Einstellungen - Malz++Kassner GmbH

Einstellungen - Malz++Kassner GmbH
Malz++Kassner
®
GMBH : CAD : SOFTWARE : CONSULTING
CAD6
Release 2015
Benutzerhandbuch
Ausgabe März 2015
Einfach gut zeichnen.
Malz++Kassner GmbH • Leopoldstraße 7a • 38100 Braunschweig • Germany • Geschäftsführer: Stefan Malz, Olaf Kassner • Amtsgericht Braunschweig HRB 4986
Fon +49 (0)531 400 137 • Fax +49 (0)531 400 138 • www.malz–kassner.com • [email protected]–kassner.com • Deutsche Bank PGK AG, Konto 3611449, BLZ 270 700 24
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 - Informationen..................................................................................5
Darstellungsmittel in dieser Referenz ...................................................... 5
Systemanforderungen .......................................................................... 6
Hinweise für Plotterausgabe.................................................................. 6
Benutzung von Digitizern ..................................................................... 7
Kapitel 2 - Grundlagen ..................................................................................... 12
Datendarstellung ................................................................................ 12
Koordinatensysteme ........................................................................... 15
Ebenen, Stifte und Vererbung ............................................................... 19
Koordinatensysteme, Maßstäbe, Raster, etc. ........................................... 22
Fangen, Einstellungen und sonstige Optionen ......................................... 24
Modellbereich und Seiten .................................................................... 26
Bibliotheken, Blöcke und Instanzen ...................................................... 30
Bemaßungen ..................................................................................... 32
Texteingabe ...................................................................................... 34
Textformatierung und Unicode ............................................................. 36
Variablen und Attribute ....................................................................... 40
Termauswertung................................................................................. 47
Anweisungen in Texten ....................................................................... 51
Dateiformat (MKD) ............................................................................. 62
Plug-In-Konzept (MKI) ........................................................................ 63
Kapitel 3 - Verfahren ....................................................................................... 64
Identifikation .................................................................................... 64
Objektauswahl ................................................................................... 64
Punktauswahl .................................................................................... 66
Parameter des aktuellen Befehls ändern ................................................. 68
Kapitel 4 - Bildschirmelemente ......................................................................... 69
Hauptfenster ..................................................................................... 69
Zeichenfenster ................................................................................... 70
Workflow-Manager .............................................................................. 71
Übersichtsfenster ............................................................................... 72
Leiste............................................................................................... 73
Befehlsband ...................................................................................... 78
Skala................................................................................................ 81
Layoutfenster .................................................................................... 82
Statusfenster ..................................................................................... 82
Blockliste ......................................................................................... 84
Werkzeugfenster ................................................................................ 87
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
3
4
Inhaltsverzeichnis
Plug-In-Fenster.................................................................................. 90
Ratgeber-Fenster ................................................................................ 91
Popup-Menü ...................................................................................... 92
Kapitel 5 - Praxis ............................................................................................. 93
Festlegungen ..................................................................................... 93
Das Rechteck ..................................................................................... 94
Fangfunktion und Kettenmaße ............................................................. 97
Der Exzenter ..................................................................................... 106
Der Kugelkopf ................................................................................... 126
Flächen in der Konstruktion ................................................................ 142
Getriebegehäuse ............................................................................... 152
Tabellen und Stücklisten .................................................................... 171
Diagramme....................................................................................... 180
Hosenrohr ........................................................................................ 190
Bibliotheken .................................................................................... 200
Schaltplan ....................................................................................... 204
Dimetrische und isometrische Darstellung ............................................. 216
Herausgeber:
Malz++Kassner GmbH
Leopoldstraße 7a
38100 Braunschweig
Deutschland
Autoren:
Timo Bierbaum
Olaf Kassner
Stefan Malz
Telefon 0531 / 400137
Telefax 0531 / 400138
Gestaltung:
Stefan Malz
www.malz-kassner.com
[email protected]–kassner.com
Bestellnummer: 20900.1
Das Handbuch, einschließlich in diesem Zusammenhang gelieferter Materialien und Daten, wurde mit
größter Sorgfalt erstellt. Trotzdem sind Fehler nicht auszuschließen. Malz++Kassner und die Autoren
können für fehlerhafte Angaben und deren Folgen weder eine juristische Verantwortung noch
irgendeine Haftung übernehmen. Irrtümer und Änderungen vorbehalten.
Copyright Malz++Kassner GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Malz++Kassner ist eine eingetragene Marke
der Malz++Kassner GmbH in Deutschland. Kein Teil dieser Veröffentlichung darf ohne Genehmigung
von Malz++Kassner in jeglicher Art und Weise reproduziert, übertragen, gesendet, übersetzt oder
unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert werden.
Alle Warenzeichen gehören den jeweiligen Anbietern.
Printed in Germany
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
5
Kapitel 1 - Informationen
Darstellungsmittel in dieser Referenz
Die folgenden Begriffe und Darstellungsmittel werden in dieser Referenz benutzt:
Sehr wichtig: Dies sollten Sie unbedingt lesen!
Hinweis
Tipps & Tricks
Klick
Das Wort „Klick“ allein bedeutet einen einmaligen Druck auf
die linke Maustaste (manchmal auch Links-Klick genannt).
Ansonsten wird von Rechtsklick oder Doppelklick gesprochen.
UMSCH
Dies meint die Umschalt-Taste.
TASTE1+TASTE2
Dies bedeutet, dass TASTE1 und TASTE2 gleichzeitig gedrückt
werden sollen. Zum Beispiel bedeutet ALT+TAB, dass die Taste
ALT gedrückt gehalten werden soll, während die Taste TAB
gedrückt wird.
x+100+2/3
Benutzereingabe, z.B. Text in ein Eingabefeld.
Kursiv
Hervorhebung eines einzelnen Wortes oder einer Formulierung.
MKCAD6.MKD
Dateiname.
„Optionen“
Wenn auf ein Element eines Dialogs verwiesen wird, wird der
Name dieses Elements in Häkchen gesetzt (z.B. Taster
„Optionen“).
Gestalten > Text editieren Dies bezeichnet den Befehl „Text editieren“ aus dem Menü
„Gestalten“ von Malz++Kassner CAD6.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
6
Grundlagen
Systemanforderungen
Allgemeine Anforderungen:
• Windows 8 / 7 / Vista / XP / Server 2012 / Server 2008 / Server 2003
• Maus oder vergleichbares Eingabegerät
• Prozessor mit mindestens 500 MHz
• 512 MB RAM
• XGA-Grafikkarte (1024×768 Pixel) mit 24 Bit Farbtiefe, 32 MB Grafikspeicher
• 20-70 MB Festplattenspeicherplatz
Empfehlungen für Windows 8 / 7 / Vista / Server 2012 / Server 2008:
• Doppelkern-Prozessor mit mindestens 1 GHz, 1 GB RAM
• SXGA-Grafik mit 32 Bit Farbtiefe, 128 MB Grafikspeicher
Hinweise für Plotterausgabe
Der nachfolgende Text enthält wichtige Hinweise für Anwender, die ihre Zeichnungen mit
Malz++Kassner CAD6 auf einem HP-GL-Plotter ausgegeben wollen. Die meisten StandardPlottertreiber für Windows haben Schwächen. Wir empfehlen deshalb dringend die
Benutzung des Malz++Kassner HP-GL/2 Exportfilters. Mit diesem Filter können Sie Ihre
Zeichnungsdaten in eine HP-GL/2-Datei exportieren, oder Sie können Ihre Zeichnungsdaten
auch direkt an das Ausgabegerät senden. Die zahlreichen Ausgabeoptionen des Filters
erlauben eine exakte Konfiguration der Ausgabedaten. Sie können den Filter zum Testen
von unserer Web-Seite (www.cad6.de) herunterladen.
Einige Möglichkeiten des Programms (gefüllte Flächen, Radierer, Bitmaps, Begrenzungen)
sind auf HP-GL Plottern gar nicht, auf HP-GL/2 Plottern nur eingeschränkt verfügbar!!!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
7
Benutzung von Digitizern
Die Arbeit mit Malz++Kassner CAD6 kann durch die Benutzung eines Digitizers (auch
„Digitalisiertablett“ oder einfach „Tablett“ genannt) deutlich vereinfacht werden. Ein
Digitalisiertablett ermöglicht zum einen eine schnellere und exaktere Eingabe als die
herkömmliche Maus, zum anderen kann die große Eingabefläche des Tabletts auch zur
Auswahl von Befehlen genutzt werden.
Ideal ist ein Tablett der Größe 12 × 12 Zoll (305 × 305 mm). Aber auch kleinere oder
größere Tabletts können für bestimmte Anwendungen sinnvoll sein. Prinzipiell stehen als
Eingabegeräte sowohl die der Standard-Maus ähnlichen „Fadenkreuzlupe“ (englisch
„Cursor“), als auch ein „Stift“ (englisch „Pen“) zur Verfügung. Die Fadenkreuzlupe verfügt in
der Regel über mindestens 4 bis 5 Taster, es können aber auch deutlich mehr sein. Ein Stift
hat meistens nur 3 Taster, wobei einer immer die drucksensitive Spitze des Stiftes ist.
Allgemeines
Alle wichtigen Hersteller von Digitalisiertabletts bieten inzwischen ausgereifte Treiber für
Windows an. Grundsätzlich kann ein Tablett immer als Ersatz für die Maus („Relativ-Modus“)
benutzt werden. Besonders interessant ist aber der Einsatz des Digitizers im sogenannten
„Stift-Modus“ bzw. „Absolut-Modus“ („WYPIWYG“-Modus, in Englisch „where you point is
where you go“). In diesem Modus wird ein bestimmter Tablettbereich auf den Bildschirm
abgebildet, so dass jede Position des Eingabegerätes in diesem Tablettbereich absolut auf
die Position des Mauszeigers auf dem Bildschirm abgebildet wird. Positionieren Sie also
beispielsweise Ihr Eingabegerät in der linken unteren Ecke dieses Tablettbereiches, so
erscheint auch der Mauszeiger auf dem Bildschirm in der linken unteren Ecke.
Damit ein Tablett im „Absolut-Modus“ betrieben werden kann, muss es die sogenannte
WINTAB®-Schnittstelle unterstützen. Alle namhaften Hersteller (zum Beispiel Wacom®,
Genius®, CalComp® und Summagraphics®) bieten entsprechende Treiber an, die in der Regel
zusammen mit dem Tablett ausgeliefert werden. Sollten Sie für Ihr Tablett noch keinen
Treiber haben oder einen neueren suchen, so können Sie die aktuellen Treiber in der Regel
von der Website des jeweiligen Digitalisiertablett-Herstellers herunterladen.
Einrichten des Tabletts
Nach der erfolgreichen Installation des Tablett-Treibers müssen Sie zunächst einige
Einstellungen im Steuerungsprogramm des Tablett-Treibers vornehmen. In der Regel finden
Sie die entsprechende Verknüpfung zum Starten des Steuerungsprogramms in der WindowsSystemsteuerung. Zwar haben die jeweiligen Einstellungen in den herstellerabhängigen
Steuerungsprogrammen keine einheitlichen Bezeichnungen, doch prinzipiell müssen Sie
immer die im Folgenden beschriebenen Einstellungen vornehmen. Bei allen übrigen
Einstellungen sollten Sie die Standardwerte nicht verändern.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
8
Grundlagen
Nachdem Sie alle notwendigen Einstellungen im Steuerungsprogramm vorgenommen haben,
sollten Sie Windows beenden und neu starten, damit die getätigten Einstellungen wirksam
werden (unter Umständen ist dies nicht immer notwendig - schadet aber auf jeden Fall auch
nicht). Starten Sie dann CAD6 und wählen Sie die Befehle Konstruktion > Digitizer >
Tasten- und Abtast-Optionen und Konstruktion > Digitizer > Belegung laden, um CAD6
an Ihr Tablett anzupassen. Das CAD6 „Digitizer“-Menü ist nur verfügbar, wenn der TablettTreiber korrekt installiert ist.
Positionsmodus (nur Steuerungsprogramm)
Aktivieren Sie den „Stift-Modus“ (englisch „Pen Mode“) bzw. „Absolut-Modus“ („WYPIWYG“Modus, englisch „where you point is where you go“).
Tablettbereich (Steuerungsprogramm und CAD6)
Wählen Sie die Option „Teil des Tabletts“ (englisch „Portion of Tablett“) bzw. „Abbilden
aktivieren“ (englisch „Enable Mapping“) und geben Sie entsprechend Ihrer Tablettgröße die
in den Grafiken beschriebenen Maße für den Abbildungsbereich ein. Bitte achten Sie dabei
darauf, ob in Ihrem Steuerungsprogramm die Maße des Abbildungsbereiches bezüglich der
linken oberen oder linken unteren Tablettecke angegeben werden müssen. Die Maße des
Abbildungsbereiches müssen Sie auch im Dialog des CAD6-Befehls Konstruktion > Digitizer
> Tasten- und Abtast-Optionen eingeben.
Im Steuerungsprogramm des Tablett-Treibers geben Sie die Maße in Zoll an (manchmal
müssen Sie Zoll vorher als aktuelle Längeneinheit wählen), da auch die Tablettgrößen in
Zoll angegeben werden. Im Dialog des CAD6-Befehls Konstruktion > Digitizer > Tastenund Abtast-Optionen geben Sie die Maße grundsätzlich bezüglich der linken unteren
Tablettecke in 1/1000 Zoll an. Bei einem 12 × 12 Zoll Tablett geben Sie also für den
Abstand des unteren Randes 5000 ein.
Maße für 8 × 6 Zoll Tabletts:
3,2
1,8
Tablettbereich
8×6 Zoll
Abbildungsbereich
1,8
2,4
1,8
3,0
Alle Maße in Zoll
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
9
Maße für 12 × 12 Zoll Tabletts (oder größer):
5,0
3,8
3,2
4,6
Tablettbereich
12×12 Zoll
5,0
2,4
Abbildungsbereich
Alle Maße in Zoll
Bildschirmbereich (nur Steuerungsprogramm)
Aktivieren Sie die Einstellung „Ganze Anzeige“ oder „Komplett“. Manchmal müssen Sie auch
die Auflösung Ihres Bildschirms eingeben, zum Beispiel 1280 × 1024 Pixel.
Tasten des Eingabegerätes definieren (Steuerungsprogramm und CAD6)
5-Tasten Fadenkreuz-Lupe (in zwei Reihen, z.B. Wacom):
Taste 0
Taste 1
Taste 2
Taste 3
Taste 4
Treiber-Einstellungen
CAD6-Einstellungen
Linker Maustastendruck
Mittlerer Maustastendruck
Rechter Maustastendruck
Anwendungsdefiniert / Keine / Ignored
Anwendungsdefiniert / Keine / Ignored
Linke Maustaste und Befehlsebene 1
Mittlere Maustaste
Rechte Maustaste und Befehlsebene 2
Koordinatenabtastung
Koordinatenabtastung
4-Tasten Fadenkreuz-Lupe (nebeneinander, z.B. CalComp):
Taste 0
Taste 1
Taste 2
Taste 3
Treiber-Einstellungen
Linker Maustastendruck
Anwendungsdefiniert / Keine / Ignored
Mittlerer Maustastendruck
Rechter Maustastendruck
CAD6-Einstellungen
Linke Maustaste und Befehlsebene 1
Koordinatenabtastung
Mittlere Maustaste
Rechte Maustaste und Befehlsebene 2
3-Tasten Stift:
Treiber-Einstellungen
Taste 0 (Tip) Linker Maustastendruck
Taste 1
Doppelter linker Maustastendruck
Taste 2
Rechter Maustastendruck
CAD6-Einstellungen
Linke Maustaste und Befehlsebene 1
Nichts
Rechte Maustaste und Befehlsebene 2
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
10
Grundlagen
Belegung laden und Schablone drucken (nur CAD6)
Wählen Sie den Befehl Konstruktion > Digitizer > Belegung laden und laden Sie eine der
Digitizer-Belegungsdateien im Verzeichnis Dokumente\Malz++Kassner\CAD6\ Einstellung.
Welche Belegungsdatei Sie laden müssen, hängt von der Größe Ihres Digitizers ab:
8 x 6 Zoll Tablett: DIGIT06.DIG
12 x 12 Zoll Tablett (oder größer): DIGIT12.DIG
Schließlich sollten Sie noch die Belegungsschablone für Ihren Digitizer laden und
ausdrucken. Diese Schablone enthält alle verfügbaren vordefinierten Befehlsfelder.
Malz++Kassner CAD6 nutzt nur einen kleinen Bereich in der Mitte des Digitizers um den
Bildschirm abzubilden. Der restliche Tablettbereich ist in kleine, quadratische Felder
eingeteilt, welche jeweils mit einem Befehl belegt sind. Wird in ein solches Feld geklickt,
wird der zugehörige Befehl ausgeführt als ob er im Menü gewählt worden wäre.
Die Digitizer-Schablonen sind normale Zeichnungen, die mit den Befehlen Zeichnung
drucken oder Bereich drucken ausgedruckt werden können. Laden Sie, abhängig von der
Größe Ihres Digitizers, eine der folgenden Zeichnungen aus dem Verzeichnis
Dokumente\Malz++Kassner\CAD6\Einstellung :
8 x 6 Zoll Tablett: DIGIT06D.MKD
12 x 12 Zoll Tablett (oder größer): DIGIT12D.MKD
Drucken Sie diese Zeichnung mit der Einstellung „Auf mehrere Blätter drucken“ aus,
schneiden Sie die Einzelblätter zurecht und kleben Sie sie zusammen. Legen Sie die
Schablone dann unter die Folie des Digitizers (bei größeren Tabletts in die linke untere
Ecke).
Auf der Schablone finden Sie übrigens im Abbildungsbereich neben der entsprechenden
Grafik eine kurze Erläuterung zur Einrichtung des Tabletts.
Befehlsbelegung ändern oder löschen
Wenn Sie die vorgegebene Befehlsbelegung ändern oder löschen möchten, können Sie dies
mit Hilfe der Befehle Befehlsfeld des Digitizers definieren und Befehlsfeld des
Digitizers löschen tun. Diese Befehle stehen nicht im Menü, sondern werden direkt durch
Anklicken des Befehlsfeldes auf dem Digitizer bei gleichzeitigem Drücken der UMSCH-Taste
bzw. UMSCH+STRG-Tasten aufgerufen.
Abtastung von Vorlagen
Eine häufige Anwendung von Digitizern besteht in der Abtastung von Vorlagen. Gerade bei
der Verwendung einer Fadenkreuzlupe ist es möglich, Punkte auf einer Vorlagen zuverlässig
mit einer Genauigkeit von bis zu 0,0254 mm (1/1000 Zoll) abzutasten.
Eine solche Abtastung ist auch in Malz++Kassner CAD6 möglich, indem eine bestimmte
Taste des Digitizer-Eingabegerätes dafür reserviert wird. Mit Hilfe der Befehle Abtast-
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
11
Kalibrierung und Abtast-Ursprung setzen kann der Digitizer dazu exakt eingestellt
werden.
Anschließend können Punkte der Vorlage durch einfaches Betätigen der eingestellten Taste
am Eingabegerät maßstabsgetreu und exakt positioniert in eine Zeichnung übernommen
werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
12
Grundlagen
Kapitel 2 - Grundlagen
Datendarstellung
Malz++Kassner CAD6 ist ein vektororientiertes technisches Zeichen- und Illustrationssystem.
Der Ausdruck „vektororientiert“ bezieht sich auf eine besondere Methode der Daten- und
Objektdarstellung, welche aufgrund ihrer hohen Präzision und Unabhängigkeit von
Bildschirm- und Ausgabeauflösungen immer für CAD-Systeme und Illustrationsprogramm
verwendet wird.
Eine Linie in Malz++Kassner CAD6 wird durch die Koordinaten ihres Start- und Endpunktes
beschrieben. Eine 2D-Linie besteht aus X- und Y-Werten:
Y
(x1;y1)
Linie
V1
V2
(x2;y2)
X
Bild 1: Mathematische Darstellung einer Linie
Ein Vektor ist eindeutig durch seine Länge und Richtung definiert. Diese Angaben
können genutzt werden, um jeden Punkt in der Ebene eindeutig zu beschreiben.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
13
Y
(x1;y1)
Polygon
V1
V2
(x2;y2)
X
Bild 2: Mathematische Darstellung eines Rechtecks
Ein Rechteck wird durch die Koordinaten von zwei diagonal gegenüberliegenden Eckpunkten
(Bild 2) beschrieben. Dies zeigt eine der wichtigen Eigenschaften von Vektorgrafiken: Die
Anzahl und die Komplexität von Objekten in einer Zeichnung und nicht deren Größe ist
verantwortlich für die Dateilänge.
Für die Ausgabe auf dem Bildschirm oder Drucker werden die Objektdaten gemäß der
entsprechenden Auflösung neu berechnet.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
14
Grundlagen
M
r
Daten im Speicher
Daten auf dem Bildschirm/Drucker
Bild 3: Neuberechnung der Ausgabeauflösung
Dieses Verfahren erscheint vielleicht unnötig kompliziert, aber es hat den großen Vorteil,
dass die Datenkonvertierung nur unmittelbar vor der Ausgabe durchgeführt wird. Die Punkte
können mit wesentlich höherer Präzision im Computer berechnet werden, als sie auf dem
Bildschirm oder Drucker ausgegeben werden können. Dies stellt sicher, dass jede Grafik mit
der maximal möglichen Präzision (abhängig von der Auflösung des Ausgabegerätes)
bearbeitet werden kann.
Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass Objekte ohne Probleme verändert werden können. In einer Vektorgrafik zum Beispiel ist es einfach, einen Kreis durch Ändern des Radius’
zu skalieren. In einer Rastergrafik andererseits muss der „alte“ Kreis gelöscht und ein neuer
gezeichnet werden. Oder Sie müssen den Bereich, der den Kreis enthält, skalieren. Aber das
Skalieren von Rastergrafiken führt immer zu schlechten Resultaten, wie z.B. gezackten
Umrissen etc.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
15
Koordinatensysteme
Grundlage für jede Darstellung auf dem Bildschirm ist eine einheitliche Bestimmung der
Lage jedes Punktes in Ihrer Zeichnung. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, ein
Koordinatensystem zu definieren. Mit Hilfe eines Koordinatensystems ist jeder Punkt der
Zeichnungsebene eindeutig beschrieben. Die bekannteste Form eines Koordinatensystems
stellt das kartesische Koordinatensystem dar. Es besteht aus einem Koordinatenursprung und
zwei sich im Ursprung schneidenden, rechtwinklig zueinander liegenden Koordinatenachsen.
Diese Achsen werden in der klassischen Darstellung horizontal und vertikal gezeichnet. Die
horizontale Achse wird als X-Achse bezeichnet, die Vertikale als Y-Achse (Bild 1).
Y
+20
+10
-20
-10
X
0
+10
+20
-10
-20
Bild 1: Kartesisches Koordinatensystem im Zeichenbereich
Neben dieser Form des Koordinatensystems bietet Malz++Kassner CAD6 verzerrte Formen der
Koordinatensystemdarstellung für das Zeichnen in isometrischer und dimetrischer Ansicht
an. Diese Koordinatensysteme unterscheiden sich vor allem durch einen vorgegebenen
Drehwinkel und ein geändertes Höhen-/Breitenverhältnis. Nähere Informationen zu diesen
Koordinatensystemen entnehmen Sie bitte dem elektronischen Referenzhandbuch und dem
Beispiel zur dimetrischen Darstellung.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
16
Grundlagen
Bestimmung der Koordinaten
Bei den weiteren Betrachtungen konzentrieren wir uns nur auf das kartesische Koordinatensystem. Im Bild 1 sehen Sie ein solches Koordinatensystem abgebildet. Die X-Achse wird
nach rechts positiv abgetragen, die Y-Achse nach oben. Im Standardzeichenfenster von
Malz++Kassner CAD6 liegt der Ursprung (also der Nullpunkt von X- und Y-Achse) auf dem
Blattrahmen unten links. Es steht Ihnen der im Bild schraffiert gekennzeichnete Zeichenbereich auf Ihrem Blatt zur Verfügung. Der Nullpunkt lässt sich natürlich auch an eine
andere Stelle des Arbeitsblattes legen, wodurch sich der Zeichenbereich des Blattes
entsprechend verschiebt.
Um einen Punkt in dem Koordinatensystem eindeutig zu bestimmen, gibt es verschiedene
Möglichkeiten. Der einfachste Weg ist die Zuhilfenahme der absoluten Koordinate. Mit der
absoluten Koordinate wird der gewünschte X- und Y-Achsenwert direkt eingegeben (Bild 2).
Y
+20
(10;15)
+10
X
0
+10
+20
Bild 2: Absolute Koordinate
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
17
Eine weitere Möglichkeit, die Lage eines Punktes exakt zu bestimmen, besteht darin, seine
Position relativ zu der eines anderen Punktes anzugeben. Es handelt sich dabei um eine
relative Koordinate. Man tut in diesem Fall so, als ob es sich bei dem ersten Punkt um den
Nullpunkt handeln würde und gibt den X- und Y-Abstand der beiden Punkte zueinander an.
In der Mathematik wird diese Form der Darstellung auch häufig mit Dx (dx) und Dy (dy)
abgekürzt. Wenn (x1;y1) die absoluten Koordinaten des ersten Punktes sind und (x2;y2) die
absoluten Koordinaten des zweiten Punktes, so kann man die Lage des zweiten Punktes
auch relativ zum ersten Punkt als
(x2;y2) = (x1+dx;y1+dy)
beschreiben (Bild 3).
Y
+20
dy= -10
P1 (5;15)
+10
P2 (5+11;15-10)
dx=11
X
0
+10
+20
Bild 3: Relative Koordinate
Ein dritter Weg ist die Polarkoordinate. Diese Koordinate wird über die direkte Entfernung
zum Nullpunkt und dem Winkel von der Nullwinkellage aus bestimmt. Die mathematische
Nullwinkellage (also 0°) befindet sich auf der positiven X-Achse, das entspricht der
Zeigerstellung des Stundenzeigers bei 3 Uhr (Bild 4).
90°
0°
180°
270°
Bild 4: Nulllage und Orientierung von Winkeln
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
18
Grundlagen
Winkel werden gegen den Uhrzeigersinn angetragen. Auch diese Form der Koordinatendarstellung bestimmt jeden Punkt in der Ebene eindeutig (Bild 5).
Y
+20
(15;40°)
+10
15
l=
40°
0
+10
X
+20
Bild 5: Polar-Koordinate
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
19
Ebenen, Stifte und Vererbung
Jedes Objekt, zum Beispiel ein Kreis, hat seinen eigenen Merkmalssatz bestehend aus
Linienbreite, Linienmuster, Linienfarbe, Füllfarbe und Füllmodus. Diese Merkmale
bestimmen das Aussehen des Objektes auf dem Bildschirm und später auf dem Papier.
Zusätzlich enthält jedes Objekt ein Verweis auf eine Ebene und einen Stift, d.h. es liegt in
einer bestimmten Ebene und benutzt einen bestimmten Stift. Wenn das Programm ermittelt,
wie ein Objekt zu zeichnen ist, dann hängt dies nicht nur von den Merkmalen des Objektes
selbst, sondern auch von den Merkmalen ab, die von der zugeordneten Ebene vererbt
werden und im zugeordneten Stift angegeben sind.
Weder die Merkmale der Ebene noch die des Stiftes verändern die Merkmale des Objektes
selbst, sie überlagern sie lediglich. Sobald die Ebenen- oder Stiftzuordnung geändert wird,
wird sich das Aussehen des Objektes ändern - ohne das notwendigerweise seine Merkmale
verändert werden.
Normalerweise vererben Ebenen keine Merkmale, wirken sich also nicht auf das Aussehen
eines Objektes aus. In diesem Fall wird das Aussehen lediglich durch den zugeordneten Stift
bestimmt, d.h. durch die Merkmale des Stiftes (siehe Ansicht > Stifte > Editieren). Diese
Stiftmerkmale können für die Bildschirmdarstellung und die Ausgabe auf einen Drucker
unterschiedlich sein.
Wird ein Ebenenmerkmal vererbt (siehe Ansicht > Ebenen > Editieren), so überlagert dies
das entsprechende Merkmal des Stiftes. Es ist also bestimmend für das Aussehen des
Objektes. Auch Ebenenmerkmale können für die Bildschirmdarstellung und die Ausgabe auf
einen Drucker unterschiedlich sein.
Beide Arten der Merkmalsvererbung (durch eine Ebene oder einen Stift) können durch das
Objekt verhindert werden, indem es eines oder mehrere seiner Merkmale sperrt. Diese
gesperrten Merkmale können von keiner Vererbung überlagert werden und bleiben stets
unverändert. Das Sperren eines Merkmales betrifft gleichermaßen die Bildschirmdarstellung
wie die Ausgabe auf einen Drucker.
Ebene „*Standard“ und Stift „*Standard“ vererben niemals irgendwelche Merkmale.
Wenn ein Objekt der „*Standard“-Ebene und dem „*Standard“-Stift zugeordnet ist, dann
wird es nicht durch Änderungen an den Ebenen oder Stiften beeinflusst, das heißt, das
Objekt ist vollkommen unabhängig von den Ebenen- und Stifteinstellungen. Um ein solches
Objekt zu zeichnen, stellen Sie „*Standard“ sowohl als aktuelle Ebene als auch als aktuellen
Stift ein. Nach dem Zeichnen des Objektes werden dessen Merkmale dann mit den Merkmalen initialisiert, die zu diesem Zeitpunkt für den Stift „*Standard“ definiert sind.
Wenn Sie die Merkmale des Stiftes „*Standard“ ändern, dann hat dies keine Auswirkung auf
die bereits existierenden Objekte, aber alle Objekte, die Sie von da ab zeichnen, werden mit
diesen neuen Merkmalen initialisiert. Um die Merkmale des Stiftes "*Standard" komfortabel
ändern zu können, wählen Sie bitte den Befehl Fenster > Befehlsband sichtbar und aktivieren Sie dort die Tastergruppen für Linientyp, Linienfarbe, Füllmodus und Füllfarbe.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
20
Grundlagen
Um die Merkmale einzelner oder mehrerer Objekte zu ändern, benutzen Sie den Befehl
Gestalten > Merkmale ändern.
Linienbreite
Linienmuster
Linienfarbe
Voll
0,35 mm
Füllfarbe
Schwarz
Schwarz
Füllmodus
Stiftmerkmale
Rahmen
4
0,35 mm
01
3
Linienbreite
Stift
Linienmuster
0,25 mm
05
Voll
Schwarz
Linienfarbe
Füllfarbe
Rot
Punkt
Schwarz
Grün
Vererbt!
001
Ebene
001
1
0,35 mm
01
Stift
01
2
Linienbreite
0,5 mm
Voll
Linienmuster
Rot
Füllfarbe
Grau
Gelb
Linienbreite
0,5 mm
Linienmuster
Voll
Rot
Linienfarbe
Rot
5
Rahmen
Füllmodus
Fixiert!
Grau
Füllfarbe
Grau
Objektmerkmale
Beides
Fixiert!
Voll
Ebenenmerkmale
Füllung
Grün
Fixiert!
0,5 mm
Füllmodus
Vererbt!
Linienfarbe
Strich
Rahmen
6
Beides
Füllmodus
Beides
7
Ausgabe- /
Bildschirmmerkmale
Diese Grafik veranschaulicht den Prozess zur Feststellung der Merkmale eines Objektes.
Jeder Schritt wird in der Grafik durch eine Nummer in einem Kreis angezeigt.
1) Als erstes stellt das Programm fest, zu welcher Ebene das Objekt gehört.
2) Als nächstes holt sich das Programm die Information, welchen Stift das Objekt benutzt.
3) Dann überprüft das Programm, ob Ebene 1 einen Stift vererbt oder nicht. Würde die
Ebene einen Stift vererben, dann würde dieser Stift den Stift, der in Schritt 2 ermittelt
wurde, ersetzen.
4) Anfänglich werden alle Stiftmerkmale des Stiftes, der in Schritt 2 ermittelt wurde, übernommen.
5) Alle Merkmale, die von der Ebene vererbt werden, überschreiben die entsprechenden
Stiftmerkmale, wie hier die Linienfarbe und die Füllfarbe.
6) Das Programm überprüft die Merkmale des Objektes, um festzustellen, ob sie fixiert sind.
Fixierte Objekte werden immer direkt an die Ausgabe-/Bildschirmmerkmale weitergegeben. In der Grafik werden Linienbreite, Füllfarbe und Füllmodus durch die fixierten
Objektmerkmale ersetzt.
7) Schließlich werden die Merkmale, die in Schritt 1 bis 6 ermittelt wurden, zur Ausgabe
auf dem Drucker / Anzeige auf dem Bildschirm benutzt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
21
Beim Zeichnen eines Objektes wird dieses immer der aktuellen Ebene und dem aktuellen
Stift zugewiesen. Sie können die aktuelle Ebene wechseln, indem Sie auf den entsprechenden Taster in der Leiste klicken, oder indem Sie den Befehl Ansicht > Ebenen > Liste
wählen. Auch einen neuen aktuellen Stift können Sie in der Leiste oder mit Hilfe des
Befehls Ansicht > Stifte > Liste wählen.
Für einige Objekttypen, wie zum Beispiel Texte oder Bemaßungen, können Sie optional eine
Standardebene (Ansicht > Ebenen > Vorgaben) und einen Standardstift (Ansicht > Stifte
> Vorgaben) vorgeben, diese werden dann anstatt der aktuellen Ebene bzw. des aktuellen
Stiftes bei der Erzeugung eines solchen Objektes benutzt.
Wenn Sie später ein Objekt einer anderen Ebene oder einem anderen Stift zuordnen
möchten, können Sie das mit dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern tun.
Wie oben bereits erwähnt wurde, werden Ebenen in der Regel nicht genutzt, um das
Aussehen von Objekten durch Merkmalsvererbung zu ändern, sondern vielmehr, um eine
Zeichnung logisch zu strukturieren. Der Dialog Ebenen definieren erlaubt es Ihnen, Ebenen
anzuzeigen oder zu verstecken, sie für Fangen oder Modifikation freizugeben oder zu
sperren, usw. Wenn Sie Ebenen mit aussagekräftigen Namen erzeugen, und alle neu
erzeugten Objekte diesen Ebenen konsequent zuordnen, werden Sie merken, dass durch
diese Funktionalität Ihre Arbeit wesentlich vereinfacht wird.
Zusätzlich zu den hier beschriebenen Merkmale kann jedes Objekt einer Seite (also einer in
der Zeichnung definierten Seite, siehe Ansicht > Seiten > Editieren) zugeordnet werden.
Ist ein Objekt einer Seite zugeordnet, wird es nur dann ausgegeben, wenn diese Seite
ausgegeben wird (oder wenn bei der Anzeige am Bildschirm dies die aktuelle Seite ist).
Die jeweils aktuellen Stift- und Ebeneneinstellungen sind Teil der Zeichnung und werden mit ihr abgelegt. Um eine geänderte Stift- und Ebeneneinstellung bei Programmstart
zur Verfügung zu haben, speichern Sie diese mit dem Befehl Ansicht > Vorlage > Als
Standard Speichern. Neben den Stiften und Ebenen werden in der Datei auch das
Blattformat, die Vorgaben, sowie Koordinatensysteme und Linienmuster abgelegt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
22
Grundlagen
Koordinatensysteme, Maßstäbe, Raster, etc.
Koordinatensysteme
Die Koordinatensysteme legen alle Parameter fest, die der mathematischen Verarbeitung
von Zeichnungsdaten zugrunde liegen. In den Koordinatensystemen wird festgelegt, ob Sie
kartesisch, isometrisch oder dimetrisch arbeiten möchten. Über die Eingabe eines Drehwinkels kann die Orientierung des Koordinatensystems bestimmt werden. Außerdem können
Sie die gewünschten Einheiten für Längen und Winkel sowie die Art der Zahlen, Fließkomma
oder gemischter Bruch, bestimmen. Der Maßstab wird mit dem Koordinatensystem
festgelegt, und Positions- sowie Anzeigeraster sind hier einstellbar. Sie können die
Parameter eines Koordinatensystems über ein Dialogfeld einstellen, das mit dem Befehl
Ansicht > Koordinatensysteme > Editieren aufgerufen wird.
Es lassen sich mehrere Koordinatensysteme innerhalb einer Zeichnung definieren. Dies kann
sinnvoll sein, wenn Sie unterschiedliche Fenster mit verschiedenen Koordinatensystemen
belegen wollen, die Bemaßung in einem anderem Koordinatensystem erstellt werden soll als
die Objekte, oder Objekte mit unterschiedlichen Maßstäben in einer Zeichnung angelegt
werden sollen.
Um ein neues aktuelles Koordinatensystem zu wählen, betätigen Sie den entsprechenden
Taster in der Skala oder wählen Sie den Befehl Ansicht > Koordinatensysteme > Liste.
Maßstäbe und Einheiten
Die wichtigste Komponente eines Koordinatensystems sind der Maßstab und die Einheit. Der
Maßstab bestimmt die „reale“ Größe eines Objektes, d.h. wie groß ein gezeichnetes Objekt
in der Modellwelt sein soll. Wird ein Maßstab von 1:20 benutzt, bedeutet dies, das ein
Objekt, dessen Länge auf dem Papier 10 cm ist, in Wirklichkeit eine Länge von 200 cm
haben soll.
Maßstäbe wirken sich vor allem auf Bemaßungen aus, d.h. auf Maßeintragungen innerhalb
der Zeichnung. Bemaßungen zeigen stets die aus dem Maßstab berechnete „reale“ Größe
eines Objektes an, nicht dessen Größe auf dem Papier. Aus diesem Grund steht jede
Bemaßung in direkter Verbindung mit einem Koordinatensystem, aus welchem sie die Maßstabsinformation erhält. Außerdem entnimmt sie dem Koordinatensystem die gewünschte
Längen- bzw. Winkeleinheit, in der das Maß ausgegeben werden soll.
Soll Bemaßungen ein bestimmtes Koordinatensystem zugewiesen werden, so kann dies
entweder in voraus mit dem Befehl Beschriften > Maßparameter oder im nachhinein mit
dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern geschehen.
Der Maßstab und Einheiten wirken sich aber nicht nur auf Bemaßungen innerhalb der
Zeichnung aus, sondern auf alle Maßangaben, sowohl bei Eingabe durch den Benutzer (z.B.
bei der numerischen Eingabe einer Länge) wie auch bei Ausgabe auf dem Bildschirm (z.B.
bei der Koordinatenanzeige in der Statuszeile).
Sollten Ihnen die Defaulteinheiten eines Koordinatensystems bei der Eingabe einmal
nicht zusagen, können Sie auch andere Einheiten, zum Beispiel cm anstatt mm, direkt in
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
23
dem Dialogfeld hinter den Abmessungen eingeben. Dies Verfahren gilt für alle Dialogfelder.
Sie können in ihnen Rechenoperationen und beliebige Einheiten kombinieren (siehe Extra >
Koordinateneingabe (F8)).
Raster
Eine weitere wichtige Komponente von Koordinatensystemen sind die Raster, welche in
Positionsraster und Anzeigeraster unterteilt sind.
Als Positionsraster wird ein gleichmäßiger unsichtbarer „Punktteppich“ bezeichnet, auf dem
sich das Fadenkreuz bewegt. Die Punkte haben in einer Richtung immer die gleiche Distanz
zueinander. Die Abstände können horizontal und vertikal unterschiedlich sein. Das
Fadenkreuz „rastet“ auf diesen Punkten ein. Damit ist garantiert, dass Sie sich mit dem
Fadenkreuz nur auf Vielfachen des gewählten Rasterabstandes bewegen können.
Das Anzeigeraster stellt das Raster in Form von kleinen Punkten auf dem Bildschirm dar. Es
kann getrennt vom Positionsraster eingestellt werden. Sie haben so die Möglichkeit, ein
größeres Anzeigeraster als Positionsraster zu wählen. Dies beschleunigt den
Bildschirmaufbau erheblich und sorgt für einen besseren Überblick, da nicht so viele Punkte
den Blick auf die Objekte erschweren. Sollte die Vergrößerungsstufe zu gering sein, das
heißt, das Anzeigeraster zu klein und die Menge der darzustellenden Punkte zu groß
werden, so wird das Anzeigeraster automatisch zunächst vergrößert und dann abgeschaltet.
Sobald Sie wieder in den Darstellungsbereich des Rasters kommen, wird es erneut aktiviert.
Beide Raster gelten für das jeweils gerade aktive Koordinatensystem und können in den
jeweiligen Koordinatensystemen definiert werden.
Jedes Raster beginnt mit einem Punkt im Ursprung. Um in unterschiedlichen Fenstern
mit verschiedenen Koordinatensystemen einen gemeinsamen Ausgangspunkt für das Raster
zu haben, sollte der Ursprung so umgesetzt werden, dass das Raster aus allen Koordinatensystemen sinnvoll eingesetzt werden kann. Dies kann mit dem Befehl Ansicht >
Koordinatensysteme > Ursprung setzen geschehen.
Blattformate
Bevor Sie mit einer neuen Zeichnung beginnen, ist es häufig erforderlich, das Blattformat
der Zeichnung anzugeben. Wählen Sie dazu den Befehl Ansicht > Seiten > Editieren. Sie
haben dann die Möglichkeit, aus dem erscheinenden Auswahlfeld ein vorgegebenes
Standardformat auszuwählen oder ein beliebiges Blattformat festzulegen. Auch die
Blattorientierung wird in diesem Dialogfeld bestimmt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
24
Grundlagen
Fangen, Einstellungen und sonstige Optionen
Fangen
Um in technischen Zeichnungen präzise arbeiten zu können, genügt es nicht, die ungefähre
Position eines Punktes zu bestimmen. Die Eingabe der meisten Punkte muss genau definiert
sein. Ihre Lage ist nur sehr ungenau von Hand zu bestimmen. Deshalb bietet Ihnen
Malz++Kassner CAD6 mathematische Hilfsmittel zum Positionieren von Objekten an. Beim
Zeichnen von Objekten orientiert man sich meistens an bestimmten, bereits bestehenden
Konstruktionspunkten. Dies können zum Beispiel Kanten, Eck- oder Schnittpunkte sein. Um
solche markanten Punkte eines Objektes zu ermitteln, gibt es eine Vielzahl von sogenannten Fangmodi.
Ist die Fangfunktion bei der Punkteingabe aktiv, so wird der gewünschte Punkt automatisch
berechnet, wenn er innerhalb des Fangradius liegt. Der Fangradius ist ein Bereich um das
Zentrum des Fadenkreuzes. Er kann mit dem Befehl Extra > Fangmodus > Parameter
editieren verändert werden.
Falls mehrere Punkte innerhalb des Fangradius liegen, die mit dem eingestellten Fangradius
ermittelt werden können, wird immer der dem Fadenkreuz am nächsten liegende Punkt
ausgewählt.
Die Fangfunktion wird mit der Taste F6 permanent ein- und ausgeschaltet. Außerdem
besteht die Möglichkeit, die Fangfunktion kurzzeitig mit der Taste UMSCHALT zu aktivieren
oder zu deaktivieren. Über Taster in der Leiste können einzelne Fangmodi an- und
ausgeschaltet werden.
Duplikat
Jede Veränderung, die an Objekten vorgenommen wird, zerstört die Ausgangsinformationen
des Originalobjekts. Der ursprüngliche Zustand ist nur durch die UNDO-Funktion wieder
herzustellen. Um das Originalobjekt zu erhalten und von der gewünschten Manipulation
eine Kopie anzulegen, stellt Malz++Kassner CAD6 die Funktion „Duplikat“ zur Verfügung. Sie
wird über die Taste F7 dauerhaft aktiviert oder deaktiviert. Während des Befehlsablaufes
können Sie die Funktion kurzzeitig für die Dauer des Drückens der Taste STRG aktivieren
oder deaktivieren. Die aktuelle Einstellung wird dabei durch Betätigen der Taste STRG
umgekehrt.
Die Duplikatsfunktion ersetzt auf sehr komfortable Weise den Befehl „Kopieren“, da sie
mit jedem Befehl gekoppelt werden kann. Den klassischen Befehl „Kopieren“ erhalten Sie
durch Wahl des Befehls Gestalten > Objekte bewegen > Standard und Gedrückthalten der
Taste STRG während der Platzierung der Objekte (d.h. der Eingabe des Zielpunktes). Das
Duplikat wirkt sich in ähnlicher Weise bei fast allen Befehlen aus, die Objekte verändern.
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Grundlagen
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Mehrfachlinie
Werden neue Objekte erzeugt (z.B. Linien oder Kreise), kann die „Mehrfachlinienfunktion“
benutzt werden. Sie bestimmt, ob gleichzeitig (abhängig von den Mehrfachlinienoptionen)
mehrere parallele bzw. konzentrische Objekte erzeugt werden sollen oder nicht.
Um die Mehrfachlinienfunktion zu aktivieren oder zu deaktivieren, wählen Sie bitte den
Befehl Extra > Duplikat / Mehrfachlinie (F7) oder klicken Sie auf den entsprechenden
Taster in der Leiste. Um die Parameter der Mehrfachlinienfunktion zu editieren, wählen Sie
bitte den Befehl Extra > Mehrfachlinie Parameter oder rechtsklicken Sie auf den
entsprechenden Taster in der Leiste.
Sie können die Mehrfachlinienfunktion kurzzeitig durch Drücken der Taste STRG einoder ausschalten.
Allgemeine Optionen
Die allgemeinen Programmoptionen und -einstellungen können durch Auswahl des Befehls
Bearbeiten > Optionen > Fenster bzw. Ansicht > Zeichnungs-Einstellungen > Bildschirm
editiert werden.
