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B e z u g p r e is
A n z e ig e n p r e is :
v ie rte ljä h rlic h :
fü r d ie 4 m a l g e s p a lt e n e N o n p .Z e i l e o d e r d e r e n R a u m 25 P f .
bei A b h o lu n g
in d e r D r u c k e r e i
5 JC, b e i B e z u g d u r c h d i e P o s t
und den B uchhandel 6
u n te r
S tr e ifb a n d
la n d ,
Ö s te rre ic h -U n g a rn
fü r
\
D e u ts c h ­
und
L u x em b u rg 8 J l;
u n te r
S tr e ifb a n d
im
W e ltp o s t­
Glückauf
N ä h e re s
ü b e r P re is -
e r m ä s s ig u n g e n b e i w ie d e rh o lte r
Berg- und Hüttenmännische
Zeitschrift
A u fn a h m e e r g ib t d e r
auf W unsch
zu r V e rfü g u n g
s te h e n d e T a rif.
E in z e ln u m m e r n
w e rd e n
A u s n a h m e fä lle n
v e r e i n 9 JCm
Nr. 14
n u r in
abgegeben.
45. Jah rgan g
3 . A p r il 1 9 0 9
Inhalt:
S e ite
S e ite
S c h w e d e n s E is e n s te in b e r g b a u in te c h n i s c h e r ,
s o z ia le r u n d
w irts c h a ftlic h e r
H in s ic h t,
s e in e A u s s ic h te n u n d v e r m u tlic h e E n tw ic k ­
lu n g . V on B e rg re fe re n d a r S p a c k e i e r , H a n n o v e r
473
R e c h t s p r e c h u n g u n d I n d u s t r i e . I I. V o n B e rg ­
w e rk s d ire k to r D r. B e r c k e m e y e r , H e r n e . . . .
481
T e c h n is c h e
b e rg b a u
V e r k e h r s w e s e n :A m t l i c h e T a r i f v e r ä n d e r u n g e n
A ngaben aus dem
S te in k o h le n ­
N o r d f r a n k r e i c h s i m J a h r e 1907 .
486
D ie G e w in n u n g d e r B e r g w e r k e , S a l i n e n u n d
H ü tte n
im
D e u ts c h e n
R e ic h
und
in
L u x e m b u r g i m J a h r e 1 908
489
G e s e t z g e b u n g u n d V e r w a l t u n g : B a u p o li z e il i c h e
A b n a h m e d e r D a m p fk e s s e l. R e c h tz e itig k e it d e r
M u tu n g , in s b e s o n d e r e n a c h e in g e tr e te n e r S p e rre ?
S te in k o h le n , B r a u n k o h le n , K o k s , B r ik e tts u n d
T o r f i m F e b r u a r 19 0 9 . E i n f u h r e n g l is c h e r K o h l e n
ü b e r d e u t s c h e H a f e n p l ä t z e i m F e b r u a r 19 0 9 .
V e ru n g lü c k u n g e n b e i d e m B e rg w e rk s- u n d S te in ­
b r u c h b e t r i e b e im O b e r b e r g a m t s b e z i r k B o n n im
J a h r e 1908
492
V o lk s w irts c h a ft
und
S ta tis tik :
K o h le n g e ­
w i n n u n g im D e u t s c h e n R e i c h im F e b r u a r 1 9 0 9 .
E in - u n d A u s f u h r d e s d e u t s c h e n Z o ll g e b i e t s a n
.
495
M a r k t b e r i c h t e : E s s e n e r B ö rse . V o m Z in k m a r k t.
V o m a m e r ik a n is c h e n E is e n - u n d S ta h lm a r k t.
V o m a m e rik a n is c h e n K u p f e rm a rk t. M e ta llm a r k t
( L o n d o n ) . N o t i e r u n g e n a u f d e m e n g li s c h e n K o h l e n u n d F ra c h te n m a rk t. M a rk tn o tiz e n ü b e r N e b e n ­
p ro d u k te
............................................................................
P a te n tb e ric h t
• •
B ü c h e r s c h a u ................................................
Z e its c h rifte n s c h a u
...............................................................
P e rs o n a lie n
495
500
504
.5 0 7
......................................................................................
508
Schwedens Eisensteinbergbau in technischer,
sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht, seine Aussichten und vermutliche Entwicklung.
V o n B e rg re fe re n d a r S p a c k e i e r , H a n n o v e r.
Schwedens Eisensteinbergbau hat besonders im
letzten Jahre im M ittelpunkte des Interesses der deut­
schen Berg- und Hüttenleute gestanden, da er m it dem
Anfang 1908 in K ra ft getretenen A bkom m e n zwischen
dem schwedischen Staate und den drei größten B e rg ­
werksgesellschaften in ein neues, für seine eigene E n t ­
wicklung sowohl als auch für unsere deutsche E ise n ­
industrie wichtiges Stad iu m eingetreten ist.
Au ch bei
den bevorstehenden Zollvertragsverhandlungen w ird er
eine bedeutende Rolle spielen. D u rc h den genannten,
sowie den im letzten Som m er abgeschlossenen sog.
Svappavara-Vertrag zwischen dem schwedischen Staate
einerseits und der K irun avara-Lu o ssavara-A ktie nge se llschaft, der A. G. Gellivare-Erzfeld und der GrängesbergOxelösund-Transport-A. G. anderseits ist für die große
Zahl der n o r d s c h w e d i s c h e n Eisenerzlager auf die
Dauer von zunächst 25 Jahren die Inangriffnahm e
des Abbaus praktisch ausgeschlossen, da der Staat
als Besitzer bzw. Nutznießer nur für den inländischen
Bedarf fördern, auf keinen F a ll aber daraus Erze ex­
portieren darf. D er gesamte auf E x p o rt gerichtete B e rg­
bau ist auf die drei großen, bereits im A b b a u befind­
lichen Erzvorkom m en des K iru n a v a ra und des Gellivarefeldes in L a p p la n d sowie des Grängesbergfeldes in
Mittelschweden beschränkt. E rs t vo m 1 . Januar 1933
an kann eine Aufschließung weiterer nordschwedischer
Felder seitens des Staates in Frage kom m en; verm utlich
w ird sie in noch weit größerer Ferne liegen.
Im m it t e ls c h w e d i s c h e n E rz d istrik t ist das schon
genannte Grängesbergfeld dem E x p o rt in beschränktem
M aße geöffnet. D ie übrigen Lagerstätten Mittelschwedens
erzeugen fast ausschließlich Erze zum inländischen V e r­
brauch. Erstens sind diese Vorkom m en wesentlich unbe­
deutender an E rzvo rrat als Grängesberg und die la p p ­
ländischen Lager, so daß sie im Kleinbetrieb gewonnen
werden, zweitens bauen viele Gruben schon in größerer
474
Nr. 14
Glückauf
Teufe.
Beide U m stände erhöhen die Grubenkosten.
D er Bergbau ist daher nur m öglich durch den unm ittel­
baren Zusam m enhang m it der schwedischen H ü tte n ­
industrie, die vermöge der Reinheit und besonders der
Phosphorfreiheit vieler Erze und des Verschmelzens m it
Holzkohle ein gutes Eisen für den inländischen Bedarf
und ein hochwertiges Oualitätseisen für den E x p o rt
erzeugt.
U nter diesen Um ständen hat für die deutsche In d u ­
strie nur der Bergbau in den 3 großen Feldern zu
Grängesberg, Gellivare und K iru n a Interesse. Im fol­
genden sollen daher an H a n d einer genauen Darstellung
ihrer technischen Einrichtungen, der Arbeiterverhält­
nisse und der Lage ihres M arktes die Aussichten dieser
drei großen Bergwerksbetriebe und ihr E in flu ß auf
die deutsche Industrie erörtert werden.
Zum allgemeinen Verständnis sei vorausgeschickt,
daß die schwedischen Exporterze nach ihrem Phosphor­
gehalt in 7 Sorten eingeteilt werden, die kurz m it den
Buchstaben A, B, C, D, E , F und G bezeichnet zu
werden pflegen. Diese 7 Sorten s in d "
A -Erze: P-arm es Magneteisenerz, bis 0,05 pCt P, hat
gewöhnlich glänzenden muscheligen Bruch;
B,, P-arm es Magneteisenerz, in K iru n a gemengt
m it Roteisen und Eisenglanz, bis 0,1 pCt P,
meist m it mattem Bruch;
C„ P-haltiges Magneteisen m it A p atit in Form
dünnen Anfluges, 0,1— 0,6 pCt P, nicht als
P-haltig zu erkennen;
D,, P-reich m it A p atit in Trümmern, Nestern und
Lagen, 0 ,75— 2,5 pC t P ;
E,, P-reich m it äußerst fein verteiltem Apatit,
über 3 pCt P;
F,, P-reich, grobgefügig, 2—3 pCt P ;
G,, P-reich, grobgefügig, über 3 pCt P;
V a rp -Erz (d. i. Haldenerz), dahin gehört alles E rz
ohne Unterschied, das zur Verhüttung zu arm ist.
A. D a r s t e l l u n g d e s B e r g w e r k s b e t r i e b e s .
I. G r ä n g e s b e r g .
G e o lo g i s c h e Ü b e r s ic h t . D a s Grängesbe'rger E r z ­
feld, im Norden des mittelschwedischen Industrie­
bezirkes in Kopparbergslän unweit des D alelf unter
60° 5' nördlicher Breite gelegen, ist durch seinen Reich­
tum an E rz schon jahrhundertelang bekannt.
Eine
einflußreiche Stellung unter den mittelschwedischen
Gruben gewann es jedoch erst, als E nd e der 80er Jahre
des vorigen Jahrhunderts die E rfin d u n g des Thom as­
prozesses den A bbau der reichsten, phosphorhaltigen
Linsen wirtschaftlich m öglich machte. Seitdem ist die
Gew innung von P-haltigem Erz, das fast ausschließlich
zum E x p o rt diente, bis zum Jahre 1907 ständig gestiegen.
Sie erreichte eine Höhe von fast 700 000 t. D a s B e rg­
werkseigentum des Feldes befindet sich in der H a n d von
vier verschiedenen Gesellschaften, von denen die Grängesberg-Oxelösund-Transport-A. G. das alleinige Ausbeute­
recht gepachtet hat.
D a s Grängesberger Grubenfeld, über das die K arte
in Fig. 1 einen Überblick gewährt, um faßt ein Gebiet von
etwas über 4 km Länge und 0,5 km größter Breite. In
diesem Revier tritt innerhalb eines grauen bis rötlichen
Granulites eine große Z ah l nordsüdlich streichender
Erzlinsen von sehr verschiedener M äch tigkeit auf.
N ach ihrer geographischen L a ge werden 4 Abbaufelder
unterschieden, von denen das Lom bergsfeld im Süden,
das Ormbergsfeld im Westen, das R isbergsfeld im Norden
und das Grängesberg- oder E xp ortfe ld im Osten liegt.
Erklärung:
K '\ F r r tin .’.pn
|___| Q ra n u lit
Luiül A m p h ib o lit
\:'ry.\nnrnhyriMcf>er Q ranu/it
^ See
\H 2 0 /a t> a s
F i g . 1.
P - f l Gneis
l l i f l U rg ra n if
“ Haus
D er G rä n g e sb e rg e r E rz d is trik t.
D ie drei erstgenannten Felder enthalten wenig mächtige
P-arm e R o t- u nd Magneteisenerze.
Bei weitem das
bedeutendste ist das Exportfeld, das aus 3 im Streichen
aneinander anschließenden Linsen besteht. Während
die südliche und mittlere Linse am Tage zusammen­
hingen und sich erst bei etwa 20 m Teufe schieden, ist
die nördliche Linse durch ein Bergem ittel abgetrennt. Bei
einer streichenden A u sdehn un g von zusam m en 800 m
erreichen die Linsen eine M äch tigkeit bis zu 90 m. Sie be­
stehen jedoch nicht in ihrer ganzen M asse aus Erz, ent­
halten vielmehr eine große Z ah l von Cxranulitlagen
konkordant eingeschaltet, die bis zu 4 m Mächtigkeit
anschwellen können. A u ch Pegm atitgänge setzen unregel­
m äßig dm ch. Z u m Unterschied von den kleinern Vor­
kom men hat das E xp ortfe ld einen P -G e h alt von durch­
schnittlich 1 1,5 pCt sowohl in den Magnetiten als
auch in den besonders am H angenden der nördlichen
Linse vorkom m enden Häm atiten. D u rc h einen Vertrag
der Gesellschaft m it dem schwedischen Staate ist schon
seit einei Reihe von Jahren die A u sfu h r phosphorarmer
Erze verboten.
E ine n Ü be rblick über die Verteilung
\o n E i z und Be rg gibt die Skizze in Fig. 2 , in die
natüilich nur die m ächtigem Granulitlagen eingetragen
werden konnten. D ie Grenze gegen das Nebengestein,
besonders gegen das Liegende, ist überall scharf gezogen.
ie Berechnung der Menge
vorhandenen Erzes
u n d duich den Gehalt an tauben Bestandteilen er­
3. April 1909
Gl iickauf
schwert. D ie Beobachtung hat gelehrt, daß die größte
Mächtigkeit bei allen Linsen zwischen 100 und 150 m
Teufe liegt. Im südlichen E xp o rtfe ld ergab'eine Messung,
daß der größte H orizontalschnitt bei 110 m Teufe
um 6,5 pCt größer ist als der A u sb iß am Tage. N im m t
\ < w m C jn e i s
F ig . 2.
IIIIM'I M
a g n e te r z
H+44-U f f o t e / s e n e r z 1— 1Q r a n u / i t l.v. vlP e g m a t / t
H o riz o n ta ls c h n itt
d u rc h
T e u fe .
d a s E x p o r t f e l d b e i 90 m
man darunter eine etwa gleichm äßig fortschreitende
Verringerung an, so würde bei 220 m Teufe die Fläche
des Erzes gleich der am Tage sein u nd bei 600 m noch
78 pCt und bei 1000 m Teufe noch etwa 65 pC t des
Ausbisses betragen.
D ie M essungen haben folgende
Erzareale am Tage ergeben:
R is b e r g s f e ld ................ 12 500 qm
O r m b e r g s f e l d ............
3 900 ,,
L o m b e r g s f e l d ............
4 000 ,,
Nördliches Exp ortfe ld .
27 800 ,, •
Südliches Exp ortfeld . .
24 600 ,,
72 80 J
qm
D araus berechnet sich der In h a lt der unverritzten
Erzkörper:
R is b e r g s f e ld . . . .
O r m b e r g s f e ld . . .
L o m b e rg s fe ld . . .
N ö r d l. E x p o r t f e l d .
S ü d l. E x p o r t f e l d
b is 2 2 0 m
T e u fe
b is 600 m
T eu fe
cbm
cbm
2 838
885
908
6 334
5 588
000
000
000
000
000
7 065
2 200
2 260
15 636
14 904
b is
1000
m
475
so daß z. Z. noch ein V o rrat von 88 bzw. 136 M ill. t
P -haltiger Erze und 31 bzw. 48 Mill. t P-arm er Erze
vorhanden ist. D abe i betrug die Förderung im Jahre
1907 etwa 700 000 t E x p o rt- u nd 70 000 t P-arm es Erz.
A b b a u . W ie auf sämtlichen schwedischen Eisenerz­
gruben hat der Bergbau in Grängesberg m it Tagebau
begonnen. In den 3 kleinern Feldern ist m an allmählich
zum Tiefbau übergegangen, da die geringe M ächtigkeit
der Lagerstätte ein Nachreißen des Hangenden nicht
erlaubte, so daß m an vereinzelt Sicherheitspfeiler
stehen lassen mußte.
Jetzt folgt m an meistenteils
der Lagerstätte
m it
einem
tonnlägigen Schacht
an dem einem E n d e der Linse und fährt von hier
aus Sohlenstrecken streichend im Lager auf, die in
feste Zim m erung gesetzt werden.
V o m jenseitigen
E nd e der Linse ausgehend, wird sodann die ganze über
der Sohle anstehende Erzm enge hereingewonnen, wobei
das von der Streckenzimm erung getragene Haufw erk
nur so weit durch Rutschen m it Schiebern in die Strecke
abgezogen wird, als nötig ist, um den Hauern R a u m
zu gewähren (s. Fig. 3). D e r A bstand der Sohlen beträgt
meist 60 m, wobei gegen die obere Sohle ein Sicherheits­
pfeiler von 4 m stehen bleibt. Im Streichen werden die
Linsen in der Regel in ihrer vollen Ausdehnung abgebaut,
so daß sich ein Abbauverlust von nur 7 pCt ergibt.
In jeder Grube ist eine Sohle im Ausfördern, eine in der
Gew innung u nd eine in der Vorrichtung begriffen. Der
Schwede bezeichnet diese Abbaum ethode wegen der
Stapelung des Haufw erkes als »streichendenMagazinbau«.
T e u fe
cbm
000
000
000
000
000
10
3
3
24
21
8 34
3 79
4 66
115
322
000
000
000
000
000
D a d a s d u r c h s c m i t t l i c h e s p e z i f i s c h e G e w i c h t z u 4,1
s ic h d ie a n s te h e n d e n
w o r d e n ist, b e i a u f e r
e rm itte lt
R o h e rz m e n g e n
au f:
R is b e r g s f e ld . . .
O r m b e r g s f e ld . . .
L o m b e r g s f e ld . . .
N ö r d l. E x p o r t f e l d .
S ü d l. E x p o r t f e l d
zusam m en . .
b is 2 2 0 m
T e u fe
b is 6 0 0 m
T e u fe
t
t
10
3
3
25
22
925
628
723
9 69
911
0 00
000
0 00
0 00
0 00
67 156 0 00
28
9
9
64
61
9 66
020
266
108
106
b is
1000
m
T e u fe
F ig . 3.
A b b a u d e r s c h w a c h e m E rz lin s e n .
t
0 00
000
000
06.0
000
172 4 6 6 0 00
44
13
14
98
87
419
854
210
8 72
420
000
000
000
000
0 09
258 775 0 00
Der Durchschnitt mehrerer Jahre hat gezeigt, daß
man von der Gesamtm enge im nördlichen E x p o r t­
feld 86 pCt, im südlichen 70 p C t und in den übrigen
Feldern nur 60 pCt als reines E rz rechnen darf. M an
erhält danach 129 Mill. t Gesam tvorrat bis zu 600 m
Teufe und 194 Mill. t bis 1000 m Teufe, davon im nörd­
lichen Exportfeld 55 bzw. 85 M ill. t, im südlichen 43
bzw. 61 Mill. t, im ganzen E xp ortfe ld 98 bzw. 146 M ill. t
Vorrat an reinem Erz. V o n dieser gesamten Menge waren
.m Grängesberger Felde bis A n fa n g 1908 etw'a 12%
Mill t gebrochen, davon fast 10 M ill. t im Exportfelde,
W esentlich tiefer kann m an m it dem Tagebau auf
den m ächtigem Linsen des Exportfeldes hinunter­
gehen, da hier die auf die Tonne E rz entfallende Menge
an Bergen des hereingewonnenen Hangenden kleiner
wird. Innerhalb des Exportfeldes wieder arbeitet m an in
der m ächtigsten nördlichen Linse z. Z. noch bei 110 m
Teufe im Tagebau, während m an in den südlichen beiden
Linsen unterhalb 90 m Teufe zum Tiefbau über­
gegangen ist.
D ie Abbaum ethode in den Tagebauen ist naturgem äß
ein Strossenbau.
V o n einem Schacht im Hangenden
aus unterfährt m an das Lager, bricht hoch, arbeitet von
hier aus fächerförmig auseinander u nd gewinnt das E rz
in einzelnen horizontalen Scheiben herein. D er Sohlen­
abstand beträgt dabei 18 m. In früherer Zeit gab m an
jeder Sohle des Tagebaus einen besondern Schacht.
D ie zunehmenden K osten der Schächte führten jedoch
zum Verzicht darauf. F ü r den tiefsten Tagebau in der
Nr. 14
Glückauf
476
nördlichen Linse ist jetzt die Förderung der beiden im
Abbau und der einen in Vorrichtung befindlichen Sohle
im »Knuts-Schachte« vereinigt.
D a s Nachreißen des hangenden Nebengesteins erfolgt
streichend in horizontalen Streifen, wobei das Gestein
bis zur Höhe der vorhergehenden Sohle überhängt
(s. Fig. 4).
F ig . 4.
T a g e b a u m it te rra s s e n fö rm ig g e b a u te m H a n g e n d e n .
A u f der südlichsten Linse des Exportfeldes ist man
bereits zum Tiefbau übergegangen, da die Kosten für
die großen Mengen nachzureißenden Gesteins zu groß
im Verhältnis zu den Nachteilen des Tiefbaus wurden.
V on dem im hangenden Gneis angesetzten Müllerschacht
aus hat m an das Lager querschlägig angefahren und
parallel zum Lager im Hangenden ein Um bruchsort
getrieben. V on dieser Hauptstrecke aus wurde »querschlägiger Magazinbau« ohne Bergeversatz betrieben,
der dem querschlägigen Firstenbau auf einigen unserer
mächtigen K alilager ähnlich ist. D a s Lager wird in A b ­
ständen von 20 zu 20 m von der Richtstrecke aus bis
ans Liegende querschlägig durchfahren, wobei die Strecke
im Hangenden eine -Weite von 2 x 2 m, im E rz eine
solche von 10 m Breite und 5 m Höhe erhält, und wobei
das Haufw erk m öglichst nicht abgefördert wird.
Im
E rz wird am Hangenden entlang hochgebrochen, um
eine W etterverbindung m it der obern Sohle herzustellen.
In der M itte der großen Unterfahrungstrecke von
10 x 5 m Weite wird querschlägig eine Förderstrecke
in starke Türstockzim m erung gesetzt, zu beiden Seiten
in 2 m Zwischenraum m it verschließbaren Schurren
versehen und in Erzhaufw erk fest verpackt (s. Fig. 5).
V o m Liegenden aus wird hochgebrochen und von hier
aus die Firste gedrückt. Die Arbeiter stehen auf dem
gewonnenen Erz, von dem nur so viel aus den Schurren
abgezogen wird, daß oben ein 2 m hoher freier R au m
bleibt. A m Liegenden wird eine Fahrrolle nachgeführt,
so daß die W etter hier eintreten, den A bbau in seiner
Längsrichtung durchziehen und am Hangenden zur
obern Sohle austreten können.
Der Sohlenabstand beträgt 40 m, wovon an der Grenze
gegen die obere Sohle 6 m als Sicherheitspfeiler stehen
bleiben, die Breite der Magazine und der Sicherheits­
pfeiler je 10 m, ihre Länge je nach der M ächtigkeit des
Lagers bis zu 80 m.
Eine Abänderung des A bbaus wird neuerdings
dadurch versucht, daß m an die Förderstrecke nicht im
Haufw erk offen hält, sondern an beiden Seiten in die
Sicherheitspfeiler verlegt, wodurch bedeutend an H o lz­
kosten gespart wird. U m das Abziehen in die Rutschen
zu erleichtern, hat m an die Unterfahrungstrecken
ausgefördert und aus vom Tage hereingeschafften Bergen
einen mit Brettern gedeckten Eselsrücken gebildet.
V o m Stan d pu nkt des augenblicklichen wirtschaft­
lichen Erfolges aus betrachtet, ist dieser A b b a u als
gü nstig zu bezeichnen. D ie Erze können aus den Rutschen
unm ittelbar in die W agen abgezogen werden, die weiten
Strecken erlauben große W age n u nd mechanische
Förderung bis in die Abbaue.
D e m steht jedoch ein
Abbauverlust von 50—60 pC t gegenüber.
Von dem gesamten E rzvo rrat des Exportfeldes
können schätzungsweise noch etwa 2 Mill. t im Tagebau
gewonnen werden. W ürde m an alsdann die beschriebene
Abbaum ethode allgemein einführen, so würde die bei
Be gin n 1908 noch vorhandene nutzbare Erzmenge
auf 40 Mill. t bis zu 600 m Teufe u nd auf r. 60 Mill. t
bis zu 1000 m Teufe gerechnet zurückgehen.
Unter
den gegebenen Verhältnissen erscheint es jedoch nicht
möglich, die Abbauverluste zu verringern oder überhaupt
eine bessere Methode durchzuführen, da die in der Separa­
tion und W äsche gewonnenen Berge nicht annähernd
zur D urchfüh ru ng des Bergeversatzes ausreichen, auch die
alten Halden der Tagebaue keine bedeutenden Mengen
liefern werden und eine G ew innung der archäischen
Nachbargesteine nur zum Zweck des Versatzes natürlich
nicht in Frage kom men kann.
Kv'/k Haufrverk
E D Sicherheilspfe/Ier
K I 3 ftangenc/es u L/egendes
Horizonfa/rifs der 110mSohle
Längsschniffin Lime J-ß
F ig . 5.
Querschnitt mL/me C-0
T i e f b a u im E x p o r t f e l d .
G e w in n u n g . D ie G ew innung erfolgt fast ausschließ­
lich m ittels stationärer Preßluftbohrm aschinen der
Ingersoll-Sergeant-Com p., die im Tagebau auf Dreifüßen,
im Tiefbau an Spannsäulen befestigt werden. Bei der
schwierigen Aufstellung der Maschinen auf Vorsprüngen
des Stoßes im Tagebau erscheint es auffallend, daß
die ausgeführten Y ersuche m it Boh rh äm m ern angeblich
so wemg E rfo lg gehabt haben. Die letztem kom men nur
da zui Anwendung, wo ein Aufstellen des Dreifußes
unmöglich ist. D ie V e rd in gu ng des Bohrens erfolgt — w ie fast in ganz Schweden — ausschließlich nach Bohr­
metern. Im E rz werden für 1 m Bohrloch naß 0,80 K =
0,90M und trocken 0,75 K = 0 ,84 ,# gezahlt. Spreng­
stoffe werden den Arbeitern geliefert. D ie durchschnitt­
liche liefe eines Bohrloches beträgt im Tagebau 4 m, im
Tiefbau 2 3 m, die Le istu n g einer M aschine 10— 12
3. April 1909
Glückauf
bzw. 12—13 m in der Schicht, so daß die H äuer — 2 M an n
an einer Maschine — etwas über 4 Iv in der Schiel lt
verdienen.
D as G elatine-D yn am it liefert eine nur etwa I km
entfernte, m it den Gruben in finanziellem Z u sam m e n ­
hang stehende D yn am itfab rik .
M an rechnet, daß
12—15 t Förderung 1 k g D y n a m it erfordern.
D as Schießen erfolgt im A b b a u m ittels Zündschnur;
nur be’m Schachtabteufen kom m t elektrische Zün du ng
zur Anwendung.
F ö r d e r u n g . B e i der Bedeutung, welche die H a n d ­
förderung, namentlich in früherer Zeit, für den Grängesberger Bergbau hatte, hat m an auf ihre V e rvo llkom m ­
nung hohen W ert gelegt.
U m trotz der Schwere des
Materials große W agen verwenden zu können, wurde
auf die Schienenlegung große Sorgfalt verwandt, ins­
besondere wurden scharfe K rü m m u n ge n und D re h ­
platten vermieden.
D ie große Z ah l der fächerförmig
auseinandergehenden Gleise in den Tagebauen ist mit
sanft gekrümm ten Zungenweichen verbunden.
M an
hat dadurch erreicht, das Tonnenkilom eter auf 30 Öre
= 34 Pf. herabzudrücken, obgleich der D u rch sch n itt­
lohn der Förderleute 4,25 K = 4,76 M beträgt. D a s
Gedinge steht so, daß für jede angefangenen 100 m
'3 Öre für 1 Tonne Förderung bezahlt werden. H a t ein
Mann also z. B. 200 m zu fördern, so erhält er 6 Öre für 1 t.
E r muß alsdann, um auf seinen Lo h n zu kommen,
4 25
=
70,8 t über 200 m
weit fortschaffen. D a die W agen
1,2 t E rz enthalten, hat er 59 W age n zu stoßen, im
ganzen also 23,5 km W e g zurückzulegen, in acht­
stündiger Schicht eine gute Leistung.
A u f den altern Sohlen erfolgt die Förderung von
Hand bis an den Schacht, während m an auf den neuern
Sohlen mechanische Förderung im Ouerschlage ein­
gerichtet hat.
A u f den beiden in Förderung stehenden Sohlen der
nördlichen Linse des Exportfeldes hat m an .von dort
zum Knutsschacht eine Brem sbergförderung eingerichtet
(s. Fig. 6), während die in V orrich tun g befindliche Sohle
eine horizontale Seilbahn erhalten wird. M an erreicht
Fig. ö.
F ö rd eru n g im K n u t s s c h a c h t f e l d e .
zugleich eine Verm inderung der A n schlagpu nkte am
Schacht dadurch, daß m an dem untern Brem sberg ein
Gefälle von 1 : 4 gegeben hat, während der obere nur
1 : 10 Gefälle aufweist, was für die vorhandene Förderung
477
vö llig ausreicht. G ü nstig für diese A r t der Förderung
wirkt das feste Gestein, in dem die Bremsberge und
Schächte vollständig ohne A u sb au stehen.
D ie Ein rich tu n g der Bremsberge geht aus Fig. 7
hervor. D a s Seil läuft am obern E n d e um die beiden
unter der Förderbahn verlagerten Seilscheiben, von
denen eine mit Bandbrem se versehen ist. A n den beiden
Enden des Seiles ist unlösbar ein hölzerner Mitnehm er­
karren befestigt, der auf besonderm kleinen Gestänge
zwischen den Hauptschienen läuft. A m untern Ende
des Bremsberges geht dieser unter das Hauptgestänge
hinab, nim m t aber beim Aufwärtsgehen einen vor­
geschobenen Förderwagen m it aufwärts.
A m obern
E n d e dagegen wird der Mitnehmerkarren vom Förder­
wagen mitgenommen, sobald ein solcher an die schiefe
Ebene herangeschoben wird. W ährend der Förderung
verhindert der K arren beiderseits das Abrollen des
W agens. B e i der A n k u n ft am untern E n d e läuft der
W agen von selbst vom M itnehm er ab, u. zw. genau in
dem Augenblick, wenn der aufwärtsgehende Förder­
wagen die schiefe Ebene verläßt. Trotz dieser einfachen
Einrichtung, welche jedes Kuppeln usw. erspart, hat sich
die A n lage nicht bewährt, d a die Betriebkosten sich
auf 28,6 Öre für 1 tkm gegen 30 Öre bei Handförderung
stellten.
D ie Geringfügigkeit der Ersparn is liegt nicht
nur an der K ürze der Förderstrecke — 70 m — sondern
wesentlich auch an dem starken Seilverschleiß, der
durch das Rucken beim Anschlägen des Mitnehm ers an
den untern W agen hervorgerufen wird.
Der Seilver­
schleiß allein beträgt 3 Öre für 1 tkm.
Z u m Heben der Erze im Knutsschacht dient ein
einfacher Drehstromhaspel, der ohne Pufferaggregat
an die H auptleitu ng angeschlossen ist.
Die beim Nachreißen des Hangenden fallenden Berge
werden in der Regel nicht auf die Sohle und von hier im
Schachte zu Tage gefördert, sondern direkt durch Tonnen­
förderung auf schiefer Ebene gehoben. D a s Gestänge
der letztem wird, meistenteils unter 60— 70° Steigung,
auf ein Holzgerüst montiert.
Z u m Antrieb dient ein
Elektrom otor.
Im T i e f b a u d e s s ü d l i c h e n E x p o r t f e l d e s geht
der H auptbetrieb z. Z. auf der 110-u n d 150 m -Sohle um,
während sich die 190 m -Sohle in Vorrich tun g befindet.
Z u r V erbilligu ng der Horizontalförderung werden die
Erze der 110 m -Sohle in Rollen abgestürzt und auf der
150 m -Sohle aus Schurren abgezogen, so daß fast die ge­
samte Erzförderung von dieser Sohle aus erfolgt, auf der
eine O berleitungs-Lokom otivbahn angelegt ist. Die drei in
Betrieb befindlichen Lokom otiven erhalten Strom von
500 V und werden durch zwei hintereinander geschaltete
Motoren von 40 P S betrieben. Sie führen die Wagen,
die je nach Reinheit der Erze 2,5— 3,5 t fassen, in die
Nr. 14
Glückaul
478
Abbaustrecken bis vor die Rutschen der Magazine
und der Füllrollen und schaffen Züge von 10 W agen
mit einer Geschwindigkeit von 3 m /sek zum Schacht.
D ie Förderung im Müllerschacht erfolgt in Tonnen,
die den südafrikanischen Skips ähneln. Sie nehmen
bei jedem Treiben den In h alt zweier Wagen, also bis
zu 7 t, auf.
1*5 Z ur Entleerung der W agen in die Tonnen ist
folgende Einrich tu ng getroffen: Die Kasten der Wagen,
die stets dieselbe Seite nach dem Schacht hin gerichtet
haben, sind auf dem Gestell nur an einer Längsseite
mittels einer Drehachse befestigt. D ie Längsw and des
Kastens an dieser Seite kann geöffnet werden.
D ie
W agen eines Zuges werden der Reihe nach von der
Lokom otive auf eine W age und sodann neten den
Schacht über die Füllrutsche geschoben, wobei stets
ein W agen über der letztem, der nächstfolgende auf der
W age steht (s. Fig. 8). D er W agenkasten wird h yd ra u ­
lisch seitlich gekippt, wobei sich die Längsw and auto­
matisch öffnet, die Erze herausstürzen und durch die
Schurre in die 4,5 m unter der Füllortsohle befindliche
Tonne fallen. D ie Rutsche kann durch Senken einer
und die Reparaturen 2 Öre aus. B e i Berechnung von
Verzinsung und A m ortisation ergibt sich gegenüber
der H andförderung ein Gewinn von 3 Öre an 1 t geför­
derten Erzes. D a rin eingerechnet ist aber nicht die E r ­
sparnis, welche die großem W agen beim Füllen und
Entleeren einbringen.
Ft ibrdertrumm
FruForderrvagen
S/ Sturz/och
T Förderfonne
WWaage
F ig . 9.
Q u e r s c h n i t t d e r F ü l l o r t a n l a g e a u f d e r 150 m -S o h le
d es M ü lle rs c h a c h te s .
F ig .
8.
G r u n d r i ß d e r F ü l l o r t a n l a g e a u f d e r 150 m - S o h le
d e s M ü lle rs c h a c h te s .
hydraulisch bewegten Falltüre geschlossen werden,
so daß der In h alt einer Tonne in Reserve gehalten wird
(s. Fig. 9). Die Lokom otive zieht daher während des
Treibens zwei W agen über die Rutsche, die in sie
entleert werden, so daß beim Niedergang der Tonne
das öffnen der Falltü r genügt, um die gefüllte Tonne
wieder treibfertig zu machen — vorausgesetzt, daß das
Entleeren zweier W agen in der Zeit des Treibens erfolgt
ist, was sich nicht immer erreichen läßt. E in Nachteil
der Einrich tu ng ist daher in erster Linie der lange A u f­
enthalt der Lokom otiven am Schacht, der jedoch durch
die Möglichkeit der Verwendung sehr großer W agen
ausgeglichen wird.
D ie Kosten der Lokom otivförderung berechnen sich
folgenderm aßen: Gefördert wurden jährlich in der acht­
stündigen Schicht am Tage 258 000 t Haufw erk über
durchschnittlich 345 m.
D ie Gesamtkosten betrugen
ohne Verzinsung und Am ortisation und ohne Füllen
und Entleeren der W agen etwa 14 000 K , so daß sich
die Kosten für 1 1 geförderten Erzes auf 5,3 Öre und für
1 tkm auf 15,5 Öre stellen. V on der letztgenannten Zahl
machen die Löhne etwa 5 Öre, der Strom verbrauch 8 Öre
D ie Ein rich tu n g der Tonnenförderung im Müller­
schacht geht aus Fig. 10 hervor. D ie Tonne hängt in
einem eisernen R ah m e n frei beweglich in zwei Zapfen
im stabilen Gleichgewicht. D ie F ü h ru n g des Rahmens
im Schacht erfolgt an hölzernen Leitbäum en.
Die
Tonne selbst hat rechteckigen Querschnitt. D ie Wandung,
auf der die Erze beim K ip p e n rutschen, ist durch Schienen
aus gutem S tah l besonders verstärkt. A m obern Rande
der Tonne befindet sich an den beiden m it Tragzapfen
versehenen Seiten je ein zweiter Zapfen a, der während
des Treibens nicht zur A n w en du ng kom m t, an der um
25 m aufgesattelten H än ge b an k aber in eine LJ-Schiene b
einläuft, die, da der Führungsrahm en senkrecht weiter­
gehoben wird, die Tonne zum K ip p e n bringt. Die Erze
stürzen auf eine Rutsche von Stahlschienen und gelangen
unm ittelbar in die Separation.
D ie Bedienung der Förderanlage ist sehr einfach.
A n der H ä nge bank ist überhaupt niem and erforderlich,
da die Erze selbsttätig herausfallen und die Tonne
sofort wieder förderfertig ist. U n ter Tage ist zur Be­
dienung der verschiedenen Hebel beim Entleeren der
W agen und Füllen der Tonne und zur Abgabe der
Signale an den M aschinisten nur ein M a n n beschäftigt.
Außerdem sind jedoch zwei M an n nötig zur Hilfeleistung
beim Entleeren der W agen, d a sich stets größere Massen
zwischen den Boden des W a ge n s und den geöffneten
Deckel klemmen.
D ie Seilscheiben sind auf einem eisernen Förder­
gerüst verlagert.
Eigentüm licherweise sind jedoch die
3. April 1909
Glückauf
Seilscheibenachsen nicht parallel zu den Trommelachsen
verlagert; vielmehr werden die Seile durch dicht über
dem Erdboden montierte Scheiben zwischen Seilscheibe
und Trommel in eine andere Ebene überführt, eine E in ­
richtung, die noch umso ungünstiger auf die Seile ein­
wirkt, weil dadurch der Seilwinkel wesentlich vergrößert
wird.
Die Anlage ist derartig eingerichtet worden,
um das M aschinenbaus zwischen schon bestehende
Gebäude einfügen zu können.
479
beträgt 13 m, da die Trom m eln eine vorläufig nicht
ausgenutzte Breite besitzen. M it den beiden freien E nden
der Wellen ist je ein Gleichstrom m otor von 450 P S
m ittels Riem enkupplung verbunden, so daßnach Lösen der
R e ibu ngsku pplu ng jede Trom m el für sich bewegt werden
kann. D ie beiden Motoren können hinter- und neben­
einander geschaltet werden. Im ersten Falle wird eine
Höchstgeschw indigkeit
von 3 m, im zweiten von
6 m erreicht. Beide Motoren haben für die M agnet­
w icklung Verbundschaltung; m an erreicht dadurch eine
große Anziehungskraft und zugleich eine bei schwanken­
der B e lastun g ziemlich konstante Tourenzahl, die sehr
w ohl zulässig ist, da Seilfahrt nicht stattfindet.
Fü r
die selten vorkom menden Schachtrevisionen ist ein
D rosseln des Strom es erforderlich.
U'Umschellei
F i g . 11.
Qm• Q/eichstrommo/or T- Seiltrommel
S c h a ltu n g s c h e m a
der
F ö rd e rm a s c h in e
auf
dem
M ü lle rs c h a c h t.
F ig . 10.
Q u e r s c h n itt d e r K ip p v o r r ic h tu n g z u m E n tle e re n
d e r F ö rd e rto n n e n a n d e r H ä n g e b a n k .
Die elektrische Förderm aschine besteht aus einem
Drehstrom -Gleichstromumform er m it angeschlossener
Pufferbatterie, den Gleichstrom m otoren u nd der Seil­
trommel, sowie den nötigen W iderständen usw. Fig. 11
zeigt das Schaltungschema.
Umformer und Batterie haben in einem besondern
Hause in einiger Entfern un g -vom Maschinengebäude
Aufstellung gefunden.
D ie 246 Elem ente sind ohne
irgend welche Hilfsm aschinen an die Schienen des Gleich­
stromgenerators angeschlossen. D a in jeder A k k u m u la ­
torenbatterie beim Laden und E n tlad e n ein Span n u n gs­
verlust von etwa 10 pCt eintritt, kann ein Überfließen
von Strom aus der Batterie in den M otor erst dann eintreten, wenn die K lem m enspann un g der D y n a m o um
den Spannungsverlust in den A kkum ulato re n gesunken
ist. Die Pufferwirkung der Batterie ist daher sehr u nvoll­
kommen. Sie verm ag schon jetzt, wo die ganze Anlage
nur halb belastet ist, die Schw ankungen in der D re h ­
stromniederspannungsleitung nur bis auf 6 pC t auszu­
gleichen.
Die eigentliche Förderm aschine des H a u pttru m m s
besteht aus zwei konischen Trom m eln, von denen jede
ihre eigene Welle besitzt. D ie Trom m el ist anstatt der
Koepescheibe gewählt, um später von verschiedenen
Sohlen fördern zu können. Beide Trom m elwellen liegen
in einer Geraden und sind in der Regel durch eine Reibupgs*
kupplung verbunden. Die Länge beider W ellen zusammen
Z u r Zeit ist die Förderanlage auf 150 m Teufe und
m /sek Höchstgeschw indigkeit eingestellt. Einschließ­
lich Anfahren und Bremsen dauert 1 Z u g daher 1 Minute.
F ü r das Füllen der Tonne genügen 30 sek reichlich, so
daß die Anlage imstande ist, in achtstündiger Schicht —
davon nur 6 Stunden reine Arbeitzeit gerechnet bei 240 Zügen 1440 t zu fördern. Tatsächlich werden
durchschnittlich nur 860 t täglich gehoben. D ie Anlage
ist darauf gebaut, aus 600 m Teufe eine H öchstlast von
10 t brutto m it 6 m Geschwindigkeit oder täglich —
wieder 6 Stunden reine Arbeitzeit gerechnet — in
144 Zügen 864 t zu heben. Sie wird also die jetzige
Förderleistung bis zu 600 m Teufe bewältigen, vor­
läufig aber ohne Veränderung eine wesentlich erhöhte
Leistung erzielen können.
3
E in e Schwierigkeit der Anlage lag darin, eine Trom m el­
maschine m it ihren großen Schw ungm assen an eine
elektrische Zentrale anzuschließen. A u s diesem Grunde
ist m an auch wohl zur Ein fü h ru n g der Tonnen anstatt
der Gestelle geschritten, um das Totgew icht der W agen
zu vermeiden, da jede Vergrößerung der zu beschleuni­
genden M assen die Spannungschw ankungen und zugleich
die Verluste im Anlaßw iderstand vergrößert.
Einen
großen N achteil aber bietet diese Tonnenförderung:
für die Seilfahrt hat m an ein besonderes T ru m m mit
Schalen und einer besondern Förderm aschine einbauen
müssen, das jetzt zugleich zur Förderung aus der in V o r­
richtung begriffenen 190 m -Sohle dient. Z u m Antrieb
der einetagigen Schale, welche eine N utzlast von 1,2 t
trägt, ist ein Nebenstrom m otor vorhanden, der an dieselbe
480
Gl üc ka uf
U m f o r m e r s ta tio n u n d P .u f f e r b a tte r ie w ie d ie H a u p t ­
m a s c h in e a n g e s c h lo s s e n is t.
Z u e r w ä h n e n is t n o c h , d a ß e in d r i t t e s T r u m m im
S c h a c h t m it B a n d s e il u n d B o b in e z u m E in h ä n g e n v o n
H o lz v o r h a n d e n is t.
A u fb e re itu n g .
W ä h r e n d in d e n T a g e b a u e n v o r
O r t b e r e its e in e H a n d s c h e id u n g in E r z u n d B e r g e s t a t t ­
f in d e t, is t d ie s im T ie f b a u b e i d e r a n g e w a n d te n A b b a u ­
m e th o d e n ic h t m ö g lic h . W ie s c h o n e r w ä h n t, w e r d e n d ie
E rz e d e s M ü lle rs c h a c h te s a u s d e r F ö r d e r to n n e d u rc h
e in e R u ts c h e u n m itte lb a r in d ie S e p a r a tio n a u s g e k ip p t,
w e lc h e d ic h t n e b e n d e m S c h a c h te e r r ic h te t is t. N a c h
e in e r Z e rk le in e ru n g d e r g ro ß e n L a s te n a u f 2 0 c m H ö c h s t­
d u rc h m e s s e r w ird s ä m tlic h e s E r z e in e r T r e n n u n g
in 3 K la s s e n u n te rz o g e n . D ie G ro b e rz e k o m m e n z u r
H a n d s c h e id u n g . D ie M itte le rz e g e h e n e in e m W e n n s tr ö m A p p a r a t z u , d e r e le k tr o m a g n e tis c h in M a g n e te is e n
e in e rs e its u n d H ä m a tit u n d B e rg e a n d e rs e its s c h e id e t,
u n d w a n d e r n s o d a n n u n m itte lb a r in d ie V e rla d e ta s c h e n .
A u s d e m a b g e s c h ie d e n e n G e m e n g e w ird d e r R o te is e n s te in
a u f e in e m L e s e b a n d e a u s g e h a lte n .
