ENERGIE[ EFFIZIENZ - Technik in Bayern

ENERGIE[ EFFIZIENZ - Technik in Bayern
B 2883
01/2015
Januar/Februar
Nachrichten aus Technik, Naturwissenschaft und Wirtschaft
www.technik-in-bayer n.de
Das Regionalmagazin für VDI und VDE
Schwerpunkt
Energieeffizienz
Veranstaltungskalender
Januar/Februar 2015
Aktuelles aus VDI und VDE
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23.10.2014
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editorial
Foto: RM-K.com
Liebe Leser, liebe VDI Mitglieder,
liebes Redaktionsteam,
Dipl.-Ing.
Jochen Lösch
Vorstandsmitglied VDI BV München
Chefredakteur TiB
nach mehr als 18 Jahren, die ich mit einer
längeren Unterbrechung für unsere TiB tätig
war, ist für mich die Zeit gekommen Abschied
zu nehmen und mich neuen Aufgaben zu widmen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie
wir damals die Mitgliederzeitschrift „Technikin-München“ (schwarz/weiß mit rotem Umschlag) analysiert haben. Besser, farbiger und
attraktiver sollte das neue Format werden. Das
Ergebnis ließ sich sehen. Nicht nur, dass wir
den Titel auf ganz Bayern ausgedehnt haben,
die Einführung eines individuellen Schwerpunktthemas für jedes Heft steigerte sofort und
nachhaltig die Attraktivität. Ein Interview mit
einer Branchengröße sollte das Thema abrunden. Ein guter Wurf, wie sich noch herausstellen
sollte. In unserem ersten Heft 01/1997 befassten wir uns mit der Zukunft des Automobils.
Unser damaliger Gesprächspartner Prof. HansHermann Braess, zu dem Zeitpunkt Leiter der
wissenschaftlichen Forschung bei BMW, wagte
einige Voraussagen über die Zukunft des Automobils, von denen die meisten heute aus unseren Fahrzeugen nicht mehr wegzudenken sind.
Es folgten bis heute 108 Ausgaben, die immer
wieder neu die Weiterentwicklung von Technik
begleiteten und uns näher brachten.
Ganz besonders möchte ich mich an dieser Stelle für die langjährige aktive Begleitung
durch unsere eigentliche „Chefin“ nicht nur die
vom Dienst, Frau Silvia Stettmayer bedanken.
Mit unermüdlichem Fleiß und hoher intellektueller Kompetenz hat sie es verstanden, die
Fäden der TiB in der Hand zu halten, was ihr als
langjährige Marionetten­spielerin im „Kleinen
Spiel“ in München naturgemäß leicht fiel.
Die Liste der Chefredakteure ist nicht allzu lang. Begonnen haben wir mit Dr. Andreas
Grüner, der vor allem den Aufbau begleitete.
Sein Nachfolger der von uns allen hochgeschätzte Dr. Horst Lange verstand es in seiner
unerreichten Art den schmalen Pfad zwischen
Fach- und Publikumszeitschrift mit viel Leben zu füllen. Unvergessen sein Schwerpunkt
zum Thema „Licht“. Nach Dr. Lange wurde die
TiB etwas wissenschaftlicher. Der dem VDI BV
heute noch verbundene Dr. Walter Rathjen fokussierte fortan mehr auf die Zusammenarbeit
zwischen Forschung und Ingenieurwesen, während mir als seinem Nachfolger dann vor allem
das Wirken der Ingenieure in unserem und auf
unseren Alltag wichtig erschien. Ich bin schon
gespannt wohin unser neuer Chefredakteur,
unser langjähriges Redaktionsmitglied Herr
Friedrich Münzel die Zeitschrift weiterentwickeln wird. Ein Novum, erstmals ist ein VDEMitglied Chefredakteur der TiB. Ich erhoffe und
verspreche mir, dass dadurch eine noch engere
Zusammenarbeit der beiden Ingenieursvereine
VDI und VDE entsteht.
In jedem Fall werde ich unserer TiB und unserem Bezirksverein weiter verbunden bleiben
und, wenn ich es einrichten kann, hin und wieder an den Redaktionssitzungen teilnehmen.
Eine Anregung hätte ich noch zum Schluss.
Eine Zeitschrift lebt von einem starken Redaktionsteam und das wiederum vom Mitmachen.
Es wäre schön, wenn wir weiterhin Nachwuchs
in Form neuer Redakteure bekämen. Wenn Sie
also gerne technische Themen beleuchten, auch
gerne darüber schreiben oder es lernen zu wollen, ganz egal ob Sie Student sind, mitten im
Leben stehen oder gerade als Jungrentner Ihre
Fadeout-Phase planen. Es ist eine Bereicherung
dieser Redaktion anzugehören. Ich werde es
vermissen. Ein Abschied, der mir schwer fällt.
Viel Erfolg Ihnen Allen für die Zukunft.
Ihr
Technik in Bayern 01/2015
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Inhalt
Schwerpunkt
Die optimale Energienutzung
6
Wolfgang Berger
Effizient nicht zum Ziel kommen
7
Kommentar von Wolfgang Berger
Energieeinsparpotenziale systematisch erschließen
8
Gerd Streubel
Der Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie
10
Grafik: freeimages.com
Robert Kasprowicz
8
Energieeffiziente Gebäude
12
Alexander Lyssoudis
Einsparpotenziale bei Druckluftsystemen
14
Andreas P. Weiß
Energie sparen durch Hydraulik
16
Karl Theodor Renius
Effizienz ist entscheidend – aber welche?
19
Der historische Hintergrund von Frank Dittmann
Grafik: RM-K.com
Foto: RM-K.com
12
Titelbild
Der Gebäudebestand
hat große Effizienzpotenziale
Foto: Fotolia/galam
16
4
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Technik in Bayern 01/2015
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Inhalt
Hochschule und Forschung
Hochschule München:
Stadtquartiere nachhaltig sanieren dank Software-Tool
28
Daniela Bode
TU München:
Wo ist die Informationsstecknadel im Datenheuhaufen?
35
Beim BDÜ passen 1.400
Dolmetscher und Übersetzer
auf weniger als 30 cm²!
Birgit Vogel-Heuser
VDI/VDE
VDI-Preisverleihung 2014
VDE-Ehrenring für Prof. Nossek
VDI Landesverband
VDE: Münchener Abend 2014
Studenten und Jungingenieure
VDI Bayern Nordost: Einladung Mitgliederversammlung 2015
VDI BV München: Einladung Mitgliederversammlung 2015
VDI Bayern Nordost: Jahresrückblick 2014
20
22
23
24
26
27
29
36
Aktuelles
Altersgerechtes Wohnen voranbringen
33
Sie suchen einen Dolmetscher in Ihrer
Nähe? Sie brauchen einen Übersetzer für
ein ganz bestimmtes Fachgebiet?
34
In unserer kostenlosen Datenbank finden
Sie die Kontaktdaten qualifizierter
Dolmetscher und Übersetzer für über
40 Sprachen und 400 Fachgebiete
in Bayern, die die strengen Aufnahmekriterien des BDÜ erfüllt haben. So können
Sie sicher sein, dass Ihre Übersetzung
in fachkundige Hände gerät.
Gespräch der VDE LV im Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Gasturbinen als Autoantriebe?
Thomas Röber
Rubriken
Leserbriefe38
Veranstaltungskalender39
Buchbesprechungen48
Ausstellungstipp50
Vorschau50
Impressum50
Neu: Fachliste „Technische Dokumentation“
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VDI Bezirksverein München, Ober- und Niederbayern e.V.
Westendstr. 199, D-80686 München
Tel.: (0 89) 57 91 22 00, Fax: (0 89) 57 91 21 61
www.vdi.de, E-Mail: [email protected]
VDI Bezirksverein Bayern Nordost e.V.
c/o Ohm-Hochschule, Keßlerplatz 12, D-90489 Nürnberg
Tel.: (09 11) 55 40 30, Fax: (09 11) 5 19 39 86,
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Bundesverband der Dolmetscher
und Übersetzer (BDÜ)
Landesverband Bayern e.V.
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VDE Bayern, Bezirksverein Südbayern e.V.
Landesvertretung Bayern
Hohenlindener Straße 1, D-81677 München
Tel.: (0 89) 91 07 21 10, Fax: (0 89) 91 07 23 09
www.vde-suedbayern.de, E-Mail: [email protected]
Technik in Bayern 01/2015
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Schwerpunkt
Die optimale Energienutzung
Die Wende muss her. Die verfügbare Energie muss sinnvoller und sparsamer genutzt werden.
Da sind sich alle einig. Unsere Energiebedarfe sind vielschichtig und zahlreich. Jeder möchte
mobil sein und es zuhause hell und warm haben. Unternehmen wollen profitabel Produkte
herstellen und Dienstleistungen erbringen. Und Versorger wollen die verfügbare Primär­
energie sinnvoll einsetzen, um uns eben jene Energie über die Netze zur Verfügung zu stellen.
Doch wie können wir Energie sinnvoller und intelligenter bereitstellen und nutzen?
Und was hindert uns heute daran?
[%]
16
Marktpotenzial
Wirtscha liches Potenzial
Technisches Potenzial
14
12
14,4
14,0
13,2
12,7
10
8
7,3 7,7
6
7,3
7,3
6,3
4
5,0
2
3,3
3,1
0
Strom
2020
Brennstoffe
Strom
2035
Brennstoffe
Quelle: Fleiter, Schlomann & Eichhammer, 2013
Effizienzfortschritte von Strom und fossilen Brennstoffen bei Marktpotenzial, wirtschaftlichem und technischem Potenzial in den Jahren 2020 und 2035.
Zumeist regeln sich Angebot und Nachfrage
über Preise. Doch im vielschichtigen Bereich
der Energieversorgung bzw. vielmehr der Nutzung derselben, zu der eben nicht nur elektrische sondern auch thermische Energie gehört,
herrscht kein einheitlicher und transparenter
Markt. Themen wie Sorgen von Privatkunden, Standortdiskussionen von Unternehmen,
Kraftwerksstrategien der Versorger und nationale Abhängigkeiten von Energielieferungen
bilden eine komplexe Ausgangslage.
Energieeffizienz wird nicht energetisch definiert, sondern ökonomisch. Es geht darum
die verfügbare Energie effizient einzusetzen
um einen bestimmten Nutzen zu erreichen.
Vor allem steigende Energiepreise bieten einen
Anreiz die Nutzung effizienter zu gestalten. Automobilkonzerne lassen sich einiges einfallen,
um den steigenden Spritpreisen zu begegnen.
Energieintensive Fertigungsbetriebe müssen
aus Deutschland abwandern und zu den gün6
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stigeren (und oft auch erneuerbaren) Quellen
zu ziehen. Im Gegensatz dazu sorgen aber sinkende Preise wie z.B. aktuell für Erdgas in Kombination mit CO2-Zertifikatspreisen für einen
unwirtschaftlichen Betrieb von Gaskraftwerken. Die ökonomische Komponente bzw. die Kosten bestimmen die Diskussion und sind somit
auch der Schlüssel. Neben dem wirtschaftlichen
Druck setzen oft auch Regierungen klare Vorgaben z.B. um weitreichendere Ziele wie Versorgungssicherheit oder Klimaziele umzusetzen.
Energieressourcen und Reserven sind eben
auch nicht endlich. Zudem steigt weltweit u.a.
durch den wachsenden Energiehunger von
China und Indien die Nachfrage und damit
der Kampf um die Rohstoffe. Der effizientere
Umgang mit Ressourcen und Reserven wird zu
einer gesellschaftlichen Herausforderung.
Nicht nur die EU sondern auch Deutschland will klare Ziele zur Energieeinsparung
setzen. Die Vorgaben der EU-Energieeffizienz-
Richtlinie (EED), die alle Mitgliedsstaaten betreffen, werden in Deutschland unter anderem
einen Nationalen Aktionsplan Energie­effizienz
[1] (NAPE) vorgestellt. Hierbei sollen „wettbewerbliche Ausschreibungsmodelle“ dafür
sorgen, dass wirtschaftliche Lösungen zum
Zuge kommen. Die Energieeffizienz wird sogar als „schlafender Riese der Energiewende“
bezeichnet. Die Kernpunkte der Richtlinie [2]
sind neben einer Festlegung von nationalen
Energieeffizienzzielen für 2020 eine Sanierungsrate für Gebäude des öffentlichen Sektors,
verpflichtende Einsparungen der Einzelstaaten,
die regelmäßige Durchführung von Energieaudits von Großunternehmen und eine verpflichtende Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse für die Kraft-Wärme-Kopplung
(KWK) bei Neubau oder Modernisierung von
Kraftwerken oder Industrieanlagen. Die EU
gibt dabei sogar eine Obergrenze des Energieverbrauchs vor – so sollen es in 2020 nicht mehr
als 1483 Millionen Tonnen RÖE Primärenergie
oder nicht mehr als 1086 Millionen Tonnen
RÖE Endenergie sein.
Energieeinsparung ist für die Bundesregierung gleichbedeutend mit der Reduktion der
CO2-Emissionen. Das Energieeinsparungsziel
ist also auch ein Klimaziel. Das trifft sowohl auf
die Energiebereitstellung durch die Nutzung von
Primärenergie zu, als auch auf die sparsamere
Nutzung der Endenergie bei den Verbrauchern.
Klar ist, dass es einfacher scheint, verfügbare
Energie in bestehenden Prozessen einzusparen,
als neue Methoden und Verfahren zu entwickeln. Die gesteckten Ziele der Bundesregierung
sind ehrgeizig: Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 % gegenüber 1990, Senkung
des Stromverbrauchs um 10 % gegenüber 2008
und Senkung des Primärenergieverbrauchs um
20 % – und das alles bis zum Jahre 2020. Die
Umsetzung dieser Ziele hat auch viele positive
Auswirkungen auf die Volkswirtschaft.
Technik in Bayern 01/2015
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schwerpunkt
Eine Studie des ifeu Institutes in Zusammenarbeit mit Fraunhofer ISI und weiteren
Forschungspartner [3] kommt zum Thema
Energieeffizienz in Bezug auf die Handlungsfelder zu folgendem Schluss: In unterschiedlichen
Szenarien wurden Einsparungsoptionen und
Handlungsfelder beleuchtet. Insgesamt geht die
Studie davon aus, dass sich ein Einsparpotenzial bei einem Referenzszenario für 2020 von
rund 630 PJ auf 954 PJ in 2030 steigert. Dies
entspricht zum Vergleich 7 % bzw. 11 % des Endenergiebedarfs der Bundesrepublik von 2009.
Die betrachteten „endkundennahen Maßnahmen“ gehen davon aus, dass der Reboundeffekt
diese Einsparungen nicht wesentlich reduziert.
Darunter versteht man eine Rückwirkung auf
das Kaufverhalten von Produkten oder Leistungen aufgrund eines veränderten Konsums.
So kann es bei Lösungen die entweder billiger
verfügbar bzw. nutzbar werden zu einem veränderten Kaufverhalten kommen – z.B. durch Kosteneinsparungen. Die Studie zeigt die Potenziale
ausgewählter Maßnahmen auf. Diese sind nach
Sektoren und Endenergieverwendung gegliedert.
Augenscheinlich liegen die größten Potenziale im
Bereich PKW und Gebäude. Für die Ausschöpfung des Potenzials in dieser Szenarienrechnung
sind auch Investitionen erforderlich. Hier geht
man von rund 300 Mrd. Euro im Untersuchungszeitraum von 2010-2030 aus.
ca. 40.000 Stellen. Die gleiche Studie geht für
das Potenzial für Strom und Brennstoffe über
alle Prozesse im Vergleich zu einem „FrozenEfficiency-Scenario“ (also keinerlei Effizienzfortschritt) der energieintensiven Zweige von
folgendem Szenario aus:
Vor allem das technische und wirtschaftliche
Potenzial der untersuchten Branchen (Grundstoff-Chemie, Eisen- und Stahlerzeugung, Nichteisen-Metalle und -gießereien, Papier­gewerbe,
Verarbeitung von Steinen und Erden, Glas und
Keramik und das Ernährungsgewerbe) weist
hier signifikante Einsparmöglichkeiten auf.
Ungeachtet von bestehenden Hemmnissen
und tlw. fehlender Abstimmung im Markt birgt
das Thema Energieeffizienz eine große Chance –
INFO
vor allem für den Industriestandort Deutschland.
Der Hochindustriestandort Deutschland gilt
international als Musterbeispiel für die globale
Energiewende. Auch die Internationale Energieorganisation IEA ruft zum Umdenken auf.
Es geht nicht nur um die Einschränkung von
Verbrauchern. Vielmehr ist es eine Chance für
reales Wirtschafswachstum, eine erhöhte Energiesicherheit und aktivem Klimaschutz. Gerade für
den Technologieexporteur Deutschland birgt es
gewaltige Potenziale. Im World Energy Outlook
der IEA aus 2012 geht die Agentur davon aus,
dass in keinem der Sektoren bereits die Hälfte
der möglichen Potenziale ausgeschöpft sind.
Vor allem im Bereich der Energiebereitstellung
und der Gebäude schlummert der ungeahnte
Riese noch.
Die Potenziale sind groß. Bis 2020 wird für
Deutschland lt. IREES (Institut für Ressourcen­
effizienz und Energiestrategien) ein Ener­
gie­
bedarf alleine für die mittelständische Wirtschaft in Deutschland von 2050 PJ prognostiziert. Im Vergleich zu 2200 PJ in 2008 ist das
bereits ein großer Strukturwandel v.a. in den
energieintensiven Branchen. Durch zusätzliche
Effizienzmaßnahmen könnte der Bedarf nochmals um 200 PJ sinken. Es wird hierbei ein jährlicher Effizienzfortschritt von 2 % p.a. unterstellt. Im gleichen Szenario rechnet man auch
mit einem um 3,5 Mrd. Euro höheren BIP als
auch mit einer Beschäftigungs-Steigerung um
Wolfgang Berger
Redaktion TiB
INFO
TIPP
Anmerkungen
[1] www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Energieeffizienz/nationaler-aktionsplan-energieeffizienz.html
[2]
http://ec.europa.eu/energy/efficiency/
eed/eed_de.htm
[3] Verbundvorhaben Energieeffizienz: Potenziale, volkswirtschaftliche Effekte und innovative Handlungs- und Förderfelder für die
Nationale Klimaschutzinitiative
Kommentar
Effizient nicht zum Ziel kommen
Deutschland hat sich viele Ziele gesteckt. Eine der auch international gesetzten Marken ist die Einsparung von 20 % (bzw. sogar 40 %) der
Treibhausgasemissionen bis 2020. Somit wäre ein festgelegtes Ziel bzw. ein klar formulierter Nutzen da: weniger klimaschädliche Emissionen
und damit auch weniger Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen. Diesen Nutzen sollte man mit minimalem Aufwand erreichen
– also effizient.
Leider scheinen sich viele Bemühungen geradezu ins Gegenteil zu verkehren. Aufgrund der Subvention und vorrangingen Einspeisung
erneuer­barer Energien, werden nicht etwa, wie geweissagt, die Kohlekraftwerke abgeschaltet, sondern vielmehr die effizienteren Gaskraftwerke, die man ursprünglich fördern wollte. Das dies natürlich auch technologische Gründe hat (so lässt sich ein Gaskraftwerk leichter und
immer noch billiger regulieren als ein Kohle- oder gar ein Atomkraftwerk) ist augenscheinlich. Dass aber Deutschland keine isolierte Energieinsel in Europa ist, sondern durch billigen Strom nach wie vor auch Kraftwerke in den Nachbarländern substituiert bzw. sogar dafür zahlt,
damit Strom abgenommen wird, haben viele wohl übersehen. Die wirtschaftliche Realität holt nun aber einige Akteure wieder auf den Boden
der Tatsachen. E.ON ist der erste große Energiekonzern, der durch die Auf- bzw. Abspaltung der vieldiskutierten konventionellen Sparte ein
Ende der endlosen politischen Diskussionen für sich selbst erreicht hat und die Verantwortung wieder Richtung Regierung zurückspielt. Der
nun schnell geschmiedete Nationale Aktionsplan Energieeffizienz versucht auf breiter Front zumindest einige der Ziele zu halten.
Wollen wir hoffen, dass der Aufwand nicht die Möglichkeiten übersteigt. Wolfgang Berger
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INFO
INFO
TIPP
Ihre Meinung
Liebe Leser, was halten Sie vom Nationalen
Aktionsplan Energieeffizienz?
Schreiben Sie uns ihre Meinung an:
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Schwerpunkt
Energieeinsparpotenziale systematisch erschließen
In der produzierenden Industrie ist der effiziente Einsatz von Medien und der optimierte
Betrieb der Maschinen und Anlagen ein zentraler Wettbewerbsvorteil. Um so wichtiger ist es,
sich einen Überblick zu den Einsparpotenzialen zu verschaffen und diese dann schrittweise zu
erschließen.
Quelle: TÜV Industrieservice
Die Auditoren müssen Mindestanforderungen
an die Ausbildung und Qualifikation erfüllen
und praktische Erfahrungen besitzen. TÜV
SÜD hat bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern Anforderungen für eine qualitativ hochwertige
Energieeffizienz-Beratung in der Industrie (1)
definiert. Um eine individuell zugeschnittene
Lösung mit hohen Kundennutzen für das Unternehmen erarbeiten zu können, müssen die
eingesetzten Sachverständigen anforderungsgerechte Ausbildung und Qualifikation sowie
umfangreiche Praxiserfahrungen besitzen.
Energieeffizienz in KMU
Abb.1: Wochenprofil der elektrischen Wirkleistung der einzelnen Anlagen.
Ein wesentlicher Pfeiler und Erfolgsfaktor
der in Deutschland eingeleiteten Energiewende
ist die Steigerung der Energieeffizienz in allen
Bereichen. Etwas weniger als ein Drittel des
Endenergieverbrauchs wird in der Industrie
benötigt. Das durchschnittliche wirtschaftliche
Endenergieeinsparpotenzial in der Industrie
wird mit ca. 11 % bis 2020 bezogen auf das
Ausgangsjahr 2008 abgeschätzt. Während in
der energieintensiven Industrie schon in der
Vergangenheit Aktivitäten zur Steigerung der
Energieeffizienz zu verzeichnen waren, gibt es
in der restlichen Industrie zum Teil noch erhebliche Reserven. Die Ursachen hierfür sind sehr
unterschiedlich. Produktion und Umsatz stehen
immer im Vordergrund. Häufig sind die verantwortlichen Mitarbeiter durch andere Aufgaben
gebunden oder die Fachkenntnisse fehlen, um
Energieeffizienz-Projekte durchzuführen. Teilweise haben die Unternehmen schlechte Erfahrungen mit Energieberatern gemacht, sodass
sie auf die Einbindung von Beratern zukünftig
verzichten. Um hier ein Stück voran zu kommen, ist vorgesehen, dass noch in diesem Jahr
der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz von
der Bundesregierung beschlossen wird.
8
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Energieeffizienzrichtlinie 2012
Die EU hat diese Problematik ebenfalls erkannt und mit der neuen Energieeffizienzricht­
linie 2012 Maßnahmen zur schnelleren Energieeffizienzsteigerung festgelegt. Die Umsetzung der Richtlinie durch die Mitgliedsstaaten
in nationales Recht hätte bereits bis zum 05.
Juni 2014 erfolgen müssen. Eine Reihe von Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, sind
im Verzug. Der Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über Energie­
dienstleistungen und andere Energieeffizienz­
maßnahmen des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Energie liegen vor. Es ist geplant
dieses Gesetz bis Januar 2015 in Kraft zu setzen.
Danach müssen alle Unternehmen, die keine
KMU sind, bis zum 05.12.2015 und danach
mindestens alle vier Jahre Energieaudits durch
unabhängige Auditoren durchführen und einen
Energiebeauftragten benennen. Alternativ wird
auch ein zertifiziertes Energiemanagementsys­
tem oder ein Umweltmanagementsystem anerkannt, wenn die Anforderungen an Energie­
audits nach DIN EN 16247 im Rahmen des
Managementsystems erfüllt werden. Bei Nichteinhaltung sind Sanktionen vorgesehen.
Energieeffizienz ist nicht nur ein Thema für
größere Unternehmen. Auch in KMU existieren Energieeinsparpotenziale, die bei ihrer
Erschließung zu Kosteneinsparungen führen.
Hierbei ist es allerdings erforderlich, Aufwand
und Nutzen so zu gestalten, dass im Ergebnis
ein Einspareffekt und eine positive Bilanz erzielt wird. Welche Erfahrungen bisher in KMU
gesammelt wurden, soll an zwei Beispielen erläutert werden.
Ausgangspunkt ist in jedem Fall eine Screening- bzw. Potenzialanalyse mit der ein Überblick über das gesamte Unternehmen ermittelt
wird. Ein interdisziplinäres Expertenteam beginnt dabei immer mit dem Produktionsprozess und schließt danach die Infrastruktur und
das Gebäude mit ein. Durch eine gesamtenergetische Betrachtung unter Berücksichtigung aller
Energieträger und Anlagen lassen sich häufig
Synergieeffekte erzielen und Prioritäten für
die weitere Detailanalyse ableiten. Ein strukturiertes und transparentes Vorgehen unter Einbeziehung des Kunden gestattet es, individuell
zugeschnittene umsetzbare Lösungen zu erarbeiten. Im Rahmen der Detailanalyse werden
priorisierte Einsparpotenziale ausgehend von
der Systemebene bis zur einzelnen Komponente genauer untersucht und wo erforderlich,
ergänzende Messungen durchgeführt. Nach der
Umsetzung der Maßnahmen bietet TÜV SÜD
den Kunden die Verifizierung der Ergebnisse
im Sinne einer Erfolgskontrolle an.
Technik in Bayern 01/2015
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Problem: Lange Amortisationszeiten
Ein Problem bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen besteht nach wie vor darin,
dass die Unternehmen häufig nur kurze Amortisationszeiten von unter 2 Jahren akzeptieren.
Natürlich wird ein Unternehmen nur das tun,
was wirtschaftlich ist. Energieeffizienzmaßnahmen im Infrastrukturbereich liegen aber häufig
bei längeren Amortisationszeiten und führen zu
Kosteneinsparungen über einem längeren Zeitraum. Eine Betrachtung der Life Cycle-Kosten
bzw. der internen Verzinsung zeigt auch den Vorteil solcher Maßnahmen. Um hier ein Umdenken
zu fördern, werden sicherlich Anreize durch die
Bundesregierung erforderlich sein.
Beispiel Gießerei
Ein Gießerei-Unternehmen (KMU) hatte TÜV
SÜD mit einer energetischen Prozessanalyse beauftragt. In der ersten Stufe wurden detaillierte
Messungen durch die Energie-Experten vorgenommen und die Einsparpotenziale identifiziert. Danach wurde die Umsetzbarkeit geprüft
und mit den Fachleuten des Unternehmens besprochen. Die komplette Erfassung, Auswertung
und Darstellung des energetischen Ist-Zustandes berücksichtigte alle technischen Anlagen
und infrastrukturellen Einrichtungen. Bei der
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurden die Einsparungen berechnet und den Aufwendungen
zu deren Erschließung gegenüber gestellt.
Die zentralen Anlagen sind zwei Induktionsöfen, mit Gas vorgewärmte Gießpfannen,
Kernschießmaschinen, Modellschreinerei sowie Strahlanlagen. Hauptenergieträger sind
Strom, Erdgas und Druckluft, die über strombetriebene Kompressoren erzeugt wird. Die
Analyse zeigte, dass gut 50 % des Stroms auf
die Induktionsöfen entfällt. Weitere wesentliche
Verbraucher sind die Sandaufbereitung sowie
die Putzerei. Bei kalter Witterung kommt der
Bedarf an Heizwärme hinzu. Das Energie- und
Stoffstrom-Flussbild macht die prozentuale Energieverteilung bis zu den Unterverteilungen
sichtbar.
Bei der Elektroenergie lag das größte Einsparpotenzial bei den Induktionsöfen. Das
Schmelzen ist der Hauptprozess der Gießerei
und wird deshalb ständig überwacht und kontinuierlich optimiert. Ein Energiedatenmanagement gestattet hier jedoch noch feiner aufgelöste Transparenz und weitere Optimierung (z. B.
Minimierung der Leerlaufzeiten).
Der Anschluss aller Stromverbraucher an das
Energiedatenmanagementsystem ermöglicht
es, hohe Transparenz auch für diese Verbraucher zu
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erreichen, auf deren Basis die Anlagen schrittweise optimiert werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen war die Erzeugung, Verteilung und
der Einsatz der Druckluft. Hierbei wurden die
Auslegung der Kompressoren und des Netzes
betrachtet und Leckagen mit einem Ultraschalldetektor ermittelt. Weitere Maßnahmen
waren die Absenkung des Drucks über Nacht
und in produktionsfreien Zeiten. Der Austausch
der Leuchtmittel erwies sich hingegen als unwirtschaftlich. Erdgas, das überwiegend zur
Wärmeerzeugung dient, ließ sich durch eine
verbesserte Wärmedämmung, insbesondere
der Werkhallen erzielen. Die Investitionen dafür
amortisieren sich bereits nach wenigen Jahren.
Berechnungen ergaben, dass sich der so reduzierte Wärmebedarf bereits mit der Abwärme
aus den Produktionsprozessen decken lässt.
Allein durch die Überwachung der Induktionsöfen mit einen Energiedatenmanagement-system
und die Optimierung der Druckluftanlagen ließen
sich ca. 15.000 Euro Einsparungen jährlich erzielen.
Beispiel mikroelektronische
Erzeugnisse
Ein zweites Beispiel zeigt, dass auch ein
schrittweises Vorgehen zum Ziel führen kann.
Ein KMU, das mikroelektronische Erzeugnisse
herstellt, hatte durch die Produktion erhöhte
Energiekosten. Des Weiteren traten Engpässe
bei der Kälteversorgung auf. Aufgabe war es, ein
Screening des Energiehaushaltes, einschließlich der relevanten Anlagen und Komponenten
durchzuführen. Das Ergebnis sollte als Basis für
vertiefende Analysen dienen.
