Einführung in C/C++ - alex

Einführung in C/C++ - alex
Einführung in C/C++
Wulf Alex
2008
Karlsruhe
Copyright 2000–2008 by Wulf Alex, Karlsruhe
Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of
the GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version published by the
Free Software Foundation; with no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no BackCover Texts. A copy of the license is included in the section entitled GNU Free Documentation
License on page 218.
Ausgabedatum: 18. November 2008.
Email:
[email protected]
Dies ist ein Skriptum. Es ist unvollständig und enthält Fehler.
Geschützte Namen wie UNIX oder PostScript sind nicht gekennzeichnet.
Geschrieben mit dem Texteditor vi, formatiert mit LATEX unter Debian GNU/Linux.
Die Skripten liegen unter folgenden URLs zum Herunterladen bereit:
http://www.alex-weingarten.de/skripten/
http://www.abklex.de/skripten/
Besuchen Sie auch die Seiten zu meinen Büchern:
http://www.alex-weingarten.de/debian/
http://www.abklex.de/debian/
Von dem Skriptum gibt es neben der Normalausgabe eine Ausgabe in kleinerer Schrift (9
Punkte), in großer Schrift (14 Punkte) sowie eine Textausgabe für Leseprogramme (Screenreader).
There is an old system called UNIX,
suspected by many to do nix,
but in fact it does more
than all systems before,
and comprises astonishing uniques.
Vorwort
Die Skripten richten sich an Leser mit wenigen Vorkenntnissen in der Elektronischen
Datenverarbeitung; sie sollen – wie F RITZ R EUTERS Urgeschicht von Meckelnborg – ok för
Schaulkinner tau bruken sin. Für die wissenschaftliche Welt zitiere ich aus dem Vorwort zu
einem Buch des Mathematikers R ICHARD C OURANT: Das Buch wendet sich an einen weiten
Kreis: an Schüler und Lehrer, an Anfänger und Gelehrte, an Philosophen und Ingenieure. Das
Lernziel ist eine Vertrautheit mit Betriebssystemen der Gattung UNIX einschließlich Linux,
der Programmiersprache C/C++ und dem weltumspannenden Internet, die so weit reicht,
dass der Leser mit der Praxis beginnen und sich selbständig weiterbilden kann. Ausgelernt
hat man nie.
Zusammen bildeten die Skripten die Grundlage für das Buch UNIX. C und Internet, im
Jahr 1999 in zweiter Auflage im Springer-Verlag erschienen (ISBN 3-540-65429-1). Das Buch
ist vergriffen und wird auch nicht weiter gepflegt, da ich mich auf Debian GNU/Linux konzentriere. Meine Debian-Bücher (ISBN 3-540-43267-1 und 3-540-23786-0) sind ebenfalls bei
Springer erschienen, aber nicht im Netz veröffentlicht. Die Skripten dagegen bleiben weiterhin im Netz verfügbar und werden bei Gelegenheit immer wieder überarbeitet.
Warum ein Linux/UNIX? Die Betriebssysteme der Gattung UNIX laufen auf einer Vielzahl von Computertypen. Unter den verbreiteten Betriebssystemen sind sie die ältesten und
ausgereift. Die UNIXe haben sich lange ohne kommerzielle Einflüsse entwickelt und tun das
teilweise heute noch, siehe Linux, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD und andere. Programmierer,
nicht das Marketing, haben die Ziele gesetzt. Die UNIXe haben von Anfang an gemischte
Hardware und die Zusammenarbeit mehrerer Benutzer unterstützt. In Verbindung mit dem
X Window System, einem netzfähigen Fenstersystem, sind die UNIXe unter den Betriebssystemen mittlerer Größe die leistungsfähigsten. Linux/UNIX-Rechner waren von Anbeginn im
Internet dabei und haben seine Entwicklung bestimmt.
Warum C/C++? Die universelle Programmiersprache C mit ihrer mächtigen Erweiterung
C++ ist – im Vergleich zu BASIC etwa – ziemlich einheitlich. Der Anfang ist leicht, an die
Grenzen stoßen wenige Benutzer. Das Zusammenspiel zwischen C/C++-Programmen und Linux/UNIX funktioniert reibungslos.
Warum das Internet? Das Internet ist das größte Computernetz dieser Erde, ein Zusammenschluss vieler regionaler Netze. Ursprünglich auf Hochschulen und Behörden beschränkt, sind mittlerweile auch Industrie, Handel und Privatpersonen beteiligt. Unser berufliches Leben und zunehmend unser privates Dasein werden vom Internet berührt. Eine
Email-Anschrift ist so wichtig geworden wie ein Telefonanschluss. Als Informationsquelle ist
das Netz unentbehrlich.
Bei der Stoffauswahl habe ich mich von meiner Arbeit als Benutzer, Verwalter und Programmierer leiten lassen. Besonderer Wert wird auf die Erläuterung der zahlreichen Fachbegriffe gelegt, die dem Anfänger das Leben erschweren. Die typische Frage, vor der auch ich
immer wieder stehe, lautet: Was ist XYZ und wozu kann man es gebrauchen? Hinsichtlich
vieler Einzelheiten verweise ich auf die Referenz-Handbücher zu den Rechenanlagen und
Programmiersprachen oder auf Monografien, um den Text nicht über die Maßen aufzublähen; er ist ein Kompromiss aus Breite und Tiefe. Alles über UNIX, C und das Internet ist
kein Buch, sondern ein Bücherschrank.
An einigen Stellen gehe ich außer auf das Wie auch auf das Warum ein. Von Zeit zu
Zeit sollte man den Blick weg von den Wellen auf das Meer richten, sonst erwirbt man nur
kurzlebiges Wissen.
Man kann den Gebrauch eines Betriebssystems, einer Programmiersprache oder der
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Netzdienste nicht allein aus Büchern erlernen – das ist wie beim Klavierspielen oder Kuchenbacken. Die Beispiele und Übungen wurden auf einer Hewlett-Packard 9000/712 unter HP-UX 10.20 und einem PC der Marke Weingartener Katzenberg Auslese unter Debian
GNU/Linux entwickelt. Als Shell wurden Bourne-Abkömmlinge bevorzugt, als Compiler wurde neben dem von Hewlett-Packard der GNU gcc verwendet. Die vollständigen Quellen der
Beispiele stehen im Netz.
Dem Text liegen eigene Erfahrungen aus fünf Jahrzehnten zugrunde. Seine Wurzeln gehen zurück auf eine Erste Hilfe für Benutzer der Hewlett-Packard 9000 Modell 550 unter HPUX, im Jahr 1986 aus zwanzig Aktenordnern destilliert, die die Maschine begleiteten. Gegenwärtig verschiebt sich der Schwerpunkt in Richtung Debian GNU/Linux. Ich habe auch
fremde Hilfe beansprucht und danke Kollegen in den Universitäten Karlsruhe und Lyon
sowie Mitarbeitern der Firmen IBM und Hewlett-Packard für schriftliche Unterlagen und
mündlichen Rat sowie zahlreichen Studenten für Anregungen und Diskussionen. Darüber
hinaus habe ich fleißig das Internet angezapft und viele dort umlaufende Guides, Primers,
HOWTOs, Tutorials und Sammlungen von Frequently Asked Questions (FAQs) verwendet.
Weingarten (Baden), 15. Februar 2006
Wulf Alex
Übersicht
1 Programmieren in C/C++
2
A Zahlensysteme
180
B Zeichensätze
185
C UNIX-Systemaufrufe
196
D C-Lexikon
198
E Karlsruher Test
206
F GNU Lizenzen
214
G Zeittafel
225
H Zum Weiterlesen
234
v
Inhalt
1 Programmieren in C/C++
1.1
Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.1 Wozu Programmierkenntnisse? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.2 Warum braucht man Programmiersprachen? . . . . . . . . . . . .
1.1.3 Sprachenfamilien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.4 Imperative Programmiersprachen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.5 Objektorientierte Programmiersprachen . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.6 Interpreter – Compiler – Linker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.7 Qualität und Stil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.8 Programmiertechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.9 Aufgabenanalyse und Entwurf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.9.1 Aufgabenstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.9.2 Zerlegen in Teilaufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.9.3 Zusammensetzen aus Teilaufgaben . . . . . . . . . . .
1.1.10 Prototyping . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.11 Flussdiagramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.12 Memo Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.1.13 Übung Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2
Programmer’s Workbench . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.1 Nochmals die Editoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.2 Compiler und Linker (cc, ccom, ld) . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.3 Unentbehrlich (make) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.4 Debugger (xdb, gdb) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.5 Profiler (time, gprof) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.6 Archive, Bibliotheken (ar) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.7 Weitere Werkzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.8 Versionsverwaltung mit RCS, SCCS und CVS . . . . . . . . . . . .
1.2.9 Systemaufrufe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.9.1 Was sind Systemaufrufe? . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.9.2 Beispiel Systemzeit (time) . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.9.3 Beispiel Datei-Informationen (access, stat, open, close)
1.2.9.4 Beispiel Prozesserzeugung (exec, fork) . . . . . . . . . .
1.2.10 Begriffe Programmer’s Workbench . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.11 Memo Programmer’s Workbench . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.12 Übung Programmer’s Workbench . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2.13 Fragen Programmer’s Workbench . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3
Bausteine eines Quelltextes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.1 Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.2 Syntax-Diagramme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.3 Kommentar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.4 Namen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.5 Schlüsselwörter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6 Operanden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.1 Konstanten und Variable . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.2 Typen – Grundbegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.3 Einfache Typen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.4 Zusammengesetzte Typen (Arrays, Strukturen) . . . .
1.3.6.5 Union . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.6 Aufzählungstypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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INHALT
1.3.6.7 Pointer (Zeiger) . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.8 Weitere Namen für Typen (typedef) . .
1.3.6.9 Speicherklassen . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.10 Geltungsbereich . . . . . . . . . . . . . .
1.3.6.11 Lebensdauer . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.7 Operationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.7.1 Ausdrücke . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.7.2 Zuweisung . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.7.3 Arithmetische Operationen . . . . . . .
1.3.7.4 Logische Operationen . . . . . . . . . .
1.3.7.5 Vergleiche . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.7.6 Bitoperationen . . . . . . . . . . . . . .
1.3.7.7 st ointeroperationen . . . . . . . . . . .
1.3.7.8 Ein- und Ausgabe-Operationen . . . . .
1.3.7.9 Sonstige Operationen . . . . . . . . . .
1.3.7.10 Vorrang und Reihenfolge . . . . . . . . .
1.3.8 Anweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.8.1 Leere Anweisung . . . . . . . . . . . . .
1.3.8.2 Zuweisung als Anweisung . . . . . . . .
1.3.8.3 Kontrollanweisungen . . . . . . . . . . .
1.3.8.4 Rückgabewert . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.9 Memo Bausteine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.10 Übung Bausteine . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4
Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4.1 Aufbau und Deklaration . . . . . . . . . . . . . . .
1.4.2 Pointer auf Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4.3 Parameterübergabe . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4.4 Kommandozeilenargumente, main() . . . . . . . .
1.4.5 Funktionen mit wechselnder Argumentanzahl . .
1.4.6 Iterativer Aufruf einer Funktion . . . . . . . . . .
1.4.7 Rekursiver Aufruf einer Funktion . . . . . . . . .
1.4.8 Assemblerroutinen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4.9 Memo Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.4.10 Übung Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5
Funktions-Bibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.1 Zweck und Aufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.2 Standardbibliothek . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.2.1 Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.2.2 Standard-C-Bibliothek . . . . . . . . . .
1.5.2.3 Standard-Mathematik-Bibliothek . . .
1.5.2.4 Standard-Grafik-Bibliothek . . . . . . .
1.5.2.5 Weitere Teile der Standardbibliothek .
1.5.3 Xlib, Xt und Xm (X Window System) . . . . . . . .
1.5.4 NAG-Bibliothek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.5 Eigene Bibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.6 Speichermodelle (PC-DOS) . . . . . . . . . . . . . .
1.5.7 Memo Bibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.5.8 Übung Bibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.6
Klassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.6.1 Warum C mit Klassen? . . . . . . . . . . . . . . . .
1.6.2 Datenabstraktion, Klassenbegriff . . . . . . . . . .
1.6.3 Klassenhierarchie, abstrakte Klassen, Vererbung
1.6.4 Memo Klassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.6.5 Übung Klassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.7
Klassen-Bibliotheken . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.7.1 C++-Standardbibliothek . . . . . . . . . . . . . . .
1.7.2 Standard Template Library (STL) . . . . . . . . . .
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viii
INHALT
1.7.3
C-XSC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.7.3.1 Was ist C-XSC? . . . . . . . . . . . . . . .
1.7.3.2 Datentypen, Operatoren und Funktionen
1.7.3.3 Teilfelder von Vektoren und Matrizen . .
1.7.3.4 Genaue Auswertung von Ausdrücken . .
1.7.3.5 Dynamische Langzahl-Arithmetik . . . .
1.7.3.6 Ein- und Ausgabe in C-XSC . . . . . . . .
1.7.3.7 C-XSC-Numerikbibliothek . . . . . . . . .
1.7.3.8 Beispiel Intervall-Newton-Verfahren . . .
1.7.4 X11-Programmierung mit dem Qt-Toolkit . . . . . .
1.8
Überladen von Operatoren . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.9
Präprozessor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.9.1 define-Anweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.9.2 include-Anweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.9.3 Bedingte Kompilation (#ifdef) . . . . . . . . . . . . .
1.9.4 Memo Präprozessor . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.9.5 Übung Präprozessor . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.10 Dokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.10.1 Zweck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.10.2 Anforderungen (DIN 66 230) . . . . . . . . . . . . . .
1.10.3 Erstellen einer man-Seite . . . . . . . . . . . . . . .
1.11 Weitere C-Programme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.1 Name . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.2 Aufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.3 Fehlersuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.4 Optimierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.5 curses – Fluch oder Segen? . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.6 Mehr oder weniger zufällig . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.7 Ein Herz für Pointer . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.7.1 Nullpointer . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.7.2 Pointer auf Typ void . . . . . . . . . . . .
1.11.7.3 Arrays und Pointer . . . . . . . . . . . . .
1.11.7.4 Arrays von Funktionspointern . . . . . .
1.11.8 Verarbeitung von Strings . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.9 Dynamische Speicherverwaltung (malloc) . . . . . .
1.11.10 X Window System . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.11.11 cgi-Programme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.12 Obfuscated C . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.13 Portieren von Programmen . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.13.1 Regeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.13.2 Übertragen von ALGOL nach C . . . . . . . . . . . .
1.13.3 Übertragen von FORTRAN nach C . . . . . . . . . .
1.14 Exkurs über Algorithmen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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A Zahlensysteme
B Zeichensätze
B.1 EBCDIC, ASCII, Roman8, IBM-PC
B.2 German-ASCII . . . . . . . . . . . .
B.3 ASCII-Steuerzeichen . . . . . . . .
B.4 Latin-1 (ISO 8859-1) . . . . . . . . .
C UNIX-Systemaufrufe
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196
INHALT
D C-Lexikon
D.1 Schlüsselwörter . . . . . .
D.2 Operatoren . . . . . . . . .
D.3 Standardfunktionen . . . .
D.4 printf(3), scanf(3) . . . . .
D.5 Include-Dateien . . . . . .
D.6 Präprozessor-Anweisungen
E Karlsruher Test
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F GNU Lizenzen
214
F.1
GNU General Public License . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214
F.2
GNU Free Documentation License . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218
G Zeittafel
225
H Zum Weiterlesen
234
Abbildungen
1.1
1.2
1.3
Flussdiagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Nassi-Shneiderman-Diagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Syntax-Diagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
x
17
17
47
Tabellen
1.1 Länge von Datentypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
xi
51
Programme und andere Quellen
1.1
1.2
1.3
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1.9
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1.43
1.44
1.45
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1.48
1.49
1.50
LISP-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
SCHEME-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
PROLOG-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Programm Z 22 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
COBOL-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
JAVA-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Makefile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Erweitertes Makefile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm mit Funktionsbibliothek . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Funktion Mittelwert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Funktion Varianz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Makefile zum Sortierprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Include-Datei zum Sortierprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Sortieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Funktion Bubblesort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Systemzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
FORTRAN-Programm Systemzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Datei-Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Fork-Bombe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm mit Fehlern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Kommentar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm character und integer . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Pointerarithmetik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Bitweise Negation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Bitoperationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Ausgabe per Systemaufruf . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Ausgabe per Standardfunktion . . . . . . . . . . . .
C-Programm einfache for-Schleife . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm zusammengesetzte for-Schleife . . . . . . . . . . . .
C-Programm mit goto, grauenvoll . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, verbessert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm return-Anweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Funktionsprototyp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Funktion Parameterübergabe by value . . . . . . . . . . . . . .
C-Funktion Parameterübergabe by reference . . . . . . . . . . . .
FORTRAN-Funktion Parameterübergabe by reference . . . . . . .
PASCAL-Funktion Parameterübergabe by value . . . . . . . . . .
PASCAL-Funktion Parameterübergabe by reference . . . . . . . .
C-Programm Parameterübergabe an C-Funktionen . . . . . . . .
C-Programm Parameterübergabe an FORTRAN-Funktion . . . .
C-Programm Parameterübergabe an PASCAL-Funktionen . . . .
FORTRAN-Programm Parameterübergabe an C-Funktionen . . .
FORTRAN-Programm Parameterübergabe an FORTRAN-Fkt. . .
FORTRAN-Programm Parameterübergabe an PASCAL-Fkt. . . .
PASCAL-Programm Parameterübergabe an C-Funktionen . . . .
PASCAL-Programm Parameterübergabe an FORTRAN-Funktion
PASCAL-Programm Parameterübergabe an PASCAL-Funktionen
PASCAL-Funktion Parameterübergabe by value . . . . . . . . . .
PASCAL-Funktion Parameterübergabe by reference . . . . . . . .
Shellscript Parameterübergabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Programme und andere Quellen
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1.68
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1.70
1.71
1.72
1.73
1.74
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1.93
1.94
1.95
1.96
1.97
1.98
1.99
1.100
1.101
1.102
1.103
C-Programm Parameterübernahme von Shellscript
C-Programm Kommandozeilenargumente . . . . . .
C-Funktion Wechselnde Anzahl von Argumenten . .
C-Programm Quadratwurzel . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm ggT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Fakultät . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Selbstaufruf main() . . . . . . . . . . .
C-Programm, Fakultäten . . . . . . . . . . . . . . . .
Assemblerfunktion Addition 1 . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Stringverarbeitung . . . . . . . . . . .
C-Programm Mathematische Funktionen . . . . . .
C++-Programm Hallo, Welt . . . . . . . . . . . . . . .
C++-Programm Umrechnung UTC-MEZ . . . . . . .
C++-Programm Geometrische Formen . . . . . . . .
C-XSC-Funktion defect() . . . . . . . . . . . . . . . .
C-XSC-Programm einfacher Genauigkeit . . . . . .
C-XSC-Programm mehrfacher Genauigkeit . . . . .
C-XSC-Programm mit Ein- und Ausgabe . . . . . . .
C-XSC-Programm Intervall-Newton-Verfahren . . .
Makefile zu qhello.cpp . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Include-Datei zu qhello.cpp . . . . . . . . . . . . . . .
C++-Programm qhello.cpp . . . . . . . . . . . . . . .
C++-Programm Primzahlen . . . . . . . . . . . . . .
Include-Datei /usr/include/stdio.h . . . . . . . . . . .
C-Programm Umrechnung Zahlenbasis . . . . . . .
C-Programm, minimal . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, einfachst . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, einfach . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, fortgeschritten . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, Variante . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, Eingabe . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Dateiputzete . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm, curses . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Zufallszahlen . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Zufallszahlen, mit Funktion . . . . . .
C-Funktion Zufallszahlen . . . . . . . . . . . . . . . .
PASCAL-Programm Zufallszahlen, mit Funktion . .
C-Programm, void-Pointer . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Primzahlen . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Array von Funktionspointern . . . . .
C-Funktion bilder.c . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Makefile zu schiff.c . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm Dynamische Speicherverwaltung . . .
C-Programm Sortieren nach Duden . . . . . . . . . .
C-Programm X Window System/Xlib . . . . . . . . .
Webseite cgi_test . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Include-Datei cgi.h . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm cgi_test.c . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Funktionen cgi.c . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
ALGOL-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
C-Programm ggT nach Euklid . . . . . . . . . . . . .
FORTRAN-Programm Quadratische Gleichung . . .
C-Programm Quadratische Gleichung . . . . . . . .
xiii
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91
94
95
96
97
97
100
101
105
106
109
111
115
121
121
122
122
124
125
125
126
129
132
134
137
138
138
138
139
139
142
143
145
146
146
147
150
153
155
156
157
158
162
166
167
168
168
171
174
175
176
178
xiv
Programme und andere Quellen
Zum Gebrauch
• Hervorhebungen im Text werden kursiv dargestellt.
• Titel von Veröffentlichungen oder Abschnitten, kurze Zitate oder wörtliche Rede werden
im Text kursiv markiert.
• In Aussagen über Wörter werden diese kursiv abgesetzt.
• Stichwörter für einen Vortrag oder eine Vorlesung erscheinen fett.
• Namen von Personen stehen in K APITÄLCHEN.
• Eingaben von der Tastatur und Ausgaben auf den Bildschirm werden in
Schreibmaschinenschrift wiedergegeben.
• Hinsichtlich der deutschen Rechtschreibung befindet sich das Manuskript in einem
Übergangsstadium.
• Hinter Linux/UNIX-Kommandos folgt manchmal in Klammern die Nummer der betroffenen Sektion des Referenz-Handbuchs, z. B. vi(1). Diese Nummer samt Klammern
ist beim Aufruf des Kommandos nicht einzugeben.
• Suchen Sie die englische oder französische Übersetzung eines deutschen Fachwortes, so
finden Sie diese bei der erstmaligen Erläuterung des deutschen Wortes.
• Suchen Sie die deutsche Übersetzung eines englischen oder französischen Fachwortes,
so finden Sie einen Verweis im Sach- und Namensverzeichnis.
• UNIX wird hier immer als die Gattung der aus dem bei AT&T um 1970 entwickelten Unix ähnlichen Betriebssysteme verstanden, nicht als geschützter Name eines bestimmten Produktes.
• Ich gebe möglichst genaue Hinweise auf weiterführende Dokumente im Netz. Der Leser sei sich aber bewußt, dass sich sowohl Inhalte wie Adressen (URLs) ändern. Bei
Verweisen auf Webseiten (URLs) ist die Angabe des Protokolls http:// weggelassen.
• Unter Benutzer, Programmierer, Verwalter usw. werden sowohl männliche wie weibliche
Erscheinungsformen verstanden.
• Ich rede den Leser mit Sie an, obwohl unter Studenten und im Netz das Du üblich ist.
Gegenwärtig erscheint mir diese Wahl passender.
1
Brevity is the soul of wit.
Shakespeare, Hamlet
1
Programmieren in C/C++
1.1
Grundbegriffe
1.1.1
Wozu Programmierkenntnisse?
Auch wer seine Brötchen nicht mit Programmieren verdient, sondern nur mit Computern
arbeitet, braucht Grundkenntnisse im Programmieren, um die richtigen Vorstellungen von
dem Geschehen hinter dem Bildschirm zu haben. Nicht jeder Maschinenbauer muss einen
Kolbenmotor konstruieren können, aber er muss wissen, wie eine Kolbenmaschine aufgebaut
ist und funktioniert, und er sollte mit einem Schraubenschlüssel umgehen können. Hinzu
kommt, dass häufig kleinere Anpassungen oder Ergänzungen der Software erforderlich sind,
für die man nicht immer einen Spezialisten hat.
Wenn es ernst wird, bezieht man seine Kenntnisse aus drei Quellen, nämlich aus:
• einem Lehrbuch wie diesem,
• einer Referenz zum Nachschlagen, siehe das Verzeichnis am Ende des Buches,
• einer Sammlung von Frequently Asked Questions aus dem Internet, hier zu den Themen
C und C++.
Das Lehrbuch sorgt für den Überblick, die Referenz vermittelt Einzelheiten, die FAQ beantwortet die offen gebliebenen Fragen. FAQs zu C und C++ finden sich unter:
• www.eskimo.com/ scs/c-faq/top.html, die FAQ der Newsgruppe comp.lang.c,
• www-info2.informatik.uni-wuerzburg.de/dclc-faq/, die FAQ der Newsgruppe
de.comp.lang.c,
• www.faqs.org/faqs/C-faq/learn/,
• www.cerfnet.com/˜mpcline/c++-faq-lite/,
• rtfm.mit.edu/pub/usenet-by-hierarchy/news/answers/
C++-faq/ bzw. C-faq/.
Langfristig sind auch die genannen Newsgruppen eine Quelle der Erleuchtung, aber man
sollte Grundkenntnisse erworben haben, ehe man dort mitmischt.
1.1.2
Warum braucht man Programmiersprachen?
Von einer Anweisung in einer höheren Programmiersprache bis zu den Nullen und Einsen
im Befehlsregister des Prozessors ist ein weiter Weg. Wir wollen diesen Weg schrittweise an
Hand eines kleinen, aber weltweit bekannten Programmes verfolgen. Das Programm schreibt
den Gruß Hallo, Welt! auf den Bildschirm. Weitere Exemplare dieses Programmes in über 200
Programmiersprachen1 finden sich bei der Louisiana Tech University unter:
http://www.latech.edu/~acm/HelloWorld.shtml
Als erstes das Programm, so wie es ein C-Programmierer schreibt:
1
Unter www.ionet.net/˜timtroyr/funhouse/beer.html liegt eine ähnliche Sammlung.
2
1.1. GRUNDBEGRIFFE
3
/* hallo.c, C-Programm */
#include <stdio.h>
int main()
{
printf("Hallo, Welt!\n");
return 0;
}
Das Aussehen des Textes wird durch den ANSI-C-Standard bestimmt, letzten Endes durch
die Leute, die die Sprache C entwickelt haben. Diese Form des Programmes wird von geübten
Programmierern verstanden und Programmquelle (source) genannt. Die Maschine kann
nichts damit anfangen.
Damit das Programm von einer Maschine ausgeführt werden kann, muss es übersetzt
werden. Hierzu wird ein weiteres Programm, ein Compiler, herangezogen. Im Fall von C
läuft der Übersetzungsvorgang in mehreren Schritten ab, ohne dass der Benutzer etwas
davon merkt. Wir verwenden hier den GNU-C-Compiler unter MS-DOS auf einem PC. Im
ersten Schritt (Präprozessor) werden der für die Maschine unbedeutende Kommentar entfernt und die mit einem Doppelkreuz beginnenden Präprozessor-Anweisungen ausgeführt.
Das Ergebnis sieht leicht gekürzt so aus:
# 1 "hallo.c"
# 1 "c:/djgpp/include/stdio.h" 1 3
# 1 "c:/djgpp/include/sys/djtypes.h" 1 3
# 12 "c:/djgpp/include/stdio.h" 2 3
typedef void *va list;
typedef long unsigned int size t;
typedef struct {
cnt;
int
char * ptr;
char * base;
int
bufsiz;
int
flag;
int
file;
char * name to remove;
} FILE;
extern FILE
void
int
int
.
.
int
.
.
int
dj stdin,
dj stdout,
dj stderr;
clearerr(FILE * stream);
fclose(FILE * stream);
feof(FILE * stream);
printf(const char * format, ...);
vsprintf(char * s, const char * format, va list
extern FILE
dj stdprn,
ap);
dj stdaux;
# 3 "hallo.c" 2
int main()
{
printf("Hallo, Welt!\n");
return 0;
}
Wir erkennen, dass der Präprozessor eine Reihe von Zeilen hinzugefügt hat. Im Prinzip könnte das auch der Programmierer machen, doch so erspart man sich viel routinemäßige Arbeit.
Im zweiten Schritt wird das C-Programm in ein Assembler-Programm übersetzt:
.file
"hallo.c"
4
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
gcc2 compiled.:
gnu compiled c:
.text
LC0:
.ascii "Hallo, Welt!\12\0"
.align 2
.globl main
main:
pushl %ebp
movl %esp,%ebp
call
main
pushl $LC0
call printf
addl $4,%esp
xorl %eax,%eax
jmp L1
.align 2,0x90
L1:
leave
ret
Selbst diese, bereits schwerer verständliche Form könnte ein erfahrener Programmierer noch
von Hand schreiben. Früher gab es nichts anderes. Im Großen und Ganzen entspricht eine
Anweisung in C oder FORTRAN vier Assembler-Anweisungen. Die Assembler-Befehle werden zu einem wesentlichen Teil durch den Hersteller der CPU bestimmt, hier also durch
Intel. Das Assembler-Programm ist an die Hardware und das Betriebssystem gebunden.
Nun folgt als dritter Schritt die Übersetzung des Assemblerprogramms in ein Maschinenprogramm, hier gekürzt und mit Hexadezimalzahlen anstelle der Nullen und Einsen wiedergegeben:
4c01
0000
0000
0000
6100
0000
4000
0300
0401
0000
0000
0000
0000
0000
66da
2e74
3000
0300
3000
0000
2e62
7d31
6578
0000
0000
0000
0000
7373
da00
7400
8c00
2000
3000
0000
0000
0000
0000
0000
0000
0000
0000
0000
0d00
0000
bc00
2e64
0000
0000
3000
0000
0000
0000
6174
0000
0000
0000
Diese Form ist für einen Menschen nicht mehr verständlich, stattdessen für die Maschine, weshalb sie als Maschinencode bezeichnet wird, gelegentlich auch als Objektcode. Ein
Zurück-Übersetzen in Assemblercode ist nur eingeschränkt möglich2 .
Obige Form ist jedoch immer noch nicht ausführbar. Wir verwenden eine StandardFunktion printf() zur Ausgabe auf den Bildschirm. Auch hinter dem Wörtchen main verbirgt sich einiges. Deren Code muß noch hinzugefügt werden, dann kann die Maschine loslegen mit der Begrüßung. Diesen letzten Schritt vollzieht der Linker. Der Anfang des ausführbaren Programmes hallo.exe sieht nicht besser aus als vorher, der Umfang des Programmfiles ist größer geworden:
4d5a
6007
2067
7374
6d2c
2032
5468
0000
0000
656e
7562
206f
333a
6520
0400
5400
6572
2e61
6e20
3433
5354
0000
0000
6174
736d
5475
3a35
5542
2000
0d0a
6564
2062
6520
3820
2e45
2700
7374
2066
7920
4a61
3139
5845
ffff
7562
726f
646a
6e20
3936
2073
0000
2e68
6d20
6173
3330
0d0a
7475
Das müsste ein Programmierer schreiben, gäbe es keine höheren Programmiersprachen.
Als Kontrast dazu ein kurzes Beispiel einer problemangepassten, maschinenfernen Sprache
(SQL). Die Aufgabe sei die Abfrage einer Datenbank, die ihre Daten in Form von Tabellen
mit Spalten und Zeilen hält:
2
Genauer: Das Rück-Übersetzen ist möglich, das Ergebnis jedoch praktisch unbrauchbar,
wenn es um mehr als triviale Programme geht.
1.1. GRUNDBEGRIFFE
5
select nachname, vorname, telefon from mitarbeiter
where wohnort=’Karlsruhe’
order by nachname, vorname;
Die Datenbank soll bitteschön ein Liste mit Nachnamen, Vornamen und Telefonnummer aus
der Tabelle mitarbeiter herausziehen und dabei nur die Mitarbeiter berücksichtigen, deren Wohnort Karlsruhe ist. Die Liste soll an erster Stelle nach dem Nachnamen alphabetisch
sortiert sein, bei gleichem Nachnamen nach dem Vornamen. Einfacher lässt sich eine Aufgabe kaum formulieren.
Eine Programmiersprache wird von zwei Seiten her entwickelt. Von oben, den zu programmierenden Aufgaben aus der realen Welt her, kommen die Anforderungen an die Sprache.
Von unten, der Hardware (CPU) und dem Betriebssystem her kommen die Möglichkeiten zur
Lösung der Aufgaben. Wir haben folgende Schichten:
• Aufgabe, Problem
• Lösungsweg, Algorithmus
• Programm in einer höheren (problemorientierten) Sprache
• Assemblerprogramm
• Maschinenprogramm
• Mikroprogramme (Firmware) im Computer
• Elektronik
Jede Schicht stellt ein Modell der nächsthöheren Schicht dar, wobei das, was sich in der
Elektronik abspielt, hoffentlich noch etwas mit der ursprünglichen Aufgabe zu tun hat. Der
Compilerbauer muss sowohl das Problem wie die Hardware samt Betriebssystem im Auge
haben, wenn er beispielsweise einen C-Compiler für das Betriebssystem PC-DOS auf einem
Intel-Prozessor schreibt. Wer sich näher für Compiler interessiert, kann mit dem Buch von
A LFRED V. A HO – genannt das Dragon-Book – beginnen. Die Thematik geht über den Bau
von Compilern hinaus und erstreckt sich ganz allgemein auf die Analyse und Verarbeitung
von Zeichenfolgen.
1.1.3
Sprachenfamilien
Hat man eine Aufgabe, ein Problem zu lösen, so kann man drei Abschnitte auf dem Weg
unterscheiden:
• Aufgabenstellung,
• Lösungsweg,
• Ergebnis.
Das Ergebnis ist nicht bekannt, sonst wäre die Aufgabe bereits gelöst. Die Aufgabenstellung
und erforderlichenfalls einen Lösungsweg sollten wir kennen.
Mithilfe der bekannten Programmiersprachen von BASIC bis C++ beschreiben wir den
Lösungsweg in einer für den Computer geeigneten Form. Diese Programmiersprachen werden als algorithmische oder prozedurale Programmiersprachen im weiteren Sinn bezeichnet, weil die Programme aus Prozeduren bestehen, die Anweisungen an den Computer enthalten (lateinisch procedere = vorangehen). Diese Familie wird unterteilt in die imperativen
oder prozeduralen Sprachen im engeren Sinne einerseits und die objektorientierten Sprachen
andererseits (lateinisch imperare = befehlen).
Bequemer wäre es jedoch, wir könnten uns mit der Beschreibung der Aufgabe begnügen und das Finden eines Lösungsweges dem Computer überlassen. Sein Nutzen würde
damit bedeutend wachsen. Die noch nicht sehr verbreiteten deklarativen Programmiersprachen gehen diesen Weg (lateinisch declarare = erklären, beschreiben). Die DatenbankAbfragesprache SQL (Structured Query Language) gehört hierher: in den Programmen (SQLScript) steht, was man wissen will, nicht, wie man dazu kommt. Die deklarativen Sprachen
unterteilt man in die funktionalen und die logischen oder prädikativen Sprachen.
6
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Wir haben also folgende Einteilung (wobei die tatsächlich benutzten Sprachen Mischlinge
sind und die Einordnung ihrem am stärksten ausgeprägten Charakterzug folgt):
• Prozedurale Sprachen im weiteren Sinn
– imperative, algorithmische, operative oder im engeren Sinn prozedurale Sprachen
(BASIC, FORTRAN, COBOL, C, PASCAL)
– objektorientierte Sprachen (SMALLTALK, C++, Java)
• Deklarative Sprachen
– funktionale oder applikative Sprachen (LISP, SCHEME, HASKELL)
– logische oder prädikative Sprachen (PROLOG)
Diese Sprachentypen werden auch Paradigmen (Beispiel, Muster) genannt. Auf imperative
und objektorientierte Sprachen gehen wir bald ausführlich ein. Zuerst ein kurzer Blick auf
funktionale und prädikative Sprachen.
Programme in funktionalen Programmiersprachen wie LISP oder SCHEME bestehen aus
Definitionen von Funktionen, äußerlich ähnlich einem Gleichungssystem, die auf Listen von
Werten angewendet werden. Hier das Hello-World-Programm in LISP:
; LISP
(DEFUN HELLO-WORLD ()
(PRINT (LIST ’HELLO ’WORLD)))
Quelle 1.1 : LISP-Programm Hello, World
und auch noch in SCHEME:
(define hello-world
(lambda ()
(begin
(write ’Hello-World)
(newline)
(hello-world))))
Quelle 1.2 : SCHEME-Programm Hello, World
Die großzügige Verwendung runder Klammern fällt ins Auge, aber ansonsten sind die
Programme zu einfach, um die Eigenheiten der Sprachen zu erkennen. Die Sprache C ist
trotz der Verwendung des Funktionsbegriffes keine funktionale Programmiersprache, da ihr
Konzept nicht anders als in FORTRAN oder PASCAL auf der sequentiellen Ausführung von
Anweisungen beruht.
Programmen in logischen oder prädikativen Sprachen wie PROLOG werden Fakten und
Regeln zum Folgern mitgegeben, sie beantworten dann die Anfrage, ob eine Behauptung mit
den Fakten und Regeln verträglich (wahr) ist oder nicht. Viele Denksportaufgaben legen eine
solche Sprache nahe. Hier das Hello-World-Programm in PROLOG:
% HELLO WORLD.
Works with Sbp (prolog)
hello :printstring("HELLO WORLD!!!!").
printstring([]).
printstring([H|T]) :- put(H), printstring(T).
Quelle 1.3 : PROLOG-Programm Hello, World
Die Umgewöhnung von einem Paradigma auf ein anderes geht über das Erlernen einer
neuen Sprache hinaus und beeinflusst die Denkweise, die Sicht auf ein Problem.
Es gibt ein zweite, von der ersten unabhängige Einteilung, die zugleich die historische
Entwicklung spiegelt:
1.1. GRUNDBEGRIFFE
7
• maschinenorientierte Sprachen (Maschinensprache, Assembler)
• problemorientierte Sprachen (höhere Sprachen)
In der Frühzeit gab es nur die völlig auf die Hardware ausgerichtete und unbequeme Maschinensprache, wir haben eine Kostprobe gesehen. Assembler sind ein erster Schritt in Richtung auf die Probleme und die Programmierer zu. Höhere Sprachen wie FORTRAN sind
von der Hardware schon ziemlich losgelöst und in diesem Fall an mathematische Probleme
angepasst. Es gibt aber für spezielle Aufgaben wie Stringverarbeitung, Datenbankabfragen,
Statistik oder Grafik Sprachen, die in ihrer Anpassung noch weiter gehen. Auch die zur Formatierung des vorliegenden Textes benutzte Sammlung von LaTeX-Makros stellt eine problemangepasste Sprache dar. Der Preis für die Erleichterungen ist ein Verlust an Allgemeinheit.
Denken Sie an die Notensprache der Musik: an ihre Aufgabe gut angepasst, aber für andere
Gebiete wie etwa die Chemie ungeeignet.
1.1.4
Imperative Programmiersprachen
Der Computer kennt nur Bits, das heißt Nullen und Einsen. Für den Menschen ist diese
Ausdrucksweise unangebracht. Zum Glück sind die Zeiten, als man die Bits einzeln von Hand
in die Lochstreifen schlug, vorbei.
Die nächste Stufe war die Zusammenfassung mehrerer Bits zu Gruppen, die man mit
Buchstaben und Ziffern bezeichnen konnte. Ein Ausschnitt eines Programmes für die ZUSE
Z 22 im Freiburger Code aus den fünfziger Jahren:
B15
U6
B18
+
B13
X
CGKU30+1
0
Bringe den Inhalt von Register 15 in den Akku
Kopiere den Akku nach Register 6
Bringe den Inhalt von Register 18 in den Akku
Addiere Akku und Reg. 6, Summe in Akku und 6
Bringe den Inhalt von Register 13 in den Akku
Multipliziere Akku mit Register 6
Kopiere den Akku nach der Adresse, die in
Register 30 steht; inkrementiere Register 30
leere Operation
Quelle 1.4 : Ausschnitt aus einem Programm für die ZUSE Z 22
Man musste dem Computer in aller Ausführlichkeit sagen, was er zu tun hatte. Das war
auch mühsam, aber diese Art der Programmierung gibt es heute noch unter dem Namen
Assemblerprogrammierung. Man braucht sie, wenn man die Hardware fest im Griff haben will, also an den Grenzen Software - Hardware (Treiberprogramme). Darüber hinaus
sind gute Assemblerprogramme schnell, weil sie nichts Unnötiges tun. Programmieren in
Assembler setzt vertiefte Kenntnisse der Hardware voraus. Für PCs gibt es von Microsoft
eine Kombination von Quick C mit Assembler, die es gestattet, das große Programm in der
höheren Sprache C und einzelne kritische Teile in Assembler zu programmieren. Wer unbedingt den herben Reiz der Assemblerprogrammierung kennenlernen will, hat es mit dieser
Kombination einfach.
Die meisten Programmierer wollen jedoch nicht Speicherinhalte verschieben, sondern
Gleichungen lösen oder Wörter suchen3 . Schon Mitte der fünfziger Jahre entstand daher
bei der Firma IBM die erste höhere Programmiersprache, und zwar zum Bearbeiten mathematischer Aufgaben. Die Sprache war daher stark an die Ausdrucksweise der Mathematik
angelehnt und zumindest für die mathematisch gebildete Welt einigermaßen bequem. Sie
wurde als formula translator, abgekürzt FORTRAN bezeichnet. FORTRAN wurde im Laufe
der Jahrzehnte weiter entwickelt – zur Zeit ist FORTRAN 90 bzw. 95 aktuell – und ist auch
heute noch die in der Technik am weitesten verbreitete Programmiersprache. Kein Ingenieur
kommt an FORTRAN vorbei. Ein Beispiel findet sich in Abschnitt 1.4.3 Parameterübergabe
auf Seite 82.
3
Recht betrachtet, will man auch keine Gleichungen, sondern Aufgaben wie die Dimensionierung eines Maschinenteils oder das Zusammenstellen eines Sachregisters lösen.
8
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Die Kaufleute hatten mit Mathematik weniger am Hut, dafür aber große Datenmengen.
Sie erfanden Ende der fünfziger Jahre ihre eigene Programmiersprache COBOL, das heißt
Common Business Oriented Language. Dass Leutnant G RACE M. H OPPER (eine Frau, zuletzt
im Admiralsrang) sowohl den ersten Bug erlegt wie auch COBOL erfunden habe, ist eine Legende um ein Körnchen Wahrheit herum. COBOL ist ebenfalls unverwüstlich und gilt heute
noch als die am weitesten verbreitete Programmiersprache. Kein Wirtschaftswissenschaftler
kommt an COBOL vorbei. Ein COBOL-Programm liest sich wie gebrochenes Englisch:
000100 IDENTIFICATION DIVISION.
000200 PROGRAM-ID.
HELLOWORLD.
000300 DATE-WRITTEN.
02/05/96
21:04.
000400*
AUTHOR
BRIAN COLLINS
000500 ENVIRONMENT DIVISION.
000600 CONFIGURATION SECTION.
000700 SOURCE-COMPUTER. RM-COBOL.
000800 OBJECT-COMPUTER. RM-COBOL.
000900
001000 DATA DIVISION.
001100 FILE SECTION.
001200
100000 PROCEDURE DIVISION.
100100
100200 MAIN-LOGIC SECTION.
100300 BEGIN.
100400
DISPLAY " " LINE 1 POSITION 1 ERASE EOS.
100500
DISPLAY "HELLO, WORLD." LINE 15 POSITION 10.
100600
STOP RUN.
100700 MAIN-LOGIC-EXIT.
100800
EXIT.
Quelle 1.5 : COBOL-Programm Hello, World
Als die Computer in die Reichweite gewöhnlicher Studenten kamen, entstand das Bedürfnis nach einer einfachen Programmiersprache für das Gröbste, kurzum nach einem Beginners’ All Purpose Symbolic Instruction Code. J OHN K EMENY und T HOMAS K URTZ vom Dartmouth College in den USA erfüllten 1964 mit BASIC diesen Bedarf. Der Gebrauch von BASIC gilt in ernsthaften Programmiererkreisen als anrüchig4 . Richtig ist, dass es unzählige,
miteinander unverträgliche BASIC-Dialekte gibt, dass BASIC die Unterschiede zwischen Betriebssystem und Programmiersprache verwischt und dass die meisten BASIC-Dialekte keine ordentliche Programmstruktur ermöglichen und daher nur für kurze Programme brauchbar sind. Richtig ist aber auch, dass moderne BASIC-Dialekte wie HP-BASIC oder QuickBASIC von Microsoft über alle Hilfsmittel zur Strukturierung verfügen und dass in keiner
anderen gängigen Programmiersprache die Bearbeitung von Strings so einfach ist wie in BASIC5 . In der Messwerterfassung ist es beliebt. Fazit: die Kenntnis von GW-BASIC auf dem PC
reicht für einen Programmierer nicht aus, aber für viele Aufgaben ist ein modernes BASIC
ein brauchbares Werkzeug.
Anfang der sechziger Jahre wurde ALGOL 60 aufgrund theoretischer Überlegungen entwickelt und nach einer umfangreichen Überarbeitung als ALGOL 68 veröffentlicht. Diese
Programmiersprache ist nie in großem Umfang angewendet worden, spielte aber eine bedeutende Rolle als Wegbereiter für die heutigen Programmiersprachen beziehungsweise die
heutigen Fassungen älterer Sprachen. Viele Konzepte gehen auf ALGOL zurück.
Ende der sechziger Jahre hatte sich das Programmieren vom Kunsthandwerk zur Wissenschaft entwickelt, und N IKLAUS W IRTH von der ETH Zürich brachte PASCAL heraus,
um seinen Studenten einen anständigen Programmierstil anzugewöhnen. PASCAL ist eine
strenge und logisch aufgebaute Sprache, daher gut zum Lernen geeignet. Turbo-PASCAL
4
No programmers write in BASIC, after the age of 12.
1964 bot keine andere Programmiersprache nennenswerte Möglichkeiten zur Verarbeitung von Strings.
5
1.1. GRUNDBEGRIFFE
9
von Borland ist auf PCs weit verbreitet. Ein PASCAL-Beispiel findet sich in Abschnitt 1.4.3
Parameterübergabe auf Seite 82. Eine Weiterentwicklung von PASCAL ist MODULA.
Die Sprache C wurde von B RIAN K ERNIGHAN, D ENNIS R ITCHIE und K EN T HOMPSON in
den siebziger Jahren entwickelt, um das Betriebssystem UNIX damit portabel zu gestalten.
Lange Zeit hindurch gab das Buch der beiden Erstgenannten den Standard vor6 . In den
Achtzigern hat das American National Standards Institute (ANSI) an einem Standard für C
gearbeitet, dem alle neueren Compiler folgen (hinterherhinken). Das ANSI-Dokument wurde
als Internationaler Standard ANSI/ISO/IEC 9899:1990 anerkannt. Ende der neunziger Jahre
wurde eine erneute Überarbeitung als Internationaler Standard ANSI/ISO/IEC 9899:19997
veröffentlicht, der auch als C9X bezeichnet wird. Den Stand der Dinge erfährt man bei:
http://anubis.dkuug.dk/JTC1/SC22/WG14/
Erfahrungsgemäß dauert es einige Jahre, bis die Compiler einen neuen Standard voll unterstützen.
Das ANSI-C von 1990 ist im wesentlichen eine Übermenge von K&R-C; die Nachführung
der Programme – wenn überhaupt erforderlich – macht keine Schwierigkeiten. ANSI-C kennt
ein Schlüsselwort von K&R nicht mehr (entry) und dafür mehrere neue.
C ist allgemein verwendbar, konzentriert, lässt dem Programmierer große Freiheiten (having the best parts of FORTRAN and assembly language in one place) und führt in der Regel
zu schnellen Programmen, da vielen C-Anweisungen unmittelbar Assembler-Anweisungen
entsprechen (Maschinennähe). Die Sprache hat einen kleinen Kern (wenige Schlüsselwörter),
Erweiterungen und Hardwareabhängigkeiten stecken in den Bibliotheken. C-Programme
gelten als unübersichtlich, aber das ist eine Frage des Programmierstils, nicht der Sprache8 .
Auf UNIX-Systemen hat man mit C die wenigsten Schwierigkeiten. Für DOS-PCs gibt es von
Microsoft das preiswerte Quick-C und aus dem GNU-Projekt einen kostenlosen C-Compiler
im Quellcode und betriebsklar kompiliert.
Aus C hat B JARNE S TROUSTRUP von 1979 bis 1989 eine Sprache C++ entwickelt, die
ebenfalls eine Übermenge von C bildet. Der Denkansatz (Paradigma) beim Programmieren in
C++ weicht jedoch erheblich von C ab, so dass man eine längere Lernphase einplanen muss,
mehr als bei einem Übergang von PASCAL nach C. Da sich ANSI-C und C++ gleichzeitig
entwickelt haben, sind einige Neuerungen von C++ in ANSI-C eingeflossen, zum Beispiel das
Prototyping. Ein ANSI-C-Programm sollte von jedem C++-Compiler verstanden werden; das
Umgekehrte gilt nicht. Aktuell ist der Standard ANSI/ISO/IEC 14882:1998.
1.1.5
Objektorientierte Programmiersprachen
In dem Maß, wie die Hardware leistungsfähiger wurde, wagten sich die Programmierer an
komplexere und umfangreichere Aufgaben heran. Dass große Aufgaben in kleinere Teilaufgaben untergliedert werden müssen, ist eine alltägliche Erfahrung und nicht auf Programme
beschränkt. Die Strukturierung einer Aufgabe samt ihrer Lösung gewann an Bedeutung. Programmiersprachen wie C, die die Strukturierung eines Programms in Module (Funktionen,
Prozeduren, Subroutinen) erleichtern, verbreiteten sich.
Um 1980 herum war die Komplexität wieder so angewachsen, dass nach neuen Wegen zu
ihrer Bewältigung gesucht wurde. Außerdem hatte die Software als Kostenfaktor die Hardware überholt. Es galt, umfangreiche Programme schnell und preiswert herzustellen und dabei noch deren Zuverlässigkeit sicherzustellen, ähnlich wie heutzutage Autos produziert wer6
Das vergleichsweise schlanke Buch von K&R ist die erste Lektüre, sobald man einfache C-Programme schreiben kann. Über die Beschreibung von C hinaus birgt es wertvolle allgemeine Hinweise zum Programmieren. Anmerkungen hat S TEVE S UMMIT unter
http://www.eskimo.com/˜
scs/cclass/knotes/top.html veröffenlicht.
7
Den Standard kann man sich bei www.ansi.org gegen 18 US-Dollar im pdf-Format herunterladen, rund 500 Seiten. Auf der Titelseite steht Printed in the United States of America,
auf dem Rücktitel Printed in Switzerland. Die Wahrheit in meinem Fall: Printed in Karlsruhe. Hoffentlich geht das nicht so weiter.
8
Es gibt einen International Obfuscated C Code Contest, einen Wettbewerb um das unübersichtlichste C-Programm, siehe Abschnitt 1.12 Obfuscated C auf Seite 171.
10
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
den. Zwei Schlagwörter kamen auf: Objektorientierung und Software Engineering. Entkleidet man sie der merkantilen Übertreibungen, bleibt immer noch ein brauchbarer Kern
von Ideen übrig.
Der Typbegriff wurde zur Klasse erweitert. Eine Klasse enthält Variable und zugehörige Funktionen, die nun Methoden genannt werden. Klassen können im Gegensatz zum
Typ vom Programmierer definiert werden. Sie bilden eine Hierarchie, wobei höhere Klassen
Eigenschaften an niedrigere vererben. Klassen haben eine genau definierte Schnittstelle (Interface) zum Rest des Programms, ihr Innenleben bleibt verborgen. Was sie tun, ist bekannt,
wie sie es tun, geht niemanden etwas an. Diese scharfe Trennung von Innen und Außen ist
wesentlich für den Klassenbegriff. Was für C Funktionsbibliotheken sind, das sind für C++
Klassenbibliotheken. Die Programmierarbeit besteht zu einem großen Teil im Schreiben von
Klassen. Wie eine Variable die Verwirklichung (Realisierung, Instantiierung) eines Typs ist,
so ist ein Objekt eine Instanz einer Klasse. Von einer Klasse können beliebig viele Objekte
abgeleitet werden. Klassen und deren Objekte sind die Bausteine eines objektorientierten
Programms. C++ hieß anfangs C mit Klassen.
Neben C++ ist eine zweite objektorientierte Erweiterung von C entstanden, die unter dem
Namen Objective C in Verbindung mit dem Betriebssystem NeXT eine gewisse Verbreitung
gefunden hat. Der GNU-C-Compiler unterstützt sowohl C++ wie Objective C, ansonsten ist
es ziemlich still geworden um diese Sprache.
Es kommen noch ein paar Dinge hinzu, um das Programmieren zu erleichtern, aber das
Wesentliche am objektorientierten Programmieren ist, dass die Aufgabe nicht mehr in Module zerlegt wird, die aus Anweisungen bestehen, sondern in voneinander unabhängige Objekte, die sich Mitteilungen oder Botschaften schicken. Die Objektorientierung setzt bei der
Aufgabenanalyse ein, nicht erst bei der Umsetzung in eine Programmiersprache (Codierung).
Wie verhält sich C++ zu C? Manche sagen, dass C++ eine neue, von C völlig unabhängige Sprache sei. Andere wiederum betrachten C++ als eine umfangreiche Erweiterung von
C. Auf jeden Fall sind die Kenntnisse, die man beim Lernen von C erworben hat, auch in
C++ nützlich und keinesfalls überholt. C++-Compiler übersetzen die meisten C-Programme
anstandslos. Zu feineren Unterschieden und Unverträglichkeiten siehe D AVID. R. T RIBBLE:
http://david.tribble.com/text/cdiffs.htm
Für numerische Aufgaben ist C++ in der Universität Karlsruhe um eine Klassenbibliothek namens C-XSC (Extended Scientific Calculation) mit Datentypen wie komplexen Zahlen, Vektoren, Matrizen und Intervallen samt den zugehörigen Operationen ergänzt worden,
siehe das Buch von R UDI K LATTE et al.
SMALLTALK ist eine von Grund auf neu entwickelte, streng objektorientierte Sprache9 ,
im Gegensatz zu C++. JAVA wurde von der Firma SUN entwickelt. Hier das Hello-WorldProgramm in JAVA (in C++ lernen wir es in Abschnitt 1.62 auf Seite 109 kennen):
class HelloWorld {
public static void main (String args[]) {
for (;;) {
System.out.print("Hello World ");
}
}
}
Quelle 1.6 : JAVA-Programm Hello, World
Ähnlichkeiten zu C sind erkennbar, die JAVA-Entwickler waren vermutlich CProgrammierer.
Auf die übrigen 989 Programmiersprachen10 soll aus Platzgründen nicht eingegangen
werden. Braucht man überhaupt mehrere Sprachen? Einige Sprachen wie FORTRAN und
9
SMALLTALK ist ungewohnt und sehr interessant, auch für LINUX verfügbar. Näheres siehe www.software.ibm.com/ad/smalltalk/, www.exept.de/,
www.cetus-links.org/oo_smalltalk.html oder www.gsug.org/.
10
Real programmers can write FORTRAN programs in any language.
1.1. GRUNDBEGRIFFE
11
COBOL sind historisch bedingt und werden wegen ihrer weiten Verbreitung noch lange leben. Andere Sprachen wie BASIC und C wenden sich an unterschiedliche Benutzerkreise.
Wiederum andere eignen sich für spezielle Aufgaben besser als allgemeine Sprachen. Mit einer einzigen Sprache wird man auch in der Zukunft nicht auskommen. Die Schwierigkeiten
beim Programmieren liegen im übrigen weniger in der Umsetzung in eine Programmiersprache – der Codierung – sondern in der Formulierung und Strukturierung der Aufgabe.
Was heißt, eine Sprache sei für ein System verfügbar? Es gibt einen Interpreter oder Compiler für diese Sprache auf diesem System (Hardware plus Betriebssystem). Die Bezeichnung
FORTRAN-Compiler für UNIX reicht nicht, da es UNIX für verschiedene Hardware und zudem in verschiedenen Versionen gibt. Drei Dinge müssen zusammenpassen: Interpreter oder
Compiler, Betriebssystem und Hardware.
1.1.6
Interpreter – Compiler – Linker
In höheren Programmiersprachen wie C oder FORTRAN geschriebene Programme werden
als Quellcode (source code), Quellprogramm oder Quelltext bezeichnet. Mit diesem Quellcode kann der Computer unmittelbar nichts anfangen, er ist nicht ausführbar. Der Quellcode
muss mithilfe des Computers und eines Übersetzungsprogrammes in Maschinencode übersetzt werden. Mit dem Maschinencode kann dann der Programmierer nichts mehr anfangen.
Es gibt zwei Arten von Übersetzern. Interpreter übersetzen das Programm jedesmal,
wenn es aufgerufen wird. Die Übersetzung wird nicht auf Dauer gespeichert. Da der Quellcode zeilenweise bearbeitet wird, lassen sich Änderungen schnell und einfach ausprobieren.
Andererseits kostet die Übersetzung Zeit. Interpreter findet man vorwiegend auf HomeComputern für BASIC, aber auch LISP-Programme, Shellscripts und awk-Scripts werden
interpretiert.
Compiler übersetzen den Quellcode eines Programms als Ganzes und speichern die
Übersetzung auf einem permanenten Medium. Zur Ausführung des Programms wird die
Übersetzung aufgerufen. Bei der kleinsten Änderung muss das gesamte Programm erneut
kompiliert werden, dafür entfällt die jedesmalige Übersetzung während der Ausführung.
Compilierte Programme laufen also schneller ab als interpretierte. Es gibt auch Mischformen von Interpretern und Compilern, zum Beispiel für JAVA. Wie wir eingangs des Kapitels
gesehen haben, arbeiten C- und C++-Compiler wie cc(1) und CC(1) in vier Durchgängen:
• Präprozessor
• eigentlicher Compiler (Übersetzung in Assembler-Code)
• Assembler (Übersetzung in Maschinen-Code)
• Linker
Der Präprozessor entfernt Kommentar und führt die Präprozessor-Anweisungen (siehe Abschnitt 1.9 Präprozessor auf Seite 129) aus. Ruft man den Compiler mit der Option -P auf, so
erhält man die Ausgabe des Präprozessors in einer lesbaren Datei mit der Kennung .i.
Der eigentliche Compiler ccom(1) übersetzt den Quellcode in maschinenspezifischen, lesbaren Assemblercode. Die Compileroption -S liefert diesen Code in einer Datei mit der Kennung .s. Bei einem einfachen Programm sollte man sich einmal das Vergnügen gönnen und
den Assemblercode anschauen.
Der Assembler ist ein zweiter Übersetzer, der Assemblercode in Maschinensprache übersetzt. Mit der Compileroption -c erhält man den Maschinencode (Objektcode, relocatable
code) in einer nicht lesbaren Datei mit der Kennung .o.
Große Programme werden in mehrere Dateien aufgeteilt, die einzeln kompiliert werden,
aber nicht einzeln ausführbar sind, weil erst das Programm als Ganzes einen Sinn ergibt.
Das Verbinden der einzeln kompilierten Dateien zu einem ausführbaren Programm besorgt
der Binder oder Linker. Die Compileroption -c unterdrückt das Linken und erzeugt eine
nicht lesbare Datei mit der Kennung .o.
Unter UNIX werden üblicherweise Präprozessor, Compiler, Assembler und Linker von
einem Compilertreiber aufgerufen, so dass der Benutzer nichts von den vier Schritten bemerkt. Man arbeitet mit dem Treiber cc(1), gcc(1) oder CC(1) und erhält ein ausführbares
Programm. Im Alltag meint man den Treiber, wenn man vom Compiler spricht.
12
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Üblicherweise erzeugt ein Compiler Maschinencode für die Maschine, auf der er selbst
läuft. Cross-Compiler hingegen erzeugen Maschinencode für andere Systeme. Das ist gelegentlich nützlich.
Der Name des Programms im C-Quellcode hat die Kennung .c, in FORTRAN und PASCAL entsprechend .f und .p. Das kompilierte, aber noch nicht gelinkte Programm wird als
Objektcode oder relozierbar (relocatable) bezeichnet, der Dateiname hat die Kennung .o
oder .obj. Das lauffähige Programm heißt ausführbar (executable), sein Name hat keine
Kennung. Unter PC-DOS sind die Namen ausführbarer Programme durch .com oder .exe
gekennzeichnet. Ein kompiliertes Programm wird auch Binary genannt, im Gegensatz zum
Quelltext. Ein Programm ist binär-kompatibel zu einem anderen System, wenn es in seiner
ausführbaren Form unter beiden läuft.
Hat sich ein Programm anstandslos kompilieren lassen und erzeugt beim Aufruf die Fehlermeldung File not found, dann liegt das fast immer daran, dass das Arbeitsverzeichnis
nicht im Befehlspfad enthalten ist. Man ruft dann das neue Programm mit einem Punkt als
Pfadangabe auf:
./myprogram
und veranlasst so die Shell, das Programm im Arbeitsverzeichnis zu suchen. Alternativ könnte man auch den Punkt in den Pfad aufnehmen.
Bei den Operanden spielt es eine Rolle, ob ihre Eigenschaften vom Übersetzer bestimmt
werden oder von Programm und Übersetzer gemeinsam – zur Übersetzungszeit – oder während der Ausführung des Programmes – zur Laufzeit. Der zweite Weg wird als statische
Bindung bezeichnet, der dritte als dynamische Bindung. Die Größe einer Ganzzahl (2 Bytes, 4 Bytes) ist durch den Compiler gegeben. Die Größe eines Arrays könnte im Programm
festgelegt sein oder während der Ausführung berechnet werden. Es ist auch denkbar, aber
in C nicht zugelassen, den Typ einer Variablen erst bei der Ausführung je nach Bedarf zu
bestimmen.
Einen Weg zurück vom ausführbaren Programm zum Quellcode gibt es nicht. Das Äußerste ist, mit einem Disassembler aus dem ausführbaren Code Assemblercode zu erzeugen, ohne Kommentar und typografische Struktur. Nur bei kurzen, einfachen Programmen
ist dieser Assemblercode verständlich.
1.1.7
Qualität und Stil
Unser Ziel ist ein gutes Programm. Was heißt das im einzelnen? Ein Programm soll selbstverständlich fehlerfrei sein in dem Sinn, dass es aus zulässigen Eingaben richtige Ergebnisse
erzeugt. Außer in seltenen Fällen lässt sich die so definierte Fehlerfreiheit eines Programms
nicht beweisen. Man kann nur – nach einer Vielzahl von Tests und längerem Gebrauch –
davon reden, dass ein Programm zuverlässig ist, ein falsches Ergebnis also nur mit geringer
Wahrscheinlichkeit auftritt.
Ein Programm soll robust sein, das heißt auf Fehler der Eingabe oder der Peripherie
vernünftig reagieren, nicht mit einem Absturz. Das Schlimmste ist, wenn ein Programm
trotz eines Fehlers ein scheinbar richtiges Ergebnis ausgibt. Die Fehlerbehandlung macht
oft den größeren Teil eines Programmes aus und wird häufig vernachlässigt. Die Sprache C
erleichtert diese Aufgabe.
Ein Programm ist niemals fertig und soll daher leicht zu ändern sein. Die Entdeckung
von Fehlern, die Berücksichtigung neuer Wünsche, die Entwicklung der Hardware, Bestrebungen zur Standardisierung und Lernvorgänge der Programmierer führen dazu, dass Programme immer wieder überarbeitet werden. Kleinere Korrekturen werden durch Patches
behoben, wörtlich Flicken. Das sind Ergänzungen zum Code, die nicht gleich eine neue Version rechtfertigen. Für manche Fehler lassen sich auch ohne Änderung des Codes Umgehungen finden, sogenannte Workarounds. Nach umfangreichen Änderungen – möglichst Verbesserungen – erscheint eine neue Version des Programmes. Ein Programm, von dem nicht
einmal jährlich eine Überarbeitung erscheint, ist tot. Jede Woche eine neue Version ist natürlich auch keine Empfehlung. Leichte Änderbarkeit beruht auf Übersichtlichkeit, ausführlicher Dokumentation und Vermeidung von Hardwareabhängigkeiten. Die Übersichtlichkeit
wiederum erreicht man durch eine zweckmäßige Strukturierung, verständliche Namenswahl
1.1. GRUNDBEGRIFFE
13
und Verzicht auf besondere Tricks einer Programmiersprache, die zwar erlaubt, aber nicht
allgemein bekannt sind. Gerade C erlaubt viel, was nicht zur Übersichtlichkeit beiträgt.
Änderungen zu erleichtern kann auch heißen, Änderungen von vornherein zu vermeiden,
indem man die Programmteile so allgemein wie mit dem Aufwand vereinbar gestaltet.
Effizienz ist immer gefragt. Früher bedeutete das vor allem sparsamer Umgang mit dem
Arbeitsspeicher. Das ist heute immer noch eine Tugend, tritt aber hinter den vorgenannten Kriterien zurück. Die moderne Software scheint zur Unterstützung der Chiphersteller
geschrieben zu werden. An zweiter Stelle kam Ausführungsgeschwindigkeit, trotz aller Geschwindigkeitssteigerungen der Hardware ebenfalls noch eine Tugend, wenn sie mit Einfachheit und Übersichtlichkeit einhergeht. Mit anderen Worten: erst ein übersichtliches Programm schreiben und dann nachdenken, ob man Speicher und Zeit einsparen kann.
Ein Programm soll benutzerfreundlich sein. Der Benutzer am Terminal will bei alltäglichen Aufgaben ohne das Studium pfundschwerer Handbücher auskommen und bei den
häufigsten Fehlern Hilfe vom Bildschirm erhalten. Er will andererseits auch nicht mit überflüssigen Informationen und nutzlosen Spielereien belästigt werden. Der Schwerpunkt der
Programmentwicklung liegt heute weniger bei den Algorithmen, sondern bei der Interaktion mit dem Benutzer. Für einen Programmierer ist es nicht immer einfach, sich in die Rolle
eines EDV-Laien zu versetzen.
Schließlich ist daran zu denken, dass man ein Programm nicht nur für den Computer
schreibt, sondern auch für andere Programmierer. Erstens kommt es oft vor, dass ein Programm von anderen weiterentwickelt oder ergänzt wird; zweitens ist ein Programm eine von
mehreren Möglichkeiten, einen Algorithmus oder einen komplexen Zusammenhang darzustellen. Der Quellcode sollte daher leicht zu lesen, programmiererfreundlich sein. Fordern
wir also menschenfreundliche Programme.
C lässt dem Programmierer viel Freiheit, mehr als PASCAL. Damit nun nicht jeder
schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, hat die Programmierergemeinschaft Regeln
und Gebräuche entwickelt. Ein Verstoß dagegen beeindruckt den Compiler nicht, aber das
Programm ist mühsam zu lesen. Der Beautifier cb(1) automatisiert die Einhaltung einiger
dieser Regeln, weitergehende finden sich in:
• N ELSON F ORD, Programmer’s Guide, siehe Anhang,
• B. W. K ERNIGHAN, P. J. P LAUGER, Software Tools, siehe Anhang,
• R OB P IKE, Notes on Programming
ftp.ciw.uni-karlsruhe.de
in
C,
/pub/../pikestyle.ps
auf
• Firmen-Richtlinien wie Nixdorf Computer C-Programmierrichtlinien (Hausstandard),
1985
• K. H ENNING, Portables Programmieren in C – Programmierrichtlinien, verfasst 1993
vom Hochschuldidaktischen Zentrum und vom Fachgebiet Kybernetische Verfahren
und Didaktik der Ingenieurwissenschaften der RWTH Aachen im Auftrag von sechs
Chemiefirmen. Der Verbreitung dieser Richtlinien stehen leider ein Hinweis auf das
Urheberrecht sowie ein ausdrückliches Kopierverbot entgegen.
Ein- und dieselbe Aufgabe kann – von einfachen Fällen abgesehen – auf verschiedene Weisen gelöst werden. Der eine bevorzugt viele kleine Programmblöcke, der andere wenige große.
Einer arbeitet gern mit Menüs, ein anderer lieber mit Kommandozeilen. Einer schreibt einen
langen Kommentar an den Programmanfang, ein anderer zieht kurze, in den Programmcode
eingestreute Kommentare vor. Solange die genannten objektiven Ziele erreicht werden, ist
gegen einen persönlichen Stil nichts einzuwenden. Le style c’est l’homme.
1.1.8
Programmiertechnik
Bei kurzen Programmen, wie sie in diesem Buch überwiegen, setzt man sich oft gleich an
das Terminal und legt los. Besonders jugendliche BASIC-Programmierer neigen zu dieser
Programmiertechnik. Wenn man sich das nicht schnellstens abgewöhnt, kommt man nicht
weit. Um wirkliche Programme zu schreiben, muss man systematisch vorgehen und viel Konzeptpapier verbrauchen, ehe es ans Hacken geht. Es gibt mehrere Vorgehensweisen. Eine
verbreitete sieht fünf Stufen vor (waterfall approach):
14
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
• Aufgabenstellung (Vorstudien, Analyse, Formulierung),
• Entwurf (Struktur, Anpassen an Werkzeuge wie make(1), RCS, CVS),
• Umsetzung in eine Programmiersprache (Codierung, Implementation),
• Test (Fehlersuche, Prüfungen, Messungen, Vergleich mit Punkt 1),
• Betrieb und Pflege (Wartung, Updating, Fehler-Management).
Die Programmiersprache, die für den Anfänger im Vordergrund des Programmierens steht,
kommt erst an dritter Stelle. Wenn die beiden vorangehenden Punkte schlecht erledigt worden sind, kann auch ein Meister in C/C++ nichts mehr retten.
Der Zeitbedarf der einzelnen Stufen ist schwierig abzuschätzen, da Kleinigkeiten manchmal fürchterlich aufhalten. Lassen wir Betrieb und Pflege als zeitlich unbegrenzt heraus,
und nehmen wir an, dass das Schreiben der Dokumentation parallel erfolgt, so lassen sich
ungefähr folgende Anteile als Ausgangswerte für eine Zeitplanung nehmen:
• Aufgabenanalyse 20 %,
• Entwurf 30 %,
• Codierung 20 %,
• Test 30 %.
Wer Softwareprojekte zu seinem Broterwerb macht, sollte ein Tagebuch oder Protokoll führen, um Erfahrungen auf dem Papier festzuhalten und sie beim nächsten Projekt zu verwerten.
Bei der Codierung rechnet man mit 60 Zeilen Programmcode (ohne Kommentar und Leerzeilen) pro Tag und Programmierer. Das sind zwei bis drei Seiten DIN A4 mit Kommentar
und Leerzeilen. Gleichzeitig ist das die Obergrenze für ein Programmmodul (in C eine Funktion). Haben Sie für ihr Projekt 100 Arbeitstage Zeit und einen Programmierer, so ergeben
sich 20 Arbeitstage ür die Codierung gleich 20 Modulen zu je 60 Zeilen Code. Das sind grobe
Werte, aber sie reichen für eine erste Abschätzung aus.
Bei Texten kann man von einer Seite pro Tag ausgehen. Liegt das Rohmaterial samt allen Abbildungen fertig vor, kommt man auch auf zehn Seiten pro Tag. Umgekehrt können
schwierige Rechnungen oder das Beschaffen exotischer Literatur ein Manuskript beliebig
verzögern. Korrekturlesen, das Zusammenstellen eines Index und ähnliche ungeliebte Arbeiten kosten auch Zeit, unter Umständen Wochen.
Die Programmentwicklung vollzieht sich in der Praxis nicht so geradlinig, wie es der obige Plan vermuten lässt. Aus jeder Stufe kommen Rücksprünge in vorangegangene Stufen
vor, man könnte auch von Rückkoppelungen sprechen. Dagegen ist nichts einzuwenden, es
besteht jedoch eine Gefahr. Wenn man nicht Zwangsmaßnahmen ergreift – Schlussstriche
zieht – erreicht das Programmierprojekt nie einen definierten Zustand. Programmierer verstehen das, Kaufleute und Kunden nicht. Gilt auch für Buchmanuskripte.
Der steigende Bedarf an Software und ihre wachsende Komplexität verlangen die Entwicklung von Programmierverfahren, mit denen durchschnittliche Programmierer zuverlässige Programme entwickeln. Auf geniale Real Programmers allein kann sich keine Firma verlassen. Die Entwicklung dieser Programmiertechnik (Software Engineering) ist noch nicht
abgeschlossen.
1.1.9
Aufgabenanalyse und Entwurf
1.1.9.1
Aufgabenstellung
Die meisten Programmieraufgaben werden verbal gestellt, nicht in Form einer mathematischen Gleichung. Zudem sind sie anfangs oft pauschal abgefasst, da dem Aufgabensteller11
Einzelheiten noch nicht klar sind.
11
Real programmers know better than the users what they need.
1.1. GRUNDBEGRIFFE
15
Auf der anderen Seite benötigt der Computer eine eindeutige, ins einzelne gehende Anweisung, da er – anders als ein Mensch – fehlende Informationen nicht aufgrund seiner Erfahrung und des gesunden Menschenverstandes ergänzt.
Der erste Schritt bei der Programmentwicklung ist daher die Formulierung der Aufgabe. Zu diesem Schritt kehrt man im Verlauf des Programmierens immer wieder zurück,
um zu ergänzen oder zu berichtigen. Es ist realistisch, für die Aufgabenanalyse rund ein
Drittel des gesamten Zeitaufwandes anzusetzen. Die Aufgabe wird in einem Pflichtenheft
schriftlich festgehalten, das zur Verständigung zwischen Entwickler und Anwender sowie
der Entwickler untereinander dient. Fragen in diesem Zusammenhang sind:
• Welche Ergebnisse soll das Programm liefern?
• Welche Eingaben sind erforderlich?
• Welche Ausnahmefälle (Fehler) sind zu berücksichtigen?
• In welcher Form sollen die Ergebnisse ausgegeben werden?
• Wer soll mit dem Programm umgehen?
• Auf welchen Computern soll das Programm laufen?
Anfänger sehen die Schwierigkeiten des Programmierens in der Umsetzung des Lösungsweges in eine Programmiersprache, in der Codierung. Nach einigem Üben stellt sich dann
heraus, dass die dauerhaften Schwierigkeiten in der Formulierung und Analyse der Aufgabe,
allenfalls noch im Suchen nach Lösungen liegen, während die Codierung größtenteils Routine
wird.
Nach unserer Erfahrung sollte man eine Aufgabe zunächst einmal so formulieren, wie
sie den augenblicklichen Bedürfnissen entspricht. Dann sollte man sich mit viel Phantasie
ausmalen, was alles noch dazu kommen könnte, wenn Geld, Zeit und Verstand keine Schranken setzen würden (I have a dream ... ). Drittens streiche man von diesem Traum gnadenlos
alles weg, was nicht unbedingt erforderlich und absolut minimal notwendig ist – ohne das
vielleicht nur asymptotisch erreichbare Ziel aus den Augen zu verlieren. So kommt man mit
beschränkten Mitteln zu Software, die sich entwickeln kann, wenn die Zeit dafür reif ist.
Anpassungsfähigkeit ist für Software und Lebewesen wichtiger als Höchstleistungen.
1.1.9.2
Zerlegen in Teilaufgaben
Controlling complexity is the essence of computer programming (B. W. K ERNIGHAN, P. J.
P LAUGER, Software Tools). Komplexe Aufgaben werden in mehreren Stufen in Teilaufgaben
zerlegt, die überschaubar sind und sich durch eine Funktion oder Prozedur im Programm
lösen lassen. Insofern spiegelt die Zerlegung bereits die spätere Programmstruktur12 wider. Das Hauptprogramm soll möglichst wenig selbst erledigen, sondern nur Aufrufe von
Unterprogrammen enthalten und somit die große Struktur widerspiegeln. Oft ist folgende
Gliederung ein zweckmäßiger Ausgangspunkt:
• Programmstart (Initialisierungen)
• Eingabe, Dialog
• Rechnung
• Ausgabe
• Hilfen
• Fehlerbehandlung
• Programmende, Aufräumen
Bei den Teilaufgaben ist zu fragen, ob sie sich – ohne die Komplexität wesentlich zu erhöhen – allgemeiner formulieren lassen. Damit lässt sich die Verwendbarkeit von Programmteilen verbessern. Diese Strategie wird als Top-down-Entwurf bezeichnet. Man geht vom
Allgemeinen ins Einzelne.
12
Real programmers disdain structured programming.
16
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.1.9.3
Zusammensetzen aus Teilaufgaben
Der umgekehrte Weg – Bottom-up-Entwurf – liegt nicht so nahe. Es gibt wiederkehrende
Grund-Operationen wie Suchen, Sortieren, Fragen, Ausgeben, Interpolieren, Zeichnen eines Kreisbogens. Aus diesen lässt sich eine gegebene Aufgabe zu einem großen Teil zusammensetzen, so dass nur wenige spezielle Teilaufgaben übrig bleiben. Hat man die Grundoperationen einmal programmiert, so vereinfacht sich der Rest erheblich.
In praxi wendet man eine gemischte Strategie an. Man zerlegt die übergeordnete Aufgabe in Teilaufgaben, versucht diese in Grundoperationen auszudrücken und kommt dann
wieder aufsteigend zu einer genaueren und allgemeiner gültigen Formulierung. Dieser Abund Aufstieg kann sich mehrmals wiederholen. Die Aufgabenstellung ist nicht unveränderlich. Genau so geht man bei der Planung von Industrieanlagen vor.
Man darf nicht den Fehler machen, die Aufgabe aus Bequemlichkeit den Eigenheiten
eines Computers oder einer Programmiersprache anzupassen. Der Benutzer hat Anspruch
auf ein gut und verständlich funktionierendes Programm. Die Zeiten, als der Computer als
Entschuldigung für alle möglichen Unzulänglichkeiten herhalten musste, sind vorbei.
1.1.10
Prototyping
In dem häufig vorkommenden Fall, dass die Anforderungen an das Programm zu Beginn
noch verschwommen sind, ist es zweckmäßig, möglichst rasch ein lauffähiges Grundgerüst,
ein Skelett zu haben. Mit diesem kann man dann spielen und Erfahrungen sammeln in einem
Stadium, in dem der Programmcode noch überschaubar und leicht zu ändern ist.
Bei einem solchen Prototyp sind nur die benutzernahen Funktionen halbwegs ausgebaut, die datennahen Funktionen schreiben vorläufig nur ihren Namen auf den Bildschirm.
Von einem menugesteuerten Vokabeltrainer beispielsweise schreibt man zunächst das Menusystem und lässt die Funktionen, die die eigentliche Arbeit erledigen, leer oder beschränkt
sie auf die Ausgabe ihres Namens. Damit liegt die Programmstruktur – das Knochengerüst
– fest. Gleichzeitig macht man sich Gedanken über die Datenstruktur. Steht der Prototyp,
nimmt man den Datenaustausch zwischen den Funktionen hinzu (Parameterübergabe und
-rückgabe), immer noch mit Bildschirmmeldungen anstelle der eigentlichen Arbeit. Funktioniert auch das wie gewünscht, füllt man eine Funktion nach der anderen mit Code.
Diese Vorgehensweise lenkt die Entwicklung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in die
gewünschte Richtung. Bei einem kommerziellen Auftrag bezieht sie den Auftraggeber in die
Entwicklung ein und fördert das gegenseitige Verständnis, aber auch bei privaten Projekten
verhindert sie, dass man viel Code für /dev/null schreibt.
Das Prototyping ist sicher nicht für alle Programmieraufgaben das beste Modell – es gibt
auch noch andere Modelle – aber für dialogintensive kleine und mittlerer Anwendungen recht
brauchbar und in C leicht zu verwirklichen.
1.1.11
Flussdiagramme
Programme werden schnell unübersichtlich. Man hat daher schon früh versucht, mit Hilfe
grafischer Darstellungen13 den Überblick zu behalten, aber auch diese neigen zum Wuchern.
Ein grundsätzlicher Mangel ist die Beschränkung eines Blattes Papier auf zwei Dimensionen.
Es ist unmöglich, ein umfangreiches Programm durch eine einzige halbwegs überschaubare
Grafik zu beschreiben.
Flussdiagramme (flow chart), auch Blockdiagramme genannt, sollen die Abläufe innerhalb eines Programmes durch Sinnbilder nach DIN 66 001 und Text darstellen, unabhängig
von einer Programmiersprache. Obwohl das Flussdiagramm vor dem Programmcode erstellt
werden sollte, halten sich viele Programmierer nicht an diese Reihenfolge. Zum Teil ersetzt
eine gute typografische Gestaltung der Programmquelle auch ein Flussdiagramm, während
das Umgekehrte nicht gilt. Ein Flussdiagramm ist nicht mit einem Syntaxdiagramm zu verwechseln, lesen Sie die beiden entsprechenden Abbildungen, die die if-else-Verzweigung darstellen, einmal laut vor.
13
Real programmers don’t draw flowcharts.
1.1. GRUNDBEGRIFFE
17
true
Q
Q
Q
Q false
Bedingung Q
Q
Q
Q
Q
Q
Anweisung 1
Anweisung 2
Anweisung 4
Anweisung 3
Abb. 1.1: Flussdiagramm einer if-else-Verzweigung
aa
a
aa
aa
a
then
!
!!
!
!
if Bedingung
!!
!
aa
!
aa
!!
else
!
aa
!!
a!
Anweisung 1
Anweisung 2
Anweisung 4
Anweisung 3
Abb. 1.2: Nassi-Shneiderman-Diagramm einer if-else-Verzweigung
18
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Nassi-Shneiderman-Diagramme oder Struktogramme nach I SAAC N ASSI und B EN
S HNEIDERMAN sind ein weiterer Versuch, den Programmablauf grafisch darzustellen. Sie
sind näher an eine Programmiersprache angelehnt, so dass es leicht fällt, nach dem Diagramm eine Quelle zu schreiben. Das lässt sich teilweise sogar mit CASE-Werkzeugen in
beide Richtungen automatisieren.
1.1.12
Memo Grundbegriffe
• Maschinen verstehen nur Maschinensprache, die hardwareabhängig und für Menschen
unverständlich ist.
• Programmierer verwenden höhere, an die Aufgaben angepasste Programmiersprachen,
die für Maschinen unverständlich sind. Was sie schreiben, wird Quelle (source) genannt.
• Übersetzer (Compiler, Interpreter) übersetzen Quelltexte höherer Programmiersprachen in Maschinensprache. Der umgekehrte Weg ist praktisch nicht gangbar.
• Deklarative Sprachen beschreiben die Aufgabe, prozedurale den Lösungsweg.
• Innerhalb der prozeduralen Sprachen gehören BASIC, FORTRAN, PASCAl, COBOL
und C zum imperativen Zweig, JAVA, SMALLTALK und C++ zum objektorientierten.
• Die Objektorientierung ist ein Versuch, mit der wachsenden Komplexität der Programme fertig zu werden.
• Die Herstellung eines Programms beginnt mit einer gründlichen Analyse der Aufgabe. Die Umsetzung in eine Programmiersprache (Codierung) ist dann vergleichsweise
harmlos.
• Ein Programm soll nicht nur die zugrundeliegende Aufgabe richtig lösen, sondern auch
gegen Fehler und Ausnahmen unempfindlich (robust) sein. Die Fehlerbehandlung erfordert mehr Programmzeilen als die eigentliche Aufgabe.
• Ein Programm soll einfach zu ändern sein. Dies wird durch eine gute Struktur und
reichlich Kommentar erleichtert (wenn man schon keine ausführliche Dokumentation
schreibt).
• Ein Programm soll menschenfreundlich sein.
1.1.13
Übung Grundbegriffe
Nehmen wir an, der Weg zu Ihrem Arbeitsplatz bestehe aus mehreren Teilstrecken mit unterschiedlichen Gegebenheiten. Sie wollen wissen, was es bringt und kostet, wenn Sie einzelne
Teilstrecken schneller oder langsamer zurücklegen.
Sie brauchen also ein Programm zur Analyse Ihres Arbeitsweges. Formulieren Sie die
Aufgabe genauer, zerlegen Sie sie in Teilaufgaben, beschreiben Sie die Ein- und Ausgabe,
berücksichtigen Sie Fehler des Benutzers. Aus welchen Größen besteht die Ausgabe, welche
Eingaben sind für die Rechnungen erforderlich? Kann eine Division durch Null vorkommen?
Das Ergebnis sollten einige Blätter Papier mit Worten, Formeln und Skizzen sein, nach denen
ein Programmierer arbeiten könnte. Sie selbst sollen an dieser Stelle noch nicht an eine
Programmiersprache denken.
Falls Ihnen die Übung zu einfach erscheint, machen Sie dasselbe für einen Vokabeltrainer,
der außer Deutsch zwei Fremdsprachen beherrscht. Wortschatz anfangs je 1000 Vokabeln,
erweiterbar. Erste Frage: Was gehört alles zu einer Vokabel?
1.2
Programmer’s Workbench
Unter der Werkbank des Programmierers werden UNIX-Werkzeuge zusammengefaßt, die
zum Programmieren benötigt werden. Auf Maschinen, die nicht zur Programmentwicklung
eingesetzt werden, können sie fehlen. Das Werkzeug make(1) und die Revisionskontrolle
sind auch bei Projekten außerhalb der Programmierung nützlich, vor allem beim Bearbeiten
umfangreicher Manuskripte.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
1.2.1
19
Nochmals die Editoren
Editoren wurden bereits im UNIX-Kapitel, Abschnitt ?? Writer’s Workbench auf Seite ?? erläutert. Hier geht es nur um einige weitere Eigenschaften des Editors vi(1), die beim Schreiben von Programmquellen von Belang sind.
