BayWa Nachhaltigkeitsbericht 2014

BayWa Nachhaltigkeitsbericht 2014
MEHR
ZUKUNFT
BayWa AG
Nachhaltigkeits­bericht
2014
Verantwortlich
handeln
MEHR
ZUKUNFT
BayWa AG
Nachhaltigkeits­bericht
2014
Verantwortlich
handeln
Über diesen Bericht
Über diesen Bericht
Die BayWa AG legt mit ihrem ersten Nachhaltigkeitsbericht Rechenschaft über ihre
unternehmerische Verantwortung ab. Sie beschreibt den Einfluss ihrer Tätigkeit
auf Umwelt und Gesellschaft, dokumentiert zentrale Kennzahlen sowie Ziele und
Maßnahmen, mit denen sie ihre Aktivitäten steuert. Die Berichtsinhalte ­beziehen
sich auf die Standorte der BayWa AG, die überwiegend in Deutschland und Österreich liegen. Sollten Daten auf AG-Ebene nicht vorliegen, aber für das Verständnis
der Geschäftstätigkeit des Unternehmens relevant sein, ziehen wir Informationen der
Konzern-Ebene hinzu. Wenn verfügbar, werden zudem Daten zu der Tochtergesellschaft BayWa r.e. ­renewable energy GmbH ergänzt, deren Tätigkeitsschwerpunkte
sich auf Europa und die USA erstrecken. Langfristig sollen die Berichtsgrenzen auf
alle w
­ eltweiten Konzern-Standorte ausgeweitet werden. Berichtszeitraum ist das
Geschäftsjahr 2014 (1. Januar bis 31. Dezember). Wo vorhanden, werden Vergleichsdaten aus dem Geschäftsjahr 2013 angegeben. Der Bericht wurde in Übereinstimmung mit der Option „Kern“ der aktuell gültigen Leitlinien G4 der Global Reporting
Initiative (GRI) erstellt. Vorbereitend dazu führte die BayWa AG eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Die dabei priorisierten Nachhaltigkeitsthemen bestimmen den vorliegenden Berichtsinhalt.
G4-17, G4-22, G4-23
Redaktionelle Hinweise: Aus Gründen der Lesbarkeit wird im Bericht bei geschlechtsspezifischen Bezeichnungen durchgängig die männliche Form verwendet. Redak­
tionsschluss war der 30. April 2015. Der Nachhaltigkeitsbericht liegt in deutscher
und englischer Sprache vor. Beide Fassungen sind auch im Internet unter
www.baywa.com/nachhaltigkeit/ abrufbar. Der Nachhaltigkeitsbericht der BayWa AG
erscheint künftig jährlich.
2
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Vorwort
Z U KU N F TS O R I E N T I E RT ——— Pr of . K l a u s J os e f Lu t z v e r fol g t e i ne
S t r a t e g i e de s l a ng f r i s t i g e n E r fol g s .
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie halten den ersten Nachhaltigkeitsbericht der BayWa AG in den Händen. Darin legen wir dar, wie wir
internationales Wachstum mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung verknüpfen. Oder kurz gesagt:
wie wir verantwortlich handeln. Dies zu tun erfüllt nicht nur berechtigte moralische Erwartungen an ein
Unternehmen. Verantwortung ist angesichts globaler Herausforderungen zugleich der Schlüssel für langfristigen Erfolg. Dieser ist maßgeblich an dem Beitrag zu messen, den unsere Produkte und Dienstleistungen etwa zur weltweiten Ernährungssicherung oder sauberen Energieversorgung leisten. Genauso gehört
integres Verhalten gegenüber Partnern und Kunden dazu. Es ist Voraussetzung für eine langfristige Zusammenarbeit und bildet das Fundament einer guten Reputation. Im Unternehmen selbst gestalten wir Prozesse
ressourcenschonend und bieten unseren Mitarbeitern interessante Arbeitsfelder. Über unser Gesundheits­
management sorgen wir dafür, dass sie sich den Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten
Arbeitswelt gewachsen fühlen. Die Leitplanken für die nachhaltige Ausrichtung der BayWa haben wir in
einem internen Strategieprozess festgelegt. Messbare Ziele spornen uns an, unsere ökologischen und sozia­
len Leistungen im ökonomischen Kontext kontinuierlich zu verbessern. Was wir 2014 alles erreicht haben,
lesen Sie in diesem Bericht. Auf Ihr Feedback freuen wir uns!
Ihr
Prof. Klaus Josef Lutz
Vorstandsvorsitzender der BayWa AG
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
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Inhalt
Inhalt des Berichts
Verantwortlich
handeln
Nachhaltigkeitsleistung
2014
Unternehmensporträt
Standardangaben
Grundbedürfnisse im Fokus
5 Wesentlichkeitsanalyse und
nachhaltige Unternehmensführung
28
Strategie und Governance
Handeln in Generationen
8 Markt
Nachhaltig wirtschaften
34
Agrar
Landwirtschaft nachhaltig intensivieren
12 Umwelt und Klima
Ressourcen schützen
38 Interview
„Verluste entlang der ­Wertschöpfungskette
minimieren“
16 Energie
Die Energiewende mitgestalten
18 Mitarbeiter
Partnerschaftlich arbeiten
45
Lebensqualität
Lebensqualität gestalten
49
Bauen
Energieeffizient und wohngesund bauen
22 Mitarbeiter
Generationen führen
24 Umwelt
Transport-Emissionen verringern
26
4
GRI Index
52
Impressum
56
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Unternehmensporträt
Grundbedürfnisse im Fokus
Die BayWa ist ein international führender Handels- und Dienstleistungskonzern mit Sitz in München. Mit unseren Produkten und handelsnahen
Services für die Agrar-, Energie- und Bauwirtschaft decken wir Grund­
bedürfnisse der Menschen ab. Dabei verfolgen wir einen konsequenten
und erfolgreichen Internationalisierungskurs.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
5
Unternehmensporträt
Gegründet wurde die BayWa 1923 als Genossenschaft für den Handel mit
landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Betriebsmitteln. Tradition und eine
feste Verwurzelung in der Region verbindet das Unternehmen mit einer
erfolgreichen Anpassung an veränderte Märkte.
Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit knapp 17.000 Mitarbeiter, davon rund 9.500 in Deutschland. Geleitet wird es von
einem aus fünf Mitgliedern bestehenden Vorstand unter dem Vorsitz von Prof. Klaus Josef Lutz. Seit dem Jahr 2000 ist das Unternehmen im Prime Standard an der Deutschen Börse notiert und
erfüllt dessen hohe Transparenzanforderungen. Organisatorisch
gliedert sich das Geschäft der BayWa in drei Segmente, die sich
ihrerseits in Sparten unterteilen (siehe Grafik). Im Segment Agrar
zählt die BayWa zu den führenden Handelsunternehmen in Europa
mit globaler Reichweite. Anders als viele Wettbewerber deckt
sie hier die gesamte Wertschöpfungskette nahezu lückenlos ab:
von der Erfassung der Agrarrohstoffe über die Bereitstellung von
Landtechnik bis zur Vermarktung der Agrarrohstoffe. Im Handel
mit Biokernobst ist die BayWa Marktführer in Deutschland. Das
Segment ­Energie umfasst zum einen den Handel mit Heizöl, Diesel, Holzpellets und Schmierstoffen sowie den Betrieb von Tankstellen. Die seit 2009 aufgebauten Aktivitäten im Bereich erneuerbare ­Energien sind in der international tätigen Holdinggesellschaft
BayWa r.e. renew­able energy GmbH gebündelt. Mit dem Segment
Bau gehört die BayWa zu den führenden Anbietern von Baustoffen in Deutschland und Österreich.
Struktur des BayWa-Konzerns
Agrar
Energie
Bau
Agrarhandel
Traditionelle Energie
Baustoffe
Erfassung, Aufbereitung, Lagerung und weltweite
Vermarktung von Agrarerzeugnissen
ertrieb von Betriebsmitteln wie Saatgut, DüngeV
mitteln, Pflanzenschutz- und Futtermitteln
Technik
Vertrieb moderner Landtechnik und gebrauchter
Maschinen, dichtes Service-Netzwerk, Web-Plattform für Ersatzteile
nterstützung beim Bau von Ställen und
U
Biogasanlagen
Vertrieb fossiler und regenerativer Brennstoffe,
insbesondere Heizöl und Holzpellets sowie Kraftund Schmierstoffe, an gewerbliche und private
Kunden
Baustoffe aller Art für gewerbliche
und private Kunden
Servicepartner für Dienstleistungen rund um
die Errichtung, Renovierung und energetische
Sanierung von Gebäuden
Regenerative Energien*
Handel, Projektierung, Betrieb und Verkauf von
Anlagen zur energetischen Nutzung von Solarund Windkraft, Biomasse und Geothermie
Handel mit erneuerbaren Energien (EEG-Strom,
Biomethan) sowie Vertrieb von Ökoenergie an
­private und gewerbliche Endkunden
Obst
Internationaler Handel mit Kernobst, Beeren und
Steinobst, Südfrüchten sowie Fruchtgemüse
6
* Die 2009 von der BayWa AG gegründete Tochtergesellschaft
BayWa r.e. renewable energy GmbH fasst sämtliche Engagements
aus dem Geschäftsfeld Regenerative Energien in den Bereichen
Windenergie, Solarenergie und Bioenergie zusammen.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Unternehmensporträt
Markenwerte der BayWa
Wertorientierte Kultur
Auch als global tätiges Unternehmen pflegt die BayWa eine genossenschaftlich geprägte Kultur. Wir bekennen uns zu einer wert­
orientierten Unternehmensführung und drücken dies über unsere
Markenwerte aus. Als starker Partner steht die BayWa für Vertrauen, Solidität und Innovation. Unseren Kunden im ländlichen
Raum fühlen wir uns seit jeher verpflichtet. Neben Land- und Forstwirten zählen dazu Endkunden, Industrie, Gewerbe- und Handelsunternehmen. Dank eines engmaschigen Vertriebs- und Logistiknetzes sowie fundierten Fachwissens kennen wir ihre Bedürfnisse
und arbeiten seit Jahren eng und partnerschaftlich mit ihnen
zusammen. Über die 1998 gegründete BayWa Stiftung initiiert und
fördert die BayWa nach­haltige Bildungsprojekte in den Bereichen
Ernährung und erneuerbare Energie.
Innovation
Vertrauen
Entwicklung neuer
­ rodukte und Lösungen
P
für eine zukunftsfähige
Partnerschaft
Basis für eine starke
Partnerschaft
Solidität
starkes Fundament
für nachhaltiges
Wachstum
Konsequent international
Seit ihrer Gründung hat die BayWa in jedem Jahr Gewinn erwirtschaftet. Im Berichtsjahr fiel das EBIT deutlich niedriger aus als
im Vorjahr. Die große Differenz ist im Wesentlichen auf Sonder­
effekte im Jahr 2013 zurückzuführen, da hier der Buchgewinn aus
dem Verkauf von Immobilienpaketen realisiert worden war. Um
am Wachstum der globalen Märkte teilzuhaben und so die eigene
Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit zu sichern, verfolgt das
Unternehmen einen konsequenten Internationalisierungskurs.
Ausgehend von seinem geografischen Kerngebiet in Deutschland
und Österreich ist der BayWa-Konzern aktuell mit knapp 3.000
Standorten in weltweit 30 Ländern aktiv. Die Internationalisierung
der vergangenen Jahre hat den im Ausland erzielten Umsatzanteil
auf über 50 Prozent erhöht. Wichtige Märkte neben Europa sind
insbesondere die USA und Neuseeland. Für die Zukunft streben
wir weiterhin ein profitables und nachhaltiges Wachstum an und
setzen daher den eingeschlagenen Kurs fort.
Kennzahlen BayWa-Konzern 2014
Umsatz
15.202
16.072
146,8
in Mio. Euro
im Jahresdurchschnitt
in Mio. Euro
2013
15.958
2012
2013
10.531
2011
2010
Mitarbeiter
EBIT
9.586
2011
7.903
2010
Umsatz nach Segmenten
149,2
128,9
0,80
10 %
67 %
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
186,8
Dividende
Anteil am Konzernumsatz
Agrar
Energie
Bau
221,9
2012
in Euro
2013
0,75
2012
2011
23 %
2010
0,65
0,60
0,50
7
Strategie und Governance
Handeln in Generationen
Die BayWa deckt mit ihren Kerngeschäften menschliche Grundbedürfnisse
nach Nahrung, Energie und Wohnen ab. Als international tätiges Unternehmen trägt sie daher eine besondere Verantwortung für eine nachhaltige
Entwicklung. Über unsere Nachhaltigkeitsstrategie richten wir unser Handeln an den Bedürfnissen zukünftiger Generationen aus.
Ressourcen
schützen
Umw
elt/ Klim
a
rbeiter
M it a
on
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ov
Le b
ät
Partnerschaftlich
arbeiten
Inn
Lebensqualität
gestalten
e n s q u alit ä
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Ve r t r a u e n
it
8
Nachhaltigkeitsstrategie der BayWa
Solid
Die BayWa stellt sich den globalen Herausforderungen, die sie als
Unternehmen und Teil der Gesellschaft gleichermaßen beeinflussen. Das rasante Wachstum der Weltbevölkerung zählt ebenso
dazu wie der Klimawandel und die fortschreitende Internationalisierung der Handelsströme. Wir sind überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg dauerhaft nur möglich ist, wenn er für die Gesellschaft
einen Mehrwert schafft und nicht auf Kosten der Umwelt erzielt
wird. Das Verständnis der BayWa von Nachhaltigkeit ist eng verknüpft mit ihrer genossenschaftlichen Herkunft sowie den Werten
Beständigkeit und Verlässlichkeit, die im Unternehmen seit jeher
einen hohen Stellenwert einnehmen.
Ziel der BayWa ist es, solide und profitabel zu wirtschaften, Ressourcen zu schonen, die Interessen ihrer Mitarbeiter zu achten und
auf eine Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen hinzuwirken. Die Aktivitäten, mit denen wir ökonomische, ökologische
und soziale Interessen in Einklang bringen, sind in vier strategischen Handlungsfeldern gebündelt.
M
ar kt
Nachhaltig
wirtschaften
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Strategie und Governance
Wesentlichkeit und Nachhaltigkeitsziele
Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse hat die BayWa im Berichtszeitraum ihre Nachhaltigkeitsstrategie justiert und geschärft.
Der Lenkungskreis Nachhaltigkeit, dem Verantwortliche aus zen­
tralen Organisationseinheiten und jeder Sparte angehören, identifizierte dazu gemeinsam die wichtigsten globalen Herausforderungen für die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens.
Als wesentlich für den Geschäftserfolg
und die Stakeholder gelten die ­Megatrends
Klimaschutz, ­Gesundheit und Ernährung.
Bedeutsam für die BayWa als Arbeitgeber sind zudem der demografische Wandel sowie die Themen Diversität und Chancengleichheit. In ihrer Rolle als globaler Handelskonzern ist die ökologische
und soziale Bewertung von Lieferanten sowie – im Zuge der Internationalisierung – die Wahrung von Menschenrechten und Antikorruption relevant. Nicht als wesentlich eingestuft, aber mittelfristig dennoch wichtige Themen für die BayWa, insbesondere für die
Sparte Agrar, sind der Erhalt der Biodiversität sowie der Zugang
zu Wasser.
Insgesamt bestätigten die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse
die Nachhaltigkeitsstrategie der BayWa. Für die Einteilung der einzelnen Handlungsfelder ergaben sich keine Änderungen, die Nachhaltigkeitsziele bis 2020 wurden leicht angepasst und ergänzt.
Für eine erfolgreiche Umsetzung wurden im Unternehmen klare
­Prozesse und Zuständigkeiten definiert. Über Fortschritte berichtet
die BayWa regelmäßig auf ihrer Homepage sowie zukünftig auch
im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht. An den Ergebnissen lassen
wir uns messen.
Nachhaltigkeitsziele der BayWa bis 2020
Umwelt und Klima
Reduzierung CO2-Emissionen
Messung und Steuerung des Verbrauchs an Öl, Gas, Diesel, Benzin (Scope 1) und
­Strom sowie des Bezugs von Fernwärme (Scope 2) an den Standorten
Identifikation von Einsparpotenzialen
Strategisches Energiemanagement
Absolutes CO2-Reduktionsziel bis 2020 für alle Emissionen nach Scope 1 und Scope 2
Markt
Governance und Datenqualität
Klare Prozesse und Ansprechpartner für Nachhaltigkeit
Verbesserte Transparenz durch konsistente Erhebung sozialer und ökologischer Daten
Messung und Steuerung der Nachhaltigkeitsleistung durch definierte Kennzahlen
und Ziele
Code of Conduct für Lieferanten
V
erhaltenskodex für Lieferanten, basierend auf den Ethischen Grundsätzen der
BayWa AG
Mittelfristiges Ziel: Unterzeichnung durch zehn Prozent der wichtigsten Lieferanten
Langfristiges Ziel: Ausweitung auf alle Lieferanten
Analyse Kundenerwartungen
Strukturierte und systematische Erfassung und Aufbereitung von Kundenmeinungen
oder Anfragen
Befragung der wichtigsten Kunden jeder Sparte zu ihren Erwartungen an die Nachhaltigkeitsleistung der BayWa
Integration der Ergebnisse in Nachhaltigkeitsmanagement und -programm
Mitarbeiter
Trainings für Mitarbeiter
Regelmäßige Schulungen zu Herausforderungen, Strategie, Zielen und Maßnahmen im
Bereich Nachhaltigkeit und Anregung zur Mitgestaltung
Sensibilisierung der Führungskräfte für Erwartungen der Stakeholder, Motivation zur
Eigeninitiative
Mitarbeiterbefragung
Anonyme Auswertung der regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen
Ableitung abteilungsübergreifender Maßnahmen
Erfolgskontrolle durch systematische Nachverfolgung und erneute Befragung
Lebensqualität
Zukunftsszenarien Lebensqualität
Entwicklung von Zukunftsszenarien durch abteilungs- und spartenübergreifende
Expertengruppen
Analyse langfristiger gesellschaftlicher Veränderungen und daraus resultierender
Wertschöpfungsprozesse
Erarbeitung möglicher Beiträge der BayWa zur nachhaltigen Entwicklung
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
9
Strategie und Governance
I N T EG E R ——— Über ihre Werte verpflichtet die BayWa ihre
Mitarbeiter zu verantwortungsbewusstem Handeln.
Corporate Governance und Compliance
Als international tätiger Handels- und Dienstleistungskonzern verpflichtet sich die BayWa zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung (siehe auch S. 29). Integres und rechtskonformes
Verhalten verstehen wir als konzernweite Anforderung zum Erhalt
unserer Reputation. Die BayWa orientiert sich dabei an den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)
und veröffentlicht seit 2003 eine Entsprechenserklärung im jährlichen Geschäftsbericht.
Die BayWa unterliegt der deutschen und europäischen Gesetzgebung sowie den Gesetzen der Länder, in denen sie Beteiligungen
hat. Vorstand und Aufsichtsrat bilden gemäß deutschem Aktienrecht die duale Führungs- und Kontrollstruktur. Der Vorstand leitet
das Unternehmen in eigener Verantwortung, entwickelt die strategische Ausrichtung und sorgt für die Umsetzung. Er verantwortet
das Risikomanagement, mit dem die BayWa Risiken des unternehmerischen Handelns frühzeitig erkennt und bewertet und sorgt für
die Einhaltung von Rechtsvorschriften, Regelungen und internen
Richtlinien. Der 16-köpfige Aufsichtsrat der BayWa gliedert sich in
sechs fachlich qualifizierte Ausschüsse auf.
Grundlage für unser Handeln bildet ein Wertesystem, das in den Ethischen Grundsätzen der
BayWa festgeschrieben ist.
Diese Grundsätze beziehen sich auf den Umgang mit Kunden,
Lieferanten und Kollegen, auf rechtskonformes Verhalten, Vertraulichkeit und Datenschutz, einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sowie auf die gesellschaftliche und soziale Verantwortung
des Unternehmens. Sie gelten verbindlich für alle Mitarbeiter, Führungskräfte und Vorstände in der BayWa AG, BayWa r.e. sowie in
den operativen Mehrheitsbeteiligungen in Deutschland.
Die Einhaltung interner Richtlinien sowie der immer zahlreicheren Gesetze, denen die BayWa im Zuge ihrer Internationalisierung
10
unterliegt, sichert ein präventives Compliance-Management-­
System (siehe auch S. 31). Die 2013 geschaffene Organisationseinheit unter der Leitung des Chief Compliance Officer analysiert
mögliche Risiken, überwacht die Einhaltung der Regelungen und
schützt einzelne Mitarbeiter und das Unternehmen präventiv vor
Rechtsverstößen. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt auf Antikorruption und Kartellrecht. Die Themen Außenwirtschaftsrecht,
Datenschutz und Datensicherheit decken selbständige Funktionen
im Unternehmen ab. Für die konzernweite Umsetzung der Compliance-Regelungen sorgen Beauftragte und Ansprechpartner in
den Sparten sowie in den Mehrheitsbeteiligungen der BayWa. Konzernweite Schulungen und E-Learning-Angebote stellen innerhalb
der Belegschaft ein einheitliches Verständnis von Compliance her.
Dabei werden insbesondere Führungskräfte für die Themen und
ihre eigene Vorbildrolle sensibilisiert.
Klare Nachhaltigkeitsorganisation
Die offene und verlässliche Kommunikation mit dem Kapitalmarkt
sowie die Bereitstellung relevanter, messbarer Informationen
umfasst auch die Einbindung sämtlicher Nachhaltigkeitsthemen.
Organisatorisch verankert ist Nachhaltigkeit bei der BayWa daher
in der Abteilung Investor Relations. Eine Nachhaltigkeitsmanagerin koordiniert das Thema konzernweit und entwickelt es weiter.
Unterstützt wird sie vom Lenkungskreis Nachhaltigkeit, dem Verantwortliche aus zentralen Organisationseinheiten sowie aus jeder
Sparte angehören (siehe Grafik S. 11). Der Lenkungskreis analysiert mindestens zweimal jährlich die Umsetzung der Ziele, gibt
Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie
und erarbeitet operative Maßnahmen. Zugleich gewährleistet er,
dass das Thema Nachhaltigkeit in alle Unternehmensbereiche und
Sparten der BayWa getragen wird. Dort sorgen feste Ansprechpartner für eine konsistente Erhebung sozialer und ökologischer
Daten.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Strategie und Governance
Nachhaltigkeitsorganisation der BayWa
Lenkungskreis Nachhaltigkeit
Sparten/
Geschäftsfeld
Vorstand
Nachhaltigkeits­management
• Agrarhandel
• Personal
• Technik
• Corporate Business Development
• Obst
• Konzernmarketing
• Energie
• Regenerative
Energien
• Baustoffe
Entscheidung
Dialog mit Stakeholdern
Management und Impulse
Unsere wichtigsten Stakeholder sind Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre und Anleger sowie die Öffentlichkeit. Mit ihnen stehen
wir in einem regen Austausch (siehe auch S. 32). Für unsere Kunden, insbesondere im Segment Agrar, sind unsere Außendienstmitarbeiter sowie die Betriebe vor Ort die wichtigsten Ansprechpartner.
In einzelnen Sparten befragen wir Kunden regelmäßig zu speziellen
Themen. Unsere Belegschaft informieren wir über unser Mitarbeitermagazin und das Intranet über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen. An den vom Betriebsrat einberufenen Mitarbeiterversammlungen nehmen stets auch ein Mitglied des Vorstands sowie der Leiter
Personalmanagement teil.
Organisationseinheiten
Konzernzentrale
• Compliance
• Corporate Real Estate
Management/Immobilien
• PR/Corporate Communications
Umsetzung
Anleger und die Öffentlichkeit informiert die BayWa regelmäßig
und zeitnah über die Geschäftsentwicklung sowie die Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage. Mit Analysten sowie institutionellen und privaten Anlegern tauscht sich der Vorstand regelmäßig
auf Konferenzen und Roadshows in Einzelgesprächen aus. Über
ihre Vorstände und Mitarbeiter ist die BayWa in rund 150 Verbänden, Vereinen und wissenschaftlichen Institutionen vertreten,
darunter DLG e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Bayerische
Landes­anstalt für Landwirtschaft (LfL), Deutsche Unternehmensinitiative Energie­effizienz (DENEFF) sowie Technische Universität
München.
PA RT N E R S C H A F T L I C H ——— Als Berater und Experten sind die
Mitarbeiter der BayWa nah am Kunden.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
11
Agrar
Landwirtschaft nachhaltig
intensivieren
Über neun Milliarden Menschen leben bis 2050 auf der Erde. Um sie
zu ernähren, muss die Agrarproduktion weltweit um über 70 Prozent
­steigen, schätzt die Welternährungsorganisation FAO. Landwirtschaftliche
­Nutzfläche aber ist begrenzt und geht durch Zersiedelung weiter
zurück. Für eine gesicherte Versorgung mit Nahrungsmitteln muss die
Produktivität der Agrarwirtschaft daher steigen.
