Sicherheit und Gesundheit in Handwerksbetrieben

Sicherheit und Gesundheit in Handwerksbetrieben
Klein, aber fein!
Sicherheit und Gesundheit in Handwerksbetrieben –
Tipps und Infos für Betriebsinhaber
Strahlungsarmer Monitor? Mobbing? Geräuschemissionen? Umgang
mit Gefahrstoffen? Stress? Arbeitszeitmodelle? Sie haben eine Frage
zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit?
Fragen Sie uns! In unseren Wissensspeichern findet sich garantiert die
Antwort. Und falls nicht, fragen wir für Sie einen unserer 200 Experten
im Haus. Wir sind für Sie da – kompetent, schnell, zuverlässig!
Service-Telefon 01 80.321 4 321
Montag bis Freitag von 8.00 – 16.30 Uhr (0,09 €/Minute aus dem nationalen Festnetz der Deutschen Telekom AG)
Fax 01 80.321 8 321
(0,09 €/Minute aus dem nationalen Festnetz der Deutschen Telekom AG)
E-Mail [email protected]
Internet www.baua.de
Klein, aber fein!
Sicherheit und Gesundheit in Handwerksbetrieben –
Tipps und Infos für Betriebsinhaber
KLEIn,
ABEr FEIn!
Inhalt
3
5
1 Gesund im Handwerk!
(K)ein Thema für Sie?
9
2 Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren im Handwerk
9
Körperliche Belastungen
14
Umgebungsbelastungen
19
Psychische Belastungen
22
Sucht am Arbeitsplatz
27
3 Arbeits- und Gesundheitsschutz in Handwerksbetrieben
Analyse – Planung – Praxis
28
Die Gefährdungsbeurteilung
32
Arbeitssituationsanalyse
33
Krankenstandsanalysen
35
2
Vorwort
4 Mit 60plus im Betrieb? Demographischer Wandel und die Zukunft der Arbeit
36
Lösungsansätze
38
Literatur
38
Nützliches im Netz
40
Checklisten
KLEIn,
ABEr FEIn!
Vorwort
Arbeits- und Gesundheitsschutz in kleinen Handwerksbetrieben sollten eigentlich selbstverständlich sein! Sind sie aber leider nicht immer und
überall. Zu teuer, zu aufwendig, zu kompliziert –
so der oft zu hörende Tenor. Denken Sie auch so?
Dann sollten Sie umdenken, schließlich geht’s
um Ihre Wettbewerbsfähigkeit und letztlich um
Ihre wirtschaftliche Zukunft. Denn wer soll sich
mit ganzer Kraft für Ihren Handwerksbetrieb einsetzen, wenn nicht Ihre Mitarbeiter? Das können
sie aber nur, wenn sie gesund, leistungsfähig und
motiviert sind! Und dafür können Sie sorgen. Sie
wissen nicht, wo anfangen? Kein Problem, die
vorliegende Broschüre zeigt Ihnen, worauf es
ankommt – knapp, übersichtlich und praxisorientiert. Schließlich haben Sie ja noch anderes
zu tun ...
Dabei verfolgt die Broschüre das Ziel, Ihnen
einen Überblick über wichtige Themen des
Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu geben und
Sie mit Basisinformationen und praktischen
Tipps zu versorgen, mit denen Sie Ihren Betrieb
in Sachen Sicherheit und Gesundheit nach vorne
bringen können. Dabei helfen können auch die
angegebenen Internet-Links sowie die Literaturangaben, die Sie zu jedem Thema finden.
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KLEIn,
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ABEr FEIn!
KLEIn,
ABEr FEIn!
1 Gesund im Handwerk!
(K)ein Thema für Sie ?
Handwerk mit goldenem Boden?
Die ca. 660.000 Handwerksbetriebe in Deutschland tragen rund 8 Prozent zur deutschen Bruttowertschöpfung bei – wahrlich kein Pappenstiel!
Zudem ist das Handwerk mit rund 4,25 Millionen
Erwerbstätigen ein bedeutender Arbeitgeber
und bietet mit seinen Ausbildungsplätzen rund
500.000 jungen Menschen Zukunft und Perspektive.
Verschiedene Entwicklungen auf den nationalen und internationalen Märkten haben allerdings
seit 1995 zu hohen Umsatz- und Beschäftigungseinbußen im Handwerk geführt. Den Herausforderungen kann dabei nicht nur mit technischen neuerungen oder Einsparungen begegnet
werden. Vielmehr muss ein umfassendes Qualitäts- und Personalmanagement dafür sorgen,
dass das Handwerk auch in Zukunft seinen goldenen Boden behält.
Die Planung und Umsetzung von Arbeits- und
Gesundheitsschutz können insofern auch und
gerade für die kleineren Betriebe ein echter Wettbewerbsvorteil sein, indem sie dazu beitragen,
– betriebliche Fehlzeiten abzubauen und damit
die betrieblichen Kosten zu senken,
– die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu verbessern und damit die Produktivität und Qualität der Arbeit zu steigern,
– über die Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen eine Optimierung der betrieblichen Produktionsprozesse, der Ablauforganisation und der internen Kommunikation zu
erreichen sowie
– die Motivation der Mitarbeiter, das Arbeitsklima
sowie das Image des Betriebs zu verbessern.
Wie eine solche Planung angegangen und gestaltet werden kann, welche maßgeblichen Fragen
und Vorgaben sie berücksichtigen sollte und von
wem Unterstützung und weiterführendes
Expertenwissen einzuholen sind – eben dazu
bietet diese Broschüre wichtige Hilfestellungen
und Anregungen.
Sicherheit und Gesundheit im Betrieb:
Wer etwas davon hat
nicht nur die Vorgaben des Gesetzgebers machen
das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz zu
einem vordringlichen Thema. Auch aktuelle
Herausforderungen des Arbeitsalltags wie z. B.
KLEIn,
ABEr FEIn!
Anlässe, Vorgehen und
Ziele eines systematischen
Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements
(Quelle: IGES)
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erhöhte Krankenstände, Alkoholprobleme bei
Mitarbeitern oder das vorzeitige Ausscheiden
von Leistungsträgern erfordern einen aktiven und
aktivierenden Gesundheitsschutz. Dass optimaler
Gesundheitsschutz zu mehr Arbeitsmotivation
sowie zu effizienteren Abläufen und gesteigerter
Produktivität führen kann, ist zwar keine neue
Erkenntnis, aber eine, die nicht oft genug wiederholt werden kann: Gesundheit im Betrieb ist ein
wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg!
Dabei ist ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement kein Zufallsprodukt, sondern das
Ergebnis systematischen Vorgehens. An die
Ergebnisse der Ursachen- und Problemanalysen
lassen sich sinnvolle Maßnahmen des Arbeitsund Gesundheitsschutzes anschließen, die auch
den Mitarbeitern eine aktive rolle beim Gesundheitsschutz ermöglichen. Das Ganze ist übrigens
kein Prozess mit Anfang und Ende – zu verbessern gibt’s eigentlich immer etwas!
Belastung – Beanspruchung – Ressourcen
Anders als in der Alltagssprache wird in der
Arbeitswissenschaft unter ›Belastung‹ kein
unangenehmer Zustand verstanden; vielmehr
bezeichnet der Begriff Belastung neutral alle
Anforderungen, die von einer Tätigkeit oder der
Arbeitsumwelt ausgehen. Das kann das Heben
eines Gegenstandes ebenso sein wie die Überwachung eines technischen Vorgangs oder das
Führen eines Kundengespräches. Ebenso fallen
unter ›Belastung‹ Umgebungsfaktoren wie z. B.
Anlässe
Ursachenanalyse
Maßnahmen
Ziele
Gesetzliche
Anforderungen
Gefährdungsbeurteilungen
Abbau körperlicher,
psychischer und
Umgebungsbelastungen,
Unfallgefahren
Gesetzlich übertragener
Verantwortung
nachkommen
Gesundheitsbezogene
betriebliche Probleme
Krankenstandsanalysen,
Arbeitssituationsanalysen
Abbau von Belastungen,
Förderung von
gesundheitserhaltenden
Faktoren
Senkung des
Krankenstandes,
Verbesserung des
Wohlbefindens
Förderung der
betrieblichen Potenziale
Mitarbeitergespräche
und -befragungen,
Verbesserungsvorschläge
Verbesserung der
Kommunikation, des
Betriebsklimas, gesundes
Verhalten
Optimierung der
Arbeitsabläufe,
Verbesserung der
Arbeitsmotivation
GESUnD
Lärm, Staub oder Hitze. Unter ›Beanspruchung‹
wird dagegen die reaktion eines Organismus auf
eine entsprechende Anforderung, also auf eine
Belastung, verstanden. Auch dieser Begriff enthält keine Wertung, sondern bezeichnet lediglich
die reaktionen des Menschen auf eine Belastung.
Die reaktionen des arbeitenden Menschen auf
seine arbeitsbedingten Belastungen sind stets
individuell. Was dem einen schon ziemlich zusetzt, kann für den anderen noch eine ›normale‹
Beanspruchung sein. Verantwortlich dafür sind
die vorhandenen ressourcen, also die persönlichen und sozialen Voraussetzungen, die der
Beschäftigte in die Arbeitssituation einbringt
(Körperkraft, Stärke des Immunsystems, Stresstoleranz, persönliche wirtschaftliche und soziale
rahmenbedingungen usw.).
Da der Mensch den Anforderungen grundsätzlich nicht passiv ausgeliefert ist, sondern sie
unterschiedlich bewältigen kann, gehört – neben
dem Abbau von potenziell krank machenden
Belastungen – die Stärkung seiner ressourcen zu
den wichtigen Ansatzpunkten, um negative langfristige Beanspruchungsfolgen, wie z. B. StressSymptome, Erkrankungen, sinkende Arbeitsmotivation usw., zu vermeiden.
IM
H A n D W E r K ! (K ) E I n T H E M A
FÜr
SIE?
Verhältnis- und Verhaltensprävention
Wer Arbeitssituationen effektiv verbessern will,
kann hierfür zwei variable Größen beeinflussen:
Die Verhältnisse, unter denen gearbeitet wird
(ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes,
das Betriebsklima, die Arbeitsorganisation u. Ä.)
und das Verhalten der Beschäftigten, die durch
ihr eigenes Zutun zu gesundheitsfördernden
Arbeitsformen sowie zu ihrer Gesundheit generell beitragen können, z. B. durch die Beachtung
von Sicherheitshinweisen oder das Benutzen von
Schutzbrillen, Handschuhen usw. ebenso durch
gesunde Ernährung, ausreichenden Schlaf, Verzicht auf nikotin usw.
Maßnahmen der Verhältnis- bzw. Verhaltensprävention zum Abbau von Belastungen und Stärkung
von Ressourcen
(Quelle: IGES)
Belastungen
abbauen
Verhältnisprävention
Verhaltensprävention
ergonomische
Arbeitsplatzgestaltung
arbeitsplatzbezogene
rückenschule
Optimierung der Arbeitsorganisation
Unterweisungen
Zeitdruck vermindern
Anwendung von Hebehilfen
Zeitmanagement
Unfallgefahren beseitigen
Ressourcen
stärken
Handlungs-, Entscheidungsspielraum erhöhen
gute Kommunikation
flexible Arbeitszeitmodelle
Gesundheitsberatung
Betriebssport
Qualifizierung, Weiterbildung,
Training
gutes Betriebsklima
KLEIn,
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ABEr FEIn!
KLEIn,
ABEr FEIn!
