2429
Chemisches Zentralblatt
1940. I. Halbjahr
Nr. 16
17. April
A. Allgemeine und physikalische Chemie.
P. A . Thiessen, Wege der Chemie im stofflichen Neulande.
Vortrag. (Z. ges.
Xaturwiss. 5 . 255—63. Okt./Nov. 1939.)
K lever.
* G. P. Baxter, M. Guichard, 0 . Hönigschmid und R . Whytlaw-Gray, Zehnter
Bericht der Atomgewichtskommission der Internationalen Union für Chemie. (Vgl. C. 1 9 4 0 .
I. 823.) Bericht der Kommission über die Periode vom 30/9. 1938 bis 30/9. 1939. —
Es wurden drei Änderungen in der T a fe l der At.-Geww. vorgenommen: Wasserstoff,'
von 1,0081 in 1,0080, Fe, von 55,84 in 55,85, u. Cp von 175,0 in 174,99. (Ber. dtsch.
ehem. G es. 7 3 . Abt. A. 39—43. 6/3. 1940.)
G o ttfr ie d .
C. H. Townes und W . R . Smythe, Der Kemspin von 13C. 13C wurde durch
Anreicherung von Methan in einer 34-stufigen H E R T Z sch en Diffusionsapp. zu 50%
u. in größerer Menge zu 35°/„ angereichert. Der Kernspin von 13C wurde aus dem
Intensitätsverhältnis von zwei benachbarten Linienpaaren der 0—0-Bande des SwANBandensyst. ermittelt. Die Auflsg. der Linien geschah mittels einer L u m m e r -G e h r c k e Platte, die mit einem großen Konkavgitter kombiniert wurde. Der Kern 13C gehorcht
der F E R M I-S ta tistik u. hat ein mechan. Kernmoment von 3/2. Dieser Wert steht in
Übereinstimmung mit dem a-Teilchenmodell u. widerspricht dem H A R T R E E sch en
Kernmodell. (Physic. Rev. [2] 56. 1210— 13. 15/12. 1939. Pasadena, Cal., Inst, of
Technology.)
"
R lT SC H L .
S. T. Bowden, Allolropie. Zusammenfassender, allgemeinverständlicher Über­
blick über den Begriff u. das Wesen der AUotropie. (School Sei. Rev. 2 1 . 798—808.
Dez. 1939. Cardiff, Univ. College.)
GOTTFRIED.
D. W . Besugly und M. M. Rudakow, Die selektive Absorption von Schwefel­
wasserstoff. Bei geringen Strömungsgeschwindigkeiten (0,03m/Sek.) hängt der Koeff.
der Absorption von H2S in Lsgg. von NaOH + Na2C0 3 bzw. KOH + K 2C0 3 vom
Ph der Lsg. ab. Bei gleichzeitiger Absorption von C0 2 u. H2S setzen beide Gase gegen­
seitig ihre Absorptionskoeff. herab. Bei größeren Strömungsgeschwindigkeiten (bis
0,5— 1 m/Sek.) ist der Einfl. des Ph geringer; es erfolgt prakt. selektive Absorption
des H2S, dieser wird zu 90—98% ausgewaschen, C0 2 nur zu 7—9%. Diese Erscheinung
läßt sich dadurch erklären, daß bei der Absorption von C0 2 als Zwischenstufe die lang­
same Rk. der Hydratation von C0 2 auftritt. (HCypnaJ IIpuKJiajiioH Xiimiiu [J.
Chim. appl.] 1 2 . 697—703. 1939.)
R. K. M ü l l e r .
* * V. A . Plotnikov, Nichtwässerige Lösungen. Inhaltlich ident, mit der C. 1 9 3 9 .
II. 37 referierten Arbeit. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS [N. S.] 1 9 . 707—09. 25/6.
1938. Ukrainian Acad. of Sciences, Inst, of Chem.)
BERNSTORFF.
Carl Wagner, Platzwechselvorgänge in festen Stoffen und ihre modellmäßige Deutung.
Ausgehend von einfacheren Platzwechselvorgängen in festen Körpern bei der Leitung
des elektr. Stromes erläutert Vf. die Möglichkeit der modellmäßigen Darst. der Fehl­
ordnungszustände der Ionen im Gitter u. die Anwendung zur Beschreibung des Rk.Mechanismus von Umsetzungen zwischen festen Stoffen. An Hand charakterist. Bei­
spiele werden unter diesem Gesichtspunkt die Vorgänge an verschied. Rk.-Typen, wie
Oxydation, Doppelsalzbldg. u. doppelte Umsetzung erläutert. (Tekn. Samfund. Handl.
1 9 3 9 . 193—200. 1940. Darmstadt, Techn. Hochsch., Inst. f. anorgan. u. physikal.
Chemie.)
BERNSTORFF.
A . Prikhotko und A . Yavnel, Die Untersuchung von festen Gemischen von 02-N„.
Die in einer früheren Arbeit von PRIKHOTKO (C. 1 9 4 0 . I. 1951) an der Änderung der
opt. Eigg. festgestellten Umwandlungen in 0 2-N2-Gemischen im festen Zustand werden
bei Tempp. zwischen 20,4° K u. dem F. über den gesamten Konz.-Bereich therm. u. für
Mischungen bis zu 40% 0 2 durch Aufnahme der Spektra opt. untersucht. Die therm.
Unterss. wurden mit einem nach H e n n i n g (C. 1 9 2 8 . II. 1589) ealibrierten Pt-Widerstandsthermometer ausgeführt, indem die Temp. beim Durchgang der Grenzlinie
zwischen der durchscheinenden u. der getrübten Phase am Thermometer bestimmt wurde.
*) Schwerer Wasserstoff s. S. 2431, 2433, 2436, 2456, 2498.
**) Gleichgewichte in organ. Systemen s. S. 2454.
XXH. 1.
157
2430
A . A l l g e m e in e u n d p h y s ik a l is c h e C h e m ie .
1940. I.
Es zeigte sich, daß die Mischungen mit bis zu 10% 0 , bei Temp.-Erhöhung bis zum F.
völlig klar bleiben, während zwischen 15 u. 50°/o 0 2 intermediär eine getrübte Phase
auftritt, die bei höherer Temp. wieder durchsichtig wird. Bei 0 2-Gehh. oberhalb 50%
krvstallisieren getrübte Gemische, die sich außer im eutekt. Gebiet von 69—84,3% 0 ,
wieder in die transparente Phase umwandeln. Nach diesen Ergebnissen u. den gefundenen
FF. wird ein Schaubild in der Art eines Zustandsdiagrammes aufgestellt, das in bezug
auf den Verlauf der Solidus- u. Liquiduskurven mit dem von L i c h t e r u R u h e m a n n
(C. 1 9 3 6 . 1. 1191) im wesentlichen übereinstimmt. Aus den spektroskop. Unterss. ergibt
sich, daß der Übergang aus der ersten transparenten Phase in die getrübte Form eine
Aufhellung der Banden bewirkt, während das Spektr. der zweiten durchsichtigen Phase
dem der ersten bei tieferer Temp. existierenden Form ähnelt. Die Diskussion der Er­
gebnisse führt zu dem Schluß, daß in der festen Lsg. von 0 2 in N2 bei steigender Temp.
eine Zers, eintritt, an die sich eine mit dem Wiedererscheinen der transparenten Eigg.
verbundene Neuordnung des Krystalls anschließt. (Acta physicochim. URSS 11. 783
bis 796. 1939. Kharkow, Ukrainian, Physico Technical Inst.)
BERNSTORFF.
♦ T. G. Pearson, Intennediärstufen bei chemischen Reaktionen. Überblick über
die neueren Erkenntnisse über den Mechanismus ehem. u. photochem. Reaktionen.
(School Sei. Rev. 21. 918—29. März 1940.)
H. E r b e .
W . P. Jorissen, Auslöschungsgrenzen von Flammen. (Vgl. C. 1939. I. 321. 379.)
Zusammenfassende Darstellung. (Chem. Weekbl. 36. 815— 20. 9/12. 1939. Leiden,
Univ., Labor, f. anorgan. u. physikal. Chemie.)
R. K. M ÜLLER.
H.
Zeise, Die thermische Spaltung von freien Hydroxyl- und Wassermolekülen in
ihre Atome. Durch Verknüpfung der bekannten Gleichgewichte / / 20
H2 + O u.
H%
2 H werden zunächst die Konstanten K v u. der therm. Spaltungsgrad a des
Gleichgewichtes H20 ^ 2 H + O (I) im Temp.-Bereich von 1000— 3000° K für p = 1 at
berechnet. Ferner werden K v u. <xfür die Rk. OH ^ O + H für Tempp. zwischen 500
u. 3000° K u. Drucke von 0,1—20 at direkt aus spektroskop.-statist. Daten errechnet,
wobei für die Spaltungsenergie der Wert D0 = 99 kcal/Mol. zugrundegelegt wird. Die,
Kombination von Gleichung 1 mit H20 ^ H + OH liefert indirekte Kp-Werte für die
OH-Spaltung, die durchweg kleiner sind als die direkt gefundenen Zahlen u. denen ein
D0 von 104,1 kcal/Mol. entspricht. Beide Berechnungsarten führen jedoch zu Werten,
die denen der 0 2- u. H2-Spaltung durchaus vergleichbar sind. (Feuerungstechn. 28. 1—2.
15/1. 1940. Berlin-Adlershof, Dtseh. Vers.-Anst. f. Luftfahrt, Inst. f. motor. Arbeitsverff.
u. Thermodynamik.)
BERNSTORFF.
W . Belosselski, Photochemischer Zerfall von an CuSOf und MgO-Krystallen
adsorbiertem Ammoniak. Es wird der Zerfall, von an Ivrystallen ab- oder adsorbiertem
NH, unter der Einw. verschied. Wellenlängen untersucht, wobei der entstehende
H2-Druck als Maß des Umsatzes verwendet wird. Die verschied. Wellenlängen werden
durch Funken verschied. Metalle u. verschied. Filter erzeugt. Es soll der Unterschied
im Verh. des im Gitter des Kupferammoniakates befindlichen NH3 gegenüber dem
am MgO nur adsorbierten ermittelt werden. — Aus der spektralen Abhängigkeit des
Zerfalls geht hervor, daß auch am CuS04 eine oberflächlich durch VAN DER W a a l s Kräfte gebundene NH3-Schicht existiert. Das am MgO adsorbierte NH3 ist durch
chem. Kräfte stärker gebunden. — Diese Bindungen lockern im NH3 eine Bindung
(NH2-H), so daß die Photoausscheidung von H, bei längeren Wellen möglich wird
als aus reinem gasförmigem NH3. Da die Bindung zwischen dem Rest NH2 u. dem
Adsorbens CuS04 infolge des Eindringens des NH3 ins Gitter stärker ist, ist die Bindung
NH2-H hier mehr geschwächt als beim MgO, wo kein Eintritt in das Krystallgitter
erfolgt. — Die mittlere Energie des photochem. Zerfalls des am CuSO , adsorbierten
NH3 ergibt sich zu etwa 99 kcal, wobei sich das Maximum der Empfindlichkeit gegen­
über dem Maximum des Zerfalls in reinem NH3 um 51 kcal nach Rot verschoben hat.
Für das am MgO adsorbierte NH3 sind die entsprechenden Werte etwa 106 kcal u.
44 kcal. (5KypnaJi <&u3ii>iecKoit Xinumr [J. physik: Chem.] 13. 586—92. 1939. Tomsk,
Sibir. Inst. phys. Chem.)
K angro.
L. Kuhlberg und Je. Matenko, Untersuchung von gemischten Redoxkatalysatoren.
I. Mechanismus der Eisenaktivierung durch Kupfer. Es soll der Mechanismus der
gemeinsamen Katalyse von Fe" u. Cu' bei der Oxydation von Aminen in wss. Lsg.
mit H 20 2 geklärt werden. Zu diesem Zwecke werden Benzidin, o-Toluidin u. m-Phenylen­
diamin in Ggw. von Cu' u. Fe" u. von beiden Ionenarten gemeinsam der Oxydation
mit verd. H 20 2-Lsgg. unterworfen. — Die katalyt. Wrkg. des Gemisches beider Ionenarten ist durchweg größer als die Summe der Einzelwirkungen. — Es zeigt sich, daß
der Zusatz von Cu' zum Fe" als Promotor wirkt, indem das Cu‘ das bei der Oxy-
.
*) Kinetik u. Mechanismus von Rkk. organ. Verbb. s. S. 2454, 2455.
1940. I.
2431
A . A l l g e m e in e u n d p h y s ik a l is c h e C h e m ie .
dation entstehende Fe ” rasch wieder zu Fe" reduziert. Die regenerierende Wrkg.
des Cu' auf das Fe"' ist um so größer, jo instabiler der selbstoxydierende Komplex
ist, den das Cu primär mit den Aminen eingeht, da bei der Selbstoxydation dieser
Komplexe Cu' entsteht. — Ähnliche Ergebnisse wurden mit p-Phenylendiamin,
Methylenblau, Methylviolett usw. erhalten. (IKypnaj $ii3U<iecK0Ü Xiimim [J. physik.
Chem.] 13. 600—04. 1939. Kiew, Wiss. Inst. f. Nahrungsmittel.)
K ä NGRO.
Walter Baukloh und Edgar Spetzler, Einfluß gasförmiger Beimengungen auf
den Zerfall von Kohlenoxyd. Es wird die Wrkg. von C02, N2, H 2 u. H20-Dampf auf die
Spaltung von CO bei Tejnpp. zwischen 400 u. 700° in Ggw. von metall. Fc untersucht.
Es zeigt sich, daß mit zunehmendem C02- bzw. N2-Geh. der Gasgemische die Zerfalls­
neigung des CO nahezu geradlinig abnimmt. Die Anwesenheit von H 2 bewirkt bei
höheren Tempp. eine starke Zerfallsbeschlcunigung des CO. Dabei ergibt sich auf Grund
von Verss., daß der Einfl. des H2 im wesentlichen durch chem. Umsetzungen an der
Oberfläche des Bodenkörpers bedingt ist. H,0-Dampf unterdrückt die C-Abscheidung
durch Verhinderung der Red. des Eisenoxyds. Für den Hochofenbetrieb ergibt sich,
daß die schädliche Zone der C-Abscheidung etwa zwischen 400 u. 650° liegt. (Arch.
Eisenhüttenwes. 13. 223—26. Nov. 1939. Berlin, Techn. Hochschule, Eisenhüttenmänn.
Inst.)
K u b a s c h e w s k i.
*
A . van Itterbeek und P. Mariens, Messungen über die Schallabsorption in 0 2-Gas
und in C02-Gas, das geringe Mengen von H20, I)20 und Ne enthält. Relaxationszeiten
für die Schwingungsenergie. (Vgl. C. 1940. I. 978.) Die 1. c. mitgeteilten Messungen
der Ultraschallgeschwindigkeit u. des Ultraschallabsorptionskoeff. A (= a )?, worin
a = Absorption pro cm, /. = Ultraschallwellenlänge) wurden bis 90° ausgedehnt. Die
Meßfrequenz betrug 598,98 kHz. Die Drucke wurden meist von 0,5— 1,0 at variiert.
Über die Meßmeth. vgl. C. 1938. II. 1177. Für die Relaxationszeit ß (in Einheiten
von 10-6 Sek.) wurde bei 1 at u. bei den in ( ) genannten Tempp. erhalten: C0 2 rein
10,8(19,2°), 10,6 (47,1), 8,1 (58,1), 7,9 (88,7); C02 + 0,071°/0 H fi 4,4 (20,0), 3,85
(45,1), 3,52 (57,3), 2,71 (74,0); CO„ + 0,077 DjO 5,27 (20,9), 4,57 (46,0), 3,46 (58,4), 3,40
(75,5), 3,15 (88,1). Für das Verhältnis /?C0 .—Dao//?CO.—11,0 (vgl. 1. e.) ergab sieh hieraus
der prakt. von der Temp. unabhängige Wert 1,5. Zusatz von 0,28% Ne zu C0 2 zeigt,
daß die C0 2-Moll. nur in geringem Maße durch Ne angeregt werden. Für ß von 0 2
wurde gefunden: 4,4 (40,7), 4,0 (77,9), 3,6 (100,2), 3,1 (138,0), 3,3 (141,4). Für A (in
Einheiten von IO-4 cm) ergaben sich bei etwa 1 at folgende Werte: C0 2 rein 9,6 (19,2°),
12,0 (45,3), 15,5 (58,1), 17,9 (74,6), 17,6 (88,7); C0 2 + 0,28% Ne 10,2 (20), 13,1 (46),
18,8 (74,3); C0 2 + 0,071% H20 19,5 (20), 26,3 (44,6), 28,6 (57,8); C0 2 + 0,077% D20
16,2 (20), 22,6 (46), 27,3 (58), 38,0 (88,3); 0 2 4,9 (40,7), 6,5 (77,9), 7,8 (100,2). Diese
A-Werte liegen durchweg höher als die auf klass. Wege berechneten. (Physica 7. 125
bis 130. Febr. 1940. Leuven, Belgien, Natuurkundig Labor.)
FUCHS.
I.
M .M etter, Bestimmung der Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Schwingungs­
energie beim Zusammenstoß von C02-Molekülen mit Beimengungen nach der Methode
der Vitraschallstreuung. (JKypnaa ÖKcnepiiMeirraJiMOH 11 TeopeTmecitoft <I>u3in;u [J.
exp. theoret. Physik] 8 . 734—44. 1938. — C. 1939. II. 2015.)
R. K. M ü lle r.
George S.Field, Dispersion und selektive Absorption hei der Fortpflanzung des
Ultraschalls in Flüssigkeiten in Röhren. In einer flüssigkeitgefüllten Röhre mit einer
dicken Wand oder einer Wand von hohem akust. Widerstand im Vgl. zur Fl. kann
mit den üblichen Generatoren eine longitudinale Schwingung erzeugt werden. Ist
die Wand nicht so fest, so ist die longitudinale Welle nicht eben, sondern cs treten auch
starke Radialschwingungen auf. An der Resonanzstelle zwischen der radialen Eigen­
schwingung u. der Longitudinalsehwingurigsfrcquenz tritt anomale Dispersion auf.
Benutztes Rohrmaterial 2— 6 cm Durchmesser, Wandstärken 1 , 2—3,3 mm, benutzte
Medien öl u. Luft. (Canad. J. Res., Sect. A 17. 197—201. Okt. 1939. Ottawa, Nat.
Res. Labor., Div. of Phys., and Electr. Eng.)
ETZRODT.
A . Akhieser, über die Absorption von Schall in festen Körpern. (J. Physics
[Moskau] 1 . 277—87. 1939. — C. 1939. II. 2883.)
Fuchs.
R . Bär, Über eine Methode zur Bestimmung der elastischen Konstanten isotroper
Festkörper mit Hilfe von Ultraschallwellen. (Vgl. C. 1939. II. 1630.) Vf. beschreibt eine
neue, auf der Lichtbeugung an Ultraschallwellen beruhende Meth. zur Best. der elast.
Konstanten fester Körper: Mittels Piezoquarz werden in dem zu untersuchenden Körper,
dem eine bes. Form gegeben werden muß, longitudinale Wellen erzeugt; von diesen spalten
sich bei der inneren Reflexion an einer Grenzfläche des Körpers T ra n sv ersa lw ellen ab.
Beide Wellenarten treten vom Festkörper in eine umgebende durchsichtige Fl., werden
dort mit Hilfe der T o E P L E R sch e n Schlierenmeth. auf eine Photoplatte abgebildet u.
*) Ultraschallunterss. s. auch S. 2447.
157*
2432
A , . A u fb a t j d e b M a t e r i e .
1940. I .
schließlich ausgemessen. Einzelheiten dieses Verf. müssen im Original nachgesehen
werden. Vcrss. hierzu werden mit 5000—7500 kHz durchgeführt. Außer Glaskörpern
wurden undurchsichtige Stoffe untersucht. Bei Cu u. Ebonit versagte jedoch die Meth.
wegen der großen Dämpfung der Wellen vollkommen, bei Messing traten störende
Reflexionen auf. Bei Fe ergab sich für die Schallgeschwindigkeit mit einer Genauigkeit
von 10%: 5770 m/Sek. bei longitudinalen u. 2950 m/Sek. bei transversalen Wellen.
(Helv. physica Acta 13. 61—76. 1940. Zürich, Univ., Physikal. Inst.)
F u chs.
— , Ultraschall und Technik. Einsatzmcglichiceiten — Apparaturen ■—- Zukunfts­
aussichten. (Techn. Bl., Wschr. dtsch. Bergwerks-Ztg. 29. 635—36. 31/12. 1939.) Skal.
J. E eilly an d W. N. Rae,
u. ß80 S.) R 8.
P h y sico-eh em ical m eth ods.
2 v ol.
L o n d o n : M etbuen.
(686 S.
A,. Aufbau der Materie.
Quantenmechanische Bewegungsgleichungen erster Ordnung.
Mathemat. Abhandlung. (C. R. hebd. Seances Acad. Sei. 209. 985—87. 27/12.
1939.)
G o t t f r ie d .
L. W . Groschew und I. M. Frank, Paarerzeugung in Stickstoff durch y-Strahlen.
Inhaltlich im wesentlichen ident, mit der C. 1939. II. 4564 referierten Arbeit. (H3BecTini
AKajeMint HayK CCCP. Cepirn «iiiaituecKaa [Bull. Acad. Sei. URSS, Ser. physique] 1938.
763—64.)
’
K lever.
Albert Rose, Ein mechanisches Modell der Elektroneiibewegung in einem gleich­
förmigen Magnetfeld. Vf. hat ein mechan. Modell für die Elektronenbewegung
im gleichförmigen Magnetfeld nach Art eines Gyroskops gebaut, wobei das Elektron
durch den einen Pol eines permanenten Magneten auf der Achse des Gyroskops dar­
gestellt ist. Mit diesem App. kann auch die Elektronenbahn im Wechselfeld demonstriert
werden. (Bull. Amer. physic. Soc. 14. Nr. 2. 42; Physic. Rev. [2] 55. 1144. 12/4. 1939.
R. C. A. Manufact. Comp. Inc.)
K ollath .
M. M. Slawsky und H. R . Crane, Die Absorption von Elektronen hoher Energie. IV.
(III. vgl. C. 1938. II. 651.) Die Elektronenstreuung in Blei u. Aluminium wurde im
wesentlichen unter den gleichen Bedingungen wie früher untersucht. Es wurde fest­
gestellt, daß bei Elektronen unter 9 MeV in Blei die bisherigen Messungen durch Vielfachstrcuung so stark beeinflußt wurden, daß keine brauchbaren Angaben über den
Energieverlust erhalten werden konnten. Zwischen 9 u. 13 MeV ist die Streuung so
gering, daß die gemessenen Energieverluste mit den theoret. Werten verglichen werden
können, sie überschreiten diese um etwa 40%. Bei 0,9 MeV-Elektronen ist für die
Vielfachstreuung in dünnen Aluminiumblechen der wahrscheinlichste u. der mittlere
Streuwinkel in guter Übereinstimmung mit der Theorie. (Physic. Rev. [2] 56. 1203—10.
15/12. 1939. Ann Arbor, Mich., Univ.)
R it s c h l .
H.
J. Yearian, Untersuchung der Beugung von Protonen mittlerer Energie durch
Dampfmolekäü. Es wird die Beugung von 15—20 kV-Protonen durch CCl4-Dampf mit
elektrostat. Fokussierung u. photograph. Registrierung untersucht. Die prinzipiellen
Schwierigkeiten bestanden in der Raumladungsvertcilung des Strahles in der Nähe der
lonenquelle u. in seiner Neutralisation beim Durchgang durch den Dampf. Die Wrkg.Qucrschnitte für Neutralisation u. Reionisation werden für Protonen u. H,+-Ionen in
H2, Luft, CC14- u. C2HäOH-Dampf für Energien von 17,7 u. 27,3 kV bestimmt. Die
Empfindlichkeit der photograph. Emulsion nimmt bei Entgasung ab, während sie bei
Behandlung mit öl auf das 15-fache steigt. Unter Beobachtung gewisser Vorsichts­
maßnahmen zur Verringerung des Einfl. der Hintergrundstreuung werden Beugungs­
diagramme erhalten, die 3 Maxima aufweisen. Die Ergebnisse sind in befriedigender
Übereinstimmung mit den aus Elektronenbeugungsverss. erhaltenen. (J. ehem. Physics
8. 24—28. Jan. 1940. Lafayette, Ind., Purdue Univ.)
H. E b b e .
Lennart Simons, Der Neutron-Proton-Streuquerschnitt. Der Streuquerschnitt von
Protonen für therm. Neutronen wird, da die bisherigen Messungen eine Diskrepanz
zwischen theoret. u. experimentellem Wert ergeben (Cßthcoret. = 14-10“ 21 qcm, <Pexp. =
11,5-IO-21 qcm), mit Hilfe einer starken Ra-Be-Quelle (300—600mg Ra + Be) neu
bestimmt. Als Streukörper dient W., als Detektor u. Filtermaterial Silber u. Jod. Die
Messungen ergeben für die mittlere freie Weglänge der Resonazneutronen in W. den
Wert 0,91 cm, woraus sich unter der Annahme, daß der Streuquerschnitt von Sauerstoff
3,3 •10_2J qcm ist, für den Protonenstreuquerschnitt der Wert 14,8-10-21 qcm ergibt.
(Physic. Rev. [2] 55. 792—93. 15/4. 1939. Kopsnhagen, Univ., Inst. f. theoret.
Physik.)
K rebs.
Martin D . Whitaker und Harold G. Beyer, Durchgang langsamer Neutronen
durch Krystalle. Der Wrkg.- Querschnitt o für langsame Neutronen hängt erheblich
Mario Schöllberg,
1940. I.
A x. A u f b a u d e k M a t e r i e .
2433
vom Krystallzustand der durchstrahlten Substanz ab. Fe-Einkry stalle ergaben
o = 7,0'IO-21 qcm, polykrystallines Fe 12-10-24 qcm. Ähnliche Ergebnisse wurden
bei Ni, Si0 2 u. Permalloy erhalten. Zur Erklärung wird angenommen, daß beim Einkrystall nur Neutronen, deren DE BROGLIE-Wellenlänge mit einer Gitterperiode über­
einstimmt, aus dem Strahlengang herausgestreut werden können. (Physic. Rev. [2] 551101. 1/6. 1939. New York, Univ. u. Columbia Univ.)
F l e is c h m a n n .
E.
A . Uehling und E . A . Scliuchard. Eine exakte, auf die Diffusion von Neu­
tronen anwendbare Lösung der Boltzmann-Beziehung. Vff. zeigen, d a ß sich unter ge­
wissen Voraussetzungen eine exakte Lsg. der B oL T Z M A N N sch en Verteilungsfunktion für
a b s o rb ie re b a r e Teilchen, die in e in h o m o g e n e s Medium diffundieren, g e b e n läßt, d ie
auf die Diffusion therm. Neutronen in Paraffin angewandt werden kann. Einige Er­
gebnisse werden mit den experimentellen R e s u lt a t e n von HOFFM ANN u . LlV IN G STO N
(C. 1938- II. 2552) verglichen. (Bull. Amer. physic. Soc. 14. 10; Physic. Rev. [2] 57.
251—52. 1940. Washington, Univ.)
K rebs.
Z . Ollano, Beobachtungen an einer Neutronenquellebestehend aus Radium-BerylliumMischsalz. Es wird kurz berichtet über direkte Messungen der Neutronenzahl pro Sek.
u. pro Millicurie, die aus zwei verschied. Zellen mit Ra-Be-Mischsalz erhalten werden.
Die Hauptursache der geringen beobachteten Ausbeute gegenüber der von Be u. Emanation
dürfte auf der ungünstigen Verteilung des akt. Salzes im Be-Salz beruhen. (Nuovo
Cimento [N. S.] 16. 456—58. Nov. 1939. Pavia, Ist. di Fisica „A. Volta“ .) E TZRODT.
L. I. Russinow und A . A . Jusefowitscll, Die Kemisomerie des Broms. Inhalt­
lich im wesentlichen ident, mit der C. 1939. II. 2741 referierten Arbeit. (H3BecTiM AicaaeMini HayK CCCP. Cepiw $ii3uuecKan [Bull. Acad. Sei. URSS, Ser. pliysique] 1938.
765— 70. Leningrad, Physikal.-teehn. Inst.)
K lever.
K . D. Ssinelnikow, A . K . Walter, W . S. Gumenjuk und A . W . Iwanow,
Untersuchung der Grenze, des Kemphotoeffektes von Beryllium. (HsBecxna AKajexnru
Hayn CCCP. Cepua 4>u3ii>xeci;aa [Bull. Acad. Sei. URSS, Ser. physique] 1938. 781—84.
— C. 1939. II. 4433.)
K lever.
G. T. Seaborg, J. J. Livingood und J. W - Kennedy, Radioaktives Tellur;
weitere Erzeugung und Trennung der Isomeren. Durch Beschuß von Te mit Deuteronen
u. Neutronen, von Jod mit schnellen Neutronen u. Antimon mit Deuteronen u. Protonen
entstehen verschied. Tellure mit 7 verschied. Halbwertszeiten, von denen 3 Paare Iso­
mere sind. Die Isomeren werden ehem. getrennt nach der „Isomerenseparation“ von
S e g r Ä, H a l f o r d u . S e a b o r g (C. 1939. I. 4005), wobei sich zeigt, daß in jedem Falle
die kürzere Periode sich aus der längerlebigen entwickelt. Im einzelnen sind die Er­
gebnisse: 12,Te mit T — 90 Tage u. 10 Stdn.; 131Te mit T = 1,2 Tagen u. 25Min.;
129Te mit T = 31 Tagen u. 70 Min.; I21Te mit T = 120 Tagen. (Physic. Rev. [2] 55.
794. 15/4. 1939. California, Univ., Radiationlabor., Dep. of Physics, Dep. of Che­
mistry.)
K rebs.
Philip Abelson, Die Identifizierung einiger der beim Zerplatzen des Uran ent­
stehenden Produkte. Unter den vor kurzem (vgl. C. 1939. II. 1632) beobachteten Zerplatzungsprodd. des Urans befand sich ein Jodisotop 131J mit 8 Tagen Halbwertszeit
(HZ.) u. ein 70 Min.-Te, das wahrscheinlich das 129Te ist. Diese Angaben werden jetzt
bestätigt; außerdem ließen sich folgende Zuordnungen sicherstellen:
At. Gew.
Sb
Te
J
131
30 S t d . ------- S Tage
25 M i n . ------- y
8 Tage
129
4,6 S t d . -------- >• 70 Min.
127
82 Std.
-------- y 10 Std.
Das 70 Min. 129Te aus bestrahltem Uran erwies sich seiner HZ. u. /3-Absorptionskurve nach als ident, mit dem aus Te durch Deuteronenbestrahlung erhaltenen TeIsotop. Entsprechendes ergab sich für das lO-Stdn.-Produkt. Die Muttersubstanz der
lO-Stdn.-Aktivität ließ sich mit Sb zusammen aus aktiviertem Uran isolieren. Period.
wiederholte Extraktionen von Tellur aus diesem Antimon ergaben, daß die HZ. dieses
S b 80 Stdn. beträgt. Weiter wurde in Bestätigung dafür, daß das 8 Tage-Jod l31J
ist, gefunden, daß dieses Jod genau wie synthet. 131J charakterist. Xenonröntgen­
strahlen aussendet. Nach S e a b o r g , L i v i n g o o d u. K e n n e d y (vgl. vorst. Ref.) existiert
das 131Te in zwei isomeren Formen mit 30 Stdn. u. 25 Min. HZ. (ersteres im höheren
Energiezustand). Durch quantitative period. wiederholte Jodextraktion ließ sich dies
auch für das aus dem Uran entstehende To beweisen. Schließlich wird jetzt gefunden,
daß nicht, wie 1. c. angegeben, die beiden HZ. von 54 Min. u. 22 Stdn. isomeren Atom­
arten angehören, sondern nach 40 Min. Te->-54Min. J u. 1 Stde. To-V 22 Stdn. J
einzuordnen sind. (Physic. Rev. [2] 55. 876—77. 1/5. 1939. Berkeley, Univ. of Cali­
fornia.)
T h il o .
2434
A ,. A u f b a d d e e M a t e b ie .
1940. I .
M. Proeopio, Trarisuranelemente. Geschickte des period. Syst. der Elemente,
Wiedergabe einer körperlichen Darst. des Syst., Ableitung bzw. Entdeckungsgeschichte
der Transurane Nr. 93—97. (Chim. Ind., Agric., Biol., Realizzaz. corp. 15. 803—04.
Dez. 1939.)
Etzrodt.
Seth H . Neddermeyer und Carl D . Anderson, Natur der Höhcnstrahlenteilchen.
In einer histor. Übersicht über den Stand unserer Kenntnisse über Natur u. Absorption
der Höhenstrahlenteilchen wird auf die Schwierigkeiten hingewiesen, diese Teilchen
prakt. alle als Protonen sowie positive u. negative Elektronen anzusprechen. Man kann
aber zeigen, daß für gleiche Energiebereiche zwei Arten von Teilchen auftreten, von
denen die eine in schwerem Material meist durch Strahlung absorbiert wird, während die
andere verhältnismäßig durchdringend ist. Erstcres Verli. ist typ. im allg. für Schauertcilehen u. alle Sekundärelektronen, welche bei elast. Zusammenstößen mit Atom­
elektronen vorzugsweise entstehen. Sie werden daher als Elektronen angesprochen.
Da Teilchen der durchdringenden Gruppe nicht von Protonenmassc, also weder
Protonen, noch Elektronen sein können, ist für sie eine mittlere M. zwischen Elektron u.
Proton anzunehmen. Dies bestätigt die Beobachtung an Teilchen, deren Reichweite,
Ionisation u. Krümmungsradien eine mittlere M. erfordern. Sie liegt bei etwa 200 Elek­
tronenmassen. Weiter werden gewisse Schwierigkeiten erörtert, die bei der Deutung
der Höhenstrahlenteilchen als Elektronen u. Mesonen bestimmter M. auftreten. (Rev.
mod. Physics 11. 191—207. Juli/Okt. 1939. Pasadena, Cal., California Inst, of Techno­
logy.)
K olh örster.
Volney C. Wilson, Natur der Höhenstrahlen in großen Tiefen. (Vgl. C. 1939.
I. 2359.) Zusammenfassender Vortrag. (Rev. mod. Physics 11. 230—31. Juli/Okt. 1939.
Chicago, Hl., Univ.)
K olh örster.
S. A . Korff, Neue Studien in großen Höhen. (Vgl. C. 1940. I. 334.) Ein über­
blick über die Herst. von GEIGER-MÜLLER-Zählrohren, auch von verläßlichen Pro­
portionalzählrohren ergibt: Gasmischungen von Ar, CC14 u. Argon-Borfluorid liefern
große Stoßimpulse über beträchtliche Spannungsbereiche unter der Anfangsspannung.
Die Größe der Impulse ist ungefähr proportional der Ionisation durch das Teilchen.
Dadurch können die Zähler speziell zur Unterscheidung von a- und /3-Strahlen über
beträchtliche Spannungsbereiche ohne zu hohe Verstärkung verwendet werden. Für
Neutronenzähler benutzt man Borfluorid. Die Ergebnisse von Pilotaufstiegen mit
radiotechn. Übertragung der Einzelstoßzahlen zeigen eine tägliche Periode bei
V2 m W.-Äquivalent mit 4°/0 der Gesamtintensität. In einer Höhe von 20 km
findet sich keine Ionisationserhöhung über 2 % , die mit einem gleichzeitigen
Sonnenfleekenvork. korreliert werden könnte, obgleich dieser gleiche Fleek starke
Ionisation unter 80 km u. Schwunderscheinung hervorrief. Die Absorptionskoeffizienten
für die Fleckenstrahlung werden berechnet. Flüge mit Neutronenzählern nach der
Radiosondenmeth. ergeben, daß die Neutronen schnell mit der Höhe anwachsen,
wobei die Zunahme schneller als die der Gesamtintensität ist u. ungefähr der der H o ffMANN-Stöße entspricht. Als Wrkg.-Querschnitt der Neutronenerzeugung in der Atmo­
sphäre durch die Höhenstrahlung wird 10-25 qcm berechnet. In der Diskussion wird
von J. C. Stearns u. D. K . Froman über Vcrss. berichtet, die das Vork. einer neu­
tralen Teilchcnkomponente in der Höhenstrahlung vermuten lassen. (Rev. mod. Physics
II . 211—21. Juli/Okt. 1939. Swarthmore, Pa., Franklin Inst., Bartol Research
Foundation.)
K olh örster.
Thomas H . Johnson, Hinweis auf Protonen als Primärteilchen des harten Bestand­
teils der Höhenstrahlung. (Vgl. C. 1939. ü . 3238.) Ergebnisse neuerer Unterss., bes.
derjenigen des Vf. über die Art der Teilchen der Höhenstrahlen werden dahin gedeutet ,
daß in der Strahlung prim. Protonen auftreten. (Rev. mod. Physics 11. 208—10. Juli/
Okt. 1939. Swarthmore, Pa., Franklin Inst., Bartol Research Foundation.) K o l h ö r s t e r .
Haydn Jones, Energieverteilung und positiver Überschuß von Mesotronen. Mit
einer zählrohrgesteuerten Nebelkammer im magnet. Felde wurden Energiebestim­
mungen der Höhenstrahlung ausgeführt, wobei einer der Zähler mit 10,2 cm Blei ge­
schirmt sich unter der Kammer befand; die weiche Höhenstrahlung wurde durch Blei
absorbiert. Das Energiespektr. gefilterter Strahlen zwischen 0,2-109 u. 2-10 3 eV unter­
scheidet sich nur wenig von dem von B l a c k e t t gefundenen Energiespektr. ungefilterter
Strahlen. Bei höheren Energien fallen beide sogar zusammen. Die Ergebnisse werden
mit E u l e r s theoret. Kurven der harten Komponente verglichen. Im Bereich von
0,2— 10-109eV werden etwa 29% mehr positive als negative Mesonen jeglicher Energie
gefunden. (Rev. mod. Physics 11. 235—38. Juli/Okt. 1939. Chicago, 111., Univ., Ryerson
Physical Labor.)
K o lh ö r s te r .
Marcel Schein u n d Piara S. Gill, Stoßhäufigkeit als Funktion der Energie.
Häufigkeitsverteilungskurven v o n Stößen n a c h Io n is a tio n s k a m m e r m e s s u n g e n a n 12 c m
1940. I .
A j. A u f b a u d e b M a t e r i e .
2435
Blei gefilterten Strahlen an verschied. Orten wurden im Bereich von 200—10 000 Teilchen
im Stoß untersucht. Ist die Anzahl der Teilchen eines Stoßes der Energie der einfallenden
Strahlung proportional, so lassen sich Energieverteilungskurven für die stoßerzeugende
Strahlung aufstellen u. mit der Tiefenionisationskurve von W lL S O N vergleichen. Beide
Kurven haben fast die gleiche Form, so daß wenigstens der größere Teil der stoß­
erzeugenden Strahlung in Seehöhe aus durchdringenden ionisierenden Strahlen, voraus­
sichtlich Mesonen, bestehen muß. Für die Entstehungswahrscheinlichkeit eines Stoßes
durch ein Meson von ungefähr 2-1010eV bei Durchsetzen von 12 cm Blei wurde ein
Wrkg.-Querschnitt für das Teilchen von 2 -10—30 qcm unabhängig von der Energie der
einfallenden Teilchen bestimmt. Für verschied. Stoßgrößen wurde das Verhältnis der
Stöße in Huankayo (3350 m) zu dem in Cheltenham (72 m) konstant gefunden bis zu
Energien von ungefähr 1011 cV u. gleichfalls für Teoloyucan (2285 im) u. Cheltenham.
Bei über 1011 eV wachsen die entsprechenden Verhältnisse der Stoßgrößen mit der Höhe
schnell an mit zunehmender Energie der Stöße. Dies wird erklärt durch die Entstehung
einiger der größten Stöße aus Photonen oder Elektronen von über 10u eV, w’elche in
größeren Höhen vorherrschen. Ein möglicher Mechanismus für die Erzeugung von
Mesonen durch die weiche Komponente in der Erdatmosphäre wird angegeben. (Rev.
mod. Physics 11. 267—76. Juli/Okt. 1939. Chicago, 111., Univ., Ryerson Physical
Labor.)
K oL H Ö R S T E R .
C.
G. Montgomery und D. D. Montgomery, Das Verhalten energiereicher Elek­
tronen in der Höhenstrahlung. (Vgl. C. 1940. I. 503; vgl. auch C. 1939. II. 319.) Das
Verli. von Elektronen u. Photonen hoher Energie in bezug auf die Erzeugung der H o f f MANN-Stöße u. der Kernverdampfungsprozesse in der Höhenstrahlung wird erörtert u.
gezeigt, daß die aus dem Zerfall der Mesonen entstehenden Elektronen von derselben
Bedeutung wie die Kaskadenelektronen sind. Zahl u. Stoßgrößeverteilung dieser großen
Schauer aus dünnen u. dicken Bleiabsorbern in Seehöhe u. ihre Änderung mit der Höhe
können durch die Wrkg. von Elektronen u. Photonen, die, wie oben angedeutet, ent­
stehen, gut beschrieben werden. Es ist unnötig, hierzu die direkte Erzeugung von
Stößen durch Explosionsschauer anzunehmen. Schwierigkeiten ergeben sich bei der
Erklärung von Schauern mit wenigen Strahlen wegen der Zahl der Stöße bei dicken
Eisen- u. Bleiabsorbern u. des Auftretens der Luftschauer, welche eine große Strahlen­
dichte besitzen. Es wird die Hypothese aufgestellt, daß Schauer stark ionisierender
Teilchen oder Kernverdampfungen durch Elektronen u. Photonen desselben Energie­
bereichs hervorgerufen werden können wie die, welche große Stöße erzeugen. Die Identifi­
zierung von Schauern stark ionisierender Teilehen mit H o F F M A N N -S töß en ist unhaltbar.
Eine Best. der absol. Anzahl der Neutronen in Seehöhe stimmt mit der Annahme über­
ein, daß diese Neutronen in Kernverdampfungsprozessen erzeugt worden sind. Dis­
kussionsbemerkungen. (Rev. mod. Physics 11. 255—66. Juli/Okt. 1939. Swarthmore,
Pa., Franklin Inst., Bartol Research Foundation.)
K oL H Ö R ST E R .
Giuseppe Cocconi und Vanna Tongiorgi, Über die Sekundärstrahlung der kos­
mischen Strahlen. Durch Beobachtung der Kohärenz der Schauer der kosm. Strahlung
wird ihr Öffnungswinkel untersucht. Es werden ganz weiche, weiche u. harte Schauer
geprüft. Die Beobachtungen an den beiden ersten passen gut in das allg. angenommene
Schema, während bei den harten kein Vorherrschen einer kleinen Apertur festzustellen
ist. Es wird schließlich die Erzeugung von Sekundärstrahlung durch die harte Kom­
ponente in verschied. Substanzen untersucht. Es ist aus den Beobachtungen zu ent­
nehmen, daß die Sekundärstrahlen um so zahlreicher auftreten, je kleiner die Atom­
nummer der sie erzeugenden Substanz ist. (Nuovo Cimento [N. S.] 16. 447—55.
Nov. 1939. Milano, R. Univ., Ist. di Fisica.)
E tzrodt.
L. Vegard, Das Nordlicht und die Ionosphäre. (V g l. C. 1939. I. 4566.) Unterss.
über das Auroraspektr. u. seine Änderungen, die Luminescenzverteilung längs des Licht­
strahls u. Temp.-Bestimmungen im Auroragebiet führten V f. bereits 1923 zu einer
Theorie der Atmosphäre, die die Existenz von mindestens drei Schichten maximaler
Ionendichte annimmt. Die Resultate dieser Unterss. werden durch neuere Radio­
echoarbeiten bestätigt. (Scientia [Milano] 67 ([4] 34). 37—43. 1/2. 1940. Oslo, Univ.,
Phys. Inst.)
Verleger.
*
Henri Deslandres, Anwendung einer neuen Analysenmethode für Molekular­
spektren auf wichtige Moleküle. (Vgl. C. 1940. I. 1621.) Nach seiner mehrfach be­
schriebenen Meth. der Analyse von Bandenspektren mit Hilfe einer einfachen Formel
prüft Vf. die von Ü R B A IN aufgestellte Hypothese, daß die Struktur des Chlf.-Mol.
aus den beiden Atomgruppen C1H u. CC12 zusammengesetzt ist. Diese Gruppierung
ist nach den Ergebnissen des Vf. die stabilere, während die Gruppierung in CHC1 u.
*) Spektr. organ. Verbb. s. S. 2455, 2456.
2436
A ,. A u f b a u d e b Ma t e b ie .
1940. I .
Cl2 nicht ausgeschlossen wird. Weiter wird das Mol. CINH4 untersucht. Hier spricht
die Analyse für die Gruppierung in C1H u. NH3. Ferner erfolgt an Hand der beob­
achteten Mol.-Frequenzen eine Analyse der Komplexsalze K,Fe(CN)0 4- 3 H 20 .
K 3Cu(CN)4 u. KAg(CN)2. Es werden einige Bemerkungen zur Frage der WERNERschen
Koordinationszahlen u. der Katalyse vom Standpunkt der Theorie des Vf. gemacht.
(C. R . hebd. Séances Acad. Sei. 207. 1341—45. 27/12. 1938.)
R it s c h l .
Henri Deslandres, Anwendung der neuen Analyse der Molckülspektren auf einige
interessante Moleküle. Einfache Beziehung zwischen dm Frequenzen eines Moleküls
im gasförmigen und im flüssigen Zustande. Mit Hilfe der früher (vgl. C. 1939. ü . 590)
entwickelten Meth. werden Literaturdaten über die Mol.-Spektren von SiHt, S2.
NHa, HCl, DCl, 0 2I12 u. C„D2 analysiert. Die in der C. 1940. I. 1621 referierten Arbeit
am Beispiel des PH 3 bzw. PD3 gefundene einfache Beziehung zwischen den Frequenzen
der fl. u. gasförmigen Verb. kann für die untersuchten Verbb. bestätigt werden. (C. R.
hebd. Séances Acad. Sei. 209. 865— 69. 11/12. 1939.)
H. E r b e .
G.
C. Kiess und T . L. de Bruin, Das zweite Spektrum des Chlors und seine Struktur.
Vff. geben eine Liste der Wellenlängen des Clü-Spektr. von 9483— 2100 A, in der die
Intensitäten u. die Termkombinationen angeführt sind. Die Terme von Cl II gehören
zu 4, möglicherweise zu 5 Familien, unter denen die Terme, die aus iS, 2D u. 2P des
Cl III entstehen, die Linien der höchsten Intensität hervorrufen. Es wird ein Ionisations­
potential von 23,70 V für C1+ abgeleitet. (J. Res. nat. Bur. Standards 23. 443— 70. Sept.
1939. Washington.)
L in k e .
Eric Durand, Auslöschung und Schwingungsenergieübertragung im Fluorescenzspektrum des S2. Die ultraviolette Fluoreseenz des S2 wird durch die starken Mg-Funkenlinien AA 2928 u. 2937 angeregt. Mit reinem S2 wird eine typ. WooDsche Resonanzfortschreitung beobachtet; bei Zusatz von einigen mm irgendeines Edelgases (Verss. mit
He, Ne, Ar, Kr u. X) treten Veränderungen in der Fluoreseenz auf, die auf Fluorescenzauslöschung u. auf Übertragung von Schwingungs- u. Rotationsenergie zurückzuführcn
sind. Pro Zusammenstoß sind die Ausbeuten für Auslöschung u. für Schwingungs­
energieübertragung von der Größenordnung 1; beide zeigen die gleiche Abhängigkeit
von dem At.-Gew. des zugefügten Edelgases mit einem Minimum in der Gegend von Ar
oder Kr. Die Auslöschung kommt durch Abgabe von 2 Quanten von Schwingungs­
energie an S2 u. nachfolgende Spaltung infolge von Prädissoziation zustande. (J. chem.
Physics 8 . 46—51. Jan. 1940. Baltimore, Md., John Hopkins Univ.)
H. E r b e .
George M. Murphy, Coriolisstörungen in den Spektren von Silan und German.
Vff. finden eine CORIOLIS-Störung der Rotationsstruktur der Grundschwingung vt
von SiH4 u. GeH4. Nach der Meth. von Jahn (vgl. C. 1939.1. 1532) werden die Matrix­
elemente des CORIOLIS-Operators für die Linien P (9), P (10) u. Q (10) bestimmt.
Die danach erhaltene Absorptionskurve stimmt mit der gemessenen gut überein. Der
auffallendste Unterschied zwischen den Spektren der beiden Verbb. besteht darin,
daß der Q-Zweig im Falle des SiH4 nach niedrigeren, im Falle des GeH4 nach höheren
Frequenzen verschoben ist. Es wird gezeigt, daß dieses auf die relative Lage der infrarotakt. Schwingung y2, die für die Störung verantwortlich ist, zurückgeführt werden
muß. (J. chem. Physics 8 . 71—78. Jan. 1940. New Haven, Conn., Yale Univ., Sterling
Chem. Labor.)
H. E r b e .
R . K . AsundiundB. K . Vaidya, Die Flammen- und Bogenspektren einiger Calciumund Strontiumsalze. Bei der Unters, der Flammen- u. Bogensprektren der Nitrate,
Chloride u. Oxyde des Ca u. Sr bei großer Auflsg. zeigt sich, daß die Spektren der Haloge­
nide durch die der Oxyde verunreinigt sind, auch wenn in einer H2-Atmosphäre ge­
arbeitet wird. Bei Berücksichtigung dieser Banden können die der Halogenide in ein
Syst. gebracht werden mit einer Dublettaufspaltung von 260 cm-1. Die Ca-Salze be­
sitzen eine enge Bandengruppe bei 5552,4 Â, die nach kürzeren Wellen abschattiert ist
u. von einem hellen unaufgelöstem Fleck gefolgt wird, der eine hohe Intensität in der
Flamme u . eine niedrige im Bogen hat. Bei den Sr-Salzen liegt die enge Bandengruppe
bei 6113,7 Â, u . der unaufgelöste helle Fleck hat Maxima bei 16 499 cm- 1 u . 16 548 cm-1.
Es erscheint wahrscheinlich, daß die Banden von den Ca2- bzw. Sr2-Moll. herrühren, u .
daß der Elektronenübergang ein niedriges Niveau mit einem flachen Minimum des
V A N DER W A A L S -T y p u s hat. Die Banden beginnen beim Ca u. Sr bei 18 005 cm-1 u.
16 352 cm"1. (Nature [London] 145. 224. 10/2. 1940. Benaret Univ., Dep. of Chem.
Techn.)
L in k e .
G.
D. Kochester und E . Olsson, Das Bandenspektrum des MnF. Das von
ROCHESTER entdeckte Absorptionsspektr. des Manganfluorids zwischen 2350 u.
u. 2500 A wird analysiert, es stellt ein XS-— 12’-Schwingungsbandensyst. dar, für das
die Kantenformel aufgestellt wird. Daneben werden eine Reihe von Banden des Mol.
1940. I.
A [. A u f b a u d e r M a t e r i e .
2437
>InF„ beobachtet sowie solche von ZnF. (Z. Physik 1 1 4 . 495—99. 18/11. 1939. Man­
chester, Univ., Phys. Inst.)
R it s c h l .
S. T. Henderson, Bandenspeklren von Leuchtstoffen bei Kathodenstrahlanregung. Mit
Hilfe eines H lL G E R -S p e k tr o g r a p h e n wird im Gebiet von 3650—6678 Â die spektrale
Verteilung der Emission einiger durch einen divergenten Elektronenstrahl (5 kV) er­
regter Leuchtstoffe photograph. ausgemessen u. eine Analyse einiger komplexer Banden
durchgeführt. Es wurden untersucht: ZnS rein, ZnS mit Spuren von Cu, Ag, Au,
Pb, Mn u. die Wolframate von Ca, Zn u. Cd. Die Ergebnisse sind folgende: ZnS zeigt
eine einfache Bande ohne Feinstruktur im Blauen mit einem Maximum bei 21800 cm-1.
Etwa 500 cm- 1 von diesem entfernt liegt das Maximum der (wahrscheinlich einfachen)
Bande des Ag-haltigen ZnS. ZnSAu verhält sich ähnlich. ZnSCu besitzt außer der
blauen Bande eine zweite mit steigendem Cu-Geh. wachsende Bande yn Grünen. Die
Abhängigkeit der Lage dieser Bande vom Cu-Geh. u. ebenso das Verhältnis der Intensi­
täten der blauen u. grünen Bande als Funktion des Cu-Geh. werden bestimmt. Bei
Zusatz von Pb wird die blaue Bande des ZnS ein wenig langwellig verschoben. ZnSMn
besitzt eine relativ schmale Bande im Gelben bei 17060 cm-1 ; dabei verschwindet die
blaue ZSn-Bande völlig. Der Einfl. eines steigenden Zusatzes von CdS auf die Banden­
lage von ZnSAg, ZnSCu u. ZnSMn wird untersucht: Erstere zeigen eine lineare Ver­
schiebung, ZnSMn nur eine geringe Verschiebung des Bandenmaximums nach langen
Wellen. Die bei ca. 1000° hergestellten Wolframate des Zn u. Cd besitzen neben schwach
angedeuteten, nicht trennbaren Banden 3 ausgeprägte Emissionsmaxima bei 21700,
19550 u. 18100 cm-1. CaWO, weist auch eine dieser Banden auf. Die Unters, des Temp.Einfl. ergab, daß bei Kühlung mit fl. Sauerstoff ZnS (rein) u. ZnS mit Ag, Cu bzw. Mn
ihre Banden um ca. 25% verengen unter gleichzeitiger geringer Verschiebung der
Maxima. Zum Schluß versucht Vf. die Lago der Emissionsbanden mit Elektronenübergängen in den Aktivatoratomen in Beziehung zu setzen. (Proe. Roy. Soc. [London],
Ser. A. 1 7 3 . 323—38. 18/12. 1939.)
R udolph .
Yasuo Uehara, Untersuchungen über Leuchtstoffe. Teil I. Theorie des ZinksulfidKupfer-Krystallphosphors. Vf. versucht auf der Grundlage der quantenmeelian. Theorie
des festen Zustandes ein Bild des ZnS/Cu-Phosphors zu entwickeln, dos den Leuchtmeclianismus, die Erregungs- u. Emissionsbanden u. die lichtelektr. Leitfähigkeit
berücksichtigt. D a s entwickelte Modell unterscheidet sieh wesentlich vom SE IT Z schen
ZnS/Cu-Modell. (Bull. ehem. Soc. Japan 1 4 . 539—46. Dez. 1939. Kawasaki, Mazda
Division, Labor. Tokyo Shibaura Electric Co. [Orig.: engl.])
STRÜBING.
Erich Tiede und Ernst Villain, Krystallochemische Untersuchungen auf dem
Gebiet der Spinell-Luminophore: das Mg^TiOJMn-System. Aus reinsten Oxyden durch
Glühen (20 Min. bei 1200°) hergestelltes Mg2Ti0 4 ergibt bei Aktivierung mit Mn einen
bei UV-Erregung rotfluorescierenden Leuchtstoff, dessen Emission sich durch bes.
schmale Banden auszeichnet. Die Fluorescenz ist an den Spinelltyp gebunden;
MgO -TiOj/Mn u. M g0-2Ti02/Mn sind nicht luminescenzfähig. Einbau von Fe, Cu,
Cr, Ag, Ni, Co, Re, Bi, Au, Zn, Sn, Nb, In, W u. U in Mg2Ti0 4 ruft kein Leuchten
hervor. Reines Mg2Ti0 4 sowie jede der mit Mn aktivierten Komponenten werden durch
UV nicht zum Leuchten angeregt, jedoch zeigt MgO/Mn bei Kathodenstrahlerregung,
wie schon bekannt (vgl. T i e d e , C. 1 9 3 9 . Ï. 3498), schwache Luminescenz.
Die Kathodoluminescenz des Mg2Ti04/Mn ist übrigens auch nur relativ gering.
Als günstigste Mn-Konz. innerhalb der untersuchten Werte von 0,01— 1,92 mg
Mn/g Titanat ergibt sich 0,5 mg Mn/g Titanat. Die besten Präpp. werden durch
langsames Abkühlen u. durch Glühen in 0 2 erhalten, während durch Glühen in
N2 die Luminescenz vernichtet, allerdings durch nachträgliches Glühen in Luft
oder 0 2 wieder erhalten wird. Als Mineralisator ist KCl geeignet. Die Erregungs­
verteilung erstreckt sich von 310— 400 m/t (Maxima bei 318, 340 u. 385 m/i). Der
Kmissionsschwerpunkt liegt bei 655 mfi. Von —190 bis -{'S0 wird die Luminescenz
durch die Temp. nicht beeinflußt; bei 100° nimmt sie bei gleichzeitiger Verschiebung
ins violette Gebiet ab, u. bei 250° tritt keine Luminescenz mehr auf. Ersetzen des
Ti0 2 durch Sn02 führt zu einem grünen, bes. durch Kathodenstrahlen erregbaren
Leuchtstoff. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 7 3 . 274—79. 6/3. 1940. Berlin, Univ., Chem.
Inst.)
'
S t r ü b in g .
W . A . Shdanow, Zur Theorie des Einsetzens einer plastischen Deformation. Ein
fester Körper wird als ein Syst. von anharmon. Oscillatoren betrachtet. Unter dem Einfl.
einer gewissen Energie (Aktivierungsenergie) gehen einzelne Teilchen aus dem Zustand
von period. Bewegungen in den Zustand aperiod. Bewegungen über. Es wird an­
genommen, daß der Beginn einer plast. Deformation das Ergebnis einer derartigen
Zustandsänderung einer Teilchengruppe unter dem Einfl. äußerer Kräfte u. therm.
Schwankungen ist. E s wird festgestellt, daß ein e VAN DER W A A L S seh e Wechselwrkg.
2438
At.
A u fb a u d e r M a t e r ie .
1940. I .
die Aktivierungsenergie erheblich vermindert, woraus folgt, daß Krystalle mit einem
großen Anteil an VAN DER WAALSScher Energie eine erhöhte Plastizität besitzen
müssen. (H3Bearii)i AKaaesnni Hayic CGCP. Cepim <&it3uuecKaa [Bull. Acad. Sei.
URSS, Sér. physique] 1937. 815—21.)
Reinbach.
A.
W . Stepanow, Über die Ursachen des vorzeitigen Bruches. Die vom Vf. aus­
gesprochene Hypothese, daß die vor jedem Bruch auftretenden plast. Deformationen
die Ursache sind für Veränderungen innerhalb eines Krystalles, die dann ihrerseits
zum Bruch führen, wird versuchsmäßig überprüft. Die ermittelte Zugfestigkeit von
Steinsalzkrystallen hängt nicht von den schon vor dem Vors. vorhandenen Fehlstellen
in der Probenoberfläche ab, sondern wird von Fehlstellen bestimmt, die im Verlauf
der plast. Deformation auftreten. Die unter n. Vcrs.-Bedingungen 500 g/qmm be­
tragende Festigkeit von Steinsalzkrystallen kann durch Vergrößerung bzw. Verminde­
rung des Einfl. der plast. Deformation jeden beliebigen Wert zwischen SO u. 2000 g/qmm
annehmen. (H3BecTHJi AicaaeMini Hayn CCGP. Cepir/i «I>ii3it<iecKaa [Bull. Acad. Sei.
URSS, Sér. physique] 1937. 797—813.)
Reinbach.
*
A . P. Komar, Die Struktur plastisch deformierter Krystalle und der Deformations­
mechanismus. Röntgenstrukturanalyt. Unterss. von deformierten Al-, Mg- u. Steinsalzkrystallen ergeben eine gute Übereinstimmung mit den auf Grund der Vorstellungen vom
Translationsmechanismus zu erwartenden strukturellen Veränderungen. (JÎ3Becïir;i
AKaaeMim HayK CCCP. Cepiiii 'I'inii'iecKair [Bull. Acad. Sei. URSS, Sér. physique] 1937.
789—95.)
Reinbach.
W . A . Wood, Struktur von Metallen in Deformationszustand. Entspricht inhaltlich
im wesentlichen der C. 1939. II. 3377 referierten ausführlicheren Arbeit. (Nature
[London] 143- 163—64. 28/1. 1939. Teddington, Middlesex, National Physical
Labor.)
R. K. M ÜLLER.
Allan T. Gwathmey und Arthur F . Benton, Einige Versuche, aus denen die
Abhängigkeit der Reaktionsfähigkeit von der krystallographischen Richtung bei Kupfereinkrystallen hervorgeht. Kupfereinkrystalle in Kugelform werden in Hg, 0 2-gesätt.
Essigsäure, C0 2-gesätt. W. u. anod. in verschied. Elektrolyten geätzt. In allen Fällen
kann eine unterschiedliche, mehr oder minder starke Anätzung der den verschied
krystallograph. Ebenen zugeordneten Kugelzonen festgestellt werden. Bei einer
längere Zeit dauernden anod. Ätzung einer Einkrystallkugel von 15 ± 0,01 mm Durch­
messer in Orthophosphorsäure verringerte sich der Durchmesser in Richtung der
(1 1 l)-Pole um 0,91mm, zwischen den (10 0)-Polen um 0,63 mm u. zwischen den
(1 1 0)-Polen um 0,95 mm. Bei einem 2. Vers. wurden 0,88, 0,63 u. 0,89 mm gemessen.
Auf die Wichtigkeit derartiger Unterss. für die Korrosionsforschung wird hingewiesen.
(Trans, electrochem. Soc. 77. Preprint 9. 8 Seiten. 1940. Charlottesville, Va., Univ. of
Virginia.)
KoBPIUN.
Gustav Siebei und Hugo Vosskühler, Bestimmung der Löslichkeit von Magnesium
in Aluminium. Auf Grund eingehender röntgenograph. u. mkr. Unterss. sowie Messungen
der elektr. Leitfähigkeit wird die Löslichkeit von Mg (99,83 u. 99,93°/0) in Al (99,83 u.
99,995%) neu bestimmt. Die Abweichungen der Ergebnisse von den Resultaten früherer
Arbeiten werden erörtert. Für die Löslichkeit von Mg in Al findet sich bei 100° 1,9 (%),
bei 300° 6,7, bei 449° 17,4, bei 550° 6,7 u. bei 650° 0,3. (Z. Metallkunde 31. 359—62. Dez.
1939. Bitterfeld.)
K ubaschewski.
J. Calvet, A . Guinier, P. Jacquet und A . Silberstein, Untersuchung der Er­
holung der festen Lösung Aluminium-Magnesium. Ausführlichere Mitt. über die C. 1940.
I. 673 referierte Arbeit. (Métaux et Corros. 14 (15). 139— 47. Nov. 1939.) Skaliks .
Hans Nowotny und Harald Wesenberg, Untersuchungen im System AluminiumStrontium. Das Syst. Al (99,998%)-Sr (99,0%) wird bis etwa 50% Sr röntgenograph.
untersucht. In dem untersuchten Bereich finden sich die Phasen Al4Sr u. AlSr. Sr ist
in Al prakt. unlöslich. Die Verb. Al.,Sr hat tetragonal-raumzentrierte Struktur (a = 4,45,
c = 11,05 Ä), u. ist mit Al_,Ba isomorph. Die Löslichkeit für Al bei 700° wird zu etwa
5 Atom-%, die für Sr zu 5,7 Atom-% bestimmt. Für die Verb. AlSr ergibt sich ein
kub.-raumzentriertes Gitter (a = 15,8 A u. 116 Atome in der Elementarzelle). Eine
Ähnlichkeit mit dem /?-Messingtyp wird kurz erörtert. Unterhalb 300° ist diese Phase,
die Sr bis zu einer Gitteraufweitung von 5% zu lösen vermag, instabil. (Z. Metallkunde
31. 363—64. Dez. 1939. Karlsruhe, Techn. Hochsch., Inst. f. physikal. Chern. u. Elektrochem.)
'
Kubaschewski.
Thomas C. Wilson, Die ß'-ß-Umicandlung in Lithium-Bleilegierungen. Im An­
schluß an Unterss. von Grube u. K la ib e r (vgl. C. 1935. I. 1170) wird die bes. Um­
wandlung in der /?-Phase von Li-Pb-Legierungen unter hohem hvdrostat. Druck (bis zu
*) Kiystallstruktur organ. Verbb. s. S. 2456, 2457, 2469.
1940. I.
A i. A u f b a u d e r M a t e r ie .
2439
10 000 kg/qcm) durch Messungen der elektr. Leitfähigkeit eingehend studiert. In Verb.
mit den Ergebnissen aus orientierenden Messungen der therm. Ausdehnung folgt daraus,
daß die /S'-ß-Umwandlung beim Erhitzen langsam vor sich geht unter Übergang einer
Phase mit abnorm hohem Energie- u. Entropieinhalt zu einer solchen von ausgesprochenem
n. Charakter. Röntgenanalysen machen es wahrscheinlich, daß die Umwandlung von
Bewegungen der Li-Atome im Gitter begleitet ist. (J. chem. Physics 8. 13— 19. Jan.
1940. New Haven, Conn., Yale Univ.)
H. E r b e .
Atomi Ösawa und Nisaku Shibata, Die strukturdlen Änderungen beim Abschrecken
und Tempern der ß-Legierungen im System Kupfer-Antimon. Legierungen der /5-Phase
im Syst. Cu-Sb werden abgeschreckt u. getempert u. die dabei auftretenden Änderungen
mkr.', differentialdilatometr. u. röntgenograph. verfolgt. Folgende Ergebnisse werden
erhalten: die Zahl der Atome in der Elementarzelle der ß-Phase ist 14 (10 Cu u. 4 Sb).
Durch schnelles Abkühlen der Legierungen der /?-Phase entsteht eine intermediäre
Phase ß', die sich beim Tempern ausscheidet u. bei 280—300° in 6 + 0 zerfällt. Die
Legierungen mit 55,5—63,5°/0 Cu (aus dem ß-Gebiet abgeschreckt) haben ein flächen­
zentriertes tetragonales Gitter (a = 5,91—5,928, c = 5,94—6,08 Ä), dagegen die mit
63.5—68% Cu ein kub. (a = 5,91—5,928 A) oder, nach dem Tempern, ein flächen­
zentriertes tetragonales Gitter (a = 5,94—5,97, c = 5,90—5,88 Ä). Das Auftreten des
kub. Gitters ändert also das Achsenverhältnis c/a bei der Eutektoidzus. (63,5% Cu) von
einem Wert > 1 in einen Wert <1. (Sei. Rep. Töhoku Imp. Univ., Ser. I 28. 197—214.
Okt. 1939. [Orig.: engl.])
K u b a s c h e w s k i.
Friedrich Weibke und Isolde Efinger, Der Aufbau der Legierungen des Systems
Silber-Antimon. Das Syst. Ag-Sb wird im Bereich von 17,0—31,0% Sb nach therm.,
mkr. u. röntgenograph. Verff. erneut untersucht. Das Bestehen zweier intermediärer
Phasen in dem untersuchten Bereich (e, Ag3Sb) wird bestätigt. Die e-Phase hat eine
Struktur hexagonal dichtester Kugelpackung. Bei Sättigung an Sb bei 500° (17,0%)
betragen die Gitterkonstanten a = 2,961, c = 4,789 A, u. bei 400° (16,7% Sb) a — 2,956,
c = 4,787 A. — Die rhomb. Phase der mittleren Zus. Ag3Sb existiert in 2 Modifikationen
( e " u. e'), die sich trotz der Abschreckbarkeit der Hochtemp.-Form im Röntgenbild prakt.
nicht unterscheiden. Es wird angenommen, daß es sich bei dem Phasenübergang (bei
Sättigung an Ag bei 440°; bei Sättigung an Sb bei 449°) um einen Vorgang Ordnung =?*=
Unordnung handelt. Das Homogenitätsgebiet dieser Phase erstreckt sieh bei 400° von
23.5—28,6% Sb. Die ¿"-Phase entsteht bei 562° peritekt. aus e + Schmelze. Die
Gitterkonstanten der an Ag gesätt. e'- bzw. «"-Phase sind kleiner als bisher angenommen
wurde. Die Konz.-Abhängigkeit der Gitterkonstanten ist sowohl für die f-Phase, als
auch für die e'- bzw. e"-Phase nicht linear. (Z. Elektroehem., angew. physik. Chem. 46
53—60. Febr. 1940. Stuttgart, Kaiscr-Wilhelm-Inst. f. Metallforsch.) KU BASCH EW SKI.
Friedrich Weibke und Isolde Efinger, Elektrochemische Untersuchungen am
System Silber-Antimon. Das Syst. Ag-Sb wird durch Messungen der EK. in einer Zelle
Sb |SbCl3 |Ag-Sb bei Tempp. zwischen 400 u. 500° mittels einer beschriebenen App.
untersucht. Die Auswertung der Vers.-Daten in Verb. mit therm., mkr. u. röntgenograph.
Ergebnissen ergibt eine Korrektur des bisher angenommenen Zustandsdiagrammes des
Syst. Ag-Sb (bes. des Bestehens einer bisher unbekannten Umwandlung im Gebiet der
bisherigen e'-Phase), über die in einer anderen Arbeit (vgl. vorst. Ref.) berichtet wird. —
Ferner führt die thermodynam. Erörterung der Ergebnisse zu der Feststellung, daß die
Meßdaten trotz guter Reproduzierbarkeit nicht dem Gleichgewicht entsprechen. Diese
Tatsache wird auf eine Sekundärrk. zwischen der Schmelze u. der Legierungselektrode
(3 Ag + SbCl3 ^ Sb + 3 AgCl) zurückgeführt. Die scheinbare Änderung der freien
Energie u. die scheinbaren Bldg.-Wärmen im Syst. Ag-Sb auf Grund der Vers.-Ergebnisse
werden medergegeben. (Z. Elektroehem., angew. physik. Chem. 46. 61—69. Febr. 1940.
Stuttgart, Kaiser-Wilhelm-Inst. f. Metallforsch.)
KUBASCHEW SKI.
Werner Geller, Das System Eisen-Kobalt-Antimon. Die Gleichgewichtsverhält­
nisse in dem Syst. Fe-Co-Sb werden auf Grund therm., mkr. u. dilatometr. Unterss.
ermittelt u. die Ergebnisse graph. u. tabellar. wiedergegeben. Die Zustandsdiagramme
der bin. Randsysteme werden der Literatur entnommen. Die Systeme Fe-Sb u. Co-Sb
werden an Hand eigener Verss. nachgeprüft. In dem tem. Syst. bilden, wie sich er­
gibt, die Verb. CoSb u. die e-Phase des Syst. Fe-Sb eine lückenlose Reihe von Mischkrystallen, ebenso die Verbb. CoSb2 u. FeSb2. (Areh. Eisenhüttenwes. 13. 263—66.
Dez. 1939. Aachen, Techn. Hochschule, Eisenhüttenmänn. Inst.)
K u b a s c h e w s k i.
Werner Köster, Das System Eisen-Kobalt-Beryllium. Das Syst. Fe-Co-Be wird
in dem Teilbereich Fe-Co-FeBe2-CoBe therm. u. mkr. untersucht u. die Gleichgewichts­
verhältnisse graph. wiedergegeben. In dem untersuchten Teilbereich treten nur die
4 Phasen: a- u. y-Mischkrystall, FeBe, u.CoBe auf. Be u. Co sind in a-Fe lösl., u. zwar
steigt die Löslichkeit mit steigender Temperatur. Die a-Mischkrystalle sind durch Ab-
2440
A ,. E l e k t r i z i t ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
1940. I .
schrecken u. Anlassen mechan. u. magnet. aushärtbar. Die höchsten Brinellhärtewerte
nach dem Anlassen mit 650—700 Einheiten ergeben sich bei Legierungen mit 5°/o Co
bei Zusatz von 7,5% Be, mit 15°/0 Co bei Zusatz von 3,5°/0Be, u. mit 25% Co bei Zusatz
von 7,5% Be. Die Koerzitivkraft einer von 1100° abgeschreckten Legierung mit 5% Co
u. 7,5% Be hat bei einer Anlaßtemp. von 600° ihren Höchstwert mit etwa 55 örsted bei
einer Sättigung von etwa 13000 u. einer Remanenz von etwa 8000 Gauß. (Arch. Eiscnhüttenwes. 1 3 . 227—30. Nov. 1939. Stuttgart, Kaiser-Wilhelm-Inst. f. Metall­
forsch.)
K u b a s c h e w s k i.
J. C. Vaughan jr. und John Chipman, Die Löslichkeit des Stickstoffs in ge­
schmolzenen Eisen-Siliciumlegierungen. Es wurde die Löslichkeit des N bei Atmo­
sphärendruck in fl. Fe-Si-Lcgiorungen mit bis zu 15,8% Si bei 1630 ± 30° bestimmt.
Sie wächst an von 0,041% in reinem Fe bis zu etwa 0,046% hei 1—2% Si-Geh., dann
fällt sie ab auf etwa 0,01% bei dem höchsten Si-Gehalt. Die Ergebnisse zeigen an
die Bldg. eines Eisennitrids u. eines Eisensilicids, die sich in Lsg. befinden, u. eines
Siliciumnitrids mit in der Schmelze beschränkter Löslichkeit. (Metals Tcchnol. 6 .
Nr. 7. Techn. Publ. 1109. 8 Seiten. Foundry Trade J. 6 1 . 371—72. 1939. Niagara
Falls; Cambridge, Mass., Massachusetts Inst, of Technology.)
' P a h l.
Johannes Stark, P h y sik der A to m o b e rflä ch e .
M . 3.60.
A ,. E le k t r iz it ä t.
C.
L e ip z ig : H irzel.
M a g n e tis m u s .
1940.
(V I I I , 7ß S .)
8°.
E le k t r o c h e m ie .
D. Thomas und R . C. Colwell, Reflexion von Wellen an diffusen Grenzflächen.
Berechnung der Intensität von Wellen, die an Grenzflächen verschied. Art reflektiert
wurden, bei denen s ic h die DE. nur etwas ändert. Die F R E S N E L S ch e n Gleichungen
lassen sich auf ziemlich dicke Schichten anwenden, wenn der Brechungsindex nahe
bei 1 Hegt. (Physic. Rev. [2] 5 6 . 1214— 16. 15/12. 1939. Morgantown, W. Va.,
Univ.)
R its c h l.
M. Saito, Die freie Weglänge in Gasen in einem Gefäß. Es wird die freie Weg­
länge l elektr. geladener Teilchen (z. B. Elektronen oder Ionen) in gasgefüllten Gefäßen
bestimmter Form (zwischen 2 Platten, zwischen zwei konzentr. Zylindern u. zwischen
zwei konzentr. Kugeln) in ihrem Verhältnis zur freien Weglänge F im nicht begrenzten
Raum berechnet. Ist F klein gegen die Gefäßdimensionen, so ist l — F ; ist F groß
gegen die Gefäßdimensionen (Wandabstand d), so ist l = d. Der Übergang zwischen
beiden Extremfällen wird berechnet u. in Kurvenform wiedergegeben. (Electrotechn. J. 3 . 257—59. Nov. 1939.)
K o lla th .
G.
D . Yamold, Eine mechanische Analogie zur Bewegung von Elektronen in Gasen.
Vf. hat an einem mechan. Modell für die Bewegung von Elektronen durch Gase unter
dem Einfl. eines konstanten elektr. Beschleunigungsfeldes (schräggestelltes Brett von
1 qm Größe mit statist. verteilten Nägeln, Stahlkugel) Verss. bei verschied. Neigung des
Brettes durchgefülirt. Er weist zunächst darauf hin, daß die feste Lage der Nägel
(ruhende Atome) unbedenklich ist; dagegen muß man die Konsequenzen beachten, die
die Energieverluste beim Stoß der Kugel (größer als beim Elektron im Gas) u. die Be­
vorzugung von Rückwärtswinkeln beim Stoß mit sich bringen. Benutzt wurden 3 ver­
schied. Neigungen, die sich wie 1 : 2 : 4 verhielten, Stoßzahl ca. 15. Die tatsächliche
Geschwindigkeit der Kugel („velocity of agitation“ bei den T o W N S E N D s c h e n Verss.)
wurde beim Austritt aus dem Nagelbrett auf einem angebauten Horizontalbrett ge­
messen; die gerichtete Geschwindigkeit („drift-velocity“ ) wurde aus der Durehgangszeit
durch das Nagelbrett bestimmt; schließlich konnte auch die seitliche Abweichung der
Kugel („lateral diffusion“ ) gemessen werden. Die gemessene G e s c h w in d ig k e its ­
verteilung zeigt ein ausgeprägteres Maximum als die M A X W E L L - V e r t e ilu n g , läßt sich
aber mit der der Elektronen im Gas noch nicht vergleichen, da letztere noch nicht sicher
bekannt ist. Die seitliche Abweichung ist von der Brettneigung (Feldstärke) ziemlich
unabhängig entsprechend den T o W N S E N D s c h e n Ergebnissen. (Philos. Mag. J. Sei. [7]
2 9 . 47—-51. Jan. 1940. Nottingham, Univ. College.)
K ollath.
Pascal Vetterlein, Messungen von elektrischen Anregungsfunktionen an Queck­
silber. Die Empfindlichkeit bei der Best. der Ausbeute unelast. Stöße von Elektronen
in Gasen läßt sich dadurch merklich steigern, daß die Gegenspannungskurve durch
Überlagerung kleiner Wechselspannungen elektr. differenziert wird, wobei dann die
Geschwindigkeitsverteilungskurve des aus dem Gasraum austretenden Strahls un­
mittelbar gewonnen wird. Es werden elektr. Anregungsfunktionen einzelner Hg-Terme
(entsprechend 5,4, 6,7, 9,8 u. 11,0 V) zwischen 100 u. 380 V Elektronenenergie nach
dieser Meth. gemessen u. die Fehlerquellen der Meth. diskutiert. Die Anregungs­
funktionen zeigen in dem untersuchten Bereich durchweg einen Anstieg nach kleineren
1940. I .
A j. E l e k t r iz it ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
2441
Elektronenenergien liin. (Ann. Physik [5] 3 5 . 251—71. 15/5. 1939. Hannover, Techn.
Hochschule, Phys. Inst.)
K ollath .
Donald H . Haie, Die Tovm.se,mischen Koeffizienten der Ionisation durch Stoß in
reinem und verunreinigtem Wasserstoff als Funktion des Kathodenmaterials. Kurze Mitt.
zu der C. 1939. II. 3945 referierten Arbeit. (Bull. Amer. physic. Soc. 14. Nr. 2. 17;
Physic. Rev. [2] 5 5 . 1121. 1939.)
K ollath .
T. S. Townsend, Ionisierung durch Stoß positiver Ionen. Es wird auf die
Schwierigkeiten hingewiesen, die in Theorien der Coronaentladung auftreten, wenn
man ohne die Annahme auskommen will, daß positive Ionen neutrale Gasatome ioni­
sieren können. Die Berechtigung dieser Annahme wird in einzelnen Fällen erläutert.
(Philos. Mag. J. Sei. [7] 28. 111—17. Juli 1939. Oxford.)
K ollath.
B.
N. Klarfeld, Ionisation in der positiven Säule. (Vgl. C . 1939. II. 3944.) Der
Vgl. des experimentell gefundenen Wertes at für die im Plasma pro Elektron u . Sek.
erzeugte Ionenzahl mit einem aus den Elementarvorgängen (Ionisierungsfunktion usw.)
berechneten Wert a3 (ohne Stufenionisation) ergab in einer früheren Arbeit merkliche
Diskrepanz: ax: a3 ~ 4 (Messungen mit sehr verschied. Stromstärken zeigen das Fehlen
einer Stufenionisation). Vf. hat diese Berechnungen wiederholt unter Zugrundelegung
neuer Ionisierungsausbeutekurven von N o t t i n g h a m (vgl. C . 1939. I. 3857), die
von den vorher benutzten (COMPTON u . VAN VOORHIS) merklich abweichen. Es
ergibt sich dabei eine viel bessere Übereinstimmung: a.x :a3 = 1,3— 1,4. Der ver­
bleibende Unterschied von 30— 40% wird nochmals um mehr als die Hälfte verkleinert,
wenn man statt der bisher benutzten M A X W E L L -V erteilu n g eine die Vers.-Bedingungen
sicher besser wiedergebende Verteilung mit stärkerer Bevorzugung schnellerer Elek­
tronen verwendet. Es kann also jetzt von befriedigender Wiedergabe der experimentell
in Entladungen gefundenen Ionisierungszahlen durch die Rechnungen des Vf. auf
Grundlage der Elementarprozesse gesprochen werden. Zum Schluß wird nochmals
darauf hingewiesen, daß bei Berücksichtigung stufenweiser Ionisation sich der theoret.
Wert a3 um den Faktor 6 von dom experimentell gefundenen unterscheidet u. eine
starke Abhängigkeit des experimentellen cq von der Entladungsstromstärke vorhanden
sein müßte. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 2 4 (N . S. 7). 251—53. 30/7. 1939.
Moskau, All Union Electr. Inst.)
K ollath.
Ch. M. Fataliev, Einfluß eines schwachenmagnetischen Feldes auf das Plasma.
Es wird untersucht, unter welchen Bedingungen die Fehler bei der Best. der Elektronen­
konz. in Entladungen mit Hilfe von Sondenmessungen bei tranversalem Magnetfeld
vermieden werden können. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 2 3 (N. S. 7). 891—95.
25/6. 1939. Moskau, Staatl. Univ., Phys. Inst.)
K ollath.
M. I. Rodin und G. V . Spiwak, Halleffekt imPlasma. Vff.haben für Ar-, Neu. Hg-Dampfentladungen bei verschied. Stromstärken u. Drucken den Einfl. eines
magnet. Querfeldes auf die Elektronenkonz, im Querschnitt durch die Entladung
mit Hilfe von Sonden gemessen, ferner wurde die Potentialdifferenz über den Quer­
schnitt u. der Potentialgradient ebenfalls als Funktion der Magnetfeldstärke bestimmt.
Die von FA TA L IE V (vgl. vorst. Ref.) nachgewiesenen Fehlermöglichkeiten für Sonden­
messungen dieser Art wurden vermieden. Mit steigendem Magnetfeld wird die Elek­
tronenkonz. immer asymmetrischer (Verschiebung der Elektronen nach einer Seite).
Nicht nur die Vorgänge im Entladungsraum, sondern auch die an der Entladungswand
sind der Grund für den mit zunehmendem Magnetfeld steigenden Gradienten: die
Entladung wird an die Wand gepreßt u. es resultiert daraus ein Verlust an geladenen
Teilchen. Im untersuchten Bereich der Magnetfeldstärken (bis 150 Gauß) u. Drucke
(0,01—0,4 mm) wächst der Gradient linear mit dem Magnetfeld, in longitudinalen
Feldern ändert sieh der Gradient nach einem anderen Gesetz (vgl. RE IC H R U D E L u.
S p i w a k , C. 1939. I. 34). Raumpotentialmessungen mit Sonden in der Nähe der
Wand zeigen, daß bei kleinen Magnetfeldern zunächst nur die Elektronen, bei höheren
Feldern dann auch die schweren Hg+-Ionen beeinflußt werden. (C. R. [Doklady]
Acad. Sei. URSS 24 (N. S . 7). 247—49. 30/7. 1939. Moskau, Univ., Phys. Inst.) K o l l .
Raymond Zouckermann, Untersuchungen über die Hochfrequenzentladung mit
Außendektroden. Ergebnis der ausführlichen Unters.: Die Zündspannungskurven
unterscheiden sich im allg. nicht von an anderen Entladungsformen aufgenommenen
Kurven; nur beim H 2 ist der Entladungsmechanismus frequenzabhängig. Wegen
des Fehlens von Innenelektroden konnten die Zündspannungskurven von H2, N2 u.
Ar mit großer Genauigkeit aufgenommen werden. Wie bei anderen Entladungsarten
verändern gewisse Verunreinigungen, speziell Hg-Dampf, die Zündspannungskurven
ganz erheblich. Bei H 2 u. N 2 sinkt der Einfl. einer gewissen Hg-Dampfmenge, wenn
der Druck der Mischung steigt. Bei Ar dagegen wächst die Zündspannungssenkung
mit dem Druck. Durch Belichtung wird die Zündspannung beeinflußt u. zwar um so
2442
A,.
E le k tr iz itä t.
M a g n e tis m u s .
E le k tr o c h e m ie .
1940. I.
mehr, je tiefer der Druck ist. Da dies Ergebnis ohne Innenelektroden erhalten wurde,
scheint sich hierin dio Rolle der Wand im Entladungsmechanismus zu offenbaren, u.
zwar im Zusammenhang mit einer Wandluminescenz. Die Spektrogramme der Hoch­
frequenzentladung wurden verglichen mit denen der Ring- u. Bogenentladung u. des
Elektroncnbombardements ; Hg-Dampf übt hierauf einen ähnlichen Einfl. aus wie auf
die Zündspannung. Insgesamt sind die Ergebnisse zu verstehen aus der Elektronen­
geschwindigkeitsverteilung, der Form der Anregungsfunktionen, der Elektronen­
schwingungen u. dem Anregungsaustausch zwischen angeregten Ar-Atomen u. n. HgAtomen. (Ann. Physique [11] 13. 78— 150. Jan./Febr. 1940. Nancy, Faculté des
Sciences, u. Sorbonne, Labor, des Recherches physiques.)
E tzrodt.
0.
Scherzer, Theorie der Glimmentladung. Die Potentialgleichung der Glimm
entladung wird näherungsweise integriert unter Berücksichtigung der Ionisation durch
schnelle Elektronen, der Auslsg. von Elektronen durch Ionen beim Auftreffen auf die
Kathode u. der Wiedervereinigung von Elektronen u. Ionen im Gasraum. Dabei wird
der Querschnitt der Entladung als so groß vorausgesetzt, daß die seitliche Abwanderung
von Ladungsträgern keine Rolle spielt. Potentialverlauf, Stabilität u. Charakteristik
stehen in guter Übereinstimmung mit der Erfahrung. Die experimentellen Grundlagen
der Theorie bilden die Schattenverss., der H lT T O R F sch e Dunkelraum u. der Träger­
haushalt des Glimmlichtes. Für die näherungsweise Lsg. wird die Entladungsstrecke
eingeteilt in den Ionisationsraum, Fallraum, Rekombinationsraum, Umgebung der
Glimmkante, u. aus den Bilanzen dieser Einzelheiten werden die endgültigen Ausdrücke
abgeleitet. Die Behandlung der Stabilität bezieht sich auf die Längs- u. Querstabilität
u. auf die Stationarität. Als Prüfsteine für die Theorie stehen zur Verfügung: der Feld­
verlauf, die längs behinderte Entladung, die Sondenströme, die Rekombinations­
wahrscheinlichkeit u. die Entladungscharakteristik. Für die Weiterentwicklung der
Theorie ist eine genauere Kenntnis der Ionenbeweglichkeit u. der Ionisations- u.
Rekombinationsvorgänge erforderlich. (Arch. Elektroteclm. 33. 207—28. 14/4. 1939.
Darmstadt, Techn. Hochsch., Inst, für theoret. Physik.)
Etzrodt.
W . Weizel und w. oimesdahl, Einige Experimente zur Theorie der Glimm­
entladung. (Vgl. C. 1939. II. 4442.) Durch ein kathodenparalleles Netz wird ein Glimm­
lichtteil vom Hauptglimmlicht abgetrennt. Bei freiem Zugang zur Anode besitzt der
abgetrennte Teil Anodenpotential. Seine Eigg. sind von der Netzspannung unabhängig.
Unterbindet man den Zugang zur Anode, so hat das abgetrennte Glimmlicht das Potential
der positivsten es begrenzenden Wand. Man kann dann zwei Glimmlichter von ver­
schied. Potential erzeugen, die in manchen Fällen durch eine säulenartige Entladung
verbunden sind. Ein Vgl. mit der theoret. Erwartung ergibt Übereinstimmung u.
beweist die Anwendbarkeit der Theorie auch auf kompliziertere Anordnungen. (Z.
Physik 114. 719—33. 28/12. 1939. Bonn, Univ., Physikal. Inst.)
K ollath.
Heinz Sporn, Leuchtzonen vor Glimmentladungskathoden. Die von GÜNTHER
SCHULZE u. K e l l e r (C. 1933. I. 3167 u. früher) beschriebenen sehr dünnen Leucht­
zonen vor Glimmentladungskathoden wurden näher untersucht. Sitzt eine atomare
Na-Schicht auf einer massiven Kathode, z. B. aus Eisen, so ist eine Na-Leuchtzone
vorhanden. Wird die Na-Schicht dicker gemacht, so verschwindet dio Leuchtzone.
Wird die Na-Schicht oberflächlich oxydiert, so wird die Leuchtzone ganz bes. hell. —
Die mikrophotometr. Auswertung zahlreicher Photoaufnahmen der Leuchtzonen vor
Li20-, Na20-, MgO-Oberflächen ergab, daß das Leuchten ohne dunklen Zwischenraum
mit einer Maximalintensität unmittelbar vor der Kathode beginnt. Die Intensität nimmt
nach dem Gasraum hin fast exponentiell mit dem Abstand ab. Die Steilheit des Ab­
klingens ist von der Gasart, dem Gasdruck u. der Spannung im untersuchten Bereich
(0,003—0,2 mm Hg u. 300—4000 V) innerhalb der Meßgenauigkeit unabhängig.
Eine Verminderung der Intensität auf die Hälfte findet bei Li nach 0,17 mm, bei Na
nach 0,068 mm u. bei Mg nach 0,063 mm statt. Bei Tl-Katlioden wurde keine Leucht­
zone beobachtet. Bei Ba tritt eine solche deutlich auf. — Auf Grund der Vers.Ergebnisse wird das Entstehen der Leuchtzone dadurch erklärt, daß bei der Kathoden­
zerstäubung aus der Oberfläche Ionen gelöst werden, welche zugleich Elektronen
herauszuziehen imstande sind. Es fliegen also angeregte Atome in den Gasraum hinein.
Bei einer endlichen Lebensdauer der angeregten Zustände von etwa 10~s Sek. muß
die Eigengeschwindigkeit der angeregten Atome einige eV betragen, um das Leuchten
in einem Bereich von einigen Zehntel mm Dicke bei exponentiell abnehmender Intensität
zu bewirken. (Z. Physik 112. 278—304. 1939. Dresden, Techn. Hochschule.) K l e v e r .
E.
L. E . Wheatcroft, Der Übergang von der Glimmentladung zur Bogenentladung.
Mit Hilfe eines Kathodenstrahloscillographen wurden die Anfangsstadien des Über­
ganges von einer Glimmentladung zwischen Cu-Elektroden in Luft bei 0,2— 1,2 mm Hg
1940.
I.
A j. E l e k t r i z i t ä t .
M a g n e tis m u s .
E le k tr o c h e m ie .
2443
in den Bogen untersucht. Es zeigten sich deutlich intermittierende Spannungszusammenbrüche. (Philos. Mag. J. Sei. [7] 29. 1—15. Jan. 1940.)
K ollath .
W . Finkelnburg, Zum Mechanismus des Hochstromkohlebogens. III. Unter­
suchungen über Hochslromlcohlebögen. (II. vgl. C. 1940. I. 16.) Im Anschluß an die in
zwei früheren Arbeiten mitgeteilten elektr. u. Strahlungsmessungen an hochbelasteten
Gleichstrom-Kohlebögen wird der Mechanismus dieser Entladungsform behandelt.
Die bes. Eigg. der Hochstromkohlebögen hegen in den Vorgängen an der Anode be­
gründet, nämlich in der starken Anodenverdampfung, der intensiv strahlenden Anoden­
flamme u. dem durch sie bedingten, mit der Stromstärke wachsenden Anodenfall, der
die steigende Bogencharakteristik ergibt. Die Anodenflamme wird als Abklingleuchten
des von der Anode fortströmenden, durch Verdampfung entstandenen, hocherhitzten
Plasmas gedeutet u. die Flammenlänge aus Strömungsgeschwindigkeit u. Abkühlungs­
dauer in Übereinstimmung mit der Beobachtung abgeschätzt. Der für Anoden­
verdampfung u. Plasmaaufheizung zusätzlich erforderliche Energieaufwand bedingt
den Anstieg des Anodenfalls mit der Stromstärke u. ist damit der Ausgangspunkt
für eine Theorie der steigenden Charakteristik. Alle Beobachtungen sind mit der ge­
gebenen Theorie in Übereinstimmung. Im Anhang werden einige Verss. über den
Materialtransport im Bogen (Pilzwachstum) behandelt; dieser ist keine einfache Konden­
sationserscheinung, sondern eine Wrkg. der Anodenflamme. (Z. Physik 114. 734—46.
28/12. 1939. Darmstadt, Techn. Hochschule, Physikal. Inst.)
K ollath.
W . Funk und R . Seeliger, Untersuchungen über die inneren Schwingungen von
Niedervollbogen. (Vgl. K n i e p k a m p , C. 1937.1. 1381.) Es wird weiteres experimentelles
Material über die Brennspannungscharakteristiken sowie über die Verteilung, Amplitude
u. Frequenz der inneren Schwingungen von Edelgasbogen (He, Ke, Ar) beigebracht. Bei
der Aufnahme von Abstandscharakteristiken u. dem Einbringen von Sonden ergaben
sich Hinweise für das Verständnis der Schwingungsentstehung; danach scheint im
Schwingungszustand die Entladung hin- u. herzupendeln zwischen einer Form mit
Potentialberg u. ohne Anodenfall u. einer Form ohne Potentialberg u. mit Anodenfall,
u. zwar sind es die positiven Ionen, d. h. eine von ihnen verursachte Raumladung, die
schwingend von der einen in die andere räumliche Verteilung hin- u. herwandert u. deren
Laufzeit demgemäß die Frequenz bestimmt. Sondenmessungen gaben Anlaß zur Herst.
einer neuen einfachen Vorr. zur Sondenverschiebung. (Z. Physik 113. 203— 17. 4/7.
1939. Greifswald.)
K ollath.
S. T. Martin, Über die Glühemissions- und Adsorptionseigcnschaflen der Oberflächen
eines Wolframeinkrystalles. Die Glühemission eines kugelförmig geschliffenen W-Einkrystalles wurde untersucht. An Hand von Aufnahmen u. Diagrammen kann die Ab­
hängigkeit der Emission von der Krystallrichtung qualitativ gezeigt werden. Nahezu alle
Maxima u. Minima liegen in einer 110-Zone. An demselben Krystall wurden Beob­
achtungen über die Adsorption von Ba u. Cs ausgeführt. Die Oberflächen mit der
größten Austrittsarbeit zeigen die stärksten Adsorptionskräfte für Cs. Die Adsorptions­
kräfte für Ba scheinen mehr von der Oberflächenstruktur abhängig zu sein. Das Verh.
der Adsorption als Funktion der Krystallrichtung ist derart, daß die Kugeloberfläche
so aufgefaßt werden kann, als ob sie aus einem idealen Gitter ausgeschnitten ist. Es ist
jedenfalls kein Anhalt für eine facettenartige oder stufenförmige Mikrostruktur vor­
handen. Wird Cs an verunreinigten Oberflächen adsorbiert, so ergeben sich kompli­
ziertere Verhältnisse in bezug auf die Abhängigkeit der Adsorption von der Krystall­
richtung als bei Adsorption an reinen Oberflächen. Außerdem ändert sich in diesem
Falle — im Gegensatz zu reinen Oberflächen — die Verteilung der Emission mit der
Temperatur. (Physic. Rev. [2] 56. 947—59. 1/11. 1939.)
Brunke.
James J. Brady und W illiam H . Moore, Die Photoleitfähigkeit von Rotbleierzkrystallen. Mit Messingelektroden versehene Rotbleierzkrystalle ergaben bei einer
Spannung von 50 V einen Dunkelstrom von ungefähr 10-11 Amp. Belichtung mit einer
Bogenlampe bewirkt einen zusätzlichen Strom von 10“ 11 Ampere. Die lichtclektr.
Ströme sind, sowohl beim Einsetzen, als auch beim Aufhören der Belichtung, stark träge.
Einige KrystaUe wirkten sofort als Photoelement, während andere durch Anlegen einer
äußeren Spannung aktiviert werden konnten. (Bull. Amer. physic. Soc. 13. Nr. 6. 8;
Physic. Rev. [2] 55. 424. 5/12. 1938. Oregon, State College.)
Brunke.
E.
Rosenbohm, Elektrischer Widerstand und Thermokraft der beiden allotropen
Modifikationen des Thalliums. Die Allotropie des TI äußert sich in der WideistandsTemp.-Kurve durch einen sehr scharfen Sprung zu den kleineren Widerständen der
^-Modifikation. Wie aus den Messungen in verschied. Gasen hervorgeht, ist als wahr­
scheinlichste Umwandlungstemp. der Wert von 232° anzusetzen. Bei reinem TI ist
die Sprunghöhe am größten u. beträgt etwa 4,3%. Im Gegensatz zu Umwandlungen
ohne Krystallstrukturänderung bei anderen Metallen macht sich das Eintreten der
2444
A ,. E l e k t r i z i t ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
1940. I.
Umwandlung nicht schon bei tieferen Tempp. bemerkbar. — In der Kurve der integralen
Thermokraft von TI gegen Cu ist die allotrop. Umwandlung nicht zu erkennen. Zwischen
0 u. etwa 300° läßt sich die Thermokraft durch eine n. quadrat. Gleichung sehr gut
annähern. Die differentiale Thermokraft besitzt im Übergangspunkt ein schwaches
Maximum. Diese Beobachtungen ähneln früheren Ergebnissen an Ee u. Ni, bei denen
ebenfalls Widerstands- u. Thermokraftkurve einen gewissen Gegensatz zeigen: beim
Übergang in y-Eisen zeigt die Thermokraftkurve einen scharfen Knick, während in
der Widerstandskurve gar nichts zu erkennen ist. (Physica 6 . 337—52. April 1939.
Groningen, Rijks-Univ., Anorgan.-Chem. Labor.)
E tzrodt.
D.
A . W a s, Die elektrische. Leitfähigkeit, die Lichtdurchlässigkeit und die Struktur
dünner Goldschichten. (Vgl. C. 1937. II. 2796.) Es wurden die elektr. Leitfähigk. u. die
Lichtdurchlässigkeit dünner, im Vakuum kondensierter Goldschichten verschied.
Dicke gemessen. Unterhalb eines gewissen krit. Wertes sind diese Schichten amorph,
darüber tritt Krystallisation ein. Durch Entgasung der Trägerschicht nimmt diese
krit. Schichtdicke zu, u. ist dann bei Quarz u. Glas die gleiche. Die Krystallisationsgeschwindigkeit ist verschied, für die beiden Träger. Beim nicht entgasten Träger ist
die krit. D. verschied, groß. Zwischen der Lichtdurchlässigkeit u. der elektr. Leit­
fähigkeit besteht ein gewisser Parallelismus. Die erhaltenen Ergebnisse können gedeutet
werden über die Adhäsionskräfte zwischen den Goldatomen u. dem Schichtträger.
(Physica 6 - 382—89. April 1939. Utrecht, Univ., Physikal. Inst.)
Etzrodt.
I. Je. Nachutin, Supraleitung im Zwischenzustand. (Vgl. C. 1937. I. 4743.) Die
Leitfähigkeit einer Einkrystallkugel von Sn in einem einheitlichen Magnetfeld wird
bei 2,59° absol. Temp. untersucht. In der Richtung des Feldes H0 bleibt die Kugel
supraleitend bis zu den Feldern nahe dem krit. Feld Hk; in Richtung senkrecht zum
Feld verschwindet die Supraleitfähigkeit schon bei Feldern über 2/3 Hk. Im Zwischen­
zustand von 2/3 Hk bis Hk, in dem sich ¡i von 0 auf 1 ändert, zeigt die Kugel Anisotropie
der Leitfähigkeit; dies ist auch bei einer Mehrkrystallkugel von Sn der Fall, bei der
aber Nebenerscheinungen auftreten. Die Ergebnisse stimmen mit der Theorie der
Schichtstruktur des Zwischenzustandes überein. (5Kypnaj SKcnepuMeiiTajüiioft u
TeopoTii'ieCKoir ($ii3hku [J. exp. theoret. Physik] 8 . 713—16. 1938. Charkow, Ukrain.
Physikal.-techn. Inst.)
R. K. M ÜLLER.
Antoine Colombani, Über eine Differentialmethode mit Verstärker für mittlere
Frequenzen zur Messung der magnetischen Permeabilität an sehr kleinen Substanzproben.
In dem sinusförmigen u. über einen größeren Bereich gleichförmigen magnet. Wechsel­
feld einer H E L M H O L TZschen Spule werden koaxial zueinander zwei weitere Spulen
eingebracht. Diese Spulen sind verschied, dimensioniert u. besitzen verschied. Windungs­
zahlen. Sie sind aber so gewählt, daß die von der Magnetisierungsspule in beiden
induzierten Flüsse einander gleich sind. Ein Variometer sorgt dafür, daß diese Gleich­
heit der Flüsse hinreichend genau erfüllt ist. Die zugehörigen Spannungen werden
entgcgengerichtet auf einen Verstärker gegeben, kompensieren also einander. Bringt
man nun aber in eine der Spulen die Prüfsubstanz, so wird das Gleichgewicht gestört.
Aus den Ausschlägen läßt sich auf die Permeabilität schließen. Die Meth. eignet sich
sehr gut zur Unters, der magnet. Eigg. sehr dünner (kathod. niedergeschlagener)
Schichten aus ferromagnet. Material. Der Verstärker gestattet eine Unters, bei Fre­
quenzen zwischen 50 u. 150000 Hz. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 210. 47— 48.
3/1. 1940.)
Fah lenbrach .
*
S. Karpatschew und A . Stromberg, Zur Frage der elektrischen Leitfähigkeit und
der inneren Reibung von geschmolzenen Salzen. (Vgl. C. 1939. I. 4166.) Die Temp.Abhängigkeit des Koeff. der inneren Reibung (rf) von geschmolzenen Salzen (KBr, KJ,
NaJ, CuCl, CaCl2, CdClo) wird durch die Gleichung r/ = A eütkT wiedergegeben. Es
wird gezeigt, daß das Prod. /.»••?; (/. = elektr. Leitfähigkeit, v = Konstante) temperaturunabhängig u. eine Konstante ist. (/ECypna.1 $K3u>iecKoii Xiimuu [J. physik. Chem.]
11. 852—57. 1938.)
R e in b a c h .
D . H . Everett und W . F . K . Wynne-Jones, Die Thermodynamik der SäureBasengleichgewichte. Zur Prüfung der theoret. Grundlagen der e le k t r o ly t . Dissoziation
der Säuren werden die von verschied. Autoren bei der Messung der Dissoziations­
konstanten K erhaltenen Ergebnisse für zahlreiche Säuren krit. gesichtet u. zusammen­
gestellt. Die experimentell gefundenen Zahlen werden den mittels verschied. Formu­
lierungen der Funktion K = f (T) abgeleiteten theoret. Werten gegenübergestellt u. für
insgesamt 49 Säuren die thermodynam. Größen ACV, AS°, AG° u. AH berechnet. Es
zeigt sich, daß die Gleichung ln K = A/T + ln T -A C JR + B die T e m p .-A b h ä n g ig k e it
von K am richtigsten wiedergibt, wenn für ACp negative Werte eingesetzt werden. Die
*) Leitfähigkeitsunterss. an organ. Systemen s. S. 2457.
1940. I .
A ,. E l e k t r iz it ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
2445
Werte von ACP entsprechen nach Größe u. Vorzeichen nicht den rein elektrostat. Be­
trachtungen gemäß der B O R N sch en Gleichung; sie müssen vielmehr durch die Art der
Orientierung der Moll, des Lösungsm. um die gelösten Ionen erklärt werden. Dieser
Effekt, der auch oft zu hohen negativen A iS0-Werten führen kann, wird durch Zerlegung
von A Gp in einen durch die B ORN Sche Gleichung gegebenen u. einen auf die Orientierung
zurückzuführenden Anteil eingehend diskutiert. Die Prüfung der Beziehungen zwischen
der Stärke u. der chem. Struktur der organ. Säuren ergibt, daß die A / / 0-Werte zur Kenn­
zeichnung der Säurestärke im allg. besser geeignet sind als die bei 25° gemessenen Disso­
ziationskonstanten. (Trans. Earaday Soc. 35. 1380— 1400. D e z . 1939. Dundee, Univ. of
St. Andrew's, Coll.)
B ern storff.
Solomon Naidich und John E . Ricci, Löslichkeit von Bariumjodalmonohydrat
in Lösungen von ein-einwertigen Elektrolyten bei 250 und die Berechnung der Dissoziatiemskonstanten von Jodsäure aus Löslichkeitsdaten. Die Löslichkeit von Ba( J 0 3)2‘ H20
wurde bei 25° in wss. Lsgg. von KCl, HCl, KN0 3 u. HN0 3 bestimmt u. die D e b y e H Ü C K E L -P a ra m eter von Ba(J0 3)2-H20 in diesen Lsgg. berechnet. Die lonisationskonstante von H J0 3 wurde berechnet, wobei Korrekturen fü r das etwaige Vorhandensein
von undissoziierten BaJ03+ in der Lsg. gemacht wurden. Dieser Effekt ist jedoch zu
vernachlässigen. Die thermodynam. Konstante Ka von H J0 3 wurde zu 0,163 bestimmt,
ein Wert, der in guter Übereinstimmung mit dem aus Leitfähigkeitsdaten abgeleiteten
Wert (0,1686) steht. (J. Amer. chem. Soc. 6 1 . 3268—73. Dez. 1939. New
York.)
I. S c h ü t za .
Vasilesco Karpen, Die Rolle der Elektronen bei der Entstehung der elektromotorischen
Kraft am Kontakt Metall-Elektrolyt. Behandlung der Rolle der Elektronen bei der
EK. von V o l t a -, Gas-, L e c l a n c h É -, B E C Q U E R E L -E lem en ten . Metall u. Elektrolyt
im Kontakt werden als zwei nichtmischbare E il. betrachtet, deren DEE. stark verschied,
sind, u. die beide Metallkationen u. freie Elektronen in gleicher Anzahl enthalten.
D ie EK. wird aus diesen Größen nach der N E R N STSchen Theorie berechnet. D ie Rekom­
bination wird berücksichtigt. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 209. 474r—76. 18/9.
1939.)
E tzrodt.
Vasilesco Karpen, Das Gaselement; Mechanismus der Elektrolyse des Wassers;
Polarisation der Elemente. Thermodynan -elektroehem. Betrachtungen über das Gas­
element von G r o v e . (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 2 0 9 . 988—90. 27/12.
1939.)
G o t t f r ie d .
I. Milton Le Baron und A . R . Choppin, Irreversible Elektrodenvorgänge an
Thallium. 1. Überspannung des Wasserstoffs in Schwefelsäure. Die an einer Tl-Kathode
in 0,5—0,0001-n. H2S0 4 bei Stromdichten von 25— 2500 /iAmp./qcm gemessenen
Potentiale werden benutzt, um die von B o W D E N (vgl. C. 1930. I. 1273) abgeleiteten
Formeln für den Zusammenhang zwischen Aktivierungs- u. Ablsg.-Energie u. der Über­
spannung zu prüfen. In dem untersuchten Bereich konnte die Gültigkeit der Formel
bestätigt werden. Es wurde außerdem festgestellt, daß bei niedrigen Stromdichten die
Überspannung unabhängig von der H+-Konz. ist, während bei höheren Stromdichten
die Überspannung um so stärker ansteigt, je geringer die H 2S0 4-Konz. ist. (Trans,
eleetroehem. Soe. 77. Preprint 11. 9 Seiten. 1940. Golden, Col., Colorado School of
Mines.)
K oR P IU N .
I. Oknin, Elektrochemische Untersuchung des Einflusses von organischen Ver­
bindungen — Oxydationsmitteln — auf die Metallkorrosion in saurem Medium. Die
Korrosion von Armco-Eiscn u. Gußeisen [2,7(%) C, 1,18 Si, 0,015 P, 0,15 S u. 1,36 Mn]
wird in H2S0 4 (100 g Säure/1), diejenige von Pb [0,008(%) Bi, 0,004 Fe, 0,002 Cu
u. Spuren Sb] in CH3C00H + CH3COOXa-3 H,0 (je 100 g/1) untersucht. Den Lsgg.
werden im Überschuß die folgenden organ. Stoffe zugesetzt: p-Nitrotoluol, o-Nitrochlorbenzol, Nitrosalicylsäure, o-Nitrophenol, Pikrinsäure, p-Nitroanilin, Benzochinon,
Sulfanilsäure, Salicylsäure, Hydrochinon u. Azobenzol. — Gemessen werden: die
Korrosion der Metalle durch analyt. Best. in der Lsg. (Fe als Fe20 3, Pb als PbS04),
das Potential der Metalle gegen die 1 -n. Calomelelektrode, das Oxydationspotential
des H2 gegen die gleiche Elektrode, die bei der Korrosion entwickelte H2-Menge, die
Leitfähigkeit der Lsgg. zwischen Pt-Elektroden u. zwischen den Metallen relativ zu
derjenigen in den reinen Säuren, das Ph der Lösungen. Alle Messungen werden bei
25° im Thermostaten ausgeführt. — Im Ergebnis wird festgestellt, daß das Wesen der
Wrkg. der organ. Stoffe in einer Erniedrigung der kathod. Überspannung des H2 besteht,
die durch die Oxydation des H2 durch die Oxydationsmittels hervorgerufen wird.
Charakterist. für das oxydierende Medium ist das Oxydationspotential des H2, das
an Pt-Elektroden bestimmt wird. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen
der Korrosion u. dieser Größe, dem Potential des korrodierten Metalls u. der H2-Menge.
158
X XII. 1 .
2446
Ag. T h e r m o d y n a m i k .
T h e r m o c h e m ie .
1940. I .
Aus dem Oxydationspotential des H2 kann die aggressive Wrkg. derLsgg. mit genügender
Genauigkeit vorausgesagt werden. Der ausgeschiedene H 2 hemmt die elektr. Leit­
fähigkeit an den Kathoden der Mikroelemente. (/Kypmut 'IhiairuecKoii Xhmhu [J.
physik. Chem.] 1 3 . 631—45. 1939. Moskau, Inst. Maschinenbau.)
K angro.
A 3. T h e r m o d y n a m ik .
T h e r m o c h e m ie .
Erich Lange, Zur Standpunkts- und Vorzeichenfrage in der chemischen Thermo­
dynamik. Vf. erörtert die Möglichkeiten der Betrachtung thermodynam. Prozesse, die
sich aus der Wahl des Standpunktes zum Syst. u. den dadurch bedingten Wechsel der
Vorzeichen der thermodynam. Größen ergeben. Während einfache reversible Energie­
übergänge bes. bei Rkk., deren Richtung festliegt, nach dem Prinzip der positiven absol.
Zahl eindeutig gekennzeichnet werden können, ist bei Kreisprozessen die Einnahme eines
einheitlichen Standpunktes, entweder vom Stoffsyst. oder vom Energiebehälter aus
notwendig. Jede dieser Betrachtungsweisen bietet zahlreiche Vorteile, doch lassen sich
die aus ihnen resultierenden Grundsätze der Vorzeichenfestsetzung nicht ohne weiteres
miteinander vereinbaren. Zur Beseitigung dieser Unvollkommenheit empfiehlt Vf. die
Einführung des zunächst den Stoffstandpunkt berücksichtigenden SC H O TTK Yschen
Syst., das zur Erzielung einer allg. Gesamtlsg. durch Verwendung von Symbolen mit
durchzogenem Minuszeichen mit dem Standpunkt des äußeren Energiebehälters ver­
knüpft werden kann. (Kolloid-Z. 88. 89—96. Juli 1939. Erlangen, Univ., Physikal.chem. Labor.)
Bern storff.
V
C. A . Coulson und G. S. Rushbrooke, Über die Deutung der Atomverteüungskurven für Flüssigkeiten. Auf Grund des E lN S T E IN sch en Fl.-Modells wird eine Theorie
der Fll. entwickelt, die für den Fall des Natriums eine latente Schmelzwärme in ziemlich
guter Übereinstimmung mit dem Experiment ergibt. Beim Schmelzen ändert sich
die Struktur des festen Zustandes. (Physic. R e v . [2] 5 6 . 1216-—23. 15/12.
1939.)
R it s c h l .
I. I. Naryschkin, Bestimmung der Dampfspannung von AlGl3 und seiner Schmelzen
mit NaCl bei hohen Temperaturen. Es werden die Dampfdrücke über reinem A1C13
u. über drei Gemischen von A1C13 mit NaCl nach einer statist. Meth. bestimmt. Als
Nullinstrument dient ein U-förmiges Glasrohr, das mit Hg, mit dem eutekt. Gemisch
Sn-Bi oder mit reinem Sn gefüllt ist. — Mit reinem A1C13 werden 12 Messungen im
Bereich 154—193° ausgeführt. Daraus folgt: lg p = —4,873/2' -f 13,602. Für das
Gemisch mit 65,5 Mol.-% A1C13 ergibt sich aus 17 Messungen im Bereich 183—362°:
lg p = —2004/2' + 6,321, für das Gemisch mit59,4 Mol.-% A1C13 aus 8 Messungen
im Bereich 258—496°: lg p = —2284/21 + 5,416 u. für dasGemisch mit 51,8 Mol.-°/o
A1C13 aus 10 Messungen im Bereich 427—562°: lg p — —4673/21-f 7,181. (5Kypna.i
<&u3aiecKoii Xiimiui [ j. physik. Chem.] 1 3 . 690—92. 1939. Leningrad, Industrie­
inst.)
K angro.
I.
A. Korschunow, Bildungswärme von Aluminiumsulfid. Die Bldg.-Wärme des
A12S3 aus den Elementen wird direkt gemessen. Das Al enthielt 99,91(°/0) Al, 0,008 Cu,
0,01 Fe u. 0,008 Si. Das puderförmig zerkleinerte Metall wird mit fein zerriebenem
rhomb. Schwefel gemischt. Gezündet wird mit Hilfe eines Al-Drahtes elektrisch.
Gearbeitet wird in einer Atmosphäre von trocknem Hr —- Das Calorimeter hatte
einen W.-Wert von etwa 670 cal/l°, die Temp.-Erhöhung betrug etwa 0,45— 0,7°.
Der spezif. Gang schwankt innerhalb von 10%. Für das gebildete H2S wird korrigiert. —
Im Mittel aus 6 gelungenen Verss. ergibt sich: 2 [Al]a + 3 [S]rhomb. = [Al2S3]kryt.
¿1Ho93(i = — 121 550 + 400 cal/Mol. (HCypiia.1 'i)u3>i>ieCKoii Xiimuii [J. physik. Chem.]
1 3 . 703— 04. 1939. Gorki, Univ.)
K angro.
T. W . Ass, A . Ch. Batalin und I. A . Schtscherbakow, Oxydationswärme des
Jodanions durch Kaliumbichromat. Die Oxydationswärme von Jodion mit Kaliumbicliromat w ir d in HCl u . H,S0 4gemessen. Es w ir d ein dem B u N S E N sch en Eiscalorimeter
nachgebildetes Diphenvlniethanealorimeter benutzt, F. 24,881°. Der Verschiebung
d e s Quecksilberfadens um 1 mm entsprechen 0,0732 cal. B e n u tz t werden 0,1-n. K 2Cr20 ;.
0,7-n. KJ, 0,25-n. H2SO., u . 1 -n. HCl-Lösungen. Die Umsetzung im Calorimeter w ir d
durch Zugabe der Säure zum Gemisch KJ -f K 2Cr20 7 eingeleitet. Die Messung dauert
e t w a 75—85 Minuten. — Bei d e r Berechnung werden die in Betracht kommenden
Verdünnungswärmen berücksichtigt. — Die nach außen abgegebene Wärme beträgt
für die Umsetzung (KJ + K 2Cr20 , -f H2SO.,)aq im Mittel 28,00 kcal, für die Um­
setzung (KJ + K 2Cr20 7 + HCl)aq im Mittel 26,00 kcal. — Der langsame A b la u f d e r
Rk ermöglicht es, die Konstanten der Rk.-Geschwindigkeit zu berechnen. Während
die Umsetzung in H 2S0 4 angenähert monomol. verläuft, ergeben sich in HCl stark
1940. I.
A 4. G r e n z s c h i c h t f o r s c h u n g .
K o l l o id c h e m ie .
2447
fallende „Konstanten“ . (îKypnaji ‘SjiamiecKoîi X hmhu [J . physik. Chem.] 1 3 . 687
bis 689. 1939. Charkow, Med. Inst., ehem. Abt.)
K a n gro.
B.
W . Iljin und A. W . Kisselew, Benelzungsicärme bei verschiedenen Temperaturen
und Affinität der Benetzung. D ie Benetzungswärmen verschied. Fll. mit verschied,
festen Adsorbenten werden in einem adiabat. Calorimeter im Temp.-Bereich 8,2— 100,4°
gemessen. Das Calorimetergefäß befindet sich in einem Petrolcumbad, das durch
blanke Metalldrähte elektr. geheizt werden kann. Die Tempp. im Calorimeter u. im
Petroleumbad werden mit Hilfe zweier B E C K M A N N -T h erm om eter möglichst gleich
gehalten. Die Eichung geschieht elektrisch. Die Messungen dauern bis zu 77 Minuten. —
Es werden die folgenden Benetzungswärmen gemessen: an Silicagel W., Methylsalicylat,
Propionsäure, trans-Dekalin, an Aktivkohle W. trans-Dckalin, Methylsalicylat, Diäthylphthalat, an BaSOt n-Butylalkohol. — Der Temp.-Koeff. der Benetzungswärme ist in
4 Fällen prakt. gleich Null, in 3 Fällen negativ, in 2 Fällen positiv. Die Temp.-Koeff.
verhalten sich ähnlich denen der Adsorptionswärmen u. der „Benetzungswärmen“
der Fll. an Wasser. — Für eine Reihe von Systemen wird das Verhältnis der Affinität
der Benetzung zur Benetzungswärme berechnet. Die Benetzungsaffinitäten werden
nach G ibbs-H elm holtz oder auch nach Goldmann u . P o la n y aus den Dampf­
drücken berechnet. — In der Mehrzahl der Fälle nimmt die Benetzungsaffinität mit
der Temp. ab. (3typnajr <]>ii3n>iecKOÜ Xumuji [J. physik. Chem.] 13. 660— 74. 1939.
Moskau, Textil-Inst.)
K angro.
A4. Grenzschichtforschung.
G.
Kolloidchemie.
S. Hartley, Diffusion eines aggregatbildenden Elektrolyten in dem Übergangs­
bereich von einfacher zu kolloidaler Lösung. Es wird theoret. dargelegt, wie die Aggre­
gationen von Ionen in einem Elektrolyten bei der Bldg. von Micellen, die in dem
elektr. Felde beweglich sind, einen Abfall des Diffusionskoeff. u. einen anschließenden
Aufstieg verursachen können. (Trans. Faraday Soc. 35. 1109— 12. Aug. 1939. London,
Univ. College, Sir Will. Ramsay u. Ralph Förster Labor.)
Boye.
Catherine Chamié und Branca Edmée Marques, Über eine Eigenschaft der
Radiokolloide. Es wurden Lsgg. von Po in n. HN0 3 auf eine ebene Paraffinplatte auf­
geschleudert u. nach Beseitigung des Lösungsm. die Aktivität der Paraffinplatte be­
stimmt. Die in Lsg. befindliche Menge Po betrug 20—2000 UES. (1 UES. = 1,6910-10 g). Aus den Verss. ergab sich, daß der % - G c h . des koll. niedergeschlagenen Po
eine Funktion des in Lsg. befindlichen Po ist. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 209. 877
bis 879. 11/12.1939.)
G o t t f r ie d .
P. M. Barve, V. C. Vora, und B .N . Desai, Gegenseitige Koagulation kolloider
Lösungen. II. Teil. Wechsehcirkung von Berlinerblau- und a) Thoriumhydroxyd- und
b) Cerhydroxydsolen. (I. Teil vgl. C. 1 9 3 8 . II. 1917.) Vff. untersuchen die gegen­
seitige Fällung von Berlinerblau u. Thoriumhydroxyd sowie von Berlinerblau u. Cer­
hydroxyd. Sie beobachten wie bei der früher untersuchten Fällung von Berlinerblau u.
Ferrihydroxyd, daß die Breite des Gebietes gegenseitiger Fällung am kleinsten ist, wenn
die Teilchenladung bei beiden Solen am größten ist. (J. Univ. Bombay [N. S.] 8.134 bis
138. Nov. 1939. Bombay, Wüson College, Physical Chemistry Laboratory.) M i s c h k e .
Naoyasu Sata und Nobuzo Naruse, Über die Wirkung von Ultraschallwellen auf
die Kolloiderscheinungen. V. Mitt. Über den Einfluß auf die Thixotropie. 2.’ Unter­
suchungen an thixotropen Systemen von Eisenhydroxyd. (Vgl. C. 1 9 3 9 . I. 2147.) Vff.
untersuchten die Abhängigkeit der Erstarrungszeit (E.Z.) von thixotropen Systemen
von Pe203 (41,93 g Fe20 3/1) von der Konz, c des Elektrolytzusatzes (0,01—0,0233 Mol
NaCl/1) u. vom Alter t der Systeme (bis zu 15 Tagen). Die E.Z. wurde für Systeme,
die durch Schütteln mit der Hand verfl. waren (Fall I), u. für solche, die durch Ultraschallwellenbestrahlung (U.S.) verfl. waren (Fall II), bestimmt. Die Vers.-Temp.
betrug 20°. Ergebnisse : Die E.Z. nimmt meist mit t zu, nicht jedoch für I bei c = 0,01
(Minimum für t = 3 Tage). Oberhalb c = 0,0133 liegen die (E.Z.-i)-Kurven für I über
denen für II, bei c = 0,0133 u. 0,010 kehrt sich die Lage der Kurven für I u. II um,
im Gegensatz zu den 1. c. untersuchten Al20 3-Solen. Dieses unterschiedliche Verh.
wird teils auf ein besseres Auswaschen der Fe20.-Sole zurückgeführt (Dialysedauer 30
bis 40 Tage gegen 2—3 Tage bei A120 3), teils auf eine gröbere Dispersität der Fe?0 3Sole. Die Wrkg. der U.S. auf die Fe20 3-Sole bei kleinen c-Werten beruht auf einer
Zerstörung der Hydratationsschicht stark hydratisierter Teilchen, bei größeren c-Werten
auf einer Orientierung schwach hydratisierter nichtkugeliger Teilchen im U.S.-Feld
(vgl. hierzu H e r m a n s , C. 1 9 3 9 . I. 1925); bei den Al20 5-Solen dagegen sollen die Orien­
tierungseffekte keinen Einfluß auf die E.Z.-Kurven ausüben. (Kolloid-Z. 8 9 . 341—44.
Dez. 1939. Osaka, Japan, Univ., Chem. Inst. u. Siomi-Forsch.-Inst. für Phys. u.
Chem.)
Euchs.
158*
B.
2448
A n o r g a n i s c h e C h e m ie .
1940. I .
* Georges Arcay und Marcel Marcot, Anwandung der Messung der Oberflächen­
spannung auf die Bestimmung van Doppelsalzen in Lösung. Untersucht wurde die Ober­
flächenspannung von Gemischen von KCl u. IlgCl2 verschied. Konzentration. Die
Kurve zeigte drei Minima entsprechend den Doppelsalzen 2 HgCl2-KCl, HgCU-KCl
u. HgCU-2 KCl. Bei NaCl waren die Minima nicht so ausgeprägt, doch liegen sic etwa
bei den gleichen Zusammensetzungen. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 209. 881—82.
11/12. 1939.)
G o t t f r ie d .
H.
R . Kruyt und J. Oosterman, Strömungspotentiale, Elektroendosmosa und
Elektrophorese mit Platin. In einem genaueren Bericht über die bereits in einer vor­
läufigen Mitt. (C. 1937. II. 2138) erwähnten Verss. wird gezeigt, daß Elektrophorese
nicht eintritt, wenn das Diaphragma aus Pt-Schwamm besteht. Als Grund für das
Ausbleiben des elektrophoret. Effekts wird die metall. Leitfähigkeit des Diaphragmas
erkannt, wodurch die Ausbldg. des notwendigen Spannungsgefälles zwischen den beiden
Begrenzungsflächen des Diaphragmas nicht möglich ist. (Proe., Kon. nederl. Akad.
K o r p iu n .
Wetensch. 41. 370—74. 1938. Utrecht, Univ.)
Olle Dahl, Ein Apparat zur Elcktrodialyse und zur Trennung organischer Kolloide
in Sole und Qele. Vf. beschreibt ein Elektrodialysiergerät an Hand mehrerer Ab­
bildungen. Die App. erlaubt auch eine elektrophoret. Fraktionierung von Koll. in ihre
Sol- u. Gelkomponenten. Die App. arbeitet mit einem vertikalen elektr. Feld u. erlaubt,
den Prozeß mit dem Auge zu verfolgen. Nach erfolgter Trennung können Sol- u. Gel­
fraktion für sich gewonnen werden. Die App. ist also für präparative Zwecke geeignet.
(Svensk kem. Tidskr. 51. 219—25. Nov. 1939. Stockholm, Univ., Biochemical
Institute.)
M lSCH KE.
R . Brill und F. Rieder, Über den experimentellen Nachweis adsorbierter Seifen­
schichten. Es werden Verss. angestellt, die einen Einblick in den Aufbau von Adsorptionsschichtcn u. in die Art ihrer Entstehung beim Primärvorgang des Waschens geben
sollen. Die Schichten werden mittels Elektronenbeugung untersucht. Da die Reflexionsmeth. ungeeignet erscheint, werden die Beugungen nach der Durchstrahlungsmeth.
bestimmt. Als Trägerfolie wird Nitrocellulose benutzt mit einer Dicke von einigen
100 Â. Die Konz, der Seifenlsgg. [Na-Stereat (I)] betrug Viooo> die Eintauchzeit der
Folie etwa 30 Sekunden. Die Verss. ergaben den Beweis, daß I in seiner wss. Lsg. an
Folien von Nitrocellulose absorbiert wird. Es werden aus den Verss. einige Folgerungen
über den Mechanismus der Adsorption gezogen. Dio adsorbierten Moll, stehen senk­
recht auf der Oberfläche u. bilden 2-dimensionale, hexagonale Krystalle. Dio aus den
Lsgg. l/iooo gebildeten Schichten bestehen wahrscheinlich aus mehreren Mol.-Schichtcn,
während die aus verdünnteren Lsgg. gebildeten wahrscheinlich monomol. sind. Die
Krystallstruktur der Filme ist noch unsicher. Weitere Verss. über die Abwasehbarkeit
wurden durchgeführt. Bei frisch adsorbierten Schichten ist dio Abwaschbarkeit nach
kurzer Zeit vollständig. Schichten, die einen Tag gealtert waren, zeigten bei gleicher
Abwaschzeit keine Entfernung des Seifenfilms. Erhöhte Temp. erschwert gleichfalls
die Abwaschbarkeit von der Filmunterlage. Diese Effekte können auf verschied. Weise
erklärt werden. An der Adsorption ist die mol.-dispers verteilte Seife beteiligt. (Angew.
Chem. 53. 100—03. 2/3. 1940. Bonn, Chem. Inst. d. Univ.)
Boye.
[russ.] M. A.
Figurow ski, H eu tige M eth oden der sedim entom etrischen A nalyse v o n Sus­
pensionen un d E m ulsionen. M oskau : W ssess. ehim . o -w o im . D . I . M endelejew a. 1939.
(172 S .) 7 R b l.
B. Anorganische Chemie.
W illi Klatt, Ebullioskopische Untersuchungen an Lösungen von Aziden und Cyaniden
in Fluorwasserstoff. Es wurden Unterss. über das Verh. von Aziden u. Cyaniden gegen­
über wasserfreiem HF ausgeführt. Zahlreiche Cyanide u. Azide werden beim Einträgen
in wasserfreie HF zers., andere wieder sind gut darin lösl., wobei HF-Moll. angelagert
werden. Meth. u. App. s. C. 1937. II. 2559. KHF2 u. AgF erteilen dem HF eine hohe
Leitfähigkeit, so daß sie als weitestgehend dissoziiert anzusehen sind. Frisch gefälltes
AgN3 u. HgN6 sind in HF sehr gut löslich. Der Lsg.- u. Dissoziationsvorgang von
AgN3 kann folgendermaßen formuliert werden:
1. AgN3 + HF->- (AgN3H)F
(AgN3H)+ + F“ u.
2. (AgN3H)+ + 3 HF ^ (AgFH)F + (HN3H)F ^ (AgFH)+ + (HN3H)+ + 2 F“ .
Bei HgN6 findet nur der 1. Dissoziationsvorgang statt, es bildet sich kein Fluorid.
Bei PbN0 entsteht aus der Komplexverb, schwer lösl. PbF2. An experimentellen
Ergebnissen wurden die Messungen der Kp.-Erliöhungen von KHF2, AgF, AgN3,
*) Grenzflächenspannung in organ. Systemen s. S. 2457.
1940. I.
B.
A n o b g a n i s c h e C h e m ie .
2449
HgN0 u. Hg(CN)2 wiedergegeben. Eine Vgl.-Tabelle zwischen der Löslichkeit von
diversen Fluoriden, Chloriden, Cyaniden u. Aziden gegenüber wasserfreier HF wurde
aufgestellt. (Z. physik. Chem., Abt. A 1 8 5 . 306— 12. Dez. 1939. Berlin.) I. S c h ü t z a .
Basrur Sanvija Rao, Untersuchungen des chemischen Verhaltens von Schwefelverbindungm. I. Die Hydrolyse von Schwefelchloriir. Die Hydrolyse von S,C12 wurde
an sehr verd. Lsgg. der Verb. in CC1., mit Alkalilauge in Ggw. von Cd(OH)2 vorgenoinmen. Alkali u. Cd(OH)2 begrenzen die Ausdehnung von Sekundärrkk. u. ge­
statten eine quantitative Darst. der Erscheinung. — Die Hydrolysenprodd. mit 2-n
Alkali waren freier S, Sulfid, Sulfit u. Thiosulfat. Freier S fand sich meist in der CC14Schicht. Wenn wss. Alkalilsgg. verwendet wurden, war ein Teil des S amorph, Sulfat
u. Trithionat wurden in gewissen Mengen durch Zers, von H 2S20 3 gebildet. — Die
Resultate werden dadurch erklärt, daß Dischwefelmonoxyd, S20, vielleicht auch das
Hydrat (die hypotbet. thioschweflige Säure), das Primärprod. der Hydrolyse ist. S20
wurde in C d 4-Lsg. erhalten. Das Oxyd unterliegt 3 verschied., gleichzeitig verlaufenden
Rkk., nämlich: (H) der Hydrolyse, die Sulfid u. Sulfit in äquimol. Mengen ergibt,
(T) der „Thionisation“ , d. h. Oxydation eines Teiles des gebildeten Sulfits zu Thio­
sulfat, u. (Z) Zers, derselben unter Bldg. von Schwefel u. Sulfit nach den Gleichungen:
<H) SoO + 4 NaOH = Na2S + Na2S0 3 + 2 H20
(T) 2 Na2S0 3 + 2 S0 2 -f- 2 NaOH = 3 Na„S20 3 + H„0
(Z) 2 S20 + 2 NaOH = 3 S + Na2S0 3 + H20'
Die Menge der einzelnen Hydrolysenprodd. ergibt sich aus: freier S = Thiosulfat
+ 3 (Sulfit— Sulfid). — Durch Verdünnen von S2C12 nimmt die Rk. (H) zu, (Z) ab.
Ist das mol. Verhältnis von S2C12 zu CC1., = 1: 100000, sinkt Rk. (Z) auf 0 ab. Zusatz
von Glycerin vermindert (H) u. vermehrt (Z) u. (T), während Brucin schon in kleinen
Mengen (H) vermehrt u. (T) vermindert. —- Bei der Hydrolyse mittels Ba(OH)2 treten
die Rk. (H) u. (T) zurück, (Z) hervor. Verdünnen der NaOH-Lsg. wirkt verschied,
auf die 3 Rkk. ein: (H) wird zurückgedrängt, (Z) weist eine geringe Vergrößerung auf,
während (T) merklich zunimmt. — Die Einw. der Temp. ist verhältnismäßig gering.
— .Thiosulfat verdankt seine Entstehung in gewissem Umfang der Rk.:
2
S20 + 2 NaOH = Na2S20 3 + 2 S;
denn bei Anwendung von Ba(OH)2 tritt auch Thiosulfat (in kleineren Mengen) auf. —
Es wird gezeigt, daß S u. Thiosulfat direkt u. nicht infolge Sekundärrkk. aus S20 ent­
stellen. — Das Verh. von S2J 2 gegenüber Alkali wird mit dem von S2C12 verglichen u.
die beobachteten Differenzen werden zu klären versucht. (Proc. Indian Acad. Sei.,
Sect. A 1 0 . 423—49. Dez. 1939. Bangalore, Mysore Univ., Central College.) B k u n s .
Basrur Sanvija Rao, Untersuchungen des chemischen Verhaltens von Schwefel­
verbindungen. II. Dischwefelmonoxyd. (I. vgl. vorst. Ref.) Leitet man die Verbrennungsprodd. von S u. 0 2, die unter sehr vermindertem Druck erhalten werden,in
kalte CC1.,-Lsg, so entsteht S20. Es wird vermutet, daß zunächst das sehr unbeständige
SO entsteht, sich ein Teil von diesem zu S20 2 polymerisiert u. durch Rk. von SO mit
dem Dimeren, S20 2, nach S20 2 + SO = P20 + S0 2 entsteht. — S20 (in CC1.,) ist
instabil u. zers. sich nach: 2 S20 = 3 S + S02. — Wie aus kryoskop. Unterss. ge­
schlossen wurde, ist S20 in CC14 in Form eines Komplexes mit gelöstem S beständig.
1 Mol S8 verbindet sich mit 3 oder 4 Moll. S20. Der Komplex in CC!, zeigt eine Ad­
sorptionsbande, die sich vom UV bis zur Wellenlänge 4700 A erstreckt. — Die Zers,
gelösten S20 wird sehr durch die Natur der Oberfläche des Gefäßes beeinflußt. — HCl
verzögert die Zersetzung. — Werden verd. Lsgg. von S20 mit 2-n. NaOH behandelt,
so wird der größte Teil zu Na2S u. Na2S0 3 hydrolysiert; beide Salze bilden sich in äquimol. Mengen. S20 „thionisiert“ einen Teil des Sulfits zu Thiosulfat. Durch Komplexbldg. wird ein Teil des in der CCl.,-Lsg. vorhandenen freien S aktiviert u. befähigt,
Suliit in Thiosulfat zu verwandeln. Die Aktivierung wird wahrscheinlich durch kleine
Mengen Trischwefelmonoxyds, S30 (S3C12 entsprechend) bewirkt, das entsteht, wenn
der Komplex bei der Rk. mit Alkali zerbricht. Verdünnung zeigt dieselbe Wrkg. wie
bei der Hydrolyse von S,C12 durch 2-n. Alkalilauge. (Proc. Indian Acad. Sei., Sect. A
10 . 491—504. Dez. 1939.)
Beuns.
L . D. Roberts und George B. Mangold jr., Eigenschaften konzentrierter Nalriumcarbonatlösungen. An Na2C0 3-Lsgg. verschied. Normalität (1-, 2-, 3-, 4-, 5- u. 6-n.)
■werden Messungen der D., der Viseosität u. der spezif. Leitfähigkeit bei verschied.
Tenipp., der Spannung u. des pn-Wertes bei 25° ausgeführt u. tabellar. u. graph. wieder­
gegeben. Danach ist die D. eine lineare Funktion der Normalität u. für die gegebenen
Normalitäten eine lineare Funktion der Temperatur. Die Viseosität nimmt mit
steigender Normalität stark zu u. mit steigender Temp. stark ab. Die höchsten Leit­
fähigkeitswerte treten in 4,25-n. Lsgg. auf. Die Potential- u. pn-Werte nehmen mit
steigender Normalität schnell zu. Die Alkalität der Lsgg. ändert sich von ph = 12,27
2450
B . A n o r g a n is c h e C h e m ie .
1940. I.
(1-n.) bis 12,8 (6-n.). (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 3 1 . 1293—95. Okt. 1939. Los
Angeles, Cal., Univ. of Southern California.)
S tr Ü B IN G .
W . Sehaller und E . J. Kohlmeyer, Über den Reduktionsmechanismus von Oxyden
und Oxydgemischen, insbesondere von Eisenoxyd, mit Kohlenstoff bei hohen Temperaturen.
Red.-Verss. an geschmolzenen eisenoxydhaltigen Gemischen bzw. an geschmolzenen
Eisenoxyden mit festem C bei 1390—1570° zeigen, daß bei den Verss. größere Fe-Verluste
auftreten, die auf die Bldg. von flüchtigen u. sehr unbeständigen Eisencarbonylen zurück­
zuführen sind. Auf Grund der Ergebnisse wird für die Zus. der flüchtigen Eisenkohlen­
oxydverb. die Formel Fe(CO)3 angenommen. Dieses Carbonyl ist äußerst unbeständig u.
bildet sofort Fe2(CO)„, das aber auch schnell wieder zerfällt, so daß als Endprod. nur Fe
bzw. Eisenoxyd u. Kohlenoxyd erhalten werden konnten. Die Red. von Eisenoxyd­
gemischen (u. auch von V20 5. Fe20 s-V20 5- u. Fe20 3-Ti0 2-Gemischen) führte zu stark
C-haltigen Produkten. (Metall u. Erz 3 6 . 564—69. 1939. Berlin.) IvUBASCHEW SKI.
V . Caglioti und G. Milazzo, Über die Reaktionsfähigkeit der a- und y-Modifikation des Eisenoxyds. Vff. untersuchen das chem. Verh. der beiden Fe-Oxyde, a- u.
y-Fe20 3, bes. hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Brillantgrün zu adsorbieren. Die y-Modifikation besitzt zum Unterschied von der a-Modifikation einen sauren Charakter. Die
Fähigkeit zur Adsorption von Brillantgrün ist eine spezif. Eig. der a-Modifikation.
Abschließend wird eine Betrachtung über die Stabilität u. die chem. Eigentümlich­
keiten des y-Fe20 3 angestellt. (Gazz. cliim. ital. 6 9 . 802—09. Dez. 1939. Rom, Univ.,
Chem. Inst.)
R udolph .
D . S. Beljankin, N. A . Toropow und T. M. Djuko, Feste Lösungen von Calcium­
ferrit in nach der Sintermethode erhaltenem Monocalciumaluminat. Durch teilweisen
Ersatz des A120 3 in Ca0-Al20 3 durch Fe20 3 werden feste Lsgg. erhalten, deren Zus.
von der vorhandenen Fe20 3-Menge, der Temp. u. der Erhitzungsdauer abhängt. Als
Grenzkonz, bei Zusatz von 10% Ca0-Fe 20 3 u. 1200° werden 4,14% Ca0-Fe 20 3 in der
festen Lsg. ermittelt. Von 1200° an liegen neben Ca0-Al20 3 auch 3Ca0-Al 20 3 u.
5Ca0-3A l 20 3 vor; 3Ca0-Al 20 3 verschwindet bei 1300°, 5C a0-3A l 20 3 bei 1400°.
Bei Ggw. von Fe20 3 finden diese Vorgänge bereits bei um 100° niedrigeren Tempp.
statt. Die mechan. Festigkeit der Brennprodd. wird durch Zusatz von 5—15% CaOFe2Os nicht wesentlich geändert. (Bcec0i03Hi.iii IlaytHO-IiccjreaoisaTejniciuiit HHCTirryr
Hcmchtots BHHU. CöopuuK Paöor [Wiss. Forsch.-Inst. Zemente UdSSR. Gesammelte
Arb.] Nr. 1 8 . 57—73.)
R. K . M ü l l e r .
D.
I.Erisstawi und D.N.Barnabisehwili, Ferrocyanide des Mangans, Zinks wnd
Bleis. Mn-, Zn- u. Pb-Salze wurden mit K 1Fe(CN)0-Lsg. bis zum Verschwinden des
flockigen Nd. titriert u. der „Äquivalenzpunkt“ bestimmt („Titration durch Pcptisation“ ). Die umgekehrte „Titration durch Koagulation“ bis zum verbleibenden
Nd. gibt dieselben Resultate, beide in Übereinstimmung mit potentiometr. Titration.
Die Temp. beeinflußt lediglich die Rk.-Geschwindigkeit, am besten sind die Titrationen
bei 60—70° auszuführen. Bei den isolierten MnK2Fe(CN)e (I), Zn3K2[Fe(CN)e]2 (II)
u. Pb2Fe(CN)e (III) wurden bestimmt: Löslichkeit in g/1 bzw. in g-Mol/1 bei I zu
6,72-IO-2, 1,95-10-4; II zu 9 ,9 M 0 -J, 1,42-10-5; III 1,09-10-7, 1,75-10-5; spezif.
elektr. Leitfähigkeit I 4,16-10” 3, II 5,06-IO" 3 u. III 5,42-10-3; ferner die Geschwindig­
keit der Kataphorese u. spezif. Leitfähigkeit ihrer Salzsole. (SCypiiajr Oßmeir Xhmbii
[J. Chim. gen.] 9 (71). 1880—86. 1939. Tiflis, Chem. Inst. d. Akademie d. Wiss. d.
USSR.)
Andrussow.
Kenneth A . Kobe und Taft Y . Toribara, Die Fällung von Mangancarbonat. Die
Fällung von MnC03 in 0,1-mol. Lsg von MnS04 bei 20° ist bei Anwendung eines Über­
schusses von (NH4)2C0 3 geringer als bei Anwendung von Na2C03. In Ggw. von 1 -mol
(NH4)2S0 4-Lsg. ist die Fällung des MnC03 mit (NHj)2C0 3 noch geringer. Die sich aus
diesen Fällungen ergebende Löslichkeit des MnC03 beträgt 5,35 •IO-3: aus Löslichkeits­
best. des Carbonats in W. wird dagegen 1,33-10~* erhalten. Die Ergebnisse lassen
sich zum Teil durch die Tatsache erklären, daß die Löslichkeit des MnC03 mit steigen­
der Alkalität der Lsg. abnimmt. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 3 1 . 1272—74. Okt.
1939. Seattle, Univ. of Washington.)
S tr Ü B IN G .
P. Pfeiffer und H. Krebs, Zur Stereochemie innerkomplexer Kupfersalze, über
die Konfiguration der inneren Komplexsalze des zweiwertigen Kupfers ist bisher nichts
mit Sicherheit bekannt. Vff. haben den Vers. unternommen, cis-trans-isomere Kupferverbb. aufzufinden, um dadurch die plane Konfiguration sicherzustellen, die für die
Komplexsalze zweiwertiger Schwermetalle typ. zu sein scheint. Alle Verss. jedoeh,
stabile cis-trans-isomere Formen aufzufinden, scheiterten. PFEIFFER u. G laser
(C. 1 9 3 9 . II. 3273) hatten gefunden, daß ß-Oxy-x-naphthalddiydmethyliminkupfer
(II, R = CH3) außer in dunkelbraunen auch in grünen Nadeln krystallisieren kann,
die beim Erhitzen auf 140° oder beim Auf bewahren unter Methanol in die braune \ erb.
B.
1940. I.
2451
A n o r g a n i s c h e C h e m ie .
