SB0501D

SB0501D
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Seite
Hilfsschütze
5-2
Zeit- und Spezialrelais
5-8
Steuerrelais easy,
Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
5-12
Leistungsschütze DIL, Motorschutzrelais Z
5-57
Leistungsschütze DIL
5-60
Motorschutzrelais Z
5-64
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
5-67
Thermistor-Maschinenschutzgerät EMT6
5-74
Elektronische Sicherheitsrelais ESR
5-77
Mess- und Überwachungsrelais EMR4
5-78
5-1
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Hilfsschütze
Hilfsschütze
Zur Lösung von Regel- und Steuerungsaufgaben werden vielfach Hilfsschütze verwendet.
Sie werden in großer Zahl zum mittelbaren
Steuern von Motoren, Ventilen, Kupplungen
und Heizeinrichtungen eingesetzt.
Neben der einfachen Handhabung bei Projektierung, Steuerungsaufbau, Inbetriebnahme
und Wartung spricht hauptsächlich das hohe
Sicherheitsniveau für den Einsatz von Hilfsschützen.
5
Sicherheit
Einen wesentlichen Sicherheitsaspekt bilden
die Hilfsschützkontakte selbst. Durch konstruktive Maßnahmen gewährleisten sie die
galvanische Trennung zwischen dem Ansteuerstromkreis und dem geschalteten Stromkreis
und im ausgeschalteten Zustand zwischen
dem Kontakteingang und dem Kontaktausgang. Alle Hilfsschütze von Moeller haben
Kontakte mit Doppelunterbrechung.
Die Berufsgenossenschaft verlangt für Steuerungen an kraftbetriebenen Pressen der
Metallbearbeitung, dass die Kontakte von
Schützen zwangsgeführt sind. Zwangsführung
ist gegeben, wenn die Kontakte mechanisch
so miteinander verbunden sind, dass Öffner
und Schließer niemals gleichzeitig geschlossen
sein können. Dabei muss sichergestellt sein,
dass über die gesamte Lebensdauer auch bei
gestörtem Zustand (z. B. Verschweißen eines
Kontaktes) die Abstände zwischen den Kontakten mindestens 0,5 mm groß sind. Die
Hilfsschütze DILER und DILA erfüllen diese Forderung.
Hilfsschütze bei Moeller
Moeller bietet zwei Hilfsschütz-Baureihen als
Bausteinsystem an:
• Hilfsschütze DILER,
• Hilfsschütze DILA.
Auf den folgenden Seiten finden Sie die
Beschreibung der Bausteine.
Bausteinsystem
Das Bausteinsystem bietet viele Vorteile für
den Anwender. Grundlage sind die Basisgeräte; Bausteine mit Hilfsfunktionen ergänzen
die Basisgeräte. Basisgeräte sind in sich funktionsfähige Geräte. Sie bestehen aus einem
Wechselstrom- oder Gleichstromantrieb und
vier Hilfskontakten.
5-2
Bausteine mit Hilfsfunktionen
Es gibt Hilfsschalterbausteine mit 2 oder
4 Kontakten. Die Kombinationen von Schließern und Öffnern richten sich nach EN 50011.
Die Hilfsschalterbausteine der Leistungsschütze DILEM und DILM lassen sich nicht auf
die Hilfsschütz-Basisgeräte aufschnappen, um
doppelte Anschlussbezeichnungen zu verhindern, z. B. Kontakt 21/22 im Basisgerät und
Kontakt 21/22 im Hilfsschalteraufsatz.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Hilfsschütze
System und Norm
Die europäische Norm EN 50011 über
„Anschlussbezeichnungen, Kennzahlen und
Kennbuchstaben für bestimmte Hilfsschütze“
hat direkte Auswirkungen auf die Handhabung des Bausteinsystems. In Abhängigkeit
von der Anzahl und der Lage der Schließer und
Öffner im Gerät und von deren Anschlussbezeichnung gibt es verschiedene Ausführungen,
die in der Norm durch Kennzahlen und Kennbuchstaben unterschieden werden.
Anzustreben sind Geräte mit dem Kennbuchstaben E. Die Basisgeräte DILA-40, DILA-31,
DILA-22 sowie DILER-40, DILER-31 und
DILER-22 entsprechen der Ausführung E.
Beispiel 1
DILA-XHI04
51 61 71 81
52 62 72 82
+
DILA-40
A1 13 23 33 43
A2 14 24 34 44
q 44 E
DILA40/04
Beispiel 2
DILA-XHI13
Bei 6- und 8-poligen Hilfsschützen bedeutet
Ausführung E, dass in der unteren oder hinteren Kontaktebene vier Schließer angeordnet
sind. Verwendet man z. B. die angebotenen
Hilfsschalterbausteine bei DILA-22 und
DILA-31, ergeben sich Kontaktbestückungen
mit den Kennbuchstaben X und Y.
Nachfolgend sehen Sie drei Beispiele für
Schütze mit vier Schließern und vier Öffnern
mit unterschiedlichen Kennbuchstaben.
Ausführung E soll bevorzugt werden.
Beispiel 3
DILA-XHI22
53 61 71 81
53 61 71
83
54 62 72 82
54 62 72
84
+
DILA-31
A1 13 21 33 43
A2 14 22 34 44
q 44 X
DILA31/13
+
DILA-22
A1 13 21 31 43
A2 14 22 32 44
q 44 Y
DILA22/22
5-3
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Hilfsschütze
Spulenanschlüsse
A1
• RC-Löschglieder,
• Varistor-Löschglieder.
A1
A2
A2
DILER
5
Beim Hilfsschütz DILA sind die Spulenanschlüsse A1 oben und A2 unten. Als Schutzbeschaltungen werden frontseitig aufgesteckt:
Die gleichstrombetätigten Schütze DILER und
DILA haben eine integrierte Schutzbeschaltung.
DILA
Beim Schütz DILER werden an den Klemmen
A1 oben und A2 unten zur Begrenzung der
Abschaltspannungsspitzen der Schützspulen
folgende Zusatzausrüstungen angeschlossen:
• RC-Löschglieder,
• Dioden-Löschglieder,
• Varistor-Löschglieder.
Schutzbeschaltung
In Kombination mit den klassischen Schaltgeräten wie z. B. Schützen, finden heute zunehmend elektronische Geräte Verwendung.
Hierzu gehören u. a. speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), Zeitrelais und Koppelbausteine. Durch Störungen im Zusammenwirken aller Bauteile können die elektronischen
Geräte in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
Einer der Störfaktoren ist das Ausschalten
induktiver Lasten, wie etwa Spulen elektromagnetischer Schaltgeräte. Beim Ausschalten
dieser Geräte können hohe Ausschaltinduktionsspannungen entstehen, die unter Umständen zur Zerstörung benachbarter elektronischer Einrichtungen führen oder über
kapazitive Koppelmechanismen Störspan-
5-4
nungsimpulse erzeugen und damit Funktionsstörungen verursachen.
Da ein störfreies Abschalten ohne Zusatzeinrichtung nicht möglich ist, wird je nach Einsatz
die Schützspule mit einem Entstörbaustein
beschaltet. Vor- und Nachteile der einzelnen
Schutzbeschaltungen sind in der nachfolgenden Tabelle gegenübergestellt.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Notizen
5
5-5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Hilfsschütze
Schaltbild
Verlauf von Laststrom und Lastspannung
+
i
t0
u U
0
–
0
+
0
ZD
t1
–
sehr groß
1V
–
mittel
UZD
ja
klein
UVDR
ja
klein
–
t2
t
I0
t
t0
u U0
–
Induktionsspannungsbegrenzung
definiert
t
U
i
D
Zusätzliche
Abfallverzögerung
I0
0
D
5
Verpolungssicher bzw.
auch für
Wechselstrom
t1 t2
0
t
U
i I0
0
VDR
t
u U0
0
t1 t2
t
U
R
i I0
0
C
u U0
0
5-6
t0
t
T1
t
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Hilfsschütze
Schaltbild
+
Dämpfung
auch
unterhalb
UGRENZ
Zusätzliche
Betriebsleistung
durch
Beschaffung
Bemerkungen
–
–
Vorteile:
D
–
–
+
–
Dimensionierung
unkritisch, geringstmögliche Induktionsspannung, sehr einfach
und zuverlässig
Nachteil:
hohe Abfallverzögerung
Vorteile:
sehr geringe Abfallverzögerung, unkritische
Dimensionierung, einfacher Aufbau
Nachteil:
keine Dämpfung unterhalb UZD
Vorteile:
unkritische Dimensionierung, hohe Energie-Absorption, sehr
einfacher Aufbau
Nachteil:
keine Dämpfung unterhalb UVDR
Vorteile:
HF-Dämpfung durch
Energiespeicherung,
sofortige Abschaltbegrenzung, sehr gut
geeignet für Wechselspannung
Nachteil:
genaue Dimensionierung erforderlich
D
ZD
–
–
–
VDR
ja
ja
R
C
5-7
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Zeit- und Spezialrelais
Elektronische Zeitrelais werden in Schützsteuerungen eingesetzt, wo kleine Rückstellzeiten, gute Wiederholgenauigkeit, hohe
Schalthäufigkeit und hohe Gerätelebensdauer
gefordert werden. Zeiten können zwischen
0,05 s und 100 h gewählt und leicht eingestellt werden.
Das Schaltvermögen elektronischer Zeitrelais
entspricht den Gebrauchskategorien AC-15
und DC-13.
5
Von der Betätigungsspannung her gibt es bei
den Zeitrelais folgende Unterscheidungen:
• Variante A (DILET… und ETR4)
Allstromgeräte:
Gleichspannung 24 bis 240 V
Wechselspannung 24 bis 240 V, 50/60 Hz
• Variante W (DILET… und ETR4)
Wechselstromgeräte:
Wechselspannung 346 bis 440 V, 50/60 Hz
• ETR2… (als Reiheneinbaugerät nach
DIN 43880)
Allstromgeräte:
Gleichspannung 24 bis 48 V
Wechselspannung 24 bis 240 V, 50/60 Hz
Den jeweiligen Zeitrelais sind folgende Funktionen zugeordnet:
• DILET11, ETR4-11,ETR2-11
Funktion 11 (ansprechverzögert)
• ETR2-12
Funktion 12 (rückfallverzögert)
• ETR2-21
Funktion 21 (einschaltwischend)
• ETR2-42
Funktion 42 (blinkend, impulsbeginnend)
5-8
• ETR2-44
Funktion 44 (blinkend, zwei Zeiten;
impulsbeginnend oder pausebeginnend einstellbar)
• Multifunktionsrelais DILET70, ETR 4-69/70
Funktion 11 (ansprechverzögert)
Funktion 12 (rückfallverzögert)
Funktion 16 (ansprech- und rückfallverzögert)
Funktion 21(einschaltwischend)
Funktion 22 (ausschaltwischend)
Funktion 42 (blinkend, impulsbeginnend)
• Funktion 81 (impulsgebend)
Funktion 82 (impulsformend)
ON, OFF
• Multifunktionsrelais ETR2-69
Funktion 11 (ansprechverzögert)
Funktion 12 (rückfallverzögert)
Funktion 21 (einschaltwischend)
Funktion 22 (ausschaltwischend)
Funktion 42 (blinkend, impulsbeginnend)
Funktion 43 (blinkend, pausebeginnend)
Funktion 82 (impulsformend)
• Stern-Dreieck-Zeitrelais ETR4-51
Funktion 51 (ansprechverzögert)
DILET70 und ETR4-70 bieten den Anschluss
eines Fernpotentiometers. Beide Zeitrelais
erkennen das Potentiometer beim Anschluss
selbstständig.
Eine Besonderheit stellt das Zeitrelais ETR4-70
dar. Mit zwei Wechslern ausgerüstet ist es
umrüstbar auf zwei Zeitkontakte 15-18 und
25-28 (A2-X1 gebrückt) oder einen Zeitkontakt 15-18 und einen Sofortkontakt 21-24
(A2-X1 nicht gebrückt). Ist die Brücke A2-X1
entfernt, vollzieht nur der Zeitkontakt 15-18
die nachstehend beschriebenen Funktionen.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Zeit- und Spezialrelais
Funktion 16
Funktion 11
ansprech- und rückfallverzögert
ansprechverzögert
A1-A2
15-18
t
t
Die Betätigungsspannung Us wird über einen
Ansteuerkontakt an die Klemmen A1 und A2
gelegt.
Nach der eingestellten Verzögerungszeit geht
der Wechsler des Ausgangsrelais in die Stellung 15-18 (25-28).
Funktion 12
rückfallverzögert
t
A1-A2
Y1-Y2
B1
15-18
(25-28)
t
A1-A2
Y1-Y2
B1
15-18
(25-28)
Die Versorgungsspannung Us wird direkt an
die Klemmen A1 und A2 gelegt. Werden beim
DILET70 die Klemmen Y1 und Y2 durch einen
potentialfreien Schließer überbrückt oder beim
ETR4-69/70 ein Potential an B1 gelegt, geht
der Wechsler nach der eingestellten Zeit t in
die Stellung 15-18 (25-28).
Wird nun die Verbindung Y1-Y2 unterbrochen
bzw. B1 vom Potential getrennt, geht der
Wechsler nach der gleichen Zeit t in die Ausgangslage 15-16 (25-26) zurück.
Funktion 21
einschaltwischend
Nach Anlegen der Versorgungsspannung an
die Klemmen A1 und A2 bleibt der Wechsler
des Ausgangsrelais in der Ausgangslage 15-16
(25-26). Werden beim DILET70 die Klemmen
Y1 und Y2 durch einen potentialfreien Schließer überbrückt oder beim ETR4-69/70 oder
ETR2-69 ein Potential an B1gelegt, geht der
Wechsler unverzögert in die Stellung 15-18
(25-28).
Wird nun die Verbindung der Klemmen Y1-Y2
unterbrochen bzw. B1 vom Potential getrennt,
kehrt der Wechsler nach Ablauf der eingestellten Zeit in die Ausgangslage 15-16 (25-26)
zurück.
A1-A2
t
15-18
(25-28)
Nach Anlegen der Spannung Us an A1 und A2
geht der Wechsler des Ausgangsrelais in die
Stellung 15-18 (25-28) und bleibt entsprechend der eingestellten Wischzeit betätigt.
