Handbuch uno_1.8 deutsch

Handbuch uno_1.8 deutsch
uno
handbuch version 1.8
© Celemony Software GmbH, 2007
Melodyne uno Benutzerhandbuch Version 1.8
Autor: Uwe G. Hoenig
Diese Anleitung bezieht sich auf Melodyne uno 1.8. Bitte prüfen Sie, ob sich
im Installationsverzeichnis des Programms eventuell ergänzende oder aktualisierte
Dokumentation befindet. Die aktuellste Dokumentation finden Sie auf
www.celemony.com.
Celemony Software GmbH
Valleystr. 25, 81371 München, Germany
www.celemony.com
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Dieses Handbuch und die darin beschriebene Software werden unter Lizenz zur
Verfügung gestellt und dürfen nur gemäß den Bedingungen einer solchen Lizenz
benutzt und kopiert werden. Die in diesem Handbuch bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und können sich ohne vorherige
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© Celemony Software GmbH 2007
Alle Rechte vorbehalten.
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Handbuch Melodyne uno
Inhalt
Was ist Melodyne uno? ..............................................7
01
Installation, Aktivierung und
Inbetriebnahme ...............................................................9
01-01
Installation .....................................................................................9
01-02
Melodyne plugin – günstiger...........................................................10
01-03
Das Aktivieren und myCelemony .....................................................11
01-04
Online oder offline aktivieren..........................................................13
Online aktivieren ...........................................................................13
Offline aktivieren...........................................................................14
01-05
Temporär aktivieren .......................................................................16
01-06
iLok nutzen ..................................................................................16
iLok-Lizenz-Übertragung online anfordern........................................17
iLok-Lizenz-Übertragung offline anfordern .......................................17
Übertrag der Lizenz vom iLok-Account auf Ihren iLok .......................18
01-07
Das Deaktivieren ...........................................................................19
Online deaktivieren .......................................................................19
Offline deaktivieren .......................................................................20
01-08
Gar kein Internet? .........................................................................21
01-09
Hintergrundinformation zur Aktivierung ...........................................21
01-10
Audiotreiberwahl ...........................................................................23
Legende .......................................................................................24
02
Allgemeines .....................................................................29
03
Audio laden und bearbeiten –
erste Schritte ..................................................................31
03-01
Analyse und Noten-Blobs ...............................................................32
03-02
Tonhöhe bearbeiten .......................................................................32
03-03
Automatische Korrektur der Tonhöhe ...............................................34
03-04
Tonart-Snap ..................................................................................37
03-05
Tempo nach Wunsch......................................................................38
03-06
Timing bearbeiten .........................................................................41
03-07
Notentrennung..............................................................................44
03-09
Der Zusammenhang aufeinander folgender Noten.............................47
03-10
Automatische Zeitkorrektur ............................................................48
03-11
Kreative Um-Quantisierung: Ein Beispiel .........................................50
Handbuch Melodyne uno
3
Inhalt
04
Audio bearbeiten mit den
Experten-Werkzeugen ..............................................53
04-01
Hauptwerkzeug .............................................................................54
04-02
Werkzeuge für die Tonhöhe.............................................................54
04-03
Das Werkzeug für die Formanten.....................................................59
04-04
Das Werkzeug für die Amplitude .....................................................61
04-05
Das Werkzeug für den Zeitablauf.....................................................63
04-06
Werkzeuge für Noten- und Segmenttrennungen ................................65
05
Was sonst noch wichtig ist ...................................67
05-01
Korrektur der automatischen Erkennung ..........................................67
05-02
Einstellungen................................................................................71
05-03
ReWire .........................................................................................75
05-04
Die Funktion “Spot to Pro Tools” ....................................................77
05-05
Melodyne uno und die anderen Melodyne-Versionen .........................80
Tastaturkommandos ..........................................................81
Index ........................................................................................82
4
Handbuch Melodyne uno
Updates
Melodyne uno wird ständig verbessert und weiterentwickelt. Bitte stellen Sie
sicher, dass Sie mit der neusten Version von Melodyne uno arbeiten. (Die Funktion
“Nach Update suchen” im Hilfe-Menü überprüft via Internet, ob es eine neuere
Version gibt). Sie finden die neueste Version immer auch in Ihrem myCelemonyKonto unter www.celemony.com/mycelemony.
Anmerkung: Melodyne uno bietet eine gegenüber den Melodyne-Versionen
cre8/studio 2.x verbesserte Analyse von Audiodateien. Bitte beachten Sie,
dass mit Melodyne uno erzeugte mdd-Dateien von Melodyne cre8/studio 2.x
nicht gelesen werden können. Machen Sie gegebenenfalls Kopien wichtiger
mdd-Dateien, falls Sie beide Programme verwenden wollen.
Handbuch Melodyne uno
5
Hallo und willkommen bei Melodyne!
Vielen Dank für den Kauf von und herzlich willkommen bei Melodyne uno.
Ihnen steht nun eine außergewöhnliche Software zur Verfügung, deren zugrunde
liegende Melodyne-Technologie bei professionellen Anwendern weltweit höchste
Anerkennung genießt. Melodyne steht für faszinierende kreative Audio-Bearbeitungsmöglichkeiten, die in punkto Musikalität und Klangqualität unerreicht sind.
Und Melodyne uno macht Ihnen das Nutzen dieser einzigartigen Möglichkeiten
besonders einfach.
Die Oberfläche
von Melodyne uno
mit einer geladenen
Audiodatei
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Handbuch Melodyne uno
Was ist Melodyne uno?
Was ist Melodyne uno?
Im Großen und Ganzen verhält sich Melodyne uno wie ein normales Sample-Editor-Programm: Man lädt eine Audiodatei, bearbeitet sie und speichert sie wieder
auf der Festplatte ab. Viele Programme können das. Ihre Bearbeitungsmöglichkeiten sind sich meist recht ähnlich und ziemlich technischer Natur:
Schneiden, Normalisieren, Ein-/Ausblenden und dergleichen mehr gehört dazu.
Auch wenn die grundsätzliche Handhabung von Melodyne uno der solcher Sample-Editoren entspricht, unterscheidet es sich doch erheblich von ihnen.
Der Grund: Melodyne uno analysiert die geladene Audiodatei und gewinnt
dadurch entscheidende Erkenntnisse über ihren musikalischen Inhalt. Anders als
herkömmliche Programme bildet Melodyne uno die Audiodaten nicht einfach
nur in einem Editor ab, sondern kennt ihre Bedeutung. Bei einstimmigem Audiomaterial weiß Melodyne uno exakt, was für Noten gespielt oder gesungen wurden,
wo sie beginnen und enden, wie der Übergang zwischen ihnen beschaffen ist, welchen rhythmischen Bezug sie zueinander haben und einiges mehr. Eine Gesangsspur beispielsweise ist für Melodyne uno nicht einfach nur eine Abfolge digitaler
Sample-Worte, sondern tatsächlich Musik, in der das Programm eine Vielzahl von
Aspekten und Parametern erkennt und “versteht”.
Die einzigartige Analyse-Funktion und die daraus resultierende Erkennung musikalischer Inhalte bilden in Melodyne uno die Basis für ebenso einzigartige Bearbeitungsmöglichkeiten: Korrigieren Sie die Tonhöhen falsch gespielter oder gesungener Noten mit einem Mausklick. Transponieren Sie eine Melodie oder ein Solo in
eine andere Tonart oder in eine andere Oktave – bei weiterhin natürlichem Klangcharakter. Verstärken Sie das Vibrato auf einzelnen Silben oder beseitigen Sie
unerwünschte Tonhöhenschwankungen. Justieren Sie feinfühlig die Lautstärke
einzelner Noten. Erhöhen Sie die Wiedergabegeschwindigkeit oder vermindern Sie
sie – fast bis zum Stillstand, wenn Sie es wünschen. Korrigieren Sie die Länge
einzelner Noten oder das Timing ganzer Passagen. Verformen Sie mit der Quantisierungsfunktion gezielt die Rhythmik von Aufnahmen oder erzeugen Sie mit Mög-
Handbuch Melodyne uno
7
Was ist Melodyne uno?
lichkeiten weit jenseits einfachen Slicings interessante neue Loops.
All das und mehr können Sie mit Melodyne uno tun. Schnell, einfach und vor
allem: in der Klangqualität, die Melodyne berühmt gemacht hat – und die für Uno
sogar noch verbessert wurde.
Mit dieser Einführung wollen wir Ihnen das nötige Wissen für den Umgang mit
dem Programm an die Hand geben. Weitergehende und aktualisierte Informationen finden Sie gegebenenfalls auf unserer Webseite unter www.celemony.com.
Tipp: Für Ihre ersten Experimente mit Melodyne uno empfehlen wir Ihnen die
interaktive “Experience Tour”, die Sie im Hilfe-Menü des Programms öffnen können. In der Experience Tour stellen wir Ihnen in einem kurzen Rundgang die wichtigsten Funktionen von Melodyne uno vor und Sie können sofort selbst mitmachen
und alles ausprobieren.
Bitte lesen Sie diese Einführung auch dann einmal durch, wenn Sie mit Melodyne
bereits vertraut sein sollten – sie würden es bereuen, das Eine oder Andere beim
Herumprobieren nicht entdeckt zu haben. Probieren Sie grundsätzlich alles aus,
was Ihnen in den Sinn kommt. Sie können nichts kaputt machen. Melodyne
besitzt eine mehrstufige Widerrufen-Funktion, mit der Sie unliebsame Änderungen
jederzeit rückgängig machen können. Und solange Sie eine geladene Datei nicht
sichern, haben alle Bearbeitungen im Programm keinen Einfluss auf das Original
auf Ihrer Festplatte.
In dieser Einführung geht es nun mit einigen kurzen Hinweisen zur Installationen
weiter, danach werden wir Sie gleich mit den wichtigsten Funktionen bekannt
machen.
Das Celemony-Team wünscht Ihnen viel Freude und ein erfolgreiches Musikmachen mit Melodyne uno.
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Handbuch Melodyne uno
01-01 Installation
01 Installation, Aktivierung und
Inbetriebnahme
01-01 Installation
Zum Installieren von Melodyne starten Sie bitte das Installationsprogramm, das
Sie auf Ihrer Melodyne-CD finden oder von der Celemony-Webseite heruntergeladen haben. Das heruntergeladene Installationsprogramm müssen Sie eventuell
vorher durch einen Doppelklick entpacken. Folgen Sie zur Installation dann den
Anweisungen auf dem Bildschirm. Nachdem das Installationsprogramm die Dateien auf die Festplatte geschrieben hat, können Sie Melodyne mit einem Doppelklick starten.
Unter Windows steht Ihnen ein Deinstallationsprogramm zur Verfügung, mit dem
Sie Melodyne deinstallieren können. Dazu gehen Sie wie folgt vor:
- Rufen Sie im Start-Menü die Systemsteuerung auf.
- Doppelklicken Sie dort „Software“.
- Wählen Sie aus der Liste der installierten Programme Melodyne aus und klicken
Sie „Entfernen“.
Weitere Informationen zur Installation und zu den dabei abgelegten Dateien finden Sie in unserer FAQ unter www.celemony.com/faq.
Anmerkung: Melodyne wird ständig weiterentwickelt. Bei der Online-Aktivierung
wird automatisch geprüft, ob eine neuere als die installierte Version verfügbar ist.
Bitte prüfen Sie später gelegentlich selbst, ob eine neuere Version als Ihre installierte vorhanden ist. Sie können das bequem durch Aufruf des Befehls „Nach
Update suchen“ im Hilfe-Menü von Melodyne tun. Bitte beachten Sie, dass Sie
bei Bedarf über das Hilfe-Menü von Melodyne oder die Celemony-Webseite auch
den Support und eine FAQ-Liste erreichen können. Sollte ihr Musikrechner nicht
mit dem Internet verbunden sein, erfahren Sie so, ob ein Update für Ihr Melodyne
verfügbar ist:
Handbuch Melodyne uno
9
01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
- Überprüfen Sie die Versionsnummer Ihres Melodyne durch Aufruf von "Über..."
im Menü
- Sehen Sie im Downloadbereich der Celemony-Webseite nach, ob eine neuere
Version verfügbar ist. Dort sind alle aktuellen Versionen aufgelistet.
- Falls es eine neuere Version gibt, loggen Sie sich in Ihr myCelemony-Konto (siehe weiter unten) ein und laden dort das Installationsprogramm herunter.
01-02 Melodyne plugin – günstiger
Melodyne plugin ist eine praktische Edition von Melodyne, die Sie als PlugIn (VST,
AU oder RTAS) direkt in Ihrem Sequencer einsetzen können. So können Sie
schnell und unkompliziert Gesang korrigieren und andere Instrumente mit den
wichtigsten Melodyne-Werkzeugen bearbeiten.
Als registrierter Anwender von Melodyne uno können Sie Melodyne plugin zu
einem vergünstigten Preis erwerben. So gehen Sie vor, um Ihr vergünstigtes Melodyne plugin zu erhalten und zu installieren:
- Registrieren und aktivieren Sie Ihre Kopie von Melodyne, falls nicht schon
geschehen. Dabei legen Sie ein myCelemony-Konto auf www.celemony.com an.
- Erwerben Sie im Fachhandel oder in unserem Webshop das "Loyalty Offer" für
Melodyne plugin. Sie erhalten eine Seriennummer für das PlugIn.
- Loggen Sie sich über einen Browser in Ihr myCelemony-Konto ein und navigieren
Sie zu den Optionen Ihres registrierten Melodyne.
- Geben Sie dort bei der entsprechenden Option die Seriennummer von Melodyne
plugin ein. Der myCelemony-Server erzeugt daraufhin in Ihrem myCelemonyKonto einen neuen Produkteintrag für das PlugIn.
- Laden Sie das aktuelle Installationsprogramm von Melodyne plugin für Ihre
Plattform von myCelemony herunter (verwenden Sie dazu den Download-Link
neben dem Produktnamen) und nehmen Sie die Installation vor. Das PlugIn ist
unabhängig von Ihrem Melodyne und kann auf Wunsch auch auf einem anderen
Rechner installiert werden. Nach der Installation muss Melodyne plugin aktiviert
werden; laden Sie dazu das Plug-In in Ihrem Host und folgen Sie den Anweisungen des Aktivierungs-Assistenten.
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Handbuch Melodyne uno
01-03 Das Aktivieren und myCelemony
01-03 Das Aktivieren und myCelemony
Damit Sie Melodyne auf Ihrem Rechner nutzen können, müssen Sie sich als
Anwender bei Celemony registrieren und Melodyne aktivieren. Dieser Vorgang
nimmt in der Regel nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch und ist nur einmal
erforderlich.
"Registrieren" bedeutet, dass Sie im myCelemony-Bereich der Celemony-Webseite
ein Benutzerkonto anlegen. Dies erfolgt im Zusammenhang mit der Aktivierung
von Melodyne (siehe unten). Ihr myCelemony-Konto können Sie dann nach Eingabe Ihres Benutzernamens und Passworts von jedem Rechner mit Internetzugang
aufrufen (www.celemony.com/mycelemony). Ihr myCelemony-Konto besteht aus
einem Kundenprofil und einer hierarchisch gegliederten Produktübersicht und Sie
können dort...
- Ihre aktivierten Celemony-Produkte und deren Aktivierungsstatus sehen,
- die aktuellen Installationsprogramme für Ihre Produkte sowie entsprechende
Updates herunterladen,
- gegebenenfalls vergünstigt oder sogar kostenlos weitere Celemony-Produkte
laden,
- die Art des Celemony-Newsletter wählen und Ihre sonstigen Benutzer-Daten
ändern.
Ein in Melodyne integrierter
Aktivierungs-Assistent führt Sie
durch alle Schritte, die für die
Registrierung und Aktivierung
nötig sind
Handbuch Melodyne uno
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01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
"Aktivieren" bedeutet, dass Ihre Kopie von Melodyne für den Betrieb auf Ihrem
Rechner autorisiert wird. Erst nach der Aktivierung können Sie Melodyne dauerhaft benutzen. Wir unterscheiden zwischen drei Wegen, Melodyne zu aktivieren:
- Online-Aktivierung: Melodyne baut eine direkte Verbindung mit dem myCelemony-Server auf und erfordert daher, dass Ihr Musikrechner Zugang zum Internet
hat.
- Offline-Aktivierung: arbeitet mit dem Export und Import von kleinen Dateien und
erfordert lediglich, dass Sie über irgendeinen Rechner (Büro, Internet-Café,...)
Zugang zum Internet haben.
- iLok: verwendet einen iLok-USB-Kopierschutzstecker der Firma Pace und erfordert, dass Sie einen iLok besitzen und über irgendeinen Rechner (Büro, InternetCafé,...) Zugang zum Internet haben.
Ein in Melodyne integrierter Aktivierungs-Assistent bietet Ihnen alle genannten
Optionen und führt Sie durch alle Schritte, die für die Registrierung und Aktivierung nötig sind. Der Assistent wird beim ersten Start von Melodyne automatisch
aufgerufen und ist später über den Eintrag "Lizenz" im Menü "Fenster" zu erreichen. Beim ersten Start von Melodyne nach der Installation sehen Sie die Willkommens-Seite des Assistenten:
Wählen Sie im Assistenten
bitte zunächst aus, ob Sie die
Aktivierung vornehmen oder
eine Lizenz auf Ihren iLok
transferieren wollen. Klicken
Sie dann auf "Fortfahren".
Wenn Sie bereits einen iLok
mit einer gültigen MelodyneLizenz besitzen, so stecken
Sie diesen bitte in einen freien USB-Port Ihres Rechners.
Sobald Melodyne eine gültige
Lizenz auf dem iLok findet,
meldet dies der Assistent; Sie
können dann sein Fenser
schließen und mit Melodyne
arbeiten.
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Handbuch Melodyne uno
01-04 Online oder offline aktivieren
01-04 Online oder offline aktivieren
Hiermit können Sie Melodyne auf einem bestimmten Rechner aktivieren. Eine
Seriennummer von Melodyne kann auf maximal zwei Rechnern gleichzeitig aktiviert werden. Klicken Sie nach Auswahl dieser Option auf "Fortfahren". Der Assistent zeigt daraufhin die Aktivierungsseite an, auf der Sie zunächst Ihre Seriennummer eingeben müssen. Sie finden diese entweder im gedruckten MelodyneHandbuch oder in der E-Mail, die Ihren Kauf in unserem Webshop bestätigt. Wählen Sie dann, ob Sie die Aktivierung online oder offline vornehmen oder Melodyne
zunächst nur temporär aktivieren wollen (siehe weiter unten). Nachdem Sie Ihre
Wahl getroffen haben, klicken Sie auf "Fortfahren".
Online aktivieren
Haben Sie Ihre Melodyne-Seriennummer noch nicht registriert, öffnet der Assistent zunächst Ihren Web-Browser, ruft die myCelemony-Webseite auf und verbindet Sie mit der Kundenprofilseite. Auf dem Mac werden Sie im Laufe der Aktivierung aufgefordert, das Administrator-Passwort für Ihren Rechner einzugeben;
unter Windows müssen Sie Melodyne zum Aktivieren mit Administratorrechten
starten. Dies ist erforderlich, damit Melodyne eine von myCelemony stammende
Lizenzdatei im Root-Bereich Ihres Rechners ablegen kann.
Hinweis: Wenn Sie bereits ein myCelemony-Konto besitzen, müssen Sie kein weiteres Konto eröffnen und sollten das der Übersicht halber auch nicht tun. Klicken
Sie stattdessen den entsprechenden Link auf der Kundenprofilseite an, um zur
Login-Seite von myCelemony zu gelangen und sich mit Ihrem bestehenden UserNamen und Passwort einzuloggen. Ihr neues Melodyne wird so in Ihrem bestehenden myCelemony-Konto registriert.
Geben Sie auf der myCelemony-Kundenprofilseite bitte die erforderlichen Daten
ein und bestätigen Sie Ihre Eingabe durch einen Klick auf "Aktivierung fortsetzen". Auf der folgenden Bestätigungsseite werden Sie von myCelemony aufgefordert, zum Aktivierungs-Assistenten von Melodyne zurück zu kehren und dort auf
"Fortfahren" zu klicken. Melodyne holt daraufhin die Aktivierungsdaten vom myCelemony-Server ab und schließt den Aktivierungsvorgang ab.
