Kamineinsätze Montageanleitung

Montageanleitung
Kamineinsätze (aquaHEAT)
Montageanleitung
45x / 65x –aquaHEAT
Kamineinsätze
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemein.....................................................................................................................................................2
1.1. Zu beachtende Vorschriften ......................................................................................................................2
1.2. Kontrollen vor Montage .............................................................................................................................2
1.3. Gerätebeschreibung und Maßblätter ........................................................................................................3
1.4. Aufstellen des Heizkamineinsatzes ..........................................................................................................3
1.5. Geräteplatzierung......................................................................................................................................3
1.6. Demontage Keramottsicherung ................................................................................................................4
1.7. Einbau der Umlenkplatten.........................................................................................................................4
2. Anforderungen an den Aufstellungsraum ...............................................................................................5
2.1. Verbrennungsluftversorgung.....................................................................................................................5
2.2. Verbrennungsluftversorgung aus dem Raum ...........................................................................................6
2.3. Verbrennungsluftversorgung über direkte Leitung....................................................................................6
2.4. Verbrennungsluftleitung ............................................................................................................................6
2.5. Anforderungen an den Schornstein ..........................................................................................................6
2.6. Verbindungsstücke / Abgasrohr ................................................................................................................6
3. Technische Daten .......................................................................................................................................7
4. Daten für die Schornstein-/Kaminbemessung.........................................................................................7
4.1. Minimalquerschnitte ..................................................................................................................................8
5. Wärmedämmstoffe .....................................................................................................................................8
6. Sicherheitshinweise ...................................................................................................................................9
7. Sicherheitseinrichtungen nach DIN EN 12828.......................................................................................10
7.1
Thermische Ablaufsicherung (TAS) ........................................................................................................10
7.2
Sicherheitsventil (SV) 2,5 bar..................................................................................................................11
7.3
Umwälzpumpensteuerung ......................................................................................................................12
7.4
Thermische Rücklaufanhebung ..............................................................................................................12
7.5
Entlüfter ...................................................................................................................................................12
7.6
Ausdehngefäß .........................................................................................................................................12
7.7
Wassermangelsicherung.........................................................................................................................13
8. Hydraulische Einbindung in das Heizungssystem ...............................................................................13
9. Erstinbetriebnahme und Funktionskontrolle.........................................................................................14
9.1
Erstinbetriebnahme .................................................................................................................................14
9.2
Funktionskontrolle ...................................................................................................................................14
Einbauvorschriften ...........................................................................................................................................15
9.1. Aufbau vor oder neben einer nicht zu schützenden Wand .....................................................................15
9.2. Aufbau vor oder neben einer zu schützenden Wand..............................................................................16
9.3. Konvektionsraum ....................................................................................................................................16
9.4. Seitliche und rückwärtige Wärmedämmschichten ..................................................................................17
9.5. Vormauerung...........................................................................................................................................17
9.6. Schutz des Aufstellbodens......................................................................................................................17
9.7. Dehnungsfugen .......................................................................................................................................17
9.8. Verkleidung .............................................................................................................................................17
9.9. Zierbalken................................................................................................................................................17
9.10. Kaminschürzen........................................................................................................................................18
9.11. Konvektionsführung ................................................................................................................................18
9.12. Decke über dem Kamineinsatz ...............................................................................................................18
9.13. Fußboden vor dem Kamineinsatz ...........................................................................................................18
9.14. Brandschutz im Strahlungsbereich .........................................................................................................18
9.15. Brandschutz außerhalb des Strahlungsbereiches ..................................................................................18
9.16. Elektrische Leitungen..............................................................................................................................18
10. Information zur Wartung / Reparatur ......................................................................................................19
10.1. Klapptürgerät - Türeinbau ......................................................................................................................19
Umbau der Strahlungsbleche auf Rechtsanschlag............................................................................................20
10.2. Platzierung der Typenschilder.................................................................................................................22
10.3. Feuerraum...............................................................................................................................................22
1
1. Allgemein
1.1.
Zu beachtende Vorschriften
(nachstehend angeführte Normen und Verordnungen sind nicht erschöpfend angeführt)
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Installationsnorm DIN 18896
DIN EN 12828
Heizungssysteme in Gebäuden – Planung von Warmwasser-Heizungsanlagen
DIN EN 12831
Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast
DIN EN 13384
Abgasanlagen – Wärme- und strömungstechnische Berechnungsverfahren
DIN 18160-1
Abgasanlagen – Teil 1: Planung und Ausführung
DIN EN 15287-1 Abgasanlagen – Planung, Montage und Abnahme,
Teil 1: Abgasanlagen für raumluftunabhängige Feuerstätten
Landesbauordnung
Feuerungsverordnung
Fachregeln Ofen- und Luftheizungsbau TR OL
Bundes Immissionsschutzgesetz / Verordnung (BlmSchV)
Die richtige Größenwahl des Heizkamineinsatzes unter Anpassung der gegebenen Wärmebedarfsverhältnisse
und der Bedürfnisse des Betreibers ist wesentlich für eine gute Funktion und den wirtschaftlichen Betrieb der
Feuerstätte. Deshalb ist eine Heizlastberechnung (Wärmebedarf) vom Anlagenersteller durchzuführen.
Bitte lesen Sie die Montageanleitung vor Montagebeginn aufmerksam durch. Für Schäden, die durch Nichtbeachtung dieser Montageanleitung entstehen, entfallen alle Haftungs- und Gewährleistungsansprüche!
Bitte beachten Sie ebenfalls die Hinweise aus der Bedienungsanleitung.
Mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister sollte die Aufstellung des Kamineinsatzes und des
Schornsteinanschlusses abgesprochen werden.
1.2. Kontrollen vor Montage
• Überprüfen Sie die angelieferte Ware umgehend auf Vollständigkeit und Transportschäden.
• Überprüfen Sie vor Montage der Geräte die Funktion aller beweglichen Teile. Grundsätzlich sind alle Mängel
vor Montage der Verkleidung des Gerätes zu melden.
• Entfernen Sie das beigelegte Dokument „Bedienungsanleitung“ und übergeben Sie dieses mit einer auf die
Anlage bezogenen Einweisung (Heizbetrieb) dem Besitzer des Heizkamins persönlich.
2
1.3. Gerätebeschreibung und Maßblätter
Die in dieser Montageanleitung beschriebenen Austroflamm aquaHEAT sind als selbstschließende Geräte der
Bauart A1 nach DIN EN 13229 gefertigt und geprüft.
