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977
Chemisches Zentralblatt
1940. I. Halbjahr
Nr. 7
14. Februar
A. Allgemeine und physikalische Chemie.
Erich Lange, Zur theoretischen und 'praktischen Stellung der 'physikalischen Chemie.
Betrachtungen über das Gesamtgebiet der Physik, Chemie u. physikal. Chemie u. ihre
mögliche prakt. Aufteilung, bes. hinsichtlich der Stellung der physikal. Chemie im
Unterricht, Schrifttum, Forschung u. Praxis. (S.-B. physik.-med. Soz. Erlangen 70.
323—37. 1938. Erlangen, Univ.)
K lever.
B.
Gudden, Was bedeutet Plancks theoretische Entdeckung fü r die experimentelle
und angewandte Natunoissensdmft ? Vortrag. (S.-B. physik.-med. Soz. Erlangen 70.
343—52. 1938.)
K lever.
J. Malsch, Berichtigung zur Diskussion im Rahmen des Vortrags S über die quasikrystalline Struktur von Flüssigkeiten (P. Debye). Vf. nimmt Stellung zu der Dis­
kussionsbemerkung von MÜLLER zu dem Vortrag von D e b y e (vgl. C. 1939. II. 3)
über den Ordnungszustand in Dipolfll. u. verweist auf eine eigene, von M ü l l e r nicht
erwähnte Arbeit des Vf. (vgl. C. 1937. II. 14). (Z. Elektrochem. angew. physik.
Chem. 45. 813— 15. Nov. 1939. Köln, Univ., Abt. f. angewandte Physik.) GOTTFRIED.
D.
T. A. Townend und M. Maccormac, Einige neuere Ansichten über die die Zündgeschwiridigkcil beeinflussenden Faktoren. Mechanismus der Flammenfortpflanzung u.
der bei der Verbrennung ablaufenden chem. Vorgänge. Messung der Zündgeschwindig­
keit. Struktur n. u. abnormaler Flammen. (Gas Wld. 111. 354—56. 25/11.
1939.)
Sc h u ste r .
0.
M. Todes und P. V. Melentjev, Die Theorie der Wärmeexplosion. II. Wärmeexplosion für monomolekulare Reaktionen. (I. vgl. C. 1937. II. 2947.) Im Gegensatz
zu den früheren Berechnungen wird in der vorliegenden Arbeit bes. der Einfl. des Aus­
brennens bei monomol. Rkk. berücksichtigt. Die qualitativen u. quantitativen Ab­
leitungen führen zur Festlegung der Abhängigkeiten für die Entzündungsgrenzen u.
die Induktionsperiode. Ferner werden die isotherme u. fast isotherme Rk., die adiabat.
Rk. u. Explosion sowie die Entzündung durch adiabat. Kompression behandelt. Die
Ergebnisse der entwickelten Theorie werden mit Erfahrungstatsachen verglichen u.
die Gesetzmäßigkeiten zusammengestellt, deren prakt. Nachprüfung wünschenswert
erscheint. (Acta physicochim. URSS 11. 153—80. 1939. Leningrad, Inst. f. Chem.
Physik.)
BERNSTORFF.
*
A. Sokolik, Explosivgrenzen von Gasgemischen. VI. Der Einfluß der Temperatur
auf die Explosionsgrenzen von Wasserstoff-Luftgemischen. Die Unterss. werden an Ge­
mischen mit 17— 22% H2 ausgeführt. Die App. besteht aus einem ca. 1,50 m langen
Explosionsraum aus Glas, der sich in einem mit einem Längsschlitz versehenen elektr.
Ofen befindet u. mittels eines meehan. bewegten Hahnes mit einem Fe-Rohr verbunden
werden kann, in dem die Stoßwelle erzeugt wird. Durch Änderung der Umdrehungs­
geschwindigkeit des Hahnes kann die Verweilzeit des zu prüfenden Gemisches im
Explosionsraum beliebig variiert werden. Die Stoßwelle wird durch elektr. Entzündung
eines stöchioffletr. H2-0 2-Gemisc,hes hervorgerufen, dessen 0,-Gch. zur Erzielung gleich­
mäßiger Drucke analyt. kontrolliert wird. Das Flammenbild u. der Druckverlauf
werden photograph. registriert. Die Genauigkeit der Messungen wird durch die Kürze
des Explosionsrohres u. die mit zunehmender Temp. abnehmende Strahlungswrkg. der
Flamme nachteilig beeinflußt. Der Einfl. der Temp. wurde durch Vorwärmung der
H2-Luftgemische auf Tempp. zwischen 20 u. 490° untersucht. Es ergab sich, daß die
untere Explosionsgrenze im Bereich von 20— 150° konstant bei 21°/0 H2 liegt, u. ober­
halb 200° auf 17— 18°/o H. sinkt. An einem Gemisch mit 20% Ha wurde bei 490° der
Einfl. der der Explosion vorangehenden Selbstoxydation untersucht, indem das Gemisch
vor der Entzündung durch die Stoßwelle verschied, lange im Explosionsraum belassen
wurde. Schon nach 5— 6 Sek. entsteht nur noch eine langsame Flamme mit schwacher
Lichterscheinung, während nach 60 Sek. keine Verbrennung mehr stattfindet. Das bei
der vorausgehenden Oxydation gebildete W. verd. demnach das Gasgemisch u. übt eine
Schwerer Wasserstoff vgl. S. 978, 990, 998, 1040.
*) Rk.-Geschwindigkeit u. katalyt. Rkk. von organ. Verbb. s. S. 998, 999.
X X II. 1.
64
978
A x. A u f b a u d e r M a t e r ie .
1940. I.
inhibierende Wrkg. auf die Selbstentzündbarkeit aus. Verss., bei denen die eine Hälfte
des Explosionsrohres aus dem Ofen herausragte, wodurch ein schroffer Temp.-Abfall
hervorgerufen wurde; zeigten, daß eine plötzliche Abkühlung von 300 auf 20° bei nahe
der Explosionsgrenze gelegenen EL-Konzz. ein Absinken der Geschwindigkeit u. eine
Dämpfung der Explosionswelle verursacht. Bei stöchiometr. Gemischen war die Ge­
schwindigkeitsabnahme nur unbedeutend. Zur Erklärung der Dämpfung wird an­
genommen, daß in der Nähe der Explosionsgrenze, wo die Fronten der Stoßwelle u. der
Verbrennungswelle nicht zusammenfallen, die Stabilität der Explosionswelle infolge
der plötzlichen Verzögerung in der Fortpflanzung der Kompressionswellen hinter
der Flammenfront gestört ist. (Acta physicochim. URSS 11. 239— 50. 1939.
Leningrad, Inst, de Phys. Chimique.)
B ernstorff.
H.
Muraour, Gasstrahlen mit Überschallgeschwindigkeit und Detonationsleucht
erscheinungen. Vf. vergleicht Aufnahmen von Gasstrahlen mit Überschallgeschwindig­
keit, welche mittels eines elektr. Funkens nach der Schlierenmetli. hergestellt waren,
mit eigenen Aufnahmen von den Leuchterscheinungen bei der Explosion eines Ge­
misches von Tetranitromethan u. Toluol in He-Atmosphäre. Auf beiden Aufnahmen
ist die sogenannte RlEJIANNsche Welle zu beobachten. (Chim. et Ind. 42. 604— 06.
Okt. 1939.)
G o t t f r ie d .
A. van Itterbeek, P. de Bruyn und P. Mariens, Messungen über die Schall­
absorption in GOt-Gas, ferner in C02-Gas, welches kleine Mengen von H2, D2, H20 und
DzO enthält, sowie in Mischungen von C02 und 0 2. Stoßwirksamkeiten. (Vgl. C. 1939. I.
1315.) Die Ultraschallabsorption wird in hochgereinigtem C02-Gas zwischen Zimmertemp. u. 50° gemessen u. aus ihr die Relaxationszeit ß u. die Zahl der für die Anregung
von Schwingungen im C02-Mol. wirksamen Stöße berechnet. Der Absorptionskoeff.
ist mit 9 -10—* cm bei 18° u. 17,6-10-4 bei 49,5° etwas niedriger als bei früheren Mes­
sungen mit weniger sorgfältig gereinigtem Gas (ITTERBEEK u. M a r i e n s , C. 1938.
I I . 483). Aus Messungen mit Meinen Fremdgaszusätzen (H2, D2, H20 u. D20) kann der
Unterschied in der Schwingungsanregung bei verschied. Moll, sowie die Relaxations­
zeit für die Schwingungsanregung des C02-Mol. durch das entsprechende andere Mol.
(ßcOi-x) ermittelt werden. Die Stöße von D2 u. D20 sind danach erheblich weniger
wirksam als die entsprechenden von H2 u. H20 . Bei 0 2-Zusatz nimmt der Absorptions­
koeff. im Gegensatz zu der sonst bei geringen Zusätzen meist beobachteten Erhöhung
ab. Die in C02-02-Gemischen experimentell gefundene Kurve kann als Hinweis dafür
gedeutet werden, daß die C02-Moll. durch 0 2-Moll. überhaupt nicht angeregt werden.
(Physica 6 . 511— 18. Juni 1939. Löwen, Natuurkundig Labor.)
R e it z .
A,. Aufbau der Materie.
R. Lämmel, Masse und Energie in der speziellen Relativitätstheorie. Es wird die
von der speziellen Relativitätstheorie geforderte Vermehrung der trägen M. diskutiert.
(Helv. physica Acta 12. 511— 18. 1939.)
K lever.
Gérard Petiau, Über die Darstellung der Wellengleichung und die Evolution der
elektromagnetischen Größen in der Theorie des Photons. Mathemat. Abhandlung. (J.
Physique Radium [7] 10. 413— 19. Sept. 1939. Paris, Inst. Henri Poincaré.) G o t t f r i e d .
L. Janossy, Die auf'dem Austauschfeld des Mesotrons beruhende Austauschkraft
von drei schweren Teilchen. Die Austauschkräfte zwischen zwei schweren Teilchen
auf der Basis der Mesotronentheorie wurden bereits früher behandelt u. von F r ö l i c h
usw. (vgl. C. 1938. II. 486) erweitert. Bei der Behandlung des Falles von Austausch­
kräften zwischen drei schweren Teilchen treten veränderte Verhältnisse ein. Das
Potential erster Ordnung ist gleich der Summe der Potentiale zwischen den verschied.
Paaren von je zwei Teilchen. Für die höheren Näherungen ist dies jedoch nicht mehr
zutreffend. In zweiter Näherung existieren Dreifachkräfte, die von den relativen
Koordinaten von je drei schweren Teilchen abhängen. In der Arbeit wird gezeigt,
welchen Beitrag die Dreifachkräfte gegenüber dem Austausch von zwei Teilchen geben.
Die Durchrechnung ergibt, daß die Dreifachaustauschkraft bei großen Abständen nur
von geringer Bedeutung ist, jedoch einen merklichen Beitrag im Bereich kleiner Ab­
stände 7. r < 1 ergibt. Bei diesen Abständen wird jedoch auch der Beitrag des Rückstoß­
potentials zweiter Ordnung merklich. Die Resultate scheinen trotzdem qualitativ
die Existenz eines Dreifachpotentials anzuzeigen. Dies Austauschpotential zwischen
drei oder mehr schweren Teilchen weicht deshalb wesentlich von der Überlagerung
der Potentiale zwischen den verschied. Paaren ab, wenn der Abstand zwischen den
Teilchen von der Größenordnung 1/(2 X) oder kleiner ist. (Proc. Cambridge philos.
Soc. 35. 616— 21. Okt. 1939. Manchester, Univ., Dcp. of Phys.)
B runke.
R. Peierls, Kritische Bedingungen bei der Neutronenvervielfachung. Es sind Be­
dingungen möglich, unter denen eine Neutronenvervielfachung stattfinden kann. Auf
1940. I.
A ,. A u f b a u d e r M a t e r i e .
979
Grund neuer Experimente läßt sich folgern, daß diese Bedingungen im Falle des U
erfüllt sind. Die Vervielfachung kann nur stattfinden, wenn der Weg jedes Neutrons
in dem Körper lang genug ist, um eine genügend große Chance für Zusammenstöße
zu geben. Es wird deshalb die Vervielfachung in Abhängigkeit von der Größe des
Vers.-Körpers betrachtet. Im Falle des U ist der Effekt wahrscheinlich auf langsame
Neutronen zurückzuführen. Da die Durchrechnung dieses Problems zu komplizierten
mathemat. Formeln führt, wird ein vereinfachter Fall behandelt. Der Durchmesser (a)
des (kugelförmigen) Vers.-Körpers ist von der mittleren freien Weglänge 1/a der
Neutronen u. der Zahl ß der durch ein prim. Neutron pro Wegeinheit in andere Rich­
tungen entsandten (sek. u. gestreute) Neutronen abhängig. Die Rechnung ergibt
den Fall eines kleinen Multiplikationsfaktors, wenn 1 — a/ß <C! 1 u. eines großen Multi­
plikationsfaktors für a/ß
1. Für beide Fälle wird die Formel für l/{ß a) ermittelt
u. graph. als Funktion von Y 1 — a/ß dargestellt. (Proc. Cambridgo philos. Soc. 35.
610— 15. Okt. 1939.Birmingham, Univ.)
Br un k e.
Giuseppe Cocconi, Das Zerplatzen schwerer Atomkerne. Zusammenfassender Be­
richt über den ehem., radioakt. (mit Hilfe der Zerfalisperiode) u. den Röntgenstrahlennachw. der beim Zerplatzen eines schweren Atomkerns auftretenden Kernbestand­
teile. Auftreten von Kettenreaktionen. Transurane, ß- u. y-Strahlenemission. Neu­
tronenemission. Theoret. Gesichtspunkte. (Nuovo Cimento [N S.] 16. 417— 36.
Aug./Sept./Okt. 1939. Milano.)
N it k a .
A. Troller, Die Umwandlung des Urans und die Ausnutzung der intraatomaren
Energie. Zusammenfassende Übersicht. (Nature [Paris] 1939. II. 197— 201. 15/12.
1939.)
K lever.
N. F. Volkov, Zerplatzen des Urankerns. (Vgl. C. 1939. I. 586.) Läßt sich nach
Beendigung des Ü-Bombardements mit Neutronen der Prozeß des Kernzerplatzens
noch weiterhin experimentell naehweisen, so spricht dies nach Ansicht des Vf. für
die Existenz von Transuranen. Verss. zur Prüfung dieser Frage sind geplant u. zum
Teil schon in Angriff genommen. (C. R . [Doklady] Acad. Sei. URSS 24. 528— 30.
30/8. 1939.)
K r ebs.
H.
Reddemann und H. Bomke, Absorption langsamer Neutronen in Uran. Im
Hinblick auf die Möglichkeit der Auslsg. fortlaufender Kernrkk. durch Aufspaltung von
Urankernen bei Bestrahlung mit langsamen Neutronen ist die Frage bedeutsam, ob beim
Eindringen von Neutronen in den Urankern vorwiegend Kernspaltung oder Bldg. eines
akt. Uranisotops eintritt. Die von W h i t a k e r u . Mitarbeitern (C. 1939. II. 14) an­
gegebenen u. etwas unsicher erscheinenden Werte wurden mittels einer neuen experi­
mentellen Anordnung nachgeprüft. Die Neutronenquelle (250 mg RaBe) befand sich
in einem zylindr. Paraffinblock. Als Indicator diente ein Rhodiumblech, das sich in
10 cm Abstand vom Paraffin befand; dazwischen wurde der Absorber angebracht. Die
aus dem Paraffin kommenden Neutronen wurden mit Rh vorgefiltert u. die Wrkg. der
therm. Neutronen durch Verss. mit u. ohno Cd-Filter ermittelt. Dabei fanden Vff. als
Gesamtwrkg.-Querschnitte oxj = 22 ± 3, aUsOs — 76 ± 6 u. op bo 2 = 17 + 1, wobei
allg. o — osv + ae + o, (Spaltung -f- Einfang + Streuung) den Gesamtwrkg.-Quer­
schnitt darstellt. Berechnet man o der beiden Verbb. additiv aus den bekannten Grund­
werten, so gelangt man zu höheren als den genannten Werten. Für U30 8 ergibt sich
o, = 66 ± 10, ein Wert, welcher infolge Absorption der gestreuten Neutronen noch zu
niedrig sein dürfte, so daß oa (Absorption) = osp + oe = 2 ± 4 folgt. Für Verss. mit
metali. U wird oe — 1,3 u. oSP = 2— 3 abgeschätzt. (Naturwiss. 27. 518. 28/7. 1939.
Berlin-Dahlem, Kaiser-Wilhelm-Inst. f. Chemie.)
WALENTOWSKI.
La. Goldstein, A. Rogoziński und R. J. Walen, Über die Wirkung schneller
Neutronen auf den Urankem. Vff. untersuchen mit einer Po + Be-Quelle u. einer mit
H2 unter einem Druck von 35 at gefüllten Ionisationskammer die elast. u. unelast.
Streuung schneller Neutronen durch Uran. Es wird die Möglichkeit diskutiert, durch
diese Meth. die Infreiheitsetzung von Neutronen bei dem durch die Einw. der schnellen
Neutronen hervorgerufenen Zerfall des U nachzuweisen. Es wird geschlossen, daß diese
Art des Zerfalles möglich ist, aber die diesen Prozeß charakterisierenden Zahlen können
erst genauer festgelegt werden, wenn weitere Ergebnisse über die unelast. Streuung vor­
liegen. Der gesamte Wrkg.-Querschnitt ergab sich zu 11-10_M qcm ± 15%. (J.
Physique Radium [7] 10. 477— 86. Nov. 1939. Paris, Inst, du Radium, Labor.
Curie.)
G o t t f r ie d .
Georg Stetter und Hertha Wambacher, Neuere Ergebnisse von Untersuchungen
über die Mehrfachzertrümmerung von Atomkernen durch Höhenstrahlen. (Vgl. C. 1939.
H. 15.) Durch Exponierung von Platten in verschied. Seehöhen wird auf die Art u.
Energie der zertrümmernden Höhenstrahlenteilchen geschlossen. Es wird versucht,
64*
980
A j. A u f b a u d e r M a t e r ie .
1940. I.
d. M. dieser Teilchen aus ihrer Energie u. dem auftretenden Impuls zu berechnen. Die
Vorstellung der Kernverdampfung wird diskutiert u. die Winkelverhältnisse der durch
den Stoß ausgelösten Teilchen untersucht. (Physik. Z. 40. 702—06. 15/12. 1939. Wien,
Univ., Physikal. Inst.)
DlTTRICH.
E.
M. Bruins, Der Zerfall der durchdringenden Höhenstrahlen. II. (I. vgl. C. 1939.
II. 1436.) Anwendungen der früheren Überlegungen des Vf. über die durch den Zerfall
der Mesonen hervorgerufenc Modifikation der Energieverteilung beim Durchgang
durch Materie: Richtungsverteilung in der Atmosphäre, Absorption in Blei, Luft­
druckeffekt. (Proc., Kon. nederl. Akad. Wetensch. 42. 740—44. Okt. 1939.) P r i e b s c h .
IlseMatthes, Untersuchungen über das Verhalten der Höhenstrahlung beim Durchdringen sehr starker Bleischichten. Bei einer 3-fach-Koinzidenzanordnung mit einem
Pb-Absorber von 90 cm Dicke zwischen den Zählrohren fallen etwa 23% der Gesamt­
strahlung beim mittleren Zählrohr aus, die aber Zählrohre außerhalb des Strahlen­
kegels treffen. Nach B h a b h a s Theorie werden 37% dieser sehr harten Höhenstrahlung
aus Protonen u. Neutronen im Verhältnis 5: 8 bestehen u. zugleich die ionisierenden
Schauerstrahlen erzeugen. Nach der Schauertheorie besteht ein erheblicher Anteil
der gemessenen Koinzidenzen aus Schauern, die sehr durchdringungsfähig, von kleiner
Winkeldivergenz u. geringer Strahlendichte sein müssen. Messungen mit einer 4-faehKoinzidenzapp. führen zu denselben Ergebnissen. (Ann. Physik [5] 36. 413— 36.
20/10. 1939. Berlin, Univ., Inst, für Höhenstrahlenforsch.)
D it t r ic h .
W . F. G. Swann und W . E. Ramsey, Von harten Höhenstrahlen ausgelcstc
Schauer. Vff. beschreiben eine Koinzidenzanordnung von mehreren übereinander
angeordneten Sätzen von jo 18 nebeneinander gelegten Zählrohren, welche nur die
Schauer, die von harten Strahlen herrühren (18— 22 cm Pb-Absorber), anzeigt, u.
deren Strahlenanzahl n erkennen läßt. Die Ergebnisse (Häufigkeit der Schauer in
Abhängigkeit von n) stimmen mit der Theorie von B h a b h a überein. (Physic. Rev.
[2] 56. 378. 1939. Swarthmore, Pa., Bartol Research Foundation o f the Franklin
Institute.)
P r ie b s c h .
Pierre Auger, Robley und Pluvinage, Schwankungen der großen Höhenstrahlen­
schauer in Abhängigkeit vom Luftdruck, der Höhe und der Zeit. (Vgl. C. 1939. II. 1831.)
Die Zahl der großen Schauer je qm horizontaler Fläche ändert sich von 20 auf 40 zwischen
Paris (Höhe H = 10 m H20 ) u. Pic du Midi ( / / = 7 m H20), die Anzahl der 2-fachSchauer verdreifacht sich. Die Annahmen über Verteilung der Schauer erweisen sich
zunächst noch als ungenügend. Änderungen der Dicke der Atmosphäre dürften die
Zahl der großen Schauer ähnlich beeinflussen wie Messungen in verschied. Höhen. Zur
Kontrolle hierfür diente eine Meßreihe über 40 Tage von 2-fach-Schauern (Zählrohr­
abstand 1 = 2 m). Aus ihr konnte ein Barometereffekt von 15%/cm Hg bzw. /i/ q =
—0,009 qcm/g bestimmt werden. Derselbe Wert wird erhalten durch Vgl. von Messungen
in Paris u. auf dem Pic du Midi (Höhenunterschied 3 m H20). Ein Temp.-Effekt konnte
mit Sicherheit nicht nachgewiesen werden. Eine Amplitude im Tagesverlauf der großen
Schauer (gewonnen aus der 40-Tage-Meßreihe) von 8% ging nach Berücksichtigung von
Barometereffekt u. oben erwähnter Absorption auf etwa 3 % zurück. Die mittlere
stündliche Schwankung ist < 2 % . (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 209. 536—-38. 2/10.
1939.)
W eber.
J. Evershed, Notiz über den Zeeman-Effekt in Sonnenfleckenspektren. ZEEMANAufnahmen im Soimenfleckenspektr. zwischen Hß u. Hy ergaben für die Fe-Linie
5250,218 eine charakterist. Aufspaltung, die für die weitere Erforschung des magnet.
Feldes der Sonne von Bedeutung sein wird. (Monthly Notices Roy. astronom. Soc. 99.
217— 18. Jan. 1939.)
*
'
V erleger.
J. Stuart Foster und A. Vibert Douglas, Starkeffekt in B-Sternen. (Vgl. C. 1938.
1. 14. 2495. 3004. II. 2073.) Bei Unterss. der Sternspektren konnten 14 n. He-Linien,
9 Kombinationslinien u. 5andere Linien beobachtet werden. Aus den Kombinationslinien
u. der Verbreiterung wurde die elektr. Feldstärke ermittelt. Die mit 7. 4471, ). 4921,
/. 4026 u. A 4388 verknüpften Liniengruppen wurden quantitativ analysiert . Die Ab­
sorptionen bei X 4470 u. bei /. 4471 sind zu groß, um als 2 p — 4 /b e i kleinen Feldstärken
gedeutet zu werden. (Monthly Notices Roy. astronom. Soc. 99. 150— 67. Jan. 1939.
Montreal, McGill Univ.)
VERLEGER.
A. Vassy und E. Vassy, Untersuchungen -über die atmosphärische Absorption. II.
(I. vgl. C. 1939. I. 4365.) Nach der in I. (1. c.) angegebenen Meth. maßen Vff. in Ifranc
in mehreren Nächten die Absorption der gesamten u. der tiefen Atmosphäre. Die Aus­
wertung der Ergebnisse ergab zunächst, daß sich die Absorption durch mol. Diffusion
gut durch die^Formel von R a y l e i g h -C a b a n n e s wiedergeben läßt. Außerdem wurden
die Absorptionsbanden von 0 2, (0 2)2, 0 3 u. H20 identifiziert. (J. Physique Radium [7]
10. 403— 12. Sept. 1939. Paris, Sorbonne, Labor. d ’Enseignementde Physique.) GOTTFR.
1940. I.
A ]. A u f b a o d e r M a t e r i e .
9 81
A.
Vassy und E. Vassy, Untersuchungen über die atmosphärische Absorption. UI.
(II. vgl. vorst. Ref.) Außer der in II. (1. e.) gefundenen Absorption durch mol. Diffusion
u. der Absorption durch die verschied. Gase u. den W.-Dampf spielt eine weitere Rolle
die Absorption durch Aerosole. Bei dieser Absorption lassen sich zwei verschied. Arten
unterscheiden, eine neutrale u. eine selektive Absorption, die auch zusammen auftreten
können. Es wird der Vers. gemacht, den Ursprung dieser verschied. Absorptionen ge­
nauer zu präzisieren. (J. Physique Radium [7] 10. 459— 64. Nov. 1939. Paris, Sorbonne,
Labor. d’Enseignement de Physique.)
G o t t f r ie d .
Jean Cabannes und Rose Aynard, Über die Anregungsbedingungen des Stickstoffspektrums in der hohen Atmosphäre. (Vgl. C. 1940. I. 10.) Das Lieht des Nachthimmels
ist bes. charakterisiert durch die verbotenen Strahlen 5577 u. 6300—6364 Â des Stick­
stoffatoms u. durch eine Anzahl Banden des N2-Mol., welche zu dem Syst. V e g a r d K a p l a n gehören. Vff. untersuchen die energet. Bedingungen, unter denen dieses
N2-Spektr. erscheint, sowie den Anregungsmechanismus. Die verfügbare Energie im
Nachthimmel ist die Rekombinationsenergie der Sauerstoffatome, welche durch die
UV-Somienstrahlung während des Tages dissoziiert sind. Es wird angenommen, daß
diese Rekombination resultiert aus einem dreifachen Stoß mit einem Mol. Na, u. daß
die Moll. 0 2 u. N2 sich in die verfügbare Energie teilen. Außer den V e g a r d -K a p l a n Banden treten im Spektr. des Nachthimmels noch'Banden des ersten positiven Syst.
des Stickstoffs zwischen 6500— 6550 Â auf. (J. Physique Radium [7] 10. 455—58.
Nov. 1939.)
G o t t f r ie d .
Renée Fouillouze, Anregungsfunktion der Banden des ersten positiven Systems des
Stickstoffmoleküls. Vf. untersucht mit Hilfe einer Elektronenröhre mit di'ei Elektroden,
die mit absol. reinem N2 unter sehr geringem Druck gefüllt ist, die Wahrscheinlichkeit
der Anregung der Banden N, (J P) in Abhängigkeit von der Energie der anregenden
Elektronen. Unabhängig von dem N2-Druck wurde ein Maximum bei etwa 13,5 V ge­
funden. Die Banden entsprechen genau den Übergängen B 3I I — A 3 2.’. (J. Physique
Radium [7] 10. Nr. 11. 122 Seiten. Nov. 1939.)
G o t t f r ie d .
Arthur S. Fry und Russell A. Fisher, Zeeman-Effekt■ in der Hyperfeinstruktur
des Jods II. Mit einer modifizierten ScHÜLERschen Hohlkathode werden die ZEEMANEffekte in der Hyperfeinstruktur der Jod II-Linien in Feldern von 4000— 16 000 Gauß
verfolgt. Die Unteres, liefern einen eindeutigen Beweis für den Spinwert des Jodkerns
von 21/»- Die in den Zwischenfeldern beobachteten Aufspaltungen werden nach der
Theorie von G o u d s m i t u. B a c h e r gedeutet. In einigen Aufspaltungen wurden An­
deutungen einer Quadrupolwechselwrkg. gefunden. (Phvsic. Rev. [2] 56. 669—74.
1/10. 1939. Evanston, 111., Northwestern Univ.)
VERLEGER.
G. Stenvinkel, Über Molekülbildung im Zweierstoß. I. Aluminiumhydride. (Vgl.
C. 1939. II. 998.) Vf. mißt die Intensitätsverteilung des Aluminiumhydridspektr., das
in einem Ofen gewonnen wird. Temp. u. H2-Druck werden variiert. Die Spektren
unterscheiden sich von dem Bogenspektr. des Aluminiumhydrids. In dem Bandensyst.
'II — 12 haben die Linien mit den Anfangszuständen J > 18 v = 0 u. J > 7 v — 1
eine verstärkte Anfangsintensität, die mit der Zeit abnimmt. Mit wachsender Temp.
wird die Intensität gegen höhere ./-Werte der verstärkten Linien verschoben. Die
Intensität sinkt schneller in Abhängigkeit von der Zeit bei niedrigen Drucken. Die
Tempp. sind ca. 2400° K, die in einem Kohlerohrofen erzeugt werden. Der Zeiteffekt
kommt dadurch zustande, daß das Al während des Vers. nach kälteren Stellen des
Rohres diffundiert u. dadurch die Al-Konz. abnimmt. Bei Temp.-Erhöhung verschiebt
sich das Maximum der Energieverteilungskurve, so daß sich die Intensität der Strahlung,
die der Neubldg. folgt, sich gegen höhere J -Werte verschiebt. Bei Erhöhung des Wasser­
stoffdruckes diffundiert das Al langsamer, infolgedessen ist der Zeiteffekt geringer.
Bei hohem H2-Druek u. hoher Temp. ist die Stoßzahl zwischen Al- u. H-Atomen sehr
groß, so daß die Strahlung, die auf die Neubldg. folgt, große Intensität hat. Bei der
Durchrechnung der für die kontinuierliche Strahlung geltenden Bedingungen zeigt sich,
daß sie unabhängig von dem K-Wert in demselben Gebiet liegen muß wie die 0—0u. 1— 1-Bande. (Z. Physik 114. 602— 19. 4/12. 1939. Stockholm, Univ., Phys.
Inst.)
L in k e .
K. H. Hellwege und A . Roever, Kombinationsfrequenzen im Elektronenschwingungsspektrum der seltenen Erdsalze. (Vgl. C. 1939. II. 3242.) Vff. untersuchen
bei der Temp. des fl. H2 die Absorption von Nd2Zns{N 03)n -24 H20, Pr„Zn3(N 03)1224H 30, Nd(N03)s-6 II ß , Pr(NOs)3-G HtO, N d^SO ^-8 ti/J, Pr2(SO,)3-S H/). Eine
Reihe schwacher Linien kann als Überlagerungen von Gitterschwingungen über Elek­
tronensprünge gedeutet werden. Der Nachw. hierfür gelingt durch Einführung anderer
Massen in isomorphen Krystallen, wobei sich die Frequenzen im richtigen Sinne ändern.
Neben diesen äußeren Gitterschwingungen werden auch die inneren Gitterschwingungen
982
A j. A u f b a u d e b M a t e r ie .
1940. I.
der NO,- u. SO.j-Gruppen dem Elektronensprung überlagert. Das Phänomen kommt
dadurch zustande, daß sich, durch den Absorptionsakt des seltenen Erdions in der
4 /-Schale, die Bindung dieses Ions mit den benachbarten Ionen ändert u. so diese einer
neuen Buhelage zustreben. Dadurch kommt eine „Knallwelle“ zustande, bei deren
Analyse Kombinationsfrequenzen auftreten, wenn die Gitterkräfte stark anharmon.
sind oder sich die Gitterbausteine im Gebiet starker Anharmonizität befinden. Da
auch die N 0 3- u. S04-Gruppen mit ihren inneren Schwingungen in den Kombinationen
auftreten, so muß geschlossen werden, daß die ,,Knallwelle“ so „hart“ ist, daß sie
diese Ionen zu deformieren vermag. (Z. Physik 114. 564— 70. 4/12. 1939. Göttingen,
Univ., II. Phys. Inst.)
L in k e .
*
Jean Chedin, Untersuchung der Struktur, der Salpetersäure und des Methylnitrats.
Es wurden die Raman-Spektren für das Ion N 03~, das Mol. N 0 2— OH (100°/oig.
Salpetersäure) u. das Mol. CH3— 0 —N 02 (Methylnitrat) unter Zugrundelegung ver­
schied. Modelle berechnet u. mit den experimentell erhaltenen Ergebnissen verglichen.
Für N 0 3~ wurde gefunden, daß beste Übereinstimmung besteht bei der Annahme, daß
das N-Atom an jedes O-Atom durch eine einfache Bindung gebunden ist. Jedes O-Atom
behält dann ein freies Valenzelektron. Man kann sich vorstellen, daß die O-Atome
unter sich durch monoelektron. Bindungen gebunden sind, deren Stärke etwa der Hälfte
der einfachen Bindung N : 0 entspricht. Bei der 100°/oig- Salpetersäure wurde die
+ i n —*/
O
beste Übereinstimmung zwischen berechneten
I HO—
I I 0 —N<s^q
u. beobachteten Werten erreicht für das
Modell I. Für das Methylnitrat ergab sich,
daß das C-Atom nicht in der Ebene II liegen kann; der Winkel C— O—N beträgt 116°.
Das Mol. selbst besitzt die Symmetrie Cs. (J. Physique Radium [7] 10. 445— 54. Okt.
1939. Labor, central des Poudres.)
~
G o t t f r ie d .
F.
M. Quodling und D. P. Mellor, Die Doppelbrechung von BaCdOl^•4 HiO. Die
Brechungsindizes für BaCdCl4•4 H20 wurden nach der Immersionsmoth. für Na-Licht
bestimmt zu a = 1,610 ± 0,003, ß = 1,646 ± 0,003 u. y = 1,653 ± 0,003. Hieraus
ergibt sich eine Doppelbrechung von 0,034 ± 0,006. (Z. Kristallogr., Mineral., Petrogr.,
Abt. A 102. 146. Nov. 1939.)
G o t t f r ie d .
Emst Raub und Max Engel, Reflexionsmessungen an Silberlegierungcn. Rcflexionsmessungen an bin. u. tern. Ag-Legierungen mit Be, Si u. Al mit Hilfe eines
Stufenphotometers zeigen, daß Be, Si u. Al die Reflexion polierter Ag-Oberflächen
stark herabsetzen. Durch die Ggw. harter Bc- u. Si-reicher Krystallito wird nämlich
die Bldg. einer einheitlich glatten Oberfläche verhindert. Weiterhin wird festgestellt,
daß Be u. Si nur in sehr geringem Maße das Anlaufen von poliertem Ag verhindern,
doch geht die geringe Steigerung der Anlaufbeständigkeit des Ag durch Be verloren,
wenn die Legierung BeO enthält. Al setzt die Anlaufbeständigkeit des Ag stets stark
herab. Weder eine von P r i c e u . T h o m a s (vgl. C. 1939. I . 4390) vorgeschlagene therm.
noch eine elektrolyt. Behandlung zur Erzeugung anlaufbeständiger Schichten von reinen
Oxyden des Al, Be oder Si erweist sich nach den Verss. der Vff. für die prakt. Herst.
von anlaufbeständigem Ag als brauchbar. (Z. Metallkunde 31. 339 — 44. Nov. 1939.
Schwab. Gmünd.)
KUBASCHEWSKI.
H. G. Jenkins, A. H. McKeag und H. P. Rooksby, Durch den Aktivator in
durch Verunreinigung aktivierten Phosphoren besetzte Stellen. Mittels Pulveraufnahmen
untersucht wurden reines Zinkorthosilicat u. Calciumwolframat u. solches, welches
durch geringe Mengen Mn bzw. Pb aktiviert war. In beiden Fällen wurde beobachtet,
daß durch die Zufügung des Aktivators Gitterdehnung eingetreten war, welche sich
mit steigender Menge des zugefügten Aktivators ebenfalls vergrößerte. Aus den Daten
ergibt sich, daß die Gitterdehnung bei dem Zinksilicat z. B. herbeigeführt wird durch
den Ersatz von Zn-Atomen durch Mn-Atome; der aktivierte Phosphor kann aufgefaßt
werden als eine feste Lsg. von Manganorthosilicat u. Zinkorthosilicat. (Nature [London]
143. 978. 10/6. 1939. Wembley, General Electric Co., Ltd., Research Labor.) G o t t f r .
S. R. Das und K. Das Gupta, Umwandlung von glasigemund monoklinem (x)-Selem
in die hexagonale Form. Vff. brachten glasiges Se zum Krystallisieren durch längeres
Erhitzen von gepulvertem Se auf 43°; innerhalb etwa 2 Wochen war die Umwandlung
in die hexagonale Form beendet. — Monoklines a-Selen wandelte sich durch Erhitzen
auf 100° schnell in die hexagonale Form um; bei einer Erhitzungstemp. von 80° war
nach einigen Tagen noch keine Umwandlung zu beobachten. (Nature [London] 143.
165. 28/1. 1939. Calcutta. Khaira Labor, o f Physics.)
GOTTFRIED.
W . Dekeyser und J. A. Prins, Kristallisation durch Pulverisieren. Die Vff.
hatten früher (vgl. C. 1938. II. 3654) als tiefste Entglasungstemp. von glasigem Se etwa
*) Spektrum u. Ramanspektr. s. S. 9 99 , 1000, 1001, 1002.
1940. I.
A ,. A d f b a u d e b M a t k b œ .
983
60° festgestellt. Demgegenüber hatten D a s u. G u p t a (vgl. vorst. R ef.) beobachtet,
daß Se schon nach längerem Têmpern bei 40—50° zur Krystallisation zu bringen ist.
In Wiederholung ihrer Entglasungsverss. temperten Vff. ein größeres Stück glasiges So
3 Wochen bei 48°; nach dem Anlassen pulverisiert, war keinerlei Anzeichen einer
Krystallisation zu erkennen. Wurde die Probe jedoch vor dem Tempern pulverisiert,
so konnte bereits nach 1 Woche Anlassen unvollkommene Entglasung, nach längerem
Erhitzen vollkommene Entglasung beobachtet werden. Vff. können zeigen, daß es sich
hier um einen physikal. Effekt handelt; sie glauben, daß die Krystallisation bedingt
wird durch die Deformation der Körner durch den Druck bei dem Pulverisieren.
(Physica 6. 1009— 10. Okt. 1939. Wageningen, Landbouwogeschool, Natuurkundig
Labor.)
G o t t f r ie d .
D.
Balarew und N. Kolarow, Über das Krystallwachstum. I. Inhaltlich ident, mit
der C. 1 9 3 9 . I. 592 referierten Arbeit. (roamuHUKi na Comihckiiîi YnimepciiTen..
<&u3i[KO-MaTeMaTii'iecKii <I>aKyjiTeiT [Annu. Univ. Sofia, Eae. physico-math.] 3 5 . Nr. 2.
143— 47. 1938/39.)
G o t t f r ie d .
D.
Balarew und N. Kolarow, Über das Krystallwachstum. II. (I. vgl. vorst. Ref.)
Inhaltlich ident, mit der C. 1 9 3 9 . II. 796 referierten Arbeit, (roamunina. na Co-wntcKHji
YmniepcHTeTt. $u3HK0-lIaieMaTii>iecKH <&aKyjrren. [Annu. Univ. Sofia, Fac. physicomath.] 3 5 . Nr. 2. 429—34.1938/39.)
G o t t f r ie d .
I. N. Stranski und L. Krastanow, Zur Theorie der orientierten Ausscheidung von
Ionenkrystallen aufeinander. (Vgl. C. 1 9 3 9 . I. 26.) An Hand eines einfachen Modell­
beispiels wird mathemat. die orientierte Ausscheidung von Ionenkrystallen aufeinander
entwickelt. (TosiimHHK’B na Co*hhckhji ynirBepcirren.. <I>ii3HK0-MaTeMaTU>iecKii ÿatcyÆrert
[Annu. Univ. Sofia, Fac. physico-math.] 3 5 . Nr. 2. 169—88. 1938/39.) G o t t f r i e d .
L. Krastanow und I. N. stranski, Über die Krystallisation von Alkalihalogenidkrystallen auf Fluorit. Inhaltlich ident, mit der C. 1 9 3 9 . I. 592 referierten Arbeit.
(rosuiumiKi aa CotuficKua ymiBepcurerc,. <&u3inco-MaTeMaTir>iecKit <ï>aKy.ïTerL [Annu.
Univ. Sofia, Fac. physico-math.]3 5 . Nr. 2. 191— 200. 1938/39.)
G o t t f r ie d .
J. Seigle, Krystallisation eines Körpers aus der Schmelze nach Zugabe eines zweiten
gefärbten krystattisierbaren Körpers. Vf. berichtet über Krystallisationsverss. an
Schmelzen von Benzophenon, Salol, Azobenzol, Monochloressigsäure, Phensäure, Naph­
thalin, p-Toluidin u. Schwefel, denen geringe Mengen Jod bzw. Sudanrot zugesetzt
waren. Die Verss. wurden auf Deckgläsehen, teils mit, teils ohne Bedeckung durch­
geführt. Zahlreiche Mikrophotographien erläutern den Krystallisationsverlauf. (Chim.
et Ind. 42. 607— 28. Okt. 1939. Nancy, École de la Métallurgie et des Mines.) G o t t f r .
Ju. S. Terminassow, Röntgenographische Untersuchung der plastischen Ver­
formung von Krystalhn. II. (I. vgl. C. 1 9 3 8 . II. 1905.) In einem verformten Krystall
ist die plast. Verformung ungleichmäßig verteilt. Reine Translation kommt bei der
plast. Verformung nicht vor, am reinsten liegt sie bei geringer Verformung (z. B. 1 % )
vor. Beim Pressen dünner Plättchen ist die Translation erschwert. Die Würfel von
NaCl zeigen beim Pressen von einem Druck von 900 g/ram an ein Gleiten nach zwei
Flächensystemen. Bei Wechselbiegung werden im Krystall drei verschied, verformte
Schichten festgestellt, deren Dicken im Verhältnis 2 : 1 : 2 stehen; aus einer nach den
Doppelflecken des Röntgenbildes vorgenommenen Berechnung ergibt sich, daß in
diesem Fallo oin Gleiten vorzugsweise nach einem einzigen Flächensyst. erfolgt, um
so mehr, je einheitlicher der Krystall ist. Bei der Verformung von Metallkrystallen
spielt die Translation eine größere Rolle. Daß die plast. Verformung sich über das
Krystallvol. intermittierend verteilt, jst bei Wechselbiegeverss. bes. deutlich zu
erkennen. Die Verdoppelung von Flecken im Röntgenbild ist durch verschied. Drehung
gleitender Teilchen des Krystalls im Wego des Strahlenbündels bedingt. (JKypna-i
TeximuecKoft <&ii3iikii [J. techn. Physics] 9. 769 — 81. 4 Tafeln. 1939. Leningrad,
Industrieinst.)
R. K. MÜLLER.
*
Raymond Pepinsky, Krystallstruktur von Lithiumhydroxydmonohydrat. Aus
Schwenk- u. Drehkrystallaufnahmen mit Cu i f a-Strahlung ergaben sich für das monoklin
krystallisierende L i0H -H ,0 die Dimensionen a = 7,37, b — 8,26, c — 3,19 A, ß =
110° 18'. In der Zelle sind 4 Moll, enthalten, Raumgruppe ist C2h3 — C 2¡m. Auf Grund
von Intensitätsberechnungen u. von zweidimensionalen F o u r i e r -Analysen ergaben sich
die Punktlagen: 4 O in 0 y 0; 0 ÿ 0; 1/2, Vs + 2/> 0; Vs> Vs — JA 0 mit y = 76°, 4 O in
x Oz ; x Oz ; Vs + x < V » z> Vs — x> Vs> z
^ = 1 0 3 ° , z = 140°, 4 Li in O y 1/»;
o ÿ Vs; Vs. Vs + y> V s;‘ Vs. Vs — y> Vs mit y = 126°. — In diesem Gitter ist jedes
Li-Atom angenähert tetraedr. von je 4 O-Atomen umgeben. Zwei solcher Tetraeder
haben in der Spiegelebene eine Kante gemeinsam. Die oberen u. unteren Ecken der
*) Krystallstruktur organ. Verbb. s. S. 1003.
984
A [. A u f b a u d e r M a t e r i e .
1940. I.
Tetraeder sind gemeinsam mit den Tetraedern in den benachbarten Zellen. Auf diese
Weise entstehen Ketten von Doppeltetraedern in Richtung der c-Aehse. Seitlich sind
diese Ketten mit den Nachbarketten durch Hydroxylbindungen verknüpft. Es be­
stehen die folgenden Abstände Li— Oou = 1,95 Ä, Li— Oh sO = 1,97 A, Ooh— Ooh =
2,99 A, O oh— Oh sO = 3,14 u. 3,34 Ä, Oh. o— Oh . o = 3,19 A. Die kürzesten Abstände
benachbarter Tetraeder sind Li—Li = 2,48 A, Oou— On.o = 2,68 Ä, On.o—Ojt.o =
3,48 Ä u. Ooh— Ooh = 3,74 A. (Z. Kristallogr., Mineral., Petrogr., Abt. A 102. 119
bis 131.’ Nov. 1939. Chicago, Univ., Ryerson Phys. Labor.)
G o t t f r ie d .
G.
Hagele und P. Machatschki, Röntgenographiseke Untersuchungen an MgHP04■
7 H20 (Phosphorrösslerit). Drehkrystall- u. WEISSENBERG-Aufnahmen an künstlich
gezüchteten Krystallen der Zus. MgHPO., •7 HäO ergaben für die monokline Zelle die
Dimensionen a = 11,35, b = 25,36, c = 6,60 Ä, ß = 95°, a : b : c — 0,4475: 1: 0,2605.
In der Zelle sind 8 Moll, enthalten. Aus der Auslöschung folgt als Raumgruppe C2a6.
(Zbl. Mineral., Geol., Paläont., Abt. A 1939. 297—300.)
G o t t f r ie d .
G.
D. Preston, Beugung von Röntgenstrahlen durch Krystalle bei erhöhten Tempe­
raturen. Mit AgK-Strahiung wurden LAUE-Aufnahmen hergestellt an Al, Steinsalz,
Periklas u. Diamant bei Zimmertemp. u. bei etwa 500°. Beobachtet wurde, daß die
bei Al, Steinsalz u. Periklas bei Zimmertemp. auftretenden diffusen Interferenzen ver­
stärkt auftreten auf den bei 500° gemachten Aufnahmen. Bei Diamant konnten bei
Zimmertemp. keine diffusen Interferenzen beobachtet werden; Erhöhung der Temp.
hatte keine Änderung der Diagramme zur Folge. Eine Auswertung der Al-Aufnahmen
führte zu dem Schluß, daß man die diffusen Interferenzen durch therm. Schwingungen
des Gitters erklären kann: das Gitter zerfällt in Gruppen, die wahrscheinlich aus einem
Atom mit seinen nächsten 12 Nachbarn bestehen. Die therm. Schwingungen be­
wirken geringe Schwankungen der interatomaren Abstände der einzelnen Gruppen,
so daß neue Beugungsmaxima entstehen, die charakterist. sind für die einzelnen Atom­
gruppen, durch die sie erzeugt werden. (Proc. Roy. Soc. [London], Ser. A 172. 116
bis 126. 19/7. 1939. National Physical Labor.)
G o t t f r ie d .
Carlo Goria, über die. Faserstruktur in Drähten von Alkalimetallen. Inhaltlich
ident, mit der C. 1939. II. 1441 referierten Arbeit. (Kolloid-Z. 89. 325— 28. Dez. 1939.
Turin.)
G o t t f r ie d .
W . Archarow und s. Nemnonow, über die Natur der Härte von elektrolytisch
abgeschiedenem Chrom. Elektrolyt, abgeschiedenes Cr zeigt gewöhnlich Verzerrungen
im Krystallgitter, hervorgerufen durch innere Spannungen u. H2-Einschlüsse. Diese
Erscheinung ist allen Krystallgittern eigen, die bei tief unter dem F. liegenden Tempp.
entstanden sind. Elektrolyt-Cr unterscheidet sich von aluminotherin. dargestelltem
durch größero Brüchigkeit u. Härte (Brinell 1000 gegen 150 beim aluminotherin. Cr.
Für röntgenphotograph. Unterss. werden Cu-Stäbe in einem Bad mit 150 g Cr03 u.
1,5 g H2S04 im Liter W. bei 16—20° u. 40 Amp./qdm matt bzw. bei 50° u. 40 Amp./qdm
glänzend in 45 Min. bis zu 1 Stde. verchromt. Durch Erhitzen der Proben auf ver­
schied. Tempp. wird die für jede Temp. charakterist. Struktur in 20— 40 Min. erhalten,
weiteres Erhitzen bringt keine Änderung. Rekrystallisation von Elektrolyt-Cr tritt
erst bei bedeutend höherer Temp. auf als das Sinken der Härte. In letzterem Ternp.Bercich tritt K ontraktion der DEBYE-Linien ein. Die matte Modifikation zeigt anderes
Rckrystallisationsverh. als die glänzende; diese Tatsache wird durch verschied, gegen­
seitiges Kalthärten der Ivrystalle bei der Abscheidung erklärt. Rekrystallisationstexturen für matte Cr-Ndd.: Fläche (511) parallel zurOberfläche; für glänzende CrNdd. : Fläche (111) parallel zur Oberfläche. Die Härte von Cr-Ndd. wird durch gegen­
seitige Kalthärtung u. feinkörnige Struktur beeinflußt. Der Grad der gegenseitigen
Kalthärtung wird durch die Feinkörnigkeit während der ersten Krystallisation u.
zum Teil durch die Menge des im Gitter gelösten H2 bedingt. Die Textur des Nd. hängt
hauptsächlich von der Kalthärtung ab, beeinflußt die Härte jedoch nicht direkt, wahr­
scheinlich aber die Vcfschleißhärte. Beim Erhitzen von glänzendem Cr-Nd. in Guß­
eisenspänen auf ca. 1000° wurde Kohlung beobachtet. Die zähe Carbidschicht besitzt
gute Härte u. bedeutenden Widerstand gegen Salzsäure. (Techn. Physics USSR 5.
651— 65; ¡KypiiELT TexramecKoir $n3ifKir [J. techn. Physics] 8. 1089— 1100. 1938.
Sverdlovsk, Ural Physical-Technical Inst., Labor, of Diffusion.)
R otter.
Gustav E. R. Schulze, Zur Krystallchemie der intermetallischen A B »-Verbindungen
{Laves-Phasen). (Vgl. L aves, C. 1939. II. 3672.) Es wird die Frage untersucht, wo­
durch bei den intermetall. AB2-Verbb. mit sehr engem Homogenitätsbereich, die nicht
als Hauptvalenzverbb. angesprochen werden können („LAVES-Phasen“ : Verbb., die
in den Strukturen des MgCu2, MgNi2 n. MgZn2 krystallisieren), die Beschränkung der
Affinität auf die stöehiometr. Zus. hervorgerufen wird. Der Begriff der LAVES-Phase
wird genau abgegrenzt. Auf Grund geometr. Unterss. ergibt sich folgendes: 1. Das
1940. I.
A j. A u f b a u d e r M a t e r i e .
985
Gitter der LAVES-Phasen kann als Ineinanderstellung der beiden Teilgitter der A- bzw.
B-Atome aufgefaßt werden. Diese Teilgitter berühren sich nicht. 2. Die L a v e s Pliasen sind an einen Radienquotienten von etwa 1,225 gebunden. 3. Für die A-Atome
besteht eine sehr hohe physikal. wirksame Koordinationszahl, nämlich 16; für die
B-Atome beträgt sie nur 6. — Ein Vgl. der Atomabstände zeigt, daß die Abstände
zwischen gleichen Atomen in LAVES-Phasen einige Prozent kürzer sind als in den ent­
sprechenden Elementen u. daß die Bindung BB fester als diejenige AA ist. — Therrnodynam. Überlegungen zeigen, daß die Bindungsenergie im B-Teilgitter einer L a v e s Phase größer ist als die Bindungsenergie der B-Atome in ihrem Elementgitter. Für
diese Erhöhung der Bindungsenergie ist die Beteiligung der zweitäußersten Elcktronenschale der B-Atome an der Bindung verantwortlich. Die BB-Bindung erfolgt unter
Deformation der B-Atome, die durch deren niedrige Koordinationszahl ermöglicht
wird. — Auf Grund der Unterss. ergibt sich, daß die LAVES-Gitter als einzige Realisierungsmöglichkeit für den Bindungsmechanismus der LAVES-Phasen anzusehen sind.
Damit sind die stöchiometr. Zus., der Strukturtyp u. das Größenverhältnis der Atome
dieser Verbb. als notwendige Folge ihres Bindungsmechanismus erklärt. Eine L a v e s Phase tritt auf, wenn ein A-Atom von starker Neigung zu metall. Bindung mit einem
B-Atom zusammentrifft, dessen zweitäußerste Elektroncnschale nicht abgeschlossen
ist u. das einen etwa 20% kleineren Durchmesser hat. — Die Vorstellungen lassen
sieh auf die Verhältnisse bei den tern. LAVES-Phasen anwenden. (Z. Elektrochem.
angew. physik. Chem. 4 5 . 849— 65. Dez. 1939. Stuttgart, Kaiser-Wilhelm-Inst. f.
Metallforschung.)
K ü BASCHEWSKI.
W . Claus und Ingeborg Herrmann, Zur Kenntnis der Systeme Al-Pb-Cu und
Al-Pb. Zunächst wird der Verlauf der Grenze der Mischungslückc der bin. Al-PbLegierungen bis 1210° mittels ehem. Analysen von Schöpfproben aus Schmelzen ver­
schied. Zus. u. thermometr. Unters, der Schichtenbldg. von Schmelzen mit geringem
Al-Geh. (2, 3 u. 7%) festgelegt. Die Mischungslückc ist bis 1200° noch nicht geschlossen.
—•Ferner werden die Gleichgewichtsverhältnisse in dem tern. Syst. Al-Pb-Cu unter­
sucht u. das Zustandsdiagramm dieser Legierungen (Verlauf der Mischungslücke) für
1020 bzw. 1070° graph. wiedergegeben. — Anschließend wird über eine Beobachtung
über Schwindungserscheinungen an den gewonnenen Al-Pb-Cu-Reguli berichtet. (Metallwirtsch., Metallwiss., Metalltechn. 18. 957— 60. 1/12. 1939. Berlin, Techn. Hochschule,
Inst. f. angewandte Metallkunde.)
K u b a s c h e w s k i.
E. A . Owen, J. Rogers und J. C. Guthrie, Röntgenuiitersuchung der Silberv
Cadmiumlegierungen. Auf röntgenograph. Wege wurde das Zustandsschaubild des
Syst. Ag-Cd neu bestimmt. In dem Syst. treten die folgenden Phasen auf: a = flächen­
zentriert kub., ß = raumzentriert kub., y = raumzentriert kub. mit 52 Atomen in der
Elementarzelle, f-, ö- u. e-hexagonal dichtest gepackt. Es wurden alle Phasengrenzen,
mit Ausnahme von ß-(ß -(-y) genau festgelegt. Es wurden die folgenden Zuss. der Phasen­
grenzen festgelegt (die angegebenen Werte entsprechen Gewichtsprozenten): a — (a + ß)
61.6 (% Ag) bei 700°, 56,5 bei 450°, a — (a + f) 56,3 bei 400°, 56,6 bei 200°, {<x + ß ) — ß
54,9 bei 650°, 50,4 bei 450°, (a + f) — t 49,7 bei 400°. 49,1 bei 200°, ß — (ß + y)
43.7 bei 600°, 44,7 bei 450°, C — (C + y) 45,0 bei 400°, 46,1 bei 200°, (ß + y ) — y 40,45
bei 600°, 40,45 bei 450°, (? + y) — y 40,45 bei 400°, 40,45 bei 150°, y — (y + 6) 31,% [
bei 550°, 37,23 bei 150°, (y + ö) — y 33,0 bei 550°, 31,4 bei 150°, <5 (<5 + s) 17,4 bei
300°, 17,4 bei 150°, {S + e) — £ 6,1 bei 300°, 3,0 bei 100°. (J. Inst. Metals 6 5 . Advance '
Copy. Paper Nr. 837. 16 Seiten. 1939.)
G o t t f r ie d .
F. W . Jones und C. Sykes, Die Umwandlungen in den Kupfer-Palladiumlegie­
rungen. Untersucht wurde das Gleichgewichtsdiagramm des Syst. Cu-Pd in dem Be- ’
reich von 10— 60% Pd. Außer Röntgenaufnahmen wurden die Widerstände u. die>
spezif. Wärmen der einzelnen Legierungen gemessen. Ergebnisse: Langsam abgekühlte:
Legierungen bis zu 18% Pd haben eine Überstruktur vom Cu3Au-Tvp; Widerstands­
messungen ergaben, daß diese Legierungen, schnell abgekühlt, Antiphasenkeme ent-._
halten. In diesem Ivonz.-Bereich verhalten sich die Cu-Pd-Legierungen ähnlich wie
CiuAu. Anderseits verhält sich die Legierung Cu3Pd abweichend von Cu^Au in verschied.
Hinsicht: 1. die geordnete Struktur ist tetragonal u. der Ordnungsprozeß ist kompli­
zierter, 2. sowohl die Kurve spezif. Wärme-Temp. u. der Temp.-Koeff. der Kurve Widert _~
stand-Temp. der langsam abgekühlten Legierung zeigten ein unerwartetes Maximun^:,^
bei etwa 400°, 3. die Umwandlung verläuft sehr träge. (J. Inst. Metals 6 5 . Advance *
Copy. Paper Nr. 842. 15 Seiten. 1939.)
GOTTFRIED.
P. A. Brjanzew, Über Zwillingsbildung und spröden Bruch bei Melallkörpem. (Vgl.
C. 1938. II. 2393.) In einer Arbeit von ScHEWANDIN (C. 1939. II. 1441) werden
Linien als Zwillingslinien bezeichnet, die keine solchen sind. Vf. erläutert die charak­
terist. Merkmale der Zwillingsbldg. u. gibt unterscheidende Kennzeichen für Ver-
986
A,. E l e k t r i z i t ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
1940. I.
schiebungslinien, Zwillingslinien u. Risse an. (>Kypna.i TexmiuecKoii <I>ii3ukh [J.
techn. Physics] 9. 743— 44. 2 Tafeln. 1939. Moskau, Elektromechan. Inst. f. Transportingenioure.)
R. K . MÜLLER.
Je. Schewandin, Zur Zwillingsbildung und, Sprödigkeit. (Erwiderung auf den
Artikel von P. Brjanzew.) (Vgl. vorst. Ref.) Als Beleg für seine von derjenigen
B r j a n z e W s abweichende Auffassung führt Vf. zahlreiche Angaben der Literatur
an u. weist auf Widersprüche in verschied. Arbeiten von B r j a n z e w hin. (JKypua-T
TexHii'iecKoii <J>u3ukh [J. techn. Physics] 9. 745— 47. 1939.)
R. K . MÜLLER.
[russ.] W . N. K ondratjew ,
Freies Hydroxyl. Moskau: Gonti. 1939. (136 S.) 3 Rbl.
A,. Elektrizität. Magnetismus. Elektrochemie.
— , Über die Elektroncnbewegung in hochfrequenten Wechselfeldem (Laufzeit­
erscheinungen). Einführende Übersicht zu den nachstehend referierten Arbeiten. Die
Elektronenbewegung in hochfrequenten Wechselfeldern wird techn. benutzt zur Er­
zeugung ultrahochfrequenter Schwingungen (BARKHAUSEN-KüRZ-Röhre, Magnetron),
zur Beschleunigung von Ladungsträgern im Cyclotron u. zur Vervielfachung im Pendel­
vervielfacher. (Jb. AEG-Forsch. 6 . 69 —71. Juni 1939. Berlin, Forschungsinst, der
A E G , Physikal. Labor.)
E tzrodt.
B.
Kockel und L. Mayer, Geschwindigkeitsmodulierter Elektronenstrahl in ge­
kreuzten Ablenkfeldern. In Fortsetzung einer früheren Arbeit von M a y e r (C. 1939.
I. 3693) wird die Elektronenbewegung durch zwei gekreuzte Ablenkfelder untersucht,
denen ein Beschleunigungsfeld (Phasenlinse) vorgeschaltet ist. Die Leuchtschirmfigur
des Elektronenstrahls dient dabei als Anzeigemittel der auftretenden Erscheinungen.
(Jb. AEG-Forsch. 6. 72—77. Juni 1939. Berlin, Forschungsinst, der AEG.) E t z r o d t .
A . Recknagel, Die Elektronenlinse mit Laufzeiterscheinungen. Bei einer elektr.
Elektronenlinse, an welcher eine Hochfrequenzspannung liegt, bei der sich also während
des Elektronendurchgangs das Feld ändert, wird die Brennweite der Linse phasen­
abhängig. Es kann eintreten, daß das stat. vorhandene Sammelgebiet, das in seiner
Wrkg. sonst stets überwiegt, gerade Zerstreuungsgebiet ist, während das Elektron
hindurchläuft. Auf diese Weise ergibt sich die stat. sonst nicht erzielbare Zerstreuungs­
linse. (Jb. AEG-Forsch. 6. 78— 82. Juni 1939. Berlin, Forschungsinst, der AEG.) E t z .
A. Nesslinger, Über Achromasie von Elektronenlinsen. Mit Hilfe der in vorst.
Ref. (RECKNAGEL) behandelten Elektronenzerstreuungslinse wird versucht, die
chromat. Linsenfehler zu beseitigen. Durch geeignete Wahl der Betriebsbedingungen
gelingt es, den Einfl. der Verteilung der Elektronengeschwindigkeit u. der endlichen
Öffnung der Phasenblende auf die Lage der Bildebene u. die Vergrößerung in erster
Näherung zu Null zu machen. Die Linse erhält dabei ihro maximale Brechkraft. (Jb.
AEG-Forsch. 6. 83— 85. Juni 1939. Berlin, Forschungsinst, der AEG.) E t z r o d t .
R. Orthuber und A. Recknagel, Zur Wirkungsweise des Elektronenvervielfachers.
Es wird ein Pendelvervielfacher mit einer einzigen emittierenden Kathode untersucht,
bei dem die von der Kathode ausgehenden Sekundärelektronen durch ein Gleichfeld
u. ein überlagertes hochfrequentes Wechselfeld auf die gleiche Kathode zur Auslsg.
von Sekundärelektronen zurückgebracht werden. Die eine der sonst üblichen Prall­
platten wird dabei durch eine die Elektronen spiegelnde Potentialfläche ersetzt. Dieser
Einplatten-Vervielfacher wird mit dem bekannten Zweiplatten-Vervielfacher von
F a r n s w o r t h verglichen. (Jb. AEG-Forsch. 6 . 86 — 90. Juni 1939. Berlin, Forschungs­
inst. der AEG.)
E tzrodt.
H.
Döring, Qeschwindigkeitsänderung der Elektronen im Ablenkkondensator bei
Ultrahochfrequenz. Beim Durchgang von Elektronen durch einen Ablenkkondensator,
an dem eine ultrahochfrequente Spannung liegt, erleiden diese Änderungen ihrer ur­
sprünglichen Energie. Die Änderungen der mittleren Strahlgeschwindigkeit sowio
die Geschwindigkeitsänderungen der zu verschied. Phasen in das Ablenkfeld eintreten­
den Elektronen stehen mit den theoret. Erwartungen ( R e c k n a g e l ) in Überein­
stimmung. (Jb. AEG-Forsch. 6. 91—94. Juni 1939. Berlin, Forschungsinst,
der AEG.)
E tzro d t.
E.
Brüche und H. Döring, Modellversuche über die Elektronenbewegung in Wechsel­
feldem. Dem Modellvers. liegt das muldenförmige Feld wie in der B a r k h a u s e n -K u r z Röhre zugrunde. Das Wechselfeld wird durch ein V-förmig gebogenes Glasrohr dar­
gestellt, das um die V-Spitze hin u. her schwingt. Die Bewegungsvorgänge einer bei
verschied. Phasen u. Amplituden startenden Kugel werden untersucht. Energie­
aufnahme u. -abgabe des Elektrons, Schwebungserscheinungen, stabile Bahnen usw.
lassen sich zeigen. Man erhält so einen Überblick über das Verh. eines Elektronenstroms
1940. I .
Aj. E l e k t r i z i t ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
987
u. die Abhängigkeit der Erscheinungen von Phase u. Frequenz. (Jb. AEG-Eorsch. 6.
95— 103. Juni 1939. Berlin, Forschungsinst. der AEG.)
E tzro dt.
A . P. Harvey, Die Steuercharakteristik des einanodigen Magnetrems. Bei einem
gegebenen Wert des Magnetfeldes II ist der Anodenstrom I a unabhängig von V, bis V
einen krit. Wert erreicht, bei dem I a momentan verschwindet. Das Analoge gilt für I a
als Punktion von U, wenn V Parameter ist. Der Zusammenbruch von I a findet, wie
das Experiment zeigt, jedoch nicht plötzlich statt, sondern die Steuercharakteristik
zeigt in ihrem oberen bzw. unteren Teil eine Rundung, die als „K nie“ bzw. „Fuß“ dieser
Kurve bezeichnet werden. Es wird untersucht, welche Faktoren für das Knie bzw.
den Fuß verantwortlich sind. Die Anfangsgeschwindigkeit der Elektronen ist ohne
Einfl., während bereits eine schwache Neigung des Magnetfeldes gegen die Elektroden­
achse den Verlauf der Steuercharakteristik wesentlich beeinflußt. Neben der experi­
mentellen Unters, wird eine analyt. Betrachtung des Bahnverlaufs des Elektrons
bei Neigung des Magnetfeldes durchgeführt. Der Spannungsabfall längs des Drahtes
spielt eine untergeordnete Rolle, ebenso die Exzentrizität der Elektroden. Unter idealen
Bedingungen dürften die Raumladungen keinen Fuß in der Steuercharakteristik hervor­
rufen, während in der Praxis tatsächlich ein Einfl. vorhanden ist. Die Feldverzerrungen
am Ende der Elektroden spielen keine wesentliche Rolle. Dann wird das Verh. der
Charakteristik in dem Falle betrachtet, daß das Anodenpotential Null ist. Der Effekt
ist offensichtlich auf hochfrequente Schwingungen zurückzuführen, die sich in der
Röhre ausbilden u. nur auf diese Weise bemerkbar machen. (Proc. Cambridge philos.
Soc. 35. 637—51. Okt. 1939. Cambridge, Trinity Coll.)
Brunke.
J. A. Reboul, Über die Existenz und den Charakter ¿1er absorbierbaren Ionisations­
strahlung, welche durch gewöhnliche Metalle ausgesandt wird. Vf. weist experimentell
nach, daß gewöhnliche Metalle (Sn, Pb, Fe, Cu, Zn, Ni u. Al) im geschlossenen Gefäß
unter der Einw. des kosm. Strahlung eine die Luft ionisierende Strahlung aussenden.
Es werden die Absorptionskoeff. dieser Strahlung gegenüber Al u. Luft bestimmt; hieraus
ergeben sieh die Wellenlängen, die durchweg im Gebiet der weichen Röntgenstrahlung
liegen. (J. Physique Radium [7] 10. 470—76. Nov. 1939. Montpellier, Faculté des
Sciences et Faculté de Médicine.)
G o t t f r ie d .
Henry L. C. Ch’Eng und William Band, Eine kritische Untersuchung des Benedicksschen thermoelektrischen Effekts. Die Frage nach der Existenz einer Thermokraft in
scheinbar homogenen Stromkreisen bei asymm. Temp.-Verteilung hat zu verschied.
Erklärungen Anlaß gegeben. Alle diese Erklärungen stellen jedoch lediglich Speku­
lationen dar. B e n e d i c k s deutete den Effekt als eine neue Erscheinung, die mittels
der Ausdrücke der klass. Theorie von K e l v i n nicht erklärt werden kann, während
andere Autoren die Echtheit des Effektes anzweifeln u. die beobachteten Thermokräfte
entweder auf Meßfehler oder auf Irregularitäten im Stromkreis zurückführen wollen.
Auf Grund eigener Messungen u. der bisherigen Resultate kommen die Vff. zu der
Annahme, daß alle strittigen Erscheinungen sich durch wohlbekannte Effekte erklären
lassen, die auf der positiven Emission beruhen. Es kann gezeigt werden, daß diese
Theorie sowohl den negativen wie den positiven BENEDICKS-Effekt erklärt. Im Falle
des positiven Effekts rührt die positive Emission nicht von der Oberfläche der Ober­
flächenverunreinigung her, sondern von den äußeren Schichten des Metalls. (Proc.
Cambridge philos. Soe. 35. 622—36. Okt. 1939. Peiping, China, Yenching,
Univ.)
B runke.
Walter Schottky und Eberhard Spenke, Zur quantitativen Durchführung der
Raumladungs- und Randschichttheorie der Krystallgleichrichter. Es wird eine vollständige,
wenn auch vorläufig noch unter etwas vereinfachten Annahmen durchgeführte Theorie
gegeben, deren Grundlagen in qualitativer Form schon früher (C. 1939. II. 2751) ver­
öffentlicht wurden. Nach dieser Theorie ist der hohe Übergangswiderstand an der
sperrenden Elektrode in der Hauptsache durch die hohe Elektronenaustrittsarbeit
Metall-Halbleiter bedingt, die eine Randverarmung der Elektronen (bzw. Defekt­
elektronen) des Halbleiters u. damit das Auftreten einer Raumladung in der Randzone
verursacht. Die quantitative Berechnung ergibt die schon qualitativ festgestellte
Ausdehnung der Verarmungsschicht in der Sperrichtung u. ihre Zusammenziehung in
der Flußrichtung bei Stromdurchgang; ferner werden Richtkonstanten für Trocken­
gleichrichter berechnet, typ. Unterschiede im Verh. von Oxydul- u. Se-Gleichrichtern
in der Sperrichtung gedeutet u. ein Zusammenhang zwischen der in der Flußrichtung
auftretenden „Schleusenspannung“ u. der die Randverarmung kennzeichnenden
Diffusionsspannung ermittelt. — Die Prüfung der Theorie an der Erfahrung (Kennlinien
von Cu20- u. Se-Gleichrichtern, Eigg. von Spitzendetektoren) führte auch in den Einzel­
heiten zu guter zahlenmäßiger Übereinstimmung; Abweichungen bei höheren Fluß- u.
Sperrspannungen ließen sich auf bekannte Effekte zurückführen. Die Verss. am Cu20 -
988
A j. E l e k t r i z i t ä t .
M a g n e t is m u s .
E l e k t r o c h e m ie .
1940. I .
Gleichrichter weisen auf eine vollständige Dissoziation der Störstellen an der Metall­
grenze hin (Donatorenerschöpfung; „Donatoren“ = elektronenabgebende Störstellen),
während beim Se-Gleichrichter auf unvollständige Dissoziation zu schließen ist. Es
zeigt sich, daß die unter der Annahme homogener Störstellendichte durchgeführtc
Theorie die wirklichen Eigg. der techn. Gleichrichter bereits in wichtigen Zügen zu
deuten u. quantitativ festzulegen vermag. Zu einer exakten Darst. der Ergebnisse
bei größeren Fluß- u. Sperrspannungen ist aber bei Cu20- u. in noch höherem Maße
bei Se-Glcichrichtern die Berücksichtigung einer örtlich veränderlichen Störstellen­
verteilung (ehem. Sperrschicht) unumgänglich notwendig. (Wiss. Veröff. SiemensWerken 18. Nr. 3. 1—67. 19/8. 1939. Berlin-Siemensstadt, Siemens & Halske, A.-G.,
Wernerwerk.)
Sk a l ik s .
Ju. M. Kuschnir, W . I. Miljutin und W . P. Gontscharow, Die Sekundärelektronenenmsioh von Quecksilber. Die Unters der Sekundärelektronenemission von
Hg bei 5, — 80 u. — 196° u. Primärstrahlen von 100— 1200° zeigte, daß kein Unter­
schied in Sekundärelektronenemission zwischen dem fl. u. festen Hg besteht u. ein
Temp.-Einfl. nicht festgestellt werden konnte. (>Kypiia.i TexinmecKoft
[J.
techn. Physics] 9. 1589—91. 1939. Moskau, Pädagog. Inst. K . Liebknecht.) K l e v e r .
G.
Mönch, Photospannung am Element Metall-Halbleiter-Metall. VI. Die normale
Photospannung des inneren lichtelektrischen Effektes. (V. vgl. C. 1939. II. 4443.) Zwischen
den Eigg. des Cuprit u. des künstlichen Kupferoxyduls bestehen folgende Widersprüche:
Cuprit zeigt bei Zimmertemp. einen Krystallphotoeffekt, der Ivupferoxydkrystal 1
dagegen nicht. Thermospannung u. Photoeffekt besitzen beim Cuprit entgegengesetzte
Vorzeichen. Künstliches Kupferoxydul zeigt bei tiefer Temp. einen Photoeffekt mit
umgekehrten Vorzeichen wie bei Cuprit. Diese Widersprüche lösen sich bei schemat.
Betrachtung der n. Photospannung u. der Thermospannung, wobei ein Begriff „n.
Photospannung des inneren lichtelektr. Effektes“ definiert wird. Daraus ergibt sich
auch für die lichtelektr. u. therm. Effekte ein übersichtliches Schema. Für die Photo­
spannung wird unter 'Benutzung einer früher abgeleiteten Gleichung für die Thermo­
spannung eino neue Beziehung aufgestellt. Aus diesen Betrachtungen ergeben sich
neue Fragen über den Zusammenhang von Thermo- u. Photospannung. (Ann. Physik
[5] 36. 557 — 66. 28. Nov. 1939. Berlin-Charlottenburg.)
E tzrodt.
N. S. Saitzew, Photozellen mit Antimon-Cäsiumphotokathoden. (Vgl. C. 1938. II.
3215.) Es wird der Einfl. der Schichtdicke des Sb, der Erliitzungstemp., der Cs-Menge
u. einiger anderer Faktoren auf die integrale Empfindlichkeit von Sb-Cs-Photokathoden
untersucht. Die Sb-Cs-Schicht zeigt wahrscheinlich eine Struktur, die einer ehem.
Verb. beider Elemente nahekommt. Es werden neue Photozellen mit Sb-Cs-Kathode
mit u. ohne metall. Unikleidung entwickelt, die die vielseitige Verwendung dieser
Photokathoden erkennen lassen. (JKypna.1 Toxmmecuoii 'I’ireiiKu [J. techn. Physics] 9.
661—72. 1939. Moskau.)
'
R. K. MÜLLER.
S. C. Curran und J. E. Strothers, Photoemission in Geiger-Müllerschen Zähl­
rohren. Es wird der Einfl. der Gasfüllungen auf die Photoemission untersucht. (Proc.
Cambridge philos. Soc. 35. 654— 57. Okt. 1939. Cambridge, Cavendish Labor.) B r u n k e .
L. E. Gurevich, Die Frage der Elektronenwechselwirkung in Metallen. Theoret.
Berechnung über die Wechsclwrkg. der Elektronen mit den Atomen eines Metallgitters.
Berücksichtigung der Bedingungen bei Supraleitfähigkeit. (C. R. [Doklady] Aead. Sei.
URSS [N- S.] 20. 355—60. 15. Aug. 1938. Leningrad, Univ., Physic. Inst.) NlTKA.
Linus Pauling, Die Natur der interatomaren Kräfte in Metallen. Im Gegensatz zur
allg. Annahme, daß bei den Übergangselementen (Fe, Co, Ni, Cu usw.) die 3d-Schale mit
10 Elektronen gefüllt oder nahezu gefüllt ist u. daß die d-Elektronen zu den Kohäsions­
kräften in Metallen nicht wesentlich beitragen, stellt Vf. fest, daß etwa die Hälfte der dBahnen (2,56 von insgesamt 5) an Sprüngen beteiligt sind u. daß die Zahl der kovalenten
Sprünge in der Reihenfolge K, Ca, Se, Ti, V, Cr von 1 auf beinahe 6 zunimmt, von
Cr zu Ni fast konstant bleibt u. bei Cu abzunehmen beginnt. Die verbleibenden
2,44 d-Bahncn sind mit nichtspringenden Elektronen besetzt, die im wesentlichen die
ferromagnet. u. parainagnet. Eigg. der Metalle bedingen. Dadurch lassen sieh viele
Eigg. der Übergangsmetalle (mit Einschluß der Pd- u. Pt-Gruppe) qualitativ erklären,
z. B. Atomabstand, charaktesrist. Temp., Härte, Kompressibilität u. therm. Ausdehnungskoeff.; auch die magnet. Sättigungsmomente von Fe, Co, Ni u. deren Legie­
rungen lassen sich damit ableiten. (Physic. Rev. [2] 54. 899— 904. 1/12. 1938. Pasadena,
Cal., Inst, of Technology.)
R o tter.
Virgiliu G. Gheorghiu und N. Calinicenco, Untersuchung über die Änderung
der elektrischen Leitfähigkeit des Wassers aus dem Schwarzen Meer mit der Temperatur
und ihre Anwendung zur Messung der Temperatur des Meerwassers. Konstruktion eines
elektrolyt. Thermometers zur Fernmessung der Meerestemp., Eichung u. Vgl. mit
1940. I.
A 3. T h e r m o d y n a m i k .
T h e r m o c h e m ie .
989
anderen Fernthermometern. Gemessener Temp.-Bereich: 1,6. . . 25°. (Ann. sei. Univ.
Jassy, Part. II. 18 Seiten. 1940. Jassy, Univ., Labor, für Elektrizität.) E t z r o d t .
*
Kurt Buch, Neubestimmung der zweiten Dissoziationskonstanten der Kohlensäure
in Seewasser. An künstlich hergestelltem Meerwasser mit wechselndem CI-, Salz- u.
CO,-Geh. wurde die zweite Dissoziationskonstante p ÄV der Kohlensäure bestimmt.
Die Vers.-Ergebnisse lassen sich wiedergeben durch die Gleichung:
p K„' = 10,35 — 0,498 f/Cl % „
(Acta Acad. Aboensis math. physie. 1 1 . Nr. 5. 12 Seiten. 1939. Helsingfors, Thalassologicol Inst.)
G o t t f r ie d .
Isidor Greenwald, Die anomale Wirkung von Magnesiumchlorid auf die Disso­
ziation schwacher Säuren. Es wurde der Einfl. der Mg-Ioncn auf die Dissoziation von
4 schwachen Säuren (Oxalsäure, Malonsäure u. Aminocssigsäure) untersucht. Es wurde
ein anomaler Effekt der Mg-Ionen festgestellt, der wahrscheinlich auf die Bldg. von
schwach dissoziierten Komplexen zurückzuführen ist. (J. physic. Chem. 4 3 . 379—82.
März 1939. New York, Univ., Medical College.)
I. S c h Ü t z a .
W . A . Rojter, E. S. Polujail und w. A. Jusa, Elektrochemische Polarisation der
Meiallelektroden. II. Polarisation der Zinkelektrode. (I. vgl. C. 1 9 3 9 . II. 3675.) Die
Polarisation von einkrystallinem Zn wird oscillograph. untersucht. Unter Annahme
der Verzögerung der Entladungs- u. Ionisationsprozesse stimmen die experimentellen
Oscillogramme mit der abgeleiteten Gleichung überein. Bei der Polarisation des einkryst. Zn ändert sich sowohl die Größe, als auch die Aktivität der Oberfläche. Die Ge­
schwindigkeitsgröße der Ionisations- u. Entladungsprozcsse an der Elektrode, die sich
im Gleichgewicht mit der Lsg. befindet, wird mit ~ 1 0 ~10•g •Ion/qcm ■sec angegeben.
(Acta physicochim. URSS 1 0 . 845—58. 1939. Dnjepropetrowsk, Akademie d. Wissen­
schaften.)
V o ig t .
S. Jofa, B. Kabanov, E. Kuchinski und F. Chistyakov, Überspannung bei
Quecksilber in Gegenwart von oberflächenaktiven Elektrolyten. Es werden zwei Methoden
beschrieben u. gemessen bei angesäuerten Lsgg. von Na2S04, KCl, KBr, K J u.
[N(C,H,j)4]2SO:1. Es wurde gefunden, daß oberflächenakt. Anionen die Spannung er­
niedrigen, oberflächenakt. Kationen sie erhöhen. (Acta physicochim. URSS 1 0 . 317
bis 332. 1939. Moskau, Univ., Karpow-Inst. f. physikal. Chemie.)
K atz.
A j. T herm odynam ik. Therm ochem ie.
R. P.Feynman, Über die Kräfte in Molekülen. Es werden Formeln für die direkte
Berechnung der in einem mol. Syst. wirksamen Kräfte entwickelt. Diese Berechnungsart
ermöglicht eine Vereinfachung in der Best. der Energie als Funktion der Kernlago bzw.
eine Erhöhung der Genauigkeit. Es wird gezeigt, daß die in einem atomaren Syst. auf
einen Kern wirkende Kraft gleich der elektrostat. Kraft ist, die klass. durch die anderen
Kerne u. durch die Ladungsverteilung der Elektronen auf ihn ausgeübt wird. Quali­
tative Folgerungen lassen sich ausdiesen Überlegungen z.B. auf VAN DER WAALSsche
Kräfte ■ziehen. (Physic. Rev. [2] 5 6 . 340— 43. 15/8.1939. Cambridge, Mass., Inst.
Teehnol.)
RlTSCHL.
J. Karweil und K. Schäier, Die Wärmeleitfähigkeit einiger schlecht leitender
Legierungen zivischen 3 und 200K. Die Wärmeleitfähigkeit einiger für die Tieftemp.Technik wichtigen Legierungen, Neusilber, Silberbronze, Contracid (H e r a e ü s ), Stahl,
sowie von Elektrolyteisen zum Vgl. wurde mit der Meth. des stationären Wärmeflusses
im Temp.-Gebiet zwischen 3 u. 20° absol. gemessen. Hieraus u. aus gleichzeitig vor­
genommenen Messungen der elektr. Leitfähigkeit wurde die W i e d e m a NN-F r a n z LoRENZsche Zahl ermittelt. (Ann. Physik [5] 3 6 . 567— 77. 28/11. 1939. Göttingen.
Univ., Physikal.-Chem. Inst.)
ETZRODT.
Armin Schneider und Udo Esch, Über die Siedepunkte von Magnesium und
Magnesiumlegierungen. Auf Grund der Beobachtung, daß Mg unter reinem S 0 2 sich
beim beginnenden Sieden entzündet u. dadurch einen starken Temp.-Anstieg verursacht,
wird eine einfache Meth. zur Best. des Kp. von Mg u. Mg-Legierungen entwickelt.
Der Kp. von Mg ergibt sich in Übereinstimmung mit den besten Literaturwerten zu
1103 i 5°. Die Vers.-Ergebnisse an Mg-Legierungen mit Al, Ag, Cu. Sn u. Pb bis zu
40 Atom-% zeigen, daß bei Tempp. in der Nähe des Kp. von Mg die Schmelzen als
„ideale konz. Mischungen“ betrachtet werden dürfen. (Z. Elektrochem. angew. physik.
Chem. 4 5 . 888— 93. Dez. 1939. Stuttgart, Kais.-Wilh.-Inst. f. Metallforsch.) K u b a .
I. D. Yudin, Verhalten von Phosphorsäurelösungen als ideal konzentrierte Lösungen.
Unterss. von H3P 0 4-Lsgg. auf Grund der Verdünnungswärmen, der Wärmetönung, die
*) Elektrolyt. Dissoziation von organ. Verbb. s. S. 1003.
990
A4. G r e n z s c h ic h t f o r s c h ü n g .
K o l l o i d c h e m ie .
1940. I.
durch Zufügen von 1 Mol W. zu einer unendlich großen Menge Lsg. hervorgerufen
wird. — Die Best. der Wärmetönung wurde nach der üblichen therinochem. Meth.,
die Korrektur für Strahlung nach der REGNAULT-PFAUNDLER-Formel vorgenommen.
Das zur Messung benutzte Calorimeter wurde beschrieben. Die Arbeit ergab sich nach:
A = RT\n P0/Pv P v nach P t = P a a x + b -x? c t ? -r d x*, worin x die Konz,
der Lsg. in % bedeutet, o, b, c, d Konstanten sind. Der mittlere Fehler der Best. der
Wärmetönungen von H3P 0 4-Lsgg. betrug l,06°/o. — Die verschied. Verd.-Wärmen
u. Werte der maximalen Arbeiten sind in einer Tabelle für verschied. Konzz. zusammen­
gestellt. — Die Kurven A/18 = f (N) u. Q/18 = f (N) — N — Anzahl der Moll. W.
pro Mol Säure — sind weder strikt parallel, noch konnte ein Übergang beobachtet
werden. Für schwache Lsgg. (N = 21,44 bis N = 7,76) liegt die Kurve (1): »4/18 = f ( N)
über Kurve (2): Q/18 = f ' ( N ) u. nähert sich dieser allmählich. In dem Gebiet N = 7,76
bis N = 3,56 erreicht die Kurve (1) (2) schneller u. bei N = 3,56 gehen beide Kurven
prakt. ineinander über. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 23 (N. S. 7). 804— 07.
15/6. 1939.)
B r u n s.
R. A. Robinson, Die Aktivitätskoeffizienten einiger Alkalihalogenide bei 25°.
Es werden die Dampfdrücke wss. Lsgg. von NaBr u. KBr durch Vgl. mit den als bekannt
vorausgesetzten Dampfdrücken wss. KCl-Lsgg. gemessen. Berechnet werden die
Aktivitätskoeff. der Salze u. die Übereinstimmung mit den Messungen EKK. geprüft.
(Trans. Faraday Soc. 35.1217— 20. Okt. 1939. NewZealand, Aukland Univ.
Coll.)
H.
Sc h ü t z a .
R. A. Robinson, Der relative osmotische Koeffizient von Natriumchloridund Kalium­
chlorid in schwerem Wasser bei 25°. (Vgl. vorst. Ref.) Nach der gleichen Meth. werden
die Dampfdrücke der Lsgg. von NaCl u. KCl in schwerem W. mit 99,6% D20 gemessen.
(Trans. Faraday Soc. 35. 1220— 22. Okt. 1939.)
H. S c h ü t z a .
R. A. Robinson, Der Wärmeinhalt und die Wärmekapazität von Natriumchlorid­
lösungen. (Vgl. vorst. Ref.) Bestimmt werden die Aktivitätskoeff. 0,1— 4,0-mol. NaClLsgg. zwischen 15 u. 60° u. mit EK.-Messungen sowie Kp.-Bestimmungen verglichen.
Berechnet werden Wärmeinhalt u. Wärmekapazität im gleichen Temp.-Bereich. (Trans.
Faraday Soc. 35. 1222— 28. Okt. 1939.)
H.
Schü tza.
R. A. Robinson, Die Aktivitätskoeffizienten von Schwefelsäure und Lanthan­
chlorid in wässerigen Lösungen bei 25°. (Vgl. vorst. Ref.) Die Aktivitätskoeff. von
0,2—3,0-mol. H2S04 werden bei 25° bestimmt u. in guter Übereinstimmung mit direkten
Dampfdruckbestimmungen sowie EK.-Messungen gefunden. Die Aktivitätskoeff. von
LaCl3-Lsgg. werden bis zu Konzz. von 1,5-mol. bestimmt. (Trans. Faraday Soc. 35.
1229—33. Okt. 1939.)
H.
Sc h ü t z a .
D.
I. Shurawlew, Einige thermodynamische Parameter des Antimontrichlorides
Tabellar. Angaben über folgende Eigg. des SbCl3 im Temp.-Bereich vom Kp. bis zur
krit. Temp.: Druck des gesätt. Dampfes, spezif. Vol. u. D. der Fl. u. des Dampfes längs
der Sättigungslinie, Verdampfungswärme. (JKvpnaji TexnimecKoii <&ii3hkii [J. techn.
Physics] 9 . 1331—32. 1939. Moskau, Wärmeteehn. Dsershinski-Inst.) GERASSIMOFF.
A 4. Grenzschichtforschung. Kolloldchem ie.,
H.-R. Kruyt, Die Struktur kolloidaler Gele. Zusammenfassender Vortrag über
den heutigen Kenntnisstand der Struktur koll. Gele u. der bestehenden Theorien zur
Erklärung ihrer Eigenschaften. (Chirn. et Ind. 42. 587—603. Okt. 1939. Utrecht,
Univ.)
G o t t f r ie d .
Tlierald Moeller und Francis C. Krauskopf, Eine Untersuchung gewisser Eigen­
schaften von wässerigen Lanlhanhydroxydsolen. Stabile Sole von Lanthanhydroxyden
wurden wie (C. 1938. II. 31) beschrieben hergestellt u. durch Dialyse gereinigt. Die
Stabilität der dialysierten Sole wurde durch Messung der Ausflockungen unter ver­
schied. Bedingungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, daß die Stabilität der Lanthan­
hydroxydsole hauptsächlich durch die Reinheit u. die Solkonz. beeinflußt wird. Eine
Addition von Wachs oder HCl stabilisiert die Sole. Sehr reine Sole folgen der Regel
von B u r t o n -B is h o p . Die Stabilität der La(OH)3-Sole steigt bei folgender Anordnung:
K,Fe(CN)e, K3Fe(CX)„, K 3P 0 4, K 3AsO.„ K 2Cr20 7, KH2P 0 4, KXY04. K 2S04, KF,
K N 03, KCl, KBr, KJ. Von den untersuchten Elektrolyten rief nur K 3P 04 in ver­
schied. Konz.-Bereichen unregelmäßige Ausflockungen hervor. Die DD. von La(OH)3Solen zeigten lineare Abhängigkeit von der Solkonzentration. (J. physic. Ghem. 43.
363—78. März 1939. Wisconsin, Univ., Labor, of General Chemistry.) I. SCHÜTZA.
Wo. Pauli und H. Zentner, Beiträge zur allgemeinen Chemie der K o llo id - KolloidReaktionen. VII. Hochgereinigte geschützte Sb2S3-Sole. (VI. vgl. C. 1938. II. 3378.) Es
werden verschied. Mischungen von hochgereinigtem Sb2S3- u. Dextrinsol hergestellt, die
gegen KCl-Lsgg. bestimmter Konz, flockungsbeständig sind. Die Mischungen werden
1940. I.
A 4. G b e n z s c h ic h t f o r s c h u n g .
K o l l o i d c h e m ie .
991
so lange elektrodekantiert, bis kein Dextrin mehr abgegeben wird. Etwa 3/4— 4/r, des
ursprünglich zugesetzten Dextrins kann so entfernt werden, ohne die ursprüngliche
Flockungsbeständigkeit zu beeinträchtigen. Die Oberfläche der Teilchen hat die gleiche
Eig. wie die reiner Sb2S3-Sole, lediglich die Ladung ist auf die Hälfte zurückgegangen.
Zur Erklärung der Soleigg. wird angenommen, daß die Sb2S3-Teilchen mit einer porösen
Dextrinschicht überzogen sind.
(Trans. Faraday Soc. 35. 1234— 39. Okt.
1939.)
H. SchÜtza .
E.
I. Kwjat, Der Einfluß organischer Verbindungen auf die. Strukturbildung kolloider
Sesquioxyde. I. Der Einfluß von Gerbstoffen. (Vgl. C. 1939. I. 3329. II. 1013.) Beim
Vermischen eines Soles von Fe20 3- oder Al20 3-Hydrat mit Gerbstoffen, wie Tannin,
oder mit aromat. Alkoholen oder Säuren findet Komplexbldg. zwischen der organ.
Verb. u. dem potentialbestimmenden Ion statt, die zur Sensibilisierung des Soles
führt. Aus potentiometr. Titrationen ergibt sich, daß durch den Eintritt des Mctallions
in den Komplex gleichzeitig saure Rk. auftritt. Die Komplexbldg. wird durch Messung
der Koagulationsschwelle, Viscosimetrie u. potentiometr. Titration bestätigt. Es ist
anzunehmen, daß nur die an der Oberfläche befindlichen Metallionen mit den organ.
Verbb. in Rk. treten, während die Ionen im Innern der Micellen durch Bldg. des
sehwerlösl. Komplexes an der Oberfläche der koll. Teilchen an der Komplexbldg.
gehindert werden. (Koxioirjniiii: >Kyp»aj [Colloid J.] 5 . 399— 408. 1939.)
R. K MÜ.
E.
I. Kwjat, Der Einfluß organischer Verbindungen auf die Strukturbildung kolloider
Sesquioxyde. II. Der Einfluß von Eiweiß und Aminosäuren. (I. vgl. vorst. Ref.) Wie
Gerbstoffe bilden auch Eiweißstoffe u. Aminosäuren Komplexe mit Fe20 3- u. A120 3Solen, wobei die potentiometr. Titration der Freisetzung von H' ein Maß für die
Komplexbldg. liefert. Eine Erhöhung der Strukturbldg. tritt nur ein, wenn an der
Oberfläche der Micellen befindliche Ionen gebunden werden. Bei Verwendung von
Alanin wird ein lösl. Komplex gebildet, weshalb die Komplexbldg. nicht auf die Ionen
der Oberfläche beschränkt bleibt; dadurch wird eine Dispergierung der koll. Teilchen
bewirkt. Am deutlichsten zeigt sich die Schutzwrkg. des Koll. bei Solen mit aus­
geprägter Struktur. Die Komplexbldg. wird durch saure Rk. nicht gehemmt; durch
Sättigung des Peptons mit den Fe-Ionen der Intermicellarfl. scheint deren Struktur­
bldg.-Vermögen verringert zu werden. Durch Eiweißzusatz wird eine manchmal bis
zur Erstarrung führende intensive Strukturbldg. hervorgerufen. Durch die bei der
Zers, des Eiweißes entstehenden Aminosäuren kann eine Dispergierung des Soles
unter Abnahme der Viscosität, teilweise sogar unter Verflüssigung des Gels, bewirkt
werden. (Ko-iJiosianr.m JKypnaj {Colloid J.] 5 . 449— 60. 1939.)
R. K. MÜLLER.
M. E. Shishniashvili und A. J. Rabinowitsch, Uber die Elektrolytkocujulation
der Kolloide. X III. Elektrochemische Eigenschaften und Koagulation monodisperser
Silbersole. (X II. vgl. C. 1932. II. 3067.) Die verwendeten monodispersen ^4<7-Sole,
die bei einer Konz, von ca. 25 mg Ag/1 ca. 2 -1015 Koll.-Teilchen mit einem mittleren
Radius von 6 m/i im Liter enthielten, wurden mit einer Keimlsg. nach ZsiGMONDYV o ig t (C. 1906. II. 855. 1928. I. 1631. 1927. II. 2048) durch Red. einer gesätt. Ag?0Lsg. mit Hydrazinhydrat hergestellt. Die Unteres, über den Einfl. der Arbeits­
bedingungen auf die Eigg. der Sole ergaben, daß durch eine Vergrößerung der zu­
gesetzten Menge an Keimlsg. die Zahl der Koll.-Teilehen linear steigt. Eine Veränderung
in der Menge des Hydrazinhydrates beeinflußt nicht den Anteil an red. Ag20 , der
stets mehr als 90% betrug, wohl aber die Zahl u. Größe der Ag-Teilchen. Die erhaltenen
Sole konnten durch Dialyse nahezu bis zur Leitfähigkeit des Leitfähigkeitswassers
gereinigt werden. Bei der Dialyse geht ein beträchtlicher Anteil der im Sol vorhandenen
Ag-Ionen in die Außenfl. über, während im Sol, wie die elektrochem. Messungen zeigten,
1,1 •10" 5 g-Äquivalent/1 Zurückbleiben. Dieses Ag geht bei der Ultrafiltration der
Sole überraschenderweise nicht in das Filtrat, liegt also offenbar in gebundener Form
vor. Da es sich hier nicht um eine einfache Adsorption an der Teilchenoberfläche
handeln kann, vermuten Vff., daß eine komplexe Bindung in Form von Phosphorargentationen vorliegt. Durch potentiometr. Titration der Sole an der Glaselektrode
mit Lsgg. von K N 03, Ba(N01i)2, La(N03)3 während der Koagulation konnte am Ver­
lauf des ph gezeigt werden, daß als Gegenionen in der äußeren Belegung der Ag-Teilchen
in den Solen nicht Ag-, sondern H-Ionen in Frage kommen, die durch die zugegebenen
Elektrolyte in die Intermicellarfl. verdrängt werden. Der Beweis dieser Ionenaustausch­
adsorption konnte allerdings mittels konduktometr. Messungen nicht geführt werden,
da die Menge der verdrängten H-Ionen außerordentlich gering ist. Zur Best. des Einfl.
der obigen Elektrolyte auf das elektrokinet. Potential f der Sole wurden kataphoret.
Messungen ausgeführt u. die Abhängigkeit von £ gegen die Konz, c graph. aufgetragen.
Die Prüfung verschied, lange dialysierter Sole zeigte, daß f im Laufe der Reinigung
steigt. Die f /c -Kurven, die bei kleinen c-Werten steil abfallen u. dann fast parallel
992
A ,. GRENZSCHICHTFORSCHUNG.
KOLLOIDCIIEMIE.
1940. I.
zur Konz.-Achse verlaufen, weisen auch quantitativ eine deutliche Analogie mit den
Kurven der H-Ionenverdrängung auf, woraus geschlossen wird, daß der Austausch­
adsorption der Ionen in der äußeren Belegung der Doppelschicht während der
Koagulation eine erhebliche Bedeutung zukommt. (Acta physieoohim. URSS 11.
181—205. 1939. Moskau, Karpow-Inst. f. Physikal. Chem., Kolloidchem. Labor.,
u. Tbilisi, Georg. Filiale d. Akad. d. Wiss. d. UdSSR, Chem. Inst.) B e r n s t o r j ’F.
A. J. Rabinovitch ijnd M. E. Shishniashvili, Über die Koagulation von Kolloiden
durch Elektrolyte. XIV. Über die elektrostatische Theorie der Koagulation und die Grenzen
ihrer Anwendbarkeit bei Silbersolen. Vff. diskutieren die Ergebnisse ihrer Unterss.
an monodispersen Ag-Solen (vgl. vorst. Ref.) auf Grund der elektrostat. Koagulations­
theorie von MÜLLER (C. 1928. II. 1058), die kurz zusammenfassend dargestellt wird.
Die Berechnung der das elektrokinet. Potential £ für die Konz, c u. den Partikel­
radius R bestimmenden Ladungsdichte o erfolgt nach der Meth. von MÜLLER durch
Konstruktion von Integralkurven. Bei K N 03 schneiden sich die o/R-Kurven für die
verschied, c-Werte in einem Punkte, woraus sich R zu 7,2 ■10-T cm ergibt in guter
Übereinstimmung mit dem ultramkr. gefundenen Wert von G,3 -IO-7 cm. Dagegen
kommen die Kurven für Ba(N03)2 überhaupt nicht zum Schnitt, während bei La(N03)n
ein viel zu hoher Wert für R resultieren würde. Vff. sehen den Grund für dieses Ver­
sagen der MÜLLERschen Theorie in der völligen Außerachtlassung der Adsorptionserscheinungen. Bei der Unters, der Ag-Sole wurde gefunden, daß die Ionenaustausch­
adsorption bei der Koagulation von der Natur des zugesetzten Elektrolyten abhängt.
Sie ist sehr gering bei ICN03 (Austausch von K ‘ gegen H'), in dem Falle also, in dem
die MÜLLERsche Theorie mit dem Experiment übereinstimmt, beträgt aber schon bei
Ba(N03)2 das 7-fache, während durch L a '" ein noch größerer Anteil an H ' verdrängt
wird. Die Betrachtung des Einfl. der Austauschadsorption auf die Ergebnisse der
elektrostat. Berechnungsweise mit Hilfe der von S t e r n (C. 1925. I. 470) angegebenen
Grundgleichung führt zu dem Schluß, daß nur bei geringer Austauschadsorption (wie
z. B. bei K ') die elektrostat. Kontraktion der Doppelschicht prakt. die einzige Ursache
für die Erniedrigung von f ist, während bei höherwertigen Ionen die Verminderung
ihrer Konz, infolge der Adsorption zu einer Verfälschung der rein elektrostat. Berechnung
führen muß, so daß die Theorie von M ü l l e r in diesem Falle ihre Gültigkeit verliert.
(Acta physicochim. URSS 11. 206— 24. 1939.)
BERNSTORFF.
R. Stevenson Bradley, Die Oberflächenenergie von Mischungen feinverteilter Kohle
und Paraffin. Die Kohäsionskräfte, die zwischen feinst verteilten festen Körpern
bestehen, werden durch eine Art Oberflächenspannung hervorgerufen, die derjenigen
von Fll. mit großen Moll, sehr ähnlich ist. Die Messung solcher Effekte ist schwierig,
doch sind diese Kräfte meßbar, wenn die festen Teilchen mit einer schweren Fl. ge­
mischt werden. Ein bes. starker Anstieg der Oberflächenenergie wurde beobachtet
beim Gemisch von Kohle u. Paraffin. Zur Verwendung kam ein aschefreier u. im
Hochvakuum von W. u. KW-stoffen befreiter Lampenruß. Das Gemisch wurde noch­
mals im Hochvakuum behandelt. Die „Tensions“ -Bestimmungen wurden nach der
ein wenig abgeänderten Meth. von L e n a r d (Ann. Physik 74 [1924]. 381) durch­
geführt. Die Unterss. fanden bei 21° statt mit Gemischen von 0— 32% Kohlepulver.
Die D. der Kohleteilchen wurde zu 1,66 bestimmt, der mittlere Radius betrug 4,5 •10~5 cm.
Diese geringen Ausmaße sind notwendig für die Möglichkeit der Durchführung der
Versuche. Feinst verteilte Pulver von Al, Mg, MgC03 u. ZnO zeigten trotz hoher Konz.
im Paraffin keine Einw., da die Teilchen zu groß waren. Durch Erhitzen von NiC03
u. CuC03 auf 300° u. gleichzeitige Evakuierung wurden die entsprechenden Oxyde
in der erwünschten Teilchengröße erhalten (Radius etwa 5-10-5 cm). In Konzz. von
0— 41,3% bzw. 40,5—53,1% wurden bei 21° deutliche Einww. auf die Oberflächen­
spannung festgestellt. Weiter werden die theoret. Grundlagen der Unterss. u. Er­
scheinungen djskutiert. (J. physic. Chem. 43. 663—67. Mai 1939. England, Leeds,
Univ., Dep. of Inorg. Chem.)
Boye.
*
A . W . Heiz, Viscositätsuntersuchun<jen an Dickitsuspensionen. Es wird über Viscositätsniessungen an Suspensionen von Dickit in W. u. in Glycerin (geringere Tur­
bulenz!) berichtet. Zur Messung der scheinbaren Viscosität diente ein App. mit hori­
zontalem Capillarrohr. Bei den wss. Suspensionen wurde der Einfl. von Oxal-, Citronenu. Gerbsäure sowie von JVa4P 20- auf die Fließeigg. untersucht. — Die Suspensionen
in Glycerin verhalten sich bei den untersuchten Konzz. (2— 13 Vol.-%) u. wahrscheinlich
bis zu 25 V ol.-% wie NEWTONscbe Flüssigkeiten. Die scheinbare Viscosität der
Suspensionen in W. wird durch kleine Zusätze qualitativ u. quantitativ verändert.
Oxal- u. Gerbsäure vermindern die Viscosität erheblich u. erzeugen Dilatanz (vgl.
*) Viscosität organ. Verbb. s. S. 998.
1940. I.
B. A n o r g a n is c h e C h e m i e .
993
F r e u n d lic h u. Mitarbeiter, C. 1937. I. 3612. 1938. II. 4037). Citronensäure hat
geringen Einfluß. Das Vcrh. der vordüimteron Suspensionen entspricht nahezu der
KEWTONschen Flüssigkeit. — Das hydrodynam. Vol. der dispersen Phase ist am
größten im reinen Syst. Dickit-Wasser. Alle Zusätze verkleinern das hydrodynam.
Volumen. Na4P20 - erniedrigt es auf nahezu 1. Die Werte des hydrodynam. Vol. G
wurden nach der Gleichung 1j = rj0 (1 + 2,5 C + 14,1 C2) berechnet; hierin ist
die
Viseosität der Suspension u. r/0 die Viscosität der reinen Flüssigkeit. (J. Amor, ceram.
Soe. 22. 289—301. Sept. 1939. Rutgers Univ.)
Sk a l ik s .
M. V. Chapek und P. V. Zliuravel, Das Quellen von Xerogelen und feinen pulverförmigen Substanzen infolge der Aufnahme von Wasserdampf. Elast. Gele u. feinverteilte
Stoffe mit kornartiger Struktur (Ton) quellen bei Sorption von W.-Dampf; bei der
Desorption findet wieder eine Kontraktion statt. Feste Golo (Holzkohle, Silicagel) weisen
bei Sorption oder Desorption von W.-Dampf keine Vol.-Änderung auf. Die Quellung
bei der Sorption beginnt bei p/p0 = 0,5 u. erreicht ihr Maximum bei p/p0 = 1. Bei An­
wesenheit von stark austauschfähigen Ionen in den Koll. wird der Quellungseffekt bes.
stark. Die Ggw. von Elektrolyten ist ohne merklichem Einfl. auf den Quellungsvorgang.
Die Quellungserscheinungen lassen sich mit Hilfe der Theorie der Capillarkondensation
erklären. (Acta physieoehim. URSS 10. 867—80. 1939. Dnjepropetrowsk, Agronom.
Inst.)
VoiGT.
A. Kotukow, Über die Dichte sorbierter und gebimdener Flüssigkeiten. I. Über die
Dichte des gebundenen Wassers von Stärke. (Vgl. C. 1936. II. 3768.) Aus der refraktometr. bestimmten Menge des gebundenen W. u. der D. der Trockensubstanz läßt sich
die D. des gebundenen W. berechnen. Bei Stärke mit einer Hydrophilität 0,15— 0,25
nimmt die D. des gebundenen W. entsprechend von 1,81 auf 1,36 ab. (Koxioitaiaiii
5Kypna.i [Colloid J.] 5. 373—78. 1939. Woronesh, Chem.-technol. Inst.) R. K. MÜLLER.
Robert J. Hartman, C'olloid chemistry.
Boston: Houghton.
1939.
(584 S.)
8°.
4 .7 5 $
B. Anorganische Chemie.
F. Henrich, Über das Helium und seine Verwendung in der Luftschiffahrt und in
der Heilkunde. Kurze Übersicht. (S.-B. physik.-med. Soz. Erlangen 70. 385—86.
1938.)
K lever.
Sizuo Sigetomi, Über die Löslichkeit von Natriumamid in flüssigem Ammoniak.
Das bin. Syst. NaNH2-NH3 sowie das tern. Syst. NaNH2-NH3-NaCl wird hinsichtlich
der Löslichkeitsverhältnisse im Temp.-Gebiet zwischen — 20 u. +20° untersucht. Die
Best. der Löslichkeit wird genau beschrieben. Die Temp.-Abhängigkeit der Löslichkeit
von NaNH2 in fl. NH3 ist nur gering u. beträgt bei +20° 0,163, u. bei — 20° 0,114 g
NaNH,/100 g NH3. Im tern. Syst. wird die Löslichkeit des NaNH2 bzw. NaCl im fl.
NH3 bei Zugabe von NaCl bzw. NaNH, vergrößert. (J. Soc. ehem. Ind. Japan, suppl.
Bind. 41. 409 B— 10 B. Dez. 1938 [nach engl. Ausz. ref.].)
V o ig t .
Stephen S. Hubard, Die Löslichkeit von Calciumbicarbonat. H. (I. vgl. C. 1939.
I. 1949.) Im Anschluß an die Löslichkeitsmessungen von Ca-Bicarbonat wurde unter­
sucht, ob Ca(HC03)2 sich teilweise in W. peptisiert. Falls eine Peptisation stattfindet,
müßte die Ca-Konz. innerhalb u. außerhalb der Membran verschied. Werte haben.
Es zeigte sich jedoch, daß sich alles Ca(HC03), in wahrer Lsg. befindet. (J. physic.
Chem. 43. 387. März 1939. New York.)
"
I. S c h ü t z a .
O. E. Radczewski, H. O. Müller und W . Eitel, Zur Hydratation des Tricalciumaluminats. Bei der Hydratation von 3C a 0 -A l20 3 bei Zimmertemp. bilden sich vor­
wiegend 3C a0 -A l20 3-12H 20 u. 3 Ca0-Al20 3-6 ILO. Zur Unters, der ganz feinen
allerersten Bildungen bei der Hydratation wurde feinkörniges, lufttrockenes 3 CaO •A120 3
hydratisiert u. die ersten Rk.-Prodd. elektronenopt. untersucht. Gelartige Bildungen
konnten nicht festgestellt werden. Beim Schütteln mit W. bei Zimmertemp. konnten
nach 16 Stdn. relativ große hexagonale Tafeln beobachtet werden, die als 3 Ca0-Al20 312 H20 angesprochen werden. Die Tafel hatte eine Länge von 1,3/i bei einer Breite
von etwa 0,9 /i, während die Dicke etwa 0,05—0,1 /« beträgt. Beim Schütteln von
3C a0-A l20 3 in einem Isobutylalkohol-W.-Gemiseh (etwa 18% W.) bildeten sich
kugeligeVGebilde, die jedoch bei näherem Betrachten glatte Ecken u. Kanten haben;
sie werden für Ikositetraeder des 3 Ca0-Al20 3-6 H20 gehalten. Die Durchmesser
schwanken zwischen 60— 130 m/i. Daneben treten noch kleine scharfkantige Leisten
auf mit pyramidalen Endflächen. (Naturwiss. 27. S37— 38. 15/12. 1939. Berlin-Dahlem
u. Spandau, Kaiser-Wilhelm-Inst. f. Silicatforsch., u. Siemens & Halske, Labor, f,
Elektronenoptik.)
Go t t f r ie d .
X X II. 1.
65
994
B. A n o r g a n is c h e C h e m i e .
1940. I .
0 . E. Radczewski, H. 0 . Müller und w. Eitel, Zur Hydratation des Tricalciumsilicats. Mit dem Elektronenmikroskop wurden Aufnahmen hergestellt an 3 C a0-Si02,
welches mit W. geschüttelt worden war. Nach 2 Stdn. waren neben Krystallen in meist
nadeliger Ausbldg. in großer Menge Ca(OH)2-Sphärolithe zu beobachten, deren Größe
zwischen 0,2 u. 1,« lag. Wurde statt mit W. mit einem Gemisch von W. u. Isobutylalkohol geschüttelt, so hatten diese Sphärolithe nur eine Größe von 0,1— 0,2 /i. Es
ließen sich in diesem Falle auch scheibenförmige Vorstadien dieser Sphärolithe beob­
achten, welche einen Durchmesser von 70— 100 m/i hatten. Neben diesen Ca(OH)2Scheiben finden sich meist nadelige oder spindelige Krystalle von Calciumhydrosilicat,
deren Bldg. in der Weise vor sich zu gehen scheint, daß sich die zuerst gebildeten Nadeln
zu Spindeln Zusammenlegen. Diese Spindeln scheinen dann im weiteren Verlauf des
Wachstums zu größeren Krystallindividuen mit scharfen geradlinigen Kanten auszu­
heilen. (Naturwiss. 2 7 . 807. 1/12. 1939. Berlin-Dahlem u. Spandau, Kaiser-WilhelmInst. f. Silicatforsch., u. Siemens & Halske,. Labor, f. Elektronenoptik.) G o t t f r i e d .
N. A. Toropow lind N. A. Sllishacow, Das binäre System Natriumferrit-Natrnimaluminat. Die Unters, des Syst. erfolgte krystallopt. durch Messung der Breehungsexponenten u. röntgenograph. durch Aufnahme der DEBYE-SCHERRER-Diagramme
an den beiden reinen K om ponenten u. zwei Mischungen m it 20 bzw. 50% Na20 -A l20 3.
Die Mischungen wurden durch mehrmaliges Sintern von Na2C03, A12Ö3 u. Fe20 3 im
entsprechenden Verhältnis dargestellt, wobei die Homogenität mkr. naehgeprüft
wurde. Zur Messung der Breehungsexponentcn wurde monochromat. Licht von
X .= 589 m /t benutzt, die Röntgenaufnahmen wurden mit Fe-Strahlung gemacht.
Die Ergebnisse zeigen, daß Na20 -A l20 3 u. Na20 -F e 20 3 sehr ähnliche Gitter besitzen,
doch ließ sich ihre Struktur mit Hilfe der von GOLDSZTAUB (C. 1 9 3 3 . I. 3279) an­
gegebenen Parameter nicht aufklären. Im übrigen ergibt sieh ein kontinuierlicher
Übergang der Diagramme von einer Komponente zur anderen, so daß in dem bin.
Syst. offenbar eine lückenlose Reihe von Misehkrystallen existiert. (Acta physicochim.
URSS 1 1 . 277— 86. 1939. Leningrad, Zem entinst.)
Bernstorff.
Adrien-André Sanfourche, über basische Phosphate des Berylliums und Zinks.
Es wurde nach 2 verschied. Methoden versucht, Be-' u. Zn-Hydroxyapatite darzustellen.
Nach der ersten Meth. wurde zu einer Lsg. von Be(N03)2 soviel frisch gefälltes Be(OH)2
zugegeben, bis die Lsg. 7 g BeO pro Liter enthielt. Dieser Lsg. wurde eine Lsg. von
Na3P 0 4 zugesetzt in einer Menge, die der Zus. des Be-Hydroxyapatits entsprach u.
ferner in einer dreifach höheren als der berechneten Menge. Die erhaltenen Ndd.
wurden gewaschen u. im Vakuum in der Kälte getrocknet. Die Zus. der Ndd. ergab
sich zu Be3(P 04)2■7 Be(OH)2•3 H20 bzw. Be3(P 04)2-4,4 Be(OH)2-4 H20. Nach der
zweiten Meth. wurde neutrales Be3(P04)2 mit einer NaOH-Lsg. zum Sieden erhitzt.
Das Rk.-Prod. hatte die Zus. Be3(P 04)2-2 NaOH-2,5 H20. — Bei dem Zn wurden
nach den beiden Methoden Rk.-Prodd. wechselnder Zus. erhalten. In dem ersten Fall
handelt es sich wahrscheinlich um Gemische von Zinkphosphat u. Zn(OH)2, im zweiten
Fall um ein tetrabas. Zn- u. Na-Phosphat, welches durch Zn(OH)2 verunreinigt ist.
(C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 2 0 9 . 107—09. 264. 10/7. 1939.)
G o t t f r ie d .
F.
A. Kröger, Feste Lösungen in dem System ZnS-CdS-MnS. Untersucht wurde
die Mischbarkeit von CdS mit MnS bei 900° u. die Löslichkeit von MnS in den Mischkrystallen des Syst. ZnS-CdS. Gefunden wurde, daß alle Mischungen mit < 48 Mol.-%
Mn homogene Prodd. ergaben, wobei die Farbe in Abhängigkeit von der Zus. sich von
weiß nach rot änderte. Mischungen mit mehr als 48% Mn ergaben heterogene Prodd.,
bestehend aus roten Misehkrystallen ZnS-CdS-MnS mit Wurtzitstruktur u. prakt.
reinem MnS mit NaCl-Struktur. Aus Röntgenaufnahmen ergab sich, daß nahezu alle
Prodd. der Mischkrystallphase das Wurtzitgitter besaßen; nur einige Prodd. mit hohem
ZnS-Geh. hatten den Sphalerittyp. — Die in dem Syst. auftretende Entmischung
ist nicht durch Unterschiede der Gitterkonstanten bedingt, sondern ist auf die Ver­
schiedenheit in der Bindungsart zwischen MnS u. ZnS-CdS zurückzuführen. (Z.
Rristallogr., Mineral., Petrogr., Abt. A 102. 132—35. Nov. 1939. Eindhoven, N. V.
Philips’ Gloeilampenfabrieken, Natuurkundig Labor.)
GOTTFRIED.
F.
A. Kröger, Bemerkung über die Wurtzit-Sphaleritumivandlung von Zinksulfid.
ZnS kommt in 2 enantiotropen Formen vor mit einem Umwandlungspunkt bei
1020 ± 5°. Die Geschwindigkeit der Umwandlung ist eine Funktion sowohl der Temp.
wie der Dimensionen der Krystalle. (Z. Kristallogr., Mineral., Petrogr., Abt. A 1 02 .
136— 37. Nov. 1939. Eindhoven, N. V. Philips’ Gloeilampenfabrieken, Natuurkundig
Labor.)
G o t t f r ie d .
V.
M. Vdovenko, Darstellung von Zinnhydrid durch Einwirkung von atomarem
Wasserstoff auf Zinnchlorid. Akt. H, durch elektr. Entladung dargestellt, wurde auf
Zinnchloridtabletten von 10 mm Durchmesser u. 4— 7 mm Dicke bei einem Druck von
1 94 0 . I .
B . A n o r g a n is c h e C h em ie.
995
0,3— 0,4 mm Hg u. einem Strom von 0,25—0,3 1/Stde. (bei 760 mm u. 20°) zur Rk.
gebracht. Es fand Red. zu metall. Zinn statt. Im Verlauf der Rk. wurden sowohl die
Gefäßwände als auch die Zinnehloridkrystalle mit metall. Sn überzogen u. die Einw.
von akt. H auf das Salz vermindert. Es besteht eine große Differenz zwischen dem
Gewichtsverlust des Salzes u. dem entstehenden Metallbeschlag. Es wird vermutet,
daß ein wesentlicher Teil des Zinnchlorids, der mit atom. H reagiert, in HCl u. Sn,
das im Rk.-Gefäß verbleibt, umgesetzt wird. Außerdem wird angenommen, daß sich
ein Teil des Zinnchlorids unter der Rk.-Wärme der sich vereinigenden H-Atome ver­
flüchtigt. — Ferner wurde festgestellt, ob SnH4 sich unter Bldg. eines Spiegels zers.
oder teilweise durch Kondensation zu erhalten ist. Dazu wurde SnH4 mit H 2 in wss.
x\g2S04-Lsg. geleitet. Die farblose Lsg. färbte sich dunkler u. gab schließlich einen
charakterist. schwarzbraunen Nd., wohl der Zus. SnAg, •Ag2SO.,, aus welchem Sn
bestimmt wurde. — Der Einfl. von CH, auf die SnH.,-Ausbeute wurde quantitativ
untersucht u. dabei gefunden, daß kleine Beträge von CH, die Ausbeute an SnH4
wesentlich erhöhen. Größere Mengen CH, (bis zu 10°/o) zu mol. H2 brachten keine
Vergrößerung der Ausbeute. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 23 (N. S. 7). 801—03.
15/6. 1939. Leningrad, Univ., Labor, of Inorganie Chemistry.)
B r u n s.
Audré Morette, Über das System Jod-Vanadin: Vanadiutndijodid und Vanadiurntrijodid. Unter seinem eigenen Dampfdruck verbindet sich J„ mit V oberhalb 150°
unter Bldg. von VJ3, selbst bei Metallüberschuß. Das Prod. schm. u. verflüchtigt
sich nicht unterhalb 280°, aber es dissoziiert bei dieser Temp. in J2 u. VJ2. Die Disso­
ziation ist bei 400° nach 24 Stdn. vollständig. Umgekehrt bildet sich durch Erhitzen
von V J, mit J2-Überschuß bei 300° VJ;. VJ2 sublimiert zwischen 750 u. 800°, disso­
ziiert über 1000° in J2 u. V. — VJ2: Glimmerähnliche Lamellen, hexagonal, violettrosa.
D.° 5,0 ± 0,1. Ist durch VV. schwer benetzbar, liefert aber langsam eine violette Lsg.,
die an der Luft infolge teilweiser Oxydation eine kastanienbraune Färbung annimmt.
VJ2 ist unlösl. in absol. A., PAe., CC1.„ CS2. Von reinem 0 2 wird es bei 130° angegriffen,
die Oxydation ist bei 500° vollkommen 11. liefert unter Verdrängung von J2 V2Os.
Mit H2S reagiert VJ2 bei 650° unter Bldg. von V2S3, mit P bildet sich bei derselben
Temp. PV. — VJ3: Schwarzbraunes Krystallpulvcr, stark hygroskop. D. 4,2 ± 0,1.
W. löst sehr schwer, die kastanienbraune Lsg. wird an der Luft nach u. nach grün.
Licht beschleunigt die Reaktion. VJ3 ist in absol. A. lösl., unlösl. in PAe., CC14, CS2.
Cl2 greift bei gewöhnlicher Temp. an, bei 350° führt es VJ3 in JC13 u. VC14 über. 0 2 oxy­
diert bei 125° unter Freimachen von J2. VJ3 gibt mit wss. NH3 eine kastanienbraune
Lösung. Die wss. u. alkoli. Lsgg. reagieren unter Nd.-Bldg. mit verschied, organ.
Stoffen wie Antipyrin u. Chininsulfat. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 207. 1218— 20.
12/12. 1938.)
B r un s.
G. Grube, 0 . Kubaschewski und K. Zwiauer, Über die Gewinnung von festen
Niob-Nickellegierungen durch Reduktion von Niobpentoxyd bei Gegenwart von Nickel.
Es wird gezeigt, daß man durch Red. von gepreßten Mischungen aus Nb20 5 u. Carbonylnickel mit getrocknetem H2 bei 1100— 1150° feste Nb-Ni-Legierungen bis zu einem
Nb-Geh. von 37°/0 darstellen kann (vgl. auch C. 1940. I. 351). Diese Legierungen
werden therm., mkr. u. röntgenograph. untersucht u. das Zustandsdiagramm des Syst.
Nb-Ni auf der Ni-Seite aufgestellt. Zwischen 24 u. 31% Nb kryst. aus den Schmelzen
eine Krystallart, der vielleicht die Formel Ni3Nb zukommt. Es wird angenommen,
daß die Verb. sich oberhalb 31% Nb bei 1380° peritekt. aus der Schmelze u. einer
Nb-reieheren Phase bildet. Der eutekt. Punkt zwischen Verb. u. Ni wird bei 24% Nb
u. 1265° gefunden. Die Löslichkeit von Nb in Ni beträgt bei der eutekt. Temp. etwa
20% u. nimmt mit sinkender Temp. stark ab. (Z. Elektrochem. angew. physik. Chem.
45. 881—84. Dez. 1939. Stuttgart, Kaiser-Wilhelm-Inst. f. Metallforschung.) K u b a .
Gr. Grube, O. Kubaschewski und K . Zwiauer, Die Reduktion des Niobpentoxyds
mit Wasserstoff. (Vorl. Mitt.) (Vgl. vorst. Ref.) Zunächst wird gezeigt, daß sich Nb2Oä
durch Glühen bei 1300 bzw. 1150° in Argon bis zum NbOa red. läßt. — Weiterhin
wird die ungefähre Lage des Gleichgewichtes Nb20 5 + H2 ^ 2 N b02 + H20 in
Wasserstoff von Atmosphärendruck, der W.-Dampf von verschied. Partialdruck ent­
hält, ermittelt. — Ferner wird festgestellt, daß man bei der Red. von Nb20 5 mit reinem
H2 bzw. mit H2, der W.-Dampf von geringem Partialdruck enthält, außer dem N b02
Prodd. erhalten kann, die den Zuss. Nb20 3, NbO u. Nb20 entsprechen. Das bisher
nicht bekannte Oxyd Nb20 ist grau gefärbt. Um festzustellen, welche von den so er­
haltenen Red.-Prodd. selbständige chem. Individuen sind, werden von ihnen Röntgen­
aufnahmen gemacht. Die Debyeogramme zeigen, das Nb20 5, N b02, NbO u. Nb20
verschied. Krystallgitter besitzen, also selbstständige Verbb. darsteEen. Das unter
den Vers.-Bedingungen erhaltene Red.-Prod. der Zus. Nb20 3 erweist sich dagegen
65*
996
C. M in e r a l o g is c h e d n d g e o l o g is c h e C h e m i e .
1940. I .
als ein stöchiomctr. Gemisch der Oxyde NbO u. NbO». (Z. Elektrochem. angew.
physik. Chem. 45. 885—88. Dez. 1939.)
"
KuBASCHEWSKI.
G.
Grube und H. Nann, Die niederen Oxydationsstufen des Rutheniums in salz
saurer Lösung. Vff. stellen fest, daß es durch dio Anwendung der potentiometr. Titration
mit H20 2 möglich ist, die bei der elektrolyt. Red. salzsaurer RuCl3-Lsgg. in der Lsg.
auftretenden niederen Oxydationsstufen als einwertiges u. zweiwertiges Ru zu identifi­
zieren u. quantitativ nebeneinander zu bestimmen. Bei der elektrolyt. Red. stärker
salzsaurer Lsgg. tritt neben der Metallabscheidung vorzugsweise die zweiwertige, in
schwächer salzsaurer Lsg. vorzugsweise dio einwertige Stufe auf. ln 2-n. (u. auch
noch in 0,1-n.) HCl erweist sieh das zweiwertige Ru als relativ beständig, während
das einwertige schnell nach 2 Ru+ ->- Ru -f- Ru++ zerfällt. Auch das zweiwertige Ru
ist in den salzsauren Lsgg., die schwächer als 2-n. sauer sind, nicht beständig. Es
zerfällt nach 3 Ru++ ->- Ru -f- 2 Ru+++. — Aus den Verss. ergibt sich weiterhin, daß
das Potential des Vorganges Ru+ + ffi
Ru++ in 0,1-n. HCl bei etwa + 0,03 bis
+ 0,05 V liegt. (Z. Elektrochem. angew. physik. Chcm. 45. 874— 80. Dez. 1939. Stutt­
gart, Tcehn. Hochschule, Labor, f. physikal. Chem. u. Elektrochem.) K u b a s c h e w s k i .
I
C. Mineralogische und geologische Chemie.
W . Nowacki, Die Begriffe „Gestalt — Tracht — Habitus“ in der Krystallmorphologie. (Z. Kristallogr., Mineral., Petrogr., Abt. A 102. 144— 45. Nov. 1939. Bern, Univ.,
Mineralog. Inst.) “
G o t t f r ie d .
Harry Berman und C. W . Wolfe, Krystallographie von Aramayoit. Goniometr.
Vermessung von Aramayoit ergab trikline Symmetrie mit a : b : c — 0,8753: 1: 0,9406,
a = 100° 22', ß — 90° 00', y = 103° 54'. Die Krystalle zeigen gute Spaltbarkeit nach
(0 1 0) u. (1 0 0). WEISZENBERG-Aufnahmen ergaben die Dimensionen a = 7,76,
b — 8,79, c = 8,34 A. In der Zelle sind 6 Moll, der Zus. Ag(Sb, Bi)S, enthalten.
(Mineral. Mag. J. mineral. Soe. 25. 466— 73. Dez. 1939. Cambridge, Mass., Har­
vard Univ.)
G o ttfrie d .
Gustav Keppeler und Gerhard Aurich, Röntgenograpliischer Nachweis von Mont­
morillonit in einem kaolinilischen Ton. Den Vff. gelang es, in Kärlieher Blauton röntgenograph. Montmorillonit nachzuweisen. In nicht vorbehandeltem Material konnten nur
die Interferenzen des Kaolinits festgestellt werden. Wurde jedoch der Ton auf etwa
500° erhitzt, wobei das Kaolinitgitter zerfällt, dann konnten einwandfrei die Inter­
ferenzen des Montmorillonits identifiziert werden. Damit ist für einen deutschen,
keram. verarbeiteten Ton ein Geh. an Montmorillonit neben dem kaolin. Hauptanteil
nachgewiesen. (Sprechsaal Keram., Glas, Email 71. 307— 08. 23/6. 1938. Hannover,
Techn. Hochsch., Techn.-Chem. Inst.)
G o t t f r ie d .
J. E. Hi 11er, Über den Falkmanit. Drehaufnahmen u. WEISSENBERG-Aufnahmen
an F alkm anit aus Minas Geraes u. Pfaffenreuth ergaben monokline Symmetrie mit
den Dimensionen a : 24,93, b = 8,10, c = 14,51 A, ß — 79°,10', a : b : c — 3,077: 1: 1,791.
M it einer gemessenen D . von 6,2 errechnet sich, daß 10,23 Moll. Pb3Sb2S6 in der
Elementarzelle enthalten sind. (Z. Kristallogr., Mineral., Petrogr., A b t. A 102. 138— 42.
Nov. 1939.)
G o t t f r ie d .
J. E. Hiller und Wilhelm Hofmaun, Nachtrag zu der Arbeit von J. E. Hiller:
„Röntgenographische Bestimmungsmethoden und Untersuchung der Bleispießglanzc''.
Vff. nehmen Bezug auf eine Arbeit von H i l l e r (vgl. C. 1 9 3 9 .1. 613), worin festgcstellt
wurde, daß bei den Bleispießglanzen in Richtung der Nadelachse stets eine Gitter­
konstante von etwa 4 Ä oder ein Vielfaches davon auftritt. Dies trifft auch für den
Falkmanit (vgl. vorst. Ref.) zu, dessen Gitterkonstante in Richtung der Nadelachse
(&-Achse) 8,10 A beträgt. Es wird eine Deutung der Periode von 4 A gegeben. (Z.
Kristallogr., Mineral., Petrogr., Abt. A 102. 143— 44. Nov. 1939. Berlin, Univ. u.
Techn. Hochschule, Mineralog. Inst. u. Inst. f. Metallkunde.)
Go t t f r ie d .
A. F. Hallimond. Über die Beziehung von Chamosit und Daphnit zu der Ghloritgruppe. (Unter Mitarbeit von C. O. Harvey u. F. A. Bannister.) Es werden zunächst
neue Analysen mitgeteilt von Daphnit von der Tolgusgrube, Cornwall u. von Chamosit
von Frodingham, Lincolnshire. Unter Benutzung einer größeren Anzahl von Analysen
von Mineralien der Chloritgruppe werden die Beziehungen zwischen Daphnit u. Chamosit
zu den Chloritmineralien diskutiert. Die Röntgenaufnahmen ergaben, daß Daphnit
n. Chloritstruktur, ähnlich der des Clinochlors besitzt, Chamosit jedoch eine spezielle
Struktur vom Chlorittypus hat. Durch beginnende Metamorphose geht der Chamosit
in Bawalit über, welcher n. Chloritstruktur besitzt. (Mineral. Mag. J. mineral. Soe.
25. 441—65. Dez. 1939. London, Museum o f Practical Geology.)
G o t t f r ie d .
1 9 4 0 .1 .
