Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS

Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS
Grundlagen des
Betriebssystems
MS-DOS
Skript und Materialien zum Unterricht
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0-2
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
0 Inhaltsverzeichnis
0 Inhaltsverzeichnis ..............................................................................................0-1
0.1 Zielsetzung ..........................................................................................................0-5
0.2 Konventionen in diesem Dokument ...................................................................0-5
1 Einleitung .............................................................................................................1-1
2 Hardware/Software-Schichtenmodelle ..........................................................2-1
3 Die Entwicklung von MS-DOS .........................................................................3-2
4 Bedienoberfläche ...............................................................................................4-1
4.1 Historie................................................................................................................4-1
4.2 Heute...................................................................................................................4-2
4.3 Bedienfunktionen ................................................................................................4-3
4.4 Die Begriffe „textorientierte“ und „grafikorientierte“ Bedienoberfläche...........4-3
5 Die Grundleistungen des Betriebssystems..................................................5-1
6 DOS-Befehle, Grundlagen ................................................................................6-1
6.1 Erste Begriffe......................................................................................................6-1
6.1.1 Cursor ..........................................................................................................6-1
6.1.2 Prompt ..........................................................................................................6-1
6.1.3 Verzeichnis ..................................................................................................6-2
6.1.4 Verzeichnisbaum, Hierarchisches Dateisystem........................................6-3
6.1.5 Organisationsbeispiele................................................................................6-4
6.2 Verzeichnisstruktur anzeigen mit TREE............................................................6-6
6.3 Hilfe anzeigen mit FASTHELP...........................................................................6-8
6.4 Hilfe anzeigen mit HELP ....................................................................................6-8
6.5 Verzeichnis anzeigen mit DIR............................................................................6-9
6.6 Grundsätzlicher Aufbau von DOS-Befehlen ...................................................6-11
6.7 Ersetzungszeichen (Wildcards, Joker) ...........................................................6-13
6.8 Virtuelles Laufwerk ...........................................................................................6-14
6.9 Verzeichnis anlegen mit MD ............................................................................6-15
6.10 Der Begriff Pfad..............................................................................................6-16
6.11 Verzeichnis wechseln mit CD ........................................................................6-17
6.12 Verzeichnis entfernen mit RD........................................................................6-18
6.13 Verzeichnisbaum entfernen mit DELTREE...................................................6-19
6.14 Der Begriff Datei ............................................................................................6-20
6.15 Aufbau von Dateinamen.................................................................................6-21
6.16 Datei-Attribute anzeigen und bearbeiten mit ATTRIB ..................................6-22
6.17 Textdatei erzeugen mit COPY .......................................................................6-24
6.18 Textdatei erzeugen und bearbeiten mit EDIT ...............................................6-26
6.19 Datei umbenennen mit REN ..........................................................................6-29
6.20 Datei entfernen mit DEL.................................................................................6-29
6.21 Datei kopieren mit COPY...............................................................................6-30
6.22 Verzeichnisse und Dateien kopieren mit XCOPY ........................................6-31
6.23 Datei verschieben mit MOVE ........................................................................6-32
6.24 Verzeichnis umbenennen mit MOVE.............................................................6-32
6.25 Zusammenfassung der Verzeichnis- und Dateibefehle ...............................6-33
6.26 Datenträger kopieren mit DISKCOPY...........................................................6-34
6.27 Datenträger benennen mit LABEL.................................................................6-35
6.28 Datenträgername anzeigen mit VOL.............................................................6-35
6.29 Der Begriff Formatieren.................................................................................6-36
6.30 Datenträger formatieren mit FORMAT .........................................................6-40
6.31 Datenträger prüfen mit CHKDSK ..................................................................6-43
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0-1
7 Datenaustausch ................................................................................................. 7-1
7.1 Datenaustausch zwischen DOS-Anwendungen über Transfer-Dateien ........ 7-1
7.2 Umleiten des Ausgabe- bzw. Eingabedatenstroms von DOS-Befehlen.......... 7-1
7.3 Das Verketten von DOS-Befehlen mit dem Pipe-Zeichen............................... 7-2
8 DOS-System ......................................................................................................... 8-1
8.1 Startvorgang ....................................................................................................... 8-1
8.2 Die System-Konfigurationsdateien von MS-DOS ............................................ 8-5
8.3 Die Anweisung PATH......................................................................................... 8-7
9 Praxistips.............................................................................................................. 9-1
9.1 Die „Beliebige Taste“ ......................................................................................... 9-1
9.2 Anlegen eines Verzeichnisbaums mit XMD.BAT.............................................. 9-1
9.3 Anhalten und Abbrechen von DOS-Befehlen
oder Anwendungsprogrammen ................................................................................ 9-2
10 DOS-Befehle, Syntaxbeschreibungen
mit Anmerkungen und Beispielen ...................................................................10-1
10.1 ATTRIB ...........................................................................................................10-1
10.1.1 ATTRIB, Syntax.......................................................................................10-1
10.1.2 ATTRIB, Anmerkungen ...........................................................................10-2
10.1.3 ATTRIB, Beispiele...................................................................................10-3
10.2 CD ...................................................................................................................10-4
10.2.1 CD, Syntax...............................................................................................10-4
10.2.2 CD, Anmerkungen ...................................................................................10-5
10.3 CHKDSK.........................................................................................................10-6
10.3.1 CHKDSK, Syntax ....................................................................................10-6
10.3.2 CHKDSK, Anmerkungen.........................................................................10-7
10.3.3 CHKDSK, Beispiele ..............................................................................10-10
10.4 COPY ............................................................................................................10-11
10.4.1 COPY, Syntax........................................................................................10-11
10.4.2 COPY, Anmerkungen ............................................................................10-13
10.4.3 COPY, Beispiele....................................................................................10-16
10.5 DEL ...............................................................................................................10-18
10.5.1 DEL, Syntax...........................................................................................10-18
10.5.2 DEL, Anmerkungen ...............................................................................10-19
10.6 DELTREE .....................................................................................................10-20
10.6.1 DELTREE, Syntax.................................................................................10-20
10.6.2 DELTREE, Anmerkungen .....................................................................10-21
10.6.3 DELTREE, Beispiel...............................................................................10-21
10.7 DIR ................................................................................................................10-22
10.7.1 DIR, Syntax............................................................................................10-22
10.7.2 DIR, Beispiele........................................................................................10-24
10.7.3 DIR, Anmerkungen ................................................................................10-26
10.8 DISKCOPY ...................................................................................................10-28
10.8.1 DISKCOPY, Syntax...............................................................................10-28
10.8.2 DISKCOPY, Anmerkungen ...................................................................10-29
10.9 DOSKEY .......................................................................................................10-32
10.9.1 DOSKEY, Syntax...................................................................................10-32
10.9.2 DOSKEY, Anmerkungen .......................................................................10-34
10.9.3 DOSKEY, Beispiele...............................................................................10-38
10.10 EDIT............................................................................................................10-40
10.10.1 EDIT, Syntax........................................................................................10-40
10.10.2 EDIT, Anmerkung ................................................................................10-41
10.10.3 EDIT, Hilfe ...........................................................................................10-41
0-2
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10.11 FASTHELP .................................................................................................10-46
10.11.1 FASTHELP, Syntax.............................................................................10-46
10.11.2 FASTHELP, Anmerkung .....................................................................10-46
10.12 FORMAT.....................................................................................................10-47
10.12.1 FORMAT, Syntax ................................................................................10-47
10.12.2 FORMAT, Anmerkungen.....................................................................10-50
10.12.3 FORMAT, Beispiele ............................................................................10-53
10.13 HELP...........................................................................................................10-54
10.13.1 HELP, Syntax ......................................................................................10-54
10.13.2 HELP, Beispiel.....................................................................................10-54
10.14 LABEL.........................................................................................................10-55
10.14.1 LABEL, Syntax.....................................................................................10-55
10.14.2 LABEL, Anmerkungen.........................................................................10-55
10.14.3 LABEL, Beispiele.................................................................................10-56
10.15 MD...............................................................................................................10-57
10.15.1 MD, Syntax ..........................................................................................10-57
10.16 MORE .........................................................................................................10-58
10.16.1 MORE, Syntax.....................................................................................10-58
10.16.2 MORE, Anmerkung .............................................................................10-59
10.16.3 MORE, Beispiele.................................................................................10-59
10.17 MOVE..........................................................................................................10-60
10.17.1 MOVE, Syntax .....................................................................................10-60
10.17.2 MOVE, Anmerkungen..........................................................................10-61
10.17.3 MOVE, Beispiele .................................................................................10-62
10.18 PATH...........................................................................................................10-63
10.18.1 PATH, Syntax ......................................................................................10-63
10.19 RD ...............................................................................................................10-64
10.19.1 RD, Syntax...........................................................................................10-64
10.19.2 RD, Anmerkungen ...............................................................................10-65
10.20 REN.............................................................................................................10-66
10.20.1 REN, Syntax ........................................................................................10-66
10.20.2 REN, Anmerkungen.............................................................................10-67
10.21 SCANDISK .................................................................................................10-68
10.21.1 SCANDISK, Syntax.............................................................................10-68
10.21.2 SCANDISK, Anmerkungen .................................................................10-71
10.21.3 SCANDISK, Beispiele.........................................................................10-74
10.22 SUBST ........................................................................................................10-75
10.22.1 SUBST, Syntax....................................................................................10-75
10.22.2 SUBST, Anmerkungen ........................................................................10-76
10.22.3 SUBST, Beispiel..................................................................................10-76
10.23 SYS .............................................................................................................10-77
10.23.1 SYS, Syntax .........................................................................................10-77
10.23.2 SYS, Anmerkungen .............................................................................10-78
10.23.3 SYS, Beispiele .....................................................................................10-78
10.24 TREE...........................................................................................................10-79
10.24.1 TREE, Syntax ......................................................................................10-79
10.24.2 TREE, Anmerkung...............................................................................10-80
10.24.3 TREE, Beispiele ..................................................................................10-80
10.25 TRUENAME ...............................................................................................10-81
10.25.1 TRUENAME, Syntax...........................................................................10-81
10.25.2 TRUENAME, Anmerkungen ...............................................................10-81
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0-3
10.26 TYPE...........................................................................................................10-82
10.26.1 TYPE, Syntax.......................................................................................10-82
10.26.2 TYPE, Anmerkung ...............................................................................10-82
10.26.3 TYPE, Beispiele...................................................................................10-82
10.27 UNDELETE ................................................................................................10-83
10.27.1 UNDELETE, Syntax............................................................................10-83
10.27.2 UNDELETE, Anmerkungen ................................................................10-85
10.27.3 UNDELETE, Beispiele........................................................................10-90
10.28 UNFORMAT...............................................................................................10-91
10.28.1 UNFORMAT, Syntax ..........................................................................10-91
10.28.2 UNFORMAT, Anmerkungen...............................................................10-92
10.28.3 UNFORMAT--Beispiele......................................................................10-92
10.29 VOL.............................................................................................................10-93
10.29.1 VOL, Syntax.........................................................................................10-93
10.29.2 VOL, Anmerkung .................................................................................10-93
10.30 XCOPY .......................................................................................................10-94
10.30.1 XCOPY, Syntax ...................................................................................10-94
10.30.2 XCOPY, Anmerkungen .......................................................................10-96
10.30.3 XCOPY, Beispiele ...............................................................................10-98
11 Anhang .............................................................................................................11-1
11.1 Literaturliste / Quellen ....................................................................................11-1
11.2 Liste der Abbildungen und Tabellen...............................................................11-2
11.3 Tabelle der ASCII-Bildschirmzeichen............................................................11-4
11.4 Weiterführende Stichworte, Ergänzende Literatur.......................................11-5
12 Glossar .............................................................................................................12-1
0-4
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0.1 Zielsetzung
Diese Broschüre kann einen Workshop oder Gruppenunterricht darin
unterstützen, Grundlagen zu MS-DOS und zur PC-Welt drumherum zu vermitteln.
Die Teilnehmer/-innen sollen
• den Sinn und Zweck eines Betriebssystems verstehen,
• einen Überblick über Systemvoraussetzungen und Leistungsmerkmale
gewinnen,
• den Befehlsaufbau von MS-DOS verstehen,
• eine solche Oberfläche bedienen und evtl. einrichten können,
• grundlegende DOS-Befehle anwenden können,
• mit Speichermedien wie Diskette oder Festplatte umgehen können.
Einen Einstieg in die umfangreiche Thematik könnten die Teilnehmer/-innen durch
Exploration zu einem der folgenden Themen finden:
• Was ist Hardware, was ist Software?
