24-seitige »Lesikon«

24-seitige »Lesikon«
Bindung
von Kaffee aufweisen könnte. Auf diese Weise verprellte man
sowohl Stammkunden als auch Prospects. Eine ähnl. gelagerte
Schwierigkeit kann sich aus Firmenfusionen und -aufkäufen
ergeben. Daimler und Chrysler konnten sich als Marken verbinden, weil sie weder einen Gegensatz bilden, noch sich zu
ähnlich sind. Dagegen wäre es undenkbar, wenn Coca Cola
und Pepsi Cola zum gleichen Unternehmen gehörten. Käme
das jemals heraus, es gäbe einen Eklat. Gestörte M.! Juli Gudehus
R Die traditionellen Orientierungspunkte der ach so fortgeschrittetenen westlichen Zivilisation gehen immer deutlicher verloren: _Gott? Ach ja, das ist doch der, dessen Sohn beim einzig
besuchten (und teurer als jeder Musical- oder Oper von VeronaBesuch bezahlten) Gottesdienst im Jahr so pittoresk über dem
Altar neben dem Weihnachtsbaum hängt. _Familie? Meist nur
noch temporäres Zweckbündnis zum Steuernsparen auf der
Suche nach Zuflucht und Geborgenheit. _Beruf als Berufung?
Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Und man kann ja
froh sein, wenn man seinen Arbeitsplatz behalten darf. Oder
aber: Hier wird merkt man wenigstens an den täglichen 12 hTagen, dass man in dieser Gesellschaft noch gebraucht wird!
Freizeit findet vor dem Fernseher statt, das Wochenende wird
gegenüber den Kollegen schon als Urlaub bezeichnet. Was ein
Glück hat die Konsumgesellschaft die »Marken« geschaffen.
Sie geben Orientierung im immer komplexeren und stressigen Alltag. Bei Schnupfen tempo, etwas warmes von knorr
braucht der Mensch und an meine Haut lass ich nur Wasser
und cd. Wenn schon die zwischenmenschlichen Beziehungen
immer unzuverlässiger werden, die Marken bleiben mir treu.
Sie suggerieren mir, dass ich doch nicht einsam bin. Im Gegenteil: ich gehöre dazu. Zu den klischeehaft erfolgreichen und
glücklichen Testmonialfamilien der Werbewelt und den vielen
anderen, die auch nur das beste von persil kaufen. Die Marke
ist mein Freund, da weiss ich, was ich habe. Und wenn ich es
mal vergessen habe, brauche ich nur auf die Seitenaufschrift
meiner Waschmittelverpackung zu schauen: henkel, a brand
like a friend. Benjamin Baader
R Die Marken der alten Welt lernen gerade, mit ihren Konsumenten auf Tuchfühlung zu gehen. Massenhafte Individualkommunikation könnte zu einem Erfolgsfaktor werden. »Call-Center entwickeln sich zu den  Fließbändern des neuen Jahrtausends«, prognostiziert die Webagentur  Popnet. Das Produkt,
das Kunde und Telefonist dabei  montieren: M. Ralf Grauel, »Die Macht
schichtet. Vorteil dieser jüngsten Form der Bindung: Es lassen
sich unterschiedliche Materialien zusammenbinden: Papiere,
Pappen, Folien etcetera. Sie lassen sich gut blättern und bleiben auch aufgeschlagen  plan liegen. www.detesys.de
R Für die R. sind Spezialstanzungen erforderlich. Die Ausstanzung wird so vorgenommen, dass eine Öffnung des Stanzloches hin zur Blattkante im Rücken gegeben ist, wodurch ein
manuelles Auswechseln der Einzelblätter ermöglicht wird. Die
Verbindung der Blätter erfolgt durch einzelne Kunststoffringe.
Der zu bindende Block wird im Rückenbereich zwei- bis vierfach gestanzt. www.integralis-hannover.de
der Marke«, brand eins 02 / 00

self liquidating offer
kundenbindung klebebindung S. 2587
 S. 418
 perfobindung R ist ein Klebebindeverfahren. Die Rücken­
fälze werden schlitzperforiert. Der eindringende Klebstoff verbindet die einzelnen Viertelbogen eines Falzbogens miteinander. www.grafikhirsch.de
R Die haltbarere Verbindung. […] Die P. bietet sich an, bei Broschuren und Büchern, mit einem hohen Papiergewicht, bei
dem eine Hotmeltklebebindung keine ausreichende Festigkeit
mehr erbringt – wo allerdings die Preisvorgaben keine Fertigung als Fadenheftung oder Fadensiegelung zulassen. www.buchbinderei-berenbrock.de

performa, performance, perforation
ringbindung R ist nicht immer
 schoen aber durchaus
praktisch! nur metal nicht plastik! man kann besser  blaettern /  schreiben … aber hat immer einen  block-karakter! ­Stefanie Baldermann
R
Auch: wire-o-bindung oder spiralbindung . Hierbei wird ein Papierblock aus Einzelblättern an der linken Kante gelocht und entweder eine Spirale oder Ringe eingefädelt.
Sie können aus Metall oder Plastik sein und sind oft farbig be-
136
Hochzeit
hochzeit
nuptial
ausrichten
aussteuern
mcbride
weiss
spitzen
häubchen
schleier
dichroitischer schleier
grundschleier
grauschleier
farbschleier
verschleierung
altarfalz
pfarr
liturgisch
splendorgel
orgelprospekt
register
daumenregister
schuppenregister
panoramaregister
alle register ziehen
registerhaltig
manual
choreographie
anchor
orator
trauen
ja
ringbindung
kiss-prinzip
kiss-cut
kismet
kisman
fokussieren
xoxo
absegnen
öffne datei mit paaren
diese paare zuerst kernen
kerning-paar
unterschneidungspaar
freude
bewegung
augenwischerei
empfindlichkeit
glück
klischee
weichzeichner
kitsch
Hochzeit
hochzeit R rrtümlich doppelt gesetztes Wort (Druckfehler). www.typographisches.de
Breitfetts H.: B. war bedrückt. Zwar war sein Königreich nur
ein ganz kleiner Satzspiegel, aber doch hübsch aufgeteilt, die
Stege ästhetisch platziert im vollkommenen goldenen Schnitt.
Hier wollte er seine persönliche Schriftfamilie gründen – ohne
Schusterjungen, Hurenkinder und Bastardschriften. Und morgen sollte er Schmalmager freien! Schmalmager – Abkömmling der edlen Familie Alinea, zurückreichend in die Zeit, da
Buchstaben noch Kunstwerke waren, einzeln von sachkundiger Hand mit Blattgold auf Pergament gepinselt. Eleganter
Ductus, zarte  Punze in noblem Graukeil, sicheres Auftreten
im ganzen Geviert – das war Schmalmager. Breitfett dagegen
spürte schwer seine Dickte, schon seine Eltern waren grotesk.
Als der Schriftsetzer Breitfett zum ersten Mal sah, hatte er entsetzt »deleatur« gerufen, woraufhin Breitfetts gute Mutter dem
Taktlosen das Brotgeld versagte. Aber Breitfett hatte verstanden – bei ihm halfen auch keine Akkoladen, nein, er musste
auf Inhalte setzen. Und so hatte er im Laufe der Jahre durch geschicktes Einsetzen von Ligaturen und Schriftkegeln rationelle
Texte erschaffen, ohne auf ästhetisch erwünschte Unterschneidungen verzichten zu müssen. Sein Haus war gut bestellt; sollten die kleinen Buchstaben kommen! Ob Schmalmager wohl
diesen Wert erkennen würde, fragte er angstvoll seine treuen
Versalien. Stabil wie sie waren, suchten diese ihren König zu
beruhigen, nur die gemeinen Gemeine runzelten zweifelnd ihre Serifen. Im Verlauf kam der Morgen. Eilig wurden Satzfahnen gehisst, denn schon nahte mit großer Vorbreite Schmalmager. Aufgeregt veränderte Breitfett die Farbtiefe und schickte seiner Braut schön gestaltete Flattersätze entgegen. Und da
war sie – Schmalmager! […] Versalien und Gemeine brachen
aufgeregt neu um – die Braut war ein Zwiebelfisch! Breitfett jedoch wurde kursiv und überreichte Schmalmager sein schönstes Wasserzeichen. Alle klatschten, als Breitfett und Schmalmager unterschnitten bis zur  Überschneidung, umstehende
Buchstaben wurden zu Fliegenköpfen, als die beiden beiden H.
feierten. Im Laufe der Zeit gebar Schmalmager ihrem Breitfett
viele Minuskel, die mit den Jahren nicht nur zu stattlichen Majuskeln heranwuchsen, sonder mehr noch zu einer ganz eigenen Schrift. Und wenn sie nicht gestorben sind, so druckt man
sie noch heute. Dot. Karla Kurz
R »Ich habe einen Computer«, schreit es einen von H.s-Einladungen […] an. »Und ich habe mir ein Designprogramm samt
Schriften von einem Kumpel kopiert.« Da probieren die frisch
gebackenen Gutenbergs dann alles aus, was Bill Gates und
Konsorten so hergeben. Fünf Schriften kringeln sich auf einem Blatt, werfen Schatten, liegen krumm und schief in der
Gegend rum, garniert mit Bildchen aus der mitgelieferten Datenbank. Philipp Contag-Lada, »Schrift kennzeichnet ihren Absender«, Stuttgarter Nachrichten, 3. 7. 2002
R Einen besonderen Platz in der Reihe der  Privatdrucksachen
nimmt die Vermählungsanzeige ein. Gleichzeitig muss auch
die Verlobungsanzeige genannt werden, die unter ganz ähnlichen Gesichtspunkten gehalten wird. Für die Karten, die meist
gefalzt werden, sind außer Normalformat a6 auch andere Größen im Gebrauch, schlankere oder breitere. Man hält sich dabei an die vorhandenen Papeterien. Bei den Vermählungsanzeigen wird die  Vorderseite häufig dazu benutzt, ein  schönes Monogramm (die Anfangsbuchstaben der beiden Partner)
oder ein feines, typografisch gesetzes Signet anzubringen. Auf
den Innenseiten wird nun der eigentliche Text, die Vermählungsanzeige gesetzt. Wir müssen zwei Arten unterscheiden,
nämlich die ältere, bei welcher die Anzeige durch die beiden
Elternpaare geschieht, wobei auf der linken Seite die Anzeige
der Eltern der Dame und auf der rechten Seite diejenigen der
Eltern der Dame und auf der rechten Seite diejenige der Eltern
des Herrn zu stehen kommt. Und weiter kennen wir die am
häufigsten angewendete Form, auf welcher nur das junge Paar
selbst seine Vermählung anzeigt. Bei der ersten Art, die meist
titelmäßig gesetzt wird, ist darauf zu achten, dass die linke
R
Hochzeit
und rechte Seite sich gut die Waage halten. Man wendet hierzu
meist symmetrische Satzart an, während bei der zweiten, häufigeren Art auch die neuzeitl. Gestaltungsweise Raum gewinnt.
Vermählungsanzeigen werden in schönen Zeilenfällen gegliedert und müssen vor allem ästhetisch und nicht reklamenhaft
wirken. Auch die Verwendung einer zweiten Farbe kann die
ganze Karte noch verfeinern. Die Vermählungsanzeige enthällt die Namen des Paares als wichtigste Zeile, sodann den
allgemeinen Text, und dann folgt das Datum mit der neuen
Adresse. Bei der Verlobungkarte werden die Adressen der beiden Verlobten angegeben. Bei Verlobungsanzeigen wird in der
Regel der Name der Dame vorangestellt, bei Vermählungskarten umgekehrt. Als Schrift kommen klassische Antiqua- oder
Mediäval-, sowie feine Grotesk- und überhaupt auch weitere
gute neuzeitl. Schriftschnitte in Frage. Man kann druch die besondere Schriftwahl der Vermählungskarte einen bestimmten
Charaker geben. Manfred Jakobs, »Grundlagen Gestaltung & Typographie«, www.frese.de
 hochzeitsfotos
fusion, grusskarte, handkolorierung,
leiche, ­kleinanzeige
 S. 1156
nuptial R Veraltet: ehelich, hochzeitlich. Ursula Hermann, »Knaurs Herkunftswörterbuch, Etymologie und Geschichte von 10 000 interessanten Wörtern«, 1982
Designed by Intertype’s design group under the direction of
Edwin w. Shaar in about 1952, n. Script is an informal face designed especially for wedding invitations. Ornate without being
fussy, n. Script is a welcome  alternative to more commonly
used alternatives. n. Script’s letterforms were influenced both
by English copperplate hands and Italian calligraphic swash capitals. www.linotype.com
spezial, medial, mondial, testimonial, tutorial,
­imperial, arial, editorial, centennial, commercial,
confidential, superstitial, interstitial, initial
R
ausrichten R Synonym für: weitersagen , mitteilen .
Einer Person von einer anderen Person eine Nachricht überbringen. Juli Gudehus
 S. 1892
aussteuern R Das Einstellen von Bildparametern ( Helligkeit, Kontrast,  Gradation, Farbsättigung) bei elektronischen
Bildgebern. www.vasquez.de
 syntax
mcbride S. 2367
 weiss R w., emil rudolf Ein führender deutscher Typograph, Designer und Kalligraph. Emil W. arbeitete bis Ende
der 30er Jahre für die Schriftgießerei Bauer. Von W. stammen
die Schriften w. Antiqua, w. Fraktur, w. Gotisch, w. Rundgotisch,
w. Kapitale und die w. Lapidar. Götz Morgenschweis, http: / / typo.goemo.de
R Geb. 12. 10. 1875 in Lahr (Baden), gest. 9. 11. 1942 in Meersburg am Bodensee. Der Maler und Graphiker studierte bei Leopold von Kalckreuth und Hans Thoma in Karlsruhe und war
1907 – 1933 Professor an den Vereinigten Staatsschulen für bildende Künste in  Berlin. W. hat sich vor allem um die Buchkunst verdient gemacht, er entwarf Titel, Einbände, Illustrationen und neue  Schriften (»W.-Fraktur«, »W.-Antiqua«, »W.Gotisch«, »Rundgotisch«). Außerdem schuf er  Radierungen
(»Widmung an Hölderlin«, »Frühling«), Lithographien (»An
das Schicksal«, »Lied von Schubert«) und Holzschnitte (»Der
Wanderer«). »Das große Lexikon der Graphik. Künstler, Techniken, Hinweise für Sammler«, 1989
R Ich w., daß ich nichts w. Sokrates, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
 bourke-white
 wais
wass, bass, blass, bss, css, gross, mass, press, schloss,
spass, spiess, stress, suess, xpress, fuss, fluss, fleiss
 S. 2189
138
spitzen R Am besten sp. Sie einen Blei- oder Farbstift mit
den Negativen hauchdünne Silberablagerungen entstehen, die
einem Skalpell oder einem scharfen, kleinen Messer. Damit
wie ein dichroitischer Filter wirken. Wegen unregelmässiger
kann man die  Mine sehr weit freilegen, um dann daraus eine
Verteilung machen sich dichroitische Schleier in der DurchSeite für breite, die andere für sehr feine Striche zu arbeiten.
sicht als gelbliche bis rotbraune Flecken bemerkbar. AusserDer Kenner hat zudem während der Arbeit ein kleines Stück
dem wird durch Erhöhung der Grunddichte der Kontrast verSchmirgel- oder  Sandpapiers neben sich, über das er die Stiftmindert. In feuchtem Zustand kann die Schicht vorsichtig abspitze immer wieder kurz zieht: Sie bleibt scharf, ohne ständig
gewischt werden. Später ist Abhilfe kaum mehr möglich (allengekürzt werden zu müssen. Manufactum-Katalog Nr. 12, leider ohne Jahr
falls durch Umentwickeln der Negative). www.fotolabor.de
R Bleistiftspitzer sind nützliche  Hilfsmittel, aber schwieriger
als Messer oder Klingen zu handhaben. Die Spitze einer Mi- grundschleier R Schwärzung, die in einem entwickelten
Negativ auch ohne Belichtung vorhanden ist (Schleier). Adrian
ne bricht bekanntlich dann ab, wenn sie richtig angespitzt wäBircher, »Laborlexikon«, www.fotoline.ch, 1995
re. Für Druckstiftminen gibt es einen speziellen Spitzer. Klingenmesser und Schablonenmesser gehören zu den praktisch- R [In] einer unbelichteten fotografischen Schicht [die] erste meßsten Hilfswerkzeugen des  Zeichners, obwohl eine einseitig
bare Schwärzung. www.mediafant.de
geschützte Rasierklinge auch einen, wenngleich weniger siche- R In der Umgangssprache: grauschleier . Eine Schwärzung
ren Ersatz darstellt. Ein Zeichenstift, der mit einer Klinge sachim Film an den Nichtbildstellen. Diagnose: Filme, die als Kogemäß angespitzt wurde, wird nicht nur besser zeichnen, sonpiervorlage für die Druckplattenherstellung dienen, sollen im
dern seine Spitze wird auch länger halten als die mit dem BleiIdealfall nur an den Bildstellen geschwärzt sein. Bezüglich der
stiftspitzer geschärfte. »DuMont’s Handbuch für Künstler«, herausgegeben von Stan Smith und
Dichte des G.s wird hier ein maximalen Wert von d 0,06 festTen Holt, erschienen 1986
gelegt. Die Messung der Dichte des G.s wird mit einem DurchR Ich erinnere mich, wie mir klar wurde, daß ich wirklich »angelichtdensitometer durchgeführt. »Fehlerbilder in der Vorstufe«, www.fogra.org
kommen« war, als ich meinen elektrischen Anspitzer bekam. R Die Minimaldichte (G.) soll 0,25 nicht überschreiten. »Film-Folien-Systeme«, online-media.uni-marburg.de
(Im Ernst, das war ein großer Augenblick für mich. Er hatte
Saugnapf-Füße, eine durchsichtige Schublade für die Späne R Der G. hängt unter anderem von der  Schichtdicke und der
und ein Licht, das mir signalisierte, wenn der Bleistift scharf
Einfärbung der Emulsion (Grey Base) ab und kann immer in
war! Ja, ich war vorangekommen.) Gary Larson, »Sorry for the Confusion«, »The Comder unbelichteten Randzone des Filmes festgestellt werden. Eiplete Far Side«, 2003 – hiermit wärmstens empfohlen!
ne verlängerte Entwicklung (Empfindlichkeitssteigerung) hebt
spitzenpapiere, spitz, spitz werden,
auch den G. an, was zu längeren  Kopierzeiten führt. Adrian Bircher,
»Laborlexikon«, www.fotoline.ch, 1995
spitzsatz, ­spitzlichter, spitzkorn, spitzkolumne,
spitz­marke, werkzeugspitze, spitzklappen-kuvert,
spitzpunkt, ­spitze, pfeilspitzen
grauschleier R Ein (erhöhter)  Grundschleier, [der] über
stanzen, setzen, schützen, spritzen, ritzen,
dem  Schwellenwert [liegt]. Adrian Bircher, »Laborlexikon«, www.fotoline.ch, 1995
R Für die Entstehung eines G.s bei der Entwicklung von belichpelzen, ­falzen, bolzen, blitzen, butzen, nutzen,
ätzen, kürzen, kreuzen, citizen
teten  Schwarzweißpapieren können verschiedene Ursachen
spiess, spiegel, spider, spiekermann, spirale,
verantwortlich gemacht werden. Beispielsweise führen zu lanspirit, ­spinatsch, spinnen, spielen
ge Entwicklungszeiten dazu, daß auch unbelichtete Silbersalze reduziert (entwickelt) werden. Ebenso können unsachgemähäubchen R Bei Leder- und Pergamentseinbänden die breit
ße Lagerung der Fotopapiere (Wärme!) oder eine falsche Dungedrückten und schön geformten Rückenenden an Kopf und
kelkammerbeleuchtung sowie Streulicht eine störende G.-BilSchwanz. »Bookbinders-Encyclopedia (German)«, www.schmedt-shop.de
dung hervorrufen. Hugo Schöttle, »DuMont’s Lexikon der Fotografie«, 1978
R Fakt packt den G. Werbespruch von Fakt, 1972
 frau antje, spitze
 tonung, tonen, plattenton
schleier R Scheinwerfervorsetzer mittleren Dichtegrades zur  S. 431
Herabsetzung der Lichtintensität. »Lexikon der Hörfunk- und Fernsehbegriffe«, herausgegeben vom Bayerischen Rundfunk, 1997
farbschleier R [Haben Sie] F. auf den nicht bedruckten FläR Metallisches Silber in unentwickelten  Teilen des Bildes. Entchen, [dann] erhöhen Sie die Konzentration des Feuchtmittels
steht durch  Benutzung verbrauchter Entwicklerlösung oder
ode geben Sie  Wischwasserzusatz hinzu, so daß die BenetÜberentwicklung. www.erinnerungsfoto.de
zungseigenschaften besser werden. Es wird nicht empfohlen,
R Schwärzung unterschiedlicher Dichte von Filmmaterial, herdie Feuchtmitteldosierung selbst zu erhöhen, da dies zur Vervorgerufen durch Alterung oder unbeabsichtigten Lichteinfall. teilung des Feuchtmittels in die Tinte (Emulgierung) führen
»Lexikon der Hörfunk- und Fernsehbegriffe«, Hrsg. Bayerischer Rundfunk, 1997
kann »Okiplate 904PSIII Ergänzende Hinweise zur Druckqualität«, www.oki.de, November 1999
R Entfernen wir den visuellen Sch. vom Geld als Banknote, so
 S. 1500
bleibt ein Stück Papier zurück, dessen einzige Funktion es ist,
eine Zahl zu transportieren. Fast ein leeres Blatt. Eine Fläche, verschleierung R Das Verdecken oder die Mystifizierung
wie eine leere Buchseite. Die Fläche eines noch nicht bedruckeiner Person oder eines Umstandes. Petra Karadimas
ten Plakats. Eine Fläche die herausfordert. Herausfordert zu ei- R Durch Verarbeitungsfehler oder Lichteinfall hervorgerufene,
ner Botschaft, die endlich auch den Sch. im Kopf lüftet. Stefan Nomehr oder weniger ausgeprägte Schwärzung einer Emulsion,
wak, in seiner Diplomarbeit, 1992
welche die eigentliche  Bildinformation überlagert. VerschleiR Ich finde ja Sch. ganz reizvoll und kann mir gut vorstellen, daß
erte Negative weisen einen verminderten Kontrast und eine
sie wieder  Mode werden, wie um 1900 herum. Juli Gudehus
zu hohe Dichte auf und erschweren oder verunmöglichen das
 gaze
Herstellen einer brauchbaren Vergrösserung. Durch Lichtein antischleiermittel
fall oder Überlagerung verschleiertes Papier sollte nicht mehr
 freier
verwendet werden.  schleier Adrian Bircher, »Laborlexikon«, fotoline.ch, 1995
R Der von der dtp-Werbung der 80er Jahre endlos wiederholte
dichroitischer schleier R Fehler beim Negativprozeß. Satz & 132;Ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte & 147; wird stänwww.oih.rwth-aachen.de
dig durch die Praxis widerlegt. Beliebige Illustrationen werden
R Durch Verunreinigung des Entwicklers oder zu lange Standzur V. von Sprachfaulheit und inhaltlicher Lücken eingesetzt. Hermann Rotermund, »Gute Typographie auf Papier und im Web«, www.weisses-rauschen.de
zeiten (bei regeneriertem Entwickler) sowie durch  erschöpfte oder mit Entwickler verunreinigte Fixierbäder können auf  blur
139
Hochzeit
altarfalz R Falzart, bei welcher die äußeren beiden Viertel
R
nach innen geklappt werden. www.merkur-einbeck.de
R Synonym auch: schrankfalz . Eine Anzeigen-Doppelseite,
aus der sich rechts und links je eine weitere Seite herausklappen läßt. medialine.focus.de
R Gefalzt wie ein Fenster, das aus zwei Flügeln besteht. Sigrid Gross,
»Lexikon der Typografie«, http: / / www.typografiker.de / pdf / typografie_glossar.pdf
R
Ein  Druck-Erzeugnis, dessen linker und rechter Rand sich
nach außen falten lassen. Aufgefaltet wirkt die Drucksache wie
ein Altar mit einem linken und rechten Flügel. www.elektroniknet.de
pfarr R Wenn der Designer als Vermittler durch den Designer
als Priester des Guten abgelöst wird, bedeutet das, das Publikum für dumm zu erklären und zu entmündigen. Alex Cameron, »Gutes
oder schlechtes Design – eine Frage der Moral?«, Novo, Heft 44, Jan. / Feb. 2000
Das Wunderbare an P.s Bildern ist, dass sie ihren Witz nicht
verlieren, wenn man ihn verstanden hat. Frankfurter Allgemeine Zeitung, leider
ließen sich Autor, Titel des Artikels und Datum nicht ermitteln
Was komisch ist, darüber hat jeder so seine eigenen Ansichten.