Im Quellcode werden üblicherweise Schleifenrümpfe und dergleichen um eine Tabulatorbreite eingerückt, die als Default 8 Leerzeichen entspricht. Bei geschachtelten Schleifen
stößt der Text schnell an den rechten Seitenrand. Es empfiehlt sich, in dem entsprechenden
Verzeichnis eine Datei .exrc mit den Zeilen:
set tabstop=4
set showmatch
set number
anzulegen. Die Option showmatch veranlaßt den vi(1), bei jeder Eingabe einer rechten
Klammer kurz zur zugehörigen linken Klammer zu springen. Die Option number führt zur
Anzeige der Zeilennummern, die jedoch nicht Bestandteil des Textes werden. Eine Zeile
set lisp ist eine Hilfe beim Eingeben von LISP-Quellen.
Steht der Cursor auf einer Klammer, so läßt das Kommando % den Cursor zur Gegenklammer springen und dort verbleiben.
Auch beim emacs(1) gibt es einige Wege, das Schreiben von Quellen zu erleichtern, insbesondere natürlich, falls es um LISP geht. Der Editor nedit(1) lässt sich auf den Stil
aller gängigen Programmiersprachen einschließlich LaTeX einstellen und ist in vielen LinuxDistributionen enthalten.
1.2.2
Compiler und Linker (cc, ccom, ld)
Auf das Schreiben der Quelltexte mit einem Editor folgt ihre Übersetzung in die Sprache
der jeweiligen Maschine mittels eines Übersetzungsprogrammes, meist eines Compilers.
Jedes vollständige UNIX-System enthält einen C-Compiler; Compiler für weitere Programmiersprachen sind optional. Auf unserer Anlage sind zusätzlich ein FORTRAN- und ein
PASCAL-Compiler vorhanden, wobei von FORTRAN gegenwärtig die Versionen 77 und 90
nebeneinander laufen.
Kompilieren bedeutete vor der EDV-Zeit zusammentragen. Im alten Rom hatte es auch
noch die Bedeutung von plündern. In unseren Herzensergießungen haben wir viel aus Büchern, Zeitschriften, WWW-Seiten und Netnews kompiliert.
Ein Compiler übersetzt den Quellcode eines Programmes in Maschinensprache. Die meisten Programme enthalten Aufrufe von externen Programmodulen, die bereits vorübersetzt
und in Bibliotheken zusammengefaßt sind. Beispiele sind Ausgaberoutinen oder mathematische Funktionen. Der ausführbare Code dieser externen Module wird erst vom Linker14 mit
dem Programmcode vereinigt, so daß ein vollständiges ausführbares Programm entsteht. Es
gibt die Möglichkeit, die externen Module erst zur Laufzeit hinzuzunehmen; das heißt dynamisches Linken und spart Speicherplatz. Dabei werden die Module entweder beim Laden
des Programms in den Arbeitsspeicher oder erst bei ihrem Aufruf hinzugeladen (load on demand). Benutzen mehrere Programme ein in den Arbeitsspeicher kopiertes Modul gemeinsam anstatt jeweils eine eigene Kopie anzulegen, so kommt man zu den Shared Libraries
und spart nochmals Speicherplatz.
Die Aufrufe lauten cc(1), f77(1), f90(1) und pc(1). Diese Kommandos rufen Compilertreiber auf, die ihrerseits die eigentlichen Compiler /lib/ccom, f77comp, f90comp und
pascomp starten und noch weitere Dinge erledigen. Ohne Optionen rufen die Compilertreiber auch noch den Linker /bin/ld(1) auf, so dass das Ergebnis ein lauffähiges Programm
ist, das als Default den Namen a.out(4) trägt. Mit dem Namen a.out(4) sollte man nur
vorübergehend arbeiten (mit mv(1) ändern). Der Aufruf des C-Compilers sieht beispielsweise so aus:
14
Linker werden auch Binder, Mapper oder Loader genannt. Manchmal wird auch zwischen
Binder und Loader unterschieden, soll uns hier nicht beschäftigen.
20
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
cc source.c
cc -g source.c -lm -L./lib -I. -DMAX=100
Die erste Zeile stellt den minimalen Aufruf dar, die zweite einen um gängige Optionen erweiterten. Die Option -g veranlaßt den Compiler, zusätzliche Informationen für den symbolischen Debugger zu erzeugen. Weitere Optionen sind:
• -v (verbose) führt zu etwas mehr Bemerkungen beim Übersetzen,
• -o (output) benennt die ausführbare Datei mit dem auf die Option folgenden Namen,
meist derselbe wie die Quelle, nur ohne Kennung: cc -o myprogram myprogram.c,
• -c hört vor dem Linken auf, erzeugt Objektfile mit der Kennung .o,
• -p (profile) erzeugt beim Ablauf des Programmes eine Datei mon.out, das mit dem
Profiler prof(1) ausgewertet werden kann, um Zeitinformationen zum Programm zu
erhalten,
• -O optimiert das ausführbare Programm oder auch nicht.
Der Quelltext des C-Programmes steht in der Datei source.c, die einen beliebigen Namen
tragen kann, nur sollte der Name mit der Kennung .c enden. Die anschließende Option
-lm fordert den Linker auf, die mathematische Standard-Bibliothek einzubinden. Die Option -L./lib wendet sich ebenfalls an den Linker und teilt ihm mit, dass sich im Verzeichnis ./lib weitere Bibliotheken befinden. Die Reihenfolge, in der Bibliotheken eingebunden
werden, ist wichtig. Die Option -I. veranlasst den Präprozessor, Include-Dateien auch im
aktuellen Verzeichnis zu suchen, was er nicht immer automatisch tut. Es könnte auch ein
anderes Verzeichnis angegeben werden. Die Option -DMAX=100 definiert eine symbolische
Konstante namens MAX und weist ihr den Wert 100 zu, genau wie eine Zeile:
#define MAX 100
im Quelltext, nur eben hier mit der Möglichkeit, den Wert bei der Übersetzung zu bestimmen.
Speichermodelle wie unter PC-DOS gibt es in UNIX nicht. Hat man Speicher, kann man ihn
uneingeschränkt nutzen.
Für C-Programme gibt es einen Syntax-Prüfer namens lint(1), den man unbedingt
verwenden sollte. Er reklamiert nicht nur Fehler, sondern auch Stilmängel. Manchmal beanstandet er auch Dinge, die man bewußt gegen die Regeln geschrieben hat. Man muß seinen
Kommentar sinnvoll interpretieren. Aufruf:
lint mysource.c
Ein verbesserter lint, ein Secure Programming Lint findet sich bei der University of Virginia
unter:
http://www.splint.org/
Unter Linux ist lint(1) nicht überall vorhanden, dann kann man den Compiler gcc(1)
mit einer Option aufrufen, die ihn nur zu einer Prüfung der Syntax veranlasst:
gcc -fsyntax-only -pedantic -Wall mysource.c
Ferner gibt es unter einigen UNIXen für C-Quelltexte einen Beautifier namens cb(1),
der den Text in eine standardisierte Form mit Einrückungen usw. bringt und die Lesbarkeit
erleichtert:
cb source.c > source.b
Wenn man mit dem Ergebnis source.b zufrieden ist, löscht man die ursprüngliche Datei
source.c und benennt source.b in source.c um.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
1.2.3
21
Unentbehrlich (make)
Größere Programme sind stark gegliedert und auf mehrere bis viele Dateien und Verzeichnisse verteilt. Der Compileraufruf wird dadurch länglich, und die Wahrscheinlichkeit, etwas
zu vergessen, steigt. Hier hilft make(1). Man schreibt einmal alle Angaben für den Compiler in ein makefile (auch Makefile) und ruft dann zum Kompilieren nur noch make(1)
auf. Für Manuskripte ist make(1) ebenfalls zu gebrauchen. Statt Makefiles ließen sich auch
Shellskripte einsetzen, die Stärke von make(1) liegt jedoch im Umgang mit Dateien unter
Beachtung des Zeitstempels mtime (jüngster schreibender Zugriff). Werkzeuge wie make(1)
werden als Builder bezeichnet.
Man lege für das Projekt ein eigenes Unterverzeichnis an, denn make(1) sucht zunächst
im Arbeits-Verzeichnis. Das makefile beschreibt die Abhängigkeiten (dependencies) der
Programmteile voneinander und enthält die Kommandozeilen zu ihrer Erzeugung. Ein einfaches makefile sieht so aus (Zeilen mit Kommandos müssen durch einen Tabulatorstop –
nicht durch Spaces – eingerückt sein):
pgm:
a.o:
b.o:
a.o b.o
cc a.o b.o
incl.h a.c
cc -c a.c
incl.h b.c
cc -c b.c
-o pgm
Quelle 1.7 : Einfaches Makefile
und ist folgendermaßen zu verstehen:
• Das ausführbare Programm (Ziel, Target) namens pgm hängt ab von den Modulen im
Objektcode a.o und b.o. Es entsteht durch den Compileraufruf cc a.o b.o -o pgm.
• Das Programmodul a.o hängt ab von der include-Datei incl.h und dem Modul im
Quellcode a.c. Es entsteht durch den Aufruf des Compilers mit cc -c a.c. Die Option
- c unterbindet das Linken.
• Das Programmodul b.o hängt ab von derselben include-Datei und dem Modul im Quellcode b.c. Es entsteht durch den Compileraufruf cc -c b.c.
Ein makefile ist ähnlich aufgebaut wie ein Backrezept: erst werden die Zutaten aufgelistet,
dann folgen die Anweisungen. Zu beachten ist, daß man am Ziel startet und rückwärts bis zu
den Quellen geht. Kommentar beginnt mit einem Doppelkreuz und reicht bis zum Zeilenende.
Leerzeilen werden ignoriert.
make(1) verwaltet auch verschiedene Versionen der Programmodule und paßt auf, daß
eine neue Version in alle betroffenen Programmteile eingebunden wird. Umgekehrt wird eine
aktuelle Version eines Moduls nicht unnötigerweise kompiliert. Warum wird im obigen Beispiel die include-Datei incl.h ausdrücklich genannt? Der Compiler weiß doch auf Grund
einer entsprechenden Zeile im Quelltext, daß diese Datei einzubinden ist? Richtig, aber
make(1) muß das auch wissen, denn die include-Datei könnte sich ändern, und dann müssen alle von ihm abhängigen Programmteile neu übersetzt werden. make(1) schaut nicht in
die Quellen hinein, sondern nur auf die Zeitstempel (mtime) der Zutaten. Unveränderliche
include-Dateien wie stdio.h brauchen nicht im makefile aufgeführt zu werden.
Nun ein etwas umfangreicheres Beispiel, das aber längst noch nicht alle Fähigkeiten von
make(1) ausreizt:
# Kommentar, wie ueblich
CC = /bin/cc
CFLAGS =
FC = /usr/bin/f77
LDFLAGS = -lcl
all: csumme fsumme clean
22
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
csumme: csumme.c csv.o csr.o
$(CC) -o csumme csumme.c csv.o csr.o
csv.o: csv.c
$(CC) -c csv.c
csr.o: csr.c
$(CC) -c csr.c
fsumme: fsumme.c fsr.o
$(CC) -o fsumme fsumme.c fsr.o $(LDFLAGS)
fsr.o: fsr.f
$(FC) -c fsr.f
clean:
rm *.o
Quelle 1.8 : Makefile mit Makros und Dummy-Zielen
Zunächst werden einige Makros definiert, z. B. der Compileraufruf CC. Überall, wo im Makefile das Makro mittels $(CC) aufgerufen wird, wird es vor der Ausführung wörtlich ersetzt.
Auf diese Weise kann man einfach einen anderen Compiler wählen, ohne im ganzen Makefile
per Editor ersetzen zu müssen. Dann haben wir ein Dummy-Ziel all, das aus einer Aufzählung weiterer Ziele besteht. Mittels make all wird dieses Dummy-Ziel erzeugt, d. h. die
aufgezählten Ziele. Unter diesen befindet sich auch eines namens clean, das ohne Zutaten
daherkommt und offenbar nur bestimmte Tätigkeiten wie das Löschen temporärer Dateien bezweckt. Ein Dummy-Ziel ist immer out-of-date, die zugehörigen Kommandos werden
immer ausgeführt.
make(1) darf rekursiv aufgerufen werden, ein Makefile darf make-Aufrufe enthalten, die
sich auf andere Makefiles beziehen. Das kann so aussehen:
......
cd subdirectory ; make all ; make clean
......
Gelangt make an diese Zeile, springt es in das Unterverzeichnis, sucht dort ein Makefile und
erzeugt die Ziele all und clean. Anschließend macht es im Makefile des aktuellen Verzeichnisses weiter. Eine Anwendung ist ein aus mehreren Kapiteln bestehendes Skriptum, das
komplett als Report formatiert werden soll, dazu noch die Kapitel in jeweils einem eigenen
Unterverzeichnis als Artikel samt Folien. Natürlich sind die Makefiles in den Unterverzeichnissen weiche Links auf ein einziges Makefile. Ohne make(1) und eine entsprechende Verzeichnisstruktur würde man sich dumm und dämlich tippen.
Im GNU-Projekt wird Software im Quellcode für verschiedene Systeme veröffentlicht. In
der Regel muß man die Quellen auf der eigenen Anlage kompilieren. Infolgedessen gehören
zu den GNU-Programmen fast immer umfangreiche Makefiles oder sogar Hierarchien davon.
Übung im Gebrauch von make(1) erleichtert die Einrichtung von GNU-Software daher erheblich. Oft wird ein an das eigene System angepaßtes Makefile erst durch ein Kommando
./configure erzeugt. Die Reihenfolge bei solchen Programmeinrichtungen lautet dann:
./configure
(vi Makefile)
make
make install
make clean
wobei make install Schreibrechte in den betroffenen Verzeichnissen erfordert, also meist
Superuserrechte. Gelegentlich wird make(1) aus einem Shellskript heraus aufgerufen, das
einige Dinge vorbereitet. So wird zum Beispiel sendmail(1) durch den Aufruf des mitgelieferten Shellskripts Build erzeugt.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
23
Das Skript configure erlaubt oft die Option -prefix=DIR, wobei DIR das Verzeichnis
ist, in dem das ganze Gerödel eingerichtet werden soll, defaultmäßig meist /usr/local,
aber manchmal besser /usr oder /opt. Da von configure alles Weitere abhängt, sollte
man sich die zugehörige Protokoll-Datei config.log ansehen, auch wenn anscheinend keine
Probleme aufgetreten sind.
Statt make clean kann man auch make distclean versuchen, das räumt noch gründlicher auf, so daß hinterher wieder mit ./configure ein Neubeginn möglich ist.
1.2.4
Debugger (xdb, gdb)
Programme sind Menschenwerk und daher fehlerhaft15 . Es gibt keine Möglichkeit, die Fehlerfreiheit eines Programmes festzustellen oder zu beweisen außer in trivialen oder idealen
Fällen.
Die Fehler lassen sich in drei Klassen einteilen. Verstöße gegen die Regeln der jeweiligen Programmiersprache heißen Grammatikfehler oder Syntaxfehler. Sie führen bereits
zu einem Abbruch des Kompiliervorgangs und lassen sich schnell lokalisieren und beheben.
Der C-Syntax-Prüfer lint ist das beste Werkzeug zu ihrer Entdeckung. wihle statt while
wäre ein einfacher Syntaxfehler. Fehlende oder unpaarige Klammern sind auch beliebt, deshalb enthält der vi(1) eine Funktion zur Klammerprüfung. Unzulässige Operationen mit
Pointern sind ebenfalls an der Tagesordnung. Geht es um Texte, so fallen Tippfehler und
Grammatikfehler in diese Klasse.
Falls das Programm die Kompilation ohne Fehlermeldung hinter sich gebracht hat, startet man es. Dann melden sich die Laufzeitfehler, die unter Umständen nur bei bestimmten
und womöglich seltenen Parameterkonstellationen auftreten. Ein typischer Laufzeitfehler
ist die Division durch eine Variable, die manchmal den Wert Null annimmt. Die Fehlermeldung lautet Floating point exception. Ein anderer häufig vorkommender Laufzeitfehler ist die
Überschreitung von Arraygrenzen oder die Verwechslung von Variablen und Pointern, was
zu einem Memory fault, einem Speicherfehler führt.
Die dritte Klasse bilden die logischen Fehler oder Denkfehler. Sie werden auch semantische Fehler genannt. Das Programm arbeitet einwandfrei, nur tut es nicht das, was
sich der Programmierer vorgestellt hat. Ein typischer Denkfehler ist das Verzählen bei den
Elementen eines Arrays oder bei Schleifendurchgängen um genau eins. Hier hilft der Computer nur wenig, da der Ärmste ja gar nicht weiß, was sich der Programmierer vorstellt. Diese
Fehler kosten viel Mühe, doch solcherlei Verdrüsse pflegen die Denkungskräfte anzuregen,
meint W ILHELM B USCH und hat recht.
Eine vierte Fehlerklasse liegt fast schon außerhalb der Verantwortung des Programmierers. Wenn das mathematische Modell zur Beschreibung eines realen Problems ungeeignet
ist, mag das Programm so fehlerarm sein wie es will, seine Ergebnisse gehen an der Wirklichkeit vorbei. Für bestimmte Zwecke ist eine Speisekarte ein brauchbares Modell einer
Mahlzeit, für andere nicht.
In diese Klasse fallen auch Fehler, die dadurch entstehen, dass wir im Computer stets
mit Zahlen endlicher Länge rechnen, während in Wirklichkeit die Zahl π unendlich viele Dezimalstellen hat und gemessene Größen statistischen Schwankungen unterliegen, also unscharf begrenzte Intervalle darstellen. Grundkenntnisse in moderner numerischer Mathematik bewahren vor blindem Glauben an den Computer.
Ob und wie inhaltliche Fehler in Texten – falsche oder fehlende Angaben – einer der vorstehenden Klassen sinnvoll zugeordnet werden können, ist noch zu überlegen. Dann gibt es
noch den Fehler Thema verfehlt, der vielleicht zum Modell-Fehler passt. Hintergrund dieser
Gedanken ist die Anwendung von Software-Werkzeugen in Text-Projekten, was erwiesenermaßen die Arbeit erleichtert.
15
Es irrt der Mensch, so lang er strebt. G OETHE, Faust. Oder errare humanum est, wie wir
Lateiner sagen. Noch etwas älter: αµαρτ ωλαι εν ανϑρωπoισιν επoντ αι ϑνητ oις. Die entsprechende Aussage in babylonischer Keilschrift aus dem Codex Kombysis können wir leider aus
Mangel an einem TeX-Font vorläufig nicht wiedergeben. In der nächsten Auflage werden wir
jedoch eine eingescannte Zeichnung aus der Höhle von Rienne-Vaplus zeigen, die als älteste
Dokumentation obiger Weisheit gilt.
24
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Ein Fehler wird im Englischen auch als bug bezeichnet, was soviel wie Wanze oder Laus
bedeutet. Ein Programm zu entlausen heißt Debugging. Dazu braucht man einen Debugger (déverminateur, déboguer). Das sind Programme, unter deren Kontrolle das verlauste
Programm abläuft. Man hat dabei vielfältige Möglichkeiten, in den Ablauf einzugreifen. Ein
absoluter Debugger wie der adb(1) bezieht sich dabei auf das lauffähige Programm im
Arbeitsspeicher – nicht auf den Quellcode – und ist somit für die meisten Aufgaben wenig
geeignet. Ein symbolischer Debugger wie der sdb(1), der GNU gdb(1) oder der xdb(1)
bezieht sich auf die jeweilige Stelle im Quelltext16 . Debugger sind mächtige und hilfreiche
Werkzeuge. Manche Programmierer gehen so weit, daß sie das Schreiben eines Programms
als Debuggen einer leeren Datei bzw. eines weißen Blattes Papier ansehen. In der Übung
wird eine einfache Anwendung des Debuggers vorgeführt.
Falls Sie auch mit dem UNIX-Debugger nicht alle Würmer in Ihrem Programm finden
und vertreiben können, möchten wir Ihnen noch ein altes Hausrezept verraten, das aus einer Handschrift des 9. Jahrhunderts stammt. Das Rezept ist im Raum Wien – München
entstanden und unter den Namen Contra vermes oder Pro nescia bekannt. Leider ist die
README-Datei, welche die Handhabung erklärt, verlorengegangen. Wir schlagen vor, die Zeilen als Kommentar in das Programm einzufügen. Hier der Text:
Gang út, nesso, mid nigun nessiklinon,
ût fana themo marge an that bên,
fan thêmo bêne an that flêsg,
ût fan themo flêsgke an thia hûd,
ût fan thera hûd an thesa strâla.
Drohtin. Uuerthe sô!
1.2.5
Profiler (time, gprof)
Profiler sind ebenfalls Programme, unter deren Kontrolle ein zu untersuchendes Programm
abläuft. Ziel ist die Ermittlung des Zeitverhaltens in der Absicht, das Programm schneller zu
machen. Ein einfaches UNIX-Werkzeug ist time(1):
time prim 1000000
Die Ausgabe sieht so aus:
real
user
sys
0m 30.65s
0m 22.53s
0m 1.07s
und bedeutet, daß die gesamte Laufzeit des Programms prim 30.65 s betrug, davon entfielen
22.53 s auf die Ausführung von Benutzeranweisungen und 1.07 s auf Systemtätigkeiten. Die
Ausgabe wurde durch einen Aufruf des Primzahlenprogramms aus dem Skriptum Programmieren in C/C++ erzeugt, das selbst Zeiten mittels des Systemaufrufs time(2) misst und
rund 22 s für die Rechnung und 4 s für die Bildschirmausgabe meldet.
Ein weiterer Profiler ist gprof(1). Seine Verwendung setzt voraus, daß das Programm
mit der Option -G kompiliert worden ist. Es wird gestartet und erzeugt neben seiner normalen Ausgabe eine Datei gmon.out, das mit gprof(1) betrachtet wird. Besser noch lenkt
man die Ausgabe von gprof(1) in eine Datei um, die sich lesen und editieren läßt:
gprof prim > prim.gprofile
Eine stark gekürzte Analyse mittels gprof(1) sieht so aus:
%time
the percentage of the total running time of the
program used by this function.
cumsecs a running sum of the number of seconds accounted
for by this function and those listed above it.
16
Real programmers don’t use source language debuggers.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
25
seconds the number of seconds accounted for by this
function alone. This is the major sort for this
listing.
calls
the number of times this function was invoked, if
this function is profiled, else blank.
name
the name of the function.
for this listing.
This is the minor sort
%time cumsecs seconds calls msec/call name
52.1
12.18
12.18
$$remU
22.2
17.38
5.20
$$mulU
20.8
22.25
4.87 333332
0.01 ttest
2.1
22.74
0.49
9890
0.05 _doprnt
0.8
22.93
0.19
_mcount
0.6
23.08
0.15
$$divide_by_const
0.6
23.22
0.14
1
140.00 main
0.3
23.29
0.07
9890
0.01 _memchr
0.2
23.34
0.05
_write_sys
0.1
23.36
0.02
9890
0.00 _printf
0.0
23.37
0.01
9887
0.00 _write
0.0
23.38
0.01
9887
0.00 _xflsbuf
0.0
23.39
0.00
9890
0.00 _wrtchk
0.0
23.39
0.00
1
0.00 _sscanf
0.0
23.39
0.00
1
0.00 _start
0.0
23.39
0.00
1
0.00 _strlen
0.0
23.39
0.00
1
0.00 atexit
0.0
23.39
0.00
1
0.00 exit
0.0
23.39
0.00
1
0.00 ioctl
Wir sehen, daß die Funktion ttest() sehr oft aufgerufen wird und 4,87 s verbrät. Die
beiden ersten Funktionen werden vom Compiler zur Verfügung gestellt (Millicode aus
/usr/lib/milli.a) und liegen außerhalb unserer Reichweite.
Für genauere Auskünfte zieht man den Systemaufruf times(2), den Debugger oder das
UNIX-Kommando prof(1) in Verbindung mit der Subroutine monitor(3) heran.
1.2.6
Archive, Bibliotheken (ar)
Viele Teilaufgaben in den Programmen wiederholen sich immer wieder. Das sind Aufgaben,
die mit dem System zu tun haben, Befehle zur Bildschirmsteuerung, mathematische Berechnungen wie Logarithmus oder trigonometrische Funktionen, Datenbankfunktionen oder
Funktionen zur Abfrage von Meßgeräten am Bus.
Damit man diese Funktionen nicht jedesmal neu zu erfinden braucht, werden sie in Bibliotheken gepackt, die dem Programmierer zur Verfügung stehen. Teils stammen sie vom
Hersteller des Betriebssystems (also ursprünglich AT&T), teils vom Hersteller der Compiler
(bei uns Hewlett-Packard und GNU) oder der Anwendungssoftware, teils von Benutzern. Bibliotheken enthalten Programmbausteine, es lassen sich aber auch andere Dateien (Texte,
Grafiken) in gleicher Weise zusammenfassen. Dann spricht man allgemeiner von Archiven.
Außer den Dateien enthalten Archive Verwaltungsinformationen (Index) zum schnellen Finden der Inhalte. Diese Informationen wurden früher mit dem Kommando ranlib(1) eigens
erzeugt, heute erledigt ar(1) das mit. Die Verwendung von Bibliotheken beim Programmieren wird im Skriptum Programmieren in C/C++ erläutert.
Außer den mit dem Compiler gelieferten Bibliotheken kann man zusätzlich erworbene
oder selbst erstellte Bibliotheken verwenden. Im Handel sind beispielsweise Bibliotheken mit
Funktionen für Bildschirmmasken, zur Verwaltung index-sequentieller Dateien, für Grafik,
26
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
zur Meßwerterfassung und -aufbereitung und für besondere mathematische Aufgaben. Auch
aus dem Netz laufen Bibliotheken zu. Eigene Bibliotheken erzeugt man mit dem UNIXKommando ar(1); das Datei-Format ist unter ar(4) beschrieben. Ein Beispiel zeige den
Gebrauch. Wir haben ein Programm statistik.c zur Berechnung von Mittelwert und Varianz der in der Kommandozeile mitgegebenen ganzen Zahlen geschrieben:
/* Statistische Auswertung von eingegebenen Werten
Privat-Bibliothek ./libstat.a erforderlich
Compileraufruf cc statistik.c -L . -lstat
*/
#define MAX 100
#include <stdio.h>
/* max. Anzahl der Werte */
void exit(); double mwert(), varianz();
main(int argc, char *argv[])
{
int i, a[MAX];
if (argc < 3) {
puts("Zuwenig Werte"); exit(-1);
}
if (argc > MAX + 1) {
puts("Zuviel Werte"); exit(-1);
}
/* Uebernahme der Werte in ein Array */
a[0] = argc - 1;
for (i = 1; i < argc; i++) {
sscanf(argv[i], "%d", a + i);
}
/* Ausgabe des Arrays */
for (i = 1; i < argc; i++) {
printf("%d\n", a[i]);
}
/* Rechnungen */
printf("Mittelwert: %f\n", mwert(a));
printf("Varianz:
%f\n", varianz(a));
return 0;
}
Quelle 1.9 : C-Programm Statistik mit Benutzung einer eigenen Funktionsbibliothek
Das Programm verwendet die Funktionen mwert() und varianz(), die wir aus einer
hausgemachten Funktionsbibliothek namens libstat.a entnehmen. Der im Kommentar
genannte Compileraufruf mit der Option -L . veranlaßt den Linker, diese Bibliothek im
Arbeits-Verzeichnis zu suchen. Die Funktionen sehen so aus:
double mwert(x)
int *x;
{
int j, k;
double m;
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
27
for (j = 1, k = 0; j <= *x; j++) {
k = k + x[j];
}
m = (double)k / (double)*x;
return m;
}
Quelle 1.10 : C-Funktion Mittelwert ganzer Zahlen
extern double mwert();
double varianz(x)
int *x;
{
int j;
double m, s, v;
m = mwert(x);
for (j = 1, s = 0; j <= *x; j++) {
s = s + (x[j] - m) * (x[j] - m);
}
v = s / (*x - 1);
return v;
}
Quelle 1.11 : C-Funktion Varianz ganzer Zahlen
Diese Funktionen werden mit der Option -c kompiliert, so daß wir zwei Objektfiles
mwert.o und varianz.o erhalten. Mittels des Aufrufes
ar -r libstat.a mwert.o varianz.o
erzeugen wir die Funktionsbibliothek libstat.a, auf die mit der Compileroption -lstat
zugegriffen wird. Der Vorteil der Bibliothek liegt darin, daß man sich nicht mit vielen einzelnen Funktionsfiles herumzuschlagen braucht, sondern mit der Compileroption gleich ein
ganzes Bündel verwandter Funktionen erwischt. In das Programm eingebunden werden nur
die Funktionen, die wirklich benötigt werden.
Merke: Ein Archiv ist weder verdichtet noch verschlüsselt. Dafür sind andere Werkzeuge
(gzip(1), crypt(1)) zuständig.
1.2.7
Weitere Werkzeuge
Das Werkzeug cflow(1) ermittelt die Funktionsstruktur zu einer Gruppe von C-Quell- und
Objektfiles. Der Aufruf:
cflow statistik.c
liefert auf stdout
1
2
3
4
5
6
7
main: int(), <statistik.c 15>
puts: <>
exit: <>
sscanf: <>
printf: <>
mwert: <>
varianz: <>
was besagt, daß die Funktion main() vom Typ int ist und in Zeile 15 des Quelltextes
statistik.c definiert wird. main() ruft seinerseits die Funktionen puts, exit, sscanf
28
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
und printf auf, die in statistik.c nicht definiert werden, da sie Teil der Standardbibliothek sind. Die Funktionen mwert und varianz werden ebenfalls aufgerufen und nicht
definiert, da sie aus einer Privatbibliothek stammen.
Das Werkzeug cxref(1) erzeugt zu einer Gruppe von C-Quellfiles eine Kreuzreferenzliste aller Symbole, die nicht rein lokal sind. Der Aufruf
cxref fehler.c
gibt nach stdout eine Liste aus, deren erste Zeilen so aussehen:
fehler.c:
SYMBOL
FILE
FUNCTION LINE
BUFSIZ
EOF
FILE
/usr/include/stdio.h
/usr/include/stdio.h
/usr/include/stdio.h
----
FILENAME_MAX /usr/include/stdio.h -FOPEN_MAX
/usr/include/stdio.h -L_ctermid
/usr/include/stdio.h -L_cuserid
/usr/include/stdio.h -L_tmpnam
/usr/include/stdio.h -NULL
/usr/include/stdio.h -PI
fehler.c
-P_tmpdir
/usr/include/stdio.h -SEEK_CUR
/usr/include/stdio.h -SEEK_END
/usr/include/stdio.h -SEEK_SET
/usr/include/stdio.h -TMP_MAX
/usr/include/stdio.h -_CLASSIC_ANSI_TYPES /usr/include/stdio.h --
*10
70 *71
*18 78 123
127 128 201
223
*67
*68
*193
*194
*61
35 *36
*27
*209
*55
*56
53 *54
63 *64
162
Durch die include-Datei stdio.h und gegebenenfalls durch Bibliotheksfunktionen geraten
viele Namen in das Programm, von denen man nichts ahnt. Ferner gibt es einige Werkzeuge
zur Ermittlung und Bearbeitung von Strings in Quellfiles und ausführbaren Programmen,
teilweise beschränkt auf C-Programme (tt strings(1), xstr(1)).
Weitere wichtige Werkzeuge sind ein Lineal und Buntstifte, mit denen man zusammengehörende Namen oder Teile im Quelltext markiert.
1.2.8
Versionsverwaltung mit RCS, SCCS und CVS
Größere Projekte werden von zahlreichen, unter Umständen wechselnden Programmierern
oder Autoren gemeinsam bearbeitet. In der Regel werden die so entstandenen Programmpakete über Jahre hinweg weiterentwickelt und vielleicht auf mehrere Systeme portiert. Die
Arbeit vollzieht sich in mehreren Stufen parallel zur Zeitachse:
• Aufgabenstellung
• Aufgabenanalyse
• Umsetzung in eine Programmiersprache
• Testen
• Dokumentieren
• vorläufige Freigabe
• endgültige Freigabe
• Weiterentwicklung, Pflege
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
29
Des weiteren wird ein Programmpaket in viele überschaubare Module aufgeteilt. Von jedem
Modul entstehen im Verlauf der Arbeit mehrere Fassungen oder Versionen. Der Zustand des
ganzen Projektes läßt sich in einem dreidimensionalen Koordinatensystem mit den Achsen
Modul, Stufe (Zeit) und Version darstellen. Das von WALTER F. T ICHY entwickelte Revision
Control System RCS ist ein Werkzeug, um bei dieser Entwicklung Ordnung zu halten. Es
ist einfach handzuhaben und verträgt sich gut mit make(1). Das RCS erledigt drei Aufgaben:
• Es führt Buch über die Änderungen an den Texten.
• Es ermöglicht, ältere Versionen wiederherzustellen, ohne daß diese vollständig gespeichert zu werden brauchen (Speichern von Differenzen).
• Es verhindert gleichzeitige schreibende Zugriffe mehrerer Benutzer auf denselben Text.
Sowie es um mehr als Wegwerfprogramme geht, sollte man make(1) und RCS einsetzen.
Der geringe Aufwand zum Einarbeiten wird bei der weiteren Arbeit mehr als wett gemacht.
Arbeiten mehrere Programmierer an einem Projekt, kommt man um RCS oder ähnliches
nicht herum. Beide Werkzeuge sind auch für Manuskripte oder WWW-Dateien zu verwenden.
RCS ist in den meisten Linux-Distributionen enthalten. Man beginnt folgendermaßen:
• Unterverzeichnis anlegen, hineinwechseln.
• Mit
einem
Editor
die
erste
Fassung
des
Quelltextes
schreiben.
Irgendwo
im
Quelltext
z.
B.
im
Kommentar
sollte
$Header: /home/debian/unix/unix8.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 20:01:11 wulf Exp $
oder $Id: unix8.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 20:01:11 wulf Exp $ vorkommen, siehe unten. Dann übergibt man mit dem Kommando ci filename (check in)
die Datei dem RCS. Dieses ergänzt die Datei durch Versionsinformationen und macht
eine nur lesbare RCS-Datei (444) mit der Kennung ,v daraus. Die ursprüngliche Datei
löschen.
• Mit dem Kommando co filename (check out, ohne ,v) bekommt man eine Kopie seiner Datei zurück, und zwar nur zum Lesen. Diese Kopie kann man mit allen UNIXWerkzeugen bearbeiten, nur das Zurückschreiben mittels ci verweigert das RCS.
• Mit dem Kommando co -l filename wird eine les- und schreibbare Kopie erzeugt.
Dabei wird die RCS-Datei für weitere, gleichzeitige Schreibzugriffe gesperrt (l = lock).
Die Kopie kann man mit allen UNIX-Werkzeugen bearbeiten, Umbenennen wäre jedoch
ein schlechter Einfall.
• Beim Zurückstellen mittels ci filename hat man Gelegenheit, einen kurzen Kommentar in die Versionsinformationen zu schreiben wie Grund und Umfang der Änderung. Mittels rlog filename werden die Versionsinformationen auf den Schirm geholt. Enthält der Quelltext die Zeichenfolge $Log: unix8.tex,v $ – zweckmäßig im
Kommentar am Anfang – so werden die Versionsinformationen auch dorthin übernommen. Dann hat man alles im Quellfile beisammen.
• Falls Sie sich mit co -l filename eine Kopie zum Editieren geholt und damit gleichzeitig das Original für weitere Schreibzugriffe gesperrt haben, anschließend die Kopie
mit rm(1) löschen, so haben Sie nichts mehr zum Zurückstellen. In diesem Fall läßt
sich die Sperre mit rcs -u filename aufheben. Besser ist es jedoch, auf die UNIXKommandos zu verzichten und nur mit den RCS-Kommandos zu arbeiten.
Das ist für den Anfang alles. Die RCS-Kommandos lassen sich in Makefiles verwenden. Die
vom RCS vergebenen Zugriffsrechte können von UNIX-Kommandos (chmod(1)) überrannt
werden, aber das ist nicht Sinn der Sache; der Einsatz von RCS setzt voraus, daß sich die
Beteiligten diszipliniert verhalten.
Hier ein Makefile mit RCS-Kommandos für das nachstehende Sortierprogramm:
# makefile zu mysort.c, im RCS-System
# $Header: /home/debian/prog/quellen/sortmakef.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 19:44:00 wu
CC = /bin/cc
30
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
CFLAGS = -Aa -DDEBUG
all: mysort clean
mysort: mysort.o bubble.o
$(CC) $(CFLAGS) -o mysort mysort.o bubble.o
mysort.o: mysort.c myheader.h
$(CC) $(CFLAGS) -c mysort.c
bubble.o: bubble.c myheader.h
$(CC) $(CFLAGS) -c bubble.c
mysort.c: mysort.c,v
co mysort.c
bubble.c: bubble.c,v
co bubble.c
myheader.h: myheader.h,v
co myheader.h
clean:
/bin/rm
-f *.c *.o *.h makefile
Quelle 1.12 : Makefile zum Sortierprogramm mysort.c
Da dieses Beispiel sich voraussichtlich zu einer kleinen Familie von Quelltexten ausweiten
wird, legen wir eine privates include-Datei mit unseren eigenen, für alle Teile gültigen Werten an:
/* myheader.h zum Sortierprogramm, RCS-Beispiel
W. Alex, Universitaet Karlsruhe, 04. Juli 1995
*/
/*
$Header: /home/debian/prog/quellen/sortinclude,v 1.1.1.1 2005/02/06 19:44:00 wulf Exp $
*/
int bubble(char *text);
int insert(char *text);
#define
#define
#define
#define
USAGE "Aufruf: mysort filename"
NOTEXIST "File existiert nicht"
NOTREAD "File ist nicht lesbar"
NOTSORT "Problem beim Sortieren"
#define
#define
LINSIZ
MAXLIN
64
256
/* Zeilenlaenge */
/* Anzahl Zeilen */
Quelle 1.13 : Include-Datei zum Sortierprogramm mysort.c
Nun das Hauptprogramm, das die Verantwortung trägt, aber sonst nicht viel tut. Hier ist der
Platzhalter $Header: /home/debian/unix/unix8.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 20:01:11 wulf Exp $
Bestandteil des Codes, die Versionsinformationen stehen also auch im ausführbaren Programm. Man könnte sogar mit ihnen etwas machen, ausgeben beispielsweise:
/* Sortierprogramm mysort, als Beispiel fuer RCS */
/*
$Log: mysort.tex,v $
Revision 1.1.1.1 2005/02/06 19:44:00
Anlegen des prog-Reps
wulf
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
31
*/
static char rcsid[] =
"$Header: /home/debian/prog/quellen/mysort.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 19:44:00 wulf E
#include <stdio.h>
#include "myheader.h"
int main(int argc, char *argv[])
{
long time1, time2;
/* Pruefung der Kommandozeile */
if (argc != 2) {
puts(USAGE); return(-1);
}
/* Pruefung des Textfiles */
if (access(argv[1], 0)) {
puts(NOTEXIST); return(-2);
}
if (access(argv[1], 4)) {
puts(NOTREAD); return(-3);
}
/* Sortierfunktion und Zeitmessung */
time1 = time((long *)0);
if (bubble(argv[1])) {
puts(NOTSORT); return(-4);
}
time2 = time((long *)0);
/* Ende */
printf("Das Sortieren dauerte %ld sec.\n", time2 - time1);
return 0;
}
Quelle 1.14 : C-Programm Sortieren, für RCS
Hier die Funktion zum Sortieren (Bubblesort, nicht optimiert). Der einzige Witz in dieser
Funktion ist, daß wir nicht die Strings durch Umkopieren sortieren, sondern nur die Indizes
der Strings. Ansonsten kann man hier noch einiges verbessern und vor allem auch andere
Sortieralgorithmen nehmen. Man sollte auch das Einlesen und die Ausgabe vom Sortieren
trennen:
/* Funktion bubble() (Bubblesort), als Beispiel fuer RCS
W. Alex, Universitaet Karlsruhe, 04. Juli 1995 */
/*
$Header: /home/debian/prog/quellen/bubble.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 19:44:00 wulf
*/
#include &#60;stdio.h&#62;
#include &#60;string.h&#62;
#include "myheader.h"
int bubble(char *text)
{
32
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
int i = 0, j = 0, flag = 0, z, line[MAXLIN];
char array[MAXLIN][LINSIZ];
FILE *fp;
#if DEBUG
printf("Bubblesort %s\n", text);
#endif
/* Einlesen */
if ((fp = fopen(text, "r")) == NULL) return(-1);
while ((!feof(fp)) && (i < MAXLIN)) {
fgets(array[i++], LINSIZ, fp);
}
fclose(fp);
#if DEBUG
puts("Array:");
j = 0;
while (j < i) {
printf("%s", array[j++]);
}
puts("Ende Array");
#endif
/* Sortieren (Bubblesort) */
for (j = 0; j < MAXLIN; j++)
line[j] = j;
while (flag == 0) {
flag = 1;
for (j = 0; j < i; j++) {
if (strcmp(array[line[j]], array[line[j + 1]]) > 0) {
z = line[j + 1];
line[j + 1] = line[j];
line[j] = z;
flag = 0;
}
}
}
/* Ausgeben nach stdout */
#if DEBUG
puts("Array:");
j = 0;
while (j < i) {
printf("%d\n", line[j++]);
}
puts("Ende Array");
#endif
j = 0;
while (j < i) {
printf("%s", array[line[j++]]);
}
/* Ende */
return 0;
}
Quelle 1.15 : C-Funktion Bubblesort
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
33
Bubblesort eignet sich für kleine Sortieraufgaben mit bis zu etwa hundert Elementen. Kopieren Sie sich die Bausteine in ein eigenes Verzeichnis und entwickeln Sie das Programm
unter Verwendung des RCS weiter. Näheres siehe rcsintro(5).
Anfangs erscheint das Arbeiten mit RCS bei kleinen Projekten als lästig, ähnlich wie das
Anlegen eines Makefiles. Man gewöhnt sich aber schnell daran und spart sofort das Eintragen des Änderungsdatums von Hand. Nach kurzer Zeit ist man für die selbst auferlegte
Ordnung dankbar.
Das Source Code Control System SCCS verwaltet die Versionen der Module, indem
es die erste Fassung vollständig speichert und dann jeweils die Differenzen zur nächsten
Version, während RCS die jüngste Version speichert und die älteren aus den Differenzen
rekonstruiert.
Alle Versionen eines Programmes samt den Verwaltungsdaten werden in einer einzigen
SCCS-Datei namens s.filename abgelegt, auf das schreibend nur über besondere SCCSKommandos zugegriffen werden kann. Das erste dieser Kommandos ist admin(1) und erzeugt aus einem C-Quellfile program.c das zugehörige SCCS-Dokument:
admin -iprogram.c s.program.c
Mit admin(1) lassen sich noch weitere Aufgaben erledigen, siehe Referenz-Handbuch.
Mittels get(1) holt man das Quellfile wieder aus dem SCCS-Dokument heraus, mitttels
delta(1) gibt man eine geänderte Fassung des Quellfiles an das SCCS-Dokument zurück.
RCS und SCCS arbeiten auf Datei-Ebene. Bei größeren Projekten ist es wünschenswert,
mehrere Dateien gemeinsam oder ganze Verzeichnisse in die Versionsverwaltung einzubeziehen. Dies leistet das Concurrent Versions System (CVS). Es baut auf RCS auf und erweitert dessen Funktionalität außerdem um eine Client-Server-Architektur. Die beteiligten
Dateien und Verzeichnisse können auf verschiedenen Computern im Netz liegen. Im Gegensatz zu RCS, das zu einem Zeitpunkt immer nur einem Benutzer das Schreiben gestattet,
verfolgt CVS eine sogenannte optimistische Kooperationsstrategie. Mehrere Programmierer
können gleichzeitig auf Kopien derselben Version (Revision) arbeiten. Beim Zurückschreiben wird ein Abgleich mit der in der zentralen Versionsbibliothek (Repository) abgelegten
Fassung erzwungen, um zu verhindern, daß parallel durchgeführte und bereits zurückgeschriebene Versionen überschrieben werden. Diese Strategie kann zu Konflikten führen, die
per Hand aufgelöst werden müssen. Während das Einrichten eines CVS-Projektes Überblick
erfordert, ist das Arbeiten unter CVS nicht schwieriger als unter RCS. Einzelheiten wie so
oft am einfachsten aus dem Netz, wo außer dem Programmpaket selbst auch kurze oder ausführliche, deutsche oder englische Anleitungen zu finden sind. Unter den Namen WinCVS
und MacCVS liegen Fassungen für weitere Betriebssysteme im Netz.
Der Oberbegriff des ganzen Gebietes lautet Software Configuration Management (SCM)
oder allgemeiner Configuration Management (CM). Lassen Sie einmal eine Suchmaschine
darauf los, es gibt mehrere freie oder kommerzielle Produkte sowie Übersichten, Einführungen und Tutorials dazu.
Ist die Entwicklung einer Software oder eines Manuskriptes vorläufig abgeschlossen, geht
es an die Pflege. Dazu gehört unter anderem das Management der im Betrieb der Software
auftauchenden Probleme. Auch hierfür gibt es Werkzeuge, beispielsweise gnats aus dem
GNU-Projekt. Aber das sprengt den Rahmen dieses Buches.
CASE bedeutet Computer Aided Software Engineering. An sich ist das nichts Neues, beim
Programmieren hat man schon immer Computer eingesetzt. Das Neue bei CASE Tools wie
SoftBench von Hewlett-Packard besteht darin, daß die einzelnen Programmierwerkzeuge wie
syntaxgesteuerte Editoren, Compiler, Linker, Builder (make(1)), Analysewerkzeuge, Debugger, Versionskontrollsysteme sowie die Dokumentation unter einer einheitlichen, heutzutage
grafischen Oberfläche – hier das X Window System und Motif - zusammengefaßt werden.
Allgemein heißt das Ganze Programmier- oder Entwicklungsumgebung (Integrated development environment, IDE). Damit zu arbeiten ist die moderne Form des Programmierens und
kann effektiv sein.
34
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.2.9
Systemaufrufe
1.2.9.1
Was sind Systemaufrufe?
Dem Programmierer stehen zwei Hilfsmittel17 zur Verfügung, um seine Wünsche auszudrücken:
• die Schlüsselwörter (Wortsymbole) der Programmiersprache,
• die Systemaufrufe des Betriebssystems.
Die Schlüsselwörter (keyword, mot-clé) der Programmiersprache (C/C++, FORTRAN oder
PASCAL) sind auch unter verschiedenen Betriebssystemen (PC-DOS, OS/2 oder UNIX) dieselben. Sie gehören zur Programmiersprache, das heißt zum Compiler. Die Systemaufrufe
(system call, system primitive, fonction système) eines Betriebssystems (UNIX) sind für alle Programmiersprachen (C, FORTRAN, PASCAL, COBOL) dieselben. Sie gehören zum Betriebssystem. Man findet auch die Bezeichnung Kernschnittstellenfunktion, die besagt, dass
ein solcher Aufruf sich unmittelbar an den Kern des Betriebssystems richtet. Der Kreis der
Systemaufrufe liegt fest und kann nicht ohne Eingriffe in den Kern des Betriebssystems verändert werden. Da UNIX zum großen Teil in C geschrieben ist, sind die Systemaufrufe von
UNIX C-Funktionen, die sich in ihrer Syntax nicht von eigenen oder fremden C-Funktionen
unterscheiden. Deshalb müssen auch FORTRAN- oder PASCAL-Programmierer etwas von
der Programmiersprache C verstehen. Im Handbuch werden die Systemaufrufe in Sektion
(2) beschrieben.
Bei POSIX-konformen Betriebssystemen spricht man statt von Systemaufrufen besser
von POSIX-Funktionen, da der POSIX-Standard offen lässt, ob diese vom Betriebssystem zur
Verfügung gestellten Funktionen als Systemaufrufe oder als Bibliothek verwirklicht sind.
Auf jeden Fall gehören sie zum Betriebssystem, nicht zum Compiler. Die Unterscheidung
spielt eine Rolle, wenn man für verschiedene Betriebssysteme und/oder Compiler programmiert. Der Programmierer muss wissen, woher seine Funktionen stammen.
In Sektion (3) finden sich vorgefertigte Unterprogramme, Subroutinen oder Standardfunktionen (standard function, fonction élémentaire) für häufig vorkommende Aufgaben. Für den Anwender besteht kein Unterschied zu den Systemaufrufen. Streng genommen gehören diese Standardfunktionen jedoch zu den jeweiligen Programmiersprachen (zum
Compiler) und nicht zum Betriebssystem. Der Kreis der Standardfunktionen ist beliebig ergänzbar. Um den Benutzer zu verwirren, sind die Systemaufrufe und die Standardfunktionen
in einer Funktionsbibliothek (/lib/libc.a und andere) vereinigt.
Die Aufgabenverteilung zwischen Schlüsselwörtern, Systemaufrufen und Standardfunktionen ist in gewissem Umfang willkürlich. Systemaufrufe erledigen Aufgaben, die aus dem
Aufbau und den kennzeichnenden Eigenschaften des Betriebssystems herrühren, bei UNIX
also in erster Linie
• Ein- und Ausgabe auf unterster Stufe,
• Umgang mit Prozessen,
• Umgang mit dem Datei-System,
• Sicherheitsvorkehrungen.
Das Öffnen einer Datei zum Lesen oder Schreiben ist Sache eines Systemaufrufs (open(2)),
Sortieren hingegen Sache einer Standardfunktion (qsort(3)). Es gibt aber zusätzlich auch
Standardfunktionen zum Umgang mit Dateien, die den jeweiligen Systemaufruf komfortabel
verpacken (fopen(3)). Nach außen definiert die Menge der Systemaufrufe das Betriebssystem. Zwei Systeme, die in ihren Aufrufen übereinstimmen, sind für den Benutzer identisch.
Neue Funktionalitäten des Betriebssystems stellen sich dem Programmierer als neue Systemaufrufe dar, siehe zum Beispiel unter stream(2).
17
Standardfunktionen sind erst verfügbar, nachdem andere Programmierer sie geschrieben
haben.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
35
Einige UNIX-Systemaufrufe haben gleiche oder ähnliche Aufgaben wie ShellKommandos. Wenn man die Zeit wissen möchte, verwendet man im Dialog das ShellKommando date(1). Will man diese Information aus einem eigenen Programm heraus abfragen, greift man auf den Systemaufruf time(2)18 zurück. Das Shell-Kommando ist ein in
ein C-Programm verpackter Systemaufruf.
In Linux/UNIX sind Systemaufrufe Funktionen der Programmiersprache C. Eine Funktion übernimmt beim Aufruf Argumente oder Parameter und gibt ein Ergebnis zurück. Dieser Mechanismus wird Parameterübergabe genannt. Man muss ihn verstanden haben,
um Funktionen in eigenen Programmen verwenden zu können. Eine Erklärung findet sich
im Skriptum Programmieren in C/C++.
1.2.9.2
Beispiel Systemzeit (time)
Im folgenden Beispiel wird der Systemaufruf time(2) verwendet. time(2) liefert die Zeit
in Sekunden seit 00:00:00 Greenwich Mean Time, 1. Januar 1970. Computeruhren laufen
übrigens erstaunlich ungenau, falls sie nicht durch eine Funkuhr oder über das Netz synchronisiert werden. Ferner brauchen wir die Standardfunktion gmtime(3), Beschreibung
unter ctime(3), die aus den obigen Sekunden eine Struktur erzeugt, die Datum und Uhrzeit enthält. Die Umrechnung von Greenwich auf Karlsruhe nehmen wir selbst vor. Eleganter
wäre ein Rückgriff auf die Zeitzonen-Variable der Umgebung. Laut Referenz-Handbuch hat
time(2) die Syntax
long time ((long *) 0)
Die Funktion verlangt ein Argument vom Typ Pointer auf long integer, und zwar im einfachsten Fall den Nullpointer. Der Returnwert ist vom Typ long integer. Der größte Wert dieses
Typs liegt etwas über 2 Milliarden. Damit läuft diese Uhr etwa 70 Jahre. Die Subroutine
gmtime(3) hat die Syntax
#include <time.h>
struct tm *gmtime(clock)
long *clock
Die Funktion gmtime(3) verlangt ein Argument clock vom Typ Pointer auf long integer.
Wir müssen also den Returnwert von time(2) in einen Pointer umwandeln (referenzieren).
Der Rückgabewert der Funktion gmtime(3) ist ein Pointer auf eine Struktur namens tm.
Diese Struktur ist in der include-Datei time.h definiert. Die include-Dateien sind lesbarer
Text; es ist ratsam hineinzuschauen. In der weiteren Beschreibung zu ctime(3) wird die
Struktur tm erläutert:
struct tm {
int tm_sec;
int tm_min;
int tm_hour;
int tm_mday;
int tm_mon;
int tm_year;
int tm_wday;
int tm_yday;
int tm_isdst;
}
/*
/*
/*
/*
/*
/*
/*
/*
/*
seconds (0 - 59) */
minutes (0 - 59) */
hours (0 - 23) */
day of month (1 - 31) */
month of year (0 - 11) */
year - 1900 */
day of week (sunday = 0) */
day of year (0 - 365) */
daylight saving time */
Von den beiden letzten Komponenten der Struktur machen wir keinen Gebrauch. Da die
Komponenten alle vom selben Typ sind, ist statt der Struktur auch ein Array denkbar. Vermutlich wollte sich der Programmierer den Weg offenhalten, künftig auch andere Typen aufzunehmen (Zeitzone). Das Programm, das die Quelle zu dem Kommando zeit aus der ersten
Übung ist, sieht folgendermaßen aus:
18
In HP-UX. In ANSI-C ist eine Standardfunktion time(3) enthalten.
36
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
/* Ausgabe der Zeit auf Bildschirm */
/* Compileraufruf cc -o zeit zeit.c */
#include <stdio.h>
#include <time.h>
char *ptag[] = {"Sonntag,
", "Montag,
",
"Dienstag, ", "Mittwoch, ",
"Donnerstag,", "Freitag,
",
"Samstag,
"};
char *pmon[] = {"Januar", "Februar", "Maerz", "April",
"Mai", "Juni", "Juli", "August",
"September", "Oktober", "November",
"Dezember"};
main()
{
long sec, time();
struct tm *gmtime(), *p;
sec = time((long *) 0) + 3600;
/* MEZ = GMT + 3600 */
p = gmtime(&sec);
printf("%s %d. ", ptag[p->tm wday], p->tm mday);
printf("%s %d
", pmon[p->tm mon], p->tm year +1900);
printf("%d:%02d MEZ\n", p->tm hour, p->tm min);
}
Quelle 1.16 : C-Programm zur Anzeige der Systemzeit
Nun wollen wir dieselbe Aufgabe mit einem FORTRAN-Programm bewältigen. Der UNIXSystemaufruf time(2) bleibt, für die C-Standardfunktion gmtime(3) suchen wir die entsprechende FORTRAN-Routine. Da wir keine finden, müssen wir sie entweder selbst schreiben (was der erfahrene Programmierer scheut) oder nach einem Weg suchen, eine beliebige
C-Standardfunktion in ein FORTRAN-Programm hineinzuquetschen.
Der Systemaufruf time(2) macht keinen Kummer. Er benötigt ein Argument vom Typ
Pointer auf long integer, was es in FORTRAN gibt. Der Rückgabewert ist vom Typ long integer, auch kein Problem. Die C-Standardfunktion gmtime(3) erwartet ein Argument vom Typ
Pointer auf long integer, was machbar wäre, aber ihr Ergebnis ist ein Pointer auf eine Struktur. Das hat FORTRAN noch nie gesehen19 . Deshalb weichen wir auf die C-Standardfunktion
ctime(3) aus, deren Rückgabewert vom Typ Pointer auf character ist, was es in FORTRAN
näherungsweise gibt. In FORTRAN ist ein Zeichen ein String der Länge eins. Strings werden
per Deskriptor übergeben. Ein String-Deskriptor ist der Pointer auf das erste Zeichen und
die Anzahl der Zeichen im String als Integerwert. Das Programm sieht dann so aus:
program zeit
$ALIAS foratime = ’sprintf’ c
integer*4 time, tloc, sec, ctime
character atime*26
sec = time(tloc)
call foratime(atime, ’%s’//char(0), ctime(sec))
write(6, ’(a)’) atime
end
Quelle 1.17 : FORTRAN-Programm zur Anzeige der Systemzeit
Die ALIAS-Anweisung ist als Erweiterung zu FORTRAN 77 in vielen Compilern ent19
FORTRAN 90 kennt Strukturen.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
37
halten und dient dazu, den Aufruf von Unterprogrammen anderer Sprachen zu ermöglichen.
Der Compiler weiß damit, dass das Unterprogramm außerhalb des Programms – zum Beispiel in einer Bibliothek – einen anderen Namen hat als innerhalb des Programms. Wird
eine Sprache angegeben (hier C), so erfolgt die Parameterübergabe gemäß der Syntax dieser
Sprache. Einzelheiten siehe im Falle unserer Anlage im HP FORTRAN 77/HP-UX Reference
Manual im Abschnitt Compiler Directives.
Die Anweisung teilt dem Compiler mit, dass hinter der FORTRAN-Subroutine foratime
die C-Standard-Funktion sprintf(3) steckt und dass diese nach den Regeln von C behandelt werden soll. Der Rückgabewert von sprintf(3) (die Anzahl der ausgegebenen Zeichen)
wird nicht verwertet, deshalb ist foratime eine FORTRAN-Subroutine (keine Funktion),
die im Programm mit call aufgerufen werden muss.
Der Systemaufruf time(2) verlangt als Argument einen Pointer auf long integer,
daher ist tloc als vier Bytes lange Integerzahl deklariert. tloc spielt weiter keine Rolle.
Die Übergabe als Pointer (by reference) ist in FORTRAN Standard für Zahlenvariable und
braucht nicht eigens vereinbart zu werden. Der Rückgabewert von time geht in die Variable
sec vom Typ long integer = integer*4.
Die call-Zeile ruft die Subroutine foratime alias C-Funktion sprintf(3) auf. Diese
C-Funktion erwartet drei Argumente: den Ausgabestring als Pointer auf char, einen Formatstring als Pointer auf char und die auszugebende Variable von einem Typ, wie er durch
den Formatstring bezeichnet wird. Der Rückgabewert der Funktion ctime(3) ist ein Pointer auf char. Da dies kein in FORTRAN zulässiger Typ ist, deklarieren wir die Funktion
ersatzweise als vom Typ 4-Byte-integer. Der Pointer lässt sich auf jeden Fall in den vier Bytes unterbringen. Nach unserer Erfahrung reichen auch zwei Bytes, ebenso funktioniert der
Typ logical, nicht jedoch real.
Der Formatstring besteht aus der Stringkonstanten %s, gefolgt von dem ASCII-Zeichen
Nr. 0, wie es bei Strings in C Brauch ist. Für sprintf(3) besagt dieser Formatstring, das
dritte Argument – den Rückgabewert von ctime(3) – als einen String aufzufassen, das heißt
als Pointer auf das erste Element eines Arrays of characters.
atime ist ein FORTRAN-String-Deskriptor, dessen erste Komponente ein Pointer auf character ist. Damit weiß sprintf(3), wohin mit der Ausgabe. Die write-Zeile ist wieder pures
FORTRAN.
An diesem Beispiel erkennen Sie, dass Sie auch als FORTRAN- oder PASCALProgrammierer etwas von C verstehen müssen, um die Systemaufrufe und CStandardfunktionen syntaktisch richtig zu gebrauchen.
Bei manchen FORTRAN-Compilern (Hewlett-Packard, Microsoft) lassen sich durch einen
einfachen Interface-Aufruf Routinen fremder Sprachen so verpacken, dass man sie übernehmen kann, ohne sich um Einzelheiten kümmern zu müssen.
1.2.9.3
Beispiel Datei-Informationen (access, stat, open, close)
In einem weiteren Beispiel wollen wir mithilfe von Systemaufrufen Informationen über eine
Fatei gewinnen, dazu noch eine Angabe aus der Sitzungsumgebung. Die Teile des Programms
lassen sich einfach in andere C-Programme übernehmen.
Dieses Programm soll beim Aufruf (zur Laufzeit, in der Kommandozeile) den Namen der
Datei als Argument übernehmen, wie wir es von UNIX-Kommandos her kennen. Dazu ist ein
bestimmter Formalismus vorgesehen:
int main(int argc, char *argv[], char *envp[])
Die Funktion main() übernimmt die Argumente argc, argv und gegebenenfalls envp. Das
Argument argc ist der Argument Counter, eine Ganzzahl. Sie ist gleich der Anzahl der Argumente in der Kommandozeile beim Aufruf des Programms. Das Kommando selbst ist das
erste Argument, also hat argc mindestens den Wert 1. Das Argument argv ist der Argument Vector, ein Array of Strings, also ein Array of Arrays of Characters. Der erste String,
Index 0, ist das Kommando; die weiteren Strings sind die mit dem Kommando übergebenen
Argumente, hier der Name der gefragten Datei. Der Environment Pointer envp wird nur
benötigt, falls man Werte aus der Umgebung abfragt. Es ist wie argv ein Array of Strings.
38
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Die Namen argc, argv und envp sind willkürlich, aber üblich. Typ und Reihenfolge sind
vorgegeben.
Die Umgebung besteht aus Strings (mit Kommando set (Shell) anschauen). In der
for-Schleife werden die Strings nacheinander mittels der Funktion strncmp(3) (siehe
string(3)) mit dem String LOGNAME verglichen. Das Ergebnis ist der Index i des gesuchten Strings im Array envp[].
Den Systemaufruf access(2) finden wir in der Sektion (2) des Referenz-Handbuches. Er
untersucht die Zugriffsmöglichkeiten auf eine Datei und hat die Syntax:
int access(char *path, int mode)
Der Systemaufruf erwartet als erstes Argument einen String, nämlich den Namen der Datei.
Wir werden hierfür argv[1] einsetzen. Als zweites steht eine Ganzzahl, die die Art des
gefragten Zugriffs kennzeichnet. Falls der gefragte Zugriff möglich ist, liefert access(2)
den Wert null zurück, der in einem C-Programm zugleich die Bedeutung von logisch falsch
(FALSE) hat und deshalb in den if-Zeilen negiert wird.
Den Systemaufruf stat(2) finden wir ebenfalls in Sektion 2. Er ermittelt Dateiinformationen aus der Inode und hat die Syntax
#include <sys/types.h>
#include <sys/stat.h>
int stat(path, buf)
char *path;
struct stat *buf;
Sein erstes Argument ist wieder der Dateiname, das zweite der Name eines Puffers zur Aufnahme einer Struktur, die die Informationen enthält. Diese Struktur vom Typ stat ist in
der include-Datei /usr/include/sys/stat.h deklariert, das seinerseits Bezug nimmt auf
Deklarationen in /usr/include/types.h. Auch einige Informationen wie S_IFREG sind in
sys/stat.h definiert. Die Zeitangaben werden wie im vorigen Abschnitt umgerechnet.
In UNIX-Datei-Systemen enthält jede Datei am Anfang eine Magic Number, die über
die Art der Datei Auskunft gibt (man magic). Mittels des Systemaufrufs open(2) wird die
fragliche Datei zum Lesen geöffnet, mittels lseek(2) der Lesezeiger auf die Magic Number
gesetzt und mittels read(2) die Zahl gelesen. Der Systemaufruf close(2) schließt die Datei
wieder. Die Systemaufrufe findet man unter ihren Namen in Sektion (2), eine Erläuterung
der Magic Numbers unter magic(4). Nun das Programm:
/* Informationen ueber eine Datei */
#define
MEZ 3600
#include
#include
#include
#include
#include
#include
<stdio.h>
<sys/types.h>
<sys/stat.h>
<time.h>
<fcntl.h>
<magic.h>
void exit(); long lseek();
int main(argc, argv, envp)
int argc; char *argv[], *envp[];
{
int i, fildes;
struct stat buffer;
long asec, msec, csec;
struct tm *pa, *pm, *pc;
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
if (argc < 2) {
puts("Dateiname fehlt"); return (-1);
}
/* Informationen aus dem Environment */
for (i = 0; envp[i] != NULL; i++)
if (!(strncmp(envp[i], "LOGNAME", 4)))
printf("\n%s\n", envp[i]);
/* Informationen mittels Systemaufruf access(2) */
printf("\nFile heisst: %8s\n", argv[1]);
if (!access(argv[1], 0))
puts("File existiert");
else
puts("File existiert nicht");
if (!access(argv[1], 1))
puts("File darf ausgefuehrt werden");
else
puts("File darf nicht ausgefuehrt werden");
if (!access(argv[1], 2))
puts("File darf beschrieben werden");
else
puts("File darf nicht beschrieben werden");
if (!access(argv[1], 4))
puts("File darf gelesen werden");
else
puts("File darf nicht gelesen werden");
/* Informationen aus der Inode, Systemaufruf stat(2) */
if (!(stat(argv[1], &buffer))) {
printf("\nDevice:
%ld\n", buffer.st dev);
printf("Inode-Nr.:
%lu\n", buffer.st ino);
printf("File Mode:
%hu\n\n", buffer.st mode);
switch(buffer.st mode & S IFMT) {
case S IFREG:
{
puts("File ist regulaer");
break;
}
case S IFDIR:
{
puts("File ist ein Verzeichnis");
break;
}
case S IFCHR:
case S IFBLK:
case S IFNWK:
{
puts("File ist ein Special File");
break;
}
case S IFIFO:
{
puts("File ist eine Pipe");
break;
}
default:
{
39
40
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
puts("Filetyp unbekannt (Inode)");
}
}
printf("\nLinks:
printf("Owner-ID:
printf("Group-Id:
printf("Device-ID:
printf("Filegroesse:
%hd\n", buffer.st nlink);
%hu\n", buffer.st uid);
%hu\n", buffer.st gid);
%ld\n", buffer.st rdev);
%ld\n", buffer.st size);
asec = buffer.st atime + MEZ; pa = gmtime(&asec);
msec = buffer.st mtime + MEZ; pm = gmtime(&msec);
csec = buffer.st ctime + MEZ; pc = gmtime(&csec);
printf("Letzter Zugriff: %d. %d. %d\n",
pa->tm mday, pa->tm mon + 1, pa->tm year);
printf("Letzte Modifik.: %d. %d. %d\n",
pm->tm mday, pm->tm mon + 1, pm->tm year);
printf("Letzte Stat.Ae.: %d. %d. %d\n",
pc->tm mday, pc->tm mon + 1, pc->tm year);
}
else
puts("Kein Zugriff auf Inode");
/* Pruefung auf Text oder Code (magic number) */
/* Systemaufrufe open(2), lseek(2), read(2), close(2) */
/* Magic Numbers siehe magic(4) */
{
MAGIC
magbuf;
fildes = open(argv[1], O RDONLY);
if (lseek(fildes, MAGIC OFFSET, 0) >= (long)0) {
read(fildes, &magbuf, sizeof magbuf);
switch(magbuf.file type) {
case RELOC MAGIC:
{
puts("File ist relocatable");
break;
}
case EXEC MAGIC:
case SHARE MAGIC:
case DEMAND MAGIC:
{
puts("File ist executable");
break;
}
case DL MAGIC:
case SHL MAGIC:
{
puts("File ist Library");
break;
}
default:
puts("Filetyp unbekannt (Magic Number)");
lseek(fildes, 0L, 0);
}
}
else {
puts("Probleme mit dem Filepointer");
}
}
close(fildes);
}
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
41
Quelle 1.18 : C-Programm zum Abfragen von Informationen über eine Datei
Die Verwendung von Systemaufrufen oder Standardfunktionen in C-Programmen ist
nicht schwieriger als der Gebrauch anderer Funktionen. Man muss sich nur an die im
Referenz-Handbuch Sektionen (2) und (3) nachzulesende Syntax halten. Es empfiehlt sich,
die genannten Sektionen einmal durchzublättern, um eine Vorstellung davon zu gewinnen,
wofür es Systemaufrufe und Standardfunktionen gibt. Die Ausgabe des Programms sieht
folgendermaßen aus:
LOGNAME=wualex1
Datei
Datei
Datei
Datei
Datei
heisst:
a.out
existiert
darf ausgefuehrt werden.
darf nicht beschrieben werden.
darf gelesen werden.
Device:
Inode-Nr.:
File Mode:
13
43787
33216
Datei ist regulaer
Links:
1
Owner-ID:
101
Group-ID:
20
Device-ID:
102536
Dateigroesse:
53248
Letzter Zugriff:
24. 1. 91
Letzte Modifik.:
24. 1. 91
Letzte Stat.Ae.:
24. 1. 91
Datei ist executable
Die Bedeutung von File Mode finden Sie bei mknod(2). Es handelt sich um ausführliche
Informationen über die Zugriffsrechte usw. Ähnliche Auskünfte über eine Datei liefert das
Kommando chatr(1).
1.2.9.4
Beispiel Prozesserzeugung (exec, fork)
Zunächst ein kleines, aber fieses Programm namens forkbomb, mit dem man die Robustheit
seines Systems auf die Probe stellen kann.
(kommt demnaechst)
Quelle 1.19 : C-Programm zum Erzeugen vieler Prozesse (Fork-Bombe)
Der Systemaufruf fork(2) erzeugt eine Kopie des aufrufenden Prozesses mit einer neuen
Prozess-ID. Im Beispiel wird fork(2) in einer ewigen for-Schleife aufgerufen.
1.2.10
Begriffe Programmer’s Workbench
Folgende Begriffe sollten klarer geworden sein:
• Archiv, Bibliothek
• Builder (make)
• Debugger
• Linker
42
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
• Profiler
• Quelltext oder -code, ausführbarer Code
• Übersetzer, Compiler, Interpreter
• Systemaufruf – Standardfunktion
• Versionsverwaltung
Folgende Kommandos sollten beherrscht werden:
• cc oder gcc
• lint
• Anfänge von make
• Anfänge von RCS (ci, co)
1.2.11
Memo Programmer’s Workbench
• Die Programmquellen werden mit einem Editor geschrieben.
• Mit dem Syntaxprüfer lint(1) läßt sich die syntaktische Richtigkeit von CProgrammen prüfen, leider nicht die von C++-Programmen.
• Schon bei kleinen Programmierprojekten ist das Werkzeug make(1) dringend zu empfehlen. Der Compileraufruf vereinfacht sich wesentlich. Auch für Texte verwendbar.
• Mit einem Compiler wird der Quellcode in den Maschinencode des jeweiligen Prozessors
übersetzt.
• Der schwerste Hammer bei der Fehlersuche ist ein Debugger, lernbedürftig, aber nicht
immer vermeidbar.
• Programmfunktionen (aber auch andere Dateien) lassen sich in Bibliotheken archivieren, die bequemer zu handhaben sind als eine Menge von einzelnen Funktionen.
• Bei größeren Projekten kommt man nicht um ein Kontrollsystem wie RCS oder CVS
herum, vor allem dann, wenn mehrere Personen beteiligt sind. Das Lernen kostet Zeit,
die aber beim Ringen mit dem Chaos mehr als wettgemacht wird.
• CASE-Tools vereinigen die einzelnen Werkzeuge unter einer gemeinsamen Benutzeroberfläche. Der Programmierer braucht gar nicht mehr zu wissen, was ein Compiler ist.
• Systemaufrufe sind die Verbindungen des Betriebssystems nach oben, zu den Anwendungsprogrammen hin. Sie sind Teil des Betriebssystems.
• Systemaufrufe haben vorwiegend mit Prozessen, den Datei-Systemen und der Ein- und
Ausgabe zu tun.
• UNIX-Systemaufrufe sind C-Funktionen, die sich im Gebrauch nicht von anderen CFunktionen unterscheiden.
• C-Standardfunktionen gehören zum C-Compiler, nicht zum Betriebssystem.
• Ein FORTRAN-Programmierer auf einem UNIX-System ist auf die UNIXSystemaufrufe angewiesen, nicht aber auf die C-Standardfunktionen (dafür gibt
es FORTRAN-Standardfunktionen). Dasselbe gilt für jede andere Programmiersprache.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
1.2.12
43
Übung Programmer’s Workbench
Anmelden wie gewohnt. Zum Üben brauchen wir ein kleines Programm mit bestimmten Fehlern. Legen Sie mit mkdir prog ein Unterverzeichnis prog an, wechseln Sie mit cd prog
dorthin und geben Sie mit vi fehler.c folgendes C-Programm (ohne den Kommentar) unter dem Namen fehler.c ein:
/* Uebungsprogramm mit mehreren Fehlern */
/* 1. Fehler: Es wird eine symbolische Konstante PI
definiert, die nicht gebraucht wird. Dieser Fehler
hat keine Auswirkungen und wird von keinem
Programm bemerkt.
2. Fehler: Eine Ganzzahl-Variable d wird deklariert,
aber nicht gebraucht. Dieser Fehler hat keine
Auswirkungen, wird aber von lint beanstandet.
3. Fehler: Die Funktion scanf verlangt Pointer als
Argument, es muss &a heissen. Heimtueckischer
Syntaxfehler. lint gibt eine irrefuehrende Warnung
aus, der Compiler merkt nichts. Zur Laufzeit ein
memory fault.
4. Fehler: Es wird durch nichts verhindert, dass fuer
b eine Null eingegeben wird. Das kann zu einem
Laufzeitfehler fuehren, wird weder von lint noch
vom Compiler bemerkt.
5. Fehler: Es sollte die Summe ausgerechnet werden,
nicht der Quotient. Logischer Fehler, wird weder
von lint noch vom Compiler bemerkt.
6. Fehler: Abschliessende Klammer fehlt. Syntaxfehler,
wird von lint und Compiler beanstandet.
Darueberhinaus spricht lint noch Hinweise bezueglich
main, printf und scanf aus. Diese Funktionen sind
aber in Ordnung, Warnungen ueberhoeren. */
#define PI 3.14159
#include <stdio.h>
int main()
{
int a, b, c, d;
puts("Bitte
scanf("%d",
puts("Bitte
scanf("%d",
c = a / b;
printf("Die
1. Summanden eingeben: ");
a);
2. Summanden eingeben: ");
&b);
Summe ist: %d\n", c);
Quelle 1.20 : C-Programm mit Fehlern
Als erstes lassen wir den Syntaxprüfer lint(1) auf das Programm los:
lint fehler.c
und erhalten das Ergebnis:
fehler.c
==============
(36) warning: a may be used before set
(41) syntax error
(41) warning: main() returns random value to environment
44
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
==============
function returns value which is always ignored
printf
scanf
Zeile 41 ist das Programmende, dort steckt ein Fehler. Die Warnungen sind nicht so dringend.
Mit dem vi(1) ergänzen wir die fehlende geschweifte Klammer am Schluß. Der Fehler hätte
uns eigentlich nicht unterlaufen dürfen, da der vi(1) eine Hilfe zur Klammerprüfung bietet
(Prozentzeichen). Neuer Lauf von lint(1):
fehler.c
==============
(36) warning: a may be used before set
(33) warning: d unused in function main
(41) warning: main() returns random value to environment
==============
function returns value which is always ignored
printf
scanf
Wir werfen die überflüssige Variable d in der Deklaration heraus. Nochmals lint(1).
fehler.c
==============
(36) warning: a may be used before set
(41) warning: main() returns random value to environment
==============
function returns value which is always ignored
printf
scanf
Jetzt ignorieren wir die Warnung von lint(1) bezüglich der Variablen a (obwohl heimtückischer Fehler, aber das ahnen wir noch nicht). Wir lassen kompilieren und rufen das kompilierte Programm a.out(4) auf:
cc fehler.c
a.out
Der Compiler hat nichts zu beanstanden. Ersten Summanden eingeben, Antwort:
memory fault oder Bus error - core dumped. Debugger20 einsetzen, dazu nochmals
mit der Option -g und dem vom Debugger verwendeten Objektfile /usr/lib/xdbend.o kompilieren und anschließend laufen lassen, um einen aktuellen Speicherauszug (Coredump) zu
erzeugen:
cc -g fehler.c /usr/lib/xdbend.o
chmod 700 a.out
a.out
xdb
Standardmäßig greift der Debugger auf die ausführbare Datei a.out(4) und das beim Zusammenbruch erzeugte Corefile core(4) zurück. Er promptet mit >. Wir wählen mit der
Eingabe s Einzelschritt-Ausführung. Mehrmals mit RETURN weitergehen, bis Aufforderung
zur Eingabe von a kommt (kein Prompt). Irgendeinen Wert für a eingeben. Fehlermeldung
des Debuggers Bus error. Wir holen uns weitere Informationen vom Debugger:
T
s
q
20
(stack viewing)
(Einzelschritt)
(quit)
Real programmers can read core dumps.
1.2. PROGRAMMER’S WORKBENCH
45
Nachdem wir wissen, daß der Fehler nach der Eingabe von a auftritt, schauen wir uns die
Zeile mit scanf( ..., a) an und bemerken, daß wir der Funktion scanf(3) eine Variable
statt eines Pointers übergeben haben (man scanf oder im Anhang nachlesen). Wir ersetzen
also a durch &a. Das Compilieren erleichtern wir uns durch make(1). Wir schreiben eine
Datei namens makefile mit folgenden Zeilen:
fehler: fehler.c
cc fehler.c -o fehler
und rufen anschließend nur noch das Kommando make(1) ohne Argumente auf. Das Ergebnis ist ein lauffähiges Programm mit Namen fehler. Der Aufruf von fehler führt bei
sinnvollen Eingaben zu einer Ausgabe, die richtig sein könnte. Wir haben aber noch einen
Denkfehler darin. Statt der Summe wird der Integer-Quotient berechnet. Wir berichtigen
auch das und testen das Programm mit einigen Eingaben. Da unser Quelltext richtig zu sein
scheint, verschönern wir seine vorläufig endgültige Fassung mit dem Beautifier cb(1):
cb fehler.c > fehler.b
rm fehler.c
mv fehler.b fehler.c
Schließlich löschen wir das nicht mehr benötigte Corefile und untersuchen das Programm
noch mit einigen Werkzeugen:
time fehler
cflow fehler.c
cxref fehler.c
strings fehler
nm fehler
size fehler
ls -l fehler
strip fehler
ls -l fehler
strings(1) ist ein ziemlich dummes Werkzeug, das aus einer ausführbaren Datei alles heraussucht, was nach String aussieht. Das Werkzeug nm(1) gibt eine Liste aller Symbole aus,
die lang werden kann. strip(1) wirft aus einer ausführbaren Datei die nur für den Debugger, nicht aber für die Ausführung wichtigen Informationen heraus und verkürzt dadurch die
Datei. Abmelden mit exit.
Schreiben Sie in einer Programmiersprache Ihrer Wahl (ich empfehle C) ein Programm,
das
• eine Datei mittels creat(2) erzeugt,
• dessen Zugriffsrechte mittels chmod(2) und seine Zeitstempel mittels utime(2) setzt,
• die verwendeten Werte mittels fprintf(3) als Text in die Datei schreibt. fprintf(3)
finden Sie unter printf(3).
Schreiben Sie ein Programm ähnlich who(1). Sie brauchen dazu getut(3) und utmp(4).
1.2.13
Fragen Programmer’s Workbench
• Wozu braucht man einen Compiler? Einen Linker?
• Was ist lint?
• Was macht make? Wie sieht ein einfaches Makefile aus?
• Wozu braucht man Debugger?
• Was ist eine Funktionsbibliothek? Vorteil?
• Wozu braucht man eine Versionsverwaltung? Wie benutzt man RCS?
• Was sind Systemaufrufe? Wer braucht sie?
• Unterschied zu Standardfunktionen?
• Welche Aufgaben erledigen die Systemaufrufe hauptsächlich?
46
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.3
1.3.1
Bausteine eines Quelltextes
Übersicht
Alle Zeichen oder Zeichengruppen eines Programmes im Quellcode sind entweder
• Kommentar (comment),
• Namen (identifier),
• Schlüsselwörter (Wortsymbole) (keyword),
• Operatoren (operator),
• Konstanten (Literale) (constant, literal),
• Trennzeichen (separator) oder
• bedeutungslos.
Ein Quelltext (Programmquelle, Source) ist ein Textfile, bestehend aus Zeilen, diese wiederum aus druck- und sichtbaren Zeichen (fast immer des US-ASCII-Zeichensatzes) einschließlich des Zwischenraums (space). Die Zeichen sind zu Wörtern gruppiert, die durch Trennzeichen voneinander abgetrennt sind, meist durch mindestens einen Zwischenraum. Zeilen
werden durch das Zeilenende markiert, meist durch die ASCII-Zeichen CR und/oder LF. Sinneinheiten wie Wörter, Zahlen oder Operatoren werden als Token bezeichnet, sie dürfen nicht
durch Trennzeichen oder Zeilenwechsel unterbrochen werden.
Kommentar ist nur für den menschlichen Leser bestimmt und gelangt in C/C++ gar nicht
bis zum Übersetzungsvorgang, sondern wird schon vom Präprozessor entfernt und kann bis
auf seine Begrenzungen frei gestaltet werden. Ebenso entfernt der Präprozessor das Zeichenpaar Backslash-Zeilenwechsel und verbindet somit zwei Zeilen. Auf diese Weise lassen sich
lange Anweisungen auf mehrere Zeilen verteilen. Schlüsselwörter und Operatoren sind
festgelegte Zeichen oder Zeichengruppen, an die jeder gebunden ist. Namen werden nach
gewissen Regeln vom Programmierer gebildet, ebenso Konstanten. Trennzeichen trennen
die genannten Bausteine oder ganze Anweisungen voneinander und sind festgelegt, meist
Leerzeichen (space), Semikolons und Linefeeds. Bedeutungslose Zeichen sind überzählige
Leerzeichen, Tabs oder Linefeeds.
Der C-Standard – gegenwärtig ISO/IEC 9899:1999 – legt nicht alle Einzelheiten fest. Zu
manchen Fragen spricht er nur Empfehlungen aus oder überlässt sogar die Wahl dem Compiler und/oder dem Betriebssystem. Gerät man an solche Probleme, braucht man eine genaue
Beschreibung der beiden, sollte experimentell prüfen, was geschieht, und sein Programm
ausführlich kommentieren.
1.3.2
Syntax-Diagramme
Die Syntax der einzelnen Bausteine – das heißt ihr regelgerechter Gebrauch – kann mittels Text beschrieben werden. Das ist oft umständlich und teilweise schwer zu verstehen.
Deshalb nimmt man Beispiele zu Hilfe, die aber selten die Syntax vollständig erfassen. So
haben sich Syntax-Diagramme eingebürgert, die nach etwas Übung leicht zu lesen sind.
In Abbildung 1.3 auf Seite 47 ist die Syntax zweier C-Bausteine dargestellt, nämlich die
if-else-Anweisung und den Block. Die if-else-Anweisung besteht aus:
• dem Schlüsselwort if,
• einer öffnenden runden Klammer,
• einem booleschen Ausdruck (true – false),
• einer schließenden runden Klammer,
• einer Anweisung – auch die leere Anweisung – oder einem Block,
• dann ist entweder Ende der if-Anweisung oder es folgt
• das Schlüsselwort else, gefolgt von
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
47
if-else-Anweisung
- if - (
- bool.
Ausdr.
-
- Anw.
)
Block
6
- else - Anw.
Block
Block
-
- Anweisung
{
6
? }
Abb. 1.3: Syntax-Diagramm der if-else-Anweisung und des Blockes
• einer Anweisung oder einem Block.
Ist der boolesche Ausdruck true, dann wird die erste Anweisung ausgeführt, andernfalls die
zweite. Fehlt der else-Zweig, so liegt eine bedingte Anweisung vor, die nur dann ausgeführt
wird, wenn der boolesche Ausdruck true ist. Danach geht es im Programm weiter.
Ein Block seinerseits besteht aus:
• einer öffnenden geschweiften Klammer,
• dann entweder nichts (leerer Block) oder
• einer Anweisung,
• gegebenenfalls weiteren Anweisungen,
• und einer schließenden geschweiften Klammer.
Da ein Block syntaktisch gleichwertig einer Anweisung ist, lassen sich Blöcke schachteln.
Ein Block kann überall stehen, wo eine Anweisung erwartet wird.
Ein weiterer Weg zur Beschreibung der Syntax einer Programmiersprache ist die BackusNaur-Form, die von J OHN B ACKUS, einem der Väter von FORTRAN, und P ETER N AUR,
einem der Väter von ALGOL, als Metasprache zu ALGOL 60 entwickelt worden ist. Weiteres
siehe bei D. G RIES.
1.3.3
Kommentar
Alle Programmiersprachen ermöglichen, Text in ein Programm einzufügen, der vom Compiler überlesen wird und nur für den menschlichen Leser bestimmt ist. Dieser Kommentar
muss mit einem besonderen Zeichen eingeleitet und gegebenenfalls beendet werden.
