Universität Wien
Institut für Sportwissenschaften
Wahlseminar Sportinformatik
Leitung: Prof. Arnold Baca
WS 2001/02
Digital Versatile Disc
Seminararbeit
Von
Michel Prassé
Seminararbeit zu Wahlseminar Sportinformatik
WS 2001/02
DVD Player
INHALTSVERZEICHNIS
1 WAS IST EINE DVD .......................................................................................................3
2 FUNKTIONSWEISE DER DVD ....................................................................................3
3 AUFBAU DER DVD.........................................................................................................5
4 DVD – FORMATE ...........................................................................................................6
5 VIDEO-DVD-STANDARD..............................................................................................7
6 DATEISYSTEM DER VIDEO-DVD..............................................................................8
7 DVD AM PC......................................................................................................................9
8 JUGENDSCHUTZ..........................................................................................................11
8.1 Altersfreigaben.......................................................................................................11
8.2 Parental Control .....................................................................................................12
9. KOPIERSCHUTZVERFAHREN................................................................................12
9.1 Ländercode.............................................................................................................12
9.2 CSS ........................................................................................................................13
9.3 Macrovision ...........................................................................................................13
9.4 CGMS ....................................................................................................................14
10 MARKTANALYSE ......................................................................................................14
10.1 Neuheiten .............................................................................................................15
10.2 Kaufempfehlungen...............................................................................................16
10.2.1 DVD Brenner....................................................................................................16
10.2.2 DVD Player mit Aufnahmefunktion.................................................................16
11 LITERATURVERZEICHNIS.....................................................................................19
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DVD Player
1 Was ist eine DVD
Die DVD (Digital Versatile Disk) kam 1995 auf den Markt und ist ein Datenträger mit
einer enormen Speicherkapazität. Eine gewöhnliche CD-ROM, die einen Speicherplatz
von 650MB aufweist, wird durch den Speicherplatz der DVD von bis zu 17 GB in den
Schatten gestellt. Gerade bei der Wiedergabe von Videoformaten spielt die
Speicherkapazität eine große Rolle. Schlichtweg revolutionierte die DVD den Markt.
Neben dem hohen Speicherplatz genießt der Konsument bei der Wiedergabe von DVDs
zusätzlich hochwertige digitale Bild- und Tonqualität. Bis zu acht Audiokanäle kann eine
DVD ansteuern, das heißt im besten Fall, das ein Film in 8 Sprachen gehört werden kann.
Der Datenträger wird durch bewegte Menüs und multimedialen Extras zu einer
inderaktiven Disc für den Unterhaltungssektor.
2 Funktionsweise der DVD
Die Digital Versatile Disc (= digitale vielseitige Scheibe ) kurz DVD, funktioniert im
Prinzip wie eine CD. In einer reflektierenden Schicht ( land ) sind Vertiefungen angebracht
( pits ) , welche das Licht schlechter reflektieren. Ein gebündelter Lichtstrahl ( Laserstrahl )
liest in einer von innen nach außen verlaufenden Spirale die Wechsel von land und pit.
Daher verursachen kreisförmige, entlang der Laserrichtung verlaufende Kratzer mehr
Probleme als radiale, senkrecht zur Leserichtung verlaufende Kratzer.
Abb.1: Spiralförmig angeordnete Pits
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Abb.2: Reflexion am Land
Abb.3: Reflexion am Pit
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DVD Player
Dank neuer Lasertechnik – genauer gesagt Dank kürzerwelligem Licht – kann man die Pits
auf der DVD aber kleiner als auf der CD machen und die Spirale, in der sie angeordnet
sind, enger führen. So passen auf die gleiche Fläche mehr Daten. Dafür benötigt man
natürlich auch neue Laufwerke, die dem entsprechend Lesen können.
Die CD unterscheidet sich optisch nicht von der DVD, technisch gesehen sind sie aber
völlig verschieden. Die DVD besteht immer aus zwei Hälften, wobei jede Schicht
Informationen enthält. Die Anordnung der Schichten ist abhängig vom Disc Typ.