Im Rahmen der Screening-Analyse wurden
die Energieflussbilder (Sankey-Diagramme)
für Elektroenergie und Wärme ermittelt sowie
die Elektroenergieverteilung und Beleuchtung,
die Kälteanlage und Raumlufttechnik einschließlich Befeuchtung betrachtet. In Abb. 1
ist das Wochenprofil der elektrischen Wirkleis­
tung dargestellt. Hierbei wird deutlich, dass nur
Transparenz der Verbräuche Ansatzpunkte für
Optimierungsuntersuchungen ermöglicht. Die
Abweichung einzelner Messpunkte ist sonst
nicht feststellbar.
Bei der Analyse und Bewertung der Anlagentechnik wurde das generelle Problem der
Anlagenerweiterung bzw. des Umbaus deutlich.
Aufgrund der fehlenden bzw. unzureichenden Planung dieser Maßnahmen wurde der
Einfluss einzelner Anlagenteile untereinander
nicht berücksichtigt. So z.B. hatte die Nachrüs­
Quelle: TÜV Süd
Schwerpunkt
Hohes Einsparpotenzial in der Gießerei.
tung von Antrieben mit Frequenzumformern
Rückwirkungen auf die Blindleistungskompensationsanlage.
Im Anschluss an die Screening-Analyse
wurden einzelne Detail-Analysen zum Kältebedarf zu den elektrischen Unterverteilungen
(Phasenwinkel, Leistungsfaktor, Netzsymmetrie), zur Luftbefeuchtung bei den raumlufttechnischen Anlagen und zu den Leuchtmitteln
durchgeführt. Abschließend wurde ein Konzept
für ein angepasstes Energiedatenmanagementsystem erstellt und die Ausschreibung und Inbetriebnahme begleitet. Auf der Grundlage der
umgesetzten Maßnahmen ist es dem Unternehmen gelungen, innerhalb eines Jahres die Energieeffizienz um einen Faktor 2 zu erhöhen. Die
getätigten Investitionen haben sich innerhalb
von ca. zwei Jahren amortisiert.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, dass
das Resultat der Beratung und des Audits bei
Energieeffizienz-Projekten direkt proportional
zur Qualifikation der beteiligten Personen ist.
INFO
Dr. Gerd Streubel
TÜV SÜD Industrie Service Dresden
INFO
TIPP
Information
(1)
www.tuev-sued.de/anlagen-bau-industrietechnik/brennpunktthemen5/energie­
effizienz/qualitaetsstandard-ee
9
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Schwerpunkt
Viele Potenziale in Unternehmen bleiben noch ungenutzt
Der Energieeffizienz-Index der deutschen
Industrie
Wie energieeffizient produziert die deutsche Industrie heute? Das Institut für Energieeffizienz
in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart erstellt in Zusammenarbeit mit dem
Fraunhofer IPA, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen EnergieAgentur (dena) und dem TÜV Rheinland seit Dezember 2013 den Energieeffizienz-Index der
deutschen Industrie. Er beleuchtet die aktuelle Lage der Energieeffizienz in der Industrie und
wirft einen Blick in die Zukunft.
10
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Jedoch zeigt die Erhebung auch, dass notwendige Investitionen branchenspezifisch in
Neuanlagen oder in die Optimierung bestehender Anlagen oft nur dann erfolgen, wenn
die Amortisationszeiten dieser Anlagen nicht
länger als 30 Monate sind. Dies stellt für die
Energieeffizienz begrenzt. Der Grund ist oft fehlendes Wissen: Der Zugang zu Energie ist zwar
sehr einfach, Transparenz darüber, wie und wo
man im Unternehmen Energie verbraucht und
welche Kosten damit einhergehen, fehlt hingegen meistens. Darüber hinaus konkurrieren
Energieeffizienz-Index Sommer 2014
Der Energieeffizienz-Einsparindex ist weiter gestiegen
7,2
[%]
90
80
70
60
50
-17,9%
6,8
78,9
6,6
64,8
40
6,4
- 1,2%
30
20
16,9 16,7
10
0
7,0
7,0
0 bis 5 %
+ 340,5%
4,2
5 bis 10 %
18,5
> 10 %
2013 planten % der Unternehmen eine Reduzierung des
Energiebedarfs pro Umsatz um…
2014 planen % der Unternehmen eine Reduzierung des
Energiebedarfs pro Umsatz um…
ESI
6,2
5,9
6,0
5,8
5,6
5,4
EnergieeffizienzEinsparungsindex
Winter 2013
Sommer 2014
18,5% der Unternehmen wollen mehr als 10% ihrer Energie einsparen
Investitionen in Energieeffizienz oftmals mit
anderen Bereichen im Unternehmen.
Zusammenfassend haben die ersten beiden
Erhebungen des Index weiter ergeben, dass
über alle Wirtschaftszweige hinweg das Thema Energieeffizienz einen hohen Stellenwert
hat. Die Auswertung des Sommer-Index 2014
zeigt, dass die Bedeutung von Energieeffizienz
in den Unternehmen im Vergleich zum Winter
2013 deutlich zunimmt. 46 % der Unternehmen
sehen die Bedeutung als verhältnismäßig groß
an. Lediglich 17 % schätzen die Bedeutung der
Energieeffizienz als gering ein.
Alle Grafiken: EEP Stuttgart
Das verarbeitende Gewerbe ist mit über
250.000 Unternehmen und knapp sieben Millionen Beschäftigten ein enorm bedeutender
Bereich der deutschen Volkswirtschaft. Mit etwa
40 % des gesamtdeutschen Stromverbrauchs ist
er gleichzeitig der größte Stromnachfrager. Deshalb gibt es hier entsprechend auch enormes Einsparpotenzial. Um eine zuverlässige Erfassung
der Entwicklungen hinsichtlich Energie­effizienz
zu ermöglichen, hat das EEP mit mehreren Kooperationspartnern den Energieeffizienz-Index
der deutschen Industrie entwickelt, der sich an
den ifo-Geschäftsklima-Index anlehnt.
Der Energieeffizienz-Index ist eine einheitslose Zahl, die Feedback für die Situation von
produzierenden Unternehmen mit Blick auf die
drei wesentlichen Bereiche gibt: Bedeutung der
Energieeffizienz, Investitionsbereitschaft für
Energieeffizienzmaßnahmen und Entwicklung
der Energieintensität. Mit Hilfe des Energieeffizienz-Index können Unternehmen durch
den direkten Vergleich mit Wettbewerbern
Investitions­entscheidungen und -strategien im
Bereich der Energieeffizienz treffen.
Neben dem Maschinenbau werden insgesamt 17 Wirtschaftszweige erfasst und
branchen­spezifisch ausgewertet. Dies ermöglicht den Unternehmen einen Benchmark mit
Wettbewerbern, für die bessere Beurteilung der
eigenen Situation in Bezug auf Energieeffizienz.
Tendenziell haben Unternehmen in energie­
intensiven Branchen wie etwa Kunststoff, Glas
und Keramik vor, in Zukunft ihre Ausgaben
für Energieeffizienz zu steigern. Branchen mit
einem geringeren Energieverbrauch zeigen die
Tendenz, dass die Investitionen gleich bleiben
oder sogar sinken. Obwohl Potenziale, Möglichkeiten und Erfolgsaussichten den meisten
Unternehmen bekannt sind, bleiben die Aktivitäten und gesetzten Ziele zur Steigerung der
weitere Entwicklung der Energieeffizienz in
der Industrie eine enorme Hürde dar, weil viele sogenannte „low hanging fruits“ bereits in
der Vergangenheit geerntet und entsprechende Potenziale erschlossen wurden. Zukünftige
Einsparungen erfordern somit umfangreichere
investive Maßnahmen. Im Energieeffizienz-Investitionsindex spiegelt sich diese Problematik
wider: Zwar stieg die Bereitschaft der Unternehmen, zukünftig mehr in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren, jedoch trifft dies
nur im Bereich der mittleren Investitionen zu,
während die Bereitschaft für hohe Investitionen
Technik in Bayern 01/2015
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F
a
Schwerpunkt
weiter zurückging. Der Grund? Über 90 % der
befragten Unternehmen haben noch kein festes
Budget für Energieeffizienzmaßnahmen.
79 % der befragten Unternehmen planten
Ende letzten Jahres Energieeinsparungen von
nur 0 bis fünf Prozent für 2014. Lediglich vier
Prozent schätzten ihre Einsparungen auf über
zehn Prozent. Im Sommer 2014 zeigte sich dann
ein positiver Trend: Über 18 % der Unternehmen gaben an, zukünftig ihren Energiebedarf
um mehr als 10 % reduzieren zu wollen. Ebenfalls optimistisch stimmt die Tatsache, dass für
38 % der Unternehmen Energieeffizienz ein
konkreter Grund für Investitionen und kein Nebeneffekt bei Neubeschaffungen ist.
Zu wenig Investitionen, zu hohe Anforderungen an Amortisationszeiten und zu kleine Budgets – das sind die zentralen Erkenntnisse, die
aus den ersten beiden Energieeffizienz-Indices
abgeleitet werden können. Es besteht einerseits
eine hohe Sensibilität für das Thema, der allerdings andererseits wenig konkrete Aktionen
gegenüberstehen.
„Unternehmen könnten dreimal so viel durch
Energieeffizienz einsparen, wenn sie entsprechend mehr investieren würden“, betont Professor Thomas Bauernhansl, Leiter des Instituts
für Energieeffizienz in der Produktion. Diese
Effizienzmaßnahmen sind hochrentabel – pro
investierten Euro können vier Euro eingespart
werden. „Nur wenn wir das Problem der kurzen
geforderten Amortisationszeiten vom Tisch bekommen, wird die Energiewende gelingen. Da
greifen nur politische Maßnahmen“, so Bauernhansl. „Ich glaube daher, dass sich das Thema
mit entsprechenden politischen Rahmenbedingungen in den nächsten zwei bis drei Jahren
mehr in den Unternehmen verankern lässt.“
Der Energieeffizienz-Index gibt der Industrie
und der Politik regelmäßig ein Feedback über
Firmenwissen
auf einen Klick
die Situation in der produzierenden Industrie
Deutschlands. Aus den Daten können außerdem Handlungsbedarfe und Herausforderungen für die Forschung abgeleitet werden. In einem kurzen Erhebungsbogen werden Daten in
drei Kategorien abgerufen:
aktuelle und zukünftige Bedeutung der Energieeffizienz für das eigene Unternehmen;
bereits umgesetzte und geplante Investitionen im Bereich Energieeffizienz des eigenen
Unternehmens;
erzielte und geplante Energieeinsparungen
des eigenen Unternehmens.
Der dritte Index wird im Winter 2014 ver­
öffentlicht.
Dipl.-Ing Robert Kasprowicz
Institut für Energieeffizienz in der Produktion
(EEP), Universität Stuttgart
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Schwerpunkt
Energieeffiziente Gebäude
Bekanntlich liegen die größten Energieeinsparpotenziale in Deutschland im Gebäude­
bestand. Zur Beheizung und Warmwasserbereitung wird dort etwa dreimal so viel Energie
benötigt wie bei Neubauten.
Foto: © Thorben Wengert/ pixelio.de
die Reduzierung des Energieverbrauchs durch
bauliche Maßnahmen und formulierte energiesparende Anforderungen an Heizungstechnik
und Warmwasseranlagen. Die am 1. Februar
2002 in Kraft getretene EnEV war eine Zusammenfassung und leichte Verschärfung dieser
Verordnungen.
In den dazwischen ergänzten und modifizierten EnEV-Versionen wurden in erster Linie
Verfahrensvereinfachungen vorgenommen sowie die Umsetzung der EU-Richtlinie über die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden durchgeführt.
Die EnEV 2013
Der Energieausweis eines Gebäudes basiert auf der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die
am Bau tätigen Akteure erhalten durch die EnEV Vorgaben und Anforderungen an den
baulichen und anlagentechnischen Wärmeschutz von Gebäuden.
Ohnehin werden in privaten Haushalten rund
85 Prozent des gesamten Energiebedarfs für
Raumerwärmung und Warmwasser eingesetzt.
Durch intelligentes und fachgerechtes Sanieren
und durch den Einsatz moderner energiesparender Gebäudetechnik kann der Energiebedarf auf bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Von
den energetischen Einsparpotenzialen wird bei
Sanierungen jedoch durchschnittlich nur rund
ein Drittel ausgeschöpft.
Dabei werden an Gebäude hohe Anforderungen an den Raumkomfort gestellt, denn sie sind
zentrale Orte modernen Lebens. Allein für die
Gebäudeversorgung werden in den rd. 40 Mio.
privaten Haushalten und an mindestens 37 Mio.
Arbeitsplätzen über 40 Prozent der gesamten
Endenergie in Deutschland eingesetzt.
Energiepolitisches Umfeld
Gerade deshalb ist der Wärmemarkt für die
Energiepolitik in Deutschland von strategischer
Bedeutung. Das ist mitunter der Grund, warum
schon seit 2002 die Verordnung und deren Novellen 2004, 2007, 2009 und 2013 zum energiesparenden Umgang in Gebäuden (EnEV) den
am Bau tätigen Anforderungen an die technische Umsetzung von Neubauten und Bestandssanierungen stellt.
12
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Die EnEV ist ausgewiesenermaßen ein wesentlicher Baustein zum Klimaschutz und zur
Umsetzung der Energiewende im Gebäudesektor. Der verantwortliche Umgang mit Energie
durch das gezielte Beschränken des Energieeinsatzes und die optimale Wahl der technischen
Gebäudeausrüstung sind auch mit die wichtigsten Aufgaben unserer heutigen Baukultur.
Mit der vom Gesetzgeber vorgelegten Änderungsnovelle zur EnEV, die am 01.05.2014 in
Kraft getreten ist, erhalten wir als am Bau tätigen Akteure erneut verschärfte Vorgaben und
Anforderungen an den baulichen und anlagentechnischen Wärmeschutz von Gebäuden der 3.
Generation.
Die EnEV als wesentliches
Instrument
Die EnEV spielt dabei eine wesentliche Rolle
beim Klimaschutz und der Energiewende im
Gebäudesektor. Der Grundgedanke der EnEV
mit dem Energieeinsparungsgesetz aus dem
Jahr 1976 entstand bereits in einer Zeit, in der
in Deutschland eine Diskussion über die Senkung des Energieverbrauchs als Anlass der Ölkrise in den Jahren 1973/1974 geführt wurde.
Die damals daraus resultierenden Verordnungen (WSVO und HeizAnlV) forderten bereits
Seit dem Inkrafttreten des Energieeinsparungsgesetzes im Jahre 1976 muss mit der
neuen Version der EnEV eine dritte Stufe der
Verschärfung umgesetzt werden. Diese Verschärfung wird jedoch nach den Anforderungen des Bundesrates erst zum 1. Januar 2016
anzuwenden sein. Für die Berechnung des
höchstzulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs
eines geplanten Neubaus hat sich bezüglich des
Energiestandards im Vergleich zur novellierten
EnEV 2009 nichts geändert. Erst zum 1. Januar
2016 sinkt der maximal zulässige Jahres-Primärenergiebedarf um 25 Prozent.
Die neue Verordnung sieht ebenfalls vor, dass
anstelle des Bandtachometers zur Anzeige des
energetischen Standards des Gebäudes nun
farbige Stufen mit der Klassifizierung von A
bis G die Energieeffizienz eines Gebäudes im
Energieausweis darstellen. Somit ist auch die
Möglichkeit vorhanden, durch Angabe dieser
Klassifizierung in kommerziellen Anzeigen für
Gebäudeverkauf und Vermietung, der neuen
Anforderung zur Pflichtangabe von Energiekennwerten nachzukommen.
Auch ist es verpflichtend, den Energieausweis
einem potentiellen Käufer oder Mieter nicht wie
bisher nur auf Anforderung zugänglich zu machen, sondern ihn bereits bei der Besichtigung
eines Gebäudes vorzulegen. Auch der Druck
auf den öffentlichen Bauherrn wird dadurch
erhöht, dass die Aushangpflicht für Energieausweise schon bereits ab einer Nutzfläche von 500
m² gilt. Zudem wurde die Aushangpflicht auch
Technik in Bayern 01/2015
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schwerpunkt
auf privatwirtschaftliche Gebäude erweitert,
wenn in ihnen auf über 500 m² Nutzfläche reger
Publikumsverkehr herrscht.
Wie in der Gebäuderichtlinie der EU auch
2010 gefordert wird, führt die neue EnEV ein
System ein, welches den Baubehörden erlauben
soll, Stichproben von Energieausweisen auszuwählen und anhand der Unterlagen zu kontrollieren. Künftig muss der Aussteller von Energieausweisen über das Internet beim Deutschen
Institut für Bautechnik eine Registriernummer
für Energieausweise beantragen, über die eine
solche Stichprobe möglich werden soll.
Die Stichprobenkontrollen beschränken sich
entweder auf die Glaubwürdigkeit von Eingaben und Ergebnissen oder auf die Prüfung der
Eingaben und Angaben der Modernisierungsempfehlungen, können aber bis zu einer vollständigen Prüfung der Berechnung des Energieausweises und sogar einer Hausbesichtigung
führen.
Ein Rückblick belegt, dass durch den technischen Fortschritt und die dadurch mögliche
Verschärfung der Energieeinsparverordnung
(EnEV) der jährliche, auf die Wohnfläche bezogene Raumwärmebedarf von 210 kWh/m²
Anfang der 1990er Jahre auf heute 160 kWh/m²
gesenkt werden konnte. Der absolute Raumwärmebedarf hat sich jedoch im gleichen Zeitraum
kaum verändert. Gründe dafür sind der soziale
Wandel, demografische Veränderungen und
Anpassung des Lebensstils. Alle Faktoren wirken in Richtung einer wachsenden Nachfrage
nach Wohnfläche.
Die 4 bedingungen eines energieeffizienten Gebäudes
Eine optimierte Gebäudehülle
Hier geht es um eine allumfassende Optimierung durch integrale Verbesserung der
Gebäudehülle mit Hilfe eines verbesserten
Wärmeschutzes (Wärmebrückenfreiheit durch
Nutzung alternativer Dämmmaterialien), sowie
der Nutzung aktiver Komponenten wie Solarthermie oder Photovoltaik.
Integration erneuerbarer Energien
(Solarenergie, oberflächennahe Geothermie,
Biomasse)
Schon seit jeher ist die Integration erneuer­
barer Energien eine gute Möglichkeit, den fossilen Primärenergiebedarf eines Gebäudes zu
Technik in Bayern 01/2015
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Foto: © Bay. Ingenieurkammer-Bau
Stichproben-Umsetzung der
EnEV 2013
Anhand eines Wärmebildes eines Gebäudes lassen sich mögliche Einsparpotenziale ablesen.
Eine Wärmebild-Kamera nimmt die unterschiedliche Wärmeabstrahlung der abgebildeten
Bauteile auf und gibt sie farblich wieder. Auf den Wärmebildern (Thermogrammen) werden
in der Regel hohe Wärmeabstrahlungen weiß und mittlere bis erhöhte Wärmeabstrahlungen
in rot, gelb oder grün dargestellt. Niedrige Wärmeabstrahlungen werden in blau, lila bis
schwarz wiedergegeben.
senken. Dazu bietet die Anlagentechnik schon
heute zahlreiche Möglichkeiten zur Nutzung:
Wärmepumpensysteme, Solarthermie, KraftWärme-Kopplung mittels BHKW´s, die auch
mit Biokraftstoffen betrieben werden können
und jegliche Art von Biomassefeuerungen wie
Hackschnitzel, Pellets oder Stückholzfeuerung
Betriebsoptimierung der eingebauten Systeme
in Abstimmung mit dem Nutzungskonzept.
Das umfasst alle diejenigen Optimierungen, die durch Prozessoptimierung den Energiebedarf bündeln, zu Nichtnutzungszeiten
minimieren und in ihrer Gesamtheit dabei
reduzieren. Prominentes Beispiel wäre eine
energieoptimierte Raumbelegung in einem
effiziente Systeme für Bautechnik und tech- Schulgebäude, die den Wärmebedarf des
Gebäudekomplexes am Nachmittag auf nur
nische Gebäudeausrüstung
(Wärmerückgewinnung, Niedrig-Energie-­ wenige Räume konzentriert, und dabei Heiz­
Systeme in Niedertemperaturanlagen, wärme und Strombedarf reduziert.
Wirkungsgradoptimierung)
Nicht nur der sinnvolle Einsatz entspre- Energieoptimierte Gebäude sind
chender Endenergieträger ist hier von Be- keine Vision
deutung, sondern auch der wirkungsgradEnergieoptimierte Gebäude sind technolooptimierte Einsatz. Je verlustärmer solche gisch gesehen also keine Vision, sondern teilSysteme arbeiten, desto effizienter lässt sich weise schon gelebte Praxis. Heute sind Gebäude
die Umsetzung darstellen. Wesentliche Be- bereits möglich, die einen minimalen Heiz- und
standteile in Zukunft werden Systeme sein, Kühlbedarf haben und gleichzeitig den hohen
die neben der Nutzung erneuerbarer Ener- Anforderungen bei Komfort und Architektur gegien auch mit Langzeitspeicherung arbeiten. nügen. Sogar Null- und Plusenergiegebäude könPCM´s (phase changing materials), die den nen realisiert werden. Es liegt also an uns, solche
größten Teil ihres Energiegehalts in die Pha- Konzepte umzusetzen – die Technik liefern uns
senveränderung ihres Aggregatszustandes bereits heute dazu einsetzbare Werkzeuge.
(fest-flüssig oder flüssig-dampfförmig) speichern können, kommt dabei eine wesent­liche
Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis
Rolle zu.
Bayerische Ingenieurekammer-Bau, München
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Schwerpunkt
Energieeinsparpotenziale bei Druckluftsystemen
Druckluft ist praktisch, vielseitig, ungefährlich und sauber. Dies sind sicher Gründe dafür, dass
die Druckluft als Antriebsluft für Werkzeuge, Aktuatoren und Maschinen, als Förderluft z.B.
für Milchpulver oder Zement oder auch als „Werkzeug“ z.B. zum Aufblasen von PET-Flaschen
in der Industrie und im Handwerk zur Anwendung kommt und dort unverzichtbar ist.
die Leckagemenge wie auch die
„Wo Licht ist, ist auch Schatten“ –
Leckagerate bestimmen. Kennen
das gilt auch für die Druckluft. SpäteSie Ihre Leckagemenge, müssen
stens seit der Aufklärungsarbeit der
Sie die Leckagen finden und beKampagne „Druckluft-effizient“ [1]
seitigen. Dies ist mit Ultraschallist vielen Anwendern klar, dass die
Leckgageortungsgeräten auch
Druckluft ein sehr teures Medium sein
für den Ungeübten relativ einfach
kann. Wenn Druckluft im energetimöglich.
schen wie auch im finanziellen Sinne
Die beste Methode zur Leckazu teuer ist, dann liegt dies meist nicht
geeliminierung ist sicher ein adan veralteten, ineffizienten Kompresäquates d.h. dichtes Festnetz aus
soren und Anlagenkomponenten, sonverschweißten, verklebten oder
dern an dem unsachgemäßen Aufbau
verpressten Rohren aus Kunstund Betrieb des Druckluftsystems
stoff oder Edelstahl und die weials Ganzes. Die Energiekosten einer
testgehende Vermeidung flexibler
Druckluftanlage, die im Allgemeinen
Netzteile, die meist die Hauptverüber drei Viertel der Gesamt-Lebens- Abb. 1: Spezifischer Leistungsbedarf bzw. Druckluftkennzahl über
ursacher von Leckagen sind. Eine
zykluskosten ausmachen, können dem Verdichtungsenddruck.
Maßnahme, die Leckagemenge
deshalb oft ohne große Investitionen
drastisch gesenkt werden, in dem die vorhande- mit Drehkolbengebläsen mit nur ca. 1/3 des sofort und ohne Investitionen zu reduzieren ist
nen Anlagenkomponenten und die Verbraucher Energieaufwandes wie für die 7 bar-Luft bereit- die Absenkung des Netzdruckes, zu dem sich
die Leckagemenge proportional verhält. Oft laubesser aufeinander abgestimmt werden.
gestellt werden.
Der fleißigste Druckluftanwender, der sieben fen Druckluftanlagen 365 Tage im Jahr, obwohl
Druckluft sparen!
Tage in der Woche rund um die Uhr arbeitet ist der Betrieb z.B. am Wochenende oder an FeierErzeugt ein Kompressor 1 Nm3 (Normkubik- die Leckage! Eine Studie des Fraunhofer Insti- tagen nicht arbeitet. Bauen Sie in Ihr Druckluftmeter)/min Druckluft mit 6 bar (Überdruck) tuts ISI [2] ergab, dass ca. 30 % bis 50 % der netz automatische Absperrventile ein, mit Hilfe
so nimmt er dazu ca. 8 kW elektrische Leistung erzeugten Druckluft in den Betrieben von der derer Sie das gesamte Netz oder Teile davon bei
aus dem Netz auf (siehe Abb. 1). Wird damit Leckage „verbraucht“ werden. Eine Absenkung (teilweiser) Betriebsruhe drucklos schalten und
eine Druckluftmaschine angetrieben, so gibt auf 5%-10% wäre nach dem Stand der Technik damit Leckageluft einsparen können.
Eine weitere Möglichkeit Druckluft direkt
diese ca. 0,8 kW Leistung ab, d.h. nur noch 10%. ohne weiteres möglich.
Ein erster und wichtiger Schritt zur Leckage- einzusparen, ist die nochmalige Verwendung
Berücksichtigt man auch die Druckverluste und
Leckagen im Druckluftnetz, kann die nutzbare einsparung im eigenen Betrieb ist die Kenntnis der nicht- oder nur teilentspannten Abluft von
Leistung für die Anwendung auch schnell auf der Leckagemenge bzw. der Leckagerate, des Druckluftzylindern oder -werkzeugen auf ei5% der aufgenommen elektrischen Leistung Verhältnisses der Leckageluftmenge zur gesam- nem zweiten, niedrigeren Druckniveau mit
fallen – Druckluft kann teuer sein – muss aber ten erzeugten Druckluft. Ist das Druckluftnetz speziell abgestimmten Komponenten (siehe
nicht zu komplex und gibt es Zeiten, in denen z.B. [4]). Auch die Rückführung der Abluft in
nicht!
Deshalb ist das „oberste Gebot“ mit der die Produktion ruht, so kann die Leckage- einem geschlossenen Kreislauf zurück zum
Druckluft und ihren Anwendungen sparsam menge z.B. mit Stoppuhr und Manometer aus Kompressor ist physikalisch nicht unsinnig. Ob
umzugehen. Bei jeder Druckluftanwendung der Entleerungszeit des Druckbehälters über dies jedoch in der Praxis energetisch und auch
sollte überprüft werden, ob der gewünschte dessen Volumen berechnet werden (siehe [3]). wirtschaftlich lohnend ist, muss für das einzelEffekt nicht auch mit elektrisch betriebenen Eine noch einfachere Methode ist das Proto- ne Druckluftsystem bzw. die -anwendung indiGeräten erzielt werden kann. Inbesondere kollieren der Lastlaufzeiten des Kompressors viduell überprüft werden (siehe [5]).
Niederdruckanwendungen (ca. 1 - 2 bar Über- bei Betriebsruhe und bei voller Produktion
druck) wie z.B. das Trocknen oder Kühlen von über einen bestimmten Zeitraum. Mit der Lie- Druckluft-Bereitstellung energeWerkzeugen und Produkten oder die Förderluft fermenge des Kompressors läßt sich dann der tisch optimieren
für pulverige Stoffe sollten nicht aus dem 7 bar- Gesamtluftverbrauch während der Produktion
Die Druckluft, die benötigt wird sollte so
Netz entnommen werden. Diese Blasluft kann bzw. der Luftverbrauch bei Betriebsruhe d.h. ener­giesparend wie möglich erzeugt werden.
14
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Technik in Bayern 01/2015
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Alle Abb.: OTH Amberg-Weiden
schwerpunkt
ansteigt. Pro 1 bar höheren
Betriebsdruck
nimmt der Kompressor
ca. 6 % bis 10 % mehr
Strom auf. Auch deshalb
sollte der Betriebsdruck
des Netzes so tief wie
möglich gewählt werden. Ist Ihr maximaler
Betriebsüberdruck >7,5
bar, so sollten Sie die
Gründe hierfür hinterfragen. Oft wird dies
„lapidar“ mit Druckverlusten im Netz begründet. Diese müssen
technisch bedingt sicher
nicht größer als 1 bar
Abb. 2: Brauchwasser aus der Kompressoren-Abwärme [3].
zwischen Kompressor
Wie effizient Sie Ihre Druckluft in Ihrem Betrieb und Endverbraucher sein. Überprüfen kann
bereitstellen und wie groß Ihr Einsparpoten- man dies mit einer Fließdruckmessung (siehe
zial ist, können Sie durch die Bestimmung der [6]). Sind sie es doch, so liegen die Ursachen
„Druckluftkennzahl“ für die Drucklufterzeu- meist in verschmutzten Filtern, ungeeigneten
Armaturen, überflüssigen Druckminderern,
gung abschätzen.
Ermitteln Sie den Stromverbrauch Ihrer zu langen Schlauchleitungen oder in zu klein
Druckluftanlage über einen bestimmten Zeit- dimensionierten Leitungsquerschnitten. Der
raum mittels des fest eingebauten Stromzählers Druckverlust eines Leitungsstücks ist umgekehrt
oder einer extra angebrachten Leistungsmes- proportional der fünften Potenz des Leitungssung und dividieren den Stromverbrauch in durchmessers (DpVerlust ~ 1/D5). Am Leitungs[kWh] durch die erzeugte Druckluftmenge in querschnitt sollte man nie sparen!
Nm3 im selben Zeitraum. Die erzeugte DruckDie Druckluftaufbereitung, die sicher unluftmenge erhalten Sie über die aufsummier- verzichtbar für die Qualität Ihrer Produkte ist,
ten Laststunden Ihrer Kompressoren (siehe kostet jedoch ebenfalls Druck und damit EnBetriebsstundenzähler), multipliziert mit der ergie. Deshalb sollte der Leitsatz „So viel AufLiefermengenangabe des Herstellers (oder na- bereitung wie nötig, so wenig wie möglich“
türlich besser durch eine fest installierte Lie- beachtet werden. Dies kann z.B. bedeuten, dass
fermengenmessung). Die so erhaltene Druck- zentral in der Kompressorenstation die Gesamtluftkennzahl [kWh/Nm3] tragen Sie nun über druckluftmenge nur relativ einfach aufbereitet
Ihrem Betriebsdruck (Überdruck + 1bar) in wird (z.B. Kältetrockner) und nur Teilluftströme
Abbildung 1 ein. Liegt Ihr ermittelter Wert ober- unmittelbar vor bestimmten Anwendung, die
halb der oberen, roten Kurve, ist er klar zu hoch. dies erfordern, speziell aufbereitet werden (z.B.