2 Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren
im Handwerk
Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit bei
der Arbeit können in vielfältiger Form und Ausprägung auftreten. Einseitige Körperhaltungen,
schweres Heben und Tragen, Umgebungsbelastungen wie Kälte und nässe, Staub und
Lärm bis hin zu psychischen Belastungen wie
Termin- und Leistungsdruck oder ein schlechtes
Betriebsklima können das Wohlbefinden einschränken und Krankheiten verursachen. Klar,
dass dann nicht ›nur‹ die Gesundheit, sondern
auch die Arbeitsmotivation leidet ...
nun können in der vorliegenden Broschüre
nicht alle berufs- und tätigkeitsspezifischen Belastungen sowie die ganze Palette möglicher
Gegenmaßnahmen ausführlich vorgestellt werden. Aber der folgende Überblick über wichtige
branchenübergreifende Belastungsfaktoren und
exemplarische Checklisten zur internen Selbstbefragung bieten erste Analysemöglichkeiten sowie
mögliche Präventions- und Lösungsansätze.
Im Blickpunkt stehen dabei:
– körperliche Belastungen
– Umgebungsbelastungen
– psychische Belastungen
– Sucht am Arbeitsplatz
Körperliche Belastungen
Wenn von körperlichen Belastungen gesprochen
wird, sind in der regel Belastungen des Muskelund Skelettapparates gemeint. Dabei sind Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems in allen
Gewerbegruppen für den Großteil der krankheitsbedingten Ausfalltage verantwortlich. Das Spektrum möglicher Beschwerden und Erkrankungen
reicht dabei von rückenschmerzen, Verspannungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen.
Die Ursachen für solche Befindlichkeitseinschränkungen und Krankheiten sind vielfältig und
nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen.
KLEIn,
ABEr FEIn!
Oder hätten Sie gewusst, dass Dauerstress
rückenschmerzen verursachen kann? Die
folgende Tabelle gibt deshalb einen Überblick
über mögliche ›Übeltäter‹, welche die Gesundheit des Muskel-Skelett-System bedrohen:
Physische Einflussfaktoren
Arbeitsumgebung und -organisation
ständig wiederkehrende Bewegungen
gleichförmig sich wiederholende Tätigkeiten
kraftaufwendige manuelle Tätigkeiten
Lasten
falsche Körperhaltung
direkter mechanischer Druck auf Körperstellen
Körpervibrationen
Arbeitsrhythmus
Arbeitszeitvorgaben
Entlohnungssysteme
monotone Arbeit
Ermüdung
Arbeit in kalter Umgebung
psychosoziale Arbeitsfaktoren
Risikofaktoren für das Auftreten von
Muskel- und Skelett-Erkrankungen
Quelle: INQA: ›Leitfaden zur erfolgreichen
Durchführung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Betrieb‹ (2004)
Tipp
Leitfaden zur erfolgreichen Durchführung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Betrieb (2004). Schwerpunkt: Muskel-Skelett-Erkrankungen
Der im Auftrag der BAuA erstellte Leitfaden steht auf der InQA-Homepage unter der rubrik ›Publikationen‹ zur Verfügung: www.inqa.de
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Ein Gutteil der Erkrankungen des MuskelSkelett-Systems sind auf falsches Heben und
Tragen sowie auf Zwangshaltungen bei der Arbeit
– z. B. Dauerstehen und Dauersitzen – zurückzuführen. Darum finden Sie im Folgenden ein paar
Tipps, wie Sie diese Problemfelder entschärfen
können.
Falsches Heben und Tragen
Das Heben und Tragen von Lasten sowie die
Arbeitsschwere sind für rund 40 % der MuskelSkelett-Erkrankungen verantwortlich. Dabei
lassen vor allem folgende Tätigkeiten die Bandscheiben aus den Fugen geraten und Wirbelsäulen einstürzen:
– Anwendung einer falschen Hebetechnik (z. B.
Verdrehen des Oberkörpers beim Heben)
– Anheben weit vom Körper entfernter schwerer
Gegenstände (typisches Beispiel ist hier das
Heben oder Ablegen aus bzw. in Paletten)
– Anheben eines unerwartet schweren Gegenstandes
Erheblich rückenschonender wird das Heben und
Tragen von Lasten, wenn folgende Empfehlungen
beachtet werden:
– Möglichst nah und frontal zum Gegenstand
stellen!
– Füße mindestens hüftbreit aufsetzen!
– Auf vollständigen Fußbodenkontakt einschließlich Ferse achten!
– Bauchmuskeln während des Hebens
anspannen, dabei nicht die Luft anhalten!
– Aus den Beinen heraus heben (die Beine
beugen, Kniewinkel jedoch nicht unter 90°)!
A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
– Die zu bewegende Last nah am Körper und
nicht ruckartig bewegen!
– Die Verdrehung der Wirbelsäule vermeiden!
– Geeignete technische Hilfsmittel nutzen!
– Sich von Kollegen helfen lassen!
›Rührt euch‹ statt Dauerstehen
Einseitige Bewegungen sowie Dauerstehen können langfristig zu Schäden am Muskel- und
Skelettapparat führen. Erste Anzeichen sind
Muskelermüdung, denen dann in aller regel mit
Fehlhaltungen begegnet wird. Die wiederum
sorgen für Verspannungen der Muskulatur im
nacken- und Wirbelsäulenbereich. Und begleitet
wird das Ganze von einer mangelhaften Durchblutung, was für die Gesundheit der Gelenke,
Sehnen, Bänder und Bandscheiben nicht folgenlos bleibt.
Bedarfssitze und Stehhilfen, die von Zeit zu
Zeit zur Erholung genutzt werden, können die
Steharbeiter entlasten und begrenzt Abhilfe
schaffen. Wichtiger ist allerdings der regelmäßige
Haltungs- und damit Belastungswechsel – also
der Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen.
Wenn sich Steharbeit an einem Arbeitstisch
schon nicht vermeiden lässt, sollte zumindest auf
die richtige Einstellung der Arbeitshöhe achten:
Eine neigung der Halswirbelsäule und ein
rundrücken (bei zu niedriger Arbeitshöhe) bzw.
angezogenen Schultern (bei zu hoher Arbeitsfläche) kann so vermieden werden. Auch nicht zu
vernachlässigen: die Beschaffenheit des Bodens.
Ein harter und unebener Betonboden erhöht die
körperliche Belastung und fördert die ›Stehstarre‹. Ein trittdämpfender Untergrund kann die
IM
HAnDWErK
Belastungen für Muskeln und Bandscheiben
deutlich reduzieren. Und Bodenmatten oder
Schuhe mit besonders trittdämpfender Sohle
machen den ›Stehmarathon‹ zumindest erträglicher.
Für weibliche Beschäftigte gilt: Hohe Schuhabsätze schränken die Muskeltätigkeit der Wade
und damit die Blutzirkulation ein. Auf Dauer
sorgt das für Durchblutungsstörungen, schwächt
die Venen und kann zu Krampfadern führen.
Flache Schuhe hingegen fördern die Muskeltätigkeit und damit die Blutzirkulation. Deshalb gilt:
Vier Zentimeter Absatz sind das Maß der Dinge
– und weniger ist auch hier mehr – , nämlich
mehr Gesundheit!
Tipps
Broschüren ›Heben und Tragen ohne Schaden‹ sowie ›Ziehen und
Schieben ohne Schaden‹ (2004)
Die Broschüren der BAuA können auf der Homepage www.baua.de
kostenlos bestellt werden.
Stehend K.O.? Wenn Arbeit durchgestanden werden muss ... (200)
Die Broschüre kann bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin angefordert werden.
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KLEIn,
ABEr FEIn!
Tipps
Hilfe für Sitzenbleiber:
dynamisches Sitzen
Sitzlust statt Sitzfrust! Sitzen bei der Arbeit und anderswo.
Die Broschüre kann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bezogen werden.
Dauersitzen und unergonomische Arbeits- bzw.
Bürostühle ruinieren zuverlässig die Gesundheit.
Zu den Beschwerden zählen Schmerzen im
rücken und im Schulter- und nackenbereich sowie Bandscheibenschäden und Gelenkverschleißerkrankungen. Denn Sitzen ist entgegen landläufiger Meinung alles andere als eine erholsame
Arbeitshaltung – Wirbelsäule und Bandscheiben
werden im Sitzen stark belastet, die Muskulatur
muss statische Haltearbeit leisten. Mögliche
Gegenmaßnahmen sind:
– dynamisches Sitzen (häufiges Wechseln der
Sitzhaltung)
– Wechsel der Sitzgelegenheiten bzw. Einrichtung
eines Sitz-Steharbeitsplatzes mit elektrisch
höhenverstellbarem Arbeits- bzw. Schreibtisch
Neue kooperative Zugangswege zur Erkennung von Ursachen arbeitsbedingter Muskelskeletterkrankungen in Klein- und Mittelbetrieben
(Lankau, H.; Pflugk, B., 2004)
Stufenkonzept mit Hinweisen zur Ermittlung von Gestaltungsdefiziten
sowie zur Umsetzung von Lösungsvorschlägen. Zu bestellen über:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
›Fit im Beruf – Rückenschmerzen vorbeugen‹ der Innungskrankenkassen (IKK)
Informationen zu Ursachen von rückenbeschwerden und Präventionsmaßnahmen auf der Homepage der IKK (www.ikk.de) unter der rubrik
›aktiv und gesund‹.
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A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
– Verwendung ergonomischer Arbeitssitze,
welche die natürliche S-Form der Wirbelsäule
unterstützen
– Auspolsterung der rückenlehne (›Lendenbausch‹) oder nutzung eines Sitzkeils
– Entfernung häufig gebrauchter Arbeitsmittel
aus dem Greifraum, z. B. Telefon und Drucker
entfernt aufstellen, damit das Sitzen unterbrochen wird
– Unterbrechung der Bildschirmarbeit durch
häufige Kurzpausen, die als Bewegungspausen
genutzt werden sollten!
Prävention und Lösungsansätze
Sollen Maßnahmen zur Vorbeugung von MuskelSkelett-Erkrankungen Wirkung zeigen, müssen
Verhältnis- und Verhaltensprävention ineinandergreifen. So bringt der ergonomische Büro- oder
Verhaltensprävention
ergonomische Maßnahmen, z. B. Anpassung von Tischen, Stühlen, Werkzeugen
etc.
Unterweisungen
arbeitsorganisatorische Maßnahmen,
z. B. Pausenregelungen
Vermeidung einseitiger körperlicher
Belastung
HAnDWErK
Arbeitsstuhl wenig, wenn sein künftiger Besitzer
keine fundierte Einweisung in die Verstellmechanik erhält und auch nichts über die Grundlagen
ergonomischen Sitzens erfährt. Entsprechend gilt
es, die Beschäftigten zu informieren und ihr
Gesundheitsbewusstsein zu fördern. Möglich
wird das durch Maßnahmen der betrieblichen
Gesundheitsförderung, wie z. B. rückenschulen,
Trainingseinheiten zum richtigen Heben und
Tragen, Angebote zum Stressabbau und zur
körperlichen Entspannung. Letzteres wirkt auch
präventiv psychischen Belastungen entgegen,
fördert die Arbeitzufriedenheit und letztendlich
auch die rückengesundheit!
Die Tabelle auf dieser Seite zeigt mögliche
Maßnahmen zur Prävention von Muskel- und
Skeletterkrankungen.
Verhältnisprävention
Anordnung von Arbeitsmitteln etc.