In C/C++ leitet die Zeichengruppe /* den Kommentar ein. Er kann sich über mehrere
Zeilen erstrecken, darf aber nicht geschachtelt werden. Zu einer ungewollten Schachtelung
kommt es, wenn man kommentierte Programmteile durch Einrahmen mit Kommentarzeichen vorübergehend unwirksam macht. Die Fehlermeldung des Compilers sagt irgendetwas
mit Pointern und führt irre. Die Zeichengruppe */ kennzeichnet das Ende. Ein Zeilenende
beendet diesen Kommentar nicht. Ansonsten kann Kommentar überall stehen, nicht nur auf
einer eigenen Zeile. Ein Beispiel:
48
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
/*
Die ersten Zeilen enthalten Programmnamen, Zweck, Autor,
Datum, Compiler, Literatur und aehnliches.
*/
#include <stdio.h>
int main()
{
/* Dies ist eine eigene Kommentarzeile */
puts("Erste Zeile");
puts("Zweite Zeile");
/* Kommentar */
/* Kommentar */
puts("Dritte Zeile");
/*
puts("Vierte Zeile");
*/
/* Kommentar geschachtelt!!! */
puts("Ende");
return 0;
}
Quelle 1.21 : C-Programm mit Kommentaren
Auf unserem System haben wir folgende Regel eingeführt: da Fehlermeldungen des Systems in Englisch ausgegeben werden, schreiben wir die Meldungen unserer Programme in
Deutsch (man sollte sie ohnedies mittels #define-Anweisungen irgendwo zusammenfassen,
so dass sie leicht ausgetauscht werden können). Damit sieht man sofort, woher eine Meldung
stammt. Kommentar schreiben wir wieder in Englisch, da die Programmbeispiele auch per
Mail oder News in die unendlichen Weiten des Internet geschickt werden, wo Englisch nun
einmal die lingua franca ist. An Kommentar21 soll man nicht sparen, denn er kostet wenig
Aufwand und kann viel helfen, während die Dokumentation zum Programm nur zu oft ad
calendas Graecas (Sankt-Nimmerleins-Tag) verschoben wird.
In C++ kommt eine weitere Art von Kommentar hinzu. Er beginnt mit zwei Schrägstrichen und endet mit dem Zeilenwechsel, weshalb er Zeilenkommentar genannt wird. Dieser
Kommentar darf innerhalb des oben genannten Kommentars vorkommen. Die umgekehrte
Folge ist auch zulässig, aber selten anzutreffen.
1.3.4
Namen
Namen (identifier) bezeichnen Funktionen, Konstanten, Variable, Makros oder Sprungmarken (Labels). Sie müssen mit einem Buchstaben oder einem Unterstrich (underscore) beginnen. Benutzereigene Namen sollten immer mit einem Buchstaben anfangen, der Unterstrich
als erstes Zeichen wird vom Compiler oder vom System verwendet. Die weiteren Zeichen des
Namens können Buchstaben, Ziffern oder der Unterstrich sein. Groß- und Kleinbuchstaben
werden unterschieden. Die maximal zulässige Länge von Namen kann durch den Compiler,
den Linker oder das Bestriebssystem gegeben sein und lässt sich daher nicht allgemein angeben. Ab 255 Zeichen wird es kritisch. Signifikant sind mindestens die ersten sieben Zeichen,
nach ANSI die ersten einunddreißig. Verwendet man Funktionen fremder Herkunft, sollte
man mit nur sechs signifikanten Zeichen rechnen sowie damit, dass Groß- und Kleinbuchstaben nicht unterschieden werden.
1.3.5
Schlüsselwörter
In C/C++ wie in jeder anderen Programmiersprache haben bestimmte Wörter eine besondere
Bedeutung, beispielsweise main, while und if. Diese Wortsymbole oder Schlüsselwör21
Real programmers don’t comment their code.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
49
ter22 dürfen auf keinen Fall als Namen verwendet werden, die Namen der Standardfunktionen wie printf() oder fopen() sollen nicht umfunktioniert werden. C zeichnet sich durch
eine geringe Anzahl von Schlüsselwörtern aus, etwa dreißig, siehe Anhang D.1 C-Lexikon,
Schlüsselwörter auf Seite 198. Mit C++ kommen nochmal dreißig dazu. Unterboten wird
C/C++ darin nur von SMALLTALK mit fünf Schlüsselwörtern.
1.3.6
Operanden
Wir schränken hier den Begriff Daten etwas ein und verstehen darunter nur die passiven
Objekte, mit denen ein Programm etwas tut, also Text, Zahlen, Grafiken usw. Diese Objekte
und ihre Untereinheiten nennen wir Operanden (operand). Mit ihnen werden Operationen
durchgeführt. Das Wort Objekt23 vermeide ich hier, um keine Assoziationen an objektorientiertes Programmieren zu wecken. Ein Operand
• hat einen Namen (identifier),
• gehört einem Typ (type) an,
• hat einen konstanten oder variablen Wert (value),
• belegt zur Laufzeit Speicherplatz im Computer,
• hat einen Geltungsbereich (scope) und
• eine Lebensdauer (lifetime).
Auf den Operanden wird über den Namen oder die Speicheradresse zugegriffen. Die Speicheradresse eines Operanden kann in einem weiteren Operanden abgelegt werden, der Zeiger, Referenz, Adressvariable oder Pointer genannt wird. Ich bevorzuge das englische Wort
Pointer, weil das deutsche Wort Zeiger drei Bedeutungen hat: Pointer, Index, Cursor. Außerdem bezeichne ich Pointer nicht als Variable, obwohl ihr Wert veränderlich ist. Wer das
englische Wort nicht mag, sollte von Adressvariablen reden. Pointer auf Pointer sind Pointer
2. Ordnung usw. Der Geltungsbereich eines Operanden ist ein Block, eine Funktion, eine Datei oder das ganze Programm. Gleiches gilt für die Lebensdauer. In der Deklaration eines
Operanden werden sein Name und seine Eigenschaften vereinbart. In der Definition erhält
er einen Wert und benötigt spätestens dann einen Platz im Arbeitsspeicher. Deklaration und
Definition können in einer Anweisung zusammengezogen sein. Die erstmalige Zuweisung eines Wertes an eine Variable heißt Initialisierung. Deklaration und Definition werden auch
unter dem Begriff Vereinbarung zusammengefasst.
Auf die Auswahl und Strukturierung der Operanden soll man Sorgfalt verwenden. Eine
zweckmäßige Datenstruktur erleichtert das Programmieren und führt zu besseren Programmen. Eine nachträgliche Änderung der Datenstruktur erfordert meist einen großen
Aufwand, weil viele Programme oder Programmteile davon betroffen sind. Die Namen der
Operanden sollen ihre Bedeutung erklären, erforderlichenfalls ist ihre Bedeutung im Kommentar oder in einer Aufzählung festzuhalten.
1.3.6.1
Konstanten und Variable
Operanden können während des Ablaufs eines Programmes konstant bleiben (wie die Zahl
π) oder sich ändern (wie die Anzahl der Iterationen zur Lösung einer Gleichung oder das
22
Es gibt die Bezeichnungen Wortsymbol, Schlüsselwort und reserviertes Wort. Gemeint
ist in jedem Fall, dass das Wort – eine bestimmte Zeichenfolge – nicht uneingeschränkt als
Namen verwendet werden darf. In C dürfen diese Wörter – außer im Kommentar – keinesfalls für einen anderen als ihren besonderen Zweck verwendet werden. In FORTRAN dürfen
diese Wörter in Zusammenhängen, die eine Deutung als Schlüsselwort ausschließen, auch
als Namen verwendet werden. Man darf also eine Variable if nennen, und in der Zuweisung
if = 3 wird die Zeichenfolge if als Variable und nicht als Wortsymbol im Sinne von falls
verstanden.
23
K ERNIGHAN + R ITCHIE gebrauchen Objekt im Sinne eines Speicherbereiches, auf den
mittels eines Namens zugegriffen wird.
50
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Ergebnis einer Berechnung oder Textsuche). Es kommt auch vor, dass ein Operand für einen
Programmaufruf konstant ist, beim nächsten Aufruf aber einen anderen Wert hat (wie der
Mehrwertsteuersatz).
Man tut gut, sämtliche Operanden eines Programmes an wenigen Stellen zusammenzufassen und zu deklarieren. In den Funktionen oder Prozeduren sollen keine geheimnisvollen
Zahlen (magic numbers) auftauchen, sondern nur Namen. Konstanten, die im Programm
über ihren Namen aufgerufen werden, heißen symbolische Konstanten.
Für den Computer sind Konstanten Bestandteil des Programmcodes, das unter UNIX
in das Codesegment des zugehörigen Prozesses kopiert und vor schreibenden Zugriffen geschützt wird. Diese Konstanten werden auch Literale genannt. Variable hingegen belegen
Speicherplätze im User Data Segment, deren Adressen das Programm kennt und auf die es
lesend und schreibend zugreift.
In ANSI-C sind die Typ-Attribute (type qualifier) const und volatile eingeführt worden, die eine bestimmte Behandlung der zugehörigen Operanden erzwingen. Sie werden selten gebraucht.
1.3.6.2
Typen – Grundbegriffe
Jeder Operand gehört einem Typ an, der über
• den Wertebereich (siehe /usr/include/limits.h),
• die zulässigen Operationen,
• den Speicherbedarf
entscheidet. Die Typen werden in drei Gruppen eingeteilt:
• einfache, skalare oder elementare Typen
• zusammengesetzte oder strukturierte Typen
• Pointer (Adressvariable)
In C gibt es nur konstante Typen, das heißt, ein Operand, der einmal als ganzzahlig deklariert worden ist, bleibt dies während des ganzen Programmes. Einige Programmiersprachen
erlauben auch variable Typen, die erst zur Laufzeit bestimmt werden oder sich während dieser ändern. Typfreie Sprachen kennen nur das Byte oder das Maschinenwort als Datentyp.
Die Typisierung24 erleichtert die Arbeit und erhöht die Sicherheit sowie die Rechengeschwindigkeit. Stellen Sie sich vor, Sie müssten bei Gleitkommazahlen Exponent und Mantisse jedesmal selbst aus den Bytes herausdröseln. Oder der Computer müsste jedesmal aus dem
Zusammenhang einer Operation ermitteln, um was für einen Typ von Operanden es sich
handelt. Es gibt aber auch Aufgaben, bei denen der Verzicht auf eine Typisierung Vorteile
bringt. Oft ist das bei Aufgaben der Fall, die mittels Skriptsprachen bearbeitet werden.
Die Typdeklarationen in C/C++ können ziemlich schwierig zu verstehen sein, vor allem
bei mangelnder Übung. Im Netz findet sich ein Programm cdecl, das Typdeklarationen in
einfaches Englisch übersetzt. Füttert man dem Programm folgende Deklaration:
char (*(*x[3]) ()) [5]
so erhält man zur Antwort:
declare x as array 3 of pointer to function returning
pointer to array 5 of char
So schnell wie cdecl hätte ich die Antwort nicht gefunden.
1.3.6.3
Einfache Typen
In jeder Programmiersprache gibt es Grundtypen, aus denen alle höheren Typen zusammengesetzt werden. In C/C++ sind dies ganze Zahlen, Gleitkommazahlen und Zeichen.
24
Real programmers don’t worry about types.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
51
Ganze Zahlen In C/C++ gibt es ganze Zahlen mit oder ohne Vorzeichen sowie in halber,
einfacher oder doppelter Länge:
• int ganze Zahl mit Vorzeichen
• unsigned int ganze Zahl ohne Vorzeichen
• short kurze ganze Zahl mit Vorzeichen
• unsigned short kurze ganze Zahl ohne Vorzeichen
• long ganze Zahl doppelter Länge mit Vorzeichen
• unsigned long ganze Zahl doppelter Länge ohne Vorzeichen
Die Deklaration von Variablen als ganzzahlig sieht so aus:
int x, y, z;
unsigned long anzahl;
Die Länge der ganzen Zahlen in Bytes ist nicht festgelegt und beim Portieren zu beachten.
Häufig sind int und long gleich und belegen ein Maschinenwort, auf unserer Anlage also
4 Bytes gleich 32 Bits (32-Bit-Architektur). Festgelegt ist nur die Reihenfolge:
char <= short <= int <= long
Alle Annahmen, die darüber hinausgehen, sind Vermutungen, die auf einer Maschine zutreffen, auf einer anderen nicht. Auch die Annahme, dass die Typen int und Pointer immer
gleich viele Bytes belegen, ist schierer Aberglaube.
Mit dem Aufkommen von 64-Bit-Maschinen ist die Diskussion der Länge von Datentypen
neu entfacht. Beim Übergang von 16 auf 32 Bit gegen Ende der siebziger Jahre waren der
Kreis der UNIX- und C-Programmierer und damit das ganze Problem wesentlich kleiner
als heute. Wenn 128-Bit-Maschinen die Regel werden, wird sich die Diskussion nochmals
wiederholen, allerdings aufbauend auf den Erfahrungen des gegenwärtigen Wechsels. Das
Ziel sind Programme, die unabhängig von der Datengröße auf allen Architekturen laufen,
und Daten, die zwischen verschiedenen Architekturen ausgetauscht werden können.
Datentyp
char
short
int
long
Pointer
LP32
2/4/4
8
16
16
32
32
ILP32
4/4/4
8
16
32
32
32
ILP64
8/8/8
8
16
64
64
64
LLP64
4/4/8
8
16
32
32
64
LP64
4/8/8
8
16
32
64
64
Tab. 1.1: Länge von Datentypen auf verschiedenen Architekturen
Je nach Länge der Datentypen int (I), long (L) und Pointer (P) unterscheidet man heute die in Tabelle 1.1 auf Seite 51 aufgeführten Architekturen. Es würde zu weit führen, hier
die Vor- und Nachteile jeder Architektur gegeneinander abzuwägen. Wichtig ist, die Architektur der eigenen Maschine zu kennen (in unserem Fall ILP32) und die Programme möglichst
portabel zu gestalten. Hierzu Empfehlungen im Abschnitt 1.13 Portieren von Programmen
auf Seite 173.
Für ganze Zahlen sind die Addition, die Subtraktion, die Multiplikation, die ModuloOperation (Divisionsrest) und die Division unter Vernachlässigung des Divisionsrestes definiert, ferner Vergleiche mittels größer – gleich – kleiner.
52
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Gleitkommazahlen Gleitkommazahlen – auch als Reals oder Floating Point Numbers bezeichnet – werden durch eine Mantisse und einen Exponenten dargestellt. Der Exponent
versteht sich nach außen zur Basis 10, intern wird die Basis 2 verwendet. Die Mantisse ist
auf eine Stelle ungleich 0 vor dem Dezimalkomma oder -punkt normiert. Es gibt:
• float Gleitkommazahl einfacher Genauigkeit
• double Gleitkommazahl doppelter Genauigkeit
• long double Gleitkommazahl noch höherer Genauigkeit (extended precision)
Die Deklaration von Gleitkomma-Variablen sieht so aus:
float x, y, z;
double geschwindigkeit;
Gleitkommazahlen haben immer ein Vorzeichen. Man beachte, daß die Typen sich nicht nur
in ihrem Wertebereich, sondern auch in ihrer Genauigkeit (Anzahl der signifikanten Stellen)
unterscheiden, anders als bei Ganzzahlen. Der Typ long double ist selten.
Für Gleitkommazahlen sind die Addition, die Subtraktion, die Multiplikation, die Division sowie Vergleiche zulässig. Die Abfrage auf Gleichheit ist jedoch heikel, da aufgrund von
Rundungsfehlern zwei Gleitkommazahlen selten gleich sind. Wenn möglich, mache man um
Gleitkommazahlen einen großen Bogen. Die Operationen dauern länger als die entsprechenden für Ganzzahlen, und die Auswirkungen von Rundungsfehlern sind schwierig abzuschätzen. Zur internen Darstellung von Gleitkommazahlen siehe Abschnitt ?? Arithmetikprozessoren auf Seite ??.
Alphanumerischer Typ Eine Größe, deren Wertevorrat die Zeichen der ASCII-Tabelle
oder einer anderen Tabelle sind, ist vom Typ alphanumerisch oder character, bezeichnet
mit char. In C werden sie durch eine Integerzahl zwischen 0 und 127 (7-bit-Zeichensätze)
beziehungsweise 255 (8-bit-Zeichensätze) dargestellt. Der Speicherbedarf beträgt ein Byte.
Mittlerweile gibt es auch internationale Zeichensätze, deren Zeichen je zwei Bytes belegen.
Die Deklaration von alphanumerischen Variablen sieht so aus:
char a, b, c;
Mit wachsender Verbreitung von 16-bit-Zeichensätzen (Unicode, Intercode) ist zu erwarten,
dass die Länge des char-Typs angepasst wird.
Die Verwandtschaft zwischen Ganzzahlen und Zeichen in C verwirrt anfangs. Man mache
sich die Gemeinsamkeiten an einem kleinen Programm klar:
/* Programm zum Demonstrieren von character und integer */
#include <stdio.h>
int main()
{
int i, j, k; char a, b;
i = 65; j = 233; k = 333; a = ’B’; b = ’!’;
printf("Ganzzahlen: %d
printf("Zeichen
: %c
puts("Nun rechnen
printf("%c + %c =
printf("%c - %c =
printf("%c - %c =
return 0;
}
%d
%c
%d
%c
%d\n", i, j, k, a);
%c\n", i, j, k, a);
wir mit Zeichen (B = 66, ! = 33):");
%d\n", a, b, a + b);
%d\n", b, a, b - a);
%c\n", b, a, b - a);
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
53
Quelle 1.22 : C-Programm mit den Typen character und integer
Die Ausgabe des Programms lautet:
Ganzzahlen: 65 233 333 66
Zeichen
: A é M B
Nun rechnen wir mit Zeichen (B = 66, ! = 33):
B + ! = 99
! - B = -33
! - B = SS
In der ersten Zeile werden alle Werte entsprechend dem Formatstring der Funktion
printf(3) als dezimale Ganzzahlen ausgegeben, wobei der Buchstabe B durch seine ASCIINummer 66 vertreten ist. In der zweiten Zeile werden alle Werte als 7-bit-ASCII-Zeichen
verstanden, wobei die Zahlen, die mehr als 7 Bit (> 127) beanspruchen, nach 7 Bit links abgeschnitten werden. Die Zahl 233 führt so zur Ausgabe des Zeichens Nr. 233 - 128 = 105. Die
Zahl - 33 wird als Zeichen Nr. 128 - 33 = 95, dem Unterstrich, ausgegeben. Wie man an der
Rechnung erkennt, werden Zeichen vom Prozessor wie ganze Zahlen behandelt und erst bei
der Ausgabe einer Zahl oder einem ASCII-Zeichen zugeordnet. Es ist zu erwarten, daß auf
Systemen mit 8-bit- oder 16-bit-Zeichensätzen die Grenze höher liegt, aber die Arbeitsweise
bleibt. Manchmal will man ein Byte wahlweise als Ganzzahl oder als Zeichen auffassen, aber
das gehört zu den berüchtigten Tricks in C. Meint man den Buchstaben a, sollte man auch
’a’ schreiben, denn der Gebrauch der Nummer 97 anstelle des Zeichens setzt voraus, dass
das System, auf dem das Programm ausgeführt wird, den ASCII-Zeichensatz verwendet, womit die Portabilität des Programms eingeschränkt wird.
Das Ausgabegerät empfängt nur die Nummer des auszugebenden Zeichens gemäß seiner
Zeichensatz-Tabelle (ASCII, ROMAN8), die Umwandlung des Wertes entsprechend seinem
Typ ist Aufgabe der Funktion printf(3).
Boolescher Typ Eine Größe vom Typ boolean oder logical kann nur die Werte true
(wahr, richtig) oder false (falsch) annehmen. In C werden statt des booleschen Typs die
Integerwerte 0 (= false) und nicht-0 (= true) verwendet. Verwirrend ist, dass viele Funktionen
bei Erfolg den Wert 0 und bei Fehlern Werte ungleich 0 zurückgeben.
Leerer Typ Der leere Datentyp void wird zum Deklarieren von Funktionen verwendet,
die kein Ergebnis zurückliefern, sowie zum Erzeugen generischer (allgemeiner) Pointer, die
auf Variablen eines vorläufig beliebigen Typs zeigen. Der Typ hat keine Größe. Der Bytebedarf eines Pointers dagegen liegt fest, auch wenn der zugehörige Variablentyp noch offen ist.
Zur Pointer-Arithmetik muss jedoch der Typ (das heißt der Bytebedarf der zugehörigen Variablen) bekannt sein. Variablen vom Typ void lassen sich nicht verarbeiten, weil sie nicht
existieren. Man bezeichnet den Typ void als unvollständig, da er nicht alle Fähigkeiten eines vollständigen Typs wie int aufweist. Man braucht diesen schrägen Typ aus ähnlichen
Gründen wie die leere Menge in der Mathematik.
Vor der Erfindung des Typs void wurde für generische Pointer der Typ char genommen,
der ein Byte umfasst, woraus sich alle anderen Typen zusammensetzen lassen. Man hätte
den Typ auch byte nennen können.
1.3.6.4
Zusammengesetzte Typen (Arrays, Strukturen)
Arrays Die meisten Programmiersprachen kennen Arrays, auch als Vektoren oder unglücklicherweise als Felder25 bezeichnet; das sind geordnete Mengen von Größen desselben
Typs. Jedem Element ist ein fortlaufender Index (Hausnummer) zugeordnet, der in C stets
mit 0 beginnt. In einem Array von zwölf Elementen läuft also der Index von 0 bis 11, aufpassen.
Elemente eines Arrays dürfen Konstanten oder Variable aller einfachen Typen, andere
Arrays, Strukturen, Unions oder Pointer sein, jedoch keine Funktionen. Dateien sind formal
25
Felder in Datensätzen sind etwas völlig anderes.
54
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Strukturen, ein Array von Dateien ist also erlaubt. Die Deklaration von Arrays sieht folgendermaßen aus:
int zahlen[100], nr[12];
int matrix[4][3];
double realnumbers[1000];
char names[33];
char zeichen[] = "abcd";
Der Compiler muss die Größe eines Arrays (Anzahl und Typ der Elemente) wissen. Sie muss
bereits im Programm stehen und kann nicht erst zur Laufzeit errechnet werden. Man kann
jedoch die Größe eines Arrays zur Laufzeit mittels der Standardfunktion malloc(3) ändern,
siehe Abschnitt 1.11.9 Dynamische Speicherverwaltung auf Seite 158.
Es gibt mehrdimensionale Arrays (Matrizen usw.) mit entsprechend vielen Indexfolgen.
Die Elemente werden im Speicher hintereinander in der Weise abgelegt, dass sich der letzte
Index am schnellsten ändert. Der Compiler linearisiert das Array, wie man sagt. Eine Matrix
wird zeilenweise gespeichert. Vorsicht beim Übertragen von oder nach FORTRAN: dort läuft
die Indizierung anders als in C/C++, eine Matrix wird spaltenweise gespeichert. PASCAL
verhält sich wie C/C++.
Der Name eines Arrays ist eine Adresskonstante und kann daher nicht auf der linken
Seite einer Zuweisung vorkommen. Weiteres dazu im Abschnitt 1.3.6.7 Pointer auf Seite 56.
Strings (Zeichenketten) In C/C++ sind Strings oder Zeichenketten (chaine de caractères) Arrays of characters, abgeschlossen durch das ASCII-Zeichen Nr. 0 (nicht zu verwechseln mit der Ziffer 0 entsprechend ASCII-Nr. 48). Strings dürfen nicht beliebig lang werden.
Wenn nicht Arbeitsspeicher, Editor oder andere Faktoren vorher zuschlagen, muss man ab
32 kByte auf Probleme gefasst sein, wohlgmerkt beim einzelnen String, nicht bei einem aus
vielen Strings bestehenden Text. Man stößt selten an diese Grenze, deshalb wird sie in vielen
Büchern nicht erwähnt.
Wir bevorzugen das Wort String um hervorzuheben, dass es sich hierbei um Zeichenfolgen in einem bestimmten, sprachenspezifischen Format handelt. Zum Speichern des Strings
Alex ist ein Array of characters mit wenigstens fünf Elementen zu deklarieren:
char myname[5];
In anderen Sprachen werden Strings anders dargestellt. Ein String lässt sich am Stück verarbeiten oder durch Zugriff auf seine Elemente. Man kann fertige String-Funktionen verwenden oder eigene Funktionen schreiben, muss sich dann aber auch selbst um die ASCII-Null
kümmern.
Will man bei der Eingabe von Werten mittels der Tastatur jeden beliebigen Unsinn zulassen, dann muss man die Eingaben als lange (einige Zeilen) Strings übernehmen, die Strings
prüfen und dann – sofern sie vernünftig sind – in den gewünschten Typ umwandeln. Ein
gutes Programm vertraut Eingaben niemals blindlings, sondern prüft sie vor der weiteren
Verarbeitung gründlich. Ein Programmbeispiel dazu findet sich im Abschnitt 1.11.7.2 Pointer auf Typ void: xread.c auf Seite 148.
Merke: Es gibt Arrays of characters, die keine Strings sind, nämlich solche, die nicht mit
dem ASCII-Zeichen Nr. 0 abgeschlossen sind. Sie müssen als Array angesprochen werden wie
ein Array von Zahlen.
Merke zweitens: Ein einzelnes Zeichen kann als Zeichen (character, ’a’) oder als String
(array of characters, "a") dargestellt werden. Für ein Programm sind das verschiedene Dinge.
Strukturen Eine Struktur, auch als Verbund und in PASCAL als Record bezeichnet,
vereint Komponenten ungleichen Typs im Gegensatz zum Array. Eine Ordnung der Komponenten liegt nicht vor, ebenfalls anders als beim Array. Strukturen dürfen geschachtelt werden, aber nicht sich selbst enthalten (keine Rekursion). Möglich ist jedoch, dass eine Struktur
einen Pointer auf sich selbst enthält – ein Pointer ist ja nicht die Struktur selbst – womit Verkettungen hergestellt werden. Das Schlüsselwort lautet struct.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
55
Ein typisches Beispiel für eine Struktur ist eine Personal- oder Mitgliederliste, bestehend
aus alphanumerischen und numerischen Komponenten. Mit den numerischen wird gerechnet, auf die alphanumerischen werden Stringfunktionen angewendet. Telefonnummern oder
Postleitzahlen sind alphanumerische Größen, da Rechenoperationen mit ihnen sinnlos sind.
Wir erzeugen einen Strukturtyp ohne eigenen Namen und deklarieren zugleich eine Variable
namens mitglied:
struct {
char nachname[32];
char vorname[32];
int beitrag;
} Mitglied;
Man kann auch zuerst nur die Struktur definieren und in einem zweiten Schritt Variablen
vom Typ dieser Struktur:
struct mg {
char nachname[32];
char vorname[32];
int beitrag;
};
struct mg Mitglied;
Jede Datei ist eine Struktur namens FILE, die in der include-Datei stdio.h deklariert
ist:
typedef struct {
int
_cnt;
unsigned char
unsigned char
short
_flag;
char
_file;
} FILE;
*_ptr;
*_base;
Mit dieser typedef-Deklaration wird ein Strukturname FILE vereinbart, der in weiteren
Deklarationen als Typ auftritt. FILE ist keine Variable, sondern ein Synonym für obige
Struktur. Anschließend lassen sich Variable vom Typ FILE oder auch Dateipointer deklarieren:
FILE myfile, yourfile;
FILE *fp;
Dies ist ein dritter Weg, den wir im Abschnitt Weitere Namen für Typen auf Seite 61 kennenlernen.
In C/C++ sind alle Dateien ungegliederte Folgen von Bytes (Bytestreams), so dass es keinen Unterschied zwischen Textfiles und sonstigen Dateien gibt. Die Gliederung erzeugt das
lesende oder schreibende Programm. Anders als in PASCAL ist daher der Typ FILE nicht ein
FILE of irgendetwas.
Eine besondere Struktur ist das Bitfeld. Die Strukturkomponenten sind einzelne Bits
oder Gruppen von Bits, die über ihren Komponentennamen angesprochen werden. Eine
Bitfeld-Struktur darf keine weiteren Komponenten enthalten und soll möglichst vom Basistyp unsigned sein. Ein einzelnes Bitfeld darf maximal die Länge eines Maschinenwortes
haben, es kann also nicht über eine Wortgrenze hinausragen. Bitfelder sind keine Arrays, es
gibt keinen Index. Ebensowenig lassen sich Bitfelder referenzieren (&-Operator). Bitfelder
werden verwendet, um mehrere Ja-nein-Angaben in einem Wort unterzubringen.
Der Name einer Strukturvariablen ist ein gewöhnlicher Variablenname, kein Pointer.
56
1.3.6.5
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Union
Eine Variable des Typs union kann Werte unterschiedlichen Typs aufnehmen, zu einem
Zeitpunkt jedoch immer nur einen. Es liegt in der Hand des Programms, über den augenblicklichen Typ Buch zu führen. In FORTRAN dient die equivalence-Anweisung demselben
Zweck, in PASCAL der variante Record. Eine Union belegt so viele Bytes wie der längste in
ihr untergebrachte Datentyp. Die Deklaration einer Variablen als Union sieht aus wie bei
einer Struktur:
union unioneins {
int i;
double x;
char c;
} ux;
Damit wird ein Unionstyp mit dem Namen unioneins deklariert und zugleich eine Variable
ux dieses Typs. Auf die jeweilige Variable wird zugegriffen wie auf die Komponenten einer
Struktur:
printf("%d\n", ux.i);
printf("%f\n", ux.x);
printf("%c\n", ux.c);
Man darf nur jeweils die Variable herausholen, die als letzte hineingesteckt worden ist, andernfalls gibt es Überraschungen. Die Union habe ich noch nie gebraucht, sie soll in der
Systemprogrammierung vorkommen und trägt sicher nicht zur Klarheit eines Programmes
bei.
1.3.6.6
Aufzählungstypen
Durch Aufzählen lassen sich benutzereigene Typen schaffen. Denkbar ist:
enum wochentag {montag, dienstag, mittwoch, donnerstag,
freitag, samstag, sonntag} tag;
Die Variable tag ist vom Typ wochentag und kann die oben aufgezählten Werte annehmen.
Die Reihenfolge der Werte ist maßgebend für Vergleiche: montag ist kleiner als dienstag.
Auch Farben bieten sich für einen Aufzählungstyp an. In der Maschine werden Aufzählungstypen durch Ganzzahlen dargestellt, insofern handelt es sich nicht um einen neuen Typ.
Aufzählungstypen verbessern die Lesbarkeit der Programme.
1.3.6.7
Pointer (Zeiger)
Pointer sind vom Geheimnis umwittert. Wer mit Pointern umgehen kann (oder wenigstens
so tut), verfügt über magische Kräfte und steht mit finsteren Mächten im Bunde. Vermutlich
frisst er auch kleine Kinder oder unschuldige Windows-Benutzer. Dabei ist das Arbeiten mit
Pointern einfach, man muss nur langsam und klar denken und saubere Begriffe verwenden.
Pointer erweitern die Möglichkeiten des Programmierers. Ein Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Pointern: das Sortieren von Datensätzen. Die Datensätze enthalten in Form
einer Struktur Namen, Anschrift und weitere Angaben zu Personen. Die Datensätze sollen
nach dem Namen sortiert werden, um einen schnellen Zugriff zu ermöglichen. Würden wir
die Datensätze nach Hinzufügen oder Löschen einzelner Sätze jedesmal neu sortieren, so
wäre das mit viel Kopierarbeit verbunden. Stattdessen legt man ein Hilfsfile, einen Index
an, der nur die Sortierschlüssel (Namen) und die Speicheradressen (Pointer) der zugehörigen Datensätze enthält. Dieser Index wird sortiert, was mit wesentlich weniger Kopierarbeit
verbunden ist, weil die Sätze kürzer sind. Suche ich nun nach einem Datensatz mit einem bestimmten Schlüssel, so gehe ich in den sortierten Index, suche dort möglichst geschickt nach
dem Schlüssel und springe dann zu der bei dem Schlüssel stehenden Speicheradresse des
Datensatzes. Ich kann auch zwei Indexfiles mit verschiedenen SortierschLüsseln (Namen,
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
57
Geburtstag) anlegen, während die Datensätze bestenfalls nach einem einzigen Schlüssel sortiert sein können. Meistens verzichtet man darauf, die Datensätze zu sortieren. Der dritte
Band von D ONALD E. K NUTH befasst sich nur mit Suchen und Sortieren, ein interessantes
Gebiet. Jeder versteht die Aufgaben, die Lösungen können trickreich sein.
Ein weiteres Einsatzgebiet von Pointern ist die Parameterübergabe von Funktionen, siehe
Abschnitt 1.4.3 Parameterübergabe auf Seite 82. Und schließlich können C-Funktionen nur
einen einzigen Wert zurückgeben. Setzt sich ihr Ergebnis aus mehreren Werten zusammen
– wie bei einem String oder einem Vektor – so geht das nur über einen Pointer auf das erste
Element des Ergebnisses.
Auf Variablen kann mittels ihres Namens oder ihrer Speicheradresse (Hausnummer) zugegriffen werden. Die Speicheradresse braucht nicht absolut oder relativ zu einem Anfangswert bekannt zu sein, sondern ist wiederum über einen Namen ansprechbar, den Namen
eines Pointers. Genaugenommen gehören die Adressen zur Hardware und sind für den Programmierer fast immer bedeutungslos, während die Pointer Operanden der Programmiersprache sind, denen zur Laufzeit als Wert Adressen zugewiesen werden. Deshalb werden sie
auch als Adressvariable26 bezeichnet. Pointer haben Namen, Adressen sind hexadezimale Zahlen. Das Arbeiten mit Adressen beziehungsweise Pointern erlaubt gelegentlich eine
elegante Programmierung, ist manchmal unvermeidlich und im übrigen älter als die Verwendung von Variablennamen. Man muss nur stets sorgfältig die Variable von ihrem Pointer
unterscheiden. Wenn man Arrays von Pointern auf Strings verwaltet, wird das schnell unübersichtlich. Es ist gute Praxis, aber nicht zwingend, Pointernamen mit einem p beginnen
oder aufhören zu lassen.
Ein Pointer ist immer ein Pointer auf einen Variablentyp, unter Umständen auf einen
weiteren Pointer. Typlose Pointer gibt es nicht in C27 . Der Wert eines Pointers ist keine Ganzzahl (int) und darf nicht wie eine Ganzzahl behandelt werden, obwohl letzten Endes die
Speicheradressen (Hausnummern) ganze Zahlen sind. Die zulässigen, sinnvollen Operationen sind andere als bei ganzen Zahlen. Hausnummern sind Zahlen, die Multiplikation zweier
Hausnummern ist möglich, ergibt jedoch nichts Sinnvolles. Genauso ist es mit Pointern.
Aus einem Variablennamen x entsteht der Pointer auf die Variable &x durch Voransetzen des Referenzierungsoperators &. Umgekehrt wird aus dem Pointer p die zugehörige
Variable *p durch Voransetzen des Dereferenzierungsoperators *. Referenziert werden
kann nur ein Objekt im Speicher, also eine Variable, aber nicht ein Ausdruck oder eine Konstante28 . Dereferenziert werden kann nur ein Pointer, der bereits auf ein Objekt im Speicher
verweist, der also eine Speicheradresse enthält. Eine Speicheradresse belegt ein Objekt erst,
wenn es definiert ist (einen Wert hat), nicht schon mit der Deklaration. Folgende Zeilen sind
zulässig beziehungsweise nicht:
int x = 12, *py;
*py = x;
py = &x;
*py = x;
printf("%d
/* zu frueh, unzulaessig
*/
/* erlaubt, aber ueberfluessig */
%d\n", x, *py);
Wir deklarieren eine Variable x als ganzzahlig und weisen ihr zugleich einen Wert zu. Sie ist
damit definiert und belegt einen Speicherplatz. Ferner deklarieren wir py als Pointer auf eine
Ganzzahl. Der erste Versuch, py zu dereferenzieren, ist verfrüht und führt zu einem tödlichen Bus Error, da noch kein Objekt y definiert ist, dessen Adresse der Pointer py enthalten
könnte. Der Pointer ist deklariert, aber nicht definiert. Wohl aber kann ich die deklarierte
und definierte Variable x referenzieren und ihre Adresse dem Pointer py zuweisen. Damit
26
Es gibt natürlich auch Adresskonstanten, deren Wert während des Programmablaufs –
von der Initialisierung abgesehen – konstant bleibt.
27
Der in ANSI-C eingeführte Pointer auf den Typ void ist ein Pointer, der zunächst auf
keinen bestimmten Typ zeigt.
28
Konstanten sind Teil des Programmcodes.
58
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
enthält auch er einen Wert – und zwar die Adresse von x – und darf beliebig weiterverwendet werden. Ausgegeben wird zweimal der Wert 12. Die Zuweisung des Wertes von x an *py
ist überflüssig, da py auf die Adresse zeigt, unter der x abgelegt ist. Das Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen Deklaration und Definition und zeigt, dass man eine Variable
– genauso einen Pointer – außer auf der linken Seite einer Zuweisung erst dann verwenden
darf, wenn sie einen Wert hat.
Der Name von Arrays ist die Adresskonstante ihres ersten Elementes (Index 0). Die
Bezeichnung des Arraynamens als Pointer ist nicht korrekt, aber gebräuchlich. Pointer als
(Adress-)Variable können auf der linken Seite einer Zuweisung auftauchen, ein Arrayname ist wie jede Konstante als Linkswert ungeeignet. Der Name von Funktionen ohne das
Klammernpaar ist die Adresskonstante mit der Einsprungadresse der Funktion, auf die erste
ausführbare Anweisung.
Ein Pointer, der auf die Adresse NULL verweist, wird Nullpointer genannt und zeigt auf
kein gültiges Datenobjekt. Wie im richtigen Leben gibt es keine Hausnummer Null. Sein
Auftreten kennzeichnet eine Ausnahme oder einen Fehler. Der Wert NULL ist der einzige, der
direkt einem Pointer zugewiesen werden kann; jede Zuweisung einer Ganzzahl ist ein Fehler,
da Pointer keine Ganzzahlen sind. Ansonsten dürfen nur Werte, die sich aus einer Pointeroperation oder einer entsprechenden Funktion (deren Ergebnis ein Pointer ist) einem Pointer
zugewiesen werden.
Für Pointer sind die Operationen Inkrementieren, Dekrementieren und Vergleichen zulässig. Die Multiplikation zweier Pointer dürfen Sie versuchen, es kommt aber nichts Brauchbares heraus, meist ein Laufzeitfehler (memory fault). Inkrementieren bedeutet Erhöhung
um eine oder mehrere Einheiten des Typs, auf den der Pointer verweist. Dekrementieren
entsprechend eine Verminderung. Sie brauchen nicht zu berücksichtigen, um wieviele Bytes es geht, das weiß der Compiler aufgrund der Deklaration. Diese Pointer-Arithmetik
erleichtert das Programmieren erheblich; in typlosen Sprachen muss man Bytes zählen.
Wir wollen anhand einiger Beispiele mit Arrays den Gebrauch von Pointern verdeutlichen
und deklarieren ein eindimensionales Array von vier Ganzzahlen:
int a[4];
Der Name a für sich allein ist der Pointer (Pointerkonstante) auf den Anfang des Arrays. Es
sei mit den Zahlen 4, 7, 1 und 2 besetzt. Dann hat es folgenden Aufbau:
Pointer
a
a+1
a+2
a+3
↔
↔
↔
↔
Speicher
4
7
1
2
Variable = Wert
∗a = a[0] = 4
∗(a + 1) = a[1] = 7
∗(a + 2) = a[2] = 1
∗(a + 3) = a[3] = 2
Der Pfeil ist zu lesen als zeigt auf oder ist die Adresse von. Der Wert des Pointers a – die
Adresse also, unter der die Zahl 4 abgelegt ist – ist irgendeine kaum verständliche und völlig
belanglose Hexadezimalzahl. Der Wert der Variablen a[0] hingegen ist 4 und das aus Gründen, die im wirklichen Leben zu suchen sind. Ein Zugriff auf das nicht deklarierte Element
a[4] führt spätestens zur Laufzeit auf einen Fehler. Bei der Deklaration des Arrays muss seine
Länge bekannt sein. Später, wenn es nur um den Typ geht – wie bei der Parameterübergabe
– reicht die Angabe int *a.
Ein String ist ein Array von Zeichen (characters), abgeschlossen mit dem unsichtbaren
ASCII-Zeichen Nr. 0, hier dargestellt durch ⊗. Infolgedessen muss das Array immer ein Element länger sein als der String Zeichen enthält. Wir deklarieren einen ausreichend langen
String und belegen ihn gleichzeitig mit dem Wort UNIX:
char s[6] = "UNIX";
Die Längenangabe 6 könnte entfallen, da der Compiler aufgrund der Zuweisung der Stringkonstanten die Länge weiß. Der String ist unnötig lang, aber vielleicht wollen wir später ein
anderes Wort darin unterbringen. Das Array sieht dann so aus:
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
Pointer (Adresse)
s
s+1
s+2
s+3
s+4
s+5
↔
↔
↔
↔
↔
↔
59
Speicher
U
N
I
X
⊗
??
Wert (Variable)
∗s = s[0] = U
∗(s + 1) = s[1] = N
∗(s + 2) = s[2] = I
∗(s + 3) = s[3] = X
∗(s + 4) = s[4] = ⊗
∗(s + 5) = s[5] =??
Die Fragezeichen deuten an, dass diese Speicherstelle nicht mit einem bestimmten Wert
belegt ist. Der Zugriff ist erlaubt; was darin steht, ist nicht abzusehen. Man darf nicht davon
ausgehen, dass Strings immer mit Spaces initialisiert werden oder Zahlen mit Null.
Wir deklarieren nun ein zweidimensionales Array von Ganzzahlen, eine nichtquadratische Matrix:
int a[3][4];
die mit folgenden Werten belegt sei:

1
 5
9
2
6
10
3
7
11

4
8 
12
Im Arbeitsspeicher steht dann folgendes:
Pointer 2.
a
a+1
a+2
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
Pointer 1.
a[0]
a[0] + 1
a[0] + 2
a[0] + 3
a[1]
a[1] + 1
a[1] + 2
a[1] + 3
a[2]
a[2] + 1
a[2] + 2
a[2] + 3
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
Speicher
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Wert (Variable)
∗ ∗ a = ∗a[0] = a[0][0] = 1
∗(a[0] + 1) = a[0][1] = 2
∗(a[0] + 2) = a[0][2] = 3
∗(a[0] + 3) = a[0][3] = 4
∗a[1] = a[1][0] = 5
∗(a[1] + 1) = a[1][1] = 6
∗(a[1] + 2) = a[1][2] = 7
∗(a[1] + 3) = a[1][3] = 8
∗a[2] = a[2][0] = 9
∗(a[2] + 1) = a[2][1] = 10
∗(a[2] + 2) = a[2][2] = 11
∗(a[2] + 3) = a[2][3] = 12
Der Pointer 2. Ordnung a zeigt auf ein Array aus 3 Pointern 1. Ordnung a[0], a[1] und a[2].
Die Pointer 1. Ordnung a[0], a[1] und a[2] zeigen ihrerseits auf 3 Arrays bestehend aus je
4 Ganzzahlen. Gespeichert sind 12 Ganzzahlen, die Pointer 1. Ordnung sind nicht gespeichert. Da die Elemente allesamt gleich groß sind (gleich viele Bytes lang), hindert uns nichts
daran, das Element a[1][2], nämlich die Zahl 7, als Element a[0][6] aufzufassen. Die
gespeicherten Werte lassen sich auch als eindimensionales Array b[12] verstehen. Solche
Tricks müssen sorgfältig kommentiert werden, sonst blickt man nach kurzer Zeit nicht mehr
durch und Außenstehende nie. Versuchen Sie, an Hand obigen Schemas folgende Behauptungen nachzuvollziehen:
∗ ∗ (a + 1) = 5(a + 1) = a[0] + 4 = a[1](∗(a + 2) − 1) = 8(∗(a + 1) + 1) = ∗(a[1] + 1) = 6
Im Programm 1.16 zeit.c auf Seite 36 haben wir ein Array von Strings kennengelernt,
also ein Array von Arrays von Zeichen, abgeschlossen jeweils mit dem ASCII-Zeichen Nr. 0.
Es enthält die Namen der Wochentage, mit Spaces aufgefüllt auf gleiche Länge:
char *ptag[] = {"Sonntag, ", "Montag,
", ...};
60
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Hier wird ein Array von 7 Pointern gespeichert. Dazu kommen natürlich noch die Strings, die
wegen des Aussehens auf dem Bildschirm gleich lang sind, aber vom Programm her ungleich
lang sein dürften.
Pointer 2.
ptag
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
ptag + 1 ↔
↔
↔
Pointer 1.
ptag[0]
ptag[0] + 1
ptag[0] + 2
ptag[0] + 3
ptag[0] + 4
ptag[0] + 5
ptag[0] + 6
ptag[0] + 7
ptag[0] + 8
ptag[0] + 9
ptag[1]
ptag[1] + 1
ptag[1] + 2
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
↔
Sp.
S
o
n
n
t
a
g
,
⊗
M
o
n
Wert (Variable)
∗ ∗ ptag = ∗ptag[0] = ptag[0][0] = S
∗(ptag[0] + 1) = ptag[0][1] = o
∗(ptag[0] + 2) = ptag[0][2] = n
∗(ptag[0] + 3) = ptag[0][3] = n
∗(ptag[0] + 4) = ptag[0][4] = t
∗(ptag[0] + 5) = ptag[0][5] = a
∗(ptag[0] + 6) = ptag[0][6] = g
∗(ptag[0] + 7) = ptag[0][7] =,
∗(ptag[0] + 8) = ptag[0][8] =
∗(ptag[0] + 9) = ptag[0][9] = ⊗
∗ptag[1] = ptag[1][0] = M
∗(ptag[1] + 1) = ptag[1][1] = o
∗(ptag[1] + 2) = ptag[1][2] = n
Wir brechen nach dem n von Montag ab. ptag ist die Adresse des Speicherplatzes, in dem
ptag[0] abgelegt ist. ptag[0] ist die Adresse des Speicherplatzes, in dem das Zeichen S abgelegt ist. Durch zweimaliges Dereferenzieren von ptag erhalten wir das Zeichen S. Die anderen
Zeichen liegen auf höheren Speicherplätzen, deren Adressen wir durch Inkrementieren entweder von ptag oder von ptag[ ] erhalten, wobei man normalerweise die zweidimensionale
Struktur des Arrays berücksichtigt, obwohl dem Computer das ziemlich gleich ist.
Es sind noch weitere Schreibweisen möglich, die oben wegen der begrenzten Breite nicht
unterzubringen sind. Greifen wir die letzte Zeile heraus, das n von Montag. Rein mit Indizes
geschrieben gilt:
ptag[1][2] = n
So entwerfen wir vermutlich ein Programm, weil wir das Arbeiten mit Indizes aus der Mathematik gewohnt sind. Unter Ausnutzen der Pointer-Arithmetik gilt aber auch:
∗(∗(ptag + 1) + 2) = ∗(ptag[1] + 2) = (∗(ptag + 1))[2] = ptag[1][2] = n
Für den Computer ist Pointer-Schreibweise mit weniger Arbeit verbunden, da er Adressen
kennt und Indizes erst in Adressen umrechnen muß.
/* array2.c, Indizes und Pointer */
#include <stdio.h>
char a[] = "abcd";
/* Array of chars */
int main()
{
printf("a[2] = %c\n", a[2]);
printf("*(a + 2) = %c\n", *(a + 2));
printf("*(2 + a) = %c\n", *(2 + a));
printf("2[a] = %c\n", 2[a]);
return 0;
}
Quelle 1.23 : C-Programm zur Verdeutlichung der Pointerarithmetik
Nun eine leicht verrückte, aber richtige Überlegung. Wir deklarieren und initialisieren
einen String a[]. Mit Hilfe der Standardfunktion printf() geben wir das Element mit der
Hausnummer 2 aus, also das Zeichen c. Dann greifen wir auf dasselbe Element zu, indem wir
den Pointer auf den Anfang des Arrays um 2 hochzählen und anschließend dereferenzieren.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
61
Jetzt fällt uns ein, dass die Addition – auch in der Pointer-Arithmetik – kommutativ ist, wir
vertauschen die beiden Summanden. Erwartungsgemäß geht das gut. Schließlich wandeln
wir die Pointer-Schreibweise wieder zurück in die Index-Schreibweise unter Beibehaltung
der vertauschten Reihenfolge. Auch das funktioniert, logisch.
Pointer und Variable gehören verschiedenen Referenzebenen (level) an, die nicht gemischt werden dürfen. Der gleiche Fall liegt auch in der Linguistik vor, wenn über Wörter
gesprochen wird. Vergleichen Sie die beiden sinnvollen Sätze:
• Kaffee ist ein Getränk.
• Kaffee ist ein Substantiv.
Im ersten Satz ist die Flüssigkeit gemeint, im zweiten das Wort, was gelegentlich durch Kursivschreibung oder Gänsefüßchen angedeutet wird. Der erste Satz ist einfaches Deutsch, der
zweite gehört einer Metasprache an, in der Aussagen über die deutsche Sprache vorgenommen werden, verwirrenderweise mit denselben Wörtern und derselben Grammatik. Genauso
kann x eine Variable oder ein Pointer auf ein Variable sein oder ein Pointer auf einen Pointer
auf eine Variable. Erst ein Blick auf die Deklaration schafft Klarheit.
In C-Programmen wird gern von Pointern Gebrauch gemacht. In der C-Bibel von B RIAN
W. K ERNIGHAN und D ENNIS M. R ITCHIE ist ihnen daher ein ganzes, gut lesbares Kapitel
gewidmet.
1.3.6.8
Weitere Namen für Typen (typedef)
Mithilfe der typedef-Anweisung kann sich der Benutzer eigene, zusätzliche Namen für
C-Datentypen schaffen. Der neue Name muss eindeutig sein, darf also nicht mit einem bereits anderweitig belegten Namen übereinstimmen. typedef erzeugt keinen neuen Datentyp, sondern veranlasst den Compiler, im Programm den neuen Namen wörtlich durch seine
Definition zu ersetzen, was man zur Prüfung auch von Hand machen kann. Der neue Typname ist ein Synonym. Der Zweck neuer Typnamen ist eine Verbesserung der Lesbarkeit und
Portierbarkeit des Quelltextes.
Einige Beispiele. Wir wollen uns einen Typnamen BOOLEAN schaffen, der zwar im Grunde
nichts anderes ist als der Typ int, aber die Verwendung deutlicher erkennen lässt. Zu Beginn
der Deklarationen oder vor main() schreiben wir:
typedef
int
BOOLEAN;
(die Großschreibung ist nicht zwingend) und können anschließend eine Variable janein als
BOOLEAN deklarieren
BOOLEAN
janein;
Der Compiler ersetzt den String BOOLEAN in Deklarationen durch den String int, ähnlich
wie es der Präprozessor bei #define-Anweisungen macht.
In FORTRAN gibt es den Datentyp complex, den wir in C durch eine Struktur nachbilden:
typedef struct {
double real;
double imag;
} COMPLEX;
Hiermit ist nur ein neuer, einfacherer Name für den Strukturtyp struct geschaffen worden.
Dann deklarieren wir die komplexe Variable:
COMPLEX z, R[20];
z ist eine komplexe Variable, R ein Array von 20 komplexen Variablen. Leider ist damit noch
nicht alles erledigt, denn die arithmetischen Operatoren von C gelten nur für Ganz- und
Gleitkommazahlen, nicht für Strukturen. Wir müssen noch Funktionen für die Operationen
62
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
mit komplexen Variablen schreiben. In FORTRAN hingegen gelten die gewohnten arithmetischen Operatoren auch für komplexe Daten. In C++ lassen sich die Bedeutungen der Operatoren erweitern (überladen), aber in C nicht.
Bei Strings taucht das Problem der Längenangabe auf. Folgender Weg ist gangbar, erfüllt
aber nicht alle Wünsche:
typedef
char
*STRING;
Dann können wir schreiben
STRING fehler = "Falsche Eingabe";
Der Compiler weiß die Länge der Strings aufgrund der Zuweisung der Stringkonstanten.
Hingegen ist die nachstehende Deklaration fehlerhaft, wie man durch Einsetzen erkennt:
STRING
abc[16];
Die Typdefinition eingesetzt ergibt:
char
*abc[16];
und das ist kein String, sondern ein Array von Strings. Erst zweimaliges Dereferenzieren
führt auf den Typ char. Die Schreibweise:
typedef
char
STRING abc;
[16]
STRING;
die dieses Problem lösen würde, haben wir zwar in einem Buch gefunden, wurde aber nicht
von unserem Compiler angenommen.
Ist man darauf angewiesen, dass ein Datentyp eine bestimmte Anzahl von Bytes umfasst, erleichtert man das Portieren, indem man einen eigenen Typnamen deklariert und im
weiteren Verlauf nur diesen verwendet. Bei einer Portierung ist dann nur die Typdefinition
anzupassen. Es werde eine Ganzzahl von vier Byte Länge verlangt. Dann deklariert man:
typedef
int
INT4;
INT4
i, j, k;
/* Ganzzahl von 4 Bytes */
und ändert bei Bedarf nur die typedef-Zeile. Zweckmäßig packt man die Typendefinition in
eine private include-Datei, die man für mehrere Programme verwenden kann.
1.3.6.9
Speicherklassen
In C gibt es vier Speicherklassen (storage classes):
• auto
• extern
• register
• static
Die Speicherklasse geht dem Typ in der Deklaration voraus:
static int x;
Die Klasse auto ist die Defaultklasse für lokale Variable und braucht nicht eigens angegeben zu werden. Variablen dieser Klasse leben nur innerhalb des Bereiches, in dem sie
deklariert wurden, und sterben beim Verlassen des Bereiches, der von ihnen belegte Speicher
wird freigegeben.
Eine globale Variable darf in einem Programm nur einmal deklariert werden. Erstreckt
sich ein Programm über mehrere getrennt zu kompilierende Dateien, so darf sie nur in einer
der Dateien deklariert werden. Da aber der Compiler auch in den übrigen Dateien den Typ
der Variablen kennen muss, wird die Variable hier als extern deklariert. Globale Variable
sind per Default extern. Funktionen gehören stets der Speicherklasse extern an.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
63
register-Variable werden nach Möglichkeit in Registern nahe dem Rechenwerk gehalten und sind damit schnell verfügbar. Ansonsten verhalten sie sich wie auto-Variable. Sie
müssen vom Typ int oder char sein. Eine typische Anwendung sind Schleifenzähler. Optimierende Compiler ordnen von sich aus einige Variable dieser Speicherklasse zu. Auf registerVariable kann der Referenzierungs-Operator & nicht angewendet werden. Es ist auch unsicher, ob das System der register-Anweisung folgt. Am besten verzichtet man auf diese
Speicherklasse.
Lokale Operanden gelten und leben nur innerhalb des Blockes, in dem sie deklariert wurden. Durch die Zuordnung zur Speicherklasse static verlängert man ihre Lebensdauer –
nicht ihren Geltungsbereich – über das Ende des Blockes hinaus. Bei einem erneuten Aufruf
des Blockes hat ein static-Operand den Wert, den er beim vorherigen Verlassen des Blockes
hatte.
1.3.6.10
Geltungsbereich
Eine Variable gilt nur innerhalb des Bereiches (Programmabschnittes), zu dessen Beginn29
sie deklariert worden ist. Ihr Sichtbarkeits- oder Geltungsbereich (scope) ist dieser Bereich. Außerhalb des zugehörigen Bereiches ist die Variable unbekannt (nicht existent) oder
unsichtbar (existent, aber nicht zugänglich). Der Name der Variablen ist in diesem Zusammenhang bedeutungslos. Ein Bereich ist:
• ein Programm,
• eine Funktion,
• ein logischer Block zwischen { und },
• eine Datei.
Variable, die vor allen Funktionen – in der Regel vor main() – deklariert werden, gelten
infolgedessen global in allen Funktionen, die in derselben Datei deklariert werden, das heißt
im ganzen Programm, wenn dieses nur aus einer Datei besteht. Variable, die zu Beginn einer
Funktion – vor allen Anweisungen in der Funktion – deklariert werden, gelten innerhalb
dieser Funktion, aber nicht außerhalb. Sie sind lokal gültig. Variable, die zu Beginn eines
Blockes – vor allen Anweisungen im Block – deklariert werden, gelten nur in diesem Block.
Das kommt selten vor, ist aber völlig in Ordnung.
Erstreckt sich ein Programm über mehrere Dateien, so gelten zu Beginn einer Datei – vor
den darin enthaltenen Funktionen – deklarierte Operanden global für die Funktionen in der
Datei, aber nicht für das gesamte Programm. Soll ein Operand global im gesamten Programm
gelten, so ist er in jeder Datei erneut zu deklarieren. Dies widerspricht jedoch der Forderung,
dass ein- und derselbe Operand nur einmal deklariert werden darf. Der Ausweg liegt darin,
ihn nur einmal in beschriebener Weise zu deklarieren und in allen anderen Dateien vor die
Deklaration das Wort extern zu setzen. Damit ist der Forderung nach Eindeutigkeit Genüge
getan, und der Compiler weiß trotzdem bei jeder Datei, mit welchen Typen er es zu tun hat.
Wird ein Operand desselben Namens innerhalb eines Bereiches nochmals deklariert, so
hat für diesen Bereich die lokale Deklaration Vorrang vor der äußeren Deklaration. Es wird
ein neuer, lokaler Operand erzeugt. Der Geltungsbereich des äußeren Operanden hat eine
Lücke, der äußere Operand wird verschattet.
Das Konzept des Geltungsbereiches lässt sich über ein Programm hinaus erweitern. Die
exportierten Umgebungs-Variablen der Sitzungsshell gelten für alle Prozesse einer Sitzung
und können von diesen abgefragt oder verändert werden. Darüber hinaus sind auch Variable
denkbar, die in einem Verzeichnis, einem Datei-System oder in einer Netz-Domain gelten.
Je größer der Geltungsbereich ist, desto sorgfältiger muss man mit der Schreibberechtigung
umgehen.
29
In C++ dürfen Variable an beliebiger Stelle innerhalb eines Bereiches deklariert werden,
jedoch muss dies vor ihrer ersten Verwendung erfolgen.
64
1.3.6.11
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Lebensdauer
Beim Eintritt in einen Bereich wird für die in diesem Bereich definierten Variablen Speicher
zugewiesen (allokiert). Beim Verlassen des Bereiches wird der Speicher freigegeben, von den
Variablen bleibt keine Spur zurück. Ihre Lebensdauer (lifetime) ist die aktive Zeitspanne
des Bereiches. Beim nächsten Aufruf des Bereiches wird neuer Speicher zugewiesen und
initialisiert. Diese Speicherklasse wird als auto bezeichnet und ist die Standardklasse aller
Variablen, für die nichts anderes vereinbart wird.
Möchte man jedoch mit den alten Werten weiterrechnen, so muss man die Variable der
Speicherklasse static zuweisen. Der Geltungsbereich wird davon nicht berührt, aber der
Speicher samt Inhalt bleibt beim Verlassen der Funktion bestehen. Die Variable besteht, ist
aber vorübergehend unsichtbar (existent, aber nicht zugänglich).
1.3.7
Operationen
1.3.7.1
Ausdrücke
Wir haben bisher Operanden betrachtet, aber nichts mit ihnen gemacht. Nun wollen wir uns
ansehen, was man mit den Operanden anstellen kann. Der Operator bestimmt, was mit dem
Operand geschieht. Unäre Operatoren wirken auf genau einen Operanden, binäre auf zwei,
ternäre auf drei. Mehr Operanden sind selten. Operator plus Operanden bezeichnet man als
Ausdruck (expression). Ein Ausdruck hat nach seiner Auswertung einen Wert und kann
überall dort stehen, wo ein Wert verlangt wird. Eine Funktion, die einen Wert zurückgibt,
kann anstelle eines Ausdrucks oder Wertes stehen.
1.3.7.2
Zuweisung
Eine Zuweisung (assignment) weist einer Variablen einen Wert zu. Der Operator ist das
Gleichheitszeichen (ohne Doppelpunkt wie in PASCAL, wegen Faulheit). Das Gleichheitszeichen darf von Spaces umgeben sein und sollte es wegen der besseren Lesbarkeit auch. Wert
und Variable sollten vom selben Typ sein. Es gibt zwar in C automatische Typumwandlungen,
aber man sollte wenig Gebrauch davon machen. Sie führen zu den berüchtigten unlesbaren
C-Programmen und gefährden die Portabilität.
Da ein Ausdruck wie eine Summe oder eine entsprechende Funktion einen Wert abliefert,
kann in einer Zuweisung anstelle des Wertes immer ein Ausdruck stehen. Die Zuweisung
selbst liefert den zugewiesenen Wert zurück und kann daher als Wert in einem übergeordneten Ausdruck auftreten.
Auf der rechten Seite einer Zuweisung kann alles stehen, was einen Wert hat, beispielsweise eine Konstante, ein berechenbarer Ausdruck oder eine Funktion, aber kein Array und
damit auch kein String. Solche Glieder werden als r-Werte (r-value) bezeichnet. Auf der
linken Seite einer Zuweisung kann alles stehen, was einen Wert annehmen kann, beispielsweise eine Variable, aber keine Konstante und keine Funktion. Diese Glieder heißen l-Werte
(l-value).
Eine Zuweisung ist keine mathematische Gleichung. Die Formel
x=x+1
(1.1)
ist als Gleichung für jeden endlichen Wert von x falsch, als Zuweisung dagegen ist sie gebräuchlich und bedeutet: Addiere 1 zu dem Wert von x und schreibe das Ergebnis in die
Speicherstelle von x. Damit erhält die Variable x einen neuen Wert. Bei einer Gleichung gibt
es weder alt noch neu, die Zeit spielt keine Rolle. Bei einer Zuweisung gibt es ein Vorher und
Nachher. Die Formel
x+2=5
(1.2)
hingegen ist als Gleichung in Ordnung, nicht aber als Zuweisung, da auf der linken Seite ein
Ausdruck steht und nicht ein einfacher Variablenname. Wegen dieser Diskrepanz zwischen
Gleichung und Zuweisung ist letztere etwas umstritten. Ihre Begründung kommt nicht aus
der Problemstellung, sondern aus der Hardware, nämlich der Speicherbehandlung. Und gerade diese möchte man mit den höheren Programmiersprachen verdecken.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
1.3.7.3
65
Arithmetische Operationen
Die arithmetischen Operationen sind:
• Vorzeichenumkehr - (unärer Operator)
• Addition +
• Subtraktion - (binärer Operator)
• Multiplikation *
• Division /
• Modulus % (Divisionsrest, nur für ganze Zahlen)
• Inkrement ++
• Dekrement -Inkrement und Dekrement sind Abkürzungen. Der Operator kann vor oder nach dem Operanden (Präfix, Postfix) stehen. Der Ausdruck
i++
gibt den Wert von i zurück und erhöht ihn dann um eins. Der Ausdruck
++i
erhöht den Wert von i um eins und gibt dann den erhöhten Wert zurück. Für das Dekrement gilt das Entsprechende. Der kompilierte Code ist effektiver als der des äquivalenten
Ausdrucks
i = i + 1
Spielt es vom Programm her keine Rolle, ob man den Präfix oder den Postfix verwendet, ist
der Präfix ++i unter Umständen schneller und daher zu bevorzugen. Ferner gibt es noch eine
abgekürzte Schreibweise für häufig wiederkehrende Operationen:
+=, -=, *=, /=
Der Ausdruck
y += x
weist die Summe der beiden Operanden dem linken Operanden zu und ist somit gleichbedeutend mit dem Ausdruck:
y = y + x
Entsprechendes gilt für die anderen Abkürzungen. Die ausführliche Schreibweise bleibt weiterhin erlaubt.
Die Division für ganze Zahlen ist eine andere Operation als für Gleitkommazahlen (die übrigen Operationen auch, nur fällt es da nicht auf). In manchen Programmiersprachen werden
folgerichtig unterschiedliche Operatoren verwendet, in C nicht. Der Compiler entnimmt aus
dem Zusammenhang, welche Division gemeint ist. Diese Mehrfachverwendung eines Operators wird Überladung genannt und spielt in objektorientierten Sprachen wie C++ eine
Rolle. In FORTRAN, das den komplexen Zahlentyp kennt, gelten die arithmetischen Operatoren auch für diesen. Vorstellbar ist ebenso eine Addition (Verkettung) von Strings.
66
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.3.7.4
Logische Operationen
Die logischen Operationen sind:
• bitweise Negation (not) ~ (Tilde)
• ausdrucksweise Negation (not) !
• bitweises Und (and) &
• ausdrucksweises Und (and) &&
• bitweises exklusives Oder (xor) ^ (Circumflex, caret)
• bitweises inklusives Oder (or) |
• ausdrucksweises inklusives Oder (or) ||
Auch hier gibt es abgekürzte Schreibweisen:
^=, |=, &=
Der Ausdruck
y &= x
bedeutet dasselbe wie
y = y & x
Die Operanden y und x werden bitweise durch Und verknüpft, das Ergebnis wird y zugewiesen. Entsprechendes gilt für die beiden anderen Abkürzungen.
Der Unterschied zwischen einer ausdrucksweisen und einer bitweisen logischen Operation ist folgender: In C gilt der Zahlenwert 0 als logisch falsch (false), jeder Wert ungleich
0 als logisch wahr (true). Die Zeilen:
...
int x = 0;
if (x) printf("if-Zweig\n");
else printf("else-Zweig\n");
...
führen zur Ausführung des else-Zweiges. Die Variable x hat den Wert 0, bei dem auch alle Bits auf 0 stehen. Sowie ein beliebiges Bit auf 1 stünde, hätte die Variable einen Wert
ungleich 0 und würde als wahr angesehen. Die ausdrucksweise Negation:
if (!x) printf ...
kehrt die Verhältnisse um, der if-Zweig wird ausgeführt. Die bitweise Negation hätte hier
zwar denselben Erfolg, wäre jedoch nicht sinnvoll, da die einzelnen Bits nicht interessieren.
Der Buchstabe G wird in 7-bit-ASCII durch die Bitfolge 1000111 dargestellt. Ihre bitweise
Negation ist 0111000, was der Ziffer 8 entspricht. Das Mini-Programm:
/* Bitweise Negation */
#include <stdio.h>
int main()
{
char x = ’G’;
printf("%c %c\n", x, ~x);
return 0;
}
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
67
Quelle 1.24 : C-Programm zur Veranschaulichung der bitweisen Negation
gibt den Buchstaben G und die Ziffer 8 aus, zumindest auf Maschinen, die den 7-bit-ASCIIZeichensatz verwenden. Der Zweck der bitweisen Operation ist der Umgang mit Informationen, die nicht in einem Wert als Ganzem, sondern in einzelnen Bits stecken. Das kommt bei
der Systemprogrammierung vor. Beispielsweise lässt sich die Information, ob ein Gerät einoder ausgeschaltet ist, in einem Bit unterbringen. In der Anwendungsprogrammierung ist
man meist großzügiger und spendiert eine ganze Integer-Variable dafür.
Merke: Ausdrucksweise logische Operationen und die noch folgenden VergleichsOperationen haben ein Ergebnis, das wahr oder falsch lautet (nicht-0 oder 0). Bitweise logische Operationen können jedes beliebige Ergebnis im Bereich der ganzen Zahlen haben.
1.3.7.5
Vergleiche
Die Vergleichs- oder Relations-Operationen sind:
• gleich == (weil = schon die Zuweisung ist)
• ungleich !=
• kleiner <
• kleiner gleich <=
• größer >
• größer gleich >=
• Bedingte Bewertung ?:
Das Ergebnis eines Vergleichs ist ein boolescher Wert, also true oder false beziehungsweise
in C die entsprechenden Zahlen nicht-0 oder 0.
Ein häufiger Fehler ist die Verwendung des einfachen Gleichheitszeichens für die Abfrage
auf Gleichheit. Dieser Fehler ist schwierig zu erkennen, da der fehlerhafte Ausdruck syntaktisch korrekt ist, er bedeutet nur eine Zuweisung an Stelle des beabsichtigten Vergleichs:
if (x = 0) { ...
/* statt (x == 0) */
Der Compiler protestiert nicht. Da in Vergleichen oft auf einer Seite Ausdrücke wie Konstanten vorkommen, die nicht auf der linken Seite einer Zuweisung stehen können (r-values),
empfiehlt es sich, diese auf die linke Seite des Vergleichs zu stellen:
if (0 == x) { ..
Bei dem falschen Operator protestiert dann der Compiler oder Syntaxprüfer. Einfach eine
kleine Angewohnheit, die die Arbeit erleichtert.
Pfiffig ist die Bedingte Bewertung (conditional operator), auch Bedingter Ausdruck
genannt. Der Ausdruck:
z = (a < 0) ? -a : a
hat dieselbe Wirkung wie:
if (a < 0)
z = -a;
else
z = a;
Er weist der Variablen z den Betrag von a zu. Rechts des Gleichheitszeichens stehen drei
Ausdrücke, die auch zusammengesetzt sein dürfen. Die ganze Bedingte Bewertung ist selbst
wieder ein Ausdruck wie eine Zuweisung und kann überall stehen, wo ein Wert verlangt
wird. Die Bedingte Bewertung ist einer der seltenen ternären oder triadischen Operatoren
(drei Operanden) und führt zu schnellerem Code als if - else. Welchen Wert nimmt z in
folgendem Beispiel an?
z = (a >= b) ? a : b
Eine Anwendung finden Sie im Abschnitt 1.4.7 Rekursiver Aufruf einer Funktion auf Seite 96.
68
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.3.7.6
Bitoperationen
Die Bit-Operationen sind:
• shift links <<
• shift rechts >>
Bei vorzeichenlosen Ganzzahlen ist ein Shiften nach links gleichbedeutend mit einer Multiplikation mit 2, ein Shiften nach rechts mit einer Division durch 2. Auf die links oder rechts
wegfallende Stelle ist zu achten, nachgeschoben am anderen Ende wird eine Null. Die ShiftOperation ist schnell. Weiterhin beziehen sich einige logische Operationen auf Bits (siehe
oben). Auch hier sind Abkürzungen möglich:
<<=, >>=
Der Ausdruck
y <<= x
ist gleichbedeutend mit
y = y << x
Der linke Operand wird um so viele Bits nach links verschoben, wie der rechte Operand
angibt. Das Ergebnis wird dem linken Operanden zugewiesen. Zur Veranschaulichung der
Bitoperationen ein kleines Programm:
/* Programm mit Bitoperationen,
sinnvolle Argumente z. B. 8 2 */
#include <stdio.h>
void exit();
int main(int argc,char *argv[])
{
int i, j, k;
if (argc < 3) {
puts("Zwei Argumente erforderlich.");
exit(-1);
}
sscanf(argv[1], "%d", &i);
sscanf(argv[2], "%d", &j);
k = i « j;
printf("Eingabe
k = i » j;
printf("Eingabe
k = i & j;
printf("Eingabe
k = i | j;
printf("Eingabe
%d um %d Bits nach links:
%d\n", i, j, k);
%d um %d Bits nach rechts: %d\n", i, j, k);
%d mit %d bitweise und:
%d mit %d bitweise oder:
%d\n", i, j, k);
%d\n", i, j, k);
return 0;
}
Quelle 1.25 : C-Programm mit Bitoperationen
1.3.7.7
st ointeroperationen
Folgende Operationen behandeln Pointer:
• Referenzierung &
• Dereferenzierung * oder bei Arrays [ ]
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
69
• Strukturverweis -> (minus größer, bei Strukturpointern)
• Strukturverweis . (Punkt, bei Strukturnamen)
Weiterhin sind folgende für Ganzzahlen zulässige Operationen für Pointer definiert:
• Vergleich zweier Pointer auf denselben Typ
• Inkrementierung (Addition einer ganzen Zahl)
• Dekrementierung (Subtraktion einer ganzen Zahl)
• Subtraktion zweier Pointer desselben Typs
Der Vergleich zweier gleichartiger Pointer auf Übereinstimmung ist immer möglich, ein Vergleich größer-kleiner setzt eine bestimmte Ordnung der Adressen voraus und ist problematisch, man lässt besser die Finger davon:
double
if (p1
if (p1
if (p1
if (p1
*p1, *p2;
== p2) {}
!= p2) {}
== NULL) {}
< p2) {}
/*
/*
/*
/*
ok */
ok */
ok */
gefaehrlich */
Bei der Addition oder Subtraktion einer ganzen Zahl bedeutet die ganze Zahl nicht eine Anzahl von Bytes, sondern eine Anzahl von Objekten des zum Pointer gehörigen Datentyps.
Man braucht sich also nicht darum zu kümmern, wieviele Bytes der Datentyp belegt:
double x, vektor[10];
x = *vektor;
/* erstes Element, Index 0 */
x = *(vektor + 2);
/* uebernaechstes Element */
Die selten vorkommende Subtraktion zweier gleichartiger Pointer liefert die Anzahl der zwischen den beiden Pointern liegenden Datenobjekte.
1.3.7.8
Ein- und Ausgabe-Operationen
In C gibt es keine Operatoren zur Ein- oder Ausgabe, vergleichbar mit read oder write
in PASCAL oder FORTRAN. Stattdessen greift man entweder auf Systemaufrufe des Betriebssystems (z. B. UNIX) zurück oder besser auf Funktionen der C-Standardbibliothek,
die letzten Endes auch Systemaufrufe verwenden, nur intelligent verpackt. Die Systemaufrufe haben eine etwas schwierigere Syntax, erlauben dafür aber auch Dinge außerhalb des
Üblichen. Wer portabel für verschiedene Betriebssysteme programmieren möchte, bevorzugt
die Standardfunktionen, da sie die Unterschiede verdecken. Wenn keine Gründe dagegen
sprechen, nimmt man die Standardfunktionen.
Die UNIX-Systemaufrufe sind in der Sektion 2 des Handbuchs zu finden, die wichtigsten
lauten open(2), close(2), read(2) und write(2). Hier ein Programmbeispiel:
/* Demo Systemaufruf open(2) */
#include
#include
#include
#include
<stdio.h>
<fcntl.h>
<unistd.h
<string.h
/*
/*
/*
/*
wegen
wegen
wegen
wegen
puts(3) */
open(2) */
write(2) */
strlen(3) */
int main(int argc, char *argv[])
{
int fildes;
size t bufsize;
ssize t n;
char *buffer = "UNIX ist prima.";
if (argc < 2){
puts("Filenamen vergessen");
return(-1);
70
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
}
/* File muss bereits existieren */
fildes = open(argv[1], O WRONLY);
bufsize = (size t)strlen(buffer);
/* File-Deskriptor */
if (fildes > 2) {
puts("open() erfolgreich");
n = write(fildes, (void *)buffer, bufsize);
if (n == bufsize) {
puts("write() erfolgreich");
}
close(fildes);
}
else {
puts("Fehler bei open()");
return(-1);
}
return 0;
}
Quelle 1.26 : C-Programm Ausgabe per Systemaufruf write(2)
Mittels open(2) öffnen wir die Datei, deren Name als erstes Argument übergeben wird,
zum Schreiben. Die DAtei muss bereits vorhanden sein. Der Systemaufruf gibt einen DateiDeskriptor zurück, eine fortlaufende Nummer der vom Programm geöffneten Dateien, beginnend mit 3. Dann schreiben wir den in einem Puffer abgelegten String zum Datei-Deskriptor
und schließen die Datei. Der Rest sind kleine Maßnahmen zur Fehlerbehandlung.
Die C-Standardfunktionen sind in der Sektion 3 des Handbuchs zu finden, die wichtigsten
lauten fopen(3), fclose(3), scanf(3) und printf(3). Hier ein Programmbeispiel:
/* Demo Standardfunktion fopen(3) */
#include <stdio.h>
/* wegen fopen(3), fputs(3) usw. */
int main(int argc, char *argv[])
{
FILE *fp;
/* File-Pointer */
char *string = "UNIX ist prima.";
int x;
if (argc < 2){
puts("Filenamen vergessen");
return(-1);
}
/* File braucht noch nicht zu existieren */
fp = fopen(argv[1], "w");
if (fp != NULL) {
puts("fopen() erfolgreich");
x = fputs(string, fp);
if (x != EOF) {
puts("fputs() erfolgreich");
}
fclose(fp);
}
else {
puts("Fehler bei fopen()");
return(-1);
}
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
71
return 0;
}
Quelle 1.27 : C-Programm Ausgabe per Standardfunktion fputs(3)
Das Programm macht im Grunde das Gleiche wie das vorangegangene, die Schreibfunktion fputs(3) ist jedoch optimiert für das Schreiben von Strings in eine Datei. Es gibt auch
eine Standardfunktion fwrite(3) zum Schreiben eines Blocks binärer Daten aus einem
Puffer in eine Datei. Ein DAtei-Pointer ist ein Pointer auf eine Struktur des Typs FILE, die
in der Include-Datei stdio.h definiert ist.
1.3.7.9
Sonstige Operationen
Ferner bietet C noch einige Operatoren für verschiedene Aufgaben:
• Datentyp-Umwandlung (cast-Operator) ()
• Komma-Operator ,
• sizeof-Operator sizeof()
Der cast-Operator oder Umwandlungsoperator enthält in den runden Klammern eine
skalare Typbezeichnung ohne Speicherklasse und geht dem umzuwandelnden skalaren Operanden unmittelbar voraus:
int n;
double y;
y = sqrt((double) n);
n sei eine Ganzzahl. Die Funktion sqrt() erwartet jedoch als Argument eine Gleitkommazahl doppelter Genauigkeit. Die Typumwandlung von n wird durch den cast-Operator
(double) bewirkt. Bei der Typumwandlung können Bits oder Dezimalstellen verlorengehen, wenn der neue Typ kürzer ist als der alte. Die Typumwandlung gilt nur im Zusammenhang mit dem cast-Operator und hat für die weiteren Anwendungen der Variablen keine
Bedeutung. Manche Compiler beanstanden einen cast-Operator auf der linken Seite einer
Zuweisung (als l-Wert).
Der Komma-Operator trennt in einer Auflistung von Ausdrücken diese voneinander. Sie
werden von links nach rechts abgearbeitet. Das Ergebnis der Auflistung hat Typ und Wert
des rechts außen stehenden Ausdrucks. Ein Beispiel:
int i, j = 10;
i = (j++, j += 100, 999);
printf("%d", i);
Hier wird zuerst j um 1 erhöht, dann dazu 100 addiert und schließlich dem gesamten Ausdruck der Wert 999 zugewiesen. j hat also nach den Operationen den Wert 111, i den Wert
999, der ausgegeben wird. Der Komma-Operator wird oft im Kopf von for-Schleifen verwendet. Das Komma zwischen Variablennamen in Deklarationen oder in einer Argumentliste ist
kein Operator. Die Reihenfolge der Abarbeitung solcher Listen ist unsicher.
Der sizeof-Operator gibt die Größe des Operanden in Bytes zurück. Der Operand kann
eine Variable, ein Ausdruck oder ein Datentyp sein, auch ein zusammengesetzter. Ein Ausdruck wird dabei nicht ausgewertet. Dagegen können Funktionen oder Bitfelder nicht als
Operand von sizeof auftreten. Mit Hilfe des Operators vermeidet man Annahmen über die
Größe von Variablen bei Speicherreservierungen, das Programm wird portabler. Der Ausdruck
sizeof(x)
liefert die Größe von x in Bytes als vorzeichenlose Ganzzahl zurück. sizeof wird während
der Übersetzung ausgewertet (nicht jedoch vom Präprozessor) und verhält sich zur Laufzeit
wie eine konstante ganze Zahl.
72
1.3.7.10
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Vorrang und Reihenfolge
Es gibt in C/C++ ähnlich wie in der Mathematik genaue Regeln über den Vorrang (precedence) der Operatoren. Es ist jedoch nicht sicher, dass alle C-Compiler sich genau an die
Vorgaben des ANSI-Vorschlags halten. Zudem hat man beim Programmieren meist nicht alle Regeln im Kopf, so dass es besser ist, die Ausdrücke durch runde Klammern klar und
eindeutig zu kennzeichnen. Überflüssige Klammerpaare stören den Compiler nicht. Hier die
Liste der Operatoren von C mit nach unten abnehmendem Rang:
( ) [ ] -> .
! ~ ++ -- - (cast) *
* / %
+ << >>
< <= > >=
== !=
&
^
|
&&
||
? :
= += -= *= /= %= <<=
,
&
>>=
sizeof
&=
^=
|=
Zuerst werden also die runden Klammern ausgewertet; wie in der Mathematik haben sie Vorrang vor allen anderen Operatoren außer den drei weiteren in derselben Zeile. Am schwächsten bindet der Komma-Operator.
Neben ihrem Rang haben Operatoren eine Assoziativität oder Leserichtung (associativity). Die Auswertung eines Ausdrucks wie:
a + b + c
ist durch Vorrang nicht eindeutig zu klären, da die beiden Pluszeichen denselben Rang haben. Dieser Fall tritt immer auf, wenn auf beiden Seiten eines Operanden Operatoren desselben Ranges stehen. Durch den Compiler – nicht durch die Syntax der Sprache, die lässt
die Frage offen – ist nun festgelegt, dass die arithmetischen Operatoren links-assoziativ sind.
Der Operand in der Mitte wird vom linken Operator geschnappt, so dass die Summe wie folgt
ausgewertet wird:
(a + b) + c
Man könnte auch sagen, dass der Ausdruck von links nach rechts gelesen wird. Eine Zuweisung dagegen ist von rechts nach links zu lesen, sie ist rechts-assoziativ. Zuerst wird die
rechte Seite der Zuweisung ausgewertet und dann das Ergebnis der linken Seite zugewiesen.
Im Beispiel:
a = b = c
wird der Wert c der Variablen b zugewiesen und dann das Ergebnis dieser Zuweisung (der
Wert b) der Variablen a. Die Reihenfolge einer Auswertung wird also zuerst durch den Rang
und dann durch die Assoziativität der Operatoren bestimmt. Im Anhang in Abschnitt D.2
Operatoren auf Seite 200 sind alle Operatoren von C/C++ mit Rang und Assoziativität aufgelistet.
Bei Funktionsaufrufen ist ungewiss, in welcher Reihenfolge etwaige Argumente ausgewertet werden. Im Beispiel:
int n = 5;
printf("%d %d\n", ++n, n * n);
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
73
ist unsicher, ob n erst inkrementiert und dann quadriert wird oder umgekehrt. Das Ergebnis
ist entweder 6, 25 oder 6, 36. Die Argumente von printf() arbeitet der eine Compiler von
rechts ab, der andere von links. Nur durch eine eindeutige Schreibweise:
int n = 5;
++n;
printf{"%d %d\n", n, n * n);
lässt sich ein eindeutiges Ergebnis erreichen – hier 6, 36.
In der Mathematik gibt es nur eine Leserichtung, nämlich von links nach rechts. Über die
Reihenfolge der Rechenschritte besagt die Leserichtung nichts. Die obige mehrfache Zuweisung wäre als Gleichung unzulässig, bei der Addition spielt die Reihenfolge keine Rolle für
das Ergebnis.
Mißachtung von Rang und Assoziativität führt zu schwierig aufzudeckenden logischen
Fehlern im Programm. Syntaktisch ist das Programm richtig, es tut nur etwas anderes, als
sich der Programmierer vorgestellt hat. Deshalb ist dringend anzuraten, die Reihenfolge einer Auswertung durch Klammern oder Einzelanweisungen zwingend vorzuschreiben und
Ausdrücke zu vermeiden, deren Wert von Vermutungen über die Reihenfolge der Auswertung abhängt.
1.3.8
Anweisungen
1.3.8.1
Leere Anweisung
Anweisungen (statement) haben eine Wirkung, aber keinen Wert, im Gegensatz zu Ausdrücken. Die einfachste Anweisung ist die leere Anweisung, also die Aufforderung an den
Computer, nichts zu tun. Das sieht zwar auf den ersten Blick schwachsinnig aus, ist aber
gelegentlich nützlich. Da in C jede Anweisung mit einem Semikolon abgeschlossen werden
muss, ist das nackte Semikolon die leere Anweisung. In anderen Sprachen findet sich dafür
die Anweisung nop oder noop (no operation). Ein Beispiel:
while ((c = getchar()) != 125);
Die Schleife liest Zeichen ein und verwirft sie, bis sie auf ein Zeichen Nr. 125 (rechte geschweifte Klammer) trifft. Das wird auch noch entsorgt, dann geht es nach der Schleife weiter.
1.3.8.2
Zuweisung als Anweisung
Aus einer Zuweisung wird durch Anhängen eines Semikolons eine Anweisung. Kommt eine
Zuweisung beispielsweise als Argument einer Funktion oder in einer Bedingung vor, darf sie
nicht durch ein eigenes Semikolon abgeschlossen werden. Die Zuweisung wird ausgeführt
und ihr Wert an ihre Stelle gesetzt. Steht die Zuweisung allein, muss sie mit einem Semikolon
beendet werden und wird damit zu einer Anweisung an den Computer, etwas zu tun:
printf("%d %f \n", x = 3, log(4));
x = 5;
y = log(4);
Ähnlich wie die Return-Taste in der Kommandozeile bewirkt hier erst das Semikolon, dass
etwas geschieht.