Sollten Sie Melodyne bereits registriert haben und eine zweite oder erneute Aktivierung vornehmen wollen (zum Beispiel für Ihren Laptop oder nach einem Austausch
der Festplatte), wählen Sie nach dem Eingeben der Seriennummer einfach "Online
aktivieren" und klicken auf "Fortfahren". Melodyne kommuniziert dann automatisch
mit dem myCelemony-Server und erledigt die Aktivierung selbstständig.
Handbuch Melodyne uno
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01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
Offline aktivieren
Die Offline-Aktivierung erfolgt in drei Schritten:
1. Export einer Aktivierungs-Anforderungsdatei aus dem Aktivierungs-Assistenten
2. Transfer dieser Datei auf einen Internet-fähigen Rechner und Übermittlung der
Daten an myCelemony
3. Herunterladen der Aktivierungsdatei und Drag'n'drop dieser Datei auf den Aktivierungs-Assistenten.
Wenn Sie sich für die Offline-Aktivierung entschieden haben, erscheint zuerst die
Seite für den Export einer Aktivierungs-Anforderungsdatei:
Exportieren Sie die Datei per
Drag'n'drop auf Ihre Festplatte
und transportieren Sie diese
(zum Beispiel mittels USB-Speicherstick) zu einem Rechner mit
Internetzugang.
Die Anforderungsdatei ist eine
kleine HTML-Datei mit einer
lokalen Webseite, die durch
einen Doppelklick automatisch
Ihren Browser öffnen sollte. Tut
sie das nicht, öffnen Sie die
Datei bitte manuell mit dem
Browser ("Seite öffnen" oder
ähnlich). Auf der angezeigten
lokalen Webseite sehen Sie
einen Taster. Klicken Sie diesen an, um die Verbindung zu myCelemony herzustellen und die für die Aktivierung benötigten Daten zu übertragen. Geben Sie dann
auf der myCelemony-Kundenprofilseite die erforderlichen Daten ein und bestätigen Sie Ihre Eingabe durch einen Klick auf "Aktivierung fortsetzen".
Hinweis: Wenn Sie bereits ein myCelemony-Konto besitzen, müssen Sie kein weiteres Konto eröffnen (und sollten das der Übersicht halber auch nicht tun). Klicken Sie stattdessen den entsprechenden Link auf der Kundenprofilseite an, um
zur Login-Seite von myCelemony zu gelangen und sich mit Ihrem bestehenden
User-Namen und Passwort einzuloggen. Ihr neues Melodyne wird so in Ihrem
bestehenden myCelemony-Konto registriert.
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Handbuch Melodyne uno
01-04 Online oder offline aktivieren
Sobald die Daten an dem myCelemony-Server übermittelt und dort verarbeitet
wurden, bietet Ihnen myCelemony die Aktivierungsdatei zum Download an. Durch
einen Klick auf den Link starten Sie den Download der Datei auf Ihren Rechner.
Wo die heruntergeladene Datei abgelegt wird, hängt von den Einstellungen des
Browsers ab. Bitte überprüfen Sie diese, falls Sie die Datei nach dem Herunterladen nicht finden können.
Transportieren Sie die Datei dann zu Ihrem Musikrechner und starten Sie Melodyne. Wenn der Aktivierungs-Assistent erscheint, ziehen Sie die Aktivierungsdatei
einfach auf sein Fenster. Sie werden noch einmal nach Ihrem Administrator-Kennwort gefragt, dann erscheint die Statusseite des Assistenten, die Ihnen die erfolgreiche Aktivierung bestätigt.
Sobald Sie diese Seite sehen, ist die
Aktivierung abgeschlossen. Sie
können den Assistenten schließen und
uneingeschränkt mit Melodyne
arbeiten.
Handbuch Melodyne uno
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01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
01-05 Temporär aktivieren
Sollten Sie sich nicht sofort für eine Aktivierungsvariante entscheiden können,
gibt Melodyne Ihnen etwas Bedenkzeit: Nach der Erstinstallation können Sie die
Software nach Eingabe Ihrer Seriennummer temporär für 10 Kalendertage aktivieren und sofort damit arbeiten. Die temporäre Aktivierung ist nur nach der Erstinstallation von Melodyne auf einem Rechner möglich.
Klicken Sie nach der Wahl dieser Option auf Fortfahren. Der Assistent zeigt Ihnen
daraufhin an, dass Melodyne vorübergehend für 10 Tage aktiviert ist. Sie können
den Assistenten nun schließen und Melodyne benutzen. Wir empfehlen Ihnen
aber, möglichst schnell die endgültige Aktivierung vorzunehmen. Meist endet
nämlich die temporäre Aktivierung im falschen Moment...
01-06 iLok nutzen
Sie können Melodyne auch mit dem iLok-USB-Kopierschutzstecker der Firma
Pace (www.pace.com) aktivieren. Bei dieser Variante wird Ihre Melodyne-Lizenz
auf einen iLok übertragen, der Ihnen das Nutzen der Software auf unterschiedlichen Rechnern gestattet – dazu muss nur der iLok am betreffenden Rechner eingesteckt und die Melodyne-Software installiert sein. So können Sie Ihr Melodyne
einfach "mitnehmen", wenn Sie zum Beispiel oft in unterschiedlichen Studios
arbeiten. Ein iLok kann viele verschiedene Lizenzen auch anderer Hersteller speichern, Sie benötigen also nicht für jede iLok-fähige Software einen separaten
iLok.
Die iLok-Aktivierung erfordert, dass Sie
- einen iLok-USB-Kopierschutzstecker besitzen (iLoks gibt es im Fachhandel;
Celemony bietet keine iLoks an);
- unter www.ilok.com ein iLok-Konto eröffnen (oder bereits eröffnet haben);
- Ihre Melodyne-Lizenz auf Ihr iLok-Konto übertragen (dies erfolgt über die myCelemony-Webseite, die der Assistent für Sie öffnet);
- die Melodyne-Lizenz von Ihrem iLok-Konto auf Ihren iLok übertragen (dies
erfolgt auf www.ilok.com, eine Anleitung dazu gibt es dort)
Hinweis: Wenn Sie die iLok-Aktivierung wählen, können Sie keine Rechner-spezifischen Aktivierungen mehr von Celemony anfordern.
16
Handbuch Melodyne uno
01-06 iLok nutzen
Wenn Sie sich auf der Willkommens-Seite des Aktivierungs-Assitenten für die
iLok-Nutzung entschieden haben und auf "Fortfahren" klicken, erscheint die Assistentenseite für das Anfordern einer iLok-Lizenz. Geben Sie dort zunächst Ihre
Seriennummer ein. Sie finden diese im gedruckten Melodyne-Handbuch oder in
der E-Mail, die Ihren Kauf in unserem Webshop bestätigt. Sie können die Übertragung Ihrer Lizenz auf den iLok entweder online von Ihrem Musikrechner aus oder
offline von einem beliebigen anderen Rechner mit Internetzugang aus anfordern.
Wählen Sie die gewünschte Option und klicken Sie dann auf "Fortfahren".
iLok-Lizenz-Übertragung online anfordern
Melodyne öffnet Ihren Web-Browser, ruft die myCelemony-Webseite auf und verbindet Sie mit der Kundenprofilseite.
Hinweis: Wenn Sie bereits ein myCelemony-Konto besitzen, müssen Sie kein weiteres Konto eröffnen und sollten das der Übersicht halber auch nicht tun. Klicken
Sie stattdessen den entsprechenden Link auf der Kundenprofilseite an, um zur
Login-Seite von myCelemony zu gelangen und sich mit Ihrem bestehenden UserNamen und Passwort einzuloggen. Ihr neues Melodyne wird so in Ihrem bestehenden myCelemony-Konto registriert.
Geben Sie auf der Kundenprofilseite von myCelemony bitte die erforderlichen
Daten ein und bestätigen Sie Ihre Eingaben durch einen Klick auf "Aktivierung
fortsetzen". Sie gelangen so zu einer Seite, wo Sie den Namen Ihres iLok-Kontos
eingeben müssen ("iLok User ID"). Achten Sie auf die richtige Schreibweise (auch
Groß/Kleinschreibung), sonst schlägt die Übertragung der Lizenz fehl! Klicken Sie
dann auf den Transfer-Taster. Der myCelemony-Server verbindet sich nun mit dem
Server von www.ilok.com, überprüft, ob es dort ein Konto mit dem angegebenen
Namen gibt und überträgt, falls ja, die Melodyne-Lizenz auf dieses Konto. Nach
dem Auslösen des Transfers können Sie die mycelemony-Seite schließen.
iLok-Lizenz-Übertragung offline anfordern
Das Offline-Anfordern der Lizenz-Übertragung erfordert zwei zusätzliche Schritte:
1. Den Export einer Anforderungsdatei aus dem Aktivierungs-Assistenten
2. Transfer dieser Datei auf einen Internet-fähigen Rechner und Übermittlung der
Daten an myCelemony
Wenn Sie sich für die Offline-Anforderung entschieden haben, erscheint zuerst die
Seite für den Export der Anforderungsdatei. Exportieren Sie die Anforderungsdatei
per Drag'n'drop auf Ihre Festplatte und transportieren Sie diese (zum Beispiel mittels USB-Speicherstick) zu einem Rechner mit Internetzugang.
Handbuch Melodyne uno
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01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
Die Anforderungsdatei ist eine kleine HTML-Datei mit einer lokalen Webseite, die
durch einen Doppelklick automatisch Ihren Browser öffnen sollte. Tut sie das
nicht, öffnen Sie die Datei bitte manuell mit dem Browser ("Seite öffnen" oder
ähnlich). Auf der angezeigten lokalen Webseite sehen Sie einen Taster. Klicken
Sie diesen an, um die Verbindung zu myCelemony herzustellen und die für die
Aktivierung benötigten Daten zu übertragen.
Hinweis: Wenn Sie bereits ein myCelemony-Konto besitzen, müssen Sie kein weiteres Konto eröffnen und sollten das der Übersicht halber auch nicht tun. Klicken
Sie stattdessen den entsprechenden Link auf der Kundenprofilseite an, um zur
Login-Seite von myCelemony zu gelangen und sich mit Ihrem bestehenden UserNamen und Passwort einzuloggen.
Geben Sie auf der Kundenprofilseite von myCelemony bitte die erforderlichen
Daten ein und bestätigen Sie Ihre Eingaben durch einen Klick auf "Aktivierung
fortsetzen". Sie gelangen so zu einer Seite, wo Sie den Namen Ihres iLok-Kontos
eingeben müssen ("iLok User ID"). Achten Sie auf die richtige Schreibweise (auch
Groß/Kleinschreibung), sonst schlägt die Übertragung der Lizenz fehl! Klicken Sie
dann auf den Transfer-Taster. Der myCelemony-Server verbindet sich nun mit dem
Server von www.ilok.com, überprüft, ob es dort ein Konto mit dem angegebenen
Namen gibt und überträgt, falls ja, die Melodyne-Lizenz auf dieses Konto. Nach
dem Auslösen des Transfers können Sie die mycelemony-Seite schließen.
Übertrag der Lizenz vom iLok-Account auf Ihren iLok
Rufen Sie mit Ihrem Browser www.ilok.com auf und loggen Sie sich ein. Auf
Ihrem iLok-Konto sollte nun die Melodyne-Lizenz liegen. Folgen Sie bitte den
Anweisungen auf der iLok-Webseite, um die Lizenz auf Ihren iLok-Dongle zu überspielen. Nach der Überspielung ist der Vorgang abgeschlossen. Wenn der iLok eingesteckt ist, können Sie Melodyne nun auf einem beliebigen Rechner aktivieren
und nutzen. Voraussetzung ist, dass der Rechner den Systemanforderungen von
Melodyne genügt und dass Melodyne installiert ist. Für die Installation müssen
Sie selbst Sorge tragen – auf dem iLok ist lediglich die Lizenz für Melodyne
gespeichert, nicht das Programm selbst!
Wenn Sie Melodyne auf unterschiedlichen Rechnern verwenden, sollten Sie
beachten, dass die Voreinstellungen für Melodyne (Audiotreiberauswahl, Tastaturbefehle, Programmverhalten, etc.) immer separat für jeden Rechner gelten und
auch nur auf dem jeweiligen Rechner gespeichert werden – und nicht auf dem
iLok. Wenn Sie zum Beispiel viele eigene Tasturbefehle definiert haben und diese
auf allen Rechner nutzen wollen, können Sie dies durch manuelles Kopieren der
18
Handbuch Melodyne uno
01-07 Das Deaktivieren
Voreinstellungsdatei erreichen. Die Datei befindet sich an folgendem Ort und
muss beim Zielrechner an der entsprechenden Stelle abgelegt werden:
Mac: /[Ihr Benutzername]/Library/Preferences/Melodyne Preferences
Windows XP: C:\Program Files\Celemony\Melodyne\Melodyne.pref
Windows Vista: C:\Users\[Ihr Benutzername]\AppData\Roaming\Celemony Software
GmbH\Melodyne.pref
Bitte beachten Sie: Celemony haftet bei Verlust oder Beschädigung nicht für die
auf einen iLok übertragene Lizenz. Bitte tragen Sie Sorge für eine angemessene
Versicherung Ihres iLoks. Informationen dazu finden Sie ebenfalls unter
www.ilok.com.
01-07 Das Deaktivieren
Wenn Sie Ihren Rechner verkaufen oder nicht mehr für das Musikmachen nutzen
wollen, sollten Sie Melodyne deaktivieren (dies gilt natürlich nur dann, wenn
Melodyne für diesen Rechner aktiviert war, also nicht bei der Aktivierung über
iLok). Durch das Deaktivieren wird Ihnen eine Aktivierung auf Ihrem myCelemonyKonto gutgeschrieben. Das Deaktivieren erfolgt über den Aktivierungs-Assistenten.
Beachten Sie, dass Sie Melodyne nach dem Deaktivieren nicht mehr starten können! Sie können einen deaktivierten Rechner aber wieder in Betrieb nehmen,
indem Sie Melodyne darauf neu aktivieren. Dies setzt voraus, dass auf Ihrem
myCelemony-Konto noch eine Aktivierung verfügbar ist.
Online deaktivieren
Bei der Online-Deaktivierung wird Ihrem myCelemony-Konto automatisch eine
Aktivierung gutgeschrieben. Rufen Sie im Menü "Fenster" mit dem Eintrag
"Lizenz" den Aktivierungs-Assitenten auf. Sie sehen die Statusseite, die Melodynes
erfolgreiche Aktivierung bestätigt. Klicken Sie auf den Taster "Melodyne deaktivieren". Es erscheint die Deaktivierungsseite. Wählen Sie dort die Online-Deaktivierungs-Option und klicken Sie auf "Fortfahren". Sie müssen nun das AdministratorKennwort für Ihren Rechner eingeben und eine Sicherheitsabfrage bestätigen.
Nach einer kurzen Weile meldet Ihnen eine Diaolgbox die erfolgreiche Deaktivierung; mit ihrem Schließen beenden Sie gleichzeitig Melodyne. Ihrem myCelemony-Account wurde automatisch eine Aktivierung gutgeschrieben.
Handbuch Melodyne uno
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01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
Offline deaktivieren
Bei der Offline-Deaktivierung erfolgt die Gutschrift einer Aktivierung nach dem
Hochladen der Daten aus einer kleinen HTML-Gutschriftdatei von irgendeinem
Internet-fähigen Rechner zu Ihrem myCelemony-Konto. Bitte vergessen Sie diesen
wichtigen Schritt bei der Offline-Deaktivierung nicht, sonst bekommen Sie keine
Aktivierung gutgeschrieben!
Rufen Sie im Menü "Fenster" mit dem Eintrag "Lizenz" den Aktivierungs-Assitenten auf. Sie sehen die Statusseite, die Melodynes erfolgreiche Aktivierung bestätigt. Klicken Sie auf den Taster "Melodyne deaktivieren". Es erscheint die Deaktivierungsseite. Wählen Sie dort die Offline-Deaktivierungs-Option und klicken Sie
auf "Fortfahren". Sie müssen nun das Administrator-Kennwort für Ihren Rechner
eingeben und eine Sicherheitsabfrage bestätigen, dann erscheint die Seite für den
Export der Gutschriftdatei:
Die abgebildete Assistentenseite
ermöglicht es Ihnen, die Gutschriftdatei zum Beispiel direkt
auf einen USB-Speicherstick zu
ziehen, um sie damit zu einem
Rechner mit Internetzugang zu
transportieren. Mit dem Erscheinen dieser Assistentenseite wird
die Datei gleichzeitig auf dem
Desktop Ihres Rechners abgelegt.
Es ist also nicht zwingend nötig,
von der Drag'n'drop-Möglichkeit
Gebrauch zu machen; die Gutschriftdatei liegt in jedem Fall
bereit, auch wenn Sie das Assistentenfenster eventuell etwas vorschnell geschlossen haben sollten.
Um die Daten hochzuladen und eine Aktivierung gutgeschrieben zu bekommen,
gehen Sie wie folgt vor:
- Transportieren Sie die Gutschriftdatei zu einem Internet-fähigen Rechner.
- Klicken Sie die Gutschriftdatei doppelt. Die Gutschriftdatei ist eine kleine
HTML-Datei mit einer lokalen Webseite, die durch einen Doppelklick automatisch Ihren Browser öffnen sollte. Tut sie das nicht, öffnen Sie die Datei bitte
20
Handbuch Melodyne uno
01-09 Hintergrundinformation zur Aktivierung
manuell mit dem Browser ("Seite öffnen" oder ähnlich). Auf der angezeigten
lokalen Webseite sehen Sie einen Taster. Klicken Sie diesen an, um die Verbindung zu myCelemony herzustellen und die benötigten Daten zu übertragen. Nach
dem Übertragen der Daten an den Server wird Ihnen eine Aktivierung gutgeschrieben. Sie können dies beim entsprechenden Produkteintrag in der Übersicht überprüfen.
01-08 Gar kein Internet?
Sollten Sie gar keine Verbindung zum Internet haben, können Sie die Aktivierung
postalisch bei Celemony anfordern. Gehen Sie dazu wie weiter oben unter "Offline
aktivieren" beschrieben und exportieren Sie die Anforderungsdatei für die Aktivierung. Brennen Sie die Datei auf CD und schicken Sie uns die CD. Sie erhalten
dann von uns eine Aktivierungsdatei auf CD zurück, die Sie exakt wie die Aktivierungsdatei von myCelemony mit dem Assistenten importieren können. Bitte vergessen Sie also Ihre Absenderadresse nicht! Unsere Adresse lautet:
Celemony Software GmbH
Valleystrasse 25
81371 München
Deutschland
01-09 Hintergrundinformation zur Aktivierung
Celemony ist bemüht, den Aktivierungsvorgang für Sie als Anwender so einfach und
transparent wie möglich zu gestalten. Im Folgenden wollen wir darum die Antworten
auf einige Fragen geben, die Sie sich zu diesem Thema vielleicht stellen werden.
Was macht Celemony mit meinen persönlichen Daten, die ich bei der Einrichtung
meines myCelemony-Kontos angebe?
Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie
werden von Celemony für die Verwaltung Ihres myCelemony-Kontos und, sofern
Sie dies wünschen, als Grundlage für die Zusendung eines Länder-spezifischen EMail-Newsletters verwendet.
Welche Daten werden bei der Aktivierung an den myCelemony-Server übermittelt?
Die ausgetauschten Daten sind bei der Online- wie bei der Offline-Aktivierung dieselben. Folgenden Daten werden bei der Aktivierung an den myCelemony-Server
übertragen:
Handbuch Melodyne uno
21
01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
- der Typ Ihrer Melodyne-Edition (essential, uno, plugin, cre8 oder studio)
- die Versionsnummer Ihrer Melodyne-Software (damit Sie der Server auf eventuell
verfügbare Updates hinweisen kann)
- eine automatisch generierte Rechner-Seriennummer, sozusagen ein "Fingerabdruck" Ihres Rechners (früher von Celemony als "Host-ID" bezeichnet, je nach
Rechnerausstattung können das auch mehrere sein)
- der Name Ihres Rechners; dieser wird in myCelemony angezeigt, um Ihnen die
Übersicht zu erleichtern.
Die genannten Daten werden bei der Online-Registrierung automatisch übermittelt. Bei der Offline-Aktivierung werden sie in die Anforderungsdatei geschrieben.