In dieser Funktion wird also aus einer Dauerkontaktgabe (Spannung an A1-A2) ein zeitlich
definierter Wischimpuls (Klemmen 15-18,
25-28).
5-9
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Zeit- und Spezialrelais
Funktion 82
impulsformend
A1-A2
Y1-Y2
B1
15-18
(25-28)
t
5
Nach Anlegen der Versorgungsspannung an
A1 und A2 bleibt der Wechsler des Ausgangsrelais in der Ruhelage 15-16 (25-26). Werden
beim DILET70 die Klemmen Y1 und Y2 durch
einen potentialfreien Schließer überbrückt
oder beim ETR4-69/70 oder ETR2-69 ein
Potential an B1 gelegt, geht der Wechsler
unverzögert in die Stellung 15-18 (25-28).
Wird nun die Verbindung Y1-Y2 wieder geöffnet bzw. B1 vom Potential getrennt, bleibt der
Wechsler solange betätigt, bis die eingestellte
Zeit abgelaufen ist. Bleibt Y1-Y2 länger
geschlossen bzw. B1 am Potential, geht das
Ausgangsrelais ebenfalls nach der eingestellten Zeit in seine Ruhelage zurück. Bei der
impulsformenden Funktion wird also immer
ein zeitlich genau definierter Ausgangsimpuls
gegeben, egal ob der Eingangsimpuls über
Y1-Y2 oder B1 kürzer oder länger als die eingestellte Zeit ist.
impulsgebend mit festem Impuls
A1-A2
0.5 s
15-18
(25-28)
Die Betätigungsspannung wird über einen
Ansteuerkontakt an die Klemmen A1 und A2
gelegt. Nach Ablauf der eingestellten Verzögerungszeit geht der Wechsler des Ausgangsre5-10
Funktion 22
ausschaltwischend
t
A1-A2
Y1-Y2
B1
15-18
(25-28)
Die Versorgungsspannung Us liegt direkt an
A1 und A2. Werden beim DILET70 die Klemmen Y1 und Y2, die vorher zu einem beliebigen Zeitpunkt (DILET-70: potentialfrei) kurzgeschlossen worden sind, wieder geöffnet bzw.
beim ETR4-69/70 oder ETR2-69 der Kontakt
B1 potentialfrei, schließt der Kontakt 15-18
(25-28) für die Dauer der eingestellten Zeit.
Funktion 42
blinkend, impulsbeginnend
t
Funktion 81
t
lais in die Stellung 15-18 (25-28) und fällt
nach 0,5 s zurück in die Ausgangslage 15-16
(25-26). Bei dieser Funktion handelt es sich
also um einen Wischimpuls mit zeitlicher Verzögerung.
t
t
t
A1-A2
15-18
(25-28)
Nach Anlegen der Spannung Us an A1 und A2
geht der Wechsler des Ausgangsrelais in die
Stellung 15-18 (25-28) und bleibt entsprechend der eingestellten Blinkzeit betätigt. Die
anschließende Pausenzeit entspricht der Blinkzeit.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Zeit- und Spezialrelais
Funktion 51 Stern-Dreieck
Funktion 43
ansprechverzögert
blinkend, pausebeginnend
A1-A2
A1-A2
17-18
17-28
15-18
t
t
t
t
t
t
tu
LED
Nach Anlegen der Spannung Us an A1 und A2
bleibt der Wechsler des Ausgangsrelais entsprechend der eingestellten Blinkzeit in der
Stellung 15-16 und geht nach Ablauf dieser
Zeit in die Stellung 15-18 (Der Zyklus beginnt
mit einer Pausen-Phase).
Wird die Betätigungsspannung Us an A1 und
A2 gelegt, geht der Sofortkontakt in die Stellung 17-18. Nach Ablauf der eingestellten Zeit
öffnet der Sofortkontakt; der Zeitkontakt
17-28 schließt nach einer Umschlagszeit tu von
50 ms.
Funktion ON-OFF
Funktion 44
blinkend, zwei Zeiten
A1-A2
A1-A2
A1-Y1
OFF
ON
OFF
15-18
(25-28)
LED
15-18
t1
t2
t1
t2
t1
t2
Rel LED
A1-Y1
t1
t2
t1
t2
t1
t2
15-18
Rel LED
Nach Anlegen der Spannung Us an A1 und A2
geht der Wechsler des Ausgangsrelais in die
Stellung 15-18 (impulsbeginnend). Durch eine
Brücke zwischen den Kontakten A1 und Y1
kann das Relais auf pausenbeginnend umgeschaltet werden. Die Zeiten t1 und t2 können
unterschiedlich eingestellt werden.
Mit der ON-OFF-Funktion lässt sich die Funktion einer Steuerung testen. Sie ist ein Hilfsmittel, etwa bei der Inbetriebnahme. Mit der
OFF-Funktion lässt sich das Ausgangsrelais
abschalten, es reagiert nicht mehr auf den
Funktionsablauf. Bei der ON-Funktion wird
das Ausgangsrelais eingeschaltet. Diese Funktion setzt voraus, dass an den Klemmen A1-A2
die Versorgungsspannung anliegt. Die LED
macht auf den Betriebszustand aufmerksam.
5-11
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Steuerrelais easy
1
5
6
2
5
7
5
3
C
ES
12
ALT
L
DE
8
C
ES
OK
POWER
COM-ERR
ADR
4
9
POW
BUS
4
10
ERR
11
MS
4
5-12
NS
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
1 Grundgerät easy512
2 Grundgeräte, erweiterbar easy719,
easy721
3 Grundgeräte, erweiterbar easy819,
easy820, easy821, easy822
4 Multi-Funktions-Display MFD-Titan, erweiterbar
5 Erweiterungsgeräte easy618, easy620
6 Erweiterungsgerät easy202
7 Koppelgerät easy200 zur dezentralen
Erweiterung von easy700, easy800 und
MFD-Titan
8 Netzwerkmodul PROFIBUDS-DP;
EASY204-DP
9 Netzwerkmodul AS-Interface;
EASY205-ASI
10 Netzwerkmodul CANopen; EASY221-CO
11 Netzwerkmodul DeviceNet; EASY222-DN
12 DatensteckerEASY-LINK-DS
5
5-13
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
1
5
2
4
6
4
3
5
C
ES
4
5-14
ALT
DEL
OK
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
1 Grundgerät easy512
2 Grundgeräte, erweiterbar easy719,
easy721
3 Grundgeräte, erweiterbar easy819,
easy820, easy821, easy822
4 Multi-Funktions-Display MFD-Titan
5 Netzteil/Komunikationsmodul
MFD-CP4-800
6 Netzteil/Komunikationsmodul
MFD-CP4-500
5
5-15
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Verknüpfen statt verdrahten
Stromlaufpläne bilden die Basis aller elektrotechnischen Anwendungen. In der praktischen
Umsetzung werden Schaltgeräte miteinander
verdrahtet. Mit dem Steuerrelais easy geht das
ganz einfach per Tastendruck bzw. mit der
komfortablen easy-soft… am PC. Einfache
Menüführung mit vielen Sprachen erleichtert
die Eingabe. Das spart Zeit und somit Kosten.
easy und MFD-Titan sind die Profis für den
Weltmarkt.
„Abgesetztes“ Display – Textanzeige
für easy500, easy700, easy800 in
Schutzart IP65
5
S1
K1 S4
S6
S5
K3
K3
K1
5-16
K2
K3
Über Plug & Work schließen Sie das Display
MFD-80.. über das Versorgungs- und Kommunikationsmodul MFD-CP4.. an die easy an. Das
MFD-CP4.. integriert ein kürzbares, 5 m langes Verbindungskabel. Vorteil, Sie benötigen
keine Software oder Treiber zum Anschluss.
Das MFD-CP4.. bietet echtes Plug & Work. Die
Verdrahtung der Ein- und Ausgänge erfolgt am
easy. Das MFD-80.. wird in zwei 22,5 mm
Befestigungslöchern montiert. Das in Schutzart IP65 ausgeführte Display selbst ist hintergrundbeleuchtet und sehr gut ablesbar. Die
individuelle Beschriftung des Displays ist möglich.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Steuerrelais easy500 und easy700
easy500 und easy700 haben die gleiche Funktionalität. easy700 bietet mehr Ein- und Ausgänge, ist erweiterbar und kann an Standard-Bussysteme angebunden werden. Die
Reihen- und Parallelschaltung von Kontakten
und Spulen erfolgt in 128 Strompfaden. Drei
Kontakte und eine Spule in Reihe. Die Anzeige
von 16 Bedien- und Meldetexten erfolgt über
in- oder externes Display.
Die Hauptfunktionen sind:
• Multifunktionszeitrelais,
• Stromstoßschalter,
• Zähler
– vor- und rückwärts,
– schnelle Zähler,
– Frequenzzähler,
– Betriebsstundenzähler,
• Analogwertvergleicher,
• Wochen- und Jahresschaltuhren,
• Automatische Umschaltung Sommerzeit,
• Remanente Istwerte von Merker, Zählern
und Zeitrelais.
MFD-Titan und easy800
MFD…CP8… und easy800 haben die gleiche
Funktionalität. MFD-80.. mit Schutzart IP65
ermöglicht den Einsatz auch in rauer Umgebung. Zusätzich zur Erweiterbarkeit und der
Anbindung an Standard-Bussysteme können
acht easy800 oder MFD-Titan über easyNet
vernetzt werden. Die Reihen- und Parallelschaltung von Kontakten und Spulen erfolgt in
256 Strompfaden. Vier Kontakte und eine
Spule in Reihe. Die Anzeige von 32 Bedienund Meldetexten erfolgt über in- oder externes
Display.
Ergänzend zu den Funktionen des easy700
bieten das easy800 und das MFD-Titan:
• PID-Regler,
• Arithmetikbausteine,
• Werteskalierung,
• und vieles mehr.
Die individuelle Beschriftung des MFD-80…
ist möglich.
5-17
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss Stromversorgung
bei AC-Geräten
bei DC-Geräten
L
+
N
—
> 1A
L.1
> 1A
+.1
5
L
N
N
EASY512-AB-…
EASY719-ABEASY512-AC-…
EASY719-AC-…
EASY811-AC-…
24 V AC
24 V AC
115/230 V AC
115/230 V AC
115/230 V AC
MFD-AC-CP8-…
115/230 V AC
Erweiterungsgeräte
5-18
0
0
Grundgeräte
Grundgeräte
EASY618-AC…
+...V
EASY512-DA-…
EASY719-DA-…
EASY512-DC-…
EASY719-DC-…
ASY819-DC-…
EASY82.-DC-…
12 V DC
12 V DC
24 V DC
24 V DC
24 V DC
24 V DC
MFD-CP8-…
24 V DC
Erweiterungsgeräte
115/230 V AC
EASY618-DC…
EASY620-DC…
24 V DC
24 V DC
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss digitale Eingänge der AC-Geräte
L.1
N
100 nF
/275 V h
100 nF
1N4007
/275 V h
1 kO
1
a
b
c
d
e
a Eingangssignal über Schützkontakt,
z. B. DILER
b Eingangssignal über Taster RMQ-Titan
c Eingangssignal über Positionsschalter,
z. B. LS-Titan
d Leitungslängen 40 bis 100 m bei Eingängen ohne Zusatzschaltung (z. B. easy700
I7, I8 hat bereits eine Zusatzschaltung,
mögliche Leitungslänge 100 m)
e Erhöhung des Eingangsstromes
f Begrenzung des Eingangsstromes
g Erhöhung des Eingangsstromes mit
EASY256-HCI
h EASY256-HCI
f
g
5
N
h
Hinweis
• Durch die Eingangsbeschaltung wird die
Abfallzeit des Eingangs verlängert.
• Leitungslängen bei Eingängen ohne Zusatzschaltung F40 m, mit Zusatzschaltung
F100 m.
5-19
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss digitale Eingänge der DC-Geräte
+.1
–
p
p
5
a
b
c
a Eingangssignal über Schützkontakt,
z. B. DILER
b Eingangssignal über Taster RMQ-Titan
c Eingangssignal über Positionsschalter,
z. B. LS-Titan
d Näherungsschalter, drei-Draht
e Näherungsschalter, vier-Draht
5-20
d
e
Hinweis
• Berücksichtigen Sie bei der Leitungslänge
den Spannungsabfall.
• Verwenden Sie wegen des hohen Reststromes keinen zwei-Draht Näherungsschalter.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Analoge Eingänge
Je nach Gerätetyp sind zwei oder vier analoge
Eingänge mit 0 bis 10 V verfügbar.
Die Auflösung beträgt 10 Bit = 0 bis 1023.
Es gilt:
I7 = IA01
I8 = IA02
I11 = IA03
I11 = IA03
EASY512-AB/DA/DC…
EASY719/721-AB/DA/DC…
EASY819/820/821/822-DC…
MFD-R16, MFD-R17,
MFD-T16, MFD-TA17
Vorsicht!
Analogsignale sind störempfindlicher als digitale Signale, sodass die Signalleitungen sorgfältiger verlegt und angeschlossen werden
müssen. Unsachgemäßer Anschluss kann zu
nicht gewollten Schaltzuständen führen.
• Verwenden Sie geschirmte, paarweise verdrillte Leitungen, um Störeinkopplungen auf
die Analogsignale zu vermeiden.
• Erden Sie den Schirm der Leitungen bei kurzen Leitungslängen beidseitig und vollflächig. Ab einer Leitungslänge von etwa 30 m
kann die beidseitige Erdung zu Ausgleichsströmen zwischen beiden Erdungsstellen
und damit zur Störung von Analogsignalen
führen. Erden Sie die Leitung in diesem Fall
nur einseitig.
• Verlegen Sie Signalleitungen nicht parallel
zu Energieleitungen.
• Schließen Sie induktive Lasten, die Sie über
die Ausgänge von easy schalten, an eine
separate Versorgungsspannung an oder verwenden Sie eine Schutzbeschaltung für
Motoren und Ventile. Wenn Lasten wie
Motoren, Magnetventile oder Schütze und
easy über die gleiche Versorgungsspannung
betrieben werden, kann das Schalten zu
einer Störung der analogen Eingangssignale
führen.