IM
Quelle: INQA: ›Leitfaden zur erfolgreichen Durchführung
von Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Betrieb‹
(2004)
Aufklärungs- und Beratungsangebote
Kurse zur Kräftigung der rückenmuskulatur, Wirbelsäulengymnastik, rückenschule
Sportangebote zum Abbau des Bewegungsmangels
Erhöhung des Handlungsspielraumes
Hebe- und Tragetraining; z. B. Training
bei Ladetätigkeiten oder ›rückengerechter
Patiententransfer‹
Abbau autoritären Führungsstils
Pausengymnastik
Verbesserung der Unternehmenskommunikation
Stressbewältigungs- und Entspannungskurse
Personalentwicklung, Mitarbeiterbeteiligung
Auszubildendenschulungen
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KLEIn,
ABEr FEIn!
Umgebungsbelastungen
Mit Umgebungsbelastungen am Arbeitsplatz
sind überwiegend physikalische Faktoren wie
Lärm, Staub, Hitze, Kälte und Zugluft, Beleuchtung, Vibrationen sowie Gefahrstoffe gemeint,
welche die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigen können. Die Messung und Beurteilung
der Umgebungsbelastungen sind für den Fachmann bzw. die Fachfrau vergleichsweise einfach –
hier sollten Sie sich helfen lassen! Für viele dieser
Faktoren existieren richt- und Grenzwerte, die im
rahmen der Gefährdungsbeurteilung (vgl. Kapitel 3) ermittelt und überprüft werden müssen.
Das Berufsgenossenschaftliche Institut für
Arbeitsschutz (BGIA) hat in der ›Grenzwertliste
2003‹ die wichtigsten Grenzwerte für chemische,
biologische und physikalische Einwirkungen zusammengestellt, die für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz von Bedeutung sind. Sie
enthält sämtliche relevanten Gefahrstoffgrenzwerte sowie Grenzwerte und Beurteilungswerte
für Innenräume, Lärm, Vibration, thermische
Tipps
›Grenzwertliste 2003‹ des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für
Arbeitsschutz (BIA). Download der Grenzwertliste unter
http://www.hvbg.de/d/bia/pub/rep/rep04/bia0203.html
›Handlungshilfe beim Umgang mit Gefahrstoffen‹ des Vereins Deutscher
Sicherheitsingenieure (VDSI).
Download unter www.vdsi-gefahrstoffe.bzg.vdsi.de
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Belastungen, Strahlung, Elektrizität, biomechanische Belastungen und Hinweise zu biologischen
Einwirkungen.
Gefahrstoffe
Ein Gefahrstoff ist jeder Stoff, der geeignet ist, die
Gesundheit der Beschäftigten zu beeinträchtigen,
sei es in ›Katastrophenform‹ (Brand, Explosion,
akute Vergiftung) oder in ›schleichender‹ Form
(chronische Vergiftung, krebserregend, erbgutverändernd). Die Gefahrstoffverordnung verpflichtet Sie als Arbeitgeber, für die Ermittlung
und Vermeidung der Gefährdungen am Arbeitsplatz zu sorgen. Vor allem in den Bereichen
Arbeitsorganisation, Hautschutz und Schutz vor
Stäuben sind Sie gefordert!
Im Bereich der Arbeitsorganisation sollten Sie
dafür Sorge tragen, dass
– Beschriftungen gut lesbar sind und mit den
Packungsinhalten übereinstimmen,
– nur die von Ihnen vorgesehenen Arbeitsstoffe
verwendet werden,
– die verwendeten Mengen begrenzt werden,
– die Zahl der Mitarbeiter, die mit Gefahrstoffen
in Berührung kommen, begrenzt ist,
– die Arbeitsplätze aufgeräumt, gesäubert und
gelüftet werden,
– Behälter zur Abfallbeseitigung bereitstehen,
– Arbeitsstoffe in eigens dafür vorgesehenen
Bereichen und dabei möglichst in den Originalbehältern gelagert werden,
– Arbeitsstoffe nicht in Behältern gelagert werden, die zur Verwechslung mit Lebensmitteln
führen können,
A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
– Arbeitsstoffe niemals in Pausen-, Bereitschaftsoder Sanitärräumen gelagert werden,
– Arbeitnehmer regelmäßig im Umgang mit
Gefahrstoffen unterwiesen werden,
– die richtige Arbeitskleidung getragen wird,
– im Arbeitsbereich nicht gegessen, geraucht
oder geschnupft wird.
IM
HAnDWErK
Druckluft, sondern durch Staubsaugen oder
Staubwischen,
– Schutzbrillen und Atemschutzmasken bei
Bedarf zur Verfügung stehen,
– die Arbeitskleidung von der Straßenkleidung
getrennt aufbewahrt und nicht ausgeschüttelt
oder abgeblasen, sondern gewaschen wird.
Im Bereich des Hautschutzes sind Sie dafür
verantwortlich, dass
– dem Verspritzen von Flüssigkeiten, nebeln,
Stäuben durch entsprechende technische
Einrichtung und Ausstattung entgegengewirkt
wird,
– ein Hautschutzplan erstellt und den Beschäftigten offen zugänglich gemacht wird,
– geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung zur Verfügung stehen und auch benutzt
werden,
– Schutzbrillen zur Verfügung stehen und auch
aufgesetzt werden.
Im Bereich ›Schutz vor Stäuben‹ müssen Sie
darauf achten, dass
– staubende Arbeitsmittel in geeigneten, geschlossenen Behältern aufbewahrt (Silos, Bunker, Säcke usw.) werden,
– die Freisetzung von Stäuben vermindert oder,
wo möglich, vermieden wird,
– Staubablagerungen regelmäßig entfernt
werden,
– für eine ausreichende Lüftung und geeignete
Luftführung gesorgt ist,
– bei reinigungsarbeiten nicht unnötig Staub
aufgewirbelt wird, also keine reinigung mit
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KLEIn,
ABEr FEIn!
Lärm
Lärm beeinträchtigt die Verständigung und das
allgemeine Wohlbefinden. Er verursacht Stress
und vermindert die Leistungsfähigkeit. Und er
macht gleich auf mehrfache Weise krank. Denn
Lärm geht nicht nur auf die Ohren im Sinne von
Schwerhörigkeit und Taubheit, sondern schädigt
den gesamten Organismus. Zu diesen sogenannten ›extra-auralen‹ Wirkungen gehören Störungen im Magen-Darm-Bereich ebenso wie die
Beschleunigung des Herzschlags, verbunden mit
einer Erhöhung des Blutdrucks und einem höheren Herzinfarktrisiko.
Darum sollten Sie sich in Ihrem Betrieb für
mehr ruhe einsetzen! Zumal Ihre Beschäftigten
auch ein recht auf Schutz vor Lärm am Arbeitsplatz haben. So verlangt die Arbeitsstättenverordnung, den Schalldruckpegel »so niedrig zu
halten, wie es nach Art des Betriebs möglich ist«.
Was mindestens möglich sein muss, ist auch
vorgeschrieben. So gelten für den Beurteilungspegel am Arbeitsplatz folgende Grenzwerte:
– 55 dB (A) bei überwiegend geistigen Tätigkeiten
– 70 dB (A) bei einfachen Bürotätigkeiten
– 85 dB (A) bei allen sonstigen Tätigkeiten
Aber was können Sie tun, wenn es in Ihrem Betrieb lauter zugeht, als es die Vorschriften erlauben, bzw. die Ohren vertragen? Grundsätzlich
haben Sie drei Möglichkeiten, Ihre Beschäftigten
vor Lärm am Arbeitsplatz zu schützen:
Lärmschutz an der Quelle ist die wirksamste aller
Maßnahmen. Jeder Maschinenhersteller ist verpflichtet, genaue Angaben über die Geräuschentwicklung seiner Produkte zu machen. Beim
neukauf von Maschinen sollte also auch auf die
Geräuschemissionen geachtet werden, damit
später nicht kostspielig nachgerüstet werden
muss. rechnen tut sich diese sorgfältige Auswahl
allemal. Untersuchungen haben gezeigt, dass mit
dem Lärmpegel nicht nur die krankheitsbedingten Ausfalltage sinken, sondern auch die Produktivität der Beschäftigten steigt.
Lärmschutz bei der Schallausbreitung ist überall
dort sinnvoll, wo Lärmminderungen an der
Quelle nicht möglich sind oder die so erzielte
Minderung nicht ausreicht. Grundprinzip ist, den
Schall an seiner Ausbreitung zu hindern und von
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A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
den Beschäftigten fernzuhalten. Möglich wird das
entweder durch eingehauste Maschinen oder
durch den Einsatz schallabsorbierender Wandund Deckenverkleidungen. Je nachdem lassen
sich so Pegelminderungen zwischen 3 und 10
dB (A) erreichen – im günstigsten Fall ist es also
nur noch halb so laut!
Lärmschutz am Einwirkungsort, also am Beschäftigten selbst durch persönlichen Gehörschutz,
bietet an einigen Arbeitsplätzen die einzige Möglichkeit zur Verminderung nicht des Lärms, wohl
aber der Lärmwirkungen. Diese schlechteste aller
Möglichkeiten kommt z. B. auf Baustellen oder
bei Forstarbeitern zum Einsatz. Weil hier raumakustische Maßnahmen nicht möglich sind,
bleibt den Beschäftigten nichts übrig, als die
Ohren dicht zu machen. Das ist nicht nur unbequem, sondern auch mit anderen nachteilen
verbunden. So können ›vorübergehend geschlossene‹ Ohren auch keine Warnrufe oder Warnsignale hören.
Beleuchtung
rund 80 % aller Arbeitsplätze sind in Sachen
Beleuchtung eher unterbelichtet. Wer hier spart,
spart allerdings am falschen Ende! Wahrnehmung, Konzentration, Aufmerksamkeit und nicht
zuletzt die Leistungsbereitschaft des Menschen
hängen nämlich im hohen Maße von einer guten
Beleuchtung am Arbeitsplatz ab. Der Einfluss der
Beleuchtungsstärke ist dabei umso größer, je
höher der Anteil der visuellen Anforderungen und
je schwieriger die Sehaufgabe ist. Erst ausreichendes und blendungsfreies Licht ermöglicht
richtiges Sehen und erhöht durch sinkende
IM
HAnDWErK
Tipp
Handlungsanleitung zur Beleuchtung von Arbeitsstätten, hrsg. v. Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)
Download: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter www.lgl.bayern.de/arbeitsschutz/
Darauf sollten Sie als Arbeitgeber achten
– Die Beleuchtungsstärke und die Leuchtdichteverteilung (Helligkeitsverteilung im raum) sollten der Arbeitsaufgabe angepasst sein.
– Die Blendung sollte durch Abschirmung von Lichtquellen sowie Vermeidung von Oberflächenspiegelungen auf Maschinen oder Bildschirmen
weitgehend begrenzt werden.
– Lichtrichtung und Schattigkeit sollten bei der Verteilung und Ausrichtung von Leuchten berücksichtigt werden.
– Lichtfarbe und Farbwiedergabe sollten an die konkreten Tätigkeiten
angepasst sein (z. B. tageslichtweiß für Farbbeurteilung, neutralweiß für
Werkstätten und warmweiß für Büros oder Aufenthaltsräume).
Fehler- und Unfallhäufigkeit die Qualität und
Sicherheit der Arbeit. Dagegen führen übermäßige und langdauernde Belastungen des Sehapparates durch schlechte Lichtverhältnisse am
Arbeitsplatz zu Kopfschmerzen, Augenproblemen und einem geschwächten Immunsystem.