übergehen. Eine röntgenograpli. Unters, ist im Gange, um zu klären, ob es sich um
Dimorphie oder cis-trans-Isomerie handelt. Auch vom Salicylaldehydmethyliminkupfer
(I, R = CH,) wurde einmal (1. e.) eine zweite labile Form isoliert, die im Gegensatz
zu der grünen Form beim Zerreiben ein braunes Pulver gibt. Verss., diese Modifikation
nochmals zu erhalten, verliefen ergebnislos. Komplexsalze vom Typ I besitzen bei
Annahme eines tetraedr. Baues keine Symmetrieebene. Es müßten also von ihnen
opt.-akt. Formen existieren. Zur Durchführung von Spaltungsverss. wurden in die
Komplexmoll, saure u. bas. Reste cingeführt, um so Salze mit opt.-akt. Basen bzw.
opt.-akt. Säuren zu gewinnen. Als erste Säure wurde I (R = p-H0 2C-C6H4) syntheti­
siert. Die Salze dieser Säure waren jedoch so wenig beständig, daß sich mit ihnen keine
Spaltungsverss. durchführen ließen. Das Natriumsalz der Sulfonsäure I (R = p-H03S ■
CcH.,) konnte in braunstichig-roten Blättchen u. in dunkelbraunen Nadeln erhalten
werden; letztgenannte Krystalle sind weit löslicher als erstere. Auch vom Bariumsalz
konnten 2 Formen isoliert werden; ein braunstichigrotes u. ein braunschwarzes bis
olivschwarzes Salz. Es ließ sich jedoch nicht entscheiden, ob cis-trans-Isomerie oder
Dimorphismus die Ursache der Verschiedenheit war. Mit den Sulfaten von Strychnin,
Brucin, Cinchonin u. Nicotin lieferte das Bariumsalz nur harzartige, für die weitere
Unters, ungeeignete Substanzen. Dagegen gelang es, mit d-Triäthylendiaminkoballisidfat das Komplexsalz III (R = p-0 3S-CeH4) aufzubauen, das in olivschwarzen Nadeln
krystallisiert. Ein Vgl. der gefundenen äquivalenten Drehungen mit denen des d-Triäthylendiaminkobaltisulfats in 50%ig. Methanol ergab völlige Übereinstimmung;
die Cottonkurven beider Salze fielen fast zusammen. Eine Aktivierung des Kupfer­
komplexes war also nicht erfolgt. Zwecks Darst. von Kupferkomplexen mit bas. Resten
wurden die beiden halogenhaltigen Salze I (R = CH2-CH2-C1) u. I (R = CH2-CH2J)
synthetisiert. Leider schlugen alle Verss., das Halogen durch den Dimethylaminrest
zu ersetzen, fehl. Die entsprechende Nickelverb, von I (R = CH2-CH2C1) ließ sich
leicht darstellen. Bei dem Vers., asymm. Diäthyläthylendiamin mit Salicylaldehydkupfer zu kondensieren, entstand die Verb. IV [R = CH,-CH2-N(C2H5)2], die sich in
keiner Weise mit einem zweiten Mol. des Diamins vereinen ließ. Vff. erreichten die
Darst. des gewünschten Salzes jedoch auf folgende Weise: Salicylaldehyd wurde mit
asymm. Diäthyläthylendiamin zur ScHIFFschcn Base V [R = CH2-CH2-N(C2H5)2]
kondensiert, mit Methyljodid in das quaternäre Ammoniumsalz V [R = CH2-CH2NJ(C2He)2-CH3] verwandelt u. danach mit Kupferacetat u. Natriumacetat in das ge­
suchte Komplexsalz I [R = CH2-CH2-NJ(C2H5)2-CH3] überführt. Das in schönen
grünen Nadeln krystallisierende Salz wird schon durch heißes W. u. sd. wasserhaltige
Lösungsmittel weitgehend zersetzt. Beständiger ist das ebenfalls in grünen Nadeln
krystallisierende a.-Brom-Ti-camphersulfomt. Für die Aktivierungsverss. wurde nur die
Hälfte der berechneten Komplexsalzmenge aus der Lsg. zur Abscheidung gebracht,
abermals aus W. umkryst. u. wiederum nur zur Hälfte abgeschieden. Die bei den Wellen­
längen 630, 572 u. 557 m/j, bestimmten Äquivalentrotationen ergaben mit denen des
bromcamphersulfonsauren Silbers weitgehendste Übereinstimmung, so daß von einer
Aktivierung des positiven Kupferkomplexes keine Rede sein kann. Nicht weiter unter­
sucht wurden die beiden Komplexsalze I [R = p-(CH3)3NJ-C 6H4] u. I [statt Cu: Ni;
R = P-(CH3)2N'C 6H.,]. Vff. haben schließlich noch eine Reihe Kupferkomplexsalze
von Oxyazokörpem synthetisiert. Leicht zugänglich ist die Verb. VI (X = H, R =
NaO3S-C10H7), die dunkelviolettbraune Krystalle bildet, deren Lsgg. aber für opt.
V n r -X /
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CH- - < Z > - ° \ Cn/ °
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O
cn’
2452
B . A n o r g a n is c h e C h e m ie .
1940. I.
Messungen zu dunkelfarbig waren. Die Verb. VI [R = C0H5; X = N(CH3)2] reagierte
weder mit Methyljodid noch mit Dimethylsulfat. Das durch Umsetzung von VII
[R = p-(CH3)nNCl•C0H4] mit Kupferhydroxyd gewonnene Komplexsalz VIII [R =
p-(CH3)3NCl-C6H4] ist rotbraun bis braunschwarz u. gibt mit <x-brom-7i-camphersulfonsaurem Silber das entsprechende dunkelbraune Bromcamphersulfonat. Bei der opt.
Unters, der erhaltenen Salzproben wurden keine Anzeichen für die Aktivität des
Kupferkomplexes gefunden. Da weder die komplexen Kupfersalze der Azomethinnoch die der Azoreihe in opt.-akt. Formen zerlegt werden konnten, ziehen Vff. den
Schluß, daß die von ihnen untersuchten Kupfersalze keine stabile tetraedr. Kon­
figuration besitzen können, sondern plan gebaut sind, wie es für das Kupfersalz der
Pyridin-a-carbonsäure auf röntgenograph. Wege von Cox (C. 1 9 3 7 . I. 314) bewiesen
worden ist. Endgültige Ergebnisse sind nur durch Dipolmessungen u. durch Auf­
nahme von Röntgendiagrammen zu erwarten.
Versuche.
Salicylaldehydmethyliminkupfer (I, R — CH3), erstmalig von
D E L E PIN E (Bull. Soc. chim. France, M6m. [III] 2 1 [1899]. 944), später von PF E IF F E R ,
G l a s e r (1. e.) beschrieben, wurde dargestellt aus Salicylaldehyd, Kupferacetat u. einer
2,B°/0ig. alkoh. Methylamirileg. bei Zimmertemp. oder durch Erhitzen von Salicylaldehydkupfer mit überschüssigem Methylamin in A. auf dem W.-Bad. Sorgfältige
Fraktionierung aus Propylalkohol u. Chlf. ergab grüne bis braunschwarze Krystalle,
F. 158°. Unterss. mit dem Polarisationsmikroskop erwiesen, daß die erhaltenen
Krystallformen völlig ident, sind. Sie zeigen den gleichen Pleochroismus von Grün
nach Gelb bis Braun u. die gleiche grüne Verreibungsfarbe. Die einmal von PFE IFFE R
u. G l a s e r (1. c.) beobachteten braunen Blättchen mit olivbrauner Verreibungsfarbe
wurden nicht wieder erhalten. — Salicylaldehydanilkupfer (I, R = C6H5), erstmalig
von S c h i f f (Liebigs Ann. Chem. 1 5 0 [1869]. 197) beschrieben, wurde erhalten durch
Aufbewahren von Kupferacetat, Anilin u. Salicyhildehyd in A. oder durch Umsetzung
von Salicylaldehydkupfer mit Anilin. Durch Umkrystallisieren aus Aceton wurden
7 Fraktionen erhalten; fast schwarze, metall. glänzende rhomb. Tafeln. In der 3. Frak­
tion schied sich nebenher eine geringe Menge eines krystallinen grünen Pulvers ab,
in dem jedoch keine isomere Form des braunen Komplexsalzes vorliegt. — Salicylaldehyd-a.-naphthylaminkupfer (I, R = C10H,), CuC34H 2.0 2N2, dargestellt analog vorigem,
braunes Krystallpulver aus Aceton + Chlf., F. 241,5°. — Salicylaldehyd-4-nitroanilkupfer (I, R = p-0 2N-C6H.,), CuC26H180 6N4, dunkelbraune pyridinhaltige Krystalle
mit teilweise blauem Oberflächenglanz aus Pyridin; leicht lösl. in Dioxan mit tief dunkel­
grüner Farbe. Die pyridinfreie Verb. schm, scharf bei 309° (Zers.). — Kupfersalz der
Kupfersalicylaldehydanilcarb<msäure-(4) (I, R = p-H02C C6H,), Cu2C28Hla0 6N2, grüne
Krystalle mit 5 C5H5N, die an der Luft allmählich abgegeben werden; das pyridinfreie
Salz ist graugrün. Natriumsalz, Na2CuC28H180 6N2, braunschwarzes Krystallpulver mit
9 H20 aus Pyridin + W., ■wird bei 140° wasserfrei; Bariumsalz, BaCuC28H 180 6N2,
olivbrauner, krystalliner Niederschlag. — Natriumsalz der Kupfersalicylaldehydanilsulfonsäure-(4) (I, R = p-H0 3S-C6H4)Na2CuC26H,80 8N2S2, a) braunstichigrotes Salz:
Blättchen mit 5H20 aus verd. Methanol, wird bei 100° wasserfrei; zers. sich bei 350—370°.
Die Verreibungsfarbe ist beim lufttrocknen wie beim wasserhaltigen Salz braunstichig­
rot. Es ist schwer lösl. in Methanol, A., kaltem Glykol u. kaltem Glycerin; in den
beiden letztgenannten Lösungsmitteln löst es sich beim Erwärmen mit olivbrauner
Farbe, b) Dunkelbraunes Salz: Aus dem a-Salz durch Umkrystallisieren aus verd.
A., Nadeln mit 5 H 20 , wird bei 100° wasserfrei, zers. sich bei 350—370°. Die Verreibungs­
farbe ist dunkelbraun. Leicht lösl. in kaltem Methanol, kaltem Glykol u. kaltem
Glycerin. Beim Kochen der methylalkoh. Lsg. fällt das schwerer lösl. a-Salz wieder
aus. Bariumsalz, BaCuC26H 180 8N2S2, a) braunstichigrotes Salz: Blättchen oder Nadeln
mit 5 H20 aus verd. Methanol, wird beim Erhitzen auf 1400° krystallwasserfrei, zers.
sich bei 350—370° ohne zu schmelzen, uni. in Methanol, wenig lösl. in heißem Glykol
u. heißem Glycerin, b) Braunschwarzes Salz: Aus dem a-Salz durch Umkrystalli­
sieren aus W., Krystalle mit 9 H20, verwittert an der Luft zu einem braunen Pulver,
wird bei 140° wasserfrei u. zers. sich bei 350—370° ohne zu schmelzen, schwer lösl. in
Methanol u. — zum Unterschied vom a-Salz — gut lösl. in kaltem Glykol u. kaltem
Glycerin. Beim Erhitzen der Lsgg. bzw. längerem Aufbewahren scheidet sich das
a-Salz wieder aus. d-Triäthylenkobaltisalz (III, R = p-O3S•C()H4)Cu3Co2C90H 102O?4•
N18S6, aus dem Bariumsalz u. d-Triäthylendiaminkobaltisulfat in verd. Methanol, olivschwarze Nadeln mit 17 H20 aus 50%ig. Methanol, wird bei 70° wasserfrei. R o ta tio n s ­
dispersion (507—560 m /i) s. Tabelle im Original. — Salicylaldehyd-4-dimethylaminoanükupfer (I, R = p-(CH3)2N-C 6H4) CuC30H30O2N4, intensiv braune Blättchen aus Chlf.+Ä.,
sintert bei 206—207° u. schm, bei 208,5°. "Wird durch Eisessig zersetzt. Jodmethylat,
CuCS2H360 2N4J2, braune Blättchen aus 95°/0ig. Methanol. Geht mit a-Bromcampher-
1940. I.
B.
A n o r g a n i s c h e C h e m ie .
2453
?t-sulfonsaurem Silber leicht in das entsprechende Bromcamphersulfonat (feinkrystallines
Pulver, sehr leicht lösl. in Pyridin mit olivgrüner Farbe) über. — Salicylaldehyd-4-dimethylaminoanilnickel (I statt Cu: Ni; R == p-(CH3)2N-C 6H4), NiC30H30O2N4, dunkelolivgrüne Krystalle aus Aceton, F. 246—247°. Zers, sich beim längeren Kochen mit
96%ig. A. oder feuchtem Aceton unter Bldg. von Ni(OH)2 u. Salicylaldehyd-4-dimethylaminoanil (orangerote Nadeln, F. 134°). — Salicylaldehyd-ß-chloräthyliminkupfer
(I, R = CH2-CH2C1) CuC18H 180 2N2C12, moosgrüne Nadeln aus Chlf., F. 168°. —
Salicylaldehyd-ß-chloräthyliminnickel (1 statt Cu: Ni; R = CH2-CH2C1) NiCI8Hj80 2N2C12, grüne Nadeln aus Chlf., F. 175—177°. — Salicylaldehyd-ß-jodäthyliminkupfer
(I, R = CH2-CH2J), CuC18H]80 2N2J2, dunkelgrüne Blättchen aus Bzl., F. 143— 144°
(rotbraune Schmelze). — Salicylatdehydmono-[ß-diäthylaminoäthylimin]-kupfer [IV,
R = CH2-CH2-N(C2H6)2], CuC,0H24O3N2, intensiv grüne Blättchen aus Lg., F. 142°. —
Salicylaldehyd-ß-diäthyü,mi7ioäthylimin [V, R = CH2-CH2-N(C2H6)2], C13H20ON2, aus
Salicylaldehyd u. asymm. Diäthyläthylendiamin unter gelindem Erwärmen, hellgelbes
öl, Kp .t2 168— 172°. Jodmetliylat, C]4H 23ON2J, gelbe Nadeln aus A., F. 148— 149°.
Salicylaldehyd-bis-[ß-diäthylaminoäthylimin\-kupfer-bisjodmethylat (I, R = CH2-CH2NJ(C2H5)2-CH3), CuC28H440 2N,J2, aus vorigem mit Kupferacetat u. Natriumacetat
in Methanol, grüne Nadeln mit 1,5 H 20, F. (je nach der Art des Erhitzens) 210— 220°
(Zers.). Bromcamphersulfonat, CuC48H;2O10N4Br2S2, grüne Nadeln mit 1,5 H20, F (je
nach der Art des Erhitzens) 240—245°. Rotationsdispersion (630, 572 u. 557 m /i)
s. Tabelle Original. — ß-Oxy-ci-naphthaldehydmethyliminkupfer (II, R = CH,),
CuC24H 20O2N2, beim Kochen von ß-Oxy-a-naphthaldchyd mit Kupferacetat u. Methyl­
amin in A., braune Krystalle, F. 235°. Löst sich in Pyridin mit grüner Farbe, die beim
Erhitzen in Braun umschlägt, beim Erkalten aber wieder grün wird. Durch Umkrystallisieren aus Chlf. sowie aus Pyridin + Toluol wurden je 8 Fraktionen brauner bis braun­
schwarzer metall. glänzender Nadeln erhalten. Unter dem Polarisationsmikroskop waren
pleochroit. olivgrüne bis rotbraune Nadeln, vereinzelt auch rhomb. u. quadrat. Tafeln er­
kennbar. Bis auf die Größe der Krystalle u. ihre „Tracht“ waren keine Unterschiede
festzustellen. Das Salz tritt also nicht in stabilen isomeren Formen auf.— ß-Oxy-a.-naphthaldehydanilkupfer (II, R = C0H5), CuC34H240 2N2 (P F E IF F E R u. G l a s e r , 1. c.) aus ß-Oxya-naphthaldehyd beim Kochen mit Kupferacetat u. Anilin in A. oder'beim Erhitzen
von Oxynaphthaldehydkupfer mit Anilin u. Xylol auf 150°, rotbraune bis schwarze,
metall. glänzende Nadeln aus Aceton (10 Fraktionen) oder aus Dioxan, F. 238— 239°.
Daneben trat in geringer Menge eine grüne Substanz auf, die aber nicht das gesuchte
Isomere war. — ß-Oxy-a-naphthaldehyd-a-naphthyliminkupfer (II, R = C10H7), CuC12H280 2N2, mikrokrystallincs, braunschwarzes Pulver aus Aceton, F. 269—270°. —
Diacetyidi-o-oxyanil, C10H10O2N2, beim Kochen von Diacetyl mit o-Aminophenol in A.,
Blättchen aus verd. A., F. 232°. Gibt kein Cu-Komplexsalz. — Benzilmono-o-oxyanil,
C20H 15O2N, Krystalle mit 1 C6H5N aus Pyridin, F. 9(>—120° (Gelbfärbung). Verwittert
an der Luft zu einem schwach gelben Pulver von unscharfem Schmelzpunkt. Bildet
kein Kupferkomplexsalz. — 4-p-Kresolazonaphthalinsulfonsäure-{l), Cl7H 140 4N2S, rot­
braune Blättchen mit 1 H20 aus Eisessig. — Natriumsalz, NaC,-Hi30 4N2S, orangerote
Blättchen aus A., zers. sich bei ca. 300°. Löst sich in Alkalilauge mit carminroter,
in konz. H2S0 4 mit rötlichvioletter Farbe. — Kupfersalz, CuC34H 260 8N4S2, braunstichigrote Nadeln mit 6 H20 aus Äthylalkohol. Zeigt unter dem Polarisationsmikroskop
starke Lichtbrechung u. starken Dichroismus von olivgelb nach dunkelgrün. —
Natriumsalz der Kupferkomplexsäure VI, (X = H; R = NaO3S-CI0H7), Na2CuC31H240 8N4S2, aus vorerwähntem Natriumsalz beim Kochen mit Kupferacetat u.
Natriumacetat in Methanol. Dunkclviolettbraune Krystalle mit 6 H.O; löst sich in
Pyridin mit roter Farbe. Beständig gegen kalte NaOH; wird von konz. HCl schnell
zersetzt. — 4-Dimethylamino-2-oxyazobenzolhupfer (VI, X = N(CH3)2; R = C„HS),
CuC28H 280 2N6, aus 4-Dimethylamino-2-oxyazobenzol, Kupferacetat u. Natriumacetat
in sd. Methanol, dunkelstahlblauer, feinkrystalliner Niederschlag. Lösl. mit rotbrauner
Farbe in Chlf., Eisessig u. Pyridin. Wird von verd. HCl bereits in der Kälte zersetzt. —
2-Oxy-5-methylazobenzoltrimethylammoniumchlorid-{4') [VII, R = p-(CH3)3NCl-CcH4],
Ci„H20ON3C1, aus p-Acetylaminodimethylanilinjodmethylat beim Erhitzen mit Silbcracetat auf dem W.-Bad, Versetzen mit rauchender HCl u. Eindampfen erst bei 100°,
dann bei 130—140°; das entstandene p-Aminodimethylanilinchlormethylathydrochlorid
wird diazotiert u. mit p-Kresol in alkal. Lsg. gekuppelt. Orangefarbene Blättchen mit
1,5 H20 aus HCl-haltigem Äthylalkohol. Schmilzt je nach der Schnelligkeit des Er­
hitzens bei 200—210° unter Gasentw. zu einer tiefroten Flüssigkeit. Löst sich in NaOH
u. konz. H2S0 4 mit carminroter Farbe. — Nitrat, sehr wenig lösl. in Wasser. •— 2-Oxy5-methylazobenzol-4'-trimethylammoniumchloridkupfer [VIII, R = P-(CH3)3NC1-C6H4],
CuC32H10O2N6Cl;,, aus obigem Chlorid mit Kupferhydroxyd in sd. A., rotbraune bis
2454
D.
O r g a n . C h e m ie . —
D,.
A l l g . u . t h e o r . o r g a n . C h e m ie .
1940. I.
braunschwarze Krystalle, sintert bei 185— 190° u. schm, bei weiterem Erhitzen all­
mählich zusammen. (Nicht rein erhalten.) Bromcamphersulfonat des Kupferkomplexes,
CuC52H08O10N6Br2S2, feinkrystallines, dunkelbraunes Pulver aus absol. A., E. 223
bis 224° (Zers.). Die für die Wellenlängen 653, 630 u. 608 m/i gefundenen Drehwerte
entsprechen bei gleicher äquivalenter Konz, denen des Bromcamphersulfonsäureions.
Es kann also keine Aktivierung des Kupfcrkomplexions eingetreten sein. (J. prakt.
Chem. [N. F.] 1 5 5 . 77—114. 20/2. 1940. Bonn, Univ.)
H lL L G E R .
D. Organische Chemie.
D t. A llg e m e in e u n d th e o r e t is c h e o r g a n is c h e C h e m ie .
M. M. Koton, Gleichgewicht im System RCH„OH-RCOH-RCOOH-RCOOCH„R.
I. Einfluß dar Natur d-es Radikals R. Beim mehrmonatlichen Stehen bei Zimmertemp.
finden im Syst. Alkohol-Säure-Ester-Aldehyd Veränderungen statt, die durch Kataly­
satoren (bes. Cu-Zri) beschleunigt werden: Im CH3OH-Syst. vergrößert sich der Ester­
geh., bei C„H6OH der des Acetals; bei iso-GJIßH u. iso-CJI.fiH findet eine große
Vermehrung der Säure u. des Esters auf Kosten des Aldehyds statt. (Hiypuaji Odmeir
Xhmhh [J. Chim. gen.] 9 (71). 2244—47. 1939. Leningrad, Medizin. Inst.) A n d r ü SSOW.
W . J. V . Osterhout und J. W . Murray, Eine Bemerkung über Wasser in nichtwässerigen Lösungen. Durch Zusatz von Trichloressigsäure (I) zu einem bei 25° im Gleich­
gewicht befindlichen zweiphasigen Syst. von Guajacol-W. steigt mit der Menge an I die
Konz, des W. in der Guajacolphase, während sein Aktivitätskoeff. etwa in demselben
Maße abnimmt. Gleichzeitig fällt auch der Aktivitätskoeff. des Guajacols in W., so daß
demnach I auf beide Komponenten des Syst. eine anziehende Wrkg. ausübt. Die durch
die Guajacolschicht diffundierende I führt offenbar W. mit, das sich aus einer Lsg., in
der seine Konz. u. Aktivität, sowie der Molenbruch u. der Dampfdruck klein sind, zu
einer solchen mit entsprechenden höheren Werten bewegt. Diese Feststellungen können
möglicherweise zur Erforschung bisher ungeklärter Vorgänge im lebenden Organismus
dienen. (Science [New York] [N. S.] 9 0 . 397—98. 27/10. 1939. New York, Rockefeller
Inst. f. Medical Res., Labor.)
Bern storff.
H.
Henkfci und H . Austin Taylor, Die Reaktion von atomarem Wasserstoff mit
Azomethan. Die Rk. von Azomethan (I) mit atomarem H wird bei 27, 110 u. 195° C
untersucht. Das aus Dimethylhydrazindihydrochlorid dargestellte I hat einen Dampf­
druck von 7,2 mm bei —78° u. von 751 mm bei 0°. Bei Zimmertemp. wird nur Hydrie­
rung zu symm. Dimcthylhydrazin beobachtet. Es wird angenommen, daß die Um­
setzung stufenweise nach:
***
CH3N=NCH 3 -f H -> CH3NH—n c h 3
CH3NH—NCH? + H2->- CHjNH—NHCH? + H
verläuft, wovon der 1. Schritt keiner Aktivierung bedarf; für den 2. wird die Aktivierungsenergie zu 3—4 kcal geschätzt. Bei 110° tritt neben dieser Rk. eine Spaltung
der C—N-Bindung des I u. der N—N-Bindung des Hydrazins ein, was zur Bldg. von
CH4 u. CH3NH2 führt. Daneben entsteht etwas C2HG. Die Aktivierungsenergie dieser
beiden Spaltungsrkk. beträgt etwa 8 kcal. Bei 195° wird außerdem noch eine Asso­
ziation von CH3-Radikalen mit I beobachtet. (J. chem. Physics 8. 1—7. Jan. 1940.
New York, N. Y., Univ., Dep. of Chem.)
H. E r b e .
Dora Markowska, über die Bildungsgeschwindigkeit des Chlorhydrales des Meta­
nitranilins. Untersucht wurde die Absorption von HCl durch Metanitranilin. Bei den
Verss. war das Amin suspendiert in CC14 oder Xylol. Die Rk. kann wiedergegeben werden
durch die Gleichung:
F (to) = 5,3215 — (1 — TO')s/a — 4,3215 (1 + 0,2314 to)*/. = K -tje02
in der m den zur Zeit t reagierenden Teil u. K eine Konstante bedeutet. (C. R. hebd.
Seances Acad. Sei. 2 0 9 . 879—81. 11/12. 1939.)
G o ttfr ie d .
R . Ja. Lewina und P. Ja. Kirjuschow, Isomerisierung ungesättigter Kohlen­
wasserstoffe an melalloxydischen Katalysatoren. II. Isomerisierung von Diallyl unter
katalytischer Einivirlcung von Chromoxyd. (I. vgl. C. 1 9 3 7 . II. 3596.) Am aus Chromnitrat mit konz. Ammoniakwasser gefällten u. bei 350° getrockneten Chromoxyd wird
Diallyl bei niedrigeren Tempp. u. mit besseren Ausbeuten zu Dipropenyl (I), d. h. zu
1,4-Dimethylbutadien isomerisiert als am Aluminiumoxyd. In einem Glasrohr von
10 mm Durchmesser wurden die optimalen Bedingungen bei 30—45 cm Kontakthöhe,
0,2 g Diallyl je Min. u. 225—250° ermittelt, wobei bei einmaligem Durchsatz 70—740/o 1
erhalten wurde (Kp. SO,5—82°, nn20 = 1,45 12, <Z204 = 0,7 174 in Übereinstimmung
mit dem synthet. hergestellten I). Im Gemisch wurde I refraktometr. bestimmt (gegen
noi0 = 1,4040 des DiaOyls). Durch Kondensation mit o-Phtlialsäure nach D i e LS u.
A l d e r konnten Krystalle von p-Dimeth,yltetrahydro-o-phthalsäureanhydrid (aus Lg.)
1940. I.
D i. A l l g e m e i n e ü . t h e o r e t i s c h e o r g a n i s c h e C h e m i e .
2455
isoliert werden. (}Kypna.i Oömeir X ümhii [J . Chirn gén.] 9 (7 1 ). 1834— 40. 1939. Moskau,
Univ., Organ.-chcm. Labor.)
A n d r ü SSOW.
R . Ja. Lewina, Isomerisierung ungesättigter Kohlenwasserstoffe an metalloxydischen
Katalysatoren. III. Vergleichende Wirkung einiger katalytischer Substanzen bei der
Isomerisierung von Allylbenzol. (II. vgl. vorst. Ref.) Dio Isomerisierung von Allyl­
benzol (I) mit nn20 = 1,5 136 in Propenylbenzol (II) mit n j î0 = 1,5490 wurde refraktometr. verfolgt. Chromoxyd lieferte bei optimaler Temp. von 220° 93% II, ähnlich wie
AL03; Eisenoxyd nur 72%. Glasscherben sind bei 220—300° ohne Wirkung. Ton
liefert 26—35% H, Silicagel bei 250—300° 48—58% , Aktivkohle erst bei 300°
38—42 % II. (JKypna,! Oömefi Xumuh [J. Chim. gen.] 9 (71). 2287—90. 1939. Moskau,
Labor, der organ. Chemie.)
ANDRÜSSOW .
N. M. Abramowa und B. N. Dolgow, Über eine neue Methode zur Herstellung
von Estern. VII. Beim Überleiten von 1,2 Molen Acetaldehyd mit 1 Mol H2 über einen
Cu-U-Katalysator bei 255° erhielten Vff. bis zu 64% Äthylacetat (I); mit dem H 2-Überschuß stieg die C2H5OH-Bldg. ; ohne H2 wurde nur 10,5% I neben 3,6% CH3COOH
u. 24,5% C2Hr,OH gefunden. An einem durch Zusammensehmclz.cn von techn. Cu
u. Al hergestellten Katalysator wurden analog bei 275° 42—50% I erhalten. Diese
Meth. könnte wogen ihrer leichten Ausführung von techn. Bedeutung sein, zumal keine
Verharzung auftritt.
Butyraldehyd u. H2 gaben bei 255— 275° 46,4—49,2 %
Butylbutyrat, bei 180° nur 2—5,5% neben 59—91% Butylalkohol. (JKypuaji Oömeft
X hmhh [J. Chi'm. gen.] 9 (71). 1976—82. 1939.)
ANDRÜSSOW.
G. M. Alm y, H . Q. Füller und G. D . Kinzer, Die Fluorescenz des Diacetyls.
Diacetyl zeigt in der Dampfphase oder in wss. Lsg. bei Anregung mit Strahlung im
Bereiche seiner violetten Absorptionsbande oder mit langwelligem UV-Licht starke
grüne Fluorescenz. Eine eingehende Unters, der Struktur zeigt, daß es sich um das
gleiche Spektr. handelt, das bei der durch ). 3130 angeregten Fluorescenz des Acetondampfes auftritt. Das Fluorescenzspektr. wird durch Variation des Diacetyldruekes
(0,1—50 mm), der Temp. (10—100°), der anregenden Wellenlänge (3650— 4358 Ä) oder
der Menge des zugesetzten 0 2 (der starke Fluorescenzauslöschung bewirkt) nicht ver­
ändert. Die Fluorescenzintensität ist zeitkonstant. Ihr Verhältnis zur absorbierten
Lichtmenge ist druckunabhängig, u. die Intensität ist bei konstantem Druck der an­
regenden Intensität direkt proportional. Durch 0,013 mm 0 2 wird die Intensität um
50% vermindert. Das Stern-VoLMERsche Gesetz gilt innerhalb eines 0 2-Druckbereiches, in dem dio Fluorescenz auf 20% der Anfangsintensität abnimmt. Bei höheren
Drucken erfolgt der Intensitätsabfall rascher als erwartet. Der 0 2 wird verbraucht,
wahrscheinlich im Verlaufe des Auslöschungsprozesses, was schließlich zur völligen
Wicderherst. der Anfangsintensität führt. Die Lebensdauer des fluoresciercnden Mol.
beträgt nach der Auslöschungakurve u. nach Messungen über die Diffusion der angeregten
Moll, in den Schatten etwa 10" 5 Sekunden. — Zur Deutung der Ergebnisse wrird an­
genommen, daß das Diacetylmol. die Fluorescenz nach Anregung u. Wiederabgabe der
Schwingungsenergie, die spontan u. durch Zusammenstöße erfolgt, emittiert. Im Falle
des Acetons steigt die Fluorescenz von der Intensität Null allmählich an, wie zu er­
warten ist, wenn Diacetyl, das auch hier der Träger der Fluorescenz ist, sich anreichert.
Es wird nicht durch Licht, sondern wahrscheinlich durch Zusammenstöße mit an­
geregtem Aceton oder mit rekombinierenden Radikalen angeregt. Die Diffusionsverss.
lassen sich mit der Annahme, daß die bei reinem Diacetyl beobachtete Emission ein
Rekombinationsspektr. darstellt, nicht in Einklang bringen. ( J. ehem. Physies 8 . 37 bis
45. Jan. 1940. Urbana, 111., Univ., Phys. Dep.)
H. Erbe.
Edmond Vellinger und Bernard Thomas, Uber die ultravioletten Absorptions­
spektren vcm synthetischen Mineralölen. Es wurden zunächst die UV-Absorptions­
spektren aufgenommen von wrenig raffiniertem pennsylvan. öl, von mit 98%ig. H2S0 4
u. mit Oleum behandeltem öl. Es ergab sich eine beträchtliche Absorptionsverminde­
rung u. ein Verschwinden der Banden. Diese Beobachtung wird auf eine Eliminierung
der aromat. Kerne zurückgeführt. Das Spektr. von nach FISCH ER hergestelltem
synthet. ö l zeigte, daß in dem Öl noch eine beträchtliche Menge aromat. Kerne vor­
handen ist. Dasselbe Verh. zeigten öle, die durch Polymerisation von Olefinen erhalten
worden waren. Hierauf wurden öle, die nach dem Verf. von FISCH ER hergestellt u. im
Kathodenvakuum dest. waren untersucht. Beobachtet wurde, daß mit steigender Dest.Temp. die Absorption u. die D. zunimmt. Hieraus folgt, daß ein Teil der aromat. Kerne
sich im Rückstand konz. hat. Aus der Lage der Banden wird geschlossen, daß es sich
um naphthalin. oder noch höherkondensierte Kerne handelt. (C. R. hebd. Séances Acad.
Sei. 209. 882—84. 11/12. 1939.)
G o t t f r ie d .
H . Kempter und R . Meeke, Spektroskopische Bestimmung von Assoziations-,
gleichgewichten. Mit einer empfindlichen Meßanordnung, die noch eine Änderung von
2456
D j. A l l g e m e i n e u . t h e o r e t i s c h e o r g a n i s c h e C h e m i e .
1940. I .
0,1% der Absorption bestimmte, wurde die Lsg. von Phénol in CCI., untersucht. Die
scharfe OH-Bando bei 9680 A ist nur dem nichtassoziierten Einzelmol. zuzuschreiben.
Die Assoziation, gemessen durch die Assoziationsbande bei 9900 A, verläuft bimol. bei
großer Verdünnung. Bei steigender Konz, tritt eine mehrfache Assoziation ein. Die
Verss. lassen sich deuten unter der Annahme, daß der Assoziationsgrad keinen Einfl.
auf den Assoziationsvorgang hat. (Naturwiss. 27. 583—84. 25/8. 1939. Freiburg i. Br.,
Univ., Inst. f. theoret. Phys.)
L in k e .
J. Errera, R . Gaspart und H. Sack, Infrarote O—H-Bande und Assoziation.
(Vgl. C. 1 9 3 8 - II. 4050.) Vff. untersuchen die Absorption der OH-Gruppe in A. u.
in HDO im Gebiete um 3 fi für verschied. Konzz. u. Tempp. in den bin. Systemen
A.-CC14, A.-CS2, HD0-D 20, HDO-Dioxan u. HDO-Pyridin u. in den tern. Systemen
A.-Pyridin-CCl4 u. A.-Aceton-CCl.,. In CC14 u. CS2 ist A. nur bei Konzz. > 0,12 Vol.-%
im monomeren Zustand vorhanden. Bzgl. des Mechanismus der Assoziation des A.
lassen sich mindestens 2 Schritte unterscheiden, deren erster zur Bldg. von Doppel­
moll. führt, während der zweite polymol. Komplexe liefert. Diese letzteren sind gegen
Steigerung der Temp. um 30—40° sehr empfindlich. Mit Moll., die O u . N enthalten,
bildet A. Additionsvcrbb., die auch nach Verdünnung mit einem inerten Lösungsm.
noch weiter existieren. — Die OH-Bande ist in Lsgg. von HDO in D20 die gleiche
wie in reinem Wasser. Während die der Bldg. einer Additionsverb, von H20 mit den
Moll, eines O enthaltenden Lösungsm. entsprechende Bande doppelt ist, ist diese
Bande bei HDO einfach. Messungen an C2D6Br zeigen, daß diese Banden nicht auf
Schwingungen von durch Austauschrk. gebildeten C—D-Gruppen zurückgeführt
werden können. Die Verdoppelung der Bande im Falle des H20 wird durch die An­
nahme erklärt, daß in diesem Falle die beiden H-Atome in Resonanz an der Bindungsbldg. beteiligt sind, während beim HDO infolge der fehlenden Symmetrie eine solche
Resonanzmöglichkeit nicht mehr besteht. — Die Unterss. geben keine Möglichkeit,
zwischen den beiden üblichen Annahmen über die Art der Bindungen bei Bldg. von
Assoziaten oder Additionsverbb. — HO- bzw. H-Bindungen oder Wirksamkeit rein
elektrostat. Kräfte — zu entscheiden. (J. ehem. Physics 8 . 63—71. Jan. 1940. Brüssel,
Univ., Labor, f. Phys. Chem.)
H. E r b e .
Yeu Ta, Dichroismus eines Jodoformkrystalls im Infrarot. Jodoform in Form
hexagonaler Täfelchen wurde erhalten durch langsames Eindunsten einer äther. Lösung.
Nach röntgenograph. Unterss. kryst. Jodoform in der Raumgruppe C„c; die Symmetrie
des Mol. selbst ist C3v. Man kann annehmen, daß in dem Gitter die CH-Bindung parallel
der 6-zähligen Achse des Krystalles liegt. Dies scheint seine Bestätigung zu finden durch
einen Vgl. der Absorptionsspektren des festen Krystalls u. dem in CCl4-Lösung. Die
4 stärksten Bauden haben die folgenden Wellenlängen (in Klammer gesetzt sind die
Werte der Lsg.): 14 610 A (14 450), 17 175 (16 970), 19 705 (19 670) u. 24 780 (24 635).
Untersucht man das Absorptionsspektr. im gewöhnlichen Licht mit dem einfallcnden
Strahl senkrecht zu (0 0 0 1), so tritt die stärkste Bande mit 17 175 A nicht auf; eine
geringfügige Neigung des Krystallblättehens genügt jedoch, um die Bande erscheinen zu
lassen. Ihre Intensität wächst mit zunehmender Neigung gegen das einfallende Licht.
Dieselben Messungen in geradlinig polarisiertem Licht ergaben folgendes: Liegt der
elektr. Vektor des einfallenden Lichtes parallel der 6-zähligen Achse des Krystalles,
dann tritt in dem Spektr. die Linie mit 17 175 A auf, liegt er jedoch senkrecht zu der
Achse, so verschwindet die Linie. Die übrigen Banden werden nur unwesentlich be­
einflußt. Aus dem Verh. dieser Bande kann man schließen, daß die CH-Bindung des
Mol. parallel der 6-zähligen Achse des Krystalles liegt. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei.
2 0 9 . 990— 92. 27/12. 1939.)
G o ttfr ie d .
Rudolf Kohlhaas, Beiträge zur Kenntnis der Struktur krystallisierter aliphatischer
Verbindungen. Röntgenograpliische Untersuchung des Dicetyläthers. Kleine, zur röntgeno­
graph. Unters, geeignete Kryställchen in Form sehr dünner rautenförmiger Blättchen
wurden aus Isoamyläther erhalten. Die Rhombuswinkel wurden festgelegt zu 73,7 bzw.
106,4 ± 0,25°. Mit Cu K - Strahlung w'urden um verschied. Richtungen Drehkrystallu. S C H IF .B O L D -S A U TE R -A ufnahm en liergcstellt. D ie Dimensionen der Elementarzelle
wurden festgelegt zu a = 5,571 ± 0,2, b = 7,452 ± 0,2, c-sin ß = 78,19 ± 0,4% A,
ß = 63,07° ± 0,5%. In der Elementarzelle sind 4 Moll, der Zus. CH3(CH2)160(CH2)i5CH3
enthalten. Raumgruppe nach den Auslöschungen ist P 2ja . In dem Gitter liegen die
Moll, parallel der c-Achse, u. zwar 2 Moll, entlang dieser Achse. Es ergeben sich die
folgenden Abstände : Kettenbreite 0,874 A, Neigung der Kettenebene gegen die 6-Achse
20,9°, Winkel zwischen CH2-Gruppen 110,8°, Entfernung der C-Atome der Kette
1,539 A, Entfernung zwischen Enden aufeinanderfolgender Moll. 3,22 A, Entfernung
zwischen benachbarten Moll. 4,03 A. Der Äthersauerstoff baut sich in die Kohlenstofikette ein u. verhält siVh in dieser langen C-Kette im wesentlichen wie eine Methylen-
1940. I .
D i- A l l g e m e i n e u . t h e o e e t i s c h e o r g a n i s c h e C h e m i e .
2457
gruppe. (Bor. dtsch. chom. Ges. 73. 189—200. 6/3. 1940. Berlin-Dahlem, KaiserWilhelm-Inst. f. physikal. u. Elektrochemie.)
GOTTFRIED.
E.
Plötze und H . Person, Böntgenographische Untersuchungen •polymer-homologer
Gellulosefasern. 234. M itt . über makromolekulare Verbindungen. (2 3 3 . v g l. G . V . SCHULZ,
C. 1 9 4 0 . I. 1965.) E s wurden D E B Y E -S C H E E E E R -D ia gra m m e h e r g e s te llt von polymer­
homologen Reihen von Ramie u. Baumwolle mit Polymerisationsgraden zwischen 3000
u. 200. Die Polymerhomologen werden durch oxydativen oder hydrolyt. Abbau hergestellt. Auf den Aufnahmen wurden die Äquatorinterferenzen längs ihrer D e b y e SC H E E E E E -R inge durchphotometriert u. aus diesen Schwärzungskurven die Halbwerts­
breiten als quantitatives Maß der Krystallitorientierung berechnet. Für polymerhomologe Ramiefasern ergab sich die Halbwertsbreite 5/2 = 15° u. für Baumwollfasern ä/2 = 32°. Aus den Unterss. ergibt sich, daß die Textur innerhalb einer polymer­
homologen Reihe von nativer Fasercellulose unverändert bleibt. (Naturwiss. 27. 693.
13/10. 1939. Freiburg, Univ., Physikal. Inst.)
G o t t f r ie d .
Lore C. Misch und A . J. A . van der W yk, Das Gitter des Kautschuks. Hoch­
orientierte Kautschukproben wurden erhalten durch gleichzeitiges Dohnen u. Preßen
eines Latexfilmes. An diesem Film wurden W E IS Z E N B E E G -A u fn ah m en hergestellt.
Die A,-Reflcxion war klar in zwei Komponenten aufgespalten, deren Maxima einen
Abstand von 39,2° hatten. Die Diagramme führen auf die pscudorhomb. ¡Zelle mit
a — 8,97, b = 8,20 u . c = 25,2 Ä oder in monokliner Aufstellung et = 8,97, b = 8,20,
c = 26,7 A; ß — 70,4° mit 16 Isopreneinheiten (8 Ketten) in der Elementarzelle. Die
D. errechnet sich zu 0,97 gegenüber dem experimentellen Wert von 0,965. Die Dia­
gramme lassen sich jedoch auch auswerten unter der Annahme von 2 Zellen, u. zwar
einer monoklinen mit a = 8,97, b = 8,20, c = 6,68 A; ß = 70,4° u. 2 Ketten im Elcmentarbereich u. einer triklinen Zelle mit o = 6,12 , b = 8,20, c = 6,99 A; a = 73,2°,
ß = 64,1°, y = 47,3° u. 1 Kette in der Elementarzelle. (J. chem. Physics 8 . 127.
Jan. 1940. Cambridge, Mass., Inst, of Technol., u. Genf, Univ.)
GOTTFEIED.
A . F. H . Ward, Elektrische Leitfähigkeit in verdünnten Lösungen von dodecylschwefelsaurem Natrium in Äthylalkohol-Wassergemischen bei 20°. Vf. bestimmt die
Äquivalentleitfähigkeit A von dodecylschwefelsriurem Na (I) in W., A. u. deren Gemischen
in Abhängigkeit von der Zus. des Lösungsm. u. der Konz, c, die von 0,0001—0,01-n.
variiert wird. Die Eigenleitfähigkeit des W. betrug 0,5-10_ 6ß _1, die des A. 0,0510“ °i2_1. Die Messungen wurden in Quarzgefäßen unter sorgfältigem Ausschluß von
C0 2durohgefülirt. Die graph. Darst. in Form dcr/l/|/c-Kurven zeigt, daß die gefundenen
Werte dem Gesetz von KOHLEAUSCH gehorchen, da mit Ausnahme der Lsgg. in reinem
A. sich für alle Konzz. u. Mischungsverhältnisse eine geradlinige Beziehung zwischen A
u. \Tc ergibt. Die Neigung der Geraden durchläuft ein Minimum bei ca. 30% A. im
Lösungsm. u. steigt mit zunehmendem A.-Geh. stark an. Auch die Kurve der durch
Extrapolation erhaltenen Werte der Leitfähigkeit für unendliche Verdünnung, A 0, in
Abhängigkeit von der Zus. des Lösungsm. weist ein Minimum auf; der Vgl. mit der Viscosität i] der A.-W.-Gemische zeigt, daß zwischen beiden Größen ein enger Zusammen­
hang besteht, doch fällt das Maximum von r\nicht mit dem Minimum von A 0 zusammen.
Die W A L D E N sch e Regel A 0-i] — konstant gilt nicht, was offenbar auf die Änderung der
Solvatation der Ionen von I in den verschied. Gemischen zurückzuführen ist. Diese wird
für das Anion nach W a l d e n (C. 1 9 2 0 . I. 517) zu 4—5, nach H e e z o g (C. 1 9 1 1 . I. 110)
zu 2—4 Moll. A. ermittelt, während sich aus der Berechnung des Ionenradius nach der
STO K E sehen Formel eine Solvatation mit 2—3 Moll. A. u. 4— 7 Moll. W . ergibt. Die
Neigungswerte der nach der O N S A G E R -G leich u n g berechneten A /y c - Geraden stimmen
mit den experimentell gefundenen von 0—10 u . 50—80% A. gut überein. Zwischen 80
u. 100% A. übersteigt die Neigung der gemessenen Kurven den theoret. Wert, was wahr­
scheinlich auf unvollständige Dissoziation von I zurückzuführen ist. Die maximale Ab­
weichung liegt im Gebiet der extrem hohen Löslichkeit von I bei ca. 25% Alkohol. Der
Grund für die außerordentlich geringe Neigung der Geraden liegt hier offenbar in der
Veränderung der DE. durch eine Orientierung der Moll, des Lösungsm. in der Solvatationsschicht. (J. chem. Soc. [London] 1 9 3 9 . 522—30. April. Manchester, Univ., Coll.
of Technol.)
BERNSTORFF.
A . I. Tschalenko, Verbrennungswärme des Benzophenons. Benzophenon wurde
durch mehrmaliges Destillieren gereinigt, wodurch ein reineres Prod. gewonnen wird,
als beim Umkrystallisieren aus Lsgg., F. 47,85°. Die Verbrennungswärme (beim Zer­
stäuben in Luft) wurde zu 8550,0 cal 20°/g bestimmt. (3CypnaJ Odmeii X hmuh [J. Chim.
gen.] 9 (71). 1915—20. 1939. Charkow, Inst. f. Masse u. Meßinstrumente.) A n d r ü S S .
J. B. Matthews, Einfluß gewisser Kohlenhydrate auf die Grenzflächenspannung
zwischen Wasser und Cyclohexan. Untersucht wurden wss. Lsgg. von Dextrose (I),
2458
D j- P r ä p a r a t i v e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N atu rstoffe.
1940.
I.
Saccharose (II), Lactose (III), Stärke (IV), Dextrin (V), Glykogen (VI), Inulin (VII),
Pektin von Äpfeln (VIII) u. Citronen (IX), Gummi arabicum (X). Die apparative An­
ordnung zur Grenzflächentensionsbest. wird beschrieben. Die Teinp. im Thermo­
staten betrug 25 ± 0,1°. Als inerte Fl. wurde Cydohexan (XI) benutzt. Die Grenz­
flächenspannung zwischen W. u. XI wurde zu 50,28 ± 0,02 Dyn/em bestimmt. Die
Fehler betrugen bei den Unterss. der Zuckerlsgg. u. der Lsgg. von VI, VIII, IX, X
±0,05 Dyn. Für V war die Reproduzierbarkeit der Werte bemerkenswert gut. Weniger
gut waren die Werfce v°n IV u. VII. Die Aschengehh. von V, VIII, IX betrugen 0,6,
2,0 u. 1,8%. Die Abhängigkeit der Grenzflächenspannung von der Zeit wurde unter­
sucht u. erstreckte sich für die Substanzen, außer IV u. VII, in dem Bereiche weniger
Minuten. Für IV u. VII waren Gleichgewichtswerte nicht festzustellen. Die Gleich­
gewichtszeit ist unabhängig von der Konz., außer bei V. Die festgestellten Zeitwerte
entsprechen den Zeiten, die nötig sind für die mol. Orientierung an der Grenzfläche.
Weiter wurde die Abhängigkeit der A y-Werte ( = Differenz der Grenzflächenspannung
von Lsg. u. reinem W.) von der Konz, der verschied, gelösten Substanzen festgelegt.
II zeigt anomale Kurvenlage im Vgl. zu I u. III, was darauf zurückzuführen ist, daß
II eine Kombination von einem Pyranose- mit einem Furanosering ist. Bei einer an­
genommenen Dicke der Adsorptionsschichten von I, II u. III von 5 Ä ergeben sich
als Adsorptionscncrgien/gMol — 800, — 1560 u. — 1830, wobei die negativen Vorzeichen
positive Adsorption angeben. Der fast doppelt so große Wert von III gegenüber I
wird dadurch erklärt, daß III aus 2 Pyranoseringen besteht. Aus dem Wert für II
wird geschlossen, daß dem Furanosering eine Adsorptionsenergie von — 1050 cal. zu­
geschrieben werden muß. Die Kurve von V ergab Bldg. von kondensierten Filmen.
Es wird weiter geschlossen, daß V aus 8 Pyranoseeinheiten bestand. X zeigte keine
Neigung zur Bldg. kondensierter Filme. VIII u. IX ergaben ident. Kurven, die eine
Zwischenstellung einnehmen, da eine gewisse Tendenz zur Bldg. von kondensierten
Filmen vorhanden ist. VI kann keinen solchen Film bilden. VII zeigt heterogenen
Oberflächenfilm. Das Syst. besteht aus expandierten u. kondensierten Filmen. Es
Hegt dies begründet in der irregulären Struktur der Substanz. Für IV konnten aus
dem verschiedenartigen Verh. keine Schlüsse gezogen werden. (Trans. Faraday Soc.
35. 1113— 22. Aug. 1939. Liverpool, Univ., Dep. of Inorgan, and Phys. Chem.) B O Y E .
D s. P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m ie .
N a tu r s to ffe .
Über Auffindung und Synthese neuer höchstmolekularer Paraffine..
(Atti X Congr. int. Chim., Roma 3. 768—78. 1938. Mülheim-Ruhr, Kaiser-WilhelmInst. f. Kohlenforschung. — C. 1938. II. 1392.)
J. SCHMIDT.
W . G. Mchitarjan, Katalytische Wirkung der p-Toluolsulfosäure auf die Reaktion
zwischen Acetalen und Pentaerythrit. (Vgl. C. 1939. II. 2326.) Mit 0,05 g p-Toluolsulfosäure je 0,05—0,1 g-Mol Pentaerythrit wurde eine Ausbeute von 85— 95% an
Diacetalen erzielt, bezogen auf Pentaerythrit. Mit n-Butyraldehydacetal nach 2 Stein.
Kochen, Neutralisieren mit K-Äthylat u. Abdest. von A.
Pentaerythrit-n-butyraldehydacetal, C13H240 4, F. 50—60,5° lösl. in Bzl., A. u. Petroläther. Analog wurden
erhalten: Pentaerythritdiisovaleraldehydacetal, C15H280 4, F. 110— 112°; Pentaerythritdicydohexanonketal, F. 115°; Pentaerythritdichloracetal, C9HJ40 4C12, F. 91,8°; Pentaerythritdiacdal, F. 44° (statt 45°). (/Kypirajt Oömeft X u m h h [J. Chim gen.] 9 (71).
1923—25. 1939. Eriwan, Medizin. Inst.)
A n dru ssow .
M. Beyaert und F. Govaerfc, Die Aminoderivale des Pentaerythrits. IV. Das Oxytriaminotetramethylmethan. (III. vgl. C. 1940. I. 39.) Die erstrebte Darst. des Oxytriaminotelramethyhnethans ( I\) gelang nicht durch direkte Substitution des Broms
des Tribrompentaerythrits: hierbei entstand als einziges identifiziertes Prod. 3,3-Diammomethyloxacydobutan (I). Die Einw. der theoret. Menge KOH auf Tribronipentaerythrit (in A.) ergab mit 79% Ausbeute 3,3-Bisbrommethyloxacydobutan (II); hieraus
mit fl., alkoh. oder wss. NH3 auch bei Zimmertemp. quantitativ 3,3-Diaminomethyloxaeydobutanhydrobromid (III). Der Ring des freien Diamins wird von bei 0° gesätt.
wss. NHj bis 180° nicht angegriffen, bei 200° jedoch aufgespalten. Es entstehen 70%
der Theorie an IV. IV kann aus II in einem Zuge erhalten werden.
H.
Pichler,
0°-gesätt. Ammoniaks 20 Stdn. auf 125° erhitzen; bei Einengen kryst. zuerst
NHäBr, dann ein Gemisch mit Aminen. Daher wird das Rk.-Gemisch mit KOH ver­
setzt u. nach Entfernen des KBr im Vakuum destüliert. Monohydrat, Kp .15 121— 122°,
F. 25°, D.4„- 1,83. Nebenher laufen Sekundärrkk., doch konnten die weiteren Prodd.
1940. I .
D a. P r ä p a r a t i v e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
Naturstoffe.
2459
nicht getrennt werden. Fl. NH, wirkt bei gewöhnlicher Temp. in 3 Wochen nicht auf
Tribrompentaerythrit ein. — 3,3-Dibrommethyloxacyclobutan (II), C6H 8OBr2, Kp.ls 119°.
— 3,3-Diaminomethyloxacyclobutan: Bromhydrat (III), C6H14ON2Br2, aus W. -f A.,
F. 224°. Hieraus durch Zugeben von KOH u. möglichst rasoho Vakuumdest. das Mono­
hydrat des freien Amins, Kp .,6 122°, Kp.22 131°. Acetylderiv. (mit AcaO + NaAc),
F. 79°. Chlorhydrat, aus A. mit alkoh. HCl; aus wenig W. + A., F. 234°. Erwärmen
mit der HCl führt zur Aufspaltung des Ringes. Pikrat, C6H 12ONn- 2 C„H2(N02)3, aus
wss. Lsg., aus W. F. 237°. Oxalat, C5H,,ON2-2 C2H 20 4, aus W. + A., F. 154° (Zers.). —
Oxytriaminotetramethyhnethan (IV), zur Darst. die Lsg. von 10 g II in 150 ccm 50o/oig. A.
bei 0° mit NH3 sättigen, eine Nacht auf 200° erwärmen, eindampfen, mit HBr ansäuem. Bromhydrat, aus konz. HBr Blättchen, F. 302° (Zers.). Freies Triamin, zur
wss. Lsg. des Salzes KOH geben, im Vakuum eindampfen, mit A. extrahieren.
Kp.j.i 131°. Bei Abkühlen Erstarren zu einer glasigen M., F. 121°. Äußerst hygro­
skopisch. Acetylderiv. (mit Ae20), Kp .0>001 225°. Harte, glasige, hygroskop. M., F. 58°.
Nitrat, aus A. + W., F. 239° (Zers.). ’ Sulfat, aus W. + Methanol, F. 288°. Oxalat,
A. unter Rühren l a n g s a m zur wss., überschüssige Säure enthaltenden Lsg. von IV
geben. F . 172° (Zers.). (Proc., Kon. nederl. Akad. Wetensch. 4 2 . 776—89. Okt. 1939.
Gent, Univ.)
SCHMEISS.
F . Govaert und M. Beyaert, Die Aminode.iivate des Pentaerythrits. V. Das Aminotrioxytetramethylmethan. (IV. vgl. vorst. Ref.) Vff. beenden den ersten Teil ihrer
Unterss. über Aminoderivv. des Pentaerythrits mit der Darst. des Trioxymonoaminoletramethylmethajis.
t H O H jC \ p ^ C H vNH2
TT n _/C H s^ r / C H aOH
1 HOHjC-^ ^CFIjOH
11 U<- C H > 0 <-CII.,OH
V e r s u c h e . 3,3-Dioxymethyloxacydobutan (II), aus Monobrompentaerythrit u.
der theoret. Menge KOH in 4 Teilen A.; Kp .0,4 128°, F. 84°. Acetylderiv., Kp.12 146°. —
Monoaminotrioxytetramethyhnethan (I): aus II u. bei 0° gesätt. NH3-Lsg. bei 200°
in 24 Stdn.; bei Erhitzen auf 200° unter 0,001 mm setzt sich 1 an der Kolbenwand
über dem Metallbad ab. Zur Reinigung die alkoh. Lsg. mit C0 2 sättigen, das erhaltene
Carbaminat bei 150— 180° zersetzen, das Amin in A. aufnehmen u. nach Abdampfen
des letzteren sublimieren, F. 207°. Acetylderiv.: fl., Kp .0i4 173°. Carbaminat, aus wenig
W .-f-A .; bei 149° Zersetzung. Oxalat, (C5H130 3N)2-H 2C20 4: aus W. mit A. fällen,
F. 206°. Pikrat, C5H130 3N-C 6H2(N0 2)30H, gut lösl. in W. u. A., aus Amylalkohol,
F. 98°. (Proc., Kon. nederl. Akad. Wetensch. 4 2 . 790—97. Okt. 1939.) S c h m e i s s .
W . W . Binkley und Ed. F. Degering, Organische Synthesen mit Sulfurylchlorid.
(Vgl. C. 1939- I- 1342.) Bei der Einw. von SOCl2 auf Dialkylamine entstehen Dialkylaminsulfurylchloride. Man trägt am besten dio Ämine in überschüssiges SOCl2 ein u.
läßt 24 Stdn. gelinde kochen. Die Verbb. reizen die Haut, sind unlösl. in W., reagieren
langsam mit verd. Säuren u. werden durch Alkalien ziemlich schwer angegriffen.
Dimethylaminsulfurylchlorid, Kp .10 66°, D .254 1,337, nn20 = 1,4526. Diäthylamin­
sulfurylchlorid (I), Kp .6 69°, D.25, 1,221, i»n20 = 1,4564. Dipropylamimulfurylchlorid,
Kp.4 83,5°, D.25, 1,195, iid20 = 1,46 15. Dibutylaminsulfürylchlorid, Kp .3 95— 96°,
D.“ , 1,142, nj)20 = 1,4648. — N,N-Diälhylamidosulfonsäuremethylester, aus I u. sd.
Methanol oder aus Diäthylaminhydrochlorid u. Chlorsulfonsäuremethylester. Krystalle
aus Methanol, F. 80°. Äthylester, aus I u. NaOC2H5-Lsg. in Ä., Kp .5 86°, D.25. 1,076,
iid20 = 1,4307. Propylester, Kp .3 80,5°, D.25,, 1,068, iid25 = 1,4331. Butylester,
Kp-2,23 73,5°, D.“ 1,046, nnr* = 1,4352. N,N-Dipropylamidosulfonsäure, Krystalle aus
Methanol, F. 135°. N,N-Dibutylamidosulfonsoure, Krystalle aus Methanol, F. 117°.
(J. Amer. ehem. Soc. 61. 3250—51. Dez. 1039. Lafayette, Ind., Purdue Univ.) Og.
E m st Späth und Hans Schmid, über das [x-Chlorcrotyl]-acetat. H . Mitt. über
Derivate des Aldols und des Crotonaldehyds. (I. vgl. C. 1911. I. 466.) Durch Einw’.
von Acetylchlorid auf Crotonaldehyd erhielten W EG SCH EID ER u. S p ä t h (vgl. I. Mitt.)
ein Additionsprod. der Zus. III, das ein [v.-Chlorcrotyl]-acetal (III) darstellt. K i r r Ma n n (C. 1938. ü . 49) hatte aus Acrolein u. Acetylchlorid eine Verb. erhalten, der
er die Zus. 1 zuschreibt; nach längerem Stehen oder Dest. soll sich I in II umlagern.
Auf Grund dieser Beobachtungen gibt K i r r m a n n der Verb. III die Konst. IV. Die
Mol.-Rcfr. stimmte recht gut für IV, wies jedoch gegen III eine Exaltation von 0,95 auf.
Zur Nachprüfung haben Vff. nun III aus reinen Materialien hergestellt u. sorgfältig ge­
reinigt. Die Mol.-Refr. wurde zu Md = 36,92 gefunden, die mit dem von K lR R M A N N
gefundenen Wert genau übereinstimmt. Einblick in die Konst. lieferte das Verh.
gegen W., wonach die Verb. nach III leicht in die Ausgangsstoffe zerfallen müßte,
dagegen nicht die Verb. IV. Das Additionsprod. ist in W. unlösl., erst nach einigem
Schütteln tritt Zers, unter Auftreten des Geruches nach Crotonaldehyd ein. Die Zers.
2460
D s. P r ä p a r a t i v e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N aturstoffe.
1940. I.
wurde quantitativ in einer bes. App. (vgl. Original) verfolgt, wobei der gebildete Crotonaldchyd in eine Semicarbazid-Acetatlsg. übergetrieben wurde. Es konnte so direkt
reines Crotonaldehydsemicarbazon in einer Ausbeute von 61,4% erhalten werden.
Im wss. Rückstand konnte kein Aldehyd mehr nachgewiesen werden. Dieser Befund
steht gut mit der Konst. III in Einklang, dagegen nicht mit IV. Ein weiterer Beweis
für Formel III liefert das Vcrli. gegenüber Ozon. Hierbei müßte III beim ^erlegen
des Ozonids mit W. Acetaldehyd liefern, wozu IV nicht befähigt ist. Die Verss. er­
gaben nun die Bldg. von Acetaldehyd, der durch Kondensation mit Dimedon identifiziert
wurde. Zur weiteren Sicherung des Befundes wurde noch Crotonaldehyddiacetat ebenso
behandelt; auch hier wurde Acetaldehyd nachgewiesen. Demnach kommt dem [rx-C'hlorcrotyl\-acetat die Formel III zu. Die Erklärung für die Exaltation (s. o.) dürfte darin
zu suchen sein, daß III ein sehr reaktionsfähiges Cl-Atom in Konjugation zu einer
Doppelbindung besitzt; in den Säurechloriden hat auch das Cl-Atom eine größere
Atom-Refraktion als in einer n. aliphat. C—Cl-Bindung.
I CH2= C H -C H < g l_ C0CH3
111 CII° - CH= CH- CH< 0 -C 0 C H 3
I I CHaCl—CH=CHO—COCH,
IV CHSCHC1=CH—C H -O —COCH,
V e r s u c h e . [a-Chlorcrotyl]-acetat, Darst. vgl. I. Mitt. Fraktion vom Kp.a 64
bis 68° wurde nochmals dest. u. hatte Kp .8j5 64— 66°; no 20 = 1,451, d20, = 1,083,
Md gef. 36,92, ber. 35,97. Bei der Hydrolyse läßt sich die Bldg. von reichlichen Mengen
Crotonaldehyd nachweisen. Crotonaldehydsemicarbazoji, C5H9ON2, aus Methanol-W.,
F. 196—197°. Keine F.-Depression mit einem aus Crotonaldehyd dargestellten Semicarbazon. — O z o n i s a t i o n v o n III. Diese erfolgt in einer reinen Äthylchloridlsg., wobei mit Eis-NaCl gekühlt wurde. Der Rückstand wurde in O-freiem W. mit etwas
J£n-Staub, Hydrochinon u. AgN03 versetzt u. destilliert. Das Destillat wurde in einer
Dimedonlsg. aufgefangen; das Additionsprod. schied sieh ziemlich rein ab. Nach Subli­
mation im Hochvakuum u. Umlösen aus Methanol-W. zeigte es den F. 142°; keine
F.-Depression mit aus Acetaldehyd u. Dimedon bereitetem Produkt. — ¡2um Vgl.
wurde Crotonaldehyddiacetat (aus dem Aldehyd u. Acetanhydrid unter Zusatz einiger
Tropfen konz. H2S04) mit 0 3 behandelt; es wurde das gleiche Acetaldehyd-Dimedonprod. erhalten. — [a-Chlor-n-butyl\-acetat, C6HnO,Cl; aus n-Butyraldehyd u. Acetylchlorid bei Temp. nicht über 30°. Kp .9l5 51—52°; n20, = 1,039, no20 = 1,4198; M d gef36,650, ber. 36,429. (Ber. dtsch. chem. Ges. 7 3 . 243—48.6/3. 1940. Wien, Univ.) R o t h m .
B.
F. Daubert und C. G. King, Eine Methode zur Darstellung von a.ß-Diglycerineslem von Fettsäuren. Die bisher schwer zugänglichen a,/S-Diglycerinester von Fett­
säuren werden vom Vf. auf folgendem Weg, bei dem keine Wanderung der Säure­
gruppe aus der a- in die /?-Stellung stattfindet, in guter Ausbeute dargestellt: Aus
a-Mononatriumglycerat u. Chlorameisensäurebenzylcster in Bzl.-Lsg. wird 3-Carbobenzyloxyglycerin gewonnen, das nach Veresterung mit dem Fettsäurechlorid in
Chinolin durch Hydrieren in den Alkohol übergeführt wird.
V e r s u c h e . 3-Carbobenzyloxyglycerin (I), CnH, ¡05, aus Mononatriumglycerat
u. Chlorameisensäurebenzylester in trockenem Bzl. durch 24-std. Stehenlassen bei
Raumtemp., blaßgelbes, nicht krystallisierendes Öl. — 3-Carbobenzyloxyglycerin1.2-dipalmiliii (II), C43H;.,07, durch Versetzen einer Lsg. von I in Bzl. u. Chinolin mit
Palmitylchlorid in Chinolin, aus Ä. bei 5° kleine Krystalle, F. 71°. — Glycerin-l,2-dipalmitin (III), C35H680 ; , aus II mit PtH, in absol. A. bei Raumtemp. u. 2 at, aus absol.
A. schuppige, weiße Krystalle, F. 64°. — Analog werden dargestellt: 3-Carbobcnzyloxyglycerin-l,2-dimyristin, C39HcgOt, F. 67—68°. — Glycerin-l,2-dimyristin, C31Hc0O5,
F. 59°. — 3-Carbobenzyloxy-l,2-dibenzoylglycerin (IV), C2r,H220 7. — 1,2-Dibenzoylglycerin (V), F. 5S°. — l,2-Dibenzoyl-3-tritylqlycerin, aus IV, F. 91°. — 1-p-Brombcnzo’/l2.3-dibenzoylglycerin, C21H,90 GBr, aus IV u. aus p-Brombenzoylglycerin u. Benzoylclilorid, F. 107°. — III verändert sich in 0,1—0,024-n. alkoh. HCl- oder NH3-Lsg.
rasch, während V unter gleichen Bedingungen stabil ist. (J. Amer. chem. Soc. 61 3328—30. Dez. 1939. Pittsburgh, Pa., Univ.)
P o sch m an n .
F . L. Grinberg, Synthese von alkylsubstituiertem Harnstoff. Syinm. Dimethylhamstoff kann am besten nach MARCKWALD (Ber. dtsch. chem. Ges. 2 3 [1890]. 3207)
oder nach D a v i s (vgl. C. 1 9 3 1 . I. 1359) hergestellt werden; Chlf. als Lösungsm. ver­
einfacht die Isolierung; Ausbeute 55—63% bzw. 60—70%; bei Anwendung eines
50%ig. Überschusses an Methylaminchlorhydrat konnte eine Ausbeute von 80— 90 /«
erzielt werden. Die Herst. von Methylharnstoff nach D a v i s u . Methyläthylharnstoff
nach H o f m a n n (Ber. dtsch. ehem. Ges. 1 4 [1881]. 2725) ergab 50—60% der Theorie.
(npoMWuijeiiHocTi, Opramj'iecKoft X hmiih
[Ind. organ. Chem.] 6 . 31—33. Jan.
1939.)
A n d ru ssow .
1940. I .
D s- P r ä p a r a t i v e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N aturstoffe.
2461
Yves Deux, Entlialogc.nie.mng von symmetrischem Phcnylpropcuylglykoljodhydrin
iind Isomérisation des entsprechenden Oxyds. Die Unteres, über die Haftfestigkeit von
CcHs u . CH: CH? (C. 1 9 3 9 . I. 4476 u. früher) hat Vf. auf C8HS u. CH: CH-CH3 aus­
gedehnt u. dabei analoge Resultate erhalten. Die Addition von HOJ an 1-Phenylpeniadien-(l ,3) (I) findet gleichfalls an der der C8H5-Gruppe benachbarten Äthylen­
bindung statt unter Bldg. eines Jodhydrins (II), das bei der Enthalogenierung in einen
Aldehyd(III) umgelagert wird:
C6H6-CH:CH-CH:CH-CH 3 I
OCH •CH(C9H5) •CH : CH •GHS l i l a
oder
OHC •C(CeHs) : CH •CHj •CH, IH b
fä,H,.CH(OH)-CHJ.CH:CH-CH, Ha
oder
C6H5.CHJ-CH(OH)-CH:CH.CH 3 Ilb
•<------- CaH,-CH-CH-CH:CH-CHs IV
"tT
Die Isomérisation der entsprechenden Epoxyverb. (IV) liefert denselben Aldehyd. —
1-Phenylpentadien-(1,3) (I) (Kp.14 110—111°) wurde dargestellt durch Erhitzen von
(aus Zimtaldehyd u. C2H5-MgBr gewonnenem) l-Phenylpenten-{2)-ol-[l) mit H2SO«.
Auf eine Lsg. von I in A. + W. läßt man J + HgO einwirken ; nach Behandeln mit
AgN03 entsteht ein ungesätt. Aldehyd (III) (Kp.lt 142—143°; Semicarbazon, F. 166
bis 167°). III liefert bei der Hydrierung in Ggw. von R A N E Y -N i Propylphenylacetaldehyd, der bei der Oxydation mit Ag20 in Propylphenylessigsäure (F. 53°) übergeht.
Das Jodhydrin ist demnach als 2-Jod-l-phenylpenten-{3)-ol-(l) (l i a) oder als 1-Jodl-phenylpenlen-(3)-ol-(2) (II b) aufzufassen. Daraus folgt, daß die Addition von HOJ
an der Doppelbindung stattgefunden hat, die der C„H5- Gruppe benachbart ist. —
Beim Leiten des Dampfes von l,2-Epoxty-l-phenylpenten-(3) (IV) (Kp.4 87—89°) (er­
halten durch Einw. von KOH auf das entsprechende Chlorhydrin) unter 20 mm Druck
über Infusorienerde bei 250—300° entsteht ebenfalls III. (C. R . hebd. Séances Acad.
Sei. 208. 2002—04. 19/6. 1939.)
H il l g e r .
Panos Grammaticakis, Einwirkung von Orgaiwniagnesiumverbindungen auf
Osazone. Das unterschiedliche Verh. von Aldehydphenylhydrazonen u. Ketonphenyl­
hydrazonen gegenüber R-MgX-Verbb. (C. 1 9 3 7 . I. 4360; II. 766) von denen erstere
I Mol der Organomagnesiumverb. an der C=N-Gruppe anlagern, während letztere
nicht damit reagieren, veranlaßte Vf., die Umsetzung von Osazonen mit R-MgX-Verbb.
zu studieren. Dabei wurde gefunden, daß die aus a-Diketonen hergestellten Ketosazone
sich nicht mit Organomagnesiumverbb. in Rk. bringen lassen, während die Aldosazone
(aus a-Dialdehyden) u. die gemischten Osazone (aus a-Aldehydketonen) sich damit
nach folgendem Schema kondensieren:
R-C(: N' NH- C 8Hs)>CH:N*NH>C6H- + R '-M g X ----------------------------------------------*
R •C(: N •NH •C„H6) •CH(R') -NH-NH- CaHä
Die so erhaltenen Verbb. oxydieren sich leicht zu Ketosazonen. Zimtaldehydphenylhydrazonliefert mit C2H5MgBr ß-[a.-Styrylpropyl]-phenylhydrazin, C6H5-CH : CHCH(C2H5)-NH-NH-C 6H5, Kp .<1 185—187°. — Phenylglyoxalphenylosazon, aus 1 Mol
Isonitrosoacetophenon u. 2 Mol Phenylhydrazinhydrochlorid in heißem Alkohol. —
o) •Phenyl - co - phenylhydrazinoacelophenonphenylhydrazon,
C6H6•C( :N •NH •C6H5) ■
CH(C6H5)-NH-NH-C 6H5, aus vorigem mit C6H 5-MgBr, F. 124°. — o>-Athyl-aj-phenylhydrazinoacetophenonphenylhydrazon, C6H5•C( : N ■NH •C8H6) •CH(C2H5) •NH •NH •C6H5,
F. 123°. — Bei der Umsetzung von Qlyoxalphcnylosazon (1) mit C6H5-MgBr entstehen
folgende Prodd. : Phenylglyoxalphenylosazon (II), lo-Phenyl-co-phenylhydrazinoaceiophenonphenylhydrazon (III) (F. 124°), Benzilphenylosazon (IV) u. Benzaldchydphenylhydrazon (V).
I C„H6-NH -N :CH .CH :N .N H .C 8H5 -C,H— r-v
[C8H6•NH •N : CH •CH(C„H6) •NH ■NH •C6HS]
II C6H5•NH •N : CH •C(C6H8) : N •NH •C9H5 g«n »’ MgBr)>
I II CeHj •NH •NH •CH(C8H5) •C(C6H8) : N •NH •C6H5 —
>IV C6H5-NH•N : C(C8H8) ■C(C8H6):N •NH•C8H6
Die Bldg. von V läßt sich erldären durch Umlagerung von I in Formaldehydphcnylhydrazon u. nachfolgende Umsetzung mit C8H5-MgBr oder infolge Zers, des
(durch Addition von C8H6-MgBr an I entstandenen) u,cc'-Bisphenylhydrazinodibenzyls,
C6H5-CH(NN-NH-C6H5)-CH(NH-NH-C 8H5)-C 6H5 in V u. ß-Benzylphenylhydrazin.
Letztgenannte Verb. oxydiert sich ebenfalls leicht zu V. II reagiert nicht mit CH3-MgJ
in Äther. — Verss., IV mit CH3-MgJ, C,H3■MgBr oder C8H5-MgBr in Ä. zu kondenXXII. 1 .
'
159
2462
Ds.
P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N atu rstoffe.
1940. I.
sieren, verliefen negativ; in Ä. -f- Toluol entstanden neben anderen Prodd. Benzil,
Anilin u. Triphenylosotriazol nebst seinen Derivaten. Darüber wird später berichtet
werden. (C. K. hebd. Séances Acad. Sei. 2 0 8 . 1998—2000. 19/6. 1939.) H i l l g e r .
Herbert H . Hodgson, Die Darstellung von m-Halogenphenolen. (Vgl. C. 1 9 4 0
I. 1012.) Prioritätsansprüche in betreff der Darst. von ni-Bromphenol gegenüber
N a t e l s o n u. G o t t f r i e d (C . 1 9 3 9 . II. 4251). Ausbeuten von über 90% m-Chlorphenol wurden bei größeren Ansätzen (kg) aus m-Chloranilin nach HODGSON u.
B r i t i s h D y e s t u f f s C o r p o r a t i o n (E. P. 200714 [1923]) erhalten. (J. Amer. ehem.
Soc. 6 2 . 230. Jan. 1940. Huddersfield, England, Techn. Coll.)
B ehrle.
Ernst Späth und Matthias Pailer, Über die Bildung von l-Oxy-3,4-dimethoxy6-äthylbenzol bei der Ozonisation des 3,4-Dimethoxy-6-äthylzimtsäuremethylesters. Vff.
fanden, daß durch Einw. von 2 Mol 0 3 auf 3,i-Dimethoxy-6-äthylzimtsäuremethylester (I)
u. die nachfolgende Spaltung des Ozonids durch sd. W., das etwas Zn-Staub u. AgN03
enthielt, neben 6- Äthylveratrumaldehyd u. etwas G-Äthylveratrumsäure, in guter Aus­
beute ein Phenol entstanden war, das als l-Oxy-3,4-dimethoxy-6-äthylbenz6l (II) be­
stimmt wurde; als Benzoylderiv. vom F. 88—90° wurde es charakterisiert. Zum Vgl.
wurde II synthet. hergestellt u. zwar durch Red. von 2,5-Dioxy-4-methoxyaeetophenon
mit amalgamiertem Zn u. HCl u. darauffolgender Überführung des gebildeten 1,4-Dioxy3-methoxy-6-äthylbenzol durch Methylierung in II. Dieses Prod. schm, bei 151— 153°
u. liefert das oben erwähnte Benzoylderiv. vom F. 88—90°. Dio Bldg. des Phenols
läßt sich nicht ohne weiteres erklären. Man könnte annehmen, daß das bei der Zers,
des Ozonids gebildete H 20 2 auf entstandenen 3,4-Dimethoxy-6-äthylbenzaldehyd (III)
einwirkt, wie dies D a k i n (Amer. Chem. J. 4 2 [1909]. 477) bei der Oxydation von NaSalzen verschied. Oxyaldehyde mittels H20 2 beobachtet hatte, wobei Ersatz der CHOGruppe durch OH erfolgt war. II gab jedoch trotz energ. Oxydationsverss. nur Spuren
von phenol. Produkten. Offenbar tritt beim Einleiten von 0 3 schon Spaltung ein u.
die Spaltprodd. durch 0 3 zum Teil weiter verändert werden.
V o r su ehe. 3,4-Dimeihoxy-G-älhylhenmldehyd (III). Darst. nach Dakin (1. c.);
da kein sicherer Konst.:Beweis vorlag, wurde der Aldehyd oxydiert. Nach Einw. von
KMn04 konnte durch Ä. ein Stoff aus der Rk.-Fl. extrahiert werden, der mit Äthyl­
amin versetzt u. nach Abdampfen im Vakuum auf 200—230° erhitzt wurde. Der Rück­
stand wurde im Vakuum sublimiert u. aus Methanol umkrystallisicrt; Nadeln vom
F. 229—231°; die Verb. ist das Äthylimid der Metahemipinsäure; keine F.-Depression
mit einem synthet. Produkt. — 3,4-Dimelhoxy-G-äthylzimtsäure, C13H160 4; aus 5,5 g
III, 5,5 g Malonsäure u. 2,75 g Eisessig, 7 Stdn. auf W.-Bad erhitzen. Das isoliert«
Prod. im Hochvakuum bei 0,03 mm u. 150—160° übergetrieben u. dann aus Ä.-PAe.
umgelöst; 1,4 g; F. 169—171°. Melhylester (I), CnH90(0CH3)3, aus vorst. Säure mit
Diazomethan; Kp .0|04 130—140°; Rückstand aus Ä.-PAe. hat F. 96°. — O z o n i ­
s a t i o n v o n l : Durch die eisgekühlte Chlf.-Lsg. von I wurde die doppelte Menge
0 3 geleitet, das Chlf. im Vakuum abgedunstet, der Rückstand mit W., das etwas ZnStaub u. AgN0 3 enthielt, 1/2 Stde. gekocht. Das mit HCl angesäuerte Filtrat wurde
mit Ä. extrahiert. Der Ä. wurde mit 10%ig. wss. NaHC03-Lsg. mehrmals ausgeschüttelt,
um die Säuren abzutrennen; die angesäuerte Fl. wurde mit Ä. extrahiert, der Ä.-Rück­
stand bei 0,04 mm dest. ; die bei 150— 155° übergehende Säure wurde aus W.-Methanol
umkrystallisiert ; F. 142°. Die Verb. ist ident, mit 3,4-Dimelhoxy-6-äthylbenzoesäure.
Die oben mit NaHC03 behandelte Ä.-Lsg. wurde zur Abtrennung der Phenole mehr­
mals mit 4%ig. wss. NaOH ausgeschüttelt, die alkal. Lsg. mit HCl angesäuert u. ausgeäthert. Ä.-Rückstand Kp .0j04 90— 100°; Öl, verfärbt sich an der Luft. Durch Ben­
zoylierung entstand das Benzoylderiv. vom F. 88—90°; Kp .0i03 130— 140°. 3,4-Dimellioxy-6-äthylbenzaldehyd (III), erhalten aus der äther. Lsg., die mit NaHCOs u.
NaOH ausgeschüttelt worden war (s. o.); Kp .0>04 120—130°; ölig. Semicarbazon, F. 201
bis 202°; keine F.-Depression mit Semicarbazon aus synthet. Aldehyd. — S y n t h e s e
v o n II : 4 g 2,5-Dioxy-4-methoxyacetophenon wurden mit 30 g amalgamiertem Zn
in 100 ecm 18%ig. HCl durch 3-std. Kochen reduziert. Filtrat scheidet in der Kälte
l,4-Dioxy-3-methoxy-G-äthylbeJizol, C9H,20 3, in Nadeln aus; aus W. u. Sublimation im
Hochvakuum, F. 151—153° (im Vakuumröhrchen). Durch Einw. von Dimetliylsulfat wurde II erhalten; Kp.pj04 100°. Benzoat, CI7HJ80 4, F. 88—90°. — O x y d a t i o n s v e r s s . m i t 6 - Ä t h y l v e r a t r u m a l d e h y d : Durch Schütteln
in NaOH-Lsg. mit 3%ig. H 20 2 wurde keine Phenolverb. isoliert; auch Kochen lieferte
nur Spuren einer in Lauge lösl., in Bicarbonat unlösl. Verbindung. Bei der Ozonisation
in Chlf. wurde unveränderter Aldehyd, Äthylveratrumsäure u. II erhalten. (Ber. dtseh.
chem. Ges. 73. 238—42. 6/3. 1940. Wien, Univ.)
Rothmann.
Roger Adams und M. W . Miller, Beschränkte Rotation bei Arylolefinen. 1. Dar­
stellung und optische Spaltung von ß-Chlor-ß-[2,4,6-trimethyl-3-bromphenyl]-ct.-methyl-
1940. I .
D j. P r ä p a r a t i v e
C h e m ie .
o r g a n is c h e
2463
N atu rstoffe.
acrylsäure. Nach M A X W E LL u. A d a m s (J. Amer. ehem. Soc. 5 2 [1930]. 2960) ist bei
Arylolefinen vom Typus I u. II mol. Dissymmetrie anzunehmen, die von der be­
schränkten Rotation zwischen dem Ring u. dem olefin. C herrührt. Als erste Verb.
dieser Art wird ß-Clilor-x-methyl-ß-[3-brom-2,4,G-lrimethylphentjl}-acrylsäure (III) synthe­
tisiert. Diese sollte in cis- u. trans-Form existieren, es wurde jedoch nur das eine der
Isomeren erhalten, das über das Chininsalz leicht opt. spaltbar war. — 4-Brom-2propionylmesitylen, CI2Hj5OBr (IV) aus 2-Brommesitylen, Propionsäureanhydrid, CS,
u. A1C13, Fl., Kp .3 127—129°, nD2° = 1,5490; D .al24 1,2956. Gibt bei 12-std. Erhitzen
mit sirupöser H3P0 4 u. Nitrieren des Rk.-Prod. mit rauchender HN0 3 G-Brom-2,4(linitromesitylen, C9H90 4N2Br, Krystallc aus A., F. 199,5—201,5° (korr.j. — Methyl|\3-brom-2,4,6-trwiethylbenzoyl]-essigsäure, C13H ,-0:iBr (V), aus IV mit C2H5MgBr in
Ä. u. Einleiten von CO, unter 2—3 at Druck in die Rk.-Lsg., KrystaUe aus Bzl., F. 123
bis 124° (korr., Zers.). — ß-Ghlör-v.-meihyl-ß-\3-brom-2,4fi-trimethylphenyl\acrylsäure,
C13HJ40 2ClBr (III), durch Erwärmen von V in P0C13 mit PC15, Krystallc aus PAe.,
CH.
II
R 'C :C R 2
III
CH.'
R 'C :C R j
ClC:C(CH,)-COsH
F. 157- -158° (korr.).
ß-Chlor-tt.-methyl-ß-[3-brcmi-5-chlorsulfonyl-2,4,6-lrimethylphenyl]-acrylsäure, C13H]30 4Cl2BrS (VI), aus III mit C1S03H, Eörystalle aus PAe., F. 188
bis 189° (korr.).
ß-Chlor-a.-methyl-ß-[3,5-dibrom-2,4,6-trimethylphenyl]-acryl$äure,
C,3H130,ClBr2 (VII), aus III mit fl. Br, Nadeln aus A., F. 228— 229° (korr.). — d-Form
von III,“ C13H140 2ClBr, Krystallc, F. 155—156° (korr.), [<x]D20 = -(-52,6° (A.), +69,4“
(Eisessig), ändert die Drehung nicht bei mehrstd. Kochen mit A. oder Eisessig,
C h i n i n s a l z , C33H380 4N2ClBr, KrystaUe aus A., [a)u2° = — 46,8° (A.). — l-Form
von III, C13H140 2ClBr, Krystallc, F. 155—156° (korr.), [a]n20 = — 54° (A.). —- Bro­
mierung der d- wie der l-Form von III ergab VII als d,l-Form. — Einw. von C1S03H
auf die d- bzw. l-Form von III führt zu den entsprechenden akt. Formen von VI,
die beide aus PAe. krystallisieren u. F. 183—184° (korr.), aufweisen. d-Form, C13H]30 4Cl2BrS, [<x]d2° = — 8,6° (Bzl.); l-Form, [a]D2° = +10,0° (Bzl.). (J. Amer. ehem.
Soc. 6 2 . 53—56. Jan. 1940. Urbana, Hl., Univ.)
B ehrle.
N .M . Malenok, Kondensation des Phenylacetylens mit Methylpropylketon. Ein
Vgl. der vom Vf. neu dargestellten Verbb. mit bereits bekannten Stoffen derselben
Reihe ergibt folgende allg. Zusammenhänge: 1 . Methylgruppen oder acycl. verzweigte
R
C„HS
CA
1
+ H .o /f
OH
CS
H
5
C
=
C
-C
C
CH.COOOH
I II
¿OH
fl
R
Ó- -R
R
C„H5—C=C- -¿-O C O C B ,
ROH
IV
CH,
CH,
l
C.H, -C = C —C—OH
c 0h 6 ■C=C—C—OH
R II
CH3
C6H5—C = C —C—OH
(CH,),
V
CH3
VI
V III
CH,
V II
ch,
C«H5—Cs C—C—OH
CHOH
CH3
C.H,—C=C- -Ó
l> 0
CH
CH,
¿(CH3),
(CH,)5
CH,
¿H ,
IX
+ C H .C 0 0 it \ Jk
0 H3
ch 3
CeH5—Ci c —c o c o c h 3
ÓHOH
CH,
¿H 3
159*
2464
D s- P r ä p a r a t i v e
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C h e m ie .
N atu rstoffe.
1940. I.
KW-stoffreste oder beide in 3- oder 4-Stellung u. cyel. Radikale in 1 bedingen Un­
beständigkeit von Äthylenacetylen-KW-stoffen; diese polymerisieren sich freiwillig.
2. N., mindestens 2 C-Atome enthaltende KW-stoffreste in 3 stabilisieren diese KW-stoffe
auch dann, wenn sich in 3 eine Methylgruppe befindet. Die KW-stoffe bilden keine
Polymeren. 3. Tert. Alkohole der Äthylenacetylenreihe polymerisieren sich freiwillig
u. unabhängig von Stellung u. Art der KW-stoffradikale, während tert. Aeetylenalkohole
sich nicht polymerisieren. 4. Die Oxydation der Äthylenacetylen-KW-stoffe mittels
organ. Peroxyde erfolgt unter Intaktlassung der dreifachen an der Doppelbindung.
Die erstere ist nachher durch Bromieren quantitativ nachzuweisen (Formeln I, II,
III u. IV); es entstehen Diole u. partielle Acetate.
Versuche.
Methylpropylphenylacetylenylcarbinol, C13H 160, Phenylacetylen
nach G RIGN ARD mit Methylpropylketon kondensieren u. fraktionieren. Kp .2 116 bis
116,5°, D .°0 0,988, D .2°20 0,9729, nD20 = 1,5396. Mit 15%ig. sd. KOH tritt rückläufige
Spaltung in die Ausgangsmaterialien ein. Mit Essigsäureanhydrid (Ac20) erfolgt De­
hydratisierung (vgl. hierzu FAW ORSHI, JKypnaji 06meii X h m i i h [J. Chim. gen.] 37
[1905]. 643); es entsteht mit 80% Ausbeute Methyläthylphcnylacetylenyläthylen,
C13H14, Kp.j 5 87,5—88°; D.% 0,9303; D .2°20 0,9154; nD2° = 1,5674; unfähig zur Poly­
merisation. Oxydation mit Peressigsäure in Ä. (4 Tage stehenlassen!), Waschen mit
W., Neutralisieren der sauren Ä.-Schicht u. Fraktionieren liefert 2 Fraktionen,
Kpp.i,5 bis 138 bzw. 138—146°. Aus der zweiten scheidet sich in Krystallform ein
Olykol (IX), C13H160 2, aus, aus Ä. Krystalle (Mikrophotographie!), F. 75°. Fraktionieren
der Fl. gibt ein Acetat (X), C1SH180 3, Kp .li5 143,5— 144,5°; D .°0 1,0834; D .2°20 1,0613;
nn11 = 1,5408. Ihre Bldg. erfolgt über das Oxyd VIII. Die vom Vf. dargestellten
Alkohole V, VI u. VII polymerisierten sich in &—12 Monaten nicht. (iKypnaji Oömeü
Xhmhh [J. Chim. gön.] 9 (71). 1947—52. 1939. Minsk, Medizin. Inst.) S c h m e i s s .
Charles F. Winans, Additionsverbindungen von Dicyclohexylamin. Bei der Darst.
von Cyclohexylamin (I) aus Cyclohexanon durch Hydrieren in Ggw. von NH3 wurde
nach Abdest. von I aus dem Rückstand durch Kühlen eine kryst. Verb. (II) vom F. 46°
isoliert, wenn zu wenig NH3 zur vollständigen Umsetzung der CO-Gruppe vorhanden
war. Bei der Dest. zerfällt II in äquivalente ölengen Cyolohexanol u. Dicyclohexylamin,
die sich unter Abgabe von Wärme wieder zu II vereinigen. Durch Mischen äquimol.
Mengen Amin u. Alkohol in PAe.-Lsg. wurden bei Raumtemp. oder durch Kühlung
folgende dem II analoge Additionsverbb. gewonnen:
Amin
Alkohol
F.
DicyclohexylCyclohexanol
47—48°
Dicyclohexyl2-Methylcyclohexanol
59—60°
Dicyclohexyl1,2-Cyclohexandiol
64—66°
Dicyclohexyl1,3-Cycloliexandiol
64—66°
Dicyclohexyl1,4-Cyclohexandiol
90—91°
Dicyclohexylo-Cyclohexylcyclohexanol
43—45°
Dicyclohexylp-t-Butylcyelohexanol
75—76°
Dicyclohexyl- .
/?-Plienetbylalkohol
unterhalb
Dicyclohexyl1,3-Butandiol
DicyclohexylBenzylalkohol
B a u m tem p .
DibenzylCyclohexanol
Piperidin
1,3-Cycloliexandiol
CyclohexylCyclohexanol
(J. Amer. ehem. Soc. 61. 3591—92. Dez. 1939. Akron, O., Goodyear Tire and Rubber Co.,
Ros. Labor.)
POSCHMANN.
A . Sonn und H . Schreiber, Zur Kenntnis der Dihydroresorcine. Für pharmakol.
Unteres, wurde aus Isopropyldihydroresorcin (I) eine Reihe von Verbb. dargesteUt, m
denen die freie Oxygruppe in Stellung 3 durch Kondensationsrkk. zum V ersch w in d en
gebracht ist. Dihydroresorcine lassen sich, wie VORLÄN D ER (Liebigs Ann. Chem.
309 [1899], 348) bereits gefunden hat, mit Aldehyden unter Austritt von H 20 ver­
einigen. Aus 2 Mol Isopropyldihydroresorcin u. 1 Mol Formaldehyd entsteht so
Methylenbisisopropyldihydroresorcin (II, R = H), das beim Erwärmen mit Acetanhydrid in 3,6-Diisopropyl-l,8-dioxooktdhydroxanthen (III, R = H) übergeht. HI
liefert beim Aufbewahren mit methylalkoh. NH3 die Amin{ = imin)-Vcrb. IV (R = H),
die sich durch kurzes Kochen mit Acetanhydrid in Dekahydroacridindion (V, R u.
R' = H) überführen läßt. Bei der Umsetzung von III (R = H) mit asymm. Diäthyläthylendiamin entsteht 3,6-Diisopropyl-l,S-dioxo-10-[ß-diäthylaminoäthyl]-dekahydroacridin (V, R = H ; R ' = CH2-CH2-N(C2H5)2), das beim Auf bewahren in saurer Lsg.
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C h e m ie .
N aturstoffe.
2465
zu II hydrolysiert wird. Durch Kondensation von I mit p- u. m-Nilrobenmldehyd,
Zimtaldehyd, p-Oxybenzaldehyd, Helicin u. ß-Cyanpropionsäurealdehyd wurden die
entsprechenden Alkylidenbisisopropyldihydroresorcine u. Oktahydroxanthenverbb. dar­
gestellt. Mit Diäthylaminoacetaldehydhydrochlorid entstand statt des erwarteten
Alkylidenbisdihydroresorcins Vinylidenbisisopropyldihydroresorcin (II, statt II u. H:
=CH„). Läßt man auf Dihydroresorcin Glykolaldehyd bzw. Chloracetaldehyd einwirken,
so wird aus dem prim, entstandenen Rk.-Prod. II (R = CH2-OH bzw. CH2C1) ein
weiteres Mol ILO bzw. HCl abgespalten unter Bldg. des Hydrocumaranderiv. VI. Aus
1 Mol I u. 1 Mol o-Aminobenzaldehyd entsteht unter Austritt von 2 Mol H ,0 1-Oxo3-isopropyl-l,2,3,4-letrahydroacridin (VII).
R
i
CH
+
HiO
C>H,-HC
I
CH-C.H,
CjH j-H
CH,
V e r s u c h e . Methylenbisisopropyldihydroresorcin (II, R = H), C|9H2S0 4, aus
Isopropyldihydroresorcin (I) u. Formaldehyd in verd. CH3-OH auf dem W.-Bad, Nadeln
aus verd. Methanol, F. 183— 184°. — 3,G-Diisopropyl-l,8-dioxooktahydroxanthen (III,
R = H), C19H 260 3, aus vorigem beim Kochen mit Aeetanhydrid, Nadeln aus Methanol,
F. 138—140°. — 2,2'-Dioxo-4,4'-diisopropyl-6-oxy-6'-aminodicydohexylmethan (IV,
R — H), C19H290 3N, beim Aufbewahren von III (R = H) in methylalkoh. NH3, Nadeln
aus Methanol, F. 173— 175°. — 3,6-Diisopropyl-l,8-dioxodekahydroacridin (V, R u.
R' = H), C19H 270 2N, aus vorigem beim Kochen mit Aeetanhydrid, Prismen aus Acetanhydrid, F. (nach vorhergehendem Sintern) 287—290°. Die wss.-alkoh. Lsg. fluoresciert stark blaugrün. Bei der Oxydation der beiden letztgenannten Verbb. mit ammoniakal. Ag,0 in verd. A. entsteht ein Silberspiegel, beim Verdünnen mit W. fällt
eine gelbe Substanz von unscharfem F., deren alkoh. Lsg. grün fluoresciert. — 3,6-Diwopropyl-l,8-dioxo-10-[ß-diäthylaminoäthyl]-dekahydroacridin [V, R = H ; Pv' —- GH,CH,-N(C2H,)2], C25H40O2N2, aus III (R = H) beim Kochen mit asymm. Diäthyläthylendiamin in Methanol bei Ggw. von Na2S04, Krystalle aus Essigester, F. ca. 176°;
ihre koll. Lsg. in W. opalesciert u. schäumt. — p-Nitrobenzalbis-[isopropyldihydroresorcin\ (II, R = p-N0 2-C6H4), C25H310 6N, beim schwachen Erwärmen von I mit
P-Nitrobenzaidehyd in Methanol, Krystalle aus A., F. 182—183°. — 9-p-Nitrophenyl3>6-diüopropyl-l,8-dioxooktahydroxanthen (III, R = p-N0 2-C6H4), C25H290 6N, aus
vorigem beim Kochen mit Aeetanhydrid, Prismen aus A., F. 184— 186°. — m-Nitrownzalhis-[isoprop>jldihydroresorcin~] (II, R = m-N02-C6H4), Cj5H310 6N, Krystalle,
F. 153— 1540. — 9-m-Nilrophenyl-3,6-diisopropyl-l,8-dioxooktahydroxanthen (III, R =
ra-N02-C6H4), C2SH290 5N, Krystalle aus Methanol, F. 148— 150°. — CinnamylidenhHisopropyldihydroresorcin] (II, R = C6H5-CH : CH), C27H340 4, Krystalle, F. 163
ws 164°. — p-Oxybenzalbis-\isopropyldihydroresorcin] (II, R = p-HO-C6H4), C25H320 5,
Krystalle aus Methanol, F. 123—125°. — Acetylderiv. des 9-p-Oxyphenyl-3,6-diisopropylh8-dioxooktahydroxanthens (III, R = p-CH3-C 0-0-C eH4), C27H320 5, aus vorigem beim
•Erhitzen mit Aeetanhydrid auf dem W.-Bad, F. 132°. Wird beim Erwärmen mit wss.-
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N aturstoffe.
1940. I .
alkoh. HCl auf dem W.-Bad zu III (R = p-HO-CGH.,) verseift; Krystalle aus absol.
A., F. 189—190°. — 9-\2-(Tetraacelyl-ß-glucosido-oxy)-phenyV\-3fi-diisopropyl-l,S-dioxooktahydroxanthen (III, R = o-C0H 7O(O CO-CHn),1-O-CGHt). C'30H,8O13, aus Helicin
(dargestellt durch Oxydation von Salicin mit HN03; F. 175—178°) heim Erwärmen
mit I in A. auf dem W.-Bad u. Erhitzen des Rk.-Prod. vom Typ II mit Acetanhydrid,
amorph; Reinigung durch Umfällen aus Methanol mit W., F. 105—106°. — 9-[ß-Cyanäthyl]-3,6-diisopropyl-l,S-dioxoxanthen (III, R = NC-CH2-CH2), C22H 290 3N, beim Er­
wärmen von I mit ß-Cyanpropionaceial [NC-CH2-CH2-CH(0-C 2H5)2, Kp .26 118 bis
120°] mit A. + Eisessig auf dem W.-Bad u. nachfolgendem Kochen des Rk.-Prod.
vom Typ II (F. ca. 133—137°) mit Acetanhydrid, Nadeln aus verd. A., F. 153—155°. —
Vinyli(lenhis-\isopropyldihydr(iresorciri] (II, statt R u . H: =CH 2), C20H2SO.„ beim Er­
wärmen von I mit Diäthylaminoacetaldeliydduithylacetalhydrochlorid [(C2H5)2N-CH2CH(0-C 2H5)2 + HCl] in Methanol, Nadeln aus wss. Aceton, F. 110°. — Glykolalbis-fisopropyldihydroresorciri]-anhydrid (VI), C20H 2aO4, aus I u. Glykolaldehyd in verd.
Methanol oder Chloraceialdehyd in Eisessig, Blättchen aus Methanol, F. 208— 210°. —
l-Oxo-3-isopropyl-l,2,3,4-tetrahydroacridin (VII), C,0H17ON, aus I beim Erwärmen mit
o-Aminobenzaldehyd in methylalkoh. KOH auf dem W.-Bad, Nadeln oder Blättchen
aus verd. A. ohne scharfen Schmelzpunkt. Pikral, C16H17ON + C6H30 7N3, F. 193 bis
194°. (J. prakt. Chem. [N. F.] 155. 65—76. 20/2. 1940. Königsberg, Univ.) HlLLGER.
Mitizo Asano und Yukio Kameda, Synthese der Farbstoffe der Polyporsäurereihe.
(Untersuchungen über Oxychinone. I.) Vff. beschreiben eine neue Meth. zur Darst. von
Dioxydiarylchinonen. Bei der Umsetzung von p-Benzochinon mit aromat. Diazoniumsalzen in A. u. nachfolgender Einführung einer zweiten Arylgruppe mit Hilfe von A1C13
in die Monoarvlchinone lassen sich ungleich substituierte Diarylchinone gewinnen,
die bei der Red. mit Zinkstaub in Eisessig in die entsprechenden Hydrochinono über­
gehen. Aus den Hydrochinonen entstehen mit Brom Dibromdiarylchinone u. beim
nachfolgenden Kochen mit Alkalilauge Dioxydiarylchinone. Auch bei der Einw. von
Diäthylamin auf Diarylchinone u. Kochen der entstandenen Diäthylaminodiarylchinonc mit 50%ig. H 2S0 4 erhält man die gewünschten DioxyVerbindungen.
V e r s u c h e . 2-p-Tolylbenzochinon-(l,4), aus diazotiertem p-Toluidin beim
Kuppeln mit Benzochinon in A. unterhalb 5°, gelbbraune Nadeln aus A. oder Eisessig,
F. 137—139°. Nebenher entstand Tri-p-tolylchinon, C27H220 2, orangerote Nadeln aus
A. oder Eisessig, F. 197—199°. — 2-Phenyl-5-p-tolylbenzochinon-0.,4), aus vorigem
u. Bzl. oder aus 2-Plienylchinon u. Toluol bei Ggw. von A1C13, gelbe Blättchen aus
Essigester, F. 171—173°. Löst sich in konz. H2S0 4 mit purpurroter Farbe. — 2-Phenylö-p-tolylhydrochinon, aus vorigem bei der Red. mit Zinkstaub in heißem Eisessig, Blättchen
aus Bzl., F. 151—153°. — 3,6-Dibrom-2-phenyl-5-p-tolylbenzochinon-(l,4), aus vorigem
mit Brom in Chlf., rote Tafeln aus Essigsäure, F. 195—197°. — 3ß-Dioxy-2-phcnylS-p-tolylbenzochinon-(l,4), aus vorigem beim Kochen mit 10%ig. methylalkoh. KOH,
purpurfarbene Blättchen aus Eisessig, F. 246— 248°. — p-Anisylbenzochinon-(l,4)aus diazotiertem p-Anisidin u. Benzochinon, rote Blättchen aus Essigsäure, F. 112
bis 113°; ist mit Wasserdampf flüchtig- — 2-Phenyl-5-p-anisylbenzochinon-(l,4), aus
vorigem u. Bzl. oder aus 2-Phenylbenzochinon-(l,4) u. Anisol in Ggw. von AlCl3, gelbe
Blättchen aus Essigester, F. 177—178°. —- 2-Phenyl-5-p-a?iisylhydrochinon, aus vorigem
bei der Red. mit Zinkstaub in Eisessig, Blättchen aus Bzl., F. 157— 158°. — 3,6-Diäthylamino-2-phenyl-5-p-anisylbenzochinon-(l,4), aus 2-Phenyl-5-p-anisylbenzochinon-(l,4)
u. Äthylamin in Essigester + A. bei 25°, violettrote Blättchen aus Essigester, F. 256°.—
3,6-Dioxy-2-phenyl-5-p-anisylbenzochinon-(l,4). aus vorigem beim Kochen mit 50%'gH 2S04, violette Blättchen, F. 261—263°. (J. pharmac. Soc. Japan 59- 291—93.
Dez. 1939 [nach dtsch. Ausz. ref.])
H lL L G E R .
S. I. Lurje, M. G. Kuleschowa und N. K . Kotschetkow, N-Derivate des Imid­
azols (Glyoxalins) (I). Zum Studium ihrer therapeut. Eigg. werden eine Reihe von
Imidazolderivv. in der Weise dargestellt, daß das Ag-Salz des Imidazols mit den ent­
sprechenden Halogcnverbb. umgesetzt wird. Derivv., in denen eine S—N-Bindung
vorliegt, werden leicht hydrolysiert. Grund dafür ist die Existenz zweier Resonanz­
formen des Imidazolions (I u. II), demzufolge die S—N-Bindung des N-Imidazolids
der Sulfanilsäure (III) einen gemischten, elektro- u. kovalenten Charakter erhält.
Wird zwischen N u. S eine Brücke eingeführt (IV), so kann eine Resonanz nur urnerhalb des Ringes, aber nicht in der Seitenkette statthaben; Hydrolyse des N-Imidazolyläthylamids der Sulfanilsäure tritt unter den Bedingungen der Spaltung von III noch
nicht ein.
V e r s u c h e . 2-Äthoxy-6-nitro-9-N-imidazolylacridin, C18Hj503N4, das Salz in
die Lsg. des 9-Chloracridins in sd. Tetralin einrühren; nach 3-std. Sieden heiß filtrieren,
das Krystallisat aus HCl-Lsg. mittels Soda fällen; rotgelbe Krystalle, F. (Zers.) 26b
1940. I .
D j. P r ä p a r a t iv e
U£L|--------- jUJtL
i
^
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CH "
CH
C h e m ie .
N atürstoffe.
2467
yC H = C H
...
y------ \
I 11 CHiCOH-.X<
> S O s— N<
I
\ ----- /
\C H = N
TI CHiCQH,N<^ ~^>SÖtNH(CHa)1N ^ ^ ^ H
bis 269°. — Analog 2-Methoxy-6-chlor-9-N-imidazohjlacridin, Cl7H 13ON3Cl, aus Bzl.
gelbe Krystalle, F. 226—227°. — N-ß-Imidazolyläthylaminchlorhydrat, C5H0N3•2 IiCl
(ein Isomeres des Histamins), aus Bromäthylen, Phthalimid u. K„C03 bei 120° ß-Bromäthylphthalimid darstellen, dieses durch 4-std. Sieden in Xylol mit dem Ag-Salz U m ­
setzern, das entstandene N-ß-Imidazolyläthylphtkalimid mit Hydrazinhydrat in A.
3 Stdn. sd., 10%ig. HCl zugeben, 1 Stde. weiter erhitzen, den A. vertreiben, kalt
filtrieren, eindampfen, aus A. umkrystallisieren. F. 216—218°. Gut lösl. in W. u. A.,
nicht in Äther. — N-y-Imidazolylpropylaminchlorliydrat, C6HUN3•2 HCl, zunächst
entsprechend der Äthylverb, das Phthalimid des N-y-Imidazolylpropylamins (bei Be­
arbeiten mit A. krystallisierendes öl, F. 230—232°) darstellen; stark hygroakop.,
F. 117— 119°. — 2-Methoxy-6-chlor-9-(N-ß-imidazölylälhylamino)-acridin, C19H170N 4C1,
das 6,9-Dichloracridin mit dem Dichlorhydrat des Imidazolyläthylamins u. Phenol
4 Stdn. auf 150—160° erwärmen. Mit Aceton behandeln, nach Waschen mit Ä. aus A.
krystallisieren. Gelbe Nadeln, F. 181— 182°. — 2-Melhoxy-6-chlor-9-(N-y-imidazolylpropylamino)-acridinclüorhydrat, C20HjgON4CI •3 HCl, analog dem Vorigen; die auf
80° abgckühlte Schmelze in Ä. gießen, in heißem W. lösen, K 2C0 3 zusetzen, mit Chlf.
extrahieren, in die Chlf.-Lsg. HCl einleiten. Gelbe Krystalle, F. 170—172°. — N-Imidazolylacetylsulfanilsäure (III), CnHu0 3N3S, aus dem Säurechlorid in A. oder Aceton;
heiß filtrieren, eindampfen; Ausbeute 67%- E- 166—167°. Deacetylierung mittels
20%ig. H,S04, 15%ig. HCl oder kaltem Na-Alkoholat liefert unter gleichzeitiger
Hydrolyse S u l f a n i l s ä u r e . — Acetylsulfanilsäure-N-imidazolyläthylamid (IV),
C13H 160 3N,S, die mit NaHC03 versetzte wss. Lsg. des Dichlorhydrates des Amins
unter Rühren zur Lsg. des Säurechlorids in Aceton geben, im Vakuum eindampfen,
aus der Lsg. in 10%ig. HCl mittels NaHCO, fällen. Aus W. F. 227—228°. — N-Imidazolyläthylamid der Sulfanilsäure, CnH140 2N4S, IV mit 15°/0ig. HCl u. A. erhitzen;
aus W., Isopropylalkohol u. schließlich Äthylacctat, F. 156—157°. (JKypna.i Oöiucit
Xhmiiu [J. Chim. gen.] 9 (71). 1933—38. 1939.)
Schmeiss.
Adolfo Quilico und Romeo Justoni, Neue Untersuchungen in der Isoxazolgruppe.
8. Sulfoderivate. (7. vgl. C. 1 9 4 0 . I. 50.) Einw. von C1S03H auf a- u. y-Methyl- sowie
a.,y-Dimethylisoxazol in der Kälte führt zu labilen Additionsverbb. salzartigenCharakters,
die mit W. sofort die Ausgangsmaterialien zurückbilden. Sulfonierung tritt erst bei
längerem Erhitzen mit überschüssiger C1S03H ein, wobei als Hauptprodd. die ent­
sprechenden /^-Sulfonsäuren neben den Sulfochloriden entstehen. — (x-Methylisoxazolß-sidfonsäure (I), aus dem Gemisch von 87% cc-Methylisoxazol u. 13% y-Methylisoxazol,
wie es bei der Darst. nach CtAJSEN erhalten wird, mit C1S03H bei 100° (24 Stdn.)
neben dem Sulfochlorid, gelbliches Öl, das im Vakuum über H»S04 kryst. u. an der
Luft durch Anziehen von Feuchtigkeit wieder fl. wird. — NaC4H ,0 4NS, Krystalle
aus A. oder W., letztere wahrscheinlich krystallwasserhaltig, sehr leicht lösl. in W.,
leicht lösl. in sd. Äthylalkohol. Verkohlt beim Erhitzen unter starkem Aufblähen. —
-SOjH
CH.-/------- pSO.H
CH,-,-------i-SO.H
Q
n
111
N ^ J -C H ,
O
O
O
BaC8H80 8N2S2, Krystalle. — PbC8H80 8N2S2, Krystalle. — a-Mdhylisoxazol-ß-sulfochhrid, C4H40 3NC1S, Öl von starkem charakterist. Geruch, Kp .u _15 98—99°, das beim
langsamen Abkühlen erstarrt zu Prismen, F. 23°. Beständig gegen W., reagiert leicht
mit wss. NH3. — a-Methrjlisoxazol-ß-sulfonsäureanüid, C10H10O3N2S, Krystalle aus
W., F. 64°. — y-Methylisoxazol-ß-sulfonsäure (II), aus y-Methylisoxazol mit C1S03H
erst 46 Stdn. bei 100°, dann 2 Stdn. bei 120— 125°, neben dem Sulfochlorid, krystalline,
sehr hygroskop. niedrig schm. M., die sich beim Erhitzen mit W. viel langsamer hydroly­
siert als I. — NaC4H40 4NS + 2 H20, Nadeln aus W., Prismen aus verd. Äthylalkohol.
Verliert das W. bei 100° u. zers. sieh bei höherer Temperatur. — CaC8H80 8N2S2. —
PbC8H80 8N2S2. — y-Methylisoxazol-ß-sulfochlorid, C4H40 3NC1S, Öl von charakterist.
Geruch, Kp .21_22 113—114°, ist noch beständiger gegen W. als das Isomere. — y-Meihylisoxazol-ß-sulfonsäureanilid, C10H10O3N2S, Krystalle, F. 62,5°. — III u. seine Derivv.
s. im nächst. Referat. (Gazz. chim. ital. 7 0 . 3— 11. Jan. 1940.)
B eh rle.
Adolfo Quilico und Romeo Justoni, Neue Untersuchungen in der Isoxazolgruppe.
9. über die Isoxazolsulfonsäuren. (8. vgl. vorst. Ref.) Die ß- Stellung der Sulfon­
säuregruppe in den Isoxazolsulfonsäuren des vorst. Ref. (dort Formel I, II u. III) wird
durch die Unters, der bei Einw. von Alkalien erhaltenen Prodd. erwiesen---- Einw. von
2468
D ,. N a t u r s t o f f e : K o h l e n h y d r a t e .
1940. I .
30%ig. NaOH auf das Na-Salz von I ergibt schon bei Zimmertemp. unter heftiger
Wärmeentw. u. Freiwerden von NH3 die a-Sulfonacetessigsäure, CH3-C0-CH(S0 3H )C0 2H, in Form ihres Di-Na-Salzes, Na2C4H40 6S-H 20 , Krystalle aus verd. A., das beim
Erhitzen mit HCl Aceton, C0 2 u. H2S0 4 liefert. — 10 Min. langes Stehenlassen von
ai-Mdhylisoxazol-ß-sulfonsäureanilid in 10%ig. KOH führt zum nicht isolierten Anilid
der a-Cyanaceton-oc-sulfonsäure, das beim Kuppeln mit diazotiertem p-Nitroanilin
unter Verlust der S0 2-NH-CeHj-Gruppe übergeht in <x-p-Nilrobenzolazo-<x-cyanaceton,
C10H8O3N4 = N 0 2-C6H,-N 2-CH(CN)-C0-CH3, F. 159°, Zersetzung. — Kochen des
Sulfochlorids von I mit viel überschüssigem Anilin liefert an Stelle des Anilids das Anil
des <x-Cyanaceto?i-a.-sulfonsäureanilids, GjCH]50 2N3S = C0HS-N: C(CH3) •CH(CN) ■SO„•
NH'C 8H6, Krystalle aus A., die sich beim Erhitzen zersetzen. — Behandeln des NaSalzes von II mit 30%ig. NaOH führt unter Entw. von NH3 zu den Na-Salzen der
Essigsäure u. der Sulfonessigsäure, H 0 3S-CH2-C0 2H. — a.,y-Dimethylis6xazol-ß-sulfonsäure, C5H,04NS (III), aus a,y-Dimethylisozazol mit ClS03H bei 100° (24 Stdn.) neben
dem Sulfochlorid, krystalline M., F. gegen 50°, wird durch W. in der Wärme langsam
hydrolysiert. — NaC5H0O,NS-H20. Krystalle. — a.,y-Dimethylisoxazol-ß-sulfochlorid,
C5H80 3NC1S, Kp .14_15 102—103°, F. 34,8°, hat den charakterist. stechenden Geruch,
reagiert mit wss. NH3 n. unter Bldg. von a,y-Dimeihylisoxazol-ß-sulfonamid, C5HB0 3N2S,
krystallines Pulver aus verd. A., F. 166— 167°. — a.,y-Dimdhylisoxazol-ß-sulfonsäurcanilid, CuH120 3N2S, krystallines Pulver aus verd. A., F. 122°. (Gazz. chim. ital. 7011— 18. Jan. 1940. Florenz, Univ., Mailand, Techn. Hochschule.)
Beh rle.
Arthur H . Binz, Francis E . Reinhart und Harry C. Winter. Die Reaktion
zwischen Selenwasserstoff, Formaldehyd und sekundären Aminen. Durch Eingießen einer
bei 0° mit H2Se (über dessen Darst. einige Bemerkungen gemacht werden) gesätt. wss.
Morpholinlsg. in kalte 37°/0ig. wss. Formaldehydlsg. erhält man Bis-\morpholyl-(4)methyl]-selenid, C10H20O2N2Se (I), Platten aus Essigester, F. 136— 138°, lösl. in A. u.
Bzl., wenig lösl. in W., in dessen Ggw. es sich bes. in der Hitze rasch zersetzt. Bei
V4-std. Erwärmen mit 80%ig. A. auf 40° wird 98,1% des gebundenen Se als elementares
r
PH .PH
-i
Se erhalten. Ist wie auch die folgende Verb. bei
I |0<^pTT2'prr’ ^>N-CH2 Se Injektion sehr giftig für Ratten. — Bis-[piperidyl-(l)j '
s
Ja
me(hyl]-selenid, CJ2H21N2Se, man stellt aus Piperidin,
37%ig. CH20-Lsg. u. KjCOj Piperidinomethanol her u. behandelt dieses in Ä. mit
H2Se im N2-Strom. Platten aus Essigester, F. 67°, leicht lösl. in organ. Lösungsmitteln,
wenig lösl. in W., durch das es zers. wird. (J. Amer. ehem. Soc. 62. 7— 8. Jan. 1940.
Philadelphia, Pa., Franklin Inst., Biochem. Res. Foundation.)
Behrle.
S. M. Strepkow, Über die neuen natürlichen Depolymerisationsprodukle des Inulins.
Bei der Depolymerisation des Inulins erhält man homologe Reihen von Zwischenprodd. des Zerfalls. Diese gehören überwiegend der a-Reihe an; es gibt jedoch auch
solche der /3-Reibe. Zu den letzteren gehört das vom Vf. aus dem Rückstand der
A.-Extraktion von Polygonalum Sewerzowi mittels kalten W. gewonnene „Polygontin“ ; Reinigung mit Pb-Acetat, H 2S, Tierkohle; dann Eindampfen u. A.-Zugabe.
Zus. 3 (C6H 10O5) •3 H20. F. unscharf 207—208°. [a]D21 = —52,9° (in W.), Mol.Gew. 526,2. Invertin, Emulsin u. Diastase spalten nicht, Einw. von l%ig- HCl bei
68— 70° liefert binnen 3—4 Min. quantitativ Fructose. F E H L IN G sch e Lsg. wird nicht
reduziert. Mit konz. HCl Rotfärbung. Geschmack schwach süßlich. Hendekaacelat.
F. 84—85°, [cc]d20 = —38,37° (in Chlf.). — Aus den Zwiebeln von Allium Sewerzowi
wird ein nicht reduzierendes Difructosid der a-Reihe, das Alliuminosid, durch E x tr a k tio n
mit heißem W. g e w o n n e n ; Reinigung wie o b e n . Aus W. + A. F . 92—93°, M d 18 =
—23,8° (in W.), Mol.-Gew. 357,1. Invertin spaltet nicht, dagegen l%ig. HCl bei 68—69°
in 15 Minuten. Wahrscheinlich ident, mit dem Sinisterin A. — Aus den Wurzeln von
Evemus sogdianus wird mit W. die Sogdianose erhalten; Reinigen aus W. + A .; an
der Luft zerfließlich. Sintern bei 84—85°, trübe bei 160—162°, bei 205° Verkohlung.
[a]n22 = —16,4° (in W.); F E H L IN G sche Lsg. wird s c h w a c h red.; p o s itiv e K e to s e r k .
nach SsE L IW A N O W u. F o l i n Wu, mit warmer HCl rot. Leicht spaltbar mit l%ig- HCl,
hydrolysierbar mit Invertin, aber nicht mit Emulsin. Mit Hefe tritt Gärung ein.
Osazon, Nadeln, F. 198— 199°, a = — 1,18°. Geschmack süß. Mol.-Gew. 348,5 bzw.
327,36. (aiypna.1 Oömefi Xmniu [J. Chim. gen.] 9 (71). 1990—99. 1939. K a s a k sta n ,
USSR, Akad. der Wiss.)
S c h m e is s .
O.
Kratky, K . Kainz und R . Treer, Ein Beitrag zur MicellarStruktur der nativen
Cellulose. Neuere Anschauungen über die Micellarstruktur der natürlichen Cellulosefasern, bes. nach Arbeiten von F r e y - W y s s l i n g , K r a t k y u . Mitarbeitern (vgl.
C. 1938. II. 75. 1939. I. 4917 u. a.). — Unters, über den Ursprung der diffusen
Schwärzung in der Umgebung des Durehstoßungspunktes bei Röntgendiagrammen von
natürlichen Ramiefasern, in die Metalle eingelagert waren (mitbearbeitet von
1940. I.
D a. N a t u r s t o f f e : K o h l e n h y d r a t e .
2469
Je höher das Atomgewicht u. die Atomkonz, des eingelagerten Metalles
(Cu, Ag, Au) waren, um so stärker waren Schwärzung u. Streuung, ein Beweis, daß
dio Schwärzung von den Metallen verursacht wurde. Die quantitative Auswertung
der diffusen Streuung gab ein Bild über die Häufigkeit u. Verteilung der Micelldicken
bzw. -abstände (vgl. auch C. 1940. I. 851). (Holz als Roh- u. Werkstoff 2. 409—13.
Dez. 1939. Wien.)
N eum ann.
S. T. Gross, G. L. Clark und G. J. Ritter, Anordnung der Cellulosekrystallitc
in den MarkstrahlzeUen der Weißeiche nach Messungen an Röntgenaufnahmen. Aus
mkr. Schnitten von Markstrahlen wurde unter Erhaltung der Faserstruktur die Holocellulose isoliert. Röntgenaufnahmen dieser Präpp. ließen darauf schließen, daß in
den Markstrahlzellen die Cellulosekrystallitc nicht genau in der Strahlrichtung, sondern
bis zu 30° davon abweichend angeordnet sind. (Paper Trade J. 109. 23. 37—38. 7/12.
1939. Urbana, 111., Univ. u. Madison, Wis., Univ.)
N eum ann.
Olli Ant-Wuorinen, Die Hydrolyse der Cellulose und ihre Konstitution. (Vgl.
C. 1940. I. 1841.) Nach einer ausführlichen Übersicht über die verschicd. Ansichten
über den mol. Aufbau der Cellulose wird über Hydrolysierverss. berichtet. Zunächst
wird in heterogener Hydrolyse Cellulose mit 5-n. H2S0 4 ca. 80 Min. gekocht, vom Un­
gelösten abfiltriert u. im Filtrat organ. Stoffe in Form von Glucose bestimmt. Diese Be­
handlung wird so oft (156-mal) wiederholt, bis sämtliche Cellulose gelöst ist. Es zeigt
sich, daß bei der 1 . Behandlung erheblich mehr Glucose gelöst wird als bei den folgenden.
— Umgekehrt nehmen bei homogener Hydrolyse die gelösten Glykosemengen rasch zu,
so daß nach 6 Behandlungen die Substanz gelöst ist, wenn man Cellulose ca. 80 Min.
bei Raumtemp. mit 75%ig. IT2SO,, behandelt, in W . eingießt u. das Ungelöste der
gleichen Operation unterwirft. — Dieses unterschiedliche Verh. wird vom Vf. theoret.
erklärt. (Papir-J. 27. 307— 11. 322—27. 21/10. 1939. Helsingfors, Ccntrallabor. d.
lud.)
W . W oLF F .
John Levy und Edwin C. Jahn, Einfluß mechanischer Qelatinierung auf die
Löslichkeit von Holz in Kupferoxydammoniak. Holzschliff der nördlichen Weißkiefer
wurde nach verschied. Vorbehandlungen mit Kupferoxydammoniaklsg. behandelt.
Dabei lösten sich ohne Vorbehandlung 16 (%), nach Einw. von heißer n. NaOH 22,
nach Einw. von heißer n. NaOH u. anschließendem Mahlen in 0,5-n. NaOH in einer
Stabmühle (40 Stein.) 32 u. nach Mahlen in W. in der Stabmühlo (40 Stdn.) 27. Der
in Lsg. gegangene Anteil des Holzes bestand vorwiegend aus Cellulose. Vom Holz
wurden bis zu 50% der ursprünglich vorhandenen Cellulose, bis zu 13% des Pentosans
u. bis zu 6% des Lignins gelöst. (Paper Trade J. 109. N r . 23. 45—49. 7/12. 1939.
Syracuse, N . Y., Coll. of Forestry.)
N eum ann.
Karl Kürschner, Bemerkungen über die Trennung von Ligninen und Humusstoffen. (Mit Verss. von Fritz Schindler.) Durch Verss. mit Kasseler Braun (tert.
Braunkohle) wurde nachgewiesen, daß das zur Trennung von Lignin u. Humusstoffen
bei 50° angewandte Acetylbromid bei 20° keine analyt. Trennung beider Stoffklassen
ermöglicht. Nicht nur Lignine waren (vollständig) lösl., sondern auch das Kasseler
Braun, das nach früheren Verss. anderer Forscher bei 50° prakt. unlösl. ist, löste sieh
bei 20° in 12 Stdn. zu 67%. (Papierfabrikant 38. 34—36. 9/2. 1940. Brünn.) N e u m .
P. A . Bobrov und L. I. Kolotova, Untersuchung über die Zersetzungsprodukte
des Lignins. Die früher (vgl. C. 1939.1. 2606) bei der Zers, von Holz u. Lignin erhaltenen
Abbauprodd. des Lignins wurden weiter untersucht. Als Ba-Salze wurden Oxysäuren
aus dem Rk.-Gemisch abgetrennt, mit HJ bei 170—180° red., durch Dest. fraktioniert
u. in die p-Bromphenacylester übergeführt. Die Fraktionen enthielten Essigsäure,
Buttersäure u. Capronsäurc. Als nichtflüchtige Säure wurde Glycolsäure nachgewiesen.
Bei der Oxydation von Lignin in neutraler Lsg. wurden dieselben Säuren erhalten.
Bei der Oxydation in alkal. Lsg. entstand u. a. als weiße Fällung eine Substanz von der
Zus. C8H804, deren Konst. sich noch nicht ermitteln ließ. (C. R. [Doklady] Acad. Sei.
URSS 24 (N . S. 7). 49—51. 10/7. 1939. [Orig.: engl.])
N eum ann.
I.
A . Forbes und E. G. V . Percival, Untersuchungen über Agar-Agar. II. Iso­
lierung von Derivaten der 3,6-Anhydro-l-galactose aus Agar und die Synthese ihrer enantioraorphen Formen. (I. vgl. C. 1938. II. 530.) Bei der Hydrolyse von methyliertem Agar
wurde außer 2,3,4-Trimethyl-a-d-galactose (I. Mitt., 1. c.) eine höhersd. Fraktion er­
halten, bei deren Methylierung kryst. 2,4-Dimethyl-3,6-anhydro-ß-meihyl-l-galactosid (I),
C9Hi 60 5, entstand. F. 82°. [a]D20 = +75° (W.) bzw. +85° (Chlf.). Zwecks Fest­
stellung der I zugrunde liegenden Hexose wurde das entsprechende Deriv. der d-Galactose dargestellt. 3,6-Anhydro-a-methyl-d-galactosid ( O h l e u . T h i e l , C. 1933. 1. 2936)
methyliert ->- 2,4-Dimethiyl-3,6-anhydro-ix-melhyl-d-galactosid (II), C9HieOä. öl. Kp .0j01
90—95°. [a]D2» = +87° (Chlf.) bzw. +75° (W.). nD18 = 1,4641. Hydrolyse in n.
HjSOj ->- 2,4-Dimethyl-3,G-anhydro-d-galactose (III), C8H140 3. Sirup. [<x ]d 20 = +14°
E . Philipp).
2470
D s. N a t u r s t o f f e : G l u c o s i d e . — A l k a l o i d e .
1940. I.
(Chlf.) bzw. +21° (W.). Umwandlung von II in die /?-Form durch Einw. von Methylalkohol-HCl: . 2,4-Dimethyl-3,6-anhydro-ß-methyl-d-galactosid (IV), C9H 10O5. E. 82°.
Misch-F. mit I 65°. [alp20 = — 77° (W.) bzw. — 86° (Chlf.). Andere Darst.: 2,3,4-Triaeetyl-6-tosyl-a-galactosidyl-l-bromid (O h l e , T i i i e l , 1. e.) in Methanol -f Ag2C03->2,3,4-Triaeetyl-6-tosyl-ß-methyl-d-galaetosid (V), glasig-amorph, C20H 26Ou S. [cc]d2° =
— 3° (Chlf.). Beim Titrieren von V mit n. XaOH ->- 3,6-Anhydro-ß-methyl-d-galactosid
(VI), C,Hj20 .. F. 118°. [ajo 20 = — 114° (W.). Methylierung-)-IV. Abspaltung der
glycosid. OCH3-Gruppe aus IV mit n. H 2S0 4 bei Raumtemp. ->- 2,4-Dimethyl-3,6anhydro-d-galactose (VII). VII in A. + Anilin, 90°, 1,5 Stdn. ->- 2,4-Dimethyl-3,6anhydro-d-galactoseanilid (VIII), Cl4H190 4N. F. 11S°. [a]n20 = +100° (Anfangswert
in A.)->- +56° (Endwert nach 24 Stdn.). Die entsprechende Verb. aus I zeigte
F. 117°. Misch-F. mit VIII 106°. Oxydation von VII mit Br2 zum Galactonsäurederiv. (Lactonform, IX) u. Einw. von NH3 in Methanol-)- 2,4-Dimethyl-3fi-ankydro-dgalactonamid (X), C8H150 5N. F. 150°. [a]p20 = +75° (W.). Lacton IX in MethanolHCl->- 2,4-Dimethyl-3,6-anhydro-d-galactcmsäuremethylester (XI), C9H 16O0. F. 49—50°.
[<x]Dia = +63° (W.) bzw. +73° (Chlf.). — I in n. H2SO., + Br2->- 2,4-Dimethyl-3,6-anhydro-l-galactonsäurelacton (XII). X II in Methanol-HCl
2,4-Dimethyl-3,6-anhydro-lgalactonsäuremethylester (XIII), C9H 16Oe. F. 48—49°. Misch-F. mit XI 38°. [<*]d18 —
— 64° (W.) bzw. — 72,5° (Chlf.). X II oder XIII + NH3 in Methanols 2,4-Dimethylз,6-anhydro-l-galactonamid, C8HjjO;X. F . 151°. M i s c h -F .'m it X 1 3 9°. [ a ] D 1 0 — — 74°
(W.). — I u . II g e b e n , o b w o h l sie k e in e K e t o g r u p p e e n th a lte n , d ie SELIW A N O FFsche
K e t o s e r e a k t io n .
(J . e h e m . S o c . [L o n d o n ] 1939. 18 44— 4 9 . D e z . E d in b u rg h ,
U n iv .)
N eum ann.
Tatuo Ohta, Über ein Glykosid der Polygonum aviculare L. var. buxifolium Ledeb.
Aus dem Methanolextrakt des Krautes Polygonum aviculare L. var. buxifolium Ledeb.
(Polygonaceen), das in Japan von altersher als Diuretikum gebraucht wird, wurde
das als Avicularin bezeichnete Quercetin-3-monoarabinosid in 0,05% der Droge isoliert,
C20H18On •l/* H20, bitter schmeckende hellgelbe Nadeln aus 60%ig. A., F. 216— 217°.
Gibt bei 2-std. Erhitzen mit 5°/oig. H2SO., Quercetin u. 1-Arabinose, bei der Methylierung
и.
darauffolgenden Hydrolyse 3-Oxy-5,7,3',4'-tetramethoxyflaVon
Seyler’s Z. physiol. Chem. 263 . 221—23. 20/2. 1940. Tachoku, Univ; Tokyo, Wiss.
Labor, d. Firma Sankyo.)
Behrle.
James Fitton Couch, Lupinenuntersuchungen. XIV. Die Isolierung von Anagyrin
aus Lupinus laxiflorus var. silvicola C. P. Smith. (XIII. vgl. C. 1939 . II. 1492.) Durch
Aufarbeiten der Rohalkaloide dieser Lupinenart nach der früher (C. 1935. I. 1391)
beschriebenen Meth. konnte Vf. Anagyrin (I) isolieren, das die Hauptmenge der Alkaloid­
fraktion ausmaeht. Die mit I verwandten Alkaloide Cytisin, Metliylcytisin u. Spartein
wurden nicht gefunden. I gibt im modifizierten G R A N T -T est auf Spartein eine blaß­
blaue Färbung, die beim Erhitzen in Braun umsehlägt. Es ist nicht ident, mit dem
früher (C. 1936 . I. 4574) vom Vf. aus Lupinus caudatus isolierten Monolupin.
V e r s u c h e (F. korr.). Die Alkaloide werden aus den getrockneten Pflanzen
mit A. extrahiert u. wie früher (1. c.) beschrieben aufgearbeitet. — Anagyrin. — Hydro­
chlorid (II), C15H20ON2-HCl-3 H 20, aus der wss. Lsg. des Rohalkaloids durch Versetzen
mit HCl, aus heißem A.-Essigester umkryst., weiße Nadeln, F. 235—236° (unkorr.). —
C1SH20ON2- HCl •0,5 H20, aus der Acetonlsg. des Rohalkaloids durch Ansäuern mit
HCl xi. Zufügen von A., aus A.-Aceton umkryst. F. 284,5—285,5°, [cc]d25 = — 124,2°,
(in W.). — F. des wasserfreien Salzes 295—297°. — Goldchlorid, C15Ii 20ON2•HAuCl,
aus sd. verd. HCl umkryst., goldene Nadeln, F. 167—168° (unkorr.). — Pikrat, aus II
u. alkoh. Pikrinsäure F. 169,5°. —- Anagyrinbase (III), aus der alkal. Lsg. von II durch
Ausschütteln mit Ä., hellgelbes, zu einem Glas erstarrendes Öl, Kp .12 260—270°, III
gibt in wss. Lsg. rote Färbung mit FeCl3 u. red. in saurer Lsg. KMnO.,. [ix]d25 = — 103“
in Äthylalkohol. —- Anagyrinmethyljodid, C15H 20ON„ ■CH3J, durch Erhitzen einer
Acetonlsg. von III mit CH3J, aus CH3OH umkryst., "F. 262—263°. (J. Amer. chem.
Soc. 61 . 3327—28. Dez. 1939. Washington, D. C., Bureau of Animal Industry, Pathalogical Division.)
POSCHMANN.
Yves Volmar, Pierre Duquenois und Moses Ellert, Über ein mikrokrystalUnes
Oxalat und Phthalat des Narkotins. Man kennt nur eine sehr geringe Anzahl lösl. Nar­
kotinsalze: sie sind schwer zu isolieren wegen ihrer Neigung zur Dissoziation in wss.
Lösung. Vff. beschreiben die Darst. zweier neuer Narkotinsalze, die wie folgt gelang:
1. Narkotinoxalat, C22H 230 7N3 C2H 20 4, aus äquimol. Mengen l-Narkotin u. Oxalsäure
in Aceton, Mikrokrystalle, F. 174°, löst sich zu ca. 5% in W. unter Bldg. einer sauren,
rechtsdrehenden Lsg., leichter lösl. in Chlf., [oc]d20 =+39,5° (W.; c = 4). Eine 4%igäquimol. Mischung der beiden Komponenten in W. zeigt dieselbe Drehung; das Salz
läßt sich jedoch durch Eindampfen der wss. Lsg. nicht krystallisiert erhalten, da 2Sar-
1940. I.
Dä.
N a t u r s t o f f e : N a t ü r l ic h e F a r b s t o f f e .
2471
kotin sich immer zuerst ausschcidet. [ajo 20 =-i-76,l0 (verd. A., c = 4). 2. Narkotin;phthalat, C22H 230 7N -f C6H.,(C02H)2, aus äquimolekularen Mengen 1-Narkotin u. Phthal­
säure in warmem A., mikrokrystalline Prismen, F. 160°; 1 Teil löst sich in 1000 Teilen
H20 unter Bldg. einer sauren rechtsdrehenden Lsg., leichter lösl. in A. u. Chloroform.
[oc]d22 = + 115° (Chlf. ; c = 4). (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 208. 2000—01.
19/6. 1939.)
H il l g e r .
Hans Fischer, Herbert Guggemos und Albert Schäfer, Über 2-Methyl-3,4-diäthylpyrrol und 3,4-Diäthylpyrrol. Der Curtiussche Abbau am 2-Methyl-3,4-diäthyl5-carbäthoxypyrrol. VI. Mitt. über Imidoporphyrine. (V. vgl. C. 1939. II. 3099.) Boi
der Red. nach W o l f f - K i s h n e r wurde aus 2-Methyl-4-äthyl-3-acelylpyrrol neben
2-Methyl-3,4-diäthylpyrrol (I) das l-Am,ino-2-methyl-3,4-diäthylpyrrol (II) erhalten;
I entstand auch bei der katalyt. Red. mit dem RANEY-Nickel. Durch Autoxydation
an der Luft u. nachfolgender Behandlung mit Perhydrol wurde I in die 2-Oxy-3,4-diäthylptjrrol-5-carbonsäure (III) übergeführt. Über die G r i g n a r d -Verb. wurde aus I
das 2-Melhyl-3,4-diäthyl-5-carbäthoxypyrrol (IV) dargestellt, das durch Chlorieren mit
3 Mol S0 2C12 u. Verkochen mit W . in die 3,4-Diäthyl-5-axrbälhoxypyrrol-2-carbcmsäure
(V) umgewandelt worden ist. Beim Erhitzen mit NaOH unter Druck entstand daraus
das 3,4-Diäthylpyrrol (VI). Aus IV wurden das entsprechende Iiydrazid u. Azid (VII
u. VIII) dargestellt, aus denen durch Chlorieren mit S0 2C12 u. Umsetzen mit CH3OH
oder mit Benzylalkohol die Pyrrole IX —X V erhalten wurden. Aus Azid VIII wurde
mittels des von H . L lN D E M A N N modifizierten C u R T Itls s e h e n Abbaues das 5-Amino2-meihyl-3,4-diäthylpyrrol (XVI) gewonnen, das allerdings nur in Form seines Pikrats
krystallisiert. Analog wurde das 5-Aminokryptopyrrol (XVII) dargestellt. — Durch
Erhitzen des Methyluretlians (XIV) in Phenylhydrazin entsteht das symm. Diimidooclaälhylporphyrin (XIX). — Schließlich werden die Pyrromelhene X X — X X IV be­
schrieben, das Oxypyrromethen X X V wurde durch Umsetzung von S-Brom-5'-viethyl3,4,3',4'-telraäthylpyrromethanhydrobromid mittels AgOOCCH3 erhalten, das durch Bro­
mierung in ein Bilirubinoid (XXVI) übergeführt werden konnte.
Versuche.
2-Methyl-4-äthyl-3-acetylpyrrol-5-azobenzolhydrochlorid, C15H ,SONjCl, aus Chlf.-PAe. rote Nadeln, F. 134°; freie Base, C15H17ON3, gelbe Nadeln.
F. 134°. — 2-Methyl-4-äthyl-3-acetylpyrrol-5-azobenzolsulfonsäure, C15Hl;0.sN3S, F. 222°
(unter Zers.). — l-Amino-2-methyl-3,4-diäthylpyrrol (II), C9H10N2, aus W. farblose
Krystalle, F. 68°; Pikrat, C15H 190 7N5, gelbe Prismen, F. 170°. — 2-Mcthyl-3,4-diäthyl
pyrrol (I), Kp.n 104— 106°; Pikrat, F. 115°. — 2-Methyl-3,4-diäthyl-5-carbäthoxypyrrol, F. 75°. — 2-Oxy-3,4-diäthylpyrrol-5-carbonsäure (III), C9H130 3N, aus A. farb­
lose Nadeln, F. 124°.— 3,4-Diäthylpyrrol-2,5-dicarbonsäureäthylester (2) (IV), C12H170 4N.
aus Chloroform-PAe. umkryst. F. 264°. — 3,4-Diäthylpyrrol (VI), CSH13N, Kp .10 83°;
Azofarbstoff, C14H17N3, aus A. lange, rote Nadeln, F. 222°; Pikrat des Azofarbstoffes,
C20H20O-N6, aus A. braune Nadeln, F. 182°. — 2-Methyl-3,4-diäthylpyrrol-5-carbonsäuräiydrazid (VII), C]0H17ON3, aus Methanol sechseckige Krystalle, F. 163°. —2-Methyl-3,4-diäthylpyrrol-5-carbcmsäureazid (VIII), C,0H14ON4> aus Ä. Nadeln, F. 98“.
— 2-Methoxynu!thyl-3,4-diäthylpyrrol-5-carbonsäureazid' (IX ), CnH!i;0 2X4 , aus Ä.
farblose Nadeln, F. 58°. — 2-Dichlomiethyl-3,4-diäthylpyrrol-5-carbonsäureazid (X),
C10H12ON4C12, aus Chlf.-PAe. farblose Nadeln, F. 97°. — 3,4-Diäthyl-2-formylpyrrol5-carbonsäureazid (X I), C10H 12O2N4, F. 68°. — 3,4-Dicithyl-2-formylpyrrol-5-benzylurellum (XII), C17H20O3N2, aus Aceton derbe Prismen, F. 205°; — Azin, C34Hil0O.,N(!,
aus Pyridin orangerote Rhomboeder, F. 198°. — 3,4-Diäthyl-2-carbmethoxypyrrol5-methylurethan (XIII), C12H180 4N2, aus Methanol farblose Prismen, F. 113°. Umsetzunysprod. von V III mit Methanol (XIV), C11H180 3N2, aus Ä. farblose Nadeln,
F. 119°. — Umsetzungsprod. von VIII mit Benzylalkohol (XV), C17H220 3N2, aus
Aceton farblose Nadeln, F. 136°. — 5-Amino-2-methyl-3,4-diäthylpyrrol (XVI),
C15H190 7N5 ( = Pikrat) aus Pyridin-A. gelbe Nadeln, F. 182°. — ö-Amino-2,4dimethyl-3-äthylpyrrol (XVII), C10H21O9N5 ( = Pikrat), aus Pyridin-A. gelbe Nadeln,
F. 201°; Pikrolonat, C18H32O5N0, aus A. gelbe Nadeln, F. 224° (unter Zers.). — 2-Brommethyl-3,4-diäthyl-5-carbäthoxypyrrol (verbesserte Vorschrift), aus PAe. Nadeln, F. 120
bis 121°. — 3,4,3',4'-Telraäthyl-5,5'-dicarbäthoxypyrromelhan (XX), C23H340 4N2, aus
PAe. farblose Nadeln, F. 98°. — 5,5'-Dibrom-3,4,3',4'-tetraäthylpyrromethen (XXI),
C17H22N2Br2, aus A. rote Nadeln, F. 163°. — ß,ö(a.,-y)-Octaäthyldiimidoporphyrin (XIX),
C31H41N0, aus Chlf.-Methanol violette Nadeln, F. 291°, Spektr. in A.: I. 626,7—619,7;
II- 547,9 . . . 541 . . . 536,5. — 5-Oxy-5'-methyl-3,4,3',4'-telraäthylpyrromethen (XXI),
C'iSH20ON2, aus Pyridin gelbe Nadeln, F. 230°. — 3-Brom-4,3',5'-trimethyl-4'-äthyl5-äthylurethanpyrroniethen (XXII), C17H220 2N3Br, aus A. rotbraune Nadeln, F. 154 bis
155°. — 4,3',5'-Trimethyl-3,4'-diäthyl-5-benzylurethanpyrroviethen (XXIII), C24H 290 7N3,
aus A. orangerote Rauten, F. 140°. — 4,3'-Dimethyl-3-äthylpyrromelhen-4'-propiemsäure-
2472
D ä. N a t u r s t o f f e : N a t ü r l i c h e F a r b s t o f f e .
1940. I .
ö-carbaminsäurebenzylesterhydrobromid (XXIV), C24H 2S0 4N3Br, gelbe Nadeln, F. 203
bis 204°. (Liebigs Ann. Chem. 540. 30—50. 11/8. 1939. München, Techn. Hoch­
schule.)
"
Sie d e l .
Hans Fischer und Stewart Ferguson Mac Donald, Über Vinyl-, Oxälhyl- und,
Oxophylloporphyrin. 89. Mitt. zur Kenntnis der Chlorophylle. (88. Mitt. vgl. C. 1939.
II. 3101.) Freies Chlorin e0 wurde mittels Kochen in Chinolin zu Phyllochlorin (I)
decarboxyliert. Daneben entstanden noch Vinylphylloporphyrin. (II), Phylloporphyrin
u. Chlorine. I erwies sich als ident, mit dem „Pyrochlorin e“ von J. B. Conant.
Weiter konnte bewiesen werden, daß das früher erhaltene „Cliloroporphyrin e3“ ein
Gemisch von Phylloporphyrin mit Vinylphylloporphyrin darstellt. Dasselbe wurde
für das „Pyrochloroporphyrin“ J. B. C oN A N TS gefunden. Das Vinylphylloporphyrin
wurde durch katalyt. Bed. in Phylloporphyrin übergeführt, desgleichen Phyllochlorinester mit HJ-Eisessig in der Kälte in Oxophylloporphyrin (III). Der in III enthaltene
Acetylrest wurde in den Oxäthvlrest mittels KOH-A. umgewandelt (IV). IV wurde
auch aus II mittels Eisessig-HBr u. Na-Acetat erhalten. Mit HJ-Eisessig konnte es
in Oxophylloporphyrin übergeführt werden.