Weltweit ist die Produktivität sehr unterschiedlich und wird neben
klimatischen Veränderungen und regionaler Wasserknappheit auch
von nicht vorhersehbaren wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflusst. Die Europäische Union, einer der größten
Agrarexporteure weltweit, profitiert von fruchtbaren Böden, guten
Klimabedingungen und effizienten Produktionsverfahren. Sie ist
damit in der Lage und auch in der Verantwortung, Schwankungen
in der Produktion in anderen wichtigen Erzeugungsregionen der
Welt auszugleichen. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ist die
Landwirtschaft dabei zugleich gefordert, Böden schonend zu nutzen und damit ihre natürlichen Produktionsgrundlagen dauerhaft
zu erhalten.
12
Moderner Pflanzenbau
Höhere Erträge und Ressourcenschonung sind kein Widerspruch.
Durch die Verwendung angepasster, leistungsfähiger Sorten in
Verbindung mit modernen Anbaumethoden und -­technologien
lässt sich das Ertragspotenzial landwirtschaftlicher Flächen auf
umweltverträgliche Weise ausschöpfen. Die BayWa vertreibt
­ausschließlich hochwertiges Saatgut für Getreide, Mais, ­Ölsaaten,
Leguminosen, Grünland und Ackerfutterbau. Geprüft werden
Qualität und Leistungspotenzial in bundesweit sieben eigenen Versuchsstationen. „Deren unterschiedliche Gegebenheiten hinsichtlich Bodenart, Höhenlage, mittlerer Jahrestemperatur und Niederschlagsmenge lassen die Ergebnisse auf viele
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Agrar
Wertschöpfungskette Agrarhandel
Produktion von
Betriebsmitteln
(Pflanzenschutzund Düngemittel,
Saatgut,
Futtermittel)
Einkauf
Handel mit
Betriebsmitteln
Handel mit
landwirtschaftlichen
Erzeugnissen
Landwirtschaft
Groß- und
Einzelhandel
Lagerung
Logistik
Service &
Dienst­
leistung
Erfassung &
Lagerung
Logistik
Verarbeitung
in Mühlen,
Ölmühlen,
Mälzereien,
Kraftfutter­
werken,
Energiebetrieben
Service &
Dienst­
leistung
BayWa AG
andere Akteure
Anbauregionen Deutschlands übertragen“, sagt Josef Martin
Bauer, Leiter Pflanzenbauberatung bei der BayWa.
In den Versuchsstationen überprüft die BayWa auch die W
­ irkung
der von ihr vertriebenen Pflanzenschutz- und Düngeprodukte.
Zudem greift sie Fragestellungen aus der landwirtschaftlichen
Praxis auf und schafft durch eigene Analysen eine fundierte und
unabhängige Grundlage für ihre Pflanzenbauberatung. Über ihre
Website sowie spezielle Veranstaltungen gibt die BayWa Landwirten saisonale Empfehlungen zur Sortenwahl und informiert über
Notwendigkeit und erforderlichen Umfang von Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen. Auch über die kostenlose App „BayWa
Agri-Check“ bietet sie – neben Wetter-, Markt- und Börsen­
daten – regional angepasste und aktuelle Pflanzenbautipps.
Bodengüte erhalten
Für den Erhalt der Bodengüte leisten angepasste Fruchtfolgen, wie
sie in Deutschland verbreitet sind, einen wichtigen Beitrag. Zwischenfrüchte wie Klee, Phacelia, Senf oder angepasste Mischungen werden im Sommer nach der Ernte der Hauptfrucht gesät. Sie
durchwurzeln die verschiedenen Bodenschichten und nehmen so
den Stickstoff auf, der nach der Hauptfruchternte noch im Boden verblieben ist. Gleichzeitig fördern sie die Regenwurmpopulation, die
wiederum die Infiltration tieferer Bodenschichten mit Wasser und die
Durchlüftung deutlich verbessert. Ein breites, von Pflanzenbauexperten entwickeltes Sortiment an Zwischenfruchtmischungen vertreibt
die BayWa unter der Eigenmarke Planterra. Die Mischungen kombinieren die spezifischen Vorteile verschiedener Pflanzenarten und sind
abgestimmt auf unterschiedliche Böden, Lagen und Fruchtfolgen.
Auch präzises Düngen trägt dazu bei, die Ertragsfähigkeit
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
landwirtschaftlicher Flächen langfristig zu erhalten. Ziel ist es, den
Kulturpflanzen genau jene Nährstoffmenge zu liefern, die sie für
einen optimalen Ertrag benötigen.
Eine Unterdüngung vermindert den Ertrag und damit die Wirtschaftlichkeit. Zu viel Dünger wiederum kann zur Auswaschung
nicht benötigter Nährstoffmengen – insbesondere Stickstoff – und
damit zu unnötigen Umweltbelastungen führen. Je nach Bodenart
und Kulturpflanze bedarf es daher einer individuellen Düngestrategie. Neben Einzel- und Mehrnährstoffpräparaten bietet die BayWa
ihren Kunden an bundesweit 18 Standorten individuelle Mischungen, die in eigenen Anlagen hergestellt werden. Sie gewährleisten
eine effiziente und ökologisch abgestimmte Versorgung mit Nährstoffen. Individuelle Empfehlungen erhalten Landwirte über den
OPTIFERT Check.
Bodenanalyse mit dem OPTIFERT Check
Zur Bestimmung des einzelflächenbezogenen Düngebedarfs
bietet die BayWa Landwirten in Zusammenarbeit mit der Bodengesundheitsdienst GmbH, einer Tochter der Südzucker-Gruppe,
seit Herbst 2014 eine regelmäßige Bodenanalyse an. Der
OPTIFERT Check erfolgt nach der Elektro-Ultrafiltration(EUF)Methode, die auch durch die Düngeverordnung gesetzlich
anerkannt ist. Ausgewiesen werden dabei sieben für das Pflanzenwachstum wichtige Nährstoffe sowie die Bodenart und der
exakte Kalkwert. Auf Wunsch lassen sich auch Mikro­nährstoffe
und der Humusgehalt bestimmen. Anhand der Analyse geben
unsere Mitarbeiter dem Landwirt eine pflanzenbaulich wie auch
ökonomisch sinnvolle Düngeempfehlung.
13
Agrar
E RT R AG R E I C H ——— Moderne Technologie und hochwertige Betriebsmittel
verbessern die Produktivität der Landwirtschaft.
Smart Farming für mehr Effizienz
Eine zunehmende Bedeutung für einen ertragreichen und zugleich
ressourcenschonenden Ackerbau gewinnt seit einigen Jahren das
sog. Smart Farming. Darunter versteht man die Nutzung technischer Entwicklungen wie Sensortechnologie, Maschinensteuerung,
digitale Vernetzung oder Datenmanagement für einen effizienten Einsatz von Maschinen und Betriebsmitteln. Ein wesentlicher Teilbereich des Smart Farmings ist Precision Farming. Dieser
beschreibt die Nutzung exakter Positionsbestimmung im Ackerbau.
So ermöglichen Lenksysteme, die mit hochpräzisen Navigationssystemen verbunden sind, Traktoren auf bis zu zwei Zentimeter
genau zu steuern. Beim Ausbringen von Saatgut oder Düngemitteln
vermeidet der Landwirt so Überlappungen, verkürzt die Wendezeiten – und spart damit Betriebsmittel und Zeit. Neben verschiedenen Lenksystemen für Traktoren bietet die BayWa auch ein ausgereiftes Sortiment an Anbaugeräten für hochpräzisen Ackerbau.
Schleppers und bringt die auf den Teilflächen vorgesehene Menge
aus. „Statt Felder nach dem Gießkannenprinzip zu düngen, trägt
der Landwirt damit der Heterogenität seiner Flächen Rechnung“,
sagt Peter Joneck, Projektleiter Smart Farming bei der BayWaSparte Technik.
Angesichts der technologischen Entwicklung, Digitalisierung und
Vernetzung in der Landwirtschaft positioniert sich die BayWa
auf diesem Feld künftig noch stärker als Partner der Landwirte.
Bereits heute bietet sie Beratung, Landtechnik und – mit der Übernahme des System- und Softwarehauses PC-Agrar GmbH zum
Februar 2015 – Softwarelösungen aus einer Hand. Ziel der BayWa
ist es, Landwirte zu befähigen, mittels intelligenter Elektronik
und Vernetzung die Ertragsfähigkeit ihrer Nutzflächen zu verbessern – und dabei gleichzeitig natürliche Ressourcen zu schonen.
Vielversprechend ist auch die Verknüpfung
von Technik mit pflanzenbaulichem Knowhow, etwa bei der teilflächenspezifischen
Applikation von Düngemitteln.
Engagiert im Ökolandbau
Auf Basis einer Bodenanalyse teilt der Landwirt seine Felder in
Zonen mit unterschiedlichem Ertragspotenzial ein. Diese dokumentiert er in seinem Farm-Management-System und ordnet ihnen
am PC die passende Düngermenge zu. Auf dem Feld empfängt der
softwaregesteuerte Düngerstreuer die Daten des GPS-gesteuerten
14
Ökolandbau wird in Deutschland nur auf einem kleinen Anteil der
landwirtschaftlich genutzten Fläche betrieben. Aktuell werden rund
6,4 Prozent unter Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und
Mineraldünger bewirtschaftet. Entsprechend dieser Entwicklung
führt die BayWa einen vergleichbaren Anteil an Biosaatgut sowie
im Biolandbau zugelassenen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
in ihrem Sortiment. Stark positioniert ist das Unternehmen indessen im Geschäft mit Bio-Obst. Rund 15 Prozent des von der BayWa
vertriebenen Kernobstes stammt aus biologischem Anbau, größtenteils von Familienbetrieben in der Bodenseeregion.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Agrar
Landwirtschaft in Deutschland
Hektarerträge für Weizen
So viele Menschen ernährt ein Landwirt
Nutzfläche je Einwohner
0,21
ha
86,2
2013
dt
144
2014
123
75,7
0,29
dt
85
ha
2008 – 2013
1950
27,3
dt
1950 –1954
27
0,63
10
4
18,5 dt
1900
ha
1950
1970
1991
2010
2013
1889 –1902
Q U E L L E : Deutscher Bauernverband, Situationsbericht 2014/15
1900
Q U E L L E : Statistisches Bundesamt
Weltweite Warenströme sichern
dt = Dezitonnen
Q U E L L E : Statistisches Bundesamt, WVZ; Angaben für 1950 bis
1954 beziehen sich auf das frühere Bundesgebiet.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Agrarrohstoffe müssen nicht nur erzeugt, sondern auch schnell, effizient und ohne
Qualitätsverluste transportiert werden. Der Zugang zu internationalen Beschaffungs- und Absatzmärkten sowie Handelsrouten ist dafür unabdingbar – und ein
Grund für die konsequente Internationalisierung der BayWa. Mit einem Vermarktungsvolumen von jährlich rund 27 Mio. Tonnen Getreide und Ölsaaten zählt der
Konzern zu den führenden Unternehmen im internationalen ­Getreidehandel. Von
der Expertise der BayWa hinsichtlich Ware, optimaler Transportarten und Zustellwege profitieren die Landwirte, deren Erzeugnisse sie weltweit vermarktet, sowie
auch die Menschen, die global ernährt werden müssen.
15
Interview
„Verluste entlang der ­
Wertschöpfungskette minimieren“
Dr. Klaus-Dieter Schumacher hat die internationalen Agrarmärkte seit
Jahren fest im Blick. Der Leiter des Agrar Coordination Centers der
BayWa AG erläutert im Interview die Einflussfaktoren auf die Preisbildung, Ansatzpunkte für eine gesicherte Ernährung der Weltbevölkerung
sowie den Beitrag, den die BayWa für eine verbesserte Wertschöpfung
in der Landwirtschaft leistet.
Die Agrarmärkte sind volatil. Nach Spitzen
2007/08 erreichten die Preise im Oktober
2014 ein Vierjahrestief. Welche Faktoren
sind dafür verantwortlich?
Dr. Schumacher: Schwankungen bei den
Agrarpreisen gab es in den vergangenen Jahrzehnten stets, heute reden wir
nur mehr darüber. Für 2014 gilt: Das war
ein Ausnahmejahr, mit weltweit guten
16
Wachstumsbedingungen. Entsprechend
hoch waren die Ernten, aktuell bauen wir
Lagerbestände auf. Angesichts der guten
Versorgungslage hatte selbst die 2014
beginnende Krise in der Ukraine keinen
großen Einfluss auf die Agrarmärkte.
Hinzu kommen die aktuell niedrigen Energiepreise. Auf die Agrarwirtschaft wirken
diese aufgrund einer engen Bindung über
die Betriebsmittel.
Wetter und Energiepreise erklären die
­Preisschwankungen aber nicht allein?
Dr. Schumacher: Bestimmend für die
Agrarpreise sind zunächst die Fundamentalfaktoren, also Angebot und Nachfrage
sowie die Höhe der Lagerbestände. Liegen
rund 20 Prozent des erwarteten Verbrauchs
auf Lager, gilt die Versorgung als sichergestellt. Die Märkte sind dann entspannt.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Interview
Sinkt der Lagerbestand unter diese Marke,
ziehen die Preise an: Die nächste schlechte
Ernte kann schon zu Versorgungsengpässen führen. Zwischenzeitlich treiben auch
politische Entscheidungen die Preise. Im
Sommer 2010 etwa brannten in Russland
infolge großer Trockenheit viele Getreidefelder ab, was die Ernte um fast ein Drittel reduziert hat. Um die Versorgung der
eigenen Bevölkerung zu sichern, erließ
Russland daraufhin ein Exportembargo.
Über Nacht stiegen auf den Weltmärkten
die Preise für Weizen dramatisch an, letztlich um bis zu 50 Prozent – weil der weltweit zweitgrößte Weizenexporteur plötzlich
nicht mehr am Markt war.
Wie groß ist der Einfluss institutioneller
Investoren?
Dr. Schumacher: Der Preisaufschwung,
den unsere Märkte in den Jahren 2007 und
2008 erlebten, wurde durch institutionelle
Investoren zweifellos verstärkt. Und auch
im Frühsommer 2014, als die Preise aufgrund der großen Ernten fielen, haben viele
Anleger ihre Positionen liquidiert – und die
Tendenz nach unten beschleunigt. Grundsätzlich können Investoren Trends verstärken, weil sie dank ihrer Liquidität zu einem
bestimmten Zeitpunkt viel Kapital an den
Warenterminbörsen einsetzen können.
NGOs fordern daher, Spekulation auf
Agrarrohstoffe zu verbieten oder wenigstens zu reglementieren. Wie stehen Sie
dazu?
Dr. Schumacher: Die Fundamentalfaktoren
in unseren Märkten können Investoren
nicht außer Kraft setzen. Deshalb ist die
BayWa auch gegen Positionslimits. Keinesfalls in Frage gestellt werden darf das
Instrument der Warenterminbörsen. Es verringert einen Teil des Preisrisikos, das sich
zwischen Geschäftsabschluss und physischer Lieferung der Ware ergibt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass dieses
System für das Funktionieren der Agrarmärkte extrem wichtig ist und auf lange
Sicht zu einer Glättung der Preise geführt
hat. Die BayWa nutzt selbst Warenterminbörsen – zur Absicherung von physischem
Geschäft. Damit unterscheiden wir uns von
sogenannten Spekulanten.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Brauchen wir mehr Transparenz über die
weltweiten Vorräte?
Dr. Schumacher: Entscheidender als die
absolute Höhe ist die Veränderung der
Lagerbestände. Weltweite Transparenz darüber wäre hilfreich, ist jedoch kaum herzustellen. Die FAO versucht gerade, ein
entsprechendes Informationssystem aufzubauen. Nur unzureichend unterstützt wird
es von zwei Ländern, von deren Vorräten
viel abhängt: China und Indien. Insbesondere China fürchtet Unruhen und Landflucht, wenn Daten über fehlende Nahrungsmittel transparent werden.
Wie groß muss die Sorge sein, 2050 über
neun Milliarden Menschen ernähren zu
können?
Dr. Schumacher: Die Herausforderung,
die Nahrungsmittelproduktion bis dahin
um mindestens rund 70 Prozent zu erhöhen, ist aus meiner Sicht zu meistern. Dazu
muss zum einen die Effizienz im Ackerbau verbessert werden. Das erfordert,
offen zu bleiben für technologischen Fortschritt und einen Strukturwandel, auch
in Schwellen- und Entwicklungsländern.
In Zukunft können nicht alle Kleinbauern
an der Subsistenzgrenze tätig sein. Die
andere Frage lautet: Kriege ich die Ernte
auch zum Verbraucher oder in die Verarbeitung? Sie zielt darauf, Verluste entlang
der Wertschöpfungskette zu minimieren.
Dass an deren Ende aktuell ein erheblicher Teil verschwendet wird, erfordert
wiederum eine veränderte Einstellung zu
Nahrungsmitteln.
Welchen Beitrag leistet die BayWa zu einer
verbesserten Wertschöpfung?
Dr. Schumacher: Ein Thema für uns
sind insbesondere Vor- und Nachernteverluste. Erstere entstehen durch den
Befall der Pflanzen mit Schädlingen und
Krankheiten. Hier unterstützen wir Landwirte bei einem verbesserten Einsatz
von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
Nachernteverluste gibt es insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern: Bereits auf dem Feld geht durch
schlechte Erntetechnik eine Menge verloren. Und auch anschließend aufgrund
unzureichender Transport- und Lagermöglichkeiten. Studien der FAO beziffern
diese Infrastrukturverluste auf bis zu
20 Prozent. Ein gutes Beispiel ist die
Ukrai­ne. Anfang des letzten Jahrhunderts
einer der Brotkörbe Europas, trat ihr
Potenzial als Weizen-Exporteur erst nach
Ende des Sozialismus wieder zutage.
Aufgabe war es, Landwirtschaft und Silos
zu modernisieren und eine Transportkette per Lkw, Bahn und Binnenschiffen
zu den Exporthäfen aufzubauen. Wie man
Lagerhaltung und Logistikketten sinnvoll gestaltet und optimiert, darin hat die
BayWa Expertise.
Welche Märkte hat die BayWa dabei im
Visier?
Dr. Schumacher: Unser Ziel ist es, das
führende europäische Unternehmen im
internationalen Agrarhandel zu sein. Dazu
erschließen wir einerseits neue Herkunftsmärkte für Getreide und andererseits neue
Absatzmärkte in anderen Ländern der Welt.
Im Jahr 2014 haben wir uns in Spanien
und Italien niedergelassen. Das sind große
Importmärkte für Getreide und Futtermittel. Ein Großteil der Ware kommt aus der
Donau- und Schwarzmeerregion. Hier gilt
es nun, eine entsprechende Logistikkette
aufzubauen.
Das Gespräch führte Birgit Obermeier,
Chefredakteurin akzente GmbH
Zur Person
Dr. Klaus-Dieter Schumacher leitet
seit Mai 2014 das Agrar Coordination Center der BayWa AG. Dieses
analysiert die Agrarmärkte, politische Einflussfaktoren und Risiken
und erarbeitet daraus strategische
Empfehlungen für die Aktivitäten
der BayWa im Segment Agrar. Mit
den internationalen Agrarmärkten
beschäftigt sich Schumacher seit seinem Studium der Agrarwissenschaften. Nach seiner Promotion arbeitet
er bis 2010 beim Agrarhandelsunternehmen Toepfer International in
Hamburg, zuletzt als Leiter der Volkswirtschaftlichen Abteilung. Bis zu
seinem Wechsel zur BayWa war der
gebürtige Niedersachse für die Nordzucker AG in Braunschweig tätig.
17
Energie
Die Energiewende mitgestalten
Die Energieversorgung trägt maßgeblich zum Ausstoß klimaschädigender
Treibhausgase bei. Bei einem weiteren Anstieg drohen gravierende Folgen
für Lebensbedingungen, Landwirtschaft und Artenvielfalt. Mit zunehmender Weltbevölkerung und dem Nachholbedarf wenig technisierter Länder
steigt der globale Energieverbrauch weiter – laut OECD bis 2050 um rund
80 Prozent. Das erfordert einen grundlegenden Umbau der Versorgung.
Im Sinne des Klimaschutzes ist eine Verlagerung der Energiegewinnung von fossilen hin zu regenerativen Quellen nötig. Damit
verbunden ist ein Strukturwandel: An die Stelle von Großkraftwerken tritt eine dezentrale Versorgung durch viele kleinere Anlagen.
Deutschland verfolgt mit der Energiewende ehrgeizige Ziele: Die
Treibhausgas­emissionen sollen bis 2020 gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent sinken, die Energieversorgung zugleich sicher und
bezahlbar sein. Als tragende Säule gelten dafür künftig Wind, Sonne,
Wasser, Biomasse und Geothermie. Mit einem Anteil von 27,8 Prozent
an der Bruttostromproduktion leisteten die „Erneuerbaren“ bereits
2014 einen signifikanten Beitrag zur Versorgungssicherheit (siehe
Grafik S. 21).
18
Gemeinsam produzierten sie über 160 Terrawattstunden Strom und
damit mehr als viermal so viel wie im Jahr 2000. Nach Schätzung
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurden
2014 bundesweit rund 18,8 Mrd. Euro in entsprechende Anlagen
investiert. Das Gros der neu installierten Leistung entfiel auf Windkraft (5.279 MW, inkl. Repowering) und Photovoltaik (1.899 MWp).
Auf diese beiden kostengünstigen und umweltfreundlichen Technologien setzt die Regierung auch in Zukunft. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im August 2014 schuf einen gesetzlich
verankerten Ausbaukorridor – und damit Planungssicherheit für
Anlagenbetreiber und den Netzausbau.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Energie
Auch weltweit ist der Umbau der Energieversorgung in vollem
Gang. Insbesondere Schwellen- und Entwicklungsländer haben
die strategische Bedeutung erneuerbarer Energien für eine stabile wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung erkannt.
Entsprechende Förderpolitiken, etwa in Form von Einspeisevergütungen, sind weit verbreitet. Weltweit lag der Anteil erneuerbarer
Energien an der Stromproduktion 2013 bei 22 Prozent.
Konsequenter Ausbau
Für die BayWa bietet sich damit ein enormes Geschäftsfeld. Durch
strategische Zukäufe und organisches Wachstum avancierte sie in
den vergangenen Jahren zu einem führenden Anbieter von erneuerbaren Energien. Ihre Aktivitäten bündelt sie seit 2009 in der
hundertprozentigen Tochter BayWa r.e. renewable energy GmbH.
Als Fullservice-Dienstleister bietet sie alles aus einer Hand: Projektentwicklung, Bau von Wind-, Solar-, Biomasse- und Geothermieanlagen, Photovoltaik-Handel sowie Services wie technische
und kaufmännische Betriebsführung und Direktvertrieb von Ökostrom und den Handel mit erneuerbaren Energien.
Tätig ist BayWa r.e. in zwölf europäischen
Ländern, in den USA und Japan. Ins­gesamt
brachte das Unternehmen bislang über
1.000 Megawatt sauberen Strom ans Netz.
Zu den Leuchttürmen zählt das Photovoltaik-Großprojekt La Coste
nahe Bordeaux und Toulouse – mit einer Leistung von 57,6 MW
der bislang größte von BayWa r.e. projektierte Solarpark. Baubeginn war im April 2013, im Dezember 2014 konnte die Anlage
verkauft werden. Innerhalb von nur vier Monaten enstand das
Windenergieprojekt Brahms in New Mexico. Der Verkauf des
19,8-MW-Projekts im Juni 2014 war der erste der BayWa r.e. in
den USA. Neben Projekten wie diesen, bei denen das Unternehmen sog. Ready-to-Build-Rechte kauft, entwickelt es im Windbereich auch eigene „von der grünen Wiese“, sog. GreenfieldProjekte. Dazu zählt etwa der 27,5-MW-Windpark Selmsdorf bei
Lübeck, der zwischen 2007 und 2014 realisiert wurde.
Wertschöpfungskette eneuerbare Energien
Geschäftsfelder der BayWa r.e.
Projektgeschäft Wind-, Solar- und Biogasanlagen
Projektakquise
oder
-entwicklung
Projekt­
strukturierung
& -finanzierung
Planung, Bau
& Logistik
Betriebsführung
& Wartung
Projektverkauf
Betrieb der Anlage
Solargroßhandel
Herstellung von
Solar­komponenten
Vertrieb &
Marketing
Einkauf
System­
integration &
Montagesysteme
Installation und
Betrieb der Anlage
Handel mit erneuerbaren Energien
Produktion von
erneuerbarer
Energie
Einkauf/Trading
Portfolio- &
Bilanzkreis­
management
Vertrieb &
Vermarktung
Kundenbetreuung
& Abrechnung
Nutzung
erneuerbarer
Energie
(Endkunden,
Landwirte, Industrie)
BayWa r.e.
andere Akteure
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
19
Energie
K L I M A F R E U N D L I C H ——— Über die Projektierung von Anlagen zur emissions-
freien Stromgewinnung unterstützt BayWa r.e. die Energiewende.
Leistungsfähigkeit erhöhen
Neben neuen Projekten sorgen auch die technische Verbesserung bestehender Anlagen sowie der Ersatz zahlreicher kleiner
durch wenige große Anlagen dafür, die Kapazitäten aus erneuerbaren Energien weiter zu erhöhen. Bei Windkraft etwa werden im
Zuge des sog. Repowerings Anlagen der ersten Generation durch
moderne, effizientere Turbinen ersetzt. Sie nutzen das Windangebot besser aus und lassen sich leichter in das elektrische Netz
integrieren. Aufgrund ihrer geringeren Drehzahl wirken moderne
Windräder optisch verträglicher als ältere Anlagen; überdies sind
sie deutlich leiser.