Dies gilt sowohl für Industriearbeitsplätze als
auch für Büros und Bildschirmarbeitsplätze.
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KLEIn,
ABEr FEIn!
Raumklima
Das raumklima hat maßgeblichen Einfluss auf
das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Schlechtes
raumklima belastet die Gesundheit und kann
Erkältungskrankheiten, Augenentzündungen,
trockene Schleimhäute, Allergien, Übelkeit und
Schwindelgefühle verursachen. Auch Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Ermüdungserscheinungen können mit den klimatischen Bedingungen zusammenhängen.
Dabei wird das raumklima durch das Zusammenwirken der Faktoren Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität und Luftbewegung bestimmt.
Ob sich der Mensch bei der Arbeit wohlfühlt,
hängt aber auch von nichtklimatischen Faktoren
wie z. B. dem Alter der Beschäftigten und vor
allem der Arbeitsschwere ab. nach der Arbeitsstättenrichtlinie gelten folgende Mindestraumtemperaturen für die verschiedenen Tätigkeiten:
leicht
Arbeitsschwere
mittel
schwer
Sitzen
+ 20 °C
+ 19 °C
–
Stehen und/oder Gehen
+ 19 °C
+ 17 °C
+ 12 °C
Überwiegende
Arbeitshaltung
Tipp
›Raumklima im Büro – Behaglichkeit ist leistungsfördernd‹,
in: ›tag für tag‹ nr. 01/05 Mitteilungsblatt der Berufsgenossenschaft
Druck und Papierverarbeitung (BGDP). Download unter www.bgdp.de
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Damit die thermische Behaglichkeit der Beschäftigten nicht leidet, sollten Sie folgende Tipps
beherzigen:
– Die raumtemperatur darf im Sommer höchstens 26 Grad betragen. Jalousien und Lamellenvorhänge schützen vor Sonneneinstrahlung
und können helfen, diesen richtwert einzuhalten.
– Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 und
65 % betragen, als ideal gelten 50 %. Dabei
können Luftbefeuchter oder Pflanzen die Luftfeuchte gerade im Winter (Heizungsluft!) erhöhen.
– Zugluft ist zu vermeiden, dabei gilt eine Luftgeschwindigkeit von 0,1 bis 0,15 m/s als angenehm, darüber hinaus wird es ungemütlich.
– Fenster sollten ›öffentliche Einrichtungen‹ sein,
damit ein regelmäßiger Luftaustausch möglich
ist.
– Die raumtemperatur sollte in jedem raum
individuell zu regeln sein.
– Die Heizungsanlage sollte regelmäßig gewartet
werden.
– Klimaanlagen sollten eine Einzelraumregulierung ermöglichen. Sie müssen mindestens
zweimal im Jahr gewartet werden.
A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
IM
HAnDWErK
Psychische Belastungen
Das kennen Sie vermutlich aus Ihrem Arbeitsalltag: überfüllte Terminkalender, störende Geräusche am Arbeitsplatz, häufige Arbeitsunterbrechungen. Man spricht hier von psychisch
belastenden Situationen. Die müssen nicht
zwangsläufig eine negative Wirkung auf Ihre bzw.
die Gesundheit Ihrer Beschäftigten haben, häufig
werden sie auch als Herausforderung begriffen,
die motivierend wirken kann. Problematisch wird
es dann, wenn die Herausforderung als Überforderung erlebt wird. Dann spricht die Arbeitswissenschaft von einer psychischen Fehlbelastung – und die kann sehr wohl Wohlbefinden und
Gesundheit gefährden. Psychische Fehlbelastungen sind nicht schicksalhaft, sondern entstehen
aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren,
die sich gestalten lassen.
Die typischen Einflüsse in der Arbeitswelt ergeben sich aus den Arbeitsbedingungen und lassen
sich unterteilen in
– Arbeitsaufgabe, d. h. Art und Umfang der Tätigkeit (z. B. Verantwortung tragen, schwierige
Aufgaben erfüllen),
– Arbeitsmittel, also die technischen Komponenten am Arbeitsplatz, wie Werkzeuge und Maschinen,
– Arbeitsumgebung, gemeint ist zum einen die
physikalisch-chemisch-biologische Arbeitsumgebung, aber auch die psychosozialen rahmenbedingungen (Arbeitsklima, Kommunikation
unter den Beschäftigten, Verhältnis zwischen
Betriebsinhaber und seinen Beschäftigten),
– Arbeitsorganisation, wie z. B. die regelung der
Arbeitszeit, die Arbeitsabläufe, aber auch das
Tipps
›Psychische Belastung und Beanspruchung im Berufsleben – Erkennen –
Gestalten‹, Quartbroschüre der BAuA. Download auf der Homepage der
Initiative neue Qualität der Arbeit www.inqa.de
›Handlungsanleitung für die Arbeitsschutzverwaltungen der Länder zur
Ermittlung psychischer Fehlbelastungen am Arbeitsplatz und zu Möglichkeiten der Prävention‹ (LV 31)
Hrsg.: Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI):
Download unter www.arbeitsschutz.nrw.de
1
KLEIn,
ABEr FEIn!
Führungsverhalten des Betriebsinhabers bzw.
des Meisters im Betrieb (unklare Arbeitsanweisungen, unklare Zuständigkeiten etc.),
– Arbeitsplatz, also z. B. die ergonomische Gestaltung des konkreten Arbeitsplatzes.
Die Folgen möglicher Fehlbelastungen können
psychische Ermüdung, Monotonie, psychische
Sättigung oder Stress sein. Langfristig können
daraus gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen sowie Beeinträchtigungen der Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit entstehen:
– allgemeine psychosomatische Störungen und
Erkrankungen
– Muskel- und Skeletterkrankungen
– erhöhtes Infarktrisiko (z. B. Herzinfarkt)
– erhöhter nikotin-, Alkohol- und
Medikamentenkonsum
– Unzufriedenheit, resignation, innere Kündigung und Depression
– Burnout
– Leistungsminderung
– Fehlzeiten
– Frühverrentung
Prävention und Lösungsansätze
Fehlbelastungen können durch die Gestaltung
der Arbeitsaufgabe, der Arbeitsorganisation, des
Arbeitsablaufs, der Arbeitsmittel sowie der
Arbeitsumgebung vermieden werden.
Arbeitsaufgabe
Schaffen Sie für Tätigkeiten mit besonders hohen
körperlichen, geistigen oder emotionalen Anforderungen entlastende technische, organisatorische oder individuelle Unterstützung. Beachten
Sie folgende Grundsätze:
– Vermeiden Sie Überforderungen durch zu hohe
Arbeitsmengen und bieten Sie Ihren Mitarbeitern zusätzliche Qualifizierungen (Zeitmanagement, Projektmanagement) an.
– Minimieren Sie Unterforderung und monotone
Arbeit, formulieren Sie vollständige Arbeitsaufgaben (z. B. einschließlich der Vor- und
nachbereitung).
– Erweitern Sie ggf. die Verantwortungsbereiche
Ihrer Mitarbeiter, damit fördern Sie Eigeninitiative und Kreativität.
Arbeitsumgebung
Tipp
›Psychische Belastungen in der Arbeitswelt – ein Leitfaden für
Aufsichtspersonen der gewerblichen Berufsgenossenschaften‹
Download auf der Homepage des Hauptverbandes der gewerblichen
Berufsgenossenschaften (HVBG): http://www.gesundheit-und-arbeit.de
20
Sorgen Sie für ein menschengerecht und ergonomisch gestaltetes Arbeitsumfeld, sichere und
angemessene Arbeitsmittel, eine weitgehend
störungsfreie Arbeitsumgebung, passende Luftund Lichtqualität und die Vermeidung von Lärm.
Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter bei dieser Gestaltungsaufgabe.
A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
Arbeitsorganisation
Arbeitsorganisation gehört als vielschichtige Führungsaufgabe zu den wichtigsten Mitteln Ihrer
Sicherheits- und Gesundheitsförderung im
Betrieb.
– Geben Sie Ihren Mitarbeitern frühzeitig wichtige Informationen und beziehen Sie sie in die
Organisation betrieblicher Abläufe ein.
– Bieten Sie planbare Arbeitszeiten an und gestalten Sie neue Arbeitszeit- und Schichtmodelle unter Beteiligung der Mitarbeiter.
nichts ist so wichtig für das Wohlbefinden wie
eine ausgeglichene Work-Life-Balance, also die
gute Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben.
– Versuchen Sie, absehbaren Termindruck z. B.
durch rechtzeitige Information (Kunden-/
Arbeitsaufträge etc.) entgegenzuwirken. Schaffen Sie Zeit für Ihre Mitarbeiter, sich organisatorisch und mental auf die neue Situation
einzustellen.
– Setzen Sie Mitarbeiter nach ihrer Qualifikation
ein und bieten Sie ihnen über ihre bisherige
Aufgabe hinausreichende Qualifizierungsmöglichkeiten.
IM
HAnDWErK
Tipp
Handlungshilfen zu den Themen ›Gutes Betriebsklima‹, ›Konflikte‹, ›Mitarbeitermotivation‹ und ›Zeitmanagement‹.
Download: Homepage der Gmünder Ersatzkasse (www.gek.de) unter der
rubrik ›Arbeitgeber/Infodatenbank‹.
– deutliche und konsequente reaktion auf unsoziales oder unkollegiales Verhalten von Mitarbeitern oder Vorgesetzten,
– faire Konflikt- und Problembehandlung mit
dem Ziel gemeinsamer Lösungen,
– die Schaffung von vertrauensvollen Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern,
– die Berücksichtigung religiöser Besonderheiten
(z. B. Fastenzeit im ramadan),
– regelmäßige Mitarbeitergespräche (Zufriedenheit des Mitarbeiters; Feedback zur Arbeitsleistung).
Psychosoziale Rahmenbedingungen
Der soziale rahmen, innerhalb dessen Beschäftigte ihre Arbeitsaufgaben erfüllen, ist ein oft
vernachlässigter Faktor. Dabei lässt auch er sich
beeinflussen. Die menschengerechte Gestaltung
der Arbeit und die Produktivität können dabei
Hand in Hand gehen, z. B. durch
– Einführung eines Vorschlagswesens, das Ideen
der Mitarbeiter aufgreift und belohnt,
21
KLEIn,
ABEr FEIn!
Sucht am Arbeitsplatz
Die Suchtproblematik macht auch vor der Arbeitswelt nicht halt. Damit Sie angemessen auf eventuell betroffene Beschäftigte reagieren und diese
gegebenenfalls unterstützen können, finden Sie
im Folgenden einige Informationen zum Thema
Alkohol- und nikotinmissbrauch.
Alkohol
Alkoholmissbrauch ist in Handwerksbetrieben
die am häufigsten auftretende Suchtproblematik.
Alkohol gilt als gesellschaftsfähiges Genussmittel, wobei die Gefahren, die vom Missbrauch
ausgehen, oft heruntergespielt und verharmlost
werden. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. schätzt, dass rund 5 % aller Beschäftigten in den Betrieben und Unternehmen ein
Suchtproblem haben und rund jeder Zehnte
suchtgefährdet ist.
Tipp
Broschüre ›Alkohol und Arbeitswelt‹
Informationen für Vorgesetzte und betriebliche Entscheidungsträger.
Hrsg.: Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK BV).