Bei dieser Datei handelt es sich um eine einfache HTML-Datei, deren Inhalt Sie in
einem Texteditor betrachten können. Der Inhalt der HTML-Datei wird an den
myCelemony-Server übertragen, sobald Sie mit dem Taster im Browser die Verbindung zum Server herstellen.
Welche Daten sendet der myCelemony-Server bei der Aktivierung zurück?
Der myCelemony sendet eine verschlüsselte Datei zurück. Sie enthält einen Aktivierungscode, der Ihre Melodyne-Software auf Ihrem Rechner uneingeschränkt
lauffähig macht. Diese Datei kann – im Fall der Offline-Registrierung – ebenfalls
in einem Texteditor geöffnet und betrachtet werden, enthält aber durch die Verschlüsselung keinen "lesbaren" Inhalt.
Wie lange und unter welchen Umständen gilt die Aktivierung für einen bestimmten Rechner?
Die Aktivierung für einen bestimmten Rechner bezieht sich auf den "Fingerabdruck", der von diesem Rechner bei der Aktivierungs-Anforderung erzeugt und an
den myCelemony-Server übermittelt wurde. Solange sich dieser "Fingerabdruck"
nicht ändert, ist auch die Aktivierung für Ihre Software weiter wirksam. "Fingerabdruck" und Aktivierung bleiben auch dann gültig, wenn Sie:
- das Betriebssystem aktualisieren oder neu installieren
- Hardware-Komponenten (mit Ausnahme der Netzwerkkarte) austauschen, also
Festplatte, Monitor, etc.
- Ihre Melodyne-Software aktualisieren (sofern es sich nicht um ein kostenpflichtiges Update handelt)
- Ihre Melodyne-Software neu installieren
Was ist bei der Aktivierung über iLok wichtig und zu beachten?
Wenn Sie den iLok der Firma Pace für die Aktivierung von Melodyne nutzen oder
nutzen wollen, sollten Sie sich vor allem der folgenden beiden Punkte bewusst
sein:
22
Handbuch Melodyne uno
01-10 Audiotreiberwahl
- Wenn Sie sich für die iLok-Aktivierung entscheiden, können Sie keine Rechnerspezifischen Aktivierungen mehr von Celemony anfordern. Der iLok ist dann Ihr
ausschließlicher "Schlüssel" für die Nutzung von Melodyne.
- Celemony haftet bei Verlust oder Beschädigung nicht für die auf einen iLok übertragene Lizenz. Bitte tragen Sie Sorge für eine angemessene Versicherung Ihres
iLoks. Informationen dazu finden Sie ebenfalls unter www.ilok.com.
Sollten Sie Fragen zum Thema Aktivierung haben, konsultieren Sie bitte die FAQ
auf www.celemony.com (auch erreichbar über das Hilfe-Menü im Programm). Sollten bei der Aktivierung Probleme auftreten, wenden Sie sich bitte an unseren Support unter [email protected] Bitte kontaktieren Sie uns auch, falls Sie
Melodyne aus zweiter Hand erworben haben sollten, damit wir das Programm für
Sie umregistrieren können.
01-10 Audiotreiberwahl
Unter Mac OS X verwendet Melodyne automatisch den CoreAudio-Treiber und die
integrierte Audio-Hardware des Mac. Wenn Sie eine andere Audio-Hardware an
den Rechner angeschlossen haben, dann können Sie diese auf der Hardware-Seite
der Voreinstellungen auswählen.
Unter Windows erscheint ein kleines Fenster, in dem Sie einen Treiber auswählen
können. Voreingestellt ist DirectX, da diese Audioschnittstelle an den meisten
Rechnern vorhanden ist. DirectX-Treiber sind aber oftmals nicht für eine verzögerungsfreie Audioausgabe optimiert. Sollten Sie über eine Audio-Hardware verfügen, die mit ASIO-Treibern ausgestattet ist, dann empfehlen wir diese statt des
DirectX-Geräts zu verwenden.
Überprüfen Sie gegebenenfalls, ob auch kleinere als die voreingestellte Puffergrößen mit Ihrem System funktionieren (bei zu kleinen Puffergrößen treten Knackser
oder Aussetzer während der Wiedergabe auf). Kleinere Puffer vermindern die
Latenz und erhöhen die Geschwindigkeit, mit der Melodyne hörbar auf Bedienvorgänge reagiert. Nähere Informationen zu diesen Einstellmöglichkeiten finden Sie
im Abschnitt über die Voreinstellungen.
Handbuch Melodyne uno
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01 Installation, Aktivierung und Inbetriebnahme
Master
Transport
Tempo
Lautstärkeregler und
Aussteuerungsanzeige
(mono oder stereo)
Die Transportfunktionen
von Melodyne uno mit Aufnahme- und Cycle-Schalter
Hier sind Taktmaß, Tempo, Click-Lautstärke und
“Stretch” wählbar
Zeitleiste
Die Zeit in Takten und
Taktunterteilungen
oder Sekunden
Notation
Mit dem Schalter
links neben dem Zeit/
Taktlineal kann diese
traditionelle Notendarstellung der Blobs
(de)aktiviert werden
Melodie-Anzeige
Der Editorbereich
eines Melodyne-unoFensters; vertikal wird
die Tonhöhe, horizontal die Zeit dargestellt
Blob
Melodyne erkennt
die Noten in einstimmigem Audiomaterial und zeigt Sie
auf einem vertikalen
Notenraster an
Notenlineal
Bei aktiviertem ScaleSnap kann hier durch
Anklicken der Notenbezeichnungen die
zugehörige Tonleiter
gewählt werden (ShiftKlick wählt Moll)
24
Skalen-Snap
Wenn der Scale-Snap-Schalter aktiv ist,
rasten die Blobs beim Verschieben nur auf
den Tönen der gewählten Tonleiter ein
Handbuch Melodyne uno
Legende
Korrektur-Makros
Hier rufen Sie die Makro-Parameter für
die Tonhöhen und Zeitkorrektur auf
Quantisierung ein/aus
Schaltet das zeitliche Bearbeitungsraster ein oder aus
Quantisierungswahl
Menü zur Wahl des zeitlichen
Bearbeitungsrasters
Zoom-Buttons
Zoom/Scrollbalken
Hier kann man die Darstellung
der Blobs vertikal vergrößern oder
verkleinern, links “ums Eck”
befinden sich die Zoom-Schalter
für die Horizontale.
Mit den Scrollbalken können
Sie zoomen und entlang der Zeitachse
und des Notenbereichs scrollen.
Handbuch Melodyne uno
25
02 Allgemeines
02 Allgemeines
Bevor wir uns mit den Bearbeitungsmöglichkeiten von Melodyne uno beschäftigen,
wollen wir Sie kurz auf den Aufbau des Programms und einige wichtige Aspekte
seiner Handhabung und der Navigation hinweisen.
Ein Hinweis zur Bedienung: Melodyne ist für PC und Mac verfügbar. Die Tastaturbefehle entsprechen sich bei beiden Versionen. Wenn in dieser Anleitung von der
“Befehlstaste” die Rede ist, dann ist beim Mac die “Apfel”-, beim PC die “Steuerung”-Taste gemeint; mit “Alt” und “Shift” sind die entsprechenden Tasten auf
beiden Plattformen gemeint.
Zunächst: Welches Audiomaterial ist für Melodyne uno geeignet? Grundsätzlich
ist jedes Klangmaterial zur Arbeit mit Melodyne uno geeignet, das monophon im
musikalischen Sinne ist, also Audioaufnahmen, die keine Mehrstimmigkeit enthalten. Dies sind natürlich vor allem die Instrumente, die von Natur aus monophon
sind, wie der menschliche Gesang und alle Arten von Holz- oder Blechbläsern.
Saiteninstrumente sind etwas eingeschränkter geeignet: Streicher, soweit sie
keine Doppelgriffe spielen, und Zupfinstrumente, soweit sie einstimmige Sololinien
und keine Akkorde spielen. Auch sollten bei Saiteninstrumenten leere Saiten in
der Aufnahme nicht zu laut mitklingen. Theoretisch kann auch ein Klavier in
Melodyne bearbeitet werden, falls es streng einstimmig gespielt wird – aber das
wird beim Klavier nur selten vorkommen. Instrumente mit lange nachklingenden
Saiten wie zum Beispiel die Harfe sind auch bei einstimmigem Spiel nur selten
geeignet, weil das Nachklingen automatisch eine Mehrstimmigkeit erzeugt. Gut
geeignet sind dagegen alle Arten von Percussion oder Drumloops, ebenso Sprache.
Nicht geeignet sind Aufnahmen von mehreren Musikern gleichzeitig auf derselben
Spur oder fertige Musik-Mischungen.
Anmerkung: Sie können in Melodyne Uno nur mit Audiodateien von beschreibbaren Medien (zum Beispiel Festplatten) arbeiten. Bitte versuchen Sie nicht,
Audiodateien beispielsweise von CD-ROMs zu laden.
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Handbuch Melodyne uno
02 Allgemeines
Sie können mit Melodyne uno Audiodateien mit folgenden Eigenschaften
laden und bearbeiten:
– WAV, AIFF, SND oder Sound Designer II (nur Mac)
– 8 bis 24 Bit
– Sampleraten von 22.050, 44.100, 48.000 oder 96.000 Hz
– mono oder stereo
Beim Sichern wird, wie bei Sample-Editoren üblich, die Originaldatei überschrieben. Arbeiten Sie bitte mit Kopien wichtiger Dateien, damit Sie bei
Bedarf eine Rückgriffsmöglichkeit auf das Original haben!
Tipp: In den Voreinstellungen von Melodyne uno können Sie alternativ wählen,
dass die Originale beim Sichern umbenannt und dadurch erhalten statt überschrieben werden.
Die Noten im Audiomaterial werden in Melodyne uno als “Blobs” dargestellt,
deren Dicke die Lautstärke und den Lautstärkeverlauf anzeigt. Die Tonhöhen
der Noten werden durch die vertikale Position der Blobs auf einem Notenraster
repräsentiert, die Linie auf den Blobs zeigt den genauen Tonhöhenverlauf an.
So sieht Audio in Melodyne uno
aus. Die Tonhöhenkurve kann im
Darstellungs-Menü ausgeblendet
werden
Neben den Blobs kann Melodyne uno auch “richtige” Noten anzeigen. Die
entsprechende Darstellung können Sie im Darstellungs-Menü oder mit dem
kleinen Notenliniensymbol links oben im Editorbereich ein- oder ausblenden.
Es geht auch traditionell:
Mit dem Notenlinienschalter
links oben kann man die
Notendarstellung von
Melodyne uno ein- oder
ausblenden
Handbuch Melodyne uno
27
02 Allgemeines
Sie können Blobs selektieren und mit der Löschtaste löschen. Sie können Blobs
außerdem mit den gewohnten Befehlen aus dem Bearbeiten-Menü ausschneiden,
kopieren und wieder einfügen, auch zwischen verschiedenen Dokumenten. Eingefügt wird immer an der Position, die durch die vertikale rote Positionslinie angegeben wird.
Das Kopieren von Blobs zwischen Dokumenten erfolgt “intelligent”: Bei aktiviertem Tonart-Snap werden sie so eingefügt, dass sie zur gewählten Tonart passen;
bei aktiviertem “Stretch” im Tempofeld werden eingefügte Blobs automatisch so
gedehnt/gestaucht, dass sie zum eingestellten Tempo passen. Blobs werden
außerdem so auf die Zählzeiten gesetzt, dass eine Note, die im Original eine
Sechzehntelnote vor einer Viertelnote platziert war, auch bei aktivem ViertelnotenRaster nicht etwa direkt auf einer Viertelnote, sondern wiederum eine Sechzehntelnote davor eingefügt wird – solche Abweichungen vom gewählten Quantisierungswert werden also berücksichtigt und beibehalten.
Anmerkung: Wollen Sie eine solche Note exakt auf die Viertelnote setzen, wählen
Sie bitte vor dem Einfügen rechts oben neben dem Takt/Zeitlineal ein Sechzehntelnotenraster aus. Dann wird der Bezug zur Viertelnote in der einzufügenden Note
ignoriert und Sie können die Note auf jeder beliebigen Sechzehntelnote einfügen.
Selbstverständlich können Sie die Position der Note auch jederzeit manuell korrigieren.
Die Transportfunktionen von Uno entsprechen denen, die Sie sicher von anderen
Programmen kennen. Die Leertaste der Rechnertastatur startet und stoppt die
Wiedergabe der ganzen Audiodatei, Alt-Leertaste spielt den selektierten Bereich
ab. Mit den Pfeiltasten der Rechnertastatur können Sie “Blob-weise” vorwärts und
rückwärts durch die Audiodatei scrollen.
Ganz links oben sehen Sie den Lautstärke-Fader sowie die Aussteuerungsanzeige.
An dieser können Sie auch erkennen, ob Sie gerade mit einer Mono- oder Stereodatei arbeiten: Bei Stereodateien gibt es eine Aussteuerungsanzeige für den linken
und eine für den rechten Kanal.
Im Transportbereich sehen Sie neben Start-, Stop-, Vor- und Rückspultaster einen
Aufnahmeschalter – Sie können mit Melodyne uno also auch direkt aufnehmen –
sowie einen Cycle-Schalter. Ist dieser aktiv, wird der Abschnitt zwischen den beiden roten Cycle-Lokatoren wiederholt, ganz so, wie Sie das wahrscheinlich aus
Ihrem Sequencer kennen.
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Handbuch Melodyne uno
02 Allgemeines
Die rote Positionslinie können Sie durch einen Klick in den oberen Abschnitt des
Takt/Zeitlineals an die gewünschte Stelle setzen. Von dieser Stelle aus wird mit
der Leertaste die Wiedergabe gestartet. Ein Doppelklick in den oberen Abschnitt
des Takt/Zeitlineals startet direkt an dieser Stelle die Wiedergabe. Indem Sie in
den oberen Teil des Lineals klicken, die Maustaste festhalten und die Maus nach
links/rechts ziehen, können Sie durch das Arrangement beziehungsweise die Datei
im Editor scrubben und sich so selbst kürzeste Details als stehenden Klang anhören – eine eindrückliche Demonstration der Klangqualität von Melodynes Resyntheseverfahren, der so genannten Local Sound Synthesis.
Die Cycle-Lokatoren setzen Sie, indem Sie in den unteren Abschnitt des Takt/Zeitlineals klicken (so platzieren Sie den ersten Marker), die Maustaste festhalten und
dann die Maus nach links oder rechts ziehen (so ziehen Sie entweder den linken
oder rechten Lokator von der Stelle des ersten Klicks an die gewünschte Position).
Alternativ können Sie mit gehaltener Shift-Taste klicken, um den linken, und mit
gehaltener Befehlstaste klicken, um den rechten Lokator zu setzen.
Das Takt/Zeitlineal von
Melodyne uno mit den
Cycle-Lokatoren und der
Positionslinie
Sind keine Blobs selektiert, platziert ein Doppelklick in den unteren Takt/Zeitlinealabschnitt die Lokatoren so, dass die gesamte Audiodatei eingeschlossen wird.
Sind Blobs selektiert, werden nur diese von den Lokatoren umspannt. Die Lokatoren werden immer auf gerundete Positionen gesetzt, lassen sich bei gehaltener
Alt-Taste aber frei verschieben.
Beginn, Ende und damit Länge der Audiodatei werden durch die beiden kleinen
grauen Marker mit den Bezeichnungen “S” (Start) und “E” (End) im oberen Teil
des Takt/Zeitlineals und die abgedunkelten Bereiche im Editor dargestellt. Die
Grenzen werden erforderlichenfalls automatisch durch das Verschieben, Verlängern oder Einfügen von Noten-Blobs mit verschoben. Sollten Sie die Grenzen der
Audiodatei bei der Bearbeitung nicht verlängern wollen (etwa, weil Sie die Datei
bereits in ein Sequencer-Arrangement integriert haben) können Sie ein Verschieben der Grenzen mit “Dateigrenzen verriegeln” im Bearbeiten-Menü unterbinden.
Mit dem kleinen ”1”-Marker können Sie bei Bedarf die “1” des Takt/Zeitlineals
relativ zur Audiodatei verschieben. Indem Sie die “1” doppelklicken, können Sie
eine Abweichung in Takten eingeben.
Handbuch Melodyne uno
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02 Allgemeines
Die kleinen grauen Marker und
die abgedunkelten Bereiche im
Editor zeigen Anfang und Ende
der Audiodatei an
Zwei Tastaturkommandos helfen Ihnen sowohl im Arrangement als auch im Editor
beim Navigieren: Indem Sie die Befehlstaste halten und die Maus bewegen, rufen
Sie das Hand-Werkzeug auf. Mit dem Hand-Werkzeug können Sie den im Arrangement-Fenster oder Editor dargestellten Bereich gleichzeitig horizontal und vertikal
verschieben und so sehr bequem in umfangreichen Aufnahmen navigieren. Wenn
Sie gleichzeitig die Alt-Taste drücken, verwandelt sich die Hand in das Zoom-Werkzeug, das das Aussehen einer Lupe hat. Bitte beachten Sie, dass dieses Werkzeug
anders als die typischen Lupen-Werkzeuge anderer Programme gehandhabt wird:
– Indem Sie die Maus diagonal nach oben links ziehen, zoomen Sie aus der Darstellung heraus. Indem Sie entsprechend diagonal nach unten rechts ziehen,
zoomen Sie in die Darstellung hinein.
– Indem Sie die Maus horizontal statt diagonal ziehen, zoomen Sie entlang der
Zeitachse heraus beziehungsweise hinein (horizontaler Zoom). Ziehen Sie die
Maus dagegen vertikal, verkleinern oder vergrößern Sie die Amplitudendarstellung der Blobs (vertikaler Zoom).
Melodyne bietet Ihnen des Weiteren horizontale und vertikale Scrollbalken, die
gleichzeitig zum Zoomen genutzt werden können: Ziehen Sie die Schieber zum
Scrollen in der Mitte und zum Zoomen an den Seiten. Sie sehen im Schieber eine
miniaturisierte Darstellung der Tonhöhen bzw. Notenpositionen. Material, das außerhalb des mit der Zoomstufe gewählten Tonhöhenumfangs
liegt (oder beim hin Scrollen zu liegen käme), wird ausgegraut dargestellt.
Der horizontale und der vertikale
Zoom/Scroll-Schieber
Ziehen in der Mitte des Schiebers verschiebt
den Bildausschnitt, ziehen an den Seiten
vergrößert oder verkleinert ihn
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Handbuch Melodyne uno
03 Audio laden und bearbeiten – erste Schritte
03 Audio laden und bearbeiten –
erste Schritte
Wir wollen Ihnen nun die Grundfunktionen von Melodyne uno vorstellen. Dazu
müssen Sie zunächst eine Audiodatei laden. Verwenden Sie bitte die Datei
“vocal.wav”, die Sie im Unterordner “AudioFiles” im “Manual”-Ordner finden. Sie
können natürlich auch eine andere Datei laden, wählen Sie aber bitte eine mit
melodischem Inhalt aus, etwa eine Gesangsaufnahme, ein Saxofonsolo oder etwas
ähnliches – mit solchem Material kann man die Bearbeitungsfunktionen in Melodyne uno am besten ausprobieren.
Laden Sie zunächst mit dem Öffnen-Befehl wie aus anderen Programmen gewohnt eine Audiodatei
Handbuch Melodyne uno
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03-01 Analyse und Noten-Blobs
03-01 Analyse und Noten-Blobs
Sobald Sie eine Datei ausgewählt und auf OK geklickt haben, wird sie von Melodyne
uno geladen und analysiert – dieser Analysevorgang ist die Voraussetzung für die
außergewöhnlichen Bearbeitungsmöglichkeiten des Programms. Bei kurzen Dateien und auf einem schnellen Rechner werden Sie von diesem Vorgang möglicherweise gar nichts mitbekommen, bei längeren Dateien und/oder auf einem langsameren Rechner informiert Sie ein Fortschrittsbalken über den Verlauf der Analyse.
Info: Melodyne uno speichert die Analysedaten in einer separaten Datei, die am
gleichen Speicherort wie die Audiodatei abgelegt wird und den gleichen Namen
erhält, allerdings die Dateinamens-Endung “.mdd” besitzt. Diese .mdd-Datei
macht beim nächsten Laden der Audiodatei eine nochmalige Analyse überflüssig.
Sie wird immer erzeugt, wenn Sie eine Datei in Melodyne uno laden.