Wie bei der CD wird auch bei der DVD die Informationstragende Schicht mittels
Spritzgussverfahren erstellt. Ihre Vielseitigkeit und ihre viel größere Datenmenge fordert
allerdings eine aufwändige Programmierung und Datenverknüpfung.
Bei der folgenden Abbildung kann man zwei gleich große Ausschnitte einer CD (links)
und einer DVD (rechts) deutlich erkennen. Wobei die minimale Länge der Pits ( 0.83µm
bei der CD und 0,4µm bei der DVD ) und der Abstand zwischen den Tracks ( 1,6µm bei
der CD und 0,74µm ) ausschlaggebend für die unterschiedlich große Speicherkapazität
sind.
Abb. 4: Unterschiedliche Pits- Längen und Tracklabstände bei CD und DVD-5
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DVD Player
3 Aufbau der DVD
Eine DVD besteht aus zwei aneinandergeklebten Halbdisks (= Bonding), wobei beide
Seiten Informationen enthalten können. Auf den einzelnen Seiten befinden sich sogenannte
Layer, in denen unterschiedliche Informationen gespeichert werden.
Da bei beidseitig bespielten DVD´s ein Layerwechsel notwendig ist, muss der Laser neu
fokussiert werden, wobei es kurzzeitig zu einem Stillstand in der Wiedergabe kommen
kann.Um diese Unterbrechung so kurz wie möglich zu halten, wird die zweite
Datenschicht gern in gegenläufigem Sinn, also von außen wieder nach innen beschrieben
(= reverse spiral dual layer, RSDL ).
Abb.5: zeigt wie der Laser den Layer 1 durch halbtransparente Schicht lesen kann.
Abb.6: zeigt einen auf zwei Seiten beschriebene DVD, welche je Seite zwei Layer besitzt. (=DVD 18)
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DVD Player
4 DVD – Formate
Es gibt unterschiedliche DVD - Formate, die sich in Ihrem Aufbau unterscheiden und
verschiedene Speicherkapazitäten besitzen. Um sich den Aufbau der jeweiligen Formate
besser vorstellen zu können sind die Formate anschließend schematisch dargestellt.
Abb. 7: DVD Formate, und schematischer Aufbau der Formattypen
Die wichtigsten DVD Formate sind:
•
DVD-5
•
DVD-9
•
DVD-10
•
DVD-17 oder 18
•
DVD[plus]
•
DVD-1, -2, -3, -4.
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DVD Player
Die oberste Informationsschicht bei der DVD-5 ist ein sogenannter Dummy, welcher
keine Daten enthält. Die DVD-5 besteht aus zwei Schichten, die Daten befinden sich
allerdings auf nur einem Layer. Die Speicherkapazität der DVD 5 beträgt bis 4,7 GB das
ist mit 2,5 Std. Aufnahmezeit bei VHS zu vergleichen.
Bei der DVD-9 sind auf beiden Layern Daten vorhanden, wobei die untere Schicht
semitransparent angelegt sein muss, damit der Laser auch zum oberen Layer gelangen
kann. Die Speicherkapazität bei der DVD 9 beträgt bis 8,5 GB, entspricht 4 Std. beim
VHS.
Die DVD-10 ist am ehesten mit einer Schallplatte zu vergleichen, da hier zwei Schichten
gegeneinander gesetzt sind. Zum Abtasten beider Seiten, muss beri der DVD-10 die DVD
umgedreht werden. Sie Speicherkapazität beträgt bis 9,4 GB, entspricht 4,5 Std. bei VHS.
Auch bei der DVD 17 (in anderen Quellen auch DVD-18 genannt) sind auf beiden Layern
Dateninformationen enthalten. Um die Speicherkapazität zu erhöhen sind allerdings auch
beide Seiten zu bespielen. Durch das verwenden beider Seiten kommt man bei der DVD 17
oder auch 18 auf eine Speicherkapazität von bis zu 17 GB, das entspricht 8 Std. bei VHS.
