TesT Raum und aufsTellung Lautsprecher › moniToRBoX

TesT Raum und aufsTellung Lautsprecher › moniToRBoX
Lautsprecher › MonitorBOX
Test
Monitorlautsprecher
Harbeth Monitor 40.2
16 000 €
Raum und
aufstellung
Raumgröße
K M G
Akustik
T
A
H
Aufstellung
D W
F
Nach Möglichkeit frei stellen,
relativ stark anwinkeln, mit
Abdeckung hören, Hörentfernung ab 2,5 m einhalten.
Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie
auf Seite 118.
Lautsprecher › MonitorBOX
Glaubensfrage
Die Frage ist essentiell. Was sucht der Highender in einem perfekten Lautsprecher: Neutralität oder doch Spielfreude? Die Antwort ist simpel: Die Harbeth Monitor 40.2 bietet beides!
■
Test: Alexandros Mitropoulos
H
arbeth baut das Monitor 40-Modell in unveränderter Form schon ewig. Zumindest
gefühlt. Denn hin und wieder präsentieren
die Engländer ihrer kleinen, aber treuen Fangemeinde ein technisch verbessertes, optisch jedoch identisches Modell. Das geschah erstmals 2008 mit der
40.1, die ein neues Bass-Chassis und ein verändertes Weichendesign erhielt. Das sollte den von vielen Kunden kritisierten Bassverlauf des Urmodells
kompensieren und gleichzeitig ermöglichen, die
Box auch mit etwas schwächeren Verstärkern anzutreiben. Die nagelneue, hier vorgestellte Monitor
40.2 führt das Konzept auf die nächste Evolutionsstufe. Die wesentliche Neuerung betrifft erneut die
Weiche und – nachdem der Bass wohl keinen 6dBAnstieg mehr aufweist – den Hoch­töner. So soll die
40.2
breitbandiger,
neutraler
und
klirrärmer als jede andere Monitor-Version tönen.
www.audio.de ›09/2015
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Lautsprecher › MonitorBOX
Konsequent: Das Gehäuse ist kaum akustisch behandelt. Der Mitteltöner arbeitet in
einem eigenen akustischen Volumen. Die Weiche
ist service-freundlich direkt auf die Rückwand
befestigt. Die Verarbeitungsqualität aller
Komponenten ist mustergültig.
Einige wichtige Konstruktions-Merkmale übernahm man indes unverändert von
der Vorgängerin. Nach wie vor baut die
Monitor 40.2 groß und nutzt ein über
100 Liter fassendes Gehäuse, dessen
Einzelteile auf eher pragmatische als elegante Art mit dutzenden sichtbaren
Holzschrauben fixiert sind. Diese Verbindungsart hat natürlich einen Grund,
wie der obligatorische Klopftest, der ein
sonores Ploppgeräusch hervorbringt,
bereits andeutet. Die Idee ist, das recht
dünnwandige Gehäuse nur sehr leicht
zu bedämpfen. Und das hängt wiederum direkt mit den Wurzeln von Harbeth
zusammen. Firmengründer Dudley Harwood war bis 1977 ein anerkannter Ingenieur in der Entwicklungsabteilung der
BBC und maßgeblich an der Planung
des
legendären
Kompaktmonitors en RADIAL-Membranmaterial, das von
LS3/5a beteiligt, der ebenfalls diese mit- Harbeth entwickelt wurde und nur bei
schwingende
Gehäusekonstruktion Harbeth-Lautsprechern zu finden ist.
nutzt. Bei der Schallwandlung ist das Bass und Mitteltöner entstehen in HandGehäuse der Harbeth Monitor 40.2 ähn- arbeit im eigenen Werk nahe London.
lich dem Korpus eines Musik-­Für den Hochtonbereich zeichnet hingeInstrumentes an der Klanggestaltung gen ein Tweeter mit 25mm-Kalotte verbeteiligt. 1986 ging Harbeth zwar an antwortlich, der von Chassis-Zulieferer
Alan Shaw über – der damals 29-Jährige Seas kommt und wie eingangs erwähnt
hielt und hält jedoch an den klassischen eine Neukonstruktion ist. Eine mit feinsten Bauteilen aufgebaute FrequenzweiKonzepten fest. Und das ist gut so.
Die Monitor 40.2 arbeitet als klassische che ist für die saubere Signalteilung zuDreiwege-Box und unterscheidet sich ständig. Harbeth montiert die komplette
dadurch von ihrem BBC-Vorbild LS5/8, Weichenplatine auf die Gehäuserückwand, für den unwahrscheinlichen Fall,
einem Zweiwege-Modell.
Technische Veränderungen gab es bei dass mal eine Reparatur ansteht. Der
der Tieftonabstimmung, bei der Fre- Betrieb im Bi- oder Tri-Wiring-Modus ist
quenzweiche und beim Hochtöner. Der nicht möglich – auf der riesigen Gehäu20cm-Mitteltöner arbeitet mit dem neu- serückseite findet sich genau ein Paar
Messlabor
Auf Achse misst sich die Monitor 40.2
breitbandig und ausgewogen (1). Im Bass
ist bis 200Hz eine Betonung von ungefähr
3dB erkennbar. Alles drüber, sieht schnurgerade aus. 30 Grad seitlich tritt ein Hochtonabfall ein. Das ist bei der Aufstellung
zu beachten. Unauffälliges Wasserfalldiagramm (o. Abb.). Die Harbeth klirrt bis
90dB kaum. Bei 100dB nimmt der Klirr zu,
konzentriert sich aber im Bass (2). AK=63.