D . O r g a n . C h em ie. — D ,. A l l g .
0 . t h e o k . o r g a n . C h em ie.
997
H. I. Drever, Eine petrologisclie Untersuchung der Kalksteine in der Moineserie
von Ardgour, Argyllshire. Petrograpli. Unters, der Kalksteine ergab, daß sie in ihrer
ehem. Zus. u. ihrem Mineralbestand stark variieren, was zum größten Teil durch dynam.
oder therm. Metamorphose, zum Teil aber auch durch metasomat. Vorgänge bedingt ist.
(Geol. Mag. 7 6 . 501— 18. Dez. 1939. St. Andrews Univ., Dep. of Geology.) GOTTFRIED.
I. I. Ssurnin, Die Wolfram-Molybdänlagerstätten von Ljangar. Beschreibung eines
Vork. von Molybdänglanz, Powellit u. Scheelit, seiner geoiog. Entstehung u. der bis­
herigen Untersuchungen. (UneTin.ie MoTaxm [Nichteisenmetalle] 14. Nr. 4/5. 50— 52.
April/Mai 1939.)
R. K. MÜLLER.
N. N. Pawlow, Zur Genesis der Eisenerze, vom Kleinen Ghingan. Das rote Fe-Erz
vom Kiemen Chingan ist kein Hämatit, sondern mit Fe20 3 durchtränkter Schiefer,
wobei das Fe20 3 aus zers. Pyrit stammt. Daneben kommt Hornstein mit Magnetit
u. Fe-Glimmer vor, der durch Kontaktmetamorphosc aus dem roten Erz entstanden
zu sein scheint. (BecrmiK ÄajitneBOCTO'raoro $ E u i m AKajeiimi Hayn CCCP. [Bull. Far
Eastern Braneh Acad. Sei. USSR] 3 3 . Nr. 1. 197—98. 1939.)
R. K. M ü l l e r .
L. J. Spencer, Tektite und Kieselsäureglas. An Hand einer größeren Anzahl
von Tektitanalysen werden Beziehungen hergeleitet zwischen Si02-Geli. u. Brechungsindices) sowie zwischen den DD. u. den Brecliungsindices der Tektite. Beschrieben wird
weiter DARWIN-Glas aus Tasmanien sowie die Zus. u. die Verteilung der Kicsclsäuregläser der lyb. Wüste. (Mineral. Mag. J. mineral. Soc. 25. 425— 40. Dez. 1939. London,
British Museum.)
G o t t f r ie d .
Kurt Buch, Beobachtungen über das Kohlensäuregleichgewicht und über den Kohlensäureaustausch zwischen Atmosphäre und Meer im Nordatlantischen Ozean. (Vgl. C. 1940.
I. 989.) Auf einer Fahrt von Kopenhagen nach Nordamerika u. zurück wurden ge­
messen der Luftkohlensäuregeh. u. vom Meerwasser der Totalkohlensäuregeh., die
C02-Tension, Titrationsalkalinität 11. pH. Es ergeben sich hieraus Grundlagen zum
Studium des C 02-Gleichgewichtes im Meere, sowie des C 02-Austausches zwischen
Atmosphäre u. Meer. Die Vers.-Ergebnisse sind tabellar. zusammengestellt. Aus den Er­
gebnissen folgt betreffend der C02-Gleichgewichtslage zur Zeit des Vorsommers eine Ein­
stellung derselben auf eine C02-Tension, die nicht viel, aber sicher niedriger ist als die
Partialtension der Atmosphäre, daß also der Ozean um diese Zeit C 02-absorbierend ist.
Zwischen dem CO,-Geh. u. dem Cl-Geh. ergab sich die BeziehungX’ CO, = 0,1079-CI % 0.
(Acta Acad. Aboensis math. physic. 11. Nr. 9. 27 Seiten. 1939. Abo, Akademie, Chem.
Inst., u. Woods Hole, Mass., OceanographicInstitution.)
GOTTFRIED.
Kurt Buch, Kohlensäure in Atmosphäre und Meer an der Grenze zum Arktilcum.
Zwischen Narvik u. Spitzbergen wurden der C 02-Geh. der Luft, vom Meerwasser der
C02-Geh., die C02-Tension des W., die Titrationsalkalinität u. pn gemessen. Die Vers.Ergebnisse sind tabellar. zusammengestellt. (Acta Acad. Aboensis math. physic. 11.
Nr. 12. 35 Seiter. 1939. Abo,
Akademie,Chem.Inst.)
GOTTFRIED.
D. Organische Chemie.
D ,. Allgem eine und theoretische organische Chemie.
H.
Mark, Die Elastizität langkettiger Verbindungen als statistischer Effekt. Zu­
sammenfassende Übersicht. (Chem. Reviews 25. 121—35. Aug. 1939. Hawkesbury,
Ontario, Can., Internat. Papa
Co.)
G o t t f r ie d .
C.
L. Wall, Eigenschaften der Fasern. Es wird gezeigt, daß man die chem. Eigg.
u. physikal. Eigg. (Festigkeit, Dehnbarkeit, Plastizität) von Fasern deuten kann durch
die Energien der die Faser anfbauenden Atome u. die Potentialenergien der Elektronen­
atmosphären zwischen den Atomen. (Text. Manufacturer 65. 496— 98. 500. Nov.
1939.)
G o t t f r ie d .
Wilhelm Wehr, Beiträge zur Kenntnis der Alterungserscheinungen und der Molekül­
größen von ICettenkomplexen in Lösung. Der bei Lsgg. von Kettenmoll, zu beobachtende
zeitliche Viscositätsabfall ist bei Kondensationspolymeren, wie Cellulosederiw. u.
bei ungesätt. Vinylpolymerisaten bei Tempp. bis zu 60° unter Luft beachtlich, in Ggw.
von aktiviertem 0 2 (Peroxyde) werden auch gesätt. Vinylpolymere abgebaut. Der
Abbau ist anscheinend unbegrenzt u. irreversibel, beschleunigend wirkt erhöhte Temp.
u. bei Cellulosederiw. neben O, hydrolysierende Stoffe. Antioxydantien stabilisieren
Nitrocellulose, Polystyrole ebenfalls, wenn sie in geringen Mengen anwesend sind, um
Peroxyde unschädlich zu machen, höhere Antioxydanszusätze wirken kettensprengend.
Beim Übergang von niedrigpolymeren zu mittelpolymeren Nitrocellulosen macht sich
eine Verbesserung der mechan. FOmeigg. bemerkbar, u. zwar stärker als beim Übergang
von den mittelpolymeren zu den hoehpolyjneren Gliedern. Die aus den einzelnen denitrierten Nitrocellulosen nach der Barytmeth. erhältlichen a-Cellulosen zeigen vis-
998
D j. A l l g e m e in e u . t h e o r e t is c h e o r g a n is c h e C h e m i e .
1940. I.
eosimetr. die gleichen Mol.-Geww., wie sie für die denitrierten Prodd. festgestellt
werden. Dagegen ergaben die Endgruppentitrationen der betreffenden a-Ccllulosen
nur halb so große Mol.-Gewichte. Dieser Befund wird erörtert. Die Viscositätskonz.Formcln von B r e d e e u . d e B o o y s waren zumeist zutreffend. Es wird eine graph.
Beziehung aufgeatellt, welche die sofortige Ablesung der Mol.-Geww. auf Grund viscosimetr. Messung an sich zwar bestimmter, aber höherer Konzz. zuläßt (Nitrocellulose).
(Kolloid-Z. 88. 185. 290—318. Aug. 1939. Eilenburg, Kunststofflabor, der Deutschen
Celluloid Fabrik.)
U e b e r r e it e r .
T. Kubo, Bemerkungen zur Sauterschen Aufnahme von natürlicher Cellulose. Von
Vf. werden die von S a u t e r (C. 1 9 3 7 . II. 751) aufgefundenen neuen Interferenzpunkte
bei natürlicher Cellulose gleichfalls erhalten, darüber hinaus wird aber nachgewiesen,
daß es sich nicht um Celluloseinterferenzen handelt, sondern daß die 4 neuen innersten
Reflexe ohne Zweifel auf Unvollständigkeit der Monochromatisierung der Cr-Strahlung
zurückzuführen sind. (Naturwiss. 2 7 . 857— 58. 29/12. 1939. Osaka, Univ., Inst. f.
Faserforsch.)
ULMANN.
G.
W . Lipatowa und S. M. Lipatow, Zur Frage der Struktur und Solvatation von
Nitrocdluloseteilchen. Von Vff. wird mit dem OSTWALD-Viscosimeter die Abhängigkeit
der Viscosität von der Temp. (5— 40°) von 4 durch Fraktionieren von 5%ig. Nitrocelluloselsgg. durch Fällen mit W. gewonnenen Fraktionen bestimmt. Der Temp.-Koeff. r
der höheraggregierten Fraktionen erweist sieh nur im Gebiet ldeiner Konzz. als kon­
stant. Der Wert r/c ist für verschied. Fraktionen nicht gleich, was bes. an den sehr
viscosen Lsgg. von Nitrocellulose in Nitrobenzol hervortritt. Nach Vff. sprechen die
Resultate dafür, daß in den Nitrocelluloselsgg. Aggregate vorlicgen, die die Fl. immo­
bilisieren, u. dadurch mit die hohe Viscosität der Lsgg. bewirken. Bei Änderung des
Lösungsm. ändert sich natürlich auch die Größe der Aggregate. Die Beziehung der
Viscositäten r]s'/rjs" — i ] " ' h " " = IC gilt bei niederviscosen Fraktionen für ein großes
Gebiet der Konz. u. hängt verhältnismäßig wenig von der Natur des Lösungsm. ab.
Bei höhermol. Fraktionen gilt die Beziehung nicht einmal bei sehr verd. Lösungen.
(Koxioiiauiift >Kypn.a-i [Colloid J.] 5. 647— 54. 1939. Akademie d. Nahrungsmittelind.
Stalin.)
ULMANN.
T. Kubo, Untersuchungen vier die Umwandlung von Hydratcellulose in natürliche
Cellulose. IV. über die auf dem Umweg über Alkalicellulose durchgeführte Umwandlung.
(Kolloid-Z. 88. 62— 68. Juli 1939. — C. 1 9 3 9 . II. 4206.)
U lm ann.
Je. N. Alexejewa, Die Struktur eines gemischten Polymeren des Butadiens und
des Nitrils der Acrylsäure. Vf. polymerisierte äquimol. Mengen Butadien (I) u. Acryl­
säurenitril (II) durch 116-std. Erwärmen auf 60° unter Zugabe von 1% Benzoylperoxyd,
befreite das Prod. durch Erhitzen im Hochvakuum von flüchtigen Beimengungen,
bestimmte seinen N-Geh. nach K jELD AH L u . ozonisierte es bei 0° in Chloroform.
Hierbei entstanden entsprechend 17% des I Bemsteinsäure (III), u. entsprechend
81,6% des II u. 60,4% des I Butantricarbonsäure (IV), Hexantetracarbonsäure (V) u.
Dodecanpentacarbonsäure (VI). Das Auftreten von III mußte bei einem Polymerer
(VII) von reinem I von der Entstehung äquivalenter Mengen Ameisensäure begleitet
sein, die jedoch nur in geringen Mengen u. zusammen mit HCl, also wohl aus dem Chlf.,
sich bildete. Die Anwesenheit der übrigen Säuren ist nur zu verstehen bei Annahme
C H ,=C H — CH— CH,—CHS—C H =C H —CHt—
111
¿H s— CH =CH — CH,—
— CH,—CH— CH—CHS—(—CH,—CH(CN)— )n— CH,— C H =C H — CHS—
Y III : n = 2
IX : n = 3
zweier v e r s c h i e d , struktureller Einheiten in e i n e m Makromol. (VIII, IX). Vf.
glaubt, daß etwa die Hälfte des Polymerisats aus Makromoll, besteht, die I u. II in
geradem Verhältnis enthalten, während etwa ein Drittel I u. II im Verhältnis 1: 2
oder 1 :3 enthält. (JKypnajt Oömcii Xiraint [J. Chim. gen.] 9. 1426—30. 1939.
Physikochem. Inst. „L . Ja. Karpow“ .)
ScHMEISS.
Vincent Du Vigneaud, Mildred Cohn, George Bosworth Brown, Oliver
J. Irish, Rudolf Schoenheimer und D. Rittenberg, Eine Untersuchung der In­
version von d-Plienylaminobuttersäure und der Acetylierung von l-Phenylaminobutlersäure mittels der Isotopen von Stickstoff und Wasserstoff. Hydrierung von Cinnamoylameisensäure mit H2 (-f- Pd) in Ggw. von isotop. NH3 (1,98 Atom-% 16N-Überschuß)
lieferte d,l-Nxli-Phenylaminobuttersäure, C6H5■CH2■CH2•CH(NH2) ■C02H (I). Gibt mit
Carbobenzoxyehlorid u. NaOH Carb6benzoxy-d,l-phenylaminobuttersäure, Krystalle,
F. 112°, die beim Behandeln mit einer Lsg. von d-Phenylätliylamin in Eisessig beim
Stehen in der Kälte über Nacht das rohe d-Phenyläthylaminsalz der Carbobenzoxy-
1940. I .
D ,. a l l g e m e i n e ü . t h e o r e t is c h e o r g a n is c h e C h e m i e .
999
1-phenylaminobuttersäure absohied. Nach Versetzen des Filtrats mit NH4OH wurde
das erhaltene Gemisch von Carbobenzoxy-d- u. Carbobenzoxy-l-phenylaminobuttersäuro, das einen Überschuß an d-Isomerem enthielt, in Essigester gelöst u. mit 1-Phenyläthylamin versetzt, wodurch das rohe 1-Phenyläthylaminsalz der Carbobenzoxyd-phenylaminobuttersäure erhalten wurde. 4 malige Wiederholung des Verf. ergab die
vollständige Trennung der Isomeren. — l (-\-)-N1!‘-Phenylaminobultcrsäure (II), Krystalle, [a] d22 = +48,4° (l% ig. Lsg. in 1-n. HCl), wurde mittels 70%ig. A., 2-n. H2S04
u. Red. mit H2 ( + Pd) erhalten aus Carbobenzoxy-l-phenylamhiobuttersäure, deren
d-Phenyläthylaminsalz [a]ir° = +19,4° (A.) aufwies. Ebenso ergab sich d(— )-Ari5Phenylaminobuttersäure (III), [<x]d22 = — 48,2°, aus Carbobenzoxy-d-phenylaminobuttersäure, deren 1-Phenyläthylaminsalz [a]o21 = — 19,3°, zeigte. — Bei Verfütterung
von I an Ratten wurde Acelyl-l (+)-?ohenylaminobuttersäure (IV), F. 179— 180°, [<x]d =
+ 27,1° (A.), erhalten, die noch 50% des in der verfütterten d,l-Säure vorhandenen
N15 enthielt. Verfütterung von III lieferte unter Inversion ebenfalls IV, bei dem jedoch
fast aller ursprünglich in der Verb. enthaltener N durch neuen N ersetzt war. Wird
III an Ratten verfüttert, bei deren Körperfll. der Deuteriumgeh. auf ungefähr'
2,5 Atom-% erhöht worden war so zeigte sich, daß 1 Atom D von der a-Stellung der
Aminosäurehälfte der ausgeschiedenen Verb. aufgenommen worden war. Die Vers.Daten stimmen zu der Annahme, daß die Ketosäure bei der Inversion eines in der
Natur nicht vorkommenden Isomeren zu seinem Enantiomorphen intermediär ent­
steht. — Die nach Verfütterung von II erhaltene IV enthielt eine beträchtliche Menge
an ursprünglichem N, im Gegensatz zu den Ergebnissen beim d-Isomeren. Bei Verss.,
bei denen den Ratten D20 gegoben worden war, wurde wie oben auch gefunden, daß
IV 1 Atom D in der a-Stellung aufwies. — Die Rk,-Mechanismen, die diese Vers.-Ergebnisse erklären könnten, werden eingehend diskutiert. (J. biol. Chemistry 131.
273— 96. Nov. 1939. New York, Cornell Univ., Washington, Washington Univ.;
New York, Columbia Univ.)
B ehkle.
N.N. Woroshzow jr. und W . A. Kobelew, Zur Frage der vergleichsweisen Reaktions­
geschwindigkeit gewisser Chlor- und Bromnitrobenzole. Durch Verfolgen der Änderung
der Konzz. von S 03" u. CI' stellten Vff. fest, daß unter den von S pr u n g (C. 1930.
II. 387) gewählten Bedingungen o- u. m-Nitroclilorbenzol n i c h t mit Na2S03 reagieren,
sondern daß das Sulfit nur infolge Autoxydation verschwindet. Vff. nehmen an, daß
auch p-Nitrochlorbenzol u. 3-Nitrobrombenzol bei den Verss. von S pr u n g n i c h t
reagiert haben u. halten es für erwiesen, daß alle Mononitrochlor- oder Mononitrobrombenzole bei 40° in wss. A. sich nicht mit Na2S 03 umsetzen u. deshalb, entgegen
den Befunden von S pr u n g , bei dieser Rk. eine bes. Beweglichkeit des Halogens in
m-Stellung zur Nitrogruppe nicht anzunehmen ist. (/Kypna.i OömeS Xhmhh [J. Chirn.
gen.] 9. 1047— 48. 1939. Leningrad, Staatl. Hochdruckinst.)
ScHMEISS.
0.
W . Brown und E. D. Raines, Nickel-, Cadmium- und Bleisulfide als Kata­
lysatoren bei der Reduktion von Nitrobenzol in der Dampfphase. Es wurde untersucht,
unter welchen Bedingungen Metallsulfide als Katalysatoren die Dampfphasenred.
von Nitrobenzol fördern u. welche katalyt. Wrkg. die reinen Metalle ausüben. Mit NiS
als Katalysator wurden bei 278— 280° Ausbeuten von 98,9% der theoret. Menge Anilin
erhalten. Unteras. an fein verteiltem, metall. Ni zeigten, daß mit NiS weit bessere
Ausbeuten als mit metall. Ni erzielt werden konnten. Die Arbeitstempp. waren bei
einem iViS-Katalysator um 87° höher als bei reinem Ni. Die katalyt. Aktivität von
CdS wurde im Temp.-Bereich von 289— 400° untersucht. Mit den besten Arbeits­
bedingungen wurde die maximale Anilinausbeute von 83,72% erreicht. CdS ist ein
sehr temperaturempfindlicher Katalysator, bereits bei 361° wird er vollkommen ver­
giftet. Reines metall. Cd ist CdS als Katalysator überlegen, da es bessere Anilinausbeuten
U. reinere (nicht gefärbte) Substanz gibt. Bei Benutzung von PbS als Katalysator
bei 308—310° wurde eine Anilinausbeute von 98,45% erhalten. Je länger das PbS
in Benutzung war, desto bessere Ergebnisse wurden erzielt. Das Verh. von metall.
Pb ist dem von PbS sehr ähnlich. (J. physic. Chem. 43. 383—86. März 1939. Bloo­
mington, Ind.)
I. S c h ÜTZA.
H.
Austin Taylor und Milton Burton, Bemerkung zu der Berechnung der Bindungs­
energie in Methan. Es wird unter Zuhilfenahme der neuesten Daten eine Neuberechnung
der Bindungsenergie des Methans vorgenommen. Es werden 103 kcal für die C-HBindung gefunden. Bei Berücksichtigung der in der Rechnung gemachten Vernach­
lässigungen ist der Wert in guter Übereinstimmung mit dem aus Prädissoziationsdaten
erschlossenen von 94,8 kcal. (J. chem. Physics 7. 572—73. Aug. 1939. New York,
Univ.. Dep. of Chem.)
*
L in k e .
Emma P. Carr und Hildegard Stücklen, Ein Elektronenübergang des Rydbergtyps in den Absorptionsspektren von Kohlenwasserstoffen. 17 untersuchte Olefine zeigen
1000
D ,. A l l g e m e i n e u . t h e o r e t i s c h e o r g a n is c h e C h em ie.
1940 . I .
eine Gruppe schmaler diffuser Absorptionsbanden hoher Intensität bei 43 000 bis
53 000 cm-1. Hierbei ist die Lage der ersten Bande durch die Anzahl der an die olefin.
C-Atome gebundenen Alkylgruppen bestimmt. Mit steigender Zahl der Alkylgruppen
verschiebt sich die Absorption nach langen Wellenlängen, unabhängig von der Art des
Alkyls. Es wird angenommen, daß diese ersten Banden im SCHUMANN-Gebiet, die in
den Spektren aller Olefine auftreten, das erste Elektronenbandensyst. einer R y d b e r g Serie sind. Diese ist einer kontinuierlichen Bande hoher Intensität überlagert, die bei
den meisten Olefinen ein Maximum in der Gegend von 57 000 cm-1 hat. Bei der An­
wendung dieser Annahme auf das Bzl.-Spektr. werden die starken Banden zwischen
48 000—54 000 cm-1 zu dem ersten Glied einer RYDBERG-Serie gezählt, die anderen
Elektronenübergängen überlagert sein kann. Die Parallelität zwischen der Anzahl der
Alkylgruppen u. der Verschiebung der Bande nach langen Wellen ist verständlich, da
das Elektron einer RYDBERG-Serie nicht bindend ist, u. daher in erster Linie von der
effektiven Ladung des C-Atoms abhängt. Diese ist ihrerseits wieder eine Funktion der
an das C-Atom gebundenen Alkylgruppen. (J. chem. Physics 7. 631. Aug. 1939. South
Hadley, Mass., Mount Holyoake Coll., Dep. of Chem.)
L in k e .
Herbert H. Hodgson, Die Absorptionsspektren einiger substituierter Nitrosqbenzole.
Evidenz für den mesomeren Effeld. Mittels der früher (C. 1937. II. 955)_beschriebenen
Meth. wurden die Absorptionsspektren von Nitrosobenzol (I) u. seinen o-Äthoxy-, o-Jod-,
o-Brom- u. o-Chlorderivv. in A. gemessen. In bezug auf I sind die Verschiebungen der
Absorptionsbanden der Halogenderivv. in der Reihenfolge der negativen induktiven
Effekte der Halogene, d. h. J < B r < CI. Die verhältnismäßig geringen Verschiebungsdifferenzen scheinen in jedem Falle das Vorhandensein von positiven mesomeren
Effekten ( B a d d e l e y , B e n n e t t , G l a s s t o n e u . J o n e s , C. 1936. I. 3313) von der
Reihenfolge CI > Br > J anzuzeigen, die, obwohl den negativen induktiven Effekten
entgegengesetzt, sie doch nicht übertreffen. (J. chem. Soc. [London] 1939. 1807.
Nov. Huddersfield, Techn. Coll.)
BEHLRE.
René Freymann, Experimentaluntersuchungen über die intra- und intermole­
kularen Bindungen durch das Studium der Infrarotabsorptionsspektren. I. OII-Banden.
Die Unterss. werden in dem Spektralgebiet zwischen 0,8 u. 1,2 ft durchgeführt. Für
die Valenzfrequenzen v (OH) existieren, z. B. bei den Alkoholen, 2 verschied. Banden:
eine scharfe Bande v (OH)„, die z. B. im Dampf beobachtet wird, größte Intensität
bei erhöhter Temp. (den nicht assoziierten OH-Gruppen zuzuordnen), u. eine sehr
breite v (OH)s, die bei niedriger Temp. größte Intensität aufweist (charakterist. für
assoziierte Gruppen). Beide Bandenarten können selbst wieder zwei Komponenten
enthalten. Eine Aufspaltung in die Komponenten kann unter dem intramol. Einfl.
von C— Cl, C—Br, C—J oder unter dem intermol. Einfl. von C = 0 , C =C eintreten.
So zeigt das Gebiet der zweiten Serie (die Resultate sind mit denjenigen der Funda­
mental- oder der anderen Serien ident.), z. B. des Butylalkohols, eine scharfe Bande
bei ungefähr 0,9631 fi u. eine breite Bande gegen ca. 1,04 ß (diese breite Bande ist
jedoch von verschied. CH-Banden überlagert). Die scharfe Bande fehlt bei — 72°,
um in starker Intensität bei Temp.-Erhöhung oder beim Verdünnen des Alkohols
aufzutreten. Es wird angenommen, daß die Bande v (OH), gleich der Bande v (OH)„,
durch den Einfl. inter- oder intramol. Bedingungen verschoben, ist. Bei der Unters,
der Komplexität von 3 v (OH)„ (Bande der 3. Serie) des o-Chlorphenols zeigt sich, daß
die Intensität der nach kürzeren Wellenlängen gelegenen Bande durch Temp.-Er­
höhung oder durch Verdünnen mit CCI., verstärkt wird, während sich die Intensität
der anderen Komponente in viel geringerem Betrage erhöht. Für den Dampfzustand
sind die Litensitäten beider Komponenten den für den fl. Zustand beobachteten ent­
gegengesetzt. Ähnliches Verh. zeigen o-Bromphenol, p-Chlor- u. p-Bromphenol, a,a'(hier scheinen sogar 3 Komponenten aufzutreten) u. a.ß-Dichlorhydrin, Monochlorhydrin, TrimethylencMor- u. bromhydrin, ß,y-Dibrom-n-propylalkohol u. a,a'-Dijodhydrin.
Die Aufspaltung in die Komponenten ist bes. deutlich bei den Deriw., in denen sich
das Halogen in a- (oder ortho-) Stellung zum OH befindet u. verläuft bei Halogen­
derivv. mit gleichem Halogenabstand im Sinne Cl, Br, J. Der Einfl. von C = 0 tritt
in Erscheinung, wenn z. B. CJI^OH [oder CH3OH, (CII3)3COH usw.] mit zunehmenden
Mengen Aceton versetzt wird, dabei nimmt 3 v (OH)„ langsam ab, um schließlich ganz
zu verschwinden, während eine neue ziemlich breite Baude mit wachsender Intensität
erscheint. Die neue Bande liegt in einem höheren Frequenzbereich als 3 v (OH)s (Bande
der 3. Serie) u. ihre Intensität nimmt im Gegensatz zu dieser bei Temp.-Erhöhung zu.
Im Dampfzustand zeigt ein Aceton-Alkoholgemisch (50%) nur die Bande 3 v (OH)„
u. nicht die neue Bande; sie ist deshalb der intermol. Beeinflussung des Oscillators OH
durch C = 0 in den Lsgg. zuzuschreiben. Ebenso ist die Aufspaltung von 3 v (OH),
bei ÄtkyUaciat u. -tartrat dem intramol. Einfl. von C = 0 auf OH zuzuerteilen. Gewisse
1940. I .
Di- A l l g e m e in e
d . t h e o r e t is c h e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
1001
im mittleren Infrarot von 6— 10 /i beobachtete Absorptionsbanden werden mit allen
Vorbehalten als Charakteristiken für Deformationsfrequenzen <5(OH) angenommen.
(J. Physique Radium [7] 9. 517— 24. Dez. 1938.)
R ie d e l .
René Freymann, Experimentaluntersuchungen über die intra- und intermolekularen
Bindungen durch das Studium der Infrarotabsorplionsspektren. II. Die Hypothese der
Wasserstoffbindung-, intramolekulare Bindungen. (I. vgl. vorst. Ref.) Die Hypothese
(1er Wassorstoffbindung erlaubt, eine Anzahl ehem., dem Anschein nach verschied.
Erscheinungen miteinander zu verknüpfen: I n t r a m o l . B i n d u n g e n : Clidation,
Keton-Enolisomerie, Tautomerie der Amide-, I n t e r m o l . B i n d u n g e n : Bldg. von
Oxonium- oder Ammoniumverbb., mol. Assoziationen, Alkohole, Oxime, fl. Chlorwasser­
stoff, Säuren. Dabei erleidet die OH-Gruppe des betreffenden Mol. einen derart starken
Einfl. durch eine Nachbargruppe, daß die Frequenz v (OH) von ihrem Platz verdrängt
wird u. ihr Aussehen wechselt [Übergang der scharfen Bande j>(OH)„ in die breite
Bande v (OH)s], Es sind zwei Bindungstypen zu unterscheiden: 1. intramol. Bin­
dungen, bei denen die OH-Gruppe dem Einfl. einer im gleichen Mol. enthaltenen
Nachbargruppe unterliegt; 2. intermol. Bindungen, bei denen OH der Beeinflussung
durch Gruppen benachbarter Moll, untersteht. Für beide Typen gilt das Schema
0 —H -<- x (0 —H -<r O oder O—H
N). Für das Auftreten einer Wasserstoffbindung
ist es notwendig, daß die beiden Sauerstoffatome (von OH u. C = 0 ) oder die Atome
des Sauerstoffs n. Stickstoffs (OH u. N = N ) einen Abstand von ca. 2,6 Â besitzen. Die
Einflüsse v o n C = 0 oderC=C auf OH können in gewissen Fällen auf einfache Art erklärt
werden: z.B . ist es beim Salicylaldehyd (I) der i n t r a mo l . e l e k t r o s t a t . Ei nf l .
von C = 0 auf OH, der die Bande 3 v (OH)„ durch 3 v(OH)e verdrängen läßt. Der gleiche
Effekt zeigt sich im Alkohol-Acetongemisch. Die Intensität der Bande wird durch
Temp.-Erhöhung verstärkt, weil damit die mol. Alkoholassoziationen zerstört werden.
Ebenso kann der intermol. elektrostat. Einfl. von C = C auf OH die Erscheinung einer
neuen Komponente von 3 v (OH)„ in den Spektren des Phenols u. seiner Derivv. er­
klären. Bei der Essigsäure ist 3 v (OH)„ für den Dampf sehr intensiv, jedoch findet
hier keine Chélation statt u. der intramol. Einfl. von C = 0 auf OH äußert sich nicht
wie bei dem Dampf von I durch Verschwinden von 3 v (OH)„, sondern lediglich durch
eine Verschiebung zu größeren Wellenlängen. — Der intramol. Einfl. von C— CI auf
'H
OH führt zur Aufspaltung von v (OH)„ u. damit zum
Auftreten einer neuen Bande gegen größere Wellen­
längen, die der c i s - F o r in (A) zuzuschreiben ist,
während die nach kürzeren Wellenlängen gelegene
“A 'ci
'B ^21
Bande der t r a n s - F o r m (B) entspricht. —
(,i-s
trans
Während sich bei den intramol. Bindungen des Typs
0 —H -<- 0 (Clielation, Keton-Enolisomerie), I, Methyl-, Äthylsalicylat, Aeetylaceton,
o-Nitrophenol, Dipropionyhnethan usw., die intramol. Bindung durch das Verschwinden
der Bande v (OH)„ u. das Erscheinen der Bande v (OH)s äußert, zeigen Phenol, o-Chlorphenol, Alkohole usw. die Bande 3 v (OH)„. (In der Salieylsäure kommt die Bande
jedoch der COOH-Gruppe u. nicht einem chelierten Oxhydril zu.) Beim Äthylacetylacetat ist die Bande 3 v (OH)s schwach, da hier die Ketonform vorherrscht. Ebenso
tritt sie beim Aceton nicht deutlich auf, da auch hier die Ketonform überwiegt. — Bei
tiefer Temp. äußert sich die intermol. Bindung (z. B. im Benzylalkohol) durch eine
schwache Bande 3 v (OH)„ [neben einer intensiven Bande 3 v (OH),], aber es genügt,
die Substanz zu erhitzen (oder zu verdampfen), um die Intensität von 3 v (OH)„ anwachsen u. von 3 v (OH)s verschwinden zu sehen. Bei der intramol. Bindung (z. B.
beim Erhitzen von I oder Methylsalicylat) findet keine merkliche Abänderung des
Spektr. statt u. selbst im Dampfzustand erscheint 3 v (OH),, nicht. (J. Physique
Radium [7] 10. 1— 6. Jan. 1939.)
R ie d e l .
Jean Lecompte, Infrarote Absorptionsspektren von monosubstituierten Naphthalin­
derivalen. Symmetrie des Naphthalins. In dem Bereich von 525— 1350 cm” 1 wurden
die Absorptionsspektren aufgenommen von a- u. ß-Naphthylamin, tx- u. ß-Naphthol,
a- u. ß-Meihylnaphthylketon, a- u. ß-Methylnaphihalin, a- u. ß-Naphthonitril, a- u.
ß-Thionaphthol, a- u. ß-Chlomaphihalin, a- u. ß-Bromnaphthalin, ct.- u. ß-Jodnaphthalin,
a-Fluornaphthalin u. ß-Dinaphthyl. Die Vers.-Ergebnisse sind graph. u. tabellar.
zusammengestellt. Ganz allg. ergab sich, daß der Einfl. der Substitution auf das
Spektr. des Naphthalins, trotz der Symmetrieerniedrigung des Mol., bis auf einzelne
Ausnahmen nur gering ist. Dies beruht wahrscheinlich einerseits auf der überwiegenden
M. des Naphthalinrings u. andererseits wahrscheinlich auf der Ggw. der zahlreichen
Linksschwingungen, deren Frequenzen weniger empfindlich sind gegenüber dem Einfl.
des Substituenten als die ebenen Schwingungen. ( J. Physique Radium [7] 10. 423— 27.
Okt. 1939. Paris, Sorbonne, Labor, des Recherches physiques.)
GOTTFRIED.
1002
D ,. A l l g e m e i n e ü . t h e o r e t is c h e o r g a n is c h e C h e m i e .
1940. I.
E.
Pendl und G. Radinger, Studien zum Raman-Effekt. 102 Mitt. XIV. Benzolderivate. (101. vgl. B a c h e r u . W a g n e r , C. 1939. II. 3268.) E s wurden die R a m a n Spektren folgender Vcrbb. erstmalig aufgenommen. Benzotrifluorid, C6H5-CF3 (Kp.;ö0
102,5—104,0°); terl. Butylbmzol (Kp.rc0 169,3— 169,5°); sek. Butylbenzol (Kp.760 174°);
n-Butylbenzol (Kp.73r, 178— 179°); p-Fluorbenzoylchlorid (Kp.700 190,3— 190,7°); m-Difluorbenzol (Kp.760 83°); m-Phenylendiamin (F. 64°); l-Chlor-4-inelhoxy-5-fluorbenzol
(Kp.,00 189— 191°) u. l-Methyl-2-chlor-4-fiuorbenzol (Kp.760 154— 156°). Abgesehen
vom Phenylendiamin sind sämtliche Verbb. durchweg stark streuende Körper, deren
Streuspektren sehr reich an Linien sind. Auch die aus den Streuspektren abgeleiteten
RAMAN-Spektren sind in der Mehrzahl der Fälle linienreich u. auf dem ersten Blick
unübersichtlich. Doch läßt sich ihr Verständnis dann, wenn die Substitution am
Benzolkern selbst erfolgt, nach der KoHLRAUSCHschen „Methode des variierten Sub­
stituenten“ (vgl. K o h l r a u s c h u . P a u l s e n , C. 1939. II. 3268) auf das Verständnis
einfach gebauter Deriw. verwandter Symmetrie zurückführen. (Mh. Chem. 72. 378
bis 384. Sept. 1939.)
K le v e r .
A. C. Menzies, Feinstruktur der Raman-Linien von Kohlenstofftetrachlorid. Auf
dem RAMAN-Spektr. von CCI., treten drei Linien v» = 217 cm-1, r4 — 314 cm-1 u.
j'j = 459 cm-1 u. außerdem zwei bei 760 u. 790 cm-1 auf, welche gewöhnlich als Ergeb­
nis einer Resonanzentartung zwischen vs u. (v4 + r4), beide im F2-Zustand betrachtet
werden. Neuaufnahmen mit großer Dispersion ließen keine klare Auflsg. von iv u.
v4 erkennen; auf überexponierten Aufnahmen hat es den Anschein, als ob v„ eine
Dublett- oder Tripletstruktur besitzt.
dagegen war klar in drei Komponenten auf­
gespalten. Der Abstand der drei Komponenten beträgt je 3,3 cm-1. Eine quantitative
Auswertung ergab, daß die Intensitäten der Feinstruktur dieser Linie des RAMANSpektr. in Übereinstimmung sind mit der Erklärung eines Chlorisotopeneffektes.
(Proc. Roy. Soc. [London], Ser. A 172. 89—94. 19/7. 1939. Southampton, Univ.
College.) ”
G o t t f r ie d .
Jules Duchesne, Angabe der Fundamentalfrequenzen und Berechnung der Potentialfunktion von Tetrachloräthylen. Neu aufgenommen wurde das RAMAN-Spektr. von
C2C14. Die Auswertung ergab für die Kraftkonstante der C— C-Doppelbindung einen
Wert von 8 X 105 Dynen/cm. (Nature [London] 142. 256. 6/ 8. 1938. Lüttich, Univ.,
Inst, o f Physical Chem.)
G o t t f r ie d .
K. W . F. Kohlrausch, Raman-Effekt und Konstitutionsprobleme. XIV. Mitt.
Vinylmethylketon. (X III. vgl. C. 1939. I. 1335.) Es wird das Vinylmethylketon (I)
einer R a m a n -Aufnahme unterworfen. Die Frequenzen werden mitgeteilt. Aus dem
Verlauf der Frequenzen der Reihe H2C : CH-CO-X, in der X = OH, CH3, Cl u. H ist,
geht hervor, daß die Strukturformel CH2: CH-CO-CH3 für I richtig ist. Eine Enoli­
sierung zum 2-Oxybutadien kann nur in geringem Maße erfolgen, da die Frequenz der
Methylgruppe bei I erhalten ist. Es wurde die Polymerisation von I verfolgt, u. gefunden,
daß das Verhältnis der C :C - zu den C: 0 -Intensitäten im ersten Stadium der Poly­
merisation nicht geändert wird. Es wird jedoch eine Abnahme der Intensität der zu den
Valenzschwingungen der Vinylgruppe gehörenden CH-Scliwingungen 3026 u. 3099
beobachtet. Infolge der durch Polymerisation auftretenden Fluorescenz herabgesetzten
Genauigkeit ist letzteres unsicher. (Ber. dtseh. chem. Ges. 72. 2054— 57. 6/12. 1939.
Graz, Techn. Hochsch., Physikal. Inst.)
L in k e .
Jean Cabannes und Pierre Daure, Über das Raman-Spektrum des Benzols mit
zirkularpolarisiertem. Licht. Vff. bestimmen in dem gestreuten Licht der R a m a n Aufnahme das Verhältnis zwischen der Intensität des eingestrahlten, zirkularpolarisierten u. des in entgegengesetztem Sinne polarisierten Lichtes. Hierdurch wird die
Empfindlichkeit der Depolarisationsmessungen bedeutend erhöht. Bei der Unters,
von Bzl. als Fl. werden die Depolarisationsgrade der einzelnen Linien bestimmt u.
mit der Theorie verglichen. (C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 208. 1700—02. 30/5.
1939.)
L in k e .
San-ichiro Mizushima, Yonezo Morino und Hiroatu Okazaki, Raman-Effekt
und Dipolmoment in Beziehung zur freien Rotalion. X . Molekularstrukturen von o-Chloranisol, Dimethoxy- und Diäthoxybenzol. (IX. vgl. C. 1938- I. 18.) Gemessen wurden
die Dipolmomente von o-Chloranisol, o-, m- u. p-Dimeihoxybenzol u. p-Diiithoxybenzol;
Lösungsmittel waren Bzl. u. Heptan. Das Dipolmoment von o-Chloranisol ergab sich
zu 2,46 D u. envies sieh als temperaturunabhängig. Nimmt man für das Mol. die Form I
an, so errechnet sich ein Moment von 2,76 D. Andererseits errechnet sich ein Moment
von 2,2 D, wenn man intramol. Rotation unter Annahme der beiden Formen II u. I
voraussetzt. Eine Entscheidung zwischen diesen beiden Möglichkeiten läßt sieh nicht
treffen. Messungen an o-C6H4(OCH3)2 sollten diese Frage klären. Für die beiden
Formen III u. IV errechnen sich Momente von 2,3 D bzw. 2,2 D. Experimentell ge-
1940. I.
CH,
O
D ,. A l l g e m e in e u . t h e o r e t is c h e o r g a n is c h e C h e m i e .
CU,
CH»
O
1003
CH.
O CH,
O
-CI
CH,
11
funden wurde jedoch 1,32 D bei 40°, 1,24 D bei 25° u. 1,181) bei 10°. Hieraus folgt,
daß der Resonanzeffekt in dem Mol. des o-C6H,(OCH,)2 gegenüber dem o-Cliloranisol
beträchtlich red. ist; die stabile Konfiguration wird daher hauptsächlich bestimmt durch
die gegenseitige Einw. der rotierenden Teile. Dieses Mol. ändert seine Konfiguration
leicht durch die therm. Energie bei gewöhnlicher Temp., so daß das Dipolmoment
temperaturabhängig ist. Bei m- u. p-C6H4(OCH,)2 erwiesen sich die Momente wiederum
als temperaturunabhängig. Die Ergebnisse können wiederum gedeutet werden entweder
durch freie Rotation oder durch das Bestehen zweier Potentialminima. Wenn in der
p-Verb. angenommen wird, daß die beiden OCHr Gruppen frei um die o—C6H4-0-Achse
rotieren, dann erhält man ein temperaturunabhängiges Dipolmoment, dessen Wert sich
zu 1,46 D berechnet, gegenüber einem experimentellen Wert von 1,70 D. Im Palle der
m-Verb. erhält man unter den gleichen Voraussetzungen ein Dipolmoment von 1,6 D
gegenüber einem experimentell gefundenen von 1,58 D. Die Meßergebnisse von
p-C6H.,(OC2H5)2 sind tabellar. zusammengestellt. — Es wurden außerdem noch die
RAMAN-Spektren aufgenommen von p-C„H4(OCH3)2 u. p-CcH4(OC2H5)2 in festem u. fl.
Zustand. Der beobachtete Unterschied der Spektren der Verbb. im festen u. fl. Zustand
zeigt an, daß sieh die Mol.-Konfigurationen beträchtlich ändern bei dem Übergang von
dem einen Aggregatzustand in den anderen. (Sei. Pap. Inst, physic. ehem. Res. 3 4.
1147— 63. Okt. 1938. [Orig.: engl.])
GOTTFRIED.
Maurice D6ribere, Über die Fluorescenz der Salicylsäureverbindungen. Vf. teilt
für eine größere Anzahl von Salicylsäureverbb. die Fluorescenzfarbe mit. (Ann. Hyg.
publ., ind. soe. [N. S.] 1 6 . 375—77. 1938.)
Mah n .
E.
H. Wiebenga, Krystallstruklur von Diphcnyldiacetylen. Monokline Prismen von
Diphenyldiacetylen wurden aus Essigsäure erhalten. L a u e -, Drehkrystall- u. W e i s z e n BERG-Aufnahmen ergaben die Dimensionen a = 6,61, b = 6,04, c .= 14,92 Ä, ß = 105°
mit 2 Moll, in der Elementarzelle. Wahrscheinlichste Raumgruppe ist C2AG— P 2,/c.
Vorläufige Strukturbestimmungen ergaben, daß die langen Achsen der Moll, mit den
a-, b- u. c-Achsen Winkel von 42, 38 u. 78° bilden. Innorhalb der Vers.-Fehler sind die
Moll, flach m it geraden C-Ketten; die Ebenen der Phenylringe der beiden Moll, sind
nicht untereinander parallel, noch mit einer der Hauptebenen. Der kürzeste Abstand
zwischen C-Atomen zweier verschied. Moll, liegt zwischen 3,45 u. 3,65 A. (Nature
[London] 1 4 3 . 980—81. 10/6. 1939. Genf, Univ., Labor, for Inorganic and Organic
Chem.)
G o ttfrie d .
S. L. Chorghade, Die Krystallstruktur von Bromanil, G^Brß^. Bromanil in Form
von gut krystallisierenden orangegelben Platten parallel (0 0 1) wurden aus Bzl. erhalten.
D. 2,96. Aus Drehkrystallaufnahmen ergaben sich für die monoklinen Krystalle die
Dimensionen a = 8,62, b = 6,22, c = 17,94 A , ß ~ 102°. In der Zelle sind 4 Moll,
enthalten; Raumgruppe ist C2j,&— B 2Je. Aus groben Intensitätsberechnungen ergab
sich, daß die Krystalle pseudorhomb. Symmetrie besitzen mit der Ebene (2 0 1) als
angenäherter Symmetrieebene; diese Ebene liegt angenähert senkrecht zu der a-Achse. —
Die gefundeno Zelle ist sehr ähnlich der von Chloranil (vgl. C. 1 9 3 9 . II. 2909), wodurch
die bekannte Isomorphie sichergestellt ist. (Z. Kristallogr., Mineral., Petrogr., Abt. A
1 0 2 . 112— 18. Nov. 1939. Calcutta.)
G o ttfrie d .
Birger Adell, Über die elektrolytische Dissoziation von Dicarbonsäuren in Wasser
und in wässerigen Alkalichloridlösungen. Es werden bei 18 ± 0,02° die Konz.-Konstanten für eine Reihe n., symm. Dicarbonsäuren in NaCl- u. KCl-Lsgg. mit einer Ionen­
stärke bis zu 3,0 bestimmt. Durch Extrapolation zur Ionenstärke Null werden die ent­
sprechenden thermodynam. Dissoziationskonstanten ermittelt. Der Unterschied beider
Konstanten wird sowohl bei der ersten als auch der zweiten Dissoziation als Maß für
den Salzcinfl. benutzt. Bei den n. Paraffindicarbonsäuren u. Polymethylenbisthioglykolsäuren kann nach einer Beziehung von G r e e n s t e i n aus dem Abstand der Carboxylgruppen die Änderung der Aktivitätskonstanten für die erste Dissoziation wieder­
gegeben werden. — Aus den Aktivitätskonstanten der 1. u. 2. Dissoziationsstufe
werden nach BjERRUM u . nach I n g o l d die Abstände zwischen den Ladungen der
zweiwertigen Anionen berechnet. Für die n. Paraffindicarbonsäuren sind die Abstands­
werte mit der Annahme eines starren, zickzackförmigen Ionenmodells vereinbar, nicht
dagegen bei den schwefelhaltigen Säuren. Der Konst.-Einfl. auf die Aktivitätskonstanten
der 1. u. 2. Dissoziationsstufe wird untersucht. Bei Austausch von ein oder zwei
1004
D ,. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N aturstoffe.
1 94 0 . I .
Methylengruppen gegen Schwefelatome in n.Paraffindicarbonsäuren wird der Abstand r,
zwischen den Ladungen kleiner. Unter Anwendung von r, lassen sich nach ScATOHARDK ir k w o o d die Werte der Aktivitätsfunktion f A / f H 2A berechnen. In NaCl-Lsgg.
stimmen sie gut mit den experimentell ermittelten Werten überein. Untersucht werden:
Malon-, Bernstein-, Glutar-, Adipin-, Pimelin-, Kork-, Azelain-, Fumar-, Malein-, Thiodiglykol-, ß-Thiodipropion-, y-Thiodibulter-, Dithiodiglykol-, Methylenbisthioglykol-,
Ä thylenbisthiogl ykol-, Trimethylenbisthioglyicol-, Tetramethylenbisthioglykol-, Pentajneihylenbisthioglykolsäuren. (Z. physik. Chem., Abt. A 185. 161— 206. Nov. 1939.
Lund.)
*
H. SCHÜTZA.
Sorozi Takagi, Siedepunkte des Systems von Ameisensäure und Wasser. Es wurden
bei Tempp. von 18— 108,1° u. Drucken zwischen 25— 774 mm Hg die Kpp. der fl. u.
die Zuss. der fl. u. der Dampfphase im Gleichgewicht im Syst. Ameisensäure-W. be­
stimmt u. daraus die Dampfdruckgleichung des azeotrop. Punktes abgeleitet. (Bull,
chem. Soc. Japan 14. 508—09. Nov. 1939. Yokohama, Hodogaya Soda Werke. [Orig. :
engl.])
'
Behrle.
Ds. Präparative organische Chemie. Naturstoffe.
Ju. S. Salkind und I. M. Gwerdziteli, Über die Synthese von Glykolen der Diacetylenserie. Die früher in ihrer Anwendung auf t e r t. Alkohole beschriebene Rk.
(C. 1937. I. 1933) liefert mit s e k. Alkoholen nur geringe Ausbeuten an Glykolen
der Diacetylenreihe, deren einige dargestellt werden; Gewinnung der Alkohole nach
T e t e r i n u. I w a n o w (C. 1937. I I . 3594). Die Rk. verläuft nach Ansicht der Vff.
unter Dissoziation des Alkohols in Wasserstoff a t o m e u. Radikale, deren zwei sich
zum Glykol vereinigen. Dieser Vorgang wird durch das positiven induktiven Effekt
besitzende Methyl erleichtert.
V e r s u c h e . Di-(l-oxycyclopeiUyl)-diacetylen, C14H ,80 2, zu 1 g CuCl u. 3 g NH4C1
in 10 ccm W. unter Rühren u. Durchleiten von Luft 1-Oxycyclopentylacetylen geben,
den Komplex nach Absaugen mit Bzl. zerlegen; aus Bzl. Nadeln, F. 133,2— 134,2°.
Hydrierung mit Pt-Schwarz zu l,4-Di-(l-oxycydopentyl)-butan, Cj4H20O2; aus PAe.
F. 91,8—92,5°. — Butin-l-ol-3 lieferte die bereits bekannten stereoisomeren Octadiin3.5-diole-2,7, F. 107— 109° bzw. (in geringerer Menge) F. 67— 69°. — Decadiin4.6-diol-3,S, C10H14O2, Kp.. 154— 158°. —- Dodemdiin-5J-diol-4,9, C12H180 2, gelbe zähe
Fl., K p.7 159— 162°. — Diphcnylhexadiin-2,4-diol-l,6, C1EH]40»; aus Bzl. F. 132— 133°.
(JKypiia.1 Oömeit Xumhji [J. Chim. gén.] 9. 971 — 74. 1939. Leningrad, Chem.-Technolog.
Inst. „Krassnosnamennyi“ .)
SCHMEISS.
P. Carré und D. Libermann, Bemerkung über den Gegenstand einer Veröffent­
lichung von W. Gerrard: Untersuchung über die Schwefligsäureester und die Chlorsulfitc.
Vff. verweisen darauf, daß die von G e r r a r d (vgl. C. 1939. I. 3532) gefundene Er­
klärung der Rk. bei der Einw. von SOCl2 auf Alkohole, nämlich die Bldg. von SO(OR)2
n. ROSOGI u. Zerfall von ROSOC1 in RC1 u. S 02 bereits von ihnen gegeben worden
ist (vgl. C. 1934.1 .1029). (Bull. Soc. chim. France, M6m. [5] 6 . 1255. Juli 1939.) B r u n s .
Tommaso Ajello, Reaktionen mit Amylnitrit. IV. (III. vgl. C. 1939. II. 3401.)
Nach vielen vergeblichen Verss. gelang es, aus a-Methylindol mit Amylnitrit unter
bestimmten Rk.-Bedingungen in geringer Ausbeute eine rubinrote Substanz zu er­
halten, deren Konst. noch nicht aufgeklärt werden konnte. Dagegen ergab a-Phenylindol mit Amylnitrit in kalter äther. Lsg. glatt ß-Isonitroso-a-phenylindol, während mit
überschüssigem Amylnitrit in warmen Bzl. ß-Nürophemjlindol entstand. Die alleinige
Bldg. des Isonitrosoderiv. in äther. Lsg. ist darauf zurückzuführen, daß dieses in A.
sehr wenig lösl. ist u. damit der weiteren Einw. des Amylnitrits entzogen wird. — Aus
N-Oxyphenylindol wurden mit Amylnitrit inÄ. 2 verschied. Substanzen erhalten: Eine
rubinrote Ferb. der Formel Ci4H90 2N, die mit dem Phenylisatogen (I) von A n g e l i
u. A n g e l i c o (Atti R. Accad. naz. Lincei, Rend. 13 [1904]. I. 258; 15 [1906]. H. 766)
ident, ist, u. eine grüne Verb. der Zus. (C14H9ON)x, die bereits A NC. F.LI u. A n g e l i c o (I.e.)
aus I durch Red. mit Zn u. Essigsäure hergestellt haben. Die grüne Substanz konnte
durch Amylnitrit zu 1 oxydiert werden, stellt also ein Zwischenprod. bei der Bldg.
von I dar. Durch Red. der grünen Verb. mit Al oder H ydroxylam in in alkal. Lsg.
entstand ein äußerst oxydables Red.-Prod., aus dem eine Substanz der Zus. (C14H10ON)X
isoliert wurde, die mit Amylnitrit in die grüne Verb. zurückverwandelt werden konnte
u. mit Peressigsäure in Phenylindoion überging. Die Verb. (C14H10ON)X ist bereits
von K a l b u . B a y e r (Ber. dtsch. chem. Ges. 45 [1912]. 2150) als Additionsprod. aus
Phenylindoion u. Phenvlindoxyl der Formel V beschrieben worden, konnte aber auch
durch Red. von Phenylindoion oder Oxydation von Phenvlindoxyl hergestellt werden.
Der grünen Substanz kommt nach Ansicht des Vf. mit hoher Wahrscheinlichkeit die
Formel III zu, während das aus III erhaltene Red.-Prod. (C]4H 10ON)X die Konst. I\
1940. I.
I X . P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N aturstoffe.
1005
u. nicht V besitzt. Zu der Formel IV paßt auch die Beständigkeit des aus dem Red.Prod. erhaltenen Benzoylderiv. gegen Luft-02.
IV
HX
NH
1t
V e r s u c h e : ß-Isonitrosvphenylindol, C14H10ON2, aus «-Phenylindol in Ä. mit
Amylnitrit; F. 272—273°. Durch Eimv. von Amylnitrit in Bzl. ging die Verb. in f?-Nitrophenylindol über. — ß-Nitro-a-phenylindol, C14H10O2N2, aus a-Phenylindol mit Amyl­
nitrit in sd. Bzl.; aus A. Ivrystalle vom F. 240—243°. — Bisphenylindolcm (III),
C2sH180 2N2, aus N-Oxyphenylindol in Ä. mit Amylnitrit neben I, von dem es auf Grund
seiner geringeren Löslichkeit in Ä. getrennt werden konnte. III kryst. aus Bzl. in kleinen,
dunkelgrünen Nadeln vom F. 225°. — Phcnylisatogen (I), CUH9Ö2N, aus den Mutter­
laugen von III; aus A. durchsichtige, rubinrot« Blätter vom F. 186— 187°. I konnte
auch aus III mit Amylnitrit in A. hergestellt werden. — Bisphenylindoxyl (IV, C2SH20O2N2,
aus III mit Hydroxylamin in alkoh.-wss. KOH: gelbe Krystalle vom F. 180— 182".
Durch Eimv. von Amylnitrit in ä . ging IV wieder in III über. Wurde das Rcd.-Prod.
von III in Eisessig mit 30%ig- H20 2 behandelt, so entstand Phenylindoion, C14H9ON,
vom F. 101— 102°. Mit überschüssigem Amylnitrit in Ä. konnte IV zu I oxydiert
werden. Bei der Benzoylierung von IV bildete sich eine Verb. vom F. 238°. (Gazz. chim.
ital. 69. 646— 58. Okt. 1939. Palermo, Univ.)
H e im h o l d .
Bruce B. Allen und Henry R. Henze, Primäre tert.-Alkylamine, RR' R"CNH2.
I. Äthoxymethyldiallylcarbhiamin und einige Analoge. Bei Verss. zur Darst. von Ätlioxymethylallylketon aus Athoxyacetonitril mit Allyl-MgBr entstand nicht dieses,
sondern eine Verb. G10Hn ON u. bei Anwendung eines Verhältnisses GRIGNARD-Verb.:
Nitril von 2: 1 wurde das gesamte Nitril umgesetzt. Die entstandene Verb. besaß bas.
Charakter, bildete mit Pikrinsäure u. Phenylisocyanat feste Deriw., zeigte jedoch
nicht die für prim. Amine charakterist. Isonitrilbldg.; daß jedoch ein prim. Amin vorlag,
folgte aus der Umsetzung mit CH3J, wobei 3 Mol des letzteren reagierten. Der end­
gültige Beweis für die nach seiner Bldg. anzunehmende Struktur I wurde durch Abbau
u. Überführung in eine Substanz bekannter Zus. erbracht. Verss. zur Synth. von I
führten nicht zum Ziel. Kataly t. Hydrierung von I führte unter Aufnahme von 4 H2zu II,
wodurch für I eine Ringstruktur ausgeschlossen wird. Beim Erhitzen über seinen F.
lieferte das Methojodid von II einen ungesätt. Äther C\0H200 (IV) der zu 4-Äthoxymethylheplan (V) reduzierbar war. Letzteres wurde aus der GRIGNARD-Verb. des
4-Bromheptans mit Chlormethyläthyläther synthetisiert. Weiter wurde das Metho­
jodid von I zum entsprechenden dreifach ungesätt. Äther zers., u. dieser zu V hydriert.
Ein weiterer Beweis für die Struktur I wurde durch Umsetzung äquivalenter Mengen
von Allyl-MgBr mit dem Additionsprod. aus Äthoxyacetonitril mit Propyl-MgBr er­
bracht, wobei VIII entstand, das in seiner Struktur eine Zwischenstellung zwischen I
u. II einnimmt u. bei der katalyt. Hydrierung II liefert. Schließlich zeigte die Synth.
des Methoxy- u. Isopropoxyanalogen von I aus Allyl-MgBr mit den entsprechenden
N-MgBr
CI
ROCH.CN
Y
|
? H*
I
I ROCHj'C'CHj'CH—CHa
CH,*CH=CH,
j +3CH,J
|
MCH,),J
R O C H ,-C -CH ,CH .C H .
llOCIIa'C’ CHtCHiCHs
+ 2CH,=CHCH,MgBr
+ 4H
II v
CHi-CIIa'CHi
NH,
RO-CH,-C-CH,CH.CH,
CHi*CH:‘ CH]
+3C H .J
III y
X(CH,),J
! + C H »= C H C H iM gB r
TT
+ iH
-<
i
Y
NH,
i
-IlO C II.-C 'C H iC H .C H ,
Y III
C H --C H = C H ,
v * 1K)CII,-C-Cil.-CH=CH,
RO •CH, •C•CH.CH.CH.
HO-CH-CHiCH,CHj
CH,*CH=CH,
y -M C I W H J
T n ROCH,*C*CH,*CH=CH,
CH.-CH,-CH,
IT
—N(CHa)iHJ
llO-CHj-C-CH,CHiCH,
i CH.CH-.CHj
y
+ l ’ Br»
Br'CH'CHtCHiC'Hj
V
CH-CH=CH,
_____ -4- fi H __
R=CHiCHj
II
CH-CH,CH.
v | +2H
IlO •CH r CHCHtCH aCHs
CHj-CHsCH,
j CH,CH,CH,
y
+Mk
BrMg-CH'CHjCHsCHs
ROCH,CI
CHiCHsCHi
1006
D ä. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N aturstoffe.
1940. I .
Nitrilen, daß die Meth. allgemeinerer Anwendung zur Darst. von prim. Aminen, in
denen die NH2-Gruppe an einem aliphat. tert. C-Atom haftet, fähig ist.
V e r s u c lie. Die Alkoxyalkyldiallylcarbinamine, ROCH,•C(R')(R")NH2, wurden
aus Allyl-MgBr mit den entsprechenden Alkoxynitrilen (2: 1 Mol) in Ä. dargestellt;
nach Zers, mit wss. NH4C1 bildeten sich 2 Schichten, die untere wurde mit Ä. extrahiert
ii. das nach Verdampfen des Ä. im Vakuum verbleibende Amin durch Vakuumdest.
gereinigt. Folgende Verbb. wurden dargestellt: R = Methyl, R ',R " — Allyl (I),
K p.,53 187,5— 188,0°, ¿ 2°4 = 0,8829, nD20 = 1,4571, y20 = 27,41 Dyn/cm, MR = 47,89
(ber. 47,89), Parachor = 402,3 (ber. 412,8); R = Äthyl, R ',R " = Allyl, K p..^ 196,0
bis 197,0, d-\ = 0,8690, nD2° = 1,4526, y2° = 28,37, MR = 52,60 (ber. 52,51), Para­
chor = 449,5 (ber. 451,8); R = Isopropyl, R '.R " = Allyl, K p.763 203,0— 204,5°,
¿ 2°4 = 0,8611, nD2° = 1,4490,-/° == 26,70, MR = 57,10 (ber. 57,13), Parachor = 483,9
(ber. 490,8). — Äthoxymethylpropylallylcarbinamin (VIII), Propyl-MgBr wurde mit
Äthoxyacetonitril in Ä. zur Rk. gebracht u. das Rk.-Prod. mit Allyl-MgBr umgesetzt,
nach Hydrolyse wurde wie oben aufgearbeitet, K p.,53 197,0— 198,0°, ¿204 = 0,8580,
nD2° = 1,4420, y2° = 25,87, MR = 52,82 (ber. 52,98), Parachor = 450,2 (ber. 462,8).
— Äthoxymeihyldipropylcarbinamin (II), durch katalyt. Hydrierung von I bzw. VIII
in Aceton in Ggw. von A d a m s Pt-Katalysator, K p.,54 198°, d204 = 0,8381, np20 = 1,4304,
y-° — 24,85, MR = 53,45 (ber. 53,45), Parachor = 461,6 (ber. 473,8); Pikrat, F. 123,5
bis 124,5° (korr.). — Erschöpfende Methylierung von I mit CH3J in 40%ig. wss. KOH
lieferte VI, C43H ,0ONJ, aus Bzl. F. 100,5— 101,5° (korr.), oberhalb dieser Temp. Zers,
unter Aufschäumen; in gleicher Weise aus II III, CI3H30ONJ, aus Bzl., Zers, unter
Aufschäumen bei 132,5— 133,5° (korr.). — 4-Äthoxymelhyl-3-hepten (IV), Ci„H20O,
durch Pyrolyse von III bei 150— 180°, K p.17 72,0—73,0°, K p.-40 173,5— 175,0° (korr.),
d20i = 0,8059, nn20 = 1,4298, MR = 50,07 (ber. 49,56), y2° = 25,08, Parachor = 433,9
(ber. 433,2). — 4-Äthoxymethyl-l,3,6-heptatrien (VII), C10H10O, wie voriges aus VI,
Kp-ie-17 71—72°, d2\ = 0,8484, nD2°_= 1,4701, MR = 48,62 (ber. 50,07), y2° = 25,79,
Parachor = 404,4 (ber. 411,2). — 4- Älhoxymethylheptan (V), 1. durch katalyt. Hydrie­
rung von IV bzw. VII wie oben, 2. aus dem Mg-Deriv. des 4-Bromheptans mit Chlor­
methyläthyläther in Ä., K p.740 170— 171°, d2'\ = 0,7884, nD2“ = 1,4131, y2° =
22,95, MR = 50,07 (ber. 50,02), Parachor = 439,4 (ber. 444,2); Heptanol-(4), aus
Propyl-MgBr mit Butyraldehyd, K p.25>5_26 71,5—72,5°, d2°, = 0,8183, nn20 = 1,4205,
aus diesem mit PBr3 4-Bromheptan, Ivp.21_22 64— 65°, dtot = 1,1373, n ir °= 1,4498,
MR = 42,31 (ber. 42,29). — Verss. zur Synth. von II. Aus Propyl-MgBr u. n-Propyläthoxyacetat (2: 1 Mol) wurde 4-Oxy-4-äthoxymethylheptan, C10H22O2, dargestellt,
K p..52 200,0—201,0° (korr.), ¿ 2°4 = 0,8706, nD20 = 1,4286, yi0 = 26,24, MR = 51,57
(ber. 51,55), Parachor = 453,1 (ber. 464,2). Aus dem Alkohol mit konz. HCl 4-Chlor4-äthoxymcthylheptan, C10H21OC1, K p.25 94— 95°, <f2°4 = 0,9115, nn2“ = 1,4344, y-° =
26,33, MR = 55,11 (ber. 54,89), Parachor = 479,0 (ber. 481,4); Umwandlung des
letzteren in II gelang nicht. (J. Amer. ehem. Soc. 61. 1790—94. Juli 1939. Austin,
Tex., Univ.)
Sc h ic k e .
W . Langenbeck, Die Synthese von Polyenaldehyden als Hauptvalenzkatalyse.
X VIII. Mitt. über organische Katalysatoren. (XVII. vgl. C. 1937. II. 1786.) Die von
K n o e v e n a GKL zuerst beobachtete, von K u h n u . Mitarbeitern zur Synth. von Polyen­
aldehyden benutzte Beschleunigung von Aldehydkondensationcn durch Piperidin ist
eine Hauptvalenzkatalyse. Vf. konnte (nach Verss. mit 0. Gödde) zeigen, daß das
aus Piperidin u. Crotonaldehyd entstehende, ursprünglich als l-Piperidino-3-methylallen
aufgefaßte, jetzt (mit L. Wesehky) als 1-Piperidinobutadien aufgeklärte, prim.
Kondensationsprod. Aldehydkondensationen ebenso zu beschleunigen vermag wie
Piperidin selbst. 1-Piperidiuobutadien gab mit Aldehyden feste Hauptvalenzverbb.,
die durch Essigsäure u. deren Anhydrid zu Polyenaldehyden zers. w'urden. Acetaldehyd
lieferte Hexadienal, Crotonaldehyd dagegen den Dihydro-o-tolylaldehyd, dessen Bldg.
als eine Art Jononumlagerung erklärt werden kann. (Atti X Congr. int. Chim., Roma 3.
230— 38. 21./5. 1938. Greifswald, Univ.)
H e im h o l d .
Kiichiro Kino und shunjiro Kato, Hydrierung eines höheren Ketons mit haupt­
sächlich aus Kupfer, Kobalt und Cer bestehenden Katalysatoren unter gewöhnlichem
Druck. (Vgl. C. 1940. I. 42.) Für die Hydrierung eines aus Stearinsäure des Handels
hergestellten höheren Ketons vom F. 75,5— 78° zum sek. Alkohol war die optimale
Temp. 150°. Aus Cu-Co, Co-Ni u. Ni-Ca bestehende Katalysatoren waren hierzu ge­
eignet; andere, auch Ce enthaltende, ungeeignet. (J. Soc. ehem. Ind. Japan, suppl.
Bind. 42. 362 B . Okt. 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
B ehrjue .
Kiichiro Kino und Shunjiro Kato, Die Darstellung eines höheren sekunMrm
Alkohols aus einem, höheren Keton durch Hydrierung unter Drucken von 5 und 20 Atmo­
sphären. Die aus dem höheren Keton des vorst. Ref. bei 5 u. 20 at mit Co-Ni, Cu-Co,
194 0 . I .
D j. P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1007
Xi-Ca; Cu-Zn, Cu-Ce, Co-Ni u. Co-Cu als Katalysator erhaltenen Ausbeuten an sek.
Alkohol sind angegeben. (J. Soc. ehem. Ind. Japan, suppl. Bind. 42. 363 B. Okt. 1939.
Kyoto, Univ. [nach engl. Ausz. ref.].)
B ehrle.
Wilfred Herbert Linnell und Ibrahim Roushdi, Ketoalkohole. I. a-Oxyketone.
Vff. stellten eine Reihe von Ketoalkoholen RC0CH20H dar, um ihre Eigg. mit denen
von Ketosen u. Desoxveortieosteron zu vergleichen. Sie wurden durch Umsetzung
der entsprechenden Halogenketone mit CH.,C00Iv zu den Acetaten u. Verseifung der­
selben gewonnen. Chlormethyl-n-propyl-, Chlormethyl-n-butyl- u. Chlormethyl-n-amylketon wurden erhalten durch Rk. von Chloracetoxyisobutyrylehlorid mit Zinkalkyljodid
K.
zu dem Cycloacetal I u. Hydrolyse desselben zu dem entC1CH.___C------o
sprechenden Keton. Chlormelhylcyclohexylketon ließ sich nicht
I
0
C(CH )
iulf diese Weise darstellen, da das entsprechende Cycloacetal
’ 1 (I, R = C 6Hn ) nicht isoliert werden konnte. Es wurde jedoch
durch Umsetzung von Hexahydrobenzoylchlorid mit Diazomethan u. Verseifung des Rk.-Prod. gewonnen. Alle Oxyketone red. FEHLINGsehe
Lsg. u. ammoniakal. AgNO, im Gegensatz zu Fructose bereits in der Kälte. Die Darst.
von Semicarbazonen u. Phenylhydrazonen gelang nicht, dagegen reagierten die Ketoalkohole mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin, wobei mit den offenkettigen D criw . 2,4-Dinitroosazone, mit den ringförmigen Verbb. 2,4-Dinitrophenylhydrazone entstanden.
V e r s u c h e . Acetylcarbinol. Nach P e r k i n (J. ehem. Soc. [London] 5 9 [1891].
787). Entfernung d. W. durch Zugabe von Bzl. u. A. zur Erreichung des tern. Gemischs u. Dest. des Rückstands. Kp.j50 96—97°; K p.760 147° unter Zers.; 2,4-Dinitrophenylosazon, aus Nylol rote Krystalle, F. 300—301°. — Chloraceloxyisobutyrylchlorid.
Kondensation von a-Oxyisobuttersäure mit Chloracetylchlorid in Ggw. von Diäthylanilin zu CH2ClCOOC(CH3)2COOH, aus PAe. - f Toluol Plättchen, F. 75°, u. 1-std.
Erhitzen mit S0C12. K p.12 97°. — Zinkalkylverbindungen. Langsames Erhitzen von
Alkyljodid, Essigester, Toluol u. Zn-Cu-Legierung (7% Cu) auf 100°, nach Abklingen
der Rk. Steigern der Temp. auf 110° während 40 Min., Zugabe von Toluol u. Dekan­
tieren der Lösung. — Cydoacelale. Durch tropfenweise Zugabe von Chloracetoxyisobutyrylehlorid in Toluol zu der Zn-Alkyljodidlsg. bei — 10 bis — 5°; nach 10 Min.
Zers, durch W. u. verd. H2S04 u. Waschen der Toluollsg. mit (NH4)2S04, KHCO;, u.
H2S04, Verdampfung u. fraktionierte Destillation. — Cycloacetal von Chlormethyl-npropylketon, Kp.10110,5°, Kp.r>0135°. — Cycloacetal von Chlormethyl-n-butylketon,
Kp.]7 130°. — Cycloacetal von Chlormethyl-n-amylketon. Erhöhung der Ausbeute durch
6-std. Erhitzen der Rk.-Lsg. auf 110°. Kp.40 145— 147°. — Chlormethylalkylketone.
Durch 6-std. Erhitzen einer Mischung aus dem Cycloacetal, Essigsäure u. konz. HCl
auf dem W.-Bad, Verdünnen mit W., Extraktion mit A., Verdampfung u. fraktionierte
Dest. im Vakuum. — Chlormethyl-n-propylketon. Kp.I7 58—59°. Scmicarbazon, F. 209
bis 210°. — Chlormethyl-n-butylketon, Kp.50 94— 95°. Semicarbazon, F. 230—231°. —
Chlormethyl-n-amylketon. Schwach gelbe Fl., K p.50 118— 120°. Semicarbazon, F. 240
bis 241°. — n-Butyrylcarbinol, C5H 10O2. Durch 3-std. Kochen von Chlormethyl-npropylketon mit CH3COOH in absol." A .; nach 12-std. Stehen Verdampfung des
Lösungsm., fraktionierte Dest., Kochen des Destillats mit BaC03, Extraktion mit A.
u. fraktionierte Dest., K p.12 45°. 2,4-Dinitrophenylosazon. Aus Xylol + A., F. 234 bis
236°. — n-Valerylcarbinol, C6H ,20 2. Analog aus Chlormethyl-n-butylketon, Kp..,0 97
bis 99°. 2,4-Dinitrophenylosazon, F. 223— 225°. — n-Caproylcarbinol. Ebenso aus
Chlormethyl-n-amylketon, Kp.15 95—98°. 2,4-Dinitrophenylosazon, F. 245— 246°. —
Hexahydrobenzoylcarbinol. Zugabe von äther. Lsg. von Hexahydrobenzoylchlorid (aus
Hexahydrobenzoesäure u. SOCl2, K p.3>4 60— 62°) zu H2CN2 in Ä. bei — 10°, V2-std.
Stehen bei 0° u. Verdampfung nach 16-std. Stehen. Vermischen des Rückstandes
(Azomethylenderiv.) mit Dioxan u. 2-n. H2S04, Erwärmen auf 40° (N2-Entw.), Ver­
dünnen mit W., Extraktion mit Ä. u. fraktionierte Dest., Kp.4 95°. 2,4-Dinitrophenylhydrazon, F. 180— 181°. — Benzoylcarbinol. Aus co-Bromacetophenon über das Acetat
u. dessen Hydrolyse. Aus W. F. 75— 76°; aus PAe. F. 85—86°. (Quart. J. Pharmac.
Pharmacol. 1 2 . 252— 59. April/Juni 1939. London, Univ.)
RlENÄCKER.
Sei Kaneko, Über die katalytische Decarboxylierung der ß-Ketosäure. Das
PH-Optimum der Oxyfumarsäurespaltung bei Ggw. von Anilin ist 4,2— 5,0, das der
Oxymaleinsäurespaltung 3,6— 5,0. o-Phenylendiamin als Katalysator der Öxalessigsäurespaltung ist weniger wirksam als Anilin. Die Wrkg. des m-Diamins erreicht fast
die des Anilins, während p-Phenylendiamin sie übersteigt. Einführung einer OH-Gruppe
in den Bzl.-Kern des Anilins schwächt die katalyt. Wrkg.; die Aktivität nimmt auch
hier vom o- zum p-Aminophenol zu. Einführung von Nitro- u. Carbonylgruppen in das
Anüinmol. schwächen in der Reihenfolge m > p > o. Von den Toluidinen ist die
ni-Verb. am wirksamsten. Auch einige Xylidine werden untersucht, sie verhalten sich
1008
D 3. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N aturstoffe.
1 94 0 . I .
ähnlich wie Gemische der entsprechenden Toluidine. m-Toluylendiamin u. Amidol
übertreffen die katalvt. Kraft des Anilins. Die am N substituierten Aniline sind un­
wirksam. a-Naphthylamin wirkt stärker, /5-Naphthylamin schwächer als Anilin. Die
Amine der Fettreihe sind im allg. unwirksam, ausgenommen Äthylendiamin. Aminopyridino haben geringe Wirkung. Weitaus am wirksamsten von allen untersuchten
Verbb. ist das 4-Aminoantipyrin, das auch Acctessigsäure stark decarboxyliert. (J.
Biochemistry 28. 1— 18. Chiba, Medizin. Akademie, Medizin.-chem. Inst.) SCHUCH.
Yukielli Go und Hisaya Tani, Über die hochkondensierten Produkte ans einigen
Aminosäuren. Die Arbeit von K. H. M e y e r u. Go (C. 1 9 3 5 .1. 876) wird jetzt auf die
hochkondensierten Derivv. von l-Alanin u. Z-Leucin ausgedehnt. — Olycin-N-carbonsäureanliydrid (I; R = H), aus Carbobenzoxyglycin, CjH. ■CH2■0 •CO •N H ■CH„•C02H, u.
SOCl2 bei 40° (1 Stde.), Krystalle aus Äthylacetat, F. 100°. — N-Carbomethoxy-l-alanin.
aus 1-Alanin in n-NaOH mit C1C02•CHabei 0°, Sirup. Daraus mit SOCl2bei 40° (V2 Stde.)
u. dann bei 65° l-Alanin-N-carbonsäureanhydrid, C4H50 3N (I; R = CH,), Nadeln aus
Ä., F. 92° (Zers.). — N-Carbomelhoxy-l-leucin, C8H150 4N, Darst. wie beim Alanin,
Krystalle mit V2 H20 aus Ä. u. PAe., F. 52°. Gibt mit S0C12 bei 40° l-Leucin-N-carbonsäureanhydrid, C,H1}0 3N [I; R = CH2-CH(CH3)-CH3], Krystalle aus Ä. - f PAe., F. 77
NH*CHR*CO
bis 78° (Zers.). — Die 3 N-Carbonsäureanhydride gehen unter Ver1
1
lust von C02 in pulverig hochmol. Verbb. über (die der Kürze halber
-O 1 als Polyglycin, -alanin u. -leucin bezeichnet werden), wenn man sie in
W.-Dampf stehen läßt, oder in Lsg. in Pyridin auf 100° erhitzt. Die Mol.-Gew.-Best.
solcher Substanzen ist nach üblicher Meth. unmöglich. Da Polyglvcin sich in wss.
LiBr löst, wurde sein Amino-N in dieser Lsg. nach VAN S l y k e bestimmt. Wenn auch
solches Polyglycin natürlich keine einheitliche Verb. ist, so erhält man unter der An­
nahme, daß es sich um ein Polypeptid handelt, doch für die mittlere Kettenlänge Werte
von 18—101, u. für das mittlere Mol.-Gew. Werte von 1044— 5775. Diese Werte ver­
ändern sich je nach den Kondensationsbedingungen. Da Polyalanin u. -leucin nicht in
Lsg. gebracht werden können, entfiel bei ihnen die Best, von Amino-N. — Polyglycin
[C2/ / 3CW]X, 5—7 Tage über W. im geschlossenen Gefäß stehen gelassene Krystalle
von 1 (R = H) ergaben Präpp. vom Mol.-Gew. a) 3095 u. b) 1044 [je nach der Darst.Weise des Glycin-N-carbonsäureanhydrids nach a) L e u c h s (vgl. Ber. dtsch. ehem. Ges.
39 [1906]. 857. 40 [1907]. 3243. 41 [1908]. 1721) oder nach b) B e r g m a n n , Z e r v a s
(Ber. dtsch. ehem. Ges. 65 [1932]. 1192) wie oben]. Lösen von Präp. b in gesätt. LiBrLsg. u. Umfällen mit der 10-faclien Menge W. ergab ein Präp. vom Mol.-Gew. 1492.
15 Min. langes Erhitzen von I (R = H) in Pyridin auf 100° führte zu einem Präp. vom
Mol.-Gew. 5775. — Nach beiden Verff. (Stehen über W. u. Erhitzen in Pyridin auf 100°)
wurden auch Polyalanin [0 3H50N ]x u. Polyleucin [G^Hn ON~\x gewonnen. — Poly­
glycin wird von Papain, Erepsin u. Trypsin nicht verdaut, das Poly-(glycin -f- leucin),
dargestellt durch Erhitzen eines äquimol. Gemisches der N-Carbonsäureanhydride des
Glycins u. Leucins in Pyridin, nicht von Erepsin. — Polyglycin gibt das gleiche Röntgenogramm wie die Peptide von größerer Kettenlänge als Heptaglycin, die prakt. ident.
Diagramme aufweisen. Im Falle von Polyleucin entsprechen die Werte (11 u. 4,8 A)
denen der gewöhnlichen wa-sserlösl. kugelförmigen Eiweißkörper. Ferner sind die Netz­
ebenenabstände von Polyalanin u. Poly-(glycin + alanin) angegeben. (Bull. ehem. Soc.
Japan 14. 510— 16. Nov. 1939. Osaka, Univ., Inst. f. Faserforsch. [Orig.: dtsch.]) B e HR.
Alfons Schöberl und Hans Braun, Über Synthese und Eigenschaften von Iso­
cystein und Isocystin. Im Zusammenhang mit früheren Arbeiten (vgl. C. 1939- U.
2423) wurde das Isocystin (IV) näher untersucht. IV ließ sich in guter Ausbeute aus
a-Brom- bzw. a-Chlor-/?-aminopropionsäure durch Einw. von Na2S2 herstellen. I '
wurde nicht direkt isoliert, sondern zu Isocystein (V) red., das als Hg-Mercaptid ab­
getrennt werden konnte. Zur Darst. von IV aus V ist die Oxydation mit Jod der mit
H2Oä vorzuziehen, weil IV dabei als sehr schwer lösl. Jodhydrat anfällt. a-Brom/¡-aminopropionsäure wurde durch Bromierung von /i-Phthalylalanin u. liydrolyt. Ab­
spaltung des Phthalsäurerestes durch Kochen mit HBr erhalten. a-Chlor-/J-aminopropionsäure entstand aus Phthalylisoserinmethylester durch Umsetzung mit PClj
u. Hydrolyse des a-Chlor-/S-phthalylalaninmethylesters mit sd. HCl. V unterscheidet
sich von den bekannten a- u. ß-Thiolcarbonsäuren bes. durch sein hohes Red.-Vermögen
gegenüber Phosphorwolframsäure. Im Gegensatz zu anderen a-Disulfidcarbonsäuren
wird die SS-Bindung in IV durch Sulfit aufgesprengt, wie überhaupt dieso Bindung
außerordentlich labil ist. Durch Alkali wird sie glatt gespalten, wobei in der Haupt­
sache V entsteht. Bes. bemerkenswert ist auch die Hydrolyse der SS-Bindung von
IV durch Einw. von sd. W. oder H2SO,. Auch hier bildet sich neben H2S V in erheb­
licher Menge.
1 94 0 . I .
D j. P r ä p a r a t iv e
(H,N— CH,— CH—S——
),
o r g a n is c h e
+ 2H
Ch e m ie .
N aturstoffe.
1009
2HaN - C H ,— CH—SH
IT
¿OOH
T
COOH
V e r s u c h e , ß-Alanin, C3H ,0 2N, aus Succinimid; F. 195— 196°. — N-Phthalylß-alanin, CnHjO^N, aus der vorigen Verb. mit Phthalsäureanhydrid (5% Überschuß)
bei 160°; Ausbeute 85% ; P. 150—-151°. — a-Brom-ß-phthalylalanin; /?-Phthalylalanin
wurde mit rotem P u. Br» in üblicher Weise bromiert u. das Rk.-Prod. mit W. bis zur
Beendigung der Bromabspaltung gekocht. Ausbeute 89,8°/o vom F. 169— 171°. Methyl­
ester, C12H 10O4NBr, P. 103— 104° aus Ligroin. — a.-Brom-ß-alaninbromhydrat, aus
(x-Brom-/j-phthaly]aIanin durch 10-std. Kochen mit 48°/0ig. HBr; Ausbeute 81,6%
vom F. 188— 190°. Methylesterchlorhydrat, F. 123— 125° (Zers.). — Isocysteinchlorhydrat, C3H80 2NC1S; die mit NaOH auf pu = 6,8 neutralisierte Lsg. des Bromhydrats
der a-Brom-/?-aminopropionsäure wurde mit einer Na2S2-Lsg 12— 15 Stdn. bei Zimmer temp. stehen gelassen. Die mit Sn u. HCl red. Lsg. ergab nach dem Entzinnen mittels
H2S mit HgCl2 ein körniges Mercaptid. Die Lsg. des letzteren in verd. HCl hinterließ
nach dem Fällen des Hg mit H2S u. Einengen das Chlorhydrat des Isocysteins vom F. 137
bis 139° in einer Ausbeute von 54,8%. — Isocystin, aus der vorigen Verb. wurde durch
Oxydation mit J in W. das Jodhydrat des Isocystins vom F. 189— 191° in einer Aus­
beute von 36% erhalten. Das aus dem Jodhydrat durch Einw. von NH3 gebildete
freie Isocystin schmolz unter Aufschäumen bei 185°. — Isoserin, aus /3-Chlormilchsäure
mit gesätt., wss. NH3 im Autoklaven bei 100°. Ilydrobromid, F. 128— 130°. — Pkthalylisoserin, CnHjOjN, aus Isoserin u. Phthalsäureanhydrid bei 160°; Ausbeute 97,5%.
Aus Eisessig oder W. Krystalle vom F. 196— 197° (korr.). Methylester, aus Lg. stäbchen­
förmige Krystalle vom F. 106— 108° (korr.). — N-Phthalyl-O-acetylisoserinmethylesler,
CuH130 6N, aus Phthalylisoserinmcthylester mit Acetylchlorid; Ausbeute 100%.
Krystalle vom F. 135— 137° (korr.) aus Methanol. — a-Chlor-ß-phthalylalaninmethylester, C12H10O4NCl, aus ^-Phthalylisoserinmcthylester in sd. Bzl. mit PC15; Ausbeute
49%. Krystallin. Pulver vom F. 119— 120° (korr.). — N-Phthalylisoserinmonophosphorsäureester, analog der vorigen Verb., aber in Chlf. als Lösungsm.; aus Eisessig feines
Pulver vom F. 188— 189° (korr.). — tx-Chlor-ß-alaninhydrochlorid, C3H ;0 2NC12, aus
der Phthalylverb. durch Kochen mit 20%ig. HCl; Ausbeute 75,7% vom F. 134— 135°.
Das Chlorhydrat wurde wie a-Brom-/?-alaninbromhydrat auf Isocysteinchlorhydrat ver­
arbeitet; Ausbeute 40,8— 42,3%. (Liebigs Ann. Chem. 5 4 2 . 274— 91. 26/11. 1939.
Würzburg, Univ.)
H e im h o l d .
A. W . Ralston, R. J. Vander Wal und M. R. Mc Corkle, Die Darstellung und
die Eigenschaften aliphatischer Thioamide von hohem Molekulargewicht. Thioamide
R -CS-NH2 entstehen beim Erhitzen der Nitrile R-CN mit alkoh. NH.,HS-Lsg. auf
150—160° unter Druck. Thiostearamid, ClsH37NS (I), aus Stearonitril, Krystalle aus A.,
F. 96— 97°. Thiolauramid, F. 82— 83°. Thiomyristamid, F. 87—88°. Thiopalmitamid,
F. 93—94°. — n-Oktadecylamin, durch Red. von I oder Stearonitril mit Na u. Butylalkohol. Acetylderiv., F. 78—80°. — I liefert bei der Hydrolyse mit 15%ig. alkoh. KÖH
oder 80%ig. H2S04 Stearinsäure. Beim Erhitzen auf 150—200° zerfällt I in Stearonitril u. HjS. (J. org. Chemistry 4. 68— 70. März 1939. Chicago, Labor, v. Armour
& Co.)
O stertag.
G. C. Finger, N. H. Nachtrieb und F. H. Reed, Die Mononitrierung von Benzotrifluorid. Es' wurde der Einfl. der Temp., der Konz, der Reagenzien, der relativen
Mengen der Rk.-Teilnehmer u. der Rk.-Zeit auf die Nitrierung von Bcnzotrifluorid
zu m-Nitrobenzotrifluorid untersucht. Bei Anwendung eines HN03-H2S04-Gemisches
sind die besten Bedingungen: 1. Anwendung eines 10%ig. Überschusses an konz.
HN03, 2. eine genügende Menge konz. H2S04, um mit dem schließlich vorhandenen
gesamten W. ein Monohydrat zu bilden u. 3. eine Temp. von 30—35° für die Nitrierung,
die bei 60° beendet wird. Unter diesen Bedingungen beträgt die Ausbeute an Reinprod. 90%. Bei Durchführung der Nitrierung mit NaN03 + H2S04 waren die besten
Bedingungen: 1. Ein 10— 20%ig. Überschuß an NaN03, 2. ein Mol-Verhältnis von
HjS04: Bcnzotrifluorid von 5,5 u. 3. eine Temp. von 25— 30° u. Beendigung bei 60°.
Die höchste Ausbeute betrug unter den letztgenannten Bedingungen 89%. (Trans.
Illinois State Acad. Sei. 3 1 . 132—35. 1939. Urbana, 111., State Geological
Survey.)
. SCHICKE.
Fritz Külz und K. W . Rosenmund, Über Synthesen spasmolytisch wirkender
Stoffe. II. Mitt. (Mit Erich Kayser. Otto Schwarzhaupt u. Heinz Sommer.) (Vgl.
C. 1 9 3 9 . I. 2408.) In Fortführung der früheren Arbeiten über Spasmolvtiea aus der
Reihe des Bis-(phenyläthyl)-amins wurde die Wrkg. der Einführung von Alkylresten
in das Mol. des Amins geprüft. Alkylierung der Bzl.-Ringe führt zu einer starken
Wrkg.-Steigerung, Alkylierung am Stickstoff wirkt nicht einheitlich. Methylierung
X X II. 1.
66
1010
D 2. P r ä p a r a t i v e
o r g a n is c h e
C h em ie.
N a tu rsto ffe .
1940. I .
schwächt, Vermehrung der C-Atome im N-Alkylrest läßt dagegen die Wirksamkeit
langsam steigen, bis ähnliche Wirkungen wie bei der Kemalkylierung erreicht sind.
Ein abschließendes Ergebnis wurde endlich durch Verlängerung der Seitenketten er­
zielt u. im Bis-(phenylpropyl)-äthylamin ein Spasmolyticum .hergestellt, das unter
dem Namen „ Sestrcm“ im Handel ist. Die von den Vff. gebrachten Beispiele stellen
einen interessanten Beitrag zum Thema „Konst. u. Wrkg.“ dar (vgl. Original). —
ß-(p-Tolyläthyl)-ß-phenyläthylaniin, C17H21N, aus p-Tolyläthylamin u. Phenylacetalde­
hyd durch katalyt. Red. in alkoh. Lsg.; Hydrochlorid, aus W. Krystalle vom P. 258°.
— Bis-(p-tolyläthyl)-a.min, C18H„,N, .aus p-Tolyläthylamin durch NH,-Abspaltung im
H.,-Strom bei 180— 190° über Pd-BaS04; Hydrochlorid, P. 270°. — Die Bis-(phenyläthyl)-alkylamine wurden durch Umsetzung von Phenyläthylchlorid mit den ent­
sprechenden sekundären Phenyläthylalkylaminen gewonnen: Bis-(phenyläthyl)-methylaminhydrochlorid, F. 160°. Bis-(phcnyläthyl)-äthylamiiihydrochlorid, F. 137,5°. Bis(phenyläthyl)-propylaminhydrochlorid, F. 164°. Bis-(phenyläthyl)-butylam,inhydrochlorid,
F. 142°. Bis-{phenyläthyl)-n-pentylaminhydrochlorid, F. 82°. Bis-(phznyläthyl)-n-hexyl- .
aminhydrochlorid, F. 68°. — Bis-(y-phenylpropyl)-amin, aus dem Kondensationsprod.
von -/-Phenylpropylamin mit Hydrozimtaldehyd durch katalyt. Red. in A .; Kp.12 215°.
Hydrochlorid, F. 200— 201°. — Bis-(y-phenylpropyl)-äihylamin, aus 1 Mol. Phenyl­
propylchlorid u. V2 M°l- Äthylamin mit 1 Mol. KOH in wss. Lsg. im Autoklaven durch
24-std. Erhitzen auf 120°; K p.0>3 165— 168°; Perchlorat, F. 70°. Reineckat, F. 155 bis
156°. Als Nebenprod. entstand Mono-(y-phenylpropyl)-äthylamin vom K p.14 115 bis
118°; Hydrochlorid, F. 152°. — Bis-(ö-phenylbutyl)-amin, C20H27N, aus gleichen Mengen
von ö-Phenylbutylchlorid, ö-Phenylbutylamin (Kp.12111— 112°) u. entwässerter Soda
in A. durch 20-std. Erhitzen auf 120° im Rohr; Kp.6*221— 224°. Hydrochlorid, F. 179°.
— Bis-(ö-phcnylbutyl)-äthylamin, C22H31N, aus ö-Phenylbutylchlorid u. Äthylamin in
A. durch 15-std. Erhitzen mit Soda auf 120°; Kp.3 5 215— 216°; Perchlorat, F. 88°.
Als Nebenprod. entstand (d-Phenylbutyl)-äthylamin vom K p.]5 129— 131°; Hydro­
chlorid, F. 147°. — Bis-[ß-(4-methoxyphenyl)-äthyl]-methylamin, CI9H260 2N, aus dem
sekundären Amin in Ameisensäure mit Formaldehyd durch 5-std. Erhitzen auf 120
bis 130° im Rohr; Ausbeute 75%. Hydrochlorid, F. 194°. — [ß-(3,4-Dinwthoxypkenyl)isopropyl]-[y-phenylpropyl]-üthylamiii, C22H310 2N, aus (3,4-Dimethoxyphenylisopropyl)äthylamin mit y-Phenylpropylchlorid in Ggw. von wss.-alkoh. KOH bei 120— 130°
(24Stdn.); K p.0>6 195— 198°. Hydrochlorid, Krystalle mit verschied. FF. (127— 128°,
113— 115°, 105°) die jedoch übereinstimmende analyt. Werte gaben. — (y-Phenylpropyl)-benzylamin, aus einem mol. Gemisch von Benzylamin u. Hydrozimtaldehyd
durch katalyt. Red.; Hydrochlorid, F. 187— 188°. — (y-Phenylpropyl)-benzyläthylamin,
C18H23N, aus (y-Phenylpropyl)-äthylamin u. Benzylchlorid; Kp.n 183°. — (ö-Phenylbutyl)-benzylamin, C17H2]lN, aus dem Kondensat von Phenylbutylamin u. Benzaldehyd
durch katalyt. Hydrierung in alkoh. Lsg.; Hydrochlorid, ”F. 196°. — (ö-Phcnylbutyl)benzyläthylamin, ClaH25Iv, aus Phenvlbutyläthylamin u. Benzylchlorid in Ggw. von
Soda bei 120°; Kp.0i„ 168°. Hydrochlorid, F. 117°. — (d-Phenylbutyl)-(ß-phenyläthyl)amin, CJ8H23N, aus Phenylbutylamin u. Phenyläthylchlorid; Kp.ii8 198°. Hydrochlorid,
F. 193°. — (8-Phenylbutyl)-(ß-phenyläthyl)-äthylamin, C20H27N, aus Phenylbutyläthylamin u. Phenyläthylchlorid; Kp.j 177°. — (.6-Phenylbutyl)-(y-phenylpropyl)-amin,
C19H26N, aus Phenylbutylamin u. Phenylpropylchlorid; Kp.0i5 193°. Hydrochlorid,
F. 180°. — (ö-Phenylbutyl)-(y-phenylpropyl)-cUhylamin, C21H29N, aus' Phenylbutyläthylamin u. Phenylpropylchlorid; Kp.2i5 195— 196°. Perchlorat, F. 76°. — (y-Phenylpropyl)-[ß-(4-metkoxyphenyl)-äthyl]-amin, CiSH23ON, aus |j?-(4-Methoxyphenyl)-äthyl]amin u. Phenylpropylchlorid; K p.3 2 215— 217°. Hydrochlorid, F. 257°. — (y-Phenylpropyl)-[ß-{4-meihoxyphenyl)-äthyl]-äthylamin, C20H27ON, aus y-Phenylpropyläthylamin
u. /3-(4-Methoxyphenyl)-äthylchlorid; K p.2 205— 207°. Perchlorat, F: 96°. (Ber. dtsch.
ehem. Ges. 72. 2161— 67. 6/12. 1939. Kiel, Univ.)
H e im h o l d .
S. M. Scherlin, G. I. Bras, A. Ja. Jakubowitsch und A. I. Konowaltschik,
über einige in der Seitenkette substituierte Derivate der p-Tolylarsinsäure. Vff. stellten
folgende vom pharmazeut. Standpunkt aus interessierende Verbb. dar: 4-Oxymelhyl-,
4-Chlormethyl- u. 4-CyanmethyVphenylarsinsäure. Arsenicrung u. Isolierung des Rk.Prod. waren im letzten Falle bes. schwierig: das Gemisch von 4-Carboxymethylphenylarsonsäureant,id, -methylester u. der Säure selbst wurde red. u. die weitere Arbeit erfolgte
mit den Dichlorarsinen.
V e r s u c h e . p-Nitrobenzylalkohol (durch Verseifen des Chlorides) mittels
Natriumsulfhydrat bei 40° reduzieren, dann mit AsC13 in Methanol nach SCHELLER
(C. 1931. II. 313) umsetzen zu 4-Oxymethylphenylarsinsäure, CjH90 4As, aus W.
(Kohle!) Tafeln, F. 165— 171°. — 4-Oxymethylphenyldichlorarsin, C ^ O C ljA s, die
etwas jodhaltige warme Lsg. des vorigen in HCl (D. 1,19) mit H2S sättigen, das mit
1940. I .
Da- P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N aturstoffe.
1011
Ä. isolierte ö l nach Sättigen mit trockenem HCl im Vakuum trocknen. Schweres,
zähes, grünliches, leicht hydrolysierbares, bei Vakuumdest. unter As-Abscheidung
sich zer. öl. — 4-Oxymelbylphcnylarsinoxyd, C7H70 2As, die wss. Lsg. der Arsonsäure
mit H2S (etwas J2) bei W.-Badtemp. reduzieren, mit A. auskochen; P. 2G0°, Zers,
bei 264— 265°. — 4-Chlormethylphenyldidilorarsm, C7H0C13Ab, aus der 4-Oxyverb.
mittels PC13 in Bzl.; Kp., 157— 160°; Nadeln, P. 29— 30°. — 4-Chlormethylphenylarsinsäure, C,H80 3C1As, die wss. Suspension des Vorigen mit Perhydrol versetzen,
leicht erwärmen, über Nacht steheidassen; aus W. umkrystallisieren. — 4-Cyanmelhylplienylarsinsäure, CsH80 3NAs (Einzelheiten über die Darst. vgl. Original), aus W.
lange Nadeln, dio bis 280° nicht schmelzen. — 4-Carboxymethylphenyldichlorarsin,
C9H90 2Cl2As, aus PAe. Nadeln, F. 89— 90°. — 4-Carboxymethylpheiiylarsinsäuremethylester, C9Hn 0 5As, das Vorige mit 10%ig. H20 2 oxydieren. Nadeln, bis 280° kein
Schmelzen. — 4-Cyamnclhylphenyldichlorarsin, C8HgNC12As, wie üblich. Aus PAe.
Nadeln, F. 56— 57°. — 4-Cyanmethylphenylarsinoxyd, aus der bicarbonatalkal. wss.
Suspension des Vorigen; aus A., F. 218— 220°; bei 216° Zerfall. — Amid des 4-Carboxymethylphcnyldichlorarsins, C8H„ONCl2Äs, die 4-Cyanverb. in konz. HCl mit H,S u.
etwas J2 reduzieren, aus Bzl. Nadeln, F. 143— 145°. Leicht hydrolysierbar. — 4-Carboxymethylphenyldichlorarsin, C8H7Cl2As, die durch Arsonisieren von 12,25 g p-Aminophenylessigsäure nach R o b e r t s o n u . S t i g l i t z (J. Amer. ehem. Soc. 43 [1921]. 179)
gewonnene Lsg. auf 150 ccm bringen, mit HCl sättigen, nach Trennen von den Salzen
reduzieren. Aus PAe. Blättchen, F. 107,5— 109°. (>Kypnaji Oömeir X u m iiii [J. Chim.
gen.] 9. 985— 91, 1939. Moskau, Wiss. ehem.-pharmazeut. Forschungsinst. „ S . Ordshonekidse“ .)
S c h m e iss.
G.
Lock, Über 4,6-Dibromresorcindimethyläther. 4,6-Dibromresorcindimethyläther(l)
war aus Resorcinmono- bzw. -dimethyläther, durch Bromierung von Resorcin u.
Methylierung des Dibromderiv., durch Bromierung von 2,4-Dimethoxybenzaldehyd
oder 2,4-Dimethoxybenzoesäure u. von LOCK u. N o t t e s (C. 1936. II. 1532) aus 3,5-Dibrombenzaldehyd durch Dibromierung u. anschließende Abspaltung der Aldehydgruppe
mit KOH dargestellt u. der F. zu 137— 141 u. 140— 141° angegeben worden. H o d g s o n
u. D y s o n (C. 1935. II. 2516) beschrieben die Darst. von 1 durch Bromierung von
Resorcinmonobenzoat, Abspaltung des Benzoylrestes u. Methylierung des 4,6-Dtbromresorcins (II) u. gaben den F. zu 65° an. Vf. wiederholte die Darst. von I nach HODGSON
u. D y s o n , erhielt jedoch durch Methylierung von II einen Dimethyläther vom F. u.
Misch-F. 141,5°. Zur eindeutigen Festlegung der Konst. von I durch Synth. wurde
2-Nitroresorein, durch Sulfurierung von Resorcin zur 4,6-Disulfosäure, Nitrierung zur
2-Nitro-4,6-disulfosäure u. Abspaltung der Sulfogruppen erhalten, durch Methylierung,
Dibromierung u. Red. in 2-Amino-4,6-dibroniresorcindimcthtylälher umgewandelt, der
durch Eliminierung der Aminogruppe in I vom F. 141,5° übergeführt wurde. Durch
diese Synth. ist gleichzeitig die Konst. von II als 4,6-Dibromderiv. bestätigt worden.
V e r s u c h e . 4,6-Dibromresorcin (II). Bromierung von Resorcinmonobenzoat,
F. 135,5°, nach H o d g s o n u. D y s o n (1. c.) zu 4,6-Dibromresorcinmonobenzoat, F. 152,5°
(korr.), das zu II verseift wurde. Aus W. Nadeln, F. 116,5° (korr.). — 4,6-Dibromresorcindimethyläther (I). Durch 10 Min. langes Erhitzen von II (nach H o d g s o n u .
D y s o n ) mit (CH3)2S04 u. K 2C03, weitere Zugabe von K2C03 u. W., Verdünnen u.
nochmalige Methylierung des Filtrats. Aus CH3OH gelbliche Nadeln, F. 141,5° (korr.).
Ebenso aus durch direkte Bromierung von Resorcin erhaltenem II. — 2-Amino-4,6dibromresorcindimelhylätker, C8H ,0 2NBr2. Methylierung von 2-Nitroresorein zu 2-Nitroresorcindimethyläther, aus A. Nadeln, F. 130°, Bromierung ohne Lösungsmittel zu
2-Nitro-4,6-dibromresorcindimethyläther, der in alkoh. Lsg. durch SnCl2 u. HCl u.
1-std. Erhitzen auf dem W.-Bad red. wird. Fällung mit KOH u. Krystallisation aus
A. Nadeln, F. 95°. Überführung in I durch Versetzen der schwefelsauren Lsg. mit
NaN02 bei gewöhnlicher Temp., Kochen des Filtrats mit A. unter Rückfluß u. Kon­
zentration. Reinigung der Abseheidung durch Vakuumdest. u. Krvstallisation aus A.
Nadeln, F. u. Misch-F. 141,5°. (Mh. Chem. 72. 373— 77. Sept. 1939. Wien, Techn.
Hochschule.)
RlENÄCKER.
E.
Briner und A . Gelbert, Untersuchungen über die Ozonisierung der Zimtsäure,
des Natriumcinnamats, des Ätliylcinnamats und des Styrols. (Vgl. C. 1939. H. 1264.)
Zimtsäure gibt bei der Ozonisierung in Methanol ein Ozonid, das bei der Behandlung
mit KJ eine dem gebundenen 0 3 äquivalente Menge akt. O liefert u. durch kaltes W.
in n. Weise in je 1 Mol Benzoesäure u. Glyoxylsäure zerlegt wird. Oxalsäure tritt
nicht auf; eine weitergehende Zers., die sich durch C02-Entw. bemerkbar machen würde,
ist nicht festzustellen. Auch die Ozonisierung von Äthylcinnamat in CC1., u. die nach­
folgende Spaltung verlaufen n. u. liefern hauptsächlich Benzaldehyd u. Monoäthyl­
oxalat; Äthylcinnamat schließt sich also dem Verh. der Maleinsäure-, Fumarsäure u.
66*
1 01 2
D ,. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N aturstoffe.
1940.
I
Citraconsäurediäthvlester an, bei deren Spaltung ebenfalls Monoäthyloxalat auftritt. —
Bei der Einw. von Ozon auf Na-Cinnamat in W. erfolgt wie in anderen ähnlichen Fällen
Zers, (destruction) des Ozonids (vgl. C. 1939. II. 1264) unter C02-Entw.; der nicht der
Zers, anheiinfallende Teil des Ozonids wird wahrscheinlich in Benzoesäure, von der
geringe Mengen gefunden wurden, u. Glyoxylsäure, die die Aldehydrk. der Lsg. ver­
ursacht, gespalten. — Styrol (no20 = 1,5409) gibt in CCl4-Lsg. ein ziemlich explosives
Ozonid, das beim Aufbewahren langsam unter Entw. von C02, H2 u. CH4 zerfällt
(„evolution“ ) u. durch W. in Benzaldehyd u. HC02H gespalten wird. Styrol wird
um so schwerer ozonisiert, je mehr es polymerisiert ist. (Helv. chim. Acta 22. 1483— 90.
1/12. 1939. Genf, Univ.)
Os t e r t a g .
Herbert H. Hodgson und Donald E. Nicholson, Verbesserte Verfahren fü r die
Nitrosierung von m-Halogenphenolen und ihre Umwandlung in Benzochinonoxime. In
Verbesserung früherer Verff. (C. 1930. II. 1980) konnte 3-Chlor- bzw. 3-Jod-4-nitrosophcnol in 80%ig. Ausbeute aus 3-Chlor- bzw. 3-Jodphenol nach folgender Methode
erhalten werden: Das in 50°/oig. Essigsäure (25.ccm) gelöste Phenol (2 g) wird unter­
halb 20° mit einer Lsg. von NaN02 (4 g) in W. (10 ccm) allmählich behandelt, woraufhin
innerhalb 30 Min. Fällung einsetzt. Mit 3-Bromphenol (I) dauert die Rk. länger. Nach
Abfiltrierung des Halogennitrosophenols liefert das Filtrat bei der Dampfdest. ein
flüchtiges 3-Halogeno-6-nitrophenol. Die Nitrosierung von I unter diesen Bedingungen
verläuft weniger gut als in verd. H2S04. — Fast quantitativ werden m-Chlor-, m-Bromu. m-Jodphenol in m-Chlor-, m-Brom- u. m-Jod-p-benzochinonmonozim übergeführt
nach folgender Arbeitsweise: Das m-Halogenphenol (2 g), gelöst in Eisessig (20 ccm),
wird unterhalb 20° zu einer Lsg. von NaN02 (2 g) in konz. H2S04 (10 ccm), die vorher
auf 70° erhitzt wurde, gegeben. Das Gemisch wird bei 0° ca. 10 Min. stehen gelassen
u. dann auf Eis gegossen. (J. ehem. Soc. [London] 1939. 1808. Nov. Huddersfield,
Techn. Coll.)
B ehrle.
Paul Ruggli und Hugo Frey, Nitrosierung primärer Amine (Diaminoisophthalaldehyd III). über 4,5,6-Triaminoisophthalaldehyd und seine Kondensationen. 45. Mitt.
über Stickstoffheterocyclen. (44. vgl. C. 1939. II. 2779.) Durch Einw. von Nitrit u.
konz. HCl entstand aus 4,6-DiaminoisophthalaIdeJiyd (I) der 5-Nitroso-4,6-diaminoisophthalaldehyd (II). Mit Toluidin reagierten in II nur die beiden Aldehydgruppen
unter Bldg. des Di-p-tolils. II konnte zum 4,5,6-Triaminoisophthalaldehyd (IV) red.
werden, der sich ähnlich I verhält, jedoch nicht so säureempfindlich ist. Es wurden
aus IV ein Monoacetylderiv., eine Monobenzalverb. u. ein n. Dioxim erhalten. — Die
linearen Ringschlüsse mit IV verliefen im wesentlichen denen mit I analog. — Mit
Acetophenon entstand aus IV 2,7-Diplienyl-9-aminobenzodipyridin (VIII), mit Acetessigester bildete sich 2,7-Dimethyl-9-aminobenzodipyridin-3,6-dicarbonsäureester (IX)
neben einer Verb. X, die durch Rk. der mittleren NH2-Gruppe mit der Ketogruppe
des Aeetessigesters entstanden ist. IX wurde bei der Diazotierung in eine nicht kuppelnde
Verb. übergeführt, in der wahrscheinlich das Triazoliumhydroxyd XI vorliegt. IV
konnte mit Benzil zu dem Chinoxalinderiv. XII kondensiert werden.
CHO
1 R IV
X
R
H
II
R = NO
R = NH,
1t = N =C —CHi-COOCiHs
I
CH,
VIII
IX
R, = H R , =
R, = COOC.H«
C.H,
R« = CH.
Versuche.
5-Nitroso-4,6-diaminoisophthalaldehyd (II), C8H -03N3, aus Diaminoisophthalaldehyd in konz. HCl mit NaNO« bei — 10 bis — 15°; Ausbeute 85%Aus A. oder W. lange, grüne Nadeln, die sich bei etwa 260—273° zersetzen. Di-p-tolil,
C22H21ON5, aus II in Eisessig mit p-Toluidin; Ausbeute 90%. Aus Eisessig kupferglänzende Blättchen, aus Essigester schwarzviolctte Kryställchen. — 4,5,6-Triamino­
isophthalaldehyd (IV), CsH90 2N3, aus II in konz. HCl mit SnCl2; Ausbeute 60%. Aus
W. lange, schwach beige gefärbte Nadeln vom F. 200,5° (Braunfärbung u. Gasentw.).
Monoacetylderiv., C10HuO2N3, aus IV mit Acetanhydrid; aus Eisessig mit A. Nädelchen
vom F. 293° nach Rotfärbung ab 285°. Benzalderiv., C]5H ,30 2N3, aus IV mit Benz-
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aldehyd auf dem W.-Bad; aus A. gelbe Kryställchen vom F. 156°. Dioxim, CgHjjOjNj,
aus W. lange Nadeln, die beim Erhitzen dunkel u. ab ca. 254° feucht werden. — 2,7-Diphenyl-9-aminobenzodipyridin (VIII), C21H17N3, aus IV u. Acetophenon mit methanol.
KOH; aus Dioxan-A. leuchtend rote Nadeln vom F. 224— 225°. — 2,7-Dimelhyl9-aminobenzodipyridin-3,6-dicarbonsäurediäthylester (IX), C20H21O.,N3, aus IV u. Acetcssigester mit methanol. NaOH; Ausbeute 40%- Aus A. rote Nädelchen vom F. 160°.
Mcmoacetylderiv., C2nH!3OsN3, braunorangefarbene Krystalle vom F. 234° (Schwarz­
färbung) nach Sintern ab 220°. Die zu IX gehörige freie Säure, C16H130 4N3, wurde
durch Verseifen des Esters mit wss.-alkoh. Alkali als lilafarbenes Pulver vom F. 318°
(Gasentw.) erhalten, das beim Decarboxylierungsvers. mit BaO u. Cu im Vakuum
bei 350— 400° ein gelbes krystallin. Sublimat ergab, in dem wahrscheinlich das 2,7-Dimeihyl-9-aminobenzodipiyridin vorlag. — Bei der Kondensation von IV mit Acetessigester entstand neben IX auch eine, aus A. in gelbstichigen Kryställchen vom F. 201,5°
krystallisierende Verb. Cu HVIOiN3, die das Kondensationsprod. X darstellt. — Aus IX
bildete sich beim Diazotieren mit NaN02 in konz. HCl das Triazoliumhydroxyd (XI),
CjoH.jdOjNj, das aus A. in ganz schwach gelbstichigen Kryställchen vom F. 195° (Gas­
entw.) erhalten wurde. — Chinoxalin aus IV u. Benzil (XII), C22H150 2N3, aus IV u.
Benzil in A. mit methanol. NaOH; aus Dioxan mit A. hellgelbe Kryställchen vom F. 289
bis 290° (Zers.). (Helv. chim. Acta 22. 1403— 12. 1/12. 1939. Basel, Univ.) H e i m h o l d .
Paul Ruggli und Hugo Frey, Uber 4,6-Diaminoisophthaldeliyd. III. 46. Mitt. über
Stickstoffheterocyclen. (II. vgl. C. 1939. I. 409; 45. s. vorst. Ref.) Das früher bereits
beschriebene (1. c.), aus 4,6-Diaminoisophthalaldehyd (I) synthetisierte Benzodipyridin
(VI) konnte zum Oclahydrobenzodipyridin (VII) red. werden, das schon von RUGGLI
u. S t a u b (C. 1936. II. 791) hergestellt worden war. Das 2,7-Dimethylbenzodipyridin (III)
ergab bei der Red. ebenfalls die zugehörige Octahydroverb. XI neben einem Prod.
der Zus. C13H28N4. X I wurde als Perchlorat isoliert u. bildete ein Dinitrosoderiv. in
2 offenbar stereoisomeren Formen. — III gab erwartungsgemäß ein Di-(p-dimethylaminobenzal)-derivat. Durch Einw. von Phthalsäureester u. Na auf III w-urde ein
rotes Prod. erhalten, dem wahrscheinlich die Formel XIV eines doppelten Chinolin­
gelbs zugeschrieben «-erden muß. Analoge Verss. zur 'Darst. von ehinolinrot- u.
chinaldinblauähnlichen Körpern gaben keine befriedigenden Resultate. Dasselbe gilt
für die Kondensation von III mit 2 Moll. 2-Chlorchinolin. — Aus I konnte mit Acetessigester ohne Lösungsm. in Ggw. von Piperidin das 3-Acctyl-6-formyl-7-aminocarbostyryl (XV) hergestellt werden. — Mit Formylessigester lieferte I ein offenes Konden­
sationsprod. (XVII) neben einem amorphen Nd., in dem das Na-Salz der Benzodipyridin3,6-dic'arbonsäure enthalten sein muß, da es durch Vakuumsublimation in VI überging. —
Mit Cyclohexanon entstand aus I 2,3-6,7-Biskiramethylenbenzodipyridin (XVIII). —
Verss. zur Kondensation von I mit Benzylcyanid lieferten eine Base C24H18N4, die
nur schwierig von nicht umgesetztem I zu reinigen war u. wahrscheinlich die Konst. X X I
besitzt, da sie ein Tetraacetylderiv. gab u. nicht diazotiert werden konnte. Durch
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Verseifung der freien Base mit HCl wurde ein Prod. erhalten, dessen Analysenwerte
zwischen denen für die Formeln X X II u. X X III u. zwar näher denen für die letztere
liegen. Für X X III spricht auch, daß diese Substanz ein Na-Salz u. ein Monoacetylderiv. bildete. Bei der Kondensation von Dinitroisophthalaldeliyd mit Phenylessig­
säure entstand eine Dicarbonsäure XXIV. Red.-Verss. führten nur zu amorphen
Produkten. — Das Rk.-Prod. aus I u. Methazonsäure besaß nicht die erwartete Zu­
sammensetzung.
V e r s u c h e . 2,7-Dimethylbenzodipyridin (2,7-Dimethyl-l,8-anihrazolin) (III), aus
der 3,6-Dicarbonsäure in Chinolin mit Cu bei 160— 230°. — Benzodipyridin-2,7-dicarbonsäuredimethylester, C16H120 4N2, aus dem Ag-Salz der Benzodipyridin-2,7-dicarbonsäurc
mit CH3J in Methanol; Ausbeute 70%. Gelbe Nädelchen vom F. 272° (Schwarz­
färbung) aus Methanol. — Benzodipyridinmonopcrchlorat, CX2H8N2-HC104, feine, gelbe
Kryställchen vom F. 268° nach Zers, ab 245°. — Benzodipyridinmonojodmethylat,
C13HUN2J, aus den Komponenten; aus A. rote Kryställchen, die sich ab 200° zer­
setzen. — Octahydrobenzodipyridin (VII), aus Benzodipyridin (VI) mit Na in Amyl­
alkohol; F. 111,5° nach Sublimation im Vakuum bei 90— 100°. Dinitrosoderiv., Zers.Punkt 179°. Diacetylderiv., F. 143°. — Octdhydro-2,7-dimethylbenzodipyridin (XI),
C14H20N2, aus III mit Na in Amylalkohol; die freie Base ließ sich nicht lcryst. erhalten,
gab aber ein in Nädelchen vom F. 285—286° (Zers.) krystallisierendes Diperchlorat.
Mit NaN02 lieferte die Octahydrobaso 2 Dinitrosoderivv., C14H180 2N4, mit den FF. 164,5
u. 151,5— 152°. — 2,7-Di-(p-dimethylaminostyryl)-benzodipyridin, C32H30N4, aus III
mit p-Dimethylaminobenzaldehyd in Ggw. von Piperidin bei 170— 175°; Ausbeute
nahezu theoret.; aus Anisol hellbraune Nädelchen, die sich bei etwa 340° dunkel färben. —
Doppelseitiges Chinolin-gelb (XIV), CS0H16O4N2, aus III mit Phthalsäurediäthylester u.
Na; scharlachrote Substanz. — 3-Acetyl-6-formyl-7-aminocarbostyryl (XV), aus Diaminoisophthalaldehyd (I) mit Acetessigester in Ggw. von Piperidin bei 170°; Ausbeute
95%. Aus Essigsäure feine, gelbe Nädelchen. Acetylderiv., C14H i20 4N2, aus Eisessig
gelbe Kryställchen. die sich zwischen 320 u. 340° zersetzen. — Bei der Kondensation
von I mit Na-Formylessigester in A. entstand neben dem amorphen Na-Salz der Benzodipyridin-3,6-dicarbcmsäure, die zum Benzodipyridin vom F. 160° decarboxyliert werden
konnte, als Hauptprod. Diaminoisophthcdaldiformylessigester (XVII), C18H20O6N2, der
aus Dioxan als gelbes, mkr. krystallin. Pulver vom F. 250° (Zers.) erhalten wurde. —
2,3-6,7-BisMramethylenbenzodipyridin (XVIII), C20H20N2, aus I mit Cyclohexanon in
Ggw. von Piperidin; Ausbeute 60%. Gelbe Kryställchen vom F. 251° aus Essigester.
Dipikrai, Zers.-Punkt 195°. — Durch Kondensation von I mit Benzylcyanid in wss.alkoh. NaOH bildete sich ein Prod., das durch Behandlung mit konz. HCl von bei­
gemengtem I befreit werden konnte. Das bei dieser Reinigung entstandene Chlor­
hydrat lieferte mit NaOH die freie Base (XXI ?), C24H i8N4, die aus viel A. in hellgelben
Nädelchen vom F. 301° krystallisierte. Tetraacetylderiv., C32H 260 4N4, aus A. Krystalle
vom F. 238,5— 239,5° (Zers.). Durch Erhitzen der Base mit konz. HCl im Rohr auf
140— 150° wurde eine Verb. C21/ / 160,iV2 bzw. C21fl'ls03iY2 (XXII oder XXIII) erhalten,
die aus Eisessig oder Anisol mit dem F. 364° kryst. u. ein Acetylderiv. vom F. 365°
lieferte. —■ 4,6-Dinitroisophthalalbisphenylessigsäuredimethylester, Ci6H20O8N2; bei der
Kondensation von Dinitroisophthalaldehyd mit phenylessigsaurem Na in Acetanhydrid
in Ggw. von ZnCl2 entstand die 4,6-Dinitroisophthalalbisphenylessigsäure (XXIV), die
keinen scharfen F. zeigte (Zers, zwischen 124 u. 145°) u. daher über das Ag-Salz verestert wurde. Der Dimethylester kryst. aus A. in feinen, gelben Nädelchen vom F. 152,5
bis 153,5°. (Helv. chim. Acta 22. 1413—27. 1/12. 1939. Basel, Univ.) H e im h o ld .
M. A . Mihailescu und E. Deciu, N-Amino-4-nitrophth<dimid. Durch Konden­
sation von 4-Nitrophthalsäureanhydrid mit Hydrazinacetat erhielten Vff. N-Amino-4nürophthalimid (I). In wss. Alkalien u. Carbonaten ist die Verb. leicht lösl., was durch
Hydrolyse zu einer Amidosäure erklärt wird, von der sich auch die erhaltenen Metall­
salze ableiten. Mit der angenommenen symm. N-Aminophthalimidformel stimmen
nicht nur die Eigg. der Substanz überein, sondern auch die Bldg. des Acetyl-, Methylu. Benzoylderiv. u. die Additions- u. Kondensationsprodd. mit Aldehyden. Die Darst.
der 4-Nitrophthalsäure wurde verbessert.
V e r s u c h e . 4-Nitrophthalsäure, durch Erwärmen von Phthalsäureanhydrid mit
H2S04 (D. 1,84) u. H N 03 (D. 1,52) auf dem W.-Bad entstand ein Gemisch der 3- u.
4-Nitrophthalsäure, nach Zugeben von W. u. Stehenlassen schied sich die 3-Nitroverb.
zum größten Teil aus. Aus der wss. Lsg. wurde die 4-Nitroverb., Nadeln, F. 161°,
in folgender Weise isoliert: Fällen der H2S04 mit Ba(N03)2, Eindampfen u. Erwärmen
zur Vertreibung der H N 03, Ausziehen mit Chlf., Aufnehmen in W., wobei 3-Nitrophthalsäure u. Ba(N03)2 ungelöst bleiben, Eindampfen u. Umkrystallisieren aus A.;
Ausbeute 40— 45%. — 4-Nitrophthalsäurcanhydrid, C8H30 6N, durch etwa 1-std. Er-
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wärmen der Säure auf 260—270°, perlmutterglänzende M., F. 114°. — N-Amino-4nitrophthalimid (I), C8H60 4N3, aus vorigem mit Hydrazinacetat in Eisessig, gelbe
kryst. Substanz, P. 228—229°; liefert bei Oxydation mit NaOBr bis zur Beendigung
der N2-Entw. 4-Nitrophthalsäure. K-Salz, C8H60 6N2K, aus I mit K2C03, Eindampfen
u. Ausziehen des Salzes mit absol. A., durch Fällen mit Ä. mikrokryst. orangegelbes
Pulver, bis 340° unschmelzbar, liefert mit Säuren I u. ist mit Säuren titrierbar; bei
Anwendung von wss. oder alkoh. KOH an Stelle von K 2C03 erfolgt wahrscheinlich
neben der Salzbldg. am Carboxyl auch gleichzeitig Bldg. des Isonitrosalzes. Ag-Salz,
C8H80 5N2Ag, aus dem K-Salz mit AgN03 in der Kälte, mkr. gelb gefärbte Krystalle,
färbt sich mit wss. Alkalien violettrot, was durch Bldg. des isonitr. Salzes erklärt wird.
Ba-Salz, (C8H0OsN3)2Ba, aus I mit Ba(OH)2 oder aus dem K-Salz mit BaCl2, braune
Krystalle. Ca-Salz, (C8He0 5N3)2Ca, aus dem K-Salz mit CaCl2, nadelförmige gelb­
gefärbte Krystalle. Diacetylderiv., C12H9OeN3, aus I mit überschüssigem Essigsäuroanhydrid, seidige Nadeln, F. 154— 155°; liefert durch Hydrolyse mit sd. W. oder Alkalien
1 zurück. Monoacetylderiv., C10H7O5N3, durch Umkrystallisieren des Diacetylderiv. aus
heißem A., gelbliche Krystalle aus Eisessig, F. 168— 169°; ergibt bei weiterer Hydrolyse
I. Benzoylderiv., C15H90 6N3, aus I mit Benzoylchlorid, schwach gelbliche Krystalle
aus Eisessig oder A., F. 215— 217°. Dimethylderiv., C10H9O4N3, durch Methylierung
von I mit (CH3)2S04 im Einschlußrohr, gelbe feinkryst. Substanz aus A., F. 181°. —
Benzaldehydderiv. des I, Ci5Hu0 6N3, aus I mit Benzaldehyd, schwachgelbes Pulver,
das sich zwischen 230—235° ohne zu schm, bräunt, beim direkten Einbringen der Sub­
stanz bei dieser Temp. schm, sie sofort ohne Farbänderung; durch Alkalilaugen wird
C6H5CHO abgespalten, nach Lösen in konz. H2S04 werden durch Verdünnen die
Komponenten erhalten. —- Zimtaldehyddcriv. des I, C17H130 6N3, mit Zimtaldehyd wie
voriges, dunkelgelbes amorphes Pulver, das sich zwischen 245—250° ohne zu schm,
intensiv färbt, schm, sofort bei direktem Einbringen bei dieser Temp.; ehem. Verh.
wie voriges. — p-Methoxybenzyliden-4-nitro-N-am.inophthalimid, C18Hu 0 5N3, wie vorige
mit Anisaldehyd, amorphe gelbliche Substanz, F. 250— 253° (bei direkter Einführung);
ehem. Verh. wie vorige. (Bul. Fac. Çtiinje Cernäuti 12. 1—21. 1939.
[Orig.:
dtsch.])
S c h ic k e .
A.
Krämli, Über die Darstellung und acetylierende Zersetzung des Anetholpseudonitrosits. Durch Arbeiten im C02-Strom konnte die Ausbeute bei der Darst. des
Anetholpseudonitrosits (I), C10H12O4N2, F. 126— 128°, gegenüber den Literaturangaben
um das Doppelte erhöht werden. Acetylierende Zers, von I durch Essigsäureanhydrid
( + wenig H3P 0 4) lieferte ce.-[4-Methoxyphenyl'\-ß-nitropropanolaceta,t (II), C12H150 5N,
Kp.3 195°, dessen Konst. durch Überführung mit alkoh. KOH in ß-Nitroanethol,
Ci0HuO3N, F. 47— 48°, bewiesen wird. Die Darst. von II bietet eine neue Grundlage
zur Synth. von 4-Methoxyephedrinabkömmlingen u. von 3-Methyl-7-methoxyisochinolinbasen. (Magyar Biol. Kutatointézet Munkâi [Arb. ung. biol. Forsch.-Inst.] 10.
452— 55. 1938. [Orig.: ung.; Ausz. dtsch.])
SCHICKE.
Daniel Bodroux und René Thomassin, Über einige Derivate des o- und p-Cyclohexylphenols. (Vgl. C. 1940. 1 .207.) Äthylenchlorid liefert mit dem K-Salz des o-Cyclohexylphenols in A. in 20°/oig. Ausbeute 2-Chlor-l-o-cydokexylphenoxyäihan (o-I),
C14H190C1, Kp.i0 172— 174°, D .10 1,085, nD18 = 1,538. Analog 2-Brom-l-o-cydohexylphenoxyäthan, C14H190Br (o-II), Ausbeute ca. 20%. Kp.10183— 185°, D .24 1,257,
no24 = 1,549. 2-Ohlor-l-p-cydohexylphenoxyäthan, C14H190C1 (p-I), Ausbeute 37%,
Blättchen aus Methanol, F. 56°. 2-Brom-l-p-cyclohexylphenoxyäthan, C14H19OBr (p-II),
I C8Hn •C„H4•O •CH2•CH2Cl
II C6Hn •C6H4•O •CH2•CH2Br
III C6Hu ■CeH4•0 •CH2•CH2•O •C6H4•CeHn
IV C„HU-CcH4■O •[CH,], •O C Ä ■C?HU
Ausbeute 46%, Blättchen aus Methanol, F. 64°. — 2 -Jod-l-o-cyclohexylphenoxyäthan,
C14H10OJ, aus o-II u. K J in heißem A., K p.10 189— 191°, D .18 1,401, nD18 = 1,561, färbt
sich ziemlich rasch gelb. Bei Anwendung von o-I erhält man nur geringe Ausbeuten.
Analog 1-Jod-2-p-cyclohexylphenoxyäthan, C14Hi9OJ, Blättchen aus Methanol, F. 76°.
1.2-Bis-o-cyclohexylphenoxyäthan, C26Hal0 3 (o-III), aus 1 Mol Äthylenehlorid oder
-bromid u. 2Mol o-C6H11-C6H4-OK. Ausbeute 23%. Blättchen aus A., F. 90°. Analog
1.2-Bis-p-cyclohexylphenoxyäthan, C26H340 3 (p-III), Blättchen aus A., F. 151°. Die Aus­
beuten sind beim Arbeiten unter W.-Ausschluß etwas höher. — 1,4-Bis-o-cyclohexylphenoxybutan, C2,H3S0 2 (IV), aus o-II u. Na in sd. Äthyläther. Blättchen aus A., F. 165°.
Analog 1,4-Bis-p-cyclohexylphewxybutan, C23H3S0 2, Blättchen aus A., F. 130°.
Benzyl-o-cydohcxylphenyläther, C19H»20, aus o-C^H^j ■CGH j - OK u. Bcnzylchlorid in A.,
Ausbeute > 8 0 % . K p.10 208— 209°, D .27 1,043, nD27 = 1,568. Analog Benzyl-p-cydohexylphenyläther, C,„H,,0, Nadeln aus A., F. 86°. [p-Cydohexylbenzyl]-[o-cydohexylphe.nyl]-äther, C25H320 ,' gelbliche, sehr zähe Fl., Kp,13 282—285°, D .20 1,958, nD20 =
1,571. [p-Cyclohexylbenzyl]-[p-cydohexylphenyV]-äther, C25H320 , Blättchen aus Bzl.,
101 6
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N aturstoffe.
1940. I.
F. 177,5°. (Bull. Soc. chini. Franco, Mém. [5] 6. 1416—20. Aug./Sept. 1939. Poitiers,
Faculté des Sciences.)
O stertag.
B. M. Mikhailov und N. G. Cemova, Eine Synthese von 10-Alkylderivaten des
9-Hethyl-l,2-benzanthracens. Nach C ook u. F ie s e r (vgl. C. 1937. II. 67 bzw. 1937.
I. 2383) sind 9- u. 10-Methyl-l,2-benzanthracen cancerogen wirksam u. es war von
Interesse, 9,10-Dialkylderiw. dçs 1,2-Benzanthracens darzustellen u. auf ihre krebs­
erzeugende Wrkg. zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden 9,10-Dimethyl-, 9-Methyl10-äthyl-,
9-Methyl-10-n-propyl- u. 9-3Iethyl-10-n-butyl-l,2-benzanthracen
Weise dargestellt: 2-[a-l-Naphthyläthyl]-benzoesäure wurde mit ZnCl2 zu 9-Methyl1,2-benzanthron cyclisiert u. letzteres mit den entsprechenden Alkylmagnesiumhaliden
zu den 9,10-Dialkyl-l,2-benzanthracenen umgesetzt; die als Zwischenprodd. entstehen­
den Dialkyldihydrobenzanthranole wurden im Verlauf der GRIGNARD-Rk. fast völlig
dehydratisiert. Die Synth. von 9,10-Dimethyl-l,2-benzanthracen wurde inzwischen
von B a c h m a n n u. C h e m e r d a (C. 1 9 3 9 .1. 2600) bzw. von N e w m a n (C. 1 9 3 9 .1. 109)
beschrieben.