Ein Grund dafür ist oft die schlechte Auslastung Membrantrockner). Ein richtig dimensionierter
der Kompressoren. Das Verhältnis aus Last- Filter, sollte für nicht mehr als 0,1 bar Druckstunden zu Gesamtbetriebsstunden der Kom- verlust verantwortlich sein. Am Ende seiner Lepressoren (siehe Betriebsstundenzähler) sollte bensdauer steigt der Druckverlust schnell auch
nicht kleiner als 0,7 sein. Ansonsten laufen die auf Werte von ca. 0,3 bar an. Spätestens dann
Kompressoren lange Perioden im Leerlauf, wäh- sollte der Filter ausgetauscht werden.
rend derer sie keine Druckluft erzeugen aber ca.
30 % ihrer Nennleistung aufnehmen. In diesem Wärmerückgewinnung.
Fall sollten Sie zusammen mit dem KompressoHaben Sie den Druckluftverbrauch so weit
renhersteller prüfen, ob z.B. durch eine andere wie möglich reduziert und die DruckluftbereitDruckspreizung, einen größeren Kessel, eine stellung energetisch optmiert, so können Sie in
übergeordnete Steuerung oder andere Maßnah- Ihrem Betrieb mit Hilfe der Druckluftanlage
men Abhilfe geschaffen werden kann.
noch mehr Energie einsparen!
Abbildung 1 zeigt auch, dass die DruckluftModerne Schraubenkompressoren arbeiten
kennzahl kontinuierlich mit dem Betriebsdruck sehr nahe an der idealen, „isothermen VerdichTechnik in Bayern 01/2015
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tung“. Dadurch fallen bei einem Schraubenkompressor über 90 % der aufgenommen elektrischen Leistung in Form von warmer Abluft
an. Mit dieser Warmluft können Hallen beheizt,
Produkte oder Werkzeuge getrocknet, Adsorbitionstrockner regeneriert werden oder diese
Luft kann als vorgewärmte Verbrennungsluft
für Öl- oder Gasbrenner eingesetzt werden, um
so Primärenergie einzusparen (siehe [3]).
Wie Abbildung 2 zeigt, bietet sich aber auch
die Möglichkeit aus der Abwärme des im Kompressor zirkulierenden Öls Brauchwasser mit
ca. 60°C zu erzeugen. Hierbei können ca. 70 %
der Kompressorenabwärme genutzt werden,
um z.B. Energie für einen Adsorbtionskälte­
maschinen bereitzustellen.
Fazit
Druckluft ist ein unverzichtbares Medium in
Industrie und Handwerk. Da sie ungefährlich
ist und die mit ihr verbundenen Energiekosten
in den Betrieben oft nicht explizit erfasst und
ausgewiesen werden, wird mit der Druckluft
gerne acht- und sorglos umgegangen. Das kann
jedoch teuer sein!
Das Druckluftsystem und die Anwendungen
erfordern deshalb kontinuierliche Aufmerksamkeit und regelmäßige Überprüfung nach
dem Schema.
Druckluft sparen!
Druckbereitstellung energetisch optimieren!
Wärmerückgewinnung nutzen!
Prof. Dr.-Ing. Andreas P. Weiß
OTH Amberg-Weiden
INFO
INFO
TIPP
Literatur
[1] DRUCKLUFTTECHNIK
Special: Die Kampagne „Druckluft-effizent“
Zeitschrift DRUCKLUFTTECHNIK 11-12 2004,
S. 11-22, Vereinigte Fachverlage
[2] Radgen P., Blaustein E. Compressed Air
Sys­tems in the European Union, LOG_X Verlag Stuttgart 2001
[3] Ruppelt E., Druckluft-Handbuch, 4. Auflage, Vulkan-Verlag 2003
[4] Grauchel W., Energiesparende Pneumatik
Zeitschrift „Ölhydraulik und Pneumatik O+P“,
01-2006, S. 33-39, Vereinigte Fachverlage
[5] Weiß A.P., Höhere Energieeffizienz – Theoretische Überlegungen zu einem idealen
Druckluftsystem mit geschlossenem Kreislauf. Zeitschrift „Ölhydraulik und Pneumatik
O+P“, 05-2009, S. 201-205, Vereinigte Fachverlage
[6] Feldmann K.-H., Optimale Druckluftverteilung, Expert-Verlag 2003
15
12/9/2014 11:31:18 PM
Schwerpunkt
Energie sparen durch Hydraulik
Hydrauliksysteme haben zuweilen den Ruf, energetisch nicht besonders effizient zu sein.
Dass dieses ein oft unbegründetes Vorurteil ist, zeigt der folgende Beitrag.
Elektrisch oder hydraulisch?
Die elektrische Leistungsübertragung hat in
neuerer Zeit technisch enorm aufgeholt, insbesondere durch moderne Leistungselektronik
und viel Feinschliff an den Motoren. Neben
neuen Motorkonzepten verbesserte man auch
den im Stationärbereich vorherrschenden, kostengünstigen Asynchronmotor – u. a. getrieben durch die EG-Verordnung EG 640/2009,
die z. B. ab 1.1.2015 für diese Bauart mit der
Stufe IE3 sehr hohe Mindest-Wirkungsgrade
vorschreibt.
Vor diesem Hintergrund war die Rolle der
Hydraulik in energieeffizienten mechatronischen Systemen neu zu definieren. Wissenschaft und Industrie haben sich diesem Thema
in den letzten Jahren sehr intensiv gewidmet [1
bis 3], der Beitrag soll typische Ansätze und Erfolge aufzeigen.
1. Verlustarme Komponenten
2. Drosselfrei verstellbare Volumenströme
3. Intelligente Rekuperation
4. Netzwerk-Simulation
Verlustarme Komponenten
Im Mittelpunkt stehen hier die Verdrängermaschinen, d. h. die Ölpumpen und Ölmotoren.
Eine gute Pumpe erreicht im Bestpunkt 90 bis
92 % Wirkungsgrad, eine sehr gute noch deutlich
mehr. Abb. 1 zeigt das (vom Hersteller) gemessene Kennfeld einer verstellbaren SchrägachseAxialkolbenmaschine bei 45° Vollausschwenkung [3]. Im Bestpunkt erreicht man 96 % und
im ganz überwiegenden Teil des Kennfelds noch
90 %. Auch bei reduzierten Schwenkwinkeln ergeben sich noch sehr gute Werte. Dieses Niveau
kann selbst mit modernsten leistungsgleichen
Elektromaschinen mithalten, wobei dort der
Konverter einzubeziehen ist.
Grundsätze für energieeffiziente
Aus diesem Grund setzt man diese EinheiHydrauliksysteme
ten z. B. bei leistungsverzweigten, stufenlosen
Aus den vorliegenden Publikationen hierzu Traktorfahrantrieben ein, deren weltweiter Sieund ebenso aus den Aktivitäten der Hydrau- geszug 1996 von Fendt (Marktoberdorf) auslikhersteller kristallisierten sich etwa folgende ging. Sowohl die Urkonstruktion dieser Axialkolbenmaschine als auch das stufenlose Fendt
vier Handlungsfelder heraus:
Automatikgetriebe
„VARIO“ wurden
von Landtechnikern
im Hause Fendt geschaffen. Nur durch
das außergewöhnlich hohe Wirkungsgradniveau der Einheiten konnte man
in Verbindung mit
Leistungsverzweigung und sehr viel
weiterem Feinschliff
wettbewerbsfähige
Getriebewirkungsgrade
erreichen
–
entsprechend
einer Vorgabe des
Autors um 1992
[3]. Feinschliff zur
Abb. 1: Wirkungsgradkennfeld einer hydraulischen hoch effizienten,
Verlustreduzierung
verstellbaren 45°-Schrägachsen-Axialkolbenpumpe 160 cm3/U, voll
bedeutet z. B. Miniausgeschwenkt, betriebswarm (SAUER-DANNFOSS, 2010)
mierung der Strö16
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mungsverluste, energieeffiziente hydraulische
Hilfskreisläufe und Vermeidung von Eintauchverlusten. Der spektakuläre Erfolg veranlasste
Fendt (inzwischen Teil von AGCO), ab 2009 nur
noch VARIO-Traktoren zu produzieren. Diese
Innovation befruchtete nicht nur weltweit alle
Traktorhersteller, sondern auch andere Bereiche – insbesondere Baumaschinen. Dieselelektrische Alternativen wurden und werden auch
erforscht, können aber bisher im Wirkungsgrad
und in den Kosten nicht überzeugen [4].
Drosselschaltungen sind dynamisch sehr gut
(insbesondere fluidische Brücken), aber gleichzeitig energetisch ungünstig. Drosselfrei erzeugte, verstellbare Volumenströme können
daher erheblich Energie einsparen. Hier setzte
die Idee an, Vorteile der Hydraulik und der Elektrik zu kombinieren, indem man z. B. kostengünstige, effiziente Hydraulikpumpen hoher
Leistungsdichte über kostengünstige effiziente
Elektromotoren antreibt. Dabei kann entweder
die Elektromaschine über Leistungselektronik
verstellt werden oder es wird mit einem Standardmotor eine Verstellpumpe angetrieben.
Auch beides zusammen kann sinnvoll sein [1, 3].
Bei der Rekuperation hat die Hydraulik
den großen Vorteil, dass leistungsfähige Hochdruck-Energiespeicher seit langem verfügbar
sind, relativ wenig kosten, keine Wartung erfordern und länger halten als Batterien. Lediglich
die „Druckgeräterichtlinie“ 97/23/EG ist zu
beachten. Die gespeicherte volumenbezogene
Energiemenge und das Leistungsverhalten sind
in etwa mit modernen Superkondensatoren
vergleichbar, die sind aber teurer.
Zur Netzwerk-Simulation sind heute leis­
tungsfähige Werkzeuge verfügbar, mit denen
sich neben dem dynamischen Verhalten auch
die Energieeffizienz bewerten lässt. Bei langen
Leitungen zwischen Pumpe und Verbraucher
(mit oft auch noch Zusatzverlusten durch Absätze, Verschraubungen und Schläuche) hat
die Hydraulik leider systembedingte Nachteile.
Das ist z. B. der Fall beim klassischen hydrostatischen Mähdrescher-Fahrantrieb, bei hydrostatischen Dauerantrieben vom Traktor zu
Geräten, bei zentralen Anlagen von größeren
Flugzeugen oder auch bei langen Leitungen
stationärer hydrostatischer Systeme. Auch hier
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schwerpunkt
kann die Kombination mit Elektrik interessant
sein – etwa nach dem Motto: Energie verteilen
elektrisch, vor Ort umsetzen hydrostatisch.
Die vierte Lösung benötigt nur noch Ener­gie,
wenn gelenkt wird (Abb. 3).
Ausgeführte Beispiele für Energiesparen durch Hydraulik
Das Beispiel mit dem höchsten Einsparungspotenzial ist aus meiner Sicht die „Servolenkung“
von Fahrzeugen. Davon wurden bisher vermutlich
weit mehr als 1 Mrd. Einheiten produziert.
Die durchschnittliche Lenk-Nutzleistung ist
relativ zur Fahrleistung bei Straßenfahrzeugen
geradezu winzig und selbst bei Arbeitsmaschinen sehr klein. Über Jahrzehnte verwendete
man als Standardlösung Konstantpumpen,
oft Flügelzellen- oder Zahnradmaschinen. Da
gängige Lenksysteme einen konstanten Volumenstrom benötigen, wurde der Pumpe lange
Zeit ein Stromregelventil nachgeordnet, an dem
man den überschüssigen Volumenstrom im Bypass wegdrosselte. Da der Soll-Ölstrom schon
bei Motor-Leerlaufdrehzahl erreicht werden
muss, ist der Pumpenölstrom fast immer zu
groß – oft viel zu groß (Abb. 2). Solche Syste-
Abb. 2: Klassische Ölstromerzeugung bei
Servolenkungen.
me werden immer noch verbaut. Ein PKW verbraucht dadurch bei rascher Autobahnfahrt z. B.
0,3 bis 0,5 l/100 km mehr. Das ist im Vergleich
zu anderen Einflüssen sehr viel und trieb Verbesserungen der Lenkhydraulik an, etwa:
Nutzung des Bypass-Ölstroms für die Bordhydraulik (z. B. bei Fendt Traktoren 1980) [3]
Anschluss der Lenkhydraulik an Load-Sensing-Systeme (seit den 1990er Jahren bei
Traktoren und Arbeitsmaschinen [3])
Volumenstromregelung durch Verstellpumpe
(z. B. Audi 2007) [3]
Völlig drosselfreie Lenkung, z. B. System WEBER HYDRAULIK, (z. B. 2007 für Jungheinrich Stapler) [3].
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Abb. 3: Extrem energiesparende elektro-hydraulische Lenkung, von WEBER HYDRAULIK.
Seit 2007 in Staplern von JUNG­HEINRICH.
Symbole DIN ISO 1219.
Im Prinzip fördert die Pumpe (1) entweder
auf die linke oder rechte Seite des Arbeits­
zylinders (2) mit Positionssensor (3) – je nach
Lenkrichtung. Die hochdruckseitig angesteuerten Ventile (4) und (5) geben jeweils den
Rückstrom frei. Die Lenkgeschwindigkeit wird
durch den drehzahlvariablen Elektromotor (6)
bestimmt. Das sehr kompakte System arbeitet
mit 48V Gleichspannung, Drehzahl bis 2500/
min, Druck bis 210 bar, Leistung bis 0,9 kW.
Bei mobilen Hafenkränen wurde mit dem
System LIEBHERR „Pactronic“ ein sehr überzeugendes Beispiel für hydraulische Rekuperation bekannt. Beim Absenken einer Last werden Hydrospeicher durch die dann als Motoren
arbeitenden Axialkolbenmaschinen gefüllt,
(Abb. 4). Gleichzeitig wird mit der überschüssigen Leistung des Primärantriebs Energie
in den Speicher geladen. So ist beim nächsten
Heben-Zyklus eine hohe „Boostleistung“ aus
dem Speicher verfügbar. Der Dieselmotor kann
bei gleicher Systemleistung deutlich kleiner ausfallen und man spart nach Herstellerangaben
etwa 30 % Kraftstoff ein.
Auf der BAUMA 2013 stand mit dem Caterpillar 336E ein erster Serienbagger mit Energierückgewinnung am Schwenkwerk.
In Baggern wird seit Jahrzehnten die ganze
Motorleistung hydrostatisch an die Arbeitsorgane und das Fahrwerk übertragen. Beim 336E
wird nun zusätzlich über den Hydro-Schwenkmotor die Abbremsenergie über spezielle Ventile zu hydrostatischen Speichern geleitet und
beim Wiederbeschleunigen genutzt. Dadurch
wird Kraftstoff gespart und der Dieselmotor
kann zusätzlich bei gleicher Leistung kleiner
werden (ausführliche Besprechung in [3]).
Die Senkenergie des Ausleger-Hubwerks bietet weitere Einsparungen. Daher stellte LIEBHERR auf der BAUMA 2013 die LIEBHERR
Baggerstudie „9XX“ in Hybridtechnik vor,
bei der das Schwenkwerk elektrisch mit Superkondensatoren und das Ausleger-Hubwerk
elektro-hydraulisch arbeitet (elektrischer Generator/Motor plus Hydro-Speicher), siehe EP
2 233 646 A3.
Beide Teilsysteme sind energetisch verknüpft. Der Aufwand ist größer als bei Caterpillar, man erwartet dafür auch eine etwas höhere
Kraftstoffeinsparung – Größenordnung 25 %.
Die Firma LASCO Umformtechnik baut seit
2010 in Großpressen drosselfreie hydraulische Steuerungen mit Rekuperation ein.
Für den Arbeitstakt dienen wegen der hohen
Abb. 4: Energie sparen durch hydraulische Rekuperation bei Hafenkranen. LIEBHERR 2010.
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Schwerpunkt
Foto: Werkbild SCHULER
Abb. 5:
Schmiedepresse
von SCHULER mit
energiesparender
Hydraulik.
Press­kraft z. B.
30.000 kN.
Volumenströme ganze Batterien von Konstantpumpen – angetrieben durch Synchronmotoren über Frequenzumrichter für eine stufenlose
volumetrische Steuerung der Presskolbenbewegung. Bei dessen unbelastetem Herablassen
wird die potenzielle Energie hydrostatisch gespeichert. Zusätzlich wird die Dekompressions­
energie nach dem Arbeitstakt über Speicher
genutzt (für Mineralöl ca. 2 % Volumenänderung pro 300 bar plus elastische Aufweitungen).
Genannt werden „mindestens 20 %“ Energieeinsparung (ausführliche Besprechung mit
Schaltplan in [3]).
Der Marktführer SCHULER verwendet bei
seiner ab 2014 umgesetzten, neuen Pressenhydraulik „Efficient Hydraulic Forming“ EHF
eine etwas andere Anordnung, nämlich hoch effiziente Asynchronmotoren mit SchrägscheibenVerstellpumpen – im Hauptantrieb bewusst
ohne Leistungselektronik (Abb. 5)
Die Zielrichtung ist ähnlich wie zuvor: Stufenlose, drosselfreie Verdrängersteuerung und
Rekuperation von Lage- und Dekompressionsenergie des Hauptkolbens. Ein besonderer Pfiff
besteht hier darin, dass man die Elektromotoren mit Hilfe der gespeicherten hydrostatischen
Energie über die Pumpen sehr schnell anlaufen
lassen kann (Hydropumpen als Motoren) und
damit hohe elektrische Anlaufströme der Asynchronmaschinen umgeht. Genannt werden auch
hier „mindestens 20 % Energieeinsparung“.
Als letztes Beispiel bieten solche Anwendungen Einsparpotenzial, bei denen Fahrzeuge
häufig anhalten und wieder beschleunigen wie
z. B. Stadtbusse, Radlader oder Müllfahrzeuge.
Bosch Rexroth hat hierzu ein einfaches Hybridsystem mit Hydrospeicher entwickelt
und z. B. mit der Firma HALLER für Müllfahrzeuge realisiert [3](Abb. 6). Beim Bremsen wird
die Axialkolbeneinheit, die dann als Pumpe
arbeitet, über die Kupplung zugeschaltet und
lädt die Speicher auf. Beim Wiederbeschleunigen „boosten“ die Speicher (mit max. 330
bar) über die nun im Motorbetrieb arbeitende
Axialkolbeneinheit. Der ADAC attestierte 20 %
Kraftstoffeinsparung und weniger Bremsenverschleiß. Das gleiche Prinzip wurde auch schon
für andere Fahrzeuge vorgeschlagen. So kündigte etwa Peugeot kürzlich an, dass man gemeinsam mit Bosch das „Hybrid-Air-System“
mit Hydrospeicher für Autos entwickelt habe
und deutliche Kraftstoffeinsparungen erwarte.
Es soll 2017 serienreif sein.
Das erwähnte „Downsizing“ des Antriebsmotors kann übrigens manchmal doppelt
Herstellkosten sparen – erstens infolge der Motorverkleinerung und zweitens durch Hineinrutschen in eine mildere EU-Emissionsklasse
– bei mobilen Arbeitsmaschinen z. B. derzeit
INFO
bei Nennleistungen unter 56 kW.
Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Karl Th. Renius
INFO
TIPP
„Mobile Maschinen“ LS Fahrzeugtechnik TUM
Literatur
Abb. 6: Energiesparen (und Boosten) durch hydraulische Rekuperation beim Bremsen.
System BOSCH REXROTH – HALLER für Müllfahrzeug 2010.
18
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[1] Helduser, S.: Grundlagen elektrohydraulischer Antriebe und Steuerungen.
Mainz: Vereinigte Fachverlage 2013.
[2] Murrenhoff, H.: Grundlagen der Fluidtechnik, Teil 1: Hydraulik. 6. Auflage. IFAS, RWTH
Aachen 2011.
[3] Matthies, H.J. und K.Th. Renius: Einführung in die Ölhydraulik. 8. Auflage. Wiesbaden: Springer-Vieweg 2014.
[4] Renius, K. Th.: Globale Getriebekonzepte
für Traktoren (deutsch-englisch). ATZoffhighway 7 (2014) H. 2, S. 16-26 und 28-29.
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Hintergrund
Effizienz ist entscheidend – aber welche?
Betrachtungen zu Wirkungsgrad und Effizienz werden oft als physikalisch bzw. technisch
gegeben angesehen. Ein Blick in die Geschichte der Energiewirtschaft zeigt aber, dass auch
andere Faktoren, wie die Wahl der Systemgrenzen, eine Rolle spielten.
Am 15. Dezember 1915 – mitten im Ersten
Weltkrieg – ging das damals größte Wärmekraftwerk Deutschlands in Betrieb. Unmittelbar neben den Braunkohlengruben von GolpaJeßnitz nördlich von Bitterfeld gelegen, war es
ein Projekt der Superlative. Mit einer Leistung
von 128 MW galt es als das damals modernste
Wärmekraftwerk mit den größten Maschineneinheiten von je 16 MW. Auch die Bauzeit von
nur neun Monaten war Rekord. Da der Standort abseits größerer Orte lag, mussten zunächst
Anschlussgleise, Wohnbaracken, Lager usw. geschaffen werden. Das Kraftwerk selbst entstand
in nur sieben Monaten und lieferte Strom an
die nahegelegene kriegswichtige Industrie, u.a.
die Bayerischen Stickstoffwerke AG, die Grundstoffe für die Düngemittel- und die Sprengstoffherstellung produzierte. Im Oktober 1917
beauftragte die Kriegs-Rohstoff-Abteilung des
Kriegsministeriums, die auch die Errichtung
des Kraftwerks beaufsichtigte, die AEG mit
dem Bau einer 132 km langen 110-kV-Leitung
nach Berlin, um auch dort die kriegswichtige
Industrie zu versorgen. Dabei waren staatliche
und privatwirtschaftliche Interessen eng verknüpft, stand doch Walther Rathenau zu dieser Zeit gleichzeitig an der Spitze der Behörde
und des Unternehmens. Die Fernleitung ging
im Juni 1918 in Betrieb. Aus Kupfermangel
griff man selbst bei diesem kriegswichtigen
Projekt auf Ersatzstoffe zurück und setzte etwa
Aluminium – für dessen Herstellung wiederum viel Strom nötig war – in Leiterseilen und
Transformatoren­wicklungen ein.
Höchste Effizienz der Strom­
erzeugung
Infolge der britischen Seeblockade zeigten
sich seit Ende 1914 in Deutschland größere
Engpässe bei Rohstofflieferungen und man
setzte auf Substitution. Der fehlende ChileSalpeter als Dünger und Grundstoff für die
Sprengstoffherstellung wurde z. B. durch Stickstoff nach dem Haber-Bosch-Verfahren ersetzt,
was große Mengen an Elektroenergie erforderte. Folgerichtig war das Kraftwerk Zschornewitz
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Quelle: Deutsches Museum
Das Großkraftwerk Zschornewitz
Das Großkraftwerk Zschornewitz.
auf deren Erzeugung mit höchstem Wirkungsgrad und niedrigsten Kosten ausgerichtet. So
kam die Braunkohle mit einem Wassergehalt
von mehr als 50 % per Kettenbahn direkt vom
Tagebau ins Kraftwerk. Die erzeugte Elektrizität konnte viel effizienter zu den Verbrauchern
transportiert werden als z. B. das tägliche Äquivalent von 300 bis 400 t Steinkohle per Bahn
nach Berlin in die dortigen Kraftwerke.
Das Kraftwerk Zschornewitz steht für einen
Paradigmenwechsel in der Elektrizitätswirtschaft. Seit den1890er Jahren entstanden in
vielen Städten Elektrizitätswerke. Diese lagen
nahe am Verbraucher und waren damit auch in
der Lage, Fernwärme zu liefern. Das bekannteste Beispiel ist hier das Staatliche Fernheizund Elektrizitätswerk am Dresdener Zwinger,
das 1900 in Betrieb ging und insgesamt 18 Gebäude im Umfeld mit Elektroenergie und Wärme versorgte. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg
war eine Diskussion um die Errichtung neuer
Kraftwerke entbrannt. Im Zentrum stand die
Frage, was wirtschaftlicher sei, kleinere, verbrauchernahe Einheiten oder Großkraftwerke
in der Nähe von Kohlengruben bzw. an größeren Flüssen. Höchster Wirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit spielten dabei eine große Rolle,
allerdings wurden die Systemgrenzen ver-
schieden gezogen. Die Vertreter der Stadtwerke bevorzugten verbrauchernahe E-Werke u.a.
mit dem Argument, dass hier eine Nutzung der
Abwärme als Industriewärme bzw. zur Raumheizung möglich wäre. Die Vertreter der Großkraftwerke führten dagegen ins Feld, dass der
Wirkungsgrad der Stromerzeugung bei großen
Einheiten am höchsten und die Kosten pro kW
am niedrigsten lägen. Die Auskopplung von
Wärme war dagegen ein Randthema. Die Elektrizitätserzeugung sollte in Großkraftwerken
zentralisiert werden, die über 100-kV-Netze
zum Verbund gekuppelt und mit den Verbrauchern verbunden sind. Energie könnte so viel
effizienter transportiert werden als Kohle per
Bahn. Dabei ging man davon aus, dass diese
Pläne nur mit Hilfe des Staates durchzusetzen
sind, der die Kraftwerke und Hochspannungsleitungen betreiben sollte. Erst die Diskussionen in den 1970er und 1980er Jahren im Zuge
der Ölpreiskrisen stellten die einseitige Orientierung auf die Effizienz der Stromerzeugung
in Frage und rückten die Möglichkeit der kombinierten Strom- und Wärmeversorgung mit
einer Kraft-Wärme-Kopplung wieder in den
Fokus.
Frank Dittmann
Redaktion TiB
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Aktuelles
VDI-Preisverleihung 2014
Von der Verlängerung der Solarzellen-Lebensdauer bis zur intelligenten Autotür
chen studiert hat, über ihre gerung noch ihre runde Form für die einwandArbeit, die sie zusammen mit freie Weiterverarbeitung haben. Hier wurde zur
dem Fraunhofer-Institut für Bildaufnahme eine entsprechende Softwa­re zur
Verfahrenstechnik und Ver­ Steuerung einer Kamera entwickelt. Mit den
packung in Freising durch- Daten der Bildverarbeitung können Mittelgeführt hat. In ihrer Bache- punkt und Ovalität der Coils ermittelt werden
lorarbeit hat sie untersucht, und somit Ausschussware reduziert und durch
in wieweit durch den Einsatz diese Früherkennung unnötige Trans­porte zu
von Wasserdampfabsorbern ovaler Stahlcoils vermieden werden. Es zeigte
eine Verbesserung der Bar- sich, dass die maschinelle Unterstützung eine
rierewirkung durch Verlänge- Entlastung für den Menschen ist und zuverläsrung der Durchbruchzeit und sige Resultate liefert.
somit eine längere LebensEbenfalls an der Johannes Kepler Universität
dauer von organischen Solarzellen erzielt werden kann. in Linz hat Dr. Christoph Viechtbauer seine
Sie konnte nachweisen, dass Disserta­tion zum Thema Structural Health ConDr.-Ing. Jörg-Johannes Wach, Geschäftsführer KNORR BREMSE,
empfängt die Urkunde für 60 Jahre Fördermitgliedschaft
der Einsatz von Barrierefoli- trol abgeliefert. Eine der Hauptaufgaben für die
im VDI von Dr.-Ing. Johannes Fottner.
en zu ei­ner Verlängerung der Verwendung von Monitoring Systemen ist die
Durchbruchszeit führen kann. Vermeidung von fatalen Unfällen, ausgelöst zum
Dem VDI in München sei es ein großes An- Dadurch wird eine Schonung von Res­sourcen, Beispiel durch Strukturschäden, vor allem bei
liegen, die Leistungen junger Ingenieure einem eine kostengünstige Rolle-zu-Rolle-Produktion großen Teilen wie Flügeln von Flug­zeugen oder
breiten Kreis seiner Mitglieder vorzustellen bei geringem Gewicht
und sie angemessen zu würdigen, sagte der und Flexibilität erreicht.
Vorsitzende des VDI, Dr. Ing. Johannes Fottner Auch der Einsatz auf
anlässlich der VDI Preisverleihung 2014. Sie Flachdächern, Zelten
fand diesmal im großen Saal des TÜV Süd im und anderen flexiblen
Münchner Westend statt. Er dankte der Firma oder unebenen Flächen
Knorr Bremse als Gastgeber der Preisverlei- wird so möglich.
Ein ganz anderes
hung 2013 und überreichte gleichzeitig dem
Geschäftsführer des Unternehmens, Dr.-Ing. Problem ist Dr. DaJörg-Johannes Wach, für die 60 jährige Firmen- niel Schleicher in
Dissertation
mitgliedschaft im VDI München eine Urkunde. seiner
an
der
Johan­
nes KepAnschließend stellte Dr. Fottner die Festrednerin des Abends, Frau Dr. oec. publ.,Diplom- ler Universität in Linz
Seine
Kauf­mann Gabriele Röhrl, Leiterin der Egon angegangen.
Zehnder International GmbH, München, vor. Arbeit befasste sich
In ihrem Festvortrag »Professionelle Personal­ mit Bildanalyse-und
entwicklung für junge Potenzials« lenkte Frau Schätz­a lgor it hmen
Dr. Röhrl den Blick der erfolgreichen Ab- zur Bestimmung der
solventInnen auf die heute entscheidenden Ovalität von StahlAnforderungskri­
terien und Einflussfaktoren coils. In der Stahlinfür den Weg in die Führungsebene großer dustrie gelten höchste
Qualitätsansprü­che bei
Unternehmen.
der Fertigung, LageNeues gab es auch bei der Vorstellung der rung und Auslieferung
von der Jury des VDI ausgewählten Bache- der aufgerollten Stahllor- und Masterarbeiten von fünf Ab­solventen bänder. Ein wichtiges
terium ist dabei,
verschiedener Hochschulen und Universitäten. Kri­
So berichtete Sara Bröskamp, die an der Hoch- ob die Stahlcoils auch
Dr. Gabriele Röhrl,
Leiterin der Egon Zehnder International GmbH, München
nach
Transport
und
Laschule für Angewandte Wissenschaften Mün20
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Technik in Bayern 01/2015
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Fotos: Stefan Schumacher
Aktuelles
Die VDI Preisträger 2014 und die Jurymitglieder: (Vorne v .l.n.r.) Dipl.-Ing. Dr. Christoph Viechtbauer, M.Sc. Thomas Eichstetter,
B. Eng. Sara Bröskamp, Dipl.-Ing. Dr. Daniel Christian Herbert Schleicher, M.Sc. Kilian Gersing, B.Sc. Mei Ding-Hirschfeld, M.Sc. Erik Braden,
(Hinten v.l.n.r.) M.Sc. Humam Zain Allabidean, Prof. Dr. Peter Pfeffer, Dipl.-Ing. Peter Hotka, Dr.-Ing. Johannes Fottner, Dipl.-Ing. Christa
Holzenkamp, Dr. Christoph-Friedrich von Braun.