BayWa r.e. Rotor Service GmbH, ein Tochterunternehmen von
BayWa r.e., kauft, verkauft und vermarktet gebrauchte Windenergieanlagen. Sie koordiniert die Demontage, den Transport und
die Zwischenlagerung aller Komponenten sowie die fachgerechte
Überarbeitung von Rotorblättern. Die Erfahrung fließt auch in die
Forschung ein. Gemeinsam mit Partnern aus Entwicklung und
Wissenschaft verbesserte die BayWa r.e. Rotor Service GmbH die
Effizienz von Rotorblättern. Ein zweijähriger Feldtest im Windpark Horst nordwestlich von Hamburg zeigte: Eine Vertiefung
Saubere traditionelle Energie
Auch im traditionellen Energiehandel hat die BayWa die
Umwelt im Blick. Neben speziellen Heizölen, die bei minimalem
Schadstoffausstoß effizienter verbrennen, vertreibt das Unternehmen ökologisch unbedenkliche Schmierstoffe sowie Spezialkraftstoffe, die nahezu frei sind von Blei, Benzol, Aromaten
und Schwefel. Behagliche und umweltfreundliche Wärme für
zu Hause erzeugen Holzpellets und Holzbriketts. Sie verbrennen CO2-neutral und wachsen in der Natur nach. Im Rahmen
sog. Contracting-Modelle konzipiert und betreibt die BayWa
Energie Dienstleistungs GmbH für kommunale und gewerbliche Kunden innovative und effiziente Wärmeversorgungslösungen. Rund 80 Prozent der darüber gelieferten Wärme stammt
aus regenerativen Holzbrennstoffen. Ihre Kunden sensibilisiert
die BayWa für den bewussten Umgang mit nachwachsenden
Rohstoffen. Beim Kauf von Holzpellets und Heizöl sowie beim
Bezug von Ökostrom erhalten sie Umweltcents im Wert von
zehn Euro. Den Betrag können sie für diverse Projekte zur Aufforstung heimischer Wälder spenden. Die BayWa unterstützt
damit seit Mai 2013 das Klima­programm „Bayern 2020“ der
Bayerischen Staatsregierung.
20
der Hinterkanten erhöht die Wirkfläche der Rotorblätter, über die
Montage eines Winglets lassen sich Randwirbel reduzieren. Die
Absaugung von Grenzschichten wiederum sorgt für ein besseres
Strömungsverhalten der Luft am Blatt.
Bislang wurden vier Anlagen mit diesem System ausgestattet. „Der
Mehrertrag lag zwischen 11 und 15 Prozent, die Investitionskosten
sind vergleichsweise gering“, sagt Reinhard Lührs, Geschäftsführer der BayWa r.e. Rotor Service GmbH. Der Vorteil liegt auf der
Hand: „Betreiber an Standorten mit niedrigen und mittleren Windgeschwindigkeiten können so die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlage
sichern“, sagt Lührs. Das Projekt wurde mit dem „German Renew­
ables Award“ ausgezeichnet, den das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster) vergibt.
Eigenversorgung mit Strom
Kennzeichnend für das postfossile Energiezeitalter ist die dezen­
trale Versorgung. Insbesondere Solarenergie lässt sich mit Hilfe vieler kleiner Anlagen nutzbar machen. Privathaushalten und Gewerbetreibenden bietet BayWa r.e. in Kooperation mit Installateuren
aus den Bereichen Elektrotechnik und Solar intelligente Eigenverbrauchslösungen mit und ohne Photovoltaik-Speichersystemen an.
Auch für Industrieunternehmen konzipiert und realisiert das Unternehmen Anlagen, die dem individuellen Strombedarf angepasst
sind. Durch innovative Pachtmodelle lassen sich dabei hohe Investitionskosten vermeiden. Der selbst produzierte Strom deckt den
Bedarf der Kunden so weit als möglich ab, den benötigten Reststrom können sie über BayWa r.e. aus erneuerbaren Quellen beziehen. Für Bürgergenossenschaften, die ein regionales Stromversorgungsmodell planen, übernimmt das Unternehmen Projektierung,
Bau und Betrieb der Anlagen sowie die Eigenversorgung mit dem
regenerativ produzierten Strom.
Der Kunde als Energieerzeuger und -verbraucher steht auch im
Mittelpunkt des Joint Ventures BEEGY GmbH. BayWa r.e. kooperiert darin seit November 2014 mit verschiedenen Partnern. Als
Komplettanbieter offerieren sie gemeinsam innovative System­
lösungen. Diese ermöglichen es, Strom dezentral und ­nachhaltig
zu gewinnen, intelligent zu speichern und damit schwankende
Mengen auszugleichen sowie den Energiebedarf zu verringern.
Bewusstsein schärfen
Ein bewusster und effizienter Umgang mit Energie ist unabdingbar, um die Ziele der Energiewende zu erreichen. BayWa r.e. sensibilisiert dafür auf vielfältige Weise: Als Unterstützer der EU-weiten Energiesparkampagne SMERGY adressiert das Unternehmen
junge Erwachsene auf dem Weg zur ersten eigenen Wohnung.
Einen individuellen Check sowie hilfreiche Tipps zum Einsparen von Heizenergie, Strom und Warmwasser erhalten Verbraucher über ein Energieeffizienzportal auf der BayWa-Website
(www.‌baywa-oekoenergie.de/energieeffizienz). Die vielfältigen
Aktivitäten der BayWa r.e. für eine ökologisch verträgliche Energieversorgung werden honoriert. Im Oktober 2014 erhielt das
Unternehmen als eines der ersten das neue TÜV-SÜD-Zertifikat
„Wegbereiter der Energiewende“. Verliehen wird die Auszeichnung
an Unternehmen, die die Ziele der Energiewende in ihre Ausrichtung integrieren und selbst nachhaltig wirtschaften.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Energie
Energiewende: Status quo und Ziele der Bundesregierung
Reduktion der Treibhausgasemissionen in
Deutschland (gegenüber 1990)
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch
CO2
– 26,3 %
80
35
27,8 %
%
%
2014
2020
2050
Q U E L L E : Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2014
Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung 2014
2014 *
CO2
– 40 %
7,0 %
Biomasse
5,8 %
Photovoltaik
3,4 %
Wasserkraft
1,0 %
Hausmüll *
8,6 %
Wind
2020
Q U E L L E : AG Energiebilanzen 2015 * nur Erzeugung aus biogenem Anteil
CO2
Reduktion des Energieverbrauchs (gegenüber 2008)
– 80 %
– 3,8 %
2050
2013
– 50
– 20
%
%
2020
2050
Q U E L L E : Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
* Agora Energiewende, Schätzung
Q U E L L E : Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) 2014
Ausbau von Solar- und
Windkraft in Deutschland
Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien
Leistungszubau
2014
Gesamte installierte
Leistung
Wasserkraft
Biomasse *
Wind
Solar
Gesamt
Photovoltaik
1.899 MWp
38.359 MWp
2000
24,9
3,4
9,5
–
37,8
Wind
5.279 MW
39.164 MW
2005
19,6
14,4
27,2
1,3
62,5
an Land
4.750 MW
38.115 MW
2010
21,0
34,3
37,8
11,7
104,8
auf See
529 MW
1.049 MW
2014
20,5
49,1
56,0
34,9
160,5
Q U E L L E N : Anlagenregister der Bundesnetzagentur,
Bundesverband Windenergie e. V.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Angaben in Terrawattstunden (TWh)
Q U E L L E : AG Energiebilanzen (Februar 2015) * inkl. biogenem Hausmüll
21
Bauen
Energieeffizient
und wohngesund bauen
Mit einem Anteil von über einem Drittel zählt der Gebäudesektor zu den
größten Endenergieverbrauchern in Deutschland. Für das Gelingen der
Energiewende gilt es daher, bestehende Gebäude energieeffizient zu
sanieren und Neubauten nach energetischen Standards zu errichten.
Im Sinne der Bewohner muss eine moderne energieeffiziente Bauweise
dabei zugleich die Wohngesundheit im Blick haben.
Dichte Gebäudehüllen stellen sicher, dass weniger Wärme entweicht – gut im Sinne der Energieeffizienz. Zugleich dringt damit
aber auch weniger schadstoffhaltige Raumluft nach außen. Verglichen mit der vor 15 Jahren üblichen Bauweise verfügen moderne
Gebäude über eine um den Faktor zehn reduzierte Luftwechsel­
rate. Für die Innenraumlufthygiene ist das problematisch. Erhöhte
Konzentrationen von Kohlendioxid, das der Mensch bei der
Atmung ausstößt, oder von Schadstoffen, die aus Bodenbelägen,
Klebstoffen oder Lacken entweichen, können gesundheitliche
Schäden verursachen: angefangen von Kopfschmerzen, Allergien,
Haut- und Atemwegs­erkrankungen bis hin zu krebserregenden
22
Wirkungen. Ein gesundes Raumklima ist damit längst nicht nur ein
Thema für Allergiker und Familien mit Kleinkindern. Für Privathaushalte gibt es zwar noch keine gesetzlich verankerten Grenzwerte für Schadstoffemissionen in den Innenräumen. Kommt es
aufgrund von Belastungen zu Streitfällen, greifen jedoch bereits die
Richtwerte des Ausschusses für Innenraumwerte des Umweltbundesamts. „Bauherren tun gut daran, Materialien bewusst anhand
ihrer Schadstoffkonzentration auszuwählen“, sagt Steffen Mechter, Leiter Innovationsmanagement der BayWa-Sparte Baustoffe.
Zumal davon auszugehen ist, dass wohngesunde Baumaßnahmen
den Wert einer Immobilie steigen lassen.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Bauen
Wertschöpfungskette Bauen
Baustoffhersteller
Verarbeiter
Baustoffhandel
Investor
Systemanbieter
Generalunternehmer
Architekt / Fachplaner
Einkauf
Lagerung
Service &
Dienst­
leistung
Beratung &
Verkauf
Logistik
BayWa AG
andere Akteure
Gute Luft, gut fürs Klima
Im Widerspruch zueinander stehen Wohngesundheit und Energieeffizienz nicht. Den Beweis dafür erbringt das Effizienzhaus Plus,
das die BayWa gemeinsam mit dem Ziegelunternehmen Schlagmann Poroton im südostbayerischen Burghausen errichtet hat. Das
Einfamilienhaus, das seit Ende 2013 von einer dreiköpfigen Familie
bewohnt wird, entstand im Rahmen der vom Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Forschungsinitiative „Zukunft Bau“. Es produziert mehr Energie, als
sein Betrieb im Jahresdurchschnitt erfordert. Errichtet wurde es in
traditionell monolithischer Bauweise. Das hochwärmedämmende
Ziegelmauerwerk dient mit seiner Speichermasse als Energiedepot. Damit die nahezu luftdichte Gebäudehülle das Raumklima nicht
beeinträchtigt, kamen im Innenraum nur schadstoffarme Baustoffe
wie emissionsgeprüfte Abdichtungen oder Silikatfarben zum Einsatz. Materialien wie Kalkputze regulieren die Feuchtigkeit in der
Raumluft besser als Gipsputze und halten die CO2-Werte niedrig.
Eine dezentrale Lüftungsanlage sichert die Qualität der Raumluft.
Strenge Richtwerte
Konsequent schadstoffarm errichtete die BayWa gemeinsam mit
dem Bauträger Asset GmbH auch fünf Reihenhäuser im Augsburger Reese Park. Für die Innenräume wurden ausschließlich geprüfte
schadstoff- und emissionsarme Bau- und Bauhilfsstoffe eingesetzt.
Ausgeführt haben die Arbeiten regionale Handwerksfirmen. Sie
wurden vorab durch Mitarbeiter des unabhängigen Sentinel Haus
Instituts, mit dem die BayWa beim wohngesunden Bauen kooperiert, zu den strengen Kriterien der Wohngesundheit geschult.
Die abschließenden Messungen nach Ende der Bauarbeiten
bescheinigten eine sehr gute Innenraumluftqualität: Sowohl die
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Werte für die Summe der flüchtigen organischen Verbindungen
(TVOC) wie auch für Formaldehyd lagen deutlich unter den Richtwerten, die das Umweltbundesamt für den – besonders streng
bewerteten – Neubau von Kindergärten und Schulen vorgibt.
Wohngesundes Bauen ist nicht nur eine Sache einzelner Baustoffe.
Es erfordert das Zusammenspiel verschiedener Materialien und
deren Verarbeitung. Neben der Beratung ihrer Kunden forciert
die BayWa daher auch die Emissionsprüfung ausgewählter Bau­
regeldetails – aktuell für Innentüren in massiver Innenwand sowie
Fenster in massiver Außenwand. „Unser Ziel ist es, wohngesundes
Bauen für verarbeitende Betriebe praktikabel und damit alltagstauglich zu machen“, sagt Innovationsmanager Steffen Mechter.
Anteil von Gebäuden am Endenergieverbrauch
in Deutschland
37,6 %
Davon entfallen auf
Private Haushalte
Gewerbe- und
Dienstleistungssektor
Industriesektor
63 %
28 %
9 %
Q U E L L E : Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen
23
Mitarbeiter
Generationen führen
Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft und altert. Bereits in zehn Jahren sind 40 Prozent der Arbeitnehmer 50 Jahre und älter, prognostiziert
das Statistische Bundesamt. Für Unternehmen heißt das: Sie müssen stärker um Fachkräfte werben und diese langfristig binden. Zudem gilt es, die
Mitarbeiter fit zu halten für die digitalisierte Arbeitswelt. Über beidem steht
die Aufgabe, ein kooperatives Miteinander der Generationen zu fördern.
Mit rund 41 Jahren liegt der Altersdurchschnitt der BayWa-Belegschaft im bundesweiten Mittel. Dahinter verbirgt sich jedoch
ein breites Altersspektrum: Fast jeder dritte Mitarbeiter ist älter
als 50 Jahre, 40-jährige Betriebsjubiläen sind keine Seltenheit.
­Demgegenüber stehen, insbesondere in den Segmenten Agrar, Bau
und Energie, viele Auszubildende sowie Nachwuchskräfte.
Erstmalig sind im Unternehmen fünf Generationen v­ ertreten. Ihre
Vertreter sind geprägt von den jeweiligen gesellschaft­lichen und
historischen Ereignissen der Zeit. Sie teilen gewisse Einstellungen
und Werte – und grenzen sich damit von anderen ­Generationen ab.
24
Auch im Arbeitsalltag treffen unterschiedliche Vorstellungen aufein­
ander: etwa bei Vertretern der sog. Babyboomer (Jahrgang 1946
bis 1964) und der Generation Y (Jahrgang 1977 bis 1998). Erstere
gelten, pauschal gesprochen, als engagiert und durchsetzungsstark.
Sie arbeiten effizient, suchen Erfüllung im Job und wollen für ihre
Leistung geschätzt werden. Vertreter der Generation Y wollen vor
allem eigenständig arbeiten, mitbestimmen und sie hinterfragen
vieles. Von älteren Führungskräften können sie als allzu fordernd
wahrgenommen werden. Sie selbst wiederum sehen sich nicht als
an einen Arbeit­geber gebunden, der ihren Anforderungen nicht
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Mitarbeiter
genügt. Frustration kann da schnell zu Fluktuation führen. Werturteile
über Lebenseinstellung und Arbeitshaltung anderer Generationen
gab es zu jeder Zeit. Neu ist die Position, die die demografische
Entwicklung jungen Mitarbeitern heute verleiht. Für ein produktives
Miteinander sind Unternehmen gefordert, ein wechselseitiges Verständnis für ­Stärken und Bedürfnisse zu schaffen. Und die Befürchtung auszuräumen, das Gegenüber sei nicht willens oder fähig, sich
zu ändern.
Stärken fördern und nutzen
Die BayWa hat die Altersdiversität in der Personalbetreuung wie
auch der Führungskräfteentwicklung in den Fokus gerückt. „Menschen wertschätzend zu führen setzt voraus, auf ihre jeweiligen
Einstellungen, Lebensphasen und Stärken einzugehen“, sagt Maika
Fritz, Leiterin Personalentwicklung bei der BayWa.
In Seminaren lernen Führungskräfte der
BayWa die Einstellungen der ­verschiedenen
Generationen kennen und ­werden für ihre
spezifischen ­Kompetenzen sensibilisiert.
Nicht nur, um Konflikte zu vermeiden. „Ziel ist es, das Potenzial zu heben, das die Altersvielfalt birgt“, sagt Maika Fritz.
So sind junge Mitarbeiter heute meist digital versiert, vernetzt und geübt, m
­ ehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. So
schnell sie Informationen beschaffen, treffen sie auch Entscheidungen – nicht immer so analytisch wie von älteren Kollegen erwartet. Diese wiederum bringen Erfahrung, betriebliches Wissen und oft ein hohes Qualitätsbewusstsein in
ein Team ein. Das Tempo der ­Informationsverarbeitung und
Dauer­belastbarkeit nehmen im Alter dagegen ab.
Q UA L I F I Z I E RT ——— Auf eine solide Ausbildung junger
Menschen legt die BayWa großen Wert.
Bevölkerung in Deutschland
82
2008
70
2060
Mio.
Angebote für Jung und Alt
Auch im Bereich der betrieblichen Ausbildung orientiert sich die
BayWa an den Bedürfnissen und Erwartungen der jungen Generation, etwa durch angepasste Lernformate oder die spielerische
Vermittlung von Wissen. Der demografische Wandel schlägt sich
hier bereits deutlich nieder. Auch schließen Schulabgänger heute
oft zeitgleich mehrere Ausbildungsverträge ab, um sich in letzter
Minute für einen Arbeitgeber zu entscheiden. Mit Schulkooperationen und Bewerbertrainings betreibt der Konzern daher ein aktives
Employer Branding.
Alle Mitarbeiter will die BayWa befähigen, Schritt zu halten mit
der Digitalisierung wie auch der eigenen I­ nternationalisierung.
Ein Pilotprojekt vermittelt etwa Medienkompetenzen – von
neuen Präsentationsformaten bis hin zu Möglichkeiten ­virtueller
­Zusammenarbeit. Mitarbeitern, die kurz vor dem Ruhestand
­stehen, veranschaulicht ein Trainingsangebot, wie die letzte
Arbeitsphase im Konzern gestaltet werden kann. Sie bis dahin fit
und leistungsfähig zu halten ist Ziel des umfassenden Gesundheitsmanagements der BayWa – das selbstredend auch junge ­Kollegen
adressiert.
Mio.
61 %
50 %
19 %
15 % 20 %
16 %
5 %
0 bis unter
20 Jahre
20 bis unter
65 Jarre
65 bis unter
80 Jahre
14 %
über
80 Jahre
Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren
50
Mio.
ca. 2008
39 – 41
Mio.
2035
36 Mio.
2060
Q U E L L E : 12. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts,
Annahme einer Nettozuwanderung um jährlich 200.000 Personen
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
25
Umwelt
Transport-Emissionen verringern
Der Transport von Gütern verursacht CO2-Emissionen – weltweit mehr als
fünf Prozent des gesamten Ausstoßes, schätzt das Fraunhofer-Institut für
Materialfluss und Logistik IML. Für ein Handelsunternehmen ist Logistik ein
zentrales Element der Wertschöpfungskette. Und zugleich ein großer Hebel
zur Verbesserung der eigenen CO2-Bilanz.
Die BayWa verfolgt die nachhaltige Ausrichtung ihrer Logistik seit
2014 als spartenübergreifendes Projekt. Sie spart damit nicht nur
Energie und Kosten, sondern erfüllt auch die steigenden Erwartungen der Kunden an einen ökologisch verträglichen und sicheren
Transport. Der Weg dorthin führt über vier strategische Ansätze:
Optimale Distributionsstrukturen
Mitentscheidend für die Standortwahl eines BayWa-Lagers sind die
Transportkosten und Emissionen, die bei Beschaffung und Zustellung der Ware entstehen. Vorhandene Lager werden im Ergebnis
umgesiedelt, so etwa die Zentrallager für Schmierstoffe und Futtermittel. Ihr Umzug spart jährlich jeweils über eine Million Tonnenkilometer und rund 324 Tonnen CO2 ein.
Mehr Bahn und Binnenschifffahrt
Der Zukauf oder Ausbau von Hafen- und Bahnanlagen macht
umweltfreundliche Schiffs- und Bahntransporte für die BayWa
attraktiver. Sie ermöglichen ein schnelles Be- und Entladen, bieten große Verladekapazitäten und Lagermöglichkeiten und erhöhen so die Effizienz und Planbarkeit großvolumiger Transporte.
Mit dem Ganzzugkonzept Nord – Ost baut die BayWa seit 2014
26
die Bahnverkehre für Getreide von wenigen Beladestationen in
Sachsen zu den Exporthäfen und großen Inlandskunden aus. Dazu
mietet sie für einen definierten Zeitraum mehrere Ganzzüge mit
einer Volumenzusage zu wettbewerbsfähigen Frachtpreisen an.
2014 verlagerte sie damit über 110.000 Tonnen Getreide auf die
Schiene und sparte rund 3.400 Tonnen CO2 ein.
Weniger Transporte und Emissionen
Unnötige Transporte reduziert die BayWa, indem sie Touren
optimiert sowie durch Kundenbetreuung Fehlanfahrten und
Retouren vermeidet. Generell lautet die Prämisse: Emissionen verringern. Dafür sorgen ein modernisierter Fuhrpark, eine
ökologische Fahrweise, der CO2-neutrale Versand von Paketen
sowie die Nutzung von Frachtenbörsen zur optimalen Auslastung der eigenen Lkws.
Nachhaltige Partnerschaften
Ihre Logistikpartner wählt die BayWa u. a. anhand von Nachhaltigkeitskriterien aus, etwa der Fuhrparkeffizienz. Um Sendungen
stärker zu bündeln, beschränkt sie sich auf weniger Partner und
schließt dazu spartenübergreifende Rahmenverträge.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Nachhaltigkeitsleistung
2014
Standardangaben
Wesentlichkeitsanalyse und
nachhaltige Unternehmensführung
28
Markt
Nachhaltig wirtschaften
GRI Index
52
34
Umwelt und Klima
Ressourcen schützen
Impressum
56
38 Mitarbeiter
Partnerschaftlich arbeiten
45
Lebensqualität
Lebensqualität gestalten
49
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
27
Standardangaben
Wesentlichkeitsanalyse und Bestimmung der Berichtsinhalte
In einem Workshop identifizierte der Lenkungskreis Nachhaltigkeit der BayWa AG 2014 die wichtigsten
­globalen ­Herausforderungen für die Entwicklung des Unternehmens. Die Teilnehmer nahmen dabei unter
externer Moderation die Perspektive der drei relevan­testen Stakeholdergruppen der BayWa AG ein: Kunden,
Lieferanten und Mitarbeiter. Sie haben aus Erfahrung der BayWa den g
­ rößten Einfluss auf das Unternehmen,
gleichzeitig sind sie von seiner Tätigkeit am stärksten betroffen. Ausgehend von einer Gesamtskala mit den
Werten 1 (unbedeutend) bis 10 (extrem relevant) wurden als Ergebnis Herausforderungen mit einer durchschnittlichen Bewertung von über 5 als wesentlich definiert. Die ihnen zugeordneten Aspekte, ergänzt um
Informationen zur wirtschaftlichen Leistung, bestimmen die Inhalte des vorliegenden Berichts. Dargestellt
sind sie in den folgenden Kapiteln entlang der vier Handlungsfelder der BayWa-Nachhaltigkeitsstrategie.
G4-18, G4-19, G4-20,
G4-21, G4-24, G4-25
Wesentliche Herausforderungen und zugehörige GRI-Aspekte *
Umweltverschmutzung
Ernährung
Bewertung: 7, 5
Bewertung: 7, 5
Aspekte **
Aspekte **
Abwasser und Abfall (i, a),
Transport (i, a), Produkte
und Dienstleistungen
(Ökologie) (i, a),
Lieferantenbewertung
bez. ökologischer Aspekte
(a), Kennzeichnung von
Produkten und Dienstleistungen (i, a), Compliance
(Produktverantwortung) (i, a)
Lieferantenbewertung
bez. ökologischer Aspekte
(a), Kundengesundheit
und -sicherheit (i, a),
Kennzeichnung
von Produkten und
Dienstleistungen (i, a)
Demografischer
Wandel
Diversität und
Chancengleichheit
Klimawandel
Korruption
Bewertung: 7, 25
Bewertung: 6,75
Bewertung: 6,5
Aspekte **
Aspekte **
Aspekte **
Vielfalt und
Chancengleichheit (i),
Gleicher Lohn für Frauen
und Männer (i),
Gleichbehandlung (i)
Energie (i, a), Emissionen ­
(i, a), Produkte und
Dienstleistungen
(Ökologie) (i, a), Liefe­
rantenbewertung bez.