D a s » Z e n tra la n re ic h e ru n g s h a u s « e r h ä lt d ie F e in e rz e
n ic h t n u r d e s T ie fb a u s , s o n d e rn d e s g a n z e n E x p o r t­
fe ld e s . W ä h r e n d in d e n S tü c k e r z e n Q u a r z u n d F e ld s p a t
d ie h a u p ts ä c h lic h s te n B e s ta n d te ile d e r G a n g a r t s in d ,
e n th ä lt d a s F e in e rz b e s o n d e rs G lim m e rs c h u p p e n . N a c h
A b s c h e i d e n d e r g r ö b s t e n S t ü c k e ü b e r 4 ,5 m m , d ie e in L e s e ­
b a n d p a s s ie re n , e r f o lg t d ie e le k tr o m a g n e tis c h e A n r e ic h e ­
r u n g in 2 K o r n g r ö ß e n . D a s g rö b e re E r z g e h t a u f 3 W e n n ­
s trö m -A p p a ra te (E is e n s tä b e a u f ro tie re n d e r, h o riz o n ta l
v e r la g e r te r B e to n tr o m m e l z w is c h e n fe s te n M a g n e te n ),
d a s fe in e re a u f F o r s g r e n s - A p p a r a te (B e to n tro m m e l
m it e in g e la s s e n e n E is e n s tä b e n , u m s e n k r e c h te A c h s e
z w is c h e n 4 in e in e r h o r iz o n ta le n E b e n e b e fin d lic h e n
M a g n e te n r o tie r e n d ) . A lle M itte lp r o d u k te g e la n g e n a u f
S e tz m a s c h in e n , d e re n a b g e h e n d e S c h lä m m e n o c h e in m a l
d u r c h e in e n K n u t- E r ik s o n - M a g n e ta p p a r a t (ro tie re n d e ,
h o r iz o n ta l v e r la g e r te M a g n e te ) w a n d e rn .
D ie A n s ta lt v e r a r b e ite t b e i e in e m K r a f tv e r b r a u c h
v o n 4 5 P S z u r M a g n e te rre g u n g u n d 1 0 0 P S fü r m e c h a ­
n is c h e A r b e it jä h r lic h 1 9 0 0 0 0 t R o h e rz , w o ra u s 1 3 5 0 0 0 t
o d e r 7 1 p C t a ls E x p o r te r z g e w o n n e n w e rd e n .
K r a f t v e r s o r g u n g . G rä n g e s b e rg is t in d e r g ü n ­
s tig e n L a g e , s e in e n g e s a m te n K r a f tb e d a r f a u s W a s s e r­
g e fä lle n d e c k e n z u k ö n n e n .
I n d e n d re i k le in e r n F e ld e r n is t e in e g a n z e A n z a h l v o n
W a s s e r r ä d e r n v o r h a n d e n , d ie o f t m it la n g e n H o lz ­
g e s tä n g e ü b e r tr a g u n g e n v e r b u n d e n s in d . E in G e s tä n g e
v o n ü b e r 2 k m L ä n g e z u r Ü b e rtra g u n g v o n 2 0 P S d ü rfte
v ie lle ic h t e in z ig d a s te h e n d s e in . A lle d ie s e R ä d e r r e ic h e n
je d o c h a u c h z u r V e rs o rg u n g d ie s e r k le in e n F e ld e r n ic h t
m e h r aus.
N a c h e in a n d e r s in d fü r G rä n g e s b e rg d a h e r z w e i e le k ­
tr is c h e Z e n tr a le n g e s c h a ffe n w o rd e n , v o n d e n e n d ie ä lte r e
m it 7 0 0 P S 1 2 k m , d ie n e u e re m it 3 0 0 0 P S u n w e it d e r
S ta d t L u d v ik a 2 8 k m v o m O r t G rä n g e s b e rg e n tf e r n t is t.
D e r W a s s e rfa ll d e r z w e ite n Z e n tr a le b e s itz t e in e H ö h e v o n
2 6 m b e i e in e r d a u e r n d — a u c h im W in te r — v e r f ü g b a r e n
W a s s e rm e n g e v o n 1 2 c b m /s e k . D e r m it 4 5 0 V g e w o n n e n e
D re h s tro m
w ir d a u f 9 0 0 0 V t r a n s f o r m ie r t u n d in
Nr. 14
12 b la n k e n K u p fe rd rä h te n z u m T ra n s fo rm a to rh a u s e
in G r ä n g e s b e r g g e le ite t, w o d ie S p a n n u n g a u f 5 0 0 V
g e w a n d e lt w ird . A u ß e r d e n b e id e n o b e n b e s c h rie ­
b e n e n F ö r d e r w e r k e n u n d d e r L o k o m o t i v b a h n im M ü lle rsc h a c h t w e rd e n
d ie
L u f t k o m p r e s s o r e n , d ie a lle in
12 0 0 P S e r f o r d e r n , d ie z a h k e ic h e n H a s p e l u n d A u f­
z ü g e , v e r s c h ie d e n e P u m p e n , s o w ie b e s o n d e r s d ie L ic h t­
a n la g e g e s p e is t.
M i t R ü c k s i c h t a u f d i e l e t z t e r e , d ie
b e s o n d e r s in d e n W i n t e r m o n a t e n e in e g r o ß e R o lle s p ie lt,
h a t m a n d ie a u f f a lle n d h o h e P e r io d e n z a h l 7 0 g e w ä h lt.
D a ß tr o tz d e r W a s s e ra u s n u tz u n g a u c h G rä n g e sb e rg
fü r s e in e B e tr ie b k r a f t e rh e b lic h e A u fw e n d u n g e n zu
m a c h e n h a t, g e h t a u s d e n fo lg e n d e n A n g a b e n h e rv o r,
d ie e in e r B r o s c h ü r e d e s W e rk e s e n tn o m m e n s in d u n d
e in e n A n h a lt z u r S c h ä tz u n g d e s f ü r d e n B a u d e r n e u e n
Z e n tra le a u fg e w a n d te n A n la g e k a p ita le s g e b e n :
Z u r L e itu n g d e s W a s s e rs s in d g e b a u t w o rd e n :
1. e in K a n a l v o n 6 m B o d e n b r e i t e u n d 2 ,5 m
W a s s e rtie fe , u n te r d e r E is e n b a h n d u rc h fü h re n d ,
w obei 7000 cbm
G e s te in
lo s g e s c h o s s e n u n d
50 000 cb m E rd b o d e n au sg eh o b en w u rd e n ;
2 . e in e R o h r le itu n g v o n 2 p a r a lle le n , 5 0 0 m la n g e n
R ö h r e n v o n 2 ,1 5 m
lic h te m D u rc h m e s s e r;
3 . e in 3 0 0 m la n g e r A b f lu ß g r a b e n v o n 9 m B o d e n ­
b r e i t e u n d 1 ,2 5 m W a s s e r t i e f e .
E in e a m e r ik a n is c h e D a m p f s c h a u f e l u n d e in e b e ­
s o n d e re e le k tris c h e B a h n w u rd e n z u r B e w ä ltig u n g d er
E r d m a s s e n b e n u tz t. D ie K r a f t h ie r z u s o w ie f ü r z a h l­
r e i c h e P u m p e n u n d z u r L i c h t e r z e u g u n g l i e f e r t e e in e
p ro v is o ris c h e
Z e n tra le .
D ie
H e rb e is c h a ffu n g
der
G r a n itq u a d e r n f ü r d a s W e h r im F lu s s e , m e h re re D ä m m e
u n d d ie F u n d a m e n te e r f o lg te a u f S c h litte n ü b e r zw ei
g e fro re n e S e e n h in w e g u n d e r f o r d e r te d a u e r n d 1 0 0 P fe rd e .
D ie D r a h tle itu n g n a c h G rä n g e s b e r g e n th ä lt u n g e fä h r
1 2 0 t K u p f e r m it e in e m r e in e n M e ta llw e r t v o n m in ­
d e s te n s 1 4 0 0 0 0 M .
D a d ie G e s e lls c h a ft m it e in e r w e ite r n E rh ö h u n g
ih r e s K r a f t v e r b r a u c h s r e c h n e t, h a t s ie im J a h r e 1906
f ü r d e n B e t r a g v o n 2 0 0 0 0 0 K = 2 2 5 0 0 0 M A n te il
a n e in e r 5 0 k m e n t f e r n t e n W a s s e r k r a f t d e s V e s te rd a le lf g e k a u f t u n d s ic h m it 6 0 0 0 0 0 K = 6 7 5 0 0 0 M
a n e i n e r A k t i e n g e s e l l s c h a f t z u r A u s n u t z u n g d ie s e r
W a s s e rk ra ft b e te ilig t.
A us
d ie s e n
A u sfü h ru n g e n
geht
h erv o r,
daß
w e n ig s te n s im E x p o r tf e ld e e in e m it a lle n M itte ln m o ­
d e rn e r T e c h n ik v e rs e h e n e B e rg w e rk s a n la g e v o rh a n d e n
is t,
a u f d e re n
le is tu n g s fä h ig e
A u s g e s ta ltu n g
be­
d e u te n d e M itte l v e r w a n d t s in d . D ie b is z u 6 0 0 m T e u fe
n o c h a n s t e h e n d e E r z m e n g e d e s E x p o r t f e l d e s w i r d d ie
F ö rd e ru n g d e s J a h r e s 1907 n o c h a u f e tw a 60 Ja h re
a u s h a lte n , u n te r d e r A n n a h m e , d a ß d ie b e s te h e n d e A b ­
b a u m e t h o d e d u r c h g e f ü h r t w i r d ; d u r c h E i n f ü h r u n g e in e s
A b b a u s m it B e r g e v e r s a tz w ü r d e d ie s e Z e it a u f 100 J a h re
v e r lä n g e r t w e r d e n k ö n n e n . D ie V e r w a ltu n g h a t u n te r
d ie s e n U m s tä n d e n m it e in e r w e s e n tlic h e n S te ig e ru n g
dei F ö rd e ru n g g e re c h n e t
u n d A n la g e n g e sc h a ffe n ,
w e lc h e je d e r z e it e in e s o lc h e S te ig e r u n g e rm ö g lic h e n .
D ie V e r f r a c h tu n g d e r E x p o r te r z e n a c h D e u ts c h la n d
'e r f o l g t m i t d e r E i s e n b a h n b i s z u m O s t s e e h a f e n O x e l ö s u n d , s ü d w e s tlic h v o n S to c k h o lm , u n d v o n d o rt au f
Gl üc kauf
3. April 1909
d e m S e e w e g e n a c h D a n z ig , S te ttin , E m d e n u n d R o tte r ­
dam .
D e r E is e n b a h n w e g n a c h O x e lö s u n d h a t e in e
L ä n g e v o n 2 5 3 k m . G le ic h w o h l w ird e r d e m u m 7 5 k m
n ä h e r n W e g e z u m H a f e n v o n G e fle v o r g e z o g e n , e in ­
481
m a l, w e il O x e lö s u n d im G e g e n s a tz z u G e fle d a s g a n z e
j a h r e is fre i is t u n d b e s o n d e r s , w e il d ie P ä c h te r in d e r
G r u b e n z u g le ic h B e s itz e r in d e r E is e n b a h n n a c h O x e lö ­
s u n d is t.
( F o r ts , fo lg t).
Rechtsprechung und Industrie. II.
V on B e rg w e rk sd ire k to r D r. B e r c k e m e y e r , H ern e.
V e r t r a g s t r a f e ( B d . 8 8 , S . 4 1 1) .
W e n n d e r K ä u f e r b e im A b s c h lu ß e in e s L ie fe ru n g s ­
v e r tr a g e s e in I n te r e s s e a n d e r R e c h tz e itig k e it d e r L ie fe ­
ru n g h a t, b e h ä lt e r s ic h z w e c k m ä ß ig e in e V e r tr a g s tr a f e
fü r d e n F a ll d e r n ic h t re c h tz e itig e n L ie fe ru n g v o r. D e r
V o rte il d e r V e r e in b a r u n g e in e r V e r tr a g s tr a f e lie g t d a r in ,
d a ß d e r K ä u f e r d ie le tz te r e o h n e D a r l e g u n g e i n e s
e n ts ta n d e n e n S c h a d e n s fo rd e rn k a n n . § 341 A b s. 3
B G B b e s tim m t n u n , d a ß d e r G lä u b ig e r, d e r d ie E r f ü l­
lu n g v o n d e m S c h u ld n e r a n n im m t, d ie V e r tr a g s tr a f e
n u r v e rla n g e n k a n n , w e n n e r s ic h d a s R e c h t d a z u b e i
d e r A n n a h m e v o rb e h ä lt.
In d e m h ie r b e h a n d e lte n F a ll h a tte d e r K ä u fe r,
w ie d a s ü b r i g e n s in ä h n l i c h e r F o r m , in s b e s o n d e r e b e i
M a s c h in e n lie fe ru n g e n , a llg e m e in ü b lic h is t, m it d e m
V e rk ä u fe r v e re in b a r t, d a ß d ie s e r im F a lle d e r Ü b e rs c h re i­
tu n g d e r L ie f e r u n g s f r is t » e in e n N a c h la ß v o n 5 0 0 M , d ie
a n d e m G u th a b e n f ü r d ie g e lie f e r te n W a r e n in A b z u g
g e b ra c h t w e rd e n s o llte n , fü r je d e W o c h e d e r Ü b e rs c h re i­
tu n g z u g e w ä h re n h a b e « .
D e r V e rk ä u fe r h a tte z u s p ä t g e lie fe rt. D e r K ä u fe r
h a tte b e i A n n a h m e d e r L ie fe ru n g s ic h d a s R e c h t a u f
A b z u g d e r 5 0 0 M fü r je d e W o c h e d e r Ü b e r s c h r e itu n g d e r
L ie fe rfris t n ic h t a u s d r ü c k lic h V o rb e h a lte n , a b e r b e i d e r
B e g le ic h u n g d e r R e c h n u n g d ie s ic h a u s d e r Ü b e r s c h r e i­
tu n g e rg e b e n d e S u m m e in A b z u g g e b r a c h t.
D e r V e r k ä u f e r lie ß s ic h d e n A b z u g n ic h t g e fa lle n u n d
k la g te a u f Z a h lu n g d e s g a n z e n K a u fp re is e s , in d e m e r
s ic h d a r a u f b e r ie f , d a ß d e r K ä u f e r s ic h d e n A n s p r u c h a u f
d ie V e r tr a g s tr a f e b e i d e r A n n a h m e d e r L ie f e r u n g n ic h t
V o rb e h a lte n h a b e . D e r K ä u f e r w a r d e r A n s ic h t, d a ß e s
e in e s d e r a r tig e n V o r b e h a lte s n i c h t b e d u r f t h a b e , w e il
d ie V e r e in b a r u n g n ic h t a ls A u s b e d in g u n g e in e r V e r t r a g ­
s t r a f e a u f z u f a s s e n s e i 2.
D a s R e ic h s g e ric h t is t d e r A n s ic h t, d a ß e s s ic h h ie r
u m e in e V e r tr a g s tr a f e im S in n e d e r §§ 3 3 9 ff. B G B
h a n d e le , u n d d a ß d e r K ä u f e r s ic h d e s h a lb d a s R e c h t a u f
d ie s e b e i d e r A n n a h m e d e r L e is tu n g h ä t t e V o r b e h a lte n
m ü s s e n . D e m g e m ä ß h a t e s d e m V e r k ä u f e r d ie g a n z e
e in g e k la g te S u m m e z u e r k a n n t. D e r V o r b e h a lt d e s K ä u ­
fe rs b e z ü g lic h d e r M ö g lic h k e it e in e s A b z u g e s w e g e n v e r ­
s p ä te te r L ie fe ru n g is t a ls o d u r c h e ig e n e s V e rs e h e n
w irk u n g s lo s g e w o rd e n .
1 Entscheidungen des Reichsgerichts (neue Folge Bd. 18).
2 Der Käufer vertrat offenbar die Ansicht, daß es sich um ein
b e d in g te s G e s c h ä ft gehandelt habe, auf das natürlich die Be­
stimmungen über die Vertragstrafe keine Anwendung finden. Aus den
Entscheidungsgründen sind die Ausführungen des Käufers nicht zu
ersehen.
Z u d ie s e r E n ts c h e id u n g is t z u b e m e rk e n , d a ß , w e n n
a u c h d e r A n s p r u c h a u s d e r V e r t r a g s t r a f e in fo lg e d e r
V e rs ä u m n is d e s K ä u fe rs u n b e g rü n d e t w a r, d o c h n ic h t
j e d e r A n s p r u c h w e g e n d e r v e r s p ä te te n L ie fe ru n g d u rc h
d ie v o r b e h a l t l o s e A n n a h m e f o r t fie l. W e n n j e m a n d s e in e
V e rtra g p flic h te n s c h u l d h a f t 1 v e rle tz t, so is t e r s c h a d e n ­
e rs a tz p flic h tig . L ie fe rt d e r V e rk ä u fe r tr o tz V e re in b a ru n g
e in e r fe s t b e s tim m te n F r is t n ic h t p ü n k tlic h , so w ird
r e g e lm ä ß ig e in V e rs c h u ld e n in d e r v e r s p ä te te n L ie fe ru n g
lie g e n , s o fe rn n ic h t b e s o n d e r e U m s tä n d e , z. B . S tr e ik ,
h ö h e re G e w a lt u n d ä h n lic h e s v o rlie g e n . D e r d u rc h V e r­
s c h u ld e n e n ts ta n d e n e S c h a d e n e r s a t z a n s p r u c h is t —
im G e g e n s a tz z u d e m V e r t r a g s t r a f e n a n s p r u c h — d u r c h
e in e n V o rb e h a lt b e i d e r A n n a h m e n i c h t b e d in g t. D e r
K ä u f e r h ä tte a ls o im v o r lie g e n d e n F a lle z w e c k m ä ß ig
n ic h t a lle in a u f G r u n d d e r A b re d e d e r V e r t r a g s t r a f e ,
s o n d e rn a u c h a u f G ru n d d e s ih m a u s d e m V e rs c h u ld e n
d e s V e rk ä u fe rs z u s te h e n d e n S c h a d e n e r s a tz a n s p r u c h s
g e k la g t.
Z u r B e g r ü n d u n g d ie s e s A n s p r u c h s h ä t t e e s
n a tü r lic h d e r D a r le g u n g b e d u r f t, d a ß e in S c h a d e n
e n t s t a n d e n s e i.
D a b e i se i b e m e rk t, d a ß b e i d e r G e lte n d m a c h u n g
e in e s S c h a d e n e r s a t z a n s p r u c h e s e in g r u n d s ä tz lic h e r
G e g e n s a tz b e s te h t z u d e n s o n s tig e n R e g e ln d e s P r o ­
z e sse s. I m a llg e m e in e n m u ß n ä m lic h je d e r, d e r e in e n
A n s p r u c h g e lte n d m a c h t, d ie s e n s u b s ta n tiie r e n , d .
h . d a rle g e n , d a ß d e r A n s p ru c h e n ts ta n d e n u n d w ie
h o c h d e r A n s p ru c h is t. I m G e g e n s a tz h ie rz u b e s tim m t
d er § 287 C P O :
» Is t u n te r d e n P a r te ie n s tr e itig , o b e in S c h a d e n e n t­
s t a n d e n s e i, o d e r w ie h o c h s ic h d e r S c h a d e n o d e r e in
z u e rs e tz e n d e s In te r e s s e b e la u fe , so e n ts c h e id e t h ie r ü b e r
d a s G e ric h t u n t e r W ü r d i g u n g a l l e r U m s t ä n d e
n a c h fre ie r Ü b e rz e u g u n g « .
W e n n a ls o d e r G e s c h ä d ig te d e n N a c h w e i s d e s
g e lte n d g e m a c h te n S c h a d e n s n ic h t e rb rin g e n k a n n , so
d a r f d a s G e r ic h t n ic h t w e g e n m a n g e ln d e n B e w e is e s a b ­
w e is e n , w e n n e s a u f G r u n d d e r g a n z e n S a c h la g e z u d e r
Ü b e r z e u g u n g g e la n g t, d a ß ta ts ä c h lic h e in S c h a d e n v o r ­
lie g t — e in G r u n d s a tz , d e r v o n G e r ic h te n u n d A n w ä lte n
v ie l z u w e n ig b e a c h te t w ird .
H ä t t e im v o rlie g e n d e n F a ll d e r K ä u f e r n e b e n d e m
A n sp ru c h
a u s d e r V e rtra g s tra fe
auch den
A n­
s p ru c h a u f S c h a d e n e rs a tz g e lte n d g e m a c h t, so w ä re
e r v o r a u s s ic h tlic h n ic h t g a n z a b g e w ie s e n w o rd e n , d e n n
1 Der Nachweis eines Verschuldens ist auch'! erforderlich zur
Geltendmachung einer Vertragstrafe. Das ergibt sich aus § 339 BGB,
■wonach diese nur im Falle des V e r z u g e s fällig ist. Schuldnerverzug
setzt immer V e r s c h u ld e n voraus (§ 283 BGB).
je d e v e r s p ä te te L ie fe ru n g h a t im G e s c h ä fts le b e n im a llg e ­
m e in e n n a c h te ilig e F o lg e n .
Ü b rig e n s is t d e r K ä u fe r
d u r c h d a s s e in e n A n s p r u c h a u s d e r V e r t r a g s t r a f e
a b w e is e n d e U rte il d e s R e ic h s g e ric h ts n ic h t g e h in d e rt,
n u n m e h r s e in e n S c h a d e n e r s a t z a n s p r u c h w e g e n v e r ­
tra g lic h e n V e rs c h u ld e n s n o c h n a c h trä g lic h g e lte n d z u
m achen.
F r a e h tu r k u n d e n s te m p e l (B d . 6 8 , S . 4 3 ).
N a c h T a rifs te lle 6 d d e s R e ic h s te m p e lg e s e tz e s v o m
3. J u n i 1906 is t d e r F ra c h tu rk u n d e n s te m p e l v o m A b ­
s e n d e r z u tr a g e n . E s w a r z w e ife lh a ft, o b d ie s e V e r­
p flic h tu n g a u c h fü r d a s V e rh ä ltn is z w is c h e n K ä u f e r
u n d V e rk ä u fe r G ü ltig k e it h a b e .
D a s R e ic h s g e ric h t v e r n e in t d ie s u n d h ä lt im V e r h ä lt­
n is z w is c h e n K ä u f e r u n d V e r k ä u f e r d e n K ä u f e r f ü r
v e rp flic h te t, d e n F r a c h tu r k u n d e n s te m p e l z u tra g e n ,
w e il d e r F r a c h tu r k u n d e n s te m p e l z u d e n K o s te n d e r
V e r s e n d u n g g e h ö re u n d d ie K o s te n d e r V e rs e n d u n g
n a c h § 4 4 8 B G B d e m K ä u f e r z u r L a s t fa lle n . D ie ö f f e n t­
lic h -re c h tlic h e n V o rs c h rifte n d e s R e ic h s te m p e lg e s e tz e s
r e g e ln le d ig lic h d ie B e z ie h u n g e n z w is c h e n d e m A b s e n d e r
u n d d e m F is k u s , h a b e n a b e r k e in e B e d e u tu n g f ü r d a s
V e rh ä ltn is z w is c h e n V e rk ä u fe r u n d K ä u fe r.
H a ftp flic h tg e s e tz
(B d . 6 8 , S . 4 7 ).
N a c h § 1 d e s H a ftp flic h tg e s e tz e s v o m 7. J u n i 1871
h a f te t d e r B e tr ie b s u n te r n e h m e r e in e r E is e n b a h n , w e n n
e in M e n s c h b e i d e m B e tr ie b e d e r E is e n b a h n g e tö te t o d e r
k ö rp e rlic h v e r le tz t w ird , f ü r d e n d a d u r c h e n ts ta n d e n e n
S c h a d e n , s o fe rn e r n ic h t b e w e is t, d a ß d e r U n fa ll d u r c h
h ö h e r e G e w a lt o d e r d u r c h e ig e n e s V e r s c h u ld e n d e s
G e tö te te n o d e r V e rle tz te n v e r u r s a c h t is t.
V o ra u s­
s e tz u n g f ü r d ie s e n A n s p r u c h is t, d a ß d ie T ö tu n g o d e r
V e rle tz u n g d e r P e rs o n in u r s ä c h l i c h e m Z u s a m m e n ­
h ä n g e m it d e m B e t r i e b e d e r E i s e n b a h n s te h t.
E in e n in te r e s s a n te n B e itr a g z u d ie s e r F r a g e d e s
u r s ä c h lic h e n Z u s a m m e n h a n g e s lie f e r t d ie o b e n g e n a n n te
E n ts c h e id u n g . D u r c h e in e n a u f d e m B a h n h o f z u W .
v o rg e k o m m e n e n Z u s a m m e n s to ß z w e ie r E is e n b a h n z ü g e
e r litt d ie in e in e m A b te il s itz e n d e T o c h te r d e s K lä g e rs ,
d e r s ic h v o r ü b e r g e h e n d a u s d e m Z u g e in d e n W a r te s a a l
b e g e b e n h a tte , e in e e r h e b lic h e K ö r p e r v e r le tz u n g . D u r c h
d ie p s y c h is c h e E in w ir k u n g , d ie d ie s e s E r e ig n is a u f d e n
K lä g e r a u s ü b te , a ls e r k u r z n a c h d e m Z u s a m m e n s to ß
d a v o n e r f u h r u n d s e in e T o c h te r in ih r e m tr a u r ig v e r ä n ­
d e r te n Z u s ta n d e e rb lic k te , is t e r in s c h w e re G e is te s ­
k r a n k h e it v e rfa lle n .
D a s R e ic h s g e ric h t h a t d e n A n s p ru c h d e s K lä g e rs
a u f S c h a d e n e rs a tz a u s § 1 d e s H a ftp flic h tg e s e tz e s
a b g e w ie s e n , w e il e s a n d e m n ä h e r n u r s ä c h lic h e n Z u ­
s a m m e n h ä n g e m it d e m B e trie b , d e r v e rla n g t w e rd e n
m ü s s e , fe h le . D e r K lä g e r s e lb s t h a b e d e n U n f a ll u n m i t t e l ­
b a r n ic h t m ite r le b t. D ie s e r h a b e a u f ih n n u r m itte lb a r ,
d a d u r c h d a ß e r v o n ih m e r f a h r e n h a b e u n d d u r c h d e n
E in d r u c k , d e n d ie F o lg e n a u f s e in G e m ü t g e m a c h t h a b e n ,
e in g e w irk t.
D ie s e lb e W ir k u n g h ä t t e e b e n s o g u t e in tr e te n k ö n n e n ,
w e n n d e r K lä g e r g a r n ic h t R e is e g e n o s s e s e in e r T o c h te r
g e w e s e n w ä re u n d e r s t n a c h lä n g e re r Z e it z u H a u s e v o n
d e m U n f a ll e r f a h r e n u n d s e in e T o c h te r z u G e s ic h t b e ­
k o m m e n h ä tte . D a ß d a n n a b e r d ie k ö r p e r lic h e B e s c h ä d i­
g u n g d e s K lä g e rs n ic h t b e i m B e trie b e d e r E is e n b a h n
e in g e tr e te n s e in w ü rd e , lie g e a u f d e r H a n d . D ie n u r
ä u ß e rlic h e A b w e ic h u n g d e s h ie r v o rg e k o m m e n e n v o n
d e m s o e b e n u n te r s te llte n F a lle k ö n n e a b e r k e in e V e r­
s c h ie d e n h e it d e r re c h tlic h e n B e u r te ilu n g b e g rü n d e n .
D e m g e m ä ß h a t d a s R e ic h s g e r ic h t d ie K la g e a b g e w ie s e n . —
B e i d ie s e r G e le g e n h e it s e i a u f e in e n in te r e s s a n te n
u n d d u rc h in n e re G rü n d e a b s o lu t n ic h t z u re c h tfe rtig e n ­
d e n U n te r s c h ie d in d e r H a f tu n g d e r V o llb a h n e n e in e r­
s e its u n d d e r K le in b a h n e n u n d P r iv a ta n s c h lu ß b a h n e n
a n d e r s e its h in g e w ie s e n , e in U n te r s c h ie d , d e r w e n ig
b e k a n n t, a b e r fü r u n s e re in d u s trie lle n U n te rn e h m u n g e n
m it ih r e n A n s c h lu ß b a h n e n v o n e r h e b lic h e r B e d e u tu n g is t.
D ie H a f tu n g f ü r P e r s o n e n s c h ä d e n is t z w a r b e i
b e id e n g le ic h . S ie h a f t e n a u f G r u n d d e s § 1 d e s H a f t ­
p f lic h tg e s e tz e s o h n e R ü c k s ic h t a u f e in V e r s c h u ld e n u n d
k ö n n e n s ic h v o n d ie s e r H a f tu n g n u r d u r c h d e n N a c h w e is
d e r h ö h e rn G e w a lt o d e r d e s e ig n e n V e rs c h u ld e n s d e s G e ­
tö te te n o d e r V e rle tz te n b e fre ie n .
A n d e rs b ei S ach ­
s c h ä d e n . B e i V o l l b a h n e n is t d ie H a f tu n g fü r S a c h ­
s c h ä d e n ä h n lic h w ie d ie H a f tu n g f ü r P e r s o n e n s c h ä d e n .
§ 2 5 d e s p re u ß is c h e n E is e n b a h n g e s e tz e s v o m 3 , N o v e m b e r
1 8 3 8 b e s t i m m t : » D ie G e s e lls c h a f t i s t z u m E r s a t z v e r ­
p flic h te t f ü r a lle n S c h a d e n , w e lc h e r b e i d e r B e fö rd e ru n g
a u f d e r B a h n a n d e n a u f d e rs e lb e n b e fö rd e rte n P e rs o n e n
u n d G ü te rn
o d er a u c h a n ä n d e rn P e rso n e n u n d
d e r e n S a c h e n e n ts te h t, u n d s ie k a n n s ic h v o n d ie s e r
V e rp flic h tu n g n u r d u r c h d e n B e w e is b e fre ie n , d a ß d e r
S c h a d e n e n tw e d e r d u r c h e ig e n e S c h u ld d e s B e s c h ä d ig te n
o d e r d u r c h e in e n u n a b w e n d b a r e n ä u ß e r n Z u fa ll b e w irk t
w o r d e n is t. D ie g e f ä h r lic h e N a t u r d e r U n te r n e h m u n g
s e lb s t is t a ls e in s o lc h e r, v o n d e m S c h a d e n e r s a tz b e fre i­
e n d e r Z u fa ll n ic h t z u b e tr a c h te n .«
A ls o a u c h h ie r
H a f t u n g o h n e V e r s c h u l d e n ! D a d a s g e n a n n te G e s e tz
a b e r a u f K le in b a h n e n u n d P riv a ta n s c h lu ß b a h n e n , fü r
d ie d a s G e s e tz v o m 2 8 r " J ttlr - 4 8 9 - 2 e r la s s e n is t, k e in e
A n w e n d u n g fin d e t, u n d d a d a s le tz te r e G e s e tz b e s o n d e re
B e s tim m u n g e n ü b e r d ie H a f tp f lic h t d ie s e r B a h n e n n i c h t
e n th ä lt, so k o m m e n f ü r s ie d ie B e s tim m u n g e n d e s
b ü rg e rlic h e n R e c h ts zu r A nw endung.
W e n n a ls o
d u r c h e in e K le in b a h n o d e r P r i v a t a n s c h l u ß b a h n e in
S a c h s c h a d e n v e r u r s a c h t w ird , so m u ß d e r B e s c h ä d ig te
z u r G e lte n d m a c h u n g e in e s E r s a tz a n s p r u c h e s re g e lm ä ß ig
d e n N a c h w e is e in e s V e r s c h u l d e n s e r b r in g e n .
A ber
s e lb s t w e n n e r d ie s e n N a c h w e is e r b r in g t, s te h t d e m
B e s itz e r d e r K le in - o d e r P r iv a ta n s c h lu ß b a h n n o c h d e r
B e w e is o ffe n , d a ß e r b e i d e r A u s w a h l d e r P e r s o n , d u rc h
d ie d e r S c h a d e n v e r u r s a c h t w o r d e n is t, d ie im V e rk e h r
e r f o r d e r lic h e S o r g f a lt b e o b a c h t e t h a t (§ 8 3 1 B G B ) .
E r b r in g t e r d ie s e n B e w e is , s o is t e r t r o t z d e s V e rs c h u l­
d e n s d ie s e r P e r s o n fre i, u n d d e r B e s c h ä d ig te k a n n s ic h
n u r a n d ie P e r s o n h a lte n , d e r d a s V e r s c h u ld e n z u r L a s t
fä llt.
W ir d je m a n d e m z . B . e in w e r tv o lle r H u n d v o n e in e m
in d e n G ü te r b a h n h o f d e r S ta a ts b a h n a u s f a h r e n d e n Z u g e
d e r P r iv a ta n s c h lu ß b a h n a u f d e r e n G e b ie t g e tö te t, so
k a n n e r d e n B e s itz e r d e r B a h n r e g e lm ä ß ig n ic h t h a f tb a r
m a c h e n , d e n n d ie s e r w ir d s ic h s e lb s t b e im V o rlie g e n
e in e s V e rs c h u ld e n s d e s Z u g p e r s o n a ls d u r c h d e n N a c h w e is
a u s § 8 3 1 B G B b e fre ie n k ö n n e n . W ir d ih m d e r H u n d
3. April 1909
Gl üc kauf
d a g e g e n v o n d e m s e l b e n Z u g e e in ig e S c h r itte w e ite r ,
je n s e its d e r G re n z ta f e l, d ie d a s E n d e d e r P r iv a ta n s c h lu ß ­
b a h n b e z e ic h n e t, g e tö te t, so h a t ih m d ie S ta a ts b a h n
re g e lm ä ß ig E r s a tz z u le is te n . E in e ig e n a r tig e s R e s u l t a t !
N u r d a n n b e d a r f e s a u c h b e i e in e r K le in - o d e r P r iv a t­
a n s c h lu ß b a h n d e s N a c h w e is e s e in e s V e rs c h u ld e n s n ic h t,
w e n n d e r S c h a d e n d u rc h d ie A n la g e d e r B a h n a ls s o l c h e r
d e m B e s itz e r e in e s n a c h b a r lic h e n G r u n d s tü c k s i n s e i n e r
E i g e n s c h a f t a ls N a c h b a r , z. B . d u rc h F u n k e n flu g
a u s d e r L o k o m o tiv e o d e r d a d u r c h e n ts ta n d e n is t, d a ß
in fo lg e e in e r s t a r k e n K u r v e e in W a g e n a u s d e m G le is e
g e s p r u n g e n i s t u n d s e i n H a u s b e s c h ä d i g t h a t 1.
D .e r
G ru n d lie g t d a r in , d a ß d e r N a c h b a r e in W id e r s p r u c h s ­
re c h t g e g e n d ie A n la g e u n d d e n B e tr ie b d e r B a h n n ic h t
h a t, u n d d a ß ih m d ie R e c h te a u s § 9 0 7 B G B h ie r v e r s a g t
s in d , w o n a c h d e r G r u n d e ig e n tü m e r v e r la n g e n k a n n , d a ß
a u f d e n N a c h b a rg ru n d s tü c k e n n ic h t A n la g e n h e rg e s te llt
o d e r u n te r h a lte n w e rd e n , v o n d e n e n m it S ic h e rh e it
v o ra u s z u s e h e n is t, d a ß ih r B e s ta n d o d e r ih re B e n u tz u n g
e in e u n z u lä s s ig e E i n w i r k u n g a u f s e in G r u n d s t ü c k z u r
F o lg e h a b e n w e r d e n . H a t e r d ie s e , je d e m ä n d e r n G r u n d ­
s tü c k s e ig e n tü m e r z u s te h e n d e n R e c h te n ic h t, so m u ß
ih m — so f ü h r t d a s R e ic h s g e ric h t a u s — a ls Ä q u iv a le n t
d a f ü r e in S c h a d e n e r s a tz a n s p r u c h z u s te h e n , tr o tz d e m
d a s im G e s e tz n ic h t a u s g e s p r o c h e n is t.
In d ie s e m
F a lle k a n n s ic h a u c h d ie B a h n n ic h t d u r c h d e n N a c h w e is
b e fre ie n , d a ß s ie b e i A u s w a h l ih r e s P e r s o n a ls d ie e r f o r d e r ­
lic h e S o r g f a lt b e o b a c h t e t h a b e 2.
K la g e a u f S te m p e lr ü c k e r s ta ttu n g (B d . 6 8 , S . 5 6 ).
D ie E r h e b u n g v o n S te m p e ls te u e r n e r f o lg t e n tw e d e r
d u rc h d a s G e ric h t o d e r d u r c h d ie S te m p e lb e h ö r d e .
W ird d u r c h d a s G e r i c h t e in S te m p e l in A n s a tz
g e b ra c h t, so s te h t d e m d u r c h d e n S te m p e la n s a tz B e ­
tr o f f e n e n e in d o p p e lte r R e c h ts m itte lw e g o f f e n u . z w .
d e ra rt, d a ß e r b e id e W e g e n e b e n e i n a n d e r b e s c h r e ite n
k a n n . E r h a t e in e rs e its d ie V e rw a ltu n g s b e s c h w e r d e a n
d a s L a n d g e r ic h t u n d d ie w e ite r e B e s c h w e rd e a n d a s
K a m m e rg e ric h t, a n d e r s e its d ie K la g e im o r d e n tlic h e n
R e c h t w e g e 3. N a c h § 2 6 d e s S t e m p e l s t e u e r g e s e t z e s v o m
3 1 . J u li 1 8 9 5 m u ß d ie s e K la g e b in n e n 6 M o n a te n s e it
Z a h lu n g d e s g e f o r d e r te n S te m p e ls e in g e le g t w e rd e n .
Im v o rlie g e n d e n F a lle h a t t e d ie k la g e n d e G e w e rk s c h a ft,
v o n w e lc h e r d e r S te m p e l e in g e f o r d e r t w a r , d ie s e c h s ­
m o n a tig e F r i s t a n s ic h n ic h t g e w a h r t, s ie m a c h t e a b e r
g e lte n d , d a ß d ie F r i s t s o w o h l d u r c h d ie E in le g u n g d e r
e rw ä h n te n V e rw a ltu n g s b e s c h w e rd e b e im L a n d g e r ic h t
u n d K a m m e r g e r ic h t a ls a u c h d u r c h d ie G e ric h ts fe rie n
u n te r b r o c h e n s e i.
A lle I n s ta n z e n h a b e n d ie s e E i n ­
w e n d u n g e n z u rü c k g e w ie s e n . D a s is t b e s o n d e rs d e s h a lb
w ic h tig , w e il d e r L a ie le ic h t g e n e ig t is t, z u g la u b e n , d a ß
es b e i E in le g u n g d e s e in e n R e c h ts m itte ls d e r E in le g u n g
d es ä n d e rn v o re rs t n ic h t b e d ü rfe .
Im F a lle d e s u n b e r e c h tig te n S te m p e la n s a tz e s m u ß
s ic h ü b r ig e n s d e r B e s c h w e r te v o n f o lg e n d e n E r w ä g u n g e n
le ite n l a s s e n : D ie l e t z t e I n s t a n z i s t in b e id e n R e c h t s m i t t e l ­
v e rfa h re n n ic h t d ie s e lb e . I n d e m e in e n F a lle e n ts c h e id e t
1 Entscheidung des Reichsgerichts, abgedruckt in der Juristischen
Wochenschrift 1907, S. 299. ferner Entseh. des Reichsgerichts, Bd. 28.
S. 207.
2 Vgl. die oben erwähnte erste Entscheidung.
8 i. Instanz Landgericht, II. Instanz Oberlandesgericht, III. Instanz
Reichsgericht.
483
d a s K a m m e rg e ric h t, in d e m ä n d e r n F a lle d a s R e ic h s ­
g e r ic h t a ls le tz te I n s ta n z . B e s c h r ä n k t s ic h d e r d u r c h
d e n S te m p e la n s a tz B e tro ffe n e a u f d e n B e s c h w e rd e w e g ,
so v e r lie r t e r z u n ä c h s t d ie Z in s e n d e s g e z a h lte n B e tr a g e s ,
d a d ie Z a h lu n g d e s S te m p e ls o h n e R ü c k s ic h t a u f e in e
e in g e le g te B e s c h w e rd e e rfo lg e n m u ß u n d d ie B e s c h w e r d e ­
in s ta n z e n Z in s e n v o n d e m g e z a h lte n B e tr a g e a u c h d a n n
n ic h t z u e r k e n n e n , w e n n s ie d e r B e s c h w e r d e s t a ttg e b e n .
F e r n e r v e r lie r t e r in d e r R e g e l s e in R e c h t a u f B e s c h re i­
tu n g d e s R e c h ts w e g e s , w e il e r b is z u m A b la u f d e r s e c h s ­
m o n a tig e n F r is t e in e E n ts c h e id u n g d e s K a m m e r g e r ic h ts
b e i d e r Ü b e r la s tu n g d ie s e s G e ric h ts in d e n s e lte n s te n
F ä lle n w ird h e rb e ifü h re n k ö n n e n .
E s e m p f ie h lt s ic h
d e s w e g e n , v o r a lle m b e i g r o ß e m B e tr ä g e n , s o f o r t K la g e
e in z u le g e n (v o n d e r Z u s te llu n g d e r K la g e a n k a n n d e r
K lä g e r b e k a n n tlic h 4 p C t Z in s e n fo rd e rn ) u n d d a n e b e n
d e n B e s c h w e rd e w e g z u b e s c h re ite n . S ie g t d e r K lä g e r
d a n n s c h o n im B e s c h w e r d e v e r f a h r e n , s o k a n n e r d ie
K la g e z u r ü c k n e h m e n , u n d d e r F is k u s w ir d d ie b is d a h in
e n ts ta n d e n e n K o s te n d e s R e c h ts tre ite s tra g e n . U n te r ­
lie g t e r im B e s c h w e rd e v e rfa h re n , so s te h t ih m n o c h d e r
R e c h ts w e g b is z u m R e ic h s g e r ic h t o ffe n . I c h b e m e r k e
d a b e i, d a ß d a s R e ic h s g e ric h t in s o lc h e n F ä lle n s c h o n
w ie d e rh o lt e n tg e g e n d e r A n s ic h t d e s K a m m e rg e ric h ts
z u g u n s te n d e s K lä g e rs e r k a n n t h a t, so d a ß b e i A b w e is u n g
d u r c h d a s K a m m e r g e r ic h t d ie K la g e n o c h k e in e s w s g s a u s ­
s ic h tlo s z u e rs c h e in e n b r a u c h t.
V o r K la g e e in le g u n g e m p f ie h lt s ic h e in e V e r e in b a r u n g
m it d e m
d e n F is k u s v e rtre te n d e n O b e rs ta a ts a n w a lt
d a h in g e h e n d , d a ß n ic h t d a s g a n z e O b je k t e in g e k la g t w ird ,
s o n d e r n n u r e i n k l e i n e r T e i l b e t r a g 1. D a d u r c h t r i t t e i n e
w e s e n tlic h e V e r m in d e r u n g d e r P r o z e ß k o s te n e in , u n d d e r
O b e r s ta a ts a n w a lt w r d s ic h im In te r e s s e d e s J u s tiz ­
fis k u s , d e r z w a r k e in e G e r ic h ts k o s te n , a b e r e b e n s o g u t
A n w a ltg e b ü h r e n z u z a h le n h a t w ie je d e a n d e r e P a r te i,
r e g e lm ä ß ig a u f e in e d e r a r tig e V e r e in b a r u n g e in la s s e n .
W ird d e r S te m p e l n ic h t v o m G e r i c h t , s o n d e rn v o n
d e r S t e m p e l b e h ö r d e in A n s a tz g e b ra c h t, so g ilt d a s
v o r s te h e n d G e s a g te in g le ic h e r W e is e , n u r m it d e m
U n te r s c h ie d e , d a ß d ie A u f s ic h ts - B e s c h w e r d e in s ta n z e n
n ic h t L a n d g e r ic h t u n d K a m m e r g e r ic h t, s o n d e r n d ie
K g l. O b e r z o lld ir e k tio n d e r b e tr e f f e n d e n P r o v in z u n d d e r
F i n a n z m i n i s t e r s i n d 2.
I m F a lle d e r K la g e b e i E r h e b u n g d e s S te m p e ls d u r c h
d ie S t e m p e l b e h ö r d e n is t d ie s e n ic h t g e g e n d e n O b e r ­
s ta a ts a n w a lt b e im O b e rla n d e s g e ric h t, s o n d e rn g e g e n d e n
P r ä s id e n te n d e r K g l. O b e r z o lld ir e k tio n d e r b e tr e f f e n d e n
P ro v in z (frü h e r P ro v in z ia l-S te u e rd ire k to r g e n a n n t) z u
ric h te n .
W e r h a t im P ro z e ß d e n P a r te ie id z u le is te n , w e n n
d ie P a r te i e in e G e s e lls c h a ft is t, d e r e n V o r s ta n d a u s
e in e r M e h r z a h l v o n P e r s o n e n b e s te h t? (B d . 6 8 , S . 1 3 0 ).
