und zu drucken2 . LATEX ist nicht perfekt.
Viele Kleinigkeiten werden durch Zusatzpakete geregelt, aber auch einige große
Punkte m¨
ussen noch verbessert werden.
Zum ersten ist das die Schriftverwaltung3 . Ich werde hier nicht darauf eingehen,
ich m¨
ochte nur anmerken, daß es in der derzeit aktuellen Version LATEX 2ε ein
neues Schriftverwaltungssystem gibt, das viele M¨angel beseitigt hat, und damit
dieses Problem deutlich entsch¨arft wurde.
Das zweite und viel gravierendere Problem war Graphik. Aus diesem Grund
steht im ersten Absatz nur fast“. Leider war die Ger¨ateunabh¨angigkeit bei
”
Graphik nur sehr eingeschr¨ankt gegeben. Mittlerweile l¨aßt sich dies mittels
spezieller Pakete nahezu vermeiden. Deshalb sollte auf jeden Fall Kapitel 3
sorgf¨
altig studiert werden, bevor Graphik verwendet wird.
Ein Wort noch zu LATEX 2ε , LATEX 2.09 und LATEX 3. LATEX 2ε ist die aktuelle und hier beschriebene Version. Sie sollte auf jeden Fall verwendet werden. Die ¨
altere Version LATEX 2.09 funktioniert ebenfalls, allerdings sind hier
die Schriftm¨
angel und andere Probleme noch nicht behoben. LATEX 3 wird
¨
zur Zeit entwickelt. Eine interessante Ubersicht
u
¨ber die Entwicklung ist auf
http://www.latex-project.org dargestellt. Ich werde hier nicht darauf eingehen.
Inzwischen gibt es mehrere neue LATEX-Varianten. pdfLATEX erm¨oglicht das
Erstellen von PDF-Dokumenten einschließlich Kompression und Hyperlinks.
Λ (bzw. Ω) erleichtert das Setzen vielsprachlicher Dokumente durch unicode
und auch ε-TEX erweitert TEX, haupts¨achlich um schnell die Schreibrichtung
2 Ich
3 Oft
habe z. B. am Anfang v¨
ollig problemlos unter DOS geTEXed und unter Linux gedruckt
als Fontverwaltung bezeichnet
¨ UND ANDERE PROBLEME
1.4. KOMPATIBILITAT
11
links ↔ rechts ¨
andern zu k¨
onnen. Von all diesen neuen TEXs soll in diesem
Dokument nur pdfLATEX in Kap. 9 n¨aher vorgestellt werden.
12
KAPITEL 1. EINLEITUNG
Kapitel 2
Einen Text erstellen
2.1
Wie sag’ ich’s TEX?
Am Anfang steht der Editor. Er sollte m¨oglichst gut handhabbar sein und u
¨ber
Cut-and-Paste verf¨
ugen, Details dazu in Kapitel 5. In diesem Editor wird der
Text geschrieben und abgespeichert, sagen wir unter Beispiel.tex. Jetzt wird
der Text mit LATEX u
¨bersetzt:
latex Beispiel.tex
Sind keine Fehler aufgetreten, so liegt jetzt die Datei Beispiel.dvi vor. dvi
steht f¨
ur Device Independent“ und bedeutet die oben angesprochene Kompati”
bilit¨at. Diese dvi-Datei kann nun einer Druckerei gegeben und dort mit 1600 dpi
ausgedruckt oder auf dem alten 9-Nadel-Drucker zu Papier gebracht werden.
Vor dem Druck kann nat¨
urlich das Ergebnis auf dem Bildschirm kontrolliert
werden.
2.2
Die ersten Schritte
LATEX kennt drei Arten von Zeichen1 : Normale Zeichen, Befehlszeichen und
Sonderzeichen.
Normale Zeichen sind alle normalen“ Buchstaben (a bis z und A bis Z) sowie
”
die Ziffern und Satzzeichen. Normale Zeichen werden einfach u
¨ber die Tastatur
eingegeben.
Befehlszeichen steuern LATEX. Das Befehlszeichen \ sagt LATEX, daß jetzt ein
Befehl kommt, so heißt z. B. \textbf, daß fett gedruckt werden soll. Auch die
Sonderzeichen entstehen so. So bedeutet $\alpha$ schalte in den Mathemodus,
drucke α und schalte wieder zur¨
uck. F¨
ur die deutschen Sonderzeichen gibt es
allerdings Abk¨
urzungen; es reicht " vor den Buchstaben zu setzten, so ergibt
z.B. "a ¨
a und "s ß2 .
Wie sieht nun ein Dokument aus? Ein kurzes Dokument ist in Abbildung 2.1
gezeigt. Zuerst steht die Pr¨
aambel. Dort werden Grundeinstellungen vorgenommen. Mit \documentclass wird angegeben, was f¨
ur ein Dokument vor1 Diese
2
Einteilung stammt von mir!
Mit Hilfe des Paketes isolatin1 ist es auch m¨
oglich, die Umlaute und ß direkt einzugeben.
13
14
KAPITEL 2. EINEN TEXT ERSTELLEN
Zeichen
%
\
{ }
$
Bedeutung
Rest der Zeile ist Kommentar und wird nicht gedruckt
Ein Befehl beginnt
Optionen und Parameter eines Befehls
Mathemodus beginnen oder beenden
Tabelle 2.1: Die wichtigsten Befehlszeichen
%Praeambel:
\documentclass[a4paper,german]{article}
\usepackage[german]{babel}
\begin{document}
Hier steht mein erstes \LaTeX-Dokument!\\
Das ist eine neue Zeile
Dies ist ein neuer Absatz!
\end{document}
Abbildung 2.1: Kurzes LATEX-Dokument
liegt, z. B. slides3 oder book oder wie hier article. In eckigen Klammern
stehen die Optionen, hier f¨
ur DIN A4-Papier und die deutschen Abk¨
urzungen
(Umlaute). Danach werden Pakete geladen. Es gibt sehr viele Pakete, einige werden noch vorgestellt, weitere werden z. B. in [3] beschrieben. Das Paket
babel stellt Trenntabellen (z. B. f¨
ur ck → k-k) zur Verf¨
ugung. Mit der Option
german werden die deutschen Tabellen eingestellt. Es kann z. B. auch french
gew¨
ahlt werden.
Das eigentliche Dokument wird mit \begin{document} angefangen. document
ist eine sogenannte Umgebung. Alles was nach \end{document} folgt, wird
von LATEX nicht beachtet. In dieser Umgebung steht alles, was sp¨ater gedruckt
werden soll.
Da LATEX den Satz selbstt¨atig vornimmt, muß angegeben werden, wann ein
neuer Absatz und damit eine neue Zeile begonnen werden soll. Dies geschieht
entweder mit \\ (nur neue Zeile) oder durch Einf¨
ugen einer Leerzeile (neuer
Absatz). Innerhalb eines Absatzes k¨
ummert sich LATEX automatisch um den
Umbruch und die Wortzwischenr¨aume. Mehr dazu in [1].
2.3
Umgebungen
Die erste Umgebung document ist schon von oben bekannt. Es gibt noch viele
weitere Umgebungen, die alle nach dem gleichen Schema funktionieren:
\begin{NameDerUmgebung}
Hier steht was gedruckt werden soll
3 Zur
einfachen Erstellung von Folien siehe Abschnitt 4.5
2.4. EIN LANGES DOKUMENT
15
\end{NameDerUmgebung}
Wenn eine Umgebung beginnt, wird oft eine neue Zeile angefangen. Die wichtigsten Umgebungen sind in Tabelle 2.2 aufgelistet4 .
Name
Bedeutung
itemize
Aufz¨
ahlung soll stattfinden. Jeder Punkt wird mit \item
eingeleitet.
¨
Ahnlich
itemize, nur daß die Punkte numeriert werden.
Alles in dieser Umgebung gesetzte wird ohne Ver¨anderungen gedruckt. In diesem Dokument z. B. alle QuelltextBeispiele. So l¨aßt sich einfach z. B. C-Quelltext einbinden. Sollen ganze Dateien Eingebunden werden, so wird
stattdessen \verbatiminput{MeinQuelltext.c} verwendet.
Umgebung f¨
ur Zitate.
In dieser Umgebung werden Tabellen gesetzt. Damit wird
noch nicht die eigentliche Tabelle erzeugt. In eckigen
Klammern kann die Position angegeben werden. Siehe
dazu Abschnitt 4.2.
Umgebung f¨
ur Grafiken, a¨hnlich table.
Umgebung, in der die eigentliche Tabelle gesetzt wird. Siehe Abschnitt 4.3.
Mathematik-Umgebung zum Formelsatz. Kann auch mit
$ begrenzt werden, um innerhalb von normalem Fließtext
Formeln zu setzen. Gut in [4] beschrieben!
Setzt eine numerierte Formel. Soll die Nummer entfallen,
so folgt ein ∗ auf den Namen. Das Gleichheitszeichen wird
mit &=& zentriert. Sonst ¨ahnlich displaymath.
Umgebung f¨
ur Literaturangaben. Siehe [4] und Abschnitt 2.4.
enumerate
verbatim
quote
table
figure
tabular
displaymath
eqnarray
thebibliography
Tabelle 2.2: Umgebungen
2.4
Ein langes Dokument
Jedes etwas l¨
angere Dokument braucht eine Gliederung. Ein (kurzes) langes Dokument, in dem vieles wichtiges bereits enthalten ist, ist in Abb. 2.2 dargestellt.
Im ersten Abschnitt (in der Umgebung titlepage) wird die Titelseite erstellt.
Mit \maketitle wird die Seite erzeugt. \thispagestyle regelt die Angabe von
Seitenzahlen auf dieser Seite. empty sagt, daß keine gedruckt werden sollen. Als
n¨achstes folgen jeweils auf einer eigenen Seite das Inhaltsverzeichnis, das Abbildungsverzeichnis und das Tabellenverzeichnis, wie in diesem Dokument auch.
Sollten diese nicht gew¨
unscht werden, werden die entsprechenden Zeilen einfach
fortgelassen.
4 Soll intensiv mit Formeln gearbeitet werden, empfiehlt sich der Einsatz von A S-L
M ATEX
(s. Abschnitt 6) anstatt der hier aufgelisteten Umgebungen.
16
KAPITEL 2. EINEN TEXT ERSTELLEN
\documentclass[a4paper,german,10pt,twoside]{book}
\usepackage{supertabular}
\usepackage[german]{babel}
\begin{document}
\begin{titlepage}
\title{Mein Titel}
\author {Nachname1, \\ Vorname1 \and Nachname2, \\ Vname2}
\date{\today}
\maketitle
\thispagestyle{empty}
\end{titlepage}
\newpage
\tableofcontents
\listoffigures
\listoftables
\chapter{Einleitung}\label{Einleitung}
\section{Mein erster Abschnitt}
Alle weiteren Kapitel beginnen auch mit chapter, section etc.
\subsection{Mein erster Unterabschnitt}
Mit Fu"snote\footnote{Meine Bemerkung}
\chapter{Ein weiteres Kapitel}
In Kapitel~\ref{Einleitung} schrieb ich
\section{Noch ein Unterkapitel}
Ich zitiere~\cite{marx}
\begin{thebibliography}{99}
\bibitem{marx}
Marx, \textbf{Kapital}, VEB-Osten
\end{thebibliography}
\end{document}
Abbildung 2.2: Ein langes Dokument
2.5. WAS WILL TEX MIR SAGEN?
17
Das Dokument wird in Kapitel, Abschnitte, Unterabschnitte usw. gegliedert.
Jeder neue Abschnitt“ wird mit \chapter usw. begonnen, der Text in der
”
Klammer erscheint im Inhaltsverzeichnis.
Fußnoten werden mit \footnote eingeleitet, in der Klammer folgt der Text der
Fußnote. Hinter alle numerierten Objekte (Abschnitte, Bilder, Tabellen, Gleichungen etc.) kann ein label geh¨
angt werden. Damit kann jederzeit auf dieses
Objekt verwiesen werden, indem einfach \ref{Name} geschrieben wird. Die
Numerierung wird automatisch verwaltet. Die Tilde sorgt daf¨
ur, daß vor dem
Verweis ein Leerzeichen eingef¨
ugt wird an dem kein Zeilenumbruch stattfinden
darf. Analog zu \ref{Name} funktioniert \cite f¨
ur Zitate.
Bis auf chapter gibt es alles auch im h¨aufig benutzten article-Stil.
2.5
Was will TEX mir sagen?
¨
Wenn LATEX beim Ubersetzen
des Dokumentes einen Fehler findet, dann gibt
es eine oft kryptisch wirkende Fehlermeldung aus. Oft ist es sinnvoll, sich den
Fehler grob zu merken (mit am wichtigsten ist die Zeilennummer) und einfach
q“ zu dr¨
ucken. Dann versucht LATEX das Dokument zuende zu u
¨bersetzten.
”
Jetzt ist zu pr¨
ufen, ob in der Zeile oder kurz davor
• alle Umgebungsnamen richtig geschrieben wurden (z. B. nicht enqarray)
• die Matheumgebung begonnen oder geschlossen ist (fehlt ein $?)
• ein Befehl falsch geschrieben wurde (passiert oft bei Sonderzeichen)
• Klammerpaare richtig sind (jede Klammer muß irgendwo ihr Pendant haben)
Sollte dies nicht helfen, dann ist die fragliche Stelle so gut wie m¨oglich zu
isolieren und eine alternative Formulierung zu suchen (z. B. \eqnarray* statt
\displaymath).
Daneben gibt LATEX oft viele Warnungen (Warnings) aus. Betreffen diese Bez¨
uge
(Labels) oder Zitate und sind diese nicht falsch geschrieben, dann muß das Dokument erneut u
¨bersetzt werden. Dann sind diese Warnungen verschwunden.
Warnungen wie overfull hbox bedeuten, daß LATEX den Text nicht optimal
setzten konnte. Oft befindet sich f¨alschlicherweise \\ vor einem Abschnittswechsel. Durch Entfernen des Zeilentrenners verschwindet der Fehler dann.