45x51-aquaHEAT
65x51-aquaHEAT
1.4. Aufstellen des Heizkamineinsatzes
ACHTUNG: Bitte beachten Sie unbedingt die Vorgaben zum Brandschutz, wie Wärmedämmung und Luftgittergrößen. Bei Betrieb des Heizkamineinsatzes mit
zu hoher Brennstoffaufgabe besteht Überhitzungsgefahr des Schornsteins und angrenzender Bauteile / Möbel. Brandgefahr.
1.5. Geräteplatzierung
Gerät auf vorbereitete, tragfähige
Unterlage stellen und die vier Stellfüße mit einem Sechskantschlüssel
SW24 einjustieren (siehe auch
9.6. Schutz des Aufstellbodens).
3
1.6. Demontage Keramottsicherung
Türe öffnen
Schrauben lösen (2x)
Transportwinkel entfernen
1.7. Einbau der Umlenkplatten
Obere Keramottauflage auf einer Seite lösen, Umlenkplatte oben einlegen und dann mit der
zuvor gelösten Keramottauflage oben einhängen.
4
Z-Auflage auf die seitlichen Keramotte
montieren
untere Umlenkplatte einlegen
2. Anforderungen an den Aufstellungsraum
Kamineinsätze dürfen nicht aufgestellt werden in
• Räumen, in denen die erforderliche Verbrennungsluftzufuhr nicht gewährleistet ist,
• allgemein zugänglichen Fluren (Fluchtwege),
• Räumen, die allgemein zugänglich sind. Treppenhäuser in Wohngebäuden, mit nicht mehr als 2 Wohnungen,
zählen nicht zu allgemein zugänglichen Räumen,
• Räumen, in denen leicht entzündliche oder explosionsfähige Stoffe oder Gemische verarbeitet, gelagert oder
hergestellt werden,
• Räumen, Wohnungen oder Nutzungseinheiten, aus denen Luft mit Hilfe von Ventilatoren, wie Lüftungs- oder
Warmluftheizungsanlagen, Dunstabzugshauben, Abluftwäschetrockner, abgesaugt wird, es sei denn, die gefahrlose Funktion des Kamineinsatzes ist sicher gestellt.
Dies ist gewährleistet, wenn
• die Anlagen nur Luft innerhalb eines Raumes umwälzen,
• die Anlagen Sicherheitseinrichtungen haben, die Unterdruck im Aufstellraum selbsttätig und zuverlässig verhindern,
• gleichzeitiger Betrieb der Feuerstätte und der luftabsaugenden Anlage durch Sicherheitseinrichtungen verhindert wird,
• die Abgasführung durch besondere Sicherheitseinrichtung überwacht wird
• insgesamt durch den Verbrennungsluftstrom des Kamineinsatzes und die Volumenströme der Entlüftungsanlagen im Aufstellraum und den über Lüftungsverbund angeschlossene Räume kein größerer Unterdruck als
0,04 mbar entsteht. Dies muss auch bei Verstellung oder Entfernung leicht zugänglicher Regeleinrichtungen
der Entlüftungsanlage gewährleistet sein.
2.1. Verbrennungsluftversorgung
Wichtig!
Bei Feuerstätten, die ihre Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum entnehmen, ist für eine ausreichende Verbrennungsluftzufuhr in den Raum zu sorgen. Weitere Feuerstätten oder Ablufteinrichtungen im Aufstellraum oder
Verbrennungsluftverbund können eine gesonderte Verbrennungsluftzufuhr von außen notwendig machen.
Luftabsaugende Anlagen (z.B.: Lüftungsanlage, Dunstabzugshaube, etc.), die zusammen mit der Feuerstätte im
selben Raumluftverbund betrieben werden, können die Verbrennungsluftversorgung stören und erfordern gemäß
Feuerungsverordnung zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
5
2.2. Verbrennungsluftversorgung aus dem Raum
Der Austroflamm Heizkamineinsatz bezieht seine Verbrennungsluft ausschließlich über den Verbrennungsluftstutzen am Heizkaminboden. Aus diesem Grund muss baulich eine einwandfrei funktionierende Luftversorgung
in die Heizkammer sichergestellt werden. Hierzu ist unbedingt die richtige Dimensionierung der Umluftquerschnitte, zusätzlich zum notwendigen Querschnitt für die Verbrennungsluft, erforderlich. Die korrekte Positionierung der entsprechenden Öffnungen in die Heizkammer ist von großer Bedeutung. Bei Nichtbeachtung kann bei
der Verbrennung ein Luftmangel auftreten. Für die ausreichende Verbrennungsluftversorgung empfehlen wir
zwischen Verbrennungsluftstutzen am Heizkamineinsatz und Umluftgitter eine geschlossene Verbrennungsluftleitung.
Wichtig!
Der Verbrennungsluftstutzen sollte immer angeschlossen werden,
da ansonsten keine Verbrennungsluft in den Feuerraum geleitet wird.
2.3. Verbrennungsluftversorgung über direkte Leitung
Die Verbrennungsluftversorgung kann auch über eine direkte Leitung von außen bis an den Heizkamineinsatz
herangeführt werden. Hierzu muss die Verbrennungsluft sicher vom Außenanschluss des Hauses direkt zur Feuerstätte geleitet werden. Mit Hilfe des Arbeitsdiagramms (siehe Fachregeln des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks) kann der Leitungsquerschnitt bestimmt werden, (siehe auch 4.1 Minimalquerschnitte). Diese Anschlussweise wird grundsätzlich empfohlen.
2.4. Verbrennungsluftleitung
Verbrennungsluftleitungen müssen aus nicht brennbaren, formbeständigen Baustoffen bestehen, dicht ausgeführt werden und zur Kontrolle und Reinigung zugänglich sein. Mögliche Kondensatbildung durch Taupunktunterschreitung ist zu berücksichtigen und durch geeignete Dämmung zu verhindern.
Bei Verbrennungsluftleitungen in Gebäuden mit mehr als 2 Vollgeschossen und Verbrennungsluftleitungen, die
Brandwände überbrücken, sind die Leitungen so auszuführen, dass Feuer und Rauch nicht in andere Stockwerke oder Brandabschnitte übertragen werden können (siehe Landesbauordnung).