• Sinn und Zweck eines Betriebssystems
• Was ist eine textorientierte Oberfläche?
• Was ist ein grafische Oberfläche?
• Vorteile und Nachteile von text- und grafisch-orientierten Oberflächen
• Was ist eine Anwendung (ein Anwendungsprogramm)?
Die Broschüre enthält neben dem unterrichtsbegleitenden Theorie- und Übungsteil
auch einen Referenzteil der behandelten MS-DOS-Befehle, der - überarbeitet und
ergänzt - weitgehend der Online-Hilfe entspricht. Auch Teilnehmer/-innen, die noch
kein PC-System mit MS-DOS besitzen, können damit ihren Einstieg in das
Betriebssystem MS-DOS vertiefen.
0.2 Konventionen in diesem Dokument
• Tasten werden dargestellt in eckigen Klammern in der Schriftart Arial, 11p,
Schriftformat Kapitälchen. Beispiel:
Taste [ENTER]
• Bei Tastenkombinationen sind die zu drückenden Tasten mit einem PlusZeichen verbunden:
Tastenkombination [STRG+C]
(Vorgang: Die Taste [STRG] herunterdrücken und festhalten, die Taste [C]
einmal kurz drücken, beide Tasten loslassen.)
• Bildschirmausgaben werden dargestellt in der Schriftart Courier, fett, 11p oder
kleiner. Beispiel:
Befehl oder Dateiname nicht gefunden
• Benutzereingaben werden in der Schriftart Courier, 11p fett, unterstrichen, in
Kleinschrift dargestellt. Beispiel:
dir c:\dos\*.exe /os /p
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0-5
Grundlagen des Betriebssystems
MS-DOS
Skript und Materialien zum Unterricht
1 Einleitung
MS-DOS ist tot, spätestens mit der nächsten Version 7.0 (aktuell ist 6.22).
Die Betriebssystemwerweiterung MS-Windows lebt schon in der dritten Generation
und wird mit der angekündigten Version 4.0 (Frühjahr 1995 ?) noch einmal zu voller
Blüte kommen. Ob es dann ein ausgereiftes Betriebssystem sein wird oder ob wir
Anwender dann endlich reif sind für diese Art Benutzeroberfläche, ist heute schwer
zu sagen.
Müssen wir uns also in Zukunft noch Gedanken machen um Speicherausnutzung,
Einsteckkarten, Laufwerke, Verzeichnisbäume, CONFIG.SYS und
AUTOEXEC.BAT usw. usw. ?
Ja, heute ist es noch so. Auch das aktuelle Windows for Workgroups 3.11 ist
immer noch eine Erweiterung des Betriebssystems MS-DOS. Zu den bekannten
Unzulänglichkeiten von MS-DOS kommt dann noch das für den Einsteiger fast
unüberschaubare Windows-System hinzu. Wenn es keine technischen
Schwierigkeiten gibt, so treten doch bald Probleme im Umgang mit der
Benutzeroberfläche auf. Die alten DOS-Probleme scheinen verschwunden, aber
neue Windows-Probleme sind gegenwärtig.
Gerade in schwierigen Situationen im täglichen Umgang mit dem PC zeigt sich,
daß fundierte DOS-Kenntnisse helfen können, Probleme schnell zu meistern.
Halten wir uns noch einmal vor Augen, woraus ein Computersystem ganz allgemein
und grundsätzlich besteht: nämlich aus Hardware und Software, also aus
technischen Geräteteilen und Anweisungen, wie diese sich verhalten sollen.
Das ist aber noch nicht alles. Ein dritter wichtiger Faktor kommt noch hinzu. Erst
der Mensch veranlaßt Hardware und Software dazu, für ihn – hoffentlich –
Sinnvolles zu erledigen, ihm von Nutzen zu sein. Das Gesamtsystem besteht also
immer aus den drei Komponenten Hardware, Software und Mensch.
Abbildung 1-1:
H/S/M-Schichtenmodell (grob)
Mensch
Software
Hardware
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ۥ
<
:
1-1
Der Anwender oder die Anwenderin bestimmen letztlich, wie sich das
technische System zu verhalten hat. Es wird optimaler Einsatz und
größtmöglichster Nutzen bei geringen Kosten verlangt. Wir wissen, daß nirgendwo
alles gleichzeitig in bester Ordnung sein kann, also müssen wir ein optimales
Zusammenspiel aller Komponenten erreichen und dabei gegebenenfalls auch
Kompromisse schließen.
Die folgende Abbildung verdeutlicht noch einmal die Schichtung der einzelnen
Komponenten und deren Zusammenwirken.
Der Anwender eines heutigen PC-Systems kann auf verschiedenen Ebenen
dieses Gebäudes mit unterschiedlicher Nutzenqualität arbeiten.
Abbildung 1-2:
H/S/M-Schichtenmodell (fein)
Mensch
Anwendung(en)
BetriebssystemErweiterung
(z.B. MS-Windows)
Soft- Betriebssystem
ware (z.B. MS-DOS)
Hard- Prozessor
ware usw.
Wer ökonomisch handeln muß oder will, wird prüfen, ob eine aufgeblähte grafische
Benutzeroberfläche mit Mausbedienung überhaupt sein muß. Vielleicht reicht eine
tastengesteuerte textorientierte Oberfläche ja vollkommen aus. Damit wir Themen
dieser Art bewußt entscheiden können, wollen wir uns mit dem Betriebssystem MSDOS grundlegend beschäftigen.
1-2
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2 Hardware/SoftwareSchichtenmodelle
Abbildung 2-1:
Betriebssystem ohne weitere Anwendungssoftware
Anwender(in) L
BETRIEBSSYSTEM
HARDWARE
SOFTWARE
z.B. MS-DOS 6.22
z.B. Intel-kompatibel
Abbildung 2-2:
Betriebssystem mit einer Anwendung (Single-Task)
Anwender(in) K
ANWENDUNG
BETRIEBSSYSTEM
HARDWARE
SOFTWARE
z.B. Textverarbeitung
z.B. MS-DOS 6.22
z.B. Intel-kompatibel
Abbildung 2-3:
Betriebssystem mit umschaltbaren Anwendungen (Task-Switching)
Anwender(in) K..J
ANWENDUNG-1
ANWENDUNG-2
Task-Switching
BENUTZEROBERFLÄCHE
BETRIEBSSYSTEM
HARDWARE
SOFTWARE
z.B. DOSSHELL.EXE
z.B. MS-DOS 6.22
z.B. Intel-kompatibel
Abbildung 2-4:
Betriebssystem und grafische Erweiterung mit mehreren Anwendungen
(Multi-Tasking)
Anwender(in) K..J
ANWENDUNG-1
SOFTWARE
ANWENDUNG-2
DOS-SHELL
nicht präemptiv (kooperativ)
präemptiv
GRAFISCHE BS-ERWEITERUNG
BETRIEBSSYSTEM
HARDWARE
z.B. Windows 3.11
z.B. MS-DOS 6.22
z.B. Intel-kompatibel
Abbildung 2-5:
Betriebssystem mit integrierter grafischer Bedienoberfläche mit mehreren
Anwendungen (Präemptives Multi-Tasking)
Anwender(in) JJ
ANWENDUNG-1
SOFTWARE
ANWENDUNG-2
XY-SHELL
präemptiv
GRAFISCHES BETRIEBSSYSTEM
HARDWARE
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z.B. Windows NT, OS/2
z.B. Intel-kompatibel
2-1
3 Die Entwicklung von MS-DOS
Abbildung 3-1:
Übersicht: Die Entwicklung von MS-DOS
Einführun
g
08/1981
01/1982
04/1983
08/1984
11/1984
01/1986
04/1987
08/1988
1991
1993
1993/94
02/1994
07/1994
09/1995
3-2
Version Neuerung
1.0
1.1
Zweiseitige Disketten
2.0/2.11 Festplatte,
Hierarchisches Dateisystem,
Installierbare Treiber
Umleitung von Datenströmen (Redirection)
Verketten von Programmen (Pipelining)
3.0
Größere Festplatten bis 32 MB,
Diskettenlaufwerke mit 1,2 MB
3.1
Netzwerk-Unterstützung
3.2
Diskettenlaufwerke 3,5“ 720 KB
3.3
Mehrfache 32 MB-Festplatten-Laufwerke,
Mehrere Zeichensatztabellen,
Diskettenlaufwerke 3,5“ 1,44 MB
4.0
2 GB-Festplatten-Laufwerke, EMS 4.0, DOS-Shell
5.0
Online-Hilfe zu allen Befehlen, Tastaturhilfsmittel
DOSKEY, Bildschirmorientierter Editor EDIT,
Neuer BASIC-Interpreter QBASIC ersetzt GW-BASIC,
Treiberprogramm HIMEM für Extended Memory XMS,
EMS-Emulator EMM386 für 386er-PCs,
Versions-Simulator (-“Täuscher“) SETVER.EXE
6.0
Datenträger-Entfragmentierungsprogramm DEFRAG,
Datenträger-Komprimierungsprogramm DBLSPACE,
Speicheroptimierungsprogramm MemMaker,
Anti-Virus-Programm MSAV,
neues interaktives Backup-Programm MSBACKUP,
Datenübertragungsprogramm INTERLNK,
verbesserter EMS-Emulator EMM386,
Erweiterungen bei DIR, MEM, LOADHIGH,
DEVICEHIGH, UNDELETE, SMARTDRV,
Fähigkeit zur Multi-Systemkonfiguration,
Neue Befehle CHOICE, MOVE, DELTREE,
Diagnoseprogramm MSD
Stromspar-Treiber für Laptops POWER
6.2
Verschiedene Detail-Verbesserungen (siehe Tabelle
weiter unten: DOS-Verbesserungen ab Version 6.20)
6.21
Nach Unterliegen in einer Patentrechtklage des
Herstellers STAC darf Microsoft die DOS-Version 6.2
nicht mehr mit DoubleSpace ausliefern.
6.22
DoubleSpace durch DriveSpace ersetzt,
Microsoft Diagnose Tool MSD.EXE Version 2.11
Verschiedene Detail-Verbesserungen (siehe Tabelle
weiter unten: DOS-Verbesserungen ab Version 6.20)
7.00
DOS-Version in MS-Windows 95
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4 Bedienoberfläche
4.1 Historie
Die ersten PC-Systeme waren gekennzeichnet durch:
•
Eine komplexe, für den "naiven" Benutzer schwierige Bedienerschnittstelle
(typisches Beispiel: MS-DOS Kommandoebene).
•
Wechselnde Arbeitsumgebungen, die zu ständigem Umstellen und Neulernen
zwangen (z.B. der Wechsel zwischen DOS und Anwendung oder der Wechsel
zwischen verschiedenen Anwendungen).
•
Unverständliche (oft englische) Fehlermeldungen und Hilfeinformationen, die
zu häufiger Handbuchlektüre zwangen.
•
Starke Diskrepanz zwischen Bildschirmdarstellung und Ausdruck, die die
Fehleranfälligkeit erhöhte.
•
Mangelnde Integrations- und Datenaustauschfähigkeit der unterschiedlichen
auf einem Rechner laufenden Anwendungen.
Die von IBM in 1987 erstmals veröffentlichten Richtlinien zu einer einheitlichen
Benutzerführung ´Common User Access´ (CUA 87...CUA 91) wurden von IBM
weiterentwickelt und unter dem Konzept ´Systems Application Architecture´ (SAA)
zusammengefaßt und in Anwendungen realisiert.
Durch Veröffentlichung der SAA-Regeln erhielten auch andere Softwarehersteller
die Gelegenheit, ihre Programme diesem Konzept anzupassen.
Eine Bedienoberfläche soll semantisch, syntaktisch und physikalisch
konsistent sein.
Abbildung 4-1:
Konsistenzforderungen
semantisch
syntaktisch
physikalisch
ein bestimmter Befehl führt immer die gleiche Aktion aus und gibt die
gleiche Bildschirmdarstellung aus
die Kommunikationselemente (Menüleisten, Symbole usw.) müssen
definiert funktionieren
betrifft die Hardware, z.B. Gestaltung der Tastatur, Zuordnung von
Programmfunktionen zu Funktionstasten (z.B. Hilfe immer mit [F1])
Beispiele für Konsistenz (unter DOS):
Dateien mit der Endung .COM, .EXE oder .BAT werden immer als Programmdatei
angesehen und gegebenenfalls ausgeführt.
