RME Audio Micstasy User manual

RME Audio Micstasy User manual
Bedienungsanleitung
Micstasy
The Professional’s Full Range Solution
™
TotalGain
™
AutoSet
I64 Option Slot
™
SteadyClock
™
™
SyncCheck
Professioneller Mic/Line/Instrument Preamp und AD-Konverter
8-Kanal Mikrofon / Line Vorverstärker mit Line Ausgängen
8-Kanal Analog zu AES / ADAT Interface
Optionales 64-Kanal MADI Interface
24 Bit / 192 kHz Digital Audio
MIDI Remote Control
AES-3
AES-10
24 Bit Interface
Wichtige Sicherheitshinweise .................................4
Allgemeines
1
2
3
4
Einleitung ...................................................................6
Lieferumfang..............................................................6
Kurzbeschreibung und Eigenschaften ...................6
Inbetriebnahme – Quick Start
4.1 Bedienelemente - Anschlüsse - Anzeigen ..............7
4.2 Quick Start ..............................................................9
5
Zubehör ......................................................................9
6
Garantie....................................................................10
7
Anhang .....................................................................10
Bedienung und Betrieb
8
Bedienelemente der Frontplatte
Select Taster und Drehgeber (SET) ....................14
Clock Sektion .......................................................15
Analog Out ...........................................................15
Remote.................................................................16
9
Der Eingangskanal im Detail
9.1 Allgemeines..........................................................16
9.2
Gain......................................................................16
9.3 Phantomspeisung ................................................16
9.4 Phase ...................................................................17
9.5 M/S Processing ....................................................17
9.6 Lo Cut...................................................................17
9.7 AutoSet.................................................................18
9.8 HI Z.......................................................................18
9.9 Instrument / Line ..................................................19
10
Presets .....................................................................19
11
Das Setup Menü
11.1 Allgemeines..........................................................20
11.2 Auto ID (Au) .........................................................20
11.3 Delay Compensation (dC)....................................20
11.4 ID (Id) ...................................................................21
11.5 Bank (bA) .............................................................21
11.6 Limiter Threshold (LI) ...........................................21
11.7 Follow Clock (FC).................................................22
11.8 Peak Hold (PH) ....................................................22
11.9 AutoSet Down-Link (AS dL) .................................22
11.10 Pro Tools MIDI Kompatibilität (pt) ........................23
11.11 Digital Output (do) ................................................23
11.12 Word Clock Out (Co)............................................23
11.13 Dunkelschaltung der Anzeigen ............................24
11.14 Test Ton ...............................................................24
12
Fernsteuerung
12.1 MIDI......................................................................25
12.2 MIDI über MADI ...................................................25
12.3 Remote Control Software.....................................26
8.1
8.2
8.3
8.4
2
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Eingänge und Ausgänge
13
Analoge Eingänge / Ausgänge
13.1 Mic / Line In Rückseite......................................... 30
13.2 Instrument / Line In Frontseite ............................. 30
13.3 Line Out ............................................................... 31
14
Digitale Ausgänge
14.1 AES / EBU ........................................................... 32
14.2 ADAT Optical ....................................................... 33
14.3 I64 MADI Card ..................................................... 34
14.4 Unterschiede Micstasy / ADI-642 ........................ 35
15
Word Clock
15.1 Wordclock Ein- und Ausgang .............................. 36
15.2 Einsatz und Technik ............................................ 37
15.3 Verkabelung und Abschlusswiderstände ............ 38
16
MIDI........................................................................... 38
Technische Referenz
17
Technische Daten
17.1 Analoger Teil........................................................ 40
17.2 Digitale Eingänge................................................. 41
17.3 Digitale Ausgänge................................................ 42
17.4 Digitaler Teil ......................................................... 42
17.5 MIDI ..................................................................... 42
17.6 Allgemeines ......................................................... 43
17.7 Firmware .............................................................. 43
17.8 MADI User Bit Belegung...................................... 43
17.9 Steckerbelegungen.............................................. 44
18
Technischer Hintergrund
18.1 Begriffserklärungen.............................................. 46
18.2 Lock und SyncCheck ........................................... 47
18.3 Pegelreferenzen und Gain................................... 48
18.4 Latenz und Monitoring ......................................... 49
18.5 DS – Double Speed ............................................. 50
18.6 QS – Quad Speed ............................................... 50
18.7 AES/EBU – SPDIF............................................... 51
18.8 Rauschabstand im DS- / QS-Betrieb................... 52
18.9 MADI Basics ........................................................ 53
18.10 SteadyClock......................................................... 54
19
Blockschaltbild ....................................................... 55
20
MIDI Implementation Micstasy
20.1 Basic SysEx Format ............................................ 56
20.2 Message Types ................................................... 56
20.3 Tabelle ................................................................. 57
20.4 Pro Tools MIDI Kompatibilität .............................. 59
20.5 Yamaha MIDI Kompatibilität ................................ 60
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
3
Wichtige Sicherheitshinweise
ACHTUNG! Gerät nicht öffnen - Gefahr durch Stromschlag
Das Gerät weist innen nicht isolierte, Spannung führende Teile auf. Im Inneren
befinden sich keine vom Benutzer zu wartenden Teile. Reparaturarbeiten dürfen nur von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.
Netzanschluss
• Das Gerät muss geerdet sein – niemals ohne Schutzkontakt betreiben
• Defekte Anschlussleitungen dürfen nicht verwendet werden
• Betrieb des Gerätes nur in Übereinstimmung mit der Bedienungsanleitung
• Nur Sicherungen gleichen Typs verwenden
Um eine Gefährdung durch Feuer oder Stromschlag auszuschließen, das
Gerät weder Regen noch Feuchtigkeit aussetzen. Spritzwasser oder tropfende Flüssigkeiten dürfen nicht in das Gerät gelangen. Keine Gefäße mit Flüssigkeiten, z. B. Getränke oder Vasen, auf das Gerät stellen. Gefahr durch
Kondensfeuchtigkeit - erst einschalten wenn sich das Gerät auf Raumtemperatur erwärmt hat.
Montage
Außenflächen des Gerätes können im Betrieb heiß werden - für ausreichende Luftzirkulation sorgen. Direkte Sonneneinstrahlung und die unmittelbare
Nähe zu Wärmequellen vermeiden. Beim Einbau in ein Rack für ausreichende Luftzufuhr und Abstand zu anderen Geräten sorgen.
Bei Fremdeingriffen in das Gerät erlischt die Garantie. Nur vom Hersteller
spezifiziertes Zubehör verwenden.
Lesen Sie die Bedienungsanleitung vollständig. Sie enthält alle zum
Einsatz des Gerätes nötigen Informationen.
4
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Bedienungsanleitung
Micstasy
Allgemeines
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
5
1. Einleitung
Das innovative Konzept des Micstasy erlaubt eine Verstärkung und Digitalisierung aller analogen Signalquellen. Egal ob es sich um hochpegelige Bühnensignale, typische Studiosignale,
niederpegelige und hochohmige Instrumente, oder dynamische, Kondensator- oder Bändchenmikrofone handelt: Micstasy versteht sie alle. Und das in einer Qualität, die einfach nur begeisternd ist.
Bei der Entwicklung des Micstasy haben wir all unsere Erfahrung und die unserer Kunden eingebracht, um ein einzigartiges, exzellentes und qualitativ hochwertiges Gerät zu erschaffen.
Und obwohl der Micstasy in eine für RME ungewohnte Preiskategorie vorstößt, bietet er trotzdem das für RME typische, hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis. Seine Features werden
Sie begeistern – noch mehr aber die überragende Performance und Eleganz, mit der er alle ihm
gestellten Aufgaben löst. Viel Spaß!
2. Lieferumfang
Bitte überzeugen Sie sich vom vollständigen Lieferumfang des Micstasy:
•
•
•
•
•
Micstasy
Netzkabel
Handbuch
RME Treiber-CD
1 optisches Kabel (TOSLINK), 2 m
3. Kurzbeschreibung und Eigenschaften
Der Micstasy ist ein Full Range Hi-End Preamp und AD-Konverter in Referenz-Qualität, mit
voller Fernsteuerbarkeit und optionalem MADI I/O. In einem Standard 19" Gehäuse mit 2 HE
Höhe bietet das Gerät zahlreiche außergewöhnliche Merkmale, wie Intelligent Clock Control
(ICC), SyncCheck®, SteadyClock, TotalGain, AutoSet, MIDI over MADI, sowie Fernbedienung
über MADI und MIDI.
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
6
8 symmetrische XLR Mic/Line Eingänge
85 dB Gain Range
Analoger Eingangspegel von –56,5 dBu bis zu +30 dBu
Hi-End Schaltungstechnik mit 4 Relais pro Kanal und super-rauscharmem Mic Front-End
Weiter Frequenzbereich (200 kHz) mit spezieller HF-Filterung im Eingang
8 symmetrische Klinken Line/Instrument Eingänge
8 symmetrische XLR Line Ausgänge
Symmetrisches Low THD Lo Cut Doppelfilter, 18 dB/oct
Hi-Z Option pro Fronteingang
LED Pegelanzeige mit 13 LEDs pro Kanal
Nahezu geräuschlose Gainänderung
Störgeräuschunterdrückung beim Ein- und Ausschalten an den analogen Outputs
M/S De-/Encoding am digitalen Ausgang
AutoSet: Automatische Gainreduzierung mit multipler Verlinkung
Aktueller Gerätestatus auf 8 Speicherplätzen ablegbar
Komplett fernbedienbar
Wordclock Ein- und Ausgang
SyncCheck prüft die Synchronität der Clocksignale
MIDI I/O
4 x AES/EBU Out per D-Sub, 8 Kanäle @ 192 kHz
2 x ADAT Out, 8 Kanäle @ 96 kHz
Optionaler MADI I/O (I64 MADI Card)
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
4. Inbetriebnahme - Quickstart
4.1 Bedienelemente - Anschlüsse - Anzeigen
Auf der Frontseite des Micstasy befinden sich acht Instrumenten/Line Eingänge, acht LED Level Meter, acht numerische LED Anzeigen, acht Select Taster, ein Drehgeber, weitere Taster
für diverse Konfigurationsoptionen, sowie 69 LEDs zur detaillierten Statusanzeige.
Jeder Kanal besitzt auf der Frontseite ein eigenes Feld zur
vollständigen Konfiguration. Die Anzeige GAIN informiert über
die aktuell eingestellte Verstärkung. Das 13-teilige LEVEL
Meter mit schaltbarem Peak Hold zeigt die Aussteuerung des
AD-Wandlers.
Über den Eingang INST/LINE lässt sich per 6,3 mm
Klinkenstecker sowohl ein symmetrisches Line Signal als auch
ein unsymmetrisches Instrumentensignal einspeisen.
Über den SELECT Taster
Aktivieren/Deaktivieren von:
GAIN
+48V
PHASE
M/S (D)
LO CUT
AUTOSET
HI Z
I
erfolgt
das
kanalweise
Einstellung der Verstärkung
Phantomspeisung (nur für XLR)
Phasendrehung (180°)
Mid/Side Encodierung (nur digitaler Ausgang)
Trittschallflter
Automatische Gainreduzierung
Hohe Eingangsimpedanz für Instrumente
Umschaltung auf die INST/LINE Buchse
Ein mehrfaches Drücken des Drehgebers SET (auch Encoder genannt) durchläuft alle Optionen schrittweise. Der Drehgeber ist ein intuitiv zu bedienendes Multifunktionselement. Er dient
zur Einstellung des Gain, Auswahl
der
gewünschten
Funktion,
Ausschalten der Funktion eines oder
aller
Kanäle,
Auswahl
eines
Speicherplatzes,
und
der
Optionsauswahl im Setup Menü.
Der Taster ANALOG OUT bestimmt
den analogen Referenzpegel am
Ausgang, der einer Vollaussteuerung
des AD-Wandlers entspricht, und
damit auch mit den Level Metern
übereinstimmt.
REMOTE legt die Quelle der MIDI Fernbedienung fest (Option Slot / MADI oder DIN-Buchse).
Nach Druck auf SAVE und Auswahl eines der 8 internen Speicherplätze mit dem Drehgeber
wird der aktuelle Zustand der Kanäle nach erneutem Druck auf SAVE als Preset abgelegt.
Nach Druck auf RECALL, Auswahl eines Presets mit dem Drehgeber und erneuten Druck auf
RECALL wird das gewählte Preset geladen und der Zustand der Kanäle aktualisiert.
In der CLOCK Sektion erfolgt die Auswahl der Referenzclock und des Frequenzmultiplikators.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
7
Auf der Rückseite des Micstasy befinden sich acht analoge Eingänge, acht analoge Ausgänge,
ein Netzteilanschluss, MIDI I/O, Wordclock I/O, der I64 Option Slot, sowie sämtliche digitalen
Eingänge und Ausgänge (AES/ADAT).
MICROPHONE / LINE BALANCED INPUTS (XLR): Acht symmetrische Full Range Mic/Line
Eingänge mit vollen 85 dB Gain Range.
LINE BALANCED OUTPUTS (XLR): Acht symmetrische Line Ausgänge mit bis zu +27 dBu
Pegel.
AES I/O (25-pol D-Sub): Die D-Sub Buchse enthält vier AES/EBU Ausgänge (AD-Signale) und
einen AES/EBU Eingang (zur Clock Synchronisation). Die 25-polige D-Sub Buchse ist nach
dem weit verbreiteten Tascam Standard beschaltet (Pinbelegung siehe Kapitel 17.9). Die AES
I/Os sind trafosymmetriert. Der Eingang ist hoch empfindlich, und akzeptiert daher alle üblichen
Digitalquellen, auch SPDIF.
ADAT OUT (TOSLINK): Optische ADAT Ausgänge. Diese geben die gleichen Signale aus wie
die AES/EBU Ausgänge, aber im ADAT Format.
WORD IN (BNC): Über den versenkten Druckschalter kann der Eingang intern mit 75 Ohm
terminiert werden.
WORD OUT (BNC): Standard Wordclockausgang.
MIDI I/O (5-pol DIN): MIDI Eingang und Ausgang über 5-polige DIN Buchse. Zur Fernsteuerung
des Micstasy und - bei installierter MADI Card - zur Übertragung von MIDI Daten über MADI.
Kaltgerätestecker für Netzanschluss. Das speziell für den Micstasy entwickelte, interne HiPerformance Schaltnetzteil arbeitet im Bereich 100 V bis 240 V AC. Es ist kurzschlusssicher,
besitzt ein integriertes Netzfilter, regelt Netz-Spannungsschwankungen vollständig aus, und
unterdrückt Netzstörungen.
Bei installierter I64 MADI Card:
MADI I/O optical: Standard MADI Ports.
MADI I/O koaxial (BNC): Standard MADI Ports.
8
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
4.2 Quick Start
Nach Anschluss aller Kabel und Einschalten des Gerätes beginnt die Konfiguration des Micstasy in der CLOCK Sektion. Wählen Sie eine Clockquelle und eine Samplefrequenz. Der nächste
Schritt ist die GAIN Einstellung. Diese ist auf zwei Arten möglich:
• Individuell: SELECT Taster des oder der einzustellenden Kanäle drücken. Die GAIN Anzeige blinkt. Mittels Drehgeber den gewünschten Wert einstellen.
• Global: Drehgeber kurz drücken. Alle GAIN Anzeigen blinken. Mittels Drehgeber den gewünschten Wert einstellen.
Das Blinken stoppt automatisch nach circa 6 Sekunden. Über die LEVEL Meter lässt sich bequem kontrollieren, ob die Verstärkung ausreicht oder bereits zu einer Übersteuerung führt.
Um eine der Funktionen zu aktivieren ist der Drehgeber solange mehrmals zu drücken bis die
entsprechende LED blinkt. Beim ersten Druck blinken alle GAIN Anzeigen (GAIN Einstellung),
beim zweiten alle +48V, beim dritten alle PHASE usw. Um die jeweilige Funktion pro Kanal ausund einzuschalten wird der SELECT Taster benutzt, der daher auch zusätzlich mit ON/OFF
beschriftet ist.
Der Micstasy speichert dauerhaft alle vor dem Ausschalten des Gerätes aktiven Einstellungen,
und lädt diese beim nächsten Einschalten automatisch. Der Speichervorgang erfolgt vier Sekunden nach der letzten Änderung, und erscheint im Gain Display als durchlaufender Punkt.
5. Zubehör
RME bietet diverses optionales Zubehör für den Micstasy:
Artikelnummer
Beschreibung
OK0050
OK0100
OK0200
OK0300
OK0500
OK1000
Optokabel, Toslink, 0,5 m
Optokabel, Toslink, 1 m
Optokabel, Toslink, 2 m
Optokabel, Toslink, 3 m
Optokabel, Toslink, 5 m
Optokabel, Toslink, 10 m
BO25MXLR4M4F1PRO Digital Breakoutkabel Pro, AES/EBU
25-pol D-Sub auf 4 x XLR male + 4 x XLR female, 1m
BO25MXLR4M4F3PRO dito, 3 m
BO25MXLR4M4F6PRO dito, 6 m
BO25M25M1PRO
Digital D-Sub Kabel Pro, AES/EBU
25-pol D-Sub auf 25-pol D-Sub, 1m
BO25M25M3PRO
dito, 3m
BO25M25M6PRO
dito, 6m
I64 MADI Card
MADI Modul mit Durchschleifeingang, Delay Compensation, Auto ID,
MIDI over MADI, Remote via MADI
BOB32
BOB-32, Universal Breakout Box, 19" 1 HE. Die professionelle
digitale AES/EBU Breakout-Lösung
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
9
6. Garantie
Jeder Micstasy wird von IMM einzeln geprüft und einer vollständigen Funktionskontrolle unterzogen. Die Verwendung ausschließlich hochwertigster Bauteile erlaubt eine Gewährung voller
zwei Jahre Garantie. Als Garantienachweis dient der Kaufbeleg / Quittung.
Bitte wenden Sie sich im Falle eines Defektes an Ihren Händler. Schäden, die durch unsachgemäßen Einbau oder unsachgemäße Behandlung entstanden sind, unterliegen nicht der Garantie, und sind daher bei Beseitigung kostenpflichtig.
Schadenersatzansprüche jeglicher Art, insbesondere von Folgeschäden, sind ausgeschlossen.
Eine Haftung über den Warenwert des Micstasy hinaus ist ausgeschlossen. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma Audio AG.
7. Anhang
RME News und viele Infos zu unseren Produkten finden Sie im Internet:
http://www.rme-audio.de
Vertrieb:
Audio AG, Am Pfanderling 60, D-85778 Haimhausen
Hotline:
Tel.: 0700 / 222 48 222 (12 ct / min.)