5-21
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss Stromversorgung und analoge Eingänge der easy..AB Geräte
L
N
~
0V
5
+12 V
L01h
F1
N01 h
L
N
N
I1
I7
I8
Hinweis
Bei easy..AB Geräten, die analoge Signale verarbeiten, muss das Gerät mittels Transformator versorgt werden, damit eine galvanische
Trennung vom Netz besteht. Der Neutralleiter
und das Bezugspotential der DC-Speisung
analoger Sensoren sind galvanisch zu verbinden.
5-22
Achten Sie darauf, dass das gemeinsame
Bezugspotential geerdet ist oder mittels Erdschlussüberwachungsgerät überwacht wird.
Beachten Sie die gültigen Vorschriften.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss analoge Eingänge der easy…DA/DC-… oder MFD-R…/T…
+
–
+.1
a
4...20 mA
(0...20 mA)
+..V
-0 V
h
Out
0...10 V -35...55 ˚C
+12 V
+...V
0V
5
500 O
0V
0V
a
a Sollwertgeber über gesonderte Stromversorgung und Potentiometer F1 kO,
z. B. 1 kO, 0,25 W
b Sollwertgeber mit vorgeschaltetem Widerstand 1,3 kO, 0,25 W, Potentiometer
1 kO, 0,25 W (Werte für 24 V DC)
c Temperaturerfassung über Temperaturfühler und Messumformer
d Sensor 4 bis 20 mA mit Widerstand 500 O
Hinweis
• Beachten Sie die unterschiedliche Anzahl
und Benennung der Analogeingänge je
Gerätetyp.
b
c
d
• Verbinden Sie die 0 V des easy bzw. des
MFD-Titan mit den 0 V der Stromversorgung
des Analogwertgebers.
• Bei einem Sensor von 4(0) bis 20 mA und
einem Widerstand von 500 O ergeben sich
folgende ca. Werte:
– 4 mA Q 1,9 V,
– 10 mA Q 4,8 V,
– 20 mA Q 9,5 V.
• Analog-Eingang 0 bis 10 V,
Auflösung 10 Bit, 0 bis 1023.
5-23
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss „schnelle Zähler“, „Frequenzgeber“ und „Inkrementalgeber“ bei
easy…DA/DC Geräten oder MFD-R…/-T…
+
+
–
–
+.1
+.1
p
5
A B
a
b
a schneller Zähler, Rechtecksignal über
Näherungsschalter, Puls-Pausenverhältnis
sollte 1:1 sein
easy500/700 max. 1 kHz
easy800 max. 5 kHz
MFD-R/T… max. 3 kHz
b Rechtecksignal über Frequenzgeber,
Puls-Pausenverhältnis sollte 1:1 sein
easy500/700 max. 1 kHz
easy800 max. 5 kHz
MFD-R/T… max. 3 kHz
c Rechtecksignale über Inkrementalgeber
24 V DC
easy800DC… und MFD-R/T… max. 3 kHz
5-24
c
Hinweis
Beachten Sie die unterschiedliche Anzahl und
Benennung der Eingänge „schnelle Zähler“,
„Frequenzgeber“ und „Inkrementalgeber“ je
Gerätetyp.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss von Relaisausgängen bei easy und MFD-Titan
2
1
2
1
2
5
L..
1
L..
2
L..
1
L..
2
L..
1
M
a
b
Absicherung Schaltpotential L..
F 8 A/B16
Mögliche AC-Spannungsbereiche:
24 bis 250 V, 50/60 Hz
z. B. L1, L2, L3 Phase gegen Nulleiter
c
d
e
a Glühlampe, max. 1000 W bei
230/240 V AC
b Leuchtstoffröhre, max. 10 x 28 W bei
elektronischem Vorschaltgerät,
1 x 58 W bei konventionalem Vorschaltgerät bei 230/240 V AC
c Wechselstrommotor
d Ventil
e Spule
Mögliche DC-Spannungsbereiche:
12 bis 300 V DC
5-25
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss von Transistorausgängen bei easy und MFD-Titan
+ 24 V
5
0V
f 2.5 A
F 10.0 A
24 V DC
a
a
Schützspule mit Z-Diode als
Schutzbeschaltung, 0,5 A bei
24 V DC
b
Ventil mit Diode als
Schutzbeschaltung,
0,5 A bei 24 V DC
c
Widerstand,
0,5 A bei 24 V DC
d
Leuchtmelder 3 oder 5 W bei
24 V DC,
Leistung abhängig von Gerätetypen
und Ausgängen
Hinweis
Beim Abschalten von induktiven Lasten ist folgendes zu beachten:
Schutzbeschaltete Induktivitäten verursachen
weniger Störungen im gesamten elektrischen
System. Es empfiehlt sich generell, die Schutz5-26
b
c
d
beschaltung möglichst nahe an der Induktivität anzuschließen.
Werden Induktivitäten nicht schutzbeschaltet,
gilt:
Es dürfen nicht mehrere Induktivitäten gleichzeitig abgeschaltet werden, um die Treiberbausteine im ungünstigsten Fall nicht zu überhitzen. Wird im NOT-AUS-Fall die
+24 V DC-Versorgung mitttels Kontakt abgeschaltet und kann dabei mehr als ein angesteuerter Ausgang mit Induktivität abgeschaltet werden, müssen Sie die Induktivitäten mit
einer Schutzbeschaltung versehen.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Parallelschaltung
Hinweis
Nur innerhalb einer Gruppe (Q1 bis Q4 oder
Q5 bis Q8, S1 bis S4 oder S5 bis S8) dürfen die
Ausgänge parallel geschaltet werden; z. B. Q1
und Q3 oder Q5, Q7 und Q8. Parallel geschaltete Ausgänge müssen gleichzeitig angesteuert werden.
wenn 4 Ausgänge parallel,
max. 2 A bei 24 V DC
wenn 4 Ausgänge parallel,
max. 2 A bei 24 V DC
Induktivität ohne Schutzbeschaltung
max. 16 mH
12 oder 20 W bei 24 V DC
Leistung abhängig von Gerätetypen und
Ausgängen
0V
a
a Widerstand
5-27
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Anschluss von analogem Ausgang bei EASY820-DC-RC…, EASY822-DC-TC…,
MFD-RA… und MFD-TA…
+
ñ
+.1
0V
IA
0V
Q A1
5
+...V
0V
0V
0V
Q A1
a
a Servoventil ansteuern
b Sollwertvorgabe für Antriebsregelung
Hinweis
• Analogsignale sind störempfindlicher als
digitale Signale, sodass die Signalleitungen
sorgfältiger verlegt werden müssen.
Unsachgemäßer Anschluss kann zu nicht
gewollten Schaltzuständen führen.
• Analog-Ausgang 0 bis 10 V,
Auflösung 10 Bit, 0-1023.
5-28
b
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Erweiterung der Ein- und Ausgangspunkte bei easy und MFD-Titan
Zum Ausbau der Ein- und Ausgangspunkte
gibt es mehrere Lösungen:
Zentrale Erweiterung, bis 40 E/A
easy700, easy800 und MFD-Titan können über
easy202, easy618 oder easy620 erweitert werden. Hier stehen Ihnen maximal 24 Eingänge
und 16 Ausgänge zur Verfügung. Eine Erweiterung je Grundgerät ist möglich.
Dezentrale Erweiterung, bis 40 E/A
easy700, easy800 und MFD-Titan werden über
das Koppelmodul easy200-EASY mit easy618
oder easy620 erweitert. Das Erweiterungsgerät kann bis zu 30 m vom Grundgerät entfernt
betrieben werden. Es stehen Ihnen maximal 24
Eingänge und 16 Ausgänge zur Verfügung.
Eine Erweiterung je Grundgerät ist möglich.
Vernetzung über EASY-Net, bis 320 E/A
Bei der Erweiterung der Ein- und Ausgänge
über EASY-Net können acht Teilnehmer
easy800 oder MFD-Titan miteinander verbunden werden. Jede easy800 oder MFD-Titan
kann mit einem Erweiterungsgerät ergänzt
werden. 1000 m Netzwerklänge sind möglich.
Es gibt zwei Betriebarten:
• Ein Master (Platz 1, Teilnehmeradresse 1)
plus bis zu 7 weiteren Teilnehmern. Das Programm ist im Master.
• Ein Master (Platz1, Teilnehmeradresse 1)
plus bis zu 7 weiteren „intelligenten“ oder
„nicht intelligenten“Teilnehmern. Jeder
„intelligente“ Teilnehmer hat ein Programm.
5-29
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Zentrale und dezentrale Erweiterung der Grundgeräte easy700, easy800 und
MFD-Titan
1
I 1 - I...
2
R 1 - R...
Q 1 - Q...
S 1 - S...
easy700...
easy800...
easy618...
easy620...
easy202...
zentrale Erweiterung
5
1
2
E+ E-
F 30 m
I 1 - I...
dezentrale Erweiterung
R 1 - R...
S 1 - S...
Q 1 - Q...
E+ E-
easy700...
easy800...
easy200...
easy618...
easy620...
zentrale Erweiterung
R 1 - R...
MFD
S 1 - S...
MFD-AC-CP8... easy618...
MFD-CP8...
easy620...
easy202...
F 30 m
E+ E-
MFD
E+ E-
MFD-AC-CP8...
MFD-CP8...
easy200...
EASY-LINK-DS
5-30
R 1 - R...
S 1 - S...
easy618...
easy620...
dezentrale Erweiterung
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
EASY-NET, Netzwerkverbindung „Durch das Gerät schleifen“
EASY-NET-R
EASY-NET
(124 O
PIN1+2)
Geografischer
Ort, Platz1)
Teilnehmer
Beispiel 1
1
1
1
2
2
3
3
3
8
8
8
2
Beispiel2
easy800
easy800
5
easy618
easy620
MFD-AC-CP8
MFD-CP8
easy800...
easy200
easy618
easy620
easy202
EASY-LINK-DS
• Adressierung der Teilnehmer:
– Automatische Adressierung vom Teilnehmer 1
oder über die EASY-SOFT… vom PC,
geografischer Ort = Teilnehmer,
– Einzeladressierung am entsprechenden Teilnehmer oder über EASY-SOFT… an jedem Teilnehmer, geografischer Ort und Teilnehmer können unterschiedlich sein.
1) Der geografische Ort/Platz 1 hat immer die Teilnehmeradresse 1.
• Die max. Gesamtlänge bei EASY-NET beträgt
1000 m.
• Wird EASY-NET unterbrochen oder ist ein Teilnehmer nicht betriebsbereit, ist das Netzwerk ab der
Unterbrechungsstelle nicht mehr aktiv.
• Kabel 4-adrig ungeschirmt, je zwei Adern verdrillt.
Wellenwiderstand des Kabels muss 120 O betragen.
5-31
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
EASY-NET, Netzwerkverbindung „T-Stück mit Stichleitung“
EASY-NET-R
EASY-NET
(124 O
PIN1+2)
Geografischer
Ort, Platz1)
Teilnehmer
Beispiel 1
1
1
1
2
2
3
3
3
8
8
8
2
Beispiel2
F 0.3 m
easy800
5
easy800
easy618
easy620
F 0.3 m
MFD-AC-CP8
MFD-CP8
easy200
easy618
easy620
F 0.3 m
easy800...
easy202
EASY-LINK-DS
• Adressierung der Teilnehmer:
– Einzeladressierung am entsprechenden Teilnehmer oder über EASY-SOFT… an jedem Teilnehmer.
• Die max. Gesamtlänge, inklusive Stichleitung bei
EASY-NET beträgt 1000 m.
• Die max. Länge der Stichleitung vom T-Stück zur
easy800 oder zum MFD-Titan beträgt 0,30 m.
5-32
1) Der geografische Ort/Platz 1 hat immer die Teilnehmeradresse 1.
• Wird EASY-NET zwischen T-Stück und Teilnehmer
unterbrochen, oder ist ein Teilnehmer nicht
betriebsbereit, ist das Netzwerk zu den verbleibenden Teilnehmern weiter aktiv.
• Kabel 4-adrig ungeschirmt, je zwei Adern verdrillt.
Drei Adern werden benötigt.
Wellenwiderstand des Kabels muss 120 O betragen.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Netzwerkanschluss
Buchsen RJ 45 und Stecker
Anschlussbelegung der Buchse RJ 45 am easy
und MFD-Titan.
Aufbau des Netzwerkkabels für
EASY-NET
Der Wellenwiderstand muss 120 O betragen.
Das Netzwerkkabel benötigt kein Abschirmgeflecht.
1
2
3
4
5
6
7
8
Bei Verwendung eines Netzwerkkabels mit
Abschirmgeflecht, muss das Abschirmgeflecht
nicht mit „PE“ verbunden werden. Wird die
Verbindung mit „PE“ dennoch gefordert, darf
das Abschirmgeflecht nur einseitig mit dem
„PE“ verbunden werden.
Anschlussbelegung des Steckers RJ 45 am
easy und MFD-Titan.
1
2
3
4
5
6
7
8
Hinweis
Kabellängen und Querschnitte a Tabelle,
Seite 5-35.
Der minimale Betrieb mit easy-NET funktioniert mit den Leitungen ECAN_H, ECAN_L,
GND. Die SEL_IN-Leitung dient allein der automatischen Adressierung.
a
a Kabeleinführungsseite
8-poliger RJ 45, EASY-NT-RJ 45
Belegung bei EASY-NET
PIN 1; ECAN_H; Datenleitung; Leitungspaar A
PIN 2; ECAN_L; Datenleitung; Leitungspaar A
PIN 3; GND; Masseleitung; Leitungspaar B
PIN 4; SEL_IN; Selektleitung; Leitungspaar B
A
A
B
B
1
2
3
4
ECAN_H
ECAN_L
GND (Ground)
SEL_IN
Busabschlusswiderstand
Beim geographisch ersten und letzten Teilnehmer im Netzwerk muss der Busabschlusswiderstand angeschlossen (gesteckt werden):
• Wert des Busabschlusswiderstandes 124 O,
• Anschluss an PIN 1 und PIN 2 des
RJ-45-Steckers,
• Abschlussstecker: EASY-NT-R.