Manchmal ist es auch sinnvoll, den Text anders zu formulieren, insbesondere
bei Schriftwechseln. Am besten wird dies am angezeigten Dokument sichtbar.
Gelegentlich hilft es auch, manuelle Trennhilfen einzuf¨
ugen [5].
Wenn etwas im Dokument fehlt, so ist auf %-Zeichen zu pr¨
ufen. Im Inhalts¨
verzeichnis tauchen die Eintr¨
age zudem erst nach dem zweiten Ubersetzen
des
Dokumentes auf. Manchmal steht auch das \end{document} zu fr¨
uh.
2.6
Logisches vs. physisches Layout
LATEX trennt das logische Layout (d. h. Informationen wie Kapitel, Tabelle, Absatz) vom physischen Layout (d. h. Schriftgr¨oße, Schriftart, R¨ander, . . . ). Diese
Trennung sollte auch innerhalb eigener Dokumente aufrechterhalten werden.
18
KAPITEL 2. EINEN TEXT ERSTELLEN
Um dies zu erreichen, sollte ein gew¨
unschtes physisches Layout grunds¨atzlich
u
¨ber ds Einbinden von Paketen oder Definitionen im Dokumentenkopf geschehen. Auf die direkte Verwendung von Befehlen innerhalb des Dokuments, die
das physische Layout (z. B. die SchriftFIXME) ver¨andern, sollte verzichtet
werden.
Oft sind beispielsweise spezielle Formatierungen gew¨
unscht, in diesem Dokument sind dies
\newcommand*\strong[1]{\textbf{#1}}
\newcommand*\person[1]{\textsc{#1}}
\newcommand*\package[1]{\texttt{#1}}
\newcommand*\uri[1]{{%
\chardef~‘^^>%
\ttfamily #1%
}}
Jetzt kann mit \strong betont, mit \person Personen ausgezeichnet und
mit \package Pakete gekennzeichnet werden. Die Konstruktion bei \uri sorgt
daf¨
ur, das die Tilde innerhalb von Webadressen auch ausgegeben wird5 . Siehe
hierzu auch die Hinweise zur Verwendung von Farbe in Abschnitt 3.2.1.
Der Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, daß zum einen s¨amtliche Personen
leicht gefunden werden k¨onnen (einfach nach \person suchen) und zum anderen, daß die Formatierung von Personennamen jederzeit ge¨andert werden kann.
Sollte keine Formatierung mehr gew¨
unscht sein, dann reicht es, im Befehl die
Formatierungsanweisung zu entfernen.
5 Normalerweise dient die Tilde innerhalb von L
AT X zur Kennzeichnung von Leerzeichen,
E
bei denen nicht umgebrochen werden darf.
Kapitel 3
Graphik
3.1
¨
LATEX und Graphik – ein Uberblick
Wie oben erw¨
ahnt, wird Graphik von LATEX nicht direkt unterst¨
utzt. Die Graphikeinbindung geschieht mittels des Pakets graphicx bzw. graphics von David Carlisle. Der Unterschied zwischen den beiden Paketen besteht lediglich in der Aufrufsyntax der Befehle. Wenn m¨oglich, sollten diese Pakete verwendet werden, eine Reihe von ¨
alteren Paketen1 werden mittlerweile nur noch
¨
hier¨
uber emuliert. Daher konzentriere ich mich in der folgenden Ubersicht
darauf. Eine komplette Anleitung des graphicx-Paketes ist in epslatex.ps und
grfguide.ps in [6] sowie in [7] zu finden.
Im ersten Schritt muß die Graphik in ein f¨
ur LATEX verwendbares Format gebracht werden. Normalerweise ist dies postscript oder encapsulated postscript,
wobei letzteres vorzuziehen ist, da dort zus¨atzliche Informationen zum Einbetten der Graphik enthalten sind. Soll dagegen pdf erzeugt werden, so hat die
Graphik im pdf, tif oder png-Format vorzuliegen. Es spricht nichts dagegen, beide Formate zu erzeugen, um so bei der Ausgabe flexibel zu bleiben. Hinweise
zur Graphikkonvertierung finden sich in Abschnitt 5.6.
F¨
ur die eigentliche Graphikeinbindung muß in der Pr¨aambel graphicx eingebunden werden:
\usepackage{graphicx}
Die Einbindung der eigentliche Graphik geschieht jetzt mit
\begin{figure}[htbp]
\begin{center}
\includegraphics[width=5 cm]{tux}
\end{center}
\caption{Der Linux-Pinguin.}\label{fig:tux}
\end{figure}
wie dies auch in Abbildung (3.1) gezeigt ist.
Die Figure-Umgebung sorgt daf¨
ur, daß das Bild im Text optimal plaziert wird
(mehr Infos dazu in Abschnitt 4.2), das es ein Label2 f¨
ur sp¨atere Referenzen
1 Eine
¨
Ubersicht
findet sich z. B. in [3]
2 Referenzmarke
19
20
KAPITEL 3. GRAPHIK
Abbildung 3.1: Eingebundenes png-Bild.
(siehe Abschnitt 4.4) und eine Bildunterschrift erh¨alt. Die center-Umgebung
zentriert das Bild.
Der hier eigentlich interessante Befehl ist includegraphics. In den geschweiften Klammern wird der Name des Bildes angegeben. Entf¨allt die Endung, dann
versucht LATEX Bilder mit verschiedene Standardendungen (eps, ps, sowie komprimierte Fassungen davon) zu verwenden. Bei pdfLATEX sind dies pdf, tif und
png. In der dvi/postscript-Fassung dieses Dokumentes wird also tux.eps eingebunden, w¨
ahrend dementsprechend bei der pdf-Fassung tux.pdf verwendet
wird. Wird die Endung explizit angegeben, dann muß beim Wechsel von LATEX
zu pdfLATEX die Endung manuell angepaßt werden.
Im optionalen Argument in den eckigen Klammern k¨onnen die in Tabelle 3.1
aufgelisteten Standardtransformationen auf das Bild angewendet werden, hier
wird das Bild so skaliert, daß die Breite 5 cm betr¨agt. Ohne dieses Argument
w¨
urde die Orginalbreite verwendet (keine Skalierung).
Name
Bedeutung
height
width
scale
angle
Die H¨
ohe, auf die die Graphik skaliert werden soll, inkl. Einheit.
Die Breite, auf die die Graphik skaliert werden soll, inkl. Einheit.
Skalierfaktor, z. B. mit Verdopplung der Gr¨oße mit scale=2.
Drehwinkel in Grad. Positive Werte entsprechen Drehungen gegen
den Uhrzeigersinn.
Tabelle 3.1: Ein Auszug aus den Optionen des includegraphics-Befehls
3.2. PAKETE RUND UM GRAPHIK
3.2
21
Pakete rund um Graphik
3.2.1
Farbe
Auch die Ausgabe in Farbe ist mit LATEX m¨oglich. Es sollte jedoch mit Farbe
im Text sparsam und einheitlich umgegangen werden. F¨
ur einen Vortrag auf
Folien hatte ich z. B. folgende Definition:
\usepackage{color} % Option color f¨
ur Farbe
%weitere Pakete
\newcommand{\FormelFarbe}{\color{blue}}
%
\newcommand{\TabellFarbe}{\color{magenta}} %
\newcommand{\TextFarbe}{\color{black}}
%
%
notwendig
zentrale Farbdefinition, damit
ist alles
einheitlich
Jetzt kann z. B. folgende Konstruktion benutzt werden:
Der jetzt bewiesene Satz von Fermat
\begin{eqnarray*}
\FormelFarbe
\forall n > 2 \, \nexists x, y, z \in \N :
x^n + y^n = z^n
\, \text{\TextFarbe seit 300 Jahren}
\end{eqnarray*}
gilt nat"urlich nicht f"ur $\FormelFarbe n=2$:
Dies liefert – unter Verwendung der Pakete amssymb und amsmath, um \text
(entspricht \mbox mit Verbesserungen) benutzen zu k¨onnen, und f¨
ur das Zeichen
@ – die (hier ohne Farbe wiedergegebene) Formel
∀n > 2 @x, y, z ∈ N : xn + y n = z n seit 300 Jahren
Beim Arbeiten mit Farbe ist zu beachten, daß xdvi diese u. U. nicht darstellt,
die zu druckende PostScript-Datei ist jedoch farbig. Farben k¨onnen entweder direkt u
un-blau-Anteil oder besser als sogenannte Named
¨ber ihren rot-gr¨
Colour definiert werden, wie dies auch im Beispiel geschehen ist3 . Die vordefinierten Farbnamen stehen in der Datei color.pro (bei mir im Verzeichnis /usr/share/texmf/dvips/base). Wichtige Named Colours sind Yellow,
Magenta, Blue, Cyan, Green, Gray, Black, White. Um die Farben komplett
wieder auszuschalten (z. B. f¨
ur Probedrucke) reicht es, dem Paket color die
Option monochrom anzugeben:
\usepackage[monochrom]{color}
Sollte die Farbausgabe nicht gelingen, ist es u. U. n¨otig, den Treiber als Option
mitzu¨
ubergeben, d. h. z. B.
\usepackage[dvips]{color}
Dies reduziert nat¨
urlich die Portabilit¨at.
Weitere Informationen (insbesondere zur Anpassung an spezielle Ausgabeger¨ate)
finden sich in [6] und in [8].
3 Leider
ist dies nicht so portabel.
22
KAPITEL 3. GRAPHIK
Kapitel 4
Tips und Tricks
4.1
Ich finde mein Zeichen nicht!
LATEX verf¨
ugt u
¨ber sehr viele Zeichen. Oft haben diese Zeichen kanonische
Namen, die leicht erraten werden k¨
onnen: \alpha oder \backslash f¨
ur α und \.
Als n¨achstes sollten die guten Tabellen in [4] verwendet werden. Dort sind alle
Zeichen im mathematischen und im Text-Modus aufgelistet. Zum Teil wird
daf¨
ur das Paket latexsym ben¨
otigt! Weitere (mathematische) Symbole sind im
Paket amssymb definiert. Spezielle Graphiksymbole gibt es z. B. in den Paketen
Feynman, ChemTEX und in einem Paket f¨
ur Schaltkreise. Last but not least kann
letztendlich jeder PostScript-Font eingebunden werden, so daß auch ausgefallene
Schriften/Schnitte verwendet werden k¨onnen.
Ein Typus Zeichen der (scheinbar) fehlt, ist die Gruppe der Mengensymbole,
z. B. N oder C. Diese Zeichen heißen Mathematische-Fett-Tafel-Zeichen (mathematical blackboard bold) und werden z. B. im Paket dsfont definiert. Es
bietet sich an, am Anfang, nachdem alle Pakete geladen sind, Anweisungen von
der Form
\newcommand{\N}{\mathds{N}}
\newcommand{\Z}{\mathds{Z}}
stehen zu haben, so daß im Laufe des Textes auf diese Zeichen einfach mit \Z
f¨
ur Z zugegriffen werden kann.
Eine alternative Implementation dieser Zeichen wird im Paket bbm vorgenommen. Daf¨
ur muß im Kopf des Dokuments
\usepackage{bbm}
\newcommand{\N}{\ensuremath{\mathbbm N}}
\newcommand{\R}{\ensuremath{\mathbbm R}}
\newcommand{\Eins}{\ensuremath{\mathbbm 1}}
stehen. Damit werden die Zeichen
4.2
N, C, Z, 1 usw. erzeugt.
Floats – und was getan werden kann
Die Umgebungen figure und table erzeugen sogenannte Gleitobjekte oder
Floats. Alle Graphiken und alle Tabellen in diesem Dokument wurden so ge23
24
KAPITEL 4. TIPS UND TRICKS
Buchstabe
h
t
b
p
Bedeutung
here – wenn m¨oglich, an diese Stelle setzten
top – oben an die Seite setzen
bottom – unten an die Seite setzen
page – solange solche Objekte sammeln, bis es f¨
ur
eine Seite reicht, dann dort drucken
Tabelle 4.1: M¨ogliche Float-Parameter
setzt. Diese Objekte werden von LATEX auf der Seite selbstt¨atig positioniert,
was nicht immer zum gew¨
unschten Ergebnis f¨
uhrt.
Die einfachste Methode der Beeinflussung ist der Parameter [x], der direkt nach
dem Anfang der Umgebung folgt. x ist dabei einer von mehreren Parametern,
s. hierzu Tab. 4.1. Eine oft sinnvolle Vergabe ist [htbp], d. h. das Objekt soll
sofort folgen, paßt dies nicht, dann auf der n¨achsten Seite oben, geht auch das
nicht (was so gut wie nie der Fall ist), dann versuche es auf der n¨achsten Seite
unten und ansonsten sammele die Objekte und gebe sie sp¨ater aus.
4.2.1
Gleitobjekte im Fließtext
F¨
ur schmale Bilder oder Tabellen mag Diese gleitende Abbildung wurde mit
es sinnvoll sein, sie nicht im Seiten- \begin{floatingfigure}{58mm}
kopf oder -fuß auszugeben, sondern ne- Diese gleitende ...
ben dem aktuellen Absatz, wie hier be- \caption{Eine gleitende ...}
reits demonstriert wird. Genau zu die- \end{floatingfigure}
sem Zweck stellt das Erg¨anzungspaket
floatflt in Analogie zu den LATEX- erstellt.
Umgebungen figure und table die beiden Umgebungen floatingfigure und Abbildung 4.1: Eine gleitende Abbilfloatingtable zur Verf¨
ugung. Die- dung im aktuellen Absatz.
se beiden Umgebungen arbeiten ¨ahnlich wie float und table, erwarten aber
keinen Positionierungsparameter wie [htb], sondern eine L¨angenangabe, z. B.
{50mm}, die die Breite der Abbildung bzw. Tabelle bestimmt.