Zeiten: Montag bis Mittwoch 12-17 Uhr, Donnerstag 13:30-18:30 Uhr, Freitag 12-15 Uhr
Per E-Mail: [email protected]
Hersteller:
IMM Elektronik GmbH, Leipziger Strasse 32, D-09648 Mittweida
Warenzeichen
Alle Warenzeichen und eingetragenen Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. RME,
SyncAlign, Hammerfall, DIGICheck, SyncCheck und ZLM sind eingetragene Marken von RME
Intelligent Audio Solutions. TotalGain, SteadyClock, Micstasy, I64 Option Slot und I64 MADI
Card sind Warenzeichen von RME Intelligent Audio Solutions. Alesis und ADAT sind eingetragene Marken der Alesis Corp. ADAT optical ist ein Warenzeichen der Alesis Corp. Microsoft,
Windows, Windows 2000 und Windows XP sind registrierte oder Warenzeichen der Microsoft
Corp. Digidesign und Pro Tools sind registrierte oder Warenzeichen der Avid Technology, Inc.
Copyright © Matthias Carstens, 01/2015. Version 1.8
Alle Angaben in dieser Bedienungsanleitung sind sorgfältig geprüft, dennoch kann eine Garantie auf Korrektheit nicht übernommen werden. Eine Haftung von RME für unvollständige oder
unkorrekte Angaben kann nicht erfolgen. Weitergabe und Vervielfältigung dieser Bedienungsanleitung und die Verwertung seines Inhalts sowie der zum Produkt gehörenden Software sind
nur mit schriftlicher Erlaubnis von RME gestattet. Änderungen, die dem technischen Fortschritt
dienen, bleiben vorbehalten.
10
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
CE Konformität
CE
Dieses Gerät wurde von einem Prüflabor getestet und erfüllt unter praxisgerechten Bedingungen die Normen zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten über die elektromagnetische Verträglichkeit (RL2004/108/EG), sowie die Rechtsvorschriften zur elektrischen
Sicherheit nach der Niederspannungsrichtlinie (RL2006/95/EG).
RoHS
Dieses Produkt wurde bleifrei gelötet und erfüllt die Bedingungen der RoHS Direktive.
ISO 9001
Dieses Produkt wurde unter dem Qualitätsmanagement ISO 9001 hergestellt. Der Hersteller,
IMM Elektronik GmbH, ist darüber hinaus nach ISO 14001 (Umwelt) und ISO 13485 (MedizinProdukte) zertifiziert.
Entsorgungshinweis
Nach der in den EU-Staaten geltenden Richtlinie RL2002/96/EG (WEEE
– Directive on Waste Electrical and Electronic Equipment – RL über
Elektro- und Elektronikaltgeräte) ist dieses Produkt nach dem Gebrauch
einer Wiederverwertung zuzuführen.
Sollte keine Möglichkeit einer geregelten Entsorgung von
Elektronikschrott zur Verfügung stehen, kann das Recycling durch IMM
Elektronik GmbH als Hersteller des Micstasy erfolgen.
Dazu das Gerät frei Haus senden an:
IMM Elektronik GmbH
Leipziger Straße 32
D-09648 Mittweida.
Unfreie Sendungen werden nicht entgegengenommen.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
11
12
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Bedienungsanleitung
Micstasy
Bedienung und Betrieb
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
13
8. Bedienelemente der Frontplatte
8.1 Select Taster und Drehgeber (SET)
Der Drehgeber SET (auch Encoder genannt) ist ein intuitiv zu bedienendes Multifunktionselement. Er dient zur Einstellung des Gain, Auswahl der gewünschten Funktion, Ausschalten der
Funktion eines oder aller Kanäle, Auswahl eines Speicherplatzes, und der Optionsauswahl im
Setup Menü.
Um eine Funktion zu aktivieren ist der Drehgeber solange mehrmals zu drücken bis die entsprechenden LEDs blinken. Beim ersten Druck blinken alle GAIN Anzeigen (GAIN Einstellung),
beim zweiten alle +48V, beim dritten alle PHASE usw.*
Um die jeweilige Funktion pro Kanal aus- und einzuschalten wird der jeweilige SELECT Taster
benutzt, der daher auch zusätzlich mit ON/OFF beschriftet ist.
Jeder Kanal bietet folgende Funktionen:
GAIN
+48V
PHASE
M/S (D)
LO CUT
AUTOSET
HI Z
I
Einstellung der Verstärkung
Phantomspeisung (nur für XLR)
Phasendrehung (180°)
Mid/Side Encodierung (nur digitaler Ausgang)
Trittschallflter
Automatische Gainreduzierung
Hohe Eingangsimpedanz für Instrumente
Umschaltung auf die INST/LINE Buchse
Die Einstellung des GAIN ist auf zwei Arten möglich:
• Individuell: SELECT Taster des oder der einzustellenden Kanäle drücken. Die jeweiligen
GAIN Anzeigen blinken. Mittels Drehgeber den gewünschten Wert einstellen. Oder:
• Global: Drehgeber kurz drücken. Alle GAIN Anzeigen blinken. Mittels Drehgeber den gewünschten Wert einstellen.
Bei der Einstellung mehrerer Kanäle bleibt deren aktueller Gainwert relativ zu den anderen
erhalten. Es lassen sich also mehrere Kanäle gleichmäßig im Gain anheben oder absenken,
ohne ihr Pegelverhältnis zu zerstören. Erreicht jedoch einer der beteiligten Kanäle die untere
oder obere Gain-Grenze (-9 bzw. +76,5 dB) geht die Relation verloren.
Ein Linksdrehung des Drehgebers entspricht einem globalen OFF Befehl für alle selektierten
(blinkenden) Kanäle. Eine Funktion wie die Phantomspeisung lässt sich also nach zweimaligem
Drücken mit einer Linksdrehung auf allen Kanälen ausschalten.
Aus Sicherheitsgründen wurde der entsprechende globale ON Befehl, eine Drehung nach
rechts, nur für die Funktion AutoSet implementiert.
Ebenfalls aus Sicherheitsgründen verlässt der Micstasy nach spätestens 6 Sekunden die aktuelle Funktion. Dies mag bei häufiger Änderung des Gains etwas umständlich wirken, da jedes
Mal zunächst per Select Taster oder Drehgeber die Funktion Gain aktiviert werden muss. Dafür
ist der Micstasy aber 100% vor unabsichtlicher Verstellung geschützt.
* Die Reihenfolge beim Durchsteppen ist ab Werk wie beschrieben. Wird der Select Taster 8 beim Einschalten solange
gedrückt gehalten bis die Gain-Anzeigen erscheinen, ändert sich die Reihenfolge von Hi Z und I. Der Werksmodus wird
durch Drücken von Select Taster 7 beim Einschalten eingestellt.
14
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
8.2 Clock Sektion
In der CLOCK Sektion wird Quelle und Frequenz des Gerätetaktes festgelegt. Der Taster
CLOCK steppt durch die Optionen externe Clock (Wordclock, AES, Option = MADI) und interne
Clock. Mit dem Taster SAMPLE RATE wird für interne, aber auch für externe Clock die Samplefrequenz konfiguriert.
WCK, AES, OPTN (Slave Mode)
Aktiviert den jeweiligen Eingang als Clock-Referenz. Bei nicht vorhandenem oder unbrauchbarem Signal blinkt die jeweilige LED.
INT (Master Mode)
Aktiviert die interne Clock.
In der Einstellung INT (interne Clock) ist es zwingend erforderlich, dass der Datentakt des
speisenden Gerätes synchron zum Micstasy ist. Dazu ist das externe Gerät über den
Wordclock Out oder AES/ADAT/MADI Out des Micstasy zu synchronisieren.
Der Micstasy muss also Master sein, alle angeschlossenen Geräte dagegen Slave. Damit es in
diesem Betriebsfall durch mangelhafte oder fehlende Synchronisation nicht zu Knacksern und
Aussetzern kommt, prüft ein spezielles Verfahren namens SyncCheck die Synchronität der
eingehenden Clocks mit der internen Clock des Micstasy. Der Sync-Zustand wird - auch bei
Nutzung externer Clocks - per blitzender (Fehler) oder dunkel bleibender (Ok) LED angezeigt.
44.1, 48
Die interne Samplefrequenz beträgt 44,1 kHz oder 48 kHz
DS, QS
Leuchtet zusätzlich die LED DS ergibt sich eine Frequenz von 88.2 und 96 kHz, bei Wahl von
QS 176.4 und 192 kHz.
Die Anwahl von DS und QS sind aber auch bei externer Clock (Slave) möglich. Soll der Micstasy von 48 kHz Wordclock synchronisiert werden, aber mit 192 kHz arbeiten, so ist dies über
den Taster SAMPLE RATE problemlos möglich. Damit werden AD-Wandlung und digitale Ausgänge auf die Frequenzbereiche Single Speed, Double Speed oder Quad Speed konfiguriert.
Single Speed
An allen Ausgängen wird ein Signal im Bereich 32 kHz bis 48 kHz ausgegeben.
DS (Double Speed)
An den AES-Ausgängen 1-8 steht ein Signal im Bereich 64 kHz bis 96 kHz. ADAT und MADI
bleiben bei maximal 48 kHz mit Datenausgabe im Format S/MUX.
QS (Quad Speed)
An den AES-Ausgängen 1-8 steht ein Signal im Bereich 176.4 kHz bis 192 kHz. ADAT und
MADI bleiben bei maximal 48 kHz mit Datenausgabe im Format S/MUX4. Daher stehen bei
ADAT nur noch 4 Kanäle (2 pro optischem Ausgang) zur Verfügung.
8.3 Analog Out
Der Taster ANALOG OUT bestimmt den analogen Referenzpegel am Ausgang, der einer Vollaussteuerung des AD-Wandlers entspricht, und damit auch mit den Level Metern übereinstimmt.
Referenz
+24
+19
+13
0 dBFS @
+24 dBu
+19 dBu
+13 dBu
Analoger Headroom
3 dB
8 dB
14 dB
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
15
8.4 Remote
Der Taster REMOTE bestimmt, von welchem Eingang der Micstasy MIDI-Fernsteuerbefehle
empfängt. Zur Auswahl stehen die MIDI DIN-Buchse und der MADI Eingang der I64 MADI Card
(Option Slot).
Hinweis: Über MIDI lassen sich alle Bedienelemente mit Ausnahme des Tasters REMOTE
sperren (Lock Keys). In der Stellung Off ist Lock Keys deaktiviert. Eine über MIDI erfolgte
Sperrung der Bedienelemente ist daher am Gerät jederzeit aufhebbar.
9. Der Eingangskanal im Detail
9.1 Allgemeines
Jeder Kanal besitzt auf der Frontseite ein eigenes Feld zur vollständigen Konfiguration. Die
Anzeige GAIN informiert über die aktuell eingestellte Verstärkung. Das 13-teilige LEVEL Meter
mit schaltbarem Peak Hold zeigt die Aussteuerung des AD-Wandlers. Über den SELECT Taster erfolgt eine Selektion des Kanals, aber auch das Aktivieren/Deaktivieren der verschiedenen
Funktionen (Phase, Lo Cut etc).
9.2 Gain
Der GAIN des Micstasy ist unabhängig pro Kanal in Schritten von 0,5 dB einstellbar. Die Verstärkungseinstellung geschieht digital, ist daher 100% reproduzierbar und sehr genau. Die Änderung der Verstärkung selbst findet aber auf analoger Ebene statt.
Die Verstärkung lässt sich bei Nutzung des hinteren Full Range XLR Einganges über einen
Bereich von 85,5 dB einstellen. Der AD-Wandler im Micstasy erreicht Vollaussteuerung schon
bei –56,5 dBu (GAIN Anzeige 76,5), aber auch bei +30 dBu (GAIN Anzeige -09). Der hintere
Eingang ist daher sowohl ein vollwertiger Mikrofon- als auch Line-Eingang. Bei der Nutzung als
Line-Eingang ist lediglich seine für Mikrofone optimierte Impedanz von 2 kOhm zu beachten.
Dies führt in der Praxis bei aktuellen Geräten zu keinen Nachteilen. Bei Geräten mit hochohmigen Ausgängen kommt es zu einer kleinen Pegelabsenkung, die per Gain problemlos korrigierbar ist – falls das überhaupt nötig sein sollte.
Relativ hochohmige Quellen (z.B. Consumer CD-Player) sind am vorderen Klinkeneingang
besser aufgehoben, da dieser eine Impedanz von 5,6 kOhm aufweist, bei Aktivierung von Hi-Z
sogar 470 kOhm.
Die Verstärkung lässt sich beim vorderen Klinkeneingang über einen Bereich von 50 dB einstellen. Die obere Pegelgrenze beträgt +21 dBu, daher beginnt die GAIN Anzeige bei 00 und endet
bei 50. Wird vom hinteren zum vorderen Eingang umgeschaltet ändert sich der GAIN automatisch, falls er sich außerhalb des für vorne zulässigen Bereiches befand.
9.3 Phantomspeisung
Die LED +48V zeigt an, ob die Phantomspeisung für die XLR-Eingänge aktiviert wurde. Die
Phantomspeisung sollte nur bei Verwendung von Kondensatormikrofonen, die auf eine solche
Speisung angewiesen sind, aktiviert werden.
Das An- und Abstecken von Mikrofonen bei eingeschalteter Phantomspeisung verursacht
einen starken Impuls, der zur Zerstörung der Mikrofoneingangsstufe führen kann! Dieser
Vorgang sollte daher bei abgeschalteter Phantomspeisung stattfinden.
Der Micstasy fährt die Phantomspeisung in einer Sekunde weich von 0 auf 48 Volt hoch, was
sowohl für das angeschlossene Mikrofon als auch den Micstasy von Vorteil ist.
16
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Die Phantomspeisung des Micstasy ist kurzschlussfest. Bei maximaler Belastung auf acht Kanälen sinkt die Spannung im Netzteil nicht unter 47 Volt.
9.4 Phase
PHASE ändert die Polarität (180°). Bei Verwendung mehrerer Mikrofone kann es durch ungünstige Platzierung der Mikrofone oder falsch gelötete Kabel zu Auslöschungen kommen.
PHASE kann in diesen Fällen durch eine zusätzliche Phasendrehung den Fehler korrigieren.
Der Signalpfad des Micstasy ist bis zum AD-Wandler vollständig symmetrisch aufgebaut. Die
Funktion Phase wird daher intern passiv durch ein Relais realisiert, welches die positive und
negative Signalader vertauscht. Damit ist Phase vollständig transparent und bewirkt keinerlei
Veränderung des Nutzsignals.
9.5 M/S Processing
Das Mitte/Seite-Prinzip beschreibt eine spezielle Positionierungstechnik bei Mikrofonaufnahmen, als dessen Resultat auf einem Kanal das Mittensignal, auf dem anderen das Seitensignal
übertragen wird. Diese Informationen lassen sich relativ einfach wieder in ein normales Stereosignal zurückverwandeln. Dazu wird der monaurale Mittenkanal auf Links und Rechts gelegt,
der Seitenkanal ebenfalls, allerdings auf Rechts mit 180° Phasendrehung. Zum Verständnis sei
angemerkt, dass der Mittenkanal die Funktion L+R darstellt, während der Seitenkanal L-R entspricht.
Der Micstasy enthält einen digitalen M/S Prozessor. Das analoge Ausgangssignal bleibt daher
unverändert. Ausserdem sind die Kanäle fest zugeordnet, alle ungeraden sind M, alle geraden
S. Dies ist entsprechend auf der Frontpatte beschriftet:
Kanal 1
Kanal 2
M/S (D)
M/S (D)
Das M/S-Processing arbeitet je nach Eingangssignal automatisch als M/S-Encoder oder Decoder. Bei Verarbeitung eines normalen Stereosignales erscheinen am Ausgang des M/SProcessings alle Monoanteile im linken Kanal, alle Stereoanteile im rechten Kanal. Das Stereosignal wird also Mitte/Seite encodiert. Dabei ergeben sich einige interessante Einblicke in die
Mono/Stereo Inhalte moderner Musikproduktionen. Ausserdem erlaubt es eine ganze Reihe
von Eingriffsmöglichkeiten in die Stereobasis, da sich die Stereoanteile des Eingangssignals
nun einfachst manipulieren lassen, indem der Seitenkanal mit Low Cut, Expander, Compressor
oder Delay bearbeitet wird. Die grundlegendste Anwendung ist die Pegeländerung des Seitenkanals: damit lässt sich die Stereobreite von Mono über Stereo bis Extended stufenlos manipulieren.
9.6 Lo Cut
LO CUT aktiviert einen Hochpass (Tiefenfilter) mit 18 dB pro Octave bei einer Grenzfrequenz
von 65 Hz. Damit können Trittschall, Rumpeln, Popp-Laute und andere niederfrequente Störungen wirksam unterdrückt werden.
Der LO CUT des Micstasy weist einen weichen Abfall im Frequenzgang auf, ohne Resonanzüberhöhung. Das Schaltungsdesign ist besonders klirrarm, was leider nicht selbstverständlich
ist. Selbst in sehr teuren Geräten finden sich manchmal Lo Cut Filter, die schon bei geringer
Absenkung relativ hohe Klirrfaktoren von über 1% verursachen. Das Basisfilter des Micstasy ist
THD-optimiert, und verursacht selbst bei schon sehr tiefen 20 Hz, bei der bereits eine Absenkung von 34 dB erreicht wird, nur circa 0,13 % Klirr. Durch den speziellen symmetrischen Doppelaufbau sinkt der Klirr weiter auf 0,08 Prozent, gleichzeitig werden Linearität und Rauschen
verbessert. Bei 30 Hz und 22 dB Absenkung beträgt der Klirrfaktor nur 0,03 %. Demzufolge
liegt die Summe der erzeugten Oberwellen 69 dB unter der bereits um 22 dB abgesenkten
Grundwelle – und ist damit absolut bedeutungslos.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
17
9.7 AutoSet
Einige Preamps enthalten Limiter, mit denen eine Übersteuerung - insbesondere des ADWandlers - vermieden werden soll. Eine solche Schaltung ist im Micstasy nicht umsetzbar, da
die hervorragenden technischen Daten des Mic-Frontends dahin wären.
Da der Gain des Micstasy aber komplett digital kontrolliert wird, kann ihn das Gerät natürlich
auch automatisch selbst einstellen. Damit ergibt sich ein perfekter Übersteuerungsschutz ohne
jegliche Verschlechterung des Nutzsignals, da dieses keine zusätzliche Elektronik durchlaufen
muss.
Da AutoSet als Übersteuerungsschutz und nicht als ’Kompressor’ dient, gibt es keine automatische Gainerhöhung. AutoSet reduziert den Gain also nur. Im Setup Menü ist der Threshold
konfigurierbar (-1, -3, -6, -12 dBFS), ab dessen Überschreitung AutoSet beginnt den Gain zurückzuregeln. Jede Änderung des Gain wird natürlich auf der GAIN-Anzeige dargestellt, ist also
jederzeit nachvollziehbar. Auch ist es problemlos möglich, bei aktivem AutoSet den Gain manuell zu verändern. Der aktuell maximal mögliche Wert ist jedoch nicht überschreitbar, da AutoSet schon während der manuellen Änderung in Echtzeit zurückregelt.