Beispiele für Inkonsistenz (unter DOS):
Nicht alle Befehls-/Parameter-/Optionen-Konstrukte entsprechen dem Musteraufbau
eines typischen DOS-Befehls, d.h. es müssen Ausnahmen berücksichtigt werden, z.B.
bei DIR, CD, ATTRIB.
Der Befehl MOVE (bewegen, verschieben) zum Umbenennen(!) von Verzeichnissen.
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4-1
4.2 Heute
Auch heute noch in der aktuellen Version 6.22 präsentiert sich die
Benutzeroberfläche von DOS wie eh und je schon seit Version 1.0.
Ein schwarzer Bildschirm und der sog. Prompt ist grundsätzlich das, was der
Anwender zu sehen bekommt. Die Befehle müssen mühsam von Hand eingetippt
werden, die Befehlssyntax muß beherrscht werden, ansonsten erhält man Fehlermeldungen, die größtenteils verständlich sind, aber auch mehrdeutig oder sogar
unverständlich sein können. Bekannte Inkonsistenzen wurden aus
Kompatibilitätsgründen auch in der neuen Version beibehalten.
Der Befehlsvorrat wurde um wenige Befehle erweitert bzw. vorhandene Befehle
wurden verbessert. Die folgende Tabelle gibt eine Kurzinformation:
Abbildung 4-2:
DOS-Verbesserungen ab Version 6.20
SCANDISK.EXE
DBLSPACE.EXE
bzw.
DRVSPACE.EXE
HIMEM.SYS
COPY, XCOPY.EXE,
MOVE.EXE
SMARTDRV:EXE
CONFIG.SYS,
AUTOEXEC.BAT
DISKCOPY.EXE
DIR, MEM.EXE,
CHKDSK.EXE,
FORMAT.COM
Ein brauchbares Platten-Diagnose- und
Reparaturprogramm.
DoubleGuard, Verbesserte Datensicherheit beim
Gebrauch von DoubleSpace bzw. DriveSpace, und
Verbesserungen beim Komprimieren.
Speichertest bei der Installation.
Verbesserte Datensicherheit durch Sicherheitsabfrage
vor dem Überschreiben einer Datei.
Verbesserte Datensicherheit beim Schreib-Cache.
SmartDrive kann jetzt auch CD-ROM-Laufwerke puffern
Schrittweises Ausführen der einzelen Befehlszeilen zum
Testen und zur Fehlersuche.
Kann jetzt ohne Diskettenwechsel auch Disketten mit
hoher Speicherkapazität kopieren.
Verbesserung der Lesbarkeit von großen Zahlen durch
Einfügen eines 1000er-Trennzeichens.
Das Dienstprogramm DOSSHELL, das seit MS-DOS-Version 4.0 durch einen
menügeführten Dateimanager und durch einen Programm-Manager den Prompt
für den einen oder anderen Anwender schon überflüssig machte, wurde in der
Update-Version 6.2 nicht mehr mitgeliefert, aber es ist nach wie vor in der
Vollversion mit dabei. MS-DOS 7.0 (das DOS in Windows 95) wird ein
Dienstprogramm DOSSHELL 7.0 enthalten eventuell nur mit englischer
Benutzeroberfläche, das dann auch mit langen Dateinamen umgehen kann.
Der DOSSHELL-Datei-Manager kann durchaus die Anschaffung einer
Zusatzsoftware wie z.B. Norton Commander oder PC-Tools ersparen, solange
man mit den angebotenen Grundfunktionen auskommen kann. Mit dem ProgrammManager kann man sich einfach und wirkungsvoll Programmaufrufe organisieren.
Auch die eingebaute Funktion des Task-Switching ist sehr brauchbar, wenn man
vorwiegend mit DOS arbeitet, weil z.B. die Hardware nichts anderes zuläßt.
4-2
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
4.3 Bedienfunktionen
MS-DOS läßt sich auf verschiedene Art und Weise bedienen.
• Grundsätzlich können alle Eingaben über die Tastatur erfolgen.
• Das Menükonzept des Dienstprogramms DOSSHELL erlaubt eine
menügeführte Bedienung (Menüleisten, Drop-Down-Menüs, kontextsensitive
Pop-Up-Menüs) und stellt zusätzliche betriebssystemerweiternde Funktionen
bereit (Task-Switching=Programm-Umschaltung).
4.4 Die Begriffe „textorientierte“ und
„grafikorientierte“ Bedienoberfläche
Das MS-DOS der Kommandozeile (COMMAND.COM) ist das klassische Beispiel
für eine befehlsorientierte Bedienoberfläche im Textmodus.
Das MS-DOS der DOSSHELL ist ein Beispiel für eine menüorientierte
Bedienoberfläche, die sich sowohl im Textmodus als auch im Grafikmodus
präsentieren kann.
In anderen Betriebssystemen ist die grafische Bedienoberfläche integraler
Bestandteil des Betriebssystems, z.B. der Finder beim Apple-Macintosh. Microsoft
bietet mit MS-Windows einen Aufsatz bzw. eine grafische Erweiterung für das
Betriebssystem MS-DOS an.
Abbildung 4-3:
Vorteile und Nachteile von text- bzw. grafikorientierten
Bedienoberflächen
Text
•
•
•
Grafik
•
•
•
Vorteile
25 Zeilen * 80 Spalten = 2000
Zeichen auf dem Bildschirm =
2000 Byte im Speicher.
Ein Zeichen wird auf den
Bildschirm übertragen mit jeweils
einem Maschinenbefehl.
Die Zeichen selbst werden durch
einen Zeichensatzgenerator
gebildet.Dadurch sind sehr
schnelle Bildschirmausgaben
möglich.
Bedienfunktionen und Objekte
können bildlich dargestellt
werden.
Ermöglicht die intuitive
Bedienung.
Anwendungen laufen in
Fenstern.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
Nachteile
• Bedienfunktionen und zu
bearbeitende Objekte können
nicht wie in Wirklichkeit
dargestellt werden.
• Einarbeitungszeit kann länger
sein.
• Weitere schriftliche und bildliche
Erklärungen sind nötig.
• 640 * 480 Bildpunkte (VGAQualität) entsprechen 307.200
Byte im Speicher.
• Der Prozessor muß die
Darstellungsleistung
aufbringen.Dadurch werden
Anwendungen ausgebremst und
der Bildaufbau kann sehr
langsam sein.
4-3
4-4
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5 Die Grundleistungen des
Betriebssystems
Allgemein betrachtet hat ein Betriebssystem die folgenden Aufgaben:
• Es ist die fundamentale Benutzerschnittstelle.
• Es bildet eine Grundlage für Anwendungsprogramme.
• Es entkoppelt Anwendungsprogramme und Hardware
Diese drei Grundprinzipien wurden auch in MS-DOS verwirklicht.
Gerade das Prinzip der Entkoppelung von Hardware und den unterschiedlichen
Anwendungsprogrammen findet man in MS-DOS weitgehend verwirklicht. Zwar
nicht optimal, dafür aber relativ einfach und seit langer Zeit über viele technische
Neuentwicklungen hinweg brauchbar.
MS-DOS ist ein modulares Betriebssystem. Es besitzt einen verhältnismäßig
kleinen mehrschichtigen Betriebssystemkern, der dauerhaft im Arbeitsspeicher
verweilt und grundlegende oft gebräuchliche Funktionen bereitstellt. Weniger oft
gebrauchte Betriebssystem-Funktionen oder Dienstprogramme können bei Bedarf
von externen Datenträgern in den Arbeitsspeicher geladen werden und dort zur
Ausführung kommen. In diesem Sinn gibt es keinen Unterschied zwischen
Anwendungsprogrammen und Betriebssystem-Dienstprogrammen. Sie besitzen
dasselbe programmiertechnische Dateiformat (.COM- bzw. .EXE-Dateien).
Dadurch ist es grundsätzlich möglich, z.B. die vorhandene Bedienoberfläche
COMMAND.COM gegen eine andere (evtl. leistungsfähigere) auszutauschen.
Daneben gibt es ein Treiberkonzept, das MS-DOS zu einem sog. „offenen“
System macht. Treiber sind elementare Hilfs-Programme, die bei Bedarf das
Betriebssystem an der Basis ergänzen, so daß es theoretisch mit jedweder
Hardware-Peripherie zusammenarbeiten kann. Somit ist es möglich, dem
Betriebssystem und damit schließlich auch den Anwendungsprogrammen solche
technische Entwicklungen verfügbar zu machen, die zur Zeit der BetriebssystemEntwicklung vielleicht noch gar nicht bekannt waren oder die sich im Laufe der Zeit
öfters ändern können.
MS-DOS besitzt einige integrierte Gerätetreiber für Tastatur, Bildschirm,
Festplatte, Diskette, parallele und serielle Schnittstelle. Außerdem stellt MS-DOS
installierbare Gerätetreiber zur Verfügung, z.B. für den Drucker oder für den
Hauptspeicher. Die Hersteller bestimmter Hardware-Erweiterungen liefern
ebenfalls installierbare Gerätetreiber zusammen mit ihren Produkten aus zur
individuellen Anpassung an die Betriebsumgebung.
Ein Beispiel dafür ist die Bedienhilfe „Maus“, deren Funktionalität seit Erscheinen
immer mehr verbessert wurde. Damit Anwendungsprogramme die Maus benutzen
können, muß ein sog. Maus-Treiber an das Betriebssystem „angekoppelt“ werden.
Zur Zeit aktuell ist die Version 9.0. Treiber werden gewöhnlich beim Systemstart
dauerhaft für die jeweilige Sitzung in das Betriebssystem eingebunden.
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5-1
Leider erlaubt MS-DOS keine dynamische Treiberkonfigurierung
während der Laufzeit, so daß ein PC-System erst heruntergefahren und nach der
beabsichtigten Konfigurations-Änderung neu gestartet werden muß.
Dieser Umstand macht sich gerade in der neueren Zeit mit ihren
leistungsfähigeren Prozessoren, viel Hauptspeicher, gerade auch im
Zusammenhang mit der Betriebssystemerweiterung MS-Windows und den weit
voneinander abweichenden Einsatzmöglichkeiten von PC-Systemen sehr stark
behindernd bemerkbar.
MS-DOS wird aus diesem Grund niemals ein Non-Stop-Betriebssystem sein
können.
Der Befehls- und Funktionsvorrat von MS-DOS umfaßt folgend Bereiche:
Abbildung 5-1:
Grundleistungen des Betriebssystems
5-2
Leistungsbereich
vorhandene Funktionen
System einstellen
COUNTRY
PROMPT
FILES
BUFFERS
Treiber
KEYB
DOSKEY ...
Datenträger
formatieren
benennen, umbenennen
kopieren, vergleichen
prüfen
Struktur anzeigen ...
Verzeichnisse
anlegen, entfernen
Arbeitsverzeichnis
wechseln
umbenennen
Inhalt anzeigen ...
Dateien
erzeugen, entfernen
kopieren, prüfen
drucken
Inhalt ansehen ...
Programme
finden
starten
beenden
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6 DOS-Befehle, Grundlagen
In diesem DOS-Grundlagenkurs werden wir folgende Befehle vorstellen:
Verzeichnisbefehle
Dateibefehle
Datenträgerbefehle
Sonstige Befehle
TREE, DIR, MD, CD, RD,
DELTREE, MOVE, XCOPY
EDIT, TYPE, REN, DEL, COPY,
XCOPY, MOVE, ATTRIB, MORE
FORMAT, CHKDSK, DISKCOPY,
SYS, LABEL, VOL
CLS, DATE, TIME, PROMPT,
PATH
6.1 Erste Begriffe
Wir nehmen an, daß Sie Ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit DOS an einem
funktionstüchtigen Personal-Computer machen werden. Es ist nicht Sinn dieses
Kurses, daß Sie von Grund auf einen PC einrichten müssen, bevor Sie mit ihm
arbeiten können.
Wir gehen im folgenden davon aus, daß Ihr Trainings-PC über eine
gebrauchsfähige Festplatte mit einem vollständig installierten MS-DOS verfügt
(DOS-Version 5.0 oder 6.0), ein Verzeichnis C:\DOS enthält, und daß evtl. noch
weitere Verzeichnisse mit beliebigen Dateien existieren.
6.1.1 Cursor
Nach der Einschaltphase (bzw. bei einem besonders gesicherten Arbeitsplatz oder
in einem Netzwerk nach der Anmeldephase) werden Sie gewöhnlich nur einen
schwarzen Bildschirm sehen, auf dem es an einer Stelle blinkt.