4.3
Tabellen
Tabellen stehen in der Umgebung tabular. Im Allgemeinen wird auch die
Tabelle als fließendes Objekt realisiert und die gesamte Tabelle in die Umgebung table gesetzt. Eine solche Tabelle ist in Abbildung 4.2 dargestellt. Als
Parameter werden der Tabelle die Ausrichtung der Eintr¨age u
¨bergeben, also
zentriert (c), linksb¨
undig (l) oder rechtsb¨
undig (r). Die Spaltenbreite wird
automatisch ermittelt. Jede Zeile wird mit \\ abgeschlossen, jede Spalte mit
&. Die letzte Zeile wird mit dem letzten Eintrag beendet. Horizontale Linien
werden mit \hline eingezogen, vertikale Linien im Ausrichtungsblock (|). Die
sich ergebende Tabelle ist in Tab. 4.2 wiedergegeben.
Das gr¨
oßte Problem sind mehrseitige Tabellen. Daf¨
ur gibt es die Umgebungen
supertabular und longtable.
4.3. TABELLEN
25
\begin{table}[htbp]
\begin{tabular}{|r|c|l|}
Wort & Arabisch & R"omisch \\
\hline
Eins & 1 & I \\
Zwei & 2 & II \\
Zehn & 10 & X
\end{tabular}
\end{table}
Abbildung 4.2: Eine normale Tabelle
Wort
Eins
Zwei
Zehn
Arabisch
1
2
10
R¨
omisch
I
II
X
Tabelle 4.2: Ausgabe des Tabellenbeispiels
4.3.1
Lange Tabellen mit longtable
Die Verwendung der longtable Umgebung ist auch nicht schwieriger als die
normaler Tabellen. Einfach das Paket longtable laden und tabular durch
longtable ersetzen. Das ist schon das Grundger¨
ust. Dann muß nur noch
angegeben werden, wie der Tabellenkopf auf der ersten und auf den weiteren
Seiten und der Tabellenfuß auf der letzten und den vorherigen Seiten aussehen
soll. Zusammengefaßt sieht die Struktur folgendermaßen aus:
\begin{longtable}{Spaltenform }
Tabellenkopf auf erster Seite
\endfirsthead
Tabellenkopf auf weiteren Seiten
\endhead
Tabellenfuß
\endfoot
Tabellenfuß auf letzter Seite
\endlastfoot
Tabellentext wie in einfachen Tabellen
\end{longtable}
Damit steht auch mehrseitigen Tabellen nichts mehr im Wege. Als Alternative
wird nun noch die supertabular Umgebung vorgestellt. Der Anwender m¨oge
beide Umgebungen testen und nach seinem Geschmack entscheiden.
4.3.2
Lange Tabellen mit supertabular
Der Umstieg auf supertabular ist ebenfalls einfach. Das Paket supertab muß
eingebunden und die fragliche Tabelle in {supertabular} statt in {tabular}
eingeschlossen werden. Damit der Titel auf allen Seiten erscheint, wird vor
Beginn der Tabelle die in Abb. 4.3 angef¨
uhrten Zeilen eingegeben:
Weitere Details stehen sehr gut in [3].
26
KAPITEL 4. TIPS UND TRICKS
\tablehead{Die oberste Zeile}
\tabletail{\hline}
\tablecaption{Meine Bildunterschrift}
Abbildung 4.3: Supertabular-Zusatzbefehle
4.3.3
Professionelle Tabellen mit booktabs
LATEX verrichtet zwar schon gute Arbeit, Laien im Satzwesen professionelle Ausgabe zu erm¨
oglichen, aber gerade im Bereich der Tabellen treten da noch viele
M¨
angel auf. Man vergleiche nur einmal die folgenden beiden Tabellen:
¨
Uberschrift
1
Inhalt 1.1
Inhalt 1.2
¨
Uberschrift
2
Inhalt 2.1
Inhalt 2.2
¨
Uberschrift
1
Inhalt 1.1
Inhalt 1.2
¨
Uberschrift
2
Inhalt 2.1
Inhalt 2.2
Zuerst gibt es zwei goldene Regeln im Satzwesen, die man ruhig beherzigen
sollte:
• Benutze nie senkrechte Linien!
• Benutze nie doppelte Linien!
Aber selbst unter Ber¨
ucksichtigung dieser beiden Regeln ist das LATEX Ergebnis
noch unbefriedigend:
¨
Uberschrift
1
Inhalt 1.1
Inhalt 1.2
¨
Uberschrift
2
Inhalt 2.1
Inhalt 2.2
¨
Uberschrift
1
Inhalt 1.1
Inhalt 1.2
¨
Uberschrift
2
Inhalt 2.1
Inhalt 2.2
Die Abst¨
ande zwischen den horizontalen Linien und dem Text ist bei der mit
LATEX und \hline erzeugten Tabelle zu gering. Um dieses Defizit zu beheben,
empfiehlt sich die Verwendung des Zusatzpakets booktabs, mit dem die jeweils
rechten Tabellen erstellt wurden. Dieses Paket stellt drei Befehle \toprule,
\midrule und \bottomrule bereit, der Quelltext f¨
ur die obige Tabelle ist damit
\begin{tabular}{lc}
\toprule
\strong{"Uberschrift 1}&\strong{"Uberschrift 2}\\
\midrule
Inhalt 1.1&Inhalt 2.1\\
Inhalt 1.2&Inhalt 2.2\\
\bottomrule
\end{tabular}
4.4
Numerierung und Bezu
¨ ge
Um s¨
amtliche Numerierungen k¨
ummert sich LATEX selbst. Verweise auf numerierte Objekte (Bilder, Kapitel, Tabellen etc.) erfolgen immer nach dem gleichen
4.5. FOLIEN
27
Schema. Hinter das zu numerierende Objekt (bei Umgebungen: nachdem sie
geschlossen wurden, sonst direkt nach dem Befehl z. B. \chapter{}) wird der
Befehl \label{Titel} angegeben. Der Titel muß im ganzen Dokument eindeutig sein, wobei Groß- und Kleinschreibung wichtig ist. Es empfiehlt sich,
sinnvolle Namen zu w¨
ahlen.
Sp¨ater wird auf die Bez¨
uge mit dem Befehl \ref{Titel} zugegriffen. Der Verweis kann auch vor dem Label stehen. Im allgemeinen empfiehlt es sich, einen
Verweis in der Form
in Kapitel~\ref{KapFliegen} wird erkl¨
art, wie ...
zu schreiben, dann findet zwischen dem Wort Kapitel“ und der eingef¨
ugten
”
Nummer kein Zeilenumbruch statt. Wichtig ist zudem, daß alle Referenzen erst
nach dem zweiten LATEX-Lauf stimmen!
Manchmal werden Dokumente aus mehreren Texten zusammengesetzt, z. B. einem Text aus einer Textverarbeitung und einem aus LATEX. Es ist dann ¨argerlich, wenn die Kapitel-Nummern o. ¨a. nicht stimmen. Die aktuelle Numerierungszahl kann jederzeit im Dokument mit
\setcounter{TheCounter}{Nummer}
ge¨andert werden. Die Namen der Z¨ahler sind kanonisch, also z. B. chapter f¨
ur
den Kapitelz¨
ahler.
Last but not least sind Fußnoten zu erw¨ahnen. Sie werden einfach mit
\footnote{Der Fu"snotentext}1 in den Text geschrieben und erscheinen auf
der gleichen Seite unten, wenn die Fußnote noch paßt, sonst auf der n¨achsten
Seite unten. Fußnoten in Tabellen sind schwierig und sollten vermieden werden
(zumindestens am Anfang).
4.5
4.5.1
Folien
Echte Folien
Es gibt mittlerweile viele Pakete, die ein bequemes Erstellen von Folien und Dias
(Slides) erm¨
oglichen. Viele wissenschaftliche Institute haben Pakete, die das
jeweilige Logo automatisch setzten. Ist kein solches Paket vorhanden, empfehle
ich das foils-Paket das leider oft nicht mehr standardm¨aßig installiert und
daher von [9] heruntergeladen werden muß.
Zuerst wird das Dokument wie gewohnt erstellt. Als Dokumentenklasse wird
\documentclass[20pt]{foils}
angegeben. 20 Punkt ist die Standard-Schriftgr¨oße. Alternativ kann auch 17pt
gew¨ahlt werden. Weitere Pakete, z. B. dvips, draft, . . . k¨onnen wie gewohnt
ebenfalls eingebunden werden. Der zus¨atzliche Arbeitsbedarf beschr¨ankt sich
auf das Einstellen einiger weniger Parameter, der komplette Satz wird automatisch folienangepaßt durchgef¨
uhrt.
Nach dem \begin{document} k¨
onnen die einzelnen Statusausgaben eingestellt
werden. Jede Einstellung bleibt f¨
ur alle Folgeseiten erhalten, bis der gleiche
Befehl diese Einstellung ¨
andert. Die Befehle sind in Tabelle 4.3 aufgef¨
uhrt.
Weitere Informationen sind der Dokumentation des Pakets zu entnehmen.
1 Der
Fußnotentext
28
KAPITEL 4. TIPS UND TRICKS
Befehl
Auswirkung
\foilhead{Text}
\rotatefoilhead{Text}
¨
Neue Seite mit Uberschrift
Text“ beginnen
”
¨
Neue Seite um 90◦ gedreht mit Uberschrift
Text“ beginnen
”
Text oben rechts auf Text“ setzen
”
Text oben links auf Text“ setzen
”
Text unten rechts auf Text“ setzen
”
Copyright-Text auf Text“ setzen
”
Logo-Text auf Text“ setzen
”
\rightheader{Text}
\leftheader{Text}
\rightfooter{Text}
\Restriction{Text}
\MyLogo{Text}
Tabelle 4.3: FoilTEX-Steuer-Befehle
4.5.2
Pr¨
asentationen mit dem Computer
Um Pr¨
asentationen mit dem Rechner zu erstellen, wird nicht unbedingt der
Kraftpunkt“ ben¨
otigt. Als Pr¨asentationsprogramm wird statt dessen der Acro”
bat-Reader [10] verwendet, d. h. die Pr¨asentation ist plattformunabh¨angig, erfordert daf¨
ur aber die Erzeugung einer pdf-Datei. Bei ppower4 [11] wird mit
pdflatex (s. Abschnitt 9) gearbeitet, w¨ahrend texpower [12] die postscriptDatei zum Schluß in pdf wandelt. Ich beschr¨anke mich hier auf ppower.
Als Grundlage dient auch hier wieder das foils-Paket (s. Abschnitt 4.5.1). Die
mit pdflatex erzeugte pdf-Datei wird mit einem java-Programm (das von [11]
heruntergeladen werden muß) noch nachbearbeitet. Im folgenden der Ablauf
zur Erstellung der Pr¨
asentation:
1. Erstellen der Folien (s. Abschnitt 4.5.1)
2. Einbinden des Pakets ppower4 durch
\usepackage{pause}
\usepackage{background}
\usepackage{pp4slide}
% eigentliche Funktionalit¨
at
% f¨
ur Hintergr¨
unde
% verbessert Layout
m¨
oglichst gegen Ende der Paketdefinitionen. Ich empfehle zudem die Verwendung des Pakets hyperref (s. Abschnitt 9.4.1).
3. An jeder Stelle, an der die Pr¨asentation warten soll, wird der Befehl
\pause eingef¨
ugt
¨
4. Die Art des Uberblendeffektes
wird mit
\hypersetup{pdfpagetransition={Blinds /Dm /H}}
eingestellt, sie gilt immer f¨
ur eine logische2 Seite. Weiter m¨ogliche Effekte sind in Dateien, die von der Pakethomepage [11] aus verlinkt sind,
erl¨
autert.
2 Der Acrobat-Reader realisiert Uberblendungen,
¨
¨
in dem er jede Anderung
als neue Seite
speichert. F¨
ur den Betrachter sieht es aber so aus, als ob die Seite Schrittweise aufgebaut
wird.
4.5. FOLIEN
29
5. Der Hintergrund kann als Farbverlauf realisiert werden. Dazu werden im
Dokument z.B. folgende Befehle verwendet:
% eigene Farbe definieren
\definecolor{bgblue}{rgb}{0.04,0.39,0.53}
% vertikal verlaufen lassen
\vpagecolor{bgblue}
Als Farbe kann auch jede LATEX Standardfarbe verwendet werden (s. Abschnitt 3.2.1). F¨
ur horizontale Verl¨aufe wird der Befehl \hpagecolor verwendet. Soll von einer Farbe in eine andere verlaufen werden, wird als
zweites Argument die zweite Farbe u
¨bergeben, z.B.
\vpagecolor{blue}{red}
F¨
ur einfarbige Hintergr¨
unde dient der Befehl \pagecolor{farbe}.
6. Das Dokument wird mit pdflatex u
¨bersetzt (u. U. mehrfach um alle Querverweise aufzul¨
osen).
7. Mit der im Paket beigef¨
ugen Skript- bzw. Batchdatei wird die eigentliche
Pr¨
asentation aus der pdf-Datei erstellt, also z. B.
ppower4 meindokument.pdf meineshow.pdf
30
KAPITEL 4. TIPS UND TRICKS
Kapitel 5
Editoren und andere
Hilfsmittel
5.1
LATEX und Unix (Linux)
LATEX wird von verschiedenen Personen zusammengestellt und gewartet. Innerhalb einer Plattform sind die (kleinen) Unterschiede sehr selten bemerkbar,
sie manifestieren sich lediglich in leicht verschiedenen Verzeichnisnamen. Im
folgenden beschreibe ich alles auf Basis der teTEX-Konfiguration, f¨
ur andere
Zusammenstellungen (z. B. NTEX) k¨onnen Details anders sein.
Am Anfang sollte auf jeden Fall als root texconfig aufgerufen werden. Diese Programm erm¨
oglicht es, einige Voreinstellungen (z. B. Druckeraufl¨osung)
vorzunehmen, so daß sp¨
ater der Drucker optimal ausgenutzt wird. Diese Einstellungen sind z. B. f¨
ur xdvi und dvips wichtig (beide werden gleich erkl¨art)
und unabh¨
angig von globalen Druckereinstellungen f¨
ur das Drucksystem (z. B.
lpr oder cups).