2.5. Anforderungen an den Schornstein
Vor Aufstellung oder Einbau des Austroflamm Heizkamineinsatzes ist der Schornstein auf seine Größe und Güte
nach den bestehenden örtlichen Vorschriften zu prüfen (jeweilige Landesbauordnung, Feuerungsverordnung sowie
DIN 18160, Teil 1). Der rechnerische Nachweis der ausreichenden Funktion des Schornsteins ist nach DIN EN
13384 zu erbringen. Bei der Berechnung ist zu berücksichtigen, dass auch die wesentlich größere Luftmenge bei
geöffneter Tür (nachlegen von Brennstoff) sicher abgeführt werden kann.
Die einwandfreie Funktion des Heizkamineinsatzes ist vom Anschluss an den richtigen Schornstein abhängig.
Es ist darauf zu achten, dass alle, an den gleichen Schornstein führenden Öffnungen, wie z.B.: Schornsteinreinigungsöffnungen, geschlossen sind.
Mehrfachbelegung:
Alle Austroflamm Kamineinsätze in dieser Anleitung sind nach DIN EN 13229 mit selbstschließender Tür (Bezeichnung A1) geprüft und zugelassen. Diese Geräte können auch an einen mehrfach belegten Schornstein (ausgenommen bei raumluftunabhängigem Betrieb) angeschlossen werden. Die Berechnung erfolgt nach DIN EN
13384 Teil 2.
2.6. Verbindungsstücke / Abgasrohr
Das Verbindungsstück ist entsprechend nach DIN EN 13384 zu bemessen.
Für das Heizgasrohr zum Schornstein muss ein Stahlrauchrohr mit einer Mindestwandstärke von 2 mm verwendet
werden. Bei austenitischem, nichtrostendem Stahl brauchen sie jedoch nur 1 mm dick zu sein.Das Verbindungsstück ist unmittelbar an den Schornstein anzuschließen.
Das Verbindungsstück innerhalb der Verkleidung muss mit mind. 3 cm dicken, formbeständigen, nicht brennbaren
Dämmstoffen der Klasse A1 nach DIN 4102, wie im Abschnitt Dämmschichten beschrieben, ummantelt werden.
Dies gilt nicht für solche Verbindungsstücke, die zur Erwärmung der Konvektionsluft bestimmt sind und Brandgefahr anderweitig ausgeschlossen ist.
6
3. Technische Daten
Typ
45x51
65x51
Prüfung nach DIN EN 13229
CE - Kennzeichnung
Wärmeleistung Wasser/Luft
[kW]
6/3
9,2 / 3,3
Leistungsverhältnis Wasser/Luft
[%]
66/34
74/26
Gesamtwärmeleistung
[kW]
9
12,5
max. Betriebsdruck
[bar]
3
max. Kesseltemperatur
[°C]
98
max. Holzscheitlänge
[cm]
33
zulässige Brennstoff-Füllmenge
[kg]
4,5
5,5
Brennstoffdurchsatz
[kg/h]
2,5
3,6
Wasserinhalt
[l]
36
49
Gewicht
[kg]
156
202
Umluftquerschnitt
[cm²]
700
Zuluftquerschnitt
[cm²]
700
Emissionsgrenzwerte
CO bezogen auf 13% O2
max.
[mg/m³]
1125
1000
Staub bezogen auf 13% O2 max.
[mg/m³]
29
24
CnHn bezogen auf 13% O2 max.
[mg/m³]
120
NOx bezogen auf 13% O2 max.
[mg/m³]
200
Wirkungsgrad
[min.%]
82,7
82
Abstände
vom Heizkamineinsatz zur Heiz[cm]
6
kammerwand
Angaben zum Brand- und Wärmeschutz (Angaben im mm Mineralwolldämmstoff nach AGI-Q 132)
Dämmschichtdicken (Promasil 950 KS)
zum Aufstellboden
[mm]
0
seitlich / hinten
[mm]
40 / 40
zur Decke
[mm]
0
Dicke der Vormauerung bei zu
[mm]
100
schützender Wand
Verbrennungsluft
Verbrennungsluftstutzen
[mm]
∅ 125
Verbrennungsluftbedarf mit ge[m³/h]
22,42
29,01
schlossenem Feuerraum (A1)
Verwendung bei besonderer Bauweise
geeignet gemäß
Hypokauste
Fachregeln
4. Daten für die Schornstein-/Kaminbemessung
Klapptürgeräte mit selbstschließenden Feuerraumtüren. Betrieb nur mit geschlossenem Feuerraum erlaubt.
Kamineinsatz mit Bezeichnung A1 (Bauart 1)
45x51
- Gesamtwärmeleistung
- Temperatur am Abgasstutzen
- Abgasmassenstrom
- Mindestförderdruck
- Abgasstutzen
9,1 kW
230° C
9,1 g / s
12 Pa
150 mm ∅
65x51
- Gesamtwärmeleistung
- Temperatur am Abgasstutzen
- Abgasmassenstrom
- Mindestförderdruck
- Abgasstutzen
12,5 kW
230° C
12,2 g / s
12 Pa
180 mm ∅
Bei zu hohem Förderdruck ist eine Förderdruckbegrenzung vorzunehmen.
Die Sicherstellung des korrekten Förderdruckes ist Sache des Kamin-/Kachelofenbauers.
Bei Schornsteinförderdruck über 18 Pa wird dringend empfohlen eine Drosselklappe (ist als Zubehör erhältlich) in
das Verbindungsstück einzubauen!
7
4.1. Minimalquerschnitte
Minimale Außenluftquerschnitte
(bei geschlossenem Betrieb)
Minimale Schornsteinquerschnitte
∅ 150 mm
□ 150/150 mm
∅ 180 mm
□ 180/180 mm
Gerät
45x
65x
Bis 3 m Länge max. 1 Bogen
120 cm²
Rohr ∅ 125 mm
120 cm²
Rohr ∅ 125 mm
Bis 6 m Länge max. 2 Bögen
175 cm²
Rohr ∅ 150 mm
175 cm²
Rohr ∅ 150 mm
Bei Außenluftquerschnitten sind folgende Punkte zu beachten:
- keinen Knick erzeugen, da sich der Querschnitt verringert
- konstanten Querschnitt beibehalten
- Der freie Luftdurchlass beim Luftgitter darf den tatsächlichen Querschnitt der empfohlenen Außenluftleitung
nicht unterschreiten.
- Bei der Luftkanaleintrittsstelle darf auch bei ungünstigen Windverhältnisse kein Unterdruck (Sog) auftreten.
5.
Wärmedämmstoffe
Dämmschichten sind zu errichten aus Wärmedämmplatten der Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 Teil 1 mit einer
Anwendungsgrenztemperatur von mindestens 700°C und einer Rohdichte von mehr als 80 kg/m³. Der Dämmstoff
muss mit der entsprechenden Dämmstoffkennziffer gem. AGI-Q 132 gekennzeichnet sein.