Die DVD[plus] ist ein weiteres DVD – Format. Bei der DVD[plus] sind zwei Produkte in
einem zusammengefasst und verbindet die bekannte CD- mit der neuen DVD-Technologie.
Durch das Verkleben einer üblichen CD (Audio oder ROM) mit der Halbseite einer DVD5, entsteht die DVD[plus]. Mit doppeltem Nutzen und doppelten Vorteilen.
Die zuletzt genannten DVD Formate hatten alle einen Durchmesser von 12 cm. Neben der
DVD mit 12 cm Durchmesser gibt es auch DVD´s mit 8 cm Durchmesser, bei denen die
Formate DVD-1,-2,-3,-4 heißen.
5 Video-DVD-Standard
Auch für die Video_DVD gibt es einen Standard. Er sieht vor, dass zu einem Film bis zu 8
Tonspuren und bis zu 32 Untertitel vorhanden sein können. Die Untertitel sind als
lauflängenkomprimierte Bilder abgespeichert, sie müssen also nicht nur Texte enthalten.
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DVD Player
Als besonderes Feature gibt es die Möglichkeit die Abläufe aus verschiedenen
Blickwinkeln aufzunehmen, und in weiterer Folge auch abzuspielen. Dieses Feature heißt
Multi-Angle bei dem der Betrachter verschiedene Szenen aus verschiedensten
Blickwinkeln betrachten kann. Laut meiner Quellen wird dieses Feature eher bei Filmen,
welche dem Lustgewinn dienen als bei Hollywoodproduktionen genutzt.
Ein meines Erachtens nach viel besseres Feature ist das seamless branching. Bei diesem
Feature wird es dem Zuseher ermöglicht, die gewünschte Szene anzuspringen, zu
überspringen, alternative Szenen zu verzweigen bzw. verschiedene Versionen eines Films
zu sehen.
So kann zum Beispiel die Kinoversion mit dem Directors Cut verglichen werden oder die
Filmversion der Altersgruppe entsprechend vorgeführt werden.
Die Nachfolgende Grafik soll die Funktionsweise noch verdeutlichen.
Abb.8 Verschiedene Szenenfolgen per seamless branching
Des weiteren gibt es auch die Audio-DVD die mit Abtastraten von bis zu 192 kHz, mit bis
zu 24 Bit pro Sample und bis zu 6 Kanälen die CD mit „nur“ 44 kHz und 16 Bit aus zwei
Kanälen akustisch weit hinter sich lässt. Da ich noch nicht das Vergnügen hatte eine solche
Audio DVD zu testen, muss man wohl der Musikindustrie glauben schenken, und die
bessere Tonqualität als gegeben hinnehmen.
6 Dateisystem der Video-DVD
Als Dateisystem für Video DVD´s wird meist UDF-Bridge verwendet. Dies ist eine
Mischung aus UDF ( Universal Disc Format ) und ISO-9660, einem Dateisystem für CDROM´s. CD-ROM´s können im Unterschied zu UDF von allen Computerbetriebssystemen
gelesen werden, die UDF Dateien nur von DVD Laufwerken.
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DVD Player
Gespeichert sind die Video Dateien in Dateien mit VOB Endungen vor. VOB steht für
Video Objekt und diese Dateien übersteigen nicht 1 GB. Der Grund für diese
Beschränkung ist, dass viele Betriebssysteme nicht mehr als 1 GB als maximale
Dateigröße zulassen.
In den VOB Dateien sind Bilddaten, Tonspuren und Untertitel Zusammengemischt
( gemultipixelt ). Zur Wiedergabe muss das Abspielgerät diese Daten wieder auseinander
sortieren ( demuxen ).
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass diese Variante sehr umständlich ist, doch
wenn alle Daten in verschiedenen Dateien gespeichert müsste der Lesekopf ständig aus
verschiedenen Dateien zugreifen, was wiederum sehr unökonomisch wäre.