Das blinkende Zeichen ist der sog. Cursor (Schreibmarke). Der Cursor kann als
Unterstrich- oder als Block-Cursor auf dem Bildschirm sichtbar sein, je nachdem,
ob der Überschreib- oder der Einfügemodus für die Tastatur eingestellt wurde (Die
Taste [EINFG] schaltet den Modus um).
6.1.2 Prompt
Links vor dem Cursor befindet sich normalerweise der Prompt, das Bereitschaftszeichen des Betriebssystems. An der Stelle, wo der Cursor blinkt, können Sie
Zeichen eingeben. Am Ende Ihrer Eingabezeile drücken Sie die [EINGABETASTE] (=
Taste [ENTER]), damit das Kommando vom Betriebssystem aufgenommen werden
kann. Ihre Eingabe wird zunächst untersucht und nur wenn sie plausibel erscheint
auch ausgeführt. Sollte ein Eingabefehler oder ein Ausführungsfehler vorliegen,
wird MS-DOS eine Fehlermeldung auf den Bildschirm schreiben.
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6-1
Wenn der Befehl ausgeführt werden konnte, wird MS-DOS Ihnen dazu
überhaupt nichts sagen. Allein der Prompt erscheint wieder auf dem Bildschirm und
Sie wissen, daß Ihr Befehl ausgeführt wurde, ob in Ihrem Sinne positiv oder
vielleicht nicht, das müssen Sie dann schon noch selbst herausfinden.
Das Aussehen des Prompt kann man einstellen, so daß wir uns mittels Prompt
automatisch bestimmte Auskünfte geben lassen können. Wir werden in einem
späteren Kursabschnitt auf die Einstellmöglichkeiten des Prompts noch einmal
eingehen.
Jetzt sollten Sie einmal kontrollieren, ob der Prompt auf Ihrem PC-System
mindestens das aktuelle Laufwerk und das aktuelle Verzeichnis anzeigt. Der
Prompt könnte so aussehen: C:\> oder vielleicht auch so: C:\DOS> . Wenn Sie
etwas anderes sehen sollten, dann stellen Sie den Prompt bitte ein mit dem Befehl:
set prompt=$p$g.
Wenn der Prompt so eingestellt wird, dann erhalten Sie nach jedem Druck auf die
[EINGABETASTE] am Bildschirm mitgeteilt, auf welchem Laufwerk und in welchem
Verzeichnis Sie sich gerade befinden (z.B.: C:\WORD\TEXTE>).
Das Verzeichnis, in dem Sie sich gerade befinden, wird immer als das aktuelle
Verzeichnis bzw. als das Arbeitsverzeichnis bezeichnet. Wenn Sie DOS-Befehle
ausführen, beziehen diese sich zunächst auf das jeweilige Arbeitsverzeichnis bzw.
auf die dort vorhandenen Dateien.
6.1.3 Verzeichnis
Ein Verzeichnis ist eine Ordnungsstruktur, die Verweise und Informationen zu
Dateien und Unterverzeichnissen enthalten kann. Physikalisch notwendig ist
mindestens ein Verzeichnis, nämlich das Hauptverzeichnis. Es wird beim
Formatieren eines Datenträgers automatisch eingerichtet.
(Unter-) Verzeichnisse ermöglichen die logische Gruppierung von Dateien.
MS-DOS verwaltet Dateien und Unterverzeichnisse gemeinsam in derselben Liste.
Für das Betriebssystem sind Verzeichnisse kenntlich gemacht durch ein
Verzeichnisattribut, für den Anwender z.B. in der Anzeige des DIR-Befehls mit dem
Symbol <DIR>. Das Verzeichnisattribut selbst ist mit DOS-Mitteln nicht änderbar.
6-2
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6.1.4 Verzeichnisbaum,
Hierarchisches Dateisystem
Abbildung 6-1:
Hierarchisches Dateisystem
C:\
|
CONFIG.SYS
|
AUTOEXEC.BAT
|
+---DOS
|
ATTRIB.EXE
|
EDIT.COM
|
+--ANWEND
|
ANW.EXE
|
+---DATEN
DATEN.001
DATEN.002
Abbildung 6-2:
Vergleich: Bürowelt zu PC-System
Büro
Aktenschrank mit Schubfächern
Schubfach
Hängeordner
Blatt
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:
:
:
:
:
PC
PC-System mit Laufwerken
Laufwerk
Verzeichnis
Dokument (Datei)
6-3
6.1.5 Organisationsbeispiele
Einfache Verzeichnisstruktur für zwei Abteilungen
C:\
VERKAUF
PERSONAL
Mehrschichtige Verzeichnisstruktur für zwei Abteilungen
C:\
VERKAUF
TEXTVER
KUNDEN
PERSONAL
BUDGET
TEXTVER
GL_ZEIT
PROJEKT
Anwendungsbezogene Verzeichnisstruktur für einen Freiberufler
C:\
TEXTE
6-4
FIBU
DATEN
BETRIEB
BETRIEB
BETRIEB
KLIENTEN
KLIENTEN
KLIENTEN
PERSONAL
PERSONAL
PERSONAL
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Anwendungsbezogene Verzeichnisstruktur für einen Kleinbetrieb
C:\
TEXTE
KALKUL
DATEN
VERKAUF
VERKAUF
VERKAUF
PROD
PROD
PROD
PERSONAL
PERSONAL
PERSONAL
Beispiel einer benutzerbezogenen Verzeichnisstruktur
C:\
DETLEV
TEXTE
PRIVAT
ANGELIKA
DATEN
CHRISTO
PROG
TEXTE
TEXTE
WORD
DATEN
DATEN
DBASE
ADRESSEN
SPIELE
BETRIEB
ADRESSEN
PRIVAT
REZEPTE
SCHACH
BETRIEB
XWING
TERMINE
PACMAN
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6-5
6.2 Verzeichnisstruktur anzeigen mit TREE
Um sich an einem unbekannten PC einen ersten Überblick über den Aufbau der
Festplatte zu verschaffen, können Sie z.B. den DOS-Befehl TREE anwenden.
Dieser Befehl zeigt an, welche Verzeichnisse sich auf der untersuchten Festplatte
befinden und in welcher hierarchischen Beziehung sie verknüpft sind. Wie der
Name TREE schon aussagt, wird die physikalische Verzeichnisstruktur der
Festplatte als Baumstruktur auf dem Bildschirm abgebildet.
Wenn Sie im Hauptverzeichnis der Festplatte C: am DOS-Prompt eingeben:
C:\>tree
erhalten Sie eine grafische Auflistung aller Verzeichnisnamen der Festplatte C: mit
allen darin befindlichen Unterverzeichnissen.
Hinweis: Wenn Sie sich in einem Unterverzeichnis befinden (z.B.: C:\DOS) und
dort einfach tree eingeben, erhalten Sie nur den Teil des Verzeichnisbaumes
angezeigt, der sich unterhalb Ihres aktuellen Standortes befindet!
Wenn es dort allerdings keine weiteren Unterverzeichnisse mehr gibt, erhalten Sie
von MS-DOS die Nachricht:
Es existieren keine Unterverzeichnisse
Ungeachtet dessen, in welchem (Unter-)Verzeichnis Sie sich gerade befinden
mögen, wird Ihnen nach der Eingabe von
tree \
immer der gesamte Verzeichnisbaum ab Hauptverzeichnis angezeigt werden.
Sollte die Ausgabe des TREE-Befehls umfangreicher sein als auf einer
Bildschirmseite angezeigt werden kann, so läßt sich die Ausgabe mit der folgenden
Befehlsverkettung bildschirmseitenweise unterbrechen:
tree \ | more
Hinweis: Das Befehlskettenzeichen ´|´ (pipe) erhalten Sie mit der
Tastenkombination [ALTGR+<] (Tastatur-Dritt-Belegung) oder durch Eingabe von
[ALT+124] (Ziffern des Nummernblocks!).
Das DOS-Programm MORE ist ein sog. Filterbefehl, dessen einzige Aufgabe darin
besteht, eine eintreffende Textdatei so zu „filtern“, daß diese immer nur in kleinen
Portionen bildschirmseitenweise ausgegeben wird. Der Benutzer erhält jeweils eine
Aufforderung zum Weitermachen.
6-6
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Der TREE-Befehl kann nicht nur Verzeichnisse anzeigen, sondern auf
Wunsch auch die Namen von Dateien. Um etwas über die auf der Festplatte
gespeicherten Dateien zu erfahren, können Sie eingeben:
tree \ /f
Zusätzlich zum Verzeichnisbaum werden die Namen der in den jeweiligen
Verzeichnissen befindlichen Dateien aufgelistet. Verketten Sie auch hierbei wieder
die Befehle TREE und MORE, damit Sie die Ausgabe des TREE-Befehls in Ruhe
lesen können:
tree \ /f | more
Wenn Sie nun noch wissen wollen, was der TREE-Befehl vielleicht alles noch mehr
kann, können Sie ihn auch selbst befragen. Geben Sie dazu ein:
tree /?
Sie erhalten dann folgende Bildschirmausgabe:
Zeigt die Verzeichnisstruktur eines Laufwerks oder Pfads
grafisch an.
TREE [Laufwerk:][Pfad] [/F] [/A]
/F
/A
Zeigt auch die Namen der Dateien in jedem Verzeichnis an.
Verwendet den ASCII- statt dem erweiterten Zeichensatz.
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6-7
6.3 Hilfe anzeigen mit FASTHELP
Mit der nachgestellten Option /? können Sie jedem DOS-Befehl seine
Geheimnisse entlocken. Angezeigt werden jeweils eine Kurzbeschreibung des
Befehls, seine Befehlssyntax und gegebenenfalls Erklärungen der Parameter und
Optionen. Beispiel:
tree /?
Das gleiche Ergebnis erzielen Sie, wenn sie den DOS-Befehl FASTHELP
anwenden. Beispiel:
fasthelp tree.
Eine Kurzbeschreibung aller DOS-Befehle erhalten sie durch Eingabe von
fasthelp
ohne weitere Angaben.
6.4 Hilfe anzeigen mit HELP
Eine Hypertext-ähnliche umfangreichere Hilfestellung (mit Querverweisen,
Anmerkungen und Beispielen) erhalten Sie nach Eingabe des DOS-Befehls HELP,
also z.B. einfach nur
help
eingeben oder gezielt in die Hilfe einsteigen mit z.B.:
help tree.
6-8
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6.5 Verzeichnis anzeigen mit DIR
Vorbemerkungen
In diesem Abschnitt gehen wir davon aus, daß auf Ihrem Trainings-PC für den
Befehl DIR noch keine Voreinstellungen getroffen sind. Schauen Sie sich die
Voreinstellungen (Systemvariablen) mit dem Befehl SET an:
set
Suchen Sie in der Bildschirmausgabe nach einer Zeile mit dem Eintrag DIRCMD.
Notieren Sie sich diese Zeile, um später diese Einstellung wieder genauso
aktivieren zu können. Für die weiteren Übungen müssen wir die Voreinstellung für
den DIR-Befehl erst einmal löschen. Geben Sie ein:
set dircmd=
Damit ist eine mögliche Voreinstellung des DIR-Befehls gelöscht und die Variable
DIRCMD verschwindet aus der Liste der Systemvariablen. Das können Sie mit
dem Befehl SET kontrollieren.
Um den DIR-Befehl ausgiebig erproben zu können, sollten Sie in ein Verzeichnis
wechseln, das viele unterschiedliche Dateien enthält, z.B. das Verzeichnis
C:\DOS. Benutzen Sie den DOS-Befehl CD und geben Sie ein:
C:
CD \DOS
VORSICHT: Sie befinden sich nun in einem sehr sensiblen Systembereich.
Verändern oder löschen Sie keine der dort befindlichen Dateien!
Wenn Sie sich mit der Option /? anschauen, welche Informationen die Hilfestellung
des DIR-Befehls für Sie bereit hält, dann werden Sie eine ganze Bildschrimseite
voll mit Syntax, Parametern, Optionen und Erklärungen erhalten:
dir /?
Ganz schön viel zu lesen, fangen wir also erst mal oben an.
Nach der Kurzbeschreibung des DIR-Befehls:
Listet die Dateien und Unterverzeichnisse eines
Verzeichnisses auf
folgt die Syntax-Beschreibung. Und die ist auf den ersten Blick ziemlich verwirrend
durch die vielen eckigen Klammern, die hier und da auch noch geschachtelt sind:.
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6-9
Syntax des DIR-Befehls:
DIR [Laufwerk:][Pfad][Dateiname] [/P] [/W]
[/A[[:]Attribute]][/O[[:]Sortierfolge]]
[/S] [/B] [/L] [/C]
Wenn Sie den Tip beherzigen:
„Alles, was in eckigen Klammern steht, kann man auch weglassen“,
dann reduziert sich die Syntax ganz beträchtlich, nämlich nur noch auf den Befehl
DIR selbst!