ökologischer Aspekte (a)
Korruptionsbekämpfung
(i), Politik (i), Wettbewerbs­
widriges Verhalten (i),
Compliance (Gesellschaft)
(i), Lieferantenbewertung
bez. gesellschaftlicher
Auswir­kungen (a)
Ressourcenknappheit
Menschenrechte
Bevölkerungs­
wachstum
Gesundheit
Bewertung: 6,5
Bewertung: 7, 0
Bewertung: 7, 5
Bewertung: 7, 25
Aspekte **
Aspekte **
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz (i),
Lieferantenbewertung
bez. ökologischer Aspekte
(a), Lieferantenbewertung
bez. Arbeitspraktiken
(a), Kundengesundheit
und -sicherheit (i, a),
Kennzeichnung von
Produkten und Dienstleistungen (i, a), Compliance
(Produktverantwortung) (i, a)
Beschäftigung (i), Aus- und
Weiterbildung (i)
Aspekte **
Aspekte **
Beschaffung (i),
Energie (i, a), Produkte
und Dienstleistungen
(Ökologie) (i, a),
Lieferantenbewertung bez.
ökologischer Aspekte (a)
Lieferantenbewertung
bez. Arbeitspraktiken (a),
Lieferantenbewertung bez.
­Menschenrechten (a)
Bewertung: 6,0
Aspekte **
Produkte und
Dienstleistungen (Ökologie)
(i, a), Lieferan­tenbewertung
bez. ­ökologischer Aspekte (a)
* Mit einem Wert unter 5 und damit als nicht wesentlich wurden folgende Herausforderungen eingeschätzt: Zugang zu Wasser, Armut, Verstädterung und Biodiversität
** Wesentlich innerhalb (i) oder außerhalb (a) der Organisation; mehrfache Zuordnung möglich
28
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Standardangaben
Nachhaltige
Unternehmensführung
Corporate Governance
Die BayWa AG ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als globaler Handels- und Dienstleistungskonzern
bewusst. Die Werte des Unternehmens werden von Mitarbeitern und Führungskräften konzernweit im täglichen
Handeln sowie im fairen Umgang mit Geschäftspartnern gelebt. Festgeschrieben sind sie in der Satzung, den
Unternehmensleitlinien, den Ethischen Grundsätzen der BayWa AG und im Führungsleitbild. In dem Bewusstsein,
dass Corporate Governance einen wichtigen Beitrag zu einer transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung leistet, orientiert sich die BayWa seit 2003 am Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK).
(Entsprechenserklärung zum DCGK gemäß § 161 AktG siehe Geschäftsbericht 2014, S. 253/254)
Die Satzung der BayWa,
Unternehmensleitlinien, die
Ethischen Grundsätze sowie
das Führungsleitbild geben
den Mitarbeitern Orientierung.
Die 2014 aktualisierten Ethischen Grundsätze der BayWa AG (siehe S. 31) enthalten klare Handlungsmaximen für
den Umgang mit Informationen, Geschäftspartnern und dem Eigentum der BayWa AG. Ein präventives ComplianceManagement sichert die Einhaltung von Recht, Gesetz sowie internen Richtlinien und hilft, geschäftsschädigende
Handlungen zu vermeiden. Ein Risikomanagementsystem als Bestandteil der Planungs- und Steuerungsprozesse
ermöglicht es zudem, Risiken des unternehmerischen Handelns frühzeitig zu erkennen und zu bewerten.
Steuerung und Kontrolle
Die BayWa AG hat ihren Hauptsitz in München und unterliegt damit deutschem Aktienrecht. Danach bilden Vorstand und Aufsichtsrat die duale Führungs- und Kontrollstruktur des Unternehmens. Ziel der engen Zusammen­
arbeit ist es, den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sichern. Der Vorstand
bestand zum 31. Dezember 2014 aus 5 Mitgliedern: Prof. Klaus Josef Lutz (Vorstandsvorsitzender), Andreas H
­ elber,
Dr. Josef Krapf, Roland Schuler sowie Reinhard Wolf (siehe Geschäftsbericht 2014, S. 47). Der Aufsichtsrat der
BayWa AG, dem im Berichtsjahr 16 Mitglieder angehörten, kontrolliert und berät den Vorstand bei der Leitung des
Unternehmens und erörtert mit ihm regelmäßig Geschäftsentwicklung, Planung, Strategie und Risiken. Gemäß dem
deutschen Mitbestimmungsgesetz ist der Aufsichtsrat paritätisch mit Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besetzt. Im Sinne einer effizienten Kontrolle arbeitet er in sechs Ausschüssen (siehe Geschäftsbericht
2014, S. 48). Damit eine unabhängige Beratung und Kontrolle des Vorstands gewährleistet ist, gehören dem Aufsichtsrat, wie in den Vorjahren auch, keine ehemaligen Mitglieder des Vorstands an.
Vermeidung von Interessenkonflikten
Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats der BayWa AG verpflichtet dessen Mitglieder, den Aufsichtsrat unverzüglich über mögliche Interessenkonflikte zu informieren – insbesondere über solche, die aufgrund einer Beratung
oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder anderen Geschäftspartnern entstehen können.
Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur
Beendigung des Mandats führen. Im Geschäftsjahr 2014 kam es, wie auch im Vorjahr, zu keinen Interessenkonflikten bei Mitgliedern des Aufsichtsrats der BayWa AG.
Besetzung und Weiterbildung des Vorstands und Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat vertritt die Gesellschaft gegenüber dem Vorstand. Er ernennt die Vorstände und beruft diese ab.
Er bestellt die Vorstandsmitglieder auf höchstens 5 Jahre, eine wiederholte Bestellung der Vorstandsmitglieder
ist zulässig. Wie auch bei der Auswahl für die Besetzung des Aufsichtsrats ist hierbei die persönliche Qualifikation
des Kandidaten maßgebliches Kriterium. Konkrete Zielvorgaben oder Quoten sieht der Konzern als nicht sinnvoll
an (siehe auch die aktuelle Entsprechenserklärung auf der Internetseite der BayWa AG:
www.baywa.com/investor_relations/corporate_governance/entsprechenserklaerung/).
Informationsveranstaltungen für Mitglieder des Aufsichtsrats, zu seinen Rechten und Pflichten, sowie zu aktuellen relevanten Entwicklungen, finden mindestens alle zwei Jahre statt. Über relevante Gesetzesänderungen informiert die BayWa AG den Aufsichtsrat unterjährig laufend. Darüber hinaus bilden sich die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich in externen Schulungen weiter. Die Kosten dafür übernimmt die BayWa AG. Die Vorstände
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
29
Standardangaben
nehmen regelmäßig an Fachtagungen teil und werden laufend über aktuelle rechtliche und regulatorische Neuerungen informiert.
Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats
Das Vergütungssystem für Vorstände einschließlich der wesentlichen Vertragselemente wird vom Aufsichtsrat jährlich
überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Berichtsjahr erhielt der Vorstand 6,519 Mio. Euro (Vorjahr: 5,811 Mio. Euro).
Die Höhe der Vergütung bemisst sich am Erreichen der jährlich vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele, die sich
­wiederum an individuell vereinbarten Zielen und/oder am geschäftlichen Erfolg des Unternehmens orientieren
(Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit). Die kurzfristige wie auch die langfristige variable Vergütung trägt
damit negativen und positiven Geschäftsentwicklungen Rechnung. (Siehe auch Vergütungsbericht, Geschäfts­
bericht 2014, S. 69/70.) Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder orientiert sich an deren individuellen Verantwortung und Tätigkeitsumfang sowie am Erfolg des Konzerns. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im
Berichtsjahr auf 0,686 Mio. Euro (2013: 0,683 Mio. Euro), davon 0,351 Mio. Euro variable Vergütungsanteile (2013:
0,322 Mio. Euro).
Verantwortung für soziale und ökologische Themen
Die Verantwortung für die ökonomische, soziale und ökologische Konzernentwicklung liegt beim Vorstand der
BayWa AG. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist dem Bereich Investor Relations und damit dem Finanzvorstand
zugeordnet. Im Rahmen der Vorstandssitzungen wird der gesamte Vorstand seit 2013 mindestens halbjährlich
über den aktuellen Stand des Nachhaltigkeitsmanagements und inhaltliche Schwerpunkte informiert. Im Berichtsjahr wurden dem Vorstand ein Zeitplan für die Nachhaltigkeitsaktivitäten der BayWa AG bis 2015 sowie die mit den
Sparten erarbeiteten Nachhaltigkeitsziele (siehe S. 9) im Detail vorgestellt und final verabschiedet. Der Vorstand
gibt zudem den Nachhaltigkeitsbericht frei.
Aktionärsstruktur
Der BayWa-Vorstand wird
mindestens zweimal im Jahr
über aktuelle Entwicklungen
des Nachhaltigkeitsmanagements informiert.
Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an
Vorstand und Aufsichtsrat
Auf der jährlichen Hauptversammlung der BayWa AG
wird
u. a. die Gewinnverwendung und die Entlastung
35,34 %
(34,91 %)
des Vorstands und Aufsichtsrats beschlossen sowie
der Abschlussprüfer gewählt. Aktionäre haben hier
die Möglichkeit, selbst oder durch einen benannten
Stimmrechtsvertreter kritische Anliegen zu äußern.
25,18 %
Persönliche Anliegen oder Kritik können sie – wie
(25,14 %)
auch andere Stakeholder – zudem per Post oder
Streubesitz
per Online-Kontaktformular direkt an den Vorstand
Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs AG
adressieren. Jenseits der gesetzlichen Anforderun Raiffeisen Agrar Invest GmbH
gen ist ein Genossenschaftlicher Beirat in der Sat(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
zung der BayWa AG verankert. Dieser besteht aus
Vertretern großer Genossenschaften und Verbänden,
in denen Landwirte aus ganz Deutschland und damit Hauptkunden der BayWa AG vertreten sind. Als Interessenvertreter wichtiger Kunden bietet der Beirat eine weitere Möglichkeit, Anliegen direkt an den Vorstand und Aufsichtsrat
zu adressieren.
39,48 %
(39,95 %)
Werte und Verhaltenskodizes
Die BayWa AG hat in ihren Unternehmensleitlinien, Ethischen Grundsätzen sowie im Führungsleitbild verbindliche
Ziele und Verhaltensweisen festgelegt und konzernweit implementiert. Sie bilden zusammen den Rahmen für das
faire und verantwortungsbewusste Verhalten eines jeden Mitarbeiters gegenüber Lieferanten, Kunden, Kollegen und
der Gesellschaft. Sämtliche Leitlinien sind vom Vorstand verabschiedet, der sich aktiv für ihre Umsetzung einsetzt.
Unternehmensleitbild
In einem von Dynamik und Internationalisierung geprägten Umfeld verfolgt die BayWa AG eine klare Vision (siehe
Kasten). Die Unternehmensleitlinien bilden zudem die Basis für die Markenwerte des Unternehmens: Vertrauen,
Solidität und Innovation.
30
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Standardangaben
Vision der BayWa AG
In einem international vernetzten Marktumfeld gehören wir in unseren Kernsegmenten Agrar, Energie und Bau
zu den führenden Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Wir wollen diese Position nachhaltig ausbauen
und profitabel weiter wachsen. Dies steigert die Ertragskraft im Konzern und sichert unsere Zukunft in globaler
werdenden Märkten.
• Wir sind unseren Kunden, Mitarbeitern, Anlegern und Lieferanten ein starker Partner.
• Wir sind ein vertrauensvolles, solides und innovatives Unternehmen.
• Wir tragen gesellschaftliche und ökologische Verantwortung auch vor dem Hintergrund unserer
­genossenschaftlichen Herkunft.
Wir fühlen uns einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung verpflichtet.
• Ethische Grundsätze
Für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg kommt es auf das verantwortungsvolle und rechtlich einwandfreie Verhalten eines jeden Einzelnen an. Die 2014 überarbeiteten Ethischen Grundsätze der BayWa AG bilden als konzernweit verbindlicher Wertekodex den Rahmen für faires und verantwortungsvolles Handeln gegenüber Kolleginnen
und Kollegen, den Kunden, der Gesellschaft und der Umwelt. In einem zunehmend internationalen Umfeld sollen
die Grundsätze allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Bewältigung von besonderen Herausforderungen
als Richtwerte dienen und zum Schutz der BayWa und ihrer Beteiligungen beitragen.
Führungsleitbild
Führungskräfte sind zentrale Multiplikatoren für Unternehmenswerte und haben großen Einfluss auf die Motivation
der Mitarbeiter. Die Abteilung Personal hat 2014 gemeinsam mit rund 100 Führungskräften ein konzernweit gültiges Führungsleitbild erarbeitet, das vom Vorstand verabschiedet wurde. Die acht Leitsätze betonen die Vorbildfunktion der Führungskräfte und regen zu einer klaren und zielgerichteten Kommunikation, einem fairen Umgang mit
den Mitarbeitern sowie zur Förderung von eigenständigem Handeln, zu Lösungsorientierung und zur Entwicklung
von Kompetenzen der Mitarbeiter an. Ende 2014 wurde das Leitbild den 280 globalen BayWa-Managern im Rahmen der jährlichen Führungskräftetagung offiziell vorgestellt.
Corporate Compliance und Datenschutz
Die Organisationseinheit
Compliance unterstützt die
BayWa-Mitarbeiter mit kontinuierlichen Schulungen und
diversen Beratungsleistungen.
Die 2013 gegründete Organisationseinheit Compliance ist präventiv ausgerichtet und setzt zur Verhinderung von
Rechtsverstößen insbesondere auf Schulungsmaßnahmen, umfangreiches Informationsmaterial und diverse Beratungsleistungen. Die beiden Kernthemen Antikorruption und Kartellrecht bilden dabei den Schwerpunkt der Tätigkeiten der Organisationseinheit. Sie stellt hierzu für die Mitarbeiter der BayWa AG verbindliche interne Regelungen auf, durch welche das Unternehmen, die Mitarbeiter und der Vorstand vor den Folgen von Rechtsverstößen
geschützt werden sollen. Diese wurden sowohl in der Muttergesellschaft als auch in ausgewählten Tochterunternehmen umgesetzt. Zusätzlich wurden die bestehenden Ethischen Grundsätze des Unternehmens aktualisiert und
ebenfalls in ausgewählten Beteiligungsunternehmen eingeführt. Des Weiteren findet eine enge Zusammenarbeit
mit der Konzernrevision statt, um die Einhaltung der Compliance-Grundsätze im Wege angemessener Kontrollen
überprüfen zu können. Die Organisationseinheit Compliance wird durch den Chief Compliance Officer verantwortet. Dieser berichtet direkt an den Finanzvorstand. Zudem wurde in jeder Sparte und in ausgewählten Beteiligungs­
unternehmen jeweils ein Compliance-Beauftragter bestellt.
Die Bereiche Außenwirtschaftsrecht, Datenschutz und Datensicherheit werden durch selbständige Funktionen
im Unternehmen gewährleistet und in ihrer Umsetzung dokumentiert. Um ein entsprechendes Bewusstsein für
die Konsequenzen zu schaffen und ein konkretes Fehlverhalten bezüglich Datenschutz zu vermeiden, führt die
BayWa AG flächendeckende Schulungen durch und erhebt Kundendaten nur, wenn unbedingt nötig.
Schulungen
Präsenz- und Online-Schulungen für Mitarbeiter der BayWa AG sowie ausgewählter Mehrheitsbeteiligungen sind
ein zentraler Bestandteil des Compliance-Management-Systems. Die Mitarbeiter der relevanten Berufsgruppen werden automatisch zu Veranstaltungen eingeladen. 2014 absolvierten 52 Teilnehmer Präsenzschulungen
(2013: 74) zu Antikorruption, 731 zu Compliance-Grundlagen inklusive Kartellrecht und Antikorruption (2013: 54)
sowie 28 zu Kartellrecht intensiv (2013: 90). Zudem besuchten im Berichtsjahr rund 5.100 Mitarbeiter ein
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
31
Standardangaben
praxisnahes Online-Training zu Antikorruption, weitere 1.000 (2013: rund 4.400) ein Training zu Kartellrecht. Der
Vorstand wurde 2014 regelmäßig durch den Chief Compliance Officer zu Korruptionsbekämpfung und Kartellrecht
informiert. Der Vorstand informierte seinerseits den Aufsichtsrat. Mittlerweile sind nahezu alle relevanten Mitarbeiter zu Compliance geschult. Ziel der BayWa AG ist es, deren Wissen regelmäßig aufzufrischen und neue Mitarbeiter
zeitnah zu schulen. Über alltagsrelevante Themen wie den Umgang mit Einladungen oder Zuwendungen informiert
das Intranet mit entsprechendem Quick-Check.
Zum Thema Datenschutz nahmen im Berichtsjahr 318 Mitarbeiter der BayWa AG (2013: 1.011) sowie 78 Mitarbeiter der BayWa r.e. an Präsenzschulungen teil. Zudem wird die BayWa-Belegschaft kontinuierlich im Intranet mit dem
vierteljährlichen Datenschutz-Newsletter informiert.
Beschwerdemechanismen
Nicht gesetzeskonforme Vorgänge oder Missstände im Unternehmen – dazu zählt auch Diskriminierung – oder in
der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern können Mitarbeiter der BayWa AG per Mail, telefonisch oder per Post
an die BayWa Compliance-Abteilung melden. Diese überprüft den Hinweis auf Stichhaltigkeit und Plausibilität und
tritt gegebenenfalls mit dem Hinweisgeber in Kontakt. Alle Hinweise werden vertraulich behandelt. Zudem steht
Mitarbeitern, die sich mit ihrem Anliegen nicht an eine interne Stelle wenden wollen, ein externer Vertrauensanwalt
zur Verfügung. Alle Kontaktadressen sind im Intranet zu finden.
Verstöße und Ermittlungen
Bußgelder für Nichteinhaltung von allgemeinen Gesetzen und Vorschriften, von Gesetzen und Vorschriften in Bezug
auf die Bereitstellung und Nutzung von Produkten und Dienstleistungen sowie in Bezug auf Kennzeichnung von
Produkten sind gegen die BayWa 2013 und 2014 nicht verhängt worden. In den Jahren 2013 und 2014 sind keine
bestätigten Korruptionsfälle bekannt geworden. Zudem sind in den beiden Jahren gegen die BayWa AG keine
Verfahren wegen Kartell- und Monopolbildung aufgenommen worden. Der Konzern und seine Gesellschaften sind
nicht an Gerichts- oder Schiedsverfahren beteiligt, die einen erheblichen Einfluss auf seine wirtschaftliche Lage
haben könnten oder innerhalb der letzten zwei Jahre gehabt haben.
Risikomanagement
Das Management von Chancen und Risiken ist eng an der langfristigen Strategie und der Mittelfristplanung des
BayWa-Konzerns ausgerichtet. Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken des unternehmerischen Handelns frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Es ist seit dem Jahr 2000 Bestandteil der Planungs- und Steuerungsprozesse
im Unternehmen, seine Grundsätze sind in einem vom Vorstand verabschiedeten Handbuch beschrieben. Kern des
Risikomanagementsystems ist der jährlich von den Geschäftseinheiten erstellte Risikobericht. Die Berichte werden
vom Vorstand und den Geschäftsbereichsverantwortlichen ausgewertet und beurteilt. Die systematische Weiterentwicklung bestehender und die Entwicklung neuer Systeme mit Frühwarncharakter tragen maßgeblich zur weiteren
Festigung sowie zum gezielten Ausbau der konzernweiten Chancen- und Risikokultur bei. (Siehe auch Chancenund Risikobericht, Geschäftsbericht 2014, S. 71–78.)
Das strategische Risiko­
management ist wesentlicher
Bestandteil der langfristigen
Geschäftsplanung.
Überwacht und gesteuert wird das Risikomanagement seit 2009 durch ein Risk Board unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden. Das mit operativen Managern und Mitarbeitern aus Stabsstellen besetzte Gremium tagt regelmäßig,
um operative Chancen und Risiken zu diskutieren und zu bewerten. Im vierteljährlichen Business Review unter
Leitung des Vorstands wird zudem die Wirksamkeit des Risikomanagements kontrolliert. Für jeden Bereich des
Konzerns sind Risikobeauftragte und Risikoberichterstatter eingesetzt, die für die Umsetzung des Reporting-Prozesses sorgen. ISO-Zertifizierungen zur Standardisierung von Abläufen und zur Vermeidung von Risiken sowie der
Abschluss von Versicherungen ergänzen das Risikomanagement des Konzerns.
Dialog mit Stakeholdern
Für die BayWa AG mit ihren Segmenten Agrar, Energie und Bau sind Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Shareholder
(Privatanleger, institutionelle Investoren) sowie Öffentlichkeit (Behörden, Kommunen) die wichtigsten Stakeholder.
G4-26, G4-27
Dialog mit Kunden
Als Handelsunternehmen sind die Außendienstmitarbeiter sowie die Mitarbeiter in den Betrieben vor Ort die wichtigsten Ansprechpartner für Kunden. Diese können auch über ein Formular auf der BayWa-Internetseite Kontakt
zum Unternehmen aufnehmen. Die Sparten Technik, Energie und Baustoffe sowie BayWa r.e. Solarsysteme GmbH
32
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Standardangaben
G4-26, G4-27
führen regelmäßige Kundenbefragungen zu den Themen Service und Produktsortiment durch. So schätzten 2014
über 70 Prozent der 679 Befragten das Baustoff-Sortiment der BayWa AG besser als das der Wettbewerber ein.
In einer 2013 durchgeführten Umfrage der Sparte Agrarhandel gaben 438 landwirtschaftliche Betriebe per E-Mail
Auskunft zu Servicequalität, Leistungen und Öffnungszeiten der BayWa. Bei BayWa r.e. fließt die Kunden-Bewertung in die Zielvereinbarung der Abteilungen ein. Zudem wird Kritik sofort bearbeitet und Ideen zur Erweiterung
des Produkt- oder Service-Portfolios aufgegriffen. Die Sparte Energie bietet für jede Geschäftseinheit (Brenn- und
Kraftstoffe, Schmierstoffe, Holzpellets und Tankstellen) eine Kundenhotline. Vor Ort, telefonisch, per Mail oder per
Post eingehende Beschwerden pflegen Mitarbeiter der BayWa in ein zentrales Beschwerdemanagement im In­tranet
ein. Diese werden direkt an die entsprechende Abteilung oder Ansprechpartner weitergeleitet. Das Beschwerdemanagement-Tool erlaubt zudem Auswertungen über die Anzahl von Beschwerden sowie den Stand ihrer Bearbeitung. (Siehe auch Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an Vorstand und Aufsichtsrat, S. 30.)
Dialog mit Lieferanten
Stakeholder können die
BayWa auf verschiedenen
Wegen erreichen – durch
direkten Kontakt an den
Standorten, auf Veranstaltungen, telefonisch oder
über das Internet. Viele
Sparten holen zudem die
Meinung der Kunden über
Befragungen ein.
Alle Sparten der BayWa AG pflegen einen kontinuierlichen und strategischen Austausch mit Lieferanten. Während der Erntezeit veranstalten die Großmärkte der BayWa Obst mehrfach sogenannte Marktgespräche, bei denen
die Erzeuger u. a. zu Qualitätsanforderungen, Erntefenstern, Annahmezeiten und aktuellen Marktbedingungen
informiert werden. Ein- bis zweimal jährlich finden zudem größere Erzeugerversammlungen in den Erntegebieten Bodensee und Neckar statt. Die Sparte Technik trifft sich mit dem Großteil der Lieferanten der Außenwirtschaft
quartalsweise. Neben Gesprächen über Neuerungen im Produktbereich finden Verkäufer- oder Produktschulungen statt. Für den direkten Austausch mit Lieferanten, Kunden oder Geschäftspartnern sind die BayWa AG und
BayWa r.e. regelmäßig auf den großen deutschen Messen wie beispielsweise Fruit Logistica, Internationale Grüne
Woche oder Windenergy vertreten (jeweils 2013 und 2014).
Dialog mit Mitarbeitern
Einzelne Sparten der BayWa AG holen regelmäßig die Meinung ihrer Mitarbeiter ein. Die Sparte Baustoffe befragte
beispielsweise im Berichtsjahr seine Angestellten zum Thema Innovation. Eine unternehmensweite Mitarbeiterbefragung ist in den Nachhaltigkeitszielen festgeschrieben und bis spätestens 2020 geplant. Verbesserungsvorschläge zu Arbeitssituation oder ökologischen Aspekten können die BayWa-Mitarbeiter seit 1987 über das Betriebliche Vorschlagswesen einbringen. 2014 haben 247 Mitarbeiter (2013: 298) 353 Ideen (2013: 466) gemeldet. Wie
auch im vergangenen Jahr brachten die Mitarbeiter der Sparte Baustoffe die meisten Vorschläge ein.
Dialog mit der Öffentlichkeit
Ihre nachhaltige Integration in Wirtschaft und Gesellschaft stellt die BayWa durch den kontinuierlichen Dialog mit
ihren Interessengruppen und der Öffentlichkeit sicher. Auf Symposien und Fachtagungen bezog der Vorstandsvorsitzende 2014 gegenüber Landwirten, Mittelständlern, Studenten sowie politischen Entscheidungsträgern und
Nichtregierungsorganisationen Stellung zu aktuellen Themen der Agrarindustrie. Über ihre Mitgliedschaft in Vereinen, Gremien und Verbänden, insbesondere im Deutschen Raiffeisenverband e.V., bringt die BayWa AG zudem ihre
Kompetenz in den politischen Prozess ein. Mit dem vierteljährlichen Unternehmensmagazin 75I60° informiert das
Unternehmen seit 2014 über aktuelle soziale und ökonomische Entwicklungen und ihre Antworten darauf (auch
unter www.baywa.com). Ihren Internetauftritt hat die BayWa AG 2014 komplett überarbeitet und nutzerfreundlicher
gestaltet. Die BayWa r.e. renewable energy GmbH engagiert sich als Partner des „WISE Power“-Projekts unter dem
Dach der Deutschen Energie-Agentur. Ziel ist es, die soziale Akzeptanz für Onshore-Windenergie unter Einbindung
aller relevanten Zielgruppen zu stärken und den Ausbau in Europa aktiv voranzutreiben.