In der Praxis sind zwei Einsatzweisen denkbar:
• Die Gains aller Kanäle werden auf sehr hohe Werte gestellt (circa 60 dB). Es erfolgt dann
ein Testdurchlauf mit maximalem akustischen Pegel. Danach wird AutoSet ausgeschaltet.
• Wie oben, AutoSet bleibt aber immer aktiv.
Für beide finden sich gute Argumente. Dank des flexiblen Thresholds und problemloser manueller Nachkorrektur der gesetzten Werte ist der Micstasy für alle Anwendungen bestens gerüstet.
Die von AutoSet eingestellten Werte lassen sich problemlos einzeln, mehrfach oder global ändern, ohne die Pegelverhältnisse zu zerstören. Nach Druck auf den Encoderknopf blinken alle
Gainanzeigen. Durch Links- oder Rechtsdrehung verringern oder erhöhen sich die Gains um
beliebige dB-Werte.
AutoSet ist mit dem jeweils links liegenden Kanal verkoppelbar, auch mehrfach. Mehr Informationen enthält das Kapitel 11.9, AutoSet Down-Link.
AutoSet regelt in 10 ms circa 20 dB zurück. Damit kann es bei bestimmten Pegelverhältnissen
zu einer kurzen Übersteuerung des AD-Wandlers kommen. In praktischen Versuchen hatten
wir jedoch einige Mühe, solche Übersteuerungen zu bemerken. Dies ist nur bei andauernden
Tönen mit extremen Pegelsprüngen möglich, und fällt selbst dort vergleichsweise harmlos aus.
Ausserdem verursacht AutoSet abseits der Pegeleinstellung keine der für Limiter typischen
Regelgeräusche, sprich SNR und THD bleiben vollkommen unverändert. Probieren Sie es einfach aus – AutoSet wird auch Sie überzeugen!
Der Micstasy merkt sich alle Einstellungen. AutoSet wird auch bei Speicherung eines Presets
berücksichtigt. Nach dem Einschalten des Gerätes ist AutoSet jedoch zunächst immer abgeschaltet, um Verstellungen der früher ermittelten Gain-Werte zu verhindern.
Hinweis: AutoSet lässt sich als einzige Funktion durch Selektion über SET und Rechtsdrehung
des Drehgebers global aktivieren.
9.8 HI Z
Der vordere Eingang INST/LINE weist einen Eingangswiderstand (Impedanz) von 5,6 kOhm
auf. Bei Nutzung eines passiven Instrumentes wie Bass oder Gitarre bewirkt eine Aktivierung
von HI Z die erforderliche Änderung der Eingangsimpedanz auf 470 kOhm.
18
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
9.9 Instrument / Line
Über den Eingang INST/LINE lässt sich per 6,3 mm Klinkenstecker sowohl ein symmetrisches
Line Signal als auch ein unsymmetrisches Instrumentensignal einspeisen. Er ist für den Anschluss von Standard-Linequellen wie Keyboards, Mischpulten, Effektgeräten oder ConsumerGeräten bestens geeignet. Nach Umschaltung der Eingangsimpedanz über HI Z (470 kOhm
statt 5,6 kOhm) entsteht ein perfekter Instrumenteneingang.
Der Eingang Inst/Line ist auch bei aktivem HI Z vollständig servosymmetrisch.
Der maximale Eingangspegel beträgt +21,5 dBu unsymmetrisch und +27,5 dBu symmetrisch.
Der kann jedoch nur am analogen Ausgang genutzt werden, da der AD-Wandler bei exakt +21
dBu Vollaussteuerung erreicht.
Bei Inst/Line wird eine aktive servosymmetrische Eingangsstufe vor den Mikrofoneingang geschaltet. Diese besitzt ein innovatives Design und besonders rauscharme Operationsverstärker.
Trotzdem lässt sich natürlich nicht verhindern, daß bei größeren Verstärkungen der vordere
Eingang mehr Grundrauschen aufweist als der hintere. In der Praxis fällt dies normalerweise
nicht ins Gewicht, da die Quellen deutlich mehr rauschen als der Micstasy.
Aufgrund des im Vergleich zum hinteren Eingang niedrigeren maximalen Pegels beginnt die
GAIN Anzeige bei 00, und aufgrund des höheren Eigenrauschens endet sie bei 50. Wird vom
hinteren zum vorderen Eingang umgeschaltet ändert sich der GAIN automatisch, falls er sich
außerhalb des für vorne zulässigen Bereiches befand.
10. Presets
Die Kanaleinstellungen des Micstasy sind auf acht internen Speicherplätzen (Presets) speicherbar. Nicht gespeichert werden die Einstellungen im rechten Teil der Front: Clock, Sample
Rate, Analog Out und Remote. Dies erlaubt einen Einsatz der Kanaleinstellungen mit unterschiedlichem Clocking und unabhängig von der aktuellen Bediensituation (Bedienung am Gerät
oder Fernsteuerung).
Nach Druck auf SAVE und Auswahl eines der 8 internen Speicherplätze mit dem Drehgeber
wird der aktuelle Zustand des Kanäle nach erneutem Druck auf SAVE als Preset abgelegt.
Nach Druck auf RECALL, Auswahl eines Presets mit dem Drehgeber und erneuten Druck auf
RECALL wird das gewählte Preset geladen und der Zustand der Kanäle aktualisiert.
Hinweis: Die Tasten SAVE und RECALL bilden eine Exit-Funktionalität. Wird Save erneut gedrückt ohne den Drehgeber zu bewegen (also keinen Speicherplatz auszuwählen), wird die
Save-Funktion sofort verlassen. Recall verhält sich genauso. Da man von jeder Funktion durch
Druck auf Save oder Recall sofort in diese Funktionen wechselt, lässt sich jeder Einstellvorgang
durch einen schnellen Doppeldruck auf Save oder Recall abbrechen. Es muss also nicht 6 Sekunden bis zum Ende des Blinkens, oder bis zum Verlassen des Setup Menüs, gewartet werden.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
19
11. Das Setup Menü
11.1 Allgemeines
Einige Optionen und Einstellungen des Micstasy sind nur selten zu ändern. Sie befinden sich im
Setup Menü.
Das Setup Menü erscheint nach gleichzeitigem Drücken von SAVE und RECALL. Alle Änderungen werden automatisch gespeichert.
11.2 Auto ID (Au)
Default: Off
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Diese Option betrifft den Einsatz der I64 MADI Card. Mehrere in Serie verkabelte Micstasy (und
ADI-642, siehe Kapitel 14.4) können sich automatisch fortlaufende IDs (siehe Kapitel 11.4) zuweisen. Beim ersten Gerät in der Kette wird Auto ID auf On gesetzt, die anderen werden damit
automatisch Slave. Bei einem Slave leuchtet im Gain Display von Kanal 8 der mittlere Dezimalpunkt.
11.3 Delay Compensation (dC)
Default: 0ff
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Diese Option betrifft den Einsatz der I64 MADI Card. Bei serieller Verkabelung mehrerer Geräte
verursacht der MADI I/O jedes Micstasy eine Verzögerung um 3 Samples. Demzufolge sind am
MADI Ausgang des letzten Gerätes die Daten aller vorgeschalteten Geräte verzögert. Bei
Double Speed erhöht sich die Verzögerung auf 6 Samples pro Gerät, bei Quad Speed auf 12.
Das Problem dieses Versatzes löst die Funktion Delay Compensation. Sie verzögert die Daten
so dass sie im Mehrgerätebetrieb zueinander samplesynchron sind.
Delay Compensation muss in jedem Gerät einzeln manuell aktiviert werden!
Die folgende Tabelle zeigt die Verzögerung in Samples für zwei bis acht seriell verkabelte Geräte. So sind bei Verwendung von vier Micstasy die Daten des ersten Gerätes zum letzten Gerät um 9 Samples verzögert, die der Geräte 2 und 3 um jeweils 6 und 3 Samples. Bei Double
Speed und Quad Speed erhöhen sich die Werte, wobei zu beachten ist, dass bei Double Speed
nur maximal vier, bei Quad Speed nur maximal zwei Micstasy per MADI seriell nutzbar sind.
Units
2
3
4
5
6
7
8
20
Delay
3
6
9
12
15
18
21
Delay DS
6
12
18
-
Delay QS
12
-
DC
21
21
21
21
21
21
21
DC DS
18
18
18
-
DC QS
12
-
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
21 Samples @ 48 kHz
entsprechen 437 µs.
18 Samples @ 96 kHz
entsprechen 187 µs.
12 Samples @ 192
kHz entsprechen 62,5
µs.
Wie in der Tabelle zu sehen führt die Aktivierung von DC bei Single Speed zu einem konstanten Delay um 21 Samples, egal wie viele Geräte seriell verbunden sind. Bei Double Speed sind
es 18, bei Quad Speed 12 Samples. Dieser in den meisten Fällen etwas erhöhten Verzögerung
steht der deutliche Vorteil der Samplesynchronität bei Nutzung mehrerer Geräte gegenüber.
Delay Compensation geht immer vom Worst Case aus, also dem Einsatz von 8 Geräten, verzögert aber die Signale individuell. Die Höhe der jeweiligen Verzögerung ergibt sich allein aus
der aktuellen ID, egal ob diese manuell oder per Auto ID eingestellt wurde.
11.4 ID (Id)
Default: 01
Verfügbare Einstellungen: 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08
Zur Fernsteuerung mehr als eines Micstasy kann jedes Gerät eine eigene ID erhalten, so dass
auch eine getrennte Fernsteuerung mehrerer Geräte über nur einen MIDI-Kanal möglich ist.
I64 MADI Card. Mit der ID definiert sich die Achterguppe innerhalb des MADI Signales, die vom
Gerät benutzt wird um seine Daten einzufügen:
ID 01: Kanäle 1-8
ID 04: Kanäle 25-32
ID 07: Kanäle 49-56
ID 02: Kanäle 9-16
ID 05: Kanäle 33-40
ID 08: Kanäle 57-64
ID 03: Kanäle 17-24
ID 06: Kanäle 41-48
Diese Einstellung muss dank Auto ID bei Nutzung weiterer Micstasy, ADI-8 QS oder ADI-642
normalerweise nicht manuell erfolgen (siehe Kapitel 11.2, Auto ID). In bestimmten Fällen kann
es sinnvoll sein die ID selbst festzulegen, z.B. wenn das erste MADI-Gerät in einer Kette den
Auto ID Modus nicht unterstützt, oder die Achtergruppe absichtlich anders geroutet oder behandelt werden soll.
Ist der Modus Digital Out aktiviert legt ID auch die über ADAT/AES ausgegebenen MADI Eingangskanäle fest, siehe Kapitel 11.11.
Hinweis: Ist das Gerät Auto ID Slave kann die angezeigte ID nicht verändert werden.
11.5 Bank (bA)
Default: 01
Verfügbare Einstellungen: 01, 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08
Zur Fernsteuerung mehr als eines Micstasy kann jedes Gerät eine eigene ID erhalten, so dass
auch eine getrennte Fernsteuerung mehrerer Geräte über nur einen MIDI-Kanal möglich ist
(Kapitel 11.4). Es stehen aber nicht nur 8 IDs, sondern 8 Bänke mit je 8 IDs zur Verfügung.
11.6 Limiter Threshold (LI)
Default: 06
Verfügbare Einstellungen: 01, 03, 06, 12
Einstellung des Thresholds für die Funktion AutoSet. Zur Auswahl stehen -1, -3, -6 und -12
dBFS. Ab Erreichen des eingestellten Wertes beginnt AutoSet den Gain zurückzuregeln. Damit
wird effektiv ein dem Threshold-Wert entsprechender Headroom geschaffen, da der Pegel nicht
höher als der eingestellte Wert sein kann.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
21
11.7 Follow Clock (FC)
Default: Off
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Das am Wordclock- oder AES-Eingang anliegende Signal kann Single, Double oder Quad
Speed sein, der Micstasy kann es in jedem Fall nutzen, egal in welchem Clock Range er sich
aktuell befindet. Bei Aktivierung der Option Follow Clock folgt der Micstasy 1:1 der Eingangsclock. Bei 96 kHz leuchtet automatisch die DS LED auf, bei 192 kHz die QS LED. Diese Funktion
ist für die I64 MADI Card automatisch deaktiviert, da technisch nicht umsetzbar.
11.8 Peak Hold (PH)
Default: Off
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Die Level Meter können optional den Spitzenwert dauerhaft halten. Ein Reset erfolgt durch Drehen des Encoders, auch ohne vorher eine Funktion aktiviert zu haben.
11.9 AutoSet Down-Link (AS dL)
Default: None
Verfügbare Einstellungen: Kanal 2 bis 8 per Select Taster
Die Funktion AutoSet wäre unvollständig, wenn es nicht möglich wäre mehrere Kanäle zu koppeln, um Lautstärkeverschiebungen (Surround) oder Panoramaverschiebungen (Stereo) zu
verhindern.
AutoSet ist mit dem jeweils links liegenden Kanal verkoppelbar, auch mehrfach. Nach Aufruf
von AS dL im Setup Menü erfolgt die Konfiguration über die sieben Select Taster. Dazu drei
Beispiele:
• Kanal 5 selektieren, die blaue AutoSet LED von Kanal 5 leuchtet auf. Nun sind Kanal 5 und
4 gelinkt.
• Kanal 5 und 4 selektieren, die blauen AutoSet LEDs von Kanal 5 und 4 leuchten auf. Nun
sind Kanal 5, 4 und 3 gelinkt.
• Kanal 8 und 7 selektieren, die blauen AutoSet LEDs von Kanal 8 und 7 leuchten auf. Nun
sind Kanal 8, 7 und 6 gelinkt. Diese ’Gruppe’ arbeitet unabhängig von der anderen Gruppe,
Kanal 5/4/3.
Es sind also bis zu 4 unabhängige Stereopaare und zwei Multigruppen möglich, die alle unabhängig verkoppelt arbeiten.
Beim Verlassen des Menüs und Aktivierung von AutoSet leuchten die LEDs aller Kanäle, auf
denen AutoSet aktiv ist. Ob es sich um einzelne oder verlinkte Kanäle handelt lässt sich durch
Wechsel in das Setup Menü überprüfen.
Auch bei aktivem Down-Link lassen sich die von AutoSet eingestellten Werte problemlos modifizieren, ohne die Pegelverhältnisse zu zerstören. Dazu sind alle verlinkten Kanäle vor der
Gain-Änderung zu selektieren.
22
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
11.10 Pro Tools MIDI Kompatibilität (Pt)
Default: Off
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Der Micstasy ist kompatibel zu Digidesigns Pro Tools System. Die erweiterte Funktionalität des
Micstasy (z.B. eine deutlich feinere Gain-Abstufung) steht hier leider nicht zur Verfügung, da
das Protokoll keine entsprechenden Befehle aufweist.
Das Pro Tools MIDI Protokoll arbeitet mit einfachen Controller Messages, und ist daher ungeschützt. Andere Geräte wie Keyboards etc. dürfen nicht auf der gleichen MIDI Leitung aktiv
sein, sonst kommt es mit ziemlicher Sicherheit zur Verstellung diverser Parameter im Micstasy.
Daher ist die Pro Tools Kompatibilität per Default deaktiviert.
11.11 Digital Output (do)
Default: An
Verfügbare Einstellungen: An, oP
Diese Option betrifft den Einsatz der I64 MADI Card. Per Default (An) gibt der Micstasy an allen
drei digitalen Ausgängen das analoge Eingangssignal aus. In der Stellung oP (Option) wird eine
Achtergruppe des MADI Eingangssignales über ADAT/AES ausgegeben. Damit ist es möglich
die MADI-Verbindung auch als Rückweg zu benutzen, also Audio per MADI an den Micstasy zu
senden und auszugeben. Am MADI Ausgang stehen weiterhin das analoge Eingangssignal
sowie die durchzuschleifenden Daten an.
Hinweis: Die per ADAT/AES ausgegebene Achtergruppe richtet sich nach der gewählten ID.
11.12 Word Clock Out (Co)
Default: FS
Verfügbare Einstellungen: Si, FS
Si steht für Always Single Speed, FS für aktuelle Samplefrequenz, oder auch Follow Sample
Rate. Per Default (FS) folgt der Wordclockausgang bis 192 kHz der aktuellen Samplefrequenz.
Bei Anwahl von Si wird die Ausgangsfrequenz angepasst, so dass sie immer im Bereich 32 bis
48 kHz ist. Bei 96 kHz und 192 kHz Samplefrequenz wird also 48 kHz ausgegeben.
Hinweis: Eine zuverlässige Samplesynchronität zwischen mehreren Geräten mit digitalen
Schnittstellen im S/MUX Verfahren (ADAT und MADI*) bei Samplefrequenzen im Double Speed
und Quad Speed Bereich ist nur möglich, wenn die Geräte untereinander mit Single Speed
Wordclock synchronisiert werden. Wegen des S/MUX Verfahrens kann das Gerät ansonsten
nicht wissen, welche der hereinkommenden 2 (DS) oder 4 (QS) Wordclockflanken die richtige
ist.
* Beim Micstasy gilt diese Einschränkung auch für den Ausgang AES, da das Gerät intern alle Datenströme im S/MUX
Verfahren behandelt.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
23
11.13 Dunkelschaltung der Anzeigen (dArk)
Default: Off
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Eine Abschaltung aller Anzeigen der Frontplatte ist über die Option Display Auto Dark möglich.
Lediglich der Dezimalpunkt in den 8 alphanumerischen Anzeigen leuchtet dann. Ein solcher
Modus ist unter anderem auf der Bühne nützlich.
Die Dunkelschaltung tritt 10 Sekunden nach Aktivierung in Kraft. Gleichzeitig erfolgt ein Sperren
aller Bedienelemente gegen momentane Betätigung, das Gerät ist somit auch gegen ungewolltes Verstellen gesichert. Die Kombination Save-Recall (Aufruf des Setup-Menüs) arbeitet unverändert sofort, und auch alle anderen Tasten sind in diesem Modus durch längeres gedrückt
halten temporär aktivierbar.
Hinweis: dArk ist erst ab Firmwareversion 2.1 verfügbar.
11.14 Test Ton (oSC)
Default: Off
Verfügbare Einstellungen: On, Off
Bei größeren Setups kann es schwierig sein, das exakte Routing und den Signalverlauf nachzuvollziehen. Mit dem im Micstasy eingebauten Signalgenerator wird dies deutlich einfacher.
Nach Anwahl des Oszillators (oSC) und Aktivierung der Option über einen der 8 Select Taster
wird im jeweiligen Kanal ein Rechteck-Signal von circa 180 Hz mit einem Pegel von -30,1 dBFS
erzeugt und angezeigt. Ein erneutes Betätigen des Tasters schaltet den Oszillator aus.