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26
Grundlagen
Modellbereich und Seiten
Bevor Sie mit einer neuen Zeichnung beginnen, ist es häufig erforderlich, das Seitenformat
der Zeichnung anzugeben. Wählen Sie dazu den Befehl Ansicht > Seiten > Bearbeiten. Sie
haben dann die Möglichkeit, mittels Doppelklick auf einer der definierten Seiten ein
vorgegebenes Standardformat auszuwählen oder ein beliebiges Blattformat festzulegen.
Auch die Blattorientierung wird in diesem Dialogfeld bestimmt.
CAD66 bietet einen Modellbereich und bis zu 100 Seiten in jeder Zeichnung. Damit lassen
sich Zeichnungen je nach Komplexität und persönlicher Vorliebe auf verschiedene Arten
strukturieren.
Modellbereich und Seiten unabhängig voneinander
Falls eine Zeichnung ein „Modell“ darstellt (also z.B. ein Bauteil, eine Maschine, einen
Grundriss, etc.), von dem unterschiedliche Ausschnitte an verschiedenen Stellen und
eventuell sogar in verschiedenen Maßstäben auf dem Papier ausgegeben werden sollen,
empfiehlt es sich, das Modell komplett in den Modellbereich zu legen, um später Teile
davon auf die Seiten abzubilden. Hier eine schematische Darstellung:
Alle Objekte, aus denen das Modell besteht, werden dem Modellbereich (grün) zugewiesen.
Das Modell wird unabhängig von der späteren Ausgabe auf Seiten meistens in Originalgröße
(Maßstab 1:1) gezeichnet. Sobald die Zeichnung des Modells hinreichend weit fertiggestellt
ist, werden Teile des Modells mit Hilfe einer Abbildung auf eine oder mehrere Seiten (blau)
projiziert. In den jeweiligen Seiten werden anschließend alle Objekte hinzugefügt, die entweder abhängig vom Maßstab sind (wie z.B. Bemaßungen) oder zum Layout der Druckseite
gehören (wie z.B. Zeichnungsfelder und Legenden).
Abbildungen projizieren einen Ausschnitt des Modellbereichs dynamisch in die Seiten (wie
das Bild einer Überwachungskamera). Ändert sich der Inhalt des Modellbereichs, ändern
sich auch die Abbildungen (spätestens beim nächsten Bildaufbau). Dabei müssen Abbildungen selbst immer Seiten zugewiesen sein (nicht dem Modellbereich), die abzubildenden
Objekte müssen aus dem Modellbereich stammen. Die in einer Abbildung sichtbaren Objekte
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
27
können zwar gewählt werden, um z.B. Punkte zu fangen oder Parallelen dazu zu zeichnen,
sie können jedoch nicht direkt verändert werden. Dies ist nur im Modellbereich möglich.
Da Objekte im Modellbereich und Objekte in den Seiten völlig unabhängig voneinander sind,
können sie sich durchaus den gleichen Koordinatenbereich teilen, so dass sie logisch wie
Schichten übereinander aufgebaut sind. Zwischen diesen „Schichten“ wird durch
Umschalten der aktiven Seite umgeschaltet. Hier eine schematische Darstellung:
Um diese Struktur sinnvoll nutzen und ausgegeben zu können, sollten die Anzeige- und
Ausgabeparameter wie folgt angepasst werden:
- Option Ansicht > Seitenanzeige > Layout (aktive Seite / Modell).
- Bei Ansicht > Zeichnungs-Einstellungen > Ausgabe,
Einstellung „Objektausgabe basierend auf der Seitenzuordnung“:
„Nur Objekte der aktuellen Seite ausgeben“.
Außerdem sollte Ansicht > Seiten > Editieren gewählt werden. Dort mit der rechten
Maustaste in die Liste der Seiten klicken und die Option „Neue Objekte der aktiven Seite
zuordnen“ aktivieren, so dass ein Häkchen davor angezeigt wird.
Diese Struktur ist der Normalfall beim Import von DXF und DWG-Zeichnungen.
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28
Grundlagen
Seiten als Einteilung des Modellbereichs / Mehrere unabhängige Seiten
Besteht die Zeichnung aus einem großen, zusammenhängenden „Modell“ (also z.B. ein
Katasterplan, eine Hallenübersicht, etc.), welches auf mehrere Seiten verteilt ausgedruckt
werden soll, können die Seiten auch zur Einteilung des Modellbereichs benutzt werden,
indem diese einfach wie eine Stanzform über den Modellbereich gelegt werden. Dabei
können die Seiten gedreht und/oder skaliert werden. Hier eine schematische Darstellung:
Bei mehreren, unabhängigen Modellen (z.B. eine Sammlung von Einzelbauteilen), kann die
gleiche Struktur benutzt werden, nur dass sich dabei die Seiten nicht überlappen. Hier eine
schematische Darstellung:
Um diese Struktur sinnvoll nutzen und ausgegeben zu können, sollten die Anzeige- und
Ausgabeparameter wie folgt angepasst werden:
- Option Ansicht > Seitenanzeige > Aktive Seite + Modell.
- Bei Ansicht > Zeichnungs-Einstellungen > Ausgabe,
Einstellung „Objektausgabe basierend auf der Seitenzuordnung“:
„Aktuelle Seite + Modellbereich ausgeben“.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
29
Außerdem sollte Ansicht > Seiten > Editieren gewählt werden. Dort mit der rechten
Maustaste in die Liste der Seiten klicken und die Option „Neue Objekte der aktiven Seite
zuordnen“ deaktivieren, so dass kein Häkchen davor angezeigt wird.
In diesem Fall kann es sinnvoll sein, für jede der Seiten ein eigenes Koordinatensystem zu
definieren (Ansicht > Koordinatensysteme > Editieren), um Ursprung und Maßstab für
jede der Seiten unabhängig bestimmen zu können. Das jeweilige Koordinatensystem kann
dann der Seite zugeordnet werden, damit es beim Umschalten der Seiten automatisch mit
umgeschaltet wird.
Eine Seite
Einfache Zeichnungen, die problemlos auf eine Druckseite passen, können einfach komplett
im Modellbereich erstellt werden, solange sie innerhalb der einen Seite liegen. Hier eine
schematische Darstellung:
Um diese Struktur sinnvoll nutzen und ausgegeben zu können, sollten die Anzeige- und
Ausgabeparameter wie folgt angepasst werden:
- Option Ansicht > Seitenanzeige > Klassisch (alles).
- Bei Ansicht > Zeichnungs-Einstellungen > Ausgabe,
Einstellung „Objektausgabe basierend auf der Seitenzuordnung“:
„Alles ausgeben“.
Außerdem sollte Ansicht > Seiten > Editieren gewählt werden. Dort mit der rechten
Maustaste in die Liste der Seiten klicken und die Option „Neue Objekte der aktiven Seite
zuordnen“ deaktivieren, so dass kein Häkchen davor angezeigt wird.
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30
Grundlagen
Bibliotheken, Blöcke und Instanzen
Bibliotheken sind in einer hierarchischen Struktur ähnlich dem Dateisystem organisiert.
Eine Bibliothek kann eine beliebige Anzahl von Ordnern enthalten, und ein Ordner kann
eine beliebige Anzahl Blöcke enthalten. Ordner werden benutzt, um verwandte Blöcke
zusammenzufassen.
Ein Block ist eine Ansammlung von Objekten, wie zum Beispiel Linien, Rechtecke, Kreise
oder Texte. Blöcke können Schrauben, Möbel, Teile eines lokalen Netzwerkes (LAN) etc.
darstellen.
Es gibt eine ganze Reihe vordefinierter Bibliotheken für die verschiedensten Anwendungsgebiete, zum Beispiel Mechanik, Elektrotechnik, Innenarchitektur und andere. Und natürlich
können Sie sich auch Ihre eigenen Bibliotheken erstellen.
Das Bibliothek- / Block-Konzept erlaubt es Ihnen nicht nur, Ihre häufig benötigten
grafischen Daten effizient zu organisieren und leicht auf sie zuzugreifen, sondern es spart
auch noch eine Menge Speicher. Beim Einsetzen eines Blocks in die Zeichnung setzen Sie
tatsächlich nicht die Objektdaten des Blocks ein, sondern nur einen Verweis auf diesen
Block, die sogenannte Instanz. Das heißt, das Programm setzt nur den Blocknamen,
Bibliotheksnamen und einige Anzeigeparameter (z.B. Position, Skalierung, Rotation) ein.
Die eigentlichen grafischen Daten hingegen sind auch weiterhin nur in der Blockdefinition
in der Bibliothek gespeichert.
Beim Zeichnen eines Blocks benutzt das Programm den Block- und Bibliotheksnamen, die in
der Instanz gespeichert sind, um die Blockdefinition in der Bibliothek zu lokalisieren. Das
Programm benutzt dann die grafischen Daten in der Blockdefinition und die Anzeigeparameter aus der Instanz, um den Block zu zeichnen. Da normalerweise eine Instanz
wesentlich weniger Speicher benötigt als die eigentlichen Blockdaten, reduziert dieses
Konzept dramatisch den Speicherverbrauch.
Eine Bibliothek ist eine externe Datei ( *.MKL ), die unabhängig von der Zeichnung ist. Um
einen Block (Bibliothek > Block > Einsetzen) einer bestimmten Bibliothek in der
Zeichnung zu verwenden, müssen Sie zunächst die Bibliothek in Malz++Kassner CAD6 laden
(Bibliothek > Bibliotheksverwaltung). Blöcke, die sich in solch einer Bibliothek befinden,
werden externe Blöcke genannt. Blöcke können auch in einer sogenannten PseudoBibliothek mit Namen „*Interne Blöcke“ gespeichert werden. Die Pseudo-Bibliothek
„*Interne Blöcke“ ist keine externe Datei, sondern sie befindet sich in der Zeichnung.
Konsequenterweise werden die Blöcke der Pseudo-Bibliothek interne Blöcke genannt.
Beim Erstellen Ihrer eigenen Bibliotheken (Bibliothek > Block > Erzeugen
(Einsetzpunkt)) sollten Sie die Vor- und Nachteile beider Blockarten beachten. Externe
Bibliotheken können leicht von vielen Leuten in verschiedenen Zeichnungen genutzt
werden. Wenn zum Beispiel alle Leute in einer Firma dieselben Bibliotheken, die sich auf
einem zentralen Server befinden, benutzen, dann hilft dies Zeichnungen zu standardisieren
und es erleichtert auch das Aktualisieren von Zeichnungen. Denn wenn Sie eine Bibliothek
durch eine aktualisierte Version ersetzen (natürlich müssen die Blocknamen unverändert
sein), dann wirkt sich dies durch einfaches Neuladen automatisch auf jede Zeichnung aus,
die Instanzen von Blöcken der aktualisierten Bibliothek enthält.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
31
Natürlich müssen Sie, wenn Sie eine Zeichnungsdatei an eine andere Firma oder an einen
Kunden weitergeben möchten, auch die verwendeten Bibliotheksdateien weitergeben, oder
Sie müssen mit dem Befehl Bibliothek > Externe Blöcke umwandeln die externen Blöcke
in interne Blöcke umwandeln. Alternativ können Sie auch mit dem Befehl Bibliothek >
Block > Blockinstanzen auflösen sämtliche Instanzen durch die Objekte des jeweiligen
externen Blockes ersetzen. Wenn die Zeichnung aber viele Instanzen enthält, dann wird
dies die Zeichnung erheblich vergrößern.
Allgemein sollten Sie externe Blöcke immer dann verwenden, wenn Sie planen, die Blöcke
nicht nur im aktuellen Projekt zu verwenden, oder wenn auf die Blöcke auch von anderen
zugegriffen werden muss. Auf der anderen Seite, wenn Sie wissen, dass ein bestimmter
Block nur in einer speziellen Zeichnung Sinn macht, dann sollten Sie aus ihm einen
internen Block machen.
Es gibt eine spezielle Sorte von internen Blöcken, die sogenannten Gruppen. Um eine
Gruppe zu erzeugen, benutzen Sie den Befehl Gestalten > Gruppieren > Objekte
gruppieren. Dieser Befehl erzeugt aus allen selektierten Objekten automatisch einen
internen Block im Ordner „#G“ der Pseudo-Bibliothek „* Interne Blöcke“.
Blöcke können außerdem Attribute enthalten. Ein Attribut kann ein Text oder eine Zahl
sein. Wenn Sie zum Beispiel eine Möbel-Bibliothek haben, dann können Sie den Befehl
Bibliothek > Block > Bearbeiten verwenden, um jedem Möbelstück ein Preis-Attribut
hinzuzufügen. Nachdem Sie die Zeichnung fertiggestellt haben, können Sie dann den Befehl
Bibliothek > Stückliste generieren benutzen, um eine Liste aller Möbelstücke und ihrer
Preise zu erstellen. Verwenden Sie den Befehl Gestalten > Text editieren, um die Attribute
einer Instanz zu editieren.
Zur Anzeige von Attributen siehe Variablen und Attribute.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
32
Grundlagen
Bemaßungen
Bemaßungen werden in technischen Zeichnungen benutzt, um Elemente mit Maßangaben zu
versehen, die zur Herstellung des gezeichneten Objektes notwendig sind. Obwohl das Maß
als solches immer gleich ist, gibt es verschiedene Arten, dieses darzustellen.
Es werden hauptsächlich zwei Darstellungsarten der Bemaßung unterschieden. Nachdem ein
Bemaßungsbefehl gewählt wurde (z.B. Beschriften > Bemaßen > Strecke, Punkte),
können die für diesen Befehl gültigen Parameter eingestellt werden, indem der Befehl
Extras > Parameter ändern (+ESC) gewählt oder die Tastenkombination UMSCH+ESC
gedrückt wird.
Die erste Darstellungsart ist die mit Maßpfeilen, die vor allem in Ingenieurwesen benutzt
wird. Die Maßlinie wird dabei an beiden Enden von einem Pfeil begrenzt und endet exakt an
den Maßhilfslinien, die die Maßlinie mit dem zu bemaßenden Objekt verbinden:
25
20
25
Um eine solche Bemaßung erhalten, muss das Maßlinienende im Modus „Bündig“ dargestellt
werden, als Endsymbol wird der gefüllte Pfeil gewählt.
Die zweite häufig benutzte Darstellungsart ist die architektonische Bemaßung, die anstelle
der Pfeile schräge Striche oder gefüllte Kreise benutzt, und bei der die Maßlinie über die
Maßhilfslinien übersteht:
25
20
25
Bei der architektonischen Bemaßung wird häufig eine geänderte Zahlendarstellung genutzt,
die Werte unter einem Meter automatisch in Zentimetern und Bruchwerte unter einem
Zentimeter als Hochzahl darstellt. Sie können diese Darstellung entweder beim Koordinatensystem (siehe Koordinatensysteme, Maßstäbe, Raster, etc.) einstellen, das für die
jeweiligen Bemaßung genutzt wird (im Untereintrag „Zahlen“ - „Längendarstellung“), oder
direkt in den Parametern für die Bemaßung, die Sie wie oben beschrieben erreichen
können.
Eine typische architektonische Bemaßung sieht wie folgt aus:
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
1,29
25
95
75
33
1,38
75
Jede Bemaßung ist mit einem Koordinatensystem verbunden, aus dem sie die benötigten
Informationen über den Maßstab, die Längen- und Winkeleinheit sowie die gewünschte
Zahlendarstellung entnimmt. Diese Zuweisung erfolgt ebenfalls in den Parametern der
Bemaßung. Durch die Verwendung mehrere Koordinatensysteme ist es so möglich, mehrere
verschiedene Maßstäbe und/oder Bemaßungsarten innerhalb einer Zeichnung zu verwenden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
34
Grundlagen
Texteingabe
In allen Texteingabefelder von Dialogen in Malz++Kassner CAD6 gibt es zusätzliche Möglichkeiten, die über die üblichen Funktionen solcher Felder hinausgeben.
Termauswertung
Enthält ein Texteingabefeld einen numerischen Term (siehe Termauswertung), so kann
dieser mit einem Tastendruck ausgewertet werden. Die Termauswertung wird in einzeiligen
Textfeldern mittels der Taste „Pfeil nach oben“ aufgerufen, in mehrzeiligen Textfeldern
mittels der Tastenkombination „STRG + Pfeil nach oben“.
Ist zum Zeitpunkt des Aufrufs der Termauswertung ein Teil des Textes markiert, wird die
Termauswertung nur auf diesen Teiltext angewendet.
Das Ergebnis wird mittels eines kleinen Popup-Fensters angezeigt, welches nach kurzer Zeit
wieder verschwindet.
Liste der letzten Eingaben
In allen Texteingabefeldern kann eine Liste der zuletzt eingegebenen Texte aufgerufen
werden. Dies geschieht in einzeiligen Textfeldern mittels der Taste „Pfeil nach unten“, in
mehrzeiligen Textfeldern mittels der Tastenkombination „STRG + Pfeil nach unten“.
Es erscheint eine Liste mit den zuletzt eingegebenen Texten und einigen zusätzlichen
Befehlen, die im weiteren erläutert werden.
Liste der Variablen
Die Liste mit den zuletzt eingegebenen Texten (siehe oben) enthält außerdem eine Liste
aller vom Benutzer definierten Variablen, die durch Auswahl an der aktuellen Position der
Einfügemarke eingesetzt werden. Außerdem kann der Dialog zum Editieren der Variablen
(siehe Bearbeiten > Variablen editieren) aufgerufen werden.
Suchen innerhalb des Feldes
Schließlich sind einige Suchbefehle verfügbar, die das Suchen von Text innerhalb des
aktuellen Eingabefeldes ermöglichen. Sie können in der Liste mit den zuletzt eingegebenen
Texten (siehe oben) gewählt, oder mittels Tastenkürzel aufgerufen werden:
STRG + F
Öffnet einen Dialog, in dem der zu suchende Begriff eingegeben
werden kann. Ist zum Zeitpunkt des Aufrufs ein Teil des Textes
markiert, wird dieser in den Dialog übernommen.
F3
Sucht vorwärts nach dem nächsten Auftreten des Textes, beginnend
mit der aktuellen Position der Einfügemarke bzw. dem markierten
Text.
UMSCH + F3
Sucht rückwärts nach dem nächsten Auftreten des Textes, beginnend
mit der aktuellen Position der Einfügemarke bzw. dem markierten
Text.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
STRG + F3
Sucht nach dem zum Zeitpunkt des Aufrufs markierten Text,
beginnend nach diesem, vorwärts.
UMSCH + STRG + F3
Sucht nach dem zum Zeitpunkt des Aufrufs markierten Text,
beginnend vor diesem, rückwärts.
Der jeweils letzte Suchbegriff wird global gespeichert, d.h. er ist im nächsten Dialog
weiterhin gültig.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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36
Grundlagen
Textformatierung und Unicode
In jeder Art von Text erlaubt Malz++Kassner CAD6 die Benutzung von Textformatierung und
Unicode-Zeichen. Beide werden analog zu HTML benutzt.
Textformatierung
Folgende Steuersequenzen werden analog zu HTML benutzt:
<b>
</b>
<i>
</i>
<s>
</s>
<u>
</u>
<sub>
</sub>
<sup>
</sup>
Fettschrift an.
Fettschrift aus.
Kursivschrift an.
Kursivschrift aus.
Durchstreichung an.
Durchstreichung aus.
Unterstreichung an.
Unterstreichung aus.
Kleinere, tiefgestellte Schrift an (Index). Der Text wird auf 70.71% skaliert und
um 20% des Zeilenabstands nach unten versetzt.
Kleinere, tiefgestellte Schrift aus.
Kleinere, hochgestellte Schrift an (Potenz). Der Text wird auf 70.71% skaliert
und um 40% des Zeilenabstands nach oben versetzt.
Kleinere, hochgestellte Schrift aus.
Folgende Steuersequenzen werden in Erweiterung/Änderung von HTML benutzt:
<frac>XXX<sep>YYY</frac>
Ein Bruch mit Zähler XXX und Nenner YYY. Falls Sie
eine Trennlinie wünschen, unterstreichen Sie einfach
den Zähler. Der Text wird auf 40% skaliert, die obere
Zeile um 40% des Zeilenabstands nach oben versetzt.
<font Typ,Stil,Dicke,“Name“>
Diese Sequenz sollte immer mit Hilfe des in jedem
relevanten Dialog verfügbaren Tasters „Format>
Schriftart“ eingefügt werden, um fehlerhafte Werte
zu vermeiden.
</font>
Wiederherstellung der ursprünglichen Schrift.
<dx X>
Horizontaler Offset um X mal Größe der Schrift („Geviert“), wobei X eine
Fließkommazahl zwischen -1000 und 1000 ist.
</dx>
Setzt den horizontalen Offset wieder auf 0 (funktioniert nur bei vertikaler
Textverlaufsrichtung).
<dy X>
Vertikaler Offset um X mal Größe der Schrift („Geviert“), wobei X eine
Fließkommazahl zwischen -1000 und 1000 ist.
</dy>
Setzt den vertikalen Offset wieder auf 0 (funktioniert nicht bei vertikaler
Textverlaufsrichtung).
<tab X>
Sprung zu einem Tabulator an der Position X mal Größe der Schrift
(„Geviert“), wobei X eine Fließkommazahl zwischen 0.001 und 1000 ist.
<size X>
Relative Skalierung der Schrift um den Faktor X, wobei X eine
Fließkommazahl zwischen 0.001 und 1000 ist.
</size>
Wiederherstellung der ursprünglichen Skalierung. Dies nimmt nur die
expliziten Skalierungen mittels <size> zurück.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
<mode X>
</mode>
<fill R/G/B>
<fcmyk C/M/Y/K>
<fgray G>
<fhsb H/S/B>
<flab L/A/B>
</fill>
<line R/G/B>
<lcmyk C/M/Y/K>
<lgray G>
<lhsb H/S/B>
<llab L/A/B>
</line>
<afill X>
</afill>
<aline X>
</aline>
37
Füllmodus des Textes, wobei X ein ganzzahliger Wert ist, der den
Füllmodus angibt: 0 = umrahmt, 1 = gefüllt, 2 = gefüllt & umrahmt, 3
= Radierer, 4 = Radierer & umrahmt.
Wiederherstellung des ursprünglichen Füllmodus’.
Füllfarbe des Textes in RGB-Notation, wobei R, G und B vorzeichenlose Zahlen zwischen 0.0 und 1.0 sind, die jeweils den Rot-, Grünoder Blauanteil der Farbe definieren.
Füllfarbe des Textes in CMYK-Notation, wobei C, M, Y und K
vorzeichenlose Zahlen zwischen 0.0 und 1.0 sind, die jeweils den
Cyan-, Magenta-, Gelb- oder Schwarzanteil der Farbe definieren.
Füllfarbe des Textes in GRAY-Notation, wobei G eine vorzeichenlose
Zahl zwischen 0.0 und 1.0 ist, die den Grauanteil der Farbe definiert
(0=schwarz, 1=weiß).
Füllfarbe des Textes in HSB-Notation, wobei H eine vorzeichenlose
Zahl zwischen 0 und 360 ist, sowie S und B vorzeichenlosen Zahlen
zwischen 0.0 und 1.0, die jeweils den Farbton, die Sättigung oder die
Helligkeit der Farbe definieren.
Füllfarbe des Textes in LAB-Notation, wobei L eine vorzeichenlose
Zahl zwischen 0 und 100 ist, A und B vorzeichenbehaftete Zahlen
zwischen -127 und 127, die jeweils den L*-, a*- oder b*-Anteil der
Farbe definieren.
Wiederherstellung der ursprünglichen Füllfarbe.
Konturfarbe des Textes in RGB-Notation, wobei R, G und B vorzeichenlose Zahlen zwischen 0.0 und 1.0 sind, die jeweils den Rot-,
Grün- oder Blauanteil der Farbe definieren.
Konturfarbe des Textes in CMYK-Notation, wobei C, M, Y und K
vorzeichenlose Zahlen zwischen 0.0 und 1.0 sind, die jeweils den
Cyan-, Magenta-, Gelb- oder Schwarzanteil der Farbe definieren.
Konturfarbe des Textes in GRAY-Notation, wobei G eine vorzeichenlose Zahl zwischen 0.0 und 1.0 ist, die den Grauanteil der Farbe
definiert (0=schwarz, 1=weiß).
Konturfarbe des Textes in HSB-Notation, wobei H eine vorzeichenlose
Zahl zwischen 0 und 360 ist, sowie S und B vorzeichenlosen Zahlen
zwischen 0.0 und 1.0, die jeweils den Farbton, die Sättigung oder die
Helligkeit der Farbe definieren.
Konturfarbe des Textes in LAB-Notation, wobei L eine vorzeichenlose
Zahl zwischen 0 und 100 ist, A und B vorzeichenbehaftete Zahlen
zwischen -127 und 127, die jeweils den L*-, a*- oder b*-Anteil der
Farbe definieren.
Wiederherstellung der ursprünglichen Konturfarbe.
Deckung (Alpha-Wert) von Füllungen, wobei X eine vorzeichenlose
Zahl zwischen 0.0 und 1.0 ist.
Wiederherstellung der ursprünglichen Deckung von Füllungen. Dies
nimmt nur die explizite Änderung mittels <afill> zurück.
Deckung (Alpha-Wert) von Konturen, wobei X eine vorzeichenlose Zahl
zwischen 0.0 und 1.0 ist.
Wiederherstellung der ursprünglichen Deckung von Konturen. Dies
nimmt nur die explizite Änderung mittels <aline> zurück.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
38
Grundlagen
Linienbreite von X Millimetern, wobei X eine Fließkommazahl
zwischen 0.001 und 1000 ist.
Wiederherstellung der ursprünglichen Linienbreite.
Ausgabe des expliziten Zeichens ‘<‘.
Ausgabe des expliziten Zeichens ‘~’.
Ausgabe des expliziten Zeichens ‘{‘.
Ausgabe des expliziten Zeichens ‘}’.
Ausgabe des expliziten Zeichens ‘\’.
<width X>
</width>
<<
\~
\{
\}
\\
Beispiele (Grundschriftart ist „Arial“):
Steuersequenzen im Text:
The <b>quick</b> brown fox <u>jumps</u> over the <i><b>lazy</b> dog</i>
Angezeigter Text:
Steuersequenzen im Text:
(a<sub>1</sub>+a<sub>2</sub>)<sup>2</sup>+
(b<sub>1</sub>+b<sub>2</sub>)<sup>2</sup>=
(c<sub>1</sub>+c<sub>2</sub>)<sup>2</sup>
Angezeigter Text:
Steuersequenzen im Text:
sin(<font
cos(<font
sin(<font
cos(<font
1,512,400,“Symbol“>a</font>)<sup>2</sup>+
1,512,400,“Symbol“>a</font>)<sup>2</sup>=
1,512,400,“Symbol“>b</font>)<sup>2</sup>+
1,512,400,“Symbol“>b</font>)<sup>2</sup>=1
Angezeigter Text:
Steuersequenzen im Text:
<frac><u> 1 </u> <sep>16 </frac>a+
<frac><u> 1 </u> <sep>16 </frac>b=
<frac><u> 1 </u> <sep>16 </frac>(a+b)
Angezeigter Text:
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
39
Unicode-Zeichen
Ein Unicode-Zeichen wird analog zu HTML als folgende Steuersequenz dargestellt:
&#X;
Darstellung des Unicode-Zeichens X, wobei X die Nummer des Unicode-Zeichens
in dezimaler Schreibweise angibt.
Beispiel:
&#945;
Das kleine Alpha (α) des griechischen Alphabets, Unicode-Zeichen 945.
Sie werden diese Darstellung der Unicode-Zeichen nicht zu sehen bekommen, da das
Programm in allen Eingabefeldern, die Texte behandelt, eine automatische Umsetzung von
Unicode-Zeichen durchführt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
40
Grundlagen
Variablen und Attribute
Malz++Kassner CAD6 unterstützt Variablen (gültig für die gesamte Zeichnung) und Attribute
(Variablen, die nur innerhalb von Blöcken gültig sind). Genaugenommen handelt es sich
dabei um Textvariablen, denn Variablen können Zahlen, Texte und Anweisungen (siehe
Anweisungen in Texten) enthalten.
Grundlagen
Damit eine Variable innerhalb von Texten bzw. Anweisungen ausgewertet werden kann,
muss Sie von Tilde-Zeichen ~~ (Ansi 126) begrenzt sein, zum Beispiel ~Variable~. Der Text
Preis: ~Preis~ Euro
enthält die Variable „Preis“. Falls die Variable „Preis“ existiert, wird sie ausgewertet, das
heißt, die Zeichenfolge „~Preis~“ wird durch den Wert bzw. den Inhalt der Variablen „Preis“
ersetzt. Hat die Variable zum Beispiel den Wert 29,95, wird der folgende Text erzeugt:
Preis: 29,95 Euro
Enthält ein Text eine Variable, die nicht existiert, kann diese auch nicht ausgewertet
werden. In diesem Fall wird die Variable dann durch den Text (***UNDEFINIERT***)
ersetzt. Im obigen Beispiel wäre der resultierende Text:
Preis: (***UNDEFINIERT***) Euro
Um das explizite Tilde-Zeichen auszugeben verwenden Sie bitte \~.
Frei definierbare Zeichnungsvariablen
Zeichnungen können beliebige Variablen enthalten, die in der gesamte Zeichnung genutzt
werden können. Diese Variablen werden mit Hilfe des Befehls Bearbeiten > Variablen
editieren definiert.
Beispiel:
Steuersequenzen im Text:
Dateiversion: ~Version~
Möglicher angezeigter Text:
Dateiversion: 6.2.0
Bitte beachten Sie, dass Variablen vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen, um
ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~Version~
Feste Zeichnungsvariablen
Feste Zeichnungsvariablen existieren immer und werden von CAD6 automatisch initialisiert,
sie können vom Benutzer nicht verändert werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
Die folgenden festen Zeichnungsvariablen sind verfügbar:
%A0 oder %a0
%A1 oder %a1
%A2 oder %a2
Name des Autors, der die Zeichnung erstellt hat
Name des Autors, der die Zeichnung zuletzt gespeichert hat
Name des Autors, der die Zeichnung gerade bearbeitet
%D0
%D1
%D2
%D3
%D4
%D5
%D6
%D7
%D8
oder
oder
oder
oder
oder
oder
oder
oder
oder
%d0
%d1
%d2
%d3
%d4
%d5
%d6
%d7
%d8
Datum der Erstellung der Zeichnung
Datum des letzten Speichern der Zeichnung
Aktuelles Datum
Aktuelles Jahr (1998, 2006, ..)
Aktueller Monat (01..12)
Aktueller Tag des Monats (01..31)
Aktuelle Stunde (00..23)
Aktuelle Minute (00..59)
Aktuelle Sekunde (00..59)
%N0
%N1
%N2
%N3
oder
oder
oder
oder
%n0
%n1
%n2
%n3
Dateiname der Seriendruck-Datenbank (einschließlich Pfad)
Titel der Seriendruck-Datenbank
Anzahl an Datensätzen für den Seriendruck
Aktuelle Datensatz für den Seriendruck
%P0
%P1
%P2
%P3
%P4
%P5
%P6
%P7
%P8
oder
oder
oder
oder
oder
oder
oder
oder
oder
%p0
%p1
%p2
%p3
%p4
%p5
%p6
%p7
%p8
Anzahl der Seiten
Anzahl Blätter beim Druck auf mehrere Blätter
Aktuelle Blattnummer beim Druck auf mehrere Blätter
Nummer der Seite (in dem das Objekt liegt)
Breite der Seite (in dem das Objekt liegt) in [mm]
Höhe der Seite (in dem das Objekt liegt) in [mm]
Breite der Seite (in dem das Objekt liegt) in [inch]
Höhe der Seite (in dem das Objekt liegt) in [inch]
Kommentar der Seite (in dem das Objekt liegt)
%S0
%S1
%S2
%S3
oder
oder
oder
oder
%s0
%s1
%s2
%s3
Maßstab des aktiven Koordinatensystems
Skalierungsfaktor bei der Ausgabe (wie im Druckdialog angegeben)
Skalierungsfaktor bei der Ausgabe (wie in Seite definiert)
Drehwinkel bei der Ausgabe (wie in Seite definiert) in [deg]
%V0 oder %v0
%V1 oder %v1
Erste Maßzahl (in einer beliebigen Bemaßungen)
Zweite Maßzahl (in einer Koordinatenbemaßungen)
%X0
%X1
%X2
%X3
%X4
%X5
oder
oder
oder
oder
oder
oder
%x0
%x1
%x2
%x3
%x4
%x5
Dateigröße in KB (im Speicher)
Anzahl Objekte in der Zeichnung
Anzahl interne Blöcke in der Zeichnung
Anzahl benutzter externer Blöcke
Anzahl benutzter Bitmaps
Anzahl benutzter externer Referenzen
%Z0
%Z1
%Z2
%Z3
%Z4
%Z5
oder
oder
oder
oder
oder
oder
%z0
%z1
%z2
%z3
%z4
%z5
Dateiname der Zeichnung (einschließlich Pfad)
Titel der Zeichnung
Thema der Zeichnung
Kommentar zur Zeichnung
Dateiname der Zeichnung (ohne Pfad)
Dateiname der Zeichnung (ohne Pfad und Endung)
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
41
42
Grundlagen
Beispiel:
Steuersequenzen im Text:
Seite ~%p3~ von ~%p0~
Möglicher angezeigter Text:
Seite 1 von 16
Bitte beachten Sie, dass Variablen vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen, um
ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~%a0~
Datenbankanfragen
Datenbankanfragen sind nur verfügbar, wenn der Benutzer die jeweilige Datenbanken mit
Hilfe des Befehls Bibliothek > Datenbanken geladen hat. Jede Zelle der Datenbank stellt
dabei eine (virtuelle) Variable da, die mit Hilfe einer Datenbankanfrage ausgewertet werden
kann.
Eine Datenbankanfrage hat eine der folgenden Formen:
%[Datenbankname]Spaltennummer,Zeilennummer
Holt den Inhalt der Zelle aus der Spalte Spaltennummer (beginnend mit 1) und der
Zeile Zeilennummer (beginnend mit 1) der Datenbank mit dem Titel Datenbankname.
%[Datenbankname]“Spaltenname“,Zeilennummer
Holt den Inhalt der Zelle aus der Spalte mit dem Titel Spaltenname und der Zeile
Zeilennummer (beginnend mit 1) der Datenbank mit dem Titel Datenbankname.
%[Datenbankname]Spaltennummer,“Suchtext“@Spaltensuchnummer
Holt den Inhalt der Zelle aus der Spalte Spaltennummer (beginnend mit 1) und der
Zeile, die den Text Suchtext in der Spalte Spaltensuchnummer (beginnend mit 1)
enthält.
%[Datenbankname]Spaltennummer,“Suchtext“@“Spaltensuchname“
Holt den Inhalt der Zelle aus Spalte Spaltennummer (beginnend mit 1) und der
Zeile, die den Text Suchtext in der Spalte mit dem Titel Spaltensuchname enthält.
%[Datenbankname]“Spaltenname“,“Suchtext“@Spaltensuchnummer
Holt den Inhalt der Zelle aus der Spalte mit dem Titel Spaltenname und der Zeile,
die den Text Suchtext in der Spalte Spaltensuchnummer (beginnend mit 1) enthält.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
43
%[Datenbankname]“Spaltenname“,“Suchtext“@“Spaltensuchname“
Holt den Inhalt der Zelle aus der Spalte mit dem Titel Spaltenname und der Zeile,
die den Text Suchtext in der Spalte mit dem Titel Spaltensuchname enthält.
Wenn Spaltenname, Suchtext oder Spaltensuchname mit einem Sternchen ‚*’ beginnt, wird
die Suche als Teiltextsuche ohne Berücksichtigung von Groß- und Kleinschreibung
durchgeführt. Wenn nicht, wird die Suche auf Übereinstimmung des ganzen Texten und der
Groß- und Kleinschreibung durchgeführt.
Um auf die interne Defaultdatenbank der aktuellen Zeichnung zuzugreifen, verwenden Sie
nur ein Sternchen ‚*’ als Datenbankname. Für die anderen internen Datenbanken verwenden
Sie ein Sternchen gefolgt vom Namen der internen Datenbank, z.B. „*Stückliste1“.
Beispiel:
Steuersequenzen im Text:
~%[Produkte]“Beschreibung“,“53790“@“Teilenummer“~
Möglicher angezeigter Text:
Schalter, Form C, klein, schwarz
Erläuterung:
Technisch gesehen benutzt die Applikation die Datenbank mit dem Titel „Produkte“. In
dieser Datenbank sucht sie zuerst eine Spalte mit dem Titel „Teilenummer“ (d.h. eine
Spalte, die exakt den Text „Teilenummer“ in der obersten Zelle enthält). In dieser Spalte
sucht sie nach einer Zelle, die den Text „53790“ enthält. Sobald gefunden, merkt sie sich
die Nummer der Zeile in der sie die Zelle gefunden hat. Nun sucht sie eine Spalte mit dem
Titel „Beschreibung“ (d.h. eine Spalte, die exakt den Text „Beschreibung“ in der obersten
Zelle enthält) und nimmt den Inhalt der Zelle in dieser Spalte und der zuvor gemerkten
Zeile.
In normalen Worten: Die Applikation sucht die Beschreibung des Produktes mit der
Teilenummer 53790.
Bitte beachten Sie, dass Datenbankanfragen vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen,
um ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~%[Produkte]12,15~
Seriendruckfelder
Seriendruckfelder sind nur verfügbar, wenn der Benutzer die dazugehörige Datenbank mit
Hilfe des Befehls Bibliothek > Datenbanken geladen hat und der Seriendruck aktiv ist.
Jede Zelle der Datenbank stellt dabei eine (virtuelle) Variable da, die mittels eines
Seriendruckfeldes ausgewertet werden kann.
Eine Seriendruckfeld hat eine der folgenden Formen:
%#Spaltennummer
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
44
Grundlagen
Holt den Inhalt der Zelle in Spalte Spaltennummer des aktuellen Eintrages der
Seriendruck-Datenbank.
%“Spaltenname“
Holt den Inhalt der Zelle in der Spalte mit dem Titel Spaltenname des aktuellen
Eintrages der Seriendruck-Datenbank.
Wenn Spaltenname mit einem Sternchen ‘*’ beginnt, wird die Suche als Teiltextsuche ohne
Berücksichtigung von Groß- und Kleinschreibung durchgeführt. Wenn nicht, wird die Suche
auf Übereinstimmung des ganzen Texten und der Groß- und Kleinschreibung durchgeführt.
Beispiel:
Steuersequenzen im Text:
~%“Name“~
Möglicher angezeigter Text:
Müller
Erläuterung:
Die Anwendung benutzt die Spalte mit dem Titel „Name“ (d.h. eine Spalte, die exakt den
Text „Name“ in der obersten Zelle enthält), und gibt die Spalteninhalt in der Zeile zurück,
die gerade vom Benutzer (oder durch den Seriendruckvorgang) gewählt ist.
Bitte beachten Sie, dass Seriendruckfelder vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen, um
ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~%“Name“~
Attribute
Wenn Sie die Attribute eines Blockes anzeigen wollen, müssen Sie dies wissen, bevor Sie
den Block erstellen. Angenommen, Sie wollen einen Block erstellen, der die symbolische
Darstellung eines elektrischen Widerstandes enthält. Das Symbol soll einen Text enthalten,
der den jeweiligen Widerstandswert des Widerstandes anzeigt.
Der Widerstandswert wird dazu in einem lokalen Attribut des zu erzeugenden Blockes
gespeichert, da dieses lokale Attribut für jede Instanz des Blockes einen anderen Wert
haben kann. In unserem Beispiel soll dieses Attribut „Widerstand“ heißen.
Lassen Sie uns nun einen solchen Block erstellen. Zuerst zeichnen Sie den Widerstand
selbst. Dazu reicht ein Rechteck und eventuell zwei Linien als Anschlussstellen. Dann
erstellen Sie einen Standardtext (Beschriften > Text > Standard), der nur den folgenden
kurzen Text enthält:
~Widerstand~
Platzieren Sie diesen Text in das Rechteck des Widerstandes. Bitte beachten Sie, dass der
auch Text gedreht und skaliert wird, wenn Sie später den Block selbst drehen oder
skalieren! Stellen Sie sicher, dass die Textposition auch dann Sinn macht!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
45
Nachdem Sie alle Bestandteile des Widerstandssymbols erstellt haben, erzeugen Sie daraus
einen Block mit Hilfe des Befehles Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt). Setzen
Sie im Dialog, der dabei erscheint, das Markierungsfeld „Attribute editieren“. Nach der
Eingabe des Blocknamens und Betätigung des Tasters „OK“ erscheint ein weiterer Dialog.
Hier definieren Sie ein Attribut, also eine Variable, die nur für diesen Block gültig ist, mit
dem Namen „Widerstand“ und initialisieren es mit einem sinnvollen Wert, z.B. „100 ohm“.
Nachdem Sie diesen Block erzeugt haben, können Sie das Widerstandssymbol nutzen.
Erzeugen Sie mehrere Instanzen dieses Blockes mit dem Befehl Bibliothek > Block >
Einsetzen. Stellen Sie dabei sicher, dass das Markierungsfeld „Attribute kopieren“ im
Blockauswahldialog gesetzt ist!
Sie werden feststellen, dass alle Widerstandssymbole den gleichen Text „100 ohm“
anzeigen. Nun wählen Sie den Befehl Gestalten > Text editieren und wählen Sie eines der
Widerstandssymbole aus. Im Dialog, der jetzt erscheint, ändern Sie den Wert des Attributes
„Widerstand“ von „100 ohm“ in „10 kohm“. Nach Betätigen des Tasters „OK“ zeigt das
gewählte Widerstandssymbol nun „10 kohm“ anstelle von „100 ohm“ an.
Falls Sie die Attributwerte für jeden Block editieren wollen, den Sie platzieren, können Sie
das Markierungsfeld „Attribute editieren“ im Blockauswahldialog von Bibliothek > Block >
Einsetzen setzen. Dann erscheint der Dialog „Attribute editieren“ immer, wenn Sie einen
Block einsetzen.
Bitte beachten Sie, dass Attribute vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen, um
ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~Widerstand~
Implizite Attribute
Implizite Attribute sind eine spezielle Form der lokalen Attribute. Sie gehören zu jedem
Block, obwohl sie für den Anwender nicht zu sehen sind, und werden normalerweise in
Stücklisten verwendet. Sie werden verwendet, um interne Informationen wie Blockname,
Bibliotheksname, Position, etc. zu speichern.
Die folgenden impliziten Attribute sind verfügbar:
*00
*01
*04
*05
*06
*07
*08
*09
Der Name des Blockes selbst.
Der Name der Bibliothek, in der sich der Block befindet.
X-Koordinate des Einsetzpunktes des Blockes in internen Millimetern, d.h. relativ
zur Blattmitte und unabhängig vom Maßstab.
Y-Koordinate des Einsetzpunktes des Blockes in internen Millimetern, d.h. relativ
zur Blattmitte und unabhängig vom Maßstab.
Drehwinkel des Blockes in Grad.
Horizontale Skalierung des Blockes relativ zu 1.
Vertikale Skalierung des Blockes relativ zu 1.
Horizontale Verzerrung (Scherung) des Blockes in Grad.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
46
Grundlagen
Bitte beachten Sie, dass implizite Attribute vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen,
um ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~*05~
Objektmerkmale
Objektmerkmale sind Variablem, die es erlauben, auf Merkmale einzelner Objekte mittels
derer eindeutigen ID zuzugreifen.
Die folgenden Objektmerkmale sind verfügbar:
*p0(UniqueID)
*p1(UniqueID)
*p2(UniqueID)
*p3(UniqueID)
*p4(UniqueID)
*p5(UniqueID)
Der Flächeninhalt des Objekts mit der gegebenen eindeutigen ID in
Quadratmillimetern (falls verfügbar, ansonsten 0).
Der Umfang / die Länge des Objekts mit der gegebenen eindeutigen ID
in Millimetern (falls verfügbar, ansonsten 0).
Die Maßzahl des Objekts mit der gegebenen eindeutigen ID (falls
verfügbar, ansonsten Leertext).
Der Text des Objekts mit der gegebenen eindeutigen ID (falls verfügbar,
ansonsten Leertext).
X-Koordinate des Objekts mit der gegebenen eindeutigen ID in internen
Millimetern, d.h. relativ zur Blattmitte und unabhängig vom Maßstab
(falls verfügbar, ansonsten 0).
Y-Koordinate des Objekts mit der gegebenen eindeutigen ID in internen
Millimetern, d.h. relativ zur Blattmitte und unabhängig vom Maßstab
(falls verfügbar, ansonsten 0).
Bitte beachten Sie, dass Objektmerkmale vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen, um
ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~*p0(0E96B221D35D6F4796CC05A5000F6045)~
Sonstiges
Weitere Variablen werden vom Programm selbst für interne Zwecke genutzt:
#AutoPosNum
Eine automatisch generierte Positionsnummer.
Bitte beachten Sie, dass Variablen vom Zeichen ~ eingerahmt sein müssen, um
ausgewertet zu werden, zum Beispiel:
~#AutoPosNum~
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
47
Termauswertung
In jedem numerischen Eingabefeld, zum Beispiel bei der Koordinateneingabe (F8) oder der
Eingabe eines Drehwinkels, kann anstatt einer expliziten Zahl auch ein mathematischer
Term eingegeben werden. Des weiteren werden Terme auch in Texten ausgewertet, wenn die
entsprechende Anweisung verwendet wird (siehe Anweisungen in Texten).