(Hinweis: Um die in eckigen Klammern angegebenen optionalen Informationen einem Befehl
hinzuzufügen, ist nur der Text zwischen den Klammern, nicht die Klammern selbst, einzugeben!)
Wenn Sie am Prompt eingeben
dir
erhalten Sie eine Übersicht des aktuellen Verzeichnisses, in dem Sie sich gerade
befinden (Ihr Arbeitsverzeichnis).
Abbildung 6-3:
Aufbau der Bildschirmausgabe von DIR
Datenträger-Name
Datenträger-Nummer
angezeigtes Verzeichnis
Liste der Verzeichniseinträge
(Dateien und Unterverzeichnisse)
Kopf
Liste
(Struktur siehe nachfolgende Tabelle)
Summenzeile
Anzeige der freien Speicherkapazität des
Datenträgers
Fuß
Abbildung 6-4:
Struktur von Verzeichniseinträgen
Datei
Name
Erweiterung
UnterVerzeichnis
Name
(Erweiterung)
6-10
Größe
in Byte
<DIR>
Datum
Datum
Uhrzeit (der letzten
Änderung)
Uhrzeit (der Anlage)
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Beispiel:
Sie befinden sich im Hauptverzeichnis des Laufwerks C: und wollen sich den Inhalt
des Unterverzeichnisses DIVERS ansehen.
Ihre Eingabe
C:\>dir divers
Datenträger in Laufwerk C ist PLATTE-C
Datenträgernummer: 1CC9-AE2C
Verzeichnis von C:\DIVERS
.
..
U_VERZ_1
ATTRIB
COMMAND
DELTREE
U_VERZ_2
FORMAT
}
10.11.93
10:13
10.11.93
10:13
01.01.94
12:00
EXE
11.263 30.09.93
6:20
COM
57.351 30.09.93
6:20
EXE
11.197 30.09.93
6:20
<DIR>
01.04.94
2:01
COM
23.382 30.09.93
6:20
8 Datei(en)
103.193 Byte
1.982.464 Byte frei
Kopf
<DIR>
<DIR>
<DIR>
Liste der
Verzeichniseinträge
}
Fuß
C:\>
6.6 Grundsätzlicher Aufbau von DOS-Befehlen
Die folgende Tabelle verdeutlicht mit Beispielen den grundsätzlichen Aufbau von
DOS-Befehlen:
Abbildung 6-5:
Grundsätzlicher Aufbau von DOS-Befehlen
Was
Befehl
dir
dir
dir
dir
print
deltree
Womit
[[Parameter]...]
c:\dos
c:\dos
c:\dos
a.txt b.txt c.txt
c:\ueb d:\test
Wie
[[Option]...]
/p
/p/ogne
Nicht alle DOS-Befehle entsprechen dieser Konvention (Inkonsistenz)!
Bei manchen Befehlen (z.B. ATTRIB, COPY, XCOPY, DELTREE) kann bzw. muß
ein Schalter (Option) nach dem Befehlswort oder nach jedem Parameter
eingegeben werden. Z.B. beim DELTREE-Befehl können Sie die Sicherheitsabfrage nur abschalten, wenn Sie die Option /Y wie folgt eingeben:
deltree /y c:\ueb d:\ueb.
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6-11
Die Syntax eines DOS-Befehls zu kennen bedeutet soviel wie die
Grammatik der DOS-Sprache zu beherrschen, also die Art und Weise, in der ein
DOS-Befehl und evtl. folgende Parameter und Optionen eingegeben werden
müssen, damit der Befehl korrekt arbeiten kann.
Im Betriebssystem MS-DOS können Befehle, Parameter und Optionen sowohl in
Großbuchstaben als auch in Kleinbuchstaben eingegeben werden (falls nicht
ausdrücklich anders verlangt).
Abbildung 6-6:
Konventionen der Befehlssyntax
Name eines Befehls
Optionales Element (Schalter). (Die Klammern werden nicht eingegeben.)
Der senkrechte Mittelstrich “|“ trennt zwei Elemente, die sich
einander ausschließen (entweder|oder).
Um eine externe Programmdatei (DOS-Befehl, Anwendungsprogramm) auszuführen, die sich nicht im aktuellen Laufwerk
oder im aktuellen Verzeichnis befindet, muß das korrekte
Laufwerk angegeben werden. Für einen internen Befehl kann
und darf das Laufwerk nicht angegeben werden.
Pfad bezeichnet den Weg durch die
Verzeichnisstruktur. Ein Pfad muß nur
angegeben werden, wenn sich die
entsprechende Datei nicht im aktuellen
Verzeichnis befindet.
Ein Dateiname kann bis zu 8 Zeichen
lang sein und von einem Punkt (“.“)
sowie einer Erweiterung mit bis zu 3
Zeichen gefolgt werden. Es kann keine
Laufwerksbezeichnung und im
Normalfall auch kein Gerätename
eingegeben werden.
befehl [+s|-s] [Laufwerk:][Pfad][Dateiname[...] [Optionen]
Das Auslassungszeichen “…“ (Ellipsis) gibt
an, daß der vorstehende Parameter oder die
vorstehende Option wiederholt werden kann.
(Die Punkte werden nicht eingegeben und durch die
zutreffende Information ersetzt.)
Ein(e) oder mehrere (optionale)
Befehlsparameter oder Optionen. Eine
Option beginnt normalerweise mit
einem Schrägstrich (“/“).
6-12
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6.7 Ersetzungszeichen (Wildcards, Joker)
MS-DOS kennt sog. Ersetzungszeichen (Wildcards, Joker), mit deren Hilfe sich
Dateien auch ohne Kenntnis ihrer genauen Schreibweise z.B. anzeigen lassen.
Ersetzungszeichen können auch dazu dienen, aus einer Menge Dateien nur eine
bestimmte Gruppe von Dateien zu berücksichtigen (fragmentarische
Dateimaske).
Das Ersetzungszeichen * (Stern) ersetzt mehrere Zeichen ab Stern-Postion bis
zum Trennpunkt im vorderen Teil des Dateinamens bzw. ab Stern-Position bis zum
Ende der Namenserweiterung.
Das Ersetzungszeichen ? (Fragezeichen) ersetzt ein einzelnes Zeichen an der
jeweiligen Fragezeichen-Postion.
Sie befinden sich auf dem Laufwerk C: im Verzeichnis \DOS. Sie wollen sich dort
alle Dateien anzeigen lassen, die die Endung „.EXE“ haben:
C:\DOS>dir *.exe
Anzeigen aller Dateien, die mit dem Buchstaben „M“ beginnen:
C:\DOS>dir m*.*
Anzeigen aller Dateien, die als zweiten Buchstaben ein „O“ enthalten:
C:\DOS>dir ?o*.*
Anzeigen aller Dateien, die als zweiten Buchstaben ein „O“ und als vierten
Buchstaben ein „E“ enthalten:
C:\DOS>dir ?o?e*.*
Anzeigen aller Dateien mit einer Namenslänge von maximal 4 Zeichen:
C:\DOS>dir ????.*
Anzeigen aller Dateien:
C:\DOS>dir *.*
oder einfach:
C:\DOS>dir
(*.* ist die Voreinstellung des DIR-Befehls, deshalb kann man auch auf die
Eingabe von *.* verzichten.)
MS-DOS ersetzt intern einen Stern mit der zutreffenden Anzahl von Fragezeichen.
Folgende Eingaben sind deshalb gleichwertig:
C:\DOS>dir *.*
gleich C:\DOS>dir ????????.???
C:\DOS>dir ?o?e*.*
gleich C:\DOS>dir ?o?e????.???
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6-13
6.8 Virtuelles Laufwerk
Bisher haben Sie sich vorhandene Verzeichnisstrukturen mit TREE und DIR nur
angesehen. Im nächsten Trainingsabschnitt werden Sie Verzeichnisse anlegen.
Auf dem Trainings-PC verfügen Sie über ein Laufwerk D:, das Sie nach Lust und
Laune bearbeiten können. Alle weiteren Übungen dieser DOS-Schulung finden auf
dem Laufwerk D: statt, sofern nicht ausdrücklich ein anderes Laufwerk genannt
wird! Dadurch vermeiden Sie eine Gefährdung des Datenbestands auf dem
Laufwerk C:, auf dem die Startdateien CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT und im
Verzeichnis C:\DOS die externen DOS-Befehle liegen. Daneben gibt es auf dem
Laufwerk C: möglicherweise noch viele weitere für das System wichtige Dateien
und Programme, so daß Sie gut beraten sind, Ihre DOS-Übungen in einer anderen
Umgebung, z.B. auf Laufwerk D: zu machen.
Wer zu Hause selbständig DOS erforschen will oder die Übungen noch einmal
nachvollziehen möchte, braucht nicht zu verzagen, wenn er bislang nur eine
Festplatte C: im System hat. DOS bietet die Möglichkeit, ein beliebiges Verzeichnis
als Laufwerk zu deklarieren. Durch Eingabe von:
C:\>md c:\lwd
C:\>subst d: c:\lwd
C:\>d:
D:\>
erzeugen Sie ein virtuelles (=scheinbares) Laufwerk D:, dessen Root (=Hauptverzeichnis) D:\ in Wirklichkeit das Verzeichnis C:\LWD ist.
Der Vorteil dieser Aktion liegt darin, daß Sie nun über ein Laufwerk D: mit eigenem
Hauptverzeichnis verfügen, auf dem Sie alle DOS-Befehle außer
Datenträgerbefehle üben können.
Der Gegenbefehl (Auflösen des Laufwerks D:) lautet:
D:\>c:
C:\>subst d: /d
C:\>
Beachten Sie, daß der Befehl SUBST nur temporär wirkt und nach dem
Ausschalten des PC das virtuelle Laufwerk D: nicht mehr existiert. Wohl gibt es
noch das Verzeichnis C:\LWD, das Sie nach Belieben wieder mittels SUBST zu
einem virtuellen Laufwerk umwidmen können.
MS-DOS seit Version 3.0 enthält den undokumentierten Befehl TRUENAME, mit
dem Sie herausfinden können, ob ein Laufwerk ein „echtes“ oder ein virtuelles
Laufwerk ist. Beispiel:
D:\>truename
C:\LWD
6-14
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6.9 Verzeichnis anlegen mit MD
Benutzen Sie den MD-Befehl (Make Directory) und richten Sie auf dem Laufwerk
D: folgende Verzeichnisstruktur ein:
D:\
+---TEXTE
+---BÜRO
+---PRIVAT
Wenn Sie wie folgend vorgehen
D:\>md \texte
D:\>md \texte\büro
D:\>md \texte\privat
dann können Sie das Hauptverzeichnis als Arbeitsverzeichnis beibehalten und von
dort sozusagen „fernwirken“. Zuerst legen Sie im Hauptverzeichnis ein
Unterverzeichnis TEXTE an. Danach legen Sie jeweils die Unterverzeichnisse
BÜRO und PRIVAT im existierenden Verzeichnis TEXTE an.
Ein direktes Anlegen von Verzeichnissen über mehrere Ebenen hinweg, wird von
MS-DOS befehlsmäßig nicht unterstützt. (Für das Anlegen einer linearen
Verzeichnishierarchie finden Sie im Abschnitt Praxistips eine Lösung mittels
Stapeldatei.)
Sie hätten obige Aufgabenstellung auch so lösen können:
D:\>md texte
D:\>md texte\büro
D:\>md texte\privat
was mit etwas weniger Schreibarbeit zum selben Ergebnis führt.
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6-15
6.10 Der Begriff Pfad
Frage: Ist es egal, ob ein Backslash vor dem ersten Verzeichnisnamen steht oder
nicht? Anwort: Nein, es ist nicht egal.
Der Backslash vor dem ersten Verzeichnisnamen sagt aus, daß dieser
Verzeichnisname ein Unterverzeichnis des Hauptverzeichnisses sein soll.
Fehlt der vorangestellte Backslash, so bezeichnet der Verzeichnisname ein Unterverzeichnis des aktuellen Verzeichnisses.
Beide Aussagen können nur dann gleichzeitig zutreffen, wenn das aktuelle
Arbeitsverzeichnis das Hauptverzeichnis ist (wie in den obigen Beispielen).
Ein Verzeichnisname (bzw. eine Verzeichnisfolge), der mit einem Backslash
beginnt, wird als absoluter Verzeichnispfad bezeichnet, weil er sich immer absolut
auf das Hauptverzeichnis bezieht.