Sobald die Analyse beendet ist, sehen Sie die Datei in der typischen MelodyneDarstellung mit den Noten-”Blobs”.
03-02 Tonhöhe bearbeiten
Bewegen Sie den Mauszeiger auf die Mitte eines Noten-Blobs. Er verändert sein
Aussehen und wird zum Tonhöhenbearbeitungs-Werkzeug. Klicken Sie auf den
Blob, halten Sie die Maustaste fest und verschieben Sie ihn nach oben oder
unten. Sie werden feststellen, dass Sie die Note halbtonweise transponieren können – genau wie die MIDI-Noten im Editor eines Sequencers. Links am Rand des
Editorbereichs sehen Sie die Notenbezeichnung.
Fasst man Blobs in
der Mitte an, kann man sie
halbtonweise transponieren
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Handbuch Melodyne uno
03-02 Tonhöhe bearbeiten
Beim Verschieben der Noten wird Melodynes Scrub-Modus aktiviert, so dass Sie
die Tonhöhe mithören können. Indem Sie die Maus beim Verschieben nach
links/rechts ziehen, können Sie durch die verschobenen und die angrenzenden
Noten-Blobs scrubben. Dieses Mithören per Scrub kann auf der Sonstige-Seite der
Voreinstellungen auf Wunsch deaktiviert werden.
Hinweis: Sie können nicht nur einzelne Noten auf die beschriebene Weise selektieren und verschieben. Mehrere Blobs können Sie mittels Gummiband-Selektion
oder durch Anklicken bei gehaltener Shift-Taste auswählen. Wenn Sie dann einen
der Blobs verschieben, folgen auch die anderen selektierten Blobs der Bewegung.
Tipp: Wenn Sie eine längere Audiodatei geladen haben, werden die Noten-Blobs
möglicherweise ziemlich klein dargestellt, was es Ihnen erschweren wird, einen
Blob wie beschrieben anzufassen und zu verschieben. Machen Sie in diesem Fall
bitte von den Zoom-Werkzeugen in der rechten unteren Fensterecke Gebrauch und
zoomen Sie sich die Darstellung vertikal und horizontal auf eine angenehme Größe.
Ganz offensichtlich kennt Melodyne uno also die exakte Tonhöhe jeder Note und
gibt Ihnen außerdem die Möglichkeit, diese Tonhöhe gezielt zu verändern. Nutzen
Sie diese Möglichkeit doch mal beherzt und schieben Sie eine Note etwa eine
Quinte nach oben. Beachten Sie die resultierende Klangqualität: Trotz der starken
Transponierung bleibt der Charakter des Signals erhalten. Eine Stimme beispielsweise klingt weiterhin natürlich und zeigt keine “Mickymaus”- oder andere unliebsame Effekte.
Wenn Sie mit dieser Materie etwas vertraut sind, werden Sie auch wissen, warum
das so ist: Die Formanten der Stimme werden beibehalten und nicht mittransponiert, genau so, wie das auch bei hochwertigem Pitch-Shifting der Fall ist. Wie Sie
aber in Kürze feststellen werden, beherrscht die Melodyne-Engine weit mehr als
nur sehr gut klingendes Transponieren.
Hinweis: In manchen Fällen kann es dazu kommen, dass Melodyne die Tonhöhe
einzelner Noten nicht korrekt erkennt. Meist handelt es sich dabei um Fehler, bei
denen eine Note eine Oktave zu hoch oder zu tief erkannt wird. Wenn das passiert,
können Sie die Erkennung der betreffenden Note manuell korrigieren. Nähere
Informationen dazu finden Sie im Abschnitt über die Erkennungskorrektur.
Handbuch Melodyne uno
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03-03 Automatische Korrektur der Tonhöhe
Diese Note konnte sich nicht so
recht entscheiden, ob sie ein A#
oder ein H werden wollte
Betrachten Sie doch bitte mal den Editorhintergrund: Sie sehen dort Zeilen, die
den Tonhöhen der links angegebenen Noten entsprechen. Wenn Sie die NotenBlobs Ihrer Audiodatei genauer ansehen, werden Sie vermutlich feststellen, dass
sich nicht alle Noten exakt in der Mitte ihrer jeweiligen Zeile befinden. Manche
liegen eventuell sogar zwischen zwei Notenzeilen:
Ganz klar, hier wurde nicht sauber intoniert. Abhilfe schafft jetzt die Feinstimmungs-Option von Melodyne uno: Zielen Sie mit der Maus wieder auf die Mitte
des Blobs, drücken Sie aber vor dem Klicken, Festhalten und Verschieben die AltTaste. Sie können den Blob statt halbtonweise nun feinverschieben und ihn in der
Mitte der gewünschten Notenzeile platzieren – und damit exakt auf der korrekten
Tonhöhe. So können Sie schief gesungene oder gespielte Noten ganz einfach korrigieren. Praktisch, nicht wahr?
03-03 Automatische Korrektur der Tonhöhe
Noch praktischer wäre es aber, wenn man das nicht manuell für jede schiefe Note
einzeln machen müsste, sondern eine entsprechende Korrektur für alle Noten
automatisch vornehmen könnte. Für diesen Zweck bietet Melodyne uno das Correct-Pitch-Makro an. Starten Sie falls nicht bereits geschehen die Wiedergabe der
Audiodatei, klicken Sie einmal in den Hintergrund des Editors, um alle Blobs zu
deselektieren und dann auf den Correct-Pitch-Taster oben rechts im Fenster:
Mit diesem Taster rufen
Sie die Makro-Parameter zur
Tonhöhenkorrektur auf
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Handbuch Melodyne uno
03-03 Automatische Korrektur der Tonhöhe
Das TonhöhenkorrekturFenster mit den KorrekturParametern für Tonhöhenschwerpunkt und -drift
Es öffnet sich das Correct-Pitch-Fenster, in dem Sie zwei Schieberegler sehen.
Der obere Schieberegler dient zur Korrektur des Tonhöhenschwerpunkts, korrigiert
also etwas “verrutschte” Noten so, dass sie auf der nächst erreichbaren, korrekten
Tonhöhe zu liegen kommen. Sie hören den Effekt bereits (drücken Sie die Leertaste, falls Sie die Wiedergabe nicht gestartet hatten), denn der Regler steht beim
Aufrufen des Fensters auf einer Intensität von 100%, damit Sie die vorgenommene Korrektur in der Praxis schnell und einfach mit OK übernehmen können. Bei
100% landen alle Blobs exakt in der Mitte der nächst erreichbarer Note, ungewollte Vierteltöne werden beseitigt.
Probieren Sie unterschiedliche Intensitäten aus: Ziehen Sie den Regler beispielsweise auf 50 %, lassen Sie ihn los und achten Sie auf die Noten-Blobs. Sie können sehen, wie diese ihre vertikale Position ändern und hören, dass die Tonhöhen
nun nur “mit halber Kraft” korrigiert werden.
Die mit der Tonhöhenkorrektur-Funktion auf die
exakten Tonhöhen
gezogenen Noten-Blobs
Handbuch Melodyne uno
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03-03 Automatische Korrektur der Tonhöhe
Doch warum heißt es bei dieser Funktion eigentlich “Tonhöhenschwerpunkt”
und nicht einfach nur Tonhöhe? Bei gesungenen oder mit einem akustischen
Instrument gespielten Tönen ist die Tonhöhe im Zeitablauf nicht konstant.
Zum einen gibt es schnelle periodische Schwankungen, die wir als Tonhöhenmodulation oder landläufiger “Vibrato” oder “Triller” bezeichnen, zum anderen
langsamere Schwankungen, die wir als ein “Driften” der Tonhöhe bezeichnen können.
Während Vibrato oder Triller in der Regel auf Absicht beruhen, ist das Driften der
Tonhöhe meist eher das ungewollte Ergebnis einer unsicheren und etwas schwankenden Intonation: Der Ton gleitet erst langsam auf die angepeilte Tonhöhe oder
kann sich nicht so recht auf ihr halten. Diese angepeilte Tonhöhe wird von Melodyne uno erkannt und als Tonhöhenschwerpunkt interpretiert – auch wenn die tatsächliche Tonhöhe nur um diesen Schwerpunkt herum schwankt, ohne ihn längere
Zeit wirklich konstant zu erreichen.
Wenn Sie nur den Tonhöhenschwerpunkt mit dem oberen Regler korrigieren, bleibt
der Drift erhalten. Sie können jedoch auch diesen korrigieren, und zwar mit dem
unteren Regler Correct Pitch Drift. Ziehen Sie diesen Regler auf 100 % und hören
Sie auf das Ergebnis: Die Schwankungen in der Intonation verschwinden, ein
eventuelles Vibrato oder ein Triller im Signal bleibt jedoch erhalten. Spätestens
hier dürfte auffallen, wie differenziert Melodyne uno das Signal erkennt und wie
feinfühlig die daraus resultierenden Eingriffsmöglichkeiten sind.
Sie können die beiden Tonhöhenkorrektur-Parameter gemeinsam oder unabhängig
voneinander und natürlich auch graduell und nicht nur mit der 100-%-Einstellung
verwenden. Verlassen Sie das Tonhöhenkorrektur-Fenster mit OK, wenn Sie mit
dem Ergebnis Ihrer Einstellungen zufrieden sind. Klicken Sie auf Abbrechen,
wenn Sie das Fenster verlassen wollen, ohne die eingestellte Korrektur zu übernehmen. Im Editor herrscht dann exakt der Zustand wie vor dem Aufruf des Tonhöhenkorrektur-Fensters.
Hinweis: Die beiden Funktionen im Tonhöhenkorrektur-Fenster wirken immer nur
auf die selektierten Noten-Blobs. Sie können also ganz bewusst nur manche
Noten korrigieren oder eine Auswahl von Noten anders als eine andere bearbeiten.
Sind bei Aufruf des Tonhöhenkorrektur-Fensters jedoch keine Noten selektiert, gilt
die Bearbeitung für alle Noten der Datei. Beachten Sie auch die verschiedenen
Möglichkeiten zur Notenauswahl im Untermenü des Bearbeiten-Menüs!
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Handbuch Melodyne uno
03-04 Tonart-Snap
03-04 Tonart-Snap
Nachdem Sie nun wissen, wie Sie Noten manuell halbtonweise und fein verschieben oder auf Wunsch automatisch Tonhöhen korrigieren und von unerwünschtem
Tonhöhen-Drift bereinigen können, möchten wir Ihnen eine praktische Hilfs-Funktion bei der Bearbeitung der Tonhöhen vorstellen: den Tonart-Snap. Bitte richten
Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die linke Seite des Editorbereichs, genauer: auf die
linke untere Ecke des Fensters.
Klicken Sie nun die kleine Schaltfläche an, die mit “Snap” beschriftet ist. Das
Notenlineal verändert dadurch sein Aussehen:
Das Menü zum Wählen
beziehungsweise
Deaktivieren des
Tonhöhenrasters
Nun ist das Skalenraster
aktiv und das
Notenlineal kann für das
Wählen der Tonart
verwendet werden
Handbuch Melodyne uno
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03-04 Tonart-Snap
Die Notenbezeichnungen über der Snap-Schaltfläche haben sich in eine Schalterleiste verwandelt. Indem Sie eine der Noten anklicken, wählen Sie die entsprechende Tonart aus. Selektierte Blobs passen dabei automatisch ihre Tonhöhe an,
rutschen also auf den nächst erreichbarem Ton der neu gewählten Tonart. Die gleiche Logik gilt beim halbtonweisen Verschieben: Die Blobs rasten nur noch auf den
Tönen ein, die zur gewählten Tonart gehören, unpassende Töne werden übergangen.
Mit der Tonart-Snap-Funktion können Sie eine Gesangs- oder einstimmige Instrumental-Linie spielen einfach an eine andere Tonart anpassen. Indem Sie Kopien
der Original-Audiodatei anlegen und separat bearbeiten, können Sie mit ihrer Hilfe
auch mehrstimmige Sätze erzeugen.
Anmerkung: Indem Sie eine der Noten in der Schalterleiste mit gehaltener ShiftTaste anklicken, können Sie zwischen Dur- und Molltonleiter umschalten.
Nun haben Sie die Grundfunktionalität von Melodyne uno für das Bearbeiten der
Tonhöhe kennen gelernt. Bitte beachten Sie, dass diese Funktionen nur bei monophonem Material wie dargestellt arbeiten! Bei polyphonem Material kann Melodyne
uno Ihnen nicht den Zugriff auf die einzelnen Töne der Mehrstimmigkeit ermöglichen und bietet deswegen eingeschränkte Tonhöhen-Bearbeitungsmöglichkeiten.
Nichtsdestotrotz können Sie auch solches Material und selbst Drumloops und
ähnliches auf interessante Weise bearbeiten, wie Sie bald feststellen werden.
Bevor wir Ihnen im Zusammenhang mit den “Experten-Werkzeuge” von Melodyne
uno noch einige weitere Funktionen für das Bearbeiten der Tonhöhe vorstellen, soll
es zunächst um ein paar andere grundlegende und nicht minder faszinierende Möglichkeiten gehen: die für das Manipulieren von Tempo und Timing der Audiodatei.
03-05 Tempo nach Wunsch
Kommen wir zunächst zum generellen Wiedergabetempo einer Audiodatei. Dieses
ist in Melodyne variabel, was Sie nach den bisherigen Ausführungen vermutlich
nicht mehr verwundern wird. Die Klangqualität aber, in der Melodyne uno insbesondere bei melodischem Material selbst extremste Zeitdehnungen und -stauchungen bewältigt, verblüfft nach wie vor auch hart gesottene Audioprofis und ist
ein eindrücklicher Beleg für die Leistungsfähigkeit und Einzigartigkeit der zugrunde liegenden Technologie. Doch wozu Worte verlieren? Probieren Sie es einfach
aus, Sie werden ja hören.
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Handbuch Melodyne uno
03-05 Tempo nach Wunsch
Oben im Fenster neben dem Transportbereich befindet sich ein Rähmchen mit
den Taktart- und Tempo-Parametern von Melodyne uno.
Das Rähmchen mit den Parametern für Click,
Tempo und Taktart
Bei der Analyse einer Audiodatei gewinnt Melodyne uno nicht nur Erkenntnisse über
die Tonhöhen der enthaltenen Noten, sondern auch über Rhythmik und Tempo.
Nach der Analyse wird der Tempo-Parameter darum sehr häufig auf einem Wert stehen, der dem Tempo der Audiodatei auch tatsächlich entspricht. Falls das mal nicht
klappt, können Sie sehr einfach nachhelfen. Nehmen wir an, dass Sie einen zweitaktigen Loop geladen haben, dessen Tempo nicht richtig erkannt wurde.
Das aus diesem Loop
abgeleitete Tempo ist
nicht korrekt
Wie Sie am Takt/Zeitlineal sehen können, hat Melodyne uno die Rhythmik falsch
interpretiert und nimmt als Länge zwei Takte und zwei Viertelnoten an. Loop und
Taktlineal stimmen also nicht überein. Sie können solche Dinge in Melodyne uno
jedoch leicht und intuitiv korrigieren.
Bitte achten Sie in einem solchen Fall zunächst darauf, dass das “Stretch”-Häkchen im Tempobereich nicht gesetzt, “Stretch” also deaktiviert ist:
Klicken Sie dann auf das Tempofeld, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen Sie die Maus vertikal. Sie können sehen, wie das Takt/Zeitlineal und mit ihm
das Raster im Editorhintergrund gedehnt oder gestaucht werden, je nachdem, ob
Sie die Maus nach oben oder unten ziehen. Der Beginn der Audiodatei – er ist
durch einen kleinen grauen “1”-Marker im oberen Bereich des Lineals gekennzeichnet – ist dabei an der “1” des Taktlineals fixiert und dient als Bezugspunkt.
Handbuch Melodyne uno
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03-05 Tempo nach Wunsch
Nach der Änderung des
Tempoparameters zeigt das
Lineal nun die richtige
Länge des Loops an
Verändern Sie die Tempoeinstellung nun so, dass Taktlineal und Loop in Deckung
gebracht werden. In unserem Beispiel stellen wir fest, dass wir ein Tempo von
knapp 90 BPM einstellen müssen, damit das der Fall ist und sich Loop und Lineal
entsprechen.
Hinweis: Im Tempofeld des Transportfensters und des Fensters mit den EchtzeitParametern sowie in der Zeitleiste (bei aktiviertem „Variable Tempo Editing
Mode“) können auch prozentuale Werte eingegeben werden (z.B. 50 %). Die Prozentangabe bezieht sich dabei immer auf den letzten gültigen Wert; wird also beispielsweise bei einem Tempo von 100 BPM „50 %“ eingetippt, resultiert daraus
ein Tempo von 50 BPM. Möchte man dieses wieder auf 100 BPM verdoppeln,
muss man „200 %“ (und nicht etwa 100 %) eingeben.
Die gerade beschriebene Maßnahme hatte noch nichts mit Timestretching zu tun
– das Tempo des Loops hat sich ja nicht geändert. Sie diente lediglich dazu, eine
korrekte Beziehung zwischen Audiomaterial und Tempoeinstellung und -darstellung im Programm herzustellen. Nun, da das geschehen ist (und meist wird es
durch Unos Erkennung wie gesagt automatisch geschehen), kommt bei Bedarf das
tatsächliche Timestretching ins Spiel.
Ist Stretch aktiv, wird nicht nur das Lineal,
sondern auch die Audiodatei gedehnt/gestaucht
40
Handbuch Melodyne uno
03-06 Timing bearbeiten
Verantwortlich dafür ist, Sie ahnen es wahrscheinlich, der “Stretch”-Schalter, den
Sie nun bitte aktivieren.
Verändern Sie nun erneut das Tempo: Die Audiodatei folgt auf den Fuß, sie wird
schneller oder langsamer abgespielt, um der Tempovariation zu folgen. An ihrer
Beziehung zum Takt/Zeitlineal ändert sich nun aber nichts mehr.
Sie können Melodyne uno auf die beschriebene Weise auch als Timestretch-Werkzeug nutzen: Verändern Sie das Tempo einer Datei wie gewünscht und speichern
Sie sie wieder ab. Die Datei auf der Festplatte erhält dadurch das neue Tempo,
das in Melodyne zum Zeitpunkt des Sicherns eingestellt war.
Wenn Audiodateien Informationen über das Tempo enthalten (z.B. bei Apple
Loops oder Acid-Dateien), so werden diese von Melodyne uno automatisch übernommen.
03-06 Timing bearbeiten
Melodyne uno erlaubt nicht nur ein Verändern der Tonhöhe und des globalen Tempos, sondern auch des Timings von Noten. Mit diesen Möglichkeiten wollen wir
uns im Folgenden beschäftigen.
Wenn Melodyne uno es Ihnen gestattet, die Tonhöhe individueller Noten in einer
Audiodatei zu verändern, dann bedeutet das zwangsläufig auch, dass das Programm die Noten voneinander unterscheidet und somit die Grenze zwischen ihnen
kennt. Indem Sie im Darstellungs-Menü die Option “Notentrennungen immer zeigen” aktivieren, werden diese Notengrenzen im Editor grafisch durch Striche dargestellt und damit optisch hervorgehoben.
Vielleicht ist Ihnen beim Experimentieren mit der Tonhöhenveränderung von Blobs
aufgefallen, dass das Mauswerkzeug anders aussieht, wenn es nicht über der Mitte, sondern über dem Beginn oder Ende einer Note platziert wird. Es verwandelt
sich dann vom Pitch- zum Time-Werkzeug.
Wenn Sie mit diesem Werkzeug auf das Ende einer Note klicken, die Maustaste
festhalten und nach links oder rechts ziehen, können Sie das Ende der Note
bewegen. Wird eine Note so zum Beispiel zeitlich gedehnt, so wird die direkt
anschließende Note entsprechend gestaucht.
Handbuch Melodyne uno
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03-06 Timing bearbeiten
Die Grenzen zwischen den
Noten, optisch hervorgehoben
durch die Option “Notentrennungen immer zeigen” im
Darstellungs-Menü
Hier schieben wir den Beginn
der Note nach links...
... und hier nach rechts.
Die vorausgehende Note
passt ihre Länge und damit
ihre Abspielgeschwindigkeit
automatisch an
Was können Sie mit dieser Möglichkeit anfangen? Nun, sie wird Ihnen sicher sehr
nützlich sein, um zu spät oder zu früh gesungene oder gespielte Noten in einer
Aufnahme an die richtige Stelle zu ziehen: Dort, wo das Timing schlampig ist, ziehen Sie die Noten so zurecht, dass die Übergänge zwischen Ihnen sauber auf den
richtigen Zählzeiten zu liegen kommen, und schon klingt die Aufnahme tight und
knackig.