Bei Ausgabe eines Test-Tons erscheint im alphanumerischen Display des jeweiligen Kanals
statt des Gain-Wertes die Anzeige ’to’ (Test-Oszillator).
Hinweis: oSC ist erst ab Firmwareversion 2.1 verfügbar.
24
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
12. Fernsteuerung
12.1 MIDI
Der Micstasy ist vollständig per MIDI fernbedienbar. Er reagiert auf spezielle SysExKommandos, und sendet auf Anfrage den kompletten Gerätestatus, also alle auf der Frontplatte
befindlichen Anzeigen und Tastenzustände. Jeder Micstasy kann mit einer eigenen ID versehen
werden, so dass auch eine getrennte Fernsteuerung mehrerer Geräte über nur einen MIDIKanal möglich ist. Eine Beschreibung der MIDI-Befehle enthält Kapitel 20.
Der Taster REMOTE bestimmt, von welchem Eingang das Gerät MIDI-Befehle empfängt: MIDI,
OPTION oder OFF. Letzteres ist eine Sicherheitsfunktion, die ein unabsichtliches Verstellen
des Gerätes durch MIDI-Signale verhindert.
Bei installierter I64 MADI Card kann der Micstasy auch über MADI ferngesteuert werden. Statusinformationen des Gerätes gelangen immer an alle Ausgänge gleichzeitig, bei installierter
I64 MADI Card also auch embedded an den MADI Out (siehe 12.2, MIDI über MADI).
Das Diagramm zeigt den Signalfluss
der MIDI Daten mit allen I/Os. Die
am Eingang anliegenden Daten
gelangen sowohl zur internen
Remote Control Auswertung, als
auch direkt zu den Ausgängen.
Diese MIDI Through Funktion
ermöglicht eine simple serielle MIDIVerkabelung beim Einsatz mehrerer
Micstasy. Gleiches gilt für eine
Fernsteuerung per MADI, wobei
MIDI automatisch über die serielle
MADI-Verkabelung von Gerät zu
Gerät weitergereicht wird.
Seit Firmware 2.0 reagiert der Micstasy auch auf Sysex-Kommandos des Mischpultes Yamaha
PM5D. Einstellbar sind hier: Input Gain in Schritten von 1 dB (Gain-Bereich -9 bis +63 dB) und
Phantomspeisung pro Kanal. Für DM-1000 und DM-2000 siehe Kapitel 20.5.
12.2 MIDI über MADI
MADI erlaubt die Übertragung von 64 Audio-Kanälen über lange Strecken mit nur einer einzigen Leitung. Und MIDI? Seien es Remote Control Befehle oder Sequencerdaten, in der Praxis
wird man nicht mit einer reinen Audioleitung auskommen. Daher entwickelte RME die MIDI over
MADI Technologie. Die am MIDI-Eingang anliegenden Daten werden unsichtbar in das MADISignal verwoben, und stehen über den MIDI-Ausgang eines weiteren Micstasy, ADI-8 QS, ADI6432, ADI-642, ADI-648 oder einer HDSP MADI am anderen Ende der MADI-Leitung wieder
zur Verfügung.
Technisch gesehen enthält jeder einzelne MADI-Kanal diverse Zusatzbits, in denen sich verschiedene Informationen befinden (Channel Status). RME verwendet das normalerweise unbenutzte User Bit des Kanals 56 (Kanal 28 im Modus 96k Frame), um die MIDI-Daten unsichtbar
in MADI zu übertragen, und dabei volle Kompatibilität zu gewährleisten.
Der Micstasy ist – im Gegensatz zu anderen MADI-basierten Geräten von RME – kein vollwertiger MIDI to MADI Converter, da nur eine Richtung zur Übertragung zur Verfügung
steht.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
25
Das Diagramm zeigt den Aufbau eines
HDSP MADI-basierten Remote Control
Systems. Die MIDI-Befehle der Software eines PC oder Mac gelangen über
den MADI Out der HDSP MADI sowohl
zum MADI In als auch zum MIDI Out
und MADI Out des Micstasy.
Es lassen sich zusätzlich zu den
Remote Befehlen weitere MIDI-Daten
übertragen, die dann am DIN Ausgang
zur Verfügung stehen. MIDI Signale am
DIN Eingang gelangen jedoch nicht
zurück zum Computer. In der Schalterstellung MIDI ist die andere Richtung
aktiv. MIDI-Daten gelangen über den
MADI Out zum Computer, aber vom
Computer nicht per MADI zurück zum Micstasy.
12.3 Remote Control Software
Von der RME Website kann kostenlos ein Windows-Programm heruntergeladen werden, welches über einen beliebigen MIDI-Port eine Fernsteuerung und Statusabfrage aller Micstasy per
Mausklick unter Windows und Mac OS X erlaubt. Besonders interessant ist eine Nutzung mit
der HDSP(e) MADI, die eine direkte Kontrolle des Micstasy per MADI erlaubt. Dazu benutzt die
Software einen virtuellen MIDI-Port der Karte, der MIDI direkt per MADI sendet und empfängt.
Download der Software: http://www.rme-audio.de/downloads.php
Kurzbeschreibung der Windows/Mac OS X Software MIDI Remote
Das Programm besitzt eine ausführliche englische Online-Hilfe (F1). Nach dem Start ist zuerst
die Funktion Micstasy Front View im Menü Functions zu wählen (auch per F4 zugänglich).
Dann ist per Options - MIDI I/O Setup ein MIDI Ein- und Ausgang zu
wählen.
Über den Befehl Options – Start/Stop MIDI I/O startet die
Kommunikation mit dem Micstasy. In der obersten Zeile des Fensters
wird der aktuelle Zustand angezeigt, wie gewählte ID, Online / No
Response / Offline etc.
Über Save Workspace as lassen sich komplette Setups inklusive aller
geöffneten Fenster speichern und jederzeit wieder laden.
Send Single Set of Data erlaubt eine Offline-Konfiguration des Micstasy
mit einmaliger Übertragung der Einstellungen.
Die Micstasy Front View entspricht weitgehend der Frontplatte des
Gerätes. An einigen Stellen wurde das Bedienkonzept allerdings
angepasst. Da es hier keinen Drehgeber mit Druckfunktion gibt, erfolgt
beispielsweise eine globale Selektion bei gedrückter Strg-Taste.
Die Einstellungen des Setup Menüs sind direkt auf der Oberfläche
verfügbar. Die aktuelle AutoSet Down-Link Konfiguration ist dank
zusätzlicher Anzeige ebenfalls jederzeit sicht- und änderbar.
26
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Für alle Kanäle und Geräte lassen sich
Namen vergeben.
Per MIDI Fernsteuerung ist es auch
möglich alle Bedienelemente des
Micstasy zu sperren (Lock Keys). Eine
Ausnahme ist der Taster REMOTE. In
der Stellung Off ist auch Lock Keys
deaktiviert.
Eine
Sperrung
der
Bedienelemente über MIDI ist daher am
Gerät jederzeit aufhebbar.
Das einzigartige Mehrfenster-Konzept
der Software MIDI Remote erlaubt ein
gleichzeitige Nutzung und Konfiguration
nicht nur beliebig vieler Micstasy,
sondern
auch
aller
anderen
unterstützen
Geräte,
selbst
in
gemischten Setups.
Die Software MIDI Remote steuert auch
RMEs ADI-8 QS, ADI-6432, ADI-648,
ADI-642, die gesamte M-Serie, und die
MADI Bridge.
Folgende Settings sind nicht per MIDI,
und damit auch nicht über MIDI Remote
einstellbar:
- Reihenfolge der Funktionen (Select
Taster 7/8)
- Pro Tools MIDI Kompatibilität On/Off
(Setup Menü)
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
27
28
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Bedienungsanleitung
Micstasy
Eingänge und Ausgänge
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
29
13. Analoge Eingänge / Ausgänge
13.1 Mic / Line In Rückseite
Der Micstasy besitzt auf der Rückseite 8 symmetrische Full Range XLR-Eingänge. Die elektronische Eingangsschaltung arbeitet servosymmetrisch. Sie kann sowohl symmetrische als auch
unsymmetrische Eingangssignale korrekt verarbeiten, bei unveränderter Pegelreferenz.
Bei Verwendung von unsymmetrischen Verbindungen sollte der Anschluss 3 (-) mit 1 (Masse) verbunden sein, da es sonst zu Störgeräuschen über den 'offenen' negativen Eingang
der symmetrischen Eingangsstufe kommen kann.
Die Pinbelegung folgt internationalen Standards. Bei XLR ist Pin 2 + oder hot, Pin 3 – oder cold,
Pin 1 ist Ground. Pin 1 ist direkt an der Buchse mit dem Gehäuse verbunden (AES48).
Die hinteren Eingänge des Micstasy bieten eine einstellbare Verstärkung von -9 dB bis +76,5
dB. Dies entspricht einer Empfindlichkeit von +30 dBu bis hinunter zu -56,5 dBu, bezogen auf
Vollaussteuerung des AD-Wandlers. Änderungen des Gains erfolgen in den meisten Fällen
klickfrei, da die Verstärkungsänderung wenn möglich im Nulldurchgang des Signals erfolgt.
Die weich zuschaltbare, kurzschlussfeste Phantomspeisung (48 Volt) sorgt für einen professionellen Umgang mit Kondensatormikrofonen. Die Verwendung eines Hi-End Schaltkreises (PGA
2500) sowie eines vollständig symmetrischen Signalpfades garantiert herausragende Klangqualität, sensationell niedrigen Klirrfaktor, sowie maximalen Rauschabstand in allen Verstärkungseinstellungen.
Der Rauschabstand des Micstasy ist aufgrund seiner Flexibilität nicht einfach festzulegen. Der
EIN ist über einen besonders großen Verstärkungsbereich sehr hoch, und liegt bei typischen
127 dBu mit 150 Ohm Abschluss. Selbst mit einer Gain-Einstellung von 30, bei der Vollaussteuerung schon mit -9 dBu erreicht wird, liegt der EIN noch bei 122 dBu.
Die ’Über-Alles’ Verstärkung des Micstasy vom analogen Eingang zum analogen Ausgang ist
abhängig von der analogen Ausgangsreferenz. Der EIN ändert sich dadurch jedoch nicht, da
der Rauschabstand 1:1 mit der Ausgangsverstärkung skaliert.
Als Line AD-Wandler betrachtet liefert der Micstasy ebenfalls hervorragende Werte. Bei einem
Referenzpegel von 21 dBu für Vollaussteuerung (GAIN 00) werden 113 dBu unbewertet (116
dBA) erreicht. Bei 13 dBu für Vollaussteuerung (GAIN 08) werden 110 dBu unbewertet (113
dBA) erreicht. Der Rauschabstand ist dabei aufgrund der besonderen Schaltungstechnik vollkommen unabhängig von der Quellimpedanz. Der vordere Line Eingang erreicht von +21 dBu
bis herunter zu 0 dBu (GAIN 21,5) exakt die gleichen Werte wie der hintere Eingang.
13.2 Instrument / Line In Frontseite
Line
Der Micstasy besitzt auf der Vorderseite 8 symmetrische Eingänge in Form von 6,3 mm StereoKlinkenbuchsen. Die elektronische Eingangsschaltung arbeitet servosymmetrisch. Sie kann
sowohl symmetrische (Stereo-Klinkenstecker) als auch unsymmetrische (Mono-Klinkenstecker)
Eingangssignale korrekt verarbeiten, bei unveränderter Pegelreferenz.
Bei Verwendung von unsymmetrischen Verbindungen mit Stereo-Klinkensteckern sollte
deren Anschluss 'Ring' mit Masse verbunden sein, da es sonst zu Störgeräuschen durch
den offenen negativen Eingang der symmetrischen Eingangsstufe kommen kann.
30
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Instrument
Der Hauptunterschied zwischen einem Line- und Instrumenteneingang ist dessen Eingangsimpedanz. Über die Funktion HI Z erhöht sich die Eingangsimpedanz von 5,6 kOhm auf 470
kOhm.
Der Eingang Inst/Line ist auch bei aktivem Hi-Z vollständig servosymmetrisch.
Die vorderen Eingänge des Micstasy bieten eine einstellbare Verstärkung von 0 dB bis +50 dB.
Dies entspricht einer Empfindlichkeit von +21 dBu bis hinunter zu -29 dBu, bezogen auf Vollaussteuerung des AD-Wandlers. Änderungen des Gains erfolgen in den meisten Fällen klickfrei, da die Verstärkungsänderung wenn möglich im Nulldurchgang des Signals erfolgt.
13.3 Line Out
Der Micstasy besitzt auf der Rückseite 8 symmetrische XLR-Ausgänge.
Die elektronische Ausgangsschaltung arbeitet nicht servosymmetrisch! Bei Anschluss unsymmetrischer Geräte ist daher darauf zu achten, dass der Pin 3 des XLR-Ausgangs frei
bleibt. Eine Verbindung mit Masse kann zu erhöhtem Klirrfaktor führen!
Der Taster ANALOG OUT bestimmt den analogen Referenzpegel am Ausgang, der einer Vollaussteuerung des AD-Wandlers entspricht, und damit auch mit den Level Metern übereinstimmt.
Referenz
+24
+19
+13
0 dBFS @
+24 dBu
+19 dBu
+13 dBu
Analoger Headroom
3 dB
8 dB
14 dB
Der Micstasy kann einen maximalen Pegel von +27 dBu unverzerrt ausgeben. Die Referenzierung erfolgt auf Basis der Vollaussteuerung der AD-Wandler. 0 dBFS werden bei jeweils +13,
+19 oder +24 dBu Ausgangspegel erreicht.
Durch die verschiedenen Ausgangspegel kann der Micstasy optimale Wandlungsresultate erzielen, trotzdem kompatibel zu angeschlossenem analogen Equipment bleiben. ANALOG OUT
hat ansonsten keinen Einfluss auf die technischen Daten – Klirrfaktor, Frequenzgang und
Rauschabstand ändern sich nicht, beziehungsweise genau so wie die analoge Gesamtverstärkung.
In der Stellung +13 dBu und +19 dBu ist der Micstasy vollständig kompatibel zu allen Geräten
von RME, die +4 dBu und Lo Gain als Eingangsreferenz aufweisen.
Referenz
Lo Gain
+4 dBu
0 dBFS @
+19 dBu
+13 dBu
Headroom @ +4 dBu
15 dB
9 dB
In der Stellung +24 dBu ist der Micstasy kompatibel zu SMPTE (+24 dBu @ 0 dBFS, +4 dBu mit
20 dB Headroom).
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
31
14. Digitale Ausgänge
14.1 AES/EBU
Auf der Rückseite des Micstasy befinden sich 4 AES/EBU-Ausgänge in Form einer 25-poligen
D-Sub Buchse mit Tascam Pinbelegung (wird auch von Digidesign verwendet). Ein passendes
digitales Breakoutkabel stellt 4 Male XLR (und 4 Female) Stecker bereit. Jeder Ausgang ist
trafosymmetriert, galvanisch getrennt, und kompatibel zu allen Geräten mit AES/EBUSchnittstelle.
Die AES-Ausgänge geben normalerweise das gewandelte analoge Eingangssignal aus. Bei
Einsatz der I64 MADI Card und Aktivierung der Option oP im Setup Menü do werden die MADI
Eingangsdaten ausgegeben, siehe Kapitel 11.11.
Digitalsignale im SPDIF oder AES/EBU Format beinhalten neben Audioinformationen auch eine
Kennung (Channel Status) zur Übertragung weiterer Informationen. Die ausgangsseitige Kennung des Micstasy wurde entsprechend AES3-1992 Amendment 4 implementiert:
•
•
•
•
•
•
•
•
32 kHz, 44.1 kHz, 48 kHz, 88.2 kHz, 96 kHz, 176.4 kHz, 192 kHz je nach Samplefrequenz
Audio use
No Copyright, Copy permitted
Format Professional
Category General, Generation not indicated
2-Channel, No Emphasis
Aux Bits Audio use, 24 Bit
Origin: MICS
Um
Geräte
mit
koaxialer
SPDIFSchnittstelle an die Ausgänge des Micstasy
anzuschließen bedarf es eines Kabeladapters XLR/Cinch. Dazu werden die Pins 2
und 3 einer XLR-Kupplung einzeln mit den
beiden Anschlüssen eines Cinch-Steckers
verbunden. Die abschirmende Masse des
Kabels ist nur an Pin 1 der XLR-Kupplung
anzuschließen.
Die meisten Consumergeräte mit Cinch-Eingängen (SPDIF) akzeptieren nur Signale mit
dem Channel Status 'Consumer'. Das Adapterkabel wird eventuell nicht funktionieren.
Der Micstasy unterstützt nur Single Wire, im Bereich 32 kHz bis 192 kHz: insgesamt 8 Kanäle,
2 Kanäle pro AES-Leitung. Die effektive Samplefrequenz entspricht dem Takt der AES-Leitung.
Ist eine Konvertierung von/zu Single, Double und Quad Wire erforderlich, empfiehlt sich der
RME ADI-192 DD, ein 8-kanaliger, universeller Sample Rate und Format Konverter.
Pinbelegung der D-Sub Buchse, Ausgänge
Signal
D-Sub
Out
1/2+
18
Out
1/26
Out
3/4+
4
Out
3/417
Out
5/6+
15
Out
5/63
Out
7/8+
1
GND liegt an den Pins 2, 5, 8, 11, 16, 19, 22, 25. Pin 13 bleibt frei.
32
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Out
7/814
AES/EBU Sync
Der auf der D-Sub Buchse vorhandene Eingang AES 1 (Kanal 1/2) kann beim Micstasy zwar
nicht für Audio, wohl aber als Clockquelle genutzt werden. Der Eingang ist trafosymmetriert und
galvanisch getrennt. Dank einer hochempfindlichen Eingangsstufe lässt sich unter Zuhilfenahme eines einfachen Kabeladapters (XLR/Cinch) auch SPDIF anlegen (siehe oben).
Pinbelegung der D-Sub Buchse, Eingänge
Signal
D-Sub
In
1/2+
24
In
1/212
In
3/4+
10
In
3/423
In
5/6+
21
In
5/69
In
7/8+
7
In
7/820
GND liegt an den Pins 2, 5, 8, 11, 16, 19, 22, 25. Pin 13 bleibt frei.
14.2 ADAT Optical
Der Micstasy verfügt über zwei Ausgänge im ADAT optical Format. Diese geben normalerweise
das gewandelte analoge Eingangssignal aus. Bei Einsatz der I64 MADI Card und Aktivierung
der Option oP im Setup Menü do werden die MADI Eingangsdaten ausgegeben, siehe Kapitel
11.11. Im Single Speed Betrieb liegen an beiden Ausgängen identische Audiodaten an. Daher
ist es möglich das Ausgangssignal zu splitten, also gleichzeitig an zwei verschiedene Geräte zu
senden.