Wirklich komisch wird’s aber meist, wenn jemand seiner Ansicht nach vernünftig ist. Bernd P.s Figuren jedenfalls handeln
streng logisch, ihrer Auffassung gemäß. Und bringen dabei jede handelsübliche Auffassung von Logik zum Platzen. […] Das
Unerwartete ist Bernd P.s Metier. Mit sicherem Gespür entdeckt er unzählige Situationen, die unserer Schulweisheit bislang unbekannt waren, und verfertigt darüber »komische Bilder« (so der Titel eines seiner lehrreichen Sammelwerke), also
anschauliche Abhandlungen in Text und Illustration, die uns
den Umgang mit dem Unerwarteten vertraut werden lassen.
Wir reagieren darauf mit erkenntnissattem Gelächter, glücklich, wieder unverhofft etwas über die große, unfaßbare Welt
draußen erfahren zu haben. P.s prägnante und obendrein geschmackvoll gestaltete Bildertraktate erklären mit jedem Wort,
in jedem Strich: So geht’s. So kann’s gehen. Und: nur weil der
Mensch vernunftbegabt ist, ist er auch komisch. Noch eine Erkenntnis, P. sei Dank. Martin Budde, www.top100comics.de
R Bernd P.s Bücher sind so schön, dass man in ihnen wohnen
möchte. Wiglaf Droste, zitiert im Verlagsprospekt von Kein & Aber
R Einer der fähigsten und genialsten Karrikaturisten der Welt. htR
p., bernd Geboren 1958, […] studierte an der  Hochschule für Gestaltung in  Offenbach am Main und zeichnet seit
1978 Cartoons und Illustrationen für verschiedene Zeitschriften und Verlage, unter anderem viele Jahre für das zeit-Magazin. Außerdem hat er zahlreiche Bücher illustriert und Buchtitel entworfen, unter anderem die 1998 erschienene Erich-Kästner-Gesamtausgabe und 1999 die Hermann-Kesten-Ausgabe.
1998 erhielt er den Max-und-Moritz-Preis. www.bernd-pfarr.de
R Ein Blick auf seinen Strich, und man ahnt: dieser Mann ist chatp: / / home.welfen-netz.de / owitte / d / sondermann / 1st.stm
rakterlich fadengeheftet und opazitätshörig. »Fahrvergnügen«
heißt ein Band, den der Frankfurter Zeichner veröffentlichte, R Und Bernd P. hatte wirklich historische Momente! Jamiri, im Interview
mit Karsten Schreurs, www.comicgate.de
aber das vorerst Beste kam im letzten Herbst: »Sondermann
R [starb] 2004 45jährig an Lymphdrüsenkrebs. www.hinternet.de
im Glück«! Häuptling eigener Herd, www.h-e-h.de bzw. www.haeuptling-eigener-herd.de
R Wenn der Maler und Poet Bernd P. zum Flachpinsel greift und
 pfäffli, vicary
mit Acrylfarbe aus der Tube auf grundierte  Leinwand malt,  parr
entstehen Gemälde, die einen, für sich genommen, über den
Zustand der zeitgenössischen Malerei hinwegtrösten. im Verlagspro- liturgisch R Schriftentwurf von Otto  Hupp (1909). »TypograR
spekt von Kein & Aber, leider ohne Jahr
phie – wann wer wie«, Hrsg. Friedrich Friedl, Nicolaus Ott, Bernard Stein, 1998
Windschief ragen Hauswände und spitze Dächer in den Him- R Der Name [der  Textur] geht zurück auf das gewebeartige Ermel, Autos von gemütlicher Rundlichkeit tuckern durch krumscheinungsbild der in dieser Schrift geschriebenen bzw. geme Kleinstadt- und Vorortstrassen, vorbei an Objekten von bedruckten, meist l.en Texte. »Kleines Glossar. Typografie und Layout im Desktop-Publishing«,
Zusammengestellt von Jürgen F. Schopp, 3. 7. 2003 (»erst zum Teil korrekturgelesen«), uta.fi
fremdlicher Vertrautheit und an ebenso liebenswürdigen wie
wunderlichen Zeitgenossen. Auch in den Häusern drin ist kei- R Für die Illuminierung vor allem l.er Texte entstanden bedeune Linie gerade, das Mobiliar ist von zeitlos altertümlicher Motende Malschulen, zum Beispiel unter Karl dem Großen in Aadernität, und die elegantesten Lampen der Welt beleuchten
chen, Metz, Tours, Reims. »Kunst-Lexikon der Weltkunstgeschichte«, www.infobitte.de
das Treiben der Protagonisten: Alles scheint in einen Zustand R Meister Leonhard [1453 bis 1522], bedeutendster Kalligraph der
schwebender Schwerelosigkeit gebannt – und unweigerlich
deutschen Spätrenaissance und Schöpfer der kalikraphischen
sorgt man sich, ob die Situation ihr  Gleichgewicht wird wahFraktur [vollendete] als Pater […] im Skriptorium [seines] Kloren können, oder ob sie … […] Natürlich kippen die Situationen
sters [in Augsburg] mehr als 50 Manuskripte, überwiegend l.e
zumindest im übertragenen Sinne um und purzeln vergnügt
Kodizes, deren einige von so bedeutenden Miniaturmalern wie
in eine überraschende Pointe, denn in b. p.s gefährlichem Alldem Augsburger Nikolaus Bertschi illuminiert wurden. Wolfgang
Beinert, www.typolexikon.de (Eine Arbeitsfassung – inhaltlich und formal noch unvollständig und fehlerhaft.)
tag sind die natürlichen Schwerkräfte zugunsten der Logik des
Komischen aufgehoben, und so  gewöhnliche Menschen wie  litho, litfasssäule
Herr Sondermann, Theseus, Sie und ich oder Frau Santabellavistamaggiore geraten in die merkwürdigsten Lebenslagen. […] splendorgel R ist der Name eines doppelt geglätteten NaP. illustriert nicht. P. fasst eine Situation, die ihn anregt, im erturpapiers und -kartons von Fedrigoni, hochweiß. Juli Gudehus
sten Panel nur zusammen, um sie dann, von Assoziationen  splendorlux, splendid
gelenkt und dank Gedankensprüngen abtreibend, umso freier spiegel, siegel, silicagel, nagel, mangel, dschungel,
weiterspinnen zu können, Bild um Bild, bis sie sich in absurjiggel, regel, kegel, tiegel, ziegel
der Überspitzung oder gar in heiterem Irrsinn auflöst. […] b. p.
ist einer der erfolgreichsten und produktivsten deutschen Co- orgelprospekt R Ein überaus voll und laut gestaltetes Wermic-Zeichner und Cartoonisten. Neben seinen Beiträgen für
beblatt, meist für Super- und Baumärkte oder Möbelhäuser.
das Magazin des Tagesanzeigers zeichnet er im deutschen SatiDer Grafiker hat hier  alle Register gezogen, um der kleinen
remagazin Titanic Episoden aus dem Alltag des biederen BüroDrucksache maximale visuelle Wucht zu verleihen. Statt Einangestellten Sondermann, er schildert die Abenteuer von »Alex
zelheiten wird jedoch nur ein verschwommenes, unentwirrbader Rabe« im Reformhauskurier, und er erfreut die Leserschaft
res Cluster wahrgenommen. Juli Gudehus
des Zeitmagazins mit Cartoons. […] P.s Cartoons […] sind allein  prospekt, werbeprospekt
graphisch schon sehr ungewöhnlich: P. malt sie mit Ölfarben
auf grosse Leinwände, verkleinert sie dann auf Zeitschriften- register R Die für die unterschiedlichen Resonanzbereiche
format und versieht sie mit seinen eigenartigen Unterzeilen. charakteristische Färbung der Stimme. Die wichtigsten BeChristian Gasser, »Dufte! Der Welt die Realität austreiben.«, http: / / leeson.ohje.de / nr10 / pfarr.htm
standteile des Timbres einer Stimme sind Kopf- und Brust-R.
R ist mein Lieblingszeichner er macht wunderbar hintergründiDazu kommen in den hohen Lagen noch das Falsett (bei Mänge Cartoons. Man beachte insbesondere die Bildunterschriften. nern) und das Pfeif-R. (bei  hohen Sopranen). Bei der klassi­
http: / / www.physik.uni-freiburg.de / ~hoffmann / pfarr.html
schen Gesangsausbildung wird der Erwerb der stimmlichen
R
140
Hochzeit
Fähigkeit angestrebt, einen mühelosen Übergang von einem anchor R Position eines Hypertext-Links. Beschreibt die Posizum anderen R. vollziehen zu können und alle R. in einer austion eines Links innerhalb einer Website, wird aber auch vergewogenen Mischung anzubieten. www.opernlexikon.de
wendet, um den Zielort des Links zu definieren. Deutscher Fachverlag
GmbH, www.horizont.net
R Ein historisches Papierformat (Deutschland): 40 × 50 cm. www.
schneidersoehne.com
R Auch: sprungmarke . Verweisziel in einem html-DokuR Bedeutet im  Schriftsatz die ausgeglichene vertikale Anordment. Deutsch: Anker. Der A. zeichnet einen Text, eine Grafik
nung der Zeilen auf Vorder- und Rückseite von zweiseitig beoder ein anderes Element einer html-Seite als Link aus. Der A.
druckten  Dokumenten und bewirkt, daß die Zeilen genau
bezeichnet die Stelle, zu der verwiesen werden soll, und wird
deckungsgleich angeordnet sind. www.konrad.de
von den  Tags <a name=«name_der_stelle«> und < / a> einge S. 1845
schlossen. netlexikon.akademie.de
R A brand needs to enter consumers’ shopping trolleys – the
daumenregister R Kleine  »Fahnen« an Buchseiten, die
home of all packaging – and should be anchored in their minds
das Auffinden bestimmter Seiten erleichtern, zum Beispiel in
and hearts. www.mutter.de
alphabetischer Reihenfolge in einem Lexikon (beliebt bei Stu- artdirektor, traktor, motor, majoor, marmor,
denten im Examen: Haftzettel-Register). Anja Wagner
castor, cursor, windsor, klingspor, humor, horror,
R Griffregister, stufenartig am Vorderschnitt eines Buches aus­error, ­l abor, vektor, visor, pictor, dekor
geschnittene Stellen, um bestimmte Abteilungen oder Buchstaben eines Werkes rasch auffinden zu können. »Bookbinders-Encyclo- orator R Betender, von lat. orare = beten. 1962 von l.h.d. Smit
pedia (German)«, www.schmedt-shop.de
entworfene Schrift (Linotype).  ora et labora Juli Gudehus
R Synonym auch: fingerhohlschnitt . Meist halbrunde
 operator
Ausstanzung. www.walter-schomaker.de
daumenkino, daumenprobe, daunendruck, dauer­
trauen  S. 999
anschlag, dauerlicht, dauerwerbung, dauerwerbe­
sendung, dau, lebensdauer, blitzdauer
ja R Option in Dialogfeldern.  si Juli Gudehus
R Äußerung der   S. 1300
Zufriedenheit.  jijé Juli Gudehus
R Der Weg zum J. führt fast immer über die Brücke der Gefühle.
schuppenregister  S. 2606
So wie sie in all unseren biologischen  Programmen verankert
sind, so spielen sie – selbstverständlich – auch in der Werbung
panoramaregister R Ein  aufwendiger, eleganter Regieine ganz zentrale Rolle. Gundolf Meyer-Hentschel, »Alles was Sie schon immer über Werbung
wissen wollten«, 1996
sterschnitt. Verhindert das Einknicken der unteren Umschlag­
R Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist
ecke. www.walter-schomaker.de
vom Übel. Jesus, in der Bibel, Matthäus 5
alle register ziehen R Eine beliebte Sportart bei Orga- R In der japanischen Sprache gibt es zwanzig Wörter für j., und
nisten. Organisten aus allen Nationen treten regelmäßig bei
eines davon bedeutet nein. Beat Gloor, »Staatsexamen. 81 Sprachbeobachtungen«
großangelegten Veranstaltungen mit- und gegeneinander an. R Name einer dt.  Handelsmarke.  weisse marke Juli Gudehus
Ziel ist es, möglichst alle  Register gleichzeitig zu ziehen. Ste- R Ich glaube bis heute, daß das ein Fehler ist, auf Produkte Ja! in
phanie Fortmann
Blau draufzuschreiben, ich glaube, man müßte in Rot Nein!
R Die Gestalter von Elektrosmog ziehen alle Register der grafidraufschreiben. Barbara Gies und Christopher Roth, »Minusvisionen – Unternehmer ohne Geld. Protokolle von Ingo Niermann«, 2003
schen Kunst. im Verlagsverzeichnis 2002 / 2003 von Lars Müller Publishers
R Werbung ist der ungebetene  Gast, der a. R. z. muß, um sich jaz, jazz, jals, jade, jane, java, japico, jacno,
nicht rausschmeißen zu lassen. Jean-Remy v. Matt, im Interview auf persoenlich.com
janosch, ­janus, janson, jannon, jaguar, jaggies,
alle, alle ersetzen, alles
jamiri, jacket, jahrbuch, japanpapier
auswählen, alles lösen
 mamiya, hmnja
 S. 2708
ringbindung  S. 136
registerhaltig R Genaues Aufeinanderpassen des Drucks
unterschiedlicher Seiten. www.walter-schomaker.de
kiss-prinzip R Keep it simple and stupid – beschreibe es einR Bei mehrspaltigem Satz wird durch die Registerhaltigkeit erfach und leicht dümmlich. Wichtigstes Gebot der Werbetexter,
reicht, daß alle Zeilen (außer den Zwischenüberschriften) auf
der Bevölkerung nicht allzuviel zuzumuten. Gundolf Meyer-Hentschel, »Alles
was Sie schon immer über Werbung wissen wollten«, 1996
gleicher Höhe liegen und daß der Satzspiegel unten gleichmäßig abschließt. www.konrad.de
R Für die zuordnung von fotos und text […] gibt es eine einfache
kiss-cut R Eine Stanztechnik welche erlaubt, dass nach dem
grundregel: zeilen und fotoformate sollen register halten, das
Verkleben zweier Papierbahnen mit zum Beispiel einem leicht
heißt in ihren abmessungen so aufeinander abgestimmt sein,
ablösbarem Leim die obere Papierbahn angestanzt und entdaß keine restflächen bleiben. Otl Aicher, »typographie«, 1989
sprechend abgezogen werden kann. www.wallon.fr
manual R (Von lateinisch manus = Hand) Handklaviatur, die kismet R (Türkisch nach arabisch kisma = Los, Anteil) das,
Tastenreihen des Klaviers und der Orgel, die mit den Händen
gespielt werden; im Gegensatz zum Pedal. musikinstrumente-discount.de
manuskript, manutius, manierismus,
manifesto, ­mani­pulieren, manilakarton,
manhattan, mandarin, mandala, mandorla,
manara, manga, mangold, mangel
mal, marshall, malstaffel, majuskel, maisel,
mail, ­mawil, markenartikel
 visual, qual
 S. 273 und S. 1299
choreographie Islam: die unabwendbare Fügung des Schicksals (Glück oder
Unglück), in der vom gläubigen Muslim der göttliche Wille erkannt wird. »dtv-Brockhaus-Lexikon in 20 Bänden«, 1988
 S. 800
kisman S. 100
 fokussieren R Nur Küsse schmecken besser. Werbeslogan von Eckes
Edelkirsch, ausgedacht von Young & Rubicam, 1969
R
Das Einleuchten der Scheinwerfer in eine bestimmte Richtung
und Bestimmung des  Lichtaustritts. »Lichtlexikon Veranstaltungstechnik«, auf
S. 1446
 www.ev-pa.de, 16. Mai 2001
141
Hochzeit
ning wird der Abstand zwischen benachbarten Zeichen auf der
Grundlage der Zeichenform angepasst. Ein benutzerdefinierwww.avinvest.de
ter Kerning-Wert kann zwischen zwei Zeichen angewendet
R Die Einstellung der Entfernung am  Objektiv auf das Objekt. werden, um den Abstand wie gewünscht zu ändern. demo.sfgb-b.ch
Hartwig Schlüter, www.imagery.de, last updated 12. 12. 1999
R Je mehr k.-p.e berücksichtigt werden, desto besser. »Adobe InDesign
CS2«, erschienen 2005
R Schwarzweißaufnahmen wirken immer edel und im Gegensatz zu unserer gewohnten farbigen Wahrnehmung symbol- kerning, gruppenkerning, verankern, spulenkern,
hafter, abstrakter. Das führt zu einer starken Fokussierung auf
­augenzwinkern, auflockern, anmarkern, markenkern,
das Objekt, das ich fotografiere: Es gibt nichts, was mich abkernbotschaft, diese paare zuerst kernen
lenkt. Deneke von Weltzien, zitiert in »Farbkorrektur« von Claudia Gerdes, Page 09.2002
R Der Simplexity-Trend hat auch das Packaging erreicht. »Besser
unterschneidungspaar R Besteht aus zwei  Zeichen.
als die Bez. Simplexity finde ich hier allerdings den Begriff FoDer  Abstand zwischen den Zeichen wird durch den  Unterkussierung. Es geht schließlich darum, dass man sich auf eine
scheidungswert bestimmt. www.vm-marketing.de
Sache konzentriert, um den Verbraucher nicht mit Informatio- R Eine elementare Übung in kontextuellem Denken, auf der Banen und Eindrücken zu überhäufen«, so Sina Peters [Executive
sis des lateinischen Ausgangsalphabets. Philosophische DarleCreative Director bei Enterprise ig in Hamburg]. Ein gutes Beigung dass Zwischenraum schlussendlich wichtiger ist als indispiel für eine gelungene Fokussierung sind die Smoothie-Säfviduelles Auftreten. Visueller Beweis dass Positiv- und Negativte von der Londoner Firma innocent. Vorne sieht man das Loform nicht trennbar sind. Klassisches Beispiel dass das Zusamgo, die Geschmacksrichtung und die Beschreibung, um was es
menwirken zweier zufällig zusammenkommenden Einheiten
sich handelt: »Smoothie: Obst zum Trinken«. Auf der Rückseite
schlussendlich auf formale Gesichtspunkte hinausläuft, was
sind die wenigen Zutaten genau aufgelistet, und das war’s, der
in Zusammenhang mit dem ebenso zufälligen Umfeld gelöst
Verbraucher kann aufatmen. Antje Dohmann, »Klare Ansagen«, Page 10.2007
werden muss, und nie vollkommen sein kann. Zeichen unsefocus, autofokus, transfokator, hyperfokal­
rer Computerzeit, deren vermehrte Möglichkeiten mehr Vereinstellung, innenfokussierung
bindung und Kontext, und dadurch mehr  Komplexität und
Probleme schaffen. Ein U. ist die  optische Abstandskorrekxoxo R for some reason  symbolizes hugs and kisses … i’ll
tur einer individuellen  Kombination zweier  Zeichen einer
have to track down that definition. Karen Tongson
Schrift, die im Vergleich zum gesamten Text optisch zu weit
oder zu eng zueinander zu stehen scheinen. Der Grund liegt
absegnen R Saloppes Modewort für gutheißen, genehmigen. meist in ihren sehr unterschiedlichen Einzelformen; die geWolf Schneider, »Deutsch für Profis«, 1984 – hiermit wärmstens empfohlen!