Auch für kreative Manipulationen bietet das Dehnen und Stauchen von Noten
interessante Möglichkeiten. Selektieren Sie beispielsweise eine Note, löschen Sie
sie durch Drücken der Löschtaste und ziehen Sie den Beginn der nachfolgenden
Note so weit vor, das sie die Lücke überbrückt. Mit solchen Techniken können Sie
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Handbuch Melodyne uno
03-06 Timing bearbeiten
eine Aufnahme auf flexible Weise variieren. Die gilt insbesondere dann, wenn Sie
Blobs nicht nur dehnen und stauchen, sondern mit Hilfe der Befehle Ausschneiden und Einfügen aus dem Bearbeiten-Menü kopieren oder umsortieren.
Beim Dehnen und Stauchen wird Ihnen schnell auffallen, dass die Notenlängen
quantisiert verändert werden. So wie die Blobs beim Verändern ihrer Tonhöhe in
Halbtonschritten “einrasten”, so ist beim Verändern ihrer Länge ein zeitliches
Raster wirksam. Das Time-Werkzeug verändert die Notenlänge in Schritten, die –
ist die Darstellung groß genug – maximal ein Viertel des im Editorhintergrund
angezeigten Rasters betragen. Ist die Darstellung nicht groß genug, steht nur die
halbe oder ganze Schrittlänge des dargestellten Rasters zur Verfügung. Standardmäßig zeigt das Raster Viertelnoten an, die Längenänderung erfolgt dann also
maximal auf der Basis eines Sechzehntelnotenrasters. Mit einem Schalter in der
rechten oberen Ecke des Editorbereichs können Sie das Raster ändern oder ausschalten. Alternativ können Sie wie beim Verändern der Tonhöhe das Raster durch
Drücken der Alt-Taste vorübergehend außer Kraft setzen.
Bitte beachten Sie: Die Noten(enden) werden stets um die aktuelle Schrittweite
verschoben, nicht auf die aktuellen Rasterschrittte – ein eventueller Versatz zur
Rasterposition bleibt also beim Verschieben erhalten. Sie können diesen auf
Wunsch durch eine Feinverschiebung bei gedrückter Alt-Taste beseitigen.
Anmerkung: Auch das dargestellte Raster ist zoomabhängig. Wenn Sie stark aus
der Darstellung heraus zoomen, werden gegebenenfalls weniger Schritte als die im
Menü gewählten angezeigt.
Durch einen Klick
auf diesen Schalter
kann man das Raster
deaktivieren, das
Takt/Zeitlineal wird
dann blasser
dargestellt
Durch einen längeren Klick auf
den Schalter (oder durch
Klicken, Festhalten und nach
unten Ziehen) öffnet sich ein
Menü, in dem man das Raster
ändern kann. Bei der Wahl der
Sekundendarstellung ist kein
Raster aktiv
Handbuch Melodyne uno
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03-07 Notentrennung
03-07 Notentrennung
Wenn Sie das Mauspfeil-Werkzeug direkt über einer Notentrennung platzieren,
ändert es wiederum seine Form und wird zum Notentrenn-Werkzeug. Sie können
mit diesem Werkzeug die Notentrennlinie verschieben, etwa um Korrekturen an
den erkannten Trennungen vorzunehmen, wobei diese Verschiebungen nicht durch
das gewählte Raster beeinflusst werden.
Das Notentrenn-Werkzeug
Auch wenn Sie den Mauspfeil etwas ober- oder unterhalb eines Blobs platzieren,
verwandelt er sich in das Notentrenn-Werkzeug. An solchen Stellen, wo keine
Trennung existiert, können Sie nun durch einen Doppelklick manuell eine Trennung erzeugen, zum Beispiel aus kreativen Gründen. Ein Beispiel: Nehmen wir an,
dass Sie bei einer längeren Note in einer Gesangsaufnahme gerne einen Tonhöhenschlenker um einen Ganzton nach oben einbauen würden. Das geht so:
Die zu trennende Note
Mit dem Notentrenn-Werkzeug doppelklicken Sie an die Stelle, an der die Note
getrennt werden soll. Dort erscheint eine neue Trennlinie, die Note besteht nun
aus zwei Hälften.
Die getrennte Note
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Handbuch Melodyne uno
03-07 Notentrennung
Nun können Sie die zweite Hälfte in der Mitte mit dem Tonhöhen-Werkzeug anfassen und unabhängig von der ersten transponieren.
Der transponierte Teil der Note
Anmerkung: Wenn Sie eine Note trennen, ermitteln beide Teilnoten ihren jeweils
eigenen neuen Tonhöhenschwerpunkt. Melodyne versucht, die für eine Trennung
am besten geeignete Stelle in der Note zu ermitteln – deshalb kann es sein, dass
die Trennlinie nicht genau dort erscheint, wo Sie die Note angeklickt haben. Sie
können die Trennlinie aber anfassen und dorthin verschieben, wo Sie sie haben
möchten.
Indem Sie eine bereits vorhandene Notentrennnlinie doppelklicken, heben Sie die
Trennung auf und die Linie verschwindet. Drücken Sie vor dem Doppelklicken
einer Trennlinie die Alt-Taste, verwandelt sich das Werkzeug in das SegmenttrennWerkzeug und die Notentrennlinie beim Doppelklicken in eine Segment-Trennlinie, die an ihrer Klammerform und ihrer etwas dunkleren Färbung erkennbar ist.
Doch was ist eine Segment-Trennlinie? Haben Sie bitte ein klein wenig Geduld –
um die Bedeutung der Segmente deutlich zu machen, müssen wir etwas weiter
ausholen. Lesen Sie einfach weiter, Sie erhalten die Antwort auf diese Frage in
Kürze.
Anmerkung: Wenn Sie das Mauspfeil-Werkzeug im Werkzeugkasten anwählen, werden immer auch die Notentrennungen zwischen den Blobs dargestellt, unabhängig
von der Wahl der entsprechenden Option im Ansicht-Menü.
Handbuch Melodyne uno
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03-08 Noten verlängern oder verschieben
03-08 Noten verlängern oder verschieben
Bisher haben wir die Längenänderung bei einer Note betrachtet, auf die direkt
eine andere Note folgt. In diesem Fall ist es unerheblich, ob Sie das Ende der ersten Note oder den Beginn der zweiten ziehen – der Effekt ist der gleiche, jedes
Mal wird die Trennungslinie zwischen den beiden Noten verschoben und die eine
Note verlängert, die andere entsprechend gestaucht. Bei Noten, die auf einer Seite oder auf beiden freistehen, stellt sich die Sache etwas anders dar.
– Zieht man die Note vorne, so wird sie bewegt, ohne dass eine Längenänderung
stattfindet. Hätte die abgebildete Note einen direkt angrenzenden “Vorgänger”,
so würde dieser durch ihr Verschieben gedehnt oder gestaucht.
– Zieht man die Note dagegen hinten, verändert man ihre Länge.
Vorne ziehen bewegt
die Note, ändert aber
nicht ihre Länge
Hinten ziehen dehnt oder
staucht die Note – beachten
Sie, dass auch das
Werkzeug in diesem Fall
anders aussieht
Schneiden Sie in Ihre Audiodatei erforderlichenfalls durch das Löschen einiger
Blobs einige “Löcher” und experimentieren Sie ein bisschen mit dem Verändern
von Längen und Verschieben herum, dann werden Sie die beschriebene Wirkung
des Time-Werkzeugs schnell verinnerlichen und ein gutes Gefühl für seine Handhabung bekommen. Schalten Sie dabei am besten das Raster aus, dann lassen
sich die Blobs feinfühliger verlängern und bewegen.
Selbstverständlich können Sie auch beim Verschieben oder beim Ändern der Länge gleich mehrere Blobs selektieren und gleichzeitig bearbeiten. Das ganze funk-
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Handbuch Melodyne uno
03-09 Der Zusammenhang aufeinander folgender Noten
tioniert entsprechend: Indem Sie einen der Blobs vorne ziehen, bewegen Sie die
ganze selektierte Gruppe; indem Sie hinten ziehen, dehnen oder stauchen Sie die
ganze Gruppe.
Hinweis: Beim Dehnen einer Note innerhalb der Selektion werden alle ausgewählten Noten, die vor der angefassten Note liegen, gewissermaßen als Gruppe zusammengefasst und proportional gedehnt. Auch die Auswahl hinter der angefassten
Note wird in gleicher Weise als zusammenhängende Gruppe behandelt und proportional gestaucht. Bei aktivem Taktraster-Snap wird stets die Position der angefassten Notengrenze quantisiert. Die Grenzen der proportional gestreckten Noten
fallen nicht in das Raster.
03-09 Der Zusammenhang aufeinander folgender Noten
Wie vielleicht schon deutlich geworden ist und bei Ihren Experimenten noch deutlicher werden wird, haben aufeinanderfolgende Noten in Melodyne uno die Eigenschaft, irgendwie “aneinander zu kleben” – man kann offensichtlich nicht einfach
einen Blob an eine andere Stelle ziehen, ohne direkt angrenzende Blobs zu beeinflussen. Für dieses Verhalten gibt es einen Grund, und in diesem Zusammenhang
möchten wir Ihnen noch mal die Tonhöhenkurve vor Augen führen:
Noten besitzen in Melodyne
uno einen Zusammenhang und
eine Verbindung – zum Beispiel
Tonhöhenübergänge
Noten sind in Melodyne uno keine voneinander losgelösten Elemente, sondern
besitzen einen Zusammenhang. Anders als etwa bei einem Klavier, verändert sich
die Tonhöhe bei Gesang oder anderen Instrumenten nicht schlagartig und ganz
exakt von Note zu Note, sondern hat bisweilen gleitende Übergänge – die abgebildete Tonhöhenkurve macht es deutlich. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen
Parametern, etwa der Lautstärke und den Formanten. Aus diesem Grund bewahrt
Melodyne beim Bearbeiten der Blobs so gut es geht diese Zusammenhänge und
sorgt zum Beispiel beim Ändern der Länge eines Blobs dafür, dass der nachfolgen-
Handbuch Melodyne uno
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03-10 Automatische Zeitkorrektur
de gedehnt oder gestaucht wird, um buchstäblich nicht den Anschluss zu verlieren. In der Regel ist dieses Verhalten sehr wünschenswert, da es musikalische
Ergebnisse bei der Bearbeitung gewährleistet. Es kann jedoch auch Situationen
geben, in denen Sie den Zusammenhang zwischen den Noten aufbrechen wollen,
etwa um Noten völlig frei bewegen und mit ihnen collagieren zu können. Hier
kommt das im Abschnitt 03-07 angesprochene Segmenttrenn-Werkzeug ins Spiel.
Es verhält sich wie folgt:
– Ein Doppelklick bei gehaltener Alt-Taste auf eine bereits vorhandene Notentrennlinie macht aus dieser eine Segment-Trennung. Optisch wird sie durch eine
schlanke Klammer dargestellt, die etwas fetter als die normale Trennlinie ist. Die
angrenzenden Noten(teile) haben nun keine Verbindung mehr zueinander und
können frei bewegt werden.
– Ein Doppelklick auf eine Segment-Trennung wandelt diese wieder in eine normale
Notentrennung um. Doch Achtung: Dies ist nur an Stellen möglich, an denen
die angrenzenden Noten(teile) bereits vor der Segment-Trennung aneinander
stießen. Taten sie das nicht, lässt sich die Segment-Trennung zwischen ihnen
nicht beseitigen.
Auch das ist möglich: Selektieren Sie einfach einen Blob, schneiden Sie ihn aus
und fügen Sie ihn gleich wieder ein. Dadurch wird seine Verbindung zu den
angrenzenden Blobs gekappt. Sie können ihn nun bewegen, ohne die angrenzenden Blobs dabei “mitzuziehen”. Bei Missfallen können Sie den Effekt über die
Widerrufen-Funktion rückgängig machen.
03-10 Automatische Zeitkorrektur
Ähnlich wie bei der Tonhöhenkorrektur, steht in Melodyne uno auch bei der Zeitkorrektur ein Automatismus zur Verfügung. Er dient dazu, Ihnen das mühselige
Korrigieren einzelner Noten zu ersparen, indem er – analog zur Pitch-Korrektur –
alle oder nur selektierte Blobs so bearbeitet, dass sie möglichst sinnvoll mit dem
musikalischen Zeitraster korrespondieren.
Wenn Sie die Abschnitte weiter oben zur Längen- und Positionsänderung von
Noten gelesen haben, dann werden Sie sich wahrscheinlich bereits vorstellen können, wie diese Funktion arbeitet: Sie zieht einerseits die Startpunkte der einzelnen Noten auf die nächste Unterteilung des Taktrasters und passt gleichzeitig die
Längen aller bearbeiteten Noten an, um die Tonhöhen- und sonstigen Übergänge
zwischen ihnen zu bewahren.
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Handbuch Melodyne uno
03-10 Automatische Zeitkorrektur
Probieren Sie die Funktion doch einfach gleich aus. Selektieren Sie die zu bearbeitenden Blobs oder klicken Sie einmal auf den Editorhintergrund, um eine eventuell bestehende Selektion aufzuheben und dadurch alle Blobs in der Audiodatei
für die Bearbeitung vorzusehen. Rufen Sie dann die automatische Zeitkorrektur
durch einen Klick auf den “Zeitkorrektur”-Schalter auf.
Mit diesem Schalter rechts
oben im Fenster rufen Sie die
automatische Zeitkorrektur auf
Der Schalter öffnet das Zeitkorrektur-Fenster, in dem der Intensitätsparameter
bereits auf 80 % steht und deswegen sofort auf das Material wirkt.
Das Fenster mit
den Parametern zur
automatischen
Zeitkorrektur
Später in der Praxis können Sie das Fenster sofort wieder mit OK verlassen, um
die erfolgte Quantisierung zu übernehmen – mit zwei Mausklicks haben Sie die
Timing-Unreinheiten Ihrer Aufnahme beseitigt. Diesmal sollten Sie aber etwas mit
dem Intensitätsparameter herumspielen und die Blobs dabei im Auge behalten:
Sie können sehen, wie sich sowohl ihre Positionen als auch ihre Längen in Abhängigkeit der gewählten Intensität verändern.
Beachten Sie im Zeitkorrektur-Fenster nun bitte die Schalterleiste über dem
Intensitätsregler. Wie Sie sehen, ist als Standard “Keine” ausgewählt. Das bedeutet, dass Melodyne uno die aus der Analyse des Materials gewonnenen Erkenntnisse verwendet, um die Noten auf jene musikalischen Zählzeiten zu korrigieren, auf
denen sie aller Wahrscheinlichkeit nach “gemeint” waren. Sollte das bei einzelnen
Noten mal misslingen – auch Melodyne uno ist nicht unfehlbar, können Sie die
Handbuch Melodyne uno
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03-11 Kreative Um-Quantisierung: Ein Beispiel
betroffenen Noten nach Durchführen der automatischen Zeitkorrektur mit dem
Zeit-Werkzeug von Hand an die gewünschten Stellen schieben.
Indem Sie statt “Keine” eine der anderen Groove-Referenzen auswählen, geben
Sie andere Zielparameter für die Zeitkorrektur vor. Nun werden die Noten so verschoben, gedehnt und gestaucht, dass sie möglichst gut zu der gewählten Referenz passen. Probieren Sie es aus, die Wirkung dieser Möglichkeit will gehört und
erfahren werden.
Falls Sie typische MIDI-Quantisierungsfunktionen aus Sequencer-Programmen
kennen, möchten wir Sie ausdrücklich auf einen interessanten Umstand und
Unterschied hinweisen: Anders als in solchen Programmen bedeutet in Melodyne
uno eine Quantisierung auf beispielsweise Vierteltriolen (1/4 T) nicht, dass nun
alle Noten irgendwie auf die nächst erreichbaren Vierteltriolen geschoben würden
und dazwischen nichts mehr stattfände – bei der typischen MIDI-Quantisierung
wäre ja genau das der Fall. In Melodyne uno aber werden die Rhythmik und ihre
“Schwerpunkte” vielmehr auf intelligente Weise so verändert, dass sie sich ins
gewählte Raster einfügen – und dabei bleiben auch kleinere Notenwerte als die
des gewählten “Quantisierungsrasters” erhalten.
03-11 Kreative Um-Quantisierung: Ein Beispiel
Die Audio-Quantisierung ist ein weiterer Beleg für die hohe Musikalität der Bearbeitungsfunktionen in Melodyne uno. In der Praxis bietet Ihnen die Quantisierungsfunktion neben zuverlässigen Möglichkeiten zur Zeitkorrektur auch sehr weit
reichende kreative Optionen. Diese wollen wir im Folgenden anhand eines Beispiels demonstrieren, in dessen Verlauf wir die Rhythmik eines Tabla-Loops komplett umkrempeln werden.
– Laden Sie bitte die Datei “tableloop.wav”, die Sie im Unterordner “AudioFiles”
des “Manual”-Ordners finden. Sie sehen nun den zweitaktigen Loop im Editorfenster, dessen Originaltempo 104 BPM beträgt:
50
Handbuch Melodyne uno
03-11 Kreative Um-Quantisierung: Ein Beispiel
– Starten Sie die Wiedergabe des Tabla-Loops und öffnen Sie durch einen
Klick auf den “Zeitkorrektur”-Taster das Fenster für die Zeitkorrektur.
– Wählen Sie die 1/8-Groove-Referenz aus (und
stellen Sie die Intensität erforderlichenfalls auf
100 %) – es ändert sich kaum etwas, da der
Loop ziemlich auf den Punkt gespielt ist.
– Wählen Sie jetzt 1/16-Triolen aus: Der Loop
swingt nun, allerdings vielleicht etwas zu
plump. Experimentieren Sie mit dem Intensitäts-Regler, so um 30 % bis 60 % stellt sich
ein angenehmer Swing ein.
– Interessant wird es zum Beispiel bei der Wahl
von 1/4-Triolen und einer Intensität von
100%,...
... denn jetzt werden die Schläge auf Vierteltriolen umverteilt und ein ganz neuer
Rhythmus entsteht.
Handbuch Melodyne uno
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03-11 Kreative Um-Quantisierung: Ein Beispiel
– Nun werden wir den Loop auf eine andere Taktart
bringen. Verlassen Sie das Zeitkorrektur-Fenster
zunächst mit “Abbrechen”, so dass der Loop wieder seine ursprüngliche Rhythmik erhält. Stellen
Sie die Taktart dann auf 5/4 und das Tempo von
96 auf 120 BPM. Achtung: Der “Stretch”-Schalter muss dabei inaktiv sein, die
Noten sollen sich also bei der Tempoänderung nicht mit verändern!
Der Editorhintergrund zeigt jetzt zwei Takte zu 5/4 für die Länge des Loops; die
Schläge liegen jetzt natürlich nicht auf den Zählzeiten:
– Öffnen Sie nun wieder das Zeitkorrektur-Fenster.
Wählen Sie als Groove-Referenz 1/4 und stellen
Sie die Intensität auf 100 %.
Der Rhythmus ist auf 5/4 oder 10/8 umgebogen, die Schläge sitzen auf korrekten
Zählzeiten:
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Handbuch Melodyne uno
04 Audio bearbeiten mit den Experten-Werkzeugen
04 Audio bearbeiten mit
den Experten-Werkzeugen
Im letzten Kapitel haben Sie das Hauptwerkzeug von Melodyne uno kennen
gelernt: Je nachdem, ob der Mauszeiger in der Mitte oder am Beginn oder Ende
eines Noten-Blobs platziert wird, verwandelt er sich in das Tonhöhen-Werkzeug
oder das Zeitwerkzeug; über oder unter einem Noten-Blob und über Notentrennlinien zwischen den Blobs verwandelt er sich in das Notentrenn-Werkzeug. Die sich
daraus ergebenden Bearbeitungsmöglichkeiten für Audiomaterial offensichtlich
sehr leistungsfähig, sie sind aber nicht alles, was Melodyne uno Ihnen zu bieten
hat. Im Folgenden wollen wir Ihnen die Experten-Werkzeuge im Editor vorstellen,
die noch weitergehende Bearbeitungen ermöglichen.