5-33
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Konfektionierte Leitungen, RJ-45-Stekker an beiden Seiten
Leitungslänge [cm]
Typbezeichnung
30
EASY-NT-30
80
EASY-NT-80
150
EASY-NT-150
Leitungslänge bei bekanntem Querschnitt berechnen
Für einen bekannten Leitungsquerschnitt wird
die maximale Leitungslänge berechnet.
lmax = Länge der Leitung in m
S = Leitungsquerschnitt in mm2
rcu = spezifischer Widerstand von Kupfer,
falls nicht anderes angegeben
0,018 Omm2/m
Frei konfektionierbare Leitungen
5
100 m 4 x 0,14 mm2; paarweise verdrillt:
EASY-NT-CAB
RJ-45-Stecker:
EASY-NT-RJ 45
Crimpzange für RJ-45-Stecker:
EASY-RJ-45-TOOL.
Querschnitt bei bekannter Leitungslänge
berechnen
Für die bekannte maximale Ausdehnung des
Netzwerkes wird der minimale Querschnitt
ermittelt.
l = Länge der Leitung in m
Smin = minimaler Leitungsquerschnitt in mm2
rcu = spezifischer Widerstand von Kupfer,
falls nicht anderes angegeben
0,018 Omm2/m
Smin =
l x rcu
12,4
Hinweis
Wenn das Ergebnis der Berechnung keinen
Normquerschnitt ergibt, nehmen Sie den
nächst größeren Querschnitt.
5-34
lmax =
S x 12,4
rcu
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Zulässige Netzwerklängen bei EASY-NET
Leitungslänge
EASY-NET
gesamt
Übertragungsgeschwindigkeit
Leitungsquerschnitte
genormt
m
kBaud
mm2
EN
AWG
Busleitung
Mindest-Leitungsquerschnitt
mm2
F6
F1000
0,14
26
0,10
F 25
F 500
0,14
26
0,10
F 40
F 250
0,14
26
0,10
F 125
F 1251)
0,25
24
0,18
F 175
F 50
0,25
23
0,25
F 250
F 50
0,38
21
0,36
F 300
F 50
0,50
20
0,44
F 400
F 20
0,75
19
0,58
F 600
F 20
1,0
17
0,87
F 700
F 20
1,5
17
1,02
F 1 000
=10
1,5
15
1,45
5
1) Werkseinstellung
5-35
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Netzwerkanschluss bei Leitungsquerschnitten > 0,14 mm2, AWG26
Netzwerkanschluss mit T-Stück und
Stichleitung
Netzwerkverbindung „durch das Gerät schleifen“.
Netzwerkverbindung „T-Stück mit Stichleitung“
Beispiel A, mit Klemmen
Beispiel A, mit Klemmen
1
1
IN
2
3
2
IN
4
5
3
1
a
2
c
3
RJ 45
RJ 45
4
4
RJ 45
OUT
easy800
MFD-Titan
easy800
MFD-Titan
a Empfehlung F 0,3 m
c F 0,3 m (3-adrig)
IN
RJ45
7 5 3 1
Beispiel B, mit Übergabeelement
8 6 4 2
7 5 3 1
RJ 45
RJ 45
8 6 4 2
b
7 5 3 1
RJ 45
8 6 4 2
Beispiel B, mit Übergabeelement
RJ 45
OUT
d
RJ 45
OUT
easy800
MFD-Titan
b Empfehlung F 0,3 m (EASY-NT-30)
5-36
easy800
MFD-Titan
d F 0,3 m (EASY-NT-30)
IN
OUT
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Abgesetztes Display in Schutzart IP65
+
L.1
L
L.1
–
N
> 1A
> 1A
+ 24 V
0V
L
N
115/230 V
50/60 Hz
5
MFD-80...
easy500
easy700
easy500...x
easy700...x
Auf dem „abgesetzten Display“ MFD-80…
wird die Display-Anzeige des easy abgebildet.
Mit MFD-80-B kann auch das easy bedient
werden.
F5m
MFD-...CP4...
MFD-CP4-500-CAB5
F5m
MFD-CP4-500-CAB5
MFD-...CP4...
easy800
easy800...x
Zum Betrieb des „abgesetzten Displays“ ist
keine zusätzliche Software und keine Programmierung notwendig.
Das Verbindungskabel MFD-CP4-…-CAB5
kann gekürzt werden.
5-37
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
COM-LINK-Verbindung
MFD-80…
MFD-…-CP8… + MFD..T../R.. easy800
MFD…CP8… + MFD..T../R..
POW-Side
5
Der COM-LINK ist eine Punkt zu Punkt-Verbindung mittels serieller Schnittstelle. Über diese
Schnittstelle wird der Status von Ein-und Ausgängen gelesen sowie Merkerbereiche gelesen
und geschrieben. Zwanzig Merker-Doppelworte lesen oder schreiben sind möglich.
Lesen und schreiben sind frei wählbar. Diese
Daten können Sie für die Sollwertvergabe oder
Anzeigefunktionen verwenden.
Die Teilnehmer des COM-LINK unterscheiden
sich in ihren Aufgaben. Der aktive Teilnehmer
ist immer ein MFD…CP8… und steuert die
gesamte Schnittstelle.
5-38
Der Remote-Teilnehmer kann ein easy800
oder ein MFD…CP8… sein und antwortet auf
die Anforderungen des aktiven Teilnehmers.
Der Remote-Teilnehmer erkennt nicht den
Unterschied ob der COM-LINK aktiv ist oder
ein PC mit der EASY-SOFT-PRO die Schnittstelle benutzt.
Die Teilnehmer des COM-LINK können zentral
oder dezentral mit easy-Erweiterungsgeräten
ergänzt werden.
Der Remote-Teilnehmer kann auch ein Teilnehmer im EASY-NET sein.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Feldbusanbindung zum Produktionsprozess
easy204-DP
easy221-C0
easy222-DN
5
easy205-ASI
easy700, easy800
MFD…CP8…
Ein Netzwerkmodul kann mit easy700,
easy800 oder MFD-Titan verbunden werden.
Das Netzwerkmodul ist als Slave in die Konfiguration einzubinden.
Die Erweiterung der Ein- und Ausgangspunkte
über EASY-NET ist möglich (a Abschnitt
„EASY-NET, Netzwerkverbindung „Durch das
Gerät schleifen“”, Seite 5-31 und
a Abschnitt „EASY-NET, Netzwerkverbindung „T-Stück mit Stichleitung“”,
Seite 5-32).
Weitere Informationen finden Sie in den zugehörigen Handbüchern:
• AWB2528-1508
easy500, easy700, Steuerrelais,
• AWB 2528-1423
easy800, Steuerrelais,
• AWB2528-1480D
MFD-Titan, Multi-Funktions-Display.
5-39
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Kontakte, Spulen, Funktionsbausteine, Operanden
Operand
I
R
Q
S
ID
M
N
5
P
:
RN
SN
A
AR
BC
BT
BV
C
CF
CH
CI
CP
DB
D
DC
FT
GT
Ö H/HW
Y/HY
LS
Z/MR
NC
O/OT
5-40
Beschreibung
easy500, easy700
easy800, MFD…CP8…
Eingang Grundgerät
x
x
Eingang Erweiterungsgerät1)
x
x
Ausgang Grundgerät
x
x
Ausgang Erweiterungsgerät
x
x
Diagnosemelder easy-NET
–
x
Merker
x
x
Merker
x
–
P-Tasten
x
x
:
x
x
Bit Eingang easy-NET
–
x
Bit Ausgang easy-NET
–
x
Analogwertevergleicher
x
x
Arithmetik
–
x
Block-Vergleich
–
x
Block-Transfer
–
x
Boolsche Verknüpfung
–
x
Zählrelais
x
x
Frequenzzähler
x2)
x
Hochgeschwindigkeitszähler
x2)
x
Inkrementalwertzähler
–
x
Vergleicher
–
x
Datenbaustein
–
x
Textausgabe
x
x
PID-Regler
–
x
PT1 Signalglättungsfilter
–
x
Wert aus dem easy-NET holen
–
x
(Uhr)/Wochenzeitschaltuhr
x
x
Jahreszeitschaltuhr
x
x
Wertskalierung
–
x
Masterreset
x
x
Zahlenwandler
–
x
Betriebsstundenzähler
x
x
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Operand
PT
PW
SC
ST
T
VC
MB
MD
MW
I; IA
QA
Beschreibung
easy500, easy700
easy800, MFD…CP8…
Wert in das easy-NET stellen
–
x
Pulsweitenmodulation
–
x
Uhr über Netz synchronisieren
–
x
Sollzykluszeit
–
x
Zeitrelais
x
x
Wertbegrenzung
–
x
Merker-Byte
–
x
Merker-Doppelwort
–
x
Merker-Wort
–
x
Analogeingang
x
x
Analogausgang
–
x
5
1) Bei easy700, easy800 und MFD…CP8…
2) Bei easy500 und easy700 als Betriebsart parametrierbar.
Spulenfunktionen
Das Schaltverhalten der Relaisspulen wird
über die zu wählende Spulenfunktion
bestimmt. Die aufgeführten Funktionen sollten
Schaltplan-Darstellung
je Relaisspule nur einmal im Schaltplan verwendet werden.
Nicht belegte Ausgänge Q und S können ebenfalls wie Merker M und N verwendet werden.
easy-Anzeige
Spulenfunktion
Ä
Schützfunktion
Å
è
Beispiel
ÄQ1, ÄD2,
ÄS4, Ä:1,
ÄM7
Schützfunktion mit
negiertem Ergebnis
ÅQ1, ÅD2,
ÅS4
Zyklusimpuls bei
negativer Flanke
èQ3, èM4,
èD8, èS7
5-41
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Schaltplan-Darstellung
easy-Anzeige
Spulenfunktion
Beispiel
Zyklusimpuls bei positiver
Flanke
ÈQ4, ÈM5,
ÈD7, ÈS3
ä
Stromstoßfunktion
äQ3, äM4,
äD8, äS7
S
Setzen (Verklinken)
SQ8, SM2,
SD3, SS4
R
Rücksetzen (Entklinken)
RQ4, RM5,
RD7, RS3
È
5
Parametersatz für Zeiten
Beispiel anhand der EASY-512…
Ausgehend vom Programm können Sie folgende Parameter einstellen:
•
•
•
•
•
Schaltfunktion,
Zeitbereich,
Parameteranzeige,
Zeitsollwert 1 und
Zeitsollwert 2.
T1
i1
i2
#
5-42
ü
S
30.000
i7
T:00.000
T1 Relais-Nr.
I1 Zeitsollwert 1
I2 Zeitsollwert 2
# Schaltzustand Ausgang:
# Schließer offen,
â
Schließer geschlossen
ü Schaltfunktion
S Zeitbereich
+
+ Parameteranzeige
30.000 Konstante als Wert, z. B. 30 s
I7 Variable, z. B. Analogwert I7
T:00.000 Istzeit
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Mögliche Spulenfunktionen:
• Trigger = TT..
• Rücksetzen = RT..
• Halt = HT..
Parameter
Schaltfunktion
X
Ansprechverzögert schalten
?X
Ansprechverzögert mit Zufallszeitbereich schalten
â
Rückfallverzögert schalten
?â
5
Rückfallverzögert mit Zufallszeitbereich schalten
Xâ
Ansprech- und Rückfallverzögert schalten
?Xâ
Ansprech- und Rückfallverzögert mit Zufallszeit schalten
ü
Impulsformend schalten
Ü
Blinkend schalten
Parameter
Zeitbereich und Sollzeit
Auflösung
Sekunden: 0,000 bis 99.999 s
easy500, easy700 10 ms
easy800, MFD…CP8… 5 ms
M:S 00:0
Minuten: Sekunden 00:00 bis 99:59
1s
H:M 00:0
Stunden: Minuten, 00:00 bis 99:59
1 Min.
S
00.000
0
0
Parametersatz
über Menüpunkt „Parameter“ anzeigen
+
Aufruf möglich
-
Aufruf gesperrt
5-43
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Grundschaltungen
Der Schaltplan von easy wird in Kontaktplantechnik eingegeben. Dieses Kapitel enthält
einige Schaltungen die Ihnen als Anregung für
Ihre eigenen Schaltpläne dienen sollen.
Die Werte in den Logiktabelle bedeuten für
Schaltkontakte
0 = Schließer offen, Öffner geschlossen
1 = Schließer geschlossen, Öffner offen
Für Relaisspulen Qx
0 = Spule nicht erregt
1 = Spule erregt
5
Hinweis
Die Darstellungen der Beispiele beziehen sich
auf easy500 und easy700. Bei easy800 und
MFD…CP8… stehen vier Kontakte und eine
Spule pro Pfad zur Verfügung.
Negation
Negation bedeutet, dass der Kontakt bei
Betätigung nicht schließt sondern öffnet
(NICHT-Schaltung).
Im easy-Schaltplanbeispiel
tauschen Sie beim
Kontakt I1 mit der
ALT-Taste Öffner
und Schließer.
Logiktabelle
I1
Q1
1
0
0
1
5-44
i1-------ÄQ1
Dauerkontakt
Um eine Relaisspule ständig an
---------ÄQ1
Spannung zu
legen, verdrahten
Sie eine Verbindung über alle
Kontaktfelder von
der Spule nach ganz links.
Logiktabelle
---
Q1
1
1
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Parallelschaltung
Reihenschaltung
Q1 wird mit einer
Reihenschaltung
von drei Schließern angesteuert
(UND-Schaltung).
I1-I2-I3-ÄQ1
i1-i2-i3-ÄQ2
Q2 wird mit einer
Reihenschaltung von drei Öffnern angesteuert
(NAND-Schaltung).
Im easy-Schaltplan können Sie bis zu drei
Schließer oder Öffner in einem Strompfad in
Reihe schalten. Müssen Sie mehr Schließer in
Reihe schalten, benutzen Sie Hilfsrelais M.
Logiktabelle
I1
0
1
0
I2
0
0
1
I3
0
0
0
Q1
0
0
0
Q2
1
0
0
1
1
0
0
0
0
0
1
0
0
1
0
1
0
0
0
1
1
0
0
1
1
1
1
0
Q1 wird mit einer
Parallelschaltung
von mehreren
Schließern angesteuert
(ODER-Schaltung).