Bei der nachfolgenden Abbildung kann man die Vorgehensweise beim Abspielen einer
DVD erkennen.
Abb.9: Die bunte Wurst ist eine VOB Datei, die rote Box ist der Demuxer, der die Datenscheiben
auseinandersortiert und an die entsprechenden Programmroutinen weiterleitet.
7 DVD am PC
Fernsehgeräte arbeiten interlaced, während heutige PC Monitore immer ganze Bilder
erzeugen. Die DVD Bilddaten müssen zur Wiedergabe am PC einem Deinterlacing
unterzogen werden. Auch Fernsehbilder müssen beim PC mittels TV Karte umgewandelt
werden.
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DVD Player
Es gibt sehr viele verschiedene Verfahren zum Deinterlacing die beiden am häufigsten
verwendeten sind:
•
weave und
•
bob
Beim weave Verfahren werden zwei aufeinanderfolgende Halbbilder zu einem ganzen Bild
verwoben. Bei raschen Horizontalen Bewegungen können diese beiden Halbbilder aber
horizontal gegeneinander verschoben sein, es entstehen kammartige Muster.
Beim bob Verfahren werden die jeweils fehlenden Bildzeilen durch Verdopplung der
vorhandenen Bilder oder durch Interpolation erzeugt.
Das Bild verliert dabei an Schärfe und es entsteht manchmal einvertikales Zittern.
In der folgenden Grafik sind die häufigsten Nebeneffekte beim Deinterlacing zu erkennen:
Halbbild mit den geraden Bildzeilen
Halbbild mit den ungeraden Bildzeilen
Gerade und ungeraden Bildzeilen zu einem Vollbild zusammengewebt
(weave).
Gerade und ungerade Bildzeilen zu einem Vollbild zusammengewebt, durch
die rasche Bewegung des Objekts sind diese aber horizontal gegeneinander
verschoben.
Vollbild durch Verdopplung der ungeraden Bildzeilen (bob)
Vollbild durch Verdopplung der geraden Bildzeilen
Differenz der durch Verdopplung von Bildzeilen erzeugten Bilder
Bob-Zittern
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DVD Player
8 Jugendschutz
8.1 Altersfreigaben
Alle zivilisierten Länder haben Jugendschutzgesetze, die verhindern sollen, dass Kinder
und Jugendliche an Film- und Bildmaterial gelangen, das sie noch nicht richtig verarbeiten
können (insbesondere Brutalität, Pornographie). In Deutschland gibt es etwa den Index von
Produkten, die nicht offen verkauft und nicht beworben werden dürfen. Die FSK
(Freiwillige
Selbstkontrolle)
nimmt
gestaffelte
Altersfreigaben
vor,
das
sind
Empfehlungen, ab welchem Alter ein Film für Kinder / Jugendliche geeignet ist:
•
ohne Altersbeschränkung
•
ab 6
•
ab 12
•
ab 16
•
nicht unter 18.
Die Bewertungskriterien sind:
•
Auflösung von Konfliktsituationen
•
Erregungsintensität (rasche Schnittfolgen, Geräuschkulisse usw.)
•
Rollenverhältnis der Geschlechter (Reduktion der Sexualität auf Triebbefriedigung)
•
unsoziales, gewalttätiges Verhalten des Helden
•
Werteorientierung in Bereichen wie Drogenkonsum, politischer Radikalismus,
Ausländerfeindlichkeit
In den USA nimmt die MPAA (Motion Picture Association of America) die Bewertung der
Filme (auf Englisch rating genannt) vor. Diese ist als Empfehlung an Eltern zu verstehen.