Terme enthalten neben Operanden (Zahlen, Variablen, oder Konstanten) auch Operatoren,
Klammern und Funktionen. Es wird die übliche mathematische Notation verwendet. Ein
Term wird von links nach rechts ausgewertet (Linksassoziativität).
Operatoren
Die folgende Auflistung zeigt die Priorität der Operatoren beginnend mit der höchsten
(innerhalb einer Gruppe haben alle Operatoren dieselbe Priorität):
Einem Operanden darf ein einzelnes Vorzeichen (Unäroperator) vorangestellt sein:
Vorzeichen
Beispiel: +8
(Ergebnis: 8),
-2
(Ergebnis: -2)
+ oder -
Dieser Unäroperator liefert immer 0 (Operand ungleich 0) oder 1 (Operand ist 0) als
Ergebnis:
!
Logisches NICHT
Beispiele: 0
(Ergebnis: 1),
12
(Ergebnis: 0)
^^
Potenz
Beispiel: 2^^8
(Ergebnis: 256)
*
Multiplikation
Beispiele: 3*4
(Ergebnis: 12),
2^^8*2
(Ergebnis: 512)
/
Division
Beispiele: 8/2
(Ergebnis: 4),
8/2*4
(Ergebnis: 16)
+
Addition
Beispiele: 8+2
(Ergebnis: 10),
8+2*4
(Ergebnis: 16)
Subtraktion
Beispiele: 10-2
(Ergebnis: 8)
Die Operatoren in dieser Gruppe liefern immer 1 (wahr) oder 0 (falsch) als Ergebnis:
<
Kleiner
Beispiele: 1<2
(Ergebnis: 1),
8<5
(Ergebnis: 0)
<=
Kleiner oder gleich Beispiele: 2<=2
(Ergebnis: 1),
8<=5
(Ergebnis: 0)
>
Größer
Beispiele: 1>0
(Ergebnis: 1),
5>8
(Ergebnis: 0)
>=
Größer oder gleich Beispiele: 1>=1
(Ergebnis: 1),
5>=8
(Ergebnis: 0)
==
Gleich
Beispiele: 1==1
(Ergebnis: 1),
5==8
(Ergebnis: 0)
!=
Ungleich
Beispiele: 1!=0
(Ergebnis: 1),
5!=5
(Ergebnis: 0)
&
Bitweises UND
Beispiel: 24&15
(Ergebnis: 8)
|
Bitweises ODER
Beispiel: 16|8
(Ergebnis: 24)
^
Bitweises XODER
Beispiel: 24^31
(Ergebnis: 7)
Die Operatoren in dieser Gruppe liefern immer 1 (wahr) oder 0 (falsch) als Ergebnis, jeder
Operand ungleich 0 wird als wahr interpretiert, 0 entspricht falsch:
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
48
Grundlagen
&&
Logisches UND
Beispiele: 1&&!0
||
Logisches ODER
Beispiele: 5||0
0&&1
0||0
(Ergebnis:
(Ergebnis:
(Ergebnis:
(Ergebnis:
1),
0)
1),
0)
Mit Hilfe von Klammern, lässt sich eine andere Priorität bzw. Assoziativität der Operatoren
erzwingen:
()
Beispiele: (8+2)*4
(Ergebnis: 40),
8/(2*4)
(Ergebnis: 1)
2^^(8*2)
(Ergebnis: 65536),
(0!=1)||(8<5)
(Ergebnis: 1)
Funktionen
Die Argumente von Funktionen müssen grundsätzlich in Klammern stehen. Erwartet eine
Funktion zwei Argumente, müssen diese durch Semikolon von einander getrennt sein. Die
verfügbaren Funktionen sind:
sqr
sqrt
ln
sin
cos
tan
arcsin
arccos
arctan
ceil
floor
round
abs
min
max
rand
Quadrat
Beispiel: sqr(4)
(Ergebnis: 16)
Quadratwurzel
Beispiel: sqrt(256)
(Ergebnis: 16)
Logarithmus zur Basis e (natürlicher Logarithmus)
Beispiel: e^^(2*ln(10))
(Ergebnis: 100)
Sinus
Beispiel: sin(90)
(Ergebnis: 1)
Cosinus
Beispiel: cos(0)
(Ergebnis: 1)
Tangens
Beispiel: tan(45)
(Ergebnis: 1)
Arcussinus
Beispiel: arcsin(1)
(Ergebnis: 90)
Arcuscosinus
Beispiel: arccos(1)
(Ergebnis: 0)
Arcustangens
Beispiel: arctan(1)
(Ergebnis: 45)
Kleinste ganze Zahl, die größer oder gleich dem Argument ist.
(Ergebnis: 2),
Beispiele: ceil(1,1)
ceil(2,4-0,5)
(Ergebnis: 2)
Größte ganze Zahl, die kleiner oder gleich dem Argument ist.
Beispiele: floor(1,9)
(Ergebnis: 1),
floor(1,6+0,5)
(Ergebnis: 2)
Nächststehende ganze Zahl, die gleich dem Argument ist.
(Ergebnis: 1),
Beispiele: round(1,1)
round(2,4-0,5)
(Ergebnis: 2)
Betrag
Beispiele: abs(-1,1)
(Ergebnis: 1,1),
abs(-2)
(Ergebnis: 2)
Minimum
Beispiele: min(-1;2)
(Ergebnis: -1),
min(1,6;2,4)
(Ergebnis: 1,6)
Maximum
Beispiele: max(-1;2)
(Ergebnis: 2),
max(1,6;2,4)
(Ergebnis: 2,4)
Generiert eine Pseudo-Zufallszahl, die zwischen 0 und dem Argument liegt.
Beispiele: rand(1)
(Ergebnis: 0,6586),
rand(100)
(Ergebnis: 17,3681)
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
49
Variablen
Falls Sie mit Hilfe des Befehls Bearbeiten > Variablen editieren innerhalb der aktuellen
Zeichnung Variablen definiert haben, können Sie diese ebenfalls als Operanden verwenden.
Dazu müssen Sie die Variable (siehe Variablen und Attribute) in ~ Zeichen einschließen:
Beispiel:
(~var1~+~var2~)/2 (Ergebnis: Mittelwert von var1 und var2)
Konstanten
Je nach Art der gerade aktiven Eingabe stehen einige Konstanten zur Verfügung, die
innerhalb der Terme benutzt werden können. Sie erlauben es u.a., relative Werte
einzugeben. Folgende Konstanten stehen zur Verfügung:
x und y
l
r
w und a
b
Aktuelle X- und Y-Koordinate des Bezugspunktes
Aktuelle Länge des Bezugsobjektes oder des zuvor eingegebenen
Linienstückes
Aktueller Radius des Bezugsobjektes
Aktueller Winkel des Bezugsobjektes oder des zuvor eingegebenen
Linienstückes
Aktuelle Bogenlänge des Bezugsobjektes
_rl
_rr
_ro
_ru
„Rahmen Links“
„Rahmen Rechts“
„Rahmen Oben“
„Rahmen Unten“
Rechteckkoordinaten des Rahmens, der alle zur Zeit gewählten Objekte
umfasst
_sl
_sr
_so
_su
„Seite Links“
„Seite Rechts“
„Seite Oben“
„Seite Unten“
Rechteckkoordinaten des aktuellen Blattes
e
pi
Eulersche Konstante (2.7182...)
Kreiskonstante pi (3.1415...)
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
50
Grundlagen
Einheiten
Alle Zahlenwerte, die ohne weitere Einheitenangabe verwendet werden, beziehen sich, je
nach Verwendung, auf die aktuelle Längen- oder Winkeleinheit des Koordinatensystems des
aktiven Fensters.
Um einer Zahl oder einem Klammerausdruck eine andere Längen- oder Winkeleinheit
zuzuordnen, muss die Abkürzung für die gewünschte Einheit angehängt werden. Mögliche
Längeneinheiten und ihre Abkürzungen:
µm
mm
cm
dm
m
km
mil
in
ft
yd
ml
dp
pt
bp
cic
Mikrometer
Millimeter
Zentimeter
Dezimeter
Meter
Kilometer
Mil
Zoll
Fuß
Yard
Meile
Dezipunkt
Punkt
Didot
Cicero
1/1000 mm
1 mm
10 mm
100 mm
1000 mm
1000000 mm
1/1000 in
1 in = 25,4 mm
12 in
3 ft
1760 yd
1/720 in
1/72 in
1/2660 m
12/2660 m
Mögliche Winkeleinheiten und ihre Abkürzungen:
deg oder °
min oder ‘
min oder „
gra
rad
rel
Grad
360 pro Umdrehung
Minute
1/60 Grad
Sekunde
1/3600 Grad
Neugrad / Gon 400 pro Umdrehung
Radiant
2pi pro Umdrehung
Relativ
1 pro Umdrehung
Innerhalb eines Terms können beliebige Einheiten gemischt werden. Mögliche Beispiele bei
mm als aktueller Linieneinheit und deg als aktueller Winkeleinheit:
100+1in
(100+1)in
2yd+1ft+9,5in
sin(pi rad)
45°60’3600“
entspricht
entspricht
entspricht
entspricht
entspricht
100 mm + 1 in = 125,4 mm
101 in = 2565,4 mm
93,5 in = 2374,9 mm
sin(180°) = 0.0
47°
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
51
Anweisungen in Texten
Sofern vom Benutzer aktiviert (Zeichnungs-Einstellungen > Bildschirm), werden Anweisungen in Texten ausgewertet. Auf diese Weise kann zum Beispiel das Ergebnis einer
Termauswertung angezeigt werden. Eine Anweisung muss dazu immer in geschweiften
Klammern { } eingeschlossen sein. Des weiteren kann direkt nach der geöffneten
geschweiften Klammer { ein Steuerzeichen folgen, das den Typ der Anweisung bestimmt.
Das Ergebnis der Auswertung ist ein Text durch den der dazugehörige Anweisungstext dann
ersetzt wird. Ist der Ergebnistext leer, wird der Anweisungstext gelöscht. Die Zuweisungsanweisung und die Kommentaranweisung haben keinen Ergebnistext, hier wird der
Anweisungstext grundsätzlich gelöscht.
Übersicht Anweisungstypen
Funktionale Anweisungen:
{=Var {Term}}
{=Var {$Text}}
{?Bedingung {Term1}{Term2}}
{?Bedingung {$Text1}{$Text2}}
{!Var {Term1}{Term2}}
{!Var {$Text1}{$Text2}}
{$Text} / {$}
{*Kommentar}
Zuweisungsanweisung (Termauswertung)
Zuweisungsanweisung (Text kopieren)
Bedingungsanweisung (Termauswertung)
Bedingungsanweisung (Text kopieren)
Nicht-Existenz-Anweisung (Termauswertung)
Nicht-Existenz-Anweisung (Text kopieren)
Text- bzw. Leertextanweisung
Kommentaranweisung
Numerische Termanweisungen (liefern das Ergebnis der Termauswertung):
{Term}
Maximale Anzahl Nachkommastellen
{%Term}
Gerundet
{.Term}
Gerundet, Punkt als Dezimaltrenner
{,Term}
Gerundet, Komma als Dezimaltrenner
{+Term}
Gerundet, Punkt als Dezimaltrenner, immer mit Vorzeichen
{&Term}
Gerundet, Komma als Dezimaltrenner, immer mit Vorzeichen
{#Term}
Ganzzahlig
Anweisung im C-Stil (liefern das Ergebnis der Termauswertung):
{f Term}
Fließkommazahl
{g Term}
Exponential-Zahl
{d Term}
Ganze Zahl mit Vorzeichen
{x Term}
Hexadezimale Zahl ohne Vorzeichen
{b Term}
Binäre Zahl ohne Vorzeichen
Var bedeutet hier ein Variablenname ohne Tildezeichen. $Text bezeichnet einen Text, der
nicht als numerischer Term ausgewertet wird, sondern zunächst einfach nur kopiert wird.
Bedingung ist ein Text, der als numerischer Ausdruck interpretiert wird. Ist das Ergebnis
dieses Ausdrucks gleich Null, so gilt die Bedingung als falsch (nicht erfüllt). Alle anderen
Ergebnisse bedeuten, die Bedingung ist wahr (erfüllt). Ist die Bedingung wahr, wird die
erste Anweisung ({Term1} bzw. {Text1}) ausgeführt, ansonsten die zweite. Ebenso gilt für
die Nicht-Existenz-Anweisung: Existiert die Variable nicht oder ist sie leer, wird die erste
Anweisung ({Term1} bzw. {Text1}) ausgeführt, ansonsten die zweite.
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Grundlagen
Term beschreibt einen Text, der als numerischer Term ausgewertet wird (mittels
Steuerzeichen kann die Ergebnisdarstellung dabei beeinflusst werden). Das Ergebnis einer
Termauswertung ist immer eine Zahl, die gemäß des Typs (wird durch das Steuerzeichen
bestimmt) in den Ergebnistext geschrieben wird. Ein leerer Term {} liefert immer den
Ergebnistext 0,0. Tritt bei der Termauswertung ein Syntaxfehler auf, so enthält der
Ergebnistext anschließend (***SYNTAXFEHLER***). Gerundet wird jeweils auf die vom
Anwender eingestellte Anzahl Nachkommastellen. Ergibt sich der Dezimaltrenner nicht aus
dem Anweisungstyp, wird der aktive Dezimaltrenner verwendet.
Ist der Ergebnistext Teil eines Textobjektes, das auf dem Bildschirm angezeigt, gedruckt
oder exportiert wird, dann wird dieser Gesamttext solange ausgewertet, bis keine Anweisungen mehr enthalten sind. Dasselbe gilt für die Steuertexte des CAM-Postprozessors.
Das heißt, in dem resultierenden Gesamttext existieren hinterher keine geschweiften
Klammern { } mehr, es sei denn, diese wurden als explizite Zeichen (\{ \}) eingefügt.
Die Leerzeichen in den Anweisungstexten sind nicht erforderlich, sie wurden nur zur
besseren Lesbarkeit eingefügt.
Beispiele
Zuweisungsanweisung
{=Var {Term}} bzw. {=Var {$Text}}
Die Zuweisungsanweisung ist durch das Steuerzeichen ‘=‘ gekennzeichnet, es folgen der
Variablenname und eine Term- bzw. Textanweisung. Existiert eine Variable mit dem angegebenen Namen, so wird das Ergebnis der Termauswertung dieser Variablen zugewiesen bzw.
der Text wird in die Variable kopiert. Existiert die Variable nicht, wird ein Syntaxfehler
ausgegeben.
Beispiel 1:
Anweisung im Text:
{=Zähler {# ~Zähler~ + 15}}
Ergebnistext:
Keiner
Erläuterung:
Die Variable „Zähler“ wird um 15 erhöht. Die Zuweisungsanweisung erzeugt keine Ausgabe.
Beispiel 2:
Anweisung im Text:
{=Zeichenkette {$Dies ist ein Text}}
Ergebnistext:
Keiner
Erläuterung:
In die Variable „Zeichenkette“ wird der Text „Dies ist ein Text“ kopiert. Die
Zuweisunganweisung erzeugt keine Ausgabe.
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Grundlagen
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Die Anweisung {=Zähler{0}} weist der Variablen „Zähler“ den Wert Null zu. Die
Anweisung {=Zeichenkette{$}} weist der Variablen „Zeichenkette“ einen Leertext zu, das
heißt, ihr Inhalt wird gelöscht.
Bedingungsanweisung
{?Bedingung {Term1}{Term2}} bzw. {?Bedingung {Text1}{Text2}}
Die Bedingungsanweisung ist durch das Steuerzeichen ‘?’ gekennzeichnet, es folgen die
numerische Bedingung (die einen vollständigen Term zusammen mit Variablen enthalten
darf) und zwei Term- bzw. Textanweisungen. Ist die Bedingung „wahr“, das heißt, ist der
numerische Ausdruck nicht Null, wird die erste Anweisung benutzt. Ist die Bedingung
hingegen „falsch“, das heißt, ist der numerische Ausdruck Null, wird die zweite Anweisung
benutzt.
Bitte beachten Sie, dass zur Kompensation der internen Rechenungenauigkeit auch
Werte zwischen -1e-10 und 1e-10 als „falsch“ angesehen werden.
Beispiel1:
Anweisung im Text:
{? ~Wert~!=0 {100/~Wert~}{0}}
Ergebnistext (Variable „Wert“ gleich 5):
20,0
Ergebnistext (Variable „Wert“ gleich 0):
0,0
Erläuterung:
Falls die Bedingung wahr ist („Wert“ also ungleich Null), wird das Ergebnis der Division 100
geteilt durch Variable „Wert“ ausgegeben. Ansonsten wird „0,0“ ausgegeben.
Beispiel2:
Anweisung im Text:
{? ~Wert~> 5 {$Groß}{$Klein}}
Ergebnistext:
Groß oder Klein
Erläuterung:
Falls die Bedingung wahr ist („Wert“ also größer als 5 ist), wird der Text „Groß“ benutzt.
Ansonsten wird der Text „Klein“ benutzt.
Bitte beachten Sie, dass die zwei Textanweisungen wiederum Anweisungen enthalten
dürfen.
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54
Grundlagen
Nicht-Existenz-Anweisung
{!Var {Term1}{Term2}} bzw. {!Var {Text1}{Text2}}
Die Nicht-Existenz-Anweisung ist durch das Steuerzeichen ‘!’ gekennzeichnet, es folgen der
Variablenname und zwei Term- bzw. Textanweisungen. Ist die Variable nicht definiert oder
leer, wird die erste Anweisung benutzt. Existiert die Variable und ist sie nicht leer, wird die
zweite Anweisung benutzt.
Beispiel1:
Anweisung im Text:
{!Wert {0}{100*~Wert~}}
Ergebnistext falls die Variable „Wert“ nicht existiert:
0
Ergebnistext falls die Variable „Wert“ gleich 0,75 ist:
75,0
Beispiel2:
Anweisung im Text:
{! %“Name“ {$Kein Name}{$~%“Name“~}}
Ergebnistext falls das Seriendruckfeld „Name“ nicht existiert:
Kein Name
Ergebnistext falls das Seriendruckfeld „Name“ den Inhalt „Herr Mustermann“ hat:
Herr Mustermann
Erläuterung:
Mit Hilfe der Nicht-Existenz-Anweisung kann man also festlegen, was geschehen soll, wenn
eine Variable nicht existiert bzw. leer ist.
Diese Anweisung eignet sich besonders für die Ausgabe von Seriendruckfelder und
Datenbankanfragen. Bitte beachten Sie, dass die zwei Textanweisungen wiederum
Anweisungen enthalten dürfen.
Text- bzw. Leertextanweisung
{$Text} / {$}
Die Nicht-Existenz-Anweisung ist durch das Steuerzeichen ‘$’ gekennzeichnet. Der Inhalt
der Anweisung wird direkt als Text kopiert, das heißt, es wird nichts ausgewertet. Dies ist
besonders nützlich innerhalb von Bedingungsanweisungen. Bitte beachten Sie, dass der zu
kopierende Text direkt nach dem $-Zeichen beginnt. Folgt nach dem $-Zeichen direkt } , ist
der Text also leer, dann wird ein leerer Text kopiert.
Beispiel:
Anweisung im Text:
{$Dies ist ein Text}
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Grundlagen
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Ergebnistext:
Dies ist ein Text
Erläuterung:
Der Text wird unverändert kopiert.
Bitte beachten Sie, dass Textanweisungen wiederum Anweisungen enthalten dürfen.
Kommentaranweisung
{*Kommentar}
Der Kommentartext wird nicht ausgegeben. Dies kann genutzt werden, um versteckte
Informationen in einer Zeichnung zu speichern.
Beispiel:
Anweisung im Text:
{* Dies ist ein Kommentar}
Ergebnistext:
Keiner
Erläuterung:
Diese Anweisung wird weder angezeigt, noch wird sie gedruckt oder exportiert.
Numerische Termanweisung, maximale Anzahl Nachkommastellen
{Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, und mit der maximalen Anzahl an Nachkommastellen ausgegeben (derzeit 15).
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 1):
{~Wert~/3}
Ergebnistext:
0,333333333333333
Bitte beachten Sie, dass der Dezimaltrenner von den Benutzereinstellungen abhängt, er
kann entweder ‘.’ oder ‘,’ sein.
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56
Grundlagen
Numerische Termanweisung, gerundet
{%Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, auf die aktuelle Anzahl an Nachkommastellen (hier fünf) gerundet und dann
ausgegeben.
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 1):
{% ~Wert~/3}
Ergebnistext:
0,33333
Bitte beachten Sie, dass der Dezimaltrenner von den Benutzereinstellungen abhängt, er
kann entweder ‘.’ oder ‘,’ sein. Die Anzahl der Nachkommastellen wird in der Regel vom
aktiven Koordinatensystem bestimmt. Steht die Anweisung in einem Maßtext, so ist die in
den Maßparametern des Bemaßungsobjektes eingestellte Anzahl maßgeblich. Bei
Steuertexten des CAM-Postprozessors wird der entsprechende Wert aus den PostprozessorEinstellungen verwendet.
Numerische Termanweisung, gerundet, Punkt als Dezimaltrenner
{.Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, auf die aktuelle Anzahl an Nachkommastellen (hier fünf) gerundet und dann
ausgegeben. Als Dezimaltrenner wird ein Punkt verwendet.
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 1):
{. ~Wert~/3}
Ergebnistext:
0.33333
Die Anzahl der Nachkommastellen wird in der Regel vom aktiven Koordinatensystem
bestimmt. Steht die Anweisung in einem Maßtext, so ist der in den Maßparametern des
Bemaßungsobjektes eingestellte Wert maßgeblich. Bei Steuertexten des CAM-Postprozessors
wird der Wert aus den Postprozessor-Einstellungen verwendet.
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Grundlagen
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Numerische Termanweisung, gerundet, Komma als Dezimaltrenner
{,Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, auf die aktuelle Anzahl an Nachkommastellen (hier fünf) gerundet und dann
ausgegeben. Als Dezimaltrenner wird ein Komma verwendet.
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 1):
{, ~Wert~/3}
Ergebnistext:
0,33333
Die Anzahl der Nachkommastellen wird in der Regel vom aktiven Koordinatensystem
bestimmt. Steht die Anweisung in einem Maßtext, so ist der in den Maßparametern des
Bemaßungsobjektes eingestellte Wert maßgeblich. Bei Steuertexten des CAM-Postprozessors
wird der Wert aus den Postprozessor-Einstellungen verwendet.
Numerische Termanweisung, gerundet, Punkt als Dezimaltrenner, immer mit
Vorzeichen
{+Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, auf die aktuelle Anzahl an Nachkommastellen (hier fünf) gerundet und dann
ausgegeben. Als Dezimaltrenner wird ein Punkt verwendet, es wird grundsätzlich ein
Vorzeichen (‘+’ oder ‘-’) ausgegeben. Der Null wird immer ein ‘+’ vorangestellt.
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 1):
{+ ~Wert~/3}
Ergebnistext:
+0.33333
Die Anzahl der Nachkommastellen wird in der Regel vom aktiven Koordinatensystem
bestimmt. Steht die Anweisung in einem Maßtext, so ist der in den Maßparametern des
Bemaßungsobjektes eingestellte Wert maßgeblich. Bei Steuertexten des CAM-Postprozessors
wird der Wert aus den Postprozessor-Einstellungen verwendet.
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58
Grundlagen
Numerische Termanweisung, gerundet, Komma als Dezimaltrenner, immer mit
Vorzeichen
{&Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, auf die aktuelle Anzahl an Nachkommastellen (hier fünf) gerundet und dann
ausgegeben. Als Dezimaltrenner wird ein Komma verwendet, es wird grundsätzlich ein
Vorzeichen (‘+’ oder ‘-’) ausgegeben. Der Null wird immer ein ‘+’ vorangestellt.
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 1):
{& ~Wert~/3}
Ergebnistext:
+0,33333
Die Anzahl der Nachkommastellen wird in der Regel vom aktiven Koordinatensystem
bestimmt. Steht die Anweisung in einem Maßtext, so ist der in den Maßparametern des
Bemaßungsobjektes eingestellte Wert maßgeblich. Bei Steuertexten des CAM-Postprozessors
wird der Wert aus den Postprozessor-Einstellungen verwendet.
Numerische Termanweisung, ganzzahlig
{#Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, auf Null Nachkommastellen gerundet (ganze Zahl) und ausgegeben.
Beispiel:
Anweisung im Text (die Variable „Wert“ ist gleich 2):
{# ~Wert~/3}
Ergebnistext:
1
Fließkommazahl
{f Term} oder {fX Term} oder {f. Term} oder {f.X Term} oder {f, Term} oder {f,X
Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet und als Fließkommazahl ausgegeben. Folgt nach dem Zeichen 'f' ein Punkt oder
ein Komma, so gibt dies den Dezimaltrenner an. Folgt nach dem Zeichen 'f', bzw. nach dem
Punkt oder Komma, direkt eine ganze Zahl, so gibt diese die Anzahl an auszugebenden
Nachkommstellen an. Wird keine Zahl angegeben, wird die Standardanzahl an
Nachkommastellen benutzt.
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Grundlagen
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Beispiel 1:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{f,3 ~Wert~/3}
Ergebnistext:
0,667
Beispiel 2:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{f.8 ~Wert~/3}
Ergebnistext:
0.66666667
Exponential-Zahl
{g Term} oder {gX Term} oder {g. Term} oder {g.X Term} oder {g, Term} oder {g,X
Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert, berechnet und als Exponential- oder Fließkommazahl (je nachdem, was kürzer ist) ausgegeben.
Folgt nach dem Zeichen 'g' ein Punkt oder ein Komma, so gibt dies den Dezimaltrenner an.
Folgt nach dem Zeichen 'g', bzw. nach dem Punkt oder Komma, direkt eine ganze Zahl, so
gibt diese die Anzahl an auszugebenden Mantissenstellen an. Wird keine Zahl angegeben,
wird die Standardanzahl an Mantissenstellen benutzt.
Beispiel 1:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{g,3 ~Wert~/3*1e20}
Ergebnistext:
6,67e+019
Beispiel 2:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{g.8 ~Wert~/3*1e20}
Ergebnistext:
6.6666667e+019
Ganze Zahl mit Vorzeichen
{d Term} oder {dX Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert,
berechnet, gerundet und als ganze Zahl mit Vorzeichen ausgegeben. Folgt nach dem
Zeichen 'd' direkt eine ganze Zahl, so gibt diese die Anzahl an auszugebenden Stellen (mit
führenden Nullen) an. Wird keine Zahl angegeben, wird die benötigte Anzahl an Stellen
benutzt.
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60
Grundlagen
Beispiel 1:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{n ~Wert~*600}
Ergebnistext:
1200
Beispiel 2:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{n8 ~Wert~*600}
Ergebnistext:
00001200
Hexadezimale Zahl ohne Vorzeichen
{x Term} oder {xX Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert, berechnet, gerundet und als hexadezimale Zahl ohne Vorzeichen ausgegeben. Folgt nach dem
Zeichen 'x' direkt eine ganze Zahl, so gibt diese die Anzahl an auszugebenden Stellen (mit
führenden Nullen) an. Wird keine Zahl angegeben, wird die benötigte Anzahl an Stellen
benutzt.
Beispiel 1:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{x ~Wert~*600}
Ergebnistext:
4b0
Beispiel 2:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{x8 ~Wert~*600}
Ergebnistext:
000004b0
Binäre Zahl ohne Vorzeichen
{b Term} oder {bX Term}
Der Inhalt der geschweiften Klammern wird als numerischer Ausdruck interpretiert, berechnet, gerundet und als binäre Zahl ohne Vorzeichen ausgegeben. Folgt nach dem Zeichen 'b'
direkt eine ganze Zahl, so gibt diese die Anzahl an auszugebenden Stellen (mit führenden
Nullen) an. Wird keine Zahl angegeben, wird die benötigte Anzahl an Stellen benutzt.
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Grundlagen
Beispiel 1:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{b ~Wert~*600}
Ergebnistext:
10010110000
Beispiel 2:
Anweisung im Text (die Variable "Wert" ist gleich 2):
{b16 ~Wert~*600}
Ergebnistext:
0000010010110000
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
61
62
Grundlagen
Dateiformat (MKD)
Die folgende Liste zeigt alle Dateielemente, die in einer MKD-Datei vom Typ „Zeichnung“
verfügbar sind:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Szenarien
Textstile
Fenster
Vorgaben
Einstellungen
Plug-In-Einstellungen
Seiten
Benutzerdefinierte Farben
Schraffurarten
Linienfolgen
Koordinatensysteme
Stifte
Linienmuster
Ebenen
Bitmaps
Variablen
Interne Blöcke, Gruppen, Positionsnummern
Objekte und Instanzen
In MKD-Dateien von Typ „Bibliothek“ bzw. „Schrift“ sind nur einige Elemente enthalten.
Beim Öffnen oder Speichern einer Datei bestimmen die aktuellen Dateioptionen welche
dieser Elemente tatsächlich geladen bzw. gespeichert werden. Wenn Sie die Dateielemente,
die geladen oder gespeichert werden, nur zeitweise ändern möchten, dann können Sie auch
den „Optionen“-Taster im Dialog Dateiauswahl betätigen.
Wenn Sie bestimmte Dateielemente aus einer anderen Zeichnung in die aktuelle Zeichnung
importieren möchten, dann wählen Sie den Befehl Datei > Import > Malz++Kassner
(*.MKD). Durch Betätigen des „Optionen“-Tasters im Dialog Dateiauswahl können Sie
bestimmen, welche Dateielemente importiert werden sollen, und ob die existierenden
Dateielemente ersetzt oder mit den importierten Dateielementen vermischt werden sollen.
Um bestimmte Dateielemente zu exportieren, wählen Sie den Befehl Datei > Export >
Malz++Kassner CAD6 (*.MKD).
Um nur das Dateielement „Ebenen“ zu importieren oder zu exportieren, können Sie auch
den Taster „Ebenenzustand“ im Dialog Ebenen definieren wählen.
Alle MKD-Zeichnungen haben die Dateiendung .MKD , MKD-Bibliotheken und -Schriften
haben die Dateiendung .MKL . Diese Dateien (insofern sie nicht komprimiert sind, siehe
Zeichnung speichern unter) sind reine ANSI-Dateien, d.h. Sie können sie mit jedem
Texteditor, wie z.B. Notepad, laden. Dies kann sehr hilfreich sein, wenn Sie einige
Zeichenketten in Textobjekten, Ebenennamen, Stiftnamen etc. suchen und ersetzen
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
63
möchten. Mehr Informationen über das MKD-Format finden Sie in Malz++Kassner Open
CAD6 Interface (MKI_LIB6.HLP).
Plug-In-Konzept (MKI)
Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio und CAD6 Industrie enthalten das Malz++Kassner
Open CAD6 Interface (MKI) - eine umfangreiche Programmierschnittstelle, welche das
Einbinden von Plug-Ins erlaubt. Diese Plug-Ins können entweder Import-Filter, Export-Filter
oder Befehlserweiterungen sein. Siehe dazu Malz++Kassner Open CAD6 Interface
(MKI_LIB6.HLP).
Die Programmierschnittstelle bietet eine einfache Methode, umfangreiche Erweiterungen für
Malz++Kassner Programme zu entwickeln. Die Schnittstelle wurde entworfen, um es so
einfach wie möglich zu machen, Plug-Ins zu erzeugen, die nahtlos in die Programmumgebung passen. Üblicherweise wird der Anwender keinen nennenswerten Unterschied
zwischen der Benutzung von programminternen Befehlen und externen Befehlen, die von
Plug-Ins oder Filtern bereitgestellt werden, erkennen.
Import- und Export-Filter können mit einem lediglich grundlegenden Verständnis des
externen Dateiformats (siehe Malz++Kassner Open CAD6 Interface (MKI_LIB6.HLP)) und
einigem Wissen über geometrische Berechnungen erzeugt werden. Sie werden es besonders
einfach finden, Export-Filter zu erzeugen - wenn nötig, dann erledigt das Programm alle
Berechnungen für Sie und gibt einfache Linien an den Export-Filter weiter.
Drei Beispiel-Plug-Ins inklusive Quellcode und allem, was Sie brauchen, um ein Plug-In zu
erzeugen, werden bei Malz++Kassner CAD6 mitgeliefert: IMPORT_.DLL , EXPORT_.DLL und
SAMPLE_.DLL . Sie können diese Beispiele als Grundlage für eigene Plug-In-Entwicklungen
benutzen.
Sie können nach der Installation dieser Plug-Ins auch die entsprechenden Menüeinträge in
Malz++Kassner CAD6 wählen, um zu sehen wie die Plug-Ins funktionieren: Datei > Import >
Koordinaten (*.TXT), Datei > Export > Koordinaten (*.TXT) und Zeichnen > BeispielPlug-In > Stern. Weitere Informationen erhalten Sie, wenn Sie den Auswahlbalken auf den
entsprechenden Menüeintrag bewegen und F1 drücken.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
64
Bildschirmelemente
Kapitel 3 - Verfahren
Identifikation
Viele Befehle von Malz++Kassner CAD6 benötigen die Identifikation eines einzelnen
Objektes oder eines Konturelementes.
Die Objektidentifikation arbeitet prinzipiell gleich für alle Befehle:
• Objekte können einfach durch das Anklicken der Objektkontur gewählt werden. Ist die
Auswahl nicht eindeutig, d.h. liegen mehrere mögliche Objekte dicht an der
angeklickten Position, erscheint der Dialog „Objektauswahl“ oberhalb der aktuellen
Mausposition, mit dessen Hilfe das gewünschte Objekt ausgewählt werden kann.
Objekte in ausgeblendeten oder gesperrten Ebenen können normalerweise nicht identifiziert
werden.
Die Identifikation wird teilweise durch den Selektionsfilter beeinflusst. Um den Selektionsfilter zu aktivieren oder zu deaktivieren, wählen Sie bitte den Befehl Extras >
Selektionsfilter (0) oder klicken Sie auf den entsprechenden Taster in der Leiste. Um die
Parameter des Selektionsfilters zu editieren, wählen Sie bitte den Befehl Extras >
Selektionsfilter Parameter (+0) oder rechtsklicken Sie auf den entsprechenden Taster in
der Leiste.
Objektauswahl
Viele Befehle von Malz++Kassner CAD6 benötigen eine Objektauswahl, bei der der Benutzer
eine Menge von Objekten wählt, auf die der aktuelle Befehl angewendet werden soll.
Die Objektauswahl arbeitet prinzipiell gleich für alle Befehle. Es können beliebig viele
Objekte gewählt werden. Dies kann auf verschiedene Wege geschehen, die miteinander
kombiniert werden können:
• Objekte können einfach durch das Anklicken der Objektkontur gewählt werden. Ist die
Auswahl nicht eindeutig, d.h. liegen mehrere mögliche Objekte dicht an der
angeklickten Position, erscheint ein kleiner Dialog oberhalb der aktuellen Mausposition,
mit dessen Hilfe das gewünschte Objekt ausgewählt werden kann.
• Um schnell mehrere Objekte zu wählen, halten Sie STRG gedrückt und klicken Sie jede
Objektkontur an. Ist die Auswahl nicht eindeutig, d.h. liegen mehrere mögliche Objekte
dicht an der angeklickten Position, erscheint ein kleiner Dialog oberhalb der aktuellen
Mausposition, mit dessen Hilfe das gewünschte Objekt ausgewählt werden kann. Lassen
Sie STRG los, um die Selektion zu beenden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
65
• Um mehrere Objekte komfortabler zu wählen, benutzen Sie den Modus Erweiterte
Auswahl.
• Ganze Bereiche können gewählt werden, indem bei gedrückter Taste UMSCHALT der erste
Eckpunkt und anschließend der zweite Eckpunkt eingegeben wird. Dies wählt alle
Objekte, die in dem eingegebenen Bereich liegen. Alternativ kann auch der Befehl
Extras > Auswahl > Bereich wählen benutzt werden.
Ob nur Objekte gewählt werden, die vollständig innerhalb des Bereiches liegen, oder
auch solche, die hineinragen, wird durch den Bereichsmodus bestimmt. Dieser wird mit
der Taste Umsch+F6 oder über Taster in der Leiste umgestellt.
• Alle in der Zeichnung vorhandenen Objekte können durch Drücken der Taste F10
identifiziert werden.
• Soll die gleiche Menge von Objekten mehrmals bearbeitet werden, kann diese
Objektmenge bei der nächsten Auswahl durch Drücken der Taste F11 direkt wieder
gewählt werden.
• Um alle außer den zuvor gewählten Objekten zu wählen, kann bei gedrückt gehaltener
Taste STRG zuerst die Taste Taste F10 (alles wählen) und dann die Taste F11 (vorherige
Auswahl) gedrückt werden.
• Alle zur Zeit permanent gewählten Objekte können durch Drücken der Taste F12 gewählt
werden.
Sollen mehrere dieser Auswahlarten miteinander kombiniert werden, muss während des
gesamten Auswahlvorganges die Taste STRG gedrückt gehalten werden. Wenn Sie dann STRG
loslassen, wird der aktuelle Befehl unter Berücksichtigung der selektierten Objekten
ausgeführt.
Alle Auswahlen heben sich gegenseitig auf. Wird also ein Objekt ein zweites Mal innerhalb
der gesamten Auswahl gewählt, gilt es als nicht gewählt. Bei der dritten Auswahl gilt es
wieder als gewählt usw.
Objekte in ausgeblendeten oder gesperrten Ebenen können nicht selektiert werden.
Sollen alle in der Zeichnung vorhandenen Objekte bis auf zwei bestimmte Objekte
gewählt werden, wird wie folgt vorgegangen:
• Die Taste STRG drücken und gedrückt halten
• Die Taste F10 drücken
• Die zwei Objekte, die nicht gewählt werden sollen, nacheinander anklicken
• Die Taste STRG loslassen
Die Objektauswahl wird durch den Selektionsfilter beeinflusst. Um den Selektionsfilter
zu aktivieren oder zu deaktivieren, wählen Sie bitte den Befehl Selektionsfilter (0) oder
klicken Sie auf den entsprechenden Taster in der Leiste. Um die Parameter des
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
66
Bildschirmelemente
Selektionsfilters zu editieren, wählen Sie bitte den Befehl Selektionsfilter Parameter (+0)
oder rechtsklicken Sie auf den entsprechenden Taster in der Leiste.
Punktauswahl
Einige Befehle von Malz++Kassner CAD6 benötigen eine Punktauswahl, bei der der Benutzer
eine Menge von einzelnen Definitionspunkten wählt, auf die der aktuelle Befehl angewendet werden soll.
Die Punktauswahl arbeitet prinzipiell gleich für alle Befehle. Es können beliebig viele
Punkte gewählt werden. Dies kann auf verschiedene Wege geschehen, die miteinander
kombiniert werden können:
• Punkte können einfach durch Anklicken gewählt werden.
• Um schnell mehrere Punkte zu wählen, halten Sie STRG gedrückt und klicken Sie die
Punkte an. Lassen Sie STRG los, um die Selektion zu beenden.
• Um mehrere Punkte komfortabler zu wählen, benutzen Sie den Modus Erweiterte
Auswahl.
• Ganze Bereiche können gewählt werden, indem bei gedrückter Taste UMSCHALT der erste
Eckpunkt und anschließend der zweite Eckpunkt eingegeben wird. Dies wählt alle
Punkte, die in dem eingegebenen Bereich liegen. Alternativ kann auch der Befehl Extras
> Auswahl > Bereich wählen benutzt werden.
• Alle in der Zeichnung vorhandenen Punkte können durch Drücken der Taste F10 gewählt
werden.
• Soll die gleiche Menge von Punkten mehrmals bearbeitet werden, kann diese
Punktmenge bei der nächsten Auswahl durch Drücken der Taste F11 direkt wieder
gewählt werden.
• Um alle außer den zuvor gewählten Punkten zu wählen, kann bei gedrückt gehaltener
Taste STRG zuerst die Taste Taste F10 (alles wählen) und dann die Taste F11 (vorherige
Auswahl) gedrückt werden.
Sollen mehrere dieser Auswahlarten miteinander kombiniert werden, muss während des
gesamten Auswahlvorganges die Taste STRG gedrückt gehalten werden. Wenn Sie dann STRG
loslassen, wird der aktuelle Befehl unter Berücksichtigung der selektierten Punkte
ausgeführt.
Alle Auswahlen heben sich gegenseitig auf. Wird also ein Punkt ein zweites Mal innerhalb
der gesamten Auswahl gewählt, gilt er als nicht gewählt. Bei der dritten Auswahl gilt er
wieder als gewählt usw.
Punkte in ausgeblendeten oder gesperrten Ebenen können nicht selektiert werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Grundlagen
67
Sollen alle Punkte eines Bereiches plus zwei weitere gewählt werden, wird wie folgt
vorgegangen:
• Die Taste STRG drücken und gedrückt halten
• Die Taste UMSCHALT drücken und gedrückt halten
• Die beiden Eckpunkte des Bereiches eingeben
• Die Taste UMSCHALT loslassen
• Die zwei zusätzlichen Punkte nacheinander anklicken
• Die Taste STRG loslassen
Die Punktauswahl wird durch den Selektionsfilter beeinflusst. Um den Selektionsfilter zu
aktivieren oder zu deaktivieren, wählen Sie bitte den Befehl Selektionsfilter (0) oder
klicken Sie auf den entsprechenden Taster in der Leiste. Um die Parameter des Selektionsfilters zu editieren, wählen Sie bitte den Befehl Selektionsfilter Parameter (+0) oder
rechtsklicken Sie auf den entsprechenden Taster in der Leiste.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
68
Bildschirmelemente
Parameter des aktuellen Befehls ändern
Die meisten Befehle von Malz++Kassner CAD6 werden durch einen Satz von Parametern
kontrolliert, die verändert werden können, während der Befehl aktiv ist. Einige der Befehle
zeigen einen Parameter-Dialog an, wenn sie im Menü oder auf anderem Wege gewählt
werden, einige tun es nicht. Dies hängt davon ab, ob ein Befehl häufig neue Parameter
benötigt oder nicht.
In beiden Fällen können die Parameter des Befehles durch Auswahl des Befehls Extras >
Parameter ändern (+ESC) eingesehen und geändert werden. Dieser Befehl kann auch durch
Drücken der Tastenkombination UMSCH+ESC und durch Klicken auf das Befehlsicon in der
Leiste aufgerufen werden. Falls Sie die Tastenbelegung nicht geändert haben, können Sie
außerdem die Taste ‘N’ drücken.
Typische Befehle, die bei der Auswahl einen Parameter-Dialog anzeigen:
Zeichnen > Linie > Parallele, numerisch
Zeichnen > Linie > Winkel zu Linie
Zeichnen > Polyeder > Standard
Zeichnen > Kreis > Radius - Objekt - Objekt
Trimmen > Ecken runden, glatt > Eine Ecke
Beschriften > Text > Standard
Bibliothek > Block > Einsetzen
Typische Befehle, die bei der Auswahl nicht automatisch eine Parameter-Dialog anzeigen,
aber trotzdem einen besitzen:
Zeichnen > Linie > Zickzacklinie
Zeichnen > Freihandlinie
Zeichnen > Schraffur > Generierte Fläche
Trimmen > Fläche trimmen > Fläche generieren
Beschriften > Maßlinie > Gerade
Beschriften > Bemaßen > Länge, Punkte
Beschriften > Berechnen > Fläche
Bibliothek > Positionsnummer > Zuweisen
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
69
Kapitel 4 - Bildschirmelemente
Hauptfenster
Das Hauptfenster von Malz++Kassner CAD6 dient lediglich als „Hintergrund“ für alle weiteren Bildschirmelemente. Seine wesentliche Funktion besteht in der eventuellen Anzeige der
Menüzeile. Diese Menüzeile enthält alle verfügbaren Befehle.
In der Titelzeile des Hauptfensters werden neben dem Namen des Programms der aktuelle
Zoomfaktor und der aktuelle Zeichnungsname angezeigt. Wird hier der Text (NAMENLOS)
angezeigt, hat die Zeichnung zur Zeit noch keinen Namen.
Ein Sternchen hinter dem Namen der Zeichnung (z.B. MEINBILD* ) zeigt an, dass diese
Zeichnung seit dem letzten Speichern verändert wurde.
Die Größe der Zeichenfenster verändert sich automatisch, wenn die Größe des
Hauptfensters verändert wird.
Steuerungsmenü
Das Hauptfenster besitzt ein Steuerungsmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem
Fenster getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie auf das Icon
links in der Titelzeile klicken. Neben den üblichen Befehlen zum Bewegen und Schließen
des Fensters sowie der Größenänderung stehen folgende Befehle zur Verfügung:
Menüleiste anzeigen
Mit diesem Befehl kann bestimmt werden, ob die Menüzeile angezeigt werden soll oder
nicht. Ist der Menüeintrag mit einem Häkchen versehen, wird die Menüzeile angezeigt.
Wird keine Menüzeile angezeigt, erscheint beim Drücken der Taste ALT das Menü an der
aktuellen Mausposition. Es kann wie die gewohnte Menüzeile genutzt werden.
Das Ausblenden der Menüzeile hat den Vorteil, dass der zur Verfügung stehende, effektive
Arbeitsbereich auf dem Bildschirm spürbar vergrößert wird.
Farbschema
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, wie die Menüleiste dargestellt werden soll.
Folgende Auswahlmöglichkeiten stehen zur Verfügung:
„Systemfarben“
Die Darstellung der Menüs erfolgt in den Systemfarben des jeweiligen Windows-Version.
„Aktuelle Optik“
Die Darstellung der Menüs erfolgt in den Farben, die durch die aktuell gewählten Optik
gewählt wurden (siehe Optionen > Optik).