V e r s u c h e . 9-Methyl-l,2-benzanihron, C19Hi40 , aus 2-[a-l-Naphthyläthyl]-benzoesäure mit ZnCl2 bei 180°, Platten aus Aceton, F. 106,4— 107,2°. — 9-Methyl-10alkyl-l,2-benzanthracene, aus vorigem in Bzl. mit dem entsprechenden Alkylmagnesiumhalid in Ä. am Rückfluß (3 Stdn.), nach Zers, mit NH.,Cl-Lsg. wurde die Bzl.-Ä.-Lsg.
eingedampft. Hierbei schieden sich das Dimethyldcriv. direkt aus, während die anderen
KW-stoffe als Pikrate isoliert wurden. — 9,10-Dimethiyl-l,2-benzanthracen, gelbliche
Platten aus A., F. 122— 123°; Monopikrat, schwarze Nadeln, F. 112,2— 113,2°. —
9-Methyl-10-äthyl-l,2-benzanthracen-Dipikrat, Gj3H240 I4N6, carminrote Nadeln aus A.,
F. 116— 116,8°; KW-stoff, C21H18, aus dem Pikrat, gelbliche Platten aus A., F. 70 bis
71,5°. — 9-Methyl-10-n-propiyl-l,2-benzanthracen-Dipikrat, C31H26O14N0, rote Nadeln
aus A., F. 95— 98°; K W -S to ff, C22H20, hellgrüne Nadeln, F. 99— 101°. — 9-Methyl-10n-butyl-l,2-benzanthracen-Dipikrat, C35H230 14N6, rote Nadeln aus A., F. 104,6— 105,8°;
KW-stoff, C23H2„, hellgelbe Platten aus A., F. 71— 72°. (C. R. [Doklady] Acad. Sei.
URSS 20 (N. Si 6). 579—81. 15/9. 1938.)
S c h ic k e .
M. A. Iljinsky, L. G. Gindin und V. A. Kasakowa, Über die Oxydation von
Alkylanthracenen, Alkylanthrachinonen und ihren Derivaten. I. Oxydation von ß-Methylanihrachinon mit Chromsäureanhydrid zu Anthrachinon-ß-carbonsäure. Die Oxydation
von /3-Methylanthrachinon (I) wird durch die Oxydationstemp., ihre Dauer, die Menge
an CrO, u., was von bes. Interesse ist, durch die Menge an W. beeinflußt. Unter Berück­
sichtigung dieser Faktoren wurde I mit fast quantitativer Ausbeute in nächst. Weise
zu Anthrachinon-ß-carbonsäure (II) oxydiert: 1 g I (F. 176°) unter gelindem Erwärmen
in 50 ml Eisessig gelöst, unter Rühren 3,0 g fein gepulvertes wasserfreies Cr03 all­
mählich zugesetzt u. 8 Stdn. auf dem W.-Bad auf 70° erwärmt. Nach Verdünnen mit
400 ml W. wurde der ausfallende Nd. abfiltriert, mit W. ausgewaschen, die Säure in
das NH4-Salz übergeführt u. aus diesem durch Ansäuern mit HCl II, F. 291— 292°,
in 94— 94,5%ig. Ausbeute gewonnen. Durch Ausfrieren der Essigsäure u. völliges
Trocknen des Cr03 konnte die Ausbeute an II auf 96% erhöht werden. (C. R. [Doklady]
Acad. Sei. URSS 20 (N. S. 6). 555— 58. 15/9. 1938. Akademie der Wiss. der USSR,
Inst, für organ. Chemie.)
SCHICKE.
M. A. Iljinsky, L. G. Gindin und V. A. Kasakowa, über die Oxydation von
Alkylanthracenen, Alkylanthrachinonen und ihren Derivaten. II. Der Einfluß von Wasser
auf die Oxydation von ß-Methylanthrachinon zu Anthrachinon-ß-carbonsäure mit Chrom­
säureanhydrid. (I. vgl. vorst. Ref.) Zur eingehenden Unters, des inhibierenden Einfl.
von W. auf die Oxydation von /?-Methylanthrachinon wAirde diese in der im vorst.
Ref. beschriebenen Weise, jedoch mit steigenden Mengen W.-Zusatz, durchgeführt.
Mit zunehmendem W.-Zusatz sank die Ausbeute an Anthrachinon-/?-carbonsäure, die
beim Zugeben von 16 ml W. nur noch 2 % betrug. Die Verluste durch Zerstörung des
Kerns bei der Oxydation überstiegen nicht 4,7% . Die inhibierende Wrkg. des W.
tritt wahrscheinlich auch bei anderen, ähnlichen Oxydationsprozessen in Erscheinung.
(C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 20 (N. S. 6). 559—60. 15/9. 1938. Akademie der
Wiss. der USSR, Inst, für organ. Chemie.)
SCHICKE.
E.
Clar, Kondensationsprodukte von Anthron mit Chloral. X X V . Mitt. Mehrkernige Kohlenwasserstoffe und ihre Derivate. (XXIV. vgl. C. 1939. II. 4475.) Bei der
Einw. von Chloral auf Anthron entsteht kein n. Kondensationsprod., sondern das
Bisanthronylidenäthan II, dessen Ausbeute mit SnCl2 als Kondensationsmittel u. etwas
Cu-Acetat am höchsten ist. In diesem Falle wird die Bldg. des sonst stets als Nebenprod. auftretenden Dihydrodianthrons vollkommen unterdrückt. Dagegen ist bei
Durchführung der Kondensation in A. in Ggw. von Piperidin Dihydrodianthron das
einzige Rk.-Produkt. Chloral wirkt hier also nur als Oxydationsmitte. Dasselbe gilt
1 94 0 . I .
D s. P b ä p a b a t i v e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N atü bsto ffe.
1017
für die Kondensation in konz. H2S04. II ist ein gelber Küpenfarbstoff mit roter Küpe.
Durch Einw. von Säurechloriden auf II in Nitrobenzol wird dieses zu III weiterkonden­
siert, für dessen Konst. die Oxydation zu Anthrachinoncarbonsäure-(l) beweisend
ist. Durch die Zn-Staubschmelze (vgl. C. 1 9 3 9 . II. 3559) wurde III in den KW -stoff IV
übergeführt.
V e r s u c h e . a.,ß-Bis-(9,9'-anthronyliden)-äthan (II), C30H18O2, aus Anthron mit
Chloral in Eisessig in Ggw. von SnCl2 u. Cu-Acetat; Ausbeute 60%- Aus NitrobenzolEisessig orangegelbe Nadeln vom F. 292°. — Aceanthrono-(2’,1 ': l,2)-aceanthron (III),
C30HJ4Ö2, aus II in sd. Nitrobenzol mit Benzoylchlorid in Ggw. einer Spur J; tiefbraune
Nadeln mit seidigem Glanz aus Nitrobenzol. — Aceanthrcno-(2',1': l,2)-aceanlhren (IV),
C^Hjg, aus III mit NaCl, ZnCI„ u. Zn-Staub bei 220°; schwach gelbgrüne, zarte Nadeln
vom F. 349° aus viel Xylol. (Ber. dtsch. ehem. Gas. 72. 2134— 36. 6/12. 1939. Herrnskretschen, Sudetenland, Privatlabor.)
H e i m h o LI).
E.
Clar, Vorschläge zur Nomenklatur kondensierter Bingsysteme. X XV I. Mitt.
Aromatische Kohlenwasserstoffe. (XXV. vgl. vorst. Ref.) Zur Vereinfachung der
Nomenklatur hochkondensierter Ringsysteme wird vom Vf. der Vorschlag gemacht,
ausgehend vom Anthracen u. Phenanthren 2 Syst.-Gruppen, die Acene u. die Phene
aufzustellen. Je nach der Zahl der Benzolringe werden die betreffenden KW-stoffe
dann als Triacen ( = Anthracen), Tetracen, Pentacen (I) bzw. Triphen (== Phenanthren),
Tetraphen, Peniaphen (II) usw. gekennzeichnet. Als Phene ohne weiteren Zusatz sind
nur die KW-stoffe zu bezeichnen, die durch abwechselndes Anfügen der Benzolkerne
an die benachbarten Seiten des Mittelkerns entstehen. Dagegen werden Phene, bei
denen eine unregelmäßigere Anordnung der Benzolkerne vorliegt, durch Hinzufügen
röm. Zahlen gekennzeichnet, die angeben, wieviel Benzolkerne sich zu Seiten des
Mittelkerns befinden, z. B. Hexaphen-(I, IV), Heptaphen-(II, IV) (III) usw. Alle
weiteren Abkömmlinge der betreffenden KW-stoffe werden dann unter Benutzung
der in den Formeln angegebenen Bezifferungen in der üblichen Weise von den zugrunde­
liegenden Systemen abgeleitet, z. B. 3,4,9J0-Dibenzpentaphen-5,14;8,13-dichinon (IV).
(Ber. dtsch. ehem. Ges. 72. 2137—39. 6/12. 1939. Hermskretschen, Sudetenland,
Privatlabor.)
H e im h o l d .
E.
Clar, Fr. John und R . Avenarius, Bemologen des Pentaphens und ihre Ab­
kömmlinge. X X V II. Mitt. Mehrkemige Kohlenwasserstoffe. (XXVI. vgl. vorst.
Ref.) Durch Einw. von Terephthaloylchlorid oder Isophthaloylchlorid auf /?-Methylnaphthalin entstanden in n. Rk. l,4-Bis-[2-melhylnaphthoyl-(l)]-benzol (I) u. 1,3-Bis[2-methylnaphthoyl-(l)]-benzol (II). Aus den beiden Diketonen I u. II ließen sich durch
Pyrolyse je ein gelber u. ein roter KW -stoff gewinnen, wovon nur die ersteren rein
erhalten wurden u. sich in F., Misch-F. u. Spektr. vollkommen ident, erwiesen. Der
gelbe KW-stoff, für den nach seiner Herst. die 4 Formeln III, IV, V u. V I möglich
sind, gab mit Chromsäure ein Dichinon, das mit Hydrazinhydrat in ein Azin überging.
Damit scheiden die Pentacenabkömmlinge IV u. VI von vornherein aus. Bei der Ent­
scheidung zwischen III u. V ist zu berücksichtigen, daß bei Pyrolysen mit Umlagerungen,
1018
D ,. P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1940. I.
die in einem der beiden Fälle ja eingetreten sein muß, die Bldg. irana-bis-angularer
KW-stoffe vor cis-bisangularen stark bevorzugt ist. Demnach ist Y auszuschließen
u. dem gelben KW-stoff die Formel III zuzuschreiben. Die beiden roten KW-stoffe
die aus I u. II gewonnen wurden, dürften ebenfalls ident, sein u. die Konst. IV be­
sitzen. Eine Reindarst. von IV war nicht möglich. Um die Änderung der Eigg. u. des
Spektr. gegenüber dem Pentaplicn bei einem Benzopentaphen aufzuzeigen, wurde
das ll-Methyl-3,4-be?izpentaphen (XVIII) hergestellt. Zu diesem Zwecke wurde 1 Mol.
Terephthaloylchlorid mit 1 Mol. m-Xylol bzw. /9-Methylnaphthalin kondensiert. Die
entstandenen Ketosäuren ergaben bei der Umsetzung mit /3-MethyInaphthalin bzw.
m-Xylol erwartungsgemäß dasselbe Diketon, l-[2,4-Dimethylbenzoyl]-4-[2-methylnaphthoyl-(l)\-bejizol (XVII). Die Pyrolyse von XVII lieferte wieder einen gelben u.
einen roten KW-stoff, von denen ebenfalls nur der gelbe rein gewonnen werden konnte.
Da in diesem Falle wegen des Fehlens einer cts-bisangularen Struktur keine Umlagerung
zu erwarten ist u. der gelbe KW -stoff ein Dichinon u. ein Azin bildete, muß ihm die
Formel X V III u. dem roten die Formel X IX zugeschrieben werden. — Eine Analyse
der Spektren von Pentaphen, Benz- u. Dibenzpentaphen nach dem Anellierungsverf.
C. 1936. II. 1920 u. Atti X Congr. int. Chim., Roma 2 [1938]. 213) bestätigte
Struktur der angeführten KW-stoffe.
X YIII
X IX
Versuche.
l,4-Bis-[2-methylnaphthoyl-(l)]-benzol (I), C30H22O2, aus Tere­
phthaloylchlorid in CS2 mit /9-Methylnaphthalin in Ggw. von A1C13; Ausbeute fast
quantitativ. Aus Eisessig schwachgelbe Krystalle vom F. 245— 247°. — 1,3-Bis[,2-methylnaphthoyl-(l)]-benzol (II), C30H22O2, aus Isophthaloylchlorid wie I; aus A.
stark lichtbrechendo Blättchen vom F. 185°. — 3,4,9,10-Dibenzpentaphen (III), C30H18,
aus I oder II durch Erhitzen mit freier Flamme, bis kein Destillat mehr übergeht.
Das Pvrolysat wird im Vakuum im C02-Strom bei 300— 100° sublimiert u. dann aus
Xylol fraktioniert krystallisiert. III scheidet sich als schwerer lösl. Anteil in schwach­
gelben Krystallen vom F. 398 — 399° (evakuierte Röhrchen) leicht rein ab. Der im
leichter lösl. Teil des KW-stoffgemisches enthaltene rote KW-stoff läßt sich nicht
vollkommen frei von III darstellen. Er zeigt einen unscharfen F. 365 — 370° u. besitzt
wahrscheinlich die Konst. eines 1,2,8,9-Dibenzpentacens (IV). — 3,4,9,10-Dibenzpentaphen-5,14,8,13-dichinon, aus III in Eisessig mit Cr03. — Dinaphtho-[2',1': 3,4][ 1",2" : 9,10]-l,2-diazapyren-5,8-chinon, C30Hu O2N2, aus der vorigen Verb. mit Hydr­
azinhydrat in Pyridin; aus viel Nitrobenzol seidigbraune Blättchen. — 4-\2-Meihyl7iaphthoyl-(l)]-benzoesäure (XV), C19H140 3> aus Terephthaloylchlorid u. 2-Methylnaphthalin mit A1C13 in CS2; aus Eisessig derbe Krystalle vom F. 196°. — 4-[2,4-Dimethylbe7tzoyl]-benzoe.säure (XVI), ClsHu0 3, Darst. analog XV mit m-Xylol; Ausbeute
3 5 % - Aus Eisessig Plättchen vom F. 187°. — l-[2,4-Dimethylbenzoyl]-4-[2-meihylnaphihoyl-(l)]-benzol (XVII), C27H220 2, aus dem mit SOCl2 dargestellten Chlorid von
XVI mit /S-Methylnaphthalin in CS2 in Ggw. von A1C13; analog aus XV mit m-Xylol.
Aus A. schwachgelbe Plättchen vom F. 113,5°. — ll-Heihyl-3,4-benzpentaphen (XVIII),
1 94 0 . I .
D ,. P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1019
C27H18, aus XYII durch Pyrolyse wie III; Ausbeute gering. Aus Xylol schwach grün­
gelbe Blättchen vom P. 315— 316°. — ll-Methyl-3,4-benzpentaphen-5,14;8,13-dichinori,
aus XVIII mit Cr03 in Eisessig; die Verb. wurde ohne Reinigung in das Azin über­
geführt. — 5'-Methyl-[(bc7izo-l',2': 3,4)-(naphtho-l",2" : 9,10)-l,2-dmzapyreri]-5,8-chin<m,
C27Hi40 2N2, aus dem Dichinon in Pyridin mit Hydrazinhydrat; aus Nitrobenzol rot­
braune Blättchen. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 72. 2139— 47. 6/12. 1939.) H e i m h o ld .
W . E. Bachmann und Wayne Cole, Die Kupplung von Derivaten polycyclischer
Kohlenwasserstoffe mit Olycin. Die Ergebnisse neuerer Unterss. über die patholog. u. die
ehem. Krebsbldg. gaben Veranlassung zum Studium von Verbb., in denen ein Protein
mit einer krebserregenden Verb. oder einem Deriv. einer solchen gekuppelt ist. Solche
Verbb. sind inzwischen von C r e e c h u . F r a n k s (C. 1937. II. 1829) beschrieben worden.
Vff. setzen die durch Einw. von Maleinsäureanhydrid (MA.) auf 3-Methylcholanthren,
Anthracen, 1,2-Benzanthracen u. 1,2,5,6-Dibenzanthracen erhaltenen Verbb. mit Glycin
bzw. Glycinäthylester um. Das Anthracenderiv. (II) gibt mit Glycinäthylester III;
dieses geht leicht in das Imid IV über, das auch aus II u. Glycinäthylesterhydrochlorid
in Pyridin erhalten werden kann. IV liefert bei gemäßigter Hydrolyse die Säure V, bei
energ. Hydrolyse die II entsprechende Dicarbonsäure. V wird auch aus II u. Glycin
in wss. Alkali erhalten. — 1,2-Benzanthracen- u. 1,2,5,6-Dibenzanthracenendobernsteinsäureanhydrid setzen sich mit Glycinäthylester ebenso wie II um; die III entsprechenden
Zwischenprodd. wurden indes nicht isoliert. Die Verb. VI aus 1,2-Dibenzanthracenendobernsteinsäureanhydrid ist von bes. Interesse wegen der carcinogenen Wrkg. des Dinatriumsalzes der Dibenzanthracenendobernsteinsäuro (B a r r y u . Mitarbeiter, C. 1935.
II. 867). — Die MA.-Verb. I des 3-Methylcholanthrens reagiert mit Glyeinäthylester
langsamer als die anderen Endobernsteinsäureanhydride; bei höheren Rk.-Tempp. zer­
fällt I in Methylcholanthren u. MA., so daß die Ausbeute an VII zurückgeht; bei An­
wendung von überschüssigem Glycinester erfolgen Nebenreaktionen. •
—- Das Imid VIII
entsteht aus dem NH4-Salz der Endobernsteinsäure beim Erwärmen mit W., das Imid IX
aus I u. wss. NH„ in Dioxan. Die Leichtigkeit der Imidbldg. ist charakterist. für die
Endobernsteinsäuren u. entspricht der Leichtigkeit, mit der die Anhydride entstehen.
Versuche.
Anthracen9,10-endo-a,ß-succinoglycinäthylester,
C22H190 4N (IV), durch Umsetzung
von II mit Glycinäthylester (X) in
N-CH.-CO.H
warmem Bzl. oder mit salzsaurem X
in Pyridin auf dem W.-Bad oder
durch Erhitzen von III auf den F.,
Prismen aus Äthylacetat, F. 187 bis
188°. Anthracen-9,10-endo-a.,ß-bemsteinsäuremonocarbäthoxymethylamid, C22H210 5N (III),
neben IV aus II u. X in Benzol. Prismen aus Äthylacetat, F. 154— 1 5 6 °; erstarrt wieder
u. schm, erneut bei 175— 177°, nach Krystallisation aus Äthylacetat bei 186— 187 °; IV
entsteht auch beim Behandeln mit Diazomethan in Äthyläther. — Anthraccn-9,10-endoa,ß-succinoglycin, C20H15O4N (V), durch Verseifen von IV mit wss.-alkoh. NaOH, be­
quemer durch Erwärmen von II in Pyridin oder Dioxan mit Glycin in Sodalösung.
Prismen aus Äthylacetat, F. 270— 271°. — Anthracen-9,10-endo-a.,ß-succinimid,
1020
D.j. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N atu rsto ffe.
1 9 4 0 . I.
C]8H130 2N (VIII), aus II durch Auflösen in NaOH, Ansäuern u. Erwärmen der Säure
mit NH3 auf dem W.-Bad. Prismen aus Toluol, P. 303—304,5° (Zers.). — 1,2-Benzanthracen-9,10-endo-a,ß-succinoglycinäthylester, C26H210 4N, aus dom Endobernsteinsäureanhydrid u. X in warmem Benzol. Täfelchen aus Äthylacetat, F. 226— 227°. 1,2-Benzanlhraccn-9,10-cndo-(t,ß-su(xinoglycin, C24H170 4N, durch Behandeln des in Dioxan ge­
lösten Äthylesters mit 2-n. NaOH bei 75°. Mkr. Prismen aus Aceton, F. 242— 244°
(Zers.). — 3-Methylcholanthren-6,I2b-emlo-a,ß-succirwglijcinäthylesler, C28H250.,N (VII),
neben einem hochschm. Prod. aus I u. Glycinäthylester in Bzl. auf dem W.-Bad. Mkr.
Tafeln, F. 181— 182° (Bad 170°); zers. sich nach einigen Sekunden. 3-Meihylcholanthren6,12b-endo-a,ß-succinoglycin, C27H210 4N, aus VII in Dioxan mit 2-n. NaOH bei 50— 55°.
Mkr. Prismen aus Äthylacetat, F. 233—234,5° (Zers.). 3-Methylcholanthren-6,12b-endo'/.,ß-succinimid, C25H190 2N (IX), aus I u. konz. NH3 in Dioxan auf dem W.-Bad. Min1.
Tafeln aus Bzl., F. 252—253° (Zers.). Gibt ebenso wie VII u. die Säure mit kalter konz.
H2S04 eino hellrote Lsg.; I löst sich erst beim Erwärmen unter Rotfärbung u. Zer­
setzung. — l,2,5,6-Dibcnzanthracen-9,10-cndo-a.,ß-succinoglycinäthyUster, C30H23O4N, aus
dem Endobernsteinsäureanhydrid u. X in heißem Benzol. Täfelchen aus Äthylacetat,
F. 220—221°. Gibt mit NaOH in wss. Dioxan bei 90° l,2,5,6-Dibenzanthracen-9,10-endoa,ß-succinoglycin, C28H10O4N (VI), Tafeln aus Essigsäure, F. 252— 253° (Zers.). (J. org.
Chemistry 4. 60—67. März 1939. Michigan, Univ.)
O ste r ta g .
Giuseppe Illari, Untersuchungen über die Konstitution des Nitrosopyrrolschwarz. II.
(I. vgl. C. 1939. II. 85.) Aus dem in der 1. Mitt. beschriebenen a-Pyrrolinyläther des
<x-Phenyl-/?-isonitrosoindols konnte durch langes Kochen in Eisessig ein dem Nitroso­
pyrrolschwarz jn seinen Eigg. vollkommen analoges Prod. der Zus. GsaH2iObNe her­
gestellt werden, für das die Formel I vorgeschlagen wird. Auch bei längerem Kochen
-N
-C.H,
N
NH
HN
H .C .N
mit wss. oder alkoh. KOH blieb das neue „PyiTolschwarz“ unverändert. Durch Chrom­
schwefelsäure wurde es zu Benzoylanthranilsäure u. Oxalsäure oxydiert. Bei der
Behandlung mit H 20 2 in KOH-alkal. Lsg. ging es in einen neuen schwarzen Farbstoff,
G3ßH2iO.N6, von schwach saurem Charakter über, der ein K-Salz mit der Bruttoformel
C30H22O7N6K2 bildete u. mit KMn04 in alkal. Lsg. ebenfalls zu Benzoylanthranilsäure
oxydiert wurde. (Gazz. chim. ital. 69. 668—74. Okt. 1939. Parma, Univ.) H e i m h .
Adoli Sonn, Zur Kenntnis der Pyrroline. Entsprechend der T h i e l e sehen Theorie
der ungesätt. Verbb. führt die partielle Hydrierung von Pyrrol zu A 3-Pyrrolin. Dagegen
entstand bei der Red. von 2-Methyl-4-phenylpyrrol (II) 2-Methyl--!-phenyl-A2-pyrrolin
(III) (vgl. C. 1935. I. 1376). Es wurde nunmehr 2-Phenyl-4-methylpyrrol (IV) red. u.
das dabei entstandene Pyrrolin durch Synth. aus Phcnyl-(y-nitroisobutyl)-keton als
2-Phenyl-4-methyl-A2-pyrrolin (V) indentifiziert. Im Gegensatz zur isomeren Verb. II
nimmt also bei der Hydrierung von IV die zu dem Phenylrest entfernter liegende
Doppelbindung den Wasserstoff auf.
Versuche.
(Mit E. Neumann und E. Bremer.) 2-Phenyl-4-methylpyrrolin
(V), CnH13N, aus Crotonylbenzol u. Nitromethan durch Kondensation in Ggw. von
Na-Methylat u. Red. des rohen Nitroketons in Eisessig mit Fe; auch aus 2-Phenyl4-methylpyrrol mit Zn-Staub u. 20°/oig. HCl. K p.12 124°. Pikrat, Krystalle vom F. 192°
aus A. oder Essigester. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 72. 2150— 51. 6/12. 1939. Königs­
berg i. Pr., Univ.)
H e im h o l d .
A . Corbellini, C. GhioldiundF. Chevallard, Die anomale Zersetzung des Tetrazoderivates des 2,2'-Diamino-1,1'-dinaphtliyls. VI. Die dehydrierende Wirkung des Thionylchlorids auf eine Äthylenbindung. Bei der Einw. von SOCl2 auf cis-[4,5-(Naphtho-l',2')ptjrazolyl-(3)]-o-zinüsäure (I) war bereits früher das Chlorid einer Säure II erhalten
worden, deren Ester auch aus dem Ester von I mit Pb-Tetraacetat entstand. Zum
Unterschied von den Deriw. der Säure I sind die von II mehr oder weniger gefärbt,
was auf eine chinoide Gruppierung im Naphthalinkern schließen läßt. Die Konst.
von II als [4,5-(Naphtho-l ,2')-pyrazolyl-(3)]-o-phenylpropiolsäure ergibt sich aus
folgenden Versuchen: Durch Oxydation von I u. II mit KMn04 entstand in beiden
Fällen [4,5-(Naphtho-l',2')-pyrazolyl-(3)]-o-benzoesäure (III). Durch alkoh. KOH wurde
aus II ebenfalls III neben Essigsäure erhalten, wobei als Zwischenprod. die Ketocarbonsäure IV angenommen werden muß, die sich aus II durch Addition von H20
an die 3-fache Bindung bilden kann. Hydrazinhydrat setzte sich mit dem Ester von II
zu einer Pyrazolonverb. V um. Zwischenprod. der Entstehung von V ist nicht das aus
dem Chlorid von II glatt darstellbare Hydrazid, da dieses nicht zu V cyclisiert werden
1940. I .
D s. P b ä p a k a t i v e o r g a n is c h e C h e m i e .
N atu rsto ffe.
1021
konnte, sondern vermutlich eine Verb., die durch Addition des Hydrazinhydrats an
die 3-fache Bindung entsteht. Den bereits früher beschriebenen, aus den Estern von 1
durch Oxydation mit Chromsüurc erhaltenen Chinonestern muß entsprechend II die
Konst. VI zuerteilt werden. Diese Ester (VI) sind gelb bis orange gefärbt, während
die aus ihnen durch Hydrierung hergestellten Ester VII rot sind.
CH=CH—COOH
o
c
N- NE>co
=C—COOH
N
I
NH
CO—CH,—COOH
(X
N
NH
IT
VI
ö
VII
O
Versuche.
[4,5-(Naphtho--l',2')-pyrazolyl-(3)\-o-benzoesäure (III), aus [4,5(Naphtho-l',2')-pyrazolyl-(3)]-o-zimtsäureäthylester
oder
[4,5-(Naphtho-l',2')-pyrazolyl-(3)]-o-phenylpropiolsäureäthylester mit KMn04 in Pyridin; aus [4,5-(Naphthol',2')-pyrazolyl-(3)]-o-phenylpropiolsäure mit KOH in sd. Amylalkohol oder A .; Kry­
stalle aus A., F. 267— 268° (Zers.). — 3-(Naphihopyrazolyl)-phenyl-5-pyrazolon (V),
C20H14ON4, aus [4,5-(Naphtho-l',2')-pyrazolyl-(3)]-o-phenylpropiolsäureäthylester in
sd. Isoamylalkohol mit Hydrazinhydrat; aus A. Täfelchen vom F. 295°. Chlorhydrat,
nadelförmige Krystalle vom F. 191°. Nitrosoderiv., C20H13O2N5, aus V in salzsaurer
Lsg. mit NaN02; aus verd. A. lange, orangefarbene Nadeln vom Zers.-Punkt 186°.
Kupplungsprod. aus V mit Benzoldiazoniumchlorid, C26H1S0N 8, aus den Komponenten
in alkal. Lsg.; aus verd. A. mkr. krystallin., gelborangefarbenes Pulver vom F. 273,5°.
Triacetylderiv., C26H20O4N4, aus V mit sd. Acetanhydrid; aus Bzl.-PAe. Krystalle,
F. 85— 92°. — [4,5-(Naphtho-l',2')-pyrazolyl-(3)]-o-phenylpropiolsäurehydrazid, C20H14ON4, aus dem Chlorid von II mit Hydrazinhydrat in Chlf.; F. 261— 262° (Zers.). (Gazz.
chim. ital. 69. 291—301. Mai 1939. Mailand, Univ.)
H eim hold.
Giuseppe Losco, Einige Reaktionen mit Pyrazolonderivaten. (Vgl. C. 1939. I.
1757.) Methenylbis-4-(l-phenyl-3-methyl-5-pyrazolon) (I) reagierte mit Hydroxylamin
unter Bldg. von l-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon-4-aldoxim noben l-Phenyl-3-methyl5-pyrazolon. Das Oxim konnte auch aus dem entsprechenden Aldehyd hcrgestellt
werden. Durch Erwärmen auf seinen F. zers. sich das Oxim unter Gasentwicklung.
Aus dem entstandenen Zers.-Prod. konnten 3 Verbb., I, Bis-4-(l-phenyl-3-methyl5-pyrazolon) (II) u. l-Phenyl-3-melhyl-4-cyan-5-pyrazolon (III) isoliert werden. III wurde
durch Einw. von CH3J in l-Phenyl-2,3-dimethyl-4-cyan-5-isopyrazolon (IV) übergeführt,
das durch Behandlung mit HCl über das Amid der Antipyrin-4-carbonsäure (V) in Antipyrin überging. — l-Phenyl-3-methyl-5-pyrazoion reagierte bei 140— 150° mit Formanilid unter Abspaltung von Anilin u. Bldg. von I. Auch 3-Methyl-5-pyrazolon u.
l,3-Diphenyl-5-pyrazolon lieferten mit Formanilid die entsprechenden Methenylderivv. VII u. VIII. An Stelle von Formanilid konnten ebenso Formamid u. FormylBi
CH,
K.
!
iCH— C H = Cr
----- |CH—CN
C|
i Ri=CH,, 11.=C.H|
VII Ki=CH,, R,=H
OC\
N
~,JC0
Ri=Ka=C.Hi
N III
C. Ui
ll,
CH,
CH,
I
I
q
CH* C|
Ci -------- ¡CH--------- HCj-------- nC
C
r
vm
i Q
»
C.H,
o L J I h
C.H»
'co
N
C.H.
IV ll=CN
A Il=CONIi;
1022
D j. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
C h e m ie .
N aturstoffe.
1940.
I.
phenylhydrazin verwandt werden. Die Bldg. der Methenylderiw. ging dann unter
Abspaltung von NH3 bzw. Anilin u. NH3 vor sich. Voraussetzung für das Eintreten
der Rk. zwischen Pyrazolonen u. Formylderiw. ist das Vorhandensein einer Methylen­
gruppe im Pyrazolonmolekül. Antipyrin z. B. konnte nicht zur Umsetzung gebracht
werden.
V e r s u c h e . l-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon-4-aldoxim, CuHn 0 2N3, aus Methenylbis-4-(l-phenyl-3-m-ethyl-5-pyrazolon) (I) mit Hydroxylamin in sd. wss. Dioxan neben
l-Phenyl-3-methyl-5-pyrazokm (F. 127°); aus Bzl. glänzende Nadeln vom F. 170 bis
174° (Zers.). Wurde das Oxim einige Min. auf 170— 175° erwärmt, so entstanden neben­
einander I, Methenylbis-4-(l-phenyl-3-methyl-5-pyrazolon) (II) (F. 180— 181°) u. 1-Phcnyl3-methyl-4-cyan-5-pyrazolon (III) (F. 218—220°), die durch aufeinanderfolgende Be­
handlung mit Bzl., A. u. W. isoliert werden konnten. — l-Phenyl-2,3-dimethyl-4-cyan5-isopyrazolon (IV), C12Hn ON3, aus III mit CH3J in Methanol durch Erwärmen auf
130— 135° im Rohr; aus W. Krystalle vom F. 224— 225°. — l-Phenyl-2,3-dimethylö-isopyrazolon-4-carbonamid (V), C12Hi30 2N3, aus IV durch 2-std. Kochen mit konz.
HCl; aus W. Nadeln vom F. 241— 243“. — Methenylbis-4-(l-phenyl-3-melhyl-5-pyrazolon) (I) entstand aus l-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon mit Formanilid, Formamid oder
Formylphenylhydrazin durch Erwärmen auf 140— 150° für 30 Min.; aus A. kryst. I
in gelben Nadeln vom F. 180— 181°. — Methenylbis-4-(3-meihyl-5-pyrazolon) (VII), aus
3-Methyl-5-pyrazolon u. Formanilid wie I; gelbe Substanz vom Zers.-Punkt über 300°. —
Methenylbis-4-(l,3-diphenyl-5-pyrazolori) (VIII), aus l,3-Diphenyl-5-pyrazolon u. Form­
anilid; gelbe Verb. vom F. 250°. (Gazz. chim. ital. 69. 639— 46. Okt. 1939. Palermo,
Univ.)
H e im h o l d .
Mario Passerini und Giuseppe Losco, Einwirkung von Methyljodid auf Schiffsche Basen aus Methylphenylpyrazolon- und Benzaldehyden. Zur Darst. von Antipyrinaldehyd wurde Di-p-phenetylformamidin mit l-Phenyl-3-methylpyrazolon-5 zum
Phenetidylderiv. des l-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon-4-aldehyds (I) umgesetzt (vgl. C. 1939.
Ü. 1757). Das durch Erwärmen von I mit CH3J auf 100— 105° erhaltene Jodmethylat
konnte durch Einw von alkoh. KOH in AntipyrinaMehyd (III) übergeführt werden.
Wurde I mit CH3J auf 120— 130° erhitzt, so entstand nicht das n. Jodmethylat, sondern
eine in ihrer Konst. noch nicht geklärte Verb., die bei der Hydrolyse Trimethyl-p-phenetylammoniumjodid lieferte. Dieses Salz wurde auch durch hydrolyt. Spaltung des
Einw.-Prod. von CH3J auf Benzal-p-phenetidin (dargestellt bei 120— 130°) neben
Benzaldehyd erhalten, während das entsprechende CH3J-Deriv. des Benzal-p-toluidins
dabei neben Benzaldehyd Trimethyl-p-tolylammoniumjodid ergab.
CH,—C.]--------- |CH—CH=N-C,H.—OC,H.
!
x l i^ ^ J c o
CH,—C r = | C —CHO
,n
CH,—x L ^ ^ 'c o
N
N
C,H,
C,H*
V e r s u c h e , p-Phenetidylderiv. des l-Phenyl-3-methyl-S-pyrazolon-4-aldeJiyds (I),
C19H190 2N3, aus Di-p-phenetylformamidin mit der äquimol. Menge l-Phenyl-3-methylpyrazolon-5 in sd. A .; aus A. gelbe Krystalle vom F. 144— 146°. Jodmethylderiv.,
C20H22O2N3J, aus I mit CH3J u. Methanol bei 100— 105° im Rohr; gelbe Krystalle
vom F. 210— 212° (Zers.) aus Methanol. — Antipyrinaldehyd (III), Ci2H 120 2N2, aus
dem Jodmethylat vom F. 210— 212° mit verd., wss. KOH; aus W. Prismen vom F. 216
bis 217°. Phenylhydrazon, aus A. strohfarbene Nädelchen vom F. 190— 192°. Oxim,
aus A. Nädelchen vom F. 220— 221°. Semicarbazon, aus A. Nädelchen vom F. 204
bis 20S° (Zers.). — Durch längeres Erhitzen von I mit CH3J in Methanol auf 120— 130°
im Rohr entstand eine Verb., die aus W. oder Methanol in hellgelben Nädelchen vom
F. 190° (Zers.) krystallisierte. Die neue Verb. wurde durch verd. NaOH hydrolysiert
u. lieferte p-Phenetyltrimethylammoniumjodid, Cu H18ONJ, das in Nadelbüscheln mit
dem Zers.-Punkt 230— 235° kryst. u. in das Nitrat, Cu H,90 4N2, vom F. 175— 176°
übergeführt wrurde. — p-PhenHyltrimethylaminmiiumjodvl bildete sich auch bei der
Einw. von sd. W. auf das Kondensationprod. aus CH3J u. Benzal-p-phenetidin. —Das Jodmethylderiv. von Benzal-p-toluidin lieferte entsprechend p-Tolyllrimethylammoniumjodid, C10H18NJ, das sich ohne F. verflüchtigte. (Gazz. chim. ital. 69.
658— 64. Okt. 1939. Florenz, Univ., Inst, für pharmazeut. Chemie). H e i m h o l d .
Enrico Cima, Über eine Reaktion von Allantoin und Phenylhydrazin. Durch
Einw. von Phenylhydrazin auf Allantoin bei 190—200° entstanden neben einer Addi­
tionsverb. aus Phenylsemicarbazid u. Diphenylcarbazid (C20H23O2N7, F. 163° aus A.)
2 Verbb. der gleichen Zus. GliHlliONi, deren Konst. noch nicht vollkommen aufgeklärt
werden konnte. Die eine schmolz bei ca. 125° u. ging bei weiterem Erhitzen in die
andere über, die aus Bzl. in zarten Nädelchen vom F. 173— 175° krystallisierte. Diese
194 0 . I .
D j. P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1023
Prodd. scheinen aus Allantoin durch Abspaltung der Harnstoffseitenkette, Substitution
der NH-Gruppen durch Phenylhydrazinreste u. Red. der Harastoff-CO-Gruppe des
Hydantoinkerns zu CH2 hervorgegangen zu sein. (Gazz. chim. ital. 69. 664— 67.
Okt. 1939. Florenz, Univ.)
H e im h o l d .
Wilhelm Doeller, a-Keto-d-(benzoxazolyl-2)-y,8-penlens&ureäthylester. (Vorl. Mitt.)
Im Anschluß an die Arbeiten von B o r s c h e u. D o e l l e r (C. 1939. I. 2199) sollte
untersucht werden, ob sich der aktivierende Einfl. des hetcrocycl. Syst. auf eine Methyl­
gruppe auch bei Zwischenschaltung einer oder mehrerer Äthylengruppen bemerkbar
macht. 2-PropenyUienzoxazol (I), das sich als bes. leicht zugänglich zeigte, konnte in
Ggw. von K-Äthylat mit Oxalester sehr glatt zum Ketoester II umgesetzt werden.
Die Methylgruppc ist in I demnach noch ebenso reaktionsfähig wie im Methylbenzoxazol selbst.
V e r s u c h e . N-CrotonylI
R = CH,
o-aminophenol, C10H n O2N, aus
C H = C H -R
,,
„ _
r ‘ rn„ „ „ o-Aminophenol in Ä. mit CroII
R - C H ,-C O -C O ,C ,H , tonylchlorid; Ausbeute
94% Aus Bzl. glänzende Plättchen
vom F. 133— 135°. — 2-Propenylbenzoxazol (I), Ci0H19ON, aus der vorigen Verb.
durch Dest. über P20 5. Dabei entstanden % 1 u. l/s 2-Methylbenzoxazol. I wurde daher
besser durch 1-std. Erhitzen von o-Aminophenol mit Crotonsäureanhydrid auf 150°
hergestellt; Ausbeute 87% ; Kp.I2 123— 125°. — a.-Kelo-ö-(benzoxazolyl-2)-y,6-pentensäureälhylcster (II), C]4H130 4N, aus I mit Oxalsäurediäthylester in Ggw. von K-Äthylat;
Ausbeute 75%. Aus A. goldgelbe, derbe Nadeln vom Zers.-Punkt 146— 148°. (Ber.
dtsch. ehem. Ges. 72. 2148— 50. 6/12. 1939. Frankfurt a. M., Univ.)
H e im h o l d .
Eiji Ochiai und Fujio Nagasawa, Zur Kenntnis der Substitution des Thiazols.
Die bereits in einer Reihe von Arbeiten (C. 1938. II. 858. 859) mitgeteilten Ergebnisse
von Verss. zum Verh. von Thiazol u. seinen Deriw. bei Substitutionsrkk., die Vff.
einleitend noch einmal zusammenfassen, wurden durch Unters, der Bromierung sowie
der FRlEDEL-CRAFTSschen, GATTERMANNsehen u. TlEMANN-REIMERschen Rkk. er­
weitert. Bei der Bromierung in verd. H2S04 oder Chlf. blieb 4-Methylthiazol (I) un­
verändert, während 2-Oxy- (III) u. 2-Amino-4-methylthiazol (II) die 5-Bromderiw.
lieferten. Die Einw. von Br2auf eine aus der Mercuriverb. von III mit NaCl dargestellten
Chlorverb, lieferte 2,5-Dibrom-4-methylthiazol ( ?). Grundsätzlich ergibt sich aus den
Rkk. des Thiazols, daß zwar die C2-Stellung gegenüber nucleophilen Reagenzien (Elektrondonatoren) akt., die Aktivität der C2- u. C5-Stellung gegenüber elektrophilen Re­
agenzien (Elektronacceptoren) nur gering ist, jedoch für C5 stark erhöht wird, wenn
NH2- oder OH-Gruppen an C2 treten. — Bei der Unters, einiger Farbrkk. des Methinwasserstoffes zeigte sich, daß von den 4 Thiazolen I -y IV III am aktivsten, I aber
inakt. ist. Einw. von Acetylchlorid in Ggw. von A1C13 auf die 4 Thiazole führte nur
bei III zum gewünschten 5-Acetylderiv., während I u. IV unverändert blieben u. II
lediglich die 2-Acotaminoverb. lieferte. Die mit I u. III durchgeführto G atterm annsche Rk. ließ I unverändert u. ergab mit III den 5-Aldehyd, der auch bei der TiemannREIMERschen Rk., allerdings in sehr schlechter Ausbeute, entstand.
„
__
T
_
Versuche.
2-Amino-4-meihyl-5-bromthiazol,
I
—
C4H5N2SBr, aus 2-Amino-4-methylthiazol (II) in
II
R = NH,
20%ig. H2S04 oder in Chlf. mit Br2; aus Ä.-PAe.
C
m r = oh
Nadeln oder Blättchen vom-Zers.-Punkt 105 bis
r
IV r = SH
108,5°. Pikrat, Nadeln vom Zers.-Punkt 196° aus
Aceton. — 2-Oxy-4-methyl-5-bromthiazol, C4H4ONSBr,
aus 2-Oxy-4-methylthiazol (III) in Chlf. mit Br2; aus Ä.-Chlf. Nadeln vom Zers.-Punkt
147,5°. — Dibrom-4-methylthiazol, C.,H3NSBr2, III wurde in alkoh. Lsg. mit Hg-Acetat
mercuriert, das Rk.-Prod. mit NaCl umgesetzt u. die entstandene chlorhaltige Verb.
in Chlf. mit Br2 behandelt; aus A. schuppenartige Krystalle vom Zers.-Punkt 151°. —
2-Oxy-4-methyl-5-acetylthiazol, CeH70 2NS, aus III in Nitrobenzol oder Tetrachloräthan mit Acetylchlorid in Ggw. von A1C13; Krystalle aus Wasser. Semicarbazon,
Zers.-Punkt 244°. — II ergab, in Tetrachloräthan mit Acetylchlorid in Ggw. von A1C13
umgesetzt, lediglich 2-Acetamino-4-methylthiazol (Nadeln vom F. 134°; K-Salz,
schuppenartige Krystalle vom Zers.-Punkt 342°). — 2-Oxy-4-methylthiazolaMehyd-(5),
C5H50 2NS, aus III in einem Gemisch aus A. u. Tetrachloräthan mit HCN u. HCl;
gelbe, körnige Krystalle vom Zers.-Punkt 248° aus Methanol. p-Nitrophenylhydrazon,
rotes Pulver vom Zers.-Punkt 297—300°. Der 5-Aldehyd entstand auch aus III mit
KOH u. Chlf. in sehr schlechter Ausbeute. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 72. 1470— 76. 5/7.
1939. Tokio, Univ.)
H e im h o l d .
1024
D ,. P r ä p a r a t iv e
o r g a n is c h e
Ch e m ie .
N aturstoffe.
1940. I.
J. P. Wibaut, Bemerkung zur Abhandlung von Eiji Ochiai und Fujio Narjasawa:
Zur Kenntnis der Substitution des Thiazols. (Vgl. vorst. Ref.) Vf. hatte schon vor
O c h i a i u. N a g a s a w a auf das analoge Verh. von Pyridin u. Thiazol bei der Bromierung
in der Gasphase bei hohen Tempp. hingewiesen (vgl. C. 1934. I. 2127), wo in beiden
Fällen eine Substitution in 2-Stellung erfolgte u. 2-Bromthiazol, sowie 2-Brompyridin
entstanden. Entsprechendes gilt für Benzthiazol u. Chinolin. Die Behauptung von
O c h i a i u . NAGASAWA, daß Thiazolderiw. nicht halogeniert werden können, wenn
nicht ihre 2-Stellung besetzt ist, stimmt mit den Tatsachen nicht überein, da bei der
Bromierung von Thiazol, allerdings bei höherer Temp., gerade die 2-Stellung substitu­
iert wird. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 7 2 . 1708. 6/9. 1939. Amsterdam, Univ.) H e i m h .
Otto Mumm, Hans Hinz und Jürgen Diederichsen, Über das N-Methyl-2-benzthiazolonmethid und das gewöhnlich als „Fischersche Base“ bezeichnte N-3,3-Trimethyl2-indolinonmethid. Im Gegensatz zu den Pyridonmethiden sind N-3,3-Trimethyl2-indolincm.methid u. N-Methyl-2-benzthiazolonmethid farblos. Trotzdem gehören die
drei Stoffklassen zusammen, da sie mit CS2, C6H5NCS u. C6H5NCO dieselben charak­
terist. Addukte bilden. Auch in den übrigen Eigg. bestehen weitgehende Analogien.
Die Ursache für das Fehlen der Farbe bei dem N-Methyl-2-benzthiazolonmethid ergab
sich aus der Best. des Mol.-Gew., nach der die Verb. bimol. ist. Augenscheinlich liegt
ein Gleichgewicht der dimeren mit der monomeren Form (XIII) vor. Im Gegensatz
zum Benzthiazolonmethid ist das N-3,3-Trimethyl-2-indolinonniethid monomolekular.
Das Indolinonmethid wird durch Luftoxydation rot gefärbt. Das bei diesem Vorgang
aus 1 Mol. Indolinonmethid mit 1 Atom 0 entstehende blutrote, ölige Rk.-Prod. wurde
durch Dest. zum größten Teil wieder in das N-3,3-Trimethyl-2-indolinonmethid zurück­
verwandelt, während aus dem Dest.-Rückstand ein fast schwarzes Prod. vom F. 83°
u. derselben Bruttoformel wie das rote ö l isoliert werden konnte. Diesem Verh., der
roten Farbe u. den sonstigen Eigg. des Oxydationsprod. wird nur die Aminoxydformel
XIV gerecht. Dementsprechend ließ sich der Sauerstoff bei der Oxydation auch durch
H20 2 ersetzen, nur daß dabei direkt das Umwandlungsprod. vom F. 83° entstand.
Dieses Isomere besitzt seinem Verh. nach die Konst. XV u. steht im Gleichgewicht
mit der dimeren Form XVI, wobei die intensive Färbung darauf schließen läßt, daß
XIII
(XYI)
H.C-N
OH
CII,
H.C-N
X*CHs
CH,
+ 0
XVH
H.CX
3H.I
OHr
HO— N-CH,
HO© ©
H.C-N
CH,HOGK-CH,
XX
XXI
HjC'N
X-CH,
R = H
R = CH,
1940. I .
D j- P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1025
das Gleichgewicht weitgehend zugunsten von XV verschoben ist. Bei der Darst. von
XVI wurde ein farbloses Nebenprod. erhalten, das aus XVI durch W.-Abspaltung
hervorgegangen ist u. die Formel XVII besitzt. Das N-Methylbenzthiazolonmethid
nimmt bei der Autoxydation, die nur in feuchter Atmosphäre stattfindet, ebenfalls,
jedoch nur vorübergehend, eine Rotfärbung an, was auf eine gewisse Analogie des Rk.Verlaufcs mit dem bei Indolinonmethid schließen läßt. Das schließlich entstehende
weiße Rk.-Prod. X X ist als Addukt aus 1 O-Atom u. 1 H,0-Mol. an 2 Moll, des monomol.
Benzthiazolonmethids aufzufassen. Der zu X X führende Rk.-Mechanismus wird durch
die Formelreihe XIX wiedergegeben. X X bildet sich auch aus dem Benzthiazolonmethid in W., A. oder Aceton in der Wärme. Mit heißem absol. Methanol wurde dagegen
die Verb. X X I erhalten, deren Entstehung entsprechend der Formelreihe X X mit Methoxyl an Stelle des Hydroxylions zu denken ist. Für die bei der Autoxydation des Benz­
thiazolonmethids intermediär auftretende Rotfärbung ist die Zwischenstufe X IX a
verantwortlich zu machen.
V e r s u c h e . N-3,3-Trimelhyl-2-indolinonmethid, C12H)5N, K p.,so 248°, Kp.12119°.
— N-Methyl-2-benzthiazolonmelhid (XIII), Cl8HlgN2S2, aus dem Dimethylsulfataddukt
des 2-Methylbc7izthiazols (F. 135°) mit NaOH; Ausbeute 71%. Krystalle vom F. 167°
aus Aceton. Pikrat, F. 121— 122° (aus A.). Addukt mit Schwefelkohlenstoff, C13HUNS2,
aus dem Indolinonmethid mit CS2 in A.; Ausbeute 24%. Aus A. ziegelrotes, krystallin.
Prod. vom F. 171°. Addukt mit Phenylsenföl, C19H20N0S, aus den Komponenten in A.;
Ausbeute 90%. Aus Bzl. oder A. gelbe Krystalle vom F. 158°. Addukt mit Phenylisocyanat, C19H20ON2, aus den Komponenten in A.; Ausbeute 88% . Hellrosafarbene
Krystalle vom F. 135° aus Methanol. — Addukt des N-Methyl-2-benzthiazolonmethids
mit Schwefelkohlenstoff, C!0H9NS3, aus dem Methid mit CS2 in Bzl.; Ausbeute fast
quantitativ. Gelbbraune Krystalle vom F. 240° aus Anisol. — N-2,3,3-Tetramethyl-2äthylindolcnin, aus dem jodwasserstoffsauren Salz des Indolinonmethids mit C2H6'MgBr
in A.; Kp.0i„ 89—90°. Pikrat, Cä0H2jO-Nj, grünliche Krystalle vom F. 166°. — Bromcyanaddukt des N-3,3-Trimelhyl-2,2-indolinonmethids, CI3H16N2Br, aus dem Indolinon­
methid in A. mit BrCN; Ausbeute 78%. Aus A. Nadeln vom F. 107— 108°. Die
Spaltung des Adduktes durch 15-std. Erhitzen mit konz. HCl im Rohr auf 120° ergab
die Verb. Gi„HJ,lNCl2, deren Pikrat aus A. in roten prismat. Krystallen vom F. 134
bis 135° erhalten wurde. — Das aus dem N-3,3-Trimethyl-2-indolinonmethid durch
Aufnahme von 4 Moll. H2 in Eisessig über Pt-Katalysator erhaltene Hydrierungsprod.
C^H23N stellt ein Öl vom Kp.16 90° dar, das ein Pikrat vom F. 177° lieferte. — Amin­
oxyd des N-3,3-Trimethylindolinonmethids (XIV), CI2HL-ON, aus dem Indolinonmethid
in A. mit 0 2; zähes, blutrotes öl, das weder kryst., noch unzers. destillierbar war. —
Isomeres vom F. 83° (XVI), C2.,H30O2N2, aus dem Aminoxyd durch 38-std. Kochen mit
alkoh. HCl u. Dest. (Ausbeute ca. 70%); aus dem N-3,3-Trimethyl-2-indolinonmethid
in Bzl. mit 3%ig. H20 2-Lsg. (Ausbeute ca. 60%)- Die Verb. blieb nach dem Abdest.
der Lösungsmittel u. Nebenprodd. im Rückstand u. wurde aus diesem durch Anreiben
mit A. krystallin erhalten. Aus ganz wenig A. fast schwarze Krystalle vom F. 83°. —
Nebenprod. XVII, C2.,H2SON2, aus dem Aminoxyd beim langsamen Eindunsten seiner
äther. Lsg.; Krystalle vom F. 225— 227° aus Aceton. — Auloxydationsprod. des
N-Methyl-2-benzthiazolonmethids (XX), ClsH20O2N2S, aus dem feuchten Methid mit 0 2
oder durch Kochen der Lsgg. des Methids in W., A. oder Aceton an der Luft; aus A.
Krystalle vom F. 171°. — Auloxydationsprod. des N-Methyl-2-benzthiazolonmethids in
absol. Methanol (XXI), C20H 21O2N2S, aus dem Methid durch Kochen seiner Lsg. in
Methanol unter Durchleiten von 0 2; aus Lg. Krystalle vom F. 162°. (Ber. dtsch. ehem.
Ges. 72. 2107— 20. 6/12. 1939. Kiel, Univ.)
H e im h o l d .
Horst Böhme, Zur Kenntnis der Monooxycumarine. Zum Zwecke opt. Unteres,
wurden die bekannten Monooxycumarine dargestellt u. die Methoden ihrer Gewinnung
überprüft. Dabei wurde gefunden, daß die Synth. des 8-Oxycumarins (I) nach der
PECHMANNschen Meth. (B i z z a r r i , Gazz. chim. ital. 1 5 [1885]. 34) nicht gelingt.
Statt dessen wurde I aus o-Vanillin nach P e r k i n über das 8-Methoxycumarin (II)
nach dessen Entmethylierung dargestellt. Die Konst. des I ergibt sieh aus der Methylierbarkeit zu II. Ferner wurde das bisher unbekannte 5-Oxycumarin (III) durch P e r k i n sche Synth. aus y-Resorcylaldehyd (2,6-Dioxybenzaldebyd) erhalten u. durch den
Methyläther (IV) charakterisiert.
V e r s u c h e . 8-Oxycumarin (I), C9H60 3, aus dem Methyläther durch Kochen
mit AlBrs in Bzl., Krystalle nach Sublimation bei 0,01 mm u. 120— 140°, Umlösen
aus W. u. Resublimation bei 0,06 mm u. 130— 140°, F. 160°, leicht lösl. in A., Chlf.,
Essigester, Aceton, Eisessig, CH3OH, A., schwerer lösl. in Bzl. u. W., sehr schwer lösl.
in Lg., FeCl3-Rk. in wss. alkoh. Lsg. tief blauviolett, lösl. in NaOH mit tiefgelber Farbe.
Methyläther {II), Krystalle aus W., nach Sublimation bei 0,015 mm F. 90—91°. Acetat,
X X II. 1.
67
102 6
D s. P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1940. I .
CnHg0 1( derbe Krystalle aus W. vom P. 131°, liefert nach Verseifung mit 25%ig. H2SO,, I
in Nadeln vom P. 160°. — 5-Aceloxycumarin, CnHsO,,, aus y-Resorcylaldchvd mit
Natriumacetat u. Essigsäureanhydrid 3 Stdn. bei 150— 160°, dann 1 Stde. bei 175— 180°,
feine Nadeln aus W. vom F. 84°. — 5-Oxycumarin (III), C9H60 3, aus vorst. mittels
25%ig. H2SO.„ Krystalle aus verd. A., nach Sublimation bei 0,08 mm u. 170— 180°
P. 229°, leicht lösl. in Aceton, Eisessig, Essigester, CH3OH, A., schwerer lösl. in Ä.,
Bzl., Chlf., schwer lösl. in W. u. Lg., FeCl3-Rk. in wss.-alkoh. Lsg. blaugrün, Rk. mit
NaOH gelb, verblassend beim Stehenlasscn. Methyläther (IV), Ci0H8O3, nach Dest.
bei 0,15 mm u. 120— 130°, Umlösen aus verd. CH3OH u. Redest, bei 0,1 mm u. 100 bis
110° Krystalle vom P. 75—77° nach Erweichen bei 70°. (Bcr. dtsch. ehem. Ges. 72.
2130—33. 6/12. 1939. Berlin, Univ., Pharm. Inst.)
Offe.
P. Prillinger, Über die katalytische Reduktion von Chromon- und Cumarondarivaten.
(Unter Mitarbeit von H. Schmid.) Die Chromonderivv. I u. II u. das Cwmaronderiv. III
wurden durch katalyt. Red. in Ggw. von Pd-Tierkohle in die entsprechenden Chromane
IV u. V bzw. Cumaran VI übergeführt. IV wurde mit GRIGNARD-Reagens zu dem
freien Oxychroman IV a entmethyliert. VI hatte bereits K a r r e r (Helv. chim. Acta­
l l [1919]. 460) mit dem F. 96° beschrieben; die vom Vf. dargestellte Verb. schmolz
jedoch bei 60°. Vf. vermutete, daß die von K arrer erhaltene Substanz unverändertes
III war u. wiederholte deshalb die Red. nach K a r r e r mit Na u. A.; das Rk.-Prod.
bestand jedoch in unverändertem Ausgangsmaterial. Durch Rk. von III mit Benzonitril wurde 3-Methyl-5-benzoyl-6-oxycuimron vom F. 171,5° (nach K a r r e r F. 158°)
dargestellt. Das von K a r r e r durch Anwendung der gleichen Rk.-Folge auf sein
„2-Methyl-5-oxycumaran“ angeblich gewonnene 3-Metliyl-5-benzoyl-6-oxycumaran
existiert nach den Ergebnissen von Vf. nicht. — Die Flavatwne VII u. VIII ließen sich
durch analoge katalyt. Hydrierung in die entsprechenden Flavane überführen. Die
Red. des Cumararwns IX zum Cumaranderiv. gelang nicht.
VII r = H VIII r = OCH.
V e r s u c h e . 3-Methyl-G-oxycumaron, C9H80 2 (III). Nach K a r r e r (I.e.):
Reinigung durch Lösen in A., Ausschütteln mit NaHC03 u. Vakuumdest. F. 106°. —
3-Meihyl-6-oxycumaran, C9H10O2 (VI). 3-std. Hydrierung von III in Eisessig in Ggw.
von Pd-Tierkohlekatalysator, Verdampfung des Eisessigs u. Vakuumdest. K p .0l6 80
bis 90°. Durch Ausfrieren aus Gemisch von A. u. PAe. lange Nadeln, F. 60°. — 3-Mcthyl5-benzoyl-G-oxycumaron, C16HI20 3. Durch Umsetzung von III mit Benzonitril nach
K a r r e r . Reinigung durch Lösen in A., Waschen mit NaHCOs-Lsg. u. W., Verdampfung
u. Sublimation des Rückstands. Aus A.-W. umkryst., F. 171,5°. Hydrierung der
übrigen Verbb. analog. IV. C,„HI20 2, öl. V, C10HI2O2. Aus PAe. F. 70—72°. Flavanderiv. aus IV, ClcH 10Oa, öl. — Flavanderiv. aus V, C17Hlg0 3. Aus A. F. 85— 88°. —
E n t m e t l i y l i e r u n g v o n IV. Versetzen von IV mit C2H5MgJ-Lsg., Verdampfung
des Ä., Erhitzen auf 170° bis zur Beendigung der Gasentw., Zugabe von NH^Cl-Lsg.,
Extraktion mit Ä. u. Ausschütteln mit Lauge. Nach Ansäuern der alkal. Lsg. Extrak­
tion mit Ä. u. Vakuumdest. des Verdampfungsrückstands. Durch Ausfrieren aus
Gemisch von PAe. u. Ä. lange glänzende Nadeln von IV a, C9HJ0O2, F. 90°. (Mh.
Chem. 72. 427— 31. Sept. 1939. Wien, Univ.)
RlENÄCKER.
William Ogilvy Kermack, Synthetische Antimalariamittel. Kurze Zusammen­
fassung. (Chem. Prod. chem. News 2. 5— 9. Mai 1939. Edinburgh.) H e i m h o l d .
Martino Colonna, Über einige Derivate des 3-Nitro-4-oxychiiwlins. II. Synthese
des 4,6-Dioxy-3-nitrochinolins. (I. vgl. C. 1937. II. 231.) 3-Acetylamino-4-äthoxychinolin (II) besitzt wie das analoge Acetyl-o-phenetidin antipyret. Wirksamkeit u. ist
ungiftiger als dieses. Um die antipyret. Wrkg. von II zu steigern, sollte in 6-Stellung
eine OH-Gruppe eingeführt werden. Zu diesem Zwecke winde 4 fi-Dioxy-3 -nitrochinolin (III) hergestcllt, das auch als Ausgangsmaterial für andere, therapeut. wichtige
Verbb. dienen kaim. — 2-(ß-Nitroäthyliden)-amino-5-oxybcnzxiesäure, C9HsOsN2, aus
«>•0w-
1940. I .
D»- P r ä p a r a t iv e o r g a n is c h e C h e m i e .
N aturstoffe.
1027
5-Oxy-2-aminobenzoesäure mit methazonsaurem K in salzsaurer Lsg.; Ausbeute ca. 90%Aus A. orangefarbene Nädelchen vom F. 218° (Zers.). •
— 3-Nilro-4,6-dioxyehinolin,
C9H ,04N2, aus der vorigen Verb. mit Acetanbydrid u. Na-Acetat; aus Eisessig weiß­
gelbe Nädelchen, die sich gegen 320° ohne F. zersetzen. — 4,6-Dimethoxy-3-nitrochinolin, CUH10Ö4N2, aus der vorigen Verb. mit Dimethylsulfat u. Alkali; aus A.
Krystallc vom F. 254°. — 3-Amino-4,G-dioxychinolin, aus der Nitroverb. mit Sn u.
HCl; aus W. Nädelchen vom F. 312— 313° (Zers.). Acetylderiv., CnH10O3iST;,, aus W.
Nadeln ohne Schmelzpunkt. — 4,G-Diäthoxy-3-acetylaminochinolin, C16H ,80 3N2, aus
dem Acetylderiv. in A. mit K2C03 u. C2H5J ; F. 175° nach Trocknung. (Gazz. chim.
ital. 69. 684—88. Okt. 1939. Perugia, Univ.)
H e im h o l d .
Hans Eduard Fierz-David, Jakob Erassel und Fritz Probst, Zur Kenntnis
der Triphendioxazine. In den D. R. PP. 253091 u. 255642 werden Verbb. beschrieben,
die aus den Kondensationsprodd. des Typus I von Chloranil mit aromat. Aminen
durch nachträgliche Oxydation entstanden u. von den Vff. als mehrkernige Oxazinc
(II) erkannt wurden. Den aus der Patentliteratur bekannten Verff. zur oxydativen
Kondensation der Verbb. I haben Vff. eine neue Meth. zugefügt, die in der Behandlung
der Dianilidochinone mit A1C13 in Pyridin besteht. Zur Reindarst. der Dioxazine, die
meist sehr schwer lösl. sind, wurden diese im Extraktionsapp. umkryst. (vgl. Original).
— 2/>-Dichlor-3,G-di-(o-anisidino)-chinon, aus Chloranil u. o-Anisidin in Ggw. von
Na-Acetat in sd. Chlorbcnzol; glänzende, schwarze Blättchen. — 9,10-Dichlortripliendioxazin (II), ClsH80 2N2CI2, aus der vorigen Verb. in Pyridin mit A1C13 bei 80—90°;
rote, wollige Nadeln aus Nitrobenzol. — Analog wurden 3,7,9,10-Tetraddortriphendioxazin, C18H S0 2N2C14, u. 2,6-Dinitro-9,10-dichlorlrip]iendioxazin (glänzende, violettrote Blättchen) gewonnen. Durch Red. der letzteren Verb. mit Na-Hyposulfit ent­
stand das aus Trichlorbenzol in kleinen, grünglänzenden Blättchen krystallisicrendo
Dihydrodiaminoderiv., C18H10O2N4Cl2. — Das l,3,5,7-Tetranilro-9,10-dichlortriphendixzzin, C18K4OI0LNr6C I2, wurde durch Behandlung des aus Chloranil u. Pikraminsäuro
gebildeten Kondensationsprod. mit konz. H2S04 hergestellt u. kryst. aus Nitrobenzol
in kupferglänzenden Blättchen. — 2,G-Di-(benzoylamino)-3,7-dimrthyl-9,10-dich.lortripliendioxazin, C2,HZ20 4N4C12, aus dem Kondensationsprod. von Chloranil mit 1-Amino2-methoxy-5-methyl-4-benzoylaminobenzol durch Einw. von Benzoylchlorid in Nitro­
benzol; metall. grün glänzende Krystallc. — 3,7-Diäthoxy-9,10-dichlortriphcndioxazin,
C231I160 4N2C12, aus dem Kondensationsprod. von Chloranil mit 2,5-DiäthoxyaniIin in
sd. Dichlorbenzol mit Benzoylchlorid; grünglänzende, feine Nadeln. Das analog dar­
gestellte Dimethoxyderiv. bildete feine, grüne Krystallc. — 2,3,5,6-Dibenzo-9,10-dichlorlriphendioxazin, aus dem Kondensationsprod. aus Chloranil u. 2-Naphthylamin in
sd. Nitrobenzol; grün glänzende Nadeln. — 3,4,7,8-Dibenzo-9,10-triphendioxazin,
C2ijH120 2N2C)2, aus 2,5-Di-(l'-naphthylamino)-3,6-dichlor-l,4-benzochinon durch Kochen
in Nitrobenzol; grüne, glänzende Nadeln. Über den l-Amino-2-naphtholätliyläther
konnte das Dioxazin nicht hergestellt werden. — Das Oxazin des Schics. P. 180 698,
*-'3SH20O2N6Cl2, wurde aus dem Diarylid aus 4-Benzolazo-l-naphthylamin u. Chloranil
CI
i
1
/ —
CI
\
'
_
0
CI
K
in Nitrobenzol mit p-Toluolsulfochlorid erhalten; grüne Nadeln. — II gab beim Kochen
mit Anilinchlorhydrat in Anilin ein blaues Prod. der Zus. C3GH210 2N6C1, in dem offenbar
ein Trianilidoderiv. vorliegt. — 2,6-Dianilido-9,10-dichlortriphendioxazin, aus dem
Kondensationsprod. aus Chloranil u. l-Amido-2-methoxydiphenylamin mit A1C13 in
Pyridin; blaues, krystallin. Pulver. (Helv. chim. Acta 22. 1348—58. 1/12. 1939.
Zürich, Techn. Hochschule.)
H e im h o l d .
R. Charonnat, Untersuchungen über das Thioid. Eine Additionsverbindung aus
Piperazin und Schwefelkohlenstoff. In alkoh., alkoh.-wss. oder reinwss. Lsg. ergeben
Piperazinhydrat u. CS2 eine in organ. Lösungsmitteln vollkommen uni., gelbe Additions­
verb. der Zus. C5H10N2S2. Diese Verb., die vom Vf. Thioid benannt wird, verhält sich
102 8
D ä. N a t u r s t o f f e : K o h l e n h y d r a t e . — A l k a l o id e .
1940. I.
wio eine schwache Säure. Sio bildet ein in gelben Prismen krystallisierendes K-Salz
u. liefert mit Ag, Pb, Cd, Zn, Co u. Niunlösl. u. zum Teil gefärbte Komplexe. Bas. Eigg.
des Thioids erhellen aus der Bldg. eines Perjodids, sind jedoch nur sehr schwach aus­
geprägt, da schon sehr verd. Säuren die Verb. in die Komponenten spalten. In alkal.
Lsg. wird Thioid leicht oxydiert. Das 1. Prod. der Oxydation mit Jod, das unter
Verbrauch von 2 Atomen J entsteht, ist das orangefarbene Dehydrothioid, C5H8N2S2,
das durch Säuren nicht mehr zers. wird u. in Alkalien uni. ist. Auf Grund seines Verh.
schlägt Vf. für das Thioid die Formeln I oder II vor. (Atti X Congr. int. Chim., Roma
3 . 65— 73. 2 1/5. 1038. Paris.)
H e im h o l d .
M. Moricz, Über eine, sterische Hinderung in der Oalaktosereihe. Versuche zur
Herstellung eines 4-Tosyl-ß-methylgalaktosids. Zur Prüfung der Annahme von MÜLLER
(vgl. C. 1935. II. 854), daß das aus Triacetyl-4-tosyl-/?-methylglucosid entstehende
Anhydro-/?-methylhexosid ein 3,4-Anhydro-/?-methylgalaktosid sei, wurde versucht,
Triacetyl-4-tosyl-/?-methylgalaktosid darzustellen, um dieses zu verseifen, doch konnte
die Darst. der 4-Tosylgalaktosidverb., die in der Glucosereihe ohne Schwierigkeiten
gelingt, nicht verwirklicht werden. Das durch Einw. von Benzaldehyd, folgende
Acetylierung u. Wiederabspaltung des Benzalrestes erhaltene 2,3-Diacetyl-ß-melhylgalaktosid war zwar erwartungsgemäß im 6-Hydroxyl tritylierbar, doch reagierte dann
das Hydroxyl des C-Atoms 4 nicht mehr mit Tosylchlorid, obgleich Acetylierung u.
Benzoylierung erfolgte. Wird in das 6-Hydroxyl statt des großen Tritylrestes die
kleinere Tosylgruppe eingeführt, so bleibt die Rk.-Fähigkeit des freien 4-Hydroxyls
erhalten u. als Endprod. entsteht in guter Ausbeute 2,3-Diacetyl-4,6-ditosyl-ß-methylgalaktosid (I). Auch letzteres reagiert nicht in gewohnter Weise, denn die Tosylgruppe
am Hydroxyl 6 reagiert mit NaJ in Aceton sehr träge u. das entstehende Jodhydrin
spaltet bei Einw. von Thalliumacetat kein J ab. Beim Vers., aus I durch Abspaltung
einer Tosylgruppe ein 4-Tosyl-/S-methylgalaktosid darzustellen, spaltete sich neben den
Acetylgruppen zwar die eine Tosylgruppe ab, doch nur unter gleichzeitiger Anhydridisierung des Mol. u. bei der Reacetylierung entstand ein 2-Acetyl-4-tosyl-3,G-anhydroß-meihylgalaktosid. Die Rk.-Trägheit des 4-Hydroxyls im 2,3-Diacetyl-6-trityl-/3methylgalaktosid ist demnach im Vgl. zur entsprechenden Glucoseverb, sehr stark
erhöht u. beweist, daß Analogien zwischen Glucose- u. Galaktoseverbb. nur mit Vor­
sicht anzuwenden sind. (Magyar Biol. Kutatöintezct Munkäi [Arb. ung. biol. Forsch.Inst.] 10. 443— 49. 1938. Budapest, Univ. [Orig.: ung.; Ausz.: dtsch.]) SCHICKE.
Karl Freudenberg, Emst Schaaf, Gertrud Dumpert und Theodor Ploetz,
Neue Ansichten über die Stärke. (Vgl. F r e u d e n b e r g u. B o PPEL, C. 1939. I. 2203.)
Diskussion von Mol.-Modellen der Dextrine nach SCHARDINGER. Diese Dextrine sind
als solche nach Vff. nicht in der Stärke vorgebildet, jedoch ist ihre Entstehung durch den
Aufbau der Stärke bestimmt. Für Stärke wird ein schraubenförmig aufgebautes Modell
angenommen, in welchem die Verfestigung von einer Glucoseeinheit zur benachbarten
der nächsten Windung intramol. durch H-Brücken zwischen den Hydroxylen der eigenen
Kette erfolgt; dagegen sollen die gerichteten Fadenmoll, der gewachsenen Cellulose sich
intermol. verfestigen. (Naturwiss. 27. 850—53. 22/12. 1939. Heidelberg, Univ., Chem.
Inst. u. Inst. f. d. Chemie d. Holzes u. d. Polysaccharide.)
U lm ann.
Heisaburo Kondo und Hirotaro Katsura, Über die Konstitution des Lycorins.
VI.
Mitt. Über Lycorisalkaloide. XIV. Mitt. (Vgl. C. 1937. II. 407. X H I. vgl. C. 193
I. 132.) Im Mol. des Lycorins blieb nach den vorhergehenden Unterss. noch die Stellung
einer Doppelbindung u. zweier OH-Gruppen im Ring B (I) zu klären. Da sich der
Ring B bei der Aufspaltung von D durch HoFMANNschen oder EMDEschen Abbau
sofort aromatisiert, wurde das Dihydrolycorin diesen Rkk., jedoch ohne Erfolg, unter­
worfen. Dagegen gelang es, mit Pb-Tetraacetat die Nachbarstellung der beiden OHGruppen nachzuweisen u. durch Bromcyanaufspaltung des Diacetyldihydrolycorins
den Ring D zu öffnen. Beim Kochen des Bromcyanids mit alkoh. n-JCOH entstanden
ein neutrales Cyanid, C16H ,80 4N-CN, u. ein bas. Sirup. Aus beiden, sowie aus dem
Bromcyanid selbst wurde durch weitere Behandlung mit KOH oder 30%ig. H2S04
eine bas. Verb., C16HI80 4NH, erhalten, die die LlEBERMANNsche Nitrosork. u., vrie
das Cyanid auch, ein Acetylderiv. gab. Das Cyanid konnte durch Chromsäure zu
einem Keton, C16H150 6N, oxydiert werden. Das Keton ließ sich in ein Monomethylderiv. überführen, in dessen Oxim eine Methylimidgruppe nachgewiesen werden konnte.
Unter Berücksichtigung der angeführten Tatsachen ist es wahrscheinlich, daß die
Doppelbindung u. die OH-Gruppen im Mol. des Lycorins nach IV oder V angeordnet
sind, u. daß das Keton im fraglichen Teil des Mol. die Konst. VI oder VII besitzt.
V e r s u c h e . Dihydrolycorinjodmethylat, aus Methanol Krystalle vom F. 282 bis
283° (Zers.). Das mit AgCl erhaltene Chlormelhylat kryst. nicht, gut dagegen sein PtDoppdsalz vom F. 28S°. Bei der Einw. von 5%ig. NaHg blieb die Methyldihydro-
194 0 . I .
D ,. N a t u r s t o f f e : T e r p e n -V e r b in d u n g e n .
1029
lycoriniumbase unverändert u. wurde als Chloroplatinat wiedergewonnen. — Diacetyldihydrolycorin, C20H23O6N, aus A. Nadeln vom F. 175°. — Diacetyldihydrohjcorinbromcyanid, C21H23OeN2Br, aus der vorigen Verb. mit Bromcyan in Bzl. auf dem W.-Bade;
aus A. Nadeln vom F. 176°. Beim Vers. zur katalyt. Hydrierung des Bromcyanids
in Ggw. von Pt-C, Pd-CaC03 oder Pd-C blieb dieses unverändert. Durch Verseifung
mit 5%ig. methanol. KOH entstanden aus dem Bromcyanid ein bas. Sirup u. neutrale
Krystallc vom F. 217° (s. unten). — Dihydronorlycorinanhydrid, C,8H190 4N, aus dem
bas. Sirup, den neutralen Krystallen oder dem Bromcyanid selbst durch Erhitzen mit
n. alkoh. KOH oder 30%ig. H2S04; aus A. hexagonale Prismen vom F. 198°. Ans
wss. Aceton oder verd. A. konnte die Verb. mit 1 H20 u. dem F. 204° erhalten werden.
— Acetyldihydronorlycorinanhydrid, C18H21OsN, aus der vorigen Verb. mit Acetanhydrid auf dem W.-Bade; Krystalle vom F. 167— 16S° aus A. oder Methanol. — Dihydrocyanlycorinanhydrid, C17H180 4N2, diese Verb. wurde als neutrales Prod. aus dem
Diacetyldihydrolycorinbromcyanid durch Verseifung mit 5%ig. methanol. KOH ge­
wonnen (s. oben); aus A. Prismen vom F. 217“. Aus A. entstand auch oft ein krystallalkoholbaltiges Prod. vom F. 182°. — Acetyldihydrocyanlycorinanhydrid, C19H2jOsN2,
aus A. Platten vom F. 236° (Zers.). — Oxodihydronorlycorinonanhydrid, CJ6H160 6N,
aus dem Cyanid mit Cr03 in Essigsäure; aus A. Nadeln vom Zers.-Punkt 341°. Monoxim,
C15Hi60 5N2) kleine Nadeln vom F. 293— 295° (Zers.) aus Essigester. — N ■CH.,- Verb.
des OxodChydronorlycorinonanhydrids, C17H170 6N, aus dem Keton mit NaOH u.
Dimethylsulfat; aus A. Nadeln vom F. 258°. Monoxim, C17Hi80 5N2, aus A. Nadeln
vom Zers.-Punkt 266— 268°. (Ber. dtsch. ehem. Ges. 72. 2083— 88. 6/12. 1939. Tokio,
Chem. Labor. „Itsuu“ .)
H e im h o l d .
Riki Horiuchi, Hiroshi Otsuki und Osamu Okuda, Konstitution von zwei neuen
Terpenen, Menogen und Ménagerai (C10HU und C10i / 14). Der Mechanismus der Cycli­
sation von Citronellal und Citral. Das Citronalterpen, C10H16, von H o r i u c h i (C. 1 9 2 8 .
ü . 1326) erhält jetzt nach Aufklärung seiner Konst. als I die Bezeichnung Menogen, u.
seine Entstehung aus Citronellal vollzieht sich über die von H o r i u c h i (1. c.) aufgeführten
Zwischenprodukte. Die Bldg. des jetzt Menogeren benannten Citralterpens, C10HI4, von
H o r i u c h i (1. c.) mit der jetzt ermittelten Konst. V aus Citral (II) wird über III u.IY
anders, als er annahm, erklärt.— Menogen, C19H10 (I), aus Citronellal mit 50%ig. H2S04
nach H o r i u c h i ( I.e .), K p.764,5 184— 186°; D.20, 0,8624; nD20 =i 1,5026; :[a ]D17 =
+49,11; [ B L ] d = 46,59 (berechnet für C ^ H ^ F y 45,24), also Exaltation 1,35. Nitrosit,
C10H]90 3N2, Krystalle aus Methanol + Chlf., F. 154,5— 155°, [a]Dao = — 174,0G°. Red.
von I mit H 2 ( + Pd-Oxyd) liefert p-Menthan. Erwärmen von I in Bzl. oder A. mit
Maleinsäureanhydrid führt zu einem 2-bas. Säureanhydrid mit einer Doppelbindung
vom F. 205—208°; M d 25 = — 18,76° (Aceton), das beim Behandeln mit 30%ig. KOH
ein krystallines Pulver vom F. 228—230° ergibt, das unter Aufnahme der einer Doppel­
bindung entsprechenden Menge Brom ein Bromid vom F. 282— 285° liefert. Tropfenweise
Zugabe von HCl zu einem Gemisch von I u. Äthylnitrit ergibt kein festes Nitrosochlorid,
sondern ein fl. Prod., das bei tiefer Temp. tiefblaue Färbung zeigt, die bei der Er­
wärmung über Grün, Gelb, Tiefrot u. Rötlichbraun in Tiefbraun übergeht, was B a e y e r
(Ber. dtsch. chem. Ges. 2 7 [1894]. 436) als eine charakterist. Eig. der tert.-tert. Äthylen­
bindung, > C : C < , ansieht. Dest. von I mit Na liefert einen Vorlauf von Aceton. —
H ,C "''''C H ,
Citral
Menthoglycerin
H-C''
'CHj
D 2. N a t ü b s t o f f e : T e k p e n - V ep . b i n d u n g e n .
1030
1940. I.
Fraktionierte Dest. des bei Einw. von 20%ig. HjSO., auf Citral nach H o p .IU C H I (1. e.)
erhaltenen Prod. ergibt Aceton, Isopropylalkohol, 3,4-Dihydrotoluol (1 -Methyl-AXficyclohexadicn), C,H10 (Oxydation mit KMnO,, führt zu Bernsteinsäure, addiert 2 Mol H2),
p-Cymol u. Menogeren, C10H14 (V), Kp.760 180— 181°; D.20., 0,8672; nn“ = 1,5005;
[R L ] d = 45,66 (berechnet für C i 0H 14pj 44,78). V nimmt 1 Mol Br auf unter Bldg.
eines Dibromids vom F. 114,5—115°. Bei der Dest. nach langem Stehen erhält man
aus V p-Cymol, ebenso bei Behandlung mit 20%ig. H2SO.„ V ist also das Zwisehenprod.
bei der Entstehung von p-Cymol aus Citral durch H2S04. Ein Nitrosochlorid von V
wurde nicht in Krystallcn erhalten, es gibt die Farbrkk. wie im Fall von I. Dest. von V
mit Na liefert Aceton. In Methanol nimmt V 1 Mol H2in Ggw. von Pd-Oxyd auf, wonach
die Absorptionsgeschwindigkeit von H2 sehr langsam wird: es entstehen p-Menthan u.
d,l-tx-Phellandren. Y ist sehr unbeständig, es reagiert nicht nur mit Säuren u. Alkalien,
sondern verändert sieh auch beim Aufbewahren. (Bull. ehem. Soc Japan 14. 501— 07.
Nov. 1939. Tokyo, Takasago Chemical Industry Co., Labor. [Orig.: engl.]) B e h r l e .
L. Ja. Brjussowa, Innere molekulare Umgruppierungen bei der Dehydratisierung
von ditertiären bicycliscfien Glykolen der Canvplianreihc. I. Es werden die Prodd. u. der
Mechanismus der Dehydratisierung von 2,3-Dimethyl-2,3-dioxycamphan (I) u. 2,3,4-Trimethyl-2,3-dioxycamphan (II) besprochen. Der Mechanismus der Rk. wird durch unten­
stehendes Schema ausgedrückt. Die Rk. wird mit einem Gemisch von K H S03 u. Na2S04
bei 150—155° (6 Stdn.) durchgeführt:
CH. CH a
CH
C
li
c
HaCi'/ '''',C=0
H ack Jc< gg;
H,C
HaC
CH
CII
HaC
I
CHa
CH. CH,
H.C
-----'
C
II
HaC
H.C
C
->
a
H,I
c r ^ l r^CHa
H:=CV
/ '0=0
CH
I
CH,
CH, CH,
HaCi/ ^ C = 0
u
n,c
H,
OH
H,C
nsc
C<OH
H,C
c
CH, CH,
CH, CH,
C
HaC|/ ^ V|C=0
H > C \ /C < £ g ]
C
cII
CH, CH.
Die Dehydratisierung erfolgt unter innermol. Wanderung u. Sprengung des bicycl.
Ringes u. führt zur Bldg. von monocycl. ungesätt. Ketonen mit derselben Kohlenstoff­
atomzahl. Die genaue Struktur der erhaltenen Ketone ist noch nicht festgcstellt. Die
Dehydratisierung von I führte nach dem Umkrystallisieren über das Semicarbazon,
F. 180— 181°, zu einem Keton, C12H20O, Kp.10 104,8— 105°, D.2°4 0,939, nD20 = 1,4845;
Oxim, F. 10&—112°; Hydrieren des Ketons mit metall. Na führt zum Alkohol Kp.10 122
bis 123°; Hydrieren mit H u. RANEY-Nickel führt zum Alkohol Kp.12 110— 110,5°,
D.2°4 0,942, n))'-° = 1,4851; die Behandlung des ungesätt. Ketons mit konz. H2S04 führt
zu einem Prod. mit K p „ , 125— 126°. — Die Dehydratisierung von II führte zum Keton
C]3H ,,0, Ivp.20 126— 127°, D.2°4 0,9602, nD20 = 1,4890, Semicarbazm, F. 193-194°.
(/Kypua.i Oömeü Xhmhh [J. Chim. gen.] 9. 905—11. 1939.)
v. FÜNEP..
1940. I.
D j. N a t u r s t o f f e : N a t ü r l ic h e F a r b s t o f f e .
1 03 1
Közö Hayashi. Studien über Anthocyaue. IV. Isolierung des Paeonins aus den
Blüten von Paeonia albiflora var. horlensis. (III. vgl. C. 1938. I. 4182.) Verschied.
Gartenvarietäten von Paeonia albiflora var. horlensis mit hellvioletten, roten u. dunkel­
roten Blüten wurden daraufhin untersucht, ob sie verschied. Anthocyane oder dasselbe
in verschied. Konz, enthalten. Es wurde festgestellt, daß in den 3 Spielarten Päonin (I)
zu 0,030, 0,099 bzw. 0,115% vorkommt. Zur Gewinnung des I wird ein Verf. empfohlen,
das an Dahlienblüten mit Erfolg angewendet wurde (C. 1935.1. 3271 u. früher). Danach
worden frische Blüten einige Stdn. in der Kälte mit l% ig. methanol. HCl extrahiert,,
die Lsg. bei maximal 40° im Vakuum auf die Hälfte eingeengt u. über H2S04 auf
ca. % konzentriert. Das Konzentrat wird nach dem Filtrieren mit Ä. ausgeschüttelt,
weiter eingedampft u. 8— 10 Tago im Eisschrank aufbowahrt. Dabei schied sich ein
sirupösor Nd. ab, der in methanol. HCl aufgelöst u. im Eisschrank als Gallerte (zum
Teil erst nach Ä.-Zusatz) wieder ausfiel. Nach mehrmaligem Umkrystallisieren aus
2 % ig. methanol. HCl feine Nadeln des Päonienfarbstoffes, C^H^O^Cl •5 H20 , luft­
trocken F. 161— 162°, wasserfrei F. 177° (Zers.), Absorptionsspektr. in 60%ig. A.
(mit 0,1% HCl), mit ÄDAM-HlLGERschem Quarzspektrographen aufgenommen, vgl.
Original. — Durch Perhydrolabbau des I nach K a r r e r u . d e M e u r o n (C. 1933.
I. 233) wurde das Phenylosazon der Glucose (F. 203°) u. Vanillinsäure (F. u. Misch-F. 205
bis 206°) erhalten. •
—- Durch Sieden mit 20%ig. HCl (5 Min.) wurde das Aglykon,
Päonidinclilorid, C10H13O8Cl•11/„ H20 gewonnen; daneben wurde der Zucker polarimetr.
u. titrimotr. bestimmt. — Aus dem Ä.-Extrakt des Konzentrats (vgl. oben) der roten
Blüten wurde Kampferöl (II), aus dem der anderen Blüten ein Flavonol, das eventuell
Daliscetin darstellt, isoliert. II wurde als Tetraacetylderiv., C23H18Oi0, lange Nadeln
aus CH3OH vom F. 115— 116 u. 184°, Misch-F. 181— 184°, identifiziert. Das andere
Flavonol (eventuell Daliscetin), gelbe Nadeln aus verd. A. vom F. 282°. Acetat,
C23H18O10, F. 142° nach Sintern bei 132— 134°. (Acta phytochim. [Tokyo] 11. 81-—89.
1939. Tokyo, Iwata Inst. f. Pflanzenbiochemie. [Orig.: dtsch.])
Of f e .
KÖZÖ Hayashi, Studien über Anthocyane. V. Über die Farbstoffe der Beeren von
Fatsia japonica. (IV. vgl. vorst. Ref.) Aus den schwarzen Beeren der Fatsia japonica
Decaisne et Planchon (Araliaceae) wurde das von W i l l s t ä t t e r aus Vaccinium vitisidaea (Preißelbeere) (Liebigs Ann. Chem. 408 [1915]. 25) zuerst erhaltene Idaein (I)
(3-Gah.ktosidylcyanidinchlorid) isoliert. Die Identifizierung des N- u. CH30-freien
Fatsia-Anthocyanins erfolgte durch Hydrolyse u. anschließende Kalischmelze des
Aglykons, dio Phloroglucin u. Protocatechusäure ergab. Ferner wurde bei der Oxy­
dation des Methylderiv. des Anthocyanidins mittels alkal. H20 2 Veratrumsäure erhalten.
Die Entscheidung zwischen den aus diesen Ergebnissen möglichen Formeln eines
6,7,3',4'-Teiraoxyflavyliumchlorids (Luteolinidin) u. eines 3,5,7,3',4'-Pentaoxyflavyliumchlorids (Cyanidin) zugunsten des letzteren wurdo durch Krystallform, Farbrkk.,
Absorptionsspektr. u. Elementaranalyso getroffen. Die quantitative Analyse zeigte,
daß I aus je einem Mol Cyanidin u. Galaktose besteht. Wegen der Ähnlichkeit des
Absorptionsspektr. des I mit dem des Chrysanthemins wird gefolgert, daß der Galaktose­
rest an C, des Cyanidins steht. I scheint mit keiner organ. Säure verbunden zu sein,
wie aus der Behandlung mit 10%ig. NaOH oder mit konz. HCl hervorgeht.
V e r s u c h e . Die von Stielen, Prcßsaft u. Samen befreiten Beerenschalen wurden
mit dom gleichen Gewicht Eisessig 1— 2 Tage bei Zimmertemp. extrahiert u. nach dem
Filtrieren mit der halben Menge Eisessig nachgewaschen. Aus dem nochmals filtrierten
Extrakt wurde mit der dreifachen Menge Ä. eine wasserhaltige Farbstofffraktion aus­
gefällt, die durch Mischcn mit der gleichen Menge l% ig. methanol. HCl ein farbloses
Wachs ausschied. Die Fällungen mit Ä. u. methanol. HCl wurden noch zweimal wieder­
holt, die alsdann erhaltene sirupöse Rohfällung wurde mit absol. A. entwässert. Nach
Aufnehmen der Fällung in CH3OH wurde erneut mit Ä. gefällt, mit einem aus dem
absol. A. mit Ä. gefällten Nd. vereinigt u. noch mehrmals durch Fällen mit Ä. aus
CH3OH oder absol. A. gereinigt. Aus dem so erhaltenen Nd. konnte ein Pikrat des
Anihocyanins, C27H2.,018N3, in carminroten Nadelbüscheln erhalten werden, das nach
Umwandlung in das Chlorhydrat, dann wieder in das Pikrat u. nach Umkrystallisieren
aus W. bei 177° schm. [F. des wasserhaltigen Pikrats, C2,H210 18N3-61/ 2 H20 , 172°
(Zers.) nach Abgabe von Krystallwasser bei 100°]. Chlorid, C21H21OnCl, aus dem Pikrat
mit 3%ig. methanol. HCl u. Ausfällen mit Ä., Blättchen- oder Prismenaggregate von
intensiv grünem Glanz aus konz. HC1-A., F. des lufttrockenen Präp. 191— 192°, enthält
6% Mol Krystallwasser, geht über P2Oä bei 2 mm in C2JHiiOn Cl-5i/211,0 über, das
nach monatelangem Stehen zu CixHi)ÖnCl-2ll2HiO wird. Farbrkk.: in alkoh. Lsg.
blaustichig rot, mit Na2C03 oder NaHC03 violett, Alkali himmelblau-grün-gelb, alkoh.
FoC13 blau, nach Zugabe von W. violett, Aluminiumalaun violett, alkoh. Kupferacetat
blau, mit wss. Kupfersulfat violettroter Nd., mit Bleiacetat blauvioletter Nd., Bleisalz-
103 2
D2. N a t u r s t o f f e : S t e m m e .
1940; I .
fallung aus alkoh. Lsg. blau, mit Hyposulfit eine durch H20 2 oder Luft-02 umkehrbare
Entfärbung, Verteilungsverss. zwischen Amylalkohol u. HCl vgl. Original. — Die
Hydrolyse des I führte zu Cyanidinchlorid, C15Hn0 cGl-IT20 , rotbraune Nadeln, daneben
zu Galaktose, die titrimetr., polarimetr. u. als Methylphenylhydrazon vom F. u. Misch-F.
186— 187° bestimmt wurde. — Die Kalischmelze (maximal 230°, 4 Min.) des Cyanidinchlorids ergab Phloroglucin, Tafeln aus W. vom F. 208°, u. Protocatecliusäure vom F.
u. Misch-F. 193°, Rk. mit FeCl3 grün, nach Zugabe von NH3 blau-violett-violottrot. —
Veralrumsäurc, Nadeln vom F. u. Misch-F. 178°, nach Methylierung des Cyanidinchlorids
nach KARRER (Helv. chim. Acta 10 [1927]. 750) u. Oxydation des Mcthylderiv. mit
alkal. H20 2. — Absorptionsspektr., wie in vorst. Ref. aufgenommen, vgl. Original. —
Quercetin, aus dem 1% HCl enthaltenden methanol. Extrakt der Beeren nach Fällung
als Bleisalz u. Trennung vom Bleisalz des I durch Zers, mit 10°/oig. methanol. HCl u.
Fällung des I mit Ä., liefert mit alkoh. FeCl3 schmutzig grüne, mit Mg u. HCl kirschrote
Färbung. Acetat, Nadeln aus A. vom F. 187— 190°, Misch-F. mit Penlaacetylqnercetin
(F. 194— 195») bei 190— 193°. (Acta phytoehim. [Tokyo] 11. 91— 108. 1939. [Orig.:
dtsch.])
Offe.
Russell E. Marker und Ewald Rohrmann, Sterine. LXNI. „Uran“ -Derivats.
(L X X . vgl. C. 1940. I. 381; vgl. auch M a rk e r u . Mitarbeiter, C. 1939. I. 964 u.
früher.) Die 1. e. aufgefundenen Unterschiede im Verh. des Urandiols (I) u. des Urantriols (II) werden durch neue Beobachtungen vermehrt. Bromurantrion (III) aus II
liefert mit Pyridin direkt Urenlrion (IV), Bromurandion (V), aus I dagegen Pyridiniumsalze, die Urendion (VI) erst nach zersetzender Dest. ergeben. Die Stellung de.3 Br
in V wird an C4 angenommen, da aus V bei der Entbromung nur e i n Rk.-Prod. ent­
steht. — Weiterhin werden Rkk. von I-Derivv. näher studiert. Urandion-3,11 (VII)
wird katalyt. mittels H2 u. durch Red. mit Aluminiumisopropylat in üranol-3ß-on-ll
(VIII) überführt, eine C3-epimere Form wird nicht beobachtet. VIII kann mit Cr03
in VII zurüekverwandelt werden. Aus I entsteht bei partieller Oxydation ebenfalls
VIII, daneben VII; Uranol-ll-on-3 (IX) wurde dabei jedoch nicht gefunden. Dagegen
entsteht IX ausschließlich aus I mit Aluminiumisopropylat. — Die Ci.emmense'nRed. des VII mit nicht amalgamiertem Zn in A. läßt Uranon-11 (X) entstehen, aus dem
durch katalyt. Hydrierung Uranol-11 (XI) hervorging. Bei Verwendung von amal­
gamiertem Zn dagegen entstand zur Hauptsache „Uran“ (XII) aus VII. Durch
CLEMMENSEN-Red. des Urantrions (XIII) mit unamalgamiertem Zn in A. entsteht
ein Diketon, das wahrscheinlich Urandion-11,20 (XIV) darstellt.
V e r s u c h e . Bromurandion-3,11 (V), C21H310 2Br, aus Urandion mit Br2-HBr
in Eisessig, Krystalle aus Ä. vom F. 202— 203° (Zers.). — Pyridiniumsalz des Brom'urandion-3,11, C26H30O2 (offenbar Druckfehler, muß heißen: C26H3(.02NBr; d. Referent),
aus V durch Kochen mit Pyridin, Plättchen vom
en,
F. > 300°. — Urendion (VI), C21H30O2, aus vorst.
durch Dest. bei 5— 10 mm u. Sublimation des
Dest.-Prod. im Hochvakuum bei 90—110°, Nadeln
aus wss. Aceton vom F. 168— 170°. —- Urdnol3ß-on-ll (VIII), C2lH340 2, aus Urandion mittels
Aluminiumisopropylat oder PtOä-H2 (3 at, 25°),
ferner aus Urandiol-3ß,ll (I) mit Cr03 nach Chro­
matographie an A120 3in Bzl.-Lg., kompakte Krystalle
aus Aceton oder CH3OH bzw. Essigester vom F. 205—208°, F.-Depression mit Urandiol
um 25°; geht mittels Cr03in Urandion, F. u. Misch-F. 174—-177°, über. Acetat, C,3H30O3,
Nadeln aus wss. Aceton vom F. 170,5— 172°. —- Uranol-ll-on-3 (IX), C21IT340 2, aus I
mit Aluminiumisopropylat u. Cyclohexanon in Toluol nach Reinigung über die GlRARDVerb., Nadeln aus A.-Pentan vom F. 169,5— 171°. Acetat, C23H360 3, Platten aus wss.
Aceton vom F. 195— 197°. Semicarbazon, C22H370 2N3, Krystalle aus verd. A. vom
F. 251— 253° (Zers.). — Uranon-11 (X), C^H^O, aus Urandion-3,11 mit Zn u. HCl
in A., Nadeln aus Aceton vom F. 135— 136,5°, liefert kein Semicarbazon. — Uranol-11
(XI), C21H3cO, aus X mit P t02-H2 in Essigsäure bei 25° u. 3 at, nach Sublimation im
Hochvakuum bei 80— 100°Krystalle vom F. 110°. — Acetat, C23H380 ,
Nadeln aus
wss. Acetonvom F.140— 142°.
-— Urandion, C21H320 2, aus Urantrion nach Clf.MMENSEN, Nadeln aus Ä.-Pentan vom F. 199— 201°. (J. Amer. ehem. Soc. 61. 2719—22.
Okt. 1939. Pennsylvania, State College, School o f Chemistry and Physies.) Offe .
Russell E. Marker und Ewald Rohrmann, Sterine. L X X II. O x y d a tio n s p r o d u k t',
d e s Sarsasapogenins. Die zweibasische Säure mit 19 G-Atomen. (LX X I. vgl. vorst.
Ref.; vgl. auch L X IX ., C. 1939. II. 4249, u. L X X ., C. 1940. I. 381.) Aus den sauren
Anteilen der Chromsäureoxydation des Sarsasapogeninacetats (I) wurde jetzt neben der
schon beschriebenen Ketosäure mit 22 C-Atomen nach erfolgter Verseifung eine zwei­
Ds. N a t u r s t o f f e : H o b m o n e *).
1940. I.
V i t a m i n e **).
1033
bas. Oxysäure Gn HMOs (II) isoliert. Sie wurde
durch einen Dimeihylestcr u. ein Dimethylesteracetat charakterisiert. Durch Behandlung mit
Essigsäureanliydrid lieferte II beim Kochen oder
in Pyridin ein Acetalanhydrid. Durch Oxydation
u. anschließende CLEMMENSEN-Red. entsteht aus
II die Desoxysäurc GlaH30Ot (III), die wahr­
scheinlich mit Ätiobiliansäure ident, ist u. wie diese durch ein Anhydrid gek. wird.
II entstand ebenfalls (12% Ausbeute) aus Sarsasapogensäureacetat (-sapogenoic acid
acetate), AcelyÜeträhydrosarsasapogenin ließ II nur in schlechter Ausbeute entstehen.
Auf die Möglichkeit, über die 3-Öxyäliobiliansäurc. (II) Testosteron zu erhalten, wird
hingewiesen.
V e r s u c h e . Zweibas. Oxysäure (eventuell 3-Oxyätiobiliansäure) (II), ClaH30O5.
aus Sarsasapogeninacetat mit Cr03 bei 85° nach Hydrolyse des Oxydationsprod. u.
nach Abtrennung der C22-Ketosäure, Krystalle aus den Mutterlaugen der letzteren
nach Anreiben mit Chlf., ferner aus Sarsasapogensäureacetat u. aus Tetrahydrosarsasapogeninacetat mit Cr03 bei 90— 95°, Krystalle aus Aceton-Chlf. vom F. 220
bis 222°. Acetatanhydrid, C21H30O5, aus II mit Essigsäureanhydrid, flache Nädelchen,
aus wss. Aceton vom F. 203—204°. Dimethylester, C21H310 5, Nadeln aus Ä.-Pentan
vom F. 121— 122°. Dimethylesteracetat, C23H360 6, Krystalle aus Ä.-Pentan vom F. 103
bis 104°. — Zweibas. Desoxysäure CliH.MOi (III), aus II mit Cr03 bei Zimmertemp.
ii. anschließende CLEMMENSEN-Red., Krystalle aus Ä.-Pentan vom F. 230— 232°,
keine F.-Depression mit einer durch Oxydation von Desoxysarsasapogenin erhaltenen
Probe vom F. 228—231°. — Desoxysäureanhydrid C1SHIS0 3, aus III mit Essigsäui'eanhydrid, Nadeln aus Ä.-Pentan nach Hochvakuumsublimation, F. 205,6—207°.
(J. Amer. ehem. Soe. 61. 2722—24. Okt. 1939.)
Offe.
Lee Irvin Smith, Herbert E. Ungnade, Walter M. Lauer und Robert
M. Leekley, Die Chemie des Vitamins E. X IX . Alkenylierung von Phenol mit 4-Chlorund 4-Brom-2-hexen; Umlagerung des Phenyläthers. (XVIII. vgl. C. 1940. I. 561.)
Nach H u r d u. C o h e n (C. 1931. II. 225) entsteht bei der Einw. von 2-Chlor-hcxcn-2
auf Phenol in Aeetonlsg. bei Ggw. von K 2C 03 der a-Äthylcrotylphenyläther (I), der
bei der Dest. sich teilweise zum o-a.,ö-Dimelhylcrotylphenol (II) umlagert. Vff. haben
diese Synth. im Hinblick auf dem Tokopherol ähnliche Verbb. mit 4-Chlor- u. 4-Bromhexen-2 nachgearbeitet u. gefunden, daß stets eine Mischung von I mit Mono- u. Dialkenylphenolen entstanden ist. Die Monoalkenylverb. wurde mit wss. Alkali isoliert,
Dialkenylphenol mit Alkali nach C l a i s e N ; der nicht mit Alkali zu isolierende Anteil
selbst wurde durch Hochvakuumdest. gereinigt. Beim Erhitzen auf 100° während
24 Stdn. lagert er sich zu 0,88% um, bei 120° 24 Stdn. erhitzt, zu 9,6%. Eine Ozonolyse
der verschied. Verbb. ergab kein klares Bild über die Zus., da kein reines Prod. zu
fassen war. Eine Cyclisierung des Monoalkenylphenols mit Pyridin-HCl lieferte ein
alkaliunlösl. Prod., wahrscheinlich ein Gemisch von isomeren Chromanen. Der Monoalkenylphenolanteil wurde mit Br •CH,COOC£H- u. darauffolgende Verseifung in die
entsprechende Aryloxyessigsäure verwandelt, die sich durch 30-maliges Umkrystallisieren in 2 Säuren der Zus. C14£flsO? vom F. 95,2— 96° bzw. 110— 100,5° trennen ließ.
Bei der Ozonolyse lieferten beide Säuren Acetaldehyd u. nur wenig CH20 , woraus
folgt, daß beide Säuren die a-Äthvlcrotylgruppe enthalten u. ihnen die Formeln III
u. IV zukommen; die Verbb. wurden dann noch zu den entsprechenden gesätt. Säuren
V u. VI reduziert. Die Synth. der letzteren bestätigte die Annahme der Konst. von
III u. IV. Der Dialkenylphenolanteil bildet auch ein Gemisch; eine Isolierung einer
reinen Substanz daraus gelang nicht. Doch sind 2,6-Dihexenylphenole vorhanden,
da sie in wss. Alkali unlösl. u. in CLAISENs Alkali lösl. sind. 2,4-Dialkenylphenole
können nicht vorliegen, da diese in wss. Alkali lösl. sind. I, sowie die Monoalkenylphenole u. die isomerisierte cycl. Verb. zeigten in 50 mg-Dosen keine Vitamin-EWrkg.; dagegen war der 2,6-Dialkvlphenolanteil bei dieser Dosis wirksam.
1 C,HtO-CH(C,H,)-CH=CH-CH3
O-CH.-COOH
"
11 OH-C«H,-CH-(CHs)-CH=CH-CHs-CH»
O-CH.-COOH
III
CH(CsHO-CH=CH-CHs
V e r s u c h e . Hexm-2-ol-4, nach H u r d u. COHEN (I.e.); Kp.2160—60,5°;
K p.y 64— 65°; nu2° = 1,4345— 1,4346. 4-Chlor-2-hexm, aus vorst. Verb. mit gas*) Siehe auch S. 1052ff., 1075, 1078, 1079; Wuchsstoffe siehe S. 1050.
**) Siehe auch S. 1044, 1050, 1054, 1059ff., 1061, 1078, 1118.
1034
D2. N a t u r s t o f f e : H o r m o n e .
V it a m in e .
1910. I.
förmiger HCl; Kp.1]0 66— 67°; nnä0 = 1,4385. 4-Brom-2-hexen, Kp.20 35—39°. —
Phenyl-a.-äthylcrotyläther (I), aus Phenol u. einer der obigen Halogenverbb. unter Zusatz
von K 2C03 bei 0° u. nachfolgendem Kochen; nach Zufügen von W. wird mit PAe.
extrahiert, der zuerst mit 10%ig. NaOH gewaschen u. dann mit Alkali nach C la isen
behandelt wird. Der PAe. wird nach dem Trocknen abdest. u. der Rückstand im
Hochvakuum destilliert. Die in wss. Alkali gelösten Phenole wurden durch CO. ab­
geschieden u. in A. aufgenommen. Der in Alkali nach C la ise n gelöste Anteil wurde
mit W. verd., mit H„SO, angesäuert u. ausgeäthert. Der Ä.-Rückstand wurde destilliert.
I: Kp.ls 103— 106°,'nn20 = 1,5059; Kp.18 116— 120°, nD20 = 1,5 054; K p .io - 34,5 bis
35,5°, nu20 = 1,5053.
Monoalkenylphenolanteil-, Kp.10 135— 137°, no20 = 1,5296;
Kp.12 141— 144; dd20 = 1,5299. Dialkenylphenolanteil: Kp.„ 169— 170°, nn20 = 1,5220;
Kp.n 175— 179°, nD=° = 1,5224. K p .io - 60°, n „20 = 1,5 225. — Ü b e r f ü h r u n g
d e s M o n o a 1 k e n y 1 p h e n o 1 a n t e i 1 s i n d i c A r y 1 o x y e s s i g s ä u r e n III
u. IV: CnIIjgOj; 3,391g der Fraktion u. 5 ccm Br-CH2-C02C2H5 wurden 6 Stdn. in
einer Lsg. von 0,45 g Na in 20 ccm A. gekocht. Dann wurden 10 ccm 20°/oig. NaOH
zugegeben u. 4 Stdn. gekocht. Nach Abdest. des A. wurde der Rückstand in W.
gelöst u. mit einer Säure 4,34 g Aryloxyessigsäure gefällt. Durch fraktionierte Krystallisation aus PAe. ,u. aus Essigsäure wurde die Trennung in die Säuren III u. IV
erzielt. III hat F. 110— 110,5° u. IV hat F. 95,2— 96°. O z o n o l y s e von III u. IY :
Beide Vcrbb. wurden in Chlf. bei 0° ozonisiert u. nach Spaltung die Aldehyde in l% ig.
wss. Dimedonlsg. überdest.: Acetaldehyddimedon, F. 138— 139° u. Formaldehyddimedon (nur in Spuren), F. 168— 170°. R e d u k t i o n : o-3-Hexylphenoxyessigsäure
(V), III wurde in absol. Ä. katalyt. ( + PtO„) red.; nach Aufarbeitung wurde V erhalten;
aus PAe. F. 75—76°. IV wurde ebenso red. zu p-3-Hexylphenoxyessigsäure (VI), aus
PAe. F. 81— 82°. Keine F.-Depression mit synth. hergestelltcn Säuren (s. nachfolgende
Darst.). S y n t h e s e n von V u. VI: Da diese o,p-Isomere darstellen, wurde von
absol. reinen Substanzen ausgegangen; V o r g a n g für V: o-Nitroanisol->- o-Anisidin
o-Bromanisol; das nötige Hexanol-3 wurde aus C2H5Br, Mg u. Butyraldehyd dar­
gestellt: Kp. 121— 123,5°. Hexanon-3, aus dem Hexanol durch Oxydation mit Na2Cr20 ,
in H„S04; Kp. 121— 123,5°. o-Hcxenylanisol, aus der GRIGNARD-Verb. von o-Bromanisol u. Hexanon-3 in Äther. Das erhaltene Carbinol wurde unter Zusatz von 2 Tropfen
H2SO.t dest.; Kp.J4 120— 125°. o-3-Hcxylanisol, CH30 -C 6H4'CH(C2H5)-C3H-, aus vor­
hergehender Verb. durch katalyt. Red. ( + P t0 2) in Methanol bei 3 at: Kp.0 104— 105°,
nn2° = 1,4975— 1,4976, d2°20 = 0,9242, MR = 60,8. o-3-Hexylphenol, CI2H180 , aus der
Methoxyvcrb. durch 2-std. Erhitzen mit HJ, Eisessig u. Acetanhydrid; nach Zusatz
von wss. NaOH wurde C02 eingeleitct u. ausgeäthert. Ä.-Rüekstand hatte Kp.,0 109
bis 111°; farblose Fl. von aromat. Geruch; lösl. in 5%ig. wss. Alkali. MR = 55,8;
m>20 = 1,5099, ¿ 2°4 = 0,9531. o-3-Hexylphenoxyessigsäure (V), C14H20O3; 3,56 g der
vorst. Verb. werden in 20 ccm A. unter Zusatz von 0,46 g Na u. 5 ccm BrCH2C02C2Hä
6 Stdn. gekocht. Nach Aufarbeitung wurde V aus PAe. umkryst.; F. 65°; nach mehr­
maligem Umlcrystallisieren dann F. 75— 76°. — Für Verb. VI wurde p-Bromphenol
in p-Bromanisol übergeführt. p-Hexenylanisol, C13H180 , aus p-Bromanisol u. Hexanon-3;
(stets gleiche Herst. wie die o-Verbb.); ICp.15 ¿25— 130°; nD2° = 1,5223. p-3-Hexylanisol, C13H20O, Kp.,- 125— 125,5°; n uM = 1,4988. p-3-Hexylphenol, C12HlsO, Kp.14 134
bis 145°; farblose Flüssigkeit. p-3-Hcxylphenoxyessigsäure (VI), Cu H20O3, aus PAe.
(Kp. 90— 100°), F. 82—83°. Miseh-F. 81— 83°. (J. Amor. ehem. Soc. 61. 3079—83.
Nov. 1939. Minnesota, Univ., School of Chemistry.)
Rothm ann.
Louis F. Fieser, William P. Campbell, Edward M. Fry und Marshall
D. Gates jr., NaphthocJiinonc nach Art der Struktur von Vitamin K 1. Da die CLAISENsche Umlagerungsrk. (vgl. C. 1939. II. 3113) sich nicht zur Synth. von Verbb. nach Art
der Vitamine Kj u. K 2 eignete, suchten Vff. nach neuen Methoden. Zuerst wurde ver­
sucht, GRIGNARD-Reagens an ein Naphthochinon anzulagern. Es wurde Allyl-HgBr
mit 2,6-Dimethyl-l,4-naj}hthochinonoxyd (I) in Rk. gebracht, um zum 2,6-Dimethyl-3a,Uyl-l,4-naphthochinon zu gelangen. Als Hauptprod. entstand das Bromhydrin (II),
dessen Zus. sich aus Analyse u. Überführung in BrcnndimethyltiapJUhochinon (III) ergab.
II konnte auch in einer Ausbeute von 73% aus I u. MgBr, in Ä. erhalten werden. Weiter
wurde versucht, eino /3-ungesätt. Gruppe durch direkte C~-Alkylierung eines Phenol­
alkalisalzes einzuführon; es wurde aber nur eine sehr geringe Menge 2-Methyl-3-benzyl1,4-naphthochinon erhalten, wenn 2-Methyl-l,4-naphthochinon mit C6H5-CH2-Br u.
KjC03 in Aceton erhitzt wurde. Bei Zimmertemp. wurde nur der Dibenzyläther (73%
Ausbeute) erhalten. Da nach K a r r e r , S m ith u . T o d d alkylierte Benzohydrochinone
sich leicht mit ^-ungesätt. Alkoholen oder mit Dienen in Ggw. von Mineralsäuren oder
ZnCl2 kondensieren, wurde Methylnaphtholiydrochinon (IV) mit einem Überschuß von
2,3-Dimethylbutadicn in Dioxanlsg. in Ggw. von wasserfreier Oxalsäure kondensiert.
1940. I.
D„. N a t u r s t o f f e : H o r m o n e .
V it a m i n e .
1035
Letzteres mildes Kondensationsmittel erwies sich als sehr vorteilhaft; bei oben genannten
stärkeren Kondensationsmitteln war Neigung zur Cyclisierung unter Bldg. von tokopherolähnlichcn Verbb. vorhanden. Günstig war auch Trichloressigsäure als Konden­
sationsmittel u. Äthylenglykolmonoäthyläther als Lösungsmittel. Aus obigem Rk.Gemisch konnte nach 24 Stdn. V neben einer Verb., die wahrscheinlich Naphthotokopherol (VI) darstellt, erhalten werden. Durch Extraktion mit PAe. wurde V spärlich
erhalten, besser mit starkem Alkali, das etwas Na2S20 4 enthält. VI ist leichter lösl. in
PAe. u. weniger sauer als V. V bildet ein Diacetat u. konnte zum 2-Mdhyl-3-{ß,y,y-trimelhylallyl)-l,4-7iaphthochinon (VII) oxydiert w'erden. Das Spektr. derselben in A.
ähnelt sein' dem Spektr. von Vitamin K, (vgl. C. 1939.1. 4616) u. zeigt folgende Maxima:
243, 249, 264, 271,5, 329 m/i. Reduktive Acetylierung von VII unter milden Be­
dingungen ergab das Diacetat; bei höherer Temp. wurde eine Verb. von der Zus. eines
Naphthotocopherolacetals erhalten. Vorteilhaft erwies sich bei der Rk. der Gebrauch von
Zn-Staub, Acetanhydrid u. eine kleine Menge Pyridin als Katalysator, wodurch die Rk.
schon bei 0° schnell verläuft; ebenso günstig verläuft eine reduktive Benzoylierung. Mit
Isopren entstand erst bei 180° ein Prod. in geringer Menge; Piperylen reagiert auch
schwächer als 2,3-Dimethylbutadicn; Zimtalkohol reagiert bei Siedetemp. leicht mit IV
(Ausbeute 23%), aber weniger gut mit Äthylnaphthohydrochinon (9,4%)- Mit Benzyl­
alkohol entstand eine Verb., die nach der Oxydation in 2-Methyl-3-benzyl-l,4-naphthodiinon überging; Allylalkohol reagiert nicht bei 180°. Im DAM-KARRER-Test (vgl.
C. 1939. I. 4616) färben 2-Mdhyl- u. 2-Älhylcinnamyl-l,4-Tuiphthochinon alkoh. Alkali
intensiv blau; obige 3-Benzylverb, gibt eine schwache purpurfarbige Lsg.; VII gibt keine
Färbung. Im Tiervers. war die 3-Benzylverb. bei einer Dosis von 100 y unwirksam, VII
unwirksam bei 200 y. Vff. kommen zu der Auffassung, daß nur dem 2,3-Diinethyl-l,4naphthochinon eine ausgesprochene antihämorrhag. Wrkg. zukommt.
'iCiI>CH-C— CH>
JcjfjCHa CH*
OH
^/Oxydation
?
T
CH, CH,
I
l
C H ,-C = C —CH,
I
ch,
o VH
Versuche.
H e r s t . d e s A u s g a n g s m a t e r i a l s : 2-MdhylnaphthorJiinon; eine Lsg. von 200 g /?-Methylnaphtha]in in 2 1 Eisessig wird in 2 Stdn. unter
Rühren bei Temp. bis 20° in eine Lsg. von 800 g Cr03 in 1,5 1 80%ig. Essigsäure fließen
gelassen. Nach einigen Stdn. läßt man die Temp. etwas steigen, doch nie über 50—60°.
Nach 36 Stdn. wird in W. gegossen u. das Chinon abgetrennt; aus Methanol unter
Zusatz von Norit, F. 105— 106°; Ausbeute 70 g (29%). — 2- Äthyl-l,4-naphthochinon;
eine Mischung von 50 g /J-Acetonaphthalin, 150 ccm Bzl., 300 ccm Methanol, 200 ccm
konz. HCl u. 155 g Zn, amalgamiert mit 10 g HgCl2, wurde 24 Stdn. gekocht, wobei
3-mal je 20 ccm konz. HCl zugefügt wurde. Nach Zusatz von 1,5 1 W. u. etwas Ä. wird
das Bzl. abgetrennt, getrocknet u. abdest.; Ausbeute an /¡-Äthylnaphthalin 29 g (63%);
Kp.14 127— 129°; die Oxydation zum Chinon erfolgte nach ANDERSON u . N e w m a n
(C. 1935. I. 1717), aus Methanol, F. 86—87°. — 2-Methyl-1,4-naphthohydrochinon,
das Chinon läßt sich leicht mit SnCl2 in konz. HCl u. A ., sowie mit Na2S20 4 reduzieren;
letztere Meth. ist rasch ausführbar; farblose Nadeln. Diacetat, durch reduktive
Acetylierung des Chinons in Ggw. von Na-Acetat oder Pyridin; aus PAe. farblose
Prismen, F. 112,5— 113°. Dibenzoat, C^H^O.,, aus 0,5 g des Chinons, 0,5 g Zn-Staub,
3 ccm Pyridin in 1 ccm C„H5C0C1 unter Eiskühlung. Nach 10 Min. bei Zimmertemp.
zum Kochen erhitzen, abkühlen u. die Verb. mit Ä.-A. extrahieren; dann mit verd.
Säure u. Sodalsg. waschen, einengen; das Dibenzoat scheidet sich dann in farblosen
Nadeln ab; 0,6 g; aus A., F. 180—-180,5°. — 2-Äthyl-l,4-naphthohydrochinon, durch
Red. des Chinons (s. oben) mit Na2S20 4;F . 144— 145° (Zers.), sintert ab 140°. Diacetat,
103 6
Ds. N a t u r s t o f f e : P r o t e i n e .
1940. I.
F. 104— 105°. Dibenzoat, kurze Nadeln aus A., F. 164— 165°. — A l k y l n a p h t h o o h i n o n o x y d e : Die Oxyde wurden hergestellt durch Oxydation der Chinone mit
30%ig. H20 2 in A. bei 45° u. nachfolgendem Zusatz von Sodalösung. 2-Me.thyl1,4-naphthochinonoxyd, aus A. lange Nadeln, F. 95,5—96,5°. I, Prismen aus A., F. 97
bis 98°. 2,7-Dimelhyl-l,4-naphthochinonoxyd, dünno Nadeln, F. 91— 92°. — 2,6-Dimethyl-7,4-naphihochinonbromhydrin (II), CI2Hu 0 3Br, aus Allylbromid u. Mg in Ä.
u. I. Nach Aufarbeitung wurde neben unverändertem Oxyd II vom F. 146— 148°
erhalten; aus A. farblose Blättchen. Als Nebenprod. bei der Zerlegung konnto eine
geringe Menge 2,6-Dimethyl-3-oxy-l,4-naphthochinon vom F. 192— 194,5° (vgl. C. 1935.
I. 2006) isoliert werden. II wurde auch aus I u. MgBr, in Ä. erhalten. — 3-Brom2,6-dimeihyl-l,4-naplithochinon (III), C12H0O2Br, aus II durch 1/2 Stde. kochen in
Eisessig unter Zusatz von Na-Acetat; gelbe Nadeln aus A., F. 114— 114,5°; unlösl.
in Alkali. — Bei der Einw. von CH3MgCl auf 2-Methyl-l,4-naphthochinonoxyd in Ä.
wurde neben viel Ausgangsstoff eine Verb. der Zus. C12/ / , 30 2Ci u. vom F. 141— 142°
erhalten. — 2-3Iethyl-l,4-naphthohydrochinondibenzyläther,Cii'B.iiOi, 2 g des Hydro­
chinons werden mit 4 g C6H5CH,Br in 20 ccm Aceton unter Zusatz von 4 g KjCO.
in einer mit N.gefüllten Flasche 25 Stdn. geschüttelt. Die gelbe Fl. wird in W. gegossen
u. dieses mit Ä. extrahiert; Rückstand wog 2,91 g (72% ); aus A. hellgelbe Krystalle,
F. 72—73°; dann aus Lg. (60—90°) farbloso Nadeln, F. 74,5—75°. Monobenzyläther,
C18H10O2, wie vorst. bei Anwendung von 1 Mol. C6H5CH2Br erhalten; 2-mal aus Lg.
farblose Platten vom F. 159— 160°. — 2-Methyl-3-benzyl-l,4-naphthochinon, C18Hi40 2,
2 g des Hydrochinons werden 15V2 Stdn. mit 4 g C6H6CH2Br, 4 g K 3C03 in 20 ccm
Aceton gekocht; mit W. verdünnen u. ausäthern; 0,3 g; 3-mal aus A., hellgelbe Nadeln
vom F. 107,5— 108°. Starke F.-Depression mit Methylnaphthochinon. — 2-Methyl3-(ß,y,y-trimethylattyl)-l,4-naphthochinon (VII), C17H180 2; 3 g IV, 3 g entwässerte Oxal­
säure u. 10 ccm 2,3-Dimethylbutadien werden in 30 ccm Dioxan 24 Stdn. gekocht,
dann in W. gegossen u. ausgeäthert. Der Ä. wird 3-mal mit 10%ig. Alkali unter Zusatz
von wenig Na2S20 4 gewaschen. Die alkal. Fl. wird nun mit Ä. gewaschen u. mit Säure
das Hydrochinon gefällt. 0,23 g des Rohprod. in 2 ccm A. werden mit 0,49 g FeCL
(in verd. HCl gelöst) versetzt u. dann mit W. gefällt; das ausgeschiedene VII vom F. 94
bis 95° wird durch Sublimation bei 130— 150° u. 2 mm Druck u. dann aus Methanol
gereinigt, hellgelbe Plättchen, F. 95—95,5°. Diacetat, C21H240 4, aus Lg. (60— 90°)
farbloso Kuben, F. 119— 120°. — Naphtholocopherol (wahrscheinlich VI), C17H80O2
(im Original Druckfehler: C17 statt Cj0, der Ref.); extrahiert man die obige alkal. Lsg.
mit PAe. statt mit Ä., so scheiden sich aus dem PAe. lange Prismen vom F. 71,5—72°
ab; aus Methanol F. 73—73,5°. Acetat, C19H220 3, aus Lg. farblose durchsichtige Prismen,
F. 128,5— 129°. — 2-Me.thyl-3-cinnamyl-l,4-naphthochinon, C20H16O2, aus IV, Zimt­
alkohol u. wasserfreier Oxalsäure in Dioxan unter Kochen; das nach der Aufarbeitung
abgeschiedene Hydrochinon wird in Ä. mit Ag20 u. Na,S04 behandelt. Der Rückstand
der Ä.-Lsg. wird aus Ä.-PAe. u. dann aus A. umkryst., hellgelbe Plättchen, F. 127 bis
127,5°; färbt alkoh. Alkali tief indigoblau, Farbe wird nach 15 Min. braun. Hydrochimndiacelat, C24H220 4; aus vorst. genannten Hydrochinon mit Acetanhydrid u.
Pyridin oder aus dem Chinon mit Zn-Staub, Acetanhydrid u. Pyridin; seidige Nadeln
aus Ä.-PAe., F. 167,5— 168°. — 2-Älhyl-3-cinnamyl-l,4-rtaphihochinon, C21HlsO;, wie
die Methylverb, dargestellt; aus A. flache Nadeln, F. 118— 118,5°. Hydrochinondtacelat.
C25H240 4, längliche Prismen aus Ä.-PAe., F. 123,5— 124,5°. — 2-Melhyl-3-(y,y-dimethylallyl)-l,4-naphthohydroclrinondiacetat, C20H22O4; aus IV, Isopren, wasserfreier Oxal­
säure in Dioxan; das isolierte Prod. wird mit FeCls oxydiert u. reduktiv acetyliert;
aus Ä.-Hexan farblose Prismen, F. 104,5— 105,5°. — 2-Methyl-3-benzyl-J,4-napkthochinon, wie vorst. aus IV mit Benzylalkohol, aus Ä.-PAe. 105— 107,5°. — Allylalkohol
reagierte nicht mit IV bei 180°, Piperylen scheint bei 120° zu reagieren. (J. Amer.
ehem. Soe. 61. 3216—23. Nov. 1939. Harvard Univ., Chem. Labor.) RoTHMANN. _
N. I. Gawrilow, A. I. Paradachwilli und A. I. Goworow, Spektrophotometric
der Biuretreaktion als Methode zur Untersuchung der Struktur von Proteinen. I. Mitt.
(Enzymologia [Den Haag] 6. 94— 104. 1939. — C. 1939. H. 3833.)
H esse.
The Svedberg und Sven Brohult, Die Spaltung von Proteinmolekülen durch
idtravioleltes Licht und (x-Strahlen. Vff. untersuchen die Einw. von UV-Licht u. a-Strahlen
auf Helixhämocyanin (vgl. C. 1939. I. 1998), Hämoglobin u. Serumalbumin u. finden,
daß die Bestrahlung beim Hämocyanin bei der Temp. der fl. Luft prakt. mit derselben
Geschwindigkeit wie bei Zimmertemp. zu Moll, halber Größe führt, während die Be­
strahlung von Hämoglobin u. Serumalbumin bei Zimmertemp. u. bei 0° die Bldg. von
niedrigmol. Substanzen u. starke Inhomogenisierung des Proteins bewirkt. Wenn
Hämoglobin bei der Temp. der fl. Luft bestrahlt wird, zeigt sich selbst nach 5 mal
so langer Belichtung keine Veränderung. Serumalbumin wird nur sehr wenig angegriffen.
1940. I.
D*. N a t u r s t o f f e : A n d e r e N a t u r s t o f f e .
1037
Es ist klar, daß die Spaltungseffektc von Serumalbumin u. Hämoglobin bei Zimmertcmp.
sek. Pvkk. zuzuschreiben sind. Die Bestrahlung mit a-Strahlen gibt qualitativ dieselben,
Erscheinungen. Vff. versuchen die Rk.-Geschwindigkeit im Falle der Bestrahlung von
Helixhämoeyanin mit a-Strahlen zu berechnen u. finden mit den experimentellen
Werten befriedigende Übereinstimmung. Das verschied. Verh. von Hämocyanin einer­
seits u. Hämoglobin u. Serumalbumin andererseits scheint von bes. Wichtigkeit zu
sein, da die ersteren Moll, durch Energieabsorption leicht dissoziieren, während die
letzteren sehr stabil sind, so lange als Sekundärrkk. ausgeschlossen sind. (Nature
[London] 143. 938— 39. 3/6. 1939. Uppsala, Univ., Inst, of Phys. Chem.) SCHOITIS.
Gabra Soliman, Chinovasäure aus Zygophyllum, coccineum. L. Aus 3 kg der ge­
pulverten, in Ägypten reichlich wachsenden Wüstenpflanze Zygophyllum coccineum L.
(Zygophyllaceae) wurden durch Extraktion mit Ä. 19 g Chinovasäure, C30H46O5,
Prismen aus verd. Pyridin, F. 297° (Zers.), erhalten. (J. chem. Soc. [London] 1939.
1760— 61. Nov. Abbassia, Kairo, Fuad I. Univ.)
B e iir l e .
Werner Schmitt und Heinrich Wieland, Über Chinovasäure. VIII. (VII. vgl.
C. 1939. II. 3417.) Im Novachinon (III) wird die COOH-Gruppe b, die in der vorigen
Mitt. an C7 angenommen wurde, nach C15 verlegt; gleichzeitig wurde aus den unten
dargelegten Gründen die Doppelbindung der Novasäure (I) u. damit der Lactonring,
den die COOH-Gruppe b bildet, an eine andere Stelle des Ringsyst. gebracht. Die
Bldg. der einbas. Säure C30H12O8 u. einer isomeren Säure bei der Permanganatoxydation
von I (vgl. C. 1936. II. 986) kann durch Formel II erklärt w-erden, wobei die ¿¡omerie
auf cis-trans-Stellung der OH-Gruppe zurückgeführt werden könnte. Die Darst. der
früher (C. 1936. 1. c.) aus III mit H20 2 erhaltenen Dicarbonsäure C30H42O8, für die
sich Formel IV ableitet, wurde so weit verbessert, daß ihr Abbau in Angriff genommen
werden konnte. Beim Erhitzen liefert sie leicht ein Anhydrid, u. durch Einw. von
Alkali auf den Dimethylester entsteht eine Monocarbonsäure, die noch beide Ester­
gruppen enthält; demnach mußte die neue COOH-Gruppe aus einem der beiden Lactonringe hervorgegangen sein u. als Rk.-Prod. war der Diester einer Oxysäure zu erwarten.
Da jedoch in dem mit CH2N2 dargestellten Triester, der Konst. V besitzen sollte, kein
akt. H-Atom nachweisbar war, konnte diese Formulierung nicht in Frago kommen.
Die richtigo Konst. ergab sich aus dem Verh. einer aus dem Triester durch partielle
Verseifung gewonnenen isomeren Diestersäure gegen konz. II2S04; hierbei erfolgte
CO-Abspaltung unter gleichzeitiger Bldg. einer neuen COOH-Gruppe nach: — CO-COOH
->- —COOH + CO. Hieraus folgt, daß das prim, zu erwartende V (bzw. sein Vorprod.)
sich unter Öffnung von Ring B zum a-Ketotriester isomerisiert hat, der partiell zum
a.-Ketosäurediester VI verseift wurde; letzterer wurde dann weiter zu VII abgebaut.
Vorbilder für solche Ringspaltungen finden sich in der Literatur. Beim Erhitzen über
den F. entsteht aus VII das Säureanhydrid, aus dem mit Alkali nicht die Ausgangssäure,
sondern eine isomere Dicarbonsäure erhalten wird, die auch einen neuen Trimethylester bildet; durch W.-Abspaltung entsteht jedoch wieder das Säureanhydrid. Vff.
erklären diese Erscheinungen durch Umlagerung von V II bei der ersten Säureanhydridbldg. aus der trans- in die cis-Lage, so daß die isomere Dicarbonsäure die cis-Verb.
ist. Charakterist. für die Chemie der Chinovasäuregruppe ist das Auftreten gelber
Oxydationsprodukte. Aus Deriw., die die beiden Carboxyle der Chinovasäure noch
enthalten, entstehen o-Diketone (z.B . I -> III), während die sich von der Brenzehinovasäure ableitenden Diketono dadurch gekennzeichnet sind, daß die CO-Gruppen
in einem Syst. 0 = C — C=C— C—0 stehen. Diese Unterschiede in der 11k.-Weise wurden
auf dio verschied. Lage der Doppelbindung in beiden Grundsystemen zurüekgeführt
(vgl. IV. Mitt., 1. c.). Bei Annahme der Doppelbindung in 9,11-Stellung, wie in I,
in den an der Doppelbindung reaktionsfähigen Deriw. der Chinovasäure, bereitet die
Ableitung der Bldg. von o-Diketonen keine Schwierigkeiten. Bei der Bldg. der Brenzchinovasäure aus Chinovasäure erfolgt aber nicht nur Abspaltung des Carboxyls a,
sondern auch, wie Vff. glauben, eine Verlagerung der Doppelbindung. Durch
Formel V III für Brenzchinovasäure wird auch die Bldg. der gelben Triketosäure
Cs,H40O5 (IX) bei ihrer Oxydation erklärt. Auch die aus dem Bromlacton der Brenz­
chinovasäure durch HBr-Abspaltung erhaltene zweifach ungesätt. Säure C29H410 3 ist
zu IX oxydierbar; ungewiß ist noch dio Lago der Doppelbindungen zwischen 9,11 u.
