© PPVMEDIEN 2009
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E-Technik – Test
E-DRUMSET
Millenium HD-100
Preisknaller
Für nicht einmal 300 Euro offenbart das
Millenium HD-100 viele positive Überraschungen.
Spaß im Heimgebrauch auf Gummipads mit
tollem Spielgefühl und ansprechenden Sounds
ist garantiert.
G
leich beim Auspacken atme ich auf: Das Rack ist vormontiert. Statt der in niedrigen Preisgefilden üblichen Rohrkustruktionen mit T-Füßen gibt es beim HD-100 ein schmales Mittelteil mit zwei Seitenauslegern, die mit senkrechten
Rohren Kontakt zur Erde haben. Auch wenn die Rohre relativ zierlich
sind und die Rohrverbinder aus Kunststoff gehalten sind, zolle ich
dieser Basis Respekt. Sie ist standfest und schwingt auch bei hartem
Spiel kaum auf. Unkonventionell ist die Befestigung der Tompads, die
auf kurzen Rackauslegern direkt befestigt werden. Es gibt also keine
zusätzlichen Pad-Halterungen, was den Vorteil von höherer Stabilität
liefert, aber den Nachteil der eingeschränkten Justagemöglichkeiten.
Dank weicher Gummispielflächen nachbarfreundlich
Die Pads selbst sind äußerst simpel aufgebaut. Ihre Gummioberfläche
bietet aber einen Spielkomfort, bei dem manches Übungspad neidisch
wird. Ein auf Schaumstoff gelagertes Kunststofffell bildet dagegen die
Spielfläche des Snarepads. Es ist härter und lauter als die Tompads,
kann aber über den gummiüberzogenen Spannreifen einen zweiten
Sound ansteuern. Leider ist die Aufhängung so unflexibel, dass es immer waagrecht hängt.
Die Beckenpads bringen Farbe ins Spiel
Ihr Rot peppt die Optik des HD-100 deutlich auf. Die weiche Gummispielfläche spielt sich sehr angenehm. Da am vormontierten Rack
auch bereits die Kabel verlegt sind, geht die Verkabelung mit dem zentral montierten Soundmodul sehr flott. Schon bei den ersten Schlägen
wird deutlich, dass die Sounds für die Preisklasse beachtlich gut sind.
Das Nachrauschen der Samples nervt allerdings. Es fällt allerdings
dann nicht mehr auf, wenn ihr zu Musik spielt, die ihr entweder aus
dem Speicher des Soundmoduls abruft – dafür sind 40 Songs (Pattern
genannt) programmiert – oder über die Mix-In-Buchse aus eurem
CD- oder MP3-Player einspeist.
Anspracheempfindlichkeit der Pads etc. So bleibt der Funtionsumfang
übersichtlich, was den Bedürfnissen vieler Einsteiger entgegen
kommen dürfte. Immerhin gibt es Speicherplätze für eigene Kits
und sogar eine Recording-Option. Experimentierfreudige nutzen den USB-Port, um sich auszutoben. Über ihn schafft ihr eine
Verbindung zum Computer, die euch viele zusätzliche Klang- und
Aufnahmemöglichkeiten eröffnet.
ÆChristian Wenzel
Kompakt
• leichtes, standfestes Rack mit Kabelverlegung
• sehr realistischer Rebound der Tompads
• eingeschränkte Anordnung und Justage der Pads
• USB-Port
• keine Einstellungen zum Anspracheverhalten
Vertrieb
Der Funktionsumfang ist einsteigergerecht
Bei der Soundauswahl hat sich der Hersteller auf Samples akustischer
Instrumente konzentriert, die den Mainstream-Geschmack bedienen.
Insbesondere das Funk- und das Pop-Kit klingen ziemlich realistisch.
Es gibt relativ viel Percussion, für meinen Geschmack aber zu wenige
Electro-Klänge. Fast alle Sounds besitzen einen recht starken Attack,
der auch bei leisem Anschlag nicht softer wird. Das Ridebecken erzeugt bei heftigerem Anschlag einen Glockenklang. Ansonsten ermöglicht das Soundmodul keine Anpassung an Spielereigenschaften, wie
Thomann
www.thomann.de
Preis
285 1
bestehend aus
Kickpad, Snarepad, 3 x Tompads, 3 x Beckenpads,
Hi-Hatcontroller, Kickpedal, Rack, Soundmodul
Sounds
108
Kits
10 Preset, 5 User
Songs
40 Preset, 1 User
Anschlüsse
Stereo Out (3,5 mm Klinke), Kopfhörer (3,5 mm Klinke),
Mix In, USB
eDrumHeads!! 5/09