Da das physikalische Format ADAT optical nur bis 48 kHz spezifiziert ist, aktiviert der Micstasy
bei 88.2 und 96 kHz automatisch den Sample Split Modus (S/MUX), und verteilt die Daten eines Kanals auf jeweils zwei Ausgangskanäle. Die interne Frequenz bleibt jedoch bei 44.1/48
kHz. Daher ist in diesem Fall die Samplefrequenz am ADAT-Ausgang nur halb so hoch wie an
den AES-Ausgängen. In der Praxis muss man sich um die Verteilung keinerlei Gedanken machen. 96 kHz-fähige ADAT-Hardware, wie beispielsweise alle aktuellen Digital-Interfaces von
RME, rekombinieren die Daten vollautomatisch, und präsentieren sie dem Anwender und anderen Applikationen (DAW-Software etc.) als ganz normale einzelne Kanäle mit korrekter Double
Speed Samplefrequenz.
Die ADAT Ausgänge stehen bis 192 kHz parallel zu den AES-Ausgängen zur Verfügung, allerdings bei QS nur die Kanäle 1 bis 4.
Die ADAT optical Ausgänge des Micstasy sind kompatibel zu allen Geräten mit einer solchen
Schnittstelle. Der Anschluss erfolgt über handelsübliches TOSLINK Lichtleiterkabel.
ADAT Main
Anschluss des ersten oder einzigen Gerätes welches ein ADAT Signal vom Micstasy erhält.
Übertragung der Kanäle 1 bis 8. Im Double Speed Modus Ausgabe der Kanäle 1 bis 4. Im Quad
Speed Modus Ausgabe der Kanäle 1 und 2.
ADAT AUX
Im Single Speed Modus Ausgabe einer Kopie der Daten des Ausganges Main. Im Double
Speed Modus Ausgabe der Kanäle 5 bis 8. Im Quad Speed Modus Ausgabe der Kanäle 3 und
4.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
33
14.3 I64 MADI Card
Die I64 MADI Card versieht den Micstasy mit einem 64-kanaligen MADI Ein- und Ausgang.
Koaxialer und optischer Ausgang arbeiten parallel und geben die gleichen Daten aus. Auf welchen Kanälen der Micstasy seine Daten ausgibt wird über die ID festgelegt (siehe Kapitel 11.4,
ID). Ansonsten arbeitet der MADI Ausgang parallel zum AES/EBU und ADAT Ausgang, gibt
also die gleichen Daten aus, und wird über die gleichen Bedienelemente auf der Frontplatte
konfiguriert.
Die I64 MADI Card weist je einen MADI Eingang Koaxial und Optisch auf. Die Eingangsumschaltung erfolgt automatisch auf Basis eines erkannten und gültigen Eingangssignales. Redundanz wird ebenfalls unterstützt, da bei Ausfall eines Signales die automatische Eingangsumschaltung sofort auf den anderen Eingang umschaltet.
Der MADI Eingang dient einerseits als optionale Clockquelle (Sektion Clock, OPTN), aber auch
als Durchschleifeingang. Da der Micstasy nur 8 Kanäle belegt, schleift die I64 MADI Card bis zu
56 Kanäle durch.
Auf dieser Basis arbeitet die serielle Kaskadierung der Micstasy. Eingehende Daten werden 1:1
zum Ausgang durchgeschleift, nur ein Achterblock wird durch die Daten des Micstasy ersetzt.
Auf diese Weise lassen sich bis zu 8 Micstasy per MADI seriell verkabeln. Am Ausgang des
achten Gerätes stehen dann 64 Kanäle Micstasy gebündelt in einer Leitung zur Verfügung. Der
jeweils genutzte Achterblock wird entweder automatisch (Auto ID) oder manuell (ID) im Setup
Menü festgelegt:
ID 01: Kanäle 1-8
ID 02: Kanäle 9-16
ID 03: Kanäle 17-24
ID 04: Kanäle 25-32
ID 05: Kanäle 33-40
ID 06: Kanäle 41-48
ID 07: Kanäle 49-56
ID 08: Kanäle 57-64
Die I64 MADI Card gibt ein 56-Kanal Format aus. Sobald ein 64-Kanal Format am Eingang
anliegt, oder die ID 08 vorliegt, schaltet der Ausgang in das 64-Kanal Format.
Hinweis: Der 96k Frame Modus wird am Ausgang automatisch aktiviert wenn das MADI Eingangssignal ebenfalls 96k Frame ist. Eine manuelle Wahl des Ausgangsformates, und damit
eine Konverterfunktionalität 48k/96k, ist nicht verfügbar.
Mit der I64 MADI Card wird der Micstasy auch über MADI fernsteuerbar. Gleichzeitig werden
MIDI-Daten per MADI übertragen, siehe Kapitel 12.2.
Bei serieller Verkabelung verursacht der MADI I/O jedes Micstasy eine Verzögerung um 3 Samples. Demzufolge sind im MADI Datenstrom des letzten Gerätes die Daten aller vorgeschalteten
Geräte verzögert. Bei Double Speed erhöht sich die Verzögerung auf 6 Samples pro Gerät, bei
Quad Speed auf 12 Samples.
Das Problem dieses Versatzes löst die Funktion Delay Compensation, siehe Kapitel 11.3. Sie
verzögert die Daten so dass sie im Mehrgerätebetrieb zueinander samplesynchron sind. Die
Grafik auf der nächsten Seite zeigt einen seriellen Aufbau mit HDSP MADI Karte, drei Micstasy
und aktiver Delay Compensation.
34
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Delay Compensation muss in jedem Gerät einzeln manuell aktiviert werden.
14.4 Unterschiede serielles MADI mit I64 MADI Card und ADI-642
I64 MADI Card: Im ersten Gerät Auto ID einschalten (ID des Master ist einstellbar). Alle folgenden werden Slave, erhalten eine aufsteigende ID, und damit auch eine entsprechende Kanalverteilung. Delay Compensation ist bei Bedarf manuell in jedem Gerät einzeln zu aktivieren.
ADI-642: Im ersten Gerät ADC (Auto Delay Compensation) einschalten (ID des Master ist immer 1). Damit werden alle folgenden Slave, erhalten eine aufsteigende ID, und kompensieren
den jeweiligen Versatz automatisch. Das Routing erfolgt entsprechend der Einstellung der Matrix. Wird im ersten Gerät zusätzlich Auto aktiviert (Auto Channel Assignment), erfolgt das Routing entsprechend der IDs.
Gemischter Einsatz: Auto ID und Auto sind kompatibel. ADC ist dagegen nur beim 642 automatisch. Bei den Micstasy ist die Delay Compensation bei jedem Gerät manuell zu aktivieren.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
35
15. Word Clock
15.1 Wordclock Ein- und Ausgang
SteadyClock garantiert exzellentes Verhalten in allen Clock-Modi. Aufgrund der effizienten Jitterunterdrückung kann der Micstasy jegliches Clocksignal säubern, auffrischen, und als Referenzclock am BNC-Ausgang bereitstellen (siehe auch Kapitel 18.10).
Eingang
Der mit Übertrager galvanisch getrennte Wordclockeingang des Micstasy ist aktiv, wenn in der
Clock Sektion WCK gewählt wird. Das an der BNC-Buchse anliegende Signal kann Single,
Double oder Quad Speed sein, der Micstasy stellt sich automatisch darauf ein. Sobald ein gültiges Signal erkannt wird leuchtet die LED WCK konstant, ansonsten blinkt sie.
Dank RMEs Signal Adaptation Circuit arbeitet der Wordclockeingang selbst mit stark verformten, DC-behafteten, zu kleinen oder mit Überschwingern versehenen Signalen korrekt. Dank
automatischer Signalzentrierung reichen prinzipiell schon 300 mV (0.3V) Eingangsspannung.
Eine zusätzliche Hysterese verringert die Empfindlichkeit auf 1 V, so dass Über- und Unterschwinger sowie hochfrequente Störanteile keine Fehltriggerung auslösen können.
Der Wordclockeingang ist ab Werk hochohmig, also nicht terminiert. Über einen Druckschalter
kann eine interne Terminierung (75 Ohm) aktiviert werden. Der Schalter befindet sich versenkt
auf der Rückseite neben der BNC-Buchse. Drücken Sie mit einem spitzen Gegenstand auf das
blaue Rechteck, so dass es in tieferer Stellung einrastet und die gelbe LED aufleuchtet. Ein
erneuter Druck hebt die Terminierung wieder auf.
Ausgang
Der Wordclockausgang des Micstasy ist ständig aktiv, und stellt die gerade aktive Samplefrequenz als Wordclock bereit. Im Master-Modus ist die ausgegebene Wordclock fest 44.1 oder 48
kHz (DS x 2, QS x 4). In allen anderen Fällen ist die ausgegebene Frequenz identisch mit der
am gerade gewählten Clock-Eingang anliegenden. Fällt das Clock-Signal aus wird die zuletzt
erkannte Samplefrequenz als Clock gehalten.
Nach Anwahl der Option Si im Setup Menü Co wird die Ausgangsfrequenz angepasst, so dass
sie immer im Bereich 32 bis 48 kHz ist. Bei 96 kHz und 192 kHz Samplefrequenz wird also 48
kHz ausgegeben.
Das dem Gerät zugeführte Wordclocksignal kann auch über den Wordclockausgang weitergeschleift werden. Damit entfällt das sonst notwendige T-Stück, und der Micstasy arbeitet wie ein
Signal Refresher. Diese Anwendung wird ausdrücklich empfohlen, da
•
•
•
Ein- und Ausgang phasenstarr sind und 0° Phasenlage aufweisen
SteadyClock das Eingangsignal praktisch komplett von Jitter befreit
der außergewöhnliche Eingang des Micstasy (1 Vss statt üblichen 3 Vss Empfindlichkeit,
DC Sperre, Signal Adaptation Circuit) zusammen mit SteadyClock eine sichere Funktion
auch mit kritischsten Wordclocksignalen garantiert
Dank eines niederohmigen, aber kurzschlussfesten Ausganges liefert der Micstasy an 75 Ohm
4 Vss. Bei fehlerhaftem Abschluss mit 2 x 75 Ohm (37.5 Ohm) werden immer noch 3.3 Vss ins
Netz gespeist.
36
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
15.2 Einsatz und Technik
In der analogen Technik kann man beliebige Geräte beliebig miteinander verschalten, eine
Synchronisation ist nicht erforderlich. Digital Audio jedoch ist einem Grundtakt, der Samplefrequenz, unterworfen. Das Signal kann nur korrekt weiterverarbeitet oder transportiert werden,
wenn alle beteiligten Geräte dem gleichen Takt folgen. Ansonsten kommt es zu Fehlabtastungen des digitalen Signales. Verzerrungen, Knackgeräusche und Aussetzer sind die Folge.
AES/EBU, SPDIF, ADAT und MADI sind selbsttaktend, eine zusätzliche Wordclockleitung ist
also prinzipiell nicht erforderlich. In der Praxis kommt es bei der gleichzeitigen Benutzung mehrerer Geräte jedoch zu Problemen. Beispielsweise kann die Selbsttaktung bei einer Schleifenverkabelung zusammenbrechen, wenn es innerhalb der Schleife keinen 'Master' (zentralen
Taktgeber) gibt. Ausserdem muss die Clock aller Geräte synchron sein, was sich bei reinen
Wiedergabegeräten wie einem CD-Player über die Selbsttaktung gar nicht realisieren lässt, da
CD-Player keinen SPDIF-Eingang besitzen.
Der Bedarf an Synchronisation in einem Digital Studio wird daher durch das Anschließen an
eine zentrale Synchronisationsquelle befriedigt. Beispielsweise arbeitet das Mischpult als Master und liefert an alle anderen Geräte ein Referenzsignal, die Wordclock. Das geht aber nur,
wenn die anderen Geräte auch einen Wordclockeingang besitzen, also Slave-fähig sind. (Professionelle CD-Player besitzen daher einen Wordclockeingang). Dann werden alle Geräte synchron mit dem gleichen Takt versorgt und arbeiten problemlos miteinander.
Innerhalb eines digitalen Verbundes darf es nur einen Master geben!
Doch Wordclock ist nicht nur Allheilmittel, sondern bringt auch einige Nachteile mit sich. Eine
Wordclock liefert statt des tatsächlich benötigten Taktes immer nur einen Bruchteil desselben.
Beispiel SPDIF: 44.1 kHz Wordclock (ein einfaches Rechtecksignal mit exakt dieser Frequenz)
muss innerhalb der Geräte mittels einer PLL um den Faktor 256 multipliziert werden (zu 11.2
MHz). Dieses Signal ersetzt dann das Taktsignal des Quarzoszillators. Großer Nachteil: Wegen
der starken Multiplikation ist das Ersatz-Taktsignal stark schwankend, der Jitter erreicht mehrfach höhere Werte als der eines Quarzes.
Das Ende dieser Probleme verheißt die sogenannte Superclock mit der 256-fachen Wordclockfrequenz, was im Allgemeinen der internen Quarzfrequenz entspricht. Damit entfällt die PLL
zur Taktrückgewinnung, das Signal wird direkt verwendet. Doch in der Praxis erweist sich Superclock als weitaus kritischer als Wordclock. Ein Rechtecksignal von mindestens 11 MHz an
mehrere Geräte zu verteilen heißt mit Hochfrequenztechnologie zu kämpfen. Reflektionen, Kabelqualität, kapazitive Einflüsse - bei 44.1 kHz vernachlässigbare Faktoren, bei 11 MHz das
Ende des Taktnetzwerkes. Zusätzlich ist zu bedenken, dass eine PLL nicht nur Jitter verursachen kann, sondern auch Störungen beseitigt, was an ihrer vergleichsweise langsamen Regelschleife liegt, die ab wenigen kHz wie ein Filter wirkt. Eine solche 'Entstörung' von sowohl Jitter
als auch Rauschen fehlt der Superclock naturgemäß.
Das tatsächliche Ende dieser Probleme bietet die SteadyClock-Technologie des Micstasy. Sie
verbindet die Vorteile modernster und schnellster digitaler Technologie mit analoger Filtertechnik, und kann daher auch aus einer Wordclock von 44.1 kHz ein sehr jitterarmes Taktsignal von
22 MHz zurückgewinnen. Darüber hinaus wird sogar Jitter auf dem Eingangssignal stark bedämpft, so dass das rückgewonnene Taktsignal in der Praxis immer in höchster Qualität vorliegt.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
37
15.3 Verkabelung und Abschlusswiderstände
Wordclock wird üblicherweise in Form eines Netzwerkes verteilt, also mit BNC-T-Adaptern weitergeleitet und mit BNC-Abschlusswiderständen terminiert. Als Verbindungskabel empfehlen
sich fertig konfektionierte BNC-Kabel. Insgesamt handelt es sich um die gleiche Verkabelung
wie sie auch bei Netzwerken in der Computertechnik üblich ist. Tatsächlich erhalten Sie entsprechendes Zubehör (T-Stücke, Abschlusswiderstände, Kabel) sowohl im Elektronik- als auch
im Computerfachhandel, in letzterem aber üblicherweise in 50 Ohm Technik. Die für Wordclock
verwendeten 75 Ohm stammen aus der Videotechnik (RG59).
Das Wordclocksignal entspricht idealerweise einem 5 Volt Rechteck mit der Frequenz der Samplerate, dessen Oberwellen bis weit über 500 kHz reichen. Sowohl die verwendeten Kabel als
auch der Abschlusswiderstand am Ende der Verteilungskette sollten 75 Ohm betragen, um
Spannungsabfall und Reflektionen zu vermeiden. Eine zu geringe Spannung führt zu einem
Ausfall der Wordclock, und Reflektionen können Jitter oder ebenfalls einen Ausfall verursachen.
Leider befinden sich im Markt nach wie vor viele Geräte, selbst neuere Digitalmischpulte, die
mit einem nur als unbefriedigend zu bezeichnenden Wordclockausgang ausgestattet sind.
Wenn der Ausgang bei Abschluss mit 75 Ohm auf 3 Volt zusammenbricht, muss man damit
rechnen, dass ein Gerät, dessen Eingang erst ab 2,8 Volt arbeitet, nach 3 Metern Kabel bereits
nicht mehr funktioniert. Kein Wunder, dass das Wordclocknetzwerk in manchen Fällen nur ohne
Abschlusswiderstand wegen des insgesamt höheren Pegels überhaupt arbeitet.
Im Idealfall sind alle Ausgänge Wordclock-liefernder Geräte niederohmig aufgebaut, alle
Wordclockeingänge dagegen hochohmig, um das Signal auf der Kette nicht abzuschwächen.
Doch auch hier gibt es negative Beispiele, wenn die 75 Ohm fest im Gerät eingebaut sind und
sich nicht abschalten lassen. Damit wird oftmals das Netzwerk mit zwei mal 75 Ohm stark belastet, und der Anwender zum Kauf eines speziellen Wordclockverteilers gezwungen. Ein solches Gerät ist in größeren Studios allerdings grundsätzlich empfehlenswert.
Der Wordclockeingang des Micstasy enthält einen schaltbaren Abschlusswiderstand, und ist
damit für maximale Flexibilität ausgelegt. Soll ein vorschriftsmäßiger Abschluss erfolgen, weil er
das letzte Glied in einer Kette mehrerer Geräte ist, ist der Schalter in die Stellung 'Terminiert' zu
bringen (siehe Kapitel 15.1).
Befindet sich der Micstasy dagegen innerhalb einer Kette von mit Wordclock versorgten Geräten, so wird das Wordclocksignal mittels T-Stück zugeführt, und an der anderen Seite des TStückes zum nächsten Gerät mit einem weiteren BNC-Kabel weitergeführt. Beim letzten Gerät
der Kette erfolgt dann die Terminierung in Form eines T-Stücks und eines 75 Ohm Abschlusswiderstandes (kurzer BNC-Stecker). Bei Geräten mit schaltbarem Abschlusswiderstand entfallen T-Stück und Abschlusswiderstand.
Aufgrund der einzigartigen SteadyClock-Technologie des Micstasy empfiehlt es sich, das
Eingangssignal nicht mittels T-Stück weiterzuschleifen, sondern den Wordclockausgang
des Gerätes zu benutzen. Das Eingangssignal wird in diesem Fall dank SteadyClock sowohl von Jitter befreit, als auch im Fehlerfalle gehalten.
16. MIDI
Der Micstasy besitzt einen Standard MIDI Ein- und Ausgang in Form je einer 5-pol DIN Buchse.