Machen Sie die Experten-Werkzeuge mit dem abgebildeten Eintrag im Darstellungs-Menü sichtbar:
Ist der Eintrag mit einem Häkchen versehen, erscheint über dem Editorbereich
der Experten-Werkzeugkasten:
Die Experten-Werkzeuge
von Melodyne uno bieten
erweiterte Bearbeitungsmöglichkeiten
Handbuch Melodyne uno
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04-01 Hauptwerkzeug
Gleichzeitig kann man diese Werkzeuge nun auch mit der rechten Maustaste (oder
am Mac mit Ctrl-Klick) aufrufen.
Mit der rechten Maustaste sind die
Experten-Werkzeuge am schnellsten zur Hand
04-01 Hauptwerkzeug
Betrachten wir die Werkzeuge doch etwas näher. Das Werkzeug ganz links – den
Mauspfeil – kennen Sie bereits. Es ist das Hauptwerkzeug von Melodyne, das kontextsensitiv als Selektions-, Tonhöhen-, Zeit- oder Noten- beziehungsweise Segmenttrenn-Werkzeug arbeitet.
Hauptwerkzeug
Am Anfang einer Note:
Position verändern (mit
gehaltener Alt-Taste:
ohne Snap)
In der Mitte der Note:
Tonhöhe verändern (mit
gehaltener Alt-Taste: in
Cent-, ohne in Halbtonschritten)
Am Ende einer Note: Länge verändern (mit gehaltener Alt-Taste: ohne Snap)
Über/unter einer Note: Notentrennung erzeugen (wenn keine
vorhanden ist) oder bewegen bzw. löschen (Doppelklick). Mit
gehaltener Alt-Taste können Segmente erzeugt oder wieder verbunden werden, wenn sie mal zusammen gehört haben
04-02 Werkzeuge für die Tonhöhe
Das nächste Werkzeug in der Reihe dürfte Ihnen bekannt vorkommen: Es ist das
Tonhöhen-Werkzeug, das hier noch mal als separates, nicht kontextsensitives
“Dauerwerkzeug” zur Verfügung steht – falls Ihnen diese Variante lieber ist. Seine
Funktionalität entspricht ansonsten exakt dem kontextsensitiven Tonhöhen-Werk-
54
Handbuch Melodyne uno
04-02 Werkzeuge für die Tonhöhe
zeug. Wenn Sie das Tonhöhen-Werkzeug im Werkzeugkasten anwählen, wird
immer auch gleichzeitig die Tonhöhenkurve auf den Noten-Blobs dargestellt.
Das Tonhöhen-Werkzeug
Bitte beachten Sie, dass Sie bei Anwahl des Tonhöhen-Werkzeugs in der Werkzeugbox rechts daneben nun ein Menü sowie einige Wertefelder sehen.
Dies ist der Inspektor-Bereich des ausgewählten Werkzeugs. Wenn Sie mit dem
Tonhöhen-Werkzeug eine Note selektieren, werden in den Wertefeldern der Notenname und die Abweichung des Notenschwerpunkts von der idealen Tonhöhe in
Cent (Hundertstel Halbtönen) sowie die Frequenz in Hertz angezeigt:
Die Tonhöhen-Parameter einer
selektierten Note
Wenn dieses Werkzeug angewählt ist, zeigen blaue Rähmchen um die Blobs
herum die exakte auf Halbtöne bezogene Tonhöhe an und verdeutlichen so eventuelle Abweichungen der Blobs. Indem Sie einen oder mehrere selektierte Blobs mit
dem Tonhöhen-Werkzeug doppelklicken, werden sie auf diese exakte Tonhöhe korrigiert, ähnlich wie durch das Tonhöhenkorrektur-Makro.
Wie beim Hauptwerkzeug, wird beim Verschieben der Noten Melodyne unos
Scrub-Modus aktiviert, so dass Sie die Tonhöhe mithören können. Indem Sie die
Maus beim Verschieben nach links/rechts ziehen, können Sie durch die verschobenen und die angrenzenden Noten-Blobs scrubben. Dieses Mithören per Scrub
kann auf der Sonstige-Seite der Voreinstellungen auf Wunsch deaktiviert werden.
Handbuch Melodyne uno
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04-02 Werkzeuge für die Tonhöhe
Bewegen Sie das Tonhöhen-Werkzeug vom Beginn oder der Mitte eines Blobs zu
seinem Ende, verwandelt es sich in das Werkzeug für Tonhöhenübergänge.
Häufig wechselt die Tonhöhe beim
Übergang von einer zur nächsten
Note nicht abrupt, sondern mehr
oder weniger gleitend (Portamento). Solche Tonhöhen-übergänge
werden von Melodyne uno registriert und durch blaue Linien am
Ende der Noten angezeigt; gleichzeitig wird das Häkchen bei “Übergang” im Inspektorbereich gesetzt.
Ist dieser “Übergang” ausgeschaltet, dann ist die Tonhöhenkurve
von dieser Note zur nächsten
“durchgeschnitten” und wird bei
Tonhöhen-verschiebungen benachbarter Noten nicht angepasst.
Wenn Sie aus kreativen Gründen
oder nach dem Verschieben von
Melodietönen Übergänge erzeugen
wollen, etwa um entstandene Tonhöhensprüge zu glätten, doppelklicken Sie dazu den hinteren Teil
eines Blobs oder selektieren Sie die
gewünschten Blobs und aktivieren
manuell das Ankreuzfeld “Übergang” neben dem Werkzeugkasten.
Es erscheinen nun auch bei diesen
Blobs blaue Linien. Durch Klicken
und Ziehen nach oben und unten
auf dem hinteren Teil eines Blobs
ändert die blaue Linie ihre Neigung
und mit ihr ändert sich sichtbar
und hörbar auch der Tonhöhenverlauf zwischen den Noten. Diese
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Handbuch Melodyne uno
Zwischen diesen beiden Noten
gibt es einen abrupten
Tonhöhenübergang
Hier wurde der Übergang
durch Aktivieren des
Übergangs und Ziehen der
blauen Linie geglättet
04-02 Werkzeuge für die Tonhöhe
Bearbeitung kann auch für mehrere selektierte Noten gleichzeitig vorgenommen
werden.
Unter dem Tonhöhen-Werkzeug im Werkzeugkasten sind zwei Unterwerkzeuge zu
finden – indem Sie auf das Tonhöhen-Werkzeug klicken und die Maus festhalten,
klappen diese aus und können dann angewählt werden. Das erste Unterwerkzeug
ist das zum Bearbeiten der Tonhöhenmodulation.
Sie können mit dem Tonhöhenmodulations-Werkzeug bei einer oder mehreren
selektierten Noten die Intensität von Vibrato verändern. Bei diesen Noten beispielsweise...
... kann man durch Selektieren, Anklicken und vorsichtiges Ziehen mit dem Tonhöhenmodulations-Werkzeug
nach unten das Vibrato
praktisch komplett beseitigen.
Zieht man weiter, wird die
Phase des Vibratos umgekehrt.
Das Tonhöhenmodulations-Werkzeug gibt Ihnen interessante Möglichkeiten zum
Gestalten des Ausdrucks in einer Aufnahme an die Hand. Schwächen Sie beispielsweise übertriebenes Dauer-Vibrato ab und lassen Sie das Vibrato nur ganz
gezielt auf einzelnen Silben erklingen – Sie können diesen Parameter praktisch
wie bei einem Synthesizer steuern. Indem Sie Blobs mit dem Tonhöhenmodulations-Werkzeug doppelklicken, können Sie zwischen dem Original-Vibrato und “aus-
Handbuch Melodyne uno
57
04-02 Werkzeuge für die Tonhöhe
geschaltetem” Vibrato wechseln. Im Wertefeld rechts neben der Werkzeugbox können Sie die Vibrato-Intensität in Prozent ablesen und eingeben.
Das zweite Tonhöhen-Unterwerkzeug bearbeitet die Tonhöhendrift und damit die
langwelligeren Tonhöhenschwankungen. Sicher erinnern Sie sich an das weiter
oben vorgestellte Makro zur Tonhöhenkorrektur und den dort befindlichen Parameter zur Drift-Korrektur: Das Tonhöhendrift-Werkzeug arbeitet wie der Drift-Parameter dort, erlaubt anders als dieser auf Wunsch aber auch ein Verstärken oder
Umkehren der Drift und eignet sich damit besser zum gezielten Gestalten des Tonhöhenverlaufs. Indem Sie Blobs mit dem Tonhöhendrift-Werkzeug doppelklicken,
können Sie zwischen der Original-Drift und “ausgeschalteter” Drift wechseln. Im
Wertefeld rechts neben der Werkzeugbox können Sie die Drift-Intensität in Prozent
ablesen und eingeben.
Anmerkung: Wenn Sie eines der Tonhöhen-Werkzeuge im Werkzeugkasten anwählen, wird immer auch die Tonhöhenkurve auf den Noten-Blobs dargestellt, unabhängig von der Wahl der entsprechenden Option im Ansicht-Menü.
Im Bearbeiten-Menü finden Sie im Untermenü “Tonhöhe bearbeiten” verschiedene Einträge, die dazu dienen, Tonhöhe, Tonhöhenmodulation, -drift und Übergänge
wieder auf die Originalwerte zu setzen. Sie können mit diesen Befehlen also alle
Tonhöhenbearbeitungen für selektierte Noten individuell rückgängig machen.
Diese Befehle sind sehr nützlich, da Sie unabhängig von der normalen Widerrufen-Funktion arbeiten. Während Sie mit dieser bei Missfallen an einer Tonhöhenänderung die Änderung nur rückgängig machen können, indem Sie alle Schritte
seit ihrer Ausführung widerrufen, können Sie mit den “... auf Original setzen”Befehlen die entsprechenden Änderungen völlig unabhängig von allen anderen
Bearbeitungen zurücknehmen. So könnten Sie zum Beispiel jederzeit das OriginalVibrato bei einer Gesangsaufnahme wiederherstellen, um dann erneut mit seiner
Dosierung zu experimentieren, ohne die weiteren Bearbeitungen der Aufnahme zu
verlieren.
Der Befehl "Alle Tonhöhen-bezogenen Bearbeitungen widerrufen" setzt bei Bedarf
Tonhöhe, Modulation und Drift gemeinsam auf den Originalzustand und erspart so
den Aufruf der entsprechenden Einzelbefehle.
Als letzter Befehl steht zusätzlich “Tonhöhen mit Zufallswerten verändern” zur Verfügung. Indem Sie beispielsweise eine Gesangsaufnahme mehrfach bearbeiten und wieder speichern, können Sie später durch Zusammenmischen der Kopien im Sequencer
sehr natürliche Doppelungen und “Verbreiterungen” der Aufnahme erzeugen.
58
Handbuch Melodyne uno
04-03 Werkzeug für die Formanten
Tonhöhenwerkzeug
Am Anfang oder in der Mitte einer Note:
Doppelklick korrigiert die Tonhöhe auf den
nächstgelegenen Halbton (blaues Rähmchen)
Am Ende einer Note:
Kontrolle des Tonhöhenübergangs zur
nächsten Note. Doppelklick: an/aus
Unterwerkzeuge (für Modulation – z.B. Vibrato – oder das
Driften der Tonhöhe. Diese Werkzeuge sind nicht
kontextsensitiv: Doppelklick auf eine Note beseitigt das
Vibrato/Driften vollkommen oder stellt es wieder her
Das kontextsensitive Tonhöhenübergangs-Werkzeug ist auch bei den Werkzeugen
für Tonhöhen-Drift und Vibrato verfügbar.
04-03 Das Werkzeug für die Formanten
Das nächste Werkzeug im Werkzeugkasten widmet sich den Formanten. Formanten sind bestimmte Betonung im Frequenzbereich eines Signals, die durch die
Resonanzeigenschaften (Volumen, Form, etc.) des Klangkörpers entstehen und
unabhängig von der Tonhöhe des erzeugten Signals an der gleichen Stelle des Frequenzspektrums bleiben.
Transponiert man bei einer Stimme die
Formanten mit (beispielsweise in einem
Sampler), wirkt sie schnell unnatürlich.
Bei Transponierungen ohne Formantenkorrektur nach oben entsteht der berüchtigte “Micky-Maus-Effekt”, der sich auch
einstellt, wenn man Helium aus einem
Luftballon einatmet und dann spricht...
Wir haben bereits erwähnt, dass Melodyne uno beim Transponieren der Tonhöhe
die Formanten nicht mittransponiert, was maßgeblich zu dem natürlichen Klangverhalten der Transponierung beiträgt. Auf Wunsch können Sie die Formanten aber
ganz gezielt manuell beeinflussen. Dazu dient das Formanten-Werkzeug. Wenn Sie
dieses anwählen, erscheinen horizontale Balken auf den Noten-Blobs. Indem Sie
Handbuch Melodyne uno
59
04-03 Werkzeug für die Formanten
diese Balken nach oben schieben, transponieren Sie auch die Formanten nach
oben. Eine Stimme wird dadurch “weiblicher” und schließlich “mickymausig”, bei
anderen Signalen scheint der Klangkörper zu schrumpfen. Schieben Sie die Balken nach unten, tritt der gegenteilige Effekt auf: Eine Stimme wird männlicher
und schließlich “gruftig”, ein Klangkörper größer und klingt voluminöser.
Wie üblich kann die Bearbeitung mit einer oder mehreren selektierten Note(n) erfolgen. Indem Sie Blobs mit dem Formant-Werkzeug doppelklicken, können Sie verschobene Formanten wieder auf die Originaleinstellung setzen. Im Wertefeld neben
dem Werkzeugkasten können Sie die Werte für selektierte Noten direkt eingeben.
Hier werden die Formanten einer
Note nach oben transponiert, die
Neigung der blauen Linie
zeigt den Grad der Glättung an
Auch das Formanten-Werkzeug verhält sich kontextsensitiv: Wenn Sie es über den
hinteren Teil einer Note halten, kümmert es sich wiederum um Übergänge, diesmal
allerdings um die der Formanten. Bei den Formanten entstehen Übergänge automatisch dann, wenn Sie bei einer Note die Formanten verschieben, denn dann gelten
zwischen dieser und den benachbarten Noten unterschiedliche Einstellungen. Wie
beim Tonhöhenübergangs-Werkzeug, können Sie durch Ziehen auf dem hinteren Teil
der Note die Geschwindigkeit des Übergangs zur nächsten Note einstellen, die blaue
Linie zwischen den beiden Noten wird entsprechend flacher oder steiler.
Im Submenü “Formanten bearbeiten” des Bearbeiten-Menüs finden sich zwei Einträge: Der eine setzt die Formanten-Transponierung, der andere die Formantenübergänge der selektierten Noten wieder auf den Ursprungswert.
Werkzeug für die Formanten
Am Anfang oder in der Mitte einer Note: Formanten verändern (nur möglich, wenn der Wiedergabe-Algoritmus “melodisch” ausgewählt wurde).
Doppelklick: Formantbalken zurück auf die Originalposition
60
Handbuch Melodyne uno
Am Ende einer Note:
Übergang der Formanten
zur nächsten Note
04-04 Werkzeug für die Amplitude
04-04 Das Werkzeug für die Amplitude
Die Lautstärke der Noten ist ein sehr wichtiger musikalischer Parameter, und
selbstverständlich können Sie auch diesen in Melodyne flexibel bearbeiten.
Zuständig dafür ist das Amplituden-Werkzeug.
Das Amplituden-Werkzeug
Indem Sie mit dem AmplitudenWerkzeug auf einen Noten-Blob
klicken und die Maus nach oben
ziehen, machen Sie ihn lauter …
… indem Sie nach unten ziehen, wird
er leiser. Das Wertefeld neben dem
Werkzeugkasten zeigt die Änderung
in dB an.
Wie üblich können Sie die Änderung auch für mehrere Noten gleichzeitig vornehmen und die gewünschte Pegeländerung gleich in das Wertefeld tippen. Machen
Sie einen Blob so laut, dass er den Ausgang von Melodyne übersteuert, dann zeigt
das eine rote Markierung im oberen Bereich der Aussteuerungsanzeige an.
Rot bedeutet: Der Ausgang wurde übersteuert,
mindestens ein Blob ist zu laut
Handbuch Melodyne uno
61
04-04 Werkzeug für die Amplitude
Ähnlich wie bei Tonhöhe und Formanten kann auch bei der Amplitude der Übergang zwischen den Blobs kontrolliert werden, das bietet ihnen sehr feinsinnige
Möglichkeiten zur Korrektur von Aufnahmen und zur Gestaltung der Dynamik.
Auch bei der Amplitude wird das Hauptwerkzeug zum Werkzeug für die Übergänge,
sobald Sie es über dem hinteren Teil eines Blobs platzieren. Wie bei den Formanten sind die blauen Übergangslinien zwischen den betroffenen Blobs erst dann zu
sehen wenn Sie einen Blob durch Ziehen lauter oder leiser gemacht haben. Wenn
Sie auf den hinteren Teil eines Blobs klicken und ziehen, der eine blauen Linie
besitzt, können Sie diese wiederum flacher oder steiler machen und gleichzeitig
sehen, wie sich die Pegelverläufe in den beiden verbundenen Blobs ändern.
Der Doppelklick dient beim Amplituden-Werkzeug zum Stummschalten der Noten:
Ein selektierter Blob
wird durch einen
Doppelklick stumm
geschaltet, ...
... kann jedoch
weiterhin selektiert
und bearbeitet
werden
Wenn Sie mit diesem Werkzeug einen oder mehrere selektierte Noten-Blobs anklicken, werden diese als Linie dargestellt, stumm geschaltet und damit einstweilen
von der Teilnahme am musikalischen Geschehen ausgeschlossen. Ein erneuter
Doppelklick hebt die Stummschaltung wieder auf.
Im Untermenü “Amplitude bearbeiten” des Bearbeiten-Menüs findet sich das zu
Erwartende: Befehle zum Zurücksetzen von Amplitude, Amplitudenübergänge und
Stummschaltung der selektierten Blobs.
Werkzeug für die Amplitude
Am Anfang oder in der Mitte einer Note:
Amplitude verändern. Doppelklick: Noten stumm
schalten an/aus
62
Handbuch Melodyne uno
Am Ende einer Note:
Kontrolle des Amplitudenübergangs
04-05 Werkzeug für den Zeitablauf
04-05 Das Werkzeug für den Zeitablauf
Das nächste Werkzeug im Werkzeugkasten ist das Positions/Längen-Werkzeug.
Seine Arbeitsweise kennen Sie bereits – sie entsprechen exakt der jener Werkzeuge,
in die sich das Standard-Mauszeiger-Werkzeug beim Überstreichen von Beginn
beziehungsweise Ende eines Blobs verwandelt.
Anders als beim Mauszeiger-Werkzeug, zeigen hier jedoch Umrisse in blauen
Rähmchen die Positionen an, die Melodyne uno bei der Erkennung als “ideale”
rhythmische Positionen der Blobs identifiziert hat und die auch durch die Notation repräsentiert sind. Die blauen Rähmchen kennzeichnen auch die Zielpositionen
bei der Quantisierung, die mit dem Zeitkorrektur-Makro ausgeführt werden kann.
Wichtig: Diese Positionen ergeben natürlich nur einen Sinn, wenn der Tempohintergrund der bearbeiteten Audiodatei (wie im Abschnitt “03-05 Tempo nach
Wunsch” richtig erkannt oder definiert worden ist.
Die blauen
Rähmchen
repräsentieren die
Zielpositionen der
Noten für die
Quantisierung
Folgendes Experiment ist beim Verständnis der blauen
Rähmchen hilfreich: Wählen Sie das Zeitwerkzeug aus und
machen Sie die Notation sichtbar. Wählen Sie dann im
Quantisierungs-Ausklappmenü rechts neben dem Takt/Zeitlineal eine feinere Unterteilung oder triolische Werte aus.
Selektieren Sie dann alle Noten und wählen Sie unter im
Bearbeiten-Menü unter “Tempo definieren” den Befehl
“Noten den Beats neu zuweisen”: Die blauen Rähmchen
und die Notation springen auf neue Positionen, die nun
auch als neue Zielpositionen für die Quantisierung gelten.