nerelle Lösung in einem digitalen Wert, der den Abstand für
R Wichtiger bestandteil in  projekten. ohne diese entscheidundiese spezifische  Zeichenkombination korrigiert. Wie passt
gen ist es schwierig weiter zu kommen. es ist von vorteil dieses
das U. in den Zusammenhang einer auf Computern genutzten
schriftlich vorliegen zu haben, fuer den fall der faelle … es gibt
Schrift? Vier Hauptaspekte müssen bei der Gestaltung erstellt
menschen, die sich im nachhinein nicht mehr daran erinnern
und gemeinsam berücksichtigt werden, sowohl in ästhetischer
wollen. Christiane Westarp
Anmutung wie funktioneller Lesbarkeit: 1) Outlines: BuchstaR Gesegnet seien alle […] in den  Papierkorb geworfenen ersten
benformen in PostScript-Pfaden, Umrisse der Zeichen an sich,
Entwürfe. Patrick Süskind, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
skalierbar und daher größenunabhängig, bisher vor allem für
Druckmedien essentiell. 2) Bitmaps: vereinfachte Darstellunöffne datei mit paaren R Eine Funktion in Fontogragen der Buchstabenformen in Rasterpunkten (Pixeln) zur Darpher, unter  Automatische Dickten im  Dickten-Menü. »Fonstellung auf elektronischen Benutzeroberflächen, daher abhäntographer-Handbuch«, leider ohne Jahr
gig von gewählter Schriftgröße. 3) Spacing: Generelle Spationierung eines Zeichensatzes durch Eingabe des grundsätzlich
diese paare zuerst kernen R Diese Funktion in Fonnotwendigen Raums um jedes individuelle Einzelzeichen. Ertographer, unter  Automatische Dickten im  Dickten-Menü,
fordert besondere Beachtung, weil a) einfachere Softwares kein
legt fest, welche Paare Fontographer nun wirklich zuerst kernt,
Kerning berücksichtigen, b) durch bessere Spationierung wespeziell dann, wenn Sie sie Anzahl der  Kerningpaare in der
niger Kerning / Unterschneidung erforderlich ist. 4) Kerning:
Wieviel-und-wie-weit?-Option  eingeschränkt haben. Wählen
U.e für professionellen Schriftsatz; letzte Instanz der SchriftSie »Egal«, dann ist auch Ihre Einschränkung hinfällig geworgestaltung. Normalerweise mehrere 100 Paare, bei extremeden und  Fontographer kernt nur die ersten 500 Paare. »Fontoren Zeichenformen über 1 000. Gute Displayschriften sollten
grapher-Handbuch«, leider ohne Jahr
mehr U.e aufweisen als Textschriften: Display wird wegen Grökernbotschaft, kerning-paar, kerning, gruppen­
ße und Eindruck enger gesetzt. Extremere Formen und grökerning, verankern, spulenkern, augenzwinkern,
ßere Darstellung machen Spationierungsprobleme viel sicht­auflockern, anmarkern, markenkern
barer. (Textschriften können weiter gesetzt werden, sie haben normalere Formen und dadurch weniger und bekanntekerning-paar R Um ein harmonisches Schriftbild zu erreire U.e.) – Im Gegensatz zum Macintosh erlaubt Windows lechen, wird bei bestimmten Buchstabenpaaren der Buchstabendiglich 1 000 Paare: ein trauriges Problem für anspruchsvolleabstand gesondert festgelegt. Diese Paare heißen k.-p.e. »Gestalre Schriften … wir können nur warten. Joachim Müller-Lancé
R
Ein Begrif aus der Optik. Ein optisches  System, zum Beispiel
ein Kameraobjektiv, auf größte Abbildungsschärfe einstellen. tung von Texten«, www.norasoft.de
Die Kombination aus einem linken und einem rechten Zei- freude  S. 245
chen sowie einem Kerningwert, der die Unterschneidung (beziehungsweise das Sperren) in Einheiten des 1 000er-Koordi- bewegung  S. 2044
natensystems beschreibt. www.typeforum.de
R Beim metrischen Kerning erfolgt [in  Pagemaker] das Unter- augenwischerei R Häufiges  Radieren oder Übermalen
schneiden mithilfe von k.-p.en (Informationen über den Abder Augenpartie bei Portraits im Skizzenbuch aufgrund von
stand bestimmter  Buchstabenpaare), die in den  meisten
Unvermögen und mangeldem Talent. Das Ergebnis sind verSchriftarten enthalten sind. Bei InDesign cs2 wird standardschmierte und und unproportionale Augen. Veronika Schäpers
mäßig das metrische Kerning angewendet, sodass bestimm- etikettenschwindel, serviervorschlag,
te Buchstabenpaare beim  Importieren oder  Eingeben von
sex sells, weichzeichnen, kleingedrucktes
Text automatisch unterschnitten werden. Beim optischen Ker-  S. 1312 und S. 2770
R
142
Hochzeit
empfindlichkeit R Nominalwert oder im Kalibrierschein
»Jeder ist seines G.es Schmied«? Die meisten von uns sind der
Amboss. Hans-Horst Skupy, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
R Radikalste  Bewertungsmassstäbe sind kein  Beitrag zum G.
Beachte doch, dass selbst der Herrgott, als er die Welt erschuf,
nicht alles vollumfänglich  durchdachte – sonst wäre Vieles
besser beschaffen. Peter Erni, in einem Interview mit David Clavadetscher, auf www.clavadetscher.
R
angegebener kalibrierter Wert der vom Sensor abgegebenen
Signaländerung pro Änderung der Messgrösse. Adrian Bircher, »Laborlexikon«, www.fotoline.ch, 1995

S. 2262
glück R Die Veröffentlichung eines Comics. Viele denken, sie
org, im Februar 2003
schreiben eine  Bewerbung und schicken diese einen Verlag R Sich zu vergleichen ist eine der größten Fallen auf dem  Weg
und diese melden sich dann. Doch so läuft es nicht im deutzum G. Stefan Klein, »Schicksalsfrage«, in brand eins 06 / 02
schen ComicBuisness. Die großen Verlage, wie Carlsen oder R Erst hatten wir kein G. Und dann kam auch noch Pech dazu. Andreas Möller, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
Ehapa, wollen schon halb- oder ganz fertige Projekte sehen.
Wenn diese Projekte den Lektoren gefallen und eine Möglich- R Das verdammte G.! Ohne das kann man nicht einmal ein guter
keit für eine Zusammenarbeit sehen, dann hat man mehr als
Spitzbube sein. Gotthold Ephraim Lessing, »Die Juden«, 1749
G. Regelmäßig bewerben sich Profis und Anfänger bei großen R Einen Tropfen G. möchte ich haben oder ein Fass  Verstand. Menandros, »Monostichoi«, um 300v. Chr.
Verlage, doch nicht mal die Profis finden oft eine Möglichkeit
R Man versucht sein G.  zu veröffentlichen. »Wie werde ich Comiczeichner in Deutschland?«, www.millus.de
gewöhnlich mit  Talenten, die man
R Seit meiner Kindheit haben mich Bilder, bestimmte Dinge annicht hat. Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, »Unterdrückte Maximen«, 1746
gezogen, und ich hatte immer den Wunsch, diese Dinge in Bil- R You don’t need luck. (Pentax) zitiert Claude Closky, in »2000 Calendar«, 1999, Éditions Musée du sourire, Paris in der Ausstellung »Ökonomien der Zeit«, Akademie der Künste, 2002
der zu verwandeln, und wenn möglich, dramaturgisch, ein
Ganzes zu erschaffen. Ich habe das große G., das schon so lan- R Das G. ist den Kühnen hold. französisches Sprichwort
R Ich glaube, das G. nimmt zu, je mehr Mut man aufbringt, das
ge tun zu können. Leni Riefenstahl, zitiert in »Why are you creative« von Hermann Vaske, 1999
R Ich glaube, ich werde das Photographieren nie aufgeben; es hat
zu tun, was man wirklich möchte und gut kann. Norbert Gabrysch, im Interview »AGD Quartal 2|2004 Erfolgsrezepte für Designer«
mir viel Freude und G. gebracht. Cecil Beaton, in seiner »Photobiography«, 1951
R Die Subjektivität der Farbempfindung beschert einem  Gestal- R Das  Überraschende macht G. Friedrich Schiller, »Don Karlos«, 1783 bis 1787
ter viele glückliche, aber auch mühsame Stunden. Barbara Halcour
 S. 2806
R Bürokopierer mögen am liebsten  Strichvorlagen, also klare
Schwarzweiß-Kontraste.  Halbtonvorlagen mit verschiedenen klischee R Auch: cliché . Juli Gudehus
Grauwerten (Fotos oder 6b-Skizzen) sind G.s-Sache. Arnd Gatermann, R Französisch cliché = Abklatsch. Karl Klaus Walther, »Lexikon der Buchkunst und Bibliophi»Trickreicher Umgang mit Kopiergeräten in Darstellung und Entwurf«, in db, Deutsche Bauzeitung, Dezember 1989
lie«, herausgegeben von Karl Klaus Walther, 1995
R
Kreative zählen zu den glücklichsten Wesen unter der Sonne.
Weil sie einen  tollen Job haben, daher gerne  arbeiten und
von sympathischen Kollegen umgeben sind. in »Der schönste Job der Welt«,
R
Ein glücklicher Designer ist ein guter Designer. R
Ich hatte das G. zu verstehen, daß die Schrift etwas Lebendiges
ist, wie eine Pflanze. Adrian Frutiger, zitiert von Werner Schneider, in »Schriftdesign in visueller
R
Arbeit, Arbeit! Wie glücklich fühle ich mich, wenn ich arbeite! R
Könnte ich leben, ohne zu arbeiten, ich wäre das glücklichste
Wesen unter der Sonne. Franziska Gräfin zu Reventlow, »Tagebücher«, Jahr leider nicht zu er-
R
Als zukünftige  Webdesigner kann ich Euch […] nur diesen
einen  Rat auf den Weg mitgeben: macht euren  kunden
glücklich, und versucht ihm nicht euren  Geschmack aufzuzwingen. Es wird Euch nicht gelingen … »Traumberuf Webdesigner?«, auf
R
Mir [ist wichtig], sich […] die fälschlicherweise als naiv geltende Frage zu stellen: Wieviel G. bringt Design? Denn wenn Design die Menschen nicht glücklich machen würde, warum würden wir uns dieser Form der schöpferischen Tätigkeit widmen?
Vielleicht, um einfach Geld zu verdienen oder unser Ego zu
befriedigen? Schrecklich! Seit das  Wort in der internationalen Umgangssprache Fuß gefasst hat, entstand »Design« auf
der Basis eines gefestigten kulturellen Bewusstseins von protestantischem Typ. Dieses Bewusstsein hängt stark mit der modernistischen westlichen Ideologie und deren humanistischem
Glauben an die Verbesserung der Lebensumstände zusammen,
die mehr G. bringen sollte. Das ist ein wirksamer moralischer
Schutzpanzer, der das  Design heute noch vor jedem äußeren Angriff und jeder wesentlichen Infragestellung von innen
schützt. […] Ein großer Teil der Designproduktion [hat] unleugbar seine Unabhängigkeit verloren, indem er nur eine formale
Konsequenz von Überzeugungsstrategien und der Verführung,
ja sogar ein Marketingtrumpf ist. Design so zum Ausdruck zu
bringen, kann als visuelle Darstellung der westlichen G.s-Gesellschaft betrachtet werden. Ruedi Baur, »Visueller Kolonialismus«, Vortrag im Rahmen des
R
nennt man jeden auf dem Wege der  Ätzung,  Gravierung,
Schneidekunst oder durch  Abformung hergestellten  Druckstock. »Satz-Fibel von Lehrlingen für Lehrlinge« – Original 1933, Hrsg. (Buch)-Druckerei Carl Bockfeld, ht-
R
K.s werden in besonderen Betrieben (K.-Anstalten) oder in speziellen Betriebsteilen von Druckereien hergestellt. […] Nach
dem Druck  können K.s in eventuellen weiteren  Auflagen
oder anderen Werken wiederverwendet werden. Karl Klaus Walther, »Lexi-
Page, Ausgabe 10 / 01
tp: / / home.snafu.de / geya / fibel.htm
Tina M. Strobel, in einem
Interview in »Young German Design«, 2008
Verantwortung«, www.type-director.de
Leo N. Tolstoi, »Tagebücher«, 1899
mitteln
www.gismo.at, © g¿smo 2001
»Future Workshop Two« am 20. und 21. 9. 2002 an der FH Vorarlberg. www.fh-vorarlberg.ac.at
kon der Buchkunst und Bibliophilie«, Hrsg. Karl Klaus Walther, 1995
Bei Halbtonvorlagen (Fotos) fertigte man Rasterätzungen an,
bei Strichvorlagen (Zeichnungen) waren es Strichätzungen.
Hochdruck-K.s haben heute weitgehend histor.  Bedeutung.
Heute bezeichnet man mit dem Begriff K. zumeist im Flexodruck verwendete Hochdruckformen oder auch Tiefdruckformen für den Tampondruck. »Drucklexikon«, www.printprocess.net, Stand: Mai 2002
R Das K. – dieser eher abwertende Begriff bezeichnete im Zeitungswesen noch vor wenigen Jahren durchaus auch etwas
Hochstehendes. Nämlich das für die Zwecke des Hochdruckverfahrens in eine Metallplatte umgesetzte Foto – aufgelöst, je
nach Rasterfeinheit, in viele, mehr oder weniger hochstehende (und dicht stehende) Punkte. Das K. war also sozusagen
außerordentlich bildkräftig. Diese Technik der Stereotypie ist
längst durch die Modernisierung überholt. Was übriggeblieben ist vom Begriff K. bezeichnet rein sprachlich eher etwas
Niedrigstehendes. Und bildkräftig ist das bloß verbale K. auch
nicht, sondern eher platt und oberflächlich, ohne jene gedankliche Tiefenschärfe, die rein optisch ein gutes Bild auszeichnen
kann. Dies alles verhindert freilich, dass in vielen Texten manche K.s vorkommen – aufgrund auch jenes »Hochdruckverfahrens« beim Schreiben, das zum Nachdenken offenbar nicht
ausreichend Zeit lässt. Sofern die Neigung zum Nachdenken
überhaupt vorhanden ist. Robert Leicht, »K – wie Klischee«, www.bdzv.de
R Es ist ganz  erstaunlich, wie stark sich in den doch höchst verschiedenen gesellschaftlichen und historischen Perioden […]
K.-Figuren, […]  Wunschbilder ähneln. Wir haben des öfteren
darauf hingewiesen, zum Beispiel bei den fast  kongruenten
Personenschilderungen etwa bei h. Clauren und seiner »Mimili« und bei Romanen Ludwig Ganghofers. Diese  Normierung
der  Typen wird bis in die Trivialliteratur der Gegenwart fortgeführt und wir  finden diese K.-Figuren nicht nur in der LiteR
143
Hochzeit
ratur, sie werden in fast noch stärkerem Maße geprägt und vorgeführt und gewissermaßen sogar zum Vorbild erhoben durch
moderne Massenkomunikationsmittel: Man denke nur an die
verlogenen Typisierungen, die etwa das  Fernsehen in gewissen Familienserien […] durchführt, oder in noch weit schlimmerem Maße die Werbung in Film und Fernsehen, wo »die«
deutsche Hausfrau, »die« deutsche Familie allabendlich einer
Millionenschar von Zuschauern präsentiert werden. Das Bild,
das hier vom Aussehen und von den Eigenschaften der deutschen Frau, des deutschen Mannes und des deutschen Kindes
entworfen wird […], ähnelt in erstaunlichem und erschreckendem Maße den K.-Figuren von heute und gestern. Gert Richter, »Erbau-
werden seine Gegenstände als Zitat einer außerkünstlerischen
Realität verstanden. – Unterschieden wird der »süße K.«, der
schöne Illusion und Rührung zu erwecken sucht, vom »sauren
K.«, der sich mit vorgetäuschter Tiefgründigkeit dem Zeitgeschmack anpaßt. […] Gegenstände eines überholten Stils (zum
Beispiel Symbolismus, Jugendstil) können unter anderen Voraussetzungen (veränderte ästhetische Vorstellungen) zum Teil
als K. empfunden werden. »dtv-Brockhaus-Lexikon in 20 Bänden«, 1988
R Die Herkunft ist nicht geklärt; nach f. Avenarius (Aufsatz im
»Kunstwart«, 1920) geht das Wort auf englisch sketch »Skizze«
zurück und wurde nach der Jahrhundertwende bei den Kunsthändlern und Malern für ein leichthin gemaltes, dem breiten
liches, belehrendes, wie auch vergnügliches Kitsch-Lexicon von A bis Z«, 1972 – hiermit wärmstens empfohlen!
Publikumsgeschmack entgegenkommendes und daher leicht
R Ein K. ist, daß  Kreative nicht mit  Geld umgehen können
verkäufliches  billiges Bild verwendet […]. Vielleicht  spielen
und folglich viel zu wenig oder aber überzogen viel verdienen. aber auch mundartliche  Formen eine Rolle, die »oberflächliJuli Gudehus
che […]«, schlechte Arbeit ausdrücken, gelegentlich auch »ZuR Es ist eigentlich ein schreckliches K., als Werber Ferrari zu fahsammengescharrtes«  bedeuten, zum Beispiel schwäbisch K.
ren, aber ich kenne sonst niemanden in meiner Branche. Oliver
»Holzabfälle, schlechte Holzware«, rheinisch kitschen »oberVoss, in »Zukunft der Werbung, Werbung der Zukunft«, gemeinsames Supplement zum Deutschen Werbekongress
flächlich an einem Holzstück herumschneiden, kraftlos und
2003 von w & v werben und verkaufen, Süddeutschen Zeitung, media und marketing und Der Kontakter
nicht regelrecht abhauen, Kerben mit schartigem Messer maR Werber schwimmen im Geld, fahren teure Autos, haben die
chen« und so weiter. Ursula Hermann, »Knaurs Herkunftswörterbuch, Etymologie und Geschichte von 10 000 interessanten Wörtern«, 1982
schärfsten Frauen und erledigen ihre Arbeit vorzugsweise an
einsamen Karibikstränden oder auf dem Weg vom Klo zum R Ein Kriterium des K.es ist die Häufung bestimmter stilistischer
Konferenzraum – so weit das K. Der Arbeitsalltag von Werbern
oder kompositorischer Elemente. […] Alles tritt im Übermaß
ist etwas weniger glamourös. »Die Vorstellung von bunten Paauf, wird im Übermaß angewendet. Aber ohne daß irgendeiradiesvögeln, die mit der Champagnerflasche auf dem Schreibne Problematik, eine Differenziertheit erkennbar würde, ohne
tisch mal eben locker ihr Geld verdienen, geistert zwar immer
daß Doppeldeutigkeit, Fragwürdigkeit, Zwiespältigkeit durchnoch in vielen Köpfen herum. Mit der Realität der 186 000
schimmerte. Also ist im K.-Werk das Edle nur und ausschließWerber in Deutschland hat das aber nichts zu tun«, sagt Vollich edel, das  Gemeine nur und ausschließlich gemein, das
ker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der deutschen WerSüße nur süß, das Bittre nur bitter. […] Von allem wird die 10fabewirtschaft (zaw). Simone Deckner, »Man muss Masochist sein«, www.spiegel.de, 26. 4. 2002
che Dosis gegeben, alles ist grell und laut oder schmalzig und
R Neuerdings gibt es  Software, die im Fernsehen  Werbeclips
trist. Gert Richter, »Erbauliches, belehrendes, wie auch vergnügliches Kitsch-Lexicon von A bis Z«, 1972
erkennt – das spricht für mich  Bände! Wäre Fernsehwerbung R Kommunikationsdesign ist kein kitschiges Kunstgewerbe, sonweniger k.-haft, wie könnte eine dumme Software sie erkendern beschäftigt sich gezielt mit der gestalterischen Vermittnen? Juli Gudehus
lung von Wort und Bild. W. Korfmacher, »Kommunikation ohne Verpackung ist nicht existent«,
Teil 6 der Serie der Neuss-Grevenbroicher Zeitung »Inhalt und Design – Wahlwerbung 2002«, ngz-online.de
R Ich finde es sehr wichtig die Stilelemente untersch. Marktsegemente zu verstehen um dann bei eigenen Entwürfen genau R Ich glaube, daß es sinnlos ist, gegen den K. zu kämpfen mit
diese ganzen K.s vermeiden zu können. Frank Rocholl, www.kearneyrocholl.de
den Mitteln des Kunstgeschmacks, mit ästhetischen Gesetzen
 naheliegend, prototyp, idealbild
oder Normen gegen ihn ins Feld zu ziehen. Man kann sich
klischeeanstalt, klischeedruck, cliché verre
selbstverständlich über K. empören – man kann, wenn man
kaffee, jaffee, fee, royalty-free, papertree, crillee,
sich sicher ist, daß es welcher ist, sonst sollte man es lieber lasidee, weegee, marquee, odyssée, giclée
sen –, man kann den Finger auf Kunstwunden legen oder mit
ihm auf künstlerische Impotenz weisen, man kann ihn verweichzeichner R So ähnlich wie »Weichspüler« nur verlachen, mit High-brow-Miene verspötteln – aber verhindern
liert man bei diesem nicht die Kontur. Ulrike Flaig
kann man ihn nicht. Selbst wenn es eine Diktatur der Hohen
 S. 2416 und S. 2513
Kunst, eine machtvolle Hohepriesterschaft der Künstler gäbe,
sie könnte den K. nur verbieten, aber verhindern könnte sie
kitsch R Der Versuch, etwas zu machen, das man nicht kann,
ihn nicht. K. zu verbieten hieße Träume verbieten. Denn der K.
ergibt K. Jan Tschichold, »Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie«, 1960
in seiner  Vielfalt, in seiner literarischen, bildnerischen, muR ist, was nur eine Bedeutung zuläßt. Uwe Loesch, in einem Gespräch im Jahr 1990
sikalischen Gestalt ist doch der sehnsüchtige  Ausdruck einer
R ist eine künstlerische Schwäche, eine  ästhetische Entgleigewünschten Welt – er stellt die  ideale Welt dar, wie sie keisung, ein  dekoratives Versagen. […] Erkenntnis des K.s setzt
neswegs nur das berühmte  Lieschen Müller aller Zeiten und
Vergleichsmöglichkeiten und damit auch  Kritikvermögen
ihr männliches Pendent, sondern auch durchaus geschmacksvoraus. Karlheinz Deschner, »Kitsch, Konvention und Kunst«, 1957
gebildetere Leute sich erträumen. […] Ich meine – und meine
R Ein K.-Werk ist […] ein Effektwerk. Es arbeitet mit zahllosen,
es natürlich keineswegs als erster und allein –, daß K. seine Behintergrundslosen  Effekten, zur Erzeugung von grundlosen,
rechtigung hat, geradezu eine Notwendigkeit ist. Gert Richter, »Erbauliches, belehrendes, wie auch vergnügliches Kitsch-Lexicon von A bis Z«, 1972 – hiermit wärmstens empfohlen!
unverbindlichen Emotionen. Gert Richter, »Erbauliches, belehrendes, wie auch vergnügliches Kitsch-Lexicon von A bis Z«, 1972 – hiermit wärmstens empfohlen!