Der MIDI I/O dient:
•
der Fernsteuerung des Micstasy, siehe Kapitel 12.1
•
der Übertragung von MIDI Daten und Fernsteuerbefehlen per MADI, falls die optionale I64
MADI Card bestückt ist, siehe Kapitel 12.2
38
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Bedienungsanleitung
Micstasy
Technische Referenz
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
39
17. Technische Daten
17.1 Analoger Teil
Mikrophon/Line 1-8, Rückseite
• Eingang: XLR, elektronisch symmetriert
• Eingangsimpedanz: 2 kOhm
• Frequenzbereich -0,1 dB: 20 Hz – 100 kHz
• Frequenzbereich -0,3 dB: 10 Hz – 150 kHz
• THD @ 30 dB Gain: < -110 dB, < 0,0003 %
• THD+N @ 30 dB Gain: < -100 dB, < 0,001 %
• Übersprechdämpfung: > 120 dB
• CMRR 50 Hz: > 60 dB
• CMRR 200 Hz – 20 kHz: > 70 dB
• EIN @ 30 dB Gain @ 150 Ohm: 122,0 dBu
• EIN @ 40 dB Gain @ 150 Ohm: 126,1 dBu
• EIN @ 50/60/70 dB Gain @ 150 Ohm: 127,2 dBu
• EIN @ 30 dB Gain @ 0 Ohm: 122,5 dBu
• EIN @ 40 dB Gain @ 0 Ohm: 128,8 dBu
• EIN @ 50/60/70 dB Gain @ 0 Ohm: 130,3 dBu
• Regelbereich Gain: -9 dB bis +76,5 dB
• Maximaler Eingangspegel, Gain -9 dB: +30 dBu
• Maximaler Eingangspegel, Gain 76,5 dB: -56,5 dBu
Inst/Line In 1-8, Frontseite
• Eingang: 6,3 mm Stereoklinke, elektronisch symmetriert
• Eingangsimpedanz: 5,6 kOhm unsymmetrisch, 11,2 kOhm symmetrisch
• Eingangsimpedanz Hi-Z: 470 kOhm
• Frequenzbereich -0,1 dB: 20 Hz – 100 kHz
• Frequenzbereich -0,3 dB: 10 Hz – 150 kHz
• THD @ 30 dB Gain: < -110 dB, < 0,0003 %
• THD+N @ 30 dB Gain: < -100 dB, < 0,001 %
• Übersprechdämpfung: > 120 dB
• Rauschabstand (SNR) @ Gain 0 dB: 112,4 dB RMS unbewertet, 116 dBA
• Regelbereich Gain: 0 bis +50 dB
• Maximaler Eingangspegel, Gain 0 dB: +21 dBu
• Maximaler Eingangspegel, Gain 50 dB: -29 dBu
Line Out 1-8, Rückseite
• Maximaler Ausgangspegel: +27 dBu
• Ausgang: XLR, symmetrisch
• Ausgangsimpedanz: 150 Ohm
• Ausgangspegel schaltbar +13 dBu, +19 dBu, +24 dBu
40
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
AD-Wandlung
• Auflösung: 24 Bit
• Rauschabstand (SNR) @ +30 dBu: 115,0 dB RMS unbewertet, 118 dBA
• Rauschabstand (SNR) @ +21 dBu: 112,4 dB RMS unbewertet, 116 dBA
• Rauschabstand (SNR) @ +13 dBu: 110 dB RMS unbewertet, 113 dBA
•
•
•
•
•
Frequenzgang @ 44,1 kHz, -0,5 dB: 5 Hz – 20,6 kHz
Frequenzgang @ 96 kHz, -0,5 dB: 5 Hz – 45,9 kHz
Frequenzgang @ 192 kHz, -1 dB: 5 Hz - 70 kHz
THD+N: < -110 dB, < 0,0003 %
Übersprechdämpfung: > 110 dB
17.2 Digitale Eingänge
AES/EBU
• 1 x auf 25-pol D-Sub, trafosymmetriert, galvanisch getrennt, nach AES3-1992
• hochempfindliche Eingangsstufe (< 0,3 Vss)
• SPDIF kompatibel (IEC 60958)
• Akzeptiert Consumer und Professional Format
• Lock Range: 27 kHz – 200 kHz
• Jitter bei Sync auf Eingangsignal: < 1 ns
• Jitterunterdrückung: > 30 dB (2,4 kHz)
Word Clock
• BNC, nicht terminiert (10 kOhm)
• Schalter für interne Terminierung 75 Ohm
• Automatische Double/Quad Speed Detektion und Konvertierung zu Single Speed
• SteadyClock garantiert jitterarme Synchronisation auch im Varispeed-Betrieb
• Übertrager-gekoppelter, galvanisch getrennter Eingang
• Unempfindlich gegen DC-Offsets im Netzwerk
• Signal Adaptation Circuit: Signalrefresh durch Zentrierung und Hysterese
• Überspannungsschutz
• Pegelbereich: 1,0 Vss – 5,6 Vss
• Lock Range: 27 kHz – 200 kHz
• Jitter bei Sync auf Eingangsignal: < 1 ns
• Jitterunterdrückung: > 30 dB (2,4 kHz)
I64 MADI Card
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Koaxial über BNC, 75 Ohm, nach AES10-1991
hochempfindliche Eingangsstufe (< 0,2 Vss)
Optisch über FDDI Duplex SC Connector
62,5/125 und 50/125 kompatibel
Akzeptiert 56 Kanal und 64 Kanal Modus, sowie 96k Frame
Single Wire: maximal 64 Kanäle 24 Bit 48 kHz
Double Wire / 96k Frame: maximal 32 Kanäle 24 Bit 96 kHz
Quad Wire: maximal 16 Kanäle 24 Bit 192 kHz
Lock Range: 28 kHz – 54 kHz
Jitter bei Sync auf Eingangsignal: < 1 ns
Jitterunterdrückung: > 30 dB (2,4 kHz)
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
41
17.3 Digitale Ausgänge
AES/EBU
• 4 x, trafosymmetriert, galvanisch getrennt, nach AES3-1992
• Ausgangsspannung 4,5 Vss
• Format Professional nach AES3-1992 Amendment 4
• Single Wire: 4 x 2 Kanäle 24 Bit, maximal 192 kHz
ADAT
• 2 x TOSLINK
• Standard: 8 Kanäle 24 Bit, maximal 48 kHz
• S/MUX: 16 Kanäle 24 Bit / 48 kHz, entsprechend 8 Kanäle 24 Bit 96 kHz
• S/MUX4: 16 Kanäle 24 Bit / 48 kHz, entsprechend 4 Kanäle 24 Bit 192 kHz
Word Clock
• BNC
• Maximaler Pegel: 5 Vss
• Pegel bei Terminierung mit 75 Ohm: 4,0 Vss
• Innenwiderstand: 10 Ohm
• Frequenzbereich: 27 kHz – 200 kHz
I64 MADI Card
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Koaxial über BNC, 75 Ohm, nach AES10-1991
Ausgangsspannung 600 mVss
Kabellänge koaxial bis zu 100 m
Optisch über FDDI Duplex SC Connector
62,5/125 und 50/125 kompatibel
Faserlänge optisch bis zu 2000 m
Generiert 56 Kanal und 64 Kanal Modus, sowie 96k Frame
Single Wire: maximal 64 Kanäle 24 Bit 48 kHz
Double Wire / 96k Frame: maximal 32 Kanäle 24 Bit 96 kHz
Quad Wire: maximal 16 Kanäle 24 Bit 192 kHz
17.4 Digitaler Teil
•
•
•
•
•
•
•
Clocks: Intern, AES In, Wordclock In, Option In
Low Jitter Design: < 1 ns im PLL Betrieb, alle Eingänge
Interne Clock: 800 ps Jitter, Random Spread Spectrum
Jitterunterdrückung bei externer Clock: > 30 dB (2,4 kHz)
Praktisch kein effektiver Jittereinfluss der Clock auf AD-Wandlung
PLL arbeitet selbst mit mehr als 100 ns Jitter ohne Aussetzer
Unterstützte Samplefrequenzen: 28 kHz bis zu 200 kHz
17.5 MIDI
• 16 Kanäle MIDI I/O
• 5-pol DIN Buchsen
• Galvanische Trennung über Optokoppler
I64 MADI Card
• Unsichtbare Übertragung per User Bit des Kanals 56 (48k Frame)
42
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
17.6 Allgemeines
•
•
•
•
•
•
•
•
Stromversorgung: Internes Schaltnetzteil, 100 - 240 V AC, 60 Watt
Typischer Leistungsbedarf: 24 Watt
Maximaler Leistungsbedarf: < 40 Watt
Masse mit Rackohren (BxHxT): 483 x 88 x 242 mm
Masse ohne Rackohren/Bügel (BxHxT): 436 x 88 x 236 mm
Gewicht: 3 kg
Temperaturbereich: +5° bis zu +50° Celsius
Relative Luftfeuchtigkeit: < 75%, nicht kondensierend
17.7 Firmware
Der Micstasy basiert intern auf programmierbarer Logik. Durch Neuprogrammierung eines kleinen Bausteines, eines sogenannten Flash-PROM, können Funktion und Verhalten des Gerätes
jederzeit verändert werden.
Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Handbuches wird das Gerät mit der Firmware 2.0 ausgeliefert. Die Firmware-Version wird nach dem Einschalten des Micstasy auf den Gain Anzeigen für circa eine Sekunde angezeigt.
Firmware 1.2: Erstes Release
Firmware 1.6: Alle Relais werden beim Einschalten aktiviert um Kontaktprobleme zu vermeiden.
Zustand des Setup Menüs wird temporär gespeichert.
Firmware 2.0 enthält neue Funktionen (MADI in zu ADAT/AES Out, Remote Support für Yamaha PM5D, Wordclock Out wahlweise Single Speed).
Firmware 2.1 enthält die neuen Funktionen Display Auto Dark und Test-Oszillator.
Firmware Updates: Die Firmware selbst ist kostenlos. Die Kosten für den Versand des Micstasy und das Flashen im Werk sind jedoch vom Kunden zu tragen. Bitte wenden Sie sich an den
RME Support oder ihren Händler.
Die I64 MADI Card besitzt eine eigene Firmware. Micstasy M mit Firmware kleiner 1.6 besitzen
eine nicht Varipitch-fähige I64 MADI Card. I64 MADI Cards mit neuester Firmware besitzen
einen Datumscode-Aufkleber, 20081220 oder 20090113 (Micstasy mit Firmware 2.1 besitzen
diese bereits). Die Firmware der I64 MADI Card lässt sich im Werk updaten. Bitte wenden Sie
sich an den RME Support oder ihren Händler.
17.8 MADI User Bit Belegung
• RS-232: Kanäle 1 bis 9 (wird von der I64 MADI Card durchgereicht)
• ADC: Kanal 19
• MIDI: Kanal 56 (48k) / 28 (96k)
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
43
17.9 Steckerbelegungen
Die D-Sub Buchse beinhaltet vier AES Ein- und Ausgänge. Die Belegung folgt dem verbreiteten
Tascam Standard, welches auch von Digidesign benutzt wird.
Tascam / Digidesign:
Signal
D-Sub
Signal
D-Sub
In
1/2+
24
In
1/212
In
3/4+
10
In
3/423
In
5/6+
21
In
5/69
In
7/8+
7
In
7/820
Out
1/2+
18
Out
1/26
Out
3/4+
4
Out
3/417
Out
5/6+
15
Out
5/63
Out
7/8+
1
Out
7/814
GND liegt an den Pins 2, 5, 8, 11, 16, 19, 22, 25. Pin 13 bleibt frei.
Auch die Belegung nach Yamaha Pinout ist oft anzutreffen. Bei der Erstellung eines D-Sub zu
D-Sub Adapter-/Anschlusskabels ist zu beachten, dass dessen Stecker eindeutig mit Tascam
und Yamaha gekennzeichnet werden. Das Kabel lässt sich nur korrekt verwenden, indem der
Tascam Stecker auf eine Tascam Buchse gesteckt wird – dito die andere Seite mit Yamaha.
Yamaha:
Signal
D-Sub
Signal
D-Sub
In
1/2+
1
In
1/214
In
3/4+
2
In
3/415
In
5/6+
3
In
5/616
In
7/8+
4
In
7/817
Out
1/2+
5
Out
1/218
Out
3/4+
6
Out
3/419
Out
5/6+
7
Out
5/620
Out
7/8+
8
Out
7/821
GND liegt an den Pins 9, 10, 11, 12, 13, 22, 23, 24, 25.
Gleiches gilt für ein direktes Adapterkabel Tascam D-Sub zu Euphonix D-Sub.
Euphonix:
Signal
D-Sub
Signal
D-Sub
In
1/2+
15
In
1/22
In
3/4+
4
In
3/416
In
5/6+
18
In
5/65
In
7/8+
7
In
7/819
Out
1/2+
21
Out
1/28
Out
3/4+
10
Out
3/422
Out
5/6+
24
Out
5/611
Out
7/8+
13
Out
7/825
GND liegt an den Pins 3, 6, 9, 12, 14, 17, 20, 23. Pin 1 bleibt frei.
44
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
XLR-Buchsen analoger Eingang und Ausgang
Die XLR-Buchsen der analogen Eingänge und Ausgänge sind entsprechend internationalem
Standard belegt:
1 = GND (Abschirmung)
2 = + (hot)
3 = - (cold)
Die servosymmetrische Eingangsschaltung erlaubt eine Verwendung von unsymmetrischen
Eingangssignalen ohne Pegelverlust. Dazu müssen im XLR-Stecker Pin 3 (-) und 1 (GND) verbunden sein.
Die elektronische Ausgangsschaltung arbeitet nicht servosymmetrisch. Bei Anschluss unsymmetrischer Geräte ist daher darauf zu achten, dass der Pin 3 des XLR-Ausgangs frei bleibt.
Klinkenbuchsen analoger Eingang
Die 6,3 mm Stereo-Klinkenbuchsen der analogen Eingänge sind entsprechend internationalem
Standard belegt:
Spitze = + (hot)
Ring = – (cold)
Schaft = Masse (GND)
Die servosymmetrische Eingangsschaltung erlaubt eine Verwendung von MonoKlinkensteckern (unsymmetrisch) ohne Pegelverlust. Dies entspricht einem StereoKlinkenstecker, bei dem der Anschluss Ring mit Masse (GND) verbunden ist.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
45
18. Technischer Hintergrund
18.1 Begriffserklärungen
Single Speed
Ursprünglicher Frequenzbereich von Digital Audio. Zum Einsatz kamen 32 kHz (Digitaler Rundfunk), 44.1 kHz (CD) und 48 kHz (DAT).
Double Speed
Verdopplung des ursprünglichen Samplefrequenzbereiches, um eine hochwertigere Audio- und
Verarbeitungsqualität sicherzustellen. 64 kHz ist ungebräuchlich, 88.2 kHz wird trotz einiger
Vorteile selten benutzt, 96 kHz ist weit verbreitet. Manchmal auch Double Fast genannt.
Quad Speed
Kontrovers diskutierte Vervierfachung des ursprünglichen Samplefrequenzbereiches, um eine
Hi-End Audio- und Verarbeitungsqualität sicherzustellen. 128 kHz existiert faktisch nicht, 176.4
kHz wird selten benutzt, wenn dann kommt meist 192 kHz zum Einsatz.
Single Wire
Normale Übertragung der Audiodaten, wobei die effektive Samplefrequenz der tatsächlichen
des digitalen Signals entspricht. Wird im Bereich 32 kHz bis 192 kHz eingesetzt. Manchmal
auch Single Wide genannt.
Double Wire
Vor 1998 gab es überhaupt keine Receiver/Transmitter-Schaltkreise, welche mehr als 48 kHz
empfangen oder senden konnten. Zur Übertragung höherer Samplefrequenzen wurde daher
auf einer AES-Leitung statt zwei Kanälen nur noch einer übertragen, dessen ungerade und
gerade Samples auf die ursprünglichen Kanäle Links/Rechts verteilt sind. Damit ergibt sich die
doppelte Datenmenge, also auch doppelte Samplefrequenz. Zur Übertragung eines StereoSignales sind demzufolge zwei AES/EBU Ports erforderlich.
Das Prinzip von Double Wire ist heute Industrie-Standard, wird aber nicht immer so genannt.
Weitere Namen sind Dual AES, Double Wide, Dual Line und Wide Wire. Die AES3 Spezifikation benutzt die ungebräuchliche Bezeichnung Single channel double sampling frequency
mode. Bei Nutzung des ADAT Formates heißt das Verfahren S/MUX.
Double Wire funktioniert natürlich nicht nur mit Single Speed als Basis, sondern auch mit Double Speed. Beispielsweise benutzt das ProTools HD System, dessen AES Receiver/Transmitter
nur bis 96 kHz arbeiten, das Double Wire Verfahren, um 192 kHz I/O zu realisieren. Aus vier
Kanälen mit je 96 kHz entstehen dank Double Wire zwei Kanäle mit 192 kHz.
Quad Wire
Wie Double Wire, nur werden die Samples eines Kanals auf vier Kanäle verteilt. Geräte mit
Single Speed Interface können so bis zu 192 kHz übertragen, benötigen aber zwei AES/EBU
Ports um einen Kanal übertragen zu können. Auch Quad AES genannt.
S/MUX
Da die ADAT-Schnittstelle seitens der Interface-Hardware auf Single Speed begrenzt ist,
kommt bis 96 kHz das Double Wire Verfahren zum Einsatz, wird jedoch allgemein mit S/MUX
(Sample Multiplexing) bezeichnet. Ein ADAT Port überträgt damit vier Kanäle.
S/MUX4
Mit Hilfe des Quad Wire Verfahrens können bis zu zwei Kanäle bei 192 kHz über ADAT übertragen werden. Das Verfahren wird hier S/MUX4 genannt.
Hinweis: Alle Konvertierungen in den beschriebenen Verfahren sind verlustfrei, es werden nur
die vorhandenen Samples zwischen den Kanälen verteilt oder zusammengeführt.
46
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
18.2 Lock und SyncCheck
Digitale Signale bestehen aus einem Carrier (Träger) und den darin enthaltenen Nutzdaten
(z.B. Digital Audio). Wenn ein digitales Signal an einen Eingang angelegt wird, muss sich der
Empfänger (Receiver) auf den Takt des Carriers synchronisieren, um die Nutzdaten später
störfrei auslesen zu können. Dazu besitzt der Empfänger eine PLL (Phase Locked Loop). Sobald sich der Empfänger auf die exakte Frequenz des hereinkommenden Carriers eingestellt
hat ist er 'locked' (verriegelt). Dieser Lock-Zustand bleibt auch bei kleineren Schwankungen der
Frequenz erhalten, da die PLL als Regelschleife die Frequenz am Empfänger nachführt.
Wird an den Micstasy ein AES- oder MADI-Signal angelegt, beginnt die entsprechende LED zu
blinken. Das Gerät signalisiert LOCK, also ein gültiges, einwandfreies Eingangssignal (ist das
Signal auch synchron leuchtet sie konstant, siehe unten).