Dialog mit Shareholdern
Die BayWa AG informiert ihre Anteilseigner regelmäßig und zeitnah über die Geschäftsentwicklung sowie die
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Um einen kontinuierlichen Informationsaustausch mit dem Kapitalmarkt zu
gewährleisten, finden im Rahmen der Investor-Relations-Arbeit regelmäßig Konferenzen und Roadshows statt, bei
denen sich der Vorstand mit Analysten und institutionellen Anlegern u. a. in Form von Einzelgesprächen austauscht.
Zu den Geschäftsergebnissen werden auf Quartalsbasis Pressekonferenzen abgehalten oder Presse­informationen
herausgegeben sowie Conference Calls mit Analysten durchgeführt. Das Jahresergebnis wird in einer Bilanz-Presseund einer Analystenkonferenz veröffentlicht. Sämtliche Präsentationen und Pressemitteilungen hierzu stehen zeitnah auf den Internetseiten des Konzerns bereit. Die BayWa AG legt äußersten Wert darauf, alle Aktionäre in Bezug
auf Informationen gleich zu behandeln. Über aktuelle Entwicklungen berichtet sie in Form von Pressemitteilungen
und – soweit erforderlich – durch Ad-hoc-Mitteilungen. Sämtliche Informationen werden auch auf der Internetseite
bereitgestellt. (Siehe auch Mitteilungsverfahren kritischer Anliegen an Vorstand und Aufsichtsrat, S. 30.)
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
33
Markt
Nachhaltig wirtschaften
Das Umfeld und die Märkte, in denen die BayWa agiert, unterliegen gravierenden Veränderungen. Mit gezielten
Akquisitionen, Entwicklung neuer Geschäftsfelder und organischem Wachstum in den Bereichen Agrarhandel,
Obst, Technik und Regenerative Energien festigt das Unternehmen seine Marktposition und sichert die langfristige Profitabilität der Geschäftstätigkeit. Die Internationalisierung und Optimierung des Geschäftsportfolios werden
dabei begleitet von einer soliden und vorausschauenden Finanzierungsstrategie. Sie ist geprägt vom traditionellen
Vorsichtsprinzip des genossenschaftlichen und landwirtschaftlichen Sektors, trägt aber zugleich den veränderten
Anforderungen des gewachsenen internationalen Konzerns Rechnung.
Die strategische Steuerung der Unternehmensbereiche erfolgt über die wertorientierte Unternehmensführung
und ein integriertes Risikomanagement. Die wertorientierte Steuerung dient der mittel- und langfristigen Portfolio­
optimierung und der strategischen Verbesserung der Kapitalallokation im Konzern. Sie gibt Auskunft darüber, ob
die erzielten operativen Überschüsse in einer angemessenen Relation zu den risikoadjustierten Kapitalkosten stehen bzw. ob die Segmente ihre Kapitalkosten erwirtschaften. Insbesondere im internationalen Geschäft kommt
dabei der Weiterentwicklung eines effizienten Risikomanagements eine wesentliche Bedeutung zu, um den langfristigen Geschäftserfolg abzusichern.
Wirtschaftliche Entwicklung und Leistung des BayWa-Konzerns
Wirtschaftliche Entwicklung und Ergebnis
Die Geschäftstätigkeit des BayWa-Konzerns gliedert sich in die drei Segmente Agrar, Energie und Bau und umfasst
den Groß- und Einzelhandel, die Logistik sowie umfangreiche ergänzende Beratungs- und Dienstleistungen. Insgesamt ist die BayWa direkt oder über indirekte Beteiligungen mit knapp 3.000 Standorten in 30 Ländern vertreten (davon mehr als 900 Standorte in Deutschland). Der Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens liegt in Europa
und wird durch bedeutende Aktivitäten in den USA und in Neuseeland sowie Geschäftsbeziehungen von Asien
bis Südamerika erweitert. Dieser Internationalisierungskurs wird konsequent fortgesetzt. In 2014 erwirtschaftete
das Unternehmen mehr als 50 Prozent von insgesamt 15,2 Mrd. Euro Umsatz (2013: 16,0 Mrd. Euro) im Ausland
(2013: 8,6 Mrd. Euro). Das EBIT fiel im Berichtsjahr mit 146,8 Mio. Euro um 33,8 Prozent niedriger aus als 2013
(221,9 Mio. Euro). Die Differenz ist im Wesentlichen auf Sondereffekte im Jahr 2013 zurückzuführen, wie beispielsweise die Realisierung des Buchgewinns aus dem Verkauf von Immobilienpaketen, sowie auf Konsolidierungs­
effekte, die sich im Berichtsjahr stärker negativ auswirkten. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 7 Prozent auf 0,80 Euro je Aktie vor. Seit 2009 hätte sich die Dividende
damit verdoppelt.
Seit 2009 hat sich die
Dividende pro BayWa-Aktie
beständig erhöht – auf heute
0,80 Euro.
Unter dem Dach der BayWa r.e. renewable energy GmbH deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette der regenerativen Energien ab. Das Tochterunternehmen ist derzeit in 14 Ländern mit Tätigkeitsschwerpunkten in Europa und den USA vertreten. Vor allem durch die internationale Ausrichtung stieg das EBIT des
Geschäftsfelds Regenerative Energien auf 36,5 Mio. Euro an (Vorjahr: 34,5 Mio. Euro). Trotz widriger Rahmen­
bedingungen in einigen Ländermärkten stieg die projektierte Leistung im Berichtsjahr erneut um fast 71 Prozent
auf 377,9 Mega­watt.
Der BayWa-Konzern hat im Geschäftsjahr 2014 neben Unternehmenszukäufen rund 164,6 Mio. Euro in immaterielle Vermögensgegenstände (11,2 Mio. Euro) und Sachanlagen (153,4 Mio.) investiert. Dabei handelt es sich in
erster Linie um Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen in Bausubstanz, Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, da moderne Standorte und leistungsfähige Betriebsvorrichtungen wesentliche Voraussetzungen für effiziente
Logistikprozesse sind.
Steuern, Subventionen und politische Spenden
Auf Konzernebene ergibt sich im Geschäftsjahr 2014 ein Steuerertrag von 2,8 Mio. Euro (2013: Steueraufwand von
47,0 Mio. Euro). Der Großteil des Ertrags entfiel mit 11,2 Mio. Euro auf Deutschland (2013: Großteil des Steuer­
aufwands von 30,2 Mio. Euro). Die Sparte Agrarhandel wurde in Deutschland für die Wiedereingliederung von
34
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Markt
EBIT BayWa-Konzern (in Mio. Euro)
Agrar
2013
2014
123,5
113,4
Energie
45,1
42,3
Bau
27,0
30,7
Sonstige Aktivitäten
26,3
– 39,6
221,9
146,8
Gesamt
Langzeitarbeitslosen sowie älteren Mitarbeitern
2013 und 2014 mit insgesamt 145.000 Euro unterstützt. Zudem erhält sie Zuschüsse der Europäischen Union für das Verbundprojekt SUNLIQUID®
zur Umwandlung landwirtschaftlicher Reststoffe in
Biokraftstoffe. BayWa r.e. renewable energy GmbH
ist nach dem deutschen Stromsteuergesetz für
den in Deutschland selbst verbrauchten Strom
von der Stromsteuer befreit (Stand Februar 2015:
20,50 Euro pro Megawattstunde). Von staatlichen
Förderungen für erneuerbare Energien profitierte
die BayWa r.e. renewable energy GmbH zudem in
Italien, Frankreich, den USA und Großbritannien.
Im Berichtsjahr 2014 leistete die BayWa AG in Deutschland Parteispenden von insgesamt 50.000 Euro (2013:
75.500 Euro). Jede Spende unterliegt der jeweiligen Prüfung des Vorstands, der die Vorlage transparent diskutiert
und die Entscheidung protokolliert.
Veränderungen im Berichtszeitraum
Die BayWa setzte
auch 2014 weiter auf
Internationalisierung.
Zudem baute sie ihre
Investitionen in „SmartFarming“-Lösungen
weiter aus.
Der BayWa-Konzern analysiert sein Geschäftsportfolio kontinuierlich im Hinblick auf sein Wachstums- und Ertragspotenzial und hat im Geschäftsjahr 2014 seinen Internationalisierungskurs fortgesetzt: Ein wichtiger Schritt war die
Übernahme des neuseeländischen Apfelerzeugers Apollo Apples Limited durch die Tochtergesellschaft T
­ urners &
Growers (T & G). Mit dem mehrheitlichen Erwerb des schwedischen Projektentwicklers für Windkraftanlagen,
HS Kraft AB, stieg die BayWa r.e. renewable energy GmbH im Geschäftsjahr 2014 in das Wind-Projektgeschäft
in Skandinavien ein. Darüber hinaus hat das Unternehmen seine Aktivitäten in den USA mit der Übernahme der
Geschäftstätigkeit der ehemaligen Martifer Solar USA, Inc. um das Projektgeschäft von Solaranlagen erweitert. Das
internationale Agrarhandelsgeschäft wurde durch die Gründung der Handelsgesellschaften Cefetra S.p.A. in Italien und Cefetra Ibérica S.L.U. in Spanien sowie den Aufbau der globalen Handels- und Vermarktungsplattform
BayWa Marketing & Trading International B.V. in Rotterdam gestärkt. Durch die Übernahme der restlichen 40 Prozent der Bohnhorst Agrarhandel GmbH festigte die BayWa AG Ende 2014 ihre Position als nationaler und internationaler Agrarhändler. Anfang 2015 übernahm die BayWa AG zudem den IT-Systemdienstleister PC-Agrar. Damit
bietet sie Landwirten eine herstellerübergreifende digitale Informationsplattform und positioniert sich im Bereich
„Smart Farming“-Lösungen.
Ihre 30 Baustoffstandorte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verkaufte die BayWa AG im Frühjahr 2014.
Sie zog sich damit aus Regionen zurück, in denen sich die Wachstumserwartungen in den vergangenen Jahren
nicht erfüllt hatten. Die dort beschäftigten rund 490 Mitarbeiter wurden von den Käuferfirmen übernommen.
(Weitere Angaben zur wirtschaftlichen Entwicklung und Leistung des BayWa-Konzerns siehe Geschäftsbericht
ab S. 50.)
Lieferantenmanagement und Beschaffung der BayWa AG
Beschreibung Lieferkette
* Umfasst die Lieferanten (inkl.
Landwirte) aller Segmente
der BayWa AG mit einem
Einkaufsvolumen von jeweils
mehr als 1.000 Euro
Als Teil eines global tätigen Handelskonzerns verfügt die BayWa AG mit ihren Segmenten Agrar, Energie und Bau
über ein weltweites Handels- und Beschaffungsnetzwerk mit sehr unterschiedlichen Beschaffungsmärkten (siehe
nachfolgende Wertschöpfungsketten traditionelle Energie, Obst und Technik, sowie weitere auf S. 13, 19 und 23).
Im Berichtsjahr arbeitete das Unternehmen mit rund 40.000 Lieferanten* zusammen. Von ihnen wurden 2014
Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen im Wert von 6,0 Mrd. Euro (2013: 6,3 Mrd. Euro) bezogen. Der Großteil der
Lieferanten der BayWa AG sowie BayWa r.e. renewable energy GmbH stammt aus D
­ eutschland sowie Europa
oder den USA, wo die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards durch strenge Gesetze und
Kontrollen gewährleistet ist. Zudem ist die Knappheit von Wasser und anderer Ressourcen bisher weniger relevant
als in anderen Weltregionen. So bezieht die Sparte Energie derzeit Holzpellets aus Europa und hier zu fast 90 Prozent aus Deutschland. Der Großteil der Lieferanten der Sparte Technik stammt aus Europa und den USA. Im Bereich
Landtechnik sind rund 90 Prozent deutsche Hersteller. Die Produktion der von der Sparte Agrarhandel verkauften
Pflanzenschutzmittel erfolgt fast ausschließlich in Europa, Israel oder Nordamerika. Mehr als 90 Prozent der verkauften Düngemittel werden in Europa und damit unter strengen Sozial- und Umweltstandards hergestellt.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
35
Markt
Wertschöpfungskette Obst
Erfassung,
­L agerung,
­Sortierung,
Verpackung
Erzeugung
Frischobsthandel
Kunde
Logistik
Lebensmittel­
einzelhandel
Großmarkt
Verarbeitungsindustrie
Export
Wertschöpfungskette Traditionelle Energie
Schmierstoffe, AdBlue, Chemische Produkte,
Brenn- und Kraftstoffe
Exploration,
Produktion
Raffinerie,
Blending
Feste Brennstoffe
Einkauf
Rohstoff­
verarbeitung
Transport,
Lagerung,
Abfüllung
Marketing,
Vertrieb,
Logistik
Contracting,
Wärmelieferung
Pellet­
produktion
Nutzung von
Wärme & Mobilität
Wertschöpfungskette Technik
Sortimentsbildung
Einkauf
& Lagerung
Beratung
Verkauf
& Logistik
Aftersales
Kunden
Produktion
Land-, Forst- und Kommunaltechnik
Sonstige Anlagen
Melk- & Fütterungstechnik
Fachbedarf und Ersatzteile
Ställe und Stalleinrichtungen
Gebrauchtmaschinen
Land- und Forstwirte
Lohnunternehmer
Kommunen/Behörden
Privatkunden
Handelspartner
BayWa AG andere Akteure
36
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Markt
Anzahl Lieferanten und Einkaufsvolumen (netto) BayWa AG
Anzahl Lieferanten 1
Einkaufsvolumen (netto, in Mio. Euro)
2013
2014
2013
2014
25.003 2
25.484 3
2.797,437
2.807,764
825
670
107,440
102,051
Technik
3.874
4.237
757,534
718,970
Energie
1.021
960
1.331,519
1.174,465
Baustoffe 4
Agrarhandel
Obst
6.247
5.414
1.142,506
1.040,440
Administration
917
926
59,901
75,710
Sonstiges
916
901
56,505
81,632
38.803
38.592
6.252,842
6.001,032
Gesamt
1 Lieferanten mit jeweils mehr als 1.000 Euro Einkaufsvolumen
2 Davon 20.232 Landwirte
3 Davon 20.766 Landwirte
4 Inkl. im Frühjahr 2014 ausgegliederter Baustoffstandorte
Soziale und ökologische Verantwortung in der Lieferkette
Zukünftig soll ein Code of
Conduct für Lieferanten
Umweltschutz und die
Wahrung von Menschenrechten in der vorgelagerten
Wertschöpfungskette
sicherstellen.
Ihren Kunden bietet die BayWa qualitativ hochwertige Produkte und zuverlässige Dienstleistungen. Gleichzeitig ist
es mittel- und langfristiges Ziel, bei der weltweiten Beschaffung, vor allem auf Konzernebene, die Einhaltung von
Menschenrechten sowie ökologischer und sozialer Standards sicherzustellen. Die Zulieferer der BayWa-­Sparten
stehen hier zukünftig vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen: im Obst- und Getreideanbau beispielsweise die Verfügbarkeit von Wasser oder die Bereitstellung von Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung. Im
Bereich Energie wird die Knappheit mancher fossiler Ressourcen relevant. Zudem geht es vor allem in arbeitsintensiven Prozessen der Lieferanten darum, die Einhaltung von Arbeitsrechtsstandards sicherzustellen. Einen entsprechenden Verhaltenskodex für Zulieferer zu entwickeln und durchzusetzen ist eines der sieben konzernweiten BayWa-Nachhaltigkeitsziele 2020. Er wird aktuell erarbeitet. Mittelfristig sollen ihn 10 Prozent der Lieferanten
unterzeichnen, langfristig soll er für alle gelten. Angelehnt an die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization – ILO) soll der Verhaltenskodex verantwortungsvolles Handeln in
Bezug auf Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Arbeitnehmerrechte und Vermeidung von Korruption sicherstellen. Seit
2013 hält die BayWa ihre Sparten verstärkt dazu an, ausschließlich mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die den
Verzicht auf Kinder- und Zwangsarbeit bestätigen. Die Sparte Obst bezieht ausschließlich durch GlobalGAP zertifizierte Ware, die bestimmte Umwelt- und Sozialstandards garantiert (siehe auch S. 50). Die Lieferantenauswahl
durch das BayWa-Tochterunternehmen BayWa r.e. Solarsysteme GmbH beruht neben wirtschaftlichen Kriterien
zudem auf einem Interview und Lieferantenbesuch. Bei ethisch bedenklichen Geschäftspraktiken wird der Lieferant
nicht aufgenommen.
Zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette gehört auch die regionale Beschaffung, da sie lange Transportwege v­ ermeidet
und die Wirtschaft vor Ort fördert. Als regional verwurzeltes Unternehmen legt die BayWa AG hierauf großen
Wert: Bei den deutschen Standorten lag im Berichtsjahr der Anteil regionaler Zulieferer (u. a. Handwerk, Dienstleister) am Auftragsvolumen im Durchschnitt bei rund 70 Prozent.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
37
Umwelt und Klima
Ressourcen schützen
Umweltmanagement
Das geschäftliche Handeln der BayWa hat entlang der gesamten Wertschöpfungskette Auswirkungen auf die
Umwelt. Sowohl über ihr eigenes Geschäft – vor allem in Transport und Logistik – als auch über vor- und nachgelagerte Prozesse trägt das Unternehmen zum Ausstoß von Treibhausgasemissionen und den Verbrauch natürlicher Ressourcen bei. In der vorgelagerten Lieferkette spielen beispielsweise der Einsatz von Wasser im weltweiten
Getreideanbau oder die umweltverträgliche Gewinnung von Energieträgern eine zentrale Rolle. Auch energieeffiziente und umweltfreundliche Produktionsprozesse bei Komponentenherstellern (beispielsweise Module, Wechselrichter, Windkraftanlagen) oder die Herstellung von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und deren Auswirkung
auf Ökosysteme hat die BayWa im Blick. Neben ihren eigenen Prozessen will das Unternehmen über die Auswahl seiner Lieferanten auch das Lieferantenmanagement bezüglich ökologischer Aspekte ausbauen. Im eigenen
Haus begegnet die BayWa der globalen Herausforderung des Umwelt- und Klimaschutzes bereits auf vielfältige
Weise – etwa mit einer unternehmensweiten Umweltorganisation, einem standardisierten Abfallmanagement oder
der Sensibilisierung der Mitarbeiter für ökologisches Verhalten.
Die unternehmensweite Umweltorganisation der BayWa umfasst alle Ebenen bis hin zu den Standorten. Hauptaufgabe der Abteilung Umweltmanagement ist es, die Sparten über die aktuellen gesetzlichen Vorschriften in den
Bereichen Gefahrgut, Störfälle, Immissionsschutz, Chemikalien und Gefahrstoffe (beispielsweise gemäß der
EU-Verordnung „Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemikalischer Stoffe – REACH“) sowie
Wasser zu informieren und bei der Einhaltung zu unterstützen. Zudem berät sie zu umweltfreundlichen Maßnahmen
in Lagerung und Transport. Ziel ist es, umweltschädigende Ereignisse zu vermeiden und im Schadensfall zu begrenzen. Ein Leitfaden zu Umweltschutz und Arbeitssicherheit wird aktuell erarbeitet. Ob die umweltrechtlichen Vorschriften eingehalten werden, prüft das BayWa-Umweltmanagement stichprobenartig. 2014 fanden u. a. Schulungen zu Umweltschutzmaßnahmen bei Lagerung, Abgabe und Transport statt. Allein zum Thema Gefahrguttransport
nahmen daran fast 1.300 Mitarbeiter teil. Um ökologische Auswirkungen zu minimieren, hat die BayWa im Berichtsjahr vier Entstaubungsanlagen in Getreidelagern erneuert, durch die Einhausung eines Kühlgeräts an einem Agrar­
standort den Lärmschutz verbessert sowie ein Pflanzenschutzsicherheitslager für die Sparte Agrarhandel erweitert.
Mit einer unternehmensweiten Umweltorganisation,
einem standardisierten Abfallmanagement und der Sensi­
bilisierung der Mitarbeiter für
ökologisches Verhalten verankert die BayWa Umwelt- und
Klimaschutz.
2014 waren drei europäische Standorte der BayWa r.e. nach dem internationalen Umweltmanagementsystem
ISO 14001 zertifiziert. Einige ihrer Tochtergesellschaften verfügen bereits heute über eigene, landesspezifische
Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsanweisungen. In Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes sucht die BayWa
den Dialog mit Behörden und stellt für Interessierte Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Beschwerden zu ökologischen Themen gingen 2014 wie im Vorjahr beim Umweltmanagement nicht ein (Beschwerdemechanismen
siehe S. 32).
Risikomanagement bezüglich Klimawandel
Über Chancen und Risiken im Zusammenhang mit klimatischen Einflüssen berichtet die BayWa AG seit dem Jahr
2000 im Rahmen des jährlich aktualisierten Konzern-Risikomanagements. 2014 bezogen sich dabei 37 von 602
Risiken auf witterungsbedingte Einflüsse, welche das operative Geschäft betreffen können: z. B. Trockenheit, Kälte,
Regenperioden, Windaufkommen und Sonneneinstrahlung oder Hochwasser. Für die Risiken werden eine Eintrittswahrscheinlichkeit, eine Schadenshöhe, ein daraus gebildeter Schadenserwartungswert, Maßnahmen wie Versicherungen und Diversifizierung wie auch Kosten- und Marketingaspekte erfasst. Aufgrund der jährlichen Betrachtungsweise kann jedoch keine direkte Verbindung zu einem langfristig wirkenden Klimawandel hergestellt werden.
Die mitteleuropäische Landwirtschaft, über die die BayWa AG den Großteil ihrer Ware bezieht, ist weniger als süd­
lichere Weltregionen vom Klimawandel, beispielsweise extremen Wetterereignissen, betroffen. In der Sparte Energie reagiert die BayWa auf die sich im Zuge des Klimawandels wandelnden Kundenbedürfnisse mit der Ergänzung
ihres Angebots, etwa um nachhaltige Produkte zur Wärmeversorgung. Die steigende Nachfrage nach erneuerbaren
Energien bedient das Unternehmen strategisch über die Tochtergesellschaft BayWa r.e. (siehe auch S. 19).
38
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Umwelt und Klima
Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen
Ihren Energieverbrauch
konnte die BayWa AG 2014
um 7,1 Prozent reduzieren.
Ihren Energieverbrauch sowie den konzernweiten CO2-Fußabdruck zu reduzieren ist für die BayWa ein wichtiger
Beitrag zum Klimaschutz. Ihre Prozesse gestaltet sie daher möglichst energie- und ressourceneffizient. Die Mitarbeiter werden motiviert, möglichst sparsam mit Energie umzugehen – das schont die Umwelt und spart gleichzeitig
Kosten. Ihren Gesamtverbrauch an Energie (direkt und indirekt) konnte die BayWa AG 2014 gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent auf rund 1,19 Mio. Gigajoule (GJ) reduzieren. Der Energieverbrauch pro Mitarbeiter sank bei
nahezu gleichem Umsatz und niedrigerer Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 124 GJ.
Mit über 70 Prozent entfiel der Großteil des direkten Energieverbrauchs auf Treibstoffe (vor allem Diesel) für
Transport- und Logistikdienstleistungen der BayWa AG (Beschaffungs- sowie Distributionstransporte, eigene und
geleaste Pkws). Durch die Einführung spritsparender Fahrzeugmodelle und Routenoptimierungen konnte das
Unternehmen den Verbrauch in Litern gegenüber 2013 um 4,9 Prozent reduzieren. Insgesamt sank der direkte
Energieverbrauch, der auch Heizöl und Erdgas umfasst, gegenüber 2013 um rund 6 Prozent auf rund 960.000 GJ.
Dies ist vor allem auf den deutlich gesunkenen Einsatz von Heizöl (– 20 Prozent), auf neue energieeffiziente
Betriebe und einen extrem milden Winter zurückzuführen. Fast 90 Prozent des indirekten Energieverbrauchs der
BayWa AG entfiel auf den Bezug von Strom. Der Stromverbrauch konnte gegenüber dem Vorjahr um fast 13 Prozent reduziert werden – vor allem durch den Verkauf von Immobilien und die Schließung bzw. den Verkauf von
Betrieben sowie die Inbetriebnahme neuer, energieeffizienter Betriebe. Seit 2012 bezieht das Unternehmen seinen
Strom zu 99 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Der Großteil ist mit dem ok-power-Gütesiegel zertifiziert,
das vergleichsweise hohe Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten stellt.