R macht Spaß. Gert Richter, »Erbauliches, belehrendes, wie auch vergnügliches Kitsch-Lexicon von A bis Z«,
1972 – hiermit wärmstens empfohlen!
R Meist Werke […], die mit primitiven Mitteln schöne Illusionen
und Rührung erwecken wollen, aber auch industrielle Nachah-  ansichtskarte, postkarte, souvenir
mungen volkstümlicher Kunst (Andenken-K.). Brigitte Riese, »Seemanns  kitching, fontkitchen, digitalkitchen
Kleines Kunstlexikon«, 2001
busch, arsch, loesch, frosch, fleisch,
R Geschmacklose, süßlich-sentimentale Scheinkunst. Ursula Hermann,
falsch, fisch, wisch
»Knaurs Herkunftswörterbuch, Etymologie und Geschichte von 10 000 interessanten Wörtern«, 1982
 abklatsch, spinatsch, mitgutsch
R Wertlose »Kunstware« […], ein  kunstfertig, doch ohne künstlerische Intention hergestellter Gegenstand (Bild, Plastik und
andere), der ohne den Filter ästhetischer Distanz unmittelbar
den sentimentalen Selbstgenuß anspricht. – Neuerdings gilt
K. auch als Ausdruck eines »Trivialrealismus«; in der Pop Art
144
reich beschenkt
verpackung
endlosschleife
aufreissen
geschenkpapier
werbegeschenk
present
presenter
präsenter
präsentation
präsentationsentwurf
präsentationsreif
präsentationsgrafik
präsentieren
vergeben
vorgaben
begabung
farbgebung
formgebung
eingebung
eingabe
freigabe
wiedergabe
übergabe
beschnittzugabe
hingabe
angabe
abgabe
ausgabe
aufgabe
auftraggeber
zeitgeber
formgeber
bildgeber
ergebnis
überraschung
platt
dankbarkeit
gedanke
reich beschenkt
verpackung R Eine physische Umhüllung von Gütern zur
Abgrenzung der Warenmenge, Sicherung und / oder  Präsentation der Ware. www.dr-hoffmann.de
R »Kleid« und »Plakat« des Produktes. Jürg Kaltenrieder, »Werbe-Lexikon«, auf www.
directmarketing-support.ch
R
Letztendlich stellen alle grafischen Produkte, ob nun  Buch,
Umschlag, Etikett, Broschüre oder Display, eine Art von »V.«
dar, die das Interesse für den  Inhalt wecken soll. Frank Denninghoff,
im Interview in »Sinnliche Reize«, PrintProcess 18 / 2002
Botschaften und Informationen werden von einer zu einer anderen Person, zu defi nierten Zielgruppen oder einfach an einen anonymen Empfänger gesendet. […] Bei dieser Art des
Transportes ist es die V., die den Inhalt vor Schaden bewahrt,
die ihn in praktische Einheiten gliedert oder wertvoll aussehen
lässt. www.fh-vorarlberg.ac.at
R Ich glaube, dass das, was ich mache, mehr ist als blosse V. eines
Inhalts, sondern auch Teil eines solchen Inhalts ist. Cornel Windlin, im
R
Interview mit David Clavadetscher, www.clavadetscher.org, Februar 2003
Teil gänzlich verschwinden, und statt zarter Farbnuancen nur
noch das blanke Papier zu sehen ist, spricht man von a. Weil
das Ähnlichkeit hat mit einer Wolkenschicht am Himmel, die
jäh das grelle Sonnenlicht freigibt (aufreißt), stelle ich mir vor,
daß der Begriff daher kommt.  spitzlichter Juli Gudehus
R Beim  Falzen eines Papiers wird die  Oberfläche der äußeren
Seite gespannt und die innere Seite gestaucht. Diese Beanspruchung hat bei  gestrichenen Papieren manchmal ein A. des
Striches auf der äußeren Seite des Falzes zur Folge. Solange
der Falz nur unbedruckte Stellen durchquert, ist diese Erscheinung soweit nicht sehr störend. Sobald aber bedruckte Stellen
oder bedruckte Flächen davon betroffen sind, wird ein aufgebrochener Strich sichtbar. Eine Ursache des A.s kann eventuell
in der falschen Laufrichtung des betreffenden Papiers liegen.
Es kann jedoch auch sein, daß die Abstimmung der Werkzeuge auf das Papier nicht »stimmt«. www.gelberg.de
R Es kann aber auch möglich sein, daß die betreffenden Rillwerkzeuge beziehungsweise die Prägetiefe der Rillnute nicht
auf die zu verarbeitende  Papierqualität abgestimmt wurde.
Grundsätzlich sollten gestrichene Papiere ab einem Gewicht
von 100 g / m2 aufwärts vor dem Falzen gerillt werden. Man
sollte bereits bei der Planung und Gestaltung einer Drucksache darauf achten, daß der Falz möglichst nicht durch bedruckte Stellen führt. Es ist zu empfehlen, im voraus mit dem beabsichtigten Druckstoff Probefalzungen zu machen. Bei einer exakten Rillung sollte folgendes beachtet werden: – Dicke der Rillinie – Rillnutenbreite – Die Einstauchtiefe muß im entsprechenden Verhältnis zur Materialdicke stehen. web41.host04.de
aufreissfaden, aufriss, schattenriss, umriss, reissbrett,
reissprobe, reisszwecke, reisswolf, reissfeder, reisser,
risse, verreissen, reissen, ausreissen
Einer internationalen Studie [zufolge] schätzen Verbraucher an
V.en nicht nur funktionale Eigenschaften wie Schutz, bequeme Handhabung (Convenience) oder schnelle Produktinformation. Mindestens ebenso wichtig sind die emotionalen  Botschaften,  vermittelt durch eine  kreative, sympathische  Gestaltung, angenehme  haptische Eigenschaften sowie die Anpassung an bestimmte Situationen – Geschenk, täglicher Gebrauch, Vorratshaltung. PrintProcess 18 / 2002
R In ihr verbinden sich profane Produktinformationen mit ästhetischer Raffinesse, Optik und Haptik, Rationalität und Emotionalität, Hinweise auf Qualität mit Querverweisen auf verwandte Produkte aus demselben Hause – kurzum: Die äußere Form
und Gestaltung ist integraler Bestandteil komplexer Markenauftritte geworden. Kai-Uwe Scholz, »Leere in Hülle und Fülle«, DB mobil 12 / 2002
R Kein Markenartikel-Hersteller kann sich heute erlauben, in Sa- geschenkpapier R Mit mehrfarbigem  Streudruck ausgechen V. nachlässig zu sein. Denn V.en bedeuten Verkaufsfördestattete Seidenpapiere und einseitig glatte / gestrichene Zellurung. Holger Reichardt, zitiert in PrintProcess 18 / 2002
losepapiere zum  Verpacken von Geschenken (zum Beispiel
R In Zukunft sollen uns mit Mikrochips ausgestattete V.en die
Weihnachtspapier). »Papier-Glossar«, www.agentur-brennecke.de
notwendigen Produktinformationen auf einem am Einkaufs- R sagt mir viel über den Schenkenden, über die Art zu schenken,
wagen befestigten  Bildschirm ausgeben und den  Preis an
über die Wertschätzung des Beschenkten. Etta Nast
die Registrierkasse funken, damit wir unseren Wagen nur noch R Ist das Layout das Schleifchen um’s G., die Zierde der Verpacdaran vorbeizuschieben brauchen. Auch der Kühlschrank wird
kung, schmückendes Beiwerk der  Information? Nein – das
dank dieser Smart Labels über das Verfallsdatum und unsere
Layout ist der sachliche und emotionale Orientierungsrahmen
Mikrowelle über die richtige Garzeit informiert, sodass sich eifür die Kommunikationsbotschaft, die das Medium übermitgentlich die Frage stellt, was Produkt und was V. ist. Ilona Koglin,
teln soll. www.einfallsreich-marketingkommunikation.de
»Wrap Around the World«, Page 11.2001
 rodtschenko, schenkel, werbegeschenk
R Die V. muss produkteadäquat sein und darf keine Fehlassoziationen hervorrufen. Jürg Kaltenrieder, »Werbe-Lexikon«, www.directmarketing-support.ch
werbegeschenk  S. 80
R Die V. darf nicht mehr versprechen, als der Inhalt wiedergeben
kann. Sie soll den Inhalt nicht übertönen. Sie darf aber auch ir- present R Englisch = Geschenk. Von Friedrich k. Sallwey entritieren … Manche V.en sind wunderschön. Sabine Schweckhorst
worfene Schreibschrift, 1974 (Linotype). Juli Gudehus
R In vielen Fällen die einzige Möglichkeit, um dem Produkt ei- R Kreativität ist ein Geschenk Gottes. Leni Riefenstahl, zitiert in »Why are you creative«
von Hermann Vaske, 1999
nen unverwechselbaren Charakter zu verleihen. PrintProcess 18 / 2002
R Am Ende im Regal ein Aufreiser. Eine Visitenkarte der Marke, R Was die Einbildungskraft für ein göttliches Geschenk ist. Johann
Wolfgang von Goethe, »Die Leiden des jungen Werthers«, 1774
ein Botschafter der Inhalte, ein Protector für Qualität und OrdR Der liebe Gott ist nicht so lieb, daß er den Leuten, die keinen
nung. René Götzenbrugger
 christo, hülse
Inhalt haben, auch noch die Form schenkt. Alfred Hrdlicka, Quelle und Jahr
leider nicht zu ermitteln
 S. 1753
R Der Beginn einer Karriere ist ein Geschenk der Götter. Der
endlosschleife R Da muß ich leider sofort an  Hotlines
Rest ist harte Arbeit. Fritzi Massary, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
R Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale
denken. Juli Gudehus
 S. 770 und S. 2870
Geist sein treuer Diener. Albert Einstein, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
R Je einfacher denken ist eine jute Jabe Jottes. Konrad Adenauer, Quelle und Jahr
ließen sich leider nicht ermitteln
aufreissen R A. – rausschieben – reinbeißen. ein Werbeslogan für eine
R
einzeln verpackte Minisalami namens Bifi, erdacht von Lintas, 1972
Auch: anreissen Im 15. / 16. Jh Bezeichnung für Skizzieren presenter  S. 2487
(Visierung), später das Zeichnen auf harten Gegenständen (Elfenbein, Glas, Holz oder Metall) mit Hilfe einer  Radiernadel. präsenter R Von »Präsentation«; Aufsteller für Zwecke der
P. W. Hartmann, »Das Kunstlexikon«, 1996
Werbung und der Produktpräsentation. Kurt Bauer und Karl Giesriegl, »Druckwerke und Werbemittel leicht gemacht«, 2002
R Wenn innerhalb einer Druckfläche Stellen mit feinen Rasterpunkten sehr dünn gedruckt werden, so daß diese Punkte zum  S. 2487
R
146
reich beschenkt
präsentation R Übergabe eines Geschenks. Annette Hähnlein
Meistens ( Gott sei Dank nicht immer) ein  Synonym für
selbsterniedrigung . Holger Schmidhuber
R Die Stunde der Wahrheit, in der Werber ihrem Kunden die
Früchte wochen- und nächtelanger Arbeit vorstellen und hoffen, dass der Kunde die Ideen versteht, würdigt und umsetzen
will.  verkaufen / kaufen Oliver Oest, in »Werber-Vokabeln« im Rahmen des Junior-
präsentieren R Synonym auch: vorlegen . Das Zeigen
einer  Arbeit. Das überlassen manche Gestalter gern  Kontaktern, wenn sie das Rampenlicht oder den Konflikt scheuen
oder Arbeitsteiligkeit bevorzugen. Andere machen es gerade
gern, denn in dem begleitenden oder darauffolgenden  Gespräch werden für Konzept und  Gestaltung wesentliche Aspekte erörtert. Juli Gudehus
WebWerber Wettbewerbs, initiiert von infoRADIO Berlin (www.juniorwebwerber.de), 2000 / 2001
R Derjenige, der [ein] Konzept entwickelt hat, sollte es auch p.,
R Vorlage einer kompletten Werbekampagne beim Kunden, Erdenn er steckt im Thema – und das spürt der Auftraggeber. Klaus
Schmidbauer, »Das Kommunikationskonzept – Konzepte entwickeln und präsentieren«, 2004
läuterung und Diskussion. Hannelore Kröter, »Berufe in der Werbung«, 1977
R Die P. findet beim Kunden in einem angemessenem Rahmen
R Den ersten Entwürfen muß die Überlegung des Designers vorstatt. Dabei ist es gang und gäbe, daß in P.s-Gesprächen Mitausgehen, wie er das ihm gegebene Material wirkungsvoll und
arbeiter verschiedener Abteilungen sitzen. Diese fühlen sich
dem Auftrag gemäß p. soll. Dabei hat er drei Möglichkeiten: einicht selten aufgerufen, die vorgestellten Arbeiten gerade aus
ne rein typographische Präsentation, eine vom Bild bestimmihrer Sicht zu kommentieren, ohne die eigentlichen Briefingte Lösungund eine Kombination beider Möglichkeiten: Schrift
Vorgaben zu kennen. Eine kurze Vorstellung des Briefings zu
und Bild in ausgewogener Balance neben- und miteinander. »DuMont’s Handbuch für Künstler«, Hrsg. Stan Smith und Ten Holt, 1986
Beginn ist deshalb ratsam. Tobias Wandres und Christian Menzel, »Erfolgreiches Werben
braucht klare Kommunikation«, wörkshop, Heft 4 Aug ‘93
R Gerade in einer  Kombination aus eigener  Homepage und
R Gern geübte  Praxis im P.s-Ritual ist auch das theatralische
der Präsenz in übergreifenden  Datenbanken mit allen MögVerlesen der Fließtexte. Gundolf Meyer-Hentschel, »Alles was Sie schon immer über Werbung
lichkeiten des Verweises (Links) auf die eigene Homepage sehe
wissen wollten«, erschienen 1996
ich für die Zukunft eine gute Chance, sich als  Designer im InR Zur Bild-P. werden Fotos gerahmt oder auf Hartfaserplatten,
ternet sinnvoll zu p. Dieter Kahl, »Portfoliopräsentation«, in »Designers’ Manual. Basiswissen für
selbständige Designer«, 2000, Hrsg. Wolfgang Maaßen
Pappe und ähnliches aufgezogen. Zur Dia-P. gibt es schwarzen
Fotokarton mit Ausschnitten in Größe des Diaformats. Michael R ist viel, aber nicht alles. Maja Schulte-Vogelheim
R
Langford, »Enzyklopädie der Fotopraxis«, 1987
Eine gute P. ist nicht von  Pappe – und schon gar kein Pappen- vergeben R tun Auftraggeber, die darum auch so heißen: sie
stiel! Gabriele Günder, »Page«, 10 / 01
v. Aufträge, und zwar an Personen oder Agenturen, die sie für
R Eine spannende und überzeugende p. lebt durch effektvolle
fähig halten, diese auszuführen. Der zweite Teil des Wortes,
animationen,  geschmackvollen text und zeichenfunktionen.
-geben, ist in seiner Bedeutung geheimnislos: dem »geben« =
bilder, sound und video unterstreichen ihre aussagen mit poAushändigen, Schenken oder feierlichen Überreichen von Gewerpoint. www.westphal-edv.de
genständen entspricht hier im übertragenen Sinn in etwa das
R Aus P.en sind Layouts, Storyboards und spontane Skizzen nicht
Aushändigen, Schenken oder feierlichen Überreichen eines
wegzudenken und für ihren Ausgang oft entscheidend. im GesamtAuftrages. Der erste Teil des Wortes, ver-bleibt jedoch in seiner
verzeichnis 2002 / 2003 des Verlag Hermann Schmidt Mainz
Bedeutung im Dunkeln und eröffnet damit Raum für wilde InR Die Kunst der P. [ist] auch die Kunst der Täuschung: schlechterpretationen. Eine Überlegung: sich vertun = sich irren, ein
tes Design läßt sich oft durch eine großartige P. gut verkaufen.
Versehen = ein Fehler, etwas versuchen = (noch) nicht (wirklich)
Wenn man sich ein schlechtes Design ansieht, kann man darkönnen. Demnach v. = nicht sicher sein, ob man wirklich geaus schließen: »Es muß eine tolle P. gehabt haben!« Ich perben will? … fälschlich jemandem etwas geben (statt einem ansönlich mache nie P.en. Normalerweise schicke ich’s mit der
deren) … das Falsche geben? Juli Gudehus
R Eine Tätigkeit, die großer Sorgfalt bedarf. Vor dem V. kommt
Post. Paul Rand, im Interview in Artograph, Heft 6, 1988
R Nach erfolgter P. der Entwürfe ist das Entwurfshonorar fällig –
das Auswählen, Angebote werden eingeholt,  Kosten, Termiunabhängig davon, ob es zur Nutzung eines Entwurfs kommt
ne und Qualität verglichen und das für den Kunden optimaloder nicht. Tobias Wandres und Christian Menzel, »Erfolgreiches Werben braucht klare Kommunikation«,
ste ausgewählt. Und dann wird der Auftrag an den Lieferanwörkshop, Heft 4 Aug ‘93
ten (Verlag, Druckerei, Fotograf, Grafiker etcetera) v. Auch hier
denke ich, sollte man Lieferanten, die nicht den Zuschlag bepräsentationsentwurf R Endgültige Entwurfsvorlage,
kommen, informieren. Wir wollen von unseren  Kunden ja
welche dem Kunden vorgelegt wird, wie die Printsache als ferauch ein Feedback, ob das Geschäft zustande kommt. Wird ein
tige Drucksache aussehen wird. Sigrid Gross, »Lexikon der Typografie«, http: / / www.
Auftrag v., ist man auf der sicheren Seite, wenn die Leistungen
typografiker.de / pdf / typografie_glossar.pdf
möglichst genau definiert werden. Denn dann können mögliR Dieser kann auf dicke schwarze Kartons aufgezogen werden,
che Reklamationen genau bearbeitet werden. Nadine Hartmann
damit er schön edel wirkt und den Kunden überzeugt, dass R Etwas, worüber man als Angebot, Auftrag oder ähnliches verfügt,
dieser Entwurf genau das Richtige für ihn sei. Kann aber auch
an jemanden geben, ihm übertragen: eine Stelle, einen Auftrag,
so ein zusammengeklebtes Ding sein, das möglichst nahe ans
eine Lizenz v.; die Stifung hat drei Stipendien zu v.; es sind
Endprodukt kommen sollte. Roman Brändle
noch einige Eintrittskarten zu v.; heute wurde der FriedensnoR Der Grund für eine hoffnungslos vollgestopfte Festplatte und
belpreis v.; der Ärztetag wurde nach Hamburg v.; ich bin Samsgroße Ratlosigkeit vor dem Meeting, gepaart mit Panik, grentag schon v. (habe schon etwas vor); seine Töchter sind alle schon
zenloser Agression und Schuldzuweisungsgedanken:
v. (verlobt oder verheiratet); das ist doch v.e (seltener; vergebliche)
/ kunde / job / präse.*
Mühe. »Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 6 Bänden«, 1981
R Die deutschen pr- und Werbekunden – so scheint es – v. nicht
/ kunde / job / präse_version1.*
/ kunde / job / präse_version2.*
mehr gern komplette  Etats. Immer weniger Kunden lassen
/ kunde / job / präse_aktuelle_version.*
sich auf einen festen Vertrag mit einer Agentur ein, die dann
/ kunde / job / präse_final_version.*
auf Dauer das gesamte Kommunikationsgeschäft abwickelt. Klaus Schmidbauer, »Das Kommunikationskonzept – Konzepte entwickeln und präsentieren«, 2004
/ kunde / job / präse_ultimative_version.*
R Die […]  / kunde / job / präse_last_version.*
Eignungsprüfung [ist] an vielen Schulen der  eigent… Susanne Mattheus
liche  Gradmesser für die Vergabe der [Studien]plätze. www.myR
thos-mappe.de
präsentationsreif S. 825
 R
Vergib ihnen, denn sie  wissen nicht was sie  tun. Lukas. 23, Jahr leider nicht zu ermitteln
präsentationsgrafik S. 861
 
give-away
147
Jesus, in der Bibel,
reich beschenkt
reich beschenkt
vorgaben R Vor- und Nachbreite geben die  Laufweite vor. R Brauchbarkeit wiegt schwerer als B., vielleicht nicht vor Gott,
aber vor dem Personalchef. Michael Knödel, »Fachlexikon Mediengestalter«, www.mknoedel.de
Ludwig Marcuse, »Argumente und Rezepte. Ein Wörter-Buch für
Zeitgenossen«, erschienen 1967
Welches Papierformat verwendet wird, ist […] häufig bereits
vorgegeben – oft din- oder us-Formate. Michael Bundscherer, typolis.de
 stil
R Korrekte V. bedeuten Zeitersparnis und Konsistenz bei der Arfarbgebung R Andere Bezeichnung für kolorit . b-treude.de
beit. Samuel Hügli, »QuarkXPress 4«, 2003
R Kolorieren [ist] schwierig, egal mit welchem Material. Nicht
R Es hilft […] nichts, daß der tv-Producer bei den Aufnahmen
nur, weil man ziemlich  genau arbeiten muss, sondern auch,
von der Lüneburger Heide bis an den Strand von Waikiki daweil man nirgendwo so schön  danebenliegen kann, wie bei
bei ist, wenn die konzeptionellen V. nicht stimmen und die psyder F. www.comic.de
chologischen und kreativen Probleme der  WerbefilmherstelR Es gibt selten die perfekte F. Oft ist es schwierig sich zu entlung nicht vorher bewältigt wurden. H. Kröter, »Berufe in der Werbung«, 1977
R Wir bekommen meistens eine abstrakte Vorgabe. Die Konkretischeiden, gerade durch die vielen Möglichkeiten heutzutage.