8,14 oder 9,10 u. 7,8, in beiden Fällen jedoch ist die Bldg. von IX verständlich. In naher
Beziehung zu IX muß die in der IV. Mitt. (vgl. C. 1932. II. 2661) als C28H40O6 be­
schriebene gelbe Säure stehen; sie wird jetzt als CtiHsJ)s formuliert u. ihr in Anlehnung
an dio Formulierung IX Konst. X zuerteilt. Gegenüber der Brenzchinovasäure ist in
IX u. X dio Haftfestigkeit der COOH-Gruppe sehr vermindert. X spaltet bei 290°
C02 ab unter Bldg. eines farblosen neutralen Rk.-Prod. C2,H3a0 3, u. in gleicher Weise
1 03 8
D2. N a t u r s t o f f e : A n d e r e N a t u r s t o f f e .
1940. I.
liefert IX eine farblose neutrale Verb. C28H40O3. Noch weiter vermindert ist die Haft­
festigkeit des Carboxyls in bereits in der IV. Mitt. beschriebenen Deriw. von X. So
liefert X mit Br ein gelbes Trisubstitutionsprod., in dem die Br-Atome wahrscheinlich
in a-Stellung zu den 3 CO-Gruppen stehen; aus diesem wird durch Alkali alles Br als
HBr, aber auch gleichzeitig C02 abgespaltcn. Es wurde schon früher angenommen,
daß die entstehende Verb. C27H320 3 einen aromat. Ring enthält u. daß sie ein Phenol
ist, für das sich Formel X I ableiten würde. Ein Zusammenhang zwischen der Ent­
stehung eines aromat. Ringes u. der Abspaltung der Carboxylgruppe, der wohl als
sicher anzunehmen ist, ist bei Annahme einer sek. Bindung des Carboxyls, wie sie
bisher formuliert wurde, nur schwer verständlich, er wird es aber, wenn die COOHGruppe nach C,4 verlegt, u. damit X nach X II verändert wird. Eür die Bldg. des gelben
Dilcelons G2aHi0O3 durch Cr03-0xydation des durch Grignardierung von Brenzchinovasäureester gewonnenen Dimethylcarbinols wurde früher angenommen, daß die Carbinol-
X
VI CH.
COiE
HaC
X
COjH
CH,
1940. I.
E . B io l . C h e m i e . P h y s io l . M e d . — E ,. A l l g . B io l . u . B io c h e m ie
1039
gruppe zum Ring hin aboxydiert wurde. Infolge der beobachteten wechselnden Haft­
festigkeit von Carboxyl b, kann dieser Vorgang jedoch auch durch angulare Bindung
des Carboxyls gedeutet werden; das Carbinol X III könnte durch Cr03 zu demselben
gelben Diketonsyst. (XIV) oxydiert werden wie Brenzchinovasäure selbst. Es ist mm
denkbar, daß bei energ. Oxydation der Carbinolgruppe das aus ihr entstehende Carb­
oxyl im Gang der Rk. abgespalten wird u. das entstehende Diketon XV sollte mit
dem therm. Zers.-Prod. der gelben Säure C29H420 5, die als XVI zu formulieren wäre,
ident, sein. Letzteres ist aber farblos u. mit dem aus dem Dimethylcarbinol gewonnenen
gelben Diketon nicht identisch. Es kann vermutet, aber noch nicht bewiesen werden,
daß mit der C02-Abspaltung aus XVI eine Wanderung der Doppelbindung nach 8,14
verbunden ist. In Formel X V II sehen Vff. das mit den bisher untersuchten Rkk.
am besten übereinstimmende Strukturbild der Chinovasäure. Durch NH3 wird III in
das farblose Monimin übergeführt, das mit Säure wieder zurückspaltbar ist. Es be­
stand früher die Absicht Dihydronovachinon zu methylieren u. den Endioläther mit
0 3 zum Dicarbonsäureester aufzuspalten. Es gelang jedoch nicht, das Endiol zu
methylieren, sondern es entstand mit CII2N2 eine isomere Verb., die bei Oxydation
mit Cr03 wieder III ergab. Ihrem Verh. nach kann die isomere Verb. nur das Oxykelon
sein, zu dem das Endiol umgelagert wurde [— C(OH)=C(OH)------->- — CO—CHOH— ].
V e r s u c h e . Dilaclondicarbonsäureanhydrid, C30H40O7, Novachinon in Äthanol
bei 0° mit Perhydrol u. alkoh. KOH versetzt, H20 2 mit H2S 03 zers., A. im Vakuum
bei 30— 40° abgedampft, mit Ä. versetzt u. äther. Lsg. mit NaHC03 ausgezogen; nach
Ansäuern mit Ä. ausgeschüttelt, Ä. abgedampft u. Rückstand mit wenig Acetanhydrid
versetzt, worauf Nadeln der Dilactondicarbonsäure (F. 285°) erscheinen, die sich wieder
lösen u. an ihrer Stelle erscheinen die derben Prismen des Anhydrids, aus Essigester,
F. 200° (Schäumen). Bei Spaltung mit reinstem H20 2 (M e r c k , p. a.) erfolgt 0 2-Entw.
u. die Hälfte des III wird zu Dihydronovachinon hydriert u. zur Hälfte zur Dilacton­
dicarbonsäure gespalten. In neutraler Lsg. in Dioxan bei 100° entsteht mit H20 2 nur
Dihydronovachinon. — Dilactondicarbonsäuredimethylester, Säureanhydrid mit methylalkoh. KOH gespalten, mit W. verd., in Ä. aufgenommen u. mit CH2N2 verestert,
aus Methanol F. 240°. — Monolaclonlricarbonsäuretrimethylester, . C33H50Ö8, voriger
mit 1 n-methylalkoh. KOH auf dem W.-Bad erwärmt, angesäuert, in Ä. aufgenommen
u. mit CH2N2 versetzt, prismat. Blättchen, aus Methanol u. A. F. 180°; lieferte bei
Red. mit Zn-Eisessig Verb. C33Hsof5i)Os, aus Aceton F. 238°, es wurde also die COzur Alkoholgruppe red. u. unter Bldg. eines a,/?-ungesätt. Esters W. abgespalten u.
eventuell noch die Doppelbindung hydriert. — a.-Ketosäure C3iHiBO0 (VI), aus dem
Monolactontricarbonsäureester mit methylalkoh. KOH, Nadeln aus A., umkryst. aus
Methanol, enthält Lösungsm., F. 140— 150° (Schäumen), F. nach Trocknen im Hoch­
vakuum (100°) 183°; liefert mit konz. H2S04 bei 35° unter CO-Abspaltung transCZ9-Moiwlactontricarbonsäuremonomethylester (VII), C30H.lcOs, rechteckige Prismen aus
Essigester u. Ä., Zers.-Punkt 240— 250°, durch Verätherung mit CH2N2 Verb. O32H50O8,
derbe. Prismen, F. 179°. — C20-Monolactontricarbonsäureanhydridmonomeihylester,
C30H „O 7, aus VII bei 250°, aus Methanol u. Essigester Prismen, F. 185°. — cis-G&Monolactontricarbonsäuremonomethylester, C30H40O8, aus dem C29-Säureanhydrid mit
methylalkoh. KOH nach Ansäuern, aus Methanol u. Essigester F. 190— 200° (Zers.);
Trimetliylcst-er, mit CH,N2, F. 186°; durch Erhitzen des Monomethylesters auf 200°
entsteht obiges Säureanhydrid. — Novachinonmonoimin, C30H4lO5N, aus Novachinon
in A. mit 2-n. NH3, Prismen aus A., F. 217°. — Verb. C'30/ / 42Oc, aus Dihydronovachinon
mit CH2N2, Nadeln, F. 242° (Schäumen); liefert bei der Cr03-0xydation Novachinon,
F. 230°. — Verb. C31/ / 41O0, aus Dihydronovachinon mit alkal. (CH3)2S04, Prismen aus
Methanol, F. 192°; wahrscheinlich wurde bei der alkal. Methylierung ein Lactonring
geöffnet, die neu entstandene COOH-Gruppe verestert u. dio Endiolgruppierung in
die eines a-Oxyketons umgelagert. (Liebigs Ann. Chem. 542. 258— 73. 26/11. 1939.
München, Chem. Labor, der Bayer. Alcad. der Wissenschaften.)
SCHICKE.
E. Biologische Chemie. Physiologie. Medizin.
E ,. A l l g e m e i n e
B io lo g ie u n d
B i o c h e m ie .
Erich Ries, Die Bedeutung spezifischer Mitosegifte fü r allgemeinere biologische
Probleme. Im Rahmen einer größeren Übersicht, die mit zahlreichen Abb. u. Mikro­
photographien ausgestaltet ist, wird die Wrkg.-Weise der Mitosegifte („ caryokla-st. Sub­
stanzen“ ). bes. des Colehicins u. der kakodylsauren Salze, erläutert, u. die Möglichkeiten
Umrissen, die sich aus der planmäßigen Verwendung der genannten Stoffe für die biol.
Forschung ergeben. Als bes. wichtig sind zu nennen: Kern- u. Chromosomenforschung,
Probleme der Polyploidie, Rkk. der Gewebsarten, hormonale Wirkungen u. Arbeits-
1040
E j. A l l g e m e in e B io l o g ie u n d B io c h e m ie .
1940. I.
rhythmus der endokrinen Drüsen, Krebsproblem. (Naturwiss. 27. 505— 15. 28/7. 1939.
Leipzig.)
H. D a n n e n b a u m .
L. Genevois und P. Cayrol. Blockierung und Transport des reduzierenden Wasser­
stoffes. I. Der Dichlorphenolindophenol reduzierende Wasserstoff. Eine allg. Meth. zur
Analyse der Red.-Kraft in biol. Milieu wird angegeben, die darauf beruht, daß es ge­
lingt, mit den üblichen Reagenzien das Red.-Vermögen der verschied, reduzierenden
Substanzen spezif. zu blockieren. Sie gestattet, Cystein, Glutathion, SH-Derivv.,
Bisulfit, reduzierenden Eisen- u. Metallionen, Ascorbinsäure, Dehydroascorbinsäure,
Alloxan, Hydrazine, Polyphenole nebeneinander zu bestimmen. Mit dieser Meth.
wurde festgestellt, daß der Wasserstoffübergang von den SH-Verbb. auf Dehydro­
ascorbinsäure oder Alloxan sehr schnell stattfindet u. daß zu dessen vollständiger
Red. schon ein 4-facher Überschuß ausreicht. (Enzymologia [Den Haag] 6. 352—74.
18/8. 1939. Bordeaux, Univ.)
E ysen bach .
G. Zirpolo, Die Wirkung des schweren Wassers auf die Organismen. (Vgl.
C. 1939. I. 1378.) Samen von Lactura scariola entwickeln die Keimlinge auf W. mit
einem Geh. von 1—3 % 0 an schwerem W. besser als auf Quellwasser, bei Lactura
sativa macht sich dagegen schon bei einer Konz, von 2°/0o eine Entw.-Hemmung be­
merkbar. Bei höherer Konz, dagegen findet man bei beiden Pflanzen Stillstand oder
Hemmung der Entw. der Keimlinge. (Riv. Eisica, Mat. Sei. natur. [2] 13. 367— 70.
1939. Neapel, Zoolog. Station.)
Geh r k e.
P. Jordan, Biologische Quantenerscheinungen. (Vgl. C. 1939. II. 4254.) Übersicht
über die in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Strahlenbiologie erzielten Fort­
schritte u. ihre quantentheoret. Deutung. (Z. physik. ehem. Unterricht 52. 217— 23.
Nov./Dez. 1939. Rostock.)
'
K lever.
N. W . Timoieeff-Ressovsky und K. G. Zimmer, Mutationsauslösung durch
Röntgenbestrahlung unter verschiedener Temperatur bei Drosophila melanogaster. (Biol.
Zbl. 59. 358—62. 1939. Berlin-Buch, Genet. Abt. d. Kaiser-Wilhelm-Inst.) P f l ü c k e .
L. G. Grimmett und G. V. B. Herford, Ein Versuch über die Wirkung von
y-Strahlen auf die Samen des Rüsselkäfers. Die Unters, der Wrkg. einer Bestrahlung
von Rüsselkäfern (Calandra granaria) mit einer gemischten Ra-/?- u. y-Strahlung
ergab, daß bei einer Dosis von 105 r/Stde. die Samen des Käfers sterilisiert werden.
(Nature [London] 144. 939. 2/12. 1939.)
K lever.
L. H. Gray, J. Read und J. C. Mottram, Vergleich des Letaleffektes durch schnelle
Neutrcmen und y-Strahlen auf das Wachstum der breiten Spitze der Bohnenwurzel. (Vgl.
C. 1940. I. 253 u. 1939. II. 4004.) Unter Benutzung der früher erhaltenen Ergeb­
nisse wurde gefunden, daß der biol. Effekt auf das Wachstum der Bohnenwurzeln
durch absorbierte y-Strahlenenergio etwa ein Zehntel der absorbierten Neutronen­
energie beträgt. (Nature [London] 144. 478— 79. 9/9. 1939. Northwood, Middlesex,
Mount Vernon Hospital and Radium-Inst.)
K lever.
N. K. Adam, Molekularkräfte, Orientierung und Oberflächenfilme. Eine elementare
u. klare Zusammenfassung des gegenwärtigen Stands der Erforschung der mol. Ordnung
an Grenz- u. Oberflächen, die überall auf die Möglichkeiten zur Analyse der mol.
Anatomie der Zellgrenzflächen im Organismus hinweist. Auf der Grundlage der Struktur
der Moll, der oberfläehenakt. Körper wird das Prinzip der Bldg. von Oberflächcnfilmen
gezeigt. Die verschied. Formen der monomol. Filme, die „gasartigen“ , fl. u. festen,
die schließlich zu verklumpten Aggregaten überleiten, werden gleichfalls aus dem
Mol.-Bau der Stoffe hergeleitet. Es wird gezeigt, daß für alle diese Erscheinungen das
Wechselspiel zwischen zwei Hauptkräftegruppen entscheidend ist: dem Lsg.-Bestreben
hydrophiler Gruppen, ihrem gegenseitigen Verhältnis u. ihren Beziehungen zum Ionengeh. des W. auf der einen, u. der gegenseitigen Attraktion u. dem Ordnungsbestreben
der Paraffinketten oder KW-stoffringe auf der ändern Seite. (Perspectives Biochem.
[Festschr. F. G. Hopkins] 1937. 81—90. Southampton, Univ.)
E. B e c k e r .
H .B. Jones, I.L.Chaikoff und John H.Lawrence, Radioaktiver Phosphor als ein
Indicaior des PhospholipoidstoffWechsels. VI. Der Phospholipoidstoffwechscl neoplastischer
Oewebe (Mam?nacarcincnn, Lymphom, Lymphosarkom und Sarkom ISO). (Vgl. C. 1940 I.
744). Bei 4 Mäusetumorarten wurde mittels radioakt. Phosphors der Phospholipoidstofiwechsel untersucht. Der Phospholipoidstoffwechscl dieser 4 Tumorarten war weder
der Höhe noch dom Aktivitätstyp nach einheitlich. Der Zelltyp ist demnach nicht
der Faktor, der den Grad der Phospholipoidaktivität im Tumor bestimmt. Der Phospholipoidumsatz der Tumore besitzt größere Ähnlichkeit mit dem Umsatz in den akt.
Geweben (Leber, Niere, Darm) als in den weniger akt. Geweben (Muskel, Gehirn).
Bei Vorliegen größerer Tumore ist der Phospholipoidgeh. der Leber, bes. kurz nach
der 33P-Verabreichung, vermindert. Die Phospholipoidaktivität der Leber n. wie
tumorkranker Mäuse ist mehrfach größer als die höchste Aktivität, die in den Tumoren
1940. I.
E ,. E n z y m ü L ooiK .
G ärung.
1041
beobachtet wurde. (J. biol. Chemistry 128. 631— 44. 1939. Berkeley, Cal., Univ.,
Med. School, Div. Physiol. a. Red. Labor.)
Mahn.
Georges Lakhov^ky, Das cancerogene Cholesterin und die cellulare Oscillation.
Vf. betrachtet vom Standpunkt seiner früher aufgestellten Theorie der cellularen
Oscillationen, welche vor allem von den Chromosomen u. Chondriomen ausgeführt
werden sollen, die Wrkg. verschied. Wellenlängen auf das Zellgeschehen u. versucht
Zusammenhänge herzustellen zwischen den biolog. Oscillationen u. den Schwingungen,
welche von außen diese Oscillationen entweder verstärken oder durch Interferenz
aufheben. Auf dieser Basis entwickelt er dann eine Theorie der Tumorbldg., wie sie
R o f f o beim bestrahlten Cholesterin gefunden hat. (Bol. Inst. Med. exp. Estud.
Tratamiento Cáncer 1 5 . 889— 99. 1938.)
O e s te r lin .
M. J. Shear, Untersuchungen über Carcinogenesc. V. Methylderivate des 1,2-Benzanthracens. Eine Reihe von carcinogenen KW-stoffen wurde an Mäusen auf carcinogene
Wrkg. geprüft. Die Substanzen wurden durchweg in kryst. Form subcutan verabfolgt
(durchschnittlich 5— 10 mg). Es erwiesen sich als carcinogen: 20-Methylcholanlhren,
Cholantliren, 5,10-Dimethyl-l,2-benzanthracen, 5-Methyl-l,2-benzanthracen, 10-Methyl1.2-benzanthracen, 9-Methyl-l,2-benzanthracen, 5,9-DimeJhyl-l,2-benzanthracen, 7-Methyl1.2-benzanthracen, 9,10-Dimethyl-l,2-benzanthracen, 4,10-Ace-l,2-benzanthracen, l',2',3',4'Tetrahydro-4,10-ace-l,2-benzanthracen, 20-Äthylcholanthrcn. Dagegen zeigten keine
krebserregende Wrkg.: Dchydronorcholen, Aceanthren, 2,3-Dimelhyl-6,7-acechrysen,
l-Phenyl-3,4-dihydro-8,9-acephenanthren,6,7-Dimethyl-3,4-benzphenanthren, 2,3-Dimethylchrysen, st/mm.-Triphenylbenzol, Fluoranthren, 1,6-Dimethylpleiaden, 1,6-Dimethylthiopleiaden, Fluoren. Die 10-Methyl-, 5,9-Dimcthyl- u. 5,10-Dimethylderivv. des 1,2-Benzanthrens entsprechen in ihrer Wrkg. etwa dem Cholanthren, was besagt, daß das Fünfringsyst. des letzteren für eine starke carcinogene Potenz nicht erforderlich ist. Unter
Heranziehung weiterer Befunde mit anderen verwandten Substanzen wird das Problem
Struktur u. Canccrogenität diskutiert. (Amer. J. Cancer 33. 499— 537. 1938. Harvard
Med. School, Off. of Cancer Investig.)
SCHLOTTMANN.
M. J. Shear und Egon Lorenz, Untersuchungen über Carcinogenese. VI. Kohlen­
wasserstoffcholesterinstäbchen bei weißen Mäusen. Weiße Mäuso bekamen Zylinder aus
geschmolzenem Cholesterin mit einem Geh. von 5, 1, 0,1, 0,01 u. 0,001% Dibenzanthracen
subcutan implantiert (ca. 100 mg Gewicht). Tumoren entstanden nur nach den beiden
erstgenannten Konzz. (nach 5%ig. Stäbchen bei 17 von 20 ein Jahr überlebenden
Tieren, nach l% ¡g- Stäbchen bei 2 von 12 Implantaten). Die Absorptionsspektral­
analyse ergab in den am Ende des Vers. geprüften Stäbchen noch ca. 5 % Dibenzanthracengeh.; die l% ig. Zylinder waren teils zerfallen, oder zeigten Verluste an Dibenz­
anthracen von 0,1 bzw. 0,3 mg in den beiden positiven Fällen. Makro- u. Mikroaufnahmen
zeigen Durchdringung der Fremdkörper mit Bindegewebe u. Gewebsveränderungen in
der Umgebung. (Amer. J. Cancer 36. 201— 10. Juni 1939. Harvard Univ., Wolcott
Gibbs Memorial Labor.)
SCHLOTTMANN.
M. J. Shear und Adrien Perrault, Untersuchungen über Carcinogenese. VII. Deri­
vate des 3,4-Benzpyrens. Weißen Mäusen wurden folgende 12 Derivv. des 3,4-Benzpyrens
in kryst. Form subcutan implantiert: 4'-Methyl-, 1',2'-Dihydro-4'-methyl-, 4 -Oxy-,
4'-Aceioxy-, 4' -p-Aminobenzoyloxy-, 4' -Methoxy-, l',2',3',4'-Tetrahydro-, 4'-Ketol',2',3',4'-tetrahydro-3,4-benzpyren, ferner das Anhydrid, das Dikalium- u. das Dinalriumsalz der 3',4'-Dicarbonsäure u. l',2'-Dihydro-3,4-benzpyren-3',4'-dicarbcmsäureanhydrid. Lokale carcinogene Wrkg. zeigten nur das 4'-Methyl- u. das l',2'-Dihydro4'-methyl-3,4-benzpyren, ersteres in sehr hohem Maße. — Es wird ferner eine Zusammen­
stellung von 80 auf Carcinogenität geprüften Verbb. gegeben (Derivv. des Benzanthracens, Cholanthrens, Phenanthrens u. a.). Längere Diskussion über Struktur u. carcino­
gene Wrkg., Beziehungen dieser KW-stoffe zu körpereigenen Substanzen usw. (Amer.
J. Cancer 36. 211— 28. Juni 1939. Harvard Univ., Wolcott Gibbs Memorial
Hosp.)
SCHLOTTMANN.
N. Waterman, Polarographische Untersuchung von krebserregenden und nicht
krebserregenden Kohlenwasserstoffen. Unters, von 26 KW-stoffen zeigt, daß es an­
scheinend möglich ist, die cancerogenen Eigg. eines Stoffes mittels der polarograph.
Meth. festzustellen. (Acta brevia neerl. Physiol., Pharmacol., Microbiol. E. A. 9.
143— 17. 1939. Amsterdam, Labor, de 1’Antoni van Leeuwenhoekhuis.) B o h l e .
E s. Enzym ologle. Gärung.
H. J. Maresquelle, Gemeinsame Grundlagen mehrerer zur. Darstellung der Kinetik
von Diastasereaktionen vorgeschlagenen Formeln. Mathemat. Betrachtung der Kinetik
diastat. Rkk. hinsichtlich der Faktoren, welche die Rk.-Geschwindigkeit bedingen.
X X II. 1.
68
1042
E j. E n z y m o l o g ie .
Gärüng.
1940. I.
(C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 130. 1385—89. 1939. Straßburg, Fac. des
sciences, Botan. Inst.)
Ge h r k e .
H. J. Mares quelle, Beziehungen zwischen den Formeln, welche die Kinetik der
Diastasereaktionen darstellen, zu den die Kinetik der Photosynthese darstellenden. Die für
die Kinetik der diastat. Rkk. abgeleitete mathemat. Formel (vgl. vorst. Ref.) wird zur
Erklärung der ICinctik der Photosynth. durch Chlorophyll herangezogen. Es zeigt sich
jedoch, daß sie den Beobachtungen über die C 02-Assimilation nicht gerecht wird. (C. R.
Séances Soc. Biol. Filiales Associées 130. 1389—92. 1939. Straßburg, Fac. des sciences,
Botan. Inst.)
Gehrke.
Emst Maschmann, Über Bakterienproteasen. IX . Mitt. Die Anaerobiase der
Gasbranderreger. Vf. gibt einen Überblick über das vorliegende Vers.-Material. An
Hand der Ergebnisse rechtfertigt sich die Einführung der Bezeichnungen „Kollagenase'1
für das gelatinespaltende Enzym u. „ Anaerobiase“ für das clupeinspaltende Enzym
der Gasbranderreger. Ferner wird zur Trennung beider Enzyme ein einfacher Weg
angegeben, der zu sehr reinen Präpp. führt. Über den Wrkg.-Bereich der Anaerobiase
kann gesagt werden, daß das durch Cystein aktivierte Enzym Casein u. Gelatine (Opti­
mum bei pa = 7,0) leicht spaltet, dagegen Clupein u. Pepton erst nach Ergänzung
durch eine thermostabile Substanz. Vf. studierte weiter die Gelatine-, Clupein- u.
Caseinspaltung durch Anaerobiase bei Ggw. von 11 verschied. Zusätzen. Wichtig ist
hierbei die hemmende Wrkg. der Jodessigsäure u. der n. Pferde- u. Rindersera, während
bei den Zusätzen mit steigernder Wrkg. das Aktivierungsvermögen der Blausäure
am stärksten in Erscheinung tritt. (Biochem. Z. 297. 284— 96. 1938. Frankfurt a. M.,
Georg-Speyer-Haus.)
LEICHTER.
Emst Maschmann, über die Anaerobiase. XIV. Mitt. über Bakterienproteasen.
Nach den bisherigen Befunden wurde Anaerobiase (C. 1939. I. 2795) als uneinheitlich
angesehen, da in ihr eine „abtrennbare Substanz“ gefunden wurde, welche für das
Wirksamwerden des Enzyms gegenüber Clupein, nicht aber gegen Casein u. Gelatine
notwendig ist. Vf. fand jetzt, daß diese aktivierende Substanz nicht von den Bakterien
gebildet wird, sondern aus dem Nährsubstrat bezogen wird. Die Substanz kommt auch
in Hefe u. im tier. Organismus vor. Sie wird gegenüber allen Substraten benötigt u.
muß nur dann dem gereinigten Enzym zugesetzt werden, wenn das Substrat sie (wie
im Falle des Clupeins) nicht selbst (als Verunreinigung) enthält. Die „abtrennbare“
Substanz kann durch Pyridinnucleotide ersetzt werden. Sie wirkt wasserstoffübertragend, indem sie den H der SH-Gruppe aufnimmt u. an das inakt. (Dehydro-) Enzym
abgibt, wodurch dieses wirksam wird. Die Anaerobiase ist einheitlicher Natur. (Naturwiss. 27. 628—29. 15/9. 1939. Frankfurt a. M., Forsch.-Inst. f. Chemotherapie.) HESSE.
K. Lohmann und A. J. Kossel, Über die Einwirkung des Zinks und anderer
Metalle auf die Carboxylase. Getrocknete Bierhefe erfährt beim Auswaschen mit alkal.
Phosphat eine Inaktivierung der Carboxylase, welche durch Aneurindiphosphat u.
Metallionen, M g" oder Mn", beseitigt werden kann. Mit saurem Phosphat erfolgt da­
gegen keine Inaktivierung. Die Wrkg. der Carboxylase wird durch Z n " charakterist.
beeinflußt: In geringen Konzz. (5 -10"5 bis 5-10_ 3 mMol in 1,7 ccm Rk.-Gemisch) er­
folgt Hemmung, in höheren (5-IO-3 bis 2 -10-3 ) Steigerung, in noch höheren irreversible
Hemmung. Der Effekt ist bes. stark bei sauer ausgewaschener Hefe, weniger stark bei
alkal. ausgewaschener Hefe; im Macerationssaft ist die Reaktivierung sogar größer als
die anfängliche Hemmung. In sauer ausgewaschener Hefe hebt ein optimaler Mn” Zusatz die Zn"-Wrkg. völlig auf. Bei der endgültigen Inaktivierung wirken dann aber
M n" u. Z n " additiv. — Qualitativ ähnlich, aber quantitativ schwächer als Z n " wirken
Cd", N i" u. Co", die also in geringen Konzz. hemmen, in höheren aktivieren. Nur
steigernd wirken Mg", M n" u. F e", ausschließlich hemmend wirken C u" = H g " =
Ag' = A u " > A l'" = Cr'" > B o" = P b " = S r" > B a". — Allo Befunde scheinen
darauf zu deuten, daß dem Z n " (welches in den meisten Zellen vorkommt) eine Rolle
im Kohlenhydratstoffwechsel zukommt. So wird z. B. auch die Zuckergärung von Zn
charakterist. beeinflußt. Die Milchsäurebldg. durch wss. Muskelextrakt scheint von
Z n " nur gehemmt zu werden. (Naturwiss. 27. 595—96. 1/9.1939. Berlin, Univ.) H e s s e .
Kazuo Yamaïuji und Shio Goto, Über Vererbung abnormer Amylaseaktivität bei
Bombyx mori. Die bei ungünstigen Züchtungsbedingungen von Bombyx mori auf­
tretende Verringerung der Amylasewrkg. (C. 1937. I. 2618) wird nicht vererbt. Das
Gesetz, nach dem Modifikationen (erworbene Eigg.) nicht vererbt werden, gilt demnach
auch für die Enzymwirkungen. (Enzymologia [Den Haag] 2. 329—30. 1938. Tainan,
Japan, Kaiserl. Inst. f. Zuckerforschung.)
HESSE.
Emst A. Sym, W . Stankiewicz und F. Zielinski, Uydrolasenwirkung des Blind­
sackinhaltes des Pferdes und des PanseninhaÜes des Rindes. Lipase- und Amylasewirkung. Im Pferdeblinddarm sind Proteinase, Lipase u. Amylase von großer W irksam-
1940. I.
E ,. E n z y m o l o g ie .
G-ä r d n g .
104 3
keit zu finden. Im Panseninhalt wird bedeutend schwächere protcolyt. u. lipolyt.
gefunden als im Blinddarm, jedoch scheint im Pansen eine Art Vorverdauung eingeleitet
zu werden. Die Enzyme haften zum größten Teil am festen Bestandteil des Inhaltes
von Blinddarm bzw. Pansen. — Die Proteinase des Blinddarms wirkt optimal bei ph
8,7—9,5, die des Pansens bei pH = 7,3; Lipase optimal: ph = 7,2; Amylase optimal:
Blinddarm pn = 7,4, Pansen pn = 5,8. — Die Enzyme werden bei 100° völlig inakti­
viert. Thymol (I), Toluol (II) u. CHC13 (III) sind ohne Einfl. auf die Amylase; I u. II
hemmen die Proteolyse, III ist ohne Einfl.; Lipase ist gegen die 3 Desinfektionsmittel
sehr empfindlich. — Akt. Trockenpräpp. werden durch Trocknen der festen Bestand­
teile mit Aceton u. Ä. erhalten. — Über die Herkunft der Enzyme geben Vff. an:
Protease des Blinddarms stammt von Pankreas-Trypsin, die dos Pansens von Bak­
terien; die Lipase sowio die Amylase des Blinddarms sind tier. Ursprungs, .die des
Pansens ist pflanzlichen Ursprungs. (Enzymologia [Den Haag] 6. 113—2i. 1939.
Warschau, J. Pilsudski Univ.)
HESSE.
Friedrich Chrometzka und Hans Brunssen, Ferment-chemische Untersuchungen
über die Glykogenspeicherkrankheit (v. Gierke). An der Leber eines Falles von Glykogen­
speicherkrankheit wurde gezeigt, daß weder Mangel noch Fehlen diastaiischen Fermentes
vorliegt, sondern lediglich eine über Stdn. währende Anfangshemmung der Ferment­
reaktion. Es konnte wahrscheinlich gemacht werden, daß die Hemmung des Glykogen­
abbaues durch Bindung des nativen Eigenglykogens an patholog. Eiweißkörper (Globu­
line ?) bedingt ist. (Z. klin. Med. 136.122—39. 1939. Kiel, Medizin. Klinik.) K a n i t z .
S. P. Vilter, R. W . Vilter und T. D. Spies, Synthese der Go-Enzyme I und II.
(Vgl. C. 1939. I. 4216.) KOIIN u. K l e i n fanden, daß die Erythroeyten in vitro u. in
vivo bei Zugabe von Nicotinsäure die Pyridin-Co-Enzyme I u. II zu synthetisieren
imstande sind (vgl. C. 1939. II. 4259). Vff. fanden dagegen, daß in defibriniertem
Blut zwar eine Synth. stattfindet, die Erythroeyten jedoch die Enzyme nur speichern.
Weitere Verss. mit venösem Blut von n. Menschen sowie von Patienten mit myelogener
u. lymphat. Leukämie ergaben, daß die Konz, der Go-Enzyme I u. II nach Zufuhr
von Nicotinsäureamid doppelt so hoch ist als ohne Zusatz, dagegen weist sorgfältig
gewaschenes u. wieder in Salzlsg. u. Serum suspendiertes n. u. leukäm. Blut keine Ver­
änderung des Co-Enzymgehaltes. Die Konz, der Co-Enzyme I u .II ist in einer Suspension
von weißen Blutkörperchen der lymphat. u. myelogenen Serie nach Nicotinsäurcamidzuführung höher. Es ist daher anzunehmen, daß nicht die Erythroeyten, wie es
K o h n u . K l e i n annehmen, sondern die kernhaltigen Blutkörperchen für die Synth.
verantwortlich gemacht werden müssen. (Nature [London] 144. 943. 2/12. 1939.
Cincinnati, 0 . , Univ., College o f Medicine.)
K lever.
R. W . Vilter, S. P. Vilter und Tom D. Spies, Notiz über den Gehalt des Blutes
an Codehydrogenasc I und I I bei lymphatischer oder myelogener Leukämie. Die Autoren
bestätigen ihren früheren Befund (C. 1939. I. 4216), daß bei Leukämie der Geh. des
Blutes an Codehydrogenase I oder II erheblich vermindert ist. Hefegaben beheben
zwar zeitweilig diesen Mangel, sind aber ohne Einfl. auf Zahl u. Gestalt der Leukocyten.
Dagegen findet sich im Blut dieser Kranken ein neuartiges u. abnormes Protein, dessen
Auftreten vielleicht diagnost. ausgewertet werden kann. (Southern med. J. 32. 619—20.
Juni 1939. Cincinnati, 0.)
H. DANNENBAUM.
Katsuse Aizawa, Die fermentative Hydrolyse des p-Nitrophenol-ß-galaktosids.
II. Studien über Carbohydrasen. (Vgl. C. 1939. II. 4496.) p-Nitrophenol-/J-Galaktosid
(F. 170°; [cc]d20 = — 74,7°) wird von Takaferment bzw. Emulsin (Optimum Ph = 5
bzw. 6) gespalten. Die Enzymwrkg. wird verfolgt unter colorimetr. Best. des freiwerdenden p-Nitrophenols. Die /3-Galaktosidase ist enthalten in Leber, Niere, Lunge,
Milz u. Hoden des Kaninchens. — Lunge, Milz u. Hoden des Kaninchens spalten
ß-Galaktosid (I), nicht aber p-Nitrophcnol-ß-galaktosid (II), wogegen Hefeextrakt nur
II, nicht aber I spaltet. (Enzymologia [Den Haag] 6. 321—24. 15/7. 1939. Chiba, Japan,
Medizin. Akad.)
‘
H esse.
W . H. Fishman, Studien über ß-Glucuronidase. II. Faktoren, welche die Anfangs­
geschwindigkeit der Hydrolyse einiger Glucuronide beeinflussen. (I. vgl. C. 1939. II. 127.)
Optimale Hydrolyse durch Glucuronidase aus Ochsenmilz erfolgt bei Östriolglucuronidat
bei pH = 4,3, bei Bomeolglucuronidat bei ph = 4,4, bei Mentholglucuronidat bei
P h = 5,0. Die Dissoziationskonstanten der Enzym-Substratverbb. sind 0,0005 bzw.
0,01 bzw. 0,0040, die Affinitäten des Enzyms für die Substrate 2000 bzw. 100 bzw. 250.
(J. biol. Chemistry 131. 225— 32. Nov. 1939. Toronto, Univ.)
H esse.
E.
Annau und T. ErdÖS, Über Dehydrierung der Brenztraubensäure. III. Mitt.
(II. vgl. C. 1938. H. 866.) Der in den vorangegangenen Arbeiten beschriebene Aktivator
aus Schweineniere, welcher die Dehydrierung der Brenztraubensäure in Ggw. eines
Fermentes bewerkstelligt, wurde als Bemsteinsäure erkannt. Er gehört somit dem
68*
1044
E ,. E n z y m o l o g ie .
G ärung.
1940. I.
Oxydationssyst. der 0,-Säuren an. Die in der Niere vorhandenen Mengen Bernstein­
säure sind sehr gering. Aus 600 kg Schweinernere konnten nur 3 g Bernsteinsäure
isoliert werden. — Mit der Dehydrierung ist die Oxydation der Brenztraubensäure
verbunden, welche pro Mol 1 Atom 0 verbraucht u. 1 Mol. C02 bildet. Die enzymat.
Dehydrierung bzw. Oxydation der Brenztraubensäure in Ggw. von Bernsteinsäbie als
Katalysator ist durch Mg-Ionen günstig zu beeinflussen. (Hoppe-Seylcr’s Z. physiol.
Chem. £57. 111—20. 1939. Szeged, Univ.)
H esse.
*
Yieh und Wissler, Über Serumphosphatase. In fast allen Fällen florider Rachitis
war die Serumphosphatase erhöht, wobei eine gewisse Abhängigkeit von der Schwere
der Erkrankung festzustellen war. Das Verli. der Phosphatase nach Vitamin-D-Stoßtherapie wird beschrieben. Ausnahmen sind fiebeihafte Eikrankungen u. dystroph.
Zustände; bei renaler Rachitis wurde die Phosphatase bei der hyperphosphatäru. Form
n., bei der hypophosphatäm. erhöht gefunden. (Ann. Paediatrici [Basel] 152. 348— 57.
1939. Zürich, Univ.-Kinderklinik.)
K a NITZ.
H. H. Fleischhacker, Bestimmung der alkalischen Phosphatase in der CerebroSpinalflüssigkeit. Es wird eine Modifikation der Meth. von BoDANSKY beschrieben.
(Enzymologia [Den H aag] 6. 144. 1939. London, London County Hosp. for Nerv, and
Mental Disord.)
HESSE.
G. 0 . Langstroth, D. R. McRae und S. A. Eomarov, Die Synthese und Sekretion
von Proteinen durch die Pankreas. Mathemat. Behandlung der Synth. von Eiweiß in
der Pankreas u. seiner Eiweißsekretion nach Sekretin. (Canad. J. Res., Seet. D 17137— 49. 1939. Montreal, McGill Univ., Dep. of Physics and Physiology.) K a NITZ.
Jacob Feigenbaum, Nichthydrolytische Abbauprodukte von Fibrin. Wirkung von
Proteinasen auf diese Produkte. Fibrin löst sich in /3-Naphthol bei 135— 145°. Aus den
hierbei entstehenden Prodd. von niederem Mol.-Gew. wurden 4 Peptide isoliert: Fa,
F1( Fia u. F2. Als Fa wird ein Akropeptid bezeichnet vom Mol.-Gew. 886,616. Es ent­
hält 2 Mol. Leucin, 2 Mol. Prolin, 2 Mol. Glutaminsäure, 1 Mol. Alanin u. 1 Mol. Lysin.
— Fj ist ein Ootopeptid vom Mol.-Gew. 922,516. Es enthält je 1 Mol. Prolin, Histidin,
Asparaginsäure u. Alanin, sowie je 2 Mol. Leucin u. Glutaminsäure. — Fj ist ein Peptid,
CajHjjNgOj,, 2 H20 (Mol.-Gew. 730,432); es enthält Arginin. — F2 hat anscheinend
Mol.-Gew. 2476,568. — Die erhaltenen Peptide werden sowohl von Pepsin, als von
unaktiviertem Papain, nicht aber von Polypeptidase gespalten. Letztere wirkt jedoch
nach vorangegangener Einw. von Papain oder Pepsin. (Enzymologia [Den Haag] 6.
122—34. 1939. Jerusalem, Hebr. Univ.)
H esse.
N. Lichtenstein, Über die Spaltung der Akropeptide durch Pankreasproteinase.
Die anhydrolyt. Abbauprodd. der Proteine (Akropeptide) werden durch enzymat. reine
Pankreasproteinase gespalten. Die Enzymwrkg. beschränkt sich offenbar auf Um­
wandlung von geschlossenen Polypeptidketten in offene Polypeptidketten. — Ent­
sprechend der Wrkg. des Pepsins u. des nichtaktivierten Papains macht die Behandlung
mit Pankreasproteinase die Akropeptide der Wrkg. von Polypeptidase zugänglich.
(Enzymologia [Den H aag] 6. 108— 12. 1939. Jerusalem, Hebräische Univ.) HESSE.
F. P. Mazza und C. Malaguzzi-Valeri, Die Wirkung von Pankreaslipase auf
2,3-Dimethyl-l-stearylglycerin und auf l,3-Dimelhyl-2-stearylglycerin.
Allylalkohol
wird zu 2,3-Dibrompropanol bromiert, dieses mit einer Lsg. von Na in wasserfreiem
Methanol gekocht, NaBr entfernt, Methanol größtenteils abdest., Rückstand mit W.
verd., ausgeäthert. Aus dem Ä. 2,3-Dimethylglycerin. Farblose Fl., Kp. 180°. Mit
Stearylchlorid in Pyridin erhält man 2,3-Dimethyl-l-steaiylglycerin. F. 44°. —
a,a'-Dichlorhydrin mit einer Lsg. von Na in Methanol gekocht, ergibt 1,3-Dimethylglycerin, Kp. 168— 170°. Daraus mit Stearylchlorid in Pyridin l,3-Dimethyl-2-stearylglycerin, F. 38°. — Als Ferment diente Pankreaslipase nach W ILLSTÄTTER. Diese
hydrolysiert beide Substrate, spaltet also sowohl Esterbindungen primärer wie sekundärer
Hydroxylgruppen. Die Hydrolyse der Ester prim. Hydroxylgruppen verläuft schneller
als die der sekundären. Das Spaltungsgleichgewicht stellt sich in beiden Fällen bei
etwa 15% ein. (Arch. Scienze biol. 25. 270— 78. 1939. Turin, Univ., Inst. f. biol.
Chemie.)
Ge b r k e .
St. J. V. Przylecki und E. A. Sym, Uber die Wirkung der Pankreas- und Leberesterase auf mehrwertige Alkohole, Kohlenhydrate und ihre Ester. Die Wrkg. der ZooEsterasen ist bei Hydrolyse bzw. Synth. hinsichtlich des Alkohols von folgenden Mo­
menten abhängig. Pankreas u. Leberesterase sind vor allem auf aliphat., einwertige
u. prim. Alkohole eingestellt, wobei die Länge der C-Kette keine bes. Rolle spielt. Diese
Alkohole von Ct bis C16 mit einer CH2OH-Gruppe werden glatt synthetisiert u. gespalten.
Am reaktionsfähigsten ist Methanol. — Die sek. Alkohole u. ihre Ester werden von den
Esterasen viel schwerer angegriffen als primäre. — Reaktionshemmend wirkt die Ggw.
von nebeneinander liegenden OH-Gruppen. Glycerin u. Erythrit sind deshalb nicht
1940. I .
&>• E n z y m o l o g ie .
Gärung.
1045
sehr reaktionsfähig. — Glycerinaldehyd, Arabit, Mannit, Inosit u. Glucose konnten
bisher nicht verestert werden. Jedoch konnten Polyessigsäureester von Glycerin­
aldehyd, Erythrit, Mannit u. Glucose mittels Pankreaseesterase, sowie Glucosepentaacetat u. Tctraerythritacetat mittels Leberesterase hydrolysiert werden. Dabei waren
Rk.-Geschwindigkeit sowie Spaltungsgrad sehr gering. (Enzymologia [DenHaag]6. 135
bis 139. 1939. Warschau, J. Pilsudski-Univ.)
H esse.
Die Esterasewirkung von Benzoylcarbinol. Mittels elektrometr. Titration
stellt Vf. fest, daß in Phosphatpufferlsgg. von p« — 8 die Hydrolyse von Methylbutyrat
durch Pankreaslipase durch Zusatz von Benzoylcarbinol nicht beschleunigt wird, daß
also dem Carbinol selbst keine katalyt. Wrkg. zukommt. (Arch. Scienzo biol. 25. 254
bis 260. Juni 1939. Turin, Univ., Inst. f. biol. Chemie.)
G eh rk e.
J.
und
Hydrolyse von Acetylcholin durch Gewebe. Die
Erholungszeit des unter Acetylcholinwrkg. stehenden Froschvorhofs hängt ab von der
initialen Acetylcholinkonzentration. Dio Esterasekonz. im Vorhof kann auf etwa
2-10~5-mol. geschätzt werden. Dio Dauer der Blutdrucksenkung des Acetylcholins bei
der Katze wird bestimmt durch die Esteraseaktivität. Bei höheren Dosen wird der
größte Teil des Acetylcholins im Blutstrom, wahrscheinlich durch reversible Adsorption
an Gewebsstrukturen, rasch entfernt. Dauer der Erholung des Froschvorhofs u. Blutdruckwrkg. an der Katze werden durch Eserin, welches die ganze Esterasemenge oder
einen Teil desselben hemmt, verlängert. Dio Halbzeit der Hydrolyse einer Acetylcholinkonz. 1: 10 Millionen durch den Froschvorhof beträgt etwa 20 Sek., für dio Hydrolyse
von 1 y pro kg Katze etwa 5— 10 Sekunden. (Quart. J. exp. Physiol. 28. 155— 76. 1938.
Edinburgh, Univ., Dep. of Pharmacology.)
Z ip f .
und
Über das
Vorkommen der Diaminoxydase bei Mensch, Säugetier und, Vogel. Mit einem Anhang
über das Vorkommen der Cholinesterase beim Vogel. 5. Mitt. über den enzymatischen
Abbau von Polyaminen. (4. Mitt. vgl. C. 1939. II. 2341.) Vff. beschreiben eine Arbeits­
weise zur Best. der Diaminoxydase in frischen Organen. Als Einheit wird diejenigo
Anfangsgeschwindigkeit bestimmt, bei welcher 10-8 Mol. Gadaverin je Stdo. oxydiert
werden, bei vollständiger Sättigung des Fermentes durch das Substrat. Für eine große
Anzahl von Warmblütern wird der so ermittelto Geh. an Diaminoxydase in Niere,
Leber u. anderen Organen angegeben. — Im Gehirn von Vögeln konnte eine sehr große
Menge von Cholinesterase nachgewiesen werden. (Helv. chim. Acta 22. 1381— 95.
1/12. 1939. Basel, Univ.)
H esse.
Ontogenetische Veränderungen der Aktivität der Cholinesterase
im Skelettmuskel von Kaninchen. Der Geh. an Cholinesterase im Skelettmuskel von
Kaninchen steigt in den letzten 5 Tagen vor der Geburt u. den ersten 5 Tagen danach
steil an, vom 10.— 20. Tag fällt er ebenso steil wieder ab, um dann langsam den nied­
rigen Wert zu erreichen, den man bei erwachsenen Tieren findet. Unter der Annahme,
daß sich die Cholinesterase nicht gleichmäßig in der Muskelfaser verteilt, sondern an den
Angriffspunkten des Acetylcholins in der „receptivo substance“ befindet, wird die
Deutung der aufgefundenen Kurve in einer Überlagerung folgender zwei Entwick­
lungen gesehen: 1. eine Steigerung des Estorasegeh. in der „receptivo substance“ u.
2. — langsam überwiegend — eine Abnahme des Geh. des wachsenden Muskels an
dieser „receptive substance“ . (Bull. Biol. Med. exp. URSS 7. 514— 17. Juni 1939.
Leningrad, State Pediatric Mcdical Inst.)
E ysen bach .
Einfluß der Nervenabtrennung auf den Cholinesterasegehalt des
Skdettmuskels von Kaninchen. Zur Feststellung, ob die in der vorhergehenden Ver­
öffentlichung (vgl. vorst. Ref.) beschriebenen Veränderungen tatsächlich auf den
Nerveneinfl. zurückgehen, wurde der Cholinesterasegeh. nach Durchtrennung des
Nerven verfolgt. Im Verlaufe von dessen Degeneration sinkt der Enzymgeh. des Muskels
in den ersten 6 Tagen auf 60%. steigt dann aber steil an. Nach 2 Monaten übersteigt
er sogar den maximalen Geh., der in den ersten 10 Tagen nach der Geburt erreicht
wird. Dio Erklärung wird darin gesehen, daß die zwei sich entgegenwirkenden Einflüsse,
die der Nerv ausübt: Steigerung der Cholinesterasekonz, in der „receptivo substance“
u. Begrenzung der Menge dieser „receptive substance“ bei der Durchtrennung des
Nervs aufgehoben werden. Entsprechend verändert sich der Cholinesterasegeh. auch
bei 4 Tage altenKaninchen. (Bull. Biol. Med. exp. URSS 7. 518—20. Juni 1939.
Leningrad, Stato Pediatric Medical Inst.)
EYSF.NBACH.
Studien über enzymatischeHistochemie.
25. Eine Mikromethode
zur Bestimmung der Cholinesterase und die Aktivität-pn-Abhängigkeit dieses Enzyms.
Cholinesterase aus Pferdeserum, Magenschleimhaut der Taube u. Katzenhirn wirkt
optimal bei pH = 8,5. — Vf. beschreibt eine Mikrometh. zur Best. dieses Enzyms, mit
C. Lenti,
A.
Clark
J. RaventÖ3,
E. A. Zeller, Hans Birkhäuser, Hans Mislin
Rachel Leibson,
Rachel Leibson,
David Glick,
Marianne Wenk,
10-16
Ea. Enzymologie .
G-ärung.
1940. I.
welcher noch die Hydrolyse von 1 •10-s Mol. des Esters verfolgt werden kann. (J. gen.
Physiol. 21. 289—95. 1938.)
H esse.
Studien über enzymatische Ilistöchemie. 26. Die histologische Ver­
teilung der Cholinesterase in normaler Magenschleimhaut sowie nach Verabreichen gewisser
Drogen. (25. vgl. vorst. Ref.) Aus Mikrotomschnitten kann Cholinesterase leicht mit
0,9%ig. NaCl wie mit 30%ig. Glycerin extrahiert werden. — In der Magenwand
der Taube ist das Enzym so verteilt, daß die Epithelschicht die größte, das Muskel­
gewebe die geringste Wirksamkeit aufweist u. daß im Pylorus größere Aktivität als
in Fundus oder Cardia gefunden wird. Die Wirksamkeit ist unabhängig vom physiol.
Zustand des Magens im Augenblick der Tötung des Tieres. Intramuskuläre Injektion
von Acetylcholin, Eserin oder Atropin kurz vor dem Töten ist ohne bes. Einfl. auf
dio Wirksamkeit des Enzyms in irgendeinem Bezirk des Magens. (J. gen. Physiol. 21.
297— 311. 1938. Kopenhagen, Carlsberg Labor.)
H esse.
und
Isolierung und Krystallisation des Proteins
des oxydierenden Gärungsfermentes. Im Anschluß an dio Isolierung eines kryst. Pro­
teins (I) durch N e g e l e i n u. W u l f f (C. 1937.1. 3812. 1938. I. 619), welches sich mit
Dihydrodiphos-phopyridinnucleotid (II) zu einem Acetaldehyd reduzierenden Ferment
(III) dissoziabel vereinigt (C. 1938. I. 1375), wird dio Darst. eines zweiten für die
Pyridinkatalyse der Gärung (C. 1936. II. 1557) notwendigen Proteins (IV) beschrieben,
welches nach Vereinigung mit Diphosphopyridinnucleotid (V) zu einem dissoziierenden
Pyridinproteid als oxydierendes Gärungsferment (VI) Kohlenhydrat zur Stufe der Brenz­
traubensäure oxydiert. Ausgangsmaterial war ein Acetonnd. aus LEBEDEW-Saft
von Bäckerhefe (IV findet sich aber auch in Muskel- u. Tumorextrakten). Durch frak­
tionierte Fällung mit Hefenucleinsäure bei variierter [H+], Entfernung der Nucleinsäure mittels Sturin, Reinigung mit Al-Hydroxvd, Denaturierung von Begleitproteinen
(Hexokinase u. Isomerase) bei 60° u. Fällung mittels Ammoniak in Ggw. von (NH.,)2SO.,
konnten 1,2 g IV (Zus.: 52,4 C, 7,51 H, 16,41 N , 1,08 S) aus 490 g Trockenhefe
erhalten werden. Der Reinigungsgrad wurde mit Hilfe des „Tests“ A: 3-Phosphoglycerinaldehyd + VI -f H20 ->- 3-Phosphoglycerinsäure + II in Ggw. von Arsenal
liehtelektr. kontrolliert. Möglicherweise sind die erhaltenen einheitlichen Krystalle
ein NH,-Salz von IV. Der gefundene Geh. von 0,01°/o P nach Fällung mit HCl aus
NaCl-Lsg. wird als Verunreinigung angesehen. Die Dissoziationskonstante von VI
ist K — [IV] X [V ]/[V I) = 3,2 •10"5 Molo Nucleotid/Liter. An einem Mol IV können
pro Min. rund 20000 Mol. V u. Substrat reagieren. — In Zellextrakten ist IV u. a.
von Hexokinase u. Isomerase (s. o.) begleitet. Werden diese entfernt, so wird der
„Test“ A für d-3-Ph osphoglycerinaldehyd (VII) spezif. u. Arsenal läßt sieh durch Phos­
phat ersetzen. Bei dieser nunmehr „physiol.“ Oxydationsrk. der Gärung entsteht zu­
nächst aus VII u. Phosphat reversibel 1,3-Diphosph‘oglycerinaldehyd, der durch VI
in einer Gleichgewichtsrk. zu der von N e g e l e i n u. B r ö m e l beschriebenen 1,3-Diphosphoglycerinsäure (VIII) oxydiert wird. In Ggw. eines von Th. BÜCHER aus
LEBEDEW -Saft isolierten Proteins kann sodann aus V III u. Adenosindiphos-phat VII
und A T P entstehen. — Gibt man nacheinander zu einem Gemisch von VII, V, P h o s p h a t
u. CH3CHO bei ph = 7,9 u. 25° erst I u. dann IV, so findet eine liehtelektr. zu ver­
folgende stufenweise Oxvdored. statt:
R-CHO + R'CHO + H ,0 ->- R-COOH + R '-C H 2OH,
welche durch z w e i Fermente (III u. VI) mit gemeinsamer prosthet. Gruppe (II/V)
bewirkt wird; Pyridintriphosphonudeotid ist wirkungslos, da es weder von I, noch von
IV gebunden wird. Die Beteiligung des Phosphats an der Oxydrk. A kann auf Grund
der Fluorescenz von gebildetem II bewiesen werden. An Stelle von VII kann auch
Glycerinaldehyd treten, nur muß dann bei gleicher Rk.-Geschwindigkeit die Konz,
von IV auf das 1000-fache erhöht werden. — Die obigen Gärungsfermente werden
wio folgt bezeichnet: Pyrt<£i?iproZei<fDiphosphoglycerinaldeliyd (VI) u. DihydropyridinproieiÄAcetaldehyd (III). (Biochem. Z. 303. 40—68. 8/11. 1939. Berlin-Dahlem, KaiserWilheln-Inst. f. Zellphysiologie.)
BERSIN.
Über die enzymatische Hydrierung der Dehydrodesoxycholsäure
durch Hefe. II. Mitt. (I. vgl. C. 1938.1. 1802.) Bei Einw. des Dehydrasesyst. von Hefe­
zellen in Pufferlsg. bei pH = 7,14 auf 3,12-Diketocholansäure (I) wurden Mischkrystallc
von a- u. ß-3-Oxy-12-ketocholansäure erhalten. Die Red. von I bei Hefe- bzw. Sulfit­
gärung ist also ohne Zweifel enzymat. Natur. — Bei Sulfitgärung von 3-Keto-12-acetoxycholansäure wurde erwartungsgemäß a-3-Oxy-12-acetoxycholansäure erhalten. (Enzymo­
logia [Den Haag] 6. 105— 07. 1939. Okayama, Phys.-chem. Inst.)
H esse.
und
Über die Reduktion von Nitriten
durch, Sterigmatocystis nigra. Sterigmatocystis nigra vermag^Nitrite in NH3 überzu-
David Glick,
Otto Warburg
Walter Christian,
Chai Heung Kim,
M. Lemoigne, P. Monguillon
R. Dösveaux,
E 3. M ik r o b io l o g ie .
1 94 0 . I .
B a k t e r i o l o g ie .
I m m u n o l o g ie .
1047
führen. (C. K. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 127. 1403—05. 1938. Labor, de
chimie agricole à l’Institut agronomique.)
A bderhalden.
E 3. M ikrobiologie. Bakteriologie. Im m unologie.
Die Hydrolale. Einige Untersuchungen über ihre Bakteriologie
und die Veränderungen, die sie unter der Einwirkung der Mikroorganismen erleiden. (Vgl.
C. 1939. ü . 3145.) Die Hiydrolatproben wurden durch eine Onam tserl AND-Kerze L 3
filtriert. Die Proben waren steril. Die Nachprüfung des pH ergab, daß die filtrierten
Proben auch nach 1 Jahr ein weniger saures pn besaßen als entsprechende, niclitkonservierte oder mit Bakterien geimpfte Proben. Die Fluorescenz von Orangeblütenhydrolaten blieb bei filtrierten Proben erhalten, verlor sich aber bei mit Pilzen oder
Bakterien geimpften Proben sehr rasch. Während der Permanganatindex bei nichtkonservierten Hydrolaten beträchtlich zurückging, stieg er im Gegensatz dazu bei
konservierten Proben etwas an. Der Jodindex fiel bei Lagerung ab, dieser Abfall war
bei konservierten Proben verlangsamt. (Bull. Sei. pharmacol. 45 (40). 123— 32. 1938.
Nancy, Fac. de Pharm., Labor. Microbiol.)
Mahn.
Kieselsäuregel in der mikrobiologischen Praxis. Es wird die
Methodik zur Herst. der Kieselsäuregelplättchen zur mikrobiol. Arbeit beschrieben.
Die Sterilisation des Gels kann bei einer Temp. von 110— 115° u. erhöhtem Druck im
Laufe von 15— 20 Min. durchgeführt werden. (JIa(iop!VTopna!i HpaKTiiKa [Laboratoriumsprax. ] Sammelband. 21— 22. 1939. SaTatow, Univ.)
G O R D IE N K O .
Keimtötende Wirkung und chemische Konstitution der isomeren
Xylenole und ihrer Monohalogenderivale. Berichtigung der Mitteilung von Lockemann und
Kunzmann. Die Angaben von LOCKEMANN u. KüNZMANN (C. 1933. II. 401) über FF.
u. Kpp. der halogenierten Xylenole sind größtenteils unrichtig; die angeführten ehem.
Eigg. entsprechen nur teilweise dem tatsächlichen Verh. der Verbindungen. Trotz
mannigfacher Änderung der Vers.-Bedingungen gelang es nicht, die Jodderiw. nach
dem angegebenen Verf. darzustellen. Außerdem waren einige als neu beschriebene
Verbb. bereits bekannt; die früheren Angaben sind also durch die vorliegenden zu er­
setzen. Auch die Angaben über die keimtötende Wrkg. weichen nicht unerheblich von
den früheren ab. Die isomeren Xylenole I—VI wirken alle etwa 5-mal so stark wie
Phenol, auf Bact. coli u. Staphylococcus pyogenes aureus; bei den Halogenderiw. tritt
der Einfl. der Stellungsisomerie stärker hervor; die Chlor- u. Bromderivv. der Xylenole I,
V u. VI (H statt Hlg) wirken 50—70-mal stärker als Phenol, die der Xylenole II, III
u. IV nur 15—20-mal so stark. Die in kaltem W. unlösl. Jodderiw. waren auch durch
Vermischen mit Seife nicht in Lsg. zu bringen u. konnten deshalb nicht auf keimtötende
Wrkg. in wss. Lsg. untersucht werden.
T
CH,
CH,
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ÇH,
II
1
I
CH,
Ç
y OH
(H lgi-^N-CH,
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J-CH,
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k > 0H
J. G. Marchai,
A. R. Werner,
K. Heicken,
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J-CH,
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CH,
CH,
l
...
'I
(Hig)
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'
OH
CH,
V e r s u c h e . Darst. der Ghlorverbb. durch Chlorierung mit S 0 2C12 in Eisessig;
man erhält meist Nadeln aus W. + etwas NaHS03. Chlorxylenol-1,3,2,5, C8H90C1 (III),
F. 83°. Chlorxylenol-1,2,3,6 (I), F. 8 4,5 °. Chlorxylenol-1,2,4,5 (II), F. 72°. Chlorxylenol-1,3,4,5 (IV7), Kp.10 100— 101°. Chlorxylenol-1,3,5,2 (V), F. 1 1 5 °; von BUSCH u.
SCHMIDT (Ber. dtsch. ehem. Ges. 62 [1929], 2618) irrtümlich als 1,3,2,5 bezeichnet.
Ohlorxylenol-1,4,2,5, F. 74°. — Bromxylenole, aus den Xylenolen u. Br in Eisessig, meist
Nadeln aus Wasser. Bromxylenol-1,2,3,6, C8H9OBr (I), F. 91°. Bromxylenol-1,2,4,5 (II),
F. 80°. Bromxylenol-1,3,2,5 (III), F. 79,5°. BromxyUnol-1,3,4,5 (IV), Kp.w 100— 101°.
Bromxylenol-1,3,5,2 (V), F. 115,5°. Bromxylenol-1,4,2,5 (VI), F. 87,5°. — Die Jodxylenole waren durch Diazotieren der Aminoxylenole oder Aminoxylenolbenzoate u.
Ersatz von Diazo durch J nicht erhältlich; man jodiert die in wss. NH3 durch Schmelzen
u. Abkühlen suspendierten Xylenole unter ständigem Rühren mit J-KJ-Lsg. (vgl.
D a t t a u . P r o s a d , J. Amer. ehem. Soc. 3 9 [1917]. 444). Jodxylenol-1,2,3,6, C8H9OJ
(I), Nadeln aus W. oder Lg., F. 86°. Daneben Dijod-l,2,3-xylenol, C8H80 J2, Nadeln aus
verd. A., F. 84,5°. — Jodxyknol-1,2,4,5 (II), Nadeln aus W., F. 67,5°. Jodxylenol-1,3,2,5,
C8H9OJ (III), Nadeln aus W., F. 105°. Jodxylenol-1,3,4,5, C8H,OJ (IV), gelblich,
E„. M ik r o iu o l o g ie .
1048
B a k t e r i o l o g ie .
I m m u n o l o g ie .
1940. I.
Kp.,s 123— 124°. — Jodxylenol-1,3,5,2 (V), Nadeln aus W., F. 131°. Daneben entsteht
2,4,G-Trijod-l,3,5-xylenol, C8H,OJn, Nadeln aus Lg. oder A., F. 177° unter Braun­
färbung. — Jodxylenol-1,4,2,5, CaHaOJ
Nadeln aus W., F. 97,5°, Kp.20 160°.
Daneben 3,5-Dijod-l,4,2-xylerwl (l,4-l)imethyl-3-oxy-2,G-dijodbenzol), C8HsOJ2, Nadeln
aus W., F. 61,5°, Kp.j0 170— 180°. (Angew. Chem. 52. 263— 65. 8/4. 1939. Inst, f.
Infektionskrankheiten „Robert Koch“ .)
OSTERTAG.
und
über die keimtötende Wirkung der 6 isomeren
Xylenole und ihrer Monochlor• und Monobromderivate. Die keimtötende Wrkg. der
6 isomeren Xylenole zeigt gegenüber Bacterium coli kaum, gegenüber Staphthylococcus
pyogenes aureus nur geringe Unterschiede. Bei den Halogenxylenolen dagegen treten
nicht unerhebliche Verschiedenheiten deutlich hervor. Für die Einw.-Zeit von 1 Stdc.
ergab sich z. B. folgendes: gegenüber B. coli enviesen sich von den Chlorderiw. die
CH,
CH,
CH,
CH,
CH,
CH,
(VI),
G. Lockemann
X -A v C H ,
l > O H
I
K. Heicken,
/ %
ch,
x-l^j
II
OH
V S °H
X-IJ-CH,
UI
j^ S
X-l^^J-CH,
IV
OH
r ^ S -X
n O -I^ J-C H ,
V
j^ l-O H
VI
CH,
X = CI. Br
Isomeren I, V u. V I 4 mal so stark als die Isomeren 11 u. IV ; von den Bromderivv. die
Isomeren I, V u. V I 5— 6 mal so stark als die Isomeren II u. IV. Gegenüber Stapbylococcus pyrogenes aureus waren von den Chlorderiw. die Isomeren I, V u. V I 15— 20 mal
so wirksam als das Isomere IV, von den Bromderivv. die Isomeren I, V u. VI 33 mal
so stark als die Isomeren II u. IV. Einzelheiten s. Original. (Zbl. Bakteriol., Parasitenkunde Infektionskrankh., Abt. I. Orig. 145. 61— 71. 6/11. 1939. Berlin, Inst.
Robert Koch, Chem. Abt.)
SCHUCHARDT.
Bildung der 7-Oxy-3,12-Diketocholansävre aus DehydrochoUävrc
durch Proteusbacillen. 3,7.12-Trikdochokntsäurc. wird durch Proteusbacillcn partiell zu
7-Oxy-3,12-diketocholansäurc reduziert. (J. Biochemistry 29. 87— 90. 1939. Okayama,
Med. Fak., Biochem. Inst. [Orig.: dtsch.])
K o b e l.
und 3.
Die Extraktion von Hämolysin aus
den Choleravibrionen El-Tor. Vff. beschreiben die Herst. einer stark hämolysierend
wirkenden Lsg. aus macerisierten Choleravibrionen. Die liämolyt. Aktivität einzelner
Kulturen ist starken Schwankungen unbekannter Natur unterworfen. Die hämolyt.
Wrkg. weist ein Maximum bei ph = 8,2 auf. Bei pn = 6 ist sie um die Hälfte ver­
mindert, bei Ph = 5 sogar auf 1/i. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 130.
23— 24. 1939. Inst. Pasteur.)
OESTERLEIN.
Dia Widerstandsfähigkeit von Gonokokken in vitro gegen Tempe­
raturen von 50°, von 45° und von ungefähr 41,5°. Vf. fand wieder die hoho Widerstands­
fähigkeit gegen die genannten Tempp. bestätigt. Eino 0,9%ig. NaCl-Lsg. ist ein sehr
ungeeignetes Suspensionsmittel für Gonokokken, weil sie dieselben ernstlich beschädigt.
(Nederl. Tijdschr. Geneeskunde 83. 5934— 38. 23/12. 1939. Haarlem.) GROSZFELD.
Neue Methode zur Anreicherung verschiedener Blutspirochäten mittels
Taurocholats des Methylenblaus. (Vgl. C. 1938. II. 2313.) (Ann. Parasitol. humaine
compar. 17. 62—68. 1939. Paris, Inst, deParasitologie.)
Mahn.
über mit Ninhydrin behandelte Gelatine. Es ist möglich, das Rk.prod. aus Ninhydrin (I) u. Serumprotein zu isolieren. Vf. versucht nun unter Ver­
wendung von Gelatine (II) das analoge Rk.-Prod. zu gewinnen. Hierzu werden
12,5 ccm 7“/„ig. Lsg. II gegen Phenolphthalein neutralisiert u. mit 0,1 g I in 5 W.
langsam auf 100° erwärmt, wenige Min. bei dieser Temp. belassen u. langsam wieder
abgekühlt. Im allg. erstarrt die Mischung nicht. Beim tropfenweisen Ansäuern mit
HCl fällt das Rk.-Prod. aus. Das neutrale Gelatineprod. reagiert mit Formol nicht
mehr u. zeigt nach SoERENSEN keine freien NH2-Gruppen mehr. (C. R. Séances Soc.
Biol. Filiales Associées 127. 1472— 74. 1938. Brüssel,Inst. Pasteur.) OESTERLIN.
Immunologische Studien mit ninhydrinbehandelter Gelatine. Die
mit Ninhydrin (1) behandelte Gelatine (s. vorst. Ref.) stellt ein neues Protein (II)
dar, bei welchem die freien Aminogruppen durch I blockiert sind. Drei Kaninchen
wurden intravenös mit II behandelt. Die Lsg. muß aber frei von einem Überschuß
von I sein, da sonst venöse Sclerosen auftreten. Nach der 4. Injektion ging eines der
Tiere an anaphylakt. Schock ein; das von ihm gewonnene Blut präeipitiertc II sehr
stark, mit n. Gelatine aber nicht. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 127.
1474— 75. 1938. Brüssel, Inst. Pasteur.)
OESTERLIN.
Chemoimmunologische Studien an konjugierten Kohlehydratproteinen. X II. Die immunologischen Verhältnisse von künstlichen Antigenen, welche
Cellobiuronsäure enthalten. (XI. vgl. C. 1938. I. 628.) Vf. synthetisiert aus Aceto-
Tanenao RIori,
P. Noël Bernard, J. Guillerm
P. J. van Putte,
H. Simons,
W.-L. Dulière,
W.-L. Dulière,
Walther F. Goebel,
Gallut,
1940. I .
E ,. P f l a n z e n c r e m ie u n d - p iiv s io l o g ie .
1049
bromoellobiose das p-Aminobenzyl-/J-cel]obiosid (I) u. au8 Acetobromccllobiuronsäuro
dio p-Aminobenzyl-/?-cellobiuronsäure (II). I wird hergestellt durch Schütteln von
Acetobromcellobiose in CHC13 mit p-Nitrobenzylalkohol (III): Hexaacetyl-p-nitrobenzyl-/?-celIobiosid, P. 178— 180°. [a]n22 in CHCln = — 34,8°. Durch Verseifen mit
Ba-Methylat resultiert p-Nitrobenzylcellobiosid, F. 199— 200°. [a]o20 = — 32,2° (in
W.). Katalyt. red. entsteht I, F. 188-—190°. [a]n22 = — 35,2° (in W.). Zur Gewinnung
von II wird Acetobromcellobiuronsäuremethylcster mit III in CHC13 geschüttelt;
p-Nitrobenzyl-/9-glykosid des Hexaacetylcellobiuronsäuremethylcsters, F. 192— 193°.
[ajo20 = — 41,7° (in CHC13). Nach Verseifen mit Bariummethylat resultiert p-Nitrobenzyl-/?-glykosid deB Celiobiuronsäuremethylesters, F. 188— 189°. [a]n22 = — 48,1°
(in CHC13). Red. erfolgt mit Pt-H,. Verseifung des Esters mit Ba(OH)2. Ba-Salz
des II zeigt [a]r>22 = — 44,0 (in W.). I u. II, sowie /?-Glucuronsäure (V) u. -p-Aminobenzyl-/?-glucosid (IV) werden diazotiert u. mit der Globulinfraktion von n. Pferde­
serum gekuppelt. Vf. immunisiert nun mit diesen 4 Azoproteinen Meerschweinchen
u. untersucht dio Präcipitationsverhältnisse der Antisera gegenüber den homologen
u. heterologen Azoproteinen. Hierbei zeigt das Antiserum von II eine relativ breite
serolog. Reaktion. Das Antiserum dieses Antigens präcipitiert auch dio Polysaccharid­
kapselsubstanz d r Pneumokokken vom Typ III, wenn dieses Polysaccharid mit heterologem Serum vo kuppelt wurde. Weiterhin ergibt sich, daß dieses Antigen Antipneumo­
kokkensera vom Typ II, III u. VII präcipitiert. (J. exp. Medicine 68. 469— 84. 1/10.
1938. Hosp. of Rockefeiler Inst, for Med. Res.)
O e s t e r l in .
und
Studien zur Sensibilisierung von Tieren
mit einfachen chemischen Substanzen. V. Sensibilisierung mit Diazomethan und mit
Senföl. (IV. vgl. C. 1938. I. 2565.) Vff. sensibilisieren Meerschweinchen gegen Diazo­
methan (I), indem sie den Tieren täglich 6— 8 mg subcutan verabreichen. Die Sensi­
bilisierung tritt dabei sehr rasch ein. Senföl, Allylisothiocyanat, wurde ähnlich an
Mensch u. Hund geprüft, wobei sich herausstellte, daß hier eine Sensibilisierung
wesentlich langsamer, in manchen Fällen überhaupt nicht zu erreichen war. (J. exp.
Medicine 68. 505— 12. 1938. Labor, o f the Rockefeller Inst, for Med. Res.) O e s t e r i .IN.
Zur Kenntnis des Histamins und seiner Beziehung zur Anaphylaxie.
Eine von E d l b a c h e r entdeckte u. vom Vf. weiter ausgebaute Meth. ermöglicht einen
sehr spezif. Test für Histamin: Die kontrahierende Wrkg. von Histamin auf den iso­
lierten Mecrschweinchendarm in Tyrodelsg. wird aufgehoben, wenn Arginih oder Histidin
oder sonstige bestimmte, HN<^- oder HS-haltige Substanzen zugegen sind. Der Vf.
glaubt, daß diese Stoffe schneller als Histamin im Gewebe verankert werden als
Histamin, so daß dieses nicht mehr zur Wrkg. gelangen kann. — Mit Hilfe dieses
spezif. Hemmungstestes prüft der Vf. die Erscheinungen des anaphylakt. Schocks u.
findet, daß im Laufe der anaphylakt. Rk. unbedingt Histamin ausgeschüttet werden
müsse, dessen Wirkungen in die Schockik. eingelien. (Naturwiss. 27. 515— 17. 28/7.
1939. Würzburg.)
H. D a n n e n b a u s i .
0.
und
Die Wirkung von Eisen-, Mangan- und
Kupfersalzen bei letaler Tetanus- und Botulinusintoxikation der Maus. Bei tetanus- u.
botulinustoxinvergifteten Mäusen zeigten Injektionen geeigneter Dosen von Ferroammonsulfat lebensverlängemde bzw. lebenserhaltende Wirkung. Günstiger erwies sich
Behandlung mit gleichen Fe-Mengen in Form von Ferroascorbinat (Ceferro), da dieses
geringere örtliche Reizerscheinungen macht als das Alaun. Ebenfalls günstig wirkt Mn,
schlecht dagegen Cu wegen seiner eigenen Toxizität u. Reizwirkung. Den besten Erfolg
erzielten Vff. bei kombinierter Fe-Mn-Behandlung, wodurch Tiere, die durch mehrere
tödliche Toxindosen schwer geschädigt waren, völlig geheilt werden konnten. Neben
individuellen Einflüssen scheinen auch klimat. Einflüsse von Bedeutung zu sein. Vff.
empfehlen bei der Serum- u. Immuntherapie der Infektionskrankheiten durch Metallsalz­
gaben den Immunitätsmechanismus günstig zu beeinflussen zu versuchen. (Z. Immuni­
tätsforsch. exp. Therap. 97. 109— 20. 6/12. 1939. München, Univ., Hygien. Inst.) G e h r .
Uber das Molekulargewicht des Tabakmosaikvirusproteins.
(Science [New York] [N. S.] 90. 305— 06. 29/9. 1939. Comell Univ. — C. 1939- II.
1503.)
Lynen.
K. Landsteiner
D.
Ackermann,
H.
Hettche
A. A. Di Somma,
H. Straßburger,
Vemon L. Frampton.
E,. Pflanzenchemle und -Physiologie.
Uber die chemische Zusammensetzung von
Baumrinde. X I. Mitt. Über Ligninstoffe aus der Kiefemrinde. (X. vgl. C. 194 0 .1. 399.)
Durch fraktionierte Bearbeitung von Kiefemrinde wurden 4 Stoffe erhalten, die Vff. mit
A, B, C u. D bezeichnen. Lignin A bzw. B stellen die in A. lösl. bzw. unlösl. Fraktionen
dar; Lignin C wurde durch Kochen des in Alkalien unlösl. Rindenanteils mit Na2S09 u.
Lignin D durch Chlorierung des restlichen Rindenanteils gewonnen. Sie enthielten (°/o):
W. I. Scharkow und w. N. Kalnina,
1 05 0
^s- T ie r c h e m ie u n d -P h y s i o l o g i e .
1940. I .
2,17—2,23, 0 u. 5,26—5,99 (bei Lignin D nicht ermittelt) Methoxyl, 14,85, 16,2, 12,89
bis 13,57 u. 10,13— 10,48 Hydroxyl, 0,77— 0,83. 0, 3,8—4,2 u. 3,73 Carboxyl, 60,06 bis
60,59, 59,04— 59,24, 62,0 u. 62,09— 62,89 C, 4,5— 4,65, 4,86—4,9, 5,5 u. 5,52—5,65 H„
bzw. 0,8, 0,6,0,53 u. 0,69 Asche. Man beobachtete, daß die methoxylreichsten Fraktionen
größte Widerstandsfähigkeit gegen chem Einww. aufweisen. Das Lignin der Rinde ent­
hält rund 16% Hydroxyl, gegenüber 20% im Lignin aus Holz, was den chem. Unter­
schied dieser beiden Stoffe beweist. (üecoxuMimccKaa nponum.ieiniocxt [Holzchem.
Ind.] 2 . Nr. 9. 25—31. Sept. 1939. Holzteclin. Akad. „Kirow“ .)
P ohl.
und
Die Reduktion der salpetrigen
Säure durch höhere Pflanzen. Die erste Phase der Reaktion. Die Rolle der Ascorbin­
säure. (III. Mitt.) (Vgl. C. 1 9 4 0 . I. 72.) Unterss. an etwa 30 Pflanzen zeigten, daß
alle Pflanzensäfte Nitrite zu red. vermochten. In manchen Fällen war dies bestimmt
als eine Wirkung der Ascorbinsäure zu erkennen, meistens waren jedoch andere Sub­
stanzen (unbekannter Art) dafür verantwortlich. (Bull. Soc. Chim. biol. 2 1 . 596— 603.
April 1939.)
L in s e r .
und
Der Amidstoffwechsel grüner Pflanzen. II. Die Amide des
RhabarberblaUes. (I. vgl. C. 1 9 3 7 . II. 2379.) Im Verlauf des Eiweißabbaues in isolierten
Rhabarberblättern werden zum Teil recht große Mengen Glutamin gebildet. Da die
Blätter normalerweise 15% oder mehr ihres Gesamt-N in Form von NH,' vorliegen
haben, ist die Entgiftungshypothese PR.TANISCHNIKOWs hier kaum anwendbar. Die
Glutaminbldg. geschieht im Licht wie auch im Dunkeln. Über die Natur seiner Vor­
läufer ist nichts bekannt; Glucose vermag, trotzdem sie aufgenommen wird, die
Glutaminbldg. nicht zu fördern. (J. biol. Chemistry 1 2 5 . 527—38. Okt. 1938. New
Haven, Conn., Agric. Exp. Stat.)
L in s e r .
und
Der Amidstoffwechsel grüner
Pflanzen. III. Der Mechanismus der Amidsynthese. (II. vgl. vorst. Ref.) Das Verh.
der Amide in abgeschnittenen Rhabarberblättern unter verschied. Bedingungen, vor
allem solchen, die zu hoher NH3-Konzz. im Blatt führen, steht im Widerspruch zu der
Entgiftungstheorie von PRJANISCHNIKOW, dagegen in guter Übereinstimmung mit
der Annahme von CniBNALL (Prolein mctabolism in the plant, New Haven 1939),
der die Citronensäurehypothese von K r e b s auf den pflanzlichen Stoffwechsel über­
trägt. (J. biol. Chemistry 128. 703— 13. Juni 1939. New Haven, Conn., Agric.
Exp. Stat.)
'
L in s e r .
und s.
Über die Beziehung zwischen der Konzentration der
Nährlösung und dem Pflanzen-, insbesondere Wurzelwachslum.. Es wurde bestätigt,
daß in W.-Kulturen die Wurzeln der Reispflanze im nährstoffarmen Medium länger
sind als im nährstoffreichen Medium. Der Grund wird darin gesehen, daß in verdünnten
Nährlsgg. die Pflanze die Nährstoffe aus einem größeren Volumen aufnehmen muß.
(J. Sei. Soil Manure, Japan 1 3 . 450. Juli 1939. Taihoku, Univ. [nach dtsch. Ausz.
rcf.].)
_
Jacob.
*
und
Wuchshormone bei organbildenden Vor­
gängen. III. Wirkung einer Heteroauxinbehandlung der Samen auf Wachstum und
Entwicklung der Pflanzen. Die Samen von Weizen, Hafer, Hirse, Wicke, Hanf, Senf,
Flachs u. Erbse wurden vor dem Keimen 24 Stdn. mit Ileleroauxinlsg. verschied.
Konz, behandelt. Die Wrkg. auf die Keimung u. das vegetative Wachstum war bei
den einzelnen Pflanzen sehr verschied., Hemmung trat bei Flachs schon mit allen
Konzz. auf, bei den meisten erst in zunehmendem Maße mit den höheren Konzz., bei
Weizen u. Hanf nur mit der größten angewandten Heteroauxinmenge (50 mg/100 ccm).
Senf bildete insofern eine Ausnahme, als die anfängliche Hemmung nach etwa 2 Monaten
in deutliche Förderung des vegetativen Wachstums übergegangen war. In keinem
Falle jedoch bewirkte die Zufuhr von Heteroauxin eine Beschleunigung bzw. Änderung
der Blüten- u. Fruchtbildung. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS [N. S.] 1 9 . 303—06.
5/5. 1938. Timiriazev Inst, of Plant Physiol., Acad. o f Sei. of the USSR.) E r x l e b e n .
und
Wirkstoffe des Olivenblattes und ihre physio­
logische Wirkung. Gesamtextrakt aus Olivcnblättern ist wenig tox., senkt durch peri­
phere Gefäßerweiterung den Blutdruck des Hundes u. wirkt vagolytisch. Atmung, Herz­
tätigkeit u. sympath. Nervcnsvst. werden nicht beeinflußt. (Bull. Acad. Med. 122
([3] 103). 191— 98. 25/7. 1939.)"
Z ip f.
* M. Lemoigne, P. Monguillon
R. Desveaux,
Hubert Bradford Vickery, George W. Pucher, Charles S. Leavenworth
Alfred J. Wakernan,
Hubert Bradford Vickery
M. Tokuoka
George W. Pucher,
Gyo,
M. Ch. Cajlachjau
L. P. Zdanova,
Alf. Daniel-Brunet
M. Oliviero,
E s. Tierchemie und -Physiologie.
Spektrographische Analyse von drei Arthropoden. Spektrograph. untersucht wurde die Asche von 3 Arthropoden. Als Hauptbestandteile wurden
festgestellt P, Si, K, Ca u. Mg. in geringerer Menge Fe, Mn, Cu u. Na, u. in Spuren
Stanley S. Ballard,
1940. I.
Eä. T ie r c h iîm ie
und
-p h y s io l o g ie .
1051
Zn, AI, Sr, Ba u. Ti. (Nature [London] 143. 979. 10/6. 1939. Honolulu, Univ., u.
Hawaiian Sugar Planters’ Association, Experiment Station.)
GOTTFRIED.
Das Glykogen bei Bombix moris. Glykogcnbestimmungen in ver­
schied. Geweben u. vcrschied. Entw.-Stadien von Bombix moris. (C. R. Séances Soc.
Biol. Filiales Associées 127. 1502—04. 1938. Station de zoologie agricole du Sud-Est
et laboratoire de pathologie des Livertébrés de l'École pratique des HautesEtudes.)
A b d e r h a ld e n .
Stickstoffhaltige Substanzen in Muskelschicht und Schleimhaut von
Duodenum und Dickdarm. Im Zusammenhang mit Unterss. über den histolog. Aufbau
u. die spezif. Funktionen der einzelnen Abschnitte des Magcn-Darmtraktes bestimmt
Vf. den Geh. an Cholin, Huminstoffen, Purinen u. Aminosäuren in Muskel- u. Schleimhautpräpp. des Duodenum u. des Dickdarms von Hunden. In der Muskelschicht des
Duodenum ist der Geh. an Cholin, IJumin, Purin-N, Arginin, Leucin, Valin, Isoleucin,
Phenylalanin u. Asparaginsäure größer, der Geh. an Glutaminsäure u. Serin geringer
als in der Muskelschicht des Dickdarms. In der Schleimhaut des Duodenum ist der
Geh. an Cholin, Arginin, Histidin, Tyrosin, Glutaminsäure u. Qlykokoll größer, der Geh.
an Humin, Alanin u. Isoleucin geringer als in der Schleimhaut des Dickdarms. Fenier
wurde der Geh. an Lysin u. Prolin bestimmt. (J. Biochemistry 29. 265—83. 1939.
Nagasaki, Medical College, Med. Clin.)
G r ü n le r .
Die Isolierung von krystallisierten Proteinen aus Kaninchen­
muskel. Vf. gibt die genaue Darat.-Vorschrift für 2 kryst. Proteine (MyogenA u. B)
aus Kaninchenmuskel. Die Ausbeuten an MyogenA aus 1kg Kaninchenfleisch be­
tragen 3— l g rohe Proteinkrystalle. Es ist bis jetzt nicht gelungen, das MyogenA
kryst. u. zugleich frei von (NH,,)2S04 zu erhalten. Die Analyse von dialysiertem
MyogenA ergab: C = 50,37; H = 6,83; O = 26,09; N = 15,52; S = 1,12; P = O;
Asche = 0,07%- Aus den Eiweißproben geht hervor, daß das MyogenA ein einfaches
P- u. kohlenhydratfreies Protein ist. Die Sedimentationskonstante beträgt s=7,9-10~la.
Das Mol.-Gew. = 150000. Der isoelektr. Punkt in 1/30-mol. Phosphatpuffern liegt bei
Ph = 6,3. Es kryst. in schön ausgebildeten, hexagonalen Bipyramiden in verschied.
Größen von 5—700 fi. Die Krystalle zeigen schwache Doppelbrechung. Das zweite
Protein (Myogen B) ist wesentlich schwerer kryst. zu erhalten. Es zeigt bleibende
Strömungsdoppelbrechung, einen Zustand, den Vf. als präthixotrop., bezeichnet. Die
Krystalle treten in Form von parallel gelagerten, schmalen Täfelchen (Größe 160 X 20 //)
auf u. zeigen deutliche Doppelbrechung. Außerdem konnte Vf. aus dialysierten Muskel­
auszügen neben Myogen A-Krystallen sehr langsam krystallisierende, aber schwerer
lösl. Formen (dünne flache Täfelchen u. Somatoidc) isolieren, deren Natur aber noch
nicht näher ermittelt werden konnte. (Hoppe-Scvler’s Z. physiol. Chem. 260. 43—55.
21/6. 1939. Lemberg, Univ., Med. chem. Inst.)
S c h o ltis .
und
Zur Kenntnis des Plasmalogens. III. Mitt. Eine
weitere Methode zur Identifizierung des Plasmals. (II. vgl. B e h r e n s , C. 1930. II. 3299.)
Bei Oxydation des aus schwer lösl. Plasmalthioscmiairbazon aus Pferdefleisch (vgl.
II. Mitt.) durch Spaltung in der 1. c. angegebenen Weise erhaltenen freien Plasmals
mit 5°/0ig. Lsg. von Chromsäure in Eisessig entsteht Palmitinsäure. Dadurch ist das
vorwiegende Vork. von PalmitinaMehyd im Plasmal erneut erwiesen. — Das aus Muskelphosphatiden dargestellte PlasmaUhioscmicarbazon schm . Unscharf bei 96° u. besteht
vermutlich aus gleichen Teilen Palmitinaldehyd- u. Stearmaldehydthiosemicarbazon. —
Das natürliche Plasmal enthält noch eine stark riechende Komponente, die wahr­
scheinlich ein ungesätt. Aldehyd ist. (Hoppe-Seyler’s Z. physiol. Chem. 256. 15—20.
15/11. 1938. Gießen, Univ., Physiol.-chem. Inst.)
K obel.
R.
und
Zur Kenntnis des Plasmalogens. IV. Mitt. Eine
neuartige Gruppe von Phosphatiden [Acelalphosphatide]. (III. vgl. vorst. Ref.) Die
weitverbreitet in tier. Zellen vorkommenden höheren aliphat. Aldehyde (Plasmal, I)
liegen überwiegend gebunden in Verbb. (Plasmalogen, II) vor, welche leicht durch
Säuren bzw. HgCl2spaltbar sind. I besteht hauptsächlich aus Palmital (III), Stearal (IV)
u. einem stark riechenden Aldehyd, dessen Thiosemicarbazon in A. leicht lösl. ist.
II findet sich in bes. reichlicher Menge in der Phosphatidfraktion von Muskulatur
(10— 12% 1) u. Gehirn (8—10% I), während Eilecithin weniger als 0,1% I enthält.
Aus den Phosphatiden von Rindfleisch, das hauptsächlich III neben ca. 25% IV
enthält, wurden durch alkal. Verseifung, Fällung mit Brucin u. Aufnehmen des Nd.
in Aceton 2 Fraktionen gewonnen: das aeetonlösl. Brucinmlz der sogenannten Plasma­
logensäure (V) u. acetonunlösl. II. Bei der alkal. Verseifung wird nämlich II je nach den
Bedingungen mehr oder weniger zu V hydrolysiert. Das durch doppelte Umsetzung
gewonnene Li-Salz von V war N-frei, enthielt Phosphorsäure u. gab Acroeinrk. ; die
Spaltung mit verd. Eisessig lieferte I neben gleichen Teilen a- u. ß-Glycerinphosphor-
André Paillot,
Kokusho Ri,
Tadeusz Baranowski,
R. Feulgen
M. Behrens,
Feulgen
Th. Bersin,
Et. T ie r c u e m ie u n d - ppjysiologje .
1052
1940. I .
säure. Demnach besteht V aus einem Gemisch zweier cycl. Acetale V a u. Y b von
homologen, gesätt. u. ungesätt. Aldehyden, welche den Phosphatidsäuren ähneln. —
H 'C > CH-(Cn-vCH -
“ ; iL o > °[,'<cb-v c h -
H2CO •PO(OH'- OCIL. CHa- NIL,
Ha
II b
n —
bzw. Io
H,CO •PO„H,
Ya
HaN •CH, •CHS•0 •PO(OHJO •H C < £ j{’ Z o > CH •(CHa)n •CH3
Yb
Hs0 3P O R C < £ [^ Z o > C H .(C H 2)n-CH3
Aus dem durch fraktioniertes Umlösen aus B zl. u. Aceton zu reinigenden II ließ sich
durch Spaltung mittels HgCL ein kryst. Gemisch von Glycerin-a- u. ß-phosphorsäurccolaminester, C5H16OtN P -l H20 ( Vi a u. V Ib), P. 86—87°, isolieren; dessen Ver­
seifung mittels HCl gab Colamin, welches als Pikrolönat, CI2H150 6N6, identifiziert
wurde.
ist demnach ein Acetalphosphatid, welches aus einem Gemisch von
u.
b besteht; in reinem Zustand kryst. es aus A. in kugeligen Drusen. — Die Identität
der Acetalphosphatide mit dem g e n u i n e n
ist bisher nicht sichergestellt, da die
ersteren auf Grund der freien funktioneilen Gruppen im biol. Material noch in größeren
Einheiten vorliegen können. — Anhangsweise werden Angaben über eine Verbesserung
der quantitativen stufenphotometr. Best. von I gemacht.(Hoppe-Seyler’s Z. physiol.
Chem. 260. 217— 45. 17/8. 1939. Gießen, Univ.)
B e r s in .
Beiträge zur Kenntnis der Oalle der Fleischfresser. Die Galle des
Waschbärhundes (Tanuki) (Nycterevtes viverrinus) und des Marders (Ten) (Martes
melampus melampvs). Aus der Galle des Waschbärhundes wurden 2,2% Cholsäure u.
0,62°/o Desoxychohäure, aus der Galle des Marders 1.48% Cholsäure u. 0,05°/o Deaoxycholsäure isoliert. — In den von den Gallensäuren befreiten Mutterlaugen wurde Taurin
gefunden. (J. Biochemistry 29. 31— 34. 1939. Okayama, Med. Pak., Biochem. Inst.
[Orig.: dtsch.])
K o b e l.
und
Beitiäge zur Kenntnis
der Galle der Fleischfresser. Die Gallen des Fischotters (Lutra), des Fuchses (VvIpes
pecculiosus Kishida) und des Wiesels (Muslela Itali). Aus dem hydrolysierten A.-Extrakt
von 12 getrockneten Fischottergallenblasen (12,8 g) wurden 0,11 g Taurin, 0,21 g Chole­
sterin
0,3 g Desoxycholsäure
u. 3,8 g Cholsäure
isoliert. Aus den hydro­
lysierten A.-Extrakten von 10 getrockneten Fuchsgallenblasen wurden erhalten 0,4 g I,
0,9 g
u. 3,0 g
In dem von den Gallensäurcn befreiten Hydrolysat der Fuehsgalle
wurde Glykokoll gefunden. Aus 10 frischen Gallenblasen des Wiesels konnten nach
Hydrolyse mit Kalilauge nur 0,04 g
gewonnen werden. ( Biochemistry
35— 40.
1939. Okayama, Med. Fak., Biochem. Inst. [Orig.:dtsch.])
K o b e l.
und
Über das Vorkommen der Anthropodesoxychol­
säure in der Galle des Schweins: Außer den 3 bekannten Gallensäuren der Schweinegalle
a-Hyodesoxycholsäure, ß-Hyodesoxychclsäure u. ix-3-Oxy-ti-ketoallocJwlansäure wurde aus
der Schweinegalle noch eine 4. Gallensäure, Anthropodesoxycholsäure (I), isoliert.
[cc]dS3 = +10,34° (A., c = 1.5). Bei Oxydation von I mit Cr03in Eisessig bei Zimmertemp. entsteht Dehydroanthropodesoxycholsäure (3,7-Diketccholansäure), bei Oxydation
unter milderen Bedingungen mit weniger CrO, bei 0° wird 3-Oxy-7-ketocholansäurc
erhalten.
Biochemistry
51— 55. 1939. Tokyo, „Nippon“ -Medizinhochschule,
Physiolog.-chem. Labor. [Orig.: dtseb.])
K o b e l.
*
und
Durch Injekticm von intercellulärem Wundhormon erzeugtes lokales
Wachstum bei Tieren. Die subcutane Injektion von intercellulärem Wundhormon,
das aus embryonalem Gewebe von Ratten bzw. Mäusen oder aus dem Milzgewebe
von Ratten nach UV-Bestrahlung erhalten wurde (vgl. C.
II. 3842), erzeugt
ein verstärktes Wachstum an der Injektionsstelle. Diese Tumoren bestehen aus Binde­
gewebe u. gestreiften Muskeln. (Nature [London]
939— 40. 2/12. 1939. Cincinnati,
O., Inst. Divi Thomae.)
K lever.
Antigonadotropes Serum. Inhaltsgleich mit der in C.
I. r 82
referierten Arbeit. (C. R. [Dokladv] Acad. Sei. URSS [N. S.]
91— 94. 5/4. 1938.
Saratow, Univ.)
v
R ohrbach.
Über das Vorkommen von brunsterregenden Stoffen im Bienen­
honig. In verschied. Bienenhonigsorten schwankte der Geh. an Östrogenen Stoffen
beträchtlich, holländ. Honig enthielt etwa 100 ME./kg. Die Östrogenen Stoffe des
Honigs waren mit W.-Dampf flüchtig. Sie sind wahrscheinlich mit den Östrogen
II
II
Ila
II
Kozo Ohta,
Chai Heung Kim, Tai Sihk Sihn
(I),
II
Kumao Takahashi,
(II)
(III)
III.
Tooichi Ido
III
Rikizoo Sakurai,
J.
29.
(J.
29.
John R. Loofbourow, Andre A. Cueto, Daniel Whalen
Michaela Lane,
Sister Mary
1939.
144.
J. M. Kabak,
E.
Dingemanse,
19.
1940.
1940. I.
E s. T ie r c h e m ie u n d - p h y s io l o g ie .
1053
wirkenden Kondensationsprodd. des p-Propenylphenols identisch. (Acta brevia neerl.
Physiol., Pharmacol., Microbiol. E. A. 8. 55— 58. 1938. Amsterdam, Univ., Pharm,
thérap.)
W adehn.
Wirkung von Piperidomethyl-a-benzodioxan auf den Uterus von Katze
und Hund in Abhängigkeit vom Sexualcyclus. In der follikulären Phase reagiert der
Katzcnutcrus in situ auf F 933 mit einer Kontraktion, in der lutealen Phase mit Er­
schlaffung. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 1£7. 1109— 11. 1938. Gent, Univ.,
last, de Pharmacodynamie et deThérap.)
Wadiciln.
Der Einfluß synthetischer östrogener Stoffe auf das Körperwachslum
und die endokrinen Organe der Ratte. Eine Anzahl synthet. östrogener Stoffe, bes. Diäthylstilböstrol, werden erneut an der Ratte ausgewertet u. die Ergebnisse tabellar. summiert.
Es wird — bei subcutaner Implantation von Wirkstoffkrystallen im Gewicht von 10 bis
100 mg — festgestellt, daß bei erwachsenen Tieren (Weibchen) eine anhaltende
Hemmung des Körpergewichtes stattfindet, daß bei jungen Tieren das Wachstum selbst
zur Zeit seiner größten Aktivität verringert wird, u. daß die gonadotrope Tätigkeit des
Hypophysenvorderlappens vollständig unterdrückt wird. (Lancet 235. 192—95. 1938.
London, Middlesex Hospital, Courtauld List, o f Biochem.)
H. DANNENBAUM.
und
E infhß von Östradiolbenzoat auf die Wirkung des
Adrenalins auf den Uterus der unreifen Katze. Werden infantile Katzen mit 2 X 5000 Ein­
heiten Östradiolbenzoat injiziert, so reagiert der Uterus 4 Tage nach der ersten Injektion
auf Adrenalin mit einer Kontraktion. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 1&.7.
1112— 14. 1938. Gent.)
W adehn.
und
Dia Behandlung der Vulvovaginitis mit
Östrogenen. (J. A m er. m ed. Assoc. 112. 1925— 28. 13/5. 1939. Philadelphia.) H. D a n n .
Die klinische Anwendung des Testosterons. (J. Amer. med.
Assoc. 112. 2255— 58. 3/6. 1939. Milwaukee.)
H. D a n n e n b a u m .
Ambisexuelle Wirkung von Progesteron beim gemeinen
australischen Opossum. Bei der Injektion von synthet. Progesteron beim gemeinen
austral. Opossum (Trichosurus vulpeeula) ergab sich bei den weiblichen infantilen
Vers.-Tieren ein Wachsen der Brustdrüsen u. der Beutel u. bei den männlichen eine
Verstärkung des Scrotumlialses, gefolgtvon einem Aufstieg der Testikel. Diese Entw.
unterscheidet sich jedoch von der Wrkg. des Östrons oder östrols, bei der die Wrkg.
eine bleibende ist. Bei länger dauernder Progesteronzuführung wurde bei fast reifen
Tieren ferner eine bleibende Erektion des Penis erzielt. (Nature [London] 144. 671.
14/10. 1939. Sydney, Univ., Dep. of Surgery.)
K lever.
und
Studien über
den hemmenden Wirkstoff des Hodens. II. Darstellung und Oewichtsschwankungen bei
den Sexualorganen der erwachsenen männlichen weißen Ratte. Aus Stierhoden lassen
sich wss. Extrakte gewinnen, die einen erheblichen hemmenden Einfl. auf die Sexual­
organe der Ratte besitzen. Bes. wird hiervon die Prostata betroffen, geringer, doch
deutlich werden auch Samenblasen u. Hoden gehemmt. Vff. glauben, daß dieser Faktor
über die Hypophyse wirksam wird, u. sprechen von einem „hormonalen Dualismus
des Hodens“ , in dem der wasserlösl., hemmende Wirkstoff in Gegensatz zum lipoidlösl.
Testikelhormon gesetzt wird. (Vgl. C. 1939. I. 4789.) (Endocrinology 25. 391—96.
Sept. 1939. Portland, Or., Oregon Med. School, Dep. o f Pharmacol.) H. D a n n e n b a u m .
Die Wahl zwischen Ovarial- und Hypophysentherapie bei
Mcnstruationsstörungen. (Am i. intern. M ed. 13. 629— 35. Okt. 1939. Madison,
José Daels,
R. L. Noble,
H. Handovsky
J. Deals,
Charles Mazer
Fred R. Shechter,
Walter M. Keams,
A. Bolligerund A. Carrodus,
Ben Vidgbff, Richard Hill, Herman Vehrs
Rosa Kubin,
Eimer L. Sevringhaus,
W is.)
O e s te r lin .
Agathe Freytag,
Findet eine Beeinflußbarkeit des Kationen-Anionenaustausches
bei endokriner Fettsucht durch Prolan und Hypophysenvorderlappmpräparata statt?
10 Fälle mit verschiedenartigen hypophysären Erscheinungen wurden auf eine NaClarme Standardkost gesetzt u. die Na-, CI-, K-Ausscheidung im Urin verfolgt. Die
Veränderungen der nach längerer oder kürzerer Zeit verabfolgten Prolan-, Prelobanu. Präphyseng&bcn u. NaCl-Zulagen wurden verfolgt. Prolan bewirkt eine deutliche
Erhöhung der Na-Ausscheidung u. damit auch des Quotienten Na : CI u. weiter eine
entschiedene Abnahme des Körpergewichtes. Preloban hatte eine ähnliche, aber
schwächere Wirkung. (Z. ges. exp. Med. 103. 320—42. 1938. Berlin, Erwin-LickKrankenhaus, Innere Abt.)
W adehn.
und
Der nationale Hypophysenhinterlap-penstandard. Ausführliche Beschreibung der Bereitung des Standardpulvers aus Rinder hypophysen, die den Tieren in 9—30 Min. nach der Betäubung entnommen u. sofort
verarbeitet wurden (Behandlung mit Aceton, Trocknung, Einschmelzung in Ampullen
zu je 100 u. 10 mg). Ein Vgl. mit dem Präp. des NATIONAL INSTITUTE FOR M e d i c a l
R e s e a r c h in London ergab für oxytoc. Wrkg. im Mittel 1,94 ± 0,07, für antidiuret.
L. W. van Esveld
M. van Eekelen,
E 5. T ie r c h e m ie u n d - p h y s io l o g ie .
1054
1940. I .
Wrkg. 1,90, für vasopressor. Wrkg. 1,92 ± 0,1 intern. Einheiten für 1 mg Anleitungen
für den Gebrauch des Standards. (Pharmac. Weekbl. 76. 1622—29. 30/12. 1939.
Utrecht, Rijks-Instituut v. d. Volksgezondheid.)
Groszfeld.
und
Nachweis der hormonalen Nalur des
oxytoxischen Prinzips der Hypophyse. Bei 12 Kaninchen führte 2—80 Stdn. nach dem
Werfen elcktr. Reizung des Hypophysenstieles zu Vermehrung der Frequenz u. Ver­
stärkung der Uteruskontraktion. Die Wrkg. war übereinstimmend mit der von Pitocin
u. unterschied sich von der Adrenalinwirkung. Nach Durchtrennung von Rückenmark,
Nn. splanchnici u. vagi blieb die Wrkg. bestehen. Sie verschwand nach clektrolyt. Ver­
letzung des Hypophysenstielcs. Aus den Vers.-Ergebnissen wird auf die hormonale
Natur des oxytox. Prinzips geschlossen. (Amer. J. Physiol. 124.314—21.1938. Columbus,
O., State Univ., Dep. of Physiol.)
Z ip f .
und
Elektrophorese von
Hypophysenvorderlappenproteinen. Hypophysenextrakte u. daraus hergestelito ge­
reinigte Proteinfraktionen wurden der Elektrophorese unterworfen. Es wurde nach
der Technik von TlSELIUS gearbeitet unter opt. Beobachtung der Proteinbanden nach
der ToEPLERschen Schlierenmethode. Die vorliegenden Unterss. werden als Vorverss.
bezeichnet, mittels denen zunächst die Zahl der anwesenden Eiweißkörper, der Grad
der Homogenität der einzelnen Proteinfraktionen u. die elektrophoret. Wanderungs­
geschwindigkeit der einzelnen Komponenten unter standardisierten Bedingungen fest­
gestellt werden sollte. Die untersuchten Prodd. umfassen die mit verd. Alkali, Glycerin
oder Salzlsgg. erhaltenen rohen Drüsenauszüge, ferner die daraus durch isoelektr.
Methoden oder Fällungsrkk. erhaltenen Fraktionen sowie frisch hergestellte u. auch
ältere Lsgg. von kryst. Prolactin. Der größte Anteil der rohen Drüsenextrakte besteht
aus physiol. inerten Eiweißkörpern, deren allmähliche Entfernung aus dem Gemisch
durch ehem. Reinigungsmethoden durch die elektrophoret. Analyse wirksam verfolgt
werden konnte. Frisch hergestelito Lsgg. von kryst. Prolactin ließen einen hohen Grad
an clektrochem. Homogenität erkennen. Bei der Lagerung derartiger Präpp. tritt
jedoch noch eine zweite Komponente, u. zwar wahrscheinlich denaturiertes Prolactin
auf. (J. exp. Medicine 69. 785— 800. 1939. New Haven, Yale Univ., Inst. f. Physiol.
Chemie.)
H eyn s.
Die Bolle einfallenden Lichts auf die Wirkung einiger Stoffe auf die
Sekretion des Melanophorenlwrmons der Hypophyse vom Frosch. (Vgl. C. 1940. I. 233.)
Wenn Frösche lange Zeit im Dunkeln gehalten werden, sinkt der Geh. ihrer Hypo­
physen'an Melanophorenhormon. Derartige vollkommen aufgehellte Frösche sprechen
ebenso wie n. auf die Injektion von Substanzen, die eine Anregung der Melanophorenhormonausschüttung verursachen, an, wie Nicotin, Yohimbin, Piperidometliyl-3-bcnzOT
dioxan ( = F 933), Choralosan, Lumina], Veronal, Numal, Corynanthin u. Gravitol.
Die Wirksamkeit bleibt auch nach Ausschaltung der Augen erhalten. Auch das direkte
Aufbringen von Novocain oder Percain (Lähmung sekretionshemmender Nerven) auf
dio freigelegte Hypophysengegend bewirkt wie an n. Fröschen Verdunkelung. Auch
wenn dio Frösche vor der Anwendung der oben genannten Stoffe lange Zeit dem Licht
nusgesetzt werden, ändert sich ihre Ansprechbarkeit nicht. (Arch. int. Pharmacodynam. Thérap. 63. 107— 12. 15/10. 1939. Gent, Univ., Pharmakol. Inst.) JüNKMANN.
V.
und
Die Behandlung der Zuckerkrankheit mit
Röntgenstrahlen. Bei Hunden ruft die Bestrahlung der Hypophyse mit großen Röntgen­
dosen keine Gewebs- oder Funktionsänderung dieser Drüse hervor. Bei Verss. an
Kranken wurde meist nur übergangsweise eine gesteigerte Harnausscheidung u. nur
selten eine ausgesprochene Besserung beobachtet. Nur bei solchen Diabetikern, deren
Krankheit auf einer Überproduktion des diabetogenen Hormons der Hypophyse be­
ruht, wird man durch Bestrahlung dieser Drüse auf einen Erfolg rechnen dürfen. Doch
ist die Erkennung solcher Fälle bisher nicht möglich. (Z. ges. exp. Med. 105. 168— 73.
1939. Budapest, Pazmany-Peter-Univ., 2. med. Klinik.)
G eh rk e.
♦
Über den Einfluß der Vitamine auf die Funktion des Hypophysen­
vorderlappens. (Vgl. C. 1939. II. 2676.) Die Leber von seit 4—5 Monate hungernden
Fröschen zeigte bei Perfusionsverss. nach Zusatz von Adrenalin keine Glykogenolyse,
obgleich sie ausreichend Glykogen enthielt. Erhalten die Tiere Vitamin-A-Gaben, so
wird dio Empfindlichkeit gegen Adrenalin wieder hergestellt. Bei hypophysektomierten Fröschen ist die Zuführung des Vitamins erfolglos. Vitamin A u. wahr­
scheinlich Vitamin E regen den Hypophysenvorderlappon zur Bldg. des sogenannten
„glykogenotropen“ Hormons an. (C. R . hebd. Séances Acad. Sei. 209. 358—60.
1939.)
W adehn.
und
Die Wirkung von Ilypophysenhinterlappencxtrakt auf die Retention von injiziertem H&scr und Salz bei Fröschen. (Vgl. C. 1939. I.
H.
O. Haterius
J. K. W. Ferguson,
Reginald A. Shipley, Kurt G. Stern
T. C. R. Shen,
Erwin
Kolta
Eugen Iränyi,
Léon Képinov,
EldonM.Boyd
D.W.Whyte,
Abraham White,
1940. I.
E 5. T ie r c h e m ie ü n d -p h y s io l o g ie .
1 05 5
3014.) Pituitrin u. Pitocin bewirkt für 3 Stdn. bei Fröschen, denen dest. W. (10% des
Körpergewichtes) in den Rückenlymphsack injiziert wird, vollkommene Retention des
Wassers. Pitressin ist weniger wirksam. NaCl-Lsg. (10% des Körpergewichtes) hemmt
die W.-Retention durch Hypophysenextrakte. Lsgg., welche mehr als 0,7% NaCl ent­
halten, kehren die Wrkg. um. Die optimale Pituitrindosis für die Salzausscheidung ist
40-mal kleiner als die optimale Dosis, welche W.-Retention bewirkt. Pitressin fördert die
Salzausscheidung stärker als Pituitrin. Pituitrin enthält wahrscheinlich zwei Wirkstoffe
für den W.-Haushalt der Amphibien. Der eine bewirkt W.-Retention, der andere fördert
die Salzausseheidung. (Amer. J. Physiol. 1 2 5 . 415— 22. 1939. Kingston, Can., Queen’s
Univ., Dep. of Pharmacology.)
Z ip f .
Die Anwendung von Chinin und Hypophysenhinterlappenexlrakt
in der praktischen Geburtshilfe. Piluchinol-llomburg, eine Kombination von Chinin
u. Hinterlappenextrakt, hat in der Hand des Vf. gute Erfolge bei primärer Wehen­
schwäche u. vorzeitigem Blasensprung gezeitigt. Das Präp. sei gefahrlos für Kind
u. Mutter u. auch gut wirksam in der Nachgeburtsperiode. Ein niedrig, aber aus­
reichend dosiertes u. entbittertes Präp., „Hochinetten“ eignet sich gut zur Einleitung
der Geburt. (Münchener med. Wschr. 86. 1773— 74. 22/12. 1939. Frankfurt a. M.,
Hospital zum heiligen Geist.)
D annenbaum .
und
Die Beziehung
der Nebennieren zu der Wirkung des blutdruckerhöhenden Faktors der Niere. Neben­
nierenlose Ratten waren erheblich weniger empfindlich gegen Renin als n. Tiere. Renin
dürfte bei der Regulierung des n. Blutdruckes kaum eine Rolle spielen, es scheint aber
beim Zustandekommen des Hochdruckes bei Ischämie der Nieren beteiligt zu sein. Nach
Hypophysektomie sinkt der Blutdruck ab, die Empfindlichkeit gegen Renin ist aber
gesteigert, dasselbe ist der Fall nach längerer Zuführung von östradiolbenzoat u. gonadotropem Hormon. — In keiner der angeführten Vers.-Bedingungen war der Geh. der
Nieren an Renin gegenüber der Norm verändert. (Amer. J. med. Sei. 1 9 8 . 212. Aug.
1939. Vanderbilt Univ., Depp, of Med. and Gyn.)
W ADEHN.
Über den Einfluß der Ernährung auf die Wirkung des Adrenalins.
III. Mitt. Über den Quotient K/Ca im Blut bei verschiedenen Ernährungsweisen. (II. vgl.
C. 1 9 3 8 . I. 1813.) In Verss. an Hunden wurde gefunden, daß der Quotient K/Ca im
Blut sowohl bei kohlenhydratarmer Nahrung, als auch bei Hunger mäßig zunimmt; er
steigt bei kohlenhydratreieher, bei Protein-, bei Proteinfett- u. bei Fettnahrung u. bei
Hunger zunehmend in der Reihenfolge. Vf. nimmt an, daß eine Zunahme dieses
Quotienten am Erfolgsorgan Vagotonie, eine Abnahme desselben Sympathicotonie
darstellen muß, u. die durch solche Ernährung herbeigeführte Steigerung der hyper glykäm. Wrkg. des Adrenalins eine sympathicoton. Stigmatisierung. (J. Biochemistiy
2 9. 167—77. 1939. Nagasaki, Univ., Medizin. Klinik. [Orig.: dtsch.])
Sc h w a ib o l d .
und
Der Einfluß von Nebennieren­
rindenextrakten auf den intermediären StickstoffStoffWechsel. Injektion von 10 ccm
Gortine O r g a n o n senkte nicht nur in Fällen von Nebenniereninsuffizienz den erhöhten
Rest-N im Blut, sondern auch bei anderen Krankheiten (Nephritis, Verbren­
nungen usw.). Bes. ausgesprochen war die Senkung bei der Polypeptidfraktion,
Harnstoff-N war leicht vermehrt. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 1 2 7 . 1146
W adehn.
bis 1149. 1938.)
und
Die Behandlung allergischer Dermatitis mit
Nebennierenrindenextrakt. 49 Personen mit allerg. Dermatitis (atop. Dermatitis, Pruritus
mit Lichenifikation, infantile Ekzeme u. ähnliches) wurden monatelang mit Glycortal
einem Glycerinextrakt der Nebennieren behandelt (entsprechend 0,12 g frischer Drüse).
In 26 Fällen wurde erhebliche Besserung oder Heilung erreicht. (Med. Rec. 1 5 0 . 285— 92.
18/10. 1939. Philadelphia u. Trenton.)
WADEHN.
über Verbreitung und Wirkungsweise von Adrenalin und Acetylcholin. Dem Adrenalin u. Acetylcholin wird bei niederen u. höheren Tieren für die
Übertragung Umformung u. Beantwortung von Umwelteinflüssen eine wichtigo Rolle
zugeschrieben. (Med. Welt 1 3 . 348— 50. 11/3. 1939. Innsbruck, Univ., Inst. f. allg.
u. experiment. Pathologie.)
Z ip f .
und
Der Einfluß von
Insulin auf den Eiweißstoffwechsel, gemessen am Stickstoffgleichgewicht. Bei Albinoratten
hat Insulin eine eiweißsparende Wirkung. Bei begrenzter oder unbegrenzter Nahrungs­
aufnahme ist bei Insulingabe (4— 10 Einheiten täglich) das Stickstoffgleichgewicht
immer stärker positiv. (Arner. J. Physiol. 1 2 6 . 155— 57. 1/5. 1939. La Jolla, Cal.,
Scripps Metabolie Clinic.)
K a n itz .
Eine neue mathematische Methode zur Bestimmung
der endogenen Insulinsckrelion. Vff. zeigen an einigen Beispielen, wie sich bei Per-
W illi Henkel,
J. R. Williams, J. T. Diaz, J. C. Burch
T. R. Harrison,
Keizo Yoshio,
M. Landsberg, H. Szpidbaum
John Ludy
I. Dworecki,
Robert Applestein,
Theodor Wense,
Eaton M. MacKay, Richard H. Barnes
M. M. Millerund 0. P. Allen,
H. C. Bergman,
1056
E5. T ie r c h e m ie UND - p h y s io l o g ie .
194:0. I.
sonen mit hohen Blutzuckerwerten mittels ungenügender Insulingaben die endogene
Insulinproduktion berechnen läßt. (Ann. intern. Med. 13. 636 — 49. Okt. 1939.
Akron, 0.)
Oe s t e r l in .
und
Veränderungen im endokrinen Teil des Pankreas
unter dem Einfluß des Vagotonins. Meerschweinchen erhielten 1 mg Vagolonin injiziert.
Nach 1/ i— 26 Stdn. wurde der Pankreas histolog. untersucht. Bereits nach V 2Stdc.
war das Auftreten von Mitosen in den LANGERHANSschen Inseln zu beobachten. In
den weiteren Stdn. kommt es zu einer ausgesprochenen Hyperplasie dieser Zellen,
die in der 6. Stde. etwa das Maximum erreicht. (C. R . Séances Soc. Biol. Filiales As­
sociées IS;1?. 1082 — 83. 1938. Nancy.)
W adehn.
und
Physikalhch-cheminche Untersuchungen am Insulin. I. Die Löslichkeit und dielektrischen
Eigenschaften von Insulin und seiner KrystaUisation mit radioaktivem Zink. Ausführliche
Tabellen u. Kurven. (Science [New York] 90. 183— 85. 25/8. 1939. Harvard Univ..
Dep. of Physical Chemistry.)
K a n itz .
und
Insulinpräparate mit verlängerter
Wirkung. I. Globininsulin. Die Mischung von Insulin u. Globin bleibt klar bei pu — 4
oder weniger u. gibt eine Fällung zwischen pu = 5 u. 8. Das Globininsulin hat eine
verlängerte Wrkg., die durch Zugabe von Zink noch gesteigert wird. (Proc. Soc. exp.
Biol. Med. 40. 171. 1939. Tuckahoc, N. Y., Burroughs Wellcome u. Co., Experimental
Research Laborr.)
K a n itz .
und
Die Technik und Komplikationen der Insulin­
therapie. (J. mental Sei. 84. 718— 34. 1938. Hatton, Warwickshirc and Coventry
Mental Hospital.)
K a n itz .
Gefahren und Zwischenfälle bei der Insulintherapie von Psychosen.
Die Gefahren u. Zwischenfälle bei der lnsuliutherapie von Psychosen sind gering.
(J. mental Sei. 84. 678—84. Sept. 1938. Arlesley, Bedfordshire, Three Counties
Hospital.)
K a n itz .
Sakels Hypoglykämie-Insulinbehandlung von Psychosen.
(Med. Bull. Vétérans’ Adm. 15. 141— 50. 1938. Cloud, Minn., Vétérans’ Admini­
stration.)
K a n itz .
Insulin und Cardiazol: Erfahrungen der kombinierten
Methode. Die Kombination hat Vorteile über die Anwendung der einzelnen Kompo­
nenten. (J. mental Sei. 84. 672— 76. 1938. Southall, St. Bernard’s Hosp.) K a n i t z .
Die Anwendung von Protamininsulin. (Med. Bull. Vétérans’
Adm. 15. 160—62. 1938. Wadsworth, Kans., Vétérans’ Administration Facility.) Kan.
Pneumoniebehandlung mit Insulinglucose. 63 Pneumoniciälle
erhielten am 1. Erkrankungstage 10—20 Einheiten Insulin u. 20 ccm einer 40%’gGlucoselsg. (neben Digitalisierung) injiziert. Bei 62°/0 der Fälle sank die Temp. am
5.—6. Tage, Komplikationen wurden nur in wenigen Fällen beobachtet. 2 Patienten
starben. Vf. hält die Insulinbehandlung in schweren Fällen für indiziert, da sie die
Widerstandskraft des Organismus bedeutend hebt. (K-nmirnecitaü M eA u m n a [Klin.
Med.] 17 (20). Nr. 9/10. 115— 16. 1939. Krassnodar, Städt. Krankenh.)
R ohrbacb.
Über die Beziehung der hypoglykämischen Wirkung der Gallen­
säure zu ihrer chemischen Konstitution. Der Nüchternblutzuckerwert des Kaninchens
wird durch 3,6-Diketocholansäure u. noch stärker durch 3,6-Dikcloallocholansäure herab­
gesetzt. (J. Biochemistry 29. 91—95. 1939. Okayama, Med. Fak., Bioehem. Inst.
[Orig.: dtsch.])
*
K o b e l.
Die Änderung der chemischen Zusammensetzung des Blutes während
der Erholung von erschöpfender Muskelarbeit. Nach intensiver Muskelarbeit zeigt das
Blut von Ratten tagelang einen höheren Cbloridgehalt. Die Zahl der roten Blutkörper­
chen ist während der ersten 3 Tage der Erholungsperiode vermindert, die Hämatokrit­
werte bleiben nahezu unverändert. Der Blutzucker steigt deutlich über den Ausgangs­
wert, auch wenn die Tiere während der Erholungsperiode hungern. (Canad. J. Bes.,
Sect. D 17. 109— 12. 1939. Montreal, Univ., Dep. of Anatomy, Histology and Embryology.)
*
. G r u n le r .
Arsenwasserstoff und Blut. Die bisherigen Angaben der Literatur
über die Rk.-Möglichkeiten des AsH, im Blut, u. bes. die Löslichkeit des Gases sind
noch nicht klar zu übersehen u. Vf. unternahm Verss., die Löslichkeit in W. zu ermitteln.
In Elektrolytlsgg. ist die Löslichkeit geringer, in Eiweißlsgg. höher. Frisches Blut
nimmt bei 20° unter 0 2-Ausschluß 0,5— 0,8 Vol. durch reine Lsg. also quantitativ
reversibel auf. (Naturwiss. 27. 318. 12/5. 1939. Berlin, Univ., Pharmakol. Inst.) BaERT.
Löslichkeit und Reaktionsweise des Arsenwasserstoffs in Blut. Die
Löslichkeit von AsH- wurde erneut bestimmt u. ihre Temp.-Abhängigkeit festgestellt.
P. Florentine
P. Grognot,
Edwin J. Cohn, John D. Ferry, J. J. Livingood
L. Reiner, D. S. Searle
S. W. Gillman
D. N. Parfitt,
L. A.Finiefs,
Llewellyn H. King,
Leonard W. Russell,
Starnes E. Walker,
W. F. Martynow,
Goro Sugiyama,
Hans Selye,
Fritz Jung,
Fritz Jung,
E. H. Lang,
Muriel H. Blanchard.
1940. I.
Eü. T i e r c h e m ie u n d - p h y s io l o g ie .
1057
Der B üN S E N sche Absorption sltoeff. ergab sich für 20° zu 0,225. Die Löslichkeit wurde
durch Elektrolyte erheblich vermindert, durch Eiweiß dagegen erhöht. Frisches Blut,
wie gewaschene Blutkörperchen, binden bei sicherem Ausschluß von 0 2 keinen meß­
baren Betrag von AsH3, vielmehr ist die aufgenommene Menge wieder völlig zu be­
seitigen. Bei Ggw. von 0 2 tritt neben Methämoglobin ein weiteres Deriv. des Blut­
farbstoffes auf, was mit Hilfe der Best. des leicht abspaltbaren Fe zu belegen war.
(Biochem. Z. 3 0 2 . 294— 309. 20/10. 1939. Berlin, Univ., Pharmakol. Inst.) B a e r t .
S. K . Gokhale, Die Nichtprotein-Stickstoffbestandteile des Blutes. Eine Unter­
suchung an 126 gesunden indischen Menschen. In Tabellen zusammengestellt: Nicht­
protein-Stickstoff, Harnstoff-Stickstoff, Harnsäure, Kreatinin, Gesamtkreatinin u.
Aminosäure-Stickstoff. (Indian J. med. Kes. 26. 675—97. 1939. Bombay, Haffkine
Inst.)
,
K a n it z .
M. D. Crawiord, Die Wirkung der Geburtsarbeit auf Harnsäure und Harnstoff
des Plasmas. Während der Geburtsarbeit steigen Harnsäure u. Harnstoff im Plasma
an, wobei die Höhe von der Dauer der Geburt abhängt. (J. Obstetr. Gynaecol. Brit .
Empire 4 6 . 540— 53. 1939.)
' K a n it z .
C. Entenman, F. W . Lorenz und J. L. Chaikoff, Die endokrine Kontrolle des
Lipoidhaushaltes beim Vogel. I. Die Wirkung von Serum trächtiger Stuten auf die
Lipoide des Blutes und der Leber beim Haushuhn. Fortlaufende Injektionen von Serum
trächtiger Stuten rufen beim unreifen Vogel einen Anstieg der Lipoide des Blutes u.
der Leber hervor, der dem Anstieg der Lipoide beim legenden Vogel weitgehend gleicht.
Die Dotterproduktion ist nicht das Stimulans für diesen Anstieg. Es wird eine Be­
ziehung zwischen Eileitergröße u. Blutlipoidgeh. aufgezeigt. (J. biol. Chemistry 1 26 .
133— 39. 1938. Berkeley, Univ. of Cal., Med. School, Div. o f Physiol. u. Coll. o f Agriculture,_Div. of Poultry Husbandry.)
'
Sch w an tk e.
Ryosuke Murata, Physiologische Beobachtungen am Blut bei experimenteller
Asphyxie. (Eine. Untersuchung über Cystin-Cystein.) I. Über die durch Atmen von Luft
verminderten Säuerstoffgehalts verursachte Asphyxie. Verss. an Kaninchen. Die Gesamt­
menge Cystin-Cystein im Blut nimmt zuletzt zu. Das Bindungsvermögen des Blutes
für Kohlensäure u. Sauerstoff nimmt ab, dagegen ist die Geschwindigkeit der 0 2Abgabe vergrößert. (Jap. J. med. Sei., Sect. III 5 . 43—65. 1938. Fukuoka [Japan],
Kyushu Imp. Univ., Inst, of Physiology. [Orig.: engl.])
GRÜNLER.
Herbert Riedel, Studien über Metliämoglobinbildung. X II. Mitt. Harn. Mensch­
licher Harn bildet mit tier. Blut bei Ggw. u. Fehlen von 0 2 Methämoglobin. Die bei
der C h rom a tog ra p h . Analyse am stärksten gefärbten Portionen bilden am schnellsten
Methämoglobin. Harnfarbstoff-Fraktionen nach W E IS S zeigen starke Methämoglobinbildung. (Naunyn-Schmiedebergs Arch. exp. Pathol. Pharmakol. 1 9 1 . 609— 14. 1939.
Berlin, Univ., Pharmakol. Inst.)
Z ip f.
F.
Hausohild, Zur Rückbildung des Methämoglobins durch Methylenblau und
Thionin. Die auch klin. bestätigte Antidotwrkg. von Methylenblau u. Thion bei der
Methämoglobinvergiftung beruht wahrscheinlich auf einer Rückbldg. des Methämo­
globins zu atmungsfähigem Hämoglobin durch die im Körper gebildeten Leukobasen
dieser Redoxfarbstoffe, die sich entweder direkt oder auf dem Umwege über andere
Redoxsysteme beschleunigend in den Rückbildungsprozeß einschalten. (Klin. Wschr.
1 8. 1580—81. 16/12. 1939. Berlin-Tempelhof.)
Schw antke.
K. M. Brinkhous, Der fehlende Gerinnungsfaktor bei Hämophilie: Die verzögerte
Thrombinbildung. Quantitative Unterss. über die Verwandlung des Prothrombins
in Thrombin zeigten, daß Prothrombin des hämophilen Blutes verlangsamt in Thrombin
umgewandelt wird, was durch Thromboplastinzusatz verbessert wird. Aktivität u.
Menge des Prothrombins u. Fibrinogens sind n., es besteht keine Vermehrung des
Antithrombins. Vf. spricht die Vermutung aus, daß die verzögerte Gerinnung des
hämophilen Blutes auf einer verlangsamten Bldg. des Thromboplastins aus den ge­
formten Bestandteilen des Blutes beruht. (Amer. J. med. Sei. 1 9 8 . 509— 16. Okt,
1939. Iowa City, State Univ., Inst, o f Pathology.)
Sc h w a n tk e .
Heinz Herrmann und Albrecht Fischer, Über die Beschleunigung der ,,Trypsinhämolyse“ durch Embryonalextrakt. Die Trypsinhämolyse wird durch Embryonalextrakt
aus Hühnerembryonen beträchtlich beschleunigt. In gleicher Weise, aber schwächer,
wirken: Hühnerserum, Hühnermuskelextrakt u. Extrakt aus Rinderembryonen. Extrakt
aus Kaninchenmuskeln ist unwirksam. (Enzymologia [Den Haag] 6. 140—42. 1939.
Kopenhagen, Carlsberg-Stift.)
H esse.
Adolf Feldt und Konrad Schäfer, Über Blutbefunde bei experimentellen In­
fektionen und Chemotherapie. Vff. untersuchen das Blutbild n. Mäuse u. den Einfl.
verschied. Infektionen auf die hämatolog. Werte. Normale Tiere weisen 10— 40%
Segmentkemige (S. K.), 35— 90% Lymphocvten (Lymph.), 0— 4% Eosinophile (Eo.)
xxh . i.
.
.
.
^
1058
E6. T i e r c h e m ie o n d -Ph y s io l o g ie .
1940. I.
u. 0—3 % Monocyten (Mono.) auf. Mäuseblut unterscheidet sich also von Menschen­
blut durch das umgekehrte Verhältnis von S. K. zu Lymph. Blutentnahme bewirkt
einen Anstieg der S. K. Häufige Entnahme läßt keine jugendlichen Formen im peri­
pheren Blut auftreten, jedoch macht sich Metachromasie u. Anisozytose bemerkbar.
Bei starker Anämie sieht man bisweilen plättchenähnliche Gebilde in den Erythrocyten. Bei der Infektion mit Rekurrenz nehmen zuerst die S. K. zu, dann wieder ab.
Es treten Jugendformen jeglichcr Stufe auf. Während der Krise können die S. K.
bis auf Null absinken. Nach dem 2. Rezidiv macht sich eine ausgeprägte Eosinophiliebemerkbar. Solganal oder Salvarsan hält die Verschlechterung des Blutbildes auf.
so daß es nach der Ausheilung bald wieder n. Werte anzeigt. Völlig verschied, hiervon
ist die Wrkg. einer Trypanosomeninfektion. Als einzige Abweichung wird eine Zu­
nahme der Myelocyten beobachtet. Die Mono, zeigen ebenfalls eine Zunahme, aller­
dings nur untergeordnet. Salvarsan hat auf das Differentialblutbild keine Einwirkung.
Die Erythrocytenzahl (E. Z.) wurde bei gesunden Tieren zu 5,5— 11,5 Mill. ermittelt.
Einmalige oder mehrfache Blutentnahme bewirkt Abnahme der E. Z. um ca. 1,7 Mill.
Trypanosomeninfektion beeinflußt die E. Z. nicht. Bei Rückfallfieberspirochäten
tritt dagegen leichte Anämie auf. Normale Tiere reagieren auf Neosalvarsan (I) mit
einer Abnahme der E. Z., auf Solganal (II) mit einer Zunahme. Entsprechend den
Befunden wirkt I nicht auf die E. Z. bei der Trypanosomeninfektion, während I u.