Die BayWa AG berichtet für 2014 vor allem Energieverbräuche, die innerhalb der Organisation entstehen – also in
ihren eigenen Prozessen durch die Nutzung von Brennstoffen (Erdgas/Heizöl), Kraftstoffen (siehe auch Abschnitt
Transport und Logistik, S. 43) sowie durch den Bezug von Strom oder Fernwärme. Den Energieverbrauch außerhalb
der Organisation berichtet das Unternehmen über die Treibstoffverbräuche ihrer Dienstleister für Transport und
Logistik (siehe auch Abschnitt Transport und Logistik, S. 43)
Energieverbrauch BayWa AG 2014 (in Gigajoule) 1
Gesamt 1.185.706,8 (1.276.845,3)
102.876,5
(74.286,1)
23.241,6
(23.246,6)
180.031,1
(235.937,6)
199.630,4
(228.620,0)
679.927,2
(714.755,0)
Erdgas Heizöl Treibstoff
Strom Fernwärme
Energieverbrauch BayWa r.e. 2014 (in Gigajoule) 1
Gesamt 39.029,4 (42.083,2)
13.579,0
(8.010,6)
1.633,3
(1.853,1)
2.205,3
(2.595,4)
6.486,2
(5.658,2)
15.125,6
(23.965,9)
Erdgas Heizöl Treibstoff
Strom Fernwärme
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
1 Sämtliche Daten 2014 sowie 2013 basieren auf erfassten Verbrauchsdaten (SAP) aller Standorte. Verbrauch Heizöl 2013 inkl. Getreidetrockner; ­geringerer Verbrauch 2014 durch hohen Heizölvorrat aus
2013. Leitungsgebundene Energie (Erdgas/Strom/Fernwärme) 2013
zudem ergänzt um ­detailliertere Daten der Organisationseinheit Energiemanagement zum Fernwärmeverbrauch, Daten 2014 ergänzt um
Schätzwerte Fernwärme auf Basis der Daten aus 2013.
1 Daten basieren auf erfassten Verbrauchsdaten (SAP). Umfasst 6 der
14 deutschen Tochtergesellschaften: BayWa r.e. Bioenergy GmbH,
BayWa r.e. Rotor Service GmbH, BayWa r.e. Solarsysteme GmbH,
Creotecc GmbH, Schradenbiogas & Co. KG, Solarmarkt Deutschland
GmbH. Daten Heizöl von Tonnen in Liter umgerechnet.
BayWa r.e. konnte den Energieverbrauch im Berichtsjahr um mehr als 7 Prozent auf rund 39.000 GJ reduzieren. Der
Verbrauch pro Mitarbeiter sank gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Prozent auf 48 GJ. Wie auch bei der BayWa AG
entfällt ein Großteil des direkten Energieverbrauchs (50 Prozent) auf Treibstoffe (vor allem Diesel) für Dienstfahrzeuge. Der Treibstoffverbrauch reduzierte sich im Berichtsjahr um fast 37 Prozent. Fast 75 Prozent des indirekten
Energieverbrauchs entfielen auf den Bezug von Strom. Diesen bezieht BayWa r.e. seit 2014 zu 67 Prozent aus
erneuerbaren Energiequellen.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
39
Umwelt und Klima
Treibhausgasemissionen
Seit 2014 erfassen BayWa AG und BayWa r.e. den CO2-Ausstoß ihrer betrieblichen Tätigkeiten nach dem internationalen Greenhouse Gas (GHG) Protocol Coporate Standard. Sie berichten dabei zu folgenden Emissionen:
Scope 1: Direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen stationärer Anlagen (Erdgas, Heizöl und Diesel), mobiler
Anlagen (Treibstoff aus Beschaffungs- sowie Distributionstransporten, eigene und geleaste Pkws) sowie
direkte Emissionen flüchtiger Gase (Kühl- und Kältemittel)
Scope 2: Indirekte Emissionen aus gekauftem Strom und Fernwärme
Emissionen, die entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen (Scope 3), berücksichtigt die
BayWa, falls eine ausreichende Datenbasis zur Berechnung vorliegt. Im vorliegenden Bericht gilt dies für die durch
Transport- und Logistikdienstleister verursachten Emissionen (siehe auch Abschnitt Transport und Logistik, S. 43).
Um die CO2-bezogenen Auswirkungen ihrer Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette ganzheitlich im
Blick zu haben, strebt die BayWa AG langfristig eine Ausweitung der Erfassung von Scope-3-Kategorien an.
Ihren Ausstoß an Treibhausgasemissionen konnte die BayWa AG gegenüber dem Vorjahr um mehr als 9 Prozent
auf knapp 89.000 Tonnen CO2-Äquivalente reduzieren. Pro Kopf entspricht dies einem CO2-Ausstoß von 9,3 Tonnen – und gegenüber dem Vorjahr einer Reduktion von fast 4 Prozent. Dazu trugen alle Emissionsquellen gleichermaßen bei. In der Sparte Obst trug zudem die Ausgliederung von Standorten zur Reduzierung des CO2-­Ausstoßes
bei. Insgesamt bildeten 2014 die Emis­sionen aus direkten Verbräuchen – hier vor allem aus Transport – mit
62,1 Prozent den größten Anteil. Durch den Bezug von Ökostrom leistete die BayWa AG im Berichtsjahr einen
­Beitrag zur Emissionsreduktion, der einer Ein­sparung von 32.000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. Die in diesem Bericht dargestellten Treibhausgasemissionen aus Strom wurden anhand eines konservativen Ansatzes mit
dem Emissionsfaktor des Deutschen Strommixes berechnet.
Den Ausstoß von Treib­
hausgasemissionen konnte
die BayWa AG gegenüber
2013 um mehr als 9 Prozent
reduzieren.
Aufgrund von höherem Transportaufkommen und Mengensteigerungen erhöhten sich die CO2-Emissionen der
Tochtergesellschaft BayWa r.e. im Berichtsjahr um 16 Prozent auf rund 3.400 Tonnen CO2-Äquivalente. Auch hier
werden die meisten Emissionen durch Transport und Logistik verursacht.
Ozon abbauende Stoffe fallen bei der BayWa vor allem durch die Kühlung der Produkte in der Sparte Obst an.
Diese verbrauchte 2014 an vier Standorten 280 Kilogramm Kältemittel (Vorjahr: 233 Kilogramm) und verursachte
dadurch einen Ausstoß von rund 424 Tonnen CO2-Äquivalenten (Vorjahr: 455 Tonnen). Bestimmte Kältemittel wie
R22 werden am Ende ihres Lebenszyklus dem Recycling zugeführt und gehen bis zu 97 Prozent in anderen Produkten auf, beispielsweise in Säuren.
Treibhausgasemissionen BayWa AG und BayWa r.e. 2014 (in Tausend tCO2 -Äquivalenten) 1
24,5
Agrarhandel
Obst
1,8 1,9 3,7 (7,9)
Technik
6,3
Traditionelle Energie
4,0 10,3 (15,0)
9,0 1,2 10,2 (10,5)
12,3
Baustoffe
Verwaltung
BayWa r.e.
15,0 39,5 (38,1)
1,4
6,2 18,5 (18,7)
5,4 6,8 (7,6)
2,2 1,2 3,4 (2,9)
Emissionen Scope 1
Emissionen Scope 2 (BayWa AG: von insgesamt 33.700 tCO2-Äquivalenten 33.200 tCO2-Äquivalente eingespart,
da 99 Prozent des bezogenen Stroms zertifizierter Ökostrom)
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
1 BayWa AG: Sämtliche Daten 2014 sowie 2013 basieren auf erfassten Verbrauchsdaten (SAP) aller Standorte. Leitungsgebundene Energie (Erdgas/
Strom/Fernwärme) 2013 zudem ergänzt um detailliertere Daten aus der Organisationseinheit Energiemanagement zum Fernwärme- und Erdgasverbrauch der Getreidetrocknungsanlagen, Daten 2014 ergänzt um Schätzwerte Fernwärmeverbrauch auf Basis der Daten aus 2013. BayWa r.e.: Daten
basieren auf erfassten Verbrauchsdaten der Tochtergesellschaften an den 14 Standorten. Emissionsfaktoren BayWa AG und BayWa r.e.: Strom – Emissionsfaktor deutscher Strommix, Umweltbundesamt 2012; Brennstoffe – Deutsche Emissionshandelsstelle 2012; Treibstoffe – Department for Environment, Food & Rural Affairs, United Kingdom 2012; Flüchtige Gase – Global Warming Potential über 100 Jahre nach Intergovernmental Panel on Climate
Change (IPCC), Fourth Assessment Report 2012. Bilanzierungsansatz bei BayWa AG und BayWa r.e. folgt der finanziellen Kontrolle.
40
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Umwelt und Klima
Abfall und Abwasser
Die BayWa AG gestaltet ihre Prozesse möglichst energie- und ressourceneffizient und hält so Umweltbelastungen
durch Abwasser und Abfall so gering wie möglich. Einheitliche Handlungsanweisungen an allen Vertriebsniederlassungen zu Umgang mit Abfall und dem Entsorgungsweg stellen sicher, dass umweltschädigende Ereignisse vor
Ort oder durch den Transport von Waren vermieden und im Schadensfall begrenzt werden. Die sorgfältige Auswahl
von Entsorgungsunternehmen, die flächendeckende Leistungen erbringen, erleichtert die Kontrolle. Vor allem mit
zuverlässigen Entsorgern von gefährlichen Abfällen wird eine langfristige Geschäftsbeziehung angestrebt.
Im Berichtsjahr hat die BayWa
384,2 Tonnen Pflanzenschutzmittelbehälter sowie
rund 680 Tonnen
Agrar­folien von Kunden
zurückgenommen und
verwerten lassen.
Im Rahmen der Produktverantwortung unterstützt die BayWa AG die Einrichtung von Sammelstellen an den Standorten und organisiert regelmäßige Rücknahmeaktionen. So sind mehr als 100 Standorte der Sparten Energie und
Technik als Sammelstelle der Verwertungsgesellschaft für Gebinde der Mineralölindustrie (GVÖ) registriert. Kunden können sie kostenlos nutzen. In Zusammenarbeit mit der Packmittelrücknahme des Industrieverbands Agrar
e.V. (PAMIRA) und der Gesellschaft für Rückführung industrieller und gewerblicher Kunststoffverpackungen (RIGK)
mbH wurden 2014 an 65 Standorten der Sparte Agrar insgesamt 384,2 Tonnen (2013: 335,5 Tonnen) Pflanzenschutzmittelbehälter sowie an 48 Standorten rund 680 Tonnen (2013: 466 Tonnen) Agrarfolien von den Kunden
zurückgenommen und verwertet.
Die fachgerechte Entsorgung von Abfällen aus Produkten und Prozessen, darunter eine Vielzahl an Gefahrstoffen,
ist eine zentrale Aufgabe der BayWa AG. In den Prozessen fielen 2014 bundesweit an etwa 400 Standorten rund
3.540 Tonnen (2013: 2.936 Tonnen) Gewerbeabfälle, Bauschutt, Altmetalle und Grünschnitt an, die ein Dienstleister
fachgerecht entsorgte. Der Großteil entfiel mit 72 Prozent (2013: 86 Prozent) auf gemischte Gewerbeabfälle und
Bauschutt.
Für Verpackungen aus Warenlieferungen fielen im Berichtszeitraum rund 2.610 Tonnen (2013: 2.785 Tonnen)
Abfall an. Der Großteil entfiel auf Papier, Pappe und Karton sowie auf Polyethylen-Folie. Wie im Vorjahr konnten
mehr als 99 Prozent der Verpackungsfraktionen der Wiederverwertung zugeführt werden.
Abfälle BayWa AG 2014 (in Tonnen) 1
Altlacke
Bau­
mischabfall
Bauschutt
mit ­geringen
Verun­
reinigungen
Bauschutt
gemischte
Gewerbeabfälle
Grünschnitt
Leicht­
baustoffe
Mischschrott
1.530,5
(1.212,7)
1.029,8
(1.246,7)
491,8
(125,8)
251,4
(152,2)
0,4
(0)
Recycling 154,2
(136,1)
Rückgewinnung 2 Deponie 44,4
(37,2)
3,6
(7,6)
Müllverbrennung
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
1 Daten sowie Art der Entsorgung vom Entsorgungsdienstleister bereitgestellt
2 Inkl. energetischer Rückgewinnung
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
41
Umwelt und Klima
Entsorgung von Verpackungen aus Warenlieferungen BayWa AG 2014 (in Tonnen) 1
Bänder/
Kunststoff
Bänder/
Stahl
Mischholz
Holz/
A4
Holz/
massiv
Holzwerkstoffe
Kraft­papiersäcke
Papier
Pappe
Karton
PE-Folie 2
PE/PPEimer 2
Styropor
8,9
(4,2)
8,1
(9,4)
1.359,7
(1.491,8)
492,6
(542,6)
331,7
(228,9)
13,8
(16,6)
Recycling 1,4
(1,6)
Müllverbrennung 190,2
(282,4)
1,62
(7,7)
29,4
(16,7)
172,1
(181,7)
Sonstiges
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
1 Daten sowie Art der Entsorgung vom Entsorgungsdienstleister bereitgestellt
2 PE = Polyethylen, PP = Polypropylen
Für den Umgang mit Gefahrstoffen gelten in der BayWa AG unternehmensweite Handlungsanweisungen. Im Berichtsjahr ließ sie rund 4.612 Tonnen (2013: 4.925 Tonnen) Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle und andere gefährliche
Stoffe wie Brennstoffe, verschmutzte Verpackungen und Lösemittel fachgerecht entsorgen. Die Sparte Technik nahm
2014 rund 369 Tonnen Altbatterien (2013: 386 Tonnen) zurück. Aus ihren eigenen Prozessen sowie von Kunden
entsorgte vor allem die Sparte Technik rund 1.814 Tonnen (2013: 1.821 Tonnen) Altreifen. Rund 14 Prozent (2013:
17 Prozent) davon wurden der thermischen Verwertung zugeführt, der Großteil wurde stofflich verwertet.
Im Rahmen der Verwaltungstätigkeiten fielen bei der BayWa AG im Berichtsjahr 349 Tonnen Papier (2013:
189 Tonnen) sowie 36 Tonnen Elektro- und Elektronikschrott, beispielsweise Arbeitsplatzgeräte, Datenträger und
Mobiltelefone (2013: 26 Tonnen), an. Bei der BayWa r.e. verursachten die BayWa r.e. Rotor Service GmbH und die
BayWa r.e. Solarsysteme GmbH rund 113 Tonnen Abfall (u. a. alte Rotorblätter, Gewerbemüll und feste ölhaltige
Stoffe) sowie rund 19.400 Liter Öl- und Wassergemisch. Von den 42,5 Tonnen Abfall der BayWa r.e. Solarsysteme
GmbH wurden 89 Prozent der Wiederverwertung zugeführt.
Um Sicherheit für Umwelt und
Gesellschaft zu gewährleisten,
gelten in der BayWa AG
unternehmensweite Handlungsanweisungen für den
Umgang mit Gefahrstoffen.
Schadensfälle und Verschmutzungen
Die BayWa AG verantwortet u. a. die sichere Lagerung von Gefahrstoffen und den sicheren Transport von Gefahr­
gütern wie Heizöle oder Pflanzenschutzmitteln. Seit 1992 werden alle Schadensfälle zentral erfasst, ausgewertet
und unabhängig vom Verursacher in Zusammenarbeit mit der Versicherung, einem eventuellen Sachverständigen
und dem Kunden schnellstmöglich bearbeitet. Hierbei stehen die Vermeidung bzw. Beseitigung von Verunreinigungen und die Kundenzufriedenheit an erster Stelle. Bei mehreren Hunderttausend Warenlieferungen an Kunden
registrierte die BayWa im Berichtsjahr 92 Vorfälle (Vorjahr: 76). Häufig handelt es sich dabei um kleinere Schäden
bei der Befüllung von Heizöltanks des Kunden. Die ausgelaufene Menge ist aufgrund des meistens geringfügigen
Ausmaßes sowie sofort eingeleiteter Maßnahmen meist nicht erfassbar. Im Berichtsjahr kam es wie im Vorjahr zu
keiner wesentlichen havariebedingten Verschmutzung von Grundwasser.
Wiederaufbereitung Abwasser Sparte Obst
Die Wasseraufbereitungsanlagen der zwei Sortieranlagen der Sparte Obst sind permanent in Betrieb und liefern
den Großteil des benötigen Trinkwassers. So verbrauchten beide Anlagen 2014 für die Sortierung von insgesamt
64.900 Tonnen Äpfeln (2013: 60.065 Tonnen) zusammen 5.223 m3 Frischwasser (2013: 7.550 m3) und in beiden
Jahren 9.600 m3 wiederaufbereitetes Wasser. Der Recycling-Index liegt damit bei über 180 Prozent.
42
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Umwelt und Klima
Transport und Logistik
Im Rahmen von Nachhaltigkeit stellt die unternehmensweite Abteilung Corporate
Logistics Prozesssicherheit und Umweltschutz bei
sensiblen Produkten, aber
auch verlässlichen Kundenservice sicher.
Logistik ist ein wesentliches Element der Wertschöpfungskette der BayWa: Der Umgang mit sensiblen Produkten,
die Vielfalt der Lieferketten, die Nähe zu Kunden sowie die Reduktion von Umweltbelastungen stellen hohe Anforderungen an Prozesssicherheit und Kundenservice. Zudem weisen einige Produkte wie Lebensmittel oder Gefahrstoffe eine besondere Sensibilität und Umweltrelevanz auf, die durch sichere Transportprozesse begleitet werden
muss.
Nachhaltigkeit ist in der Logistikstrategie der BayWa als spartenübergreifendes Projekt verankert. Die unternehmensweit dafür zuständige Abteilung Corporate Logistics hat hierzu vier Ziele definiert, deren Evaluierung erarbeitet wird (siehe dazu auch S. 26):
• Schaffung optimaler Distributionsstrukturen: Netzwerkplanung schafft Transparenz über Transportrelationen und
-emissionen für eine Standortentscheidung. Diese werden wiederkehrend überprüft.
Erhöhung des Anteils von Bahn- und Binnenschiffstransporten: Die Bahn- und Schiffsverkehre werden seit 2010
in gesonderten Ausschreibungs- und Investitionsprojekten gefördert, wenn Transportkosten und Lieferzuverlässigkeit es erlauben.
Verringerung der Transporte und Emissionen durch Routenoptimierung, einen modernen Fuhrpark und geschulte
Fahrer. Die operative Steuerung der Transporte, der Kosten des eigenen Fuhrparks und der Dienstleister erfolgt
dezentral in den Produktbereichen. Einheitliche Dispositionstools zur Touren- und Routenoptimierung sowie
Transparenz in der Lieferkette erhöhen die Transporteffizienz.
Nachhaltige Transportpartnerschaften: Nachhaltigkeit als Auswahlkriterium für Transportpartnerschaften wird bis
Juli 2015 im Einkaufsrahmenwerk verankert, das Grundlagen von Transportausschreibungen definiert.
• • • Die Berechnung der CO2-Emissionen des eigenen Fuhrparks der BayWa AG basiert auf den tatsächlichen Treibstoffverbräuchen. Für die beauftragten Speditionen wurden transportierte Tonnen und zurückgelegte Wegstrecken
oder – falls vorhanden – Treibstoffverbräuche zugrunde gelegt. Bei den betrachteten Prozessen handelt es sich
sowohl um Beschaffungs- als auch um Distributionstransporte (u. a. Tank- und Pellets-Lkws, Kranwagen, Silo- und
Kipper), für die die BayWa die Kosten trägt. Auch Transporte der BayWa r.e. wurden betrachtet.
Treibhausgasemissionen Transport und Logistik
aus eigenen Fahrzeugen BayWa AG 2014
(in tCO2 -Äquivalenten) 1
Gesamt 18.747,6 (20.204,7)
Treibhausgasemissionen Transport und Logistik
von Dienstleistern der BayWa AG 2014
(in tCO2 -Äquivalenten) 1
Gesamt 75.023,5 (65.286,5)
1.015,4
(1.089,9)
6.001,2
(6.660,0)
7.821,2
(8.278,6)
63.260,8
(50.970,8)
121,3 1.304,6
(158,2) (2.242,8)
6.309,3
(7.851,5)
4.027,5
(4.063,2)
350,5
(341,9)
3.559,3
(3.834,3)
Agrarhandel 2 Obst Traditionelle Energie 3
Baustoffe Technik
Agrarhandel 2 Obst 3 Traditionelle Energie 4
Baustoffe 5 Technik
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
1 Nur Verbräuche aus Lkw. Emissionsdaten basieren auf tatsächlichen
Treibstoffverbräuchen und enthalten keine Schätzwerte. Errechnung
Äquivalente Treibhaus­gasemissionen nach den Umrechnungsfaktoren
des Department for Environment, Food & Rural Affairs, United Kingdom (Stand 2012).
2 Erzeugnisse, Dünger sowie Betriebsmittel
3 Flüssige Brenn- und Kraftstoffe sowie Pellets
1 Verbräuche aus Lkw, Bahn und Schiff. Für die beauftragten Speditionen wurden transportierte Tonnen zurunde gelegt und mit den Emissionsdaten des eigenen Fuhrparks multipliziert oder – falls vorhanden – Treibstoffverbräuche mit dem Emissionsfaktor des Globalen
Emissions-Modells integrierter Systeme (GEMIS) berechnet. Dateneinschränkungen: Seefrachtimporte Technik und Obst, Maschinentransporte Technik sowie Beschaffungs- und S
­ treckentransporte Baustoffe.
2 Erzeugnisse, Dünger, Futtermittel sowie Betriebsmittel
3 Zustellung Obst durch Spediteure
4 Flüssige Brenn- und Kraftstoffe, Schmierstoffe sowie Pellets
5 Betriebstransporte
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
43
Umwelt und Klima
Ökologische Auswirkungen Transport und Logistik durch eigene Fahrzeuge
Für den Transport von über 1,5 Mio. Tonnen Waren hat die BayWa AG im Berichtsjahr mit ihren rund 540 eigenen Fahrzeugen etwa 18 Mio. Kilometer zurückgelegt und rund 7 Mio. Liter Treibstoff verbraucht. Der dadurch
verursachte Ausstoß von CO2-Äquivalenten belief sich auf 18.750 Tonnen (2013: 20.200 Tonnen). Der geringere
Gesamtausstoß ist u. a. auf das BayWa-Fuhrparkmanagement zurückzuführen: so wurden 2013 und 2014 rund
104 Lkws angeschafft, die den strengsten Euro-Schadstoffnormen (V und VI) entsprechen. Mit rund 7.800 Tonnen CO2-Äquivalenten entfielen die meisten Treibhausgasemissionen auf die Sparte Energie für den Transport
von flüssigen Brenn- und Kraftstoffen sowie Holzpellets. BayWa r.e. konnte ihre Emissionen leicht auf 471 Tonnen CO2-Äquivalente reduzieren.
Ökologische Auswirkungen Transport und Logistik durch Dienstleister
Ein deutlich höherer Anteil von rund 5,4 Mio. Tonnen Waren der BayWa AG wurde im Berichtsjahr von LogistikDienstleistern transportiert. Bei fast 2 Mrd. geleisteten Tonnenkilometern wurden über 75.000 Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Mit über 63.000 Tonnen entfiel hiervon der größte Anteil auf die Sparte Agrarhandel für den
Transport von Erzeugnissen und Dünger per Lkw und Binnenschiff. Der Anstieg der Gesamtemissionen ist vor allem
auf das erhöhte Transportvolumen zurückzuführen. Logistikdienstleister der BayWa r.e. verursachten 2014 mit rund
25,6 Mio. Tonnenkilometern (2013: rund 25,0 Tonnenkilometern) – vor allem für den Transport von Rotorblättern,
Abfällen sowie Solarmodulen und -komponenten – fast 2.600 Tonnen CO2-Äquivalente.
Transportmittelmix BayWa AG
Bis auf die Sparten Agrarhandel und Energie führten alle Sparten der BayWa AG ihre Transporte ausschließlich per
eigener oder Speditions-Lkws aus. Den Anteil der Bahntransporte konnte die Sparte Agrarhandel im Berichtsjahr
von 4,0 auf 5,8 Prozent steigern, der Anteil der mit dem Binnenschiff transportierten Waren wurde mit 30,6 Prozent
beibehalten. Auch für die Zukunft setzt die BayWa verstärkt auf die Bahn: Bis zum Juli 2015 sollen mit dem BayWaGanzzugkonzept Nord–Ost 300.000 Tonnen Weizen, Gerste, Raps und Roggen auf der Schiene befördert werden
(siehe auch S. 26).
Anteil Verkehrsmittel Agrarhandel Schüttgut
(in km) 1
Gesamt 4.889.219 (4.239.017)
5,8 %
(4,0 %)
Langfristig arbeitet die
BayWa an der Erhöhung
des Anteils der mit der Bahn
transportierten Güter.
Auch bei der Wahl der Paketdienstleister geht die
BayWa neue Wege: seit Juni 2014 stellt das Unternehmen sukzessive auf CO2-neutralen Versand um. Im
Berichtsjahr waren dies mit 24 Prozent bereits etwa
45.000 Pakete, 2015 wird der Großteil CO2-neutral
versendet.