Download auf der Homepage des BKK BV: www.bkk.de
Alkoholmissbrauch ist für die Betriebssicherheit insbesondere an Arbeitsplätzen mit hohem
Unfallrisiko und einer hohen Verantwortung ein
großes Problem. Schon ab relativ ›geringen‹ Blutalkoholkonzentrationen von 0,2 bis 0,3 Promille
kann es zu Einschränkungen der Gedächtnisleistung, des Sehvermögens und der Aufmerksamkeit kommen. Alkoholkonsum ist damit nicht
nur ein sicherheitsrelevanter Faktor, sondern
begünstigt auch Fehlentscheidungen bei strategischen und planerischen Aufgaben. Überdies ist
bei alkoholabhängigen Mitarbeitern über die genannten Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit und das erhebliche risiko von Arbeitsunfällen hinaus auch die Zahl der Arbeitsunfähigkeitszeiten erhöht. Auch das allgemeine Betriebsklima
kann durch alkoholisierte Mitarbeiter stark beeinträchtigt werden.
Sie sollten deshalb die Alkoholproblematik
nicht erst ansprechen, wenn bereits klare Anzeichen für eine Alkoholabhängigkeit sichtbar sind.
Ziel muss es sein, suchtgefährdete Mitarbeiter
bereits frühzeitig und aktiv mit Ihren Beobachtungen hinsichtlich des auffälligen Alkoholkonsums,
des Leistungsabfalls und der Verhaltensänderungen zu konfrontieren.
Prävention und Lösungsansätze
Beispiele Guter Praxis
Handwerker-Fonds Suchtkrankheit e.V. in den Handwerkskammerbezirken Flensburg und Lübeck
Hilfsangebote für das schleswig-holsteinische Handwerk. Infos unter
www.handwerker-fonds.de sowie www.betriebliche-suchthilfe.de
22
Weder Betriebsinhabern noch Vorgesetzten kommen medizinische oder therapeutische Aufgaben
zu. Allerdings haben Sie auf der Basis Ihrer Fürsorgepflicht die Möglichkeit, z. B. im rahmen
eines Mitarbeitergespräches, Unterstützung bei
der Lösung des Problems anzubieten.
A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
Woran erkenne ich einen alkoholgefährdeten Mitarbeiter?
Fehlzeiten
häufig einzelne Fehltage
IM
HAnDWErK
Quelle: Landes-Gewerbeförderungsstelle
des NRW-Handwerks (LGH)/ManagementCenter Handwerk (MCH) (Hrsg.): PersonalTipp ›Alkohol im Betrieb‹
Entschuldigung für Fehltage durch andere (z. B. Partner)
Aufrechnung von Fehltagen gegen Urlaub
unbegründete Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Arbeitszeit
Leistungsminderung
starke Leistungsschwankungen
abnehmende Lernbereitschaft
mangelnde Konzentration
Unzuverlässigkeit
Verhaltensänderung
starke Stimmungsschwankungen
unangemessene nervosität und reizbarkeit
unangemessene Gesprächigkeit oder Geselligkeit
extreme Selbstüberschätzung oder Aggressivität
extreme Unterwürfigkeit oder Überangepasstheit
Erscheinungsbild/
Auftreten
Vernachlässigung der Körperpflege und Kleidung
starkes Händezittern
Schweißausbrüche
Sprach- und Ausdrucksschwierigkeiten
Versuch, Alkoholfahne zu tarnen (mit Pfefferminz o. Ä.)
Alkoholgeruch des Menschen
Trinkverhalten
Alkoholkonsum bei unpassenden Anlässen
heimliches Trinken
heimliche Alkoholvorräte
demonstrative Vermeidung von Alkohol mit alkoholfreien Getränken
Herunterspielen der Trinkmenge
Erfinden von Alibis für den Alkoholkonsum
23
KLEIn,
ABEr FEIn!
Sehr gute Beispiele für betriebliche Hilfsangebote sind die Handwerker-Arbeitskreise Sucht in
Schleswig-Holstein und die Handwerker-Fonds
Suchtkrankheit e. V. in den Handwerkskammerbezirken Flensburg und Lübeck. Sie bieten
betroffenen Mitarbeitern und deren Angehörigen
Beratung, Austausch und finanzielle Hilfen an.
Betriebliche Präventionsprogramme
Aktivitäten zur Prävention von Suchtproblemen
im Betrieb sollten Sie in einem betrieblichen
Suchtprogramm zusammenfassen, das allen
Mitarbeitern bekannt gemacht wird. Treten
Suchtprobleme im Betrieb auf, ist der rückgriff
auf ein solches Programm für den Umgang und
das weitere Verfahren eine große Hilfe. Lassen
Sie sich dabei helfen: Betriebe, die ein Suchtpräventionsprogramm einführen wollen, können
Unterstützung durch Krankenkassen, Betriebsärzte und Selbsthilfeorganisationen erhalten.
Tipps
›Substanzbezogene Störungen am Arbeitsplatz‹ – Eine Praxishilfe für
Personalverantwortliche.
Praxishilfe auf der Homepage der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen
(DHS) unter www.dhs-intern.de/pdf/Arbeitsplatz.pdf
›Nichtraucherschutz im Betrieb: Neue Rechtslage und konstruktive
betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten‹.
Thema des Monats 02/2004 auf der Homepage der Landesunfallkasse
nrW: www.luk-nrw.de
24
Stufenpläne
Mittel- bis langfristige Strategien gegen Sucht am
Arbeitsplatz werden bereits heute in vielen Betrieben durch den Einsatz sogenannter Stufenpläne
realisiert. Dabei bringt der Vorgesetzte eine
Gesprächs- und Interventionskette in Gang und
gibt dem Mitarbeiter nach bestimmten Zeitabständen rückmeldungen zu seiner Leistungssituation. Kommt es innerhalb einer Frist, in der
positive Verhaltensänderungen erreicht werden
sollen, erneut zu Auffälligkeiten, wird nach der
jeweils nächsten Stufe verfahren.
Ein Beispiel für einen Stufenplan ist in der Broschüre ›Substanzbezogene Störungen am
Arbeitsplatz‹ enthalten (vgl. Hinweiskästchen).
Die Vorlage muss jedoch für jeden Betrieb angepasst und, soweit vorhanden, mit dem Betriebsrat abgestimmt werden.
Vorbeugen ist besser
Durch viele ›kleine‹ und leicht umzusetzende
Maßnahmen können Sie die betriebliche Vorsorge gegen Alkoholsucht verbessern. Dass Sie
als Vorgesetzter auch Vorbild sind und während
der Arbeit nichts Alkoholisches trinken, braucht
an dieser Stelle eigentlich keine Erwähnung. neben der Information der Mitarbeiter, die immer
auch eine Sensibilisierung für das Problem bewirkt, sollten Sie die konkreten Arbeitsbedingungen Ihrer Mitarbeiter im Auge haben. Beseitigen
Sie suchtfördernde Arbeitsbedingungen wie
Angst und Stress, bauen Sie die betriebliche
Gesundheitsförderung sowie eine vertrauensvolle
Gesprächskultur in Ihrem Unternehmen aus.
A r B E I T S B E D I n G T E G E S U n D H E I T S G E FA H r E n
Rauchen
Illegale Drogen
Alles nur blauer Dunst und nicht so schlimm?
Von wegen! rauchen ist ein bedeutender risikofaktor für verschiedene Krankheiten. Es kann
langfristig zur Entstehung bösartiger Krebserkrankungen, Erkrankungen des Herz-KreislaufSystems sowie zu chronischen Erkrankungen
der Atemwege führen. Zu den akuten Wirkungen
des rauchens zählen reizungen der Augen und
des Atemtrakts sowie eine Verschlechterung der
Lungenfunktion.
Dabei ist nicht der raucher bzw. die raucherin
allein von den gesundheitsschädlichen Wirkungen des Tabakkonsums betroffen. Auch Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz sind durch
das sogenannte ›Passivrauchen‹ gesundheitlich
stark gefährdet. Der Schutz vor Passivrauchen ist
daher auch Ziel bei Planung und Umsetzung von
betrieblichen Präventionsmaßnahmen.
Als Arbeitgeber können Sie Ihrer gesetzlich
verankerten Schutzpflicht durch bauliche, technische oder organisatorische Maßnahmen nachkommen. Möglich ist die Trennung von rauchern
und nichtrauchern, die Schaffung von raucherzonen o. Ä. Auch ein allgemeines rauchverbot ist
denkbar. Wichtig ist: Die Arbeitnehmer haben ein
grundsätzliches recht auf einen rauchfreien
Arbeitsplatz und müssen keine Kulanzregelungen
(z. B. rauchfreie raumteile) akzeptieren – unabhängig davon, ob sich jemand belästigt fühlt oder
nicht.
Auch der gelegentliche Gebrauch illegaler Drogen
bei Jugendlichen und Erwachsenen kann bei der
betrieblichen Vorsorge und Beratung eine rolle
spielen. Wenngleich der Konsum illegaler Drogen
zunächst oft unbemerkt bleibt, kann die Wirkung
dieser Stoffe zu einer Leistungsminderung sowie
zu einer steigenden Unfallgefahr führen.
IM
HAnDWErK
Medikamentenkonsum
neben der ›Flasche‹ und dem ›Glimmstengel‹
spielt auch die ›Pille‹ eine immer größere rolle
beim Thema Drogenkonsum und Sucht. Die Bedeutung des Arzneimittelkonsums für die Arbeitssicherheit und Gesundheit der Beschäftigten wird
dabei häufig unterschätzt. Eine Gefahr für die
Arbeitssicherheit kann aber bereits von scheinbar
harmlosen, vom Arzt auf Krankenschein verordneten Medikamenten ausgehen. Viele Medikamente enthalten nämlich sogenannte ›psychoaktive‹ Substanzen, die auf das zentrale nervensystem wirken und die Konzentrationsfähigkeit,
das reaktionsvermögen sowie die Sinnesfunktionen beeinträchtigen können. Auch die nicht
rezeptpflichtigen Arzneimittel, die ohne ärztliche
Verordnung in der Apotheke zu beziehen sind,
können die körperliche Befindlichkeit erheblich
beeinträchtigen und mindern damit nicht nur
allein die Leistungsfähigkeit, sondern erhöhen
auch die Gefahr von Unfällen bei der Arbeit.
2
KLEIn,
ABEr FEIn!
1
Fragestellung
eingrenzen
2
Ursachen analysieren
3
Maßnahmen planen
4
Maßnahmen umsetzen
und überprüfen
Maßnahmensicherung
und Verstetigung
Welche Defizit-Bereiche
haben die Gefährdungsbeurteilungen und/oder
arbeitsmedizinischen
Begehungen ergeben?
Überprüfung der DefizitBereiche anhand von
Checklisten
Informationen einholen;
ggf. Experten einbeziehen
(z. B. Betriebsarzt; Fachkraft für Arbeitssicherheit)
Maßnahmen umsetzen
Wiederholung der
Gefährdungsanalyse:
Gibt es Hinweise aus
anderen Quellen (z. B.
Gespräche mit Mitarbeitern) auf erforderliche
Arbeits- oder Gesundheitsschutzmaßnahmen?
Ergebnisse überprüfen
(z. B. anhand der Checklisten)
Prioritäten festlegen,
welcher Bereich zuerst
bearbeitet wird; Maßnahmen planen, Zeitplan
erstellen, Ziele festlegen
– bei Änderungen von
Vorschriften oder Einführung neuer Techniken
– bei Umbau oder Erweiterung des Handwerksbetriebes
– bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsorganisation
– nach dem Auftreten
von Arbeitsunfällen,
Beinahe-Unfällen oder
von häufig auftretenden oder schwerwiegenden Erkrankungen
Nach Abschluss der Maßnahmen ggf. wieder bei 1 beginnen
Vorgehen bei der Planung von Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes (Quelle: IGES)
26
KLEIn,
ABEr FEIn!