I n d e m h ie r e r ö r te r te n F a ll w a r d ie B e k la g te e in e d e r
d e u ts c h e n G r o ß b a n k e n , d e re n V o r s ta n d a u s e in e r
1 Da für derartige Streitigkeiten das Reichsgericht in letzter Instanz
ohne Rücksicht auf die Höhe des Streitobjekts zuständig ist, so braucht
der eingeklagte-Betrag die summa revisibilis von 2 500 ^ nicht zu
erreichen.
2 Die Steuerbehörden haben vom 1. April 1908 ab andere Bezeich­
nungen erhalten. Das frühere Hauptsteueramt heißt jetzt Haupt­
zollamt, und die frühere Kgl. Provinzial-Steuerdirektion heißt jetzt
Kgl. Preußische Oberzolldirektion.
M e h rz a h l v o n P e rs o n e n b e s ta n d . D a s O b e rla n d e s g e ric h t
h a tte s ä m t l i c h e n M itg lie d e rn d e s V o r s ta n d e s d e n
r ic h te r lic h e n E id ü b e r e in e v o m G e g n e r b e h a u p te te T a t­
s a c h e a u f e r le g t. D a s R e ic h s g e r ic h t h o b d ie s e s U r te il a u f.
§ 4 7 6 Z P O b e s tim m t, d a ß d e r ric h te rlic h e E id a lle n g e s e tz ­
lic h e n V e r tr e te r n o d e r e in e m o d e r e in ig e n v o n ih n e n a u f ­
e r le g t w e rd e n k a n n . D a r a u s e r g ib t s ic h , d a ß d e r R ic h te r
in je d e m e in z e ln e n F a lle z u p r ü f e n h a t, o b n a c h L a g e d e r
S a c h e d e r r ic h te rlic h e E id v o n e in e m o d e r m e h re re n
o d e r a b e r a lle n g e s e tz lic h e n V e r tr e te r n v e r la n g t w e rd e n
m u ß . P r ü f t d e r R ic h te r d ie s e F r a g e n ic h t — e r w ird d a s
E r g e b n is s e in e r P r ü f u n g in d e n U r te ils g r ü n d e n n ie d e r ­
z u le g e n h a b e n — u n d v e r la n g t d e n E id o h n e w e ite r s
v o n a lle n g e s e tz lic h e n V e r tr e te r n , so le id e t d a s U r te il a n
e in e m w e s e n tlic h e n M a n g e l, d u r c h d e n e s z u F a ll k o m m t.
Im v o rlie g e n d e n F a lle h a tte d a s O b e rla n d e s g e ric h t
o h n e w e i t e r e s d e n E id v o n a l l e n V o rs ta n d m itg lie d e rn
d e r G ro ß b a n k g e fo rd e rt. D a s R e ic h s g e ric h t f ü h r t a u s ,
d a s O b e rla n d e s g e ric h t h a b e n ic h t d a v o n a u s g e h e n
k ö n n e n , d a ß m it e in e m G e s c h ä ft v o n v e r h ä ltn is m ä ß ig
s o g e r in g f ü g ig e r B e d e u tu n g , w ie e s in d e m P r o z e ß in
R e d e s te h e , s ä m tlic h e V o r s ta n d m itg lie d e r ( e tw a in
e in e r d e r re g e lm ä ß ig e n S itz u n g e n o d e r B e ra tu n g e n )
b e f a ß t w o r d e n s e ie n . D a d ie G r ü n d e d e s U r te ils n ic h ts
d a r ü b e r e n th ie lte n , w ie d a s O b e r la n d e s g e r ic h t t r o t z d e r
B e s tim m u n g d e s § 4 7 6 Z P O d a z u g e k o m m e n s e i, d e n E i d
v o n s ä m t l i c h e n V o r s ta n d m itg lie d e r n , u . z w . in d e r
W a h r h e i t s f o r m z u e rh e b e n , so sei a n z u n e h m e n , d a ß
e s s ic h d e r ih m d u r c h d e n § 4 7 6 b e ig e le g te n B e fu g n is ,
w o n a c h e s n a c h b illig e m E rm e s s e n d e n E id a u c h v o n
e in ig e n ' o d e r n u r e in e m V o r s ta n d m itg lie d e u n d e v e n t.
v o n d e m e in e n o d e r ä n d e r n n u r in d e r Ü b e r z e u g u n g s ­
f o r m e r h e b e n k ö n n e , n i c h t b e w u ß t g e w e s e n s e i. D ie
S a c h e se i d e s h a lb z u r e rn e u te n E n ts c h e id u n g a n d a s
C) b e r l a n d e s g e r i c h t z u r ü c k z u v e r w e i s e n .
D a s is t e in e E n ts c h e id u n g , d ie v o r a lle m f ü r g rö ß e re
G e s e lls c h a fte n m it e in e r M e h rz a h l v o n g e s e tz lic h e n V e r­
tr e te r n , b e i d e n e n n ic h t je d e r e in z e ln e g e s e tz lic h e V e r­
tr e te r ü b e r je d e e in z e ln e S a c h e o r ie n tie r t s e in k a n n ,
v o n g r o ß e r B e d e u tu n g is t. W e n n d e r P a r te ie id v o n a lle n
V o rs ta n d m itg lie d e rn in d e r W a h r h e its f o r m v e r la n g t
w ü rd e , u n d n u r e i n V o r s ta n d m itg lie d w ä re n ic h t in d e r
L a g e z u s c h w ö r e n , z. B . w e il e s v o n d e m f r a g lic h e n
G e s c h ä ft k e in e K e n n tn is e r la n g t h a t, so w ü rd e in fo lg e
V e rw e ig e r u n g d e s E id e s d ie s e s e in e n d ie G e s e lls c h a f t
o h n e w e ite rs u n te rlie g e n , s e lb s t w e n n z. B . z e h n a n d re
d e n E id g e le is te t h ä tte n . I n d e ra rtig e n P ro z e s s e n m u ß
a ls o d e r P r o z e ß s to f f s ic h a u f e in e u m f a s s e n d e D a r s te llu n g
d e s in te r n e n G e s c h ä ftg a n g e s e rs tre c k e n , so d a ß d e r
R ic h te r in d e r L a g e is t z u p r ü f e n , v o n w e lc h e n M itg lie d e rn
e r d e n E id in d e r W a h r h e its f o r m , o b e r e tw a v o n ä n d e r n
d e n E id in d e r Ü b e rz e u g u n g s fo rm v e rla n g e n , u n d o b e r
e n d lic h a n d e re g a r v o n d e r E id e s le is tu n g g a n z e n t­
b i n d e n s o ll.
W e c h s e lre c h t
(B d . 6 8 , S . 1 5 5 ).
D e r K lä g e r n a h m d ie B e k la g te n a u s z w e i W e c h s e ln
a ls W e c h s e lb ü r g e n in A n s p r u c h . D ie a u f d e n W e c h s e ln
b e fin d lic h e S c h r if t, w o rin d e r K lä g e r e in e g ü ltig e W e c h s e l­
b ü r g s c h a f t fin d e n w o llte , h a tte fo lg e n d e n W o r tla u t:
» R o b e r t I l g m e r s c h e E r b e n i. V . O t t o S t e i n m a n n a l s
B ü r g e .« S t e i n m a n n w a r d e r B e v o l l m ä c h t i g t e d e r Ilg m e r s c h e n E r b e n . D ie b e k la g te n E r b e n v e r t r a t e n d e n S ta n d ­
p u n k t, d a ß d u r c h d ie v o n S te in m a n n a u f d ie b e id e n
W e c h s e l in ih r e m N a m e n g e s e tz te B ü r g s c h a f ts e r k lä r u n g
e in e w e c h s e lm ä ß ig e V e r b in d lic h k e it n ic h t h a b e h e rv o r­
g e ru fe n w e rd e n k ö n n e n .
D a s R e ic h s g e r ic h t s t d ie s e r
A u f f a s s u n g b e ig e tr e te n u n d h a t d e n K lä g e r a b g e w ie s e n .
I n d e r W e c h s e l o r d n u n g i s t b e s t i m m t ', d a ß d ie U n t e r ­
s c h rifte n d e r H a u p tv e r p f lic h te te n a u f e in e m W e c h se l
v o n d ie s e n s e l b s t u n te r z e ic h n e t w e rd e n m ü s s e n , u.
z w . e n tw e d e r m it ih r e m N a m e n o d e r , w e n n s ie K a u f ­
le u te s in d , m it ih r e r F ir m a . D a s R e ic h s g e ric h t f ü h r t a u s,
d a ß , w e n n a u c h in d e r W e c h s e lo r d n u n g d ie s e V o rs c h rift
n u r f ü r d ie H a u p t v e r p f l i c h t e t e n a u s d e m W e c h s e l
a u s d r ü c k lic h a u s g e s p r o c h e n s e ;, d o c h k e in e d u r c h ­
g re ife n d e n s a c h lic h e n G rü n d e v o rlä g e n , a u s d e n e n fü r
d ie U n te r s c h r if t d e s W e c h s e l b ü r g e n g e rin g e re o d e r
a b w e ic h e n d e V o rs c h rifte n a n e r k a n n t w e rd e n m ü ß te n .
1) e r W e c h s e l b ü r g e m ü s s e v i e l m e h r e b e n s o w i e d i e H a u p t ­
v e r p f lic h te te n m it s e in e m N a m e n o d e r s e in e r F irm a
u n te r s c h r e ib e n . D a in d e m z u r E n ts c h e id u n g s te h e n d e n
F a lle u n b e s t r i t t e n s e i, d a ß e s e in e F i r m a » R o b e r t I lg m e r ­
s c h e E rb e n « n ic h t g e b e , u n d d a , w ie s c h o n w ie d e rh o lt
e n ts c h ie d e n s e i, d ie L T n te r z e ic h n u n g » R o b e r t I lg m e r s c h e
E r b e n « k e in e L’n t e r z e i c h n u n g m i t d e m N a m e n d e r
R o b e r t Ilg m e rs c h e n E r b e n b ild e , s e i d e r K la g e a n s p ru c h
u n b e g rü n d e t.
T a n tie m e d e s A u f s i c h t s r a t s (B d . 6 8 . S . 2 2 3 ).
D e r K l ä g e r w a r f ü r d i e Z e i t v o m 1. O k t o b e r 1905
b i s z u m 30. S e p t e m b e r 1910 z u m M i t g l i e d e d e s A u f ­
s ic h ts r a ts d e r b e k la g te n A k tie n g e s e lls c h a f t g e w ä h lt
w o r d e n . A m 29. D e z e m b e r 1 9 0 6 , a l s o e r h e b l i c h e Z e i t
v o r d e m A b la u f s e in e r W a h lp e rio d e , w u rd e e r d u rc h
B e s c h h iß d e r G e n e r a lv e r s a m m lu n g a ls M itg lie d d e s
A u f s ic h ts r a ts a b b e r u f e n . E r v e r k la g te d a r a u f d ie A k tie n ­
g e s e lls c h a f t w e g e n d e r ih m n a c h d e m S t a t u t d e r G e s e ll­
s c h a ft z u s te h e n d e n V e rg ü tu n g u n d d e r T a n tie m e . E r
v e r t r a t d ie A n s i c h t , d a ß e r a u f G r u n d s e i n e r W a h l b is
z u m J a h r e 1910 a u f d i e s t a t u t g e m ä ß e n B e z ü g e A n s p r u c h
h a b e . D ie K la g e w u r d e in a lle n I n s t a n z e n a b g e w ie s e n .
N a c h § 2 4 3 HCrB k a n n d i e B e s t e l l u n g z u m M i t g l i e d e
d e s A u f s ic h ts r a ts a u c h v o r d e m A b la u f e d e s Z e itra u m e s ,
f ü r d e n d a s M itg lie d g e w ä h lt w ird , d u r c h d ie G e n e ra l­
v e rs a m m lu n g w id e rru fe n w e rd e n .
D ie g le ic h e B e ­
s tim m u n g b e f in d e t s ic h in d e n §§231 A b s . 3 , 5 2 A b s. 1
H G B b e z ü g lic h d e s W i d e r r u f e s d e r B e s te llu n g e in e s
V o r s t a n d m itg lie d e s e in e r A k tie n g e s e lls c h a f t- u n d e in e s
P ro k u ris te n , n u r d a ß h ie r d e r W id e rru f n ic h t d u rc h
d ie G e n e r a lv e r s a m m lu n g , s o n d e r n b e im V o r s ta n d d u rc h
d e n A u fs ic h ts ra t u n d b e im P r o k u r is te n d u rc h d en
V o r s ta n d e rfo lg t.
I n d ie s e n b e id e n l e t z t e m F ä lle n
e n th ä lt d a s G e s e tz a b e r d e n Z u s a tz , d a ß d e r W id e rru f
n u r » u n b e s c h a d e t d e s A n s p r u c h s a u f d ie v e r tr a g m ä ß ig e
V e rg ü tu n g « e rfo lg e n k ö n n e . D ie s e r V o r b e h a lt b e fin d e t
s ic h b e i d e m § 2 4 3 , d e r v o n d e m W id e r r u f e d e r B e s te llu n g
z u m M itg lie d e d e s A u f s ic h ts r a ts h a n d e lt, n ic h t.
D as
R e ic h s g e ric h t f o lg e rt d a r a u s , d a ß im F a lle d e s W id e r­
ru fe s d e r B e s te llu n g z u m M itg lie d e d e s A u fs ic h ts ra ts
e in A n s p r u c h a u f d ie s t a t u t g e m ä ß e V e r g ü tu n g n ic h t
1 Artikel 4, 12,
21
und
96.
3. April 1909
Gl ückauf
b e s te h t.
Z u d ie s e r S c h lu ß fo lg e ru n g m ü s s e m a n a u c h
d u rc h d ie B e s tim m u n g d e s § 2 4 5 A b s . 2 H O B k o m m e n ,
w o n a c h d ie d e n M itg lie d e r n d e s A u f s ic h ts r a ts z u k o m m e n d e
V e r g ü t u n g , a u c h w e n n s i e i m G e s e l 's c h a f t s v e r t r a g e f e s t ­
g e s e tz t s e i, d u r c h G e n e r a lv e r s a m m lu n g s b e s c h lu ß , m it
S tim m e n m e h rh e it h e r a b g e s e tz t w e rd e n k ö n n e .
D er
G e s e tz g e b e r h a b e d a d u r c h z u m A u s d r u c k g e b r a c h t,
d a ß d e n M itg lie d e rn d e s A u f s ic h ts r a ts d ie ih n e n s t a t u t ­
g e m ä ß z u s te h e n d e V e r g ü tu n g n ic h t a ls d u r c h d ie W a h l
u n d d e re n A n n a h m e fü r d e n g a n z e n Z e itra u m , fü r d e n
s ie g e w ä h lt s in d , u n a b ä n d e r l i c h f e s t g e s e t z t a n z u ­
s e h e n s e i.
H e r v o r g e h o b e n s e i n o c h , d a ß e s d a r a u f , o b e in
w i c h t i g e r G r u n d f ü r d ie A b b e r u f u n g v o r lie g t, g a r
n ic h t a n k o m m t. D e r B e s c h lu ß d e r G e n e r a lv e r s a m m lu n g ,
d e r ü b rig e n s m a n g e ls a n d e r w e ite r B e s tim m u n g im S t a t u t
e in e r D r e iv ie r te l- M e h r h e it b e d a r f , is t a ls o g ü ltig , u n d
d a s A u fs ic h ts ra ts m itg lie d s e in e r S te llu n g v e rlu s tig ,
s e lb s t w e n n f ü r d ie A b b e r u f u n g n i c h t d e r g e r i n g s t e
A n l a ß v o rlie g t.
B e w e is p flic h t b e i b e h a u p te te r S tu n d u n g
p re is e s (B d . 6 8 , S . 3 0 5 ).
des
K a u f­
K o m m t e s n a c h A b s c h lu ß e in e s m ü n d lic h e n V e r­
tra g e s z w is c h e n d e n P a r te ie n z u m S tr e it ü b e r d e n
In h a lt d e r A b m a c h u n g e n , u n d s in d a n d e re B e w e is m itte l
ü b e r d e n In h a lt d e r A b m a c h u n g e n n ic h t v o rh a n d e n ,
so m u ß d e r R e c h ts tr e it d u r c h P a r te ie id z u r E n ts c h e id u n g
k o m m en . D a b e i is t es s e lb s tv e rs tä n d lic h v o n g rö ß te r
B e d e u tu n g , o b d e r E id d e m K lä g e r o d e r d e m B e k la g te n
g e b ü h rt, d e n n r e g e lm ä ß ig s in d b e id e P a r te ie n b e r e it,
ih re g e g e n te ilig e n B e h a u p t u n g e n z u b e s c h w ö r e n .
D ie
E n ts c h e id u n g , w e m d e r E id g e b ü h r t, h ä n g t d a v o n a b ,
w e r v o n d e n P a r te ie n b e w e is p flic h tig is t. D e r B e w e is ­
p flic h tig e m u ß s e in e m G e g n e r d e n E i d z u s c h ie b e n , s o
d a ß im m e r d e r N ic h tb e w e is p f lic h tig e d e n E id ü b e r
d ie s t r e i ti g e T a t s a c h e z u l e i s t e n h a t . D ie B e a n t w o r t u n g
d e r F r a g e n a c h d e r B e w e is p f lic h t (» B e w e is la s t« ) is t d a h e r
v ie lfa c h a u s s c h la g g e b e n d f ü r d e n A u s g a n g d e s P r o z e s s e s .
D e r h ie r g e n a n n te F a ll e n ts c h e id e t e r n e u t e in e n a lte n
S tre it d e r T h e o rie ü b e r d ie F r a g e , w e r b e im K a u f v o n
d e n P a rte ie n b e w e is p flic h tig is t, w e n n d e r a u f d e n
K a u fp re is v e r k la g te K ä u f e r S tu n d u n g d e s K a u fp re is e s
b e h a u p te t.
N a c h A n s ic h t d e s R e ic h s g e ric h ts is t h ie r
zu u n te rs c h e id e n , o b d e r B e k la g te b e h a u p te t, d ie S tu n ­
d u n g sei g l e i c h z e i t i g
m it d e m A b s c h lu ß des
K a u f v e r tr a g e s v e r e i n b a r t , o d e r o b e r b e h a u p t e t , s ie
sei e rst n a c h t r ä g l i c h v e re in b a rt w o rd e n .
D a s R e ic h s g e ric h t f ü h r t a u s , w e n n d ie S tu n d u n g
g le ic h z e itig m it d e m A b s c h lu ß
d e s K a u fv e rtra g e s
s e lb s t v e r e in b a r t s e i, d a n n b ild e s ie e in e n B e s t a n d t e i l
d ie s e s V e r tr a g e s .
D e r B e k la g te , d e r d ie s e S tu n d u n g
b e h a u p te , le u g n e a ls o s e in e G r u n d la g e n .
D a f ü r d ie
G ru n d la g e n d e s d e r K la g e z u g r u n d e lie g e n d e n V e r tr a g e s
d e r K lä g e r b e w e is p f lic h tig s e i, s o g e b ü h r e in d i e s e m
F a lle d e r E id d e m b e k la g te n K ä u f e r .
S c h ü tz e d e r
b e k la g te K ä u f e r d a g e g e n S tu n d u n g m it d e r B e h a u p tu n g
v o r, d a ß d ie s e e r s t n a c h t r ä g l i c h v e r e i n b a r t s e i, so
b e s tr e ite e r a n s ic h d a s F u n d a m e n t d e r K la g e , d e n
A b s c h lu ß d e s K a u f v e r tr a g e s , in d e r v o n d e m K lä g e r
485
b e h a u p t e t e n F o r m n ic h t. I n s e in e m V o r b r in g e n lie g e
d a n n e in E i n w a n d , d e r in p r o z e s s u a le r B e z ie h u n g
e in e r E in r e d e im
e ig e n tlic h e n S in n e g le ic h s t ä n d e . D a f ü r je d e E in r e d e d e m je n ig e n , d e r s ie v o r ­
b rin g e , d ie B e w e is la s t tre ffe , so g e b ü h r e in d i e s e m
F a lle d e r E id d e m k l a g e n d e n V e r k ä u f e r .
E n tla s tu n g d e s V o rs ta n d e s u n d A u fs ic h ts ra te s e in e r
A k tie n g e s e lls c h a ft, A n fe c h tu n g v o n G e n e ra lv e rs a m m ­
lu n g s b e s c h lü s s e n (B d . 6 8 , S . 3 1 4 ).
E in e n ü b e ra u s in te re s s a n te n B e itra g z u d e r L e h re
v o n d e r E n tla s tu n g d e s V o rs ta n d e s u n d A u fs ic h ts ra ts
d u r c h G e n e ra lv e rs a m m lu n g s b e s c h lu ß lie fe rt d ie E n t ­
s c h e id u n g a u f S . 3 1 4 .
D ie b e k la g te A k tie n g e s e lls c h a f t, d ie n a c h ih r e m
S t a t u t F a b r ik a tio n u n d H a n d e l m it P a p ie r , Z e lls to ff
u n d ä h n lic h e n P r o d u k te n s o w ie d ie B e te ilig u n g a n
g le ic h e n o d e r v e r w a n d te n G e s c h ä fte n b e tr ie b , h a tte
e in e r » F a b r ik f ü r E is e n k o n s tr u k tio n e n « , m it d e r s ie
w e g e n ih r e r P r o d u k t e n i c h t in G e s c h ä f ts v e r b in d u n g
s ta n d , e in e n W e c h s e lk re d it v o n 2 0 0 0 0 M e in g e rä u m t
u n d a u ß e r d e m D a r le h n in la u f e n d e r R e c h n u n g g e g e b e n .
D ie F a b r ik f ü r E is e n k o n s tr u k tio n g e r ie t in K o n k u r s .
I n d ie s e m K o n k u r s e e r litt d ie b e k la g te A k tie n g e s e ll­
s c h a f t e in e n R e in v e r lu s t v o n 4 2 0 0 0 J i. I n d e r G e n e r a l­
v e r s a m m lu n g w u r d e g e g e n d ie S tim m e n d e r K lä g e r
d e m V o rs ta n d u n d A u fs ic h ts ra t E n tla s tu n g e rte ilt. G e g e n
d ie s e n B e s c h lu ß e rh o b e n d ie K lä g e r K la g e m it d e m
A n tra g e , ih n fü r n ic h tig z u e rk lä re n . D a s O b e r l a n d e s ­
g e r i c h t h a tte a u s g e f ü h r t, d ie K r e d itg e w ä h r u n g s e i
w e g e n ih re r H ö h e u n d G e fä h rlic h k e it b e i A n w e n d u n g
d e r g e h ö rig e n S o r g f a lt n ic h t a ls d u r c h d a s S t a t u t e r ­
la u b t z u e ra c h te n . A u s d e r V e rle tz u n g d e r s c h u ld ig e n
S o r g f a lt s e i d e r V o r s t a n d (§ 2 4 2 H G B ) u n d d e r A u f ­
s i c h t s r a t (§ 2 4 6 H G B ) d e r G e s e lls c h a f t s c h a d e n e r s a t z ­
p flic h tig g e w e se n .
D ie in d e r G e n e r a lv e r s a m m lu n g
e r te ilte E n t l a s t u n g e n th a lte , d a d ie G e n e r a lv e r s a m m lu n g
ü b e r d ie S a c h la g e u n te r r ic h te t g e w e s e n s e i o d e r s ic h
n o c h h ä t t e u n te r r ic h te n k ö n n e n , e in e n V e r z ic h t a u f d ie s e
S c h a d e n e rs a tz a n s p rü c h e a u s d e r K re d itg e w ä h ru n g . D a
d ie G e n e r a lv e r s a m m lu n g d a z u k e in e n b e r e c h tig te n A n la ß
g e h a b t h a b e , so m ü s s e d e re n B e s c h lu ß z u m m in d e s te n
a ls e in e W illk ü r lic h k e it a n g e s e h e n w e rd e n . E in e s o lc h e
F r e ih e it b e s te h e f ü r d ie G e n e r a lv e r s a m m lu n g n ic h t,
d e n n a u c h s ie h a b e im m e r d e n V o r te il d e r G e s e lls c h a f t
im A u g e z u b e h a lte n . V e r s to ß e s ie d a g e g e n , s o v e r s to ß e
s ie g e g e n d ie G r u n d la g e n , a u f d e n e n d ie B e te ilig u n g
d e r A k tio n ä r e a n d e m U n te r n e h m e n b e r u h e , g e g e n e in
s e lb s tv e rs tä n d lic h e s P rin z ip d e s G e s e lls c h a fts v e rtra g e s
u n d g e g e n d a s G e s e tz . D e m g e m ä ß h a t t e d a s O b e r la n d e s ­
g e ric h t d e n E n tla s tu n g s b e s c h lu ß d e r V e rs a m m lu n g fü r
n ic h tig e rk lä rt.
D as R e ic h s g e ric h t
is t d ie s e n A u s f ü h r u n g e n
n ic h t b e ig e tre te n .
E s f ü h r t a u s : A u c h w e n n m it
d e m O b e r l a n d e s g e r i c h t d a v o n a u s z u g e h e n s e i, d ie
K r e d itg e w ä h r u n g e n a n d ie F a b r ik f ü r E is e n k o n s tr u k ­
tio n e n h ä tte n w e g e n ih re r H ö h e u n d G e fä h rlic h k e it
b e i A n w e n d u n g d e r s c h u ld ig e n S o rg fa lt n ic h t a ls d u r c h
d a s S t a t u t e r la u b t u n d d u r c h d ie ü b r ig e S a c h la g e g e ­
s t a t t e t e r a c h te t w e r d e n d ü r f e n , u n d d ie A k tie n g e s e ll-
s c h a ft h a b e d a n a c h g e g e n V o rs ta n d u n d A u fs ic h ts ra t
e in e n S c h a d e n s e r s a tz a n s p r u c h g e h a b t, so k ö n n e d a s
a n g e fo c h te n e U r te il m it d e r B e g rü n d u n g d e s O b e rla n d e s ­
g e ric h ts n ic h t a u f r e c h t e r h a lte n w e rd e n . Z w a r g e re ic h e
a n s ic h je d e r V e rz ic h t a u f R e g r e ß a n s p r ü c h e g e g e n
z a h lu n g s u n f ä h ig e M itg lie d e r d e s V o r s ta n d e s u n d d e s
A u fs ic h ts ra ts z u m
N a c h te il d e r A k tie n g e s e lls c h a ft.
E s s e i in d e s n ic h t z u b e z w e ife ln , d a ß e in s o lc h e r E n t ­
la s tu n g s b e s c h lu ß d a d u r c h a lle in g r u n d s ä t z l i c h n o c h
n ic h t g e g e n d a s G e s e t z v e rs to ß e u . zw . a u c h d a n n n ic h t,
w e n n d e r S c h u ld n e r (h ie r a ls o V o r s ta n d u n d A u f s ic h ts r a t)
g e g e n d a s S ta tu t v e rs to ß e n h ä tte . G e g e n d a s S t a t u t 1
w ü r d e e in e s o lc h e E n tla s tu n g a b e r n u r d a n n v e r s to ß e n ,
w e n n in d e m S t a t u t b e s tim m t w ä re , d a ß a u f s o lc h e
R e g re ß a n s p rü c h e n ic h t v e rz ic h te t w e rd e n d ü rfe .
D a g e g e n s e i n ic h t z u le u g n e n , d a ß e in s o lc h e r E n t ­
la s tu n g s b e s c h lu ß g e g e n d a s G e s e tz v e r s to ß e n k ö n n e .
D ie s s e i d a n n a n z u n e h m e n , w e n n d ie M e h r h e it d e r
A k tio n ä r e b e i d e r B e s c h lu ß f a s s u n g in e in e r g e g e n d ie
g u te n S itte n v e r s to ß e n d e n W e is e v o r s ä tz lic h z u m
N a c h te il d e r A k tie n g e s e lls c h a ft o d e r z u m N a c h te il d e r
M in d e rh e it g e h a n d e lt h a b e . D a s e rg e b e s ic h a u s d e m
in d e m
§ 8 2 6 B G B a u s g e s p ro c h e n e n G r u n d s ä tz e .2
D a b e i s e i u n t e r d e r M e h r h e it, d e r e n » d o lu s « im S in n e
d e s § 8 2 6 v o rlie g e n m ü s s e , u m e in e n E n tla s tu n g s b e s c h lu ß
u n g e s e tz lic h z u m a c h e n , n ic h t d ie G e s a m t h e i t d e r ­
je n ig e n z u v e r s te h e n , w e lc h e f ü r d ie E n tla s tu n g g e ­
s t i m m t h ä t t e n . E i n s o lc h e r » d o lu s « im S in n e d e s § 8 2 6
b r a u c h e n u r b e i d e m T e il v o r h a n d e n z u s e in , d e r im
g e g e b e n e n F a l l m in d e s te n s e r f o r d e r lic h s e i, u m e in e n
M e h r h e i t s b e s c h l u ß h e rv o rz u b rin g e n .
D a g e g e n k ö n n e e in V e rs to ß g e g e n d a s G e s e tz n ic h t
b e r e its d a n n a n g e n o m m e n w e r d e n , w e n n d ie M e h r h e it
n u r w i l l k ü r l i c h , o h n e a lle n u n d
je d e n g e re c h t­
f e r tig te n G r u n d d u r c h d e n E n tla s tu n g s b e s c h lu ß a u f d ie
ih r a ls w o h lb e g r ü n d e t b e k a n n te n R e g r e ß a n s p r ü c h e
v e rz ic h te t h a b e , e s se i d e n n , d a ß n a c h d e n b e g le ite n d e n
b e s o n d e r n U m s tä n d e n e in s o lc h e s V e r h a lte n d e n T a t ­
b e s ta n d d e s § 8 2 6 e rfü lle .
D a d a s O b e rla n d e s g e ric h t e n tg e g e n d ie s e r A u f­
fa s s u n g e in e d e r a r tig e V e rz ic h tle is tu n g a u f R e g r e ß ­
a n s p rü c h e u n te r a lle n U m s tä n d e n fü r g e s e tz - b z w .
s ta tu tw id r ig e r a c h te t h a tte , so h o b d a s R e ic h s g e ric h t
d a s U rte il a u f u n d v e rw ie s d ie S a c h e a n d a s O b e r­
la n d e s g e r ic h t z u rü c k , u m d ie S a c h la g e a u f G r u n d d e r
1 Eine Anfechtung von Generalversammlnngsbeschlüssen hißt das
Gesetz nur unter diesen beiden Voraussetzungen, daß nämlich entweder
Gesetz oder Statut verletzt seien, zu (§ 271 HGB).
2 Wonach derjenige zum Schadenersatz verpflichtet ist, der einem
ändern in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise vorsätzlich
(dolos) Schaden zufügt.
v o n ih m a u f g e s te llte n a n d e r w e ite n
zu p rü fe n .
G ru n d s ä tz e e rn e u t
K la g e a u f A b ä n d e r u n g e in e s r e c h ts k r ä f tig e n U rte ils
ü b e r R e n te n le is tu n g e n (B d . 6 8 , S . 3 5 2 ).
E in r e c h ts k r ä f tig e s E r k e n n tn is , d a s e in e V e ru rte i­
lu n g z u z u k ü n f tig fä llig w e r d e n d e n w ie d e rk e h re n d e n
L e is tu n g e n a u s s p r ic h t, is t n ic h t e tw a f ü r a lle Z e ite n
u n a b ä n d e r lic h . T r i t t im L a u fe d e r Z e it e in e w e s e n t ­
l i c h e Ä n d e r u n g d e r je n ig e n V e r h ä ltn is s e e in , d ie fü r
d ie V e r u r te ilu n g z u r E n t r i c h t u n g d e r L e is tu n g e n , fü r
d ie B e s tim m u n g d e r H ö h e o d e r d e r D a u e r ih r e r E n t­
r ic h tu n g m a ß g e b e n d w a re n , so is t je d e r T e il b e re c h tig t,
im W e g e d e r K la g e e in e e n ts p r e c h e n d e A b ä n d e ru n g
d e s U r te ils z u v e r la n g e n (§ 3 2 3 Z P O ) ,
I n d e m a u f S . 3 5 2 z u r E n t s c h e i d u n g g e la n g te n F a ll
w a r d e r je tz ig e K lä g e r d u r c h e in f r ü h e r e s U r te il re c h ts ­
k r ä f t i g v e r u r t e i l t w o r d e n , d e m j e t z i g e n B e k l a g t e n e in e
jä h rlic h e R e n te ,
u . z w . le b e n s lä n g lic h z u z a h le n .
N a c h R e c h t s k r a f t d e s U r te ils h a t t e s ic h d e r je tz ig e
B e k la g te d e m T r u n k e e rg e b e n . E s w u r d e fe s tg e s te llt,
d a ß s ic h d ie E r w e r b s f ä h ig k e it d e s B e k la g te n v e rb e s s e rt
h a b e n w ü rd e , w e n n e r s ic h d e m T r u n k e n ic h t e rg e b e n
h ä tte .
D a s R e ic h s g e r ic h t h a t in Ü b e re in s tim m u n g
m it d e m O b e r la n d e s g e r ic h t a n g e n o m m e n , d a ß in d e r
T r u n k s u c h t d e s B e k l a g t e n e i n e i g n e s V e r s c h u l d e n l ie g e ,
fü r d a s d e r B e k la g te a u c h im B e re ic h e d e s o b e n e r­
w ä h n te n § 3 2 3 Z P O a u fz u k o m m e n h a b e . D e m g e m ä ß
h a t e s d e n d u r c h d a s r e c h ts k r ä f tig e U r te il fe s tg e s e tz te n
R e n te n s a tz h e ra b g e m in d e rt. F e rn e r h a t es w e g e n des
in fo lg e d e r T r u n k s u c h t e in g e tr e te n e n R ü c k e n m a r k ­
le id e n s d a s e r s te U r te il d a h in a b g e ä n d e r t, d a ß n u n m e h r
d ie d e m B e k la g te n a u f L e b e n s z e it z u g e s p r o c h e n e R e n te
a u f d ie Z e it b is z u r V o lle n d u n g s e in e s 7 0 . L e b e n s ja h re s
e in z u s c h r ä n k e n s e i, m i t R ü c k s i c h t a u f d ie F e s ts te llu n g ,
d a ß e r w e g e n d i e s e r z . Z . d e s f r ü h e m L Tr t e i l s n i c h t v o r ­
a u s s e h b a re n U m s tä n d e a u c h o h n e d e n U n fa ll s p ä te s te n s
m it d e r V o lle n d u n g d e s 7 0 . L e b e n s ja h r e s v o lls tä n d ig
e rw e rb s u n fä h ig s e in w ü rd e .
D ie Ä n d e r u n g e in e s r e c h ts k r ä f tig e n U rte ils a u f
R e n te n z a h lu n g is t s e lb s tv e r s tä n d lic h n ic h t a lle in z u ­
lä s s ig , w e n n e s s ic h u m R e n t e n w e g e n K ö r p e r v e r ­
l e t z u n g h a n d e lt, s o n d e rn in a l l e n F ä lle n d e r R e n te n ­
z a h lu n g , z. B . a u c h in d e n h ä u fig e r v o rk o m m e n d e n
F ä lle n d e r R e n te n z a h lu n g w e g e n E n tz ie h u n g d e r B a u ­
p la tz q u a litä t u n d d e r F lö ß b a r k e it in fo lg e b e rg b a u lic h e r
B odensenkungen.
E s is t d e s h a lb g e b o te n , v o r je d e s ­
m a lig e r Z a h lu n g e in e r R e n t e d ie F e s t s t e l l u n g z u tre ffe n ,
o b s ic h d ie V e r h ä ltn is s e n ic h t im S in n e d e s § 3 2 3 Z P O
g e ä n d e rt h ab en .
Technische Angaben aus dem Steinkohlenbergbau Nordfr-ankreichs im Jahre 1907'.
N o rd -B e z irk .
D ie Z a h l d e r im B e tr ie b e u n d im A b te u f e n b e g riffe n e n
S c h ä c h te b e tr u g 1 0 5 , d . s. 4 m e h r a ls im V o r ja h r e .
H ie rv o n d ie n te n 5 2 z u r F ö rd e ru n g , 7 S c h ä c h te w a re n
1 Auszug aus „Rapports des Ingénieurs des Mines aux Conseils
généraux sur la Situation des Mines et Usines en 1907". Vgl. Glückauf
1908, S. 632ff.
im A b te u f e n b e g riffe n . D a s Z e m e n tie r v e r f a h r e n w u rd e
m it E r f o lg b e im D u r c h te u f e n d e r w a s s e r r e ic h e n K re id e ­
s c h ic h te n a u f S c h a c h t N r. 8 d e r G e s e lls c h a ft E s c a rp e lle
u n d a u f 2 S c h ä c h te n d e r A n la g e E d o u a r d - A g a c h e a n ­
g e w e n d e t.
D ie F ö r d e r te u f e a lle r S c h ä c h te b e tr u g im D u rc h ­
s c h n i t t 4 2 4 m g e g e n 4 1 5 m im V o r ja h r e . S ie s c h w a n k te
S c h rä m m a s c h in e n s ta n d e n n u r a u f d e n G ru b e n d e r
G e s e lls c h a ft A n z in in A n w e n d u n g , w o m i t 3 M a s c h in e n
in s g e s a m t 5 8 6 0 t h e re in g e w o n n e n w u r d e n .
W ä h re n d
d e r m a s c h in e lle S c b r ä m b e tr ie b z u rü c k z u g e h e n s c h e in t,
v e rs u c h t m a n P r e ß lu f th a m m e r im m e r m e h r e in z u fü h re n .
D ie b i s h e r b e i 4 G e s e l l s c h a f t e n v e r w e n d e t e n H ä m m e r
h a b e n b e i d e r H e re in g e w in n u n g fe s te r K o h le m it g e ­
su n d e m H a n g e n d e n g u te D ie n s te g e le is te t. Ü b e r n e u e
F ö rd e rm a s c h in e n s in d k e in e b e s o n d e rn A n g a b e n z u
m achen.
A lo e - F la c h s e ile h a b e n n a c h w ie v o r d ie
g rö ß te V e r b r e itu n g .
E in ig e n e u e F ö rd e ra n la g e n s in d
m it F la c h s e ile n a u s M e ta ll a u s g e r ü s te t w o rd e n .
D ie
e le k tris c h e K r a f tü b e r tr a g u n g ü b e r T a g e h a t w e ite r e
V e rb re itu n g g e fu n d e n .
D e r S p r e n g s to f f v e r b r a u c h a u f 1 t g e w o n n e n e K o h le
b e tr u g 4 0 g g e g e n ü b e r 4 0 ,8 g in 1 9 0 6 . D ie e le k tr is c h e
Z ü n d u n g w ird b e im A r b e ite n in d e r K o h le im m e r m e h r
a n g e w e n d e t.
D ie im J a h r e 1 9 0 6 m i t b e s o n d e r m E r f o lg a u f g e ­
n o m m e n e V e rb e s s e ru n g in d e r W e tte r f ü h r u n g h a t w e ite re
F o rts c h ritte a u fz u w e is e n u n d m e h re re V e n tila to r a n la g e n
s in d v e r g r ö ß e r t o d e r n e u e r r ic h te t w o rd e n .
D ie G r u b e P a u l S c h n e id e r , d ie b i s h e r a l s s c h l a g w e t t e r ­
a rm g a lt, is t je tz t in d ie h ö h e r e G e f a h r e n k la s s e v e r s e tz t
w o rd e n .
I n A n z i n , A n i c h e u n d l ’E s c a r p e l l e w u r d e n d i e
K o h le n s ta u b v e rs u c h e w e ite r f o r tg e f ü h r t; d e n o b e rn B e ­
h ö rd e n is t d e r E n tw u r f e in e s G e s e tz e s z u r B e k ä m p f u n g
d e r K o h le n s ta u b g e fa h r v o rg e le g t w o rd e n .
H ie rin is t
d ie E i n f ü h l u n g v o n n e u t r a l e n Z o n e n v o r g e s e h e n , d ie z u
k a lk e n o d e r d a u e r n d f e u c h t z u h a l t e n s in d , f e r n e r d ie B e ­
rie s e lu n g d e r B a u e u n d d ie B e s c h r ä n k u n g d e r S p r e n g ­
s to ffla d u n g b e im S c h ie ß e n in d e r K o h le . O ffn e G r u b e n ­
la m p e n s in d w ä h r e n d d e s J a h r e s 1 9 0 7 a llm ä h lic h g a n z
a b g e le g t w o r d e n , n u r d ie G r u b e T h iv e n c e lle s v e r w e n d e t
n o c h s o lc h e , is t a b e r im B e g r if f , s ie d u r c h e le k tr is c h e
L a m p e n z u e rs e tz e n .
Im ü b rig e n w u rd e n f a s t a u s ­
s c h lie ß lic h W o lf s c h e S ic h e r h e its la m p e n v e r w e n d e t.
A u f d e n G r u b e n .A r c h e v ê q u e , S a in t- M a r c k u n d
R e n a rd s in d n e u e K o h le n s e p a r a tio n e n g e b a u t w o rd e n .
D ie S e p a r a t i o n e n d r e i e r a n d e r e r G r u b e n w u r d e n m i t
V o rric h tu n g e n z u m A b fa n g e n d e s K o h le n s ta u b e s v e r ­
sehen.
A u f 10 G ru b e n s in d K o k e r e ie n v o r h a n d e n . D ie in s ­
g e s a m t e rz e u g te K o k s m e n g e d e s G e b ie te s b e tr u g 7 7 2 1 7 4 1
m it e in e m
A u s b r i n g e n v o n 7 6 ,7 p C t . A u ß e r d e m
w u rd e n 12 9 8 5 t T e e r, 6 5 7 7 t A m m o n iu m s u lfa t u n d
2 8 8 9 t B e n z o l e rz e u g t. D ie B r ik e ttp r o d u k tio n b e tr u g
7 4 0 7 5 0 t.
U n fä lle
U rs a c h e n d e r U n fä lle
B ei A rb e ite n u n te r T ag e:
8
d u rch S t e i n f a l l ..............................
S c h lag w e tte r- od. K o h le n ­
_
s ta u b e x p lo sio n e n . . . .
S p r e n g s t o f f e .....................
—
2
S c h a c h tfö rd e ru n g . . . .
3
. ,,
A u sg leiten . . . . . . .
—
H a n d a rb e ite n
.................
1
,,
V erschiedenes .
. . .
zus. . .
B ei A rb e ite n ü b e r T a g e .................
zus. . .
gegen 190(1 .
14
4
32 1 853
45
Insgesain
Verletzungen mit
._ £
SJ i OJ
15 —
fi.
05,-2-C
=
•« §
vorübergeh.
Arbeits­
unfähigkeit
unbe­
kannten
Folgen
z w is c h e n 1 9 0 u n d 8 0 0 m . D e n S c h a c h t D u t e m p l e b e ­
a b s ic h tig t m a n b is 9 0 0 m T e u f e n ie d e r z u b r in g e n . D ie
g rö ß te F ö r d e r u n g le is te te n d ie A n la g e n L e d o u x - C h a b a u d L a t o u r , L a g r a n g e u n d d ’A r e n b e r g d e r G e s e l l s c h a f t
A n z in m it 3 5 7 0 7 4 , 2 7 6 8 8 4 b z w . 2 7 0 1 1 1 t u n d d ie
A n la g e n S e s s e v a lle u n d D e c h y d e r G e s e lls c h a f t A n ic h e
m it 2 9 0 5 6 9 u n d 2 8 9 2 6 5 t.
D ie F lö z m ä c h tig k e ite n
s c h w a n k te n z w is c h e n 0 ,4 0 u n d 1 ,7 5 m .
Ü b e r d ie im J a h r e 1 9 0 7 v o r g e k o m m e n e n
g ib t d ie n a c h f o lg e n d e T a b e lle A u f s c h lu ß :
487
Glückauf
Tödliche
Unfälle
3. April 1909
l 938
_
4
4 _
2
1
t —
9
47
43 —
24 1 257 27 1 321
722
20
688 14
759
7
730 21
96 4 576 107 4 793
803
27
761 11
18 123 5 337 118 5 596
3 4 457
29 41 4 394
A u f 1 0 0 A r b e ite r e n tf ie le n 1 9 0 7 u n t e r T a g e 2 1 ,8 2 ,
ü b e r T a g e 1 0 ,0 1 u n d i m D u r c h s c h n i t t 1 8 ,6 7 V e r l e t z t e .
D ie tö d lic h e n V e r u n g lü c k u n g e n b e tr u g e n a u f 1 0 0 0 M a n n
d e r B e le g s c h a f t 0 ,6 0 g e g e n 0 ,9 7 im V o r ja h r e .
P a s -d e -C a la is -B e z irk .
Z u E n d e d e s B e ric h tja h re s s ta n d e n 1 5 4 S c h ä c h te
in B e tr ie b o d e r im A b te u f e n , d . s. 1 0 m e h r a ls im V o r ­
ja h r e . H ie r v o n d ie n te n 8 9 z u r F ö r d e r u n g . D ie d u r c h ­
s c h n ittlic h e F ö rd e rte u fe b e tr u g 3 3 9 m ; d e r tie fs te S c h a c h t
h a t t e e in e s o lc h e v o n 7 5 0 m . D ie Z a h l d e r im A b b a u
b e fin d lic h e n F lö z e e in e r A n la g e b e tr u g im D u r c h s c h n itt
7 ,8 m i t e i n e r m i t t l e r n F l ö z m ä c h t i g k e i t v o n 1 ,0 2 m .