V e r s u c h e . Phyllochlorin (I) (Methylester), C33H380 2N4, aus Ä. Platten, F. 181°.
— Vinylpliylloporphyrinmethylester (II), C33H30O2N „ aus Aceton Nadeln, F. 238°;
HCl-Zahl 1 ,4 ; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 641,2—633,2; II. 605,7; HI. 594—575,4;
IV. 549—533,8; V. 521,1—490,9; E.-A. 438 m/i. — Oxophylloporphyrinmethylester (III),
C33H360 3N4, aus Aceton Nadeln, F. 257° (272° im F.-Mikroskop); Spektr. in Pyridin-Ä.:
I. 650,5—641; II. 601,9—577; III. 560,5—544; IV. 524,7—500. E.-A. 440,5. — CuKomplexsalz, C33H340 3N4Cu, aus Chloroform-Methanol Nädelchcn, F. 278°; Oxim:
C33H370 3N5, aus Aceton-Methanol, F. 290°. — 2-Desäthyl-2-(a.-oxyäthyl)-phylloporphyrinester (IV), C33H380 3N4, aus Aceton-Methanol Prismen, F. 209—210°, HCl-Zahl 0,3;
Spektr. in Pvridin-Ä.: I. 635— 630; II. 604,4; III. 589,9—574; IV. 541,8—532,5;
V. 516,6—488"; E.-A. 436 m/i. R. d. I. V, i n , IV, I, II. (Liebigs Ann. Chem. 540.
211—23. 26/9. 1939. München, Techn. Hochsch.)
Sie d e l .
Hans Fischer und Juan M. Ortiz-Velez, Über 2-a-Oxyniesoisochlorine^dimethylester und Vinylisochloroporphyrin e4. 90. Mitt. zur Kenntnis der Chlorophylle. (89. Mitt.
vgl. vorst. Ref.) Aus Isochlorin e^-dimelhylester (I) wurden das entsprechende Hämin (II)
u. Mesohämin (III) dargestellt. Bei Einw. von HBr in Eisessig auf I wird HBr an
die Vinylgruppe angelagert. Durch Hydrolyse mit 15%ig. HCl entsteht daraus 2-a-Oxymesoisochlorin ev dimethylester (III). Mit KMn04 wurde daraus 2-Acetylisochlorin e4dimelhylester erhalten. I wurde mittels HCOOH-Fe zu Vinylisochloroporphyrin etdimethylester (V) abgebaut. Bei Einw. von Br in Eisessig auf Mesoisochlorin e^dimethylester entsteht ein gut krystallisierendes Bromprod. (VI).
V e r s u c h e . Isochlorin e^dimelhylester-Hämin (II), CMH380 4N:iFeCl, aus Chloro­
form-Eisessig Prismen, Spekt . in Aceton-Ä.: I. 619,5— 600,4; E.-A. 434,7. Hämochromogenspektr. : I. 623,6—611; E.-A. 434,1. — Mesoisochlorin ex-dimeihylesterHämin (III), C35H 40O4N4FeCl, aus Eisessig Prismen, F. 223°. Spektr. in Aceton-Ä.:
I. 614,5—583,9; E.-A. 479. Hämochromogenspektr. : I. 615,4—592,4; II. 554,2;
E.-A. 433,3. — Mesoisochlorin e^dimethylester-Cu-Komplexsalz, C35H40O4N4Cu, aus
Chloroform Prismen, F. 125°. — 2-a.-Oxymesoisochlorin e^-dimethylestex (III), C35H420 5N4,
aus A. bräunlich schimmernde Blättchen, F. 170°, Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 664,2 bis
636,8; H. 621,4; HI. 604—590; IV. 548,9; V. 521,7; VI. 510—480; E.-A. 427. R. d. 1.1,
IV, III, V, H, VI. — 2-Aceiylisochlorin ev dimethylester (IV), C35H400 5N4, aus Ä. orange
Prismen, F. 243°, Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 692,8—651,2; II. 626—610; III. 547,6 bis
531,9; IV. 520—488,4; E.-A. 448. — Vinylisochloroporphyrin e^dimeihylesler (V),
C35H3S0 4N4, aus -S. Blättchcn, F. 224°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 631,9; II. 590,8 bis
574,4; IH. 548—530,2; IV. 519,6—487,8; E.-A. 439,1. — Cu-Komplexsalz, C A a O Ä C u ,
aus Aceton-CH3OH umkryst., F. 221°; Hämin, C35H30O4N4FeCI, aus ChloroformEisessig orangefarbene Blättchen, F. 278°; Hämochromogenspektr.: I. 571,1—544;
II. 537,4—506,9; III. 490,3; E.-A.. 453,3. Bromierungsprod. (VI), C3-H.n0 4N4Br2, aus
CH3OH Prismen, F. 171°; Cu-Komplexsalz, C3jH 380 4N4Br2Cu, aus Chloroform grüne
Prismen, F. 133°. (Liebigs Ann. Chem. 540. 224—32. 26/9. 1939. München, Techn.
Hochsch.)
S ie d e l .
Hans Fischer und Martin Strell, Über Isopurpurine und Neopurpurine. 91. Mitt.
zur Kenntnis der Chlorophylle. (90. Mitt. vgl. vorst. Ref.) Es konnte das Mesoneopurpurin 4 (I) durch katalyt. Red. von Neopurpurin 4 gewonnen werden, ebenso aus
Mesopurpurin S mittels propylalkoh. KOH. — Aus freiem Dioxychlorin e6 wurde durch
Erhitzen mit Pyridin-Sauerstoff Dioxypurpurin 5 (II) dargestellt, das der Neopurpurinrk. unterworfen Dioxyneopurpurin 4 (III) ergab. — Vff. nehmen für das Zustande­
kommen der Neopurptirinrk. das Carbinol (IV) als Zwischenprod. an, denn bei der
1940. I.
D j. N a t u r s t o f f e : N a t ü r l i c h e F a r b s t o f f e .
2473
Behandlung von Purpurin 5 mit KOH-CH3OH bzw. NaOC2H5 in Methanol werden
Verbb. mit CAformspektr. erhalten. Für diese neuen Verbb. wird die Bezeichnung Iso­
purpurine vorgeschlagen. Diese sind isomer mit den Purpurinen, drehen jedoch links.
Im Gegensatz zu den Chlorinen sind sie gegen Diazomethan stabil. Gegen Alkali u.
stärkere Säuren Hind die Isopurpurine sehr empfindlich, in beiden Fällen entsteht
„unstabiles Chlorin 5“ (V). Die Carbmethoxygruppc in 6-Stellung ist leicht verseifbar.
V läßt sich am besten aus Purpurin 5 mit Ba(OH)2-CH3OH gewinnen. Das Vorhanden­
sein der beiden „überzähligen“ H-Atome wurde durch die Gewinnung eines Dioxyisopurpurin 5 (VI) aus II bewiesen. Der Farbumschlag von Grün nach Rot beim Über­
gang von Isopurpurin zum Neopurpurin wird durch das Auftreten der konjugierten
Doppelbindungen im Neopurpurinsyst. erklärt. — Weiter wurde Purpurin 5 mit HJ
in Chloroporpliyrin ey monoimthylester übergeführt, Isopurpurin 7 in Phäoporphyrin a7dimelhylester. Bei kurzem Einwirken von starkem Alkali konnte aus Isopurpurin 5
COOCH,
Isopurpurin 5
coon
Neopurpurin 4
V e r s u c h e . Mesoneopurpurin 4 (I), C35H380 4N4, aus Ä.-Methanol Nädelehen,
F. 200°; Cu-Komplexsalz, C38H340 4N4Cu, aus Aceton Blättchen, F. 245°. — Dioxypurpurin 5 (II), Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 720—663; II. 659,5—544; III. 506,9;
E.-A. 444,8; Oxim; Spektr. in Pyridin-A.: I. 694,7—645,5; II. 620,5—609,6; III. 548
bis 533,4; IV. 521,2—491; E.-A. 452 m/<. — Dioxyneopurpurin 4 (III), C35H 360 6N 4
(Methylester), aus Ä.-Methanol Nädelehen, F. 191°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 717,5 bis
688,0; II. 643,2; HI. 570; IV. 530; V. 429,5; E.-A. 450 m/i; spezif. Drehung: a = 0,3 bis
0,4° (nach rechts), [cc]20 ~ 1,3-103 ccm (weißes Licht). — „Unstabiles Chlorin 5“ (VI),
C33H340 5N4, F. > 300°. — Isopurpurin 5-dimethylester (V), C35H380 5N4, aus Ä. prismat.
Platten, F. 210°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 684,6—652; II. 611,5; HI. 561,7; IV. 534,8
bis 525,6; V. 508,5—488; VI. 465; E.-A. 432. — 2-Vinylchloroporphyrin ey monomethylester, aus Ä. Nädelehen, F. > 300°; Spektr. in Chloroform-Ä. : I. 636,6; II. 596 . . . 580;
III. 565—555,6; IV. 519,2; E.-A. 489 m/i. — Mesoisopurpurin 5-dimethylester,
C^H^OjNj, aus Aceton-Methanol Stäbchen, F. 183°; Spektr. in Pyridin-Ä. : I. 676,2
bis 646,4; I a 626,3; II. 603,0; III. 551,5; IV. 524,6; V. 504—483,8; VI. 558,7;
E.-A. 424 m/i. — Dioxyisopurpurin 5 (VI), aus Ä. Stäbchen, F. 175°, Spektr. in
Pyridin-Ä.: I. 693,8—662,8; II. 618,5; III. 547—535; IV. 517—497,2; VI. 475;
E.-A. 436 m/i. — Isopurpurin 7-trimethylester, C37H40O7N4, aus Ä. wetzsteinförmige
Blättchen F. 270°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 686,2—657,6; II. 613,5; III. 562; IV. 534,4
bis 526,5; V. 508,6—489,6; VI. 466; E.-A. 444 mft. (Liebigs Ann. Chem. 5 4 0 . 232—49.
26/9. 1939. München, Techn. Hochschule.)
S ie d e l.
Hans Fischer und Carl Gottfried Schröder, Synthese des Rhodoporphyriny-carbonsäureanhydrids und über synthetische Rhodine und Verdine. 92. Mitt. zur
Kenntnis der Chlorophylle. (91. Mitt. vgl. vorst. Ref.) Vff. gelang es, das Mesoverdin I I
durch Oxydation mit KMn04 in Aceton in Rhodoporphyrin-y-carbonsäureanhydrid [aus
Methanol Nädelehen, F. 250—251°] überzuführen. Im Hinblick auf die Existenz des
isomeren Rhodoporphyrin-y-carbonsäureanhydrids (F. 248°) aus Mesoverdin I ist mit
der obigen Feststellung bewiesen, daß bei der Rhodinbldg. einmal der Propionsäure­
rest in 6-Stellung u. einmal in der 7-Stellung die Ursache zur Rhodin- bzw. Verdinbldg. ist. —■Aus dem symm. Mesoporphyrin X III wurden Mesorhodin X III u. Meso­
verdin X III dargestellt; sie erwiesen sieh als einheitlich. Auch der Mesoporphin IIdiineihylester (symm.) lieferte nur einheitliches Mesorhodin I I u. Mesoverdin II. Gleich­
artig waren auch die Verhältnisse beim Mesoporphyrin IX . Schließlich ist auch die
l,3,5,7-Telrameihyl-2,4-diäthyl-6-y-äthanporphin-8-propionsäure in das entsprechende
Rhodin übergeführt worden.
V e r s u c h e . Mesorhodin XHI-methylester, C35H 380 3N4, aus Pyridin umkrystallisiert, F. 275°. — Mesoverdin XIII-methylester, C35H36Ö3N4, F. 241°. — Mesorhodin IImeihylester, C35H380 3N4, aus Aceton Plättchen, F. 240“. — Mesoverdin II-methylester,
^35H360 3N4, aus Aceton Rhomben, F. 222—223°. — Mesorhodin IX-methylester, F. 245°.
— Mesoverdin IX-metliylester, F. 245°. — 1,3,5,7-Tetram-ethyl-2,4-diäthyl-G-y-äthanporphin-8-propionsäurerhodin, C33H34ON4, aus Pyridin Nadeln, F. 274°. (Liebigs Ann.
Chem. 5 4 1 . 196—202. 13/10. 1939. München, Techn. Hochschule.)
S ie d e l.
Hans Fischer und Eberhard Stier, Über y-Formylpyrroporphyrin. 93. Mitt.
zur Kenntnis der Chlorophylle. (92. Mitt. vgl. vorst. Ref.) Im Hinblick auf die Synth. des
2474
D2.
N a t u r s t o f f e : N a t ü r l ic h e F a r b s t o f f e .
1940. I .
Isochloroporphyrin e4 wurde die Darst. des y-Formijlpyrroporphyrinmethylesters (I)
durchgeführt, u. zwar durch Oxydation des Phylloporphyrins mittels Jod. Über das
Oxim konnte der y-Cyanpyrroporphyrinmethylesler (II) gewonnen werden. Durch
Anlagerung von HCN an den Formylrest von I wurde der y-Formylcyanhydrmpyrroporphyrinmethylester (III) erhalten. Das entsprechende Ketoprod., der Pyrroporphyriny-glyoxylsäuredimethylester (IV) wurde aus Isochloroporphyrin ct mit J-NaOOCCH3
dargestellt. Nachdem Phäoporphyrin ab-dimethylester durch Red. in HCOOH mit Pd
bei 60—65° in den Desoxopliäoporphyrin a&-dimeihylester (VI) umgewandelt werden
konnte, gelang es auch, den Pyrroporphyringlyoxylsäuredimethylester in der gleichen
Weise zum Pyrroporphyrin-y-glykohäuredimethylester (V) zu reduzieren. Bei 10-Acetoxyphäoporphyrin ab-dimethylester lieferte die Red. mit großer Wahrscheinlichkeit
9-Oxydesoxo-lO-acetoxyphäoporphyrin a5 (VII).
V e r s u c h e . y-Fonnylpyrroporphyrinmdhylesler (I), C33H3G0 3N4, aus PyridinMethanol verfilzte Nadeln, F. 244°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 660,4—645,4; II. 590,3;
III. 563,8—538,9; IV. 523,2—495,2; E.-A. 455; Cu-Komplexsalz, C33H340 3N4Cu,
F. 203°; Oxim, C33H370 3N5, aus Pyridin-Methanol rotbraune Nadeln, F. 277°. —
y-Cyanpyrroporphyrinmelhylaster (II), C33H350,NG, aus Pyridin-Methanol Nadeln,
F. 261°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 640—630,5'; II. 592,1—575,2; III. 550,6—535,4;
IV. 520—498,2; E.-A. 440 m/i. — y-Oxyinethylpyrroporphyrinmethylester, C33H380 3N4,
durch Red. des Zn-Komplexsalzes vom y-Formylpyrroporphyrin in Exluan mit Pt02,
aus Aceton-Methanol lange Nadeln, F. 236°; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 634,3— 628,8;
II. 605—603,2; III. 589,6—571,8; IV. 543,5—528,5; V. 515—489; E.-A. 444 m/i. —
y-Formylpyrroporphyrinmethylestercyanhydrin (III), C34H3-0 3N6, spaltet leicht HCN
ab; Spektr. in Pyridin-Ä.: I. 647,3—628; II. 605,9; LU. 590,1—573,4; IV. 547,0 bis
529; V. 518,4—498,2; E.-A. 446 m/i. — Pyrroporphyrin-y-glyoxylsäuredimethylester
(IV), C35H380 5N4, aus Pyridin-Methanol derbe Platten, F. 248°; Spektr. in Pyridin-Ä.:
I. 635—624,6; II. 588,6—570; III. 543,3—527,5; IV. 519,6— 488,6; E.-A. 442 m/i. —
Pyrroporphyrin-y-glykolsäuredimethylester (V), C35H40O4N4, aus Aceton-Methanol grüne
Prismen, F. 278°. — Desoxophäoporphyrin as-dimethylester (VI), C36H40O4N4, aus
Pyridin-Methanol Rhomben, F. 289°; Spektr. in Pvridin-Ä.: I. 624,6—619,3; II. 609,5;
III. 598,8; IV. 580,5—573,3; V. 569,5—565,9; VI. 534,7—529,8; VII. 511,8—490,0;
E.-A. 445 m/i. — 0-Oxyde,soxo-10-aceloxyphäoporphyrin a. (VII); Spektr. in Pyridin-Ä.:
I. 623,5—618,9; II. 569,3—566,2; HI. 537,2—528,0; IV. 511,4—490,8; E.-A. 428 m/i.
(Liebigs Ann. Chem. 5 4 2 . 224—40. 26/11. 1939. München, Techn. Hochschule.) SlE D E L .
Klaus Peter Meyer, Spektrometrische Untersuchungen über den Zustand des Chloro­
phylls in der Pflanze, in Extrakten und Reinpräparaten. Es wird gezeigt, daß auf bes.
schonende Weise (Meth. vgl. Original) aus Pflanzen erhaltene native Chlorophyll-Lsgg.
einen anderen Verlauf der Extinktionskoeff. aufweisen als das Chlorophyll, das in
den gewöhnlichen Reinpräpp. vorliegt. Die Unterschiede sind nicht durch ein ver­
ändertes Mengenverhältnis der Komponenten A u. B oder durch Verunreinigungen
hervorgerufen. — Es gelang auch, das „native“ Chlorophyll in dasjenige Prod. um­
zuwandeln (Meth. vgl. Original), das die Absorptionskurve des gewöhnlichen Chloro­
phylls besitzt. Es wurde auch der Extinktionskoeff. des Chlorophylls im unverletzten
Blatt quantitativ bestimmt. Die Blattspektren weichen wesentlich vom Spektr. des
mol. gelösten, nativen Chlorophylls ab. Das native Chlorophyll absorbiert in koll. Form
wieder anders als in mol. gelöstem Zustand. — Aus nativem Chlorophyll konnte eine
koll. Lsg. mit der Absorption des Blattchlorophylls hergestellt werden. — Vf. schließt
daraus, daß das Chlorophyll in der Pflanze koll. verteilt ist u. in der Grana nicht in
Form von mono- oder dimol. Filmen vorliegt. — Die Konz, des Chlorophylls in den
Chloropiasten u. in den großen Sekundärteilchen der koll. Lsg. wurde bestimmt u.
innerhalb der Meßgenauigkeit als gleich gefunden. — Es wird gefolgert, daß die Chloroplastm u. die obengenannten Koll.-Teilchen dieselbe submkr. räumliche Anordnung
der ChlorophyUmoü. besitzen müssen u. somit im Koll. ein Modell der Chlorophyllanordnung im Chloropiasten bzw. Granum vorliegt. -— Die Feinstruktur der Koll.Teilchen wird diskutiert. (Helv. physica Acta 1 2 . 349—93. 1939. Zürich, Univ.) S lE D E L.
E.
A . Hanson, Einige Eigenschaften des Chlorophylls und ihre Beziehungen zu
seiner biologischen Funktion. (Vgl. C. 1938. II. 3936.) Nach einer einleitenden Über­
sicht über die protoplasmat. Struktur des Chlorophylls wird der gegenwärtige Stand
des Photosynthese-VxohXevaa dargelegt. — Es wird die Gewinnung des Chlorophylls
(a + b) u. die Reinigung beschrieben. Phäophytin, Zn-, Pb-, Cu- u. Hg-Chlorophyll,
Äthylchlorophyllid-, Athylphäophorbid u. aüomerisiertes Chlorophyll wurden quantitativ
dargestellt. Die Absorptionsspektren der Metallkomplexsalze wurden gemessen. Aus
den verschiedenen Eigg. der Verbb. leitet sich die Reihenfolge: Mg-, Zn-, Hg-, Pb-Chlorophyll, Phäophytin u. Cu-Chlorophyll ab. Für die nichtisolierte Fe-Verb. ergibt sich
1940. I .
D j. N a t u r s t o f f e : G a l l e n s ä u r e n .
S t e p .i n e .
2475
deduktiv der Platz in der Nachbarschaft von Pb u. Cu. — Vf. berichtet weiter über
Spreitungsverss. mit Chlorophyll u. seinen Derivaten. Diese Verbb. wurden in monomol. Schicht auf Pufferlsgg. mit dem pH= 2,6— 12 untersucht. Hierbei wurden diePotentialdifferenzen der die Monoschicht tragenden Zwischenflächen W.-Luft bei verschied.
P h gemessen. Damit ist ein sehr genaues Mittel zur Unters, der Wechselwrkg. Chloro­
phyll-W. gegeben. Chlorophyll zieht positive Ionen an, u. zwar durch die Cyclopentanongruppe, u. stößt negative Ionen ab. Die natürliche Mg-Verb. ist in dieser Hinsicht am
aktivsten. Phäophytin ist völlig inakt. Bei hohem pu ist der Anteil an Doppelschichten
erhöht, ebenso die Hydratation. Als Maß der Hydratation wird die Größe „Fmax“
bei den Spreitungsverss. verwendet. Ihr Charakter u. ihre Bedeutung werden näher
dargelegt. — Zur Strukturunters. der Monoschichten wurden vom kryst. Ätliylclilorophyllid Röntgendiagramme hergestellt. Für das Chlorophyllmo\. werden die Dimen­
sionen 3,87 ; 15,48; 15,62 Á errechnet. Die Oberfläche des Mol. in der Ebene des Kohlen­
stoffskeletts ergibt sich zu 242 Â2. Das Mol. ist als flach anzusehen. Die Messungen
ergeben eine gleichartige Struktur für die Krystalle u. für die Monoschichten. Die
Monoschichten sind gegen die W.-Oberfläche um 55° geneigt. — Für die Bindung des
Chlorophylls in der Pflanze nimmt Vf. an, daß je 4 Mol. mit einem Protein von der
Größe des Globitis verbunden sind. — Weiter versucht Vf. unter Berücksichtigung
der bisherigen Kenntnisse über die Photosynthese, ein Strukturmodell dieses Rk.Meclianismus aufzustellen. Die Wahrscheinlichkeit einer Carbamino-CO.,-Ii'mdung
im Proteinmol. bei der Photosyntli. wird diskutiert. (Recueil Trav. bot. néerl. 36.
180—264. April 1939. Leyden.)
Sie d e l .
Fritz Jung, Über eine Verbindung des Methämoglobins mit JRhodanid. Es wird
gezeigt, daß zwischen Methämoglobin u. Rhodanid eine spezif. Verb. besteht, die als
Metliâmoglobinrhodanid oder Ehodanmethämoglobin bezeichnet wird. Ihre Stellung
unter den sonstigen Verbb. des Methämoglobins wird näher betrachtet. (Biochem. Z. 304.
37—41. 29/1. 1940. Berlin, Univ.)
S ie d e l .
W . Koschara, Urothion, ein gelber, sclnvefelreicher Farbstoff aus Menschenharn.
Aus Menschenham wurde ein gelber Farbstoff in einer Ausbeute von 40—80 mg aus
1000 1 kryst., den Vf. Urothion (I) nennt. Er hat keinen F., ist in W., A. u. Aceton sehr
schwer lösl., unlösl. in Ä. u. Chlf. u. leicht lösl. in Alkalien u. Säuren. — Farbreaktionen.
1. Beim Unterschichten der sauren Lsg. mit konz. H 2S04: kirschroter Ring. 2. Die
schwefelsaure Lsg., die vor der Quarzlampe keine Fluorescenz zeigt, fluoresciert nach
Oxydation mit Permanganat u. nach Entfernung des Überschusses an Oxydationsmittel
mit H20 2 olivgrün, noch in Verdünnung von 1 : 107. — Die Bruttoformel ist
Bei der katalyt. Hydrierung wird 1 Mol Methylmercaptan abgcspalten.
Der Farbstoff enthält eine nach V A nS lyk e bestimmbare NH2-Gruppe u. bildet ein
chloroformlösl. Tetraacctylderii>., das aus Aceton-PAe. umkryst. bei 220° schmilzt.
I kommt auch in Menschen- u. Rinderleber sowie in anderen Organon vor. (HoppeSeyler’s Z. physiol. Chem. 263. 78—79. 15/1. 1940. Tübingen, Univ., Physiol.-chem.
Inst.)
^
W ie l a n d .
Yoshiharu Takeda und Tatuo Ohta, über das Carotinoid von Mycobacterium
phlei. Das Carotinoid, das sieh im Acetonauszug von Mycobacterium phlei findet, konnte
als Leprotin identifiziert werden. Aus Bzl.-CH3OH umkryst., F. 197°. Spektroskop,
besteht völlige Übereinstimmung (vgl. C. 1934. I. 1662. 1939. I. 4198). (HoppeSeyler’s Z. physiol. Chem. 262. 168—70. 15/12. 1939. Toihoku, Univ.) S i e d e l .
Toshio Ando, Notiz über die Konstitution von Dehydroergopinakon. (Vgl. C. 1939.
4487.) Dehydroergopinakon (I ) wird nach W lN D A U S u. L i n s e r t (C. 1928. I I .
1575) dargestellt u. in das Acetat (II) übergeführt. II zeigt in Hexanlsg. im UV ein
Absorptionsmaximum bei 275 m/i, während das den drei Doppelbindungen des Dehydroergosterins (III) entsprechende Maximum bei 320 m/t fehlt. Vf. nimmt für 1
eine dem Ergopinakon (vgl. I n h o f f e n , C. 1937. I . 3646) analoge Konst. an, mit
zwei konjugierten Doppelbindungen im Ring C (8,9- u. 11 ,12-Stellung) u. einer in
p,6-Stellung. Ergopinakondiacetat ließ sich durch Dehydrieren mit Hg-Acetat nicht
in II überführen.
V e r s u c h e . Dehydroergopinakon (I), aus Dehydroergosterin, aus Pyridin-A.
Madeln, F. 198,5—200,5° (korr.). — Dehydroergopinakonacetat (II). C60Hg6O4, aus I
mit Pyridin-Essigsäurcanhydrid u. durch Bestrahlen einer Lsg. von Dehydroergosterinacetat u. Eosin in 95°/0ig. A., aus Bzl.-95°/„ig. A. Nadeln, F. 195— 196,5°, Zers, bei
200,5° (korr.). [a]o 28 = —242° (in Chlf.). II gibt bei der R o sE N H E IM -B k . erst rosa,
dann grüne Färbung. (Bull. chem. Soc. Japan 14. 482—86. Okt. 1939. Tokio, Imperial
Univ. [Orig.: engl.])
POSCHMANN.
Akira Tominaga, Die photochemische Dehydrierung von 7-Dehydrocholesten. Durch
Bestrahlen von 7-Dehydrocholesten (II) mit Sonnenlicht in A.-Bzl.-Lsg. bei Ggw. von
2476
D j. N a t u r s t o f f e : H o r m o n e *).
1940. I.
V i t a m i n e **).
Eosin wird ein dem Ergopinakon analoges dimol. Dehydrierungsprod., das 7-DeJiydrocholestenpinakon (I) gebildet, das aus der Lsg. ausfällt. Das C3-Ätom u. seine Substi­
tuenten scheinen demnach keine Holle bei der Bldg. solcher „Pinakone“ zu spielen.
V e r s u c h e . 7-Dehydrocholesten (II), dargestellt aus Cholesterin nach D i m r o t h
u. T r a u t m a n n (C. 1936. I. 4443) über 7-Oxycholc&tenibenzoal (III). Das durch Zers,
von III gewonnene, mit isomeren Cholestadienen verunreinigte II wurde verwendet.
Aus Ä.-Methanol umkryst. F . 90—91°, [a]n17 = —22° (in Chlf.). — 7-Dehydrocholestenpinakon (I), C51Han, aus Chlf.-Methanol umkryst., glänzende Blättchen, F. 269—270°
(korr.) Zers., [a]p30 = +260° (in Chlf.), Mol.-Gew. 750 ( R a s t ). I ist lösl. in Bzl. u.Chlf., unlösl. in Ä. u. A. u. gibt positive L i e b e r m a n n - B u r c h a r d - u . R o SENHEIM
Reaktion. (Bull. ehem. Soc. Japan 14. 486—89. Okt. 1939. Tokio, Imperial Univ.
[Orig.: engl.])
P osch m an n .
Ralph Lawrence van Peursem, Die Darstellung von Gholesterylen und verschiedener
Cholestadiene. Inhaltlich ident, mit C. 1939. I. 4771. (Iowa State Coll. J. Sei. 14.
101— 02. Okt. 1939. Ames, Iowa State College, Dep. of Chem.)
P o sch m an n .
Martin Schenck, Zur Kenntnis der Gallensäuren. 59. Mitt. (58. vgl. C. 1940. I.
1995.) Die Hydroxamsäuren I, IV, V, VI, V II u. V III wurden hinsichtlich ihrer Gasbldg.
bei Oxydation mit alkal. Permanganatlsg. untersucht.. Dabei zeigte sich, daß die
Nitroketolivdroxamsäure (I)
CttHi iNiÖ*
I
Nitrooximinohydroxamsäure (IV)
, >Red-
Red.
l
X it rolactamhydroxamsäure (VI)
Cj*Hs«N»Ot
O
Red.
Oxlmlnokctoliydroxarnsäuro (II)
CsiHs«NiO<
;
Dioximinohydroxamsäure (V)
CjiHiiNiO«
I
Oximinolactamliydroxam- - siuiro (T U )
Diketoliydroxamsäure (I I I)
CjiHnNOi
Ketolactamhydroxamsiiure (VIII)
C,«H,.NsO.
C i i H jtN i O i
wie I
II
C
H,C
CH, CH,
I
CO,H
VI
CH,
i
C
CH
ÇcO-N(OH)ÇH
---- 1
1/
HC
B
I JC.HnCOsH
cj
CH,
I
CO,H
CH, CH
C
I B
CH
CH
I
C=NOH
III = statt der ]>C=>'OH
Gruppe im Ring B
von II eine > C = 0
0= <
C—NO,
I
CH,
IV = statt der Ketogruppe im Ring C von I steht eine
Ketoxlmgruppe
HN----------- CO
i
C lC .H i7-C O sH
H,C
VII : wie VI, aber
HC
.¿I
Ring B wie II
V = wie II, aber Ring C
wie bei IV
VIII
wie VI, aber Ring B
wie III
wie I
Säuren V, V II u . V III ebensoviel G a s entwickeln, wie die früher untersuchten Hydr­
oxamsäuren (vgl. 58. Mitt.), wobei das aus V entwickelte Gas hauptsächlich aus N2neben
wenig N20, das aus V II entwickelte zu gleichen Teilen aus N2 u. N20 u. das aus V III ent­
wickelte überwiegend au s N20 neben wenig N2 bestand. Die Nitrosäuren I, IV u. VI
hingegen entwickeln prakt. k e i n Gas, wohl weil in ihnen die H y d ro x a m sä u r e g ru p p e
nicht in freier Form vorliegt, was sich auch in ihrer Resistenz gegen HN0 3 zeigt. — Bei
der Umsetzung von II mit Hydroxylamin tritt neben V ein N-reicheres Prod. C24HioNi,09
auf, das ein Hydroxylammoniumsalz von V oder ein H y d r o x a m o x im h y d r a t
[R—C(NHOH)2OH] darstellt. E s red. F E H L iN G sch e Lsg. in der Kälte u . entwickelt,
wie freies Hydroxylamin, mit alkal. Permanganatlsg. N2 + N„0. (Hoppe-Seyler’s Z.
physiol. Chem. 263. 55—60. 15/1. 1940.)
"
W ie l a n d .
Katashi Makino und Shiro Morii, Synthese des antihämorrhagischen Vitamin A.
(Kurze Mitt.) Durch 5-std. Erwärmen von 1 Mol. 1,4-Naphthohydrochinon mit 2 Moll.
Famesylbromid im N2-Strom in Aceton + Na2C0 3 erhält man den Naphthohydrochinondifamesyläther, der durch 3-std. Erwärmen in Essigsäureanhydrid -f Diäthylanilin auf
*) Siehe nur 2487 ff., 2501, 2507; Wuchsstoffe 2483 ff.
**) Siehe auch 2477, 2479, 2483, 2491 ff., 2503, 2506, 2507, 2571- -2574.
1940. I.
D s- A n d e r e N a t u r s t o f f e . — E j. A l l g . B i o l . u . B i o c h e m i e .
2477
190— 210° in 2,3-Difamesyl-l,4-7uiphthohydrochinondiaceiat (I) übergeht. Bei der Oxy­
dation von I mit GRIGNARD-Lsg. u. Ag20 erhält man das 2,3-Difamesylnaphthochincn
(das mit dem natürlichen Vitamin K 2 ident, zu sein scheint) als gelbes, stark fluorescierendes öl, das die typ. Bk. mit Na-Äthylat zeigt (Blau — Violett — stumpfes Rot).
(Hoppc-Seyler’s Z. physiol. Chem. 263. 80. 15/1. 1940. Dairen, Hospital.) WIELAND.
N. V . Subba Rao, J. Veerabhadrarao und T. R. Seshadri, Eine Notiz über die
Darstellung und Reaktion von Karanjin. Aus aus in der Umgebung von Waltair
gesammelten Samen gepreßtem Pongamiaöl wurde durch Extraktion mit A.
einem App. für kontinuierliche Extraktion (Zeichnung) 0,9% an KaranC9H60 , (I), Platten, F. 158— 159°, erhalten. 3-std. Erhitzen von 2 g I mit
OH
3 % ig. wss.-alkoh. KOH (A. 100 ccm, W. 150 ccm, KOH 7,5 g)
in N2-Atmosphäre lieferte 0,9 g Karanjisäure, C9H 60 4 (II),
COjH
Krystalle, F. 216—218° (unter Zers.), neben Benzoesäure. —
20-std. Kochen von I mit Mercuriacetat in CH,OH ergibt Di­
to
acetoxymercurikaranjin, C22H 10OaHg2= C 18H10O4(Hg- O ■CO -CH.,),
gelbes, wenig lösl. Produkt. — I ist nur mäßig bitter u. der die heilende Wrkg. von
Pongamiaöl auf Dermatitis verursachende Wirkstoff. Pongamiaöl enthält K in irgend­
einer Form der chem. Bindung. (Proc. Indian Acad. Sei., Sect. A 1 0 . 65— 70. Aug. 1939.
Waltair, Andhra Univ.)
Behrle.
E. Biologische Chemie. Physiologie. Medizin.
E ,. A llg e m e in e B io lo g i e u n d B io c h e m ie .
J. H . E . Griffiths und B. G. Maegraith,
Verteilung von injiziertem Radionatrium beim Kaninchen. Radionatrium (2000—4000 Teilchen/Min.) wird in Form von
NaCl-Lsg. einem Kaninchen injiziert. In bestimmten Abständen werden Blutproben
entnommen u. die Aktivität gemessen. Nach 25 Min. ist der Geh. an Radionatrium
konstant. Unter Annahme gleichmäßiger Verteilung im fl. Medium kann aus der
Aktivität der Proben u. der zugefügten Gesamtmenge auf die Gesamtfl.-Menge ge­
schlossen werden. Dabei bleibt im wesentlichen die Zellfl. außer Betracht, da der größte
Teil des Na-Geh. tier. Körper sich außerhalb der Zellen befindet. Von dieser Art der
Fl.-Bestimmungen werden Fortschritte bei physiol. u. klin. Unterss. erwartet. (Naturo
[London] 1 4 3 . 159—60. 28/1. 1939. Oxford, Clarendon Labor., Sir Will. Dunn School
of Pathology.)
B orn.
Ferdinand Heröik und Rudolf Machek, Über den Einfluß des Zeitfaktors bei
Wirkung der a-Strahlen. Es wurde die Rolle des Zeitfaktors bei der Wrkg. von Poa-Strahlen auf epidermale Gewebe von Allium Cepa näher untersucht. Die mit einem
GEIGER-Auslösezähler bestimmte Intensität der Poloniumstrahler entsprach einem
Bereich von 1 : 2650. Die Verss. zeigten, mit befriedigender Übereinstimmung, daß
für einen bestimmten Bereich der Intensitäten die Dosis unabhängig von der Intensität
ist. Dieser Bereich entspricht den Intensitäten 9-105 u. 43-105 a/qmm/Min. Beider­
seits von diesem Bereich wirkt ein Zeitfaktor mit, u. zwar in dem Sinne, daß stärkere
Intensitäten eine stärkere Wrkg. entfalten. Diese Erscheinung wird durch die Annahme
erklärt, daß der period. Verlauf einen 2-stufigen Prozeß darstellt. Die erste Stufe wird
durch die Erholung des Plasmas, die zweite durch die des Kerns herbeigeführt. (Stralilentherap. 67. 100—09. 31/1. 1940. Brünn, Masaryk-Univ., Inst. f. allg. Biologie.) K le v e r .
* J. P. Mc Gowan, Nicotinsäure, Pentosenucleotide und Anämie. (Vgl. C’ASPERSSON
u- Schultz, C . 1 9 3 9 . II. 431.) Zusammenfassender Bericht über die Bldg. von C oEnzymsystemen aus Nicotinsäure u. Pentosenucleotiden bei der mitot. Zellteilung im
Zusammenhang mit der Wrkg. von Leberextrakten bei der Anämiebehandlung. (Nature
[London] 1 4 4 . 244—45. 5/8. 1939. Aberdeen.)
R ohrbach.
A . N. Beloserski, Über die Kernsubstanz bei Bakterien. Der Geh. an Nucleoproteiden beträgt bei Proteus vulgaris 60% u. bei Sorangium sp. bis zu 50% vom Trocken­
gewicht (bei einem Geh. an Nucleinsäure entsprechend von 13,0 u. 12,6%). Bei der
Hydrolyse von Nucleoproteiden aus Proteus vulgaris sowie bei der von Zellen Sorangium
sp. erhielt man Purin- u. Pyrimidinbasen, welche der Thymonuclein- u. Hefenucleinsäure entsprechen. Ggw. von Thymonucleinsäure in den Zellen der untersuchten
Bakterien deutet darauf hin, daß diese den Kemstoff enthalten. In den Eiweißstoffen
der untersuchten Kulturen dominieren Monoaminosäuren. (MHKpoÖuo.ioriifl [Microbiol.] 8 . 504—13. 1939. Moskau, Mikrobiol. Inst. d. Akad. d. Wiss. SSSR.) G o r d .
H.
Veldstra, A z’5-Cholestadie?i aus Cholesteryloleat im Zusammenhang mit der
Bildung cancerogener Substanzen in erhitztem Fett. Cholesteryloleat (I) wurde im Vakuum
pei 0,3 mm u. 300—340° dest. u. aus dem Destillat ein KW-stoff C27H44, F. 72—73°,
isoliert. Aus der Rk. mit Br2 u. dem Absorptionsspektr. (Maxima bei 228, 235 u.
XXII. 1 .
160
2478
E ,. E n z y m o l o g i e .
G ärung.
1940. I .
243 m/i) wurde auf 3,5-Cholestadien (II) geschlossen. Fütterung dieser Substanz ergab
bei Mäusen Darmpapillome, von denen eines infiltratives Wachstum zeigte. Vf. kommt
zum Schluß, daß die bei der Fettpyrolyse entstehenden eaneerogenen Substanzen sich
aus I bilden können. Ferner gelang es, aus bestrahltem Cholesterylacetat II zu isolieren.
(Nature [London] 144. 246—47. 5/8. 1939. Amsterdam.)
R ohrbach.
E a. E n z y m o lo g ie .
G ä ru n g .
Masaru Kaiju, Über die Acylasewirkung. VI. Mitt. Über das Verhalten des a,d-Di-
benzoylamithins gegenüber Enzymlösungen verschiedener Herkunft. (V. vgl. C. 1939. ü .
2246.) Dibenzoylomithin wird durch Macerationen verschied. Gewebe von Schwein
(wo nachÜTZlNO, C. 1938.1. 3931, starke Benzoacylasewrkg. vorhanden ist), Huhn bzw.
Kaninchen bei pn = 7,5, sowie bei Huhn auch im Gebiet von ph = 4,0—9,5 nicht ge­
spalten. (Tohoku J. exp. Med. 36. 255—57. 30/7. 1939. Kyoto, Kaiserl. Univ. [Orig.:
dtsch.])
‘
H esse.
Sinzaburo Masutomi, Uber Go-Fermente des Kohlenhydratabbaues. Das AtmungsCo-Ferment von G y Ö RGYI u . das Nebennieren-Co-Ferment von T u k a n o (aus Neben­
niere) sind für Milchsäuredehydrase, Hexosediphosphorsäuredehydrase u. Glucosedehydraso in fast gleichem Maße wirksam; beide bestehen aus je 1 Mol. Adenin, Pentose
u. Nicotinsäure u. aus 3 bzw. 2 (letzteres) Moll. Phosphorsäure, ersteres 1 Mol. HP03.
Letzteres wirkt nicht auf die alkoh. Gärung. Ersteres wirkt hemmend bei der De­
hydrierung von Acetaldehyd durch S C H A R D IN G E R -E nzym gegen Methylenblau.
Glycerophosphatase wirkt nicht auf die beiden Co-Fermente; beide absorbieren bei
260 m/t, nach Hydrierung mit Hydrosulfit außerdem noch bei 345 m/i. (Fukuoka
Acta med. 32. 108—09. Nov. 1939. Fukuoka, Univ., Biochem. Inst, [nach dtsch.
Ausz. ref.])
ScH W A IB O L D .
E.
A . Zeller, R. Stern und M. W enk, Über die Diaminoxydasercaktion. 6. Mitt
über den enzymatischen Abbau von Polyaminen. (5. vgl. C. 1940. I. 1045.) Die Rk.
der Diaminoxydase mit Diaminen erfolgt (2. Mitt. dieser Reihe) nach der Gleichung:
R-CH 2'NH 2 + 0 , + HjO = R-CHO + NH3 + H20 2. Es wurde jetzt wahrscheinlich
gemacht, daß dabei Aminoaldehyde auftreten. 1-Ephcdrin wirkt auf die Diaminoxydase
als „competitive inhibitor“ ein. Diese Rk. ist somit nicht spezif. für die Monoamin­
oxydase. — Curare beeinflußt erst in weit über den pharmakol. wirksamen Mengen
die Diaminoxydase. — Die Hemmung der Diaminoxydase durch Cyanid ist verschieden
von den bisher bekannten Arten der Einw. von Cyanid auf Enzyme. — Durch Extraktion
von Acetontrockenpulver aus Schweineniere mit 50°/oig. Aceton (1/2 Stde., 38°) erfolgt
eine Zerlegung in Apo-Ferment u. Co-Ferment. Durch Zusatz der (eingedampften)
gelben Co-Fermentlsg. kann ein Teil der Aktivität wieder hergestellt werden. Durch
Belichten der Co-Fermentlsg. bei alkal. Rk. wird das Co-Ferment inaktiviert. Vff.
nehmen an, daß danach das Co-Ferment eine Flavingruppe besitzt. — Die Prodd. der
Wrkg. der Diaminoxydase werden weiter oxydiert. Es ist wahrscheinlich, daß die
Monoaminoxydase die Oxvdationsprodd. auch in vivo weiter desaminiert. Ob aber
dieser Weg der n. ist, auf dem die Diamine (im engeren Sinn) im Stoffwechsel abgebaut
werden, oder ob er nur eine Nebenrk. darstellt, muß noch untersucht werden. Die
Weiteroxydation kann möglicherweise auch durch Xanthinoxydase erfolgen, welche
in kleinen Mengen (entgegen anderen Literaturangaben) in den verwendeten Präpp.
aus Schweinenieren vorkommt. Die Wrkg. der Xanthinoxydase wurde an m-Aminobenzaldehyd sowie an Imidazolaldehyd nachgewiesen. Auch bei den eigentlichen
Diaminen scheint die Weiteroxydation durch Xanthinoxydase bewirkt zu werden.
Als Rk.-Prodd. müssen dabei aus Putrescin u. Cadaverin schließlich <y-Aminosäuren
entstehen. Auch diese sind enzymat. angreifbar, wie bei Einw. von Rattenlcber auf
ß-Alanin gezeigt wird, welches oxydativ desaminiert wird. Das dabei wirksame Ferment
ist vermutlich verschicd. von der d-Aminosäureoxydase. (Helv. chim. Acta 23. 3—17.
1/2. 1940. Basel, Univ.)
H esse.
Hermann Blascbko, Die spezifische Wirkung der l-Dopadeearboxylase. H oL T Z ,
H e i s e u. LÜ DTK E (C. 1939.1. 3397) glaubten auf Grund der enzymat. Decarboxylierung
von 1-3,4-Dioxyphenylalanin (1-Dopa) zum entsprechenden Amin (Oxytyramin) diese
Rk. als einen Teilvorgang in der Wrkg. einer 1-Aminosäuredeaminase annehmen zu
können. Vff. halten dies nicht für richtig, da durch Decarboxylase (aus Leber u. Niere
von Meerschweinchen) lediglich 1-Dopa decarboxyliert wird, nicht aber die folgenden
Verbindungen: d-Dopa, d,l-N-Methyldopa, 1-Tyrosin, d,l-N-Methyltyrosin, 1-PhenyIalanin, 1-Histidin sowie d-Histidin. (J. Physiolcgy 96. 50 P—51 P. 14/8. 1939. Cam­
bridge, Physiological Lab.)
HESSE.
*
Kurt G. Stern und Joseph L. Melnick, Über den Mechanismus d er C oca rboxyla sevn rk u n g . Auf Grund der Modellverss. von LANGENBECK war anzunehmen, daß in der
1940. I.
E a. E n z y m o l o g i e .
Gärung.
2479
Carboxylase die NH2-Gruppe die a k t. Gruppe daratcllt. Yff. stellen zunächst fest, daß
Vitamin Bx kein typ. prim. Amin darstellt: Mit Keten liefert es kein N-Acetyl-, sondern
ein O-Acetylderiv.; weiter spaltet es im V a n S L Y K E -V ers. nur langsam Stickstoff ab.
In der Vers.-Anordnung von L a n g e n b e c k ist es als Carboxylasemodell unwirksam.
V ff. führen unter verschied. Bedingungen Hydrierungen a n Vitamin Bi u. Coearboxylase
durch. Dihydrovitamin Bi ist biol. völlig inakt., während Dihydrococarboxylase seine
volle Wirksamkeit behalten hat; weiter ist erstcre Verb. autoxydabel, die zweite nicht.
Die Pyrophosphatgruppe in der Coearboxylase ist wesentlich als Verb.-Stelle mit dem
Protein anzusehen. V ff. glauben, daß die Coearboxylase im V e r la u f ihrer Funktion ein
Oxydo-Red.-Syst. durchläuft, (j. biol. Chemistry 131. 597—613. Dez. 1939.) B r e d .
* Joseph L. Melnick, Ultraviolettabsorptionsspektren von Coearboxylase, Thiamin
und ihren Reduktionsprodukten. (Vgl. vorst. Ref.) Vitamin B, u . Coearboxylase zeigen
bei pH = 7,4 eine Absorptionsbande bei 235—237 u. 265 m/i, bei pH = 2,3 eine unscharfe
Bande bei 243 m/z. Bei der Red. tritt allg. eine Abnahme der Extinktion auf, die Bande
bei 265 m/i ist nach 280 m/i verschoben. (J. biol. Chemistry 131. 61&—20. Dez.
1939.)
Bredereck.
M. A . Lipton und C. A . Elvehjem, Mechanismus der enzymatischen Phosphory­
lierung von Thiamin. (Vgl. L i f s c h i t z , P o t t e r u . E l v e h j e m , C. 1938. II. 1973.)
Die Synth. von Coearboxylase kann nach der Gleichung: Adenosintriphosphat +
Thiamin ->- Adenylsäure + Coearboxylase erfolgen, geht aber sehr langsam vor sich.
Die Synth. ist in Ggw. von Phosphcglycerinsäure erheblich größer. Ausmaß u. Ge­
schwindigkeit der Rk. mit Adenosintriphosphat werden durch Zusatz von Cozymase
gefördert, durch Jodacetat gehemmt. Die Gründe für diese Ergebnisse werden erörtert.
(Nature [London] 145. 226—27. 10/2. 1940. Madison, Wis., Univ. of Wisconsin.) H e s s e .
Morizo Ishidate und Fukuko Shishido, Über die peroxydaseähnliche Wirkung
des n-Oxocamphers. Jt-Oxocampher (I) zeigt ein bes. Verh. gegen H20 2. Fügt man eine
kleine Menge I zu einer Luminollsg. (l%ig. Sodalsg. von 0,1% o-Aminophthalsäurehydrazid (Luminol) u. 0,03% H 20 2), so entsteht bald eine schöne blaue Chemiluminesccnz, die je nach der Menge des H20 2 mehrere Stdn. anhält. Auch lO-Oxocampher
u. verschied. Aldehyde (CH20 Acetaldehyd, Benzaldehyd, Citral) zeigen dieses Ver­
halten. Enzymgifte hemmen die Luminescenzwrkg. stark. I selbst wird langsam zu
wirkungsloser Isoketopvisäure autoxydiert. Die bei der Oxydation als Zwischenprod.
entstehende labile Persäure (C. 1940. I. 2501) verursacht keine Luminescenz. p-Oxocampher zeigt keine hemmende Wrkg., dagegen wirken o-Oxo- u. lO-Oxocampher
hemmend. Zusatz einer äquivalenten Menge verhindert die Erscheinung vollkommen,
was von der Bldg. einer Mol.-Verb. herrührt. 6-Oxocampher ist ohne Wrkg. auf die
Luminescenzrk. von I; dieses Syst. bildet keine Mol.-Verbindung. (Proc. Imp. Acad.
[Tokyo] 15. 357—58. Dez. 1939. Tokio, Univ., Pharmazeut. Inst. d. med. Fak. [nach
dtsch. Ausz. ref.])
R othm ann.
Seii Tanaka, Über die Sulfata.se. Mit Hilfe einer colorimetr. S-Best. (vgl. C. 1939.
I. 1017) wird das Verh. der Lebersulfatase, insbesondere ihre Abtrennbarkeit von
der Phosphomonoesterase u. ihre Beeinflußbarkeit durch Elcktrolyte untersucht. Das
sulfatat. pn-Optimum eines Glycerinextraktes aus Kaninchenleber liegt bei 6,1. Auch
durch Rohrzuckerlsg. kann eine Extraktion erfolgen. Extrakte aus der Leber von
Seemuscheln enthalten ebenfalls Sulfatase. Takasulfatase wird bei pH = 4 vollständig
an Kaolin adsorbiert, die Sulfatase kann so von der Phosphatase getrennt werden.
Das pH-Optimum liegt bei 5,2. Takasulfatase ist fluoridempfindlich, BaCl2 u. MgCl3
sind ohne Einfluß. (J. Biochemistry 28. 119—31. Juli 1938. Chiba, Med. Akad., Med.ehem. Inst.)
'
A lbers.
Irwin W . Sizer, Temperaturaktivierung des Urease-Hamstoff'systems unter Ver­
wendung von roher und von gereinigter Urease. Nähere Angaben über die bereits C. 1940I. 1213 referierten Ergebnisse, die außer für Urease aus Jackbohnen auch für das
kryst. Enzym zutreffen. (J. gen. Physiol. 22. 719— 41. 20/7. 1939. Cambridge, Mass.,
Inst, o f Technology.)
H esse.
E.
Martini, C. Torda und A . Zironi, Wirkung des Tetanustoxins auf die Aktivität
der Cholinesterase des Rattenmxiskels. Nach Injektion von Tetanustoxin war der Geh.
an Cholinesterase im Gastrocnemius erhöht, in der Tibialis anterior vermindert, so daß
die Differenz, die beim Cholinesterasegeh der unbehandelten Muskeln besteht, ver­
schwindet. (J. Phvsiology 96. 168—71. 14/7. 1939. Mailand, Univ., Dep. of Chem.,
Institute Sieroterap.)
W adehn.
A . N. Saitzew, Die Bedeutung der aktiven Acidität des Mediums für Aceton-Äthylalkoholgärung. Die extremen pn-Grenzen für die Gärung durch Bac. acetcaethylicus
liegen zwischen 4,6—4,8 u. 9,¡>—9,8, die optimale pa liegt zwischen 6,4— 7,7. Durch
Zusatz von 10% Kreide zu Kartoffeln werden optimale pn-Bedingungen erzielt, jedoch
160*
■2480
E ,. M i k r o b i o l o g i e .
B a k t e r io l o g ie .
Im m u n o l o g ie .
1940.
I.
setzt sich dadurch die Ausbeute an neutralen Prodd. etwas herab; viel vorteilhafter
erwiesen sich kleinere Dosen von Kreide (1—2 g/1 Maisehe), durch welche ruhige
Gärung bedingt wird. Mit der Erhöhung der pH-Zahl steigt die Säurebildung. Das
Verhältnis Äthanol: Aceton betrug bei pn = 7,0—7,5 4,05, bei ph = 6,3— 6,6 2,6,
bei ph = 5,5—6,1 2,43 usw. (MuKpoöuojroriiii [Mierobiol.] 8 . 584—-94. 1939. Moskau,
Mikrobiol. Inst. d. Akad. d. Wiss. SSSR.)
G o r d ie n k o .
Carl Neuberg und Rudolf Ziffer, Neues über Abfangung von Acetaldehyd bei der
alkoholischen Gärung. Mit einem Gemisch von 20 g 2,4-Dinitrophenylhydrazin in
1000 ccm 4-n. H 2S0 4 (auf 41 Gäransatz) gelingt es, im Laufe von 48 Stdn. selbst aus
untergäriger Hefe Acetaldehyd-2,4-dinitrophenylhydrazon zu erhalten. Der Acetaldehyd
liegt weder in der Hefe präformiert vor, noch ist er sek. durch Oxydation von Weingeist
entstanden. (Enzymologia [Den Haag] 7. 225—27. 21/11. 1939. Berlin.)
L lN S E R .
Leposav Markovi6ev, Über die Wirkung von 1,2,4-Dinilrophenol auf die Atmung
der Hefe. 1,2,4-Dinitrophenol bewirkt stets eine Erhöhung des 0 2-Vcrbrauches von
Hefe bei der alkoh. Gärung. Auch in zuckerfreiem Medium wird eine Verstärkung der
Atmungsintensitäten beobachtet. (Piac CpncKO Kpa&eBCKe AiiaiCM iije, IIpiw P aspes
[Ber. serb. königl. Akad., Ser. I] 180. Nr. 89. 275—83. 1939.)
R. K. M ÜLLER.
E 3. M ik r o b io lo g ie .
B a k t e r io lo g ie .
I m m u n o lo g ie .
Walter E . Ward, Über Faktoren, die die von Bakterien in synthetischen Medien
hervorgerufenen Oxydations- Reduktionspotentiale beeinflussen. Bei der Messung der
Oxydations-Red.-Potentiale von auf Nährböden künstlicher Zus. wachsenden Bakterien­
kulturen zeigten sich Unregelmäßigkeiten, die bei Verwendung von Fleisehextraktnährböden nicht auftraten. Diese Schwankungen des Potentials haben mit dem Bak­
terienwachstum nichts zu tun, sondern sind den in den synthet. Nährböden vorhandenen
„Giften“ zuzuschreibcn, die die Elektroden affizieren. (Proc. Soc. exp. Biol. Med.
8 8 . 445— 47. 1938. Chicago, Univ., Dep. of Bacteriol. and Parasit.)
W AD EH N .
O.
Nastioukova, Einfluß der Paarung auf die Sensibilität von Paramaecium
caudatum gegen Acrichin. Die Empfindlichkeit von Paramaecium caudatum gegen
Acrichin erwies sich als abhängig von den verschied. Stadien der Paarung. (Bull.
Biol. Med. exp. URSS 7. 243—46. Febr./März 1939. Moskau, Inst. f. Mikrobiol.) R o h r b .
Ja. I. Rautenstein, Selbsterhitzung beim Weizen und die Rolle der Mikroorganismen
in diesem Prozeß. Auf n. Korn kommt meistens Bad. herbicola vor, welches ca. 80 \>is
90% von der gesamten Mikroflora auf diesem beträgt. Schon bei geringer Anfeuchtung
des Korns wird Bad. herbicola durch Mikrokokken verdrängt, u. auf verdorbenem
u. sclbsterhitztem Korn verschwindet es gänzlich. Bei der Selbsterhitzung des an­
gefeuchteten Korns in zylindr. De W A R -G c faßen verteilen sich die Mikroorganismen
derart, daß in den oberen Kornschichten Mikrokokken, in den mittleren Schimmel­
pilze u. Aktinomyceten u. in den unteren Bakterien u. Mikrokokken Vorkommen.
Aus dem durch Selbsterhitzung dunkel gewordenen Korn wurden hauptsächlich
Bakterien u. Mikrokokken isoliert. (MaKpoöiiOJorHii [Mierobiol.] 8 . 555— 68. 1939.
Moskau, Mikrobiol. Inst. d. Akad. d. Wiss. SSSR.)
G o r d ie n k o .
L . A . Rumjanzewa, Die Schnelligkeit der Zersetzung von Cellulose verschiedener
Herkunft unter dem Einfluß der Mikroorganismen. Cellulose aus Eriophorum wird durch
Mikroorganismen unter aeroben u. anaeroben Bedingungen rasch zers., Cellulose aus
Sphagnum ist aber gegen Mikroorganismen sehr widerstandsfähig. Dies wird haupt­
sächlich durch die Verschiedenheiten der Struktur bedingt. Die maximale Wrkg.
unter aeroben Bedingungen erzielte man mit einer Mischung aus Penicillium sp. u.
Penicillium aurantio griseum. Am schwächsten wird Cellulose durch Penicillium
solitum zersetzt. (MitKpoöuoJoriiii [Mierobiol.] 8 . 571—82. 1939. Moskau, Mikrobiol.
Inst.)
G o r d ie n k o .
Frank H . Johnson, K . L. van Schouwenburg und A . van der Burg, Das
Aufleuchten der Luminescenz nach Anaerobiose von Leuchtbakterien. I. Die Beziehungen
zwischen dem Aufleuchten und der Zeit sowie dem Substrat. (Vgl. C. 1939- II- 873, sowie
auch C. 1939.1. 3558.) Beobachtung der Veränderungen des Aufleuchtens der Luminescenz von Lcuchtbakterien (nach Anaerobiose) unter verschied. Bedingungen (bzgl. der
Einzelheiten muß auf das Original verwiesen werden) führt die Vff. zu folgender Deutung,
wobei LH2 das Luciferin, XH 2 ein H-Donator, A Luciferase, L, ein irreversibles Oxydationsprod. von LH2, u. n B die proteolyt. Spaltprodd. von A in einer in Ggw. von 0 2
umgekehrten Rk. darstellt:
1. L + XH 2
LH 2 + X
2. A + LH2
A-LH 2
3. A 'L H 2 -f- % 0 2-^- Ä. Lj -f- HaO h v
4. A
nB
(Enzymologia [Den Haag] 7. 195—224. 21/11. 1939. Utrecht u. Delft.) L lN SE R .
1940. I.
E 4. P f l a n z e n c h e m i e u n d - p h y s i o l o g i e .
2481
I. Spinka und P. K . Weichselbaum, Antisera für Organproteine. Nach der Be­
handlung von Kaninchen mit Organbrei entstehen nicht nur Präcipitine für das ver­
wandte Örganeiweiß, sondern auch stets Präcipitine für die Bluteiweißstoffe, da die
Organe in keiner Weise völlig blutfrei zu waschen sind. Die Präcipitine gegen Blut­
serum verschwinden aber nacb 4— 8 Wochen aus dem Serum des Kaninchens, zu einer
Zeit, in der die Präcipitine für Organeiweiß noch erhalten sind. Die so erhaltenen
Antisera geben mit Extrakten aus frischer Leber u. Niere keine Fällungen, wohl aber
mit Autolysaten dieser Organe. (Proc. Soc. exp. Biol. Med. 38. 447—49. 1938. Chicago,
Univ. of Illinois, Dep. of Physiol. Chem., Coll. of Med.)
W ADEHN.
M. Weinberg und Maylis Guillaumie, Herstellung und Eigenschaften der Perfringenstoxine. Septisches, histolytisclies und Ödematiensvibrion. Toxigenese in Gegenwart
von Na-Pyruvat oder Ascorbinsäure. Die Gewinnung u. die Eigg. dieser Toxine werden
beschrieben. Durch Zusatz von Pyruvat mit K 2HP0 4 zu den Ansätzen wird die Toxinbldg. meist um 50— 100% erhöht; bei Zusatz von Ascorbinsäure wurde keine erhebliche
Wrkg. beobachtet. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 131. 1150— 54.
1939.)
SCHW AIBOLD.
Ergebnisse der Hygiene, Bakteriologie, Immunitätsiorschung und experimentellen Therapie.
Fortsetzung d. Jahresberichtes über die Ergebnisse dor Immunitätsforschung. Heraus­
gegeben von Wolfgang Weichardt. Bd. 23. Berlin: J. Springer. 1940. (354 S.) 4°.
KM. 58.— .
E 4. P fla n z e n c h e m ie u n d - p h y s i o l o g i e .
Guy Viel, Über die thermische Fraktionierung der gasförmigen Zersetzungsprodukte
des Tunicins und einer biosynthetischen Cellulose. Das Tunicin, die Celluloseart der
Tunicaten, liefert bei der trockenen Dost, bei 300—400° viel mehr (ca. 60—70%)
schwer flüchtige Zers.-Prodd. als Cellulose (20—30%), aber erheblich weniger Gase
u. Kohle. Ein zweites Maximum der Gasentw. tritt bei 700° auf, doch wird das Bild
meist stark gestört durch die sek. Zers, der schwer flüchtigen Teerbestandteile. —
Die von Acetobacter xylinum synthetisierte Cellulose verhält sich bei der therm. Zers,
der pflanzlichen Cellulose sehr ähnlich, sowohl in bezug auf die Menge als auch auf die
Zus. der Zers.-Produkte. Vf. schließt daraus, daß das Tunicin eine andere Konst.
besitzt als die Cellulose. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 208. 1689—90. 1939.) O h l e .
Max Lüdtke, Bemerkung zu der Mitteilung von W. Wergin: Direkte Beobachtung
von 0,2 fi großen Strukturdementen der pflanzlichen Zdlwand. Nach Vf. sind die von
W e e g in (C. 1939. I. 977) beobachteten Strukturelemente der pflanzlichen Zellwand
bereits früher unter anderem Namen bekannt gewesen. (Naturwiss. 27. 693— 94. 13/10.
1939. Sorau, Kaiser-Wilhelm-Inst. f. Bastfaserforseh.)
N eum ann.
W . Wergin, Entgegnung auf die Bemerkung von Herrn Dr. Lüdtke zu der Mit­
teilung von W. Wergin: Direkte Beobachtung von 0,2 ß großen Strukturelementen der
pflanzlichen Zellwand. (Vgl. vorst. Ref.) Die vor den Verss. des Vf. bekannten Bruch­
stücke der Fibrillen waren durch Einw. saurer Mittel erhalten worden, konnten also
durch hydrolyt. Zerfall der Cellulose entstanden sein. Erst durch die Quellungsverss. in
Sc h w e iz e r s Reagens sei die Existenz der Fibrillenbausteine bewiesen worden. (Natur­
wiss. 27. 694. 13/10. 1939. Löwenberg, Schlesien.)
Neum ann.
A . G. Jacques, Die Kinetik der Durchdringung. XV. Die Behinderung durch die
Cellulosewand. (Vgl. C. 1938. I. 2372.) Der Einschluß von Halicystiszellen in engo
Capillaren kommt einer Beseitigung der unelast. Cellulosewand gleich. Der Eintritt
von W. u. Elektrolyten wird dadurch auf das 15-fache gesteigert. (J. gen. Physiol. 22.
147—63. 1938. New York, Rockefeiler Inst. f. Medical Res.)
L in s e e .
A . G. Jacques, Die Kinetik der Durchdringung. XVI. Die Ammoniakspeicherung
•w Licht und im Dunkeln. (XV. vgl. vorst. Ref.) Die Ammoniakspeicherung tritt im
Licht in stärkerem Maße ein als im Dunkeln. Dabei ist die erreichte Endkonz, im Zell­
saft im Licht doppelt so groß wie im Dunkeln. Beides ist möglicherweise Folge der
durch die Photosynth. gesteigerten Konz, des undissoziierten Ammoniaks bzw. des
gesteigerten pH-Wertes. Permeabilitätskonstanten zeigen, daß die Aufnahme pro­
portional ist dem Konz.-Gcfälle von NH4X, das durch NHS oder NH40H u. HX, einer
im Plasma entstehenden Säure, gebildet wird. HX scheint nur an der Plasma-Zellsaft­
grenze gebildet zu werden u. ihre Konz, beträgt dort das etwa 7-fache als an der See"asser-Plasmagrenze. Die Permeabilitätskonstante P '" ist im Dunkeln größer. Das
nach neuer, den C02-Verlust vermeidernde Methodik gemessene Zellsaft-pH steigt
während der Speicherung an, doch in geringerem Ausmaße als bisher angenommen
wurde. Das aufgenommene NH3 verdrängte wie in früheren Verss. annähernd äqui­
valente Mengen an K aus dem Zellsaft, während die Konz, an Na fast unverändert
2482
E 4. P f l a n z e n c h e m i e ü n d -P h y s i o l o g i e .
1940. I .
blieb. Der pH-Anstieg dürfte auf eine die K-Abgabe überschreitende NH3-Aufnahme
zurückzuführcn sein. (J. gen. Physiol. 22. 501—20. 20/3. 1939.)
L in s e r .
A . G. Jacques, Die Kinetik der Durchdringung. XVII. Die Abgabe von Ammoniak
im Licht und im Dunkeln. (XVI. vgl. vorst. Ref.) Der Austritt von gespeichertem
Ammoniak aus dem Zellsaft von Valonia macrophysa in n., nahezu ammoniakfreiem
Seewasser erfolgt nach einer Induktionsperiode von einem oder mehr Tagen. Nach
Beginn des Austritts ist die Abgabe im Licht größer als im Dunkeln. Das pn des Zell­
saftes sinkt bald, nachdem die Zellen in n. Seewasser gebracht werden u. noch vor
dem Eintreten einer merklichen Senkung der Konz, des NH, im Zellsaft. Die pH-Senkung
beruht auf Verlust ganz geringer NH3-Mengen ohne entsprechende Na-Aufnahme.
Die Hauptmenge an NH, wird jedoch bei gleichzeitiger Aufnahme von Na u. etwas K
an das Seewasser abgegeben. Es kann sein, daß außer NH4X auch noch andere Kom­
ponenten den NH3-TVansport ermöglichen, etwa Harnstoff oder Aminosäuren. (J. gen.
Physiol. 22. 521—43. 20/3. 1939.)
L in s e r .
A .G. Jacques, Die Kinetik der Durchdringung. XVIII. Eintritt von Wasser in
eingeschlossener Halicystis. (XVII. vgl. vorst. Ref.) Die Geschwindigkeit der W.Aufnahme bleibt bis zu 50% Seewasser ziemlich konstant, sinkt aber bei geringeren
Konzz. merklich ab. (J. gen. Physiol. 22. 743—55. 20/7. 1939.)
L in s e r .
A . G. Jacques, Die Kinetik der Durchdringung. XIX. Eintritt von Elektrolyten
und von Wasser in eingeschlossener Halicystis. (XVlII. vgl. vorst. Ref.) (J. gen. Physiol.
22. 757—73. 20/7. 1939.)
r
L in s e r .
A . G. Jacques, Die Kinetik der Durchdringung. XX. Der Einfluß des pa und
des Lichtes auf die Absorption bei eingeschlossener Halicystis. (XIX. vgl. vorst. Ref.)
Erhöhung oder Erniedrigung des pH des Seewassers (bis 9,2 oder 7,0) beeinflußt den
Eintritt von Elektrolyten u. W. in eingeschlossene Zellen nicht. Na tritt wahrscheinlich
in Verbindung mit einer vom Plasma gebildeten, organ. Säure (HX) ein. Im Licht
treten doppelt so viel Elektrolyte ein wie im Dunkeln. (J. gen. Physiol. 23. 41—51.
20/9. 1939.)
L in s e r .
Tetutaro Tadokoro und Shonosuke Kobayashi, Über die bei der Cellulose­
bildung in jungen Pflanzen auftretenden Stoffe. II. (I. vgl. C. 1 9 4 0 . I. 1346.) Bei der
Unters, der Knospen u. Zweigenden von jungen Kiefern u. Zedern gelangten Vff. zu der
Auffassung, daß hauptsächlich der A.-Bzl.-Extrakt die Muttersubstanz der a-Cellulose
ist. (J. Soc. chem. Ind. Japan, suppl. Bind. 4 2 . 375 B. Nov. 1939. Sapporo, Univ.
[nach engl. Ausz. ref.].)
N eum ann.
W alter Thomas und Warren B. Mack, Blattdiagnose: Physiologisches Gleich­
gewicht zwischen den Basen Kalk, Magnesia und Pottasche. (Vgl. C. 1 9 3 9 . I I . 1900.)
(Plant Physiol. 1 4 . 699—715. Okt. 1939. Pennsylvania, State College.) L lN SE R .
Hubert Bradford Vickery, Der Eiweißstoffwechsel grüner Blätter. G ersten ­
keimlinge speichern den aus 0,1% NH4C1 aufgenommenen N als Asparagin. E rbsen
nehmen in Ggw. von CaS04 oder CaC03 mehr N auf als ohne Ca u. speichern ebenfalls
entsprechend mehr Asparagin. Lupinen dagegen speichern N weder mit noch ohne
Ca in Form von Asparagin, sondern als NH3, da Kohlenhydrate mangeln. Ähnlich
verhält sich endospermlose Gerste. Zugabe von Glucose zu Dunkelpflanzen von Lupinus
förderte die Eiweißsynth. u. steigerte die Asparaginmenge beträchtlich. Amidsynth.
findet also im Licht wie im Dunkeln nur in Ggw. von Kohlenhydraten statt. T a b a k ­
blätter bildeten im Licht mehr Glutamin a ls Asparagin (mit Glucose mehr als ohne
solche) u. im Dunkeln viel mehr Asparagin u. weniger Glutamin (wobei ebenfalls mit
Glucose mehr Amid gebildet wurde). Verss. mit Tabakblättern zeigten e n tg eg en bis­
herigen Annahmen, daß Äpfelsäure nicht direkt zur Synth. von Asparagin dient.
(Cold Spring Harbor Sympos. quantitat. Biol. 6 . 67—78. 1938.)
L lNSERF.
Bukatscll, Tagesschwankungen des Blattgrüngehaltes alpiner Pflanzen. An
Scheibchen von gleichen Blättern von Rumex alpinus u. Adenostyles albifrons wurden
die Veränderungen des Pigmentgeh. mit Hilfe der Chromatograph. Analyse im L a u fe des
Tages untersucht. Die Blätter zeigen am alpinen Standort (1800—1900 m Seehöhe)
eine vorübergehende, recht beträchtliche Chlorophyllabnahme um die Tagesmitte. Da
diese Erscheinung nicht von der Stärke der Belichtung abhängt, kann dieselbe nicht auf
die photooxydative Zers, des Assimilationspigmentes zurückgeführt werden, sondern
beruht vermutlich auf einer oberflächlichen Oxydation (bzw. Red.) des Blattgrüns. Es
wird die Möglichkeit eines Zusammenhanges des vorübergehenden B la ttg rü n sch w u n d es
mit der Mittagsdispersion der Photosynth. erörtert. In der Ebene scheinen die Tages­
gänge im Chlorophyllgeh. anders als im Gebirge zu verlaufen. (Z. ges. Naturwiss. 5.
263;—72. Okt./Nov. 1939. München, Botan. Staatsanstalten, Alpenlabor.) KLEVER*
Tomota Sugawara, Untersuchungen über die Bildung von A sc o r b in sä u r e (Ena­
min C) in Pflanzen. I. Der Einfluß des Lichtes auf den Ascoibinsaäuregehalt verschiedener
1940. I.
E 4. P f l a n z e n c h e m i e u n d - p h y s i o l o g i e .
2483
etiolierter Keimlinge. Etiolierto Keimlinge enthalten nennenswerte Mengen an Ascorbin­
säure. Die Ascorbinsäuresynth. in den Blättern der Keimlinge wird durch steigende
Lichtintensitäten direkt proportional erhöht. Der Ascorbinsäuregeh. der Hypocotyle
von Bohnenpflanzen war viel geringer als jener der Cotyledonen u. wurde durch Be­
lichtung nicht beeinflußt. Im Licht gezogene Keimlinge von Albinorassen wiesen
dieselben Ascorbinsäuregehh. auf wie etiolierte Keimlinge (im Dunkeln). Es scheint
ein direkter Zusammenhang zwischen Photosynth. u. Ascorbinsäurebldg. zu bestehen.
(Jap J. Botany 10. 141—50. 1919. Tokyo, Imp. Univ. [nach engl. Ausz. ref.].) L lN SE K .
Tomota Sugawara, Untersuchungen über die Bildung von Ascorbinsäure ( Vita­
min G) in Pflanzen. II. Der Einfluß des Lichtes verschiedener Wellenlängen auf den
Ascorbinsäuregehalt etiolierter Keimlinge. (I. vgl. vorst. Ref.) Ascorbinsäure wird
vorwiegend bei Belichtung mit Rotlicht, jedoch auch in nennenswerten Mengen im
grünen u. blauen Bereich von etiolierten Keimlingen verschied. Pflanzen (Mais, Erbsen,
Sojabohnen u. a.) gebildet. Die Wirksamkeit der Wellenlängenbereiche nimmt in
folgender Reihenfolge ab: Weiß, Rot, Orangerot, Grün, Blau. (Jap. J. Botany 10.
325—33. 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
L lN S E R .
C. P. Sideris, B . H. Krauss und H . Y . Young, Verteilung von Stickstoffraktionen,
Zuckern und anderen Stoffen in Ananas, die im Dunkeln oder im Licht gewachsen sind.
(Vgl. C. 1939. II. 3593.) Zwei annähernd gleiche Sproßpaare von Ananas wurden von
der Mutterpflanze getrennt, in W.-Kultur weitergezogen u. bewurzelt, dann die Paare
getrennt u. 2 Stück 4 Monate im Dunkeln, 2 Stück 5 Monate im Tageslicht weiterkultiviert. Im Licht nahm das Gewicht der Früchte um 89%. im Dunkeln um 12,8% zu,
auch war in Lichtpflanzen die 3,27-fache Menge titrierbarer (Citronen-) Säure vorhanden
wie in don Dunkelpflanzen. Bei den reduzierenden Zuckern zeigten sich keine Geh.Unterseliiedo. (Plant Physiol. 14. 647—76. Okt. 1939. Hawaii, Univ.)
L lN S E R .
P. W . Wilson und E . B. Fred, Das Kohlenhydrat-StickstoffVerhältnis bei der
Leguminosensymbiose. (Vgl. auch C. 1939. II. 660.) (J. Amer. Soc. Agronom 31.
497—502. Juni 1939. Madison, Wis., Univ.)
L lN S E R .
S . D . Garrett, Verwertung von Stickstoff durch Ophiobolus graminis. Durch den
Befund, daß der als Ca(N03)2 (0,25 g auf 100 g Stroh) zu Kulturen von Ophiobolus
graminis auf sterilem Weizenstroh zugesetzte N im Verlauf von 6 Monaten in dieser
Form vollständig verschwindet, wird bewiesen, daß der Pilz N als Nitrat zu verwerten
vermag. (Nature [London] 145. 108—09. 20/1. 1940. Rothamsted, Exp. Station
Harpenden.)
W lE L A N D .
Robert Echevin und Arthur Brunei, Die Ausnutzung von Qlyoxylsäureureiden
durch Soja. Allantoin wird über Allantoinsäure zu NH3 abgebaut, welches zum Teil zur
Proteinsynth. verwendet wird. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 208. 826— 28.
1939.)
L in s e r .
* N. H . Grace, Vegetative Vermehrung von Goniferen. IV. Einfluß von Rohrzucker,
Äthylmercuriphosphat und Indolylessigsäure in Talkstavb auf die Beunirzelung der
norwegischen Fichte (Rottanne). (HI. vgl. C. 1940. I. 1218.) Im November gesammelte
Stecklinge wurden im Gewächshaus in einer Reihe von Talkstäuben gezogen, die
IndolyU bzw. Naphthylessigsäure (II) in Mengen von 0, 1000 bzw. 5000 p. p. m. kom­
biniert mit 0 bzw. 10% Rohrzucker u. Äthylmercuriphosphat (III) in Mengen von 0 u.
50 p. p. m. enthielten. 1000 p. p. m. Indolylessigsäure (I) vermehrten die Bewurzelung
uïn 10— 42,5% (nach 3-monatlicher Behandlung), während 5000 p. p. m. I sie wie II
in beiden Konzz. deutlich verminderten. Zucker in Verb. mit I verhinderte jedes
Wurzelwachstum; III bewirkte in jedem Fall (allein oder auch mit I zusammen)
Wurzelverkürzung. (Canad. J. Res., Sect. C. 18. 13—17. Jan. 1940.) PANGRITZ.
* Alexander Janke und Fritz Sorgo, Über die Wuchsstoffe der Schimmelpilze.
Es wurden die Wuchsstoffe Aneurin (I), Mesoinosit (II) u. Heteroauxin (III) sowie ver­
schied. Fraktionen aus Rohwuchsstofflsgg. (A = Acetonextrakt, B = Chlf.-Extrakt,
C = Kohlefiltrat usw.) aus Aspergillus niger u. Rhizopus suinus in ihrer Wrkg. auf das
Wachstum von Heferasse 31, Phycomyces Blakeslecanus, Aspergillus niger u. Rhizopus
suinus untersucht. Dabei zeigte sich, daß I deutliche Wrkg. nur auf Phycomyces ausübt,
ebenso II u. III als Co-Wuchsstoffe zu I. A war bei den 3 untersuchten Schimmelpilzen
wirksam u. ist von III verschieden. B wirkt nur an Phycomyces u. scheint mit dem
Wuchsstoff M P von S c h ö p f e r (Protoplasma 2 6 [1 9 3 6 ]. 53 8) ident, zu sein u. aus den
Komponenten von I zu bestehen. C, das die Wuchsstoffe B2nach N i e l s e n u . M R nach
S c h ö p f e r (1. c.) enthält, war nur an Asp. u. Rhiz. wirksam. Die beiden genannten
Wuchsstoffe scheinen ident, zu sein. Ferner werden Angaben über die Verteilung der
Fraktionen in den AspergiUuskvMmen gemacht. (Arch. Mikrobiol. 10. 265 — 78. 1 6 /6 .
1939. Wien, Techn. Hochsch., Inst. f. biochem. Technologie.)
W ie la n d .
2484
E 4. P f l a n z e n c h e m i e u n d - p h y s i o l o g i e .
1940. I .
Karl Umrath, Über Pilzwuchsstoffe mit spezifischer Wirkung. Phycomyces Blakesleeanus Burgeff braucht zum Gedeihen auf künstlicher Nährlsg. unbedingt einen durch
Autoklavieren von 2% Glucose + 2% Ammoniumtartrat bei 120° darstellbaren künst­
lichen Wuchsstoff (C. 1933. I. 1635), der in den Pilzextrakten nicht in nachweisbarer
Menge enthalten ist. Nicht so stark, aber deutlich ist auch das Wachstum von Rhizopus
nigricans an diesen Wuchsstoff gebunden. Heteroauxin (I) bemmt das Wachstum von
Phyc. noch in einer Verdünnung von 1: 20 000, die Hemmung wird durch Rhizopusextrakt (II) oder Phycomycesextrakt (III) zum Teil aufgehoben. Ohne I bewirkt II an
Phyc. geringe Wachstumsbeschleunigung. Rhiz. wird erst durch höhere I-Konz. im
Wachstum gehemmt. Auch diese Hemmung wird durch II oder III aufgehoben. —
Bei Penicillium crustaceum sind die Verhältnisse ähnlich, doch zeigt Penicilliumextrakt
an Phyc. oder Rhiz. keine dem I antagonist. Wirkung. (Protoplasma 33. 13— 17. Sept.
1939. Graz, Univ.)
W ie l a n d .
S. B. Locke, A . J. Riker und B. M. Duggar, Bildung eines Wuchsstoffes durch
gallenbildende Bakterien und nichtgallenbildende Organismen auf Peptonbrühe. Kulturen
von gallenbildenden Bakterien starker, mittlerer u. fehlender Pathogenität haben die
Fähigkeit gemein, auf Peptonbrühe einen Wuchsstoff (wahrscheinlich Heteroauxin) zu
bilden, so daß kein Zusammenhang zwischen Wuchsstoffbldg. u. Pathogenität zu be­
stehen scheint. (J. agric. Res. 59. 519—25. 1/10. 1939. Wisconsin, Agricultural Exp.
Station.)
W ie l a n d .
S. B. Locke, A . J. Riker und B. M. Duggar, Die Natur des Wuchsstoffes aus
Gallengewebe. (Vgl. vorst. Ref.) Aus der gleichen Säure- u. Alkaliempfindlichkeit von
ß-Indolylessigsäure (I) u. dem durch Extraktion mit Ä. aus Tomatengallengewebe.
Tomatenblättem u. Gallenkulturen erhaltenem Wuchsstoff wird der Schluß gezogen,
daß dieser mit I ident, ist. (J. agric. Res. 59. 535—39. 1/10. 1939.)
W i e l AND.
Esmond E . Snell und Roger J. W illiam s, Biotin, ein Wuchsstofffür butylalkoholbildende Anaerobier. Es wurde gefunden, daß zum Wachstum von Clostridium butylicum
auf synthet. Medium Biotin unbedingt nötig ist u. allein das bisher zum vollen Wachstum
nötige Leberkonzentratersetzt. (J. Arner. ehem. Soc. 61. 3594. Dez. 1939. Austin,
Tex., Univ.)
W ie l a n d .
Anna M. A . van Santen und V. J. Koningsberger, Pflanzenwuchsstoffe der
Biosgruppe. Tabellar. Zusammenstellung der Wirkungen der Wuchsstoffe Biotin (I),
Inosit, Pantothensäure, Aneurin (II), der n. u. veränderten Aneurinkomponenten, von
Lactoflavin (III) u. Östron beim Wachstum von Hefen verschied. Rasse, Mucorinecn,
Erbsenembryonen, isolierten Tomaten- u. Erbsemimrzdn. Tabellen über den Geh. an I
von verschied, pflanzlichen u. tier. Geweben, an II u. III von Nahrungsmitteln u. über
die Verteilung der Hefewuchsstoffe in Pflanzenorganen. (Tabulae biol. [Den Haag] 17.
241—66. 1939. Utrecht, Univ.)
W ie l a n d .
Richard Harder und Hans von Witsch, Blütenscheckung und Korrelations­
störungen. (Versuche mit Heteroauxin an Petunien.) Behandelt man Zweige intakter
Petunien mit Heteroauxin (I) in Lsg., so beobachtet man, daß die an diesen Zweigen
aufblühenden Folgeblüten ein dunkleres Scheckungsmuster aufweisen, als im Kontrollvers. ohne I. Dabei spielt es keine Rolle., ob die Konz, von I so groß war, daß sich
Adventivwurzeln bildeten, sondern es genügt schon die durch I verursachte Störung der
natürlichen Korrelationen, um eineVerringerung der Scheckung nach sich zu ziehen.
(Nachr. Ges. Wiss. Göttingen, math.-physik. Kl., Fachgr. VI 3. Nr. 14. 225—37.
1940.)
W ie l a n d .
W olfgang R . Müller-Stoll, Weitere Versuche über die Verwendbarkeit von Wuchs­
stoffen in der Rebenveredlung. (Vgl. C. 1938. ü . 2772. 1939. II. 2556.) Vf. zeigt, daß
das Überspritzen der Veredlungsköpfe gepackter Rebenpfröpflinge mit Ileteroauxinlsg. (I), kurzes Eintauchen der Schnittflächen der Pfropfpartner in I oder Phenylessigsäurelsg. oder 16— 20-std. Einlegen in I eine beträchtliche Anwachssteigerung infolge
verbesserter Callusbldg. bewirkt. Zusätze von benetzungsfördernden Substanzen
(Saponin, Adhäsitpaste) erwiesen sich als schädlich. Bei zu feuchter Packung der Pfröpf­
linge bewirkt Wuchsstoffbehandlung unerwünscht starke Wurzelbldg. am Edelreis.
(Gartenbauwiss. 14. 151—68. 1940. Stuttgart.)
W ie l a n d .
James English jr., James Bonner und A . J. Haagen-Smith, Die WurMonuonc
der Pflanzen. II. Isolierung einer krystallinen aktiven Substanz. (I. vgl. C. 1938- I- 2902.)
Auf Grund eines Testes, bei dem der Zellzuwachs durch Dickenmessung an Schnitten
von Schoten von Phaseolus vulgaris nach 48-std. Inkubation unter Anwesenheit eines
Cofaktorengemisches bei 25° opt. gemessen wird, gelingt die Isolierung des Wundhormons
aus Bohnenschoten auf folgendem Wege: Der wss. Extrakt aus 50 kg frischen Bohnen­
schoten wird zum Sirup im Vakuum eingeengt. Extraktion des angesäuerten Rück­
standes mit Aceton, Extraktion des Acetonunlösl. aus saurer wss. Lsg. mit Essigester,
1940. I.
E 5. T i EBCHEMIE UND -PHYSIOLOGIE.
2485
Extraktion des Essigesterlösl. mit Chlf. aus saurem W. u. Fällung mit Baryt in wss. Lsg.
führt zu einem kryst. Ba-Salz einer Säure Cnü „201 (I) vom Äquivalentgewicht 118,
F. 165,5—166°. Methylester von I mit Diazomethan in Ä., Kp. 140° (im Vakuum).
Krystalle aus Ä.-PAe. vom F. 30;—31°. Reinheitsprüfung von I durch Chromato­
graphie u. Sublimation. Die kryst. Säure enthält 4800 Einheiten pro g. — Von den auf
Cofaktorwirksamkeit getesteten Substanzen erwiesen sich Rohrzucker (0,5%) u. Glutamin­
säure (II) (0,25%) wirksamer als das natürliche Cofaktorengemisch aus Bohnen.
Mit II erzielt man noch deutliche Wrkg. bei 10mg/l, (0,1 y) für 1 Schotenschnitte.
(Proc. nat. Aead. Sei. USA 2 5 . 323— 29. Juli 1939. California, Inst, of Techno­
logy.)
W ie l a n d .
James English jr., James Bonner und A . J. Haagen-Smit, Die Wundhormone,
der Pflanzen. IV. Struktur und Synthese eines Traumatins. (Vgl. C. 1 9 3 8 . II. 1625 u.
vorst. Ref.) Aus Bohnenschoten wurde eine kryst. Dicarbcnsäure vom Aquivalentgewicht 118 u. F. 165— 166° isoliert, die eine Doppelbindung enthält u. bei Oxydation
mit Permanganat Sebacinsäure (I) liefert. Es handelt sich um l-Decen-l,10-dicarbonsäure (II), die im Bohnentest (vgl. vorst. Ref.) als Wundhormon bei Anwesenheit eines
Cofaktorengemisches, das sich durch Rohrzucker u. Glutaminsäure zum Teil ersetzen
läßt, noch mit V lO y akt. ist, u. für die der Name „Traumatinsäure“ vorgeschlagen wird.
Vff. führen die Synth. von II auf folgendem Wege durch:
CH2=C H ■(CH2)8•COJI
0=C H —(CH2)8-CO.,H
v
so ; c> ch= ch -<ch^ - co>h
n
Verschied, kryst. B-Vitamine u. Pflanzenwuchsstoffe erwiesen sich als unwirksam.
Decan-l,10-dicarbonsäure u. I sind halb so, die gesätt. Dicarbonsäuren von C, u. weniger
sind überhaupt nicht u. Kork-, Azelain- u. Maleinsäure sind wenig wirksam. Da Laurin-,
Linol- u. Uiidecylensäure inakt. sind, scheint die Anwesenheit von 2 Carboxylgruppen
zur Wirksamkeit unerläßlich zu sein. — Synthet. II ruft auch intensive Zellteilung im
Kartoffeltest von H a b e r l a n d t (C. 1 9 1 3 . II. 55) hervor u. hemmt die Samenkeimung
bei verschied. Pflanzen. (J . Amer. ehem. Soc. 6 1 . 3434—36. Dez. 1939.) W i e l a n d .
Dontcho KostoSf, Colchicin und Acenaphthen als Polyploidie-bewirkende Agenzien.
(Vgl. C. 1 9 3 9 . I- 698. II. 1902.) Durch Einw. von Acenaphthe?ikrystnllcn in Gas oder
Lsg. auf Samen, Keime u. Zweige verschied. NicoliVr/Marten, Triticum oder Lactuca,
wird eine der Colchicinwrkg. (C. 1 9 3 8 . I. 631) ähnliche Polyploidie der Sprößlinge oder
Pflanzen erzielt. (Nature [London] 1 4 2 . 753. 1938. Moskau, USSR, Academy of
Sciences.)
W ie l a n d .
Alexandre Guilliermond und Roger Gautheret, Pflanzenkultur in Farbstoff­
lösungen. Das Ausmaß der Giftwirkung der Farbstoffe. (Vgl. C. 1938. II. 1793.) An
Wurzeln von Weizenkeimlingen erwiesen sich am wenigsten giftig Neutralrot u. Neutralviolett, wenig giftig Bismarckbraun, während alle anderen Farbstoffe starke Giftwrkg.
zeigten. Eine Gruppe von Farbstoffen färbt ausschließlich die Vakuolen (z. B. Neutral­
rot, Neutralviolett, Nilblau, Kresylblau), eine andere daneben, wenn auch schwach,
das Cytoplasma (Chrysoidin, Janusgrün u. a., bes. die sehr stark giftig wirkenden Farb­
stoffe). (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 206. 1601—04. 1938.)
L in s e k .
E 6. T ie r c h e m ie u n d - p h y s i o l o g i e .
G.
G. Ivanov, Altersvariationen des Reduktionsvermögens von Gehirn und anderen
tierischen Geweben. In mehreren Vers.-Serien wurde die Red.-Geschwindigkeit von
Methylenblau zur Leukobase durch Hirn-, Testikel-, Muskel-, Leber- u. Nierengewebe
von weißen Mäusen im Alter von 2 Wochen bis 3 Jahren colorimetr. bestimmt, wobei
sich 3 verschied. Abstufungen der Red.-Kapazität ergaben. Durch entsprechende Vers.Anordnung (Best. des Red.-Potentials mit Vakuumelektroden, Suspension des Gewebes
in Pufferlsg. mit konstantem ph) wurden übereinstimmende Werte der Red.-Geschwindigkeit von Gehirngewebe elektrometr. gefunden. (Bull. Biol. Méd. exp. URSS 7.
216— 18. Febr./März 1939. Leningrad, Biochem. Labor.)
ROHRBACH.
S. L. Lewin und w. W . Petrowa, Über die qualitative Zusammensetzung des
Speichels bei bedingter und unbedingter Reizung. Bei Kindern wurde Sekretion u. Zus.
des Speichels der Parotis unter verschied. Bedingungen untersucht, wobei bei Einw.
positiver bedingter Reize ein Anstieg des CI-Geh. ohne deutliche Veränderung der
Alkalireserve u. des Gesamt-N-Geh. beobachtet wurde, während unter den anderen
Vers.-Bedingungen die ehem. Zus. des Speichels mit der Zers, von spontan sezemiertem
Speichel ident, war. ($H3iroJorHiecKiiä ÎKypnaji GCCP. [J. Physiol. USSR] 27.
340—45. 1939. Leningrad, I. Medizin. Inst.)
ROHP.BACH.
2486
E 6. T i EKCHEMIE UND -PHYSIOLOGIE.
1940. I.
A . P. Krjutschkowa, Ptyalin im. Speichel des Hundes als Index der wechselnden
funktionellen Eigenschaften von Speicheldrüsen im Verlauf der Ontogenese. Bei 36 Hunden
im Alter von einem Tag bis zu 4 Monaten wurde die Speichelamylase nach Reizung
von Chorda u. Sympathikus mit dem Induktionsstrom bestimmt. Dabei konnten nur
bei den 1,5—4 Monate alten Vers.-Tieren nachweisbare Mengen von Ptyalin gefunden
werden, während im höheren Alter der Ptyalingeh. verschwindet. Die Ptyalinproduktion
in den Drüsen beginnt mit dem ontogenet. Einsetzen der sympath. Nervenfunktionen.
(iHäiioJiont'iecKiiH >Kypiia.i CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 366—71. 1939. Moskau,
WIEM.)
’
R ohrbach.
I.
A . Arschawski, Der sekretorische Mechanismus der Aktivitätsregulierung der
Bauchspeicheldrüse in der Ontogenese. Bei ausgewachsenen u. jungen (1 Tag bis
2 Monate alten) narkotisierten Hunden wurde nach intravenösen Sekretininjektionen
in steigender Dosierung die Menge des sezernierten Pankreassaftes (mit Hilfe einer
Kanüle im Drüsengang) gemessen. Hierbei konnte bei den erwachsenen Tieren eine
begrenzte Sekretion ausgelöst werden, die bei entsprechenden Sekretindosen ihre
Schwelle u. ihr Maximum hatte u. die im Gegensatz zu der von den jungen Tieren un­
unterbrochen über 20 Stdn. u. länger anhielt. (<£>u3no.iorii'iecKirit 5Kypnaji CCCP.
[J. Physiol. USSR] 27. 540—51. 1939. Moskau, WIEM.)
R ohrbach.
S. Maximow, Zur Physiologie der äußeren Sekretion der Bauchspeicheldrüse.
I. Mitt. Gemeinsamer Einfluß von Physostigmin und Sekretin auf die Sekretion des
Pankreas. Narkotisierten u. laparotomierten Hunden wurde in 3 Vers.-Serien Physo­
stigmin (I), gleichzeitig I u. Sekretin (II) u. schließlich I während einer dauernden
II-Infusion injiziert. Dabei wurde gefunden, daß I (0,1 mg/kg) die Sekretion auslöst
bzw. verstärkt, während bei gleichzeitiger Injektion von I u. II diese bedeutend ge­
ringer ist als im ersten Fall u. bei II-Dauerinfusionen sogar gehemmt wird. ($u3kojiorHiecKiiit /Kypuajr CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 593—98. 1939. Charkow, Zentral­
inst. f. Endokrinol.)
ROHRBACH.
A . D. Ssineschtschekow, Die sekretorische Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse beim
Schwein. Bei 2 Schweinen mit Pankreasdauerfisteln wurde Sekret u. Sekretion der
Bauchspeicheldrüse unter verschied. Bedingungen untersucht. Dabei ergab die Fütte­
rung der Tiere u. Einführung von HCl in den Magen neben einer Parallelität der
Pankreas- u. Magendrüsenfunktion starke Sekretionssteigerung, während Zusatz von
Na2C03 oder Pankreassaft zum Futter, Neutralisieren des Mageninhalts mit Na2C03Lsg. u. Anlegen einer Magenfistel die direkten Beziehungen zwischen Pankreas u. Magen
störten u. die Sekretion deutlich hemmten. Die chem. Unters, des Pankreassafts ergab
5,9— 19,0 mg Aschebestandteile, 12,0—25,0 mg Trockensubstanz u. 5,0—7,0 mg organ.
Substanz in 1 ccm, die Alkalität entsprach 0,3—0,84% Na2C03, der Amylasegeh.
betrug nach W oH L G E M U T H 640—5120 Einheiten, die Trypsinaktivität entsprach 4 bis
8 mm nach M e t t . ($ii3uojorH'iecKui'[ /Kypiia.1 CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 70—81.
1939.)
_
R oh rba ch .
Je. W . Bantin, Änderungen der Magenfunktionen bei verhindertem Abfluß der
Galle aus dem Organismus. Bei 10 Fistelhunden wurde unter n. Bedingungen u. nach
Unterbindung des Ductus choledochus die Entleerungszeit des Magens (bei Fütterung
mit Milchkissel) bestimmt. Das Fehlen der Galle verursachte eine verlangsamte Magen­
entleerung, wobei auch während der ersten Tage nach der Ligatur eine vorübergehende
Vergrößerung der Sekretion, des HCl-Geh. u. der Verdauungskapazität des Magensaftes
beobachtet wurde. Die Ausscheidung von J durch die Magenschleimhaut nach Sekre­
tionsauslösung durch nervöse u. chem. Reize war nach der Ligatur deutlich gehemmt.
($K3H0J0ni>iecKiiä >Kypua.i CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 599—603. 1939. Charkow,
Zentralinst. f. Endokrinol.)
R ohrbach.
A . Vorobiev, Über die Abhängigkeit der Gallensekretion in den Darm vom Alter.
Bei jungen Hunden (3 Monate) steigt nach einer Mahlzeit (Brot, Fleisch, Milch) die
Sekretion der Galle in den Darm rasch an u. erreicht schon in der ersten Stde. das
Maximum. Bei älteren Hunden (5— 6 Jahre) liegt das Maximum in der dritten Stde.,
die Sekretionsdauer ist aber kleiner als bei den jungen Tieren. (Bull. Biol. M6d. exp.
URSS 8. 251—54. Sept./Okt. 1939. Inst. Ukrainien, Section de Physiol. de
l’enfant.)
W adehn.
R . D . Wright, M. A . Jennings, H . W . Florey und R . Lium, Der Einfluß von
Nerven und Arzneimitteln auf die Sekretion des Dünndarmes und eine Prüfung der Fermente
im Darmsaft. Verss. an dekapitierten oder decerebrierten Katzen. Intrathorakale
Vagusreizung macht nur im Duodenum Sekretionssteigerung. Ebenso wirkt intrathorakale Durchschneidung des Splanchnicus maior, während die Durchtrennung
aller präganglionären Fasern die Sekretion des ganzen Dünndarmes vermehrt. Letztere
Wrkg. wird von den Ganglien des Solarplexus gehemmt. Injektion von Acetylchohn
1940. I.
Eg. TlEBCHEMIK ÜND -PHYSIOLOGIE.
2487
oder Eserin steigert die Dünndarmsekretion in allen Abschnitten, gemeinsame Injektion
führt zu Schleimhautschädigungcn. Reizung der Nervi erigentes u. Injektion von
Histamin sind ohne Einfl. auf die Sekretion. Atropin u. Narkotica wirken hemmend.
An Hund, Ziege, Schwein, Katze u. Kaninchen wird in Verss. an Eistein mit u. ohne
Innervation der Einfl. der Nahrungsaufnahme u. der Injektion von Selcretin auf die
Duodenalsekretion demonstriert. Der Darmsaft aus allen Abschnitten enthält un­
abhängig von der Art der Gewinnung Amylase u. Enterokinase, gelegentlich Spuren
von Invertase u. Lipase, nie Proteasen oder Peptidasen. Gewisse Unterschiede sind
auf wechselnden Zellgeh. zurückzuführen. (Quart. J . exp. Physiol. 30. 73— 120. 1940.
Oxford, Sir William Dunn School of Pathol.)
Junkm ann.
* A . A . Abramowitz, Farbänderungen bei Tieren. Tabellar. Übersicht mit Literatur­
angaben. Es werden die Farbänderungen aufgezählt, die durch Wanderung des Pigments
innerhalb der Chromatophoren verursacht werden, u. so zur Größenveränderung der
Farbflecke führen, also die physiol. (im Gegensatz zu morpholog., mit der Entw. einher­
gehenden, saisonbedingten u. ehem.). Solche Farbänderungen werden bei Porifera,
Echinodermata, Anneliden, Arthropoden, Mollusken u. Vertebraten beobachtet. Nach
einer Klassifikation der Chromatophoren, Definition von Fachausdrücken, Aufzählung
der Methoden der Farbänderungsmessung, Beschreibung ihrer künstlichen Verursachung
u. Aufzählung der chromatophorotrop. Hormone folgt die Zusammenfassung von Farb­
änderungen, die an niederen Avertebraten, Crustaceen u. Cyclostomen beobachtet
werden, bes. die durch Belichtung, Blutinjektion, AugenstieUiornwn u. Rostralorganextrakt erzielbaren. (Tabulae biol. [Den Haag] 17. 267—88. 1939. Cambridge, Mass.,
Harvard Univ.)
W IE L A N D .
H. P. Bayon, Hormone. Ihre Darstellung und Untersuchung. Fortsetzung zu
C. 1939. II. 3594. (Manufact. Chemist pharmac. fine ehem. Trade J. 10. 225—30.
Juli 1939.)
T h ie s .
Paul Gr. W eil, Methode zur Isolierung des Pregnandiols aus dem Ham schwangerer
Stuten. Frischer Harn wird ohne Zusatz eines Konservierungsmittels 96 Stdn. bei 37°
gehalten u. der entstandene Nd. abgesaugt. Der Nd. (aus 11 Ham) wird in 100 ccm
heißem A. aufgenommen, das Ungelöste abgesaugt, das Filtrat zur Trockne gebracht
u. der Rückstand in einem Gemisch von 10 cem Aceton -j- 10 ccm 0,1-n. NaOH auf­
genommen. Nach vollständiger Auflsg. des Rückstandes bei gelinder Wärme wird mit
0,1-n. NaOH zu 50 ccm aufgefüllt. In der Kälte fällt das Pregnandiol aus. (Proc. Soc.
exp. Biol. Med. 38. 503—04. 1938. Baltimore, Johns Hopkins Hosp. and Univ.,
Surgic. Pathol. Labor.)
W adehn.
R . F. Dawson und J. M. Robson, Wirkung von Diäthylstilböstrol auf den ge­
streiften Muskel. (Vgl. C. 1940. I. 1858.) Diäthylstilböstrol verursacht in einer Konz.
1: 50 000 Kontraktionen beim Sartorius des Frosches. Diese Wrkg. wird durch Atropin
(1: 100 000) nicht gehemmt. Östradiol ist in einer Konz, von 1: 10 000 noch ohne
Einw. auf den gestreiften Muskel. Auf den glatten Muskel wirkte Dialkylstilböstrol
inhibitor., auf den Herzmuskel hatte es keine Wirkung. (J. Physiology 96. 23 P—24 P.
14/7. 1939. Edinburgh, Univ., Dep. of Pharmacol.)
W adehn.
Udall J. Salmon, Resorption von Östradiol durch die Haut beim Menschen. Frauen
mit völlig daniederliegender Ovarialfunktion erhielten Einreibungen mit einer Lanolin­
salbe mit 500—25 000 RE. pro Unze. Nach Verabfolgung von 100 000—300 000 RE.
wandelte sich das bis dahin negative Bild des Scheidenabstriches in ein positives.
(Proc. Soc. exp. Biol. Med. 38. 481—84. 1938. New York, Mt. Sinai Hosp., Gynecol.
Service.)
W adehn.
Hans Selye, Wechselwirkung zwischen verschiedenen stereoiden Hormonen. Männ­
liche oder weibliche, 7 Wochen alte Ratten werden in Gruppen von je 6 Tieren genügend
lange Zeit mit subcutanen Injektionen der einzelnen Hormone oder mit Kombinationen
von diesen behandelt. Außerdem wird der Einfl. der Hormone auf die Organschädi­
gungen durch subcutane Formaldehydinjektion untersucht. Bestimmt wird das Körper­
gewicht u. das Gewicht der innersekretor. u. einer Reihe anderer Organe. Von den zahl­
reichen Feststellungen, deren Einzelheiten im Original nachgelesen werden müssen,
wird bes. hervorgehoben: Östradiol hemmt die weibliche Keimdrüse stärker als die
männliche. Diese Hemmung wird durch Progesteron beim Weibchen stärker auf­
gehoben, während sie durch Testosteron bei beiden Geschlechtern gleichstark antagonist.
beeinflußt wird. Progesteron u. Testosteron allein führen bei beiden Geschlechtern eher
zu einer geringen Keimdrüsenatrophie. Das Nierengewicht wird durch Testosteron ge­
steigert, durch östradiol herabgesetzt. Die Nebennieren werden durch Östradiol ver­
größert, durch Testosteron, bes. in Kombination mit Desoxycorticosteronacetat, infolge
Rindenatrophie verkleinert. Die unspezif. Vergrößerung der Nebennieren wird durch
Desoxycorticosteron nur wenig, durch Testosteron jedoch deutlich gehemmt, was auf
2488
E 6. T i e r c h e m i e u n d - p h y s i o l o g i e .
1940. I.
eine Resistenzsteigerung gegen allg. schädliche Einflüsse zurückgeführt wird. Das
Körpergewicht wurde in 3 Wochen langer Behandlung bes. durch Progesteron gesteigert,
während Testosteron allein u. in Kombination mit Desoxycorticosteronacetat in dieser
Richtung bei Weibchen wirksamer war als bei Männchen. (Canad. med. Assoc. J. 42.
113— 16. Febr. 1940. Montreal, McGill Univ., Dep. of Anat.)
JUNKM ANN.
Hans Selye, Über die Schutzwirkung von Testosteron gegen die Nierenschädigung
durch Sublimat. (Vgl. vorst. Ref.) Tesiosferombehandlung schützt Mäuse, weibliche
etwas besser als männliche, vor der nierenschädigenden]1Frkg. des Sublimats. Diese Wrkg.
wird nicht auf die durch die Testosteronbehandlung bewirkte Vergrößerung u. damit
n a h e g e l e g t e kompensator. Hypertrophie des U n g e s c h ä d i g t e n Teils der Niere, sondern
auf einen Schutz der Tubuli gegen den schädlichen Einfl. des Sublimats bezogen. Auch
die Leberschädigung durch Sublimat wird in gleicher Weise abgeschwäeht. Anderer­
seits steht die androgene Fähigkeit eines Stoffes im Zusammenhang mit seiner Eignung
zur Vergrößerung der Niere. Androstendiol-3-acetat-17-benzoat, Dehydroisoandrostermi u.
Androstendion sind androgen u. auf die Niere wirksam, während Äthinyltestosteron in
beiden Fällen wirkungslos ist. (Canad. med. Assoc. J. 42. 173—74. Febr. 1940. Montreal,
McGill Univ., Dep. of Anat.)
JUNKMANN.
Bryan C. Murless, Die Wirkung des Follikelhormons bei Wallungen in der Meno­
pause. Bei 51 Frauen, die unter „Wallungen“ in der natürlichen oder durch Bestrahlung
herbeigeführten Menopause litten, hatten Gaben bis zu 0,2 mg Östradiol täglich einen
sehr günstigen Effekt. (Lancet 236. 1205—06. 1939. London, Hosp. for Women,
Soho Square.)
W adehn.
L. F . Hawkinson, Behandlung ovarieller Hypofunktion vor dem Klimakterium. 300
Frauen mit ovarieller Hypofunktion im Alter zwischen 14 u. 35 Jahren wurden mit Östron
behandelt. In 44,3% wurde die Mehrzahl der psych. Symptome behoben, in 24,7% der
Fälle war eine bemerkenswerte Besserung hierin nicht erzielt worden. Die menstruellen
Störungen wurden in einem geringeren %-Satz günstig beeinflußt. Bei 54% der Fälle
mit sek. Amenorrhoe stieg das Hämoglobin im Blut u. die Zahl der Erythrocyten. Ver­
abfolgt wurden bis zu 3-mal 10 000 Einheiten in der Woche. (Western J. Surgery,
Obstetr. Gyneeol. 47. 584—88. Okt. 1939. Oakland, Cal.)
W adehn.
Charles A . Patterson, Erma Smith und A . D . Pickett, Testes und Hypophysen
von mit Leuchtgas behandelten Batten. Ratten wurden 50—131 Tage täglich 1 Stde.
einem Luftgemisch mit 1,43% Leuchtgas (0,34% CO) ausgesetzt. Das Gewicht der
Testes + Epididymis war danach auf die Hälfte vermindert. Die Zahl der Spermatozoon
u. deren Beweglichkeit ist stark vermindert. In der Hypophyse der männlichen Ratten
ist die Zahl der basophilen Zellen stark vermehrt, vakuolisierte Kastrationszellen sind
stark vertreten. Der Geh. an gonadotropem Hormon ist vermehrt. (Proc. Soc. exp.
Biol. Med. 38. 455— 60. 1938. Ames, Iowa State Coll., Dep. of Zool.) W a d e h n .
Shigeru Imura, Der Einfluß der Hypo-physe auf den Arsenstoffwechsel. II. An
ausgewachsenen Hunden wurde festgestellt, daß die Injektion von Hypohorin (0,1 ccm/
kg) bei n. u. hypophysektomierten Tieren eine Vermehrung des As-Geh. im Harn be­
wirkt. Durch Atonin oder Pituitrin (0,1 ccm/kg) erfolgt hierbei keine sichtbare Ände­
rung des As-Gehaltes. (Sei-i-kai med. J. 58. Nr. 1. 7. 1939. Tokyo, Jikei-kai Medical
College, Dep. of Pharmacology [nach engl. Ausz. ref.].)
ROTHM ANN.
S. A . Taylor und Donald Court, Haltbare Emulsionen von Hypophysen hinterlappenextrakt bei Diabetes insipidus. An Hand eines sehr schwierigen Falles von Diabetes
insipidus bei einem dreijährigen Knaben wird die erfolgreiche Anwendung einer Emulsion
aus Extractum glandulae pituitariae geschildert. Nach einem bes. Verf. wird aus einem
stabilisierten Präp. die haltbare Emulsion hergestellt u. sterilisiert. Herst. u. Sterili­
sation werden genau beschrieben. (Pharmac. J. 143 ([4] 89). 239—40. 26/8. 1939.
London, Westminster Hospital.)
H ess.
Aaron A . Farbman, David J. Sandweiss und Harry C. Saltzstein, Die Wirkung
von Schwangerschaft und von Antuitrin S auf Cinchophengeschwüre bei Hunden. In
Fortsetzung früherer Verss., in denen eine günstige Beeinflussung menschlicher Magenidcera durch die Gravidität (vgl. C. 1938. II. 1982) u. eine gleichsinnige Wrkg. der
Injektion von Antuitrin S auf die durch M A N N -W lL L IA M S O N -O peration b e i Hunden
hervorgerufenen Magengeschwüre (vgl. C. 1939. H. 1506) gezeigt werden konnte,
wurde der E in f l. der Gravidität bei M A N N -W tL L IA M S O N -H u nd en untersucht. Die
Verss. hatten keinen Erfolg, da die Operation zu Abort führte. Daher wnrde der E in fl.
von Gravidität u. Antuitrin S-Injektionen auf die durch tägliche Fütterung mit
100 mg/kg Oinchophen bei Hunden erzeugten M a g e n g e sch w ü re untersucht. Die Wrkg.
war höchstens geringfügig. Die längere Lebensdauer ihrer mit Cinchophen gefütterten
Hunde gegenüber solchen anderer Untersucher erklären Vff. mit einer vermutlichen
Verunreinigung der verwendeten Präpp. mit Phenylchinolin oder einer unbekannten
1940. I.
E 6. TlERCHEMIE DND -PHYSIOLOGIE.
2489
Verunreinigung, da sie selbst ein sehr reines Prod. von M e r c k angewendet h a b e n .
(A m e r . J . digest. Diseases 6 . 702—03. Dez. 1939. Detroit, M ic h ., Wayne Univ., College
of Med., and Harper Hosp., Surg. Labor.)
JUNKMANN.
3.
N. Speranskaja- Stepanowa, Zur Frage der Wechselbeziehungen zwischen Hypo­
physe und Nebenschilddrüsen. (Vgl. C. 1937. ü . 1604.) Die Verss. an Hunden zeigten,
daß der Ca-Geh. des Blutserums von hypophysektomierten Hunden keine Abweichungen
von der Norm aufweist, dagegen büßen die hypophysektomierten Tiere, denen die
Nebenschilddrüsen exstirpiert wurden, trotz geeigneter Diät vollständig die Fähigkeit
ein, den n. Ca-Spiegel des Blutes aufrechtzuerhalten. Bei nichthypophysektomierten
Hunden mit entfernten Nebenschilddrüsen verblieb nach Einstellung der alimentären
Ca-Zufuhr der Ca-Spiegel des Blutserums 2—3 Tage auf hohen Werten, erst
dann erfolgte Abnahme des Ca-Geh. im Blutserum u. Tetanieanfall. Die hypophys­
ektomierten Tiere reagieren unter den gleichen Bedingungen sehr rasch mit Tetanie­
anfällen u. steilem Sturz des Ca-Geh. im Blutserum. — Verss. mit Verabfolgung von
Paratliyreokrin an n. parathyreoidektomierten u. an hypophysektomierten Hunden
zeigten ebenfalls, daß die den Ca-Umsatz regulierenden Prozesse bei den hypophys­
ektomierten Tieren gestört sind. Dies äußert sich in einer gesteigerten Bk. der hypophysektomiert'en Hunde auf die Verabfolgung von Parathyreokrin. Die Beobachtungen
berechtigen zu der Annahme, daß in letzterem Falle eine Herabminderung der Neben­
schilddrüsenfunktion vorliegt, was mit den Beobachtungen von ANSELM INO u . H o f f MANN (C. 1937. I. 3505) übereinstimmt, denen zufolge in der Hypophyse „Stimuline“
gebildet werden, die die Funktionen der Nebenschilddrüse anregen. (Bull. Biol. Med.
exp. URSS 6. 168— 69. Aug. 1938. Leningrad, Inst. f. exp. Med.)
K le v e r .
Victor Martin Trikojus und W illiam Joseph Ellis, Faktoren, welche die
Thyrcoideainvolution beim Meerschweinchen nach langdauemder Anwendung von thyreo­
tropem Hormon beeinflussen. Mit Bestimmung der Ascorbinsäure in der Nebenniere. Die
Rückbldg. der histolog. Veränderungen in der Schilddrüse von Meerschweinchen, welche
langdauernd mit thyreotropem Hormon behandelt werden, erfolgt bei kleinen Gaben
rascher als bei großen Dosen. Wie kleine Dosen verhalten sich gekochte Lsgg. größerer
Slengen von thyreotropem Hormon. Bei täglicher Behandlung mit 20 Meerschweinchen­
einheiten ist auch nach etwa 60 Tagen das Schilddrüsengewicht noch erhöht u. die
histolog. Veränderungen keineswegs vollständig zurückgebildet. Die Nebennieren sind
vergrößert. Zusätzliche Behandlung mit IvJ steigert die Koll.-Füllung der Follikel u.
begünstigt die Abflachung des Epithels. Die Nebennieren sind bei so behandelten
Tieren kleiner als bei den mit thyreotropem Hormon allein behandelten. Der Ascorbin­
säuregeh. ist bei beiden Tiergruppen gegenüber n. unbehandelten u. mit KJ allein be­
handelten Tieren erhöht. Im Blut der mit thyreotropem Hormon längere Zeit inji­
zierten Tiere konnten keine antilhyreolropen Stoffe nachgewiesen werden. (Austral. J.
exp. Biol. med. Sei. 17. 441—55. Dez. 1939. Sydney, Univ., Dep. of Med.) J u n k m a n n .
Dorothea Starbuck Miller, Bei Vögeln tritt das refraktäre Stadium gegen thyreotropes Hormon nicht ein. Gruppen von Vögeln (English sparrow) erhielten über ver­
schied. lange Zeit thyreotropes Hormon aus Schafhypophyse injiziert. Nach Umfang
u. histolog. Struktur der Schilddrüse u. dem Grundstoffwcchscl zu urteilen, hatte sich
ein refraktäres Stadium nicht entwickelt. Der Grundstoffwechsel betrug z. B. nach
2 Wochen -j- 16%, nach 5 Wochen + 1 0 % u- nach 20% Wochen + 13% des Normalen.
(Proc. Soc. exp. Biol. Med. 38. 453—55. 1938. Iowa, Stato Univ.)
W adehn.
Harold Freed, Protamin-Zink-Insulin zur Behandlung von Diabetes. Günstiger
Bericht über die Behandlung von 19 Patienten mit Protamin-Zink-Insulin. Die
Patienten erhielten einige Tage Insulin, bevor die Behandlung mit Protamin-ZinkInsulin erfolgte. Bei schwerer Acidosis, Koma u. akuten Infektionen ist dasselbe nicht
angezeigt. Vor der Behandlung ist nach Infektionsquellen, bes. bei den Zähnen, zu
forschen. (Med. Bull. Veterans’ Adm. 14. 220—27. Jan. 1940. Des Moines, Iowa,
Veterans Administration Facility.)
R oth m an n .
Fritz Mainzer, Über Pellagra. II. Insulinuberempfindlichke.it bei Pellagrakranken.
Bei 18 Patienten wurde bei schwachen Insulindosen (5 Einheiten) eine abnorm starke
Rk. beobachtet (tiefer u. lang dauernder Blutzuckerabfall, verzögerter Wiederanstieg,
hypoglykäm. Anfälle). Dieses Verh. bleibt auch nach klin. Besserung u. Ausheilung
bestehen. Diese erscheint nicht durch vorausgegangene quantitative Unterernährung
verursacht oder durch Störungen der Leber u. a., wohl aber durch ein funktionelles
Versagen der bei Pellagra erkrankten Nebenniere. Da das Hormon der Nebennieren­
rinde für die Resorption verschied. Stoffe unentbehrlich ist, wird angenommen, daß
eine Schädigung dieses Organs ■wiederum zu einer Störung der Resorption des Pellagra­
schutzfaktors führt (klin. Rückfälle, Unheilbarkeit fortgeschrittener Fälle durch Er­
2490
nährungstherapie).
Krankenhaus.)
E s. TiEBCHEMIE UND -PHYSIOLOGIE.
1940. I.
(Acta med. scand. 100. 208—30. 1939. Alexandrien, Israelit.
SCHW AIBOLD.
Über Pellagra. III. Die Blutzuckerkurve der Pellagrakranken
nach peroraler Zufuhr von Traubenzucker und nach subcuianer Oabe von Adrenalin.
(II. vgl. vorst. Ref.) Der Anstieg des Blutzuckers nach 30 g Glucose per os war bei
Pellagrakranken gleich wie bei n. Personen; nach Injektion von 0,5 mg Adrenalin
war er bei ersteren nur halb so groß wie bei letzteren. Es ist ungeklärt, ob dies auf
eine Verminderung der Glykogenvorräte bei Pellagrakranken oder Schädigung des
nervösen oder humoralen Regulationsapp. des Blutzuckers verursacht wird. (Acta
med. scand. 100. 231—43. 1939.)
SCHW AIBOLD.
W . S. Iljin, Experimentelle Studien über den Mechanismus der alimentären Hyper­
glykämie. Verss. an Katzen. Nach Exstirpation der einen u. Denervierung der anderen
Nebenniere fällt die alimentäre BlutzuckerSteigerung erheblich geringer aus. Wird zu­
sätzlich noch die Leber entnervt, so ist der alimentäre Blutzuckeranstieg noch geringer.
Es wird geschlossen, daß an dem /Zustandekommen der Zuckerbelastungehyperglykämie
in erster Linie reflektor, u. in zweiter Linie resorptive Faktoren beteiligt sind. (Bull.
Biol. Mśd. exp. URSS 6. 563—64. 1938. Leningrad, Staatl. Naturwiss. Lesshaft-Inst.,
Labor, f. Physiol. Chem.)
JUNKM ANN.
A.
P. Polossuchin, Über die onlogenetische Entwicklung der Regulierung der Milz
als Blutdepot und ihren Mechanismus. Das Ausbleiben der humoralen u. reflektor. Regu­
lierung des Milzvol. bei 1>/2—3 Monate alten Hunden wird aus den ausgeführten experi­
mentellen Verss. durch die funktionell unvollendete Entw. der Nervenzentren erklärt.
(Bull. Biol. Mćd. exp. URSS 6 . 216— 19.1938. Alma-Ata, Molotow-Inst. f. Med.) K l e v e b .
Je. Glinka-Tschemorutzkaja, Über den Einfluß von saurer und basischer Er­
nährung auf die Veränderungen im Blut von Kaninchen bei Ermüdung. Bei Kaninchen
ergaben Blutunterss. nach ununterbrochenem Laufen im Tretrad bis zur Erschöpfung
Erhöhung des Milchsäure- u. Rest-N-Geh. bei gleichzeitiger Verminderung der Alkali­
reserve. Nach mehrtägigem Training der Vers.-Tiere waren die Veränderungen des
Blutes weniger ausgesprochen. Nach bas. bzw. saurer Diät (Zufütterung von NaHCOs
bzw. NH4C1) konnte bei den alkalot. untrainierten Tieren im Gegensatz zu den trai­
nierten ein größerer Anstieg des Milchsäuregeh. des Blutes als bei den acidot. Kanin­
chen festgestellt werden. ($H 3 H < w on iH ecK H K JKypnajt CCCP. [J. Physiol. USSR] 27.
219—24. 1939. Leningrad, I. Med. Inst.)
R ohrbach.
Je. Glinka-Tschemorutzkaja, Zur Kenntnis der Bedeutung der Nahrungsacidose
bei der experimentellen Hepatitis. II. Mitt. (I. vgl. C. 1938. II. 4267.) (Vgl. vorst.
Ref.) Die durch subcutane P-Injektionen erzeugte experimentelle Hepatitis bei Kanin­
chen konnte durch bas. Ernährung günstig beeinflußt werden, während durch alimentäre
Acidose der Milchsäuregeh. des Blutes zunahm bei gleichzeitiger Verminderung der
Alkalireservc. Die Mortalität der Tiere mit saurer Diät war bedeutend höher als bei
bas. Ernährung. ($ii3nojiorii>iccKnii >Kypnaj CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 225—29.
1939. Leningrad, I. Med. Inst.)
ROHRBACH.
Je. M. Berkowitsch, Zur Charakteristik derC02-Kapazitäl des arteriellen und
des gemischten Venenbluies. Bei 189 Vers.-Personen wurde das Verhältnis zwischen
C02-Spannung der Alveolarluft u. C02-Kapazität des arteriellen Blutes (bei 37—60 mm
Hg) bestimmt, mit dem Ergebnis, daß sich diese Beziehung durch eine Gerade ausdrücken ließ, so daß die Best. der C02-Kapazität von Blut ohne Sättigung im Tono­
meter ausgeführt werden kann. Ferner wird auf die Anwendungsmöglichkeit der
FlCKschen Formel bei Berechnung von Min.-Vol. u. CO„-Gch. des gemischten Venen­
blutes hingewiesen. Das Verhältnis C02/Hb erwies sich bei einzelnen Vers.-Personen
als mehr oder weniger konstant. ('I>n3iioJoririecK!iii JKypnai CCCP. [J. Physiol.
USSR] 27. 190—95. 1939.)
R ohrbach.
Yugo Asahina und Hidemaru Imase, Der Einfluß von Phenylthiourellian auf
das Blutbild. Männliche Kaninchen, die gleichmäßig ernährt wurden, erhielten eine
Woche lang täglich 0,02 g/kg Phenylthiourethan, gelöst in Olivenöl. Die Hämoglobin­
menge u. Zahl der Erythrocyten wurde in nennenswerter Weise nicht geändert. Nach
der letzten Injektion war 1 Woche lang eine Leukocytosc zu beobachten, die nach
7 Tagen wieder verschwand. Durch die Leukocytose erfolgt ein Anstieg der Zahl der
pseudoeosinophilen Leukocyten. (Sei-i-kai med. J. 57. Nr. 6. 1. Tokyo. Jikei-kwai
Medical Coll., Dep. of Pharmacology [nachengl.Ausz. ref.].)
R o THM ANN.
G. V . Anrep, G. S. Barsoum.. M. Talaat und E. Wieninger, Die Wirkung der
Gerinnung auf die Verteilung des Histamins im Blut und die Verteilung künstlich zu­
gefügten Histamins. Die Verteilung des Histamins unter den Blutbestandteilen wira
durch Gerinnung oder Defibrinierung nicht verändert. Die weißen Blutkörperchen ent­
halten 50—60% des gesamten im Blut vorhandenen Histamins. Nach der DefibnFritz Mainzer,
1940. I.
E 8. T i e r c h e m i e u n d - p h y s i o l o g i e .
2491
nierung findet man das Histamin der weißen Blutkörperchen im Fibringerinnsel fast
vollständig weder. — Bei künstlicher Zugabe von Histamin zu Blut nehmen die roten
u. weißen Blutzellen Histamin nur dann auf, wenn der Geh. des umgebenden Serums
oder Plasmas den Geh. der Blutzellen an Histamin übertrifft. Das einmal von den Blut­
zellen aufgenommene Histamin wird nur schwer an Plasma oder Serum abgegeben.
(J. Physiology 96. 130—38. 14/7.1939. Cairo, Ägypten,Univ., Physiol. Labor.) W a d e h n .
W . Heupke, Kolloidchemie und Diätetik. (Kolloid-Z. 89. 291— 92. Nov. 1939. —
C. 1 9 3 9 . II. 1698.)
H aevecker.
A.
L. Baeharach und J. C. Drummond, Die Zusammensetzung optimaler und
ausreichender Ernährung. Unter Berücksichtigung unserer gegenwärtigen Kenntnisse
versuchen Vff. alle Bestandteile einer optimalen u. einer eben ausreichenden Nahrung
soweit möglich, mengenmäßig anzugeben. (Chem. and Ind. 5 9 . 37—40. 20/1.
1940.)
[S c h w a i b o l d .
Lee E . Farr und Joseph E . Smadel, Die Wirkung des Nahrungsproteins auf den
Verlauf von nephrotoxischer Nephritis bei Rallen. Der Verlauf derartiger durch nephrotox. Serum hervorgerufener Nephritis wurde durch die Art der Nahrung deutlich be­
einflußt. Bei proteinarmer u. kohlenhydratreicher Nahrung trat im allg. rasche Heilung
ein; bei einer Nahrung mit mittlerem Proteingeh. wurde die Nephritis meist chron.
u. die Hälfte der Tiere starben während IO1/» Monaten infolge Niereninsuffizienz;
bei proteinreicher Nahrung starb die Mehrzahl äer Tiere nach einigen Monaten. (J.
exp. Medicine 70. 615—27. 1/12. 1939. New York, Rockefeller Inst. Med.
R«s.)
S c h w a ib o l d .
Robert S. Harris, L. Malcolm Mosher und John W . M. Bunker, Die Ver­
wertbarkeit des Eisens in Melassen für die Ernährung. Die Verwertbarkeit des Fe in
3 verschied. Melassen, deren Gesamt-Fe 3,2 bzw. 6,0 bzw. 11,3 mg-% betrug, war
nach dem chem. Verf. mit a,a-Dipyridyl 97 bzw. 85 bzw. 54% u- nach der biol. Meth.
an anäm. Ratten 90 bzw. 80 bzw. 50%. Die chem. Meth. liefert demnach gute Er­
gebnisse. Melassen sind nach diesen Befunden eine gute u. billige Quelle für ver­
wertbares Fe. (Amer. J. digest. Diseases 6. 459—62. Sept. 1939. Cambridge, Mass.,
Inst. Technol.)
S c h w a ib o l d .
N. Tsamboulas, Die spezifisch-dynamische Wirkung der Nährstoffe bei verschieden
ernährten Personen. In Unteres, an zwei Gruppen von Personen, die an ausreichende
bzw. unzulängliche Fleischemährung angepaßt waren, wurde bzgl. der spezif.-dynam.
Wrkg. bei Fett kein Unterschied gefunden; bei Protein zeigte die erste Gruppe n. Werte,
bei der zweiten war die Wrkg. ganz gering oder fehlte ganz (Verwendung des Proteins
vorwiegend als Baustoff); bei Kohlenhydraten waren die Werte der zweiten Gruppe
stark erhöht (stärkerer Verbrauch zum Energiestoffwechsel). (Z. klin. Med. 1 3 6 . 327—33.
1939. Athen, Krankenhaus „Evangelismos“ .)
SCHW AIBOLD.
* Frank Van der Bogert, Avitaminose ohne Ernährungsmangel. Hinweis auf eigene
Beobachtungen u. solche anderer Autoren dahingehend, daß A v ita m in o s e n bei reich­
licher Ernährung infolge Überfütterung (Verdauungs- u. Resorptionsstörungen) nicht
selten V o r k o m m e n . (Arch. Pediatrics 5 6 . 761—65. Dez. 1939.)
Sc h w a ib o l d .
C. Dixon Fowler, Beobachtungen über die Ernährung von Kindern mit fettarmer
und anderweitig modifizierter eingedickter Milch. Vergleichende Ernährungsverss. an
je 10 Säuglingen mit einer Spezialmilch (fettarm, lactosereich, mittlerer Proteingeh.,
Bj-, Fe-, D- u. A-Zusatz), mit einer gewöhnlichen Kondensmilch (mit Kohlenhydrat­
zulagen) u. mit Muttermilch ergaben in den ersten 6 Lebensmonaten in allen Fällen
gleichartige Wachstumserfolge. Die Zubereitung ist bei der erstgenannten Milch bes.
einfach. (Arch. Pediatrics 5 6 . 535— 38. Aug. 1939. Atlanta, Univ., School Med., Dep.
Ped.)
Sc h w a ib o l d .
Paul Meunier und Yves Raoul, Formeln und Werttabellen für die Berechnung
der Vitaminbedürfnisse der Tiere. (Vgl. C. 1 9 3 9 . II. 3134.) Nach der Formel v — K-Ma.,
wo v der tägliche Vitaminbedarf, M das Tiergewicht, a in allen Fällen etwa % u. K
eine für jedes Vitamin verschied. Konstante bedeutet, werden die Angaben für K u.
Berechnungsbeispiele für eine Reihe von Tierarten u. den Menschen zusammengestellt.
(C. R. Séances Soe. Biol. Filiales Associées 1 3 2 . 259—60. 1939. Paris, Faculté des
Sciences.)
S c h w a ib o l d .
M. M. Cunningham und E. C. Slater, Der Gehalt an Vitamin A und D bei einigen
australischen Fischleberölen. Die meisten Verss. sind an dem durch Ausdämpfen ge­
wonnenen Leberöl von Galeorhinus australis angestellt. Die Ausbeuten an Leberöl
schwanken mit den Jahreszeiten. Der Geh. an Vitamin A ist im Winter zur Zeit des
geringsten Fettgeh. der Lebern am höchsten. Der Geh. der Leber selbst an Vitamin A
scheint sich während der Jahreszeiten wenig zu ändern. Weiter werden Angaben über
den Vitamin-A-Geh. bei folgenden Fischleberölen gemacht: Scarda australis, Euthynnus
2492
E 6. T i e r c h e m i e u n d -P h y s i o l o g i e .
1940. I.
alletteratm, Germo germo, Thunnus maccoyii, Raja nasuia u. Mustdlus antarcticus. Die
Bestimmungen erfolgten colorimetriseh. Der Geh. an Vitamin D, geprüft an der
Steigerung des Aschegeh. der Knochen von Ratten, war bei Galeorhinus u. Mustellus
nur 1—2 i. E. pro g. Der Vitamin-A-Geh. des ersteren entspricht dem von gutem
Heilbutleberöl. (Austral. J. exp. Biol. med. Sei. 17. 457— 64. Dez. 1939. Wallaceville,
NewZealand, Dep. of Agricult., Vet. Labor, and Melbourne, Univ., Organ. Chem.
Labor.)
Junkm ann.
Paul D. Crimm und Darwin M. Short, Vitamin-A-Gehalt der menschlichen Leber
bei Tuberkulose. (Vgl. C. 1937. I. 4526.) Bei 50 Fällen mit einer vorausgegangenen
Ernährung mit 5000—8000 A-Einheiten täglich schwankte der A-Geh. der Leber
zwischen 3 u. 1640 Einheiten je g; bei 14°/0 davon war das Organ nahezu verarmt.
Bei derartigen Patienten mit Fieber u. Enteritis erscheint demnach reichliche A-Zufuhr
angezeigt. (Ann. intern. Med. 13. 61—63. Juli 1939. Evansville, Boehne Tuberc.
Hosp.)
SCHW AIBOLD.
L. A . Tscherkes, Vitamin-A-Behandlung von pigmentierter Retinaentzündung.
Beschreibung eines Falles, der durch Behandlung mit Vitamin A u. Vitamin D intra­
muskulär rasch gebessert wurde (Hemeralopieunterss.). Diese Krankheit scheint dem­
nach mit der Blockade eines bestimmten Teils des Vitamin-A-Stoffwechsels verbunden
zu sein. (Bull. Biol. Med. exp. URSS 6. 451—53. Okt. 1938. Odessa, Ukrain. Inst.
■Nutrit.)
SCHW AIBOLD.
George W ald, Das Porphyropsin-Sehpurpursystem. Nach W A L D (C. 1937. II.
2861) enthält die Netzhaut der Süßwasserfische als photolabiles Pigment den dunkel­
roten Farbstoff Porphyropsin (statt Rhodopsin, dem bei Säugetieren, Vögeln u. be­
stimmten Meereswasserfischen vorkommenden Sehpurpur). Das Porphyropsin nimmt
entsprechend wie Rhodopsin (C. 1938. II. 345) an einem Sehcyelus teil:
(3) ^
Porphyropsin
(1)
Retinin,-Protein
Viamin A2—Protein
-<------- ^ --------Retinin2ist dem aus Rhodopsin entstehenden Retinin analog, aber von ihm verschieden.
— Porphyropsin wird als konjugiertes Carotinoidprotein angesehen; es unterscheidet
sich vom Rhodopsin durch das Vorhandensein einer weiteren Äthylengruppc (bzw.
einer weiteren Doppelbindung). — Absorptionsspektren: bei Porphyropsin breites
Absorptionsmaximum bei 522 ± 2 m/i, Minimum bei 430 m/i; Vitamin A 2: Maximum
(in CHC13) bei 355 m/i (mit SbCl3 dunkelblau: 696 m/i); Retinin2: Maximum (in
CHC13) 405 m/t (mit SbCl3: 706 m/i). (J. gen. Physiol. 22. 775—94. 20/7. 1939. Cam­
bridge, Harvard Univ.)
H esse.
Raoul Lecoq und Eliane Flender, Der Einfluß der vollständigen B-Avitaminose
und der akuten Störung des Emährungsgleichgewichts durch Kohlenhydrate auf die Faktoren
der Oxydoreduktion wie Glutathion und Ascorbinsäure bei der Taube. Bei beiden Störungen
wurde bes. eine Erhöhung des Glutathiongeh. der Milz festgestellt, begleitet von einer
Atrophie dieses Organs u. von erhöhter Ausscheidung von Gallenfarbstoffen; beim
jedesmaligen Übergang auf eines der künstlichen Futtergemische tritt ein Sinken
des Glutathiongeh. des Muskels auf. Bei diesen Futtergemischen tritt auch, ohne
Rücksicht auf ihren Geh. an Ascorbinsäure, eine deutliche Verminderung des C-Geh.
gewisser Gewebe ein (Leber, Niere, Milz). (Bull. Sei. pharmacol. 46 (41). 387—94.
Aug./Sept. 1939. Saint-Germain-en-Laye, Höp.)
SCHWAIBOLD.
Charles D . Aring, Joseph P. Evans und Tom D. Spies, Einige klinisch-ncurologische Gesichtspunkte von Vitamin-B-Mangdzuständen. (Vgl. C. 1939. I. 2813.)
Zusammenfassender Bericht über die Anwendung von Vitamin Bj u. Nicotinsäure
bei der Behandlung verschied, neurolog. Krankheiten, mit eigenen neuen Beob­
achtungen. Die hauptsächlichen Ursachen von Neuritis werden übersichtlich zu­
sammengefaßt. Angaben über die spezif. therapeut. u. vorbeugenden Maßnahmen.
(J. Amer. med. Assoc. 113. 2105—09. 9/12. 1939. Cincinnati, Univ., Coll. Med., Dep.
Internal Med.)
SCHWAIBOLD.
George R . Cowgill, Die Notwendigkeit des Zusatzes von Vitamin Bt zu den
amerikanischen Hauptlebensmittdn. Die Gründe für die Annahme eines häufig un­
genügenden Bj-Geh. der amerikan. Ernährung wird ausführlich begründet; die Möglich­
keiten der Ergänzung werden erörtert. (J. Amer. med. Assoc. 113. 2146—51. 9/12.
1939. New Haven, Univ., Labor. Physiol. Chem.)
S c h w a ib o l d .
G.
Säker, Aneurin im Liquor. Mit der biol. P h y e o m y c e s - Meth. wurde
im Liquor des Vork. von Bj nachgewiesen; die Mengen schwankten stark u. zeigten
1940. I.
Ev
T ie r c h e m i e u n d -p h y s i o l o g i e .
2498
keine Beziehungen zum Blutwert oder zu den bestehenden Krankheiten. Das Bj im
Liquor scheint keine physiol. Beziehungen zum Bedarf oder Geh. des Zentralnervensyst.
zu besitzen. Nach intravenöser Aneurinzufuhr scheint ein gewisser Übergang in den
Liquor aufzutreten; bei intralumbaler Zufuhr diffundiert nur wenig Bx in den oberen
B.üekenmarkkanal u. es wird sehr schnell in das Blut resorbiert-, (Klin. Wschr. 19. 99
bis 102. 3/2. 1940. Hamburg,Allg.Krankenhaus St. Georg.)
Sc h w a ib o l d .
B. Minz,
Der EinflußdesAneurins auf die Wirksamkeit der ,,cholinergischen“
Elemente. (Vgl. C. 1939. II. 3846.) Durch Verss. an Katzen wurde gefunden, daß Aneurin
ebenso, wie es auf die biol. Wirkungen des Acetylcholins verstärkend wirkt, auch die
Stimulationswirkungen der cholinanregenden Elemente (Pneumogastricus u. die
Splanchnicusfasem, die die Nebenniere innervieren) steigert. (C. R. Séances Soc.
Biol. Filiales Associées 131. 1156— 59. 1939. Paris, Labor, physiol. générale de la
Sarbonne.)
S c h w a ib o l d .
Alan Mc Kenzie, Mangel an Vitamin ß i bei Hakenwurmanämie. Zwei derartige
Fälle werden beschrieben, bei denen die vorhandenen beträchtlichen Ödemo durch
Behandlung mit Vitamin B, (Hefe, Betaxin) rasch geheilt werden konnten, nachdem
Behandlung mit Fe u. reichlicher Ernährung keine Wrkg. gehabt hatten. Nach
Betaxinbehandlung trat erhöhte Diurese ein. Diese Ödeme scheinen demnach durch
Br Mangel verursacht zu sein. (Lancet 236. 1143—45. 20/5. 1939. East African Med.
Service.)
S c h w a ib o l d .
Meyer Naide, Die Verwendung von Vitamin Bx bei zurückgebliebenem Schmerz
ischämischen Ursprungs. Durch intravenöse Behandlung mit Bt in Dosen von 100 mg
wurden bei 7 von 10 Patienten mit ischäm. Neuritis oder restlichen Schmerzen eine voll­
ständige Schmerzbefreiung erzielt, bei 2 eine teilweise. Solange der Gefäßzustand un­
verändert war, waren zur Schmerzfreihaltung 20— 100 mg 1—2-mal wöchentlich not­
wendig. Die üblichen Behandlungsmethoden peripherer Gefäßkrankheiten erübrigen
sich dabei nicht. (Amer. J. med. Sei. 197. 766—73. Juni 1939. Philadelphia, Univ.
Hosp.)
S c h w a ib o l d .
T. Ja. Palei, Bestimmung vcm Vitamin Bt mit Hilfe von Phycomyces blakesleeanus.
Es wird die Methodik zur Best. des Vitamins B, mittels des Schimmelpilzes Phycomyces
blakesleeanus (Mucaraceae) beschrieben. Zweifelhaft bleibt, ob die Meth. bei Obst,
Früchten u. gekochten Erzeugnissen verwendet werden kann, da sieh in ihren Extrakten
dio Menge der organ. Säuren verändert u. die Entw. des Pilzes beeinflussen kann.
(■HaSopaTopnafl ITpaKiHKa [Laboratoriumsprax.] 14. Nr. 9/10. 4—5. 1939. Leningrad,
Allruss. Inst. f. Vitaminforsch.)
G o r d ie n k o .
Jßrgen Lehmann und Holger E. Nielsen, Ein Fall von Béribéri (gefolgt von.
Pellagra) durch Analysen des Vitamin Bt im Blut bestätigt und während der Besserung
geprüft. Mit der P h y c o m y c e s meth. wurde bei 36 n. Männern u. 10 n. Frauen
ein mittlerer Br Blutwert von 0,09 y/ccm gefunden. Bei dem vorliegenden Fall, bei
dem dio Béribéri offenbar durch vorausgehende längere einseitige Ernährung ver­
ursacht worden war, wurde im Blut ein Bi-Geh. von 0,01 y/ccm gefunden, der bei
^-Behandlung im Laufe der Zeit bis auf 0,12 y/ccm anstieg, wobei gleichzeitig Besserung
eintrat. Nach etwa 2 Monaten dauernder Br Behandlung trat typ. Pellagra auf, die
durch Behandlung mit Bj u. B2 geheilt wurde; dièse Krankheit wurde offenbar durch
das gestörte Gleichgewicht von B, u. B2 (Antagonismus) verursacht. (Acta med.
scand. 9 9 . 577—86. 26/4. 1939. Aarhus, Univ., Biochem. Inst.)
S c h w a ib o l d .
Norman Jolliffe, Harry D. Fein und Louis A . Rosenblum, Riboflavinmangeliustand beim Menschen. (Vgl. S e b r e l l , C. 1939. I . 2234.) Beschreibung der bei
15 Fällen beobachteten Schädigungen an Nase u. Mund, die gekennzeichnet werden
(Abb.); sie werden als Riboflavinmangelerscheinungen angesehen u. durch Behandlung
'uit natürlichem oder synthet. Riboflavin trat Besserung ein. Eine an Vitamin-BKoraplex oder Nicotinsäure arme Ernährung hatte keine Wirkung. (New England J.
Med. 221. 921—26. 14/12. 1939. New York, Univ. Coll. Med., Dep. Med.) S c h w a i b .
Nagayuki Yosida, Nicotinsäure und Co-Enzym der Atmung als wachstuvisfördernde.
Stoffe für Mikroorganismen. Nicotinsäure zeigte Wachstumswrkg. bei Shigella paradysenteriae Hiss, Rüssel u. Flexner (geringste wirksame Dosis 0,01—1 y/ccm), bei Myco­
bacterium phlei jedoch keine solche; das Wachstum des letzteren u. anderer wird durch
Co-Enzym (aus Sehweineherz) angeregt, bei Konzz. von > 0,001% dagegen gehemmt.
Eine gewisse Entw.-Anregung durch Nicotinsäure wurde auch noch bei einigen anderen
Kleinwesen beobachtet. iFukuoka Acta med. 32. 88—89. Sept. 1939. Fukuoka, Univ.,
S c h w a ib o l d .
ankungen des Vitamin-C-Gehaltes der häufigsten
Pflanzlichen Lebensmittel in den Jahreszeiten. Bei den untersuchten Prodd. schwankten
10 C-Gehh. während des Jahres sehr erheblich. Nach dem Kochen wurden im allg.
XXII. 1.
161
2494
E t. T i e r c h e m i e UND - p h y s i o l o g i e .
1940. I.
höhere C-Werte gefunden als vor dem Kochen (ehem. Best.). Bei den verschied. Prodd.
wurden bzgl. des Übergangs des Vitamins C in das Kochwasser starke Unterschiede
beobachtet. (Nordisk Med. 5 . 199— 201. 1 0 /2 . 1940. Hclsingfors.)
S c h w a ib o l d .
J. H . De Haas und 0 . Meulemans, Vitamin C in Kartoffeln in Batavia. In
rohen Kartoffeln wurden 13—15 mg-% Vitamin C gefunden, in den gekochten Kar­
toffeln 8—9 mg-%. wonach also beim küchenmäßigen Kochen 30% des C-Geh. verloren
gehen. (Acta brevia neerl. Physiol., Pharmacol., Microbiol. E. A. 9. 181—84. 1939.