3 Arbeits- und Gesundheitsschutz
in Handwerksbetrieben
Analyse – Planung – Praxis
Gefahren erkennen – und systematisch
gegensteuern!
Auch wenn Sie als kleiner Betrieb über keine eigene Abteilung ›Betriebliche Gesundheitsförderung‹ verfügen, muss das einer geplanten und
systematischen Gesundheitsförderung nicht im
Wege stehen. Im Gegenteil können begrenzte
ressourcen zu einem besonders planvollen und
effektiven Einsatz von Mitteln motivieren.
Die Darstellung verdeutlicht: Je genauer die
Fragestellung eingegrenzt wird, also mögliche
Ursachen und Auslöser für Unfallgefahren und
Belastungen unterschiedlichster Form bestimmt
werden, desto mehr Erfolg verspricht ein daran
anschließender Maßnahmenplan. Ein geeigneter
Aufhänger dafür kann die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung sein, wenn
sie nicht nur als Pflichtübung aufgefasst, sondern
als nützliches Analyseinstrument eingesetzt wird.
Ergänzende und detaillierte Informationen
unterstützen die genaue Ursachenanalyse. Im
Verlaufe dieses Kapitels werden verschiedene
Methoden erläutert, die bei dieser Analyse hilfreich sind.
Die Maßnahmenplanung legt fest, innerhalb
welcher Zeiträume unter Entwicklung welcher
Aktivitäten welche Ziele zum Gesundheitsschutz
erreicht werden sollen. Innerhalb der Maßnahmenumsetzung werden diese Ziele dann schrittweise angesteuert und die erreichten Ergebnisse
dokumentiert.
Grundprinzipien des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
– Krankmachende Faktoren müssen abgebaut, gesundheitserhaltende
verstärkt werden.
– Verhältnis- und Verhaltensprävention wirken in der Gesundheitsförderung entscheidend zusammen.
– Mitarbeiter sind wertvolle Experten für den Gesundheitsschutz im eigenen Arbeitsbereich. Ihre Beteiligung erhöht die Qualität der Maßnahmen und die Motivation der Mitarbeiter, diese dauerhaft umzusetzen.
– Externe Experten (Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit) können
die betrieblichen Maßnahmen unterstützen. Auch die Berufsgenossenschaften oder Krankenkassen können hinzugezogen werden.
– Die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen und kritische Prüfung
ihrer Wirksamkeit sichern den nachhaltigen Erfolg. Die rückmeldungen
der Mitarbeiter sind dabei wichtige Erfolgsmesser.
2
KLEIn,
ABEr FEIn!
Kontinuierlicher
Verbesserungsprozess
(Quelle: IGES)
Maßnahmenauswertung
Maßnahmenplanung
Kontinuierlicher
Verbesserungsprozess (KVP)
Maßnahmenüberprüfung
Maßnahmenumsetzung
Um die erreichten Ziele zu sichern und entsprechende Prozesse zu verstetigen, müssen
Ursachenanalyse und Maßnahmenplanung als
kontinuierlicher Prozess aufgefasst werden. In
der Sprache des Qualitätsmanagements wird
auch von einem ›Kontinuierlichen Verbesserungsprozess‹ (KVP) gesprochen, dessen ständiger
Kreislauf langfristige Qualitätsverbesserungen
ermöglicht.
Die Gefährdungsbeurteilung
Tipps
›Handlungshilfe für die Verbesserung der Arbeitsschutzorganisation in
Klein- und Kleinstbetrieben (2004)‹
Siehe Homepage des Sozialnetzes Hessen www.sozialnetz-hessen.de
(Suchbegriff: ›Arbeitsschutzorganisation Kleinstbetriebe‹).
Arbeitshilfen zur Gefährdungsbeurteilung nach Tätigkeiten bzw. Arbeitsbereichen gegliedert
Homepage des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (www.hvbg.de) unter ›Prävention/Praktische Hilfen‹.
Ratgeber zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ›Systematik zur
Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach dem Arbeitsschutzgesetz‹ (1).
Hrsg.: Ministerium für Gesundheit und Soziales des Freistaates Thüringen.
Download unter http://th.osha.de/docs/systemat.pdf
28
Mit der Gefährdungsbeurteilung verfügen Sie
über ein ebenso wichtiges wie wirksames Praxisinstrument zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Sie hilft Ursachen und Bedingungen zu ermitteln und zu bewerten, die zu Unfällen bei der
Arbeit oder arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
führen können. Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung ist laut Arbeitsschutzgesetz
vorgeschrieben und ab einer Betriebsgröße von
11 Mitarbeitern auch zu dokumentieren.
Gefährdungsbeurteilungen werden immer
dann notwendig, wenn keine Erstanalyse der
Arbeitsplätze vorliegt oder sich wichtige Veränderungen am Arbeitsplatz ergeben haben. Auch
Veränderungen der Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation, der gesetzlichen Grundlagen oder
der technischen Standards können eine neue
Beurteilung erforderlich machen.
Wie im Idealfall eine Gefährdungsbeurteilung
zu konzipieren ist, veranschaulicht die Abbildung
auf der folgenden Seite.
ArBEITS-
Vorgehen
bei der
Gefährdungsbeurteilung
1
Gefährdungen erkennen
2
Gefährdungen bewerten
UnD
GESUnDHEITSSCHUTZ
3
Gefährdungen beseitigen
In
HAnDWErKSBETrIEBEn
4
Wirkung kontrollieren
Dokumentation
Schritt 1: Gefährdungen erkennen!
Gehen Sie aufmerksam durch Ihren Betrieb und sehen Sie sich alles an, was auf die Sicherheit und die
Gesundheit Ihrer Beschäftigten Einfluss haben kann:
– Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsstätte
und der Arbeitsplätze, z. B. bauliche Gestaltung
der Arbeitsräume und Verkehrswege, ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze,
– Auswahl, Beschaffenheit und Einsatz von Maschinen, Geräten und Anlagen,
– Einsatz oder Entstehung von Gefahrstoffen,
– Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit,
– Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten.
Die Palette möglicher Gefahrenquellen in Handwerksbetrieben ist breit. nachfolgend sind beispielhaft mögliche Gefährdungsfaktoren aufgelistet, wobei nicht nur klassische technische
Faktoren oder körperliche Belastungen, sondern
auch die psychischen Belastungen, die Arbeitsorganisation sowie das Mitarbeiterverhalten berücksichtigt werden.
– Mechanische Gefährdungen: ungeschützte
bewegliche Maschinenteile; gefährliche Oberflächen; bewegliche Transportmittel; kippende,
pendelnde, rollende, gleitende, herabfallende
oder wegfliegende Teile; rutschige Böden; Stolper- oder Absturzstellen
– elektrische Gefährdungen, z. B. Durchströmung, Störlichtbögen
– Gefahrstoffe
– biologische Arbeitsstoffe, z. B. Bakterien, Pilze,
Parasiten, Viren
– Brand- und Explosionsgefährdung
– heiße oder kalte Oberflächen, Flüssigkeiten,
Dämpfe
– Arbeitsumgebungsfaktoren (Klima, Beleuchtung, Lärm, Vibration, Strahlung)
– physische Belastung, z. B. Heben und Tragen
von Lasten, erzwungene Körperhaltung,
erhöhte Kraftanstrengung
– psychische Belastung (Art der Tätigkeit,
Arbeitsaufgabe, Arbeitsteilung, Arbeitszeit,
soziale Bedingungen, Arbeitsabläufe)
– unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten
2
KLEIn,
ABEr FEIn!
Schritt 2: Gefährdungen bewerten
Sind die möglichen Gefährdungen ermittelt, folgt
deren Bewertung. Dabei helfen die sogenannten
›normierten Schutzziele‹, also die in Gesetzen,
Verordnungen, Technischen regeln, DIn-normen
oder Unfallverhütungsvorschriften formulierten
Sollzustände. In ihnen werden z. B. Grenzwerte
definiert, die anzeigen, ab wann ein gefährdungsfreies Arbeiten nicht mehr möglich ist und folglich Maßnahmen erforderlich werden. Fehlen
solche normierten Schutzziele für Ihr ganz ›spezielles Problem‹, müssen Sie als Arbeitgeber
selber die risikobeurteilung durchführen. Diese
Einschätzung sollte u. a. die Höhe bzw. Schwere
des möglichen Schadens, seine Wahrscheinlichkeit sowie technische und organisatorische
Möglichkeiten der Schadensvermeidung und
-begrenzung umfassen.
Schritt 3: Gefährdungen beseitigen
Hinsichtlich der Schutzziele gilt die bewährte und
auch gesetzlich fixierte Schutzziel-rangfolge, die
Sie bei Ihrer Maßnahmenplanung berücksichtigen
müssen:
Gefahr vermeiden oder beseitigen
(Prioritäres Ziel)
Technische Schutzmaßnahmen
(wo keine Vermeidung möglich ist)
Organisatorische Maßnahmen
(wo technische Maßnahmen nicht ausreichen)
Persönliche Schutzmaßnahmen
(wo technische und organisatorische Maßnahmen
unzulänglich bleiben)
Tipp
Übersicht über Gefährdungs- und Belastungskataloge
Siehe Homepage des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften www.hvbg.de unter der rubrik ›Prävention/BG-Tipps für die
Praxis‹.
30
ArBEITS-
Schritt 4: Wirkung kontrollieren
Schließen Sie Ihre Aktivitäten für mehr Sicherheit
und Gesundheit am Arbeitsplatz stets durch
Erfolgs- und Wirkungskontrollen ab – schließlich
soll sich der ganze Aufwand ja lohnen! In regelmäßigen Abständen, vor allem aber bei Veränderungen im Betrieb oder bei Auftreten von Unfällen, Beinahe-Unfällen oder bestimmten Erkrankungen (z. B. gehäuftes Auftreten von MuskelSkelett-Erkrankungen) sollten Sie diese Kontrollen wiederholen und aktualisieren.
UnD
GESUnDHEITSSCHUTZ
In
HAnDWErKSBETrIEBEn
Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung
Wenn Sie einen Betrieb mit mehr als 10 Beschäftigten führen, müssen Sie über Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen sowie
das Ergebnis Ihrer Überprüfung ersichtlich sind.
Diese Unterlagen dienen der betrieblichen Transparenz und Kommunikation. Als solche Unterlagen können verwendet werden:
– bereits im Betrieb vorhandene Protokolle von
Betriebsbegehungen durch Fachkräfte für
Arbeitssicherheit und Betriebsärzte,
– Eintragungen in Prüflisten, Gefährdungskatalogen u. Ä.,
– Betriebsanweisungen für Tätigkeiten, Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe,
– nachweise spezieller Fachkenntnisse (z. B.
Berechtigungsscheine, Führerschein für Gabelstapler usw.),
– Alarmpläne, notfallpläne,
– eigenständige, zusammenfassende Gefährdungsdokumentationen.
Anleitungen zur Gefährdungsdokumentation
enthalten die erwähnten Handlungshilfen zur
Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsplatzanalyse,
die bei den Berufsgenossenschaften erhältlich
sind. Darüber hinaus kann Ihnen auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
weiterhelfen – Auskunft gibt das Service-Telefon
unter der nummer 0180 . 321 4 321 (9 Cent pro
Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG).
31
KLEIn,
ABEr FEIn!