1.3.8.3
Kontrollanweisungen
Kontrollanweisungen steuern in Abhängigkeit von dem Wert eines booleschen Ausdrucks
(Bedingung) die Abarbeitung von Programmteilen (einzelnen Anweisungen oder Blöcken),
weshalb die Einrichtung auch Ablaufkontrolle genannt wird. Die Kontrollanweisungen von
C wie von vielen anderen Sprachen sind die Bedingung, die Verzweigung, die Auswahl, die
Schleife und der Sprung.
74
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Sequenz Die einfachste Kontrollanweisung ist keine, die Anweisungen im Programm werden der Reihe nach abgearbeitet. Diese Ablaufform heißt Sequenz oder Folge und wird der
Vollständigkeit halber erwähnt.
Bedingung Die Ausführung eines Blocks kann von einer Bedingung (condition) abhängig
gemacht werden. Die Bedingung ist ein Ausdruck, der nur die Werte true oder false annimmt. Ist die Bedingung true, wird der Block abgearbeitet und dann im Programm fortgefahren. Ist die Bedingung false, wird der Block übersprungen. Kann die Bedingung niemals
true werden, hat man toten (unerreichbaren) Code geschrieben. Ist die Bedingung immer
true, sollte man auf sie verzichten.
In C wird die Bedingung mit dem Schlüsselwort if eingeleitet, ohne then (im Unterschied zu einem Shellscript). Besteht der Block nur aus einer einzigen Anweisung, kann auf
die geschweiften Klammern verzichtet werden:
if (Ausdruck) einzelne_Anweisung; /* oder */
if (Ausdruck) {Block von Anweisungen}
Verzweigung (C) Bei einer Verzweigung (branch) entscheidet sich der Computer, in Abhängigkeit von einer Bedingung in einem von zwei Programmzweigen weiterzumachen. Im
Gegensatz zur Schleife kommt kein Rücksprung vor. Verzweigungen dürfen geschachtelt werden. Dem Computer macht das nichts aus, aber vielleicht verlieren Sie die Übersicht.
Oft, aber nicht notwendigerweise treffen die beiden Zweige im weiteren Verlauf wieder
zusammen. Die Syntax sieht folgendermaßen aus:
if (Ausdruck) {Block 1}
else {Block 2}
Es wird also stets entweder Block 1 oder Block 2 ausgeführt.
Auswahl Stehen am Verzweigungspunkt mehr als zwei Wege offen, so spricht man von
einer Auswahl (selection). Sie lässt sich grundsätzlich durch eine Schachtelung einfacher
Verzweigungen mit if - else darstellen, das ist jedoch unübersichtlich.
Zur Konstruktion einer Auswahl braucht man die Schlüsselwörter switch, case, break
und default. Die Syntax ist die folgende:
switch(x) {
case a:
Anweisungsfolge 1
break;
case b:
case c:
Anweisungsfolge 2
break;
default:
Anweisungsfolge 3
}
Die Variable x (nur vom Typ int oder char) wird auf Übereinstimmung mit der typgleichen
Konstanten a geprüft. Falls ja, wird die Anweisungsfolge 1 ausgeführt und infolge der breakAnweisung die Auswahl verlassen. Stimmt x nicht mit a überein oder fehlt nach case a das
break, wird dann x auf Übereinstimmung mit b oder c geprüft. Trifft kein case zu, wird
die default-Anweisungsfolge ausgeführt. Fehlt diese, macht das Programm nach der Auswahl weiter, ohne eine der Anweisungen ausgeführt zu haben. Wenn keine anderen Gründe
dagegen sprechen, stellt man den häufigsten Fall an den Anfang.
Die Auswahl ist übersichtlich, einfach zu erweitern und effektiv. Wenn aus einer einfachen Verzweigung eine Auswahl werden könnte, soll man gleich zu dieser greifen. Auswahlen
dürfen geschachtelt werden.
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
75
Mit etwas Phantasie kann man sich die Bedingung als eine Auswahl mit nur einer Wahlmöglichkeit vorstellen, die Verzweigung als eine Auswahl mit zwei Wahlmöglichkeiten. Insofern lassen sich diese drei Kontrollstrukturen zusammenfassen, wobei die switch-Auswahl
den allgemeinen Fall darstellt.
Schleifen Einem Computer macht es nichts aus, denselben Vorgang millionenmal zu wiederholen. Das ist seine Stärke. Wiederholungen von Anweisungen kommen daher in fast
allen Programmen vor, sie werden Schleifen (loop) genannt.
Eine Schleife hat einen Eingang, sonst käme man nicht hinein. Die meisten Schleifen
haben auch einen Ausgang, sonst käme man nicht wieder heraus (außer mit dem Brecheisen
in Form der Break-Taste oder Ähnlichem).
Entweder Ein- oder Ausgang sind an eine Bedingung geknüpft, die entscheidet, wie oft
die Schleife durchlaufen wird. Folgende Konstruktionen sind möglich:
• Eingang: Eintrittsbedingung
• Schleifenrumpf (Anweisungen)
• Ausgang: Rücksprung zum Eingang
Diese Schleife wird nur betreten, falls die Eintrittsbedingung erfüllt ist, unter Umständen also nie. Sie wird deshalb abweisende Schleife genannt, auch kopfgesteuerte Schleife. Wenn
die Eintrittsbedingung nicht mehr erfüllt ist, macht das Programm nach der Schleife weiter.
In C sieht diese Schleife so aus:
while (Bedingung) einzelne_Anweisung;
/* oder */
while (Bedingung) {Block von Anweisungen}
}
Die zweite Möglichkeit lässt sich grundsätzlich auf die erste zurückführen, wird aber trotzdem verwendet, weil das Programm dadurch einfacher wird:
• Eingang (wird in jedem Fall betreten)
• Schleifenrumpf (Anweisungen)
• Ausgang: Rücksprungbedingung
Diese Schleife wird also mindestens einmal ausgeführt und dann so lange wiederholt, wie
die Rücksprungbedingung zutrifft. Sie heißt daher nichtabweisende Schleife, auch fußgesteuerte Schleife. Ist die Rücksprungbedingung nicht mehr erfüllt, macht das Programm
nach der Schleife weiter. In C:
do einzelne_Anweisung while (Bedingung); /* oder */
do {Block von Anweisungen} while (Bedingung);
Eine Variante, die eine #define-Zeile erfordert, sieht folgendemaßen aus:
#define Please
...
Please do {Block} while (Bedingung);
In hartnäckigen Fällen soll diese Schleife der Standard-Schleife überlegen sein.
Rein aus Bequemlichkeit gibt es in C noch eine dritte Schleife mit for, die aber stets
durch eine while-Schleife ersetzt werden kann. Sie sieht so aus:
for (Initialisierung; Bedingung; Inkrementierung) {
Block von Anweisungen;
}
Vor Eintritt in die Schleife wird der Ausdruck initialisierung ausgewertet (also immer),
dann wird der Ausdruck bedingung geprüft und falls ungleich 0 der Schleifenrumpf betreten. Zuletzt wird der Ausdruck inkrementierung ausgewertet und zur Bedingung zurückgesprungen. Die for-Schleife in C hat also eine andere Bedeutung als die for-Schleife der
Shell oder der Programmiersprache PASCAL. Jeder der drei Ausdrücke darf fehlen:
76
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
for (;;);
ist die ewige und zugleich leere Schleife. Die Initialisierung und die Inkrementierung dürfen
mehrere, durch den Komma-Operator getrennte Ausdrücke enthalten, die Bedingung muss
einen Wert gleich oder ungleich 0 ergeben. Zwei Beispiele:
/* Beispiel fuer for-Schleife, 04.03.1993 */
#define MAX 10
#include <stdio.h>
int main()
{
int i;
for (i = 0; i < MAX; i++)
printf("Der Schleifenzaehler spricht: %d\n", i);
return 0;
}
Quelle 1.28 : C-Programm mit einfacher for-Schleife
Der Schleifenzähler i wird mit 0 initialisiert. Für MAX ist bereits vom Compiler die Zahl
10 eingesetzt worden; die Eintrittsbedingung i < 10 ist anfangs erfüllt, der Schleifenrumpf
wird ausgeführt. Dann wird der dritte Teil der for-Zeile ausgeführt, nämlich der Schleifenzähler i um 1 erhöht, und zur Bedingung i < 10 zurückgesprungen. Das wiederholt sich,
bis i den Wert 10 erreicht hat. Die Bedingung ist dann nicht mehr erfüllt, die Ausführung
des Programms geht nach der Schleife weiter. Nun der syntaktisch einwandfreie Mißbrauch
einer for-Schleife:
/* Testen der for-Schleife, 04.03.1993 */
#define MAX 10
#include <stdio.h>
int sum(int x);
int main()
{
int i, j = 1;
for (i = - 3, puts("Anfang"); i < j * MAX; i++, i = sum(i))
{
printf("Der Schleifenzaehler spricht: %d %d\n", i, j);
j = (i < 0 ? -i : 3);
}
return i;
}
/* Funktion sum(x) */
int sum(int x)
{
if (x < 5) return (x + 1);
else return (x + 2);
}
Quelle 1.29 : C-Programm mit zusammengesetzter for-Schleife
Im Initialisierungsteil wird der Schleifenzähler i mit −3 belegt und – getrennt durch den
Komma-Operator – mittels der Standard-Funktion puts(3) ein String ausgegeben. In der
Eintrittsbedingung wird gerechnet; wichtig ist nur, dass schließlich ein Wert 0 oder nicht0 herauskommt. Dann wird gegebenenfalls der Schleifenrumpf ausgeführt, wobei im Rumpf
auf die Variablen i und j des Schleifenkopfes zugegriffen wird. Abschließend wird der Schlei-
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
77
fenzähler i inkrementiert und – wieder durch den Komma-Operator getrennt – nochmals mit
Hilfe einer Funktion sum(x) verändert. Wenn die Schleife nach einigen Durchläufen verlassen wird, steht der Schleifenzähler i weiterhin zur Verfügung. In dem Kopf der for-Schleife
lässt sich allerhand unterbringen, auch Anweisungen, die mit der Schleife nichts zu tun haben. Das wäre schlechter Stil.
Ist die Eintritts- oder Rücksprungbedingung immer erfüllt, bleibt der Computer in der
Schleife gefangen, man hat eine ewige Schleife programmiert. Das kann gewollt sein, ist
aber oft ein Programmierfehler.
Schleifen mit der Bedingung mitten im Schleifenrumpf sind denkbar und kommen vor,
jedoch selten. Mehrere Ausgänge sind erlaubt, verringern aber die Übersicht und sind sparsam zu verwenden. Bei der Behandlung von Ausnahmen (Division durch Null) braucht man
sie manchmal. Das Hineinspringen mitten in den Schleifenrumpf ist möglich, gilt aber als
schwerer Stilfehler.
Die Anweisung break im Rumpf führt zum sofortigen und endgültigen Verlassen einer
Schleife. Die Anweisung continue bricht den augenblicklichen Durchlauf ab und springt zurück vor die Schleife, bei der for-Schleife vor die Initialisierung. Der Systemaufruf exit(2)
veranlasst den sofortigen Abbruch des ganzen Programmes, ist also für unheilbare Ausnahmezustände zu gebrauchen (Notschlachtung).
In vielen Schleifen zählt man die Anzahl der Durchläufe (und verzählt sich dabei oft um
eins30 ). Die zugehörige Variable ist der Schleifenzähler. Auf seine Initialisierung ist zu
achten. Der Schleifenzähler steht in und nach der Schleife für Rechnungen zur Verfügung,
anders als in FORTRAN.
Schleifen dürfen geschachtelt werden. Mit mehrfach geschachtelten Schleifen geht der
Spaß erst richtig los. Der Rumpf der innersten Schleife wird am häufigsten durchlaufen und
hat daher auf das Zeitverhalten des Programmes einen großen Einfluss. Dort sollte man nur
die allernötigsten Anweisungen hineinschreiben. Auch die Bedingung der innersten Schleife
sollte so einfach und knapp wie möglich gefasst sein.
Sprung Es gibt die Anweisung goto, gefolgt von einem Label (Marke). In seltenen Fällen
kann ein goto das Programm verbesern, meist ist es vom Übel, weil es erstens sehr gefährlich, zweitens auch nicht nötig ist31 .
Hier ein grauenvolles Beispiel für den Mißbrauch von goto. Das Programm ist syntaktisch richtig und tut auch das, was es soll, nämlich die eingegebene Zahl ausgeben, falls sie
durch 5 teilbar ist, andernfalls die nächstgrößere durch 5 teilbare Zahl einschließlich der Zwischenergebnisse. Das Programm enthält eine schwere programmiertechnische Sünde, den
Sprung mitten in einen Schleifenrumpf:
/* Grauenvolles Beispiel fuer goto, 06.07.1992 */
/* Am besten gar nicht compilieren */
#include <stdio.h>
int main()
{
int x;
printf("Bitte Zahl eingeben: ");
scanf("%d", &x);
if (!(x % 5))
goto marke;
else {
while (x % 5) {
x++;
marke:
printf("Ausgabe: %d\n", x);
30
Sogenannter Zaunpfahl-Fehler (fencepost error): Wenn Sie bei einem Zaun von 100 m
Länge alle 10 m einen Pfahl setzen, wieviele Pfähle brauchen Sie? 9? 10? 11?
31
Real programmers aren’t afraid to use goto’s.
78
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
}
}
return 0;
}
Quelle 1.30 : C-Programm mit goto, grauenvoll
Nun aber ganz schnell eine stilistisch einwandfreie Fassung des Programms:
/* Verbessertes Beispiel, 06.07.1992 */
#include <stdio.h>
int main()
{
int x;
printf("Bitte Zahl eingeben: ");
scanf("%d", &x);
do {
printf("%d\n", x);
} while (x++ % 5);
return 0;
}
Quelle 1.31 : C-Programm, verbessert
Am goto hatte sich um 1970 herum ein Glaubenskrieg entzündet. In C-Programmen
besteht äußerst selten die Notwendigkeit für diese Anweisung, aber gebräuchliche Anweisungen wie break, continue und return sind bei Licht besehen auch nur gotos, die auf
bestimmte Fälle beschränkt sind. Immerhin verhindern die Beschränkungen ein hemmungsloses Hinundherhüpfen im Programm.
1.3.8.4
Rückgabewert
Eine Funktion braucht keinen Wert an die aufrufende Einheit zurückzugeben. Sie ist dann
vom Typ void. Ihre Bedeutung liegt allein in dem, was sie tut, zum Beispiel den Bildschirm
putzen. In diesem Fall endet sie ohne return-Anweisung (schlechter Stil) oder mit einer
return-Anweisung ohne Argument. Was sie tut, wird Nebenwirkung oder Seiteneffekt
(side effect) genannt. In FORTRAN wäre das eine Subroutine, in PASCAL eine eigentliche
Prozedur.
Gibt man der return-Anweisung einen Wert mit, so kann die Funktion von der aufrufenden Einheit wie ein Ausdruck angesehen werden. Der Rückgabewert (return value) darf
nur ein einfacher Datentyp oder ein Pointer sein. Will man einen String zurückgeben, geht
das nur über den Pointer auf den Anfang des Strings. Der zurückzugebende Wert braucht
nicht eingeklammert zu werden; bei zusammengesetzten Ausdrücken sollte man der Lesbarkeit halber Klammern setzen:
return 0;
return (x + y);
return arrayname;
Besteht das Ergebnis aus mehreren Werten, so muss man mit globalen Variablen oder mit
Pointern arbeiten. Der Rückgabewert kann immer nur ein einziger Wert sein.
Es kommt vor, dass eine Funktion zwar einen Wert zurückgibt, dieser aber nicht weiter
verwendet wird. In diesem Fall warnt lint(1), aber das Programm ist korrekt. Häufig bei
printf(3) und Verwandtschaft. Den Rückgabewert der Funktion main() findet man in der
Shell-Variablen $? oder $status. Er kann in einem Shellscript weiterverarbeitet werden.
Hier ein Beispiel für den Gebrauch der return-Anweisung:
1.3. BAUSTEINE EINES QUELLTEXTES
/* Beispiel fuer return-Anweisungen, 21.02.91 */
#define PI 3.14159
#include <stdio.h>
/* Funktionsdeklarationen (Prototypen) */
void text(); int eingabe(); double area(float rad);
char *maxi();
/* Hauptprogramm */
int main()
{
float r; char w1[63], w2[63];
text();
if (!eingabe())
puts("Eingabe war richtig.");
else
puts("Eingabe war falsch.");
printf("Radius eingeben: ");
scanf("%f", &r);
printf("Kreisflaeche: %lf\n", area(r));
printf("Bitte zwei Woerter eingeben: ");
scanf("%s %s", w1, w2);
printf("Das laengere Wort ist: %s\n", maxi(w1, w2));
return 0;
}
/* Funktion ohne Returnwert, Typ void */
void text()
{
puts("\nDiese Funktion gibt nichts zurueck.");
return;
}
/* Funktion mit richtig/falsch-Returnwert, Typ int */
int eingabe()
{
int i;
printf("Bitte die Zahl 37 eingeben: ");
scanf("%d", &i);
if (i == 37) return 0;
else return -1;
}
/* Funktion, die ein Rechenergebnis liefert, Typ double */
double area(float rad)
{
return (rad * rad * PI);
}
/* Funktion, die einen Pointer zurueckgibt, Typ (char *) */
char *maxi(char *w1,char *w2)
{
int i, j;
for (i = 0; w1[i] != ’\0’; i++) ;
79
80
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
for (j = 0; w2[j] != ’\0’; j++) ;
return((j > i) ? w2 : w1);
}
Quelle 1.32 : C-Programm mit return-Anweisungen
Im Hauptprogramm main() haben return(n); und exit(n); dieselbe Wirkung. In
anderen Funktionen führt return zur Rückkehr in die nächsthöhere Einheit, exit zum Abbruch des gesamten Programmes. In der Syntax unterscheiden sich beide Aufrufe: return
ist ein Schlüsselwort von C, exit() ein Systemaufruf von UNIX, also eine Funktion. Weiterhin sind exit und return auch eingebaute Shell-Kommandos – siehe sh(1) oder ksh(1) –
die aber nicht in C-Programmen vorkommen können.
1.3.9
Memo Bausteine
• Kommentar ist für den menschlichen Leser bestimmt, der Compiler übergeht ihn oder
bekommt ihn gar nicht erst zu Gesicht.
• Namen bezeichnen Funktionen, Konstanten, Variable aller Art, Makros oder Sprungmarken (Labels). Sie sollen mit einem Buchstaben beginnen.
• Operanden haben Namen, Typ, Geltungsbereich, Lebensdauer und spätestens bei ihrer
erstmaligen Benutzung einen Wert und belegen damit einen Platz und eine Adresse im
Speicher.
• Eine Vereinbarung besteht aus Deklaration und Definition. Die Deklaration weist einem Operanden Name und Typ zu und legt seinen Geltungsbereich und seine Lebensdauer fest. Mit der Definition erhält ein Operand einen Wert. Beides kann in einer
Anweisung vereinigt werden.
• Der Typ entscheidet über Wertebereich, Operationen und Speicherbedarf. Der Typ eines
Operanden ist in C konstant, er ändert sich während der Programmausführung nicht.
• Es gibt einfache und zusammengesetzte Typen sowie Pointer.
• Einfache Typen sind Ganzzahlen, Gleitkommazahlen und Zeichen. Der Aufzählungstyp
ist letzten Endes ganzzahlig. Daneben gibt es für bestimmte Fälle den leeren Typ.
• Zusammengesetzte Typen sind Arrays und Strukturen.
• Ein Array ist eine geordnete Menge von Operanden gleichen Typs.
• Eine Struktur ist eine ungeordnete Menge von Operanden beliebigen Typs.
• Der Pointer ist ein Typ, dessen Wertebereich Adressen sind. Ein Pointer zeigt immer
auf einen Typ, unter Umständen auf einen weiteren Pointer.
• Ein Ausdruck besteht aus Operanden und Operationen. Er hat einen Wert und kann
überall dort stehen, wo ein Wert verlangt wird.
• Die einfachste Operation ist die Zuweisung, nicht zu verwechseln mit einer mathematischen Gleichung. Sie hat eine linke und eine rechte Seite. Rechts steht immer ein
Wert, also gegebenenfalls ein Ausdruck. Links steht eine Variable oder ein Pointer, aber
niemals ein Ausdruck.
• Weiterhin gibt es arithmetische, logische, vergleichende Operationen sowie O. auf Bits,
Strukturen oder Pointer. Dann haben wir noch den Cast-, Komma- und Sizeof-Operator.
• Anweisungen enden immer mit einem Semikolon.
• Aus einer Zuweisung wird durch Anfügen eines Semikolons eine Anweisung.
• Die Kontrollanweisungen Bedingung (if), Verzweigung (if-else), Auswahl (switch),
Schleife (while, do-while, for) und Sprung (break, continue, return, goto) steuern den
Programmablauf.
1.4. FUNKTIONEN
1.3.10
81
Übung Bausteine
Überlegen Sie, welche Operanden mit welchen Typen Sie für das Beispiel der Weganalyse
(oder des Vokabeltrainers) aus dem vorigen Abschnitt brauchen. Eine gute Datenstruktur ist
schon fast das halbe Programm. Um ein richtiges Programm schreiben zu können, fehlt uns
noch der nächste Abschnitt.
1.4
1.4.1
Funktionen
Aufbau und Deklaration
In C ist eine Funktion eine abgeschlossene Programmeinheit, die mit der Außenwelt über
einen Eingang und wenige Ausgänge – gegebenenfalls noch Notausgänge – verbunden ist.
Hauptprogramm, Unterprogramme, Subroutinen, Prozeduren usw. sind in C allesamt Funktionen. Eine Funktion ist die kleinste kompilierbare Einheit (nicht: ausführbare Einheit, das
ist ein Programm), nämlich dann, wenn sie zugleich allein in einer Datei steht. Mit weniger
als einer Funktion kann der Compiler nichts anfangen.
Da die Definitionen von Funktionen nicht geschachtelt werden dürfen (wohl aber ihre
Aufrufe), gelten Funktionen grundsätzlich global. In einem C-Programm stehen alle Funktionen einschließlich main() auf gleicher Stufe. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu PASCAL, wo Funktionen innerhalb von Unterprogrammen definiert werden dürfen. In C gibt
es zu einer Funktion keine übergeordnete Funktion, deren Variable in der untergeordneten
Funktion gültig sind.
Eine Funktion übernimmt von der aufrufenden Anweisung einen festgelegten Satz von
Argumenten oder Parametern, tut etwas und gibt keinen oder genau einen Wert an die aufrufende Anweisung zurück.
Vor dem ersten Aufruf einer Funktion muß ihr Typ (d. h. der Typ ihres Rückgabewertes)
bekannt sein. Andernfalls nimmt der Compiler den Standardtyp int an. Entsprechend dem
ANSI-Vorschlag bürgert es sich zunehmend ein, Funktionen durch ausführliche Prototypen
vor Beginn der Funktion main() zu deklarieren:
/* Beispiel fuer Funktionsprototyp */
float multipl(float x, float y);
/* Prototyp */
/* es reicht auch: float multipl(float, float); */
/* frueher nach K+R: float multipl(); */
int main()
{
float a, b, z;
.
.
z = multipl(a, b);
.
.
}
float multipl(float x, float y)
{
return (x * y);
}
/* Funktionsaufruf */
/* F’definition */
Quelle 1.33 : C-Programm mit Funktionsprototyp
Durch die Angabe der Typen der Funktion und ihrer Argumente zu Beginn des Programms herrscht sofort Klarheit. Die Namen der Parameter sind unerheblich; Anzahl, Typ
und Reihenfolge sind wesentlich. Noch nicht alle Compiler unterstützen die Angabe der Argumenttypen. Auch den Standardtyp int sollte man deklarieren, um zu verdeutlichen, daß
man ihn nicht vergessen hat. Änderungen werden erleichtert.
82
1.4.2
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Pointer auf Funktionen
Der Name einer Funktion ohne die beiden runden Klammern ist der Pointer auf ihren Eingang (entry point). Damit kann ein Funktionsname überall verwendet werden, wo Pointer zulässig sind. Insbesondere kann er als Argument einer weiteren Funktion dienen. In funktionalen Programmiersprachen ist die Möglichkeit, Funktionen als Argumente höherer Funktionen zu verwenden, noch weiter entwickelt. Arrays von Funktionen sind nicht zulässig,
wohl aber Arrays von Pointern auf Funktionen, siehe Programm 1.90 auf Seite 155.
Makros (#define ...) sind keine Funktionen, infolgedessen gibt es auch keine Pointer
auf Makros. Zu Makros siehe Abschnitt 1.9 Präprozessor auf Seite 129.
1.4.3
Parameterübergabe
Um einer Funktion die Argumente oder Parameter zu übermitteln, gibt es mehrere Wege.
Grundsätzlich müssen in der Funktion die entsprechenden Variablen als Platzhalter oder
formale Parameter vorkommen und deklariert sein. Im Aufruf der Funktion kommt der
gleiche Satz von Variablen – gegebenenfalls unter anderem Namen – mit jeweils aktuellen
Werten vor; sie werden als aktuelle Parameter oder Argumente bezeichnet. Die Schnittstelle von Programm und Funktion muß zusammenpassen wie Stecker und Kupplung einer
elektrischen Verbindung, d. h. die Liste der aktuellen Parameter muß mit der Liste der formalen Parameter nach Anzahl, Reihenfolge und Typ der Parameter übereinstimmen.
Bei der Wertübergabe (call by value) wird der Funktion eine Kopie der aktuellen Parameter des aufrufenden Programmes übergeben. Daraus folgt, daß die Funktion die aktuellen
Parameter des aufrufenden Programmes nicht verändern kann.
Bei der Adressübergabe (call by reference) werden der Funktion die Speicheradressen
der aktuellen Parameter des aufrufenden Programmes übergeben. Die Funktion kann daher
die Werte der Parameter mit Wirkung für das aufrufende Programm verändern. Sie arbeitet
mit den Originalen der Parameter. Das kann erwünscht sein oder auch nicht. Bei beiden
Mechanismen werden die Parameter vollständig ausgerechnet, ehe die Funktion betreten
wird.
Wie die Parameterübergabe in C, FORTRAN und PASCAL aussieht, entnimmt man am
besten den Beispielen. Die Parameter sind vom Typ integer, um die Beispiele einfach zu
halten. Ferner ist noch ein Shellscript angegeben, das eine C-Funktion aufruft, die in diesem
Fall ein selbständiges Programm (Funktion main()) sein muß.
Der von einer Funktion zurückgegebene Wert (Rückgabewert) kann nur ein einfacher
Typ oder ein Pointer sein. Zusammengesetzte Typen wie Arrays, Strings oder Strukturen
können nur durch Pointer zurückgegeben werden. Es ist zulässig, keinen Wert zurückzugeben. Dann ist die Funktion vom Typ void und macht sich allein durch ihre Nebeneffekte
bemerkbar.
Für die Systemaufrufe von UNIX und die Standardfunktionen von C ist im ReferenzHandbuch in den Sektionen (2) und (3) angegeben, von welchem Typ die Argumente und
der Funktionswert sind. Da diese Funktionen allesamt C-Funktionen sind, lassen sie sich
ohne Probleme in C-Programme einbinden. Bei anderen Sprachen ist es denkbar, daß kein
einem C-Typ entsprechender Variablentyp verfügbar ist. Auch bei Strings gibt es wegen der
unterschiedlichen Speicherung in den einzelnen Sprachen Reibereien. Falls die Übergabemechanismen unverträglich sind, muß man die C-Funktion in eine Funktion oder Prozedur der
anderen Sprache so verpacken, daß das aufrufende Programm eine einheitliche Programmiersprache sieht. Das Vorgehen dabei kann maschinenbezogen sein, was man eigentlich
vermeiden will.
In den folgenden Programmbeispielen wird die Summe aus zwei Summanden berechnet,
zuerst im Hauptprogramm direkt und dann durch zwei Funktionen, die ihre Argumente –
die Summanden – by value beziehungsweise by reference übernehmen. Die Funktionen verändern ihre Summanden, was im ersten Fall keine Auswirkung im Hauptprogramm hat.
Hauptprogramme und Funktionen sind in C, FORTRAN und PASCAL geschrieben, was
neun Kombinationen ergibt. Wir betreten damit zugleich das an Fallgruben reiche Gebiet
der Mischung von Programmiersprachen (mixed language programming). Zunächst die beiden Funktionen im geliebten C:
1.4. FUNKTIONEN
83
/* C-Funktion (Summe) call by value */
/* Compileraufruf cc -c csv.c, liefert csv.o */
int csv(int x,int y)
{
int z;
puts("Funktion mit Parameteruebernahme by value:");
printf("C-Fkt. hat uebernommen:
%d
%d\n", x, y);
z = x + y;
printf("C-Fkt. gibt folgende Summe zurueck: %d\n", z);
/* Aenderung der Summanden */
x = 77; y = 99;
return(z);
}
Quelle 1.34 : C-Funktion, die Parameter by value übernimmt
/* C-Funktion (Summe) call by reference */
/* Compileraufruf cc -c csr.c, liefert csr.o */
int csr(int *px,int *py)
{
int z;
puts("Funktion mit Parameteruebenahme by reference:");
printf("C-Fkt. hat uebernommen: %d
%d\n", *px, *py);
z = *px + *py;
printf("C-Fkt. gibt folgende Summe zurueck: %d\n", z);
/* Aenderung der Summanden */
*px = 66; *py = 88;
return(z);
}
Quelle 1.35 : C-Funktion, die Parameter by reference übernimmt
Im bewährten FORTRAN 77 haben wir leider keinen Weg gefunden, der Funktion beizubringen, ihre Parameter by value zu übernehmen (in FORTRAN 90 ist es möglich). Es bleibt
daher bei nur einer Funktion, die – wie in FORTRAN üblich – ihre Parameter by reference
übernimmt:
C
C
Fortran-Funktion (Summe) call by reference
Compileraufruf f77 -c fsr.f
integer function fsr(x, y)
integer x, y, z
C
write (6,’(”F-Fkt. mit Uebernahme by reference:”)’)
write (6,’(”F-Fkt. hat uebernommen: ”,2I6)’) x, y
z = x + y
write (6,’(”F-Fkt. gibt zurueck: ”,I8)’) z
Aenderung der Summanden
x = 66
y = 88
fsr = z
end
Quelle 1.36 : FORTRAN-Funktion, die Parameter by reference übernimmt
PASCAL-Funktionen kennen wieder beide Möglichkeiten, aber wir werden auf eine andere Schwierigkeit stoßen. Vorläufig sind wir jedoch hoffnungsvoll:
{Pascal-Funktion (Summe) call by value}
{Compileraufruf pc -c psv.p}
84
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
module b;
import StdOutput;
export
function psv(x, y: integer): integer;
implement
function psv;
var z: integer;
begin
writeln(’Funktion mit P’uebernahme by value:’);
writeln(’P-Fkt. hat uebernommen: ’, x, y);
z := x + y;
writeln(’P-Fkt. gibt folgenden Wert zurueck: ’, z);
{ Aenderung der Summanden }
x := 77; y := 99;
psv := z;
end;
end.
Quelle 1.37 : PASCAL-Funktion, die Parameter by value übernimmt
{Pascal-Funktion (Summe) call by reference}
{Compileraufruf pc -c psr.p}
module a;
import StdOutput;
export
function psr(var x, y: integer): integer;
implement
function psr;
var z: integer;
begin
writeln(’Funktion mit P’uebernahme by reference:’);
writeln(’P-Fkt. hat uebernommen: ’, x, y );
z := x + y;
writeln(’P-Fkt. gibt folgenden Wert zurueck: ’, z);
{ Aenderung der Summanden }
x := 66; y := 88;
psr := z;
end;
end.
Quelle 1.38 : PASCAL-Funktion, die Parameter by reference übernimmt
Die Funktionen werden für sich mit der Option -c ihres jeweiligen Compilers kompiliert,
wodurch Objektfiles mit der Kennung .o entstehen, die beim Kompilieren der Hauptprogramme aufgeführt werden. Nun zu den Hauptprogrammen, zuerst wieder in C:
/* C-Programm csummec, das C-Funktionen aufruft */
/* Compileraufruf cc -o csummec csummec.c csr.o csv.o */
#include <stdio.h>
extern int csv(int x,int y),
csr(int *px,int *py);
int main()
{
int a, b;
puts("Bitte die beiden Summanden eingeben!");
scanf("%d %d", &a, &b);
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
printf("Die Summe (direkt) ist:
%d\n", (a + b));
printf("Die Summe ist: %d\n", csv(a, b));
1.4. FUNKTIONEN
85
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
printf("Die Summe ist: %d\n", csr(&a, &b));
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
return 0;
}
Quelle 1.39 : C-Programm, das Parameter by value und by reference an C-Funktionen übergibt
Nun das C-Hauptprogramm, das eine FORTRAN-Funktion aufruft, ein in der Numerik
häufiger Fall:
/* C-Programm csummef, das eine FORTRAN-Funktion aufruft */
/* Compileraufruf cc -o csummef csummef.c fsr.o -lcl */
#include <stdio.h>
extern int fsr(int *x,int *y);
int main()
{
int a, b;
scanf("%d %d", &a, &b);
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
printf("Die Summe (direkt) ist:
%d\n", (a + b));
printf("Die Summe ist: %d\n", fsr(&a, &b));
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
return 0;
}
Quelle 1.40 : C-Programm, das Parameter by reference an eine FORTRAN-Funktion übergibt
Die Linker-Option -lcl ist erforderlich, wenn FORTRAN- oder PASCAL-Module
in C-Programme eingebunden werden. Sie bewirkt die Hinzunahme der FORTRANund PASCAL-Laufzeitbibliothek /usr/lib/libcl.a, ohne die Bezüge (Referenzen) auf
FORTRAN- oder PASCAL-Routinen unter Umständen offen bleiben. Anders gesagt, in den
FORTRAN- oder PASCAL-Funktionen kommen Namen vor – zum Beispiel write – deren
Definition in besagter Laufzeitbibliothek zu finden ist. C und PASCAL sind sich im großen
ganzen ähnlich, es gibt aber Unterschiede hinsichtlich des Geltungsbereiches von Variablen,
die hier nicht deutlich werden:
/* C-Programm csummep, das PASCAL-Funktionen aufruft. */
/* Compiler: cc -o csummep csummep.c psv.o psr.o -lcl */
#include <stdio.h>
extern int psv(int x,int y),psr(int *x,int *y)
int main()
{
int a, b;
puts("Bitte die beiden Summanden eingeben!");
scanf("%d %d", &a, &b);
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
printf("Die Summe (direkt) ist: %d\n", (a + b));
printf("Die Summe ist: %d\n", psv(a, b));
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
printf("Die Summe ist: %d\n", psr(&a, &b));
printf("Die Summanden sind: %d
%d\n", a, b);
return 0;
}
86
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Quelle 1.41 : C-Programm, das Parameter by value und by reference an PASCAL-Funktionen
übergibt
Hiernach sollte klar sein, warum die C-Standardfunktion printf(3) mit Variablen als
Argument arbeitet, während die ähnliche C-Standardfunktion scanf(3) Pointer als Argument verlangt. printf(3) gibt Werte aus, ohne sie zu ändern. Es ist für das Ergebnis belanglos, ob die Funktion Adressen (Pointer) oder Kopien der Variablen verwendet (die Syntax legt
das allerdings fest). Hingegen soll scanf(3) Werte mit Wirkung für die aufrufende Funktion einlesen. Falls es sich nur um einen Wert handelte, könnte das noch über den Returnwert
bewerkstelligt werden, aber scanf(3) soll mehrere Werte – dazu noch verschiedenen Typs
– verarbeiten. Das geht nur über von scanf(3) und der aufrufenden Funktion gemeinsam
verwendete Pointer.
Nun die drei FORTRAN-Hauptprogramme mit Aufruf der Funktionen in C, FORTRAN
und PASCAL:
C
C
FORTRAN-Programm, das C-Funktionen aufruft
Compileraufruf f77 -o fsummec fummec.f csv.o csr.o
program fsummec
$ALIAS csv (%val, %val)
integer a, b , s, csr, csv
write (6, 100)
read (5, *) a, b
write (6, 102) a, b
s = a + b
write (6, 103) s
call by value
s = csv(a, b)
write (6, 104) s
write (6, 102) a, b
call by reference
s = csr(a, b)
write (6, 105) s
write (6, 102) a, b
C
C
100
102
103
104
105
format
format
format
format
format
(’Bitte die beiden Summanden eingeben!’)
(’Die Summanden sind: ’, 2I6)
(’Die Summe (direkt) ist: ’, I8)
(’Die Summe ist: ’, I8)
(’Die Summe ist: ’, I8)
end
Quelle 1.42 : FORTRAN-Programm, das Parameter by value und by reference an CFunktionen übergibt
C
C
FORTRAN-Programm, das F77-Funktion aufruft
Compileraufruf f77 -o fsummef fsummef.f fsr.o
program fsummef
integer a, b , s, fsr
C
write (6, 100)
read (5, *) a, b
write (6, 102) a, b
s = a + b
write (6, 103) s
call by value nicht moeglich
1.4. FUNKTIONEN
C
87
call by reference (default)
s = fsr(a, b)
write (6, 105) s
write (6, 102) a, b
100
102
103
105
format
format
format
format
(’Bitte die beiden Summanden eingeben!’)
(’Die Summanden sind: ’, 2I6)
(’Die Summe (direkt) ist: ’, I8)
(’Die Summe ist: ’, I8)
end
Quelle 1.43 : FORTRAN-Programm, das Parameter by reference an eine FORTRAN-Funktion
übergibt
C
C
FORTRAN-Programm, das PASCAL-Funktionen aufruft
Compileraufruf f77 -o fsummep fsummep.f psv.o psr.o
program fsummep
$ALIAS psv (%val, %val)
integer a, b, s, psv, psr
external psv, psr
write (6, 100)
read (5, *) a, b
write (6, 102) a, b
s = a + b
write (6, 103) s
call by value
s = psv(a, b)
write (6, 104) s
write (6, 102) a, b
call by reference
s = psr(a, b)
write (6, 105) s
write (6, 102) a, b
C
C
100
102
103
104
105
format
format
format
format
format
(’Bitte die beiden Summanden eingeben!’)
(’Die Summanden sind: ’, 2I6)
(’Die Summe (direkt) ist: ’, I8)
(’Die Summe ist: ’, I8)
(’Die Summe ist: ’, I8)
end
Quelle 1.44 : FORTRAN-Programm, das Parameter by value und by reference an PASCALFunktionen übergibt
Die FORTRAN-Compiler-Anweisung $ALIAS veranlaßt den Compiler, der jeweiligen
Funktion die Parameter entgegen seiner Gewohnheit by value zu übergeben. Zum guten
Schluß die PASCAL-Hauptprogramme:
{PASCAL-Programm, das C-Funktionen aufruft}
{Compiler: pc -o psummec psummec.p csv.o csr.o}
program psummec (input, output);
var a, b, s: integer;
function csv(x, y: integer): integer;
external C;
{call by value}
88
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
function csr(var x, y: integer): integer;
external C;
{call by ref.}
begin
writeln(’Bitte die beiden Summanden eingeben!’);
readln(a); readln(b);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
s := a + b;
write(’Die Summe (direkt) ist: ’); writeln(s);
s := csv(a, b);
write(’Die Summe ist: ’); writeln(s);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
s := csr(a, b);
write(’Die Summe ist: ’); writeln(s);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
end.
Quelle 1.45 : PASCAL-Programm, das Parameter by value und by reference an C-Funktionen
übergibt
{PASCAL-Programm, das FORTRAN-Funktion aufruft}
{Compiler: pc -o psummef psummef.p fsr.o}
program psummef (input, output);
var a, b, s: integer;
function fsr(var x, y: integer): integer;
external ftn77;
{call by ref.}
begin
writeln(’Bitte die beiden Summanden eingeben!’);
readln(a); readln(b);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
s := a + b;
write(’Die Summe (direkt) ist: ’); writeln(s);
s := fsr(a, b);
write(’Die Summe ist: ’); writeln(s);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
end.
Quelle 1.46 : PASCAL-Programm, das Parameter by reference an eine FORTRAN-Funktion
übergibt
{PASCAL-Programm, das PASCAL-Funktionen aufruft}
{Compileraufruf pc -o psummep psummep.p psv.o psr.o}
program psummep (input, output);
var a, b, s: integer;
function psv(x, y: integer): integer;
external;
{call by value}
function psr(var x, y: integer): integer;
external;
{call by ref.}
begin
writeln(’Bitte die beiden Summanden eingeben!’);
readln(a); readln(b);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
s := a + b;
1.4. FUNKTIONEN
89
write(’Die Summe (direkt) ist: ’); writeln(s);
s := psv(a, b);
write(’Die Summe ist: ’); writeln(s);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
s := psr(a, b);
write(’Die Summe ist: ’); writeln(s);
write(’Die Summanden sind: ’); write(a); writeln(b);
end.
Quelle 1.47 : PASCAL-Programm, das Parameter by value und by reference an PASCALFunktionen übergibt
Sollten Sie die Beispiele nachvollzogen haben, müßte Ihr Linker in zwei Fällen mit einer Fehlermeldung unsatisfied symbol: output (data) die Arbeit verweigert haben.
Die PASCAL-Funktionen psv() und psr() geben etwas auf das Terminal aus. Bei getrennt
kompilierten Modulen erfordert dies die Zeile:
import StdOutput;
Das importierte, vorgefertigte PASCAL-Modul StdOutput macht von einem Textfile output
Gebrauch, das letzten Endes der Bildschirm ist. Im PASCAL-Programm öffnet die Zeile
program psummep (input, output);
dieses Textfile. In C-Programmen wird die Datei mit dem Dateipointer stdout ebenso wie in
FORTRAN-Programmen die Unit 6 automatisch geöffnet. Hinter dem Dateipointer bzw. der
Unit steckt der Bildschirm. Leider sehen wir – in Übereinstimmung mit unseren Handbüchern – keinen Weg, die PASCAL-Datei output mit stdout von C oder der Unit 6 von FORTRAN zu verbinden. Wollen wir PASCAL-Funktionen in ein C- oder FORTRAN-Programm
einbinden, müssen die Funktionen auf Terminalausgabe verzichten (eine Ausgabe in eine
Datei wäre möglich):
{Pascal-Funktion (Summe) call by value, ohne Output}
{Compileraufruf pc -c xpsv.p}
module b;
export
function psv(x, y: integer): integer;
implement
function psv;
var z: integer;
begin
z := x + y;
{ Aenderung der Summanden }
x := 77; y := 99;
psv := z;
end;
end.
Quelle 1.48 : PASCAL-Funktion, die Parameter by value übernimmt, ohne Ausgabe
{Pascal-Funktion (Summe) call by reference}
{ohne Output}
{Compileraufruf pc -c xpsr.p}
module a;
export
function psr(var x, y: integer): integer;
implement
function psr;
var z: integer;
begin
z := x + y;
90
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
{ Aenderung der Summanden }
x := 66; y := 88;
psr := z;
end;
end.
Quelle 1.49 : PASCAL-Funktion, die Parameter by reference übernimmt, ohne Ausgabe
Damit geht es. Der Compilerbauer weiß, wie die einzelnen Programmiersprachen ihre
Ausgabe bewerkstelligen und kann Übergänge in Form von Compiler-Anweisungen oder Zwischenfunktionen einrichten. So macht es Microsoft bei seinem großen C-Compiler. Aber wenn
nichts vorgesehen ist, muß der gewöhnliche Programmierer solche Unverträglichkeiten hinnehmen.
Auch Shellscripts können Funktionen aufrufen. Diese müssen selbständige Programme
wie externe Kommandos sein, der Mechanismus sieht etwas anders aus. Hier das Shellscript:
# Shellscript, das eine C-Funktion aufruft. 28.01.1988
# Filename shsumme
print Bitte die beiden Summanden eingeben!
read a; read b
print Die Summanden sind $a $b
print Die Shell-Summe ist ‘expr $a + $b‘
print Die Funktions-Summe ist ‘cssh $a $b‘
print Die Summanden sind $a $b
exit
Quelle 1.50 : Shellscript mit Parameterübergabe
Die zugehörige C-Funktion ist ein Hauptprogramm:
/* C-Programm zum Aufruf durch Shellskript, 29.01.1988 */
/* Compileraufruf: cc -o cssh cssh.c */
int main(int argc, char *argv[])
{
int x, y;
sscanf(argv[1], "%d", &x);
sscanf(argv[2], "%d", &y);
printf("%d", (x + y));
return 0;
}
Quelle 1.51 : C-Programm, das Parameter von einem Shellscript übernimmt
Ferner können Shellscripts Shellfunktionen aufrufen, siehe das Shellscript ?? Türme
von Hanoi auf Seite ??.
Entschuldigen Sie bitte, daß dieser Abschnitt etwas breit geraten ist. Die Parameterübergabe muß sitzen, wenn man mehr als Trivialprogramme schreibt, und man ist nicht immer in
der glücklichen Lage, rein in C programmieren zu können. Verwendet man vorgegebene Bibliotheken, so sind diese manchmal in einer anderen Programmiersprache verfaßt. Dann hat
man sich mit einer fremden Syntax und den kleinen, aber bedeutsamen Unverträglichkeiten
herumzuschlagen.
1.4.4
Kommandozeilenargumente, main()
Auch das Hauptprogramm main() ist eine Funktion, die Parameter oder Argumente übernehmen kann, und zwar aus der Kommandozeile beim Aufruf des Programms. Sie kennen
das von vielen UNIX-Kommandos, die nichts anderes als C-Programme sind.
1.4. FUNKTIONEN
91
Der Mechanismus ist stets derselbe. Die Argumente, getrennt durch Spaces oder Ähnliches, werden in ein Array of Strings mit dem Namen argv (Argumentvektor) gestellt.
Gleichzeitig zählt ein Argumentzähler argc die Anzahl der übergebenen Argumente, wobei der Funktionsname selbst das erste Argument (Index 0) ist. Bei einem Programmaufruf
ohne Argumente steht also der Programmname in argv[0], der Argumentzähler argc hat
den Wert 1. Das erste nichtbelegte Element des Argumentvektors enthält einen leeren String.
Die Umwandlung der Argumente vom Typ String in den gewünschten Typ besorgt die Funktion sscanf(3).
Der Anfang eines Hauptprogrammes mit Kommandozeilenargumenten sieht folgendermaßen aus:
int main(int argc, char *argv[])
{
char a; int x;
if (argc < 3) {
puts("Zuwenige Parameter");
exit(-1);
}
sscanf(argv[1], "%c", &a);
sscanf(argv[2], "%d", &x);
....
Quelle 1.52 : C-Programm, das Argumente aus der Kommandozeile übernimmt
Das erste Kommandozeilenargument (nach dem Kommando selbst) wird als Zeichen verarbeitet, das zweite als ganze Zahl. Etwaige weitere Argumente fallen unter den Tisch.
Die Funktion main() ist immer vom Typ extern int. Da dies der Defaulttyp für Funktionen ist, könnte die Typdeklaration weggelassen werden. Sie kann Argumente übernehmen, braucht es aber nicht. Infolgedessen sind folgende Deklarationen gültig:
main()
int main()
extern int main()
main(void)
int main(void)
extern int main(void)
main(int argc, char *argv[])
int main(int argc, char *argv[])
extern int main(int argc, char *argv[])
main(int argc, char **argv)
int main(int argc, char **argv)
extern int main(int argc, char **argv)
und alle anderen falsch. Die ersten sechs sind in ihrer Bedeutung gleich, die weiteren
gelten bei Argumenten in der Kommandozeile. Die Norm ISO/IEC 9899:1999 sieht für CProgramme, die unter einem Betriebssystem laufen (hosted environment), nur die beiden
folgenden Formen vor:
int main(void)
int main(int argc, char *argv[])
und das reicht auch. Unter POSIX-konformen Betriebssystemen kann ein drittes Argument
hinzukommen, das die Umgebung (environment pointer) enthält:
int main(int argc, char *argv[], char *envp[])
Den Rückgabewert von main() sollte man nicht dem Zufall überlassen, sondern mit einer
return-Anweisung ausdrücklich festlegen (0 bei Erfolg). Er wird von der Shell übernommen.
92
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.4.5
Funktionen mit wechselnder Argumentanzahl
Mit main() haben wir eine Funktion kennengelernt, die eine wechselnde Anzahl von Argumenten übernimmt. Auch für andere Funktionen als main() gibt es einen Mechanismus zu
diesem Zweck, schauen Sie bitte unter varargs(5) nach. Der Mechanismus ist nicht übermäßig intelligent, sondern an einige Voraussetzungen gebunden:
• Es muß mindestens ein Argument vorhanden sein,
• der Typ des ersten Arguments muß bekannt sein,
• es muß ein Kriterium für das Ende der Argumentliste bekannt sein.
Die erforderlichen Makros stehen in den include-Dateien <varargs.h> für UNIX System V oder <stdarg.h> für ANSI-C. Wir erklären die Vorgehensweise an einem Beispiel,
das der Funktion printf(3) nachempfunden ist (es ist damit nicht gesagt, daß printf(3)
tatsächlich so aussieht):
/* Funktion printi(), Ersatz fuer printf(), nur fuer
dezimale Ganzzahlen, Zeichen und Strings. Siehe
Referenz-Handbuch unter varargs(5), 22.02.91 */
/* Returnwert 0 = ok, -1 = Fehler, sonst wie printf() */
/* Compileraufruf cc -c printi.c */
#include <stdio.h>
#include <varargs.h>
int fputc();
void int print();
/* Funktion printi(), variable Anzahl von Argumenten */
int printi(va alist)
va dcl
{
va list pvar;
unsigned long arg;
int field, sig;
char *format, *string;
long ivar;
/* Uebernahme und Auswertung des Formatstrings */
va start(pvar);
format = va arg(pvar, char *);
while (1) {
/* Ausgabe von Literalen */
while ((*format != ’%’) && (*format != ’\0’))
fputc(*format++, stdout);
/* Ende des Formatstrings */
if (*format == ’\0’) {
va end(pvar);
return 0;
}
/* Prozentzeichen, Platzhalter */
format++;
field = 0;
/* Auswertung Laengenangabe */
1.4. FUNKTIONEN
while (*format >= ’0’ && *format <=’9’) {
field = field * 10 + *format - ’0’;
format++;
}
/* Auswertung Typangabe und Ausgabe des Arguments */
switch(*format) {
case ’d’:
sig = ((ivar = (long)va arg(pvar, int)) < 0 ? 1 : 0);
arg = (unsigned long)(ivar < 0 ? -ivar : ivar);
int print(arg, sig, field);
break;
case ’u’:
arg = (unsigned long)va arg(pvar, unsigned);
int print(arg, 0, field);
break;
case ’l’:
switch(*(format + 1)) {
case ’d’:
sig = ((ivar = va arg(pvar, long)) < 0 ? 1 : 0);
arg = (unsigned long)(ivar < 0 ? -ivar : ivar);
int print(arg, sig, field);
break;
case ’u’:
arg = va arg(pvar, unsigned long);
int print(arg, 0, field);
break;
default:
va end(pvar);
return -1;
/* unbekannter Typ */
}
format++;
break;
case ’%’:
fputc(*format, stdout);
break;
case ’c’:
fputc(va arg(pvar, char), stdout);
break;
case ’s’:
string = va arg(pvar, char *);
while ((fputc(*(string++), stdout)) != ’\0’) ;
break;
default:
va end(pvar);
return -1;
/* unbekannter Typ */
}
format++;
}
}
/* Funktion zur Ausgabe der dezimalen Ganzzahl */
void int print(unsigned long number,int signum,int field)
{
int i;
char table[21];
long radix = 10;
for (i = 0; i < 21; i++)
*(table + i) = ’ ’;
/* Umwandlung Zahl nach ASCII-Zeichen */
93
94
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
for (i = 0; i < 20; i++) {
*(table + i) = *("0123456789" + (number % radix));
number /= radix;
if (number == 0) break;
}
/* Vorzeichen */
if (signum)
*(table + ++i) = ’-’;
/* Ausgabe */
if ((field != 0) && (field < 20))
i = field -1;
while (i >= 0)
fputc(*(table + i-), stdout);
}
/* Ende */
Quelle 1.53 : C-Funktion mit wechselnder Anzahl von Argumenten
Nach der include-Datei varargs.h folgt in gewohnter Weise die Funktion, hier
printi(). Ihre Argumentenliste heißt va_alist und ist vom Typ va_dcl, ohne Semikolon! Innerhalb der Funktion brauchen wir einen Pointer pvar auf die Argumente, dieser ist
vom Typ va_list, nicht zu verwechseln mit der Argumentenliste va_alist. Die weiteren
Variablen sind unverbindlich.
Zu Beginn der Arbeit muß das Makro va_start(pvar) aufgerufen werden. Es initialisiert den Pointer pvar mit dem Anfang der Argumentenliste. Am Ende der Arbeit muß
entsprechend mit dem Makro va_end(pvar) aufgeräumt werden.
Das Makro va_arg(pvar, type) gibt das Argument zurück, auf das der Pointer pvar
zeigt, und zwar in der Form des angegebenen Typs, den man also kennen muß. Gleichzeitig
wird der Pointer pvar eins weiter geschoben. Die Zeile
format = va_arg(pvar, char *);
weist dem Pointer auf char format die Adresse des Formatstrings in der Argumentenliste
von printi() zu. Damit ist der Formatstring wie jeder andere String zugänglich. Zugleich
wird der Pointer pvar auf das nächste Argument gestellt, üblicherweise eine Konstante oder
Variable. Aus der Auswertung des Formatstrings ergeben sich Anzahl und Typen der weiteren Argumente.
Damit wird auch klar, was geschieht, wenn die Platzhalter (%d, %6u usw.) im Formatstring nicht mit der Argumentenliste übereinstimmen. Gibt es mehr Argumente als Platzhalter, werden sie nicht beachtet. Gibt es mehr Platzhalter als Argumente, wird irgendein
undefinierter Speicherinhalt gelesen, unter Umständen auch der dem Programm zugewiesene Speicherbereich verlassen. Stimmen Platzhalter und Argumente im Typ nicht überein,
wird der Pointer pvar falsch inkrementiert, und die Typumwandlung geht vermutlich auch
daneben.
Es gibt eine Fallgrube bei der Typangabe. Je nach Compiler werden die Typen char und
short intern als int und float als double verarbeitet. In solchen Fällen muß dem Makro
va_arg(pvar, type) der interne Typ mitgeteilt werden. Nachlesen oder ausprobieren, am
besten beides.
1.4.6
Iterativer Aufruf einer Funktion
Unter einer Iteration versteht man die Wiederholung bestimmter Programmschritte, wobei
das Ergebnis eines Schrittes als Eingabe für die nächste Wiederholung dient. Viele mathematische Näherungsverfahren machen von Iterationen Gebrauch. Programmtechnisch führen Iterationen auf Schleifen. Entsprechend muß eine Bedingung angegeben werden, die die
1.4. FUNKTIONEN
95
Iteration beendet. Da auch bei einem richtigen Programm eine Iteration manchmal aus mathematischen Gründen nie zu einem Ende kommt, ist es zweckmäßig, einen Test für solche
Fälle einzubauen wie in folgendem Beispiel:
/* Quadratwurzel, Halbierungsverfahren, 14.08.92 */
/* Compileraufruf cc -o wurzel wurzel.c */
#define
#define
EPS 0.00001
MAX 100
#include <stdio.h>
void exit();
int main(int argc,char *argv[])
{
int i;
double a, b, c, m;
if (argc < 2) {
puts("Radikand fehlt.");
exit(-1);
}
/* Initialisierung */
i = 0;
sscanf(argv[1], "%lf", &c);
sscanf(argv[1], "%lf", &c);
a = 0;
b = c + 1;
/* Iteration */
while (b - a > EPS) {
m = (a + b) / 2;
if (m * m - c <= 0)
a = m;
else
b = m;
/* Begrenzung der Anzahl der Iterationen */
i++;
if (i > MAX) {
puts("Zuviele Iterationen! Ungenau!");
break;
}
}
/* Ausgabe und Ende */
printf("Die Wurzel aus %lf ist %lf\n", c, m);
printf("Anzahl der Iterationen: %d\n", i);
exit(0);
}
Quelle 1.54 : C-Programm zur iterativen Berechnung der Quadratwurzel
Die Funktion, die iterativ aufgerufen wird, ist die Mittelwertbildung von a und b; es lohnt
sich nicht, sie auch programmtechnisch als selbständige Funktion zu definieren, aber das
kann in anderen Aufgaben anders sein.
96
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
1.4.7
Rekursiver Aufruf einer Funktion
Bei einer Rekursion ruft eine Funktion sich selbst auf. Das ist etwas schwierig vorzustellen und nicht in allen Programmiersprachen erlaubt. Die Nähe zum Zirkelschluß ist nicht
geheuer. Es gibt aber Probleme, die ursprünglich rekursiv sind und sich durch eine Rekursion elegant programmieren lassen. Eine Zirkeldefinition ist eine Definition eines Begriffes,
die diesen selbst in der Definition enthält, damit es nicht sofort auffällt, gegebenenfalls um
einige Ecken herum. Ein Zirkelschluss ist eine Folgerung, die Teile der zu beweisenden
Aussage bereits zur Voraussetzung hat. Bei einer Rekursion hingegen
• wiederholt sich die Ausgangslage nie,
• wird eine Abbruchbedingung nach endlich vielen Schritten erfüllt, d. h. die Rekursionstiefe ist begrenzt.
In dem Buch von R OBERT S EDGEWICK findet sich Näheres zu diesem Thema, mit Programmbeispielen. Im ersten Band der Informatik von F RIEDRICH L. B AUER und G ERHARD G OOS
wird die Rekursion allgemeiner abgehandelt.
Zwei Beispiele sollen die Rekursion veranschaulichen. Das erste Programm berechnet den
größten gemeinsamen Teiler (ggT) zweier ganzer Zahlen nach dem Algorithmus von E UKLID.
Das zweite ermittelt rekursiv die Fakultät einer Zahl, was man anders vielleicht einfacher
erledigen könnte.
/* Groesster gemeinsamer Teiler, Euklid, rekursiv */
/* Compileraufruf cc -o ggtr ggtr.c */
#include <stdio.h>
int ggt();
int main(int argc,char *argv[])
{
int x, y;
sscanf(argv[1], "%d", &x); sscanf(argv[2], "%d", &y);
printf("Der GGT von %d und %d ist %d.\n", x, y, ggt(x, y));
return 0;
}
/* Funktion ggt() */
int ggt(int a,int b)
{
if (a == b) return a;
else if (a > b) return(ggt(a - b, b));
else return(ggt(a, b - a));
}
Quelle 1.55 : C-Programm Größter gemeinsamer Teiler (ggT) nach Euklid, rekursiv
Im folgenden Programm ist außer der Rekursivität die Verwendung der Bedingten Bewertung interessant, die den Code verkürzt.
/* Rekursive Berechnung von Fakultaeten */
#include <stdio.h>
int main()
{
int n;
puts("\nWert eingeben, Ende mit CTRL-D");
while (scanf("%d", &n) != EOF)
printf("\n%d Fakultaet ist %d.\n\n", n, fak(n));
1.4. FUNKTIONEN
97
return 0;
}
/* funktion fak() */
int fak(int n)
{
return(n <= 1 ? 1 : n * fak(n - 1));
}
Quelle 1.56 : C-Programm zur rekursiven Berechnung der Fakultät
Weitere rekursiv lösbare Aufgaben sind die Türme von Hanoi und Quicksort. Rekursive
Probleme lassen sich auch iterativ lösen. Das kann sogar schneller gehen, aber die Eleganz
bleibt auf der Strecke.
Da in C auch das Hauptprogramm main() eine Funktion ist, die auf gleicher Stufe mit
allen anderen Funktionen steht, kann es sich selbst aufrufen:
/* Experimentelles Programm mit Selbstaufruf von main() */
#include <stdio.h>
int main()
{
puts("Selbstaufruf von main()");
main();
return(13);
}
Quelle 1.57 : C-Programm, in dem main() sich selbst aufruft
Das Programm wird von lint(1) nicht beanstandet, einwandfrei kompiliert und läuft,
bis der Speicher platzt, da die Rekursionstiefe nicht begrenzt ist (Abbruch mit break). Allerdings ist ein Selbstaufruf von main() ungebräuchlich.
1.4.8
Assemblerroutinen
Auf die Assemblerprogrammierung wurde in Abschnitt 1.1.4 Programmiersprachen auf Seite 7 bereits eingegangen. Da das Schreiben von Programmen in Assembler mühsam ist und
die Programme nicht portierbar sind, läßt man nach Möglichkeit die Finger davon. Es kann
jedoch zweckmäßig sein, einfache, kurze Funktionen auf Assembler umzustellen. Einmal
kann man so unmittelbar auf die Hardware zugreifen, beispielsweise in Anwendungen zum
Messen und Regeln, zum anderen zur Beschleunigung oft wiederholter Funktionen.
/* fakul.c Berechnung von Fakultaeten */
/* Die Grenze fuer END liegt in der Segmentgroesse */
/* bis 260 werden alle Werte in einem Array gespeichert,
darueber wird Wert fuer Wert berechnet und ausgegeben */
/* Ziffern in Neunergruppen, nutzt long aus */
#define
#define
#define
#define
#define
END 260
MAX 1023
DEF
16
GRP
58
GMX 245
/* GRP muss in aadd.asm eingetragen werden */
/* GMX muss in laadd.asm eingetragen werden */
#include <stdio.h>
98
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
unsigned long f[END + 1][GRP];
/* global */
void add(unsigned long *, unsigned long *);
void exit(int);
long time(long *);
/* Assemblerfunktionen zur Beschleunigung &/
extern void aadd(unsigned long *, unsigned long *);
extern void lshift(unsigned long *);
/* Hauptprogramm */
int main(int argc, char *argv[])
{
int e, i, j, k, r, s, flag, ende, max = DEF;
unsigned long x[GRP];
unsigned long *z;
long z1, z2, z3;
/* Auswertung der Kommandozeile */
if (argc > 1) {
sscanf(*(argv + 1), "%d", &max);
max = (max < 0) ? -max : max;
if (max > MAX) {
printf("\nZahl zu gross! Maximal %d\n", MAX);
exit(1);
}
}
ende = (max > END) ? END : max;
time(&z1);
/* Zeit holen */
/* Rechnung */
**f = (unsigned long)1;
for (i = 1; i <= ende; i++) {
for (j = 0; j < GRP; j++)
/*
*(x + j) = 0;
k = i/4;
for (j = 1; j <= k; j++) {
/*
aadd(x, *(f + i - 1));
}
lshift(x);
lshift(x);
for (k = 0; k < (i % 4); k++)
aadd(x, *(f + i - 1));
for (j = 0; j < GRP; j++) { /*
*(*(f + i) + j) = *(x +
x nullsetzen */
addieren */
zurueckschreiben */
j);
/* *(*(f + i) + j) ist dasselbe wie f[i][j] */
}
}
time(&z2);
/* Zeit holen */
/* Ausgabe, fuehrende Nullen unterdrueckt */
printf("\n\tFakultaeten von 0 bis %4d\n", max);
for (i = 0; i <= ende; i++) {
1.4. FUNKTIONEN
99
flag = 0;
printf("\n\t%4d ! =
", i);
for (j = GRP - 1; j >= 0; j-) {
if (!(*(*(f + i) + j)) && !flag);
else
if (!flag) {
printf("%9lu ", *(*(f + i) + j));
flag = 1;
}
else
printf("%09lu ", *(*(f + i) + j));
}
}
/* falls wir weitermachen wollen, muessen wir das Array
f[261][58] umfunktionieren in f[2][*].
In f[0] steht vorige Fakultaet, in f[1] wird addiert. */
if (max > END) {
/* f[0] einrichten */
e = GMX;
/* kleiner 7296 */
for (j = 0; j < e; j++)
*(*f + j) = 0; /* f[0] nullsetzen */
aadd(f[0], f[END]);
/* vorige Fak. addieren */
/* Rechnung wie gehabt */
r = 0; s = e;
for (i = END + 1; i <= max; i++) {
for (j = 0; j < e; j++)
/* f[1] nullen */
*(*(f + s) + j) = 0;
k = i/4;
for (j = 1; j <= k; j++) { /* addieren */
laadd(*(f + s), *(f + r));
}
lshift(*(f + s));
lshift(*(f + s));
for (k = 0; k < (i % 4); k++)
laadd(*(f + s), *(f + r));
flag = 0;
/* f[1] anzeigen */
printf("\n\n\t%4d ! =
", i);
for (j = e - 1; j >= 0; j-) {
if (!(*(*(f + s) + j)) && !flag);
else
if (!flag) {
printf("%9lu ", *(*(f + s) + j));
flag = 1;
}
else
printf("%09lu ", *(*(f + s) + j));
}
r = (r > 0) ? 0 : e; /* f[1] wird das naechste f[0] */
s = (s > 0) ? 0 : e;
}
}
/* Ende Weitermachen */
/* Anzahl der Stellen von max! */
100
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
if (max > END) {
ende = r; j = GMX - 1;
}
else {
j = GRP - 1;
}
flag = 0;
for (; j >= 0; j-) {
if (!(*(*(f + ende) +
;
else
if (!flag) {
unsigned long
flag = 1;
for (i = 1; i
if (*(*(f
j)) && !flag)
z = 10;
< 9; i++) {
+ ende) + j) / z) {
flag++;
z *= 10;
}
else
break;
}
}
else
flag += 9;
}
time(&z3);
/* Zeit holen */
printf("\n\n\tZahl %4d ! hat %4d Stellen.\n", max, flag);
if (max > END)
printf("\tRechnung+Ausgabe brauchten %4ld s.\n", z3 - z1);
else {
printf("\tDie Rechnung brauchte
%4ld s.\n", z2 - z1);
printf("\tDie Ausgabe brauchte
%4ld s.\n", z3 - z2);
}
return 0;
}
Quelle 1.58 : C-Programm zur Berechnung von Fakultäten
Das vorstehende Beispiel mit Microsoft Quick C und Quick Assembler für den IBM-PC
bietet einen einfachen Einstieg in die Assemblerprogrammierung, da das große Programm
nach wie vor in einer höheren Sprache abgefaßt ist. Das Beispiel ist in einer zweiten Hinsicht
interessant. Auf einer 32-Bit-Maschine liegt die größte vorzeichenlose Ganzzahl etwas über
4 Milliarden. Damit kommen wir nicht weit, denn es ist bereits:
13! = 6227020800
(1.3)
Wir stellen unsere Ergebnisse dar durch ein Array von langen Ganzzahlen, und zwar packen
wir immer neun Dezimalstellen in ein Array-Element:
unsigned long f[END + 1][GRP]
Bei asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren braucht man große Zahlen. Die Arithmetik
zu diesem Datentyp müssen wir selbst schreiben. Dazu ersetzen wir die eigentlich bei der
Berechnung von Fakultäten erforderliche Multiplikation durch die Addition. Diese beschleunigen wir durch Einsatz einer Assemblerfunktion aadd():
COMMENT +
C-Funktion aadd() in MS-Assembler, die ein
1.4. FUNKTIONEN
101
Array of unsigned long in ein zweites Array
addiert, Parameter Pointer auf die Arrays.
+
grp
milliarde
.MODEL
.CODE
EQU
DD
small,c
4 * 58
1000000000
; fuer laadd() obige Zeile austauschen
; grp
EQU
4 * 245
aadd
PROC
; siehe C-Programm
; siehe C-Programm
USES SI, y:PTR DWORD, g:PTR DWORD
sub
cx,cx
sub
si,si
clc
; for-Schleife nachbilden
for1:
; aktuelles Element in den Akku holen, long = 4 Bytes!
mov
bx,y
mov
ax,WORD PTR [bx+si][0]
mov
dx,WORD PTR [bx+si][2]
; Uebertrag zu Akku addieren
add
ax,cx
adc
dx,0
; vorige Fakultaet zu Akku addieren, Uebertrag beachten
mov
bx,g
add
ax,WORD PTR [bx+si][0]
adc
dx,WORD PTR [bx+si][2]
; Summe durch 10 hoch 9 dividieren, Quotient ergibt
; Uebertrag ins naechste Element des Arrays, Rest
: ergibt aktuelles Element.
; zweite for-Schleife:
sub
cx,cx
for2:
cmp
dx,WORD PTR milliarde[2]
jl
SHORT fertig
sub
ax,WORD PTR milliarde[0]
sbb
dx,WORD PTR milliarde[2]
inc
cx
jmp
SHORT for2
fertig:
; Rest zurueckschreiben in aktuelles Array
mov
bx,y
mov
WORD PTR [bx+si][0],ax
mov
WORD PTR [bx+si][2],dx
; Schleifenzaehler um 4 (long!) erhoehen
add
si,4
; Ruecksprungbedingung
cmp
si,grp
je
SHORT done
jmp
SHORT for1
; Ende der Funktion
done:
ret
aadd
ENDP
END
Quelle 1.59 : Assemblerfunktion 1 zur Addition von Feldern
Die Fakultäten werden berechnet, gespeichert und zum Schluß zusammen ausgegeben.
So können wir die Rechenzeit von der Ausgabezeit trennen. Es zeigt sich, daß die Rechenzeit
bei Ganzzahl-Arithmetik gegenüber der Bildschirmausgabe keine Rolle spielt.
102
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Auf diesem Weg kommen wir bis in die Gegend von 260!, dann ist ein Speichersegement
(64 KByte) unter PC-DOS voll. Wir können nicht mehr alle Ergebnisse speichern, sondern
nur die vorangegangene und die laufende Fakultät. Sowie ein Ergebnis vorliegt, wird es ausgegeben. Die Assemblerfunktion laadd() zur Addition unterscheidet sich in einer Zeile am
Anfang. Die im Programm vorgesehene Grenze M AX = 1023 ist noch nicht die durch das
Speichersegment bestimmte Grenze, sondern willkürlich. Irgendwann erheben sich Zweifel
am Sinn großer Zahlen. Selbst als Tapetenmuster wirken sie etwas eintönig.
1.4.9
Memo Funktionen
• C-Programme sind aus gleichberechtigten Funktionen aufgebaut. Zu diesen gehört
auch main().
• Eine Funktion übernimmt bei ihrem Aufruf einen festgelegten Satz von Parametern
oder Argumenten. Der Satz beim Aufruf muß mit dem Satz bei der Definition nach
Anzahl, Typ und Reihenfolge übereinstimmen wie Stecker und Kupplung einer elektrischen Steckverbindung.
• Bei der Parameterübergabe by value arbeitet die Funktion mit Kopien der übergebenen
Parameter, kann also die Originalwerte nicht verändern.
• Bei der Parameterübergabe by reference erfährt die Funktion die Adressen (Pointer) der
Originalwerte und kann diese verändern. Das ist gefährlicher, aber manchmal gewollt.
Beispiel: scanf().
• Auch die Funktion main() kann Argumente übernehmen, und zwar aus der Kommandozeile. Die Argumente stehen in einem Array of Strings (Argumentvektor).
• Es gibt auch Funktionen wie printf(), die eine von Aufruf zu Aufruf wechselnde Anzahl von Argumenten übernehmen. Der Mechanismus ist an einige Voraussetzungen
gebunden.
• Eine Funktion gibt keinen oder genau einen Wert als Ergebnis an die aufrufende Funktion zurück. Dieser Wert kann ein ein Pointer sein.
• In C darf eine Funktion sich selbst aufrufen (rekursiver Aufruf).
• Assemblerfunktionen innerhalb eines C-Programms können den Ablauf beschleunigen.
Einfacher wird das Programm dadurch nicht.
1.4.10
Übung Funktionen
Jetzt verfügen Sie über die Kenntnisse, die zum Schreiben einfacher C-Programme notwendig sind. Schreiben das Programm zur Weganalyse, aufbauend auf der Aufgabenanalyse und
der Datenstruktur, die Sie bereits erarbeitet haben. Falls Sie sich an den Vokabeltrainer wagen wollen, reduzieren Sie die Aufgabe zunächst auf ein Minimum, sonst werden Sie nicht
fertig damit.
1.5
1.5.1
Funktions-Bibliotheken
Zweck und Aufbau
Eine Funktion kann auf drei Wegen mit einem C-Hauptprogramm main() verbunden werden:
• Die Funktion steht in derselben Datei wie main() und wird daher gemeinsam kompiliert. Sie muss wie main() in C geschrieben sein, mehrsprachige Compiler gibt es
nicht.
1.5. FUNKTIONS-BIBLIOTHEKEN
103
• Die Funktion steht – unter Umständen mit weiteren Funktionen – in einer eigenen Datei, das getrennt kompiliert und beim Linken zu main() gebunden wird. Dabei werden
alle Funktionen dieser Datei zu main() gebunden, ob sie gebraucht werden oder nicht.
Wegen der getrennten Compilierung darf die Datei in einer anderen Programmiersprache geschrieben, muß aber für dieselbe Maschine kompiliert sein.
• Die getrennt kompilierte Funktion steht zusammen mit weiteren in einer Bibliothek
und wird beim Linken zu main() gebunden. Dabei wählt der Linker nur die Funktionen aus der Bibliothek aus, die in main() gebraucht werden. Man kann also viele
Funktionen in einer Bibliothek zusammenfassen, ohne befürchten zu müssen, seine
Programme mit Ballast zu befrachten. Die Bibliothek kann auf Quellfiles unterschiedlicher Programmiersprachen zurückgehen. Sie müssen nur für dasselbe System kompiliert worden sein; es macht keinen Sinn und ist auch nicht möglich, Funktionen für
UNIX und PC-DOS in einer Bibliothek zu vereinigen.
Das Erzeugen einer Bibliothek auf UNIX-Systemen wurde bereits im Abschnitt 1.2.6 Bibliotheken, Archive auf Seite 25 im Rahmen der Programmer’s Workbench erläutert. Im folgenden geht es um die Verwendung von Bibliotheken.
1.5.2
Standardbibliothek
1.5.2.1
Übersicht
Standardfunktionen sind die Funktionen, die als Standardbibliothek zusammen mit
dem Compiler geliefert werden. Sie sind im strengen Sinn nicht Bestandteil der Programmiersprache – das bedeutet, daß sie ersetzbar sind – aber der ANSI-Standard führt eine
minimale Standardbibliothek auf. Ohne sie könnte man kaum ein Programm in C schreiben.
Der Reichtum der Standardbibliothek ist eine Stärke von C; in ihr steckt viel Arbeit, die andere Programmierer vor und für uns erledigt haben. Die Systemaufrufe (Sektion 2) gehören
dagegen nicht zur Standardbibliothek (Sektion 3), sondern zum Betriebssystem. Und ShellKommandos sind eine Sache der Shell (Sektion 1). Diese Unterscheidung spielt eine Rolle,
wenn Programme portiert werden. Soweit möglich sind Standardfunktionen zu verwenden,
da sie Eigenheiten des Systems verdecken.
Die mit dem C-Compiler eines UNIX-Systems mitgelieferte Standardbibliothek wird im
Referenz-Handbuch unter intro(3) vorgestellt und umfaßt mehrere Teile:
• die Standard-C-Bibliothek, meist gekoppelt mit der Standard-Input-Output-Bibliothek,
den Netzfunktionen und den Systemaufrufen (weil sie zusammen gebraucht werden),
• die mathematische Bibliothek,
• gegebenenfalls eine grafische Bibliothek,
• gegebenenfalls eine Bibliothek mit Funktionen zum Messen und Regeln,
• gegebenenfalls Datenbankfunktionen und weitere Spezialitäten.
Außer Funktionen enthält sie Include-Dateien mit Definitionen und Makros, die von den
Funktionen benötigt werden, im UNIX-Datei-System aber in einem anderen Verzeichnis
(/usr/include) liegen als die Funktions-Bibliotheken (/lib und /usr/lib).
1.5.2.2
Standard-C-Bibliothek
Die Standard-C-Bibliothek /lib/libc.a wird vom C-Compilertreiber cc(1) eines UNIXSystems aufgerufen und braucht daher nicht als Option mitgegeben zu werden. Für einen
getrennten Linker-Aufruf lautet die Option -lc. Mit dem Kommando:
ar -t /lib/libc.a
schauen Sie sich das Inhaltsverzeichnis der Bibliothek an. Außer bekannten Funktionen wie
printf() und Systemaufrufen wie stat(2) werden Sie viele Unbekannte treffen. Auskunft
über diese erhalten Sie mittels der man-Seiten, beispielsweise:
104
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
man ruserok
man insque
sofern die Funktionen zum Gebrauch durch Programmierer und nicht etwa nur für interne
Zwecke bestimmt sind.
Input/Output Für die Ein- und Ausgabe stehen in C keine Operatoren zur Verfügung,
sondern nur die Systemaufrufe des Betriebssystems (unter UNIX open(2), write(2),
read(2) usw.) und die Standardfunktionen aus der zum Compiler gehörenden Bibliothek. In der Regel sind die Funktionen vorzuziehen, da die Programme dann leichter auf
andere Systeme übertragen werden können. Die Eigenheiten der Systeme werden durch die
Bibliothek verdeckt. In diesem Fall ist im Programmkopf stets die Include-Datei stdio.h
einzubinden:
#include <stdio.h>
Diese Zeile ist fast in jedem C-Programm zu finden. In der Standardbibliothek stehen rund
40 Funktionen zur Ein- und Ausgabe bereit, von denen die bekanntesten printf(3) zur
formatierten Ausgabe nach stdout und scanf(3) zur formatierten Eingabe von stdin sind.
Stringfunktionen Strings sind in C Arrays of Characters, abgeschlossen mit dem ASCIIZeichen Nr. 0, also nichts Besonderes. Trotzdem machen sie – wie in vielen Programmiersprachen – Schwierigkeiten, wenn man ihre Syntax nicht beachtet. In der Standard-C-Bibliothek
steht eine reiche Auswahl von Stringfunktionen bereit. Gewarnt wird vor der Funktion
gets(3), die einen String von stdin in ein Array einliest und dabei einen Überlauf verursachen kann. Grundsätzlich soll man beim Arbeiten mit Strings den Fall berücksichtigen,
dass ein String gelegentlich länger ist als der Puffer, in den er geschrieben werden soll.
Da ein String – wie jedes Array – keinen Wert hat, kann er nicht per Zuweisung einer
Stringvariablen zugewiesen werden. Man muß vielmehr mit den Standard-Stringfunktionen
arbeiten oder sich selbst um die einzelnen Elemente des Arrays kümmern. Die Stringfunktionen erwarten die Include-Datei string.h. Hier ein kurzes C-Programm zur Stringmanipulation mittels Systemaufrufen und Standardfunktionen:
/* Programm fuer Stringmanipulation */
#define TEXT "textfile"
#include
#include
#include
#include
#include
<stdio.h>
<string.h>
<io.h>
<fcntl.h>
<string.h>
char buffer[80] = "Dies ist ein langer Teststring. Hallo!";
int main()
{
char
x, zeile[80];
int i;
int fildes;
FILE * fp;
/* Systemaufrufe und Filedeskriptoren */
fildes = open(TEXT, O RDWR);
if (fildes == -1)
puts("open schiefgegangen.");
write(fildes, buffer, 20);
lseek(fildes, (long)0, SEEK SET);
read(fildes, zeile, 12);
write(1, zeile, 12);
close(fildes);
1.5. FUNKTIONS-BIBLIOTHEKEN
105
/* Standardfunktionen und Filepointer */
fp = fopen(TEXT, "w");
for (i = 0; i < 30; i++)
fputc(buffer[i], fp);
fclose(fp);
fp = fopen(TEXT, "r");
for (i = 0; i < 30; i++)
zeile[i] = fgetc(fp);
putchar(’\n’);
for (i = 0; i < 30; i++)
putchar(zeile[i]);
/* Stringfunktionen */
strcpy(zeile, buffer);
printf("\n%s", zeile);
putstf("\n\nBitte eine Zeile eingeben:");
gets(zeile);
puts(zeile);
strcat(zeile, " Prima!");
puts(zeile);
printf(zeile);
}
Quelle 1.60 : C-Programm zur Stringverarbeitung
Internet-Funktionen Eine Übersicht über diese Funktionen findet sich in intro(3N).
Beispiele sind Funktionen zur Verarbeitung von Netzadressen, Protokolleinträgen, Remote
Procedure Calls, zum Mounten ferner Datei-Systeme, zur Verwaltung von Benutzern und
Passwörtern im Netz. Geht über den Rahmen dieses Textes hinaus. Falls Sie sich ein eigenes
Programm telnet oder ftp schreiben wollten, müßten Sie hier tiefer einsteigen.
1.5.2.3
Standard-Mathematik-Bibliothek
Die Standard-Mathematik-Bibliothek wird vom C-Compilertreiber nicht automatisch
aufgerufen – anders als in FORTRAN. Für C ist die Option -lm hinzuzufügen:
cc -o myprogram myprogram.c -lm
Ferner muß im Programmkopf die Zeile
#include <math.h>
stehen. Dann verfügt man über Logarithmus, Wurzel, Potenz, trigonometrische und hyperbolische Funktionen. Weiteres siehe math(5).
Eigentlich sollte man bei diesen Funktionen den zugrunde liegenden Algorithmus und
seine Programmierung kennen, da jedes numerische Verfahren und erst recht seine Umsetzung in ein Programm Grenzen haben, aber das Referenz-Handbuch beschränkt sich unter
trig(3) usw. auf die Syntax der Funktionen. Ein Beispiel für die Verwendung der mathematischen Bibliothek:
/* Potenz x hoch y; mathematische Funktionen; 22.12.92 */
/* zu compilieren mit cc -o potenz potenz.c -lm */
/* Aufruf: potenz x y */
#define EPSILON 0.00001
#include <stdio.h>
#include <math.h>
double pow(), floor();
int main(int argc,char *argv[])
106
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
{
double x, y, z;
if (argc < 3) {
puts("Zuwenig Argumente");
return(-1);
}
/* Umwandlung Kommandozeilenargumente */
sscanf(argv[1], "%lf", &x);
sscanf(argv[2], "%lf", &y);
/* Aufruf Funktionen pow(), floor(), Sektion 3M */
/* wegen Fallunterscheidungen nachlesen! */
if ((x < 0 ? -x : x) < EPSILON) {
if (y > 0) x = 0;
else {
puts("Bei x = 0 muss y positiv sein.");
return(-1);
}
}
else {
if (x < 0) y = floor(y);
}
z = pow(x, y);
/* Ausgabe */
printf("%lf hoch %lf = %lf\n", x, y, z);
return 0;
}
Quelle 1.61 : C-Programm mit mathematischen Funktionen
Der lint(1) gibt bei diesem Programm eine längere Liste von Warnungen aus, die daher rühren, daß in <math.h> viele Funktionen deklariert werden, die im Programm nicht
auftauchen. Das geht aber in Ordnung.
1.5.2.4
Standard-Grafik-Bibliothek
Zu manchen Compilern gehört auch eine Sammlung von Grafikfunktionen. Da es hierfür
noch keinen Standard gibt und Grafik eng an die Hardware gebunden ist, verzichten wir auf
eine Darstellung. Auf einer UNIX-Anlage findet man sie in /usr/lib/plot. Die Bibliothek
enthält Funktionen zum Setzen von Punkten, Ziehen von Linien, zur Umwandlung von Koordinaten und ähnliche Dinge. Leider nicht standardisiert, sonst gäbe es nicht Starbase, GKS,
OpenGL, PHIGS, Uniras ...
1.5.2.5
Weitere Teile der Standardbibliothek
Die nicht zur Standard-C-Bibliothek gehörenden curses(3)-Funktionen aus
/usr/lib/libcurses.a ermöglichen die weitergehende Gestaltung eines alphanumerischen Bildschirms. In diesem Fall ist die curses(3)-Bibliothek beim Compileraufruf zu
nennen:
cc .... -lcurses
Vergißt man die Nennung, weiß der Compiler mit den Namen der curses(3)-Funktionen
nichts anzufangen und meldet sich mit der Fehleranzeige unsatisfied symbols.
1.5. FUNKTIONS-BIBLIOTHEKEN
107
Bei Verwendung von curses(3)-Funktionen ist die Include-Datei curses.h in das Programm aufzunehmen, das stdio.h einschließt.
1.5.3
Xlib, Xt und Xm (X Window System)
Programme, die von dem X Window System Gebrauch machen wollen, greifen auf unterster
Ebene auf Funktionen der Xlib-Bibliothek zurück. Die Xlib stellt für jede Möglichkeit des
X-Protokolls eine C-Funktion bereit; sie ist die Schnittstelle zwischen C-Programmen und
dem X-Protokoll.