Batavia, Med. Coll., Childrcn’s Dep.)
Sc h w a ib o l d .
Yasusuke Ihuzi, Der Vitamin-C-Gehalt von Rettichen. Die Blätter sind C-reicher
als die Wurzeln, bes. die jüngeren, die Rinde der Wurzel ist C-reicher als das Fleisch,
außerdem besitzt jeder Teil eines Blattes usw. einen verschied. C-Gehalt. Im Preßsaft
hält sich der C-Geh. länger (2—3 Tage) als im Rückstand. (Fukuoka Acta med. 32.
109—10. Nov. 1939. Fukuoka, Univ., Inst. Hyg. [nach engl. Ausz. ref.]) S c h w a i b o l d .
Yasusuke Ihuzi, Der Vitamin-C-Gehalt von Rettichen bei niedrigen Temperaturen.
(Vgl. vorst. Ref.) Der C-Geh. des Saftes hält sich um so besser, je tiefer gekühlt wird,
derjenige des Rückstandes bleibt nur bei raschem Gefrieren erhalten. Durch Gefrieren
des Safte3 (Eisbldg.) wird die verbleibende Fl. an Vitamin C angereichert. (Hukuoka
Acta med. 33. 2. Jan. 1940 [nach engl. Ausz. ref.])
SCHW AIBOLD.
Shö Tomita, Über die Ascorbinsäuregehalte der Organgewebe von Rana nigromaculata in jeder Jahreszeit. Der C-Geh. nahm in dieser Reihenfolge ab: Ovar, Testes,
Leber, Eingeweide, Niere, Milz, Auge, Haut, Lunge, Herz, Muskel. Im Sommer waren
die Werte höher als im Winter. Im Ovar findet jedoch eine Anreicherung vor der Laich­
zeit statt, ebenso in den Testes im März. Die Werte in der Leber scheinen das Jahr über
unverändert zu bleiben (C-Bldg. in der Leber ?). (Sei-i-kai med. J. 57. Nr. 11. 3—4.
1938. Tokyo, Jikei-kai Med. Coll. [nach engl. Ausz. ref.].)
S c h w a ib o l d .
G. F . Wagner, N. G. Xendsowskaja und N. P. Rasumow,
Über endogene
C-Hypovitaminosen. Bei einer Gruppe von Kranken mit unspezif. Infektionen wurde
der Ascorbingeh. des Harns bei forcierter u . n. Diurese nach M a r t i n i u . BONSIGNORE
(vgl. C. 1934. II. 3273) u. der Vitamin C-Spiegel im Blut untersucht. Auf Grund der
gefundenen Werte (Kurven u. Tabellen) erwies sich die Exkretion der Ascorbinsäure
als Funktion der Diuresestärke u. des Vitamingeh. vom Blut. (iiiauoaorimecKnii
yKypna.i CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 604—09. 1939.)
R ohrbach.
G.
A . Kreuzwendedich von dem Borne, Über wirkliche und sogenannte Vitamin-GDefizite. Auf Grund der Besprechung zahlreicher diesbzgl. Arbeiten u. der Ergebnisse
der eigenen Unterss. sind zur Beurteilung des Sättigungszustandes C-Bestimmungen
im Blut vor u. nach C-Zufuhr, Sättigungsproben mit täglicher oraler Zufuhr von
300 mg Ascorbinsäure u. nach Sättigung Best. der 12-Stdn.-Ausscheidung notwendig,
wobei auch Fälle mit gestörter Resorption nachweisbar sind. Die Arbeitsweise wird
beschrieben. Bei Patienten mit Anämie u. solchen mit hämorrhag. Diathese (Hämophilie
u. a.) wurden keine deutlichen Abweichungen u. keine therapeut. Erfolge durch C-Zufuhr
beobachtet. Bei Ulcus pepticum wurden verschied. Fälle mit C-Defizit festgestellt
(erhöhter Verbrauch u. C-arme Diät?). Auch bei verschied, anderen Krankheitsarten
wurden keine bes. Befunde gemacht. Bei einheim. Sprue war eine deutlich gestörte
C-Resorption bei Zufuhr per os feststellbar. In einem Falle mit chron. Bzl.-Intoxikation
wurde bei geringem C-Defizit eine rasche therapeut. Wrkg. erzielt. Echte Vitamin-CDefizite kommen demnach relativ selten vor. (Acta med. scand. 99. 449— 75. 5/4. 1939.
Amsterdam, Univ., Med. Klinik.)
S c h w a ib o l d .
Richard Stöger, Die Nierenschwelle und ihre Beeinflussung durch G-Vitamin.
Die Best. u. Bedeutung der Nierenschwelle wird besprochen u. der n. Schwellenwert im
Alter unter 50 Jahren mit 185 mg-% Blutzucker angegeben. Bei Diabetikern über
50 Jahren liegt der Schwellenwert bei 200 mg-% u. weit darüber. Die N i e r e n s c h w e l l e
stellt demnach eine sehr variable Größe dar, die bei Diätfehlern u. komplizierten Krank­
heiten stark absinken kann. Durch Behandlung mit Vitamin C konnte ein sehr schnelles
Wiederansteigen nach durchbrochener Schwelle u. damit eine Verminderung der
Glykosurie erzielt werden (Diabetes renalis). (Klin. Wschr. 19. 171—74. 24/2. 1940.
Wien, Univ., II. Medizin. Klinik.)
S C H W A IB O L D .
C. Gatti und A . Knallinsky, Über die Tillmannsche Reaktion auf Vitamin C tn
Pflanzenextrakten. Nach der Beobachtung, daß Matetee, obwohl sich in ihm mit der
T lL L M A N N sch en Rk. [Dichlorphenolindophenol (I)] genügend Ascorbinsäure (II) nachweisen läßt, den Skorbut an Soldaten desChacokrieges u. an Meerschweinchen nicht ver­
hindern konnte, wurde gefunden, daß diese Rk. in den toiminhaltigen Pflanzenprodü.
auch nach Bleiacetatfällung unspezif. ist, da durch einmalige Fällung mit Bleiacetat
das Tannin (III), das selbst reduzierende Wrkg. auf I ausübt, nicht entfernt wird. Die
vorgetäuschte Rk. unterscheidet sich aber in ihrer Luft- u. Hitzebeständigkeit von der
1940. I.
E 5. T i e k c h e m i e UND - p h y s i o l o g i e .
24'95
von II. Nach Entfernung von III durch Adsorption an Leder u. zweimalige Bleifällung
ist im Matetee keine II nachweisbar. (Hoppe-Seyler’s Z. physiol. Chem. 263. 37—40.
15/1. 1940.),
W ie l a n d .
A . S. Danziger, Bakteriologische Kontrolle von Vitamin C-Konzentraten. Es wird
die Methodik zur bakteriolog. Kontrolle der Halb- bzw. fertigen Fabrikate von Vitamin­
konzentrat C aus der Heckenrose beschrieben. Die Kontrolle geht nach dem Schema:
Feststellung der Kolonien—Best. des Colititers—Best. von Schimmel u. Paratyphus­
darmgruppe. Gewöhnliche Mikroflora im Vitaminkonzentrat besteht aus Kartoffel­
stäbchen ii. gelben Staphylokokken. (jlaßopaTopHan IIpaKTiiKa [Laboratoriumsprax.]
14. Nr. 9/10. 2— 3. 1939. Sanitäts-bakteriolog. Labor. Tschelkowskaja.) G o r d l e n k o .
Justus Ström, Die Behandlung von Spasnwphilie mit einer einzelnen starken Dosis
von Vitamin D2. Beschreibung der raschen Wrkg. einer derartigen Behandlung bei
5 Fällen mit manifester u. 4 mit latenter Spasmophilie (Dosis 100 000 i. E. je kg Körper­
gewicht). Der C-Spiegel stieg unmittelbar nach der Behandlung an, die klin. Symptome
u. die mechan. u. elektr. Übererregbarkeit verschwanden nach wenigen Tagen. (Acta
Paediatrica [Upsala] 25. 251—65. 1939. Stockholm, Sachsska Barnsjukhus.) S c h w a i b .
Siv Gnnnarson, Behandlung von Rachitis mit einer einzelnen starken Dosis von
Vitamin D2. In Verss. an 11 Kindern mit einmaligen Dosen von 500 000—1 000 000 i. E.
per os, in einem Fall 1 500 000 i. E. wurden günstige Wirkungen erzielt, ohne daß
Störungen oder Schädigungen (Herz) beobachtet werden konnten. Die Ergebnisse
früherer Untersucher u. die Bedeutung des Verf. für Prophylaxe u. Therapie werden
besprochen. (Acta Paediatrica [Upsala] 25. 69—81. 1939. Stockholm, Univ., Ped.
Clinic.)
Sc h w a ib o l d .
W . Wentz, Rachitisbehandlung mit Dz. Durch Behandlung mit täglich 2-mal
10 Tropfen Vitamin D3 (1 ccm = 0,2 mg D3) wurden 16 Kinder mit Rachitis meist
schwereren Grades mit einer Ausnahme geheilt; die durchschnittliche Gesamtdosis
betrug etwa 7 mg. Bei dem einen Fall von schwerer Rachitis u. gleichzeitiger schwerer
Ernährungsstörung zeigte eine Behandlung von 4 Wochen mit D3 keine Wirkung.
(Dtsch. med. Wschr. 65. 378—79. 10/3. 1939. Königsberg, Städt. Kranken­
anstalt.)
S c h w a ib o l d .
C. Bennholdt-Thomsen, Beeinflussen zusätzliche a-Tokopherolgaben zur Normal­
kost die Lactation? (Vgl. G a e d k e , C. 1938. II. 2613.) Auch bei Anwendung von
reinem Tokopherol konnte in alternierenden Verss. durch Zulagen zur n. Kost von
Ammen eine Förderung derLactation weder inqualitativer(Fett),
noch in quanti­
tativer Hinsicht erzielt werden. (Klin.Wschr.19. 102—04. 3/2. 1940. Frankfurt a. M.,
Univ., Kinderklinik.)
S c h w a ib o l d .
H.
W . Julius und Chr. Engel, Biologische Wirksamkeit von synthetischem
d,l-a.-Tocopherol (Vitamin E) auf männliche Ratten. (Vorl. Mitt.) Im prophylakt.
Vers. erwiesen sieh das Toeopherol u. Tocopherol aus Weizenkeimöl als gleich wirksam.
Zur Wiederherst. der Fruchtbarkeit von E-Mangelratten waren 2—8 mg eines dieser
Prodd. nicht ausreichend. (Aeta brevia neerl. Physiol., Pharmacol., Microbiol. E. A. 9.
196. 1939. Utrecht, Univ., Labor. Hyg.)
*
S c h w a ib o l d .
Chr. Engel und A . Emmerie, Die biologische Wirkung von synthetischem d,l-a-Tocopherol und von natürlichem d-a.-'J'ocopherol ( Vitamin E). In Verss. an weiblichen Ratten
erwiesen sich beide Verbb. als gleich wirksam. (Acta brevia neerl. Physiol., Pharmacol.,
Microbiol. E. A. 9. 197. 1939. Utrecht.)
S c h w a ib o l d .
F. Koller und N. Fiechter, Die hämorrhagische Diathese des Neugeborenen und
ihre Beziehung zum Vitamin K. (Vgl. C. 1939. II. 4272.) Bei n. Neugeborenen liegt
gewöhnlich in der ersten Lebenswoche eine gewisse Gerinnungsverzögerung vor, die
auf Prothrombinmangel beruht. Diese Erscheinung konnte durch Zufuhr von Vitamin K
bzw. zwei synthet. u. gleichartig wirkenden Verbb. verhindert werden. Bei der
hämorrhag. Diathese dieser Lebensperiode ist eine Steigerung der physiol. Gerinnungs­
störung nachweisbar, die ebenfalls durch K-Zufuhr beseitigt wird, wobei manifeste
Blutungen zum Stillstand gebracht werden. (Schweiz, med. Wschr. 70- 136—40.
17/2. 1940. Zürich, Univ., Med. Klinik.)
SCHW AIBOLD.
John D. Stewartund G. Margaret Rourke, Prothrombin und Vitamin-K-Therapie.
Oie Best.-Meth. von W a r n e r u . Mitarbeitern (vgl. C. 1936. I. 4454) wurde eingehend
experimentell nachgeprüft; es wurde bestätigt, daß damit eine genaue u. prakt. Best.
des Prothrombinspiegels möglich ist. Bei einer n. Person wurde beobachtet, daß der
Prothrombinspiegel nur wenig schwankt. Bei Stauungsikterus kann der Prothrombin­
spiegel stark gesenkt sein; eine Wiederherst. durch Behandlung mit Vitamin K u. Cholsäuregemisch erfolgt rasch. Bei Hämophilie, aplast. Anämie u. dgl. ist die Prothrombin­
konz. nicht verringert; sie kann bei verschied, anderen Krankheiten gesenkt sein, weshalb
161*
2496
E (. T ie r c h b m t e u n d - p h y s i o l o g i e .
1940. I.
bei diesen die Möglichkeit einer K-Therapie gegeben ist. (New England J. Med. 221403. 14/9. 1939. Boston, Harvard Med. School.)
S c h w a ib o l d .
L. Laszt, Wirkung von NaCl auf die Glucoseresorption im Darm mit Jodessigsäure
vergifteter Hatten. Weiblichen Ratten wurden 6 u. 2 Stdn. vor der Glucoseinjektion
subcutan 1,5 ccm einer l% ig. NaCl- u. 0,5 ccm einer 1/10-n. Na2C03-Lsg. injiziert,
darauf wurden die Tiere mit Jodessigsäure vergiftet(0,l—0,12 mg pro g Körpergewicht).
Dio Verss. ergaben eine Aufhebung der Zuckerresorptionshemmung durch NaCl- u.
Na2C03-Anwendung. Ebenso konnte eine entgiftende Wrkg. dieser Salze auf die
Gesamttoxizität von Jodessigsäure bei Ratten festgestellt werden. (Nature [London]
144. 244. 5/8. 1939. Freiburg-Schweiz, Univ.)
R ohrbach.
L. Laszt, Einfluß von Lactat auf die Resorption von Glucose aus dem Darm von
epinephrektomierten Ratten. Tägliche subcutane Injektionen von 15— 20 mg Na-Lactat
führen die bei epinephrektomierten Ratten herabgesetzte spezif. Resorption der Glucose
in gleicher Weise zur Norm zurück, wie das früher vom Vf. für das brenztraubensaure Na
gezeigt worden war. (Nature [London] 143. 984. 10/6. 1939. Fribourg, Univ., Physiol.
Labor.)
JUNKMANN.
Gottfried Fraenkel, Die Ausnutzung und Verdauung der Kohlenhydrate durch die
ausgewachsene Schmeißfliege. Eine Reihe von Zuckern u. Zuckeralkoholen wurde an aus­
gewachsene Fliegen verfüttert u. ihr Nährwert durch ihren Einfl. auf die Lebensdauer
der Tiere bestimmt. Die Hexosen mit Ausnahme der Sorbose, die Disaccharide mit Aus­
nahme der Lactose u. Cellobiose, Dextrin, a-Methylglucosid, Mannitol u. Sorbitol wurden
gut ausgenutzt, schlecht dagegen die Pcntosen, Stärke, Inulin, Glykogen, andere Glucoside u. Zuckeralkohole. Die verwertbaren Di- u. Polysaccharide u. Glucoside werden im
Darm der Tiere durch ein Ferment zerlegt. Dieses konnte auch durch in vitro-Verss.
nachgewiesen werden. Es konnte aber die nicht ausnutzbaren Kohlenhydrate nicht
spalten. Das Darmferment der Fliegen scheint also nur aus einer a-Glucosidase u. einer
a-Galaktosidase zu bestehen. (J. exp. Biology 17. 18—29. Jan. 1940. London, Imp.'
College of Science and Technology, Dep. of Zoology.)
Geh rke.
A . O. Natansson, Über die Permeabilität der Darmwand für Eiweiß. Die perorale
Eiweißbelastung bei Hunden (250—300 g rohes Eiereiweiß) u. Menschen führte nicht
zu einer regelmäßigen Albuminurie, auch wurde bei gleichzeitiger Eiweiß- u. Serum­
zufuhr keine Permeabilitätserhöhung der Darmwand beobachtet u. durch experimentelle
Nephritis (Uranvergiftung), Hepatitis (P-Vergiftung) u. Enteritis (Saponine) keine
Albuminurie verursacht. Bei Mäusen nach Proteintoxikose konnte durch Fällungsrkk.
im Blut kein Eiweiß nachgewiesen werden. (<£ii3H 0Ji0ru>iecK iiii /Kypna.i CCCP. [J. Phy­
siol. USSR] 27. 115— 20. 1939. Odessa, Inst. f. Ernährung.)
R oh rba ch .
Arne Tiselius und Inga-Britta Eriksson-Quensel, Einige Beobachtungen über
peptische Verdauung von Eialbumin. (Vgl. C. 1938.1. 1625.) Unters3. mit den M eth od en
der Elektrophorese, Sedimentation u. Diffusion, die angegeben werden, ergaben den
Nachw., daß auch nach längerer Verdauungszeit viel unverändertes Eialbumin neben
den Endprodd. des Abbaus vorliegt, wogegen keine Hinweise für die Ggw. inter­
mediärer Spaltprodd. beobachtet wurden. Bei der pept. Verdauung s c h e in t demnach
der Abbau der Moll, nicht stufenweise zu erfolgen. (Biochemic. J. 33. 1752—56. 1939.
Upsala, Univ., Inst. Physical. Chem.)
SCHWAIBOLD.
Richard W . Jackson, Die Ausscheidung von Kynurensäure durch Tiere von ver­
schiedenen Familien der Camivoren. (Vgl. G o r d o n , C. 1936. I. 4045.) Bei reichlicher
Fleischnahrung u. Zulagen von Tryptophan wurde bei Hyaena hyaena, Canis latrans,
Canis nubilis, Vulpes fulva u. Meies meles das Bestehen einer Kynurensäureausscheidung
nachgewiesen, nicht jedoch bei Felis serval, Acinonyx jubatus, Civettictis civetta, Genetta
ludia, Ursus arctos pruinosus, Procyon lotor lotor u. Zalophus ccdifoniicus. Die Isolierung
der Säure aus dem Harn u. die Identifizierung werden beschrieben. Die Ergebnisse
stützen die Annahme, daß die Kynurensäureausscheidung bzw. deren Fehlen für jede
Familie der Carnivoren einheitlich ist. (J. biol. Chemistry 131. 469—78. Dez. 1939.
New York City, Cornell Univ. Med. Coll., Dep. Biochem.)
S c h w a ib o l d .
J. Fournel, Die Ursachen der unspezifischen Unterschiede in der NBr3-Ausscheidung
bei Säugetieren. Zahlreiche Bestimmungen von NH3-, Harnstoff- u. Amino-N im Harn
von Kaninchen, Ratten u. Schweinen bei gleicher Diät ergaben bei geringer b z w . starker
NH-j-Ausscheidung entsprechende Aminosäurewertc im Harn. Vf. kommt zum Schluu,
daß die NH3-Exkretion von den uropoet. Organen gesteuert wird. (C. R. hebd. Seances
Acad. Sei. 208. 1748—50. 30/5. 1939.)
R ohrbach.
Zainal, G. M. Streef und A . M. Streef-Spaan, Eiweißspektrum und ödem bei der
Ankylostomiasis. Bei den meisten der 29 Patienten, bes. denen mit Odem, hatte cu
Albuminkonz. ab-, die Globulinkonz, zugenommen; der Fibrinogengeh. war n. ge-
1940. I.
E 5. TIEROHEMIE UND -PHYSIOLOGIE.
2497
blieben, ebenso der Resfc-N. Der onkot. Druck zeigte bei allen Ödempatienten deutliclio
Verminderung, auch unter 30 cm Wasser. Der Rückgang des Albuminspiegels beruht
wahrscheinlich auf ungenügender Aufnahme von Eiweißstoffen infolge mangelhafter
Nahrung oder ungenügender Resorption. (Geneeskund. Tijdschr. Ncderl.-Indie 803— 22. 2/1. 1940. Soerabaia, Nederl. Ind. Artsenschool.)
Gro szfe ld .
W . M. Rubel, A . I . Fried und A . N. Kisslinski, Der Stoffwechsel des Gehirns
und humoral wirkende Substanzen des Zentralnervensystems. (Vgl. C. 1939. I. 3912.)
Bei trepanierten Hunden wurde nach akust., alimentären u. clektr. Reizen das arterielle
u. venöse (aus dem Sinus sagittalis) Blut auf Rest- u. Lipoid-N u. auf den NH3-Endwert
der NH3 bildenden Substanzen (in mg-% N) untersucht, ferner wurde das Absorptionsspektr. im UV-Bereich festgestellt u. die physiol. Wrkg. am isolierten Froschherz
studiert. Die Resultate werden ausführlich besprochen. (< & u 3 u o .io rin ie cK iiii JKypnaj
CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 58—69. 1939. WIEM, Physiol. Abt.)
R oh rba ch .
Jaroslav Hofejäi und A . Mecl, Der Aminosäurestoffwechsel und die Leier­
funktion. II. (I. vgl. C. 1939. I. 1396.) In Unterss. an verschied. Patienten u. einigen
Verss. an Kaninchen wurde festgestellt, daß nach Zufuhr von Glycin bei n. Leber
die Harnstoffbldg. steigt, bei geschädigter Leber dagegen sinkt. Nach Zufuhr von
Glucose steigt im allg. die Harnstoffsynthese. Das Sinken des Blutzuckers nach Glycin­
zufuhr ist wahrscheinlich auf eine Anregung der Glykogenspeicherung in der Leberzelle
zurückzuführen; bei geschädigter Leber treten diese Vorgänge nicht in Erscheinung.
Zwischen den Leberfunktionen u. der Glykogenspeicherung der Leberzellen bestehen
demnach enge Beziehungen. (Acta med. scand. 99. 435—42. 5/4. 1939. Prag, Univ.,
Med. Klinik.)
S cH W A IB O LD .
E.
M. Berkowitsch, Die Ausnutzung des Sauerstoffes in den Geweben des mensch­
lichen Arms. Die Best. des respirator. Quotienten der Exspirationsluft u. der oberen
Extremität bei Vers.-Personen (in völliger Ruhe) ergab höhere Werte für das Gewebe
des Arms, die jedoch den Wert 1 nie überstiegen. Vf. kommt zum Schluß, daß die
Kohlenhydrate an den Oxydationsprozessen im Muskelgewebe des Arms stärker be­
teiligt sind, als aus den Durchschnittswerten für den Gesamtorganismus zu erwarten
wäre. (Bull. Biol. Med. exp. URSS 7. 194—96. Febr. März 1939. Moskau, Inst. f.
Arbeitsprophylaxe.)
R ohrbach.
Douglas Robinson, Das Muskelhämoglobin des Robben als Sauerstoffspeicher beim
Tauchen. Vf. führte Verss. an Phoca vitulina aus, der für lange Zeiträume, ohne zu
atmen, tauchen kann. Vf. verwandelte das Muskelhämoglobin in Lsg. in Hämatinsäure
u. stellte colorimetr. Vgll. mit Standardhämatinsäure an. Dabei konnte gefunden
werden, daß eine einzige Probe des Muskels 7,715 mg Muskelhämoglobin auf 100 g
frisches Gewebe ergab — im Vgl. mit 1,084 mg/100 g beim Ochsen. Bei einem Tier von
70 kg Gewicht stellen nur 35% des Körpergewichts Muskel dar, was einem Wert von
1,890 g Hämoglobin entspricht, der genügend ist, um 2,530 ccm 0 2 zu binden. (Science
[New York] [N. S.] 90. 276—77. 22/9. 1939. Harvard Univ.)
B a e r t ic h .
N. Ambache und G. S. Barsoum, Die Abgabe von Histamin im isolierten glatten
Muskel. Unter Atropinwrkg. stehende völlig erschlaffte Streifen vom Darm oder
Gallenblase geben kein Histamin an die Badfl. ab. Nach Kontraktionen unter Einw.
von Acetylcholin, KCl oder Hinterlappenextrakt werden 0,1—0,2 y/g in 20 Min. frei­
gemacht. Die Histaminabgabe aus dem curarisierten Muskel (Darm) beträgt bis zum
doppelten dieses Wertes. (J. Physiology 96. 139— 45. 14/7. 1939. Cairo, Univ., Physiol.
Labor.)
*
“
W adehn.
J. C. Eccles und W . J. O’Connor, Die Wirkung des Eserins auf die gestreifte
Muskulatur. (J. Physiology 95. 36 P—38 P. 1939. Sidney, Hospital, Kanematsu
Memorial Inst, of Pathol.)
H. D a n n e n b a u m .
_
W . A . Belitzer, Über die Regulierung der Atmung durch Phosphagenumwandlung.
In Fortführung der Arbeiten (vgl. hierzu C. 1940. I. 241; vgl. auch C. 1 9 3 9 . 1. 2024 u.
früher) über die Rolle der Phosphagenumwandlung bei der Atmung von Muskelgewebe
konnte festgestellt werden, daß die Verstärkung der Atmung durch Kreatin in einigen
Fällen durch Zusatz von gekochten Organextrakten (Leber oder Niere) bedeutend ver­
stärkt wird. Arsenige Säure hemmt die Phosphorylierung, die mit derAtmung verbunden
ist. Darauf beruht die Aktivierung der Atmung des Muskelgewebes durch geringe Dosen
von arseniger Säure. Zwischen der Verstärkung der Atmung u. der Phosphagensynth.,
d i e in Ggw. von Kreatin auftritt, besteht ein ausgesprochener Parallelismus. ( E i io x u m u ;i
[Biochimia] 4. 498—502. 1939. Moskau, Inst. f. exp. Med.)
K lever.
truss.] I. D. Richter, Biologie der Milchdrüsen. Leningrad: Sselchosgis. 1939. (116 S.) 4 RbL
2498
E„.
P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g ie n e .
E e. P h a r m a k o lo g ie .
T h e r a p ie .
T o x ik o lo g ie .
1940.
I.
H y g ie n e .
An
Hand eigener älterer Beobachtungen der Vff. u. der Angaben der Literatur über dio
Beeinflussung niederer Lebewesen u. der Stoffwechselvorgänge durch schweres Wasser
wird die Anschauung entwickelt, daß eine lebensverlängernde Wrkg. des schweren W.
beim Säugetier nicht zu erwarten ist. (Science [New York] [N. S.] 9 0 . 538—39. 8/12.
1939. Yale Univ., School of Med. and North Truro, Mass., Lankenau Hosp. Res.
Inst.)
JUNKMANN.
H.
J. Kolk, Behandlung der Krankheit von Heine-Medin mit Kaliumchlorat. Prüfung
an 52 Patienten mit Poliomyelitis anterior acuta nach CoNTAT führte zu dem Eindruck,
daß ein Fortschreiten der Paralysen verhindert wurde u. präparalyt. Formen keine
Lähmungen hervorriefen. (Nederl. Tijdschr. Geneeskunde 8 4 . 388— 94. 3/2. 1940.
Groningen.)
Gro szfeld .
R . Wohlrab, Beiträge zur Chemotherapie des Fleckfiebers. ( Versuche mit Caesiumnitrat und Rubidiumsulfat; Bewertung des Meerschweinchen- und Mäusemodellversuchs.)
Nach B r e i n l u . J o h n (Med. Klin. 2 8 [1932]. 225) hatten Rubidiumsulfat u. Caesiumnitrat bei mit Fleckfieber infizierten Meerschweinchen eine abschwächende Wrkg. aus­
geübt. Die Nachprüfung ergab weder im Meerschweinchen- noch im Mäusevers. eine
nennenswerte Wirkung. Da ein gewisser Teil der Meerschweinchen nicht fieberhaft
erkrankt, was oft von der Jahreszeit abhängt, die Infektion manchmal stärker oder
schwächer auftritt u. auch dio Infektiosität der benutzten Gehirnemulsion nicht immer
gleich zu sein scheint, befürwortet Vf. die Benutzung von Mäusen. Hierzu eignete
sich sehr gut die Rickettsia mooseri, eine menschliche, dem klass. Flecktyphus sehr nahe
verwandte Rickettsia, dis bis zu 70% niit tödlichem Ausgang übertragbare Infektionen
setzt. (Arb. staatl. Inst. exp. Therap. Forschungsinst. Chermotherap. Frankfurt a. M.
1 9 3 9 . Nr. 38.85—90. Frankfurt a. M., Forschungsinst, für Chemotherapie.) R o t h m a n n .
John F. Mc Intosh und Colin G. Sutherland, Anwendung von kolloidalem
Aluminiumhydroxyd zur Behandlung des peptischen Geschwürs. Bericht über erfolg­
reiche Behandlung von Magen- u. Duodenalgeschwüren mit koll. Aluminiumhydroxyd
(Amphojel). Es wird bes. hervorgehoben, daß, wie Verss. zeigen, der Säure-Basenliaushalt durch dieses Mittel nicht gestört wird. Als unerwünschte Nebenwrkg. wurde
gelegentlich Verstopfung beobachtet. (Canad. med. Assoc. J . 4 2 . 140— 4 5 . Febr. 1940.
Montreal, Mc Gill Univ. and Royal Victoria Hosp., Dep. of Med.)
JUNKMANN.
— , Wismut. Kurze Übersicht der Pharmakologie der Wismutpräparate. (What’s
New 32. 10— 11. 19. Nov. 1939.)
S c h w a ib o l d .
Maurice Bruger, S. Arthur Localio und Nobel W . Guthrie, Wirkung von
Alkoholgaben auf die normale Niere und die Niere bei Brights Krankheit. In mäßigen
Gaben (200 ccm 25%ig. Lsg.) hat A. kaum einen erhöhenden Einfl. auf die Eiweiß­
ausscheidung bei BRlGHTscher Krankheit. Bei gesunden Personen hat die genannte
Dose keinen schädigenden Effekt auf die Nieren. (J. Amer. med. Assoc. 1 1 2 . 1782—85.
1939. New York, Columbia Univ., Post Graduate Med. School and Hosp.) W a d e h X .
Harry Blunden, Einfache Methode zur Herstellung und Isolierung vcm l-ß-Oxybuttersäure. Mit Na-Butyrat gefütterte hungernde Ratten scheiden l-ß-Oxybuttersäure im
Harn aus. 85 weibliche, mit 0,237 g Buttersäure als Na-Salz gefütterte Tiere schieden
in 4 Tagen 58 g Oxybuttersäure aus, von denen 34 g als Ca-Zn-Doppelsalz isoliert
wurden. Nähere Beschreibung des Verfahrens. (Proc. Soc. exp. Biol. Med. 3 8 . 466—67.
1938. Los Angeles, Univ., Southern Calif. School of Med., Dep. of Biochem.) W a d e h n .
S. D. Kaminski und F. P. Maiorow, Der Einfluß von Brom in wechselnden Dosen
auf die höhere Nerventätigkeit erregbarer Affen. Durch vergleichende Verss. wurde die
physiol. Wrkg. verschied. Br-Dosen (0,5, 1, 2, 3 u. 4 g KBr) a u f die bedingt reflektor.
Tätigkeit von 2 Affen untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, daß zur Sicherung
der Differenzierungshemmung auf verschied. Hemmungsreize relativ kleine Br-Dosen
von 0,5—1 g erforderlich waren, während bei Anwendung von 2— i g Enthemmung
der Differenzierung eintrat, was mit der hohen Br-Empfindlichkeit der e r r e g b a r e n
Affen erklärt wird. (i'imro.Toni'iecKiiii >Kypna.i CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 22—30.
1939. WIEM, Subtrop. Filiale.)
R ohrbach.
L. A . Bamm, Störungen der bedingt-reflektorischen Tätigkeit bei einem, kastrierten
Affen, ausgelöst durch starke Bromdosen. (Vgl. vorst. Ref.) Bei einem kastrierten Affen­
weibchen wurden die reflektor. Rkk. nach größeren Br-Dosen (1—2 g) u. enteralcr
Coffeinapplikation (0,005— 0,01 g) untersucht, wobei eine deutliche eorticale T o n u s­
senkung der Gchirnhemisphären gefunden wurde. ( 'J n n i t o . i o r i i ’ ie c K H Ö /Kypna-i CC01[J. Physiol. USSR] 27. 31—40. 1939. WIEM, Subtrop. Filiale.)
R oH B B A C H .
H.
G. Barbour und F. S. Hammett, Schweres Wasser und langes Leben.
1940. I.
E e. P h a r m a k o l o g i e . T h e r a p i e '. T o x i k o l o g i e . H y g i e n e .
2499
M. Garoialo, Pentothalnalrium. Eine Prüfung seines gegenwärtigen Standes als
ein anästhetisches Mittel. Literaturübersicht u. Statistik von 1045 Fällen mit Pentothalanwendung, Besprechung der Anwendungsart, möglicher Rkk. u. Kontraindikationen.
(What’s New 3 2 . 7 —9. Nov. 1939.)
Sc h w a ib o l d .
■J. C. Engelen, Die Bedeutung von Pantocain für den Hals-, Nasen- und Ohrenarzt.
Vergleichende Verss. an Patienten gemischter Abstammung mit 10%ig- CocainSuprarenin u. 2%ig. Pantoeain-Suprarenin ergaben auf die Nasensehleimhaut
für beide Mittel gleich schnell eintretende u. gleich lange anhaltende Wrkg.; gegen­
über Cocain zeigt aber Pantocain keine Nebenwirkungen u. führt nicht zu Farbänderung
(Bleichwerden) der Nasenschleimhaut. Es ist auch für Kinder geeignet u. führt nicht
zu Euphorie oder Gewöhnung. Hiernach ist Pantocain ein vollwertiger Ersatz dos
Cocains u. wesentlich harmloser. Vf. fordert ein Verbot der Herst. von Cocain. (Geneeskund. Tijdschr. Nederl.-Indie 7 9 - 1164—81. 9/5. 1939. Soerabaja.) G r o s z e e l d .
Donald Blair, Hemiplegie als Komplikation einer Diphenylhydantoin-Natriumbehandlung der Epilepsie. Bei einem Fall von Epilepsie, der längere Zeit erfolglos mit
Luminal behandelt worden war, trat bei Fortsetzen der Behandlung mit täglich drei
Kapseln Diphenylhydardoin-Na {Epanutin) nach 3 Monaten ein Sistieren der Anfälle
für 6 Monate auf. Danach traten die Anfälle wieder auf u. wurden durch Steigerung
der Dosis auf 4 Kapseln nur verschlimmert u. auch nicht durch Chloralhydrat u. Evipan
gebessert. Absetzen des Epanutins ließ die Anfälle aufhören. Es trat aber eine Hemi­
plegie auf. Diese sowohl wie die Verschlechterung des epilept. Zustandes wird vom Vf.
auf das Epanutin zurückgeführt. (Lancet 2 3 8 . 269—70. 10/2. 1940. Coulsdon, Cane Hill
Mental Hosp.)
JüN KM AN N .
J. N. Davidson und R . C. Garry, Resorption von Monosacchariden aus dem Dünn­
darm unter Urethannarkose bei der Ralle. Die Resorption von Glucose, Fructose,
Galaktose u. Xylosc aus dem Dünndarm erreicht, während der Urethananästhesie
in i y s Stdn. nur einen minimalen Betrag. (J. Physiology 9 6 . 172—75. 14/7. 1939.
Dundee, Univ., Coll., Physiol. Dep.)
W a d e iin .
J. D. Fulton, Versuche über die Ausnutzung von Zuckern durch Malariaparasiten
(Plasmodium knowlesi). Die Atmung von Plasmodium knowlesi mit u. ohne Zusatz ver­
schied. Kohlenhydrate ward einerseits an zusammen mit den Blutkörperchen gewonnenen,
andererseits an von letzteren durch Saponinhämolyse u. Waschen mit R lN G E R -L sg . be­
freiten Parasiten gemessen. Von einer großen Zahl untersuchter Kohlenhydrate
steigerten nur Glucose, Lävulose, Maltose, Mannose u. Glycerin den 0 2-Verbraucb,
wobei die Wrkg. bei den gewaschenen Erregern schwächer war. Bei chron. mit Plas­
modium knowlesi infizierten Rhesusaffen war Blutzucker u. der Leberglykogengeh., bes.
nach Splenektomie gegenüber der Norm erniedrigt. E s konnte kein Anhaltspunkt dafür
ermittelt werden, daß die Verwertung der Zucker unter Phosphorylierung erfolgt. An­
gaben über die Toxizität der wirksamsten Präpp. bei verschied. Tieren u. beim Menschen.
(Ann. trop. Med. Parasitol. 3 3 . 217—27. 30/12.1939. London, School of Hyg. and Tropic.
Med.)
Junkm ann.
Hideo Ono, Über die hemmende Wirkung des Antipyrins auf die experimentelle
Anaphylaxie bei Meerschweinchen. Durch ylTOil'jji/rtnvorbehaiidlung kann sowohl an
akt. als auch passiv sensibilisierten Meerschweinchen der Schocklod durch Antigen­
injektion verhindert werden. Aus seinen serolog. Verss. folgert Vf., daß dies eine Folge
teils einer Hemmung der Bindung zwischen Antigen u. Antikörper, teils einer Verlang­
samung derselben durch Änderung des Koll.-Zustandes durch das Antipyrin sei. (Okayama-Igakkai-Zasshi [Mitt. med. Ges. Okayama] 5 2 . 202— 03. Jan. 1940. Okayama,
Medizin. Fakul., Hygien. Inst, [nach dtsch. Ausz. ref.].)
Junkm ann.
Norio Nisikawa, Experimentelle Studien über die Beziehungen zwischen der
Empfindlichkeit der Haut und ihren Elektrolyten. I. Mitt. Über den Einfluß von Diuretica
und Fiebermitteln auf die Empfindlichkeit und die Eleklrolyte der Haut. Verss. an
Kaninchen mit Salyrgan (I), Novasurol (II), Pyrifer (III) u. Sulfurol (IV). Die Kaninchen­
haut enthält 235,07 mg-°/0 Na, 94,38 mg-% K, 14,59 mg°/0 Ca u. 4,84 mg-% Mg.
I u. II steigern die Diurese unter Abnahme des spezif. Gewichtes des Harns u. Abnahme
des Wassergeh. der Haut. Durch I wird Na, Ca u. Mg in der Haut verringert, K ver­
mehrt, im Blut steigt K u. Ca u. sinkt Mg. Nach II wird der Geh. der Haut an Na, K
u. Mg erhöht, an Ca vermindert, im Blut erfolgt Abnahme von Na, K u. Mg u. deutliche
Zunahme von Ca. I steigert gelegentlich die Hautempfindlichkeit, II läßt sie un­
beeinflußt. III hemmt die Diurese, IV steigert sie geringfügig, die Hautempfindlichkeit
wird durch beide nicht sicher verändert. Der Na-Geh. der Haut wird durch III u. IV
vermindert, im Blut steigt das Na nur nach III. Der Ca- u. K-Geh. der Haut nimmt durch
111 u. IV stark ab, der Ca-Geh. des Blutes wird durch III u. IV herabgesetzt, der K-Geh.
nur durch III. Das Mg in der Haut nimmt durch IV stärker ab als durch III, im Blut
2500
E¡¡. P h a r m a k o l o g i e . T h e r a p i e . T o x i k o l o g i e . H y g i e n e .
1940. I.
ist ähnliches zu beobachten. Das Verhältnis Ca: K stand in keiner klaren Beziehung
zur Empfindlichkeit der Haut. (Okayama-Igakkai-Zasshi [Mitt. med. Ges. Okayama]
52. 173— 74. Jan. 1940. Okayama, Med. Fakult., Dermato-Urolog. Klin. [nach dtech.
Ausz. ref.])
Junkm ann.
Toshiharu Awo, Experimentelle Studien über die Beziehungen zivischen der
diuretischen Wirkung der sogenannten Diurética und dem Wasser, Chlor und Harnstoff­
gehaltes im Blut. Bei der intravenösen Injektion von Coffein-Na-benzoicum (I), Coffein
(II), Theovin (III), Theobromin (IV), Diuretin (V) u. Harnstoff (VI) (3 mg/kg) er­
folgt anfangs eine Beschleunigung der diuret. Wrkg., sodann eine Hemmung. Die
Wrkg. von V ist nicht sehr deutlich. I, II u. III verursachen zuerst eine Verminderung
des HjS-Geh. im Blut, hierauf Vermehrung. Durch IV, V u. VI (0,3 mg/kg) ist der
H20-Geh. erhöht, durch Salyrgan (0,3 ccm/kg) zuerst vermindert, dann erhöht; er
wird durch 0,15 ccm/kg kaum beeinflußt, erst nach 1—3 Stdn. ein wenig vermehrt.
Der Cl-Gch. des Blutes wird durch I (3 mg/kg) erst nach 5 Stdn. erhöht, manchmal
kurz nach der Injektion ein wenig vermindert. Nach der Injektion von II u. III
(3 mg/kg) wird der Cl-Geh. anfangs vermindert, später vermehrt; bei IV, V u. VI
(3 mg/kg) vermindert; bei Salyrgan (0,33 u. 0,15 ccm/kg) vermehrt. Der Harnstoffgeh.
•wird durch I (3 mg/kg) vermindert, durch III u. IV anfangs vermindert, dann ver­
mehrt. (Sei-i-kai med. J. 58. Nr. 2. 3—4. Febr. 1939. Tokyo, Jikeikai med. Fakultät,
Pharmalcol. Inst, [nach dtsch. Ausz. ref.])
R oth m an n .
Jane O. French, Wirkungen von Sulfonamid auf das Blut während des Scharlachs.
Durch Zufuhr von Sulfonamid wird in der ersten Woche der Scharlacherkrankung die
Zahl der neutrophilen Polymorphkernigen deutlich vermindert. Auf die Bedeutung
dieser Erscheinung beim Zustandekommen der Agranulocytosis wird hingewiesen.
(Lancet 237. 127—29. 1939. Glasgow, Ruchill Fever Hosp.)
W adehn.
R . W . Ross, Erworbene Resistenz von Pneumokokken gegenüber M. <Si B. 693.
Bei einem Fall von Pneumokokkenmeningitis starben die im Beginn der Krankheit
gewonnenen Pneumokokkenkulturen bei einer Konz, von 1 : 20 000 M. & B. 693 ab,
während die drei Tage später — nach dem Tode — gewonnenen Kulturen sich ganz
unempfindlich gegenüber dieser Konz, erwiesen. Die Virulenz gegenüber Mäusen war
bei beiden Stämmen dieselbe. (Lancet 236. 1207—08. 1939. Paddington, St. Mary’s
Hosp., Inst, of Pathol.)
W adehn.
R . Sysi, Über die Behandlung der Conjunctivitis gonorrhoica mit dem Präparat
M. tfc B. 693. Das Präp. wurde bei 11 in Behandlung stehenden Fällen mit Erfolg
benutzt; es hat die üblichen Milehinjektionen u. die örtliche Behandlung völlig ersetzt.
Charakterist. ist, daß es auch in ganz frischen Fällen wirkt. (Acta ophthalmol. [Kjebenbavn] 17. 466—76. 1939. Helsinski, Univ., Augenklinik.)
R othm ann .
O.
R . McCoy, Unwirksamkeit von Sulfanilamid bei der Behandlung der Ratten­
trichinose. Tägliche Gaben von 125 mg Sulfanilamid waren auf künstlich mit Trichiuella
spiralis infizierte Ratten ohne erkennbar heilende Wrkg. (Zählung der Larven im ver­
dauten Muskel, Gewichtsabnahme usw.) (Proc. Soc. exp. Biol. Med. 38. 461—62. 1938.
Rochester, N. Y., Univ. of Rochester, Dep. of Bacteriol.)
W adehn.
David Campbell und Thomas N. Morgan, Cyanose durch Gebrauch von Sulfon­
amidverbindungen. Die nach dem Gebrauch von Sulfonamidpräpp. gelegentlich zu beob­
achtende Cyanose wird durch das Auftreten von Methämoglobin oder Sulfhämoglobin
verursacht. Die durch Methämoglobin hervorgerufenc Cyanose kann durch Gaben von
Methylenblau (peroral oder injiziert) rasch beseitigt werden, da unter Einw. des Methylen­
blaus das Methämoglobin in Hämoglobin umgewandelt wird. (Lancet 237. 123— 27.
1939. Aberdeen, Univ., Materia medica.)
W adehn.
Reuben Ottenberg und Charles L. Fox jr., Die Cyanose bei der S u lfa n ila m id therapie. Werden Sulfanilamidlsgg. in einer Konz., wie sie im Blut vorkommt (1 bis
15 mg-%), kurze Zeit ultraviolett bestrahlt, so bildet sich ein violetter Farbstoff, der
von zugesetzten roten Blutkörperchen rasch aufgenommen wird. Diese E r y t h r o c y te n
weisen dann eine Farbe auf, wie sie im c y a n o t . Blut bei Sulfanilamidtherapie v orh a n d en
ist. — In vivo dürften Stoffwechselvorgänge zu der Bldg. von dunkel gefärbten Kk.Prodd. des Sulfanilamids Anlaß geben. (Proc. Soc. exp. Biol. Med. 38. 479—50. 1938.
New York, Mount Sinai Hosp., Med. Service and Laborr.)
W adehn.
K . A . Bartlett und R . H . Herbine, Tierversuche mit Phenolphthalein an Rhesus­
affen. (Vgl. das folgende Ref.) Vff. beschreiben Tierverss. an Rhesusaffen (Macaca
mulatta) zur Auswertung der Abführwrkg. von Phenolphthalein u. anderen Abführ­
mitteln. Die relative Wrkg. (mg pro kg-Dosis) ist beim Menschen u. Affen prakt. gleich­
wertig. (J. Amer. pharmac. Assoc. 28. 412—16. Newark, N. J., Juli 1939.) T h i e s .
1940. I.
E „. P h a r m a k o l o g i e . T h e r a p i e . T o x i k o l o g i e . H y g i e n e .
2501
S. Loewe, Tierversuche mit Abführmitteln an Affen {Rhesus) und an niederen Säuge­
tieren (Farbfuttermethode). (Vgl. vorst. Bef.) (J. Amer. pharmac. Assoc. 28. 427—32.
Juli 1939. New York, Montefioro Hosp.)
Thies.
C.
W . J. Armstrong, R . A . Cleghorn, J. L. A . Fowler und G. A . McVicar,
Die Wirkung der Reizung sympathetischer Nerven und der Verabfolgung von pressoriscJicn
Substanzen bei epinephrektomierten Katzen. Katzen im Endstadium der Nebennicrcninsuffizienz reagieren auf eine Reizung des Splanchnicus oder auf Nicotin kaum mit
einer Steigerung des Blutdruckes. Auch die Zufuhr von Pitressin u. BaCla hat einen
beträchtlich kleineren Blutdruckanstieg zur Folge als normal. Adrenalin hat dagegen
kräftige Wrkg. auf Blutdruck, Pupille u. die Nickhaut des Auges. Es scheint, daß
einer der Gründe der schweren Ansprechbarkeit auf dio genannten übrigen Reize
in der Erschöpfung der ehem. Substanz zu sehen ist, die die Impulse der herzbeschleunigenden u. V a so k o n strik to r . Nerven weiter gibt. (J. Physiology 96. 146— 63.
14/7. 1939. Toronto, Univ., Dep. of Med.)
'
W adehn.
* Chikashi Kataoka, Über die Einwirkungen von autonomen Nervengiften auf den
Liquor- und Blutdruck des normalen Hundes. Der Carotindruck des n. Hundes ist im
Durchschnitt 104 mm Hg. Durch intravenöse Injektion von Adrenalin, Cocain, Eserin,
Nicotin, Ergotoxin u. Atropin erfolgt eine Erhöhung, durch Pilocarpin, Acetylcholin
u. große Dosen Atropin eine Verminderung des Druckes. Der Liquordruck (im Durch­
schnitt 87,5 mm Hg) wird durch Adrenalin, Atropin, Pilocarpin u. Nicotin parallel
dem Blutdruck geändert, dagegen nicht durch Ergotoxin, Cocain, Acetylcholin u. Eserin.
Im allg. treten die Liquordruckschwankungen später als beim Blutdruck auf; die
Schwankungen sind auch sehr gering im Vgl. zum Blutdruck. (Sei-i-kai med. J. 57.
Nr. 1. 2—3. 1938. Tokyo, Jikei-ICwai, Medizin. Fakultät, Pharmakol. Inst, [nach
dtsch. Ausz. ref.].)
R oth m ann.
* Harold Dodd, Blutdrucksteigernde Mittel in der Chirurgie. Während größerer
chirurg. Operationen erwiesen sich zum Zwecke der Blutdrucksteigerung Injektionen
von Coramin, Adrenalin, Eserin als ungeeignet. Icoral erwies sich in der vom Hersteller
empfohlenen Dosis von 1 ccm als zu stark wirkend. Ephedrin wirkt gut bei subcutancr
oder intramuskulärer Injektion; doch hält die Wrkg. nur etwa 10—20 Min. vor. Mit
Cortin war die erzielte Wrkg. zu unsicher. Als bestes Mittel erwies sich Veritol; die
beste Dosierung war 1,5 ccm intramuskulär. Dio Wrkg. hält dann 40—60 Min. an.
In Fällen von Kollaps läßt sich Veritol mit Cardiazol kombinieren. Auch intravenöse
Injektionen 30%ig. physiol. Salzlsgg. haben sich gut bewährt. (Lancet 238. 358—60.
24/2. 1940. Ilford, King George Hospital u. Richmond, Royal Hosp.)
Gehrke.
I. I. Sborowskaja, Über die bedingten corticalen Beziehungen nach Morphinapplikatim. Durch subcutane Injektion einer Morphinlsg. (1 : 100) wurde bei 4 Hunden
der Brechakt ausgelöst u. dio reflektor. Rkk. der Vers.-Tiere auf bedingte u. unbedingte
Reize untersucht. ( $ « 3 i i o j i o r u 'i e c K u i i HCypnaj CGCP. [J. Physiol. U S S R ] 27. 3— 12.
1939.
Leningrad, Inst. f. ärztl. Fortbild.)
R o h r b a c h .)
I. I. Sborowskaja und A . O. Dolin, Bedingte Dysptwe toxischen Ursprungs.
(Vgl. vorst. Ref.) Bei 4 Hunden wurde der bedingte Morphinreflex durch Unters, von
Kreislauf, Atmung u. Sekretion beobachtet, wobei die Dyspnoe als empfindlichster
Indicator auf die durch Morphin oder entsprechende bedingte Reize verursachte
Störungen gefunden wurde. (iiiairojroriPiecKim JKypiia-i CCCP. [J. Physiol. USSR]
27. 13—21. 1939. Leningrad.)
R ohrbach.
Morizo Ishidate und Hidenobu Kawahata, Über die Auloxydation des trans.1 -Oxocamphers und den Einfluß durch andere Oxocampher. Der trans-n-Oxocampher (I),
dem dio eigentliche spezif. Herzwrkg. des Camphers zukommt (C. 1935- II. 701),
oxydiert sich an der Luft, sowohl in Lsg. als auch in festem Zustand, quantitativ zur
Isoketopinsäure (II). Als Zwischenstufe entsteht eine labile
Persäure (Moloxyd), die von verhältnismäßig langer Lebens­
COOH—C
CH.
dauer ist. Zur Feststellung, ob I biol. so bedeutungsvoll
n
ist, daß er in Ggw. von irgendeinem H-Donator über die
Persäure auf das Substrat den aktivierten O zu übertragen
vermag, wurde die Geschwindigkeit der O-Aufnahme einer wss. Lsg. von I manometr.
(nach W a r b u r g ) untersucht. Frisch hergestellte Lsgg. zeigten eine fast gleichmäßige
O-Aufnahme, wogegen ältere Lsgg., trotzdem sie vor O geschützt waren, weniger Auf­
nahme u. 2 Jahre alte Lsgg. überhaupt keine Aufnahme zeigten. Vermutlich ist dem
Präp. ein Stoff beigemengt, der als Antikatalysator wirkt u. die Kettenrk. der Autoxy­
dation abbricht. Dasselbe wurde bei pharmakol. Versa, beobachtet, wo frische Präpp.
sehr akt., dagegen ältere wenig wirksam waren. Einen solchen hemmenden Einfl. übt
z. B. o-Oxocampher aus. Setzt man z. B. p-Oxocampher dem I zu, so wird die O-Auf­
nahme von I wenig gehemmt; ein Zusatz einer Spur von o-Oxocampher (etwa 1/ UKX) Mol.
2502:
F . P h a r m a z ie .
D e s in f e k t io n .
1940. I.
Verhältnis) wirkt stark hemmend ; Zusatz von 1/200 Mol. Verhältnis bringt die O-Aufnahme zum Stillstand. o-Oxocampher selbst zeigt keine nennenswerte O-Aufnahme.
Der Zusatz von lO-Oxocampher verhindert die O-Aufnahme von 1 fast vollständig.
Auch auf die Chemiluminescenzrk. von I wirkt lO-Oxoeampfer hemmend. Anorgan.
Katalysatoren, wie z. B. Ferrosalz, wirkt auf die O-Aufnahme von I stark beschleunigend,
KCN stark hemmend; geringe Mengen CuSO., sind ohne Einfl.; größere Mengen da­
gegen hemmend. (Proe. Imp. Acad. [Tokyo] 15. 353—56. Dez. 1939. Tokyo, Univ.,
Pharmazeut. Inst. d. med. Fak. [nach dtsch. Ausz. ref.])
R oth m ann.
Georg Schröder, Über die spezifische Behandlung der Tuberkulose mit besonderer
Berücksichtigung des Thyteban-Schering. Auf der Suche nach einem weniger gefährlichen
Mittel, als es das Alttuberkulin ist, wurden Tuberkelbaeillen auf Extrakten von Lymphdrüsen, Milz oder Thymus gezüchtet. Dabei tritt ein Absterben der Erreger ein u. dio
derart erhaltene Fl. wurde zu therapeut. Verss. bei Tieren u. Menschen benutzt. Eine
Kultur auf Thymusextrakt bildet das Thyteban, SCHERING. Schutzimpfung damit u.
Weiterbehandlung verleiht Tieren einen Schutz gegen experimentelle Infektion mit
Tuberkelbacillen durch Aktivierung des Rcticuloendothels u. der mesenchymalen Ab­
wehrvorgänge. An der Injektionsstelle der Vaecine bildet sich ein Herd tuberkulösen
Gewebes ohne Tendenz zur Ausbreitung, ja ohne Beeinflussung der regionalen Lymphdrüsen. An 3 menschlichen Fällen wird die Wirksamkeit des Präp. in Kombination mit
Solganal oder Neosolganal demonstriert. (Dtsch. Tuberkul.-Bl. 14. 45—56. Mqrz 1940.
Schömberg, Kreis Calw, Neue Heilanst. f. Lungenkranke.)
JUNKMANN.
Lewis M. Hurxthal und T. Sterling Claiborne, Die Behandlung der Tetanie,
mit Dihydrostachysterin (A. T. 10). Dihydrostachysterin (A. T. 10) wird — nach Prüfung
in 6 Fällen — als wirkungsvolles Medikament zur Kontrolle schwerer Tetanie empfohlen.
Leichtere Fälle können auch mit Calciumlactat behandelt werden. (New England J.
Med. 220. 911—16. 1/6. 1939. Boston, Laliey Clinie, Dep. of Internal Med. u. Atlanta,
Geo.)
P o sch m an n .
A.
D. McEwen und G. E. Oxspring, Die Behandlung von mit Brucella abortus
infiziertem Rindvieh mit „Abortulin“ . Durch Behandlung mit ,,Abortulin“ konnte
bei 2 Kühen, deren Milch sowohl mit Kulturverf. als auch durch Verimpfung an Meer­
schweinchen auf Bmcella abortus geprüft wurde, kein Verschwinden der Erreger erzielt
werden. (Veterin. Rec. 52. 107—08. 10/2. 1940.)
J unkm ann.
Léon Binet, Die Behandlung der Kohlenoxydvergiftung. Auf Grund von Verss.
kommt Vf. zu dem Ergebnis, daß die tödliche Vergiftung durch Leuchtgas hauptsäch­
lich auf dessen Geh. an HCN beruht; im Leuchtgas verschied. Städte konnte ein Geh.
von etwa 0,10 mg im Liter festgestellt werden, was einer KCN-Lsg. von 1: 400000 ent­
spricht. Die Verwendung von Natriumhyposulfit u. auch von Methylenblau wirkt
lebensrettend. Glutathion ist wirkungslos. Jedoch wird vom Vf. die Inhalation von O,
dem 5— 7% C02 beigemengt ist, bei Leuchtgasvergiftungen bevorzugt. Methylenblau
kann als Adjuvans dienen. (Presse méd. 47. 1500—01. 15/11. 1939.) ROTHM ANN.
N. Currie, Gefährdung der Gesundheit in der Kautschukindustrie. Besprechung der
in der Kautschukindustrie verwendeten giftigen Stoffe, wie Bzl., CS2, Pb-Verbb. usw.,
der hierdurch verursachten Krankheiten u. der Verhütungsmaßnahmen. — Diskussion.
(Trans. Instn. Rubber Ind. 15. 137—51. Okt. 1939.)
D onle.
H.
W . Greenwood, Allergie und der Photograph. Die Erscheinungen bei der
Vergiftung mit Metol, p-Phenylendiamin, Cr-Salzen, Na-Benzoat u. Formalin werden
besprochen. (Brit. J. Pliotogr. 86. 578—80. 15/9. 1939.)
K urt Meye r .
F. Pharmazie.
Desinfektion.
(Heil- u.
Gewürz-Pflanzen 18. 103— 09. 1939. Zürich, Techn. Hochsch.)
T h ie s .
H.
Flück, Der Einfluß verschiedener Trocknungsmethoden auf den G esam talkaloiugehalt von Folia Stramonii und Folia Belladonnae. Vf. untersucht den Einfl. der ver­
schiedensten Trocknungsarten auf dem Gesamtalkaloidgeh. von Folia Stramonii u.
Folia Belladonnae. Die besten Ergebnisse wurden erhalten beim Trocknen bei 50—60
bei gewöhnlichem Druck bzw. bei 30° im Vakuum von 14— 16 mm Hg. (Heil- u.
Gewürz-Pflanzen 18. 109—25. 1939. Zürich, Techn. Hochsch.)
T h ie s .
P. Bhaskara Rama Murti und T. R . Seshadri, Chemische Zusammensetzung
von indischen Sennablättern (Cassia angustifolia). Der wss. Auszug von ind. Sennablättern
enthielt eine beträchtliche Menge Ca-Salze; der PAe.-Auszug ergab Sennawachs, das aus
einem Gemisch von freiem Myricylalkohol, C,0W62O, u. regulärem Wachs bestandLetzteres zeigte VZ. 40,2; SZ. 5,2; JZ. 2,1 u. Unverseifbares 80%. Der nach der Er­
schöpfung mit .PAe,. erhaltene alkoh. Extrakt wurde durch mehrfaches Umfällen mi
H.
Flück, Untersuchungen über Drogcntrocknung. Allg. Erörterungen.
1940. 1.
F . P h a r m a z ie .
D e s in f e k t io n .
25Ö3
W. u. Behandlung mit neutralem Pb-Acetat von Verunreinigungen gereinigt. Der aus
dem klaren braunen Filtrat nach Kochen u. Fällen mit bas. Pb-Acetat gewonnene Kd.
enthielt an Flavonolen Isorhamnetin u. Kämphcrol zu etwa gleichen Mengen u. an Anthrachinonderivv. vorwiegend Rhein neben geringen Mengen Emodin, deren Trennung nach
neuen Verff. eingehend beschrieben ist. (Proc. Indian Acad. Sei., Scet. A 10. 96— 103.
Aug. 1939. Waltair, Andhra Univ.)
B ehrle.
L. Rosenthaler, Zur Darstellung isotonischer Lösungen. Übersicht u. Rezepte.
(Schweiz. Apotheker-Ztg. 78. 85—89. 17/2.1940. Bem.)
Thies.
H.
V . Czetsch-Lindenwald, Tinkturen mit ätherischen Ölen. Mehrere Tinkturen
des DAB. VI., die ausschließlich oder wenigstens zum wesentlichen Teil äther. Öle als
Wirkstoffe enthalten, wurden untersucht. Sie unterscheiden sich im Trockenrückstand
u. bes. im Ölgehalt. An Hand einiger Beispiele wird gezeigt, daß frische Drogen u.
die Concisform als Macerationsgut bessere Resultate ergeben als die Pulver. Beim
Pulvern der Drogen geht viel äther. öl verloren. Aus Pulvern, die wenig öl enthalten,
kann auch die Evakulation keinen großen Ölgeh. herauslaugen. Vf. kommt zu dem
Schluß, man Bollte in erster Linie Drogen in conciser Form zu Tinkturen verarbeiten.
Dasselbe gilt für die Evakulation äther. Öldrogen. (Pharmaz. Zentralhalle Deutschland
81. 73—77. 15/2. 1940. Ludwigshafen a. Rh.)
H ess.
Milton A . Lesser, Antihelminlica. Übersicht. (Manufact. Chemist pharmac. fine
ehem. Trade J. 10. 220—24. Juli 1939.)
T h ie s .
K . Koch und S. Metzner, Neue Ergebnisse auf dem Gebiet der kreislaufwirksamen
Substanzen. (Fortsetzung zu C. 1939. II. 2116.) Übersicht über die zentral u. die
peripher angreifenden Analeptica. Es werden die in der Zeit vom 1. Juli 1936 bis
31. Dez. 1938 erzielten neuen Ergebnisse an Hand der Literatur besprochen. (Dtsch.
Apotheker-Ztg. 55. 130—34. 2/3. 1940.)
P a n g r it z .
H.
V . Czetsch-Lindenwald. Über Ersatzmöglichkeiten der Kaffeekohle. Vf. schlägt
als Ersatz für Kaffeekohle eine Kohle vor, die durch Rösten einer Mischung von Sem.
Foen. graec. 1 (Teil), Eichenrinde 2, Eicheln 2, Weizen 1 u. Gerste 1 gewonnen wird
u. klin. gleichartige Wirkungen besitzt. (Süddtsch. Apotheker-Ztg. 80. 93—94. 28/2.
1940. Ludwigshafen.)
T h ie s .
*
Georg Dultz, Uber vitamin-C-haltige Sirupe. Es soll versucht werden, haltbare
j'tiamn-O-haltige Präpp. sowohl durch Verwendung synthet. Ascorbinsäure (I) als auch
des natürlich vorkommenden Vitamins C für therapeut. Zwecke zu schaffen. Zu diesem
Zweck wurden I-haltige Sirupe hergestellt u. geprüft. Es handelt sich um die Haltbar­
keit des Vitamins G in Sirup, simpl., in Himbeer- u. schwarzem Johannisbeersaft. Die
Prüfung erfolgte bei den bis zur Farblosigkeit verd. Sirupen jodometr., bei den anderen
mittels Dichlorphenolindophenol. Für die Haltbarkeit des Vitamins C in Zuckerlsgg.
ist es unwesentlich, ob Rüben- oder Traubenzucker verwendet wurde. Auch Ansätze
mit Konservierungsmitteln wurden geprüft. Bei Senkung des Zuckergeh. ließ die
Haltbarkeit des Vitamins nach. Die Aufbewahrung der Lsg. am Licht oder vor Licht
geschützt, erbrachte die erfahrungsgemäß bestätigte Tatsache, daß dieses gleichgültig
für die Beständigkeit der I ist. — Bei den Verss. mit Himbeersaft u. Saft von schwarzen
Johannisbeeren zeigte der Sirup, vor allem der Bchwarzen Johannisbeere, ein Absinken
des I-Geh. bei den am Licht aufbewahrten Proben. — Saccharose in hoher Konz, stellt
einen sehr guten Schutz für die in Pflanzensäften vorhandene I dar. Als Erklärung
wird angeführt, daß der Zucker die Wrkg. der in den Früchten vorhandenen Oxydasen
hemmt ul hierdurch die oxydationshemmenden Stoffe dieser Säfte in erhöhtem Aus­
maße zur Wrkg. kommen. Es wird noch ein bes. Herst.-Verf. solcher Sirupe beschrieben.
Danach hergestellte vitamin-C-haltige Sirupe WTirdcn ebenfalls auf ihren Geh. an I
geprüft. (Süddtsch. Apotheker-Ztg. 80. 87—89. 24/2. 1940. München, Inst. f. Arznei­
mittelforschung u. Arzneimittelprüfung.)
H ess.
Walter Meyer, Über die Herstellung der „sulfonierten Öle“ , über ihre Verwendung
und ihren Nachweis in medizinischen, pharmazeutischen, kosmetischen oder technischen
Präparaten. Vortrag. Zusammenfassende Darstellung. (Dtsch. Apotheker-Ztg. 55.
128—30. 142—44. 6/3. 1940.)
_________________
P a n g r it z .
Joseph A . Hinkamp und Harry R . Brasel, Chicago, Hl., V. St. A., Mit Kautschuk­
milch imprägniertes Gaze- und Mullband zur Herstellung von Verbänden, dad. gek., daß
1- das Band mit Kautschukmilch imprägniert ist, aus welcher die Proteinstoffe prakt.
vollständig entfernt sind; — 2. die Hauptmenge der Proteine sowie der überschüssigen
Säure aus dem selbstklebenden Gazeband, bei welchem Kautschukmilch auf eine Gazeunterlage aufgebracht u. dann der Einw. einer die Kautschukmilch koagulierenden
Säure unterworfen wurde, ausgewaschen u. das Erzeugnis dann getrocknet wird; — 3. das
Gazeband zunächst in Kautschukmilch, dann in eine Säurelsg. u. anschließend in W. auf
2504
F . P h a r m a z ie .
D e s in f e k t io n .
1940. I.
einer zur prakt. Entfernung der Proteine u. der überschüssigen Säure ausreichenden
Länge eingetaucht wird. — Zeichnung. (D. R. P. 688 430 Kl. 30 d vom 14/7.1937, ausg.
20/2. 1940. A. Prior. 13/7. 1936.)
M . F. M ü l l e r .
Johann G. W . Opiermann & Sohn, Bergisch Gladbach, Herstellung von primärem
und sekundärem adipinsaurem Hexamethylentetramin, dad. gek., daß 1. Adipinsäure (I)
u. Hexamethylentetramin (II) in entsprechendem mol. Verhältnis in konz. Lsg. aufeinander
zur Einw. gebracht werden, wobei zur Herst. von saurem adipinsaurem I dest. W. oder
nichtwss. Lösungsmittel, zur Herst. des sek. Salzes dagegen nur nichtwss. Lösungsmittel,
zweckmäßig 80°/oig. A., verwendet werden; 2. zur Herst. des prim. Salzes eine konz. sd.
Lsg. von I in eine konz. sd. Lsg. von II eingegossen wird, wobei zweckmäßig ein kleiner
Überschuß an I angewandt wird; 3. ein mechan. Gemisch von gepulvertem II u. der ent­
sprechenden Menge I in sd. Lösungsm. bis zur Sättigung eingetragen wird. — Des­
infektionsmittel der Harnwege. (D. R. P. 687 250 Kl. 12 p vom 15/7. 1937, ausg. 25/1.
1940.)
D onle.
Schering A . G., Berlin (Erfinder: Max D ohm , Berlin, und Paul Diedrich,
Finkenkrug), Herstellung von Substitutionserzeugnissen von Acylaminosäuren und deren
Salzen, dad. gek., daß man di- oder trijodsubstituierte Halogenide der Benzoesäure oder
ihrer Substitutionserzeugnisse sowie von heterocycl. Carbonsäuren, wie Dijodoxypyridincarbonsäure, mit Aminosäuren, zweckmäßig in Lsg. in organ. Lösungsmitteln,
in Ggw. von bas. Mitteln, wie Alkalien, umsetzt u. die erhaltenen di- bzw. trijodsubstituierten Acylaminosäuren gegebenenfalls in an sich bekannter Weise in ihre lösl. Salze
überführt. — Ausführungsform des Verf. zur Herst. von Di- u. Trijodsubstitutionserzeugnissen der Hippursäure, dad. gek., daß man Di- u. Trijodbenzoylchlorid mit Glykokoll in Ggw. von bas. Mitteln, wie Alkalien, umsetzt. — 10 g 3,5-Dijodbenzoylchlorid
(hergestellt durch Behandlung von 3,6-Dijodbenzoesäure mit Thionylchlorid) werden in
10 ccm Bzl. gelöst u. mit einer Lsg. von 7 g Glykokoll in 150 ccm n-NaOH 1 Stde. bei
gewöhnlicher Temp. geschüttelt. Das schwer lösl. Na-Salz der 3,5-Dijodhippursäure
wird abgesaugt, in viel W. gelöst, filtriert u. mit Essigsäure bei 40° gefällt. Der Nd. wird
aus 50°/oig. A. umkrystallisiert. Die Säure bildet Blättchen u. platte Nadeln vom
F. 213°. Die erhaltenen Verbb. eignen sich vorzüglich für diagnost. u. therapeut. Zwecke,
z. B. für die innere u. äußere Desinfektion. (D. R. P. 669663 Kl. 12 o vom 17/4. 1935,
ausg. 16/1. 1940.)
M. F. MÜLLER.
Antoine Mouneyrat, Frankreich, Herstellung von Derivaten der p-Aminobenzolsulfonsäure, bes. des Sulfonsäureamids u. des Propylsulfons, die an der p-Aminogruppe
mit halogenierten Fettsäurechloriden acyliert sind. Zur Acylierung dienen z. B. die
Fluor-, Chlor-, Brom- oder Jodderivv. der Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,
Laurinsäure, Palmitinsäure oder Stearinsäure. An Stelle des p-Aminobenzolsulfamids (I)
kann auch z. B. das p-Aminophenylsulfamido-2-pyridin oder -2-piperidin oder -2-chinolin
oder das p-Aminophenylsulfonpropyl, NH2-C6H4-S02—C3H-, acyliert werden; ebenso
die entsprechenden Disulfamide, wie p-Aminophenylsulfonaminophenylsulfamid, NH2—
C„H4— S02-NH—CjH,—S02-NH2, u . p-Diaminodiphenylsulfon, NH2—C6H4— S02—
C6H4—NH2. — 1050 g I werden in 4 1 Aceton warm gelöst. Nach dem Abkühlen rührt
man in die Lsg. 550 g Phenylbutlersäurechlorid, C0H5—CH2—CH2—CH2—CO-CI, ein.
Nach beendeter Rk. setzt sich das Phenylbutyrylsulfamid am Boden ab. Die noch warme
Rk.-M. gießt man in 15 1W., das 2°/o HCl enthält. Das Sulfamid scheidet sich als weißer
Nd. ab, der gewaschen u. getrocknet wird. — Ebenso wird I mit a.-Bromlaurinsäure­
chlorid, CH3—(CH2)b—CHBr—CO-CI, acyliert, — oder mit cc-Bromstearinsäureäthyle-ster, — oder mit a-Bromphenylbuttersäurechlorid, C0H5—CH2—CH2—CHBr—CO-CI.
— oi-Bromlauroyl-p-aminophcnylsulfonsäure, CH3—(CH2)9—CHBr—CO-NH—C6H4—
SO?H, wird mit PC15 in das Sulfonsäurechlorid u. weiter mit NH3 in das Sulfonsäure­
amid übergeführt. — Die erhaltenen Prodd. haben eine große Wrkg. gegen Strepto­
kokken. (F. P. 850 553 vom 27/8. 1938, ausg. 20/12. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
May & Baker, Ltd., London, Arthur James Ewins und Montague Alexander
Phillips, Romford, England, bzw. Soc. des Usines Chimiques Rhöne-Poulenc,
Paris, Frankreich, p-Aminobenzolsulfonamidderivate der Pyridin-, Chinolin• und Iso­
chinolinreihe. Die Darst. erfolgt in an sich üblicher Weise. — 9,4 g 2-Aminopyridin (I)
werden in 20 ccm Pyridin gelöst, mit 23,5 g p-Acetylaminobenzolsulfonylchlorid (II)
erhitzt, mit W. versetzt, das ausgefällte 2-(p-Acetylaminobenzolsulfonamido)-pyridin (IV),
F. 224°, mit 2-n. NaOH verseift. 2-(p-Aminobenzolsulfonamido)-pyridin(lIl), F. 190°.—Aus I u. p-Nitrobenzolsulfonylchlorid 2-(p-Nitrobenzolsulfonamido)-pyridin (V), F. ISo •
hieraus durch Red. III. — Aus II u. 6-Aminochinaldin 6-(p-Acetylaminobenzolsulfonamido)-chinaldin, F. 272°; hieraus die Aminoverb., F. 252°. — Aus p-Chlorbenzolsulfonylchlorid u. I die p-Cl-Verb., F. 186°; hieraus mit NH3 III. — Aus p-Acetylaminobenzolsulfonamid u. 2-Brompyridin in Ggw. von K2C03 u. Cu IV, dann III.
Aus
1940. I.
P . P h a r m a z ie .
D e s in f e k t io n .
2505
p-Nitrobenzolmlfonsäureanhydrid u. I erhält man V, dann III. — Aus III u. p-Nilrobenzoylchlorid 2-[p-(p'-Nitrobenzoylamino)-benzolsulfonamido\-pyridin, F. 272°. — In
ähnlicher Weise werden hergestellt: 5-(p-Acdylaminobcnzolsulfonamido)-8-methoxychinolin, F. 185°, u. die zugehörige Aminoverb., F. 228—230°; 2,6-Di-(p-acelylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 275°, u. die Diaminoverb., F. 255°; 2-Oxy-4-methyl7-(p-acetylaminobenzolsulfonamido)-chinolin, F. 304°, u. dio Aminoverb., F. 289°; 3-Garboxy-2-(p-acetylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 175°, u. die Aminoverb., F. 176 bis
179°; 6-Hethyl-2-(p-acetylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 216°, u. die Amino­
verb., F. 219°; 6-(p-Acetylaminobenzolsulfonamido)-chinolin, F. 275°, u. die Amino­
verb., F. 200°; 2-(p-Methylaminobenzolmlfonamido)-prjridin, F. 154°; 2-[p-(2',4'-Dinitrophenylamino)-benzolsulfonamido]-pyridin, F. 230—233°; 2-(p-Dimethylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 218—220°; 4-(p-Acetylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 262“,
u. dio Aminoverb., F. 240°; 2-(p-Acetylaminobenzolsulfonamido)-ckinolin u. die Amino­
verb., F. 193— 195°; 2-(p-Dimethylaminobenzolsulfonmcthylamido)-pyridin, F. 155°;
2-(p-Aminobenzolsulfonmethylamido)-pyridin, F. 225°; 6-{p-Nilrobenzolsulfonamido)chinaldin u. die Aminoverb., F. 252°; 2-(p-Acetylbenzylaminobenzolsulfonamiao)-pyridin,
F. 177°, u. 2-(p-Benzylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 200°; l-(p-Acetylaminobenzolsulfonamido)-isochinolin, F. 225°, u. die Aminoverb., F. 263°; 2-{p-Aminobenzolsulfonbenzylamido)-pyridin, F. 179°; aus p’-Diäthylaminoazobenzol-p-sulfonylchlorid u. 1
2-(p'-Diäthylaminoazobcnzol-p-sulfonamido)-pyridin, hieraus mit Na-Hydrosulfit III;
aus 2-Aminopyridin-5-sulfonsäurephenolester u. II 2-(p-Acctylaminobcnzohulfonamido)pyridin-5-sulfonsäurephaiiolester, F. 175— 185° u. 2-(p-Aminobcnzolsulfonamido)-pyridin5-sulfonsäure, F. 305°; 5-Nitro-2-(p-acetylaminobenzolsulfonamido)-pyridin, F. 264°;
5-Jod-2-(p-acetylamirwbenzolsulfonamido)-pyridin, F. 234°, u. die Aminoverb., F. 219°;
2-[p-Acetylaminobenzolsulfonmcthylamido)-pyridin, F. 231°. — Die Verbb. haben baktericide Eigenschaften. (E. P. 5121 45 vom 29/11. 1937, 12/5. u. 8/6. 1938, ausg. 5/10.
1939. Schwz. PP. 205 678— 205 681 vom 15/11.1938, ausg. 16/9.1939. E. Priorr.
29/11. 1937 bzw. 29/11. 1937 u. 12/10. 1938 bzw. 12/5. 1938 bzw. 8/6. 1938. F. P.
846191 vom 18/11.1938, ausg. 11/9.1939. E. Priorr. 29/11.1937, 12/5. u.8/6.
1938.)
D onle.
I. G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Kondensationsprodukte aus
4,4'-Diaminodiphenylsulfon (I), indem man dieses, gegebenenfalls stufenweise, mit
Aldehyden kondensiert. Man gelangt zu Azomethinen, die gegebenenfalls 2 verschied.
Aldehydreste enthalten. — 24,8 g I werden mit 30 g Zimtaldehyd in 300 ccm A. 15 Min.
zum Sieden erhitzt. 4,4'-Bis-{cinnamylidenamino)-diphenylsu!fon, F. 236°. In gleicher
Weise gewinnt man mit Propion-, Benz-, 4-Tolyl-, 2-Oxybenz-, 4-Methoxybenz-, 4-Chlorbenz-, 3,4-Mcthylendioxybenzaldehyd (II), 4,4'-Bispropylidenaminodiphenylmlfon, F. 246°,
bzw. 4-Benzylidenamino-4'-aminodiphenylsulfon, F. 214°, bzw. 4,4 -Bis-(4"-methylbenzylidenamino)- bzw. 4,4'-Bis-(2"-oxybenzylidenamino)-diphenylsulfon, FF. 250 u.
259°, bzw. 4-(4"-Methoxybenzylidenamino)-4'-aminodiphenylsulfon, F. 226°, bzw.
4,4'-Bis-(4"-chlorbenzylidcnamino)-diphenylsulfon, F. 233°, bzw. 4-(3",4"-Methylendioxybenzylidenamino)-4'-aminodiphenylsulfon, F. 227°. Aus techn. I, in dem sich
kleine Mengen seines Hydrochlorids befinden, u. II erhält man 4,4'-Bis-(3",4"-methylendioxybenzylidenamino)-diphenylsulfon, F. 231°. — Weiter genannt: 4,4'-Bis-(benzylidenamino)-, 4,4'-Bis-(4"-methoxybenzylidenamino)-diphenylsulfon. — Heilmittel. (F. P.
845 532 vom 2/11. 1938, ausg. 25/8. 1939. D . Prior. 3/11. 1937.)
D onle.
Gilbert Thomas Morgan und Leslie Percy W alls, Teddington, England, Phenanthridinderivate. Quaternäre Phenanthridinsalze, die mehr als eine freie oder acylierte
NH2-Gruppe enthalten, gewinnt man durch Ringschluß von acylierten o-Xenylaminen,
die mehr als eine N02-Gruppe enthalten, mittels POCl3 u. dgl., vorzugsweise in Ggw.
eines hochsd. inerten Lösungsm., wie Nitrobenzol, Red. der entstandenen Nitroverbb.
zu den Aminoverbb. u. Überführung derselben, vorzugsweise nach Acylierung der NH2Gruppen, in quaternäre Verbb. mittels p-Toluolsulfonsäuremethylester (I) u. dergleichen.
Man kann auch die Nitroverbb. quaternär machen u. dann reduzieren. — Eine Mischung
von 20 (Teilen) 2-p-Nitrobenzamido-5-nitrodiphenyl [aus ü-Nitro-2-xenylamin u. p-Nilrobenzoylchlorid (II)] u. 40 POCl3 wird 40 Stdn. erhitzt; nach Aufarbeitung gelangt man
zu 3-Nitro-9-p-nitrophenylphenanthridin, F. 294°; hieraus durch katalyt. Red. zu
3-Amino-9-p-aviinophe?iylphenaiUhridin,
F. 233°; Diacetylverb., F. 328°. Mit I quater
Salz, das bei der Abspaltung der Acetylgruppen mit HCl 3-Amino-9-p-aminophenyl-10mdhylphenanthridiniumchlorid, F. 257° (Zers.), liefert. — Aus 4'-Nitro-2-p-nitrobenzamidodiphenyl (aus 4'-Nitro-2-xenylamin u. II) 7-Nitro-9-p-nitrophenylphenanthridin
(III), F. 327°, dann die Diaminoverb., F. 212°, die Diacetylverb., u. 7-Amino-9-p-aminophenyl-10-methylphenanthridiniumchlorid (IV), F. 262° (Zers.); Diacetylverb.; aus III u.
Methylsulfat 7-Nitro-9-p-nitrophenyl-10-methylphenanthridiniummethylsulfat, hieraus mit
2506
F . P h a r m a z ie .
D e s in f e k t io n .
1940. I.
HCl das quaternäre Chlorid, das zu IV red. werden kann. — Aus 3,5-Dinitrobenzoyl-oxenylamin 3',5'-Dinitrophenyl-9-plienanthridin, F. 292°; quaternäres Methylsulfat u.
-chlarid. Aus letzterem durch Red. 3',5'-Diaminophenyl-9-phenanthridiniummethylchlorid. — Aus 5,4'-Dinitro-2-benzamidodiphenyl 3,7-Dinitro-9-phenylphenanthridin,
dann die Diaminoverb., Diacetylverb., 3,7-Diacetamido-9-phenyl-10-methylphenanlhridiniumchlorid u. die zugehörige Diaminoverbindung. — Aus 4'-Nitro-2-acetamidodiphenyl
durch Bromierung 4'-Nitro-2-acetainido-5-bromphenaiithridin, dann die freie Aminoverb.,
F. 152°; aus dieser mit II 5-Brom-4'-nitro-2-p-nitrobenzamidodiphenyl, F. 244°, das in
3-Brom-7-nitro-9-p-nitrophenylphenanthridin übergeführt wird. Diaminoverb.; 3-Brom7-amino-9-p-aminophenyl-10-methylphenanthridiniumchlorid. — Aus 4'-Nitro-2-aminodiphenyl u. 3,5-Dinitrobenzoylchlorid 4'-Nitro-2-(3" ,5"-dinitrobenzamido)-diphenyl,
F. 229°, dann 7-Nitro-3' ,5'-dinitrophenyl-9-phenanthridin, F. 257°; Triaminoverbindung.
Antisept. u. trypanocide Wirkung. (E. P. 511 353 vom 13/1. u. 7/10. 1938, ausg. 14/9.
1939.)
D onle.
Frederick F . Blicke, Ann Arbor, Mich., V. St. A., Tertiäre N,N-DicycloalkylX __ N_X alkylamine bzw. deren Salze der allg. nebenst. Formel, in der Y einen
l
Alkenyl-, Alkyl-, Cycloalkyl-, Cycloalkylalkyl-, Aryl- oder Aralkylrest
Y
u. X einen Cycloalkylalkylrest bedeutet, erhält man durch Umsetzen
eines prim. Amins mit einem Cycloalkylalkylhalogcnid in Ggw. eines Lösungsm., wenn
nötig eines Katalysators (Alkalien) bei gewöhnlicher oder erhöhter Temp.; die Reinigung
erfolgt in üblicher Weise. — Man erhitzt eine Mischung aus 1,55 (g) Methylamin,
17,7 Cyclohexylmethylbromid, 10,6 wasserfreiem Natriumcarbonat u. 60 ccm A. 8 Stdn.
auf 135—140°. Nach der Aufarbeitung erhält man durch Dest. Methyl-di-(cyclohexylmethyl)-amin als ölige Fl., Kp.u 144—147°, Hydrochlorid, F. 240—240,5°. — Aus
Methylamin u. ß-Cyclohexyläthyljodid erhält man Methyl-di-(ß-cyclohexyläthyl)-amin,
Kp. ^ 188—193“, Hydrochlorid, F. 257—258°, Goldsalz, (C17H33N-HC1-AuC1?) F. 166
bis 167°. — Aus Methylamin u. y-Cyclohexyl-n-propylbromid ->- Methyldi-(y-cyclohexyl-n-propyl)-amin, Kp.20 202—204°, Hydrochlorid, F. 213—216°. — Aus Methyl­
amin u. ö-Cyclohexyl-n-butylbromid -> Methyldi-(6-cyclohexyl-n-butyl)-amin, Kp.36t5 225
bis 227°, Hydrochlorid, F. 188—191°. — Meihyldi-(ß-cydopentyläthyl)-avnn, Hydro­
chlorid, F. 240—242°. — Äthyldi-(cydohexylmethyl)-amin, Kp.,2 149—153°, Hydrochlorid,
F. 137—138°. — Äthyldi-(ß-cyclohexyläthyl)-amin, Kp.21 194r—197°, Hydrochlorid, F. 130
bis 133°. — Äthyldi-(ö-cyclohexyl-n-bvtyl)-amin, Kp.19 230—236°, Hydrochlorid, F. 132
bis 135°. — Äthyl-(cyclohexylmethyl)-(ß-cyclohexyläthyl)-amin, Kp.5 146— 149°. Hydro­
chlorid, F. 116— 117°. — n-Propyidi-(ß-cydohexyläthyl)-amin, Kp., 160— 165°. — Isodropyldi-(ß-cyclohexyläthyl)-amin, Kp., 171—174°. — n-Butyldi-(ß-cyclohexyläthyl)amin, Kp., 176—178°. — n-Amyldi-(ß-cyclohexyläthyl)-amin, Kp., 178— 181°. —
n-Heptyldi-(ß-cyclohexyUithyl)-amin, Kp.6 197—202°. — Cyclohexyldi-(ß-cyclohexyläthyl)-amin, Ivp.5190— 193°, Hydrochlorid, F. 165—167°. — Phenyldi-(ß-cydohexyIäthyl)-amin, Kp.s213—218°, Hydrochlorid, F. 148—150°. — Benzyldi-(ß-cyclohexyIäthyl)-amin, Kp.5207—210°,Hydrochlorid, F. 141—143°. — Allyldi-(ß-cyclohexyläthyl)-amin, Kp.5170— 172°, Hydrochlorid, F. 137— 138°. — Verwendung als Antispasmolytica. (A. P. 2 1 8 0 344 vom 21/6. 1937, ausg. 21/11. 1939.)
K rau sz.
*
Research Corp., N. Y., übert. von: Nicholas A . Milas, Belmont, Mass., V. St. A.,
Extraktion, Konzentration und fraktionierte Trennung von Vitamin A und D aus natür­
lichen Rohstoffen, wie Dorsch-, Heilbuttran. Die Rohstoffe werden verseift, das Unverseifbare durch Extraktion abgetrennt, der Pliosphatidgeh. hieraus durch selektive
Lsg. abgeschieden, der hierbei verbleibende, die Vitamine zusammen mit Sterinen u.
anderen Stoffen enthaltende Rückstand einer systemat. Fraktionierung durch all­
mähliches Abkühlen, fraktioniertes Krystallisieren u. bei allmählich tiefer werdenden
Tempp. erfolgendes Abfiltrieren einer Vitamin A in ziemlich reiner Form enthaltenden
Lsg. unterworfen; der hierbei anfallende, Vitamin D, Sterine usw. enthaltende Rück­
stand wird gelöst, kryst. u. filtriert (wobei man den Nd. der bei der höchsten Temp. er­
folgenden Krystallisation verwirft). Man wiederholt das Lösen, Krystallisieren u.
Filtrieren, bis man mehrere Serien von Rückständen erhält. Auf diese Weise werden
die letzten Mengen Vitamin A aus den Rückständen entfernt; durch jeweiliges Verwerfen
der bei der höchsten Temp. anfallenden Krystallisation in jeder Serie erzielt man eine
Abtrennung der Sterine usw. u. eine Reingewinnung von Vitamin D. — Zeichnungen.
(A. P. 2 1 7 3 629 vom 9/8. 1937, ausg. 19/9. 1939.)
D onle.
Research Corp., New York, N. Y., übert. von: Gustav A . Stein, Elizabeth,
N. J., V. St. A., 2-Methyl-5-chlormethyl-6-aminopyrimidinhydrochlorid. Ein 2-Methyl-ualkoxymethyl-6-aminopyrimidin, z. B. 2-Methyl-5-äthoxymeihyl-6-aminopyrimidin, wird
mit HCl in Ggw. eines aliphat. Alkohols, wie Butanol, umgesetzt. — Zwischenprod. für
1940. I.
P . P h a r m a z ie .
die Herst. von Vitamin Bj.
1939.)
D e s in f e k t io n .
(A. P. 2 1 8 4 964
vom
14/12.
2507
1937, ausg.
26/12.
D onle.
*
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Herstellung
von Lactoflavinpliosphorsäuren, dad. gek., daß man Ladoflavin (I) oder solches enthaltende
Präpp., gegebenenfalls unter Zusatz von Phosphaten, mit durch Acctonbehandlung er­
haltenen bzw. angereicherten Präpp. aus Schleimhaut des Magen-Darmkanals bei einem
Ph zwischen 6 u. 8 behandelt. Der Zusatz' von Verbb. von der Art der Nebennierenrindenhormone, wie Corticosteron, Desoxycorticosteron, oder von Nebennierenexlrakten be­
wirkt eine raschere bzw. vollständigere Phosphorylierung. Ausgangsstoffe sind außer I
Hefe, Leber, Milch usw.; die die Phosphorylierung bewirkenden Phosphatasepräpp.
können aus der Schleimhaut von Rindern, Schweinen, Pferden, Katzen, Ratten usw.
gewonnen werden. Zugesetzte Phosphatlsgg. kömien als Pufferlsgg. dienen. Die ent­
standenen Flavinphosphorsäuren können aus dem Rk.-Gemisch durch Kataphoresevers. nachgewiesen u. gegebenenfalls abgeschieden werden; unveränderte Flavine lassen
sich mit mit W. nicht mischbaren Alkoholen, wie Butanol, Amylalkohol, Benzyl-,
Phenyläthylalkohol, Phenylpropanol, Phenyläthylmethyläthylcarbinol abtrennen; an­
schließend können die Flavinphosphorsäuren mit Phenol ausgezogen u. über Salze
(Ca, Ag, Hg) oder durch Adsorption isoliert werden. (D. R. P. 687197 Kl. 12 p vom
8/7. 1938, ausg. 24/1. 1940. Schwz. Prior. 5/7. 1938.)
Donxe.
F. D. Silberg, USSR, Maiglöckchenextrakl für therapeutische Zwecke. Die luft­
trockenen Blüten werden mit einer Mischung aus etwa 95% CHC13 u. 5% A. in der
Wärme extrahiert. Aus dem Extrakt wird der größte Teil des Lösungsm. entfernt
u. der Rückstand mit A. u. W. behandelt. Hierauf wird erneut A. u. CHCI, abdest. u. der erhaltene wss. Auszug filtriert. (Russ. P. 5 5 7 3 5 vom 28/8. 1938, ausg.
30/9. 1939.)
R ic h t e r .
C. Hafner, Pforzheim,'Legiernngcn für zahnärztliche Zwecke, bestehend aus 70 bis
83% Au, 7—10 Pd, 5—10% Ag, 2,5—7,5 Cu u. 2,5— 7,5 Zn. Cu u. Zn können bis zu
insgesamt 3% durch Ni ersetzt sein. Sie zeichnen sich durch eine den Zähnen gut
angepaßte Elfenbeinfarbe u. durch sehr gute mechan. Eigg. aus. (D. R. P. 677 472
Kl. 40 b vom 11/2. 1931, ausg. 26/6. 1939.)
Götze.
Vita Zahnfabrik H . Rauter 0. H . Ges., Essen, Herstellung von Zahnfüllungen,
dad. gek., daß ein der Zahnhöhlung bis auf die Oberflächenschicht entsprechender
Füllungskörper aus einer schwindungsfreien oder nahezu schwindungsfreien Porzellanmasse mit Hilfe einer Hohlform in üblicher Weise hergestellt, auf ihn eine Schicht aus
dem üblichen durchscheinenden u. entsprechend gefärbten Füllungsporzellan auf­
gebrannt u. dieser Füllungskörper in die Zahnhöhlung eingebracht wird. Der aus der
Porzellanmasso bestehende Füllungsteil enthält eine sich mit der M. fest verbindende
Verstärkungseinlage, z. B. aus Pt-Iridium, die auch zur Verankerung der Einlage ver­
wendet werden kann. (D. R. P. 687 796 Kl. 30 b vom 26/4. 1935, ausg. 6/2.
1940.)
M . F. M ü l l e r .
Vita Zahnfabrik H . Rauter o. H . Ges., Essen, Einbrennen von Verankerungs­
mitteln in künstliche Zähne, dad. gek., daß nach dem Brennen eines mit einer Aussparung
versehenen Zahnkörpers in die Aussparung eine Einlage aus prakt. schwindungsfreier
keram. M . u. mit ihr gleichzeitig das Verankerungsmittel eingebrannt wird. — Zeichnung.
(D. R. P. 687 718 Kl. 30 b vom 26/2. 1935, ausg. 3/2.1940.)
M . F. M ü l l e r .
Heko-Werk Chemische Fabrik Dr. Hengstmann & Co., Deutschland, Her­
stellung von thermoplastischen Kunstharzmassen für Zahnprothesen unter Verwendung
von thcrmoplast. Polymerisaten oder Polymerisationsgemischen durch Zusatz von
Acetanilid oder chloriertem Diphenyl (I) oder einem Gemisch von I mit Isopropyl­
alkohol. Die Zusatzstoffe werden in einer Menge von etwa 3% angewandt. (F. P.
846 972 vom 2/12. 1938, ausg. 28/9. 1939.)
M. F. M ü l l e r .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M ., Abdruckmasse für zahntechnische Zwecke, enthaltend synthet. Harze, wie Harnstoff-Formaldehydkondensationsprodd., Alkydharze oder Kondensationsprodd. aus aromat. KW-stoffen u. Formaldehyd,
mit Ausnahme von Phenolaldehydkondensationsprodukten. — Z. B. wird ein Gemisch
hergestellt aus 25 (g) eines Kunstharzkondensationsprod. aus Naphthalin, Xylol u.
Formaldehyd, 3 Dibutylphthalat, 17 Talk, 5 Stearinsäure, 3 Farbstoff, z. B. Frank­
furter Schwarz. — Ebenso können auch Harzgemische benutzt werden. (F. P. 845 621
vom 4/11. 1938, ausg. 29/8. 1939. D. Prior. 5/11. 1937.)
M . F. M ü l l e r .
E. Merck (Erfinder: Bernhard Rapp und Friedrich Karl Russow), Darmstadt,
Röntgenkontrastmittel auf der Grundlage prakt. unlösl. Metallverbb., wie BaSOt , gek.
durch einen Zusatz von etwa 0,1—1% eines Phosphatids. B e i s p i e l e : 1. 100 g feinpulveriges BaSOi werden mit einer Mischung aus 5 g Traubenzucker u. 0,2 g Eierlecithin
gemischt. 2. An Stelle von Traubenzucker kann auch eine andere Zuckerart, z. B. Sac-
2508
G. A n a lyse .
L a b o r a t o r iü m .
1940. I.
charose, Maltose, Dextrin usw. verwendet werden. 3. 100 g bas. Wismutnilrat werden
mit 6 g Traubenzucker u. 0,2 g Lecithin vermengt. Die gesiebte Mischung ergibt mit
W. angeschlämmt eine haltbare Kontrastspeise. (D. R. P. 688 649 Kl. 30h vom 2/3.
________________ _
Sch ü tz.
1938, ausg. 27/2. 1940.)
Albert v. Fellenberg-Ziegler, Kleine homöopathische Arzneimittellehre oder kurzgefaßto B e­
schreibung der gebräuchlichsten homöopathischen Arzneimittel. 11. erw. u. verb. Aufl.
Leipzig: Schwabe. 1940. (X I X , 394 S.) 8°. RM. 4 .5 0 ;.Lw. RM. 0.— .
6. Analyse.
Laboratorinm.
W . W . Read, Unfallverhütung in wissenschaftlichen Unterrichtslaboratorien.
(School Sei. Rev. 21. 964—77. März 1940. Lancashire, County Council.) H. E b b e .
B.
V . J. Cuvelier, Die Ausströmungsgeschwindigkeit einer Bürette. Für eine ge­
C.
wöhnliche Bürette wird die Abhängigkeit des Ausströmungsvol. von der Ausströmungs­
zeit gemessen in der Absicht, aus den Messungen eine für die Berechnung des Aus­
strömungsvol. brauchbare Funktion abzuleiten. Dies gelang nicht. Daher wird eine
Spezialbürette gebaut, bei welcher das ausgeströmte Vol. der Zeit direkt proportional
ist. Diese ausführlich beschriebene Bürette mit konstanter Ausströmungsgeschwindig­
keit ist automat. füllbar u. kann überdies in einen Potentiometerkreis geschaltet werden.
(Natuurwetensch. Tijdschr. 21. 243—48. 5/1. 1940. Gent.)
R u dolph.
W alter Frost, Ein Apparat zur kontinuierlichen Filtration. Ein kontinuierliches
Auffüllen des Filters oder der Nutsche ermöglicht ein Gerät aus einem E r l e n m e y e r Kolben mit angesetztem weitem Bürettenhahn, der geöffnet zugleich als Heber wirkt.
Der Kolben wird mit der zu filtrierenden Flüssigkeit beschickt u. mit einem Gummi­
stopfen verschlossen, der ein bis zum Kolbenboden reichendes Glasrohr trägt. Nach
Öffnung des Hahns füllt sich der Trichter bis zur Höhe der unteren Glasrohröffnung
u. behält dieses Fl.-Niveau während der Filtration bei (Prinzip der M A R l O T T E s c h e n
Flasche). Erfolgt die Filtration über einem abgesetzten Nd., so läßt sich das Auf­
wirbeln der Fällung durch die aufsteigenden Luftblasen in der Weise vermeiden, daß
man über das mit einer kugelförmigen, einseitig abgeflachten Erweiterung versehene
innere Rohr ein weiteres, mit einer Einstülpung versehenes Rohr schiebt, so daß die
Luftblasen zwischen beiden Rohren hochsteigen. (Chemiker-Ztg. 64. 60. 7/2. 1940.
Saarau/Schweidnitz.) .
S c h e ife le .
P. H . Prausnitz, Widerstandsfähigkeit von Frittenfiltem gegen chemische Angriffe
beim analytischen Arbeiten mit alkalischen Flüssigkeiten. Im Zusammenhang mit der in
C. 1939. I. 3227 referierten Arbeit von B r i n t z i n g e r wird auf eine Angabe von BALAVOINE (C. 1935. I. 2617) hingewiesen, der vorschlägt, bei quantitativen Zuckerbestim­
mungen das Taragewicht des Tiegels erst nach dem Auflösen des Cu20 mit Säure zu be­
stimmen, um so die Verfälschung der Ergebnisse infolge des Angriffes des Glasfilters
durch FEHLiNGsche Lsg. zu vermeiden. (Kolloid-Z. 88. 96. Juli 1939. Jena.) B e r n s t .
Anton Steinwender, Luftabfuhr bei Heberleitungen. Nach Modellverss. kann die
selbsttätige Abfuhr auch größerer Luftmengen aus Heberscheiteln durch Erzeugung
von Saugwirbeln im Fallrohr mittels eingebauten Dralls, durch Ejektorwrkg. eines
a n den Heberscheitel geführten, unten gelochten Röhrchens u. bei Vorschaltung eines
in dieser Weise ausgestatteten Hilfshebers durch Erzeugung von E in str ö m w ir b e ln
im Hauptheber durch Hochführen des Fallrohres bis zum waagerechten Scheitel er­
zielt werden. (Gas- u. Wasserfach 83. 80—82. 17/2. 1940. Wien.)
Ma n z .
Harold Soroos, Bleinatrium als Trockenmittel. Wegen der einfacheren Hand­
h a b u n g wird an Stelle von Na zum W.-Entzug leicht brennbarer Fll. (Ä.), NaPb, eine
Verb. benutzt, die in Rk. mit W. zerfällt, so daß das Na quantitativ zur Wrkg. kommen
kann. Sie entsteht aus 90 Teilen Pb u . 10,5 Teilen Na beim Erhitzen u . A b k ü h le n der
so erhaltenen fl. Schmelze als bröcklige Masse. (Ind. Engng. Chem., analyt. Edit. 11.
657—58. Dez. 1939. Detroit, Mich., Ethyl Gasoline Corp.)
S t r ÜBING.
W . A . Lebedew, Ofen mit regulierbarem Kryptolwiderstand zur Bestimmung der
Feuchtigkeit. (Vgl. C. 1938. II. 2154.) Es wurde ein elektr. Ofen zur Best. der Feuer­
festigkeit mit regelbarem Widerstand konstruiert. Bei Verwendung eines Stromes von
127 V sind zusätzliche Rheostaten nicht notwendig; bei einer geringfügigen Abänderung
der granulometr. Zus. des Kryptols u. der Ofenkonstruktion kann auch ein Strom von
220 V zur Beheizung des Ofens benutzt werden. Der neue Ofen gewährleistet eine S trom ersparnis von 30-—40%, eine Verlängerung der Lebensdauer des Ofens sowip erheblich
verringerte Instandhaltungskosten. (Orneynopn [Feuerfeste Mater.] 7. 705—11. Okt./
Nov. 1939. Charkow, Inst. f. feuerfeste Materialien.)
V. M i n k w i t z .
1940. I.
G-.
A nalyse.
L a b o r a t o r iu m .
2509
L. Chris tophe-Tchakaloîf, Über ein neues Viscosimeter. App. zur Messung der
Viscosität von Fll. nach der Kugelfallmeth. (Zeichnung). (Rev. petrolifère 1940. 111
bis 112. 17/2.)
B e h r le .
A . H . Nissan, L. V. W . Clark und A . W . Nash, Ein verbessertes Rotationsviscosimeler. Es wird ein neues Rotationsviscosimeter vom C o U T T E -T y p beschrieben,
welches eine Genauigkeit von etwa 1% hat. (J. sei. Instruments 17. 33—38. Febr. 1940.
Birmingham, Univ.)
GO TTFRIED.
G.
F. Kohn-Peters, F. F . Lange und W . S. Spinei, Über den Bau und
Betrieb eines Impulsgenerators für 4 Millionen Volt. Die beschriebene App. eignet sich
bes. zur Erzeugung intensiver Photoneutronen an Beryllium. (HsBecTiiii Ai;aseMiin Hayic
GCOP. Copiiit 'Innu'iecKan [Bull. Acad. Sei. URSS, Sér. physique] 1938. 785—89.
Charkow, Akad. d. Wiss.)
K le v e r .
M. Ralph Berke, Elektrolysenapparatur. Beschreibung u. Abb. einer einfachen
Elektrolysenapparatur. (Chemist-Analyst 28. 65—66. Nov. 1939. Ottawa, Ont.,
Dominion Smelting Works.)
STRÜBING.
L.-Henri Bsrthois und P.-Michel Dafîieux, Apparat zur photometrischen Unter­
suchung von Sanden. Es wird eine photometr.-mkr. Anordnung zur granulometr.
Analyse von schweren Sanden beschrieben. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 209. 889
bis 891. 11/12.1939.)
G o ttfr ie d .
J. S. Preston, Die relative Strahlungshelligkeitfür den photometrischen Druchschnittsbeobachter. (Vgl. C. 1939. I. 2038.) Die früheren Unteres, im Hg-Spektr. werden auf
das Na-Dublett u. auf die Cd-Linien 5086 u. 6439 A ausgedehnt. Die Beobachtungen
werden wieder von 20 Beobachtern durchgeführt. (Proc. physic. Soe. 51. 757—67. 1/9.
1939. National Physieal Labor.)
VERLEGER.
A . Smakula, Über die Erhöhung der Lichtstärke optischer Geräte. Die starke
Schwächung des Lichtes durch Reflexion an den Oberflächen in Instrumenten mit zu­
sammengesetzten opt. Systemen sowie die sehr unangenehme Bildstörung durch
Blendenrcflexe u. die durch Streulicht bewirkte Herabsetzung der Kontraste kann man
durch Auf bringen dünner Schichten durchsichtiger Stoffe auf die Oberfläche geschliffener
Gläser sehr weitgehend beseitigen. Die Bedingungen für eine Interferenzauslöschung
der an der Ober- u. Unterseite der Deckschicht reflektierten Strahlen ist durch 1. nt = Yn
(Amplitudenbedingung), u. 2. d = a;-A/(4 Vn»2— sin2) (Phasenbedingung) gegeben.
n Brechungsindex des Glases, n, Brechungsindex der Schicht, d Dicke der Schicht,
x Ordnung der Interferenz. Die Herst. solcher dünner Schichten kann durch Ätzen
oder durch Aufträgen geeigneter Schichten erfolgen, wobei Brechungsindizes von 1,23
bis 1,31 durch poröse Schichten erzielt werden können. (Z. Instrumentenkunde 60.
33—36. Febr. 1940. Jena, Carl Zeiß.)
W u lff.
W . Leo, Spiegeloptik für spektrale Strahlungsmessungen. Beschreibung einer An­
ordnung mit einem Drehspiegel, welcher an Stelle eines Spindelschlittens den Austausch
von Lichtquellen nacheinander auf verschied. Empfängern oder umgekehrt verschied.
Lichtquellen auf einem Spalt in einfacher u. exakter Weise ermöglicht sowie auch die
Erzielung von phasenversetztem Wechsellicht zuläßt. Ausführliche Erörterung von Ge­
nauigkeit u. Reproduzierbarkeit mit 2 Abbildungen. (Z. Instrumentenkunde 60. 48— 50.
Febr. 1940. Berlin.)
W ULFF.
W . Kopaczewski, Chromatographische Analyse. Zusammenfassende Darstellung.
(Bull. Sei. pharmaeol. 4 6 (4 1). 455— 61. Nov. 19 39.)
R othm ann.
Ernest A . Brown, Vorrichtung zur Aufrechterhaltung der inerten Atmosphäre über
Standardlösungen. Zur Erhöhung der Haltbarkeit veränderlicher Standardlösungen
werden diese unter inerter Gasatmosphäre aufbewahrt. Zu diesem Zweck ist die
Standardlsg. mittels eines gebogenen Glasrohres mit einem U-Rohr verbunden, dessen
einer Schenkel mit CaC03, der andere mit verd. HCl gefüllt ist, so daß C02 entwickelt
wird, was aber — ähnlich wie beim Kippschen App. — nur dann stattfindet, wenn
infolge Entnahme von Lsg. in der Flasche ein C02-Unterdruck auftritt. Indem das
CaC03 durch Zn ersetzt wird, läßt sich H2-Atmosphäre herstellen. (Chemist-Analyst
28. 68. Nov. 1939. Wyandotte, Mich.PennsylvaniaSalt and Mfg. Co.) S t r ü b i n g .
A . J. Berry, Einstellung von Salzsäure. Vf. untersuchte den Unterschied der
Titrationswerte, die bei der Einstellung von 0,1-n. HCl mit AgN03 u. Phenosafranin
oder Tartrazin als Adsorptionsindicatoren u. nach dem Neutralisationsverf. auf den
PH-Wert 3,8 (Best. von KHC03 mit „maskiertem“ Methylorange als Indicator) erhalten
werden. Der Unterschied ist gering: im 1. Falle beträgt der Faktor 0,1003, beim
Neutralisationsverf. 0,1005. (Analvst 64. 189—90. März 1939. Cambridge, Univ.) Eck.
X X n. 1.
'
162
2510
Gr. A n a l y s e .
L a b o b a to b iü m .
1940. I.
a) Elemente und anorganische Verbindungen.
Bertil Josephson, Ein maßanalytiaches Verfahren zur Bestimmung des Schwefels
und des Sulfations. 10 c c m der Probelsg. werden in einem 2 5 -c c m -M e ß k o lb c n mit 2 c c m
0 ,2 -n . HCl, 2 c c m BaCl2-Lsg. (6 ,11 g/1), nach einigen Min. mit 3 c c m Acetatpuffcrlsg.
(5 30 g Na-Acetat u. 6 g Essigsäure/1), nach weiteren 5 Min. mit 5 c c m K2Cr04-Lsg.
(3 ,15 g/1) versetzt, aufgefiillt u. gut durchgeschüttelt. Nach 15 Min. filtriert man durch
ein feines Filter u. pipettiert 20 c c m des Filtrats in einen 50-ccm -E R L E N M E Y E R Kolben. Nach Zusatz von 10 c c m 2-n . H2SO., u. 1 c c m 10°/oig. KJ-Lsg. stellt man
die Lsg. 15 Min. lang ins Dunkle u. titriert darauf mit 0 ,0 0 7 5 -n . Na2S20 3-Lsg. aus
einer in 0,0 5 c c m eingeteilten Bürette bis zur Entfärbung der Stärkelösung. Die Thiosulfatlsg. wird täglich gegen eine 0,0 2 -n . KJOj-Lsg. (0 ,7 1 3 4 g/1) eingestellt. Gleich­
zeitiger Blindvers. erforderlich. — Phosphate in größeren Mengen sowie alle mit CrO,"
fällbaren Schwermetallc müssen vorher entfernt werden. Auch dürfen keine starken
Säuren oder Basen oder oxydierenden u. reduzierenden Substanzen zugegen sein. —
Der S in organ. Verbb. -wird folgendermaßen oxydiert: Man versetzt die Probe im
Iv J E L D A H L -K olb en mit 2 ccm BaCl2-Lsg., 1 ccm HC104 u. 1,5 ccm rauchender HN03
u. erhitzt 3 — 5 Stdn. lang auf 24 0°. Nach dem Abkühlen setzt man 2 ccm mit NH3
gesätt. A. hinzu u. dampft bei 100° zur Trockne. Diesen Vorgang wiederholt man
mehrere Male, nachdem man jedesmal den Rückstand mit 2 ccm 0,2 -n . HCl auf dem
W.-Bad 30 Min. lang extrahiert hat. Die vereinigten Auszüge werden darauf in dem
2 5 -c cm -M e ß k o lb e n w ie oben w e itc r b e h a n d e lt.
(Analyst 6 4 . 181 —85. März 1939.
Stockholm, Karolinska Inst.)
ECKSTEIN.
Walter V . Burg, Einfluß von Methylalkohol auf die Chloridtitralicm mit Eosin als
Indicalor. Durch Zusatz von Methylalkohol wird bei der argentometr. Chloridtitration
mit Eosin in schwach saurer Lsg. ein scharfer Umschlag erreicht. — Zu 25 g Substanz
mit 0,04—0,08 g Chlorid werden 50 ccm Methylalkohol, 1 ccm 0,5-n. HN03 u. 1 Tropfen
l% ig. wss. Na-Eosinatlsg. gegeben. Sodann wird unter ständiger Bewegung u. lang­
samem Zufügen von 0,1-n. AgN03-Lsg. bis zur Rotviolettfärbung des Nd. titriert.
Der Fehler liegt unter 0,3%. (Chemist-Analyst 2 8 . 52—53. Nov.1939. Ohio, Toledo,
Univ.)
St r ü b in g .
A . siooff und D. van Duyn, Die quantitative Trennung von Chlorid, Rhodanid
und Cyanid und ein qualitativer Nachweis von Chlorid in Kaliumrhodanid. Die in T r e a d W ELLs Lehrbuch angegebene quantitative Trennung von Chlorid. Rhodanid u. Cyanid
wird folgendermaßen abgeändert: Die zu untersuchende Lsg. wird auf 100 ccm verd.
u. zwecks Entfernung des Rhodanids u. C y a n id s mit 10 ccm HN03 (1,3) gekocht. Das
in Lsg. bleibende Chlorid wird nach VOLH ARD titriert. Die Gesamtmenge der 3 Verbb.
ist somit durch eine V o L H A R D -T itr a tio n bestimmt, während d a s Cyanid allein nach
L lE B IG titriert wird. Ebenfalls abgeändert wird M e r c k s qualitativer Nachw. von
Chlorid in KSCN: 1 g KSCN wird in der genannten Weise durch Kochen mit HN03
behandelt u. das Chlorid mit AgN03 nachgewiesen. (Chem.Weekbl. 3 7 . 69—72. 10/2.
1940.)
R u dolph .
A . J. Berry. Die Bromidbestimmung in Gegenwart von Chlorid. Das Verf. beruht
auf der R k.: 2 K J03 + 10 KBr + 6 H2S04 = 6 K 2S04 + 6 H20 + J2 + 5 Br2. Eine
Lsg., die 20 ccm 0,1-n. HCl, 20 ccm KBr-Lsg. (11,25 g KBr/1), 50 ccm eingestellte
KJOj-Lsg. u. etwa 3 ccm verd. H2S04 enthält, wird 5 Min. gekocht, über Nacht stehen
gelassen u. nochmals über 2 Stdn. lang unter Ersatz des verdampfenden W. gekocht,
bis im Dampf kein Br mehr mit Fluoresceinpapier nachzuweisen ist. Die Restlsg. red.
man mit Zn-Amalgam u. titriert das aus dem unverbrauchten K J03 stammende J
in Ggw. von 20 ccm n. HCl mit derselben eingestellten K J03-Lsg. zurück. (Analyst 6 4 .
190—91. März 1939. Cambridge, Univ.)
ECKSTEIN.
Richard Berg und Erna Becker, Ein neuer Nachweis von Hydroxylamin durch
Bildung von Chinolinchinon-{5,8)-[8-oxychinolyl-(5)-i7>iido]-(5), genannt „Indooxin“ . Ein
empfindlicher Nachw. von Hydroxylamin beruht auf der in alkal. Lsg. stattfindenden
Rk. mit 8-Oxychinolin (Oxin), wobei zunächst 5-Amino-8-oxyehinolin gebildet wird,
das bei Überschuß von Oxin durch Luftsauerstoff in Chinolinchinon-(5 ,8)-[8-oxychinolyl-5-imid]-(5) übergeht, welches Indooxin genannt wird u. das Rk.-Gemisch grün färbt.
Erfassungsgrenze = 0,08 y NH2OH/ccm. — Zu 1 ccm einer l% ig. alkoh. Oxinlsg. gibt
man 1 ccm der zu untersuchenden schwach salzsauren Lsg. u. schüttelt nach Zufügen
von 1 ccm 2-n. Na2C03 kräftig. Je nach der vorhandenen Menge tritt die Grünfärbung
gleich oder erst nach einiger Zeit ein. Große Mengen verursachen die allmähliche Bldg.
eines braunen glänzenden Nd. v. Na-Indooxinat. Während NH3 nicht stört, wird der
Nachw. durch größere Mengen Hydrazin unempfindlicher. — Herst. von Indooxin:
10 g Oxin in 300 ccm CH3OH gelöst, werden mit einer Lsg. von 5 g Hydroxylamin­
1940. I.
Gr. A n a l y s e .
L a b o r a t o r iu m .
2511
chlorhydrat in 200 ccm W. gemischt u. mit 300 ccm 2-n. Na2C03 versetzt. Nach 6-std.
Durchleiten von Luft wird der braune glänzende kryst. Nd. abgesaugt (Ausbeute
з,5 g = 31,5°/0). Indooxin läßt sich aus dem Na-Salz als rotbraunes Krystallpulver
leicht isolieren (Kp. 253— 254°). Indooxin färbt organ. Lösungsmittel rot; es wird
durch Säure rot, durch Alkaliüberschuß grün gefärbt. Mit vielen Metallen bildet es
blaue, bzw. blaugrüne schwerlösl. Komplexe. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 73. 172—73.
6/3. 1940. Königsberg, Albertus-Univ., Chem. Inst.)
S t r ÜBING.
H.
Spielhaczek, Über ein neues Verfahren zur Bestimmung von Kieselsäure in
fluorhaltigen Produkten, insbesondere im Kryolith. Vf. unterzog die bisher bekannten
Verff. zur Si02-Best. in F-haltigen Prodd., u. zwar das Dest.-Verf., die gewichts- u. maßanalyt. Si02-Best. ohne F-Verflüchtigung, die Best. mit F-Verflüchtigung durch B-Verbb.
и. die colorimetr. Verff., einer eingehenden Unters, u. gibt schließlich folgende Arbeits­
vorschrift an: 1 g der Probe wird im Pt-Tiegel mit 3 g wasserfreiem Borax u. 14 g ge­
pulvertem KHS04 allmählich erhitzt. Nach 30 Min. löst man die erkaltete Schmelze
auf dem W.-Bad in 100 ccm 2—30/oig. HCl, engt zur Sirupdicke ein, trocknet bei 105 bis
110°, pulverisiert die M., dampft die letzten Reste HCl ab, feuchtet mit einigen Tropfen
konz. HCl an, nimmt mit heißem W. auf u. filtriert nach Digerieren auf dem W.-Bad,
bis alle Salze gelöst sind, durch ein etwas gehärtetes Filter. Der Rückstand wird S04"frei ausgewaschen, verascht, geglüht u. dio Si02 durch Abrauchen mit HF auf Reinheit
geprüft. ( Z . analyt. Chem. 119. 4— 16.1940. Aussig, Chem. Werke Aussig-Falkenau.) EC K .
Chas. H . Cramer, Schnellmethode zur Bestimmung von Eiien in sauren Martin­
ofenschlacken. Die Meth. ist speziell für Cr-haltige Schlacken geeignet. — 0,3 g fein
gepulvertes Material worden mit 2 ccm W. angefeuchtet u. nach Zufügen von 5 ccm
70%ig. HC104 u . 3 ccm HF erwärmt bis zum Auftreten von HC104-Dämpfen. Nach
ungefähr 2 Min. ist das Cr vollständig gelöst u. oxydiert. Es wird langsam ab­
gekühlt, nach Zufügen von 15 ccm HCl (1:1) 2 Min. lang gekocht u. zur heißen
Lsg. tropfenweise 7%ig. SnCl2-Lsg gegeben, bis sieh die Lsg. farblos, oder in Ggw.
von Cr klar grün färbt. Es werden 10 ccm gesätt. HgCl2-Lsg. zugefügt; die abgekühlte
Lsg. wird sodann in ein Becherglas gegeben, das 25 ccm gesätt. Borsäurelsg. enthält.
Nach Verdünnen auf 450 ccm u. Zufügen von 25 ccm einer Lsg., die 100gMnS04,
200 ccm H3P04 u. 200 ccm H2S04/1 enthält, wird das Fe mit 1/ 20-n. KMn04 titriert.
(Chemist-Analyst 28. 59. Nov. 1939. Pittsburgh, Pa., United Engineering and
Foundry Co.)
S tr ü b in g .
F . G. Kny-Jones, Elektrolytische Bestimmung und Trennung des Wismuts. I. Be­
stimmung und Trennung in der Chloridlösung. Ein Zusatz von Oxalsäure zum Elektro­
lyten gestattet die schnelle elektrolyt. Abscheidung des Bi aus salzsaurer Lsg. auch
in Ggw. von Sn u. Pb. Dio Bi-Best. wird an der Pt-Netzelektrode unter Verwendung
einer gesätt. HgCl-Lsg. als Hilfselektrode u. eines Voltmeters nach L i n d s e y u. S a n d
(C. 1934. II. 1169. 1338) ausgeführt. Arbeitsvorschrift: 0,40—0,45 g der Probespäne
werden mit 1—2 com konz. HN03 versetzt. Nach Aufhören der heftigen Rk. gibt
man 10 ccm konz. HCl hinzu, kocht auf, setzt weitere 5 ccm HCl. hinzu, verd. auf
100 ccm u. fügt 5 g Oxalsäure u. 0,5 g Hydrazinchlorid hinzu. Die Elektrolyse wird
bei 80—85° mit einer Hilfsspannung von 0,15—0,17 V begonnen. Nach Sinken der
Spannung auf 0 wird sie stufenweise um 0,02 V bis zu einer Endspannung von
0,25—0,35 V erhöht. Beleganalysen. (Analyst 64. 172—75. März 1939. London, Sir
John Cass Techn. Inst.)
ECKSTEIN.
0.
S. Fedorowa, Bemerkungen zur Tüpfelanalyse. Es werden Verfeinerungen
der Meth. von T a n a n a j e w zur Best. von Pb durch ein Gemisch von KSnJ3 u. Cd(N03)2
u. zur Trennung von Sn u. Sb mittels Phosphormolybdänsäure vorgeschlagen. Im
ersten Verf. wird außerdem empfohlen, Cd(N03)2 durch Oxalsäure zu ersetzen. (Tpyflii
HnauoBCKoro X uM iiK O -TexH O -ionm ecK oro H u cu n y T a [Trans. Inst. chem. Technol. Ivanovo
(USSR)] 1939. Nr. 2. 40—42.)
G e r a s s im o ff.
b ) O r g a n is c h e V e r b in d u n g e n .
W . M. D. Bryant, J. Mitchell jr. und Donald Milton Smith, Analytische Ver­
fahren, die Karl Fischers Reagens benutzen. 2. Die Bestimmung von alkoholischem Hydroxyl. (1. vgl. C. 1939. II. 3455.) Es wurde ein Verf. entwickelt, alkoh. OH-Gruppen
unabhängig von Acidimetrie titrimetr. zu bestimmen. Es beruht auf der quantitativen
Veresterung der OH-Gruppen mit einem großen Überschuß von Essigsäure in Ggw. .von
BF3 u . nachfolgender Titration des freigesetzten 1 Mol W. unter Verwendung dos hochspezif. Reagens von K. F i s c h e r (C. 1936. I. 1057). Das Verf. ist brauchbar für aliphat.
u. alicycl. Alkohole im allg. einschließlich verzweigter Ketten u. Oxysäuren, wie auch für
aromat. Alkohole, die die OH-Gruppe an die aliphat. Seitenkette geknüpft enthalten.
162*
2512
G-.
A n a ly s e .
L a b o r a to r iu m .
1940. I.
Phenole reagieren nur teilweise. Es können so auch aliphat. Alkohole in Ggw. von
Phenolen bestimmt werden. (J. Amer. ehem. Soc. 6 2 . 1—3. Jan. 1940.) B e h r l e .
J. Mitchell jr., Donald Milton Smith und W . M. D. Bryant, Analytische Ver­
fahren, die Karl Fischers Reagens benutzen. 3. Die Bestimmung von organischen Säuren.
(2. vgl. vorat. Ref.) Aliphat. Carbonsäuren, einschließlich solche mit verzweigter Kette
u. mit alkoh. OH-Gruppen, sowie aromat. Carbonsäuren, die das Carboxyl in der Seitenkette enthalten, lassen sich bestimmen durch Veresterung der Lsg. in Dioxan mit Methyl­
alkohol in Ggw. von BF3 u. Titration des entstandenen W. mit K. F i s c h e r s Reagens.
Starke anorgan. Säuren, außer H2S04, werden nach diesem Verf. nicht verestert. Typ.
aromat. Carbonsäuren reagieren nicht quantitativ. Genaue Einhaltung der Konz, des
Katalysators ist wichtig, da deren Veränderung die Veresterung bes. der aromat. Carbonsäuren stark beeinflußt. Es lassen sich in bes. Fällen auch aliphat. Carbonsäuren in
Ggw. von aromat. bestimmen. (J. Amer. ehem. Soc. 62. 4— 6. Jan. 1940. Wilmington,
Del., Du Pont de Nemours & Co., Ammoniakabt.)
BEHRLE.
Hilding Bergström und Karl Gustaf Trobeck, Die Bestimmung von Alkoholen.
Die von V e r l e y u . B ö l s i n g (Ber. dtsch. ehem. Ges. 3 4 [1901]. 3354) ausgearbeitete
Meth. zur Best. des OH-Geh. von Alkoholen durch Veresterung mit EssigsäureanhydridPy. u. Rücktitration der Essigsäure wird modifiziert. Alan verwendet nur 0,1—0,5 g
Substanz u. erhitzt nach Zusatz von 25 ccm eines Gemisches aus 120 g Anhydrid +
880 g Py. 30 Min. auf dom W.-Bad unter Rückfluß. Darauf titriert man die vom
Alkohol nicht gebundene Essigsäure mit n. NaOH u. Phenolphthalein als Indicator.
Nebenher läßt man einen Blindvers. laufen. Aus der Differenz im Alkaliverbrauch
zwischen beiden Verss. kann leicht der OH-Geh. u. bei bekanntem Mol.-Gew. der
Alkoholgeh. berechnet werden. — Das Verf. wird an verschied. Alkoholen prakt. erprobt.
(IVA 1 9 3 9 . 10—14. 15/2.)
W. W olff.
W . W . Dobrowolskaja, Ausarbeitung einer Methode zur Bestimmung kleiner
Naphthalinmengen in Luft. Der Naphthalingeh. von Luft kann colorimetr. bestimmt
werden, indem man die zu untersuchende Luft mit einer Geschwindigkeit nicht über
101/Stde. durch Nitriergemisch leitet, das beim Eingießen der Lsg. in W. ausfallende
Trinitronaphthalin mit Ä. aufnimmt, die äther. Lsg. eindampft, den Rückstand mit sd.
A. löst u. die Lsg. in einen Meßkolben überführt. 1 ccm einer Lsg. von 5 Tropfen 0,2%igMethylrotlsg. in 50 ccm W. entspricht in der Farbe 0,005 mg Trinitronaphthalin. In
einer Tabelle wird die Änderung der Standardlsgg. innerhalb 5 u. 10 Min. angegeben.
(JCaftopaTopnan IIpaKTmca [Laboratoriumsprax.] Sammelband. 95— 97. 1939. Moskau,
Inst. f. Arbeitshygiene.)
R. K. M ü l l e r .
Jonas Kamlet, Neues spezifisches Eiweißreagens. Das auch für quantitative
Bestimmungen brauchbare Eiweißreagens besteht aus einer Lsg. von 25 g Ammonmolybdat, 15 g Sulfosalicylsäure u. 85 g Citronensäure in 11 Wasser. Außerdem werden
2 ccm CHC13/1 zugefügt. Auf Grund der weißen Fällung lassen sich in wss. oder saurer
Lsg. 0,003°/o, in Harn 0,005°/o Eiweiß naehweisen. (Zu 5 ccm Harn wird 1 Tropfen
Reagens gegeben.) Das Reagens ist spezif. für Serumalbumin u. Globulin, am Licht
färbt es sich blau u. ist daher in braunen Flaschen aufzubewahren. Die erhaltenen
Resultate liegon um 10—15% höher als die nach der E sB A C H -M etb . erhaltenen. Doch
werden diese Werte wegen der größeren Spezifizität des Reagenzes gegenüber anderen
für die richtigeren gehalten. Phosphate, harnsaure Salze, Oxalate, Salicylate, Thymol
u. andere Phenole, Harsäuren u. Kreatinin, die mit anderen Eiweißreagenzien ebenfalls
positiv reagieren, worden durch obige Lsg. nicht gefällt. (Chemist-Analyst 2 8 . 62—63.
Nov. 1939. Brooklyn, N. Y., Israel-Zion Hospital.)
St r ü b in g .
c) B e s ta n d te ile v o n P fla n z e n u n d T ie r e n .
M . W . Brenner und P. L. Harris, Verbesserte Methode zum Naßveraschen bio­
logischer Substanz. Die Substanz wird in einer K jE L D A H L -F la s ch e mit 5 ccm konz.
HNOa bis zur Entw. brauner Dämpfe erwärmt, nach Zufügen von 3 ccm konz. H2S04
bis zur Verkohlung u. vollständigen Entfernung der HNOa erhitzt u. schließlich noch
mit 1—2 ccm 70°/oig. HC101 erwärmt, bis der Überschuß dieser Säure entfernt ist.
(Chemist-Analyst 2 8 . 55—56. Nov. 1939. New York.)
St r ü b in g .
W . G. Klimenko, Titrimctrische Bestimmung von Gesamlschwefel in biologischem
Material. Die vom Vf. ausgearbeitete Meth. ermöglicht durch Anwendung von KJ u.
HN03 Demethylierung von Methionin u . vollständige Oxydation des S der A m in osä u ren
zu Sulfat. Die Best. wird folgendermaßen ausgeführt: Nach Zerstörung von 0,5—1 g
Substanz nach K j e l d a h l u . Oxydation des Materials mit KJ, HN03 u. B e n e d i k t scher Lsg. wird der Rückstand in 3-n. HCl aufgenommen u. eingedampft. Nach Lsg.
in 10 ccm W. wird die schwach saure Fl. zur Entfernung der Phosphate mit 2 ccm
einer 5%ig. Uranylnitratlsg. versetzt u . in einen 100-ccm-Kolben filtriert. Zu 5 ccm
1940. I.
Gr. A n a l y s e .
L a b o r a t o r iu m .
2513
des Filtrats werden 2,5 ccm einer Benzidinlsg. hinzugesetzt, das Benzidinsulfat wieder­
holt mit A. ausgewaschen u. gegen 1/50-n. NaOH mit Methylrot bis zur Entfärbung
titriert. Vgll. mit colorimetr. u. gravimetr. Methoden ergaben gute Übereinstimmung.
{'Ini.nio.Torii'icoKirn JKypiia.1 CCCP. [J. Physiol. USSR] 27. 259— 63. 1939. Dnepropctrowsk, Pharmazeut. Inst.)
R o iir b a c h .
A . N. Judkewitsch, Methodik der Jodbestimmung im biologischen Material nach
Levperl. Die Probe (2—3 g Nahrungsmittel oder 0,2—0,3 g Schilddrüse usw.) wird
mit 15 g reinem K2Cr20 7 u. portionsweise (je 2—3 ccm) unter Drehen des Kolbens
mit konz., ehem. reiner H„S04 versetzt, vorsichtig bis zur vollständigen Auflsg. erwärmt
u. H2S04 bis zu einer Gesamtmenge von 150 ccm zugegeben. Sodann erwärmt man
auf dem W.-Bade 20—30 Min. u. läßt 12 Stdn. stehen. Bei fl. Proben (Blut oder Ham)
werden 10 ccm mit 10 g kryst. K2Cr20 7 u. 5 ccm dest. W. versetzt u. wie oben 150 ccm
H2S04 zugegeben bzw. weiterbehandelt (bei Ham wird die Erwärmung auf 1— 2 Stdn.
ausgedehnt). Die Probe wird sodann im Vakuum mit W.-Dampf während 1 Stde.
dest. u. das H J04 in 10 ccm dest. W. mit 4 Tropfen gesätt. K2C03-Lsg. u. 2 Tropfen
20%ig. H2S04 aufgefangen. Das Destillat wird bis auf 25— 30 ccm eingedampft u.
mit 1 Tropfen H2S04 u. Methylorange sowie 1 ccm frischem H2S-W. versetzt (die Rk.
muß neutral sein) u. bis zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wird mit 2—3 Tropfen
W. u. 5—6 ccm A. versetzt, 20 Min. stehengelassen, die Fl. vorsichtig abgegossen u.
der Rückstand wie oben 5—6-mal mit A. extrahiert. Die Auszüge werden gemeinsam
auf dem W.-Bade eingedampft, der Rückstand mit 10 ccm W. versetzt, mit 5%ig.
H2S04 angesäuert u. 2—3 Tropfen Br-W. bis zur schwachgelben Färbung zugegeben.
Sodann dampft man auf 3—4 ccm ein (es muß eine vollständige Entfärbung der Lsg.
eintreten), kühlt ab, versetzt mit einigen KJ-Krystallen u. frischer Stärkelsg. u. läßt
15 Min. stehen; anschließend wird mit 0,001-n. Na2S20 3-Lsg. titriert. (JTaCopaTopuaji
HpaKiiiKa [Laboratoriumsprax.] 14. Nr. 6. 16—19. 1939. Moskau, Zentr. TuberkuloseForsch.-Inst., Biochem. Labor.)
P ohl.
F.
Reimers, Über die Bestimmung des Jods in der Schilddrüse. (Z. analyt. Chem.
118. 399—411. 1940. — C. 1 9 4 0 . 1. 92.)
Strübeng.
Sin-iti Honda, Über die Cellulosebestimmung und Bleichverfahren für cellulosehaltige Stoffe. I. Neues Verfahren zur Cellulosebestimmung mit Chlorkalk. Isolierung
der Cellulose aus Pflanzenstoffen nach JE N KIN S u . N o r m a n , aber statt mit NaOCl
(15% akt. CI) + 6°/0Na2S03 mit Chlorkalk (10% akt. CI) -f 4% N a2S03. Die beiden
Verff. wurden miteinander u. mit der Chlorgasmeth. (CROSS u . B e v a n ) an Salix caprea L.
verglichen. Die Chlorgasmeth. gab etwas niedrigere Werte für Gesamt- u. für a-Cellulose, während die Na- u. die Ca-Hypochloritmeth. prakt. gleiche Ergebnisse lieferten.
(J . agric. chem. Soc. Japan, Bull. 15. 139—41. Okt. 1939. Kioto, Univ. [nach en'gl.
Ausz. ref.].)
N eum ann.
Sin-iti Honda, Über die Cellulosebestimmung und Bleichverfahren für cellulosehaltige Stoffe, ü . Anwendung des neuen Cellulosebestimmungsverfahrens auf verschiedene
Pflanzen. (I. vgl. vorst. Ref.) Die guten Erfahrungen, die mit der Chlorkalkmeth. an
Salix caprea. (vgl. vorst. Ref.) gemacht worden waren, wiederholten sich an den ver­
schiedensten Pflanzen (Holz, Stroh, Moos u. a.). (J. agric. chem. Soc. Japan, Bull. 15.
150—51. Nov. 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
N e tjm a n n .
d ) M e d iz in is c h e u n d t o x i k o l o g i s c h e A n a ly s e .
Über die colorimetrischen Methoden der Sulfatbestimmung. Die
Überprüfung verschied. Analysenverff. erwies die Eignung der Sulfatbest, im W. nach
J o c h e l s o n (vgl. C . 1935. I. 3966). Bei der Pferdeblutunters. verfuhr Vf. wie folgt:
12 ccm der Probe wurden mit 4 ccm 20%ig. Trichloressigsäure u. 8 ccm dest. W. ver­
setzt, zentrifugiert u. filtriert, 5 ccm Filtrat mit Pb-Nitrat gefällt, die Löslichkeit des Nd.
durch A.-Zusatz verringert, zentrifugiert, mit 30%ig. A. gewaschen, in 0,5%ig. NaOH
gelöst, mit 10%ig. Na2S versetzt u. die braungefärbte Fl. an Hand von alkal. Lsgg.
mit bekanntem PbNitrat- u. Na2S-Geh. colorimetr. verglichen. (jlaöopaTopnaü
HpaKTUKa [Laboratoriumsprax.] 14. Nr. 6. 19—21. 1939. Stalino, Med. Inst., Lehrstuhl
f. Biochem.)
P oh l.
0.
N. Sepalowa, Quantitative Wismutbestimmung im Harn. 10 ccm Ham werden
mit 2,5 ccm l% ig. salzsaurem Ca3(P04)2 geschüttelt, etwa 6 ccm 25%ig. NH3 bis zur
stark alkal. Rk. (Lackmus) zugesetzt, geschüttelt, zentrifugiert, der Nd. mit 5— 6 ccm
dest. W. gewaschen, in 2—3 Tropfen konz. HCl gelöst, quantitativ in ein 2,5-ccmProbeglas überführt, 2—3 Tropfen frisch zubereiteter 25%ig. K J-Lsg. zugegeben,
geschüttelt u. der J-Überschuß mit 0,1-n. Na2S20 3-Lsg. bei Ggw. von Stärke zurüektitriert. Nach der Titration ist nur eine Bi-haltige Fl. gelbgefärbt; sie wird auf 2,5 ccm
mit dest. W. aufgefüllt u. im colorimetr. pa-Best.-Gerät nach M ICHAELIS mity-DinitroM. P. Babkin,
2514
G. A n alyse.
L a b o r a t o r iu m .
1940. I.
phenol-Standardlsgg. verglichen. Zur Eichung der letzteren werden Harnproben mit
bekanntemBi-Geh. wie oben behandelt u. mit den Standardlsgg. colorimetr. verglichen.
Die einem pn = 4,8 entsprechende Lsg. entspricht einem Bi-Geh. des Harns von etwa
0,27 mg-°/0. (JlaÖopaTopnafi npaiciBKa [Laboratoriumsprax.] 14. Nr. 6. 24— 25. 1939.
Leningrad, Inst. f. Dermatol, u. Geschlechtskrankh.)
POHL.
W . Ja. Dejanow, Mikromaßanalytische Bestimmung von Sulfaten im Ham. Zur
Best. der freien Sulfate wird 1 ccm Harn in einem 10—12 cm hohen Zentrifugengläschen (Durchmesser 1,5 cm) mit 0,08 ccm verd. (1 : 4) HCl geschüttelt, 15—20 Min.
stehen gelassen, mit 6 ccm Benzidinchloridlsg. (gewonnen durch Versetzen von 2 g
Benzidin mit 5 cem W. u. 25 ccm HCl der D. 1,19 u. Auffüllen auf 1 1) vorsichtig ge­
schüttelt, die Lsg. mit dem ausgefallenen Benzidinsulfat 1/2 Stde. stehen gelassen,
10— 15 Min. lang zentrifugiert, abgesaugt, mit 2—3 ccm gesätt. wss. Benzidinsulfatlsg.
geschüttelt u. mit der gleichen Lsg. dreimal unter jeweiliger Zentrifugierung (7— 10 Min.
lang) gewaschen. Der Rückstand wird mit 2—3 ccm dest. W. auf 3—5 Min. auf ein
kochendes W.-Bad gestellt u. bei Ggw. von Phenolphthalein mit 1/60-n. NaOH-Lsg.
bis zur 8chwachrosa, beim Stehen u. Erwärmen nicht verschwindender Färbung titriert.
Zur Best. der freien Sulfate u. der gebundenen H2S04 werden 25 ccm Harn mit 2 ccm
verd. (1 : 4) HCl auf dem Sandbade erwärmt, 15 Min. schwach sieden gelassen, ab­
gekühlt, quantitativ in einen 25-ccm-Kolben übergeführt u. mit dest. W. aufgefüllt.
1 ccm dieser Lsg. wird wie oben (ohne HCl-Zusatz) behandelt u. titriert, (jlaöopa•ropoafi üpaKTiiKa [Laboratoriumsprax.] 14. Nr. 6. 21—24. 1939. Moskau, Wiss. Zentral­
stelle f. Kinder-Psyclioneurologie.)
P oh l.
Harlay und Malangeau, Über die fluorometrische Bestimmung der Harnporphyrine.'
(J. Pharmac. Chim. [8] 30 (131). 105— 11. Aug. 1939.)
S ie d e l .
D .E . Kagan und Ju. A.Trotzki, Mikromethode zur Bestimmung derAcetonkörper in
den Geweben (Modifikation der Methode von Cantoni). Die von Vff. ausgearbeitete Acetonbest.-Meth. stellt eine Kombination der SN A PP E R -G R Ü N B A U M schen u. CAN TO N Ischen
Methoden dar u. wird folgendermaßen ausgeführt: 1 g Gewebe wird mit 0,5 g Sand,
8 ccm W. u. 1 ccm 2/3-n. H2SO., im Mörser verrieben, das G e m is c h wird nach 2 Stdn.
in einem 25-ccm-Meßkolben mit 1 ccm 10°/oig. Na-Wolftamatlsg. versetzt, bis zur Marke
mit W. aufgefüllt u. filtriert. 15 ccm des Filtrats werden zur Entfernung der Kohle­
hydrate mit 0,8 ccm einer CuS04- u. 2 ccm einer Ca(OH)2-Lsg. versetzt u. nach Auf­
füllen auf 20 ccm filtriert. 15 ccm der Fl. werden in einer näher beschriebenen App.
nach Zusatz von 0,42 ccm konz. H2S04 u. 1,2 ccm Chromat-H2S04- G e m isc h unter
bes. Vorsichtsmaßregeln dest. u. vom Destillat 5 ccm mit Salicylaldehyd nach CANTONI
colorimetriert. Die Resultate zeigen im Gegensatz zu der jodometr. Best. anderer
Autoren gute Übereinstimmung u. wurden durch Milchsäure u. ihre Oxydationsprodd.
kaum beeinflußt. ('SnäiioJoruueCKuit >Kypna.T CCGP. [J. Physiol. USSR] 27. 252—58.
1939. Charkow, II. Medizin. Inst.)
ROHRBACH.
Herbert Vohrer, Deutschland, Membran zur Dialyse von Salzlösungen oder Alkali­
laugen zwecks Abtrennung von koll. Substanzen, bestehend aus dem Polymerisat einer
Vinvlverb., z. B. von stark polymerisiertem Polyvinylalkohol. (F. P. 846 445 vom 22/11.
1938, ausg. 18/9. 1939. D. Prior. 25/11. 1937.)
M . F. M ü l l e r .
Arthur Wilhelmi, Ratibor. Gasanalysator, bei welchem Meßbürette u. Ab­
sorptionsgefäße durch einen capillaren Ringkanal miteinander in Verb. stehen, dad.
gek., daß der Ringkanal durch einen Zweiwegehahn in zwei getrennte Ringkanäle zerleg­
bar ist, derart, daß der Gasumlauf entweder nur durch den einen Ringkanal oder aber
durch beide, in diesem Falle durch den Zweiwegehahn miteinander zu einem Ring ver­
bundene Ringkanäle erfolgt. — Zeichnung. (D. R- P. 687 224 Kl. 42 1 vom 28/3. 1935,
ausg. 25/1. 1940.)
M. F. M ü l l e r .
Drägerwerk Heinr. und Bernh. Dräger, Lübeck, Thermisches Meßinstrument
für brennbare Gase, bes. zur CO-Best., bei dem die von dem zu untersuchenden Gas­
gemisch durchströmte Katalysatormasse in einer Kammer angeordnet ist, die mit einem
durch einen Führungsdeckel abgeschlossenen Gehäuse einen zusammenhängenden, m
dem Deckel des Temp.-Rcgelgefäßes auswechselbar befestigten Bauteil bildet, dad. gek.,
daß die von einer Siebplatte abgedeckte Katalysatormasse in der Kammer in an sich
bekannter Weise unter der Wrkg. einer Feder steht, deren anderes Ende sich an dem
stopfbüchsenartigen Führungsdeckel abstützt, der mit einem die stets gleiche Höhenlage
der Federstützfläche innerhalb des Gehäuses gewährleistenden Anschlagsflausch ver­
sehen ist. — Zeichnung. (D. R. P. 687 545 Kl. 42 1 vom 14/7. 1932, ausg. 31/1.
1940.)
M . F. M ü l l e r .
Drägerwerk Heinr. und Bernh. Dräger, Lübeck, Vorrichtung zum Nachweis
fremder Gase oder Schwebstoffe in Luft, bei der mittels einer Kolbenluftpumpe die Luft
1940.
I.
H . A n g e w a n d t e C h e m ie . —
H j. A l l g . c h e m . T e c h n o l o g i e .
2515
durch ein Reagensgefäß in stetigem Strom hindurchgesaugt wird, gek. 1. durch zwei
gegeneinander achsparallel zu verschiebende Zylinder, in deren einem der hin- u. her­
gehende, doppelt wirkende Pumpenkolben geführt ist, während der andere mit dem
Kolben fest verbundene Zylinder das Reagensgefäß sowie gegebenenfalls eine Fl.
bindende Schicht aufnimmt u. einen Luftkanal aufweist, der das Reagensgefäß bzw.
die Fl. bindende Schicht mit dem Saugstutzen der Pumpe verbindet; — 2. daß der
hin- u. hergehende Kolben hohl ausgebildet ist u. sein Hohlraum in den Strömungs­
weg der Luft als Windkessel zwischen das Reagensgefäß u. den Zylinderraum der
Pumpe eingeschaltet ist. — Zeichnung. (D. R. P. 687 273 Kl. 421 vom 11/1. 1934,
ausg. 26/1. 1940.)
M . F. M Ü LLER.
H. Angewandte Chemie.
I. Allgemeine chemische Technologie.
W illiam A . Hamor, Industrielle. Untersuchungen im Jahr 1939. Fortschritte in
den Vereinigten Staaten und anderen Ländern. Dieser Teil behandelt die USA. (Ind.
