Clavia | Nord Stage | © by Thorsten Hillmann 1 Clavia Nord Stage 88 Testbericht (Version

Clavia Nord Stage 88 Testbericht
(Version 1.2)
Clavia Nord Stage 88 Testbericht
(Version 1.2)
Geschrieben von: Thorsten Hillmann
© by Thorsten Hillmann
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Clavia Nord Stage 88 Testbericht
(Version 1.2)
Technisches
Hersteller:
Nord Keyboards (www.nordkeyboards.com)
Preis:
Nord Stage 88
2999€ 2008 Neupreis!
Nord Stage 76
2799€ 2008 Neupreis!
Nord Stage Compact 2599€ 2008 Neupreis!
Den Nord Stage Revision A/B/C, sowie den Nordstage EX gibt es
nur noch gebraucht.
Aktuell ist der Nachfolger „Nord Stage 2“
Maße und Gewicht:
129,70 x 33,40 x 12,10 cm, (BxTxH);
113,20 x 33,40 x 12,10 cm
111,10 x 29,70 x 10,20 cm
18,50 kg NS88
16,50 kg NS76
9,70 kg NSC
Tasten:
88/76-Model:
Compact-Model:
Display:
2x 16 Zeichen Hintergrundbeleuchtung
Controller:
- Wooden Pitch Stick
- Modulation Wheel
Sound:
- 21x6 Programmplätze
- 300 Synthplätze
Anschlüsse:
-
Mitgeliefertes Zubehör:
Netzkabel, Sustain Pedal (NS88/76), Anleitung, CD, USB Kabel
Hammer Action Weighted Keys, Aftertouch
Medium Weighted Keys, Aftertouch
4 Ausgänge
Stereo Kopfhörer
Sustain Pedal
Rotor Pedal
Organ Swell Pedal
Control Pedal
Midi In/Out
Ribbon Controller
USB
Bild 1 Anschlüsse
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Clavia Nord Stage 88 Testbericht
(Version 1.2)
Soundqualität:
Die Soundbeschreibung teile ich in die drei Sektionen auf, die der Stage bietet: Orgel (B3,
Vox Continental, Farfisa), Piano (Flügel, Upright, Rhodes, CPs,...), Synth (Pads, Bass, Lead).
Die Extern Sektion spreche ich natürlich auch kurz an.
Orgel:
Die Orgel Simuliert drei Unterschiedliche Modelle: B3 Tone Wheel Organ, Vox Continental
und Farfisa mit voller Stimmenzahl. Als Hauptmodell ist die B3 vorgesehen, auf die auch die
komplette Steuerung inklusive der Beschriftungen ausgelegt ist.
Bild 2 Orgelsektion
Über die Taster unter den LED-Ketten lassen sich die virtuellen Zugriegel bedienen. Für
richtige Orgelspieler ist das auf jeden Fall ungewohnt, aber für alle anderen kann dieses
System auch Vorteile mit sich bringen.
Bei Presetänderungen, sieht man z.B. direkt die neuen Einstellungen. Auch bei dunklen
Bühnen ist alles recht gut zu erkennen. Allerdings ist das Livespiel mit den Zugriegeln nicht
so intuitiv und einfach wie bei anderen Clones, oder einer richtigen Hammond.
Der Sound der B3 ist für meine Ohren sehr gelungen. Auch das Leslie macht einen guten
Job. Es ist für mein empfinden deutlich besser, als die Simulation der Roland VK8 und
besser als das H&K Rotosphere MKI oder RT-20 von Boss. Wobei die genannten in keinem
Fall als schlecht zu bewerten sind und ich sie alle schon gehabt habe, oder sogar noch
besitze.
Die Zerre kann von leicht bis heftig alles, wobei sie mir am Ende dann nicht mehr so zusagt
weil die mir bekannte Wärme von Röhrenverstärkern doch etwas fehlt. Das ist aber
Geschmackssache.
Das Vox und Farfisa Modell nutze ich eigentlich so gut wie nie und kann da deshalb auch
kein sinnvolles Urteil abgeben. „Light my fire“ klingt in jedem Fall sehr ordentlich soweit ich
das eben beurteilen kann.
Über Midi ist es möglich ein zweites Manual anzuschließen um es als unteres oder oberes
Manual zu nutzen. Ein Basspedal wird leider nicht unterstützt. Wer soviel Orgel spielt, kauft
sich dann besser eine C1 oder jetzt aktuell die C2, die zwei Manuale hat und auch noch das
Basspedal unterstützt.
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Clavia Nord Stage 88 Testbericht
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Die Hammermechanik Tastaturen sind zum Orgeln
nicht das Optimum. Aber ein paar Akkorde und Läufe
lassen sich auch damit bewerkstelligen.