Auf nächsthöherer Ebene werden Funktionen einer Toolbox wie der Xt-Bibliothek definiert, die ihrerseits auf der Xlib aufsetzt. Die Xt-Funktionen werden auch als Intrinsics
bezeichnet. Sie kennen z. B. Widgets, das sind Window Gadgets32 oder Objekte (im Sinne von
C++) des Client-Programms. Zu einem Widget gehören sein Fenster, sein Aussehen (look),
sein Verhalten (feel) und ein Satz von Methoden, die sein Verhalten realisieren. Ein Menü
oder ein anklickbarer Druckknopf ist ein Widget.
Die dritte Schicht bilden Bibliotheken wie der Motif Toolkit Xm, der eine Menge nach einheitlichen Regeln gebauter Widgets zur Verfügung stellt. Während Xt nur abstrakte Fenster
und Menus kennt, legt Xm fest, wie ein (Motif-)Fenster oder -Menü aussieht und wie es sich
verhält. Während der Quellcode von Xlib und Xt veröffentlicht ist, kostet die Xm eine Kleinigkeit. Ein Programmierer versucht immer, mit der höchsten Bibliothek zu arbeiten, weil er
sich dabei am wenigsten um Einzelheiten zu kümmern braucht.
1.5.4
NAG-Bibliothek
Die NAG-Bibliothek der Numerical Algorithms Group, Oxford soll hier als ein Beispiel
für eine umfangreiche kommerzielle Bibliothek stehen, die bei vielen numerischen Aufgaben die Arbeit erleichtert. Die FORTRAN-Bibliothek umfaßt etwa 1200 Subroutinen, die CBibliothek etwa 250 Funktionen. Sie stammen aus folgenden Gebieten:
• Nullstellen, Extremwerte,
• Differential- und Integralgleichungen,
• Fourier-Transformation,
• Lineare Algebra,
• nichtlineare Gleichungen,
• Statistik,
• Näherungen, Interpolation, Ausgleichsrechnung,
• Zufallszahlen usw.
Näheres unter http://www.nag.co.uk:80/numeric.html.
1.5.5
Eigene Bibliotheken
Wir haben bereits in Abschnitt 1.2.6 Bibliotheken, Archive auf Seite 25 gelernt, eine eigene
Programmbibliothek mittels des UNIX-Kommandos ar(1) herzustellen. Zunächst macht es
Arbeit, seine Programmierergebnisse in eine Bibliothek einzuordnen, aber wenn man einmal
einen Grundstock hat, zahlt es sich aus.
32
Ein Gadget ist laut Wörterbuch ein geniales Dingsbums.
108
1.5.6
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Speichermodelle (PC-DOS)
Unter UNIX gibt es keine Speichermodelle, infolgedessen auch nur eine Standardbibliothek.
Unter PC-DOS hingegen ist die Speichersegmentierung zu beachten, d. h. die Unterteilung
des Arbeitsspeichers in Segmente zu je 64 kByte, ein lästiges Überbleibsel aus uralten Zeiten.
Die Adressierung der Speicherplätze ist unterschiedlich, je nachdem ob man sich nur innerhalb eines Segmentes oder im ganzen Arbeitsspeicher bewegt. Für jedes Speichermodell ist
eine eigene Standardbibliothek vorhanden. Das Speichermodell wird gewählt durch:
• die Angabe einer Compiler-Option oder
• die Schlüsselwörter near, far oder huge im C-Programm (was unter UNIX-C zu einem
Fehler führt)
Wird keine der beiden Möglichkeiten genutzt, nimmt der Compiler einen Default an, MSQuick-C (qcl) beispielsweise das Modell small.
Das Modell tiny (nicht von allen Compilern unterstützt) packt Code, Daten und Stack in
ein Segment; für die Adressen (Pointer) reichen 2 Bytes. Das gibt die schnellsten Programme,
aber hinsichtlich des Umfangs von Programm und Daten ist man beschränkt.
Das Modell small packt Code und Daten in je ein Segment von 64 kByte. Damit lassen
sich viele Aufgaben aus der PC-DOS-Welt bewältigen.
Das Modell medium stellt ein Segment für Daten und mehrere Segmente für Programmcode zur Verfügung, bis zur Grenze des freien Arbeitsspeichers. Typische Anwendungen sind
längere Programme mit wenigen Daten.
Das Modell compact verhält sich umgekehrt wie medium: ein Segment für den Code, mehrere Segmente für die Daten. Geeignet für kurze Programme mit vielen Daten. Ein einzelnes
Datenelement – ein Array beispielsweise – darf nicht größer als ein Segment sein.
Das Modell large läßt jeweils mehrere Segmente für Code und Daten zu, wobei wieder
ein einzelnes Datenelement nicht größer als ein Segment sein darf.
Das Modell huge schließlich hebt auch diese letzte Beschränkung auf, aber die Beschränkung auf die Größe des freien Arbeitsspeichers bleibt, PC-DOS schwoppt nicht.
Die Schlüsselwörter near, far und huge in Verbindung mit Pointern oder Funktionen
haben Vorrang vor dem vom Compiler benutzten Speichermodell. Bei near sind alle Adressen
16 Bits lang, bei far sind die Adressen 32 Bits lang, die Pointerarithmetik geht jedoch von
16 Bits aus, und bei huge schließlich läuft alles mit 32 Bits und entsprechend langsam ab.
Falls Ihnen das zu kompliziert erscheint, steigen Sie einfach um auf UNIX.
1.5.7
Memo Bibliotheken
• Eine Bibliothek vereint eine Menge von Funktionen in einer einzigen Datei.
• Eine Bibliothek hat nichts mit Verschlüsseln oder Komprimieren zu tun.
• Beim Einbinden einer Bibliothek in den Kompiliervorgang werden genau die benötigten
Funktionen ausgewählt und ins Programm eingebunden.
• Es gibt Standardbibliotheken, die zum Compiler gehören und von diesem automatisch
herangezogen werden.
• Weiter gibt es Standardbibliotheken, die zum Compiler gehören, aber eigens über eine Option herangezogen werden müssen. Hierzu zählt die C-Standard-MathematikBibliothek, die die Option -lm beim Compiler-Aufruf erfordert.
• Auf dem Markt oder im Netz findet sich eine Vielzahl von Bibliotheken, beispielsweise
für numerische Aufgaben oder das X Window System.
• Man kann auch eigene Funktionen in Privatbibliotheken zusammenfassen. Das lohnt
sich, wenn man längere Zeit für ein bestimmtes Thema programmiert.
1.5.8
Übung Bibliotheken
Fassen Sie die Funktionen des Weganalyse-Projektes außer main() in einer Privatbibliothek
zusammen und binden sie diese beim Kompiliervorgang dazu.
1.6. KLASSEN
1.6
109
Klassen
1.6.1
Warum C mit Klassen?
Objektorientiert oder prozedural ist nicht die Programmiersprache, sondern die Aufgabenanalyse. Sie führt auf Programmbausteine (Module), die entweder Objekte oder Prozeduren (Funktionen, Prozeduren, Subroutinen) sind. Erst an zweiter Stelle kommen dann die
Programmiersprachen, die die eine oder andere Denkweise unterstützen. Man kann mit objektorientierten Sprachen prozedural aufgebaute Programme schreiben und mit prozeduralen Sprachen objektorientierte Programme. Da der Ausgangspunkt die Aufgabenanalyse ist,
macht sich die Objektorientierung bei kleinen Programmen (wo es nichts zu analysieren gibt)
nicht bemerkbar. C++ und Objective-C wurden entwickelt, um
• ein besseres C zu sein (dasselbe Ziel wie ANSI-C),
• die Datenabstraktion zu unterstützen,
• das objektorientierte Programmieren zu unterstützen.
Als erstes ein Hallo-Programm in C++ (mit Objektorientierung und Klassen ist da noch
nichts zu machen):
/* Hallo, Welt; in C++ */
#include <iostream.h>
// anstelle stdio.h
int main()
{
char v[20];
cout «
cin »
cout «
return
}
"Bitte Vornamen eingeben: ";
v;
"Hallo, " « v « ’\n’;
0;
Quelle 1.62 : C++-Programm Hallo, Welt
Eine zweite Art des Kommentars (Zeilenkommentar) ist hinzugekommen. Der Operator
<< schreibt sein zweites Argument auf das erste, hier der Standard Output Stream cout. Der
Operator >> schreibt sein erstes Argument, den Standard Input Stream, auf das zweite, den
String v. Das Stream-Konzept zur Ein- und Ausgabe ist flexibler als das herkömmliche DateiKonzept; für den Programmierer ist die andere Syntax wichtig (beachte: kein Formatstring!
Der Operator weiß aufgrund der Typen, was er vor sich hat). In C++ gibt es eine Vielzahl
solcher Verbesserungen oder Erweiterungen von C, aber sie sind nichts grundsätzlich Neues;
sie erfordern kein Umdenken, sondern nur das Lesen des Referenzmaterials.
Obiges Programm hallo.cpp ist mit dem GNU gcc kompiliert 96 kB groß. Ein Assemblerprogramm, das dasselbe tut, belegt 120 Bytes. Die Speicherhersteller profitieren mit Sicherheit von der Objektorientierung.
1.6.2
Datenabstraktion, Klassenbegriff
In C ebenso wie in FORTRAN oder PASCAL beschreibt ein Datentyp eine Menge von Werten
samt den zugehörigen Operationen. Die Datentypen sind durch den Compiler festgelegt, der
Benutzer kann keine neuen Datentypen definieren.
Ein abstrakter Datentyp ist ein vom Benutzer definierter Typ, dessen Schnittstelle (Interface, Außenseite, Verbindung zum übrigen Programm) von seiner Implementierung (Implementation, interne Programmierung, Innenleben) getrennt ist, eine Black Box mit bestimmten nach außen sichtbaren Eigenschaften. Klassen sind in einer Programmiersprache formulierte Beschreibungen abstrakter Datentypen. Objekte sind Vertreter (Exemplare, Instanzen, Verwirklichungen) von Klassen. C-Typen und C++-Klassen sowie C-Variable
110
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
und C++-Objekte entsprechen sich. Aus Klassen lassen sich untergeordnete Klassen ableiten. Eine Klasse oder ein Objekt enthält Daten (data member) und Operationen auf diesen
Daten. Die Operationen, die in den Klassen oder Objekten verwirklicht sind, heißen Methoden (member function, method). Objekte verkehren untereinander mittels Botschaften. Eine
Botschaft (message, member function call) ist die Aufforderung an ein Objekt, eine seiner
Methoden auszuführen, vergleichbar einem Funktionsaufruf in C.
Beispielsweise können wir eine Klasse Komplexe Zahl definieren, die als Daten zwei reelle Zahlenwerte (Realteil und Imaginrrteil) sowie als Methoden die Grundrechenarten für
komplexe Zahlen enthält:
Klasse KOMPLEX
{
Daten: double realteil, imaginaerteil;
Methoden:
KOMPLEX Addiere(a: KOMPLEX, b: KOMPLEX);
KOMPLEX Subtrahiere(a: KOMPLEX, b:KOMPLEX);
KOMPLEX Multipliziere(a: KOMPLEX, b: KOMPLEX);
KOMPLEX Dividiere(a: KOMPLEX, b: KOMPLEX);
}
Mitglieder (Daten, Methoden) sind öffentlich (public) oder privat. Public Members sind vom
übrigen Programm her zugänglich, sie bilden die Schnittstelle der Klasse und ihrer Objekte zur Umwelt. Private Members sind nur den Methoden der Klasse zugänglich. Public
und private werden als Member Access Specifier bezeichnet. Meist sind die Daten privat, die Methoden teils privat, teils öffentlich. Mindestens eine Methode muß öffentlich sein
(warum?). Eine besondere Methode - mit demselben Namen wie die Klasse - ist der Constructor, der zur Initialisierung dient. Diese Methode wird automatisch aufgerufen, wenn
ein Objekt der Klasse erzeugt wird. Ein Constructor kann public, protected oder private sein;
er hat niemals einen Rückgabewert eines bestimmten Typs, auch nicht des Typs void.
Nun ein funktionsfähiges (wenn auch simples) Beispiel. Es rechnet die Zeiten von UTC
nach MEZ um:
/* mez.cpp, Beispiel fuer den Gebrauch einer Klasse
in Anlehnung an Deitel + Deitel, S. 601 */
#include <iostream.h>
// fuer Ein- und Ausgabe
class TIME {
// Definition einer Klasse
public:
//
//
//
//
//
//
//
nach aussen sichtbar,
Methoden
Default Constructor,
Initialisierung
h, m in UTC setzen
UTC einlesen von stdin
MEZ ausgeben
//
//
//
//
//
nicht nach aussen sichtbar,
Daten
0 - 23
0 - 59
Eingabe von stdin
TIME();
void Settime(int, int);
void Gettime();
void Printmez();
private:
int hour;
int minute;
int hin, min;
};
// Definition der Methoden
// Initialisierung mittels Constructor
TIME::TIME() { hour = minute = 0; }
// Zeit in UTC eingeben, pruefen
1.6. KLASSEN
111
void TIME::Settime(int h, int m)
{
hour = (h >= 0 && h < 23) ? h + 1 : 0;
// UTC nach MEZ
minute = (m >= 0 && m < 60) ? m : 0;
}
// Zeit in UTC von stdin einlesen
void TIME::Gettime()
{
cout « "Stunde eingeben: ";
cin » hin;
cout « "Minuten eingeben: ";
cin » min;
cout » "Vielen Dank" » endl;
TIME::Settime(hin, min);
// Umrechnung
}
// MEZ ausgeben
void TIME::Printmez()
{
cout « (hour < 10 ? "0" : "") « hour
« ’:’
« (minute < 10 ? "0" : "") « minute
« endl;
}
// Hauptprogramm (Rahmen- oder Treiberprogramm)
int main()
{
TIME t;
// Erzeugung des Objektes t
cout « "\nDie Anfangszeit ist ";
t.Printmez();
// Aufruf einer oeff. Methode
t.Settime(13, 27);
cout « "Neue Zeit ist ";
t.Printmez();
t.Gettime();
cout « "Ihre Zeit ist: ";
t.Printmez();
t.Settime(99, 99);
// ungueltige Werte
cout « "Fehlerhafte Eingabe fuehrt zu ";
t.Printmez();
cout « endl;
return 0;
// endline stream manipulator
}
Quelle 1.63 : C++-Programm zur Umrechnung von UTC nach MEZ
1.6.3
Klassenhierarchie, abstrakte Klassen, Vererbung
Objektorientiertes Programmieren besteht im Programmieren einer Menge von Klassen, deren zughörige Objekte den Programmablauf verwirklichen. Das folgende Programm zeigt,
wie aus einer Basisklasse weitere Klassen abgeleitet werden, die die public und protected
members erben. Von einer abstrakten Klasse können nur weitere Klassen abgeleitet, jedoch keine Objekte gebildet werden. Eine abstrakte Klasse muß mindestens eine rein virtu-
112
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
elle Funktion enthalten, die nirgends definiert wird. Sie ist ein Platzhalter, der erst in einer
abgeleiteten Klasse einen Inhalt bekommt.
/* geof.C, Beispiel fuer Klassen und Vererbung
- geometrische Formen Compileraufruf (HP): CC -o geof geof.C
*/
#define PI 3.14159
// symbolische Konstante
#include <iostream.h>
#include <string.h>
#include <stdlib.h>
// fuer Ein- und Ausgabe
// wegen strcmp()
// wegen exit()
void exit(int);
// Prototyp Systemaufruf
class Form {
// abstrakte Basisklasse
public:
// nach aussen sichtbar
virtual void lesen() = 0;
// reine virt. Funktionen
virtual void schreiben() = 0;
protected:
private:
};
class Flaeche : public Form {
// public fuer abg. Klasse,
// ansonsten private
// nach aussen unsichtbar
// abgel. abstr. Klasse
public:
Flaeche() {u = i = 0;}
// Constructor
void schreiben()
{cout « "Umfang = " « u « endl;
cout « "Inhalt = " « i « endl;}
protected:
double u, i;
virtual double umfang(double, double) = 0;
// rein virtuelle Fkt.
virtual double inhalt(double, double) = 0;
private:
};
class Koerper : public Form {
// abgel. abstr. Klasse
public:
Koerper() {f = v = 0;}
// Constructor
void schreiben()
{cout « "Oberflaeche = " « f « endl;
cout « "Volumen = " « v « endl;}
protected:
double f, v;
virtual double flaeche(double, double, double) = 0;
// rein virtuelle Fkt.
virtual double volumen(double, double, double) = 0;
private:
};
class Kreis : public Flaeche {
// abgel. konkr. Klasse
public:
Kreis() {a = x = y = 0;}
// Constructor
1.6. KLASSEN
113
void lesen()
{cout « "Radius: "; cin » a;
u = umfang(a, a);
i = inhalt(a, a);}
protected:
private:
double a, x, y;
double umfang(double x, double y) {return(PI * (x + y));}
double inhalt(double x, double y) {return(PI * x * y);}
};
class Rechteck : public Flaeche { // abgel. konkr. Klasse
public:
Rechteck() {a = b = x = y = 0;}
void lesen() {cout « "Laenge: "; cin » a;
cout « "Breite: "; cin » b;
u = umfang(a, b);
i = inhalt(a, b);}
protected:
double umfang(double x, double y) {return(2 * (x + y));}
double inhalt(double x, double y) {return(x * y);}
private:
double a, b, x, y;
};
class Quadrat : public Rechteck { // abgel. konkr. Klasse
public:
Quadrat() {a = 0;}
// Constructor
void lesen() {cout « "Laenge: "; cin » a;
u = umfang(a, a);
i = inhalt(a, a);}
protected:
private:
double a;
};
class Kugel : public Koerper {
// abgel. konkr. Klasse
public:
Kugel() {a = x = y = z = 0;} // Constructor
void lesen()
{cout « "Radius: "; cin » a;
f = flaeche(a, a, a);
v = volumen(a, a, a);}
protected:
private:
double a, x, y, z;
double flaeche(double x,
{return(2 * PI * x *
double volumen(double x,
{return(4 * PI * x *
};
double y, double z)
(y + z));}
double y, double z)
y * z / 3);}
class Quader : public Koerper {
public:
// abgel. konkr. Klasse
114
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Quader() {a = b = c = x = y
void lesen()
{cout « "Laenge: "; cin
cout « "Breite: "; cin
cout « "Hoehe: "; cin
f = flaeche(a, b, c);
v = volumen(a, b, c);}
= z = 0;} // Constructor
» a;
» b;
» c;
protected:
double flaeche(double x, double y, double z)
{return(2 * (x * y + x * z + y * z));}
double volumen(double x, double y, double z)
{return(x * y * z);}
private:
double a, b, c, x, y, z;
};
class Wuerfel : public Quader {
// abgel. konkr. Klasse
public:
Wuerfel() {a = 0;}
// Constructor
void lesen()
{cout « "Laenge: "; cin » a;
f = flaeche(a, a, a);
v = volumen(a, a, a);}
protected:
private:
double a;
};
// Hauptprogramm
int main()
{
int x = 0;
char figur[32];
cout « "\nFlaechen- und Koerperberechnung\n\n";
cout « "Welche Figur? ";
cin » figur;
cout « "\nFigur: " « figur « endl;
// Stringvergleiche, erforderlich, weil in der
// switch-Anweisung nur eine int-Variable stehen kann.
if (!(strcmp(figur, "Kreis"))) x = 21;
if (!(strcmp(figur, "Rechteck"))) x = 22;
if (!(strcmp(figur, "Quadrat"))) x = 23;
if (!(strcmp(figur, "Kugel"))) x = 31;
if (!(strcmp(figur, "Quader"))) x = 32;
if (!(strcmp(figur, "Wuerfel"))) x = 33;
//
//
//
//
Erzeugen des passenden Objektes f. Gilt wie
jede Deklaration nur innerhalb des Blockes {},
weshalb die Methoden lesen() und schreiben()
in jedem Block vorkommen muessen.
switch (x)
{
case 21: {
Kreis f;
// Erzeugen des Objektes f
1.6. KLASSEN
115
f.lesen();
f.schreiben();
break;
}
case 22: {
Rechteck f;
f.lesen();
f.schreiben();
break;
}
case 23: {
Quadrat f;
f.lesen();
f.schreiben();
break;
}
case 31: {
Kugel f;
f.lesen();
f.schreiben();
break;
}
case 32: {
Quader f;
f.lesen();
f.schreiben();
break;
}
case 33: {
Wuerfel f;
f.lesen();
f.schreiben();
break;
}
default:
cout « "Keine gueltige Figur." « endl;
exit(-1);
}
return 0;
}
Quelle 1.64 : C++-Programm zur Berechnung geometrischer Formen
Geometrische Formen legen eine objektorientierte Programmierung nahe, da sie eine
Hierarchie bilden, ähnlich wie Pflanzen oder Tiere. Im Beispiel wird als erstes eine abstrakte
Basisklasse Form definiert, die das enthält, was allen Formen gemeinsam ist. Das ist nicht
viel und steht in den beiden rein virtuellen Funktionen lesen() und schreiben.
Aus der Klasse Form werden die beiden immer noch abstrakten Klassen Flaeche und
Koerper abgeleitet. Von Flächen läßt sich sagen, dass sie einen Umfang und einen Inhalt
haben, ausgedrückt durch die beiden rein virtuellen Funktionen umfang() und inhalt().
Für Körper haben wir entsprechend die abstrakte Klasse Koerper mit den rein virtuellen
Funktionen flaeche() (Oberfläche) und volumen().
Im nächsten Schritt gelangen wir endlich zu konkreten Klassen. Aus der Klasse flaeche
werden die Klassen Kreis und Rechteck abgeleitet, aus der Klasse Rechteck noch die
Klasse Quadrat. Während aus abstrakten Klassen nur weitere, abstrakte oder konkrete
Klassen abgeleitet werden können, lassen sich aus konkreten Klassen weitere konkrete Klassen ableiten oder Objekte bilden.
Bei den Körpern leiten wir analog aus der abstrakten Klasse Koerper die konkreten
Klassen Kugel und Quader ab, aus Quader nochmals Wuerfel.
In den konkreten Klassen erhalten die virtuellen Funktionen auch einen konkreten Inhalt, das heißt, die Platzhalter werden mit den Formeln für den Flächeninhalt eines Kreises
oder Rechtecks besetzt usw. Diese Formeln sehen für jede konkrete geometrische Form anders aus.
116
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Bei einer Klassenableitung wie:
class Kreis : public Flaeche { }
bedeutet das Schlüsselwort public, dass von der zugrunde liegenden Klasse (Basisklasse)
die public members als public und die protected members als protected geerbt werden. Die
private members werden in keinem Fall vererbt. Hätten wir dagegen das Wort private
gebraucht, so wären die vererbten members in der abgeleiteten Klasse privat geworden.
Das Erbrecht zwischen Klassen ist noch differenzierter, auch Freunde können erben, und
eine Klasse kann aus zwei Basisklassen abgeleitet werden, aber erstmal muß Obiges verstanden und geübt werden. Die ausgefeilte Klassenhierarchie hat den Vorteil, dass man auf
jeder Stufe genau das festlegt, was sich dort festlegen läßt, nicht mehr und nicht weniger.
Kontrollen und Änderungen werden stets in einer bestimmten Stufe vorgenommen.
Das Hauptprogramm main() ist vergleichsweise trivial. Nach ein bißchen Benutzerdialog
werden in einer switch-Anweisung die ausgewählten Objekte erzeugt und deren Methoden
aufgerufen, nämlich die ursprünglich virtuellenund in den konkreten Klassen definierten
Funktionen lesen() und schreiben(). Die wesentliche Arbeit steckt in den Klassen.
1.6.4
Memo Klassen
• Bei einem abstrakten Datentyp ist das Innenleben von der Außenseite streng getrennt
(Black Box).
• Klassen sind in einer Programmiersprache formulierte Beschreibungen abstrakter Datentypen.
• Objekte sind Verwirklichungen von Klassen, so wie Variable Verwirklichungen von Typen sind.
• Eine Klasse oder ein Objekt enthält Daten (data members) und Methoden (member
functions).
• Daten und Methoden sind öffentlich (public), geschützt (protected) oder privat. Die Daten sind meist privat. Mindestens eine Methode muß öffentlich sein, sonst nützt die
Klasse nicht viel.
• Aus Klassen können Unterklassen abgeleitet werden, die die öffentlichen und geschützten (protected) Daten und Methoden erben. Die Klassen bilden Hierarchien.
• Von einer abstrakten Klasse können nur Unterklassen, aber keine Objekte abgeleitet
werden. Meist in den oberen Etagen der Hierarchie anzutreffen.
1.6.5
Übung Klassen
Es gibt Aufgaben, deren Struktur eine Modellierung durch eine Klassenhierarchie nahelegt.
Bei anderen hinwiederum wirkt die Objektorientierung verkrampft. Mit C/C++ sind alle Wege offen.
Überlegen Sie, welche Klassen und Objekte man bei der Aufgabe zur Weganalyse zweckmäßig einrichtet. Sind die Wegstrecken oder die Fahrzeuge/Personen als Objekte anzusehen?
Skizzieren Sie – ohne genau auf die Syntax zu achten – eine Klassenhierarchie samt Daten
und Methoden.
In dem Beispielprogramm zur Befeuerung von Binnenschiffen kann man sich gut eine
Hierarchie von Fahrzeugen und entsprechenden Klassen vorstellen, wobei an der Spitze die
Klasse der Hohlkörper von nicht ganz unbedeutender Größe steht.
Auch bei dem Beispiel des Vokabeltrainers ist eine Hierarchie denkbar. Wie könnten die
Klassen, Daten und Methoden aussehen? Welche Vorteile hätte hier die Objektorientierung
vor der prozeduralen Denkweise?
1.7. KLASSEN-BIBLIOTHEKEN
1.7
Klassen-Bibliotheken
1.7.1
C++-Standardbibliothek
117
Standardbibliotheken sind eine Ergänzung der Compiler, ohne die man nicht weit kommt.
Die Benutzer betrachten sie als festen Bestandteil der Compiler, obwohl sie im strengen Sinn
nicht Bestandteil der Sprache sind. Zu C++ gehört ebenso wie zu C eine Standardbibliothek,
deren Umfang und Funktionalität durch eine ISO/ANSI-Norm festgelegt ist. Im wesentlichen
gehören dazu:
• die C-Standardbibliothek (damit man sie nicht extra zu nennen braucht),
• Input/Output-Klassen wie basic_ios,
• String-Klassen wie basic_string,
• numerisches Klassen wie complex,
• Klassen zur Ausnahmebehandlung wie exception,
• sonstige Klassen wie pair und Klassen zur Lokalisation (Anpassung an örtliche Gegebenheiten),
• die Standard Template Library (STL)
Die C++-Standardbibliothek ist wesentlich umfangreicher als die C-Standardbibliothek, sie
erfordert mehr Zeit zum Einarbeiten, aber sie spart viel Mühe. Es ist Zeitverschwendung, die
Klasse Rad neu zu erfinden. Die Standard Template Library spielt eine besondere Rolle, weil
sie einige neue Begriffe in C++ einbringt.
1.7.2
Standard Template Library (STL)
Ein wichtiger Schritt vorwärts in der Standardisierung von C++ war die Annahme der Standard Template Library (STL) als Erweiterung der C++-Standard-Bibliothek durch das
ANSI-Komitee im Jahr 1993. Die STL enthält fünf Gruppen von Komponenten:
• Allgemeine Algorithmen,
• Iteratoren,
• Container,
• Funktionen,
• Adaptoren.
Wenn man in einem C-Programm ein Array linear (sequentiell) nach einem bestimmten
Wert durchsuchen will, sieht die Funktion für Ganzzahlen anders aus als für Strings, obwohl
der Suchalgorithmus derselbe ist. Die Algorithmen der STL sind dagegen allgemein gültig,
indem sie mit Hilfe von Templates den Algorithmus vom Datentyp trennen. Ein Template
(Vorlage, Muster, Schablone) ist eine allgemeine Vorstufe zu einer Funktion oder einer Klasse, der die Typen der verwendeten Daten als Parameter mitgegeben werden – ähnlich wie
bei einem Funktionsaufruf die Typen der Argumente. Der Compiler erzeugt dann aus dem
Template die gewünschte Klasse oder Funktion und nimmt so dem Programmierer Arbeit ab.
Iteratoren sind eine Verallgemeinerung der Pointer. Sie werden eingesetzt, um auf Elemente von Containern zuzgreifen, so wie man mittels Pointerarithmetik auf die Elemente
eines Arrays zugreift. Im Gegensatz zu Pointern bringen sie jedoch eine gewisse eigene Intelligenz mit, so daß der Programmierer – wenn er erst einmal ihre Funktionsweise begriffen
hat – weniger Arbeit aufzuwenden braucht.
Unter Containern, auch Collection genannt, werden Datenstrukturen (Klassen) verstanden, die andere Datenstrukturen oder Objekte enthalten. Damit lässt sich eine Gruppe von
Objekten unter einem Namen gemeinsam handhaben. Sequentielle Container speichern
ihre Objekte in einer Reihe (linear), auf sie kann entweder der Reihe nach oder wahlfrei zugegriffen werden. Daneben gibt es die assoziativen Container, deren Objekte über einen
118
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Schlüssel oder Index zugänglich sind. Der einfachste sequentielle Container ist der Vektor,
ein Array variabler Größe. Der einfachste assoziative Container ist die Menge (Set), in der
jeder Schlüssel nur einmal vorkommen darf. Zu jeder Art von Containern gehört ein Satz von
Methoden. Auch hier braucht sich der Programmierer nicht um die Einzelheiten der Speicherung und der Zugriffe zu kümmern, das hat die Bibliothek bereits erledigt.
Ein Adaptor schließlich macht das, was auch andere Adapter machen: er paßt das Aussehen einer Schnittstelle an neue Erfordernisse an, er verpackt einen Iterator oder einen
Container in eine neue Umhüllung. Damit wird nicht ein neues Objekt geschaffen, sondern
nur seine Außenseite verändert. Das ist oftmals effektiver, als ein neues Objekt zu schreiben.
Um die STL ganz zu verstehen, muß man sie benutzen. Da sie auf einer hohen Abstraktionsebene zu Hause ist, machen sich ihre Vorteile erst bei umfangreicheren Aufgaben bemerkbar. Für Hallo-Welt-Programme ist sie einige Nummern zu groß. Wir verweisen daher
auf das Buch von R OBERT R OBSON und auf unsere Technik-Seite im WWW.
1.7.3
C-XSC
1.7.3.1
Was ist C-XSC?
Für numerische Aufgaben wurde im Institut für Angewandte Mathematik der Universität Karlsruhe eine Klassenbibliothek C-XSC als Ergänzung eines C++-Compilers entwickelt33 . Das Kürzel XSC ist als Extended Scientific Computing zu deuten. Die wichtigsten
Bestandteile von C-XSC sind:
• Arithmetik reeller und komplexer Zahlen sowie Intervallarithmetik mit mathematisch
bestimmten Eigenschaften,
• dynamische Vektoren und Matrizen mit zur Laufzeit veränderbarer Größe,
• Teilfelder (Subarrays) aus Vektoren und Matrizen,
• arithmetische Operatoren und mathematische Standardfunktionen von hoher, bekannter Genauigkeit,
• dynamische Langzahlarithmetik mit zughörigen Standardfunktionen,
• Rundungskontrolle bei der Ein- und Ausgabe,
• Behandlung bestimmter Fehler (z. B. Überschreiten der Indexgrenzen),
• Bibliothek mit Routinen zur Lösung von Standardproblemen der numerischen Analysis.
Zusammen mit der Klassenbibliothek C-XSC geht C++ in der Behandlung numerischer Aufgaben über FORTRAN und andere Programmiersprachen hinaus.
1.7.3.2
Datentypen, Operatoren und Funktionen
C-XSC stellt folgende einfache numerische Datentypen zur Verfügung:
real, interval, complex, cinterval (=complex interval)
samt den zugehörigen arithmetischen und relationalen Operatoren und den mathematischen
Standardfunktionen. Alle vordefinierten arithmetischen Operatoren liefern Ergebnisse mit
einer Genauigkeit von wenigstens einer Einheit der letzten Stelle. Auf diese Weise sind
sie maximal genau im Sinne des wissenschaftlichen Rechnens. Die von den arithmetischen
Operatoren vorgenommenen Rundungen lassen sich durch den Gebrauch der Datentypen
interval und cinterval steuern. Funktionen zur Typumwandlung sind für alle mathematisch sinnvollen Kombinationen verfügbar. Alle mathematischen Standardfunktionen für
einfache numerische Datentypen können mit ihrem gewohnten Namen aufgerufen werden
und liefern Ergebnisse von garantierter hoher Genauigkeit für beliebige Argumente aus dem
33
Dieser Abschnitt ist die gekürzte Übersetzung eines Aufsatzes (1992) von
Dipl.-Math. A NDREAS W IETHOFF, Mitarbeiter des genannten Institutes, siehe
www.uni-karlsruhe.de/˜iam/html/language/cxsc/cxsc.html.
1.7. KLASSEN-BIBLIOTHEKEN
119
Definitosnbereich. Die Standardfunktionen für die Datentypen interval und cinterval
liefern scharfe Einschlüsse der Wertebereiche.
Zu den oben genannten einfachen Datentypen kommen die entsprechenden Felddatentypen (Vektoren und Matrizen):
rvector, ivector, cvector, civector,
rmatrix, imatrix, cmatrix, cimatrix
Der Anwender kann Speicherplatz für diese Arrays zur Laufzeit zuordnen und freigeben.
Auf diese Weise kann dasselbe Programm für Arrays unterschiedlicher Größe benutzt werden, begrenzt nur durch den Arbeitsspeicher. Es wird nicht mehr Speicher von den Daten
belegt, als wirklich benötigt wird. Beim Zugriff auf Arrays wird der Indexbereich zur Laufzeit geprüft, um Programmabstürze durch unzulässige Speicherzugriffe (memory faults) zu
verhindern.
Hier ein Beispiel für die dynamische Größenänderung einer Matrix:
...
int n, m;
cout << "Dimensionen n, m eingeben: ";
cin >> n >> m;
imatrix B, C, A(n,m);
Resize(B,m,n);
...
C = A * B;
/* A[1][1] ... A[n][m] */
/* B[1][1] ... B[m][n] */
/* C[1][1] ... C[n][n] */
Mit Hilfe des C++-ostream-Objektes cout wird ein String nach stdout geschrieben, dann
werden mit cin die beiden Indexgrenzen n und m von stdin eingelesen. Die Vereinbarung
eines Vektors oder einer Matrix ohne Angabe der Indexgrenzen liefert einen Vektor mit einer
Komponente oder eine Matrix mit je einer Zeile und Spalte. Speicher für diese Objekte wird
erst an einer späteren Stelle im Programm zur Laufzeit zugewiesen. Die Matrix A wird gleich
in der richtigen Größe angelegt. Die Resize-Anweisung bringt die Matrix B zur Laufzeit an
dieser Programmstelle auf die erforderliche Größe.
Die Belegung von Speicherplatz für einen Vektor oder eine Matrix kann auch implizit –
ohne eine ausdrückliche Anweisung wie Resize – durch eine Zuweisung erfolgen. Falls die
Indexgrenzen des Objektes auf der rechten Seite einer Zuweisung nicht mit den Indexgrenzen
des Objektes auf der linken Seite übereinstimmen, wird das linke Objekt angepaßt, wie es
hier mit der Matrix C geschieht.
Der dynamisch zugewiesene Speicherplatz eines lokal vereinbarten Arrays wird automatisch beim Verlassen des Gültigkeitsbereiches freigegeben. Hinsichtlich Lebensdauer und
Gültigkeitsbereich besteht kein Unterschied zu den aus C gewohnten Arrays.
Die Größe eines Vektors oder einer Matrix kann jederzeit durch Aufrufen der Funktionen
Lb() und Ub() für die untere bzw. obere Indexgrenze ermittelt werden.
1.7.3.3
Teilfelder von Vektoren und Matrizen
C-XSC stellt eine eigene Schreibweise für die Handhabung von Teilfeldern (Subarrays) von
Vektoren und Matrizen zur Verfügung. Subarrays sind beliebige rechteckige Ausschnitte aus
Arrays. Alle vordefinierten Operatoren nehmen auch Subarrays als Operanden an. Ein Subarray einer Matrix oder eines Vektors wird über den ()-Operator oder über den []-Operator
angesprochen. Der ()-Operator bezeichnet ein Subarray eines Objektes vom selben Typ wie
das ursprüngliche Objekt. Ist beispielsweise A eine reelle n x n-Matrix, dann ist A(i,i) die
linke obere i x i-Submatrix. Man beachte, daß die Klammern in der Deklaration eines dynamischen Vektors oder einer ebensolchen Matrix kein Subarray bezeichnen, sondern den
Indexbereich des anzulegenden Objektes einschließen. Der []-Operator erzeugt ein Subarray
eines niedrigeren Typs. Wenn A eine Matrix vom Typ n x n-rmatrix ist, dann ist A[i] die
i-te Zeile von A mit dem Typ rvector, und A[i][j] ist das (i,j)-te Element von A mit dem Typ
real.
120
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Beide Arten des Zugriffs auf Subarrays können auch verbunden werden, beispielsweise
ist A[k](i,j) ein Subvektor von Index i bis Index j des k-ten Zeilenvektors der Matrix A.
Den Gebrauch von Subarrays zeigt das folgenden Beispiel, das die LU-Faktorisierung
einer n * n-Matrix A beschreibt:
for (j = 1; j <= n - 1; j++) {
for (k = j + 1; k <= n; k++) {
A[k][j]
= A[k][j] / a[j][j];
A[k](j + 1, n) = A[k](j + 1, n) - A[k][j] * A[j](j + 1, n);
}
}
Dieses Beispiel nutzt zwei wichtige Möglichkeiten von C-XSC. Erstens sparen wir
uns eine Schleife durch die Verwendung von Subarrays. Das vereinfacht das Programm. Zweitens ist der obige Programmausschnitt unabhängig vom Typ der Matrix A
(rmatrix, imatrix, cmatrix oder cimatrix), da alle arithmetischen Operatoren so vordefiniert sind wie man es in der Mathematik erwartet.
1.7.3.4
Genaue Auswertung von Ausdrücken
Beim Auswerten arithmetischer Ausdrücke spielt die Genauigkeit eine entscheidende Rolle
in vielen Algorithmen. Auch wenn alle arithmetischen Operatoren und Standardfunktionen
für sich allein maximaler genau sind, so liefern zusammengesetzte Ausdrücke doch nicht
notwendigerweise Ergebnisse maximaler Genauigkeit. Deshalb sind Verfahren entwickelt
worden, die numerische Ausdrücke mit hoher und auf mathematischem Wege garantierter
Genauigkeit auswerten.
Eine besondere Art solcher Ausdrücke sind die sogenannten Skalarproduktausdrücke.
Sie sind als eine Summe einfacher Ausdrücke definiert. Ein einfacher Ausdruck ist entweder
eine Variable, eine Konstante oder ein einzelnes Produkt von zweien solcher Objekte. Die
Variablen dürfen vom Typ Skalar, Vektor oder Matrix sein. Nur die mathematisch sinnvollen
Operationen sind für die Addition und die Multiplikation zugelassen. Das Ergebnis der Auswertung eines solchen Ausdrucks ist entweder ein Skalar, ein Vektor oder eine Matrix. In der
numerischen Analysis sind Skalarprodukte von entscheidender Bedeutung. Beispielsweise
gründen sich Verfahren zur Fehlerkorrektur oder zur iterativen Verbesserung bei linearen
oder nichtlinearen Aufgaben auf Skalarprodukte. Eine Auswertung dieser Ausdrücke mit
maximaler Genauigkeit vermeidet Fehler durch Auslöschung. Für eine Auswertung mit einer
Genauigkeit von einer Einheit der letzten Stelle stellt C-XSC die folgenden DotprecisionDatentypen zur Verfügung:
dotprecision, cdotprecision, idotprecision, cidotprecision
Zwischenergebnisse eines Skalarproduktes können ohne jeden Rundungsfehler in einer
Dotprecision-Variablen errechnet und gespeichert werden. Die folgende Funktion berechnet
eine maximal genaue Einschließung des Defektes b - Ax eines linearen Gleichungssystems
Ax = b :
ivector defect (rvector b, rmatrix A, rvector x)
{
idotprecision accu;
ivector INCL (Lb(x), Ub(x));
for (int i = Lb(x); i <= Ub(x); i++) {
accu = b[i];
accumulate(accu, -A[i], x);
INCL[i] = rnd(accu);
}
return INCL;
}
1.7. KLASSEN-BIBLIOTHEKEN
121
Quelle 1.65 : C-XSC-Funktion defect() zur Defekteinschließung
In obigem Beispiel berechnet die Funktion accumulate() die Summe:
n
X
−Aij · xj
j=1
und addiert das Ergebnis zu dem Dotprecision-Akkumulator accu ohne Rundungsfehler. Die
idotprecision-Variable accu wird mit b[i] initialisiert. Schließlich wird der Wert im Akkumulator maximal genau auf das Standard-Intervall INCL[i] gerundet. Auf diese Weise
sind die Grenzen von INCL[i] entweder gleich oder zwei beanchbarte Gleitkommazahlen.
Für alle Dotprecision-Datentypen steht ein verringerter Satz vordefinierter Operatoren
zur Verfügung, um fehlerfreie Ergebnisse zu berechnen. Die überladene SkalarproduktFunktion accumulate() und die Rundungsfunktion rnd() sind für alle sinnvollen Typkombinationen verfügbar.
1.7.3.5
Dynamische Langzahl-Arithmetik
Neben den Klassen real und interval gibt es die dynamischen Klassen l_real (long real)
und l_interval (long interval) ebenso wie die entsprechenden dynamischen Vektoren und
Matrizen samt allen arithmetischen und relationalen Operatoren und allen Standardfunktionen mit mehrfacher Genauigkeit. Die Rechengenauigkeit läßt sich vom Benutzer während
der Laufzeit kontrollieren. Mittels Ersetzen der Typen real und interval durch l_real
und l_interval in den Deklarationen wird ein Anwendungsprogramm zu einem Programm
mit mehrfacher Genauigkeit. Dieses Konzept gibt dem Benutzer ein mächtiges und einfach
zu handhabendes Werkzeug zur Fehleranalyse in die Hand. Weiterhin ist es möglich Programme zu schreiben, die numerische Ergebnisse mit einer vom Benutzer vorgegebenen Genauigkeit liefern, indem man intern die Rechengenauigkeit zur Laufzeit in Abhängigkeit von
den Fehlerschranken der Zwischenergebnisse anpaßt.
Alle vordefinierten Operatoren für die Typen real und interval sind auch für die Typen l_real und l_interval verfügbar. Zusätzlich sind auch alle möglichen Kombinationen
von Operatoren für Typen einfacher und mehrfacher Genauigkeit vorhanden. Im folgenden
wird ein Programm mit einfacher Genauigkeit und sie entsprechende Version mit mehrfacher
Genauigkeit gezeigt:
main()
{
interval a, b;
a = 1.0;
b = 3.0;
cout << "a/b = " << a/b;
/*
/*
/*
/*
Standard-Intervall */
a = [1.0, 1.0] */
b = [3.0, 3.0] */
a/b = [0.333333333333,
0.333333333334] */
}
Quelle 1.66 : C-XSC-Programm einfacher Genauigkeit
main()
{
l_interval a, b;
a = 1.0;
b = 3.0;
stagprec = 2;
cout << "a/b = " << a/b;
}
/* Langzahl-Intervall */
/* Globale int-Variable */
/* a/b =
[0.333333333333333333333333,
0.333333333333333333333334] */
122
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Quelle 1.67 : C-XSC-Programm mehrfacher Genauigkeit
Zur Laufzeit bestimmt die vordefinierte globale int-Variable stagprec (staggered precision) die Rechengenauigkeit der Langzahl-Arithmetik in Schritten einer real-Zahl (64-BitMaschinenwort). Die Genauigkeit einer Langzahl ist als die Anzahl von real-Zahlen definiert, die zur Speicherung der langen Zahl verwendet werden. Ein Objekt des Typs l_real
oder l_interval kann seine Genauigkeit zur Laufzeit ändern. Komponenten eines Vektors
oder einer Matrix dürfen von unterschiedlicher Genauigkeit sein. Alle Standardfunktionen
und sonstigen Funktionen der Langzahl-Arithmetik berechnen numerische Ergebnisse mit
einer Genauigkeit, die durch den augenblicklichen Wert von stagprec bestimmt ist. Speicherzuweisung, das Ändern der Größe von Arrays und das Arbeiten mit Subarrays verlaufen
ähnlich wie bei den entsprechenden Datentypen einfacher Genauigkeit.
1.7.3.6
Ein- und Ausgabe in C-XSC
Unter Verwendung des Stream-Konzeptes und der überladbaren Operatoren << und >>
von C++ ermöglicht C-XSC das Runden und Formatieren aller seiner Datentypen während
der Ein- und Ausgabe, auch für die Dotprecision- und Langzahldatentypen. Ein-/AusgabeParameter wie die Richtung der Rundung, Feldbreite usw. benutzen auch die überladenen I/O-Operatoren zum Formatieren der Ein- und Ausgabe. Falls ein neuer Satz von I/OParametern verwendet werden soll, kann der alte auf einem internen Stack gespeichert und
bei Bedarf zurückgeholt werden. Das folgende Beispiel zeigt die Möglichkeiten von C-XSC
zur Ein- und Ausgabe:
main()
{
real a, b; interval c;
cout <<
cout <<
cin >>
cout <<
cin >>
"[0.11,
cout <<
cout <<
cout <<
cout <<
"Bitte reelle Zahlen a, b
RndDown;
a;
/*
RndUp;
b;
/*
0.22]" >> c;
/*
SaveOpt;
/*
SetPrecision(20, 16); /*
Hex;
/*
c << RestoreOpt;
/*
eingeben: ";
lies a abwaerts gerundet */
lies b aufwaerts gerundet */
String nach Intervall */
I/O-Parameter auf Stack */
Feldbreite, Stellen */
hexadezimale Ausgabe */
alte I/O-Param. zurueck */
}
Quelle 1.68 : C-XSC-Programm mit formatierter Ein- und Ausgabe
1.7.3.7
C-XSC-Numerikbibliothek
Die C-XSC-Numerikbibliothek ist eine Sammlung von Funktionen und Programmen zur Lösung von Standardaufgaben der numerischen Analysis mit garantierter Genauigkeit der Ergebnisse. Folgende Bereiche werden abgedeckt:
• Auswertung und Nullstellen von Polynomen,
• Lineare Systeme, Matrizeninvertierung,
• Eigenwerte, Eigenvektoren,
• Schnelle Fourier-Transformation,
• Nullstellen nichtlinearer Gleichungen,
• Anfangswertprobleme bei gewöhnlichen Differentialgleichungen.
1.7. KLASSEN-BIBLIOTHEKEN
1.7.3.8
123
Beispiel Intervall-Newton-Verfahren
Zu bestimmen sei der Einschluß einer Nullstelle einer reellen Funktion f (x). Die erste Ableitung f 0 (x) sei stetig im Intervall [a, b] und es gelte:
0∈
/ {f 0 (x), x ∈ [a, b]}
und
f (a) · f (b) < 0.
Falls Xn eine Einschließung der Nullstelle ist, dann wird eine verbesserte Einschließung
Xn+1 mittels der Formel:
f (m(Xn ))
Xn+1 := m(Xn ) −
∩ Xn
f 0 (Xn )
berechnet, wobei m(X) ein Punkt im Intervall X ist, üblicherweise die Mitte. Die Funktion
sei in diesem Beispiel:
√
f (x) = x + (x + 1) · cos x
Nun das Programm:
/* C-XSC-Programm Newton-Verfahren mit Intervallen
Funktion f(x) = sqrt(x) + (x + 1) cos(x)
Inst. Angewandte Mathematik, Universitaet Karlsruhe */
#include "interval.hpp"
#include "imath.hpp"
// Interval arithmetic package
// Interval standard functions
interval f(real& x)
// Function f()
{
interval y;
y = x;
// Use interval arithmetic
return (sqrt(y) + (y + 1.0) * cos(y));
}
interval deriv(interval& x) // Derived function f’()
{
return (1.0 / (2.0 * sqrt(x)) + cos(x) - (x + 1.0) * sin(x));
}
int criter(interval& x)
// Function testing f(a)*f(b) < 0
{
interval Fa, Fb;
Fa = f(Inf(x));
Fb = f(Sup(x));
return (Sup(Fa * Fb) < 0.0 && !(0.0 <= deriv(x)));
// <= means element of
}
main()
{
interval y, y_old;
cout << "Please enter starting interval: "; cin >> y;
cout << "SetPrecision(20, 12);
if (criter(y))
do {
y_old = y;
cout << "y = " << y << endl;
y = (mid(y) - f(mid(y)) / deriv(y)) & y;
// & means intersection
124
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
} while (y != y_old);
else
cout << "Criterion not satisfied!" << endl;
}
Quelle 1.69 : C-XSC-Programm Intervall-Newton-Verfahren
Weitere Beispiele finden sich in dem Buch von R UDI K LATTE und anderen, siehe Anhang H Zum Weiterlesen auf Seite 234.
1.7.4
X11-Programmierung mit dem Qt-Toolkit
Der Quasar-Toolkit (Qt) ist eine Widget-Bibliothek der Firma Troll Tech (www.troll.no),
die sowohl für das X Window System (X11) als auch für Microsoft Windows erhältlich ist. Für
die Entwicklung freier UNIX-Software ist die Nutzung der Bibliothek kostenlos; vor einiger
Zeit hat Troll Tech die Bibliothek unter eine OpenSource-Lizenz (www.opensource.org)
gestellt, so daß auch Änderungen an den Quellen erlaubt sind. Bekannt wurde Qt als Basis
der Arbeitsumgebung KDE (www.kde.org).
Die X11-Programmierung gestaltet sich mit Qt deutlich einfacher als mit anderen Bibliotheken (Motif) und ist geprägt einerseits durch die Verwendung von C++, andererseits durch
den Mechanismus von Signalen und Slots; beides trägt wesentlich zur effizienteren und
weniger fehleranfälligen Programmierung bei.
Die libQt eignet sich auch hervorragend, um das Konzept der objektorientierten Programmierung besser zu verstehen: Benötigt man beispielsweise eine neue Art von Knopf, entwickelt man auf der Basis der abstrakten Klasse QButton eine neue Klasse, die damit alle
Grundeigenschaften von Knöpfen erbt (abstrakt bedeutet hier, daß die Klasse einige Funktionen enthält, die implementiert werden müssen, bevor die Klasse verwendet werden kann);
neu schreiben muß man nur noch die Funktionen drawButton() und drawButtonLabel(),
die für die eigentliche Darstellung des Knopfes verantwortlich zeichnen. Diese Vorgehensweise läßt sich verallgemeinern: Um ein neues Widget zu entwickeln, geht man von einem in der
Bibliothek bereits vorhandenen aus, das in seinen Eigenschaften dem gewünschten Ergebnis
möglichst nahe kommt, und schreibt nur diejenigen Funktionen neu, die sich unterscheiden
beziehungsweise dazukommen.
Signale und Slots gestalten die Kommunikation zwischen verschiedenen Programmteilen.
Ein Widget (z. B. ein Knopf) sendet bei einem bestimmten Ereignis (der Knopf wird vom Benutzer betätigt) ein Signal aus (in diesem Fall das Signal clicked()), das vorher mit einem
Slot in einem anderen Programmteil verbunden wurde. Viele Widgets beinhalten dearartige Slots; selbstverständlich kann man auch in seinen eigenen Klassen Funktionen als Slots
deklarieren.
Um eigene Klassen mit Slots zu implementieren, ist die Verwendung des Meta Object
Compilers moc vonnöten, der, auf die Klassendeklaration angewandt, einige Makros ersetzt;
dieser Schritt ist notwendig, da das Konzept von Signalen und Slots nicht in C++ enthalten
ist. Üblicherweise wird man die Klassendeklarationen in einer Include-Datei unterbringen,
auf das dann der Meta Object Compiler angewandt wird. Die Ausgabe von moc leitet man in
eine Datei mit der Kennung .moc um, die anstelle der Include-Datei mit den Klassendeklarationen eingebunden wird.
Das folgende Beispiel besteht aus einem Makefile, einer Include-Datei und dem eigentlichen Programm. Das Programm öffnet ein Fenster und bringt in dessen Mitte eine Beschriftung in Form eines für derartige Zwecke klassischen Textes sowie an der Fensterunterseite
einen Knopf an. Wird der Knopf betätigt, ändert sich die Beschriftung, und nach 1500 ms
beendet sich das Programm.
# Makefile fuer qhello
# es werden die Include-Files von X11 und Qt benoetigt
INC = -I/usr/X11R6/include -I/usr/lib/qt/include
1.7. KLASSEN-BIBLIOTHEKEN
125
# gelinkt wird gegen die libX11 (in /usr/X11R6/lib)
# und die libqt (in /usr/lib, dort automatisch gesucht)
LIB = -L/usr/X11R6/lib -lX11 -lqt
# der verwendete C++-Compiler - hier GNU C++
CPP = g++
# benoetigt wird neben dem Source-Code das moc-File
all:
qhello.cpp qhello.moc
$(CPP) -o qhello qhello.cpp $(INC) $(LIB)
# moc-File wird aus qhello.h gewonnnen;
# moc muss im PATH stehen
qhello.moc:
qhello.h
moc qhello.h > qhello.moc
Quelle 1.70 : Makefile zu qhello.cpp
/* Include-File fuer qhello */
// Die Klasse HelloWidget erbt ihre Eigenschaften
// von der Klasse QWidget
class HelloWidget
: public QWidget
{
// Q OBJECT; muss in jeder Klasse, die Signals oder
// Slots implementiert, stehen
Q OBJECT;
// die Konstruktor-Funktion (ohne void)
public:
HelloWidget(QWidget *parent = 0, const char *name = 0);
// ein Signal, das diese Klasse aussendet
signals:
void neuerText( const char * );
// Pointer fuer verwendete Widgets
private:
QLabel *helloLabel;
QPushButton *quitButton;
QTimer *quitTimer;
// ein Slot, der spaeter mit quitButton verbunden wird
private slots:
void tschuess();
};
Quelle 1.71 : Include-Datei zu qhello.cpp
/* qhello.cpp - Beispiel fuer die Programmierung mit Qt */
#include
#include
#include
#include
#include
<qapplication.h>
<qwidget.h>
<qlabel.h>
<qpushbutton.h>
<qtimer.h>
//
//
//
//
//
benoetigt jedes Qt-Programm
fuer unser Hauptfenster
fuer die Beschriftung
fuer den Quit-Button
fuer zeitverzoegertes Beenden
// an dieser Stelle wird das moc-File eingebunden;
// es enthaelt die Prototypen fuer unsere Klasse
#include "qhello.moc"
126
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
// die Konstruktorfunktion unserer Klasse
HelloWidget::HelloWidget(QWidget *parent, const char *name)
: QWidget( parent, name )
{
// die Groesse des Hauptfensters setzen
resize( 200, 100 );
// eine Beschriftung wird erzeugt und plaziert
helloLabel = new QLabel( "hello, world!", this );
helloLabel->move( 60, 30 );
// Signal neuerText()
// dieses Objekts wird mit helloLabel verbunden
// setText() ist Slot zum Setzen des Beschriftungstextes
connect(this, SIGNAL(neuerText(const char *)), helloLabel,
SLOT( setText( const char * ) ) );
// quitButton wird erzeugt und plaziert...
quitButton = new QPushButton( "Quit", this );
quitButton->move( 0, 80 );
quitButton->resize( 200, 20 );
// ... und verbunden mit unserem Slot tschuess()
connect(quitButton, SIGNAL(clicked()), this, \
SLOT(tschuess()));
}
// unser Slot tschuess(), der mit quitButton verbunden ist
void HelloWidget::tschuess()
{
// Signal neuerText() aussenden (an helloLabel)
emit( neuerText( "Tschuess!!!" ) );
// einen Timer einrichten und starten, Laufzeit 1500 ms
quitTimer = new QTimer( this );
quitTimer->start( 1500 );
// bei Ablauf des Timers wird Slot quit() der Haupt// applikation ausgefuehrt, der das Programm beendet
connect(quitTimer, SIGNAL(timeout()), qApp, \
SLOT(quit()));
}
// Hauptprogramm
int main( int argc, char **argv )
{
// QApplication ist die Klasse fuer die Hauptapplikation
// argc und argv muessen uebergeben werden, um z. B.
// geometry-Informationen auszuwerten
QApplication MeineAnwendung( argc, argv );
// unser Hauptwidget
HelloWidget MeinWidget;
// setzen als MainWidget der Applikation
MeineAnwendung.setMainWidget( &MeinWidget );
// und darstellen
MeinWidget.show();
// hiermit wird die Hauptapplikation ausgefuehrt
return MeineAnwendung.exec();
}
Quelle 1.72 : C++-Programm qhello.cpp mit Verwendung des Qt-Toolkit
1.8. ÜBERLADEN VON OPERATOREN
127
Für das Hauptfenster werden ein neues Widget von der Widget-Oberklasse QWidget
abgeleitet, das Beschriftung und Knopf erzeugt und das Signal clicked(), welches der
Knopf bei Betätigung aussendet, mit dem klasseneigenen Slot tschuess() verbunden. Dieser Slot sendet das ebenfalls klasseneigene Signal neuerText() aus, das vorher mit dem
Slot setText() des Beschriftungsfeldes verbunden wurde. Dieser Slot setzt, seinem Namen
gemäß, den Text des Beschriftungsfeldes neu. Gleichzeitig wird ein Timer erzeugt und gestartet, der nach 1500 ms das Signal timeout() aussendet, welches wiederum mit dem Slot
quit() der Hauptapplikation verbunden wird. Die Funktion dieses Slots ergibt sich ebenfalls aus seinem Namen.
Dieses Basisprogramm läßt sich unter Zuhilfename der exzellenten OnlineDokumentation zu Qt, die sich auf dem Webserver von Troll Tech (www.troll.no)
findet, schnell erweitern. Probieren Sie es aus: Die Programmierung mit Qt ist auch für
C++-Einsteiger und Anfänger in der X11-Programmierung einfach zu erlernen und zeitigt
schnell Erfolgserlebnisse.
1.8
Überladen von Operatoren
Die arithmetischen Operationen auf Ganzzahlen unterscheiden sich von denen auf Gleitkommazahlen, insbesondere die Division. Dennoch verwenden wir dieselben Operatoren. Das
Programm erkennt aus dem Zusammenhang, welche Art von Operation gefragt ist. Diese
Möglichkeit, einem Operator je nach Zusammenhang verschiedene Bedeutungen (Definitionen) zu geben, ist in C++ verallgemeinert worden und läßt sich auf fast jeden Operator und
jede Funktion ausdehnen.
Wir sehen uns am Beispiel eines C++-Programmes zur Berechnung von Primzahlen nach
dem Divisionsverfahren an, wie ein Operator überladen wird:
/* prim.C, C++-Programm zur Berechnung von Primzahlen
zu compilieren mit CC -o prim prim.C */
/* $Header: /home/debian/prog/quellen/primplus.tex,v 1.1.1.1 2005/02/06 19:44:00 wu
#include <iostream.h>
#include <stdio.h>
/***********/
/* Klassen */
/***********/
class PRIM {
// Definition der Klasse PRIM
public:
PRIM(int, int);
PRIM& operator++();
int get count();
int get prim();
//
//
//
//
//
//
nach aussen sichtbar,
Methoden
Default Constructor
Ueberladen von ++ (Praefix)
Zugriff auf Anzahlen
Zugriff auf Primzahlen
int prim count;
int prim number;
//
//
//
//
nicht nach aussen sichtbar,
Daten
Anzahl der Primzahlen
aktuelle Primzahl
private:
};
/************/
/* Methoden */
/************/
PRIM::PRIM(int anzahl = 1, int primzahl = 2) // Constructor
{
prim count = anzahl;
128
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
prim number = primzahl;
}
// Folgende (triviale) Zugriffsmethoden sind erforderlich,
// da die Variablen prim count und prim number privat sind:
int PRIM::get count()
{
return(prim count);
}
int PRIM::get prim()
{
return(prim number);
}
/***************************************/
/* Ueberladen des ++ Praefix-Operators */
/***************************************/
PRIM& PRIM::operator++()
{
if (prim number == 2)
prim number++;
++prim count;
return(*this);
}
{
// Test auf 2
// 2 + 1 = 3, naechste Primzahl
// Inkrementierung der Anzahl
// aktuelles Objekt zurueckgeben
for ( ; ; ) {
// ewige Schleife, bis break
prim number += 2; // naechste ungerade Zahl
// true
int prim flag = 1;
int haelfte = (prim number / 2);
for (int i = 3; i < haelfte; i += 2) {
if (((prim number / i) * i) == prim number) {
// false, teilbar
prim flag = 0;
break;
}
}
if (prim flag) break;
// Verlassen der e. S.
}
++prim count;
// Inkrementierung der Anzahl
return(*this);
// aktuelles Objekt zurueckgeben
}
/*****************/
/* Hauptprogramm */
/*****************/
int main(int argc, char *argv[])
{
int max;
PRIM pzahl;
// Obergrenze
// Erzeugung des Objektes pzahl
// Obergrenze ermitteln
if (argc > 1) {
sscanf(*(argv + 1), "%d", &max);
}
else {
cout « "Obergrenze eingeben: ";
cin » max;
}
// Ueberschrift ausgeben
1.9. PRÄPROZESSOR
129
cout « "\nPrimzahlen bis " « max « " inkl.: \n\n";
// Primzahlen berechnen und ausgeben
while (pzahl.get prim() <= max) {
cout « pzahl.get prim() « ’\n’;
// naechste Primzahl mittels ++-Operator:
++pzahl;
}
// Schlussbemerkung
cout « "Gesamtzahl: " « pzahl.get count() - 1 « "\n\n";
return 0;
}
Quelle 1.73 : C++-Programm zur Berechnung von Primzahlen
Im Hauptprogramm wird zunächst die Obergrenze aus der Kommandozeile oder im Dialog ermittelt. Dann wird eine Überschrift ausgegeben. Der Witz kommt im Rumpf der whileSchleife. Offenbar wird die jeweils nächste Primzahl durch den Präfix-Operator ++ erreicht,
mit dem man vor der Überladung nur Ganzzahlen um jeweils 1 inkrementieren konnte. Hinter dem überladenen Operator versteckt sich der Algorithmus zur Berechnung der nächsten
Primzahl. Hier wird die Teilbarkeit der aktuellen Zahl prime_number dadurch ermittelt,
daß sie durch die kleineren ungeraden Zahlen i ganzzahlig dividiert und gleich wieder mit
dem Divisor multipliziert wird. Ergibt sich der alte Dividend, so verlief die Division ohne
Rest, die aktuelle Zahl war teilbar und somit keine Primzahl. So geht es auch, wir werden im
Programm 1.89 auf Seite 153 den modulo-Operator verwenden.
Die Überladung bewirkt, daß der Präfix-Operator ++, angewandt auf ein Objekt der Klasse PRIM, die jeweils nächste Primzahl erzeugt. Man hätte auch einen anderen Operator nehmen können. Die für Klassen definierten Operatoren wie :: dürfen nicht überladen werden,
da sie gebraucht werden. Bei Operatoren wie der Bedingten Bewertung ?: ist schwer vorstellbar, welche neue Bedeutung sie erhalten sollten.
1.9
Präprozessor
Beim Aufruf des Compilers wird der Quelltext als erstes von einem Präprozessor bearbeitet. Dieser führt die define- und include-Anweisungen aus und entfernt Kommentare sowie Zeichenpaare Backslash-Zeilenwechsel (verbindet Fortsetzungszeilen, der Zeilenwechsel
muss unmittelbar auf den Backslash folgen).
1.9.1
define-Anweisungen
Die define-Anweisung dient zwei Zwecken: Sie definiert symbolische Konstanten sowie
Makros. Eine symbolische Konstante ist ein konstanter Operand (auch ein String), der mit
der define-Anweisung Namen und Wert erhält und im weiteren Programm nur noch mit
seinem Namen aufgerufen wird:
#define MWST 1.15
....
brutto = netto * MWST;
Damit erleichtert man Änderungen, die sich so auf eine Stelle beschränken, und vermeidet
das Auftauchen rätselhafter Zahlen (magic numbers) mitten im Programm. Bei Strings sind
die Gänsefüßchen mit in die Definition zu nehmen und beim Aufruf nicht zu wiederholen.
Ein Makro ist eine nicht zu lange Folge von Ausdrücken und Anweisungen, alternativ zu
einer kurzen Funktion. Das Makro wird zu in-line-Code und damit etwas schneller als die
Funktion, die Parameterübergabe entfällt. Andererseits wird der ausführbare Code etwas
länger. Ein Beispiel:
130
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
#define NEWFILE fprintf(stderr, "Datei?\n");
if (gets(name) == NULL) done()
....
if (argc < 2) NEWFILE;
Der Präprozessor ersetzt jedes NEWFILE im Programm buchstäblich durch die definierte
Folge. Das spart Tipperei und verbessert die Übersichtlichkeit. Zeichenfolgen in Stringkonstanten (in Gänsefüßchen) werden nicht ersetzt; das Progrämmchen:
#define PI 3.14159
int main()
{
printf("Die Zahl PI ist %f\n", PI);
}
schreibt wie erhofft auf den Bildschirm:
Die Zahl PI ist 3.141590
Bei arithmetischen Makros muß man aufpassen, damit sie nicht infolge von Vorrangregeln
in unbeabsichtigter Weise ausgeführt werden; am besten setzt man deutliche Klammern:
#define DELTA(a, b) ((a) - (b))
Hier können die Ausdrücke a und b aussehen, wie sie wollen, und in eine beliebige Umgebung
eingebettet sein, das Makro wird immer als Differenz der beiden Ausdrücke aufgefaßt. Im
Gegensatz dazu würde eine Definition ohne Klammern wie:
PROD(a, b) a * b
in einem Zusammenhang wie:
x = n * PROD(r - s, t + u);
zu folgender Ersetzung führen:
x = n * r - s * t + u;
wie man durch manuelles Einsetzen leicht nachvollzieht, und das ist vermutlich nicht das
Gewünschte.
Mittels der undef-Anweisung widerruft man eine vorhergehende define-Anweisung.
Das kommt selten vor. Hat man ein Makro und eine Funktion desselben Namens und will
unbedingt die Funktion haben, so undefiniert man das Makro.
1.9.2
include-Anweisungen
Die include-Anweisung führt dazu, dass der Präprozessor die anschließend genannte Datei
(Include-Datei, Header-Datei, Definitionsdatei) mit zu dem Programmtext lädt, bevor dieser
zum eigentlichen Compiler gelangt. Die Include-Dateien ihrerseits enthalten symbolische
Konstanten und Makros. Grundsätzlich jedoch dürfen sie alles enthalten, was nicht gegen
die Regeln von C/C++ verstößt, also auch Kommentar oder Programmteile.
Die Namen der Standard-Include-Dateien sind in <> einzuschließen, die Namen eigener Include-Dateien in Gänsefüßchen. Letztere werden zuerst in dem Verzeichnis gesucht, in
dem auch das Quellprogramm steht. Falls der Präprozessor dort nicht fündig wird, oder falls
der Name in spitzen Klammern eingeschlossen ist, wird in vorgegebenen Verzeichnissen wie
/usr/include gesucht. Durch Compileroptionen (siehe man cpp) läßt sich die Suche steuern.
Die Include-Dateien sind lesbar und finden sich im Verzeichnis /usr/include, vom Benutzer erstellte Include-Dateien im selben Verzeichnis wie die Programmquelle. Die DateiKennung .h ist üblich, aber nicht notwendig. Als Beispiel sehen wir uns die häufig gebrauchte Datei <stdio.h> in gekürzter Form an:
1.9. PRÄPROZESSOR
/* @(#) $Revision: 1.1.1.1 $ */
#ifndef _NFILE
#define _NFILE 60
#define BUFSIZ 1024
/*
* buffer size for multi-character output to
* unbuffered files
*/
#define _SBFSIZ 8
typedef struct {
int _cnt;
unsigned char *_ptr;
unsigned char *_base;
short _flag;
char _file;
} FILE;
/*
* _IOLBF means that a file’s output will be buffered
* line by line.
* In addition to being flags, _IONBF, _IOLBF and _IOFBF
* are possible values for "type" in setvbuf.
*/
#define _IOFBF 0000
#define _IOREAD 0001
#define _IOWRT 0002
#define _IONBF 0004
#define _IOMYBUF 0010
#define _IOEOF 0020
#define _IOERR 0040
#define _IOLBF 0200
#define _IORW 0400
#ifndef
#define
#endif
#ifndef
#define
#endif
NULL
NULL 0
EOF
EOF (-1)
#define stdin (&_iob[0])
#define stdout (&_iob[1])
#define stderr (&_iob[2])
#ifndef lint
#define get(p) ->_cnt < 0 ? _filbuf(p) : (int) *(p)->_ptr++)
#define putc(x, p)
(--(p)->_cnt < 0 ? \
_flsbuf((unsigned char) (x), (p)) : \
(int) (*(p)->_ptr++ = (unsigned char) (x)))
#define getchar()
getc(stdin)
#define putchar(x)
putc((x), stdout)
#define clearerr(p) ((void) ((p)->_flag &= \
~(_IOERR | _IOEOF)))
131
132
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
#define feof(p)
#define ferror(p)
#define fileno(p)
#else
void clearerr();
#endif not lint
extern
extern
extern
extern
extern
extern
extern
extern
((p)->_flag & _IOEOF)
((p)->_flag & _IOERR)
(p)->_file
FILE _iob[_NFILE];
FILE *fopen(), *fdopen(), *freopen(), *popen();
FILE *tmpfile();
long ftell();
void rewind(), setbuf();
char *ctermid(), *cuserid(), *fgets(), *gets();
char *tmpnam();
unsigned char *_bufendtab[];
#endif NFILE
Quelle 1.74 : Include-Datei /usr/include/stdio.h, gekürzt
Die Standard-Include-Dateien wie stdio.h dürfen in beliebiger Reihenfolge im Programm aufgeführt werden, auch mehrmals. Es dürfen auch zwei Standard-Include-Dateien
aufgeführt werden, die beide dasselbe Makro definieren. Eine Standard-Include-Datei
schließt niemals eine andere Standard-Include-Datei ein. Wie sich Nichtstandard-IncludeDateien verhalten, ist offen.
1.9.3
Bedingte Kompilation (#ifdef)
Bei der Programmentwicklung möchte man gelegentlich leicht voneinander abweichende
Fassungen eines ausführbaren Programms erzeugen, ohne dafür verschiedene Quellfiles
schreiben zu müssen. Unser C-Programm 1.89 auf Seite 153 zur Berechnung von Primzahlen hat verschiedene Obergrenzen, je nachdem ob es unter PC-DOS oder UNIX läuft. Im
Programmkopf vor main() stehen daher folgende Zeilen34 :
#ifdef UNIX
#define MAX (unsigned long)1000000
#else
#define MAX (unsigned long)100000
#endif
Die symbolische (benamte) Konstante MAX soll offenbar auf UNIX-Systemen einen höheren
Wert haben als auf PC-DOS-Systemen. Das hängt mit der Speichersegmentierung unter PCDOS zusammen. Ruft man den Compiler mit einer entsprechenden Option auf:
cc -o prim prim.c -DUNIX
so wird eine Konstante namens UNIX definiert und infolgedessen der if-Zweig vom Präprozessor ausgewertet mit der Folge, daß die Konstante MAX, die den untersuchten Zahlenbereich
nach oben begrenzt, auf eine Million gesetzt wird. Beim Kompilieren unter PC-DOS entfällt
die Option -DUNIX.
Eine zweite Anwendung ist die Erzeugung von Programmversionen, die zwecks Fehlersuche etwas gesprächiger sind als die Endfassung. Man gibt beispielsweise Zwischenwerte
folgendermaßen aus:
34
Manche Compiler verlangen, daß das Doppelkreuz in jedem Fall am Beginn der Zeile
steht.
1.9. PRÄPROZESSOR
133
#define DEBUG 1
int main()
{
...
#if DEBUG
printf("Variable x hat den Wert %d\n", x);
#endif
...
}
Hier definieren wir in der Programmquelle ein symbolische Konstante DEBUG zu 1 (= true)
und veranlassen damit den Präprozessor, die printf()-Zeile einzubeziehen. Läuft das Programm fehlerfrei, setzt man im Quellcode DEBUG auf null. Ein anderes, im folgenden Programm angewendetes Verfahren fragt nur danach, ob die Konstante DEBUG definiert ist oder
nicht.
/* Programm itox zum Umrechnen von positiven ganzen Zahlen
zur Basis 10 auf eine andere Basis, z. B. 16 */
#define DEBUG
#define MAX 8
#include <stdio.h>
/* falls gewuenscht */
/* max. Stellen Ergebnis */
int umwandeln(int, int, int *);
int
{
int
int
int
int
/* Prototyp */
main()
b;
x;
i;
r[MAX];
/*
/*
/*
/*
neue Basis, als Dezimalzahl */
umzurechnende Dezimalzahl */
Schleifenzaehler */
Array des Ergebnisses */
while (1) {
printf("\n\nNeue Basis: ");
scanf("%d", &b);
printf("Dezimalzahl: ");
scanf("%d", &x);
/* einlesen */
if (b < 2) {
puts("Basis muss > 1 sein.");
continue;
}
if (x < 1) {
puts("Dezimalzahl muss > 0 sein.");
continue;
}
#ifdef DEBUG
printf("\nb = %d
#endif
x = %d\n\n", b, x);
for (i = 0; i < MAX; i++) {
r[i] = 0;
}
/* Array nullen */
umwandeln(b, x, r);
/* rechnen */
/*ausgeben */
printf("Die Dezimalzahl %d lautet zur Basis %d: ", x, b);
for (i = MAX - 1; i >= 0; i-) {
printf("%d ", r[i]);
}
134
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
} /* Ende while, Schleife mit control-c verlassen */
return 0;
}
/* Funktion umwandeln() */
int umwandeln(int b, int z, int *r)
{
int i, j, y;
while (z >= 1) {
y = 1;
for (i = 0; y <= z; i++) {
y *= b;
}
y = y / b; i-;
/* eins zuviel */
#ifdef DEBUG
printf("y = %d
#endif
i = %d\n", y, i);
for (j = 0; y <= z; j++) {
z -= y;
}
#ifdef DEBUG
printf("z = %d
#endif
j = %d\n\n", z, j);
r[i] = j;
} /* Ende while */
return 0;
}
/* Ausgabe in Array */
Quelle 1.75 : C-Programm itox.c zur Umrechnung von Dezimalzahlen auf eine andere Basis
1.9.4
Memo Präprozessor
• Im ersten Schritt des Kompiliervorgangs durchläuft die Programmquelle den Präprozessor.
• Der Präprozessor entfernt Kommentar, ersetzt symbolische Konstanten und Makros
zeichengetreu, fügt den Inhalt von Include-Dateien ein und berücksichtigt bzw. verwirft
Programmzeilen, die bedingt zu kompilieren sind.
1.9.5
Übung Präprozessor
Ergänzen Sie das Programm zur Weganalyse dahingehend, daß es in der DEBUG-Version
nach jeder Teilstrecke die Zwischenergebnisse auf dem Bildschirm ausgibt, in der Endversion
nur das Gesamtergebnis.
Schreiben Sie ferner alle Stringkonstanten in eine Include-Datei, von der Sie eine deutsche und eine englische oder französische Fassung herstellen. Beim Compiler-Aufruf soll mittels einer Option die Sprache ausgewählt werden.
1.10
Dokumentation
1.10.1
Zweck
Die Dokumentation dient dazu, ein Programm im Quellcode einem menschlichen Leser
verständlich zu machen. Längere undokumentierte Programme sind nicht nachzuvollziehen.
1.10. DOKUMENTATION
135
Eine Dokumentation35 gehört zu jedem Programm, das länger als eine Seite ist und länger
als einen Tag benutzt werden soll.
Andererseits zählt das Schreiben von Dokumentationen nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Programmierer, das Erfolgserlebnis fehlt. Wir stellen hier einige Regeln auf,
die für Programme zum Eigengebrauch gelten; bei kommerziellen Programmen gehen die
Forderungen weiter.
Die erste Gelegenheit zum Dokumentieren ist der Kommentar im Programm. Man soll
reichlich kommentieren, aber keine nichtssagenden Bemerkungen einflechten. Wenn der
Kommentar etwa die Hälfte des ganzen Programms ausmacht, ist das noch nicht übertrieben.
1.10.2
Anforderungen (DIN 66 230)
Zur Dokumentation legt die Norm DIN 66 230 Programmdokumentation Begriffe und Regeln
fest. Eine weitere Norm ist der ANSI/IEEE Std 1063-1987 Standard for Software User Documentation in Verbindung mit einer Reihe weiterer IEEE-Standards. Wir verwenden folgende
vereinfachte Gliederung:
1. Allgemeines
• Name des Programms, Programmart (Vollprogramm, Funktion)
• Zweck des Programms
• Programmiersprache
• Computertyp, Betriebssystem
• Geräte (Drucker, Plotter, Maus)
• Struktur als Grafik, Fließbild
• externe Unterprogramme, soweit verwendet
2. Anwendung
• Aufruf
• Konstante, Variable
• Eingabe (von Tastatur, aus Dateien)
• Ausgabe (zum Bildschirm, Drucker, in Dateien)
• Einschränkungen
• Fehlermeldungen
• Beispiel
• Speicherbedarf
• Zeitbedarf
3. Verfahren
• Algorithmus
• Genauigkeit
• Gültigkeitsbereich
• Literatur zum Verfahren
4. Bearbeiter
• Name, Datum der Erstellung
• Name, Datum von Änderungen
35
Real programmers write programs, not documentation.
136
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Das sieht nach Arbeit aus. Man braucht nicht in allen Fällen alle Punkte zu berücksichtigen, aber ohne eine solche Dokumentation läßt sich ein Programm nicht zuverlässig benutzen
und weiterentwickeln. Im Netz finden sich Werkzeuge, die in Verbindung mit dem Kommentar und der Struktur eines Programmes halbautomatisch eine Dokumentation erstellen. Ein
Beispiel ist Doxygen:
http://www.doxygen.org/
Zweckmäßig beschäftigt man sich mit solchen Werkzeugen frühzeitig, nicht erst, wenn der
Code fast fertig ist.
1.10.3
Erstellen einer man-Seite
Die inhaltliche Gliederung einer man-Seite wurde bereits im Abschnitt ?? Wo schlägt man
nach? auf Seite ?? erläutert. Hier geht es um die technische Herstellung. Hilfreich sind die
man-Seiten zu man(1) und man(5).
Das Kommando man(1) sucht die Dokumentationen in den durch die UmgebungsVariable MANPATH bekannten Verzeichnissen. Das ist heute eine lange Aufzählung, oft länger
als die unter PATH. Vom Benutzer eingerichtete oder erstellte man-Seiten liegen vor allem
unter:
• /usr/local/man/
• /usr/share/man/
• /opt/*/man/
In diesen Verzeichnissen finden sich für jede Sektion von 1 bis 9 bis zu vier Arten von Unterverzeichnissen:
• catx
• catx.Z
• manx
• manx.Z
wobei für x die Sektionsnummer einzusetzen ist. Die Z-Verzeichnisse enthalten die Dokumentationen komprimiert mit compress(1) (unter LINUX mit GNU-zip), die beiden anderen Verzeichnisse die unkomprimierten Texte. Die man-Verzeichnisse enthalten nroff(1)-Quelltexte, die cat-Verzeichnisse die formatierten, druckfertigen Texte.
Im Verzeichnis /usr/share/man/man1.Z/ findet sich beispielsweise die Datei ls.1
mit der komprimierten nroff-Quelle der man-Seite zum Kommando ls(1). Gegebenenfalls liegt unter /usr/share/man/man1/ die entkomprimierte nroff-Quelle. Unter
/usr/share/man/cat1.Z und /usr/share/man/cat1/ liegen die formatierten Seiten.
Mittels:
cat /usr/share/man/cat1.Z/ls.1 | uncompress | more
könnte man sich eine man-Seite anschauen, mit man(1) geht es einfacher.
Will man selbst eine man-Seite schreiben, kopiert man sich am besten eine ähnliche manSeite:
cat /usr/share/man/man1.Z/pwd.1 | uncompress > mycommand.1
und editiert diese. Vermutlich muß man sich vorher etwas mit dem nroff-Format auseinandersetzen und mit den unter man(5) beschriebenen Makros. Die so erzeugte unkomprimierte
nroff(1)-Quelle gehört in ein man-Verzeichnis. Die mittels compress(1) verdichtete Qelle
kommt ohne die Kennung .Z nach man.Z/. Dann formatiert man die Quelle:
nroff mycommand.1 > mycommand.1.cat
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
137
und kopiert sie unter dem Namen mycommand.1 in ein cat-Verzeichnis. Schließlich ist die
formatierte Datei zu komprimieren und in ein cat.Z-Verzeichnis zu stellen. Die Datei heißt
in jeder Fassung immer nur mycommand.1, das Format ergibt sich aus dem jeweiligen Verzeichnis. Man braucht nicht alle Formate zu erzeugen, eines reicht.
Im WWW hat die Open Group unter dem URL:
http://www.opengroup.org/common_access/
ein umfangreiche Zusammenstellung von man-Seiten samt Suchmaschine veröffentlicht. Eine Suche nach dem Begriff time ergab 43 Seiten, von at(1) bis xshrealtime(). Die Zusammenstellung gehört zur Single UNIX Specification und enthält nicht die Seiten von zusätzlichen Programmen wie sendmail(1).
In der GNU-Welt ist für online-Hilfen das Texinfo-Format gebräuchlich, das mittels des
Kommandos info(1) gelesen wird. Einzelheiten am besten im WWW. Damit kommen wir
zu einem dritten Weg für online-Dokumentationen, nämlich HTML-Seiten, die mit einem
WWW-Browser gelesen werden. Trotz der erweiterten Möglichkeiten (Unterteilung eines umfangreichen Themas, Hyperlinks, Grafik) dieser neueren Formate sind die dürren man-Seiten
immer noch am weitesten verbreitet. Inhaltlich sind sie den Hilfen anderer Betriebssysteme
ohnehin haushoch überlegen.
1.11
Weitere C-Programme
1.11.1
Name
Obwohl es aus den bisherigen Beispielen klar geworden sein müßte, weisen wir nochmals
darauf hin: Jedes selbständige C-Programm heißt im Quellcode main(), ein anderer Programmname kommt – außer im Kommentar – nirgends im Quelltext vor (in FORTRAN oder
PASCAL sieht die Sache anders aus). Der Name der Datei, in der der kompilierte Code steht,
ist der Name, unter dem das Programm aufgerufen wird.
Der Name der Datei, in der der Quellcode zu finden ist, hat die Kennung .c; die meisten Programmierwerkzeuge erwarten das. Die UNIX-Compiler schreiben standardmäßig das
kompilierte Programm in eine Datei namens a.out; Microsoft Quick-C nimmt den Namen
des Quellfiles ohne die Kennung. In beiden Fällen kann man mit der Compiler-Option -o für
das Ausgabefile einen beliebigen anderen Namen vereinbaren.
1.11.2
Aufbau
Wir kennen nun die Bausteine, aus denen sich ein Programm zusammensetzt. Wie sieht ein
vollständiges Programm aus? Zunächst einige Begriffe zum Aufbau von Programmen.
Die kleinste Einheit, die etwas bewirkt, ist die Anweisung. Mehrere Anweisungen können zu einem durch geschweifte Klammern zusammengefaßten Block vereinigt werden.
Nach außen wirkt dieser Block wie eine einzige Anweisung. Der Block ist zugleich die kleinste Einheit für den Geltungsbereich von Variablen.
Mehrere Anweisungen oder Blöcke werden zu einer Funktion zusammengefaßt. Die
Funktion ist die kleinste kompilierbare Einheit. Eine oder mehrere Funktionen können in
einer Datei abgelegt sein. Dem Compiler übergibt man im Minimum eine Datei, die eine
Funktion enthält. Mehrere Dateien hinwiederum können ein vollständiges, nach dem Kompilieren lauffähiges Programm bilden. Erinnern Sie sich an das Werkzeug make(1)?
Das Minimalprogramm in C und C++ besteht aus einer Funktion – nämlich main() –
deren Rumpf leer ist, in einer Datei:
main()
{
}
Quelle 1.76 : Minimales C-Programm
138
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Der Name main() ist für das Hauptprogramm vorgeschrieben. main() ist eine Funktion, daher die beiden runden Klammern. Der durch die geschweiften Klammern umschlossene
Block ist leer, main() tut nichts. Der Syntaxprüfer lint(1) beanstandet, daß der Rückgabewert von main() undefiniert ist, was stimmt, uns aber nicht weiter stört. Der Compiler
erzeugt aus diesem Quellcode etwa 16 kB ausführbaren Code. Hinter main() steckt einiges,
was dem Programmierer verborgen ist.