Ein Verzeichnisname (bzw. eine Verzeichnisfolge), dem kein Backslash
vorangestellt ist, wird als relativer Verzeichnispfad bezeichnet, weil er sich immer
relativ auf den jeweiligen Standpunkt, also auf das jeweilige Arbeitsverzeichnis
bezieht.
Pfad
absolut
relativ
bezieht sich auf
Hauptverzeichnis
aktuelles Arbeitsverzeichnis
ist standortunabhängig
abhängig
Ein Pfad ist die vollständige Wegbeschreibung zu einem Verzeichnis
(Verzeichnispfad) oder zu einer Datei (Dateipfad).
Dateipfad:= Verzeichnispfad + ´\´ + Dateiname
Absolute Pfadangaben beginnen immer mit dem Backslash \ (Hauptverzeichnis).
Absolute Pfadangaben werden vorzugsweise (sicherheitshalber) in Stapeldateien benutzt.
Wenn man das Laufwerk, auf dem eine Datei oder ein Verzeichnis gespeichert ist,
zur Vervollständigung der Wegbeschreibung hinzunimmt, so ergibt sich:
Dateipfad:= Laufwerkbuchstabe + ´:´ + Verzeichnispfad + ´\´ + Dateiname
6-16
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6.11 Verzeichnis wechseln mit CD
Sie haben eine Verzeichnisstruktur angelegt und wollen nun in den
Verzeichnisbaum „klettern“ und die jeweiligen Verzeichnisse inspizieren.
Der CD-Befehl (Change Directory) erlaubt Ihnen das beliebige Ändern Ihres
Standortes auf einem Datenträger. Sie können auf Wunsch jederzeit ein anderes
Verzeichnis zu Ihrem aktuellen Arbeitsverzeichnis machen.
Sie machen das Verzeichnis BÜRO zu Ihrem Arbeitsverzeichnis, wenn Sie
eingeben:
D:\>cd \texte\büro
D:\TEXTE\BÜRO>
Diese Eingabe verwendet eine absolute Pfadangabe, die Sie mit einem einzigen
Kommando in das gewünschte Verzeichnis bringt.
Beachten Sie, daß der Prompt nun Ihr aktuelles Arbeitsverzeichnis anzeigt.
Eine relative Pfadangabe (hier bezogen auf das Hauptverzeichnis), die dasselbe
bewirkt, sieht so aus:
D:\>cd texte\büro
D:\TEXTE\BÜRO>
Daneben haben Sie aber auch die Möglichkeit der kleinen Schritte. Sie gehen
immer nur ein Verzeichnis weiter und wenden den CD-Befehl (mit relativen
Pfadangaben) mehrmals an:
D:\>cd texte
D:\TEXTE>cd büro
D:\TEXTE\BÜRO>
So können Sie die in der deutschen Tastatureinstellung unbequeme Eingabe des
rückliegenden Schrägstriches (Backslash) vermeiden.
Für den Weg zurück ins Hauptverzeichnis bieten sich verschiedene Möglichkeiten:
absoluter Sprung ins Hauptverzeichnis
D:\TEXTE\BÜRO<cd \
D:\>
oder
relativ in einzelnen Schritten
D:\TEXTE\BÜRO>cd ..
D:\TEXTE>cd ..
D:\>
oder
relativ mit Verzeichniskette
D:\TEXTE\BÜRO>cd ..\..
D:\>
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6-17
Beachten Sie auch in diesen Beispielen, daß der Backslash in MSDOS mit doppelter Bedeutung belegt ist:
• Der Backslash ´\´ ist einerseits der (einbuchstabige) Name des
Hauptverzeichnisses.
• Bei Aneinanderreihung von Verzeichnisnamen ist der Backslash andererseits
nur ein Trennzeichen!
(Wenn die Entwickler von MS-DOS entweder für das Hauptverzeichnis einen anderen Namen
gewählt hätten (z.B.: #) oder die Trennzeichen-Eigenschaft des Backslash konsequent umgesetzt
hätten (z.B.: D:\\TEXTE\BÜRO), so wäre die immer wieder auftretende Verwirrung um den
Backslash bestimmt vermieden worden. Hier haben wir ein typisches Merkmal von Inkonsistenz.)
6.12 Verzeichnis entfernen mit RD
Mit dem RD-Befehl (Remove Directory) kann ein Verzeichnis wieder entfernt
werden.
D:\>rd \texte\büro
Diese Eingabe entfernt das Verzeichnis BÜRO aus dem Verzeichnis TEXTE.
Der RD-Befehl kann immer nur ein einzelnes Verzeichnis am Ende eines
Verzeichnisastes entfernen. Das Verzeichnis, das entfernt werden soll, darf keine
Unterverzeichnisse und keine Dateien mehr enthalten, muß also leer sein.
„Leeres“ Verzeichnis bedeutet, es dürfen nur noch die beiden Systemeinträge ´.´
(Punkt) und ´..´ (PunktPunkt) enthalten sein.
Eine Überprüfung mit dem Befehl dir /a schafft Klarheit darüber, ob ein
Verzeichnis leer ist oder nicht. Um ein Verzeichnis entfernen zu können, darf es
nicht das aktuelle Arbeitsverzeichnis sein. Man wechsle also vorher in ein anderes
Verzeichnis und wirke von dort.
6-18
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6.13 Verzeichnisbaum entfernen mit
DELTREE
Einen Befehl zum bequemen und schnellen Löschen eines ganzen
Verzeichnisastes bzw. eines ganzen Verzeichnisbaums suchte man in MS-DOS
lange Zeit vergebens. Unzählige Software-Hersteller und Heim-Programmierer
hatten diese Lücke schon schnell erkannt und sprangen mit ihren zahlreichen HilfsProgrammen unterstützend ein. Ab Version 6.0 gibt es den Befehl DELTREE nun
auch im Betriebssystem MS-DOS.
DELTREE ermöglicht das Entfernen einer oder mehrerer Dateien sowie das
Entfernen einer oder mehrerer Verzeichnisstrukturen.
Nach Eingabe von:
D:\>deltree \
erscheint die Sicherheitsabfrage
Löschen des Verzeichnisses "\texte" und aller
Unterverzeichnisse? [jn]
Wenn Sie nun mit [J] bestätigen, wird der Datenträger komplett frei gemacht.
Enthält das zuoberst liegende Verzeichnis noch eine oder mehrere Dateien, dann
macht uns DELTREE die Freude mit einer oder mehreren Sicherheitsabfragen
nach folgendem Muster:
Löschen der Datei "abc.xyz"? [jn]
(Warum DELTREE sich nicht auch bei den Dateien in den Unterverzeichnissen mit einer
Sicherheitsabfrage meldet, ist nicht verständlich.)
Verwenden Sie den Befehl DELTREE bitte sehr vorsichtig!
Der Befehl DELTREE löscht alle in einem Verzeichnis oder Unterverzeichnis
abgelegten Dateien, und zwar unabhängig davon, welche Attribute gesetzt sind!
Einmal zu eilig ´ja´ gesagt und schon ist vielleicht die ganze Festplatte radikal
gelöscht!
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6-19
6.14 Der Begriff Datei
• Was ist eine Datei?
Eine Datei ist eine Sammlung inhaltlich zusammengehörender Daten, die unter
einem Dateinamen auf einem Datenträger gespeichert werden (englisch: file).
Dabei kann es sich um Textdateien (menschenlesbar), Dokumentdateien (von
der „Anwendung lesbar“) oder Programmdateien (vom „Prozessor lesbar“)
handeln.
• Was ist ein Dokument?
Ein Dokument ist eine Datei. Alles, was mit einem Anwendungsprogramm
erstellt wurde, inklusive der vom Anwender eingegebenen oder bearbeiteten
Informationen, wird als ein Dokument bezeichnet.
Dabei kann es sich beispielweise um einen Geschäftsbericht, eine
Kalkulationstabelle, eine Grafik oder auch um einen gewöhnlichen Brief handeln.
Daneben gibt es auch noch sogenannte Mischdokumente, die verschiedene
Dokumentarten vereinigen, z.B. Text und Grafik.
• Was ist eine Programmdatei?
Eine DOS-Programm-Datei ist erkennbar an der Namenerweiterung „.COM“,
„.EXE“ oder „.BAT“.
(Die Betriebssystemerweiterung MS-Windows erkennt daneben noch andere Dateitypen als
Programm-Datei (z.B. „.PIF“), sofern diese dem Windows-Betriebssystem als Programm-Datei
deklariert wurden.)
Dateien mit der Endung „.COM“ oder „.EXE“ (sog. Binärdateien) enthalten direkt
ausführbare Maschinenbefehle und sind gewöhnlich für den Menschen
unlesbar; sie enthalten die Anweisungen, die der Prozessor sofort versteht und
ausführt.
Während der Programmentwicklung arbeiten Programmierer/-innen
grundlegend, und heutzutage selbstverständlich, mit menschenlesbaren
Textdateien, die die Programmabläufe zuerst in einer speziellen Programmiersprache beschreiben (z.B. COBOL, BASIC, Pascal, C, C++). Diese sind
zumeist englischsprachig und werden als höhere Programmiersprachen
bezeichnet, weil sie unabhängig vom auszuführenden Prozessor sind. Die
Programmtexte müssen mit einem Übersetzungsprogramm (Compiler) für den
jeweiligen Prozessor übersetzt werden. Für Intel 80x86 und kompatible
Prozessoren mit MS-DOS Betriebssystem entstehen dabei Programmdateien
mit der Endung „.COM“ oder „.EXE“, die dann ausgeführt werden können.
Dateien mit der Endung „.BAT“ sind im Prinzip gewöhnliche Textdateien. Die
Abkürzung BAT steht für Batchfile (=Stapeldatei). Solche Textdateien enthalten
Zeile für Zeile bestimmte DOS-Befehle oder Programmaufrufe in derselben
Reihenfolge, in der man sie sonst auf der Kommandozeile eingeben würde. Ein
solcher Stapel von Befehlen kann nun allein durch Aufruf des
Stapeldateinamens beliebig oft ausgeführt werden. Stapeldateien dienen der
Eigenorganisation, wirken arbeitserleichternd und vermindern Eingabefehler.
6-20
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6.15 Aufbau von Dateinamen
Abbildung 6-7:
Aufbau von Dateinamen
Verzeichnisnamen werden prinzipiell nach genau denselben Regeln gebildet wie
Dateinamen, erhalten aber im allgemeinen keine Erweiterung. Das dient der
Übersichtlichkeit und vermeidet Verwirrungen.
Abbildung 6-8:
Informationen, die zu einer Datei gespeichert werden
Merkmal
Name
Größe
Datum
Uhrzeit
Attribute
Wert
in Byte
der letzten Änderung
der letzten Änderung
z.B. das Archivbit
physikalische
Position auf dem
Datenträger
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Bemerkung
sichtbar, z.B. bei DIR
werden nicht angezeigt, sind aber
anzeigbar mit ATTRIB
nicht sichtbar
6-21
6.16 Datei-Attribute anzeigen und bearbeiten
mit ATTRIB
MS-DOS verwaltet, wie andere Betriebssysteme auch, neben dem eigentlichen
Dateinamen noch weitere Eigenschaften der Dateien, die sog. Datei-Attribute. Die
folgende Tabelle gibt Auskunft über die einzelnen Eigenschaften.
Abbildung 6-9:
Tabelle der Datei-Attribute
Attribut
Read Only
Hidden
System
Beschreibung
nur Lesezugriff erlaubt
versteckt, mit DIR nicht
sichtbar
nicht verschiebbar
Volume-Id
Datenträger-Name
Directory
Verzeichnis
Archive
Datei wurde geändert
(reserviert)
(reserviert)
Bemerkung
z.B.die Dateien des
Betriebssystemkerns:
IO.SYS, MSDOS.SYS
Attribut vom Anwender
nicht änderbar
Attribut vom Anwender
nicht änderbar
Bit
0
1
2
3
4
5
6
7
In einem einzigen Byte codiert, können bis zu 8 unterschiedliche Merkmale der
zugehörigen Datei gespeichert sein. Ein Merkmal ist vorhanden, wenn das
betreffende Bit gesetzt ist, also eine „1“ enthält, bzw. es ist nicht vorhanden, wenn
das Bit eine „0“ enthält.
Andere Betriebssysteme verwalten noch zusätzliche Datei-Attribute; so kennt z.B.
das Netzwerkbetriebssystem Novell Netware auch noch Attribute für das
Ausführen oder Ansehen von Dateien, oder auch Attribute für die Zugehörigkeit
von Dateien zu bestimmten Benutzergruppen.