II die Anämie der Rckurrcnzinfektion aufhalten u. ausgleichen. (Z. Immunitätsforsch,
exp. Therap. 93.170— 83.1938. Berlin, Schering A.-G. Chemotherapeut. Abt.) O e s t e r .
Lecomte du Nouy, Die kritische Temperatur von Blutserum. (Das Verhalten der
Serumproteine als Funktion der Temperatur und der Mechanismus der Koagulation.)
(C. R. Trav. Lab. Carlsberg, Ser. chim. 22. 391— 97. 1938. Paris, Sorbonne.) K a n i t z .
K. Dirr und J. Strehle, Aminosäureabbau und Serumeiweißkörper. I. I (+)-j4)'ginin im Eiweißfiltrat nach Belastung. J(-)-)-Arginin verschwindet bei intravenöser
u. peroraler Zufuhr beim Menschen u. Kaninchen sehr rasch aus der Blutbalm. Ein
sofortiger Abbau findet aber nicht statt, da die Harnstoffwerte nur langsam ansteigen.
Es schcint zunächst irgendwo deponiert zu werden. Erst allmählich wird es für den
Abbau freigegeben u. erscheint so teilweise wieder im Blut nach 60, 90 u. 120 Min.
ohne Regelmäßigkeit. Vff. kommen zu dem Schluß, daß die Argininbelastung in dieser
Form als Leberfunktionsprüfung unbrauchbar ist. (Hoppe-Seyler’s Z. physiol. Cliem.
260. 56— 64. 21/6. 1939. München, Univ., II. med. Klinik.)
ScHOLTISKarl Dirr, Aminosäureabbau und Serutneiweißkörper. II. I (+)-Arginin. Ein
Beitrag zum Krebsproblem. (I. vgl. vorst. Ref.) Vf. findet, daß sich bei peroraler oder
intravenöser Zufuhr von Z(+)-Arginin, wahrscheinlich in der Leber, eine Synth. zu
argininreichem Serumeiweiß vollzieht. Zur Synth. wird fast die gesamte zugeführtc
Menge Arginin verwendet. Vermutlich wird das Arginin größtenteils im Verband
direkt abgebaut. Vf. bespricht die Bedeutung u. die Ausblicke dieser Synth. im Tier­
körper für die Physiologie, das Krebsproblem, die Therapie u. Serologie. (HoppeScyler’s Z. physiol. Chem. 260. 65—82. 21/6. 1939. München, Univ., II. med.
Klinik.)
*
ScHOLTIS.
R. Zinkemagel, Der Purinquotient von Ringelnatterembryonen. Im Ei der Ringel­
natter (Natrixnatrix) wurde am 4., 16. u. 24. Bebrütungstag der Purin-N u. der Gesamt-N
bestimmt. Der Purinquotient (Purin-N/Gesamt-N-100), der e i n Abbild des Verhältnisses
der Kernmasse zur Plasmamasse (Kernplasmarelation) ist, nimmt bis zum 16. Tage
zu, dann ab. Im Gesamtei nimmt der Puringeh. in der gesamten Bebrütungsdauer zu,
es findet also eine Purinsynth. statt. (Biochem. Z. 301. 321—27. 27/7. 1939. Basel,
Univ., Physiol.-chem. u. Zoolog. Inst.)
W ADEH N.
William G. Gordon, William M. Cahill und Richard W . Jackson, Die Ver­
wertbarkeit von als sein Acetylderivat verabreichtem N-Methyltryptophan für das Wachslut».
(Vgl. C. 1940. I. 587.) Bei Zufuhr mit einer tryptophanfreien Nahrung wurde Acetyll-'N-methyltryptophan von der Ratte nicht ausgenutzt (Wachstumswrkg.). Da 1-NMethyltryptophan u. Acetyl-1-tryptophan Wachstumswrkg. zeigen, kann letzteres
nach Substitution der Methylgruppe für den Amid-H offenbar im Organismus n ich t
mehr aufgespalten werden. (J. biol. Chemistry 131. 189—96. Nov. 1939. California,
Univ., Dep. Chem.)
SCHWAIBOLD.
fuzo Sendju und Katumi Sikuma, Über den Einfluß der Ernährung auf die
Oxydation im Organismus. (Vgl. C. 1938. II. 3419.) Fütterungsverss. an Hunden
ergaben, daß die Oxydation der /S-Phenylpropionsäure (Ausscheidung als Benzoesäure)
durch Proteinfettnahrung oder Hungern nicht beeinflußt, die Ausscheidung als Hippur­
säure (Glykokollpaarung) durch Hungern stark gestört wird. Bei Zufuhr von Benz­
aldehyd tritt beim Hungern ebenfalls eine Störung der Glykokollpaarung der durch
1940. I .
E5. T ie r c h e m ie
und
- p h y s io l o g ie .
1059
Oxydation erzeugten Benzoesäure auf. (J. Biochemistry 29. 179—84. 1939. Nagasaki,
Univ., Med. Klinik. [Orig.: dtsch.])
Sc h w a ib o l d .
Arthur H. Smith und Curtis E. Meyer, Der Einfluß der Nahrung auf die endogene
Bildung von Citroncnsäure. (Vgl. C. 1937. II. 1844.) ln Fütterungsverss. an Batten
mit verschied. Futtergemischen bekannter Zus. (geringer Citronensäuregeh.) wurde
der Nachw. erbracht, daß diese Tierart Citroncnsäure zu bilden vermag. Gemische,
deren Energiegeh. überwiegend aus Kohlenhydrat oder Fett bestand, bewirkten in
stärkerem Maße die Bldg. endogener Citroncnsäure als solche, die hauptsächlich aus
Protein bestanden. (J. biol. Chemistry 131. 45—55. Nov. 1939. Detroit, Univ., De]).
Physiol. Chem.)
"
Scnw AiBOLD.
Vincent Du Vigneaud, Joseph P. Chandler, A. W . Moyer und Dorothy
M. Keppel, Die Wirkung von Cholin auf die Eignung von Homocystin zum Ersatz von
Methionin in der Nahrung. (Vgl. C. 1939. II. 4017.) In Fortführung der früheren
Unteres, wurde gefunden, daß die llatto bei Ergänzung der Vers.-Nahrung mit Cholin
Homocystin an Stelle von Methionin für das Wachstum auszunutzen vermag (Ermög­
lichung der Bldg. von Methionin durch Methylierung von Homocystein in vivo?). Die
günstige Wrkg. gewisser B-Präpp. (Tikitiki, Milchvitaminkonzentrat) konnte durch den
Nachw. eines Cholingeh. derselben aufgeklärt werden. Bzgl. der Wrkg. verschied, anderer
verwandter Verbb. u. anderer Methylderivv. wurden vorläufige Verss. durchgeführt:
Betain zeigte eine ähnliche Wrkg. wie Cholin hinsichtlich der Ermöglichung von
Wachstum mit Homocystin als einzige S-haltige Aminosäure in der Nahrung. (J. biol.
Chemistry 131. 57—76. Nov. 1939. New York City, Corncll Univ., Med. Coll., Dep. Biochem.)
'
SCHWAIBOLD.
♦ A. Kuthy, Das Brot als Vilaminquelle der Volksernährung. Auf Grund der Be­
sprechung einer Beihe einschlägiger Unterss. wird dargelegt, daß die Volksernährung
im allg. arm an Calorien wie auch an Schutznährstoffen ist, bes. an Vitamin B, C u. D.
Vf. erörtert die Möglichkeit der Vitaminisierung wichtiger Lebensmittel, im bes. die
Anreicherung des Brotes an Aneurin. In Backverss. mit Malzextrakt (Sitmalt) konnte
eine derartige Anreicherung um 50 bzw. 100% erzielt werden. (VI Congr. int. techn.
chim. Ind. agrie., Budapest, C. R. 2.480— 86.1939. Kcszthely, Landw. Akad.) SCHWAIB.
Arthur C. Curtis und Robert S. Ballmer, Die Verhinderung der Carolinresorption
durch Paraffinöl. (Vgl. C. 1939. II. 2095.) In weiteren Unterss. wurde festgcstellt, daß
Emulsionen von Paraffinöl sich bzgl. der Hemmung der Carotinresorption (Blutcarotin
Spiegel) ähnlich verhalten wie Paraffinöl. Paraffinöl, das bei Zimmertemp. mit
Carotin ge3ätt. worden war (0,26%), wirkte ebenfalls noch derartig, jedoch weniger
stark; bei Körpertemp. mit Carotin gesätt. Paraffinöl (0,28%) hatte keinen Einfl. mehr
auf die Carotinresorption. (J. Amor. med. Assoc. 113. 1785—88. 11/11. 1939. Ann Arbor.
Univ., Dep. Intern. Med.)
SCHWAIBOLD.
Lise Emerique-Blurn, Über die Verteilung des Stickstoffs im Muskel im Verlauf
der A-Avitaminose. (Weiße Balte.) (Vgl. C. 1938. II. 4268.) Im Muskel von A-avitaminot. Tieren ist der Protein- u. N-Geh. im Vgl. zu solchen von n. Tieren kaum verändert,
auch nicht der Geh. an Monoaminosäuren, Diaminosäuren u. NH3-N; während aber
der Lipoidgeh. vermindert ist, zeigt dessen N-Geh. eine deutliche Erhöhung; ähnliche
Veränderungen liegen bei den mit W. extrahierbaren Stoffen vor, während bei den
mit Essigsäure extrahierbaren Stoffen die Menge erhöht u. der N-Geh. vermindert
ist. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 127. 587—90. 1938. Paris, Con­
servatoire national des Arts et Metiers.)
SCHWAIBOLD.
E. Le B. Gray, Ein Vergleich der Vitamine A und A , durch Destillation (Vgl.
H i c k m a n , C. 1938. II. 1630.) In vergleichenden Unterss. an verschied. Präpp. aus
Lebertranen, deren Herst. angegeben wird, mit Meth. der Mol.-Dest. wurde festgestellt,
daß die Temp. des Eliminationsmaximums des Vitamins A2 nur 3° über derjenigen des
Maximums des Vitamins A liegt (anstatt 10°, wenn die beiden Verbb. um 2 C-Atome
verschied, wären). Diese beiden Vitamine enthalten demnach in ihrem Mol. die gleiche
Anzahl C-Atome. (J. biol. Chemistry 131. 317—26. Nov. 1939. Rochester, Laborr.
Destill. Products, Inc.)
SCHWAIBOLD.
J. Bruce Young, Ein Fall von paraplegischer Beri Beri. Bericht über einen Fall
parapleg. Beri Beri, der sich auf Grund einer lange Zeit durchgeführten, vorwiegend aus
Milchschokolade u. Grape Fruit bestehenden Ernährung entwickelte u. durch Übergang
zu n. gemischter Kost, ergänzt durch Bemax u. Marmite, geheilt wurde. (Lancet 2371257— 60. 16/12. 1939. London, Nat. Temperance Hosp., u. Walthamstow, Connaught
Hosp.)
JUNKMANN.
William George Eiford Eggleton, Der Zinkgehalt epidermaler Strukturen bei
Béribéri. (Vgl. C. 1939. II. 1298.) Bei Béribéri ist der Zinkgeh. der Zehen-, Fingernägel
u. der Haut auf die Hälfte des n. Wertes verringert. Der Zn-Geh. der natürlichen
69*
1060
E 5. T i e r c h e m ie u n d - p h y s io l o g ie .
1 9 4 0 . I.
Nahrungsmittel gellt ungefähr dem Aneuringeh. proportional. Danach scheint ZnMangel ein Faktor im Beriberisyndrom zu sein. (Biochemic. J. 33. 403— 06. 1939.
Shanghai, Henry Lester Inst. M e d . Bes., Div. Physiol. Sciences.)
Mahn.
V. P. Sydenstricker, L. E. Geeslin, C. M. Templeton und J. W . Weaver,
Riboflavinmangel beim Menschen. Vff. beschreiben 6 Fälle mit entsprechenden Er­
scheinungen, bei denen durch Behandlung mit Riboflavin (bzw. lactoflavinhaltigc
Nahrung) günstige Wirkungen erzielt wurden. Große Dosen waren in allen Fällen
viel wirksamer, parenterale Zufuhr erschien noch wesentlich wirksamer als orale; die
Wrkg. war in allen Fällen langsam. (J. Amer. med. Assoc. 113. 1697— 1700. 4/11.
1939. Augusta, Univ., Dep. Internal Med.)
S c h w a ib o l d .
Jean Pien und Herbert Meinrath, Die Widerstandsfähigkeit der Ascorbinsäure
(Vitamin G) gegen die Wirkung der Wärme. Durch Behandlung von Ascorbinsäurelsgg.
bei 120° wird deren C-Geh. in Ggw. von 0 2 zu 98 (pn = 8) u. 87 (pu = 3,2) % in 20 Min.
zerstört, in Ggw. von Luft zu 51 u. 60°/o> ¡n Ggw. von N2 oder C02 dagegen nur zu12 ( p h = 8) u. 4 (Ph = 3,2) % . In Abwesenheit von 0 2 ist demnach Vitamin C auch
bei hoher Sterilisierungstemp. ziemlich beständig. (C. R . hebd. Séances Acad. S e i. 209.
462— 64. 11/9. 1939.)
S c h w a ib o l d
Joseph L. Svirbely, Vitamin-C-Untersuchungen bei der Ratte. Die Wirkung von
Kupfer und verschiedener organischer Stoffe. (Vgl. C. 1937. I. 1972.) Auch bei starken
Verschiedenheiten der Zus. der Nahrung (Caseingeh.) zeigten die Organe der Vers.Tierc nach Zufuhr von Cu oder organ. Verbb. (Indophenolblau, Brombenzol u. a.)
einen merklichen C-Geh., bes. bei hohem Caseingeh. der Nahrung. Nach Injektion
von Pyridin, Menthol u. a. oder Zufuhr von Amidopyrin u. Antipyrin bei hungernden
bzw. C-arni ernährten Tieren wiesen deren Leber u. Darm eine hohe Red.-Wrkg. auf,
nach Toluendiamin dagegen eine Verringerung derselben. Die Mehrzahl dieser Stoffe
bewirkte eine Abnahme des C-Geh. der Nebennieren. Die Veränderungen der Organ­
gewichte bei den Vers.-Tieren wurden berücksichtigt (relative Organgewiehte je 100 g
Körpergewicht der Vgl.-Tiere). (J. biol. Chemistry 131. 233— 41. Nov. 1939. Pitts­
burgh, Carnegie Inst. Tcchnol.)
S C H W A IB O L D .
M. 0 . Schultze, Carter J. Harrer und C. G. King, Untersuchungen über die
mögliche Rolle der Ascorbinsäure als Stoffüberträger in tierischen Geweben. (Vgl. S t o t z ,
C. 1938. I. 2577.) Vff. stellten fest, daß Ascorbinsäure in einem Nicotinhämochromogen,
Ascorbinsäure, Coenzym, Glucosedehydrogenase u. Glucose enthaltenden Syst. nicht
als H-übertragender Stoff wirkt; Ggw. von Glutathion hatte keinen Einfl. hierauf,
obwohl beide Verbb. in Ggw. des Hämochromogens aerob oxydiert werden. Durch red.
Cozymase wurde Dehydroascorbinsäurc in vitro bei ph = 7,2 nicht red., auch nicht in
Ggw. von dialysierten Suspensionen von Leber oder Muskel der Ratte. ( J. biol. Chemistry
131. 5— 12. Nov. 1939. Pittsburgh, Univ., Dep. Chem.)
S C H W A IB O L D .
K. Nehring, Der Einfluß der Düngung auf den Vitamin-C-Gehalt der Kartoffeln.
(Vgl. W a c h h o l d e k , C. 1938. II. 4114.) Bericht über eine Reihe von Unterss. ver­
schied. Autoren über diese Frage sowie über eigene frühere Verss. u. Mitt. neuer Er­
gebnisse. Zusammenfassend wird festgestellt, daß noch keine sicheren E r k e n n tn is s e
über den Einfl. der einzelnen Elemente auf den C-Geh. der Kartoffeln vorliegen, daß
durch eine sachgemäße mineral. Volldüngung der C-Geh. gegenüber einer alleinigen
Düngung mit Stallmist mindestens nicht verschlechtert wird u. daß die Bodenart von
größerer Bedeutung für den C-Geh. zu sein scheint als die Düngung. (VI Congr. int.
techn. chim. Ind. agric., Budapest, C. R. 2. 546— 59. 1939. Rostock, Landw. Vers.Anstalt.)
S c h w a ib o l d .
Jinnosuke Cho, Der Gehalt der verschiedenen Milcherzeugnisse, besonders der
Trockenmilch (Milchpulver) an Ascorbinsäure. (Vgl. C. 1939. II. 1312.) Die Unters, von
15 verschied. Prodd. (Sprühmilch, Walzenmilch, Sprühmilch mit K o h le n h y d r a t z u s a t z ,
Sprühmagermilch, Butter- u. Milchsäuremilch) ergab Werte von 1,29— 10,28 mg-% Ge­
samtascorbinsäure (im Mittel 5,71 mg-°/0), 2,58 mg-°/0 Dehydroascorbinsäurc u.
3,13mg-°/0 red. Ascorbinsäure im Mittel. Eine bestimmte Verschiedenheit des C-Geh.
bei Sprüh- u. Walzenmilch wurde nicht beobachtet. Vollmilchpräpp. zeigten einen relativ
höheren Gell, an red. Ascorbinsäure gegenüber der Dehydroascorbinsäurc. Im Vgl. zur
Frischmilch ist der C-Geh. solcher Trockenpräpp. offenbar um etwas mehr als die Hälfte
vermindert. (Mitt. med. Akad. Kioto 26. 1033— 42. 1939. Kioto, Med. Akad , Hyg. Inst.
[Orig.: Dtsch.D
S c h w a ib o l d .
H.
C. C. Wagner, Die Anwendung von Vitamin C bei der Behandlung von Ekzemen.
Vf. berichtet über eine Reihe von Fällen, bei denen Ekzeme bei Säuglingen durch
C-Behandlung der Mutter (per os u. durch Injektion) geheilt werden konnten. Auch bei
Erwachsenen wurden Hautschäden dieser Art durch C-Thcrapie günstig beeinflußt. In
diesen Fällen wurde verminderte C-Ausseheidung im Harn festgestellt (bei Säuglings­
1940. I.
E3. TlKBCHEMIE 0ND -PHYSIOLOGIE.
1061
ekzem im Harn der Mutter). (Dtsch. med. Wschr. 6 5 . 1851. 29/12. 1939. Aalsmeer,
Holland.)
S c h w a ib o l d .
M. Ottsen, H. Lieck und 0 . Brinch, Ascorbinsäurebestinunungcn im Serum und
in der täglichen Nahrung von 70 stomatologisch untersuchten Krankenschwestern. Ein
konstanter Zusammenhang zwischen C-Zufuhr u. Blut-C-Spiegel wurde nicht beob­
achtet (zwischen den Ergebnissen der Indophenol- u. der Methylenblaumeth. wurde
eine gewisse Übereinstimmung erhalten, doch waren die Werte bei letzterer 4— 5-mal
so niedrig als diejenigen bei ersterer). Von den 70 Personen hatten 60 leichtere oder
schwerere Veränderungen des Paradentiunis, bei einer C-Zufuhr von 20— 30 mg täglich
u. C-Serumwerten von 0,09—0,17 m g-% ; die übrigen 10 mit makroskop. gesunden
Gingiven hatten einen C-Serumwert von nur 0,07 mg-% im Mittel bei einer täglichen
C-Zufuhr von etwa 18 mg. (Nordisk Med. 4 . 3650— 54. 16/12. 1939. Kopenhagen, Univ.,
Hyg. In t.)
Sc h w a ib o l d .
Lucie Randoin und Anne Raffy, Bestimmung des Flavins in einigen Organen des
normalen und skorbutischen Meerschweinchen. Die Organe n. Meerschweinchen enthalten
etwa ebensoviel Flavin wie diejenigen anderer Säugetiere, nur die Niere enthält merklich
weniger. Beim akuten Skorbut verlieren Niere u. Nebenniere einen bestimmten Teil
des Flavins; die übrigen Organe weisen auch bei C-Mangelemährungeinen unveränderten
Flavingeh. auf. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 127. 590—92. 1938. Paris,
Ecole des Hautes-Etudes.)
Sc h w a ib o l d .
K. Schwartzer, Die Rachitisprophylaxe mit einmaliger hoher Vitamin-D-Gabe. Im
Gegensatz zu den gleich ernährten Kontrollkindem konnte bei den Vers.-Kindem in
einem Kinderheim durch eine einmalige Zufuhr von 15 mg Vitamin D ohne Besonnung
u. a. ein lang dauernder u. ausreichender Schutz erzielt werden. Gegen die Vernach­
lässigung des Lebertrans wird aber wegen seines A-Geh. Stellung genommen. Die
Wichtigkeit der Ernährung bei der Rachitisprophylaxe wird hervorgehoben. (Med.
Klin. 3 5 . 1657—58. 29/12. 1939. Göttingen, Univ., Kinderklinik.) SCHWAIBOLD.
A. Jung, Versuche über die Haltbarkeit und Toxizität von Vitamin D3 (Kücken­
vitamin). Verss. ergaben, daß die Lsg. von D3 in Arachisöl, hergestellt durch Bestrahlung
eines 7-Dehydrocholesterin enthaltenden Steringemisches, nicht so haltbar ist wie D2
in öliger Lösung. Durch ein bes. Verf. der Unschädlichmachung der Lsg.-Genossen,
die die Zers, des D3 katalysieren, wurden stabile Lsgg. von D3 erhalten; die Haltbarkeit
war auch nach Zusatz zu Hefe, Luzernemehl u. kalkhaltigen Futtergemischen be­
friedigend. D3 besitzt die gleiche biol. Wirksamkeit wie das Vitamin D des Lebertrans
u. auch die gleiche geringe Toxizität wie letzteres. (VI Congr. int. techn. chim. Ind.
agric., Budapest, C. R. 2 . 449— 60. 1939. Bern, Dr. A. Wander A. G.) S c h w a i b o l d .
Martha Janota und G. M. Dack, Bacillendysenterieentwicklung bei Affen mit
einer „Vitamiv-M“ -Mangelnahrung. Bei M a c a c a m u l a t t a kommen Bact.
dysenteriae-Tr "gir vor, bei denen sich durch M-Mangel (Hefe) allg. Bacillendysenteric
entwickelte; die M-Verarmung war individuell verschieden. Zusätzlicher Mangel an
Vitamin A, C oder D hatte keine weitergehende Wirkung. (J. infect. Diseases 6 5 .
219—24. Sept./Okt. 1939. Chicago, Univ., Dep. Bact. and Parasit.) S c h w a i b o l d .
Hennan Kalckar, Respiratorischer Quotient von Nierenextrakten. Die Sauerstoffaufnahme von Nierenextrakten ist sehr hoch {Qoi — 8— 12) u. bleibt ■während der
ersten 30 Min. konstant. Die Bestimmungen von Respirationsquotienten, die den
Wert 0,9 ergaben, zeigen, daß oxydative Decarboxylierungen stattfinden. (Enzymologia
[Den Haag] 6. 143. 15/4. 1939. Kopenhagen, Univ.)
H esse.
P. J. G. Mann und J. H. Quastei, Benzedrin und der Gehinistofficechsel. Vff.
zeigten, daß Benzedrin die Sauerstoffaufnahme durch das Gehirn von Meerschweinchen
in vitro stimuliert, wenn das Gehirn in Ggw. von verschied. Aminen (Tyramin u. Isoamylamin) atmet. Diese Wrkg. beruht auf einer Inhibierung der Bldg. von tox.
Aldehyden durch Aminoxydasen im Gehirn. (Nature [London] 144. 943—44. 2/12.
1939. Cardiff City Mental Hospital.)
K lever.
W . S. Brewdo und N. P. Agrikoljanski, Grundumsatz bei Brucellose. Die Best.
des Grundumsatzes (G. U.) bei 27 Patienten mit Brucellainfektion ergab bei 82,7%
eine G. U.-Ei höhung, wobei eine Proportionalität zwischen Körpertemp. u. G. U.Werten nicht beobachtet wurde, die auch durch Vaccination trotz heftiger R k . nicht
beeinflußt wurden, während bei hohem Agglutionationstiter der G. U. in den meisten
Fällen erhöht war. Die G. U.-Best. kann nach Ansicht der Vff. als Kriterium für die
Erfolgsdauer einer Brucellosebehandlung dienen. (ICnraimecKaa Memmnia [Klin.
Med.] 17 (20). Nr. 9/10. 104— 07. 1939. Dagestan, Med. Inst.)
R ohkbach.
♦
James H. Jones, Ober die Wirkung zur Diät zugesetzter phosphatfällender Metall­
salze auf den Calcium- und Phosphatstoffwechsel. Durch Zulage phosphatfällender
Metallsalze, wie bas. Al-Acetat, Al2(SOt)2, BeC03 u. SrC03 zu einer modifizierten
1062
Es. T i e r c h e h ie
und
-P h y s io l o g ie .
1940. I.
STEENBOCK-Diät wird an JRatten eine deutliche Rachitis m it niedrigem Serumphosphat­
spiegel erzeugt. Durch größere Dosen von bestrahltem Ergosterin können diese Erschei­
nungen behoben werden, durch kleinere subtox. Dosen nicht. Tox. Ergosterindosen
können durch Zulage solcher Salze nicht entgiftet werden. Werden junge Ratten unter
Zulage von Be-Salzen (oder Al-Salzen, v g l. C. 1 9 3 7 . I . 2395) bis zum Auftreten rachit.
Erscheinungen kalkarm ernährt, so kann weiterhin Ca-freie Diät verfüttert werden,
ohne daß eine Änderung des Ca- u . P-Spiegels im Blut oder Krämpfe auftreten. Die
Zulage von 5 % Al,(SO.,), zur Diät bewirkt an erwachsenen R atten innerhalb 3 Monaten
eine deutliche Senkung des Serumphosphatspiegels u. einen Verlust von nahezu 1/3
der Mineralbestandteile des Knochengerüstes. (Amer. J. Physiol. 1 2 4 . 230—3?. 1938.
Philadelphia, Univ., School o f M ed., Dep. o f Physiol. Chem.)
GRÜNLER.
R. H. de MeiO, Der Stoffwechsel von Phlorrhizinhunden unter Einfluß von 1,2,4-Dinitrophenol. Die Stoffweehselsteigerung bei Phlorrhizinhunden durch Dinitrophenol
geht vor allem auf das Konto der Fettsubstanzen, während die Ausscheidung des N
durch den Harn wenig beeinflußt wird. (An. Asoc. quim. argent. 26. 254—62.
1938.)
O e s t e r lin .
Isabelle Grayman, Norton Nelson und I. Arthur Mirsky, Die Ausnutzung von
Acetonkörpern. II. Der Einfluß des Geschlechts. (I. vgl. M i r s k y , C. 1 9 3 9 . II. 4273.)
Vif. stellten fest, daß zwischen männlichen u. weiblichen Ratten keine deutlichen
Unterschiede des Ausmaßes der Ausnutzung von Acetonkörpern (/?-Oxybuttersäure)
bestehen. Die von anderen Autoren beobachteten Unterschiede sind demnach wahr­
scheinlich auf Schwankungen in der Bldg. endogener Ketone zurückzuführen. (J. biol.
Chemistry 1 3 1 . 121— 26. Nov. 1939. Cincinnati, Jewisli Hosp.)
S C H W A IB O L D .
Nils Alwall, Steigerung des Citraisloffwechsels in vitro durch Salycylsäure. NaSalicylat steigert in einer citrathaltigen Pufferlsg. den 0 2-Verbrauch von Leber u.
Niere des Kaninchens. Dieser Befund wird zu der nach Citratmedikation beobachteten
Senkung des Blutcitratspiegels in Beziehung gebracht. (Acta med. scand. 1 0 2 . 390—95.
4/11. 1939. Lund, Med. Univ.-Klin.)
JUNKMANN.
V. Gapraro und P. Fornaroli, Über den Milchsäurestoffwechsel im Hühnerei während
der Entwicklung. Bei der Bebrütung befruchteter Hühnereier steigt der Milchsäuregeb.
im Dotter auf 205 m g-% an u. sinkt dann am 10.— 12. Tag wieder auf den Ausgangs­
wert. Im Eiklar findet man in den ersten 3 Tagen einen Anstieg auf 50 m g-% , nach
dem 5. Tage wieder den Ausgangswert. Im unbefruchteten Ei wird nur eine geringe
Steigerung des Milchsäuregeh. in dieser Zeit beobachtet. Die Milchsäurebldg. im Ei
ist nicht vom Zeitpunkt der Befruchtung, sondern von der Entw. des Embryos ab­
hängig. Spritzt man in befruchtete Eier zu verschied. Zeiten Milchsäure ins Eiklar
ein, so verschwindet diese mit einer Geschwindigkeit von 5— 10 mg je 20 Stunden.
Ein Teil der während der Bebrütung gebildeten Milchsäure wird durch Oxydation u. zu
Synthesen verbraucht, wie man das auch beim Kohlenhydratstoffwechsel des Muskels
findet. Die Abnahme des Milchsäuregeb. des Dotters fällt zeitlich mit der Allantoisbldg. zusammen. In die Allantoisfl. geht die Milchsäure über. Wahrscheinlich sind
hier durch bessere 0 2-Versorgung günstige Bedingungen für den Milchsäurestoffwechsel
gegeben. (Arch. Scienze biol. 2 5 . 279— 91. 1939. Pavia, Univ., Physiol. Inst.) GEHRKE.
M. R. Nasirow, Kohlenhydratstoffwechsel bei chronischer Malaria. Bei 53 Malaria­
fällen mit Blutzuckerwerten zwischen 58 u. 114 m g-% (nüchtern) wurde nach Be­
lastung mit 100 g Glucose u. Injektionen von 1 ccm Adrenalinlsg. (1: 1000) u. 20 Ein­
heiten Insulin der Blutzucker nach H A G E D O R N -J E N S E N bestimmt u. dabei Ab­
weichungen von n. Werten festgestellt. Am auffälligsten war die Störung des Kohlen­
hydratstoffwechsels bei Fällen mit Ikterus u. Lebercirrhose. Vf. kommt zum Schluß,
daß als Ursache der Stoffwechselstörung die Erkrankung der Leber u. des insularen
App. anzusprechen ist. (K.nrtui'iecKa:r Mesmuraa [Klin. Med.] 1 7 (20). Nr. 9/10.
100— 03. 1939. Baku, Klin. Inst.)
ROHRBACH.
Florence Clarke, Roy Solkot und Ralph C. Corley, Der Stoffwechsel gewisser
seltener Zuekerarten. Nach enteraler Zufuhr von Melezitose, Turanosc oder Trehalose
stieg der Glykogengeh. der Leber hungernder Ratten, nicht jedoch nach Zufuhr von
Raffinose oder Melibiose. Im Darm der Ratte fehlen demnach /?-Fruetosidase u.
i-Galaktosidase, a-Glucosidase (ident, mit Maltase?) u. Trehalase (verschied, von
Maltose?) sind jedoch vorhanden. (J. biol. Chemistry 1 3 1 . 135— 38. Nov. 1939.
Lafayette, Univ., Dep. Chem.)
"
S C H W A IB O L D .
Walter Heymann und J. L. Modic, Die Wirkung von Alter und Hungern auf den
Glykogengehalt von Leber und Muskel bei Ratten und Hunden. Zum Unterschied von
den Beobachtungen beim Menschen wurde bei Ratten verschiedensten Alters nach
2 Tagen Hungern keine Hypoglykämie beobachtet. Die Leber 8— 11 Tage alter Ratten
enthält % des Glykogengeh. älterer Tiere (5,5 g /% im Alter von 6 Wochen; die Ur-
1940. I.
E ,. T ie r c h e m ie u n d -Ph y s io l o g ie .
1063
sachen für diesen niedrigen Geh. u. den Anstieg (innerhalb der Zeit der Aufzucht mit
Milch) sind demnach endogener Natur. Die Werte des Muskelglykogens waren bei
jedem Alter gleichartig, auch war die Abnahme der Werte (Leber, Muskel) nach 2 Tagen
Hungern bei jungen Tieren nicht geringer als bei älteren. Trotz niedrigstem Glykogen­
geh. weist die Leber ganz junger Tiere den höchsten W.-Geh. auf; dieser nimmt allg.
bei Verarmung an Glykogen nicht entsprechend ab. Das Glykogen scheint kein be­
deutender W.-Regulator zu sein, ferner auch ohne direkte Beziehung zu der Neigung
zu Ketose in gewissen Lebensaltern. (J. biol. Chemistry 1 3 1 . 297— 308. Nov. 1939.
Cleveland, Univ., Childrens Hosp.)
SCHWAIBOLD.
Alfred Gigon, Leber und KohlenliydratsloffWechsel. Kritik zu einigen Anschauungen
über Lebertätigkeit und ihre Funklionsprüfung. (Schweiz, med. Wschr. 6 9- 1006— 08.
28/10. 1939. Basel.)
PFLÜCKE.
Goro Sugiyama, Beziehung des Kreatins zu der die Leberglykogenie fördernden
Wirkung der Gallensäure. Die Glykogcnbldg. der Leber aus Glucose wird durch Zu­
führung von Kreatin oder Cholsäure deutlich erhöht. Bei gleichzeitiger Zufuhr von
Kreatin u. Cholsäure ist die Glykogenbldg. stärker vermehrt als bei Eingabe von nur
einem der beiden Stoffe. — Vf. schließt, daß die die Glykogenbldg. der Leber fördernde
Wrkg. der Gallensäuren nicht nur auf dem gesteigerten Nucleinstoffwechsel, sondern
auch auf der Verschiebung des Kreatin-Kreatiningleichgewichtes zugunsten des Kreatins
beruht. (J. Biochemistry 2 9 . 97— 104. 1939. Ökayama, Med. Fak., Bioehem. Inst.
[Orig.: dtsch.])
K o b e l.
William H. Chambers, Joseph P. Chandler und S. B. Barker, Der KohlenhydraX- und Proteinstoffwechsel während länger dauerndem Hungern. (Unter Mitarbeit
von James Evenden.) Nach einem Körpergewichtverlust von 40—50% wurde bei
Hunden entweder eine starke Zunahme oder aber nur eine geringe Veränderung des
Proteinstoffwechsels beobachtet, mit 300% Zunahme der N-Ausscheidung, einem
R. Q. von 0,81, 10-facher Steigerung der Kreatinurie u. hoher Ketonurie bzw. niedriger
N-Ausscheidung, hoher Ketonurie, 5-facher Steigerung der Kreatinausscheidung u.
einem R. Q. von 0,73; im letzteren Falle scheint ein stärkerer Fettvorrat vorzuliegen.
Das Verh. gegenüber einer Glucosezufuhr ist in beiden Fällen das gleiche, bei Fett­
zufuhr wird der Proteinverbrauch stark verringert (bei den Tieren mit erschöpften
Fettvorräten). (J. biol. Chemistry 1 3 1 . 95— 109. Nov. 1939. New York City, Cornell
Univ., Med. Coll., Dep. Physiol.)
SCHWAIBOLD.
Zbigniew Augustin, Vergleichende Untersuchungen über Anfangsvorgänge der
Glykogenolyse im Muskel und im Herzen. Frischer Extrakt aus Kalbsherz bewirkt in
Ggw. von Phosphat Abbau des Glykogens zum Hexose-6-phosphorsäureester. Er ver­
liert diese Fähigkeit im Gegensatz zum Kaninchenmuskelextrakt bei 20-std. Dialyse
bei Zimmertemp.; nach Reaktivierung durch Zusatz von Adenylsäure erfolgt wiederum
Abbau des Glykogens zum Hexose-6-pliosphorsäureester, durch Zusatz von Inosinsäurc
dagegen zu phosphorfreien Kohlenhydraten. Zur Erklärung dienen folgende Versuche:
Inaktivierter Extrakt allein bewirkt baldige amylat. Aufspaltung des Glykogens; diese
unterbleibt bei Zusatz von Phosphat; durch Zufügen von Inosinsäure oder CI' wird die
amylasehemmende Wrkg. der Phosphationen aufgehoben, es findet weiterhin amylat.
Aufspaltung statt; durch Zusatz von Adenylsäure dagegen erfolgt Reaktivierung der
Phosphorolyse zum Hexose-6-phosphorsäureester. Extrakte aus Kaninehen- u. Rinder­
muskel enthalten keine Amylase ( P a r n a s , C. 1 9 3 7 . I. 4258); liier tritt sowohl durch
Adenylsäure wie auch durch Inosinsäure Aktivierung der phosphorolyt. Wrkg. ein.
(Acta Biol. exp. [Varsovie] 1 2 . 45— 49. 1938. Lemberg, Univ., Med.-ehem. In­
stitut.)
G r ü n le r .
G.
Hevesy, T. Baranowski, A. J. Guthke, P. Ostern und J. K. Parnas,
Untersuchungen über die Phosphorübertragungen in der Glykolyse und Glykogennolyse.
Um den Ablauf der Phosphatübertragungen zu verfolgen, werden die phosphorhaltigen
Stoffe teilweise durch Einführung von radioakt. “ P gekennzeichnet. Durch enzymat.
Synth. wurden folgende 32P-haltige Substanzen dargestellt: Phosphoglycerinsäure,
Embdenester, Harden-Young-Ester, Adenosintriphosphorsäure, Adenylsäure. Die Unterss.
ergaben bzw. bestätigten folgende Befunde: Der aus Glykogen u. anorgan. Phosphat
in autolysiertem u. dialysiertem Kaninchenmuskelcxtra.kt gebildete E M BD EN -E ster
erhält seinen P aus dem anorgan. Phosphat des Ansatzes; die Phosphorsäuregruppe
des E M B D E N -E sters wird bei der Glykogenolyse auf die Adenylsäure übertragen; bei
der Synth. der ATP aus Adenylsäure u. Phosphoglycerinsäure wird der P ohne inter­
mediäre Bldg. anorgan. Phosphats direkt auf den Acceptor übertragen; bei der Glykolyse
spielt die Adenylsäurc die Rolle eines Phosphatdonators, bei der Glykogenolyse dagegen
nicht. (Acta Biol. exp. [Varsovie] 1 2 . 34— 39. 1938. Kopenhagen, Univ., Inst., f.
Theoret. Physik; Lemberg, Univ., Med.-ehem. Inst.)
G r ü n le r .
1064
E„. P h a r m a k o lo g ie . T h e r a p ie . T o x i k o l o g i e . H y g ie n e .
1940. I .
Dorothy Moyle Needham und Gwei Djen Lu, Die Besonderheit der gekuppelten
Esterbildung von Phosphat im Muskel. Oxydoredd. im Muskelextrakt, welche das
Glycerinaldehyd betreffen, sind nicht von Esterbldg. von Phosphat begleitet, dagegen
ist die Oxydation von Triosephosphat zu Phosphoglycerinsäure von Esterbldg. be­
gleitet; die Oxydation des red. Co-Enzyms durch Brenztraubensäure ist von Esterbldg.
nicht begleitet. Adenylsäure hat aktivierende Wrkg. bei der Oxydation des Triosephosphats, verhindernde Wrkg. auf die Oxydored., das Glyceraldehyd betreffend.
(Biochemic. J. 32. 2040— 48. 1938. Cambridge, Biochem. Inst.)
L e in e r .
P. M. Gill und H. Lehmann, Einige Faktoren, welche die Robisonesterbildung aus
Glykogen und anorganischem Phosphat im Muskel beeinflussen. Die BOBISON-Esterbldg.
wird erschwert oder verhindert durch: Amylase, oxydierende Substanzen, Ascorbin­
säure, Insulin durch seine SS-Gruppen, Monosaccharide, ROBISON-Ester u. die Metall­
ionen Cu” , Fe” , F e '” , Zn". Begünstigt wird die Esterbldg. durch reduzierende Sub­
stanzen, Agenzien, welche die SH-Gruppen des Mediums vermehren, Hexosediphosphat,
N i” u. C o", dieses bes. bei optimalen Mg "-Konzentrationen. 2 Min. gekochter Muskel­
extrakt kann noch Glykogen phosphorylieren u. ROBISON-Ester bilden. (Biochemie. J.
33. 1151— 70. 1939. Cambridge, Biochem. Inst.)
L e in e r .
Raman Kochukrishna Pillai, Déphosphorylation in Muskdextrakten. In frischem
Muskelextrakt sind 3 Phosphatasen vorhanden: anorgan. Pyrophosphatase, Adenylpyrophosphatase u. Hexosediphosphatase. Adenylpyrophosphatase ist am wenigsten
stabil. Ein Acetonmuskelextrakttrockenpulver ist frei von Adenylpyrophosphatase, ent­
hält aber die beiden anderen Phosphatasen. Ein solcher Extrakt dephosphoryliert leicht
Phosphoglycerinsäure bei Anwesenheit von M g" u. Adenylpyrophosphat. Phosphokreatin wird dabei nicht abgebaut. Die Dephosphorylierung von Phosphoglycerat wird
aktiviert durch Arsenat in Anwesenheit von ATP, M g" u. Cozymase. (Biochemic. J. 32.
1087— 99. 1938. Cambridge, Biochem. Inst.)
L e in e r .
M. Dubuisson und W . Schulz, Untersuchungen über die Reaktionsänderungen
des Muskds im Verlauf der Tätigkeit im Zusammenhang mit den chemischen Vorgängen.
Die Best. der pn-Anderung im n. tetan. gereizten Froschmuskel mit der Glaselektrode
ergibt im pn-Bereieh von 7,2—6,1 Resultate, die in guter Übereinstimmung mit den
aus der Änderung der ehem. Zus. berechneten Werten stehen. Auch am jodessigsäure­
vergifteten Muskel ergibt sich unter Berücksichtigung sek. Erscheinungen hinlängliche
Übereinstimmung. (Pflügers Arch. ges. Physiol. Menschen Tiere 239. 776— 84. 1938.
Heidelberg, Kaiser Wilhelm-Inst. f. med. Forsch., Inst. f. Physiologie.) G r ü n l e r .
Wallace O. Fenn, Über die Beeinflussung des Kaliumverlustes in gereizten Muskdn.
Im Anschluß an frühere Arbeiten am Froschmuskel (vgl. C. 1 9 3 9 . II. 896) wird die
Einw. verschied. Faktoren auf den K-Verlust in tetan. gereizten Muskeln von Katze
u. Ratte untersucht. Durch Unterbindung der Blutzirkulation gesetzte Asphyxie
bewirkt Abnahme des K-Verlustes u. Zunahme des W.-Gewinnes, im Gegensatz zu
der sonst gültigen Regel, daß K-Verlust u. W.-Gewinn gleichzeitig zu- oder abnehmen.
Der K-Verlust steht in keinem Verhältnis zur Menge der gebildeten Milchsäure. Der
K-Verlust ist am freien Muskel etwas geringer als am gespannten. Der W.-Gewinn
ist nach 4V2-std. Reizung relativ geringer als nach 1/2-std. Reizung; er ist ungefähr
gleich nach 5 Min. u. nach Va Stde. dauernder Reizung, wie auch bei kontinuierlicher
u. intermittierender Reizung. Der K-Verlust ist dagegen bei kontinuierlicher Reizung
geringer; er nimmt zu, wenn bei intermittierender Reizung die Zahl der Beize pro Sek.
verdoppelt wird. Der Musculus soleus enthält nach derselben Reizung weniger Milch­
säure als der M. gastroenemius; er weist bei Unterbindung der Zirkulation u. beim
Übergang von kontinuierlicher zu intermittierender Reizung eine geringere Abnahme
des K-Verlustes auf. Ein Maximaleffekt an K-Verlust, W.- u. Chloridzunahme wird durch
eine Häufigkeit von 8 Reizen pro Sek. erzielt. Allg. entspricht der K-Verlust dem
Ausmaß der erzielten Kontraktion. (Amer. J. Physiol. 1 2 4 . 213— 29. 1938. Rochester,
Univ., School of Med. and Dentistry.)
Grünler.
David A. Meiselas, Der prognostische Wert der Bestimmung der Cholesterinverteilung. Am Beispiel von vier Fällen von Ikterus wurde gezeigt, daß das Verh. der
Cholesterinesterkurve neben anderen Leberfunktionsprüfungen wertvolle Aufschlüsse
für die Prognose ergibt. (Rev. Gastroenterology 6. 441— 43. Sept./Okt. 1939. Brooklyn,
N. Y.).
Z ip f.
E„. Pharm akologie. Therapie. T oxikologie. Hygiene.
Raymond Latarjet, Speklrophotometrischer Vergleich von medizinischen Queck­
silberdampflampen. Vf. mißt die Energieverteilung in dem UV-Licht einer Quecksilber­
dampflampe „Biosol Philips“ u. vergleicht die gefundenen Werte mit den von anderer
Seite gefundenen Werten an Hg-Dampflampen verschied. Firmen. Gefunden wurde,
1940. I .
E e. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1065
daß innerhalb der Fehlergrenzen die Energieverteilung bei den verschied. Lampen
angenähert die gleiche ist. ( J. Physique Radium [7] 1 0 . Nr. 11. 120 S— 22 S. Nov.
1939.)
G o t t f r ie d .
Hans Braun, Pharmakologie des Wasserstoffs, des Schwefels und der Halogene.
Übersicht. (Süddtech. Apotheker-Ztg. 7 9 . 805— 09. 8/11 . 1939.)
L ie b n e r .
Haus Brauu, Pharmakologie der Slickstoffgruppe. Übersicht über die N-, P-,
As-, Sb- u. Bi-Verbb. des D. A.-B. VI. (Süddeutsch. Apothelcer-Ztg. 79. 863—65.
S69— 71. 13/12. 1939. Kiel.)
Sc h ic k e .
Haus Braun, Pharmakologie der Kalium-, Natrium-, Lithium- und Ammonium­
verbindungen des D. A.-B. VI. (Süddtsch. Apotheker-Ztg. 7 9 . 842— 45. 29/11. 1939.
Kiel.)
S c h ic k e .
Hans Braun, Pharmakologie der Zink-, Quecksilber- und Bleiverbindungen des
D. A. B. VI. Übersicht über Zn-, Hg- u. Pb-Verbindungen u. Zubereitungen u. Angaben
über deren Wirkungen sowie über die Therapie bei Zn-, Hg- n. Pb-Vergiftungen. (Süd­
dtsch. Apotheker-Ztg. 7 9 . 761— 65. 11/10. 1939.)
L ie b n e r .
Chs. Contat und C. Spycher, Chemotherapeutische Versuche mit Kaliumchlorat in
vitro und in vivo bei experimenteller Poliomyelitis des Affen. Poliomyelitisvirus wird in
vitro durch KC103 innerhalb von 2 Stdn. neutralisiert u. führt, auf Affen verimpft, nicht
zu klin. Erscheinungen. Durch fortgesetzte 2-std. Behandlung mit 0,01 g KC103 läßt
.sich bei Affen die experimentelle Poliomyelitisinfektion verhindern. Mit Chlorat be­
handeltem Virus lassen sich Affen akt. immunisieren. Günstige klin. Verss. lassen die
therapeut. u. prophylakt. Anwendung von KCIO, bei menschlicher Poliomyelitis an­
gezeigt erscheinen. (Schweiz, med. Wschr. 6 9 . 719— 22. 12/8. 1939. Fribourg.) Z i p f .
S. L. Libermann, Beurteilung verschiedener Methoden der Anwendung von
Thalliumacetat. Die tox. Wrkg. von TI wurde an 224 Kaninchen untersucht. Dabei
konnte festgestellt werden, daß nach peroraler, rektaler, parenteraler u. elektrophoret.
Zufuhr u. durch Anwendung von alkoh. u. wss. Lsgg. eine Epilation nur unvollständig
bzw. unter tox. Begleiterscheinungen erreicht wurde, während die Verwendung von
Tl-Pflastem eine 100%ige Mauserung zur Folge hatte. Auf Grund dieser Unterss.
wurden 67 Personen mit Trichophytie u. anderen Haarerkrankungen mit 5— 20%ig.
Tl-Pflastem (0,0025— 0,01 g Tl/qcm) behandelt, worauf nach 6— 20 Tagen der epilator.
Effekt ohne erhebliche Nebcnwrkgg. eintrat. (Bec-ruinc BenopoJorHH.ii ÄopMamronm
[Nachr. Venerol. Dermatol.] 1 9 3 9 . Nr. 9/10. 10——19.)
R ohrbach.
L. N. Maschkilleisson und A. M. Arijewitsch, Die epilatorischen Eigenschaften
und die Verträglichkeit des Thalliumpflasters nach Professor Libermann (nach dem
Material der Mitarbeiter). (Vgl. vorst. Ref.) Die guten Erfolge der Behandlung mit
dem Tl-Plaster nach L ib e r m a n n werden an einem Unters.-Material von 467 Patienten
u. einer Dosierung von 0,013 g TI pro kg bestätigt. (BeciniiK Beiiepo.iorjin h ÆepMaTOjroraji
[Nachr. Venerol. Dermatol.] 1 9 3 9 . Nr. 9/10. 20— 27.)
R ohrbach.
G.
H. W . Lucas, Die Zufuhr von Wismut. Übersicht über die verschicd. An­
wendungsformen des Bi unter bes. Berücksichtigung der oralen Zufuhr. Nach tierexperimentellen u. klin. Verss. scheint Bisjodid für dio perorale Therapio geeignet.
(Canad. med. Assoc. J. 38. 553— 56. 1938. Toronto, Univ., Dep. of Pharmacology.) ZlPF.
Torald Sollmann und Katharine Henderson, Wismutstudien. VII. Wismut­
verteilung bei Hunden nach intramuskulärer Injektion einer Einzeldosis verschiedener
Wismutpräparate. (VT. vgl. C. 1939. II. 157.) An 41 Hunden wurde die Verteilung
des Bi in Niere, Leber, Milz, Lunge, Herz, Gehirn, Femur, Blut u. Gallo 48 Stdn. nach
einmaliger intramuskulärer Injektion von 32 mg Bi in Form der 12 bekanntesten
Wismutpräpp. untersucht. Einzelheiten im Original. (Amer. J. Syphilis, Gonorrhea,
vener. Diseases 22. 739—56. 1938. Cleveland, O., School of Medicine of Western Reserve
Univ., Dep. of Pharmacology.)
Z ip f .
A. Eden, Der Einfluß verschiedener Kupferaufnahme auf das normale Blvtkupfer
des Northumberlandschafes. Der Kupfergeh. des Schafblutes wird bei einem Weidefutter,
welches 7— 10 mg Cu je kg Trockensubstanz enthielt, zwischen 0,029 u. 0,128, im Durch­
schnitt 0,071 mg-% gefunden. Verdopplung des Cu-Geh. der Nahrung oder zusätzliche
anthelminth. Behandlung mit Kupfersulfatlsg. erhöht den Cu-Geh. geringfügig. Ein­
jährige Tiere scheinen einen etwas höheren Blut-Cu-Geh. zu haben als ältere. Bei einer
kleinen Zahl von Schafen anderer Herkunft wurden ähnliche Werte gefunden. (J. com­
parât. Pathol. Therapeut. 52. 249— 57. Sept. 1939. Weybridge, Ministry of Agricult.,
Veterinary Labor.)
J ü NKMANN.
Marit Neymark und E. M. P. Widmark, Experimentelle Studien über den chro­
nischen Alkoholismus. Zwei Hunde erhielten über 21/, Jahre lang täglich eine beträcht­
liche Qualität Äthylalkohol. Bei keinem wurde eine Veränderung der Umsatzgeschwin­
1066
E„. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1940. I.
digkeit u. der Verteilung des A. im Organismus beobachtet. (C. R. Trav. Lab. Carls­
berg, Ser. chim. 22. 375—83. 1938. Lund, Univ., Medizin, ehem. Inst.)
K a n it z .
Rolf Schäfer, Rhodanharnstoff (Reoxyl Tosse) zur Behandlung des Ulcus cruris.
(Med. Klin. 35.1514— 15. 1939. Berlin, Hospital Bürgerhaus Charlottenburg.) P f l ü c k e .
J. R. Nakada, Die Behandlung des Duodenalulcus mit Histaminase. Bericht über
günstige symptomat. Wrkg. von Histaminase in 7 Pallen von Ulcus duodeni. (Rev.
Gastroenterology 6 . 389—94. Sept./Okt. 1939. St. Louis, Mo.)
Z ip f .
Bram Rose und J. s. L. Browne, Verteilung und Verschwinden von intravenös
injiziertem Histamin bei der Ratte. Intravenös injiziertes Histamin wandert bei n.
u. nebennierenlosen Ratten innerhalb von 15 Min. im wesentlichen ins Gewebe, von
denen die Nieren am meisten aufnehmen. In Blut, Lunge, Leber u. Lymphdrüsen
nimmt der Histamingeh. 15 Min. nach der Injektion ab; in den Nieren beginnt die
Abnahme erat nach 30 Min. Entfernung der Nebennieren beeinflußt die anfängliche
Verteilung des Histamins nur wenig, verzögert aber bes. in den Nieren das Ver­
schwinden. (Amer. J. Physiol. 124. 412— 20. 1938. Montreal, Can., Boyal Victoria
Hospital, Mc Gill Univ. clinic.)
Z ip f .
Federico Vecchio, Ilämatologische Indizes des Wirkungsmechanismus von Brech­
weinstein bei der Behandlung der Leishnaniosis interna. Bei 4 von 6 mit Brechweinstein
behandelten Kleinkindern mit Leishmaniosis interna zeigte sich nach wenigen In­
jektionen eine Änderung des Blutbildes, gek. durch eine Verminderung der Zahl der
roten u. weißen Blutkörperchen, erhöhte Bilirubinämie, Anstieg der Reticulocytenzahl
u. deutliche Lymphocytose. Dieser Zustand wird durch die Hyperplasie u. Hyper­
trophie der Elemente des reticuloendothelialen Syst. bewirkt, u. durch eine myeloide
Hyperplasie, die durch die Anhäufung der Erreger verursacht wird. Die gesteigerte
Hämolyse hängt vielleicht indirekt mit der milzkontrahierenden Wrkg. des Brechwein­
steins zusammen. Ist die Infektion nur schwach, so können diese Erscheinungen ausbleiben. (Pediatria 4 7 . 1026— 30. Dez. 1939. Neapel, Univ., Kinderklinik.) G e h r k e .
Gunnar Sternberg, Die Behandlung gaslro-intestinaler Infektionen mit Ammoniumtnnygdalal. (Nordisk Med. 4 . 3210— 14. 28/10. 1939. Helsingfors.) H. DANNENBAUM.
Brizio Cera, Das Verhalten des organischen und des anorganischen Phosphors
bei der experimentellen Guanidintelanie. Mittelschwere Hunde erhielten intravenös in die
Jugularis 0,04— 0,17 g Guanidinhydrochlorid je kg. In Abständen von 45 Min. bis zu
2 Stdn. nach der Injektion wurde im Blut anorgan., organ. u. Gesamt-P bestimmt u.
mit dem Ausgangswert verglichen. Man fand eine Abnahme des Geh. an anorgan. u.
Zunahme an organ. P. Vf. glaubt, daß die Krampferscheinungen auf eine Umwandlung
des Guanidins in Phosphagen u. Adenylpyrophosphorsäure zurückzuführen seien.
(Pathologica [Genova] 31. 342— 46. 15/8. 1939. Genua, Univ., Kinderklinik „Gerolamo
Gaslini“ .)
GEHRKE.
Vincenzo Liberti, Das 1,2-Benzopyren in der Gallenblase von Kaninchen.
Experimentaluntersuchung. Bei Kaninchen wurde der Ausführungsgang der Gallen­
blase unterbunden u. die Gallenblase mit etwa 1 ccm einer 0,5%ig. Lsg. von 1,2-Benzopyren in Olivenöl gefüllt. Die Wrkg. wurde nach 100:—120 Tagen verglichen mit der
von Olivenöl allein u. von der Unterbindung des Ausführungsganges der Gallenblase
allein. Nach Benzopyren wurden in der Schleimhaut der Gallenblase papillomatöse
Gebilde aus hyperplast. Epithel gefunden, bestehend aus zylindr., stark färbbaren
Zellen, ohne jedoch das Bild maligner Neoplasien zu bieten. Da die Gebilde kein malignes
Wachstum zeigten, kam es nach etwa 7 Monaten durch Mangel an Nahrungszufuhr
zu Nekrosen, die sich schließlich in fibröse Narben verwandelten. In dem der Gallen­
blasen benachbarten Lebergewebe wurde Hyperämie u. interstitielle Infiltration beob­
achtet. (Riv. Patol. speriment. 22. 307—34. 1939. Catania, Univ., Inst. f. patholog.
Chirurgie u. propädeut. Klinik.)
Gehrke.
Otto Laur, Uber die Erfolge des Taurölins bei Skarlatina. (Fortschr. Therap. 15.
540— 43. 1939. Rostock, Med. Klin.)
PFLÜCKE.
Gustav Rothschild und Adolf Wolfermann, Über die spezifisch-dynamische
Wirkung der Proteine nach Blockierung des orthosympathischen Nervensystems mittels
933 F in Hunden. I. Um die Möglichkeit eines Einfl. des orthosympath. Nervensyst.
auf die spezif.-dynam. Wrkg. der Proteine zu prüfen, wird wie folgt verfahren: 1. Best.
der n. spezif.-dynam. Wrkg. von Proteingaben; 2. Best. der Wrkg. von Proteingaben
bei gleichzeitiger Injektion von Piperidinomethylbenzdioxan 933 F, wodurch Blockierung
des orthosympath. Nervensyst. erfolgt; 3. Best. der stoffwechselsteigernden Wrkg.
des 933 F allein. Die im Fall 2 gefundene Erhöhung des Gaswechsels kann sowohl
einer trotz Blockierung des orthosympath. Nervensyst. fortbestehenden spezif.-dvnam.
Wrkg. der Proteingaben als auch der stoffwechselsteigemden Wrkg. des 933 F bei
1940. I .
E 6. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1067
gleichzeitig hemmendem Einfl. der Blockierung zugeschrieben werden. (Pflügers Arch.
ges. Physiol. Menschen Tiere 2 3 9 . 767—71. 1938. Genua, Univ., Physiol. Inst.) GeÜNL.
Gustav Rothschild, Ober die spezifisch-dynamisché Wirkung der Proteine nach
Blockierung des orthosympathischen Nervensystems mittels 933 F in dialnarkotisierten
Kaizen. II. (Vgl. vorst. Ref.) Da Dialnarkose an Tieren keine Verminderung der
spezif.-dynam. Wrkg. der Proteine bewirkt, andererseits die Stoffwechselsteigerung
durch 933 P fast vollständig aufhebt, werden die oben angeführten Verss. an dial­
narkotisierten Katzen wiederholt. Nunmehr weisen die Tiere, deren orthosympath.
Nervensyst. durch Injektion von 933 F blockiert ist, nach Proteingaben keine Gas­
wechselsteigerung mehr auf, so daß auf einen maßgeblichen Einfl. des orthosympath.
Nervensyst. auf die spezif.-dynam. Wrkg. der Proteine geschlossen werden muß.
(Pflügers Arch. ges. Physiol. Menschen Tiere 2 3 9 . 772— 75.1938. Genua, Univ., Physiol.
Inst.)
Grünler.
Erich Liebert und Arthur Weil, Uistopathologische Veränderungen im Gehirn
nach experimentellen Injektionen von Metrazol. Bei Kaninchen wurden durch zwei­
malige wöchentliche intravenöse Injektionen von durchschnittlich 22 mg Metrazol
pro kg Krämpfe ausgelöst. Dabei trat Steigerung der Resistenz gegen Metrazol auf,
so daß nach 5—7 Injektionen die Dosis erhöht werden mußte. Nach Injektion von
insgesamt mehr als 700 mg Metrazol traten histopatholog. Veränderungen im Gehirn
auf. Diese bestanden in Schrumpfung des Cytoplasmas u. der Kerne der Neuronen
u. Hypertrophie u. Hyperplasie der versehied. Gliazellcnarten. Die Veränderungen
traten im Striatum u. Hippoeampus stärker auf als in der Rinde. (Arch. Neurol.
Psychiatry 4 2 . 690—99. Okt. 1939. Chicago, Northwestern Univ., Medical School,
Eigin State Hospital and Institute o f Neurology.)
Z ip f .
Raymond-Hamet, Die nicotinähnliche Wirkung des Hordenins wird durch Ein­
führung einer ziceiten phenolischen Hydroxylgruppe in das Molekül in MetasteUung nicht
unterdrückt. N-Dimethyl-/?-(3,4-dioxyphenyl)-äthy!amin oder Oxyhordenin besitzt keine
reine sympathicomimet. Wrkg., sondern wirkt wenigstens in hohen Dosen auch
nicotinähnlich. (C. R . hebd. Séances Acad. Sei. 2 0 9 . 67— 69. 3/7. 1939.) Z lP F .
Elmar Türk, Alkoholische Eumydrinlösung perlingual bei Pylorospasmus. (Wiener
Hin. Wsehr. 52. 847— 49. 1939. Wien, Univ.-Kinderklinik.)
Pflü c ke.
Charles Hyman, Intravenöse Anwendung von Aminophyllin bei Bronchialasthma.
Bericht über 8 Fälle von Bronchialasthma, die mit Aminophyllin (3,75 g in 10 ccm
intravenös) behandelt wurden. In 7 Fällen weeentliche Erleichterung, die Nebenerschei­
nungen als geringfügig erachten ließ. Adrenalininjektionen waren bei den behandelten
Fällen nicht mehr wirksam gewesen. (Med. Bec. 1 5 0 . 279—82. 18/10. 1939. New
York.)
W adehn.
Tadamitsu Yoshida, Die Wirkung einiger neuer nichtalkaloidischer Spasmolytika
auf glatte und Blutegelmuskel und ihr Vergleich mit der von Atropin und Papaverin.
I. Mitt. Die Wirkung auf den isolierten Kaninchendarm. Verss. am Kaninchendarm
nach M a g n u s . Methylaminomethylhepten-HCl (Odin, K n o l l ) bewirkt in kleinen
Dosen Kontraktion, in großen Gaben Erschlaffung des Darmes. 2-Methyl-6-benzylaminohepten (Benzyloctin) bewirkt stets Erschlaffung u. scheint in kleinen Gaben den
Sympathikus zu erregen. Diphenylessigsäurediäthylaminoätbylester-HCl (Trasentin,
C i b a ) verursacht in mittleren Gaben Lähmung des Vagus u. des Muskels, in großen
Dosen volle Muskellähmung. Die Wrkg. des Dibenzylessigsäurebenzylmethylaminoäthylester-HCl (Benzyltrasentin) stimmte mit der des Trasentin überein. Die Stärke
der spasmolyt. Wirksamkeit gegenüber dem Acetylcholinkrampf fiel in folgender
Reihenfolge: Atropin-Trasentin-Benzyltrasentm-Papaverin-Bcnzyloctin-Oetin, gegen­
über dem Bariumkrampf:
Papaverin-Trasentin-Beuzyltragentin-Bcnzyloctin-OetinAtropin. (Folia pharmacol. japon. 2 7 . 16— 17. 20/7. 1939. Kyoto, Kaiserl. Univ.,
Pharmakol. Inst, [nach engl. Ausz. ref.].)
Junkm ann .
A. M. Ssigal, Atropin in der Klinik innerer Krankheiten. Zusammenfassender
Bericht über Indicationsgebiet (Vagotonie u. der damit zusammenhängende Symptomkomplex), Dosierung u. Art der Applikation (Extr. Belladonna«? peroral, 0,l°/oigc
Atropinlsg. subeutan) von Atropin. (K.TinnmecKaji Meaumiua [Klm. Med.] 17 (20).
N r . 9/10. 25— 34. 1939. Odessa.)
R o iir b a c h .
William Davis Tewksbury und E. Raymond Fenton, Die therapeutische An­
wendung von jodiertem öl bei chronischer Bronchitis. Die von französ. Seite eingeführte
Behandlungsweise der ehron. Bronchitis u. ähnlicher Erkrankungen des Bronchialtraktus mit jodiertem Öl veranlassen Vff., die Meth. nachzuprüfen. Sie beschreiben
diese in allen Einzelheiten u. weisen auf Grund ihrer klin. Berichte bei 86% der Be­
handelten eine teilweise oder völlige Gesundung nach. (Med. Ann. District Columbia 8.
227—30. Aug. 1939. Georgetown, Univ., School of Med.)
Oe s t e r l in .
1068
E6. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1940. I.
H.
Paget, J. W . Trevan und A. M. P. Attwood, Die Reizwirkung einiger Wirk­
stoffe aus H ylnocarpusöl. Hydnocarpuspräpp. wirken bei ph = 3 gewebsrcizcnd. Die
Salze der Hydnoearpussäuren führen in physiol. Salzlsg. rasch zu Hämolyse, die durch
Serum so stark gehemmt wird, daß der Injektionsschmerz damit nicht erklärt werden
kann. Ebenso kommt die in Form von Acetylestern vorhandene Ameisensäure nur in
geringem Grade dafür in Frage. Die Äthylester der freien Säuren zeigen stärkere gewebsreizende Wrkg. als die Tkymyl-, Phenyläthyl-, Cinnamyl- u. Menlhylester. Letztere
verursachen bei intradermaler Injektion keine Nekrose. Jodierte Äthylester sind an
der Luft unbeständig, werden aber stabilisiert durch 0,1% Catechol oder Pyrogallol.
(Int. J. Leprosy 7. 167—73. April/Juni 1939. London, Wellcome Chem. Res. Laborr.
and Beekenham, Wellcome Physiol. Res. Labcrr.)
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^t.-Konvulsionen. (Brit. J. Anaesth. 16. 64— 66. 1939. Worcester, Royal Infirmary.)
M ahn.
Paul W . Searles, Die Wirkung gewisser Anäithetika auf das Blut. Äthernarkose
führt bei Hunden zu leichter Verkürzung der Gerinnungszeit des Blutplasmas, Zu­
nahme der Blut plättchen, des Hämoglobingeh., derErythrocytenzahlu. des Zellvolumens.
Entfernung der Milz hemmt die Zunahme. Amytalnatrium bewirkt Abnahme des
Zellvolumens, Hämoglobingeh. u. der Erythrocytenzahl. Nach Milzentfernrng treten
diese Veränderungen nicht auf. (J. Amer. med. Assoc. 113. 906— 09. 2/9. 1939. Buffalo,
General Hospital.)
Z ip f.
George A. Resta, Avertinbasisnarkose mit Äther, Stickoxydvl-Sauerstoff •und
Athylene. Beobachtung an 500 Fällen. (Med. Bull. Veteransr Adm. 15. 118— 20. 1938.
Washington, D. C., Veterans’ Administration Facility.)
K a n itz .
Edmund L. Keeney, Epinephrin in Öl,. Seine Wirkung bei der symptomatischen
Behandlung des Heufiebers. Eine ölige Suspension von Epinephrin läßt bei subcutaner
Verabfolgung das Präp. nur langsam resorbieren. Vf. behandelt 35 Patienten mit
Heufieber, von welchen 31 schon früher eine desensibilisierende Therapie erfahren
hatten, mit dieser Epinephrinsuspension. Bei 30 Patienten wurden die Symptome
nach jeder Injektion gebessert, bei den übrigen trat keine Veränderung ein. Die Dauer
des Besserungszustandes betrug 12—36 Stunden. Bei 9 Patienten traten während der
Behandlung nervöse Symptome auf, meist 1— 3 Stdn. nach der Gabe. (J. Allergy 10.
590—95. Sept. 1939. Baltimore.)
O e s t e r lin .
Jacques Tröiouel, Die Behandlung der Infektionskrankheiten mit chemischen
Heilmitteln. Zuerst behandelt Vf. ausführlich die Geschichte der Chemotherapie der
Protozoen, die Auffindung der Benzidinfarbstoffe u. des Germanins, sowie dessen Syn­
these. Anschließend werden verschied. Arnenpräpp. besprochen, vor allem Tryparsamid,
Orsanine, Stovarsol usw. Schließlich kommt Vf. auf die Sulfauilamide zu sprechen. Er
beschreibt die Abhängigkeit der Sepsiswrkg. vom Oxydationszustand des Schwefels
(Sulfhydrile, Sulfine, Sulfone), welche Studien zur Auffindung des Rodilons geführt
haben. Am Ende behandelt er noch die außerordentliche Wrkg.-Breite silier Sulfanilamide u. die Ähnlichkeit des Mol.-Baues von Sulfanilamid, Arsanilsäure u. Stibinsäure.
(Bull. Soc. Eneouragement Ind. nat. 138. 277—98. Mai 1939. Paris. Inst.
Pasteur.)
OESTERLIN.
S. I. Aschbel, Dynamik der Acrichinausscheidung mit der Galle bei der Therapie
der Lambliosis. (Vgl. C. 1939.1. 4995.) Von 25 Cholecystitisfällen wurde der Duodenal­
saft nanh peroraler Applikation von Acrichin (Ac.) nach folgender Meth. untersucht:
ein Teil der gallehaltigen Fl. wurde mit W. auf 50 ccm gebracht u. durch Schütteln
im Scheidetrichter mit Am3’ talkohol extrahiert: der ^elbgefärbte Extrakt zeigte im
Lichtkegel eines Mikrophotoapp. bei Anwesenheit von Ac. eine deutliche grüne, ring­
förmige Fluorescenz. Zur quantitativen Best. wurde bis zum Verschwinden der Fluoreseenz verd. (bei der Standardlsg. aus 0,1 g Ac.-HCl gelöst in 100 ccm Amylalkohol bis
zu einer Konz, von 0,0005 mg/ccm) u. daraus der Ac.-Geh. berechnet. Danach erfolgt
die Ausscheidung von Ac. im Duodenum mit- der Galle 2 Tage nach Beginn der Be­
handlung, erreicht ihr Maximum am 8.— 13. Tag u. ist bis zum 32. Tage beendet. Die
günstigen Erfolge der Lambliosisbehandlung mit 3-mal täglich 0,1 g Ac. im Verlauf
von 5 Tagen wird auf den hohen parasitotropen Effekt u. die protrahierte Ac.-Ausscheidung zurückgeführt. (TepaneBTimccKiiii Apxim [Therap. Arch.] 17. Nr. 5. 80
bis 86. 1939. Gorki, Medizin. Inst.)
ROHRBACH.
R. N. Chopra und B. M. Das Gupta, Eine Bemerkung über die therapeutische
Leistungsfähigkeit von Soluseptasin bei experimenteller Malaria (P. Knowlesi). Zwei In­
jektionen von je 2 ccm Soluseptasin heilten die experimentelle Malaria bei Affen.
(Indian med. Gaz. 73. 395— 96. 1938. Calcutta, School o f Tropical Med.) K a n it z .
1940. I .
E e. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1069
R. N. Chopra, B. M. Das Gupta und R. T. M. Hayter, Prontosil bei indischen
Malariastämmen,. Vff. führen tabellar. eine Anzahl Malariafälle auf, welche über
5 Tage mit je 3— 4 g Prontosil (I) oral behandelt worden sind. Aus den Erfahrungen
geht hervor, daß I fraglos eine Malariawrkg. aufweist u. auf die peripheren Formen
destruierend wirkt. Bei Plasmodium vivax u. PI. malariae werden sowohl Schizonten
wie Gameten beseitigt, während bei PI. falciparum nur die asexuellen Formen ge­
schädigt werden. Am stärksten wirkt I bei vivax. Kleinere Dosen von 1,5— 2 g täglich
über 5 Tage wirken zwar ebenfalls auf die Parasiten, aber der Einfl. ist nur von kurzer
Dauer. (Indian med. Gaz. 7 4 . 321— 24. 1939. Calcutta, School of trop. Med.) O e s t e r .
Harry F. Dowling und Theodore J. Abemethy, Beobachtungen beim Gebrauch
des Sulfapyridinnatriums. M a r s h a l l u . Mitarbeiter hatten angegeben, daß bei oraler
Verabreichung des Natriumsalzes des Sulfapyridins dieses viel rascher u. in höherer
Konz, im Blut erscheint, als bei oraler Gabe des freien Sulfapyridins. Vff. geben daher
bei verschied. Pneumokokkenerkrankungen das Natriumsalz, teils oral, teils intravenös,
u. beobachten, daß bei letzterer Applikationsweise das Prod. bedeutend toxischer ist.
(Med. Ann. District Columbia 8. 127—31. 1939. George Washington Univ., School of
Med.)
O e s t e r l in .
Eugene M. Bricker und Evarts A. Graham, Die hemmende Wirkung von
Sulfanilamid auf die Wundheilung. Vff. setzen bei Hunden keimfreie Wunden und be­
handeln anschließend die Tiere mit Sulfanilamid oral unter Verwendung von Dosen,
die denen der Humantherapie entsprechen. Es zeigt sich, daß hierdurch die Wund­
heilung wesentlich verzögert werden kann. Die Blutkonz, betrug 4— 8 mg-%. (J.
Anier. med. Assoc. 1 1 2 . 2593— 94. 24/6. 1939. St. Louis.)
OESTERLIN.
Vera B. Dolgopol und Harold M. Hobart, Granulocytopenie bei der Sulfapyridin­
therapie. Eine hohe Gesamtdosierung von Sulfapyridin kann Granulocytopenie hervor­
rufen. Die Schädigung wird dadurch bewirkt, daß der Stoff die Reifung der myeloiden
Zellen im Knochcnmaik hemmt; auch die Bldg. der roten Blutkörperchen kann
gelegentlich gestört werden. Nach Besprechung bereits bekannt gewordener Fälle
berichten Vff. über eigne Beobachtungen bei der Behandlung eines Falles von Pneu­
monie u. bei 4 Fällen von Keuchhusten u. Bronchopneumonie, bei denen die Schädi­
gungen der blutbildenden Organe eindeutig festgestellt wurden. Sie empfehlen daher,
bei der Sulfapyridinbehandlung wöchentlich 2-mal ein Blutbild des Patienten zu
machen, auch noch 2 Wochen nach Abbruch der Behandlung. (J. Amer. med. Assoc.
1 1 3 . 1012— 17^ 9/9. 1939. New York, Willard Parker Hospital.)
Geh r k e.
Kinzaburo Yamamoto, Zwei Fälle von Sulfanilamidikterus und Leberfunktions­
prüfung bei der Sulfanilamid-Stoßenbehandlung. (Jap. J. Dermatol. Urol. 4 6 . 2— 4.
20/7. 1939. Tokyo, Kaiserl. Univ., Dermato-Urolog. Klinik [nach dtsch Ausz.
ref.].)
Pflücke.
I.
M.BogdanskiundP. I. Golemba, Über Streplocidtoxidermien. Bei 5 Gonorrhoe fällen von 425 mit Streptocid behandelten Personen (1,2%) traten nach 6 bis
18 Tageu bzw. nach einer Gesamtdosis von 12— 40,8 g Streptocid urtikarielle Exan­
theme auf, die nach 4— 7 Tagen wieder verschwanden. (Bcothuk BeiieyojioniH ir
ÄepMaTojioriiii [Nachr. Venerol. Dermatol.] 1 9 3 9 . Nr. 9/10. 62—63.)
R ohrbach.
Felix Schaefer, Bewirkt die Anwendung von Albucid oder Uliron eine Ltberschädigung? Mit Bemerkungen über die hierbei beobachteten allgemeinen Hautausschläge.
(Arch. Dermatologie Syphilis 1 7 9 . 500— 09. 23/11. 1939. Würzburg, Univ., Klin. f.
Haut- u. Geschlechtskranke.)
Pflücke.
H.
Passedouet und A. Vaisman, Die chemotherapeutischen Eigenschaften von Ver­
bindungen aus Aminosäuren und Proteinen einerseits und bestimmten sulfurierten Benzol­
derivaten andererseits. Vff. diazotieren Sulfanilamid (I), p.p'-Diaminodiphenylsulfon (II)
u. p-Nitro-p-aminodiphenylsulfoxyd (III) u. kuppeln die Diazoniumsalze mit Pferde­
serum (IV), Histidin (V) oder Tyrosin (VI) zu den entsprechenden Azofarbstoffen.
Diese neuen Sulfanilamide werden im Mäusevers. gegen Streptkokken (a) u. Gono­
kokken (b) geprüft. Hierbei erweisen sich die Prodd. gegen b wirksamer wie gegen a.
Bes. wirksam war Präp. aus I u. III, womit 90% Heilungen erzielt werden konnten.
I u. IV oder I u. V lieferten nur 40—60% Erfolge. Noch geringere Werte lieferten II
resp. III mit IV— VI. Relativ sehr ungünstig waren die Daten bei der Infektion mit
Streptokokken. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 1 3 0 . 130— 32. 1939. Inst.
Alfred Fournier.)
OESTERLIN.
Luigi de Caro und Giuseppe Cantoni, Die Antistreptokokkenwirkung eines neuen
Derivates des p-Amirwphenylsulfonamids. Das p-Suecinylaminophenylsulfonamid (Derganil) ist ein weißes Krystallisat, F. 212—214°, als Na-Salz leicht lösl. in Wasser.
Tötliche Dosis an der Maus 0,3 g. 50 mg intraperitoneal werden in 6 auf täglich auf­
einanderfolgenden Dosen vertragen. Ratten vertragen Einzeldosen von 0,6 g peroral
1070
Eo- P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1940. I.
u. 0,25 g als Injektion an 6 aufeinanderfolgenden Tagen. Kaninchen u. Meerschwein­
chen vertragen peroral Einzeldosen von mehr als l g . — Intraperitoneal mit verschied.
Streptokokkenstämmen infizierte Mäuse erhielten täglich an 4 aufeinanderfolgenden
Tagen die therapeut. Dosis injiziert. Während von den unbehandelten Tieren am
5. Tage 68% gestorben waren, waren es bei den behandelten Tieren nur 10%. Am
8. Tage überlebten von den Kontrollen 3% , von den Behandelten 86%, am 25. Tage
2 bzw. 40%. (Boll. Soc. ital. Biol. speriment. 1 3 . 722—25. Aug. 1939. Mailand, Biol.
Forsch.-Labor, der Carlo Erba A.-G. u. Forsch.-Labor, der städt. Poliklinik.) G e h r k e .
W . M. Whitehead und C. C. Carter, Sulfapyridin und Pneumonie. Wenige klin.
Pneumoniefälle, welche mit außerordentlichem Erfolg mit Sulfapyridin geheilt werden
konnten. (J. Amcr. med. Assoc. 112. 2594— 95. 24/6. 1939. Juneau, Alaska.) O e s t e r .
Colin M. MacLeod, Die Chemotherapie der Pneumokokkenpneumonien. Vf. be­
spricht eingangs die Wrkg.-Weise der Sulfanilamide u. zeigt an 2 Pneumokokkenstämmen vom Typ I, von welchen der eine sulfapyridinfest ist, daß im Mäusevers.
Antiscrum gleichmäßig bei beiden Stämmen, Sulfapyridin (I) jedoch nur bei einem
wirksam sind. Vf. verfolgt dann in weiteren Vcrss. die Dehydrogenaseaktivität der
beiden Stämme im TiiUNßERG-Vers. unter Verwendung von Dextrose (II), Glycerin
(III), Brenztraubensäure (IV) u. Milchsäure (V) als Wasserstofflieferant. Der Normalstamm red. Methylenblau (Mb.) unter Normalbedingungen bei Anwesenheit von II
bis V. Bei Anwesenheit von I tritt das Ferment nur in Ggw. von II in Aktion, bei
III—V versagt es. Der sulfapyridinfcste Stamm verhält sich wie der n. bei Anwesenheit
von I, er färbt Mb., wemi II anwesend ist, nicht aber III—V. Aus weiteren Verss.
an Mäusen geht ferner hervor, daß Antiserum u. I verschied. Angriffspunkte haben
u. daß ihre Wrkg. synerget. ist. Vf. bespricht schließlich die Wrkg. des I auf das
hämatopoet. Syst. u. berichtet über einige klin. Erfolge bei Pneumokokkenpneumonien.
(J. Amer. med. Assoc. 1 1 3 . 1405— 10. 7/10. 1939. New York.)
OESTERLIN.
W . Barry Wood und Perrin H. Long, Beobachtungen -über die experimentelle
und klinische Anwendung von Sulfapyridin. III. Der Heilungsvorgang bei Patienten mit
Pneumokokkenpneumonien unter dem Einfluß des Sulfapyridins. In unveröffentlichten
Vcrss. konnten Vff. zeigen, daß Sulfapyridin (I) die experimentelle Pneumokokken­
peritonitis dadurch zu heilen vermag, daß es die Vermehrung der Parasiten hemmt. Vff.
untersuchen nun den Antikörpergeh. von Patienten mit lobärer Pneumonie, hervor­
gerufen durch Pneumokokken vom Typ I, II oder III, sowie die Änderung des Titers
unter dem Einfl. von I. Zu diesem Zweck werden Mäuse mit fallenden Mengen der ent­
sprechenden Pneumokokkentypen infiziert u. mit gleichen Serummengen therapeut.
behandelt. Es zeigt sich, daß eine Steigerung des typenspezif. Antikörpertiters relativ
spät u. erst mehrere Tage nach dem Abfall der Temp. einsetzt, woraus Vff. entnehmen,
daß diese Bldg. bei der Abheilung eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig weist diese
Erscheinung daraufhin, die Applikation von I nicht zu früh abzusetzen. (Ann. intern.
Med. 1 3 . 612— 17. Okt. 1939. Baltimore, Md.)
O e s t e r lin .
E. M. Gelstein, W . B. Rottenberg, I. I. Goldengerschel und A. P. Ssutkowaja, Über die Chemotherapie der krupösen Pneumonie. Die Behandlung von
kmpöser Pneumonie mit Sulfidin. 26 Pneumoniefälle wurden mit Sulfidin (entspricht
dem amerikan. Sulfanilamidpräp. Sulfopyridin), Gesamtdosis 21 g im Verlauf von
5— 6 Tagen, behandelt. Es wurden dabei nur 2 Fälle von Komplikationen beobachtet,
bei den übrigen Patienten hatte das Präp. bereits in den ersten Tagen der Erkrankung
eine deutlich kupierende Wrkg., so daß dem Sulfidin ein spezif. therapeut. Effekt
zugesprochen wird. (Kimui'iecKaa Mcjimiina [Klin. Med.] 1 7 (20). Nr. 9/10. 41 bis
54. 1939. Moskau, II. Med. Inst.)
B oh rba ch .
Horace L. Hodes, Harry S. Gimbel und George W . Burnett, Die Behandlung
der Pneumokokkenmeningitis mit Sulfapyridin. Auf Grund der Behandlung von ins­
gesamt 17 Fällen von Pneumokokkenmeningitis mit Sulfapyridin (I), welches bei
47% der Patienten gut wirkte, zeigten Vff., daß bei oraler Verabreichung die Resorption
nicht regelmäßig stattfindet u. bedeutsamen Schwankungen unterworfen sein kann,
wodurch die Heilung in Frage gestellt wird. Sie bevorzugen daher die intravenöse
Gabe des Sulfapyridin-Na. Im Liquor wurden Konzz. von 10— 15 mg-% gefunden.
An tox. Symptomen wurden vor allem Granulocytopenie u. Hämaturie beobachtet.
Die letztere ist wahrscheinlich eine Folge der Bldg. von Harnsteinen aus Acetylsulfapyridin, die eine mechan. Schädigung des Harnleiters bedingen können. (J. Amer.
med. Assoc. 1 1 3 . 1614— 19. 28/10. 1939. Baltimore.)
OESTERLIN.
S. W . Sappington und Grant O. Favorite, Sulfanilamid und Meningitis. Vff.
besprechen die zweckmäßige Anwendung von Sulfanilamid (I) bei Meningitis, hervor­
gerufen durch hämolyt. Streptokokken (II), Strep. viridans (III), Pneumokokken (IV),
Influenzaerreger (V), bei tuberkulöser Meningitis (VI) u. bei Meningokokkenmeningitis
1940. I.
E,. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1071
(VII). 1 ist gut wirksam bei II, weniger bei III, noch weniger bei IV u. scheint völlig
wirkungslos bei V u. VI. Recht gut reagiert aber I wieder bei VII. (Ann. intern. Med. 13.
576—86. Okt. 1939. Philadelphia, Pa.)
OESTERLIN.
Alions Schloemer. Die Bekämpfung der Mastitis mit Hilfe organischer Farb­
stoffe. Neben der Trypaflavinbehandlung wird neuerdings auch das Prontosil zur Be­
handlung des gelben Galtes, der Streptokokkenmastitis der Rinder, eingesetzt. Vf.
berichtet über einige Verss. mit Prontosil, welche aber keine sichere Heilung erzielen
ließen. In der Mehrzahl der Fälle trat jedoch Besserung auf. Er warnt vor einer Über­
dosierung, welche zu schweren Schädigungen der Tiere führen soll. (Tierzucht Pflege
29. 218. 1939. Berlin. Sep.)
O e s t e r lin .
Samuel L. Goldberg und Allan Sachs, Sulfapyridin bei der Behandlung der
Staphylokokkenbakteriämie. 2 Fälle von Bakteriämie durch Staph. aureus mit gün­
stigem Ausgang nach Sulfapyridin. (J. Amer. med. Assoc. 113. 1639— 41. 28/10. 1939.
Chicago.)
O e s t e r lin .
William A. Thornhill jr., Howard A. Swart und CliJton Reel, Sulfanilamid
bei Staphylokokkenseptikämie. 2 Patienten mit Septikämie, hervorgerufen durch
Staph. aureus mit einem lokalisierten Absceß, wurden durch Bluttransfusion, Sulfanil­
amid u. operativen Eingriff geheilt. (J. Amer. med. Assoc. 113. 1638—39. 28/10. 1939.
Charleston.)
OESTERLEIN.
Karl A. Meyer und Leo Amtman, Die erfolgreiche Behandlung einer Friedländerseptikämie mittels Sulfapyridin. (J. Amer. med. Assoc. 113. 1641— 42. 28/10. 1939.
Chicago.)
O e s t e r lin .
Jacob L. Maybaum, Eugene R. Snyder und Lester L. Coleman, Der Wert
von Sulfanilamid bei infektiösen Ohrenentzündungen. Mit besonderer Berücksichtigung
seiner maskierenden Wirkung. Vff. kennzeichnen die Fortschritte der Otitisbehandlung
mittels Sulfanilamid (I), zeigen einige klin. Fälle auf u. weisen daraufhin, daß die vor­
herige Anwendung von I die Diagnose erschweren kann. (J. Amer. med. Assoc. 112.
2589—92. 24/6. 1939. New York.)
O e s t e r lin .
Robert B. Greenblatt und Everett S. Sanderson, Sulfanilamid bei Chancroid.
Vff. führen meliere Fälle von Chancroid an, welche auf oral gegebenes Sulfanilamid
sehr gut ansprachen. (Amer. J. Syphilis, Gonorrhca, vener. Diseases 23. 605— 11.
Sept. 1939. Georgia, Univ.. School o f Med. Dep. of Pathol., Gynecol. u. Baeteriol.)
' O e s t e r lin .
Luiz Castilho de Andrade, Blenorrhagie und Sulfamide. Vf. bespricht die Entw.
der Sulfanilamide von den farbigen Azofarbstoffen bis zu den farblosen Prodd., wie
Sulfapyridin oder Rodilon. Er beschreibt dann einige wenige Fälle von Blenorrhagie,
welche mit Sulfapyridin erfolgreich behandelt werden konnten. (Publ. medicas 10.
33—44. 1939. Rio de Janeiro,Hosp. S. Francisco de Assis.)
OESTERLIN.
A. I. Dmitrijewund N. M. Owtschinnikow, Bin neues prophylaktisches Präparat
„N oia“ . Auf Grund von Unterss. der baktericiden Wrkg. von HgOCX-Lsgö . (Hg)
auf verschied. Gonokokkenstämme u. von klin. Verss. konnte eine Hg-Glycerinlsg..
1: 2000, als Gonorrhöe-Prophylaktikum mit geringer lokaler Reizwrkg. hergestellt
werden. Ferner konnte in vitro u. an Kaninchen, die durch Schankereinreibungen
infiziert waren, der hemmende Effekt einer wss. Hg-Lsg., 1: 500, u. der M e t s c h N lK O W schen Salbe auf Spirochäten u. Infektion festgestellt werden, so daß zur zwei­
zeitigen Prophylaxe eine Kombinationspackung aus Hg-Glycerinlsg. u. Salbe unter
dem Namen „Noda“ empfohlen wird. (BecTmn; Beuepojioruii ii ^epMaxojoraii [Nachr.
Venerol. Dermatol.] 1939. Nr. 9/10. 51—54. Zentrales Haut-venerol. Inst.) R o h r b .
K. Vigors Earle, M. <t- B. 693 bei Lymphogranulom. Bericht über 12 Fälle von
Lymphogranulom, die mit M. & B. 693 erfolgreich behandelt wurden. Die Behandlung
war im Stadium der Lymphadenitis rascher von Erfolg, als wenn schon Fisteln be­
standen. Empfehlung einer prophylakt. Behandlung weiblicher Keimträger zur Aus­
schaltung der Infektionsquellen. (Lancet 237. 1265— 67. 16/12. 1939. Trinidad, United
Brit. Oilfields.)
Junkm ann.
B. W.Fickling, PaulPincus und Brian Boyd-Cooper, M. <fc B. 693 im Speichel.
Während der Behandlung mit M. «£• B. 693 tritt die Substanz im Speichel auf. (Lancet
237. 1310— 11. 23/12. 1939. London, Roy. Dent. Hosp., John Hampton Haie Res.
Labor.)
Junkm ann.
A. Jores und H. Wolter,Über dieVerwendbarkeitvon Pyrethrum
als Anthelminticum. Bei peroraler ZufuhrsindPyrethrine fürHund u. Kaninchen völlig ungiftig.
Die Pyrethrine passieren zum größten Teil unverändert den Darm. Bei intravenöser
oder intraperitonealer Injektion treten nach einem Erregungsstadium Lähmungen der
Muskulatur u. Krämpfe auf. Ascariden, Oxyuren u. Erdnematoden sind gegen Pyrethrin
relativ widerstandsfähig. Abtötung wird bei höherer Konz, erst nach etwa 8 Stdn.
1072
E„. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1 9 4 0 .1 .
erreicht. Pyrethrum hemmt die Entw. von Oxyureneiern, beeinflußt dagegen Eier
von Erdnematoden nicht. Pyrethrine scheinen sich zur Bekämpfung von Dickdarm­
parasiten des Menschen zu eignen. In einem Fall von schwerer Oxyuriasis war Pyrethrum
voll wirksam. (Klin. Wschr. 18. 885—89. 1939. Hamburg, Chem. Fabrik Promonta
G .m .b .H ., Pharmakolog. Abt.)
ZlPF.
Heinz Köbeke, Über perorale Muskeladenylsäuretherapie spastischer Gefäß­
erkrankungen in USA und in Deutschland. (Dtsch. med. Wschr. 65. 1668. 10/11. 1939.
Berlin.)
P flü c k e .
Robert L. Levy, Arzn&ibehandlung von Herzkrankheiten. Übersicht. (Ann. intern.
Med. 11. 1946—61. 1938. New York City, Medical Clinic of the Presbyterian Hospital
and Columb. Univ., College of Physicians Surgeons, Dep. o f Medicine.)
Z ip f .
I.
Chang, Die Wirkung von Jodacetat und Fluorid auf den isolierten Kaninchenvorhof. Jodacetat hemmt sowohl die aerobe, als auch anaerobe Tätigkeit des isolierten
Vorhofs des Kaninchens. Der unter aeroben Bedingungen durch Jodacetat gehemmte
Vorhof erholt sich wieder unter dem Einfl. von Lactat, Phosphoglycerinat, Propionat,
Brenztraubensäure, Glucose, Glyceropliosphat, Capronat, Butyrat, Valerianat, Malat,
Suceinat, Fumurat u. Aminosäuren. Fluorid beeinflußt die aerobe Aktivität des Frosch­
herzens u. Kaninchenvorhofs nicht, hemmt jedoch ihre anaerobe Tätigkeit. Jodacetat
hemmt wahrscheinlich die Bldg. von Glycerinphosphat u. Phosphoglycerinsäure aus
Triosephosphat, während Fluorid die Umwandlung von Phosphoglycerinsäure in
Phosphobrenztraubensäure verhindert. Das Froschherz u. der Kaninchenvorhof können
anscheinend Phosphoglycerinsäure oxydieren. Triosephosphat wird vom Froschherzen
leicht, vom Kaninchenvorhof schwer oxydiert. (Quart. J. exp. Physiol. 28. 137— 48.
1938. Edinburgh, Univ., Dep. of Pharmacology.)
Z ip f .
I.
I. Sivertsev, Pharmakologische Untersuchungen über die Wirkung von Spigeliatinktur auf das isolierte Herz und die Coronargefäße von Tier und Mensch. Verss. mit
einer alkoh. Tinktur aus Spigelia anthelmiae. Am ST R A U B -H erzen zeigt sich ein An­
wachsen der Hubhöhen, am Froschherzen im künstlichen Kreislauf eine Zunahme des
Min.-Volumens. Gelegentlich Zunahme der Frequenz oder Rhythmusstörungen. Am
durch Chlf., Milchsäure, HCl, KCl, Chloralhydrat, Papaverin, HCl oder langdauemde
Arbeitsleistung hypodynamen Herzen wurde durch Spigelia beachtliche Leistungs­
zunahme bewirkt. Selbst hohe Gaben machten nicht wie Digitalistinktur systol. oder
diastol. Herzstillstand. Hohe Herzfrequenz wurde erniedrigt, niedrige erhöht. Am
nach L a n g e n d o r f isolierten Menschenherzen wurde Zunahme der Hubhöhen u.
Steigerung des Coronardurchflusses gefunden. Empfehlung der Droge zur therapeut.
Anwendung bei Herzkranken. (Bull. Biol. Méd. exp. URSS 8. 64— 66. 1939. Lenin­
grad, Pharmakol. Labor. H.Med. Inst.)
JUNKMANN.
E. Moisset de Espanés, Wirkung des Extraktes von Gelsemium sempervirens auf
das isolierte Herz des Frosches. Beim isolierten Froschherz wirkt Gelsemiumextrakt
depressiv auf den Muskel ; diese Wrkg. wird durch Atropin, Acetylcholin, Eserin oder
Pilocarpin nicht beeinflußt. BaCl2 u. Adrenalin bringen das nach Gelsemium still­
stehende Herz wieder zum Schlagen. (C. R. Séances Soc. Biol. Filiales Associées 1£7.
1088— 90. 1938. Paris.)
W adehn.
Raymond-Hamet, Über die blutdrucksenkenden und gefäßerweiternden Wirkungen
des Cryptolepins. Cryptolepin, ein Alkaloid aus Cryptolepis sanguinolenta Schlechter
senkt langanhaltend den arteriellen Blutdruck des vagotomierten Hundes. Die Niere
erfährt dabei Vol.-Veränderungen, die den Änderungen des Blutdrucks nahezu parallel
gehen. Mit der modifizierten Meth. von Schilf wurde eine starke u. anhaltende Er­
weiterung der Extremitätengefäße festgestellt. (C. B. hebd. Séances Acad Sei. £07.
1016— 18. 1938.)
Z ip f .
H.
Gebhardt, Über das Morogensaure Kalicoffein. Im chlorogensauren Kalicoffein
ist das Coffein um etwa 60°/o entgiftet. Chlorogensäure steigert die Coffeindiurese u.
verhindert tox. Coffeinanhäufung im Organismus. (Naunyn-Schmiedebergs Arch. exp.
Pathol. Pharmakol. 191. 696— 705. 1939. München, Univ., Pharmakolog. Inst.) Z lP F .
L. Dautrebande, E. Philippot und R. Charlier, Studien zur pharmakodynamischcn Wirkung des a-Phenyl-ß-aminopropans (Benzedrin) beim Tier. Benzedrin (I)
bewirkt beim Hund in kleinen Dosen (von 5— 20 mg) eine Erhöhung des arteriellen
Blutdruckes, welcher auf einer Kontraktion der peripheren Gefäße beruht. Dieser
Effekt hält relativ lange an. Am isolierten Froscbherz wird bei hoher Verdünnung des I
eine Brachycardie hervorgerufen, beim Hund jedoch bildet sich ein Reiz des Z e n t r u m s
der Herzregulation heraus, welcher entweder auf einer Reizung, oder einer Sensibili­
sierung der parasympath. Peripherie beruht. Auch wird beim Hund eine Erhöhung der
Amplitude des Herzens beobachtet, sowie eine solche der Harnausscheidung. Die letztere
ist sichtlich eine Folge des erhöhten Blutdruckes, welcher eine Ansammlung von Blut
1940. I.
E6. P h a r m a k o l o g ie . T h e e a p i e . T o x i k o l o g i e . H y g i e n e .
1073
im Nierengewebe veranlaßt. In der Mehrzahl der Fälle tritt eine Stimulierung der
Respiration durch I hervor. Das autonome Nervensyst. erfährt eine Sensibilisierung.
Nach wiederholten kleinen Dosen kehren sich eine Anzahl der genamiten Erscheinungen
um: Nach der Blutdruckerhöhung resultiert eine Senkung u. damit eine Antidiurese.
Ähnlich wirkt Bich auch eine einmalige hohe Dosis aus. (Arch. int. Pharmacodynam.
Thérap. 62. 179—201. 1939. Liège, Univ., Therap. Inst.)
O e s t e r lin .
Setsutaro Ihashi, Über die ällerliche Verschiedenheit der Empfindlichkeit des
Herzens, besonders des Coronargcfäßes des Kaninchens gegen das Herzmittel. Coffein,
Vitacampher u. Kardinon vermindern am LA N GEN D ORFF-H erzen junger u. aus­
gewachsener Kaninchen dio Frequenz, v e rstä rk e n die Herzamplitude u. erweitern die.
C oron arg efäß e. Am stärksten w ir k t K a r d in o n ; ihm folgen Coffein u. Vitacampher. Am
Herzen ausgewachsener Kaninchen bewirken Adrenalinkonzz. von 10-6 bis 10-7 Zu­
nahme von Frequenz u. Amplitude u. Erweiterung der Coronargefäße. An jungen Herzen
zeigt eine Adrenalinkonz, von 10-9 dieselbe Wirkung. Strophanthin, Digitoxin u.
10%ig. Digitalisinfus führen am Herzen junger u. ausgewachsener Tiere zu Abnahme der
Frequenz, Verstärkung der Amplitude u. Kontraktion der Coronargefäße. Am stärksten
wirkt Digitoxin; dann folgen Folia Digitalis u. Strophanthin. (Sei-i-kai med. J. 56. Nr. 6.
G—7. 1937. Tokyo, Jikeikai Medizin. Fakultät, Pharmakol. Inst, [nach engl. Ausz.
ref.].) _
_
Z ip f.
Shozaburo Suzuki, Über die Wirkung der Campheraminsäure und ihrer Alkyl­
derivate. Campheramin-, Campherdimethylamin- u. Campherdiäthylaminsäure lähmen
ähnlich wie Camphersäure bei Fröschen dio motor. Zentren. An Mäusen bewirkt
Campheraminsäure motor. Lähmung. Campherdimethyl- u. Campherdiäthylaminsäure
erzeugen klon. Krämpfe. Am chloralisierten Froschherz wirken die Substanzen frequenzsteigemd.u. vermindern die Amplitude. (Tohoku J. exp. Med. 36. 231—35. 1939. Sendai,
Kaiserl. Tohoku-Univ., Pharmakol. Inst.)
Z ip f.
Takako Tanaka, Über den Einfluß des Camphers und des Menthols auf die in vitroKulturen von Fibroblasten. An Deckglaskulturen von Fibroblasten aus den Herzen von
Hühnerembryonen wird die Wrkg. von Campher u. Menthol untersucht. Kleinste Konzz.
sind fördernd, größere hemmend u. sehr starke abtötend wirksam. Die dabei zu
sehenden histolog. Veränderungen werden beschrieben. (Folia pharmacol. japon. 27.
14— 15. 20/7. 1939. Kyoto, Kaiserl. Univ., Pharmakol. Inst, [nach dtseh. Ausz.
ref.].)
*
JüNKMANN.
David I. Macht, Vergleichende Pharmakologie von Menthol und seinen Isomeren.
Vergleichende Unters, von d-Neomenthol, d-Isomenthol, 1-Menthol (synthet. u.
natürlich) u. „fl. Menthol“ , einem Gemisch aus etwa gleichen Teilen der zuerst genannten
3 Isomeren. Geprüft wurde die Giftigkeit für Lupinenkeimlinge u. für eine Reihe
von Labor.-Tieren, ferner dio Wrkg. auf Blutdruck u. Atmung, Nieren- u. Leber­
funktion, auf die glatte Muskulatur u. das Zentralnervensystem. Ferner wurde die'
anästhesierende Wrkg. .u. die Resorption durch dio Haut studiert. Im allg. war das
1-Menthol das wirksamste. Durch ihre lokalanästhesierende Wrkg. u. durch ihre auf­
fallend gute u. rasche Resorption durch die Haut unterscheiden sich die Menthol­
isomeren von dem nahe verwandten Campher, dem diese Eigg. abgehen. Die Wrkg.
des „fl. Menthols“ entsprach seiner Zusammensetzung. (Arch. int. Pharmacodynam.
Thérap. 63. 43—58. 15/10. 1939. Baltimore, Hynson, Westcott & Diinning Inc.,
Pharmakol. Unters.-Labor.)
JUNKMANN.
A. Hassko und Ali Riza Gtirgen, Über die Wirkung des Arecolins, Eserins und
Pilocarpins bei Tauben. Arecolin, Eserin u. Pilocarpin führen bei Tauben zu einer sehr
charakterist. Flügelreaktion. Die Tiere setzen sich dabei auf den Boden u. breiten die
Flügel aus. Die Flügelrk. wird hervorgerufen durch 0,08 mg Arecolin, 0,05 mg Eserin
u. 0,8 mg Pilocarpin. Die subcutan letale Dosis für Eserin beträgt 0,3 mg, 12 mg Arecolin
bzw. 18 mg Pilocarpin werden vertragen. Die Flügelrk. entsteht vermutlich dadurch,
daß Arecolin, Eserin u. Pilocarpin das Wärmeregulationszentrum erregen. Vor der
Flügelrk. tritt bei subeutaner Injektion der Alkaloide eine Spcichelsehluckrk. auf. Diese
Rk. wird bereits durch kleinere Dosen ausgelöst. Die beiden Rkk. können zum biol.
Nachw. von Arecolin, Eserin u. Pilocarpin dienen. (Berliner u. Münchener tierärztl.
Wschr. 1939. 457—58. 21/7. Ankara, Y. Z. E., Pharmakol. u. Physiol. Inst.) ZlPF.
Albert J. Gilbert, Mikroskopische Beobachtungen der Reaktionen der pulmonalen
Arterie. Zur Unters, der Rk. der pulmonalen Arterie von Kaninchen gegen verschied.
Arzneimittel u. Anaphylaxie wurden frische Lungenschnitte verwendet. Histamin,
Mecholyl, BaCL u. Janusgrän wirken konstriktorisch. Während Atropin die Kon­
striktion durch Histamin u. Mecholyl antagonist. beeinflußt, wirkt MgCl2 auf die konstriktor. Wrkg. des Histamins u. BaCl2 antagonistisch. Auf die n. pulmonale Arterie
von Kaninchen ist Epinephrin u. Benzedrin fast ganz einflußlos. Während Pilocarpin
X X II. 1.
70
1 07 4
E8. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x ik o l o g ie . H y g i e n e .
1940. I.
die n. Arterie erweitert, wirkt es auf die parasympath. Endigungen anscheinend para­
lytisch. Die anaphylakt. Kontraktion wird durch Atropin verhindert. Epinephrin ist
ohne Einwirkung. Einige der Präpp. lösen rhythm. pendelnde Kontraktionen aus.
(J. Pharmacol. exp. Therapeut. 62. 228— 35. 1938. Western Reserve Univ., School Med.,
Dep. Pliarmac.)
M ahn.
Henri Hermann, E. Jourdan, G. Morin und J. Vial, Nicotin und Adrenalin­
sekretion. Unters, an anastomot. verbundenen Hunden. Bei einer intravenösen Injektions­
serie von 10— 12 Nicotinguhon (2,5—3,0 mg total) in 30—40 Min. sinkt die jeder
Injektion folgende Adrenalinausschüttung mehr u. mehr ab, bis schließlich eine Rk.
nicht mehr erfolgt. Die gegenüber Nicotin refraktäre Nebenniere erweist sich aber
empfindlich gegen Acetylcholin, KCl u. Enradisation des Splanchnicus. (C. R. Séances
Soc. Biol. Eilialcs Associées 127. 1131— 33. 1938.)
W AD EH N.
H.
0 . Kleine, Spartein, ein neues Wehenmittel. (Vgl. C. 1939. II. 2111.) (Klin.
Wsclir. 18. 360. 11/3. 1939. Ludwigshafen a. Rh., Städt. Frauenklinik.)
Z ip f.
Norbert Ebers, Dauererfolge der Goldbehandlung bei Lungentuberkulose. (Bcitr.
Klin. Tuberkul. spezif. Tuberkul.-Forsch. 92. 130— 43. 1938. Schreiberhau. Heilstätte
Moltkefels.)
P flü c k e .
E. Rix und 0 . Schedtler, Der Einfluß von Cholesterin und Neutralfetten auf den
Ablauf der experimentellen Tuberkulose. (Beitr. Klin. Tuberkul. spezif. Tuberkul.Forsch. 91. 493— 507. 1938. Marburg a. d. Lahn, Univ., Patholog. Inst.)
P flü c k e .
A.
Chamot, Einfluß einiger Mineralbestandteile auf die toxischen Wirkungen des
Calciumfluorids. Die Erscheinungen der Fluorcalciumvergiftung werden durch andere
Mineralstoffe beeinflußt. Mineralsäuren führen zu Sklerose der Milz, Natriumsalze zu
fettiger Degeneration der Nieren, Calcium- u. Aluminiumsalze zu Bldg. u. Verdichtung
des Knochengewebes u. Kieselsäure oder Silicate zu verstärkter Bldg. von Knochen­
gewebe. (Bull. Acad. Méd. 120 ([3] 102). 224— 27. 1938.)
Z ip f.
Adamantios C. Lemos, Experimentelle toxikologische Untersuchungen über das
Mangan. Nach Verss. an Kaninchen wirken große Gaben lösl. Mn-Salze oral oder intra­
muskulär tox., während Aufnahme von Braunsteinstaub mit der Nahrung oder Atmung
keine Wrkg. zeigt. Nach längerer Mn-Aufnahme zeigt sich ein erhöhter Geh. der Gewebe
an M n , bes. in Nebennieren, Knochenmark, Milz. (J. Pharmae. Chim. [8] 30 (131). 206
bis 213. Nov. 1939. Paris, Univ.)
M anz.
S. D. Simon und A. Iglauer, Ein Todesfall nach Mapharsentlierapie. Vff. ver­
muten, daß die nach Mapharsengaben resultierende Anurie u. Stomatitis, welche zum
Tode des Patienten geführt haben, eine Folge des Arsenpräp. waren. (Amer. J. Syphilis,
Gonorrhea, vener. Diseases 23. 612— 16. Sept. 1939. Dep. o f Internal Med. of Cin­
cinnati Coll.)
O e s t e r l in .
G.
W . Keitt, Toxizität des Natriumsalzes von Dinitro-o-kresol gegen Venturia
inaequalis. Das 12% Dinitro-o-kresolnatrium enthaltende Präp. Elgetol wirkt in
l% ig. Lsg. tox. für Venturia inaequalis (Cke) Wint. Im Kulturvers. auf Agar beträgt
die letale Konz, etwa 0,05%. (Science [Ne«- York] [N. S.] 90. 139—40. 11/8. 1939.
Wisconsin, Univ.)
Z IP F .
J. S. Golden und William A. Brams, Mechanismus der toxischen Wirkungen bei
Kombination von Calcium und Digitalis. Bei gleichzeitiger oder in kurzem Intervall auf­
einanderfolgender Injektion unschädlicher Digalen- u. Calciumgluconatgaben können
beim Hund tox. Erscheinungen auftreten. Vor intravenösen Calciuminjektionen bei
digitalisierten Patienten wird gewarnt. (Ann. intern. Med. 11. 1084—88. 1938. Chicago,
Michael Reese Hospital,Cardiovaseular Dep.)
Z ip f.
W . A. Brams, J. S. Golden, A. Sanders und L. Kaplan, Beobachtungen über
die Toxizität und den klinischen Wert des Strophanthins. Eine einmalige intravenöse
Injektion von 0,5— 0,75 mg Strophanthin K (1) bei n. Personen verursacht keinerlei
klin. oder elektrocardiograph. Befunde. Ähnlich verhalten sich Mengen von 0,2—0,5 mg
bei Patienten mit Herzfehler. Fortgesetzte tägliche Dosen von 0,3 mg intravenös
(über 24 Tage) verhalten sieh bei Gesunden analog. Die pharmakol. Resultate höherer
Dosen lassen sich nach Ansicht der Vff. mit der Wrkg. des Digitonins (II), oral gegeben,
vergleichen, jedoch stehen Vff. auf dem Standpunkt, daß I sicherer u. rascher wirkt
wie II. (Ann. intern. Med. 13. 618— 2S.Okt. 1939. Chicago, Hl.)
O e s t e r l in .
Togaku Ri, Experimentelle Untersuchungen über die Wirkung des Giftes gewisser
formosanischer Schlangen auf den Kohlenhydralhaushalt, III. Mitt. über die Beein­
flussung des Blutzuckers sowie der Glykogenmenge in Leber und Muskeln des Kanin­
chens durch die Schlangengifte. (II. vgl. C. 1940. I. 89.) Crotalinengifte (Gramincus
u. Agkistrodon) führen bei akuter Vergiftung von Kaninchen zu erheblicher Hyper­
glykämie mit Abnahme des Leber- u. Muskelglykogens. Bei chron. Vergiftung werden
Hyperglykämie u. Glykogenabnahme immer schwächer. Elapinengifte (Naja u. Bungarus)
1940. I .
E 0. P h a r m a k o l o g ie . T h e r a p ie . T o x i k o l o g i e . H y g i e n e .
1075
bewirken nur leichte Hyperglykämie ohne wesentliche Veränderung des Glykogen­
gehaltes. (Folia pharmacol. japon. 27. 11— 14. 20/7. 1939. Taihoku, Formosa, Kaiserl.
Univ., Pharmakol. Inst, [nach dtsch. Ausz. ref.].)
■
Z ip f.
*
Togaku Ri, Experimentelle Untersuchungen über die Wirkung des Giftes gewisser
fornwsanischer Schlangen auf den Kohlenhydrathaushalt. IV. Mitt. über die Beein­
flussung des Adrenalingehaltes in den Nebennieren und im Blut des Kaninchens durch
die Schlangengifte. (III. vgl. vorst. Ref.) Der Adrenalingeh. der Nebennieren von
Kaninchen wird durch crotaline Schlangengifte (Gramineus u. Agkistrodon) stark
vermindert, der Adrenalingeh. des Blutes entsprechend vermehrt.. Elapine Gifte (Naja,
Bungarus) sind ohne wesentlichen Einfluß. Nach Gewöhnung sind auch die crotalincn
Gifte wenig wirksam. (Folia pharmacol. japon. 27. 19— 24. 20/7. 1939. Taihoku, For­
mosa, Kaiserl. Univ., Pharmakol. Inst, [nach dtsch. Ausz. ref.].)
Z ip f.
Reckzeh, Chronische Tabakvergiftung und Lebenserwartung. (Med. Klin. 35.
1169— 71. 1/9. 1939. Birkenwerder.)
PFLÜCKE.
H.
Thélin und S. Wehrli, Ein Fall von tödlicher Vergiftung durch Nicotin. Bericht
über eine tödlich verlaufene Nicotinvergiftung bei einem Betrunkenen. (Ann. Méd.
légale Criminol. Police sei. 18. 333— 44. 1938. Zürich, Univ., Inst, de méd. légale.) Z i p f .
Béla Wollek, Interessanter Fall von Gasvergiftung beim Kinde. Bericht über einen
Fall von CO-Vergiftung bei einem 12jährigen Jungen mit vorübergehender Amaurose.
(Arch. Kinderheilkunde 117. 257—60. 15/8. 1939. Budapest, Univ.-Kinderklin.) Z i p f .
William H. Stearns, Cecil K. Drinker und Thomas J. Shaughnessy, Die
clektrocardiographischen Veränderungen bei 22 Fällen von Kohlenoxyd- (Leuchtgas-) Ver­
giftung. Selbst bei schwerer CO-Asphyxie wurden keine stärkeren Veränderungen des
Elektrocardiögraräms beobachtet. (Amer. Heart J. 15. 434—47. 1938. New York,
Bellevue Hospital, and Boston, Harvard School o f Public Health, Dep. of Physioiogy.)
_
_
Z ip f.
R. de Gaulejac und P. Dervillée, Über einige Vergiftungen durch Dämpfe von
Benzol und Benzylalkohol. Bericht über Vergiftungen durch Benzol- u. Benzylalkohol­
dämpfe bei Verwendung gewisser Anstrichfarben. (Ann. Méd. légale Criminol. Police
sei. 18. 146— 52. 1938.)
Z ip f.
R. de Gaulejac und P. Dervillée, Die Vergiftungsgefahr bei der Verwendung von
Benzol zum Carburieren, besonders in den Luftformationen. Vorbeugende Maßnahmen.
(Ann. Méd. légale Criminol. Police sei.18.152—56.
1938.)
Z ip f.
Alfred Müllschitzky, Bronchuscarcinom bei einem Teerarbeiter mit Hautkrebs.
(Dermatol. Wschr. 109. 973—75. 1939. Wien, Univ.-Klin. f. Haut- u. Geschlechts­
krankheiten.)
P flü c k e .
E.
Lehmann, Vergiftungen durch Lösungsmittel. Kurze Übersieht. (Seifensieder Ztg. 6 6 . 638— 39. 9/8. 1939.)
Z ip f .
M. I. Schewljagina, Klinik der Vergiftungen mit ätzenden Substanzen und ihre
Behandlung. Bei 76 Vergiftungsfällen mit Ätzgiften, meistens Essigsäure u. Alkalien,
wurde außer einer korrosiven Gastritis mit verminderter sekretor. Funktion u. röntgenolog. Veränderungen nach Art maligner Neubildungen, von Seiten der Nieren u.
des Blutes patholog. Erscheinungen, wie sie bei umfangreichen Hautverbrennungen
beobachtet werden, festgestellt. Die Bluteindickung, "Senkungsbeschleunigung u.
Veränderungen der Serumeiweißfraktionen sprechen bei dieser Form von Gastritis
für eine seröse Entzündung u. Erkrankung des Gesamtorganismus. Als Therapie u.
zur Verhütung der Komplikationen werden neben Morphium frühzeitige Magenspülungen
empfohlen. (TepaneBxii'iecKiift ApxiiB [Therap. Arch.] 17. Nr. 5. 87— 94. 1939.
Moskau, I. Therapeut. Klinik.)
ROHKBACH.
S. G. Moissejew, Über Mechanismus und Therapie hämodynamischer Schwan­
kungen bei toxischer Infektion mit Nahrungsmitteln und Vergiftungen mit Säuren und
Laugen. (Vgl. vorst. Ref.) Fälle mit Nahrungs- u. Ätzmittelvergiftung wurden infolge
der Erscheinungen von Seiten des Kreislaufsyst. (Kollaps) mit stimulierenden Mitteln,
wie Campher, Coffein, Strychnin, ferner in schweren Fällen mit NaCl-Adrenalininfusionen
u. zur Ausschaltung des Schmerzreflexes mit Narcoticis, wie Pantopon u. Morphium
behandelt. Der Wert verschied. Methoden der Blutdruckmessung (oscillimetr., auskultator. u. a.) wird an Hand der Unterss. von kreislauflabilen Patienten besprochen.
(TepaneBTmecKHÜ Apxira [Therap. Arch.] 17. Nr. 5.95— 104. 1939.)
ROHRBACH.
N. G. SsadkinaundM. A. Glatmann, Die Nierenfunktion bei toxischen Nahrungs­
mittelinfektionen. (Vgl. vorst. Ref.) Bei 47 Fällen von Nahrungsmittelvergiftung,
hauptsächlich Wurst-, Fisch- u. Getränkeintoxikationen (kein Botulismus), wurde im
Gegensatz zu anderen Autoren eine deutliche Hyperfunktion der Nieren (3 Fälle mit
Hypofunktion), die auf eine seröse Entzündung zurückgeführt wird, beobachtet.
Außerdem konnte infolge Cl-Verarmung des Gewebes im Blutplasma im Gegensatz
70*
1076
F. P h a r m a z ie .
D e s in f k k t io n .
1940. I.
zu den Erythrocyten eine Erhöhung des CI-Geh. festgestellt werden. (Tepancimi
qocKiift Apxirn [Therap. Arch.] 17. Nr. 5. 105— OS. 1939.)
R oh rba ch .
Carroll A . Handley an d George F. W arner, T h e o ffe ct o f nicotine injections on the secretory
functiona o f the adrenal m edulla o f the rat. B erk eley: U niv. o f Cal. Press. 1939. (20 S.)
8°. S — .25.
F. Pharmazie.
Desinfektion.
Clifton E. Miller und L. W . Rising, Eine vergleichende Untersuchung von Tannin­
säure, U. S. P. Es werden eine Reihe von Präpp. von U. S. P. Fluffy Tannic Aeid nach
vielerlei in der Literatur angegebenen Verff. untersucht, um dio geeignete Meth. zur
Aufstellung eines Prüfverf. für Tanninsäure, bes. auch zur Feststellung des Geh. an
Gallotannin, ermitteln zu können. (J. Amer. pharmac. Assoe. 28. 658— 59. Okt. 1939.
Fargo, N . D ., Agric. Coll.; Seattle, Univ. of Washington.)
B e h r le .
R. Lillig, Über pflanzliche Betäubungs- und Rauschgifte. Zusammenfassende Über­
sicht über Süchtigkeiten nach aus Pflanzen hergestellten Rauschgiften u. Betäubungs­
mitteln.
(Süddtsch. Apotheker-Ztg. 79. 875— 76. 883—84. 891—92. Dez.
1939.)
S c h ic k e .
J. A. C. van Pinxteren, Der Alkaloidgehalt von Exlractum Hyoscyami. Krit.
Bemerkungen zur Pharmakopöevorschrift. Vf. verlangt Grundanforderungen für
Alkaloidgeh. des Rohstoffes, um Extrakt mit konstantem Geh. zu erreichen. Der
Alkaloidgeh. von Extr. Belladonnae ist rund 10 mal so hoch wie der von Extr. Hyoscyami.
(Pharmac. Weekbl. 76. 1629—31. 30/12. 1939. Hillegersberg.)
G r o s z fe ld .
Herbert Rätzer, Die Herstellung von Steril-Gatgut. Catgut wird aus der Muskel­
schicht der bes. festen u. fettfreien Därme von Bergschafen durch saubere Abtrennung
der Außen- u. Innenschicht, Spaltung in Bänder, Reinigung u. Sterilisation in JodJodkaliumlsg., Zwirnen u. Trocknen zu Fäden von 0,2—0,7 mm, die durch Schleifen
geglättet werden, hergestellt. Nicht sofort nach Schlachtung verarbeitete Därme werden
eingesalzen oder getrocknet, später mittels geeigneter Lauge wieder aufgeweicht. Hohe
Zugfestigkeit wird durch Verarbeitung geeigneten Rohmaterials, schonende Behandlung
beim Erweichen, Sterilisieren u. Konservieren, Sterilität durch ständige balcteriolog.
Kontrolle aller Arbeitsphasen u. Prüfung entjodeter Catgutstückchen durch 8-tägige
Beobachtung in für aerobe u. anaerobe Keime geeigneten Nährböden, die Resorbier­
barkeit durch Tierverss. gesichert. (Pharmaz. Ind. 6. 661—62. 15/12. 1939. Berlin,
Anhalt. Serum-Inst. G. m. b. H.)
M anz.
Th. Sabalitschka und Annemarie Priem, Über die antimikrobe Wirkung von
Desinfektions- und Konservierungsmitteln bei Qegenivart von tierischen und pflanzlichen
Ölen und Fetten sowie Mineralölen. Aus den Ausführungen geht hervor, daß der Einfl.
von fettem ö l u. Fett auf die antimikrobe Wrkg. organ. Substanzen nicht für öl- u.
fettähnliche KW-stoffe, wie fl. u. festes Paraffin, Vaseline u. dgl., zutrifft. Diese
KW-stoffe sind schlechte Lösungsmittel für Desinfizientien u. schon Präpp. mit geringem
Geh. daran zeigen starke Desinfektionswirkung. Daa unterschiedliche Verh. echter
Fette u. Mineralöle zeigt eine Verreibung von 1% Phenol in Vaseline u. Cocosfett,
wobei nach 4 Stdn. die Verreibung in Cocosfett die in wss. Suspension zugesetzten
Staphylokokken noch nicht abtötete, während mit der Verreibung in Vaseline bereits
nach 5 Min. Abtötung erzielt wurde. Desinfizientien, die in W. prakt. unlösl. sind
oder die nicht schon im n. Zustand sofort Ätzwrkg. auf die Mikroben ausüben, haben
in Vaseline u. dgl. nur geringe baktericide Wirkung. Durch gleichzeitige Verwendung
von Lösungsmitteln wird die Wrkg. erhöht, wenn das Lösungsm. das Desinfiziens
gut löst u. sich auch in W. löst, dagegen sich nicht mit dem Mineralöl mischt. Beim
Vgl. der baktericiden Wrkg. von 2% Nipaestern in Vaseline mit u. ohne Lösungsm.
gegenüber Staphylokokken an Batistläppchen u. in Aufschwemmung zeigte die Ver­
reibung ohne Lösungsm. bei 1-std. Einw. keine Abtötung, dagegen die mit Lösungsm.Zusatz bereits nach 1 Min. Abtötung. Die 2%*g- Lsg. der Nipaester in dem Lösungsm.
tötete erst nach 30 Min. ab. Auch bei Verwendung von nur l°/0 Nipaestern mit Mineralöl
ohne bzw. mit Zusatz von Lösungsmitteln führten zu einem gleichen Ergebnis. Diese
Beobachtungen bei den Nipaestern ließen sich zur Herst. farbloser u. ungiftiger, stark
baktericider Melkfette auswerten. Einzelheiten der bakteriolog. Verss. im Original.
(Fette u. Seifen 46. 277—81. Mai 1939. Berlin, Biol.-Chem. Forsch.-Anstalt.)
Neü.
Alfred Ordelt, Zum, „ Kaltsterilisierverfahren nach Schweizer“ . Das SCHWEIZERsohe Verf., Anwendung der Dämpfe zahlreicher organ. Stoffe im Vakuum unter 0 2-Absehluß wird bei eingehender Nachprüfung als ungeeignet zur „Kaltsterilisation“ be­
funden. (Zbl. Bakteriol., Parasitenkunde Infektionskrankh., Abt. I, Orig. 144. 458— 62.
9/10. 1939. Wien, Tierärztl. Hochschule, Lehrkanzel f. Bakteriol. u. Tierhyg.) JUNKM.
1940. I .
F. P h a b m a z ie .
D e s in f e k t io n .
1077
Louis Gershenfeld, Die Sterilität des Alkohols. 125A.-Proben (100 Proben
9ö°/0ig. A., 25 Proben absol. A.), die von den verschiedensten Stellen bezogen waren,
wurden im Gegensatz zu europäischen Erfahrungen sowohl bakterien-, wie sporenfrei
gefunden. 95%ig.A. tötete selbst bei 3-monatlicher Einw.-Dauer B. megatherium u.
B. subtilis nicht. Zur Vernichtung von 2 Stämmen von B. subtilis waren 7 bzw.
9 Monate Einw.-Dauer nötig. (Amer. J. med. Sei. 195. 358—61. 1938. Philadelphia,
Pa., Coll. Pharmac. and Science.)
M ahn.
A. Zink, Beitrag zur Frage, der Sterilhaltung von. Heilseren. I. Untersuchung über
den Wert der gebräuchlichsten Konservierungsmittel. Phenol, Chinosol, Nipasol u. Merthiolat werden durch Prüfung ihrer Toxizität, Reizwrkg., Desinfektionswrkg. u. Un­
schädlichkeit hinsichtlich der Erhaltung der physikal. Eigg. der zu desinfizierenden
Sera auf ihre Eignung zur Serumkonservierung untersucht. Sämtliche Präpp. erfüllen
keineswegs alle theoret. Forderungen, doch schneiden die beiden zuletzt genannten
bei diesen Prüfungen günstiger ab. (Zbl. Bakteriol., Parasitenkunde Infektionskrankh.,
Abt. I, Orig. 144. 450—57. 9/10. 1939. SSo Paulo, Serumabt. d. Labor. Paulista de
Biologia.)
Junkm ann.
Konrad Schulze und Erhard Scholz, Beiträge zur Arzneimitteluntersuchung. IX.
(VIII. vgl. C. 1939. ü . 4532.) Es wird berichtet über die Prüfung von Lactyl-p-pheneiidin D. A.-B. VI, CaC£2-Lsg. D. A.-B. VI, getrocknetem Na2HPO.t, Noviform u. Paraldehyd D. A.-B. VI. (Dtsch. Apotheker-Ztg. 54. 856— 57. 9/8. 1939. Berlin, Firma
Hageda.)
SCHICKE.
G.
N. Thomis und G. Ph. Kopanaris, Neue Methode für die Bestimmung von
Wismut, Jod und Chinin in Wismutchininjodid und seinen injizierbaren Präparaten.
Zur Unters, wss. Lsgg. versetzt man 10 ccm filtrierte Probe im Scheidetrichter mit
2,5 ccm 15%ig. NaOH, schüttelt erst mit 50, dann mit 30 ccm Chlf. aus, dunstet die
durch etwas Watte filtrierten Chlf.-Auszüge ein, behandelt den Rückstand 2-mal mit
4—5 ccm Ä. u. trocknet bei 105° bis zur Gewichtskonstanz, wobei das meist vorhandene
Äthylcarbamat flüchtig geht. Man kann den Rückstand wie üblich oder die Chlf.Auszügo direkt mittels alkoh. 1/!0-n. HCl u. Bromphenolblau unter Verwendung einer
Thermomikrobürette nach T homis titrieren. Die wss. alkal. Fl. im Scheidetrichter
versetzt man mit 50—60 ccm Chlf. u. neutralisiert vorsichtig mit 5 ccm gekühlter HNOs,
D. = 1,4, schüttelt aus, wiederholt dies mit 30 u. 2-mal je 5 ccm Chlf., setzt zu den ver­
einigten Chlf.-Auszügen 1-2 g NaHC03 u. 120-130 ccm 95°/o>g- A. u. titriert das Jod mit
V10-n. Thiosulfatlösung. Aus der salpetersauren, durch Erwärmen von Chlf. befreiten
u. etwas neutralisierten Lsg. fällt man Bi als BisS3, das nach Auswaschen mit H2S-W.,
A., A., CS2 u. Trocknen bei 100° gewogen wird. Zur Unters, fester Präpp. schüttelt man
0,5 g mit 5 ccm 30%ig. NaOH bis zum Verschwinden der roten Färbung u. verfährt
dann weiter wie. vorher. Aus öligen Suspensionen entfernt man erst durch Behandlung
mit Ä. das Öl, ermittelt den auf einem ScHOTTschen Glasfilter Nr. 4 verbleibenden Rück­
stand u. untersucht diesen weiter wie vorher. Untersuchte Präpp. enthielten 96,76°/o
(BiJ3)2C20H21N2O2-2 HJ neben etwas NaCl, weshalb die Jodbest, durch Fällung mit
AgN03 nicht möglich ist. (J. Pharmac. Chim. [8] 30 (131). 193—200. 16/10. 1939.
Piräus, Labor, de recherches et de controle Man. Mat. Colorantes.)
M anz.
Fritz Wiesmann, Capillaranalytische Untersuchung der Compressi laxantes
Ph. H. V. Der Nachw. v. Extraktum Aloes bzw. Extraktum Rhei in den Compressi
Laxantes auf capillaranalyt. Wege ist einzeln in jo einer Tablette unter Verwendung
des Auszuges mit Ä., des Auszuges mit Isopropeylalkohol zur annähernden quanti­
tativen Best., des Auszuges mit Aceton in saurer Lsg. für Extr. Aloes bzw. des Aus­
zuges mit PAe. in alkal. Phase u. des Auszuges mit W. in saurer Phaso für Extr. Rhei
auszuführen. Nur zur quantitativen Best. des Extr. Aloes ist eine Analysenquarz­
lampe erforderlich. (Pharmac. Acta Helvetiae 14. 131— 41. 26/8. 1939. Labor, des
eidgen. Armeeapothekers.)
M anz.
A. E. Tchitchibabine und Ch. Hoffmann, Der Nachweis von 8-(Diäthylaminoisopentyl)-amino-6-methoxychinolein (Plasmochin, Prächin) durch eine Farbreaktion. Die
Rk. mit Chloranil auf Plasmochin ist nicht spezif. für diese Verb., denn 8-(Diäthylaminopropyl)-amino - 6 - methoxychinolein, 8 - (Diäthylaminoäthyl)-amino - 6 - methoxychinolein u. 8-Amino-6-methoxychinolein reagieren mit Chloranil in derselben Weise.
Vff. beschreiben eine für Plasmochin streng spezif. Farbrk., die diese Verb. noch in
Verdünnungen von 1: 2000000 nachzuweisen gestattet. Die Plasmochinlsg. wird mit
10%ig. H2S 04 u. 10°/oig. H J 0 3 versetzt. Innerhalb von 3—5 Min. entwickelt sich eine
blauviolette Farbe. Von den oben erwähnten Verbb. gibt nur Plasmocid diese Rk.,
(loch erscheint hier die Farbe erst nach 20— 30 Min. u. ist sehr unbeständig. Zum
Nachw. von Plasmochin im Ham wird dieser alkal. gemacht u. mit Ä. ausgeschüttelt.
Die Rk. wird dann an dem nach Verdampfen des A. verbliebenen Rückstand durch­
1078
P. P h a r m a z i e .
D e s in f e k t io n .
1940. I.
geführt. (Bull. Sei. pharmacol. 46 (41). 231—32. Mai 1939. Labor, des Établissements
Kuhlmann pour des recherches de produits pharm, à Suresnes.)
A b d e r h a ld e n .
Pesez, Übersicht über die Methoden des Nachweises von Cocain. Neue Farbreaktion.