„Schwarz auf Weiß“
Die Darstellung der Menüs erfolgt für optimale Lesbarkeit in Schwarz auf Weiß.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
70
Bildschirmelemente
Befehlsicons anzeigen
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird vor jedem Menüeintrag, der einen
Standardbefehl darstellt, das zugehörigen Befehlsicon angezeigt.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Hauptfensters
beim Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es
automatisch wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten
Bildschirmes gespeichert!
Zeichenfenster
Malz++Kassner CAD6 kann mit bis zu vier Zeichenfenstern gleichzeitig arbeiten. In jedem
Zeichenfenster kann dabei eine andere Ansicht der aktuellen Zeichnung angezeigt werden.
Dazu kann jedem Zeichenfenster sein eigenes Koordinatensystem zugeordnet werden (siehe
Koordinatensysteme > Editieren).
Die Zeichenfenster sind der eigentliche Arbeitsbereich des Programms. Alle Punkteingaben
geschehen in diesen Zeichenfenstern. Viele Befehle und Tastaturkommandos arbeiten nur,
wenn sich der Mauszeiger innerhalb der Zeichenfenster befindet.
Innerhalb der Zeichenfenster wird die Position der Maus nicht mehr mittels eines
Mauszeigers dargestellt, sondern es wird ein Fadenkreuz verwendet. Dieses Fadenkreuz
erlaubt es, leichter eventuelle horizontale und vertikale Bezüge zu erkennen.
Der Schnittpunkt der beiden Linien des Fadenkreuzes ist die aktuelle Zeichenposition. Die
Koordinaten dieses Punktes bezüglich der Zeichnung werden, sofern sichtbar, in der
Statuszeile angezeigt. Außerdem kann die Position der Maus an den beiden Skalen
abgelesen werden.
Die Anzahl der Zeichenfenster kann mit dem Befehl Optionen > Fenster eingestellt werden.
Es stehen einige Anordnungsformen zur Auswahl, die alle eins gemeinsam haben: Alle
Zeichenfenster einer Anordnung haben das gleiche Höhen-/Breitenverhältnis. Dies hat den
Vorteil, dass die Inhalte zweier Fenster problemlos ausgetauscht werden können (siehe z.B.
Fenster 2 vergrößern).
Die Größe der Zeichenfenster verändert sich automatisch, wenn die Größe des Hauptfensters
verändert wird. Einzelne Zeichenfenster können in ihrer Größe nicht verändert werden.
Sind mehrere Zeichenfenster sichtbar, ist jeweils eines davon das "aktive" Fenster. Welches
Fenster aktiv ist, lässt sich an der Darstellung der Skala erkennen. Ein Fenster wird
aktiviert, indem mit der linken Maustaste in die Skala des Fensters geklickt wird. Viele
Befehle, die fensterabhängige Einstellungen verändern (z.B. Zoom > Ausschnitt) beziehen
sich stets auf das zur Zeit aktive Fenster.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
71
Ist nur ein Zeichenfenster sichtbar, ist dieses Fenster automatisch immer das aktive
Fenster.
Kontextmenü
Das Zeichenfenster besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem Fenster
getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten
Maustaste auf die Skala innerhalb dieses Fensters klicken. Es stehen folgende Befehle zur
Verfügung (teilweise je nach angeklickter Position):
Koordinatensystem wählen
In diesem Untermenü kann das zu diesem Zeichenfenster zugeordnete Koordinatensystem
gewählt werden (siehe Ansicht > Koordinatensysteme > Liste).
Element editieren
Mit diesem Befehl können die zu diesem Taster gehörigen Elemente (Ebenen, Stifte,
Koordinatensysteme, Schraffuren oder Seiten) editiert werden. Dazu erscheint der
entsprechende Dialog.
Anzeige
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, für welche der fünf Elemente (Ebenen, Stifte,
Koordinatensysteme, Schraffuren oder Seiten) ein Auswahltaster in der Skala mit daneben
liegender Einblendung des Namens angezeigt werden soll.
Deckung
In diesem Untermenü kann die gewünschte Deckung der Einblendung der Elementnamen
eingestellt werden, d.h. wie stark die Zeichenfläche verdeckt werden soll.
Workflow-Manager
Der Workflow-Manager ist ein kontextsensitives Menü, welches normalerweise erscheint,
wenn Sie die rechte Maustaste drücken. Es bietet eine Auswahl an Befehlen an, die zur Zeit
besonders nützlich sind.
Um einen schnellen Arbeitsablauf zu ermöglichen, wird der wichtigste jeweils am dichtesten
um Mauszeiger abgeordnet. Falls notwendig, wird dazu die Reihenfolge aller Menüeinträge
komplett umgedreht, um den wichtigsten Befehl am Ende des Menüs darzustellen.
Sobald der Workflow-Manager geöffnet ist, kann mit einem weiteren Klick des rechten
Maustaste das Standardmenü bzw. das Popup-Menü angezeigt werden, um weitergehende
Befehle auszuwählen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
72
Bildschirmelemente
Übersichtsfenster
Das Übersichtsfenster bietet prinzipiell die gleichen Möglichkeiten wie ein „normales“
Zeichenfenster. Es kann jedoch in der Größe verändert und frei platziert werden, außerdem
kann eine vereinfachte Anzeige aktiviert werden, die einige Elemente weglässt oder
vereinfacht darstellt, und der automatische Neuaufbau kann deaktiviert werden, um Zeit zu
sparen.
Kontextmenü
Das Übersichtsfenster besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem
Fenster getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten
Maustaste auf die Skala innerhalb dieses Fensters klicken. Neben den normalen Befehlen
eines Zeichenfensters stehen zusätzlich folgende Befehle zur Verfügung:
Automatisch aktualisieren
Nur wenn dieser Menüeintrag markiert ist, wird die Darstellung im Übersichtsfenster
automatisch aktualisiert, sobald Änderungen vorgenommen werden. Ansonsten muss diese
Aktualisierung manuell geschehen, indem die Maus über das Übersichtsfenster bewegt und
die Leertaste gedrückt wird.
Vereinfachte Anzeige
Ist dieser Menüeintrag markiert, zeigt das Übersichtsfenster eine vereinfachte Darstellung
mit minimaler Linienbreite, grundsätzlich durchgezogenen Linien, keine Markierungen,
keine Skalen (auch wenn sie in anderen Fenster aktiv sind), etc.
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen ist mit
Fenster > Übersicht sichtbar möglich.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
73
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Das
Übersichtsfenster liegt üblicherweise in der rechten, oberen Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
Leiste
Die Leiste befindet sich am linken Rand des Hauptfensters von Malz++Kassner CAD6. Sie
besteht aus mehreren Tastern, mit denen unterschiedliche Einstellungen getätigt werden
können. Die Taster zeigen außerdem den Zustand der jeweiligen Funktion an.
Allgemein kann die Einstellung durch Anklicken des Tasters mit der linken Maustaste
geändert werden. Das Kontextmenü zu diesem Fenster wird durch Anklicken des Fensters
mit der rechten Maustaste aufgerufen.
Die Leiste besteht aus folgenden Elementen:
Fangfunktion und Fangradius
(siehe Fangmodus > Fangen aktiv (F6) und Fangmodi > Radius)
Fangmodus „Mittelpunkt“ (siehe Fangmodi > Mittelpunkt)
Fangmodus „Quadrant“ (siehe Fangmodi > Quadrant)
Fangmodus „Kante“ (siehe Fangmodi > Kante)
Fangmodus „End-/Eckpunkt“ (siehe Fangmodi > End-/Eckpunkt)
Fangmodus „Schnittpunkt“ (siehe Fangmodi > Schnittpunkt)
Fangmodus „Hilfskonstruktion“ (siehe Fangmodi > Hilfskonstruktion)
Fangmodus „Markierung“ (siehe Fangmodi > Markierung)
Fangmodus „Sonstiger Punkt“ (siehe Fangmodi > Sonstiger Punkt)
Fangmodus „Relativ“ (siehe Fangmodi > Relativ)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Eingabeparameter:
• Positionsraster (siehe Koordinatensysteme > Positionsraster aktiv (F4))
• Orthogonalmodus (siehe Orthogonalmodus (F5))
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
74
Bildschirmelemente
• Bereichsmodus (siehe Bereichsmodus ändern (+F6))
• Duplikat / Mehrfachlinie (siehe Duplikat / Mehrfachlinie (F7))
• Selektionsfilter (siehe Selektionsfilter (0))
• Erweiterte Auswahl (siehe Auswahl > Erweiterte Auswahl an/aus)
• Bogenmodus (siehe Bogenmodus > Bogenmodus ändern (+F2))
• Bogenrichtung (siehe Bogenmodus > Bogenrichtung ändern (F2))
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Anzeigeeinstellungen:
• Anzeigeraster (siehe Koordinatensysteme > Anzeigeraster aktiv (F3))
• Definitionspunktanzeige (siehe Zeichnungs-Einstellungen > Bildschirm)
• Anzeigemodus für ausgeblendete Ebenen der aktuellen Seite umstellen
(siehe Ebenenanzeige > Alle Ebenen normal anzeigen)
• Anzeigemodus für Objekte umstellen, die nicht-aktuellen Seiten angehören
(siehe Seitenanzeige > Klassisch (alles))
• Hilfskonstruktionsanzeige (siehe Hilfskonstruktion anzeigen (F9))
• Hilfskonstruktion sperren (siehe Hilfskonstruktion sperren (+F9))
• Kommentaranzeige (siehe Kommentartext > Anzeigen)
Icon des aktuellen Befehls (ohne Indikator)
Icon des aktuellen Befehls (keine Parameter verfügbar)
Icon des aktuellen Befehls
(Parameter sind verfügbar, siehe Parameter editieren)
Auswahltaster für Ebenen (ohne Vorschau)
Auswahltaster für Ebenen (mit Vorschau)
Auswahltaster für Stifte (ohne Vorschau)
Auswahltaster für Stifte (mit Vorschau)
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
75
Auswahltaster für Koordinatensysteme
Auswahltaster für Schraffurarten
Auswahltaster für Seiten (oben die Nummer der aktiven Seite, unten die
Gesantanzahl definierter Seiten)
Auswahltaster für Szenarien und weitere Szenario-Befehle
„Joystick“-Taster zum Bewegen des Fensters
Ebenentaster-Vorschau
Falls die Vorschau aktiv ist, zeigt der Ebenenauswahltaster mehrere Informationen gleichzeitig an:
Das obere linke Farbfeld zeigt die vererbte Linienfarbe für die Bildschirmdarstellung. Wird
keine Kontur gezeichnet, da der Füllmodus entweder „Füllung“ oder „Radierer“ ist, wird
dieses Feld durchkreuzt dargestellt.
Das untere linke Farbfeld zeigt die vererbte Füllfarbe für die Bildschirmdarstellung. Wird
keine Füllung gezeichnet, da der Füllmodus „Kontur“ ist, wird dieses Feld durchkreuzt
dargestellt.
Unter den beiden Farbfeldern wird die vererbte Linienbreite in Millimetern dargestellt. Ganz
unten wird das vererbte Linienmuster angezeigt. Grundlage dafür sind die Linienbreite und
das Linienmuster für die Ausgabe.
Stifttaster-Vorschau
Falls die Vorschau aktiv ist, zeigt der Stiftauswahltaster mehrere Informationen gleichzeitig
an:
Das obere linke Farbfeld zeigt die Linienfarbe für die Bildschirmdarstellung. Wird keine
Kontur gezeichnet, da der Füllmodus entweder „Füllung“ oder „Radierer“ ist, wird dieses
Feld durchkreuzt dargestellt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
76
Bildschirmelemente
Das untere linke Farbfeld zeigt die Füllfarbe für die Bildschirmdarstellung. Wird keine
Füllung gezeichnet, da der Füllmodus „Kontur“ ist, wird dieses Feld durchkreuzt dargestellt.
Unter den beiden Farbfeldern wird die Linienbreite in Millimetern dargestellt. Ganz unten
wird das Linienmuster angezeigt. Grundlage dafür sind die Linienbreite und das Linienmuster für die Ausgabe.
"Joystick"-Taster
Klicken Sie auf die äußeren Bereiche des Tasters, um jeweils einen Schritt zu bewegen, oder
klicken und halten Sie die Mitte des Tasters, um flüssig zu verschieben.
Die Verschiebegeschwindigkeit variiert abhängig vom Abstand des Mauszeigers zur
Tastermitte. Über dem "Joystick"-Taster funktionieren die Mausräder wie gewohnt zum
Zoomen und/oder Bewegen.
Kontextmenü
Die Leiste besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem Fenster getätigt
werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten Maustaste
innerhalb dieses Fensters klicken. Es stehen folgende Befehle zur Verfügung (teilweise je
nach angeklickter Position):
Parameterdialog anzeigen
Mit diesem Befehl können die zum angeklickten Taster gehörenden Parameter editiert
werden.
Element editieren
Mit diesem Befehl kann das diesem Taster zugeordnete Element (Ebene oder Stift) editiert
werden. Dazu erscheint der entsprechende Dialog.
Tasterbelegung ändern
Mit diesem Befehl kann die Zuordnung eines Tasters geändert werden. Dazu erscheint das
grafische Menü, aus dem der neue Befehl gewählt werden kann.
Taster einfügen
Mit diesem Befehl kann vor dem angeklickten Taster ein weiterer eingefügt, alle
nachfolgenden Taster rutschen einen nach unten. Dazu erscheint das grafische Menü, aus
dem der Befehl für den neuen Taster gewählt werden kann.
Taster an den Anfang bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster an den Anfang der Tasterliste bewegt
werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
77
Taster nach oben bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster einen Schritt nach oben bewegt werden.
Taster nach unten bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster einen Schritt nach unten bewegt werden.
Taster ans Ende bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster ans Ende der Tasterliste bewegt werden.
Taster löschen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster gelöscht werden, alle nachfolgenden Taster
rutschen einen nach oben.
Alle Taster zurücksetzen
Mit diesem Befehl können alle Taster auf ihre Standardbelegung zurückgesetzt werden.
Anzeige
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, welche Taster in der Leiste angezeigt werden
sollen.
Deckung
In diesem Untermenü kann die gewünschte Deckung der Einblendung der Elementnamen
eingestellt werden, d.h. wie stark die Zeichenfläche verdeckt werden soll.
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen ist mit
Fenster>Leiste sichtbar möglich.
Platzierbar
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, kann das Fenster frei auf dem
Bildschirm verschoben werden. Ansonsten wird es am linken Rand des Bildschirms
angeordnet.
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Die
Leiste liegt üblicherweise in der linken, oberen Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
78
Bildschirmelemente
Befehlsband
Das Befehlsband setzt sich aus mehreren Tastergruppen zusammen, die thematisch zusammen gehörende Befehle und Einstellungen zusammenfassen. Die einzelnen Tastergruppen
können einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Außerdem können zusätzliche Taster und
Trenner eingefügt werden.
Durch Anklicken des Fensters mit der rechten Maustaste erscheint das Kontextmenü, in
welchem unter anderem eingestellt werden kann, welche Taster in diesem Fenster angezeigt
werden sollen
Einige Tastergruppen dienen dazu, Merkmale zu verändern. Während der normalen Arbeit
beeinflussen diese Taster direkt die aktuellen Merkmale des Stiftes „*Standard“. Wird ohne
Nutzung der Stifte gezeichnet, bietet das Befehlsband den schnellsten Weg, die
gewünschten Merkmale auszuwählen.
Diese Taster dienen zur Auswahl der Linienbreite. Sie zeigen die Linienbreite grundsätzlich
in Millimetern an (unabhängig von etwaiger anderer Einheiteneinstellung)! Werden sie mit
der linken Maustaste betätigt, wird die entsprechende Linienbreite eingestellt.
Diese Taster dienen zur Auswahl der Linienfarbe. Werden sie mit der linken Maustaste
betätigt, wird die entsprechende Linienfarbe eingestellt.
Dieser Taster wird zur Auswahl des Linienmusters benutzt. Wird er mit der linken Maustaste
betätigt, erscheint eine Liste aller zur Zeit definierten Linienmuster.
Diese Taster werden zur Auswahl des Füllmodus benutzt. Die verfügbaren Füllmodi sind (in
dieser Reihenfolge): „Kontur“, „Füllung“, „Füllung & Kontur“, „Radierer“, „Radierer &
Kontur“.
Diese Taster dienen zur Auswahl der Füllfarbe. Werden sie mit der linken Maustaste betätigt,
wird die entsprechende Füllfarbe eingestellt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
79
Während der Ausführung des Befehles Objekte bearbeiten verhält sich das Befehlsband
etwas anders. Wird jetzt ein Merkmalstaster betätigt, wirkt sich dies direkt auf die Merkmale
der zur Zeit gewählten Objekte aus! Da mehrere Objekte unterschiedliche Merkmale besitzen
können, werden die Merkmalstaster des Befehlsbandes nicht dauerhaft gedrückt angezeigt.
Dies könnte zur der falschen Annahme verleiten, dass der Tasterzustand die Objektmerkmale
anzeigt, was nicht der Fall ist.
Kontextmenü
Das Befehlsband besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem Fenster
getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten
Maustaste innerhalb dieses Fensters klicken. Es stehen folgende Befehle zur Verfügung
(teilweise je nach angeklickter Position):
Tastergruppe einfügen
Mit diesem Befehl kann eine weitere Tastergruppe vor der angeklickten Tastergruppen
eingefügt werden. Werden einfache Taster eingefügt, sind diese anfangs undefiniert.
Tasterbelegung ändern
Mit diesem Befehl kann die Zuordnung eines Tasters geändert werden. Dazu erscheint je
nach Auswahl das Menü, eine Ebenenliste oder eine Stiftliste, woraus der neue Befehl
gewählt werden kann.
Tastergruppe an den Anfang bewegen
Mit diesem Befehl kann die angeklickte Tastergruppe an den Anfang der Tasterliste bewegt
werden.
Tastergruppe nach links bewegen
Mit diesem Befehl kann die angeklickte Tastergruppe einen Schritt nach links bewegt
werden.
Tastergruppe nach rechts bewegen
Mit diesem Befehl kann die angeklickte Tastergruppe einen Schritt nach rechts bewegt
werden.
Tastergruppe ans Ende bewegen
Mit diesem Befehl kann die angeklickte Tastergruppe ans Ende der Tasterliste bewegt
werden.
Tastergruppe löschen
Mit diesem Befehl kann die angeklickte Tastergruppe gelöscht werden, alle nachfolgenden
Tastergruppe rutschen einen nach links.
Alle Tastergruppen zurücksetzen
Mit diesem Befehl kann das Befehlsband auf seine Standardbelegung zurückgesetzt werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
80
Bildschirmelemente
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen ist mit
Fenster > Befehlsband sichtbar möglich.
Platzierbar
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, kann das Fenster frei auf dem
Bildschirm verschoben werden. Ansonsten wird es am oberen Rand des Bildschirms
angeordnet.
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Das
Befehlsband liegt üblicherweise in der linken, oberen Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
81
Skala
Normalerweise enthält jedes Zeichenfenster eine Skala. Die Skala verläuft am oberen und
linken Rand des jeweiligen Zeichenfensters. Sie erfüllt mehrere Zwecke:
Vorrangig dient sie der leichten Orientierung bei der Arbeit mit Koordinaten. An ihr kann
abgelesen werden, wo sich zur Zeit der Ursprung befindet, und auf welchen Koordinaten
sich das Fadenkreuz befindet.
Bei der Arbeit mit mehreren Zeichenfenstern zeigt die Skala außerdem an, welches
Zeichenfenster zur Zeit „aktiv“ ist. Die Skala des aktiven Fensters wird normal dargestellt,
die der nicht aktiven Fenster wird wie ein nicht wählbarer Taster in einer anderen Textfarbe
dargestellt. In der linken, oberen Ecke der Skalen wird die Nummer des jeweiligen Fensters
angezeigt. Diese Nummer dient zur Orientierung.
Ein Zeichenfenster kann aktiviert werden, indem mit der linken Maustaste in seine Skala
geklickt wird. Wird mit der rechten Maustaste in die Skala geklickt, erscheint ein
Kontextmenü (siehe Zeichenfenster).
Am unteren Ende der linken Skala werden, falls nicht ausgeschaltet, einige Taster zur
direkten Auswahl der Elemente (Ebenen, Stifte, Koordinatensysteme, Schraffuren und
Seiten) angezeigt. Ein Klick mit der linken Maustaste auf diese Taster ruft das
entsprechende Auswahlmenü auf.
Wird die Anzeige der Skalen mit Hilfe des Befehls Optionen > Fenster abgeschaltet, bleibt
ein kleines Feld in der linken, oberen Ecke jedes Zeichenfensters erhalten. Dieses Feld zeigt
analog zur Skala an, welches Fenster aktiv ist. Die Funktion eines Klicks mit der linken und
rechten Maustaste in dieses Feld entspricht der des Klicks in die Skala.
In dem kleinen Feld wird die Nummer des jeweiligen Fensters angezeigt. Diese Nummer
dient zur Orientierung.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
82
Bildschirmelemente
Layoutfenster
Das Layoutfenster wird automatisch unterhalb der Zeichenfenster angezeigt, sobald die
Seitenanzeige auf den Layoutmodus umgeschaltet wird (siehe Ansicht > Seitennzeige >
Layout (aktive Seite / Modell)).
Es bietet Taster zum schnellen Umschalten zwischen dem Modellbereich und den definierten
Seiten.
Statusfenster
Das Statusfenster kann an beliebiger Position auf dem Bildschirm platziert werden. Es dient
zwei Zwecken: Es zeigt Koordinaten und weitere Angaben zur aktuellen Eingabe an, und es
wird für die direkte Eingabe von Koordinaten genutzt.
Das Aussehen des Statusfensters hängt im wesentlichen davon ab, wo sich der Mauszeiger
befindet, und in welchem Zustand sich die Eingabe befindet.
Grundsätzlich wird links im Statusfenster das Icon des zur Zeit aktiven Befehls angezeigt. In
der Titelzeile wird die Beschreibung der aktuell erwarteten Eingabe angezeigt.
Wird während einer Eingabe mit der linken Maustaste in das Statusfenster geklickt, wird die
Koordinateneingabe aufgerufen (siehe Koordinateneingabe (F8)).
Die Funktion des Statusfenster wird nun im folgenden abhängig von der Position des
Mauszeigers bzw. Fadenkreuzes und des aktuellen Zustandes der Eingabe erläutert.
Im Zeichenfenster
Eingabe eines Punktes ohne Bezugspunkt
x und y
Belegt
Befehl
Eingabe
Aktuelle Position des Fadenkreuzes
Genutzter Anteil des momentan reservierten Speichers im KByte (je 1024
Byte)
Beschreibung des zur Zeit aktiven Befehls
Beschreibung der zur Zeit erwarteten (Punkt-)Eingabe
Eingabe eines Punktes mit Bezugspunkt
x und y
dx und dy
l
w
Aktuelle Position des Fadenkreuzes
Differenz der aktuellen Position des Fadenkreuzes zum Bezugspunkt
Abstand der aktuellen Position des Fadenkreuzes vom Bezugspunkt
Winkel der aktuellen Position des Fadenkreuzes relativ zum Bezugspunkt
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
Eingabe
83
Beschreibung der zur Zeit erwarteten (Punkt-)Eingabe
Über einem Taster
Taster
Eingabe
Beschreibung des Tasters, über dem sich die Maus befindet
Beschreibung der zur Zeit erwarteten (Punkt-)Eingabe
Steuerungsmenü
Falls platzierbar, besitzt das Statusfenster ein Steuerungsmenü, in dem einige Einstellungen
zu diesem Fenster getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit
der rechten Maustaste auf die Titelzeile des Fensters klicken. Neben den üblichen Befehlen
zum Bewegen und Schließen des Fensters stehen folgende Befehle zur Verfügung:
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen ist mit
Fenster > Statufesnter sichtbar möglich.
Platzierbar
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, kann das Fenster frei auf dem
Bildschirm verschoben werden. Ansonsten wird es am oberen Rand des Bildschirms
angeordnet.
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Das
Statusfenster liegt üblicherweise in der rechten, unteren Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
84
Bildschirmelemente
Blockliste
Die Blockliste enthält 200 Taster, die mit Blöcken belegt werden können. Dies ermöglicht
den schnellen Zugriff auf häufig benötigte Blöcke.
Wird mit der linken Maustaste auf einen der Taster geklickt, kann das in diesem Taster
eingestellte Block platziert werden. Es "hängt" dazu am Fadenkreuz und kann durch
Anklicken einer Position in der Zeichnung positioniert werden. Das Einsetzen kann mehrfach
geschehen, bis die rechte Maustaste gedrückt wird, um den Befehl zu beenden.
Wird mit der rechten Maustaste auf einen der Taster geklickt, kann die Belegung des Tasters
geändert werden. Dazu erscheint der Dialog Block einsetzen. In diesem Dialog können
neben Bibliotheks- und Blockname noch einige zusätzliche Parameter wie Skalierung und
Drehwinkel eingestellt werden. Außerdem kann dort die Belegung des Tasters gelöscht
werden.
Die hier eingestellten Werte werden für jeden Taster getrennt gespeichert, so dass ein Block
auch mehrfach mit unterschiedlichen Parameter (z.B. Drehwinkel 0° - 90° - 180° - 270°)
auftreten kann.
Kontextmenü
Die Blockliste besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem Fenster
getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten
Maustaste innerhalb dieses Fensters klicken. Es stehen folgende Befehle zur Verfügung
(teilweise je nach angeklickter Position):
Tasterbelegung ändern
Mit diesem Befehl kann die Zuordnung eines Tasters geändert werden. Dazu erscheint das
grafische Menü, aus dem der neue Befehl gewählt werden kann.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
Taster einfügen
Mit diesem Befehl kann vor dem angeklickten Taster ein weiterer eingefügt, alle
nachfolgenden Taster rutschen einen nach unten. Dazu erscheint das grafische Menü, aus
dem der Befehl für den neuen Taster gewählt werden kann.
Taster an den Anfang bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster an den Anfang der Tasterliste bewegt
werden.
Taster nach oben bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster einen Schritt nach oben bewegt werden.
Taster nach unten bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster einen Schritt nach unten bewegt werden.
Taster ans Ende bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster ans Ende der Tasterliste bewegt werden.
Taster löschen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster gelöscht werden, alle nachfolgenden Taster
rutschen einen nach oben.
Alle Taster zurücksetzen
Mit diesem Befehl können alle Tasterbelegungen gelöscht werden.
Spaltenanzahl
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, wieviele Spalten mit Tastern dauerhaft
angezeigt werden sollen.
Zusätzlich dynamisch
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, wieviele Spalten mit Tastern zusätzlich
dynamisch angezeigt werden sollen, d.h. nur wenn sich der Mauszeiger innerhalb des
Fensters befindet.
Tasterbreite
In diesem Untermenü kann die Breite der Taster bestimmt werden.
Anzeige
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, welche Informationen in den Tastern
angezeigt werden sollen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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86
Bildschirmelemente
Taster sortieren
Mit den Befehlen in diesem Untermenü können die Taster auf verschiedene Arten sortiert
werden.
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen ist mit
Fenster > Blockliste sichtbar möglich.
Platzierbar
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, kann das Fenster frei auf dem
Bildschirm verschoben werden. Ansonsten wird es am linken Rand des Bildschirms
angeordnet.
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Die
Blocklist liegt üblicherweise in der linken, oberen Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
87
Werkzeugfenster
Das Werkzeugfenster enthält bis zu 1.000 Taster, die mit Befehlen des Programms belegt
werden können. Dies ermöglicht den schnellen Zugriff auf häufig benötigte Befehle.
Wird mit der linken Maustaste kurz auf einen der Taster geklickt, wird der Befehl
ausgewählt, der diesem Taster zugeordnet ist.
Wird die linke Maustaste länger über einem Taster gedrückt gehalten (ca. 1/2 Sekunde),
erscheint ein Untermenü. Dieses Untermenü enthält alle Befehle des Untermenüs, in dem
sich auch der aktuell dem Taster zugeordnete Befehl befindet. Aus diesem Untermenü kann
nun ein Befehl gewählt werden. Der gewählte Befehl wird dem Taster zugeordnet und sofort
ausgeführt.
Dieses Untermenü erscheint natürlich nur bei Befehlen, die in einem Untermenü liegen.
Liegt der Befehl direkt in einem Menü, bleibt der längere Druck ohne Auswirkung, der
Befehl wird sofort ausgeführt.
Kontextmenü
Das Werkzeugfenster besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem
Fenster getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten
Maustaste innerhalb dieses Fensters klicken. Es stehen folgende Befehle zur Verfügung
(teilweise je nach angeklickter Position):
Tasterbelegung ändern
Mit diesem Befehl kann die Zuordnung eines Tasters geändert werden. Dazu erscheint das
grafische Menü, aus dem der neue Befehl gewählt werden kann.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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Bildschirmelemente
Taster einfügen
Mit diesem Befehl kann vor dem angeklickten Taster ein weiterer eingefügt, alle
nachfolgenden Taster rutschen einen nach unten. Dazu erscheint das grafische Menü, aus
dem der Befehl für den neuen Taster gewählt werden kann.
Taster an den Anfang bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster an den Anfang der Tasterliste bewegt
werden.
Taster nach oben bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster einen Schritt nach oben bewegt werden.
Taster nach unten bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster einen Schritt nach unten bewegt werden.
Taster ans Ende bewegen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster ans Ende der Tasterliste bewegt werden.
Taster löschen
Mit diesem Befehl kann der angeklickte Taster gelöscht werden, alle nachfolgenden Taster
rutschen einen nach oben.
Alle Taster zurücksetzen
Mit diesem Befehl können alle Taster auf ihre Standardbelegung zurückgesetzt werden.
Spaltenanzahl
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, wieviele Spalten mit Tastern dauerhaft
angezeigt werden sollen.
Zusätzlich dynamisch
In diesem Untermenü kann bestimmt werden, wieviele Spalten mit Tastern zusätzlich
dynamisch angezeigt werden sollen, d.h. nur wenn sich der Mauszeiger innerhalb des
Fensters befindet.
Kleine Symbole
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, werden die Befehlsicons in den
Werkzeugtastern klein dargestellt (24 × 24 Pixel), ansonsten in normaler Größe (40 × 40
Pixel).
Deckung
In diesem Untermenü kann die gewünschte Deckung der Einblendung der Elementnamen
eingestellt werden, d.h. wie stark die Zeichenfläche verdeckt werden soll.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Bildschirmelemente
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen ist mit
Fenster > Werkzeugfenster sichtbar möglich.
Platzierbar
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, kann das Fenster frei auf dem
Bildschirm verschoben werden. Ansonsten wird es am linken Rand des Bildschirms
angeordnet.
Fensterposition
In diesem Untermenü kann die gewünschte Lage des Fensters (am linken oder am rechten
Rand der Zeichenfläche) eingestellt werden.
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Die
Leiste liegt üblicherweise in der linken, oberen Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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90
Bildschirmelemente
Plug-In-Fenster
Das Plug-In-Fenster enthält bis zu 100 Taster, die von den Plug-Ins kontrolliert
werden.
Wird mit der linken Maustaste kurz auf einen der Taster geklickt, wird die Plug-InFunktion ausgewählt, der diesem Taster zugeordnet ist.
Wird mit der rechten Maustaste auf einen der Taster geklickt, erscheint wenn
möglich ein Optionen-Dialog, der diesem Taster zugeordnet ist. Das genaue
Verhalten dieser Taster wird vom Plug-In bestimmt.
Kontextmenü
Das Plug-In-Fenster besitzt ein Kontextmenü, in dem einige Einstellungen zu
diesem Fenster getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem
Sie mit der rechten Maustaste innerhalb dieses Fensters klicken. Es stehen
folgende Befehle zur Verfügung (teilweise je nach angeklickter Position):
Parameterdialog anzeigen
Mit diesem Befehl können die zum angeklickten Taster gehörenden Parameter
editiert werden.
Sichtbar
Mit diesem Befehl kann das Fenster ausgeblendet werden. Ein erneutes Anzeigen
ist mit Fenster > Plug-In-Fenster sichtbar möglich.
Platzierbar
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, kann das Fenster frei auf dem
Bildschirm verschoben werden. Ansonsten wird es am rechten Rand des Bildschirms
angeordnet.
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Das
Plug-In-Fenster liegt üblicherweise in der rechten, oberen Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Fensters beim
Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es automatisch
wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten Bildschirmes
gespeichert!
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Bildschirmelemente
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Ratgeber-Fenster
Das Ratgeber-Fenster dient zur Anzeige von Hinweistexten, die Ihnen abhängig vom
aktuellen Befehl und der erwarteten Punkteingabe verschiedene Möglichkeiten aufzählen.
Hier können Sie jederzeit sehen, welche Optionen Ihnen offen stehen, mit welcher Taste Sie
welche davon einstellen können, und was das Programm von Ihnen erwartet.
Steuerungsmenü
Das Ratgeber-Fenster besitzt ein Steuerungsmenü, in dem einige Einstellungen zu diesem
Fenster getätigt werden können. Sie können dieses Menü öffnen, indem Sie mit der rechten
Maustaste auf die Titelzeile des Fensters klicken. Neben den üblichen Befehlen zum
Bewegen und Schließen des Fensters sowie der Größenänderung stehen folgende Befehle
zur Verfügung:
Neu anordnen
Das Fenster wird in eine der vier möglichen Ecken des Arbeitsbereiches verschoben. Das
Ratgeber-Fenster liegt üblicherweise in der linken, unteren Ecke der Zeichenfenster.
Position merken
Ist dieser Menüeintrag mit einem Häkchen markiert, wird die Position des Ratgeber-Fensters
beim Verlassen des Programms gespeichert. Beim nächsten Programmstart wird es
automatisch wieder an diese Position gesetzt. Die Position wird bezüglich des gesamten
Bildschirmes gespeichert!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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Bildschirmelemente
Popup-Menü
Das Popup-Menü ist ein grafisches Menü, welches die Befehle statt durch geschriebene
Texte durch grafische Symbole („Icons“) darstellt. Es erscheint jeweils an der aktuellen
Position des Mauszeigers. Die Struktur des Popup-Menüs ist identisch zu der des normalen
Menüs in Textform, besteht also aus den gleichen Menüs, Untermenüs und Menüeinträgen
wie das Textmenü.
Um einen Befehl auszuwählen, kann im Prinzip genauso vorgegangen werden wie im
Textmenü. Zuerst wird im oberen Bereich das gewünschte Menü gewählt. Daraufhin
erscheinen im mittleren Bereich alle Untermenüs und Menüeinträge dieses Menüs. Daraus
kann nun ein Befehl gewählt werden, der dann direkt ausgeführt wird. Oder es wird ein
Untermenü gewählt, worauf im unteren Bereich die Menüeinträge dieses Untermenü
erscheinen, aus denen der gewünschte Befehl gewählt wird.
Untermenü-Icons haben ein orange gefülltes Dreieck in der rechten, unteren Ecke des
Icons, um die Unterscheidung zu vereinfachen. Das Icon eines Untermenüs zeigt stets das
Icon des „wichtigsten“ Befehls in diesem Untermenü.
Ein Befehl, Untermenü oder Menü wird durch Anklicken seines Icons mit der linken Maustaste gewählt. Die Befehlsauswahl kann durch Drücken der Taste ESC oder durch einen Klick
mit der rechten Maustaste innerhalb des Popup-Menüs abgebrochen werden.
In der Titelzeile des Popup-Menüs wird immer die Bezeichnung des Befehls oder Menüs
angezeigt, über dessen Icon sich der Mauszeiger befindet. Zu diesem Befehl kann außerdem
jederzeit die Hilfe aufgerufen werden, indem die Taste F1 gedrückt wird.
Die Icons, mit denen die Befehle dargestellt werden, werden identisch auch im
Werkzeugfenster und bei der Anzeige des aktuellen Befehls im Statuszeile benutzt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
93
Kapitel 5 - Praxis
Festlegungen
Vorbemerkungen
Im ersten Abschnitt dieses Kapitels wird das schrittweise Vorgehen beim Erstellen einer
Zeichnung erläutert. Grundlage für die Nachvollziehbarkeit des Zeichenablaufs ist eine
identische Systemkonfiguration. Daher empfehlen wir, mit dem Befehl Datei > Import >
Malz++Kassner CAD6 (*.MKD) die Dateielemente „Blattformat“, „Vorgaben“, „Koordinatensysteme“, „Stifte“, „Linienmuster“ und „Ebenen“ aus der Datei Tutorial.mkd
hinzuzuladen. Sollten andere Einstellungen nötig sein, so wird dies zu Beginn ausdrücklich
erwähnt.
Die Datei Tutorial.mkd befindet sich zusammen mit anderen Beispieldateien im
Verzeichnis Tutorial in Ihrem Malz++Kassner CAD6-Verzeichnis. Für den Fall, dass Sie das
Tutorial aus unserer Web Seite heruntergeladen haben, sollten Sie die heruntergeladenen
Zeichnungsdateien (*.MKD) in das Verzeichnis Tutorial in Ihrem Malz++Kassner CAD6Verzeichnis kopieren. Die Datei MKTUTOR6.CHM sollte sich immer direkt im Malz++Kassner
CAD6-Verzeichnis befinden.
Normen
Allen hier gezeigten Beispielen liegt die DIN 15 zugrunde. Diese DIN bestimmt unter
anderem, welche Linienart in welcher Breite für bestimmte Anwendungen eingesetzt wird.
In technischen Zeichnungen werden vorrangig 2 Liniengruppen verwendet, die nach der
Breite ihrer Volllinie bezeichnet sind. Dies sind die Liniengruppen 0,5 und 0,7. In einer
Zeichnung sollten nur Linien einer Liniengruppe eingesetzt werden.
Die Auswahl der Liniengruppe sollte nach der Art des zu zeichnenden Teiles erfolgen.
Einfache, große Teile sind mit Liniengruppe 0,7 zu zeichnen, kleinere, detailreiche Teile mit
Liniengruppe 0,5.
Darstellung
In den Beispielen wird eine Hilfskonstruktion immer als Punktlinie dargestellt. Gezeichnete
Objekte werden jeweils mit den entsprechenden Stiftmerkmalen dargestellt.
Vorgaben
Für einige Objekttypen lassen sich schon vor Beginn einer Zeichnung die zu verwendenden
Stifte festlegen. Dies ist bei Bemaßungen, Maßzahlen und Texten der Fall. Die Vorgaben
werden über den Befehl Ansicht > Stifte > Vorgaben bestimmt. Wird häufig mit der
Liniengruppe 0,5 gearbeitet, so sollte für diese Objekttypen der Stift „0,5 mm\Volllinie
schmal“ in den Vorgaben festgelegt werden. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass
Sie beim Erstellen einer Bemaßung nicht immer die Stifte wechseln müssen. Der richtige
Stift wird beim Anlegen einer Bemaßung automatisch vom Programm gewählt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
94
Praxis
Das Rechteck
50,0
100,0
Bild 1: Das Rechteck
Inhalt
Dieses mit festen Maßen erstellte Rechteck soll erstellt, bemaßt, schraffiert und auf Ihrem
Blatt zentriert werden.
Einstellungen
Tutorial.mkd
Zu Beginn wird das Rechteck maßstabsgetreu gezeichnet. Dazu wählen Sie den Stift „0,5
mm\ Volllinie breit“ auf der Leiste, der den passenden Merkmalssatz (Volllinie, 0,5 mm) für
Körperkanten hat.
Aktivieren Sie nun den Befehl Zeichnen > Polygon > Rechteck. Das Statusfenster gibt
Ihnen Informationen über den weiteren Funktionsablauf. Folgen Sie der Aufforderung:
„Eckpunkt 1 eingeben“ und klicken Sie auf Ihrem Arbeitsblatt links oben mit der linken
Maustaste. Die Maustaste kann sofort darauf wieder losgelassen werden. Die Position dieses
Punktes ist nicht von Bedeutung, da alle Objekte nach Beendigung der Zeichnung auf dem
Blatt zentriert werden. Mit diesem Mausklick haben Sie vorläufig die linke obere Ecke Ihres
Rechtecks festgelegt.
Das Statusfenster fordert Sie nun auf, den zweiten Eckpunkt einzugeben. Da dieser Eckpunkt
jedoch einen genau definierten x- und y-Abstand (auch relativer Abstand genannt) vom
ersten Eckpunkt haben soll, geben Sie diesen Abstand über Tastatur ein, indem Sie die
Taste EINGABE drücken. Es erscheint ein Dialog mit einer Eingabemarke. Bewegen Sie die
Eingabemarke durch mehrmaliges Drücken der TABULATOR-Taste zum Feld dx, tippen Sie
über die Tastatur 100 ein, bewegen Sie die Marke in das nächste Feld, geben Sie dort -50
ein und bestätigen mit der Taste EINGABE.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
95
Bild 2: Die Direkteingabe der Abmessungen
Mit dieser Eingabe teilen Sie dem Programm mit, dass es zu der x-Koordinate von Eckpunkt
eins noch 100 mm hinzuaddieren soll, um die neue x-Koordinate von Eckpunkt zwei zu
ermitteln und von der y-Koordinate von Eckpunkt eins 50 mm abziehen soll, um die neue yKoordinate von Eckpunkt zwei zu ermitteln. Vom y-Wert werden 50 mm abgezogen, da das
kartesische Koordinatensystem y-Werte nach oben positiv und nach unten negativ zählt.
Jetzt haben Sie bereits ein Rechteck mit den richtigen Ausmaßen vorliegen (Bild 3). Dies
lässt sich leicht überprüfen, indem das Objekt bemaßt wird.
Eingegebener Eckpunkt 1
Berechneter Eckpunkt 2
Bild 3: Das Rechteck mit den richtigen Abmessungen
Falls Sie mit dem Befehl Ansicht > Stifte > Vorgaben bereits einen Stift für die Bemaßung
festgelegt haben, ist es nicht notwendig, den Stift zu wechseln. Sollte das nicht der Fall
gewesen sein, so schalten Sie jetzt auf der Leiste den Stift „0,25 mm\Volllinie schmal“ ein.
Wählen Sie den Befehl Beschriften > Bemaßen > Strecke, Objekt. Das Statusfenster
fordert Sie nun auf, eine Bezugslinie zu identifizieren. Die Bezugslinie ist die zu bemaßende
Linie. Klicken Sie die obere horizontale Linie des Rechtecks mit der linken Maustaste an.
Die Linie ist jetzt identifiziert. Nun ist es erforderlich, die Maßlinienposition festzulegen.
Dies geschieht durch vertikales Bewegen der Maus (lotrecht zur Bezugslinie). Sie werden
feststellen, dass die Maßlinie immer um einen festen Abstand „springt“. Klicken Sie mit der
linken Maustaste, wenn die Maßlinie einmal nach oben gesprungen ist. Die erste Bemaßung
ist gesetzt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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Praxis
Ohne den Befehl neu wählen zu müssen (denn er ist immer noch aktiv), können Sie nun in
gleicher Weise auch die rechte vertikale Kante des Rechtecks bemaßen (Bild 4).
50,0
100,0
Bild 4: Das bemaßte Rechteck
Nun soll das Rechteck noch mit einer Schraffur versehen werden. Aktivieren Sie den Stift
„0,25 mm\Volllinie schmal“ und wählen Sie Befehl Zeichnen > Schraffieren > Objekte. Das
Rechteck muss nun einfach an seinem Rand (innerhalb oder außerhalb) identifiziert werden,
um die Schraffur anzulegen (Bild 5).
50,0
100,0
Bild 5: Anbringen der Schraffur
Zum Schluss rufen Sie den Befehl Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert, Blatt
beides auf und drücken Sie F10. Die gesamte Zeichnung wird nun zentriert zu dem
Blattrand ausgerichtet. Sie können sich darüber Überblick verschaffen, indem Sie den
Befehl Ansicht > Zoom > Seite wählen.
Um Ihre erste Zeichnung zu speichern, gehen Sie auf den Befehl Datei > Zeichnung
speichern unter, geben als Dateinamen zum Beispiel ZEICHNUNG1.MKD ein und klicken auf
den Taster „OK“. Sie können dann in einem weiteren Dialogfeld eine ausführlichere
Zeichnungsbeschreibung abgeben und den Speichervorgang mit der Taste „OK“ beginnen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
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Fangfunktion und Kettenmaße
,0
50
,0
20
,0
20
,0
40
°
32,0
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Das folgende Beispiel verdeutlicht die Einsatzmöglichkeiten von Hilfskonstruktion und
Fangfunktionen. Außerdem lernen Sie Bemaßungsparameter kennen, um auch schwierige
Bemaßungen ausrichten zu können.
Einstellungen
Tutorial.mkd
Ablauf
Der Zeichnungsablauf sieht so aus, dass zunächst die Rechtecke gezeichnet werden und
diese dann schraffiert, gedreht und bemaßt werden.
Diese Zeichnung enthält keine Informationen über die Höhe der einzelnen Rechtecke.
Diesen Wert können Sie frei bestimmen, da er für das Prinzip ohne Bedeutung ist. Allerdings
ist eine vorgegebene Breite einzuhalten. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wird die
Hilfskonstruktion eingesetzt. Setzen Sie zuerst mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Vertikal auf der linken Seite Ihres Arbeitsblattes eine
erste vertikale Hilfskonstruktionslinie.
Errichten Sie nun mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele numerisch eine feste Parallele zu der bereits existierenden Vertikalen. Nachdem
Sie den Befehl angewählt haben, erscheint ein Dialogfeld, in der Sie den gewünschten
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
98
Praxis
Abstand eingeben können. Wählen Sie hier 40 mm (die Breite des ersten Rechtecks).