Die Hauptkriterien dazu sind:
•
das behandelte Thema,
•
Nacktheit / Sexualität,
•
Gewalt,
•
Sprache (Obszönität, Fluchen usw.),
•
Drogengebrauch
Die Bewertungsstufen sind:
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DVD Player
G
general audiences
für alle Altersstufen geeignet
PG
parental guidance suggested für Kinder nicht geeignet
PG-13 parents strongly cautioned
für Jugendliche unter 13 ungeeignet
R
Jugendliche unter 17 nur in Begleitung Erwachsener
restricted
NC-17 no one under 17 admitted
für Jugendliche unter 17 nicht geeignet
8.2 Parental Control
Die meisten Abspielgeräte unterstützen auch die Möglichkeit, eine Kennworteingabe zu
fordern, wenn ein Film nicht eine bestimmte Altersfreigabe besitzt (auf Englisch parental
control, elterliche Kontrolle, genannt).
9. Kopierschutzverfahren
9.1 Ländercode
Die großen Filmstudios haben eine Aufteilung der Welt in sechs Zonen beschlossen. Seit
dem Beginn des Jahres 2000 muss jedes DVD-Abspielgerät einer dieser Regionen
zugehören und darf nur DVD-Videos mit demselben oder gar keinem Ländercode (engl.
region code, kurz RC) abspielen. Mitteleuropa gehört zur Zone 2, die USA zur Zone 1.
Damit soll verhindert werden, dass ein Film, wenn er z.B. in Europa in die Kinos kommt,
bereits als DVD aus Amerika bezogen werden kann.
1
Kanada, USA
2
EU, Ägypten, RSA, Japan,
3
Südostasien, Hongkong
4
5
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Mittel- u. Südamerika, Australien,
Neuseeland, Pazifische Inseln
Afrika, RUS, Mongolei, indischer
Subkontinent, Nordkorea
6
China
7
zur Zeit nicht verwendet
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DVD Player
.
8
Flugzeuge, Hochseeschiffe etc.
Abb. 10: Aufteilung der Welt in 8 Regionen
Ein Abspielgerät, das sich entweder von Haus aus nicht um den Ländercode kümmert (vor
allem ältere Geräte) oder durch Änderungen an der Firmware dazu gebracht wurde, nennt
man region-free oder code-free. Davon zu unterscheiden sind Geräte, bei denen der
Ländercode beliebig oft geändert werden kann.
Inzwischen werden DVDs produziert, die sich nicht abspielen lassen, wenn das
Wiedergabegerät keinen Ländercode hat (region code enhancement, kurz RCE genannt).
Man kann sie aber abspielen, wenn man den Ländercode des DVD-Players umstellen kann.
9.2 CSS
Die Dateien auf einer Video-DVD sind mit dem Content Scrambling System (CSS)
verschlüsselt, mit dem das Kopieren von DVD-Videos verhindert werden soll. Natürlich
kann man die VOB-Dateien dennoch auf Festplatte kopieren. Aber ohne den auf der DVD
befindlichen Schlüssel können sie nicht wiedergegeben werden.
Da CSS lizenzpflichtig ist, wird damit zugleich verhindert, dass es Open-SourceAbspielprogramme (z.B. für Linux) geben kann. Daher haben Programmierer das System
geknackt und ein DeCSS genanntes Entschlüsselungsprogramm veröffentlicht. In den USA
gilt die Verwendung von diesem Programm aber als illegal, aber es gibt jetzt schon andere
Programme mit dem selben Zweck, z.B. VOBDec). Andererseits hat in Deutschland der
Konsument das Recht, eine Kopie für persönliche Zwecke herzustellen. Es stellt sich die
Frage, ob der Hersteller dieses Recht auf diese Weise beschneiden darf.
Das Entschlüsseln von VOB-Dateien wird ripping genannt. Nicht selten geschieht das mit
dem Ziel, die Bilddaten in geringerer Auflösung mit MPEG-1 oder dem MPEG-4-Codec
von Microsoft (die gehackte Form wird DivX;-) genannt) zu komprimieren und auf CD zu
brennen. Man rippt dazu eine Tonspur und komprimiert sie als MP3.