In Anlehnung an die Rk. nach V lT A L I (Eindampfen mit rauchender H N 03 u. Zusatz
alkoh. KOH) wird das Phenolradikal mit Salpeter-Schwefelsäure nitriert, der Rückstand
mit Aceton u. NaOH behandelt. Man versetzt bis zu 10 mg im Reagensglas mit 2 Tropfen
konz. HN03 u. 13— 15 Tropfen konz. H2S04, setzt nach Durchsehütteln 5— 10 Min. in
ein heißes W.-Bad, setzt nach Erkalten 1 ccm dest. W., zu der abgekühlten zeisiggelben
Fl. 10 ccm Aceton u. 5 ccm 1: 1 verd. NaOH, worauf nach Durchschütteln die wss.
Schicht eine gelbe, die Acetonschicht eine intensive himmelblaue, nach 3—5 Min. in
Violett, später in Bordeauxrot übergehende Färbung annimmt. Delcain, Alypin, Eucaine
ergeben die gleiche Färbung. (J. Pharmae. Chim. [8] 30 (131). 200—06. Nov.
1939.)
___________________Manz .
Rohm & Haas G. m. b. H. (Erfinder: Otto Rohm und Walter Bauer), Darm­
stadt, Verbandstoff. Die nach Hauptpatent zur Herst. von Kunststoffen geeigneten
Polymerisationsprodd. von Acrylsäure u. ihren Deriw. werden zu Verbandstoffen ver­
arbeitet, wobei andere organ. Stoffe wie Weichmacher u./oder therapeut. wirksame
Verbb. zugesetzt werden. Die Verbb. werden in Filme oder dgl. übergeführt u. unmittelbar
verwendet oder Textilien werden damit imprägniert bzw. damit überzogen. — Luft­
durchlässige, dehnbare Verbände, Pflaster u. dergleichen. (D. R. P. 683 114 Kl. 30d
vom 6/12. 1931, ausg. 30/10. 1939. Zus. zu D. R. P. 656421 ; C. 1938. I. 3545.) H e i n z e .
W- G. Botscharow, USSR., Künstliches Schwefelwasserstoffhaltiges Heilwasser.
Die bei der Dissoziation von schwefelammoniutn- oder ammoniumhydrosulfidhaltigen
Ammoniakwässern der Kokereien oder Gasanstalten erhaltenen Gase werden in W.,
bes. Seewasser, eingeleitet. (Russ. P. 55 246 vom 10/11. 1934, ausg. 31/7.1939.) R i c h t .
T. G. Butirkin, USSR, Mittel gegen Krätze. Das bei der Herst. von Trotyl ab­
fallende Trotvlöl wird wiederholt mit W. gewaschen u. mit W.-Dampf destilliert. Der
verbleibende Rückstand wird mit Vaselin verrieben. (Russ. P. 55 960 vom 20/7. 1937,
ausg. 31/5. 1939.)
R IC H T E R .
Fritz Külz und Carl August Hornung, Frankfurt a. M., Sekundäre aromatische
Aminoalkohole. Man läßt auf ct>-Halogenacetoguajacole, bei denen die Seitenketto in
3- oder 4-Stellung zur Oxygruppe steht, prim., aliphat. Amine in nichtwss. Lösungs­
mitteln einwirken u.red. die erhaltenen Alkylaminoacetoguajacole zu den entsprechenden
sek. Alkoholen. — Ausco-Chlor- bzw .-Bromaceto-m-methoxy-p-oxybenzolu. alkoh. Methylamin\sg. co-Methylamino-4-oxy-3-methoxyacetophenonhydrochlorid, F. 209—210°; freie
Base, F. 143°. Durch katalyt. Hydrierung des Hydrochlorids gelangt man zu 4-Oxy3-methoxyphcnyl-co-methylaminoäthanol-l-hydrochlorid, F. 177— 178°; die Zerlegung der
Base in ihre opt. Isomeren gelingt durch fraktionierte Krystallisation der Tartrate.
Das d-weinsaure Salz der d-Base u. das l-weinsaure Salz der l-Base schm, bei 163— 164°,
das d-weinsaure Salz der l-Base u. das l-weinsaure Salz der d-Base bei 176— 177°. —
Aus a>-Chloraceto-m-methoxy-p-oxybenzol u. Butylamin Hydrochlorid des co-Butylamino4-oxy-3-methoxyacetophenons,
F. 169—171°, dann 4-Oxy-3-methox
aminoäthanol-l-hydrochlorid, F. 140— 142°. In entsprechender Weise werden w-Äthylamino-4-oxy-3-methoxyacetophenonhydrochlorid, F. 174°, u. 4-Oxy-3-meihoxyphenyl-(t)äthylaminoäthanol-l-hydrochlorid, F. 147— 148°, hergestellt. Aus w-Chloracelo-3-oxy4-methoxybenzol u. Methylamin wMethylamino-3-oxy-4-methoxyacetophenon (Hydro­
chlorid, F. 238—240°), dann 3-Oxy-4-meihoxyphenyl-o)-melhylaminoäthanol-l-hydrochlorid, F. 142— 143°. — Therapeut. Verwendung. (D. R. P. 682 394 Kl. 12 q vom
30/6. 1936, ausg. 13/10. 1939.)
D o n le .
* Produits Roche, S. A ., Forest-Brüssel, Herstellung von Vitamin K-Zubereilungen.
Für die Elution der Adsorbate werden lipoidartige, nichtalkoh. Lösungsmittel ver­
wendet, z. B. die gleichen wie bei der Adsorption. (Belg. P. 433 936 vom 21/4. 1939,
Auszug veröff. 21/11. 1939. D ä n . Prior. 11/5. 1938.)
D o n le .
Research Corp., New York, N. Y., übert. von: Edwin R. Buchman, Pasadena,
Cal., V. St. A., Antineuritisch wirksame Verbindungen. 2-Methyl-6-aminopyrimidyl-5acetamid wird mit Alkali zu 2-Methyl-6-aminopyrimidyl-5-essigsäure verseift, diese mit
Br2 in Ggw. von PC13 in 2-Methyl-6-aminopyrimidyl-5-bromessigsäurehydrobromid über­
geführt u. letzteres mit 4-Methyl-ö-ß-oxyäthylthiazol unter C 02-Abspaltung zu Vita­
min Bx-bromidhydrobromid kondensiert, das in das Chloridhydrochlorid u. andere Salze
umgewandelt werden kann. (A. P. 2166 233 vom 17/6. 1938, ausg. 18/7. 1939.) D o n l e .
*
Schering A.-G., Berlin, Östrogen wirksame Verbindungen erhält man durch Poly­
merisation ungesätt. Phenole (Propenyl-, Butenyl-, Allyl-, Vinyl-, Isopropenylphenole,
Anol) in Ggw. von Lösungsmitteln (Bzl., Aceton u. Katalysatoren (HjSO.(, HCOOH,
1940. I.
F. P h a r m a z ie .
1079
D e s in f e k t io n .
ZnCl„ u. a.), oder durch Stehenlassen oder durch Bestrahlung. — Man löst 5 (g) p-Propmylphenol (Anal), F. 93° (hergcstellt aus p-Oxybenzaldehyd u. Äthylmagnesiumbromid)
in 100 ccm Aceton, gibt einige Tropfen konz. H2S04 zu u. läßt 24 Stdn. stehen. Die
Lsg. färbt sich orangerot, dann gießt man in W., zieht mit Ä. aus, wäscht mit Bicarbonatlsg. u. W., verjagt den Ä. u. dest. das Öl im Vakuum (0,001) bei 140— 100°. Das Prod.
ist hoch Östrogen wirksam. (F. P. 843 421 vom 11/5. 1938, ausg. 3/7. 1939. D. Prior.
11/5. 1937.)
K rau sz.
Schering A.-G., Berlin, Trennung von Dihydroequilin (I) und Östradiol (II).
I u. II enthaltende Mischungen werden in alkoh. Lsg. mit Saponin (Digitonin) behandelt,
der Nd. wird abgetrennt u. die Saponinverb, durch Erhitzen in liochsd. Lösungsmitteln
oder mittels heterocycl. Basen (Pyridin) gespalten. — Eine Mischung von 0,5 (g) ÖstronEquilin wird mittels Propylalkohol-Na red., 0,5 der Diole werden in 10 ccm 95%ig. A.
gelöst u. mit 2,5 Digitonin in 50 ccm 90%'g- A. zum Sieden erhitzt. Der entstehende
Nd. wird filtriert, mit viel Ä. gewaschen, das erhaltene Digitonid in warmem Pyridin
gelöst, dann das Digitonin mit viel Ä. ausgefüllt, abfiltriert u. die Ä.-Lsg. mit verd.
H2S04 u . W. gewaschen, getrocknet u. der Ä. verjagt. Der Rückstand ist IransÖstradiol, aus verd. Methanol umkryst., F. 175°. Die Mutterlauge des ausgefällten
Digitonids wird mit Ä. behandelt, um das restliche Digitonin auszufällen, man filtriert
ab, wäscht den Ä. mit W., trocknet u. verdampft ihn. Man erhält aus verd. Methanol
reines I, F. 175° (E. P. 509 075 vom 26/4. 1938, ausg. 10/8. 1939, u. F. P. 843 076
vom 22/4. 1938, ausg. 26/6. 1939. Beide D. Prior. 30/4. 1937.)
K rau sz.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Gesättigte oder
ungesättigte Alkohole der Cyclopentanopolyhydrophenanthrene (I) (Androstan, Pregnan,
Östran, Hydroöstran, ihre Stereoisomeren, Homologen u. Dehydrierungsprodd.) erhält man
durch reduktive Aufspaltung (Decydisierung) in bekannter Weise der in der Seitenkette
der I enthaltenen Epoxyäthylengruppen, wobei gegebenenfalls anschließend verestert
oder veräthert werden kann. — Man löst 1 (g) der Epoxyverb. des 17- Äthenyl-3-accloxyandrostanol-17 (A) (erhalten aus Androsteron) in 100 heißem Amylalkohol, fügt langsam
CH,
OH
CH,
|
OH
-C H — CH.
H.C-COO-J
I
y
h/ x a
_
_
A
H B
3 Na zu, verjagt den Alkohol im Vakuum bei niederer Temp., säuert mit verd. Säure an,
dest. den restlichen Alkohol mit W.-Dampf ab, nimmt in Ä. auf u. erhält nach dem
Verdampfen des 3-Epiallopregnanlriol-(3,17,20) (B). Aus der Epoxyverb. des zl5’6-i7Äthenyl-3,17-diaceioxyandrostens (hergestellt aus trans-Dehydroandrosteron u. Acetylen
in NH3) erhält man 5-Oxy-3,17-diacetaxy-2()-benzoxypregnan. (F. P. 841 519 vom 1/8.
1938, ausg. 22/5. 1939. Schwz. Priorr. 16/8. 1937 u. 8/6. 1938.)
K rau sz.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Acetylenderivate
der Cydopentanopolyhydrophenanthrene (I) erhält man in guter Ausbeute durch Konden­
sation der Ketone oder Aldehyde der I (Androstanolone, Androsteron, Dihydrotestosteron,
Androstenolone, Dehydroandrosteron, Androstandion, Androstendion, Ätiocholenyl-17aldehyd, Östron, Hexahydroöstron, Equilin, Pregnanolon, Pregnenolon, Pregnandion,
Pregnendicm, Corticohormone, Cholestanon, Cholestenon u. a.) in homogener Lsg. in Ggw.
■von NH.,, Aminen, tert. Alkoholen oder Gemischen dieser oder auch anderer Lösungs­
mittel (Ä.) mit Metallacetyleniden (Na, K, Rb, Cs, Li, Ag, Cu) oder deren Monosubstitutionsderivv. (Phenylacetylen, Acetylencarbonsäuren) im Entstehungszustand; die ge­
bildeten Additionsprodd. werden anschließend hydrolysiert oder veräthert oder ver­
estert, gegebenenfalls können vorhandene OH-Gruppen geschützt werden. — Man löst
1,2 (g) K in 50 fl. NH, unter Kühlung mit Aceton-C02-Schnee, dann leitet man Acetylen
ein, bis die Lsg. entfärbt ist, u. gibt unter Rühren 1 trans-Dehydroandrosteron (II) in
5 trockenem Bzl. u. 50 Ä. zu, rührt noch 12 Stdn. bei gewöhnlicher Temp. weiter, zers.
sodann mit Eis, äthert aus u. verdampft zur Trockne. Das nicht umgesetzte II wird in
üblicher Weise mit dem Halogenhydrazid der Trimethylaminoessigsäure entfernt. Der
übrige Rückstand wird aus Ä.-Pentan umkryst., Ausbeute 80% A5,e-17-Äthi7iylandrostendidl-3,17, F. 240—242°. Durch Acetylierung erhält man das 3-Mcmoacetat des
As’e-17-Äthinylandrostendiol-3,17, F. 175— 176°. — Aus Irans-Androsteron erhält man
oh
17- Äthinylandrostandiol-3,17, F. 255—257°, Mono- 1—O s e —CH—COOC.H. acetat, F. 205— 207°. — Aus trans-Dehydroandrostercm
i
u. dem Äthylester der a-Äthinylpropionsäure -> III.
■
*
— Aus Östron u. Acetylen
17- Äthinylöstradiol-3,17,
1080
G. A n a l y s e .
1940. 1.
L a b o r a t o r iu m .
F. 144— 145°, Diaceiat, F. 68—70°. (F. P. 843 083 vom 25/6. 1938, ausg. 26/6. 1939.
Sehwz. Priorr. 26/6., 7/8. 1937, 18/1. u. 12/5. 1938.)
'
K rau sz.
Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel, Basel, Schweiz, Gesättigte oder
ungesättigte Verbindungen der Atiocholansäurereihe (I) erhält man durch oxydativen,
Abbau (Öj, Peroxyde, H20 2. OsO¡, Cr03, Pb-Tetraacetat, Permanganat) der Genine von
im Kem gesätt. oder ungesätt. Herzglucosiden (Digoxigenin, Sarmeniogenin, Digitoxigenin, Gitoxigenin, Periplogenin, Uzarigenin, Thevetigenin, Calotropagenin, Strophan­
thidin, Ouabain) oder ihren Deriw., die einen ungesätt. y-Lacionring in der Seitenkette
enthalten, u. wenn man die sich gegebenenfalls bildende ß-Ketocarbonsäure einer Säure■ipaltung unterwirft. Vorhandene Kemdoppelbindungen u. OH-Gruppen können ge­
gebenenfalls geschützt werden. Tert. OH-Gruppen der I können mittels wasserabspaltender Mittel entfernt u. die entstehenden Doppelbindungen sodann hydriert
werden. — Man erhält durch Ozonisierung von Digoxigenindiacetat. (A) in Eisessig u.
H.CCOO
L CH,
H;
<30-CHiC00H
-
OH
,-COOH
B
—COOH
/
C
D
Behandeln mit K-Alkoholat die 3,11,14-Trioxyätiocholansäure (B), mit 5 % H2SOj in
50°/oig. A. daraus unter W.-Abspaltung die 3,11-Dioxyäiiocholensäure (C), die sich mit
Pt in Eisessig zur 3,11-Dioxyätwcholansäure (D) hydrieren läßt. (F. P. 49 750 vom 3/5.
1938, ausg. 29/6. 1939. Schwz. Priorr. 5/5. 1937* u. 14/4. 1938. Zus. zu F. P. 833 666;
C. 1938. II. 3273.)
___________________
K rau sz.
F. N. Appleyard and C. G. Lyons, P ra ctical pharm aceutical chem istry.
1939.
(174 S .)
L on d on : P itm an.
6s 6d .
G. Analyse.
Laboratorium.
B. S. Alexandrow und L. F. Wereschtschagin, Ein elektrisches Hochdruckmano­
meter. Es wird die Konstruktion eines Manganinmanometers mit emailliertem, mit
Seide isoliertem 0,05-mm-Draht beschrieben, der in einschichtiger bifilarer Wicklung
zu Spulen von 8 mm Durchmesser mit einem Widerstand von 180— 200 Q gewickelt
wird. Als Abdichtung für die Stromzufuhr wird Textolit verwendet, als Umklcidung
künstlicher Kautschuk, der zur Vermeidung des Einbringens von Feuchtigkeitsspuren
mit einer Pinzette aufzubringen ist. Die Eichung des Manometers wird erläutert.
(JKypoaj T exnuiecK oü $h3hkh [J. techn. Physics] 9. 843— 46. 1939. Charkow,
Ukrain. physikal.-techn. Inst.)
R. K. MÜLLER.
J. S. Johnson und G. S.Field, Apparatur zum Nachweis magnetischer Materialien.
Es wird eine sehr empfindliche App. zum Nachw. magnet. Stoffe beschrieben, die im
Gegensatz zu den meisten derartigen Anordnungen mit Gleichstrom arbeitet. Der
Gleichstrom wird durch eine Spule geleitet, die ihrerseits zwei weitere koaxiale Spulen
induziert. Letztere sind mit einem empfindlichen Spiegelgalvanometer verbunden,
dessen Ablenkung in bekannter Weise mittels Photozelle, Relais u. Signalanlage ver­
stärkt wird. (Canad. J. Res., Sect. A 17. 194—95. Sept. 1939. Ottawa, National Res.
Labor.)
H e n ts c h e l.
R. C. Evans, Ein elektromagnetischer Trennapparat für Mineralpulver. Es wird
ein neu konstruierter App. zur elektromagnet. Trennung von Mineralpulvem be­
schrieben. (Mineral. Mag. J. mineral. Soc. 25. 474— 78. Dez. 1939. Cambridge, Univ.,
Dep. of Mineralogy and Petrology.)
GOTTFRIED.
Albrecht Kussmann und Ludwig Mollwo, Ein Schnellverfahren zur Bestimmung
der elektrischen Leitfähigkeit und ihres Temperaturkoeffizienten. Es wird ein direkt an­
zeigendes Wechselstromwiderstandsmeßgerät zur Best. von Widerständen zwischen
0,1 u. 0,0001/2 beschrieben. Das Gerät (für eine Frequenz von 50 Hz) hat einen Spezial­
verstärker in Gegenkopplungsschaltung, 2 Schwingkontaktgleichrichter u. ein Instrument
1940. I.
G. A n a l y s e .
L a b o b a t o b iu m .
1081
zur Diroktanzcige. Das Gerät ermöglicht es, die Widerstände mit einer Genauigkeit
von einigen % 0 schnell zu messen bzw. zu registrieren. (Z. Metallkunde 31. 344— 47.
Nov. 1939. Berlin-Charlottenburg.)
K u b a s c h e w s k i.
W . S. Kasanski, Piezoquarzoszillograph. Bei dem beschriebenen Oszillographen
sind zwei Quarzplättchen parallel angeordnet, zwischen beiden befinden sich die
Elektroden aus Messingplättchen, an die die zu prüfende Spannung angelegt wird;
von der Vorderseite ist zwischen die Plättchen ein runder dünner Stab gepreßt, der
am freien Ende einen Spiegel trägt. Die Empfindlichkeit des Gerätes bei einer Arbeits­
spannung von 12 kV beträgt 2B6 V/mm. (/Kypnaj TexmmecKoft 3>H3HKK [J. techn.
Physics] 9. 673—79. 1939.)
.
R. K. M ü l l e r .
N. A. Andrejewski, Piezoquarzdynamometer zur Messung von Stoßenergien Das
obere Ende eines auf Stoß beanspruchten Probestabes ist mit zwei Quarzplättchen
verbunden, deren Piezoladung abgeleitet wird. Die Auswertung der erhaltenen Oscillogrammo wird erläutert. (>Kypnaji TexnimecKoft (I>h3hkh [J. techn. Physics] 9 . 680—86.
1939. Leningrad, Dieselinst.)
R. K . MÜLLER.
A. D. Jewssejew, Achtkammertisch fü r Strukturanalysen. Für die Strukturanalyse
von Sedimentärgesteinen hat Vf. einen Aufnahmetisch entwickelt, der gleichzeitig
8 Aufnahmen ermöglicht. Bei Verwendung von „Lauefilm AGFA“ genügt eine Auf­
nahmezeit von 8— 10 Stunden. (JKypnaj TexHHiecKoii <I>i!3jiki[ [J. techn. Physics] 9.
847—49. 1939.)
R. K. M ü l l e r .
A. Kingsley Wells, Petrologische Anwendung des Binocularmikroskops mit geringer
Vergrößerung. An Hand einiger Beispiele wird die Brauchbarkeit eines Binocular­
mikroskops mit geringer Vergrößerung zu petrolog. Unteres. nachgewiesen. (Mineral.
Mag. J. mineral. Soc. 25. 479—80. Dez. 1939. London, Univ., King’s College.) G o t t f r .
G.
Fraudet und M. B. Vodar, Doppelmmwchromatoren fü r das sichtbare und ultra­
violette Gebiet. 1. Prinzip der bisher verwirklichten Anordnungen. 2. Verwirklichung eines
einfachen Monochromators. Nach einem kurzen Überblick über die bis jetzt konstruierten
Doppelmonochromatoren für das sichtbare u. UV-Gebiet, beschreibt Vf. einen neu ent­
wickelten Monochromator für das Gebiet von 2100— 7000 A. (J. Physique Radium [7]
10. Nr. 11. 119 S— 20 S. Nov. 1939.)
G o ttfr ie d .
a) Klemente und anorganische Verbindungen.
Z. Karaoglanov, Die Empfindlichkeit chemischer Reaktionen. I. Reaktionen der
Kationen. Inhaltlich ident, mit der C. 1939. I. 191 referierten Arbeit. (roAmnniiKt
na Coi'iiitCKiiii ynirBepcirreri. <Pi!3HKO-MaTeuaTH'ieCKH <6aKyjrreT% [Annu. Univ. Sofia,
Fac. physico-math.] 35. Nr. 2. 35— 141. 1938/39. Sofia, Univ., Chem. Inst.)
G o ttfr.
Z. Karaoglanov, Die Empfindlichkeit chemischer Reaktionen. H. Reaktionen der
Anionen. (I. vgl. vorst. Ref.) Inhaltlich ident, mit der C. 1939. I. 3420 referierten
Arbeit. (roammniKi na Go*hkckm ymiBcpciiTerx. 'JuaiiKO-MaieMaTHuecKH i'aKy.rren.
[Annu. Univ. Sofia. Fac. physico-math.] 35. Nr. 2. 355— 428. 1938/39. Sofia, Univ.,
Chem. Inst.)
G o ttfr ie d .
G.-M. Schwab und A. N. Ghosh, Anorganische Chromatographie. IV. Mitt. An­
wendung der Chromatographie als Hilfsmethode der qualitativen Analyse. (III. vgl.
C. 1939. I. 1209.) Durch Kombination mit den üblichen Gruppentrennungen werden
folgende Methoden zum qualitativen Nachw. der Kationen mittels Chromatographie
angegeben: Die Kationen einer Lsg., die SbCl3, AsCl3 u. Bi(N03)3 u. zur Verhinderung
des Ausfallens der bas. Salze etwas Weinsäure enthält, liefern nach Adsorption an
A120 3u. Waschen mit W., (A120 3u. W. ebenfalls weinsäurehaltig!) bei Entw. mit H2S-W.
von oben nach unten folgendes Chromatogramm: Bi+++ + Sb+++ braunschwarz mit
rotem Stich, Sb+++ orangefarben, As+++ gelb. Bi2S3 wird durch seine Unlöslichkeit
in (NH.,)2S„ nachgewiesen. — Bei einer Lsg. von SbCl3, AsC13 n. CdCls resultiert bei
gleicher Behandlung folgende Zonenanordnung: Sb+++ orange, As+++ gelb, H+ weiß,
Cd++ gelb. Eine Lsg. von SbClo, AsCl3, P b(N 03)2 (wenig!), Cu(N03)2, Cd(N03)2 ergibt
folgendes Chromatogramm: Sb+++orange, As+++ gelb, Pb++ tiefschwarz, Cu++ braun­
schwarz, Cd++ gelb. Die Trennung ist in diesem Fall nur bei gleicher Konz, der ver­
schied. Kationen gut. Cu++ wird zum Teil von Pb++, Cd++ von allen über ihm stehenden
Kationen mitadsorbiert. Als ungeeignet für den Chromatograph. Nachw. erwiesen
sich von den Metallen der H2S-Gruppe Hg++ u. Sn++++, da letzteres überhaupt nicht
adsorbiert wird u. Hg++ bei Kombination mit anderen Kationen zu Störungen (HgOAbscheidung etc.) führt. — Das Chromatogramm der Metalle der (NH4)2S-Gruppe,
die in Form der gelösten Nitrate, Chloride oder Sulfate vorliegen, zeigt nach Adsorption
an A120 3, Waschen mit W., Entwickeln mit NH3 u. nachfolgendem Durehsaugen von
Luft folgende Anordnung: Fe+++ braun, Cr+++ grün, U 0 2++ gelb, Zn++ weiß,
Co++ rosa— rötlichgelb, Ni++ blaugrün, Mn++++ tiefbraun. Die Mn-Zone wird durch
1082
Gr. A n a l y s e .
L a b o r a t o r iu m .
1940. I.
den Luftsauerstoff schnell zu Braunstein oxydiert. Außer Al, welches zwischen U 02
u. Zn adsorbiert würde u. daher von dem ebenfalls weißen Zn nicht zu unterscheiden
wäre, sind alle Kationen der (NH.,)2S - Gruppe gut nachweisbar. — Eine Pb(N 03)2,
TINO3 u. AgN03 enthaltende Lsg. ergibt nach Adsorption an A120 3 Auswaschen mit
W. u. Entwickeln mit K 2Cr„07: Pb++ gelb, Ag+ (T1+) rot, T1+ gelb. Daß die Ag+-Zono
etwas Tl+ enthält, beweist ihre graue Farbe bei Entw. mit (NH4)2S an Stelle von
K 2Cr20 „ die beim Behandeln mit verd. HN 03 in Weiß übergeht. Außer Hg+ sind also
in der HCl-Gruppe alle Kationen dem Chromatograph. Nachw. zugänglich. Die Erd­
alkalien, Mg u. die Alkalien werden an A120 3 nicht adsorbiert, lassen sich also auf diese
Weise nicht nachweisen. (Angew. Chem. 52. 666—68. 11/11. 1939. München, Univ.,
Labor. Piräus, Inst. f. Chem. u. Landwirtsch. „Nik. Kanellopoulos“ .)
S tr Ü b in g .
A. J. Berry und J. E. Driver, Untersuchungen über die Anwendung von Kalium­
chromat als Indicator bei der Titration von Chloriden mit Silbernitrat. Bei diesen Unterss.
wurde hinsichtlich der Chromationenkonz, mit Lsgg. gearbeitet, die 1,5 X IO-3 Mol
Cr04"-Ionen enthielten. Hierbei ergibt die Titration von KCl-Lsg. nach der M o h r schen Meth. bei pn = 7,8—5,5 einen Fehler unter 0,06% (bezogen auf den theoret.
Wert von 1,0804 g AgN03). Bei höheren Säurekonzz. zeigen die erhaltenen Werte
starke Abweichungen; so liegen sie bei ph = 3,8 um 4 % zu hoch, bei pH = 3,4 wird
kein fester Endpunkt mehr erhalten. Bei der Titration von NH4C1 wird durch den
Zusatz von Cr04" infolge Verminderung der Acidität ein für die Genauigkeit günstiger
P H -W e r t erzielt. Durch Ammonsalzc wird die Genauigkeit der Resultate beeinträchtigt.
Bei NH4N 03:N H 4C1 im Verhältnis 5: 1 resultiert ein Fehler von 0,9%, bei (NH4)2CH3COO:NH,Cl (5: 1) liegt der AgN03-Wert 2 % zu hoch. — Nach Neutralisation
von HCl mit CaC03 ergibt die Titration nach M o h r bei ph = 6 gegenüber der acidimetr. HCl-Best. mit Na2C03 u. Methylorange oder Bromphenol als Indicator um
0,2% zu hohe Werte. (Analyst 64. 730—34. Okt. 1939. Cambridge, Univ., Chem.
Labor.)
S t r Ü B IN G .
H. C. Lockwood, Die Bestimmung von Arsen nach einer kontinuierlichen elektro­
lytischen Methode. Beschreibung einer App. zur kontinuierlichen elektrolyt. As-Best,
mit Cd-Kathode u. Pt-Anode, die es gestattet, in 10 ccm Lsg. bis zu 0,7 //g As20 3 zu
bestimmen. Als Red.-Mittel wird Hydroxylamin verwendet. (Analyst 64. 657—66.
Sept. 1939. Bournville, Chemists’ Dep.)
S T R Ü B IN G .
Mark v. Stackeiberg, Paul Klinger, Walter Koch und Engelbert Krath,
Beitrag zur quantitativen polarographischen Bestimmung der Legierungsbestandteile in
Sonderstählen. (Arch. Eisenhüttenwes. 13. 249—62. Dez. 1939. — C. 1939. II.
3854.)
B ru n s.
T. P. Hoar und G. E. S. Eyles, Die ,,Entwicklungsmethode“ zur Bestimmung von
Schwefel in Flußeisen. 5 g Substanz w'erden in einem 200-ccm-Gefäß in Ggw. von C02
durch zutropfende (Tropftrichter, 100 ccm Inhalt) konz. HCl unter Erwärmen (% Stde.)
gelöst, u. das sich entwickelnde Gas wird durch eine mit W. gefüllte Waschflasche in
ein weitere.1) Gefäß geleitet, das 15 ccm ammoniakal. CdCl2-Lsg. (40 g CdCl2 in 1600 ccm
W., 400 ccm NH3-Lsg., D. 0,880) enthält. Nach Beendigung der Gasentw. wird 1 Min.
gekocht u. 2 Min. lang C02 durch die App. geleitet. Der Inhalt des Absorptionsgefäßes
wird in ein großes Becherglas hineingespült, das 25 ccm eiskalte 9-n. H2S04 (480 ccm
konz. Säure in 21), 10 ccm 0,1-n. KJ-Lsg., 10 ccm 6%ig. KJ-Lsg. u. einige Eisstücke
enthält. Wenn sich das CdS gelöst hat, wird auf 400 ccm verd. u. mit Na2S20 3 titriert.
Die Abweichungen der Analysenwerte betragen 0,002% S. (Analyst 64. 666—67. Sept.
1939. Cambridge, Univ., Metallurgical Laborr.)
S T R Ü B IN G .
T. McLachlan, Neßler-Zylinder aus Bleiglas: eine Warnung. E s w ir d d a ra u f
h in g ew iesen , d a ß in le tz te r Z e it h crg e ste llte N E S Z L E R -Z ylin d er b isw eilen P b en th a lten ,
w as bei P b -B e stim m u n g e n zu fa ls ch e n W e rte n fü h r e n k a n n . (A n a ly s t 64. 669. S ep t.
1939. L o n d o n .)
‘
STRÜBING.
Jaroslav Milbauer, Die Bestimmung von freiem Blei-(2)-oxyd in Minium.
(Mit K. HrabS.) Inhaltlich ident, mit der C. 1939. II. 1934 referierten Arbeit.
(Chem. Listy Vödu Prümysl 33. 374— 75. 1/11. 1939. Prag, Tschech. Techn. Hoch,
schule, Labor, f. chem. Technologie.)
R otter.
I. Tananajew und N. I. Dawitaschwili, Die Anwendung von Zinnamalgam in der
chemischen Analyse. IV. Mitt. Bestimmung von Mo, V, W, Ti, Pt und Au. Es werden
Verss. über die Red. von Mo6+, V5+, Ti4+, W 6+, Au3+, sowie Pt4+ mit Sn-Amalgam
beschrieben. Der Verlauf der Red. der genannten Ionen hängt von der Differenz ab,
die zwischen ihrem Oxydations-Rcd.-Potential u. dem des Sn-Amalgams besteht. Bei
geringer Potentialdifferenz (wie im Falle von Mo, Ti) entsteht Sn", bei großer Potential­
differenz (wie im Falle von V u. Au) bildet sich intermediär S n "” , das durch SnAmalgam zu S n " red. wird. Im ersten Falle kann man mit HCl u. H2S 04 ansäueni,
1940. I .
G. A n a l y se .
L a b o r a t o r iu m .
1 08 3
im zweiten nur mit HCl. da das beim Reduzieren von V u. Au entstehende S n '"' mit
H2S04 Sn(SO,)2 bildet, das sich mit Sn-Amalgam nicht mehr zu S n" reduzieren läßt.
Die Red. der aufgezählten Ionen mit Sn-Amalgam dauert bei einer Einwaage derselben
von ~0,05 g bei 60—70° 5— 10 Min., u. verläuft dabei so vollständig (ausgenommen bei
W u. Au), daß man darauf eine quantitative Best.-Meth. der genannten Ionen mit Hilfe
der Manganometrie auf bauen kann. (Haiiec-nin AitajcMim Hayn GCCP. Gepini XitMimecica«
[Bull. Aead. Sei. URSS, Ser. ohim.] 1937. Nr. 6. 1397— 1405.)
v. K u t e f o w .
b) O rga n isch e V e rb in d u n g e n .
E.
Marshall Meade, Eine neue Farbreaktion für Diarylamine. Das in wenig
Anisol gelöste Amin wird mit einer Lsg. von CH3MgJ in Anisol versetzt, wonach CH.,
entweicht. Auf Zugabe von Benzoylchlorid entsteht starke Rotfärbung, wenn in der
Lsg. ein Diarylamin vorhanden war. Bes. nützlich ist dieser Test zur Verfolgung des
Verlaufes der N-Substitution von Diarylaminen: es kann so leicht 1% unverändertes
Diphenylamin in einem Präp. von N-Methyldiphenylamin entdeckt werden. (J. ehem.
Soc. [London] 1939. 1808. Nov. Rotherham, Yorks, Coll. of Techn.)
B ehrle.
S. I. Ssuchanowski, Über die Methoden zur Bestimmung von Aldehyden und
Ketonen in den Produkten der Holzpyrolyse. Die Überprüfung verschied., aus dem
Schrifttum bekannter Verff. zur Aldehyd- u. Ketonbost, in Pyrolyseprodd. läßt folgende
Analysenführung bes. empfehlenswert erscheinen: V o r b e r e i t u n g : 200g Probe
werden neutralisiert (falls Ä. u A. nicht mitbestimmt werden, kocht man am Rückfluß
mit einem NaOH-Überschuß bis zur Ä.-Verseifung), dest. mit W.-Dampf u. füllt 300
bis 400 ccm Destillat mit W. auf 500 ccm auf. A l d e h y d b e s t . : 100 ccm dieser
Lsg. werden mit 15 ccm oines Reagenzes aus 25 g K J u. 30 g HgJ2/100 ccm W. u.
50 ccm 0,1-n. NaOH versetzt, 2 Stdn. stehen gelassen u. mit 0,1-n. HCl (Phenolphtha­
lein) zurücktitricrt. Ndd. sind abzufiltern u. bis zur NaOH-Freiheit auszuwaschen.
Bei hohem Aldehydgeh. verwendet man n. Lsgg. u. größere HgJ2-Mengen. F o r m a l d e h y d b e s t . : 100 ccm obiger Ausgangslsg. werden mit 10 ccm 3%'g- H20 2
sowie 50 ccm 0,1-n. NaOH u. weiteren 45 ccm H20 2 versetzt, 1 Stde. stehen gelassen
u. wie oben bei Ggw. von Methylrot mit HCl zurücktitriert. Gleichzeitig ist eine Kontrollprobe mit reiner H20 2- u. Alkalilsg. vorzunehmen. K e t o n b e s t . : 50 ccm der
Ausgangslsg. werden mit 50 ccm 7°/o'g- salzsauren Hydroxylamins versetzt u. mit
0,1-n. NaOH (Bromthymolblau oder Methylorange) titriert. Gleichzeitig ist eine KontroUprobe mit reiner Hydroxylaminalkalilsg. durchzuführen. Boi hohem Aldehydgeh.
sind größere Hydroxylaminmengen angebracht. Auch die Ketonbest, nach PLATONOW
u. P l a k i d i n a (vgl. C. 1935. II. 502) kann empfohlen werden. ( ü e c o x m t i i 'i c c K a n IIpoMMULieiraocii. [Holzchem. Ind.] 2. Nr. 9. 37—42. Sept. 1939. Leningrad, Holzchem.
Forsch.-Inst.)
P o h l.
0.
M. Cherntsov, Über die Reaktion zur Unterscheidung der Lävulose von der
Glucose. Die von S m a t s c h i n s k i (vgl. C. 1938. II. 2979) beschriebene Rk. zur Unter­
scheidung der Lävulose von der Glucose durch Erhitzen in Glycerin mit etwas S + 1 bis
2 Tropfen Pb-Acetat ist keine spezif. Rk. für Lävulose, da Vf. feststellte, daß sie in
gleicher Weise auch Galaktose, Maltose, Lactose u. Saccharose geben; im Falle der Di­
saccharide setzte die Rk. später ein u. sie verlief langsamer. In allen Fällen erforderte
die Rk. ein Erhitzen kurz über den F. des Schwefels. Weiter wurde festgestellt, daß
Mannit u. Dulcit, die keine Carbonylgruppe enthalten, unter diesen Bedingungen nicht
mit S reagieren. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 20 (N. S. 6). 583—84.
1938.)
S c h ic k e .
Louis Musicant und Frank J. Kaszuba, Die Identifizierung von Propionsäure
bei Gegenwart von Essigsäure und Buttersäure. Nach Überblick über die bestehenden
Methoden der Propionsäurebest, wird ein schnell u. sicher auszuführendes Verf. der
Identifizierung von Propionsäure (I) in Ggw. von Essigsäure (II) u. Buttersäure (III)
mit Hilfe von HgNO, angegeben. Die Hg-Salzo von I, II u. III zeigen im Mikroskop
deutlich verschied. Krystallformen (Abb. vgl. Original). Mit Hilfe der Meth. lassen
sich minimal 0,15 mg erkennen. Formiate stören die Rk. u. müssen vorher entfernt
werden. Die Salze der Propionsäure mit Ag, Bi, Sb u. Pb sind nicht zur Identifizierung
geeignet, ebensowenig die verschied, Kobaltamminkomplexe. (J. Amer. ehem. Soc. 61.
2974— 76. Okt. 1939. Binghampton, N. Y., Agfa Ansco Corp.)
Of f e .
W . E. Kemp, Die Analyse aliphatischer und aromatischer Thiocyanate. Die bes.
als Insektenmittel verwendeten Alkylthiocyanate liefern, je nachdem, ob cs sieh um
Thiocyanate oder Isothiocyanate handelt, bei der Hydrolyse ganz verschied. Prodd.,
wie aus folgenden Gleichungen ersichtlich ist:
2 RSCN + 2 KOH = KOCN - f KCN + H20 + 2 RS
RNCS - f 3 KOH = RNH2 + KSH - f K 2C03
1084
G. A n a l y se .
L a b o r a t o r iu m .
1 94 0 . 1.
Zur Identifizierung der Thiooyanate kann daher der Geh. des Hydrolysenprod. an
Cyanid, zur Identifizierung der Isothiocyanate sein Geh. an prim. Aminen dienen.
Zur qualitativen Analyse werden 10 com Analysenlsg. mit 10 ccm alkoh. (80%) n- KOHLsg. unter Schütteln erhitzt, nach dem Zentrifugieren wird 1 ccm der alkoh. Schicht
zusammen mit 3 ccm Pikratlsg. (3%ig. NaOH-Lsg. mit Pikrinsäure gesätt.) erwärmt.
Hierbei deutet Rotfärbung beim Zufügen des Pikrats, die beim Erwärmen in Gelb
übergeht, auf das Vorhandensein prim. Amine u. damit auf Isothiocyansäure hin.
Tritt die Rotfärbung erst nach dem Erwärmen ein, so ist CN u. somit Thiocyansäure
vorhanden. Bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Säuren resultiert eine blaurote
'Farbe, während bei Abwesenheit beider Säuren keine Farbe auftritt. Zur quanti­
tativen Analyse der Thiocyanate werden 10 ccm Lsg. mit 75 ccm NaOH-Lsg. (40 g NaOH,
280 ccm W., 600 ccm A., 30 ccm Dioxan) im Scheidetrichter unter Schütteln % Stde.
bei 30— 40° gehalten. Nach dem Behandeln der Lsg. mit 1 g trocknen Asbestfasern
wird filtriert u. mit wss. l% ig. NaOH-Lsg. auf 250 ccm aufgefüllt. 3 ccm dieser Lsg.
sowie 3 cem einer Vgl.-Probe (natronalkal. NaCN-Lsg. mit 0,005% CN) bekannter
Konz, werden unter Schütteln mit 5 ccm gesätt. Pikrinsäurelsg. 10 Min. erwärmt u.
die auf 25 ccm aufgefüllten, filtrierten Lsgg. colorimetr. auf gleiche Gelbfärbung ein­
gestellt. Der hierbei ermittelte CN-Geh. multipliziert mit 2 (vgl. Gleichung!) ergibt
den Gesamtgeh. an CN. Zur quantitativen Best. der prim. Amine eignen sieh die
hierfür gebräuchlichen Methoden. (Analyst 6 4 . 648— 53. Sept. 1939. Montreal, Sanitary
Research Labor.)
STRÜBING.
d) Medizinische und toxikologische Analyse.
Vivian G. Behrmann und Marion Fay, Ein Glaselektrodengefäß zur Bestimmung
des ph lm Blut. Ausführliche Beschreibung u. Zeichnung eines Gefäßes zur Messung
des ph im Blut direkt bei der Entnahme. Die Elektrode hat eine Temp. von 38°. Meß­
genauigkeit ± 0,01 pii, Dauer der Best. 2—4 Minuten. (Science [New York] 9 0.
187— 88. 25/8. 1939. Pennsylvania, Univ., Woman’s Medical Coll.)
K a n it z .
Lennart Gisselsson und Gunnar Lindgren, Die Bestimmung von Äther im
Blut mittels der Widmarkschen Technik. Zur Best. des Äthers muß die W.-Badtemp.
auf 58° für 2—3 Stdn. gehalten werden. Der Umrechnungsfaktor ist 0,92. In den
meisten Fällen tritt die Narkoseketonämie bei der Best. als Fehler nicht in Erscheinung.
(Skand. Arch. Physiol. 8 1 . 279— 89.1939. Lund, Univ., Pharmacological Dep.) K a n i t z .
J. W . Cavett, Die Bestimmung von Alkohol in Blut und anderen Körperflüssig­
keiten. Nach Dest. im W lDM ARK -Kolben wird mit Ferrosulfat u. Methylorange nach
H a r g e r titriert. (J. Lab. clin. Med. 23- 543— 46. 1938. Minneapolis, Minn. Univ.,
Labor, of Physiological Chemistry.)
K a n it z .
K. Hinsberg und Erwin Breutel, Ein kritischer Vergleich zwischen den Methoden
nach Widmark und nach Friedemann Klaas zur Bestimmung des Äthylalkohols im Blut.
Die nach der Meth. von F r i e d e m a n n -K l a a s festgestellten Mengen tatsächlich endo­
genen A. wechseln in ihrer Konz.-Größe viel weniger, sie bleiben in allen Fällen weit
unter den nach W i d m a r k gefundenen Mengen flüchtiger Substanz. Die Differenz
zwischen den Bestimmungen nach beiden Methoden ist ein gewisser Maßstab für die
Menge der mitbestimmten flüchtigen Substanzen. (Dtsch. Z. ges. gerichtl. Med. 31194— 210. 1939. Berlin, Univ., Patholog. Inst., Chem. Abt.)
K a n it z .
A. G. Sheftel, Eine einfache colorimetrische Methode zur Bestimmung der Alkohol­
konzentration in Ham und Blut. 0,2 ccm Blut oder Ham werden in Filtrierpapier
aufgesogen u. sofort der Dest. in 0,4262% Bichromatschwefelsäure in geschlossenem
Kolben bei 100° unterworfen. Nach dem Abkühlen werden 4,3 ccm W. hinzugegeben
n. gegen 1 ccm Standardlsg., die mit W. ad 5 ccm aufgefüllt wurde, im Colorimeter
unter Verwendung des Blaufilters verglichen. Berechnung: (1 — .R/10)-500 =
mg .4/100 ccm. R = Standard. (J. Lab. clin. Med. 2 3 . 534— 36. 1938. Los Angeles,
Cal., Los Angeles County Hosp.)
K a n it z .
S. Wehrli, Die physikalische Chemie der Destillation bei der forensischen Alkoholbestimmung. Die physikal.-chem. Unters, u. mathemat. Berechnung kann Anhalts­
punkte geben, ob noch fremde Beimischungen vorhanden sind. Durch Fäulnis ent­
stehen, wie nachgewiesen wurde, neutrale flüchtige Stoffe, welche durch Dest. nicht
vom Alkohol getrennt werden u. dann das Alkoholresultat beeinflussen. (Dtsch. Z.
ges. gerichtl. Med. 3 1 . 233— 38. 1939. Zürich, Univ., Gerichtl. mediz. Inst.) K a n i t z .
F.
J. Kaiser, Methode zur Bestimmung des Chiningehaltes in Blut. Die Konzz.
des Chinins (I) im Blut der mit I behandelten Menschen u. Vers.-Tiere sind sehr klein;
sie liegen unter 10 y für 1 ccm. Da man bei den üblichen Best.-Methoden bereits sehr
großo Abweichungen bei diesen Konzz. hat, arbeitet Vf. eine neue Meth. zur Best.
von I aus. Nachdem von dem Blut eine homogene Fl. durch Erwärmen mit 30% NaOH
1940. I.
G. A nalyse.
L a b o r a t o r iu m .
1085
hergestellt ist, wird daa I mit Chlf. in einem Extraktionsapp. nach ScHOORL extrahiert.
Nach dem Verdunsten des Chlf. erfolgt dio Best. durch Vgl. des Fluorescenzlichtee
der Chininsulfatlsg. (II); man verwendet hierbei II-Lsgg. in 0,1-n. H2S04 mit dem
Lioht einer Standardlampe. Dio gefundenen Werto liegen im Mittel 4°/0 zu niedrig;
die größte Abweichung beträgt 8% . (Recueil Trav. chim. Pays-Bas 57. 117— 32.
1938. Utrecht, Reichs-Univ., Pharmakol. Labor.)
B a e r t ic h .
Ch. 0 . Guillaumin, Über die Bestimmung des Bilirubins im Blutserum. Keine
der bisher angewandten Methoden gibt den Gesamtgeh. des Serums an Bilirubin richtig
an. Im allg. liegen die erhaltenen Werte zu hoch. E s ist bei den Meßergebnissen stets
anzufügen, nach welcher Meth. sie erhalten wurden. Die besten Ergebnisse gab die
vom Vf. modifizierte Meth. nach E h r l i c h - v a n DEN B e r g h . — 1 ccm des zu prüfenden
Serums oder einer Bilirubinlsg. wird mit 2 ccm 95° A. versetzt, im Falle des Serums
zentrifugiert. 2 ccm dieser Lsg. mischt man mit 0,5 ccm Reagens C nach E h r l i c h u.
1 ccm 95° Äthylalkohol. Nach 15— 20 Min. erreicht die Färbung ihr Maximum. Bei
einer Bilirubinkonz, von bis zu 15 mg je Liter Ausgangsfl. colorimetriert man gegen
Lsgg. 5,86 g CoS04■7 ILO in 11 W .; bei höheren Bilirubinkonzz. wird die photometr.
Messung im App. von V e r n e s -B r is q u . Y v o n mit einem Grünfilter z bevorzugt.
(Bull. Soc. Chim. biol. 21. 127—33. 1939.)
Gehrke.
Max Engel, Eine Methode zur quantitativen Bestimmung des Bilirubins im Voll­
blut und im hämoglobinhaltigen Plasma und Serum. Vf. versuchte, die Best. des Bili­
rubins (I) im Serum mittels des Spektrophotometers auf das Vollblut zu übertragen,
jedoch unter Benutzung des ZEIsssehen Stufenphotometers. Nach P e t e r s wird ein
A.-Auszug des Serums in üblicher Weise mit Diazoreagens (diazotierte Sulfanilsäure)
versetzt u. die Messung nach Zugabe von konz. HCl ausgeführt. Vf. gelang diese Rk.
im Vollblut des Menschen nicht. Er konnte feststellen, daß das I durch Oxydation
zerstört wird, wobei das Oxyhämoglobin als O.-Überträger wirkt. Zugabo von NaCN
zum‘Vollblut kann dio oxydative Zerstörung des I nur unbedeutend zurückdrängen.
Bessere Wirkungen erzielt Vf. mit Ascorbinsäure (II) u. optimale Ergebnisse wurden
bei Sättigung des Blutes mit CO u. Zugabo von II erhalten. Die mit dieser Meth.
ermittelten Werte von I liegen zwischen 0,315 u. 1,66 mg-%• (Hoppe-Seyler’s Z.
physiol. Chem. 259. 75— 82. 1939. Zürich, Univ., Physiol.-chem. Inst.) B a e r t i c h .
G.
Barac und L. Brüll, Über die Bestimmung der verschiedenen Phosphorfraktionen
in den Faeces. Vff. bestimmen in den Faeces 1. den anorgan. P, 2. den säurelösl. P, u.
3. den Lipoid-P. Die Summe dieser 3 Fraktionen macht etwa 60% des Gesamt-P aus.
Der Rest ist durch seine Beständigkeit gegen Säuren ausgezeichnet. Er iB t in Alkalien
in der Wärme lösl. u. wahrscheinlich an Proteine gebunden, die wohl mikrob. Ursprungs
sind. Diese Fraktion soll weiter untersucht werden. (Bull. Soc. Chim. biol. 21. 134— 38.
Jan. 1939. Lüttich, Univ., Medizin. Klinik u. Poliklinik.)
Gehrke.
M. R. Fabre, über die Anwendung der Elektrodialyse in der toxikologischen Unter­
suchung. (Vgl. C. 1938. II. 3961.) (Bull. Acad. M6d. Roumanic 5 (3). 55—62. 1938.
[Orig.: franz.])
Z ip f .
A. W . Nikolajew, Ein Schnellverfahren zur Bestimmung kleiner Arsenmengen in
organischen Stoffen. 2—5 g Probe werden im KjeldAHL-Kolben mit Perhydrol be­
deckt u. mit konz. H2S04 (As-Freiheit aller Reagenzien ist Bedingung) versetzt. Nach
Beendigung der Rk. wird eine weitere H2S04-Portion zugegeben, die Fl. abgekühlt,
quantitativ in einen 50— 100-ccm-Kolben überführt u. mit W. aufgefüllt. 0,1-—5 ccm
Fl. werden in das Red.-Glas eines vom Vf. verbesserten Geräts nach S a n ger-B la ck
(vgl. Z. anorg. allg. Chem. 58 [1908]. 121) überführt, mit der 4— 5-fachen Menge H2S03
versetzt, bis zur völligen S02-Freiheit auf dem W.-Bade erhitzt, dann mit 5 g Zn,
otwas SnCl4 u. 40 ccm H2S04 (1 :3 ) versetzt u. 45 Min. stehen gelassen. An Hand
eines mit HgBr2 benetzten Papiers u. Eichlsgg., die aus einer 0,01 mg As enthalten­
den Lsg. nach T r e a d w e ll hergestellt werden, wird der As-Geh. der Probe mittels
einer Meßskala abgelesen. Dio Meßgenauigkeit beträgt- 1— 15 /i As, die Vers.-Dauer
1,5Stunden. (Bonpocn üirraHiia [Problems Nutrit.] 8. Nr. 4. 68— 72. 1939. Bundesinst. f. experim. tierärztl. Kunde.)
POHL.
I.
S. Roismann und P. Je. Ssossin, Entoloma lividum Que.1 als Ursache der Ver­
giftung durch Pilzgerichte und einige Farbenreaktionen zu seiner Ermittelung. Entoloma
lividum Qu61 wächst vorwiegend am Fuße von Eichen u. ist ein stark giftiger Püz.
Er kann außer durch morpholog. Merkmale noch durch folgende Farbenrkk. nach­
gewiesen werden: Der mit NH, in der Kälte u. mit Alkalien bzw. Soda in der Wärme
gewonnene Auszug ist violett; die Farbe verschwindet beim Ansäuern u. taucht beim
Zusatz von Alkalien wieder auf. Beim Schütteln des alkal. Auszugs mit A. färbt sich
letzterer violett. Der die Färbung verursachende Stoff wird weder durch HCl noch
durch Pepsin aus dem Magensaft zerstört, so daß er zum gerichtschem. Nachw. des
1086
H. A n g e w a n d t e C h e m i e . — H,. A l l g .
chem.
T e c h n o l o g ie .
1940. I .
Pilzes benutzt werden kann. In W., Chlf., A. u. Amylalkohol ist er nicht, in Alkalien
bzw. A. leicht löslich. (Bonpocti Ü U T a m ia [Problems Nutrit.] 8. Nr. 4. 81— 85 1939.
Winnitza, Med. Inst., Lehrkanzel f. Biochem. u. gcsundheitstechn. Stelle, Nahrungs­
abt.)
________________
.
P oh l.
Neue Telefon Ges. m. b. H., Berlin (Erfinder: F. Lieneweg und A. Naumann),
Druck- und temperaturbeständige Elektrode für die Bestimmung von Wasserstoffionenkonzentrationen, bestehend aus einem hohlen Glaskörper, der am Boden durch eine
Membran verschlossen ist. Diese Membran ist außen metallisiert, so daß Sie erhöhte
Drucke aushält, jedoch soll die Metallschicht nicht so stark sein, daß sie bei Temp.Schwankungen abblättert. Der Hohlraum des Glaskörpers, der die Elektrode enthält,
ist mit gelatineartigen Stoffen, z. B. Harzen, ausgefüllt die durch Salzzusätze leitend
gemacht sein können u. etwa den gleichen Ausdehnungskoeff. wie der Glaskörper haben
sollen. (Schwed. P. 96 207 vom 22/11. 1937, ausg. 11/7. 1939. D. Priorr. 23/11. 1936
u. 6. u. 22/2. 1937.)
J. SCHMIDT.
Peter Wulff, Pullach b. München, und Willy Kordatzki, Solln b. München, Ver­
fahren und Vorrichtung zur Bestimmung der Wasserstoffionenkonzeiilralion mittels Grenz­
flächenelektroden, dad. gek., daß Säuren oder Basen von sehr hohem Mol.-Gew., deren
Dissoziationsrest weder einen wesentlichen Teil zu der elektrolyt. Wanderung beiträgt,
noch in erheblichem Maße dialysierbar ist, an einer geeigneten Grenzfläche mit der zu
messenden Lsg. in Berührung gebracht werden, wobei das Potential an dieser Grenzfläche
in an sich bekannter Weise durch zwei Bezugselektroden ermittelt wird. (D. R. P.
684 085 Kl. 421 vom 17/7. 1938, ausg. 22/11. 1939.)
M. F. M ü l l e k .
J. Stewart Semington and F. L. Jam eson, M ctallurgical analysis and assaying.
Technical P r. 1939. (108 S .) 5s.
L on d on :
H. Angewandte Chemie.
I. Allgemeine chemische Technologie.
W . H. Ward, Das Fließen von Flüssigkeiten durch Schichten von körnigen Stoffen,
Erwiderung auf die Kritik von R o s e (C. 1940. I. 260). (Engineering 148. 698. 22/12.
1939. Caerwent, Chopstow, Mon.)
Sk a l ik s .
Beveridge J. Mair und Charles B. Willingham, Der Wirkungsgrad einer Dreh­
destilliersäule. Bei einer Dest.-Säule der von P e g r a m , U r e y u . H u f f m a n (C. 1937.
II. 2305) beschriebenen Art (Rektifizierteil 56 cm lang, 5,08 cm weit) w'ird die einem
theoret. Boden äquivalente Höhe h, die vorhandene Fl.-Menge / u. der Durchsatz
bestimmt. Als drehende Körper werden Körbe mit feinen Löchern, flache Platten u.
Kegel verwendet, als zu trennendes Gemisch das Syst. Methylcyclohexan-n. Heptan.
Die niedrigsten A-Werte werden mit drehenden Kegeln von 0,64 em Abstand erhalten:
h = 1,04 cm, / = 1,3— 1,6 ccm pro theoret. Boden, maximaler Durchsatz 10 cem
Fl./Min. (bei einem Druckgefälle von 1,7 mm Hg). Bei Durchsätzen von 2— 10 ccm
Fl./Min. u. 250— 1500 Umdrehungen/Min. wird prakt. keine Änderung von h beobachtet.
(J. Res. nat. Bur. Standards 2 2 . 519— 27. Mai 1939. Washington.)
R. K. MÜLLER.
D.
P. Höchstem, Halogensubstituierte Kohlenwasserstoffe als mögliches Arbeits­
mittel zweistufiger Wärmekraftanlagen. Vf. schlägt vor, F-Cl-Derivv. voü KW-stoffen
mit mehr als 3 C-Atomcn bes. auf ihre Eignung als Wärmeträger zu prüfen. Es werden
die thermodynam. Eigg. von Octochlordifluorbutan (CCI3CF2CC]2CC13) mit F. 260°,
krit. Temp. über 530° untersucht. Die Verb. ist vermutlich therm. beständig bis 530
bis 560°, nicht giftig u. von zu vernachlässigender korrodierender Wrkg. gegenüber
den meisten Metallen. Vf. gibt Berechnungen für eine Zweistufenanlage mit W.-Dampf
als Wärmeträger der ersten, CC1SF2 als Wärmeträger der zweiten Stufe; der Wrkg.Grad einer solchen Anlage ist um 20— 30% höher als bei einem nichtregenerativen
W.-Dampfcyclus mit 51 at. Die Vorteile von CC)8F2 gegenüber Hg, Diphenyloxyd,
AlBr3, Diphenyl u. Dowtherm werden erörtert. Außer Unteres, über die Darst. u.
die Wärmeträgereigg. der F-Cl-Derivv. höherer KW-stoffe erscheinen auch solche der
Eignung als Kältemittel aussichtsreich. (Kypiiaj TexnmecKoft $h3hkh [J. techn.
Physics] 9. 707— 18. 1939.)
R. K. MÜLLER.
— , Eine Versuchsanlage fü r chemische Reaktionen bei hohen Temperaturen. Es
werden verschied. Vers.-Anlagen der Firma W. I. F r a s e r & Co., Ltd., beschrieben,
in denen als Wärmeübertragungsmittel eine eutekt. Mischung von 26,5% Diphenyl
u. 73,5% Diphenyloxyd (genannt Dowtherm) benutzt wird. Erwähnt werden App.
1 94 0 .
I.
H,„. E l e k t r o t e c h n ik .
1087
zur Fettspaltung, für Hochvakuumdest. u. kontinuierliche Entwässerung. (Ind.
Chemist ehem. Manufacturer 15. 383—87. Okt. 1939.)
GOTTFRIED.
R. Zeyen, Jemeppe-sur-Meuse, Wasserdichte Behälter, hergestellt aus einem dünnen
Blech eines nicht oxydierbaren Metalles, das mit Beton bekleidet ist. (Belg. P. 429 470
vom 29/7. 1938, Auszug veröff. 26/1. 1939.)
H offm ann.
Ernst Bierbrauer, Leoben, Mechanisches Trennen von grobkörnigen Stoffgemischen,
bes. aus mineral. Stoffen, auf Grund des künstlich differenzierten Haftvermögens der
Gemischbestandteile gegenüber mehr oder weniger festen organ. u. anorgan. Haftmassen
nach Oe. P. 152 361, dad. gek., daß entweder die zur Durchführung des Trennvorganges
verwendeten Haftmassen oberflächlich mit fl., gas- oder dampfförmigen Weichmachungs­
mitteln benetzt werden, oder die zu trennenden Stoffgemischc vor der Aufgabe auf die
Haftmasse mit Weichmachungsmitteln behandelt werden. — Für organ. Hjiftmasscn
kommen z. B. wss. Emulsionen von Erdöl, Petroleum oder ähnlichen organ. Fll. als Be­
netzungsmittel in Betracht. Die Klebefähigkeit der Haftmassen wird erhöht. (D. R. P.
[Zweigstelle Österreich] 157 266 Kl. 1 a vom 5/3. 1937, ausg. 25/10. 1939. Zus. zu
Oe. P. 152361; C. 1938. 1. 3809.)
G e is z l e r .
Aktieselskapet Krystal, Oslo, übert. von: Finn Jeremiassen, Oslo, Norwegen,
Krystallisieren. Zur Vermeidung von Korrosionen in Krystallisationsbehältern bei der
Krystallisation von übersättigten Lsgg. wird als Bodenbegrenzung eine Körnersehieht
verwendet, die z. B. auch aus den gebildeten großen Krystallen der zu krystallisierenden
Lsg. bestehen kann. (A. P. 2164111 vom 27/3. 1936, ausg. 27/6. 1939. N. Prior. 30/3.
1935.)
_____________ _
E r ic h W o l f f .
Hrsg. v. A rnold E ucken. Leipzig:
Akad. Verlagsges. 1939. (XII, 332 S.) gr. 8° = Der Chemie-Ingenieur Bd. 3, T. 3.
M. 33.— ; Lw. M. 35.—.
Operationen bei norm alem D ruck und norm aler Temperatur.
m . Elektrotechnik.
F . Hanff, G. Hosse und w . Deisinger, Aluminium als Baustoff fü r Kabelmäntel.
Nach der techn.-masehinellen Seite erweiterter Bericht über die C. 1940.1. 128 referierten
Verss. von D e i s i n g e r . Ferner Mitt. über Eigg. der Al-Kabelmäntel u. der mit Al
ummantelten Kabel (Zugfestigkeit u. Dehnung in Abhängigkeit von der Preßtemp.,
Biegefähigkeit, Innendruckverss., Korrosion), konstruktive Auswirkungen im Kabel­
gebiet u. Einsatz des Verf. in die Fertigung. (Siemens-Z. 19. 357— 68. Aug. 1939.
Kabelwerk d. SSW.)
Sk a l ik s .
Ju. W . Koritzki, Einfluß von wasserlöslichen Salzen auf die elektrischen Eigen­
schaften von Pappe. Wasserlösliche Salze sind in Mengen von Ü,31— 0,58% ohne prakt.
Bedeutung auf die elektr. Eigg. der Isolationskartone. Dichteres Gefügo bedingt
zwar Erniedrigung der Hygroskopizität, kann aber in Ggw. geringer Mengen von W.
starkes Fallen des spezif. Widerstandes verursachen. (Becxiun; O.üCKTponpoMi.mueiniocTii
[Nachr. Elektroind.] 10. Nr. 9. 25— 27. Sept. 1939. Moskau.)
St o r k a n .
Allgemeine Elektricitäts-Ges. (Erfinder: Fritz Brunke), Berlin, Trocken­
plattengleichrichter, bei dem die Halbleiterschicht durch Aufdampfen auf eine z. B.
bandförmige Grundelektrode in einem laufenden Arbeitsgang aufgebracht wird u.
danach die einzelnen Gleichrichterelemente von der Grundelektrode abgeschnitten
werden, dad. gek., daß die Schnittstellen der an der Aufdampfvorr. vorbei geführten
Fläche der Grundelektrode so abgedeckt werden, daß auf diesen Stellen kein Halb­
leiter niedergeschlagen wird, so daß die Abtrennung der einzelnen Gleichrichterelemente
an diesen Stellen erfolgen kann, ohne daß die Halbleiterschicht beschädigt wird. —•
2 weitere Ansprüche. (D. R. P. 684 446 Kl. 21 g vom 14/6. 1936, ausg. 28/11.
1939.)
R oeder.
Metallgesellschaft Akt.-Ges. (Erfinder: Josef Dornauf), Frankfurt a. M.,
Einbeltmasse, insbesondere für Heizwicklungen in elektrischen Heizvorrichtungen, z. B.
Heizplatten, dad. gek., daß 1. diese aus Pulver von Al, Si oder Al-Legierungen besteht,
u. daß jedes Pulverteilchen einen metall. Kern enthält, der mit einer oberflächlichen
Oxydhaut überzogen ist; — 2. sie aus einem Pulver aus Al-Si-Legierungen mit SiGehh. von etwa 10— 50% besteht, dem gegebenenfalls Beimengungen von Carbiden,
Nitriden u. Oxyden zugesetzt sind. — Trotz der verhältnismäßig niedrigen Schmelztempp. von metall. Al bzw. seinen Legierungen von ca. 600—650° verhindert die ober­
flächliche Oxydierung der einzelnen Pulverteilchen das Schmelzen der gesamten Ein­
bettmasse bzw. das Zusammenfließen der einzelnen im Innern des Pulverkorks befind-
1088
Hm. E l e k t k o x e c h n ik .
1940.
I.
lichen Metallteilchen, so daß selbst bei Tempp., bei denen nach den reinen Phasen­
diagrammen ein Schmelzen des Kernes zu erwarten wäre, die Einbettmasse als Ganzes
noch gute Standfestigkeit u. Brauchbarkeit besitzt. (D. R. P. 684 657 Kl. 21 h vom
17/7. 1937, ausg. 2/12. 1939.)
R oedeb.
Rosenthal-Isolatoren G .m .b .H ., Selb, Bayern (Erfinder: Carl Schusterius,
Berlin), Keramischer Isolierstoff für elektrische Zwecke, hergestellt durch Brennen von
entsprechend der Formel 4 CaO-Al20 3-Fe20 3 zusammengesetzten Massen bis zur Sinte­
rung u. Bldg. der genannten Verbindung. (D. R. P. 682 959 Kl. 80 b vom 16/9. 1936,
ausg. 24/10. 1939.)
H o ffm ann.
Johns-Manville Corp., New York, übert. von: William R. Seigle, Mamaroneck,
N. Y., V. St. A., Gepreßte und gehärtete isolierende Tafel, z. B. für Schalttafeln. 80 bis
110 (Teile) Asbestfasern, z.B. Chrysotil- oder Krokidolitfasem, werden mit 100 Zement
u. 2—3 efties wasserabstoßenden Stoffs, wie Paraffinwachs, Zn- oder Al-Stearat, innig
vermischt. Färbemittel, wie MnOs oder T i02, können zugegeben werden. Der fertig
geformte Teil wird feuchter Luft ausgesetzt, bis der Zement abgebunden hat. — Das
Material hat gute elektr. Eigg. u. geringe W.-Aufnahme. (A. P. 2170 434 vom 12/10.
1935, ausg. 22/8. 1939.)
R oedee.
Standard Téléphonés & Cables Ltd. und John Krauss Webb, London, Elek­
trisches Isoliermaterial aus Faserstoff, in Bogen- oder Rollenform. Das Material, z. B.
Papier, wird (im Vakuum) getrocknet u. dann in einem Gefäß mit Styrol, das mit
Monoamylnaphtlialin plast. gemacht ist, imprägniert. Nach der Imprägnierung wird
das Papier entrollt u. wieder fest auf einen Dorn aufgerollt. Zweckmäßig geschieht
das Ent- u. Aufrollen unter Luftabschluß, im Vakuum oder in Styrol. Alsdann erfolgt
die Polymerisation des Styrols bei einer Temp. unter 100°. Das Isoliermaterial erhält
dadurch eine fein granulierte Oberfläche aus Polystyrol u. kann auf 120° erhitzt werden,
ohne klebrig zu werden. (E. P. 509 836 vom 21/1. 1938, ausg. 17/8. 1939.) R o e d e b .
W .T . Henley’s Telegraph Works Co. Ltd., London, England, Kautschukmasse.
Ein Gemisch von 150—200 (Teilen) Chlorkautschukpulver u. 100 Rohkautschuk wird
in Abwesenheit von Stoffen, dio als Lösungsm. wirken können, vulkanisiert. Elektr.
Isoliermittel. (Belg. P. 434 089 vom 29/4. 1939, Auszug veröff. 21/11. 1939. E. Priorr.
16/5. 1938 u. 4/2. 1939.)
D onle.
Richard Dal Ponte und Erich Müller, Innsbruck, Elektrode fü r elektrische
Sammler, bei der das zu formierende Metall auf einen dümien, aus Metallfolien, feinem
Metallgewebc oder metallisierten Bändern bestehenden Hilfsträger elektrolyt. nieder­
geschlagen ist. Der Hilfsträger wird nach der Formierung auf ehem., mechan. oder
therm. Wege entfernt, so daß die fertige Sammlerelektrode nur aus akt. M. besteht.
Die metallisierten Bänder können aus Geweben oder Filmen organ. Stoffe, z. B. Celluloid,
hergestellt sein. (D. R. P. [Zweigstelle Österreich] 156 992 K l. 21b vom 5/12. 1936,
ausg. 11/9. 1939. Zus. zu Oe. P. 149 761; C. 1938. II. 370.)
K ib c h b a t h .
Robert Bosch G. m. b. H., Stuttgart, Bleisammlergitter, bestehend aus Antimon
enthaltendem Blei mit einem Schutzüberzug aus reinem, elektrolyt. oder durch Spritzen
aufgebrachtem Blei von höchstens 0,1 mm Dicke. Durch den Bleiüberzug kann das
Antimon aus dem Gittermetall nicht herauswandern u. eine Selbstentladung des
Sammlers begünstigen. Hierdurch lassen sich Gitter mit höherem Antimongeh. ver­
wenden, so daß dünne Gitter für dünne Platten von niedrigem Gewicht hergestellt
werden können. (D. R. P. 681102 K l. 21 b vom 3/4. 1935, ausg. 14/9. 1939.) K i e c h b .
Comp. Réunies des Glaces et Verres Spéciaux du Nord de la France, Frank­
reich, Glaswollescheider für Akkumulatoren, der durch in parallelen Abständen gleich­
zeitig eingegossenen u. teüweise überstellenden Streifen aus Petrolpech versteift ist.
(F. P. 844 212 vom 31/3. 1938, ausg. 20/7. 1939.)
K ie c h b a t h .
Owens-Coming Fiberglas Corp., Del., übert. von: Games Slayter, Newark,
O., V. St. A., Rohrförmiges Diaphragma für Sammlerelektroden, bestehend aus einem
inneren Rohr aus feinen Glasfasern mit einer Außenschicht aus groben Glasfasern,
die zur Steifung mit vulkanisiertem Gummi imprägniert sind. Das Diaphragma dient
zur Umhüllung der aus akt. M. oder Bleipaste bestehenden Elektrode. (A. P. 2168 366
vom 18/2. 1935, ausg. 8/8. 1939.)
K ie c h b a t h .
N. V. Philips’ Gloeilampenfabrieken, Eindhoven, Elektrische Entladungsrohre
mit Sekundäremissionselektrode. Bei derartigen Entladungsröhren macht es sich oft
störend bemerkbar, daß von der Primärkathode Stoffe verdampfen u. sieh auf der
Sekundärkathode niederschlagen, hier Metalle frei machen, die sich in der Röhre an
unerwünschten Stellen ablagern. Dies wird verhindert, indem man die Sekundär­
elektroden mit Stoffen versieht, die diese Metalle zu binden vermögen. Hierzu eignen
1940. I .
H m. E l e k t r o t e c h n i k .
1089
sich bes. Sn u. Pb, die bes. Cs gut binden. Man kann aber auch die Sekundäremissionsclcktrode mit SC14, MoS, oder FeS überziehen, die ebenfalls eine Verdampfung von
Alkalimetall verhindern. (Dän. P. 56 600 vom 4 /8 .1 9 3 8 , ausg. 2 8 /8 .1 9 3 9 . Holl.
Prior. 7/8. 1937.)
J. S c h m i d t .
Quarzlampen G. m. b. H., Hanau, Hpchdrucßnietalldampflaiiipe mit durch die
Entladung erhitzten Oxydelektroden. Um ein Verdampfen des akt. Stoffes (I) zu ver­
hindern, bestehen die Elektroden aus einem Stift aus Mo, auf den mehrere Platten aus
W oder Mo in kleinem Abstand voneinander aufgeschoben sind. Die Platten sind mit 1
belegt. Die Röhre enthält Hg u. etwas Ar als Ziindgas. Beim Anlegen der Spannung
erfolgt erst eine Glimmentladung, die an mehreren Stellen in eine Lichtbogenentladung
übergeht, bis sich der volle Hg-Lichtbogen ausbildet, der nur von der Spitze des Elek­
trodenstiftes ausgeht. Als I dient BaO, dem als Zusatz noch einige andere Oxyde n.
Metalle zugefügt sind. (E. P. 488516 vom 3/8. 1937, ausg. 4/8. 1938. Holl. P. 47141
vom 26/7. 1937, ausg. 15/11. 1939. It. P. 353 316 vom 2/8. 1937. Alle D. Prior. 3/8.
1936.)
B oeder.
Philips’ Gloeilampenfabrieken, Eindhoven (Erfinder: G.Holst), Anode für
Röntgenröhren, bestehend aus einem Glühkopf aus einem hochschm. Metall mit geringem
Wärmeleitvermögen u. geringem Ausdehnungskoeff., wie W, an das sich ein niedrigschm. Metall mit größerem Ausdehnungskoeff. anschließt, wie Cu, dad. gek. daß an
der Verb.-Stelle beider Metalle feiner Cu-Draht in unregelmäßiger Lagerung eingefügt
wird. Die Verb. der beiden Metalle wird hierdurch beständiger gegen die Betriebs­
anforderungen der Röntgenröhre. (Schwed. P. 96 399 vom 16/5. 1936, ausg. 1/8.
1939.)
J. S c h m i d t .
Radioaktiengesellschait D. S. Loewe, Berlin-Steglitz (Erfinder: G. Liebmann
und E. Tohmfor), Mosaikelektrode fü r Fernschsenderöhren, bestehend aus zahlreichen
dünnen voneinander isolierten Metallblättchen, die gleichzeitig als Ableitungselektrode
dienen, einer darauf aus Dampf niedergeschlagenen dünnen (etwa 0,001 m) Isolations­
schicht z. B. aus Si02, CaF2 oder A120 3, über der das Mosaik der Photozellen angeordnet
ist. Die Kapazität zwischen jeder Mosaikzelle u. der Ableitungselektrode soll gleich
der Abschirm- u. Eintrittskapazität der an die Ableitungselektrode angeschlosscncn
Verstärkeranordnung sein. (Schwed. P. 96 009 vom 9/1. 1937, ausg. 30/6. 1939.
D. Prior. 10/1. 1936.)
J. S c h m i d t .
Femseh Akt.-Ges., Berlin, Herstellung von Mosaikelektroden fü r Bildspeicher­
röhren. Es ergeben sich bessere Ergebnisse, wenn die das Mosaik aufnehmende Ober­
fläche vor dem Aufbringen des. Grundmetalls (Ag) mattiert oder aufgerauht wird:
z. B. mittels eines Sandstrahlgebläses. Es kann aber auch vor dem Auf bringen des
Grundmetalls auf die glatte Oberfläche eine Vielzahl kleiner, unregelmäßig geformter
Teilchen aufgebracht werden. Schließlich kann auch unmittelbar auf die Tragplatte
eine koll. Lsg. von Ag oder A g,0 aufgebracht werden. (It. P. 365 641 vom 19/9. 1938.
D. Prior. 18/9. 1937.)
"
R oeder.
Ludwig Wesch, Heidelberg, Kondensator zur Umsetzung von Strahlungsenergie in
elektrische Energie, bes. für Fembildübertragung, dessen dielektr. Schicht aus einem
bei Bestrahlung seine DE. ändernden Leuchtstoff (I) besteht. Die Trägheit bei ZnSCua-Phosphoren läßt sich so weit herabsetzen, daß sie prakt. vernachlässigt werden kann,
wenn man bei der Herst. des I Schmelzzusätze anwendet, die keine Erhöhung der
Leitfähigkeit in den einzelnen Leuehtzentren hervorrufen. Zu diesem Zweck sind
Zusätze geeignet, die mit dem ZnS möglichst isomorph sind. Bes. hat sich der Ersatz
der üblichen K- u. Na-Chloride durch MgFs bewährt. Beispiel: Ein Gemisch von 1 g
ZnS, 0,1 g MgF2 u. 0,00001 g Cu (als Nitrat oder Sulfat) wird zusamraengesintert u.
danach gepulvert u. mit einem Bindemittel angeteigt. Diese I-M. wird zwischen zwei
Schichten aus leitendem Metall untergebracht, die so dünn sind, daß sie das sichtbare
Lieht nur in geringem Maße schwächen. — Näheres zur Bildübertragung. (D. R. P.
684 280 Kl. 21 g vom 18/7. 1933, ausg. 28/11. 1939.)
R oeder.
Westinghouse Electric & Mfg. Co., East Pittsburgh, übert. von : Earl D. Wilson,
Wilkinsburg, Pa., V. St. A., Schutzschicht für Photozellen (I). Die in bekannter Weise
aus Cu, Cu.O u. einer Edelmetallschicht (II) aufgebaute I erhält auf der II eine Schutz­
schicht aus Naturharz, z. B. Kolophonium oder Abietinsäure, der zweckmäßig ein
Plastizierungsmittel, wie Bienenwachs, Paraffin, Japanwachs, Butylphthalat oder
Athylenglvkol, in Mengen von 2— 25%, je nach der Verwendungstemp.. zugesetzt wird.
(A. P. 217 2 2 3 2 vom 5/3. 1936, ausg. 5/9. 1939.)
R oeder.
Dealite, materiale ceramico per alta irequenza. M ilano: Soc. an. M onti e Martini. 1930.
(15 S .)
8°.
X X II. 1.
71
1090
H ,y. WASSEK.
ABWASSER.
1940.
I.
IV. Wasser. Abwasser.
Frank Bachmann, Grundlagen der Vorbehandlung des Wassers. Überblick über
die Grundlagen der Misch- u. Flockungstechnik zur Beseitigung von Trübstoffen aus
Trinkwasscr in W.-Werken. (J. Amer. Water Works Assoc. 31. 1691— 1702. Okt. 1939.
New York, N. Y., Dorr Co.)
Man z.
Osman James Walker, Gordon Roy Finlay und Walter Edgar Harris, Die
Beseitigung von Fluor aus Trinkwässern in Alberta. In Kleinverss. erwiesen sich Alu­
miniumoxyd (2 Tage an der Luft, dann 12 Stdn. bei 190° getrocknet, noch besser bei
81° getrocknet) u. Aluminiumphosphat, Mischungen von CaC03 u. A120 3 nur ihrem Geh.
an Tonerde entsprechend, wirksam. In Yerss. an Ort u. Stelle lieferto ein Filter mit
4,5
kg Defluorite (Tricaleiumphosphat) 2300— 68001 W. mit einem F-Geh. unter
1 mg/1. (Canad. J. Bes., Sect. A 17. 308— 17. Okt. 1939. Edmonton, Can., Univ. of
Alberta.)
Man z.
George E. Willcomb, Flockung von weichen Wässern mit Eisensalzen. Das in
den Sommermonaten mit Rücksicht auf den Planktongeh. aus tieferen Schichten des
Staubeckens entnommene W. enthielt bis zu 0,5 mg/1 Mn, das durch Alaunflockung
nicht entfernt wurde, u. zu Störungen im Rohrnetz Veranlassung gab. Flockung mit
FcSO, u. Kalk beseitigte zwar das Mn auf 0,02 mg/1, aber unter hohem Fe-Geh. u. be­
trächtlicher Färbung u. geschmacklicher Beeinflussung des Reinwassers, während mit
Ferrisulfat auch 0,03 mg/1 Rest-Fo unter geringer Färbung u. ohne geschmackliche Be­
einflussung des Beinwassers erzielt wurde. Die durch die Herbstumwälzung des Stau­
beckens hochgebrachten organ. Stoffe führten bei allen Eisensalzen zu einer Störung
unter stärkerer Verfärbung u. erhöhtem Eisengeh. des Beinwassers. 43% des Mn-Geh.
werden nach 3-std. Ivlärzeit in den Klärbecken niedergeschlagen. (J. Amer. Water Works
Assoc. 31. 1703—22. Okt. 1939. Albany, N. Y., Div. o f Water and Sewage Treat­
ment.)
M an z.
A. F. Schabalin, Die Verringerung von Al20 3 in Rückständen des Koagulations­
mittels. Boi verschied. W.-Reinigungsanlagen schwankt die Ausnutzung des A120 3
aus A12(SOj)j- 18 H20 zwischen 44 u. 91%- Vf- beschreibt die mit einer Rührtrommel
von achteckigem Querschnitt versehene Löseanlage des mit geringsten Verlusten
arbeitenden Betriebs. (Bojocnafiacemie u CainiTaiman ToxnuKa [Wasserversorg, sanit.
Techn.] 14. Nr. 6 . 32—34. Juni 1939.)
R, K . M ü l l e r .
A. Foulon, Über Wasserenthärtungsniittel. Der übliche Zusatz von etwa 8 % Wasser­
glas zu Krystallsoda verbessert die Enthärtungswrkg. durch Eimv. auf die Carbonat­
härte; Wasserglas hat auch reinigende, emulgierende, die Benetzbarkeit der Gewebe
steigernde Wrkg. u. verhütet das Vergilben der Wäsche bei eisenhaltigem Waschwasser.
Bei richtigem Spülen tritt keine Kieselsäureanreicherung in den Geweben auf. (Seifensieder-Ztg. 6 6 . 870— 71. 13/12. 1939.)
Ma n z .
F. Kenyon, Kontrolle des Kesselioassers und daraus sich ergebende chemische Auf­
gaben. Auch bei sachgemäßer Einstellung des Alkali- u. Phosphatschutzes im Kessel­
wasser ergeben sich durch erhöhte Dampffeuchtigkeit Überhitzer- n. Turbinenschäden.
Alle Turbinenbeläge enthalten NaOH, bzw. das durch C 02-Aufnahme bis zur Unters,
gebildete Na2C03, dessen Verhältnis zu den anderen durch das NaOH festgehaltenen
Salzen nicht dem im Kesselwasser gegebenen Verhältnis entspricht, sondern nach der
an der Stelle der Bldg. gegebenen Temp. schwankt. Zur Klärung von Turbinenschäden
ist nicht der überhitzte Dampf, sondern der aus den fraglichen Stufen durch die Entlüftungshähne entnommene gesätt. Dampf zu untersuchen, wobei die Beschaffenheit
der ersten nach Wiederinbetriebnahmo ablaufenden Kondensate wertvolle Hinweise
gibt, öfteres An- u. Abstellen der Kessel führt zur Ansammlung von Kondensaten
in den Schleifen der Überhitzerrohre u. Begünstigung von Rohrschäden an diesen
Stellen durch Ansammlung fester Stoffe; zur Unters, sind die Kondensate abzuhebern.
Die Ursache des allmählichen Ansteigens des Salzgeh. durch undichte Kondensatoren
oder Schäumen der Verdampfer kann durch Aufstellung von Kurven des C1/S04Verhältnisses im Kesselwasser, Kühlwasser tu Verdampferspeisewasser geklärt werden.
(Electr. Rev. 125. 641—43. 17/11. 1939.)
_ Man z.
F. J. MattheW3, Die Begrenzung der Kesselwasseralkalität. Die K e s s e l wasscralkalität kann bei ehem. Vorenthärtung des Speisewassers durch Verwendung von
Aluminat (zur Verbesserung der Resthärte u. Minderung der Reagenzienüberschüsse
bei Mg-reichem oder organ. verschmutztem Rohwasser), durch Rückführung von
Kesselwasser in die Vorreinigung bei geeigneter Zus. des Rohwassers, bei Austausch­
enthärtung des Speisewassers durch Verwendung von Wasserstoffaustauschern, ohno
Vorreinigung durch zweckmäßige Auswahl der Zusätze zum Kesselwasser, Einspeisung
saurer Phosphate u. eine nach Kontrolle des Salzgeh. geregelte Ablaugung auf den
1940.
I
H v. A n o r g a n is c h e I n d u s t r i e .
1091
für den fraglichen Kessoldruck geeigneten Wert begrenzt werden. (Steam Engr. 8.
512—14. Sept. 1939.)
Man z.
F. J. Matthews, Steinverhütung in Kühlwasserkreisläufen durch Behandlung mit
Natriunüiexametaphosphat. Zusatz von 0,5—2,0 nig/1 Natriumhexametaphosphat zum
Kühlwasser vermindert die Wassersteinbldg. u. infolge Verbesserung des Wärme­
überganges auch dio Kühlwassermenge. Bei Umlauf des Kühlwassers ist starke An­
reicherung der Bicarbonate u. entsprechende Erhöhung des Phosphatzusatzes durch
zeitweiliges Ablaugen zu vermeiden. (Mod. Refrigerat. 4 2 . 229. Okt. 1939.) M a n z .
A. J. Fischer und R. B. Thompson, Das Biofilterverfahrender Abwasserreinigung.
Rückführung des belüfteten Tropfkörperablaufes in das Vorklärbecken nach J e n k s
ermöglicht höhere, gleichmäßige Belastung der Tropfkörper bei ausgeglichener Abwassorstärke unter gleichzeitiger Verbesserung der Vorklärung; bei zweistufiger An­
wendung mit Rückführmengen 1: 1 wird dio 0 2-Zehrung um 90— 95% vermindert.
Zusammenstellung ausgeführter Kläranlagen u. Betriobsergebnisse. (Munic. Sanit. 10.
525—30. Nov. 1939. New York, N. Y., Dorr Co.)
Ma n z.
Robert T. Regester, Aufgaben und Ziele der Praxis des Belebtschlammes. Es wird
eine Zusammenstellung konstruktiver u. betriebstechn. Daten aus 30 Klärwerken Nord­
amerikas zur Erläuterung der derzeitigen Entw. der Belebtschlammreinigung besprochen
u. weitere Gesichtspunkte zur Erforschung u. Vereinheitlichung der Betriebsführung
gegeben. (Proc. Amer. Soo. Civil Engr. 65. 1501—25. Nov. 1939. Baltimore, Md.) Manz.
F. DixonundD. C. Jenkins, Notiz zur Anwendung von Hypochlorit in der TFasscranalyse. Zum Nachw. tier. oder pflanzlicher Prodd. in W. dient der Q. Verbrauch
beim Behandeln mit KMnO., u. NaOCl, den man folgendermaßen bestimmt: 100 ccm
Analysenwasser werden mit 10 ccm Veo’11- KMnO, 4- 5 ccm HjSO, ( 1: 4) (bzw. 10 ccm
Y10-n. NaOCl) in 5 Min. zum Kochen gebracht, 10 Min. in diesem Zustand gehalten
u. nach dem Abkühlen u. Zugabe von K J (bzw. 2 ccm 10%ig. K J + 10 ccm konz.
HCl) mit 0,l% ig. Na2S2Oa-Lsg. in Ggw. von Stärke (bzw. l/i0-n. Na2S ,03 in Ggw.
von 0,l% ig. alkoh. a-Naphtholflavonlsg.) als Indicator titriert. Die Resultate werden
in verbrauchtem O. ausgedrückt, bezogen auf 100 ccm Wasser. Die Vers.-Lsgg. wurden
durch Zusatz solcher Mengen tier. bzw. pflanzlicher Substanz zu Leitungswasser her­
gestellt, daß bei 4-std. Behandeln mit KMnO, bei 27° 25% 0 2, bezogen auf 100 Teile
W. verbraucht wurden. Die erhaltenen Ergebnisse zeigen, daß das Verhältnis des
0 2-Verbrauches beider Methoden (NaOCl: KMnO.,) der pflanzliche Stoffe enthaltenden
W.-Proben nicht über 2, das der tier. Stoffe enthaltenden dagegen zwischen 5—8 liegt.
In Übereinstimmung hiermit ergab dio Unters, einer durch Behandeln von Kleie mit
verd. Salzsäure hergestellten W.-Probe bei positiver Biuretrk. eindeutig das Nicht­
vorhandensein tier. Produkte. (Analyst 64. 735—36. Okt. 1939. Stafford, County
St r ü b i n g .
Labor.)
¥. Anorganische Industrie,
B. Laporte, Ltd., Luton, England (Erfinder: M. Salleras), Kontinuierliche
Herstellung von Wasserstoffsuperoxyd. Man vermischt Kaliumpersulfat u. H2SO., unter
kräftigem Rühren, worauf man die Suspension in einem Rohrsyst. erwärmt, wobei
sich das Persulfat löst u. dann in der Wärme die Hydrolyse unter Bldg. von H30 2 er­
folgt. In diesem Syst. wird ein Vakuum aufrecht erhalten, so daß das H20 2 fortlaufend
dampfförmig entfernt wird. (Schwed. P. 96 372 vom 5/10.1937, ausg. 1/8.1939.
E. Prior. 6/10. 1936.)
J. SCHMIDT.
Imperial Chemical Industries Ltd., London, und Bolidens Gruvaktiebolag,
Stockholm (Erfinder: N. Levy), Gewinnung von Schwefeldioxyd aus Gasen durch
Absorption. Man wäscht das S 02 mittels wss. bas. Al-Sulfat aus. Hierbei wird die
Waschfl. im Kreislauf geführt. Als Nebenrk. wird S 03 nach der Formel 3 SO» =
2 S O + S gebildet. Diese Rk. wird durch Polythionat katalyt, beschleunigt, das
wiederum aus S u. H2S, wie sie in vielen Gasen, z. B. Röstgasen, der Pyritröstung oft
vorhanden sind, gebildet wird. Um diese Nebenrk. zurückzudrängen, wird daher
durch kontinuierliche Regenerierung eines Teiles der Waschlauge mittels Cu-Salzen,
die mit Thionat Fällungen ergeben, der Thionatgeh. auf unter 0,18 g S,'gebunden
als Thionat, je 100 cem gehalten. Jedoch darf nicht alles Thionat entfernt werden,
da sonst Cu-Salze in der Waschfl. verbleiben, was ebenfalls zu erneuter Thionatbldg.
in den Waschtürmen führen würde durch sich auf den Füllkörpern niederschlagendes
CuS. Man entfernt daher nur soviel Thionat, daß der Thionatgeh. in der Kreislauffl.
nicht unter 0,15 g S, gebunden als Thionat, je 100 ccm sinkt. (Schwed. P. 96 312
J. S c h m i d t .
vom 28/2. 1938, ausg. 25/7. 1939.)
71*
109 2
Hy. A n o r g a n is c h e I n d u s t r i e .
1940. 1.
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Herstellung von konzentrierter
Salpetersäure. Ein Gemisch aus W. oder verd. HN03 u. fl. X0.2 wird unter Druck
(80 at) oxydiert, indem die erforderliche Saucrstoffmenge sehr schnell durch poröse
Körper, wie Filterkerzen, in den Rk.-Raum gepreßt wird. (It. 366 400 vom 11/10.
1938. D. Prior. 15/10. 1937.)
ZÜRN.
Standard Oil Development Co., Linden, K. J., Y. St. A., In Wasser lösliche,
glasige komplexe Phosphate werden erhalten durch Zusammenschmelzen eines Phos­
phats (Natriummetaphosphat) mit einem festen Oxyd der 2.—8. Gruppe des period.
Syst., nach It. P. 366054, bes. des Bors oder des Berylliums. Diese komplexen Phcsphatgläser eignen sich außer zur W.-Enthärtung vor allem zum Herabsetzen der Viscosität voii Bohrschlämmen. (It. PP. 366 053 u. 366 054 vom 16/9. 1938. A. Prior.
21/9. 1937.)
Zürn.
W . E. Worontschichin, USSR, Solvaysoda. Zwecks besserer Ausnutzung
der NaCl-Lsg. wird die Fl. des Vorratsbehälters für die Kolonne vor dem Carbonisieren mit der Kolonnenfl. vermischt. (Russ. P. 55 195 vom 15/4. 1937, ausg.
31/7. 1939.)
R ic h t e r .
Michigan Alkali Co., Wyandotte,, übert. von: Howard Roderick, Grosse Ile,
Mich., V. St. A., Herstellung von Calciumcarbonat. Chem. reines CaC03 mit einer
Teilchengröße von unter 1 /« wird durch möglichst rasche Zugabe einer CaCl2-Lsg. mit
100 g CaCl2/l zu Natronlauge mit 50 g NaOH/1 bei 85— 100° F unter starkem Rühren
u. anschließendem Einleiten von möglichst konz. C02 während 20 Min. bis 1 Stde.
erhalten. Es kann auch die etwas sulfathaltige Ablauge des Ammoniak-Sodaprozesses
angewandt werden. (A. P. 2164 943 vom 27/8. 1936, ausg. 4/7. 1939.) G r a s s h o f k .
Soc. de Recherches et D ’Applications Chimiques (Sorac), Brüssel (Erfinder:
C. Deguide), Aufschließen von Zirkonerzen. Man behandelt Zirkonerzc mit BaCO:!
bei etwa 1400°. Hierbei wird die Mengo des BaC03 so bemessen, daß sich aus dem
Zirkonsilicat BaZrO-, bildet u. alles Si02 als Dibariumsilicat (SiO2•2 BaO) gebunden
wird. Das Rk.-Prod. wird mit heißem W. behandelt, wobei das BaZr03 zurückbleibt.
Dieses wird dann durch Calcinieren unter Zusatz von BaC03 bei etwa 1400—1500 zu
Ba2Zr04 umgesetzt. Dieses kann als feuerfestes Material Verwendung finden. Man kann
das BaZr03 auch auf nassem Wege über das ZrCl4 auf Z r02 aufarbeiten. (Schwed. P.
96 507 vom 12/6. 1937, ausg. 15/8. 1939. E. Prior. 17/6. 1936.)
J. S c h m i d t .
Perosa Corp., Wilmington, Del., V. St. A., übert. von: Carlo Adamoli, Mailand,
Italien, Herstellung von Berylliumfluorid. Oxydfreies Berylliumfluorid wird aus
trockenem Berylliumhydroxyd erhalten durch Umsetzung mit der äquivalenten Menge
von trockenem, saurem Ammoniumfluorid unterhalb 500°, vorzugsweise bei 450—500°.
bei gleichzeitigem Einleiten von C02. Das in Dampfform dabei anfallende NH,F wird
kondensiert, in das saure Salz überführt u. erneut in den Prozeß eingebracht. (Can. P.
383 438 vom 17/6. 1937, ausg. 15/8. 1939. It. Prior. 15/7. 1936.)
G r assh o ff.
Perosa Corp., Wilmington, Del., V. St. A.. übert. von: Carlo Adamoli, Mailand,
Italien. Herstdlung von wasserfreiem Berylliumfluorid. Wasserfreies u. oxydfreies
Berylliumfluorid wird aus trockenem Berylliumhydroxyd erhalten durch Umsetzung
mit gasförmigem HF mit höchstens 20% Feuchtigkeit bei erhöhter Temp. in einer für
dio Rk.-Teilnehmer undurchlässigen u. beständigen Apparatur. (Can. P. 383440 vom
5/11.1937, ausg. 15/8.1939. It. Prior. 17/4.1937.)
G rassh off.
Perosa Corp., Wilmington, Del., V. St. A., übert. von: Carlo Adamoli, Mailand,
Italien, Herstdlung von Berylliumverbindungen. Lösl. Berylliumverbb. werden aus
natürlichen Silicaten gewonnen durch Aufschluß mit mindestens einem der wasser­
freien Oxyde, Hydroxyde, Carbonate oder Bicarbonate der Alkali- oder Erdalkali­
metalle bzw. mit Mischungen mehrerer derselben bei erhöhter Temp., jedoch ohne
das Rk.-Gut zu schmelzen. Das Rk.-Gut wird in der Hitze u. unter Druck durch ein
Alkali zers., so daß ein unlösl. Silicat entsteht, sofern nicht der Aufschluß schon so
geführt wurde, daß es sich bildet, um dann das Berylliumoxyd durch ein Alkalicarbonat
in Lsg. zu bringen. (Can. P. 383 439 vom 6/7. 1937, ausg. 15/8. 1939. It. Prior.
20/7. 1936.)
Gr assh o ff.
South Pasadena. übert. von: J a m e s
Los
Angeles, Cal., V. St. A., Aktivieren von Bleicherde für die Verwendung als Adsorptions-,
Beinigungs- oder Entfärbungsmittel oder als Katalysator durch Behandeln der zer­
kleinerten, in W. suspendierten Bleicherde mit HCl oder mit S03 oder mit einem Ge­
misch von. S 02 u. Chlor, oder, von H2 u. Chlor, oder von HäS u. Chlor, oder von S02
u. Stickoxvden. mit nachfolgendem Abtreimen der hierbei gelösten Stoffe. (A. P2174610 vom 27/?. 1939, ausg. 3/10. 1939.)
ZÜRN.
Henry S. Montgomery,
W. Weir,
194-0. I .
H V1. SlLICATCHEMXE.
B a u s to ffe .
1U93
VI. Silicatchemie. Baustoffe.
Joseph D. Walker, Überblick über die Praxis des Emaillierens. Schilderung
der einzelnen Arbeitsgiinge. (Metal Clean. Finish. 1 0 . 751— 58. Nov. 1938. Cleveland,
0 . , V. St. A.)
M arkhoff.
A. G. Read, Betrieb im Mühlenraum. Beschreibung des Mühlenbetriebs bei der
Emailherst. u. Diskussion der möglichen das Fabrikat beeinflussenden Fehler.
(Foundry Trade J. 6 1 . 172—74. 7/9. 1939.)
P la tz m a n n .
Vieihaber, Borfreie Emails. Diskussion der Möglichkeiten, borfreie Blechgrundu. Puderemails herzustellcn. (Emaihvaren-Ind. 1 6 . 207. 21/12. 1939.) PLATZMANN.
R. F. Havell und T. N. McVay, Verbesserung einiger Alabama-Glassande. Da
im Mobilebezirk die meisten zur Glashcrst. notwendigen Rohstoffe gefunden werden,
wurden auch die Vorkk. südöstlich am Golf von Mexiko (Baldwinbezirk) untersucht.
Vcrss. ergaben, daß der Fe20 3-Geh. der Sande durch Aufbereiten von 0,093— 0,169%
auf 0,057—0,066% herabgemindert werden konnte. Die Korngrößenabstufung der
Sande war für die Glasherst. geeignet. Man kann als Nebenerzeugnisse kleine Mengen
an Zirkon, Cyanit, Titaneisenerz u. Rutil gewinnen. (Bull. Amer. ceram. Soc. 18.
429—31. Nov. 1939. Alabama, Univ.)
P latzm an n .
M. S. Kasanski, Das Ziehen von Flachglas ohne Schwimmdüse. Es wird ein Verf.
zum waagerechten Ziehen von streifenfreiem Flachglas beschrieben, bei dem die gleich­
mäßige Stärke der Scheiben durch in die Glasmasse eingeführte L-förmige Schieber
(„Stiefel“ ) geregelt wird. Der Kanal muß so konstruiert sein, daß Gleichmäßigkeit
der Temp. gewährleistet ist. Die Ziehtemp. ist höher als beim F OURCAULT-Verf.,
im Durchschnitt 1050°. (OeKOJiiua« npOMMmÄHOCTB [Glasind.] 1 5 . Nr. 5. 14— 21.
Mai 1939.)
R. K. M ü l l e r .
1.1. Kitaigorodski, W . I. Bokunjajewa und T. N. Keschischjan, Fensterglas
mit verringertem Alkaligehall. Aus Unteres, der Eigg. (ehem. Beständigkeit, Krystallisationsneigung, Zähigkeit, Erhärtungsgeschwindigkeit) von zahlreichen Glassorten
unter dem Gesichtspunkt der Herabsetzung des Alkaligeh. ergeben sich folgende (be­
rechnete) Zuss. als günstig für die Herst. von Flachglas nach dem Verf. von FOURCAULT:
1. 71,5(%) Si02, 1,5 A120 ,. 13,0 NaaO. 10,5 CaO, 3,5 MgO; 2. 72,5 Si02, 1,5 A120 3,
13,0 Na20 , 10,4 CaO, 2,6 MgO; 3. 73,5 Si02, 1,5 A120 3, 13,0 NaaO, 9,6 CaO, 2,4 MgO.
(OreKO.itnajx npoMtim.TenHOCTB [Glasind.] 15. Nr. 5. 29— 34. Mai 1939. Moskau, Chem.technol. Mendelejewinst.)
R. K. MÜLLER.
W . Je. Leonow, Der Einfluß der Tonerde im Glas auf die Qualität von Flaschen
aus der halbautomatischen WSch-Maschine. In Vgl.-Verss. mit 1— 5% A120 3 wird als
günstigste Zus. der Glasmasse für die zuverlässige Konusausbldg. bei einer lialbautomat.
Flaschenblasmaschine folgende ermittelt: 73,74(%) SiOs, 14,98 Na20 . 9,40 CaO,
3,26 A l,0 „ 0,39 MgO. 0,17 Fe,O,. (CreKO.ii.iiaa lipoMiim.TenHOCTi. [Glasind.] 15. Nr. 5.
13—14. Mai 1939.)
'
R. K. M ü l l e r .
M. G. Tschernjak, Die Herstellung von Glasfasern — ein volkswirtschaftliches
Problem. Es wird auf die Bedeutung der Glasfaser für die Elektroindustrie, für Wärme­
isolation, für die Herst. von Textilerzeugnissen usw. hingewiesen. Die Arbeit enthält
verschiedene Angaben über physikal. Kennzahlen u. Elektroisolationseigg. der Glas­
faser. (JlerKaa itpoMMiujeaiiocTi. [Leichtind.] 18 . Nr. 6. 64—73. 1939.)
G u b in .
Campbell Robertson und Daniel O. Koch, Einfluß der Feuerfühmng auf die
Güte von farbigen Glasdekorationen. Die Güte des Brandes ist, wie Vcrss. in einem
30 Fuß langen Tunnelofen ergaben, abhängig von einer bestimmten spezif. Temperatur.
Die Dauer, während welcher diese Temp. gehalten wird, ist von größerer Wirksamkeit
als die Erreichung höherer bzw. niedrigerer Tempp. bei gleicher Zeitdauer. Aus­
arbeitung einer „idealen“ Feuerführung. (Bull. Amer. ceram. Soc. 1 8 . 422—26. Nov.
1939. Perth Amboy, N. J., E. I. du Pont de Nemours and Co.. R. and II. Chemi­
cals Dept.)
P la t z m a n n .
F. E. Barstow und H. E. Edgerton, Glasbruchgeschwindigkeit. Mit elektr. Funken
als Lichtquellen ( < Vioooooo Sek.) wurde die Ausbreitung von Glassprüngen photo­
graphiert. Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Sprünge erwies sich als konstant,
ziemlich genau 5040 Fuß/Sek., in Übereinstimmung mit der von SCHARDIN u. S t r u t h
ermittelten Geschwindigkeit (vgl. C. 19 3 8 . II. 2325). Im allg. liegen die äußersten
Spitzen der Sprünge auf einem nahezu vollkommenen Kreis. (J. Amer. ceram. S o c . 22.
302— 07. Sept. 1939. Cambridge, Mass., Mass. Inst, of Technol.)
S k a lik s .
Kasson S. Gibson und Geraldine Walker Haupt, Standardisierung der Licht­
durchlässigkeitsskala, die zur Normung von. Signalgläsern für die. Eisenbahn dient. A u s­
führlichere Darst.. der C . 19 3 9 . I I . 1944 referierten Arbeit.
(J.
Res. nat. Bur. St
22. 627— 49. Juni 1939. Washington.)
H entschel.
1 09 +
H ti. S iu c a t c h e m i k .
B austoffe.
1940. I .
A. H. Riley, Das Mahlen von Töpfereimaterialien und deren Kontrolle. Folgende
Vorsicht«- u. Kontrollmaßnahmen sind erforderlich: 1. Die D. muß geprüft werden,
um eine koastanto kryst. Struktur des ealcinierten Flintsteines sicherzustellen. 2. Das
„Pint“ -Gewicht (0,57 1) des Materials muß während des Mahlens konstant gehalten
werden, um diesen Arbeitsgang zu kontrollieren. 3. Der Mühle ist die genaue Charge
aufzugeben, damit ein einheitliches Erzeugnis erhalten wird. 4. Es muß eine Nor­
mierung erfolgen hinsichtlich Absetzzeit u. „Pint“ -Gewicht. (Trans. Brit. ceram.
Soc. 38. 561— 80. Okt. 1939.)
Platzm an n .
N. K . Antonewitsch, Über die Natur der Rosafarbe fü r keramische Massen. Die
Rosafärbung von Porzellan wird am sichersten erhalten durch Einführung von MnHP04
oder anderen Mn-Salzen zusammen mit (NH1)2HPO., in die Masse. Durch Brennen
von AljO, mit MnHPO, oberhalb 1200° (am besten zwischen 1250 u. 1325°) wird rosa­
farbener Korund (mit 2% MnO) dargestellt, der den eigentlichen Farbstoff bildet
u. schon in einer Menge von etwa 5°/0 in die Porzellanmasse eingeführt dem Porzellan
eine schöne Rosafarbe verleiht. Auch bei Zers, des Porzellans mit Säuren erhält man
als Rückstand den rosafarbenen Korund neben Mullit. Der Farbstoff übt jedoch seine
Wrkg. nur aus, wenn er in der Porzelianmasse in mechan. Verteilung vorliegt, nicht
wenn er in gelöster Form angewandt wird. Der untersuchte rosafarbene Korund
scheint nur ein Glied in einer Reihe gefärbter Korunde darzustellen, z. B. neben dem
mit Cr20 3 gefärbten Rubin, Saphir, Topas, Alexandrit usw., die alle als Farbstoffe
für keram. Massen in Frage kommen können. (XiiMireecKiiH >Kypna-T. Cepiifi E.
/Kypiixi IIpiiKjinjnoii XiiMinr [Chem. J. Ser. B, J. appl. Chem.] 11. 1320— 34. 1 Tafel.
1938.)
R . K. M ü l l e r .
F. Chalamel, Die keramischen Erzeugnisse fü r das Bauwesen. Ausführlicher
zusammenfassender Überblick. (Rev. Mater. Construct. Trav. publ. 1937. 145 B.
16 Seiten bis 186 B. 1938. 9 B. 35 Seiten bis 156 B. 1939. 9 B. 21 Seiten bis
92 B.)
Platzm ann.
J. H. Chesters, Neuere Entwicklungen der basischen feuerfesten Stoffe steigern
deren Anwendungen in Öfen. Auszug aus der C. 1939. II. 2140 referierten Arbeit.
(Brick Clay Rec. 95. Nr. 5. 57— 58. Nov. 1939. Stockbridge, United Steel Cos. Ltd.,
Central Res. Dept.)
PLATZMANN.
Everett C. Hite und Gilbert Soler, Feuerfeste Stoffe fü r Gießgruben. (Vgl. C. 1939.
II. 4552.) Beim Guß werden dis feuerfesten Auskleidungen bes. beansprucht. Das
Verlegen der Steine in den Gießpfannen ist für die Lebensdauer der feuerfesten Aus­
kleidung von Wichtigkeit. Der Hohlstein im Stopfen soll widerstandsfähig gegen
Absplittern u. Schlackenangriff sein; daneben soll er niedrige Wärmeleitfähigkeit be­
sitzen. (Briek Clay Rec. 95.Nr. 5. 54— 56. Nov. 1939.)
P latzm an n .
Louis A. Smith, Anwendung von feuerfesten Sondennassen im Siemens-MartinOfen. Kurzer Erfahrungsbericht. (Refractories J. 15. 543. Dez. 1939. Aliquippa, Pa.,
Jones & Laughlin SteelCorp.)
SKALIKS.
Fritz Rücker, Estrichplatten aus Abfallstoffen. Beschreibung der Herst. von
Estrichplatten aus Ziegelbruch, Ziegelsplitt, Zement als Bindemittel u. mit einer organ.
Fl. getränkten Sägespänen. (Tonind.-Ztg. 63. 953—54. 20/12. 1939.) P l a t z m a n n .
John F. Ervin, Ann Arbor, Mich., V. St. A., Metallische Schleifmittel, bestehend
aus C-reichcn Fe-Legierungen folgender Zuss.: I. 3 (% ) C, 0,5 Mn, 1,5 Si, 0,1 S, 0,4 P,
0,25—3,0 Cr, 0,1— 0,6 Mo u. Rest Fe. II. 3 (% ) C, 0,5 Mn, 1,5 Si, 0,1 S, 0,4 P, 0,1
bis 1,5 Cr, 0,1—3 Ni, 0,1—0,6 Mo u. Rest Fe. III. 3 (% ) C, 0,5 Mn, 1,5 Si, 0,1 S,
0,4 P, 0,1— 1,5 Cr, 0,1—3 Ni, bis zu 0,06 V u. Rest Fe. (A. PP. 2171 081, 2171082
u. 2171083 v o m 10/5. 1937, ausg. 29/8. 1939.)
H o f f m a n n .^
Carborundum Co., übert. von: William P. Fitz-Randolph, Niagara Falls, N. Y.,
V. St. A., Metaügebundene Schleifwerkzeuge, bestehend aus Diamanten als Schleifkorn
u. einem gesinterten metall. Bindemittel. Als Bindemittel werden verwendet: I. Sn.
dem ein Härtungsmittel, wie Cu oder Sb, zulcgiert ist; II. ein pulverförmiges Gemenge
aus Sn u. nicht mehr als 30% Fe. (A. PP. 2173 833 u. 2 173 834 vom 7/10. 1937,
ausg. 26/9. 1939.)
H offm ann.
Carborundum Co., übert. von: John A. Boyer, William P.
Niagara Falls, und Carl G. Rose, Lewiston, N. Y., V. St. A., Metallgebundene Schleif­
werkzeuge. Als Bindemittel für körnige Schleifmittel, wie Diamanten, wird ein ge­
sintertes Metall der Fe-Gruppe verwendet, welches ein anderes Metall, wie Al, Zn,
Sn oder dgl., in fester Lsg. enthält. (A. P. 2173 835 vom 7 /10. 1937, ausg. 2 6/9.
1939.)
H offm ann.
Power Patents Co., Hillside, übert. von: John D. Morgan, South Orange, N. J.,
V. St. A., Feuerfeste Glasurmasse, bestehend aus einem zur Rk. gebrachten Gemisch
Fitz-Randolph.
1940. I .
IitI: S il ic a t c h e m ik .
Bau sto ffs.
1095
aus 90—50 (Teilen) gemahlenem Zirkonsilicat, 10— 50 H 3PO., u. einer geringen Menge
feingemahlenem Ferrosilicium.
(A. P. 2170 387 vom 25/5. 1937, ausg. 22/8.
1939.)
H offm ann.
Rosen thal-Isolatoren G. m. b. H., Selb, Herstellung von keramischen Formslucken
nach dem Trockenpreßverfahren unter Zusatz von geringen Mengen Faserstoffen, Wie
Asbest, dad. gek., daß geschieferte, im wesentlichen aus Al- oder Mg-Silicat bestehende,
nicht ohne weiteres durch Trockenpressung verarbeitbare Ausgangsstoffe, wie z. B.
Tonschiefer, Glimmerschiefer oder Talkschiefer, mit geringen Mengen von Faserstoffen,
wie Asbest oder Cellulose, versetzt, trockengcpreßt u. dichtgebrannt werden. (D. R. P.
083 0ß9 KJ. 80 b vom 8/10. 1936, ausg. 28/10. 1939.)
Hoffm anx.
Siemens-Schuckertwerke Akt.-Ges. (Erfinder: Werner Jubitz), Berlin, Trocknen
keramischer Formstücke durch Einw. hochfrequenter elektr. Felder, dad. gek., daß zu
Beginn des Trockenvorganges eine Leistung angewendet wird, die wesentlich größer ist
als der Feuchtigkeitsmenge des Formstückes entspricht, u. daß nach Erreichung der
Feuchtigkeitsgrenze, bei der eine Steigerung der Temp. des Formstückes über den Kp.
der zu entfernenden Fl. eintritt, die Leistung begrenzt u. selbsttätig geregelt wird.
(D. R. P. 684 276 Kl. 82 a vom 25/1. 1936, ausg. 25/11. 1939.)
M . F. M ü l l e r .
Battelle Memorial Institute, übert. von: Floyd B. Hobart, Columbus, O.,
V. St. A., Herstellung leichter keramischer Gegenstände. Aus keram. Material w ird eine
Suspension hergestellt, welche auf einen solchen pH -W ert eingestellt wird, daß sie in
der Lage ist, ein lösl. Silicat zu gelatinieren. Die Suspension wird geschäumt u. hierauf
mit einem Pulver eines lösl. Silicates vermischt. (A. P. 2171290 vom 14/1. 1937,
ausg. 29/8. 1939.)
H offm ann.
Viktor Moritz Goldsciimidt, Oslo, Norwegen, Keramischer Baustoff, hergestellt
durch Brennen einer Mischung aus etwa 40—85 (Teilen) von körnigem bis grobkörnigem
Magnesiumorthosilicatmaterial u. etwa 60— 15 eines Feinmaterials, welches im wesent­
lichen aus andersartigem Material bestellt u. bis höchstens 25% an feinverteiltem
Magnesiumorthosilicatmaterial enthalten darf. (Schwz. P. 204 682 vom 9/9.1936,
aus 16/8.1939. Oe. Prior. 20/2.1936. Zus. zu Schwz. P. 200601; C. 1939. I. 5145.) HOFFM.
Otto Krause, Breslau, Herstellung von Porzellan, Steingut und ähnlichen fein­
keramischen Massen unter Anwendung von Quarz in Korngrößen unterhalb 0,06 mm.
dad. gek., daß der Quarz zumindestens 50%, vorzugsweise zu mehr als 75%, in Korn­
größen zwischen 0,015 u. 0,030 mm in die Massen eingeführt wird. (D. R. P. 682 960
KI. 80 b vom 23/3. 1937, ausg. 24/10. 1939.)
H offm ann.
R. R. Matwejew, USSR, Feuerfestes hydraulisches Bindemittel. Tonerdehaltige
Stoffe, z. B. Bauxit, werden mit Ba-Sulfat, -Sulfit, -Carbonat oder dgl., gegebenenfalls
unter Zusatz eines Red.-Mittels, wie Kohle, geschmolzen u. zerkleinert. (Russ. P.
55 383 vom 13/10. 1937, ausg. 31/7. 1939.)
R ic h t e r .
F.
L. Smidth & Co., New York, N. Y., V. St. A., übert. von: Nikolai Ahlmann,
Frederiksberg, Dänemark, Brennen von Zement. Auf einem Wanderrost werden dio
Heizgase durch eine feinkörnige poröse Schicht des Brenngutes u. hierauf durch eine
Schicht eines feuerfesten Stoffes geleitet, welcher die Abwärme aufnimmt u. später
zum Vorwärmen der Heizgase benutzt wird. (A. P. 2174 066 vom 21/1. 1939, ausg.
26/9. 1939. u. Belg. P. 431987 vom 4/1. 1939, Auszug veröff. 9/8. 1939. Beide
E . Prior. 5/1. 1938.)
H offm ann.
E.
R. C. Rönne, Kopenhagen, Kühlen von Zementklinker. Der heiße Zement­
klinker wird plötzlich abgekühlt durch Einführen von kalten Klinker in den Ofen
unmittelbar in dio Erstarrungszone. (Belg. P. 432124 vom12/1. 1939, Auszug veröff.
9/8. 1939. E . Prior. 18/1. 1938.)
H offm ann .
Master Builders Co., Cleveland, übert. von: Edward W . Scripture jr., Shaker
Heights, O., V. St. A., Mörtelmischung. Zur Verflüssigung u. Erhöhung der Plastizität
vom Zementmörtelmischungen wird diesen eine geringe Mengo Sulfitablauge zugesetzt.
(A. P. 2169 980 vom 6/11. 1934, ausg. 15/8. 1939.)
H offm ann.
Luigi Campi, Zürich, Schweiz, Leichtbeton. Bei der Herst. von Leichtbeton
durch Einführen von Gasblasen in eine Mörtelmasse wird dieser zur Stabilisierung
der Gasblasen eine Lsg. von Kolophonium, vorzugsweise in A., zugesetzt. (Scliwz. P.
205468 vom 19/3. 1938, ausg. 1/9. 1939.)
H offm ann.
Paul Herrmann, Falkensce b. Berlin, Herstellung von Leichtbeton aus Zement oder
Kal u. porösen Zuschlagstoffen, wie Bims, Lava oder dergleichen. Die Zuschlagstoffe
werden vor dem Vermischen mit dem Bindemittel mit einer dünnen Haut von durch
Erwärmen fl. gemachtem Bitumen überzogen u. dannbesandet.
(D. R. P. 682 683
Kl. 80b vom 7/2. 1937, ausg. 20/10. 1939.)
H offm ann .
Aktiebolaget Fajans Tegelbruk, Falkenberg, und E. Sperle, Ulm a. D., Her­
stellung von Leichtbeton. Man umhüllt Faserstoffe zunächst mit Tonerde, z. B. durch
,1 0 9 6
Hy,,. A g r i k u l t u b c h e m ie .
S c h ä d l in g s b e k ä m p f u n g .
ly .iu . I .
Eintauchen in eine Aufschlämmung von Ton in W., versetzt die Fasermasse dann mit
Kalk u. mischt gut durch, worauf das Fasergut mit Zement u. Sand zu Leichtbeton
verarbeitet wird. Man erhält Bauplatten mit gutem Isoliervermögen. Auch kann
die Zementmenge im Gemisch verhältnismäßig gering gehalten werden. (Schwed. P.
96 304 vom 27/10. 1937, ausg. 18/7. 1939.)
J. S c h m i d t .
S. A. F. F. A. Societa Anonima Fabbriche Fiammiferi ed Affini, Mailand,
Bauelement, bestehend aus einer Grundplatte aus Hobelspänen, die einseitig mit einer
Schicht aus Magnesiazement u. Sägemehl bedeckt ist. (It. P. 365 410 vom 8/9.
1938.)
H offm ann .
Franz Xaver Abletshauser, Aitrang, Allgäu, Magnesiazementgebundene Möbel­
beläge als Austauschstoff für Linoleum. Ein breiartiges Gemisch von Magnesit, Holz­
staub u. MgCl2-Lauge wird mit einer Dispersion vermischt, die durch Lösen von
Wachs oder dgl. in öl, Dispergieren der Lsg. in einer wss. Schmierseifenlsg. u. Zusatz
von MgCl2-Lauge erhalten ist. Das Gemisch wird auf Holzflächen ausgebreitet, mit
einer Gummidecke abgedeckt u. aufgewalzt. (D. R. P. 683 618 Ivl. 80 b vom 11/1.
1938, au sg. 11/11. 1939.)
H offm ann.
J. Graindorge, Lüttich, Verkleidungsplatte. Diese wird unter Verwendung eines
aus einem Aluminiumsilicat bestehenden Bindemittels hergestellt. (Belg. P. 432 387
vom 26/1. 1939, Auszug veröff. 9/8. 1939.)
H offm ann .
Empire Trust Co., New York, N. Y., übert. von: Clarence L. Colbert, Elizabeth.
N. J., V. St. A., Körnige Stoffe für Dachdeckungszwecke. Ton oder Schiefer wird in
feiner Verteilung mit W. gemischt bis zur Bldg. einer plast. Masse. Diese wird zu dünnen
Schichten verformt, die zu Körnern gebrochen u. gebrannt werden. (A. P. 2170445
vom 14/7. 1931, ausg. 22/8. 1939.) "
HOFFMANN.
Ernest George Hewish, Winnipeg, und Carl Buchholz, Churchill, Manitoba,
Can., Gefärbte körnige Massen zum Belegen von Wegen, Tennisplätzen oder dergleichen.
Kies, Sand, Schicfer oder dgl. körnige Stoffe werden mit einer Farbmasse überzogen,
welche aus einem Farbstoff u. einem Gemisch aus gekochtem Leinöl (I), Harzfirnis (II),
Pilchardöl (III) u. einem Trockenmittel (IV) besteht. Eine rote Farbmasse besteht
beispielsweise aus 15,5 (Teilen) Toluidinrot, 31 CaSO.,, 8,5 I, 25,75 II, 17,25 III u.
2 IV. (A. P. 2174 632 vom 3/7. 1937,ausg. 3/10. 1939.)
H offm ann .
Fritz Fahrner und Max Lenzlinger, Uster, Schweiz, Herstellung von Deck­
schichten auf beliebigen Flächen. Auf die zu bedeckenden Flächen wird zuerst ein Stoff,
wie ungekochtes Leinöl, aufgetragen, welcher fähig ist, mit dem im Zement enthaltenen
Kalk Fettsäureverbb. zu bilden, worauf die Flächen mit Zementmörtel bcdeckt werden.
(Schwz. P. 204183 vom 31/1. 1938, ausg. 17/7. 1939.)
H offm ann .
Gewerkschaft Keramchemie-Berggarten, Siershahn, Behälterauskleidung. Bei
der Behälterauskleidung nach Belg. P. 426976 soll der Kautschuk durch künstliche
Stoffe, wie Polyvinvlester, ersetzt werden. (Belg. P. 431 850 vom 24/12. 1938, Auszug
veröff. 22/6. 1939. ‘ Zus. zu Belg. P. 426 976; C. 1939. I. 4378.)
H offm ann.
Granitese (Great Britain) Ltd., G. J. Staples und J. C. Blair McGuffie,
England, Wasserdichtmachende Anstrichmittel für Steine oder dergleichen, bestehend
aus einer wss. Emulsion einer Fettsäure von hohem Mol.-Gew., der ein gelatinöser
Stoff zugesetzt ist. (Belg. P. 431407 vom 1/12. 1938, Auszug veröff. 22/6.
1939.)
________________ _
H offm ann .
[russ.] L. A . Aianassjew, Ju. A . Gasstew und S. W . R odin, T ech nologie des Glases. T eil 1.
M oskau-L eningrad: Gislegprom . 1939. (328 S .) 10 R b l.
Keram iker-K alender. 1940. B erlin : Chem . L aboratorium f. T onindustrie. 1939. (448 S.,
V I I I S ., 52 B l., 26 S .) kl. 8». M . 3 .3 0; f. Bezieher d. K eram . R undschau M. 2.80.
Tonindustrie Kalender. 1940. B erlin : Chem. L aboratorium f. T onindustrie. 1939. (431 S.,
X V I I I S., 52 B l., 26 S .) kl. 8«. M . 3 .3 0; f. Bezieher d. T onindu strie-Z eitu ng M. 2.80.
Zem ent-K alender. Hrsg. F achgruppe Zem ent-In du strie. Jg . 29. 1940. 1. bis 90. Tsd.
B erlin : Zem entverl. 1939. (472 S .) kl. 8°. M. 2.— .
VII. Agrikulturchemie. Schädlingsbekämpfung.
Werner Selke, Versuche über die Mischbarkeit von Rhcnaniaphosphat und schwefelsaurem Ammoniak. Das Mischen von Rhenaniaphosphat mit schwefelsaurem Ammoniak
ist ohne Nachteile möglich, wenn das Gemisch sofort nach dem Mischen ausgestreut
u. in den Boden eingebracht wird. Die Streufähigkeit wird durch das Mischen nicht
ungünstig beeinflußt. Mit zunehmender Feuchtigkeit steigt die Ammoniakverflüchtigung
zunächst steil an, um sich etwa bei 9 % W.-Geh. einem Höhepunkt zu nähern. Unter
vergleichbaren Bedingungen waren die Stickstoffverluste beim Mischen von Thomas­
mehl u. schwefelsaurem Ammoniak weit stärker als bei einer im Verhältnis N : PjOj
1 910. I .
H VII. A g r i k u l t u r c h e m ik .
S c h ä d l in g s b e k ä m p f u n g .
1097
entsprechenden Mischung von Rhenaniaphosphat u. schwefelsaurem Ammoniak.
(Bodenkunde u. Pflauzenernähr. 1 6 . (61.) 112.—28. 1939. Lauchstädt.)
Ja cob .
M. D. Peichwasser und I. I. Wlassjuk, Einfluß der Herbstoberflächendüngung
mit Kali-Phosphaldüngemitteln auf Ertrag und Winterfestigkeit der Luzerne. Während
Oberflächendüngung im Frühjahr mit K u. Superphosphat bei Luzerne sehr wider­
spruchsvolle Ergebnisse gezeitigt hat, ergab ebensolche Düngung bei Verabfolgung
im Herbst in drei systemat. angelegten Verss. im Bezirk Poltawa günstigen Ausschlag.
60 kg je ha P20 5 in Superphosphat bewirkten 3,7— 6 dz je ha Mehrertrag. 60 kg je
ha K 20 als Kalisalz oder Asche zeitigten auf podsoliertem Lehmboden etwa 4 dz je
ha Mehrertrag u. auf Schwarzerde 0,7 dz je ha. K + P zusammen verabfolgt, ergaben
meist höheren Mehrertrag als die Summe der Mehrerträge durch die einseitige Ver­
wendung von K u. P. (XmnmmiJi Comia.’iiicni'iecKoro 3eM.ieae.mn [Chemisat. soc.
Agric.] 8. Nr. 9. 68—71. Sept. 1939. Inst. f. Düng., Agrikulturtechnik u. landwirtschaft­
liche Bodenkunde.)
RATnLEF.
E.
G. Doerell, Felddütujungsversuche zu Hopfen mit zeitlich gestaffelter Stickstoffgäbe. Bei Verss. zu Hopfen im Saazer Hopfenbaugebiet ergab sich durch Chilesalpeter­
düngung eine Ertragssteigerung von 6,3— 22,3%. Der günstigste Zeitpunkt für die
zweite Stickstoffgabe war bei vollem Blühen bzw. Beginnen des Ausdoldens. Bei
ausreichender Phosphorsäure- u. Kaliversorgung der Böden sind auf diese Weise Er­
tragssteigerungen bei bester Qualität des Hopfens zu erzielen. (Bodenkunde u. Pflanzen­
ernähr. 1 6 . (61.) 90—98. 1939. (Prag)-Hamburg.)
J a cob .
Antonin NSrnec, Untersuchungen über den Einfluß der Stickstoffdüngung auf das
Wachstum der Fichte in Waldbaumschulen. In Freilandverss. auf verschied. Standorten
wurde der Einfl. einseitiger Düngung mit Chilesalpeter, KalkEalpeter u. schwefelsaurcm
Ammoniak auf die Wuchsleistungen u. Ernährungsbedingungen der Fichten in Waldbaumsehulcn untersucht. Ausschlaggebend für die Stickstoffwrkg. ist eine günstige
Bodenrk. u. Nährstoffversorgung der Böden. Das Ausstreuen des Chile- bzw. Natron­
salpeters zu 1-jährigen Fichten soll mindestens 3 Wochen vor der Verschulung erfolgen,
Kalksalpeter u. schwefelsaures Ammoniak können 10— 14 Tage vor dem Vorschulen
der Sämlinge ausgestreut werden. Diese beiden Stickstoffdüngemittcl eignen sich auch
zur Kopfdüngung 3—4 Woehen nach der Verschulung. Allg. wirkt auf die Pflanzen­
zahl bei stark austauschsauren Böden am besten die Düngung mit physiol.-alkal.,
bei neutralen oder schwach austauschsauren Böden die Düngung mit physiol. sauren
Düngemitteln. (Bodenkunde u. Pflanzenernähr. 1 6 . (61.) 98— 112. 1939. PragDejvice.)
JACOB.
Ruth Waeffler, Untersuchungen über die Saugkraft des Bodens. Für die Unters,
der Saugkraft des Bodens wurde die eapillare Meth. von URSPRUNG u. B lu m als ge­
eignet befunden. Verss. an künstlichen Substraten (Siliciumcarbid, Quarz, Bolus u.
Kohle) zeigten bei gleichem W.-Geh. ein Ansteigen der Saugkraft bei fallender Korn­
größe. Dies steht in Übereinstimmung mit Unterss. an Böden. Im Freiland sinkt
die Saugkraft von der Oberfläche zur Tiefe, jedoch finden sich an der Oberflächo oft
auf kleinstem Raum bedeutende Saugkraftunterschiede. Im Laufe des Tages zeigt
die Saugkraft am frühen Morgen ein Minimum u. bei schönem Wetter am Nachmittag
ein Maximum. J e nach Bodenart u. Witterung ist die Tagesschwankung sehr ver­
schieden. (Beih. bot. Zbl., Abt. A 5 9. 275—334. Okt. 1939.)
J a cob .
S. J. Toth, Die Wirkung der Entfernung des freien Eisenoxydes auf einige Eigen­
schaften der Bodenkolloide. Bodenkoll., denen das Eisen entzogen war, verloren bei
der Elektrodialyse mehr Kieselsäure u. Sesquioxyde als dio unbehandelten Koll.; das
endgültige ph war erniedrigt, ohne daß die Kationenaustausehfähigkeit der Koll. bei
pH ~ 7,0 wesentlich beeinflußt war. Die Adsorption von Chlor- u. Phosphationen
wurde erhöht. Die Neutralisationskurven der von Eisen befreiten Koll. waren den
Kurven der ursprünglichen Koll. ähnlich, jedoch besaßen sie eine geringere Pufferung.
Bei der Elektrodialyse ergab sich, daß die Zus. der sauren Fraktionen sich nur wenig
änderte. Mg wurde aus den eisenfreien Koll. weniger rasch gelöst, während bei Ca
u. Ba kein Einfl. festzustellen war. (Soil Sei. 48. 385—401. Nov. 1939. New
Jersey.)
J a cob .
Frank Moser, Der Einfluß des Anbaus von Pflanzen auf einige physikalischchemische Eigenschaften des Bodens. Hülsenfrüchte in der Fruchtfolge verminderten
die Verluste an Boden nicht nur während der tatsächlichen Wachstuniszeit der Le­
guminosen, sondern machten den Boden auch weniger empfindlich gegen Erosion
während des darauffolgenden Jahres. Der Geh. an organ. Substanz scheint mit den
für die Bodenstruktur wichtigen physikal. Eigg. in Zusammenhang zu stehen. Die organ.
Substanz nahm zu bei einer Fruchtfolge, die Gründüngungsleguminosen enthielt, bei
der Fruchtfolge Mais—Baumwolle nahm sie ab. Die Krümelung wurde durch Pflanzen,
1098
H V1I. A g r i k u l t u r c h e m ie .
S c h ä d l in g s b e k ä m p f u n g .
1940.
I.
welche Erosion verhüten, verbessert, vor allem durch Bermudagras. Böden mit Grün­
oder Stalldüngung hatten niedrigere Vol.-Gewichte, höhere Sättigungswerte u. höhere
W.-Kapazität als Böden aus Fruchtfolgen, bei denen nur dio Ernterüekstände dem
Boden einverleibt wurden. Die Bodenporosität steht in Verb. mit den Erosions­
verlusten, u. zwar treten größere Verluste bei Böden mit niedrigerer Porosität ein.
Dio Dispersionsfähigkeit steht in Beziehung zum Verh. des Bodens gegen Erosion
unter Eeldbedingungen u. ermöglicht es daher, durch Labor.-Meth. dio voraussicht­
lichen Vorlusto an Boden u. W. durch Erosion abzuschätzen. (Soil Sei. 48. 421— 31.
