Test: D/A-Wandler/Kopfhörerverstärker CEntrance DACmini
Unerhört
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich beim
Durchstöbern von CES-Bildern in einschlägigen
Foren auf diesen einen kleinen, hübschen Kasten
stieß. Auf den Bildern war der DACmini zu sehen,
er stand auf einem passenden Mac mini und
verzückte mich sofort.
Peripherie:
– Quellen: Apple Mac Mini, OS/X 10.5, iTunes
10, Sonic Studio Amarra 2.0
Noteboox Toshiba Satellite M30X,
Windows XP Home, foobar 2000
Logitech Squeezebox Touch,
RipNAS Z500
– Vorstufe: MalValve preamp 3
– Endstufen: AVM M3ng
– Lautsprecher: KEF XQ50
Manger MSM c1
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einsnull
Gehörtes:
– Biber Herrmann
Love & Good Reasons
(FLAC, 96 kHz, 24 Bit)
– Tool
Lateralus
(FLAC, 44,1 kHz, 16 Bit)
– Helge Lien Trio
Natsukashi
(FLAC, 192 kHz, 24 Bit)
– Jen Chapin
ReVisions
Songs of Stevie Wonder
(FLAC, 96 kHz, 24 Bit)
– Various Artists
Musik wie von einem
anderen Stern
(FLAC, 44,1 kHz, 16 Bit)
U
nd wie es halt so ist, gab
es zu dieser Zeit auch den über die
Messe laufenden Carsten Hicking,
seines Zeichens Geschäftsführer des
Vertriebs Higoto, der auf der Suche
nach Neuigkeiten war und dem genau
wie mir der CEntrance-DAC auffiel.
Das ist ja auch ein Hingucker. Er ist in
Breite und Länge genauso groß wie ein
Mac Mini, ist aus dem gleichen Material und bietet sich deshalb für Besitzer
eines solchen Computers, die vernünftig Musik machen wollen, an.
Die Augen erblicken zunächst einen
Alu-Drehknopf auf der Front, der die
Lautstärke des Kopfhörerausgangs regelt. Ich hab‘s ja schon ein paar mal
erwähnt: Kopfhörer scheinen einer der
Renner des Jahres zu werden, da ist es
schlau, auf eine vernünftige Lösung
für Micky-Mäuse zu setzen. Nachdem man den Eingangswahlschalter
zur Kenntnis genommen hat, dreht
man den DACmini um und findet eine
menge Buchsen. USB, S/DPIF, Toslink, analoger Eingang – alles dran, das
Ding eignet sich doch tatsächlich dazu,
ganz effektiv am musikalischen Geschehen einer Anlage teilzunehmen.
Deswegen ist der DACmini eigentlich
zu schade, um ihn nur auf den Schreibtisch zu stellen. Das hat zwei weitere
Gründe: Zum einen ist das ein richtig
ordentlicher Wandler mit netter Elektronik, zum anderen bietet sich seine
Verwendung im Wohnzimmer an, weil
er mehrere Quellen digitaler und analoger Art verwalten kann. Das Ganze
lässt sich per Taster sequenziell durchschalten, ein sattes Relais-Klackern
bestätigt akustisch die Auswahl eines
Eingangs. Er merkt
sogar, welche Eingänge belegt sind
und überspringt
die leeren beim
Wechsel.
Das
sorgt von vornherein für eine
gewisse Anerken-
nung, die man einem solchen Schönling erst mal nicht zutrauen würde.
Das Vertrauen hat jedoch einen nachvollziehbaren Grund: CEntrance baut
recht erfolgreich eine Menge Produkte
für die Recording-Industrie und nutzt
das gesammelte Wissen auch für die
Consumer-Produkte. Muss man also
mal genau hinsehen.
Und da guckste rein und fragst Dich
zunächst, warum der Kasten so leer
Nett: Der DACmini
passt haargenau auf
einen Mac Mini. Das
sieht gut aus und stellt in
der Praxis einen tollen Musikserver dar
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Test: D/A-Wandler/Kopfhörerverstärker CEntrance DACmini
Die Innenwände
stabilisieren das
Gehäuse und schirmen die beiden Platinen voneinander ab
Die Quellenwahl erfolgt sequenziell
über diesen Knopf, Relaisklackern
bestätigt das Umschalten
ist. Dann erkennt man zum einen den
Sinn hinter den Zwischenwänden, erinnert sich, dass das Netzteil ja extern
ist und findet nach längerem Herumriechen heraus, dass die Technik ganz
vorzüglich ist. Der Reihe nach:
Stürzen wir uns doch mal auf die USBVerbindung. Wenn er schon so saugend
unter einen Mac Mini passt, dann ist
das doch die Buchse Nummer eins, die
interessiert. Vom (natürlich asynchron
arbeitenden, was die klangschädlichen
Zeitbereichsfehler ja schon mal grundsätzlich einengt) USB-Receiver geht’s
mit bis zu 96 kHz erst einmal kräftig
ans „Entjittern“. Das erledigt die hauseigene Technik, die sich „Jitterguard“
nennt, über die allerdings relativ we-
Die beiden Käfer hinter den Cinchbuchsen sind
entscheidend: Hier wird asynchron hochgerechnetn und anschließend gewandelt
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nig in Erfahrung zu bringen ist. Sicher stecken dahinter Puffer- und ReClocking-Prozesse, Genaueres weiß
ich leider nicht darüber. Nach dieser
Bereinigung folgt der Upsampling-/
Wandlungsprozess, durchgeführt von
recht exklusiven Vielbeinern, die von
Analog Devices beziehungsweise japanischen Ursprungs sind und auf die
Namen AD1896A und AK4396 hören. Der erste rechnet das zugeführte
Signal nochmals taktbefreit hoch, der
andere wandelt es in eine symmetrische, analoge Spannung. So macht
man das heute, wenn man was auf sich
hält. Über der Platine, die die Hauptarbeit bewältigt, sitzt noch eine weitere, die die Spannung vom externen
Netzteil entgegennimmt. Und auch
wenn ich grundsätzlich eine Art Aversion gegen Steckernetzteile entwickelt
habe, muss man sich hier nicht die
Sorgen machen, die man sonst berechtigterweise hegt, wenn eine SchaltStromversorgung in der Packung liegt.