Als nächstes wollen wir main() als ganzzahlig deklarieren, für einen definierten Rückgabewert sorgen und – wie es sich gehört – mittels eines Kommentars das Verständnis
erleichtern:
/* Dies ist ein einfaches C-Programm von hohem
paedagogischen, aber sonst keinem Wert. */
int main()
{
return 255;
}
/* 255 groesster zulaessiger Wert */
Quelle 1.77 : C-Programm, einfachst
Dieses Programm wird vom lint(1) gutgeheißen. Die Deklaration von main() als int
könnte entfallen, da sie unabänderlich ist, aber wir wollen uns angewöhnen, alle Größen
ausdrücklich zu deklarieren. Den Rückgabewert können Sie sich mit dem Shell-Kommando
print $? nach der Ausführung anschauen.
Um etwas Vernünftiges zu tun, muß das Programm um einige Zeilen angereichert werden.
Wir deklarieren eine int-Variable namens i, weisen ihr einen Wert zu (definierende Deklaration) und verwenden die C-Standardfunktion printf(3) für die Ausgabe auf stdout, den
Bildschirm. printf(3) erwartet als erstes und notwendiges Argument einen Formatstring,
dessen reichhaltige Syntax Sie im Referenz-Handbuch finden.
/* Dies ist ein einfaches C-Programm von hohem
paedagogischen, aber sonst fast keinem Wert. */
int main()
{
int i = 53;
printf("\nDer Wert betraegt %d\n", i);
return i;
}
Quelle 1.78 : C-Programm, einfach
Nun soll auch der Präprozessor Arbeit bekommen. Wir definieren eine symbolische Konstante NUMBER und schließen vorsichtshalber die Include-Datei stdio.h ein, die man immer
braucht, wenn es um Ein- oder Ausgabe geht. Weiterhin verwenden wir einen arithmetischen
Operator und eine Zuweisung:
/* Dies ist ein fortgeschrittenes C-Programm
#define NUMBER 2
#include <stdio.h>
int main()
{
int i = 53, x;
x = i + NUMBER;
printf("\nDer Wert betraegt %d\n", x);
return 0;
}
*/
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
139
Quelle 1.79 : C-Programm, fortgeschritten
Da ein Ausdruck sein Ergebnis zurückgibt, können wir in der Funktion printf(3) anstelle von x auch die Summe hinschreiben. Als Rückgabewert unseres Hauptprogrammes
wollen wir den Rückgabewert der Funktion printf(3) haben, nämlich die Anzahl der ausgegebenen Zeichen. Das Programm wird kürzer, aber auch schwieriger zu verstehen (falls
man nicht ein alter C-Hase ist):
/* Dies ist ein kleines C-Programm
*/
#define NUMBER 2
#include <stdio.h>
int main()
{
int i = 53;
return (printf("\nDer Wert betraegt %d\n", i + NUMBER));
}
Quelle 1.80 : C-Programm, fortgeschritten, Variante
Der ausführbare Code ist damit auf 35 KB angewachsen. Jetzt wollen wir die beiden
Summanden im Dialog erfragen und die Summe als Makro schreiben. Außerdem soll die
Rechnung wiederholt werden, bis wir eine Null eingeben:
/* Endlich mal was Vernuenftiges */
#define SUMME(x, y) (x + y)
#include <stdio.h>
int main()
{
int a = 1, b, i = 0;
while (a != 0) {
printf("Ersten Summanden eingeben : ");
scanf("%d", &a);
printf("Zweiten Summanden eingeben: ");
scanf("%d", &b);
printf("Die Summe ist %d\n", SUMME(a, b));
i++;
}
return i;
}
Quelle 1.81 : C-Programm mit Eingabe
Der Rückgabewert ist die Anzahl der Schleifendurchläufe. Die Stringkonstanten werden
nicht mit puts(3) ausgegeben, da diese Funktion einen hier unerwünschten Zeilenvorschub
anfügt. Denken Sie daran, daß die Funktion scanf(3) Pointer als Argumente braucht!
1.11.3
Fehlersuche
Einige Gesichtspunkte sind bereits im Abschnitt 1.2.4 Debugger auf Seite 23 behandelt worden. Der erfahrene Programmierer unterscheidet sich vom Anfänger in drei Punkten:
• Er macht raffiniertere Fehler.
• Er weiß das.
140
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
• Er kennt die Wege und Werkzeuge zur Fehlersuche.
Fehlerfreie Programme schreibt auch der beste Programmierer nicht. Deshalb ist es wichtig,
schon beim Programmentwurf an die Fehlersuche zu denken und vor allem das Programm
so zu gestalten, daß es bei einem Fehler nicht ein richtiges Ergebnis vortäuscht. Das ist so
ungefähr das Schlimmste, was ein Programm machen kann. Dann lieber noch ein knallharter
Absturz. Besser ist eine sanfte Notlandung mit einer aussagekräftigen Fehlermeldung.
Die Programmeinheiten (Funktionen) lasse man nicht zu umfangreich werden. Ein bis
zwei Seiten Quelltext überschaut man noch, wird es mehr, sollte man die Funktion unterteilen. Weiterhin gebe man im Entwicklungsstadium an kritischen Stellen die Werte mittels
printf() oder fprintf() aus. Diese Zeilen kommentiert man später aus oder klammert
sie gleich in #ifdef- und #endif-Anweisungen ein. Bewährt hat sich auch, die eigenen Programme einem anderen zu erklären, da wundert man sich manchmal über den eigenen Code.
Ein Programm, das man nach ein bis zwei Wochen Pause selbst nicht mehr versteht, war von
vornherein nicht gelungen.
Und wenn dann der Computerfreak zu nächtlicher Stunde den Bugs hinterherjagt,
schließt sich ein weiter Bogen zurück in die Kreidezeit, denn die ersten Säugetiere – Zeitgenossen der Saurier – waren auch nachtjagende Insektenfresser.
1.11.4
Optimierung
Das erste und wichtigste Ziel beim Programmieren ist – nächst der selbstverständlichen, aber
unerreichbaren Fehlerfreiheit – die Übersichtlichkeit. Erst wenn ein Programm sauber
läuft, denkt man über eine Optimierung nach. Optimieren heißt schneller machen und Speicher einsparen, sowohl beim Code wie auch zur Laufzeit. Diese beiden Ziele widersprechen
sich manchmal. Im folgenden findet man einige Hinweise, die teils allgemein, teils nur für C
gelten.
Die optimierende Compiler-Option -O ist mit Vorsicht zu gebrauchen. Es kommt vor,
daß ein optimiertes Programm nicht mehr läuft. Die Gewinne durch die Optimierung sind
auch nur mäßig. Immerhin, der Versuch ist nicht strafbar.
Als erstes schaut man sich die Schleifen an, von geschachtelten die innersten. Dort sollte
nur das Allernotwendigste stehen.
Bedingungen sollten so einfach wie möglich formuliert sein. Mehrfache Bedingungen
sollten darauf untersucht werden, ob sie durch einfache ersetzt werden können. Schleifen
sollten möglichst dadurch beendet werden, daß die Kontrollvariable den Wert Null und nicht
irgendeinen anderen Wert erreicht. Kontrollvariable können auch heruntergezählt werden
statt herauf.
Eine Bedingung mit mehreren ands oder ors wird so lange ausgewertet, bis die Richtigkeit
oder Falschheit des gesamten Ausdrucks erkannt ist. Sind mehrere Bedingungen durch or
verbunden, wird die Auswertung nach Erkennen des ersten richtigen Gliedes abgebrochen.
Zweckmäßig stellt man das Glied, das am häufigsten richtig ist, an den Anfang. Umgekehrt
ist ein Ausdruck mit durch and verbundenen Gliedern falsch, sobald ein Glied falsch ist. Das
am häufigsten falsche Glied gehört an den Anfang.
Ähnliche Überlegungen gelten für die switch-Anweisung. Die häufigste Auswahl sollte
als erste abgefragt werden. Ist das der default-Fall, kann er durch eine eigene if-Abfrage
vor der Auswahl abgefangen werden.
Überflüssige Typumwandlungen – insbesondere die unauffälligen impliziten – sollten
zumindest in Schleifen vermieden werden. Der Typ numerischer Konstanten sollte von vornherein zu den weiteren Operanden passen. Beispielsweise führt
float f, g;
g = f + 1.2345;
zu einer Typumwandlung von f in double und einer Rückwandlung des Ergebnisses in float,
da Gleitkommakonstanten standardmäßig vom Typ double sind.
Gleitkommarechnungen sind aufwendiger als Rechnungen mit ganzen Zahlen und haben zudem noch Tücken infolge von Rundungsfehlern. Eine Gleitkomma-Null ist nicht immer
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
141
wirklich null. Wer mit Geldbeträgen rechnet, sollte mit ganzzahligen Centbeträgen anstelle von gebrochenen Eurobeträgen arbeiten. Wenn schon mit Gleitkommazahlen gerechnet
werden muß und der Speicher ausreicht, ist der Typ double vorzuziehen, der intern ausschließlich verwendet wird.
Von zwei möglichen Operationen ist immer die einfachere zu wählen. Beispielsweise ist
eine Addition einfacher als eine Multiplikation, eine Multiplikation einfacher als eine Potenz
und eine Bitverschiebung einfacher als eine Multiplikation mit 2. Eine Abfrage
if (x < sqrt(y))
schreibt man besser
if (x * x < y)
Manchmal kann man durch Umstellen einer Formel die Anzahl der Rechenschritte verringern. Ob man mehrfach benötigte Zwischenergebnisse speichert oder besser jedesmal neu
berechnet, ist nicht allgemein zu entscheiden.
Kleine Funktionen lassen sich durch Makros ersetzen, die vom Präprozessor in In-lineCode umgewandelt werden. Damit erspart man sich den Funktionsaufruf samt Parameterübergabe. Der ausführbare Code wird geringfügig länger.
Enthält eine Schleife nur einen Funktionsaufruf, ist es besser, die Schleife in die Funktion
zu verlegen, da jeder Funktionsaufruf Zeit kostet.
Die maßvolle Verwendung globaler Variabler verbessert zwar nicht den Stil, aber die
Geschwindigkeit von Programmen mit vielen Funktionsaufrufen, da die Parameterübergabe
entfällt.
Die Verwendung von Bibliotheksfunktionen kann in oft durchlaufenen Schleifen stärker verzögern als der Einsatz spezialisierter selbstgeschriebener Funktionen, da Bibliotheksfunktionen allgemein und kindersicher sind. Verwenden Sie die einfachste Funktion, die den
Zweck erfüllt, also puts(3) anstelle von printf(3), wenn es nur um die Ausgabe eines
Strings samt Zeilenwechsel geht.
Die Adressierung von Arrayelementen durch Indizes ist langsamer als die Adressierung
durch Pointer. Der Prozessor kennt nur Adressen, also muß er Indizes erst in Adressen
umrechnen. Das erspart man ihm, wenn man gleich mit Adressen sprich Pointern arbeitet.
Wer die Pointerei noch nicht gewohnt ist, schreibt das Programm zunächst mit Indizes, testet
es aus und stellt es dann auf Pointer um. Ein Beispiel:
long i, j, a[32];
/* Adressierung durch Indizes, langsam */
a[0] = a[i] + a[j];
/* Adressierung durch Pointer, schnell */
*a = *(a + i) + *(a + j);
Wir erinnern uns, der Name eines Arrays ist der Pointer auf das erste Element (mit dem
Index 0). Experimente mit verschiedenen Compilern haben allerdings den Verdacht geschürt,
dass manche Compiler von sich aus die schnellere Variante (Pointer) wählen. Übergeben Sie
große Strukturen als Pointer, nicht als Variable. Dadurch spart man das Kopieren der Daten.
Input/Output ist immer zeitaufwendig. In vielen Programmen geht für diese Aufgabe sogar der größte Teil der Zeit drauf. Also unnötigen I/O vermeiden.
Den größten Gewinn an Geschwindigkeit und manchmal auch zugleich an Speicherplatz
erzielt man durch eine zweckmäßige Datenstruktur und einen guten Algorithmus. Diese
Überlegungen gehören jedoch an den Anfang der Programmentwicklung.
Wenn das alles noch nicht reicht, ist es Zeit, sich mittels eines Profilers anzusehen, wo
die Zeit verbraten wird, und vielleicht auch einige kritische Programmteile in Assembler
schreiben.
1.11.5
curses – Fluch oder Segen?
Im Englischen ist ein curse so viel wie ein Fluch, und die curses(3)-Bibliothek ist früher wegen ihrer vielen Fehler oft verwünscht worden. Andererseits erleichtert sie den Umgang mit dem Terminal unabhängig von dessen Typ. Wir beginnen mit einem einfachen
142
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Programm, das terminfo-Funktionen aus der curses(3)-Bibliothek verwendet, um den
Bildschirm zu löschen, wobei der Terminaltyp aus der Umgebungsvariablen TERM und die
zugehörigen Steuersequenzen aus der Terminalbeschreibung in /usr/lib/terminfo(4)
entnommen werden. Das Programm soll außerdem, wenn ihm Dateinamen als Argumente
übergeben werden, die Dateien leeren, ohne sie zu löschen (der Bildschirm wird ja auch nicht
verschrottet):
/* C-Programm, das Bildschirm oder Files loescht */
/* Compile: cc -o xclear xclear.c -lcurses */
/* falls terminfo-Fkt. verwendet werden sollen, noch
-DTERMINFO anhaengen */
#include <curses.h>
/* enthaelt stdio.h */
#ifdef TERMINFO
#include <term.h>
#endif
/* nur fuer terminfo */
int main(argc, argv)
int argc;
char *argv[];
{
int i;
if (argc > 1) {
/* Files leeren, nicht loeschen */
for(i = 1; i < argc; i++) {
if (!access(argv[i], 0))
close(creat(argv[i], 0));
else
printf("File %s unzugaenglich.\n", argv[i]);
}
}
else {
#ifdef TERMINFO
/* Bildschirm leeren, terminfo */
setupterm(0, 1, 0);
putp(clear screen);
resetterm();
#else
/* Bildschirm leeren, curses */
initscr();
refresh();
endwin();
#endif
}
return 0;
}
Quelle 1.82 : C-Programm zum Leeren des Bildschirms oder von Dateien
Das Kommando /usr/local/bin/xclear ist eine recht praktische Erweiterung von
/bin/clear. Die Funktion setupterm() ermittelt vor allem den Terminaltyp. putp()
schickt die Steuersequenz zum Terminal, und reset_shell_mode() bereinigt alle Dinge,
die setupterm() aufgesetzt hat. Mit diesen terminfo-Funktionen soll man nur in einfachen Fällen wie dem obigen arbeiten, in der Regel sind die intelligenteren curses(3)Funktionen vorzuziehen.
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
143
Im folgenden Beispiel verwenden wir curses(3)-Funktionen zur Bildschirmsteuerung
zum Erzeugen eines Hilfe-Fensters:
/* help.c, Programm mit curses-Funktionen */
/* Compiler: cc -o help help.c -lcurses */
#define END ((c == ’Q’) | (c == ’q’))
#define HELP ((c == ’H’) | (c == ’h’))
/* Makros */
#include <curses.h>
int main()
{
int
c, disp=1;
WINDOW *frame;
initscr();
noecho();
cbreak();
mvprintw(10,15,"Program demonstrating Curses-Windows");
mvprintw(11,15,"You get a help-window by pressing h");
mvprintw(LINES-1,0,"Press q to quit");
refresh();
while (1) {
c = getch();
if END {
clear();
refresh();
endwin();
return 0;
}
else
if HELP {
if (disp) {
frame = newwin(13,40,10,35);
wstandout(frame);
for (c = 0; c <= 4; c++)
mvwprintw(frame,c,0,"%42c",’ ’);
mvwprintw(frame,5,0,"Window built by curses. It may");
mvwprintw(frame,6,0,"contain helpful messages.
");
mvwprintw(frame,7,0,"Delete the window by typing h.");
for (c = 8; c <= 12; c++)
mvwprintw(frame,c,0,"%42c",’ ’);
wrefresh(frame);
wstandend(frame);
}
else {
delwin(frame);
touchwin(stdscr);
refresh();
}
disp = !disp;
}
}
}
Quelle 1.83 : C-Programm mit curses-Funktionen
Jedes curses-Programm muss die Include-Datei curses.h enthalten, die seinerseits
stdio.h einschließt. WINDOW ist ein in curses.h definierter Datentyp, eine Struktur, die
den Bildschirminhalt, die Cursorposition usw. enthält. Die curses(3)-Funktionen bewirken
folgendes:
• initscr() muß die erste curses(3)-Funktion sein. Sie initialisiert die Datenstruktu-
144
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
ren. Das Gegenstück dazu ist endwin(), die das Terminal wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.
• noecho() schaltet das Echo der Tastatureingaben auf dem Bildschirm aus.
• cbreak() bewirkt, daß jedes eingegebene Zeichen sofort an das Programm weitergeleitet wird – ohne RETURN.
• mvprintw() bewegt (move) den Cursor an die durch die ersten beiden Argumente bezeichnete Position (0, 0 links oben) und schreibt dann in das Standardfenster (sofern
nicht anders angegeben). Syntax wie die C-Standardfunktion printf(3).
• refresh() Die bisher aufgerufenen Funktionen haben nur in einen Puffer geschrieben,
auf dem tatsächlichen Bildschirm hat sich noch nichts gerührt. Erst mit refresh()
wird der Puffer zum Bildschirm übertragen.
• getch() liest ein Zeichen von der Tastatur
• clear() putzt den Bildschirm beim nächsten Aufruf von refresh()
• newwin() erzeugt ein neues Fenster – hier mit dem Namen frame – auf der angegebenen Position mit einer bestimmten Anzahl von Zeilen und Spalten.
• wstandout() setzt das Attribut des Fensters auf standout, d. h. auf umgekehrte Helligkeiten beispielsweise. Gilt bis wstandend().
• wrefresh() wie refresh(), nur für ein bestimmtes Fenster.
• delwin() löscht ein Fenster, Gegenstück zu newwin().
• touchwin() schreibt beim nächsten refresh() ein Fenster völlig neu.
Die curses(3)-Funktionen machen von den Terminalbeschreibungen in den
/usr/lib/terminfo-Dateien Gebrauch, man braucht sich beim Programmieren um
den Terminaltyp nicht zu sorgen. Andererseits kann man nichts verwirklichen, was in
terminfo nicht vorgesehen ist, Grafik zum Beispiel.
1.11.6
Mehr oder weniger zufällig
Man braucht im Leben manchmal Zufallszahlen (random number), zum Beispiel wenn eine
Reihe von Vokabeln bunt durcheinander abgefragt werden soll. Sind die Anforderungen nicht
so hoch geschraubt, daß man erst einmal ein Philosophisches Seminar über den Begriff Zufall
absolvieren muß, reichen einige Funktionen aus der C-Standard-Bibliothek. Das folgende
Programm erzeugt eine Folge mehr oder weniger zufälliger natürlicher Zahlen und gibt sie
auf stdout aus:
/* random.c zur Erzeugung von Zufallszahlen
MAX Zufallszahlen von 1 bis MOD */
#define MAX 100
#define MOD 200
#include <stdio.h>
#include <time.h>
#include <stdlib.h>
int main()
{
int i, r, s;
s = (int) time((time t *) 0);
/*
srand((unsigned) s);
for (i = 0; i < MAX; i++) {
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
145
r = 1 + (rand() % MOD);
printf("%d\n", r);
}
*/
srandom((unsigned) s);
for (i = 0; i < MAX; i++) {
r = 1 + (random() % MOD);
printf("%d\n", r);
}
return 0;
}
Quelle 1.84 : C-Programm zur Erzeugung von MAX Zufallszahlen im Bereich von 1 bis MOD
Wir definieren die Anzahl MAX von Zufallszahlen, die wir brauchen, sowie den Modulus
MOD, der die größte Zufallszahl bestimmt. Weiter binden wir die Include-Dateien stdio.h für
die Funktion printf(), time.h für den Systemaufruf time() und stdlib.h für die Funktionen srandom() und random() ein. Die Variable i ist ein Schleifenzähler, r die jeweilige
Zufallszahl und s der sogenannte Seed (Samen), auch Salz genannt, den wir brauchen, um
den Zufallszahlengenerator zu starten.
Den Seed gewinnen wir aus der Systemuhr als Anzahl der Sekunden seit dem 1. Januar 1970, 0 Uhr GMT. Damit ist sichergestellt, daß wir bei jedem Aufruf einen anderen
Wert haben. Die Syntax von time() holt man sich mittels man 2 time. Das Argument von
time() ist hier der Nullpointer.
Die Funktion srand() oder srandom() startet den Generator rand() beziehungsweise
random. Beide Funktionspaare verwenden unterschiedliche Algorithmen, siehe die zugehörigen man-Seiten. Das Ergebnis des Generators wird modulo MOD genommen, um den Zahlenbereich zu begrenzen. Da wir Zahlen von 1 bis MOD, die Grenzen eingeschlossen, haben
wollen, addieren wir eine 1 hinzu. Das Ergebnis dieser Rechnung wird wie üblich mittels der
Funktion printf() auf stdout ausgegeben.
Wir wollen nun das Programm so umstricken, daß die Rechnung in einer Funktion
zufallszahl() durchgeführt wird und das Hauptprogramm nur die Zahlen ausgibt:
/* random2.c zur Erzeugung von Zufallszahlen
MAX Zufallszahlen von 1 bis MOD */
#define MAX 100
#define MOD 200
#include <stdio.h>
#include <time.h>
#include <stdlib.h>
int zufallszahl(int m);
/* Prototyp */
int main()
{
int i;
for (i = 0; i < MAX; i++) {
printf("%d\n", zufallszahl((int) MOD));
}
return 0;
}
/* Funktion zufallszahl() */
int zufallszahl(int m)
{
146
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
static int r = 0;
unsigned s;
if (!r) {
s = (unsigned) time((time t *) 0);
srand(s);
}
r = 1 + (rand() % m);
return r;
}
Quelle 1.85 : C-Programm zur Erzeugung von MAX Zufallszahlen im Bereich von 1 bis MOD,
mit Funktion
Um die Funktion zufallszahl() allgemein verwendbar zu gestalten, übergeben wir den
Modulus bei jedem Aufruf als Argument. Da der Generator nur beim ersten Aufruf gestartet werden soll, deklarieren wir die Variable r als static, initialisieren sie mit null und
mißbrauchen sie als Flag für den Generatorstart mittels srand(). Die Initialisierung wird
nur einmal, beim Programmaufruf, ausgeführt. Danach hat r immer den jeweils jüngsten
Zufallswert, der minimal 1 ist und negiert stets false liefert.
Im wirklichen Leben verlangte die Aufgabe eine C-Funktion für ein PASCAL-Programm.
Hierzu müssen Funktion und Hauptprogramm in getrennten Dateien vorliegen, da es keine zweisprachigen Compiler gibt. Also wurden die C-Funktion isoliert und ein Rahmenprogramm zum Testen in PASCAL geschrieben:
/* Funktion zufallszahl.c zur Erzeugung von Zufallszahlen
MAX Zufallszahlen von 1 bis MOD */
#include <time.h>
#include <stdlib.h>
int zufallszahl(int m)
{
static int r = 0;
unsigned s;
if (!r) {
s = (unsigned) time((time t *) 0);
srand(s);
}
r = 1 + (rand() % m);
return r;
}
Quelle 1.86 : C-Funktion zur Erzeugung einer Zufallszahl im Bereich von 1 bis MOD
Die C-Funktion gibt pro Aufruf eine Zufallszahl im Bereich von 1 bis zum Modulus zurück,
der als Argument übergeben wird.
{PASCAL-Programm, das C-Funktion aufruft}
{Compileraufruf pc -o prandom prandom.p zufallszahl.o}
{Funktion zufallszahl() braucht als Argument den Modulus}
program prandom (input, output);
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
147
var a, i, x: integer;
function zufallszahl(x: integer): integer;
external C;
begin
writeln(’Bitte Modulus eingeben!’);
readln(x);
writeln(’Bitte Anzahl eingeben!’);
readln(a);
writeln(’Zufallszahlen:’);
for i := a downto 1 do
writeln(zufallszahl(x));
end.
Quelle 1.87 : PASCAL-Programm zur Erzeugung von Zufallszahlen im Bereich von 1 bis
MOD, mit C-Funktion
Die Compileraufrufe lauten:
cc -c zufallszahl.c
pc -o prandom prandom.p zufallszahl.o
Die gemischte Programmierung funktioniert hier reibungslos, weil beide Sprachen den Typ
Ganzzahl kennen und die C-Funktion einfach ist.
Wie wir anfangs auf Seite ?? bemerkt haben, ist es prinzipiell unmöglich, mit einer deterministischen Maschine Zufallsergebnisse zu erzeugen. Die vorstehenden Programme liefern
daher auch nur Pseudo-Zufallszahlen (pseudo random number), die hinsichtlich bestimmter Eigenschaften mit echten Zufallszahlen übereinstimmen. Für viele Zwecke reicht das,
für einen Vokabeltrainer sicherlich. Eine ausführliche Diskussion findet sich bei D ONALD E.
K NUTH.
1.11.7
Ein Herz für Pointer
Pointer sind nicht schwierig, sondern allenfalls gewöhnungsbedürftig. Sie sind bei CProgrammierern beliebt, weil sie zu eleganten und schnellen Programmen führen. Wir wollen
uns an Hand einiger Beispiele an ihren Gebrauch gewöhnen. Eine Wiederholung:
• Der Computer kennt nur Speicherplätze in Einheiten von einem Byte. Jedes Byte hat
eine absolute Adresse (Hausnummer), die uns aber nichts angeht.
• Die Deklaration einer Variablen erzeugt eine Variable mit einem Namen und bestimmten Eigenschaften, darunter den durch den Typ bestimmten Speicherbedarf in Bytes.
• Die Definition einer Variablen weist ihr einen Wert zu, belegt Speicherplatz und damit
eine Adresse.
• Der Pointer auf eine Variable enthält ihre Speicheradresse. Da uns der absolute Wert
der Adresse nicht interessiert, greifen wir auf den Pointer mittels seines Namens zu.
Heißt die Variable x, so ist &x der Name des Pointers.
• Deklariert man zuerst den Pointer px, so erhält man die Variable durch Dereferenzierung *px. Es ist nicht immer gleichgültig, ob man den Pointer oder die Variable
deklariert und das Gegenstück durch Referenzieren bzw. Dereferenzieren handhabt.
• Eine Variable kann notfalls auf einen Namen verzichten, aber niemals auf ihren Pointer.
• Pointer sind keine ganzen Zahlen (die Arithmetik läuft anders).
• Ein Pointer auf eine noch nicht oder nicht mehr existierende Variable hängt in der Luft
(dangling pointer) und ist ein Programmfehler.
Nun einige Beispiele zu bestimmten Anwendungen von Pointern.
148
1.11.7.1
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Nullpointer
Die Zahl Null ist die einzige Konstante, die sinnvollerweise einem Pointer zugewiesen werden
kann. Auf dieser Adresse liegt kein gültiges Datenobjekt, sie tritt nur in Verbindung mit
Fehlern oder Ausnahmen auf. Um die Besonderheit dieser Adresse hervorzuheben, schreibt
man sie meist nicht als Ziffer, sondern als Wort NULL. In der Include-Datei stdio.h ist das
Wort als symbolische Konstante mit dem Wert 0 definiert.
Im Programm 1.94 Sortieren nach Duden auf Seite 162 kommen beim Öffnen einer Datei
zum Lesen folgende Zeilen vor:
if ((fp = fopen(argv[1], "r")) == NULL) {
printf("Datei %s kann nicht goeffnet werden.\n", argv[1]);
exit(1);
}
Die Funktion fopen(), die die Datei öffnet, gibt bei Mißerfolg – aus welchen Gründen auch
immer – anstatt eines Dateipointers den Nullpointer zurück. Falls der Vergleich positiv ausfällt, also bei Mißerfolg, wird eine Fehlermeldung ausgegeben und das Programm mit dem
Systemaufruf exit() verlassen. Bei Erfolg enthält der Pointer fp die Adresse des Dateianfangs.
1.11.7.2
Pointer auf Typ void
Man braucht gelegentlich einen Pointer, der auf eine Variable von einem zunächst noch unbekannten Typ zeigt. Wenn es dann zur Sache geht, legt man den Typ mittels des castOperators fest.
Früher nahm man dafür Pointer auf den Typ char, denn dieser Typ belegt genau ein
Byte, woraus man jeden anderen Typ aufbauen kann. Nach ANSI ist hierfür der Typ void
zu wählen. Jeder Pointer kann ohne Verlust an Information per cast in einen Pointer auf
void verwandelt werden, und umgekehrt. Die Pointer belegen ja selbst – unabhängig vom
Typ, auf den sie zeigen – gleich viele Bytes.
Im folgenden Beispiel wird eine Funktion xread() vorgestellt, die jede Tastatureingabe
als langen String übernimmt und dann die Eingabe – erforderlichenfalls nach Prüfung – in
einen gewünschten Typ umwandelt. Die Funktion ist ein Ersatz für scanf(3) mit der Möglichkeit, fehlerhafte Eingaben nach Belieben zu behandeln. Als erstes ein Programmrahmen,
der die Funktion xread() aufruft, dann die Funktion:
/* Fkt. xread() zum Einlesen und Umwandeln von Strings */
/* mit Rahmenprogramm main() zum Testen, 1992-05-11 */
#include <stdio.h>
int xread(void *p, char *typ);
void exit();
/* Systemaufruf */
int main()
{
int error = 0;
int x;
double y;
char z[80];
/* Integer-Eingabe */
printf("Bitte Ganzzahl eingeben: \n");
if (!xread(&x, "int")) {
printf("Die Eingabe war: %d\n", x);
}
else {
puts("Fehler von xread()");
error = 1;
}
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
/* Gleitkomma-Eingabe */
printf("Bitte Gleitkomma-Zahl eingeben: \n");
if (!xread(&y, "float")) {
printf("Die Eingabe war: %f\n", y);
}
else {
puts("Fehler von xread()");
error = 1;
}
/* Stringeingabe */
printf("Bitte String eingeben: \n");
if (!xread(z, "char")) {
printf("Die Eingabe war: %s\n", z);
}
else {
puts("Fehler von xread()");
error = 1;
}
exit(error);
}
/* Funktion xread() */
/* Parameter: Variable als Pointer, C-Typ als String */
#define MAXLAENGE 200
#include <string.h>
int atoi();
long atol();
double atof();
/* max. Laenge der Eingabe */
/* Standard-C-Bibliothek */
/* Standard-C-Bibliothek */
/* Standard-C-Bibliothek */
int xread(p, typ)
void *p;
char *typ;
{
char input[MAXLAENGE];
int rwert = 0;
if (gets(input) != NULL) {
switch(*typ) {
case ’c’:
/* Typ char */
strcpy((char *)p, input);
break;
case ’i’:
/* Typ int */
case ’s’:
/* Typ short */
*((int *)p) = atoi(input);
break;
case ’l’:
/* Typ long */
*((long *)p) = atol(input);
break;
case ’d’:
/* Typ double */
case ’f’:
/* Typ float */
*((double *)p) = atof(input);
break;
default:
puts("xread: Unbekannter Typ");
rwert = 1;
}
}
else {
puts("xread: Fehler bei Eingabe");
rwert = 2;
149
150
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
}
return rwert;
}
Quelle 1.88 : C-Programm mit Pointer auf void
Die Funktion xread() braucht als erstes Argument einen Pointer (aus demselben Grund
wie scanf(3), call by reference) auf die einzulesende Variable, als zweites Argument den
gewünschten Typ in Form eines Strings. Auf eine wechselnde Anzahl von Argumenten verzichten wir hier.
Falls wir nicht für jeden einzulesenden Typ eine eigene Funktion schreiben wollen, muß
xread() einen Pointer auf einen beliebigen Typ, sprich void, übernehmen. Erst nach Auswertung des zweiten Argumentes weiß xread(), auf was für einen Typ der Pointer zeigt.
Das Programm läuft in seiner obigen Fassung einwandfrei, der Syntax-Prüfer lint(1)
hat aber einige Punkte anzumerken.
1.11.7.3
Arrays und Pointer
Das folgende Programm berechnet die Primzahlen von 2 angefangen bis zu einer oberen
Grenze, die beim Aufruf eingegeben werden kann. Ihr Maximalwert hängt verständlicherweise vom System ab. Aus Geschwindigkeitsgründen werden reichlich Pointer verwendet.
Ursprünglich wurden die Elemente der Arrays über Indizes angesprochen, was den Gewohnheiten entgegenkommt. Bei der Optimierung wurden alle Indizes durch Pointer ersetzt, wie
im Abschnitt 1.11.4 Optimierung auf Seite 140 erläutert.
/* Programm zur Berechnung von Primzahlen, 1990-10-03 */
/* Compileraufruf MS-DOS/QuickC: qcl prim.c */
/* Compileraufruf unter UNIX: cc -o prim prim.c -DUNIX */
/* Die groesste zu untersuchende Zahl wird unter MS-DOS
durch die Speichersegmentierung bestimmt. Kein Datensegment p[] darf groesser als 64 KB sein. Damit liegt
MAX etwas ueber 150000.
Unter UNIX begrenzt der verfuegbare Speicher die
Groesse. Der Datentyp unsigned long geht in beiden
Faellen ueber 4 Milliarden. */
#ifdef UNIX
#define MAX (unsigned long)1000000
#else
#define MAX (unsigned long)100000
#endif
#define MIN (unsigned long)50
/* Defaultwert fuer Obergrenze */
#define DEF (unsigned long)10000
#include <stdio.h>
/* globale Variable */
unsigned
unsigned
unsigned
unsigned
unsigned
long p[MAX/10];
d[MAX/1000];
long h[2][11];
long z = 1;
n = 1;
/*
/*
/*
/*
/*
Array der Primzahlen */
Haeufigkeit der Differenzen */
Haeufigkeit der Primzahlen */
aktuelle Zahl */
lfd. Anzahl Primzahlen - 1 */
/* Funktionsprototypen */
void ttest();
long time();
/* Funktion Teilbarkeitstest */
/* Systemaufruf zur Zeitmessung */
int main(int argc,char *argv[])
/* Hauptprogramm */
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
151
{
int r;
int i = 1, j, k;
unsigned long ende = DEF;
unsigned long *q;
unsigned long dp, dmax = 1, d1, d2;
unsigned long g;
long zeit1, zeit2, zeit3;
/* Auswertung der Kommandozeile */
/* dem Aufruf kann als Argument die Obergrenze
mitgegeben werden */
/* keine Pruefung auf negative Zahlen oder Strings */
if (argc > 1) {
sscanf(*(argv + 1), "%lu", &ende);
if (ende > MAX) {
printf("\nZ. zu gross! Maximal %lu\n", MAX);
exit(1);
}
if (ende < MIN) {
printf("\nZ. zu klein; genommen wird %lu\n\n\n", \
MIN);
ende = MIN;
}
if (g = ende % 10) {
printf("\nZ. muss durch 10 teilbar sein: %lu\n\n\n", \
ende=ende - g);
}
}
/* Algorithmus */
time(&zeit1);
*p = 2; *(p + 1) = 3;
ende -= 3;
/* die ersten Primzahlen */
while (z < ende) {
z += 4;
ttest();
z += 2;
ttest();
}
/*
Da z pro Durchlauf um 6 erhoeht wird, kann eine
Primzahl zuviel berechnet werden,
gegebenenfalls loeschen
*/
if (*(p + n) > (ende = ende + 3))
n -= 1;
/* Berechnung der Haeufigkeit in den Klassen */
g = ende/10; **h = 1; **(h + 1) = 0; j = 1; k = 0;
for (i = 0; i <= n; i++) {
if (*(p + i) > g) {
*(*h + j) = g;
*(*(h + 1) + j) = i - k;
k = i;
152
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
j++;
g += ende/10;
}
}
*(*h + j) = g;
*(*(h + 1) + j) = i - k;
/* Berechnung der Differenz benachbarter Primzahlen */
for (i = 1; i <= n; i++) {
dp = *(p + i) - *(p + i - 1);
(*(d + dp))++;
if (dp > dmax) {
dmax = dp;
d1 = *(p + i);
d2 = *(p + i - 1);
}
}
time(&zeit2);
/* achtspaltige Ausgabe auf stdout */
printf("\tPrimzahlen bis %lu\n\n", ende);
j = n - ( r = ((n + 1) % 8));
q = p;
for (i = 0; i <= j; i += 8) {
printf("\t%6lu\t%6lu\t%6lu\t%6lu\t%6lu\t%6lu\t%6lu \
\t%6lu\n", *q, *(q+1), *(q+2), *(q+3), \
*(q+4), *(q+5), *(q+6), *(q+7));
q += 8;
}
if (r != 0) {
printf("\t");
for (i = 0; i < r; i++)
printf("%6lu\t", *(q+i));
puts("");
}
/* letzte Zeile */
printf("\n\tGesamtzahl: %u\n\n", n + 1);
for (i = 1; i <= 10; i++)
printf("\tZwischen %6lu und %6lu gibt es
%6u Primzahlen.\n",*(*h+i-1),*(*h+i),*(*(h+1)+i) );
puts("");
printf("\tDifferenz %3d kommt %6u mal vor.\n",\
1, *(d + 1));
for (i = 2; i <= dmax; i += 2)
printf("\tDifferenz %3d kommt %6u mal vor.\n", \
i, *(d + i));
printf("\n\tGroesste Differenz %lu kommt erstmals
bei %lu und %lu vor.\n",dmax,d2,d1);
time(&zeit3);
printf("\n\tDie Rechnung brauchte %ld s,", zeit2 - zeit1);
printf(" die Ausgabe %ld s.\n", zeit3 - zeit2);
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
153
return 0;
}
/* Ende Hauptprogramm */
/* Funktion zum Testen der Teilbarkeit */
/* Parameteruebergabe zwecks Zeitersparnis vermieden */
void ttest()
{
register int i;
for (i = 1; *(p + i) * *(p + i) <= z; i++)
if (!(z % *(p + i))) return;
/* z teilbar */
/* z prim */
*(p + (++n)) = z;
return;
}
Quelle 1.89 : C-Programm zur Berechnung von Primzahlen, mit Pointern anstelle von Arrayindizes
Zur Laufzeit zeigt sich, daß die meiste Zeit auf die Ausgabe verwendet wird. Daher die
Programmiererweisheit: Eingabe/Ausgabe vermeiden! Am Algorithmus und seiner Verwirklichung etwas zu optimieren, bringt für die Gesamtdauer praktisch nichts. Die AusgabeFunktion printf(3) ließe sich durch eine selbstgeschriebene, schnellere Funktion ersetzenr,
unter Abstrichen an die Allgemeingültigkeit.
1.11.7.4
Arrays von Funktionspointern
Der Name einer Funktion ohne das Klammernpaar ist der Pointer auf ihren Anfang. Es
gibt Arrays von Pointern, das ist nichts Besonderes. Also gibt es auch Arrays von Pointern
auf Funktionen. Anhand eines Beispiels wollen wir uns eine Verwendungsmöglichkeit und
einige syntaktische Feinheiten ansehen. Dabei kommt auch make(1) nochmal zur Geltung
sowie ein bißchen Grafikprogrammierung.
/* schiff.c, Befeuerung und Schallsignale nach BinSchStrO
MS-Quick-C, DOS, VGA-Grafik */
/* #define
#include
#include
#include
#include
#include
DEBUG */
<stdio.h>
<conio.h>
<graph.h>
<stdlib.h>
<time.h>
#include "schiff.h"
/*
/*
/*
/*
/*
fuer
fuer
fuer
fuer
fuer
puts() u. a. */
getch() und kbhit() */
Grafik */
rand(), Zufallszahlen */
time(), Zufallszahlen */
/* eigenes Includefile */
/* Funktionsprototypen */
extern int titel();
void done();
/* Titelbildschirm */
/* Aufraeumen */
/* Hauptprogramm */
int main()
{
int i, rf, x;
struct videoconfig vc;
int (*schiff[MAX])(), index[MAXARR];
time t zeit;
/* Titel und Vorspann */
154
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
rf = titel();
/* Grafikmodus VGA 16 Farben */
if (! setvideomode( VRES16COLOR)) {
puts("Fehler: Keine VGA-Grafik");
exit(1);
}
setbkcolor(BGRAU);
/* Array der Funktionen (Bilder) fuellen */
schiff[0] = bild000; schiff[1] = bild001;
schiff[2] = bild002; schiff[3] = bild003;
....
schiff[124] = bild124; schiff[125] = bild125;
/* Index-Array fuellen (Zufallszahlen) */
if (rf == 49) {
time(&zeit);
srand((unsigned)zeit);
for (i = 0; i < MAXARR; i++) {
x = rand() % MAX;
if (x == index[i - 1])
x = rand() % MAX;
index[i] = x;
}
}
else {
for (i = 0; i < MAXARR; i++)
index[i] = i % MAX;
}
#ifdef DEBUG
for (i = 0; i < MAXARR; i++)
printf("%d\n", index[i]);
while (!kbhit());
#endif
/* Koordinatensystem */
/* x nach rechts, x = 0 in Mitte;
y nach unten, y = 0 oben */
getvideoconfig(&vc);
setlogorg(vc.numxpixels / 2 - 1, 0);
/* Textfenster */
settextwindow(7 * vc.numtextrows / 8, 4, vc.numtextrows, \
vc.numtextcols - 3);
wrapon( GWRAPOFF);
/* Hauptschleife */
i = 0;
do {
/* Hintergrund (Tag - Nacht) */
if ( getbkcolor() == BSCHWARZ) {
setbkcolor(BGRAU);
setcolor(HWEISS);
}
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
155
else {
setbkcolor(BSCHWARZ);
setcolor(SCHWARZ);
}
if ( getbkcolor())
settextcolor(HWEISS);
else
settextcolor(SCHWARZ);
/* Aufruf der Fkt. zum Zeichnen der Schiffe */
(*schiff[index[i]])();
/* Tastatureingabe zum Weitermachen */
if ((x = getch()) == 13 || x == 43 || x == 45) {
if (x == 45) i-;
else i++;
if (i >= MAXARR || i <= 0) i = 0;
clearscreen( GCLEARSCREEN);
setbkcolor(BGRAU);
}
} while (x != 81 && x != 113);
done();
}
/* Ende main() */
/* Funktion done() zur Beendigung */
/* Ruecksetzen auf Defaultwerte */
void done()
{
clearscreen( GCLEARSCREEN);
setvideomode( DEFAULTMODE);
exit(0);
}
Quelle 1.90 : C-Programm Array von Pointern auf Funktionen
Das Programm zeichnet die Konturen von Binnenschiffen samt ihrer Befeuerung (Positionslichter etc.) auf den Schirm. Tuten kann es auch. Ist der Hintergrund schwarz (Nacht),
sieht man nur die Lichter, ist er grau (Tag), sieht man auch die Konturen und die Bildunterschrift. Die verschiedenen Arten der Befeuerung werden durch jeweils eine Funktion
bild***() erzeugt. Die Funktionspointer stehen in einem Array:
int (*schiff[MAX]);
/* MAX = 126, in schiff.h */
Die Funktionen werden über ihren Index aufgerufen, die Reihenfolge wird von einem weiteren Array:
int index[MAXARR];
/* MAXARR ein Mehrfaches von MAX */
bestimmt, das entweder mit einer wiederholten Folge der natürlichen Zahlen von 0 bis
MAX - 1 belegt ist oder mit einer Zufallsfolge von Zahlen dieses Intervalles. So kann man
sich die Befeuerungen in einer systematischen oder zufälligen Folge anzeigen lassen.
Die Funktionen bild***() sind in einer Datei in einem eigenen Unterverzeichnis vereinigt:
/* Funktionen bild*() */
#include "bilder.h"
156
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
/*************/
/* Sportboot */
/*************/
...
int bild001()
{
text0("Bild 001:");
text1("Sportboot von vorn");
sportboot(0);
feuersport1();
return 0;
}
...
Quelle 1.91 : C-Funktion bilder.c zum Programm schiff.c
Die Funktionen rufen im wesentlichen weitere Funktionen auf. Das Unterverzeichnis enthält eine eigene Include-Datei und ein eigenes Makefile. In gleicher Weise sind die übrigen
Funktionen organisiert.
Das Makefile des Hauptprogramms ruft Makefiles in den Unterverzeichnissen auf. Wir
haben also eine Hierarchie von Makefiles:
# makefile fuer schiff.c
include make.h
# Compiler-Auswahl, make-include
# Unterverzeichnisse
A
B
F
K
S
T
=
=
=
=
=
=
assem
bilder
feuer
kontur
schall
text
# Weitere Makros
OBJS = schiff.obj titel.obj bilder.obj text.obj \
feuer.obj schall.obj kontur.obj sound.obj \
nosound.obj delay.obj
# Anweisungen
all : schiff.exe install clean
schiff.exe : schiff.obj titel.obj bilder o text o \
feuer o kontur o schall o assem o
$(LD) $(LDFLAGS) $(OBJS)„„
schiff.obj : schiff.c schiff.h
$(CC) $(CFLAGS) schiff.c
titel.obj : titel.c
$(CC) $(CFLAGS) titel.c
bilder o :
cd $(B)
$(MAKE) all
cd ..
text o :
cd $(T)
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
157
$(MAKE) all
cd ..
feuer o :
cd $(F)
$(MAKE) all
cd ..
kontur o :
cd $(K)
$(MAKE) all
cd ..
schall o :
cd $(S)
$(MAKE) all
cd ..
assem o
:
cd $(A)
$(MAKE) all
cd ..
install :
$(CP) schiff.exe s.exe
clean :
$(RM) *.bak
$(RM) *.obj
Quelle 1.92 : Makefile zu schiff.c
Dieses Projekt – obwohl bescheiden – wäre ohne make(1) nur noch mühsam zu beherrschen. Es ist für das Gelingen entscheidend, sich zu Beginn die Struktur sorgfältig zu überlegen.
Infolge der Verwendung von Grafikfunktionen des MS-Quick-C-Compilers ist das Programm nicht auf andere Systeme übertragbar. Man müßte eigene Grafikfunktionen verwenden, die Verpackungen um die Grafikfunktionen des jeweiligen Compilers darstellen. Dasselbe gilt für die Funktion zum Tuten, eine Assemblerroutine. Vielleicht stellen wir das Programm einmal auf X11 um und verpacken dabei die spezifischen Funktionen.
1.11.8
Verarbeitung von Strings
Strings (Zeichenketten) sind in C/C++ ein denkbar einfacher Datentyp, nämlich Arrays of
char, die mit dem ASCII-Zeichen Nr. 0 abgeschlossen sind. In der Standard-C-Bibliothek
finden sich fertige Funktionen für die häufigsten Aufgaben der Stringverarbeitung. Trotzdem
hat dieses Gebiet ein paar kleine Tücken.
Ein beliebter Laufzeitfehler ist das Schreiben von Strings in Pufferspeicher, die zu klein
sind. Es kommt dann zu einem Überlauf mit nicht immer vorhersehbaren Folgen, manchmal
auch zu von bösen Buben beabsichtigten Folgen. Man meint, der Puffer sei reichlich bemessen
– es ist auch jahrelang alles gut gegangen – und dann taucht einmal ein überlanger String
auf, der den Puffer sprengt. Das Gegenmittel besteht im Beschränken des Schreibens auf
maximal ein Zeichen weniger als der Puffer fasst. Wo Eingaben verlangt werden, ist immer
damit zu rechnen, dass:
• die Eingabe leer ist (leerer String, nur ASCII-Nr. 0) oder
• zu lang ist (Überlauf)
Ein gewiefter Programmierer sieht solche Fehler oder Ausnahmen voraus.
gets() – fgets()
158
1.11.9
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
Dynamische Speicherverwaltung (malloc)
Wir haben gelernt, daß die Größe eines Arrays oder einer Struktur bereits zur Übersetzungszeit bekannt sein, d. h. im Programm stehen muß. Dies führt in manchen Fällen zur Verschwendung von Speicher, da man Arrays in der maximal möglichen Größe anlegen müßte.
Die Standardfunktion malloc(3) samt Verwandtschaft hilft aus der Klemme. Im folgenden
Beispiel wird ein Array zunächst nur als Pointer la deklariert, dann mittels calloc(3)
Speicher zugewiesen, mittels realloc(3) vergrößert und schließlich von free(3) wieder
freigegeben:
/* Programm allo.c zum Ueben von malloc(3), 1994-06-01 */
#define MAX 40
#define DELTA 2
#include <stdio.h>
#include <stdlib.h>
long *la;
/* Pointer auf long */
int main()
{
int i, x;
/* calloc() belegt Speicher fuer Array von MAX Elementen
der Groesse sizeof(long), initialisert mit 0,
gibt Anfangsadresse zurueck.
In stdlib.h wird size t als unsigned int definiert. */
la = (long *)calloc((size t)MAX, (size t)sizeof(long));
if (la != NULL)
puts("Zuordnung ok.");
else {
puts("Ging daneben.");
exit(-1);
}
/* Array anschauen */
printf("Ganzzahl eingeben: ");
scanf("%d", &x);
for (i = 0; i < MAX; i++)
la[i] = (long)(i * x);
printf("Ausgabe: %ld
%ld\n", la[10], la[20]);
/* Array verlaengern mit realloc() */
la = (long *)realloc((void *)la, \
(size t)(DELTA * sizeof(long)));
/* Array anschauen */
la[MAX + DELTA] = x;
printf("erweitert: %ld
%ld\n", la[10], la[MAX + DELTA]);
/* Speicher freigeben mit free() */
free((void *)la);
return 0;
}
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
159
Quelle 1.93 : C-Programm mit dynamischer Speicherverwaltung (malloc(3))
Das nächste Beispiel sortiert die Zeilen eines Textes nach den Regeln des Duden (DudenTaschenbuch Nr. 5: Satz- und Korrekturanweisungen), die von den Regeln in DIN 5007 etwas
abweichen.
/* "duden" sortiert Textfile zeilenweise nach dem ersten
Wort unter Beruecksichtigung der Duden-Regeln */
/* Falls das Wort mit einem Komma endet, wird auch das
naechste Wort beruecksichtigt (z. B. Vorname) */
/* Compiler: cc -O -o duden duden.c -lmalloc */
#include
#include
#include
#include
<stdio.h>
<malloc.h>
<sys/types.h>
<sys/stat.h>
#define MAX 1024
/* max. Anzahl
#define EXT ".s"
/* Kennung des
#define NOWHITE(c) \
(((c) != ’ ’) && ((c) != ’\t’) &&
#define NOCHAR(c) \
(((c) == ’ ’) || ((c) == ’\t’) ||
#define SCHARF(c) (((c) == ’~’) || ((c) ==
#define KOMMA(c) ((c) == ’,’)
der Zeilen */
sort. Files */
((c) != ’\n’))
((c) == ’\0’))
222)) /* sz */
/* statische Initialisierung eines externen Arrays */
/* ASCII-Tafel. Die Zahlen stellen die Nummer des
Zeichens dar. */
/* angefuegt HP ROMAN EXTENSION (optional) */
char wert[256] = {
/* Steuerzeichen */
0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9,
10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19,
20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29,
30, 31,
/* Space, Sonder- und Satzzeichen */
32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39,
40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47,
/* Ziffern */
65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74,
/* Sonder- und Satzzeichen */
48, 49, 50, 51, 52, 53, 89,
/* Grossbuchstaben */
75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84,
88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97,
/* Sonder- und Satzzeichen */
75, 89, 95, 58, 59, 60,
/* Kleinbuchstaben */
75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84,
88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97,
/* Sonder- und Satzzeichen */
75, 89, 95, 93,
/* DEL */
111,
/* ROMAN EXTENSION */
/* undefinierte Zeichen
0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0,
0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0,
0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0,
0, 0, 0,
/* Buchstaben */
75, 75, 79, 79, 79, 83,
*/
0, 0,
0, 0,
0, 0,
83,
85, 86, 87,
98, 99, 100,
85, 86, 87,
98, 99, 100,
160
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
/* Zeichen */
0, 0, 0, 0, 0,
/* Buchstaben */
93, 93,
/* Zeichen */
0, 0, 0, 0, 0,
/* Buchstaben */
77, 77, 88, 88,
/* Zeichen */
0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0,
/* Buchstaben */
75, 79, 89, 95, 75, 79, 89, 95,
75, 79, 89, 95, 75, 79, 89, 95,
75, 83, 89, 75, 75, 83, 89, 75,
75, 83, 89, 95, 79, 83, 93, 89,
75, 75, 75, 78, 78, 83, 83, 89,
89, 89, 89, 93, 93, 95, 99, 99,
101, 101,
/* Zeichen und undefinierte Zeichen */
0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0, 0,
0, 0, 0, 0
};
char *ap[MAX];
/* P. auf Zeilenanfaenge */
/* Hauptprogramm */
int main(int argc, char *argv[])
{
int flag = 0, i = 0, j;
char a, *mp;
FILE *fp, *fps;
struct stat buf;
extern char *ap[];
extern char *strcat();
void exit();
/* Pruefung des Programmaufrufs */
if (argc != 2) {
printf("Aufruf: duden FILENAME\n");
exit(1);
}
/* Arbeitsspeicher allokieren */
stat(argv[1], &buf);
if ((mp = malloc((unsigned)buf.st size)) == NULL) {
printf("Kein Speicher frei.\n");
exit(1);
}
ap[0] = mp;
/* Textfile einlesen, fuehrende NOCHARs loeschen */
if ((fp = fopen(argv[1], "r")) == NULL) {
printf("File %s kann nicht goeffnet werden.\n", \
argv[1]);
exit(1);
}
while((a = fgetc(fp)) != EOF) {
if ((flag == 0) && NOCHAR(a));
else {
flag = 1;
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
*mp = a;
if (*mp == ’\n’) {
flag = 0;
ap[++i] = ++mp;
}
else
mp++;
}
}
fclose(fp);
/* Zeilenpointer sortieren */
if (sort(i - 1) != 0) {
printf("Sortieren ging daneben.\n");
exit(1);
}
/* Textfile zurueckschreiben */
if ((fps = fopen(strcat(argv[1], EXT), "w")) == NULL) {
printf("File %s.s kann nicht geoeffnet werden.\n", \
argv[1]);
exit(1);
}
for (j = 0; j < i; j++) {
while ((a = *((ap[j])++)) != ’\n’)
fputc(a, fps);
fputc(’\n’, fps);
}
fclose(fps);
}
/* Ende Hauptprogramm */
/* Sortierfunktion (Bubblesort, stabil) */
int sort(int imax)
{
int flag = 0, i = 0, j = 0, k = 0;
char *p1, *p2;
extern char *ap[];
while (flag == 0) {
flag = 1;
k = i;
p2 = ap[imax];
for (j = imax; j > k; j-) {
p1 = ap[j - 1];
if (vergleich(p1, p2) <= 0) {
ap[j] = p2;
p2 = p1;
}
else {
ap[j] = p1;
i = j;
flag = 0;
}
}
ap[j] = p2;
}
return(0);
161
162
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
}
/* Vergleich zweier Strings bis zum ersten Whitespace */
/* Returnwert = 0, falls Strings gleich
Returnwert < 0, falls String1 < String2
Returnwert > 0, falls String1 > String2 */
int vergleich(char *x1, *x2)
{
int
flag = 0;
while((wert[*x1] - wert[*x2]) == 0) {
if (NOWHITE(*x1)) {
if (SCHARF(*x1)) x2++;
/* scharfes s */
if (SCHARF(*x2)) {
x1++;
flag = 1;
}
x1++;
x2++;
}
else {
if (KOMMA(*(x1 - 1))) {
/* weiteres Wort */
while (NOCHAR(*x1))
x1++;
while (NOCHAR(*x2))
x2++;
flag = vergleich(x1, x2);
}
return flag;
}
}
return(wert[*x1] - wert[*x2]);
}
Quelle 1.94 : C-Programm zum Sortieren eines Textes nach den Regeln des Duden
Die Variable flag, die auch anders heißen kann, ist ein Flag oder eine Schaltvariable,
d. h. eine Variable, die in Abhängigkeit von bestimmten Bedingungen einen Wert 0 oder
nicht-0 annimmt und ihrerseits wieder in anderen Bedingungen auftritt. Ein gängiger, einwandfreier Programmiertrick.
1.11.10
X Window System
Das folgende Beispiel zeigt, wie man unter Benutzung von Xlib-Funktionen ein Programm
schreibt, das unter dem X Window System läuft:
/* xwindows.c, this program demonstrates how to use
X’s base window system through the Xlib interface */
/* Compiler: cc xwindows.c -lX11 */
#include <stdio.h>
#include <X11/Xlib.h>
#include <X11/Xutil.h>
#define
#define
#define
#define
#define
#define
#define
#define
QUIT
CLEAR
DELETE
SUBWIN
DELSUB
WIN1
WIN2
WIN3
"Press q to quit"
"Press c to clear this window"
"Press d to delete this window"
"Press n to create subwindow"
"Press n again to delete window"
"WINDOW 1"
"WINDOW 2"
"WINDOW 3"
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
char hallo[]="Hallo World";
char hi[]
="Hi";
int main(int argc,char **argv)
{
Display
/* d. structure */
*mydisplay;
Window
mywin1, mywin2, newwin; /* w. structure */
Pixmap
mypixmap;
/* pixmap */
GC
mygc1, mygc12, newgc;
/* graphic context */
XEvent
myevent;
/* event to send */
KeySym
mykey;
/* keyboard key */
XSizeHints
myhint;
/* window info */
Colormap
cmap;
/* color map */
XColor
yellow, exact, color1, color2, color3;
static XSegment segments[]={{350,100,380,280}, /
{380,280,450,300}};
unsigned long myforeground;
/* fg color */
unsigned long mybackground;
/* bg color */
int
myscreen, i, num=2, del=1, win=1;
char
text[10];
/* initialization */
if (!(mydisplay = XOpenDisplay(""))) {
fprintf(stderr, "Cannot initiate a display connection");
exit(1);
}
myscreen = DefaultScreen(mydisplay); /* display screen */
/* default pixel values */
mybackground = WhitePixel(mydisplay, myscreen);
myforeground = BlackPixel(mydisplay, myscreen);
/* specification of window position and size */
myhint.x = 200; myhint.y = 300;
myhint.width = 550; myhint.height = 450;
myhint.flags = PPosition | PSize;
/* window creation */
mywin1 = XCreateSimpleWindow(mydisplay,
DefaultRootWindow(mydisplay),
myhint.x, myhint.y, myhint.width, myhint.height,
5, myforeground, mybackground);
XSetStandardProperties(mydisplay, mywin1, hallo, hallo, \
None, argv, argc, &myhint);
myhint.x = 400; myhint.y = 400;
myhint.width = 700; myhint.height = 200;
myhint.flags = PPosition | PSize;
mywin2 = XCreateSimpleWindow(mydisplay,
DefaultRootWindow(mydisplay),
myhint.x, myhint.y, myhint.width, \
myhint.height, 5, myforeground, mybackground);
/* creation of a new window */
XSetStandardProperties(mydisplay, mywin2, "Hallo", \
"Hallo", None, argv, argc, &myhint);
/* pixmap creation */
mypixmap = XCreatePixmap(mydisplay,
DefaultRootWindow(mydisplay),
400, 200, DefaultDepth(mydisplay, myscreen));
/* GC creation and initialization */
mygc1 = XCreateGC(mydisplay, mywin1, 0, 0);
mygc12 = XCreateGC(mydisplay, mywin2, 0, 0);
163
164
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
newgc = XCreateGC(mydisplay, mywin2, 0, 0);
/* determination of default color map for a screen */
cmap = DefaultColormap(mydisplay, myscreen);
yellow.red = 65535; yellow.green = 65535; yellow.blue = 0;
/* allocation of a color cell */
if (XAllocColor(mydisplay, cmap, &yellow) == 0) {
fprintf(stderr, "Cannot specify color");
exit(2);
}
/* allocation of color cell using predefined
color-name */
if (XAllocNamedColor(mydisplay, cmap, "red", &exact, \
&color1) == 0)
{
fprintf(stderr, "Cannot use predefined color");
exit(3);
}
if (XAllocNamedColor(mydisplay, cmap, "blue", &exact, \
&color2) == 0)
{
fprintf(stderr, "Cannot use predefined color");
exit(3);
}
if (XAllocNamedColor(mydisplay, cmap, "green", \
&exact, &color3) == 0)
{
fprintf(stderr, "Cannot use predefined color");
exit(3);
}
XSetWindowBackground(mydisplay, mywin1, color2.pixel);
/* changing the background of window */
XSetWindowBackground(mydisplay, mywin2, color3.pixel);
XSetBackground(mydisplay, mygc1, color2.pixel);
/* setting foreground attribute in GC structure */
XSetForeground(mydisplay, mygc1, yellow.pixel);
/* setting background attribute in GC structure */
XSetForeground(mydisplay, mygc12, color1.pixel);
XSetBackground(mydisplay, mygc12, color3.pixel);
XSetBackground(mydisplay, newgc, mybackground);
XSetFont(mydisplay, mygc1, XLoadFont(mydisplay, \
"vrb-25"));
/* setting font attribute in GC structure */
XSetFont(mydisplay, mygc12, XLoadFont(mydisplay, \
"vri-25"));
XSetFont(mydisplay, newgc, XLoadFont(mydisplay, \
"vri-25"));
/* window mapping */
XMapRaised(mydisplay, mywin1);
XMapRaised(mydisplay, mywin2);
/* input event selection */
XSelectInput(mydisplay, mywin1, \
KeyPressMask | ExposureMask);
XSelectInput(mydisplay, mywin2, \
KeyPressMask | ExposureMask |
ButtonPressMask);
/* main event-reading loop */
while (1) {
XNextEvent(mydisplay, &myevent); /* read next event */
switch (myevent.type) {
/* process keyboard input */
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
case KeyPress:
i = XLookupString(&myevent, text, 10, &mykey, 0);
if (i == 1 && (text[0] == ’q’ | text[0] == ’Q’)) {
XFreeGC(mydisplay, mygc1);
XFreeGC(mydisplay, mygc12);
XFreeGC(mydisplay, newgc);
if (!win) XDestroyWindow(mydisplay, newwin);
XDestroyWindow(mydisplay, mywin1);
if (del) XDestroyWindow(mydisplay, mywin2);
XFreePixmap(mydisplay, mypixmap);
XCloseDisplay(mydisplay);
exit(0);
}
else
if (i == 1 && (text[0] == ’c’ | text[0] == ’C’) &&
myevent.xkey.window == mywin1) {
XClearWindow(mydisplay, mywin1);
XSetFont(mydisplay, mygc1, \
XLoadFont(mydisplay, "fgb-13"));
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1, \
240, 400,
SUBWIN, strlen(SUBWIN));
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1, \
240, 420,
CLEAR, strlen(CLEAR));
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1, \
240, 440,
QUIT, strlen(QUIT));
XSetFont(mydisplay, mygc1, \
XLoadFont(mydisplay, "vrb-25"));
}
else
if (i == 1 && (text[0] == ’d’ | text[0] == ’D’) \
&& myevent.xkey.window == mywin2) {
XDestroyWindow(mydisplay, mywin2);
del = 0;
}
else
if (i == 1 && (text[0] == ’n’ | text[0] == ’N’) \
&& myevent.xkey.window == mywin1) {
if (win) {
newwin = XCreateSimpleWindow(mydisplay, \
mywin1, 70, 60, 400, 200, 1, \
myforeground, mybackground);
/* window mapping */
XMapRaised(mydisplay, newwin);
XSetForeground(mydisplay, newgc, \
mybackground);
XFillRectangle(mydisplay, mypixmap, newgc,
0, 0, 400, 200);
XSetForeground(mydisplay, newgc, \
color1.pixel);
XDrawImageString(mydisplay, mypixmap, newgc,
140, 100, WIN3, strlen(WIN3));
XSetFont(mydisplay, newgc, \
XLoadFont(mydisplay, "fgb-13"));
XDrawImageString(mydisplay, mypixmap, newgc, 25,
180, DELSUB, strlen(DELSUB));
XSetFont(mydisplay, newgc, \
XLoadFont(mydisplay, "vri-25"));
/* copying pixels from pixmap to window */
XCopyArea(mydisplay, mypixmap, newwin, newgc, \
0, 0, 400, 200, 0, 0);
}
else
XDestroySubwindows(mydisplay, mywin1);
165
166
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
win = !win;
}
break;
/* repaint window on expose event */
case Expose:
if (myevent.xexpose.count == 0) {
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1,
50, 50, WIN1, strlen(WIN1));
XDrawImageString(mydisplay, mywin2, mygc12,
270, 50, WIN2, strlen(WIN2));
XSetFont(mydisplay, mygc1, \
XLoadFont(mydisplay, "fgb-13"));
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1, \
240, 400, SUBWIN, strlen(SUBWIN));
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1, \
240, 420, CLEAR, strlen(CLEAR));
XDrawImageString(mydisplay, mywin1, mygc1, \
240, 440, QUIT, strlen(QUIT));
XSetFont(mydisplay, mygc1, \
XLoadFont(mydisplay, "vrb-25"));
XDrawImageString(mydisplay, mywin2, mygc12, \
300, 180, DELETE, strlen(DELETE));
XDrawLine(mydisplay, mywin1, mygc1, \
100, 100, 300, 300);
XDrawSegments(mydisplay, mywin1, mygc1, \
segments, num);
XDrawArc(mydisplay, mywin1, mygc1, 200, \
160, 200, 200, 0, 23040);
XFillArc(mydisplay, mywin1, mygc12, 60, \
200, 120, 120, 0, 23040);
XDrawRectangle(mydisplay, mywin1, mygc1, \
60, 200, 120, 120);
}
break;
/* process mouse-button presses */
case ButtonPress:
XSetFont(mydisplay, mygc1, \
XLoadFont(mydisplay,"vxms-37"));
XDrawImageString(myevent.xbutton.display, \
myevent.xbutton.window, mygc1, \
myevent.xbutton.x, \
myevent.xbutton.y, \
hi, strlen(hi));
XSetFont(mydisplay, mygc1, \
XLoadFont(mydisplay, "vrb-25"));
break;
/* process keyboard mapping changes */
case MappingNotify:
XRefreshKeyboardMapping(&myevent);
}
}
}
Quelle 1.95 : C-Programm für das X Window System mit Funktionen der Xlib-Bibliothek
Die Xlib-Biliothek stellt die unterste Stufe der X11-Bibliotheken dar. Nach Möglichkeit
verwendet man höhere Bibliotheken, die ihrerseits auf der Xlib aufsetzen. Man erspart sich
damit viel Mühe.
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
1.11.11
167
cgi-Programme
Die Abkürzung cgi bedeutet Common Gateway Interface. Das ist ein Protokoll zum Gedankenaustausch zwischen HTML-Forms und Programmen. Die Programme können in jeder
Sprache verfasst sein, die es ermöglicht, von stdin zu lesen, nach stdout zu schreiben
und außerdem Umgebungsvariable auszuwerten. Obwohl viele derartige Programme PerlSkripte sind – siehe Abschnitt ?? Forms und cgi-Scripts auf Seite ?? – ist das nicht zwingend,
ein C-Programm tut es genau so gut und ist schneller.
<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0//EN">
<!cgi test.html
Teil einer Imlpementation der CGI-Schnittstelle in C.
->
<HTML>
<HEAD>
<TITLE>
Test
</TITLE>
</HEAD>
<BODY>
<FORM action="/cgi-bin/cgi test.cgi" method="get">
<!- Method "get" is deprecated ->
<H2>
GET-Formular
</H2>
<INPUT type="hidden" name="foobar" value="42"><INPUT type=
"text" name="eingabe"><INPUT type="submit">
</FORM>
<HR>
<FORM action="/cgi-bin/cgi test.cgi" method="post">
<H2>
POST-Formular
</H2>
<INPUT type="hidden" name="foobar" value="42"><INPUT type=
"text" name="eingabe"><INPUT type="submit">
</FORM>
</BODY>
</HTML>
Quelle 1.96 : Webseite cgi_test.html mit FORM-Elementen zum Ausprobieren der cgiSchnittstelle
Ein Benutzer ruft mittels seines Brausers eine Webseite auf, die ein FORM-Element enthält. Was das im einzelnen ist, tut hier nichts zur Sache und kann in HTML-Anleitungen
nachgelesen werden. Unter den Attributen des FORM-Elements finden sich action und
method. Die action gibt den vollständigen oder relativen URL des Programms an, das auf
dem Webserver36 ausgeführt werden soll. Hinter method findet sich entweder post oder get,
wobei letzteres veraltet (deprecated in HTML 4.0) ist.
Der Benutzer gibt in die Webseite verschiedene Werte ein, die durch die INPUT-Elemente
näher spezifiert sind, und drückt dann ein Knöpfchen, das submit oder ähnlich heißt. Darauf
hin verlangt der Brauser vom WWW den unter action genannten URL unter Beifügung der
eingegebenen Werte. Der Webserver stellt fest, dass eines seiner cgi-Skripte verlangt wird,
und ruft dieses auf.
/*
* cgi.h
* Teil einer Implementation der CGI-Schnittstelle in C.
*/
36
Etwas völlig anderes sind aktive Inhalte (Anweisungen in Javascript, Java-Applets) von
Webseiten, die auf dem Computer des Benutzers ausgeführt werden.
168
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
#define MAX QUERY LEN 4095
/* gegen Missbrauch */
struct list item {
struct list item *next;
char *key, *value;
};
struct array item {
char *key, *value;
};
void unescape str(char *);
/* eigene Funktionen */
char *get query();
struct list item *parse list(char *);
struct array item *parse array(char *);
Quelle 1.97 : Include-Datei cgi.h zum Programm cgi_test.c
/*
* cgi test.c, Hauptprogramm
* Teil einer Implementation der CGI-Schnittstelle in C.
* normalerweise entweder linked list oder array verwenden
*/
#include <stdio.h>
#include <string.h>
#include "cgi.h"
int main() {
char *list query, *array query;
struct list item *param list;
struct array item *param array;
/* hiermit beginnt die Ausgabe */
printf("Content-Type: text/plain\015\012\015\012");
/* query string ermitteln und duplizieren */
list query = get query();
if (list query == NULL) {
printf("Keine Parameter!\n");
return 0;
}
array query = strdup(list query);
/* linked list erzeugen */
param list = parse list(list query);
printf("Parameter per Linked List:\n");
while (param list != NULL) {
printf("%s = %s\n", param list->key, param list->value);
param list = param list->next;
}
/* array erzeugen */
param array = parse array(array query);
printf("\nParameter per Array:\n");
while (param array->key != NULL) {
printf("%s = %s\n", param array->key, param array->value);
param array++;
}
return 0;
}
1.11. WEITERE C-PROGRAMME
169
Quelle 1.98 : C-Programm cgi_test.c zum Ausprobieren der cgi-Schnittstelle
/*
* cgi.c, Funktionen
* Teil einer Implementation der CGI-Schnittstelle in C.
*/
#include
#include
#include
#include
#include
<stdio.h>
<stdlib.h>
<string.h>
<ctype.h>
"cgi.h"
/*
* Wandelt alle %xx-Tripel in einzelne Zeichen um und ’+’ in ’ ’,
* wobei der uebergebene String veraendert wird!
*/
void unescape str(char *s) {
size t i;
for(i = strlen(s); i > 2; i-, s++) {
if (*s == ’+’)
*s = ’ ’;
else if (*s == ’%’ && isxdigit(s[1]) && isxdigit(s[2])) {
*s = (isdigit(s[1]) ? s[1] - ’0’ : tolower(s[1]) - ’a’ + 10) « 4 |
(isdigit(s[2]) ? s[2] - ’0’ : tolower(s[2]) - ’a’ + 10);
memmove(s + 1, s + 3, i -= 2);
}
}
}
/*
* Gibt den query string zurueck, wenn keine Fehler auftreten,
* ansonsten NULL. Unterscheidet dabei zwischen GET und POST.
* Darf bei POST nur einmal aufgerufen werden!
*/
char *get query() {
char *p, *q;
size t len;
/* REQUEST METHOD suchen */
p = getenv("REQUEST METHOD");
if (p == NULL) return NULL;
/* keine REQUEST METHOD */
/* 1. Fall: GET */
if (strcmp(p, "GET") == 0) {
p = getenv("QUERY STRING");
if (p == NULL) return NULL; /* kein QUERY STRING bei GET */
len = strlen(p);
if (len < 1 || len > MAX QUERY LEN) return NULL;
q = malloc(len + 1);
if (q == NULL) return NULL;
memmove(q, p, len + 1);
/* spart Linken von strcpy */
return q;
/* 2. Fall: POST */
} else if (strcmp(p, "POST") == 0) {
p = getenv("CONTENT LENGTH");
if (p == NULL) return NULL; /* keine CONTENT LENGTH */
len = strtoul(p, NULL, 0);
if (len < 1 || len > MAX QUERY LEN) return NULL;
q = malloc(len + 1);
if (q == NULL) return NULL;
if (fread(q, 1, len, stdin) < len)
return NULL;
/* Laenge von stdin < CONTENT LENGTH */
170
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
q[len] = ’\0’;
return q;
/* 3. Fall: weder noch - kann von diesem Programm
nicht behandelt werden */
} else return NULL;
}
/*
* Gibt eine linked list des geparsten query string zurueck,
* wenn keine Fehler auftreten, ansonsten NULL. Veraendert
* den uebergebenen String!
*/
struct list item *parse list(char *query) {
struct list item first = { NULL }, *last = &first;
while (*query != ’\0’) {
/* neues Listenelement allozieren */
last->next = malloc(sizeof *last);
if(last == NULL) return first.next;
last = last->next;
last->next = NULL;
/* einen Parameter extrahieren */
last->key = query;
do {
query++;
} while (*query != ’\0’ && (*query != ’&’ || *(query + 1) == ’\0’));
if (*query != ’\0’) *query++ = ’\0’;
/* in key und value splitten */
last->value = last->key;
do {
last->value++;
} while (*last->value != ’\0’ && *last->value != ’=’);
if (*last->value != ’\0’) *(last->value++) = ’\0’;
/* "%xx"-Tripel umwandeln */
unescape str(last->key);
unescape str(last->value);
}
return first.next;
}
/*
* Gibt ein Array von Strukturen zurueck mit den geparsten
* Parametern, falls keine Fehler auftreten, ansonsten NULL.
* Geht dabei zweimal ueber den query string, was aber nicht
* weiter schlimm ist. Das Array wird durch eine Struktur
* abgeschlossen, bei der beide Werte (key und value) NULL sind.
* Veraendert den uebergebenen String!
*/
struct array item *parse array(char *query) {
int count;
char *temp;
struct array item *first, *last;
/* Anzahl Parameter bestimmen */
for (count = 0, temp = query; *temp != ’\0’; count++) {
do {
temp++;
} while (*temp != ’\0’ && (*temp != ’&’ || *(temp + 1) == ’\0’));
}
if (count == 0) return NULL;
/* Array allozieren */
1.12. OBFUSCATED C
171
last = first = malloc(sizeof *first * (count + 1));
if (last == NULL) return NULL;
first[count].key = first[count].value = NULL;
while (*query != ’\0’) {
/* einen Parameter extrahieren */
last->key = query;
do {
query++;
} while (*query != ’\0’ && (*query != ’&’ || *(query + 1) == ’\0’));
if (*query != ’\0’) *query++ = ’\0’;
/* in key und value splitten */
last->value = last->key;
do {
last->value++;
} while (*last->value != ’\0’ && *last->value != ’=’);
if (*last->value != ’\0’) *(last->value++) = ’\0’;
/* "%xx"-Tripel umwandeln */
unescape str(last->key);
unescape str(last->value);
last++;
}
return first;
}
Quelle 1.99 : C-Funktionen zum Programm cgi_test.c
Nun wird es spannend. Wie erfährt das cgi-Skript, hier ein C-Programm, von den vom
Benutzer eingegebenen Werten? Bei der Methode get stehen die Werte als ein langer String
in der Umgebungs-Variablen QUERY_STRING, bei der Methode post wird der String von
stdin gelesen. Der Rest besteht im Aufdröseln (parsen) des Strings, der Verarbeitung der
einzelnen Werte und der Ausgabe eines HTML-konformen Dokumentes nach stdout. Dieses Dokument schickt der Webserver an den anfragenden Brauser zurück. Das wars. Fehler
macht man vor allem bei den Kleinigkeiten wie Gänsefüßchen oder Semikolons. Ein großer
Teil des Programms besteht wie üblich im Abfangen unzulässiger Eingaben. Bedenken Sie,
dass wildfremde Benutzer dieses Programm auf Ihrem WWW-Server starten. Lesen Sie das
Programmbeispiel und weitere aus dem Netz. Dort finden sich auch Funktions- und Klassenbibliotheken für cgi-Programme in C/C++.
1.12
Obfuscated C
Wie bereits in einer Fußnote auf Seite 9 bemerkt, findet jährlich ein Wettbewerb um das
undurchsichtigste C-Programm statt (to obfuscate = vernebeln, verwirren). Die Siegerprogramme haben außer Nebel auch noch einen Witz aufzuweisen. Als Beispiel geben wir ein
Programm von J ACK A PPLIN, Hewlett-Packard, Fort Collins/USA wieder, das erfolgreich am
Contest 1986 teilgenommen hat. Es ist das Hello-World-Programm in einer Fassung, die als
C-Programm, FORTRAN-77-Programm und als Bourne-Shellscript gültig ist37
cat =13 /*/ >/dev/null 2>&1; echo "Hello, world!"; exit
*
* This program works under cc, f77, and /bin/sh.
*
*/; main() {
write(
cat-~-cat
37
Unter www.ee.ryerson.ca:8080/˜elf/hack/multilang.htm liegt ein ähnliches
Programm, das als C-Programm, Perl-Skript, Tcl-Skript und Shell-Skript gültig ist.
172
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
/*,’(
*/
,"Hello, world!"
,
cat); putchar(~-~-~-cat); } /*
,)’)
end
*/
Auch die Leerzeichen sind wichtig. Entfernt man die Kommentare, bleibt als C-Programm
übrig:
cat =13;
main() {
write(cat-~-cat, "Hello, world!", cat);
putchar(~-~-~-cat); }
Zuerst wird eine globale Variable cat – per Default vom Typ int – auf 13 gesetzt. Dann
wird der Systemaufruf write(1, "Hello, world!", 13) ausgeführt, der 13 Zeichen des
Strings Hello, world! nach stdout (Dateideskriptor 1) schreibt, anschließend die Standardfunktion putchar(10). Der Gebrauch des unären Minuszeichens samt der bitweisen
Negation ist ungewohnt. Man muß sich die Umrechnungen in Bits aufschreiben (negative
Zahlen werden durch ihr Zweierkomplement dargestellt). Bei write():
13
gibt
-13
gibt
~(-13)
gibt
13 - (~(-13))
gibt
0000 0000
1111 1111
0000 0000
0000 0000
1111 1111
0000 0000
0000 0000
1111 1111
0000 0000
0000 1101
1111 0011
0000 1100
0000 0000
0000 0000
0000 0000
0000 0001
was dezimal 1 ist. Bei putchar() sieht die Geschichte so aus:
13
gibt 0000
-13
gibt 1111
~(-13)
gibt 0000
-(~(-13))
gibt 1111
~(-(~(-13)))
gibt 0000
-(~(-(~(-13))))
gibt 1111
~(-(~(-(~(-13)))))
gibt 0000
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
0000
1111
1101
0011
1100
0100
0000
0000 0000
0000 0000
0000 1011
1111
1111 1111
1111 1111
1111 0101
0000
0000 0000
0000 0000
0000 1010
was dezimal 10 = ASCII-Zeichen Linefeed ist.
Für FORTRAN 77 bleiben folgende Zeilen übrig:
write(*, ’("Hello, world!")’)
end
Zeilen, die an erster Stelle ein c oder ein * enthalten, gelten als Kommentar. Zeilen, die an
sechster Stelle irgendein Zeichen enthalten, werden als Fortsetzungen aufgefaßt. Anweisungen beginnen in Spalte 7 (die Sitte stammt aus der Lochkartenzeit).
Das Shellscript enthält als einzige wirksame Kommandos:
echo "Hello, world!"; exit
Was davor steht, geht nach /dev/null. Mit exit wird das Script verlassen. Mehr solcher
Scherze findet man im Netz oder in dem Buch von D ON L IBES.
Eine ähnliche intellektuelle Herausforderung stellen die Quine-Programme dar. Das sind
Programme, die ihren eigenen Quellcode ausgeben. Näheres unter:
http://www.nyx.net/~gthompso/quine.htm
1.13. PORTIEREN VON PROGRAMMEN
1.13
Portieren von Programmen
1.13.1
Regeln
173
Unter dem Übertragen oder Portieren von Programmen versteht man das Anpassen an ein
anderes System unter Beibehaltung der Programmiersprache oder das Übersetzen in eine
andere Programmiersprache auf demselben System, schlimmstenfalls beides zugleich.
Ein Programm läßt sich immer portieren, indem man bis zur Aufgabenstellung zurückgeht. Das ist mit dem maximalen Aufwand verbunden; es läuft auf Neuschreiben hinaus.
Unter günstigen Umständen kann ein Programm Zeile für Zeile übertragen werden, ohne
die Aufgabe und die Algorithmen zu kennen. In diesem Fall reicht die Intelligenz eines Computers zum Portieren; es gibt auch Programme für diese Tätigkeit38 . Die wirklichen Aufgaben
liegen zwischen diesen beiden Grenzfällen.
Schon beim ersten Schreiben eines Programmes erleichtert man ein künftiges Portieren,
wenn man einige Regeln beherzigt. Man vermeide:
• Annahmen über Eigenheiten des Datei-Systems (z. B. Länge der Namen),
• Annahmen über die Reihenfolge der Auswertung von Ausdrücken, Funktionsargumenten oder Nebeneffekten (z. B. bei printf(3)),
• Annahmen über die Anordnung der Daten im Arbeitsspeicher,
• Annahmen über die Anzahl der signifikanten Zeichen von Namen,
• Annahmen über die automatische Initialisierung von Variablen,
• den Gebrauch von stillschweigenden (automatischen) Typumwandlungen, zum Beispiel
von long nach int unter der Annahme, daß die beiden Typen gleich lang sind,
• das Mischen von vorzeichenlosen und vorzeichenbehafteten Werten,
• die Dereferenzierung von Nullpointern (Null ist keine Adresse),
• Annahmen über die Darstellung von Pointern (Pointer sind keine Ganzzahlen), Zuweisungen von Pointerwerten an int- oder long-Variable,
• die Annahme, einen Pointer dereferenzieren zu können, der nicht richtig auf eine Datengrenze ausgerichtet ist (Alignment),
• die Annahme, daß Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden werden,
• die Annahme, daß der Typ char vorzeichenbehaftet oder vorzeichenlos ist (EOF = -1?),
• Bitoperationen mit vorzeichenbehafteten Ganzzahlen,
• die Verwendung von Bitfeldern mit anderen Typen als unsigned,
• Annahmen über das Vorzeichen des Divisionsrestes bei der ganzzahligen Division,
• die Annahme, daß eine extern-Deklaration in einem Block auch außerhalb des Blockes
gilt.
Diese und noch einige Dinge werden von unterschiedlichen Betriebssystemen und Compilern
unterschiedlich gehandhabt, und man weiß nie, was einem begegnet. Dagegen soll man:
• den Syntax-Prüfer lint(1) befragen,
• Präprozessor-Anweisungen und typedef benutzen, um Abhängigkeiten einzugrenzen,
• alle Variablen, Pointer und Funktionen ordentlich deklarieren,
• Funktions-Prototypen verwenden,
• symbolische Konstanten (#define) anstelle von rätselhaften Werten im Programm verwenden,
38
Im GNU-Projekt finden sich ein Program f2c (lies: f to c) zum Übertragen von FORTRAN
nach C und ein Programm p2c zum Portieren von PASCAL nach C.
174
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
• richtig ausgerichtete Unions anstelle von trickreichen Überlagerungen von Typen verwenden,
• den sizeof()-Operator verwenden, wenn man die Größe von Typen oder Variablen
braucht,
• daran denken, daß die Größe von Datentypen je nach Architektur unterschiedlich ist,
• umfangreiche Deklarationen in Include-Dateien packen,
• nur die C-Standard-Funktionen verwenden oder für andere Funktionen die Herkunft
oder den Quellcode angeben, mindestens aber die Funktionalität und die Syntax,
• bei printf(3) oder scanf(3) die richtigen Platzhalter verwenden (%ld für long),
• alle unvermeidlichen Systemabhängigkeiten auf wenige Stellen konzentrieren und
deutlich kommentieren.
Im folgenden wollen wir einige Beispiele betrachten, die nicht allzu lang und daher auch nur
einfach sein können.
1.13.2
Übertragen von ALGOL nach C
Wir haben hier ein ALGOL-Programm von R ICHARD WAGNER aus dem Buch von K ARL N I CKEL ALGOL-Praktikum (1964) ausgewählt, weil es mit Sicherheit nicht im Hinblick auf
eine Übertragung nach C geschrieben worden ist. Es geht um die Bestimmung des größten
gemeinsamen Teilers mit dem Algorithmus von E UKLID. Daß wir die Aufgabe und den Algorithmus kennen, erleichtert die Arbeit, daß außer einigen Graubärten niemand mehr ALGOL
kennt, erschwert sie.