Nov. 1939. South Carolina, Agrie. Exp. Stat.)
JACOB.
Frank L. Stark jr., John B. Smith und Frank L. Howard, Die Wirkung des
Dämpfens des Bodens mit Chlorpikrin auf die Nitrifikation und Ammonifikation. Die
Wrkg. des Chlorpikrins auf die Geschwindigkeit der Ammonifikation u. Nitrifikation
wurde untersucht. Niedrige Gaben von Chlorpikrin hatten wenig Einfl. auf dio Nit rat bldg., stärkero Gaben verhinderten sie. Da dio Ammonifikation nicht verhindert wurde,
kam es vielfach zu einer Anhäufung von Ammoniak. Der Gesamtstickstoff, der für das
Pflanzenwachstum verfügbar war, wurde nicht wesentlich erhöht, außer wenn hohe
Mengen von Chlorpikrin angowaudt wurden. Die Verbesserung des Pflanzenwachstums
durch Behandeln des Bodens mit niedrigen Gaben von Chlorpikrin kann daher nicht
lediglich dadurch erklärt werden, daß mehr Stickstoff für das Pflanzenwachstum ver­
wertbar gemacht wurde. (Soil Sei. 48. 433— 42. Nov. 1939. Rhode Island Agric. Exp.
Stat.)
Jacob.
Moiti Aoki, Uber die Nilratreduktion in Sumpfreisböden. Teil I. Die Geschwindig­
keit der Nitratred. ist je nach Bodenart sehr verschieden. Die Rk. findet hauptsächlich
in den ersten 7 Tagen statt. Sie wird mit steigender Temp. bis zu 35° erhöht. Oberhalb
der maximalen W.-Kapazität des Bodens sind Veränderungen des Feuchtigkeitsgeh.
ohne Einfluß. Neutrale oder schwach alkal. Rk. erhöht stark dio Rk.-Gcschwindigkeit.
Nach 7 Tagen waren 21—28% des zugesetzten Nitratstickstoffs verschwunden, nach
35 Tagen 32—51%. Die Red. des Nitrats war begleitet von einer Erniedrigung des
Oxydations-Red.-Potentials des Bodens. In Böden, die vor Zusatz des Nitrats mit
W. behandelt waren, war dio Rk. geringer, als wenn Nitrat u. W. zu gleicher Zeit ge­
geben wurden. Daraus wird geschlossen, daß das Nitrat hauptsächlich bei der Bldg.
von Ferroeisen u. nur wenig durch fertig gebildetes Ferroeisen red. wird. (J. Sei. Soil
Manure, Japan 13. 370. Juni 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
Jacob.
R. M. Pinckney u n d F. J. Alway, Zuverlässigkeit der vorgeschlagenen Saug­
methode zur Bestimmung der minimalen Wasserkapazität. D io S a u g m e th . v o n B o u y o u c o s
.w u rd e m it d e r B R iG G S -M c L A N E -Z e n trifu g e n m o th . z u r B e st. d e r m in im a le n W .-K a p a ­
z it ä t v e r g lic h e n . T r o t z a llg . Ü b e re in stim m u n g b e id e r M e th o d e n erg a b s ic h , d a ß die
S a u g m e th . k ein e v ö llig b e frie d ig e n d e n W e rte lie fe r t. S ie sollte d a h e r n u r a n g ew a n d t
w erd en , w e n n e in e Z e n tr ifu g e n ic h t v o r h a n d e n i s t ; a u ch s o llte n d ie erh a lte n e n W erte
ein e a n d e re B e z e ic h n u n g e rh a lte n . (S o il S ei. 48. 403— 11. N o v . 1939. M in n esota .) J a c o b .
H.
Rheinwald und G. Constantin, Über eine Einrichtung zur Durchführung der
Laclaimethode von Egner zur Bestimmung der leicht löslichen BodenphospTiorsäure. E s
wird über eine Einrichtung zur Phosphorsäure unters, des Bodens nach der Lactatmeth.
von E g n e r berichtet, mit welcher drei Personen täglich 400 Proben untersuchen können.
Ein Vielfaches dieser Leistung kann durch geringfügige Vermehrung der Einrichtung
u. mit geringem Mehrbedarf an Personal erzielt werden. (Bodenkunde u. Pflanzen­
ernähr. 16 (61). 1— 12. 1939. Kassel-Harleshausen.)
■
Jacob.
P. Pfeffer, Eine Methode zur raschen titrimetrischen Bestimmung von Eisenoxyd
und Tonerde nach deren Fällung mit Oxychinolin in Bodenauszügen und ihre Anwendung
zur Erkennung von Anreicherungshorizonlen. Für die Erkennung von Anreicherungs­
horizonten im Boden ist eine rasche Feststellung der Wanderung von Eisenoxyd u.
Tonerde bei der Bldg. des Bodenprofils wünschenswert. Die Oxinmeth. von B erc .
wird auf ihre Verwendbarkeit für diesen Zweck geprüft u. durch einige Abänderungen
auf die Unters, von salzsauren Bodenauszügen zugeschnitten. Zum Schluß wird eine
genaue Beschreibung des Verf. gegeben, das bei der Feststellung des Bodentyps sehr
wahrscheinlich gute Dienste leisten kann. (Bodenkunde u. Pflanzenernähr. 16. (61.)
50—58. 1939. Berlin.)
_______ __________
Jacob.
Nautschny institnt po udobrenijam i inssektofungissidam und E. E. Berlin.
USSR, Bonnagnesiumpliosphatdünger. Die Mutterlaugen der Borsäuregewinnung
werden mit Kreide neutralisiert, mit Phosphaten versetzt u. eingedampft. (Russ. P55194 vom 8/6. 1937, ausg. 31/7. 1939.)
R ic h t e r .
Georg Christian Petersen, Kopenhagen, Herstellung von Dünger fü r Champignons.
Man verwendet eine Unterlage aus einem durch Gärung aus etwa 189 (kg) Strohmehl,
19-10. I.
Hy,,,. M e t a l l u r g ie . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
1099
von dem 50% Weizenstrohmehl sein sollen, 11,5 Luzernemehl, 0,75 (NH4)2S04 u.
80 W. gewonnenem Prod., während die Oberlage aus einem Gärungeprod. aus 75 (kg)
W. u. 25 Kleemehl, das ist gemahlener, getrockneter Klee, bestehen soll. (Dän. P.
56 4 1 0 vom 14/9. 1938, ausg. 10/7. 1939.)
J. S c h m i d t .
VIII. Metallurgie. Metallographie. Metallverarbeitung.
Edvin Fomander, Aktuelle Probleme der schwedischen Roheisenerzeugung und
direkten Eisenherslelliing. Zusammenfassender Eortschrittsbericht. (Jernkontorcts
Ann. 123. 337— 52. Diskussion: 365— 85. 1939.)
R. K. M ü l l e r .
W . A. Glaskowski, Die Kupfermagnelitvorkommen des Urals und Wege zu ihrer
Ausnutzung. In einigen Magnetiten des Urals findet sich Cu in nachweisbarer Menge.
Die üblichen Trennungsverff. dürften als zu kostspielig nicht in Frage kommen. Eine
Verarbeitung auf Gußeisen mit z. B. 0,4% Cu scheint die wirtschaftlichste Lsg. zu sein.
(GoBCTCKan reo-Toni/i [Sowjet-Geol.] 9 . Nr. 6. 96— 101. Juni 1939. Jekaterinburg
[Swerdlowsk], Geol. Anstalt d. Urals.)
R . K . Müller.
Sven von Hofsten, Aktuelle Probleme der schwedischen Stahlerzeugung. Zusammen­
fassender Fortschrittsbericht. (Jernkontorets Ahn. 1 2 3 . 353— 65. Diskussion: 365
bis 385. 1939.)
R . K . Müller.
J. S. Lewis, Die Herstellung von unberuhigtem Stahl bei Brilon Ferry. (Engineering
1 4 8 . 687. 22/12. 1939. — C. 1 9 4 0 . I. 455.)
S k a l ik s .
Hajimu Miyabe, über die Abschreckspannungen von Spiralbohrern. Es werden
verschied. Abschreckbehandlungen an Stahlproben durchgeführt, um dip günstigsten
Bedingungen für die Serienherst. von Spiralbohrern zu prüfen. (Sei. Pap. Inst, physic.
chem. Res. 36. Nr. 931/38; Bull. Inst, physie. chein. Res. [Abstr.] 18. 48. Okt. 1939
[nach engl. Ausz. ref.].)
'
K u b a s c h e w s k i.
R. Genders und R. Harrison, Niob-Eisenlegierungen. (Vgl. C. 1 9 3 7 . I. 4418.)
Inhaltlich übereinstimmend mit der C. 1 9 4 0 . 1. 457 referierten Arbeit. (Engineering 1 4 8 .
514— 15. Iron Coal Trades Rev. 1 3 9 . 363—66. 370. 1939. Woolwich, Ites. D ept.)SKAL.
George F. Weaton und Carleton C. Long, Eleklrothermische Zinkerzeugung.
Vff. beschreiben die techn. Erzeugung von reinstem Zn durch ein elektrotherm. Verf.,
das von der St. JOSEPHS L e a d Co. OF P e n n s y l v a n i a angewendet wird. Das Aus­
gangsmaterial ist ein Zinkblendekonzentrat, das in NlCHOLS-HERRESHOFF-0fen auf
1,88% S abgeröstet wird. Das Röstgas wird auf Kontaktschwefelsäure verarbeitet.
Das Röstgut wird auf dem Dw iGHT-LLO YD-App. gesintert. Der Sinter mit 0,23% S wird
mit Koks bestimmter Korngröße gemischt u. durch einen als Vorwärmer dienenden Dreh­
rohrofen einem 1500-kW-Schachtofen zugeführt. Die Beschickung dient als elektr.
Widerstand. Das im Ofen bei einer Temp. von etwa 1200° erzeugte CO-reiche u. mit
Zn-Dampf beladene Gas wird in % Höhe des Ofens abgesaugt. Der Zn-Dampf ver­
flüssigt sich zum größten Teil beim Passieren eines Bades von geschmolzenem Zn,
der Rest wird in einem wassergekühlten Kondeiuor als Zinkstaub gewonnen. Das
entweichende Gas dient zur Beheizung des Vorwärmers. Die für diesen Prozeß
erforderlicho App. u. die Arbeitsweise werden ausführlich beschrieben, auch Angaben
über den Betriebsaufwand werden gemacht. (Metal Ind. [London] 55. 99— 102.
4/8. 1939.)
V ogel.
E.
H. Kelton, Walzzink. Die Eigg. von Walzzink wie Zugfestigkeit, Kriechgrenze,
Härte, ferner Ziehen u. Formen werden besprochen. Verwendung, Beständigkeit gegen
Korrosion, Löten u. Endbehandlung von Walzzink. (Metal Ind. [New York] 37. 79
bis 80. Febr. 1939.)
>
R otter.
— , Nickel und seine Legierungen. Kurze übersieht über die hauptsächlichsten,
teehn. verwendeten Ni-Legierungen, ihre mechan. u. physikal. Eigenschaften. (Aeroplane 57. 707—08. 8/12. 1939.)
~
G o t t f r ie d .
I.
P. Novokhatsky und S. K. Kalinin, Indium in dem Abfall der Bleiwerke von
Tschimkent. Vf. berichtet über den Anfall von In in den COTTRELL-App. der Bleiwerke
von Tschimkent bei der Verarbeitung der Erze von Kara-Mazara. Der In-Geh. dieser
Erze beträgt etwa 0,001%; das In ist genet. an die Zn-führenden Erze gebunden. Eine
höhere In-Ausbeute ist zu erwarten bei Verarbeitung der Erze von Ack-Tjuss u. Bu
Urdu, die bis zu 0,1% In enthalten. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 22 (N. S. 7).
425—26. 5/3. 1939. Alma-Ata, Kazakh Branch o f tho Acad. o f Sciences o f the
USSR.)
G o t t f r ie d .
A . Lewin, Die Spannungsbilanz von Bädern zur Elektroextraktion von Cadmium.
Bei einer Klemmenspannung von 2,5 V werden bei der Elektrolyse eines Cd-Bades
(85,6 g Cd, 35,5 g Zn, 0,002 g Cu, 0,05 g Fe, 0,07 g Co, 0,006 g CI, 0,1 mg As, 40 g H2S04
im Liter) folgende Teilspannungen festgestellt : Anodenpotential 1,8668 V, Kathoden-
1100
Hy,,,. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e it u n g .
1940. J.
potential 0,4807 V, Spannungsabfall im Elektrolyten 0,1098 V, Spannungsabfall an
den Kontakten u. Leitungen insgesamt 0,0248 Volt. (HueniLie M e T a x iu [Nicht­
eisenmetalle] 14. Nr. 6. 90—94. Juni 1939.)
K.
K. M ÜLLER.
I. P. Nowochatski und s. K. Kalinin, Über dieVerbreitung des Molybdäns in
den Erzen von Kasachstan. Mo ist in einigen Mineralien u. Erzen von Kasachstan
verbreitet, am meisten in Pb-Erzen. Das Vork. von Wulfenit bietet techn. Interesse.
Die Paragenese von Mo in Cu-Erzen deutet auf einen genet. Zusammenhang des Mo
mit dem Granodiorit-Monzonitmagma. Auch in Thermalquellen u. Erzwässern findet
sich Mo, ferner in Sedimentärgesteinen, vermutlich als Usemannit. (Ijpxnuo MeraiMM
[Nichteisenmetalle] 14. Nr. 4/5.46— 49. April/Mai 1939.)
R.
K. MÜLLER.
D.
I. Nedogoworow, Versuch zur Anwendung der selektiven Fraktionierung beim
Zerkleinern. Selektive Zerkleinerung bei der Verarbeitung eines aus Molybdäniteinschlüsso enthaltendem Quarz u. molybdänitfreiem Amphibol bestehenden Erzes
ergibt prakt. vollständige Anreicherung (91,4°/o) des Molybdänits im — 6 mmProdukt.
(UnoTiiLie MeiaxiM [Nichteisenmetalle] 14. Nr. 6. 47— 49. Juni
1939.)
R.
K. M ü l l e r .
C.
C. Downie, Die Abtrennung von Aluminium aus Schrottmetallen. Nach allg.
Behandlung der Frage werden kurz neuere Verss. zur Trennung nach der D. mit Hilfe
vonLsgg. beschrieben. (Aluminium and non-ferrous Rev. 4. 318— 19. Sept. 1939.) Skal.
A . J. Murphy, S. A. E. Wells und R. J. M. Payne, Leichtmetallschmelzen.
(Metal Ind. [London] 55. 7— 10. 33—35. 14/7. 1939. — C. 1939. II. 3745.) VOGEL.
— , Zur Verwendung von Schutzmitteln beim Schmelzen von neuen und allen Leicht­
metallegierungen. Zusammenfassender Überblick über prakt. Erfahrung bei Ver­
wendung von Flußmitteln in der Leiehtmetallgießerei. (Gießereipraxis 60. 416— 19.
22/10. 1939.)
V ogel.
G.
Gürtler und E. Schulz, Wirkung verschiedener Zusätze auf die Krystallisation
von eutektischen Aluminium-Siliciumlegierungen. Der veredelnde Einfl. von Na-, Tiu. P-Zusätzen bei den eutekt. Al-Si-Legierungen wird beschrieben u. durch Schliffbilder
belegt. Der Einfl. von Na auf die Krystallform u. Anordnung der durch Zusätze bzw.
Verunreinigungen vorhandenen Krystallarten wird untersucht. Bei bestimmten Vcredlungsgraden tritt eine Vergröberung der Fe-haltigen Ausscheidung auf, die durch
Zusatz von Co oder Mn herabgesetzt werden kann. Bei Zusätzen von Mg u. Cu führt
der Na-Geh. durch verstärkte Kornseigerung zur Bldg. von tem. Eutektica, die die Be­
grenzung der bin. eutekt. Zone bilden. (Gießerei 26. 537—43. 3/11. 1939.)
K uba.
L. Herrmann, Schrumpfung und Schwindung einiger Aluminiumlegierungen.
(Fonderia 14. 209—12. Juni 1939. — C. 1938. II. 2490.)
R. Iv. M ü l l e r .
C.
E. Pearson, Ein Vergleich der Strangpreßeigenschaflen einiger Aluminium­
legierungen. (Vgl. auch C. 1931. II. 3150.) Das Verh. von Al u. seinen Legierungen
mit 1,5, 2,5 u. 5,0 (% ) Cu, 1,25 Cu + 10 Zn u. 5 Zn während des Preßvorganges wird
beschrieben. Bei Cu-Al-Legierungen wachsen die Preßsehwierigkeiten mit steigendem
Cu-Gehalt. Cu-Zn-Legierungen verhalten sich beim Pressen wie reines Aluminium.
Die meeban. Eigg. der Legierungen sind von den Preßtempp. abhängig. Die von
SCHISCHOKIN (C. 1930. II. 613) gefundenen Beziehungen zwischen Preßdruck u.
Preßtemp. werden auch bei diesen Legierungen als zutreffend nachgewicsen. Bei
Al-Zn (5%) fallen die Werte für Härte u. Zugfestigkeit, wenn die Arbeitstemp. steigt.
Bei Cu-Legierungen sind diese Eigg. je nach Cu-Geh. entgegengesetzt. (J. Inst. Metals
64. Advance Copy. Paper Nr. 817. 12 Seiten. 1 Tafel. 1939. Newcastle-upon-Tyne,
Kings College.)
R OTTER.
J. W . Smith, Das Nieten mit aushärtenden Leichtlegierungen. Vf. bespricht an
Hand der Arbeiten von K. M a t t h a e s (C. 1939. II. 721) u. D. A. PETROV (C. 1939.
II. 1962) die metallurg. Probleme, die bei der Herst. von Nieten aus hochfesten Al-Legierungen auftreten. Er weist auf die Wichtigkeit dauernder Kontrolle der Verunreini­
gungen (bes. Fe) im Rein-Al hin. (Light Metals [London] 2. 96— 97. März 1939.) R o t t .
J. Laing und R. T. Rolfe, Der Nichteisen-Gießereibetrieb. XXV H I. Die Magne­
siumlegierungen. (X X VII. vgl. C. 1939. II. 4573.) Bearbeitung von Mg-Legierungen.
Die bedeutendsten industriell verwerteten Legierungen. Einfl. der verschied. Bestand­
teile. Konst. der Al-Mg-Legierungen. Wärmebehandlung der Al-Mg-Legierungen.
Formgebungs- u. Schmelzbetrieb. Gießtemperatur. (Metal Ind. [London] 55. 169
bis 172. 205—08. 1/9. 1939.)
P l a t z m a n n ._
Louis L. Stott, Beryllium und seine Legierungen. (Metal Ind. [London] 55. 470
b is 472. 1/12. 1939. — C. 1 9 4 0 .1. 932.)
Sk a l ik s .
J. W . Cuthbertson, Die Elastizitätseigenschafleji einiger Antifriklionslegierungai
bei gewöhnlicher und erhöhter Temperatur. Mit Hilfe eines vom Vf. bereits früher be­
schriebenen App. zur Best. der Biegefestigkeit (C. 1938- II. 2344) werden die Elastizitäts-
1940. I .
H vm. M e t a l l u r g ie . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e it u n g ,
h o i
moduln (E) von Gußzinn u. einer Reihe handelsüblicher u. synthet. Sn- u. Pb-bas.
Legierungen bei verschied. Tempp. bestimmt. Alle geprüften Probestücke zeigen bei
relativ geringer Beanspruchung Kriechen, sie gehorchen jedoch bei genügend rascher
Belastung dem Gesetz von H o o k e . Bei Legierungen mit hohem Sn-Geh. ist in der
¿?-Temp.-Kurve bei 120— 1G0° eine Abweichung wahrzunehmen, die bei Gußzinn
nicht auftritt; Pb-Zugabe ändert die Form der Kurve; Cd (bis 1%) zeigt geringen
Einfluß. Die Pb-bas. Legierungen (bes. Bahnmetall) besitzen bei gewöhnlicher Temp.
niedrigere Elastizitätskonstanten als bei erhöhter. (J. Inst. Metals 6 4 . Advance Copv.
Paper Nr. 818. 23 Seiten. 2 Tafeln. 1939. Manchester, Univ.)
R otter.
— , Bemerkungen über die Anwendung von hitzebeständigen Legierungen. Da die
Widerstandsfähigkeit der hitzebeständigen Legierungen auf der Bldg. einer dünnen
Oxydschicht auf der Legierungsoberfläche beruht, muß bei der prakt. Anwendung alles
vermieden werden, was geeignet ist, diese Schicht zu zerstören, so z. B. die Einw. korro­
dierender Gase, rasches Erhitzen u. rasches Abkühlen. Ferner werden einige Angaben
über den Ausdehnungskoeff. gemacht. (Heat Treat. Forg. 25. 470—72. Sept. 1939.
Sheffield, England, Darwins Ltd.)
MARKHOFF.
A. S. Kenneîord, Laboratoriumsprüfung der Bearbeitbarkeit. (Metal Ind. [London]
5 5 . 269— 74. 22/9. 1939. — C. 1 9 3 9 . II. 3481. 4574.)
Sk a l ik s .
Albert Portevin, Die Anwendung magnetoskopischer Prüfungen. Inhaltlich über­
einstimmend mit der C. 1 9 3 9 . II. 3481 referierten Arbeit. (Génie civil 1 1 5 . 437. 16/12.
1939. École Centrale des Arts et Manufactures.)
S k a lik s .
W . D. Halsey, Überblick über die Anforderungen an Verfahren und Arbeiter für
die Bewertungsprüfung der American 1Vdding Society. Überblick über die sachlichen
u. persönlichen Anforderungen für die Prüfung auf Eignung eines Schweißverf. oder
eines Schweißers. Ausführung des Verfahrens. (Weid. Engr. 2 4 . Nr. 2. 17—22. Febr.
1939. Hartford, Conn.)
R o tte k .
— , Untersuchungen und Proben an geschweißten Trommeln. Vorschriften des
A s s o c i a t e d O f f i c e s T e c h n i c a l C o m m i t t e e für die Prüfung der Bleche, Kon­
struktionseinzelheiten u. Vorbereitung für das Schweißen, Wärmebehandlung, Proben
an Schweißnähten, Proben ohne Materialzerstörung, Prüfung des Kreisquerschnitts,
Verbesserungen an Schweißen nach radiograph. Unters., behördliche Prüfungen.
(Weider [N. S.] 1 0 . 261— 66. Sopt. 1938.)
R. K. M ü l l e r .
F.
H. Müllerund K. L. Zeyen, Die Antvendung der Schweißung fü r Ausbesserungs­
arbeiten in Maschinen- mid Hüttenbetrieben. Schluß zu der C. 1 9 3 9 . II. 4575 referierten
Arbeit. Besprechung der verschied. Arten der Ausbesserung von Maschinen u. Kon­
struktionsteilen durch Auftragschweißung u. der hierbei zu beobachtenden Vorsichts­
maßregeln sowie der für diese Zwecke entwickelten Verff. u. Elektrodensorten. Kurzer
Hinweis auf die Thermitschweißung u. die Anwendbarkeit des Hartlötens unter Ver­
wendung von Messing u. Neusilberlegierungen. (Maschinenschaden 1 6 . 119— 25.
Aug. 1939. Essen.)
W erner.
F.
C. Hutchison, Entwicklungen in der Gasschmelzschweißung von Rohrleitungen.
(Vgl. C. 1 9 3 9 . II. 4339.) Hinweis auf den Nutzen der Verwendung von Mehrflammen­
brennern bei der Gasschmelzschweißung von Rohrleitungen. Dio Schweißgeschwindig­
keit erhöht sich je nach der Art der auszuführenden Schweißung um 35—70%, der Gas­
verbrauch vermindert sieh um etwa 25% für jedç Rohrverbindung. Von großem Nutzen
bei der Durchführung des neuen Schweißverf. war die Verwendung eines neuen Schweiß­
drahtes, der sich durch eine bes. Widerstandsfähigkeit gegen Überhitzung im ge­
schmolzenen Zustande auszeichnet. Beschreibung verschied, neuerer Verff. zur techn.
Durchführung von Rohrschweißungen. (Oil Gas J. 3 7 . Nr. 1. 103— 04. 19/5.
1938.)
W erner.
A. E. Peters, Schweißen von Duraluminium. Die zum Schweißen von Al ver­
wendeten Flußmittel sind auch für Duraluminium geeignet. Als Schweißstab ist eine
im Handel erhältliche Al-Legierung mit etwa 5% Si besser als Duraluminium. Da sie
niedriger schm, als Duraluminium, nimmt sie alle bei der Abkühlung etwa entstehenden
Spannungen auf. Es werden prakt. Ratschläge zum Schweißen u. zur Nachbehandlung
der Schweißstellen gegeben. (Machinist 8 3 . 581. 23/12. 1939.)
Sk a l i k s .
J. Hérenguel und F. Santini, Mechanische Eigenschaften von Punktschweißungen
an Aluminium-Magnesiumlegierungen. Es werden dio unter günstigen Bedingungen an
Punktschweißungen von Blechen ans Al-Mg-Legierungen erreichbaren Festigkeiten er­
mittelt. Es ergab sich, daß dio durch Punktschweißung an Al-Mg-Legierungen erreich­
baren Festigkeiten größer sind als die an aushärtbaren, Cu-haltigen Legierungen erzielten
Festigkeiten. Für 10/10-Bleche aus verschied. Legierungen liegen die von einem Schweiß­
punkt ertragenen Belastungen für Alumag mit 6,5% Mg bei 400 kg, für Alumag mit
5% Mg bei 360 kg ti. für Durcilium (4,5% Cu) bei 260 kg. Wichtig ist ferner, daß die
1 10 2
H vm. METALLURGIE. METALLOGRAPHIE. METALLVERARBEITUNG.
1 9 4 :0 .1 .
Schweißpunkte bei den Al-Mg-Legierungen ein größeres Formänderungsvermögen
haben als die der Al-Cu-Legierungen. Diese Eig. erscheint wichtig im Hinblick auf die
Möglichkeit eines Abbaus von Spannungsspitzen. (Métaux et Corros. 1 4 (15). 122—25.
Sept. 1939.)
(
W erner.
J. Labergère, über einige zu zerstörende Legenden über das Beizen und im besonderen
über das Eisensulfat, die Sulfatgewinnungsanlagen und die obligatorische Anwendung
von Salzsäure für gewisse Beizungen. Die Vorteile u. die Wirtschaftlichkeit der Ge­
winnung von FeS04 aus erschöpften Beizen werden aufgezeigt. (Métallurgie Construct.
mocan. 7 0 . Nr. 10. 39—40. Mai 1938.)
Sk a l ik s .
P.-A. jacquet, Das elektrolytische Polieren der Metalle und seine Anwendung.
Schluß der C. 1 9 3 9 . II. 4339 referierten Arbeit. Beschreibung von verschied. An­
wendungen. (Techn. mod. 3 1 . 596— 98. 1/9. 1939.)
Sk a l ik s .
— , Endbehandlung von Messinggußstücken. Besprechung verschied. Umstände
heim Trommelpolieren mit Hilfe von Stahlkuglen. (Machinery [London] 55. 305.
21/12.1939.)
'
S k a l ik s .
J. S. Brady, Reinigen von ‘poliertem, Stahl. Es wird die Wrkg. eines nicht näher
beschriebenen Reinigungsmittels der OAKITE R e s e a r c h L a b o r e , beschrieben; (Uese
ist bes. gut, wenn elektrolyt. mit Stromumkehr gearbeitet wird. (Steel 1 0 5 . Nr. 15.
62—63. 71. 9/10. 1939. New York, Oakite Research Laborr.)
Mar kh o ff.
C.
C. Downie, Metallisieren mit leicht schmelzenden Legierungen. D ie zur Auslsg. selbsttätiger Feuerlöscher verwendeten Teile aus leicht schm. Legierungen lassen
sich am besten nach dom Metallspritzverf. aufbringen. An Stelle der ursprünglichen,
bei e tw a 70° schm. L lP O W IT Z -L eg ieru n g [50 (% ) Bi, 27 Pb, 13 Sn u. 10 Cd] wird eine
leichter schm. Legierung empfohlen, in der 1— 2% Bi durch Hg ersetzt sind. Falls die
Legierung dadurch zu sehr a n Festigkeit verliert, wird etwas Sb zugefügt (meist weniger
als 0,5% ). (Maehinist 8 3 . 580. 23/12. 1939.)
S k a lik s .
— , Die galvanischen Bäder in der kalten Jahreszeit. Zu kalte Bäder ergeben fehler­
hafte Ndd. ; der Grad der Erhitzung der Badfl. ist bei den einzelnen Lsgg. verschied. :
Ni-Bäder sollen nicht über 60° erhitzt werden. Die Temp. des Bades beeinflußt das
Gefüge der Metallniederschläge. (Metallwaren-Ind. Galvano-Techn. 36. 394— 96.
449—51. 16/9. 1938.)
Markhoff.
— , Störungen in Bädern infolge mangelhaften Spülens vor dem Galvanisieren. Die
¡in den schlecht gespülten Waren haftenden Säure- oder Laugenmengen beeinflussen
die pii-Zahl der Bäder. (Z. Metall- u. Schmuckwaren-Fabrikat. Verchrom. 20. 459.
10/12.1939.)
Markh o ff.
— , Über die Wirkung von Glanzzusätzen, besonders beim Cyanidkupferbad. Über­
blick über die gebräuchlichen Glanzzusätze für galvan. Bäder. (Metallwaren-Ind.
Galvano-Techn. 36. 200—01. 221—22. 1/5. 1938.)
Markhoff.
— , Härtung durch Chrom. Elektroabscheidung als Gegenmittel gegen Zylinderverschleiß.
Es wird über die Ergebnisse von Prüfungen an einem Vierzylindermotor ( l 1/* 1) be­
richtet, welche die Eignung der nach dom Verf. von H o r s t abgeschiedenen Cr-Überzüge
beweisen. (Automobile Engr. 2 9 . 453—54. Dez. 1939.)
Sk a l ik s .
E. Werner, Das galvanische Verzinken und Glanzverzinken. Überblick. (Z. Metallw. Schmuckwaren-Fabrikat. Verchrom. 2 0 . 454 — 55. 10/12.1939.)
Markhoff.
Wilhelm Thalemann, Eigenschaften der Feuerverzinkung. Gestaltung zu ver­
zinkender Werkstücke. Inhaltlich ident, mit der C. 1 9 3 9 . II. 4578 referierten Arbeit.
(Oberflnehentechn. 1 6 . 193—95. 199—202. 209— 10. 1939. Berlin-Marienfelde, Fritz
Caspary Akt.-Ges.)
Markh off.
— , Der Ematalprozeß fü r die anodische Oxydation von Aluminium. Kurze Be­
schreibung des Verfahrens. (Aluminium and non-ferrous Rev. 4 . 321— 22. Sept.
1939.)
S k a l ik s .
R. Hinzmann, Einlaufschichten für Kolbenringe. An Stelle von Einlaufschichten
aus Sn, Cu oder Cd wurden verschied, nichtmetall. Überzüge verwendet. Oxydschichten
haben sich nicht bewährt, dagegen wurden mit Phosphatüberzügen, die aus gröberen
gleichmäßigen Krystallen bestehen, gute Ergebnisse erzielt, die durch zusätzliche
Aufbringung eines Graphitüberzuges noch wesentlich verbessert werden konnten. Noch
bessere Ergebnisse wurden mit einem Verf. erzielt, bei dem auf die Laufflächen
Schichten von polierenden Mitteln in feinster Form aufgebracht werden, sogenannte
Molaschichten ( = Momentlaufschichten). Auch Schichten mit weichen Schutzschichten
aus Harz u. Graphit („Kulaschicht“ = Kurzlaufechicht) wiesen gute Ergebnisse auf.
(Metallwirtsch., Metallwiss., Metalltechn. 18. 991— 92. 8/12. 1939.)
Markhoff.
F. P. Huston, Apparaturen mit Überzügen und Auskleidungen. Für die Ver­
wendung von Auskleidungen gilt die Regel, daß sie nur dann in Betracht kommt,
wenn die mittlere Korrosionsgeschwindigkeit eine Eindringtiefe von 0,005 Zoll/Jahr
1940. I.
Hyj,j, M e t a l l u r g ie . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e it u n g .
H03
nicht übersteigt. Ni, Monel u. Inconel können als Überzüge von 5— 20% der Blech stärke (rostfreier Stahl mit 20%) angowandt werden. (Chem. metallurg. Engng. 46.
298—300. Mai 1939. New York, N. Y., International Nickel Co.)
R. K. M ü l l e r .
— , Korrosion und Oberflächenschutz. Allg. Übersicht. (Dtsch. opt. Wschr. 60.
301—03. 19/11. 1939.)
~
G o t t f r ie d .
J. D. Grogan und R. J. Pleasance, Der Einfluß von statischer Beanspruchung
und von Hitzebehandlung auf die interkristalline Korrosion von einigen geschmiedeten
Aluminiumlegierungen. Die interkrystalline Entartung von Al-Lcgicrungen mit 3 % Cu
u. 20% Zn in Form von geschmiedeten, hitzebehandelten Streifen unter Druck u. der
Einfl. der Hitzebehandlung auf die Empfindlichkeit dieser Legierungen wird unter­
sucht. Die Empfindlichkeit steigt mit der in fester Lsg. befindlichen Zn-Mengc. Der
Einfl. der Kühlungsweise ist zu beachten. Die sogenannte „ Y “ -Legierung (4 (% ) Cu,
2,07 Ni, 1,56 Mg, 0,16 Fe, 0,16 Si, 0,007 Ti) u. 4 % Cu-Al-Legierungen sind bei rascher
Kühlung (Tauchen in kaltes W.) frei von interkrystallinen Entartungen. Langsamer
gekühltes Material ist dafür empfänglicher. (J. Inst. Metals 64. Advauee copy. Paper
Nr. 822. 16 Seiten. 2 Tafeln. 1939. Teddington, National Physic. Labor.)
R ottek.
W . Z. Friend, Schutz gegen Schwefelsäure. Überblick über dio Möglichkeiten u.
die Vorteile der Verwendung von Monelmetall bei der Darst. von (NH4)aS04, der
Sulfonierung von Ölen, der Fettspaltung u. bei Gerbprozessen; neue Angaben über die
Korrosion von Monelmetall in sd. H..S04 von 5—96%. (Chem. metallurg. Engng. 46.
260—62. Mai 1939. New York, N. Y., International Nickel Co.)
R. K. M ü l l e r .
P. A. Afanassjew, Meiallkorrosion in der holzchemischen Industrie und ihre Be­
kämpfung. überblick über bisherige Erfahrungen hinsichtlich der jeweiligen Korrosions­
festigkeit verschied. Metalle u. Legierungen sowie ihrer Vor- u. Nachteilo. Empfehlens­
werte Axistauschstoffe. (Jlecoxusiu'iecKaa HpoMbim.ieiraocxi. [Holzchem. Ind.] 2. Nr. 10.
47 — 56. Okt. 1939. Zentrales Holzchem. Inst.)
Pohl.
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges. (Erfinder: August Moeller und Emst Wagner),
Frankfurt a. M., Schaumschwimmaufbereitung, z. B. vou sulfid. u. oxyd. Mineralien,
mit in W. schwer lösl. oder unlösl. Zusatzmitteln, dad. gek., daß man diese Mittel mit
einem Zusatz von emulgierend wirkenden Einw.-Erzeugnissen von Alkylenoxyden auf
iiliphat. oder aromat. Verbb. mit Hydroxyl-, Carboxyl- oder Aminogruppen anwendet.
— Es wird eine bessere Verteilung der Zusätze in der Trübe erreicht. (D. R. P. 683 678
Kl. 1 c vom 19/5. 1938, ausg. 11/11. 1939.)
G e is z l e r .
Chemical Foundation, Inc., Now York, N. Y., übert. von: John C. Wulff,
Cambridge, Mass., V. St. A., Korrosionsbeständige Chrom-Eisenlegierung wird gegen
Lochfraß dadurch beständig gemacht, daß der aus der Legierung gefertigte Gegen­
stand im Vakuum (z. B. 10-1 bis 10~6 mm) bei Tempp. oberhalb der Carbidbldg.Temp. (z. B. bei 1050— 1200°) geglüht wird. Austenit. 18-8-Cr-Ni-Stähle sollen bei
1000— 1200° geglüht werden. Enthalten diese Stähle gleichzeitig Nb oder einen ähn­
lichen Carbidbildner, dann sind die Stähle auch widerstandsfest gegen interkrystalline
Korrosion. — Durch die Vakuumglühung erhalten die Stähle eine äußerst glatte
Oberfläche, die — auch nach Kaltvcrarbeitung — frei ist von Ungleichmäßigkeiten
u. daher für den Lochfraß keine Angriffspunkte bietet. (A. P. 2172427 vom 11/5.
1937, ausg. 12/9. 1939.)
H abbel.
Georg Balz, Tübingen, Sulfalisiercnde Ilöslung von zinkhaltigen Erzen in zwei
Stufen in einem nach dem Gegenstromprinzip Erz/Luft arbeitenden, rasch röstenden
Ofen, der gegebenenfalls die Zuführung von Röstgasen neben oder an Stelle von Luft
gestattet, dad. gek., daß das Erz in der 1. Stufe ganz oder teilweise in grobkörniger Form
zur Röstung gelangt u. nach entsprechender Zerkleinerung gegebenenfalls unter Zu­
mischung von frischem Feinerz in einer 2. Stufe vollständig vom Sulfidsehwefel befreit
wird. (D. R. P. 684 643 Kl. 40 a vom 6/2. 1934, ausg. 2/12. 1939.)
G e is z l e r .
Hüttenwerke Kayser Akt.-Ges. (Erfinder: Haus Schreiber und Ludwig Biebinger), Berlin, Trennung von Kupfer und anderen Buntmetallen und ihren Legierungen
von Eisen und Stahl aus plattierten Abfällen im Wege eines Laugeverf. in ammoniakal.
Lsg. unter Mitwrkg. von 0 2, dad. gek., daß die Laugung unter Zusatz von Chlorkalk
durchgeführt wird. — Vor dem Laugen lockert man das Gut, z. B. durch Glühen, auf.
(D. R. P. 684 580 Kl. 40 a vom 30/6. 1937, ausg. 1/12. 1939.)
G e is z l e r .
P. R. Mallory & Co., Inc., übert. von: Franz R. Hensel und Earl I. Larsen,
Indianapolis, Ind., V. St. A., Kupferlegierung, bestehend aus 0,05— 3% Be, 0,002—0,1%
Li, Rest Cu. Durch den Li-Zusatz soll ein Abbrand von Be vermieden werden. (A. P.
2173 254 vom 24/2. 1939, ausg. 19/9. 1939.)
G e is z l e r .
General Electric Co., Ltd., London (Erfinder: C. J. Smithells). Herstellung von
Wolframltgieruvgen. Man mischt W-, Ni- u. Cu-Pulver u. erhitzt sie auf etwa 1400°.
1104
M e t a l l u r g ie . M e t a l l o g r a p h ie . M e t a l l v e r a r b e it u n g .
1940. I .
In der Legierung sollen mindestens 0,5% Cu u. mindestens 3,5% Ni enthalten sein,
das W. in grober Körnung vorliegen, so daß auf 1 qcm höchstens 1500 Körner kommen,
u. der Ni-Geh. mindestens doppelt so groß wie der Cu-Geh.sein. Z. B. soll die Legierung
6,4% Ni, 2,6% Cu u. 91% W enthalten. ( S c h w e d . P . 96 2 7 4 vom 16/7. 1938, ausg.
18/7. 1939.)
J. S c h m id t.
G e b r. B o r c h e r s A k t .- G e s . und F r ie d r ic h B o r c h e r s , Goslar, Gewinnung von
Molybdän und seinen Verbindungen durch Verschmelzen von Ofensauen mit Sulfaten
u. darauffolgendem Auslaugen der erkalteten Schmelze, dad. gek., daß die Ofensaue
u. die Sulfate getrennt geschmolzen u. die Schmelzen außerhalb der Öfen vereinigt
werden, worauf das Mo aus der durch Auslaugen der erkalteten Schmelze erhaltenen
Lauge durch nascierendcn H gefällt wird. — Durch das getrennte Schmelzen sollen
Ofenansätze vermieden werden. Durch Zusatz von A120 3 zu der vereinigten Schmelze
oder den Einzelschmelzen bildet sich beim Auslaugen voluminöses Al(OH)3, welches As
u. P adsorbiert. Der nascierende H wird bei saurer Bk. der Lauge durch Zusatz von
Al, Zn, Fe, bei alkal. Rk. durch Elektrolyse erzeugt. (D . R . P . 6 8 4 3 8 5 Kl. 40 a vom
26/4. 1935, ausg. 27/11. 1939.)
'
G e is z le r .
H e n r i L o u is G e n til, Paris, Frankreich, Magnesium durch Red. von MgO. Als
Red.-Mittel dient ein nichtflüchtiges Metallsulfid, z. B. FeS, SnS oder SnS2. Aus den
gebildeten Dämpfen werden Mg u. SO, gewonnen. (E . P . 5 0 6 4 8 5 vom 17/10. 1938,
ausg. 29/6. 1939.)
' "
G e is z le r .
V e r e in ig te D e u ts c h e M e t a llw e r k e A k t .- G e s ., Z w e ig n ie d e r la s s u n g B a s s e &
S e lv e , Altena, Westfalen, Einschmelzen von Metallen oder Legierungen, bes. Mg u. seinen
Legierungen in einem Induktionsofen mit niedriger Frequenz. Der Ofenkörper oder die
Ofenauskleidung besteht aus Fe oder niedriggekohltem Stahl. (It. P . 3 6 4 1 2 3 vom
11/7. 1938. D. Prior. 25/4. 1938.)
G e is z le r .
T it a n g e s . m . b . H . (Erfinder: J o a c h im R o c k s t r o h , H e r m a n n H a g e n e s t und
F r ie d r ic h R a sp e ), Leverkusen, Verarbeitung von Vanadin, Eisen und Titan enthaltenden
Stoffen, dad. gek., daß die Stoffe zwecks Überführung des Fe-Geh. in FeO reduzierend
geröstet' werden, u. das Röstgut in Ggw. von Fe(OH)3 oder Fe2Oo mit einer verd. Mineral­
säure, zweckmäßig bei erhöhter Temp., z. B. 45°, in solcher Menge behandelt wird, daß
die Fl. gegen Kongopapier nicht mehr sauer reagiert, worauf der Rückstand auf V u. Ti
weiterverarbeitet wird. — Bei der Behandlung mit Säure (10—25%ig. HCl oder H2SO.,)
gehen der größte Teil des Fe u. zunächst ein Teil des V in Lsg., während sieh das Ti im
Rückstand anreichert. Bei der Absättigung der Säure im angegebenen Ausmaß fällt
das V weder aus. (D . R . P . 6 8 3 083 Kl. 40 a vom 14/8.1935, ausg. 28/10.1939.) G e i s z l .
D e u ts c h e E d e ls ta h lw e r k e , A k t .- G e s ., Krefeld (Erfinder: R . K ie if e r ) , Her­
stellung von Tantal- und Niobcarbid. Man erhitzt Ferrotantal oder Ferroniob oder
Gemische beider zusammen mit C auf 1400— 2200° u. entfernt dann nach dem Abkühlen
Fe u. C durch Auswaschen mit HCl oder Gemischen von HCl u. HF. (S c h w e d . P9 6 248 vom 12/1. 1938, ausg. 18/7. 1939. D. Prior. 18/1. 1937.)
J. S c h m id t.
D e u ts c h e E d e ls ta h lw e r k e , A k t .- G e s ., Krefeld (Erfinder: R . K ie if e r ) , Hart­
metallegierung, bestehend aus 50— 93% Ta- oder Nb-Carbid oder Gemischen dieser,
5— 30% Ti-Carbid u. 2—20% Metallen der Fe-Gruppe u. gegebenenfalls bis zu 20%
Mo-, W-, Cr-, Zr- oder V-Carbide oder Gemischen dieser Carbide. (S c h w e d . P . 96 544
vom 29/12. 1937, ausg. 15/8. 1939. D. Prior. 16/1. 1937.)
J. SCHMIDT.
J o s e p h M a r c e l M e r le , Tarentum, Pa., V. St. A., Herstellung langgestreckter,
metallischer Gegenstände, wie Bänder und Streifen, sowie von Mciallpulver. Durch Aus­
gießen des fl. Metalls auf rotierende Walzen werden langgestreckte Gegenstände hergestellt. Durch Ausgießen auf rotierende Scheiben wird ein feinkrystallines Pulver
erhalten. In beiden Fällen wird das Metall stark gekühlt. Die so hergestellten Gegen­
stände weisen eine homogene Krystallstruktur auf. Außerdem werden zur Durch­
führung der Verff. geeignete Vorrichtungen beschrieben. ( I t. P P . 365 15 0 , 36 5 18 0 u.
365 248 vom 30/8. 1938.)
V ie r .
C la d M e ta ls I n d u s tr ie s , I n c ., Chicago, übert. von: T h o m a s B . C h a c e , Wiimetka,
111., V. St. A., Verbundmetall, bestehend aus einem Grundmetall aus Fe, einer Zwischen­
schicht aus einer Ni-Legierung u. einer Deckschicht aus einer Cu-Si-Legierung. Die
Zwischenschicht muß so dick sein, daß Fe nicht in die Deckschicht gelangt. Z. B. wird
als Zwischenschicht eine Legierung mit 44,99 (% ) Cu, 45,95 Ni u. 7,15 Fe verwendet, u.
als Deckschicht eine Legierung mit 94,92 (% ) Cu, 0,97 Si, 2,69 Ni u. 0,95 Fe. (A . P2 174
7 3 3 vom 21/10. 1936, ausg. 3/10. 1939.)
M a r k h o ff.
W a l t e r H e im b e r g e r , Bayreuth, Blankbeizen von Eisen und Stahl, dad. gek., daß
1. vorgebeiztes Beizgut in einer auf mehr als 50° erwärmten Beizlsg. nachbehandelt wird,
die zu Beginn des Beizens weniger als 2 % HN03 neben SO,-Ionen enthält, die entweder
an Fe gebunden, oder in Form von H.SO, vorhanden sind; — 2. in H ,S04 vorgebeiztes
1940. I .
H TU,. M e t a l l u r g i e . M e t a l l o g r a p h i e . M e t a l l v e r a r b e i t u n g .
1105
Beizgut in einer auf mehr als 50° erwärmten Beizlsg. nachbehandelt wird, die aus einer
HN03-Lsg. bestellt mit einer Anfangskonz, von weniger als 2% . Z. B. wird eine 1%'ßHN03 mit 0.2 H2SO., verwendet. (D. R. P. 684 467 Kl. 48 d vom 21/3. 1937, ausg. 29/11.
1939.)
Ma r k h o f f .
F e r d in a n d A r t u r H e r r m a n n , Leipzig, Elektrolytischc Reinigung von Eisendrähten.
Die Drähte werden, anod. geschaltet, mit gleiehbleibender Geschwindigkeit durch eine
H2SO.,-Lsg. (unter 250 g/1) gezogen. Konz, der Lsg., Durchzugsgeschwindigkeit, Temp.
ti. Stromdichte (mehr als 20 Amp./qdm) werden so aufeinander eingestellt, daß auf der
ganzen Drahtoberflächc 0 2 frei wird. (A . P . 2 1 7 4 7 2 2 vom 14/11. 1935, ausg. 3/10.
1939.)
’
M a r k h o ff.
M o n d N ic k e l C o ., L t d ., England, Beseitigung von Oberflächenfehlern auf Metall harren. Das Metall der Umgebung der Fehlerstelle wird mit Hilfe eines zwischen Metall­
oberfläche u. einer Graphitelektrode erzeugten Lichtbogens geschmolzen. Das ge­
schmolzene Metall füllt dann die, Vertiefung der Fehlstelle aus. (F . P . 8 4 5 1 2 0 vom
24/10. 1938, ausg. 11/8. 1939. A. Prior. 15/4. 1938.)
M a r k h o ff.
B e r n h a r d B e r g h a u s , Berlin-Lankwitz, Metallisieren von metallischen Gegenständen
mittels Kathodenzerstäubung, dad. gek., daß die zu zerstäubende Kathode gekühlt
u. eine solche Leistung angelegt wird, daß der zu metallisierende Gegenstand eine
Temp. von mindestens 300° annimmt. Z. B. wird bei einer Spannung von wenigstens
600 V eine Leistung von mindestens 1 W/qcm an die Kathodegelegt. (S c h w z. P .
2 0 5 1 8 4 vom 1/11.1938, ausg. 1/9.1939. D . Prior. 14/4. 193S.)
V ier.
M e t a llg e s e lls c h a it A k t .- G e s ., Frankfurt a. M., Oberflächenbehandlung vor der
mechanischen Behandlung von Metallen. Es wird auf der Metalloberfläche aus Fe oder
Zn eine capillarakt. Schicht durch Behandlung mit einer Phosphatierungslsg.. die
Oxydationsmittel enthält, erzeugt. Beispiel. Man verwendet eine Lsg. mit 19 g/1 Zn,
24 P20 5, 25 NO;i. 5 Min.; 95°. (It. P . 3 6 5 6 5 6 vom 27/5. 1938. D. Prior. 1/6. 1937.
B e lg . P . 4 29 628 vom 9/8. 1938, Auszug veröff. 22/2. 1939.)
M a r k h o ff.
H e t a l F in is h in g R e s e a r c h C o rp ., Detroit, Mich., V. St. A. (Erfinder: R . R .
T a n n e r und H . J . L o d e e se n ), Herstellung von Phosphatuberzügen auf Metallen. Man
verwendet Lsgg. von Zn-, Mn- u. bzw. oder Ferromonophosphaten, die außer diesen
u. dem Lösungsm. noch ein Oxydationsmittel enthalten, das einerseits freiwerdenden H»
an der Metalloberfläche oxydiert, andererseits aber nicht stark genug ist, um, falls
Ferromonophosphat zugegen ist, alles Ferrosalz zu oxydieren. Geeignet sind z. B.
Nitrate, Nitrite oder Sulfite von Metallen, die unedler sind als das zu behandelnde
Metall, wie von Alkali- oder Erdalkalimetallen. Um die Behandlungszcit noch stärker
abzukürzen, kann man den Lsgg. noch geringe Mengen von Cu-Salzen zusetzen.
(S c h w e d . P . 9 6 1 4 9 vom 15/10. 1931, ausg. 4/7. 1939. A. Prior. 7/7. i931.) J. S c h m id t .
A l u m in iu m C o. o f A m e r ic a , Pittsburgh, übert. von: J u n iu s D a v id E d w a rd s ,
Oakmont, und R a lp h B r y a n t M a s o n New Kensington, Pa., V. St. A., Oberflächen­
behandlung von Aluminium vor dem Aufträgen von Farbschichten. Die Aluminiumober­
fläche wird mit einer Salzsäurelsg. geätzt, die eines der Metalle Mn, Fe, Cu, Ni oder
Co enthält (0,02— 1,0%)> zum Entfernen der Schwermetallspuren mit Salpetersäure
gewaschen u. dann mit einer Chromsäurelsg. behandelt. ( A . P . 2 1 7 1 5 4 5 vom 12/6.
1936, ausg. 5/9. 1939. C an . P . 38 2 862 von 15/3. 1937, ausg. 25/7. 1939. A. Prior.
12/6. 1936.)
ZÜRN.
A lu m in iu m C o. o f A m e r ic a , Pittsburgh, übert. von: W a lt e r R . K a p p e s , Oak­
mont, Pa., V. St. A., Oberflächenbehandlung von Aluminium vor dem Aufträgen von
Schichten. Die Aluminiumoberfläche wird mit einer wss. Lsg. von Alkalicarbonat u.
Alkalichromat behandelt, wodurch sie mit Oxyd bedeckt wird, das daraufhin durch
eine wss. Lsg. entfernt wird, die Chromsäure u./oder Salpetersäure enthält. (A . P .
2171546 vom 3/5. 1938, ausg. 5/9. 1939.)
'
ZÜRN.
L a n g h e in - P ia n lia u s e r - W e r k e A k t .- G e s . (Erfinder: E r n s t S c h rö d e r und G e r ­
h a rd E lß n e r), Leipzig, Herstellung von oxydischen Schutzschichten auf Magnesium und
dessen Legierungen durch anod. Behandlung, dad. gek., daß 1. die Gegenstände zwecks
Erhöhung des Aufsaugvermögens der Schutzschichten vor deren Bldg. in annähernd
neutralen Salzlsgg., z. B. von NH,C1-Lsgg., bei leicht erhöhter Temp., behandelt werden;
— 2. zur Aufhellung der Schutzschichten zwischen Vorbehandlung u. Oxydation eine
Behandlung in stark alkal. Lsgg. bei hohen
Tempp. eingeschaltetwird. (D . R. P .
684 548 Kl. 48 a vom 10/4. 1938,ausg. 30/11. 1939.)
Ma r k h o ff.
[ukrain.] N. D. Shudin und A . I. Strelbitzkaja, Plastische Deformation bei Stahlkonstruktionen.
Experimentelle Untersuchung der Fließgrenze beim Biegen. Kiew: Isd. akad. nauk.
U SSR .
19 3 9.
X X IT .
1.
( 1 4 S R .)
5 P ,b l.
72
] 106
H n . O r g a n is c h e I n d u s t r i e .
1940. I .
IX. Organische Industrie.
M . N . S h e m o t s c h k in , über die Verwendung von nichtkondensicrbarcn Gasen der
Trockendestillation von Holz zur organischen Synthese. III. Mitt. Die nicht kondensierbarcn Gase bei der Trockendest. von Holz werden als Brennstoff benutzt, was angesichts
ihres geringen Heizwerts (2000— 3000 cal/cbm) u. C02-Geh. (50%) unwirtschaftlich ist.
Zweckmäßiger erscheint die vom Vf. vorgeschlagene Umsetzung des enthaltenen CH4
mit dem im Gas ebenfalls vorhandenen C02, bzw. dem zugesetzten W.-Dampf nach
Gleichungen CH, -f- C02 ^ 2CO + 2H2 u. CH, -(- H.O ^ CO + 3H,,. In einem
zweiten Arbeitsvorgang wird das gebildete CO mit W.-Dampf nach Gleichung CO +
H ,0
C02 + II2 umgesetzt, wodurch ein für die anschließende Synth. günstigstes
Verhältnis zwischen CO u. H2 im Gas geschaffen wird. Der erste Vorgang kann bei
Ggw. eines Ni-Katalysators bei 800° u. der zweite bei 500° durchgeführt werden. Das
Endprod. wird abgekühlt, durch Waschen von C02-Resten befreit u. unmittelbar zur
Metlianolsynth. herangezogen. (JlecosiiMii'iccKaa IIpo mi.i lu.iennocTL [Holzehem. Ind.]
2 . Nr. 9. 12— 14. Sept. 1939.)
Pohl.
M . N . S h e m o t s c h k in , S . I . L a p s c h in und F . B . T r o it z k a j a , Über die Verwendung
von nichtkondensierbarcn Gasen der Trockcndcslillation von Holz zur organischen Synthese.
IV. Mitt. Umsetzung der nicht kondensierbaren Gase. (III. vgl. vorst. Ref.) Zur Klärung
der günstigsten Bedingungen für die Umsetzung wurden laborator. Verss. mit Gas
der Trockendest. von Birkenholz bei verschied. Arbeitsweise durchgeführt. Sie ergaben
als günstigste Bedingungen für die erste Stufe der Umsetzung bei Ggw. eines Ni-Katalysators: 800°, eine Vol.-Geschwindigkeit von 200 u. einen W.-Geh. des Gases von
0,3 cbm/cbm. Das Endprod. hatte folgende Zusammensetzung (% ): 27 CO., 35 CO,
33 H2 u. 5 N2; der Katalysator war nach 26-std. ununterbrochenem Betrieb unver­
mindert wirksam: dio beobachtete geringe Rußbldg. konnte durch Vorreinigung des
Gases mit W., A-Kolile usw. ganz behoben wesden. Auch beim Arbeiten mit einem
Birkenkohlekatalysator wurden gute Ergebnisse erzielt, jedoch verlor er nach der
Erhitzung auf 1000° seine Wrkg. für die Umsetzung bei tieferen Tempp. (700°). Für
die zweite Stufo der Umsetzung (Gewinnung eines Gases mit CO :H2 = 1: 2) ist bei
Vol.-Geschwindigkeiten von 200 eine Temp. von 500° günstig u. ein W.-Geh. des Gases
bis zu 0,6 cbm/cbm zulässig. (.ilecoxu.Mii'iecKaa IIpoMBiiiwenHocTB [Holzehem. Lid.] 2.
Nr. 10. 11—20. Okt. 1939. Zentrales Holzehem. Inst., Labor, f. Synth.)
P o h l.
H e n r y D r e y iu s , London, England, Herstellung von Kohlenwasserstoffen oder ihren
sauerstoffhaltigen Derivaten aus CO und H2. Man verwendet den Katalysator in einem
fl. Medium (bes. KW-stoffe, die bei der Synth. gebildet worden sind) dispergiert, das
unter dem angewandten Druck bei der Rk.-Temp. sd. oder gegebenenfalls teilweise
höher sd., so daß die Rk.-Wärme beim Einleiten des Gases einen Teil des fl. Mediums
verdampft. Der verdampfte Teil kann, zusammen mit Rk.-Prodd., in einem Kühler
kondensiert u. zur Rk.-Zone zurückgeführt werden. Dadurch wird eine gute Regelung
der Rk.-Temp. erzielt. Für die Herst. von fl. KW-stoffen arbeitet man mit Co bei 180
bis 200°, mit Fe bei 250° bei Drucken nahe 1 at; für die Herst. von Alkoholen unter
hohem Druck mit ZnCr04. (E . P . 505 1 2 1 vom 6/11. 1937, ausg. 1/6. 1939.) K in d e r m .
S ta n d a rd O il D e v e lo p m e n t C o ., übert. von: O b e r C . S lo tt e r b e c k und R a p h a e l
R o s e n , Elizabeth, N. J., V. St. A., Herstellung von Alkylchloriden. Man behandelt
Olefine, bes. C2H4, bei etwa 100— 250° mit Halogenwasserstoff über einem Kontakt
aus BiCl3 mit einem W.-Geh. von etwa 2,5—20%. bes. 10— 15%. Der Katalysator
bleibt infolge des W.-Geh. lange wirksam. (A . P . 2 1 7 4 2 7 8 vom 4/6. 1937, ausg.
26/9.1939.)
J. S c h m id t.
U s in e s de M e lle und H e n r i M a r tin G u in o t, Frankreich, Polymerisieren gas­
förmiger Olefine. Bei der Polymerisation gasförmiger Olefine zu Dimeren (z. B. der
Butylene, bes. Isobulylen, zu Isoocten) mittels Schwefelsäure (z. B. von 60% bei 90—95°)
entfernt man, um die Bldg. höherer Polymerer zu vermeiden, kontinuierlich das Dimere
{Diisobutylen'j aus der Rk.-Zone im Maße seiner Bldg. als azeotrope Mischung mit W.,
gegebenenfalls mit Hilfe eines Gasstromes, z. B. eines inerten Gases oder des zu poly­
merisierenden Olefins, das man im Kreislauf führt. Den bei der Rk. gebildeten, dem
Olefin entsprechenden Alkohol führt man ebenfalls in das Olefindimere über, indem
man die abgetrennte wss. Schicht zur Polymerisation zurückführt. Die Rk. kann man
unter erhöhtem Druck (7 at) durchführen. (F. P . 840 068 vom 23/12. 1937, ausg.
18/4.1939.)
K in d e r m a n n .
C o n s o r tiu m f ü r E le k t r o c h e m is c h e I n d u s tr ie G. m . b. H ., München, Her­
stellung von Butanol-l-on-3 (I), ß,ß'-Diketobutylälher (II) und Buten-l-on-3 (III) durch
\Y.-Anlagerung an Vinyhcetylen (IV) in Ggw. von Katalysatoren (Ag-, Fe-, Hg-Salze)
1940. I.
H IX. O r g a n is c h e I n d u s t r ie .
1107
u. unter Aufrechterhalten der Säurekonz. < 10%- Man kann auch unter Druck arbeiten.
Die Rk.-Prodd. I u. II ergeben bei der Dest. in Ggw. verd. Säuren oder bas. wirkender
Stoffe ausschließlich III. I<p.-10 78,5°. I Kp.0l5 38°, Kp.n 75°. II Kp.0)5 82°, Kp.10i- 123°,
F. 6°. Wird die Rk.-Lsg. neutralisiert u. dann mit H behandelt, erhält man 1,3-Butylenglykol (V) u. ß,ß'-Dioxybutyläther (VI) neben geringen Mengen Butanol-2. V u. VI
werden zu Butadien aufgespalten. Enthält IV noch C,JI„ u. werden als Katalysator
Hg-Salze verwendet, entsteht neben den anderen Prodd. auch CHICHO. Vgl. F. P.
834 192; C. 19 3 9 . I. 2083. (F. P . 843 8 9 1 vom 24/9. 1938, ausg. 12/7. 1939. I t . P .
366 4 0 7 vom 24/9. 1938. B e lg . P . 430 3 59 vom 24/0. 1038, Auszug veröff. 22/3. 1939.
Alle D. Prior. 24/2. 1937.)
KÖNIG.
E . I . d u P o n t de N e m o u rs & C o ., übert. von: D o n a ld J . L o d e r, Wilmington,
Del., V. St. A., Herstdlung von Propionsäure durch Einw. von CO auf A. in Ggw. von
BF3. Als Nebenprod. bildet sich Projnonsäureäthylester. Es wird bei 125— 180° u. bei
einem Druck von 25 at gearbeitet. — Ein mit Silbermetall ausgekleideter Autoklav
wird mit 806 (Teilen) eines Gemisches beschickt, das aus 1 A., 1,8 W. u. 2,8 BF3 besteht.
Der Autoklav wird in einer Schüttelmaschine auf 138— 154° erhitzt, wobei CO eingeleitet
wird. Die Erhitzungszeit beträgt 28 Min. u. dann wird clie Temp. noch 20 Min. ge­
halten. Das Rk.-Prod. enthält 90% Propionsäure u. 10% Äthylester. (A . P . 2 1 7 0 825
vom 27/1. 1938, ausg. 29/8. 1939.)
'
M. F. M ü l l e r .
T e n n e s s e e E a s t m a n C o r p ., Kingsport, Tenn., übert. von: D o n a ld F . O th m e r.
Brooklyn, N. Y., V. St. A., Entuiässem von niederen Feilsäuren durch azeotropo Dest.
in Ggw. eines niedermol. Ketons oder Äthers, z. B. Äthylpropylketon, Methylbutylketon,
AUylaceton, Mesityloxyd, Dipropylketon, Chloraceton, Diehlormethyläther, Allylisoamyläther, Äthylamyläther, sek. Dibutyläther. Nach diesem Verf. wird z. B. Essigsäure,,
Propionsäure oder Butlersäure entwässert. — Zeichnung. (A . P . 2 1 7 0 834 vom 3/7.
1936, ausg. 29/8. 1939.)
M. F. M ü l l e r .
M e r c k & C o. I n c ., Rahway, N. J., übert. von: W illia m H . E n g e ls , Rahway,
und G u s ta v A . S te in , Elizabeth, N . J., V. St. A., Aminoalkylcarbonsäuren. Halogenalkylcarbonsäuren werden mit NH3 in Ggw. von NH,C1 umgesetzt. Z. B. läßt man
zu einer Lsg. von NH4C1 bei 95° zu gleicher Zeit konz. NH3 u. eine Lsg. von Chlor­
essigsäure zufließen u. rührt noch l ' / 2 Stdn. bei 95°. Beim Aufarbeiten erhält man
GlylcokoU. In ähnlicher Weise kann Chlorpropionsäuro in Alanin übergeführt werden.
(A . P . 2 1 6 3 5 9 4 vom 1/12. 1936, ausg. 27/6. 1939.)
N o u v e l.
C o m P r o d u c ts R e f in in g C o ., V. St. A., Glutaminsäure (I). Man hydrolysiert
Maiskleber durch 8— 12-std. Kochen mit 20%ig. HCl, entfernt die Huminstoffe durch
Zentrifugieren u, fällt mit 37%ig. HCl unter Rühren bei etwa 7° die I als Hydrochlorid
aus. Letzteres wird in W. gelöst u. mit Aktivkohle entfärbt. Aus der Lsg. scheidet man
durch Zusatz von NaOH bis zu einem pn von 3,2 die freie I ab, die sodann in das MonoNa-Salz übergeführt werden kann. (F . P . 8 4 4 3 0 6 vom 4/10. 1938,ausg. 24/7. 1939.
A. Prior. 6/12. 1937.)
N ouvel.
E . M e r c k C h e m is c h e F a b r ik (Erfinder: F r i t z J u n g ), Darmstadt, Trimethylhydrochinon. Das Verf. des Hauptpatents (katalyt. Hydrierung von Duroehinon in einem
organ. Lösungsm.) wird mit Trimethylchinon ausgeführt. Man erhält Trimethylhydrochinon (F. 170— 171°) in 90%ig. Ausbeute. (D . R . P . 683 908 Kl. 12 q vom 6/5.1938,
ausg. 18/11. 1939. Zus. zu D. R. P. 676198; C. 1939. II. 1575.)
N o u v e l.
A . B . D a w a n k o w , A . A . B e r lin und O . A . K o n o w a lo w a , USSR, Darstellung
von Campher. Camphen wird mit Chromsäure oxydiert, der 0,1— 1,5% HN03, Nitrate
oder Nitrite zugesetzt sind. (R u s s. P . 5 5 1 2 3 vom 17/11. 1937, ausg. 30/6. 1939.) R i c h t .
E . I . d u P o n t d e N e m o u r s & C o ., Wilmington, Del., V. St. A., übert. von: E r ic h
C la r, Hermskretsehen, Reduzieren von carbonylhaltigen cyclischen oder hcterocydischen
Verbindungen. Man behandelt die Verbb. in der Wärme mit einem Gemisch aus ZnStaub, ZnCl2 u. gegebenenfalls NaCl bei etwa 200—300°. Benzophenon gibt mit dem
Red.-Mittel bei 220° unter Steigerung der Temp. in 5 Min. auf 290° Diphenylmcthan,
das abdestilliert. Der Rückstand ergibt nach Zers, mit HCl u. Umkrystallisieren Tetraphenyläthylen, weiße Nadeln, F. 221°. AnOirachinon ergibt unter gleichen Bedingungen
9,9'-Dianthryl, Indanthron gibt 1,2,1',2'-Anthrazin, 2-Chloranthrachinon gibt Anthracen,
Phenanthrenchinm gibt Phenanihren u. 9,9'-Diphenylanthryl, Anthanlhron gibt Anthanthren, Violanlhron gibt Violanthren, Xanthon gibt Xanthen, Thioxanthon gibt Thioxanthen, Acridon gibt Acridin. (A . P . 2 1 7 2 0 2 0 vom 11/11. 1937, ausg. 5/9. 1939.
Tschech. Prior. 16/5. 1936.)
J- S c h m id t.
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t.- G e s ., Frankfurt a. M., Cydische Acetale des Formaldehyds. Man läßt Olcfine in Ggw. einer Säure oder eines sauren Salzes auf CH20 ein­
wirken. Z. B. mischt man eine Lsg. von 100 g ZnCl2 in 200 g W. in einem Autoklaven
mit 300 g Paraformaldehyd, versetzt mit 800 g Methvlenehlorid, leitet 250 g Propylen
1108
H x. F ä r b e r e i .
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1 9 4 0 . 1.
unter Druck ein u. erhitzt 12 Stdn. auf 120°. Beim Aufarbeiten erhält man Butylenglykolformal der Formel CHS■CH ■C lh ■C lh ■0 ■CII2 ■0 (Kp. 112— 117°). In ähn­
licher Weise wird Isobutylen in Isopailylglykolformal der Formel CH3(CH3) m
C ■CH2 ■C lh •0 •C lh ■0 (Kp. 133— 135°), sowie Trimethyläthylen in eine Verb. der
Töm ^F C H 3(CH3) ■C ■CH(CH3) ■CIL,-O -CH .-O (Kp. 150— 155°) übergeführt.
Statt
ZnClj können HCl, H2S04, l^PO j oder Phosphorwolframsäure benutzt werden. Die
Verbb. werden als Lösungsmittel verwendet. (E . P . 5 0 7 5 7 1 vom 14/12. 1937, ausg.
13/7. 1939.)
NoüVEL.
D o w C h e m ic a l C o ., übert. von: H a r o ld R . S la g h , Midland, Mich., V. St. A..
Ester des 2,3-Dioxydioxan-l,4. Man erhitzt 2,3-Dichlordioxan-l,4 mit einer Carbon­
säure in Ggw. eines Lösungsm. (Toluol oder Xylol) einige Stdn. unter Rückfluß. Auf
diese Weise sind folgende Ester des 2,3-Dioxydicixan-l/l erhältlich: Diacetat (F. 79°),
Dipropionat (Fl.), Dibutyrat (F. 75°), Diisovalerat (F. 79°), Distearat (F. 84°), Dimyristat (F. 86,5°), Di-ß-methylacrylat (Harz), Dicrotonat (F. 61°), Dioleat (Öl), Dibenzoat (Kp.0,ls 205°), Di-p-chlorbenzoat (F. 174°), Di-p-nitrobenzoat (F. 207°), Dizimtsäureester (F. 193°), Difurancarbonsäureester (F. 73°) u. Dicumarinearbonsäureester
(F. 255°). Der Monopropionsäureester des 2-Chlor-3-oxydioxan-l,4 ist eine Fl. vom
Kp.0 ,5 112— 115°. Weichmacher oder insekticide Mittel. (A . P P . 2 1 6 4 3 5 5 u. 2 1 6 4 356
vom 28/8. 1937 u. 2 1 6 4 3 5 7 vom 15/10. 1938, sämtlich ausg. 4/7. 1939.) N o u v e l .
M . P e r c h e r o n , Paris, Abbau hochmolekularer Sticksloffverbindungen. Das Roh­
material (Proteine, Lipoide u. dgl.) wird in fein zerkleinertem Zustand mit Diastasen,
Verdauungsfermenten u. gegen bakterielle Eimv. zeitweilig schützenden Mitteln ver­
sehen; letztere sollen ohne Wrkg. gegenüber der Diastase u. den Katalysatoren u.
entflammbar sowie ungiftig sein. (B e lg . P . 4 3 3 2 7 3 vom 15/3. 1939. Auszug veröff.
21/11. 1939. F. Priorr. 22/3. 1938 u. 1/3. 1939.)
D o n le .
X . Färberei. Organische Farbstoffe.
A . J e . P o r a i- K o s c h it z , J e . A . W ö lle r und N . W . S s o k o lo w a , Zur Theorie des
Färbeprozesses. XI. über das Färben von Tierfasem mit Säureanthrachinonfarbstoffen
und anderen Säurefarbstoffen. (Vgl. C. 19 3 6 . II. 3470.) Vff. folgern aus ihren Färbeverss. mit Alizarinrot S (Col. Ind. Nr. 1034), Alizarincyaningrün G extra (Nr. 1078),
Alizarinlichtgrün G (Nr. 1079), Alizarindirektblau B (M LB) (Nr. 1087) u. Alizarinastrol B (Nr. 1075), daß beim Färben der Wolle in erster Linie eine salzartige Bindung
zwischen der Farbsäure u. der Wolle entsteht. Neben diesem Prozeß können auch
Adsorption, Bldg. von festen Lsgg. u. andere physikal. u. koll.-chem. Prozesse vor sich
gehen. Alle bis jetzt von den Vff. untersuchten sauren u. substantiven Farbstoffe
werden in zwei Gruppen eingeteilt entsprechend ihrem Verh. gegenüber Wolle: mit den
Sättigungsgrenzen 0,8 mg Äquivalent u. 0,6 mg Äquivalent Farbstoff auf 1 g Faser.
Daraus wird gefolgert, daß die Wolle zweierlei bas Gruppen besitzt, u. zwar 1. solchc,
die sich mit 0,6 mg Äquivalent Farbsäure verbinden, u. 2. solche von stärkerer Basizität.
die noch 0,2 mg Äquivalent Säure binden. (/Kypna-r üpiiiuiaaiioir Xum iiii [J. Chim.
appl.] 1 2 . 1191— 99. 1939.)
Gubin.
A . A . M a x im o w , Verfahren zum Festmachen von Anilinschwarz zur Prüfung gegen­
über Schweiß. Die Unechtheit von Anilinschwarz gegenüber Schweiß wird durch die
Bldg. von Oxydationsprodd. während des Trocknens der Ware bedingt. Durch strikte
Einhaltung des vom Vf. angegebenen Färberegimes wird dieser Prozeß jedoch be­
seitigt. (X jon'iaiouy.M aatnaü IIpoMMUi.ietinocTi. [Baumwoll-Ind.] 9. Nr. 6. 47— 48.
1939.)
'
GüBIN.
S . V a n d e n h e n d e , Färbeverfahren mit gewöhnlichen sauren Farbstoffen, das auf
Gemischen aus Lanital und Wolle auf beiden Fasern gleiche Echtheiten ergibt. Die mangel­
hafte W.-Echtheit mancher saurer Farbstoffe auf Lanital wird verbessert, wenn das
Färbebad wie folgt beschickt-wird: 5— 10%N a2S 04, 2,5°/0 H2S04u. 5—6°/0 Chromalaun,
Cr„(S04)3-K 2S04. Man geht kalt ein, treibt auf 50° u. färbt, bis das Lanital stark gedeckt
ist; dann bringt man zum Kochen, gibt nach 1/i Stde. 1— 1,5°/0 H2S04 zu u. färbt
fertig. — Die Lichtechtheit der Färbungen leidet nach Vers. des Vf. durch den Cr-Alaun
nicht. (Ind. textile 56. 451. Sept. 1939.)
F r ie d e m a n n .
A . I . P u s c h k in , Färben von Mischgeweben aus Natur• und mattierter Kunstseide.
Ein umfangreiches Verzeichnis von Farbstoffen, die zum Färben von Mischgeweben
aus Natur- u. mattierter Kunstseide verwendet werden können, ist angeführt ; außer­
dem sind zahlreiche Rezepte von Farbbädern u. Färbebedinguneen angegeben. (IUmk
[Seide] 9. Nr. 7. 29—33. Juli 1939.)
'
G itb tx .
1940.
I.
IIX. F ä r b e r e i .
O r g a n is c h e F a r b s t o f f e .
1109
R ic h a r d Kahl, Über das Färben von Acetatfasermischgeweben und -gamen. All­
gemeines. Aufzählung einer Reihe von Farbstoffen aus den Klassen der substantiven,
Diazotierungs-, Indanthren-, Indigosol-, Säure-, Celliton-, Cellitonecht- u. Cellitazolfarbstoffe, die sich für Mischgewebe von Acetatfaser mit Baumwolle, Zellwolle u. Wolle
eignen. (Mschr. Text.-Ind. Fachheft 3. 77— 78. Nov. 1939.)
F r ie d e m a n n .
G.
G a u d r y , Untersuchung über die in der Druckerei verwendeten Farbstoffe. Ätzen
für indigoide Farbstoffe aus Hydrosulfiten u. quaternären Ammonbasen (z. B. Ciba W).
Diazosulfonate aus Na-Sulfit u. Diazoniumsalzen, die sich mit Naphtholen kuppeln
lassen. Grüntöne in der Reihe der Indigosole, Bapidogene oder Rapidechtfarben: Grün
aus Indigosol 0 oder 01 B u. Rapidechtgelb-, Rapidogengriin B ; Indigosolgrün I B, ein
blaustichiges Grün; Indigosolgelb U gibt mit Indigosolgrün I B ein nicht genügend licht­
echtes Grün; Indigosolgelb V greift die Faser an; Indigosolgrün 13 0, ein klares, gelb­
stichiges, echtes Grün. Bes. reine Töne mit Nitrosaminen durch Zusatz von Na-Chromat.
Die Äthersalze der Küpenleukofarbstoffe u. ihre Anwendung im Zeugdruck. Ikomülgal 7OP,
ein neuer Verdicker. Maschinenöle als Verdickungen in Emulsion mit Nekal A EM oder
Skomulgol70 P. Gummi Traganth u. „Verdickung X “ für Kunstseiden- u. Baumwolldruck. Die hochviscosen Alginate als Verdickungen. Das „ A r id y e v e r fmit unlösl..
feinst verteilten Farbstoffpigmenten. (Ind. textile 5 6. 450—51. Sept. 1939.) F r i e d e .
W . I . B u t in und W . W . T a w r o w s k a ja , Die Anwendung von Alginsäure in Druck­
farben. Durch Betriebsverss. wurde festgestellt, daß Alginsäure als Verdickungsmittel
bei allen Druckfarben angewandt werden u. vollständig oder teilweise Traganth, Stärkt;
u. Dextrin ersetzen kann, ausgenommen in den Fällen, in denen eine bes. geartete Ver­
dickung der Druckfarbe verlangt wird. (X.i0n>iaT0öyMa;i;Hafi llpow.im.ieifflocxt [Baumwoll-Ind.] 9. Nr. 6. 48—49. 1939.)
'
Gubin.
C.
F . J a b lo n s k i, Bestimmung von Pseudocumidin in Säurefarbstoffen. In
Ponceau 3 R (u. anderen Säurefarbstoffen) lassen sich geringe Mengen Pseudocumidin,
das eines der Zwischenprodd. zu seiner Darst. ist, durch Diazotierung u, Kupplung mit
S c h a e f f e r s Salz bestimmen. (J. Assoc. off. agric. Chemists 22. 771— 72. Nov. 1939.
New York, U. S. Food and Drug Administration.)
B e h r le .
G.
R . C la r k , Bestimmung von 1,4-Dioxyanthrachinon in D & G Green Nr. 5 (Alizarincyaningrün F). Das als Zwischenprod. bei der Darst. von AlizarincyaningrünF (I)
dienende 1,4-Dioxyanthrachinon wird in dem Farbstoff bestimmt durch Extraktion mit
A. aus einer leicht HCl-sauren Lsg. von techn. I u. Entfernung aus dem A. mittels 5%ig.
NaOH, mit welchem Reagens es eine charakterist. rötlichblaue Färbung gibt. (J. Assoc.
off. agric. Chemists 22. 784— 85. Nov. 1939. Washington, U. S. Food and Drug Admini­
stration.)
B e h r le .
W . H . K i n g , Die Bestimmung von Chinaldin in einigen KohlenteerfarbstoffenDas bei der Darst. von Chinolingelb WS u. Chinolingelb SS als Zwischenprod. verwendete
Chinaldin kann in diesen Farbstoffen bestimmt werden, indem man mit Dampf dest.,das
konz. Dampfdestillat extrahiert, die saure Lsg. mit Phosphorwolframsäure fällt u. das
entstandene Salz vor u. nach dem Veraschen wägt. 1—2 mg Chinaldin in 100 ccm geben
noch einen ausgeprägten Nd. mit Phosphorwolframsäure. (J. Assoc. off. agric. Chemists
22. 777— 81. Nov. 1939. Washington, U. S. Food and Drug Administration.) B e h r l e .
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t.-G e s ., Frankfurt a. M., l-Amino-2-chlor-(brom)4(6)-nitrobenzol-6(4)-sulfonsäure. Man erhitzt l,2-dichlor-4-nitrobenzol-6-sulfonsauros
Na mit der 3— 5-fachen Menge konz. NH3 24— 30 Stdn. auf 90— 100°. Es entsteht
l-Amino-2-cldor-4-nitrohmzol-G-sulfonsäure. Aus l,2-Dichlor-6-nitrobenzol-4-sulfonsäure
erhält man l-Amino-2-chlor-6-nitrobenzol-4-sulfonsäure. Die Bromderivv. werden in
ähnlicher Weise gewonnen. Die Verbb. dienen zur Herst. von Azofarbstoffen. (F . P .
842 4 4 2 vom 22/8. 1938, ausg. 12/6. 1939. D. Prior. 17/9. 1937.)
N o u v e l.
I.
G . F a r b e n in d u s tr ie A k t.- G e s ., Frankfurt a. M., l-Amino-2-chlor-{brorn)4(ß)-nitrobenzol-6(4)-sulfonmure. Man versetzt eine Lsg. von p-nitranilinsulfonsaurem
NH, in W. bei niedriger Temp. allmählich mit einer Lsg. von Br in Eisessig. Es ent­
steht l-Amino-2-brom-4-nilrobenzol-6-sülfonsäure. Aus l-Amino-6-nitrobenzol-4-sulfonsäuro erhält man l-Am.ino-2-bmm-6-nitrobcnzol-4-sulfonsäurc,. Die Chlorderiw. werden
in ähnlicher Weise gewonnen. Die Verbb. dienen zur Herst. von Azofarbstoffen. (F . P .
8 4 2 4 4 3 vom 22/8. 1938, ausg. 12/6. 1939. D. Prior. 20/11. 1937.)
N o u v e l.
und Hermann Rettberg, Erkennung und Prüfung von Färbungen. An­
leitung zur Beurteilung der Farbe auf gefärbten Textilwaren für Textiltechniker, Che­
miker, Koloristen, Meister, Textilkaufleute, Textilhändler usw. 3. verm. u. verb. Aufl.
Wittenberg: Ziemsen. 1939. (XII, 190 S.) 8°. M. 6.—.
W aldemar Zänker
1110
H XI. F a r b e n . A n s t r ic h e . L a c k e . H a r z e . P l a s t is c h e M a s s e n .
1 9 4 0 . 1.
XI. Farben. Anstriche. Lacke. Harze. Plastische Massen.
C a m illo B r a g a , Die Harnstoff■Formaldehydharze in der Lackindustrie. Übersicht
über die Harnstoff-Formaldehydharze, bes. auch über ihre Verträglichkeit mit Glyptalharzen. (Materie plast. 6. 215— 18. Sept./Okt. 1939. Soc. It. Resine.)
B e h r le .
A . G r e th , Säurehärtende Kunstharzlacke. Nach einem Überblick über die Vorteile,
die die Verwendung unmodifizierter Phenolformaldehydkondensationsprodd. auf dem
Anstrichgebiet, mit sich bringt, werden die Unterschiede der Hitze- u. Säurehärtung be­
sprochen. Durch die Säurehärtung ist es möglich, im Besolzustand befindliche Harze
in Lösungsmitteln gelöst unter Zusatz von als Katalysator wirkenden Säuren lackartig
zum Trocknen zu bringen. Die physikal. Eigg. der so erhaltenen Filme werden mit denen
aus bekannten Anstrichmaterialien (NC, Alkydharze, öllacke) verglichen, wobei auch
säuregehärtete Harnslofformaldehydharze Berücksichtigung finden. Zum Schluß wird
der Einfl. der verschied. Säuren, der Lösungsmittel u. Weichmacher auf die Eigg. des
Lackfilms erörtert. (Angew. Chem. 52. 663— 66. 11/11. 1939. Amöneburg b. WiesbadenBiebrich, Dr. Kurt Albert G. m. b. H.)
W. W OLFF.
A . L . S c h lo e m e r und H . H . E c k a r d t , Jodzahlbestimmungsmethoden und Luft­
oxydation von Harzsäuren und -estem. Von den gebräuchlichen Methoden zur Best.
der .TZ. sind nur dio nach V. HÜBL u. Hanus z u empfehlen, weil die Werte den theoret.
am nächsten kommen. Die Bhodanzahl von K a u f m a n n liefert rund 60% niedrigere
Ergebnisse. Abietinsäure ist wesentlich weniger gegen 0 2 beständig als ihre Ester u.
iiii gleichen Maße weniger beständig als Dextropimarsäuro u. ihre Ester. Außer aus
Galipot wurde Dextropimarsäure in guter Ausbeute auch aus hellem französ. Kolo­
phonium gewonnen, dagegen nicht aus dunklem amerikanischem. Als Beweis für das
Vork. von 2 Doppelbindungen in Dextropimarsäure gelang Herst. von Dihydrodibromdextropimarsäure. Die Krystallisationsfähigkeit von Harzprodd. hängt stark von der
Wahl des Lösungsm. u. der Konz. ab. (Vorratspflege u. Lebensmittelforsch. 2. 710— 18.
Nov./Dez. 1939. Aachen, Techn. Hochschule.)
GROSZFELD.
G u s ta v L e u c h te N a c h f ., Leipzig, Anstrichstoffe. Verf. zur Herst. von Anstrich­
stoffen aus Tallöl bzw. Tallölfettsäuren, dad. gek., daß man Tallöl (1) u. bzw. oder
Tallölfettsäuren mit 4— 6°/0 Glycerin (II) u. 1—3 % des Oxyds eines mehrwertigen
Metalls, wie ZnO, PbO, CaO, MgO, erhitzt, bis die SZ. des Erzeugnisses auf 50 u. darunter
gesunken ist. Die Umsetzung kann in Ggw. von natürlichen oder künstlichen Harzen
erfolgen u. die zur Härtung u. bzw. oder Veresterung saurer Harze erforderlichen Mengen
an Metalloxyd u. bzw. oder Glycerin können der Gesamtmischung von vornherein
zugefügt werden. 100 (Teile) I werden mit 4 I I u. 2 ZnO während 5 Stdn. auf etwa
260° erhitzt, bis die SZ. auf 50 u. darunter gesunken ist. Das Erzeugnis wird mit
30 Lackbzn. verdünnt. Schließlich gibt man noch einen Trockenstoff hinzu. (D . R . P6 8 1 8 5 5 Kl. 22 g vom 26/10. 1935, ausg. 3/10. 1939.)
S c h le c h te n .
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M. (Erfinder: E r ic h K o r in t h ,
Frankfurt a. M.-Höchst), Ferrithalliges Anstrichmittel gegen Rost, bestehend aus Ferriten des Pb oder des Ba, gegebenenfalls in Mischung mit anderen bekannten Pigmenten
u. einem in der Anstrichtechnik üblichen Bindemittel. — 75 (Teile) eines fein ge­
mahlenen u. salzfreien Pb-Ferrits werden mit 25 Leinölfirnis verrieben. Man erhält
einen bes. auf Mennigegrundierung vorzüglichen Bostschutzanstrich. (D . R . P . 68 4 659
Kl. 22 g vom l?/4. 1936, ausg. 2/12. 1939.)
S ch w ech ten .
L . N . J . H . E l i a s , Molenbeek-Brüssel, Wasserabstoßende und rostverhütende An­
strichmasse auf Grundlage von Kautschuk (1) u. Aluminium oder beliebigen anderen
Pigmenten. Man versetzt eine Lsg. von I mit einer M., die aus katalyt. wirksamen
Salzen besteht, welche I in Ggw. von höheren Alkoholen u. Fettsäuren zu polymeri­
sierenvermögen. ( B e lg .P . 4 3 3 623 vom 1/4. 1939, Auszug veröff. 21/11. 1939.) D o n l e .
C h e m ie p ro d u k te K o m m .- G e s ., Berlin-Britz, Plastische, gegen Korrosion schützende
Überzugsmasse, bestehend aus einer Lsg. prakt. wasserunlösl. Celluloseäther, z. B.
Benzylcellulose (II), in Steinkohlenteer (I) oder Steinkohlenpech bzw. dessen Lsg. in
einem hochsd. Teeröl, sowie gegebenenfalls festem Chlornaphthalin u. üblichen anorgan.
Füllstoffen. — Tn 800 (Teilen) I werden 50 I I in der Wärme gelöst u. in die Lsg.
850 Silicate (425 Kaolin. 425 Talkum) eingerührt. (D . R . P . 6 8 1 9 6 3 Kl. 22 g vom
30/11. 1934, ausg. 5/10. 1939.)
S ch w ech ten .
J o se p h H e n r i L o u is G a lu s z k a , Kopenhagen, Herstellung von Dekorationen auf
Gegtnstäiidcn. Das 2-stufige Dekorationsverf. nach Dän. P. 53436, nach dem der zu
verzierende Gegenstand zunächst mit einem Grundierungslaek überzogen u. dann auf
1940. I .
H ,,. F a b b e n . A n s t r ic h e . L a c k e . H a b z e . P l a s t is c h e M a s s e n .
m ]
Jeu noch feuchten Überzug der Dekorationslack aufgetragen wird, wird dahin abgeändert,
daß der Dekorationslack zunächst auf einen Hilfsgegenstand aufgetragen u. dann von
diesem mit einem Druekverf., z. B. photograph., photomechan. oder anderen Verff.,
wie Relief-, Flach- oder Tiefdruck, auf den zu verzierenden Gegenstand übertragen wird.
(Dän.P. 55185 vom 4/9. 1936, ausg. 15/5. 1939. Zus. zu Dän. P. 53436; C. 1937. II.
3676.)
J. S c h m i d t .
D o w C h e m ic a l C o ., übert. von: E m e s t F . G r e th e r , W illia m R . S h a w v e r
und R u s s e ll B . D u V a l l, Midland, Mich., V. St. A., Herstellung von ÄthylenglykoldiaryJoxyacetaten. Ein Gemisch von 166 g (1 Mol) 2-Methylphenoxyessigsäure, 75 g (1,21 Mol)
Äthylenglykol u. 2 g Benzolsulfonsäure wird auf 100° u. später allmählich auf 150°
erhitzt. Während der Rk. dest. W. ab. Nach 4 Stdn. ist die Rk. beendet. Das abgekühlto Gemisch wird in 200 Bzl. gelöst u. mit verd. wss. Na2C03-Lsg. die über­
schüssige 2-Methylphenoxyessigsäure herausgewaschon. Nach dem Trocknen der Bzl.Lsg. werden die flüchtigen Anteile im Vakuum abdestilliert. Der Rückstand wird aus
A. umkrystallisiert. Das erhaltene Äthylenglykol-di-(2-methylphenoxyacetat) schm, bei
57°. — In gleicher Weise wird z.B . das Äthylenglykol-di-(3-methylphenoxyaceiat) (F.
74°), Äthylenglykol-di-(2-phenylphenoxyacelat), Äthylenglykol-di-(4-tert.-butylphenoxyacetat) (F. 77°), ÄthylenglyIcol-di-(2-cyclohexylphenoxyacetat) hergestellt. Die Ester
dienen als Weichmachungsmittel für Celluloseäthcr u. -estermassen u. für Kunstharze.
(A . P . 2 1 7 0 996 vom 8/5. 1936, ausg. 29/8. 1939.)
M. F. M ü l l e r .
D o w C h e m ic a l C o . , übert. von: E r n e s t F . G r e th e r , W illia m R . S h a w v e r
und R u s s e ll B . D u V a ll , Midland, Mich., V. St. A., Herstellung von Äthylenglykolaryloxyacetaten. — Ein Gemisch von 60,8 g (0,4 Mol) Phenoxyessigsäure u. von 12,4 g
(0,2 Mol) Äthylenglykol wird allmählich auf 100° u. weiter auf 170° erhitzt. Dabei
dest. W. über. Nach 8 Stdn. ist die Rk. beendet. Darauf wird die Rk.-M. in 200 ccm
95%ig- A. eingegossen, wobei der gebildete Ester ausfällt. Dieser wird abgetrennt,
mit A. gewaschen u. getrocknet. Das erhaltene Äthylenglykoldiplienoxyacetat schm, bei
92°. Andere Acetate sind z. B. Älhylenglykol-di-(2-cldorphenoxyacetat), Äthylenglykoldi-(2-phenylphenoxyacelal), Äthylenglykol-di-(4-tert.-butylphenoxyacetat), Äthylenglykoldi-lß-naphthoxyacetal), Äthylenglykohnono-phenoxyacetat-mono-ß-naphthoxyacetat. Die
Acetate dienen als Weichmachungsmittel für Celluloseester- u. -äthermassen sowie
für synthet. Harze. (A . P . 2 1 7 0 9 95 vom 30/10. 1935, ausg. 29/8. 1939.) M. F. M ü l l e r .
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M., Behandlung von Hochpoly­
meren. Sie werden unter Zugabe von Weichmachungsmitteln in Faden- oder Film­
form gebracht, während oder nach der Formgebung in Längs- u. gegebenenfalls Quer­
richtung stark gereckt u. unter Spannung durch Extraktion mit Fll. von den Weich­
machungsmitteln befreit. Ein Beispiel erläutert die Herst. eines Films aus N-Vinylcarbazol unter Verwendung von Vulkanol B. Die erhaltenen Prodd. sind im Gegensatz
zu den Ausgangsstoffen nicht brüchig. (F . P . 8 4 4 1 3 0 vom 30/9. 1938, ausg. 19/7.
1939. D. Prior. 1/10. 1937.)
D o n le .
N . S . I l j i n , A . A . B o lo t in und A . J . S tr e ln ik o w , USSR, Kunstharz. Phthal­
säureanhydrid wird mit Glycerin kondensiert u. nach Veresterung mit Ricinusöl bei
einer Temp. bis zu 280° in Ggw. von A120 3 oder Cu- bzw. Mn-Seifen dehydriert u.
polymerisiert. (R u s s. P . 5 5 3 9 1 vom 31/12. 1937, ausg. 30/7. 1939.)
R ic h te r .
S . E . M . S o c . d ’É l é c t r ic it é e t de M é c a n iq u e , P r o c é d é s T h o m s o n -H o u s to n ,
v a n d e n K e r c h o v e & C a r e ls , S . A . , Brüssel, Harzartige Massen. Aldehyde werden
mit organ.
2 C-Atome
mindestens
vom 22/4.
1938.)
van
Verbb. kondensiert, die eine akt. Methylengruppe enthalten, welche an
gebunden ist, deren jedes eine Doppelbindung mit O oder S u. deren
eins eine ein- oder dreifache ( ?) Bindung mit N trägt. (B e lg . P . 4 3 3 949
1939, Auszug veröff. 21/11. 1939. A. Priorr. 16/10. 1937 u. 29/4.
.
D onle.
S . E . M . S o c . d ’É l e c t r ic it é e t de M é c a n iq u e , P r o c é d é s T h o m s o n -H o u s to n ,
d e n K e r c h o v e & C a r e ls , S . A . , Brüssel, Kautschukartige Kunstharzmassen.
Polyvinylhalogenide werden mit Plastifizierungsmitteln, wie Phenoxypropcnoxyd, ver­
setzt. (B e lg . P . 4 3 3 79 3 vom 12/4. 1939, Auszug veröff. 21/11. 1939. A. Prior. 12/4.
1938.)
D onle.
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M., Polymere Verbindungen. Poly­
vinylalkohol (I) oder ein noch freie OH-Gruppen enthaltendes Denv. desselben wird
mit einer Carbonsäure, die außer der (den) Carboxylgruppe(n) eine reaktionsfähige
Carbonylgruppe besitzt, umgesetzt. Als Ausgangsstoffe eignen sich außer I auch
Polyoinylformiat, -acetat, -propionat, -butyrat, die Acetale von I mit Form-, Acet-, Butyr-,
fsobutyraldehyd, Cyclohexanon, Methylcyclohexanon usw., Deriw. von I, die keine
freien OH-Gruppen enthalten, sondern sie erst bei der Verseifung liefern, Acetale von
111*2
HXI. F a r b e n . A n s t r ic h e . L a c k e . H a r z e . P l a s t is c h e M a s s e n .
1940. T.
Glyoxylsäure, dio bei der Verseifung erst freie Carbonylgruppen bilden ( Äthylesteraceial von Glykolsäure) usw.; Lävulin-, Acetondicarbon-, o-, in-, p-Benzaldehydcarbonsäure, Salicyl-, Terephthal-, 3,4-l)imtthoxybenzaldehydcarbonsäure, 4-Chlor-. 3-Nilro-,
3-Aminobenzophenon-2'-carbonsäure, Cyclohexanon-l-carbonsäurc-3. — 75 (Teile) Gly­
oxylsäure werden in 900 einer 10%ig. wss. I-Lsg. gelöst u. einige Stdn. zum Sieden
erhitzt; H2S04 oder ähnliche anorgan. Säuren beschleunigen die R k.; nachdem die
M. beim Abkühlen fest wurde, wird sie mit 50 NaCl oder dgl. geknetet. Die polymere
Acetalcarbonsäure fällt körnig an. (E . P . 5 1 0 1 6 8 vom 27/1.1938, ausg. 25/8.
1939.)
D o n le .
I.
Gr. F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M., Harzartige Kondensations­
produkte erhält man durch Erhitzen von mehrwertigen Alkoholen, wie Glykol (III),
Glycerin (IV), Polyglykolen. Polyglycerinen, Erythrit, Mannil, mit Iminodiessigsäuren
der allg. Formel R-N(CH._,-COOH),, worin R Wasserstoff, ein Alkyl odesAryl sein kann,
oder mit Äthylendiiminodiessigsäure (I), Nitrilotriessigsäure (II), Iminodipropionsäurc,
Iminodibemsteinsäüre bzw. deren Estern. — Aus 191 (Teilen) II u. 93 III erhält man
nach 1— 2-std. Erhitzen auf 170— 180° unter lebhafter W.-Abscheidung eine farblose
feste M., bei Verwendung von 92 IV (180— 190°) eine viscose M., die auf Glas u. Metall
fest haftet; 87,G I u. 36,8 IV ergeben nach 1 Stde. (170— 190°) ein sehr zähes Kondensationsprod.; 104— 105 Anilidodiessigsäure u. 31 III nach einigen Stdn. (145— 170°)
ein hellgelbes festes Kondensationsprod.; 95,5 II u. 46 III bei 180— 190° bis zur voll­
ständigen W.-Abspaltung kondensiert, dann nach Zusatz von 111 Phthalsäure u. 46 III
nochmals bis zur völligen TV.-Abspaltung kondensiert, ein fast farbloses, sehr hartes
Harz; 95,5 II, 100 Diglykolsäure, 92 III nach völliger W.-Abspaltung bei 135— 180°
eine farblose, halbfeste leimartige M.; 68 des Trimethylesters von I mit 27,6 III nach
10-std. Erhitzen auf dem Ölbad auf 200— 210° ein sehr zähes, hellbraunes Konden­
sationsprodukt. Die Prodd. sollen als Zusätze zu bekannten Harztypen verwendet werden.
(E. P. 50 6 368 vom 16/8. 1938, ausg. 22/6. 1939. D. Prior. 17/8. 1937.) G a n z l i n .
G u isep p e V e t t o r i, Bologna, Herstellung einer plastischen Masse. Man verarbeitet
250 (Teile) einer pflanzlichen M., die man durch Behandeln von Spreu von Getreide,
Reis, Hanf, Mangold oder dgl. mit Aufschlußmitteln, wie Soda oder Kolophonium
unter Zusatz eines Oxydationsmittels, wie Na20 2, K 2Cr20 - oder H20 2 im Autoklaven
erhalten hat, mit 50 Caseinkalk u. 2 Glycerin während 1 Stde. bei 50° in einem Knet­
werk, bis man eine gelatinöse M. erhält u. knetet dann noch ein Füllmittel, z. B.
40 CaC03, 20 Holzmehl, Kaolin, Glaspulver oder dgl. ein. Die M. kann gepreßt u. die
Formkörper können in einem CH20-Bade gehärtet werden. (It. P . 365 7 5 4 vom
20/9. 1938.)
S arre.
I v o U b a ld in i, Mailand, Plastische Masse. Spreu von Kulturpflanzen, z. B. vom
Reis, wird mit bis zu 150—200° erhitztem W. unter Druck, vorzugsweise unter Zusatz
einer kleinen Menge eines Salzes, von Alkali oder einer Säure, z. B. von H2S04 so lange
behandelt, bis man eine plast. koll. M. erhält, die gewaschen, getrocknet u. schließlich
verpreßt wird, gegebenenfalls nach Zusatz von Füllstoffen usw. (It. P . 360 468 vom
11/3. 1938.)
S arre.
I v o U b a ld in i, Mailand, Plastische Masse. Das Verf. des Hauptpatents wird bei
110—150° u. einem ph < 2 ausgeführt, wobei man eine an Pentosen reiche wss. Lsg.
u. eine plast. M. erhält. Lsg. u. M. werden getrennt, worauf die M., wie im Haupt­
patent beschrieben, aufgearbeitet wird, während man die wss. Lsg. zur Herst. von
Furfurol, polvmeremZucker, Entfärbungskohle,Schwärze usw. verwendet. (It. P364170 voin 6/6.1938. Zus. zu lt. P. 360468;vorst. Ref.)
Sa r r e .
C h e m ie p ro d u k te K o m m .- G e s ., Berlin-Britz, Plastische Dichtung, bestehend aus
einer nicht versprödenden u. nicht erhärtenden, dauernd plast. bleibenden Masse.
Eine solche M. wird beispielsweise durch Vermischen von 50 (Teilen) Protoparaffin
mit 3 Erdölgallerte u. 3 Weichbitumen sowie Einführen von 30—50 feinstpulveriger
Füllstoffe, wie Kaolin oder dgl., bereitet. (D. R . P . 643 6 55 Kl. 47f vom 16/3. 1930,
ausg. 14/4. 1937 u. I t . P . 366 628 vom 13/8. 1938. D. Prior. 16/3. 1930.) H o f f m a n n .
B a k e l i t e L t d ., London, Matrizen zur Herstellung von Druck, Schallplatten usw.
Man formt aus einem wss. Brei von langen u. kurzen Fasern mit Zusatz eines hitzehärtbaren Bindemittels (I), z. B. eines Phenol-Aldehydharzes auf der Papiermaschine
in üblicher Weiso eine Bahn, trocknet die etwa 40—50% I enthaltende Schicht, spritzt
auf diese eine wss. Suspension eines etwa 40% I u. z. B. Holzmehl als Füllstoff ent­
haltenden feinen Preßpulvers auf, so daß eine Obcrflächenschicht von etwa 0,02 Zoll
Dicke entsteht, trocknet das Ganze u. verpreßt den Schichtkörper zwecks Herst. von
Matrizen in heißen Formen. (E. P . 505 579 vom 12/11. 1937, ausg. 8/6. 1939. A. Prior.
24/11. 1936.)
S abre.
1940. I .
H j„ . K a d t s c h ü k .
G uttaperch a.
B alata.
1113
XII. Kautschuk. Guttapercha. Balata.
D.
P . T w is s , Wissenschaftliche Kenntnis über Kautschuk und ihre Beziehung zur
industriellen Bearbeitung desselben. Geschichtlicher Überblick. Diskussionsbemerkungen
(Trans. Instn. Rubber Ind. 1 4 . 236—41. Dez. 1938.)
DONLE.
C u r t P h ilip p , Apparative Einrichtungen der Qummiindustrie, ihre Entwicklung in
den letzten 10 Jahren an Hand der deutschen Patentschriften. V. u. VI. (IV. vgl. C. 1939.
I I . 1 1 8 1 .) (Gummi-ztg. 53. 5 8 5 — 8 7 . 6 4 3 — 4 5 . 1 6 /6 . 1 9 3 9 .)
D onle.
H e n r y N e b o v id s k y , Das Problem der Kultur von Kautschukpflanzen im Hinblick
auf die in der Sowjetunion gesammelten Erfahrungen. Es wird über den Anbau der in
der Sowjetunion gezüchteten, Kautschuk liefernden Pflanzen Kok Ssagys (Taraxacum
kok-Ssagys R o d i n ) , Tau Ssagys, Chondrilla, Guajula (Parthenium argentatum),
Varochnik (Asclepias cornuti), Ivendyr (Apocynum venctum) u. der Guttapercha
liefernden Pflanzen Beresklct u. Eucommia ulmoides, die erzielten Erträge u. die
Verarbeitung von Nebenprodd. usw. berichtet. (Congr. int. techn. chim. Ind. agric.
Schcveningue, C. R. 3. 8 4 — 90. 1937. Prag.)
D o n le .
J e . G . M in in a und W . W o r o n a , Einfluß der Düngungstechnik auf die physio­
logischen Eigenschaften und die Kautschukanreicherung beim Kok-Ssagys. Zeitpunkt,
Tiefe der Unterbringung der Düngemittel und dio Art ihrer Verteilung beeinflussen
Entw.-Tempo, Samen- u. Kautschukertrag des Kok-Ssagys. Period. Ernährung mit
X u. Unterbringung des Superphosphates in Nestern führte zu um 40—100% höherer
Samenproduktion als bei Verabreichung der ganzen Düngung vor der Aussaat. Den
höchsten prozentualen u. mengenmäßigen Kautschukertrag brachten die Pflanzen mit
nesterweiser Superphosphatdüngung. Zwischen den Mengen der wasserlösl. Zucker
u. dem Kautschukgeh. der Pflanzen besteht gegensätzliche Beziehung, denn dieser
steht in enger Beziehung zur Assimilation. (Xmurcamta Conua.iiicTii'iecKoro Se.ujieaoJiiii
[Chemisat. soc. Agric.] 8. Nr. 9. 31—36. Sept. 1939. Inst. f. Düngung, Agrikultur­
technik u. landwirtschafiliehe Bodenkunde.)
R a th le f.
K . C. R o b e r ts , Die Bestandteile, des Iltivealatex. V. Mitt. Die Isolierung der Bestand­
teile. VI. Mitt. Kautschen und Kautschol und die intermolekulare Struktur von Kaut­
schuk. (IV. vgl. C. 1938. II. 608.) (J. Rubber Res. Inst. Malaya 8. 308— 14. 315— 23.
Nov. 1938. Kuala Lumpur. — C. 1938. I. 3546.)
D o n le .
E d g a r R h o d e s , Latexkcmservierungsmiitel. I. Einige vorläufige Versuche mit
Natriumpentachlorphenat — „ Santobrite“ — (I). Wie die Verss. ergeben, ist I allein
für die Konservierung von frischem Latex (II) ungeeignet. Wird es jedoch in Mengen
von 0,3% zu frisch mit 0,1% NH., versetztem II gegeben, so erzielt man eine lang
anhaltende Konservierung (> 100 Tage). (J. Rubber Res. Inst. Malaya 8. 324—30.
Nov. 1938. Kuala Lumpur.)
D o n le .
C u r t P h ilip p , Herstellung von Kautschukgegenständen aus Latex, ihre Entwickelung
in den letzten zehn Jahren an Hand der deutschen Patentliteratur. (Gummi-Ztg. 53.
1 1 6 3 — 6 4 . 1 1 8 1 — 8 2 . 1 1 9 7 — 9 8. 1 2 1 4 — 1 5. D e z . 1 9 3 9 .)
S c h ic k e .
Es werden besprochen: die Stabilisierungs­
mittel Vulcastab A (Alkalisalz eines höheren Alkylsulfats), Vulcastab C (konz. Paste
eines ähnlichen Stoffes), DispersolL; das Füllmittel Bentonit; die Vulkanisations­
beschleuniger Vulcafor DDCN u. Vulcafor P. (India Rubber J. 96. Nr. 17. 4— 5. 22/10.
1938. Imperial Chemical Industries.)
D onle.
W . C. W r e n , Zement-Latex-Belagmassm. Bericht über die Herst. von Fußboden­
belagmassen u. dgl. aus Latex u. Zement, bes. Al-Zement (ciment fondu), Prüfmethoden,
Füllstoffe u. dgl. sowie Eigenschaften. (India Rubber Wld. 99. Nr. 6. 29—31. 38.
1/3. 1939.)
D o n le .
P . o t t e n h o f , Neo-pren. Ghloroprenkaulschuk. (Ingenieren 4 8 . K 45— 47. 10/6.1939.
— C. 1939. II. 2590.)
R. K. M ü l l e r .
S id n e y A . B r a z ie r , Sind Qualitätsprüfungen bei der Charakterisierung von
Kautschukwarcn notwendig unzureichend? Vortrag, in dem die ehem., physikal. u.
mechan. Prüfungsmethoden krit. gewürdigt werden. Diskussionsbemerkungen. (Trans.
Instn. Rubber Ind. 1 4 . 206—35. Dez. 1938.DunlopRubber Co., Ltd.)
DONLE.
C.
P . F l i n t , Zusatzstoffe fü r Latex.
R . P . R . A s s o c ia t io n (früher: R u b b e r P r o d u c e r s R e s e a r c h A s s o c ia tio n ) , Lon­
don, E m e s t H a r o ld F a r m e r , Radlett, und J a c k W h e e le r B a r r e t t , Knockholt, Eng­
land, Behandlung von Kautschuk (1). I wird in Toluol, Xylol (IV), Dekalin, Cycloliexan, Bzl. u. dgl. gelöst, mit Maleinsäureanhydrid (II) in Ggw. von Katalysatoren
(0,5— 10, höchstens 30%, bezogen auf I), z. B. Benzoylperoxyd (III), Benzoyltoluyl■peroxyd, bei Tempp. bis ca. 80—90° behandelt. Auf je 2—3 C6HS-Einheiten des I
soll 1 Mol. II verwendet werden. Vinylverbb., wie Styrol, Vinylacetat, Methacrylsäure-
1114
H XII. K a u t s c h u k .
G u tta p e rc h a .
B a la ta .
1940. I .
ester, können außerdem zugegen sein. — Eine Mischung von 7 g gemahlenem lvrepp-I,
gelöst in 70 g IV, 10 g II, 0,5 g III u. 100 g IV wird 6 Stdn. am Rückfluß erhitzt u.
nach Abkühlen in A. gerührt. Das ausfallende gelbe Pulver (10 g) wird getrocknet;
es gibt in Bzl. eine 5°/0ige klare Lsg.; beim Einrühren in A. erhält man hieraus ein weißes,
in Bzl. lösl. Pulver. — Die Prodd. erfahren eine Umwandlung, wenn sie mit Verbb.,
die mit Anhydridgruppen reagieren, z. B. Anilin u. Ätzalkalien, erhitzt werden. (E . P .
5 0 7 996 vom 22/9. 1937, ausg. 20/7. 1939.)
D o n le .
R . P . R . A s s o c ia t io n (früher: R u b b e r P r o d u c e r s R e s e a r c h A s s o c ia tio n ) ,
C y r il A u b r e y R e d f a r n und P h ilip S c h id r o w itz , London, England, Kautschuk (1)
enthaltende Harze. I wird mit Maleinsäureanhydrid (II) u. einem Phenol [Phenol,
Kresylsäure (III), Kresol) erhitzt u. das Prod. mit einem Aldehyd [Formaldehyd (IV)].
zweckmäßig in saurem Medium, behandelt. — 50 g ICrepp-I, 12,5 g II u. 270 g III
werden unter Einleiten von 0 2 oder Luft am Rückfluß erhitzt, bis eine klare, auch beim
Abkühlen homogen bleibende M. entsteht. Nun erhitzt man 2—3 Stdn. auf 160—180°,
gibt 12,5g II zu u. erhitzt weit-ere 3 Stdn. am Rückfluß. Die M. wird gekühlt, mit 187 ccm
40%ig. IV-Lsg. versetzt, am Rückfluß erhitzt, bis W.-Abspaltung erfolgt., u. im Vakuum
dest., wobei ein braunes, durchscheinendes, in der Kälte hartes Prod. erhalten wird.
Es kann mit der gleichen Menge Holzmehl, 12% Hexamethylentetramin, 4 % Nigrosin,
1% Kalk u. 2 % Stearinsäure heiß vermahlen u. zu Formstücken, die bes. für elektr.
Zwecke geeignet sind, verarbeitet werden. (E. P . 5 0 7 9 95 vom 22/9. 1937, ausg. 20/7.
1939.)
D onle.
M a r b o n C o r p . , Del., übert. von: H e r b e r t A . W in k e lm a n n und E u g e n e W . M o f f e tt,
Chigaco, und W i l l ia m C. C a lv e r t, Oak Park, 111., V. St. A., Kautschukhydrohalogenide.
Fester Kautschuk wird bei einem Druck u. für eine Zeit, die zur Sättigung der Doppel­
bindungen auch inj Innern der M. ausreichen, mit gasförmigem HCl behandelt; der
größere Teil der Rk. wird oberhalb Zimmertemp., z. B. bei 110°, jedoch unterhalb der
Zers.-Temp. des Additionsprod. ausgeführt. Das Rohprod. kann mit oder ohne Füll-,
Weichmachungs-, Stabilisierungsmittel einer Hitze- u. Druckbehandlung unterworfen
u. geformt werden. Die Prodd. haben hohen Erweichungspunkt u. sind sehr öl- u.
wasserfest; sie können vulkanisiert werden. (A . P . 2 1 6 4 3 6 7 vom 27/5. 1936, ausg.
4/7. 1939.)
D o n le .
M a r b o n C o rp ., übert. von: H e r b e r t A . W in k e lm a n n , Chicagd, Ul., V. St. A.,
Kautschukhydrochloridmassen, u. a. Asbest u. eine bas. Erdalkaliverb, enthaltend. Bei­
spiele für die Zus.: 100 (Teile) Kautschukhvdrochlorid (I), 20 MgO (II), 20 PbO (III),
200 Asbestfaser (IV). oder 100 I, 10 II, 20 III, 200 IV ; oder 100 I, 10 II, 20 III, 200 IV,
10 Graphit. Die Massen werden gemahlen, geformt u. gepreßt u. dienen z. B. als
Dichtungsmittel. (A . P . 2 1 6 4 368 vom 13/6. 1936, ausg. 4/7. 1939.)
D o n le .
P u le o T in a , Mailand, Italien, Neue Anwendungsart fü r Zusätze zu natürlichem oder
künstlichem Kautschuk (Füll; Vulkanisier-, Weichmachungs-, Allerungsschulzmittel,
Vulkanisationsbeschleuniger, Schwefel, Farben usw.). Die Stoffe werden mit einem ihre
Dispergierung u. Wirksamkeit begünstigenden Mittel (I) gemischt, gewogen u. in
feste Form, z. B. als Pastillen, Tabletten, Stäbchen, Kugeln usw., gebracht. Farben,
die während der Vulkanisation erhalten bleiben oder zerstört werden, können zugegen
sein. Als I kommen z. B. in Betracht: Stearin-, Laurinsäure für saure Beschleuniger,
wie Mercaptobenzothiazolmono- u. -disulfid; Paraffin, Ozokerit, Ceresin, Camauba-,
Montanwachs, mineral rübber, Kohlenteer, Fettsäuren u. ihre Salze für bas. Beschleuniger,
wie Diphenyl-, Di-o-tolylguanidin, Di-o-tolylbiguanid, Hexamethylentetramin. Auch
für Phenyl-a- u. -ß-naphthyl-, Aldol-ai-naphthylamin, Di-ß-naphthyl-p-phenylendiamin
usw. ist die neue Meth. geeignet. (It. P . 3 66 3 8 1 vom 23/2. 1938.)
D o n le .
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M., Polymerisieren von ButadienVerbindungen. Man unterwirft sie, vorzugsweise in Emulsion, einer Mischpolymerisation
mit Halogenpentadienylalkyläthern der Zus. CH2: CH-C(Hal): CH-CH2-0-Alkyl.
Vinylbenzol, Acrylsäurederivv. u. andere polymerisierbare Verbb. können außerdem
zugegen sein. Zur Herst. der Halogenäther vgl. D y k s t r a (C. 19 3 6 . II. 3785). —
75 (Teile) Butadien (1) u. 25 Chlorpentadienylmethyläther (II) werden in 150 Natriumoleatlsg. (IV) emulgiert u. nach Zugabe von 0,35 NHj-Persulfat 70 Stdn. bei 30°
polymerisiert. Das Polymerisat ist vulkanisierbar. — I kann anstatt mit II mit dem
entsprechenden Butyläther (III) polymerisiert werden. — Aus 75 2-Chlorbutadien u.
25 III in Ggw. von 5 Phenoxpropenoxyd u. 100 IV ein widerstandsfähiges u. gut be­
arbeitbares Polymerisat. (It. P. 3 66 3 7 6 vom 29/9. 1938. D . Prior. 30/9.1937.) D o n l e .
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M., Polymerisieren organischer
Verbitidungen, wie Butadien, Isopren, Dimethyl-, Chlorbutadien, Vinylacetat, -butyrat,
Acrylsäuremethyl-, -äthylester, Methacrylsäureester, Vinyläther, Styrol, Vinylchlorid.
Die Polymerisation erfolgt in Röhren, z. B. von 340 cm Länge u. 10 cm Durchmesser,
1940. I .
Uxm- Ä t h e r i s c h e Ö l e .
P a r fü m e r i e .
K o s m e tik .
1115
¡11 denen die M. während der Polymerisation unter gutem Mischen vorwärtsbewegt
wird, z. B. mittels Transportschnecken. Das Polymerisat wird am Ende der Röhre
entfernt. Als Katalysatoren werden Alkalimetalle, Peroxyde, Ozonide, B E 3, SnCl4
usw. verwendet. (It. P . 366 48 5 vom 27/9.1938. D . Prior. 1/10.1937.) D o n l e .
E . I . d u P o n t de N e m o u r s & C o ., Wilmington, Del., V. St. A., Stabilisierungsmittel für plastische Polymere von 2-Halogen-l,3-butadienen und ihren Homologen, wie.
Chloropren. Man verwendet Verbb., die die Gruppe f(X)(S)] C'— S aufweisen; diese
Gruppe besitzt ein zentrales C-Atom, dessen eine Valenz mit einem S-Atom abgesätt.
ist u. dessen übrigen 3 Valenzen an ein N- u. an ein weiteres S-Atom gebunden sind.
Es kommen u. a. in Betracht: Telrarneihylthiurammoiio- u. -disulfid, Dibenzothiazyldisulfid, Phenyläthylcarbamyldimelhyldithiocarbamat, Dirnethylthiocarbamylthioacelylsulfid, Dimethylthiocarbamylnitrophenyldisulfid, Bemothiazyldimethyldühiocarbamat, Benzoihiazyldimethylcarbamylsulfid, Benzothiazylfuroylsulfid, Mereaptobcnzotkiazol, Tetrabutylthiurammonosulfid, Dipentamethylenihiuramtetrasulfid, Dinürophcnylpentamcthylendithiocarbamat, Tetraäthyl-, Dipentamethylen-, Diphenyldiäthyl-, Dinitrodiphenyldibutyl-,
Distearyldimethyl-, Telraacelyl-, Dinaphthyldimelhyl-, Tetrabulylthiuramdisulfid, Phenyldibutyl-, Tolylplienyläthyl-, ß-Phenylälhylxylylmelhyl-, p-Diphenyldiisoamyl-, Propyldicetyl-, Grotonyldicyclohexyl-, Cetylnaphthylmethyl-, ß-Naphthyldipropyl-, Decylbenzyläthyl-, Benzoyldiäthyl-, Acetylphenylmethyl-, Dibutylcarbamylphcnylpropyl-, p-Acetylphenyllhiodiallyl-, 2-Chlor-l-naphthylthiodimethyl-, Nitro-o-diphenyldimelhyl-, Phenyliiatriumsidfonatdiäthyl-, Nitronaphthylpentamethylen-, Dimethylcarbamyldimethyldithiocarbamat, Dinaphthyldimelhyl-, Dichlordiphenyldiäthyl-, Dinitrodiphenyldipropyl-, Dipentaniethylenthiurammonosulfid, ’ Tetraisopropyl-, TetrabromdiphenyldimethylthiuramMrasulfid, Nitromercaptobenzothiazolkalium, Chlornitromercaptobenzothiazolammonimn,
Äthyl-, Cetyl-, Crotonyl-, Benzyl-, Tolyl-, Dinürophenyl-, Dibromphenyl-, ß-Naphthyl-,
Nitro-p-di-phenyl-, Benzoyl-, Acetylbenzothiazyl&ulfid, Meihyltolylcarbamyl-, Tetrabutylthiocarbamylbenzothiazylsulfid,Chlorphenylpropylthiocarbamylnilrobenzothiazylsulfid,Pheiiylbenzothiazyldisulfid, Nitro-, Dinüro-, Ghlordinilrodibenzothiazyldisulfid, Phenyläthylcarbamylpentamethylendithiocarbamat, Dipentamethylenthiuramtetrasulfid, Dimcthylthiocarbamyl-o-nitrophenyldisulfid, Phnnylbcnzothiazylsulfid, Dimethylcarbamyl-, Pentamethylenearbamyl-, Phenyläthylthiocarbamylbenzothiazylsulfid. (It. P . 366 78 8 vom
16/7. 1938. A. Prior. 17/7. 1937.)
D o n le .
H a n s C h r is t ia n P u c k , Kopenhagen, Rohrschlatuje für die chemische Industrie,
bes. zum Fortleiten von Bzn. oder ölen, bestehend aus einer inneren Lage aus synthet.
u. einer äußeren Lago aus natürlichem Kautschuk. Die innere Lage soll ein hochelast.
u. gegen Öl u. Fett widerstandsfähiges Material, wie Buna oder Dupren, sein. (D ä n . P .
56265 vom 17/11. 1937, ausg. 6/6. 1939.)
J. S c h m i d t .
XIII. Ätherische Öle. Parfümerie. Kosmetik.
A . F . S ie v e r s und C . G . M a r s h a ll, Das ätherische Öl von Poliomintha incana.
Dest. des getrockneten Krauts der auf amerikan. Sandböden wachsenden Poliomintha
incana (Torr.), A. Gray (Hedeoma incana Torr.) (Labiatae) ergab 0,78% hellbraunes
äther. Öl von minzeartigem Geruch, aber ohne den charakterist. „kühlenden“ Geschmack
der Pfefferminze; D.25 0,9339; or° im 100-mm-Rohr = +17,2°; SZ. 2,11; VZ. 23,3;
AZ. 42,5. Der Hauptbestandteil ist Pulegon. (J. Amer. pharmac. Assoc. 28. 659— 61.
Okt. 1939. Washington, Dep. o f Agricult.)
B e h r le .
— , Die hydrierten Öle und ihre Verwendung in der Kosmetik. Zuss. von Haut- u.
Rasiercremen. (Riv. ital. Essenze, Profumi Piante offiein. 2 1 . 408— 09. 15/8.
1939.)
B a e r t ic h .
E.
P a n n e w it z , Die Parfümierung antitineidisch imprägnierter Mottenschutzsäclcc.
Zur Überdeckung des Eigengeruchs anti-tineid., zur Imprägnierung von Mottenschutz­
säcken verwendeter Stoffe •wurden äther. öle, Parfümöle u. einheitliche Riechstoffe
geruchsanalyt. geprüft, und der Einfl. des Lösungsm., des F. u. des Fixiermittels festgestellt. Die Ergebnisse sind in Monogrammen festgelegt. (Seifensicder-Ztg. 66.
685—88. 23/8. 1939.)
_
E llm e r .
F r . O h l, Austausch-Tuben für kosmetische Waren. Schluß zu der C. 19 4 0 . I. 640
referierten Arbeit; behandelt werden Al-Tuben. (Dtsch. Parfüm.-Ztg. 2 5 . 322. 10/9.
1939.)
____________
S c h ic k e .
E . I . d u P o n t de N e m o u rs & C o ., übert. von: E d g a r W . S p a n a g e l, Wilmington,
Del., V. St. A., Lactcme. Lineare Polyester von aliphat. Oxyäthersäuren mit mindestens
8 C-Atomen werden im Vakuum erhitzt. Z. B. stellt man aus »-Bromundecansäure,
Äthylenglykol u. Na eine Säure der Formel HO■(CH,;)..■O■(CH2)l0-COM (F. 48— 50°)
1116
H XIV. Z u c k e r .
K ohlenhydrate.
St ä r k e .
1940. I.
her, polymerisiert durch 2-std. Erhitzen auf '200° u. erhitzt in Ggw. von MgCl2-6 H20
unter weniger als 1 mm Druck 4 Stdn. auf 270°. Man erhält ein monomeres Lacton der
Formel 0 (CH2)i 0 (C H 2)l a C0 (F. 7— 8°) u. ein dimeres Lacton der Formel
0■ (CH2)2-O ■(CII2)i0 CO O-{CIL), ■0 ■(C7/2),0•CO (F. 106— 107°). Li ähnlicher Weise
wird die Säure HO (CH2)3-0 {CH2)i0-CO2H (F. 50—51°) in ein monomeres Lacton
{CUH260 3, F. 12°) u. die Säure HO (C II,),■O-(CH„)w-C02H (F. 52— 53°) in ein mono­
meres Lacton (C 167/280 3, F. 19°) übergeführt. Riechstoffe (Moschus). (A . P . 2 1 6 3 1 0 9
vom 3/4. 1936, ausg”. 20/6. 1939.)
N o u v e l.
G iv a u d a n -D e la w a n n a I n c ., New York., N. Y., übert. von: M a r io n S c o tt C arp e n te r , Nutley, N. J., V. St. A., Anthranilsäuremethylester. Alkalimentholat wird mit
einem niedrigsd. Anthranilsäureester umgesetzt. Z. B. versetzt man Na-Mentholat
mit Anthranilsäuremethylester u. dest. das entstehende Methanol im Vakuum ab.
Beim Aufarbeiten erhält man Anthrcmilsäurementhylester als farbloses, bläulich fluoreseierendes ö l vom Kp.3 177— 179°, das für kosinet. Zwecke verwendet wird. (A . P .
2 1 7 0 1 8 5 vom 1/4. 1936, ausg. 22/8. 1939.)
N o u v e l.
R a g n a M a g n u s s e n , Oslo, Norwegen, Herstellung vonflilssigen kosmetischen Mittelnfiir
Haut und Haar. Man zieht Schalen von Gerste oder Hafer mit heißem W. aus, läßt den
klaren Extrakt stehen, filtriert die sich allmählich bildende Ausfällung ab u. wiederholt
diese Abtrennung nach einigem Stehenlassen noch mehrmals. Man erhält einen Extrakt,
der die Blutzirkulation der Haut anregt u. den Haaren ihre natürliche Farbe wiedergibt
u. ein frisches Aussehen verleiht. Der Extrakt kann auch als Waschmittel verwendet
werden. (N . P . 60 833 vom 31/5. 1938, ausg. 15/5. 1939.)
J. S c h m id t .
Sammlung von Aufsätzen. 1927—1939. Moskau-Lenin­
grad: Pischtschopromisdat. 1939. (320 S.) 17 Rbl.
[rilSS.] Synthese von Riechstoffen.
XIV. Zucker. Kohlenhydrate. Stärke.
V o n d r ä k und K m in e k , Die Zusammensetzung der Säfte der Kampagne 1938/39
in der ehemaligen Tschecho-Slowakei. (Vgl. C. 1939. I. 1085.) (Cbl. Zuckerind. 47.
905—06. 30/9. 1939.)
A. W o l f .
F.
S c h n e id e r , Das Verhalten der im Boden steckenden, geköpften Rüben.
Eine
Polarisationsminderung bei Rüben, die nach dem POMMRITZ-Verf. behandelt, d.h.
zuerst geköpft u. dann gerodet werden, läßt sich vermeiden, wenn die Rodung unmittelbar
nach dem Köpfen vorgenommen wird. Die Ursachen der Gewichts- u. Polarisations­
minderung werden besprochen u. eigene Vers.-Ergebnisse mit denen anderer Beobachter
verglichen. (Cbl. Zuckerind. 47. 943-48. 21/10. 1939.)
A. WOLF.
I.
V . G u lia k in , Der Einfluß einer periodischen Versorgung mit Stickstoff und Kali
auf Wachstum und Qualität der Zuckerrübe. In der ersten Periode der Entw. der Zucker­
rübe werden große Stickstoffmengen benötigt zur Bldg. der Blätter. Für die Periode
der Wurzelbldg. u. Zuckerablagerung erwies sich dagegen eine Herabsetzung der
Stickstoffernährung günstig. Dies war bes. der Fall, wenn in dieser Zeit eine reich­
liche Zufuhr von Kali erfolgte. Die Herabsetzung der Stickstoffversorgung ist des­
halb günstig, weil dadurch der Abbau von Eiweiß im alternden Blatt beschleunigt
wird. Ein zu starker Mangel an Stickstoff, der zum Absterben der Blätter führt, ver­
mindert dagegen den Wurzelcrtrag. Eine reichliche Versorgung mit Kali muß von
Anfang bis Ende der gesamten Entw.-Zeit erfolgen. Um die StickstoffVersorgung in
der späteren Wachstumszcit herabzusetzen, wird die biol. Bindung des Stickstoffs
durch Mikroorganismen erwogen, die durch Zufuhr von Kohlenhydraten zum Boden
verstärkt werden kann. (C. R. [Doklady] Acad. Sei. URSS 24. 712— 15. 10/9.
1939.)
'
Jacob.
F r i t z T ö d t, Neue Gesichtspunkte bei der Reinigung von Rübenzuckersäften. Die
Entkalkung von Zuckersäften mittels Phosphat ist der mittels Soda erheblich überlegen,
wie an Vgl.-Verss. gezeigt wird. Die Enthärtung von Düimsäften ist etwa 10— 20-mal
schwieriger als die W.-Enthärtung. Es konnten nur Dünnsäfte mit 2—3° deutscher
Härte erreicht werden. Bzgl. der Inkrustationsgefahr ist die Tatsache wichtig, daß
Ca-Phosphat dazu neigt, einen amorphen, nicht haftenden Nd. zu bilden. Weiter erörtert
Vf. die Entfärbung von Zackersäften mit S 02 u. die Übertragbarkeit von Labor.-Verss.
auf den Fabrikbetrieb. (Chem. Apparatur 26. 370—72.25/12.1939. Berlin.) A. WOLF.
W a ld e m a r K r ö n e r und H e in z K o t h e , Uber das Verhalten von Aktivkohlen in
Stärkezuckersäften. Vff. geben eine einfache Meth. zur Beurteilung der Entfärbungs­
leistung von Aktivkohlen in Stärkezuckersäften an. Sie stellen fest, daß die Entfärbung8leistung bei kleinerem pH größer ist. Eine Aufnahme von Ca aus den Säften
1 94 0 . I .
H xy. G ä r u n g s in d u s t k ie .
1117
fand bei den untersuchten Aktivkohlen nicht statt. (Z. Spiritusind. 62. 347— 48.
14/12. 1939. Berlin, Forsch.-Inst, für Stärkefabrikation.)
JUST.
G o ttfr ie d M ü c k , Übersicht über die Rücknahme der verschiedenen Zuckerfabriks­
abwässer und die in Frage kommenden Verfahren. (Vgl. C. 1939. II. 1185.) (Dtsch.
Zuckerind. 64. 1041—42. 25/11. 1939.)
A. W o l f .
E. K o m m und TJ. M a r tin , Über Stärkeabbauprodukte. I. Die Strukturviscositäten
von nativen Kartoffelstärken eignen sich als Maß für dieBeurteilung der nativen Stärke
u. der Abbauprodd. daraus; sie lassen auch Rückschlüsse über ihre Röstbarkcit zu
Dextrinen zu. Angabe von Gesetzmäßigkeiten für die Eigg. von Dextrinen, gewonnen
durch Röstung unter Veränderung der Herst.-Bedingungen. (Vorratspflege u. Lebens­
mittelforsch. 2. 635— 19. Nov./Dez. 1939. Dresden.)