Ich benutze den Stage entweder als zweites Board in
einer Coverband für Pianos und Orgeln oder als Solo
Piano. Da reicht dieser Kompromiss für mich
eigentlich immer aus. Manchmal wünsche ich mir
zwar die Waterfall meiner ehemaligen VK8 herbei,
aber andersrum würde mir die Hammermeachanik
deutlich mehr fehlen wenn ich einen Compact hätte.
Piano:
Die
Pianosektion
kann
vom
User
mit
unterschiedlichen Samples beladen werden. Dabei
stehen 128 MB Speicher zur Verfügung, die so belegt
werden können, wie der Anwender das möchte.
Die EX Version des Stage hat mit 256 MB doppelt
soviel Speicher zur Verfügung, wie die Modelle der
Revision A und B. Ich selber besitze ein Revision B
Modell.
Der aktuelle Nachfolger „Nord Stage 2“ bietet noch
mehr Speicher für die Pianos und zusätzlich auch
noch Speicher für die restlichen Sounds der Nord
Sample Libraries.
Das schöne an der ganzen Sache ist, das Clavia nicht
nur eine theoretische Möglichkeit bietet, Sounds
auszutauschen, sondern auch wirklich mal neue
Samples zum Download zur Verfügung stellt. Diese
laufen bisher auf allen Stage Revisionen und dem Bild 3 Piano Sektion
EX. Die älteren Modelle müssen bei einigen Sounds
mit Einschränkungen im Detail rechnen, was aber in der Band nicht auffällt. Solo hört man
diesen Unterschied sicherlich, aber da kauft man vermutlich auch eher das Nord Piano, oder
ein ganz anderes Gerät.
Über die USB Verbindung kann der Nutzer also selber entscheiden, wie viele oder welches
Piano oder Rhodes man mitnehmen möchte, solange sie in den Speicher passen. Allerdings
dauert dieser Vorgang immer etwas, da der Speicher recht langsam beschrieben wird.
Mit Hilfe der Kategorie Taster kann man die Unterschiedlichen Instrumente anwählen. Diese
sind dann noch einmal unterteilt. Das heißt, man kann mehrere Pianos in die Piano Sektion
laden, oder mehrere Rhodes in die Rhodes Sektion. Für die anderen gilt natürlich das
gleiche.
Über die einzelnen Sounds könnte jetzt viel geschrieben werden. Da aber gerade
Pianosound sehr stark vom Geschmack abhängen, unterlasse ich das einfach. Wählen kann
man zwischen Yamaha, Boesendorfer und Steinway in unterschiedlichen Ausführungen.
Weiterhin gibt es verschiedene Upright Piano, die in meinen Augen sehr gut klingen.
Natürlich finden sind auch ein CP80 und mehrere E-Pianos. Die Qualität ist bei allen sehr
gut.
Alle Sounds haben für mich aber eine Gemeinsamkeit: Sie klingen nicht so sauber und
statisch, wie andere Pianos. Irgendwie ist noch der „Schmutz“ eines echten Flügels
vorhanden. Es ist schwer zu erklären, aber man hört einfach das Instrument finde ich.
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Bild 4 Synth Sektion
Für die Pianos ist die Tastatur natürlich gut geeignet. Sie ist nicht
zu schwer, so dass auch nicht Pianisten gut mit ihr klar kommen
dürften. Bisher hatte ich spielerisch keine Probleme. Sie ist leichter
als die eines P80 und schwerer als die von einem GEM PRO1/2. Ich
würde sie ähnlich wie das PC1x einschätzen.
Synth:
Vorne weg: Die Synthsektion ist natürlich nicht vergleichbar mit
einem Nord Lead, oder dem Wave, aber sie ist auch mehr als nur
eine nette Beigabe.
Mal eben schnell ein Pad unter das Piano, einen Synthbass in die
linke Hand, oder mal einen kleinen Solo Sound. Das alles geht
schnell von der Hand.
Die Presets der Sektion sind in drei Gruppen aufgeteil. Synth, Pad
und Bass. Für jede Gruppe stehen 100 Plätze zur Verfügung, wo
von einige schon mit Presets belegt sind. Alle Sounds sind aber
überschreibbar.
Auf die wichtigsten Funktionen hat man direkt mit einem Regler
Zugriff. Auf dem Bild ist das alles schön zu sehen. Für einen
kurzen Jam und als Erweiterung sehr gut zu gebrauchen.
Wer mehr sucht ist an dieser Stelle mit dem neuen „Stage 2“
besser aufgestellt. Dazu mehr auf der Seite von Clavia.