Wenn man sich die aktuellen Datei-Attribute einer MS-DOS-Datei ansehen
möchte, verwendet man den ATTRIB-Befehl.
Der DIR-Befehl gestattet es zwar, sich ganz gezielt bestimmte Verzeichniseinträge
nach ihrer Attributart anzeigen zu lassen (DIR mit der Option /A:x mit x=A, H, R, S,
D; auch kombiniert), aber in der Bildschirmanzeige fehlt die entsprechende
Ausgabe der jeweiligen Attribut-Kennzeichen.
6-22
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Wenn Sie sich im Hauptverzeichnis der Festplatte C: befinden und auf
der Kommandozeile eingeben:
C:\>attrib
dann erhalten Sie etwa folgende Bildschirmausgabe:
SHR
SHR
A
R
A
SHR
SHR
C:\IO.SYS
C:\MSDOS.SYS
C:\AUTOEXEC.BAT
C:\COMMAND.COM
C:\CONFIG.SYS
C:\DRVSPACE.BIN
C:\DRVSPACE.INI
Die Buchstaben links vor den Dateinamen stellen die gesetzten Dateiattribute dar.
Um z.B. die Datei CONFIG.SYS vor den neugierigen Blicken anderer PCBenutzer/-innen zu verbergen, geben Sie ein:
C:\>attrib +h config.sys
und schon ist diese Datei „versteckt“. Prüfen Sie es mit dir nach.
Der DIR-Befehl in seiner Grundeinstellung wird die Datei CONFIG.SYS nun nicht
mehr anzeigen. Erst mit der Eingabe dir /ah werden Sie die Datei wieder sehen.
Wenn Sie nun noch verhindern wollen, daß diese Datei gelöscht werden kann, so
setzen Sie das Schreibschutz-Attribut (Read-Only) mit der Eingabe:
C:\>attrib +r config.sys
Die Attributschalter können auch kombiniert verwendet werden. Mit folgender
Eingabe heben Sie beide Änderungen wieder auf:
C:\>attrib -h -r config.sys
Mit dem ATTRIB-Befehl lassen sich die Attribute A,H,R,S verändern. Es ist nicht
möglich, das Verzeichnis- oder Datenträgername-Attribut zu verändern.
Dem Archiv-Attribut kommt eine besondere Bedeutung zu. MS-DOS setzt das
Attribut automatisch, wenn eine Datei geändert wurde. Sucht man nun nach
Dateien mit einem gesetzten Archivattribut, so hat man schnell eine Übersicht über
die letzten Veränderungen und kann solche Dateien z.B. in die Datensicherung
einbeziehen. Verschiedene DOS-Befehle können das Archiv-Attribut auf Wunsch
berücksichtigen (z.B. XCOPY, MSBACKUP, RESTORE).
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6-23
6.17 Textdatei erzeugen mit COPY
Bisher haben Sie verschiedene DOS-Befehle kennengelernt und an den
Verzeichnissen und Dateien ausprobiert, die auf Ihrem Trainings-PC schon
vorhanden waren.
Da Sie sich im folgenden verstärkt mit Dateibefehlen beschäftigen, brauchen Sie
auch etwas „Material zum Spielen“. Daß Sie den Löschbefehl DEL nicht an den
Dateien ausprobieren, die sich im Verzeichnis C:\DOS befinden, versteht sich von
selbst, oder? Was liegt also näher, als schnell ein paar einfache Textdateien zu
erzeugen, um sie dann mit anderen Dateibefehlen zu bearbeiten?
Textdateien der einfachsten Art sind sog. ASCII-Textdateien. Sie enthalten nur die
puren eingegebenen Textzeichen und keine weiteren Formatierungen (fett, kursiv
usw.). Solche Dateien können mit dem Befehl TYPE sofort menschenlesbar auf
dem Bildschirm oder durch Datenumleitung bzw. mit dem Befehl PRINT auf dem
Drucker ausgegeben werden.
ASCII-Textdateien lassen sich mit folgenden DOS-Mitteln erzeugen:
• mit dem COPY-Befehl
• mit dem zeilenorientierten Editor EDLIN (bis einschl. MS-DOS Version 5.0))
• mit dem bildschirmorientierten Editor EDIT (ab MS-DOS Version 5.0)
(Daneben haben Sie auch die Möglichkeit, mit einem anderweitig erworbenen Textverarbeitungsprogramm (z.B. Word, WordPerfect) Texte zu schreiben. Viele Textverarbeitungsprogramme
unterstützen den Im- und Export von ASCII-Textdateien.)
Der Befehl EDLIN war über lange Zeit und viele Versionen hinweg das Dienstprogramm von MS-DOS zur Erstellung von Textdateien. Durch seine archaische
zeilenorientierte Textbearbeitung und kryptischen Bearbeitungsbefehle war dieses
Programm nicht gerade einfach zu gebrauchen. Wir gehen deshalb auch nicht
weiter darauf ein und freuen uns darüber, daß es einen Befehl EDIT gibt, der das
Erzeugen und Bearbeiten von Textdateien recht bequem zuläßt.
Zuerst wollen Sie aber einmal den COPY-Befehl etwas eigenwillig anwenden, so
daß Sie damit Textdateien erzeugen können. Sie befinden sich auf dem
Übungslaufwerk D: im Hauptverzeichnis und geben ein:
copy con: mein.txt
Nachdem Sie die [EINGABETASTE] gedrückt haben, sehen Sie den Cursor am
linken Bildschirm blinken und sonst tut sich nichts weiter. Sie haben soeben den
Kommandomodus verlassen und befinden sich jetzt im Eingabemodus. Nun
können Sie beliebigen Text eingeben. Wenn Sie eine neue Zeile erzeugen wollen,
drücken Sie [ENTER]. Schreibfehler lassen sich jeweils nur in der aktuellen
Eingabezeile korrigieren. Beenden Sie Ihre Eingabe, indem Sie am Beginn einer
leeren Zeile die Taste [F6] und nachfolgend die [EINGABETASTE] drücken. Am
Bildschirm erscheint die Nachricht:
1 Datei(en) kopiert
6-24
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Mit der Taste [F6] erzeugen Sie manuell das sog. Dateiende-Kennzeichen ^Z. Sie
können das Dateiende-Kennzeichen auch mit der Tastenkombination [STRG+Z] erzeugen.
Der sichtbare Prompt zeigt Ihnen, daß jetzt der Kommandomodus wieder aktiv ist.
Schauen Sie mit dem DIR-Befehl das Verzeichnis D:\ an. Sie müßten dort eine
Datei MEIN.TXT mit einer bestimmten Größe und mit Datum und Uhrzeit der
jüngsten Vergangenheit finden. Prima! Sie haben soeben Ihre erste Textdatei
selbst erzeugt!
Für spätere Übungen benötigen Sie eine Datei MEIN.TXT, die Ihren Namen und
Angaben über Ihr Hobby enthält. Erzeugen Sie diese Datei mit dem COPY-CONBefehl nach obigem Muster. Beachten Sie, was dabei mit Ihrer zuerst angelegten
Datei MEIN.TXT geschieht.
Wie kann der COPY-Befehl überhaupt eine Textdatei erzeugen?
MS-DOS ist die Benutzerschnittstelle zwischen Hardware und Mensch. Für
bestimmte Hardware stellt MS-DOS bereits intern bestimmte Device-Driver
(Gerätetreiber) zur Verfügung, so daß derartige „MS-DOS-Geräte“ mit einem
definierten Namen angesprochen und verwendet werden können.
Abbildung 6-10:
Tabelle der MS-DOS-Gerätenamen
CON:
PRN:
COM1:
COM2:
COM3:
COM4:
LPT1:
LPT2:
LPT3:
AUX:
NUL:
Eingabe=Tastatur; Ausgabe=Bildschirm
parallele Schnittstelle (= LPT1:)
serielle Schnittstelle-1
serielle Schnittstelle-2
serielle Schnittstelle-3
serielle Schnittstelle-4
parallele Druckerschnittstelle-1
parallele Druckerschnittstelle-2
parallele Druckerschnittstelle-3
Hilfsschnittstelle (ohne große Bedeutung)
„Datensammelbereich“
Ein Gerät nit besonderen Fähigkeiten ist das NUL-Device. Es ist das „schwarze
Loch des MS-DOS-Universums“. Benutzt man es in DOS-Befehlen als Zielangabe
(Ausgabeeinheit), so nimmt es unendlich viele Daten auf. Als Datenquelle
(Eingabeeinheit) eingesetzt, liefert es einzig das Dateiende-Kennzeichen. Das
Gerät NUL: kann wirkungsvoll zur Unterdrückung von unerwünschten
Befehlsmeldungen eingesetzt werden, indem man die Meldungen anstatt auf dem
Bildschirm auszugeben zum Gerät NUL: umleitet (siehe Kapitel „Datenumleitung“).
Wenn Sie Ihre Textdatei MEIN.TXT auf dem an der ersten parallelen Schnittstelle
angeschlossenen Drucker ausgeben wollen, dann kopieren Sie einfach die Datei
mit folgender Eingabe auf den Drucker:
D:\>copy mein.txt prn:
Bisher hatten Sie das CON-Device (Konsolen-Tastatur) als Eingabegerät benutzt,
Sie können es aber auch als Ausgabegerät (Konsolen-Bildschirm) ansprechen.
Zeigen Sie den Text Ihrer Datei MEIN.TXT an mit:
D:\>copy mein.txt con:
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6-25
6.18 Textdatei erzeugen und bearbeiten mit
EDIT
Recht bequem lassen sich Textdateien mit dem Befehl EDIT erzeugen und auch
bearbeiten. EDIT ist ein sog. Fullscreen-Editor, der die gesamte
Bildschirmoberfläche für die Textbearbeitung bereitstellt (abzüglich Menü- und
Informationsbereiche).
Sie können den Editor
unterschiedlich aufrufen:
• ohne weitere Angaben
einfach mit: edit
EDIT präsentiert einen
Begrüßungsdialog. Sie
können wählen, ob Sie mit
einem Druck auf die
[EINGABETASTE] sofort in die umfangreiche Online-Hilfe von EDIT einsteigen
wollen, oder ob Sie mit der Taste [ESC] den Dialog schließen wollen, um die
Textbearbeitung zu beginnen.
• mit Angabe der zu
bearbeitenden Datei, z.B.:
edit mein.txt
Wenn die Datei MEIN.TXT
im aktuellen
Arbeitsverzeichnis
existiert, wird sie sofort in
den Editor geladen und angezeigt.
Wenn die Datei noch nicht
vorhanden ist bzw. im
angegebenen Pfad nicht
existiert, nimmt EDIT an,
daß Sie eine neue Datei
unter diesem Namen
erzeugen wollen und
präsentiert ein leeres
Editorfenster mit dem
Dateinamen in der Titelzeile.
6-26
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Die von IBM in 1987 erstmals veröffentlichten Richtlinien zu einer
einheitlichen Benutzerführung ´Common User Access´ (CUA 87...CUA 91) wurden
von IBM weiterentwickelt und unter dem Konzept ´Systems Application
Architecture´ (SAA) zusammengefaßt und in Anwendungen realisiert. Durch
Veröffentlichung der SAA-Regeln erhielten auch andere Softwarehersteller die
Gelegenheit, ihre Programme diesem Konzept anzupassen.
Die Bedienoberfläche von EDIT entspricht weitgehend der SAA-Norm.
Der Bildschirm ist aufgeteilt in mehrere Bereiche mit unterschiedlicher Bedeutung
(von oben nach unten gesehen):
• Menüzeile (enthält das Hauptmenü)
• Titelzeile des Arbeitsbereichs (enthält den Dateinamen oder „Unbekannt“, wenn
noch kein Dateiname vergeben wurde)
• Arbeitsbereich
• Informationszeile (enthält kontextabhängige Hinweise auf Tasten und
Funktionen, sowie am rechten Rand eine Anzeige der aktuellen Cursorposition.
Das Hauptmenü wird aktiviert mit einem Druck auf die Taste [ALT].
(Hinweis: die im SAA-Standard ebenfalls definierte Menü-Taste [F10] wird von
EDIT nicht unterstützt.)
In den Untermenüs wählt man mit den Pfeiltasten den gewünschten Menüpunkt aus
und drückt dann die [EINGABETASTE]. Auf diese Art lassen sich alle Funktionen von
EDIT nutzen, die in den Menüs angelegt sind.