Es dürfen nur Dämmstoffe eingesetzt werden, die in nachfolgender Tabelle unterlegt sind. Werden andere Dämmstoffe für die Dämmschichten verwendet, müssen diese eine entsprechende bauaufsichtliche Zulassung des DIBT
(Deutsches Institut für Bautechnik Berlin) haben (z.B.: Promat Calciumsilikat-Wärmedämmplatte „Promasil 950
KS“, Wolfshöher Wärmedämmplatte „Prowolf“, Wolfshöher Wärmedämmplatte „Vermilite 2000“, Thermax Wärmedämmplatte „Thermax SN 400“).
Bei zu schützenden Gebäudeaußenwänden und Decken mit einem U-Wert unter 0,4 W/m² ist eine zusätzliche
Hinterlüftung (siehe Fachregeln Ofen- und Luftheizungsbau TR OL) erforderlich.
Dämmstoff
Gruppe
10
11
12
13
Art
Mineralfaser
Glasfaser
Steinfaser
Schlackefaser
Lieferform
Gruppe.
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
Form
Bahnen
Fasern, lose
Wärmeleitfähigkeit
Gruppe.
01
02
Matten Größe 2
Faser,granulat.
Filze
Lamellenmatte
Matten
Platten
Schalen
Segmente
Zöpfe
10
11
20
21
99
Lieferform
Matten Größe 1
Sonstige
99
Schalen Größe 1
Schalen Größe 2
Platten Größe 1
Obere
Anwendungsgrenztemperatur
Gruppe.
in ° C
20
- 200
25
- 250
30
- 300
35
- 350
40
- 400
45
- 450
50
- 500
55
- 550
60
- 600
65
- 650
70
- 700
75
- 750
80
- 800
85
- 850
90
- 900
Platten Größe 2
*
Einzelnachweis 99
* abweichende Prüfbedingungen
Rohdichte
Gruppe.
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
99
in kg m³
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110
120
130
140
150
160
170
180
190
200
*
Wärmedämmschichten müssen fugenlos und überlappend ausgeführt werden.
Wenn Wärmedämmstoffe innerhalb des Konvektionsbereiches bei allen Kamineinsätzen ohne Konvektionsmantel
aus Mineralwolle eingesetzt werden, müssen diese zusätzlich abriebfest und nicht reflektierend verkleidet werden
(z.B.: mit Schwarzblech bzw. Stahlblech oder verzinktes Blech). Es ist zwingend, auf eine genügende Temperaturbeständigkeit der Wärmedämmstoffe (mind. 700°C) zu achten, ansonsten kann es zu Geruchsbildung im Feuerungsbetrieb kommen.
8
6. Sicherheitshinweise
ACHTUNG: Beim Einbau und Betrieb des aquaHEAT sind folgende
Punkte zu beachten. Bei Nichtbeachtung erlischt die Gewährleistung!
-
Der Betrieb ohne oder mit nicht vollständig installierten Sicherheitseinrichtungen ist nicht zulässig.
-
Die im Lieferumfang des aquaHEAT enthaltenen Sicherheitseinrichtungen sind zu verwenden.
-
Sämtliche im Kesselkreis verwendeten Rohrmaterialien, Rohrfittings, Befestigungen, Dämmmaterialien,
Komponenten usw. müssen für Heizungssysteme bis 110°C geeignet sein.
-
Bei den darüber hinaus bauseits vorzusehenden Sicherheitseinrichtungen sind ausschließlich bauteilgeprüfte und mit Bauteilkennzeichen versehene Komponenten einzubauen.
-
Der Betrieb des aquaHEAT ohne funktionsfähigen wasserseitigen Anschluss bzw. im unbefüllten Zustand
ist nicht zulässig.
ACHTUNG: Beachten Sie bitte zu Ihrer eigenen Sicherheit, dass die Installation
und Erstinbetriebnahme nur durch einen authorisierten Fachhandwerksbetrieb vorgenommen werden darf! Dieser ist auch für Wartung,
Reinigung und Reparatur an diesem Gerät zuständig.
-
Bei Schäden an der Anlage darf diese nicht weiterbetrieben werden
Es dürfen nur Originalersatzteile verwendet werden
Eigenmächtige Veränderungen und Umbauten sind nicht gestattet, da diese unter Umständen zur
Gefahr für Leib und Leben und zu Schäden am Gerät führen.
Wichtig: Im Lieferumfang des aquaHEAT sind alle notwendigen sicherheitstechnischen Bauteile
enthalten:
-
Sicherheitswärmetauscher der Thermischen Ablaufsicherung (TAS) (im Gerät installiert)
-
Stellventil der Thermischen Ablaufsicherung (TAS) mit Kapillarfühler (Länge 1,5 m oder 4 m)
-
Sicherheitsventil (SV) 2,5 bar in Ganzmetall-Ausführung
ACHTUNG: Sicherheitseinrichtungen müssen auch nach dem Einbau zugänglich
bleiben.
Für die Zugänglichkeit der Sicherheitseinrichtungen sind entsprechende Revisionsöffnungen, Luftgitter usw.
vorzusehen.
ACHTUNG: Der Betreiber der Anlage ist unbedingt über Platzierung, Funktion
und wiederkehrende Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen zu informieren.
Der Betreiber der Anlage ist ausdrücklich über die Sicherheitseinrichtung zu informieren. Er muss in deren
Funktion und Wartung eingewiesen sein.
Besonderer Hinweis bei Einbau in Hypokausten:
Bei Verwendung eines aquaHEAT in einer Hypokauste dürfen sich Sicherheitsventil, Entlüfter und Stellventil
der TAS nicht innerhalb der Heizkammer befinden.
9
Für die Platzierung des Sicherheitsventils und der Entlüftungseinrichtung wird daher eine Verlängerung nach
oben empfohlen, so dass diese Bauteile außerhalb der Heizkammer installiert werden können. Diese Verlängerung darf keine Umlenkungen oder Bögen enthalten, sie darf nicht länger als 1,0 m sein und muss ohne Absperrung und im gleichen Querschnitt ausgeführt werden. Unterhalb der Bauteile ist eine geeignete Trennung
zur Heizkammer vorzusehen.
7. Sicherheitseinrichtungen nach DIN EN 12828
Notwendige Sicherheitseinrichtungen, die dem Lieferumfang nicht beiliegen, sind bauseits zu erstellen!