Leider heißt Lock noch lange nicht, dass das empfangene Signal in korrekter Beziehung zur die
Nutzdaten auslesenden Clock steht. Beispiel: Der Micstasy steht auf internen 44.1 kHz (Clock
Mode Master), und an den Eingang MADI ist ein Mischpult mit MADI-Ausgang angeschlossen.
Die entsprechende LED wird sofort LOCK anzeigen, aber die Samplefrequenz des Mischpultes
wird normalerweise im Mischpult selbst erzeugt (ebenfalls Master), und ist damit entweder minimal höher oder niedriger als die interne des Micstasy. Ergebnis: Beim Auslesen der Nutzdaten kommt es regelmäßig zu Lesefehlern, die sich als Knackser und Aussetzer bemerkbar machen.
Auch bei der Nutzung mehrerer Eingänge ist ein einfaches LOCK unzureichend. Zwar lässt sich
das obige Problem elegant beseitigen, indem der Micstasy von Master auf AutoSync umgestellt
wird (seine interne Clock ist damit die vom Mischpult gelieferte). Wird aber nun ein weiteres
asynchrones Gerät angeschlossen, ergibt sich wiederum eine Abweichung der Samplefrequenz, und damit Knackser und Aussetzer.
Um solche Probleme auch optisch am Gerät anzuzeigen, enthält der Micstasy SyncCheck. Es
prüft alle verwendeten Clocks auf Synchronität. Sind diese nicht zueinander synchron (also
absolut identisch), blitzt die LED des asynchronen Eingangs. Sind sie jedoch vollständig synchron erlischt die LED, und nur die LED der aktuellen Clock-Quelle leuchtet. Im obigen Beispiel
wäre nach Anstecken des Mischpultes sofort aufgefallen, dass die LED OPTN aufblitzt.
In der Praxis erlaubt SyncCheck einen sehr schnellen Überblick über die korrekte Konfiguration
aller digitalen Geräte. Damit wird eines der schwierigsten und fehlerträchtigsten Themen der
digitalen Studiowelt endlich leicht beherrschbar.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
47
18.3 Pegelreferenzen und Gain
Die analogen Ausgangspegel des Micstasy sind so ausgelegt, dass sie mit möglichst allen Geräten störfrei zusammenarbeiten. Der Headroom des Micstasy beträgt je nach Referenzpegel
zwischen 9 und 20 dB.
Referenz Micstasy
+24
Lo Gain
+19
+4 dBu
+13
0 dBFS @
+24 dBu
+19 dBu
+13 dBu
Headroom
20 dB
15 dB
9 dB
In der Stellung +13 entspricht ein Headroom von 9 dB den aktuellen Empfehlungen der EBU im
Rundfunkbereich. +19 eignet sich besonders für Anwender, welche gerne symmetrisch und
hochpegelig arbeiten, und entspricht einem Arbeitspegel von + 4 dBu mit 15 dB Headroom. In
der Stellung +24 dBu ist der Micstasy kompatibel zu SMPTE (+4 dBu mit 20 dB Headroom).
Die obigen Pegel finden sich auch in den ADI-8 AD/DA-Wandlern, dem Multiface, Fireface, und
sogar unseren Mic-Preamps QuadMic und OctaMic (Lo Gain / +4 dBu). Damit sind alle RMEGeräte vollständig zueinander kompatibel.
Die Definition des Gain in einem Mic-Preamp erweist sich als schwierig. So ist ein Regelbereich
von +10 dB bis +60 dB sehr oft zu finden, die dabei eingestellte Verstärkung jedoch nicht in
jedem Fall nachvollziehbar. Am einfachsten ist die Betrachtung des analogen Eingangspegels
zum analogen Ausgangspegel. Dem macht die Flexibilität des Micstasy (3 verschiedene analoge Referenzpegel) einen Strich durch die Rechnung, da sich die ’Über-alles’ Verstärkung um
bis zu 11 dB ändert.
Und wenn nun Geräte gar keine analogen Ausgänge aufweisen? Geht der Mic-Preamp direkt
auf einen AD-Wandler, fehlt jeglicher Bezug zum Messen einer Verstärkung. Oftmals wird die
Beschriftung der Mikrofonstufe eines analogen Gerätes einfach ins digitale übernommen. Da
aber jedes Gerät eine unterschiedliche Anpassung an den AD-Wandler aufweist, sind alle MicPreamps unterschiedlich empfindlich – bei nach außen gleicher Gain-Einstellung.
Dieses Problem kann auch der Micstasy nicht perfekt lösen. Zunächst einmal sind die analogen
Ausgangspegel zu den obigen professionellen Studiopegeln referenziert, damit die ADWandlung mit den analogen Ausgängen möglichst kompatibel arbeitet. Dazu trägt auch der
dreifache Referenzpegel bei, der aber natürlich schon alleine dafür sorgt, dass der angezeigte
Gain-Wert nicht stimmen kann – das könnte er nur in einer der drei Einstellungen.
Wir haben uns dabei für +19 dBu entschieden, aber nach einer Marktübersicht einen weiteren
Kompromiss gemacht. Der angezeigte Gain-Wert bezieht sich auf +21 dBu Eingangspegel, um
kompatibel zu einigen gebräuchlichen hochwertigen Mic-Konvertern zu sein. Damit sind deren
Gain-Einstellungen 1:1 auf den Micstasy übertragbar. Im Klartext heißt dies:
• Bei 21 dBu Eingangspegel, einer Gain-Einstellung von 00 und +19 als analoger Ausgangsreferenz kommen 19 dBu analog heraus. Der ’Über-alles’ Gain weist also einen Versatz von
-2 dB gegenüber der Anzeige auf.
• Der AD-Wandler ist in diesem Fall voll ausgesteuert (0 dBFS). Damit stimmt die Beziehung
AD-Wandler zu gewähltem Referenz-Ausgangspegel.
• Werden +19 dBu angelegt muss der Micstasy auf +2 dB Gain gestellt werden, damit 19 dBu
am Ausgang erscheinen und der AD-Wandler voll ausgesteuert ist.
Bei Wahl von +13 beträgt die Abweichung -8 dB, bei +24 dagegen +3 dB.
Würde man die analoge Ausgangsreferenz +24 noch mit berücksichtigen, hätte der Micstasy
übrigens einen Gain Range von 90 dB.
48
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
18.4 Latenz und Monitoring
Der Begriff Zero Latency Monitoring wurde 1998 von RME mit der DIGI96 Serie eingeführt
und beschreibt die Fähigkeit, das Eingangssignal des Rechners am Digital-Interface direkt zum
Ausgang durchzuschleifen. Seitdem ist die dahinter stehende Idee zu einem der wichtigsten
Merkmale modernen Harddisk Recordings geworden. Im Jahre 2000 veröffentlichte RME zwei
wegweisende Tech Infos zum Thema Low Latency Hintergrund, die bis heute aktuell sind: Monitoring, ZLM und ASIO, sowie Von Puffern und Latenz Jitter, zu finden auf der RME Website.
Wie Zero ist Zero?
Rein technisch gesehen gibt es kein Zero. Selbst das analoge Durchschleifen ist mit Phasenfehlern behaftet, die einer Verzögerung zwischen Ein- und Ausgang entsprechen. Trotzdem
lassen sich Verzögerungen unterhalb bestimmter Werte subjektiv als Null-Latenz betrachten.
Das analoge Mischen und Routen gehört dazu, RMEs Zero Latency Monitoring unseres Erachtens auch. RMEs digitale Receiver verursachen aufgrund unvermeidlicher Pufferung und nachfolgender Ausgabe über den Transmitter eine typische Verzögerung von 3 Samples über alles.
Das entspricht bei 44.1 kHz etwa 68 µs (0,000068 s), bei 192 kHz noch 15 µs.
Oversampling
Während man die Verzögerung der digitalen Schnittstellen relativ vergessen kann, ist bei Nutzung der analogen Ein- und Ausgänge eine nicht unerhebliche Verzögerung vorhanden. Moderne Chips arbeiten mit 64- oder 128-facher Überabtastung und digitalen Filtern, um die fehlerbehafteten analogen Filter möglichst weit aus dem hörbaren Frequenzbereich zu halten.
Dabei entsteht eine Verzögerung von circa 40 Samples, knapp einer Millisekunde. Ein Abspielen und Aufnehmen einer Spur über DA und AD (Loopback) führt so zu einem Offset der neuen
Spur von circa 2 ms.
Low Latency!
Der Micstasy benutzt einen sehr hochwertigen AD-Wandler von Cirrus Logic, mit herausragendem Rauschabstand und Klirrfaktor. Was ihn aber besonders von allen anderen ADCs unterscheidet ist sein innovatives digitales Filter, welches erstmals eine Verzögerung von nur 12
Samples in Single Speed, 9 Samples in Double Speed, und 5 (!) Samples in Quad Speed verursacht. Die genauen Verzögerungen durch die AD-Wandlung beim Micstasy sind:
Samplefrequenz kHz
44.1
48
AD (12 x 1/fs) ms
0,27
0,25
AD (9 x 1/fs) ms
AD (5 x 1/fs) ms
88.2
96
0,1
0,09
176.4
192
0,028
0,026
Diese Werte sind weniger als ein Viertel dessen was selbst deutlich teurere Geräte aufweisen,
und damit ein wichtiger Schritt zur weiteren Reduzierung der Latenz im rechnergestützten Studio. Bei DS und QS kann man die hier erzeugte Latenz schlicht komplett vergessen. Mit dem
ADI-8 QS steht übrigens ein passender DA-Wandler mit 5 bis 10 Samples Delay bereit, um
analoges Digital-Monitoring in echtes Analog-Monitoring zu verwandeln.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
49
18.5 DS - Double Speed
Nach Aktivierung des Double Speed Modus arbeitet der Micstasy mit doppelter Samplefrequenz. Die interne Clock 44.1 kHz wird zu 88.2 kHz, 48 kHz zu 96 kHz. Die interne Auflösung
beträgt weiterhin 24 Bit.
Samplefrequenzen oberhalb 48 kHz waren nicht immer selbstverständlich – und konnten sich
wegen des alles dominierenden CD-Formates (44.1 kHz) bis heute nicht auf breiter Ebene
durchsetzen. Vor 1998 gab es überhaupt keine Receiver/Transmitter-Schaltkreise, welche mehr
als 48 kHz empfangen oder senden konnten. Daher wurde zu einem Workaround gegriffen:
statt zwei Kanälen überträgt eine AES-Leitung nur noch einen Kanal, dessen gerade und ungerade Samples auf die ursprünglichen Kanäle Links/Rechts verteilt werden. Damit ergibt sich die
doppelte Datenmenge, also auch doppelte Samplefrequenz. Zur Übertragung eines StereoSignales sind demzufolge zwei AES/EBU-Anschlüsse erforderlich.
Diese Methode der Übertragung wird in der professionellen Studiowelt als Double Wire bezeichnet, und ist unter dem Namen S/MUX (Sample Multiplexing) auch in Zusammenhang mit
der ADAT-Schnittstelle bekannt.
Erst im Februar 1998 lieferte Crystal die ersten 'Single Wire' Receiver/Transmitter, die auch mit
doppelter Samplefrequenz arbeiteten. Damit konnten nun auch über nur einen AES/EBU Anschluss zwei Kanäle mit je 96 kHz übertragen werden.
Doch Double Wire ist deswegen noch lange nicht tot. Zum einen gibt es nach wie vor viele Geräte, die nicht mehr als 48 kHz beherrschen, z.B. digitale Bandmaschinen. Aber auch andere
aktuelle Schnittstellen wie ADAT und TDIF nutzen weiterhin diesen Modus.
Da die ADAT-Schnittstelle seitens der Interface-Hardware keine Samplefrequenzen über 48
kHz ermöglicht, wird im DS-Betrieb vom Micstasy automatisch das Sample Multiplexing aktiviert. Die Daten eines Kanals werden nach folgender Tabelle auf zwei Kanäle verteilt:
Original
DS Signal
Port
1
1/2
1
2
3/4
1
3
5/6
1
4
7/8
1
5
1/2
2
6
3/4
2
7
5/6
2
8
7/8
2
Da das Übertragen der Daten doppelter Samplefrequenz mit normaler Samplefrequenz (Single
Speed) erfolgt, ändert sich am ADAT-Ausgang nichts, dort stehen also in jedem Fall nur 44.1
kHz oder 48 kHz an.
18.6 QS – Quad Speed
Aufgrund der geringen Verbreitung von Geräten mit Samplefrequenzen bis 192 kHz, wohl aber
noch mehr wegen des geringen praktischen Nutzens solcher Auflösungen (CD...), konnte sich
Quad Speed bisher nur in wenigen Geräten durchsetzen. Eine Implementierung im ADATFormat als doppeltes S/MUX (S/MUX4) ergibt nur noch 2 Kanäle pro optischem Ausgang. Daher ist der Micstasy an den ADAT-Ausgängen bei Quad Speed auf vier Kanäle begrenzt.
An den AES-Ausgängen stehen 192 kHz nur im Single Wire Verfahren bereit.
50
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
18.7 AES/EBU - SPDIF
Die wichtigsten elektrischen Eigenschaften von 'AES' und 'SPDIF' sind in der Tabelle zu sehen.
AES/EBU ist die professionelle, symmetrische Verbindung mit XLR-Steckverbindern. Basierend
auf der AES3-1992 wird der Standard von der Audio Engineering Society festgelegt. Für den
'home user' haben Sony und Philips auf symmetrische Verbindungen verzichtet, und benutzen
entweder Cinch-Stecker oder optische Lichtleiterkabel (TOSLINK). Das S/P-DIF (Sony/Philips
Digital Interface) genannte Format ist in der IEC 60958 festgelegt.
Typ
Verbindung
Betriebsart
Impedanz
Pegel
Clock Genauigkeit
AES3-1992
XLR
Symmetrisch
110 Ohm
0,2 V bis 5 Vss
nicht spezifiziert
Jitter
< 0.025 UI (4.4 ns @ 44.1 kHz)
IEC 60958
RCA / Optisch
Unsymmetrisch
75 Ohm
0,2 V bis 0,5 Vss
I: ± 50ppm
II: 0,1%
III: Variable Pitch
nicht spezifiziert
Neben den elektrischen Unterschieden besitzen die beiden Formate aber auch einen geringfügig anderen Aufbau. Zwar sitzen die Audioinformationen an der gleichen Stelle im Datenstrom,
weshalb beide Formate prinzipiell kompatibel sind. Es existieren jedoch auch Informationsblöcke, die sich in beiden Normen unterscheiden. In der Tabelle wurde die Bedeutung des Byte 0
für beide Formate übereinander gestellt. Im ersten Bit erfolgt bereits eine Festlegung, ob die
folgenden Bits als Professional oder Consumer zu verstehen sind.
Byte
0
0
Mode
Pro
Con
Bit 0
P/C
P/C
1
Audio?
Audio?
2
3
4
5
Emphasis
Locked
Copy
Emphasis
6
7
Sample Freq.
Mode
Wie zu sehen ist unterscheiden sich die Bedeutungen der nachfolgenden Bits in beiden Formaten ganz erheblich. Wenn ein Gerät, wie ein handelsüblicher DAT-Rekorder, nur einen SPDIF
Eingang besitzt, versteht es normalerweise auch nur dieses Format. Es schaltet daher meist bei
Zuführung von Professional-Daten ab. Wie die Tabelle zeigt würde ein Professional-kodiertes
Signal bei Verarbeitung durch ein nur Consumer Format verstehendes Gerät zu Fehlfunktionen
im Kopierschutz und der Emphasis führen.
Viele Geräte mit SPDIF-Eingang verstehen heutzutage auch das Professional Format. Geräte
mit AES3-Eingang akzeptieren (mittels Kabeladapter) fast immer auch Consumer SPDIF.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
51
18.8 Rauschabstand im DS- / QS-Betrieb
Der hervorragende Rauschabstand der AD-Wandler des Micstasy lässt sich auch ohne teures
Mess-Equipment verifizieren, z.B. mittels der Aufnahme-Pegelanzeigen diverser Software. Bei
Umschaltung in den DS- und QS-Betrieb steigt das angezeigte Grundrauschen jedoch von circa
-115 dBFS auf circa -112 dBFS bei 96 kHz, und –79 dBFS bei 192 kHz. Hierbei handelt es sich
um keinen Fehler. Bei dieser Art der Pegelmessung wird das Rauschen im gesamten Frequenzbereich erfasst, bei 96 kHz Samplefrequenz also von 0 Hz bis 48 kHz (RMS unbewertet),
bei 192 kHz von 0 Hz bis 96 kHz.
Wird der Messbereich dagegen bei 192 kHz Samplerate auf 22 kHz (Audio-Bandpass, bewertet) begrenzt, ergibt sich wieder ein Wert von -115 dBFS. Dies ist auch mit RMEs Windows-Tool
DIGICheck nachvollziehbar. Zwar weist der dort präsentierte A-bewertete Wert keine so gute
Bandbegrenzung wie ein Audio-Bandpass auf, dennoch ist er mit –107 dBFS fast identisch mit
dem bei 48 kHz erzielten Wert.
Der Grund für dieses Verhalten ist das Noise-Shaping der AD-Wandler. Sie erreichen ihren
hervorragenden Klang, indem sie Störprodukte in den unhörbaren Frequenzbereich über 45
kHz verschieben. Dort nimmt das Rauschen also leicht zu. Aufgrund des hohen Energiegehaltes hochfrequenten Rauschens, sowie der vervierfachten Bandbreite, ergibt sich bei einer breitbandigen Messung ein deutlich verringerter Rauschabstand, während sich der hörbare
Rauschanteil nicht im Geringsten verändert.
Wie im Bild zu sehen ist bleibt das Grundrauschen bis 45 kHz vollkommen unverändert. Bei
Samplefrequenzen bis 96 kHz erfolgt das Noise-Shaping komplett außerhalb des Übertragungsbereiches.
52
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
18.9 MADI Basics
MADI, das serielle Multichannel Audio Digital Interface, wurde auf Wunsch von mehreren Firmen bereits 1989 als Erweiterung des existierenden AES3-Standards definiert. Das auch als
AES/EBU bekannte Format, ein symmetrisches Bi-Phase Signal, ist auf 2 Kanäle begrenzt.
MADI enthält vereinfacht gesagt 28 solcher AES/EBU Signale seriell, also hintereinander, und
kann dabei noch +/-12,5 % in der Samplefrequenz variieren. Dabei wird von einer Datenrate
von knapp 100 Mbit/s ausgegangen, die nicht überschritten werden darf.
Da in der Praxis aber eher von einer festen Samplefrequenz ausgegangen werden kann, wurde
im Jahre 2001 der 64-Kanal Modus offiziell eingeführt. Dieser erlaubt eine maximale Samplefrequenz von 48 kHz +ca. 1%, entsprechend 32 Kanälen bei 96 kHz, ohne die festgelegten 100
Mbit/s zu überschreiten. Die effektive Datenrate an der Schnittstelle beträgt aufgrund zusätzlicher Kodierung 125 Mbit/s.