Engng. Chem., News Edit. 1 8 . 1—13. 10/1.1940. Pittsburgh, Pa., Mellon Inst.) BEHRLE.
Kenneth S. Low, Neuer Reinigungsapparat. Schnelle Entfernung von viscosen
Niederschlagen. Beschreibung des neuen „Dezolvator“ -Reinigungsapp. für Ölbehälter,
Tankwagen, elektr. Umformer usw.; Zeichnung. (Chem. Age 41. 399. 16/12.
1939.)
Behrle.
Fritz Kretzschmer, Messung angreifender oder schwierig zu behandelnder Gase und
Flüssigkeiten. Besprechung der Messung chem. angreifender, leichtsd., gärbarer u. mit
Fremdkörpern verunreinigter Gase u. Fll. nach mittelbaren Verfahren. Die Meßgrößen,
die für betriebliche Dauerüberwachung mit fest eingebauten Anlagen wichtig sind (nur
diese werden besprochen), sind Temp., Druck, Behälterstand, Durchflußmenge u.
spezif. Gewicht. Für die Messung werden, da man die Instrumente nicht aus angriffs­
festen oder unempfindlichen Baustoffen hcrstellen kann, Schutzmittel zwischen­
geschaltet. Der Aufsatz enthält die Abschnitte: Gebergeräte der Schutzverff., Schutzgasverff., Schutzfl.-Verff., Messung in Nähe des Kp., Messung unreiner Fll., Messung
staubiger Gase, ferner eine Tabelle der Werkstoffe, die für Meßgeräte geeignet sind.
(Z. Vor. dtsch. Ing. 84. 25—33. 13/1. 1940. Düsseldorf.)
S k a l ik s .
Sir özi Hatta, Über die Kapazität eines halbparallelen Mehrturmabsorptionsapparates.
I. Kapazität eines Füllkörperturms mit paralleler Strömung. II. Kapazität eines halb­
parallelen Mehrturmsystems. Vf. leitet im Anschluß an L e w i s u . M c A d a m s (Ind.
Engng. Chem., ind. Edit. 20 [1928], 253) von Größe u. Konstruktion des Turmes u.
Größe u. Form der Füllkörper unabhängige Gleichungen ab. Zahlenbeispiele im japan.
Original. (J. Soc. chem. Ind. Japan, suppl. Bind. 42. 199 B—202 B. Juni 1939.
Töhoku, Imperial Univ., Chem. Eng. Labor, [nach engl. Ausz. ref.].)
R . K. M ü .
A.
V. Hemmens, Messung von Schwefelsäure. Beschreibung einer Vorr., die ein
durchfließendes Fl.-Vol. durch Messung der Geschwindigkeit selbsttätig registriert u.
die namentlich für die volumetr. Messung von Schwefelsäure gut geeignet ist, da die
feineren App.-Teile mit der Fl. nicht in Berührung kommen. (Chem. Engng. Min.
Rev. 31. 175—76. 10/1. 1939. London, George Kent Ltd.)
G e r a s s im o f f .
Friedrich Schiiler, Neu-Isenburg, Auskleidung vmi Apparaten und Gefäßen. Die
im Hauptpatent in den Fugen zwischen den Auskleidungsplättchen angewandten
Kathodenstäbchen werden durch metallhaltige, pastenartige Flußmittel ersetzt u. als
Dichtungsmaterial werden nicht nur Metalle, sondern auch Roh- oder Kunstkautschuk
verwandt. (D. R. P. 687 367 Kl. 12 f vom 13/12. 1938, ausg. 27/1. 1940. Zus. zu
D. R. P. 655 977; C. 1938. I. 3968.)
Grassh o ff.
Siemens-Lurgi-Cettrell Elektrofilter-Ges. m . b. H . für Forschung und
Patentverwertung, Berlin (Erfinder: W alther Israel Deutsch, Frankfurt a. M.),
Verfahren zur elektrischen Emulsionstrennung, besonders zur Entwässerung von ölen,
durch Behandlung mit von Gleichstromstößen überlagertem Wechselstrom, dad. gek.,
daß die einzelnen Gleichstromstöße in zur Dauer einer Periode des Wechselstromes ver­
gleichsweise großen zeitlichen Abständen, z. B. von mehreren Sek., aufeinanderfolgen
u. von solcher Höhe sind, daß die Emulsion mit den unter dem Einfl. der Wechsel­
spannung gebildeten Ketten aus Tröpfchen des abzuscheidenden Bestandteiles durch­
schlagen wird. — Zeichnung. (D. R. P. 688135 Kl. 12 d vom 25/7. 1937, ausg. 13/2.
1940.)
M. F. M ü lle r .
IJnion Oil of California, Los Angeles, übert. von: Marcellus T. Flaxman
Wilmington, Cal., V. St. A., Emulgierbare Öle, bestehend aus einem Mineralöl, das etwa
2516
H nl. E l e k t r o t e c h n i k .
1940.
I.
0,5— 5% Undecylensäure enthält. (A. P. 2 175 988 vom 23/11. 1936, ausg. 10/10.
1939.)
SCHWF.CHTEN.
B.
N. Tjutjunnikow, IJSSR, öle zum Benetzen von Niederschlagsflächen in Ent­
staubungsanlagen. Die öle werden mit oberflächenakt. Stoffen, z. B. Naphthensulfonsiiuren u. sulfonierten ölen, u. gegebenenfalls einem Antioxydationsmittel, z. B. /3-Naphthol, versetzt. (Russ. P. 55 621 vom 25/10. 1937, ausg. 31/8. 1939.) R i c h t e r .
Gustave T. Reich, Philadelphia, Pa., V. St. A., Auswaschen von Kohlendioxyd aus
Oasen mit Lsgg. von Natriumcarbonat, die mit Natriumbicarbonat gesätt. sind. Es
entsteht eine Suspension von Alkalibicarbonat, die so erhitzt wird, bis unter Entweichen
von C02 wieder eine Lsg. von der Zus. der Ausgangswaschfl. entsteht. (A. P. 2183 324
vom 1 6 /2 . 1938, ausg. 1 2 /1 2 . 1939.)
Zürn.
Eastman Kodak Co., Rochester, N. Y., übert. von: Jack J. Gordon und John
H . Zeigler, Kingsport, Tenn., V. St. A., Extrahieren. Verd., z. B. bei der Holzdest.
anfallende, wss. Lsgg. von Essig-, Propion- u. anderen aliphat. Säuren oder deren
Gemische werden im Gegenstrom mit einem geeigneten Lösungsm. in mehreren Stufen
behandelt, wobei in jeder Stufe die zu behandelnden Komponenten gemischt u. durch
Absetzen wieder getrennt werden, worauf die Extrakt- u. Raffinatphase getrennt der
vorhergehenden bzw. der nächstfolgenden Stufe zur weiteren Extraktion zugeführt
werden. (A. P. 2 1 7 6 899 vom 7 /1 1 .1 9 3 4 , ausg. 2 4 /1 0 .1 9 3 9 .)
E r ic h W o l f f .
Pennsylvania Research Corp., übert. von: Merrell R . Fenske, State College,
Pa., V. St. A., Destillieren. Ein z. B. aus öl u. Lösungsm. bestehendes Fl.-Gemisch
wird in Dampfform übergeführt u. im Gegenstrom mit dem in der über der Dest.Zone befindlichen Kondensationszone gebildeten Rücklaufkondensat behandelt, das
in dünnem Film über die in den Kolonnenrohren befindlichen Drahtspiralen, Draht­
krempeln, Cu-Nieten u. dgl. herabfließt, wobei eine innige Berührung des Rücklauf­
kondensates mit den aufsteigenden Dämpfen stattfindet u. die höhersd. Bestandteile
aus den Dämpfen leichter ausgewaschen werden. (A. P. 2 1 8 0 512 vom 7/8.1937,
ausg. 21/11.1939.)
E r ic h W o l f f .
Soc. Belge de L ’Azote et des Produits Chimiques du Marly, Belgien, Krystallisieren. Zur Herst. großer Krystalle aus nichtalkal. Salzlsgg. gemäß dem Hauptpatent
wird die in der verwendeten Säure, z. B. H,S04, enthaltene oder ihr zugesetzte arsenige
Säure mit Hilfe von 0 2, Luft, Stickstoffoxyden, Salpetersäure, Chromsäure oder solche
erzeugenden Stoffen bei ungefähr 150° u. Atmosphärendruck oder Überdruck zu Arsen­
säure oxydiert. (F. P. 50 021 vom 24/6. 1938, ausg. 10/11. 1939. Zus. zu F. P.
843 021; C. 1939. 11. 487.)
E r ic h W o l f f .
W . G. Shelton Co., St. Louis, Mo., übert. von: Ferdinand Racen, St. Louis,
Mo., und W alter M. Bruner, New Haven, Conn., V. St. A., Mit Wasser auf chemischem
Wege wärmeerzeugende Mischung, bestehend aus je 1 Metall aus 2 hinsichtlich ihrer
elektr. Spannung verschied. Gruppen bzw. aus Legierungen dieser Metalle, aus einer
im trockenen Zustand stabilen Substanz, die in Lsg. ein saures Medium bilden kann,
aus einem Oxydationsmittel, das beide Metalle im sauren Medium oxydiert, u. aus einem
wasserunlösl. inerten Stoff. Beispiel: Bimsstein (6 g), Kaolin (4 g), Al (3 g), Messing (2 g),
KC103 (1,5 g), Cu20 (0,2 g), CusCl2 (0,6 g), Leinöl (0,2 g), MgC03 (0,1g). (A. P2 183 587 vom 4/12. 1936, ausg. 19/12. 1939.)
D em m ler.
m.
Elektrotechnik.
J. G. Hoogland, Elektrochemie und chemische Industrie. Zusammenfassender
Bericht über die Entw. der Elektrochemie seit 1900 u. über den heutigen Stand der
wichtigsten elektrochem. Verff. in der ehem. Großindustrie. (Chem. Weekbl. 37. 66—69.
10/2.1940.)
R udolph.
Heinrich Berger, Neuere Erfahrungen mit kunststoffisolierten bzw. -ummantelten
Leitungen und Kabeln. Zusammenfassender Bericht über Betriebserfahrungen mit
ijeZtiisolierten Leitungen u. Kabeln. (Elektrotechn. Z. 61. 97—100. 1/2. 1940. Ludwigs­
h a fe n a. Rh., L G . Farbenindustrie Akt.-Ges., Kunststofflabor.)
W O LTE R .
André Claude, Die Beleuchtung mittels Luminescenz. (Vgl. C. 1938. I- 1414.)
Zusammenfassender Bericht über das Problem der Beleuchtung mittels Gasentladungs­
lampen. Folgende Themen werden behandelt: Elektroluminescenz in Gasen; Edelgas­
röhren; die Emissionsspektren der Edelgase; die industrielle Herst. von X u. Kr;
die kontinuierlichen Spektren der Edelgase; Reinheit bei der X-Lampe; Grenzen
der Verwendbarkeit der Edelgasentladungsröhren für allg. Beleuchtungszwecke; Ent­
ladungsrohren mit Leuchtstoffen; optimale Anregungsbedingungen; Mechanismus der
Anregung ; das Wesen der Luminescenz von Krystallen; Aufbereitung der Leuchtstoffe
für die Röhren; der Betrieb der Röhren bei verschied. Spannungen; Glühelektroden;
1940. I.
H m . E l e k t r o t e c h n ik .
2517
das Problem der Mündung; die gebräuchlichsten Typen der Leuchtstoffröhren, ihre
Lebensdauer u. prakt. Verwertung. (Bull. Soc. franç. Electriciens [5] 9. 307— 42.
April 1939.)
R udolph.
T. Asada und H . Yoshinaga, über die Farbe des Lichtes von Dampflampen mit
mehreren Metallen. Es werden für Zn-, Cd- u. für Cd-Hg-Lampen die Intensitätsverhältnisse der beiden Komponenten als Funktion der Zus. u. der Entladungsbedingungen
untersucht: Das Intensitätsverhältnis hängt nicht allein von den Dampfdrücken ab.
Es steigt zwar unter sonst gleichen Bedingungen mit der Vermehrung der einen Kompo­
nente auch deren Strahlung, wird aber die Entladung stärker, so steigt die Intensität der
Komponente mit dem kleineren Dampfdruck. (Electrotechn. J. 3. 247—50. Nov.
1939.)
__________________
K ollath.
Electric Storage Battery Co., Philadelphia, Pa., übert. von : William J. Burgess,
Palmyra, N. J., V. St. A., Herstellung von elektrolytisch durchlässigen Diaphragmen
unter Verwendung von Latex, dem ein hydrophiles Koll. u. Schwefel neben weiteren
Zusätzen beigegeben wird. — Es wird ein Gemisch hergestellt aus 80 (Pfund) Latex
(4 0 °/o ig ), 9 ,4 S, 2,2 NH4-Linoleat, 12 ,5 Bentonit, 93 Na2Si03-Lsg. u. 18,8 a-Cellulose.
Dieses wird eine Stde. lang verrührt, wobei ein steifer Teig entsteht. Das Prod. wird
zu einem dünnen Band ausgewalzt, 24 Stdn. lang in H2S04 von D. 1,025 eingetaucht
u. 4 — 8 Stdn. lang bei 3 2 5 ° F vulkanisiert. (A. P. 2 1 8 1 2 9 9 vom 18 /5. 1936, ausg.
2 8 /1 1 . 19 39.)
M . F. M ü l l e r .
Distillers Co. Ltd., Edinburgh, Herbert Muggleton Stanley, Tadworth, und
Hanns Peter Staudinger, Ewell, England, Isolierstoff, bes. für Abstandhalter bei
Hochfrequenzkabeln, erhalten durch Polymerisation von Styrol durch Aussetzen dem
Licht oder der Wärme mit oder ohne Druck in einem Lösungsm., z. B. Isopropylbenzol,
das einen geringen (0,001— 1%) Zusatz eines Diolefin-KW-stoffs (I) enthält. Als I
sind genannt: p-Divinylbenzol, a,a'-Dimethyldivinylbenzol, Divinylacctylen, 4,41-Divinyldiphenyl, 1,4-Divinylnaphthalin, p,p'-Divinylstilben u. 1,3,5-Hexatrin. (E. P506 812 vom 3/12. 1937, ausg. 6/7. 1939. F. P. 846 896 vom 1/12. 1938, ausg. 27/9.
1939. E. Prior. 3/12. 1937.)
R oeder.
Le Matériel Téléphonique, Soc. A n ., Frankreich, Elektrischer Isolierstoff. Zu
E. P. 508 057; C. 1939. II. 2694 ist nachzutragen, daß die anorgan. Fasern oder
Fäden, zu Paketen vereinigt, in eine monomere Substanz getaucht werden, so daß
sie mit dieser Substanz eine zusammenhängende M. bilden, die polymerisiert u. in
die Form von Platten oder Bändern gebracht wird. Oder es ■werden aus den Fasern
oder Fäden zunächst durch Pressen Platten oder Bänder hergestellt, die dann mit der
monomeren Substanz getränkt u. schließlich polymerisiert werden. (F. P. 847 964
vom 23/12. 1938, ausg. 19/10. 1939. E. Priorr. 24/12. 1937 u. 29/11. 1938.) R o e d e r .
British Insulated Cables, Ltd., England, Isoliermaterial, insbesondere für Kabel.
Das Polystyrol als Isoliermaterial hat den Nachteil der Brüchigkeit. Es wird daher dem
Polystyrol oder einem Stoff, der durch Polymerisation von Styrol mit einem geringen
Zusatz (< 1 % ) von Divinylbenzol gewonnen wird, ein Plastifizierungsmittel zugesetzt.
Als solches dient ein reiner aromat. KW-stoff oder eine Mischung solcher, die keine oder
nur eine geringe Neigung zur Oxydation bei Tempp. bis zu 100° zeigen, z. B. eine
Mischung der Polymeren des a-Methylstyrols (I) mit einem Mol.-Gew. von ca. 275, er­
halten durch mäßige Polymerisation des I in Ggw. von 80%ig. H2S04 oder einer organ.
Sulfonsäure. (F. P. 847 857 vom 21/12. 1938, ausg. 18/10. 1939. E. Priorr. 24. u. 30/12.
1937.)
R oeder.
Maywood Chemical W orks, Maywood, N. J., übert. von: Hans Osborg, New
York, N. Y., V. St. A., Kabelumhüllung, bestehend aus einer Pb-Legierung mit 0,03 bis
0,09% Bi u.-0,005—0,025% Li. Bei der Herst. wird das Pb, das Bi in der gewünschten
Menge enthält, auf über 400° erhitzt u. dann das Li zugegeben. Die Legierung ist fest,
gut leitend, zähe u. genügend steif als Umhüllung. (A. P. 2 1 7 5 2 7 9 vom 9/11. 1935,
ausg. 10/10. 1939.)
R oeder.
Patentverwertungsges. m . b . H . ,.Hermes“ , Berlin, Isolierband für elektro­
technische Zwecke, bes. für die Isolation von Wicklungen u. Spulen. Nicht brennbare
Fasern, z. B. Schlackenwolle oder Asbestfasern, werden mit Füllstoffen, wie Quarz­
mehl, Schwerspat, MgO, MgC03, versetzt u. mit einer Fl. aufgeschlämmt, gegebenen­
falls unter Zusatz von Klebemitteln, wie Wasserglas, Silicagel, Porzellankitt oder
Marmorzement. Nach dem Abtropfen des fl. Aufschlämmittels wird das Faserstoffband
getrocknet u. gegebenenfalls einer Druckbehandlung unterworfen. — Das Band zeichnet
sich durch Festigkeit u. Schmiegsamkeit aus. (Schwz. P. 204 357 vom 12/8. 1938,
ausg. 16/9. 1939. D. Prior. 20/8. 1937.)
R oeder.
2518
H in. E l e k t r o t e c h n i k .
1940. I.
Constantin Georgi, Berlin, Herstellung eines aus mineralischen Fasern, wie Asbest,
bestehenden Isolierfaserbandes, z. B. zum Isolieren von elektr. Leitungen, dad. gek., daß
der von der Krempel ablaufende Flor bzw. die aus dem Flor durch Teilung gebildeten
Florbänder lediglich durch Druckbehandlung zu einem sich selbst tragenden Faserband
bzw. -bändern verfestigt wird bzw. werden. (D. R. P. 687 834 Kl. 76 b vom 14/9. 1935,
ausg. 7/2. 1940.)
M . F. M ü l l e r .
Accumulatoren-Fabrik W ilhelm Hagen (Erfinder: Fritz König), Soest, Fein;perforieren feinporöser Stoffe mittels Funkenentladung durch Hochfrequenzstrom. Die
Funken werden durch Entladung von Kondensatoren erzeugt, die mit hochgespanntem
Gleich- oder Wechselstrom aufgeladen werden. Durch geeignete Wahl der Größe
der Kondensatoren kann man zu erheblichen Stromstärken gelangen, so daß Poren
von der Größenordnung mechan. hergestellter
Perforationen
entstehen.Durch di
Funken wird im Gegensatz zur meehan. Perforation unter Schonung der Fasern eine
Lockerung des Gefüges u. eine Aufrauhung der Oberfläche sowie hierdurch eine Ver­
größerung der absorbierenden Fläche u. der Capillarwrkg. mit hoher Durchlässigkeit
für Fll. u. Gase bewirkt.(D. R. P. 686 997 Kl. 21 b vom 9/3. 1937, ausg. 19/1. 1940.
Zus. zu D. R. P. 647310;
C. 1939. II. 1138.)
K ir c h r a t h .
National Carbon Co., übert. von: Erwin A . Schuhmacher, Lakewood, und
George W . Heise, Rocky River, 0., V. St. A., Primärzelle mit einer lösl. Metallanode,
einer porösen Kohlekathode mit Luftdepolarisation u. einem verdickten Elektrolyten.
Als Elektrolyt mit organ. Verdickungsmittel wird ein Gemisch von z. B. 15—20 (Teilen)
Getreidestärke, 50—200 Ca(OH)2, 2£)0—250 NaOH u. 1000 W., mit anorgan. Ver­
dickungsmittel ein Gemisch von 70 g MgSO., •7 H ,0 u. 31 festes NaOH, versetzt mit
160 ccm wss. NaOH (enthaltend 231 g NaOH auf 1000 g W.) sowie 25 g Ca(OH).,
verwendet. Zur Auffrischung des Elektrolyten dienen alkal. Erden, Zeolithe u. Bentonite.
Zwischen der Kathode u. der Anode ist ein mit Natriumsilicat getränkter Cellulose­
seheiderangeordnet. (A. P. 2 1 8 0 839 vom 17/6. 1937, ausg. 21/11. 1939.) K i r c h r a t h .
Union Carbide and Carbon Corp., New York, übert. von: George W . Heise.
Rocky River, und Erwin A . Schumacher, Lakewood, O., V. St. A., Primärbatterir
mit lösl. Metallanode, z. B. Zink, einer Kohlckathode u. alkal. Elektrolyten, bei der
als Verdickungsmittel ein Gemisch von Ca(OH)2 u. Zellwolle oder Asbest, BaumwoUe,
Papier oder dgl. verwendet wird. Das W. wird durch ein krystallwasserfreies Salz,
z. B. Natriumsulfat oder Alaun, gebunden. Durch eine elektrolytbildende feste M..
bestehend aus einem Gemisch von 22 (GewichtsteUen) Zellwolle, 300 Ca(OH)„, 155 NaOH
u. 60 W. wird der während des Betriebes der Batterie verbrauchte Elektrolyt dauernd
ergänzt. (A. P. 2 1 8 0 955 vom 17/8. 1934, ausg. 21/11. 1939.)
K ir c h r a t h .
N. V . Philips’ Gloeilampenfabrieken, Eindhoven, Elektrische Glühlampe, be­
stehend aus einer kleinen, den Glühfaden enthaltenden Lampe von ca. 30 min Durch­
messer, mit einer Gasfüllung von 90% Ar u. 10°/„ N, u. ca. 5 at Druck, u. einer äußeren,
ca. 90 mm im Durchmesser messenden Glashülle, die mit N2 von ca. 0,8 at gefüllt ist.
Beim Springen der kleinen Lampe erhöht sich der Gasdruck auf ca. 0,9 at. (E. P504 893 vom 1/10. 1938, ausg. 1/6. 1939. Holl. Prior. 4/10. 1937.)
R oeder.
Hygrade Sylvania Corp., Salem, übert. von: Orrick H . Biggs, Beverly, Mass..
V. St. A., Glühlampe mit Reflektor, der auf einem Teil der Innenwand des Glaskolbens
aufgebracht ist. Der Reflektor besteht aus Al mit einem Oxydüberzug. Er absorbiert
einen großen Teil der Infrarotstrahlen des Glühfadens u. verhindert, zusammen mit
einer geeigneten Gasfüllung (N2oder Ar) die Schwärzung des Kolbens im Betrieb. (A- P2 1 5 8 5 6 1 vom 9/6. 1938, ausg. 16/5. 1939.)
R oeder.
Hygrade Sylvania Corp., Salem, übert. von: Orrick H . Biggs, Beverly, Mass.,
V . St. A., Glühlampe mit Reflektor (I). Der I wird von einer Al-Schicht (II) a u f der
Innenseite des Glaskolbens gebildet. Zum Schutze des I wird ein dünner durchsichtiger
Al20 3-Film auf der II erzeugt, indem Luft oder 0 2 in den Kolben eingelassen wird.
Die Spiegelung erfolgt an der II. Der Oxydfilm wirkt als „Getter“ , indem er etwa
vorhandenen W.-Dampf unter Bldg. von Hydroxyd bindet, ohne daß seine Durch­
sichtigkeit leidet. Die Füllung der Lampe besteht aus Ar oder N2 mit einem Druck
von über 0,5 at. (A. P. 2 181 291 vom 7/12. 1936, ausg. 28/11. 1939.) R o e d e r .
Patent-Treuhand-Ges. für elektrische Glühlampen m . b. H ., Berlin, Q u ecksilber­
dampflampe nach Schwz. P. 197 102. Es soll unter Vermeidung einer Schwächung der
Rotstrahlung eine solche Verstärkung der Blaustrahlung erzielt werden, daß bei un­
vermindert hoher Lichtausbeute ein rein weißer Farbton des ausgestrahlten Misch­
lichtes aus Hg-Licht u. Luminescenzlicht erzielt wird. Dies wird erreicht, wenn dem
mit Mn aktivierten Zn-Be-Silicat eine höchstens gleiche Gewichtsmenge aus Cd-Borat
u. Mg-Wolframat zugemischt wird. Das gesamte Luminophorgemisch besteht z. B.
aus 60 (GewichtsteUen) mit Mn aktiviertem Zn-Be-Silicat, 30 Cd-Borat u. 10 Mg-
1940. I.
Hit.
W asser.
A bw asser.
2519
Wolframat.
(Schwz. P. 205 835 vom 26/10. 1938, ausg. 16/9. 1939. Zus. zu
Schwz. P. 197 102; C. 1938. 11. 4393.)
R oeder.
Hygrade Sylvania Corp., übert. von: Henry W . Myers, Salem, Mass., V. St. A.,
Elektrische Entladungsrohre. Das Innere der Röhre ist mit einem Leuchtstoff überzogen,
der aus feinkörnigem, durch Mn aktiviertem Cd-Borat (65 Teile), MgW04 (170 Teile),
u. Zn-Be-Silicat (140 Teile) besteht. Eine solche Lampe strahlt weißes Licht aus.
(A. P. 2 1 8 1 3 0 5 vom 22/12. 1938, ausg. 28/11. 1939.)
Grote.
Telefunken Ges. für drahtlose Telegraphie m . b. H ., übert. von: Bern­
hard Bartels, Berlin, Doppelmosaikschirm für Fernschzwecke. Die Löcher eines metall.
Trägers werden mit Ag20 in Form einer Paste gefüllt u. das Ag20 durch Erhitzen auf
ca. 150° reduziert. Der freiwerdende 0 2 oxydiert den Träger, so daß eine gegenseitige
Isolierung der mit Ag versehenen Stellen eintritt. Auf die dem photoelcktr. Effekt eines
opt. Bildes auszusetzenden Seite der Ag-Teilchen wird dann eine photoelcktr. Schicht,
aufgebracht. (A. P. 2 1 6 3 266 vom 9/1. 1937, ausg. 20/6. 1939. D. Prior. 24/12.
1935.)
R oeder.
IV. Wasser. Abwasser.
J. C. Vaughn, Laboratoriumskontrolle und Betriebserfahrungen in der Filteranlage
in Hämmernd, Indiana. Die Einstellung des Pulverkohlezusatzcs erfolgt auf Grund
der Geruchsschwellenprobe u. des in Kurventafeln niedergelegten Zusammenhanges
zwischen der durch die Gewichtseinheit Kohle erzielten Geruchsminderung u. des
Phenolwertes der Kohle, bei mindestens 2-std. Prüfung des Rohwassers, mindestens
4-std. Prüfung des Reinwassers. Die Einstellung des Zusatzes bei verschied. Kohle­
sorten auf Grund des Phenolwertes hat sich in zweijährigem Betrieb bewährt. Zur
Erzielung eines Kläreffektes von 80—95% war bei Michiganseewasser ein Klärmittel­
zusatz von 13,2 g Alaun oder 10,3 g FeSO.,Cl oder 5,1 g Ferrisulfat je ebm erforderlich.
Infolge der hohen Keimzahl im Rohwasser u. der Ggw. von Phenol ist zur zuverlässigen
Entkeimung Chloraminbehandlung des Rohwassers mit 0,3—0,5 mg/1 Cl-Zusatz bei
halber NH3-Menge u. Chlorung des Reinwassers auf 0,45 mg/1 Rest-Cl im W.-Werk
erforderlich. (J. Amer. Water Works Assoc. 31. 2137—48. Dez. 1939. Hammond,
Ind. Dep. of Water Works.)
Ma n z.
C.
R . Velzy, Filterung und Verbrennung in Buffalo. Das Abwasser wird in Sand­
fängen, Absiebanlagen vorbehandelt, mit 7 mg/1 gechlort, mit 80 Min. Absetzzeit unter
50%ig. Minderung der Schwebestoffe geklärt, der Schlamm teilweise ausgefault, mit
9,25% Kalk- u. 2,3% FeCl3-Zusatz auf Vakuumfiltern entwässert u. verbrannt. (Sewage
Works J. 11. 988—93. Nov. 1939. Buffalo, N. Y., Sewage Treatment Works.) M a n z .
George R . Taylor, Probenahme. Bei der Entnahme von W.-Proben aus dem
Rohrnetz soll nicht nur die bakteriolog. Beschaffenheit, sondern auch die Zeit, die das
W. sich im Netz befindet, ermittelt werden, so daß aus einer Vielzahl von Proben die
gesamte Tageserzeugung des W.-Werkes erfaßt wird. (J. Pennsylvania Water Works
Operators’ Assoc. 11. 133—34. 1939. Scranton, Pa., Scranton-Spring Broak Water
Service Co.)
Man z.
E . E . W olfe, Freies Ammoniak in Gegenwart von Cldoramin. Mississippiwasser
enthält bei pH = 8 immer freies NH3 u. infolge von Nitrifizierung Spuren Nitrit, die
im Vorklärbecken zunehmen, so daß Cl-Zusätze bis zu 3 mg/1 innerhalb weniger Min.
bis auf Spuren Rest-Cl verbraucht werden. Um die Entkeimung durch Chloramin
zu sichern, muß der Zusatz an NH3 so bemessen werden, daß kein freies NH3 verbleibt.
Durch die übliche NESSLER-Probe wird nicht nur das freie, sondern auch das Chlor­
aminammoniak erfaßt; zur Best. des freien NH3 wird das Verh. von synthet. Zeolith
nach F o l i n benutzt, der nur freies, aber nicht das im Chloramin gebundene Ammoniak
aufnimmt. Man versetzt 250 ccm W.-Probe mit 0,5 ccm 5%ig. Sodalsg., gießt einen
Teil der Mischung in einen Colorimeterzylinder ab, schüttelt den Rest 5 Min. mit
einigen g Zeolith, filtriert durch Baumwolle unter Verwerfung der ersten Anteile,
setzt dann zu beiden Proben je 0,2 ccm Schwefelsäure, nach 1 Min. 2 ccm N e s s l e r s
Reagens u. vergleicht die Färbung nach 1 Minute. Die Farbdifferenz entspricht der
vorhandenen Menge freien Ammoniaks. (Water Works Sewerage 86. 509—11. Dez.
1939. Hannibal, Mo.)
Ma n z .
George Martin, Die Bestimmung von Schwefelwasserstoff. Man bringt 100 ccm
Abwasser in eine Saugflasche von 500 ccm Inhalt, setzt auf den Rand mittels zweier
Gummihalter ein mit Bleiacetatlsg. getränktes Filtrierpapier, leitet 2 Min. Luft durch
u. vergleicht die Schwärzung mit Vgl.-Streifen, die in gleicher Weise aus bekannten
Mengen Schwefeleisen u. Schwefelsäure erhalten wurden. (Water Works Sewerage
8 6 . 501—02. Dez. 1939. Green Bay, Wise.)
Man z.
2520
H t . A n o r g a n is c h e I n d u s t r i e .
1940. I.
Eau & Assainissement (Anciens Établissements Ch. Gibault), Frankreich,
Filtrieren von Wasser aller Art. Als Filtermaterial dient eine poröse Membran aus
Gewebe von Wolle, Seide, Baumwolle, Asbest oder Glas. Zur Vermeidung von Ver­
stopfungen wird von Zeit zu Zeit Luft in entgegengesetzter Richtung hindurchgeblasen,
wobei die Filterwandung gereinigt u. das W. durchlüftet wird. Bei ununterbrochenem
Durchlauf des W. werden zwei poröse Filterflächen benutzt, von denen die eine vom
W. durchflossen wird, während die andere durchlüftet wird. Gegebenenfalls werden
dem W. fein verteilte Stoffe oder andere Zusatzstoffe, wie Zn-, Cu- oder Pb-Salze,
zugesetzt, wodurch die Wirksamkeit bei der Durchlüftung erhöht u. das Filtrieren
erleichtert w'ird. Bei stark verunreinigtem W., z. B. bei Stadtabwässern, werden Cellu­
loseabfälle oder andere billige brennbare Abfallstoffe zugesetzt. — Zeichnung. (F. P.
8 5 0 1 1 2 vom 19/8. 1938, ausg. 8/12. 1939.)
M. F. MÜLLER.
Georges Mouscadet, Paris, Mittel zur Verhinderung der Bildung von Kesselstein,
bes. in Dampfkesseln, bestehend aus 88% Graphit, 9% Al-Bronzepulver u. 3% ^Jll~
Pulver, — oder aus 85% Graphit, 3% Talk, 9% Al-Bronze u. 3% Zn-Staub. (E. P.
513 386 vom 9/11. 1938, ausg. 9/11. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
Permutit Co. Ltd., London, Herstellung von Wasserenthärlungsmitteln zum
Kationenaustausch u. Entfernen von Kationen aus Säureschlamm, der bei der Raffi­
nation von Erdölen mit H2S04 erhalten wird. Dieser wird zunächst auf 85° erhitzt,
wobei S02 entweicht. Später wird auf 160° allmählich erhitzt u. dabei gerührt. Die
M . wird mit W . angerührt u. der feste, kohleartige Rückstand abfiltriert. Dieser hat
kationenaustauschende Eigenschaften. (E. P. 512 323 vom 26/2. 1938, ausg. 5/10.
1939. D. Prior. 20/4. 1937.)
M . F. M ü l l e r .
Henry H . Moreton, Montclair, N. J., V. St. A., Vernichtung von Kloakenwasser.
Kloakenwasser wird mit erhitztem granuliertem, hartem Material gemischt u. das mit
den koll. Kloakenbestandteilen überzogene Material period. durch einen auf solche
Tempp. erhitzten Raum geleitet, daß die Mischung zuerst entwässert u. dann die ver­
brennbaren Bestandteile vollständig verascht werden. Vorrichtung. (A. P. 2 1 8 3 463
vom 20/2. 1936, ausg. 12/12.
1939.)
D em m ler.
V. Anorganische Industrie.
Ion Marinescu, Die Schwefelgewinnung aus Erzen oder Flotationskonzentraten
durch Reduktion. Überblick über die neuere Entw., bes. die Verff. der C O N S O L ID A T E D
M i n i n g a n d S m e l t i n g Co. u. der S u l p h u r P a t e n t s L t d . (An. Minelor Romänia
[Ann. Mines Roum.] 22. 491—93. 10/11. 1939. Timisoara, Techn. Hochsch.) R. K. Mü.
Harold O. Goddard, Darstellung von Schwefddioxydgas durch Blitzröstung. Ein
Pyritstaub-Luftgemisch wird beim Einblasen in eine geräumige Kammer bei ca. 1000°
verbrannt. Es entsteht S03-armes S02- Die Wärme wird nutzbar gemacht. (Pacific
Pulp Paper Ind. 13. Nr. 8.
26—29. Aug. 1939. New York, Nichols
Eng. &
Corp.)
_
N eum ann.
Mototaro Matsui und Raisaku Kiyoura, Untersuchungen zur KontaktschwefelSäurefabrikation. XVI. Über die Berechnung der Umsetzungsgeschwindigkeit von Schwefel­
dioxyd. (XV. vgl. C. 1940. I. 266.) In den Unterss. der Vff. u. einiger anderer Autoren
stimmt die Umsetzungsgeschwindigkeit oberhalb 450° mit der theoret. überein, in
anderen Unterss. dagegen nicht u. zwar infolge ungenauer Temp.-Messung u. un­
genügender Einhaltung isothermer Bedingungen. (J. Soc. ehem. Ind. Japan, suppl.
Bind. 42. 220 B. Juni 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
R. K. M ü l l e r .
Raisaku Kiyoura, Untersuchungen zur Kontaktschwefelsäurefabrikation. XVII.,
XVIII. (XVI. vgl. vorst. Ref.) XVII. Die aktivierende Wirkung von K ß auf die
Wirksamkeit von Vß s-K ß - SiOr Katalysatoren. Unter gleichen V e r s . -Bedingungen
zeigt sich eine Zunahme der katalyt. Wirksamkeit von V20 5-K20-Si02-Katalysatoren
mit zunehmendem mol. Verhältnis K20/V 20 5 bis zu einem Optimalwert, nach d e m aber
anscheinend bei weiterer Zunahme von K20/V 20 5 eine Abnahme der W ir k sa m k e it
eintritt. — XVIII. Mikroskopische und Röntgenuntersuchung von Vß^-K ß - Si02-Katalysatoren. Mit zunehmendem Verhältnis K20/V 20 5 nimmt die Krystallgröße des V20 5
im V20 5-K20-Si02-Katalysator ab. Die aktivierende Wrkg. größerer K 20 -M e n g e n
läßt sich somit wahrscheinlich dadurch erklären, daß der Zusatz die Aggregation bzw.
das Krystallwachstum von V20 5 hemmt. Man kann annehmen, daß das poröse feine
SiO„-Gel in einer ersten Schicht K", in einer zweiten Schicht V 04" ' adsorbiert. Die
Befunde stehen in Einklang mit der vom Vf. entwickelten Theorie der Aktivator­
wirkung. (J. Soc. ehem. Ind. Japan, suppl. Bind. 42. 241 B— 43 B. Juli 1939. Tokyo,
Univ., College of Technology [nach engl. Ausz. ref.].)
R. K. M ÜLLER.
1940. I.
H T. A n o r g a n i s c h e I n d u s t r i e .
2521
M. M. Potaschnikow und Kutzenko, Gewinnung^ von Eisenvitriol aus abgearbeiteter Schwefelsäure. Aus abgearbeiteter H2S04 der Kokereifabrik wird mit Eisen­
abfällen Eisenvitriol gewonnen. Das Herst.-Verf. beruht auf dem Verdünnen der Abfall­
säure, wodurch die darin schwebenden Harzteilchen abgeschieden werden, dem Reagieren
der Säure mit Eisenabfällen, dem Filtrieren der Mutterlauge durch dicke Filzeinlagen
u. der Krystallisation des Eisenvitriols. AlleRkk. können in Holzgefäßen durchgeführt
werden. ( K o k c it X«muji [Koks u. Chem.] 9. Nr. 6.. 48—49. Juni 1939. Rutschenkow,
Kokschem. Fabrik.)
T o l k m it t .
Tullio Seguiti, Der ,,Saldame“ von Istrien. Überblick über die geolog. Ver­
hältnisse, den Ursprung, die Verarbeitung u. die techn. Anwendung des Quarzsandes
von Südistrien. (Ind. minerar. Ital. Oltremare 13. 405—16. Okt. 1939. Triest, Berg­
______ ___________
R. K. M ü l l e r .
bauamt.)
Plinio Bringhenti, Mailand, Gewinnung von Chemikalien aus Vulkanabgasen.
Vulkan. Dämpfe, die zum Betrieb von Wärmekraftmaschinen benutzt worden sind,
unterwirft man einer doppelten Kondensation. Zuerst werden sie in W. eingeleitet,
dasselbe wird dann nochmals verwendet, indem man es feinverteilt in die bei der ersten
W.-Behandlung austretenden, nichtkondensierten Gase einspritzt oder in einem Rk.Turm herabrieseln läßt, den diese Gase passieren. Durch diese kombinierte Konden­
sation wird die Ausbeute bedeutend erhöht. (It. P. 368474 vom 14/11. 1938.) K a i .IX .
Henkel & Cie. G. m. b. H ., Düsseldorf (Erfinder: Heinrich Schmidt, Niederkunnersdorf über Löbau, Sachsen), Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Dest.
aus an der Innenwand von geheizten Röhren in dünner Sehieht herabfließenden Lsgg.,
indem dio H20 2-Dämpfe vom unteren Ende u. von der Spitze der Röhre abgesaugt
werden, wobei die Absauggeschwindigkeit der Dämpfe gemäß den Dest.-Bedingungen
eingestellt werden kann. Bei stufenweiser Dest. werden die Dämpfe jeder Dest.-Stufe
gesondert abgeführt u. der Lsg. vor ihrem Eintritt in die nächste Stufe eine Salz­
oder Säurelsg. oder verd. Destilliergut zugefügt. Z. B. wird bei der Dest. einer 2G0 g Per­
sulfat, 190 g H2S04 u. 30 g (NHj)2SO,/1 enthaltenden Lsg. eine Dest.-Ausbeute von
mehr als 90% an H20 2 erhalten. (D. R. P. 687 292 Kl. 12 i vom 23/6. 1935, ausg.
26/1. 1940.)
' '
D em m ler.
M. A . Klokatschew, USSR, Gewinnung von Schwefel. Schwefelhaltige Erze oder
Abfälle werden mit Kalkmilch behandelt, worauf die erhaltene Lsg. mit Säuren zerlegt
wird. (Russ. P. 55 614 vom 19/5. 1936,ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
Raymond Foss Bacon, V. St. A., Gewinnung von Schwefeldioxyd. Zu dem Verf.
des Belg. P. 431582; C. 1940. I. 1253 ist nachzutragen, daß bes. geeignet die Borate
der Alkalien, der Erdalkalien, des Ammoniums u. des Magnesiums sind. Die AbsorptionsIsg. enthält außer einem oder mehreren Boraten soviel freie Borsäure, daß sie genügt,
die Lsg. bei der Temp. der Austreibung des S02 zu sättigen. Außerdem kann die Absorptionslsg. auch ein Sulfit enthalten. Zur Absorption von Gasen mittels Suspensionen
wird eine geeignete Vorr. angegeben. (F. P. 847 956 vom 23/12. 1938, ausg. 19/10.
1939. A. Priorr. 21/1. u. 18/5. 1938.)
Grassh off.
Alan Newhall Mann, V. St. A., Gewinnung von Schwefeldioxyd. Das Verf. des
Hauptpatents wird dadurch weiter ausgebildet, daß je Mol CaS04 nur 0,56—0,7 Mol
Kohle, vorzugsweise 0,57—0,5 Mol Kohle, angewandt werden u. daß die Verbrennung
so geleitet wird, daß prakt. nur C02 entsteht u. das Abgas nicht mehr als 0,5% Sauer­
stoff enthält. (F. P. 5 012 9 vom 23/12. 1938, ausg. 13/12. 1939. Holl. Prior. 12/10.
1938. Zus. zu F. P. 845 050; C. 1939. II.4051.)
G rassh off.
Ernst Berl, Allegheny Count,v? Pa., V. St. A., Herstellung von Schwefelsäure.
S02-haltige Röstgase werden bei Drucken über 3 at, vorzugsweise bei 30—50 at, durch
Nitrosylschwefelsäure, die in 60—80%ig. H2S04, vorzugsweise in 65—75%ig- H2S04,
gelöst ist, oxydiert, wobei die Temp. möglichst tief, jedenfalls unter 120°, gehalten
wird. Dieses Druckverf. erlaubt in geeigneten Vorr. mehr als 5— 40 t Schwefelsäure
je cbm/Tag zu erzeugen, bei geringeren Stickstoffverlusten als bei den drucklosen Ver­
fahren. Die aufgewandte Kompressionsarbeit kann teilweise zurückgewonnen werden.
Vorrichtungen. (A. P. 2 1 8 4 707 vom 18/11. 1936, ausg. 26/12. 1939. E. Prior. 22/11.
1935.)
Grassh off.
Österreichische Chemische Werke Ges. m . b. H ., Wien, Elektrolytische Ge­
winnung von Überschwefelsäure und Persalzen in filterpressenartig vereinigten elektrolyt.
Zellen unter Kühlung der Elektroden, indem die Kühlfl. einen von der Anode einer
Zelle u. der Kathode einer anschließenden Zelle gebildeten Hohlraum durchfließt,
so daß sowohl die Kathoden als auch die Anoden der Zellen von der Kühlfl. unmittelbar
bespült werden; infolge der wirksameren Kühlung wird eine erhöhte Ausbeute erzielt,
z. B. wird eine 30—35%ig. Überschwefelsäurelsg. mit 80% Stromausbeute erhalten.
2522
H VI. S i l i c a t c h e m i e .
B au stoffe.
1940. I.
Vorrichtung. (D. R. P. 686 756 KI. 12 i vom 23/6. 1937, ausg. 15/1. 1940. Oe. Prior.
21/5. 1937.)
D em m ler.
Directie van de Staatsmijnen in Limburg, Holland. Herstellung von Mischsäure. S03 oder S03-haltige Gase werden unter solcher Kühlung in Salpetersäure
eingeleitet, daß keine der beiden Verbb. verdampfen kann. Z. B. wird durch Einleiten
von 173 (Teilen) S03 in 100 HN03 (61%ig) bei Tempp. unter 40° ein Gemisch von
77,7% H2S04 u . 22,3% HN03 erhalten. Das Verf. kann auf HN03 verschied. Konzz.
u. auch auf Abfallsäuren angewandt werden. Es wird vorzugsweise im Gegenstrom
gearbeitet. (F. P. 849 671 vom 31/1. 1939, ausg. 29/11. 1939. Holl. Prior. 2/2.
1938.)
Grassh off.
Smelting and Refining Co., New York, übert. von: Melville F. Perkins, Salt
Lake City, Ut., V. St. A., Arsentrioxyd mit verringerter Neigung zur Staubbildung. Man
mischt geringe Mengen (0,06—0,1%) von As20 6 unter das As20 3. (A. P. 2 1 8 3 337
vom 9/1. 1937, ausg. 12/12. 1939.)
ZÜRN.
General Chemical Co., New York, übert. von: James W . Seodine, Bayside,
N. Y., V. St. A., Bleiarsenal. Bleioxyd oder Bleihydroxyd u. As20 5 bringt man in Ggw.
von W. u. gegebenenfalls eines Katalysators, z. B. Essigsäure, allmählich zusammen,
wobei man zuerst einen kleinen Überschuß an Bleioxyd u. später an As20 5 aufrecht­
erhält u. erst zum Schluß das stöchiometr. Verhältnis herstellt, worauf man trocknet.
(A. P. 2 1 8 4 8 9 0 vom 30/7. 1937,ausg. 26/12. 1939.)
Zürn.
A . L . Eidlin, USSR, Silicagel. Die Herst. des Silicagels erfolgt durch Mischung
von Wasserglas mit einer Mineralsäure, wobei zwecks Erhaltung des Silicagels in gleich­
mäßiger Tablettenform das Wasserglas mittels einer Capillare in die Mineralsäure
eingetropft wird. (Russ. P. 55 553 vom 4/11. 1938, ausg. 31/8. 1939.) R i c h t e r .
Norton Co., übert. von: Abraham Albert Klein, Worcester, Mass., V. St. A.,
Erhöhung der Festigkeit von Siliciumcarbidkömem durch längeres Erhitzen auf 1000
bis 1400° unter Vermeidung der Oxydation. (A. P. 2 1 8 3 044 vom 19/2. 1938, ausg.
12/12. 1939.)
ZÜRN.
Stevan Ruzicka, Belgrad, Jugoslavien, Holzkohle. Bei dem bekannten Verf. zur
Herst. von Holzkohle durch Verkohlen von Holz, Pulverisieren der Holzkohle ohne
Zerstörung der Faserstruktur, Mischen mit einem Bindemittel (Teer oder Pech) u.
Verkoken bei höherer Temp. soll die pulverisierte Kohle erschüttert werden, so daß
die Fasern sich gleichrichten. — Eine ganz einheitliche Kohle wird erhalten, wenn
man Holz auf Tempp. zwischen 270 u. 300° erhitzt, dann pulversiert, bis keine Fasern
oder Hohlräume mehr vorhanden sind, wobei aber die Zerstörung des den Zelhvänden
des Holzes entsprechenden Aufbaues zu vermeiden ist. Man mischt wieder mit einem
organ. Bindemittel, dessen Menge geringer sein soll als die der Kohle, preßt, erhitzt
so hoch, daß die flüchtigen Bestandteile der Preßlinge gecrackt werden u. die Crack­
rückstände die Zellwände mit Kohle bzw. C-reichen Verbb. überziehen, so daß eine
Holzkohle entsteht, die den mikroskop. Feinbau des Holzes aufweist, aber sonst keine
Fasern oder Hohlräume zeigt. (A. P. 2 1 8 4 317 vom 9/7. 1934, ausg. 26/12. 1939.) ZÜRNI. A . C. Societá per ¡ ’Industria Articoli Caoutchouc e per Materiali Protettivi
ed Antigas, Tivoli bei Rom, Italien, Gekörnte A-Kohle aus Fruchtkernen und harten
Schalen. Diese werden gemahlen, mit einem Aktivierungsmittel (Zinkchloridlsg.)
getränkt u. dann in feuchtem Zustand bis zur unfühlbaren bzw. koll. Feinheit der sich
bildenden Paste weitergemahlen. Die Paste wird zu Körnern geformt, dann getrocknet
(200°), calciniert (700—720°) u. ausgewaschen. (D. R. P. 686 848 Kl. 12i vom 30/6.
1935, ausg. 17/1. 1940. It. Prior. 4/4. 1934.)
ZÜ RN .
E.
I. du Pont de Nemours & Co., übert. von: Charles W . J. Wende, Wilmington,
Del., V. St. A., Titanylsulfamat Ti0(S03NH2)2. Eine wss. Lsg. von Titantetrachlorid
(oder Titanylsulfat) wird mit der Lsg. eines Sulfamats, dessen Kation ein unslösl.
Chlorid (oder Sulfat) bildet, umgesetzt. Beispiel: 200 Teile Pb(S03NH2)2, gelöst in
200 Teilen kaltem W., wird unter Kühlen zu 114 Teilen einer 53%ig. TiClj-Lsg. gegeben.
Nach einstd. Stehenlassen wird das ausgefällte Bleichlofid abfiltriert. Das Filtrat
wird mit 1 Vol. CH3-OH u. 2 Vol. H2CO versetzt u. das als weißer Nd. ausgefallene
Titanylsulfamat abfiltriert, mit A. gewaschen u. durch Erwärmen getrocknet. (A- P2184538 vom 7/4. 1938, ausg. 26/12. 1939.)
S c h r e in e r .
YL Silicatchemie. Baustoffe.
R . E . Vidal, Kontrolle von Emailschlickem. (Vgl. C. 1940. I. 110.) Überblick.
(Foundry Trade J. 62. 104—06. 1/2. 1940.)
M ARKHOFF.
Zschacke, Wie werden Flußsäureschäden in der Glasindustrie zweckmäßig behandelt.
(Diamant 61. 275—76. 285—86. 1/11. 1939.)
S k a lik s .
1940. I.
H t i. S i l i c a t c h e m i e .
B au sto ffe.
2523
A . A . Schumilin, Elekirotrocknung von keramischen Erzeugnissen. (Vgl. C. 1939.
II. 4551.) Es wird über ein Verf. zur Trocknung keram. Erzeugnisse berichtet, nach
welchem man die Formstücke als Widerstand in ein Wechselstromnetz einschaltet. Die
zu trocknenden Körper sind infolge ihrer Feuchtigkeit anfangs gute Stromleiter, jedoch
steigt der Widerstand u. infolgedessen auch die Temp.-Entw. mit dem fortschreitenden
Entweichen des Wassers. In das parallelgeschaltete Syst., das durch Regelung langsam
ansteigend mit bis 220 V beschickt w-ird, können die Werkstücke in beliebiger Zahl ein­
geschlossen werden. Dio zur Berechnung von Strom- u. Wärmeführung für die Trocknung
einzelner Formen keram. Erzeugnisse erforderlichen Formeln werden ausführlich er­
läutert. Durch die Meth. erreicht man eine verkürzte Trockenzeit u. erspart den Bau
von komplizierten, umfangreichen Trockenanlagen. (Tpyjti Bcecoiocnoro HHCiirryia
Onieyiiopor, [Arb. Inst, feuerfeste Mater.] 1939. Nr. 17. 3—32. Leningrad, Inst. f.
feuerfeste Materialien.)
v . M in k w it z .
■
— , Zur Bildung einer dunklen Brennhaut bei Sintererzeugnissen. Erörterung der
verschied. Möglichkeiten, u. a. Engobieren, Salzen usw. zur Erzielung einer matt
glänzenden Brennhaut. Wesentlich ist Sinterung der Brennhaut, wenn Klinker u.
Verblendsteine entsprechende Wetterbeständigkeit u. dunkle Farbtönung aufweisen
sollen. (Ziegelwelt 71. 33—34. 8/2. 1940.)
P la tz m a n n .
W . S. Kwitko, Herstellung von feuerfesten Massen aus Maidan-Wilsk-Kaolinen.
Verschied. Arten der Maidan-Wilsker-Kaoline wurden auf ihre Eignung zur Herst. feuer­
fester Steine für die Ausmauerung von Dampfkesselfeuerungen, Schmelz- u. Kupolöfen
sowie Kalköfen laboratoriumsmäßig geprüft. Es wurden gute Ergebnisse mit Materialien
folgender Zus. erzielt: 1. Glühverlust 6,45 (%), Si02 69,66, A120 3 20,09, Fe20 3 1,25,
CaO 0,76, MgO 0,66, K20 + Na20 0,88 u. Ti02 0,36 ergab eine Feuerfestigkeit von
1710°; 2. 7,55 (%) Glühverlust, 69,20 Si02, 19,51 A120 3, 1,36 Fe20 3, 0,70 CaO, 0,51 MgO,
0,40 K 20 + Na2Ö u. 0,78 Ti02, Feuerfestigkeit 1670°; 3. 6,41 (% ) Glühverlust, 72,42
Si02, 16,61 A120 3, 2,07 Fe20 3, 0,88 CaO, 0,67 MgO, 0,42 K20 + Na20 u. 0,55 Ti02,
Feuerfestigkeit 1650°. (Ornoynopi.i [Feuerfeste Mater.] 7. 523—29. Aug. 1939.
Charkow, Inst. f. feuerfeste Materialien.)
V . M IN K W IT Z .
M. S. Gendel und A . I . Kulik, Schamottefreie feuerfeste Masse durch halbtrockene
Pressung aus Tschassow-Jar-Tonen. Ein aus 58,95 (°/0) Si02, 31,65 A120 3 + TiO„,
1,50 Fe20 3 (8,62 Glühverlust) bestehender Ton wurde getrocknet u. gesiebt. Aus den
Fraktionen von 0,5—3 mm Korngröße wurden nach einem halbtrockenen Verf. Steine
gepreßt, die man bei langsam ansteigenden Tempp. bis 1320° brannte. Es wurde eine
Feuerfestigkeit von 1710° erreicht. (Oriieynopu [Feuerfeste Mater.] 7. 725—26. Okt./
Nov. 1939.)
v. M i n k w i t z .
P. I. Woronin, M. S. Gendel und N. F . Lessnjak, Versuche der Anwendung
von leichten feuerfesten Massen aus Schaumschamotte als Futter für periodische Öfen
zum Brennen von feuerfesten Schamottesteinen. Auf der Schamottefabrik „X . Jahres­
feier des Oktober“ wurde der Vers. durchgeführt, die Kammern eines zum Brennen
von Schamottesteinen benutzten Ofens mit Schaumschamotte auszufüttern. Es zeigte
sich, daß das Futter den Einww. der Heizgase gut standhielt u. infolge seiner geringen
Wärmeleitfähigkeit eine viel schnellere Wärmeübertragung auf die zu brennenden
Erzeugnisse bewirkte, als dies bei sonstigen Futtern der Fall ist. Das verwandte
Material hatte eine Feuerfestigkeit von 1700°. Die Fugen zwischen den keilförmigen
Schaumschamottesteinen wurden mit einem Gemisch von 65% Schaumschamottestaub, 20% feuerfestem Lehm u. 15% Wasserglas ausgeschmiert. Die Druckfestigkeit
der Steine soll 30—40 kg/qcm nicht unterschreiten. (Onieynopi.i [Feuerfeste Mater.]
7. 701— 04. Okt./Nov. 1939.)
v. M i n k w i t z .
R . M. Gaidowski, Das Brennen vonGraphitstopfen und -gefäßen in der Fabrik
„Krassny Tigel“ . In der Fabrik „Krasny Tigel“ werden Graphitstopfen u. -gefäße aus
einem Gemisch von 30 (%) Graphit, 40 Tschassow-Jar-Ton u. 30 Schamotte nach einem
beschleunigten Verf. in 3 fraktionierten Brennperioden hergestellt. Konstruktion u.
Charakteristik der verwandten Öfen werden erörtert. Die Erzeugnisse haben eine
Feuerfestigkeit von 1700°, eine D. von 2,52, Vol.-Gewicht 1,8 g/ccm, Beginn der Defor­
mation bei 2 kg/qcm Druck 1500°. (OrneynopLi [Feuerfeste Mater.] 7. 122—24. Febr./
März 1939. Luga.)
v. M i n k w i t z .
A . T . shak und B . W . Iwanow, Tiegel für Hochfrequenz-Elektrostahlschmelzöfen.
Die Fragen der Beanspruchung von Tiegeln für Hochfrequenzelektrostahlschmelzöfen
werden besprochen u. die Ergebnisse der Unterss. von abgedienten Tiegeln in- u. aus­
länd. Herkunft erörtert. Abschließend werden Vorschläge für die Auswahl geeigneten
Futtermaterials für die Tiegel gemacht. (Oiueynopii [Feuerfeste Mater.] 7- 157—64.
Febr./März 1939. Moskau, Glawspezstal.)
v. M i n k w i t z .
2524
H y,. S i l i c a t c h e m i e .
B au stoffe.
1940. I.
Je. I. Chodorow, Theoretische Grundlagen der Schlammverspritzung. Vf. unter­
sucht die Druck- u. Wärmeverhältnisse beim Verspritzen z.B . von Zemeritschlamm
u. die zweckmäßigsten Düsenkonstruktionen. (Bcec0i03in.ni Hay>ino-HccjeaoBaTejrtCKUü
ilitcTHTVT Hcmchtoii BHHU. CöopuitK PaßoT [Wiss. Forsch.-Inst. Zemente UdSSR, Ge­
sammelte Arb.] Nr. 18. 15— 35 .)
R. K . M Ü LLER.
E.
F . Flint, Mineralisatoren im Zement. Der Einfl. der Zumischung von MgSiFe.
CaF2, B ,03, P20 3 u . Na3AlF6 zu Zementrohmischungen auf die Bldg. von ß-2 CaO-SiO,,
■/-2Ca0-Si02 u. 3 C a 0 S i0 2 wird bei verschied. Tempp. festgestellt. Die Vorzüge
der Beimengung von MgSiF„ für das Erbrennen des Portlandzementklinkers werden
eingehend besprochen. (Rock Prod. 42. Nr. 10. 40—42. 52. Okt. 1939. Washington,
Nat. Bureau of Standards.)
Se id e l .
Seiji Kondo, Toshiyoshi Yamauchi und Ichiro Iwakiri, Eine Untersuchung
des Zementbacillus. Es wurden elf verschied. Proben des Zementbacillus hergestellt,
u. zwar aus gesätt. Lsgg. von synthet. hcrgestelltem 3Ca0-Al20 3, 5C a0-3A l20 3 u.
CaO •A120 3, ferner aus gesätt. Lsgg. ehem. reinen Gipses u. Ca(OH)2. Die Proben wurden
auf verschied. Weise getrocknet u. dann auf therm. Rkk., röntgenograph., auf Mikro­
struktur u. Gewichtsverlust beim Erhitzen untersucht. Unter dem Mikroskop erscheint
der Zcmcntbaeillus in kleinen säulen- oder nadelförmigen Krystallen, die zu kugel­
förmigen Gruppen zusammengefaßt sind. Die röntgenograph. Unters, zeigte die gleiche
Struktur. In sorgfältig hergestellten Proben konnte weder Gips noch Ca0-Al20 3
beobachtet werden, d. h. die Ca-Aluminate liefern in Ggw. von CaO u. Gips den Zement­
bacillus in gleicher Zus.; dieser kann erfolgreich durch Alkohol, Äther u. Natronkalk
getrocknet werden, besser bewährt sich aber ein trockener Luftstrom, der vorher
konz. H2S04 passiert. Ein Erhitzen der Proben auf 105° bedingt Zerstörung der Krystalle. Der größte Teil des W. wird zwischen 70 u. 140° unter Zerstörung der Krystalle
abgespalten. Darüber hinaus setzt sich die W.-Abspaltung langsam fort, u. lediglich
zwischen 600 u. 700° ist eine ruckweise Entwässerung feststellbar. Bei der therm.
Analyse konnten Beimengungen von Ca(OH)2, CaC03 oder CaS04 nicht festgestellt
werden. Die Formel des Zementbacillus, der bei Zimmertemp. im Luftstrom getrocknet
war, lautet offenbar 3 CaO-A^Oj-S CaS04' 11 H20. (Dainippon Yogyo Kyokwai
Zasshi [J. japan. ceram. Assoc.] 47. 527—34. Okt. 1939. Tokyo, Univ. of Eng., Dep.
of Ceramic Eng. [nach engl. Ausz. ref.].)
Se id e l .
0.
M. Asstrejewa, Ausarbeitung einer mineralographischen Methode der ZementUntersuchung mit reflektiertem Licht. In einer synthet. Probe von 2 CaO ■Si02 mit 25%
4 CaO ■Al20 3-Fe20 3 sind nach Ätzung mit 10%ig. alkoh. HN03 mkr. dunkle, rundliche
Körner von 2 CaO •Si02 zu erkennen, in MgO-haltigem Portlandzement hexagonale
Krystalle von 3Ca0-Si02. In Al20 3-Klinker zeigen sich nach Ätzung mit 10%ig.
alkoh. HCl unregelmäßig geformte Krystalle, bei längerem Ätzen prismat. Krystalle
von CaO ■Al2Or Feine Krystalle von 3Ca0-Si02 sind im Gemisch mit 4Ca0-Al20 3Fe20 3 u. 3CaÖ-Al20 3 nach Ätzen mit 10%ig. alkoh. HN03 erkennbar. Nach Ätzung
mit 10%ig. alkoh. Essigsäure zeigt synthet. 3Ca0-Al20 3 als Ätzfiguren feine rundliche
Sternchen. (BcecoH>3in>iä Hay^HO-HccjejoBaTeJiCKirir IliicTirryT UeMerrroB BHHU.
CSopmiK PaöoT [Wiss. Forsch.-Inst. Zemente UdSSR, Gesammelte Arb.] Nr. 1885—87.)
R. K. M ü l l e r .
Kimbe Tyudyo, Untersuchungen über die Zementfeinheit. V. (Vgl. C. 1939. II3172.) Es wurde vom Vf. ein neuer Windsichter konstruiert, mit welchem die vorher
erörterten theoret. Grundlagen ausgewertet werden können. Es wurde eine erhebliche
Verbesserung der Sichtungsfähigkeit erreicht. Es wurde untersucht, wie die Dauer
des Sichtens sich verkürzen läßt, u. zwar einmal durch Ablsg. der einzelnen Zement­
teilchen voneinander u. zum anderen durch Vermeidung erneuter Koagulation der
voneinander gelösten Teilchen. Dieses wird dadurch erreicht, daß man das Zement­
mehl u. den starken durch die Düse eintretenden Windstrom bei großem Geschwindigkeitsgefälle zusammenprallen läßt. Der Unterschied in der Trennung der Teilchen
bei Verwendung kegel- oder zylinderförmiger Düsen ist nicht klein. Weiter wurde
das Sichtungsvermögen u. die Neigung des Windstroms, sich zu verbreitern, nach dem
Durchgang durch die betreffenden Düsen untersucht. Die Beziehungen zwischen den
Düsen wurden geklärt. (Dainippon Yogyo Kyokwai Zasshi [J. japan. ceram. Assoc.] 47.
462—68. Sept. 1939. Tokio, Asano Portland Cement Co. [nach dtsch. Ausz. ref.].) S e i d .
Kimbe Tyudyo, Untersuchungen über die Zementfehiheit. VI. (V. vgl. vorst. Ref.)
Es wird über die Handhabung u. die Einzelheiten des neukonstruierten Windsichters
berichtet. Das mkr. Präp. wird derart vorbereitet, daß die im Sichtzylinder auf­
steigenden Zementteilchen sich sammeln u. auf die dünne Balsamschicht des Objekt­
trägers herabfallen. Der Durchmesser der Zementteilchen der verschied, bei der Sichtung
erhaltenen Fraktionen wird durch folgende Formel berechnet: [(l + b): 2]m, wo l die
1940. I.
H T!. S i l i c a t c h e m i e .
B au stoffe.
2526
Länge, b die Breite der Zementteilchen unter dem Mikroskop u. m den Durchschnitt
von 200 Zementteilchen darstellt. Die zu den Sichtverss. verwendete Probe soll 20 g
betragen. Infolge der besseren Sichtungsfähigkeit dieser neuen App. läßt sich der Vers.
für die einzelnen Fraktionen derart abkürzen, daß nach 10 Min. weniger als 0,2 g
der betreffenden Zementfraktion im Sichtrohr aufsteigen. Die Gesamtdauer des Vers.
beträgt daher etwa 40—50 Minuten. Zur Vermeidung von Meßfehlern muß das Rohr
außen von Zeit zu Zeit geklopft u. die Innenseite ein- bis zweimal abgebürstet werden.
Die Vers.-Fehler sind verhältnismäßig klein; für die Fraktion von 15 fi beträgt
der Fehler für den Unterschied in der Lufttemp. um 10° 0,21 fi, für eine Schwankung
des spezif. Gewichtes um 1,2% 0,18 ft. Die durch das Sichterrohr hindurchzuschickende
Luftmenge wird mittels Normenpulver festgestellt. (Dainippon Yogyo Kyokwai
Zasshi [J. japan. ceram. Assoe.] 47. 535—42. Okt. 1939 [nach dtsch. Ausz. ref.].) S e i d .
Kimbe Tyudyo, Untersuchungen über die Zementfeinheit. VII. (VI. vgl. vorst.
Ref.) Es wurde die Gesetzmäßigkeit beim Komaufbau gemahlener Pulver untersucht
u. die Vers.-Ergebnisse von M a r t i n , P. R o s i n , G. R o t h f u c h s u . E . S z i n g e r
miteinander verglichen. Die von M a r t i n aufgestellte Formel wird infolge von Meß­
fehlern als unrichtig angesehen. Die Gleichung von RosiN u. R a m m l e r : R = e~lx"
stimmt mit der Formel des Vf. überein. Indessen werden die Voraussetzungen u. die
Meßverff. der Genannten als nicht ausreichend angesehen. ROTHFUCHS stellte eine
parabol. Formel auf unter Zugrundelegung der Kornverteilungsanalyse von Basalt­
mehlen, die mit Fallbär zerkleinert wurden. Die Verhältnisse liegen in den Kugelu. Rohrmühlen der Zementindustrie jedoch anders, u. die Formel von R o s i n ist daher
vorzuziehen. S z i n g e r hat nach Unters, des Kornaufbaus verschied. Mehle eine Komverteilungsfunktion D = (x/c)m entwickelt. Vf. ist der Auffassung, daß diese Formel
nur für den Bereich zwischen 10 u. 15 fi anwendbar ist, u. daß darüber hinaus die
RosiNsche Formel vorzuziehen ist. (Dainippon Yogyo Kyokwai Zasshi [J. japan.
ceram. Assoe.] 47. 616—22. Dez. 1939 [nach dtsch. Ausz. ref.].)
Se id e l .
Louis Schuman und John Tucker, Ein tragbarer Apparat zur Bestimmung der
relativen Widerstandsfähigkeit von Betonfußböden gegen Abnutzung. Es wird eine Vers.Anordnung zur Feststellung der Abnutzbarkeit verschied. Betone gegeben, mit Hilfe
derer 138 Proben auf Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzung untersucht wurden.
Es konnten die Unterschiede bei wechselndem W.-Zementwert, der Einfl. der Komform u. des Kornaufbaus der Zuschläge sowie der Oberflächenbehandlung von Beton
ermittelt werden. Die Versa, zeigen, daß manche Oberflächenbehandlungen die Wider­
standsfähigkeit von Beton gegen Abnutzung steigern. Die Vorteile trockener Mischung,
von rundem Korn u. von Dampfhärtung werden hervorgehoben. Außerdem wird
festgestellt, daß bei Verwendung von hochwertigem Zement die Dauer der Dampf­
härtung wesentlich verkürzt werden kann, ohne daß die Widerstandsfähigkeit gegen
Abnutzung wesentlich erniedrigt wird. (j. Res. nat. Bur. Standards 23. 549—70.
___________
Se id e l .
Nov. 1939. Washington.)
A . A . Bloch, USSR, Schleifmittel, bestehend aus einer Mischung von Carborundum,
Chromoxyd, Thermitschlacke u. geschmolzenem gepulvertem Quarz im Verhältnis von
14 : 4 : 4 : 1. Als Bindemittel wird Bakelit in Mischung mit Gips u. ZnO verwendet.
(Russ. P. 55 532 vom 11/1. 1938, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
A . A . Bloch und M. I. Dudarew, USSR, Schleifmittel, bestehend aus einer
Mischung von Bimsstein, Quarz u. Carborundum im Verhältnis von etwa 1 : 1 : 2 .
Das Aufträgen des Schleifmittels, z. B. auf Ringe, erfolgt durch Vermischen mit
Kautschuk, Kolophonium, Bleiweiß, S u. Bzn. u. Vulkanisieren. (Russ. P. 55 542
vom 26/7. 1935, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
Norbert Samuel Garbisch, Butler, Pa., (Erfinder: George J. Bair, Pittsburgh,
Pa.), V. St. A., Nutzbarmachen von beim Glasschleifen anfallendem Abfallsand, dad. gek.
daß 1. der Sand bis zum Zusammenschmelzen der feinen Teilchen zu großen Zusammen­
ballungen erwärmt wird, worauf das Erzeugnis gemahlen wird, um einen Stoff von gleich­
mäßiger Korngröße zu erzielen; — 2. Glasplatten mit Sand als Schleifmittel geschliffen
werden, wobei sich fein verteilte Si02-Teilchen mit Teilchen des von den Platten ab­
geschliffenen Glases vermengt bilden u. der Anteil des Glases etwa 10—25 Teilchen aus­
macht, daß dann das Gemenge bis zum Sinterpunkt der Glasteilchen zum Bilden von
Zusammenballungen von Glas u. Kieselsäure erhitzt wird, worauf die Zusammen­
ballungen mit Flußmitteln vermengt u. zur zusätzlichen Glasbldg. erhitzt werden.
— Vgl. Belg. P. 431 692; C. 1940. I. 114. (D. R. P. 6871 57 Kl. 32 b vom 15/12. 1938,
ausg. 24/1. 1940. A. Prior. 16/12. 1937.)
M . F. M ü l l e b .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a, M. (Erfinder: Hans Grimm,
Heidelberg, und Paul Huppert, Mannheim), Niedrigschmelzende Phosphatgläser, die
X X n . 1.
163
2526
H t i. S i l i c a t c h e m i e .
B au stoffe.
1940. I.
neben 34—44 (Gcwichts-%) P20 5, 20—30 AI20 3, weniger als 12 B20 3 u. mindestens
25 Gesamtalkali enthalten, dad. gek., daß sie zwischen 8 u. 21 Gewiclits-% Na20 u.
zwischen 5 u. 21 K 20 enthalten. Ein Teil der B20 3 kann durch ZnO von nicht mehr
als G% des Glasgewichtes ersetzt sein. Der Geh. an Li20 soll nicht mehr als 3% be­
tragen u. von BaO nicht mehr als 5%. — Ein Gemenge, bestehend aus 16,14 (Gewichts­
teilen) K2C03i 28,22 Na2C03 (calc.), 23,00 Tonerde, 15,98 H3B03 u. 62,82 einer 89%ig.
H3P 0 4 wird bei 1200—1250° geschmolzen. Man erhält ein Glas von folgender Zus.
in Gewichts-%: 11 K20, 16,5 Na20, 23 A120 3, 9 B20 3 u. 40,5 P20 5. Das Glas hat die
Erweichungstemp. 377° u. 66 mg ± 10% Gesamtlösliches. (Vgl. F. P. 838 807; C. 1939.
I. 4378.) (D. R. P. 6 8 81 47 Kl. 32 b vom 18/6. 1937, ausg. 14/2. 1940.) M . F. M ü l l e r .
Bruno Eugen Großmann, Weixdorf, Kr. Dresden, Herstellung von farbigen und
durchscheinenden, mörtelbündigen Glaswandplatten nach D. R. P. 665 492, dad. gek.,
daß zwei oder mehrere mattierte oder blanke, gleichmäßig behandelte Glasplatten
nach dem letzten Auftrag der äther., mit Kieselsäure versetzten Kunstharzlsg., die
man zunächst trocknen läßt, aufeinandergelegt u. zu einer einzigen Platte verbunden
werden. (D. R. P. 687345 Kl. 80b vom15/2. 1938, ausg. 27/1. 1940. Zus. zu D. R. P.
665 492; C. 1938. II. 4297.)
H offm ann.
General Electric Co. Ltd., London, und John Henry Partridge, Wembley,
England, Herstellung von Gegenständen aus verglastem SiO, oder verglasten Si02-haltigen
Stoffen. Die Ausgangsstoffe werden in C-Formen geschmolzen, die dann nach dem
Erstarren ihres Inhaltes in 0 2-haltigerAtmosphäre fortgebrannt werden. (E. P.
512
622 vom 7/3. 1938, ausg. 19/10. 1939.)
H offm ann.
Robert Bosch G. m . b. H ., Stuttgart, Temperaturwechselbeständige keramische
Gegenstände. Diese werden aus einer M. hergestellt, deren wesentlicher Teil aus zwei­
mal geschmolzenem A120 3 besteht. Die zweite Schmelzung wird im elektr. Ofen bei
einer Temp. oberhalb 2000° vorgenommen. (Belg. P. 433 879 vom 18/4. 1939, Auszug
veröff. 21/11. 1939. D. Prior. 23/4. u. 9/7. 1938.)
H offm ann.
G. W . Kukolew und I. E . Dudajewski, U S S R , Feuerfeste Stoffe. Der in üblicher
Weise hergestellten Mischung für Ziegel oder Klinker werden Doppelsilicate des Ca
u. Mg zugesetzt. (Russ. P. 55 638 vom 2/6. 1938, ausg. 30/9. 1939.)
R ic h t e r .
W . Lüdke, Leipzig, Kunstasbest. Silicat. Grundstoffe werden in Ggw. von Na20
u. F-Verbb. auf Tempp. unterhalb ihres F. erhitzt. (Belg. P. 4 3 2 4 5 4 vom 31/1. 1939.
Auszug veröff. 9/8. 1939.)
H offm ann.
Johns Manville Corp., New York, N. Y., übert. von: Ernest Wayne Rembert,
Plainfield, N. J., und Dominic Bertogliat, Waukegan, Hl., V. St. A., Herstellung von
Asbestzemenlgegenständen. Eine Troekenmischung aus Asbest u. Zement wird mit der
20— 50-faehen Menge W. zu einer dünnen Aufschlämmung angemacht, die innerhalb
von 10 Min. in üblicher Weise zu einem dünnen Filz verarbeitet wird, aus dem die
Asbestzementgegenstände erzeugt werden. (A. P. 2 182 353 vom 24/3. 1937, ausg.
5/12.1939.)
H offm ann.
Eternit-Werke Ludwig Hatschek, Vöcklabruck (Erfinder: Rudolf Hayden,
Gmunden), Herstellung von Kunststeinen. Rohgips von Zementfeinheit wird mit Faser­
stoffen unter Zusatz reichlicher W.-Mengen vermischt u. verformt, worauf die Gegen­
stände gebrannt u. anschließend durch Zugabe von W. oder wss. Lsgg. zum Erhärten
gebracht werden. (D. R . P. 687 344 Kl. 80b vom 24/6. 1938, ausg. 27/1. 1940.
Oe. Prior. 18/5. 1937.)
H offm ann.
Norman Victor Sydney Knibbs, Longfield, England, Kunststein. Bei der Herst.
dampfgehärteter Kunststeine aus Kalk u. Si02-haltigen Stoffen wird der M. zur Ver­
zögerung der Erhärtung eine geringe Menge Na-Silicat zugesetzt. (E. P. 511177
vom 12/1. 1938, ausg. 14/9. 1939.)
H offm ann.
H . Seymour Colton, M. J. Rentschler und James A . Weeks, Shaker Heights,
O., V. St. A., Plastische Masse, bestehend aus gefälltem CaS04, Fe(OH)2 u. einem
anderen unlösl. Hydroxyd in einem solchen Verhältnis, daß auf 3 Gewichtsteile CaS04
2 der Hydroxyde kommen. Die M. kann erhalten werden, indem ein FeS04 u. H2S04
enthaltendes Abfallmaterial mit calciniertem Dolomit vermischt wird. (A. P. 2 184 271
vom 21/5.1938, ausg. 26/12. 1939.)
H offm ann.
John Guy Britton, Lansdowne, Pa., V. St. A., Schalldämpfende plastische Masse.
5 (Teile) Bagassefasern werden in 20 W. aufgeschlämmt u. mit einer geringen Menge
tier. Leim vermischt. Nach dem Lösen des Leimes wrerden 8 MgO u. 8 MgCl2 zugesetzt,
worauf die M. zu Schaum geschlagen u. verformt wird. (A. P. 2 182 535 vom 15/9.
1937, ausg. 5/12. 1939.)
H offm ann.
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es. (Erfinder: Karl Daimler und Heinz Thron),
Frankfurt a. M., Fugenvergußmasse, für Betonstraßendecken, bestehend aus einer guß-
1940. I.
HV]I.
A g r ik u l t d e c h e m ie .
S c h ä d l in g s b e k ä m p f u n g .
2527
fähigen Mischung von faktisbildenden Ölen, Kondensationsmitteln u. gasentwickelnden
anorgan. Stoffen, der gegebenenfalls Verdickungsmittel zugesetzt sind. (D. R. P.
687 071 Kl. 19c vom 18/8. 1935, ausg. 22/1. 1940.)
H offm ann.
VII. Agrikulturchemie. Schädlingsbekämpfung.
A.
W . Ssokolow, Entwicklung und Ziele der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten
auf dem Gebiete der Agrikulturchemie in der UdSSR. Eine Festschrift zum 50-jährigen
Jubiläum von P r j a n i s c h n i k o w . (IIo<iBoreaeinie [P c d o l o g y ] 1939. Nr. 4. 16
bis 29.)
Jacob.
F.
W . Tschirikow und w. W. Wolkowa, Die Umbildung der P,05 von Phosphat­
düngern in den Hauptbodentypen. Es wird vorgeschlagen, die Bodenphosphate auf
Grund ihrer Löslichkeit in Kohlensäurewasser, in 0,5-n. Essigsäure, in 0,5-n. Salz­
säure u. in 0,2-n. NaOH in Gruppen einzuteilen. In Böden mit alkal. oder neutraler
Rk. setzt sich die als Dünger zugeführte Phosphorsäure hauptsächlich zu Phosphaten
der ersten u. zweiten Gruppe um, in Böden mit saurer Rk. wird eine verstärkte Bldg.
der dritten Gruppe beobachtet. Bei Einw. von Superphosphat auf Roterden wurden
etwa % der P20 5 in Phosphate verwandelt, die unlösl. in 0,5-n. HCl sind. (Tio'iBOBeaemie
[Pedology] 1939. Nr. 4. 45—56.)
J a cob .
D.
L. Asskinasi und A . N. Schaposchnikowa, Die Erhöhung der Wirksamkeit
der Phosphate auf Roterden. Die lokalisierte Anwendung von Phosphaten in einer
bestimmten Bodenschicht war bei manchen Roterden wirksamer als die gleichmäßige
Verteilung im Boden; bei anderen dagegen ergaben sich keine Unterschiede. Die Wrkg.
wurde verbessert, wenn der gleichen Bodenschicht Meliorationsmittel, wie Kalk,
Torf usw., zugeführt w-urden; bei gleichmäßiger Verteilung der Pliosphorsäuro im
Boden blieb dagegen die Wrkg. der Pliosphorsäuro auch dann aus. Eine Wrkg. der
Kieselsäure auf die Aufnehmbarkeit der P20 5 w'urde nicht beobachtet. Die günstige
Wrkg. der Meliorationsmittcl steht in Zusammenhang mit ihrem alkalisierenden Ein­
fluß. Die Alkalisierung der Bodenrk. führt dazu, daß ein Teil der Phosphorsäure nicht
mehr in der Form schweraufnehmbarer Sesquioxydpliosphate festgelegt wird, sondern
in Form leichter lösl. Calciumphosphate. (IIouBOBeaeiwe [Pedology] 1939. Nr. 4.
57—79.)
‘
Jacob.
Antonin Nömec, Der Einfluß einseitiger Phosphorsäuredüngung auf die Ernährung
der Fichtenpflanzen in Waldbaumschulen. VI. Der Einfluß der Düngung auf die Eisenund Aluminiumaufnahme. (V. vgl. C. 1939. I. 4520.) Die Fe-Aufnahme der Fichten­
nadeln steigt allg. mit abnehmendem P20 5-Geh. des Bodens. Die Al-Aufnahme der
Nadeln ist von der Bodenacidität u. dem Geh. an leicht lösl. Al-Verbb. abhängig u. wird
durch P20 5-Gaben herabgemindert. Die P-Aufnahme ist auf Al-reichen Böden herab­
gesetzt. Einseitige Superphosphatdüngung zeigte trotz unzureichender P20.--Versorgung des Bodens bei aluminiumreichen Böden bzw. reichlicher Al-Aufnahme der
Nadeln keine wachstumsfördernde Wirkung. Eine solche wurde nur auf Al-armen
Böden erzielt. Dagegen erwies sich die Düngung mit Thomasmehl als vom Aluminium­
geh. des Bodens nicht abhängig. (Sbornik Ceske Akad. Zemedelske 14. 33— 46. 1939.
Prag-Dejoice, Inst. f. forstl. Biochemie.)
L lN S E R .
Antonin Nömec, Der Einfluß einseitiger Phosphorsäuredüngung auf die Ernährung
der Fichtenpflanzen in den Waldbaumschulen. VII. Der Einfluß der Düngung auf die
Kieselsäureaufnahme. (VI. vgl. vorst. Ref.) Die Kieselsäuregehh. der Nadeln sind um
so geringer, je höher der P20 5-Geh. des Bodens ist. P-Düngung brachte auf P2Oäversorgten Böden keine Änderung der Kieselsäureaufnahme, auf P2Oä-armen Böden
wurde sie gesteigert. Steigerungen der P2Os-Aufnahme wird mit Senkungen der Kieselsäureaufnahme verbunden u. umgekehrt. (Sbomik Ceske Akad. ZemSdelske 14.
69—77. 1939.)
L in s e r .
L. Fabricius, Kalkdüngungsversuch. II. (I. vgl. C. 1940. I. 1891.) Die Kiefer
lohnt Kalkdüngung nicht. Fichte u. Lärche haben dagegen nur bei Kalkdüngung
Aussicht, sich dauernd im Kiefernbestand zu behaupten. Die Verunkrautung des
Bodens nimmt mit der Stärke der Kalkdüngung zu. (Forstwiss. Cbl. 61. 229—37.
15/4. 1939. Univ. München.)
Jacob.
K . A . Dmitrijew, Die Wirkung der Mikroelemente auf die Entwicklung von Rotklee
gekalkten Podsolboden. Zusatz von Bor zu gekalkten Podsolboden, die mit Klee
bebaut sind, begünstigte Wachstum n. Saatbildung. Auch eine günstige Wrkg. von
Mangan wurde beobachtet. Molybdän wirkte lediglich in Verb. mit Bor. Ähnlich
verhielten sich Titan u. Cadmium, während Zink, Vanadium u. Kupfer keinerlei Wrkg.
hatten. (HoHBOBeAeiuie [Pedology] 1939. Nr. 4. 114—33.)
Jacob.
163*
2528
H v„ . A g r i k u l t d r c h e m i e .
S c h ä d l in g s b e k ä m p f u n g .
1940. 1.
Je. W . Bobko und A . A . Aginjan, Über die Wirkung der Mikroelemente auf
versalzten Böden. I n Vegetationsverss. wurde der Einfl. von Borsäure, AZ-Lsg. nach
H o a g l a n d sowie Holzasche auf die Entw. der Pflanzen auf versalzten B ö d e n geprüft.
Die Keimungsenergic von Weizen in Lsgg. von NaCl u. Na2S04 wurde durch Zusatz
von B o r o d e r H O A G L A N D -M ischu ng e r h ö h t. Der W.-Geh. d e r le b e n d e n S u b sta n z
erhöhte sich in Ggw. der Mikroelementc, der Geh. an CI u. SO,, nahm ab. Die Entw.
des Weizens verbesserte sich wesentlich. Mit Schwefelsäure behandelte Holzasche
steigerte ebenfalls den Ertrag bei Versalzung mit NaCl oder Na2S04. (IIo'iBOEejeiiüe
[Pedology] 1939. Nr. 4. 30—44.)
Jacob.
Stevan NikoliC, Nitrate und Bedingungen ihrer Bildung in „Smonitza“ -Böden.
An Böden verschied. Anbauart (Weide, Leguminosen, Brachland, neuer Maisanbau)
wird neben dem W.-Geh. u. der Temp. in Tiefen bis zu 60 cm während eines Jahres
in wöchentlichen Abständen der N03'-Geh. untersucht, wobei bes. die Nitratbldg. im
Brachland mit derjenigen in Weide, Leguminosen- u. Maisbauland verglichen wird.
Das Maximum der Nitratbldg. wird während der Sommermonate erreicht. Auch der
unbedeutende N03'-Geh. des unbebauten Weidelandes ist in den Sommermonaten
am höchsten. (T.rac Cpncne Kpa&eBCKe AicaaeMiije, npuu Pa3peÄ [Ber. serb. königl.
Akad., Ser. I] 180. Nr. 89. 3—52. 1939.)
R. K. M ü l l e r .
Stevan Nikoli6, Nitrate und Bedingungen ihrer Bildung in Podsolboden. (Vgl.
vorst. Ref.) Bei Podsolboden wird innerhalb eines Jahres die Nitratbldg. in Abhängig­
keit von der Anbauart untersucht, wobei sich sowohl für den mit Leguminosen be­
bauten Boden als auch für das zuvor angebaute Brachland ein deutliches Maximum
der Nitratbldg. während des Erühlings ergibt, während unbebautes Weideland gleich­
bleibende geringe N 03'-Konz. zeigt, (I\.Tac CpucKe KpjubeBCKe AKaaeMiije, IIpisu Pa3pej
[Ber. serb. königl. Akad., Ser. I] 180. Nr. 89. 55— 111. 1939.)
R. K. M ÜLLER.
T. M. Mc Calla, Die von kolloidem Ton adsorbierten Ionen als Faktor bei der
Stickstoffbindung durch Azotobacier. Die Höhe der N-Bindung war bei Azotobacter
in Ggw. von koll. Ton abhängig von der Art der im Ton adsorbierten Ionen. Ähnlich
wie koll. Ton wirkten (Reihenfolge nach abnehmend günstiger Wrkg.) Bentonit, Zeolith,
Permutit u. Norit. Suspensionen fester Teilchen waren nicht so wirksam wie Kolloide.
(Soil Sei. 48. 281—86. Okt. 1939. Kansas, State College.)
L in s e r .
Allan G. Sandhoff und C. E . Skinner, Die Nitrofikation von Ammoniumthiocyanat (einem Unkraulvertilgungsmittel) und der Einfluß dieser Verbindung auf die
Bodenflora und -fauna. Übliche Gaben von Ammoniumthiocyanat bilden im Boden
nur etwa zur Hälfte ihres N-Geh. schnell verwertbare N-Verbindungen. Bei Gabe
von 0,075% NH4SCN ging die Nitrifikation schnell vonstatten; auf gekalktem Boden
stieg die Zahl der Bakterien an, wobei sieh Bakterien isolieren ließen, die mit NaSCN
als alleiniger N-Quelle wuchsen. Bei Gabe von 0,125 u. 1,25% NaSCN tritt binnen
weniger Wochen eine Verminderung der Anzahl der Bodenbakterien ein, während
bei 1,25% NH4SCN keine solche zu beobachten war. (Soil Sei. 48. 287—94. Okt.
1939. Minnesota, Univ.)
L in s e r .
R . V . Allison, Auswaschversuche mit Floridaböden mit verschiedenen Stickstoff­
quellen. Die Verss. ergaben die größten Auswaschverluste bei Anwendung von NaNÖ3.
Sie betrugen 75% u. darüber. (NH4)2S04 u. NH4N03 werden vor allem aus leichten
Sandböden ausgewaschen, auf schwereren Böden sind sie sicherer. NH4-Phosphat wird
so gut wie gar nicht ausgewaschen. Bei Harnstoff besteht nur in den ersten Tagen eine
Auswaschgefahr, diese geht mit fortschreitender Ammonisierung ständig zurück. Natür­
liche organ. N-Dünger sind auswaschsicher. (Commerc. Fertilizer 59. Nr. 1. 12—16.
Juli 1939. Gainesville, Fla.)
GRIMME.
D.
W . Robertson, A . M. Lute und Robert Gardner, Der Einfluß d er Feuchtigkei
auf die Lebensfähigkeit, den Wassergehalt und die Atmung von Weizen-, Hafer- und
Oerstensamen während der Lagerung. Starke Ceresanbehandlung setzt die Lebensdauer
der bei hoher Feuchtigkeit gelagerten Samen herab. Die Lebensdauer steigt bei be­
handelten u. unbehandelten Samen mit sinkender Feuchtigkeit an, während die Atmungs­
größe gleichzeitig absinkt. (J. agric. Res. 59. 281—91. 15/8. 1939. Colorado, Agric.
E x p . Station.)
L in s e r .
A.
Vetukhova, Chemische Behandlung von Winterweizensaatgut als Mittel zu
Steigerung der Kälteresistenz. Citrate, Chlorate u. Hydroxyde der Alkalimetalle steigern
(bei Beizung mit 1/,w,-n. u. Viooo-n- Lsgg-) die Frostresistenz des Weizens. (C. R- [Doklady] Acad. Sei. ÜRSS 24. 605—08. 30/8. 1939. Kharkov, Ukrain. Inst. f. Sozialist.
Agrik.)
L in s e r .
K . Meier, Gelbsucht der Reben. Die Gelbsucht der Reben ist prim, bedingt durch
ungünstige physikal. Bodenbeschaffenheit u. durch hohen Kalkgeh. bzw. starke alkal.
1940.
I.
Htiii. M e t a l l u r g i e .
M e t a l l o g r a p h ie . M e t a l l v e r a r b e it u n g .
2529
Bodenreaktion. Nährstoffmangel war nur selten ursächlich beteiligt. (Schweiz. Z.
Obst- u. Weinbau 1939.16 Seiten.Wädenswil.)
L in s e r .
R . Herrmann und H . Kretzdom, Untersuchungen über den Arsengehalt von
Weinbergsböden und die Aufnahme von Arsen aus arsenhaltigen Böden durch die Reben.
Die Verss. u. Unterss. zeigten, daß eine As-Aufnahme aus As-haltigem Boden durch die
Rebpflanze kaum in Frage kommt. Es ist unwahrscheinlich, daß durch die Wurzeln
auch bei hohem As-Geh. des Bodens erhebliche As-Mengen in Most oder Wein gelangen.
(Bodenkunde u. Pflanzenemähr. 13 (58). 169—76. 1939. Augustenberg, Baden.) G r i .
D.
W . Fedorowski, Bestimmung des den Pflanzenwurzeln nicht zugänglichen
Wassers im Boden. Die Pflanzenwurzeln, die den tieferen Bodenhorizonten W. ent­
nehmen, trocknen den Boden bis zu einem bestimmten Grenzwert aus, der nach
B r i g g s u . S c h a n z dem 1,47-fachen der maximalen Hygroskopizität des Bodens
entspricht. Für leichte, sandige Böden liegt der Wert der unzugänglichen Feuchtigkeit
höher, für humusreiche, lehmige Tschernoseme niedriger. Der Wert der den Pflanzen­
wurzeln nicht zugänglichen Feuchtigkeit kann durch Verss. in Gefäßen bestimmt
werden, in denen durch eine Quarzschicht die obere Bodenschicht, deren Austrocknung
bestimmt werden soll, von der unteren getrennt ist, die der Pflanze als Feuchtigkeits­
quelle dient. (üo’iBOBöÄCHHe[Pedology] 1939.Nr. 4. 145—50.)
Jacob.
Chemische Werke Albert, Mainz-Kastel (Amöneburg) (Erfinder: Hans Huber,
Wiesbaden-Biebrich), Herstellung eines citronensäure- und ammoncitratlöslichen Phosphat­
düngemittels nach Patent 682 258, dad. gek., daß als Ausgangsmaterial des Glühprozesses
eine Mischung von Superphosphat mit einer solchen Menge Kohle oder C-haltigem
Material verwendet wird, die auf 10 (Teile) S03 weniger als 1 C beträgt. Dem als Aus­
gangsstoff dienenden Rohphosphat kann die Kohle, gegebenenfalls in Mischung mit
Sand, schon vor dem Aufschluß zu Superphosphat zugesetzt werden. (D. R. P. 686 647
Kl. 16 vom 1/9. 1938, ausg. 13/1. 1940. Zus. zu D. R. P. 682258; C. 1940. 1.
1261.)
K arst.
Nautschny institut po udobrenijam i inssektofungissidam und L. E . Berlin,
USSR, Mischdünger. Die bei der Gewinnung von Borsäure aus bor- u. magnesium­
haltigen Mineralien erhaltene Mutterlauge wird zwecks Abscheidung des Mg in üb­
licher Weise mit NH3 u./oder C02 behandelt. Die von Nd. befreite Lsg. wird mit H2S04
oder H3P04 versetzt u. zum Trocknen eingedampft. (Russ. P. 55 636 vom 28/8. 1937,
ausg. 30/9. 1939.)
R ic h t e r .
Bergwerksgesellschaft Hibernia, Herne (Erfinder: Ermbrecht Rindtorff,
Wanne-Eickel), Herstellung eines lagerbeständigen und streufähigen Mischdüngers nach
Patent 680 101, dad. gek., daß die durch Aufschluß von Rohphosphaten mit HN03
erhaltene Lsg. in eine NH4N03-(NH4)2S04-Schmelze eingetragen u. die M. sodann mit
NH3 neutralisiert u. in den streufähigen Zustand übergeführt wird. Das Düngemittel
enthält citronensäure-, citrat- u. wasserlösl. Calciumphosphate u. eine Abtrennung
des in der Lsg. enthaltenen Ca ist nicht erforderlich. (D. R. P. 6864 47 K l. 16 vom
14/6. 1931, ausg. 10/1. 1940. Zus. zu D. R. P. 680 101; C. 1940. I. 1262.) K a r s t .
I. G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M. (Erfinder: Hans Maier-Bode,
Dessau), Ölspritzmittel für Pflanzenschutzzwecke aus wss. Emulsionen phenolfreier öle,
gek. durch einen Geh. an solchen Dinitrophenolen, die eine aliphat. Seitenkette mit
mehr ab 1 C-Atom tragen, bzw. ihren techn. Gemischen. Die Mittel lösen sich leicht
in ölen u. sind bes. gegen Blut-, Schild- u. Blattläuse wirksam. (D. R. P. 686496
Kl. 451 vom 12/2. 1938, ausg. 11/1. 1940.)
K arst.
I.
M. Sserpik, USSR, Fliegenpapier. Dio zur Vertilgung der Fliegen verwendeten
Gifte, z. B. Na-Arsenit, werden den Druckfarben zugesetzt, mit denen die Papiere
zwecks Kennzeichnung der Herstellerfirma bedruckt werden. (Russ. P. 55 571 vom
3/8. 1938, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
B.
J. Falkenstein, U S S R , Vertilgungsmittdfür Nagetiere, bestehend aus BaNaAs04.
(Russ. P. 55 578 vom 30/12. 1938, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
V m . Metallurgie. Metallographie.Metallverarbeitung.
B.
Granigg, Die magnetische Zerlegung von mannen Magnetit-Ilmenit-GranatQuarzsanden. (Vgl. C. 1939. II. 2703.) Die Gewinnung von Magnetit, Ilmenit u.
Granat aus marinen Seifen auf magnet. Wege wird an verschied. Beispielen gezeigt.
Die Abscheidung des Magnetits aus den untersuchten Seifen erfolgt prakt. quantitativ.
Die restlose magnet. Trennung des Ilmenits von schwach magnet. Silicaten (Granat,
Pyroxen usw.) erweist sich infolge des wechselnden magnet. Verh. des Ilmenits als
schwierig. (Metall u, Erz 36. 561—64. Dez. 1939. Graz.)
K üB A SC H K W SK I.
2530
H VI1I. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e b a b b e i t u n g .
1 9 4 0 .1.
G. Grinzer und N. Krjukowski, Methoden der Reinigung von Titankonzentraten
vom Schwefel. (Zur Frage der Schichtung von Elektrodenumkleidungen.) Vff. erörtern
folgende Methoden: Agglomeration, Verbrennung, Flotation, Magnetscheidung. Allo
diese Methoden gestatten eine Herabsetzung des S-Geh. von 0,45—0,47% auf 0,11
bis 0,16%. (ABToreunoe Äe^o [Autogene Ind.] 10. Nr. 7. 24—26. Juli 1939.) R. K. MÜ.
A . Tipper, Synthetischer Formsand. Gesichtspunkte bei der Auswahl der Sande
u. Bindemittel (Tone). Einfl. von Kohlenstaub u. organ. Bindern sowie der Feuchtig­
keit. Vor- u. Nachteile der synthet. Sande. (Foundry Trade J. 62. 119—22. 8/2.
1940.)
G e is z l e r .
N. J. Dunbeek, Verfahren zur Prüfung von Bindeton. In Ergänzung zu den Prüfvorschriften der A m e r i c a n F o u n d r y m e n ’ s A s s o c i a t i o n wird auf Einzelheiten
aufmerksam gemacht, die beachtet werden sollen u. das Prüfergebnis beeinflussen.
Sandproben sollen trocken sein. Tone besitzen je nach Kornfeinheit verschied. Gewicht.
Der W.-Geh. soll niedrig gehalten werden in einer synthet. Formsandmischung.
(Foundry 67. Nr. 12. 30. 104—09. Dez. 1939. Eifort, O., Eastern Clay Products
Co.)
P latzm an n .
George D. Kratz, Kautschukfonnen für das Gießen von Metallen und plastischen
Massen. Besprechung der Eignung von Kautschukformen für die Herst. bestimmter
Gußstücke, ihrer Herst. u. Anwendung. (Machinist 83. Nr. 53. 648 E—50 E. 10/2. 1940.
Vultex Chem. Co.)
Sk a l ik s .
W . Krämer, Der Schleuderguß für Bandeisen, Streifenblech usw. Ausführung u.
Vorteile desVerfahrens. (Kalt-Walz-Welt 1939. 41—43. Juni.)
Pahl.
W - A . Glaskowski, Rohstoffe zur Erschmelzung von kupferhalligem Gußeisen im
Ural. Überblick über die Fe-Erze in einzelnen Uraler Vorkk. u. ihre Zus. sowie Aufbereitungs- u. Verwertungsmöglichkeiten. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Cuhaltige Magnetito mit verhältnismäßig hohem Cu-, Fe- u. S-Gehalt. Vereinzelt kommen
dort auch S-freie Magnetite mit Einschlüssen von Elementar-Cu u. Cu-Mineralien vor.
Eine getrennte Gewinnung von Fe bzw. Cu aus diesen Erzen wäre unwirtschaftlich;
viel besser eignen sie sich zur Erschmelzung von Cu-haltigem Gußeisen. Als zweck­
mäßigste Aufbereitungsverff. werden die inagnet. Separation u. Agglomerierung sowie
— für Erze mit > 50% Fe — eine Vorröstung genannt. (Ypaji&CKan MeTa-uryprus
[Ural-Metallurg.] 8. Nr. 4/5. 3—6. April/Mai 1939. Ural, Geolog. Verwaltung.) PoHL.
H . W . Gillett und C. H . Lorig, Im Kupolofen erschmolzenes Sondergußeisen.
Gesichtspunkte für die Zweckmäßigkeit der Verwendung des Kupolofens an Stelle
des bisher für Sondergußeisen üblichen Elektroofens. Übersicht über die verwendeten
Sondergußeisensorten, ihre Herst. (Verwendung von Gußbruch u. Abfallmetall im
brikettierten Zustand), u. die Eigenschaften. (Foundry Trade J. 62. 93— 95. 116.
1/2. 1940. Battelle Memorial Institute.)
Pah l.
Ichirö Iitaka, Tokutarö Hosaka und Keijirö Susuki, Verfeinerung von Graphit
in Gußeisen. Es wird untersucht, wie das Auftreten von eutekt., „octopusähnlichem“
(C. 1939. I. 2665) u. „rosenförmigem“ (C. 1940. I. 931) Graphit in grauem Gußeisen
vermieden u. die Größe der Graphitkörner klein gehalten werden kann. Die günstigsten
Bedingungen ergeben sich bei einem Si-Geh. des Fe von 2,3—2,7% u. einem C-Geh. von
3,0—3,3%- Um die Bldg. von eutekt. Graphit zu vermeiden, ist eine niedrige Schmelztemp. erwünscht. Andererseits erhält man bei zu niedrigen Schmelztempp. Metall mit
Schlackeneinschlüssen. (Sei. Pap. Inst, pbysic. chem. Res. 36. Nr. 939; Bull. Inst, physic.
ehem. Res. [Abstr.] 18. 51. Nov. 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
KUba.SCHEWSKI.
S. S. Nekryty, Kolilenstoffarme, niedriglegierte Gußstücke. (Vgl. C. 1939. II. 207.)
Vf. erörtert die Wrkg. von Cu- u. von Mo-Zusätzen auf die Eigg. von C-armem Guß­
eisen auf Grund ausländ. Erfahrungen. (JIiitchiiog /leao [Gießerei] 10. Nr. 7. 31—32.
Juli 1939.)
R. K. M ü l l e b .
A.
L. Norbury und E. Morgan, Chrom-Silicium-Gußeisen. Gußeisen mit 0 bi
15% Cr u. 1— 11% Si wurde auf Gefüge, Brinellhärte, Bearbeitbarkeit, Zug- u.
Biegefestigkeit, Durchbiegung u. Schlagfestigkeit u. Härtbarkeit in Luft u . Ol hin
untersucht. 1% Zusatz von 69%ig. Ferrochrom zur Schmelze erhöht den mittleren
Cr-Geh. des Gußstückes um 0,6%. Mit zunehmendem Cr-Geh. w'erden Perlit u. Sekundärzementit stabilisiert u. Graphit durch Ledeburiteutektikum ersetzt; S e lb sth ä rtb a rk eit
oder Ersatz des Perlits durch Martensit wird nicht bewirkt. In Gußeisen mit molC-Geh. hebt 1% Cr die graphitisierende Wrkg. von 1% Si a u f. Cr steigert die Brinell­
härte u. vermindert die Bearbeitbarkeit. In den meisten Legierungen erhöht es die
Festigkeit u. vermindert die Durchbiegung. Das Gefüge von weißem eutekt. G u ßeisen
besteht bei wachsendem Cr-Geh. aus Carbidkrystallen in ferrit. G ru n d m a sse (statt
Austenit in carbid. Grundmasse). Der E. von weißem eutekt. Gußeisen wird mit zu­
nehmendem Cr-Geh. erhöht. (Foundry Trade J. 62. 137—41. 15/2. 1940.) P a h l .
1940. I .
H ym . M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
2531
P. P. Mironow, Das Schmelzen von Gußeisen und Stahl im Detroit-Elektroofen;
Im Elektroofen vom Detroittyp kann man C-armes Gußeisen u. Stahl mit 0,50% C
u. mehr schmelzen, wobei der Abbrand von C, Si u. Mn im Mittel jo 0,15% beträgt.
Gußeisen wird zweckmäßig unter Schlacken geschmolzen; um Red. von Si02 aus der
Schlacke zu vermeiden, gibt man hierbei mindestens 25% CaO zu. (Jluxeiiiioe äojo
[Gießerei] 10. Nr. 7. 18— 19. Juli 1939.)
R. K. M ü l l e r .
P. N. Iwanow, Über den Eisenoxydulgehalt des iletalles beim Martinprozeß. Im
n. Martinprozeß ist der FeO-Geh. des fl. Stahls bei geringen u. hohen Tempp. größer
als bei mittleren. Dies erklärt sich durch die Verringerung des Partialdruckcs des CO
im Metall beim Übergang von tiefen zu hohen Tempp. u. eine Stabilisierung desselben
bei weiterer Temp.-Erhöhung u. steht im Zusammenhang mit den entsprechenden
Veränderungen der Schlaekenviscosität. Mit zunehmender Entkohlungsgeschwindig­
keit, die von der Erhitzungsgeschwindigkeit des Stahls, der Mn-Konz. bei der Des­
oxydation u. der Sekundäroxydation des Stahls beeinflußt wird, beobachtet man eine
dem Massenwrkg. - Gesetz gehorchende Zunahme der Konz, des gegenüber dem Gleich­
gewichtszustand überschüssigen FeO u. eine gleichzeitige Verringerung der Konz, der
im Gleichgewicht stehenden FeO-Menge, die ihrerseits durch die Verringerung der
Oberflächenspannung des Metalls bzw. durch die den CO-Übergang in die Gasphaso
erleichternde Vergrößerung der Oberfläche von Metall u. Schlacke, also durch die
Verringerung des Partialdruckes des CO, bedingt wird. (Meiajuypr [Metallurgist] 14.
Kr. 2. 31—41. März 1939. Stalino, Donetzer Industrieinst.)
P oh l.
Kaizo Monma Einige Probleme bei abgeschreckten Stählen. I. Über die Risse
von abgeschreckten Stählen. Es wird gezeigt, daß die beim Schleifen von abgeschreckten
C-Stählen auftretenden Risse durch dio Schrumpfung einer dünnen Oberflächenschicht
der Probe, infolge der a + ^-Martensitumwandlung durch die Schleifwärme, verursacht
sind. — Ferner werden die durch das Tempern eines abgeschreckten Stahls auftretenden
Risse untersucht. Es wird festgestellt, daß ein krit. Temp.-Bereich bei etwa 500—600°
existiert, in dem diese Risse auftreten. Es wird angenommen, daß diese Erscheinung
durch die in der decarburierten Oberflächenzone auftretenden Zugspannungen, die sich
bei der Martensitbldg. des Austenits im Inneren der Probe ausbilden, verursacht ist.
(Sei. Rep. Töhoku Imp. Univ., Ser. I 28. 128—42. Okt. 1939. [Orig.: engl.]) K u b a .
M. T. Andrejew, Wärmebehandlung von Stahlguß. Gegenüber anderen Wärme­
behandlungen (Glühen, Normalglühen) bietet das Härten u. Anlassen von Stahlguß
folgende Vorteile: Die zulegierten Bestandteile werden am besten ausgenutzt, dio
mechan. Eigg. u. das Gefüge sind am besten geeignet zur Herst. lcichter Konstruktionen.
Bei schwereren Güssen ist ein kombiniertes Glühverf. zu empfehlen: 4—5 Stdn. bei
1050°, Abkühlung in geschlossenem Ofen, 4—5 Stdn. bei 840°, Abkühlung ebenso,
3—4 Stdn. bei 700° u. Abkühlung im Ofen. C-Stahl u. legierter Stahl mit 0,35—0,45% C
wird zweckmäßig in öl gehärtet. (Jlmeinioe ,le.io [Gießerei] 10. Nr. 7. 12—15. Juli
1939.)
R. K. M ü l l e r .
M. R. Lemoine, Beitrag zur Verbesserung der unberuhigten weichen Thomasstähle.
Der Stahl wird n. bis zu einem P-Geh. von 0,050% erblasen. Nach dem Abschlacken
wird durch Zugabe von Ferromangan in den Konverter der Mn-Geh. auf etwa 0,300%
eingestellt. Dann wird in eine Gießpfanne abgegossen unter gleichzeitiger Zugabe
einer Mischung aus Na2C03 u. Al, Fe-Oxyd oder Mn-Oxyd. Die einsetzende starke.
Rk. ist beendet, bis die Pfanne in einem Elektroofen entleert wird. In diesem wird
der Stahl unter einer gewöhnlichen Deckschlacke mit Mn fertig gemacht. Auf dem
Wege von der Birne bis zum Elektroofen wurde der P-Geh. unter 0,025% gesenkt.
Im fertigen Bad beträgt er nur noch z. B. 0,020%. Der erhaltene Stahl besitzt Tiefzieheigg., die gleich oder besser als dio vom beruhigten Siemens-Martinstahl sind. (Rev.
Metallurg. 36. 522—24. Dez. 1939.)
Pahl.
R . Buehl, H. Hollomonund John W u lff, Magnetische Analyse der Umwandlungen
in einem, kaltverformten 18—8-Stalil. Ein ausgeschiedener Gefügebestandteil, dessen
CüRiE-Punkt bei 200 ± 5° liegt, wurde als Pe3C festgestellt. Sein Anteil ist eine
Funktion des Kaltverformungsgrades u. des C-Geh. in der Legierung. Durch 60-std.
Glühen bei 250° erleidet er keine Zunahme. Durch 24 Stdn. langes Glühen bei zu-.
nehmender Temp. entstehen jedoch Ausscheidungen fortschreitender Phasen mit fallenden
CüRiE-Punkt-Temperaturen. 24 Std. langes Glühen bei 700° läßt alle CURIE-Punkte
verschwinden. Die von anderen Forschern beobachtete Zunahme an Ferrit bei kaltverformten u. bei 450° geglühten Werkstoffen wurde nicht festgestellt. Der infolge
von Carbidausscheidungen bei über 600° gebildete Ferrit zeigt dieselben thermomagnet.
E.igg- wie der durch Kaltverformung gebildete. Ferrit wird nicht bei der Temp. der.
nichtmagnet. Carbidausscheidung gebildet, sondern beim Abkühlen auf Tempp. untex.
2552
I W
M e t a llu r g ie . M e t a llo g b a fh ie . M e t a llv e h a b b e itu n g .
1 9 4 0 .1 .
600°. (Metals Technol. 6. Nr. 7. Techn. P u b l. 1120. 17 Seiten. Okt. 1939. Cambridge,
Mass., Massachusetts Inst, of Technology.)
Pahl.
Hans Esser und Siegfried Eckardt, Versuche mit einem neuen Daueretandprüfer
über den Verlauf von Zeit-Dehnungsschaulinien verschiedener Stähle. Es wird ein neues
Dauerstandprüfgerät mit selbstaufzeichnendem Dehnungsmeßgerät, Teinp.-Regelung
u. Vakuumeinrichtung zur Best. von Zeit-Dehnungsschaubildern bei Dauerstandverss. beschrieben. Unteres, an 2 unlegierten Stählen mit verschied. Austenitkorngröße,
einem Mo- u. einem Cr-Mo-V-Stahl bei 450 u. 500° zeigen, daß die Zeit-Dehnungs­
kurven in dem untersuchten Temp.- u. Zeitgebiet parabol. Verlauf haben. Infolge­
dessen ist eine einwandfreie Extrapolation der Zeit-Dehnungskurven graph. (doppeltlogarithm. Koordinatensyst.) u. rechner. möglich. Es ergibt sich, daß der 10-Stdn.Stufenvcrs. zur Best. der Dauerstandfestigkeit herangezogen werden kann u. daß sogar
mit dem l-Stdn.-Stufenvers. Anhaltspunkte über die Größenordnung der Dauerstand­
festigkeit erhalten werden können. — Diskussion. (Arch. Eisenhüttenwes. 1 3 . 209—22.
Nov. 1939. Aachen, Techn. Hochschule, Inst. f. Eisenhüttenkunde.)
K uba.
A . M . Baxter und C. F. Elam, Probestab zur Bestimmung der Streckgrenze in
Eisen und Stahl. Die zylindr. Probestäbe sind im Mittelteil verstärkt. Hierdurch wird
eine bes. günstige Spannungsverteilung erreicht. (Engineering 1 4 9 . 176. 16/2. 1940.
Firma G. H. Tipper.)
Pa h l.
R . H . McCarroll und E. C. Jeter, Traktorenteile aus Stahlguß. Überblick unter
den Gesichtspunkten der Leichtbauweise u. der Produktionssteigerung. (Foundry 68.
Nr. 2. 30—33. 86. Febr. 1940. Dearbom, Mich., Ford Motor Co.)
Pah l.
B . W . Gromow und A . W . W jalow, Über die Befreiung der Zinksulfatlösungen
von Eisen. Das neue Verf. verläuft wie folgt: die nach der Auslaugung von gerösteten
Konzentraten erhaltene Lsg. wird mit einem ZnO oder metall. Zn enthaltenden Stoff
neutralisiert (Methylorange), das FeO bei 70—75° mit Mn-Erz (Pyrolusit) gefällt,
stehen gelassen (nach 2—3 Stdn. beträgt der FeO-Geh. nur 20—30 mg/1) u. filtriert.
Der Rückstand hat folgende Zus. (% ): 1,4 Zn (davon 1,1 wasserlösl. Zn), 16,1 Fe,
20,7 Mn, 7,74 S04, 32 H20. Der hohe Mn-Geh. weist auf die Verwendung eines MnErzüberschusses hin; durch feinere Zerkleinerung des Erzes würde sein Verbrauch
verringert werden können. Vom Standpunkte der Verhütung einer Zn-Fällung wird
als günstigster p H -B e re ich 3,5—4,6 angegeben. Die Rk. verläuft nach Gleichung:
2FeS04 -f- MnOz -j- 2 H2SO.j = Fc2(SO^^
MnS04
2 H20.
Die Nebenrk.:
2
FeSO, + Mn04 + 2 H20 = Fe20 3-H20 + MnS04 + H2SO.,
ist schwach, erschwert absr die Filtration "durch Bldg. teilweise koll. Rückstände.
Eine Abhilfe schafft der Zusatz von 0,5 kg Zn-Staub/cbm. (IlEeTHiio Merajuw
[Nichteisenmetalle] 1 4 . Nr. 7. 92—97. Juli 1939. Trust „Glawzinkswinetz“ , Vers.Werk.)
P o h l.
N. M. Nikolitsch, Stufenweise Flotation in der Karssakpaiskschen Aufbereitungs­
fabrik. Die Karssakpaische Aufbereitungsfabrik hat 1937 die stufenweise Flotation
von Cu-Erzen eingeführt, bei der auf jeden Zerkleinerungs- ein Flotationsvorgang
folgt. Die Vorteile dieser Arbeitsweise beruhen in einer Verhinderung unzweckmäßiger
Zerkleinerungsfeinheiten u. in der Oxydation der Erze bei erhöhter Leistung der Anlage,
bedingt durch die Gewinnung Cu-reicherer (um 7—8%) Konzentrate aus verhältnis­
mäßig grobzerkleinertem Rohstoff. Vorschläge zur Beseitigung von Nachteilen sowie
ein Vgl. mit den Erfahrungen anderer, mit stufenweiser Flotation arbeitender russ.
Aufbereitungsfabriken. (UBeraiie Meia-uu [Nichteisenmetalle] 1 4 . Nr. 7. 41—46.
Juli 1939.)
P o h l.
W . I. Smimow, Schachterschmelzung mit Anthrazit. Im Werk von Kirowgrad
ist ein Teilersatz (70%) yon Koks durch Anthrazit bei der Erschmelzung von CuErzen im W.-Mantelofen versucht worden, ohne daß sich die Ofenleistung u. der CuGeh. in der Schlacke verändert hätten. Am besten bewährt sich Nußanthrazit; Thermoanthrazit müßte noch bessere Ergebnisse liefern. Im Cu-Werk von Karabasch konnte
hingegen nur ein 40%ig. Koksersatz durch Anthrazit erreicht werden, da sonst neben
einem Abfall der Ofenleistung auch eine starke Verschlackung der Ofensohle eintrat.
Diese Unstimmigkeit in den Erfahrungen erklärt sich daraus, daß im erstgenannten
Werk ein Zn-reiches Erz erschmolzen wird, wobei der erhöht« Flammpunkt des Anthra­
zits Arbeitstempp. zuläßt, bei denen eine Erhöhung der ZnS-Löslichkeit im Schmelzprod. u. eine Verringerung der Verschlackung gegeben ist. Die Möglichkeit eines Ersatzes
von Koks durch Anthrazit ist also grundsätzlich vorhanden, wenn auch in einigen
Fällen der Anthrazitanteil im Brennstoff 20— 40% nicht überschreiten darf. ( Ü B O T i i t i e
Meiaxai [Nichteisenmetalle] 1 4 . Nr. 7. 79—84. Juli 1939.)
POHL.
1940. I .
H yn,. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
2633
S. F. Gerassimow, Das Schmelzen von Bronze im Kupolofen. Bei Verse, zur
Schmelzung von Bronze im Kupolofen zeigt sich das aus dem Ofen kommende Metall
genügend überhitzt u. völlig geeignet für den Guß auch feinster Teile. Die günstigsten
Ausmaße u. Arbeitsbedingungen werden unter Berücksichtigung einer Verminderung
des Abbrandes ermittelt. (Jlmeiinoe äojio [Gießerei] 1 0 . Nr. 7. 15— 18. Juli
1939.)
R. K. M ü l l e r .
A . Hopwood, Phosphorbronzegüsse. Es werden die günstigsten Herst.-Bedingungen
einiger P-Bronzen beschrieben, für die spezielle Produktionsmethoden zur Erzielung
von fehlerlosen Güssen mit guten strukturellen Eigg. erforderlich sind. (Foundry Trade
J. 6 1 . 285—87. 303—04. 2/11. 1939.)
K u b a s c h e w s k i.
F.
R . Hensel, E . I. Larsen und A . S. Doty, Kupfer-Zirkon-Cadmiumbronze.
Es werden Cu-Zr-Cd-Legierungen mit etwa 98,6 (% ) Cu, 0,9 Cd u. 0,5 Zr erschmolzen
u. die Legierungen auf ihre mechan. Eigg. geprüft. Die Ergebnisse werden ausführlich
graph. u. tabellar. wiedergegeben. Die Wrkg. von desoxydierenden Zusätzen (P, Mig,
Si, Li) auf die mechan. Eigg. wird untersucht. Es zeigt sich, daß die Legierungen bessere
Härte- u. Festigkeitseigg. aufweisen als die Cu-Cd-Bronzen, ohne daß die elektr. Leit­
fähigkeit wesentlich herabgesetzt wird. Die Bearbeitbarkeit der Legierungen ist gut.
(Metals and Alloys 1 0 . 372—80. Dez. 1939. Indianapolis, Ind., P. R. Mallory u. Co.,
Inc.)
K u b a s c h e w s k i.
— , Bleibrotizelägerlegierungen. Zusammenstellung der mechan. Eigg. von 3 Bleibronzelagerlegierangen [1. 9—11 (% ) Sn, 2,5—3,5 Pb, maximal 0,50 Zn, maximal 0,35 P;
2. 9— 11 Sn, 9—11 Pb, maximal 0,50 Zn, maximal 0,35 P; 3. 8— 10 Sn, 14— 16 Pb,
maximal 0,50 Zn, maximal 0,35 P]. (Metal Ind. [London] 55. 350-—52. 20/10.
1939.)
K u b a s c h e w s k i.
S. I. Wassilewski, K . N. Ssuehorukow und W . N. Petatzki, Regenerierung
von Babbitmetall am Bronze-Babbitspänen. Für das Einschmelzen von Spänen aus
Babbitmetall wird ein mit Masut auf 850—900° geheizter Ofen mit zwei Ringräumen
entwickelt, in dem die im äußeren Raum gebildeten Verbrennungsgase einem fest­
stehenden Tiegel mit etwas geneigtem Boden zugeführt werden. Die Temp. des Metalls
darf hierbei 430—450° nicht überschreiten. Die Gesamtdauer des Prozesses beträgt
50—70 Minuten. Die Durchführung des Verf. wird beschrieben, (üirreiinoo Jlazo
[Gießerei] 1 0 . Nr. 7. 24—26. Juli 1939. Charkow.)
R. K. M ü l l e r .
— , Neue Richtungen für die künftige Verwendung von Nickellegierungen. K u rz e
Besprechung. (Wire and Wire P r o d . 1 4 . 654—55. 662. N o v . 1939.) K u b a s c h e w s k i .
M. W . Kamenzew, Der Entwässerungsprozeß von Bauxit auf der Oicht von Elektrokorundöfen. Temp.-Messungen ergaben, daß an der Gichtoberfläche die Wärme der
Abgase Tempp. Bchafft, bei denen eine W.-Verdampfung möglich ist. In einer Ofentiefe
von 200— 250 mm ist die Temp. tiefer als an der Gichtoberfläche. In unmittelbarer
Nähe der Schmelzzone findet die endgültige Trocknung des Einsatzes u. Zerstörung
der Hydrate statt. Verss. ergaben, daß der Bauxit für gewöhnlich höchstens 0,5, durch­
schnittlich aber nur 0,25—0,35 Stdn. an der Gichtoberfläche bleibt. Die Fallgeschwin­
digkeit des Einsatzes ist beträchtlich (350—500 mm/Stde.), so daß er in etwa 2 Stdn.
die Schmelzzone erreicht. Feinzerkleinerter Bauxit verliert bei 0,33—0,5-std. Lagerung
an der Gichtoberfläche 99— 100% u- grobzerkleinerter in 2 Stdn. nur 88% Wasser.
Der Verlust an Krystallwasser ist bei beiden ziemlich gleich u. verläuft langsam: nach
Vi Stde. enthält feinzerkleinerter Bauxit in 150 mm Ofentiefe noch das ganze Krystall­
wasser, nach 1 Stde. in 425 mm Tiefe beträgt der Verlust 4% u. bei grobzerkleinertem
Bauxit in 1 Stde. u. 400 mm Tiefe 5%. Eine Vortrocknung des Bauxits ist somit
unnötig, seine Calcinierung wäre aber zweckmäßig. Bei feiner Zerkleinerung u. gleich­
mäßiger Ofenbeschickung beträgt die Wärmeausnutzung der Abgase etwa 27%.
(UBeTHiie M eTaxTii [Nichteisenmetalle] 1 4 . Nr. 7. 106—14. Juli 1939.)
P o h l.
Hans W o lf und Herbert Toxhorn, Einfluß der Dauererwärmung auf die mechanisch­
technologischen Eigenschaften von Reinstaluminium in Abhängigkeit von der KaUverformung. Die Frage nach dem Einfl. der Dauererwärmung auf die mechan. Eigg.
(Z u g fe stig k e it, Dehnung, S tr e c k g re n z e , Härte, E R IC H S E N -T iefu n g) von reinstem Al
(99,9968%) in Abhängigkeit von der Kaltverformung wird eingehend untersucht, u. die
Ergebnisse werden graph. u . tabellar. wiedergegeben. Es zeigt sich, daß bei Dauer­
erwärmungen bereits bei 50° mit der Entfestigung — unabhängig vom Kaltabwalzgrad
— zu rechnen ist. Bei 200° ist die Entfestigung so weit vorgeschritten, daß auch bei
kurzfristiger Erwärmungsdauer prakt. der weichgeglühte Zustand erreicht wird. Im
Bereich bis 100° bleiben die durch verschied. Kaltverformung hervorgerufenen Festigkeitsunterschiede prakt. erhalten. Dauererwärmungen über 400° können zur Grobkornbldg. führen. (Aluminium 22. 14—20. Jan. 1940. Vereinigte Aluminiumwerke A.-G.,
Erftwerk, Metallurg.-metallograph. Labor.)
K u b a s c h e w s k i.
2534
Hyni- M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
1940. I .
H.
Röhrigund J. Roch, Über das Verhallen der in Beinaluminium ausgeschiedenen
Gefügebestandteile bei der spanlosen Verformung. Mittels Gefügeunterss. an 99,5%ig. Al
(mit 0,31% Fe u. 0,20% Si) wird das Verb. der in dieser Legierung vorkommenden
spröden Kfystallart Al.,FeSi2, dio bei der Verformung einer zur zeilenförmigen An­
ordnung der Teilchen führenden Zertrümmerung unterliegt, bei der plast. Verformung
verfolgt. Es zeigt sich, daß die bei der Zertrümmerung der Krystalle sich bildenden
Hohlräume weitgehend durch die plast. Grundmasse wieder ausgefüllt werden. Wegen
der an der Oberfläche bloßgelegten Einschlüsse erscheint ein Korrosionsschutz (z. B. für
Konservendosen) angebracht. (Aluminium 22. 21—24. Jan. 1940. Vereinigte Alu­
miniumwerke A.-G., Lautawerk, Eorscli.-Stelle.)
K u b a s c h e w s k i.
H . Unckel, Versuche zum Einfluß von, Wärmebehandlung und Verformung auf die
Eigenschaften von einigen aushärtbaren Aluminiumlegierungcn. Ausführliche Unteres,
über den Einfl. des Walzgrades u. der Walzart, des Pressens u. Ziehens, einer plast. Ver­
formung zwischen Abschrecken u. Aushärten auf das Gefüge u. die meeban. Eigg. (Bruch­
festigkeit, Scherfestigkeit, Streckgrenze, Dehnung) von aushärtbaren Al-Legierungen
mit wechselnden Zusätzen an Cu, Mg, Mn, Fe u. Si. Die Ergebnisse werden tabellar. u.
graph. medergegeben. Ferner werden die Texturen von gepreßten Stangen röntgenograph. verfolgt. Der Einfl. von Temp. u. Dauer des Homogenisierungsglühens u. Ergeb­
nisse über die Gleichmäßigkeit des untersuchten Blechmaterials werden kurz beschrieben.
(Metallwirtsch., Metallwiss., Metalltechn. 19. 37—44. 19/1. 1940. Finspong,
Schweden.)
K u b a s c h e w s k i.
J. L. Haughton und A . E . L. Tate, Untersuchung der Eigenschaften von ge­
schmiedeten Magnesiumlegierungen. (Vgl. auch C. 1938. II. 161.) Im ersten Teil der
Arbeit werden die früher an Al-Mg- u. Ag-Al-Mg-Legierungen erhaltenen Ergebnisse be­
stätigt u. zum Teil erweitert. — Weiterhin wird eine Reihe von bin., tem., quaternären
u. quinären Mg-Legierungen mit Al, Cd, Zn, Ag oder Mn nach bestimmten Schmiede­
behandlungen untersucht. Keine der untersuchten Legierungen ist den Ag-Al-Mg-Legie­
rungen erheblich überlegen. Annähernd gleich günstige Eigg. ergeben z. B. Legierungen
mit 1. 96,9 (% ) Mg, 3,1 Zn; 2. 96,0 Mg, 4,0 Zn; 3. 94,0 Mg, 2,0 Cd, 4,0 Zn; 4. 92,0 Mg,
6,0 Al, 2,0 Cd; 5. 91,6 Mg, 5,8 Al, 1,5 Ag, 1,1 Zn. Die Festigkeit der Legierungen beträgt
1. 20, 2. 24, 3. 24, 4. 25, 5. 26 t/in2, die Bruchdehnung 1. 14,2 (% ), 2. 9,4, 3. 14,8, 4. 11,6
u. 5. 11,4. (Heat Treat. Forg. 25. 552—58. Nov. 1939. National Physical Labor., Dep.
of Metallurgy.)
KUBASCH EW SKI.
I. G. Schulgin, Einfluß des Abschreckmittels auf die mechanischen Eigenschaften
von Magnesiumlegierungen. Die Verss. wurden an Rohrproben aus einer Mg-Legierung
mit (% ) 3,23—3,59 Al, 3,93—4,49 Zn, 0,12—0,15 Mn, 0,1 Fe u. Si-Spuren u. Abschreck­
mitteln wie kaltes u. heißes (100°) W., Luft u. öl (20°) bei Abschreck- bzw. Anlaßtemppvon 420 bzw. 175° u. Härtungsdauern von 6— 24 Stdn. durchgeführt. Man fand, daß
die mechan. Eigg. der Rohre in allen Fällen prakt. die gleichen waren; stärkster bzw.
schwächster Härtegrad wurde bei der Abschreckung in kaltem W. bzw. öl erzielt.
Gute Ergebnisse lieferte auch die Abschreckung in heißem W. mit langandauernder
Anlassung bei 175°. Im allg. war aber die Verlängerung der Härtungsdauer von 6 auf
24 Stdn. von geringem Einfl. auf die Endhärte des Werkstoffs. (A B ii a i ip o M i .i n iJ i e ii u o c T L
[Luftfahrtind.] 1939- Nr. 7/8. 60—63. Kasan, Inst. f. Flugwesen.)
P oH L .
M. Armbruster, Übersicht über die bisherigen praktischen Erfahrungen mit Leicht­
metallagern. Gefügeaufbau. — Stat. u. dynam. Festigkeitseigg. im Vgl. zu den Snu. Pb-Lagermetallen bzw. den Cu-Legierungen. — Gleiteigg., Wärmeleitung u. Wärme­
dehnung. — Betriebserfahrungen. — Bemessung, Schmierung u. Gestaltung. (Metall­
wirtsch., Metallwiss., Metalltechn. 19. 127—33. 16/2. 1940. Wiesbaden-Schier­
stein.)
K u b a s c h e w s k i.
C.
Y . Hopkins, Befestiguiig von kleinen Metallstücken in Harzplatten. Kleine
Metallstückchen, wie sie für Polier- u. Ätzproben u. die metallograph. Prüfung verwendet
werden, werden in transparentes Polystyrol, F. 175—185°, das zu einer Scheibe gepreßt
wurde, unter Anwendung von Hitze u. Druck eingelassen. (Canad. J. Res., Sect. B 17.
159. Mai 1939. Ottawa, Can., Division of Chemistry, National Research Laborr.) D oN L E .
Richard Springer, Die Messung des metallischen Glanzes. Es wird eine photometr. Meth. zur Best. des Glanzes von metall. Oberflächen, die sich auf die Messung des
unter einem Winkel von 45° diffus reflektierten Lichtes gründet, entwickelt. Das ver­
wendete PULFRICH-Photometer wird beschrieben. Die Brauchbarkeit der Meth. wird
auf Grund der Messung an 74 Metalloberflächen verschied. Metalle, verschied. Bearbei­
tung u. verschied. Glanzes geprüft. Das Verhältnis von Q-Wert (Polierstrich senkrecht
zum Lichteinfall) u. L-Wert (Polierstrich parallel zum Lichteinfall) gibt ein Maß für den
„Strich“ der Politur. (Z. Elektrochem. angew. physik. Chem. 46. 3— 13. Jan. 1940.
Leipzig O 5, Langbein-Pfanhauser-Werke A.-G., Labor.)
KUBASCHEWSKI-
1940. I.
H T!Ii. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
2535
A . V . Karpov, Ermüdungsprobleme bei Konslruktionsentwürfen. Eingehende Be­
sprechung an Hand von Versuchen. (Metals and Alloys 1 0 . 346— 52. 381—88. Dez. 1939.
Pittsburgh, Grant Bldg.)
K uB A SC H E W S K I.
C.
P. Wampler und N. J. Alleman, Untersuchung der Ermüdung von Drähten.
Es werden 3 Prüfgeräte zur Unters, der Ermüdung von Drähten („rotating-strut“ -,
„vibratory“ - u. „high-speed-rotating-cantilever-beam-machine“ ) kurz beschrieben u. die
mit ihnen erhaltenen Ergebnisse an kaltgezogenen Stahl- u. Messingdrähten u. einem ge­
glühten u. galvanisierten C-Stahldraht miteinander verglichen. Es zeigt ßiclf, daß die
Oberflächenbeschaffenheit der Drähte einen beträchtlichen Einfl. auf ihre Ermüdungs­
festigkeit hat. Weiterhin zeigt sich, daß die Ermüdungsgrenze der Drähte durch eine
Streckung von 0 ,1 0 % nicht wesentlich beeinflußt wird. (Wire and Wire Prod. 1 4 . 649
bis 6 5 3 . Nov. 1939. Urbana, Hl., Univ. of Illinois.)
K u b a s c h e w s k i.
August Thum, Karl-Hugo Saul und Cord Petersen, Röntgenographische Span­
nungsmessung ohne Eichstoff. Es wird ein Verf. zur Herst. von genauen Rückstrahl­
aufnahmen zur röntgenograph. Spannungsmessung entwickelt. Die gewissen Vorteile
der dabei verwendeten Zylinderkamera vor der allg. üblichen Flachkamera werden kurz
herausgestellt. Die Entfernung Kamera—Werkstück wird anstatt durch gleichzeitige
Aufnahme der Interferenzen eines Eichstoffs durch eine „künstliche Linie“ gemessen,
die durch einen kreisförmigen Spalt, der gleichachsig mit dem zylindr. Film in den Weg
der Streustrahlung gestellt wird, entsteht. Für die Auswertung der Aufnahmen sowohl
mit der Flachkamera , als auch mit der Zylinderkamera wird eine kurze Zusammenstellung
der notwendigen Formeln gegeben. Die mögliche Genauigkeit einer Messung an Stahl
wird mit 0 ,5 kg/qmm angegeben. (Z. Metallkunde 3 1 . 35 2 —5 8 . Dez. 1939. Darmstadt,
Materialprüfungsanstalt.)
K U BASCH EW SKI.
R . Clären, Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung an unmagnetischen Metallen. Kurze
Besprechung des „Perifluxgerätes“ . (Metallwirtsch., Metallwiss., Metalltechn. 1 9 .
27— 28. 12/1. 1940. Düsseldorf.)
K u b a s c h e w s k i.
A . A . Alow, Über die Natur des Schweißbogens. Vf. untersucht im einzelnen die
im Lichtbogen wirksamen Kräfte des elektr. Stromes, der Schwere, der Oberflächen­
spannung, der Rk. des verdampfenden Elektrodenmetalls usw. u. ihre Einw. auf den
Vorgang der Überführung des Metalls auf die Schweißstelle. (AnToreinioe ¡¡.exo
[Autogene Ind.] 1 0 . Nr. 9. 3— 8. Sept. 1939. Moskau, Mechanik- u. MaschinenbauInst. N. E. Baumann.)
R. K. M Ü LLER.
S. L. Faingold, Das Schweißen mit gepaarten Elektroden in der Automobilfabrik
„Stalin“ . Durch paarweise Verwendung von Elektroden beim Lichtbogenschweißen
läßt sich eine Erhöhung des Wrkg.-Grades bis zu 100% im Vgl. mit einfachen Elektroden
erzielen; gleichzeitig wird eine Verminderung der Zerstäubung beobachtet. (ABiorennoe
Äejo [Autogene Ind.] 1 0 . Nr. 6. 22. Juni 1939.)
R. K. M ü l l e r .
P. W . Mumrikow, Elektroden zum Schweißen von Mangan-Kupferstahl. Für das
Schweißen von Mn-Cu-Stahl MS (Zus.: 0,17—0,23C, 1,12— 1,45 Mn, 0,29—0,31 Si,
0,020—0,042 P, 0,024—0,030 S, 0,30—0,33 Cu) hat sich die Anwendung von Elek­
troden mit einer dicken Umhüllung folgender Zus. bewährt: (30 Teile Mn-Erz, 34 TiErz, 19 Ferromangan, 8 Dextrin) + 16—23% Wasserglas. Die Ausführung der
Schweißung in Sonderfällen wird erörtert. (ABToreimoe ße-io [Autogene Ind.] 1 0 .
Nr. 6. 10—12. Juni 1939.)
R. K. M ü l l e r .
W . I. Strokopytow und I. G. Gusenko, Auswahl der Elektroden zum Schweißen
von Chromkupferstahl DS. Für die Schweißung von Cr-Cu-Stahl DS (Zus.: 0,12 bis
0,18 C, 0,70— 1,00 Mn, 0,25—0,40 Si, 0,40—0,60 Cr, 0,50—0,70 Cu, bis 0,04 P, bis
0,04 S) werden auf Grund von Vgl.-Verss. mit drei verschied. Umhüllungsmaterialien
Elektroden mit folgender Umhüllung empfohlen: 6,22 (Teile) Stärke, 22,23 Ilmenit,
10.66 Ferromangan, 30,24 Feldspat, 5,33 Kreide, 14,23 Wasserglas (trocken), 4,44 CuO,
6.66 Cr20 3. Die damit erhaltenen Schweißen sind in jeder Hinsicht befriedigend.
(ABToreimoe ReJio [Autogene Ind.] 1 0 . Nr. 6. 8 — 9. 1 Tafel. Juni 1939. Tomsk,
Industrie-Inst.)
R. K. M Ü LLER.
N. I. Poljakow, Verschweißen von Siliciummanganstahl. Für das Verschweißen
von Stahl mit 0,3 — 0 , 4 ( % ) C, 1,2 — 1,5 Si u. 1,2 — 1,5 M n hat. sich die Verwendung
von Elektroden gleicher Zus. mit Kreideumhüllung bewährt. (ABToreimoe Äe-io
[Autogene Ind.] 1 0 . Nr. 6. 23. Juni 1939. Kiew.)
R . K. M ü l l e r .
Haus Norbom, Arcatomschweißung von Leichtlegierungen und hochwertigem Stahl.
Beschreibung des Verf. u. seiner Besonderheiten. (Tekn. Ukebl. 86. 553—54. 30/11.
1939.)
R. K . Mü ller.
— , Elektrische Widerstandsschweißung von Aluminium. Überblick über die jetzigen
Verff. zum Punkt-, Naht- u. Stumpfschweißen. (Weid. Ind. 7. 428—30. Jan.
1940.)
H abbel.
2586
H y ,,,. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e b a b b e i t u n g .
1 9 4 0 .1 .
Edwin Smith, Plattierung schützt Formen für plastische Hassen. Kurzer Hinweis
auf die Vorteile von Cr-Überzügen für Formen zur Herst. von Gegenständen aus Kunst­
harzen u. dergleichen. (Machinist 83. 1072—73. 10/2. 1940. Keystone Chromium
Comp.)
Sk a l ik s .
Engen W em er, Materialersparnis bei der Herstellung von Ni-Niederschlägen. Vf.
empfiehlt beim Vernickeln erwärmte Lsgg. zu verwenden, deren Chloridgeh. rund 5 %
des Metallgeh. beträgt u. deren pu-Zahl nicht über 5,8 ansteigt. (Draht-Welt 33. 45
bis 47. 3 /2 . 19 4 0 .)
Markh off.
E.
Eanb und M. Engel, Über die Herstellung oxydischer Deckschichten auf Silber
als Anlaufschutz. Durch kataphoret. Abscheidung von Be(OH)2 aus Be-Salzlsgg. auf
Ag wird eine Schutzwrkg. gegen das Anlaufen des Ag nur dann erreicht, wenn die
Schichten nicht zu dünn sind. Derartige Schichten irisieren aber deutlich u. beein­
flussen den Glanz u. die Farbe des Ag. Dünnere Schichten, die ohne Einfl. auf Glanz
u. Farbe sind, erhöhen den Korrosionswiderstand des Ag nicht. Eine Passivierung
des Ag läßt sich durch Tauchbehandlung u. kathod. Behandlung in Lsgg., die Cr04Ionen enthalten, erreichen. Allerdings haben auch diese Schichten nur geringe mechan.
Beständigkeit. (Mitt. Forsch.-Inst. Edelmetalle Staatl. Höheren Fachschule Schwab.
Gmünd 1940. Nr. 3. 1— 9. Febr.)
Markh off.
W . Ehrenberg, Bemerkung über den Schutz von dünnen Metallfilmen gegen Oxy­
dation. Als Schutz von W- oder Mo-Filmen gegen Oxydation empfiehlt Vf. Aufdampfen
einer Schicht von Zinkorthophosphat. Die Bedeckung ist nicht vollkommen; die Filme
sind gegen W. empfindlich, nicht jedoch gegen Methylalkohol. (J. sei. Instruments 17.
41—42. Febr. 1940. Hayes, Middlesex, Electric and Musical Industries, Research
Labor.)
G o t t f r ie d .
Alfred Nanck, Schutz unserer Werkstoffe gegen chemische Einwirkungen. All­
gemeines. (Oberflächentechn. 17.18—19. 6 /2 . 1940.)
Markhoff.
J. Maréchal, Die Korrosion von Metallen und Legierungen. (Fonderia 14. 336— 38.
Sept. 1939. — C. 1939.II.4080.)
K lever.
Frank Taylor und James W . Wood, Korrosion durch Verbrennungsprodukte des
Stadtgases. Durch prakt. Verss. wurde festgestellt, daß Überzüge aus PbTe auf den
Vers.-Röhren den besten Korrosionsschutz darstellten. Überzüge aus Sn oder Sn-Pb
verringern zwar den Angriff auf das Material der Rohre, sie werden aber selbst mit der
Zeit zerstört. 99,95°/0ig. Al zeigte keinerlei Angriff, 98,5 u. 99,5°/0ig- Al wurde an­
gegriffen. Eine Verringerung des S-Geh. des Gases verringerte auch seinen Korrosions­
angriff. (Ind. Chemist chem. Manufacturer 16. 47—49; Engineering 149. 58—59.
Jan. 1940.)
Markhoff.
— , Versuche über die elektrolytische Korrosion von in Erde verlegten, metallenen Ob­
jekten unter kemstanter Gleichspannung, in Zürich und in Neuhausen. Bericht im Aufträge
der Kontrollstelle der Korrosionskommission über 2 Vers.-Reihen über die Korrosion
von Leichtmetall im Vgl. zu Schwermetall in feuchter Erde bei konstanter Gleich­
spannung. Es wurden folgende Werkstoffe geprüft (Eisen, blank bzw. mit Al-Bronzeanstrich; Pb, blank u. mit Asphaltanstrich; Cu, blank; Rein-Al, 9 9 ,9 9 bzw. 99 ,7, ge­
beizt, MBV-behandelt oder oxydiert; Anticorodal Ho, gebeizt; Aluman, weich, gebeizt;
Peraluman 7 u. 2, gebeizt; Anticorodalguß 2,5 Si, gebeizt. — Die Verss. zeigen, daß die
Schwermetalle nur dann korrodieren, wenn sie anod. sind, während Leichtmetalle bei
jeder Polarität korrodieren; infolge von Sekundärrkk. korrodiert kathod. Leichtmetall
viel stärker als anodisches. Al u. seine Legierungen sollten daher überall dort, wo Streu­
ströme zu vermuten sind, im Erdboden mit höchster Vorsicht verwendet werden.
(Bull. Schweiz, elektrotechn. Ver. 3 0 . 771 — 74. 776. 6 /1 2 . 19 39.)
Sk a l ik s .
— , Läßt sich die Bildung vonFlugrost bei blank gezogenen Stahldrähten vermeiden?
Nachtrag zu der C. 1939. II. 4583 referierten Arbeit. (Draht-Welt 32. 663— 64. 15/12.
1939.)
__________________
Pa h l.
Metallgesellschaft Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Herstellung gesinterter permanenter
Magnete aus einer Fe-Ni-Al-Legierung. Das Pulver der Einzelbestandteile wird, einzeln
oder als Gemisch, vor dem Pressen u. Sintern einer Wärmebehandlung bei 700—900°
unterworfen. (F. P. 845 650 vom 5/11. 1938, ausg. 29/8. 1939. D. Prior. 26/11.
1937.)
'
B oeder.
E.
I. du Pont de Nemours & Co., Wilmington, Del., V. St. A., Zerkleinern von
schmelzbaren Stoffen, wie Metallen, z. B. einer Pb-Na-Legierung, dad. gek., daß der
geschmolzene Stoff auf eine genügend kühle Oberfläche geleitet u. dort schnell zum
Erstarren gebracht wird, worauf er unmittelbar danach durch Kratzer, Schaber oder
Messer von der gekühlten Oberfläche entfernt u. dabei gleichzeitig zerkleinert wird.
(D. R. P. 686 878 Kl. 491 vom 13/6. 1936, ausg. 20/1. 1940.)
Markhoff.