Windkraftan­lagen, die durch die steigende Komplexität der einzelnen Bauteile signifikant gestiegen
sind. Nach der Zusammenfassung unterschiedlicher Monitorsysteme wurden die Vor- und Nachteile dieser Systeme betrachtet, modifiziert und in
den vom VDI-Preisträger entwickelten neuartigen,
so genannten Structural Health Control (SHC) Ansatz adaptiert. In einen Regelkreis eingebettet stellen die Module die Stabilität über den gesamten
Lebenszyklus, vor allem im Falle einer Reparatur,
sicher. Der neuartige SHC-Ansatz wird anhand
einer einfachen Platte unter Zug illustriert. Damit
kann die Schadensidentifikation, Schadensbewertung und Schadensprognose im Vergleich zu
herkömmlichen Monitoring­systemen wesentlich
vereinfacht wer­
den. Wie Dr. Viechtbauer zum
Abschluss berichtete, wurden die Erkenntnis­se
und Ergebnisse dieser Dissertation für einen Forschungsantrag verwertet und geneh­migt. Damit
konnte das so genannte Christian-Doppler-Labor
zur Zustandskontrolle von Leichtbaustrukturen
mit einem Budgetvolumen von 2,5 Millionen Euro
eingerichtet werden.
In Zeiten der Energiewende, berichtete Thomas Eichstetter in seiner Master-Ar­beit an der
technischen Universität München, wird zunehmend auf eine effiziente Nutzung elektrischer
Ge­räte geachtet. Ein besonderes Augenmerk liegt
dabei auf Geräten, die ständig in Betrieb sind. Als
Beispiele nannte er KommunikationseinrichtunTechnik in Bayern 01/2015
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gen wie Rundfunksender und Mobilfunkstationen. Bei den mit nicht unerheblichen Leistungen
arbeitenden Einrichtungen ist es unabdingbar,
den Wir­kungsgrad möglichst optimal zu gestalten. Selbst wenn nur kleine Anteile der Verlustleis­
tung einge­spart werden können erhält man über
längere Zeiträume große Mengen an eingesparter
Energie. Dadurch wird die Umwelt geschont und
gleichzeitig ein wirtschaftlicher Nutzen erzielt. In
seiner Masterarbeit wurden alle bekannten Konzepte zur Wirkungsgradeinstellung untersucht
und gegen­einander abgewägt. Das sogenannte
„Envelope Tracking“ erwies sich dabei als viel ver­
sprechender Ansatz. Dabei wird die Endstufe der
Sendeanlage nicht mit konstanter, sondern mit einer abhängig vom Leistungsverbrauch nachführbaren Versorgungsspannung betrieben. Die entwickelte Stromversorgung wurde mit einem neuartigen Kalium-Nitrit-Hochfrequenz-Leistungs­
verstärker kombiniert. Neben der Einsparung
von Energie und Gewicht sowie dem Wegfall der
Lüfter, konnte eine längere Akkulaufzeit durch die
deutliche Steigerung des Wirkungs­grades erreicht
wer­den.
Mit etwas sehr Praktischem beschäftigen
sich Kilian Gersing, Erik Braden und Mei
Ding-Hirschfeld in ihrem Start-up Unternehmen „InnoMotions“. Sie haben unter dem Namen MagBrake die erste intelligente Türbremse für die Automobilindustrie entwickelt. Dem
Autofahrer oft nicht be­wusst, kann man seine
Autotür nur in maximal drei Stufen einrasten
lassen. Oft berührt man da­durch ungewollt
ein nebenstehendes Auto, wenn man ver­sucht,
auszusteigen. Wem ist das noch nicht passiert?
Damit soll nun Schluss sein. In ih­ren Arbeiten
haben die Ingenieure u. a. eine Software entwickelt, die erstmals ein kontrolliertes, stufenloses Bremsen der Autotür ermöglicht. Die intelligente Türbremse verfügt auch über einen
Not-Stopp in Gefahrensituationen. Die Funktion beruht auf einem elektromagneti­schen Mechanismus, der sehr wenige Teile umfasst, um
das Pro­dukt robust zu machen und die Kosten
niedrig zu halten. Ihr Start-Up-Unternehmen
InnoMotions hat bereits einen Entwicklungsvertrag mit BMW abgeschlossen und einen
funktionsfähigen Proto­
typ entwi­
ckelt. Ein
entsprechendes Patentverfahren ist eingeleitet. Der Bereich UnternehmerTUM der technischen Universität München (TUM) hat das
Team bei der vertraglichen Zusam­menarbeit
aktiv unterstützt.
Der hochinteressante Abend mit den Preisträgern der VDI-Preisverleihung 2014 in München ging mit großem Applaus, vielen Diskussionen und einem Imbiss auf Einladung des
TÜV-Süd erst spät zu Ende.
Joachim Hospe
VDI München
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VDE
Höchste VDE-Auszeichnung für Münchener
Wissenschaftler
Prof. Dr.-Ing. Josef A. Nossek von der TU München erhält den VDE-Ehrenring
„Seine wissenschaftliche Brillanz zeigt sich in einer großen
Zahl häufig zitierter Publikationen sowie in zahlreichen renommierten Ehrungen und Preisen,
wie beispielsweise das Bundesverdienstkreuz für herausragende
Verdienste um Lehre und Forschung, der Grad des IEEE Fellows
oder der ITG-Preis“, erklärt VDEVorstandsvorsitzender Dr.-Ing.
Hans Heinz Zimmer. Von 2007 bis
2008 war Nossek Präsident des
VDE, seit 2013 ist er Präsident der
EUREL. VDE-Präsident Dr.-Ing.
Joachim Schneider überreichte
Nossek den Ehrenring auf dem VDE-Kongress
„Smart Cities“ in Frankfurt.
Foto: VDE
Der VDE-Ehrenring, die höchste Auszeichnung für Verdienste in
Forschung und Entwicklung, geht
in diesem Jahr an Prof. Dr.-Ing.
techn. Dr. h.c. Josef A. Nossek von
der Technischen Universität München für seine weltweit anerkannten wissen­schaftlichen Spitzenleistungen auf den Gebieten der digitalen Signalverarbeitung für die
elektrische Informationstechnik
sowie der Mehrelement-Antennen
für Mobilfunksysteme. So basiert
beispielsweise der heutige Stand
der Mobilkommunikation auf seinen Forschungsarbeiten.
Nosseks Lehrstuhl für Netzwerktheorie und
Signalverarbeitung an der TU München zählt
VDE-Ehrenring für Prof. Josef Nossek (Mitte).
zu den ersten Adressen unter den informationstechnischen Lehrstühlen weltweit.
Medizin & Technik in der Metropolregion
Der Arbeitskreis Medizin & Technik (AK-Med&Tech) versteht sich als Diskussionsplattform
und Netzwerk und wird gemeinsam getragen vom VDE BV Nordbayern e.V. und dem VDI BV
Bayern Nordost e.V. Die Kickoff-Veranstaltung findet am 5.02.2015 statt.
Der Arbeitskreis befindet sich momentan
in der Gründungsphase und möchte hiermit alle Interessierten zu seiner KickoffVeranstaltung am 5.02.2015 um 18 Uhr ans
Fraunhofer IIS (Am Wolfsmantel 33, 91058
Erlangen) einladen.
Der AK-Med&Tech vereint die verschiedenen Richtungen dieser Disziplinen und stellt
sie einer interessierten Öffentlichkeit vor. Dabei
steht gerade die interdisziplinäre Auffassung von
Themen aus Elektronik, Informatik, Medizin
und Naturwissenschaft, mit der die Entwicklung
neuer Anwendungen, Geräte und Systeme erst
möglich wird, im Fokus des Arbeitskreises. Der
AK-Med&Tech greift Neuerungen auf, spricht
aktuelle medizintechnische Themen an, bringt
interessierte Menschen aus Hochschule, Industrie und medizinischer Dienstleistung zusammen, ist ein Kontakt- und Informationsforum
und bezieht insbesondere auch junge Leute mit
ein. Er wendet sich ausdrücklich an Interessierte
22
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sowohl aus der Medizin als auch der Technik.
Der AK trifft sich regelmäßig im Monatsrhythmus. Bei den AK-Sitzungen gibt es Fachvorträge
und Diskussionen zu speziellen Themen und
Sachverhalten. Das Angebot des Arbeitskreises
passt sich an die aktuellen Entwicklungen und
Forderungen bzw. Wünschen der Teilnehmer
an. Wir verstehen uns als Netzwerk zum Erfahrungsaustausch und zur Wissenserweiterung.
Dazu setzen wir uns mit bekannten und neuen
Verfahren sowie den neuesten Erkenntnissen
aus der Forschung auseinander.
Ziele des Arbeitskreises Med&Tech sind:
Interdisziplinäre Verbindung von Medizinern,
Naturwissenschaftlern und Ingenieuren
Vortragsreihe mit Diskussion über wichtige
Schlüsselthemen der Medizin und Medizintechnik
Erfahrungsaustausch und Diskussion von
neusten Erkenntnissen aus der Forschung
Schnittstelle zu anderen Vereinen und Organisationen (z.B. ASQF, Medical Valley) zwecks
Erfahrungsaustauschs.
Es würde uns freuen, wenn wir bei Ihnen
INFO
Neugier und Interesse geweckt haben! Scheuen
INFO
Sie sich nicht, uns zu kontaktieren. Wir sind für
TIPP
Vorschläge und Ideen immer offen.
Informationen
Die Vorträge finden in der Regel am Fraun­
hofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Am
Wolfsmantel 33, 91058 Erlangen statt, soweit
nichts anderes vermerkt ist.
Alle Interessierten sind herzlich zu den Ver­
anstaltungen eingeladen. Die Teilnahme ist
kostenfrei. Kurzfristige Änderungen sind
möglich und werden über den E-Mail-Ver­
teiler und auf der Homepage des VDI/VDE
veröffentlicht. Dort finden Sie auch weitere
aktuelle Informationen.
Anmeldung:
[email protected]
Technik in Bayern 01/2015
12/9/2014 11:39:53 PM
SPHÄRENKLÄNGE
Foto: NASA, ESA, M. Jee and H. Ford (Johns Hopkins University)
Mittwoch, den 25. Februar 2015, 19.00 Uhr
Ein Abend mit wissenschaftlichen Kurzreferaten und Musik
über die Beziehungen zwischen klassischer Musik und Weltall
Prof. Dr. Stephan Paul, Ordinarius für Experimentalphysik, TUM und Koordinator des Exzellenzclusters „Universe“
und das
Münchener Kammerorchester unter der Leitung von Simon Gaudenz und Ludwig Mittelhammer (Bariton)
im Audimax der TU München, Theresienstraße (zw. Luisen- und Arcisstr.), 80333 München
Eintritt frei!
Veranstalter: Andrea von Braun Stiftung, Verein Deutscher Ingenieure BV München, Münchner Kammerorchester, TU München
VDI Landesverband
Neuer Vorsitzender des Landesverbandes Bayern
Nach sechs erfolgreichen Jahren als Vorsitzender des Landesverbandes endet zum Jahreswechsel die Amtszeit von Prof. Dr. rer. nat. Höpfl. In dieser Zeit förderte er mit seinen Ideen
das Zusammenwirken der vier Bezirksvereine. Als Sprecher der Technik und der Ingenieure
war er ein kompetenter Ansprechpartner für Staatsregierung, Staatsministerien,
Unternehmen, Wirtschafts- und Ingenieurverbände, Universitäten und Hochschulen.
Foto: Silvia Stettmayer
wende, Fachkräftemangel oder die InteProfessor Höpfl war nicht nur der
gration ausländischer Ingenieure. Auch
Impuls­geber für neue Kontakte und
die bereits gut funktionierende ZusamProjekte in Bildung, Wissenschaft und
menarbeit der bayerischen Bezirksvereine
Technik, sondern er bezog geschickt
untereinander kann noch weiter geund überzeugend in öffentlichen Verstärkt werden. Diese Punkte werden die
anstaltungen zu aktuellen technischen
Schwerpunkte der Arbeit des LandesverProblemen Stellung und vertrat dabei
bandes für die nächsten Jahre sein.
die berufspolitischen Interessen der
Mit Dr. Fottner wurde ein Kandidat geIngenieurinnen und Ingenieure. Zufunden,
der als Geschäftsführer der MIAS
kunftsweisend setzte er auf ideenreiche
GmbH über Erfahrungen und ein KonVorhaben, die das Interesse und die
taktnetzwerk in der Wirtschaft verfügt
Begeisterung von Schülerinnen und
und durch seine bisherigen Ämter die
Schülern für Technik und NaturwisStrukturen im VDI sehr gut kennt.
senschaften praxisnah wecken sollen.
Im Rahmen der LandesvorstandssitMedienarbeit und Koordinierung der
zung am 26. September in Deggendorf
Medienkontakte in Bayern spielten dawurde Dr. Fottner vom Landesvorstand
bei eine besondere Rolle.
einstimmig zum neuen Vorsitzenden geÜber viele Jahre hinweg kamen die
wählt. Prof. Höpfl und die vier VorsitzenVorsitzenden des Landesverbandes
den der Bezirksvereine gratulierten Dr.
aus den Hochschulen. Das war gerade Prof. Höpfl (li.) und sein Nachfolger als Vorsitzender des
Fottner dazu herzlich und freuen sich auf
in der Phase der Umstellung vom Di- VDI LV Bayern, Dr. Fottner.
die gemeinsame Zusammenarbeit der
plom auf Bachelor und Master, sowie
weiterer Hochschulreformen sehr vorteilhaft. Bayern geeignet um diesmal einen Nachfolger nächsten Jahre. Alle Anwesenden bedankten
In anderen Bundesländern gibt es einen regel- aus der Wirtschaft zu suchen. Denn in diesem sich bei Prof. Höpfl für die gute und erfolgreimäßigen Wechsel von Vorsitzenden aus dem Bereich gibt es derzeit viele Herausforderun- che Zusammenarbeit und die herausragenden
Hochschulbereich und der Wirtschaft. Dieses gen, zu denen der VDI Stellung beziehen muss. Leistungen der letzten sechs Jahre.
Modell erschien dem Landesvorstand auch für Das betrifft beispielsweise die Themen Energie­
Michael Mundenbruch GF LV Bayern
Technik in Bayern 01/2015
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23
12/9/2014 11:39:55 PM
Aktuelles
VDE Südbayern verleiht die VDE Awards
Münchener VDE Abend 2014
Der VDE Südbayern zeichnete in diesem Jahr mit den VDE Awards wieder herausragen­de
technisch-wissenschaftliche Leistungen in Südbayern aus.
Die VDE Awards wurden in den Kategorien Wirtschaft, Wissenschaft und Schule vergeben, zusätzlich wurde der Medienpreis Technik verliehen.„Mit
den VDE Awards möchten wir hervorragende wissenschaftliche Leistungen sowie das Engagement
für mehr Technikbegeisterung in der Bevölkerung
honorieren“, so Prof. Dr.-Ing. Petra Friedrich,Vorsitzende des VDE Südbayern. Ferner wurden die
Sieger des VDE Smart Home Contest vorgestellt. Die
Ehrungen fanden am 27. November beim Münchener VDE Abend 2014 im Bayerischen Hof statt.
Frau Heike Götz (Bayerisches Fernsehen)
moderierte den Abend, sie begrüßte die Preisträger und die Gäste aus Wirtschaft, Hochschule, Politik, Verbände und Medien. Für den VDE
Südbayern sei es zu einer Tradition geworden,
in einer festlichen Veranstaltung besondere Leistungen zu würdigen. Die Vorsitzende des VDE
Bezirksvereins Südbayern, Frau Prof. Friedrich,
berichtete zunächst über die Aktivitäten des
vergangenen Jahres im Bezirksverein.
Das Ensemble „Die Kammermusikanten“.
Für den VDE Frankfurt überbrachte Dipl.Ing. Wolfgang Niedziella, Geschäftsführer
des VDE-Prüf- und Zertifizierungsinstitut, die
Grüße des VDE Vorstands. Er fasste kurz und
prägnant die Ziele des VDE als technisch-wissenschaftlicher Verein zusammen.
Vor einem Jahr hatte der VDE Südbayern einen Hochschulwettbewerb ausgeschrieben – den
24
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Smart Home Contest. Hier sollten sich Studierende
ein Projekt ausdenken, das sich mit Intelligenz und
Vernetzung im Heim befasst. Als Ergebnis musste
ein Projektbericht eingereicht und das Projekt öffentlich präsentiert werden. Acht Projektgruppen
hatten sich beteiligt und vor wenigen Wochen die
Ergebnisse einer Jury vorgestellt. Die eingeladenen Vertreter der drei siegreichen Projekte waren
gespannt, wer die Preise und Preisgelder in Höhe
von 1000, 2000 und 3000 Euro erhielt.
Die Preisverleihung begann mit dem dritten
Preis, der an das Projekt Family Care – Assistenz­
system für ein selbstbestimmtes Leben ging. Das
Team mit 16 Mitgliedern kommt von der Hochschule München, Betreuer war Alexander Wass
von der Firma Tara Systems GmbH. Das Assis­
tenzsystem erkennt durch Messung von Verbrauchsdaten wie Strom, Wasser und Heizung
Anomalien und Not­situationen seiner Bewohner
und leitet Hilfe ein. Als Vertreter des Teams nahmen Sebastian Bögl, Stephan Nöhmeier und
Max Obholzer den Preis entgegen.
Den zweiten Preis
erhielt das Team mit
dem Projekt Med­
Loo – Die intelligente
Toilette. Das Team,
Bernadette
Kinzel
und Dennis Helmut,
kommt von der TU
München aus der Fakultät Elektro- und
Informationstechnik, betreut von Prof.
Bernhard Wolf. Sie
hatten fachkundige
Unter­stützung durch
eine Pflegedienstleiterin, die die Probleme der
Inkontinenz gerade bei älteren Menschen kennt.
Der erste Preis ging an das Team Nils Hornik,
Christina Nußbaumer und Jakob Wittmann mit
dem Projekt Automatisiertes Analysetool zur
Eigenverbrauchsmaximierung durch intelligent
gesteuerte Warmwassererzeuger. Das Projekt
wurde von Prof. Jürgen Rackles und Prof. Gerd
Becker von der Hochschule München betreut.
Ziel des Projektes war es, einen Elektroboiler
so zu steuern, dass selbst erzeugter Solarstrom
dann zur Warmwasserbereitung eingesetzt
wird, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist.
Nach dem Dinner erfolgte die weitere Preisverleihung der VDE Awards durch Frau Götz
und Frau Prof. Friedrich.
In der Kategorie Schule wurde das Gymnasium Markt Indersdorf ausgezeichnet. Der
Schulleiter, Thomas Höhenleitner, sowie die
Lehrer Manfred Dudda und Philipp Leebmann
nahmen den Preis entgegen. Besondere Aufmerksamkeit hat ein Schulprojekt erregt, das
Herr Dudda initiiert hat: Die Schüler aus mehreren Klassen haben mit Hilfe des Amateurfunkklub Dachau den Funkkontakt zur Raumstation
ISS aufgenommen und konnten Fragen an den
Astronauten Alexander Gerst stellen – ein Projekt, das jahrelange Vorbereitung erforderte.
Eine weitere Aktivität ist der Wahlkurs Robotik,
den Herr Leebmann leitet. Die Schüler nehmen
regelmäßig mit selbst gebauten Robotern an einem Wettbewerb der Universität Southhampton
teil und konnte schon mehrere Preise gewinnen.
Eine weitere Arbeits­
gemeinschaft beschäftigt
sich professionell mit der Licht- und Tontechnik.
In der Kategorie Wissenschaft wurden 15
Arbeiten eingereicht, alles hervorragende Leistungen, so dass es der Jury schwerfiel, eine
Auswahl zu treffen.
Ausgezeichnet wurde Andreas Adler von der
Hochschule Kempten für seine Masterarbeit mit
dem Titel Finite Element Analysis of a Hydropower Generator. Hintergrund war die Notwendigkeit, die Erregerleistung eines Generators mit einem Simulationsprogramm nachzubilden und
Abweichun­gen zwischen Theorie und Praxis
zu ermitteln. Herr Adler hat es in seiner Arbeit
geschafft, mit neuen Verfahren die bisherigen
Grenzen der Simulation zu überwinden.
Tobias Laas hat an der TU München bei Professor Nossek seine Bachelorarbeit ausge­führt.
Sein Thema war Broadband Channel Estimation for Filter Bank Based Multicarrier Systems.
Technik in Bayern 01/2015
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Foto: Stefan Schumacher
Aktuelles
Die Preisträger der VDE Awards 2014 mit Prof. Petra Friedrich (ganz re.) und Heike Götz (ganz li.).
Es geht hier um Mobilfunksysteme der vierten
und fünften Generation. Der Funkkanal muss
dabei für eine hohe Effizienz entzerrt werden.
Für die Kanalschätzung hat Herr Laas ein neues
Ver­fahren entwickelt, das aus der Filtertheorie
stammt und sich durch hohe Effizienz und Geschwindigkeit auszeichnet. Das Verfahren wurde auf einer Konferenz veröffentlicht und wird
bei der Normung zukünftiger Mobilfunkgenerationen berücksichtigt.
Frau Petra Maier hat ihre Masterarbeit bei
Professor Schlichtmann (TU München) durchgeführt. Das Thema war A Loosely-Timed SystemC Model of a Linux SMP System with ARM
cores emulated by QEMU. Der Entwurf von
Prozessoren mit mehreren Kernen wird mittels
Simulation überprüft und optimiert. Frau Maier
hat eine neue Lösung für die Kopplung zweier
Simulationsplattformen gefunden und demonstriert. Die Arbeit ermöglicht die gleichzeitige
Verifikation von Hardware und Software unter
Berücksichtigung des Zeitverhaltens, und das
vierzig mal schneller als mit bisherige Methoden.
Matthias Pohl hat an der Hochschule Augsburg studiert und seine Masterarbeit bei Prof.
Kiefer ausgeführt, das Thema war An FPGABased Hardware Architecture for the Efficient
Description of Natural Image Features. Das
Erkennen von natürlichen Objekten in Kamerabildern ist eine wich­tige Aufgabe für Computer-Anwendungen. Bekannte Algorithmen
sind jedoch meist sehr komplex. Ziel der ArTechnik in Bayern 01/2015
TiB01_2015_S19_S34_05.indd 25
beit war es, einen Algorithmus zu entwickeln,
der schneller und einfacher als bisher ist und
in pro­grammierbaren FPGA-Logikbausteinen
implementiert werden kann.
Tim Stahl hat an der Hochschule Rosenheim im Studiengang Mechatronik studiert und
sein Studium mit einer Bachelorarbeit bei Prof.
Prasch abgeschlossen. Seine Arbeit Entwicklung
/ Studie eines Tools zur Leistungsberechnung
von Palettiersystemen hat er bei einem Hersteller
von Ver­packungstechnik ausgeführt. Palettiersysteme sind ein Teil der Verpackungstechnik und
werden kun­
denindividuell zusammengestellt.
Der Kunde will natürlich wissen, was eine solche
Maschine leistet. Dafür gab es bisher nur empirische Aussagen. Herr Stahl hat in seiner Arbeit
ein Tool ent­wickelt und demonstriert, das die
Leistung einer solchen Anlage berechnen kann.
Dr.-Ing. Mario Casteñeda hat an der TU
München bei Prof. Nossek seine Forschungsarbeiten ausgeführt und wurde hier promoviert. Der Titel seiner Dissertation ist Design
of Multiuser Multiantenna Wireless Communication Systems, sie befasst sich mit Mobilfunksystemen hoher Effizienz, wie sie für die
5. Generation angedacht sind. Für die optimale
Nutzung wird die Kenntnis der Übertragungseigenschaften des Funkkanals benötigt, was in
der Regel nur unvollkommen erreichbar ist.
Herr Dr. Casteñeda hat hier wesentliche Beiträge und zahlreiche Publikationen verfasst,
die große Beachtung fanden.
Der Preis in der Kategorie Handwerk geht an
Maximilian Baumgartner für einen hervorragenden Abschluss als Elektromeister. Herr
Baumgartner hat nach dem Realschulabschluss
eine Elektrolehre gemacht. Nach einem Praxisjahr hat er dann die Technikerschule besucht,
dann den Abschluss als Betriebswirt des Handwerks erreicht und schließlich den Meisterkurs
absolviert. Die Meisterprüfung umfasste in der
Planung und Durchführung eines Projekt bestehend aus einer „Abgasrückführungsanlage
zur Vermeidung bzw. Verringerung der CO2Belastung mit Alarmbetrieb“.
Der VDE-Medienpreis Technik wird für
herausragende publizistische Arbeiten in
der Elektrotechnik und Informationstechnik
vergeben. 2014 zeichnet der VDE Südbayern
Dipl.-Ing. Caspar Grote für seinen herausragenden publizistischen Einsatz für die Verbreitung von Erkenntnissen und Ergeb­nissen
der modernen Elektrotechnik und Medizinelektronik aus. Herr Grote ist Chefredakteur
des Fachmedium DESIGN&ELEKTRONIK,
eine monatliche Publikation für Elektronik-Entwickler. Seit 2010 verantwortet
Herr Grote darüber hinaus die Publikation
MEDIZIN+elektronik.
Der Abend wurde umrahmt durch das Ensemble „Die Kammermusikanten“. Neben den
Ehrungen blieb genügend Zeit, um Gespräche
zu führen und Kontakte zu knüpfen.
Dr. Rainer Lüder
VDE Südbayern
25
12/9/2014 11:39:58 PM
Studenten und Jungingenieure
Delegiertentreffen in Augsburg
Die erste Möglichkeit zum intensivieren des
Netzwerkes und um neue Kontakte zu knüpfen,
bot sich am Freitagabend bei einem gemeinsamen Abendessen im Augsburger Brauhaus 1516
am Hauptbahnhof. Damit die Kultur nicht zu
kurz kommt, gab es die Möglichkeit die Augsburger Geschichte im Rahmen einer nächt­
lichen Stadtführung unter dem Motto „Wenn
die Schatten länger werden“ kennenzulernen.
Der Samstagvormittag war der Delegiertensitzung gewidmet. Dies ist das höchste Gremium
der suj auf Bundesebene. Hier werden einzelne
Projektgruppen eingerichtet, die sich zum Beispiel um Themen wie der Vertretung des VDI auf
der Hannover Messe, dem Bewerberhandbuch
und auch dem suj Kongress 2015 auf dem Deutschen Ingenieurstag kümmern. Auch über die
internationale Arbeit des VDI auf Europäischer
Ebene im Netzwerk EYE (European Young Engineers) sowie der ASME (American Society of
Mechanical Engineers) wurde berichtet.
Am Nachmittag konnte jeder seine Soft Skills
verbessern. Dies wurde durch verschiedene
Workshops ermöglicht. Von Themen wie Agiles
Projektmanagement, XING-Strategie, über das
Marketing der eigenen Idee bis hin zum Selbstbild/Fremdbild war für jeden etwas dabei.
Am Abend fand in der historischen Kälberhalle, dem Augsburger Brauhaus zum Hasen,
der große Netzwerk-Abend mit Unterstützung
der Firma Brunel statt. Hier ergab sich jede
Menge Gelegenheit sich mit den Teams aus den
verschiedensten Regionen auszutauschen.
Der Sonntagvormittag begann mit dem Abschluss der Delegiertenversammlung die unter
anderem Wahlen für Vertreter des Vorstandes
sowie Vertreter bei der EYE beinhaltet haben. Im
Anschluss konnte jeder Teilnehmer seine Fähigkeiten in vereinsinternen Workshops erweitern.
Angeboten waren Workshops zu Themen wie
[email protected], Motivieren und begeistern, Social
Media und Marketing für lokale Teams, CP (Col26
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Fotos: SuJ
Das diesjährige Herbsttreffen der aktiven Mitglieder der Studenten- und Jungingenieure aus
dem gesamten Bundesgebiet fand mit großartiger Unterstützung des Augsburger Bezirksvereins in der berühmten Fuggerstadt statt. Die bayerischen Teams der Studenten und Jungingenieure freuten sich über eine kurze Anreise und waren deshalb zahlreich vertreten. Es nahmen
SuJ’ler aus Nürnberg, München, Erlangen, Regensburg, Bayreuth, Rosenheim und Ingolstadt
am Treffen teil und trugen zu einer positiven Gesamtstimmung bei. Am Freitagnachmittag
haben vier große Firmen zu interessanten und spannenden Exkursionen eingeladen.
laboration Plattform) Schulung für die Eventfindung für Teams sowie ein Videoworkshop für
den Kongress 2015 in Düsseldorf am DIT.
Ab Mittag haben dann alle lokalen Teams
nach einem gemeinsamen Abendessen wieder
die Heimreise angetreten. Unsere Bilder zeigen
oben die Vertreter des BV Bayern Nordost und
unten die Studenten und Jungingenieure des
BV München, Ober- und Niederbayern aus Ingolstadt, Rosenheim und München.