D a s Z e m e n tie r v e r f a h r e n b e im S c h a c h ta b te u f e n is t
w e ite r e n tw ic k e lt w o rd e n . Z w ei S c h ä c h te w u rd e n n a c h
d e m V e rfa h re n v o n K in d -C h a u d ro n a b g e b o h r t; in d e n
m e is te n s c h w ie rig e n F ä lle n w ird d a s G e frie rv e rfa h re n
a n g e w e n d e t. S e itd e m e s im J a h r e 1 8 9 1 z u m e r s te n M a le
a u f d e r G r u b e L e n s a n g e w e n d e t w u r d e , s i n d n i c h t w 'e n i g e r
a l s 3 2 S c h ä c h t e a u f d i e s e ’W e i s e n i e d e r g e b r a c h t w o r d e n .
S e it 1 9 0 4 w u rd e d a s G e frie rv e rfa h re n in 1 2 F ä lle n ,
d a s n e u a u fg e k o m m e n e Z e m e n tie rv e rfa h re n in 9 F ä lle n
a n g e w 'e n d e t .
B e im A b te u fe n d e s S c h a c h te s 14 v o n
L e n s is t e s m it H ilfe d e s Z e m e n tie r v e r f a h r e n s g e lu n g e n ,
e in e e rh e b lic h e W a s s e rq u e lle a b z u s c h lie ß e n .
D ie V e r w e n d u n g v o n S c h r ä m m a s c h in e n is t w e ite r
z u rü c k g e g a n g e n .
D ie M e n g e d e r h e r e in g e s c h r ä m te n
K o h le b e lie f s ic h a u f 5 3 0 0 0 t g e g e n 7 9 0 0 0 t im V o r­
ja h r e u n d 1 0 0 0 0 0 t in 1 9 0 5 . D ie A n la g e M a rie s , d ie
d e n A b b a u e in e s v o r n e h m lic h m itte ls S c h r ä m m a s c h in e n
h e re in g e w x m n e n e n F lö z e s e in g e s te llt h a t, t r u g h ie r z u
n u r 2 7 0 0 t (g e g e n 2 6 0 0 0 t in 1 9 0 6 u n d 4 6 0 0 0 t in 1 9 0 5 )
b e i u n d d i e A n l a g e C o u r r i è r e s , d i e n o c h '1 9 0 6 1 0 4 0 0 t
u n d 1 9 0 5 3 6 0 0 0 t S c h rä m k o h le g e w a n n , h a t s e it d e r
b e k a n n te n K a ta s tr o p h e a u f d ie V e rw e n d u n g v o n S c h r ä m ­
m a s c h in e n v ö llig v e r z ic h te t.
D e r S c h rä m m a s c h in e n ­
b e tr ie b , m it d e m z u r Z e it s e in e r g r ö ß te n B lü te e tw a
1 p C t d e r g e s a m te n F ö rd e ru n g v o n P a s -d e -C a la is g e ­
w a n n e n w u rd e , s p ie lt g e g e n w ä r tig e in e n u r g a n z u n te r ­
g e o r d n e te R o lle . D e r G r u n d h ie r f ü r is t in d e n a llg e ­
m e in e n L a g e ru n g s v e rh ä ltn is s e n , d e m h ä u fig e n W e c h s e l
im E in f a lle n u n d in d e r Z u s a m m e n s e tz u n g d e r F lö z e ,
d e n z a h lre ic h e n V e rw e rfu n g e n u n d d e m s c h le c h te n
H a n g e n d e n z u s u c h e n . D ie P r e ß lu f th ä m m e r m it g e rin g e m
G e w ic h t (e tw a 5 k g ) d a g e g e n , d ie z u e r s t im J a h r e 1 9 0 6
a u f ta u c h te n , h a b e n in A b b a u b e tr ie b e n im m e r g rö ß e re
V e r b r e itu n g g e f u n d e n . M a n s c h ä t z t d ie d u r c h s ie e r ­
z ie lte n B e trie b s e rs p a rn is s e a u f 2 0 — 3 0 p C t. Z u E n d e
d e s B e ric h t] a h re s s ta n d e n 3 7 5 d ie s e r P lä m m e r (In g e rs o llS e r g e a n t, F r a n ç o i s u . a . m .) in G e b r a u c h . D ie m i t i h n e n
h e re in g e w o n n e n e K o h le is t a u f 1 5 3 0 0 0 t a n g e w a c h s e n .
D o u rg e s a lle in h a t m e h r a ls d ie H ä lf te s e in e r F ö r d e r u n g
(9 2 0 0 0 t) m it 1 8 8 H ä m m e r n g e w o n n e n ; d e r R e s t v e r ­
te ilt s ic h v o r a lle m a u f d ie G r u b e n F e n s , M e u r c h in u n d
M a rie s .
A u c h b e i G e s te in a r b e ite n v e r d r ä n g e n d ie
B o h r h ä m m e r d ie f r ü h e r v e r w e n d e te n B o h r m a s c h in e n .
D a s S p ü lv e r s a tz v e r f a h r e n b ü r g e r t s ic h d o r t, w o
W a s s e rlä u fe o d e r s ta r k b e b a u te F lä c h e n v o r B o d e n ­
s e n k u n g e n g e s c h ü tz t w e r d e n s o lle n , im m e r m e h r e in .
B e d a u e r lic h e r w e is e h in d e r n d ie h o h e n B e s c h a f f u n g s ­
k o s te n u n d d ie g e rin g e n V o r r ä te g e e ig n e te r S p ü lv e r s a tz s to ffe a u s d e n S e p a ra tio n e n u n d W ä s c h e n , d e n K e s s e l­
h ä u s e r n u s w . s e in e g rö ß e re V e r b r e itu n g . E s w u r d e n im
B e ric h t]a h re a n n ä h e r n d 1 0 4 0 0 0 c b m e in g e s p ü lt; h ie rv o n
e n tfie le n a u f L e n s 31 0 0 0 , a u f C o u rriè re s 3 0 0 0 0 , L ié v in
21 0 00 u n d B ru a y 22 0 00 cb m .
Z u m E in s p ü le n v o n
1 c b m V e rs a tz m a s s e w e rd e n , w e n n e s s ic h u m T a g e s s p ü la n la g e n m it 2 0 0 — 1 4 0 0 m h o riz o n ta le m S p ü lw e g
h a n d e lt, 1 0 0 0 b is 1 5 0 0 1 W a s s e r g e b r a u c h t; d e r V e r­
b r a u c h s te ig t b is z u 3 0 0 0 1 b e i A n la g e n u p te r T a g e m it
k u rz e n T ra n s p o rtw e g e n v o n 2 0 0 — 3 0 0 m .
B r u a y , I .ié v in , M a rie s u n d v o r a lle m B é th u n e v e r ­
w e n d e n in Q u e rs c h lä g e n E is e n b e to n a u s b a u in g ro ß e m
U m fa n g e .
B é th u n e a lle in b e s itz t m e h re re K ilo m e te r
G r u b e n a u s b a u , d e r a u f d ie s e W e is e h e r g e s te llt is t. D ie
E is e n b e to n a rb e ite n k ö n n e n v o n G ru b e n m a u re rn a u s ­
g e f ü h r t w e r d e n , s te lle n s ic h in d e n H e r s te llu n g s k o s te n
g e rin g e r a ls Z ie g e ls te in m a u e ru n g u n d lie fe rn g la tte
F lä c h e n , d ie im I n te r e s s e d e r B e w e tte r u n g s o w ie d e r
K o h le n s ta u b - u n d S c h la g w e tte rb e k ä m p fu n g s e h r (e r­
w ü n s c h t s in d .
A u f z w e i S c h a c h ta n la g e n v o n C o u rriè re s s e tz t m a n
d ie V e r s u c h e m it S o m m e r s c h e n E is e n s te m p e ln f o r t,
o h n e je d o c h b is j e tz t z u e in e m a b s c h lie ß e n d e n U r te il ü b e r
ih r e W ir ts c h a f tlic h k e it g e la n g t z u s e in . D ie H o lz k o s te n
s c h w a n k t e n z w is c h e n 0 ,4 3 u n d 1 .5 f r . a u f 1 t K o h le .
In F lö z e n m it s c h w a c h e m E in fa lle n w e rd e n v e rs u c h ­
w e is e m e c h a n is c h e F ö r d e r v o r r ic h tu n g e n v o r O r t in F o r m
v o n S c h ü tte lr in n e n v e r w e n d e t. D ie e in e A r t b e s itz t n u r
g e rin g e L ä n g e u n d w ird v o n H a n d b e tä tig t.
S ie e r ­
le ic h te r t im w e s e n tlic h e n n u r d a s A u f la d e n d e r K o h le ,
o h n e je d o c h e in e n g r o ß e m A b s ta n d d e r O r ts tr e c k e n z u
e r z ie le n ; d ie a n d e r e A r t w ir d d u r c h P r e ß lu f t b e tr ie b e n
u n d in L ä n g e n b is z u 1 0 0 m a u s g e f ü h r t, b e is p ie lw e is e
a u f B r u a y u n d L e n s. Ih re V e rw e n d u n g is t b e so n d e rs
b e i S p ü lv e r s a tz b e tr ie b e n z w e c k e n ts p re c h e n d , in d e n e n
d ie A b b a u e s ic h a u f s o g r o ß e L ä n g e n g e f a h r lo s o ffe n
h a lte n la s s e n . D ie V o rz ü g e lie g e n d a r in , d a ß d ie A n ­
z a h l d e r F ö r d e r s t r e c k e n v e r r i n g e r t u n d 'a n A r b e i t s k r a f t
b e im K o h le n tr a n s p o r t g e s p a r t w ird .
S e ils tr e c k e n f ö r d e r e in r ic h t u n g e n h a b e n im B e r ic h tja b r e k e in e F o r t s c h r i t t e g e m a c h t, e b e n s o is t d ie e le k tr is c h e
L o k o m o tiv f ö r d e r u n g a u f d e m s e lb e n S ta n d e d e r E n t ­
w ic k lu n g g e b lie b e n . N e u e D a m p ffö rd e rm a s c h in e n s in d
a u f je e in e m S c h a c h t d e r G ru b e n L e n s , M e u rc h in u n d
C a rv in a u fg e s te llt w o rd e n .
D ie m o d e r n e r e n e le k tr is c h e n F ö r d e r m a s c h in e n tr a te n
m it D a m p ffö rd e rm a s c h in e n b e s o n d e rs d o r t in W e tt­
b e w e rb , w o m it s c h w a c h e r F ö r d e r u n g in d e n N a c h ­
m itta g - u n d N a c h ts c h ic h te n z u re c h n e n is t. B e i flo tte r
F ö r d e r u n g g e b r a u c h e n s ie n ic h t m e h r a ls 1 2 — 1 3 k g
D a m p f f ü r 1 S c h a c h t- P S /s t. D ie e le k tr is c h e n F ö r d e r ­
m a s c h in e n d e r G r u b e n v o n M a rie s (8 5 0 u n d 1 2 0 0 P S )
s o lle n d ir e k t m it D r e ip h a s e n w e c h s e ls tr o m v o n 3 0 0 0 V u n d
2 5 P e r io d e n b e tr ie b e n w e r d e n . A lle ä n d e r n e le k tris c h e n
M a s c h in e n g e h ö r e n , s o w e it s ie z u r A u s f ü h r u n g g e b r a c h t
s in d o d e r g e b r a c h t w e rd e n s o lle n , d e m I lg n e r - S y s te m an .
N e u e K o m p r e s s o r e n s in d a u f 6 G r u b e n a u fg e s te llt
w o rd e n .
D e r T u rb o k o m p re s s o r v o n R a te a u , d e r bei
5 0 0 0 U m d r. /m in e in e L e is tu n g v o n 1 0 c b m /m in P re ß lu ft
a u fw e is t u n d s. Z . z u e r s t a u f S c h a c h t N r. 9 v o n B e th u n e
A u f s te llu n g f a n d , h a t b e i d e n V e r s u c h e n e in e n is o ­
th e r m is c h e n W ir k u n g s g r a d v o n 5 9 p C t a u fg e w ie s e n ,
e in E r g e b n is , d a s z w a r z u f r ie d e n s te lle n d is t, a b e r h in te r
d e m W ir k u n g s g r a d e e in e s K o lb e n k o m p r e s s o r s m it 7 0 p C t
e rh e b lic h z u r ü c k b le ib t. D ie v o n A b d a m p f tu r b in e n o d e r
a u c h v o n D re h s tro m m o to re n b e trie b e n e n T u rb o k o m ­
p re s s o re n s c h e in e n tr o tz d e m g ü n s tig e A u fn a h m e zu
fin d e n .
E in z w e ite r T u r b o k o m p r e s s o r v o n d o p p e lte r
L e is tu n g is t f ü r S c h a c h t 11 v o n B e th u n e in M o n ta g e ;
e in d r i t t e r is t f ü r S c h a c h t 1 2 v o n L e n s v o rg e s e h e n .
D a m p ftu rb in e n fü r N ie d e rd ru c k b e i g u te m V a k u u m
w e r d e n g e r n v e r w e n d e t. S ie v e r b r a u c h e n b e i m o d e r n e n
A u s fü h ru n g e n n ic h t m e h r a ls 17 k g A b d a m p f o d e r 10 k g
F ris c h d a m p f fü r 1 K W /s t; n a c h d e n e rs te n A u sfü h ru n g e n
a u f d e n S c h ä c h te n 5 , 4 u n d 9 v o n B r u a y in d e n J a h re n
1 9 0 3 — 1 9 0 4 s in d n u n m e h r 5 w e ite r e f ü r d ie G ru b e n
v o n L e n s v o r g e s e h e n . D ie n e u s t e n W a s s e r h a ltu n g e n s in d
a ls H o c h d r u c k z e n tr if u g a lp u m p e n a u s g e f ü h r t ; s ie w e rd e n
tr o tz ih re s g e rin g e m W ir k u n g s g r a d e s w e g e n ih re r g e­
rin g e m
R a u m b e a n s p r u c h u n g u n d ih r e r E in fa c h h e it
b e v o rz u g t.
D ie V e r b e s s e r u n g d e r W e t t e r w i r t s c h a f t v o r a lle m
in d e n d u r c h S c h la g w e tte r g e f ä h r d e te n G ru b e n h a t
w e ite r e F o r t s c h r i t t e g e m a c h t, u n d e in e Z a h l w e ite re r
S c h a c h t a n l a g e n o d e r T e i l e v o n G r u b e n b a u e n s i n d i n d ie
K la s s e d e r s c h la g w e tte r g e f ä h r lic h e n B e tr ie b e v e rs e tz t
w o rd e n . In s g e s a m t g e h ö re n 51 p C t a lle r B a u e z u den
s c h la g w e tte rg e fä h rlic h e n g e g e n 4 1 p C t in 1 9 0 6 .
A ls
F o lg e d e r K a ta s tr o p h e v o n C o u rrie re s s in d o ffn e G ru b e n ­
la m p e n in a lle n G r u b e n v e r b o te n w o r d e n . B e i 27 p C t
d e r m it S ic h e rh e its la m p e n a u s g e rü s te te n G ru b e n w erd en
n o c h Ö l l a m p e n g e b r a n n t ; i m ü b r i g e n v e r w e n d e t m a n in
d e r H a u p ts a c h e B e n z in s ic h e r h e its la m p e n o d e r e le k tris c h e
G r u b e n la m p e n v o n 4 o d e r 2 V S p a n n u n g . D ie B e rie s e lu n g
h a t w e ite r e V e r b r e itu n g g e f u n d e n ; d ie G e s a m tlä n g e d e r
te ils d u r c h S p r itz w a s s e r le itu n g e n , te ils d u r c h S p ritz ­
w a g e n , D ü s e n u s w . b e r ie s e lte n G r u b e n s tr e c k e n b e trä g t
m e h r a ls 2 0 0 k m .
l n A n le h n u n g a n d ie M in is te r ia le r la s s e v o m 1 5 . A p ril
1 9 0 7 u n d 8 . F e b r . 1 9 0 8 m ü s s e n d ie B e rg w e rk s g e s e lls c h a fte n
v o n P a s - d e - C a l a i s , d i e s i c h s ä m t l i c h d e r i n L i e v i n im
B a u b e g riffe n e n Z e n tr a ls ta tio n f ü r G ru b e n re ttu n g s w e s e n
a n g e s c h lo s s e n h a b e n , a u f j e d e r S c h a c h t a n l a g e o d e r e in e r
3. April 1909
G 1ü c k a u i
G ru p p e b e n a c h b a rte r S c h a c h ta n la g e n ü b e r 2 R e ttu n g s ­
a p p a r a te u n d 8 in d e r e n G e b r a u c h a u s g e b ild e te A r b e ite r
v e rfü g e n . D ie Z e n tr a ls ta tio n f ü r G r u b e n r e ttu n g s w e s e n
s o ll m i t 2 0 A p p a r a t e n u n d e i n e r e n t s p r e c h e n d e n A n z a h l
d a m it v e r tr a u te r R e ttu n g s m a n n s c h a f te n a u s g e r ü s te t
w e r d e n ; s ie d ü r f t e g e g e n O k t o b e r in D ie n s t g e s te llt
w e rd e n . D e r S ta tio n s te h t d a u e r n d e in A u to m o b il u n d
e in R e s e r v e z u g a u f d e m B a h n h o f L e n s z u r V e r f ü g u n g .
E n d e F e b r u a r 1 9 0 8 b e s a ß e n d ie G e s e lls c h a fte n
Hl R e ttu n g s a p p a r a te m it P r e ß s a u e r s to f f (D ra e g e r, S h a m ­
ro c k , T is s o t), 1 0 A p p a r a te m it A lk a li-S u p e ro x y d e n
(P n e u m a to g e n ) u n d 2 A p p a r a te m it flü s s ig e r L u f t
(V a n g in o t).
N e u e S e p a r a tio n e n s in d a u f 6 A n la g e n e r r ic h te t
w o rd e n . 2 A n la g e n h a b e n n e u e W ä s c h e n e r h a lte n . D ie
V e rw e n d u n g e le k tr is c h e r K r a f t u n d d ie E r r ic h tu n g v o n
Z e n tra le n is t e in e d e r w e s e n tlic h s te n Z ü g e d e s F o r t ­
s c h ritte s b e i d e n B e tr ie b e n d e r T a g e s a n la g e n .
M a rie s h a t 2 P a r s o n s t u r b i n e n v o n je 1 5 0 0 K W in
B e trie b g e s e tz t ; B é th u n e v e r f ü g t ü b e r e in e 3 5 0 0 K W T u r b o g e n e r a to r e n - Z e n tr a le ; z w e i w e ite r e T u r b in e n (e in e
C u rtis tu rb in e v o n 2 5 0 0 K W u n d e in e Z o e lly tu r b in e v o n
4 0 0 0 K W ) s o lle n n o c h a u f g e s te llt w e rd e n . F ü r d ie G ru b e n
v o n L ié v in is t e in e Z e n tr a le v o n 10 0 0 0 K W v o rg e s e h e n .
489
S c h lie ß lic h is t n o c h z u e r w ä h n e n , d a ß d ie G r u b e n
v o n L e n s im B e g riffe s in d , 2 K o k s g a s m a s c h in e n z e n tr a le n
z u e rr ic h te n , w o v o n d ie e in e e in A g g re g a t v o n 5 0 0 P S
u n d d ie a n d e r e d r e i A g g r e g a te v o n je 1 2 0 0 P S , in s ­
g e s a m t ü b e r 4 0 0 0 P S , e r h a l t e n s o l l . L 'n t e r d e n e l e k t r i s c h
b e tr ie b e n e n A r b e its m a s c h in e n b e fin d e n s ic h 7 e le k tris c h e
F ö rd e rm a s c h in e n v o n z u s a m m e n 2 4 5 5 P S , 13 W a s s e r­
h a ltu n g s a n la g e n m it in s g e s a m t 2 6 4 8 P S u n d 11 V e n ­
tila to r e n v o n 2 1 3 3 P S . D ie Z a h l d e r im B e tr ie b e b e ­
fin d lic h e n K o k s ö fe n is t E n d e d e s B e r ic h tja h r e s a u f 1 1 9 8
a n g e w a c h s e n g e g e n 1 0 1 4 in 1 9 0 6 u n d 1 0 6 8 in 1 9 0 5 .
D ie K o k s p r o d u k tio n b e tr u g 1 1 7 4 5 8 2 t.
D a s C o m ité C e n tr a l d e s H o u illè r e s d e F r a n c e h a t in
L ié v in e in e V e r s u c h s tr e c k e e r r ic h te t, w o fü r e in e S u m m e
v o n 3 5 0 0 0 0 fr. a u s g e w o rfe n w o rd e n is t. D ie V e rs u c h ­
s tr e c k e b e f in d e t s ic h in d e r N ä h e d e s S c h a c h te s 3 u n d
e r h ä lt n a tü r lic h e s G ru b e n g a s a u s e in e r T e u fe v o n 5 2 6 m .
D ie g e s a m te n ü b e r T a g e z u e r r ic h te n d e n B a u e f ü r d ie
V e rs u c h s tre c k e s o lle n 5 0 0 m la n g w e rd e n .
D ie Z e n tr a l- R e ttu n g s ta tio n w ir d u n m itte lb a r n e b e n
d e r V e rs u c h s tre c k e e rric h te t u n d s te h t m it je n e r u n te r
e in e r O b e r le itu n g . W a h r s c h e in lic h w ir d d o r t a u c h e in
V e rs u c h s ta n d z u r P rü fu n g v o n F ö rd e rs e ile n e in g e ric h te t.
W . D.
Die Gewinnung der Bergwerke, Salinen und Hütten im Deutschen Keich und in Luxemburg
im Jahre 1908,
(V orläufiges E rg e b n is, zu sa m m e n g e ste llt im K aiserlic h en S ta tis tisc h e n A m t)
T ro tz d e s N ie d e rg a n g s d e r K o n ju n k tu r is t im le tz te n
J a h r in d e r a u f s te ig e n d e n E n t w i c k l u n g d e r K o h le n ­
p ro d u k tio n d e s D e u ts c h e n R e ic h s k e in S tills ta n d e in ­
g e tre te n .
D ie S t e i n k o h l e n g e w i n n u n g z e ig t m it
148 5 3 7 4 1 7 t e in e Z u n a h m e u m 5 3 5 1 7 2 6 t = 3 ,7 4 p C t.
An
d ie s e r
S te ig e ru n g
haben
a lle
G e w in n u n g s ­
g e b ie te A n te il, in e r s te r L in ie d e r O b e r b e r g a m ts b e z ir k
D o rtm u n d m it 2 4 8 2 0 0 0 t, s o d a n n d ie O b e r b e r g a m ts ­
b e z irk e B r e s la u m it- 1 7 8 7 4 7 3 t u n d B o n n m it 7 0 1 0 9 8 t.
E in e n g e rin g e n Z u w a c h s z e ig e n E ls a ß - L o th r in g e n
( + 1 7 3 4 6 3 t ) , d a s K ö n i g r e i c h S a c h s e n ( + 1 4 3 3 6 6 t)
u n d B a y e rn ( + 8 0 731 t).
A u c h d ie B r a u n k o h l e n ­
fö rd e ru n g is t 1 9 0 8 w ie d e r e rh e b lic h g e s tie g e n , n ä m lic h
v o n 6 2 5 4 6 6 7 1 a u f 6 6 7 4 6 0 5 7 t ; d ie Z u n a h m e b e tr ä g t
1 1 9 9 3 8 6 t = 6 ,7 1 p C t u n d e n t f ä l l t z u m g r ö ß t e n T e il
a u f d ie O b e r b e r g a m ts b e z ir k e H a lle ( + 1 3 8 2 3 4 5 t) u n d
B o n n ( + 1 2 9 3 8 7 2 t). D e r D u r c h s c h n i t t s w e r t fü r
d i e T o n n e S t e i n k o h l e w a r i n 1 9 0 8 m i t 1 0 , 3 1 M> u m
57 P f. h ö h e r a ls im V o r ja h r e u n d e r r e ic h te d a m it s e in e n
b is h e r h ö c h s te n S ta n d . I m O b e r b e r g a m ts b e z ir k D o r t ­
m u n d b lie b d ie S te ig e r u n g d e s T o n n e n w e r te s m it 5 4 P f.
u m e in g e r in g e s , im O b e r b e r g a m t s b e z i r k B o n n m i t 3 3 P i.
u m e in b e tr ä c h tlic h e s h i n t e r d e m D u r c h s c h n i t t z u r ü c k .
E r h e b lic h ü b e r d ie s e n h in a u s g in g s ie im O b e r b e r g a m ts ­
b e z irk B re s la u m it 7 6 P f. s o w ie in E ls a ß - L o th r in g e n
m it 7 2 P f.
D e r D u rc h s c h n itts w e rt fü r B ra u n k o h le
v e r z e ic h n e t e in e S te ig e r u n g v o n 2 ,5 0 a u f 2 ,5 5 M ; in t
O b e r b e r g a m ts b e z ir k H a lle w a r e r m it 2 ,2 3 M n u r u m
1 P f. h ö h e r a ls im V o rja h re , im O b e rb e rg a m ts b e z irk
B o n n m it 3 ,0 6 M d a g e g e n u m 1 4 P f . D e r W e r t d e r
g e s a m te n P r o d u k tio n w e is t b e i S te in k o h le m it 1 5 3 1 ,7
M ill. M e in e Z u n a h m e u m 1 3 7 ,5 M ill.
= 9 ,8 6 p C t
a u f , b e i B r a u n k o h l e m i t r . 1 7 0 M ill. M e in e Z u n a h m e
u m 1 3 ,5 M ill. M = 8 ,6 5 p C t.
In d er F ö rd e ru n g des
n ä c h s tw ic h tig e n E rz e u g n is s e s d e s d e u ts c h e n B e rg b a u e s ,
E i s e n e r z , is t im Z u s a m m e n h a n g m it d e m D a rn ie d e r­
lie g e n d e r E is e n in d u s tr ie im B e r ic h tja h r e in s t a r k e r R ü c k ­
g a n g e in g e tr e te n . D ie G e w in n u n g w a r m it 2 4 2 2 4 7 6 2 t
u m 3 4 7 2 3 6 6 t k le in e r a ls im V o r ja h r e . A n d e r A b n a h m e
is t d a s M in e tte r e v ie r ( L o th r in g e n u n d L u x e m b u r g ) m it
2 5 1 9 5 1 9 t b e te ilig t; b e s o n d e rs s ta r k is t d e r R ü c k g a n g
in L u x e m b u r g , w o e r s ic h a u f 1 6 9 3 5 9 0 t = 2 2 ,6 p C t
s te llt.
A u c h in d e n O b e r b e r g a m ts b e z ir k e n D o r tm u n d
(— 1 3 6 0 3 9 t ) , B o n n (— 4 6 2 7 2 0 t )
u n d C la u s th a l
(— 1 4 7 7 7 9 t ) i s t 1 9 0 8 w e n i g e r E i s e n e r z g e f ö r d e r t w o r d e n
a ls in 1 9 0 7 . D e r g le ic h e G r u n d , d e r e in e n R ü c k g a n g
d e r E is e n e rz g e w in n u n g z u r F o lg e h a tte , f ü h r te a u c h
e in e E r m ä ß ig u n g d e s E is e n e rz p re is e s h e rb e i, d e r v o n
4 ,3 0 a u f 4 ,0 5 M n a c h g a b . D ie F ö r d e r u n g v o n Z i n k e r z ,
w e lc h e in 1 9 0 7 g e g e n 1 9 0 6 e in e A b n a h m e u m 6 1 6 5 t
e r f a h r e n h a tte , is t d ie s m a l u m 8 0 1 6 t g e s tie g e n . A n
B le ie r z e n , w u rd e n 9 5 7 0 t m e h r, a n K u p f e r e r z e n
4 3 8 4 3 t w e n ig e r g e w o n n e n a ls im V o r ja h r e . A u c h d ie
F ö r d e r u n g v o n M a n g a n e r z e n , d ie in 1 9 0 7 s e h r s ta r k
Nr. 14
Gl üc kauf
490
I
d ie s e r A b n a h m e e n tf a lle n 2 1 8 6 4 5 t a u f d e n O b e rb e rg ­
a m ts b e z irk D o rtm u n d , 3 4 9 0 4 5 t a u f d e n O b e rb e rg a m ts ­
b e z irk B o n n , 3 2 9 3 3 9 t a u f E ls a ß - L o th r in g e n u n d 1 8 4 9 5 4 t
a u f L u x e m b u rg .
D e r R o h e is e n p r e is s te llte s ic h m it
6 0 , 5 9 J l f ü r d i e T o n n e u m 3 , 4 2 jf i n i e d r i g e r a l s i m
V o rja h re .
V o n d e n ü b rig e n M e ta llh ü tte n e rz e u g n is s e n
w e i s e n Z i n k (•— 8 2 9 5 t ) u n d K u p f e r (— 2 1 4 4 t ) e i n e
A b n a h m e , B l e i ( + 2 2 8 2 2 t) e in e Z u n a h m e d e r E r z e u ­
g u n g a u f. A lle d re i M e ta lle h a b e n e in e s ta r k e P re is ­
e r m ä ß i g u n g e r f a h r e n ; s i e b e t r ä g t b e i Z i n k 6 6 , 5 9 M,
= 1 4 ,3 6 p C t, b e i B le i ( B lo c k b le i) 9 9 ,2 7 M = 2 5 ,9 2 p C t
u n d b e i K u p f e r ( R a f f in a d e ) 6 6 8 ,7 9 M = 3 4 ,7 4 p C t.
A n G o ld w u rd e n im le tz te n J a h r e 7 6 k g , a n S ilb e r ,
d e s s e n P r e i s s i c h u m 1 6 ,6 3 M f ü r d a s k g = 1 8 ,5 7 p C t
e rm ä ß ig te , 2 0 9 0 0 k g m e h r a ls im V o r ja h r e g e w o n n e n ,
g e s tie g e n w a r, is t w ie d e r u m 5 4 1 2 t z u rü c k g e g a n g e n .
E in e g le ic h e E n tw ic k lu n g z e ig t d ie G e w in n u n g v o n
S i l b e r - u n d G o l d e r z e n , v o n d e n e n im le tz te n J a h r e
7 6 5 4 t (— 6 2 5 t ) g e w o n n e n w o r d e n s i n d . D i e E r d ö l ­
g e w in n u n g h a t ih r e n A u f s c h w u n g f o r tg e s e tz t, s ie s te llte
s ic h le tz te s J a h r a u f 14 1 9 0 0 t u n d w a r d a m it u m 3 5 5 2 1 t
g rö ß e r a ls im V o rja h re .
D ie u n s ic h e re n V e rh ä ltn is s e
d e r K a l i i n d u s t r i e h a b e n d ie S te ig e r u n g d e r K a li­
g e w in n u n g n ic h t a u fg e h a lte n . A n K a in it w u rd e n a lle r­
d in g s 3 4 6 0 8 t w e n ig e r, d a f ü r a b e r a n ä n d e r n K a lis a lz e n
3 7 5 6 7 9 t m e h r g e f ö r d e r t a ls im V o r ja h r e . U n te r d e n
H ü tte n e rz e u g n is s e n w e is t R o h e i s e n m it 1 1 8 0 5 3 2 1 t
e in e A b n a h m e d e r P r o d u k t i o n u m 1 0 6 9 8 3 8 t = 8 ,3 1 p C t
a u f (n a c h d e n A n g a b e n d e s V e re in s d e u ts c h e r E is e n u n d S ta h lin d u s tr ie lle r b e tr u g d ie R o h e is e n e r z e u g u n g
1 1 8 1 3 5 1 1 t g e g e n 1 3 0 4 5 7 6 0 t im J a h r e 1 9 0 7 ). V o n
G a ttu n g d e r E rz e u g n is s e .
D ie W erk e, ü b e r d e re n G e w in n u n g b is M itte M ärz 1909 B erichte
ein g eg a n g en w aren , h a b e n e rz e u g t
a n M enge
H a u p t e rz e u g u n g s g e b ie te .
1. B e r g w e r k s e r z e u g n i s s e .
S te in k o h le n ............................................. ....
d av o n : im O b erb erg a m tsb e z irk B reslau .
,,
D o rtm u n d
,,
B onn . .
,, K önigreich B a y e r n ..................
,,
,,
S a c h s e n ....................
in E l s a ß - L o t h r i n g e n .......................
B r a u n k o h l e n ........................... ....................................
d av o n : im O b erb e rg a m tsb e z irk H alle . .
,,
B onn . .
G r a p h i t .........................................................................
A sp h alt
..................................................
E r d ö l .............................................
S t e i n s a l z .........................................................................
K a i n i t .............................................................................
A ndere K a l i s a l z e .......................................................
B ittersalze (K ieserit, G laubersalz usw.) .
B o ra z it . . : ................................................................
E is e n e r z e .........................................................................
d a v o n : im O b erb erg am tsb ezirk D o rtm u n d
.<
,,
C lau sth al
,,
B onn . .
in E l s a ß - L o t h r i n g e n .......................
im G roß h erzo g tu m L u x e m b u rg . .
Z i n k e r z e ................................................................
d a v o n : im O b erb erg am tsb ezirk B reslau .
B l e i e r z e ................................................................
K u p f e r e r z e ................................................................
d a v o n : im O b erb erg am tsb ezirk H alle .
Silber- u n d G olderze
.........................................
A r s e n ik e r z e ...........................................................
M a n g a n e r z e ...........................................................
Schw efelkies...........................................................
A ndere V itriol- u n d A l a u n e r z e ...........................(
Sonstige E r z e ..................................................
2.
aSu as l z Le ö s u n g e n .
C h lo rn atriu m (K ochsalz)
d a v o n : im O b erb erg am tsb ezirk H alle ! .'
»
>>
C lau sth al
,, K önigreich B a y e r n ..................
..
W ü rtte m b e rg
. ,
in E l s a ß - L o t h r i n g e n .......................
143
37
80
15
1
5
2
62
38
11
185
802
182
288
495
232
194
546
948
309
4
126
;;;
106
1 285
2 624
3 124
5
148 537
39 590
82 664
15 989
1 576
5 375
2 367
66 746
40 330
12 603
4
89
141
1 327
2 589
3 500
6
27 697
472
831
3 372
14 107
7 492
698
577
147
771
680
8
4
73
196
1
7
691
732
647
716
896
335
279
671
140
491
033
649
379
138
412
956
503
114
128
722
699
280
518
870
425
325
272
227
487
279
878
105
351
010
997
665
120
165
43
52
68
416
806
800
304
568
003
665
119
174
42
49
66
417
205
647
814
627
701
742
057
485
363
844
009
900
453
804
635
505
128
24 224 7 6 2 1
336 683
683 920
2 909 560
13 281 589
5 799 280
706 441
584 011
156 842
727 384
642 801
7 654
6 081
67 693
219 455
411
8 718
j Außerdem 859i t im Werte von 26000 JC nicht.bergmännisch gewonnen.
D u rc h sc h n ittsw e rt
a n W e rt
413
265
283
848
416
133
1 394
331
763
182
17
62
25
156
86
33
271
836
218
465
768
657
222
347
377
029
201
1 087
7 056
5 989
36 117
30 527
40
19
119 186
1 844
3 948
42 664
44 107
17 568
42 293
28 380
20 132
26 702
24 686
1 126
425
881
1 722
7
792
16 473
2 807
3 611
1 940
1 480
1 628
1 531
377
831
196
18
67
28
169
90
38
740
548
405
042
977
616
911
878
108
602
248
774
9 942
5 982
37 027
33 885
39
22
98 1291
1 346
2 588
33 620
38 616
13 925
34 985
23 676
15 037
25 357
23 991
862
500
815
1 988
3
785
18 519
3 541
4 183
1 937
1 409
1 753
9,74
8,78
9,52
11,93
11,88
11,97
11,49
2,50
2,22
2,92
49,84
8,58
66,33
4,66
13,76
9,77
7,27
166,67
4,30
3,90
4,75
12,65
3,13
2,34
60,55
49,16
136,70
34,62
36,28
136,01
87,13
12,05
8,77
6,93
10,31
9,54
10,06
12,26
12,04
12,58
12,21
2,55
2 ,2 3
3,06
51,20
8,70
70,06
4,51
14,30
9,68
6 ,0 0
171,88
4,05
4,00
3,78
11,56
2,91
2,40
49,52
40,54
95,87
34,86
37,32
112,62
82,22
12,04
9,06
7,30
24,76
23,24
21,78
44,85
28,15
23,94
27,83
29,69
24,00
45,21
28,51
26,51
J
3. April 1909
G a ttu n g
Gl ückauf
d e r E rz e u g n is s e .
H a u p te rz e u g u n g s g e b ie te .
C hlorkalium
............................
C h lo rm a g n e siu m .......................
G la u b e rs a lz .................................
Schw efelsaures K ali , . . .
Schw efelsäure K a lim a g n e sia .
Schw efelsäure M agnesia . .
Schw efelsäure T o n erd e . . .
A l a u n ..........................................
491
D ie W erk e, ü b er d e re n G e w in n u n g bis M itte M äfz 1909 B e ric h te
ein g eg an g en w aren , h a b e n e rz e u g t
D u rc h sc h n itts w e rt
a n M enge
a n W e rt
fü r 1 t
1907
1908
1907
190H
1907
1908
t
t
.ft
,K
1000 M
1000 M
112,25
15,20
28,62
154,57
79,53
21,16
62,68
112,81
110,59
18.87
27,47
153,58
84,04
19,22
61,86
117,04
806
866
861
714
69,71
110,44
71,43
59,12
62,22
110.07
68.32
57,03
83 125
57 139
702
824 077
60 502
296 305
202 544
138 747
82 913
68 361
41 998
708
715 314
58 962
269 091
158 958
113 195
69 420
89,27
63,47
40,00
64,01
64,39
68,68
69,91
55,24
55,84
81,67
60.31
39,98
60,59
63,50
65,70
62,38
51,87
53,40
490
462
079
339
96 573
62 307
54 479
1 772
86 006
55 098
46 541
1 622
463,86
452,34
382,92
409,71
397,27
389,49
283,65
303,80
30 001
18 948
206
122
61 497
39 299
242
100
37 688
24 213
195
30
407 833
4 758
.34 655
13 071
29 744
13 287
838
812
904
176
813
585
033
284
129
145
189
4 469
6 366
6 375
2 266
2 822
810
1 257 218
128 522
15 738
7 117
149
5 310
181
3 936
6 900
18 663
2 905
1 454
17
34 890
5 117
225
2 928
»28
301
135
546
14 731
16 145
3 630
1 338
69
34 218
5 214
296
3 043
28
298
126
506
15 348
1 925,01
1 959,07
1 228,43
303,03
fü r
89,56
2 791,58
fü r
3 196,81
1 603,10
500,71
97,24
27,46
41,08
16,02
554,14
213,83
58,47
713,51
122,24
•
1 256,22
1 277,87
946,60
245,90
1 kg
72,93
2 792,55
1 t
2 532,55
1 601,94
474.13
85,19
27,22
40,57
18,81
427,57
187,92
56,12
696,13
128,56
2 553 446
2 306 678
480 824
422 426
188,77
183,13
z u m V e r k a u f . ............................................. ....
b ) F ertig e S c h w e iß e is e n e r z e u g n is s e ...................
40 443
617 900
26 306
491 318
4 821
104 722
2 978
75 423
119,20
169,95
113,21
153,51
F lußeisen u n d F lu ß s ta h l:.....................................................
a) B löcke (Ingots) zu m V e r k a u f ........................
b) B ram m en , B illets, P la tin e n usw . zu m V erk au f
c) F ertig e F lu ß e is e n e r z e u g n is s e ............................
670 882
1 980 495
8 736 010
690 186
1 899 228
8 125 749
65 034
191 260
1 319 254
58 768
166 265
1 164 626
96,94
96,57
151,07
85,15
87,54
143,33
3. H ü t t e n e r z e u g n i s s e .
A. E i s e n h o c h o f e n e r z e u g n i s s e .
G ie ß e re iro h e ise n .................................................................
G ußw aren e rs te r S c h m e lz u n g .....................................
B e s s e m e rro h e is e n ( s a u r e s V e r f a h r e n )
. . . . .
1'hom aSroheisen (basisches V e r f a h r e n ) ................
S tahleisen u n d Spiegeleisen, einschl. E ise n m a n g a n
Silizium eisen u sw ......................................................
Puddelroheisen (ohne S p i e g e l e i s e n ) .......................
B ruch- u n d W a s c h e i s e n ..........................................
Z u sa m m en R o h eisen . .
d av o n : im O b e rb e rg a m tsb e z irk B re slau .
,,
,,
D o rtm u n d
,,
,,
B onn . .
in E l s a ß - L o t h r i n g e n .......................
im G ro ß h e rz o g tu m L u x e m b u rg . .
B. M e t a l l h ü t t e n e r z e u g n i s s e .
Zink ( B l o c k z i n k ) .................................................................
d av o n im O b e rb e rg a m tsb e z irk B reslau
. . ,
Blei: a) B lockblei . , ....................... ................................
b) K a u f g l ä t t e
, . . . .
K upfer: a) R a ffin a d - einschl. E le k tro ly t- u n d R o ­
s e tte n k u p fe r
.....................................
d a v o n im O b e rb e rg a m tsb e z irk H alle
b) S ch w arzk u p fer zu m V e r k a u f ...................
c) K u p fe rste in zum V e r k a u f ........................
473
32
80
60
33
41
59
4
138
891
.347
292
368
105
473
200
508
29
72
55
33
42
54
3
622
775
667
765
149
976
122
802
2 048
71
478
8 428
502
377
011
334
2 102
71
422
7 657
375
466
448
884
142
7
34
498
931
900
17
12 875
939
4 314
2 897
2 511
1 484
140
239
556
159
627
413
080
588
872
837
696
17
805
928
095
548
182
299
067
373
708
321
589
768
035
249
918
208
137
142
4
195
742
271
325
216
141
164
5
11
4
2
2
1
31 946
20 060
197
330
53 108
500
2 299
9 319
2 654
870
3 728
474
807
883
145
276
kg
Silber (R einm etall)
Gold (R einm etall) .
386 933
4 682
56 251
562
1 996
8 563
2 786
826
3 348
445
130
7
28
436
%
5
Z inn: a) H a n d e l s w a r e ..........................................
1
b) Z innsalz (C h lo r z in n ) ..........................
2
A rsenikalien
...............................................
Schwefel ( r e i n ) ........................................................
1 268
S chw efelsäure:1) a) E n g lisch e S ch w efelsäu re
b)
R a u c h e n d e s V itrio lö124
l
14
V itriol: a) E is e n v i tr io l ..........................................
5
b) K u p f e r v i t r i o l .....................................
c) G em isch ter V i t r i o l .......................
5
d) Z i n k v i t r i o l ..........................................
e ) N i c k e l v i t r i o l . ................................
f) F a r b e n e r d e n ......................................
Sonstige M e t a ll h ü tt e n e r z e u g n is s e ...................
4. E r z e u g n i s s e a u s R o h e i s e n .
G ußw aren zw eiter S c h m e l z u n g ......................................
Schw eißeisen u n d S ch w eiß sta h l:
a) R o h lu p p en , R o h sc h ien e n u n d Z e m e n tsta h l
1 Nur aus E rzen gewonnene Schwefelsäure.
G 1ü c k a u t
492
Gesetzgebung und Verwaltung.
Baupolizeiliche Abnahme der Dampfkessel.
D u rch
gem einsam en E rla ß des M inisters fü r H a n d e l u n d
G ew erbe u n d des M inisters d er ö ffen tlich en A rb eiten is t
u n te r dem 25. F e b ru a r 1909, u n te r A u fh eb u n g des E rlasses
vom 7. D ezem ber 1874, b e stim m t w orden, d a ß die A b ­
nahm e des b au lich en Z ubehörs zu K esselanlagen (A uf­
stellu n g srau m u n d S chornstein) a u f den d er B erg b eh ö rd e
u n terstellten A nlagen wie bei den ü b rig en T ag e sb a u te n
k ü n ftig von den ö rtlic h z u stä n d ig en B au p o lizeib eh ö rd en
zu bew irken ist. U m indessen den b e te ilig te n B erg b eh ö rd en
eine sachdienliche M itw irk u n g zu erm öglichen, h a b e n die
B aupolizeibehörden die zu stän d ig en B erg rev ierb eam ten
von dem Z e itp u n k te d er s ta ttfin d e n d e n A b n a h m e re c h t­
zeitig zu v erständ ig e n .
Rechtzeitigkeit der Mutung insbesondere nach einge­
tretener Sperre?