Man kann ja nahezu jede Farbe generieren. Ich arbeite lieber
sierung und  Umsetzung ist ganz uns überlassen Annabella Wissing
R Sehr hilfreich finde ich V. des  mit reduzierten Mitteln, das ist auch eine gestalterische HerAuftraggebers, die sich auf Inausforderung. Bei meinen Bildern habe ich mit weiß, schwarz,
haltliches und  Rahmenumstände  beziehen:  Budget, Terrot und einigen Brauntönen begonnen und mich nur langsam
minplan, Atmosphäre,  Zielgruppen, Kommunikationsebene
anderen Farben zugewandt. Das begann eigentlich erst als wir
etcetera. Fehlen solche V., so gerät man zuweilen ganz schön
in die Siebdruckwerkstätten konnten, da gab es Farben in Hülins Schwimmen. Macht der Auftraggeber solche V. nicht aus
le und Fülle, herrlich. Durch die ersten Serigrafie-Serien haeigenem Antrieb, so frage ich danach. Gibt es noch keine Antbe ich dann langsam ein Gefühl für verschiedene Farbkombiworten, so bin ich dabei behilflich, diese Antworten zu finden,
nationen bekommen und viel experimentiert. Nach und nach
bevor ich mit meiner Arbeit beginne. Alles andere halte ich
wurden dann auch meine Leinwände farbiger. Sebastian Fäth
für gefährlich. Hinderlich finde ich V., die das  Ergebnis in einer Weise betreffen, daß viele gute  Lösungen, die man zu Be- R Die F. ist [beim Internetdesign] limitiert. Ralf Turtschi, »Screendesign: Kreativität in engen Grenzen«, www.art-fact.at
ginn der Arbeit noch nicht kennen kann, bereits unmöglich
macht: eine  Broschüre soll es sein, auf jeden Fall bitte Blau, R Kreide und Pastell erlauben einen sehr zarten und weichen
Farbauftrag, aber auch eine kräftig dominante F. http: / / www.kunst-kreaFormat Din-A-4, schöne  Fotos auch … vielleicht wären  Illutiv.de / roetel.htm
strationen treffender gewesen? blau zu kühl? und überhaupt
eine Broschüre, und das auch noch in Din-A-4, zu konventio- R ral-Farben […] sind der Maßstab für F. www.treffpunkt-fenster.de
nell? Wenn immer es sich einrichten läßt, versuche ich derar- R Pantone, hks, rgb, cmyk, icc-profile – farbmanagement … und
immer wieder hoffen, es wird schon gut gehen! schließlich setige V. dem Auftraggeber schon gleich zu Beginn der Zusamhen die proofs ja gut aus … »aber was ist, wenn …« interessant
menarbeit auszureden. Juli Gudehus
R Nur Idioten glauben, daß sie von allen V. frei sein müssen, um
auch die frage, ab wann ist dunkelgrau schwarz? (vom empfinden, nicht mit der photoshop-pinpette!) f. kann zur x-akte werschöpferisch zu sein. Jeder Kreative weiß, wie notwendig die
den, wenn man überlegt, wie wohl eine farbe aussehen könnte,
Anlehnung an überkommene Gesetze und Regeln ist. Renzo Piano,
zitiert von Kurt Weidemann in »Wo der Buchstabe das Wort führt«, 1995
die es noch nie gegeben hat! Thomas Bücker
R Seit längerem  R Jeder Designer muß V. akzeptieren. Aber er befindet sich zum
empfinden es viele Leute als chic ihre Wohnung in ihre Lieblingsfarbe zu tauchen und benutzen dabei
Auftraggeber in einer Wechselbeziehung und er kann, er muß
die für mich so gruselige »Schwämmchentechnik«. Dies gesich immer auch fragen, wie er die V. »beseelen« kann. Hans Peter
Hoch, in »Hans Peter Hoch«, High Quality, Heft 3, 3 / 1985 – hiermit wärmstens empfohlen!
schieht häufig mit Orangetönen, die dann im Baumarkt von
den Wandfarbenherstellern mit so schönen Namen wie umbra,
apricot oder terrakotta getarnt werden. Ich habe schon Wohbegabung R ist eine oder vielmehr die Zugangsvoraussetnungen gesehen, da hatte man, weil in irgendeinem Klatschzung für Studiengänge wie Design, Kunst, Musik, Architekblatt gelesen – blau beruhigt – das komplette mit blauem Teptur etcetera. Bei besonderer B. kann auf den Nachweis eines
pichboden ausgelegte Schlafzimmer inklusive Decke blau geHochschul- oder Fachhochschulabschlusses verzichtet werden.  strichen. Antje Breuers
mappe, talent, genie Juli Gudehus
R »Ob  Geschmack als B. nicht eben so selten sei, wie  Genie« R Der Scherenschnitt […] ist eine der ältesten Volkskünste Chinas. […] Jede Provinz hat ihren bestimmten Stil und ihre spezimeinten Sie einmal. Sie haben abgründig recht! Emil Rudolf Weiß, »Das
Buch als Gegenstand«, ein offener Brief an Moritz Heimann, Verlagslektor von S. Fischer, 1925, abgedruckt in »100 Jahfische Farbgebung. www.rizzi24.com
re S. Fischer Verlag 1886 – 1986. Buchumschläge. Über Bücher und ihre äußere Gestalt« von Friedrich Pfäfflin
R Jedes Jahrzehnt hat ein eigenes Farbklima. Dieses wird kollekR In der Kindheit ist die  tiv erinnert und schlägt sich in den jeweiligen Produkten niekreative B. zumeist am größten, späder. Diese F. wird dann vom darauf folgenden Jahrzehnt voller
ter wird sie zunehmend verdrängt. http: / / www.kreativ-sein.de, Copyright der Website Martina Schwarz-Geschka, Eva Weinmann
Verachtung betrachtet. Katja Grubitzsch
R hängt halb vom  Talent und halb vom  Lernen ab. besagt ein chinesi- R Farbdesigner mit eidg. Fachausweis setzen sich mit den chasches Sprichwort
rakteristischen F.en von Epochen auseinander, von der Antike
R Deine B. kann dich zu künstlerischen Qualitäten führen, aber
bis zur Gegenwart. www.berufsberatung.ch, 15. 10. 2003
als Beruf ausgeübt, ist sie eine Dienstleistung. Kurt Weidemann, zitiert im
Gesamtverzeichnis 2002 / 2003 des Verlag Hermann Schmidt Mainz
formgebung R ist nicht bloß Idealisierung, doch die ÄstheR Die (wie auch immer geartete) B. wird auf vielerlei  tik ist aus ihr nicht wegzudenken. Walter Nikkels, »Der Raum des Buches«, 1998
Art im
Spannungsfeld zwischen Auftragszwängen und Gestaltungs- R Ist von »Form« oder »Gestalt« die Rede, so  meinen wir die
gute Gestalt, die nützliche und schöne Form; Form im Gegenmöglichkeiten strapaziert, aber auch provoziert. Manche B.
satz zum Ungeformten, Gestalt im Gegensatz zum Ungestalteflüchtet sich dann in die  formalistische Manier, andere verten. Das Wort »F.« bezeichnet einen gestaltenden Akt. Sein Erstecken sich in manchmal sogar zynischer Routine, wieder angebnis: die zugleich nützliche und schöne Form des Erzeugdere B.en verweigern sich nach einer Weile und … sind keine
nisses. […] In gewissem Sinne ist jede gestaltende Tätigkeit »F.«
mehr. High Quality, Heft 9, Ausgabe 1 / 1987 – hiermit wärmstens empfohlen!
R Gott vergib mir das schlechte Bild […], es steckt so viel in mir.
und jede gestaltende Tätigkeit, die ein Massenerzeugnis zum
Ziele hat, »industrielle F.«. So fehlt es nicht an Stimmen, die
Sei nur traurig mit mir, dass ich [als Witz-Blatt-Zeichner] mein
sich gegen alle  Versuche wenden, Grenzen zu ziehen oder
Geld verdienen muss, anstatt mit Holz hacken oder sonst eibestimmte Gebiete auszuklammern. Das mag nun jeder halnem ehrlichen Gewerbe, das nicht die B. in einem schändet. Lyonel Feininger, in einem Brief an seine Frau Julia, 1905
ten, wie er will.  Sicher ist, daß in der deutschen  Praxis ein-
R
148
mal unterschieden wird zwischen handwerklicher F. (für das übergabe R Der Fotograf übergibt seine Fotografien in der
Einzelstück und die kleine Serie) und industrieller F. (für das
Regel für die kommerzielle Nutzung dem Auftraggeber, ArbeitMengenerzeugnis). Werner Graeff, »Über Formgebung«, in: »Informationsschrift 2«, 1960
geber, einer Bildagentur, Galerie etcetera und erhält im GegenR Für die Werbeagentur ist die F. sicher ein reizvoller Arbeitsbezug ein Honorar, einen Lohn oder eine Provision. Diese Ü. bereich. Sie wird aber eher auf freie Formgeber zugehen als selbst
inhaltet stets auch die Ü. bestimmter Nutzungsrechte; es findet
ein F.s-Studio unter Dampf halten. Hannelore Kröter, »Berufe in der Werbung«, 1977
also eine Lizenzierung über bestimmte Verwertungsformen
R 1994 von Henning Krause gegründetes Berliner  Designbüstatt. Von besonderer Bedeutung ist dies immer hinsichtlich
ro, das auf  Schriftentwurf und  Corporate-Design-Strategider zukünftigen Zweitverwertung der Fotografien. Philippe Perreaux
und Stefanie Haab, »Urheberrecht Glossar«, www.vfgonline.ch, 19. 6. 2006
en spezialisiert ist. im Programmheft der »Typo Berlin 2002«, 7. Internationale Designkonferenz
R In einer Mappe übergibt man dem Kunden ein Angebot, In rat für formgebung
formations- und Präsentationsmaterial sowie sonstige Unterlaeingebung R An diesem Begriff gefällt mir, daß es sich um
gen, die für eine Zusammenarbeit wichtig sind. »der agenturkalkulator«
04 / 2005, MaXx Print
etwas zu handeln scheint, das nicht in der eigenen Macht und
Reichweite liegt, und, mehr noch als der  Einfall, der einem  S. 2028 und S. 2143
von irgendwoher irgendwie in den Kopf gestolpert kommt,
scheint sie einem von jemandem (von wem? vom Schöpfer beschnittzugabe  S. 1351
aller Dinge?) gegeben zu sein, freundlich überreicht wie ein
Geschenk. Juli Gudehus
hingabe  S. 193
 S. 2294
angabe R Kontrollieren Sie vor der Druckfreigabe sehr sorgeingabe R Vorgang, bei dem  Daten an einen  Computer
fältig alle A.n auf ihre Richtigkeit! »Das Sekretärinnen-Handbuch«, 2004
R Der Preis eines Layout Designs kann erst nach genauen A.n
übergeben werden. Alfons Oebbeke, www.glossar.de
und Vorgaben getroffen werden. Mehdi Ayed, www.filedesign.com
freigabe R Markieren eines Kassageschäfts für die Weiterver- R Die A. der Tonwerte erfolgt in Prozent. www.blockfabrik.ch
arbeitung (im Rahmen des Settlement-Netting). Geschäfte wer- R Die A. [des  Abbildungsmaßstabs] erfolgt im Allgemeinen in
den freigegeben, wenn es keine Abwicklungsbeschränkungen
Prozent. www.ddbj.de
R Gängige A.n [der  auf Kundenebene gibt. www.eurexchange.com
Rasterweite] sind l / cm […] und  lpi. www.heidelberg.com
 S. 1914
R Die A. [der Brennweite] in mm steht auf dem Objektiv einer Kawiedergabe R Ist das Ziel eine möglichst natürliche W. des
mera. www.ptv-gmbh.de
Motivs, so sollte man den Dreh am Filter im richtigen Moment R Die A. der [ Filmempfindlichkeit] als  Grundlage der Belichstoppen! www.fotoforum.de
tungsrechnung erfolgt in genormten  Maßeinheiten wie din
R Die W. leuchtender Farben ist mit den Eurofarben nur bedingt
oder asa, die in der iso-Angabe vereinigt sind. Bernd Ratfisch, www.fotosander.de / download / sonstige / FotoSanderLexikon.pdf
möglich, da sie durch die Mischung unrein wirken. Götz Morgenschweis, http: / / typo.goemo.de
R Die Verarbeitung von Fotopapieren […] erfolgt am besten nach
R Bei der Strich-W. kann jeder Bildpunkt nur den Wert Schwarz
genauen A.n des Herstellers. Hugo Schöttle, »DuMont’s Lexikon der Fotografie«, 1978
oder Weiss annehmen. Zwischentöne sind nicht möglich. Ne- R A.n [des Schriftgrads erfolgen] meistens in Punkt, 36 pt =
ben Strichvorlagen können auch Halbtonmotive als Strichab1,27 cm = 1 / 2 Zoll). Frank Oemig, »Wissensbasierte Textverarbeitung: Schriftsatz und Typographie«, oemig.de
bildung wiedergegeben werden. Dabei erscheinen alle Helligkeitsstufen unterhalb eines gewissen Wertes schwarz, alle R Da Schriften Ober-, Mittel- und Unterlängen aufweisen, deren
helleren Töne hingegen weiss. Für die Strich-W. kommen nur
Proportionen sich von Schrift zu Schrift unterscheiden, sind
Lithfilme oder Dokumentenfilme in Frage. Die [∞] Strich-W.
Schriftgrößen-A.n relativ. Sie können auf der Kegelgröße (Bleivon Halbtonmotiven kann auch in gestalterischer Absicht versatz), der Versalhöhe oder der Vertikalhöhe beruhen. www.webdesign-firmenich.de
wendet werden, da sich eine betont grafische Bildwirkung ergibt. Die Strich-W. ist v. a. bei der Reproduktion von Zeichnun- R Bei der A. des Formates wird grundsätzlich die waagerechte
gen, Radierungen,  Holzdrucken und anderen Werken ohne
Länge (»Breite«) und dann die senkrechte  Länge (»Höhe«)
Grautöne üblich. […] Tonwert-W. [nennt sich die] Art und Weiangegeben. Beispiel für eine  Formatangabe: 29,7 × 21 Zentise, in der ein Filmmaterial Farben in Grauwerte umsetzt. Panmeter. www.ddbj.de
chromatische Filme bilden die Farben entsprechend dem Hel- R Bei Zeit-A.n werden die Minuten von den Stunden durch einen
ligkeitseindruck des menschl. Auges ab, was man als natürliPunkt abgetrennt oder hochgestellt. »Satz-Fibel von Lehrlingen für Lehrlinge« – Original 1933, Hrsg. (Buch)-Druckerei Carl Bockfeld, http: / / home.snafu.de / geya / fibel.htm
che Tonwert-W. bezeichnet. Adrian Bircher, »Laborlexikon«, www.fotoline.ch, 1995
R Für die W. in einem konventionellen Druckverfahren müssen
R Zeit-A.n für Gestalter haben meist so einen Geheimcode mit
echte Halbtöne durch Rasterung in unechte Halbtöne (Rasterdem Faktor Zehntel. Thomas Fischer-Stumm
R Wer [in der Werbung] unwahre A.n macht oder unrichtige oder
tonwerte) umgesetzt werden. www.web-experiences.de
R Je höher Sie die  Rasterweite wählen, desto [detailreicher ernicht vollständige A.n, der kann auf Unterlassung und Schafolgt] die W. des Bildes. Hermann Bauer, »Workshop. Photoshop 3.0, Perfekte Ausgabe«, in Macdensersatz in Anspruch genommen werden. praxishandbuch-werbung.de
welt, Ausgabe 7 / 95
 eigenlob, auszeichnung, markierung
R Die W. von  Rasterpunkten und von  Flächen ist abhänig von
der »Ebenheit« des Papiers. www.arnold-print.de
abgabe R Allgemein jede dauernde  Leistung, sie möge beR Beim Vergrössern erzielt man eine negative W. durch Umkodungen oder auferlegt sein. Es gibt sonach Privat-A.n, Lehnspieren eines Negatives auf Filmmaterial, wodurch ein Diaposiund grundherrliche, Gemeinde-, Korporations- und Staats-A.
tiv entsteht, das auf Papier vergrössert wird. Adrian Bircher, »Laborlexikon«,
oder Steuern. »Meyers Konversationslexikon«, 1888 bis 1890
www.fotoline.ch, 1995
R Kann das Abgeben vom mühsam verdienten Geld an den Staat
R Schrift ist nicht nur optische Sprach-W. Leopold Nettelhorst, »Schrift muss pasbedeuten oder das Abgeben einer Arbeit in der Schule oder
sen. Schriftwahl und Schriftausdruck in der Werbung«, Handbuch für die Gestaltungsarbeit an Werbemitteln, 1959
der Universität. Das letzte ist oft mit einer A.-Frist oder einem
 reproduktion
Einsendeschluss versehen. Dies bedeutet, bis zum Ende diewiedererkennungswert, wiederholung, wieder­
ser Frist muss eine bestimmte Aufgabe erledigt sein und dann
belebung, nicht wieder anzeigen, wiederherstellen,
abgegeben werden. Wird die Aufgabe nicht rechtzeitig fertig
wieder ganz von vorne anfangen
oder trifft das zur A. verlangte Material nicht rechtzeitig am A.-
149
reich beschenkt
Ort ein, kann dies unangenehme Konsequenzen für die abgebende Person haben. Diese reichen von Mahngebüren bis zum
Ende einer geplanten Karriere. Dem Termin der A. sieht die
a.-gewillte Person mit Grausen entgegen, die letzten Tage vorher müssen die Nächte durchgearbeitet werden und man ist
mit den Nerven am  Ende. (Siehe auch: Mappen-A., A. der Semesteraufgabe). Kürzlich forderte zum Beispiel die Designerin Juli Gudehus verschiedene Personen dazu auf, sich Gedanken über Wörter zumachen, die sie diesen Personen zukommen ließ. Für die A. der schriftlichen Ergüsse setzte sie keinen
konkreten A.-Termin, machte den betroffenden Personen, die
noch nicht abgegeben hatten, aber immer wieder in Emails ein
schlechtes Gewissen. Nele Förster
R Bei diesem Wort kriegt man schulische Beklemmungen. Ich
muß an Fachreferate denken, die in 2 t fertig sein müssen.
Und an Prüfungen, wo die Autoritätsperson vorne abgabe ruft,
wenn man grade erst eine geistige Offenbarung hatte, die alles vorhergeschriebene sinnlos macht. Und an meine Geschwister, die es niemals jemals geschafft haben die Bücher die sie
aus irgendwelchen Bibliotheken ausgeliehen haben, pünktlich zum A.-Termin zurückzugeben. Und an Staffelläufe. Früher im sommerlichen Sportunterricht. Das Rennen war einfach, wenn man aber danebengegriffen hat, dann ist die diestägliche Beliebtheitsfackel ins Wasser gefallen, genau wie dieser Holzstab auf auf den roten rauhen Gummiboden. Ich finde A. ist ein Wort dass einen sofort nach der Aussprache unter Druck setzt. (Liebe Juli Gudehus, wenn Sie unter ihre nette
email auch einen A.-Termin geschrieben hätten, dann hätten
sie bestimmt schon früher von mir gehört. So hab ich jetzt aber
die 4 Wo ganz genutzt, um sie beinahe zu vergessen, die Wörter, bis grade eben.) Anna Grath
R Versuche deine A.-Termine immer einzuhalten. Ein unzuverlässiger Künstler / Zeichner verliert schnell seine Auftragsgeber. Für Immer!!! »Wie bewerbe ich mich richtig?«, www.millus.de – Alle Angaben ohne Gewähr
R Illusionen abgeben … die Freiheit abgeben … eine  Aufgabe
abgeben … zu  spät abgeben … nie abgeben …  Mut abgeben … nichts abgeben … sich selbst abgeben … Rechte abgeben … einen Job abgeben … Mühl abgeben … sich weigern abzugeben … einen Scheißdreck abgeben … ein  Lachen abgeben … einen Kommentar abgeben … eine  Zigarette abgeben …
das beste abgeben …  Steuern abgeben … ein  Signal abgeben … Grenzen abgeben … Gedanken abgeben … einen  Befehl abgeben … unter Tränen abgeben … versehentlich abgeben … seinen Glauben abgeben …  gelassenes abgeben … eine
Fälschung abgeben … ein letztes Röcheln abgeben … warum eigentlich? Achim Müseler
 output
 royalty-abgabe
 S. 2079
R
reich beschenkt
Illustration [kann] im wesentlichen drei A.n erfüllen […]: sie
kann darstellen, sie kann interpretieren, sie kann ausschmücken und dabei sich entweder auf die eine oder andere Funktion
beschränken oder allen drei Anforderungen nachkommen. […]
Illustrieren wird häufig als eine A. angesehen, die die künstlerischen Möglichkeiten einschränkt. Jedoch liegt es gelegentlich weniger am Text als am Illustrator, wenn dieser von seinen
Möglichkeiten keinen rechten Gebrauch zu machen weiß. Hans
[Der] Grafik-Designer] findet seine A.n überall dort, wo es darum geht, kommunikative Aussagen zu gestalten und in visuell wahrnehmbare Form zu bringen. Die A.n-Gebiete des Grafik-Designers erstrecken sich deshalb über weite Bereiche des
wirtsch., kulturellen, politischen und privaten Lebens. Anja Preusker,
R
Die A., etwas visuell darzustellen, schließt auch mit ein, daß
die Objekte und Funktionen, die ins Bild übersetzt werden sollen, vom Gestalter erlernt und verstanden sind. Anton Stankowski, »ge-
»Ein Handbuch für Business im Grafik-Design«, 1996
aufgabe R (Job) Die Vorgabe, bestimmte Programmschritte
durchzuführen. www.elektroniknet.de
Das, was zu lösen man noch vor sich hat und was einen nach
möglicherweise ergebnislosem  Mühen hoffentlich nicht zu
selbiger zwingt. Juli Gudehus
R Ich glaube immer noch daran, daß das eigentlich die A. der
Fotografie ist, daß dafür das Fotografieren mal erfunden worden ist, daß man mit der Kamera durch die Welt geht und sich
überraschen und beeindrucken läßt. Thomas Höpker, im Interview mit Claus Hein-
packt verpackt«, High Quality, Heft 1, 1 / 1985 – hiermit wärmstens empfohlen!