Identifizieren Sie die vorher gezeichnete Vertikale. Danach ziehen Sie das Fadenkreuz so
weit nach rechts, bis sich die rote Linie von der identifizierten Hilfskonstruktionslinie löst
und um die gewünschten 40 mm nach rechts springt. Bestätigen Sie diese Position mit der
linken Maustaste und schließen Sie den Befehl danach ab (rechter Maustastenklick; falls der
Workflow-Manager aktiv ist und erscheint, darin Befehl beenden wählen).
Da die Positionierung der Parallelen automatisch im richtigen Abstand erfolgt, muss
die Fangfunktion bei diesem Befehl ausgeschaltet bleiben. Es kann sonst zu einem Konflikt
der zwei unterschiedlichen Positionierungstechniken kommen. Sollte das Ergebnis der
Positionierungen nicht miteinander vereinbar sein, kommt es zu einem Fehlerton aus dem
Lautsprecher.
Um den Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele numerisch
erneut zu aktivieren, betätigen Sie bitte gleichzeitig die Tasten UMSCHALT und ESC, und
wählen Sie danach den Taster „Optionen“. Jetzt erscheint das bereits bekannte Dialogfeld,
und Sie können den Abstand der zweiten Linie von 20 mm eingeben. Verfahren Sie genauso
wie vorher: Identifizieren Sie die letzte Linie und bewegen Sie das Fadenkreuz nach rechts,
bis die Linie einmal gesprungen ist (20 mm). Drücken Sie die linke Maustaste zum
Bestätigen. Jetzt bewegen Sie das Fadenkreuz noch einmal nach rechts, bis die Linie erneut
springt (weitere 20 mm) und bestätigen wiederum mit der linken Maustaste. Erst wird der
Befehl abgeschlossen (rechter Maustastenklick; falls der Workflow-Manager aktiv ist und
erscheint, darin Befehl beenden wählen).
Nach dem erneuten Drücken von UMSCHALT + ESC und Taster „Optionen“ geben Sie den
letzten Abstand von 50 mm ein und verfahren wie vorher.
Bild 1: Die erforderliche Hilfskonstruktion
Zum Abschluss der Hilfskonstruktion legen Sie mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Horizontal noch eine horizontale Hilfskonstruktionslinie
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
99
in den unteren Teil Ihres Blattes. Die Hilfskonstruktion sollte jetzt ähnlich wie in Bild 1
aussehen.
Um das erste Rechteck zu zeichnen, aktivieren Sie die Fangfunktion auf der Leiste in
Verbindung mit dem Fangmodus „Hilfskonstruktion“. Wählen Sie den Befehl Zeichnen >
Polygon > Rechteck und klicken Sie auf den Schnittpunkt der Hilfskonstruktion, den die
linke Linie mit der Horizontalen bildet (Punkt 1, Bild 2). Dies ist der erste Eckpunkt des
40 mm breiten Rechtecks.
Da Sie die Höhe des Rechtecks frei bestimmen dürfen, und dieses nur auf der zweiten
Hilfskonstruktionslinie enden muss, aktivieren Sie den Fangmodus „Kante“ und legen den
zweiten Eckpunkt des Rechtecks beliebig auf die zweite senkrechte Hilfskonstruktionslinie,
deren Abstand Sie vorher genau mit 40 mm bestimmt hatten (Punkt 2, Bild 2).
Verfahren Sie mit den Rechtecken zwischen der zweiten bis dritten, dritten bis vierten und
vierten bis fünften Hilfskonstruktionslinie entsprechend (Bild 2).
Punkt 2
Punkt 1
Bild 2: Grundelemente
Jetzt werden die Rechtecke schraffiert. Neben der Standardschraffur in Rechteck zwei und
vier ist es erforderlich, eine neue Schraffur mit halbem Linienabstand und einem Winkel von
-45° für die Rechtecke eins und drei zu definieren.
Wählen Sie dazu zuerst den Befehl Zeichnen > Schraffieren > Linienfolgen editieren und
erzeugen Sie eine neue Linienfolge durch Klicken auf den Tasters „Neu“. Geben Sie
Volllinie, 2,5 mm ein, betätigen Sie „OK“ und dann „Editieren“. Im erscheinenden
Dialog ändern Sie alle Abstände auf 2,5 mm und schließen Sie beide Dialog durch Klicken
auf „OK“.
Nun wählen Sie den Befehl Zeichnen > Schraffieren > Schraffurarten editieren und
erzeugen Sie eine neue Schraffur durch Klicken auf den Taster „Neu“. Geben Sie Schraffur
zwei ein, betätigen Sie „OK“ und dann „Editieren“. Im erscheinenden Dialog ändern Sie die
Linienfolgenauswahl in „Volllinie, 2,5 mm“ und denn zugehörigen Drehwinkel in -45°.
Verlassen Sie das obere Dialogfelder mit dem Taster „OK“, den Hauptdialog danach mit
„Aktivieren“.
Die neue Schraffur ist jetzt auch gleichzeitig die aktive Schraffurart. Wählen Sie den Befehl
Zeichnen > Schraffieren > Objekte und klicken Sie das erste und das dritte Rechteck an
(Bild 3).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
100
Praxis
Bild 3: Erste Schraffur
Um die Standardschraffur wieder zu wählen, führen Sie den Befehl Zeichnen > Schraffurenliste aus und wählen Sie in der erscheinenden Liste die Schraffurart „*Standard“.
Jetzt lassen sich die Rechtecke zwei und vier mit dem Befehl Zeichnen > Schraffieren >
Objekte (der jetzt in der Befehlsliste verfügbar ist, die mit der Taste H aufgerufen werden
kann) durch einfache Identifikation schraffieren (Bild 4).
Bild 4: Zweite Schraffur
Alle Objekte sollen nun um 32° gedreht werden. Hierfür wählen Sie den Befehl Gestalten >
Objekte drehen > Mittelpunkt. Nun müssen Sie diejenigen Objekte identifizieren, welche
gedreht werden sollen. Da in diesem Fall alle Objekte des Blattes betroffen sind, ist es am
einfachsten, mit der Funktionstaste F10 (oder der Tastenkombination UMSCHALT+Q) alle
Objekte zu identifizieren. Sie können alternativ bei gedrückter Taste UMSCHALT einen
Rahmen um die Objekte aufziehen und sie so identifizieren. Geben Sie in dem
erscheinenden Dialogfeld 32 (Grad) ein und drücken Sie den Taster „OK“ (Bild 5).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
101
Die Hilfskonstruktion wird nicht mehr gebraucht, und kann über den Taster in der Leiste
oder die Taste F9 abgestellt werden. Dies erhöht die Übersichtlichkeit.
Bild 5: Objekte nach dem Drehen
Nun folgt die Bemaßung. Ausgangspunkt soll das längste Rechteck sein. Die Bemaßung soll
mindestens 10 mm Abstand von der Oberkante des höchsten Rechtecks haben, alle anderen
Bemaßungen sollen sich an dieser Bemaßung ausrichten. Wählen Sie den Befehl
Beschriften > Bemaßen > Strecke, Objekt und drücken Sie die Tasten UMSCHALT+ESC.
Das erscheinende Dialogfeld (Bild 6) bietet Ihnen in den unteren zwei Abschnitten
Varianten über die Gestaltung der Maßlinie an den Start- und Endpunkten. Rechts daneben
werden Einstellungen zur Positionierung der Maßzahl und darüber Einstellungen zur
Maßlinie angeboten. Diese sind im gegebenen Beispiel für Sie von besonderem Interesse.
Die drei Icons rechts oben (Bild 6) bestimmen, ob die Maßlinie einen beliebigen Abstand,
Abstand mit dem Vielfachen eines eingestellten Wertes (die Maßlinie „springt“ dann in den
Abständen 10 mm, 20 mm, 30 mm, ...) oder einen genau definierten Abstand (zum Beispiel
10 mm) annehmen soll. Der Wert kann in dem Dialogfeld darunter eingegeben werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
102
Praxis
Bild 6: Dialogfeld „Bemaßen > Strecke, Objekt“
Für die erste Maßlinie über dem höchsten Rechteck können die Werte, die das Dialogfeld als
Standardeinstellungen aufweist, beibehalten werden. Identifizieren Sie die zu bemaßende
Strecke und ziehen Sie die Maus in Richtung der gewünschten Maßlinie, bis die rot
angedeutete Maßlinie das erste Mal einrastet. Bestätigen Sie nun mit der linken Maustaste
(Bild 7).
,0
20
Bild 7: Bemaßung des längsten Rechtecks
Für die weiteren Bemaßungen ist es erforderlich, die Einstellungen zu ändern. Rufen Sie
entweder den Befehl Beschriften > Bemaßen > Strecke, Objekt noch einmal auf oder
drücken Sie gleichzeitig UMSCHALT+ESC. Diese Tastenkombination startet den Befehl neu,
so, dass das Dialogfeld wieder erscheint. Um die weiteren Maßlinien ausgerichtet zur ersten
Maßlinie zu zeichnen, darf kein fester Abstand mehr vorgegeben sein. Wählen Sie deshalb
das Icon für beliebigen Maßlinienabstand (Bild 8) an und verlassen Sie das Dialogfeld mit
dem Taster „OK“.
Bild 8: Icon für beliebigen Maßlinienabstand
Identifizieren Sie nun eine der drei noch zu bemaßenden Strecken. Die Maßlinie lässt sich
nun ohne „Springen“ übergangslos bewegen. Um die Maßlinie genau zu platzieren, wählen
Sie den Fangmodus „Eck-/Endpunkt“ auf der Leiste und aktivieren die Fangfunktion durch
Drücken der F6 Taste oder des Tasters auf der Leiste. Den aktiven Fangmodus erkennen Sie
an den vier Hilfslinien am Fadenkreuz. Um die Maßlinie genau zu positionieren, klicken Sie
auf den Schnittpunkt von Maßlinie und Maßhilfslinie der bereits gezeichneten Bemaßung
(Bild 9).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
103
,0
20
Bild 9: Vergrößerung des Fangpunktes
Die Maßlinie wird nun automatisch ausgerichtet und liegt mit der bereits gezeichneten
Bemaßung auf einer Linie. Verfahren Sie mit den anderen Maßlinien genauso. Jetzt kann
die Fangfunktion wieder abgeschaltet werden. Dies geschieht durch erneutes Drücken von
F6 oder dem Taster auf der Leiste. In vielen Fällen kann es auch zweckmäßiger sein, die
Fangfunktion kurzfristig durch Drücken der Taste UMSCHALT zu aktivieren. Probieren Sie
beide Verfahren aus. Ihre Grafik sollte jetzt folgendermaßen aussehen:
,0
50
,0
20
,0
20
,0
40
Bild 10: Objekte mit kompletter oberer Bemaßung
Als nächstes wird die Grundlinie eingezeichnet. Hierfür sind zwei Arbeitsschritte erforderlich. Wählen Sie den Befehl Zeichnen > Linie > Horizontal und wählen Sie den
Startpunkt dieser Linie an einer beliebigen Stelle auf Ihrem Arbeitsblatt. Nach Anklicken der
Statuszeile oder Betätigen der Taste F8 (EINGABE) erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie
Koordinaten, Längen oder Radien eingeben können. Als voreingestellte Defaultparameter
werden die für den gewählten Befehl sinnvollsten Parameter vorgegeben. Geben Sie hier als
gewünschte Länge (Defaultparameter) 50 mm ein. Nun wählen Sie den Befehl Gestalten >
Objekte bewegen > Standard und identifizieren die gerade erstellte horizontale Linie.
Jetzt ist die Eingabe des Bezugspunktes erforderlich. Um diesen genau in der Mitte der
Linie zu erhalten, aktivieren Sie den Fangmodus „Mittelpunkt“ und klicken die Linie an. Sie
haben jetzt die Linie genau in der Mitte „angefasst“ und können sie bewegen. Der
Mittelpunkt soll nun genau auf der unteren Ecke des ersten Rechtecks positioniert werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
104
Praxis
Aktivieren Sie als neuen Fangmodus „Eck-/Endpunkt“ (den alten Fangmodus müssen Sie
eventuell deaktiviert) und klicken Sie die Ecke an (Bild 11).
,0
50
,0
20
,0
20
,0
40
Bild 11: Grundlinie
Zum Abschluss wird noch der Winkel zwischen Rechteck und Grundfläche angebracht.
Wählen Sie den Befehl Beschriften > Bemaßen > Winkel, Linie - Linie und identifizieren
Sie die den Winkel einschließenden Linien an ihrem äußeren Ende. Jetzt können Sie durch
Bewegen des Fadenkreuzes zwischen den angebotenen Winkeln wählen. Wollen Sie einen
Winkel größer als 180° bemaßen, müssen Sie die Taste STRG gedrückt halten.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
105
Ähnlich wie bei der Streckenbemaßung springt auch hier die vorgeschlagene Maßhilfslinie
radial um einen konstanten Wert. Bestätigen Sie die Lage der Maßlinie in 40 mm Abstand
vom Zentrum des Winkels (ein „Sprung“ entspricht 10 mm) (Bild 12).
,0
50
,0
20
,0
20
,0
40
°
32,0
Bild 12: Die Winkelbemaßung
Sichern Sie Ihre Zeichnung mit dem Befehl Datei > Zeichnung speichern unter.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
106
Praxis
Der Exzenter
46,0
R
20
,0
60,0
R
0
0,
110,0
Ø380,0
32,0
0,0
P9
Ø 10
4,0
Ø156,0
R9
Ø360,0
66,0
20
,0
110,4
R 20,0
90,0
R
14
R
12
,0
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Diese Zeichnung eines Exzenters soll den zweckmäßigen Einsatz der Hilfskonstruktion
verdeutlichen. Es werden verschiedene Konstruktionsverfahren vorgestellt und umfangreiche
Bemaßungen mit unterschiedlichen Parametern vorgenommen. Sie lernen, beliebige Flächen
zu generieren und zu schraffieren. Objekte aus anderen Zeichnungen werden hinzugeladen.
Um Teile des Hintergrundes auszublenden, setzen Sie Radierer als Zeichenhilfsmittel ein.
Einstellungen
Tutorial.mkd
Voraussetzungen
Die Beschreibung bei der Wahl eines Befehls und die Arbeitsweise bei der Abarbeitung des
Befehls ist kürzer gehalten als in den vorangegangenen Beispielen. Eine Eingabe von
konkreten Werten erfolgt im allgemeinen über die Taste F8 oder durch Anklicken des
Statusfensters. Die gewünschten Werte werden in einem Dialogfenster angegeben, wenn
durch den angewählten Befehl nicht bereits ein eigenes Dialogfeld zur Verfügung gestellt
wird, das die Eingabe von Werten erlaubt.
Sie sollten sich bereits mit den Fangfunktionen und Techniken zur Identifikation von
Objekten vertraut gemacht haben.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
107
Das Blattformat
Der Exzenter soll auf einem DIN A3 Blatt quer im Maßstab 1:2 gezeichnet werden. Wählen
Sie dazu den Befehl Ansicht > Seiten > Editieren an und klicken Sie das Format „DIN A3“
in der Liste der angebotenen Blattformate an. Betätigen Sie danach das Sinnbild für
Querformat und schließen Sie das Dialogfeld mit dem Taster „OK“.
Bestimmen Sie den Maßstab mit dem Befehl Ansicht > Koordinatensysteme > Editieren.
Klicken Sie auf die Taste „Ansicht“ und in dem erscheinenden Feld auf
„Verkleinerungsmaßstab 1:2“. Verlassen Sie den Dialog mit dem Taster „OK“.
Da es sich bei dem Exzenter um ein Teil mit zwei Ansichten handelt, die eine
gemeinsame Hilfskonstruktion verwenden, kann es zweckmäßig sein, zu Zeichnungsbeginn
eine sogenannte Passermarke anzulegen, um Hilfskonstruktion und Objekte immer wieder in
Bezug setzen zu können. Passermarken werden zum Beispiel im drucktechnischen Bereich
eingesetzt, um zwei Filme anhand eines Linienkreuzes „passgenau“ übereinander legen zu
können. Im Beispiel befinden sich auf einem dieser beiden Filme die Objekte und auf dem
anderen Film die Hilfskonstruktion. Die beiden Filme sollen „passgenau“ übereinander
liegen. Wenn Objekte im Verlauf der Zeichnung verschoben werden, ist es erforderlich, die
Hilfskonstruktion um exakt den gleichen Wert zu verschieben. Dabei helfen Passermarken.
Ein guter Platz für eine solche Passermarke kann der Ursprung des Koordinatensystems sein.
Normalerweise ist der Ursprung auf Ihrem Blatt unten links.
Wählen Sie den Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis > Standard, drücken die
Taste F8 und geben in dem Dialogfenster die Koordinaten 0 und 0 ein. Diese Eingabe legt
den Mittelpunkt eines Hilfskonstruktionskreises auf den Ursprung. Erneutes Drücken der
Taste F8 (EINGABE) und Eingabe der Zahl 2 im Dialogfenster legt den Radius des
Hilfskonstruktionskreises mit 2 mm fest. Wählen Sie nun den Befehl Konstruktion >
Markierungen, drücken erneut auf F8 und geben wiederum 0 und 0 ein. Damit haben Sie
eine Markierung auf den Mittelpunkt des Hilfskonstruktionskreises gesetzt.
Sollten Sie jetzt die Zeichnung beliebig auf dem Blatt verschieben, so können Sie die
Hilfskonstruktion mit dem Befehl Gestalten > Objekte bewegen > Standard ebenfalls an
die entsprechende Stelle verschieben, indem Sie den Mittelpunkt des
Hilfskonstruktionskreises mit der Fangfunktion „Mittelpunkt“ greifen und mit der
Fangfunktion „Markierung“ auf der Markierung wieder absetzen.
Ausrichtung
Ausgangspunkt der Zeichnung soll die Ansicht, also der linke Teil der Zeichnung sein. Um
eine horizontale Ausrichtung zu gewährleisten, legen Sie in der Mitte des Blattes eine
horizontale Hilfskonstruktionslinie an, indem Sie nach der Auswahl des Befehls
Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Horizontal die Taste F8 (EINGABE)
drücken und im Feld y den Term (_so+_su)/2 eingeben. Diese Angabe bewirkt, dass das
Programm sich die y-Koordinate für die horizontale Hilfskonstruktionsgerade aus der
Koordinate der Blattoberkante und der Koordinate der Blattunterkante berechnet.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
108
Praxis
Sollte der Ursprung des Koordinatensystems auf der unteren Blattkante liegen, dies
entspricht der Defaulteinstellung nach dem Laden der Datei MKCAD4.MKD, so genügt auch
_so/2 . Mit dieser Eingabe wird die horizontale Hilfskonstruktionslinie auf die halbe
Seitenhöhe gelegt.
Die Ansicht
Legen Sie zusätzlich ungefähr im linken Drittel mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Vertikal eine vertikale Hilfskonstruktionsgerade fest. Der
so entstandene Schnittpunkt ist das vorläufige Zentrum der Ansicht. Die endgültige
Ausrichtung aller Objekte erfolgt erst zum Schluss (Bild 1).
Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ und zeichnen Sie mit dem Befehl Zeichnen >
Kreis > Standard einen Kreis mit dem Mittelpunkt auf dem Schnittpunkt der beiden
Hilfskonstruktionsgeraden. Schalten Sie dazu die Fangfunktion „Hilfskonstruktion“ mit der
Taste UMSCHALT kurzzeitig ein. Nachdem Sie den Mittelpunkt festgelegt haben, geben Sie
in der Statuszeile (Taste F8) den Radius 190 mm ein.
Wählen Sie den Befehl Zeichnen > Kreis > Konzentrisch und identifizieren Sie den bereits
gezeichneten Kreis. Geben Sie für den neuen Kreis einen Radius von 180 mm ein. Ihre
Zeichnung sollte jetzt ähnlich wie auf dem folgenden Bild aussehen:
Blattrahmen
Bild 1
Das Lager
Als nächstes wird der Mittelpunkt des Exzenterlagers bestimmt. Er befindet sich 90 mm
unterhalb des Schnittpunktes der Hilfskonstruktionsgeraden. Wählen Sie den Befehl
Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele, numerisch, geben Sie als
Abstand 90 mm ein und identifizieren als Bezugslinie die bereits vorhandene horizontale
Hilfskonstruktionslinie. Legen Sie die Parallele unterhalb der Bezugslinie an. Der neue
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
109
Schnittpunkt (Z) dieser Linie mit der vertikalen Hilfskonstruktionslinie ist das Zentrum des
Lagers (Bild 2).
Z
Bild 2
Zeichnen Sie mit diesem neuen Schnittpunkt als Mittelpunkt und mit dem Befehl
Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis > Standard einen Hilfskonstruktionskreis mit dem
Radius 52 mm. Konzentrisch dazu werden mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Kreis > Konzentrisch zwei weitere Kreise mit den Radien 78 mm und
90 mm angelegt (Bild 2).
Die beiden Kreise können mit einer Befehlsausführung gezeichnet werden, indem Sie
nicht nach Eingabe des ersten Radius die rechte Maustaste drücken, sondern nochmals die
Taste F8 (EINGABE) betätigen, den zweiten Radius eingeben und erst jetzt die Eingabe
beenden (rechter Maustastenklick; falls der Workflow-Manager aktiv ist und erscheint, darin
Befehl beenden wählen).
Die Passfedernut
Mit den folgenden Hilfskonstruktionslinien wird die Lage der Passfedernut bestimmt.
Zeichnen Sie dazu mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele, numerisch im Abstand von 16 mm jeweils eine parallele Hilfskonstruktionslinie
links und rechts von der vertikalen Hilfskonstruktionslinie. Dies kann ebenfalls in einem
Befehlsschritt ausgeführt werden, indem Sie erst die Vertikale identifizieren, dann einmal
links davon mit der linken Maustaste klicken, gleich darauf rechts davon mit der linken
Maustaste klicken und erst jetzt den Befehl beenden (rechter Maustastenklick; falls der
Workflow-Manager aktiv ist und erscheint, darin Befehl beenden wählen).
Um nun die Tiefe der Nut zu bestimmen, wird durch den unteren Quadranten des inneren
Hilfskonstruktionskreises des Lagers eine horizontale Hilfskonstruktionslinie gelegt. Dazu
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
110
Praxis
wählen Sie den Fangmodus „Quadrant“ und fangen mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Horizontal bei gedrückter Taste UMSCHALT (um den
Fangmodus zu aktivieren) den unteren Quadranten. Der Abstand der Passfedernut zu dieser
Linie beträgt 110,4 mm. Mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele, numerisch wird der Abstand im Dialogfeld genau festgelegt und die
Hilfskonstruktionslinie gezeichnet.
Die Kontur des Lagers ergibt sich jetzt aus den Schnittpunkten in der Hilfskonstruktion.
Schalten Sie den Fangmodus „Hilfskonstruktion“ ein und zeichnen Sie mit dem Befehl
Zeichnen > Linie > Linienzug die Passfedernut des Lagers nach, indem Sie die sich
ergebenden Schnittpunkte (A, B, C, D in Bild 3) als Eckpunkte des Linienzuges verwenden.
Beenden Sie den Befehl mit der rechten Maustaste, nachdem Sie den vierten Eckpunkt
gesetzt haben.
Sollten Sie versehentlich einen Punkt falsch gesetzt haben, dann lässt sich dieser vor
Beendigung des Befehls mit der Taste ESC wieder entfernen.
B
C
A
D
Bild 3
Vervollständigen Sie das Lager, indem Sie den noch fehlenden Kreisbogen mit dem Befehl
Zeichnen > Kreisbogen > Auf Kreis erstellen. Identifizieren Sie den
Hilfskonstruktionskreis, auf dem der Kreisbogen gezeichnet werden soll, und wählen Sie als
Start- und Endwinkel jeweils ein Ende des Linienzuges. Sie können hier entweder den
Fangmodus „Hilfskonstruktion“, „Eck-/Endpunkt“ oder beide aktiviert haben.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
111
Sollte der Kreisbogen in der falschen Richtung aufgezogen werden, so können Sie die
Bogenrichtung auch während der Befehlsausführung mit den Tastern auf der Leiste
wechseln. Haben Sie den Kreisbogen bereits falsch herum abgeschlossen, so korrigiert der
Befehl Trimmen > Objekt wandeln in > Invertieren den Irrtum.
Als nächstes können Sie mit dem Befehl Zeichnen > Kreis > Auf Kreis auf dem mittleren
konzentrischen Hilfskonstruktionskreis einen Kreis erstellen (Bild 4).
Bild 4
Die Aussparungen
Nun fehlen noch die beiden Aussparungen des Exzenters. Es braucht nur eine der beiden
gezeichnet zu werden, da die andere durch Spiegeln mit aktivierter Duplikatfunktion an der
Symmetrieachse erzeugt werden kann. Der Umriss jeder Aussparung besteht aus den fünf
Kreisteilen 3 mal 1, 2 und 4 sowie einer Linie 3 (Bild 5). Von den Kreisteilen 2 und 4 sowie
der Linie 3 ist nur die Lage der Hilfskonstruktion, auf der sie liegen, bekannt. Die Anfangsund Endpunkte sind dagegen nicht bekannt.
Die drei Kreisbögen 1 haben einen bekannten Radius, jedoch ist der Mittelpunkt unbekannt.
Ihre Lage muss sich deshalb aus einer weiteren Information ergeben. Diese Zusatzbedingung liegt darin, dass jeder der drei kleinen Kreisteile tangential an zwei weiteren
Objekten endet.
Zuerst ist es jedoch notwendig, die fehlende Hilfskonstruktion zu zeichnen. Hilfskonstruktionskreis 1 ist bereits vorhanden. Mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis
> Konzentrisch wird mit dem Radius 140 mm der Hilfskonstruktionskreis zwei für das
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
112
Praxis
Kreisstück zwei gezeichnet. Außerdem zeichnen Sie mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele numerisch die Parallele zur Vertikalen im
Abstand von 30 mm. Auf ihr wird später die Linie (3) der Aussparung liegen.
HG-Parallele
HG-Kreis 2
1
3
Mittelpunkt 2
2
1
4
1
Mittelpunkt 1
HG-Kreis 1
Bild 5
Beginnen Sie nun die Kreisteile 1 mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Radius Objekt - Objekt zu konstruieren. In dem Dialogfeld geben Sie den Radius 20 mm ein. Jetzt
identifizieren Sie die beiden Hilfskonstruktionselemente, an denen das gewünschte
Kreisbogenstück tangential anliegen soll. Für den oberen Kreisbogen sind dies die zuletzt
gezeichnete Hilfskonstruktionsparallele und der Hilfskonstruktionskreis zwei. Das Programm
bietet Ihnen nun der Reihe nach alle mit den vorgegebenen Parametern möglichen
Konstruktionsvarianten an. Betätigen Sie in dem erscheinenden Dialogfeld solange den
Taster „Nächster“, bis die gewünschte Kreisbogenvariante erscheint und betätigen Sie dann
den Taster „OK“. Wiederholen Sie dies Verfahren mit den anderen beiden Kreisbögen 1
(Bild 6).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
113
Bild 6
Da die Tangentialpunkte nun festliegen, können die Elemente zwei, drei und vier auf der
existierenden Hilfskonstruktion konstruiert werden. Wählen Sie Zeichnen > Linie >
Standard und zeichnen Sie das fehlende Linienstück, indem Sie Anfangs- und Endpunkt mit
dem Fangmodus „Eck-/Endpunkt“ fangen.
Mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Auf Kreis werden die beiden fehlenden
Kreisbögen angefügt. Identifizieren Sie dazu das zugehörige Hilfskonstruktionselement und
fangen Sie Anfangs- und Endpunkte ebenfalls mit dem Fangmodus „Eck-/Endpunkt“
(Bild 7).
Bild 7
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
114
Praxis
Der Umriss der rechten Aussparung ist damit komplettiert. Wählen Sie nun den Befehl
Gestalten > Objekte spiegeln > Gerade. Um die Aussparung in einem Arbeitsgang an der
Vertikalen mit Duplikat zu spiegeln, halten Sie die Taste STRG gedrückt und identifizieren
Sie der Reihe nach alle an der Aussparung beteiligten Objekte. Die Taste STRG ermöglicht es
Ihnen, mehr als ein Objekt für den gewählten Befehl zu identifizieren. Lassen Sie die Taste
los, nachdem Sie die Identifikation der beteiligten Objekte abgeschlossen haben. Jetzt ist
es erforderlich, die Spiegelachse zu bestimmen. Vorher drücken Sie nochmals die Taste
STRG, um die Duplikatsfunktion zu aktivieren und halten diese gedrückt. Sie erkennen das
aktive Duplikat an dem kleinen „+“ Zeichen am Fadenkreuz. Identifizieren Sie die vertikale
Hilfskonstruktionsgerade durch die Kreismittelpunkte als Bezugslinie für das Spiegeln. Die
Aussparung liegt nun spiegelsymmetrisch zum Ausgangsobjekt vor (Bild 8).
Bild 8
Bis auf die Mittellinien, Schnittverlaufskennzeichnungen und Bemaßungen ist die Ansicht
damit abgeschlossen. Bevor diese Objekte der Zeichnung hinzugefügt werden, soll erst die
Schnittzeichnung erstellt werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
115
Die Schnittansicht
Um die Schnittansicht möglichst einfach zu erstellen, werden die wesentlichen Konturen
des Exzenters mit Hilfe der Hilfskonstruktion in die Seitenansicht projiziert. Dazu legen Sie
in der Zeichnung mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Horizontal und dem Fangmodus „Quadrant“ horizontale Hilfskonstruktionslinien an die
oberen und unteren Quadranten der drei äußeren konzentrischen Ringe und der zwei
inneren Lagerkreise an. Insgesamt ergeben sich dadurch neun horizontale
Hilfskonstruktionslinien, da der innere Lagerkreis bereits eine Hilfskonstruktionslinie im
unteren Quadranten besitzt, die nicht noch einmal angelegt werden muss (Bild 9).
Bild 9
Im Abstand von 360 mm von der Mittelsenkrechten der Ansicht legen Sie nun mit dem
Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele, numerisch eine
Hilfskonstruktionsparallele nach rechts an. Sie dient als Mittelsenkrechte der
Schnittzeichnung. Sollte es erforderlich sein, die Ansicht zu verschieben, um Platz zu
schaffen, so sei hier an den Tipp vom Anfang des Kapitels zum Bewegen von Objekten und
zugehöriger Hilfskonstruktion mit Hilfe von Passermarken erinnert.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
116
Praxis
Das Blatt sollte jetzt folgendermaßen aussehen:
Blattrahmen
Bild 10
Da die Schnittansicht komplett spiegelsymmetrisch ist, reicht es aus, nur eine Hälfte zu
zeichnen und alle Objekte zum Schluss mit aktivierter Duplikatsfunktion (Taste STRG) an der
Mittelsenkrechten zu spiegeln. Dieses Verfahren haben Sie bereits bei den Aussparungen in
der Ansicht kennen gelernt.
Legen Sie zunächst mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele, numerisch rechts von der Spiegelachse Parallelen mit den Abständen 23 mm, 33
mm und 55 mm (jeweils von der Achse) an. Der Befehl wird hierfür am einfachsten mit den
Tasten UMSCHALT+ESC (N) neu gestartet, um andere Abstände eingeben zu können.
Nun sind bereits alle Schnittpunkte vorhanden, um die komplette Schnittansicht zu
erstellen. Im abschließenden Konstruktionsvorgang werden die Rundungen für das Lager
erstellt. Sie haben bereits bekannte Bedingungen vorliegen. Die beiden Rundungen haben
einen Radius von 12 mm und liegen tangential an zwei Hilfskonstruktionsgeraden. Wählen
Sie den Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Radius - Objekt - Objekt, geben Sie den Radius
12 mm in dem Dialogfeld ein und identifizieren Sie die tangentialen Hilfskonstruktionsgeraden. Wählen Sie die gewünschte Variante aus.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
Bild 11
Nun werden die übrigen Schnittpunkte mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Linienzug
verbunden. Die Schnittpunkte werden mit dem Fangmodus „Hilfskonstruktion“ gefangen
(Bild 12).
Bild 12
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
117
118
Praxis
Wählen Sie den Befehl Gestalten > Objekte spiegeln > Gerade und ziehen Sie bei
gedrückter Taste UMSCHALT ein Rechteck über allen Teilen der Schnittansicht auf. Die Taste
kann jetzt wieder losgelassen werden. Alle Teile innerhalb des aufgezogenen Rechtecks sind
damit für die folgende Operation identifiziert worden. Drücken Sie nun die Taste STRG, um
das Duplikat einzuschalten und wählen Sie die linke der vier vertikalen Hilfskonstruktionsgeraden als Bezugslinie (Spiegelachse).
Um den Umriss zu komplettieren, ziehen Sie noch mit der Fangfunktion die fünf horizontalen Linien in die Schnittzeichnung ein. Die Linien können mit dem Befehl Zeichnen >
Linie > Standard gezeichnet werden. Um die Schnittpunkte auf der gespiegelten Seite zu
fangen, muss auf jeden Fall sowohl der Fangmodus „Schnittpunkte“ als auch „Hilfskonstruktion“ aktiv sein, da sich hier horizontale Hilfskonstruktionslinien mit vertikalen
Objekten schneiden (Bild 13).
Bild 13
Flächen & Schraffuren
Für den nächsten Arbeitsschritt ist die Hilfskonstruktion nicht mehr erforderlich. Schalten
Sie diese am besten mit dem Taster auf der Leiste oder in dem Dialogfeld Konstruktion >
Hilfskonstruktion anzeigen ab.
In der Schnittansicht sollen nun drei Flächen schraffiert werden. Dazu ist es erforderlich,
aus den Objekten, die einen zu schraffierenden Bereich begrenzen, vorübergehend eine
Fläche zu generieren. Um eine Fläche zu generieren, müssen alle Elemente, die die Fläche
begrenzen, identifiziert werden. Achten Sie zuerst darauf, dass der Taster für den Bereichsmodus auf „hineinragend“ eingestellt ist. Wechseln Sie auf Stift 1 und wählen Sie den
Befehl Zeichnen > Schraffieren > Generierte Fläche und ziehen Sie bei gedrückter Taste
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
119
UMSCHALT ein Rechteck über der zu erstellenden Fläche auf. Die zukünftige Fläche muss
komplett innerhalb des Rechtecks liegen, sonst kann es vorkommen, dass nicht alle
beteiligten Linienstücke identifiziert werden. Legen Sie den Bezugspunkt in die zu
generierende Fläche hinein. Anschließend beenden Sie die Punkteingabe (rechter
Maustastenklick; falls der Workflow-Manager aktiv ist und erscheint, darin Befehl beenden
wählen).
Verfahren Sie in gleicher Weise mit den anderen beiden Flächen (Bild 14).
Bild 14
Ergänzungen
Nun legen Sie die Symmetriegeraden an. Schalten Sie dazu kurzzeitig die Hilfskonstruktion
ein, wählen den Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“ und zeichnen mit dem Befehl
Zeichnen > Linie > Auf Gerade in der Schnittansicht die Symmetrielinie auf der Hilfskonstruktion ein. Die Linie sollte etwas über den Rand des Exzenters hinausragen.
In der Ansicht werden die Mittellinien mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Mittenkreuz
durch Fangen des Mittelpunktes des äußeren Kreises gezeichnet. Die horizontale Mittellinie
des Lagers in der Ansicht wird ebenfalls mit dem Befehl Zeichnen > Line > Auf Gerade
ergänzt. Die Hilfskonstruktion kann nun endgültig abgeschaltet werden (Bild 15).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
120
Praxis
Bild 15
Die Bemaßung der Schnittansicht
Zum Abschluss erfolgt die Bemaßung des Exzenters. Wählen Sie zunächst den Stift „0,25
mm\Volllinie schmal“. Die Schnittdarstellung ist mit Ausnahme des Radius mit dem Befehl
Beschriften > Bemaßen > Strecke, Punkte zu bemaßen. Für die Maße außerhalb des
Objektes können die Parameter wie voreingestellt beibehalten werden. Um Start- und
Endpunkte der Strecken zu ermitteln, aktivieren Sie den Fangmodus „Eck-/Endpunkt“. Für
die Maße innerhalb des Körpers starten Sie den Befehl mit den Tasten UMSCHALT+ESC neu
und deaktivieren das Markierungsfeld „Maßzahl zentrieren“. Dies ermöglicht Ihnen, die
Maßzahl links von der Mittelsenkrechten zu positionieren. Für die Bemaßung von 66 mm
Breite deaktivieren Sie zusätzlich noch die beiden Markierungsfelder für die Maßhilfslinien
und fangen dann die unteren Ecken der oberen schraffierten Fläche. Da keine Maßhilfslinien
existieren, können Sie nun die Maßzahl so weit wie gewünscht nach unten bewegen.
Wählen Sie als nächstes den Befehl Beschriften > Bemaßen > Radius, Objekt,
identifizieren Sie den Radius und legen Sie die Bemaßung in die Schraffur (Bild 16).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
121
46,0
110,0
Ø156,0
Ø360,0
Ø380,0
66,0
Bild 16
Der Radierer
Um nun den Bereich für die Bemaßung in der Schraffur auszusparen, nutzen Sie die
Funktion des Radierers. Jedes Objekt, das gezeichnet wird, hat eine definierte Lage zu
Objekten, die vorher und nachher gezeichnet worden sind. Man kann sich die Objekte wie
Spielkarten vorstellen, die, wenn sie auf den Kartenstapel gelegt werden, unter ihnen
liegende Karten ganz oder teilweise überdecken.
Mit dem Befehl Zeichnen > Polygon > Beliebig legen Sie eine Fläche über die Bemaßung,
die nachher den Hintergrund „ausradiert“ und nur Objekte erscheinen lässt, die über dieser
liegen, die also später gezeichnet sind. Wählen Sie dann den Befehl Gestalten > Merkmale
ändern, identifizieren Sie die gerade erzeugte Fläche und ändern Sie deren Füllmodus in
„Radierer“ (der vierte der fünf Füllmodi).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
122
Praxis
Um nun Objekte nachträglich in ihrer Lage zu anderen Objekten zu verändern, können sie
hervorgeholt oder zurückgesetzt werden. Dies ist auch hier erforderlich, da der Radierer um die Ausmaße ermitteln zu können - als letztes Objekt gezeichnet worden ist. Wählen Sie
den Befehl Gestalten > Reihenfolge > Nach vorn und klicken mitten auf die radierende
Fläche, unter dem sich die Bemaßung nun befindet. (Eine andere Möglichkeit besteht darin,
mit dem Befehl Gestalten > Reihenfolge > Nach hinten erst die radierende Fläche zurückzusetzen und danach die Schraffur mit dem gleichen Befehl nach hinten zu setzen.
Bedenken Sie, dass die Fläche an ihrem Rand identifiziert werden muss). Jetzt sollte die
radierende Fläche die Schraffur überdecken und die Bemaßung gut sichtbar oben liegen
(Bild 17).
R
12
,0
Bild 17
Ergänzen Sie nun die vertikalen Bemaßungen um das „Ø“ Zeichen, indem Sie den Befehl
Gestalten > Text editieren wählen, jede Maßzahl nacheinander identifizieren und im Feld
für den Vortext das „Ø“ Zeichen editieren. Dieses Sonderzeichen ist durch Anklicken des
entsprechenden Tasters zu erhalten. Damit ist die Schnittansicht komplett.
Die Bemaßung der Ansicht
Nun folgt die Bemaßung der Ansicht. Zunächst bemaßen Sie die 20 mm Radien in der
Aussparung links. Wählen Sie den Befehl Beschriften > Bemaßen > Radius, Objekt und
deaktivieren Sie in dem Parameter-Dialogfeld (über UMSCH+ESC zu erreichen) das
Markierungsfeld „Maßzahl zentrieren“. Dies ermöglicht es Ihnen, die Maßzahl an passender
Stelle auf der Maßlinie zu positionieren. Identifizieren Sie nun jeweils einen Radius, wählen
die Maßlinienrichtung zwischen dem Mittelpunkt und dem Radius an und legen den
Endpunkt der Linie in das Zentrum, indem Sie mit dem Fangmodus „Mittelpunkt“ den
Kreisrand anklicken. Jetzt ziehen Sie die Maßzahl an die gewünschte Position.
Ebenso verfahren Sie auch mit den beiden anderen Radien (90 mm und 140 mm) der
Aussparung. Auch bei der Bemaßung des inneren Lagerdurchmessers wird in dem ParameterDialogfeld das Markierungsfeld „Maßzahl zentrieren“ abgeschaltet. Dies ist erforderlich, da
für jede Bemaßungsvariante ein eigener Parametersatz abgelegt wird. Wählen Sie für den
Innendurchmesser den Befehl Beschriften > Bemaßen > Durchmesser, Objekt, so wird das
„Ø“ Zeichen automatisch in den Vortext gesetzt (Bild 18).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
123
R
20
,0
Praxis
R
R 20,0
R
0
0,
14
20
,0
R9
0,0
4,0
Ø10
Bild 18
Nun folgen noch die Streckenbemaßungen. Da für keine der Bemaßungen ein einzelnes
Objekt vorliegt, muss sie in allen Fällen mit dem Befehl Beschriften > Bemaßen > Strecke,
Punkte erfolgen. Für die 32 mm und 60 mm Bemaßung werden die Eckpunkte, an denen die
Maßhilfslinien beginnen, gefangen. Auch hier muss die Maßzahl wieder von Hand zu
positionieren sein. Vergessen Sie nicht, die abgeschalteten Maßhilfslinien wieder zu
aktivieren. Um die 32 mm zu bemaßen, klicken Sie in den Bemaßungsparametern das
Markierungsfeld „Toleranzen“ an, um dann in dem später erscheinenden Toleranzfeld als
obere Toleranz P9 einzugeben.
Um die Passfedernut in der Zeichnung mit 110,4 mm zu bemaßen, wird zweckmäßigerweise
oben der Schnittpunkt von der Nut mit der Mittelsenkrechten gefangen und unten der
Quadrantenpunkt des Kreises (oder der Schnittpunkt von Kreis und Mittelsenkrechte).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
124
Praxis
Als letztes wird der Abstand vom Mittelpunkt zum Zentrum des Exzenters (90 mm) bemaßt.
Um die Strichpunktlinien der Symmetrielinien nicht zu überdecken, dürfen die beiden
Maßhilfslinien erst an den Enden der beiden Strichpunktlinien beginnen. Hier ist es jetzt
erforderlich, die Maßlinie vertikal auszurichten. Aktivieren Sie zu diesem Zweck das
Markierungsfeld „Maßlinien ausrichten“ und „Maßzahl zentrieren“ in dem Dialogfeld für die
Bemaßung und fangen Sie die beiden Eckpunkte der Strichpunktlinien mit dem Modus „Eck/Endpunkt“. Nun können Sie die Ausrichtung der Maßlinie festlegen. Drücken Sie die Taste
F8 und geben Sie als gewünschten Winkel 90° ein. Jetzt müssen Sie die Maßlinie nur noch
in gewohnter Weise positionieren (Bild 19).
R
20
,0
60,0
R
20
,0
R9
32,0
0,0
P9
4,0
Ø10
110,4
R 20,0
90,0
R
0
0,
14
Bild 19
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
125
Zeichenrahmen und Schriftfeld
Nun soll noch ein Standardzeichnungsvordruck zur Zeichnung hinzugefügt werden. Vorher
selektieren Sie alle in der Zeichnung vorhandenen Objekte mit dem Befehl Extra >
Permanente Auswahl > Setzen und Drücken der Taste F10. Dies ermöglicht es Ihnen, nachdem Sie den Vordruck hinzugefügt haben, alle selektierten Objekte ohne die hinzugeladenen
Objekte zu bewegen.
Öffnen Sie nun die Bibliothek, die die Vordrucke enthält
(001_Schriftfelder_DIN_6771.mkl), mit dem Befehl Bibliothek > Bibliotheksverwaltung. Dann setzen Sie mit dem Befehl Bibliothek > Block > Einsetzen zuerst den Block
A3 Quer aus dem Ordner Rahmen ein, und platzieren Sie anschließend den Block Typ 4
aus dem Ordner Schriftfelder in die rechte, untere Ecke des Zeichnungsrahmens.
Vor dem nächsten Schritt sollten Sie sich vergewissern, eine eingangs erwähnte Passermarke angelegt zu haben, da sonst die Ausrichtung der Hilfskonstruktion nach der
Zentrierung erheblich erschwert wird. Zentrieren Sie alle selektierten Objekte mit dem
Befehl Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert, Rahmen beides in dem freien
Zeichenbereich. Um alle selektierten Objekte zu identifizieren (also ohne die
hinzugeladenen Objekte), drücken Sie die F12 Taste und wählen Sie als Rahmen, in dem
zentriert werden soll, die innere Ecke oben links des Zeichnungsrahmens und die obere,
rechte Ecke des Schriftfeldes. Alle selektierten Objekte können nun mit dem Befehl Extra >
Permanente Auswahl > Löschen und Drücken der Taste F10 deselektiert werden.
Zum Abschluss können Sie mit dem Befehl Beschriften > Text > Standard das Schriftfeld
mit den notwendigen Bezeichnungen versehen. Speichern Sie Ihre Grafik mit dem Befehl
Datei > Zeichnung speichern unter ab.
Alternative Konstruktionsmethoden
Die Konstruktion der Passfedernut und der Aussparungen kann auch über Standardobjekte
geschehen, die im Anschluss daran getrimmt werden. Versuchen Sie, den Exzenter ohne das
Tutorial noch einmal zu zeichnen. Verwenden Sie eigene Ideen zur Konstruktion von
Objekten und informieren Sie sich bei Fragen im elektronischen Referenzhandbuch.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
126
Praxis
Der Kugelkopf
Ø36,0
0
2,0x45°
45
,
38,0
102,0
20
,0
24,0
Kugel Ø70,0
Ø24,0
9.8.1993
T.B.