§§ 15 u n d 28 A B G . G esetz vom
5 . J u li 1905 u n d v o m 18. J u n i 1907.1
Seit dem G esetz v. 18. J u n i 1907 s te h t die A u fsu ch u n g
u n d G ew innung der S teinkohle, des S teinsalzes u n d der
än d ern d o rt g en a n n te n Salze allein dem S ta a te zu. Als
V orläufer dieses G esetzes erging zu dem Zweck, die z. Z.
noch im B ergfreien befin d lich en L a g e rstä tte n d er g e n a n n te n
M ineralien fü r die A llgem einheit (den S ta a t) zu sichern,
das sog. M utu n g sp errg esetz vom 5. Ju li (v e rk ü n d e t a m
8. Juli) 1905. N ach diesem m it dem 8. J u li 1907 a u ß e r K ra ft
g e tre te n e n G esetze fa n d die A n n ah m e v o n M u tu n g en a u f
die g en an n te n M ineralien bei den sta a tlic h e n B erg b eh ö rd en
»nur insow eit s ta tt, als die M u tu n g en eingelegt w erden
auf G ru n d von S ch ü rfarb eiten , w elche 1) v o r dem 31. M ärz
1905 begonnen w orden sind, oder 2) im U m k reise von
4184,8- m um den F u n d p u n k t einer no ch schw ebenden
M utung u n tern o m m en w erden, d eren M ineral bei d er a m t­
lichen U n tersu ch u n g (§ 15 ABG) b ereits v o r V erk ü n d ig u n g
dieses G esetzes nachgew iesen w orden ist«. B ezüglich der
vor V erk ü n d ig u n g des G esetzes eingelegten M utungen
b e stim m te dieses (§ 1, A bs. -'i), d aß in n erh a lb e i n e s J a h r e s
n a c h d e r V e r k ü n d i g u n g des G esetzes u n d h insichtlich
der n a c h diesem Z e itp u n k t einzulegenden M u tungen, daß
in n erh alb 6 M o n a t e n n a c h d e r a m t l i c h e n U n t e r ­
s u c h u n g (§ 15 A BG) v o n dem M u ter der S ch lu ß term in
(§ 28 a. a. O.) b e a n tr a g t w erden m üsse, w idrigenfalls die
M u tu n g v o n A nfang an u n g ü ltig sei. D u rch diese F e s t­
stellu n g en sollte d er v erk eh rsch äd lich en V erew igung der
M utungen d u rc h fo rtw äh re n d e V erzich te u n d E rn eu eru n g en
ein Ziel g esetzt w erden.
E ingelegt ist die M u tu n g der K läger am f. J a n u a r 1900 •
also n a c h V erk ü n d ig u n g des Sperrgesetzes, die K läger
sind ab er d er M einung, d aß sie u n te r Z urückbeziehung
auf die v o n S. am 28. J a n u a r 1904 au f denselben F u n d
eingelegte M u tung im Sinne des G esetzes von 1905 als vor
dessen \ erk ü n d ig u n g eingelegt angesehen w erden un d ihnen
d esh alb fü r die S tellu n g des S ch lu ß an trag s die einjährige F rist
n ach dem T age d er V erk ü n d ig u n g des G esetzes z u sta tte n
kom m en m üsse. D as O b e rb e rg a m t als V erleihungsbehörde
und als V e rtre te rin des B ergfiskus im gegenw ärtigen R echtstre it, h a lt die Z u rü ck b ezieh u n g einer form ell' nach der
\ e rk u n d ig u n g des Sperrgesetzes eingelegten M u tu n g auf
den Z e itp u n k t einer v o r V erk ü n d ig u n g des Gesetzes au f
denselben F u n d eingelegten M u tu n g d a n n fü r zulässig und
g eboten, w enn ein re c h tlic h er Z u sam m en h an g zwischen
den beid en M u tu n g en b e ste h t, w enn insbesondere der
‘ Urteil des Reichsgerichts vom 23. Januar 1904 Im- w ,,.i,
1**0», S. 147. Vgl. hierzu A rnd t: „Die le"
u i 2
ChT llr
dem Reichsgericht“, Kali 1909, S. 73 ff., der zeigen wil?
T01’
Reichsgericht in dem. vorliegenden Urteil die Konsermon’ We“n • as
geäußerten Rechtsansiehl gezogen hätte e ii l l S 1 “ '1 8eme1'
erkannt haben müßte.
umgekehrt, wie geschehen,
Nr. D
M u te r d e r n a c h d e m 8. J u li 1905 ein g ele g te n M u tu n g iden­
tisch m it d e m frü h e m M u te r o d e r d essen R e c h tsn a c h fo lg e r ist.
E s v e rn e in t a b e r e in en so lch en re c h tlic h e n Z usam m enhang
d e r k läg erisc h en M u tu n g »T halw inkel« m it d e r v o n S. am
28. J a n u a r 1904 ein g eleg ten , am 27. S e p te m b e r 1905 ge­
lö sch ten M u tu n g » N euglück II« u n d n im m t dem g em äß an,
d aß die M u tu n g d e r K lä g e r als n a c h V e rk ü n d ig u n g des
M u tu n g sp errg esetzes ein g e leg t a n z u se h e n ist.
D as Be­
ru fu n g sg e ric h t fo lg t gleich d em e rs te n R ic h te r d e r Gesetzes­
a u sleg u n g des O b e rb e rg a m ts u n d n im m t als d en W illen des
G esetzg eb ers an , d a ß fü r die F älle, in d e n e n v o n d er durch
die R e c h tsp re c h u n g a n e rk a n n te n B e fu g n is des Muters,
a u f die M u tu n g zu v e rz ic h te n u n d g le ic h z e itig eine neue
M u tu n g a u f d e n selb en F u n d p u n k t ein zu leg en, Gebrauch
g e m a c h t ist, eine e in h e itlic h e M u tu n g a n z u n e h m e n und
diese, w en n n u r die e r s t e M u t u n g v o r d e m 8. J u li 1905 ein­
g eleg t ist, a u c h als v o r d iesem l'a g e ein g e le g t anzusehen ist.
D iese G esetzesau sleg u n g , d ie d e r B illig k e it und der
T e n d en z des G esetzes, d en d a m a lig e n B e s itz s ta n d zu respek­
tieren , e n ts p ric h t, g e re ic h t je d e n fa lls n ic h t zu m Nachteil
d e r K läger, d a sie d e r M ö g lich k eit R a u m g ib t, eine ta t­
säch lich n a c h V e rk ü n d ig u n g des G esetzes ein g eleg te Mutung
als eine solche a n z u se h e n u n d zu b e h a n d e ln , die schon vor
diesem Z e itp u n k t ein g e le g t w ar. E s fe h lt a b e r h ie r an der
V o rau sse tzu n g fü r eine solche A n w e n d u n g des Gesetzes.
D en n zw eifelsfrei w a r d em B e ru fu n g s ric h te r u n d der Berg­
b e h ö rd e d a rin b e iz u tre te n , d a ß die M u tu n g d er Kläger
n ic h t als F o rts e tz u n g d e r v o n S. a m 22. J a n u a r 1904 ein- 1
g eleg ten M u tu n g an g e se h e n w e rd e n k a n n .
D ie Identität
des F u n d e s b e g rü n d e t k e in e n in n e rn Z u sa m m en h an g der
d a ra u f v o n v ersch ie d e n e n P e rs o n e n zu v e rsc h ie d e n e n Zeiten
ein g eleg ten M u tu n g e n . M u tu n g k a n n a u c h a u f einen fremden
F u n d ein g eleg t w erd en , g leichviel, ob e r sc h o n zu m Gegen­
s ta n d ein er M u tu n g g e m a c h t w ar, g leich v iel au ch , ob diese
d u rc h \ e rz ie h t (Z u rü c k n a h m e) o d e r Z u rü ck w eisu n g sich
e ile d ig t h a t. I n je d e m h a ll is t in E rm a n g lu n g ein er Personen­
id e n titä t o d e r R e c h tsn a c h fo lg e d ie n e u e M u tu n g völlig
u n a b h än g ig v o n d e r frü h e m . E in e ins F re ie gefallene Fund­
s tä tte liir die M u tu n g je d e s b e lieb ig en D r itte n offen zu halten,
lag g a n z a u ß e rh a lb d e r le n d e n z d es G esetzes. — Kann
also die h ie r stre itig e M u tu n g n ic h t als sc h o n v o r V erkündi­
g u n g des S p errg esetze s e in g e leg t a n g e se h e n werden, so
fra g t es sich z u n ä c h st w eiter, ob sie ü b e r h a u p t zu denjenigen
M u tu n g en g e h ö rt, d ie n a c h § 1 A bs. 1 des G esetzes nach
dem 8. J u li 1905 tr o tz d e r S p e rre n o c h a n g e n o m m e n werden
d u rfte n . D as is t zu v e rn e in e n . I n B e tr a c h t k o m m t hierbei
n u r die e rste K a te g o rie d e r im § 1 Abs. 1 des G esetzes für
noch a n n e h m b a r e rk lä rte n M u tu n g en , n ä m lic h M utungen,
ein g eleg t »auf G ru n d v o n S c h ü rfa rb e ite n , w elche vo r dem
31. M ärz ioo;> (T ag d e r E in b rin g u n g des G esetzentw urfs)
begonnen w o rd en sind«. D iese A u sn a h m e v o n d er durch
' as ^ e,s etz v e rh a n g te n M u tu n g sp e rre so llte d e m noch nicht
an s Ziel g e la n g te n U n te rn e h m e r (S ch ü rfer) d ie F ru c h t seiner
.(Vi b eiten u n d A u fw e n d u n g e n w a h re n u n d s e tz t augenscheinh ch v o rau s, d a ß z. Z. d e r E in le g u n g d e r M u tu n g eine amtlche B e stä tig u n g des in zw isch en a u f G ru n d je n e r Schürf­
a rb e ite n g e m a c h te n F u n d e s n o ch n ic h t s ta ttg e fu n d e n hatte,
die M u tu n g also in B e z ie h u n g a u f d iesen F u n d eine erst­
m a l i g e ist. So e r k lä r t es sich a u c h d a ß im G esetz (Abs. 5)
u r die n a c h se in e r V e rk ü n d ig u n g c in z u le g e n d e n M utungen
die
d e r M u tu n g re g e lre c h t n a c h fo lg e n d e — am tliche
U n t e r s u c h u n g des F u n d e s als d e rje n ig e Z e itp u n k t fest­
g e se tz t is t n u t d e m d ie fü r d e n A n tra g a u f A nberaum ung
- cs .c il n ß te r m i n s g e se tz te se c h sm o n a tig e F r is t beginnt,
lese B e s t i m m u n g , d e r zu g en ü g e n d ie K lä g e r v o n vorn>ci ein a u ß e rs ta n d e w aren , w ä re n ic h t zu v e rs te h e n , wenn
M u tu n g en , die o h n e v o rh e rig e eigne S c h ü rfa rb e it a u f einen
la n g s t a m t l i c h u n te rs u c h te n F u n d e in e r fre m d e n M utung
3. April "1909
Gl üc ka uf
%
%
Uw
'oi;
1|
gepfropft w erden, als u n te r Z iffer 1 § 1 A bs. 1 des G esetzes
fallend zugelassen w erd en m ü ß te n .
E in e n ä n d e rn Z eit[>unkt — sei es d e r T ag d e r V e rk ü n d ig u n g des G esetzes
oder das D a tu m d e r M ü tu n g — a n die S telle d e r am tlic h e n
U n tersu ch u n g als A n fan g d e r im A bs. 5 des § 1 in b e tre ff
der n ach V e rk ü n d ig u n g des G esetzes
ein zu leg en d en
Gp, M utungen geg ebenen F r is t zu setzen , b ie te t d as G esetz
Di keinen A n h a lt. N ach alled em k a n n die M u tu n g d er K läg er
tü nicht als eine solche a n g e se h e n w erd en , die d a s G esetz im
§ 1 A bs. 1 u n te r Z iffer 1 n a c h d er e in g e tre te n e n M u tu n gce( sperre noch fü r zulässig e rk lä rt. D ie V e rleih u n g is t d a h e r
s i schon au s diesem G ru n d e d en K lä g e rn m it R e c h t v e rs a g t u n d
J
die dagegen erh o b en e K lag e m it R e c h t ab g ew iesen w orden.
Volkswirtschaft und Statistik.
Kohlengewinnung im D eutschen R eich im Februar 190h.
(Aus N. f. H . u. I.)_______
F örderbezirk
S tein B ra u n ­
k o h len
t
t
K oks
S tein- B ra u n ­
k o h le n b rik e tts
t
t
F e b ru a r
O berbergam ts­
bezirk :
Breslau
1908 3 373 006 128 772 198 607 20 485
18 214
1901 3 135 823 118 552 186 290 20 275
16 028
Halle a. S. 1908
9143 267 005
11 891 4 951 669 294
1909
902,3 235 708
12 176 9 145 655 438
Clausthal
1908 . 78 011
84 085'
10 681 10 162
9 199
1909
69 656
83 370!
6 435 7 931
9 585
D ortm und 1908 7 042 023
1 328 048:294 389
1909 6 336 481
1 198 250 255 547
Bonn
1908 1 347 0251 054 027 220 807 10 247 299 131
1909 1 238 929 946 962j 243 696 4 785 245 535
Se. P reu ß en 1908 11 840 9794 533 88911 770 034 140 234 995 838
1909! 10 781 7914 384 5921 646 847 297 683 926 586
Bayern
1908
133 878
44 197!
1909
129 067
48 314
Sachsen
1908
455 992 214 821
5 514 4 768
30 112
1909
442 763| 246 109
5 511 4 165
39 363
_
—
E lsaß-L othr 1908
211 390
—
__
1909
179 165
_
Übr. S taaten l9 0 8
475 610 898
122 833
1909,
752, 616 630
125 324
—
Se. D eutsches
R eich 1908! 12 642 7145 403 8051 775 548 345 0021 148 783
1909| 11 551 538 5 295 6451 652 358 301 848 1 091 273
J a n u a r u n d F e b ru a r
O b erb erg am ts­
bezirk :
Breslau
1908! 6 770 630 272 918 401 088 38 713
37 257
1909 6 466 0611 244 498 390 308 39 975
32 356
Halle a. S. 1908
1 583 6 766 688
23 691 9 937 1 327 965
1 7186 587 937
1909
25 624 18 4651 343 113
C lausthal
1908
159 923 177 916
23 812 22 332
18 816
1909
19108
143 572 168 884
13 480 16 435
D o rtm u n d 190b 13 992 784
—
2 734 940 568 650
1909, 12 850 442
—
¡2 497 466519 624
Bonn
1908 2 683 4622 088 444 ~ 440189 17 817 573 031
1909 2 534 6372 031 499 490 716 9 920 532 764
Se. P re u ß e n I908i 23 608 382,9 305 9463 623 720,657 449 1 957 069
1909 21 996 4309 032 8183 417 594604 4191 927 341
B ayern
1908j
272 248i 87 714
1909
266 352! 107 717
Sachsen
1908
60 016
914 313 442 290
10 821 9 068
1909
78 104
892 216 499 294
11 137 8 348
E lsaß-L othr. 1908
426 022
—
1909
405 672
Übr. S ta a te n 1908
252 518
901 1 270 766
1909
258 425
1 6281 252 231
Se. D eu tsch es
R eich 1908 25 221 866 111067163 634 541666 517 2 269 603
1909¡23 562 253108920603 428 731612 8032 263 870
493
hin- und Ausfuhr des deutschen Zollgebiets an Steinkohlen,
Braunkohlen, Koks, Briketts und Torf im Februar 1909.
(A us N. f. H . u. I.)
F e b ru a r
1908
1909
t
t
J a n u a r u . F e b ru a r
1909
1908
t
t
S te in k o h le n .
E in fu h r . . .
813 217 627 388 1 357 177 1 136 541
D av o n a u s:
B e l g i e n .....................
35 610
25 704
71 732
62 300
G ro ß b rita n n ie n . . 688 277 543 089 1125 125
922 443
d en N ied e rlan d e n .
25 813
10 996
37 641
46 756
Ö ste rre ic h -U n g a rn .
62 768
47 023
121 468
104 210
A u s f u h r ..................... 1 735 714 1 776 423 3 138 626 3 511347
D av o n n ach :
B e l g i e n .....................
284 242 289 478
447 748
506 329
D ä n e m a r k .................
5 081
1 622
9 862
3149
F ra n k re ic h
85 839 124 701
211 970
L46 381
G ro ß b rita n n ie n .
2
341
2
344
I t a l i e n .....................
19 400
10 330
34 774
24 561
d en N ie d e rla n d e n . 349 463 362 332
708 830
589 485
N orw egen . .
205
262
367
Ö ste rre ic h -U n g a rn . 755 447 785 058 1 450 752 1 641 537
d e m E u ro p . R u ß la n d
86 174
68 657
159 514
138 937
S c h w e d e n .................
28
21
80
222
d e r Schweiz. . . . .
135 264 106 333
261 190
216 113
—
S p a n ie n
.................
—
4 560
4 660
Ä g y p te n
974
16 761
7 418
8 580
B ra u n k o h le n .
F.infuhr .....................
667 691 523 349 1 364 119 1 101 213
D av o n au s:
Ö ste rre ic h -U n g a rn . 667 691 523 340 1 364 119 1 101 201
A u s f u h r .....................
2117
4 559
2 348
4 043
D av o n n a c h :
den N ie d e rlan d e n
369
935
455
874
Ö ste rre ic h -U n g a rn
3 594
1688
1893
3 063
S t e i n k o h le n k o k s .
E i n f u h r .....................
100 065
40 725
45 381
84001
D av o n au s:
B e l g i e n .....................
78 473
29 662
62 280
33 886
F ra n k re ic h
. . . .
2 785
12 580
6 050
6697
G ro ß b rita n n ie n
4 993
3 997
2 976!
7 440
Ö ste rre ic h -U n g a rn .
3 385
4 215
2172
7 393
530 929
A u s f u h r ......................
353 967 260 706
663 779
D avon n a c h :
30 314
B e l g i e n .....................
24 951
52 747
10 588,
4 760
D ä n e m a r k .................
3070
5 861
2 240
235 253
F ra n k re ic h . . . .
120 868 127 313
260 045
—
—
—
—
G ro ß b rita n n ie n . .
16 452
Ita lie n
................ ....
6 808
10 880
5 357
32 061
den N ie d e rla n d e n .
15 098
29 301
14 387
2 990
N o rw eg en . . .
2 465
3 170
2 495
128 767
Ö ste rre ic h -U n g a rn . 137 148
210 523
61 417
18 937
13 500
28178
d e m E u ro p . R u ß la n d
9 443
2 421
S c h w e d e n .................
1 998
6124
1411
40 452
19 440
d e r Schw eiz . . . .
17 597
39 875
—
—
—
S p a n i e n .....................
1 670
2 920
4 033
7 540
M e x i k o ......................
2 310
den V er. S ta a te n
4 716
v o n A m erik a . . .
830
830
3 205
B ra u n k o h le n k o k s .
158
87
162
E in fu h r . . . . .
58,
D a v o n au s:
158
Ö sterreich -U r.garn
86
161
58
148
252
A u s f u h r .....................
138
44
D av o n n a c h :
148
182
Ö ste rre ic h -U n g a rn .
68
44
S te i 11k 0h 1en b r i ke t t s
11 676
9 482
17 094
E i n f u h r ..................... 1
4 965
D a v o n a u s:
8 753
12 057
7 492
3 542
B e l g i e n .....................
2 910
1 989
1 413
5 033
d en N ie d e n la n d e n .
5
5
Ö ste rreic h -U n g a rn
2
.)
3.
0
d e r Schw eiz . . .
Nr. 14
Glückauf
J a n u a r u F e b ru a r
1909
1908
t
t
F e b ru a r
1908
1909
_ t ........ t
A u s f u h r .....................
D av o n n a c h :
B e l g i e n .....................
D ä n e m a r k .................
F ra n k re ic h . . . .
d en N ied erlan d en .
Ö sterreich -U n g arn .
d er Schw eiz . . . .
D eu tsch - Siidw esta f r i k a .....................
B ra u n k o h le n ­
b rik e tts
E i n f u h r .....................
D av o n aus:
Ö sterreich -U n g arn
A u s f u h r .....................
D av o n n a c h :
B e l g i e n .....................
D ä n e m a rk
. . .
F ra n k re ic h . . . .
den N ied erlan d en .
Ö sterreich -U n g arn
der Schw eiz . . . .
T o rf, T o rf ko ks
(T o r f k o h le n )
E in fu h r
..
..
D avon aus:
d en N ied erlan d en .
Ö sterreich -U n g arn
A u s f u h r .....................
D av o n n ach:
den N ied erlan d en
der Schw eiz . . . .
110 327
57 930
189 469
118 771
14 925
395
8 035
9 522
35 618
35 209
7 446
383i
2 4001
9 889
6 099
25 870
29 578
774
12 035
19851
44 448
71044
17 571
851
5 912
18 699
12 200
54 020
45
600
45
1445
6 135
8 590!
14 345
18 930
6 127
.38 097
8 551
36 509,
14 310
81 810
18 855
85 190
1 643
346
3 171
19 718
1 642
11 268
1878
526
3 363
19 070
1712
9 765
4 169
967
8 041
41 996
3 073
23 003
3 513
1193
8 261
40 402
3 679
27 486
919
245
2 6-33
1.681
' 686
39
1 189
101
28
303
771
1 538
1 609
174
1296
1 048
894
100
47
111
968
275
90
495
E in fu h r englischer K o h len ü b e r deutsche H afenplätze
im F e b ru a r 1909. (A us N . f. H . u. I.)
F e b ru a r
IJ a n u a r u. Febr.
1908
1909
1908
1909
t
t
t
t
A. ü b e r H a fe n p lä tz e an
d e r O stsee:
M e m e l .................
K ö n ig sb erg -P illau
D a n z ig -N eu fa h rw a sse r
S te ttin -S w in e m iin d e
K ra tz w ieck . . . .
R o sto c k -W a rn e m ü n d e
W i s m a r .................
L ü b e c k -T ra v e m ü n d e
K iel-N eu m ü h len . .
F l e n s b u r g .................
A n d ere O stseeh äfen
zu sam m en A .
B. ü b er H a fe n p lä tz e a n
d e r N o rd see :
T ö n n in g
.
. ., • .
R e n d sb u rg
.................
H a m b u rg -A lto n a • •
B r e m e n ..........................
A n d ere N o rd seeh äfen
z u sam m en B
C. ü b er H a fe n p lä tz e im
B in n e n la n d e :
E m m e r i c h .....................
A n d ere H a fe n p lä tz e im
B in n e n la n d e
z u sam m en C
G e sa m t-E in fu h r ü b e r
d eu tsch e H a fe n p lä tz e
2 269
2 730
12 455
33 378
22 346
11 590
63 149 55 469
16 322
14 108
3 864
6 128
5 390
6 424
16 970
19 615
19 902
32 090
7 996
10 033
5 829
12 549
220 519 1160 093
6 187
3 967
70 359 31 672
62 221 24 717
115 482 97 870
30 881 36 822
19113 11017
16 168 15 685
40 990 32 449
66 767 39 156
22 969 24 550
23 581 17 920
474 718 335 825
2 458
2 466
5 221
9 213
366 583 288 345
10 247
17 637
27 770
25 546
417 453 338 033
4 194
3 402
15 371 15 801
488 109 431 734
30 268 31 213
61 358 45 840
599 300 527 990
48 387
41816
48 387
54 329
1 093
49 4b0
2940
44 756
1 709
3 789
50 096; 58118
687 452 542 882 1 124 114 921933
Verunglückungen bei dem Bergwerks- und Steinbruchbctriehe im Oberbergamtsbezirk Bonn im Jahre 1908.
Sonstiger
B ra u n k o h le n ­
S te in k o h le n ­
E rz b e rg b a u
B ergbau
b e rg b a u
b e rg b a u
auf
auf
auf
U r s a c h e d e r U n fä lle
auf
ins*
1000
ln s'
1000
1000
m s'
1000
g
esam
t
g esam t M an n
gesam t; M an n
g e sa m t M an n
M ann
A. T ö d l i c h e V e r u n g l ü c k u n g e n .
U n te r T age:
bei d er S ch ieß a rb eit .
. . . . .
d u rch S t e i n f a l l ..........................................
in B rem sbergen u n d B rem ssch äch ten
in S ch äch te n ..............................................
bei der S t r e c k e n f ö r d e r u n g ................
in sch lag en d en W e t t e r n .....................
in bösen W e t t e r n .....................................
d u rch M a s c h in e n ......................................
bei W a s s e r d u r c h b r ü c h e n .....................
Ü b er T a g e ...............................................................
S o n s t i g e ...................................................................
In sg e sam t
B.
V e r u n g lü c k u n g e n m it
U n te r T age:
bei d er S c h i e ß a r b e i t ..........................................
d u rch S t e i n f a l l ............................. .........................
in B rem sbergen u n d B rem ssch äch ten . . .
in S ch äch te n ...........................................................
bei d er S tre c k e n fö rd e ru n g .................................
in sch lag en d en W e t t e r n ......................................
in bösen W e t t e r n .................... .............................
d u rch M aschinen
..............................................
bei W a s s e r d u r c h b r ü c h e n .................................
Ü b er T a g e ...........................................................................
S o n s t i g e ...............................................................................
In sg e sa m t . .
2
33
19
12
3
15
—
2
0,027
0,448
0,258
0,163
0,040
0,204
—
0,027
—
3
—
—
—
—
—
o
.—
0,285
—
—
.—
—
—
10
3
0,136
0,041
8
2
99
1,344
15
5
18
.—
13
1
—
1
2
0,161
0,581
—
0,420
0,032
—
0,032
0,065
—
10
—
—
—
1
—
1,115
—
—
—
—
—
0,112
0,759
0,190
5
2
0,162
0,065
_
—
_
—
1,424
47
1,518
11
1,227
0,190
;
h r al s v ie rw ö c h ig e r A r b e its u n fä h g k e it.
22
543
144
15
519
6
0,299
7,372
1,955
0,204
7,046
0,081
1
21
—
1
2
—
0,094
1,994
—
0,095
0,190
—
19
112
9
29
108
—
0,613
3,616
0,291
0,936
3,487
—
6
14
2
6
4
—
0,669
1,561
0,223
0,669
0,446
—
18
0,244
45
4,272
23
0,743
3
0,335
442
696
6,001
9,450
123
186
11,677
17,657
113
110
3,649
3,552
48
53
5,352
5,910
2405
32,652
i 379
35,979
523
16,887
136
15,165
3. April 1909
Gl üc kauf
Verkehrswesen.
Amtliche Tarif Veränderungen. O b ersch lesisch er K o h len ­
verkehr. G ru p p e I. Ö stlich es G eb iet. A m T age d er
B etriebseröffnung
der
S tre c k e n
S c h m e n ta u — .Marien­
werder— R iesen b u rg u n d V a n d sb u rg — T eresp o l des D ir Bez. D anzig sin d n eu e F ra c h ts ä tz e n a c h S ta tio n e n d er
Dir.-Bez. B reslau, B ro m b erg , D an zig , P o sen u n d S te ttin
eingeführt, a u ß e rd e m einzeln e B e ric h tig u n g e n u n d E r ­
gänzungen v o rg en o m m en w ord en . In so w e it d u rc h e rstere
E rliöhungen e in tre te n , g e lte n sie e rs t v o m 15. M ärz ab.
M itteld e u tsc h -sü d w e std e u tsc h e r G ü te rv e rk e h r.
Am
1. A pril is t die S ta tio n M a rie n b o rn (P ro v in z Sachsen) des
Dir.-Bez. M agdeb urg als V e rsa n d sta tio n in d en A u sn a h m e ­
tarif 6 fü r B ren n sto ffe d e r T a rifh e fte 1— 4 u n te r A b satz B
(B raunkohlen usw .) a u fg en o m m e n w orden.
N iederschlesisch-österreich isch er K o h len v e rk e h r.
Am
1. A pril ist d e r N a c h tra g I zu m T a rif in K ra ft g e tre te n .
E r e n th ä lt F ra c h ts ä tz e fü r n e u a u fg en o m m en e S ta tio n en ,
die im V erfügungsw ege d u rc h g e fü h rte n Ä n d e ru n g e n v o n
F rach tsätzen , E rg ä n z u n g e n des E n tfe rn u n g z e ig e rs sowie
sonstige E rg ä n z u n g e n u n d B e ric h tig u n g e n .
M itteld eu tsch er P riv a tb a h n -G ü te rv e rk e h r. A m 1. A p ril
sind die S ta tio n e n Jä n s c h w a ld e des D ir.-B ez. P o sen u n d
Züschen des D ir.-B ez. K assel in den. d ire k te n V erk eh r
einbezogen, M arien b o rn (P ro v in z S achsen) als V e rsa n d ­
station in d en A u s n a h m e ta rif 6 B fü r B ra u n k o h le n usw .
sowie B obzin, B oizenburg, B ra h ls to rf, D a h le n b u rg , H agenow (L and), H ollenbeck, P ritz ie r,
S ch w arzen b eck
und
T ritta u als E m p fa n g s ta tio n e n in d en A u sn a h m e ta rif 6 i für
B rau n k o h len b rik etts usw . in 20 t-S e n d u n g e n a u fg e n o m m e n
worden.
S ta a tsb a h n -G ü te rv e rk e h r.
B eso n d eres H e ft G (lfd.
I/III).
A m 1. A p ril sin d die S ta tio n e n F in k e n h e e rd
und H erm an ia des D ir.-B ez. P o se n als V e rsa n d sta tio n e n
in den A u sn a h m e ta rif 6 i fü r B ra u n k o h le n b rik e tts (auch
D arrsteine u n d N aß p re ß ste in e ) u n d R o h b ra u n k o h le (20 t)
auf genom m en w orden.
K o h len tarif au s d em R u h r- usw . G e b ie t n a c h dem
östlichen u n d m ittle rn G eb iet. (G ru p p e I / I I ) , beso n d eres
T arifheft S.
I n d e r am 1. A p ril ersch ie n e n en n eu en
Auflage des T arifs sin d einige fü r d e n K o h le n v e rsa n d
nicht m ehr in B e tra c h t k o m m e n d e S ta tio n e n fo rtg efallen
und verschiedene n eu e K o h le n v e rs a n d s ta tio n e n au fg e­
nom m en w orden.
Sow eit F ra c h te rh ö h u n g e n e in tre te n ,
bleiben die b isherigen F ra c h ts ä tz e n o ch bis z u m 1. J u n i
in K raft.
O berschlesisch-österreichischer
K o h le n v e rk e h r.
A u s­
n ah m etarif T eil I I , H e ft 7, g ü ltig v o m 1. A u g u st 1908
ab. A uf S. 41 des T arifs is t d e r F r a c h ts a tz v o n V e rsa n d ­
statio n N r. 47 (M yslow itz, M y slo w itzg ru b e) n a c h G rzegorski
m it G ü ltig k eit v om 15. M ai a b v o n 350 a u f 380 h fü r 1 t
zu berichtigen.
M itteld eu tsch - B erlin - n o rd o s td e u ts c h e r B ra u n k o h le n ­
verkehr. A m 1. A p ril is t ein n e u e r N a c h tra g 5 ersch ien en ,
der u. a. neue V ersan d - u n d E m p fa n g s ta tio n e n sow ie a u f­
gehobene u n d a b g e ä n d e rte F ra c h ts ä tz e e n th ä lt. D ie e in ­
tre ten d en E rh ö h u n g e n g e lte n e rs t v o m 1. J u n i ab .
N orddeu tsch -b elg isch er G ü te rv e rk e h r. A m 1. A p ril is t
die S ta tio n W ebbecom d e r b elg isch en S ta a ts b a h n e n als
E m p fan g statio n in die A b te ilu n g A — E in ze lse n d u n g e n
von m indestens 10 t — des A u sn a h m e ta rifs v o m 1. O k to b e r
1908 fü r S tein k o h len usw . v o n S ta tio n e n des rh e in isc h ­
w estfälischen u n d des S aark o h le n g e b ie te s n a c h b elg isch en
S tationen aufgenom m en w ord en .
R heinisch - w estfälisch - n ie d e rlä n d isc h e r G ü te rv e rk e h r.
A u snahm etarif fü r S tein k o h len usw . v o m 1. A p ril 1897.
Am 15. A pril t r i t t zu m T a rif d e r N a c h tra g X X in K ra ft;
495
er e n th ä lt F ra c h ts ä tz e fü r die als E m p fa n g s ta tio n e n neu
einbezogenen S ta tio n e n B erch em u n d B e u g e n -R y k e v o o rt
d e r N ied erlän d isch en S ta a ts b a h n e n sow ie B erk el, N o o td o rp 5 eenw eg, P v n a c k e r, R o d e n ry s, S ch ev enin g e n (K u rh au s),
S tien s u n d V o o rb u rg -L eid sc h e n d am d er H o llä n d isc h en
E ise n b a h n .
Marktberichte.
Essener Börse. N a c h dem a m tlic h e n B e ric h t w aren die
N o tie ru n g e n fü r K oh len , K oks u n d B rik e tts (a u ß e r K o k s­
ko h le u n d H o ch o fen k o k s) a m 29. M ärz dieselben w ie die
in N r. 1/09 S. 23 v e rö ffen tlich ten . D ie N o tie ru n g e n fü r
K o k sk o h le u n d H o ch o fen k o k s stim m e n m it den in N r. 2/09
S. 64 an g eg e b en e n ü b erein .
D er K o h le n m a rk t is t u n ­
v e rä n d e rt still. D ie n ä c h ste B ö rse n v ersa m m lu n g fin d e t
M ontag, d e n 5. A pril, N a c h m itta g s v o n 3 1/., bis 4 '/2 U hr,
s ta tt.
4 om Zinkmarkt. V on P a u l S p e i e r , B reslau . R o h z i n k .
D er englische M a rk t v e rk e h rte se it B eg in n des M o n ats in
ziem lich m a tte r T en d en z bei fallen d em K urse. M it 21 £ 17 s
6 d ein setzend , fiel die N o tiz bis 21 £ 5 s u n d sc h lie ß t
e tw a s fester m it 21 £ 7 s 6 d. Im G eg en satz h ierzu w u rd e n
a m d e u tsc h e n M a rk t die v o n d e r K o n v e n tio n festg ele g ten
M in d estp reise v o n 43,75 Ji fü r gew öhnliche u n d 45,25 .ft
fü r S p ezialm ark en die 100 k g frei W aggon H ü tte n s ta tio n
O b erschlesien v o n d en V e rb ra u c h e rn g la tt b ew illig t. D ie
A u sfu h r D e u tsc h la n d s b e tru g im F e b ru a r 5481 t gegen
4038 t im gleichen M o n a t des V o rjah res. A m E m p fa n g
w aren u. a. b e te ilig t: G ro ß b rita n n ie n m it 1878 (1353),
Ö ste rre ic h -U n g a rn m it 1471 (1250), Ita lie n 331 (224), R u ß ­
la n d 311 (404), D ä n e m a rk 142 (110), F ra n k re ic h 110 (157),
V erein ig te S ta a te n v o n A m erik a 489 (0), A u stra lb u n d 150,
J a p a n 95 (92) t. G ro ß b rita n n ie n fü h rte in d en e rste n b eid en
M o n a te n 1408 t ein gegen 1308 t in 1908. D e u tsc h la n d is t
a n dieser E in fu h r m it 34,5 p C t b eteilig t, gegen 21 p C t im
V o rjah re.
Z i n k b l e c h . V om A u slan d lie g t g u te N ach frag e v o r;
die A u sfu h r b e tru g im F e b ru a r 1465 t gegen 1407 t im
F e b ru a r 1908. A m E m p fa n g w a re n u. a. b e te ilig t: G ro ß ­
b rita n n ie n m it 677 (371), D ä n e m a rk 104 (118), Ita lie n 105
(192), B ritis c h -S ü d a frik a 117 (142), J a p a n 195 (248) t.
Z i n k e r z . U n te r B erü ck sich tig u n g d er W ie d e ra u sfu h r
v e rb lie b e n in D e u tsc h la n d im F e b ru a r 10 637 t gegen 15 328 t
im gleichen M o n a t des V o rjah res. A n d er Z u fu h r w a re n u. a.
b e te ilig t: S p an ien m it 1521 (240), T ü rk e i 1321 (277),
A lgerien 687 (0), A u stra lb u n d 6439 (6041) t.
Z in k s ta u b .
D er In la n d m a r k t h e g t ru h ig , w ogegen
sich v o m A u slan d e tw as bessere N a c h frag e b e m e rk b a r
m a c h te . B ei M engen v o n 10 t w erd en 41,50 M fü r 100 kg
einsch ließ lich F a ß fob. S te ttin g efo rd ert.
E in fu h r u n d A u sfu h r D e u tsc h la n d s im J a n u a r u n d
F e b ru a r b e tru g e n :
E in fu h r
J a n u a r /F e b ru a r
1908
R o h z i n k .................
Z in k b lec h . . . .
B ru c h z in k . . . .
Z in k e r z .....................
Z in k sta u b
. . .
Z in k su lfid w eiß . .
Z in k w eiß . . . . . .
.
.
.
.
69
.
208
. 26 416
.
90
.
302
tl 1005
1909
4 175
11
309
23 361
141
371
574 1
A u sfu h r
J a n u a r /F e b r u a r
1908
t
1909
t
8 212
2 926
899
3 806
510
1445
2 311
11 585
2 981
765
5 164
535
1329
2 422
Gl üc kauf
Vom am erik an isch e n E isen - u n d S ta h lm a rk t. D ie Lage
u n se re r E isen- u n d S ta h lin d u s trie h a t sich im L au fe d e r
le tz te n , W och en no ch v ersc h le c h te rt. N ach w ie v o r liegt
die U n g ew iß h eit ü b e r d as E rg e b n is d e r b e v o rste h e n d e n
Z olltarif-R evision wie ein A lp d ru c k a u f dem g an zen G e­
schäftzw eig u n d h ä lt die K ä u fer d a v o n ab, ü b e r D eck u n g
des lau fen d en B ed arfs h in au szu g eh en . Als neues stö re n d e s
M om ent ist ein P re isk a m p f zw ischen dem S ta h ltr u s t u n d
d en k o n k u rrie re n d e n k lein eren F a b rik a n te n h in zu g ek o m m en ,
w elcher von diesen e rste re m a u fg e n ö tig t w o rd en is t u n d
je d e r d er b eid en P a rte ie n g roße V erlu ste b rin g t. D aß es
zu einem solchen K am p fe k am , w ar u n au sb leib lich , denn
d er S ta h ltr u s t m u ß te die E rfa h ru n g m ach en , d aß ihm ,
je län g er e r zu r A u fre c h te rh a ltu n g sta b ile r V erh ältn isse
im S ta h lm a r k t gem ein sam m it w enigen V e rb ü n d e te n an
den b ish erig en P reisen festh içlt, um so m eh r G esch äft v o n den
k leinen F a b rik a n te n en tzo g e n w urde, w elche sich je d e r
P reisv erein b aru n g fern h ielten . Als d a n n a u c h ein T eil seiner
bisherigen V erb ü n d e te n »um ihre K u n d e n zu schützen«,
P reiserm äß ig u n g en V ornahm en, sag te sich d er T ru s t v o n
seiner bisherigen G e sch äftsp o litik los u n d b e k ä m p ft s e it­
dem die K o n k u rre n z m it gleichen W affen. Die G esch äfts­
lage h a t ta tsä c h lic h eine völlige U m w an d lu n g erfah ren .
D enn w äh ren d frü h e r d er S ta h ltr u s t m it dem F e sth a lte n
a n den »offiziellen« P reisen ü b e r die kleinen F a b rik a n te n
»den S chirm hielt« u n d le tz te re d a d u rc h G elegenheit
erh ielten , zu den v o n ih n en g efo rd e rte n n ied rig eren
P reisen g u te G eschäfte zu m ach en , h a b e n sich je tz t n o t­
ged ru n g en die klein eren F a b rik a n te n fü r eine A n zah l von
S ta h lp ro d u k te n a u f gew isse M in d estp reise geeinigt.
Sie
m üssen d ab ei jed o ch e rfah ren , d a ß d er S ta h ltr u s t sie noch
u n te r b ie te t u n d ih n en d a d u rc h die M öglichkeit, G eschäfte
zu m achen, n ah ezu e n tz ie h t. D ie P reislag e is t g eg en w ärtig
g anz u n geregelt, feste P reise g ib t es n u r no ch fü r ganz
w enige P ro d u k te u n d die v e rsch ied en en S tah lerzeu g n isse
sin d z. Z. zu P reisen e rh ältlic h , w elche u m 4 bis 10 $ fü r
die T onne u n te r den S ä tz e n v o r d er E rk lä ru n g eines »offenen
M arktes« d u rc h den S tä h ltr u s t ste h e n .
T ro tz dieser
s ta rk e n P reiserm äß ig u n g h a t sich d as G esc h ä ft jed o ch
n ic h t besonders b ele b t, zu m al zu d en nied rig en P reisen
. n u r A u fträg e zu r sofortig en A u sfü h ru n g an g en o m m en w erden,
w äh ren d die K äu fer in d e r E rw a rtu n g ein er w eiteren P re is­
e rm äß ig u n g im H in b lic k a u f die b e v o rste h e n d e T a rif­
revision sich a n d a u e rn d seh r z u rü c k h a lte n . U n d w as an
G esch äft h e re in k o m m t, fä llt h a u p ts ä c h lic h dem S ta h ltr u s t
zu ; es s te h t d a h e r in d er S ta h lin d u s trie bei e rn e u te r s ta rk e r
P ro d u k tio n se in sc h rä n k u n g eine äh n lic h e K risis bevor,
wie sie fü r die R o h e isen in d u strie u n v e rm e id lic h ersch ein t.
In dieser h e rrsc h t v o n je h e r zw ischen d en v ersch ied en en
P ro d u k tio n sg e b ie te n sch a rfe r W e ttb e w e rb u n d es fe h lt an
je d e r E in h e itlic h k e it. N a c h d e m die P a n ik v o n E n d e 1907
au ch unsere R o h e is e n P ro d u z e n te n zu ein er allgem einen
p lö tzlich en u n d sch a rfe n E in sc h rä n k u n g des B e trieb es ge­
zw ungen h a tte , sie au c h in d e r e rste n H ä lfte le tz te n Ja h re s
die E rz e u g u n g in n e rh a lb d er G renzen des B ed arfes ge­
h a lte n h a tte n , gab ih n e n die z u v ersich tlich ere S tim m u n g
d e r G esch äftsw elt in d er zw eiten Ja h re s h ä lfte A n laß zu
einer b e d e u te n d e n E rw e ite ru n g d e r P ro d u k tio n . T ro tz d e m
die g ü n stig ere B e u rte ilu n g d er M ark tla g e n u r v o n k u rze r
D auer w ar, h a t sich die Z u n ah m e d er R o h e ise n p ro d u k tio n
seitd em ste tig fo rtg e se tz t. D ie n eu este M o n a ts ta tis tik ist
beso n d ers lehrreich, d e n n sie zeigt, d a ß im F e b ru a r e tw a
noch ein m al soviel R o h eisen h ie rz u la n d e erb lasen w orden
is t als in dem e n tsp re c h e n d e n v o rjä h rig e n M o n at, w äh ren d
g erad e g eg en w ärtig die g esch äftlich en V e rh ältn isse n ic h t
viel b esser liegen als d am als. U n te r d e n U m stä n d e n s a m ­
m eln sich in H ä n d e n d er P ro d u z e n te n im m e r g rö ß ere V o r­
rä te an u n d es e rsc h e in t eine e rn e u te e in sch n eid en d e P ro ­
Nr. 14
d u k tio n se in sc h rä n k u n g , in e rs te r L inie bei d en fü r den
M a rk t p ro d u z ie re n d e n H ochöfen, ein G e b o t d e r N o tw en d ig ­
k eit. W ä h re n d sich die täg lich e P ro d u k tio n d er H a n d e ls­
eisen liefern d en H o ch ö fen im F e b ru a r 1908 im D u rc h sc h n itt
a u f 11 446 1. t g e ste llt u n d die E rz e u g u n g d e r den S ta h l­
gesellsch a ften geh ö rigen H o chö fen 25 717 t b e tra g e n h a tte ,
in sg e sa m t so m it in dem M o n a t tä g lic h im D u rc h sc h n itt
37 163 t p ro d u z ie rt w o rd en sin d , la u te t die G esam tziffer
fü r F e b ru a r d. J. a u f 60 977 t, d a v o n e n tfa lle n 22 610 t
a u f H an d elseisen u n d 38 367 t a u f d as E rze u g n is d e r S ta h l­
gesellschaften. D ie R o h e ise n p ro d u k tio n des le tz te n M onats
e n ts p ric h t ein er solchen fü r das J a h r v o n m e h r als 22 Mill. t,
gegen 25,78 Mill. t in d em H o c h k o n ju n k tu rja h re 1907. D a
die R oheisen v e ra rb e ite n d e n W erk e n u r zu 50 bis 60 pC t
ih re r v o llen L e istu n g sfä h ig k e it im B e trie b e sind, so über­
s te ig t die P ro d u k tio n a n R o h m a te ria l bei w eitem die der­
zeitige A u fn a h m e fä h ig k e it d e r V e rb rau c h e r. D ie Z ahl der
im F e u e r ste h e n d e n H o ch ö fen h a t sich v o n 139 am 1. Ju n i
1908 a u f 232 a m 1. M ärz d. J. g esteig ert. D ab ei sin d schon
se it A n fan g des J a h re s die A b lieferu n g en v o n G ießereieisen
dem W u n sch e d er B este lle r g em äß w e it k leiner, als in den im
le tz te n H e rb s t ab g esch lo ssen en V e rträ g e n a u sg e m ach t war.