24
www.audio.de ›09/2015 100 dB
Harbeth 40.2
axial
Frequenzgang
10*hoch
110 dB
30*seitl.
Harbeth 40.2
85 dB
Pegel- & Klirrverlauf
90 dB
95 dB
100 dB
100 dB
90 dB
90 dB
80 dB
80 dB
70 dB
16 Ohm
8 Ohm
60 dB
50 dB
10 Hz
4 Ohm
2 Ohm
Impedanzverlauf
100 Hz
1 kHz
10 kHz
1 Ohm
40 kHz
70 dB
60 dB
50 dB
20 Hz
50 Hz
100 Hz 200 Hz
500 Hz
1 kHz
2 kHz
5 kHz
Lautsprecher › MonitorBOX
Nun gesellte sich das Weltklasselaufwerk von Garrard dazu (siehe Test auf
Seite 30), das mit einem Lyric TI 100 zusammenarbeitete. Auf dem Verstärker
thronten bärenstarke KT150-Röhren, die
Gegenkopplung war auf ein Minimum
eingestellt. Tonal gefiel die Harbeth in
dieser Kette stellenweise sogar besser.
Wirkte der Bass beispielsweise vorher
zwar stimmig, aber leicht dickbäuchig,
tönte er nun schlanker und griffiger. Der
Kontrabass bei Art Peppers „You’d Be So
Nice To Come Home” sorgte jedenfalls
für ein wohlig-warmes Gefühl ums Herz.
Ob mit dem Röhren- oder dem Transis-
Fazit
torverstärker: Die Harbeth legte trotz
recht hoher AK einen hervorragenden
Wirkungsgrad an den Tag und konnte beliebig laut spielen. Die Tester kamen zum
Schluss: „Hoffentlich baut Harbeth die
Monitor 40 noch lange – Musik klang selten derart lebendig und natürlich”!
09/15
Kabelklemmen. Das reicht auch vollkommen.
Im AUDIO-Hörraum bahnte sich bereits
nach den ersten Takten das Gefühl an,
dass sich die Harbeth zu einem ganz besonderen HiFi-Erlebnis warm spielte.
Als Zuspieler fungierte zunächst ein Linn
Klimax, der das Signal symmetrisch und
ohne große Umwege direkt von der
NAS in die große Endstufe von T+A
streamte (A3000 HV mit PS 3000 HV).
Mark Knopfler schien bei „Laughs And
Jokes And Drinks And Smokes” („Tracker“) leibhaftig im AUDIO-Hörraum zu
stehen. Die Tester staunten nicht
schlecht, wie authentisch Knopflers
Atemgeräusche und Akzentuierung bar
jeder Verfärbung wirkten. Diese hohe
Plastizität zog alle Anwesenden in den
Bann. Ebenso die phänomenale Abbildung: Tiefe, Breite und Höhe der Bühne
waren schlicht perfekt. Schloss man die
Augen, so war keine eindeutige Schallquelle mehr hörbar. Die Musik schien
wie aus dem Nichts zu entstehen. Und
noch viel mehr: Man konnte es nicht so
recht mit Worten beschreiben – wobei
eine Hörraum-Besucherin es recht treffend mit dem englischen Begriff „vividness” umschrieb –, aber die Monitor
40.2 vermochte Spielfreude mit Direktheit und absolutem Understatement zu
kombinieren: Musik sprang einen an –
und alles blieb dennoch locker.
Harbeth
Lebendige Abbildung
Monitor 40.2
Input Audio
0 43 46 / 60 06 01
inputaudio.de
16 000 Euro
10 Jahre
43,2 x 75 x 38,8 cm
38 kg
•/–/–
Cherry, Eucalyptus, Rosewood,
Tiger Ebony
3 Wege, Bassreflex
–
–
Vertrieb
www.
Listenpreis
Garantiezeit
Maße B x H x T
Gewicht
Furnier/Folie/Lack
Farben
Arbeitsprinzipien
Raumanpassung
Besonderheiten
Alexandros Mitropoulos
AUDIO-Redakteur
empfehlung
StecKBRIEF
Audiogramm
Harbeth schuf mit der Monitor
40.2 einen Lautsprecher, der ausgewogen und feinzeichnend
klingt und dabei etwas Spannendes mit der Musik anstellt: Klänge
wirken lebendiger, saftiger, strahlen mit leuchtenderen Farben und
duften intensiver als mit vielen
„modernen“ Lautsprechern – die
Engländerin lässt einen schlicht
tiefer in die Musik eintauchen.
Å Berauschend authentische
Abbildung, dabei sehr dynamisch und tonal ausgewogen,
röhrenfreundlich.
Í–
Neutralität (2x)
Detailtreue (2x)
Ortbarkeit
Räumlichkeit
Feindynamik
Maximalpegel
Bassqualität
Basstiefe
Verarbeitung
100
105
105
110
110
95
90
95
überragend
KLANGURTEIL
PREIS/LEISTUNG
102 Punkte
High-Endig
_0DYCL_audioNext_ Audio_Audio Interstellar_x3.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 95.00 mm);22. May 2015 14:18:01
Audio Interstellar
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