Die zeitgemäße Stilentwicklung ist die A. des Reklamekünstlers, statt sich in den realistischen Darstellungen vergangener
Perioden zu verlieren und zu versuchen, die Stile und Werte
früherer Zeiten zu erreichen, die doch unerreichbar für uns
bleiben, da wir in einem anderen Zeitalter leben und anders
empfinden. Joseph Binder, in einem Artikel im »American Magazine of Art«, 1936
R Die Entwicklung und das Design von Schriften gehören sicher
zu den spannendsten und anspruchsvollsten A.n, denn die
Schrift bildet die Basis eines guten Layouts. www.entwickler.com
R Eine spannende A. für jeden  Kreativen ist der gestalterische
Umgang mit Karton. in dem Prospekt »P2« von Papier Union, Winter 2002
R Alle Gestalter kennen auch Löcher, in die man fällt, in denen
man nicht mehr weiter weiss, man sich ausgebrannt fühlt. Solche Gemütszustände zu erkennen, zuzulassen und aus ihnen
wieder herauszufinden, ist mitunter eine der schwierigen A.n
der Selbsterkennung. Ralf Turtschi, »Wie nötig ist die Skizze?«, www.publisher.ch
R Meine wichtigste A. ist meines Erachtens, Konzeptionen zu erarbeiten. James Cross, im Interview, High Quality, Heft 1, 1 / 1985 – hiermit wärmstens empfohlen!
R Jedes Corporate Design wirkt nur über einen bestimmten Zeitraum, bedarf Kontinuität, aber auch Flexibilität. Es wird nur akzeptiert, wenn es den Sehgewohnheiten, den visuellen Trends
seiner Zeit entspricht. Unsere A. sehen wir darin, Marken zeitgemäß darzustellen, dabei aber den stabilen Markenkern zu
erhalten. Nur so haben sie die Chance, glaubwürdig und selbstähnlich zu erscheinen. www.nitschdesign.de
R Die Gestaltung eines Corporate Designs ist keine einmalige,
sondern ein ständig fortlaufende A. für den Gestalter. »Was ist Corporate Design – Definition und Erläuterung«, www.grafik-illustration.de
R
Jede A. muß man von vorn beginnen. Leopold Nettelhorst, »Schrift muss passen.
Schriftwahl und Schriftausdruck in der Werbung«, Handbuch für die Gestaltungsarbeit an Werbemitteln, 1959
zitiert von Claudia Gerdes in »Leute, Leute«, Page 11.2001
Bitte auch nicht vergessen, zu prüfen, ob die A. richtig gestellt
ist. Vielleicht muss man sie neu formulieren, vielleicht muss
man tiefer graben, vielleicht ein Problem erst mal ignorieren,
um später auf eine interessantere Idee zu seiner Lösung zu
kommen. Ulrich Leschak, »Nichts ist leichter, als eine gute Idee zu haben!«, www.galileodesign.de
R Die A. eines Designers wird von Außenstehenden und Branchenfremden oft missdeutet und daher unterschätzt. […] Viele
rich Meyer, High Quality, Heft 13, 1 / 1989 – hiermit wärmstens empfohlen!
dieser Branchenfremden sind Auftraggeber, in deren Köpfen
R Eine der A.n von Fotografie besteht darin, ihre Zeit zu dokuoftmals noch das Bild vorherrscht vom Gestalter, der als ätherimentieren. Auffassung der Initiatoren des Förderprogramms »mosaïque« des Centre national de
scher Schöngeist in Farbkompositionen schwelgt. Es ist unsel’audiovisuel, Luxemburg (CNA), zitiert in photography now 4.02
re ganz eigene A., diesen Kunden begreifbar zu machen, was
R Nicht den Text zu wiederholen, ein neues Licht auf ihn zu werein Designer heutzutage im Beruf alles leistet: Designer sind
fen, ist die A. der Illustration. Hans Magnus Enzensberger, zitiert von Rotraut Susanne
Übersetzer und Berater, sie schaffen neue Strukturen oder opBerner, »Kinderliteratur im Gespräch. Zu Gast: Rotraut Susanne Berner (3. 2. 2004)«, Lesezeichen. Mitteilungen des Letimieren diese. Sie konzeptionieren, sie klären Zusammenhänsezentrums der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Heft 15 / 2004
ge, sie sind Vermittler. Ihr Werkzeug ist die visuelle KommuR
R
Wer sich zu groß fühlt, um kleine A.n zu erfüllen, ist zu klein,
um mit großen A.n betraut zu werden. Jacques Tati, Quelle und Jahr ließen sich
ne ich sehen«, www.fotospeed.at
leider beim besten Willen nicht ermitteln
Die Schwierigkeit des Gestaltens besteht in der Lösung profaner A.n. www.derdiedas.de
R Die Tatsache, daß  Grafiker die Möglichkeit haben, A.n der
Druckvorstufe zu übernehmen, bedeutet nicht, daß sie unbedingt die Verantwortung übernehmen müssen. Desktop-Publishing hat zwar den A.n-Bereich des Grafikers vergrößert,
doch wenn die A.n der Druckvorstufe den Fachleuten überlassen werden, hat das den Vorteil, daß sie ihre professionelle Erfahrung in diesem Bereich einbringen und die professionellen
Designer mehr Zeit haben, in ihrem Spezialgebiet zu arbeiten. R
»Arbeit mit Druckereibetrieben«, Benutzerhandbuch zu Aldus Freehand 4.0
R
des Designers ist, Dinge neu zu sehen und neue Zielvorgaben
zu entwickeln. Gernot Tscherteu, www.realitylab.at, 1993
R Es gibt immer einen Kern, eine  Perspektive, die man herausstellen kann. Es ist deine A. als Designer, sie zu finden. Cyrill Gutsch,
S. 243
 Ich glaube nicht, daß es viele Redakteure gibt, die mir die A.n
geben würden, die ich mir selbst stellen will. Ernst Haas, »Seit 60 Jahren ler-
R
150
Ich arbeite für A., die mir die Freiheit lassen, mich für ihr Unternehmen zu engagieren, für die ich kein Erfüllungsgehilfe
bin, sondern ein hochwertiger Dienstleister, der im Herzen ihres Unternehmens arbeitet. […] Wir  schätzen A., die sich für
anspruchsvolles Design, gute Typographie, überzeugende Fotos und klare Texte sensibilisieren lassen, die neue Wege gehen
und die das Getto der Mittelmäßigkeit verlassen wollen. […] Ich
lehne grundsätzlich A. ab, für die visuelle Gestaltung nur ein
Faktor am Rande ihres Marketingkonzeptes ist. […] Die Beziehung zu unseren A.n ist sehr persönlich, unkonventionell und
wir kommunizieren sehr offen miteinander. Gestaltungs- und
Handlungsfreiheit gehören für uns zu den Basics einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Wolfgang Beinert, www.beinert.net
R Ein unzuverlässiger Künstler / Zeichner verliert schnell seine
A. Für Immer!!! »Wie bewerbe ich mich richtig?«, www.millus.de – Alle Angaben ohne Gewähr
auftragsvolumen, auftragslage, auftragsabwicklung,
auftragen, auftrag, anschlussauftrag, druckauftrag,
gesamtfarbauftrag, freistellungsauftrag,
lehrbeauftragter, corporate design beauftragter
R
Juliane Zielonka, »Ulrike Damm – vermittelte ‘Erfahrungen aus dem Designalltag’«, Wasserträger 10 – 04
R
Hillmann, »Illustration«, in »Visuelle Kommunikation«, 1989, Hrsg. A. Stankowski und K. Duschek
R
R
ausgabe nikation. Es liegt in der Verantwortung des Designers, diese
Sprache den Menschen zugänglich zu machen. Ulrike Damm, zitiert von
Es gibt kaum eine A. in der Werbeagentur, die man isoliert lö- zeitgeber R Steuerung der Zeit bei der Verarbeitung oder Besen könnte. Eines hängt vom anderen ab: die Produktgestallichtung. Kann als Schaltuhr das  Vergrößerungsgerät nach
tung von den Verbrauchervorstellungen, das Werbemittel vom
der eingestellten  Belichtungszeit  automatisch  abschalten. Michael Langford, »Enzyklopädie der Fotopraxis«, 1987
Kreis der Umworbenen, das Ladenwerbematerial von den Typen der Einzelhandelsgeschäfte. Hubert Troost, »Berufe in einer Werbeagentur«, 1961  S. 1964
R Kein Mitarbeiter, der seine A. lösen will, kann auf den engen
Kontakt mit allen, die Vorarbeit leisten, die mit ihm arbeiten formgeber R Bauchbinde, Korsett. Juli Gudehus
und nach ihm arbeiten werden, verzichten. Hubert Troost, »Berufe in einer  S. 2478
R
Werbeagentur«, erschienen 1961
Proportional zum Wachstum schwindet die gestalterische Lei- bildgeber R Allgemeiner  Ausdruck für elektronische  Kastung, während der Umsatz steigt. […] Das ist die größte A.: Demeras, Filmabtaster und so weiter. »Lexikon der Hörfunk- und Fernsehbegriffe«, herausgegeben vom Bayerischen Rundfunk, 1997
signqualität zu halten und trotzdem Geld verdienen. Erik Spiekermann, in »design is a journey. Positionen zu Design, Werbung und Unternehmenskultur«, herausgegeben von Tammo
R Allg. Ausdruck für Geräte, die Bilder in elektrische Signale umF. Bruns, Frank Schulte und Karsten Unterberger, 1997
setzen (z.B. Fernsehkameras, Filmabtaster usw). www.ptv-gmbh.de
R Es ist eine der schwierigsten A.n im Design – oder generell im
 S. 677
Leben –, mit unbegrenzter Freiheit klarzukommen. Tim McCreight,
»Design Language«, erschienen 1996
ergebnis R Da weiß man, was man hat. Slogan von VW Käfer
R Meine wahre A. ist, Design zu zerstören. Philippe Starck, in einem Interview in
R Da weiß man, was man hat. Slogan von Persil
»the starck spirit«, max, februar 2006
R Der Bleistift hat [durch die Digitalkamera] nicht ausgedient,
 S. 984
aber für den Kunden zählt das End-E. und für den Illustrator
der Weg dorthin. Und mit dem Erscheinen bezahlbarer, guter
auftraggeber R Ich spreche lieber von A. als von  kun- Digitalkameras bieten sich jetzt neue Möglichkeiten für Illude , denn ich verkaufe keine Produkte wie eine Bäckerin ihre
stratoren an. Andreas Pfeifle, www.grafik-etc.de
Brötchen, sondern Leistungen im Auftrag. »Klient«, »Patient« R Schön ist der Moment, wenn die Bilder, die ich damit mache,
oder »Mandant« fände ich auch nicht unpassend, aber diese
so werden, wie ich sie in mir trage, und die E.se immer mehr
Begriffe sind definitiv ganz bestimmten Branchen zugeordnet
so sind, daß selbst »ausgebuffte« Profis (liebe befreundete Found würden eher Verwirrung stiften. Die Tatsache, daß ich A.
tografen) bei einem Bild sagen: aha, computerbearbeitet, und
habe und keine Kunden, führte auch dazu, daß ich im Netz
ich grinsen und sagen kann, nein, pures Foto, und umgekehrt. Peter Domanski, im Interview mit Hardy Kettlitz und Gerd Frey, www.epilog.de
nicht den üblichen Bauchladen habe, wo sich potentielle Kunden aus dem, was ich früher schon gemacht habe, aussuchen R Es ist schon kurios, dass die Technik oft einen höheren Rang
können, was sie so oder ähnlich für ihre Bedürfnisse von mir
einnimmt als das durch sie erzielte E. Keine noch so exzellente
haben wollen. Juli Gudehus
technische Ausrüstung kann Garant für niveauvolle E.se sein. Emil Ruder, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
R Oft ist es für den A. hilfreich, anhand bereits fertiger Arbeiten
seine Vorstellungen zu präzisieren. »DuMont’s Handbuch für Künstler«, herausge- R Wenn das E. gut aussieht, sind alle Probleme des Prozesses sogeben von Stan Smith und Ten Holt, 1986
fort vergessen. Stefan Sagmeister, in »Introducing. Designs for Making a First Impression«, 2005
R Der A. kann der  Art Director einer  Werbeagentur oder einer R In einem System kann die Veränderung eines Elementes eiZeitschrift sein, die Werbeabteilung eines Verlages, einer Firne Änderung aller anderen Faktoren bewirken. Das macht den
ma oder ein Privatmann etcetera. »DuMont’s Handbuch für Künstler«, herausgegeben
Umgang mit Systemen schwierig. Es reagiert nicht, wie die unvon Stan Smith und Ten Holt, 1986
zusammenhängenden Einzelteile reagieren würden, sondern
R Otl Aicher war bei der  Auswahl seiner A. stets kritisch. Ihm
als Ganzes, das innerhalb seines Gesamtzusammenhanges bewar nicht daran geglegen, formale  Lösungen für die klassitrachtet werden muß. Diese »Regel« wird gerne mißachtet und
schen Elemente einer Corporate Identity zu finden, sondern
führt dann zu nutzlosen bis unsinnigen E.sen. Julia Maria Loo, »Lehren und
Lernen. Gebrauchsanweisung für den menschlichen Geist«, 1993 (Studienarbeit)
bestand auf einer Diskussion des gesellschaftlichen Standortes
des jeweiligen Unternehmens. Er regte seine A. zu grundsätz- R Im normalen Arbeitsprozess greift man gern (un)willkürlich
lichen Studien über das Wesen ihrer Produkte, über betriebauf Elemente zurück, die einem gefallen und variiert sie einliche Strukturen und über ihre Informationspolitik an. Setzfach. Auf Dauer führt dies jedoch zu unbefriedigenden und
te ein Betrieb Aichers Forderungen nach einem gesamtheitliaustauschbaren E.sen. Frank Rocholl, www.kearneyrocholl.de
chen Erscheinungsbild um, so wurden die jeweiligen Unter- R Der mathematisch-konstruktive  Ansatz im  Umgang mit
nehmen zu Autoritäten ihres Produktebereichs. www.biza-project.de
Schriftform hat bisher immer zu inhumanen E.sen geführt.
R
151
reich beschenkt
Die reine Konstruktionsgeometrie, wie sie bereits in der Renaissance praktiziert wurde, lehrt uns dies sehr eindrucksvoll. Ich schöpfe aus dem Moment heraus, und wenn ich die fertigen Bilder hinterher ansehe, bin ich oft selbst überrascht, was
Adrian Frutiger, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
da passiert ist. Piet Truhlar, »Clean, Cool and Nice«, Page 10.02
R Eine Schrift, die von vornherein vertraut und angenehm wirkt, R Das Überraschende macht  Glück. Friedrich Schiller, »Don Karlos«, 1783 – 1787
sich nicht zwischen Autor und Leser drängt, sozusagen gar R Die unerwarteten Ü.en sind die schönsten. Juli Gudehus
nicht besonders bemerkt wird, ist das beste E. Kurt Weidemann, »Wo der R Ich möchte von etwas überrascht werden. Es geht darum, den
Buchstabe das Wort führt«, 1995
Zuschauer irgendwo abzuholen, wo er sich auskennt, ihn dort
R Im Prinzip lassen sich Schriften heute von jedermann beliebig
aber zu überraschen – ein Aha-Erlebnis auszulösen. Es ist wie
verzerren, stauchen, verbiegen oder in ihrer Strichstärke veränim Fussball: Wenn mich jemand mit einem neuen Trick ausdern. Ist der Manipulator allerdings nicht sattelfest, zeigt sich
dribbelt, freue ich mich auch als übertölpeter Verteidiger. Marco
Walser, im Interview mit David Clavadetscher, www.clavadetscher.org, Februar 2003
dies leider all zu oft im E. Andreas Donati, www.donati.info
R Je übertriebener die Effekte, umso konfuser und abstoßender
R Brodovitch hatte ja immer die Devise: Surprise me. Wenn seine
das E. http: / / pcptpp030.psychologie.uni-regensburg.de / student2001 / Documents / Textsatz.html
Schüler fragten, was sie tun sollten, sagte er immer: Sur­prise
R Intelligenz lässt sich nicht am Weg, sondern nur am E. feststelme. Ich würde sagen: Astonish me. Henry Wolf, im Gespräch mit Hans-Michael Koetzle
und Horst Moser im Februar 1997, www.independent-medien-design.de
len. Gary Kasparov, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
ronis, bildnis, verzeichnis, gleichnis,
 provozieren
geheimnis, ­verständnis, druckerzeugnis
überfüllung, überarbeitung, übung,
überbelichtung, überstrahlung
überraschung R Auftraggeber machen sich oft keine Vorstellung davon, was hinter gutem Kommunikationsdesign an platt  S. 318 und S. 1060
Aufwand steckt und reagieren überrascht auf Kostenvoranschläge und Rechnungen. Verzeichnis 2002 / 2003 des Verlag Hermann Schmidt Mainz
dankbarkeit R Hallo Partner – danke schön. ein Werbespruch des
Deutschen Verkehrssicherheitsdienstes
R Um unliebsame Ü.en zu vermeiden, sollten Sie mit Ihrem Designer über »besondere Aufwendungen« und »zusätzliche Ar- R Wenn jemand etwas gemacht hat, dann soll man dem Macher
beiten« sprechen. […] Ü.en lassen sich vermeiden, wenn man
anerkennend Danke sagen. Ruedi Rüegg, im Interview mit David Clavadetscher, www.clavadetscher.org, Februar 2003
vorher ein genaues  Briefing durchführt und genaue VorstelR Die nicht zu Danken verstehen, die sind die Ärmsten. Marie von Eblungen skizziert. http: / / www.logobest.de / Auftraggeberinformationen.htm
ner-Eschenbach, »Aphorismen«, 1880
R Wenn Sie ein Corporate Design etablieren wollen, kommen Sie
am Sekretariat Ihrer Kunden nicht vorbei. Hier können die be- R Ich bin dankbar für die schärfste Kritik, wenn sie nur sachlich
sten Ideen auflaufen: meistens, weil Schriften am Bildschirm
bleibt. Otto von Bismarck, »Reden«, Jahr leider nicht zu ermitteln
schlecht lesbar sind oder Texte falsch formatiert aus dem Druc- R Kritik  üben: bitte nicht zögern! ich bin da eher dankbar als
ker kommen. Böse Ü.en wie diese liegen oft in der Natur des
zickig! (erst bisschen zickig, dann richtig dankbar). möchte nicht namentlich genannt werden
Gestaltungsprozesses. Während  Designer überwiegend mit
Macs arbeiten, kommen Ihre Entwürfe fast immer am pc zum R Unseren Erfahrungen verdanken wir es, dass wir WahrgenomEinsatz. Die hierfür nötige technische Adaption bedarf größter
menes richtig einordnen. http: / / medien.werbung.de / magazin / lexikon, Eintrag: Milchbazi
Aufmerksamkeit, insbesondere bei am pc oft benötigten Tru- R Aquarelle danken durch Schönheit, wenn sich der Gestalter öfeType-Schriften. »Corporate Font«, Broschüre von Font Shop
ter mit dem Pinsel zum Üben meldet. Anton Stankowski, »Visualisierung«, in »Visuelle Kommunikation. Ein Design Handbuch«, 1989, Hrsg. Anton Stankowski und Karl Duschek
R Stellen Sie sich auf unerwartete Ü.en ein und geben Sie kontinuiertlich  Probedrucke aus. »Arbeit mit Druckereibetrieben«, Benutzerhandbuch zu Al- R Für die meisten Menschen bietet vollendete Typographie äsdus Freehand 4.0, leider ohne Jahr
thetisch keine besonderen Reize, da sie schwer zugänglich ist
R Die unerwarteten Ü.en sind die schlimmsten. Juli Gudehus
wie die hohe Musik. Im besten Falle wird sie dankbar hingeR Neuheit und Ü. ist das Streben werbender Graphik. Jan Tschichold,
nommen. Das Bewußtsein, namenlos und meist ohne beson»Graphik und Buchkunst«, in »Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie« – hierdere Anerkennung wertvollen Werken und der knappen Anmit wärmstens empfohlen!
zahl optisch sensitiver Menschen einen Dienst zu erweisen, ist
R Schaffen Sie aus Ihrer Site durch Vernetzung einen Erlebnisin der Regel die einzige Belohnung für die lange, doch nie enraum, der auch beim zweiten Besuch noch Ü.en bereithält. Wolfdende Lehrzeit des Typographen. Jan Tschichold, »Ton in des Töpfers Hand …«, 1948, in
R
gang Schimmel, »Web versus Print«, 1997
R
»Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie« – hiermit wärmstens empfohlen!