D ie n ic h t fü r eigenen G e b rau c h b asisch es u n d Bessem erR olreisen liefern d en H o ch ö fen h a b e n v o n d em sich auf
dem S ta h lm a r k t a b sp ie le n d e n P re isk a m p f ein en M inder­
b e d a rf d er k lein en F a b rik a n te n zu e rw arte n .
D a im R o h e ise n m a rk te sch o n im le tz te n J a h r e P reis­
erm äß ig u n g en u m 7 bis 8 $ fü r die T o n n e sta ttg e fu n d e n
h a tte n , so is t er v o n einem n eu e rlic h e n ä h n lic h e n Preisfall,
wie er sich im S ta h lm a r k t v ollzogen h a t, v e rsc h o n t ge­
blieben.
A b er M angel a n N a c h fra g e u n d rü ck sich tslo ser
W ettb ew erb , b eso n d ers des b illig er p ro d u z ie re n d e n Südens,
d rü ck e n die R o h eisen p reise s te tig w eite r h e ra b , ohne daß
eine b ald ig e W en d u n g zum B essern in A u ssich t steh t.
D er D u rc h sc h n itts p re is v o n B essem er-R o h eisen fü r F eb ru ar
von 15,88 8 a m H o ch o fen im M ittelw esten , e n tsp rech en d
16,78 $ in P itts b u rg , is t u m 56 c n ie d rig e r als d e r Ja n u a rD u rc h sc h n ittsp re is, u n d fü r basisch es R o h eisen ste llte sich
d er F e b ru a r-D u rc h sc h n itts p re is a u f 15,19 8, V a lle y furnace,
o d er 16,09 $ in P itts b u rg . D ie n e u e ste n N o tie ru n g e n fü r die
v ersc h ied e n e n R o h e ise n so rte n la u t e n : S ta n d a rd bessem er
15,50 b is 15,75 8, m alleab le b essem er, b a sic u n d N r. 2
fo u n d ry 15 8 u n d g ra y forge 14 8 fü r die T on n e, sä m tlic h fob.
V alley fu rn aces. E in w eiterer N ied e rg a n g dieser S ätze lä ß t
sich d a ra u fh in e rw a rte n , d a ß d ie sü d lic h e n R o h eisen p ro d u ­
z e n te n je tz t u m 50 c bis 1 § b illig er a n b ie te n als noch vor
ein er W oche, u n d es w ird b e re its ein A b sch lu ß v o n 24 000 t
A la b a m a -R o h e ise n m it ein er g ro ß e n R ö h re n fa b rik in New
E n g la n d als K ä u fe rin zu ein em P reise g em eld et, d er dem
P ro d u ze n te n in B irm in g h a m n u r 12 $ fü r die T o n n e b rin g t.
D a o b e n d re in a n lä ß lic h d er b e v o rs te h e n d e n T arifrefo rm eine
Z o llh erab se tz u n g fü r R o h eisen v o n 4 a u f 3 S fü r die T onne
in A u ssic h t s te h t, so lä ß t sich eine allgem eine L o h n erm äß ig u n g n ic h t län g er h in au ssch ieb e n .
I n einigen R oheisen­
b ezirken, b eso n d ers im M ittelw esten , is t b e re its d a m it der
A n fan g g e m a c h t w o rd en , u n d es h a b e n sich die A rb eiter
ein e r H e ra b se tz u n g d e r L o h n ra te n u m 10 bis 20 p C t fügen
m üssen. A uch h a t die W e ste rn B a r Iro n A ssociation, in
d eren E ise n w e rk en in n o rm ale n Z eiten gegen 50 000 A rb eiter
b e sc h ä ftig t sin d , d en b e re its i. J. 1901 m it dem A rb eiterv e rb a n d e d e r A m a lg a m a te d A sso ciatio n of Iro n , Steel an d
1in W o rk ers geschlossenen L o h n v e rtra g , d er se itd em
a lljä h ilic h e rn e u e rt w o rd en w ar, zu m 1. J u li g ek ü n d ig t.
D aß es zu A rb e itsn ied e rleg u n g e n k o m m en w ird, lä ß t sich
k a u m a n n e h m e n , d e n n u n te r d em D ru c k e d e r öffentlichen
M einung h a b e n die A rb e itg e b e r die a n g e sic h ts des
N iederganges d e r P reise n o tw en d ig e E rm ä ß ig u n g d e r H e r­
ste llu n g sk o ste n d u rc h H e ra b se tz u n g d e r L ö h n e m öglichst
3. April 1909
Gl ückauf
w eit hinau sg esch o b en . U n d die e in s t m a c h tv o lle A m algam ated A ssociation h a t seit ih rem v e rg eb lich en K a m p f
gegen den S ta h ltr u s t an ih rem A n seh en s ta rk e E in b u ß e
e rlitten u n d ihre G e ld m itte l w ü rd e n ein en län g e ren A us­
stan d n ic h t erlau b en . Schließlich is t die F ra g e ein er H e ra b ­
setzung d er L öhne d er H o c h o fe n a rb e ite r v o n g erin g erer
B edeutung, da die m it d er E rz e u g u n g ein er T o n n e R oheisen
v erbundenen A rb eitsk o sten sich n u r a u f e tw a 5 S stellen .
Von größerer W ic h tig k e it ist die E rm ä ß ig u n g d er K o sten
der E isenerzförderung, u n d d a, wie es h e iß t, in d em neu en
T arif E isenerz au f die F reiliste g e ste llt w erd en soll, ste h e n
auch L o h n h erab setzu n g en in den E isen e rz b e z irk e n d e s
Landes bevor. Im le tz te n J a h r e sin d n u r e tw as m e h r als
■!+ Mill. t E isenerz e in g e fü h rt w orden, gegen 1 14 Mill. t
in 1907; der Zoll b e tr ä g t 40 c a u f die T o n n e. D ie F reig ab e
der E isen erzein fu h r w ü rd e d en S tah lg esellsch aften , deren
Hochöfen nahe d er M eeresk ü ste gelegen sin d , u n d die d a h e r
bequem billiges kub an isch es. E isen erz beziehen kö n n en ,
vor dem S ta h ltr u s t, d er sein E isen erz eigenen G ru b e n
im N ordw esten e n tn im m t, ein en erh eb lich en V o rsp ru n g
gew ähren. A uf den D ocks a n d en H ä fe n d er g ro ß en B in n e n ­
seen sowie an den H och ö fen sollen n ic h t w eniger als 14 Mill. t
Eisenerz lagern u n d in E rw a rtu n g n ied rig erer E rz p re ise
bekunden die H o ch o fen leu te g eringe K au flu st.
Das G esch äft in S t a h l w ird g eg e n w ä rtig von d e r T ariffrage völlig b e h e rrsc h t u n d die U n g ew iß h e it ü b e r die
l.evorstehende Z ollerm äß ig u n g ü b t eine seh r sch äd lich e
W irkung aus. S ollte es, wie m a n e rw a rte t, zu ein er H e ra b ­
setzung um 50 p C t fü r S ta h lk n ü p p e l, S ta h lsc h ie n en usw .
kommen, so w ü rd e sich d a rin d er E in flu ß A n d rew C arnegies
wiederspiegeln, d e r v o r dem T a rifa u ssc h u ß des R e p rä se n ­
tantenhauses in W a sh in g to n e rk lä rt h a t, die am erik a n isc h e
S tahlindustrie sei d e ra r t s ta r k e n tw ic k e lt, d a ß sie selb st
hei völliger A u fh eb u n g d e r S tah lzö lle den W e ttb e w e rb
des A uslandes n ic h t zu fü rc h te n b ra u c h e . D aß eine E r ­
m äßigung d er S tah lzö lle erfolgen w ird, sc h e in t sicher zu
sein, doch d ü rfte m a n sich a u f eine H e ra b se tz u n g um
90 pC t einigen.
S ta h lsc h ie n e n u n te rlie g e n g eg en w ärtig
einem E in fu h rzo ll v o n 7 /:20 c u n d S ta h lk n ü p p e l einem
solchen von 3 /1 0 c bis 47/ , 0 c je P fd . M öglicherw eise g elin g t
es jedoch den S ch u tzzö llern , eine T a rifb e stim m u n g d u rc h ­
zubringen, die eine Z o llerm ä ß ig u n g g anz illusorisch m ach e n
würde. M ittels d e r B e h a u p tu n g n äm lich , d a ß die in dem
bisherigen T arifgesetze v o rg eseh en e A rt d e r Zoll V eran­
lagung auf G ru n d des a u slä n d isc h e n M a rk tw e rtes, d e r von
den H a n d elsk am m ern im In te re ss e d e r P ro d u z e n te n
beglaubigt w erde, zu u m fa ssen d e n Z o llb etrü g ereien A nlaß
gebe, will m an in dem n e u en T a rif eine Ä n d e ru n g d a h in
treffen, d aß fü r die Z o llv e ra n la g u n g d e r hiesige G ro ß ­
handelsw ert m aß g eb e n d sein soll.
D as w ü rd e allerd ing s
ein geheim es E in v e rs tä n d n is zw ischen d em A u sla n d fab rik an ten
und
dem
E m p fä n g e r u n d d a m it eine
Z ollhinterziehung ausschließ e n .
D a d e r ¿hiesige G ro ß ­
handelspreis jed o ch w e it h ö h e r ist als d e r E in k a u fsp re is
der W are im A uslande, k ö n n te d e r Z o llsatz se h r wohl eine
H erabsetzung erfa h re n u n d tro tz d e m d e r h ie r zu erlegende
Z ollbetrag noch w eit h ö h e r sein als v o rd em .
Die P reiserm äß ig u n g en d e r le tz te n T ag e u n d W ochen,
von denen sow eit n u r S ta h lsc h ie n e n u n d D ra h te rz e u g n isse
v erschont geblieben, sin d n a tü rlic h fü r die S ta h lfa b rik a n te n
m it großer finanzieller E in b u ß e v e rb u n d e n . D er S ta h ltr u s t
h a tte am 31. D ezem ber v. J. u n e rle d ig te A u fträ g e im
U m fang v on 3,6 Mill. t g e b u c h t u n d die A n n a h m e ist
b erechtigt, d aß bei E rte ilu n g d e r A u fträ g e sich die B e ­
steller den V orteil ein er etw aig en P re ise rm ä ß ig u n g , sollte
eine solche bis zu r A blieferu n g erfolgen, g esic h ert h a b e n .
N im m t m an d a h e r im D u rc h s c h n itt die b ish e rig e n P re is­
erm äßigungen m it 5 S fü r die T o n n e an , so h a t sich d e r
■'.97
W e rt d e r E n d e v o rig en Ja h re s v o m S ta h ltr u s t g e b u ch te n
A u fträ g e u m 18 Mill. $ v e rm in d e rt. In d en e rs te n W och en
n ac h A n k ü n d ig u n g eines »offenen M arktes« h a t die G esell­
sc h a ft an g eb lich tä g lic h A u fträ g e fü r e tw a 25 000 t h e re in ­
gen o m m en , do ch sollen . die B este llu n g en n ach g elassen
h a b e n . A llerdings k ö n n te sie w e it m e h r A u fträ g e e rh a lte n ,
w äre sie g eneigt, solche an zu n eh m e n , d e re n L ie feru n g s­
fris t sich a u f län g ere Z eit e rs tre c k t. D a zu is t sie je d o c h n ic h t
b e re it, u n d die e in g eh e n d en A u fträ g e sin d , w enngleich
im einzelnen n ic h t groß, do ch solche, a u f die A b lieferung
so fo rt n a c h F e rtig ste llu n g des M a te ria ls erfolgen k a n n .
D a die G esellschaft, u m A u fträ g e zu e rh a lte n , w illens ist,
die n ied rig en P reise d e r W e ttb e w e rb e r n o ch zu u n te r ­
b ie te n , so b le ib t fü r le tz te re n u r w enig G esc h äft übrig,
u n d m a n s p ric h t b e re its sow ohl v o n d e r E in ste llu n g des
B etrieb es z a h lreich er W erk e
als a u c h v o n ein er V e r­
e in ig u n g d er k lein eren F a b rik a n te n .
D ie L ac k a w a n n a
S teel Co. h a t sch o n im le tz te n J a h r e die Z insen a u f ihre
O b lig a tio n en n ic h t v e rd ie n e n k ö n n e n , u n d die m eisten
»unabhängigen« S ta h lfa b rik a n te n d ü rfte n in diesem J a h re
in die gleiche schw ierige L ag e k o m m en .
D a h e r finden
G erü c h te B e a ch tu n g , d e r b e k a n n te w estlich e F in a n z ie r
J o h n W . G ates, d e r s. Z. die A m erican S teel & W ire Co.
an d e n S ta h ltr u s t v e rk a u ft h a t u n d bei d e r G rü n d u n g des
le tz te re n m it tä tig w ar, w ä h re n d er je tz t H a u p te ig e n ­
tü m e r d e r R e p u b lic Iro n & S te e l Co. ist, gehe d a m it um ,
ein K o n k u rre n z u n te rn e h m e n des S ta h ltru s te s zu bilden,
w elches v o ra u ssic h tlich die R e p u b lic Iro n & Steel Co.,
die Jo n e s & L a u g h lin S teel Co., die P e n n sy lv a n ia S teel Co.,
die L a c k a w a n n a S teel Co. u n d die C a m b ria Iro n & S teel Co.
u m fassen w ü rd e. * M an g la u b t n ic h t, d a ß die B eth leh em
S teel C orp., an d er A n d rew C arnegie b e te ilig t sein soll,
sich a n sch ließ en w ü rd e, d a die G esellsch aft ü b e r ein p a te n ­
tie rte s V e rfa h re n z u r H e rste llu n g v o n B a u sta h l v e rfü g t,
m it d em sie g roße E rfo lg e erzielt.
D ie b ish erig en P r e i s e r m ä ß i g u n g e n v e rteilen sich a u f
die v e rs c h ie d e n ste n S ta h lp ro d u k te e tw a wie fo lg t: S ta h l­
p la tte n 6 $, B au - u n d F o rm sta h l, w o rin d e r W e ttb e w e rb
zw ischen dem S ta h ltr u s t u n d d en k lein eren F a b rik a n te n
am sc h ä rfste n ist, 10 $, S ta n g e n s ta h l 4 $, S tah lb lech
4 b is 5 $, W eiß b lech 5 bis 6 $, S ta h lro h re n 8 bis 10 8.
R o h sta h l, sow ohl stee l b ille ts u n d a u ch sh ee t b a rs, 2 bis 5 8
a u f d ie T o n n e. D a ß in S ta h lsc h ie n e n noch keine P re is­
e rm ä ß ig u n g e in g e tre te n ist, e rk lä rt sich an g eb lich d a ra u s,
d aß d er S ta h ltr u s t eine solche d e n E ise n b a h n e n zugesagt
h a t, sofern sie ih re F ra c h ts ä tz e fü r S ta h lp ro d u k te erm äßigen.
D ie G esellsch aft h a t riesige F ra c h te n zu b e z a h le n ; diese
sollen sich im J a h r a u f n ic h t w en ig er als 100 Mill. $
b elau fen . R e c h n e t m a n die F ra c h tk o s te n d e r ä n d e rn S ta h l­
fa b rik a n te n h in zu , so e rg ib t sich eine jä h rlic h e G e sa m t­
su m m e v o n 225 Mill. $. D u rc h E rm ä ß ig u n g d e r F r a c h t­
k o ste n sow ie H e ra b se tz u n g d er A rb eitslö h n e h o fft d er
S ta h ltr u s t die ih m a u fg e n ö tig te P re ise rm ä ß ig u n g zum
g ro ß e n T eil au szu g leich en .
D a die G esellsch aft so nstige
g roße E in n a h m e n a n Z insen, aus d em B e trie b e v o n B a h n u n d D a m p ferlin ien , v o n Z e m e n tfa b rik e n usw . e rzielt,
b e fin d e t sie sich v o r ih ren W e ttb e w e rb e rn e n tsc h ie d e n im
V o rteil. D as zeig t sich a u c h d a rin , d a ß sie fü r le tz te s
J a h r a u f die T o n n e S ta h l e in en R ein g ew in n v o n 10,20 8
h a t n ach w eisen k ö n n e n , gegen e in en so lch en v o n 2,50 bis
4,60 $ bei ih re n sieb en g rö ß te n K o n k u rre n te n . I m G e sch äft
m it d em a u f b lü h e n d e n W e ste n g e w ä h rt ih r d as a m M ich ig an see e rric h te te g ew altig e S ta h lw e rk »G ary« e in en w e iteren
g ro ß e n V o rsp ru n g , sow ohl fü r d en E rz b e z u g v o m N o rd ­
w esten als fü r die A blieferu n g , u n d es d ü rfte sich d ieser V o r­
s p r u n g v o r d e m W e ttb e w e rb des O sten s a u f 4 b is5 S je T o n n e
stellen . D as S ta h lsc h ie n e n w e rk d e r G esellsch aft in G a ry
v e rm a g a lle in im J a h r e e tw a 1 Mill. t zu liefern, u n d ein-
498
Glückauf
schließlich d er 600 000 t, w elche d as op en h e a rth -S c h ie n e n w erk d er T ennessee C oal & Iro n Co. jä h rlic h p ro d u z ieren
k a n n , is t d e r S ta h ltr u s t im sta n d e , im J a h r e n a h ez u 3,5 M ill.t
S tah lsch ien en an den M a rk t zu b rin g en , w ä h ren d in sg e sa m t
h ie rz u la n d e im le tz te n J a h r e n u r .1,9 Mill. t u n d in d em b is­
h er b esten J a h re fü r die S ta h lfa b rik a n te n , d em J a h re 1906,
fa s t 4 Mill. t S tah lsch ien en g ew a lz t w o rd en sin d . W ie m a n
b e h a u p te t, b e tra g e n die H e rste llu n g sk o ste n 21,50 $ je T onne,
so d aß bei ein er Ja h re se rz e u g u n g v o n 2 Mill. t die S ta h l­
schienenw erke d er G esellsch aft u n te r A n n a h m e eines
V erk au fsp reises
von
28 $ einen
R ein g ew in n
von
13 Mill. $ liefern w ü rd en . A b er g eg en w ärtig sin d es g erad e
die E isen b ah n e n , w elche d as w en ig ste K a u fin te re sse zeigen.
S elb st d er vielb esp ro c h en e A u ftra g d er N ew Y o rk e r C e n tra l­
b a h n v o n 101 000 t S tah lsc h ie n e n soll ta tsä c h lic h sch o n
v o r m eh re re n M o n aten e rte ilt, jed o c h e rs t je t z t b e k a n n t­
gegeben w orden sein. A uf G ru n d d er v o ra u ssic h tlic h en Zoll
erm äß ig u n g fü r S tah lsch ien en hoffen die B a h n e n ih ren dies­
jä h rig e n B ed arf zu einem n ied rig eren P reise d eck en zu kön n en .
N a c h d e m soeben au c h die W eic h b lech p reise eine H e ra b ­
se tzu n g erfa h re n h a b e n , sie h t m a n ein er solchen a u c h fü r
D ra h t u n d D rah terze u g n isse en tg eg en . F ü r le tz te re so llte
die geg en w ärtig e Z eit die b este des Ja h re s sein, d o ch das
F rü h ja h rsg e s c h ä ft e n tw ic k e lt sich seh r lan g sam , zweifellos
infolge d er U n g ew iß h e it in d er P reis- u n d T ariffrag e.
S ollte es zu d er e rw a rte te n Z o llh erab setzu n g in dem n e u en
T a rif kom m en, so w ü rd e d as w en ig sten s eine Z eitla n g die
S ta h lp re ise a u f dem g eg en w ärtig en n ied rig en S ta n d h a lte n ,
u n d zum A usgleich des V erlu stes w ü rd e v o rau ssich tlic h
d a n n eine du rch g än g ig e L o h n erm ä ß ig u n g P la tz greifen.
Schon je tz t h a t die L a c k a w a n n a S teel Co. 'den A n fan g d a m it
g em ac h t, u n d ih rem B eispiele w ü rd e a ls d a n n zweifellos
allgem ein F olge g ele iste t w erd en . E in e W ied e re rh o lu n g des
G eschäftes e rw a rte n u n sere E isen- u n d S ta h lin d u strie lle n e rs t
n ach d er E rled ig u n g d er T a rifan g eleg en h eit, v o ra u sg e setz t,
d aß u n ser L a n d au c h in diesem J a h re m it ein er reich en
E rn te gesegnet w ird.
(E. E ., N ew Y o rk , 20. M ärz.)
Vom am erikanischen Kunfermarkt.
D ie L age des
K u p fe rm a rk te s is t a n d a u e rn d u n g ü n stig .
D ie T ariffra g e
k o m m t zw ar fü r K u p fer, dessen E in fu h r k ein em Zoll u n te r ­
liegt, n u r m itte lb a r in B e tra c h t, in so fern als sich die K u p fe r
v e ra rb e ite n d e n F a b rik a n te n b eim E in k a u f v o n M eta llv o r­
r ä te n d u rc h die v o n d e r T a riffra g e h erv o rg eru fe n e g e sc h ä ft­
liche U n g ew iß h eit beein flu ssen lassen.
Im allgem einen
k en n z e ic h n e t sich d er K u p fe rm a rk t d u rc h Z u rü c k h a ltu n g
d er K äufer, s ta r k v e rm in d e rte n V e rb ra u c h b ei a n h a lte n d
se h r g ro ß er P ro d u k tio n , m it d er Folge, d aß die u n v e rk a u fte n
V o rrä te einen im m er b ed ro h lic h er w e rd en d en U m fa n g
a n n eh m e n .
T ro tz d e m b e k u n d e n die leite n d e n G ru b e n ­
g esellschaften keine N eigung, eine d en V e rh ä ltn isse n e n t­
sp rech en d e E in sc h rä n k u n g o d er zeitw eilige E in ste llu n g
des B etrieb es v o rzu n eh m en . W ü rd e n ic h t u n te r d em D ru ck e
d e r N o tw en d ig k eit hie u n d d a die P ro d u k tio n n ach zu lassen
b eg in n en u n d w äre n ic h t in d en b e id e n le tz te n W o ch en
E u ro p a w ieder im h iesigen M a rk te s tä rk e r als K ä u fe r a u f­
g e tre te n , so m ü ß te die L ag e als sc h le c h te r d e n n je gelten.
So hoffen unsere K u p fe rin d u strie lle n , d a ß eine w eitere
A n h äu fu n g v o n V o rrä te n n ic h t s ta ttfin d e t, im L au fe
dieses M o n ats eine A b n a h m e sich vollziehen w erde, a u c h
die N ach frag e v o m In la n d u n d A u sla n d sich n ic h t noch
län g er h in au ssch ieb e n lasse, d a d as F r ü h ja h r die I n a n ­
g riffn ah m e v o n B a u a rb e ite n fü r U n te rn e h m u n g e n aller
A rt m it sich b rin g t. W ie u n erfreu lich die s ta tis tis c h e L age
des ro te n M etalles im hiesigen M a rk t sich im le tz te n M o n a t
e n tw ic k e lt h a t, zeig t die so eb en v e rö ffe n tlic h te F e b ru a rS ta tis tik d er n e u g e g rü n d e te n V erein ig u n g a m e rik a n isc h e r
K u p fe rp ro d u z e n te n . D ie Z ah len dieser S ta tis tik sin d die
Nr. 14
folgenden (w obei m a rk tfä h ig [m a rk e ta b le ] in jed em Falle
ra ffin ie rte s K u p fe r b e d e u te t, so d a ß die in H ä n d e n der
P ro d u z e n te n , a n d e n S ch m elzw erk en u n d a u f dem Wege
n ach d en R a ffin e rie n b e fin d lich en g ro ß en V o rrä te von
u n ra ffin ie rte m K u p fe r in die an g eg eb en en M engen nicht
eingeschlossen s in d ) :
Pfd.
V o rra t v o n m a rk tfä h ig e m K u p fe r a m 1. F e b ru a r 144 130 045
P ro d u k tio n v o n m a rk tfä h ig e m K u p fe r, in lä n ­
disch en u n d a u slä n d isc h e n B ezu g sq u ellen
e n ts ta m m e n d , im F e b r u a r ............................ 103 700 817
A b lieferu n g en v o n m a rk tfä h ig e m K u p fe r fü r
d en In la n d v e rb ra u c h u n d die A u sfu h r im
F e b r u a r ......................................................................... 74546 614
V o rra t v o n m a rk tfä h ig e m K u p fe r a m I. M ärz 173 284 248
S o m it h a t d e r v o n d en P ro d u z e n te n g e fü h rte V orrat
v o n ra ffin ie rte m K u p fe r la u t d e re n eig en er A n g abe im Laufe
des F e b ru a rs eine Z u n a h m e u m m e h r als 29 Mill. Pfd.
e rfa h re n , w ä h re n d fü r J a n u a r n u r eine solche von 2 t3/4 Mill.
P fd. zu m elden gew esen w ar. B eso n d ers w ich tig ist jedoch
d e r B e ric h t d u rc h d en d a rin e n th a lte n e n N achw eis andauernd
z u n eh m e n d e r P ro d u k tio n .
D ie fü r F e b ru a r angegebene
Ziffer d er E rz e u g u n g v o n ra ffin ie rte m K u p fe r v o n 103,7 Mill.
P fd . b le ib t zw ar h in te r d e r fü r J a n u a r v o n 112 Mill. Pfd.
erh eb lic h zu rü ck , so d a ß d e r A n sc h e in e rw e ck t wird, als
b e g ä n n e n die P ro d u z e n te n d em M iß v e rh ä ltn is zwischen
A n g e b o t u n d N a c h fra g e R e c h n u n g zu tra g e n . W enn man
jed o ch b e rü c k s ic h tig t, d a ß d e r F e b ru a r n u r 28 Tage hat,
so e rg ib t sich eine tä g lic h e P ro d u k tio n sz iffe r v o n -3,7Mill. Pfd.,
w as fü r M ärz ein N e u a n g e b o t v o n 114,7 Mill. Pfd. in Aus­
sic h t ste llt.
Im J a n u a r b e tr u g die tä g lic h e P roduktion
e tw as ü b e r 3,6 Mill. P fd ., so d a ß im le tz te n M o n at täglich
im D u rc h s c h n itt e tw a 100 000 P fd . m e h r a n raffiniertem
K u p fe r g ew o n n en w o rd en sin d als im A n fa n g sm o n at des
Ja h re s. A u g en sch ein lich is t die K u p fe rp ro d u k tio n gegen­
w ä rtig g rö ß e r als je z u v o r, u n d la u t d e r F e b ru a rsta tistik
n e h m e n die V o rrä te v o n ra ffin ie rte m K u p fe r täglich um
e tw a 1 Mill. P fd . zu. D ag eg en lassen die Ablieferungen
fü r den In la n d v e rb ra u c h u n d d ie A u sfu h r im F ebruar
in H ö h e v o n 7 4 % Mill. P fd . im V erg leich zum Januar
e in en R ü c k g a n g u m 15,8 Mill. P fd . erseh en . Z u den hierzu­
la n d e v o rh a n d e n e n V o rrä te n gesellen sich n o ch die großen,
die A u sfu h rb e w eg u n g
b e e in trä c h tig e n d e n B estän d e in
E u ro p a . L a u t n e u e ste n A n g a b e n b e tra g e n diese 52 295 t
o d er r. 117 Mill. P fd ., u n d m a n d a rf d e n U m fa n g der nicht
in ö ffe n tlic h en L a g e rn in E u ro p a g e fü h rte n »Nichtsicht«V o rrä te a u f 50 Mill. P fd . v e ra n sc h la g e n , w oraus sich
u n te r E in re c h n u n g d e r h iesig en B e stä n d e ein G esam tvorrat
v o n in sg e sa m t 340 % Mill. P fd . e rg eb e n w ü rd e. D as ist eine
w enig trö stlic h e s ta tis tis c h e L ag e, b eso n d e rs w enn man
b e rü c k s ic h tig t, d a ß die A n g ab e n sich au sschließlich auf
ra ffin ie rte s K u p fe r b ezieh en , w en n g leic h d e r hiesige V orrat
an g eb lich 95 Mill. P fd . e in sc h ließ t, die sich u nterw egs zur
A b lieferu n g o d e r n o ch in V e ra rb e itu n g b efin d en .
Das
fertig e P r o d u k t d e r S ch m elzw e rk e u n d d a s R ohm aterial
d er R a ffin e rie n ist d a s sog. »blister copper«, u n d da das
R affin ieren dieses R o h m a te ria ls m itte ls des B essem er­
v e rfa h re n s n u r e in en o d er zwei T ag e e rfo rd e rt, so is t »blister
copper« n a h e z u eb en so » m ark tfä h ig « w ie ra ffin ie rte s Kupfer.
T ro tz d e m w ird e rste re s n ic h t in d e r P ro d u z e n te n -S ta tis tik
b e rü c k s ic h tig t, w ogegen die b u n d e sa m tlic h e S ta tis tik un­
lä n g s t zu m eld en w u ß te , es h ä tte n sich zu A nfang dieses
Ja h re s in H ä n d e n d e r S ch m elzer, d e r R affin e rien u n d auf
d em V ersa n d zw ischen d e re n W e rk e n 250 Mill. P fd. solchen
R o h k u p fe rs b e fu n d e n . H ä tte n sich v o r einem J a h r e unsere
K u p fe rg ru b e n g e se llsc h a fte n g leich d em U n te rn e h m e rtu m
a n d e re r Zw eige d e r M o n ta n in d u strie zu g em ein sam en E in ­
sc h rä n k u n g sm a ß n a h m e n
e n tsch lo ssen , so
w äre ihnen
zweifellos eine L age w ie die g eg en w ärtig e e rs p a rt geblieben.
Durch ihre U n e in ig k e it h a b e n sie die W ie d e re rh o lu n g in
diesem w ichtigen G esch äfts- u n d In d u strie z w e ig e in b e ­
dauerlicher W eise ersch w ert.
B eso n d ers fü r die G esell­
schaften, welche m it h o h en P ro d u k tio n sk o s te n a rb e ite n ,
muß die Lage n a c h g e ra d e u n e rträ g lic h w erd en .
D a d er
D urchschnittspreis v o n K u p fe r sich fü r die le tz te n 28 J a h re
auf 13 c je P fd. ste llt, so d a rf m a n a n n e h m e n , d a ß die
durchschnittlichen P ro d u k tio n s k o s te n sich u n te r dieser
Grenze bew egen. In dieser H in sic h t d ü rf te die folgende,
auf sorgfältigen E rh e b u n g e n b e ru h e n d e A u fstellu n g , w elche
die P r o d u k t i o n s k o s t e n d er b e k a n n te s te n K u p fe rg ru b e n ­
gesellschaften w iedergibt, v o n In te re sse sein :
c je P fd.
C alum et & H ecla, M i c h i g a n ................... . 8
M ohawk, M i c h i g a n ..................................... . 11
W olverine, M i c h ig a n ..................................... . 7 1
T am arack, M i c h ig a n ..................................... . S
B altic, M ichigan
.......................................... . 9
9
C ham pion, M ichigan
.................................
A naconda, M o n t a n a ...................................... . 10
B oston & M o n tan a, M o n t a n a ................... . 11
B u tte & B oston, M o n t a n a ....................... . 10
B u tte C oalition, M o n t a n a ....................... . 10
7
N evada C onsolidated, N e v a d a . . . .
C um berland E ly , N e v a d a .......................
U tah C onsolidated, U t a h .......................
B oston C onsolidated, U t a h .......................
8
U nited V erde, A rizona
............................
Tennessee, T e n n e s s e e ................................. . 10
Rio T into, S p an ien . .................................
M ount L yell, T a s m a n i e n ............................
B ritish C olum bia, B ritis h C o lu m b ien . . 10
B urraga, A u s t r a l i e n ..................................... . 8 1 ,
8
G reat C obar, A u s t r a l i e n ............................
Cananea, M e x i k o .......................................... - 8%
Die K u p f e r a u s f u h r belief sich im F e b ru a r n u r a u f
13 886 t gegen 18 540 t im J a n u a r u n d 24 640 t im F e b ru a r
1908. F ü r M ärz d ü rfte sich infolge g ro ß e r sp e k u la tiv e r
Ankäufe für E u ro p a eine g rö ß ere A u sfu h r erg eb en . A uch
einheimische G ro ß v e rb ra u c h e r k a m e n zu g leich er Z eit
in den M arkt, so d aß dieser zeitw eilig ein le b h a fte s A u sseh en
gewann und die P reise eine ste ig e n d e R ic h tu n g v erfo lg te n .
Doch w ar die bessere S tim m u n g n u r v o n k u rz e r D a u e r
und es sind die K u p fer v e ra rb e ite n d e n F a b rik a n te n g eg en ­
wärtig zum eist noch m it g e n ü g en d e n M e ta llv o rrä te n v e r­
sehen, w ährend n u r in einigen in d u s trie lle n Z w eigen, d er
Jahreszeit gem äß, L e b h a ftig k e it h e rrsc h t.
So g eb en im
Baugeschäft die n ied rig en K u p fe rp re ise A n laß zu s tä rk e re r
Verwendung des M etalles in v e rs c h ie d e n e n F o rm e n . D a ­
gegen sind die D ra h tz ie h e r w enig b e sc h ä ftig t, u n d die
Kupferblech- u n d M e ssin g -F a b rik a n te n h a b e n d ie gegen
Ende letzten Jah res h erein g e n o m m e n e n g ro ß e n A u fträ g e
in der H a u p tsa c h e erled ig t, w ä h re n d n e u e B e ste llu n g e n
bei dem allgem einen M angel a n U n te rn e h m u n g s lu s t n u r
spärlich einlaufen. D er s te tig e R ü c k g a n g d e r K u p f e r p r e i s e
kann u n ter d en U m stä n d e n n ic h t ü b e rra sc h e n . N a c h d e m
die hiesige M etallbörse fü r J a n u a r n o ch D u rc h s c h n itts ­
preise von 14,33 c fü r See-, 13,95 c fü r e le k tro ly tisc h e s u n d
13,80 c für G u ß k u p fer h a tt e n o tie re n k ö n n e n , h a b e n die
D urchschnittspreise im F e b ru a r m it 13,46 c fü r See-, 13,03 c
für elektroly tisches u n d 12,915 c fü r G u ß k u p fe r s t a r k n a c h ­
gegeben und die n eu e ste n N o tie ru n g e n b ew eg e" sich fü r
Seekupfer zw ischen 12% u n d 13 c, fü r e le k tro ly tisc h e s
Kupfer zw ischen 123/8 u n d 125/8 c u n d fü r G u ß k u p fe r
zwischen 12% bis 12% c.
A u g en sch ein lich k a n n allein
ein noch w eiterer P reisfall eine B e sseru n g d e r L a g e h e rb e i­
führen, d a d a d u rc h die te u e r p ro d u z ie re n d e n G ru b e n ­
g e sellsch a ften au s d em G esch äft h e ra u s g e d rä n g t w erden
w ü rd en .
D iese A n sich t w ird von m aß g e b e n d e n P e rs ö n ­
lic h k e ite n g e te ilt. So lie g t v o n d e m hiesig en V e rtr e te r d er
C a lu m e t & H e c la Co., Col. L iv erm o re, d e r g leich zeitig d e r
V o rsitz en d e d e r P ro d u z e n te n v e re in ig u n g ist, die folgende
E rk lä r u n g v o r:
»Die v ie lfac h b e fü rw o rte te allgem eine E in sc h rä n k u n g
d e r K u p fe rp ro d u k tio n is t u n d u rc h fü h rb a r. I n e rs te r L inie
w ü rd e eine solche V e re in b a ru n g die B e te ilig te n in K o n flik t
sow ohl m it d en s ta a tlic h e n als a u c h d en B u n d es-A n titru s tg e s e tz e n b rin g e n u n d u n se re G esellsch aft is t seit
je h e r G eg n er ein e r je d en B ew egung, die sich eine k ü n stlic h e
R eg elu n g d er K u p fe rg e w in n u n g zu r A ufgabe m a c h t. A b er
w ü rd e n a u c h solche B e stre b u n g e n n ic h t gegen die G esetze
v e rsto ß e n , so w ären sie d o ch n u r d a n n d e r U n te rs tü tz u n g
w e rt, w en n die zu treffe n d e V e re in b a ru n g sich a u f alle
G ro ß p ro d u z e n te n , h ie r wie a n d e rw ä rts, e rstre c k e n w ü rd e.
E s is t vö llig u n g e re im t, a lte n le istu n g sfä h ig e n G ru b e n ­
g esellsch a ften , w elche viele M illionen v o n D o llars in ih re n
A n lag en fe stg e le g t h a b e n , z u z u m u te n , ih re P ro d u k tio n
e in z u sc h rä n k e n , u m zah lre ich e n k lein en L e u te n a u sz u ­
helfen , w elche n u r m it h o h e n K o ste n zu p ro d u zie re n v e r­
m ögen. W ir h a b e n in d e r K u p fe rin d u strie m e h r als 25 Mill. 8
a n g e le g t u n d w ir v erm ö g en K u p fe r m it K o sten v o n e tw a
8 c je P fu n d zu p ro d u z ie re n . W ir w ü rd e n als D ire k to re n
d en V e rp flic h tu n g e n u n sere n A k tio n ä re n g eg en ü b er n ic h t
g e re c h t w erd en , w o llten w ir u n sere P ro d u k tio n s tä tig k e it
z u g u n ste n v o n K o n k u rre n te n e in s c h rä n k e n d e re n S elb stk o sten
sich a u f 1 1 c u n d d a rü b e r b ela u fe n . W ü rd e n alle G ru b en
d e r W e lt e tw a die gleichen S e lb stk o ste n h a b e n , so
w ü rd e ein e allgem eine E in sc h rä n k u n g e h e r in F ra g e
kom m en können.
A b e r d a n n m ü ß te n a u c h die au s,
lä n d isc h e n P ro d u z e n te n ein e gleiche V e rp flic h tu n g eing eh e n ; es w äre d ag eg en tö ric h t, w en n die d iesseitigen
G ru b e n g e se llsc h a fte n allein die P reise d u rch eine P ro ­
d u k tio n se in sc h rä n k u n g h ö h e r zu tre ib e n v e rsu ch e n w ü rd en d a v o n h ä tt e in e rs te r L inie d e r au slä n d isc h e W e ttb e w e rb
d e n V o rte il.
K u p fe r h a t e in e n W e ltm a rk t, die E in fu h r
u n te rlie g t k e in e m Zoll u n d d e r P re is h ie rz u la n d e e n ts p ric h t
u n te r Z u sch lag d er F ra c h tk o s te n d em in E u ro p a .
D ie
einzige n a tü rlic h e A b h ü lfe fü r eine L age wie die g egen­
w ä rtig e b e s te h t d a rin , d a ß die m it h o h e n K o ste n p ro d u ­
z ieren d en G esellsch aften gezw ungen w erd en , d e n B etrieb
e in zu stellen .
D ie A n n a h m e , die n e u e V erein ig u n g d er
K u p fe rp ro d u z e n te n stre b e eine R eg elu n g d e r P ro d u k tio n
a n , is t d u rc h a u s irrig .
S o llten in n e rh a lb d er. V er' ein ig u n g d e ra rtig e T e n d e n z e n zu ta g e tr e te n , so w äre u n sere
G e sellsch aft die erste, die so fo rt ih re n R ü c k tr itt anzeigen
w ürde«.
■
E b e n so w e n ig lie g t es in d e r A b sic h t dei L e ite r
d e r A m a lg a m a te d -In te re sse n , die E rz e u g u n g ih re r eigenen
W erk e zu v e rm in d e rn . A ls die G esellsch aft in d e r D ep re ssio n s­
p erio d e v o r e tw a ein em J a h r e m it B e trie b se in sc h rä n k u n g e n
d e n A n fa n g m a c h te , in d e r E r w a r tu n g ,, die a n d e re n G ro ß ­
p ro d u z e n te n w ü rd e n sich ih re m V o rg eh en an sch ließ en ,
w u rd e ih r v o n d e r K o n k u rre n z k ein e E rm u tig u n g z u te i l; im
G eg en teil, diese su c h te die B esseru n g d er L ag e d u rc h M eh r­
e rz e u g u n g fü r sich a u sz u n ü tz e n .
S e itd e m e n ts p ric h t es
d e r P o litik d e r G esellsch aft, v o n je d e r P ro d u k tio n s ­
e in s c h rä n k u n g ab z u se h e n , b e so n d ers d a erfa h ru n g sg e m ä ß
die K o ste n sich n ic h t e n ts p re c h e n d d e r E in sc h rä n k u n g
des B e trie b e s v e rm in d e rn .
M it A u sn a h m e v o n M ich ig an w a r die P ro d u k tio n d e r
«müßten K u p fe rb e z irk e u n sere s L a n d e s im F e b ru a r k lein er
als im J a n u a r .
I m D is tr ik t B u tte , M o n t., w a re n im
le tz te n M o n a t die G ru b e n d u rc h g ä n g ig 26 T age im B e­
trie b e , w ä h re n d v o r e in em J a h r e die d o rtig e n W e rk e d e r
A m a lg a m a te d Co. n a h e z u alle geschlossen w aren . E s
Gl üc kauf
500
w erden von d o rt die folgenden gestieg en en
ziffern fü r ra ffin ierte s K u p fe r g em eld et:
1908
'
1909
P fd .
P fd.
Jan u ar . . . .
9 057 250
26 502 608
F e b ru a r . . . .
8 438 750
24 871 730
Z u sam m en
. 17 496 000
D ie en tsp re c h e n d e n Ziffern
la u t e n :
P ro d u k tio n s ­
Z u n ah m e
P fd.
17 445 358
16 432 980
51 374 338
33 878 338
fü r d en M ichigan-B ezirk
1908
P fd.
Januar
18 196 850
F e b r u a r ....................... 18 025 770
1909
P fd .
18 097 900
18 107 700
Z u sam m en
. . . 36 222 620
36 205 600
D ie C a lu m e t & H ecla Co. h a t allein fa s t 6% Mill. P fd.
geliefert, d. s. 217 000 m eh r als im J a n u a r. D ie F e b ru a rA u sb e u te der« A riz o n a -K u p fe rg ru b e n h a t m it 25,7 Mill. P fd .
die A u sb eu te v o n M o n ta n a ü b e rtro ffe n ; im J a n u a r h a b e n
die e rste re n 27,4 Mill. u n d im F e b ru a r le tz te n Ja h re s
20,6 Mill. P fd. geliefert. In n e rh a lb v o n zeh n J a h r e n h a t
A rizona seine K u p fe ra u sb e u te v e rd o p p e lt, u n d h e u te s te h t
dieser S ta a t in d e r U n io n a n e rs te r Stelle u n te r d e n K u p fe r­
p ro d u zen ten . D ie K u p fe rg ru b e n v o n U ta h h a b e n im F e b ru a r
7,4 [Mill. P fd. geliefert, gegen 8,2 Mill. P fd . im J a n u a r,
a b e r n u r 5 y2 Mill. P fd . im F e b ru a r v o rig en Ja h re s.
(E . E ., N ew Y o rk , 20. M ärz.)
Nr. 14
M arktnotizen über Nebenprodukte. A uszug au s dem
D a ily C om m ercial R e p o rt. L o n d o n v o m 31. (23.) M ärz 1909.
R o h - T e e r (12 s 9 d —16 s 9 d) 1 lo n g to n ; A m m o n i u m s u l ­
f a t 11 £ 10 s (desgl.) 1 long to n , B e ck to n te rm s; B e n z o l
90 p C t 6 d (desgl.), 50 p C t G1/., d (desgl.), N o rd en 90 pCt
57* d (desgl.), 50 pC t 6 d (desgh) 1 G a llo n e; ¡T o lu o l
L o n d o n (9— 9 ‘/4 d), N o rd en (81/ 2—9 d), rein ( l l ’/i— l l 1/, d)
1 G allone; K r e o s o t L o n d o n ( 2 3/ 4—27/g d), N orden (21/., bis
2 7/8 d) 1 G allone; S o l v e n t n a p h t h a L o n don 90/I90 pCt
(11—1174 ]d), 90/16„ p C t (11— 117 , d), »/IS0 pC t ( l l */4 d),
N o rd en 90 p C t (K>72— 103/4 d) 1 G allone; R o h - N a p h t h a
30 p C t (37a — 3 6/8 d ), N o rd e n (31/,—3 3/8 d) 1 Gallone;
R a f f i n i e r t e s N a p h t h a l i n (4 £ 10 s —8 £ 10 s) 1 long
to n ; K a r b o l s ä u r e ro h 60 p C t O stk ü ste (1 s—-1 s 7 4 d),
W e stk ü ste ( I P / 4— 117* d) 1 G allone; A n t h r a z e n 40 bis
45 p C t A (P /, — l s/4 d) U n it; P e c h (23—24 s) fob., Ost­
k ü ste (22 s 6 d — 23 s 6 d), W e stk ü ste (22— 23 s) f. a.. s.
1 lo n g to n .