Philipp Lederer
suj Rosenheim
Technik in Bayern 01/2015
12/9/2014 11:39:58 PM
VDI Bayern NOrdost
VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
26. Februar 2015, 19:00 Uhr
tenzial für die Technik zunehmend auch außerAbb. 2: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Vortrag
halb der Universitäten erkannt wird. Durch die
Technische Hochschule Nürnberg
Bionik werden die Lösungsprinzipien aus der
Kesslerplatz 12, Raum KA440a
Bionik – Ein (kleiner) Streifzug
durch Deutschland
Referent: Tobias Haushahn
Studium der Biologie in Freiburg
Doktorand in der Plant Biomechanics
Group des Botanischen Gartens
Universität Freiburg
Im Laufe der Evolution hat die Natur optimierte Lösungen hervorgebracht, deren Po-
Natur durch Abstraktion in technische Produkte oder Prozesse umgesetzt. Dieser Arbeits- und
Denkprozess ist geprägt durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren
und Naturwissenschaftlern.
Gerade in Deutschland wird die Bionik immer populärer. Im öffentlichen Sektor zeigt sich
dies durch eine Vielzahl an Ausstellungen, die
Aufnahme der Bionik in den Lehrplan an Schulen und neue Studiengänge zur Bionik. Außerdem ist die Forschung an Hochschulen in der
Bionik sehr breit aufgestellt. Neuen Wind be-
kommt diese innovative Disziplin durch das
steigende Interesse der Wirtschaft. Immer
mehr Unternehmen erkennen das Potenzial bionischer Entwicklungen und forschen
selbst oder suchen die Zusammenarbeit mit
bereits etablierten Instituten.
In diesem Vortrag werden Sie einen Überblick über die Bionik in Deutschland gewinnen, sowie Konzepte des bionischen Arbeitens und das Potenzial der Bionik an ausgewählten Beispielen kennenlernen.
Organisation + Info
VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
Dipl.-Ing. (FH) Günter Schmid, guenter.
[email protected], Tel. 09132/822392
VDI BV Bayern Nordost
Einladung zur Jahresmitgliederversammlung 2015
am Freitag, den 17. April 2015
um 17.00 Uhr
im Arvena Park Hotel
Görlitzer Str. 51
90473 Nürnberg
17.00 Uhr Eröffnungsvortrag
18.00 Uhr 1. Bericht des Vorsitzenden
2. Bericht des Schatzmeisters
Ehrungen
3. Aktivitäten der Studenten und Jungingenieure
4. Aktivitäten der Arbeitskreise
Ehrungen
5. Bericht der Rechnungsprüfer
6. Entlastung des Vorstandes
Ehrungen
7. Neuwahlen
Um die Teilnehmerzahl für das gemeinsame Abendessen zu erfahren, bitten wir
bis spätestens 10.04.2015 um Rücksendung der anhängenden Rückantwort.
19.45 UhrGemeinsames Abendessen
Nach der Mitgliederversammlung lädt der VDI die anwesenden Mitglieder zu einem gemein­­-
samen Abendessen ein. Die Getränke spendiert sich jeder selbst.
An den
VDI-Bezirksverein Bayern Nordost e. V.
Keßlerplatz 12
90489 Nürnberg
Der Vorstand
Fax Nr. (09 11) 5 19 39 86
Am 17. April 2015 nehme ich teil
Rückantwort / Absender
Name:
allein
mit einer Begleitperson
Titel:
Straße:
PLZ, Ort:
Tel:
Technik in Bayern 01/2015
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Unterschrift
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Hochschule MÜnchen
Stadtquartiere nachhaltig sanieren dank
Software-Tool
Grafik: Hochschule München
Die Erfahrung zeigt: Es ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch nachhaltiger, bei Sanierungen
Stadtquartiere im Ganzen und nicht Gebäude einzeln zu betrachten. Ein Software-Tool soll nun
helfen, dieses komplexe Vorhaben für alle Beteiligten zu erleichtern.
Ein Haus unter Denkmalschutz, daneben
ein bereits sanierter Bau, dahinter ein Gebäude aus den 60er Jahren – so sieht ein typisches
Münchner Stadtquartier aus. Nicht zuletzt
um die EU-Klimaziele „20-20-20“ zu erfüllen,
müssen viele Gebäude irgendwann energetisch
saniert werden. Es gibt für jeden Bau eine passende Maßnahme. Viel nachhaltiger wäre es,
nicht jedes Haus als Einzelobjekt zu betrachten,
sondern vorab Sanierungskonzepte für ganze
Stadtquartiere zu erstellen. Das war bisher eine
große Herausforderung. Es gab kein Werkzeug,
das alle wichtigen Nachhaltigkeitsaspekte vereint und die beste Maßnahme aufzeigt.
Hier setzt das multinationale EU-Projekt
Friendly and Affordable Sustainable Urban
District Retroffiting (FASUDIR) an. Die Koordinatorin Prof. Dr. Natalie Eßig lehrt und forscht
an der Fakultät für Architektur der Hochschule
München. „Das Ziel des Projekts ist ein Software-Tool, das die Arbeit für die verschiedenen
Beteiligten bei der Planung von Stadtquartiersanierungen erleichtert“, sagt Eßig.
Man nehme also ein Stadtviertel wie das anfangs beschriebene Quartier. Wer sanieren will,
muss zunächst den aktuellen Energieverbrauch
ermitteln. „Das soll mit dem neuen Tool möglich sein – über dort hinterlegte Erfahrungswerte zu verschiedenen Gebäuden“, erklärt
Eßig. Dann muss der Sanierungsbedarf und
das Energieeinsparpotenzial unter die Lupe genommen werden. „Ziel ist eine Maßnahme auf
Quartiersebene“, sagt die Professorin.
28
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FASUDIR ist auf drei Jahre angelegt.
Da es sich um ein EU-Projekt handelt,
müssen mehrere Länder betrachtet werden; jede Nation hat bei der Bebauung
ihre Eigenheiten. In Deutschland stehen
z.B. viele Häuser aus der Nachkriegszeit.
„Das Software-Tool wird für jede Region
anwendbar sein“, sagt Projektmitarbeiter und Doktorand Paul Mittermeier.
Inzwischen sind die Nachhaltigkeitskriterien für Gebäude und Stadtquartiere festgelegt. Bisher wurden beim
Thema energetische Quartierssanierung vor allem die Wirtschaftlichkeit
und die CO2-Emissionen betrachtet. „Neu ist,
dass wir auch auf soziale Kriterien achten“, sagt
Eßig. So wird mit dem Tool beispielsweise die
Fahrrad- und Fußgängerfreundlichkeit oder
das Risiko der Gentrifizierung eines Quartiers
untersucht. Ebenso wird der thermische Komfort betrachtet: Während sich z. B. auf Teerflächen Hitzeinseln bilden, ist es auf Grünflächen
kühler. Mit dem Tool könnte man eine Erweiterung der Grünfläche bewerten. Auf Gebäudeebene zählt zu den sozialen Indikatoren unter
anderem die Luftqualität im Innenraum. Ein
Kriterium in der Kategorie Ökologie ist auf bei-
den Ebenen der Energieverbrauch, in der Kategorie Wirtschaftlichkeit sind es etwa die Lebenszykluskosten oder die Amortisationszeit.
Das Neue an dem Projekt ist vor allem die Berücksichtigung sozialer Nachhaltigkeitskriterien
und grauer Energie. „Auf dem Markt gibt es schon
relevante Computerprogramme, mit denen man
das Solarpotenzial der Dachflächen einer Stadt
berechnen kann. Sie sind aber nicht aufeinander
abgestimmt“, sagt Eßig. Zudem führt das Projekt
verschiedene Forschungsergebnisse zusammen.
Am Ende sollen Planer von energetischen
Quartierskonzepten, Entscheidungsträger sowie
Eigentümer und Mieter über ein Internetportal auf
das Tool zugreifen können. Bürger können dabei
auf freiwilliger Basis online einen Fragebogen zu
ihrem Gebäude ausfüllen und die Ergebnisse des
Quartierskonzepts einsehen. Die Daten werden
über einen zentralen Server ausgewertet. Der Nutzen wird nicht nur darin bestehen, eine nachhaltige
Sanierungsmaßnahme für ein Quartier zu finden,
sondern das Tool soll auch schnell zu einer Lösung
führen. Eine gute Basis also, dass Stadtviertel zügig
saniert werden können und man den EU-Klimazielen „20-20-20“ ein Stück näher kommt.
Daniela Bode
Hochschule München
Buchtipp
Energie sparen kostet nichts
Stockinger, Volker, Fraunhofer IRB Verlag Stuttgart, 2012, ISBN 978-3816785453, Euro 9,90
Unseren Müll trennen wir schon und fahren auch mit Bus, Bahn und Fahrrad zur Arbeit.
Wo setzt man also als nächstes an, wenn man die Umwelt schonen will? Volker Stockinger
vom Competence Center Energieeffiziente Gebäude der Hochschule München hat die Antwort: Bei unserem Ressourcenverbrauch, genauer gesagt bei Energie und Wasser. Denn mit
einer einzigen Klospülung verbrauchen wir z. B. in Deutschland so viel Wasser, wie einem
Kind in einem Entwicklungsland einen Tag lang für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung steht.
In seinem Buch „Energie sparen kostet nichts“ gibt der Gebäudetechniker wertvolle
Tipps für den Umgang mit Heizung, Lüftung, Strom und Wasser. Er zeigt an leicht verständlichen Beispielen, welche Wirkung einfache Maßnahmen haben können. Auch die Themen
Ästhetik und Komfort kommen nicht zu kurz, sei es nun mit der idealen Raumtemperatur
oder praktischen Beleuchtungstipps. Vorgestellt werden nicht zuletzt aktuelle Technologien
wie zum Beispiel LED-Lampen.
Technik in Bayern 01/2015
12/9/2014 11:39:59 PM
Aktuelles
Einladung
VDI BV München Ober- und Niederbayern
Einladung zur VDI-Mitgliederversammlung 2015
Alle Mitglieder unseres Bezirksvereins werden hiermit zur ordentlichen Mitglieder­
versammlung 2015 eingeladen. Sie findet am 9. März 2015 um 17.30 Uhr im Chiemseesaal
des TÜV Süd, Westendstr. 199, 80686 München, statt.
Bitte melden Sie sich an:
Tel.: (089) 57 91 22 00
Fax: (089) 57 91 21 61
E-Mail: [email protected]
Tagesordnung
Genehmigung der Niederschrift über
die ordentliche Mitgliederversammlung
am 24.03.2014 und der Tagesordnung
Tätigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2014
Bericht des Schatzmeisters zum Jahres­
abschluss 2014
Bericht des Rechnungsprüfers
Genehmigung des Jahresabschlusses 2014
Entlastung des Vorstands
Bericht des Schatzmeisters über den
Haushaltsplan 2015
Wahlen zum Vorstand:
Wahl des Vorsitzenden
Wahl des Stellvertretenden Vorsitzenden
Anträge
Verschiedenes
Ehrungen
Wir bitten um Kandidatenvorschläge
für die Wahlen zum Vorstand.
Ihre Wahlvorschläge und Anträge zur Tagesordnung richten Sie bitte schriftlich bis zum
05.02.2015 an die Geschäftsstelle. Die Teilnahme an den Abstimmungen ist an die Vorlage
eines gültigen Mitgliederausweises gebunden.
Das Protokoll der Mitgliederversammlung
2014 ist in der „Technik in Bayern“ Heft 3/14, S.
32 abgedruckt und kann auch in der Geschäftsstelle eingesehen werden.
Beim Abendimbiss haben Sie Gelegenheit zu
geselligem Beisammensein und Austausch.
VDI-AK Technischer Vertrieb und Produktmanagement
Psychologie im Angebot
Ein Angebot, das nach verkaufspsychologischen Gesichtspunkten aufgebaut und formuliert
ist, verbessert entscheidend die Verkaufschancen.
Psychologisch geschicktes Verhalten und Argumentieren beim Verkaufen ist seit Beginn der
Menschheit ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Davon zeugen heute die zahllosen Verkaufstrainer, die ihren Klienten von der Telefonakquise
bis zur Körpersprache, vom preisstabilen Verkauf bis zu perfekten Abschlusstechniken alles
beibringen, was den Verkauf fördert.
Im schriftlichen Angebot eines Maschinenoder Anlagenbauers ist davon nichts zu spüren.
Hier herrschen Zahlen, Daten, Fakten. Dabei hat
das Angebot als die rein „technische Begleitmusik“ zum Verkaufsprozess ausgedient. Denn zunehmend wird im Buying Center über die Vergabe entschieden, ohne dass der Verkäufer im
persönlichen Gespräch Einfluss nehmen kann.
So wird das Angebot zum Verkaufsinstrument,
das in seiner Überzeugungskraft auf eigenen
Beinen stehen muss.
Ein guter Verkäufer behält stets die Kontrolle
über den Verlauf der Kommunikation. Ganz anders das schriftliche Angebot: Der Leser kann
ungehindert das Angebot zur Seite legen oder bei
Technik in Bayern 01/2015
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der Lektüre zwischen den Abschnitten springen.
Der Verfasser muss sich schon etwas Besonderes
einfallen lassen, damit seine wichtigsten Botschaften tatsächlich beim Leser ankommen.
Etwa 25 Zuhörer fanden sich an der TU beim
Treffen des VDI-AK „Technischer Vertrieb und
Produktmanagement“ im Herbst zu einem Vortrag von Erwin Hölzler ein.
Seine zentralen Thesen:
Der Verfasser eines Angebots muss sich auf
drei Lesergruppen mit ganz unterschiedlichen
Bedürfnissen einstellen: Entscheider, Einkäufer und Techniker. Das umfangreiches Angebot
wird somit nicht linear gelesen, wie ein Krimi,
sondern eher wie ein Lexikon: Für jeden Leser
ist ein anderer Abschnitt der wichtigste. Ein
Aufbau des Angebots, der sich an diesen drei
Lesergruppen orientiert sowie ein Inhaltsverzeichnis oder auch strategisch geschickt angebrachte Querverweise sind ein „muss“.
Die Wahrnehmungspsychologie spielt für
die Gestaltung eine große Rolle. Nur ein Beispiel: Das menschliche Gehirn verbindet bei
einem Bild mit einer aussagekräftigen Bildunterschrift die Emotion des visuellen Eindrucks
mit der Sachinformation des Textes zu einem
Gesamteindruck, der besser haften bleibt.
Mehr Nutzen statt Technik: Auch der Entscheider soll sich bei der Lektüre der technischen Beschreibung angesprochen fühlen. Zur
Verkopplung von „Nutzen“ und „Technik“ gibt
es dabei eine ganze Reihe sprachlicher Kunstgriffe. Sie dienen dem Ziel, dem Leser das Gefühl von „Nähe“ zu vermitteln, um sein Vertrauen zu gewinnen. Hat der Verfasser des Angebots
gute Arbeit geleistet, entwickelt der Leser das
Gefühl, „dieser Anbieter versteht unser Unternehmen, unsere Branche, unsere Anforderungen wirklich“.
Diese Thesen stecken auch in der VDI-Richtlinie 4504 Blatt 2 vom Mai 2010, die Hölzler federführend als Mitglied im VDI Fachausschuss
202 „Operativer Vertrieb“ verfasst hat.
Für das Frühjahr 2015 ist eine zweite Veranstaltung geplant, in der Hölzler den dritten
Punkt – die Sprache im Angebot – vertiefen
wird.
Weitergehende Information findet sich unter
www.metacontent.de.
Norbert Pröll
AK Technischer Vertrieb u. Produktmanagement
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Studenten und Jungingenieure
Exkursionen während des Delegiertentreffens
Foto: SuJ
Während des Delegiertentreffens hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an verschiedenen
Exkursionen teilzunehmen.
Die Teilnehmer der Exkursion zu KUKA.
Airbus Helicopters
Das Unternehmen mit Sitz in Donauwörth
ist eine Tochter der Airbus Group und firmierte
vor Januar 2014 unter dem Namen Eurocopter.
Ein Vorgängerunternehmen baute am Standort
Donauwörth einst Teile der U-Bahn München,
heute konzentriert man sich auf Helikopter. In
diversen technischen Bereichen werden Jahr für
Jahr bis zu 60 Jugendliche ausgebildet, ebenso
werden duale Studiengänge angeboten.
Da bei Airbus Helicopters Rüstungsgüter
produziert werden, gelten hohe Sicherheitsvorschriften. Die waren schon an der Pforte
spürbar, hier mussten die Teilnehmer ihre Mobilgeräte abgeben. Auch Mitarbeiter und deren
Umfeld werden vor der Einstellung überprüft.
Bei der Exkursion führte der Ausbildungsleiter durch die Abteilungen und legte einen Fokus
auf die Produktion und Wartung militärischer
Helikopter. Die Teilnehmer erhielten tiefe Einblicke in Bereiche, die der breiten Öffentlichkeit
weitestgehend verborgen bleiben. NH90 und Tiger konnten aus nächster Nähe inspiziert werden
und Fragen wurden bereitwillig beantwortet.
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KUKA
Die etwa zweieinhalbstündige Führung bei
KUKA gliederte sich in eine Unternehmenspräsentation und einer Werksführung durch die
Roboterproduktion.
Gegründet 1898 in Augsburg, etablierte sich
der heute bekannte Firmenname KUKA erst
30 Jahre später aus den Initialen der ehemaligen Firmenbezeichnung „Keller und Knappich
Augsburg“. Heute bilden KUKA Roboter und
KUKA Systems die beiden großen Geschäftsbereiche der KUKA AG. Während des über 100
jährigen Bestehens wurden aber unter anderem
Beleuchtungskörper, Schweißgeräte sowie Aufbauten für Müll- und Militärfahrzeuge entwickelt und gebaut. Die Fertigung des ersten Robo-
Florian Keller und Bernhard Kramer
suj München
Foto: airbus
Bei MAN Diesel und & Turbo SE konnten verschiedenste Arten von großen Dieselmotoren
für den Schiffs- und Anlagenbau kennengelernt
werden. Auch bei der Firma Premium AEROTEC wurde eine Werksbesichtigung angeboten.
Die Studenten und Jungingenieure aus Rosenheim und München wählten zwei spannende Ziele: Bei Airbus Helicopters konnten sie die
Ausbildung, die Fertigung von Flugzeugkomponenten sowie die zivile und militärische Hubschrauberfertigung und Wartung besichtigen.
ters – des heute wohl bekanntesten Produkts in
Verbindung mit dem Namen KUKA – geht auf
das Jahr 1973 zurück. Heute ist KUKA in Europa Marktführer im Bereich Roboter.
Die Bandbreite der verfügbaren Roboter
reicht dabei von kleinen agilen Leichtgewichtrobotern mit 5kg Nutzlast bis Heavy-Duty-Exemplaren zur Palettierung mit bis zu 1300 kg
Nutzlast. Beeindruckend ist hierbei auch das
Verhältnis von Nutzlast zu Eigengewicht, das
bei dem Modell LBR IIWA nahezu 50 % ausmacht. Abhängig der Anwendungsaufgabe besitzen die Roboter dabei zumeist vier bis sechs
Achsen. Die Anzahl der Achsen beeinflusst dabei wiederum Gewicht und Agilität des entsprechenden Modells. Außerdem werden Spezialroboter für besondere Umgebungsbedingungen
wie Reinräume oder Anwendungen mit hohen
Temperaturen angeboten.
Bei der Werkführung wurde die Einzelteilfertigung, Montage und Lackierung besichtigt, um
einen schrittweisen Einblick in die Entstehung
der Roboter zu bekommen. Beeindruckend
war auch der Testbereich: hier konnte man die
fertigen Roboter in Aktion sehen. Die roboterautomatisierten Arbeitsschritte lassen den Betrachter schmunzeln; Roboter fertigen Roboter.
Die Fertigungsstraße des EC 135 bei Airbus Helicopters (früher: eurocopter) in Donauwörth.
Technik in Bayern 01/2015
12/9/2014 11:40:00 PM
Studenten und Jungingenieure
suj Nürnberg
Foto: SuJ
VDI Workshop „Social Networks“
Die sozialen networker an der TH Nürnberg.
Am 16.10.2014 fand bei den Studenten und
Jungingenieuren Nürnberg ein sehr interessanter Workshop zum Thema „Social Networks“
statt, der von Marcus Holzheimer an der Technischen Hochschule Nürnberg durchgeführt wurde. Er ist als persönlicher Berater für die Themen Karriere, Vertrieb, Selbst-Marketing und
Outplacement auch außerhalb des VDI tätig.
Unter dem Motto „Kontakte schaden nur…“
veranschaulichte Herr Holzheimer den Studie-
renden, wie sie in der heutigen Zeit mit den
immer stärker in den Vordergrund tretenden
sozialen Netzwerken umgehen können und
worauf sie unbedingt achten müssen. „Es ist
nicht wichtig, was Sie wissen– Es ist wichtig,
wen Sie kennen“ oder besser „Es ist wichtig,
wer Sie kennt“ war eine der wichtigsten Kernaussagen in dem Seminar. Er hat den Studenten
und Jungingenieuren einige Tipps mit auf den
Weg gegeben, wie man Netzwerke aufbaut, Kon-
takte pflegt und wie man das Netzwerk für sich
und sein Arbeitsleben positiv nutzen kann.
Alle Teilnehmer waren über Marcus Holz­
heimers ca. 1,5-stündigen Vortrag begeistert.
Im Anschluss wurde in einem nahegelegenen
Restaurant das „Netzwerken“ direkt in die Tat
umgesetzt.
Studenten und Jungingenieure
Nürnberg
Eine Kugel und zehn Pins angeordnet in
einem gleichseitigen Dreieck, das sind die
Grundvoraussetzungen für den Sport Bowling. Am 20.10.2014 luden die Studenten und
Jungingenieure (suj) München zur sportlichen
Betätigung im Olympia Bowling in München
ein. Es waren viele bekannte Gesichter vom suj
Stammtisch, der einmalig im Monat stattfindet, anzutreffen. Ebenfalls haben sich auch ein
paar neue Gesichter getraut der Einladung zu
folgen. Nach der Bildung zweier Teams ging es
mit viel Ehrgeiz, Spaß und guter Laune daran,
die meisten Pins abzuräumen. Der erste Spieldurchgang war für viele noch ein Einspielen
und Eingewöhnen an die Bahn und Bowlingkugeln. Im zweiten Spieldurchgang gab es dann
jedoch einige unter den Anwesenden, die sich
als wahre Bowlingprofis herauskristallisierten.
Bei jenen gab es nur noch die Frage: Wird es
ein Strike oder doch nur ein Spare?! Es war ein
gelungener Abend zum Kontakte knüpfen, mit
vielen interessanten Gesprächen in harmonischer Atmosphäre.
Einige Wochen vorher ging es bei den Studenten und Jungingenieuren München noch
Technik in Bayern 01/2015
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Foto: SuJ
Die suj München sportlich unterwegs!
Strike oder Spare? Die suj München im Olympia Bowling.
etwas schneller und adrenalingeladener zu.
Die GoKartArena Neufinsing war Schauplatz
des Kräftemessens mit e-Karts. Erste Befürchtungen, ob denn die elektrisch betriebenen
Fahrzeuge einen ähnlichen Fahrspaß und Nervenkitzel bieten können wie ihre Pendants mit
Verbrennungsmotoren, waren schon nach den
ersten Runden ausgeräumt. Bereits das Qualifying zeigte, dass der große Vorteil der e-Karts
die Ausgeglichenheit bezüglich Leistung und
Geschwindigkeit ist und dass somit die tatsächliche Fahrkunst über Sieg und Niederlage
entscheidet. Das Rennen bot Überholmanöver,
Dreher und heiße Duelle, war jedoch von großer
Fairness geprägt. Daher konnten die gedrehten
Runden beim anschließenden Gerstensaft in
aller Ruhe und bei bester Laune gemeinsam
analysiert werden.
Anneka Vogel und Bernhard Kramer
suj München
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12/9/2014 11:40:01 PM
VDI Bayern Nordost
VDI-Preis Ansbach
Foto: privat
Am 05.11.2014 verlieh der VDI seinen Preis an der Hochschule Ansbach zum 7. Mal.
Amalia-Melinda Domuta erhielt den VDI-Preis
Sechs Aspiranten waren von Prof. Dr.-Ing. Jörg
Kapischke, dem Vertrauensdozenten der Hochschule zum VDI, und seinen Kollegen aus der
Fakultät Ingenieurs-Wissenschaften für den VDIPreis vorgeschlagen worden. Eine Bewertung der
Abschlussarbeit mit Note 1,0 war dabei Bedingung. Aus diesem Kreis wählte eine paritätisch
besetzte Jury unter Vorsitz des Dekans der Fakultät IW, Prof. Dr.-Ing. Rainer Dehs, die beste Arbeit
aus. Ihre Wahl fiel auf eine Bachelorarbeit aus dem
Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen im Lehrgebiet Signal- und Datenverarbeitung.
Preisträgerin 2014 wurde Amalia-Melinda
Domuta, frischgebackene Bachelorette of Engineering. Ihre Bachelorarbeit zum Thema Entwicklung einer Prüfeinrichtung für einen elektronischen Gleichrichter mittels LabVIEW RT/
FPGA (1) wurde von Prof. Dr. Christian Uhl und
dem fachlichen Betreuer Dipl.-Ing. Bert Walch
mit der Note 1,0 beurteilt.
Frau Domuta schrieb ein LabVIEW-Programm zur Steuerung der Prüftechnik, das in
einem Mikroprozessor läuft. Damit können
Chargen von Prüflingen mit sehr kleinen Feh-
lerraten im ppm Bereich getestet werden.
Besonders preiswürdig für die Jury ist die
durchdachte Erstellung einer bedienungsfreundlichen und gleichermaßen zuverlässigen
Prüfsoftware.
Hervorzuheben ist die perfekte Anbindung der
Architektur an die vollautomatischen Systeme
im Produktionsnetzwerk, sowie die Realisierung
von besonders kurzen Prüfzeiten zum Testen von
Gleichrichtern für Lichtmaschinen. Frau Domuta
weist nach, dass hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit kein Widerspruch zu einer zeitsparenden
und kosteneffizienten Prüfung sind. Mit dem
ausgereiften Programm können nun die Ausfallhäufigkeit der Aggregate und die Kosten der
Prüfprozesse signifikant reduziert werden.
Die Übergabe des Preises durch Dipl.-Ing.
(FH) Günter P. Petruschek erfolgte im Rahmen
der Akademischen Feier an der Hochschule
Ansbach, an der Staatsminister a.D. Dr. Thomas
Goppel vor zahlreichen Vertretern der Ansbacher
Wirtschaft und Verwaltung den Festvortrag hielt.
(1) Hinter der Abkürzung verbirgt sich: Lab­
VIEW als eine graphische Programmiersprache,
RT steht für Realtime und FPGA steht für „Field
Programmable Gate Array“.
VDI FIB Regensburg
Risikomanagement für Praktiker
Die Arbeitskreisleiterin des VDI FIB Regensburg, Annette Kempf, freute sich, zahlreiche Zuhörer und Zuhörerinnen am 24. November im
IT-Speicher begrüßen zu dürfen. Im Rahmen
der 2013 gestarteten Vortragsreihe des FIB hielt
Cornelia Niklas einen Fachvortrag zum Thema
Risikomanagement für Praktiker.
Cornelia Niklas, Fachautorin, Trainerin und
Mitarbeiterin der Eclipseina GmbH, konnte ihre jahrelange Praxiserfahrung einfließen
lassen. Ihr Vortrag war in drei Bereiche untergliedert. Zunächst ging sie der provokativen
Fragestellung nach, wie viel Risikomanagement
ein Projekt überhaupt braucht. Bereits in einer
sehr frühen Phase, so Niklas, ist es wichtig, eine
umfassende Identifikation von Risiken etwa in
Form von Brainstorming zu betreiben. „Risikomanagement darf auch Spaß machen“, betonte
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die Referentin und empfahl einen lockeren,
ungezwungenen Umgang mit der Thematik.
Hierzu wurden im Zuhörerkreis eigene Erfahrungen ausgetauscht. Die Referentin stellte im
Anschluss die einzelnen Schritte des Risikomanagements anhand praktischer Beispiele vor.Sie
verwies besonders darauf, die Indikatoren für
gefundene Risiken nicht außer Acht zu lassen:
„Bevor es zu spät ist, sollte man bei gefährlichen
Risiken bereits auf schwache Signale reagieren.“
Im folgenden Teil ging sie darauf ein, wie in der
Praxis die Projektmanagement-Prozesse mit denen des Risikomanagements so verzahnt werden
können, dass ein erfolgreiches Risikocontrolling
möglich ist.„Es ist schon viel geschafft, wenn
bei allen Beteiligten ein Risikobewusstsein entsteht“, so die Referentin und empfahl dazu regelmäßige Risiko-Updates im Projektteam.
Im letzten Abschnitt des Vortrags diskutierte
Frau Niklas gemeinsam mit den Zuhörern die
Frage, ob „Projektmanagement ohne Risikomanagement“ überhaupt funktionieren kann. Das
Ergebnis daraus lautete, dass in den meisten
Projekten Risikomanagement betrieben wird
– mehr oder weniger bewusst und oft nicht effektiv genug. Fazit der Referentin am Ende ihres
Vortrags: „Eine offene Kommunikation aller
Beteiligten erhöht die Wahrscheinlichkeit für
erfolgreiches Risikomanagement.“
Die angeregte Diskussionen und der Erfahrungsaustausch während des lebendig vorgetragenen Vortrags bewiesen: Den Teilnehmern
hat an diesem Abend Risikomanagement tatsächlich Spaß gemacht.