1940. I .
H tiii. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
2537
Wardens & Commonality of the Mystery of Goldsmiths of the City of London,
London, Laurence Ernest Price und Gordon James Thomas, Cambridge, England,
AnlaufVerhinderung von Silberlegierungen. Ag-Legierungen mit Al-, Be- oder Si-Geh.
werden nach sorgfältiger Reinigung der Oberfläche von Fett usw. in einer reinen
trockenen H-Atmoaphäre auf 500° erhitzt. Nach 5 Min. wird eine H-Atmoaphäre mit
geringem W.-Zuaatz verwendet, die eine ganz leichte Oxydation der Oberfläche be­
wirkt. Nach 15 Min. wird langsam abgekühlt. Die dünne Oxydhaut verhindert jedes
Anlaufen. (E. P. 512 516 vom 9/2. u. 15/7. 1938, ausg. 12/10. 1939.) M a r k h o f f .
Bernhard Berghaus, Berlin, Metallisieren von Gegenständen mittels Kathoden­
zerstäubung. Die gesamte Entladungsleistung, die an die zu zeratäubende Kathode
gelegt wird, 8oll mindeatens 5 kW bei einem Mindeststrom von 5 Amp. betragen. Die
Kathode bildet zweckmäßig die Gefäßwand der Zerstäubungskammer, die von einem
kühlbaren Mantel umgeben ist. Dio Zerstäubung wird bei einem Druck von 5— 0,1 mm
vorgenommen. Als Füllgas dient ein inertes Gas, wie Ar, Kr, X , He; oder ein reduzieren­
des Gas, wie H2 oder ein KW-stoff; oder auch N2, NH3 oder ähnliche Gase, wenn eine
ehem. Einw. auf das z. B. metall. Glühgut vor, während oder nach der Kathoden­
zerstäubung beabsichtigt ist. (Schwz. P. 205 550 vom 14/11. 1938, ausg. 16/9. 1939.
D. Prior. 1/7. 1938.)
Roeder.
Eaton M fg. Co., Cleveland, übert. von: Eugene D . Viers, Lakewood, und Bemard
C. Case, Cleveland, O., V. St. A., Nickelanode für saure Nickelbäder, bestehend aus
Ni mit einem Zusatz von Co, Cd, Pb, Zn oder Sn u. zwar von 0,69—3% Co, 0,37 bis
1,6 Cd, 0,1—0,7 Pb, 0,22—1,21 Zn oder 0,15—0,9 Sn. — Beim Vernickeln mit solchen
Anoden wird ein porenfreier Nd. von gleichmäßiger Korngröße erzielt. (A. P. 2183 384
vom 9/9. 1937, ausg. 12/12. 1939.)
Mar k h o ff.
Friedr. Blasberg Elektrochem. Fabrik (Erfinder: Karl Gebauer, Lebrecht
Bayer und Heinz Hasselbusch), Solingen-Werscheid, Anodische Vorbehandlung von
Lagerschalen, die aus Verbundmetall, bes. aua Cu oder Cu-Legierungen u. Fe, bestehen
u. die zwecks beaaerer Haftfähigkeit der aufzutragenden Sn- oder Lagermetallschicht
anod. aufgerauht werden, dad. gek., daß 1. ein alkal., bes. cyanidhaltiger Elektrolyt
verwendet wird (1 1 W., 200gNaCN u. lOONaOH); — 2. dem Elektrolyten Oxy­
dationsmittel wie KC103 zugesetzt werden; — 3. das anod. Aufrauhen bei Tempp.
von 20— 60° u. Stromdichten bis 1,5 Amp./qdm durchgeführt wird. (D. R . P. 687027
Kl. 48 a vom 29/3. 1939, ausg. 20/1. 1940.)
Markh off.
Schering Akt.-G es., Berlin (Erfinder: Joachim Korpiun, Birkenwerder bei
Berlin), Vorbehandlung von Zink und Zinklegierungen vor der Galvanisierung, dad. gek.,
daß 1. man die Zn-Gegenstände in eine Zinkatlsg., die Zusätze von Salzen von im
elektrochem. Sinne edleren Metallen als Zn enthält, taucht u. hiernach gegebenenfalls
vor der eigentlichen Galvanisierung noch in bekannter Weise einer Vermessingung
oder Verkupferung unterwirft; — 2. man der Zinkatlsg. Doppel- oder Komplexsalze
zusetzt; — 3. man der Zinkatlsg. Cu- u. bzw. oder Ag-Salze zusetzt. Beispiel: 1 1 W.,
400 g NaOH, 120 ZnC03, 10 Cu (als K4[Cu2(CN)6]). Tauchdauer: 2 Minuten. (D. R. P.
687 028 Kl. 48a vom 23/2. 1939, ausg. 20/1. 1940.)
Markh off.
Leonhard Pemer, Berlin, Metallüberzüge auf Aluminium und seinen Legierungen.
Die Gegenstände werden in eine Metallfluoridlsg., bes. in eine Silicofluoridlsg. oder in
eine Borfluoridlsg. getaucht, der organ. oder anorgan. Koll. zugesetzt sind. Beispiel:
Eine annähernd gesätt. Lsg. von CdSiF6 wird mit der 4—5-fachen Menge W. gemischt.
Der Lsg. werden 2—5%o koll. Stoffe zuge8etzt. Tauchzeit 5— 10 Minuten. (It. P.
368 331 vom 5/12. 1938. D. Prior. 6/12. 1937.)
Ma r k h o ff.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Verhinderung des Korrosionsangriffes auf metallische Oberflächen. Dem korrodierenden Medium, bes. Säurelsgg.,
werden organ. Sulfocyanverbb. zugesetzt. Beispiel. Einer 45°/0ig. H3P04-Lsg. werden
auf 100 ccm 0,05 mg Benzylaulfocyanat zugesetzt. (F. P. 848456 vom 4/1.1939,
ausg. 31/10. 1939. D. Prior. 3/2. 1938.)
Ma r k h o ff.
Bruno Szelinski, Heilbronn, Neckar, Reinigung verrußter oder angekohlter Motorenkolben, dad. gek., daß 1. die Kolben in Schmelzen oxydierender Substanzen eingeführt
werden; — 2. der Schmelze sauerstoffübertragende Stoffe zugegeben werden; — 3. durch
die Schmelze elektr. Gleichstrom mit dem Kolben ala Anode geschickt wird. Beispiel:
Schmelze von wasserfreiem Na2Cr20 7 (F. 320°) mit Zusatz von 5— 10% gepulvertem
Mn02. (D. R. P. 687 527 Kl. 48 a vom 30/1. 1938, ausg. 31/1. 1940.) M a r k h o f f .
Werner Hessenbrucb, M etalle un d Legierungen fü r h oh o T em peraturen. T e il 1. Z u n d erfeste
Legierungen. B erlin : J . Springer. 1940. (254 S .) gr. 8° = R ein e und an gew an d te M eta ll­
kunde in E inzeldarstellungen. 2. B M . 30.— ; L w . R M . 31.50,
12538
H l;t. O r g a n i s c h e I n d u s t r i e .
1940. I.
IX. Organische Industrie.
Universal Oil Products Co., überfc. von: Aristid V . Grosse, Chicago, Hl.,
V. St. A., Katalytische Dehydrierung von Kohlenwasserstoffen. Man verwendet bei dem
Verf. einen Mischkatalysator, der aus durch therm. Behandlung von gefälltem Aluminium­
hydroxyd oder natürlichen Tonerdemineralien, wie Bauxit, Diaspor u. a., bei Tempp.
von 1500—1600° F aktiviertem Aluminiumoxyd als Träger u. geringen Mengen darauf
abgeschiedener Verbb., bes. Oxyden der Metalle aus der linken Reihe der 4., 5. u. G.Gruppe
des period. Syst. besteht. Durch geringe Zusätze (1—5%) von Hydroxyden oder"Carbonaten der Alkalimetalle, die man vor den genannten Metallverbb. ebenfalls auf dem
aktivierten Aluminiumoxyd abscheidet, wird die Lebensdauer des Katalysators erhöht.
Der Katalysator ist bes. zur Dehydrierung von Paraffin- u. Olefin-KW-stoffen geeignet;
doch können auch unter Ringbldg. verlaufende Dehydrierungen von Paraffin-KWstoffen mit gerader u. verzweigter Kette, z. B. die Umwandlung von Hexan oder Heptan
in Bzl. bzw. Toluol oder die von 2,3-Dimethylhexan in o-Xylol u. a. in Ggw. desselben
durchgeführt werden. (A. P. 2 1 7 2 534 vom 15/10. 1936, ausg. 12/9. 1939.) A r n d t s .
Solvay Process Co., New York, N. Y.,_iibert. von: Donald Atwater Rogers,
Petersburg, Va., V. St. A., Herstellung von Äthylen. Gasförmige Methanhomologe u.
höhermol. KW-stoffe, sowie deren Gemische, z. B. Gasöl, Kerosen, Roh- oder getopptes
Petroleum werden in Ggw. einer 1—3-fachen Gewiehtsniengc W.-Dampf durch therm.
Spaltung in einer nach dem Regenerativsyst. arbeitenden Vorr. in Äthylen umgewandelt.
Die Spaltung wird unter Einhaltung geeigneter Verweilzeiten, z. B. 0,006—0,3 Sek.,
in einem mit hitzebeständigem u. wärmespeicherndem Material beschickten Spaltraum
bei Tempp. von 780—1050° durchgeführt, wobei ein Spaltgas mit einem Äthylengeh.
von 25—40 Mol-% anfällt. Die Aufheizung des Spaltraumes geschieht durch heiße
Verbrennungsgase, die in einer bes., mit dem Spaltraum verbundenen Heizkammer
erzeugt werden u. denselben in entgegengesetzter Richtung zu den Spaltgasen durch­
ziehen. Die Heizgase werden z. B. durch Verbrennen von Teer in der Heizkammer
während der Aufheizperiode erzeugt, wobei Verbrennungsluft, die durch das bei der
Abkühlung der heißen Rk.-Gase der vorhergehenden Spaltperiode aufgeheizte Füllwerk
der Heizkammer vorgewärmt ist, verwendet wird. Vor Beginn jeder Spaltperiode wird
zwecks vollständiger Entfernung der Verbrennungsgase W.-Dampf durch die Vorr. ge­
leitet. Die Arbeitsweise wird an Hand von Zeichnungen ausführlich erläutert. (A. P2 1741 96 vom 6/12. 1937, ausg. 26/9. 1939.)
A rndts.
Arthur D . Little Inc., Cambridge, übert. von: Charles G. Harlord, Quincy,
Mass., V. St. A., Tertiäre ungesättigte organische Halogenverbindungen erhält man aus
tert. Alkylhypohalogeniten durch Umsetzen mit solchen Verbb., die im Mol. 2 durch
eine Doppelbindung verknüpfte C-Atome haben, von welchen das eine tert. u. das
andere an ein H-Atom gebunden ist (Isobutylen, tert. Amylene: 2-Methylbuten-l, 2-Methylbuten-2; tert. Hexylene: 2,3-Dimethylbuten-l, 2-Meihylpenten-l, 2- u. 3-Methylpenien-2, deren Hondoge, Dimere: Diisobutylen, ditert. Amylene, Pinen u. andere Terpene)
in Ggw. oder Abwesenheit eines Lösungsm. u. eines Katalysators (anorgan. oder organ.
Säuren) vorteilhaft unter wasserfreien Bedingungen.
In Ggw. von W. erhält man die gesätt. Chlorhydrine, bzw. in Ggw. von Säuren
deren Ester. — Man erhält aus Isobutylen, Essigsäure u. tert. Butylhypochlorit bei 0°
Dimethylvinylchlorid (l-Chlor-2-methylpropen-l), Kp. 70— 71°. — Aus Trimethyläthylen ->- 2-Methyl-3-chlorbuten-2. — Aus Diisobutylen ->- Trimeihylchlorpenten. Vgl.
auch A. PP. 2107789; C. 1938. I. 4718 u. 2054814; C. 1937. I. 1015. (A. P. 2 1 7 9 787
vom 28/3. 1936, ausg. 14/11. 1939.)
K rau sz.
I.
G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Reinigung von Acetylen.
In Weiterbldg. des Verf. des Hauptpatents wird festgestellt, daß die bei der Herst. des
Acetylens durch therm. oder elektr. Behandlung von KW-stoffen anfallenden Gas­
gemische neben den bei gewöhnlicher Temp. gasförmigen Bestandteilen, wie Diacetylen,
Allylen, Butadien u. anderen noch höhersd., leicht polymerisierbare u. zur Abscheidung
teerartiger Prodd. neigende Verunreinigungen enthalten. Letztere werden in der Weise
abgetrennt, daß man das acetylenhaltige Gasgemisch mit organ. Fll., wie Gasöl, Schwer­
benzin u. Anthracenöl, bis zur Sättigung wäscht u. die sich hierauf abscheidenden
schwer bzw. nichtflüchtigen Anteile durch Zentrifugieren von der Waschfl. abtrennt.
Nach einer gewissen Betriebsdauer wird die Waschfl. durch Dest. ebenfalls von den
darin gelösten Verunreinigungen befreit u. erneut zum Auswaschen benutzt. (E. P-
Hix- O r g a n i s c h e I n d u s t r i e .
1940. I:
513 209 vom 28/3.
2312.)
E.
1938, ausg. 2/11. 1939.
2539
Zus. zu E. P. 386052; C. 1933. I.
A rn dts.
I. du Pont de Nemours & Co., iibert. von: Wallace H . Carothers, Wilmington,
Del., V. St. A., Kontinuierliche Anlagerung von HGl oder HBr an Vinylacetylen (I) in
feinverteiltem Zustand in was. Lsg in Ggw. von Cu-Halogeniden bei Tempp. unter
dem Kp. des niedrigsd. Monoanlagerungsproduktes. Man erhält bei Anwendung von
HCl 2-Chlor-l-,3-butadien. Bei Aufrechterhaltung der HCl-Konz. bildet sich 2,4-Dichlor2'bvien. In einer Tabelle sind die Ausbeuten in Abhängigkeit der Durchsatzgeschwindig­
keit von I angegeben. (A. P. 2 1 7 8 7 3 7 vom 15/10. 1937, ausg. 7/11. 1939.) K r a u s z .
Universal Oil Products Co., übert. von: Aristid V. Grosse, Chicago, 111.,
V. St. A., Herstellung von Diolefinen. Aliphat. Monoolefine, bes. solche mit weniger
als 6 geradkettigen C-Atomen im Mol. w'crdcn durch therm. Behandlung in Ggw. von
Katalysatoren, die aus einem Träger u. geringen Mengen — im allg. weniger als 10%
der Gesamtmischung — auf diesen aufgebrachter aktivierender Zusätze bestehen, zu
Diolefinen dehydriert. Geeignete Träger sind hitzebeständige Stoffe, wie MgO, A120 3,
Bauxit, Bentonit- u. Montmorillonittone, Kieselgur u. a., während die Aktivierung
solcher Träger mit Verbb., bes. Oxyden, der Elemente aus der linken Vertikalreihe
der 6. Gruppe des period. Syst., u. zwar des Chroms, Molybdäns, Wolframs u. Urans
vorgenommen wird. Man führt die Dehydrierung am besten unter Ausschluß von
W.-Dampf bei Tempp. von 500—700°, absol. Drucken von etwa 0,25 at u. Kontakt­
zeiten von weniger als 2 Sek. durch. Der Katalysator wird, wenn seine Aktivität nach
einer längeren Betriebsdauer nachläßt, durch Behandlung mit Luft oder einem sauer­
stoffhaltigen Gas unter Erhitzen, bes. auf die bei der Dehydrierung angewandten
Tempp. regeneriert. (A. P. 2 1 7 8 5 8 4 vom 30/11. 1937, ausg. 7/11. 1939.) A r n d t s .
Universal Oil Products Co., übert. von: Jacque C. Morrell und Aristid
V. Grosse,'Chicago, 111., V. St. A., Herstellung von Diolefinen. (Vgl. A . P. 2 178 584;
vorst. Ref.) Als Kontakte sind ferner auch solche zur Durchführung des Verf. geeignet,
die neben den Trägern die entsprechenden Verbb., bes. Oxyde der Elemente aus der
linken Vertikalreihe der 5. Gruppe des period. Syst., u. zwar des Vanadins, Niobs u.
Tantals als aktivierende Zusätze enthalten. (A. P. 2 1 7 8 602 vom 30/11. 1937, ausg.
7/11. 1939.)
Arndts.
Universal Oil Products Co., übert. von: Jacque C. Morrell, Chicago, Ul.,
V. St. A ., jHerstellung von Diolefinen. Vgl. A . P. 2178584; vorvorst. Ref. Das Verf.
kann auch in Ggw. von Kontakten aus den gleichen Trägern u. Verbb., bes. Oxyden
der Elemente aus der linken Vertikalreihe der 4. Gruppe des period. Syst., u. zwar
des Titans, Zirkons, Cers, Hafniums u. Thoriums als aktivierende Zusätze durchgeführt
werden. (A. P. 2 1 7 8 601 vom 30/11. 1937, ausg. 7/11. 1939.)
A rn d ts.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Halogenierte Acetale der
nebenst. Formel, R = aliphat. Radikal, X = CI oder Br,
.
J
erhält man beim Behandeln ungesätt. Aldehyde mit Halogen
i
\np
>n Ggw. aliphat. Alkohole. — Dimethylacetal des MethoxyOR X
chlorbutyraldehyds, Kp.12 80°. Diäthylacetal des Äthoxychlorbutyraldehyds, Kp.12 90°. Dimethylacetal des Dimethoxydichlortetrahydrofurfurols, Kp.12 130°. (It. P. 368 051 vom 25/8. 1938. D. Prior. 26/8.
1937.)
K ö n ig .
N. V . de Bataafsche Petroleum M ij., Haag, Mehrwertige Alkohole (Äthylen­
glykol) oder Äther erhält man aus Olefinoxyden u. W. oder OH-enthaltenden organ.
Verbb. in Ggw. organ. Verbb. der Metalle der Fe-Gruppe. (Belg- P. 4 3 16 46 vom
14/12. 1938, Auszug veröff. 22/6. 1939. It. P. 368 786 vom 6/12. 1938. Beido Holl.
Prior. 17/12. 1937.)
K ö n ig .
Standard Oil Development Co. Linden N. J., V. St. A., Herstellung sekundärer
Alkylnitrate. Das Verf. wird hauptsächlich zur Gewinnung von sek. Amyl- u. Butylnitrat aus den entsprechenden sek. Alkoholen angewendet u. besteht im Prinzip darin,
daß die letzteren in feinverteiltem Zustande in ein Gemisch aus H2S04 u. HN03 ein­
geführt werden. Die Rk.-Komponenten werden zuvor auf — 10° abgekühlt u. diese
Temp. während der gesamten Dauer der Umsetzung streng eingehalten. Das ver­
wendete Nitriergemischbesteht vorzugsweise aus 2 (Teilen) H2S04 u. 1 HN03. (It. P.
367606 vom 21/10.1938. A. Prior. 8/12. 1937.)
K a l ix .
Standard Oil Co., Chicago, 111., übert. von: Thomas H . Rogers, Clarence
M. Loane und Bemard H . Shoemaker, Hammond, Ind., V. St. A., Alkylphosphite
erhält man aus dem entsprechenden Alkohol gemischt mit einem verflüssigten flüchtigen
KW-stoff (Butan) u. PGl3 in Ggw. eines tert. Amins bei Tempp. <50° F. Arbeitet man
unter Vakuum oder unter Durchleiten eines inerten Gases, so erhält man Dialkylphosphit
2540
H ,x. O r g a n i s c h e I n d u s t r i e .
1940. I .
freies Trialkylphosphit (Tri-n-butylphosphit). (A. P. 2175 509 vom 21/12. 1936, ausg.
10/10. 1939.)
K ö n ig .
Eastman Kodak Co., übert. von: W illiam O. Kenyon, Rochester, N. Y.,
V. St. A., Herstellung von aliphatischen Säuren aus dem entsprechenden Alkohol über
den Aldehyd durch Behandlung mit einem H2 abspaltenden Katalysator aus Cu-Metall,
der eine geringe Menge Zn u. Mn enthält, in Ggw.von W . bei Tempp. zwischen 300
bis 3 3 0 °. Der Katalysator enthält z. B. 70 — 9 0 % Cu, 5— 1 5 % Zn u. 2— 1 0 % Mn.
Das Rk. Schema ist folgendes: R—CH2OH -> R—CHO + Hs u. RCHO + HjO
R—COOH + Ha. Danach liefert A. Acetaldehyd u. weiter Essigsäure; ebenso geht
Propylalkohol u. Butylalkohol in dio entsprechende Säure mit 3 u. 4 Kohlenstoff­
atomen über. — Zeichnung. (A. P. 2 1 8 4 555 vom 2 2 /9 . 1936, ausg. 2 6 /12.
19 39.)
M. F. Mü lle r .
Eastman Kodak Co., Jersey City, N. J., übert. von: Donald F . Othmer, Brooklyn,
N. Y., V. St. A., Gewinnung von konzentrierter Essigsäure aus ihren wss. Lsgg. durch
azeotropc Dest. unter Zuführung von n-Heptan oder 1,4-Dioxan etwa in der Mitte der
Dest.-Kolonne. — Zeichnung.
(A. P. 2 1 8 4 563 vom 6/2. 1931, ausg. 26/12.
1939.)
M . F. M ü l l e k .
Henry Dreyfus, England, Herstellung von Keten und Essigsäureanhydrid durch
W.-Abspaltung aus Essigsäure unter Anwendung von Katalysatoren, wie Wolfram­
oder Phosphorsäure, Wolframate mit Ausnahme der Alkaliwolframate, Phosphate,
bes. NH.,-Phosphat. Die Katalysatoren können in fester, fl. oder dampfförmiger Form
benutzt werden. Vorteilhafterweise arbeitet man mit festen oder in Gasen disper­
gierten Katalysatoren, u. zwar in einem Rk.-Turm, der mit Bimsstein, Kieselgur oder
z. B. mit Drehspänen, Drähten oder Blechen aus Kupfermetall gefüllt ist. Die Füll­
körper können überzogen oder imprägniert sein mit Metalloxyden, z. B. den Oxyden
des Wo, Zn, Cu, Ba, Ca, Cd oder Sn, oder mit den Metallsalzen, die bei der Rk. in die
Oxyde übergehen, z. B. Oxalate oder Acetate. (F. P. 845 655 vom 5/11. 1938, ausg.
30/8. 1939.)
M. F. M ü l l e r .
I. G. FarbenindustrieA kt.-G es., Frankfurt a. M., Herstellung von Chloriden
höhermolekularer Fettsäuren, dad.gek., daß man höhermol. Fettsäuren bei erhöhter Temp.
in Abwesenheit von Lsg.- oder Verdünnungsmitteln in Ggw. von akt. Kohle mit
Phosgen (I) behandelt. — 14,2 kg Stearinsäure u. 150 g fein gepulverte akt. Holzkohle
werden unter Rühren bei etwa 150° mit I behandelt. Nach dem Aufhören der HCl-Entw.
wird von der Kohle abfiltriert. Man erhält ein wasserhelles, klares 100%ig. Stearinsäure­
chlorid. (D. R. P. 687 670 Kl. 12 o vom 1/8. 1936, auag. 3/2. 1940.) M . F. MÜLLER.
Röhm & Haas Co., übert. von: Herman A . Bruson und Lloyd W . Covert,
Philadelphia, Pa., V. St. A., Herstellung von Sebacinsäure aus Eicinusölfettsäure oder
deren Estern oder Salzen, bes. aus Bicinusöl (I), durch Erhitzen mit einer wss. Lsg.
von Alkalihydroxyden oder -carbonaten bei Tempp. zwischen 250—300° unter Druck. —
156 (Gewichtsteile) I im Gemisch mit einer Lsg. von 79 NaOH in 100 W. werden in
einem Rührautoklaven 10 Stdn. lang auf 275° erhitzt. Darauf wird die Rk.-M. in die
vierfache Menge W. gegossen u. unter Rühren auf 95° erwärmt. Mit H2S04 wird die
Lsg. angesäuert u. aus der abgeschiedenen öligen Schicht wird das gebildete Oktanol-2
neben Fettsäure gewonnen; in der wss. Lsg. ist die Sebacinsäure als freie Säure gelöst.
Diese scheidet sich beim Abkühlen der Lsg. auf etwa 10° aus u. wird abgetrennt. Aus­
beute 87,3%. F. 129— 130°. Das Oktanol-2 (Caprylalkohol) enthält ca. % der Menge
an Methylhexylketon. (A. P. 2 1 8 2 056 vom 13/8. 1937, ausg. 5/12. 1939.) M.F. MÜ.
I . G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M. (Erfinder: Karl Tauböck,
Ludwigshafen a. Rh.), Herstellung von Lactamen aus Oximen cyclischer Ketone durch Be­
handlung mit H2S04, dad. gek., daß man eine schwefelsaure Lsg. der Oxime solcher
oycl. Ketone, die 5 oder 6 C-Atome im Ring enthalten, in dünner Schicht durch be­
heizt« Gefäße in der Weise hindurchführt, daß immer nur eine kleine Menge der Lsg. auf
die zur Einleitung der Rk. erforderliche Temp. gebracht wird. — Beispiele für die Um­
lagerung von Gyclopentanonoxim in Aminovalerolactam u. von Cydohexanonoxim in
Aminocaproladam. (D. R. P. 686 902 Kl. 12 p vom 16/9.1937, ausg. 18/1.1940.) D o n l e .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., a-Dialkylaminoacrylsäurenitrile der allg. nebenst. Formel, in der Rt u. R, Alkylgruppen bedeuten, erhält man
p t r _ _ q __ aU3 Dialkylaminen oder Alkyleniminen u. ß-HalogenacetaldehydJ i
cyanhydrinen ( I ) , w e n n n ö t ig u n te r A n w e n d u n g v o n D r u c k u .
N
niedriger oder erhöhter Temp.; an Stelle von I kann man auch
äquimol. Mengen Halogenacetaldehyd u. HON (diese a u c h im
1 *
Überschuß) in Ggw. bekannter katalyt. wirkender Stoffe anwenden.
— Man gibt zwischen 0—5° zu 211 (g) a-Oxy-ß-chlorpropionitril (erhalten aus ß-Chloracetaldehyd u. wasserfreier HCN in Ggw. von KCN) in 90%ig. wss. Lsg. unter R ü h r e n
1940. I.
H jj . O r g a n i s c h e I n d u s t r i e .
2541
270 Dimethylamin in 52°/0ig. wss. Lsg., nach 2 Stdn. erhält man durch Trennung der
Schichten u. anschließende Dest. 127,5 u.-Dimethylaminoacrylsäurenitril in 66,5°/0ig. Aus­
beute, K p .1() 63—64°, wasserklare leicht bewegliche Fl., leicht lösl. in organ. Lösungs­
mitteln, schwer lösl. in W., D.22 0,900, K p . 759 148,5°. — Aus Piperidin u. a-Oxy-ß-chlorpropionitril erhält man a-Piperidylacrylsäurenitril in 70% Ausbeute, K p . 9 88—89°,
D.20 0,9703. Verwendung als Zwischenprodd. für Textilhilfsmittel u. Kunststoffe. (F. P.
849 822 vom 3/2. 1939, ausg. 2/12. 1939. D. Prior. 3/2. 1938.)
K rau sz.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Melamin durch
Erhitzen von Dicyandiamid bzw. Cyanamid in Abwesenheit von W. im offenen Gefäß
auf höhere Tempp., dad. gek., daß man die Rk. unter Mitverwendung eines festen oder
fl. schwer- bzw. nichtflüchtigen Verdünnungsmittels (Fe-, Bronzepulver, hochsd. KWstoffe) durchführt. (D. R. P. [Zweigstelle Österreich] 157709 Kl. 12 e vom 23/10. 1936,
ausg. 10/1. 1940. Schwz. Prior. 14/12. 1935.)
D onle.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schwciz. Melamin.
Eine Lsg. eines Cyanderiv. des Ammoniaks der Zus. (CN2H,)X, worin x gleich 1 oder 2,
in fl. XHj wird mindestens 10 Stdn. auf 100° nicht wesentlich übersteigende Tempp.
erhitzt. — Beispiele für Cyanamid u. Dicyandiamid. (Schwz. P. 205 527 vom 21/5.
1938, ausg. 16/9. 1939.)
D onle.
E.
I. du Pont de Nemours & Co., übert. von: Clyde O. Henke, Wilmington,
Del., W illiam A . Douglass, Penns Grove, und Roland G. Benner, Carneys Point,
K. J., V. St. A., Hydrierung von Moncmilrophenolen in fl. Phase in Ggw. eines NiKatalysators, von W. u. einem alkal. Mittel, wie NaOH, bei 60— 110° u. 400—500 pounds/
square inch Druck. Aus o- u. p-Nitrophenol werden o- u. p-Aminophenol gewonnen.
(A. P. 2 183 019 vom 8/5. 1936, ausg. 12/12. 1939.)
D onle.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., - Halogenierte Arylvinyläther
erhält man aus mindestens 2 Halogenatome enthaltenden Phenolen u. Acetylen in Ggw.
von Katalysatoren (Zn-Acetat oder -Naplithenat, Cd-Acetat) in bekannter Weise. —
Man leitet in eine Mischung aus 240 (g) 2,4-Dichlorphenol u. 9,6 Zn-Acetat, die unter
einem Druck von 5 at N2 steht, Acetylen bis zu einem Druck von 15 at solange ein,
bei 180°, bis eine Aufnahme von Acetylen nicht mehr erfolgt. Man erhält in 77%ig.
Ausbeute 2,4-Dichlorphenolvinyläther, Kp.14 104— 105°. — 2,4,6-Trichlorphenolvinyläther, F. 33—35°. Verwendung für Farbstoffzwischenprodd., Kunststoffe u. Textilhilfs­
mittel. (F. P. 849 553 vom 27/1.1939, ausg. 27/11.1939.)
K rau sz.
N. I. Wolinkin, USSR, Darstellung von aromatischen Oxyaldehyden. Ausbldg.
des Verf. nach Russ. P. 50 437, darin bestehend, daß die zerkleinerten Metalle ganz oder
teilweise vor Einführung der Phenole zugesetzt werden. (Russ. P. 55 611 vom 23/4.
1938, ausg. 31/8. 1939. Zus. zu Russ. P. 50437; C. 1938. II. 178.)
R ic h t e r .
K . N. Kinserskaja und A . K . Schumeiko, USSR, Darstellung von Estern aro­
matischer Carbcmsäuren. Aromat. Carbonsäuren, bes. Methylsalicylsäure, werden mit
aromat. Alkoholen in Ggw. von Alkaliphenolaten als Katalysator verestert. (Russ. P.
55 637 vom 3/12. 1936, ausg. 30/9. 1939.)
R ic h t e r .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M ., Herstellung von wachsartigen
Produkten durch Kondensation eines aliphat. Amins, das wenigstens 8 Kohlenstoff­
atome im Alkylrest enthält u. mindestens ein reaktionsfähiges H Atom am Stickstoff
der Aminogruppe besitzt, mit einer cycl. Polycarbonsäure, die kein inneres Anhydrid
zu bilden vermag. Von den Aminen sind z. B. genannt Oetylamin, Decylamin, Methyl*
dodecylamin, N-Cetyläthylendiamin, Oxäthyldodecylamin, Cyclohexyldecylamin,
ß Athylhexylamin, N-Propylricinolamin. Geeignete Polycarbonsäuren sind z. B. Ison. Terephthalsäure, Diphenyl-4,4'-dicarbonsäure, Naphthalindicarbonsäuren, symm.
Benzoltricarbonsäure, Diphenyl-2,4,3'-tricarbonsäure, Pyridin-1,3,5-tricarbonsäure. —
110 Teile Terephthalsäure u. 325 Odadecylamin werden zusammen erhitzt, bis etwa
20 W. übergegangen sind, was in etwa 3 Stdn. bei steigenden Tempp. von 180—300°
eintritt. Das harte, farblose Wachsprod. hat einen Fließpunkt von 157°. Es ist in
organ. Lösungsmitteln löslich. (F. P. 8461 64 vom 17/11.1938, ausg. 11/9.1939.
D. Priorr. 22/11. 1937 u. 2/2. 1938.)
M . F. M ü l l e r .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M. (Erfinder: Wilhelm Altner,
Opladen), Herstellung arylsubstituierter y-Amino-ß-oxybuttersäuren aus Rk.-Prodd. von
prim, oder sek. aromat. Aminen mit Epichlorhydrin (I), dad. gek., daß man auf diese Rk.Prodd. Alkalicyanide bei erhöhter Temp. einwirken läßt u. die so erhältlichen Nitrile
mit verseifenden Mitteln behandelt. — 135 (Teile) N-Äthyl-m-toluidin, in 120 Methanol
(II) gelöst, werden mit 97,2 I umgesetzt, nach Zusatz von 40 II u. 16,3 NaCN 8 Stdn.
im Autoklaven auf 110° erhitzt, die Salzmassen abgetrennt, die methanol. Lsg. ein­
gedampft, der Rückstand mit 535 HCl (D. 1,19) 11/2 Stdn. am Rückfluß gekocht, die Lsg.
mit NaOH alkal. gemacht, die alkaliunlösl. Prodd. mit Ä., Bzl. u. dgl. extrahiert, die
XXII. 1.
164
2542
H x. F ä r b e r e i .
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1940. I.
alkal. Lsg. mit HCl abgestumpft. Man erhält eine neutrale Lsg. des Na-Salzes von
y-(N-Äthyl-m-lolylamino)-ß-oxy-n-buttersäure, das mit NaCl ausgesalzen werden kann.
Farblose Blättchen, die beim Ansäuern die freie Säure als nichtkrystallisierendes Öl
liefern. — Von N-Methylanilin aus gelangt man zu y-(N-Melhylphenylamino)-, von
N-Äthyl-a.-naphthylamin aus zu y-(N-Äthylnaphthyl-l)-ß-oxy-n-buttersäure bzw. ihren
Na-Salzen. — Zwischenprodd. für Farbstoffe u. Heilmittel. (D. R. P. 686 701 Kl. 12 q
vom 15/5. 1938, ausg. 15/1. 1940.)
D onle.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel (Erfinder: Max Hart­
mann, Riehen, und Hans 0 . Isler, Bottmingen bei Basel), Schweiz, Herstellung von
in 2-Stellung substituierten Imidazolinen, dad. gek., daß man die im D. R. P. 616 227;
C. 1936. I. 886 genannten Säuren bzw. deren Derivv. mit 1,2-Diaminen unter Anwesen­
heit bzw. Bldg. von Mineralsäure in ca. mol. Verhältnis, gegebenenfalls in Ggw. von
Kondensationsmitteln, umsetzt, wobei intermediär ein Mineralsalz eines Monoacyl-1,2alkylendiamins gebildet wird. — Ein Gemisch von 2,2 (Teilen) Phenylessigsäure,
1,25 Äthylendiaminhydrat (I) u. 1,5 konz. HCl werden auf 200—250° erhitzt, das Prod.
mit Alkali versetzt, mit Bzl. extrahiert. Aus der Lsg. gewinnt man 2-Benzylimidazolin,
Kp.8 147°, F. 61—62°; Hydrochlorid, F. 171— 172°. ■— Aus I u. Phmylpropicmsäure
2-(ß-Phemjläthyl)-imidazolin. Außer weiteren, im D. R. P. 615 227; Oe. P. 150 307;
C. 1937. II. 3039, u. A. P. 2 161 938; C. 1939. II. 2970 genannten Verbb. werden noch
hergestellt: 2-Styryl-, 2-(<x-Phenyl-n-propyl)-, 2-[(Phenyldiäthyl)-methyl]-, 2-(o.-Phenyln-butylen)-, 2-[4'-Methoxynaphthyl-(l')-methyl]-, 2-\Naphthyl-(l')]-, 2-[2'-Methoxynaphthyl-(l')]-, 2-[2'-Phe.nylchinolm-(4')\-imidazolin. (D. R. P. 687 196 Kl. 12 p vom 5/5.
1938, ausg. 24/1. 1940. Schwz. Priorr. 7/3. 1937 u. 12/4. 1938.)
D onle.
A . Je. Porai-Koschitz und A . D. Turewski, USSR, Darstellung von Pyranderivaten. Aldehyde werden mit Phenolen u. wasserfreiem Na-Bisulfat unter Abtreibung
des gebildeten W. verschmolzen, worauf die Schmelze in üblicher Weise aufgearbeitet
wird. — Eine Mischung aus 4,5 g m-Nitrobenzaldehyd, 8,4 g /J-Naphthol u. 22,5 g
HaO-freiem Na-Bisulfat wird unter Abtreibung des W. auf 130—140° erhitzt. Hierauf
wird die Schmelze mit warmem W. gewaschen, filtriert u. getrocknet. Das erhaltene
m-Nitrophenyldinaphthopyran hat F. 212°. (Russ. P. 55 555 vom 4/3. 1939, ausg.
30/9. 1939.)
R ic h t e r .
C.
H . Boehringer Sohn, Deutschland, Gewinnung von Uscharin (I) und Uscha­
ridin (II). Der konservierte Milchsaft von Galotropisarten wird durch Fällungen mit A.
oder Aceton u. Bleiacetat gereinigt, eingeengt u. mit Chf. ausgezogen. Aus dem Extrakt
wird das Glucosid I durch Ivrystallisation oder Fällung mit A. oder PAe. erhalten.
Die Temp. wird stets unterhalb 40° gehalten. Das erhaltene I wird mittels geeigneter
Säuren (Schwefelsäure, Salzsäure, Überchlorsäure, organ. Sulfosäuren) gespalten u.
das entstandene II durch Extraktion der Rk.-Lsg. mit einem Lösungsm. gewonnen.
I hat [a]D = +29°; Zers.-Punkt bei 265°; Analyse: 63,3% C, 7,2% H, 2,4% N ,
5,5% S. Analyse von II: 65,2% C u. 7,55»/0 H. (F. P. 848 922 vom 16/1. 1939, ausg.
9/11. 1939. D. Prior. 22/1. 1938.)
N ie m e y e r .
X. Färberei. Organische Farbstoffe.
Bailli Nilssen, Einige chemische Probleme in Verbindung mit dem Färben. Vortrag
unter bes. Berücksichtigung von Verss. des Vf., durch Einführung von komplex ge­
bundenen Metallatomen Färbungen auf Textilien (Wolle) zu erzielen. (Tidsskr. Kjemi
Bergves. 19. 162—65. Dez. 1939.)
W . W olff.
Kuno Rickert, Über die Halbwollfärberei. Verschied. Arten des Zweibadfärbeverf.
sind geschildert. Der steigende Anteil in einer Färberei umzufärbender Wollmischgewebe lenkt die Aufmerksamkeit der Kleiderfärber in verstärktem Maße auf die
Halbwollfarbstoffe. Mit deren neuester Gruppe, den Autazolchromfarbstoffen, gelingt
es, auf einfachere Weise ebenso echte Färbungen zu erzielen wie es früher nur im
Zweibadverf. möglich war. Stark baumwollhaltige, sehr verschossene Halbwollartikel
färbt man auch heute noch besser zweibadig unter Vorfärbung der Baumwolle, wenn
man eine gleichmäßige Färbung erzielen will. Gründe für mangelnde Reibechtheit
einbadig gefärbter Ware sind angegeben. (Dtsch. Färber-Ztg. 76. 55— 56. 25/2.
1940.)
Sü vern.
—■, Neue Farbstoffe, Muslcrkarten und Textilhilfsmittel. Cellitonätzblau RRF der
I. G. F arbenindu STRIE A kt .-Ges . zeichnet sich vor der älteren 3 R-Markc durch
etwas grüneren, lebhafteren Farbton, bessere Ätzbarkeit u. besseres Ziehvermögen aus.
Der Farbstoff zieht schon bei 75° auf. Er kommt in erster Linie für das Färben von
Ätzböden in Betracht u. kann als Selbstfarbe oder zusammen mit den übrigen be­
kannten Cellitonätzfarbstoffen zur Herst. gangbarer Marineblau-, Braun- u. Schwarz-
1940. I.
H x.
F ä r b e r e i.
O u g a n is c h e F a r b s t o f f e .
2543
töno Verwendung finden. Die auf den Färbungen erzeugten Weißätzoffekte haben vor
den auf Cellitonätzblau 3 R erhaltenen den Vorzug, am Lieht weniger zu bräunen.
(Klepzigs Text.-Z. 4 3 . 153. 14/2. 1940.)
SÜ v e r n .
— , Neue Farbstoffe, chemische Präparate und Musterkarten. Der neue HalbwollfarbstofT Halbwollechtgrau BBL der I . G . F a r b e n i n d u s t r i e A k t .-G e s . hat die be­
kannten guten Echtheitseigg. der Halbwollechtfarbenreihe u. zeichnet sich durch bes.
gute färber. Eigg. aus. Er kommt für alle Anwendungsgebiete der Halbwollechtfarbstoffe, z. B. für Teppiehgarne, Wirk- u. Strickgarne, sowie Damenkleiderstoffe in
Betracht u. eignet sich bes. gut für den schwer zu färbenden Gabardinartikel, da er
sehr gut egalisiert u. gleichmäßig färbt u. gut licht-, dekatur- u. bügelecht sowie koch­
beständig ist. (Melliand Textilber. 2 1 . 92. Febr. 1940.)
SÜVERN.
— , Neue Musterkarten. Eine Karte der I . G . F A RBEN IN DU STRIE A k t .-G e s . zeigt
Siriuslicht- u. Siriusfarbstoffe auf Baumwollstückware. In der Karte sind einige Ände­
rungen der Farbstoffbezeichnungen vorgenommen worden, da nach dem neuen Licht­
echtheitsmaßstab (Blauskala) eine Überprüfung der Farbstoffe stattfinden mußte u.
einige Farbstoffe der Siriusreihe in die Siriuslichtreihe aufgenommen sind u. umgekehrt.
Bei einigen Siriuslichtfarbstoffen sind Änderungen in der Markenbezeichnung ein­
getreten. (Dtsch. Färber-Ztg. 76. 48. 18/2. 1940.)
SÜ v e r n .
— , Neue Musterkarten. Eine Karte der I. G . F A RBEN IN DU STRIE A k t .-G e s . zeigt
mit substantiven Farbstoffen hergestellte Färbungen auf Kupferkunstseide, eine
weitere, eine Neuauflage der unter dem gleichen Titel erschienenen älteren Karte dar­
stellende Karte lichtechte Färbungen auf Wollgarn. (Dtsch. Färber-Ztg. 76. 56.
_______
SÜ v e r n .
25/2. 1940.)
Imperial Chemical Industries Ltd., London, Edward Race, Blackley, Man­
chester, Maurice Rowe und John Bamber Speakman, Leeds, England, Färben von
bewetterter Wolle, die verschiedene atmosphärische Einflüsse erfahren hat, mit sauren oder
Chromfarbstoffen. Man behandelt die Ware, bes. lose Wolle, vor dem Färben mit
warmen, essigsauren Lsgg. von wasserlösl. bas. Chromsalzen. — Auf 500 1 W. verwendet
man z. B. etwa 3% bas. Cr-Acetat u. etwa 4% Essigsäure, auf das Wollgewicht be­
rechnet. Der Lsg. kann auch eine kleine Menge lösl. Bichromat zugesetzt werden.
Nach
Behandlung bei 40° wird wie üblich gefärbt. Man erhält gleichmäßige
Färbungen. ( E .P -511 688 vom 22/2.1938, ausg. 21/9.1939.)
Sch m alz.
Monsanto Chemical Co., Del., übert. von: Colver P. Dyer, Winchester, Mass.,
V. St. A., Färben von Wolle, Halbwolle und Leder mit sauren Farbstoffen. Man verwendet
Egalisiermittcl, die z. B. wie folgt erhalten werden: Man erhitzt 22 kg Naphthalin
mit 44 kg H2S04 100%ig 3 Stdn. auf 140°. Die entstandene Menge Napfähalinsulfonsäure wird in 12 1 W. gelöst u. zu dieser Lsg. in 4 Stdn. bei 80° soviel 37 gewichts-%ig.
HGHO-Lsg. gegeben, daß auf einen Teil der zur Sulfonierung angewandten Naphthalin­
menge etwa 0,7 Teile HCHO zur Umsetzung kommen. Dann wird auf 100° erhitzt
u. diese Temp. 2 Stdn. gehalten. Nach Zusatz von 4 1 W. wird noch 6— 20 Stdn. bei
gleicher Temp. erhitzt. Durch Neutralisieren mit Na2C03 erhält man eine hochviscose
M., die zweckmäßig in Mengen von 10—20%. auf das Wollgewicht berechnet, dem Färbe­
bade zugesetzt wird. (A. P. 2 1 7 9 871 vom 29/5. 1936, ausg. 7/11. 1939.) S c h m a l z .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M., Färben von Fasergemischen
oder Mischgeweben aus pflanzlichen und künstlichen Cellulosefasern oder tierischen Fasern
oder beiden. Man färbt mit Azofarbstoffen, die salzbildende Gruppen enthalten, behandelt
mit wss. Lsgg. hochmol. aliphat. Amine, quartärer Ammonium- oder Phosphoniumverbb. oder tert. Sulfoniumverbb., die HCHO enthalten können, u. überlärbt mit
gleichen Farbstoffen bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur. Man erhält farbton­
gleiche, gleichmäßige, wasser- u. schweißechte, zum Teil auch waschechte Färbungen.
(F. P. 848 834 vom 13/1. 1939, ausg. 7/11. 1939. D. Prior. 25/2. 1938.) S c h m a l z .
Georges Rivat, Rolme, Frankreich, Färben und Drucken mit Küpenfarbstoffen auf
Gelluloseestem und -äthem. Man verwendet wss. Färbebäder oder Druckpasten, die
einen leicht reduzierbaren Küpenfarbstoff in feiner Verteilung, Na-Hydrosulfit u.
15—35% eines Lösungs- oder Quellungsmittels für Acetatkunstseide, z. B. Methanol,
Aceton oder Athyllactat (I), enthalten, verküpt kalt, färbt 15—30 Min. bei Tempp.
nicht über 25°, wäscht u. oxydiert bei 60— 70° mit H„02 u. dgl. enthaltender Seifenlsg. (II). Man kann auch getrennt, zuerst mit der Suspension des Küpenfarbstoffs
u. dann mit der Lsg. des Red.-Mittels, arbeiten, wobei beide Lsgg. die Quellungsmittel
enthalten müssen. — Im Zeugdruck druckt man z. B. folgende Druckpaste auf: 350 ccm I,
20 g Cibablau 2 B, 20 g Triäthanolamin, 170 g W., 40 g Na-Hydrosulfit u. 400 g 6%ig.
Methylcelluloseverdickung, trocknet, wäscht bei 40° u. oxydiert mit II bei 70°. —
164 -
2544
Hx.
F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o ffe .
1940. I.
Die Farbstoffe sind gut fixiert u. durchgefärbt. (F. P. 847107 vom 10/6. 1938, ausg.
3/10.1939.)
Sch m alz.
Celanese Corp of America, Del., V. St. A., übert. von: Henry Dreyfus, London,
und Robert Wighton Moncrieff, Spondon b. Derby, England, Färben von Cellulose­
derivaten mit Estersalzen von Leukoküpenfarbstoffen (I). Man färbt Acetatkunstseide (E)
aus Bädern, die eine Säure, z. B. Essigsäure, I, ein Red.-Mittel u. ein organ., quellend
wirkendes Lösungsm. mit nur geringem W.-Geh. (Kp. unter 130°) enthalten u. oxy­
diert wie üblich. — 1 kg Iwligosolgrün A B wird mit 10 1 Isopropylalkohol (II), dann
mit 500 g Na-Formaldehydsulfoxylat gemischt u. die erhaltene Lsg. mit 90 1 PAe.
verdünnt. Nach Zusatz von 2 I Essigsäure wird E 1 Stde. bei 40° in dieser Lsg. gefärbt,
mit heißem PAe. gut gewaschen u. getrocknet. Nach Oxydation mit saurer K-Bichromatlsg. erhält man eine leuchtend grüne, reibechtc Färbung. — Man mischt 1 kg Soledon
Brilliant-Purpur 2 RS mit 2 1 Essigsäure, gibt 100 1 II, dann 500 g Zn-Formaldehydsulfoxylat, gelöst in 2 1 W., dann 2 1 HCl hinzu u. färbt E-Garn 1/2 Stde. bei 16ü in
umlaufender Flotte. Nach Waschen mit kaltem W. u. Oxydation mit HN02 erhält
man eine gut kochechte Purpurfärbung. (A. P. 2 1 8 2 964 vom 29/7. 1937, ausg.
12/12. 1939. E. Prior. 13/8. 1936.)
Sch m alz.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Verbesserung der Wasserecht­
heit von Direktfärbungen auf Cellulosefasem. Man behandelt die gefärbte Ware mit
wss. Lsgg. von wasserlösl. harzartigen Körpern, z. B. 0,5 g im Liter, nach, die durch
Umsetzen von Polyalkylenpolyaminen (I) mit Dicyandiamid (II), z. B. durch Erhitzen
von 50 g I (Kp. unter 220:’) in 200 g Butanol mit 100 g II sd. während etwa 20 Stdn.
erhältlich sind. Der Farbton u. die Lichtechtheit der Färbungen bleiben unverändert.
(F. P. 845 904 vom 10/11. 1938, ausg. 5/9. 1939. D. Prior. 24/12. 1937.) S c h m a l z .
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Verbesserung
der Wasserechtheit von Direktfärbungen auf Cellulosefasern. Man behandelt die gefärbte
oder bedruckte Ware zugleich oder nacheinander mit wss. Lsgg. von wasserlösl. Salzen
hochmol. bas. organ. Verbb., bes. quartärer Ammoniumverbb., u. von Kupfersalzen.
Die Lichtechtheit der Färbungen wird nicht in gleicher Weise verschlechtert wie bei
Behandlung mit den Basen allein. (F. P. 846 681 vom 28/11. 1938, ausg. 21/9. 1939.
Schwz. Prior. 13/10. 1938.)
Sch m alz.
British Celanese Ltd., London, übert. von: Robert Wighton Moncrieff, Spondon
b. Derby, England, Abziehen von Färbungen auf Acetatkunstseide (E). Man verwendet
Methylenchlorid, zweckmäßig gelöst in E nicht quellenden Lösungsmitteln, wie PAe.,
Bzl., CC14. Das Abziehen erfolgt bei niedriger Temp., z. B. 15°, in kurzer Zeit, z. B.
5— 10 Min., ohne Schädigung der E. Beschrieben ist das Abziehen von Färbungen
mit wasserunlösl. Farbstoffen für E. (E. P. 513 077 vom 30/3. 1938, ausg. 2/11.
1939.)
Sch m alz.
I.
G. Farbenindustrie A kt.-Ges., Frankfurt a. M., Abziehen von Färbungen auf
Acetatkunstseide. Man verwendet wss. Lsgg-, die Red.-Mittel, z. B. Na,S, oder NaHydrosulfit, u. Phenole oder Verbb., die leicht in Phenole übergehen, z. B. Phenol,
Kresol, Resorcin, Hydrochinon, Naphthole, Oxyanthracene, Benzo-, Naphtho- oder
Anthrachinon, gegebenenfalls Seife oder wie Seife wirkende Verbb. u. Schutzkoll.,
enthalten. Abgezogen wird 1/2—2 Stdn. bei 50—100°. Beschrieben ist das Abziehen
von Färbungen mit wasserunlösl. Acetatkunstseideazofarbstoffen. (F - P. 847149
vom 6/12. 1938, ausg. 3/10. 1939. D. Prior. 18/12. 1937.)
Sch m alz.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel,Schweiz, Weiß- und
Buntreserven unter Oxydationsfärbungen von der Art des Anilimchwarz auf Textilstoffen.
Man druckt vor oder nach dem Aufbringen des Anilinschwarzklotzes Alkalixantliogenatreserven auf, die Estersalze von Leukoküpenfarbstoffen oder die nach F. P. 815 575;
C. 1937. II. 3671 u. F. P. 828 532; C. 1938- II. 2846 erhältlichen Salze alkal. verseif­
barer Acylabkömmlinge von Farbstoffen enthalten können, dämpft, entwickelt die
Grundfärbung u. gegebenenfalls den Reservefarbstoff wie üblich. (F. P. 848727
vom 11/1. 1939, ausg. 6/11. 1939. Schwz. Prior. 13/1. 1938.)
Sch m alz.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel,Schweiz, Buntreserven
mit Eisfarben unter Eisfarben auf Cellulosefasem. Man grundiert wie üblich alkal.
mit einer nicht oder schwach substantiven Eisfarbenkomponente, z. B. l-(2',3'-Oxynaphthoylamino)-2-mcthylbenzol, trocknet, druckt eine alkal. Reservepaste auf, die
eine hochsubstantive Eisfarbenkomponente enthält u. z. B. folgende Zus. hat:
15 g 2-{2',3'-Oxynaphthoylamino)-naphthalin, 18 ccm Türkischrotöl, 18 ccm NaOH
36° Be, 15 ccm A., 94 ccm W., 40 g K-Xanthogenat, 150 g W. u. 650 g Stärke-Tragant­
verdickung, entwickelt wie üblich mit der Lsg. einer Diazoverb-, wobei an den reservierten
Stellen keine Entw. erfolgt, wäscht u. entwickelt den Reservefarbstoff. Es können
gleiche oder voneinander verschied. Diazoverbb. zu den verschied. Entww. verwendet
1940. I.
H x. F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
2545
werden. (F. P. 846196 vom 18/11.1938, ausg. 11/9.1939. Schwz. Prior. 19/11.
1937.)
Sc h m a lz.
D. S. Sawelski, USSR, Erzeugung von unlöslichen Azofarbstoffen auf Geweben.
Die Gewebe werden mit einer Paste bedruckt, die aus Alkalisalzen der Azokomponente,
Nitrit u. zur Diazotierung geeigneten Aminen besteht, u. der ein Dispergiermittel für
die Amine, z. B. Triäthanolamin, gegebenenfalls in Mischung mit sulfo- oder carboxylhaltigeri Stoffen zugesetzt sind. (Russ. P. 55 557 vom 22/9. 1938, ausg. 31/8.
1939.)
R ic h t e r .
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Eisfarben im
Zeugdruck. Die mit alkal. Gemischen aus Eisfarbenkomponente, diazotierbarem Amin
u. Nitrit bedruckte Ware wird nach dem Diazotieren durch Säureeinw. u. gegebenen­
falls Entwickeln durch Einw. säurebindender Mittel vor dem Seifen mit warmem W.
von mindestens 75° gespült. — Die unbedruckten Stellen werden nicht angeschmutzt,
wie es beim Spülen mit kaltem VV. der Fall ist. (F. P. 849 848 vom 4/2. 1939, ausg.
2/12. 1939.Schwz. Prior. 19/2. 1938.)
S c h m a lz .
I. G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Färben von Fellen, Haaren
und Pelzen. Man bringt Oxydationsfarbstoffpräpp., die monomol. Gemische aus Mono­
azofarbstoffen mit einer oder mehreren Oxygruppen in der Azokomponente, jedoch
ohne S03H- oder COOH-Gruppen, u. aromat. oder heterocycl. Mono- oder Polyaminen
auf die Ware u. oxydiert wie üblich. — Die Herst. von Färbungen auf chromgebeiztem
Lammfell mit folgenden Farbstoffpräpp. ist beschrieben: 11 g 1,4-Diaminobe.nzol (I) +
37 g des Azofarbstoffs l-Amino-2-oxy-3,5-dinitrobenzol ->- 1,5-Dioxynaphthalin (II),
tief braun; 18 g 4-Aminodiphenylamin (III) + 35 g des Azofarbstoffs III ->- II, tief
schwarzblau, sehr gut lichtecht; 21,4 g 4-Amino-4'-methoxydiphenylamin + 29,5 g des
Azofarbstoffs l-Amino-4-methoxybenzol -y 1,7-Dioxynaphthalin, tief schwarz; 0,6 g III +
1,1 g des Azofarbstoffs l-Amino-4-oxybenzol -y 1,3-Dioxybenzol, tief bräunlich grau.
(F. P. 849 771 vom2/2.1939, ausg. 1/12.1939. D. Prior. 18/2.1938.) S c h m a l z .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Aminoketone. D ie ungesätt.,
N-haltigen Verbb., die man bei der Einw. von Acetylen (I) auf NH3 oder organ., NHoder NH2-Gruppen enthaltende Verbb. gewinnt, werden in saurem Medium in Ggw. von
Schwermetallen der 1. u. 2. Gruppe des period. Syst. mit W. behandelt. — 250 (Teile)
des aus Diäthylamin u. I erhaltenen Amins werden allmählich in 500 H2S04 (50%ig),
die 5 HgO enthält, gegeben, das Gemisch neutralisiert u. mit Ä. extrahiert. Aus den
A.-Lsgg. erhält man 3-Diäthylarnino-2-butanon, Kp. 168°. — Aus 3-Dicydohexylamino-lbutin (erhältlich aus I u. Dicyclohexylamin) entsteht 3-Dicyclohexylamino-2-butanon,
Kp.9 152— 155°, F. 66°, aus Dimtihylpropargylamin Dimethylaminoaceton, Kp. 123 bis
124°. — Ausgangsstoffe für Farbstoffe u. Textilhilfsmittel. (E. P. 510 876 vom 3/2. u.
14/3. 1938, ausg. 7/9. 1939.)
D onle.
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M., Heterocyclische Aldehyde der
Zus. Arylen<^^>C-CHO, worin X glcich O, S oder NR (R bedeutet H, Alkyl, Arallcyl,
Aryl), erhält man durch Oxydation der entsprechenden, an Stelle der Aldehyd- eine
Methylgruppe tragenden Verbb. mit Se02. — 1 (Teil 2-Mdhylbenzothiazol wird in
10 Toluol gelöst u. innerhalb 4 Stdn. bei 90° mit 0,74 Se02 versetzt. Man rührt 2 Stdn.
bei 95° u. erhält Benzothiazol-2-aldehyd; Bisulfitverb.; aus 2-Methyl-ß-naphthoxazol
ß-Naphthoxazol-2-aldehyd; aus 1,2-Dimcthylbenzimidazol l-Meihylbenzimidazol-2-aldehyd.
— Farbstoffzwischenprodukte. (F. P. 847 527 vom 13/12. 1938, ausg. 11/10.1939.
D . Prior. 18/12. 1937.)
D onle.
E. I. du Pont de Nemours & Co., Wilmington, Del., übert. von: Arthur
R . Murphy und Margaret R . Murphy, Penns-Grove, N. J„ und Henry Jordan,
Wilmington, Del., V. St. A., Azofarbstoffe. Man kuppelt diazotierte Amine der Bzl.oder Naphthalinreihe mit einem 1,3-Diaminobenzol, kondensiert die Azofarbstoffe mit
einem oder mehreren Mol Nitroaroylhalogenid u. red. die N02-Gruppen zu NH2Gruppen. — Die Farbstoffe ziehen auf Baumwolle u. regenerierte Cellulose substantiv.
— Die Herst. folgender Farbstoffe unter Angabe des Farbtons der diazotierten u. mit
2-Oxynaphthalin entwickelten Färbungen (e) ist beschrieben: 2-Äminonaphthalin-5,7disulfonsäure -y l-(3'-Aminobenzoyl)-amino-3-aminobenzol (I) -y kondensiert mit 4-Nilrobenzoylchlorid (II) ->- red. mit Na2S2 (r), gelb, e leuchtend orange; 2-Aminonaphthalin6,8-disulfonsäure (III) -> I ->- 2 Mol II ->- r, gelb, e orangegelb; 2-Aminonaphthalin-4,8disvlfonsäure (IV) -y l-Amino-2-methoxy-ö-methylbenzol (V) ->- I, kastanienbraun,
e ebenso; IV 4 - V ->- I -y 2 Mol II -y r, orange, e rotstichig orange; IV
1-Aminonaphthalin (VI) -> -1 -> 2 Mol II ->- r, rotstichig braun, e ebenso; l-Aminobenzol-3-sulfonsäure (VII) ->- l-Aminonaphthalin-7-sulfonsäure (VIII) -y l-Amino-3-methylbenzol (IX)
- y 1, kastanienbraun, e ebenso; V II
V III -y IX -y l - y l - y 2 Mol II ->- r, kastanien­
2546
H x. F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1940. I .
braun, e ebenso; III -y IX ->- II -y r -y I -y 2 Mol II -> r, gelb, e orange; III ->- IX
-y- IX -y I, schokoladcbraun, e ebenso; III ->- I X ->- 1-Aminonaphthalin-O-sulfonsäure, (X)
I, kastanienbraun, e ebenso; III -y IX ->- X -y- I ->- 2 Mol II ->- r, rotbraun, e ebenso;
I II ->- VI ->- I, kastanienbraun, e ebenso; III ->- VI ->- I -y 2 Mol II ->- r, rotbraun,
e ebenso; III -y V -y IX ->-1, kastanienbraun, e ebenso; III ->- IX ->- V - y 1, schokolade­
braun, e ebenso; III -y VI -y IX ->- I, kastanienbraun, e ebenso; III -y l-Amino-2,5dimdhoxybenzol (XI) ->- IX ->- I, violettbraun, e ebenso; III -y IX ->- 1,3-Diaminobenzol
(XII) ->- 2 Mol II ->- r, orangegelb, e rotstichig orange; III ->- IX ->- I ->- 2 Mol II ->- r,
orangegelb, e ebenso; III ->- V - y 1 -y 2 Mol II ->- r, rotstichig orange, e ebenso; III -y
IX ->- II -y r ->■ IX -y I, rotbraun, e ebenso; III -y IX ->- IX -y X II -y 2 Mol II ->- r,
gelbbraun, e orangebraun; III -y IX ->- IX -y l-(4'-Aminobenzoyl)-arriino-3-aminobenzol
(XIII), gelbbraun, e schokoladebraun; III ->- V -y IX -y X III, schokoladebraun, e
kastanienbraun; 2-Aminonaphthalin-6-&idfonsäure (XIV) -y X ->- I, schokoladebraun,
e ebenso; XIV ->- X -y I -y 2 Mol II -y r, rotbraun, e ebenso; XIV ->- X -y IX -y I,
schokoladebraun, e kastanienbraun; XIV ->■ X IV ->- X II -y 2 Mol II ->- r, rotbraun,
e ebenso; X IV -y XIV ->- X I II ->- 2 Mol II -> r, rotbraun, e ebenso; IV -y X I ->- X II -y2 Mol II -y r, gelbstichig bordeauxrot, e blaustichig bordeauxrot; I -<- 4,4'-Diaminodiphenyl (XV) ->- 2-Amino-S-oxynaphthalin-3,6-dimlfonsäure -y I, kastanienbraun, e
violettbraun; Aminoazobenzoldisulfonsäure -y X II ->- 2 Mol II
r ->- 2 Mol II ->- r,
lebhaft orange, e ebenso; l-Amino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure (XVI) ->- VI -y
X II ->- 2 Mol II -y r, kastanienbraun, e schokoladebraun; X V I -y V ->- X II -y 2 Mol II
->- r, schokoladebraun, e ebenso; X V I ->- Vr -y IX -y- II ->- r, schokoladebraun, e violettbraun; III ->- V -y IX ->- l-(4'-AmiTwbenzoyl)-amino-3-aminobenzolsulfonsätire (XVII),
bräunlich bordeauxrot, e kastanienbraun; X V II -<- X V ->- X V II, orange, e ebenso;
III
V -y IX -y II -> r, schokoladebraun, e violettbraun; l-Aminobenzol-4-sulfonsäure
-y 2-Amino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure (alkal.) ->- X II
2 Mol II ->- r, bordeauxrot,
e ebenso; Aminoazobenzoleulfonsäure -y X -y X II -y 2 Mol II -y r, bräunlich bordeauxrot,
e ebenso; III ->- Anilin (XVIII) ->- IX -y X II ->- 2 Mol II ->- r, orangebraun, e tief orangebraun; X V III ->- (alkal.) XV I (sauer)
X V -y X II -y 2 Mol II ->- r, dunkelgrün, e
rötlich schwarz; X V III -y (alkal.) XV I (sauer) -<- X V -y X III, grün, e rötlich schwarz;
(X V III -y- (alkal.) XV I (sauer) -<- X V -y X III -y 2 Mol II -y r, grün, e rötlich schwarz.
A . P. 2 1 8 2 347 vom 7/7. 1937, ausg. 5/12. 1939.)
Sch m alz.
E. I. du Pont de Nemours & Co., übert. von: Henry Jordan, Wilmington,
Del., Arthur R . Murphy und Margaret R . Murphy, Penns-Grove, N. J „ V. St. A.,
Azofarbstoffe auf Cellulosefasem. Die Entw. der nach A. P. 2 182 347 (vgl. vorst. Ref.)
erhältlichen Farbstoffe auf der Faser ist wie dort beschrieben. (A. P. 2 1 8 2 348 vom
1/9. 1937, ausg. 5/12. 1939.)
Sch m alz.
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Monoazofarbstoffe. Man
kuppelt diazotierte Aminobenzolcarbonsäureamide, in denen ein H-Atom der Amid­
gruppe durch einen Alkylrest mit mindestens 3 C-Atomen oder durch eine CyclohexylSruppc substituiert ist u. das andere H-Atom der Amidgruppe durch einen Alkyl-,
Cyeloalkyl-, Aryl- oder Aralkylrest substituiert sein kann u. beide Substituenten zu­
sammen mindestens 12 C-Atome enthalten müssen, mit 3-Alkyl-5-pyrazolon- oder
3-Aryl-5-pyrazolon-l-arylsulfonsäuren oder deren Salzen. — Die Farbstoffe ziehen aus
neutralem Bade auf tier. Fasern u. Cellulosefasern u. können daher zum Färben von
Mischgeweben aus tier. u. pflanzlichen Fasern verwendet werden. Die Färbungen sind
gut walk-, schweiß-, seewasser- u. lichtecht. — Die Herst. folgender Farbstoffe ist be­
schrieben: l-Aminobenzol-3-carbonsäuredicyclohexylamid (I) -y l-{2'-Chlor-S'-sulfophenyl)-3-methyl-5-pyrazolon (II), färbt Baumwolle (A) aus neutralem Bade grünstichig
gelb; l-Aminobenzol-4-carbonsäuredicyclohexylamid -y l-(2f-Ghlor-6'-methyl-4'-sulfophcnyl)-3-mdhyl-5-pyrazolon (III), A rotstichiger gelb; l-Aminobenzol-4-carbonsäureN-n-bulyl-N-(l'-7taphthyl)-amid
l-(4'-Sulfophmyl)-3-mdhyl-5-pyrazolon (IV), A rot­
stichig gelb; l-Aminobenzol-2-carbonsäure-N-cyclohexyl-N-phenylamid -y IV, A gelb;
l-Aminobenzol-3-carbonsäurediisoheptylamid ->- III, A grünstichig gelb; l-Aminobenzol3-carbo7isäuredi-(<x-äthyl-n-hexyl)-amid -y III, A grünstichig gelb; Amidgemisch, erhält­
lich durch Kondensation von l-Nitrobenzol-3-mrboiisäurecMond mit einem Gemisch sek.
Amine von der Zus. N H < 1 ” | ¡ V ^ S 15-13 u. Red. ->- II, A gelb; l-Aminobenzol-3-carbon-
W
—9-^-15—19
.
.
säure-G-cydohexyl-G-phenylmdhylaviid -y IV, A rotstichig gelb; l-Aminoberaol-4carbonsäure-G,C-dicydohexylmethylamid -y IV, A sehr rotstichig gelb; 1-Aminobenzol4-carbonsäure-l',3'-dicydohexyl-2'-propylamid- -y II, A gelb; Amidgemisch, erhältlich
durch Umsetzen von Ketongemischen vom Kp.s 110—125° von der Zus. OC<C^
(n = 6—10) mit NH3 u . H» oder mit NH4-Formiat oder mit Formamid, Kondensieren
1940. I.
H x.
F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
2547
mit l-Niirobenzol-4-carbonsäurcchlorid u. Bed. ->- l-(2'-Chlor-G'-sulfophenyl)-3-mdhyl-5pyrazolon, färbt A u. Seide (C) aus neutralem Bade grünstichig gelb; I ->- l-(2'-Sulfophenyl)-3-phenyl-5-pyrazolon, A rotstichig gelb; l-Aminobenzol-3-carbonsäure-N-dodekahydrodiphenyl-N-phenylamid ->- II, A gelb; l-Ammobenzol-3-carbonmure-N-dodekahydrodiphenyl-N-(2'-mdhyl)-phenylamid oder -N-cydohexyl-N-(4'-isocydohexyl)-phenylamid oder l-Aminobenzol-4-carbonsäure-N-cydohexyl-N-(4'-isoodyl)-phenylamid oder
-N-(4'-isohexyl- oder -4'-isooctylcydohexyl)-N-phenylamid ->- II, gelb; l-Amino-2tndhylbenzol-5-carbonsäuredi-(hexahydrobenzoyl)-amid
II, A neutral oder schwach
sauer gelb; l-Amino-2-methoxybenzol-5-carbonsäuredi-(hexahydrobe7tzoyl)-amid ->- II,
gelb; l-Amino-2-cyclohexylbenzol-5-carbonsäure-N-cydohexyl-N-phenylamid ->- II, A
u. C neutral oder schwach sauer grünstichig gelb. (F. P. 848 896 vom 16/1. 1939, ausg.
8/11. 1939. D. Prior. 17/1. 1938.)
S c h m a lz .
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M., Monoazofarbstoffe. Man
kuppelt diazotierte aromat. Amine, die durch eine Aminogruppe substituiert sind, in der
das eine H-Atom durch Aryl, Aralkyl, Cycloalkyl oder Alkyl mit mindestens 10 C-Atomen,
das andere H-Atom durch einen Fettsäurerest mit mindestens 6 C-Atomen oder durch
einen Alkyl-, Cycloalkyl- oder Cycloalkylcarbonsäurerest ersetzt ist u. beide Substi­
tuenten in der NH2-Gruppe zusammen mindestens 12 C-Atome enthalten müssen, mit
einer Pyrazolon-l-arylsußonsäure oder einer l-Acylamino-8-oxynaphthalindisulfonsäure.
— Die Farbstoffe färben tier. Fasern aus neutralem Bade u. können daher zum Färben
von Mischgeweben aus tier. u. pflanzlichen Fasern verwendet werden. — Die Herst.
folgender Farbstoffe ist beschrieben: l-Amino-4-N-cycUhexyl-N-cyclohexylacdylaminobenzol oder -4-N-cyclohexyl-N-cyclchexylpropionylaminobenzol ->- l-(2'-Ghlor-5'-sulfophenyl)-3-methyl-5-pyrazolon (I), färbt Wolle (B) aus neutralem Bade grünstichig gelb;
l-Amino-2-methyl-5-N-äthyl-N-decanoylamindbenzol (II) ->- l-(4'-Sulfophenyl)-3-mdhyl5-pyrazolon (III), B rotstichig gelb oder ->- l-(2'-Chlor-G'-methyl-4'-sulfophenyl)-3meihyl-5-pyrazokm (IV), B grünstichig gelb; Amingemisch, erhältlich durch Umsetzung
der Chloride eines Gemisches von Fettsäuren mit 7—9 C-Atomen mit l-Nitro-4-isoheptylaminobenzol u. Red. ->• I ,B grünstichig gelb; l-Amino-4-N-cyclohexyl-N-decanoylaminobenzol (V) ->- l-{2',5'-Dichlorbenzoylainino)-8-oxynaphthalin-4,G-disulfonsäure (VI),
B rot oder ->- l-Benzoylamino-8-oxynaphthalin-4,6-disulfonsäure (VII) oder -3,6-disulfonsäure oder l-(2',5'-DichlorbenzoylamiTw)-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure oder l-(4'Chlor-2' ,5'-dimdhylphenylsulfoylamino)-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure (VIII), färben
B oder Seide etwas blausichtiger rot; l-Amino-4-N-n-butyl-N-eydohexylhexanoylaminobenzol ->- V II, B blaustichig rot oder
l-Chloracdylamino-8-oxynaphthalin-4,6-disulfonsäure (IX) oder VI, färben B etwas gelbstichiger rot; l-Amino-4-N-cyclohexyl-N-isoheptylacdylaminobenzol ->- III,B grünstichig gelb; l-Amino-4-N-cyclohexyl-N-dodecanoylaminobenzol ->- IX , B rot oder ->- l-Acdylamino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfcmsäure, etwas
blaustichiger rot; l-Amino-4-N-isoheptyl-N-decanoylaminobenzol (X) oder l-Amino-4-Nälhyl-N-stearylamijwbenzoi (XI) oder l-Amino-4-N-isoheptyl-N-palmytylaminobcnzol
IX ; V
l-(2'-Chlorphenoxyacetylamino)-8-oxynaphthalin-4,G-disulfonsäurc (sodaalkal.), B lebhaft scharlachrot, ausgezeichnet wasch-, schweiß- u. walkecht, gut licht- u.
überfärbeecht; X I ->- V II, B blaustichig rot; l-Amino-4-N-isopropyl- oder -n-butyl-Neyclohexylpropiomylaminobenzol ->- IV, B grünstichig gelb; II oder X oder l-Amino-4-Nisoheptyl-N-dodecanoylaminobenzol ->- VI, blaustichig rot; l-Amino-4-N-cydohexyl-Nisoönanthylaminobenzol ->- III, B rotstichig gelb; V oder l-Amino-4-N-cydohexyl-Nönanihyl- oder -odanoyl- oder -pdargonylaminobenzol ->- IV, grünstichig gelb; V
I,
B grünstichig gelb; l-Amino-2-N-cyclohexyl-N-decanoylaminobenzol ->- I, B grünstichig
gelb; V ->- l-(2',5'-Dichlor-4'-sulfophenyl)-3-mdhyl-5-pyrazolon, B grünstichig gelb;
l-Amino-4-N-cydohexyl-N-hexahydrobenzoylaminobenzol
I, B grünstichig gelb;
l-Amino-4-N-cydohexyl-N-eyclohexylpropionylaminobcnzol
IV oder l-(2’-Chlor-4’svlfophenyl)-3-mdhyl-5-pyrazolon,H grünstichig gelb oder -> VI, lebhaft blaustichig rot
oder -y l-(3'-Sulfophenyl)-3-mdhyl-5-pyrazolon, rotstichig gelb oder ->-1-{2'-Sulfophenyl)3-phenyl-5-pyrazolon, orangegelb oder ->- l-(2'-Methyl-4'-sulfophenyl)-3-methyl-5-pyrazolon, gelb; 1-Amino-4-N-cydohexyl-N-cydohexylhexanoylaminobenzol -y IV, B grün­
stichig gelb oder -> l-(4'-Nitrobenzoylamino)-8-oxynaphlhalin-4,6-disulfoiuiäure, blau
stichig rot; l-Amnw-4-N-phenyl-N-decanoylaminobenzol
III, B rotstichig gelb;
l-Amino-2-mdhyl-5-N-benzyl-N-decanoylaminobenzol (XII) ->- VI, B blaustichig rot;
l-Amirw-3-mdhoxy-4-N-benzyl-N-decanoylaminobenzol ->- V II, B rotstichig violett;
l-Amino-4-N-benzyl-N-decanoylaminobenzol ->- I, B grünstichig gelb oder -X VIII,
violettstichig rot; X II ->- IV, B grünstichig gelb. (F. P. 849 332 vom 24/1. 1939, ausg.
21/11. 1939. D. Prior. 25/1. 1938.)
Sc h m a lz.
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M., Monoazofarbstoffe. Man
kuppelt diazotierte Amine von der Zus. Z . worin X , Alkyl, Alkoxy, Aralkyloxy, Aryloxy,
2548
H x. F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1940. I.
Halogen oder H, X 2 u. X 3 Alkyl, Alkoxy, Aralkyloxy, Aryloxy, Halogen, H, die Gruppe
—SOjN^j'j1 oder —CONi^J^1 (Rx u. R2 = Alkyl, Aralkyl, Aryl, Cycloakyl oder zum
heterocyel. Ring verbundene Gruppen) darstellcn u. die beiden letzten Gruppen, jedoch
nur einmal, vorhanden sein müssen, mit einem l-Aryl-3-methyl- oder -3-aryl-5-pyrazolon
oder einem l-Aryl-ö-pyrazolon-3-carbonsäureester. — Die Farbstoffe sind wasserunlösl.
u. lösen sich sehr leicht in vielen organ. Lösungsmitteln, wie KWstoffen, Alkoholen u. Ketonen. Sie dienen zum Färben von Lacken,
-NH>
Bahnen oder plasl. Massen aus Nitro- oder Acelylcellulose, ferner
^
zum Färben von Kerzen u. Felten. — Die Herst. folgender Farbstoffe
ist beschrieben : l-Amino-d-üthoxybenzol-t-suIfonsäurc-n-dibtdylamid (1) -V l-Phemyl-3-methyl-5-pyrazolon (II), lebhaft gelb; l-Amino-2-methoxybenzolS-sulfonsäure-n-dibutylamid (III) ->- l-(2',5'-Dichlor)-phenyl-3-methyl-ö-pyrazolon (IV),
lebhaft gelb; I ->- l-Phenyl-S-pyrazolon-3-carbonsäureäthylester (V), rotstichig gelb;
l-Amino-2,5-dimdhoxybenzol-4-sulfon-säure-n-dilmtylamid (VI) ->- V, orange; 1-Aminobenzol-4-carbonsäurepiperidid -y II, lebhaft gelb; l-Ainino-2-mcihoxybcnzol-4-s-ulfonsäurcdimethylamid -y II, lebhaft gelb; l-Amino-4-äthoxybenzol-5-sulfonsäurediäthylamid (V ll)
oder l-Amino-4-methoxybenzol-5-sulfonsäure-n-dibutylamid (VIII) -y II, gelb; VI oder
1-Amino-2,5-diäthoxy- _oder -2,4-dimdhoxy- oder -4-phenoxy- oder -2-äthoxy- oder
-2-benzyloxy- oder -4-benzyloxybenzol-5-sulJonsäure-n-dibuUjlamid oder l-Amino-2äthoxybenzol-5-sulfonsäurediälhylamid oder l-Amino-2-melhoxybenzol-5-sulfonsäurepiperidid oder l-Amino-2-methoxybenzol-5-sulfonsäure-N-phenyl-N-n-butylamid oder 1-Amino2-methoxybenzol-5-sulfonsäure-N-äthyl-N-cyclohexylamid oder l-Amino-2-phenoxy- oder
-2-mcihylbenzol-5-sulfonsäure-n-dibutylamid oder l-Amino-2-methylbenzol-5-sulfonsäurcN-methyl-N-(2'-naphlhyl)-amid oder l-Amino-4-chlorbenzol-o-sulfonsäurediätbylamid oder
1-Aminobenzol-4•oder -3-sulfonsäurediäthylamid oder -3- oder -4-carbonsäurediälhylamid
oder l-Aminobenzol-3-carbonsäurediphenylamid oder l-Amino-2-methylbenzol-5-sulfonsäure-N-äthyl-N•(!'-naphlhyl)-amid oder l-Amino-2-methoxybenzol-ô-carbonsâureduithylamid oder l-Amino-2-meihoxybenzol-5-carbonsäure-N-phenyl-N-n-bidylamid oder 1-Amino-2-melhylbenzol-5-carbonsäufedicydohexylamid -y II, rotstichig gelb; VII oder
III oder l-Amiiio-2-melhoxybenzol-5-sulfonsäure-N-methyl-N-benzylamid oder 1-Amino2-methoxybenzol-5-sulfonsäuredibenzyl oder -diäthylamid (IX) oder l-Amino-2-äthoxybenzol-5-sulfonsäuredimethylamid oder 1-Amino-2-methoxybcnzol-S-sidf<mmure-N■phenylN-benzylamid oder -carbazolid oder l-Amino-2-chtorbc.nzol-5-carbonsäurcpipcridid -> V,
rotstichig gelb; VIII -y l-(2'-Melhylphenyl)-3-methyl-ö-pyrazolo7i, gelb; III oder VI oder
1-Amino-4-methylbenzol-d-sulfonsäurediäthylamid. -y l-(4'-Melhylphenyl)-3-mcthyl-5-pyrazolon, gelb; VI oder l-Amino-2-melhylbenzol-5-sulfonsäurediäihylamid oder 1-Aminobenzol-4-carbonsiiurediäthylamid ->- l-(2'-Chlorphenyl)-3-methyl-5-pyrazolcm, rotstichig
gelb; VI -y l-{4'-Ghlorphenyl-)-3-methyl-5-pyrazolou, rotstichig gelb; I oder IX -y IV,
gelb. (F. P. 849 759 vom 2/2. 1939, ausg. 1/12. 1939. D. Prior. 2/2. 1938.) S c h m a l z .
Comp. Nationale de Matières Colorantes et Manufactures de Produits Chimi­
ques du Nord Réunies Établissements Kuhlmann, Paris, Mmoazofarbstoffc. Man
kuppelt diazotierte Amine ohne wasserlösl.-machende Gruppen mit Kondensationsverbb., die aus Acylessigestern u. Verbb. von der
Zus. U, worin X = 0 u. ein Z oder ein Y oder ein Y
u. ein Z oder ein Z u. W = NH2, oder X = S u. ein Z
oder ein Z u. ein Y oder ein Z u. W = XH2 ist, in Ggw.
oder Abwesenheit von Lösungsmitteln oder unter An­
wendung eines Esterüberschusses, zweckmäßig bei erhöhter Temp. erhältlich sind. —
Die Herst. folgender Farbstoffe auf Baumwolle ist beschrieben: 6-Acetoacetylamino5-meihoxy-2-(4'-acetoacetylmnino)-phenylbenzothiazol -<- l-Aniiiw-2-methyl-ô-chlorbenzoi
(I), rotstichig gelb oder l-Amino-2-methoxy-ö-chlorbenzol (II), lebhaft gelb oder 1-Amino2-methoxy-4-benzoylamino-5-melhylbenzol
(III), bräunlich orange oder l-Amino-2-nitro
4-meihoxybenzol (IV), orange oder 4'-Methoxy-4-aminodiphenyiamin (V), braun oder
4,4'-Diaminodiphenylaminazo-l-amino-2-methoxy-ö-rncthylbenzol (VI), bordeauxrot oder
1-Amino-2-chlorbenzol (VII), gelb oder l-Amino-3-chlorbenzol (VIII), gelb, oder 1-Amino2-nitrobcnzol
(IX), rotstichig orange, oder l-Amino-3-nitrobeivzol (X), goldgelb od
1-Amino-3-chlor-4-methylbenzol (XI), lebhaft gelb, oder l-Amino-2,5-dichlorbenzol (XII),
goldgelb oder l-Amino-2-methyl-5-nitrobenzol (XIII), goldgelb oder l-Amino-2-methoxy5-nitrobenzol (XIV), goldgelb oder l-Amino-2-nitro-4-chlorbenzol (XV), rotstichig orange
oder l-Amino-4-nitrobenzol (XVI) orange oder l-Amino-2-nitro-4-methylbenzol (XVII),
lebhaft orange oder l-Amino-2,4-dimethyl-3-nitrobe>izol (XVIII), gelb oder 1-Amino2-methyl-4-chlorbenzol
(XIX), gelb oder l-Amino-2-methoxy-4-methyl-5-nilrobenzol (XX
rotstichig gelb oder l-Amino-2-methyl-4-nilrobenzol (XXI), orange oder 1-Amino-
1940. I .
H x. F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
2549
anthrachinon (XXII), rotstichig orange oder l-Ainino-2-methoxy-4-nitrobenzol (XXIII),
orange; I—X XlII ->- 6-Ch!or-5-aceloacetylamino-2-(,4'-aceioacetylamino)-phenylbenzaxazol;
1—XXIII ->- G-Acetoacetylamino-5-chlor-2-(4'-acetoacetylamino)-phenylbenzothiazol; VII
bis XVIII ->- 6-Acetoacetylamino-2-{4'-aceloacetylamino)-phenylbenzothiazol; I—XXIII
ö-Acetoacetylamino-2-(4'-aeetoacetylamino)-phenylbenzothiazol; XV ->- 6-Acetoacetylamino2-phenylbenzothiazol, orangegelb; I, II, VII, VIII, XII, XV, XXI u. XXII -> 6-Aceloacetylamino-ö-mdhyl-2-phenylbenzoxazol; I, VII, VIII, XII, XV, XXI u. XXII ->■
6-Acetoacetylamino-ö-mdkyl-2-phenylbenzothiazol;
5-Acdoacetylamino-2-(4'-acdoacetylamino)-phenylbenzoxazol -<- II, IV—VI, XV—XXIII oder l-Amino-4-benzoylamino5-melhoxybenzol-2-sulfonsäurediäthylamid (XXIV), lebhaft gelb oder 4-Aminodiphenylamin (XXV), braun; 5-Methoxy-6-acetoacetylamino-2-phenylbenzothiazol
I—XXV oder
l-Amino-2-mdhoxybenzol-5-sulfonsäurediäthylamid (XXVI), gelb oder o-Aminoazotoluol
(XXVII), orange oder l-Amino-2-mdhyl-3-chlorbenzol (XXVIII), gelb; IX, XIX u.
XXI —
>- S-Acdoacelylamino-2-phenylbenzoxazol; IX, X II, XV u. XXV ->- 5-Chlor-6-acetoacetylamino-2-phe.nylbcnzoxazol; IX, XV, XIX u. XXII ->- ö-Acdoacetylamino-2-phenylbenzothiazol; I— XXVIII ->- 2-(4'-Acdoacetylamino)-phenylbenzoxazol\ 1, III— V, VII bis
XXIV, XXVI—XXVIII ->- 5-MetJioxy-6-acetoacetylamino-2-phenylbenzoxazol; I bis
XXVIII ->- 5-Chlor-6-acetoacetylamino-2-phenylbenzolhiazol; I—III, VII—XIV u. XXVI
bis XXVIII ->- 5-AcMoacetylamino-2-(4'-acetoacctylaraino)-phenylbenzoxazol. — Die Azokomponenten haben in Form ihrer Alkalisalze ausgeprägte Affinität zur Cellulosefaser.
(F. P. 848 290 vom 30/6. 1938, ausg. 26/10. 1939.)
Sch m alz.
Imperial Chemical Industries Ltd., London, und Arthur Howard Knight,
Blackley, Manchester, England, Monoazofarbstoffe. Man kuppelt diazotiertes 1-Amino2.4-dinilro-6-chlor- oder -6-brombenzol mit Schwefelsäureestern von 1-N-Methyl bis ButylN-oxäthylamino-3-mdhylbenzolen. — Die Farbstoffe sind in heißem W. gut lösl. ul färben
Acetalkunstseide (E) aus neutralem oder alkal., 1% NaCl enthaltendem Färbebade,
ebenso im Zeugdruck, ferner Wolle, Seide, zinnerschwerte Seide u. Leder. Die Färbungen
sind gut lichtecht u. ätzbar. — Die Herst. folgender Farbstoffe ist beschrieben: 1-Amino2.4-dinitro-6-cMorbenzol (I) oder -6-brombenzol (II) ->- l-N-n-Bvtyl-N-oxäthylamino-3methylbenzolschivefelsäureester, E blaustichig violett; I -V l-N-Äthyl-N-oxäihylamino-3methylbenzolsckwefelsäureester, E blaustichig violett; II ->- 1-N-Isopropyl-N-oxäthylamino-3-methylbenzolschwefelsäureester, E blaustichig violett. (E. P. 513 419 vom 4/4.
1938, ausg. 9/11. 1939.)
Sc h m alz.
Eastman Kodak Co.. übert. von: James G. M cX ally und Joseph B . Dickey,
Roehester, N. Y., V. St. A., Azofarbstoffe. Man kuppelt Diazoverbb. mit l-Amino-5-oxyoder -alkoxynaphthalinen, in denen ein H-Atom der jSTH2-Gruppe durch den TetrahydrojIi(. __ _ CHj
furfurylrest Z (X = CH2 oder eine Kette von CH2-Gruppen)
E *1 '
.
ersetzt ist, u. das andere H-Atom der NH,-Gruppe durch
~
CH—,X— Alkyl, Cyeloalkyl, Aryl oder den Rest Z ersetzt sein kann.
0
Die unsulfonierten Farbstoffe färben Acelatkunstseide (E),
die sulfonierten Farbstoffe je nach Zus. Wolle (B), Baumivolle oder Seide (C) im allg. gut
wasch- u. lichtecht. — Die Herst. folgender Farbstoffe ist beschrieben: l-Amino-4-nitrobenzol (XX)
l-Di-(tetrahydrofurfuryl-2'-methyl)-amino-5-oxynaphthalin (I) oder
1-N-0xäthyl-N-(tetrahydrofmfuryl)-2'-methyla?nino-t-mcihoxynapkthalin (II) oder 1-NMelhyl-N-(tetrahydrofurfuryl)-2'-melhylamino-8-m.ethyl-5-oxynaphthalin (III) oder 1-NÄthyl-N-(tetraliydrofurfuryl)-2'-TneihylamiTW-2,3-dimethyl-5-oxynaphlhalin (IV) oder 1-Nß,y-Dioxypropyl-N-(tetrahydrofurfuryl)-2'-meihylamino-5-oxynaphthalin (V) oder l-(l'etrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-oxyäthoxynaphthalin (VI) oder 1-N-Oxäthyl-N-{tetrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-oxynaphtkalinschicefelsäure^ster (VII) oder
methyUetrahydrofurfuryl)-2'-meihylamino-5-oxynaphthalin (VIII) oder l-N-ß,y-Dioxypropyl-N-(5'-älhyltetrahydrofurfuryl)-2'-mRthyUimino-5-oxynapkthalin (IX) oder 1-Di(teiraIiydrofurfuryl-2'-meihyl)-amino-2-methyl-8-brom-5-oxynaphthalin (X) oder 1-NCyclohexyl-N-(teirahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-oxynaphthalin (XI) oder l-N{Tetrahydrofurfuryl)-2'-ß-äthylamino-5-oxynaphthaIin (XII) oder l-Teirahydrofurfuryl-2'-ypropylamino-ö-oxynaphthalin (XIII) oder 1-N-Oxäthyl-N-(telrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-oxynaphthalinmononiethylphospkorsäureester (XIV) oder 1-N-Methoxyäthyl-N(tetrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-äthoxynaphthalin (XY), E blau; l-Amino-2,4-dinitro-6-chlorbenzol (XVII) -y I—XV, E blaugriin; l-Amino-2,4-dinitro-6-methylbenzol
oder l-Amino-2-chlor-4-nitrobenzol oder l-Amino-2-brom-4-nitrobenzol oder 2-Amino-Gmeihoxybenzothiazol (XIX) oder 4-Amino-4'-nitro-3,6-dimethoxy-l,r-azobenzol ->• I—XV,
E blau; l-Amino-2,4-dinitro-G-methoxybenzol oder l-Amino-2,4-dinüro-6-cyanbenzol
(XVIII) ->-1—XV, E blaugriin; l-Aminobenzol-2-sulfonsäure oder l-Amino-4-nitrobenzol2-sulfonsäure
I—XV, färben B u. C blaugrün oder blau; l-Amino-2-chlorbenzol
l-N-(Tetrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-oxynaphthalin (XVI), E gelb; 4-Aviino-4'-
2550
H x. F ä r b e r e i.
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1940. I.
nitro-3,6'-dimethoxy-6-methyl-l,l'-azobenzol ->- XVI, E blau; l-Amino-2,4-dinitrobenzol -y
X V I,'E blau; 4-Amino-6'-chlor-3,6-dimethoxy-l,l'-azobenzol -y 1-N-Oxäthyl-N-{telrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-5-oxynaphthalin, E blau; XVII -y XVI, E blaugrün;
XVIII -y l-(Tetrahydrofurfuryl)-2'-methylamino-2,3-dimethyl-5-oxynaphthalin, E blau­
grün ; l-Amino-4,6-dinitrobenzol-2-sulfonsäureamid -y l-(Telrahydrofurfuryl)-2'-ß-äthylamino-2,3-dirnethyl-ö-methoxynaphthalin, E blau; XX ->- l-(5'-Methyltetrahydrofurfuryl)2'-methylamino-5-oxynaphthalin, E blau; XIX ->- 1-N-ß-Sulfoäthyl-N-(Uitrahydrofurfuryl)2'-melhylamino-5-oxynaplithalin, E, B u. C blau oder -y 1-N-Oxäthyl-N-(tetrahydrofurfuryl)- 2’-methylamhw- 5 -oxynaphthalmschwefdsäuree.ster oder -phosphorsäureester.
(A. P. 2183 999 vom 5/10. 1938, ausg. 19/12. 1939.)
Sch m alz.
Eastman Kodak Co., übert. von: James G. M cN allyund Joseph B. Dickey,
Rochester, N. Y., V. St. A., Azofarbstoffe. Man kuppelt aromat. Diazoverbb. mit
1,3-Cyclokcxadion oder dessen in 4-, 5- u. 6-Stellung substituierten Abkömmlingen. —
Die Farbstoffe sind in organ. Lösungsmitteln lösl. u. werden zum Färben von plast.
Massen oder von Acetatkwistseide (E) verwendet, auch im Zeugdruck, ferner zum Färben
von Ölen, Lacken, Kunstleder u. als Malerfarbe. Sulfonierte Farbstoffe färben je nach
Zus. Seide, Wolle, regenerierte Cellulose u. Baumwolle. Die Färbungen sind gut wasch­
echt u. sehr lichtecht u. können auch durch Kuppeln auf E hergestellt werden. — Die
Herst. folgender Farbstoffe unter Angabe der Färbung auf E ist beschrieben: 1-Amino4-acetylaminobenzol (I) oder l-Amino-2,4-dichlorbenzol (IV) oder l-Amino-2-nitrobenzol (V)
oder l-Amino-3-nitrobenzol oder l-Amino-2-methylbenzol (XIV) oder l-Amino-4-methylbenzol oder l-Amino-2- oder -3- oder -4-oxybenzol oder l-Aminobenzol-2-, -3- oder
-4-carbonsäure oder l-Amino-2-inethoxy-4-nitrobenzol (VI) oder l-Amino-3-chlorbenzol
(VII) oder l-Amino-2-methoxybenzol oder Anilin oder l-Amino-4-carbäthoxybmzol -y
5,5-Dimethyl-l,3-cydohexadion (XIII), gelb; l-Amino-2-clilorbenzol (II) oder l-Amino-2nitro-4-chlorbenzol (III) oder l-Amino-i-nitrobenzol oder l-Amino-2,6-dichlor-4-nitrobenzol
oder l-Amino-2-äthoxybenzol oder l-Amino-2,5-dichlorbenzol (VIII) oder l-Amino-3metlioxybenzol (XIX) oder l-Ammo-2-methoxy-5-nitrobenzol (IX) oder l-Amino-4-brombenzol (X) oder l-Amino-2-methyl-4-nitrobenzol (XI) oder l-Amino-2-nitro-4-melh.ylbe.nzol
(XII) 4- XIII, grünstichig gelb; XIII -<r 4,4'-Diaminodiphenyl -y XIII, orange; 1-Amino3-melhylbenzol (XVI) oder l-Amino-2-nitro-4,5-diäthoxybenzol oder l-Amino-3,4-diäthoxybenzol ->- XIII, orange; l-Amino-4-diäthylaminonaphthalin oder 4-Amino-4'-dimethylamino-1,1'-azobenzol oder l-Amino-4-dimethylaminobenzol (XV) oder -diäthylaminobcnzol
oder -dioxäthylaminobenzol -y XIII, rot; l-Amino-2-nitro-4-methoxybenzol -y XIII,
orangegelb; 1,3-Cyclohexadion -<- III, grünstichig gelb oder -<- XIV, gelb oder -<- XV,
rot; 4-Methyl-5,5-dimethyl-l,3-cyclohexadion -4- III oder l-Amino-2-nitro-4-brombenzol
(XVII) oder l-Amino-2-mHhyl-4-nitrobenzol, grünstichig gelb; 6-Cyan-6-methyl-5phenyl-l,3-cyclohexadion -<- l-Amino-2-methoxybenzol, orangegelb oder
III, grünstichig gelb oder -f- XVI, gelb; 6-Cyan-5-phenyl-l,3-cydohexadion -<- l-Amino-4-nitrobenzol, orange oder -<- III, gelb; 5-Cinnamyl-6-carbäthoxy-l,3-cyclohexadion -<- V oder
XVI, gelb oder -<- XVI oder XI, grünstichig gelb; 4-Phenyl-5-phentjl-l,3-cyclohexadion <l-Amino-2-acetylaminobenzol, gelb oder -<- l-Amino-3-nitro-4-diäthylaminobenzol, rotbraun
oder -<- III oder l-Amim-2-nitro-4-acetylbenzol (XX), grünstichig gelb; 5-Phenyl-l,3-cyclohexadion (XXI) -<- l-Amino-3-methoxybenzol (XIX), goldgelb oder -<- III oder XI—XII
oder XVII oder l-Amino-2-nitro-4-fluorbenzol, grünstichig gelb; III, XI, XII, XVII oder
XX -y 5-Äthyl-l,3-cyclohexadion, grünstichig gelb; III, XI, XII, XVII oder XX ->5,5'-Diäthyl-l,3-cyclohexadion, grünstichig gelb; I—XII -y 5-Methyl-l,3-cyclohexadion
(XXII), gelb; 1-Amino-2-nitro-4-brombenzol oder l-Amino-2-methyl-5-nitrobenzol oder
1-Amino-4-acetylbenzol oder l-Amino-3-acetylaminobenzol oder l-Amino-2-methyl-4-chloroder -brombenzol oder l-Amino-2-chlor- oder -brom-4-melhylbenzol oder l-Amino-2-chloroder -brom-4-methoxybenzol oder l-Amino-2-methoxy-4-nitrobenzol oder l-Amino-4-chlor2-meihoxybenzol
oder l-Amino-4-brom-2-äthoxybenzol oder o- oder p-Xenylamin oder
l-Amino-2- oder -3-brombenzol oder l-Amino-4-chlorbenzol oder l-Amino-3-nitro-4-methylbenzol oder l-Amiho-2-methoxy-ü-chlorbenzol oder 4-Amino 1,1'-azobenzol oder 1-Aminonaphthalin oder 4-Aminobenzophenon -y XXII, gelb; l-Amino-2-nitro-4-fluor-benzol ->
XXII oder XIII, grünstichig gelb; l-Amino-2-nitro-4-dioxäthylaminobenzol -y XXII, rot:
l-Amino-2-methyl-4-äthylaminobenzol -y XXII oder X III, grünstichig gelb; l-Amirw-2oder -4-oxyäthoxybenzol oder l-Amino-2-nitro-4-oxäihylaminobenzol -y XIII, grünstichig
gelb. — l-Amino-S-oxynaphlhalin-2,4-disulfonsäureodoT l-Amhumaphthalin-4-sulfonsäure
oder l-Amino-4-nitrobenzol-2-sulfonsäure -y X III; 2-Aminonaphthalin-l-sulfonsäure -y
XXII oder XXI. (A. P. 2183 997 vom 20/2. 1937, ausg. 19/12. 1939.)
Sch m alz.
Eastman Kodak Co., übert. von: James G. M cNally und Joseph B . Dickey,
Rochester, N. Y.. V. St. A., Azofarbstoffe. Man kuppelt diazotierte Phosphorsäure- oder
Thiophosphorsäureester von Aminen der Bzl.- oder Naphthalinreihe, die eine Oxy-
1940. I.
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alkoxygruppe im Korn enthalten, mit Azokomponenten der aromat., heterocycl. oder
hydroaromat. Reihe, oder man kuppelt diazotierte Amine mit Azokomponenten dor
Bzl.- oder Naphthalinreihe, die eine Phosphorsäure- oder Thiophosphorsäurcestergruppe
durch eine Oxyalkoxygruppe an den Kern gebunden enthalten. Man kann auch so ver­
fahren, daß man Azofarbstoffe, die eine Oxyalkoxygruppe kerngebunden enthalten, mit
Phosphorsäure oder Thiophosphorsäure verestert. Die Farbstoffestersalze färben AcetatkunMse.ide. (E), Wolle (B) u. Seide (C) oder Fasergemische daraus aus wss. Lsg., u. zwar
ziehen die leicht lösl. Farbstoffe auf B u. C, die schwerer lösl. auf E besser. — Die Herst.
folgender Farbstoffe ist beschrieben: l-Amino-2-chlorbenzol (XIX) ->- l-Diätliylamirw-3oxyäthoxybenzolphospliorsäureester (I) oder 1-N- Äthyl-N-oxyäthoxyäthylamino-2-methoxy-5-y-oxypropyloxybenzolmonoaminophosphorsäureester (II) oder 1-N-Methyl-N-propylamino-3-meihyl-5-y-oxypropyloxybenzolmonomethoxyäthylphosphorsäureester (NH.,-Salz,
III) oder i-Dioxälhylamino-3-chlor-5-ö-oxbutoxybcnzohnonoäihanolaminphospkorsäiireester (Pyridinsalz, IV) oder l-Dimelhylamiiw-2-äthoxy-6-oxyäthoxybenzolmonomethylthiopliosphorsäureester (VI) oder l-Di-oxäthylamino-4-methyl-G-oxyälhoxyäthoxybenzolmonoaminothiophosphorsäureester (VII) oder 1-N-Methyl-N-äthyl-2-oxyäthoxybenzolmonophenylthiophosphorsäureester (IX), färben E gelb; X IX -y l-Dimeihylamino-2-oxyäthoxyö-oxynaphthalinmonomelhylphosphorsäureester (V) oder l-Dioxäthylamino-2-oxyäthoxy5-oxynapMhalinthiophosphorsäureester (VIII), E rot; l-Amino-4-acetylbenzol (XX) -y
I— IX , E grünstichig gelb bis rubinrot; l-Amino-4-nitrobenzol (XXI) oder l-Amino-2chlor-4-nitrobenzol (X XII) oder l-Amino-2-methoxy-4-nitrobenzol -y I— IX , E grünstichig
gelb bis blau; l-Amino-2-methyl-4-nitrobenzol oder l-Amino-2-nitro-4-carbmethoxybenzol
oder 4-Amino-l,l'-azobenzol oder l-Amino-4-nitronaphthalin -y I— IX, grünstichig gelb
bis rotstichig blau; l-Aminobenzol-4-methylsulfon -y I —IX, E grünstichig gelb bis
violett; l-Amino-2-chlor-4-nitro-6-oxyäthoxybenzolphosphorsäureester-y Barbitursäure (X)
oder 5,5'-Dimethyl-l,3-cyclohexadion (XI), E grünstichig gelb, oder -y l-Phenyl-3methyl-5-pyrazolon (XII), E orangegelb oder ->- l-Oxy-4-methylbenzol (XIII) oder Acetoacetylaminobenzol (XIV), E gelb oder ->- Dibutylaminobenzol (XV), E bräunlich rot oder
->- N- Äthyl-N-oxäthylaminobßnzol (XVI), E bräunlich rot oder ->- l-0xäthylamino-5-oxynaphthalin (XVII), E blau oder ->- N-Äthyl-N-cyclohexxjlaminobenzol (XVIII), E bräun­
lich rot; l-Amino-4-y-oxypropyloxybenzolmonomethylphosphorsäureester (NH,,-Salz) oder
l-Arnino-4-chlor-6-oxyätlioxyälhoxybenzolmonoaminop}iosphorsäurcester ->- X —X V III,
E grünstichig gelb bis rot; l-Amino-2,4-dinitro-6-oxyäthoxybenzolphosphorsäureester
(Pyridinsalz) ->- X — X V III, E grünstichig gelb bis blau; l-Amino-4-nitro-6-oxyäthoxybenzolmonophenylphosphorsäureester oder -monophenylthiophosphorsäureester oder -monoaminothiophosphorsäureester -y X —X V III, E grünstichig gelb bis blau; l-Amino-2chlor-4-nitro-6-d-oxybutoxybenzolthiophosphorsäu,reester -y X — X V III, E grünstichig gelb
bis blau; l-Amino-2-oxyäthoxybenzolphosphorsäureester -y X I, E, B u. C grünstichig gelb;
l-Amino-4-chlor-6-oxyäthoxyäthoxybenzolmonomethylphosphorsäureester -y X III, E, B u.
C gelb; l-Amino-4-nitro-6-y-oxypropyloxybenzolmonomelhoxyäthylphosphorsäureester
(NH,-Salz) -y Diphenylamin, E, B u. C rot oder ->- N-Oxäthyldiphenylamin, Dioxäthylaminobenzöl, 1-Aminonaphthalin (X XIII), 1-N-Methyl-N-ß,y-dioxypropylamino-2-methoxy-5-melhylbenzol, l-Amino-2-methyl-5-methoxybenzol oder l-Amino-2,5-dimethoxybenzol; l-Amino-2-brom-4-nitro-6-oxyäthoxybenzolmonodimeihylamhiophosphorsäureeste.r
-y XV I, E, B u. C rötlich braun oder -y X , X II oder 1-N-Cyclohexyl-N-y-oxypropylamino-3-methoxybenzol;
1-Amino-2-oxyäthoxybenzoldimelhylphosphorsäureester
-y
X X III, E, B u. C orangegelb; l-Amino-4-nitro-2-oxyäthoxynaphthalinphosphorsäureester
-y 1-Dioxäthylaminonaphthalin, E, B u. C rubinrot; 4-N-Methyl-N-äthylamino-6'-nitro4’-oxyäthoxy-1,1'-azobenzol, verestert mit POC1, oder P20 5, E, B u. C orange; 4,4'-Diarnino-3,3'-dioxynthoxy-1,1'-azobenzol
1-Dimethylaminonaphthalin, verestert mit
POC1, oder P20 5, B u. C orange; l-Amino-4-nitro-6-oxyäthoxybenzolmoiwmethylthiophosphorsäureester -y Dimeihylaminobenzol, E, B u. C rot; X IX -y l-Amino-3-oxyäthoxybcnzolphosphorsäureester, E, B u. C gelb; X X -y l-Diäthylamino-3-methyl-6-oxyäthoxybenzoldimethylphosphorsäureester, E orange; X X I -y l-Dimethylamino-2-methoxy-5-oxyäthoxybenzolmonomethylphosphorsäureester (NH.j-Salz), E, B u. G rubinrot; 1-Amino2,4,6-trinitrobenzol -y l-Diäthylamino-2-met.hyl-5-y-oxypropyloxybenzolnumoaminophosphorsäureester, E, B u.C blau; X X II -y l-Dimethylamino-2-oxyäthoxyruiphthalinmonooxäthylaminophosphorsäureester, E u. B violett; 4-N-Butyl-N-meth-oxyäthoxyäthylaminop,
4'-nitro-2-oxyäthoxy-1,1'-azobenzol,
behandelt
mit
w r y 0==P—CI
0,1 Mol X X IV in Pyridinlsg. auf dem Dampfbade,
tt .n n ir
® u- ^ rot; l-Amino-4-melhylaminoanthrachinon -y
8 1
3 1 -N -Methyl-N - (teirahydrofurfuryl)-2’-melhylamino-2oxyüthoxynaphthalinphosphorsäureester, E u. B purpurrot. (A. P. 2 1 8 3 9 9 8 vom 16/8.
1938, ausg. 19/12. 1939.)
Sch m alz.
2552
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O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1940. I.
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Disazofarbsloffe. Man kuppelt
diazotierte Aminobenzole, die in 2- u. 4-Stellung Halogen oder Alkyl-, Aryl- oder Aralkylsulfongruppen enthalten, mit 4,4'-Diacylacetylaminodiphenylen, in denen der Aeylrest
aliphat. oder aromat. Natur ist, für sich oder auf einer Grundlage. — Die Pigment­
farbstoffe sind ölecht, unlösl. in Alkoholen u. Lösungsmitteln u. sublimieren nicht. Sie
werden zur Herst. von Ölfarben, lithograph. Druckfarben u. zum Färben von Nitro­
cellulose- oder Alkydharzlacken verwendet. — Die Herst. folgender Farbstoffe ist be­
schrieben: l-Amino-2,4-dichlorbenzol (I) ->- 4,4'-Diacetoacciylamino-3,3'-dimethyldiphenyl
(II) -<r I, grünstichig gelb; l-Amino-2,4-dibrombenzol (III) -y II -<- III, grünstichig gelb;
l-Amino-4-chlorbenzol-2-sulfonsäurediäthylamid (IV) -y II -<- IV, grünstichig gelb;
l-Amino-2-chlorbenzol-4-benzylsulfo7i (V) -y II -<- V, gelb; l-Aviino-2-chlorbenzol-4-äthylsulfon (VI) -y II -<- V I; l-Aminobenzol-2,4-diäthylsulfon (VII) -y II -<- V II; I ->- 4,4'-Diaceioacetylaminodiphenyl oder -3,3'-dimethoxydiphmyl -<- I, gelb. (F. P. 849 010 vom
17/1. 1939, ausg. 13/11. 1939. D. Prior. 21/1. 1938.)
Sch m alz.
J. R . Geigy, A kt.-G es., Basel, Schweiz, übert. von: Adolf Krebser, Riehen
b. Basel, Disazofarbstoffe. Man kuppelt diazotierte l-Amino-4-nürobenzolsulfojisäuren,
-sulfonsäureamide, -alkylamide, -phenylamide oder -alkyl-, -benzyl- oder -arylsulfone, die
in 5-Stellung durch Alkyl-, Methoxy- oderÄthoxygruppen substituiert sein können, in
saurer Lsg. mit 2-Amino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure (I), red. die N 02-Gruppe zur
NH2-Gruppe, kuppelt mit einem Phenol, das in p-Stellung zur OH-Gruppe kuppelt, u.
acyliert die phenol. OH-Gruppe mit einem Arylsulfonsäurechlorid. — Die Farbstoffe
färben tier. Fasern in violetten bis rotstichig blauen Tönen von sehr guter Lichtechtheit
u. bemerkenswerter Ätzbarkeit; — Die Herst. folgender Farbstoffe ist beschrieben:
l-Amino-4-nitrobenzol-2-sulfonsäure -y I ->- Red. ->- l-Oxy-3-methylbenzol oder Phenol
(II), l-Oxy-2-methylbenzol oder 1,2,3,6-Xylenol -<- 4-Methylbenzol-l-sulfonsäurechlorid
(III) oder Benzol- oder 4-Chlorbenzol-l-sulfonsäurechlorid, färben Wolle (B) aus saurem
Bade violett; l-Amino-4-nitrobenzol-2-su.lfonsäure-N-äthyl-N-phenylamid -y I -y Red. -y
II -f- III, färbt B u. Seide (C) aus neutralem oder saurem Bade blaustichig violett;
l-Amino-4-nitrobenzol-2-&ulfonsäureamid, -diäthyl- oder -dimethylamid oder -2-methyl-,
-äthyl-, -propyl-, -butyl-, -amyl-, -benzyl-, -phenyl- oder -tolylsulfon -y I -y Red. -y II
-f- III; l-Amino-2-methoxy-, -äthoxy- oder -methyl-4-nitrobenzol-S-sulfonsäure -y II->Red. -y I -<r III, B u. C rotstichig blau. (A. P. 2 1 7 9 1 9 0 vom 21/2. 1939, ausg. 7/11.
1939. Schwz. Prior. 26/2. 1938. Schwz. P. 204 711 vom 26/2. 1938, ausg. 16/9. 1939.
Zus. zu Schwz. P. 199 787; C. 1939. I. 3076.)
S c h m a lz .
Calco Chemical Co., Inc., Bound Brook, N. J., V. St. A., Herstellung von stabilen
Diazoabkömmlingen der Quanylharnstoff-N-sulfonsäure. Diese wird in Form ihrer in
W. lösl. Salze, z. B. als Ca-Salz mit diazotiertem 3-Chloranilin oder diazotiertem 2-Mcthoxy-5-chloranilin in alkal. Lsg. kondensiert. Die Kondensationsprodd. stellen in alkal.
Medium stabile Verbb. der Eisfarbendiazokomponenten dar, die bei Zusatz von Säure
wieder in die Ausgangsstoffe zerfallen. Z. B. werden die Kondensationsprodd. benutzt,
um damit alkal. Druckpasten herzustellen, die durch Behandlung mit W.-Dampf, der
die Dämpfe von schwachen Säuren, wie Ameisen- oder Essigsäure, enthält, die Drucke
entwickeln. Vgl. auch A. P. 2154470; C. 1939- II. 731. (Schwz. PP. 205 899 u.
205 901 vom 11/7. 1938, ausg. 16/9. 1939. A: Prior. 12/7. 1937.) M . F. M ü l l e r .
American Cyanamid Co., New York, übert. von: Hans Z . Lecher, Plainfield,
Frederic H . Adams, Somerville, und Henry Philip Orem, North Plainfield, N. J..
V. St. A., Herstellung von Diazoderivaten von Guanidylsäuren durch Kondensation von
diazotiertem Aminen mit Guanidylsulfonsäuren oder -carbonsäuren oder deren Alkali­
metall- oder NH.,-Salzen. — 3,93 Teile 2-Methyl-5-chloranilinchlorhydrat (I) werden
mit 8,7 einer 5-n-HCl u. 40 W. gemischt u. mit 21 n-NaN02-Lsg. diazotiert. Die
erhaltene Diazolsg. wird in eine Lsg. von 4,5 Guanylsulfanilsäure, 200 W., 8,7 einer
5 n-NaOH u. 44 einer 0,5 n-Na2C03-Lsg. eingelassen. Es scheidet sich ein gelber Nd.
aus, der abfiltriert u. getrocknet wird. Davon werden 4,66 Teile mit 2,77 Teilen 2-Oxynaphlhalin-3-carbonsäure-o-toluidid u. 0,15 Sulfobermleinsäurediamylester (Na-Salz) u.
ein wenig 2-Äthylhexanol gemischt. Von diesem Gemisch werden 5 Teile mit 5 Äthylen­
glykolmonoäthyläther angerührt u. 2,5 einer NaOH von 30° Be zugesetzt. Nach Zugabe
von 17,6 warmem W. werden als Verdickungsmittel 70 Gummistärketraganthlsg. zu­
gefügt. Die erhaltene Druckpaste wird von einer Kupferwalze auf Baumwolle gedruckt;
der Druck wird getrocknet u. einem W.-Dampf, der etwas Essigsäuredampfe enthält,
ausgesetzt. Es entsteht ein hellroter Druck. — 2-Methoxy-5-chloranilin (III) wird
diazotiert u. mit Kreatin (II) kondensiert. Dieses Prod. wird mit bis-Aeetoacetylbenzidid
in eine Druckpaste übergeführt. — In weiteren Beispielen wird I mit Guanyl-2-naphthylamin-1 -sulfonsäure oder mit 2-Oxynaphthalin-3-carbonsäure-o-toluidid oder mit I I oder
mit Guanylglycin kondensiert. — 22,3 Teile III werden diazotiert u. mit 31,5 Guanyl-
1940. I .
H XI. F a r b e n . A n s t r i c h e . L a c k e . H a b z e . P l a s t i s c h e M a s s e n .
2553
taurin kondensiert. Das ausgefällte Rk.-Prod. wird abfiltriert, abgepreßt u. getrennt.
Es wird mit 2-Oxy-3-naphthoesäure-o-toluidid zu einer Druckpaste verarbeitet. (A. PP.
2 1 8 5 1 5 2 u. 2 1 8 5 1 5 4 vom 9/8. 1939, ausg. 26/12. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
G. I. Gerschson und R . P. Lastowski, U S S R , Schwefdfarbstoffe. Naphthalin
wird unter Zusatz von Chlorschwefel oder Chlorschwefel u. S u. gegebenenfalls von
Eisenspänen zunächst auf unter 100° u. dann auf 250—260° erhitzt. (Russ. P. 55 551
vom 31/5. 1938, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
N. A . Seitzew, USSR, Darstellung von Schwefelfarbstoffen. Phenolformaldehydresole oder Novolak werden mit Polysulfidlsgg. unter Abtreibung des W. auf 200°
erhitzt. Die erhaltene Schmelze wird zerkleinert, in W. gelöst u. filtriert. Aus dem
Filtrat wird durch Ansäuern oder Luftdurchblasen der Farbstoff abgeschieden. (Russ. P.
55 613 vom 14/1. 1939, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
[russ.] I. M. Kogan, Lehrbuch der Chemie und Technologie der Farbstoffe.
Gosschimisdat.
1939.
Moskau:
(460 S.) 9.50 R bl.
XI. Farben. Anstriche. Lacke. Harze. Plastische Massen.
Haus Hebberling, Können ölfreie Bindemittel korrosionsverhütend wirken? Kurzer
Überblick über die Eigg. der in der Anstrichtechnik verwendeten Austauschwerkstoffe.
(Oberflächentechn. 17. 17— 18. 6/2. 1940. München.)
Markh off.
N. N. Korobow, Trockene. Caseindeckfarben. Zur Erhöhung der Elastizität von
Caseinfarbfilmen auf Leder wird das Pigment mit einer Seifen-Glycerinmischung ver­
rieben; hierzu eignet sich z. B. eine Mischung aus 50 g Kernseife u. 200 g Glycerin
sowie ein Sonderstoff, der wie folgt hergestellt wird: 20 g Palmitin- oder Ölsäure
werden in 100 ccm A. gelöst, auf 60° erwärmt, bis zur alkal. Rk. (Phenolphthalein)
10%ig- alkoh. KOH-Lsg. u. 100 ccm neutrales Glycerin zugegeben u. auf 110° erwärmt.
Zur Stabilisierung der Pb-Farben empfiehlt sich auch der Zusatz von 100 g Teer,
wobei auf 120° erwärmt werden muß. Die erhaltene Paste wird mit trockenem Casein
u. Borax (als Peptisationsmittel) bei geringen Umdrehungszahlen der Walzen vermischt,
wobei zur Verringerung der Viseosität der M. etwas W. zuzusetzen ist. Die Menge des
letzteren richtet sich nach der Pigmentart; die fertige Deckfarbe soll einen W.-Geh.
von höchstens 6—7°/0 aufweisen. Bei der Verwendung feingemahlenen, durch Siebe
mit 225 Maschen/qcm gesiebten Caseins beträgt die Lsg.-Dauer der Farbe 40—50 Mi­
nuten. Sie hat hoho Elastizität u. bewährte sich auch bei der Prüfung auf Viseosität,
Löslichkeit, Deck- u. Leimfähigkeit. (Tpyjii IlBaiiOBOKoro XiiMHKO-Texnojroni'iecKoro
HncTirryi'a [Trans. Inst. ehem. Technol. Ivanovo (USSR)] 1939. Nr. 2. 88—92. Lehr­
stuhl f. Lacke u. Farben.)
POHL.
S. R . Palit und G. N. Bhattacliarya, Eine Mitteilung über die Basizität und das
Molekulargewicht des Schellacks. Aus der Tatsache, daß es gelingt, bereits mit Alkali­
mengen von ca. 60% der aus der SZ. berechneten eine Lsg. des Schellacks zu erzielen,
wird gefolgert, daß dieses Harz saure Salze bildet u. vermutlich in Form einer 2-bas.
Säure vorliegt. Unter dieser Voraussetzung ergibt sich für Schellackreinharz (SZ. 58,4)
ein Mol.-Gew. von ca. 1900. Schellackweichharz mit seiner SZ. von 100— 110 dürfte
einbas. sein u. ein Mol.-Gew. von 510—560 besitzen. (J. Indian ehem. Soe. 16. 258— 60.
Mai 1939. Ranchi, Indian Lac Res. Inst.)
W . W O LF F .
Torsten Hasselstrom, John D. McPherson und Sam Hopkins jr., Die Identität
von Harzsäuren. 1. Pinabietinsäure aus finnischem Tallöl. Die zuerst von A s c h a n aus
dem Destillat von finn. Tallöl isolierte Pinabietinsäure erwies sich als Giernisch von
Harzsäuren, das durch fraktionierte Krystallisation allein nicht trennbar war. Es ent­
hielt Dehydrobietinsäure, C2(lH230 2, nachgewiesen als Dimethylester der Sulfonsäure,
Dihydroabielinsäure, C20H32O2, nachgewiesen als entsprechendes Lacton, S t e e l e s
Abietinsäure, nachgewiesen als CieH29C02Na-3 C20H3oO2, u. vielleicht d-Pimarsäurc.
Die starke Unbeständigkeit des Harzsäuregemisches aus Tallöl beruht auf der Ggw.
von Abietinsäure, denn diese wie auch Tallölharzsäurekrystalle u. gewöhnliches Kolo­
phonium nehmen im 0 2-Strom rasch an Gewicht zu, während Dehydroabietinsäure oder
große Mengen dieser Säure enthaltende, aber von Abietinsäure freie Kolophoniumarten
sehr beständig sind. (Paper Trade J. 110. Nr. 4. 41—43. 25/1. 1940. Savannah, Geo.,
G. & A . Laboratories, Inc.)
B ehrle.
Hans W o lff, Die Bestimmung von Harzsäuren. Die bekannte Meth. von W O L F F ScH O L ZE zur Best. von Fettsäuren neben Harzsäuren wird wie folgt durch Verwendung
erheblich weniger konz. H„SOä abgeändert. 2—4 g des Harz-Fettsäuregemisches werden
mit 10 ccm Bzl. oder Toluol sowie mit genau 25 ccm einer Mischung aus 1,4 ccm konz.
H2S04 u . 1000 ccm Methanol versetzt u. 15 Min. unter Rückfluß erhitzt. Nach dem
2554
H x]. F a r b e n . A n s t r i c h e . L a c k e . H a r z e . P l a s t i s c h e M a s s e n .
1940. I .
Abkühlen wird mit 0,5-n. KOH unter Verwendung von Phenolphthalein als Indicator
titriert. Daneben Blindversuch. Bei der Berechnung wird berücksichtigt, daß eine be­
stimmte Menge H2SO., durch Methanol verestert wird, u. daß die Veresterung der Fett­
säuren nicht vollständig ist. Geh. an Harzsäuren (in % der Mischung) = 17,5 X (Diffe­
renz zwischen Best. u. Blindvers.: angewendete Menge Substanz in g). (Paint Varnish
Product. Manager 19. 296—98. Okt. 1939.)
W . W o lff.
T. G. Rochow, Mikroskopie in der Harzindustrie. Zusammenfassender Bericht.
(Ind. Engng. Chem., analyt. Edit. 11. 629—34. Nov. 1939. Stamford, Conn., American
Cyanamid Co.)
D onle.
H . Stäger, R . Sänger und w. Siegfried, Neue Untersuchungen an Phenoplasten.
Aus Belbst hergestellten Phenoplasten angefertigte Dünnschliffe werden in Lösungs­
mitteln angequollen u. der röntgenograph. Unters, unterworfen. Ferner werden die
mechan. Eigg. der Harze bestimmt u. in Beziehungen zum Kondensationsgrad gebracht.
— Die üblichen Methoden zur Best. der Kriechstromfestigkeit berücksichtigen nicht
genügend die chem. Eimvw. der verwendeten Elektrolyte. — Für die dielektr. Eigg. ist
vor allem der chem. Aufbau der Phenoplaste maßgeblich. (Helv. physica Acta 12. 561
bis 580. 1939. Zürich, Techn. Hochsch.)
W . W o lff.
Erik Sadolin, Analyse von maleinsäurehalligen Kunstharzen. Es wird ein Analysenverf. zur Ermittlung von Maleinsäure in Alkydharzen beschrieben. (Ind. Engng.
Chem., analyt. Edit. 11. 608— 10. Nov. 1939. Kopenhagen, Sadolin & Holmblad
Ltd.)
D onle.
Kurt Fröhlich, Dynamische Bestimmung des Elastizitätsmoduls von Kunststoffen~
Bei der Best. des Elastizitätsmoduls nach der üblichen Meßmeth. gehen zum Teil starke
plast. Verformungen in die Messung ein, wodurch ein Vgl. verschied. Kunststoffe unter­
einander u. mit den Metallen nur mit Vorbehalt möglich ist. Für diese Bestimmungen
wird ein neues, auf dynam. Grundlage arbeitendes Gerät beschrieben, das den Elasti­
zitätsmodul unabhängig von etwa eintretenden plast. Verformungen zu messen ge­
stattet. (Kunststoffe 30. 10—12. Jan. 1940. Hannover, Techn. Hochsch.) W . W O LF F .
Otto Schäfer, Farbmessungen an Kunststoffen. Es werden Unterss. beschrieben,
die Abhängigkeit zwischen der Änderung von Farbton u. der Sättigung der Proben­
farben einerseits sowie der Art des zur Bestrahlung verwandten Lichtes andererseits an
Kunststoffen festzustellen, um danach aussagen zu können, bei welchen Farbtönen uSättigungswerten die Änderungen so klein werden, daß man die Kunststoffe als prakt.
unempfindlich gegen Lichteinfl. bezeichnen kann. Gleichzeitig wird ein abgekürztes
Verf. auf seine Brauchbarkeit für solche Farbunterschiedsmessungen untersucht. (Kunst­
stoffe 30. 4—9. Jan. 1940. Darmstadt, Techn. Hochsch.)
W . W olff.
Carl Luckow, Köln-Nippes, Elektrolytische Herstellung von Pigmenten. Techn.
reine, als Buntfarben geeignete, schwerlösl. Metallsalze der komplexen Eisencyanwasser­
stoffsäuren werden auf elektrolyt. Wege hergestellt, indem man schwerlösl. ungereinigte
Rohstoffe derselben Zus. (z. B. nach Art des Berliner Blaus), gegebenenfalls gemischt
mit Metalloxyden oder Metallabfällen, als Füllmasse für die Kathode, Schwermetalle
oder deren Legierungen als Anode u. ferner einen Elektrolyten verwendet, der eine
stark verd. wss. Lsg. einer Mischung von Alkali- bzw. Ammoniumsalzen darstellt,
von denen das eine (z. B. eine Mischung von Chlorid u. Chlorat) bei der neutral oder
schwach sauer durchgeführten Elektrolyse die fortwährende Aufschließung der Roh­
stoffe in der Kathode bewirkt, während das andere leichtlösl., sich durch die bei der
Elektrolyse entstehende Eisenblausäure stets regenerierendes Blutlaugensalz ist, das
mit dem in Lsg. gehenden Metall der Anode die schwerlösl. Metallsalze bildet. (D. R. P685 973 Kl. 22f vom 29/12. 1931, ausg. 29/12. 1939.)
S c h r e in e r .
I. W .R issk in , USSR, Gewinnung von Eisenpigmenten. Metall. Fe wird in einer
Lsg. eines Ferrosalzes, z. B. FeSO., u. FeCI2, in Ggw. von Essigsäure oder Na-Acetat
mit Luftsauerstoff oxydiert. (Russ. P. 55 616 vom 11/4. 1938, ausg. 31/8.
1939.)
R ic h t e r .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges.. Frankfurt a. M., Pigmente. Rohfällungen von
Eisenphosphat werden in wss. Suspension unter Druck erhitzt. (Belg. P. 433 088 vom
6/3. 1939, Auszug veröff. 9/10. 1939. D. Priorr. 10/3. u. 5/9. 1938.)
S c h r e in e r .
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M. (Erfinder: Kurt Schirrmeister.
Leverkusen), Antimxnürioxydpigmente. Wss. SbF3-Lsgg. werden mit Lsgg. der Hydr­
oxyde, Carbonate oder Bicarbonate der Alkalien u. des Ammoniaks oder Mischungen
dieser Verbb. umgesetzt u. die entstehenden Ndd. in üblicher Weise gewaschen, fil­
triert u. getrocknet. An Stelle der anorgan. Basen können auch organ. Basen (z. B.
Methyl- oder Benzylamin) zum Fällen verwendet werden. (D. R. PP. 684 526 KL 22f
1940. I .
H XI. F a r b e n . A n s t r i c h e . L a c k e . H a r z e . P l a s t i s c h e M a s s e n .
2555
vom 17/2. 1938, ausg. 30/11. 1939 u. 685 561 Kl. 22f vom 29/6. 1938, ausg. 20/12. 1939.
[Zusatzpatent].)
SCHREINER.
Duco Soc. An. Italiana, Mailand, Out deckende, widerstandsfähige Farbe. Sie ent­
hält ein weißes Pigment, ein mit einer eine niedrige JZ. aufweisenden Fettsäure modifi­
ziertes Alkydharz (I), sowie ein Harnstoffaldehydharz (II). Beispiel: 29,1 Ti02, 1,9 ZnO,
14,4 II, 9,5 I (mit Ricinusöl modifiziert), 16,4 Isobutylalkohol, 15,7 Xylol, 7,7 Lack­
benzin, 5,3 Türkischrotöl. (It. P. 3 6 81 85 vom 22/11. 1938.)
B öttcher.
A . W. Charitonow, W . A . Naumow und A . F. Schpagin, USSR, Oeriebene
Ölfarben. Die Ölfarben werden unter Verwendung von Ocker hergestellt, dem zwecks
Erhöhung der Deckfähigkeit u. Verminderung der Ölaufnahme Smithsonit zugesetzt
wird, der mindestens 15% Fe, berechnet auf Ocker, enthält. (Russ. P. 55 419 vom
11/12. 1938, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
B. N. Tjutjunnikow und A . A . Girschman, USSR, Firnis. Nichttrocknende
oder schwer trocknende Öle, z. B. Ricinus- oder Sonnenblumenkernöl, werden nach
Zusatz von 5—10% Kolophonium oder Albertol in Ggw. von Siccativen bei 290° ge­
blasen. Nach dem Blasen kann das Prod. durch Erhitzen auf 260—295° weiter poly­
merisiert werden. (Russ. P. 55 550 vom 10/4. 1938, ausg. 30/9. 1939.)
R ic h t e r .
Alexander George Matthewes, London, Übertragen von Ölfarbenbildern. Man
bringt die Ölfarben in der gewünschten Anordnung auf einen Hilfsträger, z. B. Pappe,
stäubt auf die halbtrockene Ölfarbenschicht Kaolin u. bringt auf die Kaolinschicht
eine Schicht eines in-W. lösl. Klebemittels. Nach Anfeuchten wird das Ganze mit der
Klebeschicht auf eine Glasplatte oder auf eine andere glatte Fläche gepreßt, u. nach
dem Aufweichen des Hilfsträgers wird dieser abgezogen. (A. P. 2 1 7 5 209 vom 22/12,
1937, ausg. 10/10.1939.)
Zürn.
Paul Meyer, Dortmund-Brünninghausen, Durchschreibfarbe. Die aus einer Emulsion
von Wachs u. ölhaltigem Farbstoff in wss. Seifenlsg. bestehende Farbmasse erhält
bei der Herst. einen etwa 8% der Gesamtfarbmasse betragenden Glycerinzusatz, der
es ermöglicht, den Wachsgeh. auf annähernd dieselbe Höhe wie bei den Schmelz­
carbonfarben zu bringen. Beispiel: 50 (Teile) Wachs, 30 Seifenlsg., 10 Farbstoff,
10 Öl u. 8 Glycerin. (D. R. P. [Zweigstelle Österreich] 157 713 Kl. 15 b vom 30/8.
1937, ausg. 10/1. 1940. D. Prior. 12/6. 1937.)
E. W eiss .
I. G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Öl-, gummi- oder harzartige
Kondensationsprodukte ester- oder ätherartiger Struktur, indem mchrbas. Garbonsäuren (z. B.
Maleinsäure, Adipinsäure, Phthalsäure) oder deren Deriw. (Anhydride, Chloride, Ester)
mit einem Überschuß an mehrwertigen Alkoholen in Ggw. von die Ätherbldg. fördernden
Katalysatoren [Schwefelsäure (I), Phosphorsäure, Kieselsäuregel u. Sulfonsäuren]
unter azeotrop. Dest. des W. auf 60—-150° erhitzt werden. — Z. B. werden 620 (Ge­
wichtsteile) Äthylenglykol, 200 Maleinsäureanhydrid, 300 Xylol (II) u. 5 I (konz.) unter
Abdest. des W. erhitzt. N a c h Fällung der Schwefelsäure mit BaCÖ3 u. Abfiltrieren des
BaS04 wird das II abdest. u. ein klares, gummiartiges Prod. (VZ. 259) erhalten. Die
Prodd. dienen zur Bereitung von Lacken. (F. P. 849 985 vom 7/2. 1939, ausg. 5/12.
1939. D. Prior. 16/2. 1938.)
N ie m e y e r .
Allgemeine Elektricitätsgesellschaft, Berlin, Herstellung von härtbarem Alkyd­
harz, indem zunächst Citronensäuretriglykolester hergestellt u. dann dieser mit einer
Dicarbonsäure weiter kondensiert wird. — Z. B. werden 210 (g) Citronensäure mit
200 Äthylenglykol durch 3-std. Erhitzen auf 135— 195° verestert, worauf mit 130 Phthal­
säureanhydrid u. 55 Adipinsäure bei 175—215° weiterkondensiert wird. Durch Härtung
bei 160— 200° entsteht ein gummiartiges Harz. Die Prodd. ergeben elast., haftfähige
Lacke. (F. P. 849 575 vom 27/1. 1939, ausg. 27/11. 1939. D. Prior. 28/1.
1938.)
N ie m e y e r .
Comp. Française pour l ’Exploitation des Procédés Thomson-Houston, Frank­
reich, Alkydharz, indem mehrwertige Alkohole [z. B. Glycerin (I)], mehrbas. aromat.
Säuren (II) [z. B. Phthalsäureanhydrid (III)], sek. einwertige Alkohole, wie Fenchylalkohol (IV) u. eine geringere Menge aliphat. zweibas. Säuren [z. B. Maleinsäureanhy­
drid (V)] zusammen kondensiert werden. — Z. B. werden 42,7 (Gewichtsteile) IV,
4,3 V u. 42,6 III 1 Stde. auf 190—200° erhitzt, worauf 11,4 I zugegeben werden u.
wieder auf 200° erhitzt wird. Dann wird bei 240“ Stickstoff durch die M. geblasen,
bis eine Probe beim Erkalten geliert. Die Prodd. sind in Lösungsmitteln, wie Fenchon
u. Äthylendichlorid, lösl. u. ergeben zusammen mit Polyvinylchlorid, Nitrocellulose
u. anderen Harzen licht- u. ivasserbeständige Überzüge. (E.V. 846 859 vom 30/11. 1938,
ausg. 27/9. 1939. A. Prior. 1/12. 1937.)
N ie m e y e r .
Standard Oil Development Co., V. St. A.,Kunstharz, indemeine aromat., mög­
lichst olefinfreie Erdölfraktion (I) (Kp. 125— 275°) mit Formaldehyd (II) in Ggw. einer
wasserlösl. Fettsäure (z. B. Essigsäure) u. ZnCl2 erhitzt wird. — Z. B. werden 1000 ccm I
2556
H XI. F a r b e n . A n s t r i c h e . L a c k e . H a r z e . P l a s t i s c h e M a s s e n .
1940. I .
vom Kp. 135— 185°, 280 (g) II, 250 ZnCl2 u. 2500 com Eisessig 18 Stdn. auf 110° unter
Rückfluß erhitzt. Nach dem Erkalten wird das gebildete Harz in Bzl. gelöst u. die
Lsg. gewaschen. Nach dem Abdcstillieren des Bzl. erhält man ein gelbliches, in Äthyl­
acetat usw. u. in trocknenden Ölen löst. Harz. Verwendung für Anstrichzwecke. (F. P.
846
901 vom 1/12. 1938, ausg. 28/9. 1939. A. Prior. 16/12. 1937.)
N ie m e y e r .
Imperial Chemical Industries Ltd., London, und Basil John Wood, Nortonon-Tces, England, Phenolaldehydharzpreßmassen, dad. gek., daß sie einen Zusatz von
polymerisiertem Chlorbutadien (I) erhalten, z. B. 100 (Teile) einer üblichen ResolHoizmehlheißpreßmasse, 15 I. Hierdurch wird die Festigkeit der Preßkörper erhöht.
(E. P. 5 1 1 3 6 8 vom 16/2. 1938, ausg. 14/9. 1939.)
Sa r r e .
I. G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Kunstharz. Mehrwertige
Phenole (Dioxydiphenole, Dioxynaphthaline, Dioxydiphenylmethane) werden mit
Allylchlorid (I) oder Butadien oder deren Substitutionsprodd. zu den entsprechenden
Ä(hem umgesetzt, die dann durch weiteres Erhitzen in Harze umgewandelt werden.
— Z. B. zu einer Lsg. von 912 (Gewichtsteilen) 4,4'-Dioxiydiphenyldimethylmethan (II)
in 1000 A. werden bei 60— 70° 800 Natronlauge (40%ig) u. 608 I gegeben u. das Ge­
misch zum Sieden erhitzt. Nach dem Aufarbeiten des Rk.-Prod. wird dieses im Vakuum
dest., das Dest.-Prod. enthält Allyläther des II u. 3,3'-Diallyl-4,4'-dioxydiphenyldimethyl■methan. Beim Erhitzen des Dest.-Prod. auf 240—340° erhält man je nach der Temp.
weiche bis harte u. schmelzbare bis unschmelzbare Harze. (F. P. 846 166 vom 17/11. 1938,
ausg. 11/9. 1939. It. P. 3684 83 vom 25/11. 1938. Beide D. Prior. 28/11. 1937 u.
E. P. 5 1 24 85 vom 3/3. 1938, ausg. 12/10. 1939.)
N ie m e y e r .
Imperial Chemical Industries Ltd., London, Herstellung von gehärteten Harnstoffformaldehydkondensationsproduktcn durch Heißverpressen. Als Beschleunigungsmittel
bei der Härtung werden dem Harzpulver 0,1—2% eines Phosphorsäurdrienters zugesetzt.
Genannt sind davon z. B. Triäthylphospliat, Dimethyläthylphosphat, Tribulylphosphat,
Trimethyl- u. Trikresylphospliat. (It. PP. 368 674 u. 368 781 vom 16/11. 1938.
E. Prior. 19/11. 1937.)
M . F. M ü l l e r .
Reichhold Chemicals, Inc., übert. von: Theodore S. Hodgins, Detroit, und
Almon G. Hovey, Pleasant Ridge, Mich., V. St. A., Herstellung von wasserlöslichen
harzartigen Kondensationsprodukten aus Harnstoff, Formaldchyd und Äthylenglykol.
243 (Gewichtsteile) einer 37%ig. wss. Formaldehydlsg., 150 W., 62 Äthylenglykol,
60 Harnstoff, 5 einer 25%ig- NH3-Lsg. werden zusammen in einem mit Glas aus­
gekleideten Kessel 30 Min. lang unter Rückfluß u. Rühren gekocht. Das dabei ge­
bildete stabile, farblose Harz bleibt in Lsg., die möglichst rasch abgekühlt wird, damit
sie eine geringe Viscosität behält. Beim Erhitzen erhärtet das Harz. Die Lsg. dient
zum Überziehen von Papier u. Textilien. — Zeichnung. (A. P. 2 1 8 5 167 vom 20/4.
1938, ausg. 26/12. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
I. G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M ., Herstellung von harzartigen
Kondensationsprodukten aus organ. Diisocyanaten u. Glykolen, wie Äthylen-, Propylen­
oder Butylenglykol, oder Diaminen, wie Äthylendiamin, symrn. Dialkyläthylendiamin,
Tetramethylendiamin, oder Dicarbonmuren, wie Bernsteinsäure oder Adipinsäure, oder
Aminoalkoholen oder Ambiocarbon-säuren. — 44 Gewichtsteile m-Phenylendiisocyanat
werden in 100 Teilen Xylol gelöst u. mit 16 Äthylenglykol in 50 Dioxan bei Tempp. von
50— 100° ansteigend kondensiert. — Ebenso wird p-Plienylendiisocyanat mit ß-Meihyltetramcthylendiamin oder Triäthylenglykol oder n-Butyldiäthanolamin kondensiert.
(It. P. 367 704 vom 11/11. 1938. ' D. Prior. 12/11. 1937.)
M . F. M ü l l e r .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Hersteilung von Kunststoffen,
insbesondere Fußboden- oder Wandbdagmassen. Zur Polymerisation befähigte Säuren
vom Typ der Crotylidencyanessigsäure oder deren Derivv., bes. deren Ester, werden
mit Füllstoffen (Steinmehl, Talkum, Kreide, Asbestfaser, Säge- u. Korkmehl) u. einem
die Polymerisation fördernden Katalysator, wie z. B. Piperidin, Diäthylamin, Tri­
äthylamin, Ätzalkalien, Alkalicarbonate, Erdalkalihydroxyde, bes. Na-Phosphat, NH3,
Soda, Borax oder Triäthanolamin unter Zusatz von W. vorzugsweise zu einer streich­
fähigen M. verarbeitet. Gegebenenfalls können Netzmittel u. zur Erzielung bestimmter
Farbtöne Pigmentfarben, wie Eisenoxyde u. Chromoxyde zugesetzt werden. (D. R- P[Zweigstelle Österreich] 157 732 Kl. 80d vom 13/5. 1938, ausg. 10/1. 1940.) B r u n w e r t .
I. G. Farbenindustrie A .-G ., Frankfurt a. M., Schutzschichten aus fl., gelösten
oder emulgierten Verbb.. die aus Crotylidencyanessigsäure u. ähnlichen Säuren durch
Substitution in der Carboxylgruppe erhalten werden, u. denen alkal. Stoffe zugesetzt
sind, (Belg. P. 428 958 vom 2/7. 1938, Auszug veröff. 26/1. 1939. D. Prior. 3/7.
1937.)
ZÜRN.
Comp. Nationale de Matières Colorantes et Manufactures de Produits Chimi­
ques du Nord Réunies, Etablissements Kuhlmann, Paris, Herstellung plastischer
1940. I.
H X1I. K a u t s c h u k .
G uttaperch a.
B alata.
2557
Massen. Celluloseacetat (I) mit einer 58% übersteigenden Acetylzahl wird mit einer
flüchtigen organ. F l. (II) behandelt, welche I bei einer über ihrem Kp.78() liegenden
Temp. zu gelatinieren vermag. Die Behandlung wird im geschlossenen Behälter bei
einer Temp. oberhalb des Kp.705 von II, also unter Druck, vorgenommen. Das er­
haltene Gel wird in eine plast. M. umgewandelt. (Belg- P- 4331 64 vom 9/3. 1939,
Auszug veröff. 9/10. 1939. F . Prior. 23/3. 1938.)
Fabel.
Deutsche Hydrierwerke Akt.-Ges. (Erfinder:Kurt Stickdorn),
Rodleben,
Weichmachungs- und Gelatinierungsmittel für Celluloseacetat. Man verwendet Ester aus
hydroxylgruppenhaltigen, mehrbas. aliphat. Carbonsäuren (Äpfel-, Wein-, Citronen­
säure) u. ein- oder mehrwertigen hydroaromat. Alkoholen (z. B. Cycloliexanol).
(D. R. P. 687 719 Kl. 39 b vom 19/11. 1933, ausg. 3/2. 1940.)
' Fa bel.
Warner Bros. Pictures, Inc., New York, N. Y., übert. von: Fred W . Jackman,
Beverly Hills, Cal., V. St. A., Herstellung großer Flächen aus Celluloseacetat oder -nitrat.
Man spritzt auf eine durch Sandstrahlgebläse oder Ätzen angerauhte Unterlage eine
Reihe von Überzügen aus einer Celluloseesterlsg., wobei man jede Schicht vor dem
Aufbringen der nächsten trocknen läßt u. die Ggw. von Feuchtigkeit vermeidet. Rand­
streifen aus Gewebe werden eingefügt, nachdem einige Schichten aufgebracht sind.
Die von der Unterlage abgezogene Fläche dient als Projektionssehirm. (A. P. 2 1 8 4 672
vom 17/6. 1935 ausg. 26/12. 1939.)
Fabel.