’BEGIN’ ’COMMENT’ BEISPIEL 12 ;
’INTEGER’ A, B, X, Y, R ;
L1:
READ(A,B) ;
’IF’ A ’NOT LESS’ B
’THEN”BEGIN’ X:= A ; Y:= B ’END’
’ELSE”BEGIN’ X:= B ; Y:= A ’END’ ;
L2:
R:= X - Y*ENTIER(X/Y) ;
’IF’ R ’NOT EQUAL’ 0 ’THEN”BEGIN’ X:= Y ; Y:= R ;
’GO TO’ L2 ’END’ ;
PRINT(A,B,Y) ;
’GO TO’ L1
’END’
Quelle 1.100 : ALGOL-Programm ggT nach Euklid
Die Einlese- und Übersetzungszeit auf einer Z22 betrug 50 s, die Rechen- und Druckzeit
39 s. Damals hatten schnelle Kopfrechner noch eine Chance. Eine Analyse des Quelltextes
ergibt:
• Das Programm besteht aus einer Datei mit dem Hauptprogramm (war kaum anders
möglich),
• Schlüsselwörter stehen in Hochkommas,
• logische Blöcke werden durch begin und end begrenzt,
• es kommen nur ganzzahlige Variable vor,
• es wird Ganzzahl-Arithmetik verwendet,
• an Funktionen treten read() und print() auf,
• an Kontrollanweisungen werden if - then - else und goto verwendet.
Das sieht hoffnungsvoll aus. Die Übertragung nach C:
1.13. PORTIEREN VON PROGRAMMEN
175
/* Groesster gemeinsamer Teiler nach Euklid
Uebertragung eines ALGOL-Programms aus K. Nickel nach C
zu compilieren mit cc -o ggt ggt.c
*/
#include <stdio.h>
int main()
{
int a, b, x, y, r;
while(1) {
/* Eingabe */
puts("ggT von a und b nach Euklid");
puts("Beenden mit Eingabe 0");
printf("Bitte a und b eingeben: ");
scanf("%d %d", &a, &b);
/* Beenden, falls a oder b gleich 0 */
if ((a == 0) || (b == 0)) exit(0);
/* x muss den groesseren Wert aus a und b enthalten */
if (a >= b) { x = a; y = b; }
else
{ x = b; y = a; }
/* Euklid */
while (r = x % y) {
x = y;
y = r;
}
/* Ausgabe */
printf("%d und %d haben den ggT %d\n", a, b, y);
}
}
Quelle 1.101 : C-Programm ggT nach Euklid
Der auch nach UNIX-Maßstäben karge Dialog des ALGOL-Programms wurde etwas angereichert, die goto-Schleifen wurden durch while-Schleifen ersetzt und der ALGOL-Behelf
zur Berechnung des Divisionsrestes (entier) durch die in C vorhandene Modulo-Operation.
Bei einem Vergleich mit dem Programm 1.55 C-Programm ggt nach Euklid, rekursiv auf
Seite 96 sieht man, wie unterschiedlich selbst ein so einfacher Algorithmus programmiert
werden kann. Dazu kommen andere Algorithmen zur Lösung derselben Aufgabe, beispielsweise das Ermitteln aller Teiler der beiden Zahlen und das Herausfischen des ggT.
1.13.3
Übertragen von FORTRAN nach C
Gegeben sei ein einfaches Programm zur Lösung quadratischer Gleichungen in FORTRAN77:
c
c
c
c
c
-------------------------------Loesung der quadratischen Gleichung
a*x*x + b*x + c = 0
reelle Koeffizienten, Loesungen auch komplex
-------------------------------program quad
c
real
real
a,b,c,d,h,r,s,x1,x2
eps
176
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
complex x1c,x2c
data
eps/1.0e-30/
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
c
100
write(*,*) ’Loesung von a*x*x + b*x + c = 0’
write(*,*) ’Bitte a, b, und c eingeben’
read (*,*) a,b,c
-------------------------------1. Fall : a nahe Null, lineare Gleichung
-------------------------------if (abs(a) .lt. eps) then
write(*,*) ’WARNUNG : a nahe Null,
1
Null angenommen’
if (abs(b) .lt. eps) then
write(*,*) ’WARNUNG : auch b nahe Null,
1
Unsinn’
goto 100
else
write(*,*) ’Loesung : x = ’,-c/b
goto 100
endif
else
-------------------------------Berechnung der Diskriminanten d
-------------------------------d = b*b - 4.0*a*c
h = a+a
-------------------------------2. Fall : eine oder zwei reelle Loesungen
-------------------------------if ( d .ge. 0.0 ) then
s = sqrt(d)
x1 = (-b + s) / h
x2 = (-b - s) / h
write(*,*) ’Eine oder zwei reelle
1
Loesungen’
write(*,*) ’x1 = ’, x1
write(*,*) ’x2 = ’, x2
goto 100
-------------------------------3. Fall : konjugiert komplexe Loesungen
-------------------------------else
r = -b / h
s = sqrt(-d) / h
x1c = cmplx(r,s)
x2c = cmplx(r,-s )
write(*,*) ’Konjugiert komplexe
1
Loesungen’
write(*,*) ’x1 = ’, x1c
write(*,*) ’x2 = ’, x2c
goto 100
endif
endif
-------------------------------Programmende
-------------------------------stop
end
Quelle 1.102 : FORTRAN-Programm Quadratische Gleichung mit reellen Koeffizienten
Eine Analyse des Quelltextes ergibt:
• Das Programm besteht aus einer Datei mit einem Hauptprogramm,
• es kommen reelle und komplexe Variable vor,
1.13. PORTIEREN VON PROGRAMMEN
177
• es wird Gleitkomma-Arithmetik verwendet, aber keine Komplex-Arithmetik (was die
Übertragung nach C erleichtert),
• an Funktionen treten abs(), sqrt() und cmplx() auf,
• an Kontrollanweisungen werden if - then - else - endif und goto verwendet.
Wir werden etwas Arbeit mit den komplexen Operanden haben. Die Sprunganweisung goto
gibt es zwar in C, aber wir bleiben standhaft und vermeiden sie. Alles übrige sieht einfach
aus.
Als Ersatz für den komplexen Datentyp bietet sich ein Array of float oder double an.
Eine Struktur wäre auch möglich. Falls komplexe Arithmetik vorkäme, müßten wir uns die
Operationen selbst schaffen. Hier werden aber nur die komplexen Zahlen ausgegeben, was
harmlos ist. Das goto wird hier nur gebraucht, um nach der Ausgabe der Lösung ans Programmende zu springen. Wir werden in C dafür eine Funktion done() aufrufen. Das nach C
übertragene Programm:
/* Loesung der quadratischen Gleichung a*x*x + b*x + c = 0
reelle Koeffizienten, Loesungen auch komplex
zu compilieren mit cc quad.c -lm */
#define EPS 1.0e-30
/* Typ double! */
#include <stdio.h>
#include <math.h>
/* wg. puts, printf, scanf */
/* wg. fabs, sqrt */
int done();
int main()
{
double a, b, c, d, h, s, x1, x2;
double z[2];
puts("Loesung von a*x*x + b*x + c = 0");
puts("Bitte a, b und c eingeben");
scanf("%lf %lf %lf", &a, &b, &c);
/* 1. Fall: a nahe Null, lineare Gleichung */
if (fabs(a) < EPS) {
puts("WARNUNG: a nahe Null, als Null angenommen");
if (fabs(b) < EPS) {
puts("WARNUNG: auch b nahe Null, Unsinn");
done();
}
else {
printf("Loesung: %lf\n", -c/b);
done();
}
}
else {
/* Berechnung der Diskriminanten d */
d = b * b - 4.0 * a * c;
h = a + a;
/* 2. Fall: eine oder zwei reelle Loesungen */
if (d >= 0.0) {
s = sqrt(d);
x1 = (-b + s) / h;
x2 = (-b - s) / h;
puts("Eine oder zwei reelle Loesungen");
printf("x1 = %lf\n", x1);
printf("x2 = %lf\n", x2);
178
KAPITEL 1. PROGRAMMIEREN IN C/C++
done();
}
else {
/* 3. Fall: konjugiert komplexe Loesungen */
z[0] = -b / h;
z[1] = sqrt(-d) / h;
puts("Konjugiert komplexe Loesungen");
printf("x1 = (%lf
%lf)\n", z[0], z[1]);
printf("x2 = (%lf %lf)\n", z[0], -z[1]);
done();
}
}
}
/* Funktion done() zur Beendigung des Programms */
int done()
{
return(0);
}
Quelle 1.103 : C-Programm Quadratische Gleichung mit reellen Koeffizienten und komplexen
Lösungen, aus FORTRAN übertragen
Bei der Übertragung haben wir keinen Gebrauch von unseren Kenntnissen über quadratische Gleichungen gemacht, sondern ziemlich schematisch gearbeitet. Mathematische
Kenntnisse sind trotzdem hilfreich, auch sonst im Leben.
Wir erhöhen den Reiz der Aufgabe, indem wir auch komplexe Koeffizienten zulassen:
Schließlich wollen wir das Programm als Funktion (Subroutine) schreiben, die von einem
übergeordneten Programm aufgerufen wird:
1.14
Exkurs über Algorithmen
Der Begriff Algorithmus – benannt nach einem usbekischen Mathematiker des 9. Jahrhunderts – kommt im vorliegenden Text selten vor, taucht aber in fast allen Programmierbüchern
auf. Ein beträchtlicher Teil der Informatik befaßt sich damit. Locker ausgedrückt ist ein Algorithmus eine Vorschrift, die mit endlich vielen Schritten zur Lösung eines gegebenen Problems führt. Ein Programm ist die Umsetzung eines Algorithmus in eine Programmiersprache. Algorithmen werden mit Worten, Formeln oder Grafiken dargestellt. Ein Existenzbeweis
ist in der Mathematik schon ein Erfolg, in der Technik brauchen wir einen Lösungsweg, einen
Algorithmus.
Das klingt alltäglich. Das Rezept zum Backen einer Prinzregententorte39 oder die Beschreibung des Aufstiegs auf die Hochwilde in den Ötztaler Alpen40 sind demnach Algorithmen. Einige Anforderungen an Algorithmen sind:
• Korrektheit. Das klingt selbstverständlich, ist aber meist schwierig zu beweisen. Und
Korrektheit in einem Einzelfall besagt gar nichts. Umgekehrt beweist bereits ein Fehler
die Inkorrektheit.
• Eindeutigkeit. Das stellt Anforderungen an die Darstellungsweise, die Sprache; denken Sie an eine technische Zeichnung oder an Klaviernoten. Verschiedene Ausführungswege sind zulässig, bei gleichen Eingaben muß das gleiche Ergebnis herauskommen.
39
Dr. Oetker Backen macht Freude, Ceres-Verlag, Bielefeld. Die Ausführung dieses Algorithmus läßt sich teilweise parallelisieren.
40
H. K LIER, Alpenvereinsführer Ötztaler Alpen, Bergverlag Rudolf Rother, München. Der
Algorithmus muß sequentiell abgeschwitzt werden.
1.14. EXKURS ÜBER ALGORITHMEN
179
• Endlichkeit. Die Beschreibung des Algorithmus muß eine endliche Länge haben, sonst
könnte man ihn endlichen Wesen nicht mitteilen. Er muß ferner eine endliche Ausführungszeit haben, man möchte seine Früchte ja noch zu Lebzeiten ernten. Er darf zur
Ausführung nur eine endliche Menge von Betriebsmitteln belegen.
• Allgemeinheit. 3 × 4 = 12 ist kein Algorithmus, wohl aber die Vorschrift, wie man die
Multiplikation auf die Addition zurückführt.
Man kann die Anforderungen herabschrauben und kommt dabei zu reizvollen Fragestellungen, aber für den Anfang gilt obiges. Eine fünfte, technisch wie theoretisch bedeutsame Forderung ist die nach einem guten, zweckmäßigen Algorithmus oder gar die nach dem besten.
Denken Sie an die vielen Sortierverfahren (keines ist das beste für alle Fälle).
Es gibt – sogar ziemlich leicht verständliche – Aufgaben, die nicht mittels eines Algorithmus zu lösen sind. Falls Sie Bedarf an solchen Nüssen haben, suchen Sie unter dem Stichwort
Entscheidbarkeit in Werken zur Theoretischen Informatik.
... aber die Daten fehlen, um den ganzen
Nonsens richtig zu überblicken –
Benn, Drei alte Männer
A
Zahlensysteme
Außer dem Dezimalsystem sind das Dual-, das Oktal- und das Hexadezimalsystem
gebräuchlich. Ferner spielt das Binär codierte Dezimalsystem (BCD) bei manchen Anwendungen eine Rolle. Bei diesem sind die einzelnen Dezimalstellen für sich dual dargestellt. Die folgende Tabelle enthält die Werte von 0 bis dezimal 255. Bequemlichkeitshalber
sind auch die zugeordneten ASCII-Zeichen aufgeführt.
dezimal
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
dual
0
1
10
11
100
101
110
111
1000
1001
1010
101
1100
1101
1110
1111
10000
10001
10010
10011
10100
10101
10110
10111
11000
11001
11010
11011
11100
11101
11110
11111
100000
100001
100010
100011
100100
100101
100110
100111
oktal
0
1
2
3
4
5
6
7
10
11
12
13
14
15
16
17
20
21
22
23
24
25
26
27
30
31
32
33
34
35
36
37
40
41
42
43
44
45
46
47
hex
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
a
b
c
d
e
f
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
1a
1b
1c
1d
1e
1f
20
21
22
23
24
25
26
27
180
BCD
0
1
10
11
100
101
110
111
1000
1001
1.0
1.1
1.10
1.11
1.100
1.101
1.110
1.111
1.1000
1.1001
10.0
10.1
10.10
10.11
10.100
10.101
10.110
10.111
10.1000
10.1001
11.0
11.1
11.10
11.11
11.100
11.101
11.110
11.111
11.1000
11.1001
ASCII
nul
soh
stx
etx
eot
enq
ack
bel
bs
ht
lf
vt
ff
cr
so
si
dle
dc1
dc2
dc3
dc4
nak
syn
etb
can
em
sub
esc
fs
gs
rs
us
space
!
”
#
$
%
&
’
181
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
101000
101001
101010
101011
101100
101101
101110
101111
110000
110001
110010
110011
110100
110101
110110
110111
111000
111001
111010
111011
111100
111101
111110
111111
1000000
1000001
1000010
1000011
1000100
1000101
1000110
1000111
1001000
1001001
1001010
1001011
1001100
1001101
1001110
1001111
1010000
1010001
1010010
1010011
1010100
1010101
1010110
1010111
1011000
1011001
1011010
1011011
1011100
1011101
1011110
1011111
1100000
50
51
52
53
54
55
56
57
60
61
62
63
64
65
66
67
70
71
72
73
74
75
76
77
100
101
102
103
104
105
106
107
110
111
112
113
114
115
116
117
120
121
122
123
124
125
126
127
130
131
132
133
134
135
136
137
140
28
29
2a
2b
2c
2d
2e
2f
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
3a
3b
3c
3d
3e
3f
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
4a
4b
4c
4d
4e
4f
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
5a
5b
5c
5d
5e
5f
60
100.0
100.1
100.10
100.11
100.100
100.101
100.110
100.111
100.1000
100.1001
101.0
101.1
101.10
101.11
101.100
101.101
101.110
101.111
101.1000
101.1001
110.0
110.1
110.10
110.11
110.100
110.101
110.110
110.111
110.1000
110.1001
111.0
111.1
111.10
111.11
111.100
111.101
111.110
111.111
111.1000
111.1001
1000.0
1000.1
1000.10
1000.11
1000.100
1000.101
1000.110
1000.111
1000.1000
1000.1001
1001.0
1001.1
1001.10
1001.11
1001.100
1001.101
1001.110
(
)
*
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.
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0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
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A
B
C
D
E
F
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P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
[
\
]
^
_
‘
182
ANHANG A. ZAHLENSYSTEME
97
98
99
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
153
1100001
1100010
1100011
1100100
1100101
1100110
1100111
1101000
1101001
1101010
1101011
1101100
1101101
1101110
1101111
1110000
1110001
1110010
1110011
1110100
1110101
1110110
1110111
1111000
1111001
1111010
1111011
1111100
1111101
1111110
1111111
10000000
10000001
10000010
10000011
10000100
10000101
10000110
10000111
10001000
10001001
10001010
10001011
10001100
10001101
10001110
10001111
10010000
10010001
10010010
10010011
10010100
10010101
10010110
10010111
10011000
10011001
141
142
143
144
145
146
147
150
151
152
153
154
155
156
157
160
161
162
163
164
165
166
167
170
171
172
173
174
175
176
177
200
201
202
203
204
205
206
207
210
211
212
213
214
215
216
217
220
221
222
223
224
225
226
227
230
231
61
62
63
64
65
66
67
68
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10.101.11
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10.101.101
B
Zeichensätze
B.1
EBCDIC, ASCII, Roman8, IBM-PC
Die Zeichensätze sind in den Ein- und Ausgabegeräten (Terminal, Drucker) gespeicherte Tabellen, die die Zeichen in Zahlen und zurück umsetzen.
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188
ANHANG B. ZEICHENSÄTZE
155
156
157
158
159
160
161
162
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177
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179
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191
192
193
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201
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206
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208
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234
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237
240
241
242
243
244
245
246
247
250
251
252
253
254
255
256
257
260
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262
263
264
265
266
267
270
271
272
273
274
275
276
277
300
301
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307
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312
313
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317
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321
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Grafik
Grafik
Grafik
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Grafik
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B.2. GERMAN-ASCII
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
232
233
234
235
236
237
238
239
240
241
242
243
244
245
246
247
248
249
250
251
252
253
254
255
B.2
323
324
325
326
327
330
331
332
333
334
335
336
337
340
341
342
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344
345
346
347
350
351
352
353
354
355
356
357
360
361
362
363
364
365
366
367
370
371
372
373
374
375
376
377
189
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Thorn
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Ó
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6
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1/2
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β
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σ
µ
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Φ
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Ø
∈
∩
≡
±
≥
≤
Haken
Haken
÷
≈
◦
•
·
√
n
2
t
(FF)
German-ASCII
Falls das Ein- oder Ausgabegerät einen deutschen 7-Bit-ASCII-Zeichensatz enthält, sind folgende Ersetzungen der amerikanischen Zeichen durch deutsche Sonderzeichen üblich:
Nr.
91
92
US-Zeichen
linke eckige Klammer
Backslash
US-ASCII
[
\
German ASCII
Ä
Ö
190
93
123
124
125
126
ANHANG B. ZEICHENSÄTZE
rechte eckige Klammer
linke geschweifte Klammer
senkrechter Strich
rechte geschweifte Klammer
Tilde
]
{
|
}
~
Ü
ä
ö
ü
ß
Achtung: Der IBM-PC und Ausgabegeräte von Hewlett-Packard verwenden keinen 7-BitASCII-Zeichensatz, sondern eigene 8-Bit-Zeichensätze, die die Sonderzeichen unter Nummern höher 127 enthalten, siehe vorhergehende Tabelle.
B.3
ASCII-Steuerzeichen
Die Steuerzeichen der Zeichensätze dienen der Übermittlung von Befehlen und Informationen an das empfangende Gerät und nicht der Ausgabe eines sicht- oder druckbaren Zeichens.
Die Ausgabegeräte kennen in der Regel jedoch einen Modus (transparent, Monitor, Display
Functions), in der die Steuerzeichen nicht ausgeführt, sondern angezeigt werden. Die meisten Steuerzeichen belegen keine eigene Taste auf der Tastatur, sondern werden als Kombination aus der control-Taste und einer Zeichentaste eingegeben. In C/C++ läßt sich jedes
Zeichen durch seine oktale Nummer in der Form \123 oder durch seine hexadezimale Nummer in der Form \x53 eingeben (hier das S).
dezimal
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
127
C-Konst.
\x00
\a
\b
\t
\n
\v
\f
\r
\x1b
ASCII
nul
soh
stx
etx
eot
enq
ack
bel
bs
ht
lf
vt
ff
cr
so
si
dle
dc1
dc2
dc3
dc4
nak
syn
etb
can
em
sub
esc
fs
gs
rs
us
del
Bedeutung
ASCII-Null
Start of heading
Start of text
End of text
End of transmission
Enquiry
Acknowledge
Bell
Backspace
Horizontal tab
Line feed
Vertical tab
Form feed
Carriage return
Shift out
Shift in
Data link escape
Device control 1, xon
Device control 2, tape
Device control 3, xoff
Device control 4, tape
Negative acknowledge
Synchronous idle
End transmission block
Cancel
End of medium
Substitute
Escape
File separator
Group separator
Record separator
Unit separator
Delete
Tasten
control @
control a
control b
control c
control d
control e
control f
control g
control h, BS
control i, TAB
control j, LF
control k
control l
control m, RETURN
control n
control o
control p
control q
control r
control s
control t
control u
control v
control w
control x
control y
control z
control [, ESC
control \
control ]
control ^
control _
DEL, RUBOUT
B.4. LATIN-1 (ISO 8859-1)
B.4
191
Latin-1 (ISO 8859-1)
Die internationale Norm ISO 8859 beschreibt gegenwärtig zehn Zeichensätze, die jedes Zeichen durch jeweils ein Byte darstellen. Jeder Zeichensatz umfaßt also maximal 256 druckbare Zeichen und Steuerzeichen. Der erste – Latin-1 genannt – ist für west- und mitteleuropäische Sprachen – darunter Deutsch – vorgesehen. Latin-2 deckt Mittel- und Osteuropa ab, soweit das lateinische Alphabet verwendet wird. Wer einen polnisch-deutschen Text schreiben
will, braucht Latin 2. Die deutschen Sonderzeichen liegen in Latin 1 bis 6 an denselben Stellen. Weiteres siehe in der ISO-Norm und im RFC 1345 Character Mnemonics and Character
Sets vom Juni 1992. Auch http://wwwwbs.cs.tu-berlin.de/~czyborra/charsets/
hilft weiter.
Die erste Hälfte (0 – 127) aller Latin-Zeichensätze stimmt mit US-ASCII überein, die
zweite mit keinem der anderen Zeichensätze. Zu jedem Zeichen gehört eine standardisierte
verbale Bezeichnung. Einige Zeichen wie das isländische Thorn oder das Cent-Zeichen konnten hier mit LaTeX nicht dargestellt werden.
dezimal
000
001
002
003
004
005
006
007
008
009
010
011
012
013
014
015
016
017
018
019
020
021
022
023
024
025
026
027
028
029
030
031
032
033
034
035
036
037
038
oktal
000
001
002
003
004
005
006
007
010
011
012
013
014
015
016
017
020
021
022
023
024
025
026
027
030
031
032
033
034
035
036
037
040
041
042
043
044
045
046
hex
00
01
02
03
04
05
06
07
08
09
0a
0b
0c
0d
0e
0f
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
1a
1b
1c
1d
1e
1f
20
21
22
23
24
25
26
Zeichen
nu
sh
sx
ex
et
eq
ak
bl
bs
ht
lf
vt
ff
cr
so
si
dl
d1
d2
d3
d4
nk
sy
eb
cn
em
sb
ec
fs
gs
rs
us
sp
!
”
#
$
%
&
Bezeichnung
Null (nul)
Start of heading (soh)
Start of text (stx)
End of text (etx)
End of transmission (eot)
Enquiry (enq)
Acknowledge (ack)
Bell (bel)
Backspace (bs)
Character tabulation (ht)
Line feed (lf)
Line tabulation (vt)
Form feed (ff)
Carriage return (cr)
Shift out (so)
Shift in (si)
Datalink escape (dle)
Device control one (dc1)
Device control two (dc2)
Device control three (dc3)
Device control four (dc4)
Negative acknowledge (nak)
Synchronous idle (syn)
End of transmission block (etb)
Cancel (can)
End of medium (em)
Substitute (sub)
Escape (esc)
File separator (is4)
Group separator (is3)
Record separator (is2)
Unit separator (is1)
Space
Exclamation mark
Quotation mark
Number sign
Dollar sign
Percent sign
Ampersand
192
ANHANG B. ZEICHENSÄTZE
039
040
041
042
043
044
045
046
047
048
049
050
051
052
053
054
055
056
057
058
059
060
061
062
063
064
065
066
067
068
069
070
071
072
073
074
075
076
077
078
079
080
081
082
083
084
085
086
087
088
089
090
091
092
093
094
095
047
050
051
052
053
054
055
056
057
060
061
062
063
064
065
066
067
070
071
072
073
074
075
076
077
100
101
102
103
104
105
106
107
110
111
112
113
114
115
116
117
120
121
122
123
124
125
126
127
130
131
132
133
134
135
136
137
27
28
29
2a
2b
2c
2d
2e
2f
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
3a
3b
3c
3d
3e
3f
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
4a
4b
4c
4d
4e
4f
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
5a
5b
5c
5d
5e
5f
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(
)
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X
Y
Z
[
\
]
^
_
Apostrophe
Left parenthesis
Right parenthesis
Asterisk
Plus sign
Comma
Hyphen-Minus
Full stop
Solidus
Digit zero
Digit one
Digit two
Digit three
Digit four
Digit five
Digit six
Digit seven
Digit eight
Digit nine
Colon
Semicolon
Less-than sign
Equals sign
Greater-than sign
Question mark
Commercial at
Latin capital letter a
Latin capital letter b
Latin capital letter c
Latin capital letter d
Latin capital letter e
Latin capital letter f
Latin capital letter g
Latin capital letter h
Latin capital letter i
Latin capital letter j
Latin capital letter k
Latin capital letter l
Latin capital letter m
Latin capital letter n
Latin capital letter o
Latin capital letter p
Latin capital letter q
Latin capital letter r
Latin capital letter s
Latin capital letter t
Latin capital letter u
Latin capital letter v
Latin capital letter w
Latin capital letter x
Latin capital letter y
Latin capital letter z
Left square bracket
Reverse solidus
Right square bracket
Circumflex accent
Low line
B.4. LATIN-1 (ISO 8859-1)
096
097
098
099
100
101
102
103
104
105
106
107
108
109
110
111
112
113
114
115
116
117
118
119
120
121
122
123
124
125
126
127
128
129
130
131
132
133
134
135
136
137
138
139
140
141
142
143
144
145
146
147
148
149
150
151
152
140
141
142
143
144
145
146
147
150
151
152
153
154
155
156
157
160
161
162
163
164
165
166
167
170
171
172
173
174
175
176
177
200
201
202
203
204
205
206
207
210
211
212
213
214
215
216
217
220
221
222
223
224
225
226
227
230
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
6a
6b
6c
6d
6e
6f
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
7a
7b
7c
7d
7e
7f
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
8a
8b
8c
8d
8e
8f
90
91
92
93
94
95
96
97
98
193
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ri
s2
s3
dc
p1
p2
ts
cc
mw
sg
eg
ss
Grave accent
Latin small letter a
Latin small letter b
Latin small letter c
Latin small letter d
Latin small letter e
Latin small letter f
Latin small letter g
Latin small letter h
Latin small letter i
Latin small letter j
Latin small letter k
Latin small letter l
Latin small letter m
Latin small letter n
Latin small letter o
Latin small letter p
Latin small letter q
Latin small letter r
Latin small letter s
Latin small letter t
Latin small letter u
Latin small letter v
Latin small letter w
Latin small letter x
Latin small letter y
Latin small letter z
Left curly bracket
Vertical line
Right curly bracket
Tilde
Delete (del)
Padding character (pad)
High octet preset (hop)
Break permitted here (bph)
No break here (nbh)
Index (ind)
Next line (nel)
Start of selected area (ssa)
End of selected area (esa)
Character tabulation set (hts)
Character tabulation with justification (htj)
Line tabulation set (vts)
Partial line forward (pld)
Partial line backward (plu)
Reverse line feed (ri)
Single-shift two (ss2)
Single-shift three (ss3)
Device control string (dcs)
Private use one (pu1)
Private use two (pu2)
Set transmit state (sts)
Cancel character (cch)
Message waiting (mw)
Start of guarded area (spa)
End of guarded area (epa)
Start of string (sos)
194
ANHANG B. ZEICHENSÄTZE
153
154
155
156
157
158
159
160
161
162
163
164
165
166
167
168
169
170
171
172
173
174
175
176
177
178
179
180
181
182
183
184
185
186
187
188
189
190
191
192
193
194
195
196
197
198
199
200
201
202
203
204
205
206
207
231
232
233
234
235
236
237
240
241
242
243
244
245
246
247
250
251
252
253
254
255
256
257
260
261
262
263
264
265
266
267
270
271
272
273
274
275
276
277
300
301
302
303
304
305
306
307
310
311
312
313
314
315
316
317
99
9a
9b
9c
9d
9e
9f
a0
a1
a2
a3
a4
a5
a6
a7
a8
a9
aa
ab
ac
ad
ae
af
b0
b1
b2
b3
b4
b5
b6
b7
b8
b9
ba
bb
bc
bd
be
bf
c0
c1
c2
c3
c4
c5
c6
c7
c8
c9
ca
cb
cc
cd
ce
cf
gc
sc
ci
st
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pm
ac
ns
¡
£
§
©
a
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¯
◦
±
2
3
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¶
·
¸
1
◦
1/4
1/2
3/4
¿
À
Á
Â
Ã
Ä
Å
Æ
Ç
È
É
Ê
Ë
Ì
Í
Î
Ï
Single graphic character introducer (sgci)
Single character introducer (sci)
Control sequence introducer (csi)
String terminator (st)
Operating system command (osc)
Privacy message (pm)
Application program command (apc)
No-break space
Inverted exclamation mark
Cent sign
Pound sign
Currency sign (künftig Euro?)
Yen sign
Broken bar
Section sign
Diaresis
Copyright sign
Feminine ordinal indicator
Left-pointing double angle quotation mark
Not sign
Soft hyphen
Registered sign
Overline
Degree sign
Plus-minus sign
Superscript two
Superscript three
Acute accent
Micro sign
Pilcrow sign
Middle dot
Cedilla
Superscript one
Masculine ordinal indicator
Right-pointing double angle quotation mark
Vulgar fraction one quarter
Vulgar fraction one half
Vulgar fraction three quarters
Inverted question mark
Latin capital letter a with grave
Latin capital letter a with acute
Latin capital letter a with circumflex
Latin capital letter a with tilde
Latin capital letter a with diaresis
Latin capital letter a with ring above
Latin capital letter ae
Latin capital letter c with cedilla
Latin capital letter e with grave
Latin capital letter e with acute
Latin capital letter e with circumflex
Latin capital letter e with diaresis
Latin capital letter i with grave
Latin capital letter i with acute
Latin capital letter i with circumflex
Latin capital letter i with diaresis
B.4. LATIN-1 (ISO 8859-1)
208
209
210
211
212
213
214
215
216
217
218
219
220
221
222
223
224
225
226
227
228
229
230
231
232
233
234
235
236
237
238
239
240
241
242
243
244
245
246
247
248
249
250
251
252
253
254
255
320
321
322
323
324
325
326
327
330
331
332
333
334
335
336
337
340
341
342
343
344
345
346
347
350
351
352
353
354
355
356
357
360
361
362
363
364
365
366
367
370
371
372
373
374
375
376
377
d0
d1
d2
d3
d4
d5
d6
d7
d8
d9
da
db
dc
dd
de
df
e0
e1
e2
e3
e4
e5
e6
e7
e8
e9
ea
eb
ec
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ee
ef
f0
f1
f2
f3
f4
f5
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f8
f9
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fb
fc
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fe
ff
195
Ñ
Ò
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ó
ô
õ
ö
÷
ø
ù
ú
û
ü
ý
ÿ
Latin capital letter eth (Icelandic)
Latin capital letter n with tilde
Latin capital letter o with grave
Latin capital letter o with acute
Latin capital letter o with circumflex
Latin capital letter o with tilde
Latin capital letter o with diaresis
Multiplication sign
Latin capital letter o with stroke
Latin capital letter u with grave
Latin capital letter u with acute
Latin capital letter u with circumflex
Latin capital letter u with diaresis
Latin capital letter y with acute
Latin capital letter thorn (Icelandic)
Latin small letter sharp s (German)
Latin small letter a with grave
Latin small letter a with acute
Latin small letter a with circumflex
Latin small letter a with tilde
Latin small letter a with diaresis
Latin small letter a with ring above
Latin small letter ae
Latin small letter c with cedilla
Latin small letter e with grave
Latin small letter e with acute
Latin small letter e with circumflex
Latin small letter e with diaresis
Latin small letter i with grave
Latin small letter i with acute
Latin small letter i with circumflex
Latin small letter i with diaresis
Latin small letter eth (Icelandic)
Latin small letter n with tilde
Latin small letter o with grave
Latin small letter o with acute
Latin small letter o with circumflex
Latin small letter o with tilde
Latin small letter o with diaresis
Division sign
Latin small letter o with stroke
Latin small letter u with grave
Latin small letter u with acute
Latin small letter u with circumflex
Latin small letter u with diaresis
Latin small letter y with acute
Latin small letter thorn (Icelandic)
Latin small letter y with diaresis
C
UNIX-Systemaufrufe
Systemaufrufe werden vom Anwendungsprogramm wie eigene oder fremde Funktionen angesehen. Ihrem Ursprung nach sind es auch C-Funktionen. Sie sind jedoch nicht Bestandteil
einer Funktionsbibliothek, sondern gehören zum Betriebssystem und sind nicht durch andere Funktionen erweiterbar.
Die Systemaufrufe – als Bestandteil des Betriebssystems – sind für alle Programmiersprachen dieselben, während die Funktionsbibliotheken zur jeweiligen Programmiersprache
gehören. Folgende Systemaufrufe sind unter UNIX verfügbar:
access
acct
alarm
atexit
brk
chdir
chmod
chown
chroot
close
creat
dup
errno
exec
exit
fcntl
fork
fsctl
fsync
getaccess
getacl
getcontext
getdirentries
getgroups
gethostname
getitimer
getpid
gettimeofday
getuid
ioctl
kill
link
lockf
lseek
mkdir
mknod
mount
msgctl
nice
open
pause
pipe
prealloc
prüft Zugriff auf File
startet und stoppt Prozess Accounting
setzt Weckeruhr für Prozess
Funktion für Programmende
ändert Speicherzuweisung
wechselt Arbeitsverzeichnis
ändert Zugriffsrechte eines Files
ändert Besitzer eines Files
ändert Root-Verzeichnis
schließt einen File-Deskriptor
öffnet File, ordnet Deskriptor zu
dupliziert File-Deskriptor
Fehlervariable der Systemaufrufe
führt ein Programm aus
beendet einen Prozess
Filesteuerung
erzeugt einen neuen Prozess
liest Information aus File-System
schreibt File aus Arbeitsspeicher auf Platte
ermittelt Zugriffsrechte
ermittelt Zugriffsrechte
ermittelt Kontext eines Prozesses
ermittelt Verzeichnis-Einträge
ermittelt Gruppenrechte eines Prozesses
ermittelt Namen des Systems
setzt oder liest Intervall-Uhr
liest Prozess-ID
ermittelt Zeit
liest User-ID des aufrufenden Prozesses
I/O-Steuerung
schickt Signal an einen Prozess
linkt ein File
setzt Semaphore und Record-Sperren
bewegt Schreiblesezeiger in einem File
erzeugt Verzeichnis
erzeugt File
hängt File-System in File-Hierarchie ein
Interprozess-Kommunikation
ändert die Priorität eines Prozesses
öffnet File zum Lesen oder Schreiben
suspendiert Prozess bis zum Empfang eines Signals
erzeugt eine Pipe
reserviert Arbeitsspeicher
196
197
profil
read
readlink
rename
rmdir
rtprio
semctl
setgrp
setuid
signal
stat
statfs
symlink
sync
szsconf
time
times
truncate
umask
umount
unlink
ustat
utime
wait
write
ermittelt Zeiten bei der Ausführung eines Programmes
liest aus einem File
liest symbolisches Link
ändert Filenamen
löscht Verzeichnis
ändert Echtzeit-Priorität
Semaphore
setzt Gruppen-Zugriffsrechte eines Prozesses
setzt User-ID eines Prozesses
legt fest, was auf ein Signal hin zu tun ist
liest die Inode eines Files
liest Werte des File-Systems
erzeugt symbolischen Link
schreibt Puffer auf Platte
ermittelt Systemwerte
ermittelt die Systemzeit
ermittelt Zeitverbrauch eines Prozesses
schneidet File ab
setzt oder ermittelt Filezugriffsmaske
entfernt Filesystem aus File-Hierarchie
löscht File
liest Werte des File-Systems
setzt Zeitstempel eines Files
wartet auf Ende eines Kindprozesses
schreibt in ein File
Die Aufzählung kann durch weitere Systemaufrufe des jeweiligen Lieferanten des Betriebssystems (z. B. Hewlett-Packard) ergänzt werden. Diese erleichtern das Programmieren, verschlechtern aber die Portabilität. Zu den meisten Systemaufrufen mit get... gibt es ein
Gegenstück set..., das in einigen Fällen dem Superuser vorbehalten ist.
D
C-Lexikon
D.1
Schlüsselwörter
In C/C++ dürfen Schlüsselwörter keinesfalls als Namen verwendet werden. Laut ANSI verwendet C folgende Schlüsselwörter (Wortsymbole, keywords):
• Deklaratoren
– auto, Default-Speicherklasse (kann weggelassen werden)
– char, Zeichentyp
– const, Typattribut (neu in ANSI-C)
– double, Typ Gleitkommazahl doppelter Genauigkeit
– enum, Aufzählungstyp
– extern, Speicherklasse
– float, Typ Gleitkommazahl einfacher Genauigkeit
– int, Typ Ganzzahl einfacher Länge
– long, Typ Ganzzahl doppelter Länge
– register, Speicherklasse Registervariable
– short, Typ Ganzzahl halber Länge
– signed, Typzusatz zu Ganzzahl oder Zeichen
– static, Speicherklasse
– struct, Strukturtyp
– typedef, Definition eines benutzereigenen Typs
– union, Typ Union
– unsigned, Typzusatz zu Ganzzahl oder Zeichen
– void, leerer Typ
– volatile, Typattribut (neu in ANSI-C)
• Schleifen und Bedingungen (Kontrollanweisungen)
– break, Verlassen einer Schleife
– case, Fall einer Auswahl (switch)
– continue, Rücksprung vor eine Schleife
– default, Default-Fall einer Auswahl (switch)
– do, Beginn einer do-Schleife
– else, Alternative einer Verzweigung
– for, Beginn einer for-Schleife
– goto, unbedingter Sprung
– if, Bedingung oder Beginn einer Verzweigung
– switch, Beginn einer Auswahl
– while, Beginn einer while-Schleife
• Sonstige
– return, Rücksprung in die aufrufende Einheit
198
D.1. SCHLÜSSELWÖRTER
– sizeof, Bytebedarf eines Typs oder einer Variablen
In C++ kommen laut B JARNE S TROUSTRUP hinzu:
• catch, Ausnahmebehandlung
• class, Klassendeklaration
• delete, Löschen eines Objektes
• friend, Deklaration einer Funktion
• inline, inline-Funktion
• new, Erzeugen eines Objektes
• operator, Überladen von Operatoren
• private, Deklaration von Klassenmitgliedern
• protected, Deklaration von Klassenmitgliedern
• public, Deklaration von Klassenmitgliedern
• template, Deklaration eines Templates (Klasse)
• this, Pointer auf Objekt
• throw, Ausnahmebehandlung
• try, Ausnahmebehandlung
• virtual, Deklaration
Darüber hinaus verwenden einige Compiler weitere Schlüsselwörter:
• asm, Assembler-Aufruf innerhalb einer C- oder C++-Quelle
• bool, logischer oder boolescher Typ
• cdecl, Aufruf einer Funktion nach C-Konventionen
• const_cast, cast-Operator für const-Werte
• dynamic_cast, cast-Operator
• entry, (war in K&R-C für künftigen Gebrauch vorgesehen)
• explicit, Konstruktor-Vereinbarung
• export, Vereinbarung bei Klassen-Templates
• false, boolesche Konstante
• far, Typzusatz unter MS-DOS
• fortran, Aufruf einer Funktion nach FORTRAN-Konventionen
• huge, Typzusatz unter MS-DOS
• mutable, Typattribut
• namespace, Vereinbarung des Geltungsbereiches von Namen
• near, Typzusatz unter MS-DOS
• pascal, Aufruf einer Funktion nach PASCAL-Konventionen
• reinterpret_cast, cast-Operator
• static_cast, cast-Operator
• true, boolesche Konstante
• typeid, Operator zum Ermitteln des Typs
• typename, Alternative zum Schlüsselwort class
• using, Deklaration in Verbindung mit namespace
• wchar_t, Typ (wide character literal)
199
200
D.2
ANHANG D. C-LEXIKON
Operatoren
Die Operatoren von C/C++ sind im folgenden ihrem Vorrang nach geordnet, höchster Rang
(Bindungskraft) zuoberst. Alle Operatoren eines Abschnitts haben gleichen Rang. l bzw. r
bedeutet von links bzw. rechts her assoziativ. Ein unärer Operator verlangt einen Operanden,
ein binärer zwei und ein ternärer drei.
Operator
::
::
::
( )
[ ]
->
.
++
-typeid
const_cast
dynamic_cast
reinterpret_cast
static_cast
sizeof
++
-~
!
+
*
&
( )
new
delete
->*
.*
*
/
%
+
<<
>>
<
<=
>
>=
==
!=
&
^
|
&&
||
?:
=
A
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l
l
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unär
binär
binär
unär
unär
binär
binär
unär
unär
unär
binär
binär
binär
binär
unär
unär
unär
unär
unär
unär
unär
unär
unär
binär
unär
unär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
binär
ternär
binär
Bedeutung
Bezugsrahmen, global
Bezugsrahmen, Klasse
Bezugsrahmen, Namensraum
Klammerung, Funktion
Index
Auswahl
Auswahl
Postfix Inkrement
Postfix Dekrement
Typabfrage
Typumwandlung
Typumwandlung
Typumwandlung
Typumwandlung
Größenabfrage
Präfix Inkrement
Präfix Dekrement
bitweise Negation
logische Negation
negatives Vorzeichen
positives Vorzeichen
Dereferenzierung
Referenzierung
cast-Operator
dynamische Speicherbelegung
dynamische Speicherfreigabe
Auswahl
Auswahl
Multiplikation
Division
Modulus (Divisionsrest)
Addition
Subtraktion
bitweises Shiften links
bitweises Shiften rechts
kleiner als
kleiner gleich
größer als
größer gleich
Gleichheit
Ungleichheit
bitweises Und
bitweises exklusives Oder
bitweises Oder
logisches Und
logisches Oder
bedingte Bewertung
Zuweisung
D.3. STANDARDFUNKTIONEN
+=, -=, *=, /=
%=, >>=, <<=,
&=, |=, ^=
throw
,
D.3
r
201
binär
zusammengesetzte
Zuweisung
unär
Ausnahmebehandlung
Komma-Operator
l
Standardfunktionen
Folgende Standardfunktionen oder -makros sind gebräuchlich:
• Pufferbehandlung
– memchr, sucht Zeichen im Puffer
– memcmp, vergleicht Zeichen mit Pufferinhalt
– memcpy, kopiert Zeichen in Puffern
– memset, setzt Puffer auf bestimmtes Zeichen
• Zeichenbehandlung
– isalnum, prüft Zeichen, ob alphanumerisch
– isalpha, prüft Zeichen, ob Buchstabe
– iscntrl, prüft Zeichen, ob Kontrollzeichen
– isdigit, prüft Zeichen, ob Ziffer
– isgraph, prüft Zeichen, ob sichtbar
– islower, prüft Zeichen, ob Kleinbuchstabe
– isprint, prüft Zeichen, ob druckbar
– ispunct, prüft Zeichen, ob Satzzeichen
– isspace, prüft Zeichen, ob Whitespace
– isupper, prüft Zeichen. ob Großbuchstabe
– isxdigit, prüft Zeichen, ob hexadezimale Ziffer
– tolower, wandelt Großbuchstaben in Kleinbuchstaben um
– toupper, wandelt Kleinbuchstaben in Großbuchstaben um
• Datenumwandlung
– atof, wandelt String in double-Wert um
– atoi, wandelt String in int-Wert um
– atol, wandelt String in long-Wert um
– strtod, wandelt String in double-Wert um
– strtol, wandelt String in long-Wert um
– strtoul, wandelt String in unsigned long-Wert um
• Filebehandlung
– remove, löscht File
– rename, ändert Namen eines Files
• Ein- und Ausgabe
– clearerr, löscht Fehlermeldung eines Filepointers
– fclose, schließt Filepointer
– fflush, leert Puffer eines Filepointers
202
ANHANG D. C-LEXIKON
– fgetc, liest Zeichen von Filepointer
– fgetpos, ermittelt Stand des Lesezeigers
– fgets, liest String von Filepointer
– fopen, öffnet Filepointer
– fprintf, schreibt formatiert nach Filepointer
– fputc, schreibt Zeichen nach Filepointer
– fputs, schreibt String nach Filepointer
– fread, liest Bytes von Filepointer
– freopen, ersetzt geöffneten Filepointer
– fscanf, liest formatiert von Filepointer
– fseek, setzt Lesezeiger auf bestimmte Stelle
– fsetpos, setzt Lesezeiger auf bestimmte Stelle
– ftell, ermittelt Stellung des Lesezeigers
– fwrite, schreibt Bytes nach Filepointer
– getc, liest Zeichen von Filepointer
– getchar, liest Zeichen von stdin
– gets, liest String von Filepointer
– printf, schreibt formatiert nach stdout
– putc, schreibt Zeichen nach Filepointer
– putchar, schreibt Zeichen nach stdout
– puts, schreibt String nach Filepointer
– rewind, setzt Lesezeiger auf Fileanfang
– scanf, liest formatiert von stdin
– setbuf, ordnet einem Filepointer einen Puffer zu
– setvbuf, ordnet einem Filepointer einen Puffer zu
– sprintf, schreibt formatiert in einen String
– sscanf, liest formatiert aus einem String
– tempnam, erzeugt einen temporären Filenamen
– tmpfile, erzeugt ein temporäres File
– ungetc, schreibt letztes gelesenes Zeichen zurück
– vfprintf, schreibt formatiert aus einer Argumentenliste
– vprintf, schreibt formatiert aus einer Argumentenliste
– vsprintf, schreibt formatiert aus einer Argumentenlsite
• Mathematik
– acos, arcus cosinus
– asin, arcus sinus
– atan, arcus tangens
– atan2, arcus tangens, erweiterter Bereich
– ceil, kleinste Ganzzahl
– cos, cosinus
– cosh, cosinus hyperbolicus
– exp, Exponentialfunktion
– fabs, Absolutwert, Betrag
D.3. STANDARDFUNKTIONEN
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
203
floor, größte Ganzzahl
fmod, Divisionsrest
frexp, teilt Gleitkommazahl auf
ldexp, teilt Gleitkommazahl auf
log, Logarithmus naturalis
log10, dekadischer Logarithmus
modf, teilt Gleitkommazahl auf
pow, allgemeine Potenz
sin, sinus
sinh, sinus hyperbolicus
sqrt, positive Quadratwurzel
tan, tangens
tanh, tangens hyperbolicus
• Speicherzuweisung
–
–
–
–
calloc, allokiert Speicher für Array
free, gibt allokierten Speicher frei
malloc, allokiert Speicher
realloc, ändert Größe des allokierten Speichers
• Prozesssteuerung
–
–
–
–
–
–
abort, erzeugt SIGABRT-Signal
atexit, Funktionsaufruf bei Programmende
exit, Programmende
raise, sendet Signal
signal, legt Antwort auf Siganl fest
system, übergibt Argument an Kommandointerpreter
• Suchen und Sortieren
– bsearch, binäre Suche
– qsort, Quicksort
• Stringbehandlung
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
strcat, verkettet Strings
strchr, sucht Zeichen in String
strcmp, vergleicht Strings
strcpy, kopiert String
strcspn, sucht Teilstring
strerror, verweist auf Fehlermeldung
strlen, ermittelt Stringlänge
strncat, verkettet n Zeichen von Strings
strncmp, vergleicht n Zeichen von Strings
strncpy, kopiert n Zeichen eines Strings
strpbrk, sucht Zeichen in String
strrchr, sucht Zeichen in String
strspn, ermittelt Länge eines Teilstrings
strstr, sucht Zeichen in String
Dies sind alle Funktionen des ANSI-Vorschlags. Die meisten Compiler bieten darüberhinaus
eine Vielzahl weiterer Funktionen, die das Programmieren erleichtern, aber die Portabilität
verschlechtern.
204
D.4
ANHANG D. C-LEXIKON
printf(3), scanf(3)
printf(3) und scanf(3) sind die beiden Standardfunktionen zum Ein- und Ausgeben von
Daten. Wichtiger Unterschied: printf(3) erwartet Variable, scanf(3) Pointer. Die Formatbezeichner stimmen weitgehend überein:
Bezeichner
%c
%s
%d
%i
%u
%ld
%f
%e
%g
%o
%x
%p
%%
Typ
char
char *
int
int
unsigned
long
double
double
double
unsigned octal
unsigned hex
void *
-
Beispiel
a
Karlsruhe
-1234
-1234
1234
1234
12.34
1.234 E 1
12.34
2322
4d2
68ff32e4
%
Bedeutung
Zeichen
String
dezimale Ganzzahl mit Vorzeichen
dezimale Ganzzahl mit Vorzeichen
dezimale Ganzzahl ohne Vorzeichen
dezimal Ganzzahl doppelter Länge
Gleitkommazahl mit Vorzeichen
Gleitkommazahl, Exponentialform
kurze Darstellung von %e oder %f
oktale Ganzzahl ohne Vorzeichen
hexadezimale Ganzzahl o. Vorzeichen
Pointer
Prozentzeichen
Weiteres im Referenz-Handbuch unter printf(3) oder scanf(3). Länge, Bündigkeit, Unterdrückung führender Nullen, Vorzeichenangabe können festgelegt werden.
D.5
Include-Dateien
Die Standard-Include-Dateien enthalten in lesbarer Form Definitionen von Konstanten und
Typen, Deklarationen von Funktionen und Makrodefinitionen. Sie werden von Systemaufrufen und Bibliotheksfunktionen benötigt. Bei der Beschreibung jeder Funktion im ReferenzHandbuch ist angegeben, welche Include-Dateien jeweils eingebunden werden müssen. Gebräuchliche Include-Dateien sind:
• ctype.h, Definition von Zeichenklassen (conv(3))
• curses.h, Bildschirmsteuerung (curses(3))
• errno.h, Fehlermeldungen des Systems (errno(2))
• fcntl.h, Steuerung des Dateizugriffs (fcntl(2), open(2))
• malloc.h, Speicherallokierung (malloc(3))
• math.h, mathematische Funktionen (log(3), sqrt(3), floor(3))
• memory.h, Speicherfunktionen (memory(3))
• search.h, Suchfunktionen (bsearch(3))
• signal.h, Signalbehandlung (signal(2))
• stdio.h, Ein- und Ausgabe (printf(3), scanf(3), fopen(3))
• string.h, Stringbehandlung (string(3))
• time.h, Zeitfunktionen (ctime(3))
• varargs.h, Argumentenliste variabler Länge (vprintf(3))
• sys/ioctl.h, Ein- und Ausgabe (ioctl(2))
• sys/stat.h, Zugriffsrechte (chmod(2), mkdir(2), stat(2))
• sys/types.h , verschiedene Deklarationen (chmod(2), getut(3))
Auch diese Liste ist vom Compiler und damit von der Hardware abhängig. So findet man die
include-Datei dos.h nicht auf UNIX-Anlagen, sondern nur bei Compilern unter MS-DOS für
PCs.
D.6. PRÄPROZESSOR-ANWEISUNGEN
D.6
205
Präprozessor-Anweisungen
Der erste Schritt beim Compilieren ist die Bearbeitung des Quelltextes durch den Präprozessor. Dieser entfernt den Kommentar und führt Ersetzungen und Einfügungen gemäß der
folgenden Anweisungen (directives) aus:
• #define buchstäbliche Ersetzung einer symbolischen Konstanten oder eines Makros.
Ist kein Ersatz angegeben, wird nur der Name als definiert angesehen (für #ifdef). Häufig.
• #undefine löscht die Definition eines Namens.
• #error führt zu einer Fehlermeldung des Präprozessors.
• #include zieht die angegebene Datei herein. Häufig.
• #if, #else, #elif, #endif falls Bedingung zutrifft, werden die nachfolgenden
Präprozessor-Anweisungen ausgeführt.
• #ifdef, #ifndef falls der angegebene Name definiert bzw. nicht definiert ist, werden
die nachfolgenden Präprozessor-Anweisungen ausgeführt.
• #line führt bei Fehlermeldungen zu einem Sprung auf die angegebenen Zeilennummer.
• #pragma veranlaßt den Präprozessor zu einer systemabhängigen Handlung.
E
Karlsruher Test
Nicht jedermann eignet sich für so schwierige Dinge wie die elektronische Datenverarbeitung. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, ob Sie in die EDV einsteigen oder sich angenehmeren Dingen widmen sollten, haben wir ganz besonders für Sie einen Test entwickelt.
Woran denken Sie bei:
Bit
Bier aus der Eifel (1 Punkt)
Schraubendrehereinsatz (1)
kleinste Dateneinheit (2 Punkte)
Festplatte
Was zum Essen, vom Partyservice (1)
Schallplatte (0)
Massenspeicher (2)
Menü
Was zum Essen (1)
Dialogtechnik (2)
mittelalterlicher Tanz (0)
CPU
politische Partei (0)
Zentralprozessor (2)
Carnevalsverein (0)
Linker
Linkshänder (0)
Anhänger einer Linkspartei (1)
Programm zum Binden von Modulen (2)
IBM
Ich Bin Müde (1)
International Business Machines (2)
International Brotherhood of Magicians (1)
Schnittstelle
Verletzung (1)
Verbindungsstelle zweier EDV-Geräte (2)
Werkstatt eines Bartscherers (0)
Slot
Steckerleiste im Computer (2)
einarmiger Bandit (1)
niederdeutsch für Kamin (0)
206
207
Fortran
starker Lebertran (0)
Formal Trash Notation (0)
Programmiersprache (2)
Mainframe
Frachtkahn auf dem Main (0)
Damit wollte F RIDTJOF N ANSEN zum Nordpol (0)
großer Computer (2)
PC
Plumpsklo (Gravitationstoilette) (1)
Personal Computer (2)
Power Computing Language (0)
Puffer
Was zum Essen, aus Kartoffeln (1)
Was am Eisenbahnwagen (1)
Zwischenspeicher (2)
Software
Rohstoff für Softice (0)
Programme, Daten und so Zeugs (2)
was zum Trinken (0)
Port
was zum Trinken (1)
Hafen (1)
Steckdose für Peripheriegeräte (2)
Strichcode
maschinell lesbarer Code (2)
Geheimsprache im Rotlichtviertel (0)
Urliste in der Statistik (0)
Chip
was zum Essen (1)
was zum Spielen (1)
Halbleiterbaustein (2)
Pointer
Hund (1)
starker Whisky (0)
Zeiger auf Daten, Adresse (2)
Page
Hotelboy (1)
englisch, Seite in einem Buch (1)
Untergliederung eines Speichers (2)
Character
was manchen Politikern fehlt (1)
Schriftzeichen (2)
Wasserfall (0)
208
ANHANG E. KARLSRUHER TEST
Betriebssystem
Konzern (0)
betriebsinternes Telefonsystem (0)
wichtigstes Programm im Computer (2)
Traktor
Papiereinzugsvorrichtung (2)
landwirtschaftliches Fahrzeug (1)
Zahl beim Multiplizieren (0)
Treiber
Hilfsperson bei der Jagd (1)
Programm zum Ansprechen der Peripherie (2)
Vorarbeiter (0)
Animator
was zum Trinken (1)
Unterhalter (1)
Programm für bewegte Grafik (2)
Hackbrett
Musikinstrument (1)
Werkzeug im Hackbau (0)
Tastatur (2)
emulieren
nachahmen (2)
Öl in Wasser verteilen (0)
entpflichten (0)
Font
Menge von Schriftzeichen (2)
Soßengrundlage (1)
Hintergrund, Geldmenge (0)
Server
Brettsegler (0)
Kellner (0)
Computer für Dienstleistungen (2)
Yabbawhap
Datenkompressionsprogramm (2)
Kriegsruf der Südstadt-Indianer (0)
was zum Essen (0)
Terminal
Schnittstelle Mensch - Computer (2)
Bahnhof oder Hafen (1)
Zubehör zu Drahttauwerk (1)
Ampersand
Sand aus der Amper (1)
et-Zeichen, Kaufmanns-Und (2)
Untiefe im Wattenmeer (0)
209
Alias
altgriechisches Epos (0)
alttestamentarischer Prophet (0)
Zweitname (2)
Buscontroller
Busfahrer (0)
Busschaffner (0)
Programm zur Steuerung eines Datenbusses (2)
Algol
was zum Trinken (0)
Doppelstern (1)
Programmiersprache (2)
Rom
Stadt in Italien (1)
schwedisch für Rum (1)
Read only memory (2)
Dram
Dynamic random access memory (2)
dänisch für Schnaps (1)
Straßenbahn (0)
Diskette
Mädchen, das oft in Discos geht (0)
weiblicher Diskjockey (0)
Massenspeicher (2)
Directory
oberste Etage einer Firma (0)
Inhaltsverzeichnis (2)
Kunststil zur Zeit der Franz. Revolution (0)
Dekrement
was die Verdauung übrig läßt (0)
Anordnung von oben (0)
Wert, um den ein Zähler verringert wird (2)
Sprungbefehl
Vorkommnis während Ihres Wehrdienstes (0)
Kommando im Pferdesport (0)
Anweisung in einem Programm (2)
Oktalzahl
Maß für die Klopffestigkeit (0)
Zahl zur Basis 8 (2)
Anzahl der Oktaven einer Orgel (0)
Subroutine
Kleidungsstück eines Priesters (0)
was im Unterbewußten (0)
Unterprogramm (2)
210
ANHANG E. KARLSRUHER TEST
Spoiler
Was zum Essen (0)
Posting in den Netnews (2)
Was am Auto (1)
virtuell
tugendhaft (0)
die Augen betreffend (0)
nicht wirklich vorhanden, scheinbar (2)
Klammeraffe
ASCII-Zeichen (2)
Bürogerät (1)
Affenart in Südamerika (0)
ESC
Eisenbahner-Spar- und Creditverein (0)
Eishockeyclub (0)
escape, Fluchtsymbol (2)
Monitor
Karlsruher Brauerei (0)
Fernsehsendung (1)
Bildschirmgerät, Überwachungsprogramm (2)
Unix
Tütensuppe (0)
Freund von Asterix und Obelix (0)
hervorragendes Betriebssystem (2)
Joystick
Computerzubehör (2)
männlicher Körperteil (0)
Hebel am Spielautomat (0)
Maus
kleines Säugetier (1)
Computerzubehör (2)
junge Dame (1)
Icon
russisches Heiligenbild (0)
Sinnbild (2)
Kamerafabrik (0)
Pascal
französischer Mathematiker (1)
Maßeinheit für Druck (1)
Programmiersprache (2)
Wysiwyg
englisch für Wolpertinger (0)
französisch für Elmentritschen (0)
what you see is what you get (2)
211
Register
was in Flensburg (1)
was an der Orgel (1)
Speicher (2)
Record
was im Sport (1)
englisch für Blockflöte (0)
Datensatz (2)
HP
High Price (0)
Hewlett-Packard (2)
Horse Power (1)
Kermit
Klebstoff (0)
Frosch aus der Muppet-Show (1)
Fileübertragungs-Protokoll (2)
Ethernet
Baustoff (Asbestzement) (0)
Local Area Network (2)
Student der ETH Zürich (0)
Algorithmus
Übermäßiger Genuß geistiger Getränke (0)
Krankheit (0)
Rechenvorschrift (2)
File
Was zum Essen (0)
Menge von Daten (2)
Durchtriebener Kerl (0)
Bug
Vorderteil eines Schiffes (1)
Fehler im Programm (2)
englisch für Wanze (1)
Router
jemand mit Routine (0)
französischer LKW-Fahrer (0)
Verbindungsglied zweier Netze (2)
Zylinder
Kopfbedeckung (1)
Teil einer Kolbenmaschine (1)
Unterteilung eines Plattenspeichers (2)
FTP
kleine, aber liberale Partei (0)
File Transfer Protocol (2)
Floating Point Processor (0)
212
ANHANG E. KARLSRUHER TEST
Domäne
Geist(0)
Bereich (2)
Blume (0)
Bridge
Kartenspiel (1)
internationales Computernetz (0)
Verbindung zweier Computernetze (2)
Email
Glasur (1)
elektronische Post (2)
Sultanspalast (0)
Baum
was im Wald (Wurzel unten) (1)
was auf einem Schiff (keine Wurzel) (1)
was aus der Informatik (Wurzel oben) (2)
Internet
Schule mit Schlafgelegenheit (0)
Zwischenraum (0)
Weltweites Computernetz (2)
Split
UNIX-Kommando (2)
kantige Steinchen (0)
Stadt in Dalmatien (1)
Mini
Damenoberbekleidung (1)
kleiner Computer (2)
Frau von Mickey Mouse (0)
Cut
Herrenoberbekleidung (1)
Colonia Ulpia Traiana (1)
UNIX-Kommando (2)
2B|!2B
Parallelprozessor (0)
Assembler-Befehl (0)
ein Wort Hamlets (2)
Shell
Filmschauspielerin (Maria S.) (0)
Kommando-Interpreter (2)
Mineralöl-Gesellschaft (1)
Slip
Unterbekleidung (1)
Schlupfschuh (0)
Internet-Protokoll (2)
213
Diäresis
Durchfall (0)
Diakritisches Zeichen (Umlaute) (2)
Ernährungslehre (0)
Space Bar
Kneipe im Weltraum (www.spacebar.com) (0)
Maßeinheit für den Druck im Weltraum (0)
Größte Taste auf der Tastatur (2)
Popper
Popcorn-Röster (0)
Mail-Programm (2)
Philosoph aus Wien (1)
Rohling
Wüster Kerl (1)
Noch zu beschreibende CD/DVD (2)
Rohkost-Liebhaber (0)
Schleife
Kleidungsstück (1)
Schlitterbahn (1)
Kontrollanweisung eines Programmes (2)
Alex
Altlasten-Expertensystem (1)
Automatic Login Executor (1)
Globales Filesystem (1)
Altair
Stern (Alpha Aquilae) (1)
Gebirge in Zentralasien (0)
früher Personal Computer (2)
Halbbitter
Was zum Essen (Schokolade) (1)
Strom- und bitsparender Prozessor (0)
Was zum Trinken (0)
Eure Priorität
Anrede des Priors in einem Kloster (0)
Anrede des Ersten Sekretärs im Vatikan (0)
Anrede des System-Managers (6)
Zählen Sie Ihre Punkte zusammen. Die Auswertung ergibt Folgendes:
• über 170 Punkte: Überlassen Sie das Rechnen künftig dem Computer.
• 85 bis 170 Punkte: Mit etwas Fleiß wird aus Ihnen ein EDV-Experte.
• 18 bis 84 Punkte: Machen Sie eine möglichst steile Karriere außerhalb der EDV und
suchen Sie sich fähige Mitarbeiter.
• unter 18 Punkten: Vielleicht hatten Sie schlechte Lehrer?
F
GNU Lizenzen
F.1
GNU General Public License
Kopiert von http://www.gnu.org/copyleft/.
Version 2, June 1991
Copyright © 1989, 1991 Free Software Foundation, Inc.
59 Temple Place - Suite 330, Boston, MA 02111-1307, USA
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P REAMBLE
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GNU G ENERAL P UBLIC L ICENSE
T ERMS AND C ONDITIONS F OR C OPYING, D ISTRIBUTION AND
M ODIFICATION
214
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215
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interactive but does not normally print such an announcement, your work based
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These requirements apply to the modified work as a whole. If identifiable sections of that
work are not derived from the Program, and can be reasonably considered independent
and separate works in themselves, then this License, and its terms, do not apply to those
sections when you distribute them as separate works. But when you distribute the same
sections as part of a whole which is a work based on the Program, the distribution of
the whole must be on the terms of this License, whose permissions for other licensees
extend to the entire whole, and thus to each and every part regardless of who wrote it.
Thus, it is not the intent of this section to claim rights or contest your rights to work
written entirely by you; rather, the intent is to exercise the right to control the distribution of derivative or collective works based on the Program.
In addition, mere aggregation of another work not based on the Program with the Program (or with a work based on the Program) on a volume of a storage or distribution
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3. You may copy and distribute the Program (or a work based on it, under Section 2) in
object code or executable form under the terms of Sections 1 and 2 above provided that
you also do one of the following:
216
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(a) Accompany it with the complete corresponding machine-readable source code,
which must be distributed under the terms of Sections 1 and 2 above on a medium
customarily used for software interchange; or,
(b) Accompany it with a written offer, valid for at least three years, to give any third
party, for a charge no more than your cost of physically performing source distribution, a complete machine-readable copy of the corresponding source code, to be
distributed under the terms of Sections 1 and 2 above on a medium customarily
used for software interchange; or,
(c) Accompany it with the information you received as to the offer to distribute corresponding source code. (This alternative is allowed only for noncommercial distribution and only if you received the program in object code or executable form with
such an offer, in accord with Subsection b above.)
The source code for a work means the preferred form of the work for making modifications to it. For an executable work, complete source code means all the source code for all
modules it contains, plus any associated interface definition files, plus the scripts used
to control compilation and installation of the executable. However, as a special exception, the source code distributed need not include anything that is normally distributed
(in either source or binary form) with the major components (compiler, kernel, and so
on) of the operating system on which the executable runs, unless that component itself
accompanies the executable.
If distribution of executable or object code is made by offering access to copy from a
designated place, then offering equivalent access to copy the source code from the same place counts as distribution of the source code, even though third parties are not
compelled to copy the source along with the object code.
4. You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Program except as expressly provided under this License. Any attempt otherwise to copy, modify, sublicense or distribute
the Program is void, and will automatically terminate your rights under this License.
However, parties who have received copies, or rights, from you under this License will
not have their licenses terminated so long as such parties remain in full compliance.
5. You are not required to accept this License, since you have not signed it. However,
nothing else grants you permission to modify or distribute the Program or its derivative
works. These actions are prohibited by law if you do not accept this License. Therefore, by modifying or distributing the Program (or any work based on the Program), you
indicate your acceptance of this License to do so, and all its terms and conditions for
copying, distributing or modifying the Program or works based on it.
6. Each time you redistribute the Program (or any work based on the Program), the recipient automatically receives a license from the original licensor to copy, distribute or
modify the Program subject to these terms and conditions. You may not impose any
further restrictions on the recipients’ exercise of the rights granted herein. You are not
responsible for enforcing compliance by third parties to this License.
7. If, as a consequence of a court judgment or allegation of patent infringement or for any
other reason (not limited to patent issues), conditions are imposed on you (whether by
court order, agreement or otherwise) that contradict the conditions of this License, they
do not excuse you from the conditions of this License. If you cannot distribute so as
to satisfy simultaneously your obligations under this License and any other pertinent
obligations, then as a consequence you may not distribute the Program at all. For example, if a patent license would not permit royalty-free redistribution of the Program
by all those who receive copies directly or indirectly through you, then the only way you
could satisfy both it and this License would be to refrain entirely from distribution of
the Program.
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217
It is not the purpose of this section to induce you to infringe any patents or other property right claims or to contest validity of any such claims; this section has the sole
purpose of protecting the integrity of the free software distribution system, which is implemented by public license practices. Many people have made generous contributions
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application of that system; it is up to the author/donor to decide if he or she is willing to
distribute software through any other system and a licensee cannot impose that choice.
This section is intended to make thoroughly clear what is believed to be a consequence
of the rest of this License.
8. If the distribution and/or use of the Program is restricted in certain countries either
by patents or by copyrighted interfaces, the original copyright holder who places the
Program under this License may add an explicit geographical distribution limitation
excluding those countries, so that distribution is permitted only in or among countries
not thus excluded. In such case, this License incorporates the limitation as if written in
the body of this License.
9. The Free Software Foundation may publish revised and/or new versions of the General
Public License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to the
present version, but may differ in detail to address new problems or concerns.
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option of following the terms and conditions either of that version or of any later version published by the Free Software Foundation. If the Program does not specify a version
number of this License, you may choose any version ever published by the Free Software
Foundation.
10. If you wish to incorporate parts of the Program into other free programs whose distribution conditions are different, write to the author to ask for permission. For software
which is copyrighted by the Free Software Foundation, write to the Free Software Foundation; we sometimes make exceptions for this. Our decision will be guided by the two
goals of preserving the free status of all derivatives of our free software and of promoting
the sharing and reuse of software generally.
N O WARRANTY
11. B ECAUSE THE PROGRAM IS LICENSED FREE OF CHARGE , THERE IS NO WARRANTY
FOR THE PROGRAM , TO THE EXTENT PERMITTED BY APPLICABLE LAW. E XCEPT WHEN
OTHERWISE STATED IN WRITING THE COPYRIGHT HOLDERS AND / OR OTHER PARTIES
PROVIDE THE PROGRAM “AS IS ” WITHOUT WARRANTY OF ANY KIND, EITHER EXPRES SED OR IMPLIED, INCLUDING, BUT NOT LIMITED TO, THE IMPLIED WARRANTIES OF
MERCHANTABILITY AND FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE . T HE ENTIRE RISK AS
TO THE QUALITY AND PERFORMANCE OF THE PROGRAM IS WITH YOU. S HOULD THE
PROGRAM PROVE DEFECTIVE , YOU ASSUME THE COST OF ALL NECESSARY SERVICING,
REPAIR OR CORRECTION.
12. I N NO EVENT UNLESS REQUIRED BY APPLICABLE LAW OR AGREED TO IN WRITING
WILL ANY COPYRIGHT HOLDER , OR ANY OTHER PARTY WHO MAY MODIFY AND / OR RE DISTRIBUTE THE PROGRAM AS PERMITTED ABOVE , BE LIABLE TO YOU FOR DAMAGES,
INCLUDING ANY GENERAL , SPECIAL , INCIDENTAL OR CONSEQUENTIAL DAMAGES ARI SING OUT OF THE USE OR INABILITY TO USE THE PROGRAM ( INCLUDING BUT NOT
LIMITED TO LOSS OF DATA OR DATA BEING RENDERED INACCURATE OR LOSSES SU STAINED BY YOU OR THIRD PARTIES OR A FAILURE OF THE PROGRAM TO OPERATE
WITH ANY OTHER PROGRAMS ), EVEN IF SUCH HOLDER OR OTHER PARTY HAS BEEN
ADVISED OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGES.
E ND OF T ERMS AND C ONDITIONS
218
ANHANG F. GNU LIZENZEN
Appendix: How to Apply These Terms to Your New Programs
If you develop a new program, and you want it to be of the greatest possible use to the public,
the best way to achieve this is to make it free software which everyone can redistribute and
change under these terms.
To do so, attach the following notices to the program. It is safest to attach them to the
start of each source file to most effectively convey the exclusion of warranty; and each file
should have at least the “copyright” line and a pointer to where the full notice is found.
<one line to give the program’s name and a brief idea of what it does.>
Copyright (C) <year> <name of author>
This program is free software; you can redistribute it and/or modify it under the
terms of the GNU General Public License as published by the Free Software Foundation; either version 2 of the License, or (at your option) any later version.
This program is distributed in the hope that it will be useful, but WITHOUT ANY
WARRANTY; without even the implied warranty of MERCHANTABILITY or FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE. See the GNU General Public License for
more details.
You should have received a copy of the GNU General Public License along with
this program; if not, write to the Free Software Foundation, Inc., 59 Temple Place
- Suite 330, Boston, MA 02111-1307, USA.
Also add information on how to contact you by electronic and paper mail.
If the program is interactive, make it output a short notice like this when it starts in an
interactive mode:
Gnomovision version 69, Copyright (C) <year> <name of author>
Gnomovision comes with ABSOLUTELY NO WARRANTY; for details type ‘show
w’.
This is free software, and you are welcome to redistribute it under certain conditions; type ‘show c’ for details.
The hypothetical commands show w and show c should show the appropriate parts of
the General Public License. Of course, the commands you use may be called something other
than show w and show c; they could even be mouse-clicks or menu items—whatever suits
your program.
You should also get your employer (if you work as a programmer) or your school, if any, to
sign a “copyright disclaimer” for the program, if necessary. Here is a sample; alter the names:
Yoyodyne, Inc., hereby disclaims all copyright interest in the program
‘Gnomovision’ (which makes passes at compilers) written by James Hacker.
<signature of Ty Coon>, 1 April 1989
Ty Coon, President of Vice
This General Public License does not permit incorporating your program into proprietary
programs. If your program is a subroutine library, you may consider it more useful to permit
linking proprietary applications with the library. If this is what you want to do, use the GNU
Library General Public License instead of this License.
F.2
GNU Free Documentation License
Kopiert von http://www.gnu.org/copyleft/.
F.2. GNU FREE DOCUMENTATION LICENSE
219
Version 1.2, November 2002
Copyright ©2000,2001,2002 Free Software Foundation, Inc.
59 Temple Place, Suite 330, Boston, MA 02111-1307 USA
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changing it is not allowed.
Preamble
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document free in the sense of freedom: to assure everyone the effective freedom to copy and
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This license is a kind of copyleft, which means that derivative works of the document must
themselves be free in the same sense. It complements the GNU General Public License, which
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We have designed this license in order to use it for manuals for free software, because free
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same freedoms that the software does. But this license is not limited to software manuals; it
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1. APPLICABILITY AND DEFINITIONS
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Such a notice grants a world-wide, royalty-free license, unlimited in duration, to use that
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A Modified Version of the Document means any work containing the Document or a
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A Secondary Section is a named appendix or a front-matter section of the Document
that deals exclusively with the relationship of the publishers or authors of the Document to
the Document’s overall subject (or to related matters) and contains nothing that could fall
directly within that overall subject. (Thus, if the Document is in part a textbook of mathematics, a Secondary Section may not explain any mathematics.) The relationship could be a
matter of historical connection with the subject or with related matters, or of legal, commercial, philosophical, ethical or political position regarding them.
The Invariant Sections are certain Secondary Sections whose titles are designated, as
being those of Invariant Sections, in the notice that says that the Document is released under
this license. If a section does not fit the above definition of Secondary then it is not allowed
to be designated as Invariant. The Document may contain zero Invariant Sections. If the
Document does not identify any Invariant Sections then there are none.
The Cover Texts are certain short passages of text that are listed, as Front-Cover Texts
or Back-Cover Texts, in the notice that says that the Document is released under this license.
A Front-Cover Text may be at most 5 words, and a Back-Cover Text may be at most 25 words.
A Transparent copy of the Document means a machine-readable copy, represented in
a format whose specification is available to the general public, that is suitable for revising
the Document straightforwardly with generic text editors or (for images composed of pixels)
generic paint programs or (for drawings) some widely available drawing editor, and that is
suitable for input to text formatters or for automatic translation to a variety of formats suitable for input to text formatters. A copy made in an otherwise Transparent file format whose
220
ANHANG F. GNU LIZENZEN
markup, or absence of markup, has been arranged to thwart or discourage subsequent modification by readers is not Transparent. An image format is not Transparent if used for any
substantial amount of text. A copy that is not Transparent is called Opaque.
Examples of suitable formats for Transparent copies include plain ASCII without markup, Texinfo input format, LaTeX input format, SGML or XML using a publicly available
DTD, and standard-conforming simple HTML, PostScript or PDF designed for human modification. Examples of transparent image formats include PNG, XCF and JPG. Opaque formats
include proprietary formats that can be read and edited only by proprietary word processors,
SGML or XML for which the DTD and/or processing tools are not generally available, and the
machine-generated HTML, PostScript or PDF produced by some word processors for output
purposes only.
The Title Page means, for a printed book, the title page itself, plus such following pages
as are needed to hold, legibly, the material this license requires to appear in the title page.
For works in formats which do not have any title page as such, TTitle Pagemmeans the text
near the most prominent appearance of the work’s title, preceding the beginning of the body
of the text.
A section Entitled XYZ means a named subunit of the Document whose title either is
precisely XYZ or contains XYZ in parentheses following text that translates XYZ in another
language. (Here XYZ stands for a specific section name mentioned below, such as Acknowledgements, Dedications, Endorsements, or History.) To Preserve the Title of such a
section when you modify the Document means that it remains a section Entitled XYZ according to this definition.
The Document may include Warranty Disclaimers next to the notice which states that this
license applies to the Document. These Warranty Disclaimers are considered to be included
by reference in this license, but only as regards disclaiming warranties: any other implication
that these Warranty Disclaimers may have is void and has no effect on the meaning of this
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You may also lend copies, under the same conditions stated above, and you may publicly
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3. COPYING IN QUANTITY
If you publish printed copies (or copies in media that commonly have printed covers) of
the Document, numbering more than 100, and the Document’s license notice requires Cover
Texts, you must enclose the copies in covers that carry, clearly and legibly, all these Cover
Texts: Front-Cover Texts on the front cover, and Back-Cover Texts on the back cover. Both
covers must also clearly and legibly identify you as the publisher of these copies. The front
cover must present the full title with all words of the title equally prominent and visible. You
may add other material on the covers in addition. Copying with changes limited to the covers,
as long as they preserve the title of the Document and satisfy these conditions, can be treated
as verbatim copying in other respects.
If the required texts for either cover are too voluminous to fit legibly, you should put the
first ones listed (as many as fit reasonably) on the actual cover, and continue the rest onto
adjacent pages.
If you publish or distribute Opaque copies of the Document numbering more than 100,
you must either include a machine-readable Transparent copy along with each Opaque copy,
or state in or with each Opaque copy a computer-network location from which the general
F.2. GNU FREE DOCUMENTATION LICENSE
221
network-using public has access to download using public-standard network protocols a complete Transparent copy of the Document, free of added material. If you use the latter option,
you must take reasonably prudent steps, when you begin distribution of Opaque copies in
quantity, to ensure that this Transparent copy will remain thus accessible at the stated location until at least one year after the last time you distribute an Opaque copy (directly or
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It is requested, but not required, that you contact the authors of the Document well before
redistributing any large number of copies, to give them a chance to provide you with an
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4. MODIFICATIONS
You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of
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license, with the Modified Version filling the role of the Document, thus licensing distribution
and modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it. In addition, you
must do these things in the Modified Version:
A. Use in the Title Page (and on the covers, if any) a title distinct from that of the Document, and from those of previous versions (which should, if there were any, be listed in
the History section of the Document). You may use the same title as a previous version
if the original publisher of that version gives permission.
B. List on the Title Page, as authors, one or more persons or entities responsible for authorship of the modifications in the Modified Version, together with at least five of the
principal authors of the Document (all of its principal authors, if it has fewer than five),
unless they release you from this requirement.
C. State on the Title page the name of the publisher of the Modified Version, as the publisher.
D. Preserve all the copyright notices of the Document.
E. Add an appropriate copyright notice for your modifications adjacent to the other copyright notices.
F. Include, immediately after the copyright notices, a license notice giving the public permission to use the Modified Version under the terms of this license, in the form shown
in the Addendum below.
G. Preserve in that license notice the full lists of Invariant Sections and required Cover
Texts given in the Document’s license notice.
H. Include an unaltered copy of this license.
I. Preserve the section entitled History, Preserve its title, and add to it an item stating at
least the title, year, new authors, and publisher of the Modified Version as given on the
Title Page. If there is no section entitled History in the Document, create one stating
the title, year, authors, and publisher of the Document as given on its Title Page, then
add an item describing the Modified Version as stated in the previous sentence.
J. Preserve the network location, if any, given in the Document for public access to a Transparent copy of the Document, and likewise the network locations given in the Document
for previous versions it was based on. These may be placed in the History section. You
may omit a network location for a work that was published at least four years before the
Document itself, or if the original publisher of the version it refers to gives permission.
K. For any section entitled Acknowledgements or Dedications, Preserve the title of the section, and preserve in the section all the substance and tone of each of the contributor
acknowledgements and/or dedications given therein.
L. Preserve all the Invariant Sections of the Document, unaltered in their text and in their
titles. Section numbers or the equivalent are not considered part of the section titles.
222
ANHANG F. GNU LIZENZEN
M. Delete any section entitled Endorsements. Such a section may not be included in the
Modified Version.
N. Do not retitle any existing section to be entitled Endorsements or to conflict in title with
any Invariant Section.
O. Preserve any Warranty Disclaimers.
If the Modified Version includes new front-matter sections or appendices that qualify as
Secondary Sections and contain no material copied from the Document, you may at your
option designate some or all of these sections as invariant. To do this, add their titles to the
list of Invariant Sections in the Modified Version’s license notice. These titles must be distinct
from any other section titles.
You may add a section entitled Endorsements, provided it contains nothing but endorsements of your Modified Version by various parties – for example, statements of peer review
or that the text has been approved by an organization as the authoritative definition of a
standard.
You may add a passage of up to five words as a Front-Cover Text, and a passage of up to 25
words as a Back-Cover Text, to the end of the list of Cover Texts in the Modified Version. Only
one passage of Front-Cover Text and one of Back-Cover Text may be added by (or through
arrangements made by) any one entity. If the Document already includes a cover text for the
same cover, previously added by you or by arrangement made by the same entity you are
acting on behalf of, you may not add another; but you may replace the old one, on explicit
permission from the previous publisher that added the old one.
The author(s) and publisher(s) of the Document do not by this license give permission to
use their names for publicity for or to assert or imply endorsement of any Modified Version.
5. COMBINING DOCUMENTS
You may combine the Document with other documents released under this license, under
the terms defined in section 4 above for modified versions, provided that you include in the
combination all of the Invariant Sections of all of the original documents, unmodified, and
list them all as Invariant Sections of your combined work in its license notice, and that you
preserve all their Warranty Disclaimers.
The combined work need only contain one copy of this license, and multiple identical
Invariant Sections may be replaced with a single copy. If there are multiple Invariant Sections
with the same name but different contents, make the title of each such section unique by
adding at the end of it, in parentheses, the name of the original author or publisher of that
section if known, or else a unique number. Make the same adjustment to the section titles in
the list of Invariant Sections in the license notice of the combined work.
In the combination, you must combine any sections entitled History in the various original
documents, forming one section entitled History; likewise combine any sections entitled Acknowledgements, and any sections entitled Dedications. You must delete all sections entitled
Endorsements.
6. COLLECTIONS OF DOCUMENTS
You may make a collection consisting of the Document and other documents released under this license, and replace the individual copies of this license in the various documents
with a single copy that is included in the collection, provided that you follow the rules of this
license for verbatim copying of each of the documents in all other respects.
You may extract a single document from such a collection, and distribute it individually
under this license, provided you insert a copy of this license into the extracted document, and
follow this license in all other respects regarding verbatim copying of that document.
7. AGGREGATION WITH INDEPENDENT WORKS
A compilation of the Document or its derivatives with other separate and independent
documents or works, in or on a volume of a storage or distribution medium, is called an
F.2. GNU FREE DOCUMENTATION LICENSE
223
aggregate if the copyright resulting from the compilation is not used to limit the legal rights
of the compilation’s users beyond what the individual works permit. When the Document
is included in an aggregate, this license does not apply to the other works in the aggregate
which are not themselves derivative works of the Document.
If the Cover Text requirement of section 3 is applicable to these copies of the Document,
then if the Document is less than one half of the entire aggregate, the Document’s Cover Texts
may be placed on covers that bracket the Document within the aggregate, or the electronic
equivalent of covers if the Document is in electronic form. Otherwise they must appear on
printed covers that bracket the whole aggregate.
8. TRANSLATION
Translation is considered a kind of modification, so you may distribute translations of
the Document under the terms of section 4. Replacing Invariant Sections with translations
requires special permission from their copyright holders, but you may include translations of
some or all Invariant Sections in addition to the original versions of these Invariant Sections.
You may include a translation of this license, and all the license notices in the Document, and
any Warranty Disclaimers, provided that you also include the original English version of this
license and the original versions of those notices and disclaimers. In case of a disagreement
between the translation and the original version of this license or a notice or disclaimer, the
original version will prevail.
If a section in the Document is entitled Acknowledgements, Dedications, or History, the
requirement (section 4) to Preserve its title (section 1) will typically require changing the
actual title.
9. TERMINATION
You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Document except as expressly provided for under this license. Any other attempt to copy, modify, sublicense or distribute the
Document is void, and will automatically terminate your rights under this license. However,
parties who have received copies, or rights, from you under this license will not have their
licenses terminated so long as such parties remain in full compliance.
10. FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE
The Free Software Foundation may publish new, revised versions of the GNU Free Documentation License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to
the present version, but may differ in detail to address new problems or concerns. See
http://www.gnu.org/copyleft/.
Each version of the license is given a distinguishing version number. If the Document
specifies that a particular numbered version of this license or any later version applies to it,
you have the option of following the terms and conditions either of that specified version or of
any later version that has been published (not as a draft) by the Free Software Foundation. If
the Document does not specify a version number of this license, you may choose any version
ever published (not as a draft) by the Free Software Foundation.