I1u------ÄQ1
I2s
I3k
i1u------ÄQ2
Eine Parallelschaltung von Öffnern
steuert Q2 an
(NOR-Schaltung).
i2s
i3k
5
Logiktabelle
I1
I2
I3
Q1
Q2
0
0
0
0
1
1
0
0
1
1
0
1
0
1
1
1
1
0
1
1
0
0
1
1
1
1
0
1
1
1
0
1
1
1
1
1
1
1
1
0
5-45
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Logiktabelle
Wechselschaltung
Eine Wechselschaltung wird in
I1-i2u---ÄQ1
easy mit zwei Reii1-I2k
henschaltungen,
die zu einer Parallelschaltung
zusammengefasst
werden, realisiert (XOR).
5
XOR heißt diese Schaltung von dem Begriff
exklusiv Oder-Schaltung. Nur wenn ein Kontakt eingeschaltet ist, ist die Spule erregt.
Logiktabelle
I1
I2
Q1
0
0
0
1
0
1
0
1
1
1
1
0
Selbsthaltung
Eine Kombination
aus Reihen und
Parallelschaltungwird zu einer
Selbsthaltung verdrahtet.
S1 Schließer an I1
S2 Öffner an I2
I1uI2----ÄQ1
Q1k
Die Selbsthaltung
wird durch den
Kontakt Q1
erzeugt, der parallel zu I1 liegt. Wenn I1 betätigt und wieder geöffnet wird, übernimmt der
Kontakt Q1 den Stromfluss so lange, bis I2
betätigt wird.
5-46
I1
I2
Kontakt
Q1
Spule
Q1
0
0
0
0
1
0
0
0
0
1
0
0
1
1
0
1
1
0
1
0
0
1
1
1
1
1
1
1
Die Selbsthalteschaltung wird zum Ein- und
Abschalten von Maschinen eingesetzt. Eingeschaltet wird die Maschine an den Eingangsklemmen über den Schließer S1, ausgeschaltet
über den Öffner S2.
S2 öffnet die Verbindung zur Steuerspannung,
um die Maschine auszuschalten. Dadurch ist
sichergestellt, dass die Maschine auch bei
Drahtbruch abgeschaltet werden kann. I2 ist
im unbetätigten Zustand immer eingeschaltet.
Alternativ kann
die Selbsthaltung
mit Drahtbruchüberwachung
auch mit den Spulenfunktionen Setzen und Rücksetzen aufgebaut
werden.
S1 Schließer an I1
S2 Öffner an I2
I1-------SQ1
i2-------RQ1
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Wird I1 eingeschaltet, verklinkt die Spule Q1.
I2 kehrt das Öffnersignal von S2 um und schaltet erst dann durch, wenn S2 betätigt wird und
damit die Maschine abgeschaltet werden soll
oder wenn ein Drahtbruch auftritt.
Halten Sie die Reihenfolge ein, in der die beiden Spulen im easy-Schaltplan verdrahtet sind:
Erst die S-Spule, danach die „R“-Spule verdrahten. Die Maschine wird beim Betätigen
von I2 dann auch ausgeschaltet, wenn I1 weiter eingeschaltet ist.
Ansprechverzögertes Zeitrelais
Die AnsprechverS1 Schließer an I1
zögerung kann
genutzt werden,
I1-------TT1
um kurze Impulse
T1-------ÄM1
auszublenden oder
um mit dem Starten einer Maschine
eine weitere Bewegung zeitverzögert einzuleiten.
5
Stromstoßschalter
Ein Stromstoßschalter wird häufig für Lichtsteuerungen wie z. B.
für die Treppenhausbeleuchtung
eingesetzt.
S1 Schließer an I1
I1-------äQ1
Logiktabelle
I1
Zustand Q1
Q1
0
0
0
1
0
1
0
1
1
1
1
0
5-47
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Kontakte und Relais verdrahten
Fest verdrahtet
Mit easy verdrahten
t
t
S1
S1
S2
K1
K1
S2
P1
K1
5
P1
Stern-/Dreieckanlauf
Mit easy können Sie zwei Stern-Dreieckschaltungen realisieren. Der Vorteil von easy ist,
dass Sie die Umschaltzeit zwischen Stern- /
Dreieckschütz sowie die Wartezeit zwischen
dem Abschalten Sternschütz/ Einschalten Dreieckschütz frei wählen können.
.
L
S1
S2
Q11
Q12
Q11
K1
Q13
N
5-48
K1
Q11
Q12
Q12
Q13
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
L
N
S1
S2
Q11
K1
I1
L N
5
Q2
Q1
1
Q11
Q12
2
1
2
Q13
N
Funktion des easy-Schaltplans
Start/Stopp der
Schaltung mit den
externen Tastern
S1und S2. Das
Netzschütz startet
die Zeitrelais in
easy.
I1u------TT1
dt1----ÄQ1
dT1----TT2
Wenn in Ihrem easy eine Schaltuhr eingebaut
ist, können Sie den Stern-Dreieckanlauf mit
der Schaltuhr kombinieren. In dem Fall schalten Sie das Netzschütz auch über easy.
hT2----ÄQ2
I1: Netzschütz eingeschaltet
Q1: Sternschütz EIN
Q2: Dreieckschütz EIN
T1: Umschaltzeit Stern-Dreieck (10 bis 30 s)
T2: Wartezeit zwischen Stern aus, Dreieck an
(30, 40, 50, 60 ms)
5-49
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Treppenhausbeleuchtung
easy benötigt vier Teilungseinheiten. Mit fünf
Anschlüssen und dem easy-Schaltplan ist die
Treppenhausbeleuchtung funktionsfähig.
Für eine konventionelle Schaltung benötigen
Sie mindestens fünf Teilungseinheiten im Verteiler, d. h. ein Stromstoßschalter, zwei Zeitrelais, zwei Hilfsrelais.
S1
S2
5
E1
E2
S3
E3
L
N
K3
K1
K3
K1
K2
K3
5s
Q12
Q12
Q11
6 min
Wichtiger Hinweis
Mit einem easy-Gerät können vier dieser Treppenhausschaltungen realisiert werden.
5-50
Q11
K2
Q12
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
S1
S2
E1
E2
S3
E3
L
N
K1
L N
5
I1
Q1
1
2
Taster kurz betätigt,
Licht EIN oder AUS , Stromstoßschalter-Funktion schaltet
auch bei Dauerlicht aus.
Licht nach 6 min. aus
Automatisch auschalten, bei Dauerlicht ist diese Funktion
nicht aktiv.
Taster länger als 5 s betätigt,
Dauerlicht
5-51
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Der easy-Schaltplan für nebenstehende Funktionen sieht wie folgt aus:
I1-------TT2
T2-------SM1
I1u------äQ1
T3k
Q1-m1----TT3
q1-------RM1
5
easy-Schaltplan erweitert, nach vier Stunden
wird auch das Dauerlicht ausgeschaltet.
I1------uTT1
hTT2
T2-------SM1
T1u------äQ1
T3s
T4k
Q1um1----TT3
h------TT4
q1-------RM1
5-52
Bedeutung der verwendeten Kontakte
und Relais:
I1: Taster EIN/AUS
Q1: Ausgangsrelais für Licht EIN/AUS
M1:Hilfsrelais, um bei Dauerlicht die Funktion
„6 min. automatisch Ausschalten“ abzublocken.
T1: Zyklusimpuls zum Ein-Ausschalten von Q1,
(ü, impulsformend mit Wert 00.00 s)
T2: Abfrage, wie lange der Taster betätigt war.
War er länger als 5 s betätigt, wird auf
Dauerlicht geschaltet. ( X, ansprechverzögert, Wert 5 s)
T3: Ausschalten bei einer Lichteinschaltzeit
von 6 min. ( X, ansprechverzögert, Wert
6:00 min.)
T4: Auschalten nach 4 Stunden Dauerlicht. ( X,
ansprechverzögert, Wert 4:00 h)
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
4-fach Schieberegister
Um eine Information, – z. B. gut/schlechtTrennung – zwei, drei oder vier Transportschritte weiter zwecks Sortierung der Teile zu
speichern, können Sie ein Schieberegister einsetzen.
Für das Schieberegister wird ein Schiebetakt
und der Wert (0 oder 1), der geschoben werden soll, benötigt.
Über den Rücksetzeingang des Schieberegister
werden nicht mehr benötigte Werte gelöscht.
Die Werte im Schieberegister durchlaufen das
Register in der Reihenfolge
1., 2., 3., 4. Speicherstelle.
Blockschaltbild des 4-fach Schieberegisters
a
b c
d
1 2 3 4
a
b
c
d
TAKT
WERT
RESET
Speicherstellen
Funktion:
Takt
Wert
Speicherstelle
1
2
3
4
1
1
1
0
0
0
2
0
0
1
0
0
3
0
0
0
1
0
4
1
1
0
0
1
5
0
0
1
0
0
0
0
0
0
Reset = 1
5
Belegen Sie den Wert 0 mit dem Informationsinhalt schlecht. Wird das Schieberegister versehentlich gelöscht, werden keine schlechten
Teile weiterverwendet.
I1: Schiebetakt (TAKT)
I2: Information (gut/schlecht) zum Schieben
(WERT)
I3: Inhalt des Schieberegisters löschen
(RESET)
M1: 1. Speicherstelle
M2: 2. Speicherstelle
M3: 3. Speicherstelle
M4: 4. Speicherstelle
M7: Hilfsrelais Zykluswischer
M8: Zykluswischer Schiebetakt
5-53
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
I1um7----ÄM8
Schiebetakt erzeugen
M8uM3----SM4
4. Speicherstelle setzen
h------ÄM7
dm3----RM4
dM2----SM3
dm2----RM3
dM1----SM2
dm1----RM2
dI2----SM1
5
hi2----RM1
I3------uRM1
dRM2
dRM3
hRM4
5-54
4. Speicherstelle löschen
3. Speicherstelle setzen
3. Speicherstelle löschen
2. Speicherstelle setzen
2. Speicherstelle löschen
1. Speicherstelle setzen
1. Speicherstelle löschen
Alle Speicherstellen löschen
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Texte und Istwerte anzeigen, Sollwerte anzeigen und editieren
easy500 und easy700 können 16, easy800
kann 32 frei editierbare Texte anzeigen. In diesen Texten können Istwerte von Funktionsrelais wie Zeitrelais, Zähler, Betriebsstundenzähler, Analogwertvergleicher, Datum, Uhrzeit
oder skalierte Analogwerte angezeigt werden.
Sollwerte von Zeitrelais, Zähler, Betriebsstundenzähler, Analogwertvergleicher können
während der Anzeige des Textes verändert
werden.
SCHALTEN;
STEUERN;
ANZEIGEN;
ALLES EASY!
Beispiel für eine Textanzeige:
Die Textanzeige besitzt folgende
Anzeige-Eigenschaften:
5
LAUFZEIT M:S
Zeile 1, 12 Zeichen
T1 :012:46
Zeile 2, 12 Zeichen, ein Sollwert oder Istwert
C1 :0355
PRODUZIERT
ST
Zeile 3, 12 Zeichen, ein Sollwert oder Istwert
Zeile 4, 12 Zeichen
Der Textausgabe-Baustein D (D = Display, Textanzeige) wirkt im Schaltplan wie ein normaler
Merker M. Wird ein Text zu einem Merker hinterlegt, wird dieser bei Zustand 1 der Spule in
der easy-Anzeige angezeigt. Voraussetzung
ist, dass sich easy in der Betriebsart RUN befindet und vor der Anzeige des Textes die Statusanzeige angezeigt wurde.
D1 ist als Alarmtext definiert und ist somit vorrangig vor den weiteren Anzeigen.
D2 bis D16/D32 werden bei Aktivierung angezeigt. Sind mehrere Anzeigen aktiviert, werden
diese nacheinander alls 4 s dargestellt. Wird
ein Sollwert editiert, bleibt die entsprechende
Anzeige bis zur Wertübernahme angezeigt.
In einem Text können mehrere Werte, Ist- und
Sollwert von z. B. Funktionsrelais, Analogeingangswerte oder Uhrzeit und Datum, eingebunden werden. Die Sollwerte sind editierbar:
• easy500 und easy700, zwei Werte,
• easy800, vier Werte.
5-55
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Steuerrelais easy, Multi-Funktions-Display MFD-Titan®
Visualisieren mit MFD-Titan
Die Visualisierung beim MFD-Titan erfolgt in
Masken, die auf dem Display dargestellt werden.
Beispiel einer Maske:
S1 S2
S3
5
M
3h
Nachfolgende Maskenelemente können eingebunden werden.