Astrid Richter
Technik in Bayern 01/2015
12/9/2014 11:40:02 PM
Aktuelles
Altersgerechtes Wohnen voranbringen
Am 22. September 2014 war die VDE Landesvertretung zu Gast im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP),
wo sie von Andreas Ellmaier von der Abteilung
Pflege und Prävention, Peter Heinrich vom Referat Zukunftsfragen und von Alexander Krämer
von der Krankenhausabteilung empfangen wurden. Der Sprecher der VDE Landesvertretung
Ralf Stöber betonte zu Beginn des Gesprächs:
„Das Thema altersgerechtes Wohnen oder Ambient Assisted Living (AAL) ist eines der drei
großen Querschnittsthemen im VDE und wir
freuen uns, dass dieses Thema auch im StMGP
einen hohen Stellwert genießt.“ Mit der Vorsitzenden des VDE Südbayern Prof. Dr.-Ing. Petra
Friedrich saß auch eine in Forschung und Lehre
ausgewiesene AAL-Expertin mit am Tisch. Sie
wies auf Folgendes hin: „Technische Lösungen
im Bereich AAL werden Pflegekräfte nicht ersetzen können, aber mit Hilfe solcher intelligenter
Assistenzsysteme erhalten die Pflegefachkräfte Unterstützung und Erleichterung bei Ihrer
täglichen Arbeit und Senioren können länger
selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden
wohnen.“ Nach einer Analyse des aktuellen
Stands zum Thema AAL, waren sich alle Teilnehmer über das mangelnde Bewusstsein der
Bevölkerung über das Thema altersgerechtes
Wohnen einig. Herr Ellmaier stellte fest: „Es sind
bereits eine Reihe serienreifer und praxistauglicher technischer Lösungen auf dem Markt, aber
bisher fehlt eine breite Akzeptanz und Verbreitung dieser Lösungen.“ Janina Laurila-Dürsch
vom Fachbereich 8 der Deutschen Kommission
Foto: VDE
Gespräch der VDE Landesvertretung Bayern im bayerischen Staatsministerium
für Gesundheit und Pflege (StMGP)
Partner in Sachen AAL (v.r.n.l.): Andreas Ellmaier (Ltd. MR, StMGP), Prof. Dr.-Ing. Petra Friedrich (Vorsitzende VDE Südbayern), Peter Heinrich (MR, StMGP), Janina Laurila-Dürsch (DKE
im VDE), Alexander Krämer (MR, StMGP), Ralf Stöber (Sprecher der VDE Landesvertretung).
Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
im DIN und VDE (DKE) ergänzte dazu: „Viele
Lösungen auf dem Markt sind heute zueinander nicht kompatibel, weswegen die DKE bereits
eine deutsche Normungs-Roadmap AAL erarbeitet hat, die jetzt Schritt für Schritt abgearbeitet wird. In vielen anderen Bereichen haben wir
bereits beobachtet, dass die Sicherung der Normung den Markt beflügelt.“ Die Teilnehmer er-
arbeiteten daraufhin einige Vorschläge, wie das
Thema AAL noch stärker in das Bewusstsein der
Bevölkerung gerückt werden kann, und vereinbarten konkrete Schritte, wie sich dies umsetzen
lässt. Über die Veranstaltungen, die aufgrund
dessen angeboten werden sollen, und deren Erfolg halten wir Sie in den künftigen Ausgaben
der VDE Mitteilungen, der Technik in Bayern
und des VDE Dialogs auf dem Laufenden.
VDI-AK TEchnikgeschichte
19. Februar 2015,14:00 Uhr
Mercedes-Benz Logistik-Center
Konferenzraum EG
Mainstraße 55, Fürth
Daimler AG
Besichtigung des Mercedes-Benz
Logistik-Centers Nürnberg
Führung: Leiter Administration und Controlling, Michael Kraus-Stachorski
Technik in Bayern 01/2015
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Kurzbeschreibung:
Wir erhalten Einblicke in eines der größten europäischen Logistik-Center.
Vom Standort Fürth aus werden über
550 Vertriebs- und Service-Stützpunkte in
Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei mit Ersatzteilen und
Zubehör u. a. der Marken Mercedes-Benz
und smart versorgt.
Organisation + Anmeldung
Anmeldung erforderlich! Bitte melden Sie
sich bis spätestens Do., 05. Februar 2015,
bei der VDI-Geschäftsstelle, Frau Loch, mit
Angabe Ihrer Kontaktdaten (Tel.-Nr. und
Email) und Ihres Arbeitgebers an.
Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 18 Perso­
nen begrenzt.
Die Anmeldungen werden in der Reihen­
folge des Eingangs berücksichtigt.
Info: Dipl.-Ing. Klaus Jantsch
Tel. 0911-591344, [email protected]
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12/9/2014 11:40:02 PM
Historisches
Gasturbinen als Autoantriebe?
In den 1960er Jahren galten Gasturbinen als zukunftsträchtiger Fahrzeugantrieb, kamen aber
nicht zur Serienreife. Auch heute wird wieder intensiver an dieser Nutzung geforscht.
Im Gegensatz zum Kolbenmotor, bei dem die
Zahl der beweglichen Teile je nach Bauweise
über 100 liegen kann, bewegen sich in Gasturbinen nur einige wenige Teile. Zudem haben sie
eine hohe Leistungsdichte, d.h. eine gewünschte
Leistung kann kompakt und mit geringer Masse realisiert werden. Damit sind sie insbesondere für mobile Anwendungen interessant, und
tatsächlich wurden bereits vor dem Zweiten
Weltkrieg wesentliche Fortschritte durch die
Entwicklung von Turbo-Strahltriebwerken für
Flugzeuge erreicht.
In den 1950er Jahren wurde intensiv an Gasturbinenantrieben für Eisenbahnen, Schiffe
und Kraftfahrzeuge geforscht. Insbesondere im
Kfz-Bereich versprach man sich wahre Wunder
bezüglich Laufruhe, Wartung, Haltbarkeit und
Komfort. 1950 testete Rover auf der Teststrecke von Silverstone das weltweit erste Auto mit
Gasturbine. Vier Jahre später wurde der Prototyp eines Chrysler Plymouth Coupé mit diesem
Antrieb vorgestellt, der in den folgenden Jahren
weiterentwickelt wurde. Anfang der 1960er
Jahre war die Entwicklung von Werkstoffen
und Fertigungsverfahren so weit, dass Chrysler für 1963 einen Verbrauchertest ankündigte:
Das Turbine Car war mit einer firmeneigenen
Gasturbine der 4. Generation mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, die bei 30 °C Um­
gebungstemperatur eine Wellenleistung von
97 kW abgab – bei einem beachtlichen Anfahrdrehmoment von 576 Nm. Die Karosserie wurde eigens von der Carrozzeria Ghia in Turin hergestellt und griff das „Turbinendesign“ auf. Von
den 55 gefertigten Autos wurden 50 an 203 von
Chrysler ausgewählte „typische Autofahrer“ zu
jeweils dreimonatigen Alltagstests verteilt.
Bei Befragungen lobten die Testfahrer Laufruhe und Starteigenschaften, waren jedoch geteilter Meinung über das Motorengeräusch: Einigen gefiel der hohe Pfeifton der Turbinen gut,
etwa ein Viertel lehnten ihn ab. Sie verglichen
das Geräusch – durchaus zurecht – mit dem
eines Staubsaugers. Während der Kraftstoffverbrauch bei Überlandfahrten im Rahmen lag,
stieg er im Stadtverkehr deutlich an. Insgesamt
wird von einem Kraftstoffverbrauch von ca. 1534
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Foto: Deutsches Museum
Ein alternativer Kfz-Antrieb wird
gesucht
Kfz-Gasturbinenantrieb.
20 l auf 100 km berichtet. Sonst war die Turbine beim Kraftstoff aber nicht wählerisch: Das
Benutzerhandbuch ließ ausdrücklich Kerosin,
Diesel und unverbleiten Ottokraftstoff – sogar
gemischt – zu. Außerdem wurde das transiente
Verhalten bemängelt – die Gasturbine reagierte
nicht so schnell aufs Gasgeben wie gewünscht.
Alles in allem schloss das Chrysler Turbine Car
den Test mit insgesamt über 1,8 Millionen gefahrenen Kilometern erfolgreich ab. Nach drei
weiteren Generationen stellte das Unternehmen
die Entwicklung von Gasturbinen aus wirtschaftlichen Gründen jedoch ein.
Auch in Deutschland werden
Gasturbinenautos entwickelt
Auch in Deutschland wurde in den 1970er
Jahren an modernen und sparsamen KfzAntrieben geforscht. Im Rahmen des von der
Bundesregierung geförderten Forschungsprojekts „Auto 2000“ entschied sich Daimler-Benz
neben zwei Kolbenmotoren für eine Gasturbine.
Deren Wirkungsgrad hängt wesentlich von der
Turbineneintrittstemperatur ab, die vom be-
nutzten Werkstoff begrenzt wird. Deshalb wurde insbesondere an Turbinenrädern aus Keramik geforscht, die Höchsttemperaturen von bis
zu 1350 °C ermöglichten. Bei dieser Temperatur
erreicht die Gasturbine PWT-110 eine Normleistung von 110 kW. Die Turbine wurde auch erfolgreich in einer E-Klasse der Baureihe W124
getestet und lief insgesamt 20000 km auf der
Straße. Wegen der vergleichsweise teuren Herstellung war keine kommerzielle Verwendung
geplant. Ein Exemplar des Triebwerks kam Anfang der 1990er Jahre ans Deutsche Museum,
wo es in der Abteilung Kraftmaschinen zu sehen ist.
Auch heute wird am Einsatz von Gasturbinen
in Kraftfahrzeuge gearbeitet: Zur Reichweitenverlängerung von Hybridautos können Gasturbinen stets in ihrem optimalen Betriebsbereich
laufen und ihre großen Vorteile, wie hohe Leistungsdichte und große Laufruhe, voll zur Geltung bringen.
Thomas Röber
Kurator f. Kraftmaschinen, Deutsches Museum
Technik in Bayern 01/2015
12/9/2014 11:40:04 PM
TU München
Wo ist die Informationsstecknadel im
Datenheuhaufen?
Um im globalen Wettbewerb künftig weiter zu bestehen und die Produktivität stetig zu erhöhen, müssen Unternehmen die Informationen aus großen unstrukturierten Datenmengen
filtern und analysieren. Zwar gibt es intelligente Analysemechanismen; deren erfolgreiche
Verbreitung zur Bewältigung der Herausforderungen ist aber momentan noch offen.
Warum das so ist, welche
Schritte in Zukunft notwendig
sind und wie die Herausforderungen gehandhabt werden sollten, die mit Industrie
4.0, Cyber-Physical Systems
(CPS) und Big Data einhergehen, wurde am 17. und 18.
November mit Experten aus
aller Welt im Rahmen des ersten deutsch-amerikanischen
Workshops „Predictive Analytics, Cyber Physical Systems,
and Industrie 4.0 in Big Data
Environments“ an der Technischen Universität München
diskutiert.
Innovative Methoden, Ansätze und Technologien, die
derzeit im Rahmen von Industrie 4.0, CPS und Big Data
entstehen, wurden auf dem
von Prof. Birgit Vogel-Heuser (TUM, Lehrstuhl
für Automatisierung und Informationssysteme) und Prof. Jay Lee (University of Cincinnati)
veranstalteten Workshop vorgestellt und diskutiert. Dass diese Ansätze nicht mehr nur in den
Kinderschuhen stecken, zeigen die vielfältigen
erfolgreichen Anwendungsmöglichkeiten: von
Watchdog Agents®, die eine Voraussage des Maschinenzustands ermöglichen (Prof. Jay Lee,)
bis hin zu hochvernetzten Systemen, die dynamisch gekoppelt werden können (Prof. Birgit
Vogel-Heuser), zum Beispiel durch das Konzept
der Softwareagenten, die hardwarenah Daten
sammeln und auswerten. Dies zeigt bereits der
deutschlandweite Industrie 4.0-Demonstrator
myJoghurt [1].
Aber bisher haben Industrie 4.0 und CPS
keinen flächendeckenden Einzug in die Industrie gefunden: Die Teilnehmer des Workshops,
unter denen nicht nur Vertreter von nationalen
und internationalen Unternehmen wie National
Instruments, FORCAM, Siemens AG, Samsung
Electromechanics und iSiD waren, sondern
Technik in Bayern 01/2015
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auch Forscher und Forschungsorganisationen
wie die NSF, DFG und der ZVEI e.V., identifizierten die wesentlichen Herausforderungen im
Allgemeinen aber auch bezogen auf die Industrieanwendungen und die Aus- und Weiterbildung. Insbesondere die disziplinübergreifende
Zusammenarbeit stand im Mittelpunkt der Diskussion. Eine gemeinsame Modellierungsnotation (Design Language) wurde als ein guter Lösungsansatz angesehen, um ein gemeinsames
Verständnis zu erreichen und dadurch Missverständnisse zu vermeiden. Die Zugänglichkeit
von Daten aus den bis zu 100 IT-Systemen und
damit den verschiedenen Datenbanken in einem aber auch in mehreren Unternehmen wurde als eine weitere Herausforderung angesehen.
Bei der Aus- und Weiterbildung herrschte Einigkeit, dass interdisziplinäre Angebote ebenso
wie systemische Ansätze an den Universitäten
und Hochschulen angeboten werden, aber häufig weniger Zuspruch erhalten, weil die Wichtigkeit für die Studierenden oft nicht erkennbar ist.
Rechtliche Aspekte, vor allem von Big Data
und Predictive Analytics, beschäftigen fast alle:
„Wem gehören die Daten? Dem Betreiber, dem Maschinenlieferanten,
dem auswertenden Unternehmen
oder gar dem Sensorhersteller?“ Für
zu entwickelnde Geschäftsmodelle
ist dies eine zu klärende Grundlage. Industrie 4.0 in die Realität zu
bringen erfordert an verschiedensten Stellen gemeinsame Aktivitäten: Die Vorteile der Technologien
müssen detailliert erläutert und
festgehalten, Security-Bedenken
adressiert und Standards etabliert
werden. Die Teilnehmer waren sich
einig: Wir müssen gemeinsam Erfahrungen, Herausforderungen und
Erfolge austauschen, die Potenziale
der Methoden identifizieren und
eine Roadmap für die Etablierung
der Themen entwickeln und umsetzen. Nur durch solche Vernetzungen
können wir sicherstellen, dass Industrie 4.0 und CPS langzeitig und nachhaltig
Einzug in die Industrie halten und somit hochvernetzte Systeme mit Predictive Analytics-Methoden ermöglichen.
It’s about connecting things! – nicht nur zwischen Unternehmensebenen und verschiedenen
Unternehmen, sondern auch in der Kommunikation zwischen nationaler und internationaler
Forschung und Industrie. Der Workshop war ein
voller Erfolg, weil er verschiedenste Forschungsbestrebungen in den Bereichen Industrie 4.0,
CPS und Big Data aufgezeigt und ein tieferes
Verständnis für deren Zusammenhänge geboten, und weil er nationale und internationale
Forscher und Industrieexperten zur gemeinsamen Diskussion zusammengebracht hat.
Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser
Lehrstuhl Automatisierung und
Informationssysteme, TUM
[1] http://i40d.ais.mw.tum.de/, zuletzt aufgerufen am 24.11.2014
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12/10/2014 12:23:33 AM
Fotos: Franz Regler, VDI
VDI Bayern Nordost
VDI Bayern Nordost
Jahresrückblick 2014
Viele Ereignisse des vergangenen Jahres
haben wie stets unser Bewusstsein in unterschiedlicher Art und Weise beeinflusst und
geprägt.Rückblickend geht es den meisten von
Ihnen sicher wie mir: die Zeit vergeht scheinbar mit zunehmenden Lebensalter schneller
als früher.
Diesen Eindruck hatten schon viele Generationen vor uns und es ist wohl zutreffender
denn je, was dazu George Orwell in den 40iger
Jahren des letzten Jahrhunderts feststellte: „Die
Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir
laufen eiliger an ihr vorbei“.
Besonders wird mir dies an der rasanten
Entwicklung unserer Energiepolitik bewusst.
In den letzten Jahren ist der Ruf zur Nachhaltigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
immer stärker geworden. Kurz nach der Katastrophe von Fukushima 2011stürzten sich
Unternehmen und Unternehmer mit noch höherer Priorität auf den Schwerpunkt „erneuerbare Energien“.
In vergleichsweise kurzer Zeit wuchs die installierte Leistung der Photovoltaik- und Windkraftanlagen, auch im Freistaat Bayern. Man
sollte meinen, dieser Schritt sichert uns nachhaltig die Zukunft des Technologie und Innovationsstandortes Deutschland. Alle Bundesländer entwickelten einen geradezu beispiellosen
Wettstreit, bei der landesspezifischen Umset36
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zung des Wachstums des regenerativen Energieanteils am errechneten Stromverbrauch.
Gleiches vollzog und vollzieht sich in Städten
und Gemeinden, wobei die installierte Leistung
an Photovoltaik und Windkraftanlagen immer
gern als Maßstab für die nun versorgten Abnehmer genannt wird. Wir wissen jedoch, dass nur
tatsächlich abgerechnete Volllaststunden die
Realität widerspiegeln. Über Nacht waren alle
zu Spezialisten geworden. Obwohl das „Erneuerbare Energie Gesetz“(EEG) bereits im Jahr
2001 in Kraft trat und eine lukrative Vergütung
mit einer gesetzlichen Rendite-Garantie über 20
Jahre auf Basis des Stromeinspeisegesetzes von
1990 sicherte, begann der regional ungesteuerte Kapazitätsausbau mit voller Wucht ab 2011.
Ökonomische und naturwissenschaft­liche Gesetze, die nicht zuletzt Grundlage eines ordentlichen Ingenieurstudiums sind, schienen durch
politische Vorgaben in den Hintergrund zu treten. Die Photovoltaik Paneele wurden immer
billiger und jeder Grundstücksbesitzer prahlte
stolz, bereits wieder ein günstigeres Angebot
für seine obligatorische Sonnenstromanlage erzielt zu haben. Spätestens nach den ersten Konkursen deutscher Solarmodulhersteller wurde
deutlich, dass auch die Welt an dieser Entwicklung in unserem Ökostrom-Dorado Deutschland gnadenlos teilhaben wollte. Als zu Beginn
des Jahres für alle Verbraucher der Strompreis
ein weiteres Mal deutlich anstieg und fast jedem bewusst wurde, dass alle Diskussionen
zu einer „Strompreisbremse“ in weite Zukunft
rückten, erkannten wir schmerzlich: „das Sein
bestimmt das Bewusstsein“. Noch deutlicher
wurde dies wohl für eine große Anzahl von Bürgern in Nordbayern, als am 5. Februar 2014 der
geplante Ausbau der Stromleitungen, insbesondere der Gleichstrompassagen bis 2022 in der
Presse veröffentlicht wurde.
Der VDI Bezirksverein Bayern Nordost und
hier im Besonderen der Arbeitskreis Gesellschaft und Technik, hat sich in der Vergangenheit ganz bewusst und zielgerichtet des Themas
Energiewende angenommen. Ein Höhepunkt
war das gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
durchgeführte Symposium „Energie und Klima
– Ein Blick in die Zukunft“. Die Ausführungen
im Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Herold
machten sehr eindrucksvoll deutlich, welche
Bedeutung einer sicheren Stromversorgung
als zentrale Aufgabe der Infrastruktur einer
modernen Gesellschaft zukommt.“...die Umstellung der Stromversorgung auf neue, regenerative Primärenergiequellen (ist) nicht einfach
nur eine Maßnahme der „Energiewende“, sondern sie kommt einem Eingriff in das zentrale
Nervensystem moderner Staaten gleich, der mit
Achtsamkeit, Umsicht und Weitblick ausgeführt
werden muss“.
Das Jahr 2014 brachte uns nun ein weiteres
Mal eine Reform des EEG. Wir Ingenieure unterstützen aktuell die Forderung unseres VDI
nach einer besseren, nachhaltigen, koordinierten Energiewende.
Die Vielzahl der Veranstaltungen 2014 in unserem Bezirksverein Bayern Nordost kann sich
wiederum sehen lassen. Ohne Zweifel war dabei
die 6. „VDI Technikmeile“ am 18.und 19.Juli in
der Innenstadt von Nürnberg der Höhepunkt.
Diese großartige Veranstaltung mit tausenden
Besuchern, bei diesmal wieder prächtigem
Wetter, zeigte erneut, was wir vom VDI-Bezirksverein mit Unterstützung der Stadt und
der beteiligten Institutionen und Unternehmen
ehrenamtlich leisten können.
In diesem Jahr setzten wir in Kooperation
mit der Energieregion Nürnberg e.V. und dem
Energie Campus Nürnberg der FAU mit dem
Sonderthema „Energie“ wiederum ein besucherwirksamen Anziehungspunkt.
Zeitgleich fand der bundesweite 16.VDIKongress „Frauen im Ingenieurberuf“ in
Nürnberg statt. Über 200 Teilnehmerinnen
aus Deutschland diskutierten die MachbarTechnik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:34 AM
VDI Bayern Nordost
keit der Energiewende. Besonders möchte ich
an dieser Stelle Frau Dipl.-Ing. Agnes Röder,
stellvertretend für alle Beteiligten aus dem
Organisationsteam, für das Engagement bei
der erfolgreichen Vorbereitung und Durchführung des Kongresses danken.
Traditionell am Vorabend der VDI Technikmeile wurde der „Theodor von Cramer Klett Preis“ im
Hause des MAN Motorenwerkes Nürnberg durch
den VDI Bayern Nordost e.V. 2014 an Dipl.-Ing.
Josef Hauer überreicht. Der Preisträger wurde für
sein Projekt „Green Energy Turbine“ im Unternehmen DEPRAG Amberg geehrt.
Die Verleihung des Cramer-Klett-Preises.
Mit Beginn des Jahres 2015 erfolgt der satzungsgemäße Wechsel des 1.Vorsitzenden
des Bezirksvereins. Der von Ihnen auf der
Hauptversammlung 2014 gewählte Dipl.-Ing
Burkhard Witte übernimmt diese schöne, aber
auch anspruchsvolle Herausforderung.
Meine besten Wünsche für Freude an diesem
Ehrenamt und die erfolgreiche Weiterentwicklung unseres nun schon 124 Jahre bestehenden,
mit über 7000 Mitgliedern dritt größtem Bezirksvereines in Deutschland, begleiten ihn.
Abschließend bedanke ich mich im Namen
des Vorstandes bei allen ehrenamtlichen Mitgliedern und bei unserer Geschäftsstellenleiterin
Frau Loch, für Ihre Treue und Ihr Engagement.
Der VDI Innovationspreis 2014.
Unser VDI Bezirksverein hat auch im Jahr
2014 wieder eine Reihe von herausragenden
Abschlüssen als Dipl.-Ing., Master und Bachelor an den Hochschulen Coburg, Ansbach, der
OTH Regensburg und Amberg/Weiden sowie
der Technischen Fakultät der FAU prämiert.
Erstmals beschloss unser Vorstand, die Unterstützung einer Studentin an der Technischen
Hochschule Nürnberg mit einem „Deutschland
Stipendium“. Der „Förderkreis Ingenieurstudium“ an der FAU wurde vor über 10 Jahren mit
Initiative des VDI Bayern Nordost ins Leben
gerufen. Die Zielrichtung zur Gewinnung von
Nachwuchs für das Ingenieurstudium, insbesondere bei den Projekten „Vision Ing.21“ und
„Technikland“, unterstützen wir besonders.
Neu im vergangenen Jahr war die Stiftung eines „VDI-Innovationspreises“, der 2014 einem
Schülerteam der Klasse 11 der Max-GrundigSchule in Fürth für das Projekt „tube – Mobilität von morgen“ auf der Erfindermesse iENA in
Nürnberg überreicht wurde.
Die Vielfalt unserer Aktivitäten in den Arbeitskreisen, Bezirksgruppen, der Studenten
Technik in Bayern 01/2015
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und Jungingenieure (SuJ) und die Nachwuchsarbeit in den VDIni Clubs und seit 2014 auch bei
den Zukunftspiloten, konnten Sie, liebe Mitglieder, in unserer „Technik in Bayern“ verfolgen.
Überall dort wo wir das Anliegen und die Ziele
unseres VDI verwirklicht sehen, unterstützen
wir gezielt. So haben wir uns auch entschlossen
die SuJ Mitglieder der „Formula Student“ aktiver zu fördern.
Wir wünschen Ihnen für 2015 stets beste
Gesundheit und Freude bei der Arbeit im Verein Deutsche Ingenieure, Bezirksverein Bayern
Nordost e.V. Dipl.-Ing. (Obering.) Volker W. Thomas
Vorstandsvorsitzender
Verein Deutscher Ingenieure
Bezirksverein Bayern Nordost e.V. 37
12/10/2014 12:23:38 AM
Aktuell
VDI Vorstandsversammlung
Foto: TÜV SÜD
Bei den diesjährigen Wahlen für die Amtszeit 2015 – 2017 wurde
Dr. Axel Stepken (Vorstandsvorsitzender der TÜV SÜD AG und Mitglied
des VDI BV München) von der VDI Vorstandsversammlung zum Vorsitzenden
des Berufspolitischen Beirats und als Mitglied des Präsidiums gewählt.
Wir gratulieren!
Leserbriefe
Zum Beitrag „Fahrdrähte über der
Autobahn treiben die LKW-Flotte
umweltfreundlich an“, TiB06/2014,
S. 14-15
Der Versuch den LKW-Verkehr zu elektrifizieren, ist auch noch aus einem anderen, nicht
erwähnten Grund zu begrüßen. Das Verhältnis
von Fahrwiderstand zu Steigungswiderstand
ist geeignet, die notwendige Bremsleistung auf
Gefällestrecken dem entgegenkommenden Verkehr als Antriebsleistung zuzuführen. Diese im
Schienenverkehr schon genutzte Möglichkeit ist
für den Straßenverkehr von viel größerer Bedeutung, weil es da weit mehr Steigung und Gefälle
als bei der Bahn gibt.
Schon bei 1.5 % Gefälle rollt ein LKW-Zug antriebslos mit 80 km/h dahin.
Jedes größere Gefälle führt zum Einsatz der
Bremsen oder Motorbremse, womit nutzbare
Energie verloren geht. Im entgegenkommenden
Verkehr, der etwa gleich stark ist, muss Motorleistung zur Überwindung der Steigung aufgebracht werden, die (abgesehen vom Wirkungsgrad) der Bremsleistung des abwärts rollenden
Verkehrs entspricht. Im „Gegenzug“ kann daher
ein wesentlicher Teil der Bewegungsenergie eingespart werden.
Ernst Fiala
Sehr geehrte Redaktion,
na, bravo, da hat es der Oberleitungs-LKW
auch in die Ingenieurzeitung geschafft. Offenbar
brauchen auch Totgeburten ihre Würdigung.
Dass ein Fahrzeug an der Oberleitung fahren kann, ist ja schon seit der Erfindung der
Straßenbahn bekannt, also nichts Neues. Was
aber immer vernachlässigt oder gesundgebetet wird, sind die Infrastruktur und die Kosten.
Wenn der zitierte Autor meint, dass sich die
Elektrifizierung der rechten Spur der Autobahnen teilweise aus der Maut finanzieren ließe,
dann übersieht er, dass diese Mittel ja an anderer Stelle fehlen werden! Einen Euro zweimal
38
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ausgeben, geht nur in der Politik, aber nicht im
wirklichen Leben.
Der zweite Irrtum des Autors liegt in den Kosten des E-LKW. Angeblich rechnet es sich für
die Spediteure schon im dritten Betriebsjahr,
weil die Fahrzeuge ja nicht teurer werden, denn
sie brauchen keine schweren Getriebe und Kardanwellen wegen der Radnabenmotoren. Das
passt aber nicht damit zusammen, dass der
LKW ja außer dem E-Antrieb noch einen Dieselmotor haben muss (wie käme er sonst nach
der Autobahnabfahrt weiter?). Dafür braucht
man eben doch noch Getriebe und Kardanwelle
oder einen schweren Generator und eine schwere Pufferbatterie, oder?
Von Sonderanwendungen wie Pendelverkehren einmal abgesehen, wird der E-LKW auf
dem Friedhof der gescheiterten Innovationen
landen, auf dem alle Entwicklungen begraben
werden (mussten), weil man keine Lösung für
die Infrastruktur fand. Einige Beispiele gefällig?
Cargolifter, Frachtluftschiff (Boeing), Transrapid, Batteriewechsel beim E-Auto (BetterPlace),
Kabinenbähnchen (skyTran), „Brückenbus“
(StraddlingBus).
In jedem Fall beschäftigte man sich ausführlich und ingenieurmäßig mit der Technik des
Transportteils. Der Cargolifter kann natürlich
mit Gas (leichter als Luft) Lasten heben. Aber
was ist mit Infrastruktur und Betrieb (vor allem
bei schlechtem Wetter)? Natürlich kann man
im E-Auto ein Loch lassen für einen schnellen
Wechsel der Batterie, aber wie sieht der Betrieb
einer solchen Wechseltankstelle aus? Handhabung von Hundert oder mehr Batterien mit je
250 kg Gewicht? Wie groß sind die elektrischen
Anschlusswerte der Stromleitungen an der
Tankstelle? Auch der Transrapid ist ein großartiges Gefährt, aber wenn die Infrastruktur nicht
erstellt werden kann oder darf, nützt die beste
Ingenieurleistung am Fahrzeug nichts.
Es scheint mir, dass im Bereich der Verkehrsinnovationen viel zu viel immer nur am Gefährt
gebastelt wird (computergesteuerte, mit Handy
abrufbare Kabinen an einer Hängebahn!), aber
sich niemand ernsthaft rechtzeitig Gedanken
über die Infrastruktur macht. Liegt hier vielleicht ein systematisches Defizit unserer Forschungskultur vor? Wäre es nicht an der Zeit,
hier mal eine Studienarbeit aufzusetzen?
Detlef Frank
Zum Beitrag „Innovatives TorqueVectoring-Leichtbaugetriebe...“,
TiB06/2014, S. 10-11
Mit großem Interesse habe ich den Beitrag in
der TiB 06/2014 gelesen.
Nachdem ich ein Berufsleben lang mit der Entwicklung von PKW-Getrieben hauptsächlich in
Frontquerbauweise befasst war, möchte ich zum
gewählten Verzahnungssystem einige Bemerkungen anfügen.
Klassische Pfeilverzahnungen sind speziell in
Industriegetrieben hauptsächlich im Einsatz,
da hier sehr große Drehmomente zu übertragen
sind, mit entsprechend hohen Axialkräften.
Zur Sicherstellung eines möglichst 100 % Trag­
anteil der beiden Zahnreihen zu erreichen, sind
daher relativ aufwendige Einstellarbeiten erforderlich mittels Tragbilder.
Bei PKW-Getrieben in Großserie gefertigt,
wurden natürlich auch Zahnräder mit gegenläufigen Verzahnungen in verschiedenen Ausführungsformen untersucht, beim Achsantrieb und
den diversen Gangrädern.
Aber letztlich aus Kostengründen kamen diese
Lösungen nicht zum Serieneinsatz, hauptsächlich wegen des zeitlichen Einstellaufwandes auch
im Kundendienst.
Verspannte Zahnräder kamen lediglich
manchmal zum Serieneinsatz um die lästigen
„Rasselgeräusche“ zu minimieren.