Lettron-Werk Herberts Kommanditgesellschaft, Wuppertal-Barmen, Thermo­
plastische Masse für Reproduktionszwecke, bes. im Buchdruck, bestehend aus einem
schmelzbaren Harz mit Zusatz eines die Wärme schlechtleitenden Füllmittels, eines
Celluloseäthers u. eines Weichmachungsmittels. Die M. besteht z. B. aus 160 (Teilen)
Cumaronharz, 75 Trikresvlphosphat, 80 Cellulosebenzyläther u. 200 Fe20 3. (It. P.
368 724 vom 12/12. 1938". D. Prior. 17/12. 1937.)
Sa r r e .
Dynamit Akt. Ges. vormals Alfred Nobel & Co., Troisdorf, Köln, Preßstücke
mit großer Oberfläche für Fahrzeuge. Man ordnet in einer Preßform Faserstoffschichten
(I) an, z. B. Papier oder Gewebe, die mit härtbaren oder thermoplast. Kunstharzen
versehen sind, zusammen mit solchen I in beliebiger Reihenfolge, z. B. abwechselnd,
die kein Kunstharz enthalten oder nur schwach damit geleimt sind u. preßt das ganze
heiß. Die Schichten können vor dem Pressen zwecks besseren Verbundes gewellt,
gefaltet oder dgl. sein. Ein solches Preßstück, z. B. eine Autotür, enthält höchstens
25% Kunstharz. (It. P. 368 720 vom 10/12. 1938. D. Prior. 27/1. 1938.) S a r r e .
J. Toronelli geb. Quintin, Frankreich, Kunstharzpreßmasse, enthaltend pflanzliche
oder tier. eiweißhaltige Stoffe, bes. zerkleinerten Erdnußölkuchen (I) als Füllstoff.
Z. B. kocht man 100 kg I mit 150—200 1 verd. wss. Alkalilsg., gibt zu der M. eine konz.
Lsg. von CaCl2, trennt die feste M. von der Fl., wäscht die M. aus, trocknet sie, ver­
mischt 60 (Teile) davon mit 40 Holzmehl u. setzt 85 einer solchen Mischung 15 Kresolaldehydharz zu. Die M. kann bei 180° verpreßt werden. (F. P. 846 315 vom 16/5.
1938, a u sg . 14/9. 1939.)
Sa r r e .
Henri Carroll, Frankreich, Heißpreßmasse. Man vermischt Erdnußölkuchcn oder
Reismehl oder ein Gemisch davon mit einem cellulosehaltigen Füllstoff, z. B. ge­
mahlenem Papier oder Holzmehl in Ggw. von W. unter Zusatz von Na^PO,,, Borax
oder NH4OH, trocknet die M., zerkleinert u. vermengt sie mit fl. oder festem Kresolaldehydharz, worauf die M. bei 165° heiß verpreßt wird. (F. P. 50 015 vom 21/6. 1938,
ausg. 10/11. 1939. Zus. zu F. P. 837 077; C. 1939. II. 537.)
Sa r r e .
XII. Kautschuk. Guttapercha. Balata.
G.
E . van Gils, Spezifisches Gewicht des Kautschuks und Serums im Hevealatex.
Die Literaturangaben über die spezif. Gewichto von Kautschuk u. Serum sind nicht
zuverlässig. Vf. bestimmt diese nach eigener Methode. Der auf 5% Kautschukgeh.
verd. Latex wird zentrifugiert u. das spezif. Gewicht des Kautschuks bestimmt. Aus
der Differenzmessung mit dem klaren Serum kann das spezif. Gewicht des unverd. Latex
berechnet werden. Das spezif. Gewicht des Kautschuks wird zu 0,9042 u. das des klaren
Serums zu 1,0237 bestimmt. (Arch. Rubbercultuur Nederl.-Indie 23. 130—39. 15/6.
1939. Buitenzorg, West-Java.)
_
P a n n w it z .
S. M. Mashtakov, Qualitative Änderungen von Kautschuk und Harzen in KokSaghyzwurzeln im Laufe der Pflanzenentwicklung. Das Mol.-Gew. des Kautschuks
(bestimmt nach S t a u d i n G E R mit Hilfe der Viseosität von Bzl.-Lsgg., die den KW-stoffanteil des Kautschuks enthielten) wuchs von 60000 am 1/7. 1937 auf 100000 bzw.
136000, 170000, 190000 u. 250000 am 3/8. bzw. 3/9-, 4/10., 2 /10. u. 15/11. 1937, der
Polymerisationsgrad von 900 auf 1400, 2000, 2500, 2800 u. 3600- Die Pflanzen waren
am 28/4. 1937 gepflanzt worden. Der Geh. an Harzen ging in der gleichen Zeit von
X X n. 1.
165
2558
HXII.
K a u tsch u k .
G u tta p e rch a .
B a la ta .
1940. I.
з,9 auf 2,4% zurück, während der Kautschukgeh. von 1,8 auf 7,8% stieg. Die Be­
schaffenheit der Harze wurde durch SZ., Ätherzahl, VZ., JZ. u. Brechungsindex laufend
geprüft. Es ergab sich eine Anhäufung von organ. Säuren; der Geh. an ungesätt.
Verbb. bleibt prakt. unverändert. Als günstigster Zeitpunkt für die Ernte wird der
Frühling des 2. Vegetationsjahres angesehen. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS
[N. S.] 19. 307—09. 1938. Inst. f. Kautschuk u. Guttapercha.)
D onle.
A . A . Nichiporovich und V. N. Bourovaya, Kautschukanhäufung in KokSaghyz als Funktion des biologischen Reifungsvorganges. Laufende analyt. Unterss. an
Kok-Saghyzpflanzen während eines Vegetationsjahres über Wachstum u. Gewichts­
zunahme der Blätter u. Wurzeln sowie Geh. an N, Proteinen, Kohlehydraten, Kaut­
schuk, Harzen in diesen u. hieraus folgende Problemstellung für den prakt. Anbau.
(C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS [N. S.] 19. 311—14. 1938. Inst, für Kautschuk u.
Guttapercha.)
.
D onle.
K . H. Meyer, Struktur und mechanische Eigenschaften des Kautschuks. Für den
Aggregatzustand der zwischen fl. u. festem Zustand stehenden, demKautschuk analogen
Substanzen wird die Bezeichnung „gummoidaler Zustand“ vorgeschlagen. — Es folgen
kurze Ausführungen über die Elastizität u. Viscosität des Kautschuks. (Atti X. Congr.
int. Chim., Roma 4. 100—01. 1938. Genf, Univ.)
Behrle.
F. L. Haushalter, Die inechanischen Eigenschaften von Kautschuk. (Vgl. C. 1939.
I. 3463.) Allg. Überblick. (Trans. Amer. Soc. mechan. Engr. 61. 149—58. 1939. Akron,
O., B. F. Goodrich Co.)
D onle.
F.
L . Haushalter, Kautschuk ah gewichttragendes Material. Allg. Überblick, bes
über die mechan. Eigg. u. Bedingungen. (S. A. E. Journal 44. 15—22. 1939.) D o n l e .
D.
Spence und John D. Ferry, Einige Ursachen für die Qualitätsschwankungen
von Rohkautschuk und Latex; das Sol: Gdverhältnis in Beziehung zu den physikalischen
Eigenschaften von Kautschuk. Die Qualitätsschwankungen von Naturkautschuk sind
von erheblichen Schwankungen des Sol: Gelverhältnisses begleitet. Der Einfl. einiger
prakt. wichtiger Faktoren (Lagerungsmethoden u. Koagulation; bakterielle Einw.;
Einw. von Licht beim Räuchern) auf dieses Verhältnis u. die Beziehung von mechan.
Qualität zu demselben werden experimentell demonstriert, u. a. durch Löslichkeitsи. Zugprüfungen an Kautschuk, der einer „enhanced polymerisation“ („Aufbau“ ;
vgl. C. 1937. II. 3969 u. 1938. I. 2798) unterworfen wurde. Die Abnahme der Löslich­
keit u. Quellfähigkeit eines dem Sonnenlicht in Ggw. von chinoiden Verbb., z. B.
1,4-Naphthochinon, ausgesetzten Rohkautschuks ist von einer merklichen Zunahme der
Bruchfestigkeit begleitet, während die Bruchdehnung unverändert bleibt. Die physikal.
Eigg. aus solchem Kautschuk bereiteter Vulkanisate sind verschied, von denjenigen
nicht vorbehandelter Proben; dem „Aufbau“ oder „Abbau“ unterworfener Kaut­
schuk ergibt Vulkanisate von stark vermindertem Quellungsvermögen in Dieselöl.
Erörterung der prakt. Bedeutung dieser Ergebnisse. (J. Soc. ehem. Ind. 58. 345— 51.
Dez. 1939. Pacific Grove, Cal., V. St. A., Stanford Univ., Jacques Loeb Research
Laboratories.)
DON LE .
H.
A . Leduc, Die Verwendung von hochfrequentem Wechselstrom in der Kautschuk
industrie. (India Rubber J. 98. Nr. 26. 10—15. 23/12. 1939. Bellevue, Officc National
des Recherches et Inventions. — C. 1939. II. 2286.)
D onle.
Lothar Hock und Heinrich Leber, Die Einwirkung stiller elektrischer Entladung
auf Kautschuklösungen. Es gelang, in Lsgg. von Naturkautschuk u. synthet. Kaut­
schuk mittels des Verf. der stillen elektr. Entladungen Polymerisationsvorgänge hervor­
zurufen u. Polymerisate verschied. Mol.-Größe zu erzeugen, wobei in Bzl. lösl. bleibende
u. unlösl. zur Ausscheidung gelangende, offenbar starke Vernetzung aufweisende
Formen zu unterscheiden sind. Die unlösl. Anteile sind eine nicht elast. u. nicht plast.
Kautschukart, die mürbe Flocken bildet. Die lösl. Anteile haben dagegen Plastizität
u. Elastizität des ursprünglichen Kautschuks bewahrt u. verhalten sich auch technolog.
wie Rolikautschiik, wie an einigen aus ihnen hergestellten Mischungen u. Vulkanisaten
erwiesen wurde. Es wurde eine erhebliche Heraufsetzung der Erweichungspunkte
erzielt, die technolog. von Bedeutung sein kann. Der Polymerisationsvorgang konnte
durch Temp.-Änderungen von — 25° bis +50° nicht sonderlich beeinflußt werden.
Die Elementaranalysen ergaben immer die Grundformel des Isoprens bzw. die des
Butadiens im Falle des synthet. Kautschuks. In ehem. u. physikal.-ehem. Hinsicht
können die Prodd. durch den Grad der Nichtsättigung, also durch die JZ., gekenn­
zeichnet werden. Thermocliem. Messungen (Best. von Verbrennungswärmen) erwiesen
die Polymerisationsvorgänge als exotherme Rkk.; der Fortschritt der Polymerisation
bis zur Gelabscheidung wurde durch Messung der inneren Reibung verfolgt. (KolloidZ. 90. 65—77. Jan. 1940. Gießen, Univ.)
D onle.
1940. I.
H XXI. K a u t s c h u k .
G uttaperch a.
B alata.
2559
W . D . Turner und Myron A . Coler, Elektrische Niederschlagung von Kautschuk.
Slrom-Zeitbeziehunq. Aufnahme der Strom-Zeitkurven für die anod. Niederschlagung
von Kautschuk aus alkal. Revertex-Latex unter bes. Beobachtung des Einfl. von
Spannung u. des Geh. an Feststoffen. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 30. 1282—84.
1938. New York, Columbia Univ., u. Paragon Paint & Varnish Corp., Long Island
City, N. Y.)
D onle.
Chullchai Park, Über die Krystallisation von Rohkautschuk. Die Identität der
Krystallisation bei gestrecktem smoked sheet, bei pale crepe u. gefrorenem Kautschuk
wird bestätigt. Eine geringe Ausdehnung beim Frieren wurde an verschied, stark ge­
streckten smoked sheet-Bändern beobachtet; die maximale Ausdehnung tritt bei einer
Dehnung von 200—300% auf. Bei mehr als 700% Dehnung wurde keine Ausdehnung
beim Frieren festgestellt. Auf diesen Beobachtungen wird eine neue Theorie der
Krystallisation von Kautschuk beim Strecken, Mahlen, Frieren u. Komprimieren auf­
gebaut. Danach sollen lange Kautschukkettenmoll, breite unregelmäßige Spiralen aus
Isopreneinheiten bilden, wobei häufig in e i n e r Spiralenwindung mehr als 2 solcher
Einheiten enthalten sind. (Mem. Coll. Sei., Kyoto Imp. Univ., Ser. A 22. 13— 15. Jan.
1939.)
D onle.
L. H . N. Cooper und H . A . Daynes, Die Wasserabsorption von Kautschuk.
IV. Einfluß der Rohkautschukherstellungsweisen. (II. vgl. C. 1938. II. 1868.) Die
Messung der W.-Absorption erfolgte in der in C. 1937. II. 872 beschriebenen Weise. Es
konnte kein klares Bild über die Walzeinw. beim Waschprozeß erhalten werden. NaBisulfitzusatz zum Latex bewirkt eine leichte Erhöhung der Feuchtigkeitsaufnahme
bei 97,3% Raumfeuchtigkeit. Zunehmende Verdünnung des Ausgangslatex bewirkt
infolge weitgehender Entfernung der wasserlösl. Serumbestandteile im Rohkautschuk
eine erheblich geringere Feuchtigkeitsaufnahme. Es wird gezeigt, daß crepe bei 97,3%
Raumfeuehtigkeit 1,33% H20 aufnimmt, smoked sheets dagegen 1,91%. Gelagerter
crepe fällt in der H20-Aufnahme auf 1,94% ab. (J. Rubber Res., Res. Assoc. Brit.
Rubber Manufacturers 8 . 67—78. Juli 1939.)
P a n n w it z .
J. H . Carrington, Die. Untersuchung von Kautschuk bei tiefen Temperaturen.
(India Rubber J. 99. Nr. 3. 4—6. 20/1. 1940. Manchester, Anchor Chemical Co., Ltd. —
C. 1939. II. 2977.)
D onle.
C. Bondy, Das Aufrahmen von Latex. Die Aufrahmung von Latex mittels NaAlginats (I) wurde untersucht. Hierbei ergab sich folgendes: Das Aufrahmungsmittel
wird nicht an der Oberfläche der Kautschukteilchen adsorbiert; I fällt Emulgiermittel,
wie Proteine, Seifen, Lecithin u. dgl., aus ihren koll. Lsgg.; Aufrahmungsgeschwindigkeit
u. Trockenkautschukgeh. des Rahmes hängen von dem ursprünglichen Kautschukgeh.
der Dispersionen ab. Es wird angenommen, daß die Sedimentationsvoll, der Dis­
persionen im allg. in ähnlicher Weise durch die Konz, der dispersen Phase beeinflußt
werden. — Der Aufrahmungsmechanismus wird folgendermaßen erklärt: Die Auf­
rahmungsmittel üben auf die an der Oberfläche der Kautschukteilchen adsorbierten
stabilisierenden Eiweißfilme eine wasserentziehende Wrkg. aus, u. bewirken damit ein
Zusaüimentreten der Kautschukteilchen. — Andere Theorien über den Aufrahmungs­
vorgang werden diskutiert u. experimentelle Daten mitgeteilt. (Trans. Faraday Soc. 35.
1093— 1108. Aug. 1939. London, Univ. College, Sir William Ramsay and Ralph Förster
Laborr.)
D onle.
J .W . van Dalfsen, Viscosität und Aufnahmekapazität des Latex. Unter ver­
gleichbaren Bedingungen werden dieselben Mengen an KONNYAKU-Blüten als Aufrahm­
reagens angewandt. Die Viscositätsmessungen erfolgen im HÖPPLER-Viscosimeter. Als
Aufrahmkapazität wird die Differenz der Trockenkautschukgehh. (TKG.) des Latex­
rahms u. des entrahmten Latex bezeichnet. NH3-Zusatz zum Latex wirkt in der Weise,
daß die Viscositäten mit der Menge des NH3 u. dem Zeitpunkt des Zusatzes nach dem
Zapfen absinken. Bei der steigenden Zugabe des Aufrahmreagens ist ein Maximum der
Wrkg. festzustellen. Beim Vgl. mit n. Latex ergibt vorkoagulierter Latex eine beträcht­
lich geringere Viscosität in Verb. mit einer höheren Aufrahmkapazität. Seifen- oder
Igeponzusatz bewirken eine Verminderung der Viscosität u. eine erhöhte Aufrahm­
kapazität. Durch Verdickungsmittel wird die Aufrahmung verlangsamt. Der TKG. des
aufgerahmten Latex ist geringer. Latex mit geringem Anteil an Nichtkautachukbestandteilen hat ebenfalls geringere Viscosität u. höhere Aufrahmkapazität. Wieder­
holtes Aufrahmen eines Latex vermindert den Geh. an Nichtkautschukbestandteilen,
vermindert die Viscosität u. erhöht die Aufrahmkapazität. An Hand zahlreicher Verss.
stellt Vf. fest, daß unabhängig von der Vorbehandlung eines Latex die durchschnittliche
Aufrahmkapazität größer ist bei geringerer Viscosität. Es erscheint so möglich, die
wahrscheinliche Aufrahmkapazität eines Latex durch Best. des TKG. u. der Viscosität
165*
2560
H sn. K a u tsc h u k .
G uttaperch a.
B alata.
1940. I .
festzustellen. (Arcli. Rubbercultuur Nederl.-Indie 23. 1—28. 3/2. 1939. Buitcnzorg,
Westjava.)
PaNNWITZ.
F.
H. Cotton, Thixotropie — eine wesentliche Erscheinung bei der Bearbeitung von
Latex. Nach einer einleitenden Behandlung des Wesens u. der Theorien der Thixo­
tropie beschreibt Vf. Thixotropieerscheinungen bei Latex, die bei Zusatz von Kaolin
oder geringer Mengen Bentonit auftreten. Im Anschluß wird die prakt. Bedeutung
dieser Erscheinung diskutiert. Eine bes. Rolle kann diese Thixotropie bei der Befreiung
der Latex von Luftbläschen spielen. (Rubber Age [London] 20. 127—31. Juni
1939.)
M is c h k e .
F.
J. Paton, Spontane Koagulation von Latex. Erörterung der Ursachen. Die
Annahme, daß die durch Gärung bedingte Acidität die Koagulation bewirkt, wird ab­
gelehnt. Eine der wesentlichen Ursachen wird in der koagulierenden Wrkg. der Gummi­
rinde u. der in ihr enthaltenen Stoffe (Ca, Mn, Tannine) gesehen. Als balttericides Mittel
wird „ Santobrite“ (Natriumpentachlorphenat) empfohlen. (Chem. and Ind. 58. 246. 18/3.
1939.)
D onle.
H . D . O’ Sullivan, Rohkautschuk. Überblick über Herstellung und Eigenschaften
verschiedener Sorten. (Canad. Chem. Process Ind. 23. 16—17. Jan. 1939. B. F. Goodrich
Co. of Canada Ltd., Kitchener.)
D onle.
Takeki Koide und Takeo Kubota, In Formosa erzeugte Rohkautschuksorten.
Die Qualität von in der Akashipflanzung auf Formosa erzeugten Rohkautschuksorten
wurde mit Standard-smoked sheet (I) durch chem. Analyse, Zug-, Abrieb-, Alterungs­
prüfung u. Plastizitätsmessung verglichen. Es ergab sich, daß die Sorte ,,para“ (II) in der
Qualität etwa I gleichkam, während die Sorte „manihot“ etwas minderwertiger als I
n. II war. (J. Soc. Rubber Ind. Japan 12. 500—04. Juli 1939. Yokohama, Yokohama
Rubber Co., Labor, [nach engl. Ausz. ref.].)
D onle.
Charles G. Boissonnas, Spezifische Wärme von gedehntem Kautschuk. Die spezif.
Wärme einer hochvulkanisierten u. einer nichtvulkanisierten Kautschukprobe u. ihre
Änderung mit der Dehnung wTirde bei 19—21° in Temp.-Intervallen <0,1° gemessen;
sie änderte sieh bei keiner der beiden Proben erheblich mit zunehmender Dehnung.
Dieser Befund steht im Widerspruch zu den Angaben von ORN STEIN , WOUDA u .
E y m e r s (C. 1930- ü . 637), die bei einer 100%ig. Dehnung eine Abnahme der spezif.
Wärme um 30% beobachtet haben. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 31. 761— 62. Juni
1939. Genf, Univ.)
D o n le .
L. Pascual Mejias, Einige Betrachtungen über die Vulkanisationsbeschleuniger.
Überblick über Eigg. u. Wirkungen von Diphenylguanidin, Mercaptobenzothiazol,
Zinkdiäthyldithiocarbonat u. anderen Handelspräparaten. (Goma 10. Nr. 111. 6— 7.
1938.)
R. K. M ü l l e r .
I. W illiam s, Die Verteilung des gebundenen Schwefels im vulkanisierten Kautschuk
und die Schwefelbrückentheorie der Vulkanisation. I. (Kautschuk 16. 5—7. Jan. 1940.
— C. 1939. II. 1789.)
D onle.
T. R . Dawson, Bleiglätte. I. Bemerkungen zu einem deutschen Produkt. Krit.
Betrachtung der guten kautschukteehnolog. Eigg. der von der T. H. GOLDSCHMIDT
A.-G. gemäß E. P . 220 318 herausgebrachten Spezialbleiglätte in bezug auf deren Beschleunigereigg. u. ihren Einfl. auf dio physikal. Eigg. der Vulkanisate. (J. Rubber Res.,
Res. Assoc. Brit. Rubber Manufacturers 8 . 57—65. Juni 1939.)
P a n n w it z .
John M. Bierer und T. M. Knowland, Kontinuierliche Vulkanisation von Riemen.
Überblick über die Entw. der hierbei verwendeten Maschinen. (Ind. Engng. Chem-,
ind. Edit. 31. 653—56. Juni 1939. Cambridge, Mass., Boston Woven House & Rubber
Co.)
D onle.
J. R . Brown und E . A . Hauser, Die chemische Struktur von vulkanisiertem Kaut­
schuk. An einigen hochbeschleunigten Vulkanisaten mit geringem S-Geh. wurde festgestcllt, daß mehr S gebunden wurde, als die Menge, die zur Absättigung einer Doppelbindung
des Kautschuk-KW-stoffes nötig ist. Auf «ine Abnahme der Stabilität der Doppel­
bindungen mit beginnender Übervulkanisation wird aus Messungen des Grades der
Ungesättigtheit von einfachen Kautschuk-S-Massen u. den erwähnten liochbcschleunigten Vulkanisaten geschlossen. Die Methyljodidmeth. zur Best. von Thioäther­
bindungen in Vulkanisaten (K. H . M e y e r u . H o h e n e m s e r , C. 1935. II. 3842)^ wird
als unzulänglich bezeichnet. — Übersicht über die in Vulkanisaten möglichen S-Bindungen. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 30- 1291—96. Nov. 1938. Cambridge, Mass.,
Massachusetts Inst, of Technology.)
D onle.
W . F. Tuley, Ausschlagen von vulkanisiertem Kautschuk. Es tritt bes. an luft­
vulkanisierten Prodd. bei warmem u. feuchtem Wetter auf n. besteht in einer mkr.,
durch Ozon verursachten Spaltung der Oberfläche, die im Labor, reproduziert werden
kann. Die Erscheinung wird durch Aufträgen von Schutzfilmen (Lacken, Firnissen),
1940. I.
H X]I. K a u t s c h u k .
G uttapercha.
B alata.
2561
durch Behandlung mit Chlor, Brom oder Schwefelmonochlorid nach der Vulkanisation,
durch Zugabe gewisser hochschm. Petroleumwachse oder von Schutzmitteln, wie
p,p'-Diaminodiphenylmethan, vor der Vulkanisation vermieden. (Ind. Engng. Chem.,
ind. Edit. 31. 714— 16. Juni 1930. Naugatuck, Conn., Naugatuck Chemical, Division
of United States Rubber Co.)
DON LE .
T. R . Dawson, Die Anwendung von Aluminiumpulver als Konservierungsmittel
für vulkanisierten Kautschuk. Nach einer kurzen Literaturübersicht über die Ver­
wendung von metall. Al im Kautschuk werden 3 Anwendungsarten von Al-Pulver
im Kautschuk untersucht: a) Al-Pulver in der Mischung, b) Al-Pulver wird auf den
teilweise vulkanisierten Kautschuk aufgestäubt, c) Suspensionen von Al in benzol.
Kautschuklsgg. werden auf das Vulkanisat aufgestrichen. Alle Proben wurden der
Alterung nach G e e r sowie der Behandlung mit hochsd. Lösungsmitteln unter­
worfen u. dann die Festigkeiten bestimmt. Die Art u. Haftfestigkeit der Al-Überzüge
sowie ihre Liehtreflektion wurde geprüft. Vf. hat gefunden, daß a) ungünstig ist, da
die Festigkeit u. Alterung schlechter sind. Die beiden anderen Methoden geben bessere
Resultate, die Festigkeit wird nicht ungünstig beeinflußt; erhöhte Licht- u, Wärmereflektionen an der Oberfläche bewirken eine Verbesserung in der Alterung. (J. Rubber
Res., Res. Assoc. Brit. Rubber Manufacturcrs 7 . 95— 108. 19 3 8 .)
P a n n w it z .
Syöhei Saitö und Katsumi Ishiguro, Bewetterung von Kautschukproben. I. Wir­
kung weißer Pigmente auf die Bewetterung. Kautschukfelle von 1 mm Dicke, die 25 bis
54% ZnO, Lithopone oder Ti02 enthalten, werden verschied, lange vulkanisiert u.
mehrere Monate bis längstens einige Jahre der Bewetterung unterworfen. Veränderungen
der mechan., chem. u. elektr. Eigg. werden bestimmt. Die künstliche Alterung bringt
keine großen Veränderungen der elektr. Eigenschaften. Bei der Bewetterung jedoch
gingen die DE. auf 200%, die Festigkeitswerte auf 80% des ursprünglichen Wertes. Es
konnte keine spezif. Abhängigkeit von der Art der Pigmente gefunden werden. —
II. Einfl. des Materials der Bewetterungsrahmen auf die Bewetterungsprüfung. Es wird
festgestellt, daß die Stärke der Bewetterung mit dem Einfallswinkel des Sonnenlichtes
wächst, u. daß auf einen Rahmen aus Asbest die Alterung schneller erfolgt als auf einem
hölzernen Rahmen. (J. Soc. Rubber Ind. Japan 12. 215. März 1939. Tokyo, E. C. In­
dustrial Co., Ltd. [nach engl. Ausz. ref.].)
PA N N W ITZ.
W . J. S. Naunton und J. R . s. Waring, Ermüdungserscheinungen an Kautschuk.
III. Ermüdung und Füllmittel. (II. vgl. C. 1940. I. 1912.) Messung des Einfl. von
verschied. Füllstoffen u. Erörterung der Ergebnisse. Diskussionsbemerkungen. (Trans.
Instn. Rubber Ind. 14. 340—64. April 1939.)
D onle.
J. R . Scott, Alterungsschulzmiltel. II. Versuche in zinkoxydhalligen Mischungen.
Untersucht wurden u. a. Hydrochinon, Aldol-a-naphthylamin, p-Aminophenol dispergiert
auf Bariumsulfat, 1,8-Naphthylendiamin, Acetaldehydanilin. In einer 37%ig. Zinkoxyd­
mischung zeigen sich keine ausgeprägten Wrkg.-Unterschiede. Mit Ausnahme von
Hydrochinon bewirken alle Alterungssehutzmittel eine Dunkelfärbung der Kautschuk­
proben am Licht. Alle Alterungsschutzmittel bewirken eine Abstoppung der Festigkeits­
abnahmen u. verhindern das anfängliche Hartwerden der Proben. Diphenylguanidin
auch in Kombination mit einem Alterungsschutzmittel verbessert noch weiter die gute
Alterung, Magnesia verschlechtert diese. (J. Rubber Res., Res. Assoc. Brit. Rubber
Manufacturers 7 . 109— 22. 1938.)
P a n n w it z .
Takuzo Kimizima und Tosikazu Miyama, Untersuchungen über Aldol-a.-naphthylaminkondensalionsprodukte. II. Es wurden folgende Prodd. hergestellt: a) Dialdola.-naphthylaminhydrat, F. 134,5— 135° (I), aus Aldol u. a.-Naphthylamin (II) in organ.
Lösungsmitteln ohne Kondensationsmittel; b) durch Erhitzen von I auf dem W.-Bad
eine harzartige M., F. 50—55°, unter Abspaltung von 2 Moll. "W.; c) durch Erhitzen
von I mit etwas HCOOH (IV) als Kondensationsmittel u. mit einem Alkohol, wie
Methanol oder A., ein Harz, F. 143—148°, das 4 Moll. W. weniger enthält als I; d) durch
Erhitzen von 1 Mol. I u. 1 Mol. II im W.-Bad 2 Moll, eines Harzes (III) vom F. 53
bis 56°; e) aus III beim Behandeln mit IV ein Harz vom F. 63— 67°; f) aus III in
Ggw. von IV u. Methanol oder A. 2 Moll, eines Harzes, F. 140— 145°, unter Abspaltung
von 2 Moll. W. u. 1 Mol. II; ferner Kondensationsprodd. aus II u. 1 bzw. 2 Moll. Crotonaldehyd. Die Prodd. wurden im B lE E E R -D A V IS -T e s t auf ihre AlterungBsehutzwrkg.
an Kautschukmassen geprüft; es ergab sich, daß die niedrigeren Aldol-a-naphthylaminkondensationsprodd. weniger wirksam als die höheren Prodd. u . daß die Crotonaldehyd-a-naphthylaminkondensationsprodd. weniger wirksam als die Aldol-a-naphthylaminprodd. sind. (J. Soc. Rubber Ind. Japan 11. 733—35. 1938. Labor, of Kawaguchi
Chemical I n d u s t r y Co., Ltd. [nach engl. Ausz. ref.].)
D onle.
Hiroshi Nagai, Studien über künstliche Alterung von vulkanisiertem Kautschuk. IV.
(HI. vgl. C. 1937. I. 4566.) Feuchtigkeitseinfluß auf die Alterung. Die Alterung in
2562
H X1I. K a u t s c h u k .
G u tta p erch a .
B a la t a .
1940. I.
trockener u. fcuchter Luft u. Stickstoff wird untersucht. 3,5 mm stark Platten von
Kautschukmischungen, die 2,5 u. 10% S enthalten, werden optimal geheizt. Die Ring­
proben werden in der Alterungskammer, die in C. 1937. I. 4566 beschrieben ist, in
trockener u. fcuchter Luft bei 70° sowie in Stickstoff bei 100° gealtert. Festigkeiten u.
Dehnungen nehmen bei der trockenen Luftalterung in bedeutenderem Maße ab als in
feuchter Luft; bei der Alterung in Stickstoff ist prinzipiell derselbe Gang, nur sind die
Unterschiede nicht so stark. Vf. nimmt an, daß a) Feuchtigkeit die Kautschukoberfläche
bedeckt u. so die Sauerstoffeinw. schwächt, b) eine Absorption von Feuchtigkeit durch
den Kautschuk stattfindet. Bei der Alterung in Luft ist die Wrkg. des Sauerstoffs maß­
gebend, der in feuchter Luft infolge a) schlechter einwirken kann. In Stickstoff fällt a)
fort. Dort bewirkt hauptsächlich Wärme die Alterung, die Einw. des Sauerstoffs fällt
fort, deshalb auch a). Die Unterschiede sind ebenfalls aus diesem Grunde geringer.
(J. Soc. Rubber Ind. Japan 11. 797—99. 1938. Tokyo, Imperial Industrial Research
P a n n w it z .
Institute [nach engl. Ausz. ref.].)
Hiroshi Nagai, Studien über künstliche Alterung von vulkanisiertem Kautschuk. V.
(IV. vgl. vorst. Ref.) Die Proben derselben Art wie in vorst. Ref. werden in kochendem
H20 40 Stdn. gealtert. Die Mischung mit 10% S verlor an Festigkeit u. Dehnung.
Mischungen mit 2 u. 5% S zeigten nach 130 Stdn. bei wenig verminderter Festigkeit noch
dieselben Dehnungen. Zwischen H20-Absorption u. Zerstörung der Kautschukproben
durch Alterung kann keine endgültige Beziehung gefunden werden. (J. Soc. Rubber Ind.
Japan 11. 799—800. 1938 [nach engl. Ausz. ref.].)
P a n n w it z .
T. L . Garner, Verwendung von Begencrat und Abfallkautschuk in der Herstellung
von Kautschukmassen. Erörterung der bes. Eigg. u. Anwendungsmöglichkeiten. (Chem.
D onle.
Age 41. 22—23. 1939.)
H.
Mark und K . Posnansky, Neuartige Umwandlungsprodukte von Kautschuk
Bei Einw. einer Lsg. von AgN03 in wss. Aceton auf Rohkautschuk in Form von Latex­
filmen erhält man, je nach Konz, der Lsg., Temp. u. Eimv.-Dauer Prodd., die sich
in einer Reihe von Eigg. vom Ausgangsmaterial grundsätzlich unterscheiden. Sie ent­
halten bis zu 18% Ag entsprechend ca. 37% AgN03, u. stellen sich als lederartig fester
trockener Film dar. D. 1,25 (Prod. von ca. 18% Ag). Das Röntgenogramm zeigt eine
Reihe von scharfen Ringen, die beim Dehnen ohne merkliche Veränderung der Glanz­
winkel in ein vom n. gedehnten Kautschuk abweichendes Faserdiagramm übergehen.
Parallel zur Ebene des Kautschukfilms erhält man ein anderes Diagramm. Die Zerreiß­
festigkeit übertrifft die des Ursprungsfilms um das 15—20-fache. Der größte Teil der
Dehnung geht bei Entlastung nicht wieder zurück, desgleichen bleibt die Faserstruktur
im Röntgendiagramm bei Entlastung vollkommen erhalten. (Atti X Congr. int. Chim.,
Roma 4. 98—99. 1938. Wien, Univ.)
B ehrle.
Howard W . Starkweather und Herbert W . Walker, Wasserbeständigkeit van
Neopren. (Vgl. C. 1937. II. 4119.) Ausführliche Unters, der W.-Absorption durch
Neopren-Magnesia-Zinkoxydmassen. Die Vol.-Kontraktion während der W.-Aufnahme wird der Hydratation von Magnesia zugeordnet. Neoprenmassen mit einer
die von smoked-sheet-Massen übersteigenden W.-Beständigkeit werden durch Zusatz
von Bleiglätte u. Aktivierungsmitteln, wie Zinksulfid u. Brenzcatechin, gewonnen.
Kolophonium verbessert die W.-Beständigkeit bei erhöhten Tempp.; S setzt sie pro­
portional der angewandten Menge herab. Die Temp.-Abhängigkeit der W.-Absorption
wurde untersucht. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 29. 1380—84. Wilmington, D e l.,
E. I. du Pont de Nemours & Co., Inc.)
D onle.
Howard W . Starkweather und Frederick C. Wagner, Neoprenlösungen. D a s
Verh., bes. die Viscosität u. Stabilität von Neopren G- u. Neopren ii-Lsgg. (bis zu
30%ig.) in Bzl. wird besprochen. Experimentelle Daten. (Ind. Engng. Chem., ind.
Edit. 31. 961—63. Aug. 1939. Wilmington, Del., E. I. du Pont de Nemours & Co.,
Inc.)
D onle.
Howard W . Starkweather und Mortimer A . Youker, Plastifizieren von Neo­
pren G-Sorten. Neopren G, ein Emulsionspolymerisat von Chloropren, kann in be­
liebigem Maß durch Vermahlen, bes. unter W., oder durch Einw. chem. Mittel plastifiziert werden. Bes. wirksam sind alkal. Mittel, wie Di-o-tolylguanidin. Es werden
experimentelle Daten über den Plastifizierungsgrad u. die Stabilität, die mit verschied.
Mengen an Plastifizierungsmitteln erzielt werden, mitgeteilt. Bes. leicht plastifizierbar
ist Neopren GCH. Als weitere Sorte ist Neopren GCR erwähnt. (Ind. Engng. Chem.,
ind. Edit. 31. 934—39. Aug. 1939. Wilmington, Del., E. I. du Pont de Nemours &
Co., Inc.)
D onle.
Maynard F . Torrence und Donald F. Fraser, Die Wirkung von Modifizierungsmitleln auf vulkanisierte Neoprenmassen. Die Wrkg. verschied. Mengen von Aktivie-
1940. I.
E-xii- K a u t s c h u k .
G u ttaperch a.
B alata.
2563
rungsmittein, Beschleunigern u. Vulkanisiermitteln auf Elastizitätsmodul, Zugfestig­
keit, Hysteresis u. Vulkanisationsgeschwindigkeit einer aus 100 (Teilen) Neopren GW,
4 calcinierte Magnesia, 36 Ruß, 3 Baumwollsaatöl, 5 ZnO bestehenden M. wird an
Hand experimenteller Daten erörtert. Es gelangten u.a. zur Verwendung: Brenz­
catechin, ß-Naphthochinon, Caplax, Hexamethylentetramin, Di-o-tolylguanidin, Tri­
äthanolamin, Butyraldehyd-, Monobutylaminkondensationsprod. (Du P o N T -B e s c h le u niger 833), ZnCl2, S, Stearinsäure. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 31. 939—41. Aug.
1939. Wilmington, Del., E. I. du Pont de Nemours & Co., tie., Organic Chemicals
Dep., Rubber Chemicals Division.)
D onle.
Neil L. Catton und Donald F. Fraser, Der Einfluß der Pigmentierung auf Neo­
pren G-Massen. Erörterung des Einfl. üblicher Pigmente auf Quellfähigkeit u. sonstige
Eigg. von Neoprenvulkanisaten. Experimentelle Daten. (Ind. Engng. Chem., ind.
Edit. 31. 956— 60. Aug. 1939. Wilmington, Del., E. I. du Pont de Nemours & Co., Inc.,
Organic Chemicals Dep., Rubber Chemicals Division.)
DONLE.
Felix L. Yerzley, Haftfestigkeit von Neopren an Metall. Eine Abänderung des
A. S. T. M.-Adhäsionstcsts wird mitgeteilt, die Druck u. Fluß in der Form während
der Vulkanisation der Probestücke zu kontrollieren gestattet. Experimentelle Angaben,
Vers.-Ergebnisse. Die Haftfestigkeit auf Messing, Stahl, Cu u. Al wird erörtert. Als
Haftmittel sind bes. Chlorkautschuk enthaltende Massen geeignet. (Ind. Engng. Chem.,
ind. Edit. 31. 950—56. Aug. 1939. Wilmington, Del., E. I. du Pont de Nemours & Co.,
Inc., Organic Chemicals Dep., Rubber Chemicals Division.)
D onle.
E.
R . Bridgwater, Neopren als Baumaterial für die chemische Industrie. (Vgl.
C. 1939. I. 2313. 2687.) Überblick über seine physikal. u. chem. Eigg. sowie über seine
Verwendung in Betrieb u. Laboratorium. (Trans. Amer. Inst. chem. Engr. 35. 435—46.
25/8. 1939. Wilmington, Del., V. St. A., Dupont.)
W . W O LFF.
Takeshi Kawano, Ober kautschukartige Stoffe aus Formalin. I. Formalin wird mit
Natriumsulfidlsg. versetzt u. H2S während der Rk. in das Gemisch eingeleitet. Der Nd.
wird mit einem Oxydationsmittel behandelt. Das Prod., „Thionoc A“ genannt, hat
bemerkenswerte Elastizität, Hitzebeständigkeit usw. u. kann gemischt, vulkanisiert usw.
u. auf öl- u. ozonfeste Artikel verarboitet werden. Der Rk.-Mechanismus wird erörtert.
(J. Soe. Rubber Ind. Japan 12. 70. Jan. 1939. Öuchi Shinkö Chemical Industry Co.,
Ltd. [nach engl. Ausz. rcf.].)
D onle.
Harry L. Fisher, Die Nomenklatur der synthetischen Kautschukarien. Zusammen­
fassender Bericht. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 31. 941—45.Aug. 1939. Stamford,
Conn., U. S. Industrial Alkohol Co.)
DoNLE.
J. P. Baxter und J. G. Moore, Eigenschaften und Venvendung von Chlorkautschuk.
Zusammenfassender Bericht. Literaturübersicht. (J. Soc. chem. Ind. 57. 327—39. Okt.
1938. Widnes, I. C. I. (General Chemicals) Ltd., Central Labor.)
D onle.
J. Lichtenberger und M. Naftali, Einwirkung von Pyridin auf Chlorkautschuk.
Chlorkautschuk ist in Pyridin (I) äußerst leicht lösl. u. offenbar mit I in jedem Verhältnis
mischbar. Man beobachtet hierbei eine Gelbldg. u. die Bldg. eines quaternären Pyridiniumsalzes. Je nach den Vers.-Bedingungen kann die Rk. ganz oder wenigstens teil­
weise nach der einen oder der anderen dieser beiden Richtungen gelenkt werden. Beim
Eindampfen des in Xylol erhaltenen Gels gewinnt man ein braunschwarzes, in allen
üblichen Lösungsmitteln unlösl. Prod., das 43,8% CI u. keinen N enthält. Aus dem
quaternären Salz erhält man beim Eindampfen u. Behandeln mit Alkali bräunliche bas.
Stoffe mit dem charakterist. Geruch der N-Alkyl-a-oxydihydropyridine, wie es in ähn­
licher Weise bei der Einw. von Alkali auf die aus I u. 1,2-Dibromäthan u. anderen
Dihalogen-KW-stoffen erhältlichen Prodd. der Fall ist. Als Ausgangsstoff wurde Chlor­
kautschuk „40 b“ (CI.-Geh. 67,3%) der Fa. P o t a s s e & P r o d u i t s C h i m i q u e s d e
T h a n n verwendet. (Bull. Soc. ind.Mulhouse 105. 169—74. April 1939.)
D onle.
Otto Ambros, Der synthetische Kautschuk „Buna“ . (Vgl. C. 1939. II- 2590.)
Vortrag. Geschichtlicher u. techn. Überblick. (Mein. Soc. Ing. Civils France 92. 224
bis 240. März/April 1939.)
P a n n w it z .
H.
Roelig, Technische Anwendungen von Buna in der chemischen Industrie. II. Hart­
gummi aus Buna. (I. vgl. C. 1938. II. 2037.) Vgl. der Eigg. von aus Naturkautschuk
u. aus Buna gewonnenem Hartgummi; Verwendung zum Auskleiden von Rohren, App.,
Armaturen, zur Herst. von Formartikeln, wie Akkukästen, Filterplatten usw. (Chem.
Fabrik 12. 481—82. 8/11. 1939.Leverkusen.)
D onle.
H.
J. Stern, Guttapercha und Balata. I. Reinigung in den Verarbeitungsbetrieben.
Beschreibung der bisher üblichen Verfahren. (Rubber Age [London] 20. 245— 49. 258.
Okt. 1939.)
D onle.
2564
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G u ttaperch a.
B alata.
1940. I .
R . A . Schatzei und G. W . Cassell, Synthetische elastische Polymere in der Kabel­
industrie. Allg. Übersicht. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 31. 945— 49. Aug. 1939.
Rome, N. Y., General Cable, Corp.)
D onle.
J. N. Dean, Guttapercha, und Balata in der Unterwasserkabelisolierung. Es werden
Vers.-Zahlen für die dielektr. Eigg. verschied. Massen von natürlicher Zus. mitgcteilt.
Die elektr. Eigg. von Mischungen sind mit denen der Komponenten nicht durch eine
einfache mathemat. Beziehung verbunden. Die Alterungsverhältnisse werden erörtert.
Die Ergebnisse werden im Hinblick auf die Erfordernisse bei der Unterwasserkabel­
isolierung abgehandelt. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 31. 699—704. Juni 1939.
Telegraph Construction & Maintenance Co. Ltd., London.)
D onle.
G.
Proske, Anwendungsmöglichkeiten der polarographischen Methode im Kautschuk­
laboratorium. I. Elektrochcm. Grundlagen der Meth., Meßvorr., Analysentechnik;
Anwendungsmöglichkeiten im Kautschuklaboratorium: Prüfung von Rohmaterialien
auf Reinheit u. qualitative u. quantitative Unters, von Vulkanisaten auf bestimmte
Mischungsbestandteile (Ermittlung des ZnO-Geh., von Pb-, Cu-, Mn-, Fe-Vcrbb., organ.
Verbb., z. B. Tetramethylthiuramdisulfid u. sonstigen Beschleunigern). (Kautschuk
16. 1—5. Jan. 1940. Waltershausen, Thür.)
DON LE.
— , Spezialprüfmaschinen in den Du Pont-Kautschuklaboratorien. Kurze Be­
schreibung mit Abbildungen.
(Rubber Age [New York] 45. 349— 53. Sept.
1939.)
D onle.
L. A . Danse, Kautschukprüfung und ihre Auswertung in der Automobilindusirie.
Kurzer Überblick; Beschreibung einiger Prüfmaschinen. (Rubber Agc [New York]
45. 341—42. Sept. 1939. Cadillac Motor Car Division, General Motors Corp.) D o n l e .
P. Dekker, Die Bestimmung des Mangans in Rohkautschuk, Mischungen und Füll­
stoffen. Beitrag zur Analyse des Kautschuks. IV. (III. vgl. C. 1938. II. 2357.) D ie
Methodik der Best. von Mn in mineral. Füllstoffen, Hilfsprodd.. Rohkautschuk, Kaut­
schukmischungen u. gummierten Stoffen wird beschrieben. Zur Oxydation des farblosen
Mn-Ions zum rotgefärbten Permanganation eignet sich bes. K-Persulfat in Ggw. von
2 Tropfen Orthophosphorsäure. Bei Anwendung von K-Perjodat wurden kleine Mengen
Mn übersehen. Weitere Bemerkungen zu experimentellen Einzelheiten. — Es werden
die Ergebnisse der Mn-Best. für eine große Anzahl verschied. Stoffe angegeben u. die
vom S t a a t l i c h e n K a u t s c h u k i n s t i t u t , Delft, als zulässig bezeichneten MnMengen mitgeteilt. (Kautschuk 15. 179—82. Nov. 1939. Delft, Staatl. Kautschükinst.)
D onle.
J. W . MacKay, Herstellung und Prüfung von Latexmassen. Beschreibung einer
vereinfachten Meth. zur Gewinnung gleichmäßiger u. reproduzierbarer physikal.
Prüfungsergebnisse durch Kontrolle von Temp. u. Feuchtigkeit der Filmproben von
der Herst. bis zum Abschluß der Prüfung. (Ind. Engng. Chem., analyt. Edit. 10. 57
bis 59. 1938. Nitro, W. Va., Monsanto Chemical Co., Rubber Service Laboratories
Division.)
D onle.
J. W . Maiden, Praktische Betrachtungen über Unterschiede in der Beschaffenheit
von Latex. Fünf einfache Qualitätsprüfungen. Kurze Besprechung der Best. von Trockenkautschukgeh., Viscosität, Farbe, Ammoniakgeh. n. Stabilität. (Rubber Age [London]
D onle.
20. 255—57. Okt. 1939.)
R . H . Gerke, Versuchsverfahren zur Prüfung der verschiedenen Beschaffenheit von
normalen und konzentrierten Latexsorten. Zusammenstellung von neuen Methoden zur
Probenahme, Ermittlung von Gesamtfeststoffgeh., Trockenkautschukgeh., Koagulat,
Alkalität, ph, Viscosität, Cu-, Mn-Geh., Acetonextrakt, Geh. an Wasserlöslichem.
(Ind. Engng. Chem., analyt. Edit. 11. 593— 97. Nov. 1939. Passaic, N. J., Crude Rubber
Committee, Div. of Rubber Chem., American Chem. Soc. u. U. S. Rubber Products,
Inc.)
D onle.
G.
E . Van Gils, Bestimmung des Trockenkautschukgehaltes des Aufrahmserums.
Zur Best. des Trockenkautschukgeh. werden 50 g Serum mit 10 ccm 30%ig- NaOH
6 Stdn. auf dem W.-Bad erhitzt unter Konstanthaltung des Volumens. Nach dem
Stehen über Nacht werden 40 ccm 10°/oig- Ameisensäure zugefügt, das Koagulat dünn
ausgewalzt u. bei 40° über Nacht getrocknet. (Arch. Rubbercultuur Nederl.-Indie 23.
29—31. 3/2. 1939. Buitenzorg, West-Java.)
P a n n w it z .
Felix L . Yerzley, Ermittlung der Eigenschaften von Kautschuk durch mechanische
Tests. Definition -nichtiger mechan. Eigg. (Elastizität usw.) u. Besprechung einiger
mechan. Prüfmethoden. (India Rubber J. 98. Nr. 20. 3—7. 11/11. 1939.) D o n l e .
Shn Kambara, Härteprüfung von Hartgummi. Vgl.-Messungen mit einem Nadel­
instrument u. dem Härteprüfer nach SHORE werden durchgeführt. (J. Soc. Rubber
Ind. Japan 12. 216. März 1939. Tokyo, Univ., Coll. of Technology [nach engl. Ausz.
r e f.].)
P a n n w it z .
1940. I.
H xn. K a u t s c h u k .
G u tta p e rch a .
B a la ta .
2565
H.
P. Church, Die Eigenschaften von HartkauUch.uk. VI. Bestimmung der Biege­
festigkeit durch die 3-Punktbelastung. (V. vgl. C. 1938. II. 3020.) Zur Festlegung normier­
barer Kautschukprüfungsmetlioden u. Prüfung ihrer allg. Brauchbarkeit stellt Vf.
Biegcverss. mit Hartgummi an, indem eine stabförmige Probe, die an beiden Enden auf
Stützen ruht, in der Mitte belastet wird. Es werden folgende Prüfbedingungen als die
günstigsten bekannt gegeben: Stützenabstand 5,08 cm, Prüfstückstärke 5 mm, Prüf­
stückbreite 2,5 cm. Es wird das Gewicht bestimmt, das nach einer Belastung von 1 Min.
den Bruch des Prüfkörpers herbeiführt. (J. Rubber Res., Res. Assoc. Brit. Rubber Manu­
facturera 7. 123—29. 1938.)
P a n n w it z .
H . F. Church und H . A . Daynes, Die, Eigenschaften von Hartkautschuk. VII. Mes­
sung des durch Wärme verursachten plastischen Flusses. (VI. vgl. vorst. Ref.) Zur Prüfung
u. Entw. von Isoliermaterialien wird vom VDEI zur Messung des plast. Flusses der App.
von M a r t e n s verwandt, da sich herausgestellt hat, daß das plast. Verh. der Materialien
bei verschied. Tempp. wichtig ist. Vff. finden es für ihre Verss. wünschenswert, Messungen
der plast. Deformation unter konstanter Torsion auszuführen. Eine derartige Meth. u.
der dazu geeignete App. (vgl. Abb.) wurden entwickeltu. beschrieben. Es wird gezeigt, daß
die Durchbiegung der Spannung proportional ist u. daß Spannungs- u. Prüfstückgröße
keinen Einfl. auf die Art der Kurven haben. Vergleichende Verss. mit dem M a r t e n s App. werden durchgeführt. (J. Rubber Res., Res. Assoc. Brit. Rubber Manufacturera 8.
_________________
P a n n w it z .
41—51. April 1939.)
Dunlop Plantations Ltd., London, England, Reinigen und Konzentrieren von
wässerigen Kautschukdispersionen. Man setzt sie in Abwesenheit von Aufrahmmitteln
zwischen Elektronen, die durch Membranen voneinander getrennt sind, so lange einem
elektr. (Wechselstrom-) Feld aus, bis Aufrahmung eintritt, u. trennt die entstandenen
Schichten mechan. voneinander. Die Feldstärke beträgt bis zu 2 V/cm. Die ab­
geschiedene Rahmschicht kann mit W. verd. u. erneut der elektr. Behandlung unter­
worfen werden. Enthält der Latex Ammoniak, so kann man die Außenzellen, in denen
sich die Elektroden befinden, mit Ammoniak von der gleichen Konz, füllen. — Vor­
richtung. (Holl. P. 4 7 2 8 9 vom 31/12.1936, ausg. 15/12.1939. Oe. Prior. 11/1. u.
20/2.1936.)
D onle.
Deutsche Dunlop Gummi Compagnie A kt.-G es., Deutschland, Plastifizieren
von künstlichem und natürlichem Latex durch Behandlung mit Phenylhydrazin (I) u.
Sauerstoff (Luft) bzw. solchen abgebenden Stoffen (H20 2, Ozon, Benzoylperoxyd). —
1 1 30%ig. Buna S-Latex wird bei gewöhnlicher Temp. 3 Stdn. mit 6 g I behandelt;
dann leitet man 8 Stdn. Luft durch u. koaguliert, wenn kein I mehr nachweisbar ist.
(F. P. 845 203 vom 26/10. 1938, ausg. 16/8. 1939. D . Prior. 27/10. 1937.) D o n l e .
Eugen Sachs’ London, Verfahren zum freien Vulkanisieren von Kautschukwaren.
Die zu vulkanisierenden Gegenstände werden mit einem Werkstoff, wie z. B. Celluloseglashaud, umhüllt, der sich beim Trocknen zusammenzieht u. fest an der Oberfläche
des Gegenstandes anliegt, aber nicht fest an dieser Oberfläche anhaftet, sondern sich
nach dem Vulkanisieren leicht mechan., z. B. durch Abziehen, entfernen läßt, wobei
die Ablsg. gegebenenfalls noch durch Befeuchten oder dgl. erleichtert werden kann.
(D- R. P- 685 194 Kl. 39 a vom26/6. 1934, ausg. 13/12. 1939.)
Sc h l it t .
W . I. Alexejenko und A . P. Pissarenko, USSR, Vulkanisieren von Kautschuk.
Die Vulkanisierung erfolgt in üblicher Weise unter Verwendung eines Vulkanisationsbesehleunigers, der durch Einw. von Alkalisulfiden in der Hitze auf Kolophonium,
Glycerin oder Glykose erhalten wird. (Russ. P- 55 787 vom 16/3. 1938, ausg. 30/9.
1939.)
R ic h t e r Comp. Générale d’Éléctricité, Paris, Frankreich, Vulkanisation langgestreckter
Kautschukartikel, wie Fäden, Röhren, Kabelisolierschichten. Das zu vulkanisierende Gut
wird kontinuierlich durch eine Kammer geleitet, die mit einer warmen Fl. angefüllt
ist, deren D . etwa derjenigen des Vulkanisationsgutes entspricht. Geeignet sind z. B.
wss. Lsgg. von ZnCl2 (D. ca. 1,5), 10-vol.-%ig. Suspensionen von BaS04 (D . 1,35),
geschmolzene feste Stoffe (Bitumen, Metalle oder Legierungen von niedrigem F.).
Der Fl. können Vulkanisiermittel zugesetzt werden. — Vorrichtung. (It. P. 368 780
vom 11/11. 1938. F. Prior. 25/3. 1938.)
D onle.
I. M . Lipowski, USSR, Vulkanisationsmittel. Schwefeldämpfe, z. B. S-haltige
techn. Gase, werden auf Füllmittel niedergeschlagen. (Russ. P- 55 552 vom 29/10.
1938, ausg. 30/9. 1939.)
R ic h t e r .
B.
F. Goodrich Co., New York, N. Y., übert. von: Waldo L . Semon, Silver
Lake Village, O., V. St. A., Vulkanisationsbeschleuniger, bestehend aus o,o'-Alkylidendiaryldithiocarbami?isäuren u. ihren Na-, Zn-, Benzylhexamethylentetrammonium-,
2566
HXII.
K a u ts ch u k .
G u tta p e rch a .
B a la ta .
1940. I.
Tetraalkylammonium-, Alkylpyridiniumsalzen, ihren Polynitrophenyl- u. Alkylenbisestern, ihren Thiuranisulfiden u.
-polysulfiden, z. B. Bis-(o,o'-alkylidendiaryl)-thiuramdisulfiden u. -tetrasulfiden usw. — Aus meso, meso-Dimethylacridan u. Na wird die Na-Verb. erhalten; diese gibt mit CS.,
0 ,0 '-isopropylidendiphenyldilhiocarbaminsaures Na (I). I kann durch Oxydation in Bis(0 ,0 -isopropylidendiphenyl)-thiuramdisuIfid übergeführt werden. Weiter sind 0 ,0 '-Methylen-, -Ätliyliden-, -sek.-Butyliden-, -Isoamylendiaryldithiocarbaminsäuren, Alkylidenditolyl-, -dinaphthyl-, -phenylnaphthyldithiocarbaminsäuren, 2,4-I)initrophenyl-o,o'-isopropylidendiphenyldithiocarbaminsäure erwähnt. (A. P. 2 170 037 vom 26/10. 1937,
ausg. 22/8. 1939.)
D onle.
E. I. du Pont de Nemours & Co., Wilmington, Del., übert. von: Ira William s,
Woodstown, N .J., V. St. A., Vulkanisationsbcschleuniger der Zus. (R)(A): N-C(O)-SC(S)-N:(B),, worin R ein aromat., gegebenenfalls durch OH, Alkoxy oder Halogen
substituierter Arylrest, A ein gegebenenfalls durch Aryl oder OH substituierter Alkyl­
rest u. B ein aliphat. Rest oder beide B zusammen z. B. ein Pentamethylenrest sind,
d. h. Arylalkylcarbamyldialkyldithiocarbamate werden durch Behandlung eines Salzes
einer Dithiocarbaminsäure mit ca. 1 Mol. eines geeigneten Carbamylhalogenids in
einem inerten flüchtigen Lösungsm. bei gewöhnlicher Temp. erhalten, z. B. aus Natriumdimclhyldithiocarbamat oder Kaliumpentamethylendithiocarbamat mit Phenyläthylcarbamylchlorid in Aceton. Es sind genannt: Phenylmethyl-, Phenyläthyl-, Äthyl-o-tolyl-,
ß-Oxyäthylphenyl-, p-Methylbenzylphenyl-, Äthyl-a.-naphthylcarbamyldimethyldithiocarbamat, Phenylmethyl-, Phenyläthyl-, Äthyl-o-tolyl-, Äthyl-a-naphthylcarbamylpentamethylendithiocarbamat,Methylphenylmrbamyldicyclohexyldithiocarbamat. (A.P. 2171421
vom 12/8. 1937, ausg. 29/8. 1939.)
D onle.
United States Rubber Co., New York, N. Y., übert. von: Everett V . Anderson,
Naugatuck, Conn., Y. St. A., Vulkanisationsbeschleiiniger für Latexmassen, bestehend in
Alkali- oder Aminoniumsalzen von N-aralkylsubstituierten Dithiocarbaminsäuren in
Ggw. von NH3 oder flüchtigen prim., z. B. aliphat. Aminen. Genannt ist Dibenzylammonium-N-dibenzyldithiocarbamat. (A. P. 2 1 7 2 463 vom 13/2. 1937, ausg. 12/9.
1939.)
D onle.
Wingfoot Corp., Wilmington, Del., übert. von: Winfield Scott, Akron, 0.,
V. St. A., Vulkanisationsbeschleiiniger, bestehend aus den Prodd., die durch Rk. von
Mercaptoarylthiazolen mit den durch Kondensation von Guanidinen mit äquimol.
Mengen Formaldehyd erhaltenen Prodd. gewonnen werden. — Z. B. wird Methyloldiplienylguanidin mit 2-Mercaptobenzothiazol zu einer gelben, harzartigen M. umgesetzt.
Weitere Mercaptoarylthiazole u. Arylguanidine sind als Ausgangsstoffe genannt. (A. P.
2 173 731 vom 2/4." 1936,ausg. 19/9. 1939.)
D onle.
Wingioot Corp., Akron, übert. von: Lorin B. Sebrell, Silver Lake, und
Albert M. ciifford, Stow, O., V. St. A., Vulkanisationsbeschleuniger der Zus.
Ri<Cg!>C—S—CS—
(A), worin R x Arylen u. —S—CS—
den Rest einer
von einem prim. Amin stammenden Dithiocarbaminsäure bedeutet, werden durch Rk.
von 2-Halogenarylenthiazolen mit Salzen geeigneter Dithiocarbaminsäuren erhalten,
z. B. die Verb. A (R = 11-Butyl), F. 60—62°, durch Rk. von 2-Chlorbenzothiazol mit dem
Na-Salz von n. Butyldithiocarbaminsäurc bzw. mit prim. n. Butylamin, CS, u. NaOH.
Weitere Ausgangsstoffe sind genannt. (A. P. 2 1 7 3 732 vom 1/10. 1935, ausg. 19/9.
1939.)
D onle.
Rare Metal Products Co., übert. von: Norman R . W ilson, Belleville, und
Arthur J. Lang, Jersey City, N. J., V. St. A., Vulkanisationsverzögerungsmittel, be­
stehend in Halogenen u. solche (außer F) enthaltenden Verbb., wie Hypohalogeniteu.
CI, Br, J, N-Monochlorchinonimid u. N,N'-Dichlorchinonimid, N-Ghlormetamin, N,N’-Diehlorcyanursäure, N,N’-Dichlorazodicarbonamidin, N-Bromphthalimid, N,N'-Dichlorchino7ibisaminoguanidi7i, N-Chlorbenzamidin, Chloramin B, Chloramin T, Dichloramin T,
l,4-N,N'-Dichlordiiminonaphlhochinon-2-sulfonsäure, Succ incjdorimid, Athyl-N-chloriminocarbonat, N-Chloraceti/lhamstoff. (A. P. 2 1719 01 vom 3/7. 1937, ausg. 5/9.
1939.)
‘
D onle.
„Semperit“ Oesterreichisch-Amerikanische Gummiwerke A kt.-G es., Wien,
übert. von Em st Alfred Hauser, Cambridge, Mass., V. St. A., Kautschukartikel aus
Latex. Man bewirkt zunächst durch Zugabe einer Substanz, die mehrwertige Kationen
in einer Menge, welche keine Koagulation verursacht (totgebrannter Gips, Al-Sulfat,
-Nitrat, Ca-, Ba-, Mg-, Zn-Salze), enthält, eine Agglomerierung der Teilchen in der Dis­
persion, gibt dann ein agglomerierend wirkendes Mittel (Ca-Formiat, Al-Sulfat, -Nitrat,
Na-Carbonat, NH_, Nitrat usw.) in solcher Menge zu, daß eine noch gießbare Mischung
1940. I.
Hxn.
K a u ts ch u k .
G u tta p e rch a .
B a la ta .
2567
entsteht, u. bringt diese in die gewünschte Form, welche die Mischung beim Entstabilisieren u. Festwerden beibehält. — Eine Mischung aus 133 (Teilen) 75%ig. konz. Kaut­
schukdispersion (Revertex), 10 ZnO, 1 Piperidinpentamethylendithiocarbamat, 75 Weiß­
pigment, 64 wasserfreiem Gips, 2 S u. W. wird mit 10% ihres Vol. an 6,5%ig. CaD onle.
Formiatlsg. versetzt. (A. P. 2 1 7 1 552 vom 29/12. 1936, ausg. 5/9. 1939.)
Chemische Fabrik Lehrte G. m. b. H. vorm. Leonhardt & Martini, Lehrte
(Erfinder: Hans Schöne, Hannover), Treibmittel für die Herstellung von Kautschuk­
bällen und ähnlichen Formslücken, bestehend aus NH.,C1 u. NaN02, gek. durch einen Geh.
an alkal. reagierenden Salzen, wie Na2C03, Na2B40 7, Na3P04, (NH4)2C03. (D. R. P.
687 613 Kl. 39 b vom 22/3. 1938, ausg. 2/2. 1940.)
D onle.
W ingfoot Corp., Wilmington, Del., übert. von: Albert M. Clifford, Stow, 0 .,
V. St. A., Kautschukalterungsschutzmittel, bestehend in hydrierten Furfurylarylaminen,
die durch Rk. von Tetrahydrofurfurylamin mit Phenolen gewonnen werden. — 72 (Teile)
ß-Naphthol, 50 Tetrahydrofurfurylamin (I) u. 25 NaHS04 werden 8 Stdn. am Rückfluß
auf 180— 190° erhitzt, das Prod. mit HCl, W., NaOH u. W. gewaschen. Kp .,12_.l5 262
bis 268°. Ähnlich kann I mit Krcsylsäuren umgesetzt werden. Es sind genannt: Tetrahydrofurfuryl-ß-naphthylamin, -anilin, -tolylamin, -xylylamin, -aminobiphenyl, -amino•phenol, -anisidin, -phenelidin, -chloranilin. (A. P. 2 1 7 3 711 vom 9/1.1936, ausg.
19/9. 1939.)
. D onle.
Wingfoot Corp., Wilmington, Del., übert. von: Albert M. Clifford, Stow, O.,
V. St. A., Kautschukalterungsschutzmittel, b e ste h e n d aus den Rk.-Prodd. eines Aldehyds,
eines sek. aromat. Amins u. einer aromat. Oxyverb., z. B . von ß-Naphthol (I), Phenylß-naphthylamin(\l) u. Formaldehyd ( III); oder von I, III u. JV,N'-Diphenyl-p-plienylendiamin. Als Ausgangsstoffe sind weiter genannt: Acet-, Propion-, Butyr-, Isobutyr-,
Hept-, Acryl-, Croton-, Benz-, Zimt-, 2-Oxy-a.-naphthaldehyd, Phenyl-a.-naphthylamin,
Dinaphthyl-, Diphenyl-, Phenyltolyl-, Ditclyl-, Cumidylnaphthylamin, Diphenylphenylen-,
D ip h e n y ln a p h th y le n -, Ditolylnaphthylen-, Dinaplithyl-p-phenylen-, Ditolylphcnylendiamin,
N,N'-Dinaphthyl-, -Diphenyläthylendiamin, N -Phenylphenetidin, N-Tolylphenetidin,
P h en etid y ln a p h th y la m in e, N-Phenyl-, N-Tolyltetrahydronaphthylamine, N-Cyclohexyl-,
N- B u ly l-ß -n a p h th y la m in , a-Naphthol, Naphthohydrochinon, Phenol, Kresole, Xylenole,
Hydrochinon, Oxybiphenyl, Oxydiphenylenoxyd usw. D ie Prodd. haben harzartige
B e s c h a ffe n h e it u. sind Gemische a u s verschied. Verbindungen. (A. P. 2 1 7 8 536 vom
18/2. 1936, ausg. 7/11. 1939.)
D onle.
Wingfoot Corp., Wilmington, Del., übert. von: Albert M. Clifford, Stow, O.,
V. St. A., Kautschukalterungsschutzmittel, bestehend aus den Rk.-Prodd. von aliphat.
Alkoholen mit prim, aromat. Aminen, z. B. von Methanol oder Butanol u. Anilin in
Ggw. von ZnCl2 bzw. von oc-Naphthylamin u. Isopropylalkohol in Ggw. von SnCl4. Die
Prodd. sind nicht einheitlich, sondern enthalten je nach den Rk.-Bedingungen Verbb.
der Zus. R-C 6H.,-NH2; R-C.H .-KH -R; R-C 6H,-i\tH-C8H,; R •CeH4•NH•C6H,R usw.
(R = KW-stoffrest des Alkohols). Als Ausgangsstoffe eignen sich weiter: A., n. Pro­
panol, Butanole, Amylalkohole, Cyclohexanol, Methylcyclohexanol, Hexyl-, Heptyl-,
Octi/l-, Nonyl-, Decyl-, Hexadecyl-, Odadecylalkohole usw., Toluidin, Xylidin, Cumidin,
ß-Naphthylamin, a.-Methyl-ß-naphlhylamin, Aminodiphenylamin, p,p'-Diaminodiphenylmethan, p,p'-Diaminoditolylmethan, p-Aminobenzylanilin, Diaminodiphenyldisulfid,
Aminobiphenyl, Aminoacetnaphthen, 2,4-Diaminophenylnaphthyläther usw. (A. P.
2180 666 vom 29/9. 1934, ausg. 21/11. 1939.)
‘
'
D onle.
Marbon Corp., übert. von: Herbert A . Winkelmann, Chicago, 111., V. St. A.,
Kautschukhydrochloriddispersionen. Unvulkanisierter Kautschuk wird mit einer (harz­
artigen) Substanz, die in dem für die Herst. bestimmten Lösungsm. lösl. ist, z. B. mit
Olycerylabielat, -maleat, Kolophonium, Opalwachs, Pciroleumölen, Naphthalin, Paraffin­
wachs, Paraffinölen, Stearinsäure, Holzteer, Cocosnußöl, ester gum, modifizierten Alkydharzen, chloriertem Diphenyl, chloriertem Paraffin u. Naphthalin, Polycumaronen,
Polyindenen, verarbeitet, bis ein inniges Gemisch entsteht; dieses wird in Filme über­
geführt, mit HCl in Abwesenheit von Lösungsmitteln behandelt u. in Bzl., Toluol,
Xylol, Äthylendiehlorid usw. gelöst. Aus den Lsgg. können wasser- u. quellungsfeste
Filme hcrgestellt werden. (A. P. 2 1 7 4 673 vom 28/9. 1936, ausg. 3/10. 1939.) D o n l e .
Marbon Corp., übert. von: Herbert A . Winkelmann, Chicago, Ul., V. St. A.,
Weichmacher für halogenhaltige Kautschukderivate, bestehend aus Phthalylglykolsäureestem u. Phthalsäureglykolestern, z. B. Butylphthalylbutylglykolat, Äthylphthalyläthylglykolat, Meihylphthalyläthylglykolat, Dimethyldiäthylenglykoldiphthalat, Dibutylglykoldiphthalat, Dimelhyltriäthylenglykoldiphthalat, Dimethylglykoldiphthalat. (A.P. 2 1 7 4 6 7 4
vom 21 / 12 . 1936, ausg. 3/10. 1939.)
D onle.
Rainbow Rubber Co., Butler, Pa., übert. von: Charles R . Keiser, Dayton, und
Theodore R . Rike, West Alexandria, O., V. St. A., Kautschuksohle. Auf einer aus
2568
Hxm.
Ä th e r is c h e Ö le .
P a r fü m e r ie .
1940.
K o s m e tik .
I.
beliebigem Material bestehenden Unterlage mit rauher Oberfläche wird durch Auf­
sprühen, Aufstreichen usw. einer nicht vulkanisierbaren fl. Latexmasse u. Trocknen
eine Schicht von gewünschter Dicke erzeugt. Die freie Oberfläche dieser Schicht wird
dann mit einem Kautschuklösungsm., wie Bzl., das etwas Kautschuk enthalten kann,
behandelt u. auf eine aus vulkanisierbarer Kautschukmasse bestehende Schicht auf­
gebracht. Nach der Vulkanisation wird die Unterlage entfernt. — Zeichnungen.
(A. P. 2 1 7 4 943 vom 14/5. 1936, ausg. 3/10. 1939.)
D onle.
I. I. Glaskow, A . P. Pissarenko und G. A . Ssandler, USSR, Mikroporöser
Kautschuk für Schuhschien. Ausbldg. des Verf. nach Russ. P. 47 075, darin bestehend,
daß der Kautschukmasse 8—14°/o S zugesetzt werden u. die Vulkanisationsdauer
18— 30 Min. beträgt. (R u s s -P -55 618 vom 25/6. 1938, ausg. 31/8. 1939. Zus. zu
Russ. P. 47 075; C. 1936. II. 3852.)
R ic h t e r .
XIII. Ätherische Öle. Parfümerie. Kosmetik.
Ignaz Herold, Destillation und Destillationstechnik in der Riechstoffindustrie. (Vgl.
C. 1939. II. 749.) (Dtsch. Parfüm.-Ztg. 25. 393—96. 26. 3—5.15— 17. 1940.) E l l m e r .
Malcolm S. Trupp und Louis Fischer, Die chemische Untersuchung der ätherischen
Öle von Abies amabilis und grandis. Vff. untersuchten das äther. Öl der frischen Rinde (I)
u. Blätter (II) von Abies amabilis (Forbes) u. das der frischen Rinde von Abies grandis
(Lindley) (III). I enthielt 0,5 °/0 äther. öl, bestehend aus 72,4 % Terpenen u. 2,55%
einer hochsd. Flüssigkeit, d20 = 0,8576; n j 20 = 1,4772; [<x]d 20 = — 10,52°; SZ. 0,26;
VZ. 2,22; EZ. 1,96; AZ. 6,18. Bestandteile: l-a.-Pincn, l-ß-Phellandren, l-ß-Pinen,
Spuren von Essigsäure, Phenolen, Aldehyden u. nichtflüchtiger Säure. II lieferten
0,08% äther. öl mit 81,21% Terpenen. d2° = 0,8574; n D20 = 1,4770; [a]»20 = —3,79°;
SZ. 0,80; VZ. 4,63; EZ. 3,83; AZ. 12,29. Bestandteile: a-Pinen, ß-Pinen; ß-Phdlandren;
Essigsäure (in gebundener Form). — III lieferte 0,37% äther. öl mit 59,40% Terpenen.
<£2° = 0,8935; nD2° = 1,4917; [a]D20 = —32,83°; SZ. 0,39; VZ. 54.57; EZ. 54,18,
AZ. 8,85; Gesamtester 18,90 (berechnet als Bornylacetat); Gesamtalkohol 18,01, ge­
bundene Alkohole 14,83, freie Alkohole 3,18 (berechnet als Borneol). Bestandteile:
a-Pinen, ß-Pinen, ß-Phdlandren u. wenig Camphen, Bornylacetat u. I-Cadinen. (J. Amer.
pharmac. Assoc. 28. 433— 40. Juli 1939. Washington, Univ.)
T h ie s .
Fabricius, Über den Qrüngeruch des Veilchens. Nach einer kurzen Besprechung
einer Anzahl Verbb., welche geeignet sind, Blütenkompositionen bei Zusatz in sehr
geringen Mengen einen natürlichen „Grüngeruch“ zu erteilen, bespricht Vf. das im
Veilchenblätteröl aufgefundeno Nonadienal u. das im Veilchenblütenöl vorkommende
Nonadienol hinsichtlich ihrer parfümist. Verwertbarkeit u. Dosierung. — Verwendungs­
vorschriften. (Dtsch. Parfüm.-Ztg. 26. 1—3. 10/1.1940.)
E llm er.
H.
Stanley, Festparfums. Einige Angaben über ihre Zusammensetzung. (Perfum.
cssent. Oil Rec. 31. 24r—25. 23/1. 1940.)
Ellm er.
— , Die sogenannten oder Pseudoaldehyde. Einige im Handel irreführendernweise
als „ Aldehyde“ bezeichnete Riech- bzw. Geschmacksstoffe gehören anderen chem.
Körpergruppen an. Aldehyd C14 („ Pfirsichaldehyd“ ) ist y-Undecalacton, CnH?0O2,
Aldehyd C16 („Erdbeeralddiyd“ ) ist Mdhylphenylglycidsäuretithylesler, Ci2Hi40 3, Aldehyd
C18 (,,Cocosaldehyd“ ) ist y-n-Amylbutyrolactcm, C81I!50 2. Darst., Eigg. u. Verwendung
in der Parfümerie werden beschrieben. (Dtsch. Parfüm.-Ztg. 26. 13— 14. 25/1.
1940.)
Ellm er.
R . M. Gattefoss6, W/Ooder O/W-Emulsionen.Vf. vergleicht die Wrkg. ver­
schiedenartiger Emulsionen auf die Haut mit derjenigen auf Gelatinequellungen
(„Proteingel.“ ). W.-in-öl-Emulsionen bilden auf dem Gelatinegcl eine Schutzschicht,
ohne daß Quellung eintritt, öl-in-W.-Emulsionen bewirken durch W.-Zufuhr eine Quel­
lung. Erstere wirken vorwiegend schützend gegen äußere Einflüsse, letztere glättend. —
O/W-Cremes mit physiol. pH-Wert sind geeignete Träger für Hormonpräpp. zu äußer­
licher Anwendung, desgleichen für die Zufuhr von Schwefel oder äther. ölen (Aroma­
therapie). Patholog. Erscheinungen, z.B. gewöhnliche „Erkältungen“ , sind auf Alkali­
sierung der Haut oder Schleimhäute bzw. örtlich anormalen pa-Geh. zurückzuführen
u. können bei zeitiger Behandlung mit Emulsionen von niederem pn-Geh. (6,5) unter­
bunden werden. O/W-Emulsionen mit niederem pH-Wert verhindern das Wachstum
von Mikroorganismen; in Verb. mit äther. ölen ist die Wrkg. eine vollständige. (Soap,
Perfum. Cosmet. 12. 961—64. Dez. 1939.)
E llm er.
Joseph Kalish, Kosmetisches Handbuch. Vorschriften für Mattcremes auf Stearin­
säurebasis, für ohne Pinsel aufzutragende Rasiercremes, für Handcremes, „Reinigungs­
cremes“ unter Verwendung von Mineralölen usw. (Drug Cosmet. Ind. 45. 30—33. 49.
170—73. 298—99. 305. 416— 19. 555—56. 561. Nov. 1939.)
E llm er.
1940. I.
Hxyi.
Z u ck er.
K o h le n h y d r a te .
S tä rk e .
2569
Julius Hübscher, Leben und Pflege des Haares. Angaben zur Herst. von Haarfestlegemitteln, Dauerwellenpräpp. u. Kopfschuppensalbe. (Dtsch. Parfüm.-Ztg. 25.
381—84. 396—97. Dez. 1939.) __________________
E llm er.
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M ., Riechstoffgemische, gek. durch
einen Geh. an l-Oxo-4-alkylcyclohexanen, in denen der Alkylrest mindestens 6 C-Atome
enthält. Aus Phenol u. dem entsprechenden Olefin erhält man: über 4-Hexyl-l-cyclohexanol (Kp.5_„ 125— 130°) das l-Oxo-4-hexylcyclohexan (Kp.. 112— 115°); über 4-Heptylcydohexanol (Kp.0_, 130— 132°) das l-Oxo-4-heptylcyclohexan (Kp .4_5 122— 125°);
über Octylcyclohexanol (Kp .6_7 135— 140°) das l-Oxo-4-odylcyclohexan (Kp ..,_5 140 bis
142°); über Nonylcyclohexanol (Kp .5_6 145-—148°) das l-Oxo-4-nonylcyclohexan (Kp.., 143
bis 145°) u. ähnlich das l-Oxo-4-(4'-isopropyl-4"-methylpropyl)-cyclohexan (irisähnlicher
Geruch) u. l-Oxo-4-(dimdhyloctyl)-cydohexan (Kp .4_5 145— 148°) von dem Mai­
glöckchen ähnlichem Geruch. — Vorschriften für Ricchstoffgemische. (F. P. 8501 80
vom 10/2. 1939, ausg. 9/12. 1939. D. Prior. 19/2. 1938.)
M ö l l e r in g .
Kali-Chemie A . G., Berlin-Niederschömveide, Pudergrundlage, dad. gek., daß
diese aus mehr oder weniger bas., in W. lösl. Al-Sulfat besteht. Beispiel: Ein durch
Fällen in bekannter Weise hergestelltes, im Handel als grapli. Tonerdehydrat erhält­
liches Prod., das außer Hydrat- u. hygroskop. W. 50°/o Al203 u. 4°/0 S03 enthält, stellt
in fein gemahlenem Zustand eine Pudergrundlage dar, die geringes Schüttgewicht, höhere
Haftfähigkeit, höheres Wasserbindungsvermögen u. größere adsorptive Wrkg. gegenüber
dem im Handel erhältlichen Aluminiumhydroxyd aufweist. (D. R. P. 687 474 Kl. 30h
vom 22/9. 1938, ausg. 30/1. 1940.)
Sch ütz.
Chemische Fabrik Grünau A . G., Berlin-Grünau, Überführung der Kondensationsprodukte aus höheren Fett- bzw. Harzsäuren und Eiweißstoffen bzw. hochmole­
kularen Eiweißspaltprodukten in luftbeständige Trockenpräpärate, dad. gek., daß man
in weiterer Ausbildung des D. R. P. 657706 den aus den Kondensationsprodd. durch
Beimengung entwässerter alkal. Salze erhältlichen Trockenpräpp. solche Mengen Säuren
oder saure Salze zufügt, daß die aus den Trockenpräpp. hergestellten Lsgg. ein pu
zwischen 5 u. 7 besitzen. Beispiel: Man mischt 400 g wasserfreies Na-Pyrophosphai
mit, der sauren Verb., die man durch Fällen mit HCl aus 600 g der techn. 30%ig- Lsg.
des Na-Salzes des Kondensationsprod. aus den Fdtsäuren des Palmkemöles u. aus don
hochmol. Eiweißspaltprodd. erhält. Man trocknet die Mischung u. fügt soviel II3POt
zu, daß die wss. Lsg. leicht sauer reagiert; das Prod. besitzt in wss. Lsg. starke Schaumu. Emulgierwrkg. u. eignet sich für die Haarwäsche. (D. R. P. 688 666 Kl. 30h vom
28/8. 1936, ausg. 28/2. 1940. Zus. zu D. R. P. 657706; C. 1938. I. 4389.)
S ch ü tz.
XIV. Zucker. Kohlenhydrate. Stärke.
W olfgang Ostwald, Albrecht Siehr, Hans Erbring und Rudolf W alter,
Leipzig, Reinigen von Zuckerrohsaft durch Zerschäumen im Kreislauf nach Patent 660 992
vor einer weiteren Reinigung, z. B. durch Behandlung mit Kalk. Dadurch wird erreicht,
daß die Eiweißstoffe, die man als Futtermittel benutzen kann, aus den Zuckerwässem
entfernt, u. daß die Zuckerherst. als solche verbessert wird, weil bes. die bei der Weiter­
verarbeitung von Zucker störenden Proteine u. andere Rohsaftkoll. entfernt sind.
(D. R . P. 688 367 Kl. 89 c vom 14/1. 1937, ausg. 19/2. 1940. Zus. zu D. R. P. 660 992;
C. 1938. II. 2364.)
M . F. M ü l l e r .
B.
Krassilschtschikow, USSR, Erhöhung der Zuckerausbeute aus dem Ablauf der
zweiten Krystallisation. Dem Ablauf wird zwecks Verminderung der Krystallisation
der Saccharose u. Erniedrigung der Viscosität der Zwischenkrystallfl. mit H 2S0 4 an­
gesäuertes W. zugesetzt. (Russ. P. 55 579 vom 14/5.1938, ausg. 31/8.1939.) R ich te r.
Johannes Anthonius Platte und Gerbertus Hendrik de Vries, Madioen, Java,
Niederl. Ostindien, Krystallisieren von Zuckerlösungen in kontinuierlichem Bdriebe
nach Patent 665 527, wobei die Lsg. in ununterbrochenem Strome durch eine oder
mehrere hintereinandergeschaltete Kühlmaischen geführt wird, dad. gek., daß 1. Kemkrystalle in nur einem Teil des kontinuierlichen Lsg.-Stromes gebildet werden, wobei
der Teilstrom sich dann mit dem Hauptstrom der Lsg. vereinigt, um der weiteren
Krystallisation unterworfen zu werden; — 2. dem Teilstrom der Lsg., in welchem die
Kemkrystalle gebildet werden, sehr kleine Krystalle zugesetzt werden, worauf dieser
Teilstrom der Lsg. zum Anwachsen der zugesetzten Krystalle unter gleichbleibender
Übersättigung der Mutterlauge gekühlt wird. — Zeichnung. (D. R. P. 687 246
Kl. 89 d vom 7/4. 1938, ausg. 25/1. 1940. Holl. Prior. 7/4. 1937. Zus. zu D. R. P.
665527; C. 1938. II. 4356.)
M. F. M ü l l e r .
2570
H i 7 . GtÄRDNGSINDUSTRIE.
1940. I.
Arnaldo Bonichi, Mailand, Italien, Reinigen von Melasse mit NH3, Kastanienextrakt (I), K-Oxalat (II) u. einer reduzierenden Substanz. Das gereinigte Prod. dient
z. B. als Apprcturmittel in der Färberei, Weberei, Gerberei oder dergleichen. — 100 kg
Melasse von 42° Bé werden mit 40 1 W. verdünnt. Darauf werden 41 NHri-Lsg. u.
6,7 1 I von 24° B6 unter Rühren zugegeben u. die M. wird auf 85— 87° erwärmt. Es
wird 1 Stde. lang nachgerührt, dann absitzen gelassen u. filtriert. Zu der filtrierten
Fl. werden 10% der Gewichtsmenge an II gegeben u. dann wird mit S0 2 oder NaHS03
angesäuert. (It. P. 368 751 vom 4/5. 1938.)
M. F. M ü l l e r .
Renato Felicetti, Avezzano, Aquila, Italien, Eindampfen von Rübenzuckermelasse
zwecks Gewinnung eines Prod., das zur Herst. von Kaffeeersatzmiiteln geeignet ist. Die
Ausgangsmelasse wird mit W. verd., mit H2S0 4 oder einer anderen Säure angsäuert u.
stehen gelassen. Dabei werden die gelösten Salze in eine weniger lösl. Form über­
geführt, der Zucker wird ganz oder teilweise invertiert, die Eiweißstoffe abgebaut u.
der charakterist. Melassegeruch beseitigt. — Z. B. wird Rübenzuckermelasse von 82
bis 85 Brix auf 42—45 Brix verd. u. auf 100 kg Melasse werden 2—3 kg H2S0 4 (D. 1,84)
zugesetzt. Die M. wird gut verrührt u. stehen gelassen. Darauf wird z. B. mit Ca(OH),
neutralisiert u. anschließend filtriert oder geschleudert u. die Fl. eingedampft. Das
erhaltene Prod. dient zur Herst. von Kaffeesurrogat. (It. P. 368 569 vom 29/4.
1938.)
M. F. Mü lle r.
Golden State Co., Ltd., Delaware, übert. von: David D . Peebles, Eureka, Cal.,
V. St. A., Trocknen von Melasse durch Erhitzen unter einem Druck, der noch höher
ist als der Dampfdruck bei der Erhitzungstemperatur. Anschließend wird die Melasse
in einen von heißen Gasen durchströmten Raum geblasen. Wenn die Melasseteilchen
ihren W.-Geh. abgegeben haben, werden sie abgekühlt. Die getrocknete Melasse wird
in Form eines Pulvers erhalten. — Zeichnung. (A. P. 2 1 8 4 314 vom 12/4. 1933, ausg.
26/12. 1939.) _
M . F. M ü l l e r .
Ateliers Pingris & Mollet-Fontaine Réunis, Soc. A n ., Frankreich, Verzuckerung
von stärkehaltigem Material mit Säuren. Das Ausgangsmaterial, z. B. gemahlenes
Getreide, wird bei pn = 4,8—5,4 mit W. unter Druck so lange gekocht, bis eine filtrier­
bare Stärkelsg. entstanden ist. Durch Zusatz von organ. oder anorgan. Säuren zu der
filtrierten Stärkelsg., z. B. von 1,5% H2S0 4 auf die Menge des stärkehaltigen Ausgangs­
materials berechnet, findet in der Wärme in kurzer Zeit vollständige Verzuckerung
der Stärke statt. Die erhaltene Zuckerlsg. wird auf A. vergoren. (F. P. 847 440 vom
13/6. 1938, ausg. 10/10. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
Rudolf Gogarten, Berlin, Aufschluß von Cellulose oder cellulosehaltigen Roh­
materialien zu Zuckern mit verd., etwa 3%'g- Säuren u. bei erhöhten Tempp. u. Drucken
von etwa 5 at in stufenweisem oder kontinuierlichem Gegenstrom, dad. gek., daß 1. wenn
Druck u. Einw.-Zeit in jedem Behandlungsabschnitt des Rohmaterials konstant gehalten
werden, die Konz, der hydrolysierenden Säure in Richtung von stark abgebautem zu
frischerem Material progressiv über den Grad hinaus verringert wird, der bei gut iso­
lierten Gefäßen durch kondensiertem Dampf oder den natürlichen Feuchtigkeitsgeh.
des Rohmaterials normalerweise von selbst eintritt, oder daß bei konstantem Druck u.
konstanter Säurekonz, die Einw.-Zeit ständig verkürzt wird; — 2. die als konstant an­
genommenen Größen ebenfalls mit der progressiv abgeschwächten verringert werden;
— 3. die progressive Verminderung der Säurekonz, durch ständige Verdünnung u. bzw.
oder ständig fortschreitende Neutralisation bewirkt wird. (D. R. P. 687 668 Kl. 89 i
vom 10/9. 1931, ausg. 3/2. 1940.)
M. F. M ü l l e r .
XV. Gärungsindustrie.
Ingmar Eidem, Gewinnung von Sulfitsprit, überblick über die gebräuchlichen
Methoden zur Gewinnung von Sulfitsprit u. Verarbeitung auf Motoralkohol von
ca. 99,5%. (Svensk Pappersmasse-Tidn. 16- 444. 446. 448. 450. 452. 15/11.
1939.)
R. K. M ÜLLER.
G. L. Chabot, Die Stickstoff-Frage in der Brauerei. III. Inhaltlich ident, mit der
C. 1939. I. 2691 referierten Arbeit. (Fermentation [Gand] 1939. 247—63. 283—92.
Juli.)
_
Sc h in d l e r .
F.
Spies, Ein Beitrag zum Chemismus der Brauwasserenthärtung mittels gesättigten
Kalkwassers. An dem Beispiel eines sehr carbonatharten u. magnesiareichen Brau­
wassers werden die Einw. steigender Kalkmengen auf die Beschaffenheit des enthärteten
W . ermittelt u. die erhaltenen Resultate zur Berechnung der Salze im Rohwasser
nach W lN D IS C H u. zur Aufstellung von Kalkbilanzen für die Vorgänge bei der Ent­
härtung ausgewertet. (Z. ges. Brauwes. 63. 9— 12. 13— 15. 17/2. 1940. Nürnberg,
Vers.-Anstalt für Bierbrauerei der Bayer. Landesgewerbeanstalt.)
Man z.
1940. I.
Hxti.
N a h ru n g s -, G e n u sz - u n d F u t t e r m i t t e l .
2571
James W . Jean, Pasadena, Cal., V. St. A., Vergären von Küchenabfällen (I) auf
Alkohole u. Aceton. Die I werden zermahlen, etwa 2 Stdn. gekocht, auf 37° abgekühlt
u. mit W. auf einen Kohlen hydratgeh. von 5% verdünnt. Nach Einsaat einer Kultur
von Clostridium felsinae erfolgt Vergärung bei einer nicht über 37° hinausgehenden
Temperatur. Berechnet auf Rohabfälle werden etwa 3% Alkohole u. Aceton gewonnen.
Davon sind etwa 60% Butylalkohol, 10% A. u. 30% Aceton. Gegebenenfalls können
die I auch zusammen mit einer Getreidemaische verarbeitet werden. (A. P. 2 1 8 2 989
vom 1^/4. 1937, ausg. 12/12. 1939.)
K ran z.
Robert Roy Irvin und Morris W . Mead jr., Bloomfield, N. J., V. St. A., Hefegewinnung. Der Prozeß verläuft in zwei Phasen: a) Schwache Belüftung (I) bei hoher
Konz, der Nährlsg., b) starke I bei niedriger Konz, der Nährlösung. Z. B. werden in
eine Maische, bestehend aus 315 (g) Melasse (II), 437 Getreideauszug, 75 Diammonphosphat u. 50 Ammonsulfat 302 Saatliefe eingesät, sodann das Ganze verd. auf
57,6 1 bzw. 1,25° Balling. Während 6 Stdn. I mit 2600 Kubikfuß Luft nach Zugabe
von 199 Ammoniakwasser unter laufender Zugabe von 1470 II. Sodann folgt Ver­
dünnung auf 95 1 bzw. 1,55° Balling unter I mit 4790 Kubikfuß Luft während 8 Stdn.
unter laufender Zugabe von 2940 II. Hefeausbeute nach Abzug der Saathefe 70,8%.
(A. P. 2 1 8 3 570 vom 28/7.1937, ausg. 19/12.1939.)
K ran z.
Boringhieri, Italien, Züchtung von Bacillus Delbrücki. Als Nährboden verwendet
werden Malzextrakt oder verd. Zuckerlsgg. u. zwar in solchen Mengen, daß zum Schluß
noch eine beträchtliche Menge unverbrauchter Zucker verbleibt. (Belg. P. 434 048
vom 27/4. 1939, Auszug veröff. 21/11. 1939. It. Prior. 28/4. 1938.)
K ranz.
Chemische Fabrik Joh. A . Benckiser G. m . b. H . und Anton Volz, Ludwigs­
hafen a. Rh., Reinigen von stark verkrusteten Brauereifiliertüchern u. Beseitigung ähnlicher
Ablagerungen u. Verkrustungen aus natürlichen Eiweißstoffen mit Kalk von Filter­
tüchern, dad. gek., daß die Filtertücher, die in bekannter Weise in wss. Lsgg. von H3P0 4
jeder Hydratationsstufe bzw. deren Alkali- oder Aminsalzen eingeweicht u. gespült sind,
mit Diazotiersäure behandelt u. nach gegebenenfalls notwendigem Neutralisieren ge­
spült werden. — Die von der Presse kommenden feuchten Filtertücher werden zunächst
durch mechan. Behandlung von den lose anhaftenden Trübresten befreit u. entweder
naß oder nach Trocknung in einer Lsg. von 1 g im Liter Na0P.,O13 u. 1 g im Liter
Na2HP0 4 bei 35—40° geweicht, sodann gespült u. in ein 10° warmes Bad mit 3 g NaN02
u. 9 ccm HCl 20° Bo im Liter gebracht, etwa % Stde. behandelt u. alsdann mit frischem
W. nachgespült. (D. R. P. 688 502 Kl. 12 d vom 20/2.1937, ausg. 22/2.1940.) M. F. Mü.
A . I. Oparin und S. M. Manskaja, USSR, Künstliches Altem von Wein. Der
Wein wird mit Peroxydase versetzt. (Russ. P. 55 576 vom 7/4. 1938, ausg. 31/8.
1939.)
R ic h t e r .
XVI. Nahrungs-, Genuß- und Futtermittel.
*
A . S. Schultz, L. Atkin und C. N. Frey, Der Vitamin BvQeJialt von Weizen,
Mehl und Brot. (Bakers techn. Digest 14. 103—04. 107. Dez. 1939. — C. 1940.
I. 1434.)
Haevecker.
A.
I. Oparin, Biochemische Werte der Brotbackfähigkeit von Korn und Mehl. Die
Backfähigkeit von Mehl hängt von Art u. Reifungsbedingungen des Korns, ferner
von der ehem. Zus. u. der Geschwindigkeit der biochem. Einzelvorgänge bei der Brot­
zubereitung ab; letztere wird von der Wirksamkeit der Fermente geregelt. Die Kohlen­
hydrate beeinflussen die Gasmenge, das W.-Bindevermögen u. die Farbe der Brotrinde.
Die Stärkezerlegung durch /3-Amylase ist der Oberflächengröße der Stärkekörner direkt
u. ihrer Kornfeinheit umgekehrt proportional, die ihrerseits durch die Mahlart u. Rei­
fungsbedingungen des Korns beeinflußt werden. Mehl aus gekeimtem oder gefrorenem
Korn enthält a-Amylase, die eine erhöhte Gasentw. bei verringertem W.-Bindevermögen ergibt, sich also schädlich auswirkt. Die Proteine beeinflussen beide letzt­
genannten Faktoren u. sind für die Eigg. von Teig u. Brot hauptverantwortlich. Die
physikal. Eigg. des Klebers werden von den proteolyt. Vorgängen beeinflußt, u. zwar
nimmt z. B. die Elastizität zuerst zu u. später ab (der Backvorgang müßte mit ihrem
Maximum zusammenfallen). Die Proteolyse wird durch Aktivatoren wie Glutathion,
Cysterin usw. beeinflußt. Das Dunkelwerden des Teigs ist durch die Oxydation des
Tyrosins durch Luft-0 2 bedingt, wobei für die Bldg. von freiem Tyrosin nicht die
Tyrosina.se, sondern Polypeptidasen verantwortlich gemacht werden. (HsBecniji Ai;aÄ e M in i Hayn CCCP. Cepira E i i o . i o r i i 'i e c K a ; i
[Bull. Acad. Sei. URSS, Ser. biol.] 1939.
Nr. 1. 43— 70. Akad. d. Wiss. d. UdSSR, Biochem. Inst.)
P oh l.
Charles A . Glabau, Einfluß des Gefrierens auf die physikalischen Eigenschaften
von Teegebäcken. Bei der Aufbewahrung von Teegebäckteig im Kühlschrank über
2572
H IVI. N a h r u n g s -, G e n u s z - u n d F u t t e r m i t t e l .
1940. I.
längere Zeit zwecks späterer Verarbeitung treten Veränderungen im Teig auf, die die
Qualität des Endprod. beeinflussen. Vf. gibt Vorschriften über Zus. u. Behandlung
solcher Teige, die beim Gefrieren sieh nicht verändern. (Bakers Wcekly 104. Nr. 12.
45— 46. 64. 23/12. 1939.)
Haevecker.
A . L . Kurssanow, Die biochemische Überwachung der Teegewinnung. Die ersten
Verss. zum Ersatz der individuellen Beurteilung der Teegüte durch biochem. Unters.Verff. sind in der UdSSR 1935 vorgenommen worden u. ergaben, daß der Welkgrad
durch den Geh. an Restfeuchtigkeit, die Eimollungsgüte — durch den %-Geh. zerstörter
Zellen u. der Fermentationsgrad — durch den Geh. an lösl. Tannin im Tee bestimmt
werden können. Die prakt. Einführung derartiger Unters.-Arten in einer georg. Fabrik
ergab eine wesentliche Steigerung der Ausbeute an hochwertigeren Teesorten. (Ü3b o c t iij i A K a j e M i m
Hayk CCGP. Gepim Euo.TorimecKaa [Bull. Acad. Sei. URSS, Ser. biol.]
1939. Nr. 1. 71—84. Akad. d. Wiss. d. UdSSR, Biochem. Inst.)
P ohl.
Alfred Haußler, Milchsäure in fester Form. Es ist in neuerer Zeit gelungen, mit
Hilfe von milchsaurem Ca pulverförmige Milchsäurepräpp. mit einem Geh. an freier
Milchsäure von 65—70°/o herzustellen, die als Additionsverbb. von 1 Mol Ca-Lactat
u. 6 Mol Milchsäure anzusehen sind. (Dtsch. Lebensmittel-Rdseh. 1940. '11— 14. 15/2.
1940.)
SCHLOEMER.
G.Hadary und H. H. Sommer, Bruchfestigkeit von Schokolade-Milchgetränken.
Die Festigkeit des Bruches sinkt, wenn der Milch Schokoladepräpp. zugesetzt werden,
auf die Hälfte u. weniger (gemessen in g). Der Einfl. des Zuckers kann vernachlässigt
werden, der Haupteinfluß stammt vom Kakao. (Milk Dealer 29. 42. Dez. 1939. Madison,
Univ. of Wisconsin.)
SCHLOEMER.
B . N. Acharya und S. C. Devadatta, Über den Phosphorgehalt der Milch. 1. Aus
7 verschied. Proben wurden im Durchschnitt folgende Werte erhalten (in mg-%):
Gesamt-P 118,2, säurelösl. P 86,87, säureunlösl. P 26,48. Der säurelösl. P hat folgende
Anteile: barytlösl., nichthydrolysierbarcr P 5,62, barytlösl. hydrolysierbarer P 10,70;
barytunlösl. Ortho-P 45,4, barytunlösl. Pyro-P 13,95 u. nicht hydrolysierbarer barytunlösl. P 10,60 mg-%. Der säureunlösl. P wurde in die folgenden beiden Anteile zer­
legt: Casein-P 23,35, Lipoid-P 4,05 mg-%. Das Verhältnis Ca0/P 20 5 in der Milch­
asche wurde zu 1,25 bestimmt. (Proc. Indian Acad. Sei., Sect. B 10. 221—28. Sept.
1939. Bombay, Wilson College.)
SCHLOEMER.
B.
N. Acharya und s. C. Devadatta, Phosphor, Calcium und Magnesium in der
Milch. II. (I. vgl. vorst. Ref.) Der säureunlösl. Anteil der Milch besteht zum größten
Teil aus Casein, welches Ca u. Mg adsorbiert. Der säurelösl., in W. unlösl. Anteil be­
steht aus Tricalciumphosphat, Magnesiumphosphat u. organ. P-Verbindungen. Die
dialysierbaren wasser- u. säurelösl. u. unlösl. Anteile werden analysiert. (Proc. Indian
Acad. Sei., Sect B 10.229—35. Sept. 1939. Bombay, Wilson Coll.)
Sch loem er.
Floyd E. Kurtz und George E. Hohn, Die Lipoide der Milch. II. Die Fettsäuren
der Sphingomyelin-Cerebrosidfraldion. (I. vgl. C. 1934. II. 4033.) Die Fettsäuren be­
stehen zu 80% aus Lignoceridsäure, der Rest setzt sich aus einer Mischung von gesätt.
u. ungesätt. Fettsäuren sehr verschied. Art zusammen; darin ist Myristinsäure in
einer Konz, von fast 1% vorhanden, alle anderen Säuren liegen mengenmäßig weit
unter 1%. Die Fraktion wurde aus dem Aceton- u. Ätherunlösl. der Milchlipoide iso­
liert. (J. Dairy Sei. 22. 1011— 15. Dez. 1939. U. S. Dep. of Agriculture.) S c h l o e m e r .
*
Friedrich Weygand, Die Vitamine der entrahmten Frischmilch und ihre Bedeutung
für die menschliche Ernährung. Die entrahmte Frischmilch ist arm an Vitamin A u. D,
wichtig ist jedoch ihr Geh. an P u.Ca sowie an Vitamin B1( B2 u. C. (Molkerei-Ztg- 54.
109—10. 26/1. 1940. Heidelberg.)
“
Schloem er.
I.
A . Gould, Durch Ferroverbindungen verursachter Koch- und Oxydationsgeschmac
in Milch. Momenterhitzung verhindert den durch Ferroverbb. hervorgerufenen Oxy­
dationsgeschmack. Erhitzungsart, Eisen- u. Kupfergeh. u. Geschmacksabweichungen
stehen in engeren Beziehungen zueinander. (J. Dairy Sei. 22. 1017—23. Dez. 1939.
East Lansing, Michigan State College.)
SCHLOEMER.
Harry Howard Weiser, Studien über milchkoagulierende Kulturen von Lacto­
bacillus. (Iowa State Coll. J. Sei. 13. 95—96. 1938. Iowa State College.) S c h l o e m e r .
W , Riedel, Die Verbutterung von Süßrahm und die Verwendung der süßen Butter­
milch in der Käserei. Bei Beachtung verschied. Voraussetzung ist es möglich, den
Rahm süß zu verbuttern, dabei soll ein Rahmfettgeh. von 35% nicht unterschritten
werden. Die Füllung des Butterfertigers soll 30% nicht überschreiten, dann beträgt
der Fettgeh. der Buttermilch nicht über 0,5%. Die Entrahmung der süßen Butter­
milch gelang nicht in befriedigendem Maße. Die Buttermilch kann jedoch mit verkäst
werden. Ein Zusatz von 20% Buttermilch zur Kesselmilch erwies sich.bei verschied.
1940.
I.
H IVI. N a f i r u n g s -, G e n u s z - ü n d F u t t e r m i t t e l .
2573
Käsen als geeignet. (Dtsch. Molkerei-Ztg. 61. 18—20. 35—-36. 11/1. 1940. Wangen,
Allgäu, Staatl. Milchwirtsch. Labor, u. Forseh.-Anst.)
Schloem er.
A . Heiduschka und F. Cicekdagi, Zur Kenntnis des türkischen Büffelmilchfettes.
Beschreibung der merkwürdigen Art der Herst. der Büffelbutter; das Milchfett der
türk. Büffel weicht in seiner Zus. von der anderer Büffelarten nicht wesentlich ab.
(Z. Unters. Lebensmittel 79. 150—53. Jan./Febr. 1940. Dresden, Techn. Hoch­
schule.)
SCHLOEMER.
E.
Crasemann und F . Christen, Bericht über Versuche betreffend Eignung von
Maissilage zur Erzeugung von Buttereimilch. Winter 1937/1938. Der Einfl. der Mais
silage auf Geruch u. Geschmack tritt bei der Milch noch nicht, wohl aber bei der Frischbutter in Erscheinung; er verstärkt sich bei der Lagerung der Butter. Er ist am stärksten,
wenn die Verfütterung der Maissilage vor oder während dem Melken erfolgt, läßt sich
jedoch weitgehend vermeiden, wenn das Futter nach dem Melken gegeben wird. (Land­
wirtseh. (Jb. Schweiz 54. 27—54. 1940. Zürich, Eidg. Techn. Hochschule, Inst. f.
Haustierernährung.)
SCHLOEMER.
* J. L. Henderson, Futter für die Milchkühe, welches ausreichende Mengen Carolin
enthält. Die Anfälligkeit der Milch für Oxydationsgeschmack kann durch solche Fütterung
herabgesetzt werden. (Milk Plant Monthly 28. Nr. 12. 26—27. Dez. 1939. Univ. of
Calif.)
SCHLOEMER.
L. A . Henke und G. W . H . Goo, Vergleich des Wertes von Napier- und Sudangras
als Grünfutterweide für Milchkühe. Analysen der Gräser, der Milch, des Butterfettes.
Vgl. der Milchproduktion. (J. Dairy Sei. 22. 1007—10. Dez. 1939. Honolulu, Univ.
of Hawaii.)
SCHLOEMER.
C. F. Monroe und A . E. Perkins, Eine Studie über den pjj- Wert des Inhalts des
Iünderlabmagens. Der p H -W e rt schwankt mit dem Futter zwischen 6,83 u. 7,01.
(J. Dairy Sei. 22. 983—91. Dez. 1939. W o o s te r , O., Agric. E x p . Stat.) S c h l o e m e r ,
K . Mohs und Elisabeth Tornow, Keimenergie und Selenreduktion. Unteres, an
frisch geerntetem Getreide nach der Na-Selenit-Meth. ergaben nach dem Verf. von
L a k o n u . von T h o m a s im Verhältnis zu den Ergebnissen der Keimenergiebest, ver­
einzelt zu günstige Resultate. Die Erklärung hierfür ist in dem Zuckergeh. des Keim­
lings zu suchen. Die im Zuckergeh. begründete Lebenskraft des Kornes drückt sich
in hoher Keimenergie aus. Ist dagegen der Zuekergeh. eines Weizens niedrig, so findet
sich die vollständige Rotfärbung nur an einer geringen Anzahl von Keimlingen. Die
abweichenden Resultate der Na-Selenitprobe stammten hauptsächlich von pilz­
befallenen Mustern. Die Schimmelpilze verbrauchen den Zucker des Keimlings u.
verringern damit parallel die Red.-Möglichkeit des Selenits. Es kann daher die Selenred.-Fähigkeit von Körnern, die 60 Min. bei 40° vorbehandelt wurden, als Maß für
den inneren wie auch für den äußeren Gesundheitszustand des Getreides angesehen
werden. (Z. ges. Getreidewes. 27. 17—22. Febr. 1940. Berlin, Reichsanstalt f. Getreideverarbeitung, Inst. f. Müllerei.)
H ä EVECKER.
Mircea V. Ionescu und Horia Slu?anschi, Beitrag zur Untersuchung der Stärke­
bestimmung in Getreide. II. Beziehungen zwischen Stärke- und Cellulosegehalt. (Vgl.
C. 1939. II. 4392.) Analysentabellen über 190 rumän. Maismuster auf W., Stärkegeh.
(E w e r s u. L i e b e r m a n n - L i n t n e r - K ö n i g -S u t t h o f f ) u . Anzahl der Körner in
25 g. Der Stärkegeh. u. die Größe der Körner geben keinen Anhalt für den Geh. an
Hemicellulosen. (An. Inst. Cercetäri agronom. Romäniei [Ann. Inst. Rech, agronom.
Roum.] 10 ( 9). 358—76. 1938. [Orig.: rumän.])
Hae veck er.
Hehnuth Scholz, Über die Deutung der Amylogrammkurven. (Vgl. C. 1939.
II. 1406.) Zwischen der Höhe der Amylogrammkurve u. der Backfähigkeit eines Roggenmehles besteht nur in extremen Fällen eine eindeutige Beziehung. Auch zu den Mal­
tosewerten besteht keine direkte Beziehung. Vf. versuchte daher, die Amylogrammeth.
auf die Maltosebest, abzustimmen, damit eine Parallelität beider Wertmessungen
erreicht wird. Dies gelang dadurch, daß die Zeit der Einw. der diastat. Fermente
während ihres Tcmp.-Optimums in die Länge gezogen wurde. Der Temp.-Anstieg
wurde bei 56° gestoppt u. blieb längere Zeit auf dieser Höhe. Bei dieser Temp. ist
auch in allen Fällen eine Verquellung bzw. Verkleisterung zu erwarten. Ferner wird
der größte Teil der in W. lösl. Eiweißstoffe des Roggenmehles hierdurch koaguliert.
Die erhaltenen Kurven standen nach dieser Meth. in guter Beziehung zum Baekergebnis.
Außerdem werden hierdurch die diastat. Vorgänge eindeutig neben Fragen der Stärke­
resistenz veranschaulicht, so daß auf eine ergänzende Maltosebest, verzichtet werden
kann. Die Meth. gibt auch bei der Prüfung von Roggenschrot gute Resultate, die
allerdings durch die Inhomogenität des Schrotes etwas beeinträchtigt sind. (Z. ges.
Getreidewes. 27. 23—29. Febr. 1940. Berlin, Reichsanstalt für Getreideverarbeitung,
Inst, für Müllerei.)
H aevecker.
XXII. 1.
166
2574
HXVi.
N a h ru n q s -, G e n u s z - u n d F u t t e r m i t t e l .
1940. I.
Hugo Kühl, Viscositälsmessungen — ihre Anwendung zur Beurteilung der Back­
qualität der Mehle. Übersichtsreferat. (Chemiker-Ztg. 64. 49—50. 1/2. 1940. BerlinZehlendorf.)
Haevecker.
Horia Slusanschi, Beitrag zur Bestimmung des Fettgehaltes in pflanzlichen Mate­
rialien. Unterss. an Maismehl ergaben in lufttrockenen Mustern die gleichen Resultate
wie in getrockneten bei der Extraktion mit PAe. im Soxhlet. Die Abweichung betrug
im Höchstfall -f- 2°/0 des gefundenen Wertes bei der Analyse trockener Muster. Die
Oxydation des extrahierten Öles ist bei 105° erheblich, bei 75— 80° praktisch 0. Vf. gibt
anschließend Vorschriften über Extraktionsdauer im Soxhlet u. für die direkte Ex­
traktion, von der in einem aliquoten Teil der Fettgeh. bestimmt wird. (An. Inst.
Cercetäri agronom. Romäniei [Ann. Inst. Rech, agronom. Roum.] 10 (9). 233— 53.
1938. [Orig.: rumän.]
H AEVECKER.
Delbert F. Breazeale, Eine kritische Studie über die Genauigkeit und den Wert
der Halogen-Additionsreaktionen in der Milch-Fettuntersuchung. Vgl. der JZ.-Bcst.Meth. nach H ü b l , W ijs, H a k u ś , R o s e n m u n d u. K u h n h e n n u. nach K a u f m a n n .
Vor- u. Nachteile werden besprochen. (Iowa State Coll. J. Sei. 13. 47—49. 1938.
Iowa Sate College.)
Sch loem er.
Royal A . Sullivan und L . C. Norris, Bestimmung von Riboflavin in getrockneten
Milchprodukten. Die Best. des Riboflavins geschieht auf spektrophotometr. Wege.
Die Extraktion wird mit 75%ig. Aceton vorgenommen, das mit wenig H 2SO, angesäuert
ist. (Ind. Engng. Cliem., analyt. Edit. 11. 535—40. Okt. 1939. Ithaca, N. Y., CornellUniv.)
Schloem er.
* Alessandro Marcello, Venedig, und Sergio Tonzig, Padua, Italien, Trocknen
von Vegetabilien unter Erhaltung der Vitamine und Fermente dadurch, daß das zer­
kleinerte Gut unter gleichzeitiger starker Luftbewegung einer schrittweise ansteigenden
Temp. mit der oberen Grenze von 50° ausgesetzt wird. (It. P. 3685 13 vom 3/2.
1938.)
H e in z e .
Otto Czadek, Wien, Zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln bestimmtes Pergament­
papier, dad. gek., daß es mit konservierenden anorgan. Sahen u./oder Formaldehyd
bzw. Formiaten imprägniert ist, z. B. mit 99 (% ) NaCl, 0,5 CaCl2 bzw. MgCl2 u. 0,5
NaN03 bzw. NaN02 oder 98 NaCl, 0,5 CaCl2 bzw. MgCl2 u. 1,5 Natriumformiat. Es
können dem Salzgemisch auch B(OH)3 oder Na3Bt07 zugesetzt werden. (It. P. 368 932
vom 12/7. 1937. Oe.Prior. 13/7. 1936.)
H e in z e .
Robert M. Foster, Helena, Ark., H . S. Cramer, New York, N. Y., und Douglas
Mc Cabe, Chicago, 111., übert. von: Logan A . Dils, Stuttgart, Ark., V. St. A., Her~
Stellung von Getreideprodukten nach Art von Puffreis. Das Verf. stellt eine Weiterbldg. des Verf. nach Patent 2 185 053 dar. Die durch Zusammenbringen mit einer
Salzmischung von 230—300° stark erhitzten Getreidekörner werden in einer Kochsalzlsg. zum Quellen gebracht, bei 60— 71° getrocknet u. dann erneut etwa 30—90 Sek.
lang mit der auf 230—300° erhitzten Salzmischung behandelt. Nach der Behandlung
weisen die Getreidekörner das 6— 8-fache ihres ursprünglichen Vol. auf. (A. P. 2 1 8 5 054
vom 20/8. 1937 ausg. 26/12.1939.)
K ran z.
Pennsylvania Sugar Co., übert. von: Gustave T. Reich, Philadelphia, Pa.,
V. St. A., Gelee- und Marmeladenbereitung. Fruchtsaft u. Zucker werden, gegebenen­
falls unter weiterer Zugabe von Säure u. Pektin, unter inniger Vermischung erhitzt,
filtriert u. im Vakuum auf ein vorher festgelegtes Vol. eingedampft. Nach Entfernung
des Schaumes wird das Prod. zwecks Inversion des Zuckers bei einer unter dem K p .
liegenden Temp., z. B. bei 93°, unter Beachtung des ph behandelt. Die Inversion
des Zuckers kann auch vor der Vakuumbehandlung erfolgen. (A. P. 2 1 8 5 064 vom
2/7. 1937, ausg. 26/12. 1939.)
K ran z.
M. E . Prachin, E . N. Wolkow und W . A . Rusch, USSR, Entbittem von Lupinen.
Ausbldg. des Verf. nach Russ. P. 53 392, darin bestehend, daß die Lupinen vor der
Extraktion mit Mineralsäuren mit schwach alkal. Lsgg. behandelt werden. (RuSS. P55 669 vom 3/12. 1938, ausg.30/9. 1939. Zus. zu Russ. P. 53392;
C. 1939. I.
1685.)
R ic h t e r .
Chemische Werke Albert, Mainz-Kastel (Erfinder: Hans Mengele und Kurt
Mählmann, Wiesbaden), Wasserlösliches Calcium-Natriumphosphatbeifutter wird her­
gestellt aus Di- oder Tricalciumphosphat, der erforderlichen Menge vorzugsweise
konz. H3P0 4 u . Natriumsalzen solcher Säuren, die stärker u. zugleich flüchtiger als
H 3PO., sind. Z. B. werden 150 kg CaHP04 mit 97 1 konz. H3PO., (40% P»05) gut
gemischt, 15 kg NaCl zugegeben u. das Ganze unter Rühren bei Tempp. nicht über
200°, vorzugsweise bei 100—-150°, solange erwärmt, bis HCl-Dämpfe nicht mehr ent­
weichen. (D. R. P. 686 950 Kl. 53 g vom 6/1. 1938, ausg. 19/1. 1940.) D e m m l e r .
1940.1.
Hxvn- F e t t e .
S e ife n . W a s c h - u. R e in ig u n g s m it t e l. W a c h s e u sw .
2575
[russ.] A. G. Bossin, Bestimmung von schädlichen mineralischen Substanzen in Nahrungs­
mitteln. Leningrad: N.-i. laboratorija pisehtseh.- gigijeny. 1940. (68 S.) 5 Rbl.
[russ.] N. X. Sserbinowa, Aufhellen von Fruchtsäften durch Enzyme. Moskau-Leningrad:
fischtachcpromisdat. 1939. (72 S.) 3 Rbl.
XVII. Fette. Seifen. Wasch- u. Reinigungsmittel.
Wachse. Bohnermassen usw.
J. H. Wigner, Der Twitchell-Prozeß. Beschreibung des Fettspaltverfahrens.
(Soap, Perfum. Cosmet. 12. 979—84. 992. Dez. 1939.)
E llm er.
C. W . Lenth, Eine neue Methode zur Verhütung von Ölabsonderung. Bei Erdnußbutter, die im allg. leicht öl absondert, genügt ein Zusatz von 1,5—2% Glycerin, um
die Absonderung zu verhindern. (Food Ind. 11. 678—79. Dez. 1939. Chicago, Ul.,
Miner Labor.)
SCHLOEMER.
Alpll. Steger und J. van Loon, Das feile Öl der Samen von Canarium commune L.
In teilweiser Berichtigung der Angaben früherer Forscher wird über die Zus. des aus
Javamandeln, den Kernen der Früchte von Canarium commune L. (Burseraceae) u.
stammenden CanariöleS berichtet. Die Kcnnzahlen eines kalt gepreßten (an erster Stelle)
eines mit PAe. extrahierten Öles sind: SZ. 0,22; 1,12; VZ. 195,3; 194,4; JZ. (WlJS)
73,5; 70,2; Rhodanjodzahl 54,4; 52,0; RMZ. 0,64; 0,58; nD70 = 1,4497; 1,4495;
D . ,84 0,8740; 0,8728; die beiden Öle haben die prozentuale Zus. Stearinsäure 9,7; 10,2;
Palmitinsäure 29,0; 30,5; 9-Ölsäure 38,3; 39,9; 9,12-Linolsäure 21,8; 18,7; 9,12,15-Linolensäure 1,2; 0,7. Canariöl zeigt also keine Polymerisation u. gelatiniert nicht plötz­
lich unter Wärmeerzeugung beim Erhitzen auf 240— 250°, wie die Nachprüfung ergab.
(Reeueil Trav. chim. Pays-Bas 59. 168—72. Febr. 1940. Delft, Techn. Hoch­
schule.)
B ehrle.
M . Jakubow, Zentrifugierung von Ssalomas. Zewcks Rückgewinnung des Kataly­
sators aus Ssalomas ist in Abänderung des mit einer Filterzentrifuge arbeitenden Verf.
nach W lLB U SC H E W lTSC H die ununterbrochene Zentrifugierung angewendet worden.
Dabei setzt sich der Katalysator an den Innenwandungen der Zentrifuge ab, u. das ge­
reinigte öl fließt über Öffnungen im inneren Zentrifugenzylinder in den Zwischenraum
zwischen diesem u. der Außenwand, von wo es ununterbrochen abgelassen wird. Man
arbeitet am besten allg. bei 100°, da bei dieser Temp. prakt. kein Unterschied in der
Viscosität der einzelnen öle besteht; die Umdrehungszahl der Zentrifuge sollte 2000/Min.
betragen. Das Verf. hat den Vorteil einer einfachen u. leichten Abtrennung des Kataly­
sators in ununterbrochenem Arbeitsgang ohne Einw. von chem. Reagenzien auf das öl.
(Macjioßoimo - )KirpoEoe ßeao [öl- u. Fett-Ind.] 14. Nr. 6. 16— 18. 1938. Charkow,
Chem.-technolog. Inst.)
P OH L.
C. Louden und H . Antrobus, Ein geeignetes Verfahren zur Bestimmung der aus
Leinsamenhuchen entweichenden Cyanwasserstoffsäure. 0,5— 1 g des gepulverten Lein­
samenkuchens werden in einer Glaswanne mit 10 ccm W. versetzt. In die Wanne
stellt man ein mit 10 ccm Na-Pikratlsg. (4 g Pikrinsäure u. 40 g wasserfreie Soda
werden getrennt gelöst, vermischt u. auf 1 1 aufgefüllt) beschicktes Schälchen, ver­
schließt die Wanne u. läßt über Nacht bei Bluttemp. in einem Brutschrank stehen.
In gleicher Weise verfährt man mit mehreren Blindproben, die statt mit Leinsamen­
kuchen mit eingestellten KCN-Lsgg. ausgeführt werden. Am nächsten Morgen werden
die Pikratlsgg. in N E S S L E R -R oh re übergespült u. verglichen. — Das Auftreten der
Rotfärbung erfolgt in manchen Fällen schon nach 20 Min., oft auch erst nach mehreren
Stunden. (Analyst 64. 187— 89. März 1939. Liverpool, Silcock’s Labor.)
E c k s t e in .
P. Sakurdajew, Bestimmung des Endes der Benzinabdampfung. Zur Best. des
Endes der Bzn.-Abdampfung bei der Extraktion von Ölen werden die Dämpfe in eine
J-Lsg. geleitet, wobei das Auftreten eines violetten Ringes die Ggw. von Bzn. anzeigt.
Eine Vereinfachung der Best. ergibt sich, wenn die einzelnen Extraktionsapp. mit ver­
längerten Probeentnahmerohren versehen sind, so daß eine zentrale Dampfunters.
möglich ist. (MacjiotioftHo-JKupoBoe Rzao [Öl- u. Fett-Ind.] 14. Nr. 6. 28. 1938.
Armawir.)
P oh l.
Merlin W and, Bestimmung des Verseifungswertes von Wachs mittels gemischter
Lösungsmittel. Während nach der üblichen Meth. zur Best. des Verseifungswertes
mit 1/ 2-n. alkoh. K 2CO,-Lsg. gekocht wird, setzt Vf. der Lsg. Toluol zu, so daß infolge
des höheren Kp. des Toluols das Wachs während des Kochens vollständig in Lsg.
bleibt. — 2 g Wachs werden in 10 ccm Toluol durch schwaches Erwärmen gelöst u.
mit 25 ccm 7/io'n- alkoh. KOH-Lsg (39gKOH/l) versetzt. Diese Lsg. sowie eine
Blindprobe, die nur Toluol u. KOH enthält, werden 2 Stdn. lang erhitzt (Rückfluß­
kühler) bis zur vollständigen Verseifung. Nach Zufügen von 5— 6 Tropfen Phenol166*
2576
H XVII. F e t t e . S e i f e n . W a s c h - ct. R e i n i g u n g s m i t t e l . W a c h s e ü s w .
1940.1.
phthalein wird mit tyj-n. HCl bis zum Verschwinden der Rosafärbung titriert. Die Differenz
des HCl-Verbrauchs von Blindprobe u. Vers.-Lsg. ergibt den zur Verseifung ver­
brauchten KOH- u. damit den Verseifungswert. (Chemist-Analyst 28. B3—54. Nov.
1939. Camden, N .J., RCA Manufacturing Comp.)
S t k ÜBING.
Reiining, Inc., Reno, Nev., übert. von: Benjamin Clayton, Houston, Tex.,
V. St. A., Seifenherstellung, öl, Fett wird im bestimmten Verhältnis mit Lauge ge­
mischt u. durch eine von außen beheizte Rohrschlange gepumpt, wobei die Stoffe
verseift werden. Die entstandene Seife, die außer Glycerin u. W. noch Spuren unverseifter Bestandteile enthält, wird erneut durchgemischt, worauf die Mischung bei
höherer Temp. durch eine zweite Heizschlange gepumpt u. dann in einen Vakuumverdampfer gespritzt wird, in welchem 98/°0 des in Dampfform befindlichen Glycerins
abgetrengt wird u. die Seife in plast. Zustand anfällt, die dann in der üblichen Weise
in Pressen weiterverarbeitet wird. (A. P. 2 1 7 8 988 vom 28/5.1937, ausg. 7/11.
1939.)
E b ic h W o l f f .
Lever Brothers & Unilever Ltd., Port. Sunlight, Seifenpulver oder -flocken aus
Natronseifen mehrfach ungesättigter Feilsäuren u. Älkalisalzen von Säuren des fünf­
wertigen Phosphors. Im Fettansatz können bis zu 40% gesätt. Fettsäuren verwendet
werden. 75 (Teile) geschmolzener Seife aus Sonnenblumenöl mit ca. 63% Fettsäure
werden mit 10 Na2HP0 4•12 H20 u. 5 Na3P04- 12 H20 vermengt, worauf das Prod.
in bekannter Weise versprüht wird. Vgl. E. P. 492719; C. 1939. I. 285. (Schwz. P.
205 546 vom 9/3. 1938, ausg. 16/9. 1939. E. Priorr. 24/3. 1937 u. 23/2. 1938.) L ü t t g e n .
I.
G. Farbenindustrie A kt.-Ges., Frankfurt a. M., Capillaraktive Stoffe durc
Einführung hydrophiler Gruppen in Amine der nebenst. Zus., worin R u. R, aliphat.
tj
n
KW-stoffreste mit je mindestens' 3 C-Atomen u. zusammen
□3\ p y ,/ 4
mindestens 8 C-Atomen u. R2, R 3 u. R., organ. Reste oder H
5
/
1 \-n
bedeuten. — 380 (Teile) eines Amingemisches, das durch
1
3
führung der Palmkernfettsäuren in die Ketone u. Hydrierung
derselben in Ggw. vom fl. NH3 u. eines Ni-Katalysators erhalten wird, werden bei
100— 120“ mit Äthyleiwxyd (I) umgesetzt, bis 10 Moll, absorbiert sind. Wasserlösl.
Prod., das mit Dimethylsulfat (II) nachbehandelt werden kann. — 12 Diglykolsäureanhydrid werden zu 22 eines Amingemisehes (III), das durch Überführung eines Ge­
misches von Paraffincarbonsäuren mit dem mittleren Mol.-Gew. 150 in das entsprechende
Ketpngemisch u. Hydrierung desselben in Ggw. von fl. NH3 erhalten wird, gegeben,
die M. auf 70—80° erhitzt, mit 7 Na2C03 u. 50 W. versetzt. Dicke Lsg., die als Netz­
mittel verwendet wprden kann. — Ein aus Paraffincarbonsäuren von C, bis C9 erhaltenes
Amingemisch wird mit Äthanolamin, dann mit GISO^H u. gegebenenfalls mit Methyl­
chlorid behandelt. — Ein Isocyanatgemisch, das aus den Aminen, welche man aus
Paraffincarbonsäuren vom mittleren Mol.-Gew. 170 erhält, gewonnen wurde, wird
mit Methyltaurin; 10-Aminononadecan (IV) mit Glykolsäure, dann mit GlS03H u.
NaOH zu der Verb. (C9Hl9)2: CH'NH-C0-CH 2-0 -S 0 3Na; 9-Aminoheptadecan mit
NaHSO^ u. Formaldehyd, dann mit NaCN umgesetzt u. das Prod. verseift u. mit II
in das Betain übergeführt. — Ein Amingemisch III wird mit Benzoesäure, dann mit
GISO^H; oder mit Crotonsäure, dann mit Acetanhydrid u. Monohydrat umgesetzt u.
neutralisiert. — Das Chloracetamid von IV wird in Methanol mit Na-Sulfid erhitzt. —
Das Amingemisch III wird mit Parafonnaldehyd in Ggw. eines Ni-Bimssteinkatalysators
hydriert, das erhaltene Gemisch von tert. Aminen mit Bromessigsäureäthylester umgesetzt u. gegebenenfalls verseift; oder mit Benzylchlorid behandelt usw. (E. P. 510 318
vom 25/1. 1938, ausg. 25/8. 1939.)
D onle.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Herstellung von capillaraktiv
Ferbindungen aus einem Amin der allg. Formel R—N(R 2)(R,.), worin R u. Ri aliphat.
KW-stoffreste mit wenigstens 3 C-Atomen u. insgesamt wenigstens 8 C-Atomen be­
deuten; R 2 ist H oder ein organ. Rest. Das Amin wird sulfoniert oder mit einer anderen
mehrbas. Mineralsäure behandelt. Der Schwefelsäurerest kann auch durch K o n d e n ­
sation mit einer halogenierten organ. Sulfonsäure eingeführt werden. Geeignete Aus­
gangsamine sind z. B. Di-(n-hexyl)-amin, Diisohexylamin, Di-a-äthylhexylamin, Dioktylainin, Butyldodeeylamin, Didodecylamin, Dioktadecylamin, M e th y ld ih e x y la m in ,
N-Diisoheptyläthanolamin. Diese werden umgesetzt z. B. mit H 2S04, Oleum, S03,
C1S03H, C1S03K, FS0 3Na, NHa-SOaH, H3P04, Ps0 5, H3B03, B20 3 sowie mit Chlor­
äthansulfonsäure, Chlormethylbenzolsulfonsäure, y - Chlor - ß - oxypropansulfonsäure,
Chloracetonsulfonsäure, Acetonmono- oder -disulfonsäure, Benzaldehydsulfonsäure. Die
Umsetzungsprodd. sind als Netz-, Dispergier- u. Schaummittel in d e r Textil-, Lederu. Papierindustrie bes. wertvoll. — In ein Gemisch aus 140 Gewichtsteilen Chlf. u.
42 Pyridin trägt man unter Kühlen 28C1-S03H ein u. gibt dann 30 Di-a-äthylhexyl-
1940.1.
H ST!I. F e t t e . S e i f e n . W a s c h - u . R e i n i g u n g s m i t t e l . W a c h s e u s w .
2577
amin zu. Man erwärmt 4 Stdn. lang auf 55— 60°, worauf man das Rk.-Gemisch in
66,5 einer 37%ig. NaOH unter Kühlung einrührt. Das Umsetzungsprod. hat die
Formel [CH, •(CH2)3•CH(C2H5) ■CH2]2N •S03Na. — Aus Butyldodecylamin, C1-S03H
u. KOH wird erhalten eine Verb. von der Formel (C4HS) ■(C^H^N—S03K. (F. P.
849 019 vom 17/1. 1939, ausg. 13/11. 1939. D. Prior. 17/1. 1938.)
M . F. M ü l l e r .
Emulsol Corp., übert. von: Albert K . Epstein und Morris Katzmann, Chicago,
111., V. St. A., Capillaraktive Verbindungen. Ester aus Alkylolaminen, deren Alkylrest
mindestens 8 C-Atome enthält u. halogenierte aliphat. Monocarbonsäuren oder halo­
genierte Säurehalogenide mit weniger als 8 C-Atomen werden mit Ammonium- oder
Alkalisulfiten umgesetzt. Man kann auch Fettsäureester des Triäthanolamins, die
am N mindestens 1 freie OH-Gruppe enthalten, mit halogenierten Carbonsäuren (oder
Säurechloriden) umsetzen u. Halogen gegen die —S03H-Gruppe austausehen. Man
erhält Verbb. der folgenden Formeln:
0
Ci8H31- C 0 —NH—CsH4- 0 —C -C H ,—SOaK
X c ’ h 4- 0 - C —C H ,-S 0 3Na
0
b
0
TTvr^-CjH4—0 —6 —CuH,3
WJN^ C 8H4- 0 —C -C H s- S 0 3K
r.
tj
„fin -N H -r w _w<^'C'sH4-0-C 0-C nH!3
^ ^'C2Ht-
Ö
O
0
K 038 •CH2•(U•0 •C ,H ,^ v _ n |r m^ C jH j—0• (3—CnHJ3
KOsS •CH,—C •0 •C jH ^
^ ^ C A -O - C -C n H ^
J!
1
0
0
n „ ATT
PH
■Nr^'C2H4•0 •C, jH,6
r h — CO— n ^ ° 3 H<0 H
CnHi3 OU « < c , H 4-0 C 0 -C H 2-S 03Na
6 11
^C J H .— O -C — C H „-S03NH4
ii
Die Verbb. können auch aromat. oder hydroaromat. Reste enthalten. Die er­
haltenen Verbb. dienen in der Textil-, Lederindustrie, in der Kosmetik, Färberei,
Schädlingsbekämpfung, für Flotationsverf., Zahnpasten usw. Salze, Sulfonate, Lösungs­
mittel können zugesetzt werden. (A. P. 2 1 7 8 1 8 9 vom 30/7. 1938, ausg. 31/10.
1939.)
M ö l l e r in g .
Emulsol Corp, übert. von: Morris B. Katzman, Chicago, 111., V. St. A., Capillaraktive Verbindungen sind solche der allg. Formel: RO—(Rj—NY)n—CO—R2(S03M)m
(R = organ. Rest mit mindestens 4 C-Atomen; R, = Alkyl- oder Arylrest; Y = Wasser­
stoff, Alkyl-, Aryl-, Cycloalkyl-, Alkoxyl-, Aralkyl- oder Alkylolrest; R2 = KW-stoffrest
mit weniger als 6 C-Atomen; M = Kation, m u. n = Zahlen 1— 4). Bes. geeignet
sind Verbb.: RCOO •C2H.,NH--C0CH2S03M, wofür als Beispiele R als Reste C]3H2,—,
C17H35—, C7HI5—, CnH23— u. M als Na, K, NH4 u. Triäthanolamin dargestellt sind.
Analoge Verbb., in denen R der Benzoe- oder Naphthoesäurerest ist, sind angegeben.
Die Herst. der Verbb. erfolgt z. B. nach folgendem Beispiel: 122 (g) Älhylchloracetat
werden bei 0— 10° zu einer 25%ig. wss. Lsg. von Monoäthanolamin (1) zugesetzt. Nach
Beendigung der Rk. wird der Überschuß I mit etwa 126 Oxalsäure neutralisiert. Die
M. wird eingedampft u. mit Isopropylalkohol das N-ß-Oxyäthylchloracetamid (II)
extrahiert. 14,8 hiervon werden mit 18,8 Laurylchlorid zu dem Laurinsäureester von II
umgesetzt, in den der Sulfonsäurerest mittels Na2S03 eingeführt wird (CnH23COO—
C2H,—NH—C0CH2S03Na). Das gereinigte, weiße, kryst. Prod. schäumt, reinigt u.
netzt gut. Weiter sind die Verbb. angegeben:
/CaHs
___
C n H a -C 0 0 -(C H „),-0 'C 2H,-NH—CO-CHiSOjN^CtEU CnHnCOO—<f "
^ -NH-CO-CH,SQ»K
H
Die Verb. kann auch als Thioäther dargestellt werden.
CuHjiCOO—CjH«—NH— CO—CH----- CH- CH,
C„H .,C O O -C ,H .—N—CO-CH,-SO,K
SO,Na SOaNa
C,iH b -COO*C,H<—NH—CO—CH—CHsCOOCiHs
CjH.OH
SO,K
(A. P. 2184 770 vom 15/7. 1938, ausg. 26/12. 1939.)
M ö l l e r in g .
2578
H XVII. F e t t e . S e i f e n . W a s c h - ü . R e i n i g u n g s m i t t e l . W a c h s e u s w .
1 9 4 0 .1 .
General Aniline W orks, Inc., New York, N. Y., V. St. A., übert. von: Georg
Meyer, Köln, Herstellung von Kondensationserzeugnissen. Aus Eiweiß durch voll»-
ständige Hydrolyse erhaltene Aminosäuren werden mit Chloriden von z. B. Butyl-,
Dichlorbenzyl-, Diisobutylnaphthalinsulfcmsäuren zu capillarakt. Mitteln umgesetzt. —
Hautabfälle werden mit NaOH-Lsg. 12 Stdn. bei 140— 150° aufgeschlossen. 100 (Teile)
einer 40%'g- Lsg- hiervon werden mit einer Lsg. von 32 Octadecylsulfochlorid in 30 Ä.
unter Zusatz von 110 konz. Sodalsg. bei Raumtemp. umgesetzt. Dann dampft man
zur Trockne ein. (A. P. 2 183 856 vom 15/6. 1937, ausg. 19/12. 1939. D. Prior. 24/3.
1933.)
M ö l l e r in g .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Herstellung von Fettsäureestem des Glycerins aus den Monocarbonsäureestern des Monochlorhydrins, die man aus
Epichlorhydrin u. Fettsäuren mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen erhält, in Ggw. von
Katalysatoren nach F ried el-C ra ets durch Umsetzung mit den Metallsalzen von
Fettsäuren mit mindestens 4 C-Atomen. — 265 (Teile) Buttersäuremonochlorhydrinester
werden in Ggw. von FeCl3 mit 220 Na-Oleat auf 220° erhitzt. Wenn das Gemisch ge­
schmolzen ist, werden weitere 300 Na-Oleat zugesetzt u. die M. auf 250° erhitzt. Nach
dem Abkühlen wird das Rk.-Prod. in Ä. oder Bzn. gelöst u. mit W. mehrere Male ge­
waschen. Dabei wird der Ölsäure- u. Buttersäureester des Glycerins erhalten. (F. P.
850 751 vom 23/2. 1939, ausg. 26/12. 1939. D. Prior. 10/3. 1938.)
M. F. Müller.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Herstellung von Feltsäureestem des Monochlorhydrins aus aliphat. Säuren mit mindestens 4 C-Atomen durch
Umsetzung mit Epichlorhydrin in Ggw. von Katalysatoren nach F rie d e l-C ra fts. —
In ein Gemisch von 500 (Teilen) Buttersäure u. 25 wasserfreiem FeCl3 werden 460 Epi­
chlorhydrin eingetropft, wobei die Temp. des Rk.-Gemisches nicht 65° übersteigen darf.
Darauf wird 1 Stdo. lang stehen gelassen u. nach Zusatz von 30 Na-Acetat wird unter
Vakuum destilliert. Der Monosebacinsäureester des Chlorhydrins geht bei 10 mm
zwischen 120 u. 131° über. (F. P. 850 709 vom 22/2. 1939, ausg. 23/12. 1939. D. Prior.
10/3. 1938.)
M. F. M ü lle r.
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Herstellung von wasserlöslichen
capillaraktiven Koiulen.sationsprodukten aus Dicyandiamid, Formaldehyd oder Methylolverbb. u. einer Säure u. einer Verb., die einen KW-stoffrest mit mindestens 3 C-Atomen
enthält. Zu letzteren gehören aliphat., cycloalipliat. oder aromat.-äliphat. Hydroxylverbb., ferner Mereaptane, prim. u. sek. Amine, Säureamide, Nitrile, Hydrazide von
Sulfonsäuren. — 20 (Gewichtsteile) Laurinsäureamid, 3,6 Paraformaldehyd, 9 Dicyan­
diamid (I) u. 15 konz. HCl werden nach Zusatz von 60 Essigsäure 1—2 Stdn. lang auf
60—70° erhitzt. Nach dem Abdest. der flüchtigen Anteile bleibt ein wasserlösl. weißes
Pulver zurück, dessen was. Lsgg. stark schäumen. — Ein ähnliches capillarakt. Prod.
wird erhalten aus Stearinsäuremeihylolamid u. I, — oder aus n-Bulanolchlormelhyläther
u. I, — oder aus Stearinsäurechlormethylamid, Paraformaldehyd u. I. (F. P. 850 892
vom 27/2. 1939, ausg. 28/12. 1939. D. Prior. 26/2. 1938.)
M . F. M ü l l e r .
I. G. Farbenindustrie
Akt.-Ges., Frankfurt a. M.,Herstellung von Netz-,
Reinigungs- und Dispergierungsmitteln. In aliphat. Kelone mit 11— 17 C-Atomen,
in denen jeder Alkylrest mindestens 5 C-Atome enthält, werden in unmittelbare
—C-Bindung oder über eine —S-Bindung Sulfonsäurereste eingeführt, entweder durch
Behandlung mit Monohydrat oder Chlorsulfonsäure oder durch Halogenierung u.
Umsetzung mit Alkalisulfiten oder Thiosulfaten. Die Ketone erhält man in üblicher
Weise aus den niederen Fettsäuren (6— 9 C-Atome) der Paraffinoxydation. — In
240 (Teile) Diheptylketon, gelöst in 1500 CC1.„ leitet man bei 20—25° 75 CI, ein. Das
isolierte Chlorid wird mit 2500 W., 1500 A. u. 300 Na2S03 (oder Na2S20 3) 8— 10 Stdn.
gekocht. Aus der eingeengten Lsg. wird das Na-Salz durch Zusatz von Butylalkohol
gewonnen. (F. P. 850 753
vom 23/2.1939, ausg.26/12. 1939.
D. Prior. 10/3.
1938.)
M ö El e r i n g .
I. G. Farbenindustrie
Akt.-Ges., Frankfurt a. M., übert. von: Hermann
Schuette, Mannheim, und Max Wittwer, Ludwigshafen a. Rh., AminkondensationsProdukte. Ein Amin, das mindestens ein reaktionsfähiges H-Atom enthält,' wird mit
einer Verb. umgesetzt, die mindestens 3 C-Atome im Mol. enthält, als Alkylenoxyd zu
reagieren vermag u. keinen Sauerstoff außer dem Oxydsauerstoff enthält; vor- oder
nachher wird durch Rk. mit einem niedrigen mehrwertigen Alkohol die W.-Löslichkeit
des Prod. bewirkt. — 1 (Mol.) Dodecylamin wird mit 2 Epichlorhydrin u. dann mit
2 Propylenoxyd (I); oder l Cetylamin mit 4 1 u. dann mit 12— IG Äthylenoxyd um­
gesetzt. — Netz-, Wasch-, Dispergiermittel usw. (A. P. 2 174 762 vom 13/4. 1935,
ausg. 3/10. 1939. D . Prior. 19/4. 1934.)
D onle.
W o lî Kritchevsky. Chicago, Hl., V. St. A., Oxyalkylaminderivate. Prim., sek.
oder tert. Oxyalkylamine werden bei 150— 175° mit 1,2 oder mehr Moll, eines höheren
1940. I .
H iTIII. F a s e e - u . S p i n n s t o f f e . H o l z . P a p i e r . C e l l u l o s e u s w .
2579
aliphat. Acylierungsmittels, wie Säuren, Estern, Halogeniden, z. B. Stearin-, öl-, Linol­
säure (I), organ. Sulfoehloriden, Monoglyceriden, Abietin-, Benzoesäure, Benzoylchlorid
(II), zu Estern bzw. Esteramiden umgesetzt, z. B. MonoätJumolamin-(acetat) mit Stearin­
säure; Triäthanolamin mit I; Methyldiätlianolamin mit II usw. — Emulgier-, Dispergier-,
Netzmittel usw. (A. P. 2 1 7 3 058 vom 4 /5 . 1939, ausg. 12/9. 1939.)
D onle.
XVIII, Faser- u. Spinnstoffe. Holz. Papier. Cellulose.
Kunstseide. Linoleum usw.
P. Colomb, Die Alginsäure und die Alginate.. Die in den braunen Algen (Fucoiden)
reichlich vorkommende Alginsäure gehört zur Klasse der Pektine. Sie besteht aus
polymerer Hexuronsäure, die nach N e l s o n , G r e t s c h e r , L u n d e , H e e n u . Ö y glueosid.-anhydrid. gebunden ist. Die Säure selbst ist in allen Lösungsmitteln unlösl.,
hingegen sind ihre Alkali- u. Mg-Salze zu hochviscosen Lsgg. löslich. Das Al- u. das
Zn-Salz sind in NH3 lösl., das Pb-, Hg- u. Ag-Salz unlöslich. Die Yiscosität der Alkali­
salze ist vom p h u . von der Verdünnung abhängig. Der Polymerisationsgrad der Algin­
säure entspricht etwa dem einer Kupferkunstseide mit 100 Hexoseeinheiten. Durch
Best. der Viscosität u. der Methoxylzahl fand Vf. für die Alginsäure ein Mol.-Gew.
von 860 gleich 5 Hexuronsäureanhydridmolekülen. — Die Alginate finden in zu­
nehmendem Maße Verwendung als Appretur- u. Schlichtemassen. (Teintex 4. 653—56.