Über eigene und geleaste Fahrzeuge, beispielsweise
Servicefahrzeuge der Techniker (Vertrieb Technik, Kun63,6 %
30,6 %
dendienst) oder Pkws für Dienstreisen verbrauchte die
(65,4 %)
(30,6 %)
BayWa AG 2014 etwa 4 Mio. Liter Treibstoff (BayWa r.e.
rund 0,3 Mio. Liter). Durch Leasingverträge werden
Pkws alle drei bis vier Jahre gegen neue, treibstoff­
Lkw Schiff Bahn
sparende Modelle ausgetauscht. Wo möglich, motiviert
(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
die BayWa AG ihre Mitarbeiter, bei Geschäftsreisen
1 Erzeugnisse, Dünger, Futtermittel
umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen. In der Zentrale in München erhalten die über 800 Beschäftigten
mit dem Job-Ticket einen Zuschuss für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Führungskräfte erhalten eine
Bahn-Card. Über das gesamte Jahr 2014 legten BayWa-Mitarbeiter auf Geschäftsreisen etwa 545.000 Kilometer
mit der Bahn zurück und sparten so gegenüber der Nutzung eines Pkws mehr als 88.000 Tonnen CO2.
44
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Mitarbeiter
Partnerschaftlich arbeiten
Mitarbeiter und Beschäftigung
Die demografische Entwicklung, der damit verbundene Fachkräftemangel sowie die fortschreitende Spezialisierung
der Arbeitsinhalte in Industrieländern machen qualifiziertes Personal zunehmend zu einem umkämpften Schlüsselfaktor für Unternehmen. Zugleich steigen die Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte stetig. Die BayWa AG
reagiert auf diese Herausforderungen mit einer stärkeren Konzentration auf Karrierewege für Führungs- und Fachkräfte, einer konsequenten Nachfolgeplanung sowie einer nachhaltigen Ausbildungsstrategie. Dabei kann sie auf ihr
loyales Stammpersonal sowie eine traditionell hohe Ausbildungsquote und die überdurchschnittliche Ausbildungsqualität bauen. Einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten auch die geringfügig und zeitlich befristeten
Beschäftigten. Sie unterstützen bei den Saisongeschäften, z. B. bei der Verarbeitung der Getreide- und Obsternte.
Durch systematische
Aus- und Weiterbildung
sowie die Förderung von
Vielfalt bindet die BayWa
ihre Mitarbeiter langfristig.
Die aktuell 9.548 Mitarbeiter der BayWa AG in Deutschland teilen gemeinsame Werte: Vertrauen, Solidität, Innovation – die Markenwerte der Marke BayWa. Sie gehören verschiedenen Kulturen und Altersgruppen an und tragen mit ihren vielgestaltigen Aufgaben, unterschiedlichen Qualifikationen, Herangehensweisen und Stärken zum
Erfolg des Unternehmens bei. Diese Vielfalt in der BayWa AG weiter zu fördern und das wechselseitige Verständnis
zu unterstützen ist dem Unternehmen ein wichtiges Anliegen. Im Berichtszeitraum wurde das Seminar- und Trainingsangebot daher um Maßnahmen zur systematischen Entwicklung interkultureller Kompetenz erweitert.
Das Personalmanagement der BayWa AG versteht sich als Treiber der Unternehmenskultur und strategischer Partner mit übergreifender Steuerungsfunktion. Eine passgenaue Auswahl sowie die Entwicklung und Bindung der Mitarbeiter trägt wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Vier Handlungsfelder bestimmen die Personalstrategie der
BayWa:
Der demografische Wandel verlangt eine strategische Positionierung im „War for Talents“. Die BayWa muss die
Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter in unterschiedlichen Lebensphasen (Generationenmix) kennen und beachten. Ein
Schwerpunkt der Personalarbeit liegt auf der Förderung der Ausgewogenheit von Arbeits- und Privatleben sowie
der Gesundheit der Mitarbeiter.
Den mit der Internationalisierung der BayWa verbundenen multi-, interkulturellen und globalen Personalfragen
begegnet das Unternehmen mit Innovation und Entwicklung. Hierbei gilt es vor allem, neue und alte Mitarbeiterstrukturen erfolgreich zu verzahnen.
Um auf Veränderungen des Marktumfelds schnell reagieren zu können, erweitert die BayWa die Fähigkeiten
und Kenntnisse ihrer Mitarbeiter, sensibilisiert sie für kulturelle Herausforderungen und fördert einen aktiven
Wissenstransfer.
Im Sinne ihrer gesellschaftlichen Konzernziele bettet die BayWa Corporate-Social-Responsibility-Maßnahmen
in das Personalmanagement ein und fördert bei den Mitarbeitern die Übereinstimmung von Unternehmens- und
persönlichen Werten.
• • • • Mitarbeiterstrukturen
Die BayWa hat sich in den vergangenen Jahren zu einem internationalen Konzern mit aktuell weltweit 16.935 Mitarbeitern (2013: 16.834) in 30 Ländern entwickelt. Mehr als die Hälfte der Belegschaft ist in der BayWa AG in
Deutschland in den Segmenten Agrar, Energie und Bau sowie in Verwaltungsfunktionen beschäftigt. Aufgrund
organisatorischer und struktureller Maßnahmen ist die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren stetig gesunken – auf 9.548 Mitarbeiter im Jahr 2014 (2013: 10.118). Diese sind größtenteils in Baden-Württemberg, Bayern,
Sachsen und Thüringen tätig. 84,0 Prozent der Beschäftigten waren, wie auch im Vorjahr, fest angestellt und zählen
damit zum Stammpersonal der BayWa AG. Befristet beschäftigt waren 9,6 Prozent (2013: 6,1 Prozent). 10,3 Prozent arbeiteten wie auch im Vorjahr in Teilzeit. Die Tochtergesellschaft BayWa r.e. renewable energy GmbH beschäftigte in 14 Ländern 807 Mitarbeiter (2013: 746), davon 634 in Deutschland (2013: 616).
Der Personalaufwand der BayWa AG belief sich 2014 auf rund 450 Mio. Euro (2013: 462 Mio. Euro).
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
45
Mitarbeiter
Mitarbeiterstruktur BayWa AG 2014 *
Mitarbeiter gesamt 9.548 (10.118)
Gewerblich gesamt 3.368 (3.512)
Kaufmännisch gesamt 6.180 (6.606)
7,2 %
(10,4 %)
92,8 %
(89,6 %)
63,8 %
(64,7 %)
36,2 %
(35,3 %)
Männlich Weiblich * Inkl. Auszubildende (Vergleichswerte 2013 in Klammern)
Altersstruktur BayWa AG 2014
755 (804)
1.931
(1.997)
Betriebszugehörigkeit und
Personalfluktuation
Durch individuelle Entwicklungsmöglichkeiten bindet
die BayWa AG ihre Mitarbeiter langfristig und erhält
2.951
ihre Beschäftigungsfähigkeit. Für eine hohe Mitar(3.198)
639
beiterzufriedenheit sprechen eine überdurchschnitt(642)
lich lange Betriebszugehörigkeit sowie eine geringe
1.085
2.187
Fluktuation: Erstere lag 2014, wie im Vorjahr, bei
(1.151)
(2.326)
rund 13 Jahren. 827 Eintritte (2013: 742) standen
Anzahl MA < 30 Jahre, männlich
Anteil weiblich
im Berichtszeitraum 1.767 (2013: 1.249) Austrit Anzahl MA 30 – 50 Jahre, männlich
Anteil weiblich
ten gegenüber – was eine Fluktuationsquote von
Anzahl MA > 50 Jahre, männlich
Anteil weiblich
4,4 Prozent ergibt (2013: 4,0 Prozent). Am höchs(Vergleichswerte 2013 in Klammern)
ten war die Fluktuation in der Gruppe der 30- bis
MA = Mitarbeiter
50-Jährigen. Die Eintrittsquote lag im Berichtsjahr
bei 8,1 Prozent (weiblich: 7,4 Prozent, männlich: 8,3 Prozent; 2013: gesamt 6,9 Prozent). Das Durchschnittsalter der
Mitarbeiter lag 2014 wie auch im Vorjahr bei rund 41 Jahren.
Eine lange Betriebszugehörigkeit von 13 Jahren sowie eine
geringe Fluktuationsquote
von 4,4 Prozent belegen die
Attraktivität als Arbeitgeber.
Vielfalt und Chancengleichheit
Die BayWa AG profitiert im Zuge ihrer Internationalisierung von einer vielfältigen Belegschaft und unterschiedlichen Erfahrungen. Unsere Mitarbeiter stammen aus 30 verschiedenen Ländern und decken alle Altersstufen ab.
Wie auch im Vorjahr waren im Berichtsjahr rund 26 Prozent der Belegschaft weiblich. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist leicht auf 15,3 Prozent gestiegen. Der Aufsichtsrat weist einen Frauenanteil von 12,5 Prozent auf
(2013: 6,3 Prozent).
Diskriminierung von Mitarbeitern aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung wird bei der
BayWa nicht geduldet. Dies ist verankert in den Ethischen Grundsätzen sowie im Führungsleitbild der BayWa und
fester Bestandteil von verpflichtenden Führungskräfteschulungen. Im Sinne der Chancengleichheit folgt das Unternehmen dem Ziel, für jede zu besetzende Führungsposition den am besten geeigneten Kandidaten zu gewinnen,
unabhängig vom Geschlecht. Die Entlohnung erfolgt gemäß Erfahrungen und Erkenntnissen sowie der Bewertung
der Arbeitsaufgabe nach Entgeltrahmentarifvertrag oder -abkommen. Nahezu alle Mitarbeiter der BayWa AG f­ allen
unter diese Kollektivvereinbarungen. Demzufolge gibt es in der BayWa keine Unterschiede in der Entlohnung von
Frauen und Männern. Diskriminierungsfälle sind für 2013 und 2014 nicht bekannt. Mitarbeiter können sich zu diesen Themen an ihre Führungskraft, die Personalabteilung oder auch anonym an den externen Vertrauensanwalt der
BayWa wenden.
Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bietet die BayWa AG ihren Mitarbeitern lebensphasenorientierte Modelle flexibler Arbeitszeitgestaltung. 2014 nahmen 2,2 Prozent (2013: 2,3 Prozent) von ihnen Elternzeit
in Anspruch. Bei der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen unterstützt das Unternehmen
durch die Vermittlung von Betreuungsplätzen und einen Zuschuss zu den Betreuungskosten. Menschen mit Behinderung ermutigt die BayWa in Stellenausschreibungen zur Bewerbung. Sie machten im Berichtszeitraum 3,3 Prozent der Mitarbeiter aus (2013: 3,5 Prozent).
46
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Mitarbeiter
Führungspositionen nach Geschlecht
BayWa AG 2014
Altersstruktur Führungspositionen
BayWa AG 2014
Führungskräfte gesamt (1. und 2. Ebene) 98 (103)
Führungskräfte gesamt (1. und 2. Ebene) 98 (103)
15,3 %
(14,6 %)
84,7 %
(85,4 %)
21,4 %
(21,4 %)
47,0 %
(44,6 %)
31,6 %
(34,0 %)
Männlich Weiblich > 50 Jahre (Vergleichswerte 2013 in Klammern)
40 – 50 Jahre < 40 Jahre (Vergleichswerte 2013 in Klammern)
Inanspruchnahme flexibler Arbeitszeitmodelle BayWa AG 2014
Mitarbeiter gesamt 9.548 (10.118)
Teilzeit gesamt 979 (980)
Elternzeit gesamt 212 (228)
8,0 %
(7,9 %)
28,4 %
(27,9 %)
71,6 %
(72,1 %)
92,0 %
(92,1 %)
Männlich Weiblich (Vergleichswerte 2013 in Klammern)
Aus- und Weiterbildung
Die BayWa schult ihre
Mitarbeiter umfassend auf
Basis eines systematischen
Kompetenzmodells.
Grundlage eines erfolgreichen Personalmanagements ist für die BayWa AG, die individuellen Fähigkeiten und
Potenziale ihrer Mitarbeiter zu kennen und zu entwickeln. Im Frühjahr 2014 wurde ein unternehmensweites Kompetenzmodell eingeführt, das die Anforderungen an Fähigkeiten, Eigenschaften und Einstellungen der Mitarbeiter und Führungskräfte beschreibt. Die zu diesem Ziel angebotenen Seminare und Trainings fokussieren auf eine
Stärkung von persönlichen und sozialen Kompetenzen, von Fach- und Methodenkompetenzen sowie von unternehmerischer und Führungskompetenz. 2014 haben mehr als 11.500 Teilnehmer (2013: rund 11.000) über 20.200
Schulungstage (2013: über 20.500) in Anspruch genommen. Pro Mitarbeiter entspricht dies für das Berichtsjahr
13,7 Schulungsstunden (2013: 14,5).
Ausbildung und Recruiting
Seit Jahren bildet die BayWa AG weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt aus. Das Angebot umfasst
13 gewerblich-technische und kaufmännische Ausbildungsberufe an insgesamt rund 400 Standorten. Unter dem
Motto „Gemeinsam mit Begeisterung zum Ziel!“ will die BayWa die Auszubildenden für die Arbeit begeistern, sie
unterstützen, fördern und an das Unternehmen binden. Im Berichtsjahr beschäftigte die BayWa AG in Deutschland 479 kaufmännische (2013: 553) und 506 gewerbliche (Vorjahr: 487) Auszubildende, was einer Ausbildungsquote von 10,3 Prozent (2013: 9,2 Prozent) entspricht. Die Übernahmequote lag 2014 bei 56,8 Prozent (2013:
66,7 Prozent).
Personalentwicklung und Weiterbildung
Die Weiterentwicklung der Mitarbeiter ist ein wichtiger Baustein im Personalmanagement, um qualifizierte und
motivierte Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft zu halten. In Mitarbeiterjahresgesprächen, die ab Januar 2015
ein verbindliches Führungsinstrument für alle Voll- und Teilzeit-Mitarbeiter der BayWa AG werden, wertschätzen
die Führungskräfte die erbrachte Leistung ihrer Mitarbeiter und geben Feedback zur persönlichen Entwicklung. Auf
Basis des Kompetenzmodells werden dabei die persönlichen Stärken und Entwicklungsfelder herausgearbeitet und
gemeinsam individuelle Maßnahmen zur beruflichen Entwicklung festgelegt. Im Berichtsjahr nahmen rund 37 Prozent der Mitarbeiter der BayWa AG (2013: 41 Prozent) an einem Mitarbeitergespräch teil. Davon waren 43 Prozent
weiblich.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
47
Mitarbeiter
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Mit einem aktiven Gesundheitsmanagement sowie Präventivmaßnahmen zu Arbeitsschutz und Sicherheit am
Arbeitsplatz sorgt die BayWa AG in allen Sparten für die langfristige Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Zuständig
dafür ist seit 2013 die Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltschutz (EH & S), eine beratende und unterstützende
Organisationseinheit mit 14 Mitarbeitern.
Arbeitssicherheit
Seit 1974 erfasst die BayWa Arbeitsunfälle systematisch. Mit insgesamt 25,8 Arbeits- und Wegeunfällen (2013:
26,2) je 1.000 Mitarbeitern lag die Unfallquote 2014 auf gleichbleibend niedrigem Niveau wie im Vorjahr und deutlich unter dem Durchschnitt anderer Unternehmen in vergleichbaren Branchen. Die Ausfalldauer pro Unfall belief
sich auf 8,8 Tage (weiblich: 7,9 Tage, männlich: 8,9 Tage; 2013: gesamt 8,7 Tage). Wie im Vorjahr gab es keinen
Unfall mit Todesfolge.
Mit einem beratenden und
unterstützenden Ansatz
schützt die Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltschutz
(EH & S) die Gesundheit der
Mitarbeiter.
Ziel der BayWa ist es, Unfälle und Verletzungen in der Belegschaft zu vermeiden. Dies tut das Unternehmen beispielsweise über einen ausführlichen Katalog zur persönlichen Schutzausrüstung sowie ein umfassendes Schulungsprogramm zu Prävention im Arbeitsschutz. Die persönliche Schutzausrüstung der Mitarbeiter entspricht
grundsätzlich den DIN- und Sicherheitsvorschriften und wird ausschließlich von Lieferanten aus dem europäischen
Raum bezogen. Wie sich Unfälle vermeiden und Arbeitsbedingungen verbessern lassen, ermittelt die BayWa AG
zudem über ihr betriebliches Vorschlagswesen.
Betriebsunfälle BayWa AG 2014
Arbeitsunfälle
2013
Angestellte
Lagerpersonal
Werkstättenpersonal
Gesamt
Wegeunfälle
Unfälle gesamt
2014
2013
2014
2013
2014
29
28
28
13
57
41
113
103
9
8
122
111
81
91
5
3
86
94
223
222
42
24
265
246
Gesundheitsschutz
Das betriebliche Gesundheitsmanagement der BayWa stützt sich auf eine umfassende Infrastruktur, bestehend
aus einem Arbeitskreis, dem Suchtbeauftragten, den EH & S-Koordinatoren und Kooperationspartnern. Kommuniziert werden die Aktivitäten über eine Intranetseite. Die jährlichen Schulungen zu Gesundheit und Sicherheit sind
verpflichtend für jeden Mitarbeiter. 2013 und 2014 wurden insgesamt mehr als 5.000 Beschäftigte geschult. Die
Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördert die BayWa AG aktiv mit einem Sechs-Punkte-Gesundheitsprogramm, inklusive Beratung zu Bewegung, Ernährung, mentaler Fitness, Stressmanagement und Work-Life-Balance. Seinen Führungskräften bietet das Unternehmen ein Seminar zur Prävention von Burnout-Erkrankungen. Die Arbeitsplätze der
BayWa-Mitarbeiter entsprechen modernsten arbeitssicherheitstechnischen Standards. Das Ergebnis all dieser Maßnahmen ist eine seit Jahren niedrige Krankheitsquote. 2014 lag sie bei 2,8 Prozent (2013: 3,0 Prozent)
Gefährdete Mitarbeitergruppen
Krankheitsquote BayWa AG 2014 (in Prozent)
Als gesundheitlich besonders gefährdet
gelten in der BayWa AG Mitarbeiter im
gewerblichen Bereich, beispielsweise
Gesamt
3,0
2,8
Lagerpersonal und Berufsfahrer, sowie
Kaufmännisch (männlich/weiblich)
2,6 (2,4 / 2,9)
2,4 (2,3 / 2,5)
im Werkstattbereich, etwa LandmaschiGewerblich (männlich/weiblich)
4,0 (4,1 / 3,9)
3,7 (3,7 / 2,7)
nenmechaniker und Mitarbeiter im Melkkundendienst. Die 2014 über die Berufsgenossenschaft eingegangenen Anträge
auf Verdacht auf Berufskrankheiten bei derzeitigen oder ehemaligen Mitarbeitern wurden untersucht. Wie bereits
im Vorjahr wurden keine Berufserkrankungen festgestellt. Das betriebliche Eingliederungsmanagement der BayWa
bietet bei längeren und häufigeren Erkrankungen eine optimale Betreuung der Beschäftigten.
2013
48
2014
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Lebensqualität
Lebensqualität gestalten
Standards für umfassende Produktverantwortung
Mit ihrem Kerngeschäft bedient die BayWa menschliche Grundbedürfnisse nach Nahrung, Energie und Wohnen
(siehe S. 6). Umso wichtiger ist es, dass sich ihre Kunden darauf verlassen können, qualitativ hochwertige und
sichere Produkte zu erhalten. In den Sparten Agrar und Energie gelten für diese zudem besondere Ansprüche an
Transparenz und Prozesssicherheit. Diesen kommen die beiden Sparten mit zertifizierten Qualitätsmanagement­
systemen, u. a. dem Standard ISO 9001, nach. Unter der Leitung der zentralen Abteilung Arbeitssicherheit und
Umweltschutz (EH & S) finden regelmäßige Treffen und Schulungen statt, in denen Vertretern der Sparten und Serviceabteilungen aktuelle Gesetze und Vorschriften vermittelt und Maßnahmen zur Umsetzung vor Ort besprochen
werden. Beim Handel mit Getreide, Obst und Futtermitteln, aber auch mit Brenn-, Kraft- oder Schmierstoffen garantiert die BayWa AG zudem bereits durch die Auswahl zertifizierter Lieferanten höchste Qualität und Sicherheit für
die Kunden.
Mit verlässlicher Produktkennzeichnung kommt die
BayWa einer wesentlichen
Verantwortung gegenüber
Kunden und Umwelt nach.
Mit ihren Produkten und Dienstleistungen in den Segmenten Agrar, Energie und Bau bietet die BayWa übergreifende Lösungen, beispielsweise energieeffiziente Stallsysteme nach neuesten Bau- und Tierhaltungsstandards oder
die Entwicklung von Wohnhäusern, die mehr Energie erzeugen, als für deren Betrieb im Jahresdurchschnitt notwendig ist. 2013 hat die BayWa zudem begonnen, innenraumrelevante Baustoffe, die sie vertreibt, auf deren Emissionsverhalten zu überprüfen. Diese Baustoffe sind emissionsarm und nach verschiedenen Standards zertifiziert. Mit
ihren Produkten und Dienstleistungen ist die BayWa gerade im ländlichen Raum mit rund 3.000 Stand­orten für die
Kunden erreichbar und bietet neben Produktberatung eine umfassende Betreuung für effizientes und nachhaltiges
Wirtschaften (zum Dialog mit Kunden und Gesellschaft siehe auch S. 32).
Kennzeichnung von Produkten
Entsprechend gesetzlicher Bestimmungen versendet die BayWa Sicherheitsdatenblätter zu relevanten Produkten
direkt an Kunden. Zudem hält das Unternehmen im Intranet und Internet für alle Gefahrstoffe und Gefahrgüter des
Produktsortiments rund 15.000 Sicherheitsdatenblätter mit der jeweiligen Produktkennzeichnung vor. Der größte
Anteil hiervon entfällt auf die Sparte Baustoffe, gefolgt von Agrar und traditioneller Energie, die 73 Prozent ihrer Produkte zu deklarieren hat. Zu 80 Prozent ihres Sortiments erstellt die Sparte Baustoffe zudem eine Leistungserklärung hinsichtlich des Einflusses auf Bauwerke. Die jeweiligen Anteile an Gefahrstoffen müssen die Sparten vollständig
deklarieren, in der Sparte Technik sind dies beispielsweise 0,1 Prozent ihrer 1,2 Millionen gelisteten Artikel. Auch zu
gesetzlichen Aktualisierungen, etwa zur Änderung der europäischen Kennzeichnungspflicht für Gefahrstoffe ab Juni
2015, führt die BayWa AG Mitarbeiterschulungen durch. Außerhalb des Gefahrstoffbereichs sind beispielsweise in der
Sparte Agrarhandel Produkte wie Getreide, Ölsaaten, Futtermittel, Saatgut und Düngemittel hinsichtlich Inhaltsstoffen
und Anwendungsempfehlungen gemäß gesetzlicher Vorschriften deklariert.
Aktivitäten im Segment Agrar
Zertifizierungen BayWa Agrarhandel
BayWa Agrar setzt auf Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette, inklusive einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit vom Erzeuger bis zum Kunden. Die Sparte Agrarhandel ist bereits seit 1997 nach ISO 9001 zertifiziert.
Seitdem wurde das Qualitätsmanagementsystem in der Sparte kontinuierlich ausgebaut und ein zertifiziertes Qualitätssicherungssystem für Lebens- und Futtermittel eingeführt. Heute erfüllen 230 Standorte der Sparte Agrar
den Standard ISO 9001 sowie den Futtermittelstandard GMP+ B3 (2007). Auch der Fuhrpark ist in das Qualitäts­
managementsystem eingebunden und erfüllt den Standard GMP+ B4. Im Oktober 2010 erhielt die Sparte Agrarhandel der BayWa zudem das REDcert-Zertifikat für nachhaltig erzeugte Biomasse wie beispielsweise Getreide und
Ölsaaten. Diese dienen als Rohstoff für die Erzeugung pflanzlicher Treibstoffe wie Biodiesel und Bioethanol, die den
fossilen Treibstoffen beigemischt werden und so zur Minderung des CO2-Austoßes beitragen. Für den gesicherten
Umgang mit Gefahrstoffen sorgt zudem die regelmäßige und systematische Überprüfung von Pflanzenschutzmittellager durch den Störfallbeauftragten der BayWa AG.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
49
Lebensqualität
Zertifizierungen BayWa Obst
Innerhalb der vergangenen zehn Jahre wurden alle deutschen Großmärkte der Sparte Obst sukzessive nach dem
QS-Prüfsiegel für Qualität und Sicherheit bezüglich Lagerung, Aufbereitung und Transport von Lebensmitteln zertifiziert. Der Anbau des von der BayWa gehandelten Obstes erfolgt nach den Richtlinien der integrierten Produktion,
die auf umweltschonende Nutzung von Ressourcen abzielt und natürliche Regulationsmechanismen berücksichtigt.
Beispielsweise erfolgt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach dem Schadschwellenprinzip. Zudem sind die Lieferanten nach dem globalen landwirtschaftlichen Qualitätssicherungssystem GlobalG.A.P. zertifiziert, das zusätzliche
sozia­le und umweltrelevante Themen abdeckt. Drei deutsche BayWa Obstgroßmärkte sind zudem nach dem Interna­
tional Featured Standard (IFS) zertifiziert. Dieser vereint eine Reihe von Lebensmittel-, Produkt- und Servicestandards
und sorgt damit für eine vergleichbar hohe Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen – und reduziert damit den Aufwand für Audits bei Zulieferern. Alle BayWa-Obststandorte sind für die Abwicklung von Produkten
aus ökologischem Landbau gemäß EU-Öko-Verordnung 834/2007 anerkannt. Der Obstgroßmarkt Ravensburg wird
darüber hinaus jährlich im Bereich Tafelobst nach Vorgaben des Bioland- und Naturlandverbands auditiert. Die Sparte
Obst analysiert sämtliche Produkte auf Einhaltung der gesetzlich erlaubten bzw. kundenspezifischen Rückstandshöchstgehalte bezüglich Pflanzenschutzmitteln und garantiert damit höchste Qualität und Sicherheit.