Als n¨achstes steht die Wahl des Editors an. Es gibt eine schier un¨
uberschaubare
Anzahl an Editoren, z. B. vi(m), emacs, axe, joe u. v. m. Von allen Editoren
ist emacs sicherlich der umfangreichste, aber auch der gew¨ohnungsbed¨
urftigste
Editor. Jeder sollte den f¨
ur ihn/sie angenehmsten Editor verwenden.
Da Linux u
ugt, bietet es sich an, das auszunutzen.
¨ber echtes1 Multitasking verf¨
Am Beispiel einer Umgebung basierend auf X11 mit dem Fenstermanager fvwm2
– f¨
ur andere Umgebungen sind die die Tastaturbelegungen ggf. anders – soll
hier kurz eine praktische Arbeitsumgebung geschildert werden.
Auf einem virtuellen Bildschirm wird ein Terminalfenster, z. B. xterm, ge¨offnet.
Oft ist beim Start von X bereits eines offen. Dieses xterm dient der Verwaltung.
Heißt der Text z.B. MeinText.tex, so lautet die Eingabe in diesem xterm:
latex MeinText.tex && xdvi MeinText.dvi &
W¨ahrend der Text das erste Mal u
¨bersetzt wird, wird auf einem zweiten virtuellen Bildschirm der gew¨
unschte Editor mit dem Quelltext ge¨offnet. Ist der
Quelltext ge¨
andert, wird entweder aus dem Editor heraus das Dokument neu
u
¨bersetzt (so z. B. beim emacs) oder mit Alt-F11 bzw. Alt-F12 auf das xtermFenster gewechselt und dort mit
1 Damit
ist pr¨
aemtives Multitasking gemeint.
31
32
KAPITEL 5. EDITOREN UND ANDERE HILFSMITTEL
latex MeinText.tex
das Dokument neu u
¨bersetzt. Bei sp¨ateren L¨aufen reicht dann bereits ein Druck
auf die Bild ↑-Taste. Sobald das Dokument (fehlerfrei) u
¨bersetzt worden ist,
wird wieder mit Alt-F11 bzw. Alt-F12 auf das xdvi-Fenster gewechselt. xdvi
l¨
adt beim Aktivieren immer die neuste (aktuelle) Version des Textes, so daß es
im Hintergrund immer laufen sollte. Der Programm-Wechsel kann alternativ
auch mittels der Maus erfolgen.
Da der Vorgang immer der gleiche ist, bietet es sich an, ihn mittels eines ShellSkripts zu automatisieren. Das Skript in Abbildung 14 erf¨
ullt diese Aufgabe.
#!/bin/bash
#Diese Datei uebersetzt immer, wenn sich in der Quelldatei etwas
#getan hat
#
#xdvi Haupt.dvi &
xdvi $1.dvi
tmp2=$(ls -l $1.tex)
while true; do
if [ "$tmp1" != "$tmp2" ]; then
tmp2=$(ls -l $1.tex)
echo "Ich uebersetzte jetzt"
#
latex Haupt.tex
latex $1.tex
echo -e "\a"
fi
sleep 3
tmp1=$(ls -l $1.tex)
done
Abbildung 5.1: bash-Skript zur LATEX-Automatisierung
Das Skript wird unter z. B. mytex abgespeichert. In Zukunft reicht es, einmal
mytex MeinText (ohne .tex-Endung!) einzugeben, dann wird das Dokument
jedesmal neu u
¨bersetzt, wenn im Editor gespeichert wird. Damit der Benutzer
informiert ist, daß wieder eine aktuelle Version seines Dokumentes im xdvi vor¨
liegt, ert¨
ont nach jedem Ubersetzungslauf
ein Piepser. Der Benutzer kann jetzt
wie oben beschrieben in das xdvi-Fenster wechseln und sein Dokument betrachten. Wichtig ist, daß immer eine dvi-Datei vorliegt. Ansonsten sollte vor Zeile 5
noch die Zeile
latex $1.tex
eingef¨
ugt werden, damit wird das Dokument auch beim ersten Skript-Durchlauf
neu u
¨bersetzt.
¨
Sind Fehler beim Ubersetzten
aufgetreten, so sollte der LATEX-Lauf mit q beendet werden und der Fehler behoben werden. Im xdvi erscheint bis dahin eine
halbfertige Version. Das Skript wird beendet, indem es mit Strg-C abgebrochen
wird.
Eine interessante Variante stellen die auskommentierten Zeilen dar. Kommentarzeilen beginnen in Shellskripten immer mit einem # am Anfang der Zeile. Bei
5.2. LATEX UND DOS
33
großen Projekten bietet es sich an, eine zentrale Datei anzulegen (Haupt.tex)
und die einzelnen Kapitel/Abschnitte in eigenen Dateien zu speichern. Im
Skript werden dazu die zwei Zeilen, die Haupt.tex enthalten, entkommentiert
(#-entfernen) und die jeweils folgene Zeilen auskommentiert (# am Zeilenanfang
einf¨
ugen). Das Skript wird wie gewohnt verwendet, nur u
¨bersetzt es jetzt die
richtige Hauptdatei.
Auch diese Skript-Variante ist noch nicht perfekt. Als erstes ist die Haupt-Datei
fest verdrahtet. Dies kann ge¨
andert werden, indem die Zeichenfolge Haupt durch
$2 ersetzt wird. Dann wird das Skript mit zwei Parametern gestartet:
mytex MeinText Haupt
Ferner fehlt die Fehlerbehandlung komplett, auch sind weitere Erg¨anzungen
denkbar. Das urspr¨
ungliche Skript sowie gute Skript-Programmierhinweise sind
in [13] zu finden.
Eine Alternative zu diesem direkten Vorgehen bieten sogenannte LATEX-Arbeitsumgebungen, z. B. xtem [14], ts [15] und ktexshell [16]. Sie haben oft viele
TEX-Hilfsfunktionen und sollten durchaus ausprobiert werden. Als vim-ShellFan gehe ich hier nicht darauf ein.
Last but not least sind noch ein paar Worte u
¨ber dvips. Dieses Programm wandelt dvi-Dateien in PostScript-Dateien um, die dann unter (fast) allen Unixen
problemlos gedruckt werden k¨
onnen. Mit ihm k¨onnen einige Seiten, Seitenbereiche, alle geraden/ungeraden Seiten oder auch das ganze Dokument umgewandelt
werden. Im Normalfall (ganzes Dokument) wird das Dokument einfach mit
dvips MeinText.dvi
umgewandelt. Ist LATEX richtig konfiguriert (s. o. texconfig), dann wird das
Dokument umgewandelt und gedruckt. Ich empfehle dringend, mittels
man dvips
die Manual-Pages zu lesen und die Optionen durchzugehen!
5.2
LATEX und DOS
Unter DOS ist das Paket EmTEX sehr verbreitet. Wird direkt unter DOS
geTEXed, so sollte ein m¨
oglichst einfacher Editor, z. B. edit, der bei DOS dabei
ist, verwendet werden, um Arbeitsspeicher zu sparen.
Auch bei DOS empfiehlt es sich, eine Start-Batch-Datei zu erstellen. Eine Beispielhafte Batch-Datei ist in Abb 5.2 skizziert. Diese Batchdatei soll lediglich
als grober Anhaltspunkt verstanden werden. Es ist ferner sinnvoll, die Funktionstasten mit bestimmten Programmen zu belegen, z. B. F11 f¨
ur den dviDarsteller, F12 f¨
ur LATEX usw. Weitere Tips und Tricks nehme ich gerne auf.
5.3
LATEX und Windows
F¨
ur Windows2 sind EmTEX MiKTEX und fpTEX3 die bekanntesten TEX-Pakete.
Unter der Adresse
2 Vielen
Dank f¨
ur diesen Abschnitt an Christian Jentsch.
handelt es sich um eine Portierung von teTEX auf Windows.
3 Hierbei
34
KAPITEL 5. EDITOREN UND ANDERE HILFSMITTEL
@echo off
rem Zuerst die Umgebungsvariablen setzten (mTeX)
rem
rem
DVIDRVINPUT
Suchpfad fuer DVI Dateien.
rem
DVIDRVFONTS
Suchpfad fuer FLI Dateien.
rem
DVIDRVGRAPH
Suchpfad fuer graphic Dateien.
rem
rem Die Pfade sind natuerlich anzupassen!
set dvidrvinput=E:\DATEN\TEXTE\tex
set dvidrvfonts=D:\emtex\texfonts
set dvidrvgraph=c:\mytex;c:\emtex\doc
rem
rem doskey starten, zum bequemeren arbeiten
DOSKEY
rem
rem Laufwerk & Verzeichnis setzten
E:
cd \daten\texte\tex
rem das wars ...
Abbildung 5.2: Beispielhafte DOS-Batch-Datei f¨
ur LATEX
http://infaut.et.uni-magdeburg.de/~werner/winemtex.htm
findet sich ein Paket von EmTEX4 (Version 3.14159), das zus¨atzlich einen Editor,
einen dvi- sowie einen PostScript-Viewer enth¨alt. Von den 16 Disketten wird der
gesamte Programmumfang unter Windows automatisch durch Starten der Datei
texinst.exe installiert. Je nach Konfiguration wird daf¨
ur ein Platz von 10–
45 MB auf der Festplatte ben¨otigt. Abgefragt wird auch, ob f¨
ur Windows ’95/’98
die 32 Bit-Version oder f¨
ur Windows 3.11 die 16 Bit-Variante genutzt werden
soll.
Zum Lieferumfang geh¨
ort als Benutzeroberfl¨ache der Editor WinEdit 96V von
Steve Schauer. Der große Vorteil besteht darin, daß f¨
ur diesen Editor Men¨
ufunktionen mitinstalliert werden, die direkt auf EmTEX zugeschnitten sind
(z. B. sind schon verschiedene Makros vorhanden, weitere lassen sich aufzeichnen). Weiterhin kann direkt von der Oberfl¨ache heraus kompiliert bzw. die
Viewer oder TEXCAD gestartet werden. Als weitere Hilfsprogramme werden
der dvi-Viewer DviWin 2.9 von Hippocrates Sendoukas in der Version von
Ende 1994 sowie der PostScript-Viewer GhostView in der Version 2.1 von Ende 1996 mitgeliefert. Sofern kein postscriptf¨ahiger Drucker vorhanden ist, kann
prinzipiell auch aus dem dvi-Viewer gedruckt werden. Jedoch muß in diesem
Fall etwas mit den Aufl¨
osungen herumgespielt werden, um das optimale Schriftbild zu erreichen5 . Ein kleines Problem ergibt sich noch, wenn das Paket babel
verwendet wird: Es muß zun¨achst kompiliert (→ babel.sty) und dann in eines
der Style-Verzeichnisse kopiert werden.
Insgesamt liegt mit diesem Programmpaket jedoch eine vollst¨andige und vor
allen Dingen sofort nutzbare TEX-Version vor (d. h. keine Pfade m¨
ussen in Win4 F¨
ur
Erfahrungsberichte/Tips auch und insbesondere mit fpTeX bin ich dankbar.
muß im Editor unter dem Men¨
upunkt Hilfsprogramme – Edit Utility Menu“ die
”
Variable printertype“ ge¨
andert werden.
”
5 Evtl.
5.4. EMACS UND DER TEX-MODUS
35
dows-Systemdateien erg¨
anzt werden o. ¨a. ), die auf jeden Fall weiterzuempfehlen
ist.
Das zweite Paket MiKTEX (Version 1.10b) ist z. B. auf [17] enthalten oder kann
von [18] heruntergeladen werden. Zum Umfang geh¨ort ein vollst¨andiges TEXSystem, was aber ohne Windows-Nutzeroberfl¨ache am besten u
¨ber Batchdateien
gesteuert wird. Der zu MiKTEX geh¨orende dvi-Viewer YAP, Version 0.93c, von
Christian Schenk ist einfacher gestaltet als DviWin, allerdings durch weniger
Optionen auch weniger verwirrend. Besonders n¨
utzlich ist, daß der Mauszeiger
zu einer kleinen Hand wird, mit der der Inhalt der gerade angezeigten Seite innerhalb des YAP-Fensters verschoben werden kann, ohne dazu die Bildlaufleisten
zu benutzen. F¨
ur die Installation von MiKTEX werden ebenfalls ca. 40 MB auf
der Festplatte ben¨
otigt.
Als geeignete Editoroberfl¨
ache kann z. B. das Programm WinTex95, Version 2.02
von Michael M¨
ucke dienen. Dieser Editor ist ebenfalls auf der oben genannten CD vorhanden bzw. unter [19] erh¨altlich. Wie der Name schon andeutet,
eignet sich dieser Editor nur f¨
ur Windows 95. Ein Nachteil ist allerdings, daß
zwar viele Sonderzeichen per Mausklick in den TEX-Quelltext eingef¨
ugt werden
k¨onnen, jedoch der Editor nicht f¨
ur eine bestimmte TEX-Version ausgelegt ist,
¨
d. h. Befehle zum Ubersetzen
usw. m¨
ussen zun¨achst selbst in den Optionen
definiert werden.
Ohne eine Wertung der Vor- und Nachteile von EmTEX und MiKTEX vorzunehmen zu wollen, w¨
urde ich TEX-Anf¨angern eher zum EmTEX-Paket raten, weil
gleich nach der Installation ein vollst¨andig funktionsf¨ahiges System vorliegt.
5.4
Emacs und der TEX-Modus
Einer der leistungsf¨
ahigsten Editoren ist sicher der emacs. Er verf¨
ugt nicht
nur u
at (Programmierbarkeit), sondern enth¨alt be¨ber eine immense Flexibilit¨
reits vorkonfigurierte Umgebungen f¨
ur verschiedene Dokumente. Der emacs ist
u
ur Windows verf¨
ugbar (s. [20]).
¨brings auch f¨
Ich m¨
ochte hier nicht auf die emacs-Bedienung6 im Detail eingehen, fast jedes Buch u
alt eine Einf¨
uhrung und Referenz, so z. B. [21],
¨ber Unix/Linux enth¨
[13], [22] u. v. m., sondern lediglich einige Eigenschaften des TEX/LATEX-Modus
erw¨ahnen.