Das Menü für den
Quantisierungswert
Handbuch Melodyne uno
63
04-05 Werkzeug für den Zeitablauf
Diese Positionen der Noten können Sie verändern, indem Sie eine Note anfassen
und in Abhängigkeit des gewählten Quantisierungsrasters in horizontaler Richtung
verschieben. Dabei werden Noten jeweils um die aktuelle Rasterweite verschoben,
nicht auf das Raster. Durch einen Doppelklick auf eine Note (oder mehrere selektierte) wird sie direkt auf die nächste Rasterposition verschoben und gegebenenfalls auch entsprechend gedehnt oder gestaucht.
Mit den Befehlen im Untermenü “Zeitverlauf der Noten bearbeiten” des Bearbeiten-Menüs können Sie wiederum bei selektierten Noten die verschiedenen Parameter der Zeitbearbeitung auf ihre Ursprungswerte setzen:
– “Zeitablauf der Noten auf Original setzen” stellt den relativen Zeitverlauf von
gegeneinander verschobenen Noten wieder her, lässt aber ihre Gesamtlänge
unverändert, falls der Bereich insgesamt gedehnt oder gestaucht war.
– Mit “Zeitverlauf und Dauer auf Original setzen” wird dagegen der gesamte Originalverlauf inklusive der Dauer wiederhergestellt. Falls Noten gestaucht waren,
kann die Originallänge nur wieder hergestellt werden, wenn hinter den Noten
genügend Platz dafür ist.
– Der Befehl “Zeitablauf mit Zufallswerten versehen” ist das zeitliche Gegenstück
zu dem Befehl “Tonhöhen mit Zufallswerten verändern” aus dem Tonhöhenbearbeiten-Submenü. Wie dieser Befehl und bevorzugt in Kombination mit ihm
eignet sich “Zeitablauf mit Zufallswerten verändern” sehr gut für das Erzeugen
natürlich klingender Doppelungen.
Positions-/Längen-Werkzeug
Am Anfang oder in der Mitte einer Note:
Position einer Note verändern (mit gehaltener
Alt-Taste: ohne Snap). Doppelklick: Quantisiere
auf passende Zählzeit (Umriss im blauen Rähmchen)
64
Handbuch Melodyne uno
Am Ende einer Note: Länge
verändern (mit gehaltener
Alt-Taste: ohne Snap)
04-06 Werkzeuge für Noten- und Segmenttrennungen
04-06 Werkzeuge für Noten- und Segmenttrennungen
Das sechste Werkzeug bietet als Einzelwerkzeug die gleiche Funktionalität wie das
kontextsensitive Notentrenn-Werkzeug beim Hauptwerkzeug.
Sie können damit die Notentrennlinie verschieben, etwa um Korrekturen an den
erkannten Trennungen vorzunehmen. An solchen Stellen, wo keine Trennung
existiert, können Sie durch einen Doppelklick manuell eine Trennung erzeugen.
Indem Sie eine bereits vorhandene Notentrennnlinie doppelklicken, heben Sie die
Trennung auf und die Linie verschwindet. Drücken Sie vor dem Doppelklicken
einer Trennlinie die Alt-Taste, verwandelt sich das Werkzeug in das SegmenttrennWerkzeug und die Notentrennlinie beim Doppelklicken in eine Segment-Trennlinie. Die Segment-Trennung steht auch als Unterwerkzeug zur Verfügung.
Bitte beachten Sie, dass sich im Untermenü “Notentrennungen bearbeiten” des
Bearbeiten-Menüs auch einige Einträge zur Notentrennung finden:
Der Befehl “Note als Triller trennen” bewirkt eine automatische Zerteilung einer
selektierten Note nach Maßgabe ihres Tonhöhenverlaufs. Ist in der Note ein Triller
enthalten, dann zerteilt der Befehl die Note so, dass die Tonhöhen-Berge und Täler eigenständige Noten werden, die Sie dann nach Belieben individuell weiter
bearbeiten können.
Eine Note mit Vibrato
Handbuch Melodyne uno
65
04-06 Werkzeuge für Noten- und Segmenttrennungen
Die mit “Note als Triller
trennen” zerteilte Note
Der Befehl “Note als Slide trennen” trennt Noten, die beispielsweise bei Gitarre
oder Bass beim Gleiten über die Bünde entstehen, also ein schnelles Glissando
aufwärts oder abwärts ohne “gemeinte” oder deutlich erkennbare Einzelnoten enthalten. Bei potenziellen Slide-Noten ist eine zusammenhängend auf- oder absteigende Tonhöhenkurve zu sehen, die bei Instrumenten mit Bünden eventuell etwas
gestuft ist; damit er von Melodyne als solcher erkannt wird, muss ein Slide sich
über mindestens drei Halbtöne erstrecken, der erste und der letzte davon sollten
etwa den Bereich des Slides definieren.
Der Notenbereich, den Sie als Slide behandeln und trennen wollen, sollte
zunächst von einer eventuell vorhergehenden oder folgenden “Hauptnote” abgetrennt werden und nur aus einer Note bestehen. Selektieren Sie dann diese SlideNote und rufen Sie den Befehl “Note als Slide trennen” auf. Die Note wird
dadurch (ungefähr) in einzelne Halbtöne zerlegt.
Der Befehl “Noten den Beats neu zuweisen” lässt die blauen Rähmchen nach
Maßgabe des gewählten Quantisierungsrasters an neue Positionen springen. Diese
neuen Positionen sind auch inder Notation sichtbar undrepräsentieren die neuen
Zielpositionen für die Quantisierung der Blobs.
Notentrenn-Werkzeug
Über/unter einer Note: Notentrennung erzeugen (wenn
keine vorhanden ist) oder bewegen bzw. löschen (Doppelklick). Mit gehaltener Alt-Taste können Segmente
erzeugt oder wieder verbunden werden, wenn sie mal
zusammen gehört haben
66
Handbuch Melodyne uno
05 Was sonst noch wichtig ist
05 Was sonst noch wichtig ist
05-01 Korrektur der automatischen Erkennung
Die Analyse, die beim Laden einer Audiodatei stattfindet, ist die Voraussetzung für
die Bearbeitungsmöglichkeiten in Melodyne uno. Sie unterscheidet automatisch
zwischen tonalem und perkussivem Material, erkennt die Noten mit ihren Grenzen
sowie den exakten Tonhöhen- und Amplitudenverlauf. Das Erkennungsverfahren
arbeitet in aller Regel sehr zuverlässig, kann aber abhängig vom Audiomaterial
mitunter folgende Dinge fehlinterpretieren:
– Die Tonhöhe wird nicht korrekt erkannt. Es kann vorkommen, dass in einer Note
der Grundton nicht deutlich vorhanden ist, wodurch die Note eine Oktave höher
erkannt wird, oder dass der Klang der Note viel “Rauhigkeit” enthält, was zu
einer Erkennung eine Oktave tiefer führt. Andere Tonhöhen-Erkennungsfehler als
Oktavverschiebungen sind äußerst selten.
– Die Notentrennung hat nicht ganz sauber funktioniert und einige eigentlich zu
trennende Noten “am Stück” gelassen.
– Die Erkennung hat tonales Material als rhythmisches interpretiert oder umgekehrt – denken Sie beispielsweise an Scat-Gesang, wo diese Unterscheidung
auch Menschen durchaus mal schwer fallen kann. Dass ein Signal von der
Erkennung als rhythmisch eingestuft wurde, erkennen Sie daran, dass die Formanten beim Transponieren mitverschoben werden und dass auch keine manuelle Formanten-Korrektur möglich ist.
Hier wird der
Modus für das
Korrigieren der
Erkennung
aktiviert
Handbuch Melodyne uno
67
05-01 Korrektur der automatischen Erkennung
Solche Fehler können manuell korrigiert werden. Melodyne uno bietet dafür einen
speziellen Editier-Modus, den Sie über das Bearbeiten-Menü aufrufen.
Wenn der Korrektur-Modus aktiv ist, erscheint neben der Option ein Häkchen.
Gleichzeitig werden die Blobs im Editor gelb und mit einer ausgeprägteren roten
Tonhöhenkurve dargestellt.
Im Modus für die Erkennungskorrektur werden die Blobs gelb und mit deutlicherer Tonhöhenkurve
dargestellt
Wie beim Mauszeiger-(Haupt-)Werkzeug im normalen Editierbetrieb steht Ihnen
auch im Korrekturbetrieb ein kontextsensitives Werkzeug zur Verfügung. In der Mitte
eines Blobs verwandelt sich der Mauszeiger in das Tonhöhenkorrektur-Werkzeug. Mit
diesem Werkzeug können Sie die Note(n) wie im normalen Editor in der Tonhöhe
verschieben.
Dennoch hat diese Funktion nichts mit der normalen Tonhöhenänderung im Editor
zu tun: Bei der Korrektur einer falsch erkannten Note weisen Sie Melodyne vielmehr an, an der manuell gewählten Position noch mal nach der Tonhöhe zu
suchen. Sie helfen dem Programm also bei schwierigem Material, indem Sie seinen Suchbereich manuell vorgeben. Wenn Melodyne erfolgreich war und die Tonhöhe erkannt hat, sehen Sie das daran, dass eine Tonhöhenkurve gefunden wurde
und angezeigt wird.
68
Handbuch Melodyne uno
05-01 Korrektur der automatischen Erkennung
Im Korrekturbetrieb gibt es kein Einrasten in Halbtonschritten und anders als bei
der Änderung der Tonhöhe im normalen Editierbetrieb, geht die korrigierte Tonhöhe in die Analysedatei (die .mdd-Datei) der Audiodatei ein. Laden Sie die Datei
später erneut, erscheint die falsch erkannte Note auf der richtigen Tonhöhe, da
die Korrektur der Analyse nun gleich berücksichtigt wird.
Das Werkzeug zum
Korrigieren der Tonhöhe
Bewegen Sie den Mauszeiger von der Mitte eines Blobs etwas weiter nach oben,
unten, links oder rechts, verwandelt er sich in das Notentrenn-Werkzeug. Mit diesem Werkzeug können Sie genau wie im normalen Editierbetrieb gegebenenfalls
weitere Notentrennungen erzeugen oder Notengrenzen verschieben.
Das Notentrenn-Werkzeug
Im Inspektor-Bereich des Korrektur-Modus' sehen Sie einige Parameter für die
Erkennungskorrektur: Mit “Notentrennungen” wird die Empfindlichkeit beim Trennen der Noten bestimmt, ein Verschieben des Faders nach rechts erhöht die Empfindlichkeit und sorgt damit für zahlreichere Notentrennungen. Ist das Häkchen
bei “nach Tonhöhen” nicht gesetzt, erfolgt die Trennung nach Maßgabe der Amplitude. Ist das Häkchen gesetzt, tritt die Tonhöhe bei der Notentrennung in den Vordergrund – in Abhängigkeit des Materials ist mal diese, mal jene Erkennungsvariante geeigneter.
Handbuch Melodyne uno
69
05-01 Korrektur der automatischen Erkennung
Mit dem Wahlmenü “Material ist...” können Sie den Abspiel-Algorithmus für
melodisches oder perkussives Material manuell wählen und dadurch solche Erkennungsfehler korrigieren, bei denen tonales Material als rhythmisches interpretiert
wurde (dabei gibt es keine Formanten-Korrektur) oder umgekehrt. Dieser Parameter wirkt auf Segmente im Audiomaterial. (Bitte lesen Sie dazu gegebenenfalls
den Abschnitt über das Notentrennwerkzeug bei den Experten-Werkzeugen).
Im Aktionen-Menü finden Sie den Befehl “Note als Triller trennen”, der genau so
funktioniert, wie der gleichnamige Befehl aus dem Aktionen-Menü des Notentrenn-Werkzeugs aus dem Experten-Werkzeugkasten. Sie werden ihn eventuell
auch im Korrektur-Modus benötigen, deswegen steht er auch hier zur Verfügung.
Bitte beachten Sie: Wie bei Korrekturen der Tonhöhe, gehen auch Korrekturen der
Notentrennung in die Analysedatei (die .mdd-Datei) der Audiodatei ein. Laden Sie
die Datei später erneut, werden die manuellen Korrekturen automatisch berücksichtigt und angezeigt.
70
Handbuch Melodyne uno
05-02 Einstellungen
05-02 Einstellungen
Nun wollen wir Sie noch kurz mit den Einstellungs-Optionen von Melodyne uno
vertraut machen. Das entsprechende Fenster rufen Sie im Menü auf.
Im Einstellungen-Fenster gibt es drei Seiten, zwischen denen mit dem Ausklappmenü oben gewählt werden kann. Die erste Seite ist die Hardware-Seite.
Die Hardware-Seite im Einstellungen-Fenster
Anmerkung: Falls Sie Melodyne uno mit ReWire verwenden, sind hier statt der
nachfolgend geschilderten die ReWire-Parameter zu finden. Lesen Sie zur ReWireNutzung bitte den nächsten Abschnitt “ReWire”.
Hier finden Sie folgende Parameter:
– Audiotreiber: Hier wird der Audiotreiber gewählt. Auf dem Mac ist das üblicherweise der Core-Audio-Treiber für die integrierte oder eine optionale Audio-Hardware, unter Windows ein DirectX- oder bevorzugenswerterweise ein ASIO-Treiber
für die verwendete Audio-Hardware.
Handbuch Melodyne uno
71
05-02 Einstellungen
– Samplerate: Falls der verwendete Audiotreiber eine solche Wahl zulässt, können
Sie mit diesem Parameter die Samplerate setzen, die bei der Aufnahme und
Wiedergabe benutzt wird. Dieser Wert muss nicht notwendigerweise mit der
Samplerate von benutzten Audiodateien übereinstimmen. Die beste Audioqualität erhalten Sie jedoch, wenn die Sampleraten zueinander passen.
– Puffer: Dieser Parameter zeigt die Blockgröße in Bytes, die benutzt wird, um mit
der Audio-Hardware zu kommunizieren. Kleine Werte haben geringe Latenzzeiten zur Folge, große Werte entsprechend größere. Bitte beachten Sie, dass kurze
Latenzzeiten eine schlechtere Reaktion der Bedienoberfläche oder Aussetzer
beim Abspielen zur Folge haben können. Bei DirectX ist 2048 ein sinnvoller
Wert für die Puffergröße, während bei allen anderen Treibern ein Wert von 512
zu empfehlen ist. Die Latenzzeit hängt auch von der Hardware und von der eingestellten Samplerate ab: Hohe Sampleraten haben kürzere Latenzzeiten zur
Folge und umgekehrt.
– Ausgang: Falls Sie eine Mehrkanal-Audio-Hardware nutzen, können Sie hier das
Ausgangspaar wählen, das Melodyne uno zum Abspielen der Dateien verwenden
soll.
– Eingang: Wählt den Eingang der Audio-Hardware, von dem aufgenommen wird.
Wenn Sie mono aufnehmen (siehe weiter unten), nimmt Melodyne uno vom
gewählten Eingang auf, wenn Sie stereo aufnehmen, vom gewählten sowie dem
nächsten Eingang.
– Puffer-Unterschreitung ignorieren: Mit diesem Schalter können Sie Melodyne uno
beim Betrieb auf sehr langsamen Rechnern anweisen, lieber mal einen Knackser
während der Wiedergabe in Kauf zu nehmen, statt bei Leistungsmangel Aussetzer zu produzieren. Der Grund für diesen Parameter ist, dass manche Soundkarten auf solche Aussetzer empfindlich reagieren und den Rechner deswegen möglicherweise sogar abstürzen lassen können. Aktivieren Sie diesen Schalter, wenn
Sie das Gefühl haben, dass das passiert; in der Regel werden Sie diesen Parameter jedoch nicht benötigen und können ihn getrost ignorieren.
72
Handbuch Melodyne uno
05-02 Einstellungen
Die nächste Seite im Einstellungen-Fenster ist dem bevorzugten Audiodatei-Format bei der Aufnahme gewidmet.
Hier wird das Standard-Audiodatei-Format
für Aufnahmen festgelegt
Geladene und bearbeitete Dateien werden in Melodyne uno immer in deren
Ursprungsformat gesichert. Mit diesen Parametern wählen Sie das Format von in
Melodyne uno aufgenommenen oder erzeugten Audiodateien:
– Dateiformat: Hier haben Sie die Wahl zwischen den gleichen Formaten, die Melodyne uno auch laden kann: AIFF, WAV, SND und Sound Designer II (nur Mac)
– Auflösung: Die Wortbreite der Audiodatei in Bits: 8, 16 oder 24 Bits
– Samplerate: Die gewünschte Samplingfrequenz für die Datei: 22.05, 44.1, 48
kHz oder 96 kHz
– Kanäle: Hier entscheiden Sie, ob eine Mono- oder Stereodatei erzeugt werden
soll.
– Aufnahme-Ordner: Bestimmt den Ordner, in den Melodyne uno aufnimmt.
Die dritte Seite fasst einige Optionen zum Verhalten und Aussehen von Melodyne
uno zusammen.
Die Konfigurations-Seite
der Einstellungen
Handbuch Melodyne uno
73
05-02 Einstellungen
Die Optionen im Einzelnen:
– Originaldatei beim Sichern behalten: Ist diese Option aktiviert, benennt Melodyne
uno beim Sichern einer Datei die Originaldatei um (ein “orig” wird an ihren
Namen angehängt) und behält sie, statt sie durch die bearbeitete Version zu
überschreiben. So haben Sie immer eine Rückgriffsmöglichkeit auf die Originaldatei.
– Leere Datei beim Start erzeugen: Ist diese Option aktiv, erzeugt Melodyne uno
beim Starten ein leeres Dokument als Ausgangsbasis für Ihre Arbeit mit dem
Programm.
– Scrub-Mithören bei Tonhöheneditierung: Bestimmt, ob beim Anfassen und vertikalen Verschieben von Blobs im Editor – also beim Ändern der Tonhöhe – der lokale Klang der Note abgespielt wird (Scrubbing).
– Werkzeugerklärungen zeigen: Zeigt kurze Popup-Hilfetexte zu den verschiedenen
Werkzeugen von Melodyne uno an oder unterbindet ihre Anzeige.
– Reglerwerte beim Ändern zeigen: Zeigt die Werte beim Verändern von Regler-Parametern als Popup an oder unterbindet ihre Anzeige.
– Spot to Pro Tools aktivieren: Mit dieser Option können können Sie die Spot-toPro-Tools-Funktion manuell aktivieren oder deaktivieren. Nähere Informationen
hierzu erhalten Sie weiter unten im Spot-to-Pro-Tools-Abschnitt dieses Kapitels.
– Globale Stimmung: Der Stimmungs-Parameter von Melodyne uno.
– Sprache: Wählt die Sprache der Bedienoberfläche.
74
Handbuch Melodyne uno
05-03 ReWire
05-03 ReWire
Statt autark oder “stand-alone” kann Melodyne uno auch im ReWire-Betrieb als
Client mit einem ReWire-Host verwendet werden.
Starten Sie für den ReWire-Betrieb zunächst das Host-Programm und dann Melodyne uno. Bei Starten zeigt Melodyne uno in einer Dialogbox an, dass es als ReWire
Client betrieben wird. Klicken Sie auf OK.
Auf der Hardware-Seite der Voreinstellungen,
wo normalerweise die Parameter für Audiogerät und -treiber zu finden sind, sehen Sie
im ReWire-Betrieb zwei ReWire-Parameter.
Mit dieser Meldung zeigt Melodyne uno den
ReWire-Client-Betrieb an
Im ReWire-Betrieb ändern sich die
Parameter auf der Audio-Seite im
Einstellungen-Fenster
ReWire-bezogene Voreinstellungen
In den nur im ReWire-Betrieb zugänglichen ReWire-Voreinstellung finden sich
zwei Optionen. Mit “Schneller Wiedergabe-Beginn” können Sie Melodyne veranlassen, sich mit einer stets gleich bleibenden und wesentlich kleineren Verzögerung als in früheren Versionen zum ReWire-Master zu synchronisieren. Dafür
wird allerdings deutlich mehr Arbeitsspeicher benötigt: Das Aktivieren der Option
unterbindet das Lesen der Datei von der Festplatte, lädt sie also komplett ins
RAM. Wenn Ihr Rechner einen klein bemessenen Arbeitsspeicher hat, kann es
dadurch zum Auslagern von RAM-Inhalten auf die Festplatte kommen, was statt
dem gewünschten einen extremen Bremseffekt erzeugt – in diesem Fall sollten
Sie die Option “Schneller Wiedergabe-Beginn” besser deaktivieren.