Kugelkopf
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Das Beispiel Kugelkopf soll Ihnen die beiden prinzipiell unterschiedlichen Techniken beim
Zeichnen mit Hilfskonstruktion und mit Trimmfunktionen deutlich machen. Es sei hier
nochmals darauf hingewiesen, dass in der Praxis die alleinige Anwendung eines
Konstruktionsweges ausgesprochen selten ist.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
127
Einstellungen
Tutorial.mkd
Der Kugelkopf (Hilfskonstruktion)
Zu Beginn der Zeichnung legen Sie sich mit den Befehlen Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Horizontal und Konstruktion > Hilfskonstruktion
Endloslinie > Vertikal zwei Geraden (A, B) an, deren Schnittpunkt die Mitte des
Kugelkopfes möglichst in der Blattmitte festlegt.
Nun wird ein Hilfskonstruktionskreis mit dem vorher erstellten Schnittpunkt als Mittelpunkt
und dem Radius 35 mm gezeichnet (Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis > Standard).
Durch den oberen Quadrantenpunkt des Kreises wird eine horizontale Hilfskonstruktionslinie
gelegt (Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Horizontal).
Von der horizontalen Hilfskonstruktionslinie im oberen Quadranten wird im Abstand von
102 mm eine Parallele nach unten gezeichnet und von der Mittelhorizontalen eine Parallele
im Abstand 38 mm nach unten (Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele, numerisch). Ihre Hilfskonstruktion sollte jetzt wie in Bild 1 aussehen.
B
C
,0
102,0
35
38,0
A
R
E
D
Bild 1
Konstruieren Sie nun Parallelen rechts und links von der vertikalen Hilfskonstruktionslinie
in den Abständen 12 mm (A) und 18 mm (B) mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele, numerisch (Bild 2).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
128
Praxis
A
B
12,0
18,0
Bild 2
Von der unteren Hilfskonstruktionslinie zeichnen Sie mit dem letzten Befehl eine Parallele
im Abstand von 2 mm nach oben. Rufen Sie den Befehl mit den Tasten UMSCHALT+ESC neu
auf. An dieser neuen Hilfskonstruktionsgeraden werden später die Fasen angesetzt.
Mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Winkel zu Linie zeichnen
Sie im Winkel 45° auf der rechten Seite und im Winkel von -45° auf der linken Seite die
Lage der Fase ein. Fangen Sie dazu den Schnittpunkt der 12 mm Vertikalen mit der zuletzt
gezeichneten Hilfskonstruktionslinie (S). Wiederholen Sie den Vorgang mit dem Winkel von
45° auf der gegenüberliegenden Seite (Bild 3).
S
Bild 3
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
129
Zeichnen Sie im Abstand von 24 mm von der horizontalen Symmetriegerade durch den
Hilfskonstruktionskreis eine Parallele mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion
Endloslinie > Parallele, numerisch.
Der so entstandene linke Schnittpunkt der Geraden mit dem Hilfskonstruktionskreis ist einer
der beiden Stützpunkte der Mittellinie der Aussparung vom Kugelkopf (Bild 4, K). Der zweite
Stützpunkt liegt im Mittelpunkt des Kreises (M). Zeichnen Sie durch diese beiden Punkte
eine Hilfskonstruktionslinie mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie
> Standard.
K
M
Bild 4
Im Abstand von 10 mm von der zuvor konstruierten Linie wird mit dem Befehl
Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele, numerisch oberhalb und
unterhalb jeweils eine Parallele gezeichnet (Bild 5).
Bild 5
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
130
Praxis
Um die Tiefe der Aussparung festzulegen, zeichnen Sie mit dem Befehl Konstruktion >
Hilfskonstruktion Endloslinie > Winkel zu Linie im Winkel von 90° zu der Mittellinie M
der Aussparung eine Gerade durch den Schnittpunkt K der Mittellinie mit dem Hilfskonstruktionskreis. Von dieser neuen Hilfskonstruktionslinie wird im Abstand von 45 mm eine
Parallele B (Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele, numerisch)
gezeichnet (Bild 6).
B
K
M
Bild 6
Von der Hilfskonstruktion zu den Objekten
Die Hilfskonstruktion ist damit komplett errichtet. Alle für die weitere Konstruktion des
Objektes notwendigen Schnittpunkte und Hilfskonstruktionen bestehen. Es kann jetzt mit
dem Zeichnen der Objekte auf der bestehenden Hilfskonstruktion begonnen werden. Machen
Sie bei der Ermittlung der Schnittpunkte in der Hilfskonstruktion nicht nur von der Fangfunktion „Hilfskonstruktion“, sondern auch von den Zoomfunktionen ausgiebig Gebrauch,
da einige Schnittpunkte in der Hilfskonstruktion nah beieinander liegen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
131
Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ und beginnen Sie mit dem Zeichnen der zwei
Kreisteile mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Auf Kreis (Bild 7).
Bild 7
Als nächstes werden mit dem Befehl Zeichnen > Polygon > Rechteck die beiden unterhalb
des Kugelkopfes liegenden Rechtecke gezeichnet. Überprüfen Sie die Lage der Rechtecke
anhand der Originalzeichnung (Bild 8).
Bild 8
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
132
Praxis
Ergänzen Sie das Objekt mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Linienzug um die fehlenden
Linienzüge an den Fasen und der Aussparung. Achten Sie besonders bei der Aussparung
darauf, dass der unterste Eckpunkt nicht auf der Mittelsenkrechten liegt, sondern sich aus
den beiden diagonal liegenden Hilfskonstruktionslinien ergibt (Vergrößern Sie vor dem
Fangen des Schnittpunktes in der Hilfskonstruktion den entsprechenden Bereich). Siehe
Bild 9.
Bild 9
Nun werden die Mittellinien gezeichnet. Wählen Sie den Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie
schmal“ und ergänzen Sie mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Auf Kreis den
fehlenden Teil des Kreisbogens im Bereich der Aussparung.
Mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Mittenkreuz lassen sich gleichzeitig die beiden
Symmetrielinien des Kopfes zeichnen. Um die senkrechte Linie über den unteren Rand des
Objektes hinaus zu verlängern, wählen Sie den Befehl Trimmen > Objekt Trimmen > Länge
/ Radius bis Punkt, identifizieren die gewünschte Linie im unteren Bereich und klicken an
die Stelle, bis zu der die Linie verlängert werden soll. Mit dem Befehl Zeichnen > Linie >
Auf Linie wird die Symmetrielinie der Aussparung nachgezeichnet.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
133
Die Hilfskonstruktion kann nun mit dem Taster auf der Leiste oder F9 abgeschaltet werden
(Bild 10).
Bild 10
Die Bemaßungen 24 mm und 36 mm können mit dem Befehl Beschriften > Bemaßen >
Strecke, Objekt über einfache Identifikation bemaßt werden. Für beide Bemaßungen
wählen Sie in dem Dialogfeld (über UMSCH+ESC zu erreichen) als Parameter einen
beliebigen Abstand über dem Objekt an. Um die 36 mm Maßzahl zu platzieren, schalten Sie
zusätzlich das Markierungsfeld „Maßzahl zentrieren“ ab.
Die 20 mm Breite der Aussparung wird mit dem Befehl Beschriften > Bemaßen > Abstand,
Objekt - Objekt bemaßt. Um die Maßpfeile von außen auf die Aussparung zeigen zu lassen,
wählen Sie in dem Dialogfeld als Orientierung von Maßlinienstart und -ende den Eintrag
„Gedreht“ an.
Alle anderen Bemaßungen sind mit dem Befehl Beschriften > Bemaßen > Abstand, Objekt
- Punkt zu erstellen. Wählen Sie in dem Dialogfeld die entsprechende gewünschte Ausrichtung der Maßlinie mit den folgenden Sinnbildern an.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
134
Praxis
Ihre Zeichnung sollte wie Bild 11 aussehen.
45
,0
38,0
24,0
20
,0
102,0
70,0
2,0
36,0
24,0
Bild 11
Zum Schluss ergänzen Sie noch die fehlenden Symbole und Texte mit dem Befehl Gestalten
> Text editieren. Sollte danach der Text der Fasenbemaßung (2,0x45°) in der Maßlinie
liegen, so können Sie dies mit dem Befehl Bemaßen > Maßzahl editieren > Positionieren
korrigieren, indem Sie erst die Maßzahl und dann die Zielposition anklicken (Bild 12).
Ø36,0
2,0x45°
45
,0
38,0
24,0
20
,0
102,0
Kugel Ø70,0
Ø24,0
Bild 12
Abschließend lässt sich, wie schon im Beispiel „Exzenter“ beschrieben, ein Zeichnungsrahmen um das Objekt legen, ein Schriftfeld hinzuladen und der Kugelkopf innerhalb des
Rahmens zentrieren.
Der Kugelkopf (Trimmen)
Bei der Arbeit mit Trimmfunktionen werden in den meisten Fällen komplette Objekte
gezeichnet und diese später mit Hilfe der Trimmfunktionen angepasst. Auch wenn Sie lieber
mit Hilfskonstruktionen arbeiten, empfiehlt es sich trotzdem, das folgende Beispiel
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
135
nachzuvollziehen, da einige grundsätzliche Techniken der Arbeit mit Trimmfunktionen
erläutert werden.
Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ und zeichnen Sie ungefähr zentral auf Ihrem
Arbeitsblatt mit dem Befehl Zeichnen > Polygon > Rechteck ein Rechteck mit der Höhe
von 38 mm und der Breite von 36 mm. Jetzt erstellen Sie mit dem Fangmodus „Mittelpunkt“
und dem Befehl Zeichnen > Kreis > Standard einen Kreis mit dem Mittelpunkt auf der
Mitte der oberen Rechteckkante mit dem Radius 35 mm (Bild 13).
Bild 13
Nach Wahl des Befehls Trimmen > Objekt trimmen > Herausschneiden klicken Sie den
innerhalb des Rechtecks liegenden Kreisteil an und fangen dann mit dem Modus
„Schnittpunkt“ hintereinander die beiden Schnittpunkte von Rechteck und Kreis. Jetzt
sollte Ihre Zeichnung folgendermaßen aussehen:
Bild 14
Lösen Sie nun mit dem Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Komplett zerlegen das
Rechteck in einzelne Linien auf. Drücken Sie die Taste ENTF (dies aktiviert den Befehl
Gestalten > Objekte löschen) und klicken Sie die obere Linie des Rechtecks an. Sollte jetzt
das komplette Rechteck verschwinden, so wurde das Rechteck vorher nicht komplett zerlegt.
Sie können in diesem Fall mit dem Befehl Bearbeiten > Undo (RÜCKTASTE) den Ursprungszustand wieder herstellen (Bild 15).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
136
Praxis
Bild 15
Verbinden Sie die Endpunkte des Kreisbogens mit einer Linie (Zeichnen > Linie > Standard
und Fangmodus „Eck-/Endpunkt“). Die senkrechten Linien werden mit dem Befehl Trimmen
> Objekt trimmen > Länge / Radius bis Objekt bis zu der zuletzt gezeichneten Linie
getrimmt. Klicken Sie dazu erst den oberen Teil der zu trimmenden Linie an und danach das
Objekt, bis zu dem die Linie verkürzt werden soll.
Bild 16
Für den unteren Teil des Kugelkopfes zeichnen Sie an beliebiger Stelle auf Ihrem
Arbeitsblatt ein Rechteck mit der Breite von 24 mm und der Höhe von 102 mm minus 35
mm minus 38 mm. Die Höhe berechnet sich aus der Gesamthöhe des Kugelkopfes minus der
Höhe des bereits gezeichneten Teils. Die Berechnung kann direkt als Formel in der
Statuszeile eingegeben werden, da Rechenoperationen hier erlaubt sind. Wählen Sie den
Fangmodus „Mittelpunkt“ und den Befehl Gestalten > Objekte bewegen > Standard. Nun
bewegen Sie das gerade gezeichnete Rechteck mit dem Bezugspunkt auf der Mitte der
Oberkante auf den Zielpunkt Mitte der Unterkante des vorher gezeichneten Objektes (Bild
17).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
137
Bild 17
Mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Parallele, numerisch wird zur unteren Linie des zuletzt
gezeichneten Rechtecks eine Parallele im Abstand von 2 mm angelegt. Um Anfangs- und
Endpunkt genau bestimmen zu können, schalten Sie den Fangmodus „Kante“ ein (Bild 18).
Bild 18
Als nächstes werden die Fasen am Fußstück des Kugelkopfes erstellt. Dazu wird mit dem
Befehl Zeichnen > Linie > Winkel zu Linie eine Linie mit dem Winkel 45° (zu einer
beliebigen horizontalen Bezugslinie) in der Ecke konstruiert. Der obere Startpunkt kann mit
dem Fangmodus „Eck-/Endpunkt“ gefangen werden. Wenn der Startpunkt gewählt ist, bietet
Ihnen das Programm eine Referenzgerade an, die während des Programmablaufs eingeblendet wird. Diese Hilfskonstruktionsgerade liegt auf der bereits festgelegten Linie, deren
Endpunkt noch festgelegt werden muss. Alle Schnittpunkte, die sich mit dieser Referenzgerade ergeben, können mit einer Kombination aus den Fangmodi „Schnittpunkt“ und
„Hilfskonstruktion“ gefangen werden. Fangen Sie in der Zeichnung als Endpunkt den
Schnittpunkt der Referenzgerade mit der Unterkante des Kugelkopfs. Die Referenzgerade
wird automatisch deaktiviert, wenn der Befehl ausgeführt ist.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
138
Praxis
Verfahren Sie genauso mit der zweiten Fase im Winkel von -45° (Bild 19).
Bild 19
Die überflüssigen Ecken an den Fasen müssen nun entfernt werden. Denken Sie daran, dass
diese Ecken Teil des umgebenden Rechtecks sind. Um die Ecken einzeln trimmen zu können,
muss das Rechteck erst einmal in einzelne Linien aufgelöst werden. Wählen Sie deshalb den
Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Komplett zerlegen aus und klicken Sie das Rechteck
an. Für die weitere Bearbeitung empfiehlt es sich, den Bereich der Ecken mit dem Befehl
Ansicht > Zoom > Ausschnitt zu vergrößern.
Nach Wahl des Befehls Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius bis Objekt klicken
Sie jeweils zuerst das zu verkürzende Linienende an und identifizieren dann das Objekt, bis
zu welchem die jeweilige Linie verkürzt werden soll (Bild 20).
Bild 20
Die Konstruktion der Aussparung erweist sich etwas komplizierter. Um einige notwendige
Schnittpunkte zu erhalten, werden zunächst die Symmetrielinien gezeichnet. Wechseln Sie
auf den Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“ und zeichnen Sie das Mittenkreuz zu den
Kreisbögen mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Mittenkreuz. Die senkrechte Linie
verlängern Sie mit dem Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius bis Punkt
über den unteren Rand hinaus (Bild 21).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
139
Bild 21
Für die weiteren Objekte verwenden Sie wieder den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“. Von der
horizontalen Symmetrielinie aus zeichnen Sie mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Parallele,
numerisch eine kurze Parallele im Abstand von 24 mm so, dass auf der linken Kreishälfte
ein Schnittpunkt zwischen Parallele und Kreis entsteht. Diesen Schnittpunkt verbinden Sie
mit dem Mittelpunkt durch eine Linie (Zeichnen > Linie > Standard). Siehe Bild 22.
Bild 22
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
140
Praxis
Entfernen Sie jetzt die kurze Hilfslinie mit dem Befehl Gestalten > Objekte löschen (oder
Taste ENTF) und verlängern Sie die Diagonale mit dem Befehl Trimmen > Objekte trimmen
> Länge / Radius bis Punkt. Identifizieren Sie die Linie im unteren Teil und drücken Sie
die F8 Taste, um als Länge 45 mm einzugeben (Bild 23).
Bild 23
Mit Hilfe der vorliegenden Symmetrieachse der Aussparung, die bereits die richtige Länge
besitzt, werden nun die Ränder der Aussparung erstellt. Wählen Sie den Befehl Gestalten >
Bewegen > Lotrecht und aktivieren Sie das Duplikat mit der Taste F7 oder dem Taster auf
der Leiste. Identifizieren Sie die Diagonale nicht nur als zu bewegendes Objekt, sondern
auch als Bezugsobjekt. Der Bezugspunkt ist bei dieser Operation beliebig zu setzen. Drücken
Sie nun die Taste F8 und geben Sie als Abstand 10 mm ein. (Achten Sie bei der Eingabe auf
den Pfeil in der Leiste - er zeigt die Richtung der Veränderung an.) Wiederholen Sie diesen
Vorgang mit dem Abstand -10 mm (Bild 24).
Bild 24
Die Enden der beiden neuen Linien verbinden Sie mit dem Befehl Zeichnen > Linie >
Standard mit Hilfe der Fangfunktion „Eck-/Endpunkte“. Außerdem trimmen Sie die Linien
an ihren oberen Enden bis zum Kreisrand (Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius
bis Objekt). Siehe Bild 25.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
141
Bild 25
Ändern Sie nun die Stiftmerkmale der mittleren Diagonalen von Stift „0,5 mm\Volllinie
breit“ auf Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“ (Gestalten > Merkmale ändern). Das
Markierungsfeld „Fixiert“ wird nach dem Ändern eines Merkmals vom Programm selbständig
gesetzt. Trimmen Sie nun die Symmetrielinie der Aussparung über die Aussparungsgrenzen
hinaus mit dem Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius bis Punkt (Bild 26).
Bild 26
Die weitere Bearbeitung (Bemaßen; Textkorrekturen; Zentrierung etc.) erfolgt analog zur
Konstruktion mit der Hilfskonstruktion. Speichern Sie die Zeichnung zum Abschluss mit dem
Befehl Datei > Zeichnung speichern unter.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
142
Praxis
Flächen in der Konstruktion
20,0
140,0
100,0
60,0
28
,
0
30,0
20,0
Ø10,0
20,0
15,0
80,0
120,0
200,0
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Einstellungen
Tutorial.mkd
Inhalt
Dieses Beispiel soll Ihnen neben der Hilfskonstruktion und den Trimmfunktionen den
Einsatz von Flächenoperationen als Hilfsmittel zur Konstruktion verdeutlichen. Das zu
zeichnende Objekt wird vollständig durch Addition und Subtraktion von Flächenobjekten
zusammengestellt und im Anschluss daran bemaßt.
Flächen
Wählen Sie zunächst das Blattformat DIN A4 quer an. Dies geschieht mit dem Befehl
Ansicht > Seiten > Editieren. Um Ihnen den Ablauf des Zeichnens klarer zu machen, ist in
den Darstellungen der Rahmen des späteren Objektes dünn gestrichelt hinterlegt. Dies soll
Ihnen als Orientierungshilfe dienen, um zu erkennen, welches Teil Sie gerade zeichnen. Für
alle konkreten Maßangaben nutzen Sie möglichst die F8-Taste (EINGABE) und geben die
Maße dann im Dialogfenster ein.
Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ und beginnen Sie mit dem Zeichnen eines
Rechtecks (Zeichnen > Polygon > Rechteck) mit den Abmessungen 140 mm x 70 mm
(Bild 1).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
143
Bild 1
Zeichnen Sie ein weiteres Rechteck mit den Maßen 200 mm x 30 mm, dessen unterer linker
Eckpunkt mit dem unteren linken Eckpunkt des ersten Rechtecks identisch ist. Nutzen Sie
dazu die Fangfunktion „Eck-/Endpunkt“. Um das zweite Rechteck am ersten Rechteck
auszurichten, wählen Sie die Funktion Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert,
Rahmen horizontal. Identifizieren Sie das zweite Rechteck und ziehen Sie mit Hilfe der
Fangfunktion „Eck-/Endpunkt“ einen Rahmen über dem ersten Rechteck auf. Zu diesem
Rahmen wird das zweite Rechteck horizontal ausgerichtet (Bild 2).
Bild 2
Die beiden so positionierten Rechtecke werden mit dem Befehl Trimmen > Fläche / Kurve
trimmen > Vereinigung (A=A+B) zu einem Objekt verschmolzen. Dazu müssen Sie nur
hintereinander beide Rechtecke identifizieren. Ihre Zeichnung sollte jetzt wie Bild 3
aussehen.
Bild 3
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
144
Praxis
Als nächstes soll der Kontur ein Dreieck hinzugefügt werden. Aus der fertigen Endzeichnung
können Sie entnehmen, dass es sich um ein rechtwinkliges, gleichschenkliges Dreieck mit
einer „Hypotenuse“ (der längsten Seite) von 120 mm handelt (Bild 4). Zur Konstruktion des
Dreiecks werden zwei Wege vorgestellt: ein grafischer und ein mathematischer.
90,0°
45 ,
0°
0°
45 ,
Hypotenuse 120,0
Bild 4
Der grafische Weg
Für die grafische Konstruktion des oben angedeuteten Dreiecks zeichnen Sie ein Rechteck
mit der Kantenlänge von 120 mm x 120 mm an einer beliebigen Stelle des Arbeitsblattes.
Legen Sie die beiden Diagonalen als Hilfskonstruktionsgeraden in das gezeichnete Rechteck
mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Standard und mit Hilfe
der Fangfunktion „Eck-/Endpunkt“. Aus dieser Hilfskonstruktion können Sie nun das
gewünschte Dreieck bestimmen (Bild 5).
3
2
1
Bild 5
Wählen Sie den Befehl Zeichnen > Polygon > Dreieck und fangen Sie zunächst die beiden
unteren Punkte (1) und (2) des Rechtecks und dann den Schnittpunkt der beiden
Hilfskonstruktionsdiagonalen (3). Nachdem Sie so das Dreieck konstruiert haben, können
Sie sowohl das Quadrat als auch die Hilfskonstruktionslinien mit Gestalten > Objekte
löschen wieder löschen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
145
Der mathematische Weg
Diese Methode erfordert ein wenig mehr Wissen über die mathematischen Zusammenhänge
bei der Konstruktion von Dreiecken, erweist sich allerdings in der Ausführung als der
deutlich schnellere Weg. Wählen Sie den Befehl Zeichnen > Polygon > Dreieck. Den ersten
Punkt können Sie an beliebiger Stelle auf Ihrem Blatt setzen. Nun betätigen Sie die Taste
F8 und geben unter Verwendung von Polarkoordinaten die Länge und den Winkel der
Hypotenuse ein. Nehmen wir an, dass der erste gesetzte Punkt unten links liegt, so muss
folgende Eingabe erfolgen: l=120 w=0 . Mit diesen Koordinaten wird Malz++Kassner CAD6
angewiesen, den folgenden Punkt im Abstand von 120 mm (l=120) vom letzten eingegebenen Punkt mit einem Winkel von 0° (w=0) von der mathematischen Nulllage aus zu
setzen. Schließen Sie die Eingabe mit der Taste EINGABE ab und betätigen Sie noch einmal
die Taste F8 (EINGABE). Auch die folgenden Koordinaten werden in Polarform eingetippt.
Der Winkel des rechten Schenkels ist (von der mathematischen Nulllage aus gerechnet)
135° und die Länge des Schenkels A berechnet sich nach dem Satz des Pythagoras: Die
Höhe ist identisch mit der halben Hypotenuse C. Dies lässt sich einfach am geometrischen
Beispiel erkennen (Bild 6).
2
90,0°
A
,0°
h
0°
,
90
C
135
0°
h
C
2
45,
A
2
120,0
Bild 6
Die Eingabe in der Statuszeile lautet entsprechend der Formel: l=sqrt(60^2+60^2) w=135
.
Zurück zur Kontur
Um das Dreieck nun zu der bereits vorhandenen Kontur korrekt auszurichten, legen Sie
zunächst im Abstand von 20 mm zur unteren Konturhorizontalen eine Hilfskonstruktionslinie an. Wählen Sie dazu den Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele, numerisch und geben Sie den gewünschten Abstand ein. Mit dem Befehl
Gestalten > Objekte bewegen > Standard und aktiver Fangfunktion „Kante“ legen Sie das
Dreieck jetzt mit der Unterkante auf die Hilfskonstruktionslinie. Das Dreieck wird mit dem
Befehl Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert, Rahmen horizontal waagerecht an der
Kontur ausgerichtet, wie zuvor bei der Positionierung der beiden Rechtecke erläutert.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
146
Praxis
Bild 7
Auch diese beiden Konturen werden mit dem Befehl Trimmen > Fläche / Kurve trimmen >
Vereinigung (A=A+B) zusammengefasst.
Bild 8
Von dieser Grundkontur müssen weitere Flächen abgezogen werden. Zeichnen Sie ein
Rechteck mit dem unteren linken Eckpunkt auf der Konturecke 1 (siehe Bild 9).
1
Bild 9
Es hat die Maße 100 mm x 20 mm. Dieses Rechteck muss für die richtige Ausrichtung noch
horizontal positioniert werden (Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert, Rahmen
horizontal). Als Eckpunkte des Zentrierungsrahmens nutzen Sie zwei spiegelsymmetrisch
liegende Punkte der vorhandenen Kontur. Mit dem Befehl Trimmen > Fläche / Kurve
trimmen > Differenz (A=A-B) lassen sich die beiden Objekte nun vereinigen.
Identifizieren Sie dazu nur beide Objekte hintereinander. Es entsteht an der Stelle des
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
147
zuletzt konstruierten Rechtecks ein Loch in der Gesamtkontur. Diese Veränderung ist bei
einem nicht gefüllten Objekt optisch nicht zu erkennen.
Sie können die Veränderung an der Kontur leicht überprüfen, indem Sie mit dem Befehl
Gestalten > Merkmale ändern den Füllmodus auf „beides“ setzen. Nun erkennen Sie die
entstandene Aussparung. Objekte, die hinter der Kontur liegen, würden jetzt an der Stelle
der Aussparung zu sehen sein.
Von der vorliegenden Kontur muss ein weiteres Rechteck abgezogen werden. Zeichnen Sie
dazu an beliebiger Stelle auf dem Arbeitsblatt ein Rechteck mit den Abmessungen 60 mm x
40 mm und positionieren Sie es mit dem Befehl Gestalten > Objekte bewegen > Standard
so, dass es zu ungefähr (eine exakte vertikale Ausrichtung ist hier nicht erforderlich)
gleichen Teilen nach oben und unten über den oberen Konturteil hinausragt. Zentrieren Sie
das Rechteck danach horizontal (Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert, Rahmen
horizontal).
Bild 10
Beide Objekte werden mit dem Befehl Trimmen > Fläche / Kurve trimmen > Differenz
(A=A-B) zusammengefasst (Bild 11).
1
Bild 11
Legen Sie mit dem Befehl Zeichnen > Kreis > Standard einen Kreis mit dem Radius 14 mm
und dem Mittelpunkt auf dem Kontureckpunkt 1 (Bild 11) an. Zentrieren Sie den Kreis
horizontal auf die Ihnen bereits bekannte Weise mit dem Befehl Gestalten > Objekte
ausrichten > Zentriert, Rahmen horizontal. Auch dieses Objekt wird mit dem Befehl
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
148
Praxis
Trimmen > Fläche / Kurve trimmen > Differenz (A=A-B) von der bereits vorhandenen
Kontur abgezogen (Bild 12).
Bild 12
Legen Sie auf Ihrem Arbeitsblatt ein weiteres Rechteck mit den Maßen 10 mm x 30 mm an.
Dieses Rechteck zentrieren Sie mit dem Befehl Gestalten > Objekte ausrichten >
Zentriert, Rahmen beides zwischen den Punkten 1 und 2 (Bild 13) horizontal und vertikal.
2
1
Bild 13
Mit dem Befehl Gestalten > Objekte bewegen > Relativ. können Sie nun das positionierte
Rechteck auf die an der Mittelsenkrechten gespiegelte Position bewegen. Schalten Sie dazu
in dem Dialogfeld das Markierungsfeld „Duplikat“ ein und geben Sie für die Kopie des
Rechtecks in horizontaler Richtung einen Wert von 170 mm an.
Hier wird nicht der Befehl Gestalten > Objekte spiegeln > Gerade genutzt, weil dafür
eine Spiegelachse zum Identifizieren erforderlich gewesen wäre, die zu diesem Zeitpunkt
noch nicht vorliegt.
Auch diese beiden Rechtecke müssen der Kontur hinzugefügt werden. Es soll hier allerdings
nicht eine Differenz der Objekte erzeugt werden, sondern die große Kontur soll mit den
beiden Rechtecken kombiniert werden. Dies Verfahren führt dazu, dass die begrenzenden
Linien oben und unten erhalten bleiben. Wählen Sie den Befehl Trimmen > Fläche / Kurve
trimmen > Konturen kombinieren und identifizieren Sie alle zu kombinierenden Konturen
in einem Arbeitsschritt. Dies kann entweder durch Festhalten der Taste STRG beim
Identifizieren oder durch Drücken der Taste UMSCHALT und Aufziehen eines alle Objekte
erfassenden Rechtecks geschehen. Das Ergebnis dieser Operation wird nicht gleich sichtbar,
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
149
sie können es jedoch überprüfen, indem Sie (wie bereits vorher beschrieben) das Objekt mit
dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern einfärben (Bild 14).
Bild 14
Wählen Sie den Stift „0,25 mm\Volllinie schmal“. Mit dem Befehl Zeichnen > Schraffieren
> Objekte können Sie die Gesamtkontur jetzt schraffieren (Bild 15).
Bild 15
Nun sollen die Symmetrielinien in den Kreis und die Durchbrüche links und rechts gezeichnet werden. Klicken Sie auf den Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“ und beginnen Sie
mit dem Kreis. Nach Wahl des Befehls Zeichnen > Linie > Mittenkreuz fangen Sie den
Mittelpunkt des Kreises und zeichnen Sie ein Mittenkreuz, das über den unteren Rand der
Kontur hinausragt. Mit dem Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius bis
Punkt können Sie die senkrechte Linie bis ungefähr auf Höhe der Oberkante der Kontur
verlängern.
In der Aussparung links zeichnen Sie eine vertikale Linie mit dem Befehl Zeichnen > Linie
> Vertikal und dem Fangmodus „Mittelpunkt“. Verlängern Sie die Linie nach oben (Sie
müssen die Linie oberhalb des Mittelpunktes anklicken) mit dem Befehl Trimmen > Objekt
trimmen > Länge / Radius bis Punkt um 5 mm. Drücken Sie dafür nach der Identifikation
der Linie die Taste F8 und geben Sie 35 mm ein (30 mm vorhandene Länge plus 5 mm
Verlängerung). Wiederholen Sie den Vorgang mit dem unteren Ende und geben Sie hier
40 mm ein (Inzwischen 35 mm vorhandene Länge plus 5 mm Verlängerung).
Die so entstandene Mittelsenkrechte in der linken Aussparung kopieren Sie mit dem Befehl
Gestalten > Objekte spiegeln > Gerade bei eingeschaltetem Duplikat (Taste F7). Identifizieren Sie dazu erst die zu kopierende Gerade und klicken Sie dann als Bezugsgerade die
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
150
Praxis
eben angelegte Mittelsenkrechte durch den Kreis an (dies ist gleichzeitig die Symmetrieachse der gesamten Kontur). Natürlich hätten Sie auch hier wieder mit dem Befehl
Gestalten > Objekte bewegen > Relativ arbeiten können (Bild 16).
Bild 16
Zum Abschluss legen Sie noch die Bemaßungen an. Diese lassen sich bis auf den Durchmesser entweder mit dem Befehl Bemaßen > Bemaßen > Strecke, Punkte oder mit dem Befehl
Bemaßen > Bemaßen > Strecke, Objekt anbringen. Um die Maßzahl bei der Bemaßung des
Durchmessers mit dem Befehl Bemaßen > Bemaßen > Durchmesser, Objekt besser positionieren zu können, deaktivieren Sie bitte in dem Dialogfeld für die Bemaßungsparameter
(durch Drücken von UMSCH+ESC erreichbar) die Einstellungen für die Maßzahl „Dicht“ und
„Zentrieren“.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
151
Hinter die Maßzahl des Bohrungsdurchmessers in der Mitte des Objektes legen Sie nun noch
eine radierende Fläche. Anschließend entfernen Sie noch das Durchmesserzeichen in dieser
Maßzahl (Gestalten > Text editieren). Ihre Zeichnung sollte nun wie Bild 17 aussehen.
20,0
140,0
100,0
60,0
28
,
0
30,0
20,0
Ø10,0
20,0
15,0
80,0
120,0
200,0
Bild 17
An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass es in Verbindung mit den
Befehlen Trimmen > Fläche / Kurve trimmen > Vereinigung, Trimmen > Fläche / Kurve
trimmen > Schnitt und Trimmen > Fläche / Kurve trimmen > Differenz zu Problemen
kommen kann, wenn begrenzende Kanten parallel verlaufen und aufeinander liegen.
Vermeiden Sie, wenn möglich, solche Situationen durch gezielte Überlappungen. Nähere
Informationen zu diesem Thema enthält das elektronische Referenzhandbuch.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
152
Praxis
Getriebegehäuse
42,0
67,0
13,0
R6
,0
53,0
R
4,0
9,0
R
6,0
,0
58
Ø75
,0
56,0
R6
66,5
42,5
,0
R 6,0
R1
6,0
6,0
0
Ø75,
56,0
R
6,
0
R5
6,0
R
116,0
,0
R 40
R
0
4,
R4
,0
R
2,
5
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Bei der Zeichnung des Getriebegehäuses soll Ihnen das Generieren von komplexen und
verschachtelten Flächen erläutert werden. Es wird der sinnvolle Einsatz von Ebenen gezeigt,
um eine Zeichnung übersichtlich zu halten. Ebenen werden genutzt, um bereits fertige
Zeichnungsteile auszublenden.
Einstellungen
Grundlage für die Einstellungen zur Zeichnung des Getriebegehäuses ist wieder
Tutorial.mkd.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
153
Ihre Zeichnung wird im Format DIN A4 Hochkant angelegt. Die Einstellungen brauchen also
nicht verändert zu werden. Allerdings werden weitere Ebenen benötigt. Mit dem Befehl
Ansicht > Ebenen > Editieren ändern Sie den Namen der Ebene „Zeichnung“ mit dem
Taster „Name...“ in „Innere Gehäusewand“ und legen mit dem Taster „Neu...“ eine weitere
Ebene mit der Bezeichnung „Äußere Gehäusewand“ an. Wählen Sie die Ebene „Innere
Gehäusewand“ und verlassen den Dialog mit dem Taster „Aktivieren“.
Beginnen Sie die Zeichnung mit zwei Hilfskonstruktionsgeraden, die vertikal und horizontal
durch die Blattmitte gelegt werden (Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Horizontal und Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Vertikal). Für die genaue
Positionierung der Geraden sorgt die direkte Koordinateneingabe mit F8 (EINGABE). Als
Koordinaten können hier für die horizontale Gerade die y-Koordinate (_su+_so)/2 und für
die vertikale Gerade die x-Koordinate (_sl+_sr)/2 angegeben werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
154
Praxis
Die Mittelpunkte der inneren Gehäusekreise haben einen Abstand von 66,5 mm. Um die
Mittelpunkte präzise zu bestimmen, legen Sie ausgehend von der Horizontalen jeweils eine
Hilfskonstruktionsparallele im Abstand von 33,25 mm nach oben und unten an. In den so
entstandenen Schnittpunkten mit der vertikalen Hilfskonstruktionslinie befinden sich nun
die Mittelpunkte der Kreise. Nach der Wahl des Stiftes „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“
legen Sie die beiden Kreise mit einem Durchmesser von 56 mm (Zeichnen > Kreis >
Standard) an. Aktivieren Sie zum Fangen des Mittelpunktes den Fangmodus
„Hilfskonstruktion“ (siehe Bild 1).
Bild 1
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
155
Für die Kontur um die beiden Kreise werden zunächst zwei konzentrische Hilfskonstruktionskreise mit einem Durchmesser von 75 mm um die bereits vorhandenen Kreise angelegt.
Verwenden Sie dazu den Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis > Konzentrisch
und geben Sie den neuen Radius über die Taste F8 (EINGABE) ein (Bild 2).
Bild 2
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
156
Praxis
Um das Zentrum des dritten an der Kontur beteiligten Kreises zu ermitteln, legen Sie von
der vertikalen Mittelsenkrechten eine Hilfskonstruktionsgerade nach links mit dem Abstand
42,0 mm an (Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Parallele, numerisch). Eine
weitere Hilfskonstruktionsparallele im Abstand von 42,5 mm von der horizontalen
Hilfskonstruktionslinie durch den Mittelpunkt des oberen Kreises legt den Mittelpunkt des
dritten Kreisteils fest. Legen Sie in diesem Mittelpunkt einen Hilfskonstruktionskreis mit
dem Radius 16 mm an. Außerdem können Sie bereits zwei parallele Hilfskonstruktionsgeraden im Abstand von 6,5 mm rechts und links von der Mittelsenkrechten anlegen. Diese
beiden Linien bestimmen den Abstand im Übergangsstück von der inneren zur äußeren
Wand (siehe Bild 3).
Bild 3
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
157
Die Hilfskonstruktionskreise sind untereinander auf der linken und rechten Seite der inneren
Kontur jeweils mit Kreisbögen mit dem Radius 6 mm verbunden. Diese Kreisbögen werden
nun der Zeichnung mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Radius - Objekt - Objekt
hinzugefügt. Nach Eingabe des gewünschten Radius identifizieren Sie jeweils die
betroffenen Hilfskonstruktionskreise und klicken dann in dem Objektauswahlfenster solange
auf den Taster „Vorwärts“, bis das gewünschte Teilkreiselement auf dem Bildschirm
erscheint.
Verfahren Sie so mit allen Kreisbögen der inneren Konturen (Bild 4).
Bild 4
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158
Praxis
Ergänzen Sie nun die fehlenden Kreisbogenstücke zwischen den 6 mm Verbindungskreisbögen mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Auf Kreis. Identifizieren Sie dazu jeweils
den entsprechenden Hilfskonstruktionskreis und fangen Sie die Start- und Endpunkte der
bereits existierenden Kreisbögen mit dem Fangmodus „Eck-/Endpunkt“ (siehe Bild 5).
Bild 5
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
159
Um den korrekten Übergang von der inneren Wand zur äußeren Wand konstruieren zu
können, erstellen Sie zu dem oberen großen Hilfskonstruktionskreis einen konzentrischen
Kreis mit dem Radius 52 mm und für den unteren einen konzentrischen Kreis mit dem
Radius 50 mm (Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis > Konzentrisch). Dieser Wert
ergibt sich aus dem Teilkreisradius der äußeren Wandkontur (56 mm / 58 mm) minus der
Wandstärke von 6 mm (siehe Bild 6).
Bild 6
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
160
Praxis
Die fehlenden Kreisbögen werden jetzt mit einem Radius von 4 mm eingesetzt. Dazu
verwenden Sie bitte wieder den Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Radius - Objekt - Objekt.
Die Kreisbögen liegen nun tangential an den gerade konstruierten Hilfskonstruktionskreisen
und den 6,5 mm von der Mittelsenkrechten entfernten Hilfskonstruktionslinien. Verbinden
Sie die Übergänge der 6 mm Radien zu den zugehörigen 4 mm Radien mit einer Linie
(Zeichnen > Linie > Standard). Verwenden Sie dabei den Fangmodus „Eck-/Endpunkt“
(Bild 7).
Bild 7
Damit ist die innere Gehäusewand abgeschlossen. Sie können nun aus Gründen der
Übersichtlichkeit die gesamte vorhandene Hilfskonstruktion löschen. Wählen Sie dazu den
Befehl Gestalten > Objekte löschen und klicken Sie alle Hilfskonstruktionslinien an.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
161
Um für die weiteren Zeichnungsteile einen Bezug zu erhalten, errichten Sie mit dem Befehl
Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Mittenkreuz durch Fangen des
Mittelpunktes des Kreises A ein Mittenkreuz. Außerdem zeichnen Sie konzentrische
Hilfskonstruktionskreise mit dem Radius 58 mm um den Kreis A, mit 56 mm um Kreis B
sowie mit dem Radius 40 mm um Kreis C (siehe Bild 8).
A
C
B
Bild 8
Für die Konstruktion der äußeren Kontur ist die innere Gehäusewand nun nicht mehr
notwendig. In dem Dialogfeld Ansicht > Ebenen > Editieren wählen Sie die Ebene „Innere
Gehäusewand“ an. Deaktivieren Sie das Auswahlfeld „Anzeigen“ im Bereich „Gewählte
Ebene“. Wählen Sie als aktuelle Ebene „Äußere Gehäusewand“ ein und verlassen das
Dialogfeld mit dem Taster „Aktivieren“. Die innere Gehäusewand ist nun unsichtbar und
behindert bei den weiteren Arbeiten an der äußeren Kontur nicht.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
162
Praxis
Für die äußere Gehäusewand muss die Hilfskonstruktion nun um weitere Linien ergänzt
werden. Zeichnen Sie mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Parallele, numerisch eine Linie im Abstand 67 mm nach rechts von der Mittelsenkrechten
aus. Von der horizontalen Hilfskonstruktionslinie eine Parallele nach oben im Abstand von
53 mm und nach unten im Abstand von 116 mm (Bild 9).
Bild 9
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
163
Um die äußere Kontur der Wand beschreiben zu können, fehlen noch die Rundungen oben
und unten am rechten Rand. Von ihnen ist der Radius bekannt und ihre tangentiale Lage zu
den Hilfskonstruktionslinien. Damit können Sie den Kreis bereits als Hilfskonstruktionskreis
mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Kreis > Radius - Objekt - Objekt und
dem Radius 2,5 mm konstruieren. In Bild 10 sehen Sie die Konstruktion des Hilfskonstruktionskreises an dem oberen Teil der Kontur.
Bild 10
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
164
Praxis
Die äußere Kontur besteht aus Kreisbögen und Tangenten an den Kreisbögen. Da Start- und
Endpunkte der Kreisbögen nicht bekannt sind, legen Sie zunächst die gewünschten
Tangenten an die Hilfskonstruktionskreise, die die Kontur beschreiben. Wählen Sie den
Befehl Zeichnen > Tangente > Objekt - Objekt und identifizieren Sie hintereinander die
beiden Punkte auf zwei verschiedenen Kreisen, an denen die Tangente anliegen soll. In Bild
11 können Sie erkennen, an welchen Hilfskonstruktionskreisen die Linien tangential
anliegen müssen.
Bild 11
Es empfiehlt sich, hier mit verschiedenen Vergrößerungsstufen zu arbeiten, um die
Tangentialpunkte der kleinen, zuletzt gezeichneten Hilfskonstruktionskreise zu treffen und
Details deutlich zu erkennen. Verwenden Sie den Befehl Ansicht > Zoom > Ausschnitt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
165
Mit dem Befehl Zeichnen > Kreisbogen > Auf Kreis und dem Fangmodus „Eck-/Endpunkt“
können Sie nun die fehlenden Kreisbögen ergänzen, um eine geschlossene Kontur zu
erhalten (Bild 12).
Bild 12
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166
Praxis
Um nun eine Gehäusewand mit der Dicke 6 mm zu konstruieren, wählen Sie den Befehl
Zeichnen > Linie > Äquidistante. In dem Dialogfeld geben Sie 6 mm ein. Um eine
Äquidistante zu erzeugen, ist es erforderlich, zunächst das betroffene Element zu
identifizieren und dann die Seite zu bestimmen, auf der das äquidistante Objekt konstruiert
werden soll. Verfahren Sie so der Reihe nach mit allen Elementen, die einen Wandabstand
von 6 mm benötigen. Ausgenommen davon sind die beiden rechten Kreisbögen und die
rechte senkrechte Linie zwischen ihnen. Zu dieser Linie legen Sie eine Äquidistante im
Abstand von 9 mm nach innen (Bild 13).
Bild 13
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
167
In dem Bereich, wo sich die 9 mm Äquidistante mit der 6 mm Äquidistante schneidet,
müssen die beiden Linien nun mit Radius 4 mm gerundet werden. Dies geschieht mit dem
Befehl Trimmen > Ecken runden, Außenbogen > Objekt - Objekt. Geben Sie im Dialogfeld
4 mm ein und identifizieren Sie die beiden Linien an dem zu rundenden Ende (Bild 14).
Bild 14
Die Wand des Getriebegehäuses ist damit fertiggestellt. Um sie zu schraffieren, wählen Sie
den Befehl Zeichnen > Schraffieren > Generierte Fläche.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
168
Praxis
Identifizieren Sie alle sichtbaren Objekte. Dies kann durch Drücken von F10 (UMSCHALT+Q)
oder durch gleichzeitiges Drücken von UMSCHALT und Aufziehen eines alle Objekte
umfassenden Rechtecks erfolgen. Nun müssen Sie für jede Kontur, die erzeugt werden soll,
einen Bezugspunkt eingeben. Klicken Sie dazu einmal knapp innerhalb der inneren
Gehäusewand und einmal knapp außerhalb der äußeren Gehäusewand. Anschließend
beenden Sie die Punkteingabe (rechter Maustastenklick; falls der Workflow-Manager aktiv
ist und erscheint, darin Befehl beenden wählen). Der Bereich zwischen den beiden
angeklickten Konturen wird nun schraffiert (siehe Bild 15).
Bild 15
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
169
Jetzt kann die Hilfskonstruktion mit dem Taster auf der Leiste abgeschaltet werden.
Außerdem muss mit Hilfe von Ansicht > Ebenen > Editieren die Ebene „Innere
Gehäusewand“ wieder eingeblendet werden.
Bild 16
Beachten Sie, dass auch die Schraffur eine eigene Ebene besitzt und getrennt aus- und
eingeschaltet werden kann. Die Einstellung der Ebenen für bestimmte Zeichnungsobjekte
wie zum Beispiel Schraffur, Bemaßung oder Texte erfolgt global mit dem Befehl Ansicht >
Ebenen > Vorgaben.