Der LATEX-Modus wird automatisch geladen, wenn die Datei die Endung .tex
besitzt. Ist die Endung nicht klein geschrieben, z. B. .Tex so kann es sein, daß
stattdessen der TEX-Modus geladen wird, in dem einige der folgenden Dinge
nicht gelten. In manchen Konfigurationen wird das AucTEX-Paket installiert,
welches einen eigenen, anders gearteten LATEX-Modus bereitstellt, so unterst¨
utzt
AucTEX z. B. die Einf¨
arbung der Befehlsw¨orter. Mit AucTEX habe ich wenig
Erfahrung und werde deshalb hier nicht darauf eingehen. Anmerkungen dazu
sind nat¨
urlich erw¨
unscht.
Einige wichtige Tastenbefehle sind in Tabelle 5.1 aufgelistet. Dabei steht Strg
f¨
ur die Strg (auf englischen Tastaturen Control)-Taste und Meta f¨
ur die Meta/Esc-Taste, die oft auch auf die Alt-Taste gelegt wird. Ein Bindestrich bedeutet, daß zwei Tasten gleichzeitig gedr¨
uckt werden m¨
ussen. Unter X verf¨
ugt
der emacs zudem u
uleiste, die es erm¨oglicht, unbekannte Befehle
¨ber eine Men¨
6 Auch
auf Unterschiede zum Xemacs verweise ich auf die Literatur
36
KAPITEL 5. EDITOREN UND ANDERE HILFSMITTEL
Tasten
Bedeutung
Strg-a
Strg-e
Strg-x f Name
Strg-x s
Strg-Leertaste
Strg-w
Strg-y
Strg-c f
Strg-x 1
Anfang der Zeile
Ende der Zeile
Datei laden
Datei speichern
Markierung beginnen
markiertes l¨oschen
gel¨oschtes einf¨
ugen
LATEX-Dokument u
¨bersetzten
Aktuelles Teilfenster zum Vollfenster vergr¨oßern
Tabelle 5.1: Wichtige emacs-Tastenkombinationen
per Maus auszuf¨
uhren. Oft hilft es auch, einfach Meta-x zu tippen. Dann kann
ein Befehl in Langform eingegeben werden, z. B.
Meta-x search-forward
um vorw¨
arts zu suchen. Mit der Tabulatortaste wird der Befehl vervollst¨andigt
bzw. noch alle m¨
oglichen angezeigt.
Wie oben schon erw¨
ahnt, ist der emacs extrem flexibel. Gl¨
ucklicherweise ist
vieles schon sinnvoll vorkonfiguriert. F¨
ur den deutschsprachigen LATEX-Benutzer
ist allerdings die Belegung der "-Taste sehr ungl¨
ucklich. Um diese Taste sinnvoll
zu nutzen, sind die in Abbildung 5.3 angegebenen Zeilen in der lokalen (im
home-Verzeichnis befindlichen) .emcas-Datei einzuf¨
ugen. Sollte die Datei noch
nicht existieren, kann sie unbedenklich angelegt werden. In dieser Datei kann
(add-hook ’tex-mode-hook
(function (lambda ()
(setq tex-open-quote 34)
(setq tex-close-quote 34)
)))
Abbildung 5.3: Erg¨anzungen f¨
ur .emacs
f¨
ur jeden emacs-Modus die Einstellungen ver¨
andert werden. Ist z. B. AucTEX
installiert, kann ein Blick in die Datei nicht schaden (die Zeilen sind leicht zu
finden und auszukommentieren). Eine gute Einf¨
uhrung die die Programmierung
des emacs ist in [13] gegeben, viele Hinweise, Beispiel-Skripte u. ¨a. sollen auf
ftp://archive.cis.ohio-state.edu/pub/gnu/emacs/elisp-archive
vorhanden sein7 , allerdings kann ich dazu nichts schreiben.
7 Linux-Magazin 3/97, Seite 53, hier steht auch noch einiges zu elisp, der Programmiersprache des emacs.
5.5. MEIN POSTSCRIPT-BILD IST NICHT OK
5.5
37
Mein PostScript-Bild ist nicht ok
Der unter Unix gebr¨
auchlichste Weg der Graphik-Beschreibung ist sicherlich
(encapsulated) PostScript. Fast alle Programme unter Unix k¨onnen dieses Format schreiben. Gelegentlich ist das PostScript-Bild nicht ganz wie gew¨
unscht.
Anstatt aufwendig im Erzeugungsprogramm das Bild zu manipulieren, lohnt es
sich u. U., mit dem Programm pstoedit [23] das PostScript-Bild in das (x)figFormat zu konvertieren, um es dann mit xfig [24] nachzubearbeiten.
5.6
Ein paar Worte zur Graphikkonvertierung
Gerade im Zusammenhang mit pdfTEXm¨
ussen oft Graphiken sowohl im eps
als auch im png/tiff-Format vorliegen. Wenn die erzeugende Anwendung nicht
beide Formate schreiben kann, muß das eine Format in das andere Format konvertiert werden. Im folgenden eine kurze Liste von Programmen8 , die hierzu
prinzipiell geeignet sind; im konkreten Anwendungsfall ist jeweils das optimale zu ermitteln. Auch der Umweg”´ u
¨ber xfig (siehe Abschnitt 5.5) kann im
”
Einzelfall geeignet sein.
convert Teil der Image Magick Tool Suite [25], kann sehr viele Formate ineinander konvertieren und darstellen
epstopdf Teil der pdfTEX-Programmsammlung
5.7
Hinweise zum Suchen von Paketen, Optionen etc.
F¨
ur konkrete Fragen zu einzelnen Paketen sind die erste Anlaufstelle die in der
LATEX-Distribution enthaltenen Beschreibungen [26], die sich sehr u
¨bersichtlich
mit dem Programm texdoctk [27] darstellen lassen.
Weitere Informationen zu LATEX sind auf http://www.dante.de zu finden. Darunter sind eine große Auswahl an Paketen (inkl. Verweise auf die Heimatseiten
der Autoren) sowie eine ausf¨
uhrliche FAQ9 .
Aus der Vielzahl von B¨
uchern sind aus meiner Sicht der LATEX-Begleiter von
Goossens et. al [3] sowie die LATEX-B¨
ucher von Kopka [28, 29, 30] zu empfehlen.
Bei sehr speziellen Problemen, die durch die obigen Medien nicht abgedeckt
werden, lohnt es sich, diese in der Newsgruppe de.comp.text.tex zu posten.
Dort sind eine Reihe von Leuten sehr bem¨
uht zu helfen. Um die Qualit¨at
der Gruppe zu erhalten, sollte aber auf jeden Fall die Archive und die oben
genannten anderen Quellen vorab konsultiert werden.
8 Die hier aufgelisteten Programme beschr¨
anken sich auf Unix/Linux-Programme; Hinweise
f¨
ur andere Plattformen werden gerne entgegengenommen
9 Frequently asked questions – h¨
aufig gestellte Fragen.
38
KAPITEL 5. EDITOREN UND ANDERE HILFSMITTEL
Kapitel 6
AMS-LATEX
Obwohl LATEX im Vergleich zu nicht TEX-basierter Software ausgezeichnete Arbeit beim Satz mathematischer Formeln liefert, fand die American Mathematical Society (AMS) die Ergebnisse ungen¨
ugend und hat eine Erweiterung
namens AMS-LATEX geschaffen, um die Schw¨achen von LATEX auszumerzen sowie zus¨
atzliche Befehle bereitzustellen.
Das AMS-LATEX Paket heißt amsmath und wird somit mittels
\usepackage{amsmath}
eingebunden. Die m¨
oglichen Optionen f¨
ur dieses Paket sind in Tab. 6.1 angegeben.
Option
Beschreibung
centertags
(Standard) Gleichungsnummern vertikal zentriert bei mehrzeiligen Formeln
Gleichungsnummern an der letzten (bzw. ersten) Zeile,
wenn die Gleichungsnummern auf der rechten (bzw. linken) Seite stehen.
P
(Standard) Indizes an Summationszeichen
unter- bzw.
oberhalb
dieser.
Betrifft
auch
Zeichen
wie
Produktzeichen
Q
u. ¨
a.
Indizes an Summationszeichen u. ¨a. neben den Summationszeichen
Wie sumlimits, nur f¨
ur Integrale
(Standard) Wie nosumlimits, nur f¨
ur Integrale
(Standard) Wie sumlimits, nur f¨
ur bestimmte Operatornamen wie z. B. lim
Wie nosumlimits, nur f¨
ur bestimmte Operatornamen
Gleichungsnummern links
Gleichungsnummern rechts
Gleichung linksb¨
undig mit festem Einzug statt zentriert
tbtags
sumlimits
nosumlimits
intlimits
nointlimits
namelimits
nonamelimits
leqno
reqno
fleqn
Tabelle 6.1: Optionen des Pakets amsmath
39
KAPITEL 6. AMS-LATEX
40
Weiterhin von nutzen ist das Paket amssymb, das gegen¨
uber latexsym zus¨atzliche Symbole bereitstellt.
Soll AMS-LATEX verwendet werden, so ist von einer Verwendung der Umgebungen displaymath und eqnarray bzw. eqnarray* dringend abzuraten!
6.1
Gleichungsumgebungen
AMS-LATEX stellt deutlich mehr Gleichungsumgebungen f¨
ur die verschiedensten
Zwecke bereit als LATEX selbst. Mit einer Ausnahme stehen f¨
ur alle Umgebungen gesternte und ungesternte Versionen zur Verf¨
ugung, die ungesternten f¨
ur
Formeln mit Gleichungsnummern und die gesternten f¨
ur Formeln ohne Gleichungsnummern.
6.1.1
equation*
Einzelne Gleichungen
Nach dieser einfach zu merkenden Regel wird die LATEX-Umgebung displaymath
durch die Umgebung equation* abgel¨ost, einfache Formeln ohne Nummern sind
also durch
\begin{equation*}
...
\end{equation*}
multline
zu begrenzen.
Soll sich eine Formel u
¨ber mehrere Zeilen erstrecken, ohne daß dabei eine besondere Ausrichtung der Zeilen zueinander notwendig ist, dann ist hierf¨
ur die
Umgebung multline bzw. multline* geeignet. Die einzelnen Zeilen werden
dabei durch \\ voneinander getrennt.
\begin{multline*}
a+b+c+d+e+f\\
+i+j+k+l+m+n
\end{multline*}
split
a+b+c+d+e+f
+i+j+k+l+m+n
Ist hingegen die Ausrichtung wichtig, so ist die split-Umgebung die richtige Wahl. Im Gegensatz zu multline muß split in eine equation- oder
equation*-Umgebung eingebettet werden. Die einzelnen Zeilen werden durch
\\ getrennt und an dem Zeichen & ausgerichtet. Tritt mehr als ein & pro Zeile
auf, so wird ein Fehler ausgegeben.
\begin{equation*}
\begin{split}
a&=b+c-d\\
&\quad+e-f\\
&=g+h\\
&=i
\end{split}
\end{equation*}
a=b+c−d
+e−f
=g+h
=i
6.1. GLEICHUNGSUMGEBUNGEN
6.1.2
41
Gleichungsgruppen
F¨
ur Gleichungsgruppen stehen ebenfalls mehrere Umgebungen zur Verf¨
ugung.
Ohne spezielle Ausrichtung sollte die gather- bzw. gather*-Umgebung verwendet werden. Wie gehabt werden die Zeilen durch \\ getrennt.
\begin{gather*}
a_1=b_1+c_1\\
a_2=b_2+c_2-d_2+e_2
\end{gather*}
a1 = b1 + c1
a2 = b2 + c2 − d2 + e2
Sollen die Gleichungsgruppen dagegen ausgerichtet sein, so ist im einfachsten
Fall die align- bzw. align*-Umgebung zu verwenden. Zeilen werden wie ge- align
habt durch \\ getrennt, die Ausrichtung erfolgt an jedem ungeraden Auftreten
des &-Zeichens. An jedem geraden Auftreten des & wird Leerraum in ben¨otigter
Breite eingef¨
ugt.
\begin{align*}
a_{11}&=b_{11}&
a_{12}&=b_{12}\\
a_{21}&=b_{21}&
a_{22}&=b_{22}+c_{22}
\end{align*}
6.1.3
a11 = b11
a21 = b21
a12 = b12
a22 = b22 + c22
Gleichungsteile
Auch f¨
ur mehrzeilige Teile von Gleichungen gibt es mehrere Umgebungen, die
allesamt nur in einer mathematischen Umgebung auftreten k¨onnen. Ohne spezielle Ausrichtung kommt die gathered-Umgebung zum Zuge, das Pendant zur gathered
gather-Umgebung.
Mit Ausrichtung sollte die aligned-Umgebung verwendet werden, das Gegen- aligned
st¨
uck zur align-Umgebung.
F¨
ur Fallunterscheidungen steht die cases-Umgebung zur Verf¨
ugung. Die beiden cases
Felder – mathematischer Ausdruck und Bedingung – sind durch ein & voneinander getrennt, die einzelnen F¨
alle durch \\.
\begin{equation*}
\bigl\lvert x\bigr\rvert=
\begin{cases}
x&\text{if $x\ge0$}\\
-x&\text{if $x<0$}
\end{cases}
\end{equation*}
6.1.4
x =
(
x
if x ≥ 0
−x if x < 0
Weiteres
Manchmal sollen Gleichungen als Zusammenh¨angend gekennzeichnet werden,
indem die Gleichungsnummer gleichbleibt, daf¨
ur aber ein angeh¨angter kleiner
Buchstabe, die Gleichungen durchz¨ahlt. Dies kann mit der subequations-Umgebung erreicht werden.
subequations
Soll in einer ungesternten Gleichungsumgebung f¨
ur eine Zeile eine Gleichungsnummer unterbunden werden, so ist vor dem Zeilentrenner \\ der Befehl \notag \notag
KAPITEL 6. AMS-LATEX
42
\displaybreak
einzuf¨
ugen.