Die erwähnte Eingangsplatine für
die Versorgungsspannung ist galvanisch getrennt und masseisoliert, was
schon mal halbwegs für störungsfreies
Arbeiten sorgt. Und wer trotzdem
Befürchtungen hegt kann sich ja immer noch nach Alternativen umsehen.
Der DAC selbst ist unabhängig davon
recht gut vor äußeren Einflüssen geschützt, sein Gehäuse isoliert ihn vor
Störungen, die in seiner Umgebungsluft herumfliegen effektiv, man kann
sein Mobiltelefon ganz getrost drauf-
legen, ohne sich die typischen Störungen einzufangen. Von der analogen
Seite des Mainboards wird er übrigens
auch nicht beeinflusst, denn diese beiden Sektionen sind elektrisch strikt
voneinander getrennt. Per Relais wird
die analoge Ausgangsstrecke geöffnet,
wenn sie gebraucht wird. Nett.
Am Computer
Grundsätzlich funktioniert der DACmini völlig treiberlos an jedem Betriebssystem. Für die, die ohne Kernel-Streaming nicht hören wollen,
bietet CEntrance spezielle ASIOTreiber auf ihrer Homepage an, die
den Windows-Kernel daran hindern,
in den Audio-transfer einzugreifen.
Schon allein fürs gute Gefühl sollte
man sich also die Treiber laden. Und
für die Mac-Leute gilt mal wieder:
Treiber braucht Ihr nicht, die Software Amarra sollte man trotzdem ausprobieren. Für den DACmini reicht‘s
sogar, die günstigere 96-kHz-Variante
von Amarra zu kaufen.
In Betrieb
Nach diesen doch sehr, sehr guten Eindrücken konnte ich den CEntranceDAC natürlich noch nicht in Gnaden entlassen, denn was im Endeffekt
zählt, ist die klangliche Leistung. Erst
mal der Kopfhörerausgang: Ich hatte
leider nur recht gutmütige 300-Öhmer
zum ausprobieren, aber die liefen sehr
ordentlich. Das steckt Schub dahinter,
er macht seine Arbeit sauber und anaeinsnull
REFLECTION SERIE
by Boston Acoustics
Komplett: Digitale Eingänge der verschieden Bauarten, analoge
Verbindungsmöglichkeit - er ist bereit für eine komplette Anlage
Centrance bietet spezielle
ASIO-Treiber zum Download an, mit denen Sie gern
experimentieren dürfen
lytisch genug, um auch mal beispielsweise einem Plattenrip kritisch zu lauschen. Sehr gut.
Im selben Maße gefällt mir der Ami,
wenn er ganz „normal“ als externer
Wandler ranmuss. Meine erste Quelle
war übrigens ein Windows-Notebook,
was mir die Chance gab, die ASIOTreiber der Herstellerseite auszuproCEntrance DACmini
· Preis:
· Vertrieb:
· Telefon:
· Internet:
um 795 Euro
Higoto, Essen
0201 8325825
www.higoto.de
· Eingänge:
1 x USB (bis 96 kHz, 24 Bit)
1 x S/PDIF RCA (bis 192 kHz, 24 Bit)
1 x Toslink (bis 192 kHz, 24 Bit)
1 x analog RCA
· Ausgänge:
1 x analog RCA
1 x Headphone
einsnull
<checksum>
„Nicht beirren lassen, Sie brauchen keinen
Mac Mini für diesen Wandler, auch wenn‘s
so aussieht. Was Sie brauchen, ist eine
vernünftige digitale Quelle, vielleicht ein
Satz gute Kopfhörer und … von mir aus
ein Glas Wein, denn wenn Sie den DACmini
benutzen, geht’s mit dem Genießen los.“
</checksum>
bieren. Mit, mmja, mäßigem Erfolg.
Am wirklich tollen Klang dieses kleinen Luders konnten sie nicht wirklich
zu großartigen Klangbeflügelungen
beitragen, was aber überhaupt nicht
schlimm ist. Denn das Niveau, von
dem ich da rede, ist bemerkenswert
hoch. Er musiziert äußerst ehrlich und
mit einem guten Schuss Spielfreude
gesegnet, das macht schon richtig, richtig Spaß. Machen Sie nicht den Fehler,
diesen Wandler zu unterschätzen, denn
was der Kerl klanglich anstellt, ist so
gut, dass man mal ganz geschmeidig
den Hut ziehen kann. 800 Euro sind
sicher auch eine Preisklasse, in der man
selbst als Aufsteiger schwach werden
kann. Und alle, die unbedingt ganz viel
Geld für D/A-Wandler ausgeben wollen müssen sich den DACmini vorher
mal zu Gemüte führen. Denn insbesondere für die Computeraudiophilen
ist er eine ganz spannende Nummer.
Wer also noch nichts von CEntrance
gehört hat, sollte das nachholen, die
Jungs verdienen wirklich Aufmerksamkeit.
Christian Rechenbach
Moderne Eleganz.
Legendäre Performance.
Die Reflection S erie finden Sie
im ausgesuchten Fachhandel.
Boston Acoustics
Division of D&M Germany GmbH
Klosterstraße 30-32
D-67547 Worms
Telefon: +49 (0) 6241 - 30 97 77
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www.bostona.eu