Jeden Monat muß das neue Foto [eines Kalenders] den Betrachter mit einer Variation einer überzeugenden visuellen Idee
überraschen und fesseln. Karl Steinorth, »Kalender-Fotografie. Freiraum für Kreativität«, in
R
Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank! der nicht ermitteln

hadank
»The Design of time. 35 Jahre Zanders-Kalender«, 1995
R
Nach der Verabschiedung der Copy-Strategie beginnt der ei- gedanke gentliche kreative Entwicklungsprozess. Gleichgültig, für welches Produkt, welche  Marke oder welches  Unternehmen
die  Werbung entwickelt werden muss, es ist ein Prozess, der
immer wieder  herausfordert und oft überraschende  Wendungen erfährt. Denn der kreative Prozess wird nur durch die
beteiligten Menschen und deren  Umgehen miteinander und
mit dem Projekt  geprägt. Das wirklich Spannende an diesem
Entstehungsprozess ist, dass bei allen  strategischen und rationalen  Vorgaben immer eine hohe Chance da ist, dass das
Ergebnis überraschend ist. http: / / www.cornelsen-berufskompetenz.de / berufskompetenz / inhalt_1x1 / pdf / pers_komp_490696_text1.pdf
R
Nur was selten ist, kann überraschen. Georg Franck, »Ökonomie der Aufmerksam-
keit«, erschienen 1998
R
Es ist nicht allzuviel, was einen überrascht. Wohl gute Leistungen und sehr guter  Durchschnitt, perfekte Fotografie, auch
technisch ziemlich perfekte Fotografie, aber wenig Aufregendes. Thomas Höpker, im Interview mit Claus Heinrich Meyer, High Quality, Heft 13, 1 / 1989
152
S. 2301
 Andreas Brehme, Quelle und Jahr ließen sich lei-
was für ein Fest …
fest
klopffest
nassfest
scheuerfest
festschrift
festsetzen
festlegen
festeinband
festgrösse
festplatte
was für ein Fest …
fest R Unverrückbar. Zum Beispiel ein Entschluß, eine Überzeugung, ein Etikett. Juli Gudehus
R Die »klassische«  Biographie eines  Designers enthält häufig auch eine Station als f. angestellter […] Mitarbeiter bei einer
Werbeagentur. Pascal Decker, »Eigenwerbung mit Leistungen für Werbeagenturen«, in »Wasserträger«,
(Ganzgewebe- und Halbgewebeeinband), Leder- u. Pergament­
einband. »Das bunte Lexikon der schwarzen Kunst«, .virtuelleschuledeutsch.at / dachs_gutenberg / f.html
R Der  Satzspiegel […] bleibt gewöhnlich in einer Publikation
durchgehend gleich und wird vorher für alle Seiten festgelegt. Michael Bundscherer, typolis.de
Um Bilder, Tabellen und andere  Gestaltungselemente nicht
R Während f. installierte Außenwerbung oftmals eine Frage der
ziellos im Text zu verstreuen, ist es hilfreich, sich ein Gestalbehördl. Genehmigung ist, können Verkehrsmittel als Werbetungsraster anzulegen. […] Dieses Raster sollte man bereits am
träger entstehende Lücken schließen. Cornelia Lamberty, absatzwirtschaft.de
Anfang im Seitenlayout f. Michael Bundscherer, typolis.de
R Das f.e, f.-gefügte und geschlossene lässt keine interpretation
R Die Botschaft wird im Briefing festgelegt. Oliver Oest, in »Werber-Vokabeln« im
Rahmen des JuniorWebWerber Wettbewerbs, initiiert von infoRADIO Berlin (www.juniorwebwerber.de), 2000 / 2001
zu. es ist eine  schlechte form. das offene und leichte ermöglicht eine vielzahl von sichtweisen. f.es desgin ist eindimensio- R Als der Stuttgarter Typograf Kurt Weidemann vor einigen Jahnal und doktrinär, die sichtweise des gestalters ist bestimmend.
ren das Image der Auto- und Flugzeugbauer [DaimlerChrysler]
das nicht-f.e, das offene werk ist allgemeingültig und zeitlos, es
überarbeitete, legte er bis zum letzten Detail alles fest, was auf
ist wie ein spiel: ausgang offen. Andreas Uebele
Papier gedruckt werden sollte. Philipp Contag-Lada, »Schrift kennzeichnet ihren Absender«, Stuttgarter Nachrichten, 3. 7. 2002
R Entschlossen, mit Kraft. Zum Beispiel das Auftreten, der HänR Die ersten Vor- und Entwurfsskizzen werden wahrscheinlich
dedruck, der Druck auf einen Stift beim Zeichnen. Juli Gudehus
R Zeigen Sie sich [auf Bewerbungsfotos] als freundlicher Bewereinige Veränderungen erfahren; der Designer sollte sich darber, der dem Betrachter […] f. in die Augen sieht. vetion.de
über im klaren sein, daß sie zwar schon eine Festlegung bedeuR Aggregatzustand.  flüssig, gasförmig Juli Gudehus
ten, aber sicher auch als Diskussionsgrundlage für den AufR f . Auch: firm . Härtegrad von Bleistiften.  b, h, hb Juli Gudehus
traggeber fungieren sollen. »DuMont’s Handbuch für Künstler«, herausgegeben von Stan
Smith und Ten Holt, 1986
R Eigenschaft von Papieren. F. bezeichnet eine gewisse Steifheit
und eine gewisse Stärke beziehungsweise ein gewisses Volu- R finde ich gut, wenn es darum geht, sich auf – die Frau fürs
men. Papier für Geschäftsberichte oder Einladungen sollte z. B.
Leben – eine Layoutsoftware – das heutige Abendprogramm
f. sein, da zu dünnes, labberiges Papier meist als billig empfunfestzulegen. Finde ich schlecht, wenn es darum geht, sich auf –
den wird. F.es Papier wird auch als Karton bezeichnet. Juli Gudehus
den Job fürs Leben – Lieblingsschriften, -Filme, -Essen, -FarR Wertpapiere, gestaltet und signiert von führenden Künstlern
ben, -Gerüche – was man gut oder schlecht findet f. zu müssen Kay Krause
ihrer Zeit, sind […] ein F. für das Auge. www.wertpapierwelt.ch
R Irrsinnig schön finde ich den Kalender von Moritz Zwimpfer
sucher, motivsucher, indizierte farben,
für das Jahr 2009: Ein Buch mit 365 Seiten, auf der je eine Pan­ausschiessbogen, setzschiff, hypertext
tonefarbe gedruckt ist. Ein F. für meine Augen! Juli Gudehus
markup ­l anguage, doppelklicken
extra, prozentual, pastös, fixativ, stereo,
modular, lose
festeinband  S. 181
 feest
fester winkel, fester rücken,
festgrösse R Montag-Blues: fb : : : Festgröße Blau. W. Blüggel
fester freier, manifesto, lifestyle,
 S. 2829
scheuerfestigkeit, wischfestigkeit
festplatte R Größte Wurstplatte an Kalten Büffets bei größeklopffest R Eigenschaft guter Etikettenpapiere, die als Flaren Festlichkeiten (wie bei Hochzeiten die sogenannte Hochschenetiketten in Abfüllanlagen miteinander in  Berührung
zeitstorte), seltener: Schlacht-F. oder Sommer-F. www.familie-ahlers.de
kommen und auch in nassem Zustand keine Flecken bekom-  S. 807
men dürfen. www.e-papernet.at
erschienen im Mai 2003
nassfest R
S. 214
 scheuerfest S. 219
 festschrift R Schriftstück zum feierlichen  akt. Natalie Dümmler
Gelegenheitsschrift anläßlich eines bestimmten Ereignisses,
besonders eine als Ehrung zum Geburtstag eines hochbetagten Gelehrten von seinen Fachgenossen gewidmete Festgabe,
enthält neben einer Würdigung seines Lebenswerkes wissenschaftliche Beiträge zu verschiedenen Spezialfragen des Fachgebietes. Gero von Wilpert, »Sachwörterbuch der Literatur«, 1961
R Eine Schrift (meist Schreibschift) für  Hochzeiten, Jubiläen
und ähnliche Anlässe sowie gern auch für Urkunden, wie zum
Beispiel Ballantines,  Zapf Chancery,  Linoscript,  Poppl Exquisit, Post Antiqua, Present und viele andere mehr. Juli Gudehus
R Schreibschriften [wirken] festlich. »Gestaltung von Texten«, www.norasoft.de
 S. 641
R
festsetzen R Apfel l freehand >modify >look. 
Stefanie Baldermann
S. 1880 und S. 2712
festlegen R Das Wiederaufbringen abgehobener Farbparti-
en mit Hilfe verschiedener Klebemittel und durch Pressung
bei der Gemälderestaurierung. P. W. Hartmann, »Das Kunstlexikon«, 1996
R Das für die Außenhaut des Buches verwendete Material legt
[…] die Bezeichnung für die Einbandart fest: Papp-, Gewebe-
154
kochen für das Festmahl
koch
kocher
köchl
tiegel
töpffer
topfotografen
kesselskramer
pott
deckelschachtel
deckel
buchdeckel
entwicklungsschale
schöpfform
schöpfrahmen
schöpfer
schöpferisch
handgeschöpft
doppelschöpfung
schöpfung
rezept
zwiebelhaut
zwiebelfisch
panierung
fleisch
falafel
bulletin
puffer
druckerpuffer
reiber
reiberdruck
anreiben
anreibelöffel
schabetechnik
schablone
grainieren
granjon
stoffauflauf
einlegen
fetten
fond
stärke
saga
binden
zusuppen
support
supplement
soupbone
symbol soup
zusatz
magie
würz
enterprise
pfeffer und salz
silbersalz
blutlaugensalz
fixiersalz
lorbeeren
mccurry
pigment
reispapier
reissprobe
probieren
kosten
geschmack
geschmacksfrage
geschmacksmuster
aroma
schärfe
nachschärfen
spülen
kochen für das Festmahl
koch R Der perfekte Designprozeß ist eigentlich der K.-Pro-
R
zeß. Mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit muß alles geplant und zubereitet werden. Und zu guter Letzt muß ich es
selber auch noch essen. Franco Clivio, in »design is a journey. Positionen zu Design, Werbung
und Unternehmenskultur«, Hrsg. Tammo F. Bruns, Frank Schulte und Karsten Unterberger, 1997
Mit 15 Jahren fing er an zu studieren, mit 21 war er fertig. Und
schon fiel er auf mit seiner Art Gestaltung: sich auf den Inhalt
zu konzentrieren, mit möglichst wenigen Gestaltungsmitteln
auszukommen, aber das auf eine überraschende Art und Weise … humorvoll. […] Mit diesem »klassischen«  Rezept wurde
Derek Birdsall bald ein begehrter K. für Werbung und Art Direction. Seine visuelle Kost schmeckte (und schmeckt immer
noch), weil er mit den Zutaten sparsam umgeht und sorgfältig
würzt, nicht zuviel und nicht exotisch. Man kann den Spaß am
»Kochen« schmecken … sehen. High Quality, Heft 19, 1 / 1981
R k., claus ist eines der führenden Unternehmen für Corporate Identity, Corporate Branding und Corporate Design (Logo, Erscheinungsbild, Literatur und Architektur). 1993 von
Claus K. gegründet, ist die Agentur Mitglied des weltweiten bbdo-Networks. Auf der Kundenliste stehen namhafte Unternehmen und bekannte Institutionen wie Allianz ag, Bayer, Credit
Suisse, Hotel Traube Tonbach, Jette Joop, Jil Sander, Keiper Recaro Group, Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge, Kunstsammlung
nrw (k 20 k 21), Dresdner Bank. »Kleben bleiben: Das ADC Buch 2006 von Claus Koch«,
R
www.marketing-boerse.de, 17. 3. 2006
cochin
käch, kirch, birch, bauch, buch, busch, bruch,
stich, strich, storch, french, inch, launch, mönch,
march, gleich, weich, reich, flach, hoch
 S. 1119

Eine alte Form der manuellen Hochdruckpresse, die sich aus
der Rebenpresse entwickelt hat. Mit dem T., einem waagrechten Stempel, der durch ein Schraubgewinde bewegt werden
kann, wird dabei der  Gegendruck auf die ganze Fläche des
Druckstocks gleichzeitig ausgeübt. Auch für vollautomatische
Maschinen, die nach diesem  Prinzip drucken, ist der Name
T.-Druckpresse üblich. […] »Das große Lexikon der Graphik. Künstler, Techniken, Hinweise für
Sammler«, 1989
[…] oder eben kurz (und liebevoll) »T.« – für: tiegeldruckmaschine . Juli Gudehus
R Der erste T. wurde bereits 1914 produziert, der letzte 1984. »HeiR
delberg Nachrichten«, Doppelheft 246 / 247, 56. Jahrgang
R
Die bekannteste T.-Druckmaschine dürfte der T. des Druckmaschinenherstellers »Heidelberger« sein. Schon lange nicht
mehr produziert, teilweise aber immer noch im Einsatz. Stephan
Hartl, www.copyshop-tips.de
tiefe, tilde, tinte, times, tipp-ex, ticket, tibet, tiger
titel, teufel, zweifel, zirkel, fälzel, formel, fibel,
­bibel, label, löffel, brösel, breughel, basel, hensel,
cancel, chisel, crouwel, popel, pinsel, stichel,
stempel, nudel, nadel, nagel, kabel, kapsel, kosel,
keidel, ­kegel, kürzel, schnörkel, schachtel,
schenkel, henkel, ­winkel, dunkel, dschungel,
deckel, dexel, ­pixel, ­rötel, rätsel, rakel, regel,
mangel, maisel, model, ­mittel, ­zettel, siegel, spiegel

töpffer R t., rodolphe Vor mehr als 150 Jahren zeichnete und schrieb der Schweizer Rodolphe T. (1799 – 1846) als
einer der ersten überhaupt Bilder-Romane, in denen  Zeichnungen mehr als nur den  Text begleitende  Illustrationen
waren; er gilt deshalb sowohl als Vorläufer Wilhelm  Buschs
wie auch als »Ahnherr« der heutigen Comic-Verfasser. »Bandes
kocher R Großer Behälter, in dem Holzhackschnitzel und andere Rohfasermaterialien mit Ätznatron und anderen Kochlaugen unter hohem  Dampfdruck gekocht werden. Der Prozess
dient [in der Papierherstellung] dem »Aufspalten« des Holzes
zur Gewinnung von Zellstoff. www.kuntec-automation.de
macher, fletcher, eyecatcher, fächer,
aicher, ­abschwächer, schwabacher, speicher,
sucher, wucher, bucher, larcher, locher
köchl R k., edda (1942, Wien) […] ­Kunstgewerbeschule in
Linz […]. Akademie der bildenden Künste in Wien. […] Danach
Studium an der Folkwangschule Essen. 4 Jahre London. In dieser Zeit Arbeiten für Penguin Books, das »Sunday Times Magazine«, »Queen« und »Nova« (unter David Hillman und Harri
Peccinotti). 1967 Wechsel nach München. Erste Illustrationen
für »twen«. Später auch  Arbeiten für »Eltern«, den  Verlag
Frauenoffensive, 2001 sowie verschiedene franz. und amerik.
Zeitschriften und Verlage.  Zusammenarbeit mit Wim Wenders. Illustrationen zu Texten von Wim Wenders. Mitwirkung
außerdem bei den Filmen »Summer in the City«, »Die Angst
des Tormanns beim  Elfmeter« und »Alice in den Städten«.
Weiterhin Filmarbeit mit Ingomar Engström, Klaus Lembke
und Rudolf Thome. Im übrigen Kinder- und Jugendbücher.
Lebt in Frankfurt a. M. »twen. Revision einer Legende«, 1995, Hrsg. Michael Koetzle
tiegel R Großes, schweres Gefäß, z. B. für Farbe. R
Juli Gudehus
Ich [glaube], dass jemand, der schreibt oder kreativ arbeitet, so
etwas Ähnliches ist wie ein großer Kochtopf, in den man im
Laufe eines Lebens alles hineintut und die Grundgewürze, die
Grundzutaten, sind wahrscheinlich die wichtigsten, die man
als ganz kleines Kind mitbekommt. Rotraut Susanne Berner, »Kinderliteratur im Gespräch. Zu Gast: Rotraut Susanne Berner (3. 2. 2004)«, Lesezeichen. Mitteilungen des Lesezentrums der Pädagogischen
Hochschule Heidelberg. Heft 15 / 2004
R
Letztendlich ist man selber der T. aus dem man schöpft. Margare-
the Schmiedel
R
Der den Druck ausübende Teil an der Handpresse wie an der
T.-Druckschnellpresse. Alexander Waldow, »Illustrierte Encyklopädie der graphischen Künste
und der verwandten Zweige«, herausgegeben unter Mitwirkung bewährter Fachgenossen, 1884
dessinées, Comics, Fumetto …«, www.ethbib.ethz.ch
R
Dessen  Bildergeschichten [waren] so etwas wie die Schweizer
Comicvorläufer. Suzanne Zahnd, »ComicProfessorin Anke Feuchtenberger. Das ganz normale Drama«,
auf www.woz.ch
Ein bedeutsamer Comic-Autor am Beginn der Geschichte des
Comics heutiger  Prägung, der künstlerisch, drucktechnisch
und auch auf dem Gebiet der Comic-Theorie Meilensteine gesetzt hat. Andreas Dierks, www.comic.de
R kann als der grundsätzliche Erfinder des Comics gelten. Er ist
der Autor von 7 […] publizierten Alben. Text zur Ausstellung »Asterix, BarbarelR
la & Co.«, zitiert aus der Presseinformation des Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim vom 26. 5. 2000
R
Auch toepffer geschrieben. [Der] Zeichner und Novellist […]
war der Sohn des Malers Wolfgang Adam T. […]. Seinen urspr.
Wunsch, Maler zu werden, musste T. wegen eines Augenleidens aufgeben. Stattdessen fing er 1820 an Latein und Griechisch in einer Privatschule zu unterrichten. Er heiratete 1823
Anne-Marie Moulinié […]. Dank der Mitgift seiner Frau öffnete
er 1825 ein Knabenpensionat in Genf. Inspiriert von den Ideen
von Jean-Jacques Rousseau, organisierte er Ausflüge und bald
auch grössere Studienreisen mit seinen Schülern. In der ersten Hälfte des 19. Jh reisten sie meist zu Fuss in der Schweiz,
in Italien und im benachbarten Frankreich. Diese Reisen sind
auf charmanter Weise in den »Voyages en zig-zag« beschrieben. 1832 erhielt er den Lehrstuhl für Rhetorik und Literatur
an der Genfer Akademie (Vorgängerin der Genfer Universität).
Ab 1834 war er konservatives Mitglied des Parlaments des Kantons Genf. Er kämpfte gegen das liberale Bürgertum und den
Volkstribun James Fazy (in »Histoire d’Albert« karikiert), die
mit der Revolution von 1842 – 1846 das alte Patriziersystem im
Kanton Genf definitiv abschafften. In seiner Freizeit zeichnete T. komische, teils skurrile Bildergeschichten. Nachdem Johann Wolfgang von Goethe seine Faust-Parodie Dr Festus sehr
gelobt hatte, und auf das Drängen seiner Freunde, wurden T.s
Bildergeschichten ab 1833 veröffentlicht und schnell populär.
In diesen Geschichten karikierte er u. a. die Gepflogenheiten
der guten Gesellschaft (»Histoire de Monsieur Jabot«), die Unterrichtsmethoden (»Monsieur Crépin«), die Wissenschaftler
156
kochen für das Festmahl
(»Voyages et aventures du Dr Festus«) und die Politiker (»Hi- R Allein der D. kann eine Verpackung unverwechselbar machen,
stoire d’Albert«, »Monsieur Pencil«). Goethe sagte einmal über
mindestens aber unmißverständlich die Art des Inhalts anzeiT.: »Es ist wirklich zu toll! Es funkelt alles von Talent und Geist!
gen. So sind die D. von zum Beispiel Weichspülern und SprühEinige Blätter sind ganz unübertrefflich! Wenn er künftig eischlagsahne immerhin so  typisch, daß man auch ohne den
nen weniger frivolen Gegenstand wählte und sich noch ein
Rest der Verpackung ohne weiteres den Inhalt errät und die D.
bißchen mehr zusammennähme, so würde er Dinge machen,
von beispielsweise Uhu, Odol, Stabilo, Tip-Ex und Maggi erlaudie über alle Begriffe wären. […] T. scheint mir […] ganz auf eiben eine sofortige und eindeutige Identifizierung nicht nur des
genen Füßen zu stehen und so durchaus originell zu sein, wie
Inhalts, sondern sogar der Marke. Juli Gudehus
mir nur je ein Talent vorgekommen.« T. ist mit diesen Bilder- dexel, dunkel, dschungel, fälzel, formel, fibel, ­
geschichten der Begründer einer Tradition, die über Bilderböbibel, label, löffel, brösel, breughel, basel, hensel,
gen (z. B. Neuruppiner Bilderbogen, Münchener Bilderbogen),
­cancel, chisel, crouwel, popel, pinsel, pixel, rötel,
die Arbeiten Wilhelm Buschs und unter Einfluss der amerik.
­r ätsel, ­regel, mangel, maisel, model, mittel, tiegel,
Comics zum europäischen Comic führt. T. war einer der ersten,
­titel, ­teufel, zweifel, zettel, siegel, spiegel, schachtel,
der die Technik der Panels, d. h. einzelner Bilder, mit einem
­stichel, stempel, nudel, nadel, nagel, kabel, ­k apsel,
karikaturistischen Zeichenstil verband. Er experimentierte au­kosel, keidel, kegel, kürzel, schnörkel, schenkel,
ßerdem mit versch. Bildgrößen, um ein Gefühl von Zeit zu ver­henkel, winkel, zirkel, rakel
mitteln. Seinen Schriftstellerruf erlangte er mit den romantischen Novellen (»Le presbytère«; »La bibliothèque de mon onc- buchdeckel R »Zu jedem Topf gibt es einen  passenden
le«; »L’héritage«; »Le col d’Anterne«; »Le lac de Gers«; »La valDeckel« so heißt es im Volksmund. Wenn etwas mit einem
lée de Trient«; »La traversée«; »Le Grand Saint-Bernard«; »La
Deckel abgedeckt ist, besitzt es eine beschütztere Daseinsform
peur«; »Elisa et Widmer«), die in den Nouvelles Genevoise geals ohne diesen. Um einen besseren Schutz für das niedergesammelt sind. Die meisten seiner Schriften sind mit Zeichschriebene Wissen zu gewährleisten, hat man kurzum auch einungen illustriert, insb. die »Voyages en zig-zag«. wikipedia.org
nen Deckel für Bücher entwickelt. Den heutigen B. Aryanti Ingenillem
R Schützender »Mantel« für den inneren, eher instabilen Teil eieinzelkämpfer, titelkupfer, apostelklopfer, schöpfer
ziffer, zeitraffer, schöffer, stuffer, treffer, puffer,
nes Buches mit je einem Vorder- und Rückdeckel. Hannah Zenk
R sind der Teil eines  koffer, buffer
Buches, die, meistens mit  Gewebe, Leder, Pergament oder Papier bezogen, den  Buchblock vor Stötopfotografen  S. 1226
ßen und Beschädigungen schützen. Sie sind Teil des Einbandes und der  Buchdecke. Um dieses zu gewährleisten, stehen
kesselskramer  S. 2588
sie meistens etwas über den  Buchblock hinaus. Sie bestehen
heute aus  Graupappe, manchmal auch aus pvc. Im Mittelpott R p., gottfried Geb. 1939 in Lahnstein / Rhein) ist
alter waren sie meistens aus Buchenholz […], später dann aus
dt. Typograf, Kalligraf, Autor und Lehrer. Er studierte von 1959
Pappen, die aus mehreren  Makulaturschichten geklebt wurbis 1963 Grafik-Design an der Werkkunstschule Wiesbaden bei
den. Die B. wurden oft aufwendig verziert mit Blindprägungen,
Prof. Friedrich Poppl. Von 1988 bis 2003 übte er eine LehrtätigVergoldungen, Lederintarsie, Lederauflagen, Gold- und Silberkeit als Prof. für Kalligrafie, Schriftdesign und Schriftgeschichschmiedearbeiten sowie  Elfenbeinplaketten […]. Bis sich die
te an der Fachhochschule Hildesheim aus. […] Bekannte Büheutige Buchform entwickelte, wurden die B. beim Buchbincher: Schrift · Klang · Bild ? The Music of Lettering. toonorama.com
den angesetzt, das heißt mit Bünden verpflockt. Jeder BucheinR Activities: Exhibits, workshops, development of type faces, as
band wurde von Hand am Buch gefertigt. Erst durch die Entwell as limited edition publication of calligraphic works. Since
wicklung des Deckenbandes wurde es möglich, die Buchdecke
1988 Professor for Calligraphy and Lettering Design at the Unimit den B.n separat zu fertigen. Dieses ermöglichte Ende des
versity for Applied Science and Art at Hildesheim / Holzmind19. Jh erstmals den Einsatz von Buchdeckenautomaten zur inen. […] Fonts of Gottfried P.: Arioso (1995), Carolina (1991),
dustriellen Fertigung von Büchern. wikipedia.org
Duc de Berry (1990), Ruling Script (1992). www.linotype.com
 pottschnitt, pottasche
entwicklungsschale R Geheimnisvoll entsteht in der E.