1
Austroflamm aquaHEAT
2
TAS Stellventil
3
TAS Tauchhülse mit Temperaturfühler
4
TAS Kaltwasserzulauf
5
TAS Sicherheitswärmetauscher
6
TAS Ablaufleitung
7
Sicherheitsventil (SV)
8
Abblasleitung SV
9
Ablauftrichter / Trichtersifon
10
Entlüftungseinrichtung
11
Kesselentleerung
ACHTUNG LEBENSGEFAHR!
Ein gefahrloser Betrieb ist nur bei korrekt eingebauten und funktionstüchtigen Sicherheitseinrichtungen gegeben.
ACHTUNG: nur geprüfte und zugelassene Sicherheitseinrichtungen verwenden!
7.1
Thermische Ablaufsicherung (TAS)
Die thermische Ablaufsicherung wird in die Kaltwasserleitung eingebaut. Im
Kaltwasserzufluss, in der thermischen Ablaufsicherung und im Auslauf dürfen
keine Absperrventile, Durchflussmengenbegrenzer oder ähnliches eingebaut
werden. Der Auslauf muss zu einem offenen, einsehbaren Abfluss führen. Die
Durchflussleistung muss min. 1000 l/h betragen (voll geöffnet).
10
ACHTUNG: Der Vordruck in der Kaltwasserleitung muss min. 2 bar und darf max. 10 bar
betragen. Falls bei einer Eigenwasserversorgung ein Stromausfall auftritt,
muss der Kessel sofort außer Betrieb gesetzt bzw. darf nicht in Betrieb genommen werden!
ACHTUNG: Die Kapillarleitung des Temperaturfühlers darf keinesfalls geknickt,
gekürzt oder beschädigt werden.
Die Fühlerleitung der TAS ist eine Kapillarleitung und besteht aus zwei sehr dünnen Kupferrohren. Werden
diese geknickt, gequetscht oder aufgetrennt, ist die Funktion der TAS nicht mehr gegeben. Bei einer beschädigten Kapillarleitung ist diese in jedem Falle mit Druckzylinder und Temperaturfühler insgesamt zu
ersetzen.
ACHTUNG: Die Mündung der Ablaufleitung darf nicht im Aufenthaltsbereich von
Personen liegen.
Die Mündung der Ablaufleitung muss so abgeführt werden, dass ein Auslösen der TAS gefahrlos möglich
ist. Da beim Auslösen der TAS bis zu 1000 Liter Wasser pro Stunde von nahezu 100°C abgeführt werden
müssen, darf die Mündung der Ablaufleitung nicht im Aufenthaltsbereich von Personen liegen (z.B. nicht
über einem Waschbecken).
ACHTUNG: Die Anschlussleitungen der TAS müssen unbedingt frostfrei verlegt
sein.
Funktion der TAS
Die Thermische Ablaufsicherung ist eine stromlose, über Flüssigkeitsdruck wirkende Sicherheitseinrichtung
zur Begrenzung der Temperatur.
Bei einer Übertemperatur im Wasserwärmetauscher dehnt sich die Flüssigkeit im Kapillarrohr der TAS so
weit aus, bis das TAS-Stellventil den Kaltwasserzulauf zum eingebauten Sicherheitswärmetauscher öffnet.
Durch den Frischwasserdurchlauf wird dem Wasserwärmetauscher überschüssige Wärme entzogen. Nach
dem Abkühlen auf unkritische Temperaturen schließt die TAS wieder selbsttätig.
Der Sicherheitswärmetauscher der TAS ist getrennt vom Kesselvolumen oder Heizkreis. Beim Auslösen
der TAS erfolgt kein Öffnen der Heizkreise oder einer Zumischung von Frischwasser in die Heizkreise.
Das Stellventil der TAS öffnet sich bei einer Kesseltemperatur von ca. 95°C und stellt eine maximale Kesseltemperatur von unter 110°C sicher.
ACHTUNG: Die Ablaufsicherung muss einmal jährlich von einem Fachmann auf die
Funktionstüchtigkeit überprüft werden! Die TAS ersetzt nicht das vorgeschriebene Membran-Sicherheitsventil.
7.2
Sicherheitsventil (SV) 2,5 bar
Der aquaHEAT ist mit einem 2,5 bar Sicherheitsventil auszurüsten. Das
Sicherheitsventil muss jährlich von einem Fachmann auf seine
Funktionstüchtigkeit überprüft werden!
11
ACHTUNG: Es darf grundsätzlich nur das mitgelieferte Sicherheitsventil (SV)
verwendet werden, beim Austausch muss ein baugleiches SV verwendet
werden.
Sicherheitsventile mit Kunststoffkappen sind für die Verwendung auf Heiz- und Kamineinsätzen ungeeignet.
ACHTUNG: Die Mündung der Ablaufleitung darf nicht im Aufenthaltsbereich von
Personen liegen.
Funktion des SV
Das Sicherheitsventil ist eine stromlose, über Federdruck wirkende Sicherheitseinrichtung, zur Begrenzung
des Druckes.
Bei zu hohem Betriebsdruck im Wasserwärmetauscher wird das Sicherheitsventil gegen den Schließfederdruck geöffnet. Über die Abblasleitung entweicht überschüssiger Druck in Form von Wasser oder Wasserdampf. Nach Absinken auf normalen Betriebsdruck schließt das SV wieder selbsttätig.
Beim Auslösen des SVs erfolgt ein Öffnen des Wärmetauschers. Dies führt zu einer Verringerung des
Wasserinhaltes des verbunden Systems, sowie zu einer Absenkung des Systemdruckes. Nach dem Auslösen des SVs muss daher eine Kontrolle durchgeführt und ggf. der Systemdruck wieder neu eingestellt werden.
7.3
Umwälzpumpensteuerung
Die Umwälzpumpe muss mit einem bauteilgeprüften Thermostat geschaltet werden. Das Einschalten erfolgt bei einer Temperatur von 60°C und das Ausschalten bei 55°C.
7.4
Thermische Rücklaufanhebung
Um einen störungsfreien und sicheren Betrieb zu gewährleisten ist eine Rücklauftemperatur von min. 55°C
erforderlich (Vermeidung von Kondenswasserbildung). Dies erreicht man am besten durch den Einbau einer Kesselladeeinheit . Die Kesselladeeinheit dient zur Hochhaltung der Rücklauftemperatur von Festbrennstoffkessel.
7.5
Entlüfter
Entlüfter sind bei einer Wartung zu prüfen und gegebenenfalls auszutauschen. Aus diesem Grund sind sie
so einzubauen, dass sie ausgetauscht werden können.