Standardm¨
aßig d¨
urfen bei der Verwendung von AMS-LATEX keine Seitenumbr¨
uche innerhalb von mathematischen Formeln auftreten. Bei Bedarf kann manuell vor einem Zeilenumbruch \\ der Befehl \displaybreak eingef¨
ugt werden,
der einen Seitenumbruch an dieser Stelle hervorruft.
6.2
6.2.1
Weitere AMS-LATEX-Befehle
Text
Mittels des Befehls
\text{Normaler Text }
¨
kann tempor¨
ar in den Textmodus geschaltet werden. Ahnlich
funktioniert der
Befehl
\intertext{Normaler Text }
nur daß vor und nach dem \intertext u
uche ein¨bergebenen Text Zeilenumbr¨
gef¨
ugt werden, dieser Text also auf eigenen Zeilen steht.
6.2.2
Xmatrix
Matrizen
F¨
ur Matrizen stehen dem Benutzer mehrere Umgebungen zur Verf¨
ugung, die
sich gegen¨
uber array durch besser gesetzten Leerraum unterscheiden und die
selbst die begrenzenden Klammern setzen. Die neuen Umgebungen f¨
ur Matrizen
sind (zusammen mit ihren begrenzenden Klammern): pmatrix ( ), bmatrix [ ],
Bmatrix { }, vmatrix | | und Vmatrix k k.
Beispiel:
\begin{pmatrix}
a&b\\
c&d\\
\end{pmatrix}
matrix
smallmatrix
a b
c d
Zus¨
atzlich gibt es noch die Umgebungen matrix, die keine begrenzenden Klammern mitbringt, und smallmatrix, die eine kleinere Schrift verwendet und daher
gut in Textzeilen verwendet werden kann.
6.2.3
Klammern
Manchesmal versagt LATEXs automatischer Gr¨oßenkontrollmechanismus f¨
ur mit
\left und \right erzeugte Klammerpaare, z. B.
p 1/p

X X 
xij 
ai j
i
oder
((a1 b1 ) − (a2 b2 )) ((a2 b1 ) + (a1 b2 ))
6.2. WEITERE AMS-LATEX-BEFEHLE
43
Daher stellt AMS-LATEX Befehle bereit, mit denen der Benutzer die Klammergr¨oße bestimmt, sodaß das Ergebnis ansprechender aussieht:
X X 1/p
p
ai xij i
j
oder
(a1 b1 ) − (a2 b2 ) (a2 b1 ) + (a1 b2 )
Der Code f¨
ur dieses Beispiel ist:
\begin{gather*}
\biggl[\sum_ia_i\Bigl|\sum_jx_{ij}\Bigr|^p\biggr]^{1/p}\\
\intertext{oder}
\bigl((a_1b_1)-(a_2b_2)\bigr)
\bigl((a_2b_1)+(a_1b_2)\bigr)
\end{gather*}
Die AMS-LATEX-Befehle sind \big, \Big, \bigg und \Bigg, gefolgt von l oder
r f¨
ur linke oder rechte Klammer sowie dem Klammerzeichen.
6.2.4
Akzente
Mit AMS-LATEX sollte der Verwendung der Akzent-Befehle
\Hat
\Breve
\Check
\Bar
\Tilde
\Vec
\Acute
\Grave
\Dot
\Ddot
vorzug gegeben werden, da mit ihnen Mehrfachakzente korrekt positioniert werˆ
ˆ
ˆ
den, vgl. Aˆ vs. A.
6.2.5
Weiteres
Der Befehl
\boxed{Formel }
bewirkt eine eingeschachtelte Formel.
\boxed{i^2=-1}
i2 = −1
Entsprechend dem LATEX-Befehl \frac stellt AMS-LATEX den Befehl
\binom{Z¨
ahler }{Nenner }
bereit, mit dem Binomialkoeffizienten gesetzt werden k¨onnen, z. B.
\begin{equation*}
n
n!
\binom{n}{k}=
=
k
k!(n
− k)!
\frac{n!}{k!(n-k)!}
\end{equation*}
Querverweise auf Gleichungen lassen sich bequem mit dem Befehl \eqref statt \eqref
\ref realisieren, da bei \eqref automatisch die Klammern mitgesetzt werden.
AMS-LATEX bietet noch viele weitere Befehle, der interessierte Leser sei daher
auf die AMS-LATEX-Dokumentation [31] verwiesen.
44
KAPITEL 6. AMS-LATEX
Kapitel 7
Literaturverzeichnisse
In vielen Dokumenten wird bezug auf andere Schriftst¨
ucke genommen. Dies
geschieht u
ussel und
¨blicherweise u
¨ber Literaturverzeichnisse, in denen ein Schl¨
die exakte Referenz gegeben sind, so daß im Text nur der Schl¨
ussel – und nicht
immer die gesamte Referenz – angegeben werden muß.
Solange nur wenige Dokumente mit Literaturverzeichnissen unterhalten werden
m¨
ussen, kann man lokale Literaturverzeichnisse verwenden (s. Abschn. 7.2), bei
einer gr¨
oßeren Anzahl lohnt sich eigentlich fast immer die Erstellung einer Literaturdatenbank, die dann von jedem TEX-Dokument verwendet werden kann
(s. Abschn. 7.3).
Weitere Ausf¨
uhrungen zu Literaturdatenbanken sind z. B. in [3] oder [28] zu
finden.
7.1
Literaturbezu
¨ ge im Text
Unabh¨
angig davon, ob auf ein lokales Literaturverzeichnis in der TEX-Datei oder
auf eine BibTEX-Literaturdatenbank zugegriffen wird, erfolgt der Bezug immer
mit dem Befehl
\cite{Schl¨
ussel }
Existiert also im Literaturverzeichnis ein Eintrag mit dem Schl¨
ussel kopka1, so
wird durch
\cite{kopka1}
bezug auf ihn genommen.
Ebenso wie bei Querverweisen innerhalb des Dokuments sind zwei LATEX-L¨aufe
erforderlich, bis die Referenz korrekt aufgel¨ost wird.
7.2
Lokale Literaturverzeichnisse
Lokale Literaturverzeichnisse1 werden mittels der thebibliography-Umgebung
definiert, und zwar genau an der Stelle, an der im sp¨ateren Text das Literaturverzeichnis erscheinen soll.
1 Lokal bedeutet hier, daß f¨
ur jedes Dokument manuell ein Literaturverzeichnis im Dokument angelegt wird, siehe dazu auch Abschnitt 7.3.
45
46
KAPITEL 7. LITERATURVERZEICHNISSE
\begin{thebibliography}{Mustermarke }
\bibitem[Marke1 ]{Schl¨
ussel1 }Eintrag1
\bibitem[Marke2 ]{Schl¨
ussel2 }Eintrag2
...
\end{thebibliography}
F¨
ur die Schl¨
usselangaben im Literaturverzeichnis wird Platz in der Breite des
Textes Mustermarke reserviert. Idealerweise sollte also der l¨angste Schl¨
ussel f¨
ur
den Parameter Mustermarke angegeben werden.
Die einzelnen Eintr¨
age in das Literaturverzeichnis erfolgen mit dem Befehl
\bibitem[Marke ]{Schl¨
ussel }Eintrag
Der Parameter Schl¨
ussel gibt den Schl¨
ussel an, u
¨ber den per \cite bezug
genommen werden kann. Der Text Eintrag enth¨alt den Text, der im Literaturverzeichnis erscheinen soll. Standardm¨aßig ist die Marke eine in eckige
Klammern eingeschlossene ganze Zahl, [1], [2], [3], . . . Dieses Verhalten kann
mit dem optionalen Parameter Marke ge¨andert werden, dessen Text stattdessen zwischen den Klammern steht.
\begin{thebibliography}
\bibitem[1a]{kopka1}
Kopka, Helmut: \emph{\LaTeX: Einf¨
uhrung,}
2.~¨
uberarb. Aufl.,
Bonn; Reading, Mass. [u.\,a.]: Addison-Wesley, 1996,
ISBN 3--8273--1025--3
\bibitem[1b]{kopka2}
Kopka, Helmut: \emph{\LaTeX: Erg¨
anzungen -- mit einer
Einf¨
uhrung in {\small METAFONT},}
Bonn; Reading, Mass. [u.\,a.]: Addison-Wesley, 1995,
ISBN 3--89319--665--X
\bibitem[1c]{kopka3}
Kopka, Helmut: \emph{\LaTeX: Erweiterungen,}
Bonn; Reading, Mass. [u.\,a.]:
Addison-Wesley-Longman, 1997,
ISBN 3--89319--666--8
\end{thebibliography}
7.3
Literaturdatenbanken mit BibTEX
Treten h¨
aufig dieselben Literaturangaben auf, so wird es l¨astig, immer denselben
Text in jede TEX-Datei einzugeben. Da lohnt sich dann die Einrichtung einer
Literaturdatenbank, auf deren Eintr¨age ebenso mittels \cite bezug genommen
werden kann, wie auf die Eintr¨age eines lokalen Literaturverzeichnisses.
7.3.1
Das Datenbankformat
Die Datenbank-Datei wird – ebenso wie der LATEX-Quelltext – mit einem ASCIIEditor bearbeitet, die Endung ist .bib – z. B. k¨onnte latex.bib eine Literaturdatenbank zum Thema LATEX sein. Die Eintr¨age in der Datei haben alle die
Form
7.3. LITERATURDATENBANKEN MIT BIBTEX
47
@Literaturtyp {Referenz ,
Schl¨
ussel_1 = {Wert_1 },
...
Schl¨
ussel_n = {Wert_n }
}
Dabei ist Literaturtyp einer der in Tab. 7.1 angegebenen Eingabetypen und
Referenz der Schl¨
ussel, der beim \cite-Befehl angegeben wird. F¨
ur die AnTyp
Beschreibung
article
f¨
ur einen Artikel aus einem Journal oder einer Zeitschrift
f¨
ur ein Buch aus einem Verlag
f¨
ur ein Buch ohne Verlagsangabe
f¨
ur einen Artikel aus einem Tagungs- oder Konferenzbericht
f¨
ur einen Buchauszug, etwa ein Kapitel oder bestimmte Seiten
f¨
ur einen Buchauszug mit eigenem Titel
identisch mit conference, s. d.
f¨
ur eine technische Dokumentation
f¨
ur eine Diplomarbeit
f¨
ur Literaturstellen, die unter keinen der anderen
Eingabetypen fallen
f¨
ur eine Doktorarbeit
f¨
ur einen Tagungs- oder Konferenzbericht
f¨
ur einen Bericht einer Hochschule, eines Forschungsinstituts u. ¨
a., evtl. in Form einer herausgegebenen
Serie mit einer laufenden Seriennummer
f¨
ur eine unver¨offentlichte Arbeit
book
booklet
conference
inbook
incollection
inproceedings
manual
mastersthesis
misc
phdthesis
proceedings
techreport
unpublished
Tabelle 7.1: Literaturtypen von BibTEX
gaben
Schl¨
ussel = {Wert },
werden die in Tabelle 7.2 aufgef¨
uhrten Schl¨
ussel von BibTEX ber¨
ucksichtigt.
Schl¨
ussel, die nicht in dieser Tabelle auftauchen, werden von BibTEX ignoriert,
m¨ogen aber f¨
ur andere Zwecke sinnvoll sein2 .
Als Beispiel sollen dieselben Literaturangaben dienen, wie oben beim lokalen
Literaturverzeichnis.
@book{kopka1,
author = {Kopka, Helmut},
title = {\LaTeX: Einf{\"u}hrung},
publisher = {Addison-Wesley},
2 Z. B. kann der Schl¨
ussel url von bibtex2html [32] ausgewertet werden. bibtex2html
erzeugt aus bib-Dateien html-Dateien und f¨
ugt anw¨
ahlbare Links auf die in url referenzierten
Seiten ein.
48
KAPITEL 7. LITERATURVERZEICHNISSE
Feld
Bedeutung
address
Verlagsanschrift, bei bekannteren Verlagen reicht die
Angabe des Verlagsortes
Anmerkung, wird von BibTEX ignoriert
Autorenname(n). et al.“ wird durch and others
”
erzeugt.
Buchtitel, im Zusammenhang mit @inbook zu verwenden
Kapitelnummer, evtl. mit Kapitel¨
uberschrift
Auflagenummer
Name des/Namen der Herausgeber
F¨
ur Ver¨offentlichungen außerhalb eines Verlages
Name eines Journals oder einer Zeitschrift
bestimmt die alphabetische Einordnung, falls Autor
und Herausgeber fehlen
Monat der Ver¨offentlichungen
Zusatzinformationen, wird von BibTEX ignoriert
Laufende Nummer eines Journals
Organisation, die eine Tagung oder Konferenz ausgerichtet hat
Seitenangabe
Verlagsname
Name einer Hochschule oder Universit¨at
Name einer Buchserie
Artikel- oder Buchtitel
Typ eines Berichtes, Forschungsbericht“ o. ¨a.
”
Bandnummer
Jahr der Ver¨offentlichung
annote
author
booktitle
chapter
edition
editor
howpublished
journal
key
month
note
number
organization
pages
publisher
school
series
title
type
volume
year
Tabelle 7.2: BibTEX-Felder
year = {1996},
address = {Bonn; Reading, Mass. [u.\,a.]},
edition = {2. {\"u}berarb.},
isbn = {3--8273--1025--3}
}
@book{kopka2,
author = {Kopka, Helmut},
title = {\LaTeX: Erg{\"a}nzungen},
publisher = {Addison-Wesley},
year = {1995},
address = {Bonn; Reading, Mass. [u.\,a.]},
note = {Mit einer Einf{\"u}hrung in {\small METAFONT}},
isbn = {3--89319--665--X}
}
@book{kopka3,
author = {Kopka, Helmut},
7.3. LITERATURDATENBANKEN MIT BIBTEX
Stil
Beschreibung
plain
Eintragungen nach Autorennamen alphabetisch sortiert,
laufende Nummern in eckigen Klammern als Kennzeichnung
Eintragungen in der Reihenfolge der \cite- und \nociteBefehle, Kennzeichnung wie bei plain
Reihenfolge wie bei plain, Kennzeichnung durch Abk¨
urzung des Autorennamens + Jahreszahl
Wie plain, nur wird soviel abgek¨
urzt wie m¨oglich
unsrt
alpha
abbrv
49
Tabelle 7.3: Die wichtigsten BibTEX-Stile
title = {\LaTeX: Erweiterungen},
publisher = {Addison-Wesley-Longman},
year = {1997},
address = {Bonn; Reading, Mass. [u.\,a.]},
isbn = {3--89319--666--8}
}
7.3.2
LATEX-Befehle fu
¨ r Literaturdatenbanken
An die Stelle der thebibliography-Umgebung bei lokalen Literaturverzeichnissen tritt bei der Verwendung von BibTEX der Befehl
\bibliography{LitDB_1,LitDB2,...}
wobei die Endung .bib der Datenbank-Dateien wegfallen muß und zwischen
den Eintr¨
agen keine Leerzeichen auftreten d¨
urfen.