• Grafikelemente
– Bitanzeige
– Bitmap
– Bargraph
5-56
• Tasterelemente
– Rastender Taster
– Tasterfeld
• Textelemente
– Statischer Text
– Meldungstext
– Maskenmenü
– Laufschrift
– Rollierender Text
• Wertanzeigeelemente
– Datum- und Zeitanzeige
– Zahlenwert
– Zeitrelaiswertanzeige
• Werteingabeelemente
– Werteingabe
– Zeitrelaiswerteingabe
– Datum- und Zeiteingabe
– Wochenschaltuhreingabe
– Jahresschaltuhreingabe
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL, Motorschutzrelais Z
Übersicht Leistungsschütze DIL
DILM7 bis DILM15
DILM17 bis DILM32
DILM40 bis DILM65
DILM80 bis DILM150
5
DILM185 bis DILM500
DILM580 bis DILM1000
5-57
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL, Motorschutzrelais Z
5
Bemessungsbetriebsstrom Ie [A]
bei 400 V
max. Bemessungsleistung [kW] AC-3
380 V,
400 V
660 V,
690 V
1000 V
Konv. therm. Strom
Ith = Ie [A]
AC-1 bei 60 °C
Typ
220 V,
230 V
6,6
1,5
3
3
–
20
DILEEM
8,8
2,2
4
4
–
20
DILEM
7
2,2
3
3,5
–
20
DILM7
9
2,5
4
4,5
–
20
DILM9
12
3,5
5,5
6,5
–
20
DILM12
15,5
4
7,5
7
–
20
DILM15
17
5
7,5
11
–
35
DILM17
25
7,5
11
14
–
40
DILM25
32
10
15
17
–
40
DILM32
40
12,5
18,5
23
–
50
DILM40
50
15,5
22
30
–
65
DILM50
65
20
30
35
–
80
DILM65
80
25
37
63
–
90
DILM80
95
30
45
75
–
110
DILM95
115
37
55
105
–
130
DILM115
150
48
75
125
–
160
DILM150
185
55
90
175
108
275
DILM185
225
70
110
215
108
315
DILM225
250
75
132
240
108
350
DILM250
300
90
160
286
132
400
DILM300
400
125
200
344
132
500
DILM400
500
155
250
344
132
700
DILM500
580
185
315
560
600
800
DILM580
650
205
355
630
600
850
DILM650
750
240
400
720
800
900
DILM750
820
260
450
750
800
1000
DILM820
1000
315
560
1000
1000
1000
DILM1000
5-58
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL, Motorschutzrelais Z
Typ
DILEEM
DILEM
DILM7
DILM9
DILM12
Hilfsschalterblöcke
Motorschutz
Relais
für Aufbau
für Seitenanbau
02DILEM
11DILEM
22DILEM
–
ZE-0,16 bis
ZE-9
DILA-XHI(V)
…
DILM32-XHI
…
–
ZB12-0,16
bis ZB12-16
DILM32-XHI11-S
ZB32-0,16
bis ZB32-32
DILM1000-XHI(V)
…
ZB65-10 bis
ZB65-65
Elektronisches
Motorschutzsystem ZEV
DILM15
DILM17
DILM25
5
DILM32
DILM40
DILM50
DILM150XHI(V)…
DILM65
DILM80
ZB150-35 bis
ZB150-150
DILM95
ZEV
+
ZEV-XSW-25
ZEV-XSW-65
ZEV-XSW-145
ZEV-XSW-820
DILM115
DILM150
DILM185
DILM225
–
DILM1000-XHI…
Z5-70/FF250
bis
Z5-250/FF250
DILM250
DILM300
DILM400
ZW7-63 bis
ZW7-630
DILM500
DILM580
DILM650
DILM750
–
DILM820
DILM1000
–
–
5-59
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL
Zusatzausrüstungen
Gerät
5
DILE(E)M
DIL7 bis DILM150
AC
DC
DILM185
bis
DILM500
DILM580
bis
DILM1000
integrierte Schutzbeschaltung
–
–
X
X
X
RC-Löschglieder
X
X
–
–
–
Varistor-Löschglieder
X
X
–
–
–
Sternpunktbrücke
X
X
X
X
–
Parallelverbinder
X
X
X
bis
DILM185
–
Mechanische Verrieglung
X
X
X
X
X
Plombierhaube
X
–
–
–
–
Kabel-/Bandklemmen
–
–
–
X
bis DILM820
Einzelspulen
–
ab DILM17
ab DILM17
X
X
Elektronikmodule
–
–
–
X
X
Elektronikmodule
inklusive Spulen
–
–
–
X
X
Klemmenabdeckung
–
–
–
X
X
bis DILM32
bis DILM32
Zeitbaustein
5-60
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL
Leistungsschütze DILM
Sie werden nach IEC/EN 60 947, VDE 0660
gebaut und geprüft. Für jede Motorbemessungsleistung zwischen 3 kW und 560 kW
steht ein geeignetes Schütz zur Verfügung.
•
Gerätemerkmale
• Kraftantrieb
Aufgrund neuer elektronischer Antriebe
haben die DC-Schütze von 17 bis 65 A eine
Halteleistung von nur 0,5 W. Selbst bei
150 A werden nur 2,1 W benötigt.
• Zugängliche Steuerleistungsanschlüsse
Die Spulenanschlüsse sind nun an der Frontseite der Schütze angeordnet. Sie werden
nicht durch die Hauptstromverdrahtung verdeckt.
• Direkt aus der SPS ansteuerbar
Die Schütze DILA und DILM bis 32 A können
direkt aus der SPS angesteuert werden.
• Integrierte Schutzbeschaltung DC
Bei allen DC-Schützen DILM ist eine Schutzbeschaltung in der Elektronik integriert.
• Steckbare Schutzbeschaltungen AC
Bei allen AC-Schützen DILM bis 150 A können die Schutzbeschaltungen einfach bei
Bedarf auf der Front aufgesteckt werden.
• Ansteuerung der Schütze DILM185 bis
DILM1000 auf drei verschiedene Arten:
– konventionell über Spulenanschlüsse
A1-A2,
– direkt aus einer SPS über die Anschlüsse
A3-A4,
– durch einen leistungsarmen Kontakt über
die Anschlüsse A10-A11.
• Ansteuerung der Schütze DILM185-S bis
DILM500-S konventionell über die Spulenanschlüsse A1-A2.
Es stehen zwei Spulenvarianten (110 bis
•
•
•
•
•
120 V 50/60 Hz und 220 bis 240 V
50/60 Hz) zur Verfügung.
Alle Schütze bis zum DILM150 sind direkt
finger- und handrückensicher im Sinne von
VDE 0160 Teil 100. Ab DILM185 sind
zusätzliche Klemmenabdeckungen erhältlich.
Doppelrahmenklemmen für Schütz DILM7
bis DILM150
Bei den neuen Doppelrahmenklemmen verengt keine Schraube den Anschlussraum. Sie
liefern kompromisslose Sicherheit bei unterschiedlichen Leitungsquerschnitten und bieten einen Hintersteckschutz für sicheres
Anschließen.
Integrierte Hilfsschalter
Die Motorschütze bis DILM32 haben einen
integrierten Hilfsschalter als Schließer oder
Öffner.
Schraub- oder Federzugklemmen
Die Schütze DILE(E)M und DILA/DILM12,
inklusive der entsprechenden Hilfsschalter
der Schütze bis 1000 A, sind mit Schraubklemmen oder mit Federzugklemmen verfügbar.
Schütze mit schraublosen Klemmen
Sie verfügen sowohl an den Hauptstrombahnen als auch an den Spulenanschlüssen und
den Hilfsschaltern über Federzugklemmen.
Die rüttelfesten und wartungsfreien Federzugklemmen können jeweils zwei Leiter
0,75 bis 2,5 mm2 mit oder ohne Aderendhülse klemmen.
Anschlussklemmen
Bis DILM65 sind die Anschlussklemmen aller
Hilfsschalter und Magnetspulen sowie der
Hauptleiter für Pozidriv Schraubendreher der
Größe 2 ausgelegt.
5-61
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL
5
Bei Schützen DILM80 bis DILM150 sind es
Innensechskant-Schrauben.
• Montage
Alle Schütze lassen sich auf der Montageplatte mit Befestigungsschrauben montieren. DILE(E)M und DILM bis 65 A können
auch auf die 35 mm Hutschiene nach
IEC/EN 60715 aufgeschnappt werden.
• Mechanische Verriegelung
Zwei Verbinder und eine mechanische Verriegelung ermöglichen den Aufbau von verriegelten Schützkombination bis 150 A,
ohne zusätzlichen Platzbedarf. Die mechanische Verriegelung verhindert, dass die beiden angeschlossenen Schütze gleichzeitig
anziehen können. Auch bei einer mechanischen Schockbeanspruchung schließen die
Kontakte beider Schütze nicht gleichzeitig.
Neben den Einzelschützen bietet Moeller auch
fertige Gerätekombinationen an:
• Wendeschütze DIUL für 3 bis 75 kW/400 V
• Stern-Dreieck-Schütze SDAINL für
5,5 bis 132 kW/400 V
Anwendungen
Der Drehstrommotor beherrscht die Antriebstechnik. Abgesehen von Einzelantrieben kleiner Leistung, die häufig von Hand geschaltet
werden, steuert man die meisten Motoren mit
Hilfe von Schützen und Schützkombinationen.
Die Leistungsangaben in Kilowatt (kW) oder
die Stromangabe in Ampere (A) sind deshalb
das kennzeichnende Merkmal für die richtige
Auswahl von Schützen.
5-62
Die konstruktive Gestaltung der Motoren ist
für die zum Teil recht unterschiedlichen
Bemessungsströme bei gleicher Leistung verantwortlich. Sie bestimmen weiterhin das Verhältnis von Einschwingspitze und Stillstandstrom zum Bemessungsbetriebsstrom (Ie).
Das Schalten von Elektrowärmeanlagen,
Beleuchtungseinrichtungen, Transformatoren
und von Anlagen zur Blindleistungskompensation mit ihrer typischen Eigenart erhöht die
Vielfalt der unterschiedlichen Beanspruchung
von Schützen.
Die Schalthäufigkeit kann in allen Anwendungsfällen stark variieren. Die Skala reicht
z. B. von weniger als einer Schaltung pro Tag
bis zu tausend und mehr Schaltspielen proStunde. Bei Motoren trifft dabei nicht selten
die hohe Schalthäufigkeit mit Tippen und
Gegenstrombremsen zusammen.
Schütze werden durch verschiedenartige
Befehlsgeräte von Hand oder automatisch in
Abhängigkeit von Weg, Zeit, Druck oder Temperatur betätigt. Notwendige Abhängigkeiten
mehrerer Schütze untereinander können durch
Verriegelungen über ihre Hilfsschalter leicht
hergestellt werden.
Die Hilfsschalter der Schütze DILM können als
Spiegelkontakt nach IEC/EN 60947-4-1
Anhang F zum Signalisieren des Zustandes der
Hauptkontakte eingesetzt werden. Ein Spiegelkontakt ist ein Öffner-Hilfskontakt, der
nicht gleichzeitig mit den Schließer-Hauptkontakten geschlossen sein kann.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Leistungsschütze DIL
Leistungsschütze DILP
Zum problemlosen Schalten von Netzen inklusive des Neutralleiters oder zum wirtschaftlichen Schalten ohmscher Lasten kommen
Schütze DILP zur Anwendung.
In Drehstrom-Verteilungssystemen werden
überwiegend dreipolige Schalt- und Schutzgeräte eingesetzt. Vierpolige Schalt- und Schutzgeräte werden eingesetzt, um in besonderen
Anwendungsfällen den Neutralleiter mit zu
schalten.
Im Bereich der vierpoligen Anwendungen gibt
es nationale Unterschiede im Bezug auf die
Normenlage, das übliche Verteilungssystem
und die über die Normen hinausgehenden
Gewohnheiten.
Leistungsdaten
max. Bemessungsbetriebsstrom Ie
AC-1 offen
5
konv. therm.
Strom
40 °C
50 °C
70 °C
Ith = Ie AC-1
offen
Typ
160 A
160 A
155 A
160 A
DILP160/22
250 A
230 A
200 A
250 A
DILP250/22
315 A
270 A
215 A
315 A
DILP315/22
500 A
470 A
400 A
500 A
DILP500/22
630 A
470 A
400 A
630 A
DILP630/22
800 A
650 A
575 A
800 A
DILP800/22
5-63
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Motorschutzrelais Z
Motorschutz mit thermischen Motorschutzrelais Z
• Nichtanlauf,
• Überlastung,
• Phasenausfall.
Wird die Ansprechtemperatur erreicht, löst das
Relais aus. Die Auslösezeit ist von der Stromstärke und der Vorbelastung des Relais abhängig. Sie muß für alle Stromstärken unterhalb
der Gefährdungszeit der Motorisolation liegen. Aus diesem Grund sind in EN 60947 für
Überlastung Maximalzeiten angegeben. Zur
Vermeidung von unnötigen Auslösungen sind
darüber hinaus für den Grenzstrom und den
Motorstillstand Minimalzeiten festgelegt.
Motorschutzrelais nutzen die Eigenschaft des
Bimetalls aus, Form und Zustand bei Erwärmung zu ändern. Wird ein bestimmter Temperaturwert erreicht, betätigen sie einen Hilfsschalter. Erwärmt wird das Bimetall durch vom
Motorstrom durchflossene Widerstände. Das
Gleichgewicht zwischen zugeführter und
abgegebener Wärme stellt sich je nach Stromstärke bei verschiedenen Temperaturen ein.
Motorschutzrelais Z bieten aufgrund ihrer
Konstruktion einen wirkungsvollen Schutz bei
Ausfall einer Phase. Ihre sogenannte Phasenausfallempfindlichkeit entspricht den Anforderungen von IEC 947-4-1 und VDE 0660 Teil
102. Damit bieten diese Relais auch die Voraussetzungen für den Schutz von
EEx e-Motoren (a nachfolgende Abbildung).
Motorschutzrelais, in den Normen Überlastrelais genannt, zählen zur Gruppe der stromabhängigen Schutzeinrichtungen. Sie überwachen die Temperatur der Motorwicklung
mittelbar über den in den Zuleitungen fließenden Strom und bieten einen bewährten und
preiswerten Schutz vor Zerstörung durch
5
S
Phasenausfallempfindlichkeit
햴
97 95
97 95
97 95
98 96
98 96
98 96
햲
햳
Normalbetrieb ungestört
a Auslösebrücke
b Differentialbrücke
c Differenzweg
5-64
dreiphasige Überlast
Ausfall einer Phase
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Motorschutzrelais Z
Wenn sich die Bimetalle im Hauptstromteil des
Relais infolge dreiphasiger Motorüberlastung
ausbiegen, wirken sie alle drei auf eine Auslöse- und eine Differentialbrücke. Ein gemeinsamer Auslösehebel schaltet bei Erreichen der
Grenzwerte den Hilfsschalter um. Auslöseund Differentialbrücke liegen eng und gleichmäßig an den Bimetallen an. Wenn nun z. B.
bei Phasenausfall ein Bimetall nicht so stark
ausbiegt (oder zurückläuft) wie die beiden
anderen, legen Auslöse- und Differential-
brücke unterschiedliche Wege zurück. Dieser
Differenzweg wird im Gerät durch eine Übersetzung in zusätzlichen Auslöseweg umgewandelt; die Auslösung erfolgt schneller.
Projektierungshinweise a Abschnitt
„Motorschutz in Sonderfällen”, Seite 8-8;
Weitere Hinweise zum Motorschutz
a Abschnitt „Rund um den Motor”,
Seite 8-1.
5
Auslösekennlinien
Die Motorschutzrelais ZE, ZB12, ZB32, ZB65
und ZB150 bis 150 A sind durch das Physikalisch-Technische Bundesamt (PTB) zum Schutz
von EEx e-Motoren nach der ATEX-Richtlinie
94/9 EG zugelassen. In den entsprechenden
Handbüchern sind Auslösekennlinien für jeden
Strombereich abgedruckt.