In den Anschlussleitungen (Vor- und Rücklauf) sollten zusätzliche Entlüftungseinrichtungen installiert werden.
Das komplette Entlüften eines neu befüllten Systems kann mehrere Wochen dauern. Während dieser Zeit
kann es immer wieder zu Luftansammlungen kommen, auch löst sich teilweise im Wasser gebundene Luft
langsam aus.
Ist das gesamte System entlüftet, sollten automatische Entlüfter geschlossen werden.
ACHTUNG: Überprüfen Sie beim Befüllen der Anlage ob die Entlüfter in Funktion
sind. Die Kunststoffkappe auf dem Entlüfter ist beim Befüllen der Anlage
eine Umdrehung zu öffnen (Linksdrehung).
7.6
Ausdehnungsgefäß
Der aquaHEAT muss mit einem Ausdehnungsgefäß ausgerüstet sein, wenn sich zwischen dem Kamineinsatz und dem vorhandenen Ausdehnungsgefäß der Anlage Mischer und Absperreinrichtungen befinden.
ACHTUNG: Zwischen dem Heizkessel und dem Ausdehnungsgefäß dürfen sich keine
Absperrungen befinden!
12
Werden die zuvor angeführten Bedingungen nicht erfüllt, darf der Kamineinsatz nicht in Betrieb genommen
werden. Ein deutlich angebrachtes Warnschild muss auf dieses Verbot hinweisen!
Die Heizkammer (Ummauerung) ist so zu errichten, dass Bedien- und Reinigungsöffnungen gut zugänglich sind.
7.7
Wassermangelsicherung
Als Sicherheitseinrichtung gegen Überlastung des Wärmetauschers bei oder durch Wassermangel nach
DIN EN 12828 sind geeignete Maßnahmen vorzusehen. Diese Maßnahmen müssen gegebenenfalls bauseits innerhalb der Installation vorgesehen werden.
Jede geschlossene Heizungsanlage ist mit einem Wasserstandsbegrenzer, einem Mindestdruckbegrenzer
oder einem Durchflussbegrenzer oder einer anderen geeigneten Einrichtung auszustatten, die verhindert,
dass der Wärmetauscher im aquaHEAT bei Wassermangel im System unzulässig heiß wird.
ACHTUNG: Ist der aquaHEAT höher angeordnet als die meisten Heizkörper oder Heizflächen, ist eine Wassermangelsicherung in jedem Fall notwendig.
8. Hydraulische Einbindung in das Heizungssystem
13
9. Erstinbetriebnahme und Funktionskontrolle
9.1 Erstinbetriebnahme
ACHTUNG: Der aquaHEAT darf nur betrieben werden, wenn folgende Punkte erfüllt
sind.
Vor einem ersten, auch nur probeweisen Anheizen des aquaHEATs sind folgende Punkte zu beachten:
-
Die wasserseitige Installation zum Pufferspeicher muss fachgerecht ausgeführt und insgesamt fertiggestellt
sein.
Der Kreislauf des aquaHEAT – Pufferspeicher muss vollständig mit Wasser gefüllt und entlüftet sein.
Die Dichtheitsprüfung der Installation muss erfolgreich abgeschlossen sein.
Die Umwälzpumpe im Kesselkreis muss angeschlossen und funktionsbereit sein.
Der Vordruck der Kaltwasserleitung zur Thermischen Ablaufsicherung muss mindesten 2 bar betragen.
Die Thermische Ablaufsicherung und das Sicherheitsventil müssen angeschlossen und funktionstüchtig
sein.
Um Schäden zu vermeiden, heizen Sie Ihren aquaHEAT bei der Inbetriebnahme höchstens mit der Brennstoffmenge lt. Bedienungsanleitung an. Dann auskühlen lassen und den Vorgang wiederholen.
9.2 Funktionskontrolle
ACHTUNG: Vor der Inbetriebnahme ist eine vollständig Funktionskontrolle durchzuführen.
Vor der ersten Inbetriebnahme und mindestens einmal jährlich sind die Sicherheitseinrichtungen und
die Kesselkreisregelung auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.
(1) Überprüfung des Sicherheitsventils (SV)
1. Überprüfen bzw. Öffnen des SV durch Drehen der Kappe.
2. Anschließend das dichte Schließen des SV überprüfen.
3. Einmalig bei der ersten Funktionsprüfung nach der Installation eines neuen SV sollte ebenfalls das Öffnen
des SV über Druck überprüft werden. Hierzu den Systemdruck langsam erhöhen bis zum Ansprechen des
SVs. Dabei sollte der Auslösedruck des SV nicht wesentlich über oder unter 2,5 bar liegen.
4. Nach der Funktionsprüfung ist der Systemdruck zu überprüfen und gegebenenfalls auf den notwendigen
Betriebsdruck (in der Regel 1,5 bis 2,0 bar) zu korrigieren.
5. Überprüfen der Zu- und Abblasleitung auf etwaige Leckagen (Sickerverlust).
6. Überprüfen des Ablaufpunktes (z.B. Trichtersifon) auf ausreichenden Ablauf.
(2) Überprüfen der Thermischen Ablaufsicherung (TAS)
1. Überprüfen bzw. Öffnen des TAS-Stellventils durch Drücken des roten Knopfes.
2. Anschließend nach dem Loslassen des Knopfes das dichte Schließen des Ventils überprüfen.
3. Einmalig bei der ersten Funktionsprüfung nach der Installation eines neuen TAS-Stellventils ist die Funktion über Temperatur zu überprüfen. Hierzu den aquaHEAT in Betrieb nehmen / anheizen.
4. Die Kesselkreispumpe ausschalten.
5. Die Kesseltemperatur steigt nun bis zum Auslösen der TAS an. Die Auslösetemperatur sollte bei ca. 95°C
liegen.
6. Nun kann die Kesselkreispumpe wieder in Betrieb genommen werden. Bei Temperaturen über 95°C im
Kessel, darf die Kesselkreispumpe jedoch nicht einschalten (Sicherheitstemperaturabschaltung).
7. Beim Absinken der Kesseltemperatur auf unter 95°C muss das TAS wieder dicht schließen.
8. Die Kesselkreispumpe schaltet bei Kesseltemperaturen unter 95°C wieder ein.
9. Überprüfung der Zu- und Ablaufleitung des TAS auf etwaige Leckagen.
10. Überprüfen des Ablaufpunktes (z.B. Trichtersifon) auf ausreichenden Ablauf.