Legen Sie nun die Symmetrielinien der Kreise mit dem Befehl Zeichnen > Linie >
Mittenkreuz und unter Verwendung des Stiftes „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“ in die
Zeichnung. Die Mittelsenkrechte der großen Kreise trimmen Sie mit dem Befehl Trimmen >
Objekt trimmen > Länge / Radius bis Punkt über die äußere Gehäusewand hinaus.
Für alle folgenden Bemaßungen von Radien und Durchmessern sollte das Zentrieren der
Maßzahl abgeschaltet werden. Dies geschieht in dem jeweiligen Dialogfeld mit dem entsprechenden Markierungsfeld. Außerdem verringern Sie die Textgröße aller Bemaßungen auf
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
170
Praxis
3,5 mm mit dem Befehl Beschriften > Maßparameter. Bemaßungen der Radien erfolgen
mit dem Befehl Beschriften > Bemaßen > Radius, Objekt. Auch die Durchmesser können
alle durch Identifikation mit dem Befehl Beschriften > Bemaßen > Durchmesser, Objekt
bemaßt werden. Alle Wandabstände sind am einfachsten mit dem Befehl Beschriften >
Bemaßen > Abstand, Objekt-Objekt auszumessen. Die übrigen Strecken können mit dem
Befehl Beschriften > Bemaßen > Strecke, Punkte in horizontaler oder vertikaler
Maßrichtung vermessen werden.
42,0
67,0
13,0
R6
,0
53,0
R
4,0
9,0
R
6,0
,0
58
Ø75
,0
56,0
R6
66,5
42,5
,0
R 6,0
R1
6,0
0
Ø75,
56,0
R
6,
0
R5
6,0
R
6,0
116,0
,0
R 40
R
0
4,
R4
,0
R
2,
5
Bild 17
Wählen Sie den Befehl Gestalten > Text editieren, um überflüssige Durchmesserzeichen bei
Maßzahlen zu entfernen und fügen Sie ggf. ein Schriftfeld und einen Zeichnungsrahmen
hinzu. Zum Schluss speichern Sie Ihre Zeichnung mit dem Befehl Datei > Zeichnung
speichern unter.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
171
Tabellen und Stücklisten
Linienarten
Linienbreiten / Liniengruppen
Breite Vollinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Breite Strichpunktlinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Strichlinie
0,18 0,25 0,35
0,5
0,7
Schmale Vollinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Schmale Strichpunktlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Freihandlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Dieses Beispiel soll Ihnen das Erstellen von Stücklisten und Tabellen erläutern. Sie lernen
unterschiedliche Möglichkeiten der Mehrfachkopie kennen und erfahren, wie Texte in
vorgegebenen Bereichen ausgerichtet werden. Außerdem wird kurz auf den Export von
Grafiken für andere Applikationen wie zum Beispiel Textverarbeitungsprogramme
eingegangen. Das vorliegende Beispiel ist eine Tabelle, wie sie in erweiterter Form bereits
in der Einführung zum Kapitel „Stift- und Ebenenkonzept“ vorkommt. Das Erstellen von
Stücklisten und Schriftfeldern für technische Zeichnungen verläuft vergleichbar.
Einstellungen
Tutorial.mkd
Grundlagen
Der Arbeitsgang bei der Erstellung einer Tabelle wird durch die Vorgaben, die den
verschiedenen Arten von Tabellen zugrunde liegen, bestimmt. Stücklisten für technische
Zeichnungen beruhen auf einem vorgegebenen Raster, Tabellen in technischen
Dokumentationen haben häufig einen vorgegebenen Raum zur Verfügung, der nicht
überschritten werden darf. Das hier vorliegende Beispiel besitzt einen inneren Rahmen von
140 mm mal 70 mm. Dies ist die Ausgangsvoraussetzung.
Beginnen Sie mit dem Stift „0,25 mm\Volllinie schmal“ und zeichnen Sie mit dem Befehl
Zeichnen > Polygon > Rechteck ein Rechteck mit den Abmessungen 140 mm mal 70 mm.
Lösen Sie dieses Rechteck mit dem Befehl Trimmen > Objekte trimmen > Komplett
zerlegen in einzelne Linien auf.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
172
Praxis
Wählen Sie nun den Befehl Konstruktion > Mehrfachkopie > Objekt. Dieser Befehl
ermöglicht es Ihnen, beliebige Objekte in unterschiedlicher Weise auf der Kontur eines
Objektes zu kopieren. In dem Beispiel sollen sieben horizontale Abschnitte erzeugt werden.
Ihr Abstand ist gleichbleibend. Das bedeutet, dass das gewünschte Objekt, die obere
horizontale Linie, auf der vertikalen Strecke siebenmal kopiert wird.
Identifizieren Sie die obere Linie und fangen Sie als Bezugspunkt den linken Startpunkt der
oberen horizontalen Linie (Fangmodus „Eck-/Endpunkt“). Identifizieren Sie jetzt als
Bezugsobjekt die vertikale Linie des Rechtecks. Wählen Sie in dem Dialogfeld den Eintrag
„linear“ und geben Sie sieben Abschnitte ein. Nun kann das Dialogfeld mit dem Taster „OK“
verlassen werden. Auf dem Arbeitsblatt sollten jetzt sieben horizontale Felder entstanden
sein (Bild 1).
Bild 1
Das angewandte Verfahren führt dazu, dass über den angegebenen Bereich acht Kopien des
Originalobjektes erzeugt werden. Dies bedeutet aber auch, dass an dem angegebenen Startund Endpunkt des Bezugsobjektes Kopien abgelegt werden. Dort liegen allerdings bereits
Linien (die Ober- und Unterkante des Rechtecks). Um hier im weiteren nicht ständig vom
Programm „gefragt“ zu werden, welche der (identischen) Linien Sie für eine Operation
benutzen wollen, löschen Sie oben und unten jeweils eine der beiden doppelten Linien.
Verwenden Sie zum Löschen den Befehl Gestalten > Objekte löschen oder drücken Sie die
Taste ENTF. Identifizieren Sie die obere horizontale Linie und bestätigen die Frage vom
Programm nach der gewünschten Linie mit dem Taster „OK“. Verfahren Sie genauso mit der
unteren Linie.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
173
Um die vertikalen Linien auf der rechten Seite zu erzeugen, verwenden Sie ebenfalls den
Befehl Konstruktion > Mehrfachkopie > Strecke. Identifizieren Sie dazu die rechte
vertikale Linie und bestimmen Sie den oberen Eckpunkt A der Linie (Fangmodus „Eck/Endpunkt“) als Bezugspunkt. Der Startpunkt der Abschnitte liegt ebenfalls auf dem
Eckpunkt A und als Endpunkt wird der Mittelpunkt M (Fangmodus „Mittelpunkt“) der oberen
horizontalen Linie gewählt. Es sollen fünf lineare Abschnitte entstehen (also sechs Linien),
wobei die linke vertikale Linie nach der Kopie wieder in doppelter Ausführung vorliegt.
Löschen Sie auch hier die doppelt vorhandene Linie (Bild 2).
M
A
Bild 2
Um die Linien der Zahlenspalten in der obersten Zeile bis auf 2 mm zu verkürzen, legen Sie
sich eine Hilfskonstruktionslinie an, deren Schnittpunkt mit den einzelnen Linien später als
Trimmpunkt dienen soll. Wählen Sie den Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion
Endloslinie > Parallele, numerisch und geben Sie als Abstand 2 mm ein. Identifizieren Sie
die zweite horizontale Linie von oben und legen Sie die Hilfskonstruktionslinie oberhalb an
(Bild 3).
Bild 3
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
174
Praxis
Mit dem Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius bis Objekt können Sie nun
die vier mittleren vertikalen Linien im rechten Teil der Tabelle bis zu der
Hilfskonstruktionslinie trimmen. Identifizieren Sie dazu jede Linie jeweils im oberen Bereich
und klicken Sie danach die Hilfskonstruktionslinie an, bis zu der das Objekt getrimmt
werden soll (Bild 4).
Bild 4
Die Grundstruktur der Tabelle ist damit erstellt. Legen Sie jetzt ein erstes Textfeld in der
linken oberen Zeile an. Editieren Sie den Text mit dem Befehl Beschriften > Text >
Standard. Geben Sie als Text Linienarten ein. Der Text sollte linksbündig in einer 5 mm
hohen Schrift (im Beispiel die TrueType-Schrift „Arial“) angelegt werden. Verlassen Sie den
Dialog mit dem Taster „OK“ und positionieren Sie den Text mit dem gewünschten Abstand
zum linken Rand. Um den Text nun vertikal auszurichten, wählen Sie den Befehl Gestalten
> Objekte ausrichten > Zentriert, Rahmen vertikal. Identifizieren Sie den Text und geben
Sie als Rahmen den oberen linken und unteren rechten Eckpunkt des umgebenden Feldes
ein (Fangmodi „Eck-/Endpunkt“ und „Schnittpunkt“). Siehe Bild 5.
A
Linienarten
B
Bild 5
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
175
Dieser Text dient als Mustervorlage. Er wird in alle weiteren Textblöcke passend
vervielfältigt, da er bereits fertig formatiert vorliegt. Mit dem Befehl Konstruktion >
Mehrfachkopie > Schrittweise können Sie den Text nun in alle Felder unter dem bereits
belegten Feld kopieren. Identifizieren Sie dazu den vorhandenen Text und wählen den
oberen linken Eckpunkt des Feldes mit dem Texteintrag als Bezugspunkt.
Der Startpunkt liegt diesmal auf dem oberen linken Eckpunkt des Feldes (A) und der
Endpunkt auf dem unteren Eckpunkt des gleichen Feldes (B). In dem Dialogfeld wählen Sie
sechs lineare Abschnitte und bestätigen die Eingabe mit dem Taster „OK“ (Bild 6).
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Bild 6
Mit dem Befehl Beschriften > Text > Standard geben Sie den Text
Linienbreiten/Liniengruppen ein. Stellen Sie in dem Dialogfeld die Textausrichtung auf
„Zentriert“, die Textgröße auf 4 mm und den Textstil auf „Kursiv Fett“. Positionieren Sie
den Text in dem dafür vorgesehenen Tabellenfeld und richten Sie ihn mit dem Befehl
Gestalten > Objekte ausrichten > Zentriert, Rahmen beides im Rahmen aus. Nutzen Sie
als rechten unteren Eckpunkt des Rahmens den Schnittpunkt der vorher angelegten
Hilfskonstruktionsgeraden mit der vertikalen rechten Linie (Bild 7).
Linienarten
Linienbreiten / Liniengruppen
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Linienarten
Bild 7
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
176
Praxis
Auf die gleiche Weise legen Sie mittenzentriert den Text 0, in das erste Zahlenfeld oben
links mit der Höhe von 5 mm in Standardschrift. Richten Sie ihn auf die bekannte Weise an
den Feldgrenzen aus. Dieses Textelement wird nun von Ihnen in alle weitere Zahlenfelder
kopiert. Wählen Sie dazu den Befehl Konstruktion > Mehrfachkopie > Feld und
identifizieren Sie das Textobjekt. Der Bezugspunkt liegt oben links im Eckpunkt des
Tabellenfeldes (A). Dieser Punkt ist zugleich Eckpunkt eins. Eckpunkt zwei liegt auf dem
oberen linken Eckpunkt des untersten Zahlentabellenfeldes (B) und Eckpunkt drei auf dem
oberen linken Eckpunkt des untersten rechten Tabellenfeldes (C). In dem ersten Dialogfeld
geben Sie für die vertikalen linearen Abschnitte 5 ein (sechs Kopien) und in dem zweiten
Dialogfeld für die horizontalen Abschnitte 4 (fünf Kopien). Siehe Bild 8.
A
Linienbreiten / Liniengruppen
Linienarten
Linienarten
0,
0,
0,
0,
0,
Linienarten
0,
0,
0,
0,
0,
Linienarten
0,
0,
0,
0,
0,
Linienarten
0,
0,
0,
0,
0,
Linienarten
0,
0,
0,
0,
0,
Linienarten
0,
0,
0,
0,
0,
C
B
Bild 8
Nun liegen alle Textobjekte ausgerichtet vor. Sie können die Texte mit dem Befehl
Gestalten > Text editieren nach der Vorlage eingeben. Dazu ist es erforderlich, jeden Text,
dessen Inhalt verändert werden soll, zu identifizieren (siehe Bild 9).
Linienarten
Linienbreiten / Liniengruppen
Breite Vollinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Breite Strichpunktlinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Strichlinie
0,18 0,25 0,35
0,5
0,7
Schmale Vollinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Schmale Strichpunktlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Freihandlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Bild 9
Geben Sie dem Text Linienarten nun noch einen anderen Schriftstil. Mit dem Befehl
Gestalten > Merkmale ändern können Sie den Text fett und kursiv darstellen. Klicken Sie
nach dem Identifizieren des Textobjektes in dem Dialogfeld den Taster „Speziell...“ an und
ändern Sie den Schriftstil in der Liste von „Standard“ auf „Fett Kursiv“.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
177
Zum Schluss soll der Tabelle durch unterschiedliche Linienbreiten und einige Hervorhebungen noch ein besseres Aussehen verliehen werden. Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie
breit“ und zeichnen Sie den äußeren Rahmen nach (Fangmodus „Eck-/Endpunkt“). Wechseln
Sie auf den Stift „0,25 mm\Volllinie schmal“ zurück und legen Sie mit dem Befehl Zeichnen
> Linie > Äquidistante eine dünne Linie um das zuletzt gezeichnete Rechteck. Die Linie
soll im Abstand von 0,7 mm zu dem Rechteck liegen. Identifizieren Sie dazu das Rechteck
und klicken Sie einen Bezugspunkt außerhalb der Fläche an. Die Ecken sollten nicht
gerundet werden (Bild 10).
Linienarten
Linienbreiten / Liniengruppen
Breite Vollinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Breite Strichpunktlinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Strichlinie
0,18 0,25 0,35
0,5
0,7
Schmale Vollinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Schmale Strichpunktlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Freihandlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Bild 10
Die Trennlinie in der Mitte der Tabelle kann mit dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern
mit den Merkmalen des Stiftes „0,5 mm\Volllinie breit“ versehen werden. Dazu wird in dem
Dialogfeld der entsprechende Eintrag aus der Liste gewählt und das Markierungsfeld
„Fixieren“ gesetzt.
Um die Liniengruppen 0,5 mm und 0,7 mm optisch hervorzuheben, soll ein Grauraster
hinterlegt werden. Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ und zeichnen Sie um den
Bereich, der später mit Grauraster hinterlegt erscheinen soll, ein Rechteck. Verwenden Sie
dazu die Fangfunktion. Mit dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern setzen Sie den
Füllmodus des gezeichneten Rechtecks auf „Füllung & Kontur“ und klicken auf das Feld für
„Füllfarbe“, um das gewünschte Grauraster (oder eine beliebige Farbe) anzuwählen (Bild
11).
Linienarten
Linienbreiten / Liniengruppen
Breite Vollinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Breite Strichpunktlinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Strichlinie
0,18 0,25 0,35
0,5
0,7
Schmale Vollinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Schmale Strichpunktlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Freihandlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Bild 11
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
178
Praxis
Da das Rechteck zuletzt gezeichnet worden ist und nun die Füllung alle hinter ihm
liegenden Objekte verdeckt, muss jetzt noch die Reihenfolge der Objekte verändert werden.
Mit dem Befehl Gestalten > Reihenfolge > Nach hinten können Sie das Rechteck in den
Hintergrund legen (Bild 12).
Linienarten
Linienbreiten / Liniengruppen
Breite Vollinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Breite Strichpunktlinie
0,25 0,35
0,5
0,7
1,0
Strichlinie
0,18 0,25 0,35
0,5
0,7
Schmale Vollinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Schmale Strichpunktlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Freihandlinie
0,13 0,18 0,25 0,35
0,5
Bild 12
Export
Zwischenablage
Um diese Grafik nun in anderen Programmen einzusetzen, gibt es verschiedene
Möglichkeiten. Der übliche Weg dürfte das Kopieren über die Zwischenablage sein. Dazu
wählen Sie den Befehl Bearbeiten > Kopieren. Die Grafik kann jetzt aus allen Programmen,
die mit der Zwischenablage zusammenarbeiten und vektorielle Grafiken verarbeiten können,
importiert werden.
EMF
Mit dem Befehl Datei > Export > Erweitertes Metafile können Sie beliebige Objekte in eine
Erweiterte Metafile-Datei schreiben. Hierzu werden die aktiven Ausgabemerkmale benutzt.
Die meisten vektoriell arbeitenden 32bit-Programme unter Windows können dieses Format
lesen.
Möchten Sie vorhandene EMF-Dateien in Malz++Kassner CAD6 einlesen, verwenden Sie den
Befehl Datei > Import > Erweitertes Metafile.
Falls Sie die Wahl zwischen EMF oder WMF haben, sollten Sie immer EMF-Dateien
vorziehen. Diese nutzen 32Bit-Koordinaten, komplexe Flächenbeschreibungen mit
Bézierkurven, geschachtelte Konturen und weitere spezielle Strukturen, die zu
hochauflösenden, geräteunabhängigen Daten führen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
179
WMF
Mit dem Befehl Datei > Export > Windows Metafile können Sie beliebige Objekte in eine
Windows Metafile-Datei schreiben. Hierzu werden die aktiven Ausgabemerkmale benutzt.
Die meisten vektoriell arbeitenden 16bit-Programme unter Windows können dieses Format
lesen.
Möchten Sie vorhandene WMF-Dateien in Malz++Kassner CAD6 einlesen, verwenden Sie den
Befehl Datei > Import > Windows Metafile.
BMP
Eine weitere Exportmöglichkeit bietet das Windows Bitmap-Format. Mit dem Befehl Datei >
Export > Windows Bitmap können Sie jede Grafik in eine BMP-Datei schreiben und in
Programme einbinden, die Rastergrafiken lesen können.
Möchten Sie vorhandene BMP-Dateien in Malz++Kassner CAD6 einlesen, verwenden Sie den
Befehl Datei > Import > Windows Bitmap.
Einstellungen
Neben den Standardobjekten gibt es auch die Möglichkeit, Hilfskonstruktionen,
Markierungen und Raster mit auszugeben. Dies kann zum Beispiel bei technischen Dokumentationen sehr hilfreich sein. Viele der in diesem Tutorial eingesetzten Grafiken wurden
mit Malz++Kassner CAD6 erstellt und die Ausgabe exportiert. Die Einstellung der
Ausgabeparameter erfolgt für den Export in einem Dialogfeld, welches man mit dem Befehl
Ansicht > Zeichnungs-Einstellungen > Ausgabe erhält. Diese Parameter können auch
separat noch einmal mit dem Taster „Optionen“ in dem Dialogfeld Datei > Zeichnung
drucken eingestellt werden.
Für den Export einzelner Elemente der aktuellen Zeichnung in eine Malz++Kassner CAD6Datei verwenden Sie den Befehl Datei > Export > Malz++Kassner CAD6 (*.MKD).
Sollte Ihr Programm, in das Malz++Kassner CAD6-Grafiken importiert werden sollen,
nicht in der Lage sein, TrueType-Schriften zu verwalten oder mit der Darstellung der
TrueType-Schriften Probleme haben, so sollten Sie in den Ausgabeparametern das
Markierungsfeld „TrueType immer als Fläche“ setzen. Diese Einstellung sorgt dafür, dass alle
Zeichensätze vor dem Export (egal, ob über Zwischenablage, WMF oder Druckerausgabe) in
Flächen umgewandelt werden.
Dieses Verfahren kann auch dann hilfreich sein, wenn die TrueType-Schriften beim Ausdruck
aus Malz++Kassner CAD6 von Ihrem Drucker nicht korrekt wiedergegeben werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
180
Praxis
Diagramme
100
10
Leiterbreite in mm
20
15
0
60
80
35
Le
ite
rd
ick
e
in
µm
1
0,1
1
10
100
Leiterwiderstand Cu in m
1000
10000
je m
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Malz++Kassner CAD6 ermöglicht es, auf einfache Weise auch komplexe Diagramme für
verschiedenste technische Anwendungsgebiete zu erstellen. Als Beispiel soll hier ein
doppelt logarithmisches Widerstandsdiagramm erstellt werden, das den ohmschen
Leiterbahnwiderstand im Verhältnis zur Leiterbreite darstellt.
Einstellungen
Tutorial.mkd, die Zeichnung wird im Format DIN A4 quer angelegt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
181
Legen Sie zunächst die späteren Abmessungen des Diagramms fest. Dazu zeichnen Sie mit
dem Stift „0,25 mm\Volllinie schmal“ oder einem selbstdefinierten, dünnen Stift und den
Befehlen Zeichnen > Linie > Horizontal und Zeichnen > Linie > Vertikal die linke bzw.
untere Diagrammbegrenzung. Lassen Sie genug Platz für weitere Beschriftung. Sie können
das Diagramm zwar später noch skalieren, jedoch erspart rechtzeitiges Bedenken dieser
Dinge später höheren Arbeitsaufwand. Damit das Diagramm einen abgeschlossenen Eindruck
macht, dürfen die Linien nicht über den Schnittpunkt hinausragen. Verwenden Sie daher bei
der Konstruktion den Fangmodus „Eck-/Endpunkt“ (Bild 1).
Bild 1
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
182
Praxis
Die Einteilung des Diagramms erfolgt in X-Richtung in vier Dekaden und in Y-Richtung in
drei Dekaden. Um die Gitternetzlinien zu erstellen, verwenden Sie den Befehl Konstruktion
> Mehrfachkopie > Strecke. Beginnen Sie mit der X-Einteilung. Identifizieren Sie die
vertikale Linie und wählen Sie den Schnittpunkt der beiden Geraden als Bezugspunkt
(Fangmodus „Schnittpunkt“). Startpunkt ist ebenfalls der Schnittpunkt und Endpunkt ist der
Endpunkt der horizontalen Linie. Aktivieren Sie in dem Dialogfeld den Auswahlknopf
„Logarithmisch“ und geben Sie 4 als Anzahl der Dekaden an. Verlassen Sie den Dialog mit
dem Taster „OK“ (Bild 2).
Bild 2
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
183
Verfahren Sie genauso bei der Mehrfachkopie der horizontalen Linie. Der Startpunkt bleibt
identisch, und der Endpunkt liegt auf dem oberen Ende der vertikalen Linie. Die Anzahl der
Dekaden beträgt hier drei (Bild 3).
Bild 3
Jetzt haben Sie ein logarithmisches Zeichnungspapier als Grundraster für das Diagramm
bereits erstellt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
184
Praxis
Beschriften Sie nun die Achsenabschnitte mit den entsprechenden Werten. Im Beispiel
wurde eine 4 mm hohe Schrift gewählt. Die X-Achsen-Beschriftung kann auch um 90°
gedreht erfolgen. Dazu geben Sie in dem Dialogfeld Beschriften > Texte > Einzeilig einen
entsprechenden Drehwinkel vor. Um die Beschriftung auf einer Linie auszurichten, erstellen
Sie eine horizontale und eine vertikale Hilfskonstruktionslinie parallel zu den jeweiligen
Achsen. Auf diesen Linien können Sie die Beschriftungstexte mit der Fangfunktion „Kante“
platzieren. Für eine bessere optische Wirkung wurde zusätzlich noch mit dem Befehl
Zeichnen > Polygon > Rechteck ein Rahmen in der Stärke 0,5 mm um das Diagramm gelegt
(Bild 4).
100
10
1
0,1
1
10
100
1000
Bild 4
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
10000
Praxis
185
Nun können Sie beginnen, Ihre Graphen mit dem Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ in das
Diagramm einzutragen. Dies kann mit Hilfe von Stützpunkten und unter Verwendung von
Splines bzw. Bézierkurven geschehen oder aber, wie in diesem Beispiel, durch eine Gerade
mit definiertem Start- und Endpunkt. Beginnen Sie mit der Geraden (20 µm) durch die
Punkte (9000/0,1) und (30/30). Diese Punkte sind bereits alle als Schnittpunkt in der
Grafik vorhanden. Schalten Sie den entsprechenden Fangmodus „Schnittpunkte“ ein, um die
Linie präzise zu positionieren. Um die Linie nun bis zu den Diagrammgrenzen zu verlängern,
wählen Sie den Befehl Trimmen > Objekt trimmen > Länge / Radius bis Objekt,
identifizieren die zuletzt gezeichnete Linie an ihrem oberen Ende und klicken auf die
oberste horizontale Diagrammlinie als Bezugsobjekt (Bild 5).
100
10
1
0,1
1
10
100
1000
Bild 5
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
10000
186
Praxis
Da es sich bei dem Graphen im Beispiel um eine parallel liegende Kennlinienschar handelt,
braucht die gezeichnete Linie nur mit eingeschaltetem Duplikat lotrecht zu den vertikalen
Diagrammlinien auf die neuen Bezugspunkte bewegt zu werden. Aktivieren Sie das Duplikat
mit der Taste F7 und bewegen Sie den ersten Graphen mit dem Befehl Gestalten > Objekt
bewegen > Lotrecht. Identifizieren Sie die bereits gezeichnete Kennlinie und wählen Sie
als Bezugslinie eine beliebige vertikale Diagrammlinie. Die Wahl des Bezugspunktes ist von
entscheidender Bedeutung. Hier sollte möglichst ein Punkt gewählt werden, an dem die
neue Kennlinie einen Schnittpunkt oder eine vorher gesetzte Markierung im Diagramm
berührt. Dieser Punkt muss nun nur noch auf den neuen Zielpunkt verschoben werden. Für
die erste Kopie können Sie als Bezugspunkt den unteren Eckpunkt wählen und ihn auf den
Punkt (5000/0,1) bewegen. Verfahren Sie so mit allen weiteren Kennlinien. Entsprechende
Bezugspunkte können Sie dem Beispieldiagramm entnehmen (Bild 6).
100
10
1
0,1
1
10
100
1000
10000
Bild 6
Um die Kennlinien mit einer Beschriftung im richtigen Drehwinkel versehen zu können,
muss der Winkel der Linien ausgemessen werden. Deshalb wird mit dem Befehl Beschriften
> Bemaßen > Winkel, Linie - Linie eine Bemaßung zwischen Kennlinie und horizontaler
Diagrammlinie angelegt. Die Parameter spielen keine Rolle, da der Bemaßung nur der
Winkelwert entnommen werden soll und sie danach sofort wieder gelöscht wird. Dies
geschieht am einfachsten mit dem Befehl Bearbeiten > Undo (RÜCKTASTE).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
187
Den ausgemessenen Winkelwert geben Sie in dem Dialogfeld Beschriften > Text > Standard
mit negativem Vorzeichen ein, da der Text im Uhrzeigersinn, mathematisch negativ,
gedreht werden soll. Als Schriftgröße sind im Beispiel 3 mm gewählt. Fügen Sie in dem
Diagramm die Texte an den Kennlinien ein. Um einen neuen Text einzugeben, muss der
Befehl nicht jedesmal neu aufgerufen werden. Es reicht aus, den Befehl mit den Tasten
UMSCHALT+ESC (N) neu zu starten und einen neuen Text einzugeben (Bild 7).
100
10
20
15
0
60
80
35
Le
it e
rd
i
ck
e
in
µm
1
0,1
1
10
100
1000
Bild 7
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
10000
188
Praxis
Die Texte liegen nun direkt über den Linien und sind schwer zu erkennen. Aus diesem Grund
wird hinter jeden Text in dem Diagramm eine radierende Fläche gelegt, der die jeweiligen
Elemente hinter dem Text ausblendet. Mit dem Befehl Zeichnen > Polygon > Beliebig kann
eine Fläche über jedem Text aufgezogen werden, die ihn komplett überdeckt, und der dann
mit Gestalten > Merkmale ändern der Füllmodus „Radierer“ zugewiesen wird. Anschließend
wird mit dem Befehl Gestalten > Reihenfolge > Nach vorn der Text durch Anklicken
innerhalb der radierenden Fläche wieder in den Vordergrund geholt (Bild 8).
100
10
20
15
0
60
80
35
Le
it e
rd
i
ck
e
in
µm
1
0,1
1
10
100
1000
Bild 8
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10000
Praxis
189
Zum Schluss erfolgt noch die Achsenbeschriftung. Die Texte werden mit dem Befehl
Beschriften > Text > Standard eingegeben. Das Omega-Zeichen stammt aus einem
griechischen Zeichensatz und wurde separat eingesetzt. Die Pfeile sind gerade Maßlinien.
Um sie auszurichten, legen Sie mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion
Endloslinie > Horizontal in die Mitte der X-Achsenbeschriftung eine Hilfskonstruktionsgerade. Mit dem Befehl Beschriften > Maßlinie > Gerade und dem Fangmodus „Kante“
lässt sich der Maßpfeil genau horizontal ausrichten. Mit dem vertikalen Maßpfeil wird
entsprechend verfahren (Bild 9).
100
10
Leiterbreite in mm
20
15
0
60
80
35
Le
ite
rd
ick
e
in
µm
1
0,1
1
10
100
Leiterwiderstand Cu in m
1000
10000
je m
Bild 9
Alternative Diagrammformen
Auf gleiche Weise lassen sich einfach logarithmische und lineare Diagramme erstellen. Dafür
wird bei der Mehrfachkopie für eine oder beide Achsen eine lineare Teilung verwendet.
Nichtlineare Kennlinien, von denen nur Stützpunkte bekannt sind, werden mit der Splineoder Bézierkurve angenähert. Siehe dazu auch das nachfolgende Beispiel „Hosenrohr“.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
190
Praxis
(105)
72,0
49,0
30,0
0
12,0
Hosenrohr
6,0
2,2
3,7
6,0
4,5
120,0
87,0
9,0
78,0
20,0
60,0
(122)
15,0
69,0
t=1
25,5
45,0
3,7
0,8
3,0
30,0
30,0
105,0
75,0
60,0
39,0
0
0
210,0
(216)
Zuschnitt Hosenrohr
Dieses Kapitel nutzt einige Funktionen, die nur in Malz++Kassner CAD6 Pro, CAD6 Studio
und/oder CAD6 Industrie verfügbar sind!
Inhalt
Am Beispiel des Hosenrohrs soll Ihnen der Einsatz von Splinekurven in technischen Zeichnungen verdeutlicht werden. Außerdem lernen Sie weitere Bemaßungstechniken kennen.
Für eine bessere Übersicht wird ein Teil der weiteren Darstellungen in einer verkleinerten
Ansicht gezeigt.
Einstellungen
Tutorial.mkd, die Zeichnung wird im Format DIN A4 quer angelegt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
191
Grundlagen
Wichtigster Bestandteil des Hosenrohrzuschnitts sind drei Kurvenelemente, die die Kontur
des Hosenrohrs bestimmen. Die Kurvenelemente besitzen definierte Stützstellen, durch die
im weiteren Verlauf der Zeichnung jeweils eine Splinekurve gelegt wird. Da die Zeichnung
bis auf eine Lasche auf der rechten Seite spiegelsymmetrisch gestaltet ist, genügt es
zunächst, den linken Teil des Zuschnitts zu zeichnen und diesen dann später mit aktivierter
Duplikatfunktion zu spiegeln.
Beginnen Sie die Zeichnung damit, den Ursprung von der unteren linken Blattecke nach
links unten in die Zeichnung zu legen. (Ansicht > Koordinatensysteme > Ursprung
setzen.) Dies ist zwar nicht unbedingt erforderlich, erleichtert aber die Darstellung, da
einige Stützstellen dann auf dem Blattrand liegen würden oder ein „Offsetwert“ zu den
Koordinaten addiert werden müsste.
Die Stützstellen werden zunächst durch Markierungen gesetzt. Dies erfolgt durch direkte
Koordinateneingabe. Wählen Sie den Befehl Konstruktion > Markierungen. Nun betätigen
Sie die Taste F8 (EINGABE) und geben die erste Koordinate ein. Die in der Zeichnung zu
Beginn diese Beispiels angegebenen Abstände können direkt übernommen werden. Es wurde
eine Bezugspunktbemaßung gewählt, und die angegebenen Werte beziehen sich auf den
Ursprung. Zu Ihrer Erleichterung sind auch Maße in Klammern (sogenannte „überreichliche“
oder „redundante“ Maße) angegeben, die sich aus den bereits bestehenden Maßen ergeben
würden. Wenn möglich, sollte auf diese Maße in Zeichnungen sonst verzichtet werden.
Für die untere Kurve sind also folgende Stützstellen über Markierungen einzugeben:
(39 ; 0) (60 ; 0,8) (75 ; 3,0) (105 ; 3,7).
Siehe Bild 1.
(0/0)
Bild 1
Verfahren Sie mit allen weiteren Stützstellen in der linken Hälfte auf die gleiche Weise. Um
die Koordinaten der oberen Kurve eingeben zu können, wählen Sie der Einfachheit halber
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
192
Praxis
für die Y-Koordinate die Berechnung y=120-a , wobei a hier die in der Zeichnung
angegebenen Abstände zu dem höchsten Kurvenpunkt angibt (Bild 2).
D
E
C
(0/0)
B
A
Bild 2
Die Kontur der linken Seite des Hosenrohrs besteht aus drei Kurvenelementen AB, BC, DE
und einer Linie CD. Beachten Sie, dass es sich bei den Kurvenelementen AB und BC um zwei
getrennte Objekte handelt. Diese Kurven dürfen nicht mit einem Befehl gezeichnet werden,
da sie an der Stelle B eine Ecke bilden. Ecken sind innerhalb einer Splinekurve nicht
definiert. Der Befehl muss an der Stelle B beendet werden und an der gleichen Stelle wieder
angesetzt werden.
Für die weiteren Zeichnungsobjekte wird der Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ gewählt.
Verbinden Sie die Stützstellen mit dem Befehl Zeichnen > Spline mit aktiviertem
Fangmodus „Markierung“. Um eine Splinekurve zu beenden, betätigen Sie die rechte
Maustaste; falls der Workflow-Manager aktiv ist und erscheint, darin Befehl beenden
wählen. Die Stützpunkte C und D werden mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Standard und
aktiviertem Fangmodus verbunden (Bild 3).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
D
193
E
C
(0/0)
B
A
Bild 3
Als nächstes wird die Symmetrieachse mit dem Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“
zwischen den Punkten A und E gezeichnet. Mit dem Befehl Gestalten > Objekte spiegeln >
Gerade können Sie nun den rechten Teil des Hosenrohres erstellen. Halten Sie bei der
Identifikation der vier Konturobjekte die Taste STRG gedrückt. Lassen Sie danach die Taste
los und betätigen Sie STRG erneut. Damit wird die Duplikatsfunktion aktiviert. Nun
identifizieren Sie die Symmetrieachse, um alle gewählten Objekte daran zu spiegeln (Bild
4).
D
E
C
(0/0)
B
A
Bild 4
Um die Lasche auf der rechten Seite zu zeichnen, wird die bereits vorhandene Linie lotrecht
zu sich selbst um 6 mm mit aktivierter Duplikatsfunktion bewegt. Wählen Sie dazu den
Befehl Gestalten > Objekte Bewegen > Lotrecht und identifizieren Sie die Linie auf der
rechten Seite. Als Bezugslinie wählen Sie ebenfalls die Linie, der Bezugspunkt ist
unerheblich. Betätigen Sie jetzt die Taste F7, um das Duplikat einzuschalten, und danach
die Taste F8 (EINGABE), um den lotrechten Abstand mit 6 mm anzugeben. Achten Sie bei
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
194
Praxis
der Eingabe auf die Richtung des Pfeils in dem Statusfenster. Dieser zeigt Ihnen die
positive Maßrichtung an. Zeigt der Pfeil also nach links unten, so ist es erforderlich, als
Abstand 6 (mm) einzugeben, um nicht in negativer Koordinatenrichtung zu kopieren.
Wählen Sie den Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ und verbinden Sie die Endpunkte der beiden
Linien mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Standard. Um eine Biegekante anzudeuten,
ändern Sie mit dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern den Stift der inneren Linie von
Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ auf Stift „0,25 mm\Volllinie schmal“. Damit ist die Kontur des
Zuschnitts für ein Hosenrohr komplettiert (Bild 5).
D
E
C
(0/0)
A
B
Bild 5
Die Bemaßung wird am besten auf der linken Seite begonnen. Vorher legen Sie mit dem
Befehl Beschriften > Maßparameter als Textgröße 3 mm fest, um die Maßzahlen auch in
den kurzen Bemaßungen unterbringen zu können. Um alle Maßzahlen später ausrichten zu
können, zeichnen Sie mit dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie >
Vertikal eine Hilfskonstruktionslinie an der X-Position -13 mm. Zusätzlich legen Sie mit
dem Befehl Konstruktion > Hilfskonstruktion Endloslinie > Horizontal waagerechte
Hilfskonstruktionslinien durch alle Markierungen der linken Splinekurve. Auf den so
entstandenen Schnittpunkten der Hilfskonstruktion werden später die Maßzahlen für die
Bezugspunktbemaßung angelegt (Bild 6).
D
E
C
B
A
(0/0)
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
F
Praxis
195
Bild 6
Starten Sie mit der Bezugspunktbemaßung der vertikalen Abstände an den Stützstellen der
linken Kurve. Da kein Objekt für die Bemaßung zur Verfügung steht, wählen Sie den Befehl
Beschriften > Bemaßen > Strecke, Punkte.
In dem Dialogfeld für die Bemaßungsparameter (erreichbar mit UMSCH+ESC) bestimmen Sie
als Startsymbol der Maßlinie einen offenen Kreis, das Endsymbol bleibt der gefüllte Pfeil.
Außerdem klicken Sie auf das Icon für die vertikale Ausrichtung der Maßlinie und wählen
als Abstand 5 mm. Deaktivieren Sie für die Maßzahl die Markierungsfelder „Zentriert“ und
„Dicht“, um die Maßzahl per Hand zentrieren zu können und aktivieren Sie das
Markierungsfeld „Drehen“.
Als Startpunkt für jede der vertikalen Bemaßungen wird der Punkt B gewählt. Dies ist auch
der Bezugspunkt für den Abstand. Endpunkt ist jeweils die entsprechende Markierung auf
der Kurve. Ziehen Sie alle Maßlinien auf den gleichen Abstand heraus, so dass sie eine
durchgehende Linie bilden. Dieser Abstand sollte möglichst links von Punkt C liegen, um im
oberen Bereich nicht die Kontur zu schneiden. Für die Maßzahlposition fangen Sie den
Schnittpunkt der Hilfskonstruktion, der auf gleicher Höhe liegt, wie die Markierung des
Endpunktes der Maßhilfslinie. Den Drehwinkel der Maßzahl geben Sie nach dem Drücken von
F8 (EINGABE) mit 0° in dem Dialogfenster ein.
Ausnahme bildet die letzte Bemaßung von 120 mm. Der Endpunkt für diese Bemaßung wird
hier auf den gespiegelten Punkt D gelegt (F), um eine verlängerte Maßhilfslinie zu erhalten.
So entfällt das spätere Einzeichnen einer weiteren Linie (Bild 7).
120,0
E
D
87,0
C
78,0
69,0
60,0
45,0
30,0
B
A
Bild 7
Verfahren Sie auf die gleiche Weise mit den horizontalen Staffelbemaßungen der oberen
und unteren Kurven. Startpunkt ist hier jeweils Punkt C der Kontur (siehe Bild 8).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
105,0
72,0
49,0
30,0
Praxis
12,0
196
120,0
D
87,0
E
C
78,0
69,0
60,0
45,0
30,0
A
105,0
75,0
60,0
39,0
B
Bild 8
Als nächstes werden die fehlenden Außenbemaßungen angelegt. Für die vertikale Höhenbemaßung von 122 mm ist es wichtig, den Startpunkt auf B zu legen, da die Schnittpunkte
der Maßhilfslinie für spätere Abstandsbemaßungen der unteren Kurve herangezogen werden.
Denken Sie daran, in dem Dialogfeld für die Bemaßungsparameter das Startsymbol wieder
auf „Pfeil“ zu stellen. Für die Außenbemaßungen kann das Markierungsfeld für Maßzahl
„Dicht“ wieder aktiviert und das Markierungsfeld für das „Drehen“ der Maßzahl deaktiviert
werden.
Um für alle Bemaßungen die passenden Abstände zur Verfügung zu haben, reduzieren Sie in
dem Dialogfeld für die Bemaßung den Abstandswert für die Maßlinie auf 5 mm. Die
Bemaßung der Biegekante mit 6 mm erfolgt am besten mit dem Befehl Beschriften >
Bemaßen > Abstand, Objekt - Objekt. Sie können in diesem Fall auf den Einsatz von
Fangfunktionen verzichten, da die Objekte nur identifiziert werden müssen (Bild 9).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
197
105,0
72,0
49,0
30,0
12,0
Praxis
6 ,0
120,0
D
87,0
F
E
C
78,0
122,05
69,0
60,0
45,0
30,0
A
105,0
75,0
60,0
39,0
B
210,0
215,64
Bild 9
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
198
Praxis
(105)
72,0
49,0
30,0
0
12,0
Um die fehlenden Abstände der Kurvenstützpunkte zu einem gedachten, umgebenden
Rechteck zu bemaßen, wählen Sie wieder den Befehl Beschriften > Bemaßen > Strecke,
Punkte. Wählen Sie als Start- und Endsymbol der Maßpfeile jeweils gefüllte Pfeilspitzen und
deaktivieren Sie das Markierungsfeld für eine zentrierte Maßzahl. Fangen Sie für die Bemaßung auf der Kurve die Markierung und den Schnittpunkt der jeweiligen Staffelbemaßung
mit der begrenzenden Maßhilfslinie (siehe Bild 10).
6,0
2,2
3,7
6,0
4,5
120,0
87,0
9,0
78,0
(122)
15,0
69,0
20,0
60,0
25,5
45,0
3,7
0,8
3,0
30,0
30,0
105,0
75,0
60,0
39,0
0
0
210,0
(216)
Bild 10
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
199
(105)
72,0
49,0
30,0
0
12,0
Zum Schluss ändern Sie mit dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern die allgemeinen
Maßparameter der redundanten Maße auf null Nachkommastellen. Dies kann in einer
Befehlsausführung für alle betroffenen Objekte geschehen, indem diese komplett (bei
gedrückter Taste STRG) identifiziert werden. Klicken Sie in dem Dialogfeld „Merkmale
ändern“ auf den Taster „Speziell > „, um die allgemeinen Maßparameter zu erhalten. Jede
einzelne identifizierte Bemaßung wird dann noch im Vor- und Nachtext mit je einer
öffnenden und schließenden Klammer versehen, um sie als Hilfsbemaßung darzustellen.
Verwenden Sie dazu den Befehl Gestalten > Text editieren. Mit dem Befehl Beschriften >
Text > Standard können Sie den Text t=1 (eine Information über die Stärke des zu
verwendenden Blechs) in das Objekt schreiben (Bild 11).
6,0
2,2
3,7
6,0
4,5
120,0
87,0
9,0
78,0
20,0
60,0
t=1
25,5
45,0
3,7
0,8
3,0
30,0
30,0
105,0
75,0
60,0
39,0
0
0
210,0
(216)
Bild 11
Als letzten Schritt kann die Zeichnung mit dem Befehl Gestalten > Objekte ausrichten >
Zentriert, Blatt beides und Drücken von F10 auf dem Blatt zentriert und danach mit dem
Befehl Datei > Zeichnung speichern unter gespeichert werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
(122)
15,0
69,0
200
Praxis
Bibliotheken
Konzeption
Gruppen
In Zeichnungen gibt es oft bestimmte, wiederkehrende Elemente. Dabei kann es sich um
einzelne Objekte handeln oder aber um eine Vielzahl von Objekten, die zu einem Bauteil
zusammengesetzt werden. Der einfachste Weg solche zusammengehörigen Mengen von
Objekten innerhalb einer Zeichnung zu verwalten, ist die Gruppe. Zum Erzeugen einer
Gruppe dient der Befehl Gestalten > Gruppieren > Objekte gruppieren. Objekte, die zu
einer Gruppe zusammengefasst werden, lassen sich nur noch als Einheit verändern. Die
Objekte sind zu einer Einheit verschmolzen. Das hat den Vorteil, dass bei Manipulationen an
einer Gruppe nur noch die Gruppe und nicht mehr jedes Element einzeln identifiziert zu
werden braucht. Das Programm erkennt automatisch, dass es sich um eine Gruppe handelt
und führt die gewünschte Operation mit allen in der Gruppe vorhandenen Objekten aus.
Wenn Sie eine Anzahl von Objekten zu einer Gruppe zusammenfassen, so legt sich
Malz++Kassner CAD6 diese Gruppe im Speicher ab und ersetzt die Objekte in der Zeichnung
durch einen Verweis auf diese Gruppe. Ein solcher Verweis wird Instanz genannt. Die
ursprünglich gezeichneten Objekte existieren nun nicht mehr als Objekte auf der
Arbeitsfläche. Hier liegt ausschließlich ein Abbild der Objekte. Der Sinn dieses Verfahrens
wird deutlich, wenn Sie eine Kopie der Gruppe anlegen. Jede weitere Kopie besteht
wiederum nur aus einer Instanz, also einem Verweis auf die Gruppe im Speicher. Eine
Instanz benötigt immer die gleiche geringe Menge an Speicherplatz. So ist es möglich, viele
große (also speicherintensive) Gruppen mit sehr geringem Speicherplatzbedarf (pro Gruppe
nur den Verweis) in der Zeichnung zu verwalten. Instanzen werden zusammen mit den
Objektinformationen der Gruppe in einer Zeichnung gespeichert.