Dazu wurde bei dem betreffenden Radpaar
ein Rad axial mit einer Zahnscheibe von 2 mm
Dicke kombiniert, die nach Bedarf um ein oder
zwei Zähne weniger ausgeführt war, wodurch ein
Bremsmoment erzeugt wurde.
Lothar Kaspar
Technik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:38 AM
VERANSTALTUNGSKALENDER
VDI München/VDE Südbayern Januar/Februar 2015
Alle Veranstaltungen finden Sie unter www.technik-in-bayern.de
5. Januar 2015 / Montag
13. Januar 2015 / Dienstag
19:00Treff
19:00Treff
Young Professionals Stammtisch mit Hochschulgruppe
Veranstalter: VDE Young Professionals
Ort:München
Adresse:
Andy‘s Krablergarten, Thalkirchner Str. 2 80337 München
Info/Anmeld.: [email protected], 0179/8055134
Netzwerktreffen der Frauen im Ingenieurberuf
7. Januar 2015 / Mittwoch
15. Januar 2015 / Donnerstag
18:00Treff
19:00Vortrag
Stammtisch der BG Rosenheim
Veranstalter: VDI, VDE Rosenheim
Ort:Rosenheim
Adresse:
Flötzinger Bräustüberl, Samerstr. 17, 83022 Rosenheim
Info:
Harold Plesch, Tel: 08031-4699155,
Email: [email protected]
12. Januar 2015 / Montag
Veranstalter: AK Frauen im Ingenieurberuf
Ort:
Pizzeria Raffaele
Adresse:München
Anmeldung: erbeten bei [email protected]
Das 1809 gegründete optische Institut von Utzschneider &
Fraunhofer – Erstes bayerisches Unternehmen von Weltruf
Veranstalter: FH-Rosenheim, VDI, VDE
Ort:Rosenheim
Adresse:
Hochschule Rosenheim, Raum B023, Hochschulstr. 1,
83024 Rosenheim
Referent:
Prof. Dr. Dr. Ivo Schneider, Münchner Zentrum für
Wissenschafts- und Technikgeschichte
16:30Vortrag
19:30Treff
Praxis der Praxis: Die Nachvollzüge der Coulombschen
Experimente zur Elektrostatik.
Treffen der SuJ Rosenheim
Veranstalter: Münchner Zentr. f. Wissenschafts- und Technikgeschichte
Ort:München
Adresse:
Deutsches Museum, Bibliotheksbau, Seminarraum
der Institute, Museumsinsel 1, 80538 München
Referent:
Prof. Peter Heering, Europa-Universität Flensburg
19:00Treff
Stammtisch Studenten und Jungingenieure (suj) München
Veranstalter: VDI AK suj (Studenten und Jungingenieure) München
Ort:München
Adresse:
Marktwirt beim Viktualienmarkt, Heiliggeiststraße 2,
80331 München
Info:www.suj-muenchen.de
Anmeldung: nicht erforderlich (offenes Treffen)
Veranstalter: VDI SuJ Rosenheim
Ort:Rosenheim
Adresse:
wird per Newsletter und Facebook bekannt gegeben
Info:
auch für Neuzugänge, gemütliches Networking
Anmeldung: Philipp Lederer, [email protected]
16. Januar 2015 / Freitag
17:00Treff
VDI Fliegertreff
Veranstalter: VDI Fliegergemeinschaft
Ort:München
Adresse:
Ratskeller München, Nebenraum Elysium
Info:
Dipl.-Ing. H.-G. Stockert, Tel. (089) 754319,
Fax (09091) 2437
19:00Vortrag
16:00Vortrag
Kampf der Studien
Veranstalter: VDI-AK Energietechnik München
Ort:München
Adresse:
Oskar von Miller Forum, Oskar-von-Miller-Ring 25
Referent:
Dipl.-Ing. Alexander Buttler, TUM
13. Januar 2015 / Dienstag
19:00Vortrag
Energieeffiziente Trinkwassererwärmung
Veranstalter: VDI-TGA / IDV
Ort:München
Adresse:
Hochschule München, Lothstr. 34, Raum Nr. G-1.27;
Parken i.d.Tiefgarage
Referenten: Prof.Dr.-Ing. F. J. Ziegler, Dipl.-Ing.(FH) J.Zeisberger
Info:
Professor Dr. Martin Ehlers, [email protected]
Gebühr:keine
Anmeldung: nicht erforderlich
Technik in Bayern 01/2015
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China – eine andere Welt
Veranstalter: VDI-AK „Aktuelles Forum Technik“
Ort:München
Adresse:
Rahnstüberl im Hansa-Haus, Briennerstr. 39
(Rückgebäude)
Referent:
Wolfgang, Echtler, Magister: Sinologie, BWL (LMU)
Deutsche Firmen in China – Chancen und Risiken
Info:
Gebühr:
5,00 Euro
Anmeldung: [email protected] oder 08142 8665
19. Januar 2015 / Montag
18:00Vortrag
„Unternehmensbild“ gestalten – umsetzen – nutzen
Veranstalter: VDI-AK Technischer Vertrieb + Produktmanagement
München Umgebung
Ort:
Adresse:
Hotel Europa, Dachauer Str. 115, 80335 München Maxvorstadt
Franz Böhm + Nora Kammerl
Referent:
Info:
Tel. 0170 818 73 13
Anmeldung:[email protected]
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12/10/2014 12:23:39 AM
VERANSTALTUNGSKALENDeR
19. Januar 2015 / Montag
2. Februar 2015 / Montag
18:00Vortrag
19:00Treff
Entwicklung der EU Gesetzgebung für energieintensive
Unternehmen und den Transportsektor
Young Professionals Stammtisch mit Hochschulgruppe
Veranstalter: VDI BG Innviertel
Ort:Burghausen
Adresse:
Raffinerie der OMV Deutschland GmbH, Haiminger
Str. 1, 84489 Burghausen
Referent:
Dipl.-Chem. Markus Maly, OMV R&M GmbH, MRG-A
Advocacy Issues
Info:
Dr. Peter Krizan, [email protected]
Gebühr:keine
Anmeldung:keine
22. Januar 2015 / Donnerstag
17:00Seminar
Bodenschonende Landtechnik
Veranstalter: TUM, LfL, VDI-AK Agrartechnik
Ort:Freising-Weihenstephan
Adresse:
TU München, Hörsaal 15, Maximus-von-Imhof-Forum 6,
85350 Freising-Weihenstephan
Referent:
Verschiedene Referenten der Landtechnik- und
Reifenindustrie
Info:
Bei Rückfragen: [email protected]
26. Januar 2015 / Montag
09:00Seminar
Grundseminar: Blitz- und Überspannungsschutz (VDE geprüfte
Blitzschutzfachkraft) Teil 1 zum EMV-Sachkundigen (VdS)
Veranstalter:VDE-Seminare
Ort:München
Adresse:
wird noch bekannt gegeben
Referent:
Reinhard Schüngel
Info:
+ Anmeldung: [email protected];
069 840006-1312
Gebühr:
Pers.VDE-Mitglied 1.540,00 €, Nichtmitglied 1.610,00 €
Veranstalter: VDE Young Professionals
Ort:München
Adresse:
Andy‘s Krablergarten, Thalkirchner Str. 2 80337 München
Info:
+ Anmeldg.: [email protected];
0179/8055134
3. Februar 2015 / Dienstag
19:00Vortrag
Energie aus dem Abwasser
Veranstalter:VDI-TGA/IDV
Ort:München
Adresse:
Hochschule München, Lothstr. 34, Raum Nr. G-1.27;
Parken i.d.Tiefgarage
Referent:
Johannes Döbler, Huber SE, Berching
Info:
Andreas Beck, [email protected]
Gebühr:keine
Anmeldung: nicht erforderlich
4. Februar 2015 / Mittwoch
18:00Treff
Stammtisch der BG Rosenheim
Veranstalter: VDI, VDE Rosenheim
Ort:Rosenheim
Adresse:
Flötzinger Bräustüberl, Samerstr. 17, 83022 Rosenheim
Info:
Harold Plesch, Tel: 08031-4699155, Email: plesch_
[email protected]
9. Februar 2015 / Montag
10:00Seminar
Blitz- und Überspannungsschutz nach VDE 0185-305-3 und -4
16:00Vortrag
Albert Speer und die Legenden vom unpolitischen Techniker
Veranstalter: Münchner Zentrum für Wissenschafts- und
Technikgeschichte
Ort:München
Adresse:
Deutsches Museum, Bibliotheksbau, Seminarraum
der Institute, Museumsinsel 1, 80538 München
Referent:
Prof. Magnus Brechtken, Institut für Zeitgeschichte,
München
29. Januar 2015 / Donnerstag
18:00Vortrag
Stromnetze – ein wesentlicher Baustein der Energiewende
Veranstalter: VDI-AK Technikgeschichte
Ort:München
Adresse:
Max-Planck-Saal des Akad. Gesangvereins (AGV),
Ledererstraße 5, 80331 München
Referent:
Prof. Hermann Wagenhäuser
Gebühr:
5,- Euro, Studenten, Schüler und AGVer frei
Anmeldung: [email protected], Tel. 08105 4261
19:00Treff
Netzwerktreffen VDI-AK Unternehmer und Führungskräfte
Veranstalter: VDI-AK Unternehmer und Führungskräfte
Ort:München
Adresse:
Restaurant Jagdschloss, Alte Allee 21, 81245 München
Anmeldung:[email protected]
40
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Veranstalter: VDE Seminare
Ort:München
Adresse:
wird noch bekannt gegeben
Referent:
Reinhard Schüngel
Info:
+ Anmeldg. [email protected];
069/ 840006-1312
Gebühr:
Pers.VDE-Mitglied 660,00 €, Nicht-Mitglied 720,00 €
19:00Treff
Stammtisch Studenten und Jungingenieure (suj) München
Veranstalter: VDI AK suj (Studenten und Jungingenieure) München
Ort:München
Adresse:
Marktwirt beim Viktualienmarkt, Heiliggeiststraße 2,
80331 München
Info:www.suj-muenchen.de
Anmeldung: nicht erforderlich (offenes Treffen)
10. Februar 2015 / Dienstag
19:00Vortrag
Business Outfit für Ingenieurinnen: kompetent und dennoch
weiblich und authentisch wirken
Veranstalter: AK Frauen im Ingenieurberuf
Ort:
wird per Email bekannt gegeben
Adresse:München
Referent:
Christiane Köferl: anziehungs-kraft
Anmeldung: erbeten bei [email protected]
Technik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:39 AM
VERANSTALTUNGSKALENDER
12. Februar 2015 / Donnerstag
16. Februar 2015 / Montag
13:30Sonstiges
17:30Vortrag
Regionaltreffen Betriebsingenieure
Leistungsfähigkeit durch Vertriebsmarken
Veranstalter: VDI-AK Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen
(Betriebsingenieure)
Ort:Burgkirchen
Adresse:
InfraServ Gendorf Technik GmbH,
Industrieparkstraße 1, 84508 Burgkirchen
Anmeldung:[email protected]
Veranstalter: VDI-AK Technischer Vertrieb + Produktmanagement
Ort:
Markt Schwaben
Adresse:
HTI Gienger, Poinger Str. 4, Markt Schwaben
Referent:
Katrin Standl
Info:
0170 818 73 13, Hintergründe + Lagerführung
Anmeldung:[email protected]
18:00Vortrag
20. Februar 2015 / Freitag
Max Dieckmann – Hochfrequenzforschung in München,
Gräfelfing und Oberpfaffenhofen
17:00Treff
Veranstalter: VDI-AK Technikgeschichte
Ort:München
Adresse:
Max-Planck-Saal des Akad. Gesangvereins (AGV),
Ledererstraße 5, 80331 München
Referent:
Dipl. Ing. Rudolf Schmid, ehemals DLR
Gebühr:
5 Euro, Studenten, Schüler und AGVer frei
Anmeldung: [email protected], Tel. 08105 4261
13. Februar 2015 / Freitag
14:00Exkursion
KNORR-BREMSE – Museumsbesuch
Veranstalter: VDI-AK „Aktuelles Forum Technik“
Ort:München
Adresse:
Wird nach Anmeldung bekannt gegeben
Referent:
Dr.-Ing Peter Berger
Info:
[email protected] oder 08142 8665
Gebühr:
5,- Euro nach Anmeldung
Anmeldung: [email protected] oder 08142 8665
VDI Fliegertreff
Veranstalter: VDI Fliegergemeinschaft
Ort:München
Adresse:
Ratskeller München, Nebenraum Elysium
Info:
Dipl.-Ing. H.-G. Stockert, Tel. (089) 754319,
Fax (09091) 2437
25. Februar 2015 / Mittwoch
19:00Treff
Gemütliches Treffen – Cocktails
Veranstalter: VDI AK suj (Studenten und Jungingenieure) München
Ort:München
Adresse:
wird noch bekannt gegeben
Info:www.suj-muenchen.de
Anmeldung: wird erbeten unter [email protected]
19:00Forum
16. Februar 2015 / Montag
16:00Vortrag
Hocheffiziente Gastechnologien: die Brennstoffzelle für die
Hausenergie
16:00Vortrag
Veranstalter: VDI-AK Energietechnik München
Ort:München
Adresse:
Oskar von Miller Forum, Oskar-von-Miller-Ring 25
Alexander Dauensteiner, Vaillant Group
Referent:
09:00Seminar
Grundseminar EMV und Oberschwingungen
Veranstalter: VDE Seminare
Ort:München
Adresse:
wird noch bekannt gegeben
Referent:
Johannes Walfort
Info:
+ Anmeldg. [email protected];
069/840006-1312
Gebühr:
Pers. VDE-Mitglied 1.390,00 €, andere 1.450,00 €
Technik in Bayern 01/2015
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Sphärenklänge – Musik und Kurzreferate über Beziehungen
zwischen klassischer Musik und Weltall
Veranstalter: A. von Braun Stiftung, Münchner Kammerorchester,
VDI, TUM
Ort:München
Adresse:
TU München, Audimax, Theresienstr., 80333 München
Referent:
Prof. Stephan Paul und das Münchner
Kammerorchester
Info:
Tel. 089-5791-2200; [email protected]
26. Februar 2015 / Donnerstag
19:00Vortrag
Über Intuition zu echter Innovation
Veranstalter: VDI-AK Unternehmer und Führungskräfte
Ort:München
Adresse:
wird noch bekannt gegeben
Referent:
DI Holger Körber
Info:
Intuition im dominanten Umfeld von Logik und
rationalem Denken
Anmeldung:[email protected]
41
12/10/2014 12:23:39 AM
VERANSTALTUNGSKALENDeR
VDI BV Bayern Nordost
Januar/Februar 2015
Alle Veranstaltungen finden Sie unter: www.vdi-nuernberg.de
5. Januar 2015 / Montag
14. Januar 2015 / Mittwoch
09:00Treff
19:30Treff
Business-Frühstück
Treff für Studenten und Jungingenieure Nürnberg
Veranstalter: VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant Lorenz, Lorenzer Platz 23, 90402 Nürnberg
Info:
Dipl.-Ing. (FH) Günter Schmid, Tel. (0 91 32) 82 23 92
Anmeldung: [email protected]
Veranstalter: VDI-AK Studenten und Jungingenieure Nürnberg
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant Villa, Liebigstr. 3, 90489 Nürnberg
Info:www.vdi-suj.de
15. Januar 2015 / Donnerstag
7. Januar 2015 / Mittwoch
19:00Treff
19:00Treff
Gesprächsrunde Netzwerk Nürnberg
Treff für Studenten und Jungingenieure Erlangen
Veranstalter: VDI-AK Studenten und Jungingenieure Erlangen
Ort:Erlangen
Adresse:
Gaststätte Unicum, Carl-Thiersch-Str. 9, Erlangen
Info:www.suj-erlangen.de
Veranstalter: VDI-AK Netzwerk der BG Nürnberg
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant „KIM CHUNG”, Wollentorstr. 3,
90489 Nürnberg
Dipl.-Ing. Herbert Gaida, Tel. (01 77) 7 23 17 4 1
Info:
8. Januar 2015 / Donnerstag
16. Januar 2015 / Freitag
19:00Treff
19:00Treff
Treffpunkt Technikgeschichte
Netzwerktreffen der Frauen im Ingenieurberuf
Veranstalter: VDI-AK Technikgeschichte
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant „KIM CHUNG“, Wollentorstr. 3, 90489 Nürnberg
Info:
Dipl.-Ing. Klaus Jantsch, Tel. (09 11) 59 13 44
Veranstalter: VDI-AK Frauen im Ingenieurberuf Regensburg
Ort:Regensburg
Adresse:
Chaplins, Adolf-Schmetzer-Str. 5, 93055 Regensburg
Info:
Frau Annette Kempf, Tel. (09 41) 6 04 88 97 67
12. Januar 2015 / Montag
21. Januar 2015 / Mittwoch
20:00Treff
18:00Vortrag
Treff für Studenten und Jungingenieure Bayreuth
Brasilianisches Amazonasgebiet:
Konflikte zwischen Wirtschaftsinteresse, Regenwaldschutz und
Lebensraum der indigenen Bevölkerung
Veranstalter: VDI-AK Studenten und Jungingenieure Bayreuth
Ort:Bayreuth
Adresse:
Oskar, Maximilianstr. 33, Bayreuth
Info:
www.vdi.de/suj-bayreuth oder [email protected]
13. Januar 2015 / Dienstag
17:00Treff
Treffen für technische Gespräche
Veranstalter: VDI-Bezirksgruppe Erlangen
Ort:Erlangen-Büchenbach
Adresse:
Gaststätte „Zur Einkehr“, Dorfstr. 14, Erlangen-Büchenbach
Info:
Dr. Hans Buerhop, Tel. (0 91 31) 4 49 54
Veranstalter: VDI-Bezirksgruppe Ansbach
Ort:Ansbach
Adresse:
Hochschule Ansbach, Hans-Maurer-Auditorium,
Residenzstr. 8, Ansbach
Prof. Dr. Gerd Kohlhepp, Universität Tübingen
Referent:
Info:
Dipl.-Ing. (FH) Günter P. Petruschek, Tel. (09 81) 9 53 88 09
Anmeldung:[email protected]
29. Januar 2015 / Donnerstag
19:00Vortrag
In Konfliktsituationen Herausforderungen meistern
18:00Treff
Monatstreffen „GuT“
Veranstalter: VDI-AK Gesellschaft und Technik „GuT“
Ort:Nürnberg
Adresse:
Veranstaltungsort wechselt!
Info:
Sie möchten eingeladen werden? Senden Sie uns
Ihre Emailadresse an: [email protected]
19:30Treff
Veranstalter: VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
Ort:Nürnberg
Adresse:
TH-Nürnberg, Seminarraum KA.440b, Keßlerplatz 12,
90489 Nürnberg
Referent:
Hans-Joachim Scheler, Morphologisches Institut Scheler
Info:
Dipl.-Ing. (FH) Günter Schmid, Tel. (0 91 32) 82 23 92
Anmeldung: [email protected]
4. Februar 2015 / Mittwoch
Diskussion der Veranstaltungen des Jahres 2015
19:00Treff
Veranstalter: VDI-Bezirksgruppe Coburg
Ort:Coburg
Adresse:
Hitel Stadt Coburg, Konferenzzimmer, Lossaustr. 12,
94450 Coburg
Info:
Dipl.-Phys. Rüdiger Harms, Tel. (0 95 61) 3 46 77
Veranstalter: VDI-AK Studenten und Jungingenieure Erlangen
Ort:Erlangen
Adresse:
Gaststätte Unicum, Carö-Thiersch-Str. 9, Erlangen
Info:www.suj-erlangen.de
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Treff für Studenten und Jungingenieure Erlangen
Technik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:39 AM
VERANSTALTUNGSKALENDER
5. Februar 2015 / Donnerstag
11. Februar 2015 / Mittwoch
18:00Versammlung
19:30Treff
Kickoff-Veranstaltung VDI-AK Medizin & Technik
Treff für Studenten und Jungingenieure Nürnberg
Veranstalter: VDI-AK Medizin & Technik
Ort:Erlangen
Adresse:
Fraunhofer IIS, Am Wolfsmantel 33, 91058 Erlangen
Info:
Dipl.-Inf. Christian Weigand, Tel. (0 91 31) 7 76 73 00
Anmeldung:[email protected]
Veranstalter: VDI-AK Studenten und Jungingenieure Nürnberg
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant Villa, Liebigstr. 3, 90489 Nürnberg
Info:www.vdi-suj.de
18:45Vortrag
Moderierter Erfahrungs- und Ideenaustausch in kleinen Gruppen
12. Februar 2015 / Donnerstag
Veranstalter: VDI-AK Technischer Vertrieb
Ort:Nürnberg
Adresse:
TH-Nürnberg, Raum KA.440a, Keßlerplatz 12,
90489 Nürnberg
Info:
Dipl.-Ing. (FH) Willi Mohr, Tel. (0 91 23) 98 78 70
19:00Treff
6. Februar 2015 / Freitag
Treffpunkt Technikgeschichte
Veranstalter: VDI-AK Technikgeschichte
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant „KIM CHUNG“, Wollentorstr. 3, 90489
Nürnberg
Dipl.-Ing. Klaus Jantsch, Tel. (09 11) 59 13 44
Info:
18:00Treff
Monatstreffen „GuT“
Veranstalter: VDI-AK Gesellschaft und Technik „GuT“
Ort:Nürnberg
Adresse:
Veranstaltungsort wechselt!
Info:
Sie möchten eingeladen werden? Senden Sie uns
Ihre Emailadresse an: [email protected]
9. Februar 2015 / Montag
20:00Treff
Treff für Studenten und Jungingenieure Bayreuth
Veranstalter: VDI-AK Studenten und Jungingeieure Bayreuth
Ort:Bayreuth
Adresse:
Oskar, Maximilianstr. 33, Bayreuth
Info:
www.vdi.de/suj-bayreuth oder [email protected]
10. Februar 2015 / Dienstag
17:00Treff
Treffen für technische Gespräche
Veranstalter: VDI-Bezirksgruppe Erlangen
Ort:Erlangen-Büchenbach
Adresse:
Gaststätte „Zur Einkehr“, Dorfstr. 14, Erlangen-Büchenbach
Info:
Dr. Hans Buerhop, Tel. (0 91 31) 4 49 54
19. Februar 2015 / Donnerstag
14:00Führung
Besichtigung des Mercedes-Benz Logistik-Centers Nürnberg
Veranstalter: VDI-AK Technikgeschichte
Ort:Fürth
Adresse:
Mercedes Benz Logistik-Center, Konferenzraum EG,
Mainstr. 55, Fürth
Referent:
Michael Kraus-Stachorski
Anmeldung: [email protected] oder Frau Loch,
Tel. (09 11) 55 40 30
24. Februar 2015 / Dienstag
19:00Treff
Gesprächsrunde Netzwerk Nürnberg
Veranstalter: VDI-AK Netzwerk der BG Nürnberg
Ort:Nürnberg
Adresse:
Restaurant „KIM CHUNG“, Wollentorstr. 3,
90489 Nürnberg
Info:
Dipl.-Ing. Herbert Gaida, Tel. (01 77) 7 23 17 4 1
19:30Treff
Vorstellung der Diplomarbeiten für die Prämierung
Veranstalter: VDI-Bezirksgruppe Coburg
Ort:Coburg
Adresse:
Hotel Stadt Coburg, Konferenzzimmer, Lossaustr. 12,
96450 Coburg
Info:
Dipl.-Phys. Rüdiger Harms, Tel. (0 95 61) 3 46 77
19:30Treff
Treff BG Regensburg
Veranstalter: VDI-Bezirksgruppe Regensburg
Ort:Regensburg
Adresse:
Kolpinghaus, Adolf-Kolping-Str. 1, 93047 Regensburg
Info:
Dipl.-Ing. (FH) Horst Kohl, Tel. (09 41) 4 77 25
Technik in Bayern 01/2015
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26. Februar 2015 / Donnerstag
19:00Vortrag
Bionik-Ein (kleiner) Streifzug durch Deutschland
Veranstalter: VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
Ort:Nürnberg
Adresse:
TH-Nürnberg, Seminarraum KA.440b, Keßlerplatz 12,
90489 Nürnberg
Referent:
Tobias Haushahn, Plant Biomechanics Group des
Botanischen Gartens, Universität Freiburg
Info:
Dipl.-Ing. (FH) Günter Schmid, Tel. (0 91 32) 82 23 92
Anmeldung: [email protected]
43
12/10/2014 12:23:39 AM
Aktuell
Kaltakquise als Dienstleistung –
Der Weg zum automatischen Vertrieb
Die Telefonkampagne ist festgelegt durch:
Thema
Zielgruppe
Zeitrahmen
Adressenvorrat
Kriterien werden durch DKontakte direkt gesteuert.
A - kurzfristige
B - mittelfristige
C - langfristige
A
B
C
D
Kontaktarten aus der Telefonkampagne
werden im Vertriebsprozeß weiterverarbeitet.
Ergebnisse der D-Kontakte steuern den Prozeß.
Kaltakquise im B2B-Vertrieb, das heißt, unbekannte Menschen anzurufen und mit ihnen
ein Gespräch über ein interessantes, meist komplexes Produkt zu führen. Das ist legal und der
meist einzige Weg, direkt mit dem Anwender
und Interessenten zu sprechen, ihn zu werben
und seinen Bedarf zu erfahren. Der Akquisiteur
nutzt dazu nur einen einzigen Kommunikationskanal, die eigene Stimme und das Ohr des Anderen. Diesen Kanal optimal zu nutzen, darin liegt
das Geheimnis und der Erfolg der Kaltakquise,
die Referent Klaus Czypull vom Ingenieur-Vertrieb Nürnberg für seine Kunden seit fast zehn
Jahren einsetzt. Er trifft den Angerufenen in einer unbekannten Situation an, und es liegt im
Verlauf der ersten drei Sekunden des Gesprächs,
die Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen.
Um diese drei Sekunden beherrschen zu
können, braucht es einen langen inneren Weg,
VDI-AK Aktuelles Forum Technik
Auftragswahrscheinlichkeit
D – Absagen,
Aussagen
X, Y, Z
x, y, z – Adressen in
verschiedenen
Teilverarbeitungsphasen.
Copyright: ingVnue, Klaus Czypull, Nov. 14
um zu einer hart erarbeiteten Selbstqualifikation zu kommen. Der Weg geht über die sieben
verschiedenen Stationen des Erfolgs, des Zweifels und des Fortschreitens. Er beinhaltet immer eine tägliche Auseinandersetzung mit den
eigenen Befindlichkeiten und der persönlichen
Einstellung zur Kaltakquise. Die Erfolgsrate für
ein Erstgespräch liegt bei 98 %.
Für den Auftraggeber der Kaltakquise (und
auch für Warmakquise bzw. Kontaktpflege, für
Marktanalyse und Wettbewerbsbeobachtung)
hat die Beauftragung des externen Vertriebsprofis den Vorteil, laufend wichtige Rückmeldungen
über den Akquisefortschritt zu erhalten. Der
Auftraggeber kann prompt reagieren und die frischen Marktbeobachtungen sofort für sein Produkt und den Vertrieb nutzen. Unabdingbar für
eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist ein kurzer
und direkter Kommunikationskanal.
INFO
16. Januar 2015, 19:00 Uhr
Abb. 2: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxReferent: Wolfgang Echtler
INFO
Rahnstüberl im Hansahaus (Rückgebäude)
Magister: Sinologie, BWL (LMU)
TIPP
Brienner Str. 39, München
Anmeldung: Wegen der Raumfrage drinVorab 10 Gebote für China:
gend erforderlich und zwar schriftlich
Alles ist möglich!
bei: [email protected] Aktuelles
Nichts ist einfach!
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Geduld ist Voraussetzung für Erfolg!
China – eine andere
Welt
„Sie sind der Experte…“ heißt
Deutsche Firmen in China,
„man will Sie über den Tisch ziehen!“
Ihre Chancen und Risiken.
„Sie verstehen unser Land nicht“ heißt
Erfahrungsbericht eines Managers
„man ist nicht einverstanden!“
44
TiB01_2015_S35_S50_07.indd 44
Die Werkzeuge in der Kaltakquise sind das Telefon, die Stimme, die Erfahrung und Professionalität des Akquisiteurs, eine gute Adressdatei, ein
PC sowie eine gute CRM-Software. Mit diesen Sys­
temteilen wird jede Akquisekampagne ein Erfolg.
Eine Akquise-Kampagne (siehe Grafik) ist
bestimmt durch das Akquisethema bzw. das
Akquiseprodukt, den zeitlichen Rahmen, in
dem die Kampagne durchgezogen wird, sowie
durch die anzusprechende Zielgruppe. Durch
das „Sieb“ Telefon sortiert der Akquisiteur die
angerufenen Adressen in auftragsrelevante A-,
B- und C-Kontakte ein, die im Vertrieb des Auftraggebers oder durch ihn selber weiterbearbeitet werden. Es bleiben bei jedem Durchlauf
angearbeitete X-, Y- und Z-Kontakte übrig, die
bis zu fünfmal weiterbearbeitet werden.
Von besonderer Bedeutung für die Kampagne
sind jedoch die D-Kontakten, die Ablehnungen,
Absagen oder Nichtbestellungen. Durch geschicktes Nachfragen beim Angerufenen erhält
der Akquisiteur wichtige Informationen über
den Markt, das angebotene Produkt und über
den Auftraggeber. Diese Erkenntnisse gehen
direkt in die Kampagne und in den Vertriebs­
prozess ein und ermöglichen eine flexible Reaktion zu jeder Zeit. Darin liegt der entscheidende Vorteil für einen technisch versierten
Vertriebsprofi gegenüber einem Callcenter und
auch gegenüber firmeninternen Mitarbeitern.
Klaus Czypull bietet seinen Kunden eine
langjährige Erfahrung mit unterschiedlichsten
technischen Produkten und Dienstleistungen
aus einem halben Dutzend Branchen, mit Kunden aus dem In- und Ausland.