In das Literaturverzeichnis werden alle Literaturangaben aufgenommen, auf die
innerhalb des LATEX-Dokuments mit \cite-Befehlen Referenz genommen wird.
Sollen auch bestimmte Angaben in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden, auf die im laufenden Text nicht verwiesen wird, so kann dies mit dem
Befehl
\nocite{Schl¨
ussel }
erreicht werden. Dieser Befehl funktioniert genauso wie der Befehl \cite, nur
wird kein Verweis im laufenden Text eingef¨
ugt, sondern nur der Eintrag ins
Literaturverzeichnis gefordert.
Der Stil des Literaturverzeichnisses kann mit dem Befehl
\bibliographystyle{Stil }
beeinflußt werden. Die wichtigsten Stile sind in Tab. 7.3 angef¨
uhrt.
Stile nach eigenen Anforderungen lassen sich durch Aufruf von
tex makebst
erstellen, dabei wird alles interaktiv vom Benutzer abgefragt. Am Ende wird
die fertige Stildatei (mit Endung .bst) bereitgestellt. Als Alternative hierzu
existiert das Programm custombib [33].
50
KAPITEL 7. LITERATURVERZEICHNISSE
7.3.3
BibTEX-Durchlauf
Um alle Abh¨
angigkeiten korrekt aufzul¨osen, sind mehrere Aufrufe von LATEX
und BibTEX notwendig:
1. Der erste LATEX-Durchlauf sucht alle ben¨otigten Verweise aus der TEXDatei heraus und schreibt sie (neben anderen Informationen) in die .auxDatei.
2. BibTEX sucht die ben¨otigten Verweise aus der .aux-Datei heraus und extrahiert die entsprechenden Literaturangaben aus der Datenbank (.bib).
Das fertige Literaturverzeichnis wird in eine .bbl-Datei geschrieben, Fehler- und Statusmeldungen in eine .blg-Datei. Das Format des erzeugten
Literaturverzeichnisses wird durch die ausgew¨ahlte Stildatei (.bst) bestimmt.
3. Der nun folgende LATEX-Aufruf liest die .bbl-Datei ein und kann nun auch
die korrekten Verweise in die .aux-Datei eintragen.
4. Der letzte LATEX-Aufruf kann jetzt die korrekten Verweise in das Dokument einf¨
ugen.
Kurz gefaßt erreichen die folgenden vier Befehle eine korrekte Aufl¨osung aller
Referenzen:
latex Datei [.tex]
bibtex Datei
latex Datei [.tex]
latex Datei [.tex]
7.3.4
Mehrere Literaturverzeichnisse
LATEXkann auch mehrere Literaturverzeichnisse erstellen und verwalten, inkl.
seperater Numerierung. Hierzu dient das Paket multibib.
Beispielsweise sollen zwei Literaturverzeichnisse angelegt werden, eine mit eigenen Arbeiten, eine zweite mit den Arbeiten von anderen Personen. Die eigenen
Arbeiten sollen durch ein vorgesetztes E in den Zitierungen gekennzeichnet werden. Desweiteren seien die eigenen Arbeiten in meinname.bib und die restlichen
Zitate in andere.bib.
Ungl¨
ucklicherweise unterst¨
utzt dies multibib nicht direkt, daher muß ein kleiner Trick verwendet werden. Im Dokumentenkopf ist dazu
\usepackage[resetlabels]{multibib}
\makeatletter
\newcommand\biblabelprefix{}
\renewcommand\@biblabel[1]{[\biblabelprefix#1]}
\def\@bibitem#1{\item\if@filesw
\immediate\write\@auxout{\string\bibcite{#1}
{\biblabelprefix\the\value{\@listctr}}}\fi\ignorespaces}
\makeatother
\newcites{meine}{Mein Literaturverzeichnis}
\newcites{rest}{Allgemeines Literaturverzeichnis}
7.3. LITERATURDATENBANKEN MIT BIBTEX
51
einzuf¨
ugen und im eigentlichen Dokument – an der Stelle, wo das eigene Literaturverzeichnis erscheinen soll – wird dann
\renewcommand\biblabelprefix{E}
\bibliographystylemy{unsrt_new}
\bibliographyselbst{meinname}
eingef¨
ugt und analog an der Stelle des zweiten Literaturverzeichnisses:
\renewcommand\biblabelprefix{}
\bibliographystylerest{unsrt_new}
\bibliographyselbst{andere}
Nun kann wie gewohnt zitiert werden, lediglich mit dem Unterschied, das jetzt
zwei verschiedene Zitierbefehle existieren, die sich auf die zwei Literaturverzeichnisse beziehen:
In meiner Arbeit\citemeine{Myname:1998} zeigte ich, daß das
Problem gel¨
ost werden kann, im Gegensatz zu den
Arbeiten\citerest{Author1:1990,Author2:1995} die behaupten\dots
Die normalen Zitierbefehle werden lediglich um die oben definierten Namen
meine und rest erg¨
anzt.
Nat¨
urlich sind hiermit auch mehr als zwei Literaturverzeichnisse m¨oglich.
7.3.5
bib-Dateien ver¨
offentlichen
Die Pflege einer Datenbank mit eigenen Ver¨offentlichungen mittels BibTEXhat
noch einen weiteren Vorteil: Die .bib-Datei kann im Internet ver¨offentlicht werden und somit anderen das korrekte Zitieren erleichtern (sowie die eigenen Leistungen entsprechend darstellen). Insbesondere wenn die .bib-Datei bereits existiert, ist dies mit wenig Aufwand m¨oglich.
Wenn im Internet zudem eine Webseite u
¨ber die eigene Arbeit existiert oder
diese komplett im Netz steht, dann kann zudem automatisch ein Hyperlink
dorthin generiert werden, so daß der interessierte Leser mit wenig Aufwand an
die Beschreibung oder das Werk selber kommen kann.
Hier soll das Vorgehen mit bibtex2html [32] vorgestellt werden. Als Beispiel
dient hier ein Preprint, wie er z. B. in der Physik u
¨blich ist. Nach dem Einreichen des Preprints hat jedes Dokument eine eindeutige URL, unter der es
angesprochen werden kann, in diesem Beispiel http://xxx.uni-augsburg.de/
abs/quant-ph/0011107. Diese URI wird nun als zus¨atzliche Information in der
.bib-Datei angegeben, d. h. der Eintrag dazu erh¨alt die Zeile
url = {http://xxx.uni-augsburg.de/abs/quant-ph/0011107},
Nun enth¨
alt die von bibtex2html generierte Datei bei diesem Eintrag einen Link
auf den Preprint.
52
KAPITEL 7. LITERATURVERZEICHNISSE
Kapitel 8
Indexerstellung
LATEX kann zwar Indexregister nicht automatisch erstellen – wie z. B. Inhaltsverzeichnisse –, aber es unterst¨
utzt den Anwender bei dessen Erstellung. In
diesem Kapitel soll gezeigt werden, wie mit Hilfe von LATEX und dem Programm
makeindex ein Index erzeugt werden kann.
Um Indexerstellung anzuschalten, muß im Vorspann der Befehl
\makeindex
stehen. Es empfiehlt sich daher, die Indexeintr¨age von vornherein gleich in den
Quelltext einzubauen und sp¨
ater dann mit \makeindex die Indexerstellung zu
aktivieren. Desweiteren wird f¨
ur einige Befehle das Paket makeidx ben¨otigt.
\usepackage{makeidx}
Bei jedem LATEX-Durchlauf werden dann die Indexeintr¨age in der Reihenfolge
ihres Auftretens zusammen mit der Seitennummer in eine Datei mit der Endung
.idx geschrieben. Diese Datei dient dem Programm makeindex als Grundlage.
Zur weiteren Vertiefung wird [3, 28] empfohlen.
8.1
Indexeintr¨
age
Der LATEX-Befehl f¨
ur einen Indexeintrag ist
\index{Eintrag }
Im einfachsten Fall ist Eintrag Klartext, der im Indexregister erscheinen soll.
Soll ein Untereintrag angegeben werden, so werden Haupt- und Untereintrag
(und evtl. Unteruntereintrag) durch ! voneinander getrennt:
\index{Haupteintrag !Untereintrag }
\index{Haupteintrag !Untereintrag !Unteruntereintrag }
F¨
ur LATEX-Befehle bietet sich an, sie alphabetisch einzuordnen, allerdings ohne
den f¨
uhrenden Backslash. F¨
ur solche F¨alle k¨onnen im Eintrag zwei durch @
getrennte Felder eingegeben werden. Der Eintrag wird dann so einsortiert wie
im ersten Feld und ausgegeben wie im zweiten Feld, z. B.
53
54
KAPITEL 8. INDEXERSTELLUNG
\index{cite@\verb+\cite+}
\index{LaTeX@\verb+\LaTeX+}
Eine weitere M¨
oglichkeit des Eintrags ist, einen Befehl aufzurufen. Dazu besteht
Eintrag wiederum aus zwei Feldern, diesmal durch | getrennt. Der Eintrag
wird so einsortiert wie im ersten Feld. Im zweiten Feld wird LATEX-Befehl ohne
den f¨
uhrenden Backslash eingegeben, der dann mit der Seitenzahl als Parameter
aufgerufen wird. An einem Beispiel wird dies deutlicher:
\index{Indexregister|textit}
In diesem Beispiel wird die zugeh¨orige Seitenangabe kursiv gesetzt.
Ein Spezialfall ist der Befehl \see. Wird der Indexeintrag mittels
\index{Indexerstellung|see{Indexregister}}
get¨
atigt, so erscheint im Indexregister Indexerstellung, siehe Indexregisters“.
”
Soll eines der Sonderzeichen !, @ und | als Textzeichen auftreten, so ist es
mit " zu maskieren: "!, "@, "|. Dies gilt ebenfalls f¨
ur " selbst: "". Sollen die mit " eingeleiteten Umlaute verwendet werden, so kann mittels einer
Format¨
anderungsdatei (s. u.) ein anderes Zeichen zur Maskierung bestimmt
werden.
8.2
Indexerzeugung und -ausgabe
Das Programm makeindex wird mit der von LATEX erzeugten .idx aufgerufen,
makeindex Datei [.idx]
liest die unsortierten Indexeintr¨age ein, sortiert sie und schreibt den fertig formatierten Index in eine Datei mit der Endung .ind. Die wichtigsten Optionen
f¨
ur makeindex sind in Tab. 8.1 wiedergegeben. Der auf diese Weise erzeugte
Index wird an der Stelle des LATEX-Befehls
\printindex
in das Dokument eingef¨
ugt.
Option
Bedeutung
-l
Leerzeichen bleiben beim Sortiervorgang unber¨
ucksichtigt (Letter
ordering)
¨
Uberfl¨
ussige Leerzeichen bleiben beim Sortiervorgang unber¨
ucksichtigt (Compress blanks)
Deutsches Ordnungsschema f¨
ur mit " eingegebene Umlaute.
Voraussetzung: Verwendung einer Format¨anderungsdatei, s. d.
(German orderung)
Gefolgt von dem Namen einer Format¨
anderungsdatei, (s. d.), die
zus¨
atzlich eingelesen wird (Style declaration)
-c
-g
-s
Tabelle 8.1: makeindex-Optionen
8.2. INDEXERZEUGUNG UND -AUSGABE
55
Eine Format¨
anderungsdatei besteht aus einer Liste von Paaren der Form Schl¨
us¨
sel Wert. Die wichtigsten sind die Angaben zur Anderung
der Sonderzeichen,
die in Tab. 8.2 mit dem Beispiel der Standardattribute wiedergegeben sind.
F¨
ur weitere Parameter verweise ich auf die Dokumentation von makeindex. Als
Beispieldatei empfehle ich gind.ist.
Schl¨
ussel-Wert-Paar
quote
level
actual
encap
’"’
’!’
’@’
’|’
Beschreibung
bestimmt das Maskierungszeichen
bestimmt das Trennzeichen f¨
ur Untereintr¨age
bestimmt das lexikalische Zuordnungszeichen
bestimmt das Pseudobefehlszeichen f¨
ur die Seitenzahlformatierung
Tabelle 8.2: Die wichtigsten Schl¨
usselw¨orter f¨
ur Format¨anderungsdateien am
Beispiel der Standardattribute
56
KAPITEL 8. INDEXERSTELLUNG
Kapitel 9
pdfTEX
Das Portable Document Format (PDF) hat sich aufgrund der freien Verf¨
ugbarkeit des Acrobat Readers zu einem Format entwickelt, das auf nahezu jeder
`n The
´ Tha
`nh und
Plattform betrachtet werden kann. Mit pdfTEX haben Ha
Sebastian Rahtz ein TEX-System entwickelt, mit dem die Ausgabe im PDFFormat erzeugt werden kann, und das zudem noch kompatibel zu Donald E.
Knuths original TEX-System ist.
9.1
Aufruf von pdfTEX
Um pdfLATEX statt LATEX zu verwenden ist einfach der Befehl latex durch den
Befehl pdflatex zu ersetzen, wie in
pdflatex beispiel.tex
Auch f¨
ur plain TEX gibt es Ersatz, n¨amlich statt tex den Befehl pdftex.