(R o h te e r a b G asfa b rik a u f d er T h em se u n d den Neben­
flüssen, B enzol, T oluol, K reo so t, S o lv e n tn a p h th a , Karbol­
säu re frei E ise n b a h n w a g e n a u f H erste lle rs W erk oder in den
ü b lich en H ä fe n im V er. K önig reich , n e tto . — A m m onium ­
su lfa t frei a n B o rd in S äcken, ab zü g lich 21/* pC t Diskont
bei ein em G e h a lt v o n 24 p C t A m m o n iu m in guter, grauer
Q u a litä t; V e rg ü tu n g fü rM in d e rg e h a lt, n ic h ts fü r M ehrgehalt.
— „ B e c k to n te r m s “ sin d 2 4 7 4 p C t A m m o n iu m n etto , frei
E ise n b a h n w a g e n o d er frei L e ic h te rsc h iff n u r a m W erk).
Metallmarkt (London). N o tieru n g en v o m 30. M ärz 1909.
K upfer, G. H ....................57
3 M onate • ..................... 57
Z inn, S tra its . . . 133
3 M o n a t e ................... 134
Blei, weiches frem des,
p ro m p t (bez.) . . .
13
J u n i ( W .) ..................... 13
englisches
14
Z ink, G. O. B. p ro m p t
( B r . ) ......................... 21
J u n i (Br.)
. . . .
21
S o n d erm ark en . . . 22
Q uecksilber (1 Flasche) 8
— s —• d bis o7
15 „
58
37 ,,
133
134
d
Patentbericht.
7
10
, 15
, 18
,1 2
10
, 17
6
Notierungen aut dem englischen K oh len -u n d Frachten
markt. B örse zu N ew castle-u p o n -T y n e v o m 30. M ärz 1909.
K o h le n m a rk t.
B este n o rth u m b risc h e
D am p fk o h le
. . . . 12
Z w eite S o r t e ................... 10
K leine D am pfkohle . . 6
B este D u rh a m G askohle 10
Z w eite S o r t e ..................... 9
B u n k erk o h le (ungesiebt) 9
K o k s k o h l e ......................... 8
H au sb ran d k o h le . . . . 12
E x p o r t k o k s ....................... 17
G i e ß e r e i k o k s ................... 16
H o c h o f e n k o k s ................... 15
G askoks
............................12
s —
,, 6
,,
,,
,,
,,
„
,,
,,
,,
,,
,,
1 long to n
d bis 12 s
—
—
—
—
6
—
—
6
3
6
9
d fob.
17..
*6
9
9
13
18
6 f. a.T ees
15
13
F ra c h te n m a rk t.
T y n e - L o n d o n ..................... 2
„ - H a m b u r g ................... 3
,, -S w inem ünde . . . 3
„ -C ro n s ta d t . . . . 3
., - G e n u a ........................6
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2
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>,
__
(Die fe ttg e d ru c k te Ziffer b e z e ic h n et die P a te n tk lasse, die
e in g e k la m m erte die G ru p p e.)
A nm eldungen,
die w ä h re n d zw eier M o n ate in d e r A uslegehalle des Kaiser­
lichen P a te n ta m te s ausliegen.
V om 22. 3. 09 an.
10 a. M. 34 745. U m le g b a re A u sd rü c k sta n g e fü r Koksau sd riick m a sc h in en . F ra n z M eguin & Co., A. G ., Dillingen
(S aar).
9. 4. 08.
10 a. O. 6 1 8 9 . E in ric h tu n g a n K o k sö fen z u r A bkühlung
d e r F u n d a m e n tk a n ä le des M au erw erk s. D r. C. O tto & Co.,
G. m . b. H . D a h lh a u se n (R u h r). 17. 9. 08.
21 f.
W . 29 730.
E le k tris c h e L a m p e , insbesondere
z u r B e le u c h tu n g v o n B erg w erk en . G u s ta v O tto W olters,
W e itm a r b. B o ch u m . 2. 5. 08.
26 a. R . 27 124. E in ric h tu n g zu m E n t- u n d Verriegeln
d e r O fe n tü re n v o n V e rg a su n g sk am m e rn , insbesondere bei
K am m erö fen . H a n s R ies, M ü n ch en , M aistr. 17. 21. 3. 07.
26 d. O. 6 212. V e rfa h re n z u r A b sch eid u n g des Teers
au s G asen v o n B re n n sto ffe n bei d e r G ew in n u n g d e r N eben­
p ro d u k te .
D r. C. O tto & Co., G. m . b. H ., D ahlhausen
(R u h r). 7. 10. 08.
50 c.
Z. 5 986.
A us m e h re re n T ro m m elm ü h len be­
ste h e n d e M a h lv o rric h tu n g .
G e rh a rd Z arniko, H ildes­
heim , B a h n h o fsp la tz 10 . 10 . 1 1 . 08.
81 e.
K . 36 164.
S ic h eru n g ein er A bfü llvorrichtu ng
fü r u n te r D ru c k steh e n d e, in sb e so n d ere feuergefährliche
F lü ssig k e ite n
gegen u n zeitig es A u slau fen .
H erm ann
K u h n e rt, B erlin, F rie d ric h s tra ß e 131a. 16. 1 1 . 07.
81 e.
K . 36 308.
S ich eru n g ein e r A bfü llvorrichtung
für. u n te r D ru c k ste h e n d e , in sb eso n d ere feuergefährliche
F lü ssig k e ite n gegen u n zeitig es A u sla u fen ; Zus. z. Anm.
K . 36 164. H e rm a n n K u h n e rt, B erlin, F rie d ric h str. 131a.
6. 12. 07.
81 e.
L. 25 063.
V o rric h tu n g zu m B efö rd ern von
G eg e n stä n d e n in R in n e n m itte ls a n ein em endlosen Zug­
o rg an b e fe stig te r S to ß s ta n g e n .
L am so n C onsolidated
3. April 1909
Gl üc kauf
Store Service C o m p an y , B o sto n , V. S t. A .; V e rtre te r:
H. N eu b art, P a t.-A n w ., B erlin SW . 61. ‘2 8. 10. 07.
V om 25. 3. 09 an.
5 b.
F . 25 863.
V o rsc h u b v o rric h tu n g fü r d re h e n d e
G esteinbohrm aschinen m it au sw ech selb arem V o rsc h u b ­
getriebe.
A rtu r F re y , O ju la M apim i, M ex ik o ; V e r tr .:
Dr. F. U hlig, R e ch tsan w ., D resd en. 25. 7. 08.
12 c.
C. 16 771.
V e rfa h re n z u r E n tw ä sse ru n g u n d
teilweisen D e stilla tio n von T eer. C hem ische F a b rik L in d e n ­
hof C. W eyl & Co., A. G., M an n h eim . 9. 5. 08.
26 d. B. 51 817. V erfa h re n z u r A b sch eid u n g des A m ­
moniaks au s G asen d e r tro c k e n e n D e stilla tio n .
R u d o lf
B arth, G leiw itz. 22. 10. 08.
26 d. Sch. 28 088. R ein ig er fü r B ren n g a se m it einem
oder m ehreren z u sa m m en g e k o p p e lte n T ü rm e n , die oben
und u n te n v e rjü n g t u n d m it D eck eln v erseh en sin d u n d
seitliche Ja lo u sien fü r d en E in t r it t u n d A u s tr itt des G ases
haben; Zus. z. P a t. 183 921. E r n s t S ch m ied t, A sch affen ­
burg. 11. 7. 07.
27 b. D . 20 418. S e lb s ttä tig e i D ru c k reg ler fü r K o m ­
pressoren, G ebläse, P u m p e n u n d ä h n lic h e M asch in en .
D uisburger M aschinenbau-A . G ., v o rm . B echern & K eetman, D uisburg. 15. 8. 08.
40 a. P. 20 876. V e rfa h re n z u r G ew in n u n g des Z in n ­
gehaltes der bei d e r B e h a n d lu n g v o n W e iß b le c h a b fä lle n m it
Zinnchlorid o d e r E isen ch lo rid bzw . G em ischen d erselb en
erhaltenen L augen. Jo se p h P e rin o , Crefeld, D io n v siu sstr. 108.
24. 12. 07.
59 a. W . 28 129.
P u m p e m it H ilfsd ru c k ra u m zum
Ein- und A u ssch alten d e r F lü ssig k e itslie fe ru n g o h n e V er­
änderung des A n trieb s. R ic h a rd W ag n er, B erlin, B re sla u e r­
straße 12. 24. 7. 07.
74 c.
S. 26 186.
R ü c k m e ld e e in ric h tu n g fü r S ig n al­
anlagen. Siem ens & H a lsk e A. G.. B erlin . 25. 2. 08.
78 e. Z. 5 758. V erfa h re n zu m B esetz e n v o n S p ren g bohrlöchern.
G eorg Z ach m an n , W u rz e n i . . S. 7. 5. 08.
81 e. D. 19 844. S c h le p p v o rric h tu n g fü r sta b fö rm ig e s
Stückgut. D u isb u rg er M asch in en b au -A . G. v o rm . B echern
& K eetm an, D u isb u rg . 30. 3. 08.
Gebrauchm uster-Eintragungen,
b e k a n n t g e m a c h t im R e ich san z eig er v o m 22. 2. 09.
5 a.
36g 18 7 . B ru n n e n -B o h rro h r a u s B e to n , dessen
einzelne S töße d u rc h a n g e sc h ra u b te F la c h eise n v e rb u n d e n
und zusam m en g eh alten w erd en . H . W iem k en , L o y , O ldenb.
29. 1. 09.
5 b. 36g 462. P re ß lu ft- V o r s c h u b a p p a ra t fü r P re ß lu ftB o hrapparate u n d -H äm m e r, bei w elchem d e r V o rsch u b
des B ohrers d u rch einen, in ein en in je d e r L ag e fe s tz u ­
stellenden Z y lin d er g e fü h rte n , u n te r P re ß lu ftd ru c k ste h e n d e n
Kolben erfolgt.
Jo se p h C h ristg en , S ch erleb eck b. R e c k ­
linghausen. 5. 2. 09.
5 d.
36g 056.
S to p fb ü c h se n ro h r m it P a ß rin g e n fü r
S pülversatzrobrleitungen.
A le x a n d e rw e rk A. v o n d e r
N ahm er A. G., A bt. L u ise n h ü tte , R e m sc h e id -V ie rin g h a u sen .
1. 2. 09.
5 d. 36g 34 5. M an tel fü r k ü n stlic h e G ru b e n ste m p e l
aus G esteinm asse, b e ste h e n d a u s zw ei m it L ö c h e rn v e r­
sehenen H alb ro h ren . F rie d ric h N ellen, B re d e n e v b. E ssen
(Ruhr). 3. 2. 09.
5 d. 36g 45g. M an tel fü r k ü n stlic h e G ru b e n ste m p e l
aus G esteinsm asse, b e ste h e n d au s e in em m it L ö ch ern v e r­
sehenen V ollrohre. F rie d ric h N ellen, B re d e n e y b. E sse n
(Ruhr). 4. 2. 09.
10 a. 36g 0 10 . P la n ie rsta n g e zu m sch n ellen P la n ie re n
der K ohle in liegenden K o k sö fen d u rc h S e ila n trie b . M a­
sch in en b au an stalt A ltenessen A. G., A lten essen . 22. 2. 09
10 a. 36g 070. K o k so fe n tü rk a b e l. A. W irth , A lsd o rf
b. A achen. 4. 2. 09.
26 d. 36g 440. S ta n d a rd was eher. B e rlin -A n h a ltisc h e
M aschinenbau-A . G., D essau. 20. 11. 08.
27 b. 36g 1 3 8 . V o rric h tu n g z u r stu fe n w e ise n R e g u lie ru n g
der L u ftleistu n g v o n K om p resso ren . G. A. S c h ü tz u. F .
Ghezzi, W urzen. 18. 12. 07.
61 a.
36g 3 2 7 . L e b e n s re ttu n g s -A p p a ra t bei F eu ers-,
E xplosions- u n d E in b ru c h sg e fa h r.
T h o m a s K ra m a r a v k ,
Zülz. 23. 1 . 09.
501
D eutsche Patente.
la (22). 208 0 33, v o m 22. J u n i 1907. G u s t a v P l a t h
in W o r m s .
Verfahren u n d Vorrichtung zu m E ntstauben
von körnigem oder sonstigem gröberen Gut m ittels W in d ­
strahlen.
G em äß d e m V e rfah re n w ird d as zu e n ts ta u b e n d e G u t
in einem R o h re m it vo ller W a n d u n g d u rch sp itz a u f­
tre ffe n d e W in d s tra h le n o d e r W in d stö ß e bei gleich zeitiger
W e ite rb e fö rd e ru n g v o n seinem S ta u b e b e fre it u n d fü r sich,
o h n e d a ß h ierb ei W in d en tw e ic h t, au sg e trag e n . D er m it
S ta u b b e la d e n e L u fts tro m w ird in ein e r o d er m e h re re n
w ag e re c h te n z y lin d risc h e n K a m m e rn in b e k a n n te r W eise
m itte ls F ö rd e rsc h n e c k e n in eine k reisen d e B ew egung v e r­
se tz t, so d a ß sich d e r S ta u b a b s e tz t u n d die L u ft g erein ig t
e n tw e ic h t. J e n a c h d e m das zu rein ig en d e G u t spezifisch
sch w erer o d e r le ic h te r ist, w ird d en -W indstößen h ö h e re r
o d e r n ie d rig ere r D ru c k gegeben.
Z u r A u sfü h ru n g des
V e rfa h re n s k a n n die d a rg e ste llte V o rric h tu n g dienen.
D iese V o rric h tu n g b e s te h t im w esen tlich en au s einem
w eiten , lan g sam u m la u fe n d e n S ta u b e n tw ic k lu n g sro h r 1 ,
w elches im In n e rn m it ein er a n sein er W a n d u n g b e festig ten
F ö rd ersc h n ec k e 2 v e rseh e n ist, a u s d em fe stste h e n d e n W in d ­
ro h re 3 m it g eb o g en en W in d d ü se n 4. a u s d en b eid e n E n ts t a u ­
b u n g sro h re n 5, 6 m it lan g zü g ig en F ö rd ersc h n ec k en 7, 8 .
sow ie a u s ein em en g en A b fü h ru n g sro h r 10 m it F ö rd e r­
sch n e ck e 1 1 . D a s zu e n ts ta u b e n d e G u t w ird d em R o h r 1
d u rc h ein e S p e ise v o rric h tu n g bei 1 7 z u g e fü h rt u n d d u rch
die S chnecke 2 a llm ä h lic h in dem R o h r v o rw ä rts b ew eg t.
D a b e i w ird es s tä n d ig gew en d et, in sp itz e m W in k el von
d em a u s d e n D ü sen 4 sto ß w eise a u stre te n d e n L u fts tro m
g e tro ffe n u n d v o m S ta u b 'b e f re it. D a s e n s ta u b te G u t t r i t t
d u rc h Ö ffn u n g en 1 2 a u s d e m R o h r u n d w ird d u rc h das
enge R o h r 1 0 v e rm itte ls d e r F ö rd e rsc h n e ck e 1 1 au s d e r
V o rric h tu n g e n tfe rn t.
D ie F ö rd ersc h n ec k e h a t eine so
g erin g e S teig u n g , d a ß sie s te ts v o ll G u t lä u f t u n d ein
E n tw e ic h e n d e r S ta u b lu ft d u rc h d as R o h r 1 0 v e rh in d e rt.
D ie m it S ta u b b e la d e n e L u ft s trö m t n a c h e in a n d e r d u rch
die E n ts ta u b u n g s ro h r e 5 u n d 6 u n d k o m m t allm äh lich zu r
R u h e , so d a ß sich d e r S ta u b aus ih r a b se tz e n k a n n . L e tz ­
te re r w ird d u rc h die F ö rd e rsc h n e c k e n 7. # v o rw ä rts b ew eg t
u n d d u rc h eine Ö ffn u n g /5 a u s d e r V o rric h tu n g e n tfe rn t.
4 a (52). 2 0 7 8 3 g, v o m 15. A u g u st 1907. O t t o M ax
M ü l l e r in G e l s e n k i r c h e n .
M agnetisch lösbare Ver­
riegelung fü r G rubenlam pen.
F ü r diese A n m eld u n g is t bei d e r P rü fu n g gem äß dem
U n io n s v e rtra g e v o m 20. M ärz 1883/14. D ezem b er 1900 die
P r io r itä t a u f G ru n d d er A n m e ld u n g in B elg ien vom
8. M ärz 1907 fü r die A n sp rü c h e 1 b is 5 a n e rk a n n t.
D ie G e g en stä n d e d e r A n sp rü c h e 1— 5 d es P a te n te s sin d in
N r. 12 dieses J a h rg a n g s
S eite 427 (vgl. englisches
P a te n t 5 849) b esch rieb en .
. ,
D u rc h d e n A n sp ru c h 6 is t ein V ersch lu ß g ek en n zeich n et,
bei d em m e h re re k re u z- o d e r ste rn fö rm ig an g e o rd n e te, m it
Z ap fen v erse h e n e u n d u n te r F e d e rd ru c k ste h e n d e G le itstü ck e
z u m V errieg eln d e r L a m p e v e rw e n d e t sin d . D iese G le it­
stü c k e w erd en d u rc h d a sjen ig e G le itstü c k
2 3 b ew eg t,
502
Gl üc kauf
w elches d u rc h d en m ag n etisch lö sb aren V errieg elu n g s­
bolzen 27 g e sp e rrt w ird. Zu diesem Z w eck is t d a s d u rc h
den V erriegelungsbolzen b eein flu ß te G le itstü c k
23 m it
sch räg en S ch u b fläch en v erseh en .
5 c (3). 2 0 8 10 2 , v o m 0. J u li 1907. K a r l K e g e l iij
B ochum .
A u s Einzelbohrern
m it gem einschaftlichem
F ührungsgestell bestehender Schachtbohrer.
D ie B o h rer a sin d einzeln oder gru p p en w eise in einem
gem einsam en G estell e so an g e o rd n et, d a ß le tz te re s n u r z u r
F ü h ru n g , n ic h t jedoch z u r B efestig u n g d e r B o h re r d ie n t u n d
je d e r einzelne B o h rer o d er jed e G ru p p e v o n B o h re rn ge­
w isserm aßen eine vo llk o m m en se lb stän d ig e B o h rv o rric h ­
tu n g d a rste llt, die n ic h t n u r fü r sich an g e trie b en , so n d ern
auch n ach B elieben fü r sich au fg eh o lt w erd en k a n n , w äh ren d
d as G estell u n d die ä n d e rn B o h re r auf d er S ch ach tso h le
betrieb sfäh ig bleiben.
U m die E in zelb o h re r a u f d er S c h ach tso h le u m zu setzen ,
w ird d as b alk en - oder kreisscheibenförm ige F ü h ru n g sg e ste ll e
in U m d reh u n g v e rse tz t. Z u r A b fü h ru n g des B o h rsch m an d es
k a n n das F ü h ru n g sg e ste ll m it den b e k a n n te n M a m m u t­
p u m p en , S augbaggern od. dgl. a u sg e rü ste t w erden.
D er
A n trie b d e r einzelnen B o h rer oder B o h re rg ru p p e n k a n n z. B.
von ü b e r T age h e r m it H ilfe v o n Seilen b, G estän g en od. dgl.
oder au f d er S ch ach tso h le m it H ilfe v o n E le k triz itä t usw.
erfolgen.
5 d (9). 2 0 7 8 0 g, v o m 13. M ärz
1908. K a r l B e d n o r z in R o s d z i n S c h o p p i n i t z . Schutzvorrichtung fü r
K rü m m e r von Spülversatzleitungen
gegen die F reifa llw irku n g der S p ü lv ersatzmassen, insbesondere großer
Steine.
G em äß d er E rfin d u n g is t zw ischen
die se n k re c h te L e itu n g b u n d den
K rü m m e r c ein in einem G ehäuse
a u f ein er Q u errip p e b e fe stig te r P re ll­
b o c k e e in g esch altet, d er "die S to ß ­
w irk u n g d er frei fallen d en S teine
a u fn im m t u n d d a d u rc h n ic h t n u r
jed e B esch äd ig u n g des K rü m m ers
a u ssch ließ t, so n d ern
au c h ein er
V ersto p fu n g desselben v o rb e u g t, da
die g ro ß e m , infolge ih re r S chw ere ,
sich n u r trä g e fo rtb ew eg en d en u n d '
g erad e d esh alb S ta u u n g e n h e rb e i­
fü h re n d e n S tein e beim A ufschlagen
zerschellen u n d a u f diese W eise
z erk le in ert w erden.
Nr. 14
10 a (12). 2 0 8 1 0 3 , vom 4.
J a n u a r 1908. M a r t i n B ö h m e
in G e l s e n k i r c h e n .
K oks­
kam m ertür, bestehend aus einer
äußern gewölbten Blechhülle mit
innerer Isolierschicht und einer
die Scham otteauskleidung der
T ü r festhaltenden Zarge.
D ie ä u ß e re V erk leidung der
T ü r b e s te h t a u s zwei die Isolier­
s c h ic h t c ein sch ließenden Ble­
c h e n a b, d e re n umgebogene
R ä n d e r d u rc h die zum F est­
h a lte n
der
S ch am o tteau s­
k le id u n g e d ien en d e Zarge d
m ite in a n d e r v e rb u n d e n sind.
Z w ischen d e r ä u ß eren Ver­
k le id u n g u n d d e r S cham otte­
a u sk le id u n g e d e r T ü r ist ein
Z w isc h e n ra u m '/ v o rh an d en , der
als Iso lie rsc h ic h t d ien t.
12 k (1). 208 254 , vom 31.
M ärz 1908. B e r l i n - A n h a lt i s c h e M a s c h i n e n b a u - A. G.
in B e r l i n . E in richtung zum
Abtreiben des A m m o n ia ks aus
A m m oniakw asser.
D ie E in ric h tu n g b e ste h t aus
ein em
d a s A m m oniakw asser
a u fn e h m e n d e n , m it W asserzufü h ru n g s- sow ie G asableitungs­
ro h re n a u s g e s ta tte te n Behälter,
w elch er in die W a n d u n g des
S c h o rn stein s e in g e b a u t w ird, d u rc h w elchen die R auch­
gase d e r G aserzeu g u n g sö fen ab zieh en .
12 r (1). 208 ig o , v o m 15. M ai 1907. W a l t e r F e l d in
Z e h l e n d o r f bei B erlin.
Verfahren zu m Reinigen von
Teerölen.
D ie Öle w erd en g leichzeitig m it sch w efelh altigen Sub­
sta n z e n u n d m it solchen S u b sta n z e n , w elche aus den
sc h w efelh altig en S u b sta n z e n Schw efel ab zu sch eiden ver­
m ögen, b e h a n d e lt u n d d a ra u f d e r D e stilla tio n unterw orfen.
LTm den n ac h d e r D e stilla tio n d e n Ö len anhaftenden
S chw efelw asserstoff zu e n tfe rn e n , w e rd e n die destillierten
Öle m it schw efliger S äu re o d er ä n d e rn den Schwefel­
w asserstoff o x y d ie re n d e n o d er b in d e n d e n Substanzen
b e h a n d e lt.
21 d (12). 208 28 3. v o m 13. S e p te m b e r 1907. F e l t e n &
G u i l l e a u m e - L a h m e y e r w e r k e , A. G. in F r a n k f u r t
a. M. A n la ß m a sch in e fü r elektrische Förderanlagen.
D ie M aschine, w elche fü r solche A n lag en b e stim m t ist,
bei d e n e n d as A nlassen u n d S tillse tz en d e r A n triebsm otoren
d u rc h E rre g e n bzw . A b erreg en des d e n B etriebstrom
liefernd en S tro m erze u g e rs u n te r Z u h ilfe n a h m e v o n Bremsen
a n d e n M o to ren erfo lg t, ist m it ein e r v o m A n k e rstro m durch
flossencn G e g e n v e rb u n d w ic k lu n g v e rse h e n , d ie so bemessen
ist, d a ß sie b eim A b sc h a lte n d e r H a u p te rre g u n g den im
F c ld m a g n e te n noch v o rh a n d e n e n re m a n e n te n M agnetism us
g erad e au fh e b t.
26 d (1). 208 288, v o m 0. J a n u a r 1905. W a l t e r F e ld in
Z e h l e n d o r f bei B erlin .
V erfahren zu r A usscheidung des
II assers aus K ohlendestillationsgasen vor E in tritt des Gases
in den A m m oniakw äscher.
D as l)ci d e r B e h a n d lu n g d e r G ase im T eerabscheider
k o n d e n sie rte a m m o n ia k h a ltig e W a sser w ird , n ach d em es.
w enn e rfo rd erlich , a b g e k ü h lt ist, im G e g e n stro m zu dem
vom l'eerab sch eid cr k o m m e n d e n G as u n te r allm ählicher
E rh itz u n g d u rc h eine ä u ß e re W ä rm e q u e lle d u rc h einen
W a s c h a p p a ra t g ele ite t. D a d u rc h w ird d em G as tro tz der
W asse re n tz ic h u n g d a s v o n ih m w ä h re n d d er T eerabschei
d u n g ab g eg eb en e A m m o n ia k w ieder zu g efü h rt.
3. April 1909
Gl üc kauf
503
27 c (4)- 2 0 8 1 4 5 , v o m 10. J a n u a r 1905.
Sam uel
C le la n d D a v i d s o n in B e l f a s t , I r l a n d .
ZentrifugalVentilator oder -Pumpe.
Der V e n tila to r b e s itz t in ü b lic h er W eise ein S c h a u fe lra d ,
welches von einem sp iralfö rm ig e n G eh äu se u m sch lo ssen ist.
Durch das S ch au felrad , dessen S c h au fe ln eine g roße ach sia le
und eine geringe ra d ia le A u sd e h n u n g h a b e n , w ird d as
F ö rderm ittel d u rc h eine m ittle re Ö ffn u n g des G eh ä u se s
angesaugt u n d au f d em Ü m fa n g des R a d e s au sg ew o rfen .
Gemäß der E rfin d u n g is t die S telle des g e rin g ste n A b ­
standes zw ischen d e r in n e rn U m fläch e des G eh äu ses u n d
der äu ß ern U m fläche des S c h au felrad es (die »A b sch lu ß­
stelle«) von d er A u sströ m u n g sö ffn u n g des V e n tila to rs weg .
weiter um das S ch au felrad h e ru m in d e r D re h u n g sric h tu n g
verlegt, so d aß d er d a d u rc h zw isch en S c h a u fe lra d u n d
Gehäuse geschaffene Z w isc h e n rau m sich v o n d er A u s­
ström ungsöffnung n ach je n e r A b sch lu ß stelle zu fo rtla u fe n d
verjüngt n ach A rt eines K eiles, dessen b re ite re s E n d e n a c h
der A u sström ungsö ffnung u n d dessen sc h m aleres E n d e
nach jener A b sch lu ß stelle zu g e ric h te t ist. H ie rd u rc h w ird
erreicht, daß die übersch ü ssig e E u ft a u s d em v o r d e r A u s­
ström ungsöffnung gelegenen R a u m e m e h r a llm äh lic h u n d
auf einer g ro ß em F lä c h e des R a d u m fa n g e s n ach dem
Innern des F lü g elrad es zu a b g e le n k t w ird als b ish er, so d aß
die A nfangsgeschw ingigkeit, m it d e r die L u ft in d en R a u m
vor der A u sströ m u n g sö ffn u n g g e trie b e n w ird , b esse r a u f­
rechterhalten b leib t, o h n e d a ß d a b e i d er L u fts tro m zu w eit
nach der R a d m itte g e d rä n g t o d e r g e sto ß e n w ird . I n V e r­
bindung m it d e r A n o rd n u n g des k eilfö rm ig en R a u m es
zwischen S ch au felrad u n d G eh äu se k a n n Hach d e r E rfin d u n g
die zwischen den S chaufeln liegende K a m m e r a u f d er E in la ß ­
seite d urch eine d ic h t a n d en E in tritts e n d e n d e r S ch au feln
anliegende D e c k p la tte b e g ie n z t w erden, die eine E in t r it ts ­
öffnung b esitzt, w elche k le in e r is t als d er d u rc h die in n e rn
Flügelränder b eg ren zte K reis. D a d u rc h w ird eine seitlich
begrenzte, zy lin d risch e Zone g eb ild et, w elche a u ß e n d u rc h
den kreisförm igen W eg, in d em die F lü g e l u m lau fe n , u n d
seitlich an den E in tritts e n d e n d e r F lü g e l d u rc h die D e c k ­
platte b eg ren zt w ird. In n e r h a lb d ieser z y lin d risc h e n Zone
kann der zu rü ck g ew irb elte L u fts tro m frei m it u n g e h e m m te r
G eschw indigkeit u n d oh n e d ie G efah r, e tw a d u rc h die
E in trittsö ffn u n g des V e n tila to rs a u sg e sc h le u d e rt zu w erden,
fließen, w äh ren d die frisch e e in strö m e n d e L u ft achsial in
die K am m er des F lü g e lra d e s ein- u n d ra d ia l d u rc h die
zylindrische Zone sow ie zu sa m m e n m it d e r a u ss trö m e n d e n
Luft durch die R ad flü g el a u s tr itt.
40a (17). 2 0 8 0 5 6 , v o m 17. J u li 1907.
E m i l e D o rD c l a t t r e in B u d e l , H oll. Vorrichtung zum Absaugen von
Staub und Rauch durch zwei konachsial zueinander unge­
ordnete Kamine.
Die V o rrich tu n g b e s te h t in b e k a n n te r W eise a u s zwei
konachsial z u e in a n d er a n g e o rd n e te n K am in e n , d em aus
M auerwerk b este h e n d e n K a m in a u n d d e m a u s B lech h e r­
gestellten K am in /. D er K a m in a s te h t m it d em o b ern
Teil des O fens d u rch ein en K a n a l b u n d m it d en K a m m e rn c,
die zur A ufnahm e d er b eim R ein ig e n d e r R e to rte n aus
diesen e n tfe rn te n R ü c k stä n d e dien en , d u rc h ein e Ö ffn u n g d
in V erbindung u n d d ie n t zu m A b sa u g e n des bei d e n v e rsc h ie­
denen A rb eitsp h asen sich b ild en d e n S ta u b e s u. dgl. Sow ohl
in den K an al b als au ch in die Ö ffn u n g d is t eine K la p p e c
zum R egeln d er S au g w irk u n g e in g e b a u t. D er K a m in / ist
in dem K am in a v e rm itte ls eines Q u e rstü c k e s h a u fg e h ä n g t
und d ien t zum A bsaugen d e r V e rb re n n u n g sp ro d u k te . U m
ein u n g eh in d ertesyA usd eh n en des K a m in s / n a c h u n te n zu
ermöglichen, is t er n ah e sein em u n te r n E n d e lose d u rc h
einen R ing j g efü h rt, d er in d e m u n te r n T eil des K a m in s a.
u. zw. in dessen M auerw erk, e in g e b a u t ist. D er K a m in /
steh t durch einen K an al k m it dem O fen bzw . m it dessen
Feuerung in V erb in d u n g ; seine H ö h e is t a n n ä h e rn d gleich
zwei D ritte l d er H ö h e des K a m in s a, u n d er is t so in d em
K am in a e in g eb a u t, d a ß -se in e M ü n d u n g a n n ä h e rn d u m ein
D rittel d er G esam th ö h e des K a m in s a u n te r h a lb dessen
M ündung liegt.
40 c (16). 2 0 8 0 8 5 , v o m 5. D ezem b er 1907. G u s t a v e
G in in P a r i s . Verfahren zur Gewinnung von Zink aus Zink­
erzen unter Benutzung des elektrischen Induktionsofens. F ü r
diese A n m eld u n g is t bei d er P rü fu n g gem äß d em U n io n s­
v e rtra g e v o m 20. M ärz 1883/14. D ezem b er 1900 die P rio ritä t
a u f G ru n d d er A n m eld u n g in G ro ß b rita n n ie n v o m 15. D e ­
zem b e r 1906 a n e rk a n n t.
Im S ch m elzrau m des In d u k tio n so fe n s w ird eine b e stim m te
M enge E ise n (z. B. G ußeisen) geschm olzen u n d au f die
O b erfläch e d er g eschm olzenen E isen m asse ein G em enge von
Z inkerz u n d K ohle, o d er bei V e ra rb e itu n g v o n Z in k b lende
ein G em enge dieses E rzes m it K o h le u n d K a lk a u fg e b ra c h t.
A lsd a n n w ird d er O fen so d ic h t abgeschlossen, d a ß keine
L u ft in ih n tr e te n k a n n . S obald d a ra u f im O fen eine T e m ­
p e ra tu r v o n e tw a 1600° e rre ic h t ist, w ird u n te r d er E in w ir­
k u n g des geschm olzenen E isen s, des K alk es u n d d er K ohle
Z ink frei, sc h e id e t sich in D am p ffo rm a b u n d w ird au f
b eliebige W eise k o n d e n sie rt.
59 b (1). 2 0 8 1 2 g, v o m 5. M ai 1908.
D r. P a u l R e h ­
l ä n d e r in C h a r l o t t e n b u r g u n d K a r l N o w a k in F r a n k ­
f u r t a. M. Durch Wechselstrom oder Drehstrom angetriebene
Kreiselpumpe oder -gebläse.
D ie A chse des S ch le u d e rrad e s d er P u m p e bzw . des G e­
b lä se s is t m it dem R o to r eines W ech selstro m - o d er D re h ­
stro m m o to rs v erseh en , dessen G ehäuse so au sg e b ild e t und
so m it d em G ehäuse d er P u m p e v e rb u n d e n ist. d a ß d er
R o to r v o m F ö rd e rm itte l u m s p ü lt w ird, dieses jed o ch n ich t
z u m S ta to r bzw . zu r S ta to rw irk u n g g elan g e n k a n n .
81 e (2). 208 0 2 0 , v o m 20. A u g u st 1907. W a l t e r B o c k
in P r i n z e n t h a l b ei B ro m b erg . Endlose Fördervorrichtung
mit an einer Gelenkkette kippbar aufgehängten Fördergefäßen.
D ie F ö rd erg e fä ß e b e sitzen in b e k a n n te r W eise R a n d ­
le iste n , d u rc h w elche d as jew eilig in d e r F ö rd e rric h tu n g
v o rh e rg e h e n d e F ö rd erg e fä ß g e s tü tz t w ird. D ie E rfin d u n g
b e s te h t d a rin , d a ß die stü tz e n d e R a n d le iste / in so lch er L age
u n d E n tfe rn u n g , z.B . u n te rh a lb , v o n dem A u fh än g eb o lzen c
des F ö rd e rg e fä ß e s a n g e o rd n e t ist, d a ß sie d u rc h K ip p e n
des G efäßes u n te r d em A u flag er des v o rh e rg e h e n d e n G efäßes
w eggezogen w erden k a n n . D as v o rh e rg e h e n d e F ö rd e rg efäß
w ird d a d u rc h seiner S tü tz e b e ra u b t, sch w in g t n ach u n te n
au s u n d e n tle e rt sich.
A
p£ en
F o rd erg efäß c k a n n z. B. d u rch einen
lesren A nschlag h b e w irk t w erden, w elcher k u rz v o r d er
tleeru n g stelle a n g e b ra c h t ist. D u rch die E rfin d u n g soll
n " er? eo d aß che F ö rd e rgefäße sich so a n c in a n d e r
sen ließen, d aß keine S p alten in d er d u rc h die G efäße geb il­
d e te n R in n e en tsteh en .
Bücherschau.
I taktische Gesteinskunde fü r B au in gen ieu re, A rc h itek ten
u n d B ergingenieure, S tu d ieren d e d er N a tu rw isse n ­
sch aft, d er F o rs tk u n d e u n d L an d w irtsc h a ft.
Von
P rofessor D r. F . R i n n e . 3., vollst, d u rc h g e a rb . Aufl.
326 S. m it 2 T af. u n d 391 A bb. H a n n o v e r 1908, D r. M ax
Jän e ck e. P reis geh. 12 M, geb.. 13 M.
Die n eu este A uflage des R in n esch en W erk es u n te r­
sch eid et sich n ach einer d u rch g reifen d en U m - und D u rc h ­
a rb e itu n g v o rte ilh a ft v o n d e r a lte rn im J a h re 1901 e r­
schienenen A usgabe. W ie die E rg ä n z u n g en erk en n en lassen,
k am es dem V erfasser in sb eso n d ere d a ra u f an, sein W erk
noch m eh r als frü h e r den E rfo rd ern issen d er P ra x is im
w eitesten Sinne d ie n s tb a r zu m ach en . D em en tsp rech en d
w u rd e d e r T itel des B uches in »P raktische« G estein sk u n d e
u m g e ä n d e rt. A uch dem n e u e sten S ta n d e d e r W issen sch aft
w ird d er V erfasser d u rc h b eso n d ere H e rv o rh e b u n g der
G esetze d er p h y sik alisch e n Chem ie g erech t, die fü r die
T rag e n a c h d er E n ts te h u n g d e r G esteine eine so h e rv o r­
rag en d e R olle spielt.
D ie E in te ilu n g u n d B e h a n d lu n g des Stoffes ist im w esen t­
lichen d er e rste n A uflage g eg en ü b er u n v e rä n d e rt geblieben
D ie Ü b e rsch riften der 11 K a p ite l la u te n : A llgem einer
A u fb au d e r E rd e, H a u p te in te ilu n g d er G esteine, A llgem eine
geologische E rsch ein u n g d e r G esteine, L a g e ru n g stö ru n g en
A bso n d eru n g u n d T eilb a rk e it, M eth od en d er G estein s­
u n te rsu c h u n g , G em engteile d er G esteine, einige b eso n d ers
tech n isch w ichtige V erh ältn isse, Ü b e rsic h t d e r E ru p tiv ­
gesteine, Ü b e rsic h t d er S ed im en tg estein e, Ü b e rsich t der
k rista llin e n Schiefer. D agegen sin d im einzelnen m an ch e
E rg ä n z u n g e n h in zu g efü g t w orden.
So h a t d er V erfasser
au ß er den b e k a n n te n M eth o d en d er G e ste in su n te rsu c h u n g
noch die »Schm elzprobe« (E rk e n n u n g d er versch ied en en
G esteingem eng teile a u f G ru n d d e r ab w eich en d en S chm elz­
b a rk e it d er M ineralien) sow ie die »geom etrische G estein ­
analyse« (F eststellu n g d er M en g en v erh ältn isse d er G estein ­
b e sta n d te ile m itte ls d er In d ik a trix ) a n g e fü h rt. F e rn e r sind
die in te re ss a n te n E rö rte ru n g e n des V erfassers ü b e r die
R eihenfolge d er festen A u ssch eid u n g en in E ru p tiv g e ste in e n
h erv o rzu h eb en , die den Zweck verfolgen, ü b e r die G ru n d ­
regeln d e r K rista llisa tio n se n tm isc h u n g von S chm elzflüssen
a u fz u k lä re n .
Schließlich is t auch die Z ah l in s tru k tiv e r
le x tfig u re n , die füi das V erstä n d n is des zw ar g u t geglieder­
ten , a b e r d er N a tu r n a c h h äu fig e tw a s sp rö d e n Stoffes eine
v o rzü g lich e H ilfe b ilden, erh eb lich v e rm e h rt w orden.
V on E in ze lh e ite n abgesehen, die bei den großen a ll­
gem ein en V orzügen n ic h t ins G ew icht fallen, lieg t ein B uch
vor, das allen a n ein W e rk zu ste lle n d en A n forderungen
e n ts p ric h t, dessen Ziel eine, a u f stre n g w issen sch aftlicher
G ru n d la g e a u fg e b a u te p ra k tisc h e G este in sk u n d e ist. Das
W e rk is t d e sh a lb allen S tu d ieren d e n , die sich in das schw ierige
G eb iet e in a rb e ite n -wollen, a b e r a u ch allen d enjenigen m
d e r P ra x is ste h e n d e n N a tu rw isse n sc h a ftle rn u n d T echnikern,
die sich m it d e r G e ste in sk u n d e zu b e sch äftig en habend
w arm zu em pfehlen.
k u
Angewandte Mechanik.
E in L e h rb u c h fü r S tu d ieren d e,
die V ersu ch e an ste lle n u n d n u m e risc h e u n d g raphische
B eispiele d u rc h a rb e ite n w ollen.
V on J o h n P e r r y ,
P ro fesso r d er M a th e m a tik u n d M ech anik a m R ovai
College of Science, L o n d o n .
B ere c h tig te deutsche
Ü b e rse tzu n g v o n R u d o lf S c h i c k , In g e n ie u r. 674 S.
m it 371 A bb. L eipzig 1908, B. G. T eu b n er. Preis
geb. 18 M.
Bei dem n ah e lieg en d en Zweifel, d a ß a u f so ab g eackertem
B o d en no ch neue, sch ö n e F ru c h t erw ach sen k ö n n e, sei von
v o rn h e rein a u f die v o rzü g lich e E ig e n a r t des W erkes h in ­
gew iesen, d as je d e n tec h n isc h e n L eser, sei er S tu d en t,
od er ste h e er im L eben, u n g em ein reizen u n d an reg en wird.
E s is t eine in d en V e rh ä ltn isse n b e g rü n d e te , a b e r d u rch ­
au s n ic h t erfreu lich e E rsc h e in u n g , d a ß in den g rundlegenden
tec h n isc h e n W isse n sc h afte n : M a th e m a tik , M echanik und
P h y sik , die lite ra risc h e B e tä tig u n g ü b e rg ro ß ist.
Auch
die G ru n d zü g e d e r E le k tro te c h n ik h a b e n eine d as B edürfnis
w e it ü b erste ig e n d e lite ra risc h e P flege g efu n d en . U nzählige
B ü ch er b e h a n d e ln d en selb en Stoff, d ieselb en E rk e n n tn isse
u n d u n te rsc h e id e n sich n u r in d e r F o rm , wie sie die E r ­
k en n tn isse ü b e rm itte ln .
F ü r die te c h n isc h e W issenschaft
w ü rd e es k e in e n V erlu st, so n d ern n u r G ew inn b e d e u te n , wenn
m a n aus d er Ü b e rz a h l d e r L e h rb ü c h e r die S ta n d ard -W erk e
a u sw ä h lte u n d die ä n d e rn W e rk e stric h e, die n u r e in e m
B ed ü rfn is, n äm lich dem S c h re ib b ed ü rfn is ih re r V erfasser,
g enügen.
Zu d en S ta n d a rd -W e rk e n d e r te c h n isc h e n W issen­
sc h a ften w ird m a n u n z w e ife lh a ft — a u c h fü r u n s D eutsche
P e rry s B u ch ü b e r a n g e w a n d te M ech an ik zu rechnen
h ab en . A n g ew an d te M ech an ik is t d ie v o n d em rein kon­
s tru k tiv e n B eiw erk b e fre ite m e ch a n isch e T ech n ik , a u f der
die A rb e it des M asch in en m an n es, des B erg- u n d des H ü tte n ­
m an n es fu ß t.
D iese G ru n d w isse n sc h a ft des Ingenieurs
le h rt P e rr y m it ein er b e w u n d e rn sw e rte n E in d rin g lich k eit
u n d b e le g t seine L eh ren m it ein er a u ß e ro rd e n tlic h e n Fülle
\ on B eispielen, die sä m tlic h a u s d er P ra x is en tn o m m en
sind u n d d as V e rstä n d n is d e r v o rg e tra g e n e n P roblem e
au fs g lü ck lich ste fördej-n.
D as B ezeich n en d e fü r P e rry s
F e h im e th o d e ist ab er, d aß er d en L e rn e n d e n zu eignem
D en k en . D u rc h a rb e ite n u n d D u rc h d rin g e n d e r P roblem e
erzieh t. E s ist, wie er d em L eser d as W issen ü b e rm itte lt,
als riefe er ih m im m er zu: » E rw irb es. u m es zu besitzen!«
P e rr v legt seinen S ch ü lern die E rk e n n tn isse n ic h t fertig vor,
■sondern le h rt sie, die E rk e n n tn isse se lb st fin d en , in sbesondere
a u c h d u rc h ein fach e V ersuche, u. zw. in so m eisterh after W eise, d a ß d er S tu d ie re n d e die M ech an ik beh errschen
le rn t wie cs im allg em ein en e rs t die P ra x is zu lehren
p flegt. E s is t u n zw eifelh aft, d a ß P e r r y a u f diesem W ege
L e u te h e ra n z ie h t, wie sie die T e ch n ik b ra u c h t: klare
K öpfe, die w issen, w o ra u f es a n k o m m t.
I m d en In h a lt des B u ch es u n d die G lied eru n g des
Stoffes a n z u d e u te n , seien die w ic h tig ste n A b sc h n itte in
der R eihenfolge, wie sie im B u ch e b e h a n d e lt sin d , an g e­
fü h rt: R e la tiv e B ew eg u n g . A rb e it, R eib u n g , W irk u n g sg rad .
E le m e n ta re a n a ly tis c h e u n d g ra p h isc h e M eth o d en . P ly d ra u -
April 190!)
Gl üc kauf
lische M aschinen. A llgem eines ü b e r M asch in en . K in etisch e
E n ergie.
B au sto ffe.