Extern:
Es gibt auch eine kleine Sektion, um externe Geräte über Midi
anzusteuern. Die Möglichkeiten dieser sind aber sehr beschränkt.
Bild 5 Extern Sektion
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(Version 1.2)
Bild 6 Effekte
Über den Drehregler der Sektion kann man Volumen, Programm Change oder einen
zugewiesenen CC Befehl senden.
Außerdem ist es möglich, über die Hauptspeicherplätze jeweils die oben genannten Daten
zu speichern und zu senden.
Allgemein zu allen Sektionen:
Es ist möglich zwei Split Punkte zu setzen und die Tastatur somit in drei Teile zu teilen. Die
Punkte sind leider nicht frei wählbar, sondern von Nord festgesetzt. Bisher lies sich aber
auch mit diesen Punkten alles realisieren, was ich mir vorgestellt habe.
Es gibt einen Mastervolumen Poti, den man auf Bild 2 über bzw. neben der Orgelsektion
noch sehen kann. Weiter hat jede Sektion ihren eigenen Volumen Poti.
Die einzelnen Sektionen sind über einen Schalter unter dem Volumen Regler direkt zu- und
abschaltbar. Dieser ist auch auf den zugehörigen Bildern zu erkennen.
Jede Sektion kann für sich alleine in der Oktave verschoben werden.
Effekte:
Der Stage hat auch eine kleine Effektsektion. Es gibt zwei Effektbereiche, die parallel
genutzt werden können. Dazu kommen ein Delay, eine Ampsimulation samt Equalizer, eine
Compressor und ein Reverb. Bis auf den Compressor und den Reverb lassen sich die Effekte
jeweils einer Sektion zuordnen.
Auf dem Bild kann man erkennen, was es für Effekte gibt. Ich finde die Effekte für ein
Keyboard sehr gut und für die meisten Situationen auch ausreichend. Die Ampsimulation
ermöglicht auch noch einen Overdrive Effekt, der mir manchmal sogar besser gefällt, als der
der Lesliesimulation.
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Clavia Nord Stage 88 Testbericht
(Version 1.2)
Tastatur:
Zur Tastatur hatte ich oben im Piano
Bereich schon etwas geschrieben. Das
sollte
eigentlich
ausreichend
sein.
Außerdem
hat
da
auch
jeder
unterschiedliche Vorstellungen.
Bedienung und Möglichkeiten:
Die Bedienung ist selbst-erklärend. Die
meisten und vor alle Dingen wichtigsten
Sachen erschließen sich dem Anwender
sofort. Sei es das Sektionen an und
ausschalten,
oder
die
Programme
durchgehen.
Auch
die
„Grundfunktionen“
der
einzelnen
Sektionen sind sofort erkennbar.
Es gibt eine Panelfunktion. Das heißt,
dass alle Sektionen zwei Mal vorhanden
sind. Panel A und B können jeweils auf
einem eigenen Midikanal betrieben
werden.
Zusätzlich können die Sektionen auf
eigenen Kanälen arbeiten. Es ist also
möglich
den
Stage
über
acht
Bild 7 Haupteinheit
unterschiedliche
Midikanäle
anzusteuern.
Der Stage hat insgesamt vier Ausgänge. Diese können global oder im Programm jedem
Sound individuell zugewiesen werden.
Global ist es also möglich, die Orgel z.B. immer auf den zweiten Out zu legen.
Im Programm kann das dann wechselnd bestimmt werden. Jeder so, wie er es braucht.
Jedes dieser Programme kann einzeln benahmt werden und auch jeweils Mididaten senden.
So ist es möglich, den Stage eingeschränkt als Masterkeyboard zu nutzen.
Was ich persönlich nicht so gelungen finde ist, dass man die Transpose nicht pro Preset oder
Sektion einstellen kann.
Das wäre für mich eine schöne Erweiterung.
Positive und Negative Aspekte
Positive:
+ Sehr kompakt und leicht
+ Übersichtliche und Verständliche Bedienung
+ Sehr gute Sounds und Auswahl
Negativ:
- Eingeschränkte Masterfähigkeiten (muss aber nicht negativ sein)
- Soundspeicher „nur“ 128 MB (ist auch nicht zwingend negativ)
- Transpose kann nur global geändert werden
Fazit
Der Nord Stage ist ein Speziallist. Piano und Orgeln sind seine Sache. Der Synth ist nicht
nur eine nette Beigabe für Flächen unterm dem Piano. Je nach Musikrichtung ist er auch als
einziges Board die richtige Wahl.
Keyboarder die viele und Brot und Butter Sounds suchen, werden mit dem Stage alleine
nicht glücklich.
© by Thorsten Hillmann
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