Mit dem Parameter "Host-Latenz" erlaubt Melodyne im ReWire-Betreib eine
Latenz-Anpassung an den ReWire-Host. Der Parameter ermöglicht es erforderlichenfalls, einen Versatz zwischen der sichtbaren Position des Songzeigers in
Melodyne und dem gehörten Signal zu beseitigen. Stellen Sie als Ausgangspunkt
die in Ihrem Host angezeigte Audio-Latenz ein oder experimentieren Sie einfach
etwas mit der Einstellung, bis sichtbare und gehörte Position im Audiomaterial
eine hinreichende Synchronität aufweisen. Bitte beachten Sie: Dieser Parameter
kompensiert nur einen eventuell vorhandenen sichtbaren Versatz; das hörbare und
an den Host übertragene Audiosignal ist stets synchron!
Handbuch Melodyne uno
75
05-03 ReWire
Die Option “Neu geöffnete Dateien übernehmen Tempo vom ReWire-Master” veranlasst Melodyne, das aktuelle Tempo des ReWire-Masters als Tempodefinition
(Takt/Zeitlinealeinstellung) für neu geöffnete Dateien zu übernehmen (s. u.).
Tempoeinstellung und -Synchronisation
Das Tempo, das in Melodynes Transportbereich (in BPM) angezeigt wird, sollte grundsätzlich dem Tempo der geladenen Audiodatei entsprechen. Wurde eine Datei mit 100
BPM aufgenommen, dann sollte die Tempoanzeige auch 100 anzeigen und so weiter.
Beim Öffnen einer neuen Datei analysiert Melodyne das Tempo der Datei und “macht
einen Vorschlag” für die Tempoeinstellung. Wenn dieser Vorschlag nicht dem Tempo
der Datei entspricht, sollte der Anwender (bei ausgeschalteter Autostretch-Funktion!)
das korrekte Tempo eingeben und gegebenenfalls den ersten Schlag auf einen Taktanfang ziehen. Diese Maßnahme passt das Takt/Zeitlineal der Audiodatei an, was beispielsweise die Grundlage für korrekte Timingbearbeitungen in Melodyne ist. Dadurch
wird wohlgemerkt nur die Tempodefinition, also der Editor-Hintergrund und nicht die
Datei selbst verändert. Bei Bedarf sollte der Anwender außerdem den Beginn des ersten Takts durch Ziehen des kleinen grauen “1”-Markers im Takt/Zeitlineal an die
gewünschte Stelle bewegen (ebenfalls bei ausgeschalteter Stretch-Funktion). Doppelklicken Sie die kleine graue “1”, um den Beginn um mehrere Takte zu verschieben.
Im ReWire-Client-Betrieb gibt es zwei Möglichkeiten für den Umgang mit dem Tempo:
a) Eine zu öffnende Datei stammt aus dem ReWire-Master, wo sie gerade aufgenommen wurde. In diesem Fall hat die Datei aller Wahrscheinlichkeit nach das
bereits bekannte Tempo des Hosts und es ist überflüssig und vielleicht sogar
kontraproduktiv, Melodyne das Tempo ermitteln zu lassen. Stattdessen kann
man direkt das Tempo des Masters als Tempodefinition übernehmen. Durch
Aktivieren der Option “Neu geöffnete Dateien übernehmen Tempo vom ReWireMaster” veranlassen Sie Melodyne, genau das zu tun.
b) Entspricht das Tempo einer zu öffnenden Datei nicht dem Tempo des Masters,
sollte man Melodyne das Tempo ermitteln lassen und im Bedarfsfall wie oben
angegeben korrigieren. In diesem Fall sollte die Option “Neu geöffnete Dateien
übernehmen Tempo vom ReWire-Master” deaktiviert werden. Nachdem die
Tempodefinition korrekt vorgenommen wurde, spielt Melodyne die Audiodatei
synchron zum ReWire-Master ab, vom dem das Programm laufend das aktuelle
Tempo erhält. Während der Wiedergabe ist das Tempo-Feld in Melodyne deaktiviert, erlaubt also keine manuelle Eingabe, sondern zeigt stattdessen das
Wiedergabetempo des Masters an. Das Wiedergabetempo der Audiodatei in
Melodyne wird diesem Tempo laufend angepasst, was als Echtzeit-Timestretching aufgefasst werden kann. Die Datei wird aber lediglich zum Master syn-
76
Handbuch Melodyne uno
05-04 Die Funktion “Spot to Pro Tools”
chronisiert und nicht tatsächlich gedehnt oder gestaucht. Um Änderungen am
Tempo in die Datei eingehen zu lassen (sie also mit der Datei zu sichern), muss
im gestoppten Zustand die Stretch-Funktion aktiviert, das gewünschte Zieltempo manuell eingegeben und danach die Datei gesichert werden.
Weiteres zu Melodyne und ReWire, aktuelle Kompatibilitätslisten und Konfigurationshinweise finden Sie unter http://www.celemony.com/support.
05-04 Die Funktion “Spot to Pro Tools”
Die Funktion “Spot to Pro Tools” vereinfacht den Arbeitsfluss bei der Kombination
von Melodyne uno mit Pro Tools und hat auch ausschließlich in dieser Kombination eine Bedeutung, vor allem dann, wenn Melodyne uno als ReWire-Client mit Pro
Tools betrieben wird.
Anmerkung: Die Option “Spot to Pro Tools” ist normalerweise unsichtbar und kann
in den Voreinstellungen von Melodyne uno mit “Spot to ProTools aktivieren” (Seite
Konfiguration”) sichtbar gemacht werden. Der Befehl wird automatisch sichtbar,
wenn zum ersten Mal eine Datei mit Pro-Tools-Regions geöffnet wird.
Erläuterung: ProTools legt in jeder Datei die man aufnimmt mindestens eine Region
an. Regions sind technisch gesehen zusätzliche Informationen in der Datei, die Zeitbereiche darin definieren. Eine der Regions bezieht sich in der Regel immer auf die
gesamte Datei. Zu jeder Region gibt es optional einen “User Time Stamp”, das ist
ein “Zeitstempel”, der angibt, an welcher Sample-Position diese Region innerhalb
einer Pro-Tools-Session sitzt. Macht man eine Region mit Timestamp in einem Melodyne uno auf, das per ReWire mit Pro Tools verbundenen ist, landet die Datei genau
an der Stelle des Zeitlineals, an der sie sich auch im Host befindet. Nach dem Speichern kann man sie wieder samplegenau im Host einbauen.
So verwenden Sie “Spot to Pro Tools”, wenn Sie Melodyne uno als ReWire-Client
mit Pro Tools betreiben:
– Wählen Sie in Pro Tools die Audiodatei oder Region aus, die Sie in Melodyne
uno bearbeiten wollen.
– Rufen Sie bei Region-Definitionen dann “Region-Definitionen exportieren”
beziehungsweise bei Audiodateien “Audiodatei mit Zeitstempel versehen” im
Audio-Menü von Pro Tools auf. Öffnen Sie dann Melodyne uno als ersten InsertEffekt auf dem Track; das Programm sollte automatisch starten.
Handbuch Melodyne uno
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05-04 Die Funktion “Spot to Pro Tools”
– Sollte kein ReWire-Kanal selektiert sein, so selektieren Sie bitte einen. Bei Stereodateien sollten dies automatisch geschehen, beim Arbeiten mit Mono-Dateien
muss es jedoch manuell erfolgen.
– Wählen Sie in Melodyne uno im Datei-Menü “Öffnen...” und navigieren Sie zu
der Audiodatei die bearbeitet werden soll beziehungsweise zu der Audiodatei,
die die zu bearbeitende Region enthält.
– Wenn in der zu öffnenden Datei eine Region gefunden wurde, zeigt Melodyne
uno ein Dialogfenster an. In diesem Fenster kann man wählen, ob man die
Datei an sich (und damit destruktiv) oder eine Kopie bearbeiten will, die auf
der im Flipmenü ausgewählten Region basiert. Sie sollten immer mit einer
Kopie arbeiten.
Dieses Fenster erscheint, wenn Sie eine Datei
mit Regions öffnen
Kopien werden automatisch benannt, indem vor der Dateinamenserweiterung und
gegebenenfalls vor dem Kanal-Index ein “.uno.1” eingefügt wird. Beispiel:
Hallo.aif -> Hallo.uno.1.aif
Hallo.L.aif -> Hallo.uno.1.L.aif
Gibt es diesen Namen schon, wird “.uno.2” verwendet und so weiter.
– Öffnen Sie die Datei beziehungsweise Region in Melodyne uno und bearbeiten
Sie sie wie gewünscht.
– Rufen Sie den Befehl “Sichern und in Pro Tools platzieren” aus dem Datei-Menü
auf, wenn Sie fertig sind.
“Sichern und in Pro Tools platzieren” sichert zunächst die Datei. Dann wird ein
laufendes Pro Tools angewiesen, die Datei in der geladenen Session auf dem
selektierten Track einzufügen.
78
Handbuch Melodyne uno
05-04 Die Funktion “Spot to Pro Tools”
Falls Sie sich dafür entschieden haben, die Original-Datei destruktiv zu bearbeiten, wird Melodyne uno Ihnen anbieten, die Datei vor dem Platzieren in Pro Tools
umzubenennen und somit das Original zu behalten (auf das Pro Tools ja noch
zugreift). Falls Sie mit einer Kopie gearbeitet haben, wir diese ohne weitere Formalitäten im Track eingefügt. Zur Wiedergabe der Datei in Pro Tools muss das
Melodyne-uno-ReWire-PlugIn nun wieder deaktiviert werden.
Das Arbeiten mit Audiodateien im Split-Stereo-Format
Ab Version 3 unterstützt Melodyne auch Audiodateien im Split-Stereo-Format, also
solche, bei denen eine getrennte Datei für den linken (“L”) und den rechten Kanal
(“R”) existiert. Wie die Funktion “Spot to Pro Tools”, ist auch dieses AudiodateiFormat praktisch ausschließlich bei der Arbeit mit Pro Tools von Bedeutung.
Das Öffnen von Split-Stereo-Dateien: Wird eine Datei geöffnet, die Teil einer SplitStereo-Datei ist, öffnet Melodyne wenn möglich automatisch auch die Datei für
den anderen Kanal. Wenn Sie zum Beispiel die beiden Dateien “Audio.L.wav” und
“Audio.R.wav” haben und eine davon öffnen, wird automatisch auch die andere
geöffnet. Als Referenz für den Dateinamen dient grundsätzlich der linke Kanal,
deswegen wird unabhängig davon, welche Datei Sie manuell öffnen, “Audio.L.wav”
in der Titelzeile des Fensters angezeigt.
Beim Sichern von Audiodateien können Sie im erscheinenden Fenster wählen, ob
Split-Stereo- oder Interleaved-Dateien erzeugt werden sollen. Wenn Sie eine SplitStereo-Datei sichern, deren Namen nicht anzeigt, dass es sich um eine solche
Datei handelt, fügt Melodyne automatisch die Kanalkennungen “.L” und “.R” in
die Namen der gesicherten Dateien ein. Wenn Sie die Datei unter einem Namen
sichern, der entweder “.L” oder “.R” enthält, benennt Melodyne die Datei des
anderen Kanals automatisch entsprechend.
.mdd-Dateien: Auch bei Split-Stereo-Dateien existiert nur eine mdd-Analysedatei.
Diese enthält die Informationen für beide Kanäle, trägt aber immer den Namen
der Audiodatei für den linken Kanal. Werden die Audiodateien “Audio.L.wav”
und “Audio.R.wav” geöffnet, so wird also eine mdd-Datei mit dem Namen
“Audio.L.wav.mdd” erzeugt. Wenn Sie die Audiodatei für den rechten Kanal öffnen, wird Melodyne automatisch beide Audiodateien öffnen (siehe oben)
und dann die mdd-Datei “Audio.L.wav.mdd” für beide Dateien benutzen.
Handbuch Melodyne uno
79
05-05 Melodyne uno und die anderen Melodyne-Versionen
05-05 Melodyne uno und die anderen MelodyneVersionen
Celemony bietet neben Melodyne uno auch die Melodyne-Editionen “plugin”,
“cre8” und “studio” an. Während “uno” von der Funktion her am ehesten mit
einem Sample-Editor vergleichbar ist und “plugin” die wichtigsten MelodyneWerkzeuge direkt als Plugin in einem Sequencer bereitstellt, entsprechen die beiden anderen Versionen selbst eher Audio-Sequencern: Sie erlauben ein mehrspuriges Arrangieren von Audiodateien, wobei in jeder Spur die von Melodyne uno
bekannten sowie zahlreiche weitere Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dadurch können Sie in diesen Programmversionen komplette Arrangements
aufbauen, deren Bestandteile bis zuletzt sehr flexibel bearbeitet werden können.
Wir laden Sie herzlich ein, sich anhand der Demoversionen auf
www.celemony.com einen Eindruck von den anderen Melodyne-Editionen zu
machen und freuen uns, wenn Sie unsere attraktiven Upgrade-Angebote in
Erwägung ziehen.
80
Handbuch Melodyne uno
Alt+Maus ziehen
F1
F2
F3
F4
Werkzeuge
Hauptwerkzeug
(Mauspfeil, Tonhöhe, Zeit)
Tonhöhen-Werkzeug
Formanten-Werkzeug
Amplituden-Werkzeug
Befehl+Alt-Klick
O
* (Num)
Pfeiltasten Links/Rechts
Shift+Pfeiltasten Links/Rechts
Alt+Pfeiltasten Links/Rechts
4 (Num)
6 (Num)
8 (Num)
2 (Num)
Shift 5 (Num)
9 (Num)
7 (Num)
3 (Num)
1 (Num)
Befehl-Klick
Befehl+Shift-Klick
Enter (Num)
0 (Num)
Leertaste
Alt+Leertaste
Navigation
Wiedergabe
Stop
Wiedergabe Start/Stop
Wiedergabe der Auswahl
Wiedergabe der Auswahl
oder Datei original
Aufnahme aktivieren
Blobs scrollen mit Wiedergabe
Blobs scrollen ohne Wiedergabe
Taktweise zurück/vorspulen
Scrollen nach Links
Scrollen nach Rechts
Scrollen nach oben
Scrollen nach unten
Scrollen zur aktuellen Position
Zoom vergrößern horizontal
Zoom verkleinern horizontal
Zoom vergrößern vertikal
Zoom verkleinern vertikal
Linken Cycle-Lokator setzen
Linken Cycle-Lokator
ohne Raster setzen
Rechten Cycle-Lokator setzen
Apfel(Mac)/Ctrl(PC)-Klick
Rechten Cycle-Lokator
ohne Raster setzen
Cycle-Lokatoren fein verschieben
Handbuch Melodyne uno
Befehl M
Befehl W
Eingabetaste
Escape
Menü Fenster
Verkleinern
Schließen
Makro-Panels
Verlassen mit OK
Verlassen mit Abbrechen
Befehl B
Befehl Z
Shift+Befehl Z
Befehl X
Befehl C
Befehl V
Befehl A
Befehl K
Menü Bearbeiten
Widerrufen
Wiederholen
Ausschneiden
Kopieren
Einfügen
Alles auswählen
Korrektur-Modus
Menü Darstellung
Autoscrolling
Befehl N
Befehl O
Befehl S
Shift+Befehl S
Tonhöhen-Werkzeug,
Alt+Maus
Zeit-Werkzeug,
Alt+Maus
Notentrenn-Werkzeug
+Alt
F5
F6
Menü Datei
Neu
Öffnen
Sichern
Sichern als...
Noten/Segmenttrennung
umschalten
Bearbeitung
Tonhöhe der Selektion
fein verschieben
Position/Länge fein bearbeiten
Zeit-Werkzeug
Notentrenn-Werkzeug
Tastaturkommandos
81
Index
.mdd ..........................................32
1-Marker ....................................29
Erkennungsfehler ........................67
F
A
abgedunkelten Bereiche im Editor .29
AIFF ....................................27, 73
Analyse ......................7, 32, 39, 67
Analysedatei .........................69, 70
Analysedaten ..............................32
ASIO ..........................................71
Audio-Hardware ..........................71
Audiodatei-Format .......................73
Audiodateien ..............................27
Audiomaterial .............................26
Aufbau des Programms ................26
aufnehmen .................................28
Ausgangspaar ..............................72
Aussetzer beim Abspielen ............72
Aussteuerungsanzeige ..................28
Feinstimmungs-Option .................34
Feinverschiebung ........................43
G
Gerätetreiber ...............................71
Grundfunktionen .........................31
Grundton ....................................67
Gummiband-Selektion .................33
H
Handhabung ...............................26
Hardware-Seite ...........................75
K
Beziehung zwischen Audiomaterial
und Tempoeinstellung ................40
Blobs ...................................27, 32
Klangqualität ..............................33
Korrektur der automatischen
Erkennung ................................67
Korrektur für alle Noten
automatisch vornehmen .............34
Korrektur-Modus .........................68
Kreative Um-Quantisierung ...........50
C
L
Core-Audio-Treiber .......................71
Correct Pitch Drift .......................36
Correct-Pitch ..............................35
Correct-Pitch-Taster .....................34
Cycle-Lokatoren ..........................29
Cycle-Schalter .............................28
Länge der Audiodatei ...................29
langsame Rechner .......................72
Latenzzeiten ...............................72
Lautstärke-Fader .........................28
leeres Dokument als
Ausgangsbasis ...........................74
B
D
Dehnen und Stauchen von Noten ..42
DirectX .......................................71
Driften der Tonhöhe .....................36
E
Einstellungs-Optionen ..................71
Empfindlichkeit ..........................69
82
Handbuch Melodyne uno
M
manuelle Formanten-Korrektur .....67
Marker mit den Bezeichnungen
„S“ (Start) und „E“ (End) ..........29
Mehrkanal-Audio-Hardware ..........72
Mehrstimmigkeit .........................38
Mono- oder Stereodatei ................73
Index
monophon ..................................26
N
nach Tonhöhen ............................69
Navigation ..................................26
Note halbtonweise transponieren ..32
Noten im Audiomaterial ...............27
Noten verlängern oder
verschieben ..............................46
Noten völlig frei bewegen .............48
Notengrenzen ..............................41
Notenraster .................................27
Notentrennung ............................67
Notentrennungen ........................69
Notenzeilen ................................34
O
Öffnen-Befehl .............................31
Oktavverschiebungen ...................67
Option „Notentrennungen immer
zeigen“ ....................................42
Originaldatei ...............................27
P
Popup-Hilfetexte .........................74
Puffer ........................................72
Puffer-Unterschreitung ignorieren .72
Puffergröße .................................72
R
Raster deaktivieren ......................43
Raster im Editorhintergrund .........39
Rauhigkeit ..................................67
renzen zwischen den Noten ..........42
ReWire-Host ...............................75
richtige Noten .............................27
Rückgriffsmöglichkeit auf
die Originaldatei .......................74
S
Samplerate .................................72
schlechtere Reaktion der
Bedienoberfläche ......................72
Schwankungen in der Intonation ...36
Segmente ...................................70
SND .....................................27, 73
Sound Designer II ..................27, 73
Sprache der Bedienoberfläche ......74
Stretch .......................................39
T
Takt/Zeitlineal .............................29
Taktart- und Tempo-Parameter ......39
Time-Werkzeug ............................41
Timestretching ............................40
Timing bearbeiten ........................41
tonales Material als
rhythmisches interpretiert ..........70
tonales Material als rhythmisches
interpretiert oder umgekehrt .......67
Tonart-Snap ................................37
Tonhöhe wird nicht
korrekt erkannt ..........................67
Tonhöhenbearbeitungs-Werkzeug ..32
Tonhöhenkorrektur-Werkzeug ........68
Tonhöhenkurve ............................68
Tonhöhenschwerpunkt .................36
Tonhöhenübergänge .....................47
Tonhöhenverlauf ..........................27
V
Verhalten und Aussehen von
Melodyne uno ...........................73
Versatz zur Rasterposition ............43
Voreinstellungen ..........................27
Handbuch Melodyne uno
83
Index
W
WAV .....................................27, 73
Werte beim Verändern von
Regler-Parametern .....................74
Wiedergabe der ganzen Audiodatei .28
Wiedergabetempo ........................38
Z
Zeitkorrektur-Fenster ...................49
Zeitkorrektur-Schalter ..................49
zeitliches Raster ..........................43
Zoom-Werkzeuge .........................33
Zusammenhang aufeinander
folgender Noten ........................47
84
Handbuch Melodyne uno
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