15/12. 1939.)
F r ie d e m a n n .
— , Zerfall und Stabilisierung von Peroxydbleichflotten. Die wichtigsten Stabili­
satoren sind Salze des Mg, Ca, Sn u. die Phosphate. Organ. Verbb., wie Phenolderivv.,
Thio- u. Phenylharnstoff, Uretane u. Ketone als Antikatalyte. Hohe aliphat. Alkohole
als Stabilisatoren ( B ö h m e ) oder Na-Pyrophosphat -j- Na-Sulfanilat (G e i g y ). Bianca!,
ein Deriv. der C A R O schen Säure u. des Naphthalins. (Melliand Textilber. 21. 31—32.
Jan. 1940.)
F r ie d e m a n n .
H . J. Stern und J. w. Maiden, Latex in der Industrie. II. Latex und Textilien.
III. Kunstleder und Gummistoffe (rubber shclting). (I. vgl. C. 1939. I. 1083.) Prakt.
Angaben über die Verwendung von Latex in Verb. mit Textilien (Imprägnierung von
Textilien, Herst. von Stoffen zur Erstellung von Autoverdecken usw.), die hierzu
verwendeten Maschinen u. dergleichen. (Rubber Age [London] 19. 269— 72. 297—300.
305. 1938.)
P a n g r it z .
H . J. Stern, Latex in der Industrie. W . und V. Kautschukzementmischungen.
VI. Latex und Papier. (III. vgl. vorst. Ref.) Zusammenfassende Darst. im wesentlichen
an Hand der Patentliteratur. (Rubber Age [London] 19- 371—75; 20. 27— 28. 55— 57.
April 1939.)
P a n g r it z .
Werner Paul, Witterungs- und Temperaturbeständigkeit von Hartpapieren. Es
werden Unteres, über das Verh. von Hartpapieren auf Phenol/Kresolharz- u. Hamstoffgrundlage gegenüber Witterungs- u. Temp.-Einflüssen durchgeführt. Es ergab sich,
daß die untersuchten Harnstoffharzhartpapiere in bezug auf Witterungsbeständigkeit
den Phenol/Kresolharzen überlegen sind, während gegenüber höheren Tempp. das ent­
gegengesetzte Verhältnis besteht. — Bei Tempp. von —79 bis — 180° zeigen die Pheno­
plaste Steigerungen in der Zugfestigkeit, die bis zu 30% betragen; Harnstoffharze er­
weisen sich als weniger günstig. (Kunststoffe 29. 326—29. Dez. 1939. HamburgKl. Flottbeck.)
W. W o l f f .
W illiam George Campbell und Katherine Frieda Bamford, Faktoren, die die
relative Widerstandsfähigkeit verschiedener Höher gegen die Hydrolyse durch verdünnte
Schwefelsäure beeinflussen. Einw. von l% ig. H2S04 bei 100° während 5 Stdn. bzw.
24 Tagen auf Holzmehl von 8 säurewiderstandsfähigen, meist trop. Baumarten. Bzgl.
der Säurebeständigkeit ließ sich keine scharfe Grenze zwischen Hart- u. Weichhölzern
ziehen. Die Säurewrkg. bestand hauptsächlich in der allmählichen Umwandlung der
a-Cellulose in ^-Cellulose. Hohe Säurebeständigkeit besaßen Hölzer mit hohem a-Cellulose- u. Ligningeh. u. niedrigem Pentosangehalt. Die Sehutzwrkg. von Harzen, Fetten
u. Wachsen war gering, sobald die Säure in das Innere des Holzes eingedrungen war.
(J. Soc. cliem. Ind. 58. 180—85. Mai 1939. Princes Risborough, Forest Prod. Res.
Labor.)
N eum ann.
A . A . J. de Sigmond, Nutzbarmachung neuer Cellulosequellen nichtforstlichen
Ursprungs. Nichtforstliche Ausgangsstoffe, Aufschlußverff., Ablaugenverwertung.
(VI Congr. int. techn. chim. Ind. agric., Budapest, C. R. 1. 134—37. 1939. Budapest,
Univ.)
N eum ann.
H.
T. Herrick, Nutzbarmachung neuer Cellulosequellen nichtforstlichen Ursprungs.
Ausführungen zu demselben Thema wie bei vorst. Referat. (VI Congr. int. techn.
2580
H ITI]1. F a s e r - u . S p i n n s t o f f e . H o l z . P a p i e r . C e l l u l o s e u s w .
1940. I.
chim. Ind. agric., Budapest, C. R. 1. 138—48. 1939. Washington, U. S. Dep. of Agriculture.)
N eum ann.
E . Viviani, Nutzbarmachung neuer heimischer, insbesondere nichtforsllicher Roh­
stoffe zur CeUulosegeivinnung. Überblick über die italien. Rohstoff- u. Energiewirt­
schaftslage. (VI Congr. int. techn. chim. Ind. agric., Budapest, C. R. 1. 149—63. 1939.
Mailand.)
N eum ann.
Minoru Tutiya und Masao Imai, Untersuchung der Bambusarten in Taiwan als
Rohstoffe für Zellstoff. II. Über die Aschenbcstandteile der a-Cdlulose aus den mit
17,5°/0iger Natronlauge behandelten Zellstoffen. Als Hauptaschenbestandteile wurden
gefunden Silicate u. Fe-Verbb., während Phosphat, K. u. Na des Bambus schon beim
Aufschluß entfernt worden waren. (J. agric. ehem. Soc. Japan, Bull. 1 5 . 145—47.
N o v . 1939. Taityu, Taiwan, Ind. Res. Inst, [nach engl. Ausz. ref.].)
N eum ann.
W illiam G. Van Beckum und George J. Ritter, Ausbeute und Viscosität der
Holocellulose und einiger ihrer Cellulosefraktionen. Best. der Ausbeute u. Viscosität der
Holocellulose, Cross- u. Bevancellulose, hydrolysierten Holocellulose u. ihrer a-Cellulosen aus verschied. Hölzern. Die Holocellulose gab trotz ihres hohen Geh. an Hemicellulosen die höchsten Viscositäten. Alle übrigen Präpp. besaßen wegen Abbaues der
Celluloseketten bei der Entfernung von Lignin u. Hemicellulosen niedrigere Viscositäten.
Auf die angewandte Holzmenge bezogen, hatte die Holocellulose einen höheren Geh.
an a-Cellulose als die hydrolysierte Holocellulose u. die Cross- u. Bevancellulose.
Alkalien schonten die Celluloseketten mehr als Säuren. (Vgl. C. 1 9 3 9 . I. 3894. II. 274.)
(Paper Trade J. 1 0 9 . N r . 22. 107—09. 30/11. 1939. Madison, Wis., U. S. Dep. of Agriculture.)
N eum ann.
Y . Inoue, Untersuchungen über die Reifung der Alkalicellulose. I. Über den Ein­
fluß der Reifungstemperatur. Alkalicellulosealterung bei 25— 55°. Die Löslichkeit der
Xanthogenate in W. nimmt mit abnehmender Viscosität der aus der Alkalicellulose
regenerierten Cellulose zu. Bei gleicher Viscosität ergibt die bei höherer Temp. gealterte
Alkalicellulose mehr lösl. Xanthogenat als die bei niedriger Temp. gealterte. (Bei
55° wird die Löslichkeit dagegen wieder geringer.) Das gleiche zeigt sich bzgl. der
Löslichkeit der aus der Alkalicellulose regenerierten Cellulose in Kupferoxydammoniak
(I). Es folgt daraus, daß bei höherer Alterungstemp. die Cellulose homogener wird.
Durch Fraktionierung der Cellulose wird dieser Schluß bestätigt. Die regenerierte
Cellulose aus bei niedriger Temp. gealterter Alkaliccllulose ist mehr in I-Lsgg. von
geringem, weniger in I-Lsgg. von hohem Cu-Geh. lösl. als die aus bei hoher Temp.
gealterter Alkalicellulose. (Cellulose Ind. 1 5 . 89—93. Dez. 1939. Nagaoka, Techn. Coll.
[nach engl. Ausz. ref.].)
N eum ann.
Y . Inoue, Untersuchungen über die Reifung der Alkalicellulose. II. Über die Natur
des Nitrates aus regenerierter Cdhüose. (I. vgl. vorst. Ref.) Die nach vorst. Ref. aus
Alkalicellulose regenerierte Cellulose wurde nitriert u. mit Aceton-Bzl. fraktioniert.
Die bei der Auflsg. der Cellulose in Kupferoxydammoniak gefundene höhere Einheitlich­
keit der bei hoher Temp. gealterten Alkalicellulose zeigte sich ebenfalls bei den Nitraten.
Auf die Eigg. der Nitratfilme war die Alterungstemp. der Alkalicellulose ohne Einfluß.
(Cellulose Ind. 1 5 . 94—97. Dez. 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
N eum ann.
F. B. Cramer und C. B . Purves, Die freien primären Hydroxyle in acetonlöslichem
Celluloseacetat. Bei der Einw. von Tosylchlorid-Pyridin bei 20° auf Handelscellit wurde
innerhalb der ersten 3 Stdn. ~ 1/3 aller freien Hydroxyle verestert, der Rest erst im
Laufe von mehreren Tagen. Durch Austausch der Tosylgruppen in volltosyliertem
Cellit gegen J (NaJ in Aceton, 100°) oder CI (Pyridin-HCl, 85°) bei dem nur am C0Atom haftende Tosylgruppen reagieren, ergab sich, daß wenigstens % der freien
OH-Gruppen des acetonlösl. Celluloseacetates prim. sind. Bei der Umsetzung von
Tosylacetaten, die nui- mit % der Höchstmenge an Tosylresten behaftet waren, mit
NaJ wurden bis zu 90% der Tosylgruppen gegen J ausgetauscht, was darauf schließen
ließ, daß zu Beginn der Tosylierung vorwiegend die bes. reaktionsfähigen prim. Hydr­
oxyle verestert worden waren. Zur Feststellung der 6-Stellung des J in der J-Cellulose
wurde das Präp. mit einer Zn-Cu-Legierung zur Desoxycellulose reduziert. Glucomethylose (= Isorhamnose) wurde als Tetracetat isoliert. Bei der Pentosanbest. gab
die 6-Desoxycellulose Methylfurfurol. (J. Amer. ehem. Soc. 6 1 . 3458— 62. Dez. 1939.
Cambridge, Mass., Inst, of Technology.)
NEUMANN.
F.
B . Cramer, R . C. Hockettund C. B . Purves, Die freien sekundären Hydroxyle
in acetonlöslichem Cdluloseacetat. (Vgl. vorst. Ref.) Handelscellit wurde mit Pb-Tetraacetat
oxydiert, um aus dem Verbrauch an Oxydationsmittel die Zahl der Glucosereste zu
ermitteln, bei denen die Hydroxylgruppen an den C-Atomen 2 u. 3 frei sind (—CHOH—
CHOH—, Glycolform), die dabei in Carbonylgruppen übergehen, während veresterte
oder einzelne freie HO-Gruppen nicht reagieren. Nach den Ergebnissen konnte auf
1940. I .
H jv u r F a s e r - u. S p i n n s t o f f e .
H o lz . P a p ie r . C e l l u l o s e
usw .
2581
100— 150 Glucosereste höchstens einer mit Glycolgruppierung entfallen. (J. Amer.
chem. Soc. 61. 3463—64. Dez. 1939.)
N eumann.
H . van Beek, 20 Jahre Vistra. (Spinner u.Weber58. Nr. 8. 19—20. 23/2. 1940. —
C. 1939. H. 2867.)
Sü v e r n .
Ludwig Geisser, Die Entwicklung undEignung der I.G.-Zellwollen für die Baumwoüindustrie. Die Entw. der Spezialtypen der B-Zellwollen Vistra CWff, HB, Vistra
hochnaßfest, Vistra XT, Vistralan W u. XT, der Acetafaser u. der Cuprama-Zelhvolle,
ihre Eigg. u. Verwendungsweisen sind geschildert. Das Verarbeiten der Zellwolle ge­
schieht auf neueren Baumwollspinnmaschinen wie bei langstapliger Baumwolle bis
40 mm Stapel. Die neuesten Fertigungen der Vistrazellwolltypen haben einen höheren
Polymerisationsgrad u. dadurch eine recht gute Knickbruchfestigkeit. Bei Verwendung
von „Vistra hochnaßfest“ -Zellwolle können in der Zellwollverarbeitung bisher noch
nicht erreichte Garnfestigkeiten erreicht werden. Querschnitts- u. Stapelbilder u.
Kurven. (Dtsch. Textilwirtsch. 7. Nr. 4. 13—16. 15/2. 1940.)
SÜVERN.
Kenneth H . Barnard, Textilien von morgen. Bermerkungen über Gespinstfasern,
die in Vervollkommnung der bekannten künstlichen oder synthet. möglich erscheinen,
über bes. Krepparten, Poliersoheibenmaterial, das Aufbringen feinster Ag-Teilchen auf
Flanell, der zum Fernhalten von H2S auf in dem Flanell verpackte Ag-Sachen dienen
soll, über glänzend gemachten Calico, neue Appreturen, Vervielfältigungs- u. Druck­
methoden. (Amer. Dyestuff Reporter 28. 737—41. 25/12. 1939.)
Sü vern .
A . W . Pamfilow und Je. G. Iwantscliewa, Verringerung des Leinölverbrauches
bei der Wachstuchfabrikation. 2. Mitt. (1. vgl. C. 1937. I. 1844.) Weitere Verss.
ergaben, daß ein aus Oxycarbonsäuren hergestellter Firnis selbst in Mischung
mit Leinölfirnis keinen zufriedenstellenden Wachstuchgrund ergibt; er ist dem aus
Naphthensäure hergestellten deutlich unterlegen. Hingegen gelang ein 25%ig. Ersatz
von Leinöl durch polymerisierten (18 Stdn. bei 260°) Walfischtran (Viscosität im FordViscosimeter 11 Min. 20 Sek., JZ. 84,3, SZ. 3). Bei einem 50%ig. Ersatz beobachtete
man eine Verringerung der Elastizität u. eine Verlängerung der Trocknungsdauer des
Films, jedoch war es möglich, den Leinölfirnis der Grundierung durch 50% Walfischtran
zu ersetzen, wenn die Deckschicht aus reinem Leinöl hergestellt war. Ferner konnte
das Leinöl durch 50% Ricinusöl (bei 280° mit bei 600—700° geglühtem A120 3 bzw.
Zn-Staub u. -Spänen erwärmt) ersetzt werden; dabei erhielt man einen Film gleicher
Elastizität u. äußerer Eigg. mit nur etwas verringerter Haftfähigkeit. (T pyA H
HBanoiiCKOro XHMitKO-Texnojiorii'iecKoro IlncTiiTyTa [Trans. Irist. chem. Technol. Ivanovo
USSR)] 1939. Nr. 2. 93—95. Labor, f. Lack- u. Farbentechnol.)
POHL.
H.
Opitz und Fr. Blasberg, Modellversuche über den Verschleiß von Schichtholz
und Hartgeivebe. Es wird ein App. entwickelt, mit dessen Hilfe die Verschleißeigg. von
Schichtholz u. Hartgewebe an kleinen Probeköipern ermittelt werden können. (Kunst­
stoffe 29. 321—25. Dez. 1939. Aachen.)
W . W olff.
N. Pallay, Ergänzende Angaben zum Holzhärleprüfverfahren nach Krippel. Nach­
trag zu der C. 1938. I. 2654 referierten Arbeit. (Holz als Roh- u. Werkstoff 2. 413—16.
Dez. 1939. Sopron, Ungarn.)
N eumann.
K . Schwabe und Heinz Henke, Holzgummibestimmung ohne Jodkalium. Um
n a c h der Oxydation des Holzgummis das überschüssige Biehromat zurückzutitrieren,
empfehlen Vff., statt KJ—N a 2S 20 3 Ferrosulfat zu verwenden, das entweder im Über­
schuß zugesetzt u. mit Permanganat zurücktitriert oder mit dem direkt unter Benutzung
von Ferroinsulfat ( = Tri-o-phenanthrolinferrosulfat) als Indicator titriert werden kann.
(Papierfabrikant 38. 6— 7. 5/1. 1940.)
N eum ann.
P . H . Prior, Angewandte Statistik als Hilfsmittel in der Papierforschung. Mathemat.
u. kurvenmäßige Auswertung von Streuungen, Fehlern u. Häufigkeiten bei Meß­
resultaten. (Proc. techn. Sect., Paper Makers’ Assoc. Great Britain Ireland 20. 81
__________________
F r ie u e m a n n .
bis 98. Okt. 1939.)
M. L. Sandberg und M. A . Ssagal, USSR, Erhöhung der Netzfähigkeit von Mercerisierlaugen. Den Laugen wird eine bei 190—225° sd. phenolhaltige Fraktion der
Torfdest. mit einem Geh. von 4— 12% an Neutralölen zugesetzt. (Russ-P- 55 573
vom 13/7. 1938, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
Tootal Broadhurst Lee Co. Ltd., John Bancroft, Robinson Perey Foulds,
und W illiam Hilton Roscoe, Manchester, England, Veredeln von Textilgut aus
Cellulose- oder Cellulosehydrat- oder Celluloseacetatfasern. Man behandelt die Ware im
lufttrockenen Zustande mit HtSOt von Pergamentierstärke, die mit Formaldehyd
u. Harnstoff oder einem Vorkondensationsprod. aus diesen, wie einem Methylolharnsloff,
versetzt worden ist. Je nach der Konz, dieser letzteren Zusatzstoffe in der Säure sowie
der Einw.-Dauer auf das Textilgut sind auf dem letzteren Transparenteffekte, mehr
2582
H Iv m . F a s e r - d . S p i n n s t o f f e . H o l z . P a p i e e . C e l l u l o s e u s w .
1940. I.
oder welliger ausgeprägte Steifeffekte sowie Matteffekte erzielbar, ohne befürchten zu
müssen, daß die Fasern in ihrer Festigkeit in unerwünschtem Maße geschwächt werden.
Auch können auf das Textilgut solche Säurebäder der obigen Art zur Einw. gebracht
werden, denen noch Farbstoffe zugesetzt worden sind, wobei zugleich Färbungen erzielt
werden. Durch örtliche Einww. der verfahrensgemäßen Bäder auf das Textilgut werden
auf demselben Musterungen hervorgerufen. Z. B. wird ein Baumwollgewebe 30— 60 Sek.
mit einem Bad behandelt, das durch allmähliche Zugabe von 13 Gewichtsteilen Harn­
stoff zu einer Mischung aus 100 Voll.-Teilen von 86%ig- H„SOt u. 26 Gewichtsteilen
Paraformaldehyd unter Kühlen erhalten worden ist. Die Ware wird danach mit kaltem
W. gewaschen; sie ist pergamentiert u. zeigt einen mercerisierbeständigen Matteffekt.
(E. P. 510 083 vom 21/1. u. 12/4. 1938, ausg. 25/8. 1939.)
R. H erbst.
Ges. für Chemische Industrie in Basel, Schweiz, Hydrophobieren von Tcxtilgut.
Man tränkt die Ware mit wss. Lsgg. von Salzen von Verbb. der allg. Formel R^-NIiCH2-NR2R3, worin Rl = Acyl, R2 — H oder Alkyl oder Oycloalkyl oder Aralkyl u.
R3 = Alkyl oder Oycloalkyl oder Aralkyl u. NR2It3 auch = Morpholinrest sein kann,
mit organ. Säuren wie Ameisensäure oder Essigsäure, denen noch ein Al-Salz wie
Al-Formiat sowie ein Meihylolhamstoff zugesetzt sein kann, trocknet sie darauf u.
unterwirft sie schließlich noch einer Wärmenachbehandlung. Z. B. werden 2 Teile
eines Kondensationsprod. aus Stcarinsäureamid, Paraformaldehyd u. N-Äthylcyclohexylamin in 5 Teilen A. in der Wärme gelöst u. darauf zu dieser Lsg. 100 W., ent­
haltend 1—2 Ameisensäure, unter Rühren gegeben; mit dem so erhaltenen Bade wird
ein Gewebe bei 60—70° 10—15 Min. lang behandelt, danach wird das Gewebe bei
50— 60° getrocknet u. 4—5 Min. einer Temp. von 120— 125° ausgesetzt. (F. P. 844 950
vom 20/10. 1938, ausg. 4/8. 1939. Schwz. Prior. 21/10. 1937.)
R. H e r b s t .
Weberei-Beteiligungs-Ges. m. b. H ., Wuppertal-Elberfeld, und Eberhard
Andreae, Zwickau, Wasserabstoßende Gewebe. Die Textilware wird zunächst durch
Ausrüsten mit Harnstoff- bzw. Thioharnstoff-Fonnaldehydkondensationsprodd. knitterfest
gemacht, danach einseitig mit einem Polyvinyl- oder Polyacrylharz, das frei von Füll­
stoffen u. Weichmachungsmitteln ist, überzogen, sodann auf diesem Harzüberzug mit
Talk gepudert u. schließlich mit einer wasserabstoßendmachenden Paraffin-, Wachsoder Aluminiumseifendispersion behandelt. (E. P. 508 711 vom 17/1. 1938, ausg. 3/8.
1939. D. Priorr. 16/1. 1937 u. 7/1. 1938.)
R. H e r b s t .
Tranquillo Corti und Stanislav Erba, Monza, Italien, Wasserdichtmadien von
Filzen. Verf. zum W.-Dichtmachen von Hüten u. dgl. aus Filzen beliebiger Art durch
Imprägnieren der Filze mit plast. Verbb., wie Polystyrol, Polyacryl- oder Polyvimylverbindungen. (It. P. 368 884 vom 14/12. 1938.)
B runnert.
M. Karl Matejko, Deutschland, Faserstofferzeugnisse. Die zur Verwendung ge­
langenden Imprägnierstoffe, wie Kunst- oder Naturharze, Bitumina oder andere Binde­
mittel werden heiß mittels Dampf zerstäubt u. Füllstoffe, wie Mehl, Casein, Wasserglas,
Harzpulver, Gummimilch zugemischt u. auf Faserstoffbahnen (I) in Nebelform auf­
geblasen. Die noch feuchten I werden bei 60—-100° u. 15— 20 kg/qcm gepreßt u. nach
dem Trocknen einer nochmaligen Pressung mit 70— 100 kg/qcm bei 145— 150° unter­
worfen. Die imprägnierten I werden gegebenenfalls nach vorherigem Aufträgen von
Kunst- oder Naturharzpulver, mit oder ohne Farbzusatz, genarbt, gepreßt, gehärtet
u. geformt. Die Erzeugnisse werden auch mit einer Deckschicht aus Hartpapier versehen.
(F -P . 8485 11 vom 5/1. 1939, ausg. 31/10. 1939.)
K is t e n m a c h e r .
G. E. Bereslawzew. I. L. Riwkerman und S. D . Kusnetzow, USSR, Zusammen­
leben von gummierten und ungummierten Geweben. Ausbldg. des Verf. nach Russ. P.
54 108, darin bestehend, daß die gummierten Gewebe 0,5— 3 Min. in die Gummilsg.
eingetaucht werden. (Russ. P. 55 543 vom 29/1. 1937, ausg. 31/8. 1939. Zus. zu
Russ. P. 54108; C. 1939. 1. 4270.)
R ic h te r .
Gerhard van der Veen, Gerrit Beins und Hendrik Jan Smidt, Haag, Holland,
Gasmaskenstoff. Der Stoff besteht aus mehreren Lagen, von denen die mittlere aus
Textilstoffen besteht, die mit einem wasscrlösl. unhärtbaren Kunst- oder Naturharz,
wie z. B. Gummi arabicum u. einem zwei- oder mehrwertigen Alkohol wie Glycerin
imprägniert ist. Auf dieser Mittelschicht werden zwei wasserundurchlässige Schichten
angebracht, die aus Kautschuk bestehen. Dieser wird nachträglich vulkanisiert
oder mit Schellack überzogen. (Holl.P. 47 200 vom 7/2. 1938, ausg. 15/11.1939.) K a l i x .
I.
R . Geigy Akt.-G es., Basel, Schweiz, Mottenschutzmittel, bestehend aus den
Kondensationsprodd. von cycl. Imidohalogeniden mit aralipliat. u. sulfamid. Verbb.,
die reaktionsfähigen H enthalten. — Hierzu vgl. auch F. P. 831 977: C. 1939. I- 3099.
(It. P. 368 825 vom 13/12. 1938. Schwz. Prior. 16/12. 1937.)
K arst.
I.
R . Geigy A .-G ., Basel, Schweiz, Für die Schädlingsbekämpfung geeignete Konden
sationsmittel werden nach der im Hauptpatent beschriebenen Weise aus Arylmercaptanen
1940. I.
F asek- v
.S p in n s t o ffe .
H o lz . P a p ie b . C e l l u l o s e u s w .
2583
u. Benzaldehyd-o-sulfonsäuren (I) erhalten, u. zwar aus I u. (Patent 205 770) Benzylmercaptan u. 4-Chlorthiophenol das Benzyl-4-chlorphenylmercaptal der I. — Entsprechend
(Patent 205 771) aus 3,4-Dichlorthiophenol das Benzyl-3,4-dichlorphenylmercaptal der I
u. (Patent 205 772) aus Ghlorbenzyhnercaptan u. Thiophenol das 4-Ghlorbenzylphenylmercaptal der I. — Die erhaltenen Verbb. sind in W. lösl. u. bilden schwer lösl. Pb- u.
Fe-Salze. Sie sind licht- u. walkecht u. zum Immunisieren gegen die Kleidermotte ge­
eignet. Vgl. auch Schwz. PP. 196 140— 196 152; C. 1938. II. 2995. (Schwz. PP.
205 770, 205 771 u. 205 772 vom 26/3. 1938, ausg. 16/9. 1939. Zus. zu Schwz. P.
193611; C. 1938. II. 395.)
M ö lle r in g .
Ostpreußenwerk A kt.-G es. und Walter Ludwig, Königsberg, Pr., Verfahren
zum Imprägnieren saftfrischer Stämme durch Saftverdrängung gleichzeitig in zwei ent­
gegengesetzten Richtungen, dad. gek., daß die Imprägnierungsfl. gleichzeitig von
beiden Hirnholzflächen her in den Stamm gepreßt wird u. aus etwa in der Mitte der
Stammlänge im Splintholz angebrachten Öffnungen austritt. Hierdurch wird die
Imprägnierung beschleunigt u. das Imprägniermittel in den am meisten gefährdeten
Mästenden angereichert. (D. R. P. 687 223, Kl. 38h vom 18/2. 1936, ausg. 25/1.
1940.)
_
L in d e m a n n .
Monsanto Chemical Co., St. Louis, Mo., übert. von: Ira Hatfield, Webster
Groves, Mo., V. St. A., Holzkonservierungsmittel, bestehend aus einer Lsg. von Chlorplienolcn, bes. Tetra- oder Pentachlorphenol, in einer von etwa 150—400° sd. Erdöl­
fraktion (Heizöl) mit einem Harzzusatz. Letzterer verhindert in Verb. mit dem ver­
hältnismäßig schwerflüchtigen Lösungsm. das Ausblühen der Imprägnierung. Eine
bevorzugte Zus. besteht aus 5 (Teilen) Tetra- oder Pentachlorphenol, 5 Harz u.
90 Heizöl. Nach A. P. 2180080 wird als Harz Kolophonium, Cumaron-Indenharz u. dgl.,
nach A. P. 2182081 Esterharz, bes. abietinsaures Glycerin verwendet. (A. PP. 2 1 8 2 080
vom 27/12. 1937 u. 2 1 8 2 081 vom 10/5. 1939, beide ausg. 5/12. 1939.) L i n d e m a n n .
Heinz Meyer, Hamburg-Altona, Herstellung von Holzfaserhartplatten, darin be­
stehend, daß 1. Holzfaserspäne, Holzwolle oder Holzabfälle aller Art mit einem Binde­
mittel beliebiger Art angerührt, zwischen Papierbahnen oder Papierbogen, die auf der
Außenseite mit einem zu Schaum geschlagenen Bindemittel, wie Kunstharz, bespritzt
sind, zu Platten beliebiger Form u. Stärke gepreßt u. darauf die Papierbahnen oder
Papierbogen abgeschliffen werden; — 2. das auf die Papierbahnen oder Papierbogen
aufzubringende Bindemittel beim Pressen der Platten durch die Preßwalzen aufgebracht
wird. Als Bindemittel kann auch gewöhnliches vegetabil. Eiweiß verwendet werden.
Die fertigen Platten besitzen alle Eigg. der n. Holzplatten, bes. der Sperrholzplatten.
Sie können zersägt, gefräst, genutet u. gespundet werden. (D. R. P. 688 318 Kl. 54 e
vom 18/8. 1938, ausg. 17/2. 1940.)
M . F. M ü l l e r .
Benedetto Rossi, Genua-Veltri, Holzschutz. Mit Meerwasser in Berührung
kommendes Holz wird zum Schutz gegen Schädlinge, wie den Schiffswurm, in % bis
mehrere Zentimeter Dicke mit Zement überzogen, nachdem auf das Holz ein Eisen­
drahtnetz aufgenagelt worden ist. (It. P. 368558 vom 28/7. 1938.)
L in d e m a n n .
S. D. Warren Co., Boston, Mass., übert. von: Joseph A . Warren, Westbrook,
Me., V. St. A., Leimen von Papier unter Verwendung einer Lsg. von Sojabohnenprotein.
Dieses wird gewonnen aus Sojabohnenmehl durch Extraktion z. B. mit verd. NaOH
oder Ca(OH)2-Lösung. Das Protein wird aus der Lsg. mit Säure gefällt u. getrocknet.
—- 20 Teile trocknes Protein werden in verd. NH3-Lsg. zu einer 5°/0ig. Lsg. gelöst. —
An Stelle des Proteins kann auch Sojabohnenmehl, erhalten als Rückstandskuchen
bei der Extraktion von Sojabohnen mit Lösungsmitteln, benutzt werden, das etwa
45% des Proteins enthält. (A. P. 2 1 8 3 858 vom 27/1. 1937, ausg. 19/12.
1939.)
M . F. M ü l l e r .
Papier Parisien, Soc. A n ., Frankreich, Dekoiationspapizr. Das Papier wird mit
Anilinfarben ohne Benutzung von Bindemitteln, gegebenenfalls nur einseitig oder
uneinheitlich, gefärbt, worauf das Bedrucken erfolgt, das aber auch gleichzeitig mit
dem Färben vorgenommen w'crden kann. (F. P. 847 461 vom 16/6. 1938, ausg.
10/10. 1939.)
K is t e n m a c h e r .
Silvio Giro, Rom, Gewinnung von Zellstoff aus pflanzlichem Material unter An­
wendung einer Lauge, die durch Elektrolyse von NaCl erhalten wird, u. unter Ver­
wendung u. Aufarbeitung der Schwarzlauge, in einem geschlossenen Kreislauf, wobei
Ca-Bisulfit verwendet wird, das in einem Turin in üblicher Weise hergestellt u. in
Na2S03 übergeführt wird. Das dazu notwendige S02 wird in dem Kreisprozeß wieder
verwendet. — Zeichnung. (It. P. 368 170 vom 18/11. 1938.)
M . F. M ü l l e r .
Maui Agricultural Co., Ltd., übert. von: John P. Foster, Paia, Hawaii, und
Herman L. Joachim, San Francisco, Cal., V. St. A., Gewinnung von Zellstoff aus
Bagasse. Diese wird zunächst mit einem Lösungsm. für die Zellwachse behandelt u.
2584
H ITI11. F a s e r - ü . S p i n n s t o f f e . H o l z . P a p i e r . C e l l o l o s e ü s w .
1940.
I.
dann in alkal. Lsg. aufgeschlossen. Als Lösungsmittel dienen z. B. Toluol, Bzl., C014,
Aceton oder Alkohol-Äthergemische, ferner verd. HN03. Mit dem Lösungsm. werden
gleichzeitig Nctzmittel benutzt, z. B. sulfonierte Alkohole, Amine, sulfonierte Alkylnaphthaline u. andere. — Z. B. wird eine 2,5— 3%ig. HN03, die 0,1— 1% des Netz­
mittels enthält, zur Vorbehandlung der Bagasse bei 150—190° F benutzt. Anschließend
wird nach dem Waschen der M . mit 5%ig. NaOH bei etwa 280° F unter Druck auf­
geschlossen. Die erhaltene a-Cellulose wird gewaschen u. gebleicht. — Zeichnung.
(A. P. 2181785 vom 16/9. 1937, ausg. 28/11. 1939.)
M. F. M ü l l e r .
Tomaso Giacomelli, Florenz, Gewinnung von Halbstoff aus Stroh, Hirsestengeln,
Maisstengeln, Ginsterzweigen, Zuckerrohrstengeln oder ähnlichem pflanzlichem Material
durch Behandeln mit einer schwachen alkal. Lsg., der zweckmäßig ein Oxalat zugesetzt
wurde, bei Tempp. zwischen 50— 110°. (It. P. 368 081 vom 26/11. 1938.) M. F. M ÜLLER.
Babcock & W ilcox Co., Newark, N. J., übert. von: George H . Tomlinson,
Westmount, Quebec, Can., und Leslie S. Wilcoxson, Ridgewood, N. J., V. St. A.,
Aufarbeitung von SuIfitzellstoffablaugen zwecks Wiedergewinnung der darin enthaltenen
Chemikalien. Die Ablaugen werden konz. u. dann werden die organ. Bestandteile
in einem Ofen verbrannt. Der Rückstand bestand aus den anorgan. Chemikalien u.
Kohle. Die beim Abbrennen entwickelte Wärme dient zur Konz. u. Abbrennen u. die
überschüssige Wärme dient zum Beheizen von Dampfkesseln oder dergleichen. —
Zeichnung. (A. P. 2 1 7 9 4 5 6 vom 27/10. 1936, ausg. 7/11. 1939.) M . F. M ü l l e r .
Erkki Johannes Janhunen, Karihaara, Kemi, Finnland, Aufarbeitung von
Sulfitzdlstoffablaugen zwecks Wiedergewinnung der darin enthaltenen Chemikalien.
Die Ablaugen werden zur Trockne gedampft u. dann wird der Rückstand abgebrannt.
— Zeichnung. (A. P. 2 1 8 1 3 3 0 vom 10/4. 1937, ausg. 28/11. 1939. Finn. Prior. 17/4.
1936.)
M . F. M ü l l e r .
Paul Knichalik, Magdeburg, Rückgewinnung der Chemikalien aus den Ablaugen
der Zellstoffherstellung nach Patent 663 443, dad. gek., daß der Strahlkegel aus der
Laugendüse während des Betriebes der Feuerung mit Lauge von einem Strahlkegel
einer mit ö l oder mit Kohlenstaub betriebenen Zusatzfeuerungsdüse geschnitten wird.
Dadurch wird die vollständige Verbrennung der Inkrusten bes. gefördert. (D. R. P.
6881 58 Kl. 55 b vom 20/6. 1937, ausg. 14/2. 1940. Zus. zu D. R. P. 663 443; C.
1938. II. 2871.)
M . F. M ü l l e r .
Erling Fladmark, Lawrence, Mass., V. St. A., Wiedergewinnung der festen Stoffe
aus Zellstoffablaugen, bes. aus Sulfitzellstoffablaugen, durch Versprühen in ein stehendes
zylindr. Gefäß mit kon. Boden, das mit einer hocherhitzten, nichtflüchtigen Fl., z. B. Öl,
Teer, Pech, Asphalt oder Wachs, teilweise gefüllt ist. Beim Auftreffen auf die Oberfläche
der z. B. 180° heißen Fl. verdampft das W. sofort u. die in dem W. gelösten Anteile
bleiben in der Fl., von der sie von Zeit zu Zeit nach dem Ablassen der Fl. getrennt
werden. — Zeichnung. (A. P- 2 182 428 vom 11/11. 1935, ausg. 5/12. 1939.) M. F. Mü.
C.
F . Boehringer & Soehne G. m . b. H ., Mannheim, Veresterung von Cellulos
im homogenen Syst., vorzugsweise bei gleichmäßiger u. wenigstens zu Beginn der Rk.
annähernd 40° nicht übersteigender Temp. in Anwesenheit von SO, u. unter Verwendung
von Uberchlorsäurekatalysatoren, dad. gek., daß man die Veresterung, gegebenenfalls
nach an sich bekannter Vorbehandlung, bei gleichzeitiger Anwesenheit von S02 u. von
HC104 bzw. deren Salzen, im letzteren Falle gegebenenfalls unter Zusatz von Slineralsäuren, vornimmt. Man kann dem Vorbehandlungsbad den Katalysator ganz oder teil­
weise zusetzen. (D. R. P. [Zweigstelle Österreich] 157 697 Kl. 12 c vom 3/3. 1933, ausg.
10/1.1940. D . Prior. 19/3. 1932.)
D onle.
E.
I. du Pont de Nemours & Co., Wilmington, D e l., V. St. A., übert. von
Arnold Marschall, Freiburg i. Br., Erhöhung der Reaktionsfähigkeit von Cellulose
gegenüber VeresterungsmiUeln durch Vorbehandlung mit einer Lsg. eines Salzes von Na,
K, Li, NH,, Aminen u. substituierten Aminen mit H2SO.,, HCl, HC104 u. H3P04, u.
Trocknen der vorbehandelten Cellulose auf einen Feuchtigkeitsgeh. von weniger als
12%. (A. P. 2 1 7 2 447 vom 27/1. 1938, ausg. 12/9. 1939.)
D onle.
Henry Dreyfus, England, Celluloseester. Die Veresterung erfolgt mittels eines
organ. Veresterungsmittels in einem fl. Medium, das ein Lösungsm. für den entstehenden
Ester ist u. einen fl. Ester einer organ. Säure, z. B. Ätbylacetat, enthält, der zweck­
mäßig ein Lösungsm. für den Celluloseester sein soll. Das Gewichtsverhältnis von fl.
Medium zu Cellulose ist mindestens S: 1; der Anteil des fl. Esters beträgt mindestens
30 Gewichts-% des fl. Mediums. Das Verf. eignet sich für die Herst. von Cellulose­
acetat, -propionat, -butyrat, -propionatacetat, -butyratacetat usw. (F. P. 847 641
vom 16/12. 1938, ausg. 12/10. 1939.)
D onle.
1940.
I.
Hxy,i,.
F a s e r - u . S p in n s t o f f e . H o lz . P a p ie b . C e l l u l o s e d sw .
2585
Eastman Kodak Co., übert. von: Carl J. Malm, Roohcster, N. Y., V. St. A.,
Aufrechterhaltung einer gleichmäßigen Acetonviscosität partiell hydrolysierter Cellulose­
ester, wie Celluloseacetat, durch Konstanthalten der Härte des zum Waschen der Ester
benutzten W., z.B. durch Zugabe eines Carbonats u. Sulfats von Ca bis zur maximalen
Härte. (A. P. 2 177 667 vom 17/3. 1938, ausg. 31/10. 1939.)
D onle.
Eastman Kodak Co., übert. von: Carl J. Malm, Rochester, N. Y., V. St. A.,
Fällung von Cellulosetriacetat aus dem Herst.-Gemisch, indem man letzteres in ein
Fällbad, das aus 40—60%ig. Essigsäure besteht, einbringt u. dafür sorgt, daß die
Konz, des Bades während der ganzen Dauer des Einbringens im wesentlichen unver­
ändert bleibt, den Ester abtrennt u. mit heißem W. behandelt. (A. P. 2 180 009 vom
16/6. 1938, ausg. 14/11. 1939.)
D onle.
I.
G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Verfahren und, Vorrichtung
zur ununterbrochenen Lösung von Cellulosexanthogenat (I) in fortlaufendem Arbeitsgang,
bei dem die Mischung aus I, W. u. Lauge in sich drehenden Trommeln bewirkt wird, dad.
gek., daß eine Walze oder mehrere lückenlos nebcncinanderliegende Walzen verschied.
Größe die ganze Länge der Trommel ausfüllcn. — Zeichnungen. (D. R. P. [Zweigstelle
Österreich] 157 687 Kl. 29 b vom 27/12. 1937, ausg. 10/1. 1940. D. Prior. 13/1.
1937.)
D onle.
American Enka Corp., Enka, N. C., V. St. A., übert. von: Teunis Dokkum,
Arnhem, Holland, Kontinuierliche Gewinnung von Cellulosexanthogenat. Dünne Schichten
von Alkalicellulose werden kontinuierlich mit einem gasförmigen Gemisch von CS2 u.
einem inerten Gas, z.B . N„, behandelt. — Vorrichtung. (A. P. 2 1 7 4 056 vom 31/8.
1936, ausg. 26/9. 1939. Holl. Prior. 2/10. 1935.)
D onle.
,.Snia-Viscosa“ Societä Nazionale Industria Applicazioni Viscosa, übert.
von: Giuseppe Donagemma und Piero Donagemma, Mailand, Italien, Cellulose­
xanthogenat aus Abfällen von regenerierter Cellulose, die beim Spinnen von Kunstseide
aus Viscose anfallen. Man wäscht die Abfälle in fließendem W., trocknet sie, behandelt
sie 1— 11/2 Stdn. mit 16— 17,5%ig. NaOH, preßt überschüssige NaOH ab, zerkleinert
die M. ca. 2 Stdn. bei 18—29°, läßt bei dieser Temp. 25—35 Stdn. reifen, behandelt die
gereifte Cellulose l l/2—2 Stdn. bei 22—24° in einem Bad, das je 100 kg alkal. Cellulose
7 kg CS2 enthält, u. das entstandene Xanthogenat 3 Stdn. in einer Mischmaschine, die
je 100 kg Xanthogenat 0,4—0,5% NaOH u. 1301 W. enthält. (A. P. 2 184 586 vom
22/6. 1938, ausg. 26/12. 1939. It. Prior. 23/7. 1937.)
D onle.
Eastman Kodak Co., übert. von: Carl J. Malmund GordonD. Hiatt, Rochester,
N. Y., V. St. A., Gemischte organische Celluloseester und -ätherester. Man läßt auf einen
niedrigen Cellulosefettsäureester oder -äther, der freie u. veresterbare OH-Gruppen
enthält, eine Mischung von Chlor- oder Alkoxyessigsäureanhydrid, niedrig sd.Lösungsm.,
einer aliphat. Säure mit mindestens 6 C-Atomen in annähernd (aber nicht mehr als)
ausreichender Menge u. einem Veresterungskatalysator einwirken. — 3l/2 (Teile)
Celluloseacetat (Acetylgeh. 38%) werden mit einer Mischung von 21/ z Chloressigsäure­
anhydrid (I), 2,2 techn. Stearinsäure, 2 Methylenchlorid u. 2% p-Toluolsulfonsäure
3—4 Stdn. bei 40° behandelt. Das entstehende Celluloseacetatpalmitatstearat wird durch
Eingießen in warmes W. abgetrennt. — Aus Äthylcellulose gewinnt man bei der Be­
handlung mit einem Gemisch aus Äthylmethylketon, I, Mg-Perchlorat u. Ölsäure ein
Äthylcelluloseoleat. (A. P. 2 1 7 2 2 5 0 vom 23/12.1938, ausg.5/9.1939.) D o n l e .
E.
I. du Pont de Nemours & Co., V. St. A., Celluloseäther. Die Cellulose wird
vor der Verätherung mit einer verd. wss. Lsg. eines Netzmittels, wie Alkanol M, NaIsobutylat, Na-Laurylsulfat, behandelt, dann entfernt man überschüssiges Nctzmittel
(bis auf 0,1%)> trocknet u. behandelt mit konz. NaOH. — Beispiele für die Herst. von
Äthylcellulose. (F. P. 848105 vom 28/12. 1938, ausg. 24/10. 1939. A. Prior. 3/1.
1938.)
'
D onle.
Hercules Powder Co., übert. von: Alexander S. Finlayson, Wilmington, Del.,
V. St. A., Reinigung von Celluloseäthem, wie Äthyl-, Benzylcellulose, durch Behandlung
in fester Form mit einer wss. 0,05—0,5%ig. Lsg. einer niedrigen Fettsäure, z. B. Essig­
säure, bis die unlösl. metall. Bestandteile in lösl. Verbb. übergeführt sind, u. Entfernung
der überschüssigen Fettsäure, sowie der wasserlösl. Bestandteile durch Auswaschen
mit Wasser. (A. P. 2 178 630 vom 3/9. 1937, ausg. 7/11. 1939.)
D onle.
Herbert Vohrer, Berlin, Dialyse alkalischer Lösungen. Zur Entfernung von organ.
Koll. aus stark alkal. Lsgg., z. B. in der Kunstseidenindustrie werden Dialyseure an­
gewandt, deren Diaphragmen u. deren Zu- u. Ablaufstutzen aus polymerisierten Poly­
vinylverbb. bes. dem Polyvinylchlorid, Polyvinyläther oder Polyvinylalkohol bestehen.
Solche Polymerisate können auch auf einem Drahtnetz oder einem Gewebe als Film
aufgebracht sein u. sie können in bekannter Weise durch Erhitzen oder Behandlung
2586
H xvin. F a s e r - ü . S p i n n s t o f f e . H o l z . P a p i e r . C e l l u l o s e u s w .
1940. I .
mit Natriumbichromat in ihren Eigg. beeinflußt werden. (E. P. 5 1 17 39 vom 23/11.
1938, ausg. 21/9. 1939. D. Prior. 25/11. 1937.)
GRASSHOFF.
Budd International Corp., Philadelphia, P a ., V. St. A., Herstellung von Kupferamnumiakcellulosespinnlösung. Das Verf. ist dad. gek., daß Cellulose, z. B. trockene
Baumwollinters, in bekannter Weise mit Kupferhydroxyd u. NH3 in zum Lösen der
Bestandteile gerade hinreichenden Anteilen gemischt, hierauf das nicht zur Aufrecht­
erhaltung der Lsg. benötigte NH3 entfernt u. schließlich die erhaltene Lsg. nach ihrer
Verdünnung mit W. durch ein Cellulosefilter, z. B. ein Baurmvollfilter, filtriert wird.
(D. R . P. 6 8 71 33 Kl. 29 b vom 3/12. 1933, ausg. 23/1. 1940.)
P robst.
Chemische Fabrik Theod. Rotta und Kurt Quehl, Zwickau, Schlichten von
Kunstseide. Hierfür werden mindestens 18 G-Atome u. mindestens 2-Kohlenstoffdoppelbindungen im Mol. enthaltende Fettsäuren, gegebenenfalls gemeinsam mit Steifungs­
mitteln, wie Leim, Stärke oder Harzen, verwendet. Z. B. wird eine Viscosekunstseidenkette von 120 Denier mit einer 10%ig. Lsg. von Linolsäure in Bzn. von einer Temp.
von 35° geschlichtet. Die faserschädigenden Einww. der Leinölschlichte treten hierbei
nicht auf; außerdem ist verfahrungsgemäß geschlichtetes Gut leicht, beispielsweise
durch Behandlung mit warmen wss. Sodalsgg., die im Liter etwa 10 g Na2G03 enthalten,
zu entschlichten. (D .R .P . 686170 Kl. 8 k vom 28/2. 1935, ausg. 4/1.1940.) R. H e r b s t .
F.
W . Newolin und M. G. W olkow, USSR, Schmälzmittel für Kunstfasern.
Eine Mischung aus Mineralöl, Ölsäure, Triäthanolamin u. Glycerin wird bis auf 60° bis
zur Beendigung der Schaumbldg. erwärmt. (Russ. P. 55 720 vom 23/4. 1938, ausg.
30/9. 1939.)
R ic h t e r .
Imperial Chemical Industries Ltd., London, James Robertson Myles und
Leslie Longmore Bache, Northwich. Herstellung von Fäden, Filmen, Bändchen, Rohren
und ähnlichen Gebilden aus polymerisiertem Äthylen. Die verwendeten Polymerisate
mit einem Mol.-Gew. von 6000 u. darüber schm, bei ca. 110— 120° u. sind in der Kälte
nur wenig, dagegen in der Hitze vollständig lösl. in den meisten KW-stoffen, wie Bzl.,
seine Homologen, Tetra-, Dekahydronaphthalin, Trichloräthylen, hochsd. Petroläther.
Es werden nicht unter 20% Polymere enthaltende Lsgg. verarbeitet. Man fällt das
Polymere aus seinen heißen Lsgg. mittels Fll., wie viele Äther, Alkohole, Ketone u.
Ester, z. B. n. Buthyläther, Anisol, Äthylisoamyläther, n. Propylalkohol, n. Butylalkohol, Cyelohexanol, Äthylenglykol, sek. Octylalkohol, Methylamylketon, Acetophenon, Amylacetat, Methyloleat, Butylphthalat u. Methylsuccinat. Auch Gemische
zweier oder mehrerer dieser Fll. können verwendet werden. Jedenfalls müssen die Fll.
mit dem Polymeren-Lösungsm. mischbar sein, dürfen dagegen die Polymeren selbst nur
wenig oder nicht lösen. Die Fälltemp. beträgt dabei ca. 80— 100°, sie muß unter dem
Kp. des Lösungsm. u. des Fällmittels liegen. Erforderlichenfalls kann die Fadenbldg.
auch unter Druck vor sich gehen. Zur Erhöhung von Glanz u. Festigkeit kann während
des Spinnens gestreckt werden. Die dem Faden nach Austritt aus dem Fällbad noch
anhaftende Fl. kann durch Heißluft oder Vakuum fortgenommen werden. Sind die
Fällfll. schwer flüchtig, kann das Gebilde erst durch ein Bad eines niedriger sd. Lösungsm.,
wieÄ. oder PAe., genommen werden. Filme, Blätter u. Bändchen können durch Walzen
in der Kälte, d. h. bei einer wesentlich unterhalb des Erweichungspunktes des Poly­
meren liegenden Temp. eine Steigerung ihrer Festigkeit erfahren. Z. B. eine 40%ig.
Lsg. eines Polymeren mit dem Mol.-Gew. 15 000 in Xylol von 96° wird durch Düsen
mit 0,5 mm Durchmesser in ein aus n. Butylalkoliol oder aus einem Gemisch von n. Amyl­
alkohol u. Butylphthalat bestehendes Fällbad gedrückt. Der viscose Faden wird mit
einer solchen Abzugsgeschwindigkeit aufgehaspelt, daß Fäden von 15 /< Durchmesser
entstehen. Der Faden wird hierauf in PAe. gewaschen u. in einem Warmluftstrom
getrocknet, er kann noch kalt gezogen werden. (E. P. 5 1 10 54 vom 11/2. 1938, ausg.
7/9. 1939.)
"
Probst.
E . I. du Pont de Nemours & Co., übert. von: Elmore Louis Martin, Wilmington,
Del., V. St. A., Linearpolymere Polycarbamide aus Diaminen, wie Hexamethylendiamin (I)
oder 3-Methylhexamelhylendiamin oder Dekamethylendiamin (II), u. Diurethanen der
allg. Formel R'OOC—NR"—R—NR"—COOR', worin R ein zweiwertiger organ.
Rest, R' ein KW-stoffrest u. R " ebenso oder H ist. — Aus I u. Chlorkohlcnsäureäthylester wird Diäthylhexamethylendiurethan C2H5-OOC—NH—(CH2)6—NH—COO ■C»H5
hergestellt. Davon werden 14 503 Teile u. 9579 II nach Zusatz von 10 m-Kresol
bei 200° 1 Stde. lang erhitzt, worauf innerhalb von 3 Stdn. die Temp. auf 235° ge­
steigert wird. Darauf wird das Rk.-Gefäß geöffnet u. das Gemisch noch 2 Stdn. lang
auf 255° erhitzt. Es bildet sich das Polymere des Dekameihylenhexamethylencarbamids,
eine harte u. undurchsichtige M ., die bei 170° zu einer viscosen Fl. schmilzt. Das Prcd.
läßt sich zu Fäden ziehen u. zu klaren, durchsichtigen Schichten verarbeiten. (A. P2 1 8 1 6 6 3 vom 10/5. 1938, ausg. 28/11. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
1940. I .
H XIX. B r e n n s t o f f e ,
E r d ö l.
M in e r a lö le .
2587
XIX. Brennstoffe. Erdöl. Mineralöle.
M. I. Murawjewa, Die thermische Zersetzung des auf thermomechanischem Wege
entwässerten Torfes. Die Zers.-Prodd. bei der Ticftemp.-Verkokung des entwässerten
Torfes unterscheiden sich von denen des natürlichen Torfes hauptsächlich in der Menge
u. etwas in ihrer Zusammensetzung. Man erhält eine größere Ausbeute an Urteer,
Ammoniak, Basen, Phenolen u. Wachsen, dagegen weniger Teerwasser, flüchtige Olefinsäuren u. Paraffine sowie bis 8 % weniger Gas, dessen Heizwert aber bis über 1 0 %
höher als der aus Rohtorf liegt. Der Halbkoks enthält 12,5% Asche u. zeichnet sich
durch erhöhte Rk.-Fähigkeit aus. ( X hmiihcckihi JKypmur. Cepwi B. SCypnaj IlpirKjiajnoii X hmuu [Chem. J. Ser. B, J. appl. Chem.] 11. 867— 78. 1938. Leningrad,
Torfinst.)
TOLK M ITT.
— , Über die Verbrennung von Frästorf. Eine wirtschaftliche Frästorfverbrennung
ist nur durch zweckmäßige Bauweisen der Feuerungen möglich; entsprechende Aus­
führungen werden krit. besprochen. Schwierigkeiten bietet der hohe W.-Geh. des Torfes
(bis zu 55 % ), wobei der Anteil stark feuchten Torfes im Kesselbrennstoff in russ. Ver­
hältnissen bis zu 30 % ausmachen kann. Auch die Schmclztcmp. der Torfasche schwankt
zwischen 1060 u. 1275°, was die einheitliche Betriebsführung erschwert. Als sicherste
Maßnahme gilt eine derartige Führung der Kesselfeuerung, bei der es zu keiner Asche­
schmelzung kommen könnte. (Ten-iocMouoe X o9jiücteo [Wärmewirtsch.] 1939.
Nr. 9. 20— 24. Sept. Moskau, Wärmetechn. Bundesinst.)
P oh l.
S. I. Solotow, Petrographische Anreicherung der Kohlen der Lagerstätten von
Prokopjew. (K okc ii Xhmji« [Koks u. Chem.] 9. Nr. 6. 12. Juni 1939. östliches kohlechem. Inst.)
TOLKMITT.
W . Lomax und I .C .F . Statham, Die Natur und die Behandlung des Wassers
von Wäschen. Unters, der Beschaffenheit des W. von Kohlewäschen. Einfl. der Härte
u. des Salzgeh. auf die Klärung des Wassers. Theorie der Ausflockung. Labor.-Verss.
über die elektrolyt. Ausflockung von Suspensionen. Reinigung der Waschwässer durch
Absetzen, Filtration u. Druckfiltration. (Colliery Engng. 16. 124—27. 137. 164—68.
225—31. Juni 1939.)
W it t .
K. Scheeben, Laboratoriumsapparatur für Steinkohlenschwelung nach dem Heiz­
flächenverfahren. In Anlehnung an den Schweiofen für Steinkohlenschwelung, Bauart
K R U P R -L U R G I, wird eine Labor.-Schwelapp. entwickelt, die es durch ihre Größen­
masse u. durch Veränderungen in der Betriebsweise gestattet, die Ergebnisse auf den
Betrieb zu übertragen. Die Durchführung von Labor.-Schwelverss. wird eingehend
beschrieben u. die Auswertung der Verss. angeführt. An Hand von Kurven werden
die Temp.-Vorgänge im Kokskuchen, die Gasentw., Gaszus. u. der Bzn.-Geh. des
Gases in den einzlnen Garungsstunden nachgewiesen, ferner der Teerausbringen der
Kohle bei verschied. Schweltempp. bei gleicher Garungszeit gezeigt. (Techn. Mitt.
Krupp, Forschungsber. 3 . 39 — 44. Jan. 1940. Essen.)
D o lc h .
R . Heinze und G. Sack, Schweistudie über bulgarische Braunkohle. Analyt.
Schwelung einer bulgar. Braunkohle aus dem Perniker Becken. Beschaffenheit u. Ver­
wertungsmöglichkeiten der Schweiprodukte. (Braunkohle 39. 24-—27. 35— 37. 27/1.
1940. Berlin.)
W it t .
M. S. Eigort, Ch. Je. Feigelmann und D. T. Sabramny, Verkokung der Kohlen
der Jagnob-Lagerstälte. Die Kohlen der Jagnob-Lagerstätte sind saurer Natur; diese
verliert sieh in den tieferen Schichten, wodurch die Qualität der Kohle u. hauptsächlich
die Zusammenbackbarkeit des Kokses wesentlich verbessert werden. Äußerlich unter­
scheidet man glänzende u. matte Schichten, wobei die ersteren die eigentlichen Träger
der zusammenbackenden Eigg. sind. Von 5 Vers.-Verkokungen ergaben 4 einen brauch­
baren festen Koks mit der Ausbeute von 70 % . Die Eigg. des metallurg. Kokses werden
nicht erreicht; dieses könnte aber durch geeignete Zusätze zur Kohlecharge erzielt
werden. Die Ausbeute an wichtigsten chem. Prodd. betrug 1,51— 1,87% Teer, 0,46 bis
0,5 9% Bzl. u. 229— 253 cbm Gas/t Trockenkohle; in der Kohlenasche sind 0,4-—3,19%
Phosphor enthalten. (Kokc h Xiimhä [Koks u. Chem.] 9. Nr. 8. 20. Aug. 1939. Mittel­
asiat. Staatsuniv., Chem. Inst.)
TOLKM ITT.
D.
S. Dorofejew, Temperaturbedingungen bei der Kohleverkokung. Um die Verkokungseigg. der Kohle bei der Erwärmung bis zum F. zu erhalten, muß diese sehr
schnell geführt werden. Die geschmolzene Kohle muß dann bis 600° mit einer Ge­
schwindigkeit weiter erwärmt werden, die für jede Kohleart spezif. ist. Die Erwärmungs­
geschwindigkeit der Kohle in diesem Intervall bestimmt die D., die Größe der Stücke u.
die Widerstandsfestigkeit des Kokses gegen mechan. Einflüsse. Die Erhitzung über 600°
wirkt wenig auf die Kokseigg. ein, so daß sie mit maximaler Geschwindigkeit geführt
H XII. BKENN8T0FFE.
2588
werden kann. ( K o k c
Kohlechem. Inst.)
ii X ji m h h
E e DÖL.
MINERALÖLE.
1940. I.
[Koks u. Chem.] 9. Nr. 6. 21— 25. Juni 1939. Charkow,
T o l k m it t .
Über den Einfluß der Komponenten der Kohlencharge auf d
Ausbeute an chemischen Produkten bei der Verkokung. Es wurden bin., tern. u. mehrfache
Gemische von Kohlechargen (aus südruss. Kohlen) einer laboratoriumsmäßigen Ver­
kokung unterworfen. Nur bei bin. Gemischen konnte eine gewisse Additivität der Aus­
beuten an ehem. Prodd. festgestcllt werden. Die Ergebnisse weichen von den fabrik­
mäßigen ab, genügen aber, um Kohlechargen, welche die größten Ausbeuten an Bzl. u.
Teer liefern, zu ermitteln. (Kokc u Xiimuji [Koks u. Chem.] 9. Nr. 6. 7— 11. Juni 1939.
Dnjepropetrowsk, Kohlechem. Inst.)
T o l k m it t .
Shingo Andö, Hochdruckhydrierung verschiedener Teere. IV. Fortschreitende
Hydrierung von Kreosotöl. (III. vgl. C. 1939. II. 1999.) Ein käufliches Kreosotöl
wurde einer Druckhydrierung bei etwa 480° u. 200 at in Ggw. von Ammoniumthiomolybdat unterworfen u. im Verlaufe der Hydrierung wurden Proben entnommen u.
analysiert. Mit fortschreitender Hydrierung nimmt die D. des Bzn. zu auf Grund
eines ansteigenden Geh. an Aromaten. (J. Soc. chem. Ind. Japan, suppl. Bind. 42.
69B— 70B. Febr. 1939. Saitama, Kawaguchi, Japan, Imperial Fuel Research
Institute [nach engl. Ausz. réf.].)
J. S c h m i d t .
G.
I. Besskina,
L. L. Hirst, C. 0 . Hawk, G. C. Sprunk, P. L. Golden, I. I. Pinkel, R . L.
Boyer, J. R . Schaeîîer, R . H . Kallenberger, H . A . Hamilton und H . H . Storch,
Hydrierung von Pittsburghglanzkohle in der flüssigen Phase. Die besten Bedingungen
für die Gewinnung von Mittelölen für Kohlen der Bruce-Grube waren 440°, 200—300 at,
2,75 Stdn. Verweilzeit u. 100 Kubikfuß H2 im Kreislauf je Stunde. Man erhält dann
66% „Mittelöl“ (20% Bzn, enthaltend), 20—25% KW-stoffgase, 6— 8% unangegriffene
' Kohle (Fusit u. opaker Attritus) u. 3— 6% umgesetzte N, O u. S. Das Mittelöl enthielt
15— 18% Teersäuren u. 3—5% Teerbasen, 6—8% Olefine, 67—70% Aromaten u.
22—27 gesätt. KW-stoffe. (Ind. Engng. Chem., ind. Edit. 31. 869—77. Juli 1939.
Pittsburgh, Pa., Central Experiment Stat., M. S. Bureau of Mines.)
J. S c h m i d t .
V . Charrin, Diatomeen und Erdöl. Vf. weist darauf hin, daß beide an vielen
Stellen der Erde nebeneinander V o r k o m m e n u. stimmt der Annahme, daß die Diatomeen­
erde das Muttergestein des Erdöles u. anderer bituminöser Massen ist, zu. Durch Züch­
tung von Diatomeen (Diatomikultur) sollte es vielleicht einmal möglich werden, künst­
liche Erdölvork. zu schaffen. (Matières grasses—Pétrole Dérivés 31- 12— 14. 15/1.
1939.)
D onle.
E.
C. William s, Moderne Erdölforschung. Es wird kurz auf die Dehydrierung
von Butan an metall. Oberflächen in Ggw. von Spuren von W. u. auf die Herst. von
hochklopffcsten Motortreibstoffen (Octanzahl 100), eingehender auf die Herst. von
Glycerin aus Erdöl-KW-stoffen eingegangen. Diese geht nunmehr der techn. Durch­
führbarkeit entgegen, nachdem es gelungen ist, aus Propylen u. Cl2 bei 400—600°
Allylchlorid in einer Ausbeute von etwa 85-—90% zu erhalten, das dann bei niedrigeren
Tempp. zu 1,2,3-Trichlorpropan u. dieses durch Verseifen zu Glycerin umgesetzt wird.
Auch über Chlorhydrine ist aus Allylchlorid Glycerin herstellbar. (J. Soc. Dyers
Colourists 55. 606—08. Dez. 1939.) *
J. S c h m i d t .
Lynn G. Howell und Alex Frosch, Anwendung von radioaktivem Zement in Bohr­
lochsonden. Das Verf. des Loggens mit y-Strahlen wird angewendet beim Einbringen
von Zement in das Bohrloch, der mit radioakt. Substanzen, wie Carnotit, vermischt ist.
(Petrol. Technology 2- Nr. 4. Techn. Publ. 1113. 8 Seiten. Nov. 1939.)
D olch .
Lester C. Uren, Ein Dezimalsystem zur Klassifizierung von Angaben der Erdölindustrie. II., III. (I. vgl. C. 1939. II. 776.) (Petrol. Engr. 10. Nr. 5. 77—80. 83—84.
Nr. 6. 51—56. Nr. 7. 51—54. April 1939. Berkeley, Cal., Univ.)
V olger.
J. C. Morrell und G. Egloff, Chemische Verbindu7igen aus Erdöl. Kurzer Hin­
weis auf die Gewmnung von chem. Verbb. aus Erdöl, bes. Spaltgasen, durch Alkylierung,
Isomerierung, Cyclisierung, selektive Polymerisation, Depolymerisation, Hydrierung,
Dehydrierung, Hydropolymerisation, Depolyalkylation, destruktive Alkylation, Oxy­
dation, Halogenierung u. anderes. (Atti X Congr. int. Chim., Roma 3. 767—68. 1938.
Chicago, Universal Oil Products Co.)
J. S c h m i d t .
Rafael Fussteig, Nichtkatalytische Spallverfahren für flüssige Kohlenwasserstoffe.
Beim Spaltvorgang ist die Wasserstoffwanderung zum kleineren Spaltstück hin so zu
leiten, daß dieser sich in der Bzn.-Fraktion anreiehert. Die Ausbeute an Bzn. wird
durch Temp., Kontaktdauer u. Art des Ausgangsmaterials (Wasserstoffgeh., Kp., D.)
beeinflußt. Asphaltbas. Rohöle ergeben kleinere Ausbeuten als paraffinbasische. Um
Kokbldg. zu vermeiden, arbeitet man prakt. statt mit maximalen nur mit Bzn.-Ausbeuten von 20—25% u. läßt den unangegriffenen Teil rückfließen oder spaltet ihn
vorteilhafter in einer Reihe von Spalteinheiten bei verschied. Tempp. u. Kontakt­
1940. I.
HXIX.
B r e n n s to ffe .
E r d ö l.
M in e r a lö le .
2589
zeiten. Der Druck wirkt sich auf den Wärmetransport aus, ist aber ohne Bedeutung
auf die Bzn.-Ausbeute. Bei Überschreitung der optimalen Kontaktdauer sinkt die
Bzn.'-Ausbeute infolge Bldg. von permanenten Gasen. ■— Der Anfall von Spaltrück­
standsöl wird im non residuum process vermieden, bei welchem nur Gas, Bzn. u. Koks
entstehen, die Bzn.-Ausbeute jedoch kleiner ist. — Bei der Dampfphasenspaltung
(kurze Dauer, hohe Temp., niedriger Druck) entstehen Bznn. mit hoher Octanzahl.
Auf Bzn. angewandt ist dies das reforming-Verf. (Bzn. von Octanzahl 32 ergibt 90%
Bzn. von Octanzahl 65 oder 75% Bzn. von Octanzahl 80, Best Rückstandsöl u. Gas).
— Das Spaltverf. dient auch zur Herabsetzung der Zähfl. von schweren Destillaten.
— Bei der neueren Entw. der Spaltverff. hat sich die Auswahl enggeschnittener Frak­
tionen u. die Sonderung der Rohöle nach ihren Refraktionen als vorteilhaft erwiesen.
(Petrol. Engr. 1 0 - Nr, 5. 112. 114. 116. 118. Febr. 1939.)
V olger.
Rafael Fassteig, Katalysatoren und der katalytische Prozeß beim Spalten flüssiger
Kohlenwasserstoffe. (Vgl. vorst. Ref.) An Hand des in Betracht kommenden Schrift­
tums werden neben den zum Spalten von fl. KW-stoffen vorwiegend benutzten Kata­
lysatoren eingehend die beim Spalten eintretenden Rkk. beschrieben. (Petrol. Engr.
1 0 . Nr. 7. 117—18. 122—23. Mai 1939.)
W ahrenholz.
A . W . Nash, Die Entwicklung der Petroleumraffination. Übersicht. (Petrol.
Times 4 3 . 145—49. 17/2. 1940. Birmingham, Univ.)
Behrle.
A.
W . Nash, Moderne Entwicklungstendenzen bei der Herstellung von Flugzeugbrennstoffen und Schmierölen. 1. Flugzeugbrennstoffe. 2. Schmieröle. Übersicht. (Petrol.
Times 4 3 . 80—81. 100—02. 3/2. 1940. Birmingham. Univ.)
Behrle.
Walther Riedel, Beeinflussung der Wirtschaftlichkeit von Verbrennungsmotoren
durch Kraftstoffzusätze. Um die naturgegebenen Eigg. der KW-stoffe zu verbessern,
ist eine Reihe von Zusätzen in Vorschlag gebracht worden; im einzelnen werden be­
sprochen u. in ihrer Auswrkg. eingehend untersucht: leistungssteigernde Kraftstoff­
zusätze; Verzögerer; Klopfbremsen; alkal. Oberschmiermittel; W.-Zusatz in verschied.
Form. (Automobiltechn. Z. 43. 25—35. 25/1. 1940. Berlin, Techn. Hochschule.) D o l c h .
— , Der Glühkopfmotor als Beispiel der Kraftstoffgleichgültigkeit. Der Glühkopf­
motor verbrennt Kraftstoffe, deren Siedekennziffer von 75—400°, deren Fraktionierungs­
ziffer ± 0 bis ±150°, Wichte 0,74— 1,07 geht u. deren Verbrennungscharakter die ganze
Octanzahlskala u. annähernd die ganze Cetanzahlskala umfaßt. W.-Einspritzung
dient in Sonderfällen zur Säuberung der Verbrennung u. Heraufsetzung der Klopfgrenze. Die Verwendung von Sprit als Landkraftstoff im Glühkopfmotor scheint
wichtig. — Verss. an einem Bulldoggglühkopfmotor; kennzeichnende Zusammenstellung
der zahlreichen verwendeten fl. Kraftstoffe. (Kraftstoff 1 6 . 15— 18. Jan. 1940.) D o l c h ,
W a . Ostwald, Feste Kraftstoffe. Systemat. Ordnung der Möglichkeiten der Gemischbldg.: A) Gemischbldg. aus dem festen Kraftstoff direkt durch Beifügung des
Verbrennungssauerstoffes (Schwarzpulvermotor von H ü Y G E N S; Oxyliquitmotor),
durch Heranführung des Verbrennungssauerstoffes an den festen Kraftstoff (SCHNÜRLEMotor für unzerkleinerten festen Kraftstoff mit Brennrost); durch Verstäuben des festen
Kraftstoffes ( D i e s e l , P a w l i k o w s k i ) ; durch Verstaubung einer Suspension (Fließ­
kohle). — B) über Verflüssigung des festen Kraftstoffes durch Schmelzen u. Lösen;
— C) durch Verdampfen oder Vergasen. (Kraftstoff 16. 3— 5. Jan. 1940.) D o l c h .
N. L. Hudson, R . J. Bressey und T. C. Bailey, Poolgrade von Gas-, Diesel- und
Brennstoffölen und ihre wirksame Verwendung in ölverbrennenden Einrichtungen. Es
werden die engl. Standardqualitäten für öle, die Umwandlung von vorhandenen An­
lagen zur Verwendung schwererer Grade von ölen u. die Verbesserung der Wirksamkeit
der derzeitigen Anlagen behandelt. (Petrol. Times 4 3 . 82 — 84. 2 7 /1 . 1 9 40.) B e h r l e .
T. A . McDonald und L. A . Blanc, Verminderung der Ansatzbildung durch
Kühlung des Kolbens des Dieselmotors. Verbrennung u. Temp. bestimmen die Stärke
der Ansatzbldg.; der Brennstoff ist ohne Einfluß. Die Ansatzbldg. erfolgt durch Zers,
des Schmieröles. Verss. lassen erkennen, daß die Kolbentemp. 170° nicht überschreiten
soll. (Nat. Petrol. News 3 1 . Refin. Technol. 494. 496. 15/11. 1939.)
D olch .
Heinz Fiebelkom, Ausweichkraftstoffe für Fahrzeugdieselmotoren im praktischen
Dieselbetrieb. Es wird der Nachw. erbracht, daß ein Dieselbetrieb mit Kraftstoffen
niedriger Cetanzahl durch ¡Mischung mit Kraftstoffen hoher Cetanzahl möglich ist,
ferner auch durch Erhöhung der Zündwilligkeit des Motors. Die Möglichkeit des
Dieselbetriebes mit Bzn. wird erörtert. (Kraftstoff 1 6 . 18—20. Jan. 1940.) D o LCH.
H.
0 . Farmer, Die Schmierung von Dieselmaschinen. Vf. diskutiert die Funktionen
eines hierfür geeigneten Schmiermittels, seine Auswahl u. seine wirtschaftliche An­
wendung. (Power Works Engr. 34. 401—03. Okt. 1939.)
P A N G R IT Z.
X XII. 1.
'
167
2590
HXIX.
B r e n n s to ffe .
E r d ö l.
M in e r a lö le .
1940.
I.
K . Arter, Probleme der Dieselmaschinenschmierung. An Dieselschmieröle zu
stellende Anforderungen werden erörtert. (Power Works Engr. 34. 415— 17. Okt.
1939.)
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Ed. Thomas, Verwendung der Mineralöle zur Schmierung der Flugzeugmotoren.
Ausführungen über Mineralöle zur Schmierung von Flugzeugmotoren, die das früher
verwendete Ricinusöl ersetzen. (Bull. Assoc. franç. Techniciens Pétrole 1 9 4 0 . 29—32.
15/1. 1940. Lab. Centrale de la Standard Franç. des Pétroles.)
B e h r le .
M. R . Fenske, C. E . Stevenson und R . E . Hersh, Die Erzeugung von Motorschmiermitteln, die gegen Oxydation widerstandsfähig sind. Allg. Betrachtungen über
den Einfl. der Raffination, der Zugabe von Antioxydationsmitteln, der Temp. u. der
katalyt. Wrkg. von Metallen auf die Widerstandsfähigkeit von Schmiermitteln gegen
Oxydation. (Nat. Petrol. News 3 1 - Refin. Technol. 471—74. 476. 477. Nov.
19 3 9 .)
D olch .
Sv. Hagerup, Über Reinigung und Wiederverwendung von Schmierölen.
Über­
blick über die in Altölen aus Diesel- u. Automobilmotoren vorkommenden Verunreini­
gungen u. die wichtigsten Verff. der Altölaufbereitung. (Ingenieren 4 8 . M . 104— 06.
3 0 /1 2 . 19 3 9 .)
R. K . M ü l l e r .
Raymond Szymanowitz, Kolloidal-graphilierte Schmiermittel und graphoide Ober­
flächen. Ref. an Hand ausgewählter Literatur. Besprochen werden die Eigg. von natür­
lichem u. synthet. Graphit, bes. die Auswrkg. der Krystallstruktur (D ebye-S ch errer).
Die Teilchengröße des koll. Graphits (A. PP. 844 989 u. 964 478) von 1 /t bedingt es, daß
selbst feinste Passungen nicht wie Filter wirken können. Die Schmierwrkg. des koll.
Graphits beruht auf der Bldg. einer festhaftenden Adsorptionsschicht auf den Metall­
oberflächen, wobei deren Oberflächenenergien abgesätt. werden — die Reibung zwischen
Metalloberflächen beruht weniger auf deren Unebenheiten als auf der Adhäsion zwischen
ihnen. Außerdem besitzt Graphit eine größere Affinität zu öl als Metall: Nach
M ATTHEW S u . W o l f (mikrochem. Analyse nach P r e g l) ist eine mit graphitiertem öl
bedeckte Stahlfläche mit einer 10~7 cm dicken Graphit- u. einer 10-mal so dicken Öl­
schicht bedeckt, während auf einer mit reinem öl geschmierten Stahlfläscbe keine nicht
abwaschbare Ölschicht hintcrbleibt. Der „Graph-Oleo“ -Film enthält wesentlich mehr
Graphit (bis 33 Gewichts-°/o) als das graphitierte öl selbst (0,2— 0,3%)- Finch u .
Z ah oorbu x weisen mittels Elektronenbrechung nach, daß sieh beim Einlaufen mit
graphitiertem Öl rasch eine ebene orientierte Lage Graphit bildet. Nach Bachmann
u. B rie g e r (Kolloid-Z. 3 6 [1925]. 142.3 9 [1926]. 334) ist die Benetzungswärme zwischen
öl u. Graphit 7—10-mal so groß wie zwischen öl u. Kupfer. (V g l. hierzu auch C. 1 9 3 9 .
II. 3768.) (Nat. Petrol. News 3 1 . Refin. Technol. 28. 30—32. 25/1. 1939. New York,
Acheson Industrie.)
V OLGER.
D.
Clayton, Der Einfluß verschiedener Schmiermittel auf die Abnutzung von hartem
Stahl und Bronze. Überblick über die Wrkg. von ölen, W. u. W.-Ölgemischen beim
Reiben von Stahl- auf Bronzekugeln bei niedrigen u. hohen Belastungen. (Engineering
1 4 9 . 131—34. 9/2. 1940.)
P a h l.
B. H . Sage und W . N. Lacey, Apparat zur Untersuchung der Druck-VolumTemperaturbeziehung von Flüssigkeiten und Gasen. Es wird ein App. zur Aufnahme
der Druck-Volum-Temp.-Kurven unter Beigabe von Zeichnungen eingehend beschrieben,
der eine Unsicherheit von 0 ,2 5 % bei Drucken von 10— 700 at u. 20 — 31 5 ° aufweist.
(Petrol. Technology 2 . Nr. 4. Techn. Publ. 1127. 22 Seiten, Nov. 1939.)
D olch.
W . M. Morris, B. H. Sage und W . N. Lacey, Das Volumverhalten von Isobutan.
Das Volumverh. von Isobutan wird in dem im vorst. Ref. beschriebenen App. im
Bereich von 40 u. 240° untersucht. (Petrol. Technology 2- Nr. 4. Techn. Publ. 1128.
7 Seiten. Nov. 1939.)
D olch.
W . Brösse, Die Bestimmung des Benzolgehaltes von Waschölen. Zur Best. des
Bzl.-Geh. in Waschölen wird die Dest. mit Feinfraktionierkolonne empfohlen; bei den
Verss. hat sich die Kolonne von W lD M E R bewährt. Bei Anwendung der Feinfraktio­
nierung dürfen nur die bis 150° sd. Anteile als Bzl. angesprochen werden, wie sich auf
Grund der spezif. Gewichte der bei der Feinfraktionierung anfallenden Destillate ergibt.
Hierbei wird gute Übereinstimmung zwischen der errechneten Bzl.-Erzeugung u. der
angefallenen Bzl.-Menge festgestellt. Der Einwand von K o E Ï T E L , daß infolge Bzl.Neubldg. aus Waschöl zu hohe Werte gefunden würden, konnte durch die angestellten
Verss. nicht bestätigt werden. (Techn. Mitt. Krupp, Forschungsber. 3- 2— 12. Jan.
1940. Bochum.)
D olch .
C. H. M. Roberts und R. W . Stenzel, Bestimmung der Salze im Rohöl. II. Methoden
zur Extraktion der Salze aus dem Öl. (I. vgl. C. 1939. I. 4556.) Es werden analvt.
Daten betreffend Probenahme (Veränderung des Salzgeh. infolge Auskrystallisation),
mkr. Vorunters. u. Einfl. verschied. Faktoren (Lösungsm., Emulsionszerstörer, Art
1940. I.
HXIX.
B r e n n s to ffe .
E r d ö l.
M in e r a lö le .
2591
des Mischens) auf die Schichtentrennung bei der Salzextraktion mitgeteilt. Die Er­
gebnisse dreier unveröffentlichter Methoden der Petreco werden bekannten Methoden
gegenübergestellt. (Petrol. Engr. 10. Nr. 5. 37—42. Febr. 1939. Los Angeles, Petro­
leum Rectifying Co. of California.)
V olger.
Günther Ibing, Eine neue physikalisch-chemische. Methode zur Bestimmung von
Einzelbestandteilen in Gemischen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Anwendung auf
die Untersuchung von Mineralölen, synthetischen Ölen und Teerfraktionen. Die Meth.
ist aufgebaut auf der Additivität der osmot. Drucke in Lsgg.; Gefrierpunktsemiedrigung
u. Dampfdruckerhöhung von Mischungen entsprechen dem arithmet. Mittel der Mol.Geww. der Einzelbestandteile. — Zur Best. des Anteiles eines Stoffes in einem Ge­
misch sind zwei Mol.-Gew.-Bestimmungen erforderlich: 1. Mol.-Gew. der Mischung
in einem Lösungsm., das in dem Gemisch als Anteil nicht vorhanden ist; 2. Mol.-Gew.Best. der Mischung in dem Stoff als Lösungsm., der in dem Gemisch bestimmt werden
soll. — Anwendungsbereich der Methode. — Anwendungsbeispiele (Best. des Bzl. u.
seiner Homologen; Best. von kondensierten KW-stoffen; Best. der Phenole) — Hin­
weis auf weitere Anwendungsgebiete (Einzelbest, von Fettsäuren, Alkoholen, Kohlen­
hydraten, Paraffinen, Naphthenen usw.) — Best. von W. in W.-Alkoholgemischen.
(Angew. Chem. 53. 60—65. 3/2. 1940. Bottrop i. Westf.)
D olch.
Rudolf Pitz, Wien, und Herbert Pitz, Berlin-Tegel, Behandlung von staubförmigen,
feinkörnigen oder flüssigen Brennstoffeil. Diese werden zwecks Verschwelung, Vergasung
oder auch Trocknung in der Schwebe einer Erhitzung durch Strahlung ausgesetzt.
Hierbei würden die einzelnen Teilchen jo nach ihrer Größe u. Schwere den Erhitzungs­
raum verschied, schnell durchfallen. Um dies zu verhindern u. die Verweilzeit der
einzelnen Teilchen den jeweiligen Verhältnissen anzupassen, regelt man die Geschwin­
digkeit des Behandlungsgutes durch Einführen von kalten oder heißen Hilfsgasströmen
in der oder quer zur Bewegungsrichtung des Behandlungsgutes. Man kann auch die
zu behandelnden Brennstoffe nach ihrer Korngröße sichten oder durch Zentrifugal­
kräfte zerlegen u. die einzelnen Fraktionen auf verschied. Wegen durch die Erhitzungs­
kammer leiten. (It. P. 368 792 vom 12/12. 1938. D. Prior. 13/12. 1937.) J. S c h m i d t .
Claude van Hoestemberghe, Frankreich, Brikettherstellung dadurch, daß der
Rohstoff, vorzugsweise Koks, sofort beim Verlassen der Retorte unter Aufrechterhaltung
von Tempp. zwischen 380 u. 420° verpreßt wird. (It. P. 3682 94 vom 28/11. 1938.
F. Frior. 29/11. 1937.)
H e in z e .
Claude van Hoestemberghe, Frankreich, Tieftemperaturdestillation von Braun­
kohle, Steinkohle u. dgl. dadurch, daß die stark zerkleinerte Rohkohle auf einem Fließ­
band im Gegenstrom mit einem Heizgas von 300—420° behandelt wird. Das Destillat
wird mit dem Heizgas abgeführt u. in bekannter Weise aufgearbeitet. (It. P- 368293
vom 28/11. 1938. F. Prior. 29/11. 1937.)
H e in z e .
Soc. Beige de l ’Azote et des Produits Chimiques du Marly, Belgien, und
Soc. Chimique de la Grande Paroisse, Frankreich, Druckhydrierung von Kohlen,
Teeren und dergleichen. Man macht sich unter Ausnutzung der Rk.-Wärme weitgehend'
von der Verwendung von Vorerhitzern frei, wenn man sich der folgenden, aus ge­
wöhnlichem Stahl bestehenden Vorr. bedient. In einem Mantelgefäß ist mit Zwischen­
raum das eigentliche, außen z. B. mit Asbest isolierte Rk.-Gefäß angebracht. Der H2
durchstreicht zunächst den Zwischenraum zwischen beiden Gefäßen, dann ganz oder
teilweise einen Röhrenerhitzer u. hierauf ein Rohrbündel, welches das Rk.-Gefäß
senkrecht durchsetzt. Der schließlich unten oder oben in das Rk.-Gefäß eintretende H2
durchströmt das gegebenenfalls mit Katalysatoren gefüllte Rk.-Gefäß dann gemeinsam
mit dem vorgeheizten Hydriergut im Zickzack. Für die Führung des Rk.-Gemisches
innerhalb des Rk.-Gefäßes sind verschied. Möglichkeiten angegeben. Die Tempp. an
den verschied. Stellen des Rk.-Gefäßes werden durch Thermoelemente überwacht
u. durch die Führung u. Vorheizung des H2-Stromes geregelt. (F. PP- 847 093,
847
094 u. 847 095 vom 9/6. 1938, ausg. 3/10. 1939 u. 5 01 0 1 vom 11/6. 1938,
ausg. 13/12. 1939.)
L in d e m a n n .
N. V . Internationale Hydrogeneeringsoctrooien-Maatsehappij (International
Hydrcgenation Patents Co.), Holland, Druckhydrierung von feststoffhalligem Ausgangs-
gut. Die Umlenkstücke in den röhrenförmigen Vorerhitzern werden aus verschleiß­
festem Material mit einer Brinellhärte über 400 hergestellt oder damit überzogen,
oder man bringt an den der Abnutzung bes. ausgesetzten Stellen Stöpsel aus dichtem
Material an oder läßt sich dort Polster aus dem Behandlungsgut selbst bilden, das dort
stagniert u. gegebenenfalls verkokt. Bei der Behandlung von angepasteter Stein­
kohle werden diese Maßnahmen bes. in dem Temp.-Gebiet zwischen 200 u. 375° an­
gewendet. Man bedient sich z. B. auswechselbarer Einbauten aus Gußstahl mit starkem
167*
2592
Hxix- B r e n n s t o f f e .
E r d ö l.
M in e r a lö le .
1940.
I.
GV-Geh. u. schwachem Geh. an Si, Mo oder Co mit einer Brinellhärte zwischen 500
u. 600. Zur Bldg. der oben erwähnten Polster dienen in den Krümmern den ein­
mündenden Rohren gegenüber angeordnete Vertiefungen. Ferner können die Krümmer
an der Innenfläche oder in der Mittelachse mit Auffangflächen versehen sein. Bes.
geeignet sind Einbauten, die durch eine seitliche, verschließbare Öffnung in den Krümmer
eingeführt werden. Derartig ausgestattete Vorerhitzer gestatten das Arbeiten mit
Pasten, die mehr als 45%. z- B. 50—65% Kohle enthalten; zweckmäßig erhitzt man
einen größeren Teil des Ausgangsgutes als Paste mit weniger als 45% Kohle in Wärme­
austauschern u. einen kleineren Teil als Paste mit mehr als 45% Kohle in Röhren­
erhitzern gemäß Erfindung, u. vereinigt beide Teile vor dem Eintritt in das Rk.-Gefäß.
(F- P- 845 601 vom 4/11. 1938, ausg. 29/8. 1939. D. Prior. 15/7. 1938.) L i n d e m a n n .
Gewerkschaft Mathias Stinnes, Deutschland, Druckhydrierung von Kohleextrakten und Kohledestillationsprodukten. Bei der gemeinsamen Druckhydrierung
von Kohleextrakten u. Kohledest.-Prodd. erhält man erhöhte Ausbeuten, -wenn man
aus dem Heißabscheider stetig einen Teil des gebildeten Abschlamms abzieht u. ihn
der rohen Kohleextraktlsg. vor ihrer Filtration zusetzt. Verarbeitet man gemeinsam
mit Kohleextrakten Pech oder hochsd. Teeröle, so kann man diese unmittelbar mit
den rohen Kohleextraktlsgg. vor deren Filtration mischen. (F. P. 846 697 vom 28/11.
1938, ausg. 21/9. 1939. D. Prior. 13/12. 1937.)
L in d e m a n n .
Baker Castor Oil Co., New York, N. Y., übert. von: Ivor M. Colbeth, East
Orange, N. J., V. St. A., Brechen von Emulsionen, -wie sie in der Öl- u. Erdölindustrie
Vorkommen. Durch Oxydation gebleichtes Ricinusöl wird zwischen 150 u. 350° F
zweckmäßig in Ggw. von Metall-(Fe)-Seifen von z. B. Essig-, öl- oder Linolsäure mit
Luft, Ozon oder ozonhaltiger Luft so oxydiert, daß ein möglichst hoher Geh. an Alde­
hyden u. Säuren erreicht wird. Daneben finden sich im Prod. 'polymerisierte Fett­
säuren u. deren Oxydationsprodukte. Das Erzeugnis wird mit einem Aldehydreagens,
wie Ammoniak, aliphat. oder aromat. Aminen, Bisulfit umgesetzt. Die Verbb. sind
teilweise in W. lösl. u. können hinsichtlich der Löslichkeit durch Halogenieren noch
weiter verändert werden. Sie werden den Emulsionen in der Menge von 0,5— 1%,
eventuell in Bzl. gelöst, zugesetzt. Bei der Aufarbeitung der gebrochenen Emulsion
findet sich der größere Anteil in der Zwischenschicht zwischen ö l u. Wasser. (A. P.
2183487 vom 6/4. 1934, ausg. 12/12. 1939.)
M ö l l e r in g .
N. V . de Bataafsche Petroleum Maatschappij, Holland, Zerlegen von Kohlen­
wasserstoffgemischen. Man extrahiert hochsd. Kohlenwasserstoffgemische abwechselnd
mit Lösungsmitteln für die nichtparaffin. u. dann für die paraffin. Anteile. Z. B. ex­
trahiert man eine Vaselinefraktion zunächst mit 200 Vol.-% Chlf. u. 200 Vol.-% Dichloräthan bei 20°, filtriert das ungelöste ab, wäscht mit dem genannten Lösungsm.-Gemisch
nach, entfernt aus der Lsg. u. den Waschwässern das Lösungsm.-Gemisch, u. behandelt
es dann mit fl. Propan bei 0°, dann bei 0° mit dem zuerst genannten Gemisch u. schließlich
bei — 20° wiederum mit fl. Propan. Man erhält eine außerordentlich weitgehende
Trennung der paraffin. u. nichtparaffin. KW-stoffe voneinander. (F. P. 847 927 vom
22/12. 1938, ausg. 19/10. 1939. Holl. Prior. 11/3. 1938.)
J. S c h m i d t .
Universal Oil Products Co., V. St. A., Spaltverfahren. Man erhitzt ein schweres
Mineralöldestillat in einer ersten Erhitzerschlange bei etwa 500° u. 28 at, ein leich­
teres Destillat (End-Kp. 400°) in einer 2. Erhitzerschlange bei etwa 530° u. 40 at.
vermischt die Prodd. beider Zonen, kühlt sie durch Zusatz kalter Öle auf etwa 438°
ab, u. zerlegt sie in einem Abscheider bei etwa 15 at in Dämpfe u. fl. Anteile. Diese
werden mit etwa 430° aus dem Abscheider abgezogen u. zwar entsprechend ihrer Absclieidungsgeschwindigkeit, so daß sich keine wesentlichen Fl.-Mengen im Abscheider
ansammeln u. dann unter Entspannung bis auf etwa 1 atü einer Nachverdampfung
unterwarfen. Die Dämpfe aus der Nachverdampfung werden in direkter Berührung
mit dem Frischöl bei etwa 1 atü fraktioniert. Das anfallende schwere Rücklauföl
dient als Beschickungsöl für die 1. Erhitzerschlange. Die Dämpfe aus dem Abscheider
werden bei etwa 14,5 at in Bzn. u. leichtes Rücklauföl, das zur 2. Erhitzerschlange
geht, fraktioniert, In diese Fraktionierkolonne werden auch die Destillate aus der
Fraktionierkolonne der Nachverdampfungszone nach ihrer Kondensation eingeleitet.
Die Mengen von schwerem u. leichterem Öl für die Erhitzersehlangen sollen sich ver­
halten wie etwa 1: 1 bis 3. (F. P. 846 991 vom 3/12.1938, ausg. 28/9. 1939.) J .S c h m i d t .
Universal Oil Products Co., V. St. A., Spaltkatalysatoren. Man gewinnt hoch­
wirksame Spaltkatalysatoren für die Spaltung von Mineralölen, indem man gefälltes
Al(OH)3 mit frisch gefälltem SiO„ vermischt, bis auf etwa 15% W. entwässert, dann
mahlt u. schließlich bei etwa 425—540° calciniert. Wichtig ist, daß das Gemisch prakt.
frei von Alkali ist. Man kann auch beide Mischkomponenten gemeinsam fällen. Bes.
vorteilhaft vermischt man eine Na-Aluminatlsg. mit einer Wasserglaslsg. oder mit einem
1940. I .
H XIX. B r e n n s t o f f e .
E rdöl.
M in e r a l ö l e .
2593
Kieselsäuresol u. fällt dann mit Ammoniak, wäscht gründlich aus u. arbeitet die Eällung
wie oben auf. Mit diesen Katalysatoren spaltet man Mineralöldestillate bei 425— 650°
auf klopffeste Bznn. unter gleichzeitiger Bldg. größerer Mengen olefin. Gase, die man
dann über phosphorsäurehaltigen festen Katalysatoren zu Bznn. polymerisiert. Die an­
fallenden höhersd. Fraktionen werden in die Spaltzone zurückgeleitet. (F. P. 847 515
vom 13/12. 1938, ausg. 11/10. 1939.)
J. S c h m i d t .
Atlantic Refining Co., Philadelphia, Pa., übert. von: ErnestM . Marks, Lansdowne, Pa., V. St. A., Motorlreibstoff. Prodd. von hoher Klopffestigkeit erhält man,
wenn man Triisobutylen bei Tempp. von 300—400° F mittels Luft, 0 2 oder 0 2 ent­
haltender Gase in Ggw. von Katalysatoren oxydiert. Als letztere eignen sich Cu,
Fe, Cr u. V oder die Oxyde des Mn, Cu, Fe, Cr u. V oder Metallsalze organ. Säuren,
z. B . Cu- oder Mn-Oleat oder -Naphthenat. Die Oxydationsprodd. können als solche
als Treibstoffe verwendet werden oder man kann sie Treibstoffen in einer Menge von
10—50% °der mehr zusetzen. (A. P. 2 1 8 1 1 4 3 vom 12/11. 1936, ausg. 28/11.
1939.)
B e ie r s d o r f .
Standard Oil Development Co., Linden, V. St. A., Motortreibstoffe. Man kann
die Harz- u. Schlammbldg. bei Treibstoffen verhindern, wenn man ihnen 0,5—5%
eines Stoffes zusetzt, den man durch Polymerisation von Colzaöl, Fischölen, Erdwachs,
Vaseline, Mineralschmierölen, Paraffinspaltprodd. mittels Einw. stiller elektr. Ent­
ladungen (2000— 15000 V) unter vermindertem Druck gewonnen hat. Derartige Stoffe
wirken gleichzeitig als Obenschmiermittel. (F. P. 846 227 vom 18/11. 1938, ausg.
12/9.1939. A. Prior. 19/11.1937. Belg. P. 4 2 9 4 7 2 vom 30/7.1938, Auszug veröff.
26/1. 1939. A. Prior. 19/11. 1937.)
B e ie r s d o r f .
Marcel Victor Crillon, Frankreich, Motortreibstoff. Um die Verbrennung von
Treibstoffen zu erleichtern, setzt man ihnen eine geringe Menge eines Metalls zu, u.
zwar entweder in koll. Form oder in Form einer organ. Verbindung. Geeignet ist bes.
Cu; die gleiche Wrkg. läßt sich auch mit Ni, Cr, Co, Hg, Ag, Fe erreichen. Zur Er­
höhung der Klopffestigkeit kann man außerdem ein Metall, das die Verbrennung ver­
zögert, wie Al, Sn, Mg, Sb zusetzen. Die Metalle gehen bei der Verbrennung in Dampf
über. (F. P. 848 631 vom 10/1.1939, ausg. 3/11.1939.)
B e ie r s d o r f .
Philippe Naldi, Frankreich, Umwandlung organischer, pflanzlicher Stoffe (I) (Holz,
Rebholz, Torf) in flüssige organische Stoffe. Die I werden mittels Säure (H2S04)
hydrolysieH. Die gärfähigen Extrakte werden der Buttersäure-, Alkohol- oder AcetonButanolgärung unterworfen. Die durch Zers, der Zucker entstehenden Prodd. (Furfurol,
Aceton) verarbeitet man auf aliphat. Keicme. Die durch Gärung erhaltenen Säuren werden
in einfache oder gemischte Ketone umgewandelt, die Alkohole gegebenenfalls in Aldehyde
oder mit Aceton zu höheren Ketonen kondensiert oder zu Äthem dehydratisiert. Aceton
kann zu Isopropylalkohol hydriert u. in Äther umgewandelt werden. Das unlösl. Lignin
wird mit Alkali oder Erdalkali behandelt u. durch Pyrolyse in Ketone, Alkohole,
Aldehyde, H2 u. a. umgewandelt. Es werden ca. 80—90% Ketone u. 10— 20% Äther
erhalten. 2 Zeichnungen. Die Prodd. haben eine hohe Octanzahl u. eignen sich bes.
als Motortreibstoffe. (F. P. 847 075 vom 7/6. 1938, ausg. 3/10. 1939.)
K rau sz.
Socony-Vacuum Oil Co., Inc., New York, N. Y., übert. von: Edwin M. Nygaard
und George S. Crandall, Woodbury, N. J., V. St. A., Dieseltreibstoff. Um die Zünd­
geschwindigkeit von Dieselölen zu erhöhen, setzt man ihnen 0,1—5% Tetranitromethan
ZU. (A. P. 2 1 8 5 1 5 7 vom 30/11.1938, ausg. 26/12.1939.)
B e ie r s d o r f .
René Beurrier, Frankreich, Herstellung von Kohlenwasserstoffen aus Kautschuk.
Gummiabfälle (alte Autoschläuche) werden in einem Autoklaven auf 150—400° erhitzt
u. die dampfförmig abziehenden KW-Stoffe entweder direkt kondensiert oder noch einer
katalyt. Hj'drierung, z. B. über Ni, unterworfen. Die Prodd. dienen als Dieselöle, oder
nach spaltender Hydrierung auch als Treibstoffe für Automobile oder Flugzeuge.
Gegebenenfalls werden die Dämpfe vor der Kondensation einer katalyt. Entschwefelung
über Fe oder Cu unterworfen. (F. P. 847 685 vom 17/12.1938, ausg. 13/10.1939.
Luxemb. Prior. 15/12. 1937.)
J. SCHMIDT.
Edeleanu-Gesellschaft, Berlin-Schöneberg, Extrahieren von Mineralölen. Man
vermischt die zu extrahierenden Mineralöle oder Mineralölrückstände mit einem Teil
der im Extraktionsverf. anfallenden Extraktlsg., kühlt dann auf die Extraktionstemp.
u. führt die Extraktion nach dem Gegenstromprinzip durch. Durch die Verdünnung der
Frischöle mit Extraktlsg. wird ein unerwünschtes Festwerden der Öle bei der Kühlung
verhindert. (F. P. 848 066 vom 27/12. 1938, ausg. 23/10. 1939 u. It. P. 368 568 vom
16/11. 1938. Beide D. Prior. 29/12. 1937.)
J. S c h m i d t .
Standard Oil Development Co., V. St. A., Kondensationsprodukte. Zunächst
werden halogenierte aliphat. KW-Stoffe oder Olefine mit cycl. KW-Stoffen, mit AlCla
zu einem Anfangskondensat (I) kondensiert, das dann mit Chloriden von Dicarbonsäuren
2594
H u ,. L e d e r .
G erbstoffe.
1940. I .
(II) (z. B. Oxalsäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure, Phthalsäure) weiterkondensiert
wird. Auf 100 g I werden etwa 0,2 Mol II verwendet. — Z. B. werden 100 (Teile)
chloriertes Paraffin (10,5°/0 CI) mit 15 Naphthalin in Kerosinlsg. (III) in Ggw. von
2,5 AlOl3 bei 31° in 6 Stdn. zu einem I umgesetzt, das nach Abdest. von III zurück­
bleibt. 100 g I werden dann z. B. mit 0,11 Mol Oxalsäurechlorid in Lsg. von Tetrachlor­
äthan in Ggw. von AlGl3 bei n. Temp. in 1 Stde. umgesetzt. Das Endprod. wird mit
III extrahiert u. durch Abdest. von III erhalten. Die Prodd. werden in einer Menge
von 0,02—2,5% fetten ölen zugesetzt, um deren Viscosität zu erhöhen bzw. deren
Schmierfähigkeit zu verbessern. (F. P. 8451 98 vom 26/10.1938, ausg. 14/8.1939.
A. Prior. 3/12. 1937 und 12/2. 1938.)
N ie m e y e r .
Aktiebolaget Separator Nobel, Schweden, Herstellung tiefstockender Schmieröle.
Man behandelt Mineralöle mit selektiven Lösungsmitteln, wie Dichloräthan, bei so
tiefen Tempp., daß feste u. fl. paraffin. KW-stoffe als ungelöste Phase abgeschieden
werden, worauf diese bei höherer Temp. in festes Paraffin u. paraffin. Schmieröle zerlegt
werden. Diese Schmieröle werden zur Erniedrigung ihres Stockpunktes mit Stockpunktserniedrigern bekannter Art versetzt. Bes. geeignet sind Kondensationsprodd.
aus Naphthalin oder Anthracen mit Paraffin, oder auch geringe Mengen des in der
1. Stufe erhaltenen Extraktes oder ähnlicher bei anderen Extraktionsverff. erhaltener
Extrakte. (F. P. 848 457 vom 4/1. 1939, ausg. 31/10.1939. D. Prior. 4/1. 1938.) J .S c h m i .
Mario Giordano, Turin, Bitumenemulsion. 180 (Teile) Bentonit werden unter
Zusatz von 12 Na-Lauge von 40° Bé in 1000 W. dispergiert, worauf die Mischung durch
Zusatz einer Säure, wie H2S04, HCl oder dgl. neutralisiert wird. In einem Dispergier­
gefäß wird diese auf 80° erhitzte Fl. mit Bitumen vermischt. (It. P. 368 654 vom
2/12. 1938.)
H offm ann.
American Bitumuls Co., übert. von: Claude L. M cK esson, San Francisco,
Cal., Y. St. A., Stabilisierte Bitumenemulsion. Eine leicht brechende, mit Hilfe einer
alkal. Lsg. hergestellte Bitumenemulsion, deren p H -W e rt etwa bei 11,5 hegt, wird mit
einer etwa 30%‘g- wss. Dispersion ausgetrockneter, entrahmter Milch bei einer Temp.
zwischen 165 u. 175° F vermischt, so daß der p H -W e rt beim Abkühlen auf 7,5—9,5
absinkt. (A. P. 2 1 7 0 1 5 2 vom 2/6. 1936, ausg. 22/8. 1939.)
H offm ann .
N. V . de Bataaîsche Petroleum Maatschappij, Haag, Holland, Gefärbte Bitumen­
dispersion, bestehend aus mindestens 25% Bitumen, vermischt mit einem in W. unlösl.
Pigment u. einem Dispergierungsmittel. (Belg. P. 433 914 vom 20/4. 1939, Auszug
veröff. 21/11. 1939. D. Prior. 22/4. 1938.)
H offm ann .
Standard Française des Pétroles, Soc. an., Frankreich (Erfinder: August
Holmes und Lucien Hemmer), Erhöhung der Klebfähigkeit bituminöser Stoffe durch
Zusatz geringer Mengen organ. Stickstoffbasen, welche in Öl lösl., dagegen in W. un­
lösl. sind. (F. P. 847 829 vom 20/12. 1938, ausg. 17/10.1939.)
H offm ann.
James M . Johnson, New York, N. Y., V. St. A., Straßenbaumischung. Stein­
klein wird vor dem Vermischen mit einem bituminösen Bindemittel mit einer M., be­
stehend aus Al-Oleat, freier Ölsäure u. Leichtöl, umhüllt.
(A. P. 2 1 7 7 568 vom
6/5. 1937, ausg. 24/10. 1939.)
H offm ann .
Standard Oil Develoment Co., V. St. A., Straßeribaumischung. Steinklein wird
vor dem Umhüllen mit Bitumen mit einer in einem Petrolöl gelösten Schwermetall­
seife, wie naphthensaurem Pb, Fe, Zn, Cu, Co oder Mn, vorbehandelt. (E. P. 510 997
vom 15/9. 1938, ausg. 7/9. 1939. F. Prior. 15/9. 1937.)
H offm ann.
XXI. Leder. Gerbstoffe.
Robert M. Koppenhoeffer, Die chemischen Bestandteile von sulfonierten Ölen.
Vf. hat eingehend handelsübliches sulfoniertes Ricinus- u. Klauenöl sowie Dorschtran
untersucht u. folgende Feststellungen gemacht: Beim Ricinusöl erfolgte die Sulfonierung
hauptsächlich an den Hydroxylgruppen der Ricinolsäure u. in weniger starkem
Umfang an ihrer Doppelbindung. Die Ggw. von Dioxysäuren in denjenigen Fettsäuren,
die aus dem sulfonierten Öl stammen, konnte nachgewiesen werden. Die Sulfonierung
des Klauenöles erfolgte in überragendem Maße an den Doppelbindungen der ungesätt.
Säuren. In den aus dem sulfonierten Öl gewonnenen Fettsäuren konnte eine Monooxystearinsäure identifiziert werden. Beim Dorschtran erfolgt die Sulfonierung an
die Doppelbindung der ungesätt. Säuren. Die aus der Fraktion des sulfonierten Tranes
gewonnenen Fettsäuren bestehen aus Dioxy- u. ungesätt. Oxysäuren. Diejenigen freien
Fettsäuren des sulfonierten Ricinus- u. Klauenöles, die während der Sulfonierung in
Freiheit gesetzt werden, sind während der Sulfonierung fast gar nicht oxydiert, während
diejenigen des Dorschtranes in starkem Maße oxydiert sind. Das gleiche ist der Fall
bei den Fettsäuren der Ncutralfettfraktion. Partialester des Glycerins, wahrscheinlich
1940. I.
H XXI. L e d e r .
G erbstoffe.
2595
Diglyceride, sind in der Neutralfettfraktion als Folge der Sulfonierung vorhanden.
In großem Ausmaße sind diese Diglyceride beim sulfonierten Klauenöl vorhanden.
Isooleinsäure entsteht beim Klauenöl während der Sulfonierung. Ihre Ggw. konnte
in der abgetrennten Neutralfettfraktion u. in der Fraktion der freien Fettsäuren fest­
gestellt werden. Die Fette der sulfonierten Ölfraktion, bes. diejenigen, des Ricinusöles,
sind hitzeunbeständig u. geben ihr gebundenes S03 beim Erhitzen wieder ab. (Aus­
führliche Tabellen über die Zus. der beiden Öle u. des Tranes). (J. Amer. Leather Chemists Assoe. 34. 622—41. Nov. 1939. Cincinnati, 0., Univ.)
Mecke.
Vandenhaute, Arbeitsgänge in der Kürschnerei. Behandlung vcm Pelzwaren nach
belg. Verfahren. Bleiche mit KMnO„, S02, H20 2, Na20 2. Gerbung mit Alaun, Gambir usw. Färben mit bas., sauren oder Pflanzenfarbstoffen. Braune u. schwarze Töne
mit Blauholz, p-Phenylendiamin, Amidophenol mit oder ohne Fe-, Cu- oder Cr-Beize.
Weitere Rezepte für die Behandlung von Katzen- u. Kaninchenfellen. (Teintex 5.
29—32. 15/1. 1 9 4 0 . ) __________________ F r i e d e m a n n .
Böhme Fettchemie-Ges. m. b. H ., Deutschland, Weiche und Äscher von Fellen.
Das Netzen u. Weichen wird bei pu = &—11,8 durchgeführt (z. B. unter Verwendung
von NanPO, oder Na2HPO.t u. Na2S) u. dann bei alkal. pH-Wert unter Zusatz von
Fettalkoholsulfonalen (I) bes. Oleylsulfat geäschert. Das Weichen kann auch in 2 Stufen
ausgeführt werden, wobei der 2. Brühe ebenfalls I zugesetzt wird. Die Behandlung
erfolgt jeweils über 24 Stunden. Das Verf. ermöglicht eine schonende Gewinnung der
Haare einschließlich der Unterhaare u. ergibt nach der Gerbung ein sehr gutes Leder.
(F. P. 850 853 vom 25/2. 1939, ausg. 28/12. 1939. D. Prior. 28/2. 1938.)
Möller.
W . E . Atowmjan, E . M. Gurewitsch, M. N. Sharkow und M. K . Polujachtowa, USSR, Äschern von Schweinshäuten, gek. durch die Verwendung einer
Mischung aus Na-Sulfhydrat, Kalk u. calcinierter Soda. (RUSS- P- 55 573 vom 4/5.
1938, ausg. 31/8. 1939.)
■
R ic h t e r .
I. G. Farbenindustrie Akt.-G es., Frankfurt a. M., Entschuppen von Fischhäuten.
Die Häute werden nach einer kurzen Behandlung mit alkal. Mitteln mit einem elast.
Körper bes. aus Kautschuk (zweckmäßig in Form einer umlaufenden, geriffelten Walze)
entschuppt u. dann in üblicher Weise gegerbt. (F. P. 849 805 vom 3/2. 1939, ausg.
2/12. 1939.)
_
M ö l l e r in g .
Arnold Adams jr., Bremerhaven, Herstellung von Fischleder. Häute von Leng­
fisch, Kabeljau, Seelachs, Katfisch, Haifisch, Rochen u. dgl. werden geäschert, gebeizt
u. mit einer Teegerbstoffbrühe eventuell unter Zus. von Bisulfitlsg. angegerbt u. mit
pflanzlichem oder synthet. Gerbstoff ausgegerbt. Frischer, getrockneter, nicht fer­
mentierter Tee (Blätter u. Stengel) hat 10—25% Gerbstoffgehalt. Der Zusatz von
Bisulfit ersetzt den Pickel. Die erhaltenen Fischleder sind sehr reißfest, weich u. ge­
schmeidig. (D. R. P. 687 611 Kl. 28 a vom 18/2. 1938, ausg. 2/2. 1940.) M ö l l e r i n g .
Louis Bierling, Dresden, Gerbverfahren, besonders für Treibriemenherstellung.
Das parallel zur Spannrichtung in Streifen geschnittene, zu gerbende Gut (Blößen oder
aus Fleischfasern gewonnenes Gut) wird zu einem endlosen Band aneinandergereiht
u. über Walzen gespannt in der Gerbfl. bewegt. Gerbstoffe mineral., pflanzlicher,
tier. oder synthet. Herkunft sind geeignet. Durch die langsame, unter Spannung
erfolgende Bewegung werden die Fasern in der kraftübertragenden Richtung schonend
ausgerichtet. Gegenüber der Streckung der Treibriemen im Gebrauch von 10— 12%
bei sonst üblichen Verff. zeigen die Treibriemen nunmehr nur 2% Streckung. (D. R- P.
687 562 KL 28 b vom 28/1. 1938, ausg. 1/2. 1940.)
‘
M ö l l e r in g .
Chemische Fabrik Stockhausen & Cie., Krefeld, Verfahren zum Fixieren von
Gerbstoffen in Leder. An Stelle der im Hauptpatent verwendeten Eiweißspaltprodd.
mit einem Abhaugrad von etwa 30% werden hier solche mit einem Abbaugrad von
unter 30%. jedoch von mindestens 20% verwendet. (D. R. P. 6871 53 Kl. 28a vom
7/12. 1934, ausg. 24/1. 1940. Zus. zu D. R. P. 685744; C. 1940. I. 1308.) M ö l l e r i n g .
I. G. Farbenindustrie A kt.-Ges., Frankfurt a. M., Gerberei- und Färbereihilfs­
mittel. Man setzt Ammoniumsalze mit Formaldehyd u. außerdem mit anderen Alde­
hyden um. (Belg. P. 4 3 1 8 4 8 vom 24/12. 1938, Auszug veröff. 22/6. 1939. D . Prior.
20/1. 1938.)
'
D onle.
I. G. Farbenindustrie A kt.-Ges., Frankfurt a. M., übert. von: Gustav Mauthe
und Hermann Noerr, Opladen, Gerbmittel. Eingedickte Sulfitablauge (I) wird mit nicht
sulfonierten Kondensaten, die aus aromat. (bes. Oxy-) Verbb. u. S oder S—Cl-Verbb.
u. H2S04 (oder HCl) erhalten sind, versetzt u. zwecks Abspaltung eines Teiles der
Sulfonsäurereste der Ligninsulfonsäure mit Alkalilsg. gekocht. Die I kann auch zuvor
allein in dieser Weise behandelt werden. — 188 (Teile) 1(35° Be) werden mit 12NaOH
1 Stde. auf 90° erhitzt. Man löst hierin 15 Teile Phenolformaldehydharz u. verd. nach
2596
H xx„ . L e i m .
G e l a t in e .
K l e b m it t e l u s w .
1940. I .
der Lsg. mit H2S04 bis zu pn = 3,5— 4. Die M . trennt sich in 2 Schichten, von denen
die feste den in W. leicht lösl. Gerbstoff enthält. — Das Prod. ergibt bessere Gerbungen,
löst sich leichter u. ist in mehr neutraler Brühe anwendbar. (A. P. 2 1 8 4 622 vom
5/5. 1938, ausg. 26/12. 1939. D. Prior. 13/5. 1937.)
M ö l l e r in g .
A . A . Muchamedow und A . I. Smetkin, USSR, Abtrennung der gerbenden Stoffe
aus Sulfilcelluloseablaugen. Die gegebenenfalls konz. Ablaugen werden mit wss. Tannin­
auszügen der Pyrocatechinreihe, z. B. Auszug der Birkenrinde, vermischt u. dann in
saurer Lsg. mit Aldehyden, wie HCHO, Acetaldehyd u. Furfurol, gefällt u. mit W.
gewaschen. (Russ. P. 55 574 vom 3/5. 1937, ausg. 31/8. 1939.)
R ic h t e r .
I.
R . Geigy A .-G ., Basel, Schweiz, Herstellung von Kondensationserzeugnissen
sulfonierten Phenolen oder ihren Abkömmlingen u. Formaldehyd oder diesen abgebenden
Mitteln in Ggw. von Harnstoff oder harnstoffbildenden Stoffen oder niedrigmol., in saurer
Lsg. erhaltenen Kondensationserzeugnissen aus Harnstoff u. Formaldehyd, dad. gek.,
daß man bei einer Acidität zwischen der der verwendeten Sulfonierungsgemische u.eben
noch-kongosaurer Rk. als Grenzwerte durch entsprechende Regelung von Temp. u. Um­
setzungsdauer die Kondensation verlangsamt u. nur so lange fortsetzt, bis die erhaltenen
Erzeugnisse, wenn man sie auf ein pH von 1,5—2 bringt, in allen Verhältnissen in W.
lösl. sind. — 200 Teile Sulfonierungsgemisch aus gleichen Teilen Rohkresol u. Mono­
hydrat werden unter guter Kühlung auf 250 verd. u. darauf 40 Harnstoff zugegeben.
Bei einer Acidität von 10 g obiger Kresolsulfonsäure gleich 48,5 ccm n. NaOH setzt man
168 einer 27,8%ig. NaOH zu, die Rk. ist dann eben noch kongosauer, gibt rasch noch
130 Formaldehyd von 30% zu u. erhitzt unter Rückfluß zum Kochen. Zum Schluß wird
eine zum Gerben brauchbare Acidität mit H3P04 angesäuert. Die gewonnenen Prodd.
sind Gerbstoffe. (D. R. P. 687 350 Kl. 12 o vom 29/11.1935, ausg. 27/1.1940.) M. F. Mü.
Teresio Ferrari, Turin, Italien, Herstellung von Kunstleder. Ein oder mehrere
nichtgeleimte Faservließe aus Cellulose, die unter Umständen eine verfestigende
Zwischenschicht aus Textilgewebe, Papier, oder Cellophan enthalten, werden mit
Dispersionen von Kautschuk (Latex) oder Kunstharzen getränkt. Nach dem Ver­
dampfen des Lösungsm. kann ein Lacküberzug erfolgen u. ein lederähnlicher Narben
aufgepreßt werden. (It- P. 369 364 vom 31/5. 1938.)
M ö l l e r in g .
Maurizio Andreani, Mailand, Herstellung von Kunsthäuten und Kunstleder. Eine
Fasermasse aus Baumwolle, Hanf oder Leinen, auch aus Kunstfasern wird mit Kaut­
schukmilch, der Vulkanisationsmittel u. Beschleuniger zugesetzt sein können, gemischt
u. zu flächigen Gebilden unter gleichzeitiger Trocknung verformt. Die erhaltene M.
kann mit Überzügen u. Narbenprägung versehen werden. (It. P. 369 067 vom 23/12.
1938.)
M ö l l e r in g .
XXÜ. Leim. Gelatine. Klebmittel usw.
Michel Gouss und Charles E . H . Leroy, Paris, Herstellen von Platten oder der­
gleichen aus tierischem Lehn. Die mit Zusätzen zur Erhöhung der Formbarkeit u. Härte
versehene Leimlsg. wird in eine mit einem abnehmbaren Holzrahmen versehene Gieß­
form mit einem Boden aus einer glatten Metallplatte gegossen, nach erfolgter Gallertbldg. die Bodenplatte abgenommen u. die Leimmasse im Rahmen getrocknet u. ge­
härtet. (D. R. P- 684 306 Kl. 39 a vom 29/8. 1934, ausg. 25/11. 1939. F. Prior, vom
13/1. 1934.)
S c h l it t .
I.
G. Farbenindustrie Akt-Ges., Frankfurt a. M., Leimverfahren. Das Kl
mittel wird in Form eines Schaumes angewendet. Vgl. Belg. P. 432 200; C. 1939.
ü . 4638. — Zu 75 (Teilen) wss. Lsg. (65%ig) eines Harnstoff-HCHO-Kondensates werden
zugesetzt 1,5 Butylnaphthalinsulfonsäure, 1 NH4C1, 5 Harnstoff u. 3 einer NH.,OHLsg. (25%) sowie 14,5 einer (20%ig-) Knochenleimlösung. Man schäumt mit Luft zu
dem 3—5-fachen Volumen. Zum Verleimen von 1 qm Holz benötigt man 200— 250 ccm
des Schaumes. — Der Schaum kann auch bei heftigem Rühren aus zugesetztem Bicarbonat nach Zusatz einer entsprechenden Menge Essigsäure erzeugt werden. (It. P369 511 vom
14/1. 1939. D. Prior. 21/1. 1938.)
M ö l l e r in g .
Albert Products, Ltd., Erith, Kent, England, Verleimen von Sperrholz unter
Verwendung eines Leimes in Form einer wss. Emulsion von in W. unlösl., in der Wärme
härtbaren Kunstharzen. Die Emulsion wird hergestellt unter Verwendung von sulfo­
nierten aliphat. Alkoholen als Emulgierungsmittel. Die Holzplatten werden bei 130
bis 140° u. 10—20 at zusammengepreßt, was etwa 4— 8 Min. dauert. (E. P- 510 803
vom 8/2. 1938, ausg. 7/9. 1939. D. Prior. 8/2. 1937.)
M. F. M ü l l e r .
Rudolf Ludwig, Lissone, Italien, Verbinden von Foumieren. F o u r n ie r b lä t t e r
werden mittels einer alkoh. oder koll. Lsg. eines svnthet. Harzes oder einer bei der Ver­
seifung eines synthet. Harzes entstehenden Lsg. miteinander verleimt u . n a ch d e m
H x x lï. P h o t o g r a p h i e .
2597
Trocknen der Lsg. in einer geeigneten Presse ohne weiteren Aufwand an Zeit u. Wärme
zu einer Platte verfestigt. (It. P. 368 945 vom 15/12. 1938.)
B ru n nert.
I.
E. Schtscheglow und I. L. Kagan, USSR, Harzleim. Der in üblicher Weise
aus Kolophonium hergestellte Harzleim wird bei 70—80° mit soviel angesäuertem W.
hydrolysiert, daß eine Verdünnung von 1 : 2 oder 1 : 3 stattfindet. (Russ. P. 55 670
vom 17/10. 1935, ausg. 30/9. 1939.)
R ic h t e r .
Stein, Hall M fg. Co., übert. von: Hans F. Bauer, Chicago, 111., V. St. A., Kleb­
mittel auf Stärkebasis, bes. zum Kleben von Papier, bestehend aus Stärke, der 5—40%
Harnstoff (I) u. 5—30% Na-Ac&tat (II) zugesetzt wurden. — 55,5 (Teile) Herculesstärke,
22,3 I u. 22,2 II werden mit 72 W. auf 165—180° F etwa 5 Min. lang erhitzt. Es wird
ein weißes Klebmittel erhalten. (A. P. 2 183 736 vom 14/1. 1938, ausg. 19/12.
1939.)
M . F. M ü l l e r .
I.
G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Oxycelluloseäthercarbonsäuren.
Alkaliverbb. der Oxycellulose, die man z. B. durch Oxydation von Cellulose mit HN03
erhält, werden mit Monohalogenessigsäuren oder ihren Salzen umgesetzt. Die Säuren
geben klare, zähe Lsgg., die als Klebmittel brauchbar sind. (F. P. 846 759 vom 29/11.
1938, ausg. 26/9. 1939. D . Prior. 17/12. 1937.)
D onle.
S. A . S. B. I., Mailand, Ohne Anwendung von Feuchtigkeit anwendbarer Klebstoff,
z. B. zum Einkleben von Photographien. Tier. Leim ward geschmolzen u. mit Vs Honig
u. V jo Glycerin versetzt. (It. P. 369 597 vom 1 4 /1 .1 9 3 9 .)
M ö l l e r in g .
Rohm & Haas G. m . b. H ., Darmstadt (Erfinder: Ernst Trommsdorf, Jugen­
heim, und Hans Sagel, Troisdorf), Klebstoff für gehärtete Kunstharze. Es wurde ge­
funden, daß die im Hauptpatent als Klebstoff für andere Zwecke angegebenen Polyacrylsäureester auch zum Verbinden von gehärteten Kunstharzen (z. B. aus HCHO
u. Phenol, Harnstoff oder Casein) mit Papier, Holz, Glas oder Metall geeignet sind. —
60 (Teile) wss. Polyacrylsäurebutylesterdispersion (40% Trockengeh.), 20 Essigsäurebutylester u. 20 Monochlorbenzol ergeben eine salbenartige Paste, die auf Papier nach
dem Trocknen einen klebenden Rückstand hinterläßt, der das Papier 'auf Kunstharz
haften läßt. (D. R. P. 688 346 Kl. 22 i vom 10/7.1937, ausg. 17/2. 1940. Zus. zu
D. R. P. 575327; C. 1933. I. 4509.)
M ö lle r in g .
XXIV. Photographie.
James S. Greig, Einige Versuche über den Clayden-Effekt. Nach einem Überblick
über die Geschichte des CLAYDEN-Effektes beschreibt Vf. seine Verss., bei denen die
Erstbelichtung mittels einer rotierenden, gelochten Scheibe, die Zweitbelichtung mit
diffusem Licht ausgeführt wird. Eine Erstbelichtung von 3-10-3 Sek. ergab bei einer
Nachbelichtung von 3 Min. bei einer Grundschwärzung von 1,1 völlige Umkehrung.
Weniger ausgeprägt war diese bei einer Erstbelichtung von 3 -IO-2 Sekunden. Bei
Verdoppelung dieser Belichtung konnten keine Sehwärzungsunterschiede mehr fest­
gestellt werden, jedoch war das Bild der Erstbelichtung durch Randeffekt kenntlich
(vgl. S t e v e n s u . N o r r i s h , C. 1937. I. 2528). In einer 2. Vers.-Reihe wurde die Erst­
belichtung mittels eines n. photograph. Verschlusses gegeben. Es zeigte sich, daß der
CLAYDEN-Effekt bei geeigneten Vers.-Bedingungen bis zu einer Erstentw. von längstens
1/3 Sek. Dauer beobachtet werden kann. (Brit. J. Photogr. 86. 661—63. 3/11.
1 9 39.)
K ü rt Me y e r .
Luigi de Fero, Die Empfindlichkeit photographischer Emulsionen.
Vf. erörtert
die Fragen der Dauer der Empfindlichkeit photograph. Emulsionen für Negative,
Papiere, Infrarotmaterial, Dreipackfarbenfilme usw. u. ihrer Beeinflussung durch
Temp.-Anderungen, Feuchtigkeit, Gase usw. (Corriere fotogr. 36. 230—31. Okt.
1939.)
R. K. M ü l l e r .
A . G. Tuü, Ein Versuch zur Übersensibilisierung mit Quecksilber. Die Über­
sensibilisierung mit Hg-Dampf nach D e r s c h u . D ü r r (vgl. C. 1937. I. 3584) zeigt
den Nachteil, daß die Empfindlichkeitssteigerung nicht beständig ist. Vf. untersucht,
ob sieh dies vermeiden läßt, wenn die photograph. Schicht mit einer Hg-haltigen Gelatineschicht überzogen wird. Eine mit HgCl2 durch Red. mit Entwickler hergestellte HgGelatineemulsion führte beim Vergießen auf photograph. Platten zu einem Empfindlichkeitsrückgang auf Viooo- Auch eine durch Ultraschall hergestellte Hg-Gelatineemulsion bewirkte noch eine Empfindlichkeitssenkung auf 1/5. Vf. führt diese Ergeb­
nisse darauf zurück, daß sich Hg-Halogenid bildet u. daß dieses die Desensibilisierung
bewirkt. In der Tat führt ein 3 Min. langes Baden von photograph. Platten in einer
0,005%ig. Lsg. von HgCl2 zu einem Empfindlichkeitsrückgang auf 1/100o des ursprüng­
lichen Wertes. (Brit, J. Photogr. 86. 636—37. 20/10. 1939.)
K urt Me yer.
2598
H x x iy P h o t o g r a p h i e .
1940. I .
— , Einige Winke für Entwickler. Betrachtungen über die Entw. von Negativu. Positivmaterial in Metol-Hydrochinonentwickler mit bes. Berücksichtigung der
Verwendbarkeitsdauer. (Brit. J. Photogr. 86- 706—07. 1/12. 1939,) K u r t M e y e r .
H.
Cuisinier, Borax in Entwicklern. Kurze Besprechung der Wrkg. von Bora
im Entwickler auf Negative u. Positive. In letzterem Falle werden wärmere Töne er­
halten. (Rev. fran<j. Photogr. Cinématogr. 21. 28—30. 1/2. 1940.)
K lever.
H.
Cuisinier, Die Tonung von „Gaslicht“ -Papier. Kurze Übersicht über die
Zus., Entw. u. Tonung von Gaslichtpapier. (Rev. frany. Photogr. Cinématogr. 21. 16 bis
19. 15/1. 1940.)
K lever.
Richard B. W illcock, Empfehlenswerte Schutzlösungen gegen Verkratzung. Vf.
empfiehlt zur Verhinderung des Verkratzens von Emulsionsschichten diese zu härten
u. gibt Rezepte für geeignete Chromalaun-, Formalin- u. Trioxymethylenbäder. (Brit.
J. Photogr. 87. 65—66. 9/2.1940.)
*
K urt Me yer.
A . Niklitschek, Schimmel und Bakterien als Negativfeinde. An Beispielen zeigt
Vf. die Bakterienschäden, die an Negativmatcrial bei der Verarbeitung (zu langsame
Trocknung) u. auch bei der Aufbewahrung auftreten können u. gibt Ratschläge zu
deren Vermeidung. (Photogr. für Alle 36. 53—54. 1/3. 1940.)
K urt Me y e r .
Jack H . Coote, Verbesserte Dreifarbenauszüge. Üblicherweise werden Dreifarben­
auszüge mit den 3 Filtern, Rot, Grün u. Blau, auf panchromat. Material hergestellt.
Der unbefriedigende Absorptionsverlauf der Filter führt häufig zu mangelhaften Er­
gebnissen. Vf. empfiehlt folgende Arbeitsweise: Der Rotauszug wird wie bisher mittels
Rotfilter (Ilford 204) auf panchromat. Material gewonnen. Der Blauauszug wird mit
Purpurfilter (Ilford 503) u. der Grünauszug mit Gelbfilter (Ilford 109) unter Ver­
wendung von orthocliromat. Material hergestellt. Bei höherer Empfindlichkeit ist
dabei die Farbtrennung verbessert. (Brit. J. Photogr. 87.15— 17.12/1.1940.) Ku. M e y .
H.
W . Greenwood, Röntgenstrahlen in der Industrie. Röntgenspektroskopie und
Krystallanalyse. Überblick mit bes. Berücksichtigung der photograph. Probleme.
(Brit. J. Photogr. 86. 755—57. 29/12. 1939.)
K urt Meyek.
Eastman Kodak Co., übert. von: Henry E. Van Derhoef, Rochester, N. Y.,
V. St. A., Herstellung von Filmen für photographische Zwecke. Man bringt eine dünne
diskontinuierliche Schicht aus fein verteilter Gelatine oder aus Casein auf die Ober­
fläche eines endlosen Bandes u. auf diese Schicht eine Schicht eines Cellulosederiv.
(z. B. Celluloseacetat u. Weichmacher) in fein verteilter Form. Das endlose Band
läuft dann unter ein zweites endloses Band. Zwischen den beiden Bändern wird durch
Einw. von Druck u. Hitze ein Film gebildet, in dessen Oberfläche sich die Gelatinebzw. Caseinteilchen befinden u. auf dem daher eine aufgebrachte Gelatineemulsion
gut haftet. (A. P. 2 1 8 3 520 vom 15/2. 1936, ausg. 19/12. 1939.)
Fa b e l.
I. I. Lewkojew und N. N. Sweschnikow, USSR, Darstellung von 3-Oxythionaphthen-2-aldehydaniliden und ihren Vinylderivaten. 3-Oxytliionaphthen (I) oder seine
Deriw. werden in Ggw. indifferenter Lösungsmittel, z. B. A., mit Körpern der allg.
Formel ArN=CH—(CR=CR')n=NAr kondensiert, wobei Ar = aromat. Rest, R u.
R' = H, Alkyl, Halogen, Aloxv, Acyloxy oder N 02 u. n = 1 oder 2 ist, wie z. B. NN'Diphenylformamidin, Brmnmalonsäurealdehyddianilid (II) u. Glutaconsäurealdehijddianilid. — 1,9 g I u. 3,2 g Hydrochlorid des II werden unter Erwärmen in 40 ccm
absol. A. gelöst. Zur Lsg. wird 1 g Na-Acetat
zugegeben u. darauf am Rückflußkühler erhitzt.
Beim Abkühlen scheidet sich das 3-Oxythionaphthen-2-vinylen-co-aldehydanilin von der nebenst.
Formel ab. Ausbeute 2,9 g. Nach dem TJmkrystallisieren aus 96%ig. A. hat es F. 209—210°. Die Prodd. werden zur Synth. von
Sensibilisatoren verwendet. (Russ. P. 55421 vom 26/8. 1938, ausg. 31/8. 1939.) R lC H T .
Radio Corp. of America, übert. von: James R . Alburger, Merion, Pa., V. St. A.,
Photographischer Entwickler. Er besteht aus 50 g Na2S03, 15 g Hydrochinon, 80 g
NajCO,, 8 g KBr. 30 g NaOH, 40 g K-Alaun. (A- P. 2 181861 vom 30/11. 1938,
ausg. 5/12.1939.)
Grote.
Eastman Kodak Co., übert. von: Lowell E. Muehler, Rochester, N. Y., V. St. A.,
Photographischer Entwickler. Zur Herst. des Entw.-Bades wird zu einer wss. Lsg., die
den Entw.-Stoff u. Na«S03 enthält, ein fester Stoff zugesetzt, der aus Paraformaldehyd
(Trioxymethylen), Na2S03 u. einem festen Körper als Puffermittel, z. B. Borsäure,
Weinsäure, Malonsäure oder dgl. in kryst. Form, besteht. (A. P. 2 1 8 4 053 vom 29/3.
1939, ausg. 19/12. 1939.)
Grote.
John David Kendall und Roland Bernard Collins, Ilford, England, Photo­
graphischer Farbentwickler. Er enthält neben einer aromat. Aminoverb. als Entwickler-
H j jj y . P h o t o g r a p h i e .
1940. I.
2599
stoff ein Kondensationsprod. eines Pyrazol5-ons mit einer reaktionsfähigen Methylengruppe in der 4-Stellung als Farbbildner.
Solche Verbb. sind z. B. 4,4'-Benzal-bisl-phenyl-3-methyl-ö-pyrazolon nebenstehender
CHj—Cii
|CH—ĆH— H G -------- iiC—CHi
idl
Jco
OcL Jttf
Formel. Der Entwickler hat z. B. folgende
ji
jf
Zus.: 1 g salzsaures Diäthyl-p-phenylenJ, „
' „
diamin, 80 g Na2C03, 12,5 g Na2S03, lOOccm
‘ 5
Farbbildnerlsg. (1% der gesätt. Lsg. in A.),
11 Wasser. (E. P. 513 596 vom 8/4. 1938, ausg. 16/11. 1939.)
Grote .
Du Pont Film M fg. Corp., New York, übert. von: Edmund B. Middleton,
Metuehen, und Andrew B . Jennings, New Brunswick, N. J., V. St. A., Farbentwickler.
Er enthält eine aromat. Aminoverb. als Entw.-Stoff u. ein Dicyanacetaminobisazol der
U
„
„
S--------C—NH.
JL
S
II
KH.i
NH,C=
Formel I oder II, wobei E n . R ' = H, Alkyl, Aryl, Alkoxy, Halogen, Sulfonsäure- oder
Carbonsäurereste bedeuten. (A.P. 2182815 vom 23/ll. 1938, ausg. 12/12.1939.) G r o t e .
I.
G. Farbenindustrie A .-G ., Frankfurt a. M., Photographisches Material für
Farbenphotographie. Auf der oder den Emulsionsschichten ist eine Filterschicht auf­
gegossen, die nur für die Projektion bestimmt ist u. die mit in den photograph. Bädern
wieder entfernbaren Farbstoffen (z. B. grau) gefärbt sein kann, so daß sie bei der Auf­
nahme gleichzeitig als Liehthofschutz dient. Beispielsweise ist auf die Emulsionsschicht
einer Farbrasterplatte eine blaugefärbte, nicht entfernbare Filterschicht aufgegossen.
Ein solches Material ist für die Projektion mit gelblichem Licht einer Bogenlampe ge­
eignet. (F. P. 848 794 vom 12/1.1939, ausg. 7/11.1939. D. Prior. 12/1. 1938.) G r o t e .
Du Pont Film Mfg. Corp., New York, N- Y., übert. von: Andrew B. Jennings,
New Brunswick, und Edmund B . Middleton, Metuehen, N. J., V. St. A., Farbbildende
photographische Emulsion. Die lichtempfindliche Emulsion enthält als Farbbildner eine
HCfi------nCH
HCn------- nCH
—I
"IV
II
In —CO—CH:—CONH—^
H c'i^^JJcH —CO—CH:—CO—N <®,
II irr!
HCÜ^ ^JicU
OC.Hn
Verb. der allg. Formel I, in der X = 0 u. S, R = Aryl oder Azol, ß ' = H u . CH be­
deuten. Eine Emulsion, die z. B. als Farbbildner eine Verb. der Formel II enthält, wird
nach der Belichtung mit einer alkoh. Lsg. von Diäthyl-p-phenylendiamin entwickelt,
wobei ein gelbgefärbtes Bild entsteht. (A. P. 2 1 8 4 303 vom 24/6. 1938, ausg. 26/12.
1939.)
Grote.
B61a Gaspar, Brüssel, Belgien, Photographische Farbstoffbilder. Das photograph.
Material besteht aus mehreren lichtempfindlichen Schichten, die Farbstoffe verschied,
langer Ausbleichdauer enthalten. Die Ausbleiehung findet mit einem Red.-Mittel an
den Ag-Stellen statt. Eine der Schichten enthält einen relativ schneller ausbleichenden
Farbstoff u. einen Katalysator zur Beschleunigung der Red.-Geschwindigkeit. Ein ge­
eigneter Katalysator ist z. B. 2-Lauroyla7nino-3-aminophcnazin oder 2-Stearoylamino-3aminophenazin. Es wird hergestellt, indem 2,3-Diaminophenazin im Rückflußkühler
mit Lauroylchlorid bzw. Stearoylchlorid in mol. Mengen ungefähr 2 Stdn. behandelt,
die M. in W. geschüttet u. mit Alkalilsg. gewaschen wird. (A .P . 2 1 8 3 3 9 5 vom 27/1.
1939, ausg. 12/12. 1939. E. Prior. 12/12. 1938.)
Grote.
United Feature Syndicate Inc., New York, übert. von: Melvin A . Campbell,
Oak Tree, N. J-, V. St. A., Mehrfarbendruck. Von den Konturen des zu reproduzierenden
Bildes wird eine Druckplatte hergestellt, von der für jeden Farbteildruck ein Abdruck
auf gefärbtem Papier gemacht wird. Die Flächen, die den verschied, vollen Farbtönen
des Bildes entsprechen, werden auf den drei Drucken mit schwarzer, die anderen
Flächen mit opaker weißer Farbe eingefärbt. Jeder Teildruck wird durch ein Halbton­
raster photographiert, so daß die Konturenlinien verschwinden. Von den drei Negativen
werden dann die drei geätzten Druckformen hergestellt. (A .P . 2 1 7 5 739 vom 14/12.
1938, ausg. 10/10. 1939.)
Grote.
Printing Arts Research Laboratories, Del, übert. von: Walter S. Marx jr.,
Port Washington, N. Y., V. St. A., Druckformen für Mehrfarbendruck. Von gezeichneten
Bildern, die aus schwarzen Linien u. farbig angelegten Flächen bestehen, wird zuerst
ein Schwarzweiß-Positiv auf durchsichtiges Material kopiert, dabei werden die schwarzen
Linien schwächer als im Original gehalten. Auf diese Kopie werden dann die Farben
2600
H m v . P h o t o g r a p h ie .
1940. I
übertragen (durch Kolorieren). Schließlich werden von diesem Zweitbild mit Hilfe von
Lichtfiltern gerasterte Farbauszugsnegative hergestellt, die zur Erzeugung der Druck­
formen dienen. Dieses Verf. ist bes. für die schnelle Herst. mehrfarbiger Bildbeilagen
für Tageszeitungen geeignet. (A.P. 2183 143 vom 27/9.1934, ausg. 12/12.1939.) K a l i x .
I.
G. Farbenindustrie A kt.-G es., Frankfurt a. M., Qelatinedruckformen für
Absaugedruck. Auf eine Halogensilberemulsion wird durch ihren Träger hindurch
ein Positiv oder Negativ kopiert u. das latente Bild mit einer Lsg. entwickelt, die die
Gelatine proportional zu ihrem Ag-Geh. härtet. Das unbelichtete Halogensilber wird
dann diffus belichtet u. mit einem nichthärtenden Entwickler geschwärzt. Darauf
wird die Schicht mit einer Wasserstoffsuperoxydl&g. geätzt. Hierbei geht die nicht­
gehärtete Gelatine in Lsg., da nur in dieser das Ag katalyt. wirkt. Auf diese Weise
erhält man von Negativen positive u. von Positiven negative Druckreliefs. Als härtenden
Entwickler verwendet man eine Lsg. von 10 ccm 20% K 2C03 + 10 ccm 2% Brenz­
catechin in 100 ccm W .; als nichthärtenden Entwickler eine Glycinlsg. u. zum Ätzen
ein Gemisch von 30 ccm 7,5% CuS04 + 30 ccm 0,2% KBr + 30 ccm 2,5% H2S04 -f45 ccm 3% H20 2. (E. P. 512 663 vom 9/2. 1938, ausg. 19/10. 1939.)
K a l ix .
N. V . Nederlandsch Laboratorium De Spaarnestad-Haarlem, Berlin, Her­
stellung autotypischer Druckformen mit Hilfe lichtstreuender Halogensilberkolloidschichten,
die nach gerbender Entwicklung als Ätzschutzschicht dienen, dad. gek., daß bei der Auf­
nahme oder beim Kopieren Raster verwendet werden, bei denen die lichtdurchlässigen
Rasterteilo erheblich kleiner als die lichtundurchlässigen Teile sind, u. welche entweder
bei der Aufnahme an die lichtempfindliche Schicht angepreßt oder bei der Kopie als
dünne Folien zwischen Vorlage u. lichtempfindliche Schicht gelegt werden. (D. R. P.
688
065 Kl. 57 d vom 28/3. 1935, ausg. 12/2. 1940.)
Grote.
La Reliephotographie Soc. pour ¡ ’Exploitation des Procédés de Photographie
en Relief Maurice Bonnet (Erfinder: Maurice Bonnet), Paris, Frankreich, Deck­
schicht für photographisch oder durch Gravieren hergestellte Punkt- oder Strichraster für
photographische und kinematograpliische Zwecke (farbige, plast. u. Fernsehbilder usw.)
mit Ausfüllung der durchsichtigen Rasterelemente mittels einer durchsichtigen M.,
dad. gek., daß dieser Stoff zugleich als Schutzschicht auf dio undurchsichtigen Raster­
elemente aufgetragen ist. — Der Stoff hat den gleichen Brechungsexponenten wie das
Material der Rasterplatte. (D. R. P. 687 236 Kl. 57 b vom 12/12. 1937, ausg. 25/1. 1940.
F. Prior. 1/12. 1937.)
Grote.
Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m. b. H ., Berlin (Erfinder:
Albert Narath, Berlin), Druckform, für den Druck von Tonaufzeichnungen nach einem
bandförmigen Tonnegativ. Das Tonnegativ wird in einer Schraubenlinie um eine auf
einem Zylinder befindliche, mit einer hochempfindlichen Halogensilberkoll.-Schicht
versehenen Unterlage gewickelt u. zu einer Zwisehenkopie umgewandelt, die zur Herst.
der Druckform dient. (D. R . P. 679 677 Kl. 57d vom 13/2. 1936, ausg. 10/8. 1939.
Zus. zu D. R. P. 650489; C. 1937. II. 4152.)
E. W E IS S.
Philips Patentverwaltung G . m . b . H . , Berlin (Erfinder: Klaas Jannes Keuning, Eindhoven, Holland) Kopieren mechanisch aufgezeichneter Tonspuren. Beim
Kopieren einer mechan, aufgezeichneten Tonspur, die Tiefen- u. Breitenänderungen
enthält, tritt durch die beim Ausschneiden der Spur entstandene Oberfläche eine
Lichtstreuung auf. Zur Beseitigung dieser Störung wird eine Zwischenkopie angefertigt
u. erst von dieser die Vorführtonspur gewonnen. Diese Hilfskopie erzeugt man als
physikal. entwickeltes Metallbild in einer durch Diazoverbb. lichtempfindlich ge­
machten Schicht aus regenerierter Cellulose. Hierbei muß der Schwärzungsunterschied
an allen Stellen der Tonspur mindestens 1,3 gegenüber der Umgebung betragen. Da
ein Film aus regenerierter Cellulose bei der Naßbehandlung sehr wenig verzerrungsfrei
ist, wird der verwendete Film zweckmäßig auf einer schrumpfungsfreien Unterlage,
z. B. aus Nitrocellulose, befestigt. (D. R. P. 686 369 Kl. 57 b vom 18/1. 1938, ausg.
8/1. 1940.)
K a l ix .
Universum Film A .-G ., Berlin, Einkopieren von Fußtiteln in mehrfach, auch
beidseitig mit verschieden sensibilisierten Emulsionen beschichteten Farbfilmbändem, die
nach dem Umkehrverfahren entwickelt werden, dad. gek., daß man zunächst das Bild
kopiert, alsdann den unentwickelten Film mit Licht der gewünschten Farbe durch eine
Titelvorlage belichtet, die die Schrift durchsichtig auf völlig lichtundurchlässigem
Untergründe trägt, u. dabei eine größere Lichtmenge verwendet, als sie beim Kopieren
des Bildes maximal auf den Kopierfilm einwirkte. (D. R- P. 687 772 Kl. 57 b vom 5/6.
1936, ausg. 5/2. 1940.)
Grote.
Verantwortlich: Dr. M. Pflücke, Berlin W 35, Sigismundstr. 4. - — Anzeigenleiter: Anton Burger,
Berlm-Tempelhof. ----- Zur Zelt gilt Anzeigenpreisliste Kr. 3.
Druck von Metzger & Wittlg
in Leipzig C 1. ------ Verlag Chemie, G. m. b. H., Berlin W 35, Woyrschstr. 37