9.3 Macrovision
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DVD Player
Die DVD-Abspielgeräte arbeiten mit Macrovision, das ist ein Verfahren, mit dem das
Kopieren auf Videokassette verhindert werden soll. Dazu werden dem Datenstrom Signale
hinzugefügt, die zwar der Fernseher ignoriert, beim Videorecorder aber Bildstörungen
verursachen (müssen). Die Information, ob Macrovision eingeschaltet werden soll, findet
sich im Datenstrom der DVD in Form sog. Triggerbits (ungefähr jede Sekunde).
Unter unverfänglichen Bezeichnungen wie Bildstabilisator kann man Geräte kaufen, die
dem Videorecorder vorgeschaltet werden, und welche die Macrovision-Signale wieder
herausfiltern. DVD-Rippingprogramme können ebenfalls die Macrovision-Triggerbits
entfernen.
9.4 CGMS
Jede Video-DVD enthält Informationen darüber, ob und wie oft sie kopiert werden darf.
Diese Information wird ins Videosignal miteingespeist. Ein allfälliges Aufnahmegerät
sollte diese auslesen und entsprechend darauf reagieren: den Kopienzähler in der
Aufnahme erhöhen oder die Aufnahme verweigern, wenn die maximale Anzahl erlaubter
Kopien erreicht oder gar kein Kopieren erlaubt ist. Dieses Verfahren wird copy generation
management system (CGMS) genannt.
Mit dem Kopienzähler kann zwar nicht verhindert werden, dass mehrere Kopien von
derselben Vorlage gezogen werden, aber man kann die Anfertigung einer Kopie von der
Kopie einer Kopie usw. unterbinden.
10 Marktanalyse
Der DVD – Markt ist ein zur Zeit sehr boomender Markt, welcher die „junge Generation“
als Zielgruppe hat. Dies hat zur Folge, dass man als technisch nicht ganz so versierter
Kunde von den Fachausdrücken nahezu erschlagen wird. Auch die Verknüpfung der
bereits bekannten Begriffe - wie z.B: MPEG - mit dem neuen Medium der DVD sorgt für
Verwirrung.
Bei Betrachtung der Produktpalette der einzelnen Anbieter, wird man auf die neuesten
technischen Errungenschaften hingewiesen, ein einfach zu bedienendes Produkt welches
die für den Heimgebrauch notwendige Technik bietet fehlt jedoch. Auch bei zwecks
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DVD Player
Recherche geführten Verkaufsgesprächen ist mir aufgefallen, dass der Handel die DVD –
Player dazu benutzt dem Kunden zusätzliches Equipment zu verkaufen.
Nachdem man vom Verkäufer von Fachterminologie überhäuft wurde, kam fast immer der
Satz: „Aber ohne ein dazupassendes Dolby Surround System brauchen sie sich gar keinen
DVD Player kaufen.“
Ich bin nicht gegen die Errichtung eines Heim Kinos, doch glaube ich, dass die meisten
Wohnzimmer nicht groß genug sind um ein derartiges Sound System zur Geltung kommen
zu lassen.
Falls sich jemand für ein Heimkino interessiert kann ich folgende URL´s empfehlen:
•
http://www.heimkino-hobby.de
•
http://www.hauskino.de/
•
http://www.hcinema.de
•
http://www.hobby-heimkino.de
•
weitere links zu diesem Thema unter: http://www.dvd-palace.de
Der Einsatz von DVD im Business Bereich steht am Anfang seiner Entwicklung. Da die
Speicherkapazität und die Einfache Anwendung sehr für den Einsatz dieses Mediums
sprechen, wird sich DVD auch auf diesem Sektor durchsetzen. Der Grund einer langsamen
Entwicklung dieses Bereichs, sind die erheblich teueren Produktionskosten, welche durch
den technischen Fortschritt in Absehbarer Zeit jedoch sinken sollten.