ADDENDUM: How to use this license for your documents
To use this license in a document you have written, include a copy of the license in the
Document and put the following copyright and license notices just after the title page:
Copyright ©YEAR YOUR NAME. Permission is granted to copy, distribute and/or
modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License,
Version 1.2 or any later version published by the Free Software Foundation; with
no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no Back-Cover Texts. A copy of
the license is included in the section entitled GNU Free Documentation License.
224
ANHANG F. GNU LIZENZEN
If you have Invariant Sections, Front-Cover Texts and Back-Cover Texts, replace the
with...Texts. line with this:
with the Invariant Sections being LIST THEIR TITLES, with the Front-Cover
Texts being LIST, and with the Back-Cover Texts being LIST.
If you have Invariant Sections without Cover Texts, or some other combination of the
three, merge those two alternatives to suit the situation.
If your document contains nontrivial examples of program code, we recommend releasing
these examples in parallel under your choice of free software license, such as the GNU General Public License, to permit their use in free software.
G
Zeittafel
Ausführlichere Angaben sind den im Anhang ?? Zum Weiterlesen in Abschnitt Geschichte auf
Seiete ?? aufgeführten Werken zu entnehmen. Die meisten Errungenschaften entwickelten
sich über manchmal lange Zeitspannen, so dass vor einige Jahreszahlen um etwa zu setzen
ist.
-10E8
-2000
-400
20
600
1200
1550
1617
1623
1642
1674
1714
1801
1821
1840
1847
1861
1873
1876
1877
1885
1890
1894
Der beliebte Tyrannosaurus hatte zwei Finger an jeder Hand
und rechnete vermutlich im Dualsystem, wenn überhaupt.
Die Babylonier verwenden für besondere Aufgaben ein
gemischtes Stellenwertsystem zur Basis 60.
In China werden Zählstäbchen zum Rechnen verwendet.
In der Bergpredigt wird das Binärsystem erwähnt (Matth. 5, 37).
Die Römer schieben Rechensteinchen (calculi).
Die Inder entwickeln das heute übliche reine Stellenwertsystem,
die Null ist jedoch älter. Etwa gleichzeitig entwickeln die Mayas
in Mittelamerika ein Stellenwertsystem zur Basis 20.
L EONARDO VON P ISA, genannt F IBONACCI, setzt sich für die
Einführung des indisch-arabischen Systems im Abendland ein.
Die europäischen Rechenmeister verwenden sowohl die römische
als auch die indisch-arabische Schreibweise.
J OHN N APIER erfindet die Rechenknochen (Napier’s Bones).
Erste mechanische Rechenmaschine mit Zehnerübertragung
und Multiplikation, von W ILHELM S CHICKARD, Tübingen.
Rechenmaschine von B LAISE PASCAL, Paris für kaufmännische
Rechnungen seines Vaters.
G OTTFRIED W ILHELM L EIBNIZ baut eine mechanische
Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten und befasst sich
mit der dualen Darstellung von Zahlen. In der Folgezeit
technische Verbesserungen an vielen Stellen in Europa.
H ENRY M ILL erhält ein Patent auf eine Schreibmaschine.
J OSEPH M ARIE J ACQUARD erfindet die Lochkarte und
steuert Webstühle damit.
C HARLES B ABBAGE stellt der Royal Astronomical Society
eine programmierbare mechanische Rechenmaschine vor, die
jedoch keinen wirtschaftlichen Erfolg hat. Er denkt auch an
das Spielen von Schach oder Tic-tac-toe auf Maschinen.
S AMUEL F INLEY B REEZE M ORSE entwickelt einen aus zwei
Zeichen plus Pausen bestehenden Telegrafencode, der die
Buchstaben entsprechend ihrer Häufigkeit codiert.
G EORGE B OOLE entwickelt die symbolische Logik.
J OHANN P HILIPP R EIS erfindet das Telephon.
E LIPHALET R EMINGTON and Sons, NY, stellen außer Gewehren
und Nähmaschinen auch Schreibmaschinen her. 1886 trennen sie sich
vom Schreibmaschinenbereich, der später den Namen Remington Rand
und noch später den Namen Sperry Rand trägt.
A LEXANDER G RAHAM B ELL erhält ein Patent auf sein Telefon.
Gründung der Bell Telephone Company.
Aus Bell Telephone Co. wird American Telephone + Telegraph Co.
H ERMAN H OLLERITH erfindet die Lochkartenmaschine und
setzt sie bei einer Volkszählung in den USA ein. Das ist der
Anfang von IBM.
O TTO L UEGERs Lexikon der gesamten Technik führt
225
226
1895
1896
1898
1900
1910
1918
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1941
1942
1943
1944
1945
1946
1948
ANHANG G. ZEITTAFEL
unter dem Stichwort Elektrizität als Halbleiter Äther,
Alkohol, Holz und Papier auf.
Erste Übertragungen mittels Radio (A LEXANDER P OPOW,
G UGLIELMO M ARCONI).
Gründung der Tabulating Machine Company, der späteren IBM.
VALDEMAR P OULSEN erfindet die magnetische Aufzeichnung
von Tönen (Telegraphon).
01. Januar 1900 00:00:00 GMT Nullpunkt der gegenwärtigen
NTP-Ära (eine NTP-Ära umfasst 136 Jahre).
Gründung der Deutschen Hollerith Maschinen GmbH, Berlin,
der Vorläuferin der IBM Deutschland.
Das Enigma-Verschlüsselungsverfahren entwickelt.
Aus der Tabulating Machine Company von H ERMAN H OLLERITH,
später in Computing-Tabulating-Recording Company umbenannt,
wird die International Business Machines (IBM).
E DWIN L INK baut – anstatt Pianos und Orgeln wie sein Vater –
einen mechanischen Flugsimulator für Übungs- und Vergnügungszwecke
und erhält ein Patent darauf. Der Link-Trainer erlangt Verbreitung.
Die Firma AEG baut das erste Tonbandgerät mit dem Namen
Magnetophon. Die Bänder dazu liefert die BASF.
A LAN T URING veröffentlicht sein Computermodell.
K ONRAD Z USE stellt den programmgesteuerten Rechner Z 1 fertig.
Ein späterer Nachbau schafft 1 Rechenoperation pro Sekunde.
Elektronische binäre Addiermaschine von J OHN V INCENT A TANASOFF
und C LIFFORD B ERRY, Iowa State University, zur Lösung linearer
Gleichungssysteme.
K ONRAD Z USE stellt die Z 2 fertig.
Gründung der Firma Hewlett-Packard, Palo Alto, Kalifornien
durch W ILLIAM H EWLETT und D AVID PACKARD. Ihr erstes
Produkt ist ein Oszillator für Tonfrequenzen (Messtechnik).
K ONRAD Z USE stellt die Z 3 fertig.
Die Purdue University beginnt mit der Halbleiterforschung und
untersucht Germaniumkristalle.
Der Computer Colossus, Bletchley Park/Buckinghamshire UK,
entschlüsselt deutsche Militärnachrichten (Enigma).
IBM-Chef T HOMAS WATSON schätzt den weltweiten Bedarf an
Computern auf 5 (fünf) Stück.
Die Zuse Z 4 wird fertig (2200 Relais, mechanischer Speicher).
Sie arbeitet von 1950 bis 1960 in der Schweiz.
An der Harvard University bauen H OWARD A IKEN und G RACE H OPPER
die Mark I in Relaistechnik. Die Maschine läuft bis 1959.
K ONRAD Z USE entwickelt den Plankalkül, die erste höhere
Programmiersprache.
W ILLIAM B RADFORD S HOCKLEY startet ein Forschungsprojekt zur
Halbleiterphysik in den Bell-Labs.
VANNEVAR B USH entwickelt ein System zur Informationsspeicherung
und -suche, das auf Mikrofilmen beruht.
J OHN VON N EUMANN veröffentlicht sein Computerkonzept.
J OHN P RESPER E CKERT und J OHN W ILLIAM M AUCHLY bauen in
den USA die ENIAC (Electronic Numerical Integrator and
Computer). Die ENIAC rechnet dezimal, enthält 18000 Vakuumröhren,
wiegt 30 t, ist 5,5 m hoch und 24 m lang, braucht für eine Addition
0,2 ms, ist an der Entwicklung der Wasserstoffbombe beteiligt und
arbeitet bis 1955. Sie ist der Urahne der UNIVAC.
C LAUDE E LWOOD S HANNON begründet die Informationstheorie.
J OHN B ARDEEN, WALTER H OUSER B RATTAIN und
227
1949
1950
1952
1953
1954
1955
1956
1957
1958
1959
1960
1961
W ILLIAM B RADFORD S HOCKLEY entwickeln in den Bell-Labs
den Transistor, der 10 Jahre später die Vakuumröhre ablöst.
Erster Schachcomputer: Manchester MADM. Das Wort Bit kreiert.
An der ETH Zürich geht die Zuse Z 4 in Betrieb.
IBM bringt ihre erste elektronische Datenverarbeitungsanlage, die IBM 701, heraus.
IBM baut die erste Magnetbandmaschine zur Datenspeicherung (726).
Remington-Rand bringt die erste UNIVAC heraus, IBM die 650.
Silizium beginnt, das Germanium zu verdrängen.
IBM entwickelt die erste höhere Programmiersprache, die
Verbreitung erlangt: FORTRAN (Formula Translator) und verwendet
Transistoren in ihren Computern.
K ONRAD Z USE baut die Z 22, die mit Röhren arbeitet.
Sie kommt 1958 auf den Markt. Bis 1961 werden 50 Stück verkauft.
B ARDEEN, B RATTAIN und S HOCKLEY erhalten den Nobelpreis
für Physik.
IBM stellt die erste Festplatte vor (IBM 350 Disk File für den
Computer RAMAC 305), Kapazität 5 MByte, groß wie ein Schrank,
Gewicht 1 to, bestehend aus 50 Scheiben zu 24 Zoll, 50.000 US-$.
Die IBM 709 braucht für eine Multiplikation 0,12 ms.
Weltweit arbeiten rund 1300 Computer.
Seminar von Prof. J OHANNES W EISSINGER über Programmgesteuerte Rechenmaschinen im SS 1957 der TH Karlsruhe.
K ARL S TEINBUCH (Firma SEL, später TH Karlsruhe) prägt den
Begriff Informatik.
Erster Satellit (Sputnik, Sowjetunion) kreist um die Erde.
Als eine Reaktion auf den Sputnik gründet das us-amerikanische
Verteidigungsministerium (DoD) die Denkfabrik Advanced Research
Projects Agency (ARPA), die später das ARPANET aufbaut.
M ARVIN L EE M INSKY prägt den Begriff Artificial Intelligence.
Die TH Karlsruhe erhält ihren ersten Computer, eine ZUSE Z 22,
finanziert vom Land Baden-Württemberg.
Die Maschine verwendet 400 Vakuumröhren und wiegt 1 t. Der
Arbeitsspeicher fasst 16 Wörter zu 38 Bits, d. h. 76 Byte. Der
Massenspeicher, eine Magnettrommel, fasst rund 40 KByte. Eine
Gleitkommaoperation dauert 70 ms. Das System versteht nur
Maschinensprache (Freiburger Code) und läuft bis 1972.
Im SS 1958 hält Priv.-Doz. K ARL N ICKEL (Institut für Angew.
Mathematik) eine Vorlesung Programmieren mathematischer und
technischer Probleme für die elektronische Rechenmaschine Z 22.
Die Programmiersprache ALGOL 58 kommt heraus.
Bei Texas Instruments baut J ACK S T. C LAIR K ILBY den ersten IC;
im Jahr 2000 erhält er dafür den Nobelpreis für Physik.
Im SS 1959 hält Priv.-Doz. K ARL N ICKEL erstmals die
Vorlesung Programmieren I, im WS 1959/60 die Vorlesung
Programmieren II. Erstes Werk von Hewlett-Packard in
Deutschland. Siemens baut die Siemens 2002.
Programmieren steht noch in keinem Studienplan, sondern
ist freiwillig. Die Karlsruher Z 22 arbeitet Tag und Nacht.
Die Programmiersprache COBOL wird veröffentlicht.
Ein Computerspiel namens Spacewar läuft auf einer
Digital Equipment Corporation (DEC) PDP-1 im MIT.
A LAN S HUGART entwickelt ein Verfahren zur Aufzeichnung von
Daten auf einer magnetisch beschichteten Scheibe.
Die TH Karlsruhe erhält im Zuge der Berufungsverhandlungen von
Prof. Nickel eine Zuse Z 23, die mit 2400 Transistoren arbeitet.
Ihr Hauptspeicher fasst 240 Wörter zu 40 Bits.
228
1962
1963
1964
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1966
1967
1968
1969
1970
1971
1972
ANHANG G. ZEITTAFEL
Eine Gleitkommaoperation dauert 15 ms. Außer Maschinensprache
versteht sie ALGOL.
Weltweit arbeiten etwa 7300 Computer.
Die TH Karlsruhe erhält einen SEL ER 56, der bis 1968 läuft.
An der Purdue University wird die erste Fakultät für Informatik
(Department of Computer Science) gegründet.
Texas Instruments und Fairchild nehmen die Serienproduktion von ICs
(Chips) auf.
J OSEPH C ARL R OBNETT L ICKLIDER hat zwei Visionen: den interaktiven
Computer und das galaktische Netz (wenn schon, denn schon). Er wird
Direktor in der ARPA und geht an die Verwirklichung seiner Visionen.
Weltweit arbeiten etwa 16.500 Computer.
Erster geostationärer Satellit (Syncom).
I VAN E. S UTHERLAND entwickelt in seiner Doktorarbeit am MIT
das Sketchpad, einen grafischen Bildschirm mit Lichtgriffel, und
wird damit zum Vater der Computergrafik.
Die Programmiersprache BASIC erscheint.
D OUGLAS C ARL E NGELBART erfindet am Stanford Research Institute
die Maus und die Fenstertechnik.
IBM legt das Byte zu 8 Bits fest (IBM 360).
Ein Chip enthält auf 0,5 cm2 10 Transistoren.
Beginn des Betriebssystems MULTICS bei MIT, Bell und
General Electric. Aus dessen Misserfolg erwächst später UNIX.
Die TH Karlsruhe erhält eine Electrologica X 8, die bis
1973 betrieben wird. Gründung des Karlsruher Rechenzentrums.
Hewlett-Packard steigt in die Computerei ein (HP 2116 A).
Erster elektronischer Taschenrechner (Texas Instruments).
I VAN E. S UTHERLAND entwickelt an der Harvard University einen
Helm mit binokularem Display und bringt damit die Virtual Reality
ein gutes Stück voran.
Am 26. Februar entscheiden sich maßgebende Vertreter der
Computerwissenschaft im deutschsprachigen Raum im Anschluss an
ein internationales Kolloquium in Dresden für die Bezeichnung
Informatik nach französischem Beispiel.
Die Programmiersprache PASCAL kommt heraus. Die Firma Intel
gegründet. Hewlett-Packard baut den ersten wissenschaftlichen
programmierbaren Tischrechner (HP 9100 A).
In Karlsruhe wird am 1. Januar das Institut für Informatik
gegründet, Direktor K ARL N ICKEL. Im WS 1969/70 beginnt in
Karlsruhe die Informatik als Vollstudium mit 91 Erstsemestern.
Gründung der Gesellschaft für Informatik (GI) in Bonn.
In den Bell Labs UNIX in Assembler auf einer DEC PDP 7.
Beginn des ARPANET-Projektes, erste Teilnehmer U. of California at
Los Angeles, Stanford Research Institute, U. of California at
Santa Barbara und U. of Utah, allesamt mit DEC PDP-10 Maschinen.
RFC 0001: Host Software, von S TEVE C ROCKER.
Die Universität Karlsruhe erhält eine UNIVAC 1108,
die bis 1987 läuft und damit den hiesigen Rekord an Betriebsjahren
hält. Preis 23 MDM, 3 Zentraleinheiten, 256 Kilo-Wörter zu
je 36 Bits Arbeitsspeicher, 20 Bildschirme.
Die Karlsruher Fakultät für Informatik wird gegründet.
Am 01. Januar 1970 00:00:00 GMT beginnt die UNIX-Uhr zu laufen.
UNIX auf C umgeschrieben, erster Mikroprozessor (Intel 4004).
A LAN S HUGART entwickelt bei IBM die Floppy Disk.
Die Internet-Protokolle FTP (RFC 114) und Telnet (RFC 137) werden
vorgeschlagen und diskutiert.
IBM entwickelt das Konzept des virtuellen Speichers und
229
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
stellt die 8-Zoll-Floppy-Disk vor. Xerox (R OBERT M ETCALFE),
DEC und Intel entwickeln den Ethernet-Standard.
Das ARPANET wird der Öffentlichkeit vorgestellt.
Ein Student namens S TEPHAN G. W OZNIAK lötet sich einen
Computer zusammen, der den Smoke-Test nicht übersteht.
In der Bundesrepublik arbeiten rund 8.200 Computer.
Erster wissenschaftlicher Taschenrechner (Hewlett-Packard 35).
Erste internationale Teilnehmer am ARPANET: NORSAR
(Norwegian Seismic Array), Norwegen und U. College of London.
Der erste programmierbare Taschenrechner kommt auf den
Markt (Hewlett-Packard 65), Preis 2500 DM.
UNIX wird veröffentlicht (Version 6), Beginn der BSD-Entwicklung.
Die Zeitschrift Byte wird gegründet.
Erste, mäßig erfolgreiche Personal Computer (Xerox, Altair).
Die Firma Microsoft Corporation von W ILLIAM H ENRY G ATES III.
und PAUL A LLEN gegründet.
S TEVEN P. J OBS und S TEPHAN G. W OZNIAK gründen
die Firma Apple und bauen den Apple I. Er kostet 666,66 Dollar.
A LAN S HUGART stellt die 5,25-Zoll-Diskette vor.
Die nichtprozedurale Datenbanksprache SQL – entwickelt von
E DGAR F. C ODD bei IBM – wird veröffentlicht.
W HITFIELD D IFFIE und M ARTIN E. H ELLMANN veröffentlichen
die erste Arbeit über unsymmetrische Verschlüsselung.
R OBERT E. K AHN und V INTON G RAY C ERF veröffentlichen
das Konzept von TCP/IP, anfangs Kahn-Cerf-Protokolle genannt.
In der Bundesrepublik arbeiten rund 170.000 Computer.
Der Commodore PET 2001 – ein Vorläufer des C64 – kommt heraus,
4 bis 32 kbyte Arbeitsspeicher, Bildschirm 25 Zeilen zu 40 Zeichen.
Erste Tabellenkalkulation Visicalc, für den Apple II,
von D AN B RICKLIN und B OB F RANKSTON, Harvard University.
Erste Fassung von TEX (D ONALD E RVIN K NUTH) veröffentlicht.
Das Network Time Protocol (NTP) wird in Gebrauch genommen.
Faxdienst in Deutschland eingeführt.
Beginn des Usenet in der Duke University und der University of
North Carolina auf der Basis von uucp-Verbindungen.
Die Zusammenarbeit von Apple mit Rank Xerox führt zur Apple
Lisa, ein Mißerfolg, aber der Wegbereiter für den Macintosh.
Plattenherstellerfirma Seagate gegründet.
Gründung der Satelliten-Kommunikations-Firma Inmarsat.
B JARNE S TROUSTRUP beginnt mit der Entwicklung von C++.
Programmiersprache Ada veröffentlicht.
Betriebssystem DOS für Intel 8086/8088 von Fa. Seattle Computer
Products entwickelt, später von Microsoft erworben.
Erster Jugendprogrammier-Wettbewerb der GI.
Erster Home-Computer: Sinclair ZX-80, für rund 500 DM.
Sony führt die 3,5-Zoll-Diskette ein. In den Folgejahren entwickeln
andere Firmen auch Disketten mit Durchmessern von 3 bis 4 Zoll.
Microsoft bringt Xenix, ein UNIX für PCs, heraus.
Die Universität Karlsruhe erhält eine Siemens 7881 als
zentralen Rechner.
IBM bringt in den USA den IBM-PC heraus mit PC-DOS 1.0
(MS DOS) als wichtigstem Betriebssystem.
In Berlin wird der Chaos Computer Club gegründet.
Xanadu-Projekt von T ED N ELSON, ein Vorläufer des Web.
Die Firma Sun Microsystems wird gegründet, entscheidet sich für
UNIX und baut die ersten Workstations.
J IM C LARK gründet Silicon Graphics, Inc. (SGI)
230
1983
1984
1985
1986
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1989
ANHANG G. ZEITTAFEL
Beginn des EuNETs, einer der ersten deutschen Internet-Provider,
an der Universität Dortmund.
W ILLIAM G IBSON prägt das Wort Cyberspace.
M ORTON H EILIG präsentiert einen Spielautomaten für Motorradund Auto-Simulationen mit Stereotonfilm, Gebläse, Gerüchen und
vibrierenden Sitzen, echt multimedial, aber erfolglos, da zu teuer.
Die Universität Karlsruhe erhält einen Vektorrechner Cyber 205
und eine Siemens 7865. Die Cyber leistet 400 Mio. Flops.
Beginn des Lokalen Informatiknetzes Karlsruhe (LINK), ab 1984
Xlink, in der Fakultät für Informatik der Universität Karlsruhe.
IBM bringt den PC auf den deutschen Markt.
UNIX kommt als System V von AT&T in den Handel,
die erste Ausgabe der Zeitschrift Computertechnik (c’t) erscheint
(Nr. 12/83 vom Oktober 1983).
Gründung der X/Open-Gruppe.
MS-DOS 2.0 (PC-DOS 2.0) und Novell Netware kommen heraus.
Microsoft Windows wird angekündigt.
Das ARPAnet wechselt von NCP auf TCP/IP.
Der erste Apple Macintosh (128K) und der Hewlett-Packard Thinkjet,
der erste Tintenstrahldrucker, kommen auf den Markt.
GNU-Projekt von R ICHARD M ATTHEW S TALLMAN gegründet.
Der IBM PC/AT mit Prozessor Intel 80 286 und MS-DOS 3.0
kommen heraus.
Siemens steigt in UNIX (Sinix) ein.
Die Universität Karlsruhe wird Email-Relay für Deutschland
zum Computer Science Net (CSNet) in den USA. Als erste Mail
erhält Prof. Z ORN, U. Karlsruhe, einen Gruß vom CSNet.
Entwicklung des X Window Systems am MIT.
MS-Windows 1.0, IBM 3090 und IBM Token Ring Netz.
XLink an der Universität Karlsruhe stellt als erstes deutsches
Netz eine Verbindung zum nordamerikanischen ARPANET her.
Hewlett-Packard bringt den ersten Laserjet-Drucker heraus.
Weltweit etwa eine halbe Million UNIX-Systeme und
3000 öffentliche Datenbanken.
Mit dem Computer-Investitionsprogramm des Bundes und der
Länder (CIP) kommen mehrere HP 9000/550 unter UNIX an
die Universität Karlsruhe.
Microsoft XENIX (ein UNIX) für den IBM PC/AT
IBM bringt die PS/2-Reihe unter MS-OS/2 heraus.
Weltweit mehr als 5 Millionen Apple Computer und etwa
100 Millionen PCs nach Vorbild von IBM.
Das MIT veröffentlicht das X Window System Version 11 (X11).
In Berkeley wird die RAID-Technologie entwickelt.
Beginn des baden-württembergischen BelWue-Netzes.
J ARKKO O IKARINEN, Finnland, entwickelt den IRC.
Das Karlsruher Campusnetz KARLA wird durch das Glasfasernetz
KLICK ersetzt. VBN-Strecke Karlsruhe - Stuttgart im BelWue-Netz.
Frankreich geht ans Internet (INRIA, Rocquencourt bei Paris).
Gründung der Open Software Foundation (OSF) und der UNIX
International Inc. MS-DOS 4.0 für PCs.
Ein Internet-Wurm namens Morris geht auf die Reise, darauf
hin Gründung des Computer Emergency Response Teams (CERT).
Erster Hoax (2400-baud-Modem-Hoax) im Internet, siehe CIAC.
Erstes landmobiles Satellitensystem für Datenfunk (Inmarsat-C).
Das NFSNET löst das ARPANET als Backbone des Internet ab.
UNIX System V Release 4 vereinheitlicht System V, BSD und Xenix.
Im Rechenzentrum Karlsruhe löst die IBM 3090 die
231
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
Siemens 7881 ab. ISDN in Deutschland eingeführt.
Erster deutscher Internet-Direktanschluss via Xlink, Karlsruhe.
Zunehmende Vernetzung, Anschluss an weltweite Netze.
Die Internet Society (ISOC) schätzt das Internet auf 500.000 Knoten.
Computer-Kommunikation mittels E-Mail, Btx und Fax vom
Arbeitsplatz aus. Optische Speichermedien (CD-ROM, WORM).
Das Web (URL, HTTP, HTML) von T IMOTHY B ERNERS -L EE und
R OBERT C AILLIAU am CERN in Genf entwickelt.
UNIX System V Version 4.
Die mittlere Computerdichte in technisch orientierten Instituten und
Familien erreicht 1 pro Mitglied.
Das UNIX-System OSF/1 mit dem Mach-Kernel der CarnegieMellon-Universität kommt heraus.
17. Sep.: Anfang von LINUX (L INUS B ENEDICT T ORVALDS).
Erster Web-Server in den USA: Stanford Linear Accelerator Center.
MS-DOS 5.0 für PCs. Anfänge von Microsoft Windows NT.
Das DE-NIC an der Universität Dortmund gegründet.
IBM, Apple und Motorola kooperieren mit dem Ziel, einen
Power PC zu entwickeln.
Die Universität Karlsruhe nimmt den massiv parallelen
Computer MasPar 1216A mit 16000 Prozessoren in Betrieb.
Novell übernimmt von AT&T die UNIX-Aktivitäten (USL).
FORTRAN 90 verabschiedet.
Eine Million Knoten im Internet. Weltweit etwa 50 Web-Server.
Erster deutscher Web-Server, am DESY in Hamburg.
MS-DOS Version 6.0. Microsoft kündigt Windows-NT an.
DEC stellt PC mit Alpha-Prozessor vor, 150 MHz, 14.000 DM.
Novell tritt das Warenzeichen UNIX an die X/Open-Gruppe ab.
M ARC A NDREESSEN, NCSA, schreibt einen Web-Browser für das
X Window System mit der Möglichkeit, farbige Grafiken darzustellen.
PATRICK V OLKERDING stellt die Linux-Distribution Slackware
zusammen, die erste Distribution von einiger Verbreitung.
I AN M URDOCK, Student an der Purdue University, stellt am 16. August
das Debian-Projekt vor. Gegen Jahresende Debian GNU/Linux Version 0.90.
Weltweit etwa 250 Web-Server.
Das DE-NIC zieht ans Rechenzentrum der Universität Karlsruhe.
Weltweit 10 Mio. installierte UNIX-Systeme prognostiziert.
Linux 1.0 veröffentlicht.
Das Internet umfasst etwa 4 Mio. Knoten und 20 Mio. Benutzer.
Erste Spam-Mail (Canter + Siegel). Erste Banner-Werbung (Wired).
M ARC A NDREESSEN und J IM C LARK gründen die Firma Netscape.
Kommerzielle Netze lösen in den USA das NFSNET als Backbone ab.
Die X/Open-Gruppe führt die Bezeichnung UNIX 95 für Systeme
ein, die der Single UNIX Specification genügen.
Die Universität Karlsruhe ermöglicht in Zusammenarbeit
mit dem Oberschulamt nordbadischen Schulen den Zugang zum
Internet. Ähnliche Projekte werden auch an einigen anderen
Hoch- und Fachhochschulen durchgeführt.
Die Programmiersprache JAVA wird von Sun veröffentlicht.
Online-Auktionshaus Ebay als Sammlerbörse in den USA gegründet.
Weltweit etwa 50000 Web-Server.
Die Massen und Medien entdecken das Internet.
Debian GNU/Linux Version 1.1 (buzz) wird veröffentlicht, zum
Jahresende folgt Version 1.2 (rex).
FORTRAN 95, eine revidierte Fassung von FORTRAN 90, fertig.
Die Open Software Foundation (OSF) und X/Open schließen sich zur
Open Group zusammen.
232
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2004
2005
2006
ANHANG G. ZEITTAFEL
100-Ethernet ist erschwinglich geworden, über das Gigabit-Ethernet
wird geredet. In Deutschland gibt es rund 20 Mio. PCs und
1 Mio. Internetanschlüsse (Quelle: Fachverband Informationstechnik).
Debian GNU/Linux Version 1.3 (bo) freigegeben, rund 1000 Pakete.
Single UNIX Specification Version 2 im Web veröffentlicht.
HTML 4.0 freigegeben.
Der Buchversender Amazon meldet ein Patent an dergestalt, dass man
mit einem Mausklick im Internet eine Ware bestellt.
Compaq übernimmt die Digital Equipment Corporation (DEC).
IBM bringt DOS 2000 heraus, Microsoft kündigt Windows 2000 an.
Debian GNU/Linux Version 2.0 (hamm) freigegeben, 1500 Pakete.
KDE 1.0 veröffentlicht. 9-GB-Festplatten kosten 500 DM.
Gigabit-Ethernet-Standard IEEE 802.3z verabschiedet.
J ONATHAN B. P OSTEL, einer der Apostel des Internet und Autor
vieler RFCs, gestorben. Siehe RFC 2441: Working with Jon und
RFC 2468: I Remember IANA.
Das Y2K-Problem – die Jahrtausendwende – beschäftigt die Gemüter,
weil die Programmierer früherer Jahrzehnte mit den Bits knauserten.
Der RFC 2550 löst auch gleich das Y10K-Problem.
Debian GNU/Linux Version 2.1 (slink) kommt heraus.
Betreiber großer Suchmaschinen schätzen die Anzahl der
Web-Seiten weltweit auf 1 Milliarde.
L INUS B. T ORVALDS wird Ehrendoktor der Universität Stockholm.
Das Y2K-Problem hat sich praktisch nicht ausgewirkt.
Den 29. Februar 2000 haben wir auch gut überstanden, einen Schalttag
nach einer Regel, die nur alle 400 Jahre angewendet wird.
Debian GNU/Linux Version 2.2 (potato) kommt heraus, 6500 Pakete.
Microsoft Windows 2000 ist erhältlich. Ein Macro-Virus namens
Love Letter sorgt für Aufregung – außerhalb der Linux/UNIX-Welt.
Der Intel Pentium kommt bei einer Taktfrequenz von 1,5 GHz an.
Zum Jahresende 2 Mio. Internet-Hosts in Deutschland (Quelle: RIPE).
C LAUDE E LWOOD S HANNON gestorben, gilt als Erfinder des Bits
und Begründer der Informationstheorie.
In den USA starten J IMMY D ONAL WALES und L AWRENCE M ARK S ANGER die Wikipedia,
eine internationale Online-Enzyklopädie auf der Grundlage eines Wikis.
Die Einführung der Euro-Währung führt zu einem neuen Zeichen
in internationalen Zeichensätzen.
Im Herbst befällt der Wurm Slapper zahlreiche Webserver unter Linux.
Debian GNU/Linux Version 3.0 (woody) wird als stabil freigegeben.
Die Distribution umfasst 8700 Pakete.
PCs werden zunehmend ohne Floppy-Laufwerk ausgeliefert.
Politische Überlegungen, die Patentierung von Software zuzulassen,
bedrohen die Open Source Welt.
Anfang Juni wird Debian GNU/Linux Version 3.1 (sarge) nach reiflicher
Überlegung als stabil freigegeben und löst 3.0r6 (woody) ab;
die Distribution umfasst rund 15.000 Pakete. Woody wird damit
zur Old-stable-Version, etch rückt zur Testing-Version auf.
In Frankfurt (M) findet die Wikimania 2005 statt, die erste internationale
Wikimedia-Konferenz.
Die deutsche Wikipedia nähert sich der Marke von 300.000 Einträgen.
Internet-Telefonie (Voice over IP) ist stark im Kommen.
Prof. K ARL S TEINBUCH gestorben.
Ende des Jahres kommt X11R7 heraus.
Der weltweit leistungsfähigste Rechner – ein IBM Blue Gene – läuft
unter einem Linux (Quelle: http://www.top500.org/).
Die englische Wikipedia überschreitet die Marke von 1 Mio. Einträgen,
233
die deutsche die 400.000, die französische die 300.000.
Laut http://www.netcraft.com/ sind die am häufigsten besuchten Websites
Google, Yahoo, Microsoft, BBC, CNN, Ebay, Fox News, Amazon und Wikipedia.
Das Deutsche Forschungsnetz nimmt das X-Win in Betrieb, eine Netzinfrastruktur
mit Anschlüssen bis zu 10 Gigabit/s und 43 Kernstandorten.
Mitte des Jahres gibt es 10 Mio. Einträge unter der Top Level Domain .de,
sie ist damit weltweit nach .com die zweitumfangreichste.
Debian stellt den Sicherheitssupport für woody ein und erklärt
zum Jahresende die Version 4.0 (etch) mit Kern 2.6.17 als stabil.
H
Zum Weiterlesen
Die Auswahl ist subjektiv und enthält Werke, die wir noch lesen wollen, schon gelesen haben
oder sogar oft benutzen.
1. Lexika, Glossare, Wörterbücher
– Newsgruppen:
news.answers
de.etc.lists
news.lists
– RFC 1392 (FYI 18): Internet Users’ Glossary
ftp://ftp.nic.de/pub/rfc/rfc1392.txt
1993, 53 S.
– Duden Informatik
Dudenverlag, Mannheim, 1993, 800 S.
Nachschlagewerk, sorgfältig gemacht, theorielastig,
Begriffe wie Ethernet, LAN, SQL, Internet fehlen.
– Fachausdrücke der Informationsverarbeitung Englisch – Deutsch,
Deutsch – Englisch
IBM Deutschland, Form-Nr. Q12-1044, 1698 S.
Wörterbuch und Glossar
– IBM Terminology
http://www-3.ibm.com/ibm/terminology/
W. Alex Abkürzungs-Liste ABKLEX (Informatik, Telekommunikation)
http://www.ciw.uni-karlsruhe.de/abklex.html
http://www.ciw.uni-karlsruhe.de/abklex.pdf
Rund 9000 Abkürzungen aus Informatik und Telekommunikation
M. Broy, O. Spaniol Lexikon Informatik und Kommunikationstechnik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1999, 863 S.
E. Kajan Information Technology Encyclopedia and Acronyms
Springer, Berlin + Heidelberg, 2002, 720 S.
E. S. Raymond The New Hacker’s Dictionary
The MIT Press, Cambridge, 1996, 547 S.
Siehe auch http://www.ciw.uni-karlsruhe.de/kopien/jargon/
Begriffe aus dem Netz, die nicht im Duden stehen
2. Informatik
– Newsgruppen:
comp.* (alles, was mit Computer Science zu tun hat, mehrere
hundert Untergruppen)
de.comp.* (dito, deutschsprachig)
alt.comp.*
W. Coy Aufbau und Arbeitsweise von Rechenanlagen
Vieweg, Braunschweig, 1992, 367 S.
Digitale Schaltungen, Rechnerarchitektur, Betriebssysteme am
Beispiel von UNIX
T. Flik, H. Liebig Mikroprozessortechnik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1998, 585 S.
CISC, RISC, Systemaufbau, Assembler und C
234
235
W. K. Giloi Rechnerarchitektur
Springer, Berlin + Heidelberg, 1999, 488 S.
G. Goos Vorlesungen über Informatik
Band 1: Grundlagen und funktionales Programmieren,
Springer, Berlin + Heidelberg, 1997, 394 S.
Band 2: Objektorientiertes Programmieren und Algorithmen,
Springer, Berlin + Heidelberg, 1999, 396 S.
Band 3: Berechenbarkeit, formale Sprachen, Spezifikationen,
Springer, Berlin + Heidelberg, 1997, 284 S.
Band 4: Paralleles Rechnen und nicht-analytische Lösungsverfahren,
Springer, Berlin + Heidelberg, 1998, 292 S.
i44www.info.uni-karlsruhe.de/˜i44www/goos-buch.html
D. E. Knuth The Art of Computer Programming, 3 Bände
Addison-Wesley, Boston,
Klassiker, stellenweise mathematisch, 7 Bände geplant,
Band 4 soll 2004 fertig sein, Band 5 im Jahr 2009, Homepage
des Meisters: www-cs-staff.stanford.edu/˜uno/index.html
W. Schiffmann, R. Schmitz Technische Informatik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1993/94, 1. Teil Grundlagen der
digitalen Elektronik, 282 S.; 2. Teil Grundlagen der
Computertechnik, 283 S.
K. W. Wagner Einführung in die Theoretische Informatik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1994, 238 S.
Grundlagen, Berechenbarkeit, Komplexität, B OOLEsche
Funktionen, Automaten, Grammatiken, Formale Sprachen
3. Algorithmen, Numerische Mathematik
– Newsgruppen:
sci.math.*
J. L. Bentley Programming Pearls
Addison-Wesley, Boston, 1999, 256 S.
Pfiffige Algorithmen und Programmierideen
G. Engeln-Müllges, F. Reutter Formelsammlung zur
Numerischen Mathematik mit C-Programmen
BI-Wissenschaftsverlag, Mannheim, 1990, 744 S.
Algorithmen und Formeln der Numerischen Mathematik
samt C-Programmen.
G. Engeln-Müllges, F. Uhlig Numerical Algorithms with C
Springer, Berlin + Heidelberg, 1996, 596 S.
D. E. Knuth Algorithmen
(deutsche Übersetzung von Fundamental Algorithms)
Springer, Berlin + Heidelberg, 2004, 700 S.
K. Loudon Mastering Algorithms in C
O’Reilly, Sebastopol, 1999, 560 S.
T. Ottmann, P. Widmayer Algorithmen und Datenstrukturen
BI-Wissenschafts-Verlag, Mannheim, 1993, 755 S.
W. H. Press u. a. Numerical Recipes in C
Cambridge University Press, 1993, 994 S.
H. R. Schwarz Numerische Mathematik
Teubner, Stuttgart, 1993, 575 S.
R. Sedgewick Algorithmen in C
Addison-Wesley, Bonn, 1992, 742 S.
Erklärung gebräuchlicher Algorithmen und Umsetzung in C
236
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
R. Sedgewick Algorithmen in C++
Addison-Wesley, Bonn, 1992, 742 S.
J. Stoer, R. Bulirsch Numerische Mathematik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1. Teil 1999, 378 S.,
2. Teil 2000, 375 S.
4. Betriebssysteme
– Newsgruppen:
comp.os.*
de.comp.os.*
L. Bic, A. C. Shaw Betriebssysteme
Hanser, München, 1990, 420 S.
Allgemeiner als Tanenbaum + Woodhull
A. S. Tanenbaum, A. S. Woodhull Operating Systems,
Design and Implementation
Prentice-Hall, London, 1997, 939 S.
Einführung in Betriebssysteme am Beispiel von UNIX
A. S. Tanenbaum Modern Operating Systems
Prentice-Hall, London, 1992, 728 S.
Allgemeiner und moderner als vorstehendes Buch;
erläutert MS-DOS, UNIX, MACH und Amoeba
A. S. Tanenbaum Distributed Operating Systems
Prentice-Hall, London, 1994, 648 S.
H. Wettstein Systemarchitektur
Hanser, München, 1993, 514 S.
Grundlagen, kein bestimmtes Betriebssystem
5. Linux/UNIX allgemein
– Newsgruppen:
comp.unix.*
comp.sources.unix
comp.std.unix
de.comp.os.unix
alt.unix.wizards
M. J. Bach Design of the UNIX Operating System
Prentice-Hall, London, 1987, 512 S.
Dateisystem und Prozesse, wenig zur Shell
S. R. Bourne Das UNIX System V (The UNIX V Environment)
Addison-Wesley, Bonn, 1988, 464 S.
Einführung in UNIX und die Bourne-Shell
P. H. Ganten, W. Alex Debian GNU/Linux
Springer, Berlin + Heidelberg, 2004, 970 S.
Einrichtung, Konfiguration und Betrieb von Debian GNU/Linux
J. Gulbins, K. Obermayr, Snoopy Linux
Springer, Berlin + Heidelberg, 2003, 900 S.
Benutzung von Linux/UNIX, geht in Einzelheiten der Kommandos
H. Hahn A Student’s Guide to UNIX
McGraw-Hill, New York, 1993, 633 S.
Einführendes Lehrbuch, mit Internet-Diensten
B. W. Kernighan, R. Pike Der UNIX-Werkzeugkasten
Hanser, München, 1986, 402 S.
Gebrauch vieler UNIX-Kommandos
237
M. Kofler Linux – Installation, Konfiguration, Anwendung
Addison-Wesley, Bonn, 2000, 1108 S.
5. Auflage, spricht für das Buch.
D. G. Korn, M. I. Bolsky The Kornshell, Command and
Programming Language
deutsch: Die KornShell, Hanser, München, 1991
Einführung in UNIX und die Korn-Shell
A. Robbins UNIX in a Nutshell
O’Reilly, Sebastopol, 2000, 632 S.
Nachschlagewerk zu den meisten UNIX-Kommandos,
im UNIX CD Bookshelf enthalten. Auch auf Englisch.
M. J. Rochkind Advanced UNIX Programming
Addison-Wesley, Boston, 2004, 719 S.
Beschreibung der wichtigsten UNIX System Calls
K. Rosen u. a. UNIX: The Complete Reference
Osborne/McGraw-Hill, Berkeley, 1999, 1302 S.
Fast würfelförmiges Nachschlagewerk, insbesondere
zu Linux, Solaris und HP-UX; breites Themenspektrum
E. Siever et al. LINUX in a Nutshell
O’Reilly, Sebastopol, 2001, 880 S.
Nachschlagewerk zu den meisten LINUX-Kommandos
W. R. Stevens Advanced Programming in the UNIX Environment
Addison-Wesley, Boston, 1992, 744 S.
Ähnlich wie Rochkind
6. Linux/UNIX Verwaltung
Æ. Frisch Essential System Administration
O’Reilly, Sebastopol, 1995, 760 S.
Übersicht für Benutzer auf dem Weg zum Sysadmin.
K. Heuer, R. Sippel UNIX-Systemadministration
Springer, Berlin + Heidelberg, 2004, 800 S.
E. Nemeth, G. Snyder, S. Seebass, T. R. Hein UNIX System
Administration Handbook
Prentice-Hall, Englewood-Cliffs, 2001, 835 S.
Auf den neuesten Stand gebrachte Hilfe für Sysadmins,
viel Stoff.
R. U. Rehman HP Certified – HP-UX System Administration
Prentice Hall PTR, Upper Saddle River, 2000, 800 S.
Begleitbuch zu einem Kurs, Einführung in und Verwaltung
von HP-UX
M. Welsh, M. K. Dalheimer, L. Kaufmann Running Linux
O’Reilly, Sebastopol, 1999, 750 S.
Einrichtung und Betrieb eines LINUX-PCs
7. Linux/UNIX Einzelthemen
– Newsgruppen:
comp.unix.*
A. V. Aho, B. W. Kernighan, P. J. Weinberger The AWK
Programming Language
Addison-Wesley, Boston, 1988, 210 S.
Standardwerk zum AWK
D. Cameron, B. Rosenblatt Learning GNU Emacs
O’Reilly, Sebastopol, 1991, 442 S.
238
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
D. Dougherty, A. Robbins sed & awk
O’Reilly, Sebastopol, 1997, 407 S.
H. Herold Linux Unix Profitools: awk, sed, lex, yacc und make
Addison-Wesley, München, 1998, 890 S.
L. Lamb, A. Robbins Textbearbeitung mit dem vi-Editor
O’Reilly, Köln, 1999, 333 S.
A. Oram, S. Talbott Managing Projects with make
O’Reilly, Sebastopol, 1993, 149 S.
L. Wall, T. Christiansen, J. Orwant Programming Perl
O’Reilly, Sebastopol, 2000, 1067 S.
8. X Window System (X11), Motif, Gnome, KDE
– Newsgruppen:
comp.windows.x.*
– OSF/Motif Users’s Guide
OSF/Motif Programmer’s Guide
OSF/Motif Programmer’s Reference
Prentice-Hall, Englewood Cliffs, 1990
F. Culwin An X/Motif Programmer’s Primer
Prentice-Hall, New York, 1994, 344 S.
T. + M. K. Dalheimer KDE Anwendung und Programmierung
O’Reilly, Sebastopol, 1999, 321 S.
K. Gottheil u. a. X und Motif
Springer, Berlin + Heidelberg, 1992, 694 S.
N. Mansfield The Joy of X
Addison-Wesley, Boston, 1993, 368 S.
Als Einstieg für Anwender geeignet.
A. Nye XLib Programming Manual
O’Reilly, Sebastopol, 1990, 635 S.
Einführung in X11 und den Gebrauch der XLib
V. Quercia, T. O’Reilly X Window System Users Guide
O’Reilly, Sebastopol, 1990, 749 S.
Einführung in X11 für Anwender
R. J. Rost X and Motif Quick Reference Guide
Digital Press, Bedford, 1993, 400 S.
9. Textverarbeitung mit LaTeX
K. Braune, J. Lammarsch, M. Lammarsch LaTeX
Springer, Berlin + Heidelberg, 2004, 700 S.
M. K. Dalheimer LaTeX kurz & gut
O’Reilly, Köln, 2000, 72 S.
H. Kopka LaTeX, 3 Bände
Band 1: Einführung
Addison-Wesley, Bonn, 2000, 520 S.
Band 2: Ergänzungen
Addison-Wesley, Bonn, 1997, 456 S.
Band 3: Erweiterungen
Addison-Wesley, Bonn, 1996, 512 S.
Standardwerk im deutschen Sprachraum
L. Lamport Das LaTeX-Handbuch
Addison-Wesley, Bonn, 1995, 360 S.
239
H. Partl u. a. LaTeX-Kurzbeschreibung
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/latex/lkurz.ps.gz
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/latex/lkurz.tar.gz
1990, 46 S., Postscript und LaTeX-Quellen
Einführung, mit deutschsprachigen Besonderheiten (Umlaute)
10. Multimedia (Grafik, Sound)
– Newsgruppen:
comp.graphics.*
alt.graphics.*
J. D. Foley Computer Graphics – Principles and Practice
Addison-Wesley, Boston, 1992, 1200 S.
Standardwerk zur Computer-Raster-Grafik
R. F. Ferraro Programmer’s Guide to the EGA and VGA Cards
Addison-Wesley, Boston, 1990, 1040 S.
Viele Grundlagen, die über EGA und VGA hinausgehen
K. Kylander, O. S. Kylander GIMP
MITP-Verlag, Bonn, 1999, 700 S.
Benutzerhandbuch zum GNU Image Manipulation Program
11. Programmieren allgemein
– Newsgruppen:
comp.programming
comp.unix.programmer
comp.lang.*
comp.software.*
comp.software-eng
comp.compilers
de.comp.lang.*
A. V. Aho u. a. Compilers, Principles, Techniques and Tools
Addison-Wesley, Boston, 1986, 796 S.
B. Beizer Software Testing Techniques
Van Nostrand-Reinhold, 1990, 503 S.
F. P. Brooks jr. The Mythical Man-Month
Addison-Wesley, Boston, 1995, 322 S.
Organisation großer Software-Projekte
M. K. Dalheimer Linux – Wegweiser zu Programmierung + Entwicklung
O’Reilly, Sebastopol, 1997, 580 S.
Software-Entwicklung unter LINUX, Werkzeuge
N. Ford Programmer’s Guide
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/misc/pguide.txt
1989, 31 S., ASCII
allgemeine Programmierhinweise, Shareware-Konzept
T. Grams Denkfallen und Programmierfehler
Springer, Berlin + Heidelberg, 1990, 159 S.
PASCAL-Beispiele, gelten aber auch für C-Programme
D. Gries The Science of Programming
Springer, Berlin + Heidelberg, 1981, 366 S.
Grundsätzliches zu Programmen und ihrer Prüfung,
mit praktischer Bedeutung.
R. H. Güting, M. Erwig Übersetzerbau
Springer, Berlin + Heidelberg, 1999, 368 S.
240
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
M. Marcotty, H. Ledgard The World of Programming Languages
Springer, Berlin + Heidelberg, 1987, 360 S.
S. Pfleeger Software Engineering: The Production of Quality
Software
Macmillan, 1991, 480 S.
I. W. Ricketts Managing Your Software Project –
A Student’s Guide
Springer, London, 1998, 103 S.
Detaillierte Anweisung an Studenten zur Planung, Durchführung
und Überwachung von Projekten.
R. W. Sebesta Concepts of Programming Languages
Benjamin/Cummings, Redwood City, 1993, 560 S.
I. Sommerville Software Engineering
Addison-Wesley, Boston, 1992, 688 S.
Wie man ein Programmierprojekt organisiert;
Werkzeuge, Methoden; sprachenunabhängig
N. Wirth Systematisches Programmieren
Teubner, Stuttgart, 1993, 160 S.
Allgemeine Einführung ins Programmieren, PASCAL-nahe
12. Programmieren in C/C++/Objective C
– Newsgruppen:
comp.lang.c
comp.std.c
comp.lang.object
comp.lang.c++
comp.lang.objective-c
comp.std.c++
de.comp.lang.c
de.comp.lang.c++
G. Booch Object-Oriented Analysis and Design with Applications
Benjamin + Cummings, Redwood City, 1994, 590 S.
U. Breymann Designing Components with the C++ STL
Addison-Wesley, Boston, 2000, 320 S.
B. J. Cox, A. J. Novobilski Object-Oriented Programming
Addison-Wesley, Boston, 1991, 270 S.
Objective C
P. A. Darnell, P. E. Margolis C: A Software Engineering Approach
Springer, Berlin + Heidelberg, 1996, 500 S.
H. M. Deitel, P. J. Deitel C How to Program
Prentice Hall, Englewood Cliffs, 1994, 926 S.
Enthält auch C++. Ausgeprägtes Lehrbuch.
J. Hanly, E. Koffman Problem Solving and Program Design in C
Addison-Wesley, Boston, 1999, 276 S.
J. Hanly, E. Koffman C Program Design for Engineers
Addison-Wesley, Boston, 2001, 679 S.
S. P. Harbison, G. L. Steele C – A Reference Manual
Prentice Hall, Englewood Cliffs, 1995, 470 S.
Vielfach empfohlenes Nachschlagewerk, K+R und ANSI/ISO.
T. Jensen A Tutorial on Pointers and Arrays in C
http://www.netcom.com/ tjensen/ptr/pointers.htm
241
N. M. Josuttis The C++ Standard Library – A Tutorial and Reference
Addison-Wesley, Boston, 1999, 832 S.
http://www.josuttis.de/libbook/
B. W. Kernighan, D. M. Ritchie The C Programming Language
Deutsche Übersetzung: Programmieren in C
Zweite Ausgabe, ANSI C
Hanser Verlag, München, 1990, 283 S.
Standardwerk zur Programmiersprache C, Lehrbuch
R. Klatte u. a. C-XSC
Springer, Berlin + Heidelberg, 1993, 269 S.
C++-Klassenbibliothek für wissenschaftliches Rechnen
A. Koenig Accelerated C++: Practical Programming by Example
Addison-Wesley, Boston, 2000, 352 S.
S. Kuhlins, M. Schader Die C++-Standardbibliothek
Springer, Berlin + Heidelberg, 2002, 421 S.
Einführung in die C++ Standard Library einschl. der STL
D. Lewine POSIX Programmer’s Guide
O’Reilly, Sebastopol, 1991, 634 S.
Mit Referenz der ANSI-C- und der POSIX-Funktionen
D. Libes Obfuscated C and Other Mysteries
Wiley, New York, 1993, 413 S.
S. Lippman, J. Lajoie C++ Primer
Addison-Wesley, Boston, 3. Aufl. 1998, 1296 S.
Verbreitetes Lehrbuch für Anfänger, enthält auch ANSI-C
N. Matthew, R. Stones Beginning Linux Programming
Wrox Press, Chicago, 1999, 950 S.
N. Matthew, R. Stones Professional Linux Programming
Wrox Press, Chicago, 2000, 1155 S.
Betriebssystemnahe Fragen der Programmierung in C/C++
T. Misfeldt et al. The Elements of C++ Style
Cambridge University Press, 2004, 182 S.
Regeln für gute C++-Programme
S. Oualline Practical C Programming
O’Reilly, Sebastopol, 1997, 451 S.
S. Oualline Practical C++ Programming
O’Reilly, Sebastopol, 1995, 581 S.
P. J. Plauger, J. Brodie Referenzhandbuch Standard C
Vieweg, Braunschweig, 1990, 236 S.
P. J. Plauger The Standard C Library
Prentice-Hall, Englewood Cliffs, 1991, 498 S.
Die Funktionen der C-Standardbibliothek nach ANSI
P. J. Plauger The Draft Standard C++ Library
Prentice-Hall, Englewood Cliffs, 1994, 590 S.
Die Funktionen der C++-Standardbibliothek nach ANSI
R. Robson Using the STL
Springer, Berlin + Heidelberg, 1998, 421 S.
M. Schader, S. Kuhlins Programmieren in C++
Springer, Berlin + Heidelberg, 1998, 386 S.
Lehrbuch und Nachschlagewerk, mit Übungsaufgaben
K. Schmaranz Softwareentwicklung in C
Springer, Berlin + Heidelberg, 2002, 400 S.
242
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
K. Schmaranz Softwareentwicklung in C++
Springer, Berlin + Heidelberg, 2003, 570 S.
B. Stroustrup The C++ Programming Language
bzw. Die C++ Programmiersprache
Addison-Wesley, Boston/Bonn, 2000, 1024 S.
Lehrbuch für Fortgeschrittene, der Klassiker für C++
13. Netze allgemein (Internet, OSI)
– Newsgruppen:
comp.infosystems.*
comp.internet.*
comp.protocols.*
alt.best.of.internet
alt.bbs.internet
alt.internet.*
de.comm.internet
de.comp.infosystems
– EFF’s Guide to the Internet
http://www.eff.org/pub/Publications/EFF\_Net\_Guide/
Einführung in die Dienste des Internet
S. Carl-Mitchell, J. S. Quarterman Practical Internetworking
with TCP/IP and UNIX
Addison-Wesley, Boston, 1993, 432 S.
D. E. Comer Internetworking with TCP/IP (4 Bände)
Prentice-Hall, Englewood Cliffs, I. Band 1991, 550 S.
II. Band 1991, 530 S., 88 DM; IIIa. Band (BSD) 1993, 500 S.
IIIb. Band (AT&T) 1994, 510 S.
Prinzipien, Protokolle und Architektur des Internet
H. Hahn, R. Stout The Internet Complete Reference
Osborne MacGraw-Hill, Berkeley, 1994, 818 S.
Das Netz und seine Dienste von Mail bis WWW; Lehrbuch
und Nachschlagewerk für Benutzer des Internet
C. Hunt TCP/IP Netzwerk-Administration
O’Reilly, Sebastopol, 1998, 632 S.
B. P. Kehoe Zen and the Art of the Internet
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/general/zen.ps.gz
1992, 100 S., Postscript
Einführung in die Dienste des Internet
O. Kirch, T. Dawson Linux Network Administrator’s Guide
O’Reilly, Sebastopol, 2000, 500 S.
E. Krol The Hitchhikers Guide to the Internet
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/general/hitchhg.txt
1987, 16 S., ASCII
Erklärung einiger Begriffe aus dem Internet
E. Krol The Whole Internet
O’Reilly, Sebastopol, 1992, 376 S.
J. F. Kurose, K. W. Ross Computer Networking
Addison-Wesley, Boston, 2003, 784 S.
M. Scheller u. a. Internet: Werkzeuge und Dienste
Springer, Berlin + Heidelberg, 1994, 280 S.
http://www.ask.uni-karlsruhe.de/books/inetwd.html
243
A. S. Tanenbaum Computer Networks
Prentice-Hall, London, 1996, 848 S.
Einführung in Netze mit Schwerpunkt auf dem OSI-Modell
14. Netzdienste Einzelthemen
– Newsgruppen:
comp.theory.info-retrieval
comp.databases.*
P. Albitz, C. Liu DNS and BIND
O’Reilly, Sebastopol, 1998, 482 S.
Internet-Adressen und -Namen, Name-Server
B. Costales, E. Allman sendmail
O’Reilly, Sebastopol, 1997, 1021 S.
Das wichtigste netzseitige Email-Programm (MTA) ausführlich
dargestellt, keine leichte Kost, aber unentbehrlich
J. E. Hellbusch Barrierefreies Webdesign
KnowWare, www.knowware.de/, 2001, 86 S.
Hinweise zur Gestaltung von Webseiten, kompakt und
verständlich
P. J. Lynch, S. Horton Web Style Guide
Yale University Press, New Haven, 1999, 165 S.
Gestaltung und Organisation von Webseiten, wenig Technik
C. Meinel, H. Sack WWW
Springer, Berlin + Heidelberg, 2004, 1200 S.
Internet-Grundlagen, HTTP, HTML, CSS, XML, CGI
S. Münz, W. Nefzger HTML 4.0 Handbuch
Franzis, München, 1999, 992 S.
Deutsches Standardwerk zum Schreiben von Webseiten,
abgewandelt auch unter dem Titel Selfhtml an
mehreren Stellen im Netz verfügbar.
J. Niederst Web Design in a Nutshell
O’Reilly, Sebastopol, 1999, 560 S.
Das gesamte Web zum Nachschlagen, viel Technik
A. Schwartz Managing Mailing Lists
O’Reilly, Sebastopol, 1998, 320 S.
Majordomo, Listserv, List Processor und Smartlist
S. Spainhour, R. Eckstein Webmaster in a Nutshell
O’Reilly, Sebastopol, 1999, 523 S.
HTML, CSS, XML, JavaScript, CGI und Perl, PHP, HTTP, Apache
W. R. Stevens UNIX Network Programming
Vol. 1: Networking APIs: Sockets and XTI
Prentice Hall, Englewood Cliffs, 1998, 1009 S.
Vol. 2: Interprocess Communication
Prentice Hall, Englewood Cliffs, 1999, 592 S.
C-Programme für Clients und Server der Netzdienste
15. Sicherheit
– Newsgruppen:
comp.security.*
comp.virus
sci.crypt
alt.security.*
alt.comp.virus
de.comp.security
244
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
– RFC 1244 (FYI 8): Site Security Handbook
ftp://ftp.nic.de/pub/rfc/rfc1244.txt
1991, 101 S., ASCII
Sicherheits-Ratgeber für Internet-Benutzer
– Department of Defense Trusted Computer Systems
Evaluation Criteria (Orange Book)
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/secur/orange-book.gz
1985, 120 S., ASCII. Abgelöst durch:
Federal Criteria for Information Technology Security
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/secur/fcvol1.ps.gz
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/secur/fcvol2.ps.gz
1992, 2 Bände mit zusammen 500 S., Postscript
Die amtlichen amerikanischen Sicherheitsvorschriften
– Linux Hacker’s Guide
Markt + Technik, München, 1999, 816 S.
F. L. Bauer Kryptologie
Springer, Berlin + Heidelberg, 1994, 369 S.
R. L. Brand Coping with the Threat of Computer Security Incidents
A Primer from Prevention through Recovery
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/secur/primer.ps.gz
1990, 44 S., Postscript
D. A. Curry Improving the Security of Your UNIX System
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/net/secur/secdoc.ps.gz
1990, 50 S., Postscript
Hilfe für UNIX-System-Verwalter, mit Checkliste
S. Garfinkel, G. Spafford Practical Unix + Internet Security
O’Reilly, Sebastopol, 1996, 971 S.
Breit angelegte, verständliche Einführung in Sicherheitsthemen
B. Schneier Angewandte Kryptographie
Addison-Wesley, Bonn, 1996, 844 S.
M. Schumacher, U. Roedig, M.-L. Moschgath Hacker Contest
Springer, Berlin + Heidelberg, 2003, 300 S.
16. Computerrecht
– Newsgruppen:
comp.society.privacy
comp.privacy
comp.patents
alt.privacy
de.soc.recht
de.soc.datenschutz
– World Intellectual Property Organization (WIPO)
http://www/wipo.int/
– Juristisches Internetprojekt Saarbrücken
http://www.jura.uni-sb.de/
– Netlaw Library (Universität Münster)
http://www.jura.uni-muenster.de/netlaw/
– Online-Recht http://www.online-recht.de/
– Computerrecht (Beck-Texte)
Beck, München, 1994
U. Dammann, S. Simitis Bundesdatenschutzgesetz
Nomos Verlag, Baden-Baden, 1993, 606 S.
BDSG mit Landesdatenschutzgesetzen und Internationalen
Vorschriften; Texte, kein Kommentar
245
G. v. Gravenreuth Computerrecht von A – Z (Beck Rechtsberater)
Beck, München, 1992
H. Hubmann, M. Rehbinder Urheber- und Verlagsrecht
Beck, München, 1991, 319 S.
A. Junker Computerrecht. Gewerblicher Rechtsschutz,
Mängelhaftung, Arbeitsrecht. Reihe Recht und Praxis
Nomos Verlag, Baden-Baden, 1988, 267 S.
F. Koch Handbuch Software- und Datenbank-Recht
Springer, Berlin + Heidelberg, 2003, 1000 S.
D. Kröger, M. A. Gimmy Handbuch zum Internetrecht
Springer, Berlin + Heidelberg, 2. Auflage 2002, 1000 S.
17. Geschichte der Informatik
– Newsgruppen:
comp.society.folklore
alt.folklore.computers
de.alt.folklore.computer
– Kleine Chronik der IBM Deutschland
1910 – 1979, Form-Nr. D12-0017, 138 S.
1980 – 1991, Form-Nr. D12-0046, 82 S.
Reihe: Über das Unternehmen, IBM Deutschland
– Die Geschichte der maschinellen Datenverarbeitung Band 1
Reihe: Enzyklopädie der Informationsverarbeitung
IBM Deutschland, 228 S., Form-Nr. D12-0028
– 100 Jahre Datenverarbeitung Band 2
Reihe: Über die Informationsverarbeitung
IBM Deutschland, 262 S., Form-Nr. D12-0040
– Open Source
O’Reilly, Köln, 1999, 70 S.
P. E. Ceruzzi A History of Modern Computing
MIT Press, Cambridge/USA, 1998, 400 S.
Computergeschichte seit 1945 aus nordamerikanischer Sicht
O. A. W. Dilke Mathematik, Maße und Gewichte in
der Antike (Universalbibliothek Nr. 8687 [2])
Reclam, Stuttgart, 1991, 135 S.
M. Hauben, R. Hauben Netizens – On the History and
Impact of Usenet and the Internet
IEEE Computer Society Press, Los Alamitos, 1997, 345 S.
www.columbia.edu/˜hauben/netbook/
A. Hodges Alan Turing, Enigma
Kammerer & Unverzagt, Berlin, 1989, 680 S.
D. M. Lehmann Der EDV-Pionier Nikolaus Joachim Lehmann
Dr. Hänsel-Hohenhausen, Frankfurt (M), 2002,
S. Levy Hackers – Heroes of the Computer Revolution
Penguin Books, London, 1994, 455 S.
R. Oberliesen Information, Daten und Signale
Deutsches Museum, rororo Sachbuch Nr. 7709 (vergriffen)
D. Shasha, C. Lazere Out of Their Minds
Springer, Berlin + Heidelberg, 1995, 295 S.
Biografien berühmter Computerpioniere
246
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
D. Siefkes u. a. Pioniere der Informatik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1998, 160 S.
Interviews mit fünf europäischen Computerpionieren
B. Sterling A short history of the Internet
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/docs/history/origins
1993, 6 S., ASCII
K. Zuse Der Computer - Mein Lebenswerk
Springer, Berlin + Heidelberg, 3. Aufl. 1993, 220 S.
Autobiografie Konrad Zuses
18. Allgemeinwissen und Philosophie
– Newsgruppen:
comp.ai.philosophy
sci.philosophy.tech
alt.fan.hofstadter
E. Dyson Release 2.1 – A Design for Living in the Digital Age
Petersen, Hamburg, 2000, 370 S.
D. R. Hofstadter Gödel, Escher, Bach - ein Endloses
Geflochtenes Band
dtv/Klett-Cotta, München, 1992, 844 S.
J. Ladd Computer, Informationen und Verantwortung
in: Wissenschaft und Ethik, herausgegeben von H. Lenk
Reclam-Band 8698, Ph. Reclam, Stuttgart
H. Lenk Chancen und Probleme der Mikroelektronik, und:
Können Informationssysteme moralisch verantwortlich sein?
in: Hans Lenk, Macht und Machbarkeit der Technik
Reclam-Band 8989, Ph. Reclam, Stuttgart, 1994, 152 S.
P. Schefe u. a. Informatik und Philosophie
BI Wissenschaftsverlag, Mannheim, 1993, 326 S.
18 Aufsätze verschiedener Themen und Meinungen
K. Steinbuch Die desinformierte Gesellschaft
Busse + Seewald, Herford, 1989, 269 S. (vergriffen)
J. Weizenbaum Die Macht der Computer und die Ohnmacht
der Vernunft (Computer Power and Human Reason.
From Judgement to Calculation)
Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 274, Frankfurt (Main),
1990, 369 S.
H. Zemanek Das geistige Umfeld der Informationstechnik
Springer, Berlin + Heidelberg, 1992, 303 S.
Zehn Vorlesungen über Technik, Geschichte und Philosophie
des Computers, von einem der Pioniere
19. Zeitschriften
– c’t
Verlag Heinz Heise, Hannover, vierzehntägig,
für alle Fragen der Computerei, technisch.
http://www.ix.de/
– IX
Verlag Heinz Heise, Hannover, monatlich,
für Anwender von Multi-User-Systemen, technisch.
http://www.ix.de/
247
– The C/C++ Users Journal
Miller Freeman Inc., USA, monatlich,
http://www.cuj.com/
– Dr. Dobb’s Journal
Miller Freeman Inc., USA, monatlich,
http://www.ddj.com/
Software Tools for the Professional Programmer; viel C und C++
Und noch einige Verlage:
• Addison-Wesley, Bonn,
http://www.addison-wesley.de/
• Addison Wesley Longman, USA,
http://www.awl.com/
• Computer- und Literaturverlag, Vaterstetten,
http://www.cul.de/
• Carl Hanser Verlag, München,
http://www.hanser.de/
• Verlag Heinz Heise, Hannover,
http://www.heise.de/
• International Thomson Publishing, Stamford,
http://www.thomson.com/
• Klett-Verlag, Stuttgart,
http://www.klett.de/
• MITP-Verlag, Bonn,
http://www.mitp.de/
• R. Oldenbourg Verlag, München,
http://www.oldenbourg.de/
• O’Reilly, Deutschland,
http://www.ora.de/
• O’Reilly, Frankreich,
http://www.editions-oreilly.fr/
• O’Reilly, USA,
http://www.ora.com/
• Osborne McGraw-Hill, USA,
http://www.osborne.com/
• Prentice-Hall, USA,
http://www.prenhall.com/
• Sams Publishing (Macmillan Computer Publishing), USA,
http://www.mcp.com/
• Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York usw.,
http://www.springer.de/
• Wrox Press, Chicago, Birmingham, Paris,
http://www.wrox.com/
248
ANHANG H. ZUM WEITERLESEN
Und über allem, mein Sohn, laß dich warnen;
denn des vielen Büchermachens ist kein Ende,
und viel Studieren macht den Leib müde.
Prediger 12, 12
249
Personenverzeichnis
Aiken, H. 225
Andreessen, M. 231
Atanasoff, J. V. 225
Mill, H. 225
Minsky, M. L. 225
Morse, S. F. B. 225
Murdock, I. 231
Babbage, C. 225
Backus, J. 47
Bardeen, J. 225
Berners-Lee, T. 225
Berry, C. 225
Boole, G. 225
Brattain, W. H. 225
Bricklin, D. 225
Napier, J. 225
Nassi, I. 16
Naur, P. 47
Nelson, T. 225
Neumann, J. von 225
Nickel, K. 227, 228
Oikarinen, J. 230
Cailliau, R. 225
Cerf, V. G. 229
Codd, E. F. 229
Crocker, S. 225
Packard, D. 225
Pascal, B. 225
Pisa, L. von 225
Plauger, P. J. 15
Postel, J. B. 225
Poulsen, W. 225
Diffie, W. 229
Eckert, J. P. 225
Engelbart, D. C. 225
Reis, J. P. 225
Remington, E. 225
Ritchie, D. 9
Fibonacci 225
Frankston, B. 225
Sanger, L. M. 232
Schickard, W. 225
Shannon, C. E. 225, 232
Shneiderman, B. 16
Shockley, W. B. 225
Shugart, A. 229
Stallman, R. M. 225
Steinbuch, K. 225, 232, 246
Stroustrup, B. 9, 225, 242
Sutherland, I. E. 225
Gibson, W. 225
Heilig, M. 225
Hellmann, M. E. 229
Hewlett, W. 225
Hollerith, H. 225
Hopper, G. 225
Hopper, G. M. 7
Jacquard, J. M. 225
Jobs, S. P. 229
Tanenbaum, A. S. 236, 243
Thompson, K. 9
Tichy, W. F. 28
Torvalds, L. B. 225
Turing, A. 225
Kahn, R. E. 229
Kemeny, J. 8
Kernighan, B. 9, 15
Kernighan, B. W. 236
Kilby, J. St. C. 225
Knuth, D. E. 225, 235
Kurtz, T. 8
Volkerding, P. 231
Wales, J. D. 232
Weissinger, J. 225
Wirth, N. 8, 240
Wozniak, S. G. 229
Lamport, L. 238
Leibniz, G. W. 225
Licklider, J. C. R. 225
Link, E. 225
Zemanek, H. 246
Zuse, K. 225, 246
Mauchly, J. W. 225
Metcalfe, R. 225
250
Sachverzeichnis
/lib/libc.a 103
/usr/include/limits.h 50
/usr/lib/libcurses.a 106
#define 129, 205
#ifdef 132
#ifndef 132
#include 130, 205
#undef 130
$? 78
$Header$ (RCS) 29
$Id$ (RCS) 29
$Log$ (RCS) 29
& (C) 66
&& (C) 66
64-Bit-Maschine 51
Array 53
Index 53
linearisieren 54
mehrdimensionales A. 54
Name 54
Subarray 119
ASCII
German-ASCII 189
Steuerzeichen 190
Zeichensatz 180
Assembler 3, 6, 7, 11, 97
Assoziativität 72
Ausdruck
Ausdruck (C) 64
ausführbar 12
Ausgabe 69, 122
Ausgang (Schleife) 75
Auswahl (C) 74
auto (C) 62
a.out 19, 44
Abstrakter Datentyp 109
access 38
action (HTML) 167
Adaptor 117
adb 23
admin 33
Adresskonstante 58
Adressübergabe 82
ALGOL 8, 174
Algorithmus 178
Alias-Anweisung (FORTRAN) 36
Allgemeinheit 178
ANSI-C 9
Anweisung
Alias-A. (FORTRAN) 36
C-A. 73, 137
Compiler-A. 36, 87
define-A. 129
include-A. 130
Kontrollanweisung 73
leere A. (C) 73
Präprozessor-A. 129
ar 25
ar(1) 107
Archiv (Datei) 25, 102
argc 90
argc 37
Argumentvektor 90
Argumentzähler 90
argv 90
argv 37
Array
A. of characters 54
A. von Funktionspointern 82, 153
Backus-Naur-Form 47
BASIC 8
BCD-System 180
Beautifier 20
Bedingte Bewertung 67
Bedingte Kompilation 132
Bedingung (C) 74
Bezug 85
Bibliothek 25, 102
binär-kompatibel 12
Binary 12
Bindung, dynamische 12
Bindung, statische 12
Block 137
Botschaft (C++) 109
Bottom-up-Entwurf 16
break (C) 74, 77
Bubblesort 28
Builder 21
C
C9
C++ 5, 9
Obfuscated C. 171
Objective C 10
C++ 5, 9
C-XSC 10, 118
C9X 9
calloc(3) 158
case (C) 74
cast-Operator 71
cb 13, 20, 45
251
252
cc 11, 19
CC 11
ccom 11
cdecl 50
cflow 27, 45
Chaos Computer Club 225
char (C) 52
chatr 41
chmod 45
ci (RCS) 29
close 38, 69
co (RCS) 29
COBOL 7
Codierung (Programm) 10, 13
Common Gateway Interface 167
compact (Speichermodell) 108
Compiler 3, 11, 19
Compiler-Treiber 11
Compilerbau 5
compress(1) 136
Computer Aided Software Engineering 33
Concurrent Versions System 33
Configuration Management 33
configure (make) 22
const (C) 50
Constructor 110
Container 117
continue (C) 75, 77
Contra vermes 24
core 44
creat 45
Cross-Compiler 11
ctime 36
curses(3) 106, 141
curses.h 106, 141
cxref 28, 45
Datei
Datei 137
Deskriptor 69
Include-D. 130, 204
Kennung 12
Mode 41
mtime 21
Pointer 70
Strukturtyp 55
System 173
Datenaustausch 16
Datenstruktur 16, 49
Debugger
absoluter D. 23
symbolischer D. 23
default (C) 74
Definition 49
Deklaration 49
dekrementieren 65, 69
delta 33
SACHVERZEICHNIS
dereferenzieren 57, 68
DIN 66230 135
Disassembler 12
do-while-Schleife (C) 75
Dokumentation 134
Dotprecision 120
double (C) 52
Doxygen 136
Dualsystem 180
dynamische Bindung 12
dynamische Speicherverwaltung 158
Editor
emacs(1) 19
nedit(1) 19
vi(1) 19
Eindeutigkeit 178
Eingabe 69, 122
Eingang (Schleife) 75
Endlichkeit 178
Entscheidbarkeit 179
enum (C) 56
envp 37
etch 232
Euro 232
exit(2) 77
Exponent 52
Extended Scientific Computing 118
extern (C) 62, 63, 173
f77 19
f90 19
fclose 70
fcntl.h 38
Fehler
Denkfehler 23
Fehlerfreiheit 12, 140
Fehlermeldung 23
Grammatik-F. 23
Laufzeit-F. 23
logischer F. 23
Modell-F. 23
semantischer F. 23
Syntax-F. 23
Zaunpfahl-F. 77
Flag (Variable) 162
float (C) 52
Flussdiagramm 16
fopen 70
for-Schleife (C) 75
fork 41
FORM-Element 167
Formatstring 94
FORTRAN 7, 48
Fortsetzungszeile (C) 46
fprintf 45
fputs 70
SACHVERZEICHNIS
free(3) 158
Freiburger Code 7
Funktion
Stringfunktion 104
Funktion (C)
Array von Funktionspointern 82
Bibliothek 25, 102
Definition 81
Einsprungadresse 58
Funktion 81, 137
grafische F. 106
Input/Output-F. 104
mathematische F. 105
Pointer auf F. 82
Prototyp 81
Speicherklasse 62
Standardfunktion 34, 103, 201
virtuelle F. 111
Xlib-F. 162
gcc 20
gdb 23
Geltungsbereich 63
get 33
get (HTML) 167
gets(3) 104
getut 45
Gleichung 64
gmtime 35
gnats 33
GNU-Projekt 22
GNU Free Documentation License 218
GNU General Public License 214
goto (C) 77
gprof 24
Grafik 153
gzip(1) 136
HASKELL 5
Hexadezimalsystem 180
HP SoftBench 33
huge (Speichermodell) 108
IEEE Std 1063-1987 135
if (C) 74
if - else (C) 74
Include-Datei 130
info(1) 137
Initialisierung 49, 173
inkrementieren 65, 69
Inode
Informationen aus der I. 38
INRIA 230
int (C) 51
Interface (Sprachen) 37
Internet 105
Interpreter 11
253
ISO/IEC 14882 9
ISO/IEC 9899 9
Iteration 94
Iterator 117
JAVA 5, 10
K&R-C 9
Karlsruhe
Beginn der Informatik in K. 225
Informatikstudium in K. 225
Rechenzentrum der Universität K.
225
ZUSE Z 22 225
Karlsruher Test 206
Klammer (C) 72
Klasse (C++) 109
Klasse, abstrakte 111
Komma-Operator 71, 75, 76
Kommandozeile 90
Kommentar
C 46, 47, 129, 135, 138
C++ 48, 109
make 21
Konstante
Konstante 46
Literal 50
symbolische K. 49, 129
Kontrollanweisung 73
Kreuzreferenz 28
l-Wert 64
Label (C) 77
Langzahl-Arithmetik 121
large (Speichermodell) 108
ld 19
Lebensdauer
Operand 49, 63, 64
libQt 124
linken (Programme) 19, 102
Linker 4, 11
lint 20, 43
LISP 5
Literal 46
long (C) 51
long double (C) 52
ls 45
lseek 38
magic 38
magic.h 38
Magic Number 38
main() 137
main() 37, 90, 91
make 21, 45
make(1) 156
Makefile 21
Makro
254
C 82, 129
make 21
malloc(3) 158
man(1) 136
man-Seite 136
MANPATH 136
Mantisse 52
Maschinencode 11
Maschinensprache 4
Maschinenwort 51, 55
math.h 105
medium (Speichermodell) 108
Member Access Specifier 110
Meta Object Compiler 124
method (HTML) 167
Methode (C++) 109
Minus, unäres 172
mknod 41
moc 124
Modul 19
MODULA 8
Modulus 65, 144
monitor 25
Motif 107
NAG-Bibliothek 107
Name
Name (C) 46, 48, 173
Operanden-N. 49
Programm-N. 137
Nassi-Shneiderman-Diagramm 16
Nebenwirkung 78
Negation 172
Newton-Verfahren 123
nm 45
nroff(1) 136
NULL 58, 148
Nullpointer 58, 145, 148, 173
Obfuscated C 171
Objective C 10
Objekt (C++) 109
Objekt (Variable) 49
Objektcode 4, 11, 12
Oktalsystem 180
open 38, 69
open(2) 104
Operand 49
Operation
arithmetische O. 65
Bit-O. 68, 173
Grund-O. 16
logische O. 66
Modulo-O. 51
Pointer-O. 68
Relations-O. 67
zulässige O. 50
SACHVERZEICHNIS
Operator (Zeichen) 46, 64, 200
Optimierung 140
Parameter
aktueller P. 82
formaler P. 82
Übergabe 82
PASCAL 8
Patch 12
pc 19
Pflichtenheft 15
Platzhalter 82
Pointer
dangling P. 147
Darstellung 173
far P. 108
huge P. 108
near P. 108
Nullpointer 58, 148, 173
P.-Arithmetik 58
P. auf Funktion 82, 153
P. auf void 53, 148
Pointer 49, 56, 68, 147
portieren 173
POSIX 34
post (HTML) 167
Präprozessor 3, 11, 46
Präprozessor (C) 129, 205
Primzahl 127, 150
printf 70, 72
printf(3) 104, 204
Private Member 110
Problem Management 33
prof 25
Profiler 24
Programm
Aufgabenstellung 13, 14
benutzerfreundliches P. 13
Bottom-up-Entwurf 16
Codierung 10, 13, 15
Dokumentation 134
Effizienz 13
Entwurf 13
fehlerfreies P. 12
Grund-Operation 16
Hauptprogramm 137
P. ändern 12
Patch 12
Pflege 13
Programm 137
programmiererfreundliches P. 13
Prototyp 16
robustes P. 12
Struktur 15, 16
Test 13
Top-down-Entwurf 15
Version 12
SACHVERZEICHNIS
Programmiersprache
ALGOL 8
algorithmische P. 5
Assembler 6, 7
BASIC 8
C9
C++ 5, 9
COBOL 7
deklarative P. 5
FORTRAN 7
Freiburger Code 7
funktionale P. 5
HASKELL 5
imperative P. 5
JAVA 5
LISP 5
logische P. 5
maschinenorientierte P. 6
Maschinensprache 6
Mischen von P. 82
MODULA 8
objektorientierte P. 5
Paradigma 5
PASCAL 8
prädikative P. 5
problemorientierte P. 6
PROLOG 5
prozedurale P. 5
SCHEME 5
SMALLTALK 5
Sprachenfamilie 5
SQL 5
Programmierstil 13
Programmiertechnik 13
Programmierumgebung 33
Programmquelle 2
PROLOG 5
Pro nescia 24
Public Member 110
Quasar-Toolkit 124
Quellcode 11
Quine 172
r-Wert 64
rand(3C) 144
random(3M) 144
ranlib 25
read 38, 69
read(2) 104
realloc(3) 158
Referenzebene 61
referenzieren 57, 68
register (C) 62
Rekursion 96
relozierbar 12
reserviertes Wort 48
255
return (C) 78
Revision Control System 28
Richtlinien (C) 13
Rienne-Vaplus, Höhle von R. 23
rlog (RCS) 29
robust 12
Rückgabewert 78, 82, 138
Rundungsfehler 52
sarge 232
scanf 70
scanf(3) 104, 204
SCHEME 5
Schleife (C) 75
Schleife, abweisende 75
Schleife, nichtabweisende 75
Schleifenzähler 77
Schlüsselwort 34, 46, 48
Schlüsselwort 198
sdb 23
Seed 145
Sequenz 74
Shared Library 19
shift (C) 68
short (C) 51
Signal (Qt) 124
Single UNIX Specification 137
size 45
sizeof-Operator 71
Skalarprodukt 120
Slapper 232
Slot 124
small (Speichermodell) 108
SMALLTALK 5, 10, 48
Software Configuration Management 33
Software Engineering 13
Source Code Control System 33
Speicher
dynamische Verwaltung 158
Register 62
Segmentierung 108
Speichermodell 19, 108
Speicherbedarf 50
Speicherklasse (C)
auto 62, 64
extern 62
register 62
static 62, 64
Speicherplatz (C) 49
splint 20
Sprung (C) 77
srand(3C) 144
srandom(3M) 144
Standard-C-Bibliothek 103
Standard-Mathematik-Bibliothek 105
Standardbibliothek 103, 108
Standard Template Library 117
256
stat 38
static (C) 62, 145
statische Bindung 12
stdio.h 104, 130, 144
stdlib.h 144
string 38
String 54, 58, 157
String-Deskriptor 36
string.h 104
Stringfunktion 104
strings 28, 45
strip 45
strncmp 38
struct (C) 54
Structured Query Language 5
Struktur
Datenstruktur 16, 49
Programmstruktur 15, 16
Strukturverweis (C) 68
Subarray 119
switch (C) 74
Syntax-Diagramm 46
Syntax-Prüfer 20
sys/stat.h 38
Systemaufruf 34, 104, 196
Target (make) 21
Template 117
terminfo(4) 141
Texinfo 137
Textfile 46
time 24, 35, 45
time(2) 144
time.h 144
times 25
tiny (Speichermodell) 108
Token 46
Top-down-Entwurf 15
Treiber
Compilertreiber 19
Trennzeichen (C) 46
Typ
abstrakter Datentyp 109
alphanumerischer T. 52
Array 53
Attribut 50
Aufzählungstyp 56
Bitfeld 55, 173
boolescher T. 53
cdotprecision 120
char 52
character 173
cidotprecision 120
cimatrix 119
cinterval 118
civector 119
cmatrix 119
SACHVERZEICHNIS
complex 118
const 50
cvector 119
dotprecision 120
double 52
einfacher Typ 50
erklären (cdecl) 50
externer T. 63
float 52
ganze Zahl 51
Gleitkommazahl 52
idotprecision 120
imatrix 119
int 51
interval 118
ivector 119
long 51
long double 52
Pointer 56
real 118
rmatrix 119
rvector 119
short 51
Struktur 54
T. eines Operanden 49, 50
Typumwandlung 64, 71, 140
Union 56
unsigned 51
void 53
volatile 50
zusammengesetzter T. 53
typedef (C) 61
types.h 38
Überladung 65
Übersichtlichkeit 12, 130, 140
Uhr 35
Umgehung 12
union (C) 56
unsigned (C) 51
Unterprogramm 34
utime 45
utmp 45
varargs 92
Variable
globale V. 62
lokale V. 62, 63
register-V. 62
Vereinbarung 49
Vererbung (Klassen) 111
Vergleich 67
Version 12
Versionskontrolle 28
Verzweigung (C) 74
void (C) 53
volatile (C) 50
SACHVERZEICHNIS
Vorrang (C) 72
Waterfall approach 13
Wert 49
Wertebereich 50
Wertübergabe 82
while-Schleife (C) 75
who 45
Widget 107, 124
Windows (Microsoft) 124
woody 232
Wort, reserviertes 48
Wortsymbol 48
write 69
write(2) 104
xdb 23, 44
Xlib 107
xstr 28
Xt 107
X Window System 124
Zahl
ganze Z. 51
Gleitkommazahl 52
komplexe Z. 10, 177
Primzahl 127, 150
Pseudo-Zufallszahl 147
Zufallszahl 144
Zahlensystem 180
Zeichensatz
ASCII 185
EBCDIC 185
IBM-PC 185
Latin-1 191
ROMAN8 185
Zeilenkommentar (C++) 48
Ziel (make) 21
Zirkeldefinition 96
Zirkelschluss 96
Zufallszahl 144
ZUSE Z22 7
ZUSE Z 22 225
Zuweisung 64, 73
Zweierkomplement 172
257
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