14
ACHTUNG: Die Überprüfung des TAS-Stellventils unter Temperatur muss im eingebauten Zustand erfolgen.
Die Auslösetemperatur darf nur über eine entsprechend hohe Kesseltemperatur erreicht werden. Auf keinen
Fall darf der Kapillarfühler der TAS z.B. durch Feuer oder Gasflamme erhitzt werden. Ein Aufheizen des Kapillarfühlers über 180°C kann zu Beschädigungen der TAS-Einheit führen.
Bei der Überprüfung unter Temperatur ist zudem nicht nur die Funktion des TAS-Stellventils selbst zu kontrollieren, sondern auch die Funktion innerhalb des Kessels zu überprüfen. Deshalb ist eine Überprüfung der TAS
durch Tauchen des Fühlers in kochendes Wasser nicht ausreichend.
Einbauvorschriften
9.1. Aufbau vor oder neben einer nicht zu schützenden Wand
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
Sonstige Wand
Wärmedämmschicht (Abgasrohr)
Verbindungsstück
Wärmedämmschicht (Rückwand)
Konvektionsraum
Außenlufteintritt
Betonplatte mind. 6 cm (nur
bei Aufbau auf einer zu
schützenden Decke)
Gebäudedecke
Wärmedämmschicht (Boden)
Verbrennungsluftstutzen
Verkleidung (raumseitig)
Wärmedämmschicht (Decke)
Zuluftaustrittsgitter
Umlufteintrittsgitter
Abschirmender Fußbodenschutz aus nicht brennbaren
Baustoffen
Wärmedämmschicht (Seitenwand)
Verkleidung (raumseitig)
80 cm Strahlungsbereich
15
9.2. Aufbau vor oder neben einer zu schützenden Wand
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
Wärmedämmschicht (Abgasrohr)
Verbindungsstück
Wärmedämmschicht (Rückwand)
Konvektionsraum
Außenlufteintritt
Betonplatte mind. 6 cm (nur
bei Aufbau auf einer zu
schützenden Decke)
Gebäudedecke
Wärmedämmschicht (Boden)
Verbrennungsluftstutzen
Verkleidung (raumseitig)
Wärmedämmschicht (Decke)
Zuluftaustrittsgitter
Umlufteintrittsgitter
Abschirmender Fußbodenschutz aus nicht brennbaren
Baustoffen
Wärmedämmschicht (Seitenwand)
Verkleidung (raumseitig)
80 cm Strahlungsbereich
entfällt
Zu schützenden Wand
Brandschutz am Abgasrohrdurchtritt
Vormauerung mind. 10cm
9.3. Konvektionsraum
4
5
22
• Es ist mindestens ein 6 cm tiefer Konvektionsraum (Maß A) zwischen Kamineinsatz und Dämmschicht
(4,16) nach hinten und beiden Seiten zu berücksichtigen.
• Der Konvektionsraum (5) muss zu allen Flächen, die nicht wärmeabgebende Verkleidungen sind, wärmegedämmt sein.
• Die Heizkammerwände, der –boden und die –decke müssen sauber und abriebfest sein (siehe Fachregeln des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerkers). Deshalb ist die Dämmschicht entsprechend mit einem abriebfesten Material (Strahlungsblech/Heizkammerblech o.ä.) zu schützen.
A
Heizkaminanlage ohne Luftgitter (Hypokauste)
Die Konvektionsluft zirkuliert innerhalb der geschlossenen Verkleidung. Die Wärme wird durch Strahlung über die Verkleidung abgegeben.
16
9.4. Seitliche und rückwärtige Wärmedämmschichten
(alle Werte bezogen auf Promasil 950 KS)
• Die Vormauerung (22) bzw. die Gebäudewand (20) muss hinter und neben dem offenen Kamin mit 4 cm dicker
Dämmschicht (4,16) geschützt werden.
• Die Verkleidung (11) muss ebenfalls mit einer Dämmschicht geschützt sein. Die Verkleidung braucht nicht geschützt
werden, wenn der offene Kamin so beschaffen ist, dass sich die freien Oberflächen der Verkleidung und die Oberflächen der Nischen für die Brennstofflagerung höchstens auf 85°C erwärmen können. Bei Oberflächen aus mineralischen Baustoffen, z.B. Ofenkacheln, ausgenommen Flächen, auf denen Gegenstände abgestellt werden können, tritt
anstelle des Wertes 85° C der Wert 120°C. Die Erhöhung der maximal zulässigen Temperatur von 85° C auf 120° C
gilt nur für die stärker geneigten oder vertikalen Oberflächen der Verkleidung aus mineralischen Baustoffen. Dies ermöglicht damit die Ausbildung der Verkleidung als beheizte Kachelwand oder ähnliches.
20 22 4
9.5. Vormauerung
• Eine 10 cm dicke (Maß C) mineralische Vormauerung (22), z.B. Porotonbausteine, muss zwischen der Wärmedämmschicht (4) und der Gebäudewand (20) vorgesehen werden. Die Vormauerung muss mindestens 20 cm über das Verbindungsstück (3) hinausragen.
• Auf die Vormauerung (22) kann verzichtet werden, wenn die Gebäudewand (20):
- mindestens 10 cm dick ist und
- aus nicht brennbaren Bauteilen besteht und
- keine tragende Beton- oder Stahlbetonwand ist.
9.6. Schutz des Aufstellbodens
9
7
8
• Aufstellböden (8) mit brennbaren Baustoffen müssen wie folgt geschützt werden:
- durch eine mindestens 6 cm (Maß E) dicke Betonplatte (7), die über Aufstellböden ohne ausreichende Querverteilung bewehrt sein muss. Darüber muss eine Wärmedämmschicht (9) angebracht
werden (Maß D). Dämmschichtdicke siehe Pkt. 3. Technische Daten.
• Tragende Beton- oder Stahlbetonböden (8) müssen wie folgt geschützt werden:
- Wärmedämmschicht (9) Mindestdicke siehe Pkt. 3. Technische Daten.
9.7. Dehnungsfugen
• Zwischen Kamineinsatz und Verkleidung (11) darf keine direkte Verbindung bestehen. Somit sind sämtliche Berührungsstellen zwischen Gerät und der Verkleidung mit einem Dichtungsband (Glasfaserband) zu trennen. So
darf auch der Tragrahmen (23) nicht auf dem Gerät aufliegen oder mit diesem verschraubt bzw. verschweißt
werden.
9.8. Verkleidung
• Die raumseitige Verkleidung (11) muss aus nicht brennbaren Materialien der Baustoffklasse A1 bestehen. Dies
sind z.B. Mauerziegel, Mauersteine, keramische Ofenkacheln, Metall, Putz auf Putzträgern.