10.1 Neuheiten
„Den DVD Brennern gehört die Zukunft“1 so titelte PC- WELT auf ihrer Hompage.
Diesem Satz kann ich nur zustimmen, wobei man zwei Arten von DVD Brennern
unterscheiden muss. Zum einen gibt es DVD Brenner der bei PC´s eingebaut wird und zum
anderen kombinierte DVD Player mit Aufnahmefunktion.
Die DVD Brenner in Form von Laufwerken sind sehr nützlich zum sichern großer
Datenmengen, kompletten Festplatten-Backups oder für Videofilme. Bei Videofilmen
benötigt man allerdings zusätzliche Video Karten und spezielle Rohlinge.
1
http://www.pcwelt.de/news/hardware/19897/ [Stand: 05.11.2001]
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DVD Player
DVD Playern mit Aufnahmefunktion unterscheiden sich DVD Brennern durch die
Fähigkeit Filme aufnehmen zu können. Alle anderen Funktionen stehen diesen Geräten
allerdings auch zur Verfügung. Auch der Anschluss von DV Kameras, DV Equipment und
Computer steht diesen Geräten zur Verfügung.
Der Vorteil von DVD Playern mit RW Funktion sind die gute Ton Qualität und besonders
die hervorragende Bildqualität, welche laut Experten einem Masterband gleichzustellen
sind.
10.2 Kaufempfehlungen
10.2.1 DVD Brenner
Bei den DVD Brennern konnte ich einige Tests finden, das Gerät welches bei allen Tests
am besten abschnitt war der Ricoh MP5120A-DP. Da das Testergebnis am 05.11.2001
erschienen ist, gebe ich zu bedenken, dass es vielleicht schon eine neue Generation gibt.
Um Vergleiche anstellen zu können fasse ich im nachfolgenden Absatz die technischen
Details kurz zusammen:
Der Ricoh MP5120A-DP ist das Gerät, welches am ehesten mit den meisten DVD
Laufwerken und Playern kompatibel ist. Das Gerät braucht zum Beschreiben einer
DVD mit 4,7GB nur 25 Minuten, außerdem können auch CD-RW´s und CD-R´s
gebrannt werden.
CD-R
brennt
das
Gerät
mit
12-facher
und
CD-RW´s
mit
10-facher
Geschwindigkeit. Die Abspielgeschwindigkeit liegt bei CD-ROM´s bei 32 fachem
Tempo, DVD-Rom´s mit bis zu 8 fachem Tempo.
10.2.2 DVD Player mit Aufnahmefunktion
Die DVD Player mit Aufnahmefunktion sind in Österreich seit Anfang Februar erhältlich,
zu einem durchschnittlichen Preis von € 1.500 – € 3.000,--. Die Aufzeichnung wird so wie
beim VHS Recorder von VPS und ShowView unterstützt. Die nachfolgende Generation
soll zusätzlich das von den Digitalen Videorekordern bekannte Time-Shifting2 anbieten.
2
Durch Time-Shifting wird das Zeitversetzte sehen eines Films während der Aufzeichnungsphase
ermöglicht. Dadurch können die Werbeblöcke übersprungen werden.
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DVD Player
Da ich nach einem Gerät für den technisch interessierten und nach einem Gerät für den
durchschnittlichen Käufer gesucht habe, konnte ich die folgenden zwei Geräte den
Zielgruppen zuordenen:
Der Pioneer DVR-7000 DVD-R/RW Rekorder ist ein DVD Player der für den
Heimgebrauch konzipiert wurde und den „Freaks“ einige Möglichkeiten bietet. Neben
diversen Aufnahmemodi, welche sich durch die Bildqualität und die Aufnahmedauer
unterscheiden, bietet dieses Gerät alle Möglichkeiten, das vorhandene DV Equipment mit
einzubeziehen. So können alle Digitalen Geräte und auch der Computer mit dem DVD
Recorder, mittels Firewire – Buchse an der Forderseite, angeschlossen werden. Auch eine
Übertragung der DV Videoströme in beide Richtungen ist möglich. Weiters bietet der
DVD 7000 viele Editiermöglichkeiten wie zum Beispiel Nachvertonen oder Framegenaue
Videoschnitte.