3-phasig
2-phasig
1 1.5 2 3 4 6 8 10 15 20
x Einstellstrom
Sekunden
Sekunden
2h
100
60
40
20
10
6
4
2
1
40
20
10
6
4
2
1
0.6
ZB150
Minuten
ZB12, ZB32,
ZB65, ZE
Minuten
2h
100
60
40
20
10
6
4
2
1
40
20
10
6
4
2
1
0.6
Diese Kennlinien sind Mittelwerte der Streubänder bei 20 °C Umgebungstemperatur vom
kalten Zustand aus: Auslösezeit in Abhängigkeit vom Ansprechstrom. Bei betriebswarmen
Geräten sinkt die Auslösezeit der Motorschutzrelais auf etwa ein Viertel des abgelesenen Wertes.
3-phasig
2-phasig
1 1.5 2 3 4 6 8 1015 20
x Einstellstrom
5-65
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Motorschutzrelais Z
ZW7
Sekunden
Minuten
2h
100
60
40
20
10
6
4
2
1
40
20
10
6
4
2
1
0.6
5
5-66
Höchstmarke
Niedrigstmarke
1 1.5 2 3 4 6 8 10 15 20
x Einstellstrom
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Arbeitsweise und Bedienung
Elektronische Motorschutzrelais gehören, wie
die nach dem Bimetallprinzip arbeitenden
Motorschutzrelais, zu den stromabhängigen
Schutzeinrichtungen.
Die Erfassung des aktuell fließenden Motorstromes in den drei Außenleitern eines Motorabganges erfolgt beim Motorschutzsystem
ZEV mit separaten Durchstecksensoren oder
einem Sensorgürtel. Diese werden mit dem
Auswertegerät kombiniert, so dass eine
getrennte Anordnung von den Stromsensoren
und dem Auswertegerät ermöglicht wird.
Die Stromsensoren basieren auf dem aus der
Messtechnik bekannten Rogowski-Prinzip. So
besitzt der Sensorgürtel im Gegensatz zu den
Stromwandlern keinen Eisenkern, so dass er
nicht in die Sättigung gehen und so einen sehr
weiten Strombereich erfassen kann.
Durch diese induktive Stromerfassung haben
die verwendeten Leiterquerschnitte im Lastkreis keinen Einfluss auf die Auslösegenauigkeit. Bei elektronischen Motorschutzrelais ist
es möglich, größere Strombereiche einzustellen, als dies bei elektromechanischen Bimetallrelais möglich ist. Bei dem System ZEV wird
der gesamte Schutzbereich von 1 bis 820 A mit
nur einem Auswertegerät abgedeckt.
Das elektronische Motorschutzsystem ZEV
realisiert den Motorschutz sowohl mittels der
indirekten Temperaturmessung über den
Strom als auch mittels der direkten Temperaturmessung im Motor mit Thermistoren.
Bei der direkten Messung wird die Temperatur
in der Motorwicklung mittels eines oder mehrerer PTC-Kaltleiter erfasst. Bei Übertemperatur wird das Signal an das Auslösegerät weitergeleitet und die Hilfsschalter betätigt. Ein
Rücksetzen ist erst nach Abkühlung der Thermistoren unter die Ansprechtemperatur
möglich. Durch den integrierten ThermistorAnschluss lässt sich das Relais als Motorvollschutz einsetzen.
Zusätzlich schützt das Relais den Motor gegen
Erdschluss. Schon bei einem geringen Schaden
an der Isolierung der Motorwicklung fließen
kleine Ströme nach außen ab. Diese Fehlerströme registriert ein externer Summenstromwandler. Er addiert die Ströme der Phasen,
wertet sie aus und meldet Fehlerströme an den
Mikroprozessor des Relais.
Durch Vorwählen einer der acht Auslöseklassen (CLASS) wird eine Anpassung des zu
schützenden Motors an normale oder
erschwerte Anlaufbedingungen ermöglicht. So
können thermische Reserven des Motors
sicher ausgenützt werden.
Das Motorschutzrelais wird mit einer Hilfsspannung versorgt. Das Auswertegerät verfügt
über eine Multispannungsausführung, die es
ermöglicht, alle Spannungen zwischen 24 V
und 240 V AC oder DC als Versorgungsspannung anzulegen. Die Geräte besitzen ein
monostabiles Verhalten; bei Ausfall der Versorgungsspannung lösen sie aus.
Indirekt wird der Motor bei Überlast, Phasenausfall und unsymmetrischer Stromaufnahme
überwacht.
5-67
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Neben den bei Motorschutzrelais üblichen Öffner (95-96)- und Schließer (97-98)-Kontakten
ist das Motorschutzrelais ZEV mit je einem
parametrierbaren Schließer (07-08) und Öffner
(05-06) ausgestattet. Die erstgenannten, üblichen Kontakte reagieren auf die direkt über
die Thermistoren oder die indirekt über den
Strom erfasste Erwärmung des Motors, einschließlich der Phasenausfallempfindlichkeit.
Den parametrierbaren Kontakten lassen sich
verschiedene Meldungen zuordnen, wie
5
• Erdschluss,
• Vorwarnung bei 105 % thermischer
Belastung,
• separate Meldung „Thermistor-Auslösung“,
• interne Gerätestörung.
Die Funktionszuordnung erfolgt menügeführt
mit Hilfe eines LC-Displays. Die Stromstärke
des Motors wird werkzeuglos mit Hilfe der
Bedientasten eingegeben und kann auf dem
LC-Display eindeutig kontrolliert werden.
Darüber hinaus ermöglicht das Display eine
differenzierte Diagnose des Auslösegrundes,
wodurch eine schnellere Fehlerbehandlung
möglich ist.
Die Auslösung bei 3-poliger, symmetrischer
Überlast mit dem x-fachen Einstellstrom
erfolgt innerhalb der durch die Auslöseklasse
bestimmten Zeit. Die Auslösezeit verringert
sich gegenüber dem kalten Zustand in Abhängigkeit von der Vorbelastung des Motors. Es
wird eine sehr hohe Auslösegenauigkeit
erreicht. Die Auslösezeiten sind über den
gesamten Einstellbereich konstant.
Übersteigt die Unsymmetrie des Motorstromes
50 %, löst das Relais nach 2,5 s aus.
Die Zulassung für den Überlastschutz von
explosivgeschützten Motoren der Zündschutzart „erhöhte Sicherheit“ EEx e nach Richtlinie
94/9/EG sowie der Bericht des Physikalisch
Technischen Bundesamtes (PTB-Bericht ) sind
vorhanden (EG-Baumusterprüfbescheinigungs-Nummer PTB 01 ATEX 3233). Ergänzende Informationen können im Handbuch
AWB2300-1433D „Motorschutzsystem ZEV,
Überlastüberwachung von Motoren im
EEx e-Bereich“ nachgelesen werden.
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Auswertegerät
1 bis 820 A
5-68
Durchstecksensoren
1 bis 25 A
3 bis 65 A
10 bis 145 A
Sensorgürtel
40 bis 820 A
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Auslösekennlinien
Auslösekennlinien für 3-polige Belastung
100
tA
ZEV
50
min
20
10
CLASS 40
35
30
25
20
5
2
Diese Auslösekennlinien zeigen die Abhängigkeit der Auslösezeit aus dem kalten Zustand
vom Ansprechstrom (Vielfaches des Einstellstromes IE ). Nach einer Vorbelastung mit
100 % des eingestellten Stromes und der
damit verbundenen Erwärmung auf den warmen Betriebszustand reduzieren sich die angegebenen Auslösezeiten tA auf ca. 15 %.
1
s
20
15
10
CLASS 5
10
5
5
2
1
0.7 1
2
5
8
x Ie
Auslösegrenzwerte bei 3-poliger symetrischer Belastung
Ansprechzeit
< 30 min. bei bis zu 115 % des Einstellstromes
> 2 h bei bis zu 105 % des Einstellstromes
aus kaltem Zustand
5-69
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV mit Erdschlussüberwachung und
thermistorüberwachtem Motor
L1
L2
L3
N
PE
f
Z1
e
S1
S2
Z2
Q11
C1 C2
Y1 Y2
~
5
95 97 05 07
PE
A1 A2
Reset
Q11
=
a
L1 L2 L3
A
d
I
µP
%
D
Class
T1
T2
<
M
3~
>
b
c
Mode
Up
Test
Reset
Down
96
Q11
Fehler
parametrierbarer Kontakt 1
parametrierbarer Kontakt 2
Stromsensor mit A/D-Wandler
Selbsthaltung des Leistungsschützes,
verhindert einen automatischen Wiederanlauf nach Ausfall der Steuerspannung
und Spannungsrückkehr (wichtig für
EEx e-Anwendungen,
a AWB2300-1433D)
f Fern-Reset
a
b
c
d
e
5-70
98 06 08
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Thermistorschutz
Zum Motorvollschutz können an den Klemmen
T1-T2 bis zu sechs PTC-Kaltleiter-Temperaturfühler nach DIN 44081 und DIN 44082 mit
einem Kaltleiterwiderstand RK F 250 O oder
neun mit einem RK F 100 O angeschlossen
werden.
R[ ]
12000
c
d
5
4000
a
1650
b
750
TNF
–20˚
TNF
–5˚
TNF
TNF= Nennansprechtemperatur
a
b
c
d
Auslösebereich IEC 60947-8
Wiedereinschaltbereich IEC 60947-8
Auslösung bei 3200 O g15 %
Wiedereinschaltung bei 1500 O +10 %
Das ZEV schaltet bei R = 3200 O g15 % ab
und bei R = 1500 O +10 % wieder zu. Bei
einer Abschaltung auf Grund des Thermistor-
TNF
+5˚
TNF
+15˚
T [ ˚ C]
Eingangs schalten die Kontakte 95-96 und
97-98 um. Zusätzlich kann die Thermistorauslösung zur differenzierten Auslösemeldung auf
einen der Kontakte 05-06 oder 07-08 parametriert werden.
Bei der Temperaturüberwachung mittels Thermistoren treten auch bei einem Fühlerbruch
keine gefährlichen Zustände auf, da das Gerät
in diesem Fall unverzüglich abschaltet.
5-71
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV mit Kurzschlussüberwachung am
Thermistoreingang
L1
L2
L3
N
PE
a
Z1
S1
S2
Z2
Q11
C1 C2
Y1 Y2
~
Reset
5
PE
A1 A2
Q11
S3
95 97 05 07
=
L1 L2 L3
A
I
µP
%
D
Class
<
T2
M
3~
T1
>
Mode
Up
Test
Reset
Down
96
IN1 IN2 IN3 11
K1
M
A1
A2 12 14
Kurzschlüsse im Thermistorkreis können bei
Bedarf durch den zusätzlichen Einsatz eines
Stromwächters K1 (z. B. Typ EIL 230 V AC der
Fa. Cronzet oder des baugleichen Typs
3U6352-1-1AL20 der Fa. Siemens) erfasst
werden.
Eckdaten
• Kurzschlussstrom im Fühlerkreis F 2,5 mA,
• max. Leitungslänge zum Fühler 250 m
(ungeschirmt),
5-72
98 06 08
Q11
• Summenkaltleiterwiderstand F 1500 O
• Parametrierung ZEV: „Autoreset“,
• Einstellung Stromwächter:
– Gerät auf Stromniedrigstmarke,
– Überlastauslösung,
– Speicherung der Auslösung,
• Quittierung des Kurzschlusses nach dessen
Beseitigung mit Taster S3.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronisches Motorschutzsystem ZEV
Gerätemontage
Die Gerätemontage ist auf Grund der Aufklipsund Durchstecktechnik denkbar einfach.
Details zur Montage können der jedem Gerät
beiliegenden Montageanweisung
AWA2300-1694 bzw. dem Handbuch
AWB2300-1433D entnommen werden.
3
2
1
Montage ZEV und Stromsensor
1 Befestigungsband um die Stromschiene
legen.
2 Verbindungsstift einrasten.
3 Befestigungsband straff ziehen und mit
dem Klettverschluss verbinden.
Anbringen der Sensorspulen a nachfolgende
Abbildung.
• ZEV in die gewünschte Einbaulage positionieren.
• ZEV auf den Stromsensor aufrasten.
• Motorzuleitungen pro Phase durch den
Stromsensor führen.
Montage auf der Stromschiene
Besonders leicht ist auch der Rogowski-Sensor
ZEV-XSW-820 mittels Befestigungsband montierbar. Dabei spart der Anwender Montageaufwand und Zeit.
5-73
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Thermistor-Maschinenschutzgerät EMT6
EMT6 für Kaltleiter
bringt das Ausgangsrelais zum Abfallen. Die
Störung wird durch eine LED signalisiert.
Sobald sich mit Abkühlen des Fühlers ein entsprechend kleinerer Widerstand einstellt,
schaltet das EMT6-(K) automatisch wieder ein.
Bei EMT6-(K)DB(K) kann der automatische
Wiederanlauf durch die Umstellung des Gerätes auf „Hand“ verhindert werden. Die Rücksetzung des Gerätes erfolgt über die
Reset-Taste.
L
A1
21
13
22
14
Tripped
Power
US
5
T1 T2
A2
Die EMT6-K(DB) und EMT6-DBK sind mit einer
Kurzschlusserkennung im Fühlerkreis ausgestattet. Sinkt der Widerstand im Fühlerkreis
unter 20 Ohm, lösen sie aus. Das EMT6-DBK
verfügt zusätzlich über eine nullspannungssichere Wiedereinschaltsperre und speichert
somit den Fehler bei Spannungsabfall. Wiedereinschalten ist erst nach Beseitigen des Fehlers
möglich, wenn die Steuerspannung wieder
ansteht.
PTC
N
L
Power
Tripped
T1 T2
A2
Y2
21
13
Reset
US
+24 V
Y1
A1
22
14
PTC
N
Wirkungsweise
Mit Einschalten der Steuerspannung wird bei
kleinem Widerstand des Kaltleiter-Temperaturfühlers das Ausgangsrelais angesteuert. Die
Hilfskontakte werden betätigt. Bei Erreichen
der Nenn-Ansprechtemperatur (TNF) wird der
Fühlerwiderstand hochohmig. Das wiederum
5-74
Da alle Geräte nach dem Ruhestromprinzip
arbeiten, sprechen sie auch auf Drahtbruch im
Fühlerkreis an.