Gro szfeld.
E . K o m m und TJ. M a r tin , Uber Stärkeabbauprodukte. II. (I. vgl. vorst. R ef.)
Die Viscosität, bes. die labile u. stabile Strukturviscosität zeigt deutlich den Abbaugrad
der Stärkeprodd. an; ihre Best. eignet sich vor anderen Methoden zur Kennzeichnung
der Stärkeprodukte. Die Viscositätsmess. mit dem H oppLER-Viscosim eter gestattet
die eindeutige Ermittlung der zeitlichen Veränderung der stabilen Strukturviscosität,
der Alterserscheinungen über einen beliebig langen Zeitraum u. vor allem der Erscheinung
der labilen Strukturviscosität. (Vorratspflege u. Lebensmittelforseh. 2. 650—61.
Nov./Dez. 1939. Dresden.)
G r o s z fe ld .
R . S c h e r in g , Berlin, Herstellung von beständigen Jod-Stürkeverbindungcn durch
Einw. einer Jod-Jodalkalilsg. auf eine Suspension von Stärke in Glycerin oder in
einem anderen mehrwertigen Alkohol. Die Einw.-Dauer beträgt etwa 8 Tage bei ge­
wöhnlicher Temperatur. — 8 g Iva J werden in 5 g warmem W. gelöst u. es werden
15 g Jod zugegeben. Nach Zusatz von 14 g A. u. 1 4 g Ä. wird die erhaltene Lsg. mit
einer Suspension von 7 5 0 g Kartoffelstärke mit 1 0 0 g Glycerin verrührt. Das Prod.
bleibt 8 Tage in einem geschlossenen Gefäß stehen. Darauf wird mit W. u. Methyl­
alkohol gewaschen, um das nicht umgesetzte Jod u. das Glycerin zu entfernen. Es
wird eine schwarzblaue Jodstärke erhalten. (E . P . 5 0 1 2 4 6 vom 9 /6 . 1 9 3 8 , ausg. 2 3 /3 .
1 9 3 9 .)
31. F . M ü l l e r .
XV. Gärungsindustrie.
W . V o g e lb u s c h , Erzeugung von Bäckereipreßhefe. Bericht über Fortschritte in
der Melasseklärung, der Gärbottichbelüftung u. der Gewinnung der Hefe. (Z. Ver. dtsch.
Ing. 83. 1267—70. 9/12. 1939. Wien.)
S k a lik s .
K . O lta r s h e w s k i, Herstellung von Getreide-Kartoffelhefen ohne zusätzliche Er­
nährung. Das Verf. hat den Vorteil, daß an Korn zum Malz gespart u. die Spritausbeute
erhöht wird; weiter findet dabei in den Gärbottichen reine Alkoholgärung statt, u. die
Erhöhung des Säuregrades beträgt dort nicht über 0,2° D, unabhängig von der Art
der Rohstoffe. (Cniipxo-BojoimaÄ IIp0Mi.iiu.ieuH0cxB [Branntwein-Ind.] 1 6 . Nr. 8. 33
bis 34. 1939.)
G o rd ie n k o .
M . P o liw a n y , Rückkehr des Schlempefiltrates in die Produktion. Durch die An­
wendung des Schlempefiltrats wird das Kochen beschleunigt, also die Leistungsfähig­
keit der HENZE-Dämpfer um 25—30% erhöht. (CnupTO-Bojo’raaii IIpoMMiu-iennocTi,
[Branntwein-Ind.] 1 6 . Nr. 8. 30—33. 1939.)
GORDIENKO.
W . S c h m e le w , Quantitative Veränderungen von Monosacchariden bei wiederholter
Ausnutzung des Schlempefiltrates. Zerkochen des Schlempefiltrats führt zur Hydrolyse;
der unvergorenen Dextrine. Bei erhöhtem Druck werden Monosaccharide zerstört,
so daß dadurch die für die Gärung nützliche Gesamtmenge von Kohlenhydraten ver­
mindert wird. Die Minderung des Säuregrades des Filtrats bewirkt größere Stabilität
der Monosaccharide gegen hohe Temperaturen. Durch den Ersatz des W. durch
Schlempefiltrat beim Zerkochen des Korns steigt dio zu vergärende Zuckermenge,
so daß auch die Spritausbeute höher wird. (Cniip'ro-Boao'iuaji npoMtnu.ieuiioCTi. [Brannt­
wein-Ind.] 1 6 . Nr. 8. 21— 24. 1939.)
G o rd ie n k o .
L . R . B is h o p , Über die Beziehung zwischen der chemischen Zusammensetzung der
Gerste und der des daraus hergestellten Malzes. Zusammenfassende Besprechung u.
Angabe von Rechenformeln für die Brauereipraxis. (Brasseur frang. 3. 374— 77.
20/9. 1939. Birmingham, Univ.)
JUST.
H ir o s h i N a ito und H ik o jir o M a t s u s h ita , Über Weinbereitung. Die keimtötende
Wrkg. von UV-Strahlen ist abhängig von der Art der Mikroorganismen u. von der
Bestrahlungsanordnung. Eine Sterilisierung von Fruchtsäften läßt sich auf diese
Weise nur sehr schwierig erreichen. Besser bewährte sich eine Filtration über Asbest
u. Zellstoff, wobei aber die Durchflußgeschwindigkeit sehr klein war. Bei Verwendung
111 8
Hxy,. N a h r u n g s -, G-e n u s z - u n d F u t t e r m it t e l .
1940. I .
von filtrations-aterilisierten Fruchtsäften u. von Hefereinkulturen war die Bereitung
hochwertiger Weine möglich. (Sei. Pap. Inst, physic. ehem. Res. 35. Nr. 875—84.
Bull. Inst, physic. ehem. Res. [Abstr.] 1 8 . 12. Febr. 1939 [nach engl. Ausz. rcf.].) J u s t .
E . V ö le k e r , Über Entsäuerung von Most und Wein. Bericht über Erfahrungen
an 12600 vorgenoinmenen Entsäuerungen. Für den Säureabbau spielt neben der
Traubensorte die Bodenbeschaffenheit eine große Rolle, weniger die Weinsäure. An
der Mosel hat sich Mostentsäuerung durchweg nicht bewährt, weil dabei niemals die
Entw. des Weines vorausbestimmt werden kann. Dagegen hat sich die Entsäuerung
von Wein, entsprechend der vorhandenen Menge Weinsäure bewährt. Erheblich ist
die Güteverbesserung von Weinen guter Jahrgänge, wenn die Entsäuerung vorsichtig,
dem Charakter der Weine entsprechend ausgeführt wird. (Vorratspflege u. Lebensmittel­
forsch. 2. 666—72. Nov./Dez. 1939. Traben-Trarbach.)
G r o s z fe ld .
F r . S e ile r , Über die Beziehungen zwischen Mostgewicht und Alkoholgehalt bei
193Ser Naturweinen des Moselweinbaugebietes. Statist . Angaben in Tabellen, im wesent­
lichen sich mit Ergebnissen des Vorjahres deckend. (Vorratspflege u. Lebensmittelforsch. 2. 707— 09. Nov./Dez. 1939. Trier.)
G r o s z fe ld .
I . G . F a r b e n in d u s tr ie A k t .- G e s ., Frankfurt a. M. (Erfinder: A . R ie c h e und
G . H ilg e ta g ) , Herstellung von Butanol durch Gärung. Das Verf. nach Schwed. P. 87999
zur Herst. von Butanol durch Gärung von Sulfitabfallauge, bei dem man eine Abfall­
lauge verwendet, die vorher mit Erdalkalisalzen neutralisiert u. von den dabei auf­
tretenden Fällungen befreit wurde, wird dahin verbessert, daß man das anfallende
Filtrat mit der bei der Gärung anfallenden CO» erneut neutralisiert. (S c h w e d . P .
96 4 3 5 vom 14/10. 1938, ausg. 8/S. 1939. D. Prior. 23/10. 1937. Zus. zu Schwed. P.
87999; C. 1937. I. 5154.)
J. ScnM lDT.
XVI. Nahrungs-, Genuß- und Futtermittel.
K a r l T r o g n it z und W i l l y A lte r m a n n , Die deutsche Getreideernte 1939. Chemische
Untersuchungen. Roggen- u. Weizenuntersuchungen. (Z. ges. Getreidewes. 26. 213—22.
Dez. 1939. Berlin, List. f. Müllerei.)
H aeveck er.
O tto G e m g r o s s und N e ja d B e r k m e n , Über die Veränderungen der äußeren und
inneren Komeigenschaften einiger ausländischer Weizentypen unter dem Einfluß von
Klima und Boden in Ankara. Vff. berichten über 22 anatol. u. ausländ. Zuchtweizen­
sorten, die als Winterweizen in Ankara angebaut wurden. Die im türk. Boden geernteten
Saaten zeigten Aufhellung der Farbe, vergrößerten Geh. an halbglasigen Körnern,
vergrößertes 1000-Komgewicht u. vermindertes hl-Gewicht. Gegenüber dem
Originalweizen fiel der Asehegeh. von 1,978 auf 1,419% im Durchschnitt, der Proteingeh.
erhöhte sich von 15,7 auf 17,74%. die Klebermenge von 28,37 auf 36,15%. Die Kleber­
qualität, gemessen an der Schrotkleberquellzahl fiel in 18 von 22 Fällen ab, lediglich
bei Marquisweizen wurde die Qualität verbessert. (Z. ges. Getreidewes. 26. 223— 26.
Dez. 1939. Ankara.)
H aeveck er.
*
A . S c h e u n e r tu n d J . R e s c h k e , Über den Vitamin-G-Gehalt einiger Gefrierkonserven
von Obst und Gemüse. Tiefgefrorene Himbeeren u. junge Erbsen sind auf Grund von
Meerschweinchenverss. u. Titration mit Dichlorphenolindophenol beachtliche C-Träger,
weil der C-Geh. durch das Einfrierverf. nur wenig vermindert wird. Einjährige Lagerung
bewirkt keinen wesentlichen C-Verlust. Die bei der haushalteüblichen Zubereitung
der eingefrorenen jungen Erbsen entstehende Zerstörung des C-Geh. ist nicht größer
als bei Verwendung von frischem Gemüse. (Vorratspflege u. Lebensmittelforsch. 2.
628— 35. Nov./Dez. 1939. Leipzig, Veterinärphysiol. Inst.)
G r o s z fe ld .
H ir o s h i N a ito und K u n io I s h im a r u , Über die Enzyme in Früchten und Gemüsen.
2. Über die Beziehung zieischen Ascorbinsäureoxydase und Kupferion in Frucht- undGemüsesäften. (1. vgl. C. 1 9 3 9 . I. 3277.) Entgegen einer neueren Theorie, nach der
Ascorbinsäureoxydase mit Cu-Protein ident, sein soll, wurde keine Beziehung zwischen
der Stärke der Ascorbinsäureoxydase u. dem Cu-Geh. in Frucht- u. Gemüsesäften
gefunden. Bei Düngung von Boden mit Cu-Salzen wird zweifellos von den Pflanzen
Cu aufgenommen (Spektr.!). Doch zeigt das aufgenommene Cu keine katalyt. Wrkg.
auf die Ascorbinsäureoxydation. Hiernach scheint trotz der katalyt. Wrkg. des Cu"
auf die Ascorbinsäureoxydation eine Identität von Cu-Protein u. Ascorbinsäureoxydase
zweifelhaft zu sein. (Sei. Pap. Inst, physic. ehem. Res. 36. Nr. 939; Bull. Inst, physic.
ehem. Res. [Abstr.] 1 8 . 55. Nov. 1939 [nach engl. Ausz. ref.].)
G r o s z fe ld .
A u g . M ü lle r , Über im Tauchverfahrcn zwecks Verlängerung der Lagerdauer be­
handelte Äpfel. Bestimmung der von der Apfeloberfläche abwaschbaren Anteile. Für
einen Apfel von im Mittel 160 qcm Oberfläche blieben von 3 Imprägnierölen 9,4 bis
1 94 0 . I .
H x ,.. N a h r u n g s -, G e n u s z - u n d F u t t e r m i t t e l .
1119
93,2 mg Paraffin -f- 1.4— 13,2 mg Emulgator an der Oberfläche haften. Diese Mengen
sind so klein, daß ihnen keine physiol. oder pharmakol. Wrkg. zugeschrieben werden
kann. Die FF. der pentanlösl. Anteile lagen bei den unbehandelten Äpfeln etwa 4 bis
5° höher als bei den behandelten. Beschreibung eines Analysenganges für Nachw. von
N, S, CI u. P in organ. Stoffen in e i n e r Probe. (Vorratspflege u. Lebensmittelforsch.
2 . 685— 93. Nov./Dez. 1939. Halle/S., Univ.)
G roszfeld.
I . V lä d e s c u und N . D im o ft e , Uber die Verteilung der chemischen Stoffe im Tabak.
II. Eiweißstoffe. (I. vgl. C. 1 9 3 8 . I. 1024.) Vf. untersuchten den Eiweißgeh. der ein­
zelnen Teile der Tabakpflanze während verschied. Wachstumsstadien. Der Eiweißgeh.
nahm von unten nach oben zu. Am eiweißärmsten wurde die Stengelbasis, am eiweiß­
reichsten die Blüte befunden. (Bul. Cult. Ferment. Tutunului [Bull. Inst. exp. Cult.
Ferment. Tabac] 2 8 . 330— 42. Juli/Sept. 1939. [Orig.: rumän.; Ausz.: franz.]) MOLINARI.
I . M ih a ilo v ic i und I . T r a f iu c , Bericht über Fermentationsversuche in verschiedenen
Fermentationslagem. Zur Erforschung der bestgeeigneten Fermentationsverff. für die
rumän. Tabaksorten Molovata, Ghimpatzi u. Satmarean wurden diese in verschied.
Ballengröße u. bei verschied. Feuchtigkeits- u. Temp.-Verhältnissen dem Fermentationsprozeß unterworfen. (Bul. Cult. Ferment. Tutunului [Bull. Inst. exp. Cult. Ferment.
Tabac] 2 8 . 298— 326. Juli/Sept. 1939. [Orig.: rumän.; Ausz.: franz.]) M o l i n a r i .
S . G . M a s c h e w it z k a ja , Neutralisierung und Reinigung von Strohhydrolysaten als
Vorbereitung für die Züchtung von Futterhefen. Zwecks Gewinnung eines Stroh hydrolysats
mit genügendem Geh. an Hefenährstoffen genügt seine Filtration durch Phosphorit­
mehl u. Neutralisation mit NH3. Bei dieser Arbeitsweise wird die im Hydrolysat zurück­
gebliebene H„SOj als Ammonsulfat gebunden u. der Bedarf an P durch die Bldg. von
Superphosphaten gedeckt. Der sich abscheidendo Nd. enthält, unabhängig von dem
R20 3-Geh. des Phosphoritmehles, 33—37% P U. kann als Düngemittel verwendet
werden. Er reißt die Zerfallprodd. der Kohlenhydrate u. Huminstoffe des Hydrolysats
sowie den Kalk mit, so daß das Hydrolysat keiner zusätzlichen Reinigung bedarf.
Auch ohne weitere Neutralisation gewinnt man dabei eine Nährlsg., die während der
Vergärung ein beständiges pn von 5,4— 5,6 aufweist n. eine Futterhefe von n. Kon­
sistenz u. weißer Farbe liefert. ( /K v p H s .i I I p u K a a jH o i i Xinmii [J. Chim. appl.] 12.
1034—38. 1939.)
'
P o h l.
W illi D re ssk e ,
Herstellung von Buttermilchspcisequark.
Prakt. Angaben.
(Slolkerei-Ztg. 86. 2305—06. 2466—67. 1/12. 1939. Regensburg, Milchwerk Bayer.
Ostmark.)
G r o s z ff.ld .
J . E f f e m , Versuche zur Ermittlung der Wertmale von Bulterproben auf chemischem
Wege. Von den Literaturangaben zum Nachw. der Fettranzigkeit war die Best. des
Säuregrades mit 0,01-n. Lauge das einzige Verf., dessen Ergebnisse mit den Wertmalen
der Butterproben weitgehend übereinstimmten. (Vorratspflege u. Lebensmittel forsch.
2. 672—81. Nov./Dez. 1939. Wangen im Allgäu.)
GROSZFELD.
W . M o h r und E . E y s a n k , Kritische Betrachtung zur Schmelzpunktsbestimmung
von BuUerfett. (Vgl. C. 1 9 3 9 . II. 2291.) Bericht über Verss. unter dem Polarisations­
mikroskop im Vgl. mit der makroskop. Meth. im Reagensglas. Fein kryst., bei — 10°
erstarrtes Fett hat niedrigeren F. als langsam bei Zimmertemp. erstarrtes. Der F.
der von öl befreiten Fettkrystalle liegt bedeutend höher, u. durch Ivrystallform be­
dingte Unterschiede im F. verschwinden dabei fast ganz. Die F.-Best. bedeutet keine
eigentliche F.-Best. von Fettkrystallen, sondern ihr Inlösunggehen bei bestimmter
Endtemperatur. Rühren beschleunigt diesen Vorgang; die Art des Rührens kann
Abweichungen verursachen. Die mkr. Meth. bietet die Vorteile der schnellen Durch­
führbarkeit u. der exakten Best.-Möglichkeiten. Ausführung: Von dem bei 50° ge­
schmolzenen Fett wird ein kleiner Tropfen in der Mitte eines Hohlglasobjektträgers
mit Deckglas (ohne Berührung damit) überdeckt, schnell bei 0 bis — 10° zum Erstarren
gebracht u. nach 45 Min. die Best. im Heiztisch nach W EY G A N D oder K ö h l e r durch­
geführt. — Eine Best. des Fließpunktes ist so schwer ausführbar, besser nach UBBELOHDE. (Vorratspflege u. Lebensmittelforsch. 2. 621 — 27. Nov./Dez. 1939. Kiel,
Preuß. Vers.- u. Forschungsanstalt.)
GROSZFELD.
K . P h ilip p i, Die Mikrobuttersäurezahl nach Großfeld in der analytischen Praxis.
Bericht über günstige Erfahrungen mit der Kennzahl. Bei 74 Butterproben betrug
sie 17,8—23,7. RMZ. u. Mikrobuttersäurezahl gehen im allg. parallel. Bei Fett aus
Kuchen u. Gebacken wird bei Ggw. von Cocosfett die Gesamtzahl mit herangezogen.
Bei Milchschokolade empfiehlt sich Best. des Milchfettgeh. aus Buttersäurezahl u.
VZ. Für Fettabscheidung aus Speiseeis wird eine bes. Vorschrift angegeben. Für Milchu. Sahnebonbons empfiehlt Vf. nach orientierender Feststellung der Refraktion die
Best. der Buttersäurezahl u. bei Ggw. von Cocosfett der Restzahl. (Vorratspflege u.
1120
H XVII. F e t t e . S e if e n . W a s c h - ü. R e in i g u n g s m it t e l . W a c h s e u sw .
Lebensmittelforseh. 2.
der Stadt.)
693—98.
1940. 1.
Nov./Dez. 1939. Wuppertal, Chem. Unters.-Amt
____________
Gr o szfe ld .
C h r is tia n T h o n , Oslo, Räuchern von Lebensmitteln. Man führt die Räucherung
bei Unterdrück in kurzer Zeit (wenige Min.) durch. (Finil. P . 1 8 586 vom 27/1. 1937.
ausg. 25/10. 1939. N. Prior. 28/1. 1936.)
J.
S c h m id t .
D e u ts c h e G o ld - u n d S ilb e r - S c h e id e a n s ta lt v o r m . R o e s s le r , Frankfurt a. M.,
Frischnalten von Fischen und Fleisch. Man konserviert Fische u. Fleisch mit H20 2
enthaltendem Eis, das aus einer Lsg. durch Gefrieren gewonnen wurde, die ein ph von
3—5 aufwies u. der man zweckmäßig Puffersalzc, wie NaHSO., oder Betainchlorid,
zusetzt. Das W. soll etwa 0,1— 0,5% H20 2 enthalten. (D ä n . P . 5 6 205 vom 1/12.
1937, ausg. 22/5. 1939. D. Prior. 2/12. 1936.)
J.
Sc h m id t .
A r t t u r i I lm a r i V ir t a n e n und V o in v ie n t i- o s u u s liik e V a lio
r . 1., Helsingfors,
Verhinderung schädlicher Gärungen. Um Buttersäure- oder andere unerwünschte
Gärungen in Käsesorten zu verhindern, setzt man bei der Herst. Stoffe zu, die lang­
sam Formaldehyd bilden, gegebenenfalls zusammen mit oxydierenden Stoffen, wie
Chloratenoder Bromaten. ( F in n . P . 1 8 5 2 7 vom 9/2. 1937, ausg. 25/8. 1939.) J. S ch m i.
M ia g M ü h le n b a u u n d I n d u s tr ie A k t .- G e s ., Braunschweig, Verfahren zur Er­
mittlung und Prüfung der günstigsten Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse bei der Vor­
behandlung von Getreide, Ölfrüchten, Hülsenfrüchten u. dgl. dad. gek., daß ein Meiner
Teil des zu behandelnden Gutes in einer kleinen, drehbaren u. elektr. heizbaren Trommel,
die mit einem Fernthermometer mit selbsttätiger Schreibvorr. versehen ist, mit Heiß­
luft bzw. Feuchtluft behandelt w’ird, deren Menge u. Temp. beliebig regelbar ist. —
Zeichnung. ( S c h w z .P . 204 903 vom 6/5. 1938, ausg. 1/8. 1939.)
H f.in z e .
X V n . Fette. Seifen. Wasch- u. Reinigungsmittel.
Wachse. Bohnermassen usw.
R . S . M c K in n e y und A . F . F r e e m a n , Die Untersuchung von Tungfrüchltn.
Beschreibung der Best. der Feuchtigkeit u. des Ölgeh. von Tungfrüchten u. der JZ.
(nach WlJS) von Tungöl. (Oil and Soap 1 6 . 151— 52. Aug. 1939. Oil, Fat & Wax Section,
Carbohydratc Bcsearch Division Bureau o f Chemistry and Soils, U. S. Dep. of Agricult.) '
*
N eu.
R e n é M a r c ille , Die festen Säuren der Olivenöle. Trennung der festen Säuren von
Olivenölen vorwiegend über die Li-Salze ergab, daß sie vorwiegend aus Palmitinsäure
neben geringen, je nach den Varietäten wechselnden Mengen Arachinsäure bestehen.
(C. R. hebd. Séances Acad. Sei. 209. 730—32. 13/11. 1939.)
B e h k le .
A . C a s tille , Zur Kenntnis des feilen Öles der Samen von Ongokea Klaineana Pierre.
In dem als Ongokea- oder Bolekoöl bezeichnetcn Samenöl von Ongokea Klaineana
Pierre vermuteten S t e g e r u. van L oon (C. 1 9 3 7 . II. 2452) eine Säure C7/3(C //2)7■
C ; C-CIL_ ■CH : CH ■(CiL), ■COM oder C //3(C //2), •CH : CH ■CH„ ■C \ C ■(CIL), COM,
die von B o e k e n o o g e n (C. 1 9 2 8 . I. 1262) in Zweifel gezogen wurde. — Ein aus
Ongokeanüssen mit Aceton u. A. extrahiertes öl, D.204 0,9826; nu!0 = 1,5079;
VZ. 191,4; Acetylzahl 67; JZ. (WlJS) 143; BhZ. 64; SZ. 3,8; Unverseifbares 3,27
wurde jetzt untersucht. Es enthielt an gesätt. Fettsäuren Capron-, Capryl-, Laurin-,
Palmitin-, Stearin- u. Arachinsäure, während die ungesätt-. neben sehr geringen Mengen
Ölsäure fast ausschließlich aus einer Fettsäure bestehen, die sich schnell durch Be­
strahlung rötet u. der daher die Bezeichnung Erythrogensäure (I) zuerteilt wird.
G ' i A A = CH, : CH •C : C •(CH2)4•C ; C •(CH,)- •C02H oder CH2: CH •(CH,)., ■C •C ■
C •C (CH2)t-C02H. glänzende Blättchen von kratzendem Geschmack (aus A.), F. 39,5°,
D.45 0,9309, D.io 0,919 658, nn50 = 1,49148. Die charakterist. Maxima des Absorptionsspektr. u. Linien des RAMAN-Spektr. des Äthylesters sind angegeben. Das
weiße Li-Salz wird bei Bestrahlung rosa, das Ca-Salz orangcgelb, das Ba-Salz purpur­
farben. Der Methyl- u. Äthylester sind farblose Flüssigkeiten. Red. von I mit H , ( + Pt)
ergibt Stearinsäure, Ozonabbau führt zu CH20 , Oxal- u. Azelainsäure. Ozonabbau des
Äthylesters ergab CH20 , Oxalsäure, Adipinsäure u. Azelainsäureäthylester. — Extraktion
der intensiv roten Krystalle, die bei Bestrahlung von I im Hochvakuum oder in ganz
O-freicr Atmosphäre entstehen, ergibt eine Lsg., die farblos wird u. einen in allen
üblichen neutralen, alkal. oder sauren Lösungsmitteln unlösl. roten Nd. einer Verb.
Cls/J260 , abscheidet. — Oxydation des Na-Salzes von I mit der berechneten Menge
KMnÖ4 ergibt eine Dioxyhexahydroerythrogensäure, C1SH320 4, F. 92°, die durch Be­
strahlung bei völligem Luftabschluß intensiv blau gefärbt wird, weshalb sie den Namen
Cyanogensäure erhielt. Bei Lsg. der blauen Krystalle in A. wird die Mischung rot,
das Filtrat ist farblos u. es scheiden sich in Lösungsmitteln unlösl. rote Teilchen einer
1 9 4 0 .1.
F e t t e . S e if e n . W a sc h - ü . E e in ig d n g s m it t e l . W a c h s e u s w .
112 1
71s2?320 4 ab. — Das Unverseifbare des Ongokeaöls setzt sich zusammen aus
einem bei 328° schm. Alkohol, Phytosterin, Stigmasterin u. einem flüchtigen, sehr
unbeständigen Öl der Zus. eines KW-stoffs C10f f 12, das ein Spaltprod. von I darstellt
u. dessen RAMAN-Spektr. angegeben ist, K p .763 209°, D.20 0,84377, n c 20 = 1,4999,
nimmt bei der katalyt. Mikrored. 5 Mol H2 auf unter Bldg. von n-Decan, gibt mit
NESSLEB-Reagens das Hg-Deriv. ( G10Hn)2Hg — Hg[C i C-(CH2),-C •C -CH : CH2]2 oder
Hg[C: C-C ■:C (C H 2)4-CH: CH2]2, weiße Nadeln aus A., unlösl. in W. u. kaltem A.,
leicht lösl. in sd. A., Bzl. u. Chlf., Ozonabbau ergibt CH20 , Ameisen-, Oxal- u. Adipin­
säure, Erwärmen mit HN03 (D. 1,3) Adipinsäure. (Liebigs Ann. Chem. 543. 104— 10.
27/12. 1939. Löwen, Univ.)
B e h k le .
Narendra Chandra Deb, Hydrierte Öle und Fette in der Seifenindustrie. Seifen
aller Qualitäten können aus hydrierten Fetten hergestellt werden. Der Zusatz an
Hartfett zum Ansatz soll nicht mehr als 40% betragen. Der Ansatz soll eine ent­
sprechende Menge an Talg enthalten. Die JZ. des gehärteten Fischöles soll < 50 sein.
Während der Härtung soll ein zu hohes Erhitzen des Fettes vermieden werden, da
die sonst daraus hergestellte Seife unangenehm riecht. Durch Zusatz von Harz wird
die Qualität der Seife verbessert. Zur Herst. der Seife können die üblichen öle u. Fette
bzw. die gehärteten Fette in Form ihrer Fettsäuren direkt mit Alkali neutralisiert
werden. (Indian Soap J. 4. 45— 48. Juli 1939.)
Neu.
H.
W . Weedon, Extraktion von Seifenlösungen mit Äthyläther. Beim Ausschütteln
von Seifenlsgg. mit Ä. u. nachfolgendem Waschen des A.-Extraktes mit W. ist der
A.-Extrakt prakt. aschefrei. Bei dieser Arbeitsweise gelangt keine Seife in das Un­
verseifbare. In den Ä. gehen 7 mg hauptsächlich Fettsäuren beim Ausschütteln von
100 ccm Seifenlsg. mit 50 ccm Äthyläther. Nach dem Auswaschen des A.-Extraktes
mit W. besteht das Unverseifbare zu % aus freien Fettsäuren. Beim Ausschütteln
ohne Waschung des Ä.-Extraktes wird eine geringere Extraktmenge erhalten, die eben­
falls aschenfrei ist u. hauptsächlich aus freien Fettsäuren besteht. Nachweisbare
Seifenmengen gehen daher nicht beim Ausschütteln von Seifenlsgg. mit Ä. in diesen
über, wohl aber freie Fettsäuren. Durch das Auswaschen des Ä.-Extraktes mit W.
wird die Menge der freien Fettsäuren erhöht durch die Hydrolyso der noch vorhandenen
Seifenlösung. (Fette u. Seifen 46. 400—01. Juli 1939. Bergen, Staatl. Norweg. FischereiVers.-Station.)
NEU.
R. L.Dutta, S. C. Sen und P. K . Ghose, Über die Zusammensetzung und Reinigungs­
wirkung des Kerns und Leimniederschlags von Seifen. (Vorl. Mitt.) Ein Fettansatz
aus 33 (% ) Mowhaöl, 26,5 Talg, 15,5 Cocosnußöl, 18 Erdnußöl, 4 Harz u. 3 Leinöl
u. einer Härtezahl von 279,6 wurde verseift u. die Seife (I) bzw. die daraus hergestellte
Kernseife (II) u. der Leimnd. (III) vergleichend auf Reinigungswrkg. untersucht.
Die hierbei notwendigen Seifenkonzz. betrugen bei I: 0,15%. für II: 0,25% u. für III:
0,15%. Die Unters, der Fettsäuren der drei Seifen ergab für I: VZ. 209,6; JZ. 64,9;
Titer 36,1; Härtezahl 278,1; für II: VZ. 209,2; JZ. 64,7; Titer 36,5; Härtezahl 279,5
u. für III: VZ. 215,4; JZ. 64,7; Titer 35,4; Härtezahl 281,6. Aus diesen Unteres, geht
hervor, daß bei der Herst. von Kernseifen auf III niedere Fettsäuren u. höher ungesätt.
Fettsäuren in den III gehen, wobei der III dieselbe Reinigungswrkg. aufweist wie
die I, während die Reinigungswrkg. des II erniedrigt wird. (Indian Soap J. 6. 17— 18.
Juli 1939. Calcutta, Ind. Res. Labor.)
Neu.
A. K. Menon, Gefüllte Seifen. Die Verwendung von Na-Silicat, -carbonat, K 2COs,
Na2S04, Na2B40-, Tonen, NaCl, Mineralien, Stärke, Paraffin u. W. zum Füllen von
Seifen wird beschrieben. (Indian Soap J. 4. 29—31. Juli 1939.)
N eu .
H.
Schwarz, Rasiercreme als Hydrogel. Bei der Herst. von Rasiercreme (I) mit
25% Fettsäure entsteht aus dem Sol bei ca. sechswöchigem Rühren ein Hydrogel,
das auch durch Zusatz von Elektrolyten, wie z. B. KCl, gefördert wird. Solche I kann
nach der Hydrogelbldg. ohne Änderung ihrer Konsistenz in Tuben abgefüllt werden.
(Fette u. Seifen 46. 299. Mai 1939. München.)
Neu.
A. Foulon, Waschen von Woll- und Zellwollgeweben. Bei der Fabrikationswäsche
von Wollgeweben u. solchen aus Mischfasern bzw. Garnen haben die synthet. Wasch­
mittel durch das Fehlen von Alkali, Beständigkeit gegen hartes W. u. Metallsalze Vor­
züge gegenüber der Seife, während bei der Reinigung solcher Gewebe im Haushalt
u. in gewerblichen Wäschereien diese der Seife oder seifenhaltigen Waschmitteln Vor­
behalten ist. (Allg. öl- u. Fett-Ztg. 36. 420—22. Okt. 1939.)
Neu.
G.
S. Ranshaw, Verwendung von Phosphaten bei Textilien. Benutzung von Trinatriumphosphat in der Wäscherei. Zusammenfassender Überblick über die Verwendung
von NazPOt zusammen mit NaOH bzw. Na2C03 bei dem Bleichen von Leinen, von
Na3P 04 in der Wollwäscherei, von Na3P 0 4 + Xa,P20 ; zusammen mit H20 2 beim
x x n . 1.
73
1122
H xyII. F e t t e . S e i f e n . W a s c h - u . R e in ig u n g s m it t e l . W a c h s e u s w .
1 9 4 0 . 1.
Bleichen von Wolle u. Seide u. von Na3P 04 mit Seife in der Wäscherei. (Chem. Age 41.
299—300. 28/10. 1939.)
G o t t f r ie d .
Sei-ichi Ueno und Chiduo Yonese, Untersuchungen über die Dampfdestillation von
Glycerin unter vermindertem Druck. 1. u. 2. Mitt. 1. über die destillierte Menge und
Qualität von Glycerin, das aus Verseifungsrohglycerin, Seifenlaugerohglycerin und wieder­
gewonnenem Rohglycerin dargestellt war. Die Menge u. Qualität des dest. Glycerins
hängen von der Art des Rohglycerins ab. — 2. Dampferfordemisse bei der Destillation von
Verseifungsrohglycerin und Seifenlaugerohglycerin mit gesättigtem u. überhitztem Dampf.
(J. Soc. ehem. Ind. Japan, suppl. Bind. 42. 342 B— 350 B. Okt. 1939. Osaka, Imp.
Univ. [nach engl. Ausz. ref.].)
B ehrle.
Deutsche Solvay-Werke Act.-Ges., Bernburg, Herstellung von bleichenden Kali­
seifen. Man setzt die Bleichmittel, bes. Alkalihypochlorit, schon bei der Verseifung
der Ausgangsfette zu, z. B. indem man zur Verseifung mit Chlor beladenes KOH oder
K 2C03 verwendet. Vorteilhaft beginnt man die Verseifung bei etwa 40° u. führt sie
bei etwa 80— 100° zu Ende. (Dän. P. 56 574 vom 7/2. 1938, ausg. 21/8. 1939. F. Priorr.
8/2. u. 18/3. 1937.)
J. S c h m i d t .
Charles H. Lewis, Harpster, O., übert. von: Oliver M. TTrbain und William R.
Sternen, Columbus, O., V. St. A., Aufarbeitung von seifenhaltigen Wäschereiabwässem
zwecks Wiedergewinnung der in den Seifen enthaltenen Fettsäuren. Die seifenhaltige Lsg.
wird unter Freisetzung der Fettsäuren hydrolysiert u. dann durch ein mit ZnO beladenes
Filter geleitet. Anschließend wird die Abwasserlsg. durch ein Filter aus chlorierter Kohle
geleitet, wobei die verderblichen organ. Stoffe entfernt werden. Aus dem ZnO-Filter
werden die als Zn-Salzc fixierten Fettsäuren mittels W.-Dampf in Freiheit gesetzt u.
abgetrennt. An Stelle von ZnO kann das Filter auch mit hydroxylierten Salzen, z. B. von
FeClj, Fe-Nitrat oder -Acetat, SnCl4, Ti-, Sb- oder Cs-Chlorid, beschickt werden.
Andere Filtermaterialien sind Fe-Oxydhydrat u. T i02. — Zeichnungen. (A. PP.
2171197, 2171198, 2171199, 2171 200, 2171201, 2171202 vom 13/2. 1937, ausg.
29/8. 1939.)
M. F. M ü l l e r .
E. M. Jabionski, Frankfurt a. M., Netz-, Emulgier- und Reinigungsmittel. Man
kondensiert 1 Mol einer Carbonsäure oder eines Carbonsäureesters mit 0,5 Mol Bor­
säure oder Borsäureanhydrid u. 2 Mol eines mehrwertigen Alkohols u. sulfoniert das
Verf.-Produkt. Z. B. kondensiert man 298 (Teile) Ricinolsäure, 184 Glycerin u. 31 Bor­
säure durch Erhitzen auf 120— 130° u. dann auf etwa 310°. Das von W., unverbrauchtem
Glycerin u. ölartigen Prodd. befreite Erzeugnis wird bei 30—35° mit konz. H2S04
sulfoniert. Das Sulfonierungsprod. wird nach Neutralisation als Netzmittel in der
Färberei oder als Waschmittel für Wolle, Baumwolle, Zellwolle, Kunstseide u. Misch­
gewebe verwendet. (Schwed. P. 96 503 vom 7/12. 1938, ausg. 15/8. 1939. D. Prior.
2/11. 1938.)
J. S c h m i d t .
E.
Olsson, Stockholm, Reinigungsmittel. Um Reinigungsmittel, die Meta-, Pyrooder Polyphosphate enthalten, vor einem Zerfließen durch W.-Aufnahme zu schützen,
setzt man ihnen größere Mengen wasserfreie nichtalkal. Alkalisalze, wie Na2S04, zu.
Z. B. besteht ein gegen Zerfließen beständiges Reinigungsmittel aus 20—80% Alkali­
metaphosphat u. 80—20% Na2S04. (Schwed. P. 96 392 vom 11/2. 1937, ausg.
1/8. 1939.)
J. S c h m i d t .
Hans Heinrich Hütte G .m .b .H ., Frankfurt a. M. (Erfinder: Hans Siegens,
Goslar), Reinigungsmittel. Verwendung eines in an sich bekannter Weise durch alkal.
Aufschluß eines Al-Phosphat enthaltenden Stoffes, z.B . eines Minerals, erhaltenen
u. gegebenenfalls von einem Teil des entstandenen Alkaliphosphats befreiten, aus AlVerbb. u. Alkaliphosphat, sowie gegebenenfalls nicht an H3P 04 gebundenem Alkali
u. bzw. oder Kieselsäure bestehenden Stoffgemisches, gegebenenfalls in pastöser oder
fester, z. B. brikettierter Form, als Reinigungsmittel. Dieses Stoffgemisch kann z. B.
durch Behandlung eines Al-Phosphat enthaltenden Stoffs mit Ätzalkalilauge bei er­
höhter Temp. hergestellt werden. Das Stoffgemisch kann auch in der Weise erhalten
werden, daß man von einem Al-Phospliat enthaltenden wasserunlösl. Rückstand aus­
geht, den man erhält, wenn man ein Li-Phosphot u. Al-Phosphat enthaltendes Mineral,
z. B. Amblygonit, mit einer den darin vorhandenen Alkalien u. Erdalkalien äqui­
valenten Menge H2S04 auf Tempp. zwischen dunkler Rotglut u. 850° erhitzt u. dann
dem Glühprod. das gebildete Li-Sulfat durch Extraktion mit einer wss. Fl. entzieht.
(D. R. P. 681 370 Kl. P2 g vom 29/7. 1934, ausg. 29/11. 1939.)
Schw echten.
Pietro Butta, Mailand, Reinigungsflüssigkeit, bestehend aus 500 (Teilen) Seife,
250 Soda, 500 Saponariawurzel, 1000 Ochsengalle, 50 Minzenöl u. mindestens 7 Wasser.
(It. P. 365160 vom 2/9. 1938.)
S chw echten.
1940. I .
H lvm . F a s e r - u . S p in n s t o f f e . H o l z . P a p i e r . C e l l u l o s e u s w .
1123
Enrico Magnaghi, Mailand, Fleckentfemungsmitld, bestehend aus 40% Trichlorälhylen, 59% CClt u. 1% eines Gemisches aus 50% Limonenöl u. 50% Lavendelöl.
(It. P. 365 694 vom 17/9. 1938.)
Sc h w e c h t e n .
XVIII. Faser- u. Spinnstoffe. Holz. Papier. Cellulose.
Kunstseide. Linoleum usw.
Jerome Alexander, Textilfasern. Chemische und physikalische Betrachtungen.
Grundbausteine u. makromol. Bau der pflanzlichen u. tier. Faserstoffe. Abhängigkeit
der ehem. u. physikal. Eigg. der Cellulose-, Woll- u. Seidenfäden vom Mol.-Bau. Mkr.
erkennbare Bausteine der Fasern. Eigg. von Garnen u. Geweben (z. B. Griffigkeit).
Ausführliches Schriftumsverzeichnis. (Ind. Engng. Chcm., ind. Edit. 31. 630— 42.
Mai 1939. New York.)
N eum ann.
— , Bleiche von vegetabilen Fasern mit Chlor oder Chloriten. Verf. der M a t h i e s o n
A l k a l i W o r k s zum Bleichen von Zellstoff u. Linters, gemäß F . P. 842 235; C. 1 9 3 9 . ü .
3764. (Ind. textile 5 6 . 495—96. Okt. 1939.)
F r ie d e m a n n .
L. Bonnet, Aktuelle Fragen der Oewebeapprctur. Allg. über die Appretur von
Natur- und Kunstfasern. Netz- u. Weichmachungsmittel mit langer C-Kette, wie
z. B. Nekal, Perminal, Brecolane usw.; die sulfonierten Alkohole u. Fettsäuren. Kunst­
harze als Mittel, um Gewebe knitter- u. krumpfest zu machen. Wertvolle Appretur­
mittel aus der Klasse der Polyvinylharze, wie das emulgierte Vinylharz Bedafin D.
Die Celluloseäther: in W. lösl. Prodd., wie Alethylcellulose (Cellofas VfDL, Tylose TW A,
Cellopas usw.) u. in organ. Lösungsmitteln lösl. Prodd., wie Benzylcellulose. Quaternäre
Ammonverbb. mit langkettigen Seitenketten, wie Fixanol, Sapamine, Lissolamine u.
Velan PF. Latexapprduren; Auf bringen von Latex auf die Faser mit Hilfe von Kalionseifen (vgl. E. P. 483 496; C. 1 9 3 8 . II. 1703). Vulkanisation gummierter Fäden. (Ind.
textile 5 6 . 445—46. 494— 95. Okt. 1939.)
F r ie d e m a n n .
K. Walter und R. Schwenk, Untersuchungen über waschbeständige Appreturen
auf Zellwolle und Baumwolle. Zellwoll- u. Baumwollgewebe wurden mit einer Lsg. von
100— 200 g Plextol D 189 bzw. 190 im Liter appretiert. Waschverss. zeigten, daß nach
4-maliger Wäsche bei Zellwolle noch rund 73% der Appretur zurückgeblieben waren,
bei Baumwolle etwas weniger. Die Reißfestigkeit wurde durch die Plcxtolbehandlung
wenig, die Berst- u. Scheucrfestigkeit wesentlich verbessert. Die Anlagerung der
Plexigumteilchen aus den Plextolen an die Fasern konnten Vff. mkr. zeigen, indem sie
mit Celliton-Echtrot OO anfärbten u. die Plexigumteilchen so sichtbar machten. (Zell­
wolle, Kunstseide, Seide 44. 425—28. Dez. 1939.)
F r ie d e m a n n .
Klar, Über die Erzeugung und Verarbeitung von Flockenbast. Allg. über Flachs,
Flaehsabfälle u. Hanf. Nutzbarmachung der Abfälle u. Kurzfasem dieser Pflanzen durch
Aufschluß mit Chlor u. Alkali, z. B. nach dem IG-Korte-Verfahren. — Mechan. Weiter­
verarbeitung. (Wollen- u. Leinen-Ind. 5 9 . 423—25. 25/11. 1939.)
F r ie d e m a n n .
L. M. Sabelotzki, Die Anwendung von Caseinfasem bei der Herstellung von feinen
Tudien. Bericht über Betriebsverss. mit einem Gemisch von Caseinfasern u. Wolle.
Die Verarbeitung eines Gewebes mit 20—30% Caseinfasergeh. bietet bei der Herst.,
dem Färben, der Carbonisierung der Gewebe usw. keine bes. Schwierigkeiten. Die
Festigkeit des Stoffes mit 20% Caseinfasern u. 80% Merinowolle ist zwar niedriger
als die des Stoffes aus reiner Wolle, unterschreitet jedoch die festgesetzte Norm nicht.
Im Äußern unterscheidet sich der Stoff wenig von Tuch aus reiner Wolle u. ist auch
bedeutend besser als Tuche aus Metiswolle. Gewebe mit 30% Caseinwollc sind in
bezug auf ihre Festigkeit bedeutend schwächer als die aus reiner Wolle, bes. der Schuß.
(jlerKaa IIpoM M iii.TennoCTi. [Leichtind.] 1 8 . Nr. 6. 73—76. 1939.)
G u b in .
L. M. Chandross, Wege zur komplexen Verwertung der Lärche. Bei der komplexen
Verwertung von Lärche können wertvolle Stoffe, wie Kunstfasern u. Sulfitcellulose
gewonnen werden, wobei als Nebcnprod. 60 1 absol. A ./t Lärche abfallen. Lärche ent­
hält bis zu 30% red. Zucker u. in der Stammwurzel 8— 26% Harz, das als Austausch­
stoff für ausländ. Sorten geeignet ist. Die Rinde enthält 9— 10 bzw. bis zu 17,65%
(europäische bzw. sibir. Sorten) Tannin, wobei die Entrindung sowohl an gefällten
als auch an ungefällten Bäumen vorgenommen werden kann, da die Rinde, ohne Nach­
teil für den Baum, in einigen Jahren vollständig nachwächst. (JlecoxirMiriccKaji
IIpoMMiu.TeiiHocTL [Holzchem. Ind.] 2 . Nr 9. 9— 11. Sept. 1939.)
POHL.
I. M. Orlowa und N. I. Nikitin, Untersuchung der chemischen Zusammensetzung
der Kiefernnadeln und Verfahren zur Gewinnung von Nadelfasem. Kiefernnadeln ent­
halten bis zu 3,5% Asche. Mit Ä., A. u. W. lassen sich 12,5, 28 u. 20% entziehen.
Die wasserunlösl. Stoffe enthalten 2,5— 6,5% red. Stoffe u. 4,5— 5% Gerbstoffe (die
Zus. wechselt, wenn auch in geringem Ausmaße, mit der Jahreszeit). Zwecks Faser73*
1 12 4
H xrln. F a s e e - o. S p in n s t o f f e . H o l z . P a p i e b . C e l l u l o s e u s w .
1940. I .
gewinnung werden die Nadeln durch Walzwerke geschickt, die äther. Öle mit W.Dampf abgetrieben, ein Cl2-Strom in die 3—5%ig. Lsg. eingcleitet, gefiltert u. mit
heißer 3%ig. Na2S03-Lsg. sowie W. gewaschen. Auch bei der Behandlung der Nadeln
mit einer 4% SOa u. l°/0 CaO enthaltenden Lsg. (2 Stdn. vorwärmen, 4 Stdn. bei 140
bis 145° kochen) werden 35% Fasern gewonnen, die sich als Füllstoff oder zur Papier­
verarbeitung eignen. Die nach dem letztgenannten Verf. gewonnenen Fasern sind hoch­
wertiger als das sogeannto „Iglit“ , das durch einfache Zerkleinerung der von äther.
ölen befreiten Nadeln hergestellt u. vielfach als Füllstoff verwendet wird. (J I c c o x u m k lecKaji npOMMiu.TCimocxi [Holzchem. Ind.] 2. Nr. 9. 31—36. Sept. 1939. Holztechn.
Akad. „Kirow“ .)
Pohl.
Fritz Ohl, Bitumen bei der Herstellung von Faserstoffkörpern. Wasser- u. säure­
feste Faserstoffkörper („Pappenguß“ ) durch Zugabe von Bitumenemulsionen zum Stoff­
brei im Holländer. (Wbl. Papierfabrikat. 70. 903—04. 25/11. 1939. Berlin.) F e i e d k .
A. Foulon, Die Zellwolle der Gegenwart. Allg. über die verschied. Zellwollarten
u. ihre Verwendung. (Mschr. Text.-Ind. Fachheft 3. 67— 68. Nov. 1939.) F e i e d e m a n n .
Asu Venior, Zur Ausrüstung von Zellwoll- undZellwollmischgeweben. Besprechung
der gesamten Arbeitsgänge: Kontrolle u. Entfleckung, Entschlichtung (Leim-, Stärkeu. Leinölschlichten), Wäsche, Bleiche, Mercerisation, Färbung u. eventuell Avivage.
(Mschr. Text.-Ind. Fachheft 3 . 82— 84. Nov. 1939.)
F e ie d e m a n n .
Otto Pennenkamp, Umflechtung von Kabeln und elektrischen Leitungen mit Kunst­
seide und Zellwolle. Kabelumspinnungen, Leitungslitzen u. Lampenschirmlitzen auä
Kunstseide u. Zellwolle. Isolation von Naturseide u. Kunstseide; hervorragende Iso­
lation von Acetatseide, bes. der Sondermarke Aceta „ P “ . (Mschr. Text.-Ind. Fachheft 3.
71—72. Nov. 1939.)
F e ie d e m a n n .
W . Schönberger, Einfacher Analysengang fü r die Faseruntersuchung in Ausrüstungsbetrieben mit Hilfe von typischen Anfärbungen der Fasern. Beschreibung u.
tabellar. Zusammenstellung eines Analysenganges für die wichtigeren Fasern, einschließ­
lich der neuen, unter Benutzung folgender Reagenzien: alkal. Plumbitlsg., Neocarmin W
u. B, Alizarinsaphirol B, sauer u. ammoniakal., CuS04-Lsg., Ferrocyankaliumlsg. u.
Millons Reagens (Hg in HNO,). Einzelheiten im Original. (Klepzigs Text.-Z. 42. 751
bis 754. 13/12. 1939.)
F e ie d e m a n n .
S. Awirom und A. Tatarinowa, Methode zur Bestimmung des Fettgehaltes von
S&idenfasern. Zur Best. des Fettgeh. wurden die Proben mit alkoh. Lsg. einer der
folgenden Farbstoffe angefärbt: Alkanin, Sudan I I I u. Buttergelb, welche in bezug
auf die Genauigkeit der erhaltenen Resultate untereinander vollständig gleichwertig
sind. Die erhaltene Färbung wird unter dem Mikroskop bei 350-facher Vergrößerung
mit einer Standardfarbskala verglichen. Zur Bereitung der Farbstofflsg. w’erden
100 mg Farbstoff in 50 ccm 90%ig. A. in der Kälte gelöst u. filtriert. Bei der An­
wendung von Sudan III wird nach dem Auflösen des Farbstoffs noch 50 ccm ehem.
reines Glycerin zugegeben u. die Lsg. nach zweitägigem Stehenlassen filtriert. Bei der
Zubereitung von Buttergelb genügt eintägiges Stehenlassen, sonst wie bei Sudan III.
(IUejK [Seide] 9. Nr. 7. 6— 9. Juli 1939.)
Gubin.
Schwertassek, Eine einfache und rasch auszuführende Methode zur quantitativen
Trennung von Kunstfasern aus Hydratcellulose und Fasern aus nativer Cellulose. Native
Cellulose gibt nach Behandlung mit 10%ig. NaOH gequollene Fasergele, die gegen­
über quetschender Behandlung eine gute mechan. Widerstandsfähigkeit zeigen. Nach
gleicher Behandlung zerfallen Kunstfasern in feine Bruchstücke. Um diese Tatsachen
für eine quantitative Trennungsmeth. nutzbar zu machen, wird vom Vf. ein einfaches
Gerät entwickelt, welches aus einem feinen Körpersieb (400 Masche/qcm) aus Fe-Draht,
das auf eine geriffelte Glasplatte aufgelegt wird und aus einer kleinen geriffelten,
mit einem Kautschuküberzug versehenen Fe-Walze besteht. Zur Trennung von
Hydratcellulose von nativer Cellulose werden 0,3 g des zu untersuchenden Materials
einige Min. gequollen u. im App. einer geeigneten mechan. Behandlung unterworfen,
wobei die Fasern der nativen Cellulose auf der Oberseite des Siebes Zurückbleiben.
An Korrekturzuschlägen sind anzubringen bei roher Baumwolle 2,5%, bei merccrisierter sowie gebleichter Baumwolle 1,0% u. bei rohem, gut aufgeschlossenem Flocken­
bast 4,0%. Zu bemerken ist, daß nicht jedes Material mit gleicher Leichtigkeit zu
trennen ist. (Angew. Chem. 52. 700— 01. 9/12. 1939. Reichenberg, Textilforsch, u.
Konditionieranst. d. Ind.- u. Handelskammer.)
ÜLMANN.
W . I. Tepnin, Methoden zur Messung der Dicke, der elastischen Eigenschaften
beim Zusammendrücken und der Biegsamkeit von Geweben. Bei der Messung der Dicke
von Geweben wird in Vorschlag gebracht, dies bei einer Belastung von 5 g/qcm vorzunehmen. Zur Messung der elast. Eigg. beim Zusammendrücken von Geweben wurden
folgende Vers.-Bedingungen festgelegt: Spezif. Druck bei der Best. der anfänglichen
1940.
I.
Hjym. F a s e r - ü. S p in n s t o f f e . H o l z . P a p ie r . C e l l u l o s e
u sw .
1125
Dicke 5g/qem ; spezif. Druck bei der Belastung 250g/qcm; Dauer der Belastung
5 Min.; Dauer der „Erholung“ von der endgültigen Messung der Dicke 3 Minuten.
Die Messungen wurden mit dem „Kompressometer“ nach R a d o w i t z k i ausgeführt.
Zur Messung der Biegsamkeit von Geweben wurde ein spezieller App. konstruiert:
Die Biegsamkeit der Gewebe wird durch dio Größe des Durchbiegens des Gewebe­
streifens unter Einfl. des Eigengewichtes bestimmt. Die Berechnung der Biegsamkeit
aus experimentellen Daten wird nach dem Verf. von P e i r c e vorgenommen. (jT e r K a «
ripoMLiKi.TumiocTi, [Leichtind.] 18. Nr. 8. 47— 51. 1939.)
GüBIN.
Böhme Fettchemie-Gesellschaft m. b .H ., Chemnitz, Sa., Netzmittel, bestehend
aus einem Gemisch aus hydriertem Pineöl (I) u. sauren Schwefelsäureeslem höherer Fettalkolwle. Zum Bleichen von Textilfasern stellt man eine Flotte her, die ? g akt. CI u.
1 g eines Gemischs aus 2 (Teilen) laurj'lschwefelsaurem Na u. 1 I im Liter enthält.
(D. R. P. 683 845 El. 8 o vom 3/5. 1935, ausg. 16/11. 1939.)
Schw echten.
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Textilveredlungsmittel, be­
stehend aus textiltechn. wirksamen hochmol. Basen (I), die sohwerlösl. Phosphate
oder Sulfate bilden, im Gemisch mit Dispergierungsmitteln, die frei von sauren Gruppen
sind. Als I kommen in Betracht Stearyl-, Oleyl-, Dodecylamin sowie sich davon ab­
leitende Guanidinc, Biguanidine; ferner acylierte Alkylendiamine, z. B. Stearoyl
methylendimelhylamin, Imidazolderivate. Als Dispergiermittel sind verwendbar Poly
glykoläther des Oleylalkohols, des Isododecylphenols sowie Polyglycerinester u. Polyglykol
ester der Ölsäure. Die Prodd. sind bes. verwendbar zum Weichmachen von Kunst
fasern. (D. R. P. [Zweigstelle Österreich] 157 403 Kl. 8 f vom 13/5. 1938, ausg. 10/11
1939.)
Schw echten.
Eastman Kodak Co., übert. von: Joseph B. Dickey und James G. McNally,
Rochester, N. Y., V. St. A., Behandlung von Textilgut. Garne u. Fäden aus organ.
Cellulosederiw., z. B. aus Celluloseacetat, werden durch Behandlung mit Acetalen
der Formel A oder B, in der R u. R ' H, Alkoxy-, Alkyl- u. Tetrahydrofurfurylgruppen
bedeuten, für das Verspinnen, Weben u. Wirken geeigneter gemacht. Die Acetale
werden vorzugsweise zusammen mit Her., 'pflanzlichen oder mineral. Ölen verwendet.
Sie können auch den Spinnbädern unmittelbar zugesetzt werden. Geeignete Verbb.
H jCj-------- iCHi
A H . c l ^ J c H —CH
/H.Ci-------- ,cn i
usw .
B ( H ,c l ^ J c H - C H ,0
\
/& ■
— C<^
VR
sind Ditetrahydrofurfurylaceial, Ditetrahydrofurfurylaceton (I), Ditetrahydrofurfurylß-methoxyäthylal, Ditetrahydrofurfurylformal, Tetrahydrofurfuraldiälhylenglykol. .Ein
bes. für die Vorbehandlung eines Games für das Wirken geeignetes Prod. besteht aus
60 (Teilen) I u. 40 geblasenem Olivenöl. (A. P. 2153134 vom 26/11.1937, ausg.
4/4. 1939.)
Sc h w e c h t e n .
Eastman Kodak Co., übert. von: Joseph B. Dickey und James G. McNally,
Rochester, N. Y., V. St. A., Behandlung von Textilgut. Garne u. Fäden aus organ.
Cellulosederiw., z. B. aus Celluloseacetat, werden durch
H,c(
|CH*
Behandlung mit einem Tetrahydrofurfuryläther der Zus. A,
A H i d ^ ^ J c H —CHr—OR wobei R eine Alkyl-, Alkoxyalkyl-, Oxyalkyl-, Oxyalkoxyo
alkyl-, Aralkyl- oder Arylgruppe bedeutet, für das Wirken,
Weben u. Verspinnen geeigneter gemacht. Die Äther
können zusammen mit mineral., pflanzlichen oder Her. Ölen verwendet werden. Man
kann sie den Spinnbädern unmittelbar zugehen. Geeignete Äther sind Tetrahydrofurfuryläthoxyäthyläther, -propyläther (I), -amyläther, -benzyläther, -oxäthylvinyläther,
-oxydiäthyläther, -a-glyceryläther. Ein bes. zur Vorbehandlung eines Games für das
Wirken verwendbares Prod. besteht aus 60% I u. 40% geblasenem Olivenöl. (A. P.
2153135 vom 26/11. 1937, ausg. 4/4. 1939.)
Schw ech ten .
Eastman Kodak Co., übert. von: Joseph B. Dickey und James G. McNally,
Rochester, N. Y., V. St. A., Behandlung von Textilgut. Garne u. Fäden aus organ.
Cellulosederiw., z. B. aus Celluloseacetat, werden durch Be­
eil iOH—Ht'|
~|CHl handlung mit Deriw. des Glycerins der Formel A, in der R
° \ /°
u. R ' H, cycl. Reste (Cyclohexyl, Cyclopentyl), Alkyl-, Aryl-,
A
c
Alkylen- oder heterocycl. Gruppen bedeuten, für das Wirken,
Weben u. Verspinnen geeigneter gemacht. Die Prodd. werden
vorzugsweise zusammen mit Her., pflanzlichen oder mineral.
Ölen verwendet. Man kann sie den Spinnbädem unmittelbar zusetzen. Geeignete
Verbb. sind Butylidenglycerin (I), Pentylidinglycerin, Propylidinglycerin, Benzylidinglycerin u. Cydohexylidinglycerin. Ein bes. zur Vorbehandlung eines Games für das
llZ Ö
rAÖJSK’
örIWJNöXUJt1ri£. JtlOLZ. JL'Al'IEK. UKLliULÜSE USW.
194U. i .
Wirken geeignetes Prod. besteht aus 80% I u. 20% Olivenöl. (A. P. 2153136 vom
26/11. 1937, ausg. 4/4. 1939.)
Schw echten.
Eastman Kodak Co., übert. von: Joseph B. Dickey und James G. McNally,
Rochestcr, N. Y., V. St. A., Behandlung von Textilgut. Garne u. Fäden aus organ.
Cellulosederiw., z. B. aus Celluloseacetat, werden durch Behandlung mit Alkylcarbonaten
der Formel R— 0 —CO—O— R ', in der R u. R ' Alkyl-, Oxalkyl- oder Alkoxyalkylgruppen bedeuten, für das Wirken, Weben u. Verspinnen geeigneter gemacht. Die
Prodd. werden vorzugsweise zusammen mit Her., 'pflanzlichen oder mineral. Ölen ver­
wendet. Sie können den Spinnbädem unmittelbar zugegeben werden. Geeignete
Verbb. sind: Di-ß'-älhoxy-ß-äthoxyäthylcarbmmt, Äthyl-ß'-äthoxy-ß-äthoxyäthylcarbonat
(I), Di-ß-butoxyäthylcarbonat u. Di-ß-methoxyäthylcarbonat. Ein bes. zur Vorbehandlung
eines Games für das Wirken verwendbares Prod. besteht aus 70% I u. 30% geblasenem
Olivenöl. (A. P. 2153 1 3 7 vom 26/11. 1937, ausg. 4/4. 1939.)
Schw echten.
Eastman Kodak Co., übert. von: Joseph B. Dickey und James G. McNally,
Rochestcr, N. Y., V. St. A., Behandlung von Textilgut. Garne u. Fäden aus organ.
Cellulosederiw., z. B. aus Celluloseacetat, werden durch Behandlung mit Polyketonen
der nebenst. Formel, in der R u. R ' Alkylgruppen bedeuten u. die
~
Ivetogruppen benachbart oder durch ein oder mehrere C-Atome
U—((jj0
—R' getrennt sein können, für das Verspinnen, Weben u. Wirken
geeigneter gemacht. Die Polyketone werden vorzugsweise zu­
sammen mit Her., •pflanzlichen oder mineral. Ölen verwendet. Sie können auch den
Spinnbädem unmittelbar zugesetzt werden. Geeignete Verbb. sind Acetonylaceton (I),
Heptantrion-2,4,6, Triacetylmelhan, Pentandion-2,3, Decandion-2,3. Ein für die Vor­
behandlung eines Garnes für das Wirken geeignetes Prod. besteht aus 70 I u. 30 Olivenöl.
(A. P. 2153138 vom 26/11. 1937, ausg. 4/4. 1939.)
Schw echten.
Eastman Kodak Co., übert. von: Joseph B. Dickey und James B. Normington,
Rochester, N. Y., V. St. A., Behandlung von Textilgut. Garne u. Fäden aus organ.
Cellulosederiw., z. B. Celluloseacetat, werden durch Behandlung mit Estern aus Tetrahydrofurfuralkohal, der durch OH, 0CH3, 0C2H4— OC2H5 usw. substituiert sein kann,
mit aliphat. oder aromat. Carbonsäuren, z. B. Essig-, Butter-, Propion-, Milch-, Glykol-,
Salicyl-, Laurin- oder Ölsäure, für das Wirken, Weben u. Verspinnen geeigneter gemacht.
Man kann die Ester zusammen mit mineral., pflanzlichen oder tier. Ölen verwenden.
Die Ester können auch unmittelbar den Spinnbädem zugegeben werden. Ein bes.
zur Vorbehandlung eines Gams für das Wirken geeignetes Prod. besteht aus 60% Tetrahydrofurfurylbutyrat u. 40% geblasenem Olivenöl. (A. P. 2153139 vom 26/11. 1937,
ausg. 4/4. 1939.)
Schw echten.
Augusta Ulrich und Marcel Denis Cavanna, Frankreich, Behandlung von Textil­
gut, Leder, Fellen und Pelzen. Man behandelt das Gut in einem Bade, das durch Ver­
mischen einer aus 8—12 (Teilen) Pb-Acetat u. 1— 2 Ba-Acelat in 100 dest. W. erhaltenen
Lsg. mit einer aus etwa 6—8 K-Alaun in 100 dest. W. bereiteten Lsg. hergestellt ist.
Das so behandelte Gut wird nun getrocknet u. in einem Bade behandelt, daß 2 g des
Präp. „Lena“ je Liter W. enthält. Abschließend wird wiederum getrocknet. Das
Verf., das sich bes. für Strümpfe eignet, soll das Gut unempfänglicher gegen das
Verschmutzen machen. (F. P. 842108 vom 4/2. 1938, ausg. 6/6. 1939.) S c h w e c h t e n .
Augusta Ulrich und Marcel Denis Cavanna, Frankreich, Undurchlässigmachen
von Textilgut, Leder, Holz, Fellen und Pelzen. Man behandelt das Gut in einem Bade,
das durch Vermischen einer Lsg. von Pb-Acetat (I) mit einer Lsg. von Alaun (II)
erhalten ist. In 20 1 des Bades sollen etwa 1300 g I u. 700 g II vorhanden sein. Ab­
schließend wird das Gut in kaltem W. gewaschen u. getrocknet. (F. P. 842109 vom
4/2. 1938, ausg. 6/6. 1939.)
Schw echten.
American Cyanamid Co., New York, N. Y., übert. von: David W . Jayne jr.,
Elizabeth, N. J., V. St. A., Mottenfestmachen von Textilgut, wie Wolle. Man verwendet
hierfür eine Lsg. eines Guanidinsalzes (I) in Schwerbenzin, der zur Erhöhung der
Löslichkeit des I sek. Butylalkohol oder ein Alkyläther des Äthylenglykols, z. B. der
Monoäthyl- oder Monobutyläther, zugesetzt ist. Als I sind genannt: fettsaure Salze
oder das p-tert. Amylphenolsalz des Guanidins, des Xylyl- oder des Dixylylguanidins.
(A. P. 2 157 854 vom 2/12. 1936, ausg. 9/5. 1939.)
"
Sc h w e c h t e n .
Henry Dreyfus, England, Kunststoffe. Man behandelt Fasern, Fäden, Bänder,
Gewebe oder ähnliche Stoffe auf CeUuloseesterbasis in einem alkal. Bad (1— 10% Alkali),
das ein neutrales Salz (NaCl, Na2S 04), etwa 10— 15 oder 30—40% enthält. (F. P.
843 545 vom 16/9. 1938, ausg. 5/7. 1939. E. Prior. 7/10. 1937.)
K rau sz.
Henry Dreyfus, London, Verbesserung der Eigenschaften von Gebilden wie Fäden,
Fasern, Game und Bänder aus organischen Celluloseestem. Man verseift die Gebilde
unter "Überdruck mit einem Bad, das 4— 5 % eines Cyclohexylaminderiv. der Formel
1940. I .
H XIX. B r e n n s t o f f e .
E kdöl.
M in e r a lö le .
1127
C,HU—NK '(R") enthält, worin B ' Alkyl oder Aralkyl u. R " Alkyl, Aralkyl oder H
bedeuten. Z. B. verwendet man N-Methyl- oder N-Benzylcyclohexylamin. (A. P.
2170190 vom 18/3. 1938, ausg. 22/8. 1939. E. Prior. 15/4. 1937.)
P robst.
Soc. d’fitudes des Textiles nouveaux, Frankreich, Herstellung von matten künst­
lichen Gebilden. Man setzt zu Viscose oder zu anderen Celluloseäthern eine darin lösl.
Metallverb., die beim Eintritt der geformten Lsg. in das Spinnbad unlösl. wird. Zu
diesem Zwecke verwendet man bas. Verbb. aus der Gruppe der Erdalkalien, die ge­
eignet sind, zumindest teilweise das Ätzalkali im Xanthogenat zu ersetzen. Außer
Verbb. des Ca u. Sr kommen bes. solche des Ba in Frage. Die Verbb., z. B. Ba(OH)»,
werden entweder der Mercerisierlauge zugefügt oder in den Xanthogenatkneter ein­
geführt. (F. P. 842408 vom 15/2. 1938, ausg. 12/6. 1939.)
Probst.
Leo Ubbelohde, Berlin-Charlottenburg, Herstellung gekräuselter Kunstspinnfasern.
Das Verf. ist dad. gek., daß in den Fasern Mehrfachharze gebildet werden, die aus zwei
oder mehreren kondensierbaren oder polymerisierbaren Kunstharzen bestehen, von
denen jedes durch Kondensation aus mehreren Komponenten entsteht. Es kann ein
Zusatz solcher Stoffe erfolgen, in denen die Komponenten der Mehrfachharze bereits
eine lose ehem. Verknüpfung erfahren haben. Die Stoffe können den Spinnlsgg. zu­
gesetzt werden oder aber es können auch die fertigen Fäden damit behandelt werden.
(D. R. P. [Zweigstelle Oesterreich] 157 387 Kl. 29 b vom 25/5. 1937, ausg. 10/11. 1939.
D.
Prior. 19/12. 1935.)
PROBST.
British Celanese Ltd., London, Kreppgewebe. Gewebe mit Cellulosederivatkre^j)fäden werden in das Kreppentw.-Bad bei unterhalb Krepptemp., d. h. der Temp., bei
der in dem betreffenden Bad der Kreppeffekt innerhalb 1 Stde. entwickelt wird, ein­
gebracht, worauf auf 5—3° unterhalb des Kp. des Bades liegende Tempp. erhitzt u.
das Textilgut so lange im Bade belassen wird, bis der Kreppeffekt zur vollen Entw.
gelangt ist. Zweckmäßig werden Bäder von einem Ph = 5,5—6 verwendet. Nach dem
Verf. erfolgt die Kreppbldg. ohne wesentliche Glanzminderung des Cellulosederiv.Gutes. Z. B. wird ein Gelluloseacei-atsatin mit Celluloseacetatkreppfäden zur Entw. des
Krepps in W. von 90° gebracht u. darauf das Bad innerhalb 15 Min. auf 95° erhitzt u.
das Gewebe dann noch ca. 15 Min. in dem Bad belassen. (E. P. 503 060 vom 19/7. 1938,
ausg. 27/4. 1939. A. Prior. 24/7. 1937.)
R. H e r b s t .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a.M ., übert. von: Hugo Strauch,
Krefeld-Urdingen, Bodenbelag. 100 (Teile) anorgan. Füllmittel (Gips, Talkum, Asbest)
u. 30 organ. Füllmittel (Holzmehl, Lederstaub) werden mit einer Emulsion selbst­
trocknender Stoffe (Standöl, Mg-Linoleat, Alkydharze) in Ggw. von Siccativen u. Zusatz
von Pigmenten zu einem Bodenbelag verarbeitet. Als öl- u. wasserlösl. Emulgatoren
dienen Sulfonate, Triäthanolamin, polyalkylierte aromat. KW-stoffe, Anlagerungsverbb. von Äthylenoxyd an langkettige KW-stoffe, wie Octadecylalkohol u. bes. an
Ricinusöl. (A. P. 2175 096 vom 23/10. 1936, ausg. 3/10. 1939. D. Prior. 7/11.
1935.)
M ö llertng.
X IX . Brennstoffe. Erdöl. Mineralöle.
Franz Kirchheimer, Paläobotanische Beiträge zur Kenntnis des Alters deutscher
Braunkohlejischichten. V. (IV. vgl. C. 1939. II. 3362.) (Braunkohle 38. 747— 50.
756— 58. 25/11. 1939. Berlin.)
S c h ic k e .
I. D. Ssedletzki, Röntgenographie der Kohlen. Zusammenfassende Darst.: Krystallstruktur der Kohlen, Ausgangsstoffe der Kohlen, Kohlenstruktur u. geolog. Entstehungs­
zeit, Kohlebitumina u. ihre Konst., Kohleasche, Theorie der Krystallisation der Kohlen
u. Struktur des freien C. (CoBeiCKan reo-ioruii [Sowjet-Geol.] 9. Nr. 6. 48— 63. Juni
1939. Moskau, Akad. d. Wiss., Bodenlabor.)
R. K. M ü l l e r .
Elemör Vadäsz, Der Aschegehalt der ungarischen Steinkohlen. Vf. gibt eine Tabelle
der in der Literatur verstreuten Angaben über die Zus. der Asche verschied, ungar.
Steinkohlen mit Erläuterungen. (Bänyäszati Kohäszati Lapok [Ung. Z. Berg- u.
Hüttenwes.] 72. 387—90. 15/9. 1939.)
B, K. MÜLLER.
L. C. McCabe und O. W . Rees, Die Wirkung der Aufbereitung auf die Schmelzbar­
keit der Asche, wie sie durch die Untersuchung von ausgewählten Illinoiskohlen festgestellt
wurde. 10 Illinoiskohlen wurden in Fraktionen von verschied. Korngröße u. verschied,
spezif. Gewicht zerlegt u. die Erweichungspunkte der zugehörigen Aschen verglichen.
Es scheint keine eindeutige Beziehung zwischen Ascheerweichungspunkt u. den spezif.
Gewichtsfraktionen der verschied. Kohlen zu bestehen. (Trans. Amer. Soc. mechan.
Engr. 61. 693—98. Nov. 1939. Urbana.)
W it t .
Iwan Trifonow und Mstislaw Kurtschatow, Verkokung von Steinkohle unter
Portlandzementzusatz. Einfluß des Zusatzes auf die Verkokungsprozesse — insbesondere
1128
H XIX. B r e n n s t o f f e ,
übdöl.
M in e r a l ö l e .
1940.
I.
auf die Verteilung des Schwefels — und auf die Eigenschaften des erhaltenen Kokses.
Inhaltlich ident, mit der C. 1939. II. 284 referierten Arbeit. (roaimmiiKi ua Co*huckhä
yniTBepcuTcxx. ^ji3iiK0-lIaTeMaTii<iecKii <ä>any.rrori> [Annu. Univ. Sofia, Fac. physicomath.] 35. Nr. 2. 249—88. 1938/39. Sofia, Univ., Tech nolog. Inst.)
G o t t f r ie d .
Iw. Trifonow und w. Iwanow, Verhalten des sogenannten organischen Koks­
schwefels bei Temperaturen über 1000°. Durch Entgasung in N2- bzw. H2-Atmosphäre
bei 1100— 1600° von 2 von anorgan. S befreiten u. bei 1000° vorgeglühten Koksen wird
gezeigt, daß bei Abwesenheit von katalyt. wirkender Asche der sogenannte Koks­
schwefel, welcher am besten als feste Lsg. in C aufzufassen ist, Erhitzungen bis 1500°
vertragen kann, ohne in nennenswertem Grade zu entgasen. H2 begünstigt etwas die
S-Verfliichtigung, aber nur unwesentlich; dagegen fängt von 1500° an die bis dahin
kaum merklich ansteigende, fast linear verlaufende S-Entgasungskurve deutlich
exponentiell anzusteigen, um bei Tempp. über 2000° 100% zu erreichen, (rojumimno. na
Co-MiücKiut yniiBepciixeix. «l’uanKO-MaTeMaTii'iecKii 'iaKyxrexi [Annu. Univ. Sofia, Fac.
physico-math.] 35. Nr. 2. 201—31. 1938/39. Sofia, Univ., Technolog. Inst.) G o t t f r i e d .
H.
Stevens, Herstellung von flüssigem Brennstoff. ,,Elektrischer Verkokungs­
prozeß kann Englands Bedarf sicherstellen.“ Vf. macht darauf aufmerksam, daß England
durch Einführung des in Amerika ausgearbeiteten elektr. Verkokungsprozesses (vgl.
O. 1939. II. 2393) seinen Eigenbedarf an fl. Brennstoffen sicherstellen kann. (Chem. Age
41. 225— 27. 23/9. 1939. Cincinnati, 0.)
G o t t f r ie d .
L. G. Gindin, Untersuchungen auf dem Gebiet der Metallkorrosion durch Nichtelektrolyte. Die Wirkung von leichten Kohlenwasserstoffbrennstoffen auf Metalle und
Legierungen. VI. Die Wirkung von Spaltbenzinen auf Blei. (V. vgl. C. 1938. II. 1709.)
Bei der Unters, der Einw. von Baku- u. Grosny-Spaltbenzinen auf Pb wurden analoge
Ergebnisse erhalten wie bei Cu (I. c.). Die Spaltbenzine zerstören das Pb unter Autoxydation, wobei die gemessene Autoxydation in Zusammenhang mit der Korrosion des
Pb steht. Die Zus. des Korrosionsprod. wurde untersucht, u. festgestellt, daß etwa 60%
des Pb-Geh. in der Form von Carbonat vorliegen. (C. B. [Doklady] Acad. Sei. URSS 20
(N. S. 6). 561— 64. 15/9. 1938.)
” K u b a s c h e w s k i.
Toru Ogawa, Akio Matsui und Hidetaka Senoo, Untersuchungen über die
Oxydation von Methan. I. u .U . I. Reaktion zwischen Methan und Eisenoxyd. II .Reaktion
zwischen Methan und Roteisenerz. In beiden Fällen erhält man unter 1100° (900— 1100°)
beim Überleiten des CH, über Fe20 3 bzw. Roteisenerz Gemische, die im wesentlichen
aus CO u. H2 bestehen, bis alles Oxyd zum Fe red. ist. (J. Soc. chem. Ind. Japan, suppl.
Bind. 41. 399 B— 400 B. Nov. 1938. Government of Formosa, Japan, Natural Gas
Research Institute [nach engl. Ausz. ref.].)
J. S c h m i d t .
KengO Siomi und Tomoichi Iwamoto, Über die Hydrierung von Acetylen. Es
wurden C2H2+ H2 bei 400—500° über Katalysatoren geleitet zwecks Herst. fl. KW-stoffe.
Beste Ergebnisse gab ein Mischkatalysator aus Ni, Co u. Cr. Das Rk.-Prod. enthielt
44,6% ungesätt. KW-stoffe, 26,9% Aromaten, 10,7% Naplithene u. 18,4% ParaffinKW-stoffe. (J. Soc. chem. Ind. Japan, suppl. Bind. 41. 401 B. Nov. 1938. Government
o f Formosa, Japan, Natural Gas Research Institute [nach engl. Ausz. ref.].) J. S c h m id t .
Giulio Natta, Neue Verfahren synthetischer Herstellung spezieller Treibstoffe für
die Luftfahrt. Im wesentlichen ident, mit der C. 1939. II. 3908 referierten Arbeit.
(Sehr, dtseh. Akad. Luftfahrtforsch. 1939. Nr. 9: 79—89.)
G o t t f r ie d .
D.
Cannegieter, Der Entflammungspunkt von Mischungen von Lackbenzin und
Solventnaphtha. (Chim. Peintures 2. 140—41. April 1939.— C. 1939. II. 1388.) G o t t f r .
— , Welche Anforderungen sind an Fahrradschmieröle zu stellen ? (Allg. öl- u. FettZtg. 36. 497—98. Dez. 1939.)
" S c h ic k e .
— , Ölschieferindustrie in Estland. Überblick über den estn. Ölschieferbergbau mit
Angabe der Produktionsziffem in den letzten Jahren. (Rev. petrolifere 1939. 1296—98.
11/11. 1939.)
G o t t f r ie d .
H.
Stanley Redgrove, Ozokeril und Ceresin. Kurz besprochen werden die Vorkk.
von Ozokerit u. seine Raffination. Die Eigg. u. die Verwendung der durch die Raffi­
nation entstehenden Ceresine werden kurz gestreift. (Ind. Chemist chem. Manufacturer
15. 394—95. Okt. 1939.)
G o t t f r ie d .
F.
Macht, Zusammenhänge zwischen der Oberflächenbeschaffenheit der Mineralien
und der Dichte von Asphaltbetongemischen. Die D., d. h. der endgültige Hohlraumgeh.
einer Asphaltbetondecke ist zum Teil abhängig von der glatten oder rauhen Oberflächenbesehaffenheit des verwendeten Steinsplittes. Bei zu rauhem Gestein findet
eine unvollkommene Komprimierung der Mischung statt, was wieder einen hohen
Geh. an Hohlräumen u. starke W.-Aufhahme nach sich zieht. (Bitumen 9. 143— 45.
Nov. 1939. Berlin.)
CONSOLATI.
1 94 0 . I .
HIIX. B r e n n s t o f f e .
E rdöl.
M in e r a l ö l e .
1129
Paul Kittelberger, Ein Vorschlag zur Herstellung von Rauhüberzügen. Die Er­
fahrung hat gezeigt, daß es gelingt, rauhbleibende Überzüge auf Straßen durch eine
Kombination von Asphaltmörtel u. Splitt herzustellen, bei denen kein überschüssiges
Bindemittel beim Verkehr hochgequetscht werden kann u. wobei der Grobsplitt dauer­
haft in dem Asphaltmörtel verankert ist. Beispiele für den Bau solcher Decken werden
gegeben. (Bitumen 9. 145— 46. Nov. 1939. Köln a. Rh.)
CONSOLATl.
T. David Jones und w. L. Gyles, Die Bestimmung des ßehaltes an Schlagenden
Wettern in der Grubenluft. Es w erden 4 verschied. App., die im einzelnen kurz be­
schrieben sind, auf ihre Eignung gep rü ft: a) App. von Mc LuCKIE, b) M. S. A.-Methanprüfer, e) LE0N-M0NTLU<?0N-App., d) CEAG-MONTLUCON-Apparat. Vers.-Ergebnisse
vgl. im Original. (Colliery Guard. J. Coal Iron Trades 159. 588—90.27/10. 1939.) S k a l .
W . J. G. Davey, Anwendung der Nomographie auf Gasingenieurprobleme. Darst.
von Nomogrammen zur graph. Auflsg. verschied, gastechn. wichtiger Gleichungen u.
Aufgaben. (Gas WId. 111. 324— 26. 11/11. 1939.)
Sc h u s t e r .
Th. Hammerich, Die Beurteilung von Leichtkraftstoffen hinsichtlich ihrer Neigung
zur Dampfblasenbildung. (Oel Kohle Erdoel Teer 15. 569—77. 1/8. 1939. — C. 1939. II.
3910.)
D olch.
T. J. Kaliński und Wanda Dmowska, Eine neue Methode für die Bestimmung
von flüchtigen Bestandteilen in festen Brennstoffen. (Vgl. C. 1939. II. 2873.) Die be­
kannten Verff., z. B. die sogenannte „amerikan. Meth.“ , geben leicht infolge von Luft­
zutritt zu hohe Werte für die flüchtigen Bestandteile. Es wird die Best. in Verbesserung
der von D o l i n s k y u . D r o z d o w s k i (Gaz i Woda 13 [1933]. 73) angegebenen Arbeits­
weise in einem Doppeltiegel vorgenommen, der noch dazu mit einer Haube zwischen
beiden Tiegeln versehen ist, so daß die entwickelten Dämpfe u. Gase zunächst nach
oben, dann abwärts u. schließlich wieder nach oben steigen, bevor sie den Tiegel ver­
laden. Man erhält dann bei 25 Min. Glühzeit sehr konstante Werte. (Fuel Sei. Pract. 18.
275— 77. Sept. 1939. Warschau, Chemical Besearch Inst.)
J. S c h m id t .
P. K . Ssakmin, U S S R , Entfernung von Ammatiiak und Schwefelwasserstoff aus
Koksgasen. Die Koksgase werden zunächst zwecks Ausfrierens des W., Naphthalins
u. Bzl. bei etwa Atmosphärendruck bis auf 0° abgekühlt, worauf bei 40—50° das NH,
u. H„S als Ammoniumhydrosulfid ausgeschieden werden. (Russ. P. 55 390 vom 11/1.
1938,'ausg. 31/7. 1939.)'
R i c h t e r .'
Niederschlesische Bergbau Akt.-Ges., Deutschland, Verkokung von PetroleumBraunkohlen- oder sonstigem Teer in einem von außen beheizten Rk.-Turm, der bis zu
2/3 seiner Höhe gefüllt ist. Der untere Teil des Turmes wird zunächst auf 600° erhitzt,
bis der Teer anfängt fest zu werden, sodann wird die Temp. im unteren Teil langsam
bis etwa 1100° gesteigert, hierbei wird der obere Teil bis 700° erwärmt. Die flüchtigen
Anteile werden oben abgezogen. — Zeichnung. (F. P. 843 890 vom 24/9. 1938, ausg.
12/7. 1939. D. Priorr. 24/9. 1937 u. 13/7. 1938.)
H e in z e .
Shell Development Co., San Francisco, übert. von: Franklin A. Bent, Albert
G. Loomis und Howard C. Lawton, Berkeley, Cal., V. St. A., Abdichten vcm durch­
lässigen Schichten in Erdölhohrlöchern. In die Schicht wird das Alkoholat eines Metalles
eingeführt, dessen Hydroxyd in W. unlösl. ist, worauf man in die Schicht eine wss. Fl.
einführt, um zur Verstopfung der Poren das Hydroxyd zu bilden. (Can. P. 382 960
vom 31/10. 1938, ausg. 25/7. 1939. A. Prior. 15/11. 1937.)
Ge is z l e r .
Standard Oil Development Co., übert. von: Hans G. Vesterdal, Linden, N. J „
V. St. A., Aufarbeitung von bei der Neutralisation gesäuerter Öle anfallender Soda. Zu­
nächst wird die Soda mit C 02 oder Rauchgasen behandelt, wobei noch freie Soda in
Bicarbonat übergeführt wird, das sich als wss. Lsg. abtrennt. Die ölige Schicht wird
dann durch Dest. oder Extraktion mit wss. Alkoholen auf Netzmittel aufgearbeitet.
(A. P. 2 174 023 vom 30/11. 1937, ausg. 26/9. 1939.)
J. S c h m i d t .
N. D. Taskajew, USSR, Reinigung von Mineralölen. Die Mineralöle werden in
zerstäubtem Zustande mit SO, behandelt. (Russ. P. 55121 vom 9/8. 1936, ausg.
30/6. 1939.)
R ic h t e r .
Edeleanu Gesellschaft m. b. H., Berlin-Schöneberg (Erfinder: W . Grote),
Extrahieren von paraffinhaltigen Mineralölen mit flüssigem Schwefeldioxyd und an­
schließende Entparaffinierung der anfallenden Raffinatlösung. Man extrahiert die
Mineralöle mit fl. S 02 u. einem Hilfslösungsm., wie Bzl., Toluol, unter Bldg. von 2 fl.
Phasen. Für die anschließende Entparaffinierung der Raffinatlsg. muß das Lösungsm.Gemisch auf einen hohen Geh. an Bzl. eingestellt werden. Dies geschieht durch teilweises Ausdampfen des S 02 in einem Zwischenverdampfer, der auf eine bestimmte
Temp. u. einen bestimmten Druck eingestellt wird u. dann selbsttätig die erforder­
liche Einstellung des SOz-Geh. der Raffinatlsg. regelt. Der Zwischenverdampfer wird
1130
H XIX. B r e n n s t o f f e .
E rdöl.
M in e r a l ö l e .
1 94 0 . I .
zweckmäßig bei einem höheren als dem in der Anlage angewendeten Kondensator­
druck betrieben. Man kann auch etwas mehr S 02 als erforderlich ausdampfen u. dann
S 0 2-haltiges Hilfslösungsm. zusetzen. Zur Beheizung des Zwischenverdampfers ver­
wendet man Lösungsmitteldämpfo aus der Lösungsm.-Wiedergewinnung. (Schwed. P.
96 331 vom 13/4. 1938, ausg. 25/7. 1939.)
J. S c h m i d t .
Union Oil Co. of California, Los Angeles, übert. von: Harold G. Reiber, Long
Beach, Cal., V. St. A., Reinigung von Naphthensäuren (I). Die rohen I werden mit
einem niedrigsd. mit W. nicht mischbaren Lösungsm. verd., mit H2S04 behandelt
u. dann als Seifen ausgefällt, wobei nur soviel Alkali zugegeben wird, daß die Lag.
ein pH von 9—10 zeigt. Die vorhandenen Phenole werden dabei nicht in Phenolate
übergeführt. Es ist zweckmäßig vor der Behandlung mit H2S04 das vorhandene W.
K rau sz.
zu entfernen. (A. P. 2170 506 vom 19/10. 1936, ausg. 22/8. 1939.)
Phillips Petroleum Co., übert. von: Malcolm P. Youker, Bartlesville, Okla.,
V. St. A., Herstellung von flüssigen Kohlenwasserstoffen aus gasförmigen. Erdgas wird,
gegebenenfalls zusammen mit Gasöl oder Schweröl, bei 370—538° unter 140— 210 at
in einem Heizrohr polymerisiert, das Rk.-Gemisch wird in 2 Separatoren zerlegt, H2,
H2S, N2, He abgetrennt u. das Kondensat leichter KW-stoffe zum Heizrohr zurück­
geführt. Aus den höheren KW-stoffen werden Bzn. u. Gasöl gewonnen. (A. P.
2150 090 vom 11/9. 1930, ausg. 7/3. 1939.)
K in d e r m a n n .
Pure Oil Co., Chicago, Ul., übert. von: Hermann C. Schutt, Mount Vernon.
N. Y., V. St. A., Herstellung von Benzin durch Polymerisation von Crackgasen. Aus
dem Crackgemisch werden Methan, Äthan u. Äthylen abgetrennt u. die KW-stoffe
C3 u. C4 in fl. Phase in einer 1. Stufe unter 35— 42 at polymerisiert, wobei neben der
Polymerisation der Olefine (Propylen, Butylen) zu Bzn. das Butan (I) u. Pentan teil­
weise in niedrigere Olefine u. gesätt. KW-stoffe umgewandclt werden. Diese im Restgas
enthaltenen Prodd. werden (gegebenenfalls nach weiterer Spaltung des Propan u. I)
zur vollständigen Polymerisation mit den anfangs abgetrennten niedrigen Olefinen
in einer 2. Stufe unter den Bedingungen der JiAi/ierapolymerisation zu Bzn. poly­
merisiert. (A. P. 2157 220 vom 26/3. 1934, ausg. 9/5. 1939.)
K in d e r m a n n .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Polymerisation von Styrol.
Man polymerisiert mittels BF3 oder A1C13 bei — 10 bis — 70° ein Gemisch von Styrol,
gegebenenfalls zusammen mit Isobutylen, mit einem fl. KW-stoffgemisch, das durch
Spalten oder Dehydrieren (z. B. katalyt. bei Tempp. oberhalb 350° oder mittels CI,
oder 0 2) von KW-stoffen (bes. solchen, die mehr als 13,5 g H2 auf 100 g C enthalten,
wie Erdölfraktionen oder feste Paraffine) hergestellt ist oder synthet. aus CO u. H2
erhaltene Olefine enthält. Man erhält Schmieröle oder temperaturbeständige, öllösl.
plast. Massen, welche die Viscosität von Schmierölen verbessern. (E. P.502 730 vom
20/9. 1937, ausg. 20/4. 1939.)
K in d e r m a n n .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Polymerisation von Olefinen.
Mit dem Verf. des E. P. 502 730 (vgl. vorst. Ref.) kann man auch Alkylstyrole, Vinyl­
äther (des A., Isobutyl- oder Oleylalkohols), Mono- oder Divinylacetylen, Cumaron
oder Inden mit den Olcfin-KW-stoffen kondensieren u. dabei als Katalysatoren auch
FeCl3, ZnCl2> TiCl4 oder ihre Additionsverbb. mit Alkoholen, Äthem, Säuren oder W.
oder Kieselgel, oder Bleicherden, gegebenenfalls zusammen mit Bor- oder Phosphor­
säure bei Tempp. zwischen — 70 bis + 60° anwenden. (F. P. 840125 vom 1/7. 1938,
ausg. 19/4. 1939. D. Prior. 5/7. 1937.)
K in d e r m a n n .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankrfurta. M., Polymerisaticm voii Olefinen.
Das Verf. des E. P. 466 996 (C. 1937. II. 3850) zur Polymerisation von Äthylen (I)
mittels wasserfreiem AlCl3 in Ggw. inerter Lösungsmittel, bei dem man mit Gasen,
die durch Waschen mit KOH-Lsg. unter Druck u. Trocknen mit CaCl2 von 0 2, S u.
ihren Verbb. befreit sind, unter Ausschluß von freiem Fe aus dem Rk.-Raum (z. B.
in Autoklaven aus V2A-Stahl) u. mit einem A1C13, das weniger als 5 % nicht sublimierbaren Rückstandes enthält, Schmieröle von hohem Viscositätsindex herstellt, wird auf
die Polymerisation von Propylen oder a.-Butylen oder Gemischen dieser, gegebenenfalls
mit geringen Mengen I angewendet. (E. P. 497 541 vom 25/4. 1938, ausg. 19/1. 1939.
D. Prior. 24/4. 1937. Zus. zu E. P. 46S996; C. 1937. II. 3850.)
K in d e r m a n n .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Polymerisation von niedrigen
Olefinen. Beim Polymerisieren von Äthylen, Propylen, Butylenen, Hexylen u. Heptylen
bei 50—300° unter 1—200 at verwendet man als Katalysatorträger akt. Holzkohle
(mit W.-Dampf oder Verbrennungsgasen aktiviert) von einer Korngröße bis 15 mm,
deren Schüttgewicht < 200 g je Liter ist. Diese imprägniert man mit Lsgg. von Metallverbb., bes. Mineralsalzen (wie Phosphate des Cu, Ag, Cd, Ni, Zn, Al, Mg, Ba, K, ThNitrat oder die Oxyde oder Hydroxyde) in fl. Säuren des P, bes. Ortho- u. P y r o - Phosphorsaure, oder Gemischen dieser Säuren mit fein verteilten Metallen (z. B. Cu). Die letzt­
1940. I .
H XII. B r e n n s t o f f e .
E kdöl.
M in e r a l ö l e .
1131
genannten Gemische stellt man her, indem man den Träger mit der Lsg. z. B. von
CuSO,, oder Cu-Formiat imprägniert, das Salz in der Wärme zers., das Oxyd red.
(z. B. mittels Na-Hyposulfit bzw. H2) u. den Katalysator dann mit der Säure imprägniert.
Man erhält Benzin. (F. P. 839 850 vom 25/6. 1938, ausg. 13/4. 1939. D. Priorr. 30/6.
u. 6/12. 1937. E. P. 502475 vom 15/7. 1937, ausg. 13/4. 1939.)
K in d e r m a n n .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., übert. von: Hans Haeuber
und Josef Hirschbeck, Ludwigshafen a. Rh., Polymerisation gasförmiger Olefine. Man
polymerisiert solche Gase, die mindestens 30% Olefine, u. zwar vorwiegend Propylen,
Butylene u. Amylene enthalten, z. B. Gase der CO-Red. oder Spaltgase, mittels Halo­
geniden des Al, Zn, Fe oder B, z. B. bei 10—15°, hydriert die Polymerisate katalyt.
u. behandelt sie mit überhitztem W.-Dampf in Ggw. einer geringen Menge (z. B. 5% )
Alkali. Man erhält so Isolieröle mit SZ., VZ. u. JZ. = 0 u. mit guter DE. u. Viscosität,
daneben auch Bzn. u. Dieselöl. (F. P. 839 874 vom 27/6.1938, ausg. 13/4.1939.
A. P. 2159148 vom 30/6. 1938, ausg. 23/5. 1939. Beide D. Prior. 6/7. 1937. E. P.
498 526 vom 15/7. 1937, ausg. 9/2. 1939.)
K in d e r m a n n .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges.,Frankfurt a. M., Klopffeste Motortreibstoffe.
Solche erhält man, wenn man fl. oder gasförmige Paraffin-KW-stoffe zusammen mit
Bd. oder seinen niedrigsd. Homologen u. bzw. oder leichtsd. hydroaromat. KW-stoffen
in der Dampfphase in Ggw. von Katalysatoren u. gegebenenfalls in Anwesenheit von
H2 auf Tempp. zwischen 300 u. 700°, vorzugsweise 450—650° erhitzt. Als ParaffinKW-stoffe kann man Bznn. oder Mittelöle verwenden, die aus Erdöl gewonnen wurden
oder bei der spaltenden Hydrierung von Kohlen, Teeren, Mineralölen oder bei der
Red. von Kohlenoxyd oder bei der Behandlung von ölen mittels selektiver Lösungs­
mittel anfallen. Von gasförmigen KW-stoffen eignen sieh Pentan, Butan, Propan.
Als hydroaromat. KW-stoffe können die Hydrierungsprodd. von Bzl. oder seinen
Homologen oder Naphthalin verwendet werden. Der Geh. an Bzl. oder seinen Homo­
logen u. bzw. oder hydroaromat. KW-stoffen in dem Ausgangsgemisch kann 10—50%
betragen. Als Katalysatoren eignen sieh die Metalle der 2.— 8. Gruppe des period.
Syst. oder ihre Verbb., z. B . Sulfide, Oxyde, Phosphate, Halogenide, Sulfate des Fe,
Go, Ni, Gr, Vd, Al, Zn, Sn, Mn, Ti, Mg, Wo, Mo. Die Rk. kann bei Atmosphärendruck oder höheren Drucken von 20—200 at u. mehr durchgeführt werden. (E. P.
507 999 vom 23/9. 1937, ausg. 20/7. 1939.)
B e ie r s d o r f .
Sun Oil Co., Philadelphia, übert. von: Richard S. Vose, Ridley Park, Pa.,
V. St. A., Herstellung von Schmierölen. Rohöle werden zunächst von leichteren Ölen,
einschließlich Gasöl befreit u. dann mit metall. Na feinst emulgiert u. bei etwa 225°
längere Zeit behandelt.
Es findet eine Umwandlung der ungesätt. u. S-haltigen
Verbb. statt. Nach Abtrennung des Na-überschusses wird dann das ö l auf Schmier­
öle fraktioniert. Der Na-Schlamm wird wieder aufgearbeitet. Man muß mindestens
170— 220 g Na je Liter ö l anwenden. Man erhält öle mit einer SZ. (nach A. S. T. M.)
von unter 0,2 u. Farbzahlen von unter 1 (N. P. A.), jedenfalls nicht über 2. Der S l i g h Test ist null. (A. P. 2169 545 vom 17/7. 1935, ausg. 15/8. 1939.)
J.
Sc h m id t .
Standard Oil Co. (Indiana), übert. von: Arthur B. Brown, Hammond, Ind.,
und Fred F. Diwoky, Chicago, 111., V. St. A., Herstellung von Schmierölen. Man ex­
trahiert hochsd. Mineralöle mit Gemischen aus 85— 1 5% Chloranilin u. 15— 8 5 %
Kresol oder 85— 15% Chlorphenol u. 15—85% Kresol oder 15— 60% Phenol u. 84 bis
40% Chloranilin. Man erhält Schmieröle mit hohem Viscositätsindex u. sehr guter
Farbe. (A. P. 2171646 vom 3/3. 1938, ausg. 5/9. 1939.)
J.
Sc h m id t .
Lubri-Zol Corp., Wickliffe, O., V. St. A., Schmieröl. Man unterwirft hochchlorierte KW-stoffe, z. B. chloriertes Paraffin mit etwa 35— 40% CI, einer Konden­
sation mittel A1C1S, FeClj, ZnCl2, AlBr3 gegebenenfalls unter Zusatz von Lösungs­
mitteln, wie Bzl., so daß nur die unbeständigsten Anteile kondensiert werden u. ver­
wendet das Prod. als Zusatzmittel für Schmieröle. Die Kondensation führt man bei
unter 100°, bes. 20—50°, u. V*— 2 Std. mit 0,1— 10% A1C13, bes. 0,5— 2% , durch.
(E. P. 510173 vom 27/1. 1938, ausg. 25/8. 1939.)
J.
Sc h m id t .
Standard Oil Development Co., V. St. A., Geschwefeltes Mineralschmieröl besteht
aus einem Mineralschmieröl, das durch Behandeln mit freiem S oder S-Halogen auf
einen akt. S-Geh. von 0,2— 2% gebracht wurde, u. aus Aryl- oder Aralkylester der H3POt
oder HPOs in Mengen von 0,5—2 % der Ölmenge. Bes. vorteilhaft ist der Zusatz von
Aralkylphosphaten oder -phosphiten. (F. P. 844 958 vom 20/10. 1938, ausg. 7/8. 1939.
It. P. 366439 vom 27/9. 1938. Beide A. Prior. 12/11. 1937.)
K ö n ig .
Standard Oil Development Co., Wilmington, Del., V. St. A., Konsistentes Fett
von butterartiger Beschaffenheit, bestehend aus einem Mineralöl u. einer Mischung von
Na- u. Ba-Seifen in Mengen von 10— 40%. Das Verhältnis Na-: Ba-Seife soll in den
Grenzen von 1: 1 bis 10: 1 bleiben. Das Fett soll frei von Glycerin u. W. sein. Alkali-
1132
H j j ,. L e d e r .
G erbsto ffe.
geh. möglichst 0,05— 0 ,5 % . (E. P. 507 980 vom 9 /8. 1938, ausg. 20/7. 1939. A. Prior.
24/11. 1937.)
K ö n ig .
A. W . Ssolowjew, USSR, Bitumenemulsion. Bitumen wird in Spaltbenzin unter
Zusatz von Na-Silicat, Chromat u. gegebenenfalls NaN02 gelöst u. emulgiert. Die
Emulsion findet als Korrosionsschutz Verwendung. (Russ. P. 55 418 vom 14/5. 1938,
ausg. 31/7. 1939.)
R ic h t e r .
Olav 0vregärd, Norwegen, Stabile Bitumenemulsion. Das Verf. nach F. P. 810952
wird in der Weise abgeändert, daß zum Ansäuern der Bitumenemulsion Doppelsalze
des NH3, wie ZnNH3Cl2, benutzt werden, welche durch Dissoziation NH3 u. HCl ab­
spalten, wobei das NHa verflüchtigt wird. (F. P. 49 898 vom 25/10. 1938, ausg. 22/8.
1939. Zus. zu F. P. 810952; C. 1937. II. 2471.)
H offm ann.
Woodall-Duckham Ltd. und Edwin Arnold, London, Stabile Teer- oder der­
gleichen Emulsion. Das Verf. nach E. P. 465589 wird in der Weise durchgeführt, daß
zur Herst. der W.-in-Ölemulsion eine alkal. Stärkelsg. u. ein alkal. Salz oder ein Ge­
misch einer solchen Stärkelsg. u. einer Alkalialginatlsg. benutzt wird, während zur
Umkehrung dieser Emulsion in eine öl-in-W.-Emulsion ein alkalilösl. Protein im Ge­
misch mit einer geringen Menge freien Alkalis u. einer alkal. Stärkelsg. oder ein Ge­
menge aus einer solchen Lsg. u. einer Alkalialginatlsg. verwendet wird. (E. P. 506 300
vom 2/3. 1938, ausg. 22/6. 1939. Zus. zu E. P. 465 589; C. 1937. II. 4444.) H o f f m .
Albert Ernest Horatio Dussek, Bromley, England, Straßenbelagmasse, bestehend
aus 4— 1 4 % einer bituminösen Lsg., welche je nach ihrer Beschaffenheit kalt oder
warm vermischt wird mit 50—90% grobkörnigen u. 5— 40% staub- oder sandförmigen
Mineralstoffen, wie Schlacke, Granit, Klinker oder dgl., sowie mit 2-—15% Abfall­
gummi. (E. P. 510170 vom 27/1. 1938, ausg. 25/8. 1939.)
H offm ann.
Albert Ernest Horatio Dussek, Bromley, England, Straßenbelagmasse, bestehend
aus 90—95 (Teilen) Bitumen, Teer oder einer bituminösen Lsg. u. 5— 10 Abfallgummi.
(E. P. 510261 vom 31/1. 1938, ausg. 25/8. 1939.)
H offm ann.
H.
O. V. Bergström und K . N. Cederquist, Stockholm, Straßenbaustoff, be­
stehend aus Mischungen aus Asphalt u. fl. Harzen aus der Natronzellstoffherst. oder
daraus gewonnenen Pechen. Derartige Peehe erhält man durch Behandlung der fl.
Harze mit hydroxydhaltigen Verbb., wie Phenolen oder Alkoholen oder durch Poly­
merisation mittels F-Verbindungen. Man kann auch Harze u. Asphalt mit Hilfe von
Emulgierungsmitteln, wie Triäthanolamin, miteinander emulgieren. (Schwed. P.
96 431 vom 5 /3. 1934, ausg. 1/8. 1939.)
J. S c h m i d t .
Barber Asphalt Corp., Barber, N. J., übert. von: John B. Warden, Harrisburg,
Pa., V. St. A., Pflastermischung, bestehend aus einer Mischung aus erdigen Stoffen, in
denen ohne Bindung fein verteüte feste, bituminöse Stoffe enthalten sind; letztere
enthalten einen in W. unlösl. Stoff, z. B. Ton, welcher in der Lage ist, Feuchtigkeit
aufzunehmen. Die M. wird angefeuchtet u. beispielsweise durch Walzen verfestigt.
(A. P. 2171153 vom 15/12. 1936, ausg. 29/8. 1939.)
H offm ann.
Karl Heinrich Matthias,
Berlin-Hohenschönhausen,
und
Hermann Noll,
München, Herstellung von fiUlstoffhaltigen oder fvllstoffreien Mischungen für den Straßen­
bau. Man vermischt einen Teil des mineral. Materials mit dem notwendigen bituminösen
Material zu einem homogenen Mörtel, u. erst dann wird mit dem übrigen Steinmaterial
vermischt. Zum ersten Anmischen w’ird das feinste Material, bes. feinster Kalkstein
oder Sand, verwendet, während die gröberen Teile erst mit der so gewonnenen Emulsion
angeteigt werden. Man erzielt so eine bes. gute Benetzung des feinen Materials. (Dän. P.
56 368 vom 15/10. 1937, ausg. 26/6. 1939.)
J. S c h m i d t .
X X L Leder. Gerbstoffe.
/
Fritz Stather und Hans Herfeld, Einfluß der Oerbart auf Zusammensetzung,
Festigkeitseigenschaften und Abnutzungswiderstand des Leders in verschiedenen Schichten.
(Vgl. C. 1939.1. 3673.) Sehichtenunterss. (3 gleiche Schichten je Leder, u. zwar Narben,
Mittel- u. Fleischspalt) ausgesprochen altgrubengegerbter u. ausgesprochen modern
gegerbter handelsüblicher Unterleder ergaben bei sämtlichen Ledern in den Außen­
schichten höhere Gehh. an Mineralstoffen u. auswaschbaren organ. Stoffen, höhere
Durchgerbungs- u. Rendementzahlen, höhere pn-Werte u. geringere Gehh. an Haut­
substanz u. Ledersubstanz als in den Innenschichten. Beziehungen zwischen der schicht­
mäßigen Zus. der Leder u. der jeweiligen Gierbart bestehen insofern, a l s die angeführten
Unterschiede bei modern gegerbten Ledern in wesentlich stärkerem Maße in Erscheinung
1940. I.
H XXI. L e d e r .
G erbstoffe.
113 3
treten als bei altgrubengaren Ledern, letztere also in ihrer Zus. in der Gesamtdicke
eine gleichmäßigere Beschaffenheit als modern gegerbte Leder aufweisen. In gleicher
Weise wurde auch bei Chromledern der Cr2On-Geh. in den Außcnschichten höher als in
den Innenschichten festgestellt; wobei dieser Unterschied um so stärker in Erscheinung
trat, je konz. die Gerbbrühen bzw. je bas. die Gerbung bereits zu Beginn erfolgte.
Bei vor der Gerbung gespaltenen Häuten wiesen die Leder nach Beendigung der Gerbung
derartige Unterschiede nicht bzw. nur in mäßigem Umfang auf. — Die geringe Gerbintensität loh- u. chromgarer Leder in den Inncnschichten ist nicht auf ein geringeres
Gerbstoffbindungsvermögen der Proteine der Innenschichten zurückzuführen, sondern
auf eine bevorzugte Aufnahme der adstringenteren Gerbstoffteilchen in den Außen­
schichten, so daß die in die Innenschichten gelangenden Gerbbrühen infolge ihrer
selektiven Adsorption weniger adstringent sind u. damit in geringem Maße die Haut
anfallen. Daß diese Unterschiede um so größer sein müssen, je adstringenter die Gerbung
erfolgt, erklärt zwanglos die bestehenden Unterschiede der schichtenmäßigen Zus.
grubengarer u. modern gegerbter bzw. wenig u. stärker adstringent chromgarer Leder.
Die stärkere Einlagerung auswaschbarer Stoffe in den äußeren Schichten kann nicht
mit der Adstringenz der Gerbbrühen u. nur beschränkt mit der Ggw. größerer Zwischen­
räume in den Außenschichten erklärt werden u. ebenso können die gerbenden Eigg.
der diffundierenden Teilchen hierfür nicht allein verantwortlich gemacht werden,
vielmehr dürfte auch dem strukturierten Aufbau der tier. Haut als solchen für diese
Gesetzmäßigkeit wesentliche Bedeutung zukommen. — Die Reißfestigkeit der Haut
(ungegerbt u. nur mit A. entwässert) wird durch jede Gerbung vermindert, wobei diese
Verminderung bei lohgaren Ledern in erheblich stärkerem Maße als bei chromgaren
Ledern u. in den Außenschichten in wesentlich stärkerem Maße als in den Mittelschichten
in Erscheinung tritt u. beim Vgl. gleicher Schichten der verschied. Leder um so größer
ist, je höher die Intensität der Gerbung der betreffenden Schichten ist. Zum Erhalt
von Leder mit guten Reißfestigkeitseigg. ist daher eine Gerbung mit mäßiger Intensität
bei möglichst gleichmäßiger Durchgerbung in der Gesamtdicke anzustreben. — Der
Abnutzungswiderstand ist in gegerbten Ledern unter vergleichbaren Bedingungen besser
als in ungegerbter Haut. Daß chromgare Leder bessere Abnutzungswerte als lohgare
Leder geben, gilt auch beim Vgl. der gleichartigen Spalte verschied. Leder untereinander.
Von einer gewissen Intensität der Gerbung an wird mit deren Steigerung der Abnutzungs­
widerstand wieder verschlechtert, wobei sich dieser Einfl. in sämtlichen Schichten in
gleicher Weise bemerkbar macht. Zum Erhalt von Ledern mit gutem Abnutzungs­
widerstand ist demgemäß eine bes. satte Gerbung ebenfalls nicht erwünscht. Die Tat­
sache, daß die Mittelspalte der Leder den günstigsten Abnutzungswiderstand aufweisen,
dürfte nicht ausschließlich auf strukturelle Unterschiedlichkeiten der Haut, sondern
zu einem Teil auch auf die in den Mittelschichten der Leder wesentlich geringere
Gerbintensität zurückzuführen sein (ausführliche Tabellen). (Collegium [Darmstadt]
1939. 609—30. 12. Dez. Freiberg i. Sa., Deutsche Vers.-Anstalt u. Fachschule für
Lederindustrie.)
Mecke .
D.
N. Feigin, USSB, Vorbereitung der Häute zum Oerben. Die Häute werden bei
32—37° u. einem ph = 9— 10 gewässert, mit W. gekühlt, in üblicher Weise enthaart
u. bei 32—37° geäschert, wobei am Schlüsse der Äscherung Soda zugesetzt werden
kann. (Russ. P. 55180 vom 3/5. 1937, ausg. 30/6. 1939.)
R ic h t e r .
K. A. Krassnow, USSR, Konservieren von Häuten und Blößen. Die Häute oder
Blößen werden mit einer Emulsion behandelt, die aus einem Antiseptikum, z. B.
p-Dichlorbenzol, KW-stoffen u. einem Emulgator, z. B. Mineralsulfonsäure (Kontakt)
besteht. (Russ. P. 55 386 vom 5/6. 1937, ausg. 31/7. 1939.)
R ic h t e r .
W . N. Michejew, USSR, Einweichmittel für Felle und Häute. Schlempe wird mit
NaCl u. gegebenenfalls hydrolysierten Eiweißstoffen versetzt u. die erhaltene Fl. mit
Holzmehl vermischt, getrocknet u. zerkleinert. (Russ. P. 55 069 vom 16/10. 1937,
ausg. 30/6. 1939.)
R ic h t e r .
W . N. Babun und J. A. Cheimowitsch, USSR, Glacegerberei. Der üblichen
Nahrung werden synthet. Naphthalin- oder Phenolgerbstoffe zugesetzt. (Russ. P.
55 395 vom 29/9. 1938, ausg. 31/7. 1939.)
R ic h t e r .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M., Gerbstoff-Fixierungsmittel.
.Aliphat. oder aromat. Verbb. mit mehr als einem austauschfähigen Halogenatom
werden mit tert. Aminen umgesetzt. Z. B. erhitzt man 130 g symm.-Dichloracckm,
100 g Bzl. u. 200 g Triäthanolamin (I) 30 Min. zum Sieden u. dest. die flüchtigen An­
teile im Vakuum ab. Der Bückstand ist in W. lösl. u. eignet sich zum Fixieren von Gerb■
1134
H XXI[. L e i m .
G e l a t in e .
K l e b m it t e l u s w .
1940. I .
stoffen. In ähnlicher Weise läßt sich Dibromacelon mit I, ß,ß-Dichlordiäthyläther mit
Pyridin (l'I), Glycervidichlorhydrin mit Dimethylanilin sowie Di-(chlormeihyl)-xylol
mit II umsetzen. (It. P. 364 464 vom 2 /8 . 1938. D . Prior. 6 /8 . 1937.)
N ouvel.
J. P. Stefanowitsch, USSR, Gerbmittel fü r Rauchwaren. Roggenmehl wird ver­
kleistert u. der erhaltene Kleister mit Malz verzuckert u. mit Sauerteig vergoren.
(Russ. P. 55118 vom 13/12. 1937, ausg. 30/6. 1939.)
R ic h t e r .
Otto Röhm, Darmstadt, Imprägnierungsmittel für Leder, bestehend aus Lsgg.
von wasserunlösl. Phosphaten von Metallen, die als Gerbmittel Verwendung finden,
wie von Al oder Fe, in wss. Oxalsäure. (Dän. P. 56 228 vom 12/8. 1937, ausg. 30/5.
1939. D. Prior. 12/3. 1 9 3 7 . ) ___________________
J. S c h m i d t .
Handbuch der Gerbereichemie und Lederiabrikation. Hrsg. v . W oligang Grassmann. B d . 2,
T . 2. W ie n : Springer. 1939. 4°. 2. D ie Gerbung, T . 2. M ineralgerbung u. andere nicht
rein pflan zl. G erbungsarten. ( X I , 824 S .) M . 168.— .
X X II Leim. Gelatine. Klebmittel usw.
I.
T. Markewitsch, Klebrigkeit. III. Klebrigkeit und Leimungsvermögen einiger
Gaseinleime. (Vgl. C. 1939. II. 2515.) An Caseinleimen, die teils in nicht wasserfester
Form (mit Alkali peptisierte Gelatinisierungsprodd. des Caseins), teils in wasserfester
Form (koll. Ca-Caseinate) angewandt werden, wird ein Vgl. der Klebrigkeit mit dem
Leimungsvermögen durchgeführt. Bei prakt. gleicher Konsistenz zeigen die nicht
wasserfesten Caseinleime Parallelität zwischen der Klebrigkeit der Ausgangsmasse u.
dem Leimungsvermögen, bei wasserfesten Caseinleimen gilt dasselbe für Leimungen
mit NH4OH u. mit Ätzalkalien. Beim Vorliegen von Krystallisationsprozessen in der
Gallerte verschwindet der Zusammenhang zwischen Klebrigkeit u. Leimungsvermögen.
(Ko-oohähmh JKypnaji [Colloid J.] 5. 393— 98. 1939. Woronesh, Wiss. Forsch.-Inst,
f. Kolloidchemie.)
R. K. MÜLLER.
N. W . Janschin, Schwefel-Sandmischungen zum Verstopfen von Rohrbrüchen. Das
von D u e c k e r (C. 1935. I. 1602) als zementartiger Pb-Ersatz empfohlene S-Sandgemisch ist ohne die von DUECKER angegebenen Zusätze von Resinit (Thiokol) u.
Ruß wenig geeignet. Vf. erörtert die Vorzüge des „S-Zements“ gegenüber Pb bei der
Ausbesserung von Rohrbrüehen, bes. bei W.-Leitungen. (BoAOCHaG/Kenire u Camrrapiiaii
TexniiKa
[Wasserversorg, sanit. Techn.] 14. Nr. 6. 53— 59. Juni 1939.
Charkow.)
___________________
R. K. MÜLLER.
J. D. Baturkin, USSR, Klebstoff fü r Glas, insbesondere optische Gläser. Tannen­
balsam wird mit Leinöl versetzt u. auf etwa 95— 105° erhitzt. (Russ. P. 55 150 vom
14/4. 1938, ausg. 30/6. 1939.)
R ic h t e r .
I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M . (Erfinder: Adolf Menger und
Eugen Bock, Krefeld), Klebstoff, gek. durch einen Geh. an einer Mischung aus einem
Celluloseester u. einem Polyvinylmethyl- oder -äthyläther oder in W., Metanol oder A.
lösl. Mischpolymerisaten dieser Äther mit anderen Vinyläthern. — Ein Gemisch von
9 (Teilen) Nitrocellulose, 30 Polyvinyläthyläther, 20 Äthylacetat u. 41 A. dient zum
Verkleben von z. B. Chromledertreibriemen. — Andere Zusätze, wie Harze, Füllstoffe,
Holzmehl, Asbestpulver, Eisen-, Chrom- oder Zinkoxyd können erfolgen. (D. R. P.
6 8 1 3 2 2 Kl. 22 i vom 7/6. 1936, ausg. 14/12. 1939.)
Mö l l e r in g .
Patent & Licensing Corp., New York, N. Y., übert. von: Edwin O. Groskopf,
Rutherford, N. J., V. St. A., Wasserbeständiges und nicht brennbares Klebmittel zum
Verbinden von Pilz mit Metall (z. B. Schallisolierungen in Karosserien) bestehend
aus einer wss. Emulsion von 40— 45% thermoplast. Stoffen (I), 0,8— 1,2% Seife,
1,3% Kaolin u. 6—9 % dispergierter (auch regenerierter) Kautschuk oder Latex u.
als Rest Wasser. I besteht zu gleichen Teilen aus Asphalt u. Cumaronharz oder „AlbinoAsphalt“ . Als Stabilisierungsmittel kann der Emulsion alkal. gelöstes Casein zugesetzt
werden. (A. P. 2175 797 vom 27/11.1937, ausg. 10/10.1939.)
M ö l l e r in g .
J. W . Mortell Co., 111., übert. von: Joseph A. Torri, Kankakee, Dl., V. St. A.,
Schalldämpfendes Klebmittel, z. B. für Fahrzeugausrüstung, bestehend aus 60 (Teilen)
Na-Silicat (40° Be), 12 emulgierter Asphalt u. 28 inertes Füllgut wie Kaolin. (A. P.
2175767 vom 14/5. 1937, ausg. 10/10.1939.)
M ö l l e r in g .
N. A. Beklemischewa, B. J. Bergmann, J. A. Lasarew und E. W . Mironow,
USSR, Skiwachs, bestehend aus einer Mischung von Teer (7,5 Teilen), Kolophonium
(16,25), Ozokerit (5), Viscosin (17,25) u. Na-Harzseife (0,75). (Russ. P. 55 984 vom
19/6. 1936, ausg. 31/5. 1939.)
R ic h t e r .
1 9 4 :0 .1.
T i n t e . H e k t o g r a p h e n m a s s e n u s w .— H xxiv. P h o t o g r a p h ie .
1135
X X m . Tinte. Hektographenmassen u. a,. Spezialpräparate.
M. M. Katzin, Bestimmung von Fetten in Stiefelwichse. Wiedergabe und Vgl.
bekannter Methoden. (KtGKeneHiio-Oöyiman: IIpoM b u u jieu H ocii CCCP [Leder- u. Schuhwarenind. UdSSR] 18. Nr. 6. 26— 27. 1939.)
Sto r k a n .
Ditto, Inc., Chicago, Hl., übert. von : Howard E. Collins, La Grange, 111., V. St. A.,
Hektographisches Verfahren. Das kopierfähige Original wird unter Verwendung von
Papier hergestellt, das mit einem ein Farbstofflösungsm., wie Glykoläther (oder dessen
Homologe), enthaltenden Überzug versehen ist, z. B. 10 ccm Tetraäthylenglykol­
dimethyläther, 30 (g) W . u. 3 Stärke. (A. P. 2163 934 vom 5/3. 1938, ausg. 27/6.
1939.)
E. WEISS.
Standard Register Co., Dayton, 0., V. St. A., Schreibblatt, bestehend aus zwei
gegensätzlich eingefärbten Schichten, z. B. einem mit weiß gefärbter thermoplast. M.
(z. B. Polyvinylacetat) überzogenen schwarzen Papierblatt. Beim Beschriften in der
Wärme wird die dunkle Unterschicht an den Schriftstellen schablonenartig freigelegt,
so daß Schreibmaschinenoriginale oder -kopien ohne Farbband oder Durchschreibpapier
hergestellt werden können. (E. P. 503 541 vom 8/10. 1937, ausg. 11/5. 1939. A. Prior.
17/10. 1936.)
E. W EISS.
Josef Groak, Olomouc (früher Tschechoslowakei), Durchschreibblatt. Dieses ist
mit einer wachsartigen, einen reaktionsfähigen Stoff enthaltenden M. überzogen. Beim
Gebrauch erzeugt dieser auf dem mit einer geeigneten Lsg. vorbehandelten Durchschrift­
blatt stark gefärbte Schriftzüge. Beispiel für den Wachsüberzug: 14 (Teile) Weizenstärke,
24 Gallussäure, 13 Tannin, 39 Glycerin, 1 Tragantgummi, 75 Carnaubawachs, 20 weißes
Wachs u. 30 Paraffinwachs. Zum Tränken des Durchsehriftblattes dient folgende
Lsg.: 45 Rohrzucker, 40 gepulvertes Ammoniumferrosulfat, 5 Ammoniumferrioxalat
(kleine Krystalle), 5 Ammoniummetavanadat, 15 T i02, 20 Mn-Sulfat, 5 Mg-Sulfat u.
200 dest. Wasser. (E. P. 503 695 vom 3/2. 1938, ausg. 11/5. 1939. A. P. 2168 098
vom 16/2. 1938, ausg. 1/8. 1939. E. Prior. 3/2. 1938.)
E. W EISS.
Brice W . Kinyon, Audubon, N. J., V. St. A., Wischfeste Durchschriften. Die unter
Verwendung der bekannten Durchschreibpapiere mit wachsartiger Farbschicht her­
gestellten Kopien werden durch nachträgliches Erhitzen auf etwa 121° wischfest ge­
macht. (A. P. 2164 685 vom 21/4. 1937, ausg. 4/7. 1939.)
E. W e i s s .
X X IV . Photographie.
Luigi de Fero, Hypersensibilisierung von Bromidpapieren. Überblick über Durch­
führung, Wrkg. u. Vorteile des in Amerika entwickelten Verfahrens. (Corriere fotogr.
3 6 . 192. Aug. 1939.)
R . K . Mü l l e r .
— , Feinkornentwickler. Bericht über den Feinkornentwickler DK 20 von
C r a b t r e e u H e n n (C. 1939. I. 3302) u. Vgl.-Unteres., die die angegebenen Vorteile
dieses Entwicklers bestätigen. (Corriere fotogr. 3 6 .188.191. Aug. 1939.) R. K. MÜLLER.
Alfred Kalix, Filmpflege. Überblick über die Vorschläge der Patentliteratur
zur Regenerierung abgespielter Filme. (Kinotechn. 21. 248— 50. Nov. 1939. Oranien­
burg.)
K urt Me y e r .
— , Filmschulz und Filmveredlung. Nach einem Überblick über FilmreinigungsSchleif-, Polier-, Beschichtungs- u. Lackierverff. wird bes. die Filmimprägnierung nach
dem Reconoverf. von F. S T O C K besprochen. An Mikroaufnahmen u. Kurven werden
die Qualitätsverbesserungen von Alt- u. Neufilm bzgl. Dehnung, Knickung u. Be­
seitigung von Schrammen aufgezeigt. (Filmtechn. 15. 197—202. Nov./Dez.
1939.)
K urt Meyer.
Elfriede Radloff, Die Verwertung von Altfilmmaterial. Überblick über techn. u.
wirtschaftliche Fragen bei der Aufarbeitung von Altfilm. (Kinotechn. 21. 250—53.
Nov. 1939.)
K urt Meyer .
Helmer Bäckström und K . O. Sjöström, Die Farbenempfindlichkeit der Ent­
wicklungspapiere und die Schärfe der vergrößerten Bilder. Graukeilunterss. an verschied.
Papiersorten ergeben durchweg größte Empfindlichkeit für Blau, etwas geringere für
Gelb u. Grün, geringste Empfindlichkeit für Rot. Um die bei Einstellung des Vergrößerungsapp. auf gelbes Licht eintretende Unschärfe im blauen u. grünen Gebiet
zu vermeiden, ist die Brennweitedifferenz durch geringe Verschiebung des Objektivs
zu korrigieren. Wichtig ist auch die Verwendung hochwertiger Objektive im Ver-
.
1136
Hjcny. P h o t o g r a p h ie .
1 94 0 . I .
größerungsapparat. (Nord. Tidskr. Potogr. 23. 172. 174. Sept. 1939. Stockholm,
Techn. Hoehseh., Photograph. Inst.)
R. K. MÜLLER.
Curt Emmermann, Messung des pn-Wertes von Fixierbädern mittels der Antimon­
elektrode. Bes. bei Härtefixierbädern ist eine Kontrolle des pH-Wertes erforderlich.
Vf. bevorzugt dabei die pH-Messung mittels Sb-Elektrode. Damit können bei genau
eingehaltenen Bedingungen (Abschmirgeln der Elektrode vor der Messung, Innehaltung
einer bestimmten Meßzeit u. Temp.) W erte mit einer Genauigkeit von ±0,05 erreicht
werden. (Photographische Ind. 37. 1115— 17. 1/11. 1939.)
K u r t M eyer.
Du Pont Film Mfg. Corp., übert. von: John H. Clewell, Arlington, N. J., und
Frank H. McCormick, Wilmington, Del., V. St. A., Kinofilm. Auf der einen Seite
des perforierten Trägers befinden sich am Bande mit haltbarer Farbe gedruckte Kenn­
zeichen, auf der anderen Seite die lichtempfindliche Schicht. Die Druckfarbe besteht
z .B . aus 200 g Diacetonalkohol, 20 g Nigrosin N u." 80 g Orangeschellack (A. P.
2173 505 vom 12/4. 1928, ausg. 19/9. 1939.)
Grote.
N. O. Bolz und A. A. Pawlow, USSR, Herstellung von lichtempfindlichem Kopier­
papier, gek. durch die Verwendung von glycerinphosphorsaurem Eisen als Grund­
bestandteil der Emulsion. (Russ. P. 55 278 vom 28/2. 1939, ausg. 31/7. 1939.) R i c h t .
Bila Gaspar, Brüssel, Herstellung von photographischen Farbstoffbildern auf photo­
graphischem Material, welches aus einer oder mehreren oberen ungefärbten, lichtempfind­
lichen lind einer oder mehreren unteren diffus gefärbten Schichten besteht, dad. gek., daß
in der oberen lichtempfindlichen Schicht das Bild in ein Beizen- oder Gerbungsbild
umgewandelt u. durch diese Schicht hindurch ein farbstoffzerstörendes Mittel in der
unteren diffus gefärbten Schicht zur Einw. gebracht wird, welches den Farbstoff ört­
lich zerstört. — Es kann ein Unterbrechungsbad angewendet werden, das die ehem.
Wrkg. des farbstoffzerstörenden Mittels aufhebt. (D. R. P. 683 770 Kl. 57 b vom
29/10. 1932, ausg. 15/11. 1939.)
Grote.
Canadian Kodak Co., Ltd., Toronto, Can., übert. von: Merrill W . Seymour,
Bochester, N. Y., V. St. A., Farbenphotographisches Verfahren. Man belichtet eine
Gelatineschicht, die Halogensilber u. einen Küpenfarbstoff enthält, mit Licht des­
jenigen Wellenbereichs, den der Farbstoff absorbiert, wobei gleichzeitig das Halogen­
silber für diesen Bereich sensibilisiert ist. Darauf wird zunächst das Halogensilber
entwickelt u. fixiert, dann der Farbstoff in der Umgebung des Silbers mit Stannochlorid + Äthanolamin ausgebleicht u. schließlich das Silber herausgelöst. (Can. P.
381396 vom 8/3. 1937, ausg. 16/3. 1939. A. Prior. 5/9. 1936, E. Prior. 29/6.
1936.)
K a l ix .
SimGon Papadakis, übert. von: Marcelle Beauvais, St. Maurice, Dep. Seine,
Frankreich, Farbenphotographisches Verfahren. Vom Gegenstand werden zunächst
3 Teilnegative mit Farbfiltern aufgenommen. Eins davon wird auf einen einseitig
emulsionierten Film kontaktkopiert u. das Bild nach dem Beizverf. mit einem bas.
Farbstoff blau eingefärbt. Die beiden anderen Farbauszüge kopiert man zunächst
schwarzweiß auf Filme u. dann nacheinander auf den Film, der bereits das Blaubild
enthält, nachdem dieser vor jedem Kopieren mit Bichromat wieder lichtempfindlich
gemacht worden ist. Die zweite Kopie wird rot eingefärbt, die dritte gelb. (A. P.
2159 683 vom 1/9. 1936, ausg. 23/5. 1939. F. Prior. 7/9. 1935.)
K a l ix .
I.
B. Corp., Winchester, Mass., V. St. A., übert. von: Eastman A. Weaver,
Winchester, Farbenphotographisches Verfahren. Ein Dreischichtmaterial mit verschied,
sensibilisierten Schichten u. Farbbildnern wird von der Schichtseite her den Absorptionsmaxima der Schichten entsprechend so belichtet, daß in jeder Schicht noch un­
belichtetes Halogensilber übrigbleibt. Dann werden alle Schichten entwickelt, das
Silber entfernt u. in der obersten Schicht durch Umkehrung ein Positiv erzeugt. Dieses
wird auf das restliche Halogensilber der darunterliegenden Schicht kopiert u. ent­
wickelt, worauf schließlich beide Positive zusammen auf die unterste Schicht kopiert
werden. (Can. P. 381884 vom 1/3. 1937, ausg. 6/6. 1939. A. Prior. 11/3. 1936.) K a l i x .
I.
G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M. (Erfinder: Alfred Miller,
Dessau), Silberrückgewinnung aus gebrauchten Fixierbädern, dad. gek., daß man organ.
Deriw. der Sulfoxylsäure gebrauchten Fixierbädern, gegebenenfalls unter Zusatz der
üblichen Beschleunigungsmittel, wie z .B . Zinkstaub, Na-SOj. zusetzt. (D. R.P.
683 605 Kl. 57 b vom 11/2. 1937, ausg. 10/11. 1939.)
Grote.
Verantwortlich: D r. M. Pflücke, Berlin W 35, Siglsmundstr. 4. ------ Anzeigenleiter: A nton Burger,
B e rlin -T e m p elh of.------ Zur Zeit gilt AnzeigenpreisliBte Nr. 3 . ---------Druck von Metzger <j£ Wittis?
in Leipzig C I . ------ Verlag Chemie, G .m .b .H ., Berlin W 35, W oyrschstr. 37
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