Kontakt: [email protected] ; +49 911 937 6072
„Vorläufige Regelungen“ heißt:
„die Regeln können jederzeit verändert
werden, sogar rückwirkend!“
„Grundsätzlich kein Problem“ heißt:
„ein ganz großes Problem!“
„Unterzeichnung des Vertrages“ bedeutet
„Beginn der wirklichen Verhandlungen“
Wenn Sie optimistisch sind, denken Sie an Regel 2
Wenn Sie verzweifelt sind,
denken Sie an Regel 1
Technik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:40 AM
Aktuell
VDI-Vortragsabend zum Trendthema „Modulare Produktbaukästen“
Die Besucherzahlen der gemeinsamen Veranstaltung von VDI, B/S/H/ und ID-Consult
überstiegen die Erwartungen um ein Viel­
faches. Fast 100 VDI-Mitglieder diskutierten
über modulare Produktarchitekturen, Baukas­
tenstrategien und deren Mehrwerte.
Erfolgreiche Produkte entstehen heute auf
Basis modularer Produktbaukästen und Unternehmen wie die Bosch und Siemens Hausgeräte
GmbH zeigen wie es funktioniert: in nur neun
Monaten hat das Projektteam der B/S/H/ gemeinsam mit ID-Consult ein Baukastensystem
für die Trocknerplattform T20 entwickelt. Die
Plattform ist heute Verkaufsschlager und damit
eine der vielen Erfolgsstorys von B/S/H/.
Kein Wunder, dass dieses Thema bei den
VDI-Mitgliedern auf großes Interesse stößt. So
verzeichnete Dr. Fottner für den Vortragsabend
(Vorsitzender des VDI BV München, Ober- und
Niederbayern e.V.) über 80 Anmeldungen sowie weitere 15 Teilnehmer aus den Kreisen der
Veranstalter, die sich dank der Unterstützung
von Prof. Pfeffer (Stellv. Vorsitzender des VDI
BV München) am 14. Oktober 2014 im modernen Hörsaal „Blaue Tonne“ der Hochschule
München einfanden.
Neben einem Original-T20-Exponat und
dem dazugehörigen Praxisvortrag von Dr. Jungerberg (Project Director B/S/H/ e.r., BSH Bosch
und Siemens Hausgeräte GmbH), erwartete die
Besucher eine Präsentation über die Ergebnisse
der jüngsten ID-Consult-Studie.
Fotos: ID Consult/B/S/H/
Praxiserfahrung, Expertenwissen und
Erfahrungsaustausch
Das Trendthema „Modulare Produktbaukästen“ weckte großes Interesse.
Im Rahmen einer standardisierten Befragung, die u.a. mit der Unterstützung des VDI
BV München, des Bereichs Product Engineering des Verbands Deutscher Maschinen- und
Anlagenbau e. V. (VDMA) und des Instituts
für Allgemeine Konstruktionstechnik des Maschinenbaus der RWTH Aachen durchgeführt
wurde, konnte das Münchner Beratungs- und
Softwarehaus aufschlussreiche Erkenntnisse
über den Einfluss modularer Produktbaukästen auf den Unternehmenserfolg erlangen. Die
zentrale Aussage: Unternehmen mit hoher Baukastenkompetenz sind um 34 % erfolgreicher
als andere. „Die ID-Consult Studie 2013/2014 ist
sowohl für uns als auch für unsere Kunden ein
wichtiger Wegweiser. Im
Rahmen der diesjährigen Studie bieten wir
deshalb einen individuellen Modularization
Readiness Check an, der
Unternehmen zeigt, wo
sie in Sachen Modularisierung stehen“, erklärt
Dr. Gerhard Tretow, Geschäftsführer, ID-Consult GmbH.
„Die Veranstaltung
war insgesamt ein großer Erfolg“, erklärt Dr.
Fottner. „Das haben die
Entsteht im Baukastensystem: der Trockner T20.
Feedbackbögen, die wir
Technik in Bayern 01/2015
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am Ende des Abends aus der Wäschetrommel
des Orginal-T20-Trockners gefischt haben, gezeigt“. So schätzen 88 % derjenigen, die einen
Feedbackbogen abgegeben haben, die Vortrags­
inhalte als wichtig bzw. hilfreich für ihren Berufsalltag ein. Auch das Format des „Vortragabends“ stieß auf Zustimmung. Mehr als zwei
Drittel der Befragten wünschen sich weitere
Vortragsabende im Raum München – insbesondere zu Themen wie Varianten- und Komplexitätsmanagement, Produktmanagement,
Industrie 4.0, Baukastenmanagement, Designto-Cost und Agile Produktentwicklung.
Laura Jane Hoffmann
ID-Consult GmbH, München
INFO
INFO
TIPP
Informationen
Informationen zur Teilnahme am Modularization Readiness Check stehen unter http://
id-consult.com/studienteilnahme-2014
bereit. Die drei besten Unternehmen werden
auf der diesjährigen ID-Consult Managementkonferenz im Juni mit dem Modularization Readiness Award ausgezeichnet. Ein
Kurzleitfaden mit den wichtigsten Ergebnissen und Handlungsempfehlungen der
vorangegangenen Studie steht unter http://
id-consult.com/kurzleitfaden-komplexitaetbeherrschen zum Download zur Verfügung.
45
12/10/2014 12:23:42 AM
Aktuell
VDI-AK Technischer Vertrieb und Produktmanagement
Mit Kampfkunst konfliktfrei im Vertrieb
kommunizieren lernen
Vertrauen vertiefen und aktiv werden
Sie besuchen einen wichtigen Kunden und
finden sich mit Vorwürfen konfrontiert. Ihr
Kunde hat eine Maschine geliefert bekommen
die nicht vollständig den Spezifikationen der
Bestellung entsprach. Das bringt Ihr Gesprächspartner deutlich zum Ausdruck und sagt „Sie
kommen genau zum richtig Zeitpunkt, Sie haben die fehlerhafte Lieferung zu verantworten
und überhaupt letztes Jahr ….“ Sie können jetzt,
das Gespräch beenden (Flucht) oder die Vorwürfe abtun und zurückweisen (Angriff). Beide
Handlungsalternativen, die man sich in dieser
Situation vorstellen kann, führen wahrscheinlich
nicht zur Lösung, denn der Konflikt bleibt bestehen oder wird noch verstärkt. Wie Ideen aus der
Kampfkunst in Verbindung mit Konfliktmanagement zur Konfliktlösung helfen können, hatte der
beratende Dipl. Ingenieur und Vertriebs-Coach
Willi L. Mohr beim Treffen des Arbeitskreises
Technischer Vertrieb und Produktmanagement
im VDI-Bezirksverein Bayern Nordost praktisch
anhand der Kampfkunst Aikido gezeigt und mit
Hilfe von einfachen Gruppenübungen anschaulich erfahren lassen.
Die eigenen Grundhaltung bzgl.
Konflikte bewusst machen
Konflikte sind allgegenwärtig und im Alltag
durch die Unterschiedlichkeit von Menschen
unvermeidbar. Somit hängt im Umgang mit
Konflikten viel davon ab wie wir zu Konflikten
stehen und damit umgehen. Eine kleine Übung
verdeutlichte es unter den Anwesenden. Willi
L. Mohr stellt die Frage was jedem Einzelnen
zum Wort Konflikt einfällt und forderte auf es
aufzuschreiben. Weiter sollte jeder die notierten
Gedanken von positiv, neutral bis negativ bewerten. In der Diskussion zeigt sich dann, dass
die Mehrzahl der Teilnehmer ihre Gedanken zu
Konflikte überwiegend negativ bewerten. Begriffe wie Stress, Unbehagen oder Ärger werden
häufig mit Konflikte in Verbindung gebracht,
was i.R. schlechte Voraussetzungen für ein konstruktives umgehen mit Konflikten darstellt.
46
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Im Falle eines Konflikte wird jemanden der
eher eine negative Einstellung zu Konflikten hat
entsprechen ungünstig reagieren und vielleicht
alles tun, um als Sieger hervorzugehen. Eine Auseinandersetzung mit Kunden kann man häufig
nur einmal gewinnen denn dass dann der Kunden
zum Wettbewerb wechselt ist sehr wahrscheinlich.
Einige wenige sehen Konflikte in Zusammenhang mit Herausforderungen und neue
Chancen. Ein erfolgreich gelöster Konflikt mit
Kunden kann die Kundenbindung und das bestehende Verhältnis zum Kunden verstärken.
Wer die Chance nicht ergreift, lässt die Gelegenheit ungenutzt vielleicht mit der Konfliktlösung
einen treuen Kunden zu gewinnen und eine
dauerhafte Kundenbeziehung herzustellen.
Wenn Konflikte als Chancen verstanden werden ist schon ein wichtiger Schritt zur Konfliktlösung unternommen worden, denn dann werden wir alles Notwenige unternehmen, um zur
Lösung zu finden.
Erregung, Emotionen kontrollieren,
die eigene Mitte finden und ruhig
bleiben
Unsere Einstellung steuert unser Verhalten,
negativ wie auch positiv.
Weiter ist es wichtig die eigenen Emotionen
zu kontrollieren, die Gefühle wahrzunehmen
und selber ruhig zu bleiben. Wenn uns dies gelingt bleiben wir flexibel für Handlungen und
können angemessen im Sinne einer Konfliktlösung reagieren.
Hilfreich ist es die eigene Atmung zu kontrollieren und tief zu atmen. Denn eine ruhige, tiefe
Atmung bewirkt emotionale Ruhe. Mit der Aufmerksamkeit nach innen auf den Atem gerichtet signalisieren wir dem Körper in Sicherheit
zu sein. Eine sofortige Kampfbereitschaft und
Fluchtreaktion wird erstmal unterbleiben.
In Ruhe die Aufmerksamkeit auf den Konfliktgegner richten und durch gezieltes Fragen herausfinden was die Ursachen für den Konflikt sein
könnten unterstützt den Konfliktlöseprozess.
In einem weiteren Schritt können sie mit bewusst gewählten Handlungsalternativen aktiv
werden, denn Sie sind nun frei von negativen
Gefühlen, und können auf den Kunden eingehen. Sie können ihm verbal und auch durch
Ihre Körpersprache signalisieren, dass Sie das
Anliegen des Gegenüber verstehen und seinen
Argumenten folgen wollen. Ihr Gesprächspartner wird es als Vertiefung des Vertrauens verstehen. Hierbei sollten Sie versuchen, ähnlich
wie im Aikido die Energie aufgenommen und
gelenkt wird, Ihre Flexibilität zu erhalten und
mit Formulierungen wie „Ich verstehe Sie …“
beginnen. Wichtig ist besonders, dass der Gegner erkennen kann, dass Sie an Lösungen mit
einem gegenseitigen Nutzen interessiert sind.
Im Aikido gibt es dazu die Auffassung „Aufmerksamkeit lenkt die Energie“.
Resümee des Mini-Workshops
In lockerer Atmosphäre wurde durch den beratenden Ingenieur Willi L. Mohr anhand zahlreicher Aikido-Beispiele, als angedeuteter körperlicher Angriff und möglicher Verteidigung
gezeigt, dass wir bei Angriffen oft reflexartig gewohnte Gegenangriffe ausführen, die früher für
das Überleben sinnvoll waren und in heutigen
Situation oft unangemessen oder unpassend
sind. Verteidigung oder Gegenangriff bei einem
verbalen Angriff sind im Kundengespräch ungünstig und wirken einer Konfliktlösung entgegen oder lassen einen Konflikt eskalieren.
Wichtig ist sich selber zu steuern und die Erregung zu kontrollieren. So bleibt man flexibel
und kann angemessen im Sinne einer WINWIN Situation reagieren.
Äußerungen der Teilnehmer am Schluss des
Abends auf die Frage „Ich packe in meinen
Koffer und nehme von hier mit“ waren z.B.
„bewusst zuhören“, „überlegen und dann reagieren“, „Ruhe bewahren“ zeigten, dass es ein
lehrreiches und anregendes AK-Treffen war.
Dipl.-Ing. Willi L. Mohr
Leiter AK Technischer Vertrieb und
Produktmanagement
Detail-Fragen bitte direkt an den Referenten
über „www.mohrfriendscoaching.de“.
Technik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:42 AM
Aktuell
VDI-AK Technikgeschichte
Ein Ausflug in die Geschichte der Uhren
Stellen Sie sich vor, Sie lebten im vordynastischen Ägypten und treffen eine Verabredung
mit einem Freund: „Wir treffen uns übermorgen, wenn der Schatten der Zeitnadel auf dem
Dorfplatz auf die 11 zeigt.“ Ziemlich umständlich und unsicher! Wird die Sonne scheinen?
Aber das liegt ja auch sehr lange zurück. Stellen
Sie sich also besser vor, Sie lebten in der Zeit
Alexanders des Großen, stehen vor Gericht und
wollen sich verteidigen. Ihre maximale Redezeit
beträgt 6 Minuten, und Sie müssen warten bis
die Wasser­uhr aufgefüllt ist, die als neueste Errungenschaft Ihre Rede objektiv begrenzen wird.
Wie perfekt und präzise dienen uns heute
dagegen unsere Uhren mit den verschiedensten
Zeitgebern. Der VDI-Arbeitskreis Technikgeschichte wollte der Entwicklung unserer Uhren nachgehen und hat sich am 7. Oktober von
Herrn Nagler durch die Uhrensammlung des
Uhrmachers Karl Gebhardt in der Nürnberger
Akademie führen lassen. Sie zeigt Wandel von
Gestalt und Innenleben der tragbaren Uhr seit
der Zeit des berühmten Nürnberger Uhrmachers Peter Henlein bis zur aktuellen FunkSolar-Uhr.
Die Atmos schöpft ihre Laufenergie aus den
Temperaturschwankungen der Luft.
Technik in Bayern 01/2015
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Fotos: VDI
Eine bedeutende Uhrensammlung ist im Gebäude der Nürnberger Akademie zu besichtigen,
die der verstorbene Nürnberger Uhrmacher Karl Gebhardt hinterlassen hat. In demselben
Gebäude befindet sich der Sitz der deutschen Chronometrischen Gesellschaft mit einer eindrucksvollen Fachbibliothek zur Zeitmessung.
Exponate der Taschenuhrensammlung von Karl Gebhardt.
Die Ausstellung ist in 6 Vitrinen untergebracht, für jedermann frei zugänglich und durch
eine Broschüre, die man am Eingang des ehemaligen bayrischen Gewerbemuseums erhalten kann, gut erläutert. Es handelt sich um eine
umfangreiche Sammlung, die schon der Groß­
vater von Karl Gebhardt begonnen hatte, und sie
zeigt neben den vielen Beispielen von tragbaren
Uhren auch Einzelheiten des technischen Aufbaus und Modelle zu den Wirkungsprinzipien
der verwendeten Zeitgeber. Herr Nagler hat es
verstanden, auch Hinweise auf Parallelentwicklungen in Geschichte und Kulturgeschichte zu
geben, um so diesen Besuch nicht nur für Technik-Interessierte interessant zu machen.
Der anschließende Besuch der in demselben Haus ansässigen Deutschen Gesellschaft
für Chronometrie war der Höhepunkt dieser
Exkursion, denn wir bekamen Gelegenheit, die
bedeutendste Fachbibliothek für Zeitmesskunde im europäischen Raum zu besuchen. Die
außerordentlich kompetente und engagierte
Führung hat der Leiter der Bibliothek der Ge-
sellschaft, Dr. Huber, übernommen. Er hat uns
begeistert mit nicht enden wollenden Informationen versorgt über Geschichte, Aufbau und
Inhalt der Sammlung. Sie hat inzwischen einen
Bestand von 5500 Buchtiteln, 1900 Jahrgängen
von 90 historischen und zeitnahen Uhrmacherzeitschriften, Firmenarchiven und Auktionskatalogen. Wesentliche Teile sind darüber hinaus
inzwischen digitalisiert worden, so dass dort
elektronische Volltextsuche möglich ist. Aber
auch sehr alte Original-Veröffentlichungen zum
Beispiel zur Geschichte der ersten Zeitmesser der Menschheit sind zu finden, und damit
schließt sich der Kreis in diesem Bericht zurück zu den eingangs erwähnten Sonnen- und
Wasser-Uhren.
Nicht zuletzt hat uns die Schönheit der Jugendstileinrichtung des Raumes beeindruckt. Gründe
genug für uns, wiederzukommen und Einladung
genug an alle die noch nicht dort waren.
Peter Riller
VDI-AK Technikgeschichte
47
12/10/2014 12:23:45 AM
buchbesprechungen
Das Handbuch für den Neustart
der Welt
Gemeinschaftsprojekt Energiewende
Der Fahrplan zum Erfolg
Energie und Klima
Alles, was man wissen muss, wenn nichts
Ulrich Bartosch, Peter Hennicke, Hubert Weiger
Chancen, Risiken, Mythen
mehr geht
(Hrsg.), oekom Verlag, München, 2014,
Horst-Joachim Lüdecke, expert Verlag, Renningen
Lewis Dartnell, Hanser Berlin; 2014. ISBN-10:
ISBN: 978-386581-668-9, 14,95 Euro
2013, ISBN 978-3-8269-3195-9, 28,80 Euro
3446246487. 24,90 Euro
Seit dem Startschuss für die Energiewende
wird viel diskutiert und reglementiert, Einspeisevergütungen eingeführt und wieder
abgeschafft, Stromtrassen geplant und dagegen demonstriert. Es scheint, als ob wir uns
im Kreis drehen, und das Großprojekt „Energiewende“ durch den Widerstand verschiedener Parteien zum Erliegen kommt. Mal sind
es die Bürger, die in Planungen nicht miteinbezogen werden, mal die Industrie, die den
Standort Deutschland angesichts steigender
Strompreise und strengeren Regeln als gefährdet ansieht. Dazwischen versucht die Politik
zwischen Wählerstimmen und Wirtschaftswachstum Fuß zu fassen.
Die Herausgeber wollen die Tragweite und
Zukunftschancen des Projekts verdeutlichen.
Sie sehen ihr Buch nicht als „Forderungskatalog“, sondern unterstreichen die Notwendigkeit der Energiewende für Deutschland und
zeigen Ansätze auf, was getan werden muss,
damit die Energiewende gelingt. Zudem werden Nutzen und Vorteile, die durch die Energiewende entstehen, erläutert. Dazu zählen,
neben dem Klimaschutz und der zunehmenden Unabhängigkeit von einigen wenigen
Staaten bezüglich Energieträgerimporte, der
Gewinn von Arbeitsplätzen und der damit
steigenden Wertschöpfung.
Die Energiewende in Deutschland, die
weltweit aufmerksam verfolgt wird, ist eine
Chance, gemeinschaftlich in eine nachhaltige
Zukunft zu schreiten.
Wieder mal ein Buch zu Energie und Klima­
wandel. Aber was der Autor Prof. Dr. HorstJoachim Lüdecke hier schreibt, ist so gar nicht
„Mainstream“. Vor allem in Bezug auf die Situ­
ation in Deutschland und den „Alleingang“ in
der Energiewende werden Zusammenhänge
zwischen Energiebereitstellung und Klima
beschrieben. Das Buch sucht die Konfrontation und rüttelt an Dogmen – dies sowohl bezogen auf die Energieversorgung als auch auf
Fragen rund um den Klimawandel. Der Leser
wird „ausdrücklich zur Recherche der Quellen
ermutigt“. Der Autor stellt die Notwendigkeit
einer Änderung in der Energiebereitstellung
und -nutzung grundsätzlich in Frage. Ja, dies
berge sogar Gefahren für die Wohlfahrts- und
Industrienation Deutschland! Die Darstellung
einzelner Prozesse oder allgemeiner Modelle erfolgt akribisch und durchaus gut erklärt.
Jedoch überwiegen polemische Aussagen wie
die, einer Bevölkerungsbegrenzung als „wirkungsvolle Umweltschutzmaßnahme“. Auch die
Ressourcen und Reserven der Energiequellen
für Primärenergie werden quasi als unbegrenzt
dargestellt. Es soll nach dem Willen des Autors
beim Status-Quo bleiben. Bloß nichts verspielen oder riskieren. Und der Ausweg falls dann
doch mal das Schiefergas ausbleibt und die Bevölkerung weiter wächst: der gute alte Fusions­
reaktor. Man stelle sich vor man will uns mit
dem Klimawandel und der Energiewende nur
veräppeln und wir würden unsere Welt ganz
umsonst verbessern.
Dieses Buch ist kein klassischer Survivalrat­
geber sondern verspricht mehr. Eine globale Katastrophe (der Autor bietet an: eine Pandemie durch
eine aggressive Grippe, eine gewaltige Sonneneruption, ein Atomkrieg) tötet einen Großteil der
Menschen. Und die Überlebenden wollen nun die
Zivilisation wieder aufbauen. Je nach Art der Krise sind „nur“ die Menschen betroffen oder auch
die Infrastruktur. Für den Neustart liefert der
britische Astrophysiker möglichst einfache Anleitungen für alle wesentlichen zivilisatorischen
Produkte und Verfahren, von Landwirtschaft,
Gewinnung von Materialien, Energieerzeugung
über Transport, Chemie, Meßtechnik und vieles
mehr bis hin zur Beschreibung von Wissenschaft
als unverzichtbarer Erkenntnismethode. Das ist
für technisch Interessierte ganz informativ, erscheint aber im Ernstfall doch schwer umsetzbar.
Wer möchte schon an einer Dampfmaschine mit
selbst gebasteltem Dampfkessel arbeiten? Und
die Herstellung etwa von Papier ist nicht so gefährlich, wird aber sicher viel Herumprobieren
erfordern. Wird man die Zeit dafür haben?
Der Nutzen des Buches hängt stark vom Katastrophenszenario ab; wenn zu wenige geschickte
Handwerker und Experten überleben, wird man
die vielen Anleitungen kaum realisieren können.
Und wer hat dann schon dieses Buch zur Hand?
Kriminalität wird fast völlig ausgeklammert,
ebenso wie Probleme der sozialen Organisation.
Und auch die Frage aller Fragen wird nicht gestellt: würde man selber eine solche globale Katastrophe überhaupt überleben wollen?
Christine Schweighart
Wolfgang Berger
Gerhard Grosch
48
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Technik in Bayern 01/2015
12/10/2014 12:23:46 AM
B
Jed
un
lun
Mü
de
jobs
Aktuelles
VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
29. Januar 2015, 19:00 Uhr
Vortrag mit Diskussion
Technische Hochschule Nürnberg
Kesslerplatz 12, Raum KA440b
In Konfliktsituationen
Heraus­forderungen meistern
In Pioniersituationen einvernehmliche,
elegante und einfache Lösungen schaffen
Referent:
Hans Joachim Scheler
Morphologisches Institut Scheler,
Weitramsdorf bei Coburg
www.methodik-fuer-innovationen.de
Immer wieder erleben wir im beruflichen
Alltag Diskrepanzen zwischen dem, was wir
erwarten und dem letztlich tatsächlich eintretenden Ergebnis.
Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass man
von einer Routine- in eine Pioniersituation gekommen ist. Differenzen und unterschiedliche
Sichtweisen sind in Pioniersituationen normal.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei rasch
zu erkennen, wann keine Routine- sondern eine
Pioniersituation vorliegt, damit umgehend eine
neue, angemessene Sichtweise zu erarbeiten ist
und es gilt, das Verhalten situationsgerecht anzupassen. Dabei sind ein kreativer Kommunikationsstil und ein Führungsverhalten wichtig,
welches Meinungs-verschiedenheiten und Differenzen angemessen aufgreifen kann.
Kreative Prozesse können mit der Angewandten Kreativ-Morphologie (AK-M), die als
fachunabhängige Methodenlehre gilt, gesteuert und zielgerichtet gefördert werden. Insbesondere in neuartigen Situationen bilden die
fünf Methodikbereiche der AK-M einen wesentlichen Beitrag für den persönlichen und
unternehmerischen Erfolg. Die AK-M bietet
nachvollziehbare Wege an, um scheinbar aus-
sichtslose Problem- und Konfliktsituation im
gegenseitigen Einvernehmen zu lösen und zu
neuen Chancen weiterzuentwickeln. Innovative Lösungen und neue Geschäftsideen rücken
in greifbare Nähe und können systematisch
entwickelt werden.
In dem Vortrag werden theoretische
Grundlagen vermittelt und diese anhand von
praktischen Pioniersituationen im Detail vertieft.
Inhalte:
Wann liegt eine Pioniersituation vor?
Die fünf Methodikbereiche der AK-M als
Brücke zum Erfolg in Pioniersituationen.
Wie kommen wir zu neuen Lösungsansätzen?
Praktisches Fall-Beispiel aus dem Alltag der
Ingenieure.
Organisation:
VDI-AK Produkt- und Prozessgestaltung
Bayerns größter Stellenmarkt
für das Handwerk
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und Handwerk. Hier finden Sie ein optimales Umfeld, sowohl für Ihre Präsentation als attraktiver Arbeitgeber als auch für die Einstellung von passendem Personal. Mit einer Gesamtauflage von über 400.000 verkauften Exemplaren und über 1 Million Lesern gehören
Münchner Merkur und tz zu den meistgekauften und meistgelesenen Tageszeitungen in der attraktivsten Region Deutschlands mit
der Wirtschaftsmetropole München im Zentrum.
Quelle: Verkaufte Auflage – IVW II/2014, Samstag; Leser – Media-Analyse 2014
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12/10/2014 12:23:46 AM
ausstellungstipp / vorschau
Im Schatten des Ersten Weltkriegs
Der Udet-Flugzeugbau in München
Nachrichten aus Technik, Naturwissenschaft und Wirtschaft
Impressum
Herausgeber:
Verein Deutscher Ingenieure (VDI),
Bezirksverein München, Obb. u. Ndb. e.V.
Anschrift der Redaktion:
„Technik in Bayern“, Westendstr. 199 (TÜV)
80686 München
Foto: Deutsches Museum
Chefredakteur: Dipl.-Ing. Jochen Lösch (verantw.)
Tel. (0 89) 57 91 22 00, Fax (0 89) 57 91 21 61
Chefin vom Dienst: Silvia Stettmayer
Tel. (0 89) 57 91 24 56, Fax (0 89) 57 91 21 61
E-Mail: [email protected]
Redaktion:
Dipl.-Ing. Wolfgang Berger; Dr. Frank Dittmann;
Dipl.-Phys. Gerhard Grosch; Christina Kaufmann M.A.;
Bernhard Kramer; Dipl.-Ing. Friedrich Münzel;
Dipl.-Wirt.-Ing. Manuel Reichl;
Dipl.-Ing. Franz Regler;
M.Sc. Christine Schweighart
Flugzeug U 11 auf dem Flugplatz in Schleißheim.
Noch bis zum 23. Februar 2015 ist in der
Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums eine Sonderausstellung zum Udet-Flugzeugbau zu sehen. Die Ausstellung erzählt die
Firmengeschichte anhand zahlreicher Fotos,
Archivalien und Modellen und beschreibt die
Flugzeugtypen des Udet-Flugzeugbaus. Sie
verdeutlicht den langen Schatten, den der Erste
Weltkrieg auf Deutschland geworfen hat.
Der Flugzeugbau in Deutschland litt nach dem
Ersten Weltkrieg unter einschneidenden Restriktionen der Alliierten. Nach den Bestimmungen
des Versailler Vertrags bestand zeitweise ein absolutes Bauverbot. Trotz der widrigen Umstände
begann das Unternehmen Udet-Flugzeugbau
1921 in München mit dem Bau von Sportflug-
bewerben vorderste
zeugen, die bei Flugwett­
Plätze belegten. Auch Wasserflugzeuge und VerVerlag:
kehrsflugzeuge wurden gebaut. Das bekannteste
MuP Verlag GmbH
Nymphenburger Str. 48, 80335 München
Modell jedoch war 1925 der Doppeldecker U 12
Tel.: (0 89) 1 39 28 42-0, Fax: (0 89) 1 39 28 42-28
„Flamingo“. Er wurde das StandardschulflugGeschäftsführer: Christoph Mattes
Anzeigenleitung: Christoph Mattes
zeug der Deutschen Verkehrsfliegerschule (DVS) INFO
Tel. (0 89) 1 39 28 42-20, Fax: (0 89) 1 39 28 42-28
INFO
in Schleißheim. Der Udet- Flugzeugbau bestand
E-Mail: [email protected]
bis 1926 und ging danach in den Bayerischen TIPP
Anzeigenverkauf: Christopher Stützel
Tel. (0 89) 1 39 28 42-34, Fax: (0 89) 1 39 28 42-28
Flugzeugwerken in Augsburg auf.
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Anzeigendisposition: Susanne Hecher
Tel. (0 89) 1 39 28 42-35, Fax: (0 89) 1 39 28 42-28
E-Mail: [email protected]
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 18 von 01.01.2014
weitere Informationen
Sonderausstellung bis zum 23.02. 2015
Flugwerft Schleißheim
Effnerstr. 18
85764 Oberschleißheim
www.deutsches-museum.de
Vertriebsleitung und Abobetreuung:
Susanne Hecher
Tel. (0 89) 1 39 28 42-35, Fax: (0 89) 1 39 28 42-28
E-Mail: [email protected]
Layout und Grafik: Roland Maier, rm-k.com
Internet-Service: Lösch und Partner GmbH
Technik in Bayern erscheint zweimonatlich.
Der Bezugspreis ist bei VDI- und VDE-Mitgliedern der
Bezirks­vereine in Bayern sowie dem IDV in der Mitgliedschaft enthalten.
Vorschau TiB 2/2015
Medizintechnik
Jahresabonnement 36,– Euro / 72,– SFr; Einzelheft 8,–
Euro / 16,– SFr. Jahresabonnement für Studenten gegen
Einsendung einer entsprechenden Bestätigung 27,– Euro
/ 54,– SFr. Der Euro-Preis beinhaltet die Versandkosten für
Deutschland und Österreich, der SFr-Preis die Versandkosten für die Schweiz. Bei Versand in das übrige Ausland
werden die Porto-Mehrkosten berechnet. Die Abodauer
beträgt ein Jahr. Das Abo verlängert sich um ein weiteres
Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ablauf schriftlich
gekündigt wird.
Foto: Siemens
Medizinische Versorgung ist ohne den
Beitrag der Technik nicht denkbar.
Neben den „klassischen“ Technologien
werden in naher Zukunft neue Systeme
anwendungsreif, etwa zur Frühdiagnos­
tik bei degenerativen Erkrankungen,
Assistenz­systeme für die Chirurgie oder
besser verträgliche Implantate.
Heft 2/2015 macht Sie mit den wichtigsten
Entwicklungen bekannt.
Thema Heft 3/2015
Thema Heft 4/2015
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Nächster Redaktionsschluss: 19.01.2015
Technik in Bayern 01/2013
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