Ältere Geräte verstehen und generieren daher nur das 56-Kanal Format. Neuere Geräte arbeiten häufig im 64-Kanal Format, stellen nach außen aber nur 56 Audiokanäle zur Verfügung. Der
Rest wird zur Übertragung von Steuerbefehlen für Mischpultautomationen etc. verbraten. Dass
es auch anders geht zeigt RME mit der unsichtbaren Übertragung von 16 MIDI Kanälen und
des seriellen RS232 Datenstromes, wobei das 64-kanalige MADI-Signal weiterhin vollkommen
kompatibel ist.
Zur Übertragung des MADI-Signals wurden bewährte Methoden und Schnittstellen aus der
Netzwerktechnik übernommen. Unsymmetrische (koaxiale) Kabel mit BNC-Steckern und 75
Ohm Wellenwiderstand sind den meisten bekannt, preisgünstig und leicht beschaffbar. Wegen
der kompletten galvanischen Trennung ist die optische Schnittstelle jedoch viel interessanter –
für viele Anwender jedoch ein Buch mit 7 Siegeln, denn nur wenige haben jemals mit Schaltschränken voller professioneller Netzwerktechnik zu tun gehabt. Daher nachfolgend ein paar
Erläuterungen zum Thema 'MADI optisch'.
•
Die zu verwendenden Kabel sind Standard in der Computer-Netzwerktechnik. Daher sind
sie auch alles andere als teuer, jedoch leider nicht in jedem Computer-Geschäft erhältlich.
•
Die Kabel sind mit einer internen Faser von nur 50 oder 62,5 µm aufgebaut, sowie einer
Umhüllung von 125 µm. Sie heißen daher Netzwerkkabel 62,5/125 oder 50/125, erstere
meist blau, letztere meist orange. Obwohl nicht immer explizit erwähnt handelt es sich
grundsätzlich um Glasfaserkabel. Plastik-Faser-Kabel (POF, Plastic Optical Fiber) sind in
solch kleinen Durchmessern nicht zu fertigen.
•
Die verwendeten Stecker sind ebenfalls Industrie-Standard, und heißen SC. Bitte nicht mit
ST verwechseln, die ähnlich aussehen wie BNC-Stecker und geschraubt werden. Frühere
Stecker (MIC/R) waren unnötig groß und werden daher praktisch nicht mehr verwendet.
•
Die Kabel gibt es als Duplex-Variante (2 x 1 Kabel, meist nur an wenigen Stellen zusammengeschweißt), oder als Simplex (1 Kabel). Das Optomodul des Micstasy unterstützt beide
Varianten.
•
Die Übertragungstechnik arbeitet im sogenannten Multimode-Verfahren, welches Kabellängen bis knapp 2 km erlaubt. Single Mode erlaubt weitaus größere Längen, nutzt mit 8 µm
aber auch eine vollkommen anders dimensionierte Faser. Das optische Signal ist übrigens
wegen der verwendeten Wellenlänge von 1300 nm für das menschliche Auge unsichtbar.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
53
18.10 SteadyClock
Die SteadyClock Technologie des Micstasy garantiert exzellentes Verhalten in allen ClockModi. Aufgrund der effizienten Jitterunterdrückung kann der Micstasy jegliches Clocksignal
säubern, auffrischen, und als Referenzclock am Wordclock-Ausgang bereitstellen.
Üblicherweise besteht eine Clock-Sektion aus einer analogen PLL für externe Synchronisation,
und verschiedenen Quarzen für interne Synchronisation. SteadyClock benötigt nur noch einen
Quarz, dessen Frequenz ungleich der von Digital-Audio ist. Modernste Schaltungstechniken wie
Hi-Speed Digital Synthesizer, Digital-PLL, 100 MHz Abtastfrequenz und analoge Filterung erlauben es RME, eine vollkommen neu entwickelte Clock-Technologie kosten- und platzsparend
direkt im FPGA zu realisieren, deren Verhalten professionelle Wünsche befriedigt. Trotz ihrer
bemerkenswerten Merkmale ist SteadyClock vergleichsweise schnell. Es lockt sich in Sekundenbruchteilen auf das Eingangssignal, folgt auch schnellen Varipitch-Änderungen phasengenau, und lockt sich direkt im Bereich 28 kHz bis 200 kHz.
SteadyClock wurde ursprünglich entwickelt, um aus der sehr stark schwankenden MADI-Clock, also dem Referenzsignal innerhalb des MADIDatenstromes, eine stabile und saubere Clock zurückzugewinnen. Die in
MADI enthaltene Referenz schwankt
wegen der zeitlichen Auflösung von
125 MHz mit rund 80 ns. Eine übliche
Clock hat dagegen weniger als 5 ns
Jitter, eine sehr gute sogar weniger als
2 ns.
Im nebenstehenden Bild ist oben das
mit 80 ns Jitter versehene MADIEingangssignal zu sehen (gelb). Dank
SteadyClock wird daraus eine Clock
mit weniger als 2 ns Jitter (blau).
Mit den anderen Eingangssignalen
des
Micstasy,
Wordclock
und
AES/EBU, ist ein solch hoher Wert
sehr unwahrscheinlich. Es zeigt aber,
dass SteadyClock grundsätzlich in der
Lage ist mit solch extremen Werten
umzugehen.
Im nebenstehenden Bild ist ein mit
circa 50 ns extrem verjittertes Wordclock-Signal zu sehen (obere Linie,
gelb). Auch hier bewirkt SteadyClock
eine extreme Säuberung, die gefilterte
Clock weist weniger als 2 ns Jitter auf
(untere Linie, Blau).
Das gesäuberte und von Jitter befreite Signal kann bedenkenlos in jeglicher Applikation als
Referenz-Clock benutzt werden. Das von SteadyClock prozessierte Signal wird natürlich nicht
nur intern benutzt, sondern ist auch am Wordclockausgang des Micstasy verfügbar. Es dient
außerdem zur Taktung der digitalen Ausgänge MADI und AES/EBU.
54
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
19. Blockschaltbild
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
55
20. MIDI Implementation Micstasy
20.1 Basic SysEx Format
Value
F0h
00h 20h 0Dh
68h
00h..7Eh, 7Fh
mm
nn
oo
F7h
Name
SysEx header
MIDITEMP manufacturer ID
Model ID (Micstasy)
Bank number / device ID (7Fh = broadcast, all IDs)
Message type
Parameter number (see table 1)
Data byte
EOX
Bank Number / Device ID
The lower nibble refers to the device ID (0..7), the higher nibble refers to the bank number
(0..7), e. g. 25h means bank 2, device 5. 7Fh addresses all banks and all devices.
20.2 Message Types
Value
10h
11h
20h
30h
31h
Name
Request value
Request level meter data
Set value
Value response
Level meter data response
Request Value
Format: F0 00 20 0D 68 (bank no. / dev ID) 10 F7
This string triggers a complete dump of all value response data bytes.
Value Response
After being triggered by receiving a request value command, device sends a string of all value
response data bytes. Message type is set to 30h.
Set Value
Sets any number of parameters.
nn / oo can be repeated freely.
Request Level Meter Data
Format: F0 00 20 0D 68 (Bank no. / dev ID) 11 F7
This string triggers a shorter dump of only the level meter data.
Level Meter Response
After being triggered by receiving a request level meter data command, device sends a string of
all level meter data bytes. Message type is set to 31h.
Level Meter Data Response Format
F0 00 20 0D 68 (bank no. / dev ID) 31 (ch.1) (ch.2) (ch.3) (ch.4) (ch.5) (ch.6) (ch.7) (ch.8) F7
The peak level value will be stored and transmitted with the next level meter data request,
and the stored value will be reset.
56
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
20.3 Tabelle
Set
Val.
No.
No.
Name
00h
01h
02h
03h
04h
05h
06h
07h
08h
09h
0Ah
0Bh
0Ch
0Dh
0Eh
0Fh
10h
11h
12h
13h
14h
15h
16h
17h
18h
19h
1Ah
1Bh
1Ch
1Dh
1Eh
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Ch. 1 Gain coarse
Ch. 1 Gain fine
Ch. 1 settings
Ch. 2 Gain coarse
Ch. 2 Gain fine
Ch. 2 settings
Ch. 3 Gain coarse
Ch. 3 Gain fine
Ch. 3 settings
Ch. 4 Gain coarse
Ch. 4 Gain fine
Ch. 4 settings
Ch. 5 Gain coarse
Ch. 5 Gain fine
Ch. 5 settings
Ch. 6 Gain coarse
Ch. 6 Gain fine
Ch. 6 settings
Ch. 7 Gain coarse
Ch. 7 Gain fine
Ch. 7 settings
Ch. 8 Gain coarse
Ch. 8 Gain fine
Ch. 8 settings
Setup 1
Setup 2
Lock / Sync Info
Memory Save
Memory Recall
Set Bank No. / Dev. ID
Oscillator
Gain Fine Settings
(Channel 1)
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
0..85 = -9..+76dB, 1dB steps
(see gain fine settings table)
(see channel settings table)
(see setup 1 table)
(see setup 2 table)
(see lock / sync table)
0 = idle, 1..8 save memory 1..8
0 = idle, 1..8 recall memory 1..8
00h..77h, 7Fh
0 = off, 1..8 = Channel 1..8
MSB
/7
6
0
Display auto dark: 0 = off, 1 = on
(Request only)
5
(Request only)
(Request only)
4
3
(Request only)
2
(Channels 2…8)
Val.
Resp. Data bytes
1
LSB /
0
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
MSB /
3
Level: 0 = < -70dBFS peak
Level: 1..12 = < -60 / -50 / -42 / -36 / -30 /
/2
-24 /
/1
Level: -18 / -12 / -6 / -3 / -1 / -0.1 dBFS
LSB /
0
Level: 13 = > -0.1 dBFS (over)
AutoSet Link: 0 = off, 1 = link to lower
channel
Channel 1: digital out AES/ADAT
0 = analog, 1 = Option
Gain fine: 0 = 0dB, 1 = +0.5dB
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
57
Channel Settings
MSB / 7
6
5
0
P48: 0 = off, 1 = on
Phase: 0 = normal, 1 = inverted
M/S: 0 = off, 1 = on (set only ch. 1, 3, 5,
7)
Lo Cut: 0 = off, 1 = on
Autoset: 0 = off, 1 = on
Hi Z: 0 = off, 1 = on
Input: 0 = rear, 1 = front
4
3
2
1
LSB / 0
18h
Setup 1
MSB / 7
(don't care for
clock sel > 0)
19h
Setup 2
6
5
4
3
MSB / 1
LSB / 0
MSB / 1
LSB / 0
2
1
MSB / 1
LSB / 0
LSB / 0
int. freq.: 0 = 44.1kHz, 1 = 48kHz
MSB / 7
6
5
0
Auto-Device: 0 = off, 1 = on
Delay Compensation: 0 = off, 1 = on
Autoset-Limit: 0 = -1dB, 1 = -3dB, 2 = 6dB,
3 = -12dB
Follow Clock: 0 = off, 1 = on
Peak Hold: 0 = off, 1 = on
Lock Keys: 0 = unlock, 1 = lock
4
3
2
1
LSB / 0
1Ah
Lock / Sync
0
analog output: 0 = +13dBu, 1 =
+19dBu,
analog output: 2 = +24dBu
clock select: 0 = int., 1 = Option,
clock select: 2 = AES, 3 = WCK
clock range: 0 = single speed, 1 = ds, 2
= qs
clock range
MSB / 1
LSB / 0
MSB / 7
6
5
4
3
2
1
LSB / 0
0
WC Out: 0 = Fs, 1 = Single Speed
WCK Sync: 0 = no sync, 1 = sync
WCK Lock: 0 = unlock, 1 = lock
AES Sync: 0 = no sync, 1 = sync
AES Lock: 0 = unlock, 1 = lock
Option Sync: 0 = no sync, 1 = sync
Option Lock: 0 = unlock, 1 = lock
MSB / 7
6
5
4
3
MSB / 3
2
1
LSB / 0
/2
/1
LSB / 0
0
0
0
0
Level: 0 = < -70dBFS peak
Level: 1..12 = < -60 / -50 / -42 / -36 /
-30 / -24 /
Level: -18 / -12 / -6 / -3 / -1 / -0.1 dBFS
Level: 13 = > -0.1 dBFS (over)
Request Level Meter Data
Level Meter Data
58
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
20.4 Pro Tools MIDI Kompatibilität
Der Micstasy ist kompatibel zu Digidesigns Pro Tools System. Die erweiterte Funktionalität des
Micstasy (z.B. eine deutlich feinere Gain-Abstufung) steht hier leider nicht zur Verfügung, da
das Protokoll keine entsprechenden Befehle aufweist.
Das Pro Tools MIDI Protokoll arbeitet mit einfachen Controller Messages, und ist daher ungeschützt. Andere MIDI Geräte wie Keyboards etc. dürfen nicht auf der gleichen MIDI Leitung
aktiv sein, sonst kommt es mit ziemlicher Sicherheit zur Verstellung diverser Parameter im
Micstasy. Daher ist die Pro Tools Kompatibilität per Default deaktiviert, und über das Setup
Menü bei Bedarf explizit einzuschalten.
MIDI channel
1
2
3
4
5
6
7
8
Bank
1
1
1
1
1
1
1
1
ID
1
2
3
4
5
6
7
8
MIDI channel
9
10
11
12
13
14
15
16
Bank
2
2
2
2
2
2
2
2
ID
1
2
3
4
5
6
7
8
Um mehr als einen Micstasy
aus Pro Tools heraus fernzusteuern ist die Bank und ID der
Geräte entsprechend nebenstehender Tabelle einzustellen.
Micstasy / Pro Tools Mic Pre MIDI Tabelle italic: PT parameters, not used
BXh cc vv
X = Device ID + Bank ID
Bank 1 Device 1 .. Bank 2 Device 8
cc = Controller
high nibble channel (0 = ch.1, 7 = ch.8)
low nibble parameter
vv = Value
BXh 0Eh = reset to default
Yc
Name
(Y = channel (0 = ch. 1, 7
= ch. 8))
vv
Y0h
Input Source
Y1h
Y2h
Y3h
Input Impedance
PAD 18dB
Insert
Phantom Power
48V
Phase
Low Cut
Mute
Gain (coarse)
00h = mic / line (rear),
01h = line (front)
02h = instrument (front)
00h = 2k, 02h = 1M (01h not used)
00h = no PAD, 7Fh = PAD 18dB
not used
Y4h
Y5h
Y6h
Y7h
Y9h
00h = off, 7Fh = on
00h = normal, 7Fh = inverted
00h = off, 7Fh = on
not used
00h = 0dB, 01h = +3dB, ..., 19h = +75dB
(orig. PT 00h...17h = 0dB...+69dB)
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
59
20.5 Yamaha MIDI Kompatibilität
Seit Firmware 2.0 ist der Micstasy direkt kompatibel zum Yamaha Mischpult PM5D. Er reagiert
auf dessen Sysex Kommandos. Einstellbar sind: Input Gain in Schritten von 1 dB (Gain range 9 bis +63 dB) und Phantomspeisung pro Kanal.
Die Yamaha Konsolen DM1000 / DM2000 sind nicht direkt kompatibel, können aber trotzdem
mehrere Micstasy per MIDI kontrollieren. Dazu ist die MIDI Remote Layer Funktion der Konsolen so einzurichten dass sie dem SysEx Remote Protokoll des Micstasy entspricht.
Der folgende Text zeigt wie die notwendigen Einstellungen vorzunehmen sind.
DM1000
Auf der Seite ‘Setup – MIDI/Host’ ist ‘MIDI’ für den zu verwendenden Remote Layer auszuwählen. Die Auswahl unbedingt mit ‘Enter’ bestätigen!
Auf der Seite ‘Remote 1’ oder ‘Remote 2’ sind die unten beschriebenen SysEx Befehle für jeden Kanal einzugeben. In der ‘Layer’ Sektion ist der Layer ‘Remote 1’ oder ‘Remote 2’, und der
jeweilige Kanal mit dem ‘Select’ Knopf auszuwählen.
60
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
DM2000
Auf der Seite ‘Setup – MIDI/Host’ ist ‘MIDI’ für den zu verwendenden Remote Layer auszuwählen. Die Auswahl unbedingt mit ‘Enter’ bestätigen!
Auf den Remote Seiten 1 bis 4 sind die unten beschriebenen SysEx Befehle für jeden Kanal
einzugeben. In der ‘Layer’ Sektion ist der Remote Layer 1 bis 4 zu selektieren, und der jeweilige
Kanal mit dem ‘Select’ Knopf auszuwählen.
Wir empfehlen die Verwendung der Encoder um die Micstasy Gains einzustellen. Leider müssen die genannten Einstellungen vollständig pro Kanal, also insgesamt acht mal, durchgeführt
werden.
Im Encoder-Feld der Remote Seite sind die folgenden MIDI Bytes einzufügen:
F0, 00, 20, 0D, 68, (bank / ID), 20, (channel gain coarse), ENC, (channel gain fine), 00, F7,
END
Für die erste Gruppe von 8 Kanälen (Micstasy Bank = 1, ID = 1), ist Bank / ID auf 00 zu setzen,
für die zweite Gruppe von 8 Kanälen (Micstasy Bank = 1, ID = 2), ist Bank / ID auf 01 zu setzen,
und so weiter.
Die Bänke 2 bis 8 werden bei Bedarf mit den Werten Bank / ID 1x bis 7x adressiert.
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
61
Die ‘channel gain coarse’ und ‘channel gain fine’ Bytes sind nach der folgenden Tabelle zu setzen:
Channel
1
2
3
4
5
6
7
8
coarse
00
03
06
09
0C
0F
12
15
fine
01
04
07
0A
0D
10
13
16
Hinweis: Das Setzen des ‘channel gain fine’ Byte auf 00 wie oben beschrieben deaktiviert die
Funktion AutoSet. Dies ist notwendig, da es keine Rückmeldung der Micstasy Gain Settings an
die Konsole gibt. Ohne ein Deaktivieren von AutoSet wird jeder von AutoSet veränderte Gain
vom Konsolenwert überschrieben, sobald ein Encoder bewegt oder ein Scene Memory geladen
wird.
Beispiele
Micstasy No. 1, Channel 1:
F0
00
20
ENC
01
00
0D
F7
68
END
00
20
00
Micstasy No. 1, Channel 2:
F0
00
20
ENC
04
00
0D
F7
68
END
00
20
03
Micstasy No. 2, Channel 3:
F0
00
20
ENC
07
00
0D
F7
68
END
01
20
06
Micstasy No. 3, Channel 4:
F0
00
20
ENC
0A
00
0D
F7
68
END
02
20
09
62
Bedienungsanleitung Micstasy © RME
Was this manual useful for you? yes no
Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

Download PDF

advertisement