F e s tig k e its le h re : Zug u n d D ru ck ,
A bscherung u n d T orsion, B iegung, F e stig k e it eines T räg ers,
D iagram m e d er B ieg u n g sm o m en te u n d S c h u b k rä fte , S chw ie­
rigere B iegungsfälle, D ru c k u n d B iegung, B o g en b rü ck en .
H y d ra u lik .
P erio d isch e B ew egung.
Z e n trifu g a lk ra ft.
F ed ern .
H ierzu m u ß g e sa g t w erd en , d a ß d as B u ch in
seinem allgem einen A ufbau n ic h t b e frie d ig t; w elcher P la n
der v o rg en o m m en en E in te ilu n g u n d A n o rd n u n g des Stoffes
zu gru n d e liegt, is t n ic h t ersich tlich .
W as die m a th e m a tis c h e B eh a n d lu n g a n b e la n g t, so ist
die höhere R e ch n u n g n ic h t e tw a v e rm ied en , a b e r sie w ird in
m aßvoller W eise an g ew en d et. G rap h isc h e U n te rs u c h u n g s­
und R e c h n u n g sv e rfa h re n w erd en se h r reich lich h e ra n g e ­
zogen. D ie Ü b e rse tz u n g is t g u t, u n d d as B uch ist d u rc h
die U m rech n u n g in d eu tsc h e s M aß u n d viele H inw eise
au f die d eu tsc h e tech n isc h e L ite r a tu r in v o rzü g lich er
W eise fü r d en d e u ts c h e n L eser b ra u c h b a r g e m a c h t. P e rry s
»A ngew andte M echanik« v e rd ie n t a u c h b ei u n s einen P la tz
an e rste r S telle u n d k a n n au fs w ä rm s te em p fo h len w erden.
H fm .
Starkstromtechnik.
T a sc h e n b u c h fü r E le k tro te c h n ik e r.
H rsg. von E . v. R z i h a , B eh. a u t. M asch in en b au in g en ieu r,
W ien, u n d J. S e i d e n e r , G e n e ra lse k re tä r des E le k tro ­
tech n isch en V ereins, W ien . 1. Lfg. 455 S. m it 378 A bb.
B erlin 1909, W ilh elm E r n s t & S ohn. P re is geh. 7,50 M.
In A n b e tra c h t d e r b e re its z a h lre ic h v o rh a n d e n e n K a le n ­
der u n d T a sc h e n b ü c h e r fü r E le k tro te c h n ik e r is t es ein
gew agter V ersuch, d en v o rh a n d e n e n W e rk e n ein neu es h in z u ­
zufügen.
D as v o rlieg en d e T a sc h e n b u c h b e s c h rä n k t sich
allerdings a u f die S ta rk s tro m te c h n ik , do ch is t abgesehen
von einer ein g e h e n d e m B e h a n d lu n g d e r einzelnen K ap itel,
insbesondere ü b e r d en B e trie b e le k trisch e r A nlagen d u rch
G asm aschinen u n d D a m p ftu rb in e n , g eg en ü b er frü h e m
W erken n ic h t viel N eues d a rin e n th a lte n .
N a c h einem
allgem einen K a p ite l m it M aß- u n d G ew ichts-, m a th e m a ­
tischen u n d F e stig k e itsta b e lle n w erd en die m a g n e tisc h e n u n d
elek trisch en G ru n d g esetze , sow ie die M essungen b e h a n d e lt
u nd schließlich in den K a p ite ln »Zentralen«, » W asserk raft­
anlagen«, » W ärm ek raftm asc h in en « u n d die E rzeu g u n g , V er­
teilung u n d V erw en d u n g des e lek trisch e n S tro m es b e ­
sprochen.
E in e große A n zah l d e r an g eg eb en en E rfa h ru n g sk o e ffi­
zien ten sin d n u r als roh e F a u stre g e ln a n z u seh e n ; d a h e r
w ird dem en tw erfen d en , a u sfü h re n d e n o d er b e trie b fü h re n d e n
T ech n ik er bei ein er g en a u en B e rü c k sic h tig u n g des E in z e l­
falles das N ach sch lag en v o n S p ezialw e rk en u n d Z e it­
sc h rifte n n ic h t e rs p a rt.
K. V.
I)ic Bedeutung der Lehre von der chem ischen R eaktions­
geschw indigkeit für die angew andte Chemie. V on
P riv a td o z e n t D r. Ju liu s M e y e r , A ssiste n t a m L a b o ra ­
to riu m fü r angewr. C hem ie a n d e r K gl. U n iv e rs itä t
M ünchen.
68 S.
L eip zig 1908, A k ad em isch e V er­
lagsg esellschaft m . b. H . P re is geh. 2
geb. 2,50 M.
D er V erfasser h a t sich in d er v o rlieg en d en S c h rift die
A ufgabe g estellt, n ic h t n u r F ac h c h e m ik e r, so n d e rn a u c h
In te re sse n te n , »die seh r h ä u fig m it irg en d einem Zweige
d er a n g e w a n d te n C hem ie in B e rü h ru n g kom m en«, a u f die
B e d e u tu n g d e r L eh re v o n d e r ch em isch en R e a k tio n s ­
g esch w in d ig k eit au fm e rk sa m zu m ac h e n .
In b re ite r u n d an sc h a u lic h e r S ch ild e ru n g fü h r t er den
L eser in das G eb iet ein, in d e m er z u n ä c h s t d e n B egriff d er
ch em ischen R eak tio n sg e sc h w in d ig k e it g rü n d lic h e rö r te rt
u n d d a n n d u rc h m ö g lich st v ersc h ied e n g ew äh lte B eispiele
aus d er G ro ß te c h n ik , P h y sik , B iologie, P h y sio lo g ie usw .
ihre W ic h tig k e it k larleg t.
509
D ie G esch w in d ig k eit d er m e iste n P rozesse v e rd o p p e lt
bis v e rd re ifa c h t sich bei ein er T e m p e ra tu re rh ö h u n g u m 10° C.
D iese T a tsa c h e erm ö g lic h t die B estim m u n g d e r Z e itd a u e r
vieler R e a k tio n e n bei tie fe n u n d bei h o h en T e m p e ra tu re n .
F ü r die R eak tio n sg e sch w in d ig k eit k o m m t fern e r die K o n zen ­
tr a tio n u n d d er ch em ische W id e rsta n d d er au fe in a n d e r ein ­
w irk en d en Stoffe in B e tra c h t. D er chem isch e W id e rsta n d
d er R e a k tio n k a n n n u n leic h t v e rä n d e rt u n d d a m it die
R e a k tio n sg e sch w in d ig k eit e rh ö h t o d er e rn ie d rig t w erden,
u. zw. d u rc h K a ta ly s a to re n , die jed o ch im E n d p ro d u k te
d er U m rec h n u n g se lb st n ic h t erscheinen.
D r. H . W in te r.
Handbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften und der
Technik. In chronologischer D arstellu n g . 2., u m g earb .
u n d verm . A ufl. U n te r M itw irk u n g v o n P ro fesso r D r. R .
d u B o i s - R e y m o n d u n d O b erst z. D . C. S c h a e f e r
hrsg. von P rofesso r D r. L. D a r m s t a e d t e r . 1273 S.
B erlin 1908, Ju liu s S pringer. P reis geb. 16 M.
D as B u ch is t ein e N e u b e a rb e itu n g des 1904 ersch ien en en
B u ch es v o n D a rm s ta e d te r u n d du B o is-R ey m o n d , »4000
J a h r e P io n ie ra rb e it in den e x a k te n W issenschaften«, das sich
a u f d er u m fa n g re ic h en A u to g ra p h e n s a m m lu n g D a rm s ta e d te rs
a u f b a u t. E s g ib t einen A b riß d er G esch ich te d er N a tu r ­
w issen sch aften u n d d e r T ec h n ik in F o rm ein er ch ro n o lo ­
gischen Ü b ersich t. G egenüber d er e rste n w eist die zw eite
A uflage eine se h r erh eb lich e V e rm e h ru n g a u f; die Z ahl
der A rtik el is t v o n 3600 a u f n ah ezu 13000 gestiegen,
au ß e rd e m sin d in d er n eu en A uflage n ic h t n u r die b a h n ­
b re c h e n d e n T a te n u n d g ru n d leg en d en E reignisse, so n d ern
au c h die einzelnen S tu fe n d er E n tw ic k lu n g , also d e r W e rd e ­
gan g ein er je d e n Schöpfung, in w esentlich a u sfü h rlich em
u n d a u c h fü r d en einzelnen N ic h tfa c h m a n n v e rstä n d lic h e n
A rtik e ln d arg estellt.
D er G e b rau ch des B u ch es w ird d u rc h ein se h r u m ­
fangreiches, g anz v orzügliches
In h a lt Verzeichnis sehr
e rle ic h te rt.
In sb e so n d e re lä ß t d as so rg fältig e S a ch v er­
zeichnis d en g e sa m te n P la n u n d die in n ere G liederung
d er z u r D a rste llu n g g e b ra c h te n G eb iete rasc h erk en n en , so
d a ß bei einiger A u fm e rk sa m k e it n ic h t le ic h t eine in dem
u m fan g reich en B u ch e e n th a lte n e A n g ab e ü b erseh en w erden
k a n n . V o n V o rteil sin d au c h vielfach e H inw eise in den
A rtik e ln se lb st au f gleiche u n d ä h n lich e G eg en stän d e u n d
a u f äh n lich e V erh ältn isse in v e rw a n d te n D iszip lin en ;
w ü n sch en sw ert w äre es, diese H inw eise bei ein er N e u au flag e
n o ch zu v e rm e h re n .
Z u r le ic h te rn A u ffin d u n g sin d im
T e x t die N a m e n d er E rfin d e r u n d E n td e c k e r d u rc h den
D ru c k h erv o rg e h o b e n u n d die A rtik e l u n te r d erselben
J a h re sz a h l n a c h d e re n N a m e n a lp h a b e tis c h geordnet,
sowie im S ach v erzeich n is v o n 1800 ab h in te r d e r J a h re sz a h l
au c h die A n fa n g sb u c h sta b en d e r N a m e n angegeben.
D as a u f g rü n d lic h e n Q u elle n stu d ien a u fg e b a u te , bis in die
jü n g s te Z eit fo rtg e fü h rte B u c h b e h a n d e lt — e n ts p re c h e n d
dem S ta n d e u n sere r h isto risch e n W isse n sch a ft — b eso n d ers
au sfü h rlic h die g e sa m ten n a tu rw isse n sc h a ftlic h e n D isziplinen,
se h r g u t a u c h die e lek trisch e T ech n ik , ch em isch e T ech n o ­
logie u n d a n d ere te ch n isch e G ebiete (z. B . E is e n b a h n ­
signalw esen 81 A rtik e l); a b e r au c h a u f d em G eb iete der
G esch ichte d er B erg- u n d H ü tte n te c h n ik b ie te t es, w enn
m a n b e rü c k sic h tig t, d a ß dieses G e b ie t leid er n o ch w enig
b e a rb e ite t w o rd en ist, v e rh ä ltn is m ä ß ig viel, wie die n a c h ­
folgenden A n g ab en ü b e r die A rtik e l d a ra u s zeigen.
D ie
h in te r d en ein zeln en B e z e ich n u n g en e in g ek la m m erten
Z ah len g eben die A n zah l d e r d iesen G e g en sta n d b e h a n d e ln ­
den A rtik e l an, u n d d a m it zugleich einen M a ß sta b fü r
d ie V o llstä n d ig k e it bzw . U n v o llstä n d ig k e it.
506
Nr. 14
Glückauf
B e rg b a u : B erg b o h rer (1), B o h rte c h n ik (19 u n d m an ch e
V erw eisungen), B rau n k o h le n e b st A u fb e re itu n g u n d
B rik e tts (12), B re n n m ate ria lie n h eiz effe k t (6 u. V .),
B rik e ttp re sse n (6), D e sin te g ra to r (2), D ia m a n tb o h ru n g (3),
D ru c k lu ft zum B etrieb e von B o h rm asch in en (3), E le k tro ­
m ag n etisch e A u fb ere itu n g (9), E rd w ac h s (3), E rz a u fb e ­
re itu n g (24 u. v. V.), E rz b rik e ttie ru n g (3), F a h rk u n s t (3),
F ö rd erm asch in en (30), G ebläse, V e n tila to re n , K o m p re s­
soren (39 u. s .v . V.), G o ld v o rk o m m en (7), G oldgew innung
(17), G öpel (3), G rad ierw erk e (3), G ra p h it (5), G ru b e n ­
k o m p aß (4), G ru b e n th e o d o lith (1), H a rz e r W e tte rs a tz (1),
K a liin d u strie (5), K oksöfen (10), M ark sc h eid e k u n st
(2 u .V .), M eß k ette (3), N ickel (11), N iv e llie rin stru ­
m en te (4), P e tro le u m (20 u. v. V.), P la tin (11), P o c h ­
w erk (3), Q uecksilber (8), R a k y b o h ru n g (1), S ch äch te
(1 ! P o etsch ), S c h la g w e tte r u n d -in d ik a to re n (8 u. v. V .),
S etzsieb (1), S ich erh eitslam p en (5 u. V .), S ic h e rh e it­
sp ren g sto ffe (1), S ilberg ew in n u n g (28), S p re n g m itte l
(6 u. v. V .), S p iilb o h rv e rfah re n (1), S p u n d w än d e (1),
S tein k o h len -A u fb e reitu n g (7 ),-W esen, E n tste h u n g , K lassi­
fik a tio n (6), -b rik e tts (4), E rs te S te in k o h len v erw en d u n g (1),
E rs te V erk o k u n g (1), W asserg ö p el (1), W a sse rh a ltu n g s­
m asch in en (5 u. V.).
H ü tte n w e se n : A lu m in iu m (8), A m alg a m a tio n (10), B e rtra n d T hiel P ro zeß (1), B essem erprozeß (8), Blei (11), C hlorie­
rendes E rz rö s te n (3 u, V.), G asm asch in en (25 u. v. V.),
G ebläse s. u. B e rg b a u , G ich tau fzü g e (5), S ch m ied b ares
G ußeisen (2), G u ß sta h l (13), H o ch o fen b e trieb (12 u. v. V.),
H ochofengichtabschlü sse (3), G ichtgase u n d V erw en d u n g
(16), K leinbessem ern (2), K o n tin u ie rlic h e r H erd o fe n ­
b e trie b J l), K u p ferg e w in n u n g (16), M a n g a n sta h l (3),
P ä te ra p ro z e ß (2), P a ttin s o n p ro z e ß (1), P ro b ie rk u n st (2),
P u d d e ln (5), R ö stö fe n (2), S ch lack e n stein e (3), S tah lu n d F lu ß e ise n b e re itu n g (59), T a lb o tp ro z e ß (1), W o lfra m ­
eisen u n d -s ta h l (5).
D as B u ch k a n n allen, die sich fü r die h isto risch e S eite
ihres A rb eitsg eb ietes in teressieren , als ein n u r se lten v e r­
sagendes N ach sch lag ew erk w arm em p fo h len w erden. Bei
dem h e u te in allen G eb iete n le b h a fte r h e rv o rtre te n d e n
S tre b e n n a c h E rk e n n tn is d e r h isto risc h e n S eite d er F a c h ­
geb iete d a rf m a n w ohl hoffen, d a ß es die ih m g eb ü h re n d e
V e rb re itu n g finden w ird. D er P re is is t m äßig, die A us s ta ttu n g g u t.
H . E . B öker.
Ein K eichspetroleuininonopoli V on D r. P a u l S c h w a r z
36 S. B erlin 1908, V erlag fü r F a c h lite ra tu r, G. m . b. H .
P reis geh. 1.50 M.
D er V erfasser ist b e k a n n t als b eso n d ers sa c h v e rstä n d ig
a u f dem G ebiet des P e tro le u m h a n d els. E r d a rf im ü b rig en
als d er V e rtra u e n sm a n n des T eils d er P e tro le u m p ro d u z e n te n
angesehen w erden, d er u n te r dem rü ck sich tlo sen W e tt­
bew erb d er S ta n d a rd Oil C o m p a n y zu leiden h a t. N a tu r ­
g em äß k o m m t die sich h ie ra u s erg eb en d e g en au e K e n n tn is
des P e tro le u m m a rk te s d em V erfasser bei seinen D arleg u n g en
ü b e r ein R eichsm onop o l fü r d en H a n d e l m it P e tro le u m
sehr z u s ta tte n .
A n d erseits lieg t es a u f d er H a n d , d a ß
Schw arz n ic h t u n p a rte iisc h ist. T ro tz d e m g e h t au s dem
vorliegenden, seh r k n a p p u n d ü b e rsic h tlic h g e h a lte n e n
B ü chlein d as F ü r u n d W id er d e u tlic h h erv o r, u n d w enn
d er L eser n a c h D u rc h sic h t des B u c h es'z u ä n d e rn E rg eb n issen
g elan g t als d er V erfasser, d a n n lieg t dies w ohl n u r an dessen
n ic h t g anz v o rau ssetzu n g slo ser S tellung.
E in . R e ic h s­
p etro leu m m o n o p o l w ü rd e — d as g e h t a u s S ch w arz' D a r­
legungen d e u tlic h h e rv o r — n ic h t n u r die G efah r v o n e rh e b ­
lichen S tö ru n g e n in d er P e tro le u m v e rso rg u n g D e u tsc h la n d s
h e ra u ffü h re n u n d große K a p ita lin v e s tie ru n g e n fü r die er­
fo rd erlich en A n lag en u n d B e fö rd e ru n g sm itte l d u rc h das
R eich b ed in g en , so n d e rn w ü rd e w ohl a u c h den P re is des
P e tro le u m s in D e u tsc h la n d e rh ö h en .
D ab e i is t d as von
S ch w arz e rre c h n e te E rg e b n is des M onopols im V erhältnis
zu diesen G efa h re n n ic h t g erad e e in d ru ck sv o ll. M. E . wäre
es fü r d a s R eich d a n n e in fa ch e r — sofern eine P reiserhöhung
fü r P e tro le u m n ic h ts B ed en k lich es h a t — d e n Zoll zu er­
h öhen. Je d e n fa lls w ü rd e a b e r die Ü b e rg a b e des P e tro le u m ­
h an d e ls a n d a s R eich in n e rh a lb d e r h e u tig e n F in an zgebarung
des R eich s e tw a s v öllig N eu es b e d e u te n , dessen E inführung
m a n e rs t n a c h g an z g rü n d lic h e r E rw ä g u n g a n fassen sollte.
D er geld lich e N u tz e n des M onopols w ü rd e, selb st nach
d en sicher n ic h t p e ssim istisch en B ere ch n u n g en v o n Schwarz,
a u c h diesem G e sic h tsp u n k te g eg en ü b er n ic h t in B etracht
k o m m en . D en S ta a t a n d ie S telle des P riv a tu n te rn e h m e rs
zu setzen, sollte n u r bei d rin g e n d e r N o tw e n d ig k e it versucht
w erden. Ic h m ö c h te z. B. bezw eifeln, ob d e r P etro leu m ­
h an d e l in D e u tsc h la n d a n U n a b h ä n g ig k e it g ew innt, wenn
a n stelle d e r rig o ro sen S ta n d a rd O il C o m p a n y eine bureauk ra tisc h e R e ic h sv e rw a ltu n g t r i t t .
Im ü b rig e n k a n n man
gew iß a n e rk e n n e n , d a ß d ie P o litik d e r am erikanischen
G esellsch aft fü r d e n P e tro le u m h a n d e l n ic h t angenehm ist.
A b er es is t nie g u t gew esen, ein e s ta a tlic h e F in an zm aß ­
n ah m e m it s ta a tlic h e n M aß reg eln gegen irg en d ein Syndikat
zu v erq u ic k e n .
W e n n ich so m it d en V orschlägen von
S chw arz n ic h t viele g u te S eiten ab g e w in n e n k a n n , so ist die
b esp ro ch en e B ro sc h ü re doch fü r d a s g e n a n n te T hem a als
eine v o rtre fflic h e Z u sa m m e n fa ssu n g d e r le ite n d e n Gesichts­
p u n k te w arm zu em p feh len .
D r. St.
Zur Besprechung eingegaugene Bücher.
(Die R e d a k tio n b e h ä lt sich" eine B esp re c h u n g
W erk e v o r.)
geeigneter
A p t , M ax: S checkgesetz v o m 11. M ärz 1908. T extausgabe
m it E in le itu n g , A n m e rk u n g e n u n d S ach reg ister.
5.,
d u rc h g e a rb . Aufl.
M it A n h a n g : P o stsch eckordnung
n e b st A u sfü h ru n g s b e stim m u n g e n
und
F orm ularen.
(G u tte n ta g sc h e S a m m lu n g d e u ts c h e r Reichsgesetze,
N r. 85) 240 S. B erlin 1909, J . G u tte n ta g , G. m. b. H.
P re is geb. 1,50 .k.
B lu m e :
D ie E ise n b a h n -V e rk e h rso rd n u n g v o m 23. De­
zem b e r 1908 n e b s t a llg em ein en A u sfü h ru n g sb estim ­
m u n g en . T e x ta u sg a b e m it A n m e rk u n g e n , vergleichender
P a ra g ra p h e n ü b e rs ic h t u n d S a c h re g iste r. (G u tten tag sch e
S am m lu n g d e u ts c h e r R eich sg esetze, N r. 91) 306 S.
B erlin 1909, J . G u tte n ta g , G. m . b. H . P re is geb. 2,50 .((.
D e r K a lk sa n d ste in , sein e H e rste llu n g u n d E igenschaften.
H rsg . v o m V erein d e r K a lk sa n d s te in fa b rik e n E . V.
105 S. m it 72 A bb. B erlin 1908, S e lb stv e rla g des Vereins
d e r K a lk sa n d s te in fa b rik e n E . V. P re is geb. 3 .H.
J a h r b u c h d e r ö ste rre ic h isc h e n B erg - u n d H ü tten w erk e,
M aschinen- u n d M e ta llw a re n fa b rik e n . H rsg . v o n Rudolf
H a n e l . Jg . 1909. W ien 1909, C onhpaß-V erlag. Preis
geb. 7,50 K r.
K i n d e r m a n n , K a rl: V o lk sw irtsc h a ft u n d S ta a t. (W issen­
sc h a ft u n d B ild u n g , B i t 59) 128 S. L eip zig 1908, Quelle
& M eyer. P reis geh. 1 dt, geb. 1,25 .K.
M itteilu n g en ü b e r F o rs c h u n g sa rb e ite n a u f d e m G ebiete des
In g en ieu rw esen s, in sb e so n d e re a u s d en L ab o rato rien
d e r te c h n isc h e n H o c h sch u le n . H rsg . v o m V erein d e u t­
sch e r In g e n ie u re .
H . 67:
J a s i n s k y : V en tilatio n s­
v e rlu st in D a m p ftu rb in e n m it teih v eiser B eau fschlagung.
60 S. m it 36 A bb. H . 68: B r i l i n g : V e rlu ste in den
S ch au feln v o n F r e is tr a h ld a m p ftu r b in e n 75 S. m it 83
A bb. B erlin 1909, J u liu s S p rin g er. P re is geh. je 1 dt.
M ü l l e r , G u s ta v : D ie ch em isch e In d u s trie . (B. G. T eubncrs
1Ia n d b ü c h e r fü r H a n d e l u n d G ew erbe) 496 S. Leipzig
1909, B. G. T c u b n e r. P re is geh. 11,20 dt, geb. 12 dt.
K e e s e n , Friedrich: H örbare, sichtbare, elek trisc h e u n d
R öntgenstrahlen. (W issenschaft u n d B ild u n g . B d . 43)
132 S. m it 57 Abb. L eip zig 1909, Q u elle & M eyer.
Preis geh. 1 .K, geb. 1,25 .#.
P u p p e , J.: V ersuche z u r E rm ittlu n g des K ra ftb e d a rfs
an W alzwerken.
Im A ufträge d es V erein s d e u ts c h e r
E isenhüttenleute hrsg. 191 S. m it Abb. D ü sseld o rf 1909,
Verlag Stahleisen m . b. H . Preis geh. 10 .#.
S c h ü l e , W .: Technische W ä rm e m e c h a n ik . D ie fü r den
M aschinenbau w ichtigsten Lehren a u s d e r M ech an ik
der Gase und D äm p fe und d e r m e ch a n isc h e n W ä rm e ­
theorie. 376 S. m it 118 A bb. und 4 T af. B erlin 1909,
Julius Springer. P reis geb. 9 . k .
S ie b e r g , A ugust:
D er E rd b a ll, sein e E n tw ic k lu n g u n d
seine Kräfte. 20 Lfg. 410 S. m it 57 T af.. 1 K a rte u n d
254 Abb. E ßlingen 1908, J. F . S ch re ib et. P reis 15 .* .
V i e t h , A d.: A nleitung zum Skizzieren v o n M aschinen
und M aschinenteilen für den U nterricht an technischen
Fachschulen und zum Selbstunterricht.
49 S. m it
81 Abb.
B rem en 1909. S elb stverlag des Verfassers.
Preis geh. 80 IT.
W e g n e r v o n D a l l w i t z , R .: D er p ra k tis c h e F lu g sch iffer.
Eine .Anleitung zur K onstruktion von G leitfliegern,
Schraubenfliegem und Schaufelfliegem , ihrer Trag­
decken, Trag- und Treibschrauben, n eb st ein em A n h a n g
über L uftschiffe. 78 S. m it 37 A bb. R ostock i. M. 1909,
C. I . E . Volckm ann N achfolger. Preis geh. 2 M , geb. 3 .k .
Zeitsehriitenschau.
iE in e E rk lä r u n g d e r h ie r u n te r v o rk o m m e n d e n A b k ü rz u n g e n
von Z e itsc h rifte n tite ln is t n e b s t A n g a b e d es E rsc h e in u n g s­
ortes, N a m e n s des H e ra u sg e b e rs usw . in N r. 1 a u f S eite 33
u n d :’4 v e rö ffe n tlic h t.
* b e d e u te t T e x t- o d er T a fel­
ab b ild u n g e n . )
M in e ra lo g ie u n d
507
Gl ü c k a uf
3. April 1909
G e o lo g ie .
T h e m i n e r a l w e a l t h o f A m e r i c a . V o n R a y m o n d u.
Ingalls. B ull. A m . In s t. M ärz. S. 249 64. D ie B e d e u tu n g
des E d e lm e ta llb e rg b a u s fü r d a s L a n d .
D e r E in flu ß d e r
F o rts c h ritte in d e r M etallu rg ie.
D ie M in era lsc h ätz e d e r
verschiedenen L ä n d e r A m erik as.
D ie E rfo lg e d e r geo­
logischen W issen sch aft b eim A u fsu ch e n v o n E rz la g e rs tä tte n .
Die K ohlen- u n d E ise n e rz v o rk o m m e n A m erik as.
O r e s in v o l c a n i c c r a t e r s a n d f u m a r o l e o r i f i c e s .
V o n L ak es. M in. W ld . 6. M ärz. S. 425 7.* D as v e rsc h ie d e n ­
artige A u ftre te n v o n E rz e n in K ra te r n u n d F u m a ro le n .
T h e ' p r o f e s s io n a l e x a m in a tio n o f u n d e v e lo p e d
m i n e r a l p r o p e r t i e s . \ on C a tle tt. B u ll. A m . In s t. M ärz.
S. 327 35. W in k e bei d e r A n fe rtig u n g v o n G u ta c h te n ü b e r
n ich t aufgeschlossene E rz v o rk o m m e n .
T h e C l i n t o n o r e s o f N e w l o r k S t a t e . \ on N ew lan d .
Bull. A m . In s t. M ärz. S. 265 83.* D ie V e rb re itu n g d er
C lin to n fo rm atio n , die d em m ittle r n S ilu r a n g e h ö rt. Ih re
M ächtigkeit sc h w a n k t zw ischen 100 u n d 400 m . Sie se tz t
sich au s K a lk ste in e n , S c h ie fe m u n d E ise n e rz lag e rn zu ­
sam m en.
B esch reib u n g d e r le tz te m u n d ih res A bbau-..
Z usam m en setzu n g d e r E rz e u n d ih re E n ts te h u n g .
V a n a d i u m - d e p o s i t ^ in P e r u . I o n H e w e tt. Bull.
Am. Inst. M ärz. S. 291 316.* D a s V e rb re itu n g sg e b ie t d e r
V an ad iu m v o rk o m m en .
Im Y a u li-B e z irk fin d e t sich d a s
V anadium in A sp h altg än g e n , u. zw. als O x y d in M engen
von etw a 1 pC t. Im Q u isq u e -B e z irk t r i t t es in su lfid isch en
G ängen auf, die a n ro te n S ch iefer g e b u n d e n sin d , u. zw. als
rotes und grünes O x y d .
D e p th o f th e a s b e s to s d e p o s its of Q u e b e c ,
C a n a d a . V on C irkel. M in. W ld . 6. M ärz. S. 435 7.*
D ie A sb e stv o rk o m m e n tr e te n in S e rp e n tin e n des K a m b riu m s
a u f u n d sin d b is zu e in e r T eu fe v o n 120 m v e rfo lg t w orden
B e rg b a u te c h n ik .
R o y a l c o m m i s s i o n o n s a f e t y in m i n e s . Ir. C oal
T r. R ev . 19. M ärz. S. 413 4. V o rtra g v o n H . L eech ü b e r
sta a tlic h e u n d p riv a te G m b e n a u fsic h t, B e stra fu n g d e r
A rb e ite r, K o h le n sta u b . W e tte rfü h ru n g , S c h ieß arb eit, S icher­
h eitsla m p e n , sv s te m a th is c h e n A u sb au . S tre c k e n fö rd e m n g
u n d S c h a c h tfö rd eru n g .
M in in g a n d m illin g F l o r i d a p h o s p h a te s .
\ on
S tone. E n g . M in. J . 6. M ärz. S. 490 2.* D ie G ew innung
e rfo lg t m itte ls B ag g e r o d e r D a m p fs c h a u fe ln ; d ie A u f­
b e re itu n g b e s te h t in Z e rk le in e rn . Sieben. W asch en und
T ro c k n e n , w o ra u f d as P h o s p h a t fe rtig z u r \ ersc h ifiu n g ist.
T h e B a la k la la C o n s o lid a te d C o p p e r C o m p a n y .
E n g . M in. J . 6. M ärz. S. 501 4 * Z u sam m en fassen d er
Ü b e rb lick ü b e r die B erg w erk s- u n d H ü tte n a n la g e n d e r ge­
n a n n te n G esellschaft.
T h e c o a l m i n i n g i n d u s t r y in B e n g a l . V on G eorge.
E n g . M in. J . 13. M ärz. S. 555 8.* D er K o h le n b e rg b au
in B en g alen .
T h e m i n i n g a n d t r e a t m e n t o f o c h e r in G e o r g i a .
V on B all. Min. W ld . 6. M ärz. S. 441 2.* D er O k e r w ird
gew aschen, g e tro c k n e t, p u lv risie rt u n d d a n n v e rp a c k t.
D ie E x p e r im e n te im G e f r i e r s c h a c h t X ie d e r s a c h s e n . V on L ask e. M ont. Z tg . G raz. 15. M ärz. S. 117 8.
D a b ei d em an g ew e n d ete n U n g ersch en G efrierv e rfah ren
m it sc h le c h te n R o h rv e rb in d u n g e n g e a rb e ite t w o rd e n w ar.
g elan g d a s A b te u fe n n ic h t. N a c h D ic h tu n g d e r R o h re u n d
B ese itig u n g a n d e re r K o n stru k tio n s fe h le r d e r a u sfü h re n d e n
F irm a sin d se h r tiefe K ä lte g ra d e erzie lt w o rd en , u n d
d e r S c h a c h t s t e h t je t z t sch o n im Salzgebirge.
S ic h e rh e its m a ß re g e ln
b e im
A bbau
u n te r
S c h w im m s a n d f ü h r e n d e n H a n g e n d s c h ic h te n u n d
E n tw ä s s e r u n g d e r s e lb e n im n o rd w e s tb ö h m is c h e n
B r a u n k o h l e n r e v i e r e . V on Zeese. B ra u n k . 23. M ärz.
S. 897 900.* D a m m tü re n in T ü rsto c k zim m e ru n g . A la rm ­
signale. V o rb o h ren . E n tw ä sse ru n g d u rc h V o rsc h ä c h te u n d
v e rro h rte B o hrlö ch er.
T h e C o e u r d ’A l e n e m i n i n g d i s t r i c t . I d a h o — X I .
Y on R ow e. M in. M id . 6. M ärz. S. 428 30.* D ie v e r­
sc h ied en en A b b a u m e th o d e n .
T h e b e s t m e t h o d s o f w o r k i n g s e a m s o f c o a l in
s t e e p m e a s u r e s . V o n S tap les. Coll. G u a rd . 19. M ärz.
S. 576 8 * D ie sta rk e A u sb e u tu n g d e r flach lag ern d en
K ohlenflöze b rin g t es m it sich, d a ß a u c h d ie F lö ze in ste ile r
L a g e ru n g in A n g riff g en o m m en w e rd en m ü ssen . D ie zw eck­
m ä ß ig ste A nlage d e r S c h ä c h te u n d Q uerschläge.
D ie
F ö rd e ru n g . (Fors. f.)
S tr e n g th o f t i m b e r vs. r e in f o r c e d c o n c r e te .
V on M cC ullough. Min. W ld . 6. M ärz. S. 423 4. B e re c h ­
n u n g en d e r V e rstä rk u n g des A u sb au es d u rc h B eto n .
W a y s of im p ro v in g p is to n a n d h a m m e r d rills .
V on W esto n . E n g . M in. J . 13. M ärz. S. 549 52.* M itte l
z u r V erb esseru n g v o n K o lb en - u n d H a m m e rb o h rm a sc h in e n .
B e n n e ts p a te n t s a f e ty ro p e s d e ta c h in g g e a r a n d
c a g e r e t a i n i n g . Coll. G u a rd . 19. M ärz. S. 578 * B e­
sc h re ib u n g d e r F a n g v o rric h tu n g .
T h e m e c h a n i c a l e n g i n e e r i n g o f c o l l i e r i e s . V on
F u te rs . F o rts . Coll. G u a rd . 19. M ärz. S. 575.* E le k tris c h
a n g e trie b e n e
Z e n trifu g a lp u m p e ,
S y ste m
W o rth in g to n .
(F o rts, f.)
O re t r e a t m e n t a t th e G ia n tm in e , H a r tle y d i s t r i c t
R h o d e s i a . V on Cooke. M in. J . 20. M ärz. S. 366 7.*
B e sc h reib u n g u n d S ta m m b a u m d e r G oldw äsche.
Gl üc kauf
T h e H a m m o n d m in in g a n d m e t a ll u r g i c a l la b o r a t o r y o f t h e S h e f f i e l d s c i e n t i f i c s c h o o l , V a le
U n iv e rs ity .
V on H o n to o n .
B ull. A m . In s t.
M ärz.
S. 229/48.* D ie B edü rfn isse eines solchen In s titu ts . D er
B a u p la n u n d seine A u sfü h ru n g . D ie R ä u m lic h k e ite n u n d
A p p a ra te .
D a m p fk e s s e l- u n d M a s c h in e n w e s e n .
Ö l s c h ä d e n a n D a m p f k e s s e l n . V on Cario. Z. D am p fk .
B etr. 26. M ärz. S. 126/7. B e ric h t ü b e r eine A n zah l v o n
Schäden, die a n m eh re re n K esseln ein er B a tte rie d u rc h
V erw en d u n g ö lh altig en Speisew assers v e ru rsa c h t sind.
W e s tin g h o u s e g a s e n g in e s a t G a ry .
Ir. Age.
4. M ärz. S. 713/20.* D as erste der 3 zu e rric h te n d e n G as­
g eb läsem asch in en h äu se rn d er In d ia n a S teel Co. e n th ä lt
8 A ggregate, d eren K o n stru k tio n se in z e lh e ite n besch rieb en
w erden.
P u m p w e rk s a n la g e n
fü r
d ie
B e w ä sse ru n g
Ä g y p t e n s . Z. D am p fk . B e tr. 26. M ärz. S. 126/8.* B e ­
sch reib u n g d er v o n d e r F irm a G ebr. S ulzer in W in te rth u r
e rb a u te n A nlagen, die sä m tlic h m it Z e n trifu g a lp u m p en
a u sg e rü ste t sind. (Schluß f.)
H ü tte n w e s e n ,C h e m is c h e T e c h n o lo g ie , C h e m ie u .P h y s ik .
B la s t - p r e s s u r e a t th e tu y e r e s a n d in s id e th e
f u r n a c e . V on Sw eetser. Bull. Am. In s t. M ärz . S. 285/90.*
V ersuche au f den C olum bus Iro n & S teel-W erk en zur E r ­
m ittlu n g d er W in d p ressu n g a n v ersch ied en en S tellen d er
H ochöfen. B esch reib u n g des d a z u v e rw e n d e te n A p p arate s.
T h e a i r - f u r n a c e p ro c e s s o f p r e p a r in g w h ite
c a s t- ir o n fo r th e m a lle a b liz in g p ro c e s s .
V on
H owe u n d T ouceda. Bull. A m . In s t. M ärz. S. 317/26.
A n gaben ü b e r die M öllerung u n d B esch ick u n g des H o c h ­
ofens zu r E rzeu g u n g des R o h m a te ria ls fü r sch m iedb ares
G ußeisen.
A u t o m a t i s c h e s K a l o r i m e t e r . V on L isch. G ieß. Z.
15. M ärz. S. 168/71.* V erv o llk o m m n u n g des b e k a n n te n
K a lo rim eters von Ju n k e rs; sie b e s te h t d a rin , d aß das neue
I n s tru m e n t den H eizw e rt u n m itte lb a r selb st an z eig t u n d
eine R e g istrie rv o rric h tu n g b e sitz t, die den an g ezeig ten
H eizw ert au fzeich n et.
D e r E in f lu ß v o n N ic k e l u n d K o h le n s to f f a u f
E i s e n . V on G oldberg. G ieß. Z. 15. M ärz. S. 1 6 1 /3. F rü h e re
U n te rsu c h u n g e n . V ersu ch e v o n R u d elo ff u n d ihre E rg e b ­
nisse. (Schluß f.)
Z u r K e n n tn is d e r F e s tig k e its e ig e n s c h a fte n d es
N i c k e l s t a h l e s . V on P re u ß . S t. u. E . 24. M ärz. S. 422/5.*
93 N ie tv e rb in d u n g e n w u rd e n g e p rü ft u n d d ab ei fe stg estellt,
daß die F e stig k e it 2 b is 2 y2m a l g rö ß er als bei g ew öhnlichen
N ie tv e rb in d u n g e n ist. D er G le itw id e rstan d is t n ic h t geringer.
D a s S a n d s t r a h l g e b l ä s e in d e r G u ß p u t z e r e i .
V on U a sp a ry . (Schluß)
S t. u. E . 24. M ärz. S. 428/34.*
S a n d strah lg eb läse m it u m la u fe n d e r T ro m m el u n d m it h in u n d h erg eh en d em R o llb ah n tisch .
G eb läseein rich tu n g en .
T h e d e v e lo p m e n t of b la s t- f u r n a c e g a s p u rify in g .
V on Flossel. Ir. Cöal. T r. R ev. 19. M ärz. S. 417 * Die
G ase w erden in einem ro tie re n d e m W asch er g ereinigt.
U n t e r s c h i e d e in d e r R o s t n e i g u n g e i n i g e r E i s e n ­
m a t e r i a l i e n V on Schleicher. M etall. 22. M ärz. S .182/90.*
E rg eb n isse e le k tro ly tisc h e r V ersuche ü b e r die R o stn e ig u n g
v ersch ied en er E isen so rten . (S chluß f.)
D ie A n o r d n u n g d e r K a l i b e r f ü r [ ^ - E is e n u n d
h o c h s t e g i g e T - P r o f ile . V on S chaefer. S t. u. E . 24. M ärz.
5. 425/8.*
Nr. 14
Z u r F ra g e d es b a s is c h e n V e rb la s e n s v o n K u p fe rs t e i n . V on S ch rey er. M etall. 22. M ärz. S. 190/7 * V er­
suche ü b e r b asisch es V erb lasen v o n K u p ferste in , ausge­
fü h r t im I n s t i t u t fü r M e ta llh ü tte n w e se n u n d E le k tro ­
m e ta llu rg ie a n d e r T e ch n isc h en H o ch sch u le zu A achen.
T h e r m i s c h e D a t e n z u d e n R ö s t p r o z e s s e n . Von
F rie d ric h . M etall. 22. M ärz. S. 169/82. U n tersu ch u n g en
ü b er die bei d en ein zeln en R ö stp ro zessen u n d -perioden
e n ts te h e n d e n T e m p e ra tu re n . (F o rts, f.)
T h e d e t i n n i n g i n d u s t r y . Ir. Coal. T r. R ev. 19. März.
S. 415 * E n tz in n u n g a u f e le k tro ly tisc h e m W ege und m it
H ilfe v o n C hlor. E n tz in n u n g v o n A bfällen.
Ü ber
K o h le n u n te rs u c h u n g e n .
V on
G eipert.
J . G asbel. 20. M ärz. S. 2 5 3 /6 0 .* G e sic h tsp u n k te , die bei
d en U n te rs u c h u n g e n ü b e r K o h le n v e rg a su n g beach tensw ert
sind. U n tersu c h u n g se in ric h tu n g e n . A rt d e r U n tersu chungen
u n d ihre E rg eb n isse.
V o lk s w irts c h a ft u n d
S ta tis tik .
S ta t is ti k d e r o b e r s c h le s is c h e n B e rg - u n d H ü tte n w e r k e f ü r d a s I., I I ., I I I . u n d IV . Q u a r t a l 1908.
Z. O berschi. V er. M ärz. S. 143/51.
T h e m i n e r a l p r o d u c t i o n o f C a n a d a in 1908. Von
Mc L eish. E n g . M in. J. 13. M ärz. S. 563/5. M enge u nd W ert
d er B erg w e rk sp ro d u k te K a n a d a s im J a h r e 1908.
V e rs c h ie d e n e s .
Ü b e r s i c h t s k a r t e d e r B e s i t z v e r h ä l t n i s s e im o b e r ­
s c h l e s i s c h e n S t e i n k o h l e n b e c k e n i. M. 1 :2 0 0 000.
V on M ichael. Z. O berschi. V er. M ärz. S. 109/15. E rlä u te ­
ru n g e n zu d e r b eig eg eb en en K a rte .
Personalien.
D er B ergassessor W i l b e r g (Bez. D o rtm u n d ) ist zur
w e ite rn A u sb ild u n g d er G eologischen L a n d e sa n sta lt in
B erlin ü b erw iesen w ord en .
A us dem S ta a ts d ie n s te sin d b e u rla u b t w o rd e n :
d er b ish er zu r B e sc h ä ftig u n g b eim V erein fü r die berg­
b a u lic h e n In te re sse n im O b e rb e rg a m tsb e z irk D ortm und
b e u rla u b te B erg assesso r D i l l (Bez. D o rtm u n d ) zur Ü ber­
n a h m e ein er Stelle als H ilfsa rb e ite r b ei d e r V erw a ltu n g der
R heinischen S ta h lw e rk e , A .G . zu D uisb u rg -M eid erich, bis
E n d e 1909;
d er B erg assesso r K r a u s e (Bez. B reslau) zu r F o rtsetzu n g
sein er B e sc h äftig u n g bei d e r D e u tsc h e n M o n tan -G esellschaft
m. b. H . in B re sla u a u f ein w eitere s J a h r ;
d e r B erg assesso r O t t e r m a n n . (Bez. D o rtm u n d ) zum
E in t r it t in die D ie n ste d e r B o ch u m er B e rg w erk s-A k tien ­
g esellsch aft a u f 2 J a h r e ;
d e r B erg assesso r L e o p o l d (Bez. H alle) z u r Ü b ernahm e
e in er S telle als te c h n isc h e r H ilfsa rb e ite r b e i d e r D irektion
d er Z eitzer P a ra ffin - u n d S o la rö lfa b rik A .G . zu H alle a. S.,
a u f zwei J a h r e ;
d e r B erg assesso r B u s k ü h l (Bez. D o rtm u n d ) zu r Ü b er­
n ah m e ein er H ilfsa rb e ite rste lle b e im V erein fü r die berg­
b au lich en In te re ss e n im O b e rb e rg a m tsb e z irk D o rtm u n d
a u f zwei Ja h re .
D em B erg assesso r P i e t s c h (Bez. B reslau) is t zu r en d ­
g ü ltig en Ü b e rn a h m e d e r S telle ein es B e trie b sle ite rs der
L a u ra h ü tte g ru b e d e r V er. K önigs- u n d L a u r a h ü tte , A k tien ­
g esellschaft, die n a c h g e su c h te E n tla s s u n g a u s dem S ta a ts ­
d ie n ste e rte ilt w orden.
D a s V e r z e i c h n i s d e r in d i e s e r N u m m e r e n t h a l t e n e n g r ö ß e r n A n z e i g e n b e i i n d e t s ic h , g r u p p e n w e i s e g e o r d n e t
a u f d e n S e ite n 5 6 u n d 5 7 d e s A n z e ig e n te ils .