9.9. Zierbalken
11
24
F
(F) Dehnungsfuge
(23) Tragrahmen
• Zierbalken (24) sind vor der Verkleidung (11) und dem Tragrahmen (23) des offenen
Kamins, im Abstand von mindestens 1 cm zulässig, wenn:
- der Zierbalken kein Bestandteil des Gebäudes ist
- die Zwischenräume zur Verkleidung so offen stehen, dass kein Wärmestau entstehen
kann
- der Zierbalken nicht im Strahlungsbereich des offenen Kamins liegt
Eine direkte Verankerung mit Wärmebrücken ist nicht statthaft
23
(24) Zierbalken
(11) Verkleidung
17
9.10. Kaminschürzen
• Die Kaminschürze (11) darf keine direkte Verbindung mit dem Kamineinsatz haben. Sie muss selbsttragend errichtet werden. Hierzu bietet der Hersteller verschiedene Tragrahmen (23) an.
9.11. Konvektionsführung
• Der Querschnitt für die Lufteintrittsführung (11) und die Luftaustrittsöffnung (10) muss jeweils mindestens 700 cm² betragen.
• Mindestens 200 cm² der Lufteintritts- und Luftaustrittsöffnung darf nicht verschließbar sein.
• In einem Bereich von 30 cm neben und 50 cm über der Luftaustrittsöffnung (10) dürfen sich keine
brennbaren Baustoffe, z.B. Holzdecke, und keine Einbaumöbel befinden.
10
11
9.12. Decke über dem Kamineinsatz
• Reicht der Hohlraum über dem Kamineinsatz bis zur Zimmerdecke (8), so muss diese geschützt werden, wenn:
- sie aus brennbaren Bauteilen besteht,
- sie als tragendes Element dient.
8
12
Der Schutz besteht aus einer Wärmedämmschicht (12).
Dämmschichtdicke (Maß G) siehe Pkt. 3. Technische Daten.
9.13. Fußboden vor dem Kamineinsatz
• Der Fußboden vor dem Kamineinsatz muss aus nicht brennbarem Material bestehen. Mindestabmessungen dieser nicht brennbaren Fläche:
Nach vorn:
- entsprechend der Höhe des Feuerraumbodens über dem Fußboden zuzüglich 30 cm, mindestens jedoch 50 cm.
Nach den Seiten:
- entsprechend der Höhe des Feuerraumbodens über dem Fußboden zuzüglich 20 cm, mindestens jedoch 30 cm.
9.14. Brandschutz im Strahlungsbereich
• Von der Feuerraumöffnung müssen nach vorn, nach oben und nach den Seiten mindestens 80 cm Abstand zu Bauteilen aus brennbaren Baustoffen oder brennbaren Bestandteilen sowie zu Einbaumöbel eingehalten werden. Bei
Anordnung eines beiderseits belüfteten Strahlungsschutzes genügt ein Abstand von 40 cm.
9.15.
Brandschutz außerhalb des Strahlungsbereiches
Von den Außenflächen der Verkleidung des offenen Kamins müssen mindestens 5 cm Abstand zu Bauteilen aus
brennbaren Baustoffen oder brennbaren Bestandteilen und zu Einbaumöbeln eingehalten werden. Der Zwischenraum
muss der Luftströmung so offen stehen, dass ein Wärmestau nicht entstehen kann. Bauteile, die nur kleine Flächen der
Verkleidung des offenen Kamins verdecken, wie Fußböden, stumpf angestoßene Wandverkleidung und Dämmschichten auf Decken und Wände, dürfen ohne Abstand an die Verkleidung herangeführt werden.
9.16.
Elektrische Leitungen
In Wänden und Decken im Einbaubereich des offenen Kamins dürfen keine elektrischen Leitungen vorhanden sein.
18
10. Information zur Wartung / Reparatur
10.1. Türaus-/einbau
1. Die Tür wird in offener
Stellung montiert.
2. Zuerst wird die Tür oben
eingehängt und somit der
obere Bolzen in die Öffnung
hineingedrückt.
3. Anschließend soll die Tür
mit dem unteren Zapfen in
die untere Ausnehmung hineingleiten.
4. Die Senkschraube samt
Platte abnehmen
5. Zum Schluss spannt
man die Feder, bis sie
hinter dem Scharnierlager einrastet und montiert die Platte wieder
mit der Senkschraube.
6. Durch Lockern der
Schraube und seitliches
Verschieben des Bolzens, kann man den
Türneigungswinkel einstellen, um einallfälliges
Hängen der Tür auszugleichen. Ebenso kann
man den Dichtungsandruck verstellen. Anschließend die Schraube wieder festziehen.
19
Umbau auf Rechtsanschlag
1.)
2.)
Tür aushängen.
Feder entspannen.
4.)
5.)
Feder und Anschlag
auf anderer Seite
einbauen.
Feder einhaken und bis
auf Anschlag des Bolzens spannen. 9 mm
Überstand!
3.)
Schrauben,
Scharnierlager etc. …
Seite tauschen.
6.)
Tür kann nun um 180°
gedreht einbauen.
Umbau der Strahlungsbleche auf Rechtsanschlag
ACHTUNG: Die Glasleiste muss bei Rechtsanschlag um 180° in der Tür gedreht werden (waagrechter Teil immer unten), da sonst der Sekundärlufteintritt stark beeinträchtigt wird, wodurch es zu
einer schlechteren Verbrennung und einer starken Verschmutzung der Glasscheibe kommt.
20
Alle Laschen mit Schlitzschraubendreher aufbiegen.
Demontage aller Teile
Die Glasleisten für die linke Montage einbauen und
die Laschen mit der Zange zum Rahmen biegen.
Alle Teile wieder montieren.
21
10.2. Platzierung der Typenschilder
Das Typenschild befindet sich unter der Mittelplatte bzw. dem Aschenkasten.
10.3. Feuerraum
Die Keramott-Einzelteile lose ohne Mörtel in der abgebildeten Reihenfolge einlegen.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
Zugplatte
Zugplattenauflage oben
Holzfänger
Boden vorne
Boden links
Boden rechts
Mittelplatte
Rückwand
Seitenwand
Z-Auflage links
Z-Auflage rechts
Umlenkplatte
22
NOTIZEN
Ausgabe: 06/2010
Hersteller:
Austroflamm GmbH
Austroflamm-Platz 1
A-4631 Krenglbach
23