Unterstützung für Ihre Aktivitäten
Als erfahrener Arbeitgeber wissen Sie auf Grund
Ihrer Berufserfahrung selbst um die meisten
Gefährdungen, können Sie beurteilen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Ergänzendes
Wissen kann sich dennoch für Sie auszahlen.
Lassen Sie sich informieren und beraten, z. B.
durch
– die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder den
Betriebsarzt,
– das Gewerbeaufsichtsamt,
– das Amt für Arbeitsschutz,
– den Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft),
– die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin oder
– Ihre Beschäftigten.
Sie haben viele Möglichkeiten!
neben der Gefährdungsbeurteilung stehen noch
andere Analyseinstrumente bereit, mit denen
Tipps
Berufsgenossenschaftliches Vorschriften- und Regelwerk (BGVR):
Alle Schriften des BGVr können von der BGVr-Online-Datenbank
www.arbeitssicherheit.de heruntergeladen werden.
Checklisten zum Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
Internetseiten des HVBG sowie Übersicht über Checklisten zum
Downloaden unter: www.checkliste.de/unternehmen/arbeitsschutzarbeitssicherheit
32
Probleme und deren Ursachen aufgedeckt sowie
brachliegende Potenziale für Verbesserungen zu
Tage gefördert werden können. Die wichtigsten in
aller Kürze:
Arbeitssituationsanalyse
Sie möchten kurzfristig und mit überschaubarem
Aufwand zu konkreten Verbesserungsvorschlägen
für einen bestimmten Arbeitsbereich gelangen?
Kein Problem! Schließlich sind die Experten mit
den guten Ideen schon vor Ort – Ihre Mitarbeiter!
Das Analysegespräch sollten Sie allerdings nicht
selbst führen, besser geeignet ist eine externe
Person, z. B. der Betriebsarzt, da dann garantiert
alle Probleme angesprochen werden. Im Analysegespräch selbst werden dann zunächst die notwendigen bzw. hilfreichen Veränderungen der
Arbeitssituation thematisiert und mögliche
Lösungen diskutiert, um danach konkrete Maßnahmen für einen konkreten Arbeitsplatz bzw.
Arbeitsbereich festzulegen. Abgerundet wird das
Gespräch durch die Festlegung von Prioritäten
sowie des Zeitrahmens, in dem die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Vor
allem die leichte Durchführbarkeit und die direkte
Beteiligung der Mitarbeiter sprechen für die
Arbeitssituationsanalyse. Sie bietet auch eine
gute Alternative zu einer schriftlichen Befragung
der Mitarbeiter, die in kleineren Handwerksbetrieben aufgrund der fehlenden Anonymität nur
bedingt durchführbar ist.
Mitarbeiterbefragungen
Sofern Sie mehr als 20 Personen beschäftigen,
können Sie Ihre Mitarbeiter auch schriftlich zu
ArBEITS-
möglicherweise bestehenden Problemen sowie
nach Verbesserungsmöglichkeiten befragen.
Wichtig ist dabei, dass die Anonymität der Mitarbeiter gewahrt bleibt. Bestehen vonseiten der
Mitarbeiter Zweifel in dieser Hinsicht, die nicht
ausgeräumt werden können, werden auch die in
der Mitarbeiterbefragung gemachten Angaben
wenig Aussagekraft haben bzw. es wird sich kaum
jemand daran beteiligen.
Einsatz von Checklisten
Eine weit verbreitete Möglichkeit, den Ursachen
betrieblicher Probleme nachzugehen, ist die Verwendung von Checklisten. Vor allem die Berufsgenossenschaften haben für die wichtigsten
Arbeitsbereiche und Tätigkeiten in den einzelnen
Branchen und Gewerken eine Vielzahl von Checklisten entwickelt, die Mitgliedsbetrieben in der
regel kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Im rahmen dieser Broschüre werden an vielen
Stellen Hinweise auf ausgewählte Checklisten
gegeben. Weitere Hinweise auf gewerbegruppenspezifische Checklisten sind im Anhang aufgeführt.
Krankenstandsanalysen
Die meisten großen Krankenkassen veröffentlichen einmal im Jahr die Ergebnisse ihrer Analysen
zu den Arbeitsunfähigkeitsfällen ihrer Mitglieder.
Dabei informieren die Berichte i.d.r. auch über
branchenspezifische Besonderheiten hinsichtlich
der Arbeitsunfähigkeiten und der wichtigsten
aufgetretenen Krankheiten. Die Ergebnisse dieser
statistischen Daten sind zwar nicht für alle Betriebe einer Branche zu verallgemeinern. Dennoch
UnD
GESUnDHEITSSCHUTZ
In
HAnDWErKSBETrIEBEn
können aus ihnen Hinweise auf Krankheitsschwerpunkte und auf damit möglicherweise zusammenhängende Arbeitsbelastungen gewonnen
werden.
Zudem bieten einige Kassen größeren Betrieben an, betriebsspezifische Analysen zu erstellen,
in denen der Effekt der Alters- und Geschlechtsstruktur herausgerechnet wird und in denen die
Krankenstandswerte mit den Branchenwerten
verglichen werden können. Mit einem solchen
Benchmarking können die Betriebe dann sehen,
ob sie über oder unter dem Branchenschnitt
liegen. Oder mit anderen Worten: Ob ihr Gesundheitsmanagement im Betrieb wettbewerbsfähig
ist oder ob Handlungsbedarf besteht.
Für kühle Rechner: Berechnung des Krankenstands
Der Krankenstand setzt sich aus der Anzahl der Krankheitsfälle sowie
ihrer durchschnittlichen Dauer zusammen. Das Produkt aus der Häufigkeit der Erkrankungsfälle und der Erkrankungsdauer ergibt die Anzahl der
von 100 Mitarbeitern im gesamten Jahr verursachten Ausfalltage. Verteilt
man diese Zahl auf alle Tage des Jahres, ergibt sich der Krankenstand.
Beispiel Bau- und Ausbaugewerbe:
100 Mitarbeiter waren im Jahr 2003 rund 135,4 Mal für durchschnittlich
rund 14,9 Tage erkrankt. Dies ergab ein Gesamtvolumen von 2011 Ausfalltagen. Der durchschnittliche Krankenstand berechnet sich, wenn man
diese Zahl auf alle Tage des Jahres verteilt (die Krankenkassen berechnen
den Krankenstand auf der Grundlage von Kalendertagen).
Also: 2011 geteilt durch 365 ergibt einen Krankenstand von rund 5,5 %.
An jedem Tag im Jahr 2003 waren also 5,5 % der IKK-versicherten Beschäftigten im Bau- und Ausbaugewerbe arbeitsunfähig erkrankt.
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4 Mit 60plus im Betrieb? Demographischer Wandel
und die Zukunft der Arbeit
Das Problem
Der demographische Wandel ist in vollem Gange.
Eine Konsequenz sind bereits jetzt durchschnittlich ältere Belegschaften in den Betrieben als noch
vor ein paar Jahren. Glaubt man den Prognosen,
wird sich das ›Ergrauen‹ des Erwerbspersonenpotenzials und damit auch das der Belegschaften
weiter beschleunigen. Weil der nachwuchs künftig
knapper wird, könnte in vielen Wirtschaftsbereichen
und auch im Handwerk künftig ein Mangel an qualifizierten Fachkräften drohen. Verschärft wird dieser Trend noch durch die Frühverrentungspraxis
der letzten Jahre, die im Konsens von Wirtschaft,
Gewerkschaften und Staat den angespannten
Arbeitsmarkt entlasten sollte. Heute wird hingegen über eine längere Lebensarbeitszeit nicht
mehr nur diskutiert, die schrittweise Einführung
der rente ab 67 ist bereits beschlossen. Kann
das eigentlich gehen, wo doch bereits heute viele
Beschäftigte krankheitsbedingt schon vor Erreichen des 65. Lebensjahres in rente gehen?
Selbstverständlich kann das gehen! Allerdings
nicht einfach so, vielmehr müssen die Betriebe –
also Sie – jetzt die Voraussetzungen schaffen,
damit die derzeit ›Mittelalten‹ gesund und leis-
tungsfähig bleiben und ihrem Betrieb möglichst
lange zur Verfügung stehen. Jeder einzelne Betrieb wird sich daher in den kommenden Jahren
verstärkt mit den Auswirkungen des demographischen Wandels auf die eigene Personalsituation und -planung befassen müssen. Deshalb
sollten Sie sich als Betriebsinhaber bereits jetzt
fragen: Wie kann ich Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Weiterbildungsbereitschaft meiner
Beschäftigten langfristig erhalten und sichern?
Wie kann ich ältere und erfahrene Beschäftigte
im Betrieb halten? Auskunft darüber gibt die
InQA-Broschüre ›Mit Erfahrung die Zukunft
meistern‹, die grundsätzlich über das Thema
informiert und viele praktische Tipps enthält.
Altes Eisen oder alter Hase?
In vielen Betrieben herrscht das verbreitete Vorurteil vor, dass der Unternehmenserfolg nur mit
jungen Arbeitnehmern erzielt werden könne.
Jüngere Beschäftigte seien gesünder, motivierter
und flexibler als ihre älteren Kollegen. Mit den
Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen
lässt sich eine solche Haltung allerdings nicht
stützen. Danach sind Ältere nicht weniger, son3
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Die Stärken von jüngeren und älteren Mitarbeitern
im Unternehmensurteil
Leistungspotenziale
Jüngere Erwerbstätige*
Ältere Erwerbstätige*
Erfahrungswissen
+
+++
Theoretisches Wissen
++
++
Kreativität
+++
+
Lernbereitschaft
+++
+
Lernfähigkeit
+++
+
Arbeitsmoral, Arbeitsdisziplin
+
+++
Einstellung zur Qualität
+
+++
Zuverlässigkeit
+
+++
Loyalität
+
+++
Teamfähigkeit
++
++
Führungsfähigkeit
+
+++
Flexibilität, reaktionsfähigkeit
+++
+
Körperliche Belastbarkeit
+++
+
Psychische Belastbarkeit
++
++
Beruflicher Ehrgeiz
+++
+
* Nennungen der Betriebe
+++ = sehr häufig genannt; ++ = häufig genannt, + = wenig genannt
Quelle: INIFES, SÖSTRA Befragungen von Unternehmen in den Arbeitsamtsbezirken
Berlin Mitte, Schweinfurt und Suhl, 2000/2001, Basis: 88 Betriebe
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dern häufig nur anders leistungsfähig. So mögen
die Körperkräfte vielleicht nachlassen, dafür
steigen Kommunikationsfähigkeit und soziale
Kompetenz. Und dass die Erfahrung im Alter
zunimmt, ist gerade im Handwerk ein nicht zu
unterschätzender Vorteil.
Über wie große Potenziale ältere Arbeitnehmer
tatsächlich verfügen, veranschaulicht eine Befragung von Unternehmen zum Stärkenprofil von
jüngeren und älteren Arbeitnehmern (siehe Tabelle links).
Lösungsansätze
Damit Sie künftig keine Personalprobleme bekommen, sollten Sie bereits jetzt über ein ›AgeManagement‹ in Ihrem Betrieb nachdenken, das
alle Aspekte einer alternden Belegschaft ganzheitlich berücksichtigt und angeht. Denn die Arbeitsund Beschäftigungsfähigkeit bleibt im Alter nicht
allein durch Arbeiten erhalten, sondern ihr Erhalt
und Ausbau erfordert Initiativen auf den Handlungsfeldern Gesundheitsförderung, Weiterbildung, Arbeitsgestaltung und Führungsorganisation.