Abb.11: Pioneer DVD 7000
Dieses Gerät bietet also alle Möglichkeiten, hat jedoch einen Nachteil. Das abspielen der
aufgenommenen DVD´s ist, bis auf wenige Ausnahmen, nur mit diesem Gerät möglich.
Ende letzten Jahres war noch nicht klar ob es Annäherungen an die DVD+RW Standards
geben wird. Was für den Pioneer DVD 7000 spricht ist die langjährige Erfahrung von
Pioneer am DVD Markt, und so kann man davon ausgehen, dass dieses Gerät keine
„Kinderkrankheiten“ hat. Da es in Japan schon seit zwei Jahren DVD RW Geräte gibt, ist
dies bereits die dritte Generation der DVD RW Player.
Der Preis des DVD 7000 DVD-R/RW Rekorders liegt bei € 1.929,--. Noch im Dezember
war ein empfohlener Verkaufspreis von € 2.999,-- vorgesehen gewesen.
Das Benutzerfreundlichere Gerät ist mit Sicherheit der DVDR 1000 von Philpis.
Dieses Gerät ist in Zusammenarbeit mit sieben führenden Anbietern am Home-ElectronicsMarkt entstanden. Der Vorteil ist eine gute Kompatibilität mit anderen DVD Playern der
gleichen Generation.
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DVD Player
Abb.12: Philips DVDR 1000
Ein weiterer Punkt ist die einfache Bedienung dieses Geräts. Mittels einem roten
Aufnahmeknopf kann die Aufnahme aktiviert werden. Auch der Philips DVDR 1000 bietet
verschiedene Aufnahmemodi an. Es gibt einen 1 Stunden Modus mit besonders guter
Bildqualität, bis hin zum 4 Stunden Modus mit schlechter Bildqualität, welche den
Videorecorder allerdings immer noch sichtbar überlegen ist.
Neben der digitalen Bildqualität bietet der DVDR 1000 allerdings auch exzellente digitale
Tonqualität, welche durch passende Tonsysteme noch besser zum Ausdruck kommt.
Der DVD 1000 dient allerdings nicht nur zum Aufnehmen von Filmen er kann auch
digitale Eigenkreation aufnehmen. Auch die Verknüpfung mit dem PC ist möglich.
Dies waren Grund genug dafür, dass der DVDR 1000 den EISA Award des Jahres 2001 in
der Kategorie Digital Video Recording bekommen hat.
Zusammenfassend ist der DVDR 1000 von Philips das Gerät welches durch einfache
Bedienung und bereits programmierte Aufnahmemodi den Einstieg in die Digitale
Aufzeichnung erleichtert.
Die Preisempfehlung liegt bei € 1.999,--, wobei er laut Geizhals.at um € 1.749,-- ab sofort
erhältlich ist.
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DVD Player
11 Literaturverzeichnis
FINZEL, P.: Das DVD Buch: Optimale Software für das Kino zu Hause. Potsdam: Polzer
Verlag, 2000.
Internetquellen:
www.golem.de [Stand: 12.12.01]
http://www.pcwelt.de/news/hardware [Stand: 12.12.01]
http://www.pioneer.at/dvd/dvd_record_cont.htm [Stand:10.12.02]
http://www.pioneer.co.jp/presse/relrase81.html [Stand: 12.12.01]
http://www.media,markt.at [Stand:08.12.01]
http://produkte.philipsinfoservice.de [Stand: 10.12.01]
http://www.digital-movie.de [Stand:19.02.2002]
http://www.philips.at/media[Stand: [Stand: 12.12.2002]
http://www.dvd-palace.de
http://www.dvd-inside.de
http://www.digital-movie.de
http://www.digitalvd.de
http://www.dvd-szene.de
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