Umfassende Produktverantwortung
Seinen Kunden bietet BayWa Agrarhandel ein umfangreiches Beratungsangebot zu den Prinzipien des integrierten
Pflanzenschutzes und einer situativ angepassten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Ziel ist es, die Natur so
wenig wie möglich zu belasten, bei gleichzeitiger Maximierung von Erträgen (siehe auch S. 12). Jährlich finden rund
150 Veranstaltungen der Pflanzenbauberatung mit rund 7.000 Teilnehmern statt. Zudem legt die Sparte Agrarhandel jährliche Fachpublikationen zu Pflanzenschutz und Saatgut auf. Auf Anfrage besuchen die Pflanzenbauberater
den Kunden vor Ort. Auch auf digitalem Wege kommt die BayWa ihrer Produktverantwortung nach: Die kostenlose
App „BayWa Agri-Check“ bietet neben Wetter-, Markt- und Börsendaten eine Unwetterwarnfunktion oder Kurs­
alarme für Marktdaten oder Rohstoffe. Mit dem BayWa-Preisabsicherungssystem Landea können Landwirte seit
2011 über einen Warenkontrakt (Termingeschäft) das Risiko unerwünschter Marktentwicklungen für Weizen, Mais,
Raps oder Sojaschrot minimieren. Mit dem kostenlosen BayWa-Greening-Rechner können sie online prüfen, ob
sie die Voraussetzungen der seit Anfang 2015 geltenden Greening-Bedingungen hinsichtlich Dauergrünlanderhalt,
Anbaudiversifizierung und Vorhalten ökologischer Vorrangfläche erfüllen.
Zusätzlich zu ihren Produkten
bietet die BayWa umfassende
Beratung, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu
minimieren. Dies fördert die
Ausrichtung auf nachhaltiges
Wirtschaften – auch bei den
Kunden.
Aktivitäten im Segment Energie
Zertifizierungen
Die BayWa-Sparte Energie ist seit 1995 nach dem Qualitätsmanagementstandard ISO 9001 zertifiziert. Auch die
BayWa r.e. sichert über diesen Standard eine hohe Qualität technischer Beratung, Planung und des Projektmanagements. Rund 80 Prozent der Produkte unterliegen gesetzlichen Auflagen zur Kennzeichnung, die das Unternehmen
vollständig gewährleistet. Vor allem im Bereich Solarenergie enthalten Speichersysteme Gefahrstoffe, das neben
der korrekten Kennzeichnung besondere Anforderungen an Lagerung und Transport stellt, die durch die BayWa r.e.
vollumfänglich erfüllt werden. Es werden Speichersysteme nur von Lieferanten bezogen, die den Empfehlungen der
Vereinten Nationen zum Transport gefährlicher Güter nachkommen. Zudem fordert das Unternehmen von ihnen
Ursprungszeugnisse zu ihren Produkten sowie Angaben zu den Produktanteilen aus Drittländern. Die Sicherheit
von Mitarbeitern und Kunden stellt BayWa r.e. über die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitstrainings sowie spezielle Schutzausrüstung sicher. Ein internes Eskalationssystem sorgt dafür, dass Kundenanfragen oder -beschwerden zeitnah und systematisch bearbeitet und beantwortet werden.
Umfassende Produktverantwortung
BayWa r.e. bietet eine umfassende Palette von Produkten zur – auch dezentralen – Versorgung mit regenerativer
Energie. Um Energie und Ressourcen zu sparen, wird das BayWa-Produktportfolio traditioneller Energie zunehmend um Produkte für eine nachhaltige Wärmeversorgung ergänzt, beispielsweise Holzbrennstoffe oder Holzpellets. Zur Vermeidung langer Transportwege setzte die BayWa im Berichtsjahr überwiegend auf Holzpellets
süddeutscher Hersteller. Für eine bessere Versorgungssicherheit ihrer Kunden baut das Unternehmen regionale
Versorgungslager. Entsprechend gesetzlicher Vorgaben, beispielsweise zu emissionsoptimierten Motorenölen für
Fahrzeuge, aktualisiert die BayWa AG ihr Produktportfolio laufend. Um Ressourcen zu schonen und Kosten der
Kunden zu reduzieren, wurden im Berichtsjahr über 8.000 (2013: über 7.000) Gebrauchtölanalysen von BiogasBlockheizkraftwerken durchgeführt. Dadurch konnten die Öleinsatzzeiten optimiert werden. 2014 wurden rund
3,2 Mio. Liter (2013: 3,0 Mio.) bzw. 18,5 Prozent der verkauften Schmierstoffe als Gebrauchtöl zurückgenommen
und wieder in den Wertstoffkreislauf eingebracht.
50
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
Lebensqualität
Ende 2014 wurde die BayWa AG für ihre Gute-Energie-Kampagne mit dem „Innovationspreis Wärmemarkt“ der
Zeitschrift Brennstoffspiegel + Mineralölrundschau ausgezeichnet. Im Rahmen der Kampagne erhalten BayWaKunden seit Mai 2013 beim Kauf von Holzpellets und Heizöl sowie beim Bezug von Ökostrom Umweltcents im
Wert von zehn Euro, die sie für die Aufforstung heimischer Wälder spenden können (siehe S. 20). Für die Förderung
von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und flexiblen Energieversorgungssystemen erhielt BayWa r.e. als eines
der ersten Unternehmen Ende 2014 das TÜV-SÜD-Zertifikat „Wegbereiter der Energiewende“. Aufgrund hervorragender Vertragskonditionen und günstiger Preise wurde der ausschließlich aus Wasserkraft gewonnene BayWa
Ökostrom 12 im September 2014 von Öko-Test mit der Note „sehr gut“ bewertet.
Aktivitäten im Segment Baustoffe
Der Mensch verbringt bis zu 80 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Umso wichtiger ist es, diese Innenräume möglichst schadstoffarm zu gestalten. Ihren Kunden bietet die BayWa-Sparte Baustoffe rund 1.000 emissionsgeprüfte Produkte. Seit 2013 führt sie Baustoffe, die von natureplus zertifiziert sind und damit Kriterien nachhaltigen
Bauens entsprechen. Das Siegel EMICODE® EC1+ oder das eco-INSTITUT garantieren, dass Materialien lösemittelfrei und emissionsarm sind. Die Vertriebsmitarbeiter werden verstärkt zu diesen Themen geschult.
Die BayWa Stiftung und Sponsoring
Die BayWa Stiftung schafft
weltweit Bewusstsein für
gesunde Ernährung und
den verantwortungsvollen
Umgang mit der Natur und
ihren Ressourcen.
Auch über das Geschäft hinaus gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu übernehmen ist seit Genera­
tionen in der BayWa verankert. Im Berichtsjahr ­spendete die BayWa fast 700.000 Euro, davon flossen nahezu
450.000 Euro in Projekte der BayWa Stiftung. Die 1998 gegründete BayWa Stiftung fördert langfristige Bildungsprojekte zu gesunder Ernährung und dem verantwortlichen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen. Die
BayWa AG unterstützt die BayWa Stiftung, indem sie alle eingehenden Spenden verdoppelt und die Verwaltungskosten der Stiftung trägt. Alle Spenden fließen somit direkt in die Projekte.
Derzeit initiiert und fördert die BayWa Stiftung mehr als 20 Projekte in Deutschland und der Welt. Besonderer
Fokus liegt hierbei auf deutschen Projekten rund um die gesunde Ernährung. Um die Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, hat die Stiftung in Deutschland das Schulgartenprojekt „Gemüse pflanzen.
Gesundheit ernten.“ ins Leben gerufen. Dabei werden gemeinsam mit den Schülern und Lehrern verschiedenste
Obst- und Gemüsesorten gepflanzt. Beim gemeinsamen Kochen und Essen lernen die Kinder, welche Lebensmittel
gesunde Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Seit Projektbeginn 2013 hat die BayWa Stiftung rund 1.600 Kinder
in 51 Grundschulen erreicht. In München unterstützt die Stiftung zudem das Sonderpädagogische Förderzentrum
Süd-Ost. Für die dort betreuten 220 Kinder finanziert sie ein gesundes Frühstück, ein 100 Quadratmeter großes
Getreidefeld auf dem Schulgelände, Mittagsbetreuung, Bewerbungstrainings sowie erlebnispädagogische Freizeitprogramme. Als Unterstützer des Deutschlandstipendiums der Bundesregierung hat die BayWa Stiftung 2014 über
100 Studierende finanziell unterstützt.
Auch mit ihrem Know-how zu Energieerzeugung will die BayWa Stiftung zu einem besseren Leben beitragen:
Gemeinsam mit dem Verein Ingenieure ohne Grenzen e. V. entwickelte und installierte sie 2010 in Tansania Biogasanlagen. Sie stellen saubere Energie für Privathaushalte und eine Schule bereit. Für den langfristigen Erfolg des Projekts wird die Bevölkerung zu Aufbau und Wartung der Anlagen intensiv vor Ort geschult und somit ein nachhaltiger
Beitrag zur Selbsthilfe geleistet. 2015 werden weitere Biogasanlagen installiert und damit Arbeitsplätze geschaffen.
Ein rumänischer Erlebnisbauernhof wurde von der BayWa Stiftung komplett renoviert und im Sommer 2013 eröffnet. Am Hof können sich traumatisierte Kinder von schweren Schicksalsschlägen erholen und spielerisch Landwirtschaft und gesunde Ernährung erleben. Die Dorfbewohner lernen vor Ort, wie man sich mit Eigenanbau selbst versorgen kann. Mitarbeiter der BayWa schulen Landwirte vor Ort im Umgang mit und der Wartung von Maschinen. Der
gesamte Maschinenpark sowie Personal- und Betriebskosten werden von der BayWa Stiftung gedeckt. Darüber hinaus engagiert sich die BayWa Stiftung im Münchner Bildungsnetzwerk „BiNet“ (weitere Informationen zur Stiftung
unter www.baywastiftung.de).
Über die Aktivitäten der Stiftung hinaus stellt die BayWa die Integration in ihr gesellschaftliches Umfeld durch ihr
Engagement in den Bereichen Sport, Bildung und Soziales sicher. Ihre Verbundenheit mit der Region beweist sie
etwa durch die Förderung der Nachwuchsarbeit innerhalb des Bayerischen Fußball-Verbands. Mit Beginn der Saison 2014/15 ist die BayWa zudem Hauptsponsor des FC Bayern Basketball. Innerhalb der europaweiten SMERGYKampagne fördert BayWa r.e. renewable energy GmbH zudem energiesparendes Verhalten bei jungen Menschen.
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
51
GRI Index
GRI Index
Die Erstellung des BayWa Nachhaltigkeitsberichts 2014 erfolgte in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und erfüllt
die Option „In Übereinstimmung“ – Kern. Es wurden die seit Mai 2013 gültigen
G4 Richtlinien angewendet. Eine externe Prüfung der Berichtsinhalte fand
nicht statt.
Seite
Auslassungen
externe
Prüfung
ALLGEMEINE STANDARDANGABEN
Strategie und Analyse
G4-1
Erklärung des höchsten Entscheidungsträgers
3
—
G4-2
Zentrale Nachhaltigkeitsauswirkungen, -risiken und -chancen
12 – 26
—
Organisationsprofil
G4-3
Name des Unternehmens
2
—
G4-4
Wichtigste Marken, Produkte und Dienstleistungen
6
—
G4-5
Hauptsitz des Unternehmens
5, 29
—
G4-6
Länder mit Geschäftstätigkeitsschwerpunkt
2, 7, 19, 34
—
G4-7
Rechtsform und Eigentümerstruktur
30
—
G4-8
Wesentliche Märkte
7, 34
—
G4-9
Größe des Unternehmens
6/7, 34, 45
—
G4-10
Mitarbeiter nach Beschäftigungsverhältnissen, Geschlecht und Regionen
45 – 47
—
G4-11 Mitarbeiter unter Kollektivvereinbarungen
46
—
G4-12
Beschreibung der Lieferkette
13, 19, 23, 35 – 37
—
G4-13
Signifikante Änderungen im Berichtszeitraum
35
—
G4-14
Umsetzung des Vorsorgeprinzips
32/33, 49 – 51
—
G4-15
Unterstützung externer Initiativen
11, 33, 51
—
G4-16
Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen
11
—
Ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen
G4-17
Liste der konsolidierten Unternehmen
2
—
G4-18
Vorgehensweise zur Auswahl der Berichtsinhalte
28
—
G4-19
Sämtliche wesentliche Aspekte
28
—
G4-20
Wesentliche Aspekte innerhalb des Unternehmens
28
—
G4-21
Wesentliche Aspekte außerhalb des Unternehmens
28
—
G4-22
Neudarstellung von Informationen im Vergleich zu früheren Berichten
2
—
G4-23
Wichtige Änderungen des Berichtsumfangs und der Grenzen von Aspekten
2
—
Einbindung von Stakeholdern
G4-24
Einbezogene Stakeholdergruppen
28
—
G4-25
Ermittlung und Auswahl der Stakeholder
28
—
G4-26
Ansatz für den Stakeholderdialog und Häufigkeit
32/33
—
G4-27
Zentrale Anliegen der Stakeholder und Stellungnahme
32/33
—
Berichtsprofil
G4-28Berichtszeitraum
2
G4-29
—
52
Datum des letzten Berichts
—
Nicht anwendbar, da erster
Bericht
—
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
GRI Index
Seite
Auslassungen
externe
Prüfung
G4-30Berichtszyklus
2
—
G4-31
Ansprechpartner für Fragen zum Bericht
56
—
G4-32
Option der Übereinstimmung mit GRI und gewählter Index
52
G4-33
Externe Prüfung des Berichts
—
—
Keine externe Prüfung
—
Unternehmensführung
G4-34
Führungsstruktur inkl. Komitees des höchsten Kontrollorgans
29; GB 47/48
—
G4-35
Delegation von Vollmachten für wirtschaftliche, ökologische und soziale Themen
29/30
—
G4-36
Zuständigkeit für wirtschaftliche, ökologische und soziale Themen
10/11, 29/30
—
G4-37
Konsultationsverfahren zwischen Stakeholdern und höchstem Kontrollorgan
30, 33
—
G4-38
Zusammensetzung des höchsten Kontrollorgans und seiner Komitees
29; GB 232 – 235,
250/251
—
G4-39
Unabhängigkeit des Vorsitzenden des höchsten Kontrollorgans
29
—
G4-40
Nominierungs- und Auswahlverfahren für das höchste Kontrollorgan
29
—
G4-41
Verfahren zur Vermeidung von Interessenkonflikten
29, 31/32
—
G4-42
Rolle des höchsten Kontrollorgans bez. Strategie und Zielen
29 – 31
—
G4-43
Maßnahmen bez. Nachhaltigkeitskenntnissen des höchsten Kontrollorgans
30
—
G4-46
Rolle des höchsten Kontrollorgans bez. Wirksamkeit des Risikomanagements
32
—
G4-48
Höchstes Komitee zur Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts
30
—
G4-49
Prozess zur Vermittlung kritischer Anliegen an höchstes Kontrollorgan
30, 33
—
G4-51
Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und leitende Führungskräfte
30, GB 69 – 71
—
G4-52
Prozess zur Festlegung der Vergütung
30, GB 69 – 71
—
Ethik und Integrität
G4-56
Werte, Grundsätze und Verhaltensstandards
10, 30/31
—
G4-58
Verfahren zur Meldung von unethischem oder gesetzeswidrigem Verhalten
32/33
—
SPEZIFISCHE STANDARDANGABEN
Aspekt: Wirtschaftliche Leistung – Managementansatz
5 – 7, 34
—
G4-EC1
Erwirtschafteter und verteilter Wert
7, 34/35, 45, 51
—
G4-EC2
Finanzielle Folgen, Risiken und Chancen des Klimawandels
18 – 23, 38
—
G4-EC4
Finanzielle Unterstützung durch Regierungen
34/35
—
Aspekt: Beschaffung – Managementansatz
35 – 37
—
G4-EC9
37
—
Aspekt: Energie – Managementansatz
18 – 21, 38/39
—
G4-EN3
39
—
G4-EN5Energieintensität
39
—
G4-EN6
39
—
Aspekt: Emissionen – Managementansatz
39/40, 43/44
—
G4-EN15 Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)
40, 43/44
—
G4-EN16 Indirekte energiebezogene Treibhausgasemissionen (Scope 2)
40
—
G4-EN18 Intensität der Treibhausgasemissionen
40
—
G4-EN19 Reduktion der Treibhausgasemissionen
40, 43
—
G4-EN20 Emission Ozon abbauender Stoffe
40
—
Ökonomie
Anteil an Ausgaben für lokale Zulieferer
Ökologie
Energieverbrauch innerhalb des Unternehmens
Reduzierung Energieverbrauch
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
53
GRI Index
Seite
Auslassungen
externe
Prüfung
Aspekt: Abwasser und Abfall – Managementansatz
41
—
G4-EN23 Abfall nach Art und Entsorgungsmethode
41/42
—
G4-EN24 Signifikante Verschmutzungen
42
—
Aspekt: Produkte und Dienstleistungen – Managementansatz
18 – 23, 41, 49
—
G4-EN27 Verringerung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen
12 – 14, 18 – 23, 41, 49
—
Aspekt: Transport – Managementansatz
26, 43
—
G4-EN30 Wesentliche Umweltauswirkungen durch Transporte
43/44
—
Aspekt: Lieferantenbewertung bez. ökologischer Aspekte – Managementansatz
35, 37/38, 49
G4-EN32 Anteil neuer Lieferanten, die nach ökologischen Kriterien überprüft wurden
37/38
Aspekt: Beschwerdemechanismen bez. ökologischer Aspekte – Managementansatz
32/33
—
G4-EN34 Formelle Beschwerden bez. ökologischer Auswirkungen
38
—
—
Bisher keine; Code of
Conduct für Lieferanten wird
bis 2016 erarbeitet
—
Arbeitsumfeld und Arbeitsbedingungen
Aspekt: Beschäftigung – Managementansatz
45
G4-LA1
45/46
Neueinstellungen und Mitarbeiterfluktuation
Aspekt: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz – Managementansatz
48
G4-LA6
Unfälle, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Todesfälle
48
G4-LA7
Arbeitnehmer mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung
48
—
Gesamtzahl nach Geschlecht
und Altersgruppe, Rate
nach Altersgruppe,
Personalfluktuation nach
Geschlecht und Altersgruppe
als vertraulich eingestuft;
Region nicht relevant, da
Mitarbeiter BayWa AG nur in
Deutschland
—
—
Art der Verletzung,
Verletzungsrate und
Berufskrankheitsrate nach
Geschlecht als vertraulich
eingestuft; Region nicht
relevant, da Mitarbeiter
BayWa AG nur in Deutschland
—
—
Aspekt: Aus- und Weiterbildung – Managementansatz
47
G4-LA9
Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung
47
Geschlecht und
Mitarbeiterkategorie nicht
verfügbar; werden 2015
erhoben
—
—
G4-LA11
Anteil der Mitarbeiter mit regelmäßiger Leistungsbeurteilung und Karriereplanung
47
Geschlecht und
Mitarbeiterkategorie als
vertraulich eingestuft
—
Aspekt: Vielfalt und Chancengleichheit – Managementansatz
46
G4-LA12Zusammensetzung der Kontrollorgane und der Mitarbeiter nach Diversitätsaspekten
46/47
Aspekt: Gleicher Lohn für Frauen und Männer – Managementansatz
46
—
G4-LA13
46
—
Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen gegenüber Männern
Aspekt: Lieferantenbewertung bez. Arbeitspraktiken – Managementansatz
37
G4-LA14
37
54
Anteil neuer Lieferanten, die bez. Arbeitspraktiken überprüft wurden
—
Mitarbeiterkategorie nach
Altersgruppe nicht verfügbar,
wird 2015 erhoben; Erfassung
Minderheiten gesetzlich nicht
erlaubt
—
—
Bisher keine; Code of
Conduct für Lieferanten wird
bis 2016 erarbeitet
—
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
GRI Index
Seite
Auslassungen
externe
Prüfung
Aspekt: Beschwerdemechanismen bez. Arbeitspraktiken – Managementansatz
32, 46
—
G4-LA16
46
—
Aspekt: Gleichbehandlung – Managementansatz
32, 46
—
G4-HR3
Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Maßnahmen
46
—
Aspekt: Lieferantenbewertung bez. Menschenrechte – Managementansatz
37
G4-HR10 Anteil neuer Lieferanten, die bez. Menschenrechten überprüft wurden
37
Formelle Beschwerden bez. Auswirkungen auf Arbeitspraktiken
Menschenrechte
—
Bisher keine; Code of
Conduct für Lieferanten wird
bis 2016 erarbeitet
—
Gesellschaft
Aspekt: Korruptionsbekämpfung – Managementansatz
10, 29 – 32
G4-SO4
Informationen und Schulungen zur Korruptionsbekämpfung
31/32
G4-SO5
Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen
—
Mitarbeiterkategorie,
Geschäftspartner nicht
verfügbar; werden 2015
erhoben; Region nicht
relevant, da Mitarbeiter
BayWa AG nur in Deutschland
—
32
—
Aspekt: Politik – Managementansatz
33
—
G4-SO6
35
—
Aspekt: Wettbewerbswidriges Verhalten – Managementansatz
10, 29 – 32
—
G4-SO7
32
—
Aspekt: Compliance – Managementansatz
10, 31/32
—
G4-SO8
32
—
Gesamtwert politischer Spenden
Verfahren aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens oder Kartellbildung
Bußgelder und Sanktionen wegen Gesetzesverstößen
Aspekt: Lieferantenbewertung bez. gesellschaftliche Auswirkungen – Managementansatz
37
G4-SO9Anteil neuer Lieferanten, die bez. Auswirkungen auf Gesellschaft überprüft wurden
37
—
Bisher keine; Code of
Conduct für Lieferanten wird
bis 2016 erarbeitet
—
Produktverantwortung
Aspekt: Kundengesundheit und -sicherheit – Managementansatz
49/50
—
G4-PR1Anteil wesentlicher Produkte und Dienstleistungen, die auf Sicherheit und Gesundheit
geprüft wurden
49 – 51
—
G4-PR2Vorfälle der Nichteinhaltung von Vorschriften und freiwilligen Verhaltensregeln bez.
Gesundheit und Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen
32
—
Aspekt: Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen – Managementansatz
49/50
—
G4-PR3Grundsätze und Verfahren zur Produktkennzeichnung sowie Anteil der Produkte und
Dienstleistungen, die diesen unterliegen
14, 49 – 51
—
G4-PR4Verstöße gegen Vorschriften und freiwillige Verhaltensregeln bez. Kennzeichnung von
Produkten und Dienstleistungen
32
—
G4-PR5
32/33
Ergebnisse von Umfragen zur Kundenzufriedenheit
Hauptgeschäftsstandorte
nicht relevant, da Tätigkeit
BayWa AG nur in Deutschland
—
Aspekt: Compliance – Managementansatz
10, 31/32, 49
—
PR9Wesentliche Bußgelder bez. Bereitstellung und Nutzung von Produkten und
Dienstleistungen
32
—
GB = Geschäftsbericht 2014
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
55
Impressum
Impressum
Herausgeber
Gestaltung, Satz und Layout
BayWa AG, München
Investor Relations
Strichpunkt GmbH, Stuttgart / Berlin
www.strichpunkt-design.de
Konzeption, Text
und Redaktion
Druck und buchbinderische
Verarbeitung
akzente kommunikation und
beratung gmbh, München
www.akzente.de
Eberl Print GmbH, Immenstadt
Weitere Informationen
Bildnachweis
BayWa AG, München
Investor Relations
Nachhaltigkeitsmanagerin
Jessica Paffen
Arabellastraße 4
81925 München
Telefon + 49 89 9222-2843
Telefax + 49 89 9212-2843
nachhaltigkeit@baywa.de
Thomas Dashuber (S. 3)
Simon Koy (S. 5, 10, 11, 12, 14, 20, 26)
BayWa r.e. Solarsysteme (S. 5)
© photophonie – Fotolia.de (S. 8)
Klaus Haag (S. 16, 25)
Meraner & Hauser (S. 18)
BayWa Mediapool (S. 22)
BayWa Website (S. 24)
www.baywa.com
© BayWa AG, München
klimaneutral
natureOffice.com | DE-141-033737
gedruckt
Dieser Nachhaltigkeitsbericht besteht aus FSC ® -zertifiziertem Papier. Mit dem Kauf von
FSC ® -Produkten fördern wir verantwortungsvolle Waldwirtschaft, die nach strengen
sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien des Forest Stewardship Council®
überprüft wird.
Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist auf Recyclingpapier gedruckt, das aus 100 % Altpapier
besteht und den Anforderungen des Blauen Engels entspricht.
56
BayWa AG Nachhaltigkeitsbericht 2014
BayWa AG
Arabellastraße 4
81925 München
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