Die Thermistormaschinenschutzrelais EMT6…
sind durch das Physikalisch-Technische Bundesamt (PTB) zum Schutz von EEx e-Motoren
nach der ATEX-Richtlinie 94/9 EG zugelassen.
Zum Schutz der EEx e-Motoren fordert die
ATEX-Richtlinie eine Kurzschlusserkennung im
Fühlerkreis. Aufgrund der intergrierten Kurzschlusserkennung sind die EMT6-K(DB) und
EMT6-DBK besonders für diese Anwendung
geeignet.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Thermistor-Maschinenschutzgerät EMT6
EMT6 als Kontaktschutzrelais
3
L1
L2
L3
N
Anwendungsbeispiel
400 V 50 Hz
Steuerung der Beheizung eines Vorratsbehälters
a Steuerstromkreis
b Heizung
-Q1
Q11: Heizungsschütze
I> I> I>
L1
A1
1
3
5
A2
2
4
6
U
V
W
a
5
-Q11
b
400 V 50 Hz
Funktionsbeschreibung
Einschalten der Heizung
Wenn der Hauptschalter Q1 eingeschaltet ist,
das Sicherheitsthermostat F4 nicht ausgelöst
hat und die Bedingung T F Tmin erfüllt ist,
kann die Heizung eingeschaltet werden. Bei
Betätigen von S1 steht die Steuerspannung am
Hilfsschütz K1 an, das über einen Schließer in
Selbsthaltung geht. Der Wechsler des Kontaktthermometers hat die Stellung I-II. Der niederohmige Fühlerkreis des EMT6 garantiert, dass
Q11 über K2/Schließer 13-14 erregt wird; Q11
geht in Selbsthaltung.
Ausschalten der Heizung
Das Heizungsschütz Q11 bleibt in Selbsthaltung, bis der Hauptschalter Q1 ausgeschaltet
wird, die Taste S0 betätigt wird, der Sicherheitsthermostat ausgelöst oder T = Tmax ist.
Bei T = Tmax hat der Wechsler des KontaktThermometers die Stellung I-III. Der Fühlerkreis des EMT6 (K3) ist niederohmig, der Öffner K3/21-22 geöffnet. Das Hauptschütz Q11
fällt ab.
5-75
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Thermistor-Maschinenschutzgerät EMT6
Sicherheit gegen Drahtbruch
-K1
13
230 V 50 Hz
-F1
4AF
L1
Überschreiten von Tmax über seinen Öffner F4
zwangsläufig nach dem Prinzip abschaltet:
„Ausschalten durch Entregen“.
14
Die Sicherheit gegen Drahtbruch in der Fühlerleitung von K3 (z. B. Nicht-Erkennung des
Grenzwertes Tmax) ist durch den Einsatz eines
Sicherheitsthermostaten gewährleistet, der bei
-S0
5
-K2
-S1
14
-Q11
-K1
a
-F4
II III
21
-K3
X1
A1
-K2
- H1
X2
N
a Kontakt-Thermometer-Wechsler
I-II Stellung bei T F Tmin
I-III Stellung bei T F Tmax
S0: Aus
S1: Start
F4: Sicherheitsthermostat
T1 T2 A1
-K3
EMT6
23
A2
A2
22
A1
T2 T1 A1
-Q11
EMT6 A2
24
-K1
5-76
13
K1: Steuerspannung ein
K2: Einschalten bei T F Tmin
K3: Ausschalten bei Tmax
A2
13
14
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Elektronische Sicherheitsrelais ESR
Einsatz
Elektronische Sicherheitsrelais kommen zur
Überwachung sicherheitsrelevanter Steuerungen zum Einsatz. Nach IEC/EN 60204 sind die
Anforderungen an die elektrische Ausrüstung
von Maschinen definiert. Der Maschinenbetreiber muss an seiner Maschine das Risiko
nach EN 954-1 einschätzen und eine Steuerung, die der entsprechenden Sicherheitskategorie 1, 2, 3 oder 4 entspricht, aufbauen.
Aufbau
Die elektronischen Sicherheitsrelais bestehen
aus einem Netzteil, der Elektronik und zwei
redundanten Relais mit zwangsgeführten Kontakten für die Freigabe- und Meldepfade.
Funktion
Im fehlerfreien Betrieb werden nach dem Einschaltbefehl die sicherheitsrelevanten Kreise
durch die Elektronik kontrolliert und mit Hilfe
der Relais die Freigabepfade freigegeben.
Nach dem Ausschaltbefehl sowie im Fehlerfall
(Erdschluss, Querschluss, Drahtbruch), werden
die Freigabepfade sofort (Stopp-Kategorie 0)
bzw. zeitverzögert (Stopp-Kategorie 1)
gesperrt und der Motor vom Netz genommen.
Im redundant aufgebauten Sicherheitskreis
führt ein Kurzschluss zu keiner Gefährdung, so
dass erst bei erneutem Einschalten der Fehler
erkannt und das Einschalten verhindert wird.
Weitere Informationsquellen
Montageanweisungen
13
A1
23
S33
24
S34
37
S35
POWER
K1
K2
K3
K4
1
1.5
.5
.3
.15
2
2.5
3
ESR4 -NV3-30
S21
14
S22
S11
S31
S12
A2
38
• Auswertegerät für Zweihandschaltungen
ESR4-NZ-21, AWA2131-1743
• Basisgerät für Not-Aus- und Schutztür-Anwendungen
– ESR4-NV3-30, ESR4-NV30-30,
AWA2131-1838
– ESR3-NO-31(230V), AWA2131-1740
– ESR4-NO-21, AWA2131-1741
– ESR4-NO-30, AWA2131-2150
• Basisgerät für Not-Aus-Anwendungen
ESR4-NO-31, AWA2131-1742
• Not-Aus-Relais
ESR4-NE-42, ESR4-VE3-42,
AWA2131-1744
Sicherheitshandbuch, TB0-009D
Hauptkatalog Industrieschaltgeräte, Kapitel 4
„Überwachungsrelais“.
5-77
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Mess- und Überwachungsrelais EMR4
Allgemein
Für die verschiedensten Anwendungen werden Mess- und Überwachungsrelais benötigt.
Mit dem neuen EMR4-Sortiment deckt Moeller
eine Vielzahl von Anforderungen ab:
5
• universeller Einsatz, Stromwächter EMR4-I
• platzsparende Überwachung des Drehfeldes, Phasenfolgerelais EMR4-F
• Schutz vor Zerstörung oder Beschädigung
einzelner Anlagenteile, Phasenwächter
EMR4-W
• sicheres Erkennen eines Phasenausfalls,
Asymmetrierelais EMR4-A
• erhöhte Sicherheit durch Arbeitsstromprinzip, Niveaurelais EMR4-N
• Erhöhung der Betriebssicherheit, Isolationswächter EMR4-R
Es gibt zwei Ausführungen mit je drei Messbereichen (30/100/1000 mA, 1,5/5/15 A). Die
Multispannungsspule ermöglicht ein universelles Einsetzen des Relais. Der zweite Hilfswechsler ermöglicht eine direkte Rückmeldung.
Gezielte Überbrückung von kurzen
Stromspitzen
Mit Hilfe der zwischen 0,05 und 30 s wählbaren Zeit der Ansprechverzögerung können
kurzfristige Stromspitzen überbrückt werden.
Phasenwächter EMR4-W
Stromwächter EMR4-I
Die Stromwächter EMR4-I sind sowohl zur
Überwachung von Wechsel- als auch von
Gleichstrom geeignet. Mit ihnen können Pumpen und Bohrmaschinen auf Unter- oder Überlast überwacht werden. Das geschieht mit
Hilfe der wählbaren unteren oder oberen
Ansprechgrenze.
5-78
Phasenwächter EMR4-W überwachen neben
der Drehfeldrichtung auch die Höhe der angelegten Spannung. Das bedeutet Schutz vor
Zerstörung oder Beschädigung einzelner Anlagenteile. Hierbei wird sowohl die minimale
Unterspannung als auch die maximale Überspannung mit einem Drehschalter innerhalb
eines definierten Fensters bequem auf die
gewünschte Spannung eingestellt.
Zusätzlich kann zwischen einer ansprechverzögerten und einer rückfallverzögerten Funktion unterschieden werden. In der ansprechverzögerten Einstellung werden kurze
Spannungseinbrüche überbrückt. Die Rückfallverzögerung ermöglicht eine Fehlerspeicherung für die eingestellte Zeit.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Mess- und Überwachungsrelais EMR4
Die Verzögerungszeit kann zwischen 0,1 und
10 s eingestellt werden.
Asymmetrierelais EMR4-A
Das Relais zieht bei korrektem Drehfeld und
richtiger Spannung an. Nach einem Abfallen
zieht das Gerät erst wieder an, wenn die Spannung eine 5 %ige Hysterese überschritten hat.
Phasenfolgerelais EMR4-F500-2
Das Asymmetrierelais EMR-4-A in seiner
22,5 mm Baubreite ist das richtige Schutzorgan gegen Phasenausfall. Damit schützt es
den Motor vor Zerstörung.
Mit dem nur 22,5 mm breiten Phasenfolgerelais können ortsveränderliche Motoren, bei
denen die Drehrichtung von Bedeutung ist
(z. B. Pumpen, Sägen, Bohrmaschinen), auf
ein rechts drehendes Drehfeld überwacht werden. Das bedeutet Platz im Schaltschrank
durch geringe Baubreite und Schutz vor Schäden durch Überwachung des Drehfeldes.
Da der Phasenausfall auf Basis der Phasenverschiebung erfasst wird, kann dieser auch bei
hoher Rückspeisung des Motors sicher erkannt
und eine Überlastung des Motors verhindert
werden. Das Relais ist in der Lage, Motoren
mit einer Nennspannung Un = 380 V, 50 Hz zu
schützen.
Niveaurelais EMR4-N
Bei rechts drehendem Drehfeld wird mit dem
Wechsler die Steuerspannung für die Motorschaltgeräte freigegeben. Das EMR4-F500-2
deckt den gesamten Spannungsbereich von
200 bis 500 V AC ab.
Die Niveaurelais EMR4-N kommen im Wesentlichen zum Trockenlaufschutz von Pumpen
oder als Niveauregulierung von Flüssigkeiten
zum Einsatz. Sie arbeiten mit Hilfe von Sensoren, die die Leitfähigkeit messen. Hierzu werden jeweils ein Sensor für die maximale und
ein Sensor für die minimale Füllhöhe benötigt.
Ein dritter Sensor dient als Massepotential.
5-79
5
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Mess- und Überwachungsrelais EMR4
Das 22,5 mm schmale Gerät EMR4-N100 eignet sich für gut leitfähige Flüssigkeiten. Es ist
mit einer Umschaltung von Niveauregulierung
zu Trockenlaufschutz ausgerüstet. Die Sicherheit wird erhöht, da in beiden Fällen das
Arbeitsstromprinzip zum Einsatz kommt.
5
Das Niveaurelais EMR4-N500 hat einer erweiterte Empfindlichkeit und ist auch für weniger
gut leitende Medien geignet. Durch eine integrierte wählbare Anzugs- oder Abfallverzögerung zwischen 0,1 uns 10 s können auch
bewegte Flüssigkeiten überwacht werden.
Über einen Wechslerkontakt melden sie einen
Erdschluss und ermöglichen so eine Fehlerbeseitigung ohne teure Stillstandszeiten.
Wahlweise verfügen die Geräte über eine Fehlerspeicherung, die ein Qittieren nach der Fehlerbeseitigung erfordert. Mit Hilfe einer Testtaste kann das Gerät jederzeit auf seine
Funktionstüchtigkeit überprüft werden.
AC oder DC Steuerspannungen
Es gibt sowohl für Wechselstrom- als auch für
Gleichstromkreise ein Gerät. Damit wird der
gesamte Steuerspannungsbereich abgedeckt.
Beide Geräte verfügen über eine Multispannungsquelle. Dadurch ist die Versorgung
sowohl über AC als auch über DC möglich.
Multifunktionale Dreiphasenwächter
Isolationswächter EMR4-R
Die EN 60204 „Sicherheit von Maschinen“
sieht zur Erhöhung der Betriebssicherheit die
Überwachung von Hilfsstromkreisen auf Erdschluss mittels Isolationswächter vor. Die
EMR4-R haben hier ihr Haupteinsatzgebiet.
Aber auch für medizinisch genutzte Räume
gibt es ähnliche Forderungen.
5-80
Mit den multifunktionalen Dreiphasenwächtern erfolgt die platzsparende Überwachung
des Drehfeldes mit verschiedenen Funktionen.
Dabei werden die Phasenparameter Phasenfolge, Phasenausfall, Asymmetrie sowie Unterund Überspannung erfasst.
Je nach Ausführung der Geräte bewegt sich
der einstellbare Schwellenwert für Asymmetrie
zwischen 2 bis 15 %. Die Schwellenwerte für
Unter- und Überspannung sind einstellbar
bzw. fest eingestellt.
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Schütze und Relais
Mess- und Überwachungsrelais EMR4
Die verschiedenen Möglichkeiten und Einstellwerte entnehmen Sie bitte den jeweiligen
Montageanweisungen. Neu ist bei den Ausführungen EMR4-AWN... die Funktion „mit
Neutralleiterüberwachung.
Weitere Informationsquellen
Montageanweisungen
• Asymmetrierelais EMR4-A400-1
AWA2431-1867
• Isolationswächter EMR4-RAC-1-A
AWA2431-1866
• Isolationswächter EMR4-RDC-1-A
AWA2431-1865
• Niveaurelais EMR4-N100-1-B
AWA2431-1864
• Phasenfolgerelais EMR4-F500-2
AWA2431-1863
• Phasenwächter EMR4-W…
AWA2431-1863
• Stromwächter EMR4-I… AWA2431-1862
• Mess-/Überwachungsrelais: 3-Phasenwächter EMR4-A…, EMR4-AW…,
EMR4-AWN…, EMR4-W…
AWA2431-2271
5
Hauptkatalog Industrieschaltgeräte, Kapitel 4
„Überwachungsrelais“.
5-81
Moeller Schaltungsbuch 02/06
Notizen
5
5-82
Was this manual useful for you? yes no
Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

Download PDF

advertisement