 gott
das  Motiv. Veranstaltungsprogramm, www.hamburger-kunsthalle.de
R Die flachen Schalen werden in genormten   S. 2126
Größen gefertigt,
die denen der  Fotopapiere entsprechen. Sie bestehen aus säudeckelschachtel R Auch: stülpschachtel . D.n besterefestem Kunststoff oder aus Edelstahl. Hugo Schöttle, »DuMont’s Lexikon der Fotografie«, erschienen 1978
hen aus zwei oder mehr Teilen. Ein Oberteil (Deckel) wird über
ein Unterteil (Boden) gestülpt oder beide über einen Rumpf.  schalenentwicklung
www.marketingfabrik.ch

deckel, buchdeckel, buchdecke, decker, ­deckung,
­deckenband, deckeneinband, deckenhänger,
­decken­schienensystem, deckenmaschine, ­entdecken,
­abdecken, abdecklack, decke, tischdecke, ­decken,
decken­machen, deckblatt, deckfarbe, decklage,
­deckweiss, deckfähigkeit, deckkraft, gedeckt
schöpfform R Papier wurde [im 14. Jh]  mittels einer Sch.
hergestellt, die aus einem hölzernen  Rahmen mit einem
Drahtgitter bestand. Auf diesem Drahtgitter wurden  Buchstaben oder  Zeichen angebracht, die später als sogenannte
Wasserzeichen durchschienen […]. Diese Sch.en und auch die
Haupt- beziehungsweise Gegenzeichen wurden oft von spezialisierten Formmachern hergestellt und beim Verkauf an die
jeweilige Papiermühle mit den gewünschten Wasserzeichenformen versehen […]. Holländische Sch.en waren damals sehr
begehrt; sie wurden an Außenstehende verkauft, auf Auktionen versteigert oder auch ins Ausland geschmuggelt. Stephanie Jette
deckel R Eine  Objektivabdeckung aus Kunststoff, Gummi
oder Metall zum Schutz der vorderen oder hinteren Glasfläche
des Objektivs. Michael Langford, »Enzyklopädie der Fotopraxis«, 1987
R Das mittelalterliche  Buch hatte, zumal wenn sein Platz auf
dem Altar war, meist einen kostbar verzierten D., der, mit einem Relief aus Elfenbein oder Edelmetall belegt, oft von außerordentlicher künstlerischer Bedeutung ist. […] Im späteren Mittelalter überzog man die Holz-D. mit Leder, das mittels Blindpressung ornamentiert wurde. Johannes Jahn, Robert Heidenreich und Wilhelm von Jenny, »Wörterbuch der Kunst«, erschienen 1940
Petschat, »Transkription und Besprechung einer Handschrift über ‘Hippotomie und Splanchnologie’ nach Friedrich
Bock (1806)«, Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Veterinärmedizin durch die Tierärztliche Hochschule Hannover, deposit.ddb.de, 2002
R
Wenn Sie von einem interessanten  Motiv gleich mehrere Varianten aufnehmen, können Sie beim  Vergrößern aus dem
Vollen schöpfen. Reinhard Merz, »Der Ausschnitt machts«, www.schwarzweiss-magazin.de
157
kochen für das Festmahl
R
Schließlich ist das Werkzeug des  Gestalters er selbst; und
Werkzeuge sollte man möglichst gut kennen, um aus ihnen
das Beste herauszuholen. Anette Scholz, »Ja, Euer Hoheit. Über Autoritäten«, in »Design. Burg
R
kochen für das Festmahl
Papiere wurden damals alle h. und diese Technik ließ für den
Zeitungsdruck keine größeren Formate zu. »Geschäftsbericht 2003«, deut-
aber nach der »Peitsche« gleich wieder ein »Zuckerbrot« servieren!!!)! R. No. 3: Mach mit deinem Betrachter nichts, was
du nicht auch mit dir machen lassen würdest! Sei fair und laß
ihn nicht im Dunkeln tappen! »Definiere« euer Rollenverhältnis und halte es durch, wechsele nicht von »mütterlich« über
»oberlehrerartig« zu »kumpelhaft«! Das schafft nur Verwicklungen. R. No. 4: Entwickle Gefühl für das richtige »Timing«
bei der Gestaltung von Abläufen (Buch, Film, Performance, …)!
Wie lang muß etwas erläutert werden, damit Verständnis aufkommt? Wann werde ich ruhiger, um den Betrachter nicht zu
überfordern? Wann muß ein Knalleffekt kommen, damit er
nicht einschläft? In welcher Reihenfolge setze ich meine Mittel
ein? Was ist der Sinn meiner Arbeit? Was ist der Sinn meines
Lebens? Gibt es ein Leben nach dem Tode? Verzettel dich nicht!
Die Antworte auf obige Fragen sind von Aufgabe zu Aufgabe,
von Betrachter zu Betrachter und von  Grafiker zu Grafiker
verschieden. Und  Bilder »funktionieren« wieder  ganz anders. R. No. 5: Denke daran, daß du, dein Betrachter und eure
Umwelt ein lebendiges Gesamtsystem seid! Versuche nicht
krampfhaft an einzelnen Faktoren herumzudoktern, sondern
behalte den Gesamtzusammenhang im Auge! Versuche Geist,
Gefühle, Erfahrungen, linke und rechte Hirnhälfte einzusetzen! R. No. 6: Erwarte nicht zu viel! R. No. 7: Erwarte nicht zu
wenig! R. No. 8 (das wichtigste von allen): Trau niemals einem
Patent-R., sondern mache deine eigenen Erfahrungen! Julia Maria
sche druck- und verlagsgesellschaft mbh
Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design«, 2006

büttenpapier
schöpfrahmen R Das Sieb, das bei der Papierherstellung doppelschöpfung  S. 374
der Papiermacher in die Bütte taucht und beim Hochheben
(»Schöpfen«) das Feste vom Flüssigen trennt. Nach dem Schüt- schöpfung R Eine Sch. ist die  konkrete Gestaltung einer
teln des Sch.s zur Verteilung der Fasern im Sch. ein – noch
Idee. Die Idee geht der Sch. voraus, ist aber noch nicht die Sch. Anja Preusker, »Ein Handbuch für Business im Grafik-Design«, 1996
nasser – Bogen Papier. Juli Gudehus
R Handlung des Schöpfens oder Schaffens, das Geschaffene, […]
schöpfer  S. 480
die Gesammtheit alles Geschaffenen, die Natur. Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, »Deutsches Wörterbuch«, 1854 bis 1960
schöpferisch R Schaffend, genial, gestaltend, bildend, pro-
Architektur, design, kunst, all unsere hervorbringungen sind
duktiv,  gestaltungskräftig, geistesmächtig, konstruktiv, aufdoch teil der all-sch., weil wir selbst, hineingeworfen in die sch.
bauend, erfinderisch, einfallsreich,  ideenreich,  originell, eials teil der sch., nichts anderes erschaffen können, als nur das,
genwüchsig,  eigengesetzlich, ingeniös, dichterisch, poetisch,
zu dem und in dem wir geschaffen sind, einschließlich häßmusisch. A. M. Textor, »Sag es treffender«, 1955
lichkeit, gewalt, liebe, zerstörung, schönheit. es ist alles eins
R Auch: kreativ . Juli Gudehus
und es sind die sch.en der geschöpfe naturgemäß wieder sch.,
R Von allen Geheimnissen der Welt ist seit Anbeginn dasjenige
teil des alls. Florian Fischer
der Schöpfung das geheimnisvollste gewesen; einhellig haben R Jedes Kunstwerk entsteht technisch so, wie der Kosmos entdarum alle Nationen und Religionen den Vorgang des Sch.en
stand – durch Katastrophen, die aus dem chaotischen Gebrüll
mit der Idee des Göttlichen verbunden. Stefan Zweig, »Das Geheimnis des künstder Instrumente zum Schluß eine  Symphonie bilden, die
lerischen Schaffens«, erschienen 1938
Sphärenmusik heißt. Werk-Sch. ist Welt-Sch. Wassily Kandinsky, Quelle leider nicht zu ermitteln, 1913
R Sch.e Leistungen werden in erster Linie durch spezifische Immaterialgüterrechte, also Patentrecht, Gebrauchsmusterrecht, R Mit scheint es sinnvoll, zwischen tatsächlicher Sch. und InnoUrheber- und Geschmacksmusterrecht sowie Firmennamenvation zu unterscheiden. Im Design gibt es unablässig Innovaund Markenrecht geschützt. »Media ABC«, www.sevenonemedia.de
tion. Innovation beruht auf Kombination, Permutation, VariatiR Das Umsetzen dreidimensionaler Gegenstände in ein Gefüge
on bereits erarbeiteter Segmente. Nicht alles kann Sch. heissen,
von Linien auf der Fläche ist ein sch.er Akt, der ein entwickelwas neu miteinander verbunden und neu aufeinander abgetes Vorstellungsvermögen voraussetzt. Ernst Fahmüller, in »Das große Lexikon der
stimmt ist. Wenn ich mir den grauen Tisch, an dem wir sitzen,
Graphik. Künstler, Techniken, Hinweise für Sammler«, 1989
rot vorstelle, dann ist das Innovation. Tatsächliche Sch. kann
R Die Zeichnung steht insofern am höchsten, weil sie den Bees schon geben, das geschieht jedoch eher selten. Eine Tätigtrachter am stärksten selbst sch. tätig machen muß, wenn er
keit, ein Ding neu imaginieren, gänzlich neue Konzeption – eietwas davon haben soll. Franz Joseph van der Grinten im Interview mit Friedhelm Mennekes, in
ne gänzlich neue Auffassung des Zusammenspiels neuer Seg»Ansichten zur Kunst«, 2001
mente zu entwickeln, das wäre Sch. Peter Erni, im Interview mit David Clavadetscher,
www.clavadetscher.org, Februar 2003
R Die [Kalligraphie ist eine] sch. sehr vielseitige Kunst. http: / / kunstkreativ.de / roetel.htm
R »Die Sch.« ist das einflußreichste und wichtigste Buch des FoR Seit Jahrzehnten kämpfen Schriftkünstler dafür, dass ihre Artografen Ernst Haas, veröffentlicht 1971. Juli Gudehus
beit als sch.e Leistung anerkannt wird. Jürgen Siebert, »Alles wird gut«, in »Alles R »Die Sch.« (später: genesis ) war meine erste  freie, veröfwas Recht ist. über Schriftlizenzen, Embedding und Fonts im Workflow«, Herausgeber: Font Shop, 2003
fentlichte Arbeit: eine Übersetzung der Sch.s-Geschichte aus
R Sicherlich ist der Beruf des Layouters ein wirklich sch.er Beruf. der Bibel in eine von mir entwickelte moderne HieroglyphenHannelore Kröter, »Berufe in der Werbung«, 1977
schrift, die sich der Zeichen bedient, die uns heute umgeben:
R Der Fotografenberuf […] ist ein freier, das Sch.e im Menschen
Verkehrschilder,  Bedienungshinweise,  Logos, etcetera. Nur
fordernder Beruf. Hugo Schöttle, »DuMont’s Lexikon der Fotografie«, 1978
durch einen Zufall geriet meine Studienarbeit (2. Semester) in
R Der sch.e Mensch findet Sinn und Erfüllung in seinem Leben. die Hände der Wochenzeitung »Die Zeit«, die sie zu Silvester
http: / / www.kreativ-sein.de, Copyright der Website Martina Schwarz-Geschka, Eva Weinmann
1992 ganzseitig veröffentlichte. Die  Resonanz blies mich um.
R Die Biographie eines sch.en Menschen ist ganz und gar unBis auf den heutigen Tag kommen immer wieder Anfragen für
wichtig. B. Traven, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
Abdrucke oder Ausstellungen. Rückblickend stellt für mich die
R Jeder sch.e Akt ist zuerst ein Akt der Zerstörung. Pablo Picasso, Quelle
Beschäftigung mit dem ersten Kapitel der Bibel auch das erste
und Jahr leider nicht zu ermitteln
Kapitel in der Geschichte eigener, freier Arbeit dar. Erst diese
R Das Sch.e, wenn es einer großen Anstrengung entsprang, läßt
überaus positive Erfahrung – daß jemand sich für »so einen
uns ausgeleert und melancholisch zurück. Rolf Hochhuth, »Alan Turing«, 1987
Quatsch« überhaupt interessieren könnte – ermutigte mich zu
weiteren freien Arbeiten. Juli Gudehus
handgeschöpft R Reine manuelle  Herstellung Bezeich- R Eine alte Weisheit besagt: jede Sch. besteht aus einem Dreiernung v. a. für Mauer- und Dachziegel. Jürgen Schaubhut, www.schaubhut.com
schritt, der vierte Schritt leitet bereits eine Wiederholung ein. Gundolf Meyer-Hentschel, »Alles was Sie schon immer über Werbung wissen wollten«, 1996
R Im Zusammenhang mit händisch gefertigter Schokolade wird
gerne die Bez. »h.« verwendet. Der Ausdruck wurde in Anleh- R Die Kritik folgt den Sch.en des Geistes wie der Schatten dem
nung an die händische Papierproduktion gewählt, die jener
Körper. Eugène Delacroix, Quelle und Jahr leider nicht zu ermitteln
der Schokolade gleicht. Während die in der Massenprodukti-  kreation, creatio ex nihilo
on gefertigte Schokolade in einem Arbeitsgang gegossen wird,  erschöpfung
wird handgemachte Schokolade in mehreren Arbeitsgängen
Schicht für  Schicht aufgetragen. Wie h.es Büttenpapier, das rezept R R. No. 1: Mache dem Betrachter Freude! Verschaffe
durch das schichtweise Auftragen von Zellstoff entsteht. Bernhard
ihm kleine Erfolgserlebnisse! Beruhige ihn mit Bekanntem
Maier, »Süße Handwerker: Die Schokoladehersteller Thomas Hagmann und Sepp Zotter«, www.wienerzeitung.at
und verstecke darin das Neue! Sorge für Motivation und dafür,
R Die ersten Papiermaschinen arbeiteten im 19. Jahrhundert. Bis
daß er glücklich an sein Wahrnehmungserlebnis zurückdenkt!
dahin war das Papier für jede Buchseite, für jede Zeitung, jeR. No. 2: Sorge für ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen
den Brief, jede Notiz handgeschöpft. Blatt für Blatt. Anja Mösing, »PaSpannung und  Entspannung! Erzeuge Neugierde, vermeide
pier – In China erfunden«, www.br-online.de
Streß (außer so ein klitzekleines bißchen zum Nervenkitzeln,
R
158
Ein Buchstabe aus einer falschen Schrift. www.ehrenamt-im-sport.de
Buchstabe aus einer anderen Schrift: wenn also in dem Wort Z.
das f aus der Frakturschrift auftaucht. Früher reichte dazu der
versehentliche Griff in den falschen Setzkasten, oder eine Letter war im falschen Kasten abgelegt worden und rutschte so in
den Winkelhaken des Setzers. Heute, bei der computergesteuerten Textherstellung, edarf es eines ellenlangen Befehls (Makro), um aus dem f ein Fraktur-f zu machen. www.bibliomaniac.de
R In der Setzersprache die Bezeichnung für falsch einsortierte
Lettern im Setzkasten. Nicht nur, dass beim Zurücklegen der
Lettern Fehler gemacht wurden, dass etwa ein E in die Abteilung des A gewandert ist (Fisch), nein, Z. bedeutet, dass Lettern aus einer anderen Schriftgattung im Setzkasten liegen
(ein ganz besonders »stinkender Fisch«). »Das bunte Lexikon der schwarzen
R
R
Kunst«, http: / / virtuelleschuledeutsch.at / dachs_gutenberg / f.html
Seltsam, daß ich das heute immer noch so häufig sehe – weil
die Leute scheinbar nicht richtig markieren können! Jörg Gudehus
R war auch der Name einer Zeitschrift: »Z. Kleine Zeitschrift für
Buchwesen und Typographie« (später: »… für Geschmack in
Büchern und anderen Dingen«, zuletzt: »… über Bücher, Kunst
und Lebensstil«). Hrsg. war f. Blei, später H. und W. von Weber.
Der Inhalt dieser Zeitschrift war, obwohl die neuen Ideen der
Buch- und Schriftkunst und ihre praktische Ausführung im
Vordergrund standen, doch recht locker und vielseitig. Es erschienen Gedichte und Prosadichtungen, Rezensionen etc. So
Loo, »Lehren und Lernen. Gebrauchsanweisung für den menschlichen Geist«, 1993 (Studienarbeit)
locker das Programm von den Gründungsväter Franz Blei und
R Raymond Loewys […] Erfolgs-R.: [seine] Ideen waren stets advaden Verlegern Hans von Weber und c.e. Poeschel eingangs fornagrde und innovativ. Seine zu entwerfenden Objekte wurden
muliert war, so locker war auch der Erscheinungsrhythmus der
immer genau studiert und er arbeitete ohne Ausnahmen sehr
Zeitschrift (s. kat. marbach 491 mit genauer aufstellung
eng mit den technischen Abteilungen seiner Kunden zusamdes erschienenen). Nach dem 2. Weltkrieg hat der Verlag den
men. Seine Ideen waren häufig revolutionär und sind weltweit
Versuch unternommen, die Zeitschrift, die 1931 ihr Erscheinen
bekannt. Pierre La Baume, Besprechung des Buches »Raymond Loewy«, www.beinert.org, Juli 2003
eingestellt hatte, neu zu beleben. www.bibliotheca-selecta.de
R Es gibt keine Passepartout-R.e Jede  Aufgabe muß man von  fisch, grafisch, caflisch
vorn beginnen. Leopold Nettelhorst, »Schrift muss passen. Schriftwahl und Schriftausdruck in der  S. 1593
R
Werbung«, Handbuch für die Gestaltungsarbeit an Werbemitteln, 1959
R
Ich hatte […] einen Vater, der mit mir regelmäßig ins Museum panierung R Nummerierung von Seiten. www.reklamelexikon.de
gegangen ist, was sicher kein R. ist, dass man ein Kind so zur  panose, pan-fokus, pan
Illustratorin erziehen kann. Rotraut Susanne Berner, »Kinderliteratur im Gespräch. Zu Gast:
Rotraut Susanne Berner (3.2. 2004)«, Lesezeichen. Mitteilungen des Lesezentrums der Pädagogischen Hochschule Heifleisch R Ausreichende  Beschnittzugabe eines Bildmotivs. delberg. Heft Ausgabe 15 / 2004
www.medienreich.de
beef, abgeschnittene fingerkuppen, neuland, kegel
 fleiss
den von und mit Kurt Weidemann«, Hrsg. Manfred Kröplien, 1998
falsch, frosch, fisch, wisch, kitsch, arsch, busch,
R Ich [ging] mit der Vorstellung nach Basel, dort R.e zu bekomloesch
men – wie ich in einen Schriftblock eine gegebene Fläche stel-  S. 2616
le und so saubere Typographie mache. R.e aber auch dafür, wie
ich das alles begründen könnte. Wolfgang Weingart, in High Quality, Heft 16, 1 / 1990
falafel R 2002 von Per Jørgensen  entworfene, dem PersiR Komplizierte Photoshop-Bilder mit Standard- und mit experischen nachempfundende Displayschrift (FontShop). Juli Gudehus
mentellen Schriften zu verbinden, ist in Quark xPress ein sicheres R., um einen Computer-Crash zu provozieren. Jon Wozencroft, bulletin R Von Matt  Desmond 1997 entworfene  Display»Die Grafik-Sprache des Neville Brody«, 1988
schrift (madType).  bullet, bulle, bulldog Juli Gudehus
R Die richtige optische Rezeptur ist […] Aufgabe des Gestalters. R A gritty and powerful all-caps  face. Four styles are included so
Holger Karp, »Ihr Passwort, bitte …«, wörkshop, Heft 4 Aug ‘93
you can  mix and match letters to create  unique designs. www.
myfonts.com
R Qualität ist das beste R. Werbeslogan von Dr. Oetker, ausgedacht von BBDO
 rezeption
 burtin, plantin, weltin, latin
korrupt, script, pt, dept, concept, konzept
 S. 2172
R
Es gibt keine bratfertigen R.e in den  gestaltenden Berufen.
Und Fastfood ist ungenießbar. Kurt Weidemann, in »Kurtstexte. Essays, Interviews und Re-

zwiebelhaut R (Onionskin). Nach dem Aussehen einer ein- puffer R In aller Munde. Werbespruch von Pfanni Kartoffelpuffer
getrockneten Zwiebel benanntes Luftpostpapier. »Papier-Glossar«, www. R Andere Bez. für zwischenspeicher . Alfons Oebbeke, www.glossar.de
agentur-brennecke.de
R
de (»Eine erste Fassung – Ähnlich einer Testversion ist sie inhaltlich und formal noch unvollständig und fehlerhaft.«)
puffing
läufer, greifer, ziffer, töpffer, treffer,
koffer, ­jungfer, schöpfer, schöffer,
schäfer, schrofer, ­stuffer, buffer
 S. 1622

Nach din 6 730 ein hartes, radierfähiges, hadernhaltiges Dünn[…] Papier. Mit kleinwelliger […], auch gekräuselter  Struktur.
Diese wird gewöhnlich in der  Trockenpartie ohne Zugspannung, gegebenenfalls auch Trocknen im Heißluftstrom oder
durch Einprägung einer Körnung erreicht. »Druckerei Lexikon«, cyberhafen.

druckerpuffer R Nimmt die zu druckenden  Daten auf,
um den Prozessor zu entlasten. www.conet.ch
zwiebelfisch R Ein auf dem  Kopf stehende[r] Buchstabe. R Damals, als der Rechner immer nur eines zur Zeit machen
konnte, hieß Drucken warten. Der D. war eine große Hilfe,
www.infomanager.at
159
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