Unter Umst¨
anden kann die Verwendung der Standard-TEX-Schriften im Zusammenhang mit PDF-Ausgabe zu Beeintr¨achtigungen der Darstellung f¨
uhren.
Daher empfehle ich die Verwendung von PostScript-Schriften, was z. B. mit
\usepackage{times,mathptmx}
erreicht werden kann.
9.2
Grundlegende pdfTEX-Befehle
Mit der Variable \pdfoutput wird festgelegt, ob die Ausgabe als PDF- oder
DVI-Datei erfolgen soll. Dabei legen positive Werte PDF als Ausgabeformat
fest, andere Werte DVI. Mit
\pdfoutput=1
erfolgt somit die Ausgabe als PDF-Datei.
Das PDF-Format unterst¨
utzt verschiedene Komprimierungsstufen. Mit der Variable \pdfcompresslevel wird die Komprimierungsstufe der Ausgabedatei angegeben. 0 bedeutet keine Kompression, 9 bedeutet maximale Kompression.
Die heutigen Rechner sind bereits so leistungsf¨ahig geworden, daß auch bei maximaler Kompression kaum erh¨
ohter Zeitbedarf zu merken ist. Somit sollte ein
57
58
KAPITEL 9. PDFTEX
\pdfcompresslevel=9
in der TEX-Datei stehen.
Die Ausgaberoutine von pdfTEX wurde gegen¨
uber dem Original dahingehend
ver¨
andert, daß die einzelnen Buchstaben leicht gedehnt oder gestaucht werden
d¨
urfen, um ann¨
ahernd gleiche Wortzwischenr¨aume u
¨ber das gesamte Dokument
zu erhalten. Mit dem Befehl \pdfadjustspacing kann dieses Verhalten gesteuert werden. Ruft man ihn mit dem Argument 1 auf, so wird es nahezu
unterbunden, und das Ergebnis entspricht ziemlich genau dem, was Knuths
TEX auch ausgibt. Ruft man ihm dagegen mit dem Argument 2 auf,
\pdfadjustspacing2
dann macht pdfTEX optimal Gebrauch von dieser neuen M¨oglichkeit.
9.3
Dokumenten-Information
In einem PDF-Dokument k¨onnen Angaben u
¨ber den Autor, das Erstellungsdatum, Schl¨
usselw¨
orter, eine Kurzbeschreibung und einiges mehr gespeichert sein.
Diese Informationen lassen sich mit dem Befehl \pdfinfo angeben, wie in
\pdfinfo{%
/Author (Helge Kreutzmann,Carsten Luckmann)
/Title (LBuch.pdf)
/CreationDate (D:20000418213200)
/Subject (Praktisches LaTeX)
/Keywords (LaTeX)
}
9.4
Hyperlinks
PDF unterst¨
utzt – ebenso wie HTML, die Sprache des WWW – Hyperlinks,
u
¨ber die man leicht zu einer anderen Stelle desselben Dokuments oder auch zu
einer Internet-Seite springen kann. Zun¨achst wird das Paket hyperref vorgestellt, das automatisch Hyperlinks f¨
ur alle Verweise, Inhaltsverzeichnis-Eintr¨age
usw. erzeugt. Anschließend wird noch erl¨autert, wie manuell Hyperlinks erzeugt
werden k¨
onnen; dies sollte jedoch wenn m¨oglich vermieden werden.
9.4.1
Das hyperref-Paket
Das Paket hyperref automatisiert weitgehend die Erstellung von Hyperlinks in
LATEX Dokumenten. Wie andere Pakete auch, wird es mit
\usepackage[pdftex=true]{hyperref}
eingebunden, die Option pdftex macht hyperref kompatibel zu pdftex. Da
hyperref viele LATEX-Befehle umdefiniert, sollte es als letztes Paket geladen
werden. Die richtige Position kann am besten durch Ausprobieren erhalten
werden.
Das hyperref-Paket kennt mehrere Optionen, die wichtigsten sind in Tab. 9.1
aufgef¨
uhrt. Weitere Optionen, z. B. wie die Farbe verschiedener Links festgelegt
werden kann, sind in der hyperref-Dokumentation [35] beschrieben.
9.4. HYPERLINKS
59
Option
Bedeutung
hyperindex=true
bookmarks=true
bookmarksnumbered=true
colorlinks=true
Hyperlinks auch vom Index aus.
Inhaltsverzeichnis f¨
ur den Acrobat Reader.
Inhaltsverzeichnis mit Abschnittsnummern.
Links farbig kennzeichnen.
Tabelle 9.1: hyperref-Optionen
9.4.2
Manuelle Links
Das Ziel eines solchen Sprungs wird mit dem Befehl \pdfdest definiert
\pdfdest h num n | name Referenz i appearance
Dabei wird dieser Zielpunkt durch eine Nummer n oder einen symbolischen
Namen Referenz gekennzeichnet. Der Parameter appearance gibt den Vergr¨oßerungsfaktor an und kann die in Tab. 9.2 angegebenen Werte annehmen.
Schl¨
usselwort
Bedeutung
fit
fith
fitv
fitb
fitbh
fitbv
xyz
Seite paßt ins Fenster
Seite paßt horizontal ins Fenster
Seite paßt vertikal ins Fenster
Bounding Box“ paßt ins Fenster
”
Bounding Box“ paßt horizontal ins Fenster
”
Bounding Box“ paßt vertikal ins Fenster
”
Momentane Vergr¨oßerung beibehalten
Tabelle 9.2: Argumente f¨
ur den Parameter appearance des Befehls \pdfdest
Der Link selbst wird dann mit dem Befehl \pdfannotlink angelegt. Im einfachsten Falle lautet er einfach
\pdfannotlink Aktion
wobei Aktion die in Tab. 9.3 angegebenen Werte annehmen kann.
Aktion
Ziel
page n
goto num n
goto name Referenz
goto file Datei
usr { /URI (URI ) }
Seite n
Link Nr. n
Link Referenz
¨
Offne
Datei Datei
¨
Offne
das Dokument mit dem URI URI
Tabelle 9.3: Aktionen f¨
ur Hyperlinks
Im Anschluß an diesen Befehl kommt der Linktext, der durch
60
KAPITEL 9. PDFTEX
\pdfendlink
beendet wird.
9.4.3
Inhaltsverzeichnis (manuell)
Inhaltsverzeichnisse in TEX-Manier beherrscht pdfTEX nat¨
urlich auch, dar¨
uberhinaus aber auch hyperlink-artige Inhaltsverzeichnisse, bei denen man durch
¨
Klicken auf eine Uberschrift
direkt bei dem Kapitel landet, wie z. B. im Acrobat
Reader. Mit hyperref geschieht dies automatisch, ohne muß man ein wenig
Hand anlegen. Der Befehl dazu lautet
\pdfoutline Aktion count n {Text }
Aktion bezeichnet wieder eine der in Tab. 9.3 genannten Aktionen, Text sollte
¨
des Kapitels, des Abschnitts usw. enthalten. count
idealerweise die Uberschrift
kennzeichnet die Anzahl direkter Untereintr¨age, also bei Kapiteln die Anzahl der
Abschnitte in diesem Kapitel, bei Abschnitten die Anzahl der Unterabschnitte.
9.5
Einfach umschalten zwischen PDF- und DVIAusgabe
An manchen Stellen mag es passieren, daß TEX-Code speziell f¨
ur DVI oder
speziell f¨
ur PDF geschrieben werden muß. In dem Fall w¨are es w¨
unschenswert,
wenn man im Dokument eine Abfrage machen k¨onnte, und in Abh¨angigkeit des
Ergebnisses die Befehle f¨
ur DVI- oder PDF-Ausgabe ausf¨
uhren k¨onnte. Genug
des Konjunktivs, unter
http://www.itp.uni-hannover.de/~luckmann/download/
steht das Paket ifpdf zum Download bereit. Dieses Paket bietet genau diese
M¨
oglichkeit und gew¨
ahrleistet zus¨atzlich Kompatibilit¨at zu Standard-LATEX. Es
wird mit
\usepackage[pdf]{ifpdf}
oder
\usepackage[dvi]{ifpdf}
eingebunden, je nachdem, ob PDF oder DVI-Ausgabe erzeugt werden soll. Desweiteren werden die zwei Umgebungen pdfcode und dvicode bereitgestellt, die
Code spezifisch f¨
ur PDF bzw. DVI beinhalten1 . Wechseln zwischen PDF und
DVI-Ausgabe geht nunmehr einfach durch Wechseln der Option f¨
ur ifpdf.
1 F¨
ur ausgabeabh¨
angige Definitionen im Dokumentenkopf wird dagegen das Konstrukt
\ifpdf mit \fi ben¨
otigt, um z. B. nur bei der pdf-Ausgabe das Paket hyperref einzubinden.
9.5. EINFACH UMSCHALTEN ZWISCHEN PDF- UND DVI-AUSGABE 61
Sollten weitere Tips & Tricks vorhanden sein, so w¨are ich f¨
ur einen Hinweis dankbar. Meine e-mail-Adresse steht vorne im Dokument. Ansonsten bleibt mir nur
Viel Erfolg
zu w¨
unschen.
62
KAPITEL 9. PDFTEX
Literaturverzeichnis
[1] Knappen et al. LATEX 2-Kurzbeschreibung Version 1.2. ftp.dante.de.
[2] Beschreibung zur LATEX-Entwicklung inkl. LATEX 3 unter www.latexproject.org.
[3] Michael Goossens, Frank Mittelbach und Alexander Samarin. Der LATEXBegleiter. Addison-Wesley 1994. ISBN 3-89319-646-3.
[4] E. Schlegl J. Knappen, H. Partl und I. Hyna. LATEX-Kurzbeschreibung.
Version 3; unter ftp.dante.de.
[5] Dokumentation zum Paket german entweder lokal oder u
¨ber ftp.dante.de.
[6] Dokumentation zum graphicx-Paket unter /usr/share/texmf/doc/latex/
graphics oder unter ftp://ftp.dante.de/tex-archive/help/Catalogue/entries/graphicx.html.
[7] Goossens, Rahtz und Mittelbach. The LATEX graphics companion. AddisonWesley 1997.
[8] Stephanie Hinrichs und G¨
unther Beulshausen. Gutenberg digital. c’t magazin f¨
ur computer technik 15, 274 (1997).
[9] Download von dante u
¨ber ftp://ftp.dante.de/tex-archive/help/Catalogue/
entries/foiltex.html.
[10] Homepage vom Acrobat Reader unter http://www.adobe.com/products/
acrobat/readstep.html.
[11] Homepage
von
ppower
unter
darmstadt.de/software/ppower4/.
[12] Homepage von texpower:
TeXPower/.
http://www-sp.iti.informatik.tu-
http://lrb.cs.uni-dortmund.de/%7Elehmke/
[13] Kofler. Linux. Addison-Wesley 1996. ISBN 3-8273-1033-4; Hervorragendes
Linux-Buch mit LATEX, TclTk, Emacs(-Programmierung) uvm.
[14] Homepage von xtem:
xtem texmenu eng.html.
http://www.iwd.uni-bremen.de/xtem.v8/
[15] ts (TeXShell for X-Window) kann auf dante in ftp://ftp.dante.de/texarchive/systems/unix/texshell gefunden werden.
63
64
LITERATURVERZEICHNIS
[16] Homepage von ktexshell: http://ktexshell.sourceforge.net/.
[17] 1998. CD.
[18] MiKTEX Verzeichnis auf Dante unter
ftp://ftp.dante.de/tex-archive/systems/win32/miktex/.
[19] Homepage von WinTeX 97: http://home.t-online.de/home/mmuecke/.
[20] Dallheimer. c’t magazin f¨
ur computer technik.
[21] Bauer et al. S.u.S.E. Linux 4.2. S.u.S.E. Gesellschaft f¨
ur Systementwicklung 1996. S.u.S.E GmbH Gesellschaft f¨
ur Software- Systementwicklung,
http://www.suse.de.
[22] RRZN. UNIX - Eine Einf¨
uhrung. RRZN achte u
¨berarbeitete edition 1994.
Revision B.
[23] Homepage von pstoedit:
http://www.geocities.com/SiliconValley/Network/1958/pstoedit/.
[24] Homepage von xfig unter http://www.xfig.org/.
[25] Die neuste Version von Image
www.wizards.dupont.com/cristy.
Magick
gibts
unter
http://
[26] Die lokale Dokumentation ist unter /usr/share/texmf/doc (SuSE) oder
/usr/share/texmf/source/ (Debian) installiert. F¨
ur Debian ist hierzu das
Paket tetex-src n¨
otig.
[27] Homepage von texdoctk unter http://www.geophysik.uni-frankfurt.de/
%7Eruedas/progs.html.
[28] Helmut Kopka. LATEX: Einf¨
uhrung. LATEX. Addison-Wesley Bonn; Reading, Mass. [u. a.] 2. edition 1996.
[29] Helmut Kopka. LATEX: Erg¨
anzungen. LATEX. Addison-Wesley Bonn; Paris;
Reading, Mass. [u. a.] 1995. Mit einer Einf¨
uhrung in METAFONT.
[30] Helmut Kopka. LATEX: Erweiterungen. LATEX. Addison-Wesley Bonn;
Reading, Mass. [u. a.] 1997.
[31] American Mathematical Society. AMS-LATEX User’s Guide
1996.
November
[32] z. B. mit bibtex2html, das unter http://www.lri.fr/%7Efilliatr/bibtex2html/ erh¨
altlich ist. Damit sind auch Links direkt aus der bib-Datei
auslesbar.
[33] Eigene Stildateien k¨onnen mittels des Pakets custom-bib erstellt
werden: http://www.uni-koblenz.de/%7Etexadmin/texmf/doc/html/latex
/contrib/custom-bib/custom-bib.html.
[34] H`
an Th´e Th`
an, Sebastian Rahtz und Hans Hagen. The pdfTEX Manual
M¨
arz 1999.
[35] Sebastian Rahtz. Hypertext marks in LATEX: the hyperref package Juni
1998.