Wichtig ist, dass dieses ganzheitliche AgeManagement rechtzeitig im Betrieb thematisiert
wird. Denn mit geeigneten Maßnahmen lassen
sich Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit zwar
auch im Alter noch verbessern, aber auch hier gilt
der Grundsatz: Vorbeugen ist besser als heilen!
Age-Management sollte sich deshalb nicht ausschließlich auf die älteren Beschäftigten konzentrieren, sondern bereits bei den Jungen und dem
›Mittelalter‹ beginnen. Die sind schließlich die
Älteren von morgen! Sollen Maßnahmen recht-
MIT 60PLUS
zeitig Wirkung zeigen, müssen sie angesichts der
demographischen Entwicklung jetzt konzipiert,
eingeleitet und umgesetzt werden.
Dabei sollten Sie grundsätzlich zweigleisig
fahren:
– Zum einen geht es um die altersgerechte
Arbeitsgestaltung. Hierunter fallen spezifische
Maßnahmen für die Gruppe älterer Arbeitnehmer, deren Leistungsspektrum sich verändert hat. Ziel ist, älteren Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten zu sichern bzw. neue
Perspektiven zu eröffnen.
– Zum anderen geht es um eine alternsgerechte
Erwerbsbiographie. Da die Entwicklung der
Arbeitsfähigkeit abhängig ist von den Anforderungen und Belastungen, mit denen der Mensch
im gesamten Lauf seines Erwerbslebens konfrontiert wird, gilt es frühzeitig Gesamtstrategien zu entwickeln, die präventiv der Entstehung alterstypischer Defizite entgegenwirken.
So können z. B. durch die Vermeidung physischer
Belastungen (z. B. schlechte Beleuchtung, Zugluft, Kälte, schweres Heben und Tragen usw.)
sowie durch eine gute ergonomische Gestaltung
der Arbeitsplätze die eingeschränkte körperliche
Leistungsfähigkeit im Alter kompensiert werden.
Auch in der Arbeitsorganisation (Arbeitstempo,
Pausen, Wechsel der Tätigkeiten) bieten sich
zahlreiche Gestaltungsspielräume, die den Älteren
das Arbeiten ermöglichen – und den Jüngeren die
Arbeit erleichtern!
IM
BETrIEB? DEMOGrAPHISCHEr WAnDEL
UnD DIE
ZUKUnFT
DEr
ArBEIT
So wird der Betrieb demographiefest!
Wer morgen noch wettbewerbsfähig sein will, muss heute aktiv werden.
Wie? Hier ein paar Anregungen!
– Altersstrukturanalyse im Betrieb durchführen!
– Altersgemischte Teams einführen, um den Wissenstransfer zu fördern!
– Weiterbildung, Qualifizierung und Innovationsprojekte auch Älteren
anbieten!
– Offene und vorurteilsfreie Unternehmenskultur fördern!
– Führungskräfte für den Umgang mit der Silbergeneration qualifizieren!
– Qualifikatorische Sackgassen für alle Altersgruppen vermeiden, Tätigkeiten mischen!
– Lebensbegleitende Kompetenzentwicklung fördern!
– Umfassende betriebliche Gesundheitsförderung für alle Altersgruppen
anbieten!
Tipps
Im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) arbeitet der
thematische Initiativkreis ›30 – 40 – 0plus, Älterwerden in Beschäftigung‹.
Sie finden dort eine breite Informations- und Beratungsplattform zum
Thema: Beispiele guter Praxis, Instrumente und Maßnahmen, um die
Beschäftigungsfähigkeit Älterer zu stärken, Experten, die Ihnen weiterhelfen (www.inqa.de).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat ein umfangreiches
Informationsangebot zum demographischen Wandel aufgebaut.
Diese sind unter dem Link www.demotrans.de im Internet abrufbar.
INQA-Broschüre ›Alt und Jung – gemeinsam in die Arbeitswelt von morgen!‹
ratgeber für die betriebliche Praxis zum Thema Alter, Altern und
Beschäftigung. Download unter: www.inqa.de
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ABEr FEIn!
Weitergehende Informationen und Literatur
zum Thema ›Demographischer Wandel und
Arbeitswelt‹
Buck, H.; Kistler, E.; Mendius, H. G.: Demographischer Wandel
in der Arbeitswelt – Chancen für eine innovative Arbeitsgestaltung. Broschürenreihe ›Demographie und Erwerbsarbeit‹ des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Stuttgart
2002.
IKK Bundesverband (Hrsg.): Der IKK Gesundheitsbericht
2004. Arbeit und Gesundheit im Handwerk. Bergisch Gladbach 2004.
Badura, B.; Schellschmidt, H.; Vetter, Chr. (Hrsg.): Fehlzeitenreport 2002 der AOK; Berlin, Heidelberg 2003.
Maintz, G.: Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer – Abschied
vom Defizitmodell, in: Fehlzeiten-report 2002 der AOK; Berlin,
Heidelberg 2003, S. 43 –55.
Handwerkskammer Hamburg (Hrsg.): Transferstrategien zum
›Demografischen Wandel im Handwerk‹ in: ›Zukunftsfähige
Konzepte für das Handwerk zur Bewältigung des demografischen Wandels‹, Stuttgart 2001, S. 87– 108. Der Bericht ist abrufbar über www.demotrans.de
InIFES, ISF, SÖSTrA (Hrsg.): Erwerbsarbeit und Erwerbsbevölkerung im Wandel: Anpassungsprobleme einer alternden
Gesellschaft, Frankfurt a. M., new York 1998.
Mendius, H.G.: Das Handwerk und seine Beschäftigten – Verlierer des demografischen Umbruchs? Aus Politik und Zeitgeschichte B 3 –4/ 2001, S. 23–30. Der Bericht ist abrufbar über
www.demotrans.de
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Nützliches im Netz
Im Folgenden sind einige nützliche Links rund um das Thema
Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb aufgeführt. Die Liste
ist in alphabetischer reihenfolge erstellt und erhebt keinen
Anspruch auf Vollständigkeit!
Beratungs- und Informationssystem im Handwerk (BIS)
www.bis-handwerk.de
Berufsgenossenschaften
Berufsgenossenschaft für das Baugewerbe: www.bgbau.de
Berufsgenossenschaft Chemie: www.bgchemie.de
Berufsgenossenschaft Druck und Papier: www.bgdp.de
Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik
(BGFE): www.bgfe.de
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege (BGW): www.bgw-online.de
Berufsgenossenschaft für das Holzgewerbe: www.holz-bg.de
Berufsgenossenschaft der keramischen und Glas-Industrie:
www.bgglaskeramik.de
Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften: www.vmbg.de
Berufsgenossenschaft Metall nord Süd: www.bg-metall.de
Berufsgenossenschaft für das nahrungsmittelgewerbe und
Gaststätten: www.bgn.de
Berufsgenossenschaft für das Textil- und Bekleidungsgewerbe:
www.textil-bg.de
Bertelsmann Stiftung – Aktion Demographischer Wandel
www.aktion200.de
BKK Bundesverband und Hauptverband der gewerblichen
Berufsgenossenschaften (HVBG)
www.gesundheit-und-arbeit.de
KLEIn,
ABEr FEIn!
BKK Bundesverband, Abteilung Gesundheit
Handwerker-Fonds Suchtkrankheit e.V.
www.bkk.de
www.handwerker-fonds.de
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Hans-Böckler-Stiftung
www.baua.de
www.boeckler.de
Bundesministerium für Gesundheit
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
www.bmg.bund.de
www.hvbg.de
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
IG Metall
www.bmwi.de
www.igmetall.de
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Innungskrankenkassen (IKK Bundesverband)
www.bmas.bund.de
www.ikk.de
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
Informationsdienst Arbeit und Gesundheit
www.dhs.de
www.ergo-online.de
Deutsches Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung
Initiative Gesundheit & Arbeit
www.dnbgf.de
http://www.iga-info.de
DGB Bildungswerk
INQA – Initiative für eine neue Qualität der Arbeit
www.dgb-bildungswerk.de
www.inqa.de
Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz
am Arbeitsplatz
Prävention-online
www.praevention-online.de
www.osha.de
Saarländisches Netzwerk ›... mehr Gesundheit im Betrieb‹
Gmünder Ersatzkasse (GEK)
www.gesanet.de
www.gek.de
Sozialnetz Hessen
Gemeinschaftsinitiative Gesünder Arbeiten (Giga)
www.sozialnetz-hessen.de
www.gesuender-arbeiten.de
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KLEIn,
ABEr FEIn!
Techniker Krankenkasse (TK)
Checklisten
www.tk-online.de
Checkliste ›Richtige Körperhaltung bei der Arbeit‹
Verein für Arbeitsschutz und Gesundheit durch
systemische Mobbingberatung und Mediation e.V.
Checkliste der Schweizer Unfallversicherung (SUVA)
www.suva.ch
www.mobbing-net.de
Checkliste Lärm am Arbeitsplatz
WHO-Partnerschaftsprojekt Tabakabhängigkeit
www.weltnichtrauchertag.de
Download auf der Homepage der Schweizer Unfallversicherung (SUVA) unter www.suva.ch
›Rauchfrei am Arbeitsplatz‹
Checkliste Augenbeschwerden
www.rauchfrei-am-arbeitsplatz.de
Erfassung von Augenbeschwerden bei der Büro- und Bildschirmarbeit und mögliche Verbesserungsmaßnahmen:
www.sozialnetz.de unter der rubrik ›Arbeit und Gesundheit‹/
›ergo-online‹/›Umsetzung‹/›Checklisten und Handlungshilfen‹
Zentralverband des deutschen Handwerks
www.zdh.de
Checklisten ›Stress‹, ›Psychische Ermüdung‹, ›Monotonie
und psychische Sättigung‹
Abrufbar über die Homepage der BAuA: www.baua.de/prax/
Checkliste Stress
Die Checkliste kann über die Homepage der Schweizer Unfallversicherung (SUVA) unter www.suva.ch unter der rubrik
SuvaPro; Informationsmittel/Publikationen heruntergeladen
werden.
Checkliste zur Altersstrukturanalyse
der Hans-Böckler-Stiftung, hrsg. im rahmen des Projektes
›netzwerk mitbestimmte Personalarbeit‹. Download auf der
Homepage der HBS: www.boeckler.de
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Impressum
Klein, aber fein!
Sicherheit und Gesundheit in Handwerksbetrieben – Tipps und Infos für Betriebsinhaber
Fachliche Beratung:
Dr. Barbara Matschke (BAuA), Piotr Kopankiewicz (BAuA)
Herausgeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Friedrich-Henkel-Weg 1–25, 44149 Dortmund-Dorstfeld
Telefon 0231.90 71-0 www.baua.de
Text: Kontext Oster & Fiedler, Hattingen. Dem Text liegt ein unveröffentlichtes Manuskript von Judith Berger
und Hans-Dieter nolting (IGES Institut für Gesundheits- und Sozialforschung, Berlin) zu Grunde.
redaktion: Wolfgang Dicke
Gestaltung: GUD – Helmut Schmidt, Braunschweig
Foto: Fotoagentur FOX – Uwe Völkner, Lindlar/Köln
Herstellung: Lausitzer Druck- und Verlagshaus, Bautzen
nachdruck, auch auszugsweise, nur mit vorheriger Zustimmung
der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
1. Auflage, Juli 2007
ISBn 978-3-88261-566-1
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ISBn 978-3-88261-566-1
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