Bei den meisten Manipulationen an einer Gruppe fällt diese programminterne Struktur nicht
auf. Jede Instanz besitzt einen eigenen Merkmalssatz wie andere Objekte auch. Bei
Manipulationen an einer Instanz werden nicht die ursprünglichen Objekte verändert,
sondern nur die Darstellung der Instanz auf dem Bildschirm. Erst wenn eine Instanz
aufgelöst wird und die ursprünglichen Objekte aus dem Speicher an die Stelle der Instanz
kopiert werden, überträgt Malz++Kassner CAD6 auch die Veränderungen, die an der Instanz
vorgenommen wurden, auf die Objekte. Wenn die aufgelöste Gruppe ebenfalls Instanzen
enthielt, werden veränderte Merkmale auf die betroffenen Instanzen vererbt und in den
aufgelösten Objekten fixiert.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
201
Beispiel
Probieren Sie das Verhalten einer Gruppe an einem einfachen Beispiel aus. Zeichnen Sie
sich aus drei Grundobjekten ein Element und gruppieren Sie es mit dem Befehl Gestalten >
Gruppieren > Objekte gruppieren. Um eine Gruppe zu bilden, müssen alle betroffenen
Objekte identifiziert werden. Manipulieren Sie die so entstandene Gruppe mit den
Funktionen aus dem Menü Gestalten. Mit dem Befehl Gestalten > Merkmale ändern
erhalten Sie in der Titelzeile des Dialogfeldes Informationen über das Objekt. Zum Schluss
können Sie die Gruppe mit dem Befehl Gestalten > Gruppieren > Gruppierung lösen
wieder in die einzelnen Objekte auflösen.
Interne Blöcke
Das Verwalten von Gruppen gestaltet sich bei einer größeren Anzahl und häufig wiederkehrenden Gruppen ausgesprochen unkomfortabel. Aus diesem Grund bietet Malz++Kassner
CAD6 die Möglichkeit an, Gruppen mit Namen zu versehen und in einer Liste zu führen. Aus
dieser Liste brauchen die Gruppen nun nur noch mit ihren Namen aufgerufen zu werden und
stehen dann als eigenständiges Objekt zur Verfügung.
Eine solche Gruppe mit Namen wird als Interner Block bezeichnet. Ein interner Block wird
mit dem Befehl Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt) oder Bibliothek > Block >
Erzeugen (Rahmen) eingelesen. Ähnlich wie schon bei dem Befehl Gestalten >
Gruppieren > Objekte gruppieren müssen Sie auch hier erst die gewünschten Objekte
identifizieren. In dem erscheinenden Dialogfeld muss zum Einlesen eines internen Blocks
die Bibliothek „* Interne Blöcke“ gewählt sein, das heißt, der Pfad muss mit „* Interne
Blöcke“ beginnen. Dies ist die Bezeichnung für einen Block, der mit der Zeichnung
gespeichert wird. Sie können in dem Eingabefeld „Block:“ den gewünschten Blocknamen
eingeben. Dieser kann bis zu 64 Zeichen lang sein. Sie können jetzt mit dem obersten
Markierungsfeld entscheiden, ob die als Block eingelesenen Objekte weiterhin als Objekte in
der Zeichnung vorliegen sollen oder aber durch eine Instanz ersetzt werden.
Um einen Block aus der Liste einzusetzen, wählen Sie einfach den Befehl Bibliothek >
Block > Einsetzen an und können nun den gewünschten Block aus der Liste auswählen.
Achten Sie auch hier darauf, dass die Bibliothek „* Interne Blöcke“ gewählt ist. Bevor Sie
die Taste „OK“ betätigen, können Sie noch einen gewünschten Drehwinkel und Skalierungsfaktor für den Block angeben. Der gewählte Block „hängt“ nun an dem Fadenkreuz. Wenn
der Block über einen Rahmen eingelesen wurde, so befindet sich der Einsetzpunkt immer in
einer der Ecken des Einsetzrahmens. Der Einsetzpunkt liegt beim Einsetzen immer im
Zentrum des Fadenkreuzes. Sie sollten dies beim Einlesen bedenken und markante Punkte
als Einsetzpunkte wählen. Nutzen Sie die Fangfunktionen, um Blöcke in der Zeichnung
einzusetzen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
202
Praxis
Externe Blöcke
Wenn ein Block in einer externen Bibliothek, also einer eigenen Datei gespeichert wird,
trägt er die Bezeichnung Externer Block. Um einen externen Block anlegen zu können, muss
vorher eine Bibliothek erstellt oder geöffnet worden sein. Dies geschieht mit dem Befehl
Bibliothek > Bibliotheksverwaltung. In dem erscheinenden Dialogfeld klicken Sie auf
„Neu...“ oder auf „Öffnen...“ und geben dann den gewünschten neuen Bibliotheksnamen
ein. Der gewählte Bibliotheksname wird in eine Liste eingetragen und vorne mit einem „N“
(neu anzulegende Bibliothek) oder „Ö“ (zu öffnende Bibliothek) versehen. Beenden Sie den
Dialog mit dem „OK“ Taster, wird die neue Bibliothek angelegt oder eine bereits bestehende
Bibliothek geöffnet. Nun können Sie einen externen Block einlesen. Dies geschieht analog
zum Einlesen eines internen Blocks. Auch hier haben Sie wieder die Wahl zwischen den
Befehlen Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt) und Bibliothek > Block >
Erzeugen (Rahmen). In dem erscheinenden Dialogfeld müssen Sie jetzt den Pfad auf die
gewünschte Bibliothek setzen.
Um interne und externe Blöcke noch übersichtlicher anzulegen, kann innerhalb einer
Bibliothek eine hierarchische Ordnerstruktur angelegt werden, wie sie von
Dateiverzeichnissen her bekannt ist. Um einen Ordner anzulegen, benutzen Sie den Befehl
Bibliothek > Block > Bearbeiten.
Zeichnung
Arbeitsblatt
Arbeitsblatt
Zeichnung
Bibliothek
Nadelbaum
Nadelbaum
Höhe: 6 m
Alter: 6 J
Höhe: 6 m
Alter: 6 J
Arbeitsblatt
Zeichnung
Arbeitsblatt
Instanz
Instanz
Instanz
2 gleiche
Objektmengen
2 Gruppen
Instanz
Instanz
2 interne
Blöcke
Bild: Prinzipdarstellung von Gruppen, internen und externen Blöcken
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Instanz
2 externe
Blöcke
Praxis
203
In einer Zeichnung ist es nur möglich, Merkmale der Instanzen zu verändern. Das Original
im Speicher bleibt unverändert. Malz++Kassner CAD6 bietet die Möglichkeit, Merkmale von
Blöcken auch direkt zu ändern. Mit dem Befehl Bibliothek > Block > Bearbeiten können
Sie das Original (also keine Instanz des Blocks) verändern. Eine solche Änderung macht sich
automatisch bei allen in der Zeichnung vorkommenden Instanzen bemerkbar, da diese auf
das veränderte Original im Speicher verweisen. Sollen einzelne Instanzen von einer solchen
Veränderung ausgeschlossen werden, so können Sie entweder gezielt externe in interne
Blöcke wandeln (Bibliothek > Externe Blöcke in interne wandeln), Blöcke auflösen
(Bibliothek > Block > Blockinstanzen auflösen) oder eine Kopie eines Blockes erzeugen
(Bibliothek > Block > Bearbeiten).
Vergleich
Gruppen stellen die einfachste, aber auch unkomfortabelste Verwaltung von zusammengehörigen Objekten dar. Sie werden eingesetzt, um Objekte kurzfristig vor Veränderungen zu
schützen oder eine einfache Struktur während des Zeichnens zu schaffen.
Interne Blöcke sollten in Zeichnungen immer dann eingesetzt werden, wenn es wichtig ist,
bibliotheksunabhängig zu arbeiten. Immer wenn ein externer Block in einer Zeichnung
eingesetzt wird, ist es erforderlich, die entsprechende Bibliothek zusätzlich zur Verfügung
zu stellen. Interne Blöcke ermöglichen ein komfortables Verwalten von Elementen und
verhindern, dass durch unbeabsichtigtes Verändern einer Bibliothek auch die Zeichnung
geändert wird. Grundsätzlich sollte ein interner Block gewählt werden, wenn das Objekt nur
in einer Zeichnung eingesetzt wird.
Externe Blöcke sollten immer dann eingesetzt werden, wenn ein gleicher Block in
verschiedenen Zeichnungen eingesetzt wird. Außerdem gewährleisten externe Blöcke das
höchste Maß an Aktualität, da die Änderung eines externen Blockes in der Bibliothek sich
natürlich sofort auf alle Zeichnungen auswirkt, in denen dieser externe Block vorkommt. So
müssen nach Änderung eines externen Blockes nur alle Zeichnungen mit diesem Block
erneut ausgedruckt werden, um die korrekten, geänderten Zeichnungen zu erhalten.
Außerdem wird die Größe von Zeichnungsdateien reduziert, wenn verschiedene Zeichnungen
auf externe Blöcke zurückgreifen.
Ausdrücklich soll hier auch auf Gefahren durch die Arbeit mit externen Blöcken
aufmerksam gemacht werden. Alte Datenbestände werden ohne Kontrolle und Sicherheitsabfragen immer mit neuen, aktualisierten Blöcken versehen, wenn Bibliotheken, auf die sie
zugreifen verändert werden. Deshalb sollte der Einsatz von externen Blöcken genau bedacht
sein!
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
204
Praxis
Schaltplan
+U = 12V
R1=56K
R2=3,3K
R3=47K
C1=10µF
+
C2=10µF
+
V2
V1
V1=V2=BC238b
R4=450K
R5=220
R6=330
C3=100µF
Zweistufiger Verstärker mit Spannungsgegenkopplung
Inhalt
In diesem Beispiel geht es darum, den praktischen Einsatz von Bibliotheken in einer
Zeichnung zu üben. Sie werden das Erstellen einer neuen Bibliothek erlernen, Elemente zur
Bibliothek hinzufügen und bearbeiten. Außerdem werden Techniken bei der Arbeit mit
einfachen Grundrastern vorgestellt. Das folgende Beispiel stammt aus dem Bereich der
Elektrotechnik. Die Techniken können auf ähnliche Weise in anderen Fach- und
Arbeitsgebieten eingesetzt werden.
Einstellungen
Tutorial.mkd
Grundlagen
Ein Schaltplan besteht zum Großteil aus häufig auftretenden Bauteilen, die, wenn sie erst
einmal erstellt sind, in verschiedensten Zeichnungen weitere Verwendung finden. In Bild 1
sind die verwendeten Bauteile farblich hervorgehoben.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
205
+U = 12V
R1=56K
R2=3,3K
R3=47K
C1=10µF
+
C2=10µF
+
V2
V1
V1=V2=BC238b
R4=450K
R5=220
R6=330
C3=100µF
Zweistufiger Verstärker mit Spannungsgegenkopplung
Bild 1
Um die Bauteile möglichst universell zu gestalten, ist es zweckmäßig, bei ihrer Gestaltung
bestimmte Normen einzuhalten, die den späteren Einsatz erleichtern. Die DIN legt hier zum
Beispiel ein Rastermaß für Bauteile fest, auf dessen Grundlage die Elemente erstellt werden.
In diesem Beispiel soll für Bauteile ein Rastermaß von M=2 mm zugrunde gelegt werden.
Um Bauteile universell auf diesem Raster zu erstellen, sollten die Anschlusspunkte immer
auf einem Rastermaß von 2M (also 4 mm) liegen.
Vorbereitungen
Bevor Sie mit dem Zeichnen beginnen, schalten Sie das Anzeigeraster mit der Taste F3 oder
dem Taster in der Leiste ein. Bestimmen Sie das Rastermaß mit 4 mm, so wird nur jeder
zweite Punkt, auf dem das Fadenkreuz „einrastet“, angezeigt. Das Rastermaß kann in einem
Dialogfeld eingestellt werden, das man mit dem Befehl Ansicht > Koordinatensysteme >
Editieren - „Anzeigeraster“ oder durch Klicken mit der rechten Maustaste auf dem
entsprechenden Taster in der Leiste erhält. Der Rasterabstand von 2M für das Anzeigeraster
hat den Vorteil, dass der Bildschirmaufbau schneller vonstatten geht und Sie außerdem
genau erkennen können, auf welchen Punkten die Bauteilanschlüsse enden sollen. Schalten
Sie zusätzlich mit der Taste F4 oder dem Taster auf der Leiste das Positionsraster ein. Dies
sollte auf 2 mm Rastermaß festgelegt werden. Das Positionsraster lässt sich in einem
Dialogfeld festlegen, das mit dem Befehl Ansicht > Koordinatensysteme > Editieren „Positionsraster“ oder ebenfalls durch Klicken mit der rechten Maustaste auf dem
entsprechenden Taster in der Leiste aufgerufen werden kann.
Beginnen Sie damit, eine neue Bibliothek zu erstellen. Mit dem Befehl Bibliothek >
Bibliotheksverwaltung erhalten Sie ein Dialogfeld auf dem Bildschirm. Klicken Sie auf den
Taster „Neu...“ und geben Sie in dem Dateiauswahlfeld als Bibliotheksnamen Elektro.mkl
ein. Nachdem Sie das Feld mit dem Taster „OK“ geschlossen haben, geben Sie als Titel für
die Bibliothek Elektronikbibliothek ein. Dieser Titel erscheint später in der
Bibliotheksliste. Nun finden Sie die neue Bibliothek in der Bibliotheksliste wieder. Hier
steht noch ein „N“ vor dem Namen. Das liegt daran, dass die Bibliothek erst beim Verlassen
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
206
Praxis
des Dialogfeldes erstellt wird. Das „N“ (Neu) vor dem Namen soll Sie daran erinnern.
Verlassen Sie den Dialog mit dem Taster „OK“. Die neue Bibliothek ist nun angelegt, aber
noch leer.
Für die weitere Bearbeitung der Bauteile sollten Sie eine passende Vergrößerungsstufe
wählen, die Ihnen das zu erstellende Bauteil in ausreichender Größe darstellt. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein Zoomfaktor von 4.
Unser einfacher Schaltplan enthält vier prinzipiell verschiedene Bibliothekselemente. Dies
sind Widerstände, Kondensatoren, Transistoren und Kontaktpunkte. Beginnen Sie mit dem
einfachsten Bauteil.
Widerstand
E
Bild 2
Der Widerstand besteht aus einem Rechteck und zwei kurzen Linien. Die Abmessungen
entnehmen Sie dem Bild. Sie brauchen hier keine Fangfunktion einzusetzen, da das
Positionsraster aktiv ist. Das Fadenkreuz kann sich immer nur in 2 mm Abständen horizontal
und vertikal bewegen. Jeder angezeigte Rasterpunkt auf dem Bild hat vom nächsten
Rasterpunkt einen Abstand von 4 mm, da das Anzeigeraster auf 4 mm eingestellt ist.
Wenn Sie den Widerstand aus drei Objekten gezeichnet haben, lesen Sie den Block
„Widerstand“ mit dem Befehl Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt) ein. Dazu
identifizieren Sie alle Objekte und klicken für den Einsetzpunkt den linken Anschlusspunkt E
an. Wählen Sie in dem erscheinenden Dialogfeld zuerst unter „Pfad“ die vorher neu
errichtete Bibliothek „Elektronikbibliothek“ an. Geben Sie nun als Bauteilnamen
Widerstand ein und verlassen Sie den Dialog mit dem Taster „OK“. Damit ist das erste
Bauteil in der Bibliothek abgelegt.
Kondensator
E
Bild 3
Auch der Kondensator ist ein relativ einfach zu zeichnendes Objekt aus drei Linien und
einem Rechteck. Entnehmen Sie die Abmessungen bitte dem Bild. Achten Sie darauf, dass
alle Anschlüsse auf einem Rasterpunkt enden. Verfahren Sie zum Einlesen in die Bibliothek
bei dem Kondensator genauso wie bei dem Widerstand. Der Einsetzpunkt liegt ebenfalls an
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
207
dem mit E gekennzeichneten Linienelement. Als Name dieses Blockes geben Sie
Kondensator ein.
Transistor
E
M
Bild 4
Bei dem Transistor beginnen Sie mit den Anschlüssen. Die Linie mit dem Pfeil wird mit dem
Befehl Beschriften > Maßlinie > Gerade erzeugt. Achten Sie darauf, dass in dem
Maßlinienparameterdialogfeld (erreichbar mit UMSCH+ESC) bei der Ausrichtung der Maßlinie
die Einstellung „nicht gedreht“ aktiv ist, da sonst der Maßpfeil von der falschen Richtung
aus gezeichnet wird. Zum Schluss zeichnen Sie den umgebenden Kreis mit dem Befehl
Zeichnen > Kreis > Standard. Der Mittelpunkt des Kreises liegt auf dem mit M
gekennzeichneten Anzeigerasterpunkt in Bild 4.
Radius für den Kreis ist der Endpunkt (Pfeilspitze) der geraden Maßlinie. Wählen Sie auch
bei dem Transistor als Einsetzpunkt den linken Anschluss E und verfahren Sie ansonsten
beim Einlesen des Bauteils wie bei dem Widerstand. Um Verwechselungen mit anderen
Transistoren, die vielleicht später der Bibliothek hinzugefügt werden, auszuschließen, trägt
das Bauteil die Bezeichnung NPN-Transistor .
Kontaktpunkte
Bild 5
Der Kontaktpunkt ist ein Kreis mit 0,5 mm Radius. Zeichnen Sie ihn auf einem Rasterpunkt
mit dem Befehl Zeichnen > Kreis > Standard und geben Sie den Radius ein, indem Sie mit
der Taste F8 (oder EINGABE) die Direkteingabe aufrufen. Legen Sie dieses Objekt unter dem
Namen Kontaktpunkt offen ab.
Nun ändern Sie die Merkmale des Kreises, indem Sie mit dem Befehl Gestalten > Merkmale
ändern den Füllmodus auf „Füllung“ setzen (Bild 6).
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
208
Praxis
Bild 6
Dieses Objekt wird unter dem Namen Kontaktpunkt geschlossen in der Bibliothek
abgelegt. Der Einsetzpunkt sollte im Mittelpunkt des Kreises liegen.
Schaltung
Alle erforderlichen Bauteile liegen nun in der Bibliothek vor. Bevor Sie weiterzeichnen,
sollten Sie die erstellten Blöcke abspeichern. Wählen Sie dazu den Befehl Bibliothek >
Bibliotheksverwaltung. Selektieren Sie in dem Dialogfeld zuerst die zu speichernde Datei,
also „Elektronikbibliothek“, und betätigen Sie danach den Taster „Speichern“. Vor dem Titel
der Bibliothek wird nun ein „S“ angezeigt. Verlassen Sie den Dialog mit dem Taster „OK“.
Das Speichern der Bibliothek wird nach dem Verlassen des Feldes ausgeführt.
Mit dem Befehl Datei > Neue Zeichnung beginnen Sie Ihren Schaltplan. Aktivieren Sie die
Positions- und Anzeigeraster mit den gleichen Werten wie bei der Erstellung der Bauteile (2
mm Positionsraster und 4 mm Anzeigeraster). Wählen Sie das Blattformat DIN A4 quer mit
dem Befehl Ansicht > Seiten > Editieren und schalten Sie den Zoomfaktor 2 mit dem
Befehl Ansicht > Zoom > Faktor ein.
Auch wenn es der hier vorgestellte Schaltplan nicht erfordert, da er nicht ausgesprochen
komplex ist, soll hier trotzdem das Arbeiten mit der Blockliste vorgestellt werden. Wählen
Sie den Befehl Fenster > Blockliste an/aus. Auf der rechten Seite Ihres Bildschirms sollte
jetzt die Blockliste eingeblendet sein. Hier lassen sich häufig gebrauchte Blöcke ablegen.
Sie können dann durch einfaches Anklicken des entsprechenden Tasters in der Blockliste
aktiviert werden, ähnlich wie ein Befehl aus dem Werkzeugfenster.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
209
Um einen Block in die Blockliste einzufügen, betätigen Sie auf einem Tasterfeld die rechte
Maustaste. Jetzt erscheint ein Dialogfeld, das dem Dialogfeld bei Wahl des Befehls
Bibliothek > Block > Einsetzen gleicht. Hier wählen Sie zunächst die gewünschte
Bibliothek an. Dann klicken Sie auf den Namen des Blockes und entscheiden sich für einen
Drehwinkel sowie einen Vergrößerungsfaktor. Da die soeben erstellte Bibliothek alle
Bauteile bereits in der richtigen Vergrößerungsstufe enthält, interessiert hier nur der
notwendige Drehwinkel. Beginnen Sie mit dem Transistor, ohne den Drehwinkel zu
verändern und verlassen Sie den Dialog mit dem „OK“ Taster. Der Block „Transistor NPN“
sollte nun in der Blockliste erscheinen. Verfahren Sie genauso mit den anderen Bauteilen.
Legen Sie den Widerstand ein weiteres Mal um 90° gedreht auf die Blockliste. Sollte der
Drehwinkel der Blöcke nicht angezeigt werden, so können Sie dies mit dem Befehl
Bearbeiten > Optionen > Blockliste in dem erscheinenden Dialogfeld anwählen.
Zu Beginn positionieren Sie am besten die „komplexeren“ Bauteile. In dem vorgestellten
Schaltplan ist dies einer der beiden Transistoren. Nehmen Sie zuerst den Transistor V1.
Klicken Sie auf der Blockliste auf den Block für Transistor. Das Bauteil „hängt“ jetzt am
Fadenkreuz. Das Zentrum des Fadenkreuzes liegt im Einsetzpunkt. Mit aktivem Raster haben
Sie so die Garantie, dass der Block beim Absetzen mit dem Einsetzpunkt auf einem
Rasterpunkt endet. Platzieren Sie das Bauteil nun durch Drücken der linken Maustaste.
Wählen Sie jetzt den Block „Widerstand“ in der senkrechten Ausführung und platzieren Sie
den Block zweimal auf einer Höhe auf dem Arbeitsblatt - hier hilft Ihnen das Fadenkreuz -
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
210
Praxis
mit dem oberen und unteren Anschlusspunkt des Transistors (Widerstände R1 und R5).
Geben Sie zunächst die ungefähre vertikale Position vor, da sich die Objekte sehr einfach
mit dem Befehl Gestalten > Objekte bewegen > Standard verschieben lassen. Auch hier
profitieren Sie wieder von dem eingeschalteten Raster, da jede Bewegung auf dem Raster
stattfindet und auf diese Weise auf Fangfunktionen verzichtet werden kann. Positionieren
Sie auf die gleiche Weise den Kondensator C1.
Legen Sie jetzt den Transistor V2 auf seine ungefähre Position. Der Einsetzpunkt sollte
etwas höher als der obere Anschlusspunkt von V1 liegen und zwischen V1 und V2 sollte
genug Platz für R4 und C3 bleiben. Die Widerstände R2 und R6 werden ähnlich wie schon R1
und R5 ausgerichtet. Legen Sie nun die horizontalen Widerstände R3 und R4 in der
Zeichnung an. Sie haben bereits einen entsprechenden Block, der um 90° gedreht ist, in
der Blockliste abgelegt.
Die beiden Kondensatoren C3 und C2 sind um 90° und 180° gedreht und liegen so nicht in
der Blockliste vor. Wählen Sie den Befehl Bibliothek > Block > Einsetzen und wählen als
Pfad die Bibliothek „Elektronikbibliothek“ aus. Klicken Sie auf den Block „Kondensator“ und
wählen als Drehwinkel 90° über den entsprechenden Taster an. Bestätigen Sie den Dialog
mit „OK“. Der Block steht Ihnen jetzt mit dem gewünschten Drehwinkel zur Verfügung.
Setzen Sie ihn an der entsprechenden Stelle ein und verfahren Sie mit dem zweiten
Kondensator (Drehwinkel 180°) genauso (Bild 7).
R1
R2
R3
C1
C2
V2
V1
R4
R5
R6
C3
Bild 7
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
211
Mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Linienzug lassen sich auch Verbindungen über Ecken,
wie zum Beispiel von V1 nach R3, sehr einfach auf dem Raster zeichnen. Andere, kurze
Verbindungen ohne Ecken können mit dem Befehl Zeichnen > Linie > Standard erzeugt
werden.
R1
R2
R3
C1
C2
V2
V1
R4
R5
R6
C3
Bild 8
Bedenken Sie, dass es sich bei einem Linienzug um eine Kurve handelt, die nicht mit
allen Funktionen bearbeitet werden kann. Um eine Bearbeitung (z.B. Trimmen) zu ermöglichen, ist es erforderlich, die Kurve vor der Bearbeitung mit dem Befehl Trimmen > Objekt
trimmen > Komplett zerlegen in einzelne Linien aufzulösen. Diese können dann
problemlos manipuliert werden.
Jetzt setzen Sie mit dem Block „Kontaktpunkt geschlossen“ die Verbindungspunkte an den
einzelnen Kontaktstellen der Stromläufe. Zusätzlich wird an die Anschlusspunkte von C1 und
C2 ein „Kontaktpunkt offen“ auf das jeweils freie Ende gesetzt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
212
Praxis
Zum Schluss fügen Sie noch die Beschriftung der einzelnen Bauteile an. Dies geschieht mit
dem Befehl Beschriften > Text > Standard. Im Beispiel wurde die Schrift „Times New
Roman“ mit einer Schrifthöhe von 4,0 mm gewählt.
Um Sonderzeichen eines Zeichensatzes in den Text zu bekommen, können Sie entweder
bei gedrückter Taste ALT auf der numerischen Tastatur den ANSI-Code des entsprechenden
Zeichens eintippen und dann die Taste ALT wieder loslassen oder Sie starten das WindowsProgramm „Zeichensatz“, wählen aus Ihrem Zeichensatz das gewünschte Zeichen aus,
kopieren es in die Zwischenablage und können es dann in Malz++Kassner CAD6 im Textfeld
mit den Tasten STRG+V (oder STRG+EINFG) einfügen. Dies ist zum Beispiel bei dem MikroZeichen in der Beschriftung für Kondensatoren erforderlich.
+U = 12V
R1=56K
R2=3,3K
R3=47K
C1=10µF
+
C2=10µF
+
V2
V1
V1=V2=BC238b
R4=450K
R5=220
R6=330
C3=100µF
Zweistufiger Verstärker mit Spannungsgegenkopplung
Bild 9
Am Schluss dieses Beispiels soll die Arbeitsweise von Bibliotheken nochmal anhand einiger
Veränderungen deutlich gemacht werden. Sichern Sie vor den weiteren Übungen Ihr Schaltbild unter dem Namen Schaltplan.mkd mit dem Befehl Datei > Zeichnung speichern
unter.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
213
Aktualisierungen
Ein wesentlicher Vorteil beim Einsatz von Bibliotheken liegt in der leichten Wartbarkeit von
Zeichnungen. Sollten sich Blöcke nach dem Erstellen einer Bibliothek ändern, bewirkt die
Aktualisierung des Blockes in der Bibliothek eine automatische Anpassung aller
Zeichnungen, in denen dieser Block vorkommt. Testen Sie dieses anhand der erstellten
Bibliothek. Vorher legen Sie sich jedoch eine Kopie der bestehenden Bibliothek
„Elektronikbibliothek“ mit der Bezeichnung Elektronikbibliothek Kopie an. Wählen
Sie dazu den Befehl Bibliothek > Bibliothekensverwaltung - „Speichern als“. Sie können
später den Vorgang des Kopierens umkehren (also die Kopie wieder auf das Original
kopieren) und so die Bibliothek immer wieder mit der Kopie restaurieren. Beginnen Sie nun
die folgenden Übungen mit einem neuen Arbeitsblatt (Datei > Neue Zeichnung).
Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Wege, neue oder geänderte Blöcke in einer Bibliothek
aufzunehmen, die in bereits existierenden Zeichnungen Blöcke ersetzen sollen.
Möglichkeit 1
Der geänderte Block wird unter einem neuen, aktualisierten Namen angelegt. Dieses
Verfahren ermöglicht Ihnen, nur die Blöcke in den jeweiligen Zeichnungen zu aktualisieren,
bei denen der Austausch auch wirklich erwünscht ist. Dies sollte aus Sicherheitsgründen der
übliche Weg sein. Nachteil des Verfahrens ist ein erhöhter Aufwand, da in jeder Zeichnung
der Befehl zum Austauschen des Blockes mit einem anderen Block erfolgen muss.
Ändert sich in dem Fallbeispiel die Norm für die Darstellung eines Transistors, so wäre eine
entsprechende Änderung auch in der Bibliothek erforderlich. Die neue Darstellungsform des
Transistors soll sich von der alten Darstellung dadurch unterscheiden, dass der umgebende
Kreis fehlt. Um die Darstellung zu ändern, setzen Sie einen Block „Transistor“ auf Ihrem
Arbeitsblatt ein und lösen es mit dem Befehl Bibliothek > Block > Blockinstanzen
auflösen in Objekte auf. Löschen Sie den Kreis mit dem Befehl Gestalten > Objekte
löschen (oder Taste ENTF). Der geänderte Block kann jetzt wieder mit dem Befehl
Bibliothek > Block > Erzeugen (Einsetzpunkt) in die Bibliothek „Elektronikbibliothek“
eingefügt werden. Sollten Sie das Raster nicht aktiviert haben, so fangen Sie den
Einsetzpunkt am linken Anschluss mit dem Fangmodus „Eck-/Endpunkt“.
Geben Sie dem Block den Namen NPN-Transistor (neu) , um ihn von der alten Version
zu unterscheiden. Speichern Sie die Bibliothek in der geänderten Fassung mit dem Befehl
Bibliothek > Bibliotheken und wählen Sie in dem Dialogfeld „Speichern“ an.
Laden Sie Ihre Zeichnung Schaltplan.mkd. Mit dem Befehl Bibliothek > Block ersetzen
können Sie nun bestimmen, welcher Block in der geladenen Zeichnung gegen einen anderen
Block ausgetauscht werden soll. Die gewünschten Blöcke werden ausgewählt, indem Sie auf
den Taster „Wählen“ klicken und dann in dem Bibliotheksdialogfeld jeweils die gewünschten
Blöcke aussuchen. Automatisch werden alle Blöcke in der Zeichnung mit der alten
Bezeichnung gegen Blöcke mit der neuen Bezeichnung ausgetauscht. Auf Wunsch kann
diese Operation auch nur auf dauerhaft gewählte Objekte beschränkt werden. Klicken Sie
dazu auf das mit „Nur permanente Auswahl“ bezeichnete Markierungsfeld.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
214
Praxis
Möglichkeit 2
Der zweite Weg ist das direkte Überschreiben des alten Blocks mit dem geänderten neuen
Block. Dieses Verfahren birgt das Risiko in sich, auch Blöcke, die nicht geändert werden
sollen, mit zu verändern. Ein Vorteil ist, dass jede Zeichnung mit dem neuen Block ohne
Eingriff in die Zeichnung sofort in der neuen, aktualisierten Fassung vorliegt.
Für diesen Weg gehen Sie analog zum vorherigen Beispiel vor, nur wird der Block unter dem
Namen des bereits existierenden Blocks eingelesen (also NPN-Transistor). Das Ersetzen des
Blocks entfällt. Nach dem Laden der Zeichnung werden Sie feststellen, dass der Block
bereits in geänderter Fassung in der Zeichnung vorkommt.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
215
Wandeln
Entfernen Sie nun die Bibliothek „Elektronikbibliothek“ aus dem Speicher, indem Sie in dem
Dialogfeld Bibliothek > Bibliotheksverwaltung auf den Taster „Entfernen“ klicken und den
Dialog mit „OK“ wieder verlassen. Auf dem Schirm wird Ihnen für jeden Block nun die
Bibliothek und der Blockname angezeigt, da das Programm keinen Zugriff mehr auf die
entsprechenden Blöcke hat. Der Schaltplan kann ohne die Bibliothek nicht mehr korrekt
ausgegeben werden, weil nur die Verweise auf die Originalblöcke in der Bibliothek
bestehen. Nach dem Laden der Bibliothek (Bibliothek > Bibliotheksverwaltung „Öffnen“) werden die Blöcke wieder korrekt dargestellt.
Sie können die Zeichnung nun bibliotheksunabhängig machen, indem Sie entweder mit dem
Befehl Bibliothek > Externe Blöcke in interne wandeln alle externen Blöcke in interne
wandeln oder mit dem Befehl Bibliothek > Instanzen auflösen aus den Blöcken wieder
Objekte machen.
Das Wandeln der externen Blöcke in interne hat den Vorteil, dass alle Instanzen erhalten
bleiben und die Blöcke mit der Zeichnung gespeichert werden. Wandeln Sie die externen
Blöcke in interne und entfernen Sie danach noch einmal die Bibliothek. Wie zu erwarten,
bleibt die Zeichnung nun im Ursprungszustand. Die Blöcke liegen nach dem Speichern der
Zeichnung bibliotheksunabhängig in der Zeichnung vor.
Attribute
Jeder Block kann verschiedene Eigenschaften oder auch Attribute tragen. Diese
Eigenschaften eines Blocks können für alle Bauteile gleich sein oder aber individuell von
eingesetztem Bauteil zu Bauteil unterschiedlich. Malz++Kassner CAD6 bietet die Möglichkeit, solche Attribute den Blöcken zuzuordnen und diese dann später in einer Stückliste
auszugeben. Attribute, die sich bei einem Block nicht ändern, werden globale Attribute
genannt. Individuelle Eigenschaften, die zum Zeitpunkt des Einsetzens eines Block in die
Zeichnung erst festgelegt werden, bezeichnet man als lokale Attribute. Attribute sollten
beim Einlesen eines Blocks in die Bibliothek festgelegt werden.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
216
Praxis
Dimetrische und isometrische Darstellung
Inhalt
Dieses Kapitel stellt den prinzipiellen Umgang mit isometrischen und dimetrischen
Darstellungen vor. Sie lernen die grundsätzlichen Arbeitsweisen kennen, um 3D-Ansichten
zeichnerisch zu gestalten. Dies geschieht am Beispiel des Einheitswürfels. Es wird hier nur
auf dimetrische Projektion eingegangen, da sich die isometrische Projektion in der
Handhabung nicht unterscheidet.
Einstellungen
Tutorial.mkd
Um neben der Standardansicht auch die drei zusätzlichen Ansichten zur Verfügung zu
haben, aktivieren Sie mit dem Befehl Bearbeiten > Optionen > Fenster in dem Dialogfeld
das vorletzte Sinnbild in der oberen Reihe. Sie erhalten damit auf der rechten Seite weitere
drei Fenster, die die zusätzlichen Ansichten aufnehmen können. Bestätigen Sie das
Dialogfeld mit dem Taster „OK“.
Grundlagen
Dimetrische und isometrische Projektionen stellen Objekte zeichnerisch dreidimensional
dar. Malz++Kassner CAD6 ermöglicht es Ihnen, jede der drei Ansichten in der Draufsicht zu
betrachten. So können Sie die jeweiligen Seitenansichten genauso zeichnen, wie bei der
zweidimensionalen Darstellung in den Übungsbeispielen zuvor. Für die Zeichnungsvorgänge
müssen jedoch Kreise, die in der dimetrischen und isometrischen Perspektive als Ellipsen
dargestellt werden, mit den Befehlen Zeichnen > Ellipse > Rechtwinklig etc. gezeichnet
werden. Analog dazu können Quadrate weiterhin als Quadrate dargestellt werden, sie
müssen jedoch mit dem Befehl Zeichnen > Polygon > Parallelogramm gezeichnet werden.
Der Grund für diese Einschränkung liegt darin, dass programmintern auch die jeweilige
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
217
Ansicht nur als Zeichenunterstützung zur Verfügung gestellt wird. Sie zeichnen in der
dimetrischen Ansicht und müssen die Befehle benutzen, die das gewünschte Objekt in
dieser Ansicht korrekt darstellen können.
Der Einheitswürfel
Koordinatensysteme
Jedes der so aktivierten Fenster benötigt ein anderes Koordinatensystem. Aus diesem Grund
müssen Sie nun weitere Koordinatensysteme anlegen. Dies geschieht mit dem Befehl
Ansicht > Koordinatensystem > Editieren. Klicken Sie auf „Neu...“, um ein neues Koordinatensystem einzurichten. Geben Sie dem ersten Koordinatensystem die Nummer 2 und den
Namen Dimetrisch 1, linke Ansicht . Erstellen Sie weitere zwei Systeme, 3 und 4, mit
den Namen Dimetrisch 1, rechte Ansicht und Dimetrisch 1, Draufsicht . Nun
müssen Sie jedem Koordinatensystem noch die zugehörige Ansicht zuordnen. Klicken Sie
dazu auf den jeweiligen Namen und betätigen Sie den Taster „Ansicht“. Hier können Sie
jetzt die zugehörige dimetrische Darstellung wählen. Die Namen der Koordinatensysteme
stimmen mit den entsprechenden Darstellungen überein.
Blattrahmen
Dimetrisch linke Ansicht
Bild 1
Nachdem Sie alle drei neuen Koordinatensysteme erstellt haben, wählen Sie das
Koordinatensystem 1, „Zeichnung & Bemaßung“ an und verlassen den Dialog. Um die
kleinen Fenster mit den erstellten Koordinatensystemen zu versehen, klicken Sie auf die
jeweilige linke obere Ecke des Fensters. Dort wird die Fensternummer angezeigt. Die
Darstellung der Skala deutet an, welches Fenster gerade aktiv ist. Nachdem Sie ein kleines
Fenster aktiviert haben, können Sie ihm ein neues Koordinatensystem zuweisen, indem Sie
mit dem Befehl Ansicht > Koordinatensystem > Editieren in dem Dialogfeld das
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
218
Praxis
gewünschte Koordinatensystem für das aktive Fenster einstellen. Aktivieren Sie für die
Fenster 2 bis 4 die dimetrischen Ansichten.
Fenster
Die Arbeit mit Fenstern gestaltet sich relativ einfach. Sie können grundsätzlich wählen, in
welchem Fenster Sie gerade zeichnen möchten. Der Arbeitsbereich, in dem Sie zeichnen,
muss dafür nicht aktiv sein. Ihr Zeichenfenster erkennen Sie an dem kompletten
Fadenkreuz, während in den anderen die übertragene, aktuelle Fadenkreuzposition durch ein
kleines Kreuz angezeigt wird. Da die Größe der Fenster 2 bis 4 auch bei hohen
Bildschirmauflösungen nicht viel Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, können Sie den Inhalt
des großen Hauptfensters jederzeit mit dem Inhalt der anderen drei Fenster vertauschen,
indem Sie bei gedrückter Taste UMSCHALT die Nummer des auszutauschenden Fensters
drücken. Also: UMSCHALT+3 tauscht das Hauptfenster mit dem mittleren kleinen Fenster
aus. Das Hauptfenster selbst trägt die Nummer 1. So können Sie die gewünschte Ansicht
immer im Hauptfenster bearbeiten (Bild 2).
Bild 2
Es empfiehlt sich, die dimetrischen Fenster immer wieder an den ursprünglichen Platz
zurückzutauschen. Dies gewährleistet einen besseren Überblick über die Ansichten. Es kann
sonst (besonders bei der Arbeit in der isometrischen Darstellung) leicht vorkommen, dass
rechte und linke Ansicht verwechselt werden. Wenn Sie also die dimetrisch linke Ansicht im
Hauptfenster liegen haben und diese mit der dimetrisch rechten Ansicht austauschen
möchten, legen Sie die linke Ansicht zuerst wieder mit UMSCHALT+2 in Fenster 2 zurück
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
219
(das oberste der 3 kleinen Fenster) und tauschen erst jetzt das Hauptfenster mit
UMSCHALT+3 gegen die rechte Ansicht aus.
Raster
Um den Einheitswürfel einfacher anzulegen, schalten Sie für alle drei dimetrischen
Darstellungen das Positionsraster mit einem Rastermaß von 5 mm und das Anzeigeraster mit
einem Rastermaß von 10 mm ein. Dies geschieht am einfachsten über die Leiste. Aktivieren
Sie die Raster durch Betätigen der Taster mit der linken Maustaste und legen Sie die Werte
des Rasters durch Anklicken der Taster mit der rechten Maustaste in dem erscheinenden
Dialogfeld fest.
Die Zeichnung
Legen Sie zunächst die dimetrisch linke Ansicht in das Hauptfenster. (Sie können dies
überprüfen, indem Sie den Rahmen des Fensters aktivieren und dann auf ihm die rechte
Maustaste betätigen oder nach dem Aktivieren den Befehl Ansicht > Koordinatensystem >
Editieren wählen. Das aktuelle Koordinatensystem wird nun hinterlegt angezeigt.)
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
220
Praxis
Beginnen Sie mit dem Stift „0,5 mm\Volllinie breit“ ein Quadrat der Kantenlänge 100 mm
(das entspricht 10 Rastereinheiten) auf dem Raster zu zeichnen. Wählen Sie dazu den
Befehl Zeichnen > Polygon > Parallelogramm. Um für das Raster in den anderen Ansichten
einen gemeinsamen Ursprung zu haben, legen Sie den Nullpunkt auf die rechte obere Ecke
des Quadrats. Dies geschieht mit dem Befehl Ansicht > Koordinatensystem > Ursprung
setzen. Kennzeichnen Sie diesen Punkt mit einer Markierung, um die Übersicht zu erhöhen
(U). Diese können Sie mit dem Befehl Konstruktion > Markierungen setzen (Bild 3).
Bild 3
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
Legen Sie nun die dimetrisch linke Ansicht in Fenster 2 zurück und wechseln Sie mit der
dimetrisch rechten Ansicht in das Hauptfenster (Bild 4).
Bild 4
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
221
222
Praxis
Dies ist die rechte Seite des Würfels. Eine der horizontalen Kanten ist bereits vorgegeben.
Zeichnen Sie ein weiteres Quadrat mit dem Befehl Zeichnen > Polygon > Parallelogramm,
wobei Sie mit den ersten beiden Punkten auf der bereits vorgegebenen vertikalen Linie an
der Nullpunktmarkierung beginnen und das Quadrat dann nach rechts um 100 mm (10
Anzeigerasterpunkte) aufziehen (Bild 5).
Bild 5
Beobachten Sie, was in dem Fenster mit der Standarddarstellung geschieht. Hier wird
ein Parallelogramm gezeichnet, welches perspektivisch eine Würfelfläche beschreibt.
Legen Sie nun die rechte Ansicht wieder in das Fenster 3 zurück und die Draufsicht aus
Fenster 4 in das Hauptfenster. Auch hier zeichnen Sie wieder ein Quadrat auf dem Raster
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
223
mit der Kantenlänge 100mm. Beginnen Sie wiederum an dem markierten Nullpunkt und
verwenden Sie die senkrechte Linie als Ausgangslinie. Jetzt können Sie bereits einen
kompletten Einheitswürfel in der Standarddarstellung erkennen (Bild 6).
Bild 6
Sie können die Draufsicht im Hauptfenster gleich weiterbenutzen. Wählen Sie den Befehl
Zeichnen > Ellipse > Beliebig. Klicken Sie, um den Mittelpunkt der Ellipse festzulegen, auf
den Mittelpunkt des zuletzt gezeichneten Quadrats (1). Die beiden weiteren Punkte auf dem
Rand der Ellipse legen Sie jeweils auf die Mitte der horizontalen (2) bzw. der vertikalen (3)
Linie des Quadrats. In der Draufsicht ist so ein Kreis entstanden (Bild 7).
2
1
3
Bild 7
Wechseln Sie auf den Stift „0,25 mm\Strichpunktlinie schmal“ und zeichnen Sie mit dem
Befehl Zeichnen > Linie > Standard die horizontale und vertikale Symmetrielinie 5 mm
über den Rand des Quadrats hinaus (Das ist ein Positionsrasterpunkt oder ein halber
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
224
Praxis
Anzeigerasterpunkt über den Rand). Verbinden Sie zusätzlich noch die Ecken mit einer
Diagonalen.
Ihr Arbeitsblatt sollte jetzt wie in Bild 8 aussehen:
Bild 8
Sie können nun die Anzeigefenster der Reihe nach noch einmal wechseln und in die linke
und rechte dimetrische Ansicht mit dem gleichen Verfahren ebenfalls den Kreis und die
Symmetrielinien zeichnen.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
Praxis
Die fertige Darstellung sieht dann, je nachdem, wo Sie Ihre Zeichnung begonnen haben,
wie folgt aus:
Bild 9
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
225
226
Praxis
Zum Abschluss zentrieren Sie Ihr Objekt noch mit Gestalten > Objekte ausrichten >
Zentriert, Blatt beides und der F10-Taste, dann speichern Sie es mit dem Befehl Datei >
Zeichnung speichern unter ab (Bild 10).
Bild 10
Die Gestaltung einer isometrischen Darstellung oder einer dimetrischen Darstellung vom Typ
2 (Blickrichtung auf die rechte Seite) verläuft im Prinzip genauso. Sie müssen in diesen
Fällen nur die entsprechenden anderen Koordinatensysteme aktivieren.
Nutzen Sie, wenn es Ihre Bildschirmauflösung zulässt, auch in anderen Zeichnungen die
Möglichkeiten, die sich bei mehreren Fenstern ergeben. Sie können zum Beispiel in zusätzlichen Fenstern unterschiedliche Zoombereiche einer einzigen Zeichnung legen und diese
dann mit UMSCHALT+(Fenster Nummer) per Tastendruck aktivieren. Diese Fenster können
auch unterschiedliche Bereiche Ihres Arbeitsblattes darstellen.
Möchten Sie die Einstellung mit mehreren Fenstern für isometrische Darstellungen oder
andere Anwendungszwecke ablegen, so sollten Sie dies mit einer eigens dafür erstellten
Vorlage tun. Dies geschieht über den Befehl Ansicht > Vorlage > Speichern als.
Malz++Kassner CAD6 Benutzerhandbuch
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