Viel- und Schnellschreiber können daneben auf sog. Schnelltasten zurückgreifen
(gebräuchliche Synonyme: Accelerator Key, Hotkey, Shortcut, Abkürzungstaste).
Vorhandene Schnelltasten (-kombinationen) sind in den Untermenüs ausgewiesen
oder können aus der Online-Hilfe ersehen werden.
Z.B. wird das „Datei“-Menü mit der Tastenkombination [ALT+D] sofort aufgeklappt.
Der Menüpunkt „Beenden“ läßt sich nun durch Drücken des hellgestellten
Buchstabens (Taste [B]) sehr schnell auslösen.
Manche Menüfunktionen (z.B. die Dateifunktionen) treten mit dem Benutzer in
einen Dialog ein. Sie verlangen z.B. Angaben zum Laufwerk, zum Verzeichnis und
zum Dateinamen.
Innerhalb solcher „Dialogfenster“ bewegen Sie sich von Dialogfeld zu Dialogfeld
mit der [TABULATORTASTE] im Uhrzeigersinn oder gegenläufig mit der
Tastenkombination [UMSCHALTTASTE+TABULATORTASTE].
In Textfeldern geben Sie z.B. einen Dateinamen ein, in Auswahl- oder Listfeldern
wählen Sie mit den Pfeiltasten ein Objekt aus und drücken anschließend die
[EINGABETASTE]. Eine ausgewählte Schaltflächen am unteren Rand des
Dialogfensters lösen Sie aus mit der [EINGABETASTE] oder mit der [Leertaste].
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6-27
Für die weiteren Übungen benötigen Sie noch einige Textdateien.
Benutzen Sie die bekannten Verzeichnisbefehle MD, CD, RD, DIR, TREE und den
Editor EDIT, um auf dem Übungslaufwerk D: folgende Verzeichnisstruktur und
Dateien einzurichten.
D:\
¦
MEIN.TXT (aus der vorangegangenen Übung schon vorhanden!)
¦
+---TEXTE
¦
+---PRIVAT
¦
¦
SUSI.TXT
¦
¦
HASI.TXT
¦
¦
WILLI.TXT
¦
¦
¦
+---BÜRO
¦
FINANZ.TXT
¦
BANK.TXT
¦
+---SICHER
+---TEXTE
+---PRIVAT
+---BÜRO
Sie können so vorgehen, daß Sie zuerst alle Verzeichnisse anlegen und danach
die Dateien oder Sie entwickeln den Verzeichnisbaum schrittweise. Sie können
absolute oder relative Pfadangaben benutzen, ganz nach persönlichem
Geschmack.
Die Textdateien brauchen jeweils nur ein paar Worte zu enthalten. Schreiben Sie
bitte keine Romane, auch wenn es Ihnen Spaß macht, mit dem Editor umzugehen.
Bevor Sie loslegen, überlegen Sie sich, wie Sie vorgehen wollen.
Diese Übung steht nicht unter Zeitdruck, dennoch sollte eine rationelle
Vorgehensweise angestrebt werden.
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6.19 Datei umbenennen mit REN
In der letzten Übung haben Sie eine Datei HASI.TXT im Verzeichnis
D:\TEXTE\PRIVAT erzeugt.
Erst jetzt merken Sie, daß diese Datei eigentlich HANSI.TXT heißen sollte.
Was können Sie also tun, damit die Datei den gewünschten Namen erhält? Noch
einmal eine Datei mit demselben Inhalt unter neuem Namen erzeugen? Nein, das
wäre doch sehr unpraktisch.
Benutzen Sie den Rename-Befehl REN zum Umbenennen von Dateien!
Sie befinden sich auf Laufwerk D: im Hauptverzeichnis und geben ein:
D:\>ren \texte\privat\hasi.txt hansi.txt
1444442444443 14243
alter Name
neuer Name
Beachten Sie, daß der alte Name mitsamt kompletter Pfadangabe eingegeben
werden kann, der neue Name aber keine Pfadangabe enthalten darf!
Wenn Ihr Arbeitsverzeichnis das Verzeichnis D:\TEXTE\PRIVAT ist, reduziert sich
Ihre Eingabe selbstverständlich auf die Eingabe der Dateinamen:
D:\TEXTE\PRIVAT>ren hasi.txt hansi.txt
Wenn Sie allen Dateien im Verzeichnis D:\TEXTE\PRIVAT eine andere Endung,
z.B. „.BRF“ geben wollen, können Sie Ersetzungszeichen beim Umbenennen
anwenden:
D:\TEXTE\PRIVAT>ren *.txt *.brf
6.20 Datei entfernen mit DEL
Unerwünschte Dateien lassen sich mit dem DEL-Befehl entfernen.
Sie befinden sich auf dem Laufwerk D: im Hauptverzeichnis. Löschen Sie die
Datei FINANZ.TXT im Verzeichnis D:\TEXTE\BÜRO mit:
D:\>del \texte\büro\finanz.txt
Sie haben bestimmt bemerkt, daß MS-DOS nach Drücken der [EINGABETASTE]
sofort wieder mit dem Prompt erscheint und keine besondere Meldung ausgibt. Der
Löschvorgang wurde ohne weitere Rückfrage ausgeführt und anscheinend auch
ohne Fehler abgeschlossen. MS-DOS fragt Sie nur nach Bestätigung, wenn Sie
del *.* eingeben. Benutzen Sie den DEL-Befehl mit Vorsicht!
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6-29
6.21 Datei kopieren mit COPY
In der folgenden Übung kopieren Sie Ihre Textdateien in den vorbereiteten Ast der
Verzeichnisstruktur, der mit dem Verzeichnis \SICHER beginnt, und zwar so, daß
die Dateien in den passenden Unterverzeichnissen ankommen.
Der COPY-Befehl funktioniert nach dem Prinzip „Kopiere von Quelle nach Ziel“.
Wenn Sie eingeben:
D:\>copy \texte\privat\willi.txt \sicher\texte\privat
14444442444443 14444244443
Quelldatei
Zielverzeichnis
erzeugen Sie eine zweite Datei mit dem Namen WILLI.TXT im Ziel-Verzeichnis
D:\SICHER\TEXTE\PRIVAT, die identisch ist zu der Quell-Datei WILLI.TXT im
Verzeichnis D:\TEXTE\PRIVAT.
Hinweis: Wenn Sie Ihr aktuelles Arbeitsverzeichnis anders wählen, benötigen Sie
evtl. nicht ganz so lange Pfadangaben wie in obigem Beispiel.
Kopieren Sie nun alle Ihre Textdateien in die passenden „Sicherungs“Verzeichnisse.
Wenn Sie eine Kopie einer Datei im selben Verzeichnis anlegen wollen, können
Sie das zwar versuchen, aber MS-DOS wird eine Fehlermeldung nach folgendem
Muster ausgeben:
D:\>copy mein.txt mein.txt
MEIN.TXT
Datei kann nicht auf sich selbst kopiert werden
0 Datei(en) kopiert
Da der COPY-Befehl beim Kopieren auch gleichzeitig umbenennen kann, gibt es
aber dennoch die Möglichkeit, im selben Verzeichnis eine Dateikopie anzulegen,
allerdings unter einem anderen Namen.
Sie wollen die Datei MEIN.TXT als Musterdatei sicherstellen und erzeugen mit dem
COPY-Befehl eine Datei MEIN.MUS:
D:\>copy mein.txt mein.mus
1 Datei(en) kopiert
Wenden Sie dieses Beispiel auf alle Ihre „.TXT“-Dateien an. Erzeugen Sie Kopien
der Dateien mit anderen Namenerweiterungen in denselben Verzeichnissen, in
denen auch die Originale liegen.
6-30
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6.22 Verzeichnisse und Dateien kopieren mit
XCOPY
Sie haben vielleicht bemerkt, daß das Kopieren von Dateien mit viel Eingabearbeit
verbunden sein kann. Wenn Sie eine brauchbare Sicherheitskopie Ihrer
Arbeitsumgebung, also Verzeichnisstruktur mit allen darin befindlichen Dateien,
anlegen wollen, haben Sie schon etwas zu tun.
Zum Glück kennt MS-DOS einen erweiterten COPY-Befehl, den XCOPY-Befehl
(extended copy). Mit diesem Befehl lassen sich ganze Verzeichnisbäume mitsamt
Dateien auf einen Schlag kopieren, wenn man die Option /S (Subdirectories)
einstellt. XCOPY legt dabei noch nicht vorhandene Verzeichnisse automatisch
selbst an.
Soll XCOPY auch leere Verzeichnisse mitkopieren, so muß man das mit der
Option /E (Empty Directories) einstellen.
Mit folgendem Befehlsdialog erzeugen Sie einen zweiten Sicherungsast auf Ihrem
Übungslaufwerk D: :
D:\>xcopy \texte\*.* \sicher2\texte /S/E
Ist das Ziel TEXTE ein Dateiname
oder ein Verzeichnisname
(D = Datei, V = Verzeichnis) ? v
Einlesen der Quelldatei(en) ...
\TEXTE\PRIVAT\SUSI.TXT
\TEXTE\PRIVAT\HASI.TXT
\TEXTE\PRIVAT\WILLI.TXT
\TEXTE\BÜRO\FINANZ.TXT
\TEXTE\BÜRO\BANK.TXT
5 Datei(en) kopiert
MS-DOS konnte bei der obigen Eingabe nicht eindeutig erkennen, ob der Name
TEXTE ein Verzeichnisname oder ein Dateiname sein sollte. Deshalb wurde nach
einer Bestätigung durch den Benutzer gefragt. Diese Anfrage kann man umgehen,
wenn man dem XCOPY-Befehl sofort bei der Eingabe eindeutig klarmacht, daß ein
Verzeichnisname gemeint ist.
Folgende Eingabe ist erlaubt:
D:\>xcopy \texte\*.* \sicher2\texte\ /S/E
Das ist gleichbedeutend mit:
D:\>xcopy \texte\*.* \sicher2\texte\*.* /S/E
Beachten Sie, daß der Backslash hinter dem Zielnamen TEXTE die lästige
Abfrage nach der Art des Zieles vermeidet.
Kontrollieren Sie das Ergebnis Ihrer XCOPY-Übung mit dem Befehl
tree d:\ /f
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6-31
6.23 Datei verschieben mit MOVE
MS-DOS enthält erst seit Version 6.2 einen über lange Zeit vermißten Befehl zum
Verschieben von Dateien, den Befehl MOVE.
Allgemein bedeutet Verschieben: Erzeugen einer Kopie an einem anderen Ort und
anschließendes Löschen des Originals.
Wenn Quell- und Ziellaufwerk identisch sind, muß die zu verschiebende Datei nicht
zwangsläufig auch physikalisch ihren Platz auf dem Datenträger verändern; es
reicht im Prinzip ein Neueintrag im Zielverzeichnis mit dem Ortsverweis der
vorhandenen Datei aus. Der alte Verzeichniseintrag kann daraufhin gelöscht
werden. Deshalb können auch Dateien auf gut gefüllten Disketten noch
verschoben werden.
Verschieben Sie einmal alle „.TXT“-Dateien aus dem Verzeichnis
D:\TEXTE\PRIVAT in das Hauptverzeichnis D:\.Geben Sie ein:
D:\>move \texte\privat\*.txt \
Kontrollieren Sie den Vorgang mit tree \ /f.
Hinweis: Wenn Sie nur eine einzelne Datei verschieben, können sie diese auch
gleichzeitig noch umbenennen.
6.24 Verzeichnis umbenennen mit MOVE
Auch ein Befehl zum Umbenennen von Verzeichnissen vermißte man über lange
Zeit im Lieferumfang von MS-DOS. Nun gibt es den Befehl MOVE, der diese
Betriebssystemleistung bereitstellt. Warum man dafür keinen separaten Befehl
z.B. mit Namen RENDIR entworfen hat, bleibt vorerst das Geheimnis von
Microsoft. Man kann sich nur wundern...
Benennen Sie mit dem Befehl MOVE das Verzeichnis D:\SICHER2 um in
D:\UNSICHER:
D:\>move sicher2 unsicher
1243 1243
alter Name
neuer Name
Beachten Sie, daß Sie mit dem Befehl MOVE Verzeichnisse nicht verschieben
können, sondern nur einem vorhandenen Verzeichnis einen anderen Namen
geben können!
6-32
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6.25 Zusammenfassung der Verzeichnis- und
Dateibefehle
Bevor wir uns im nächsten größeren Übungsabschnitt mit Datenträgern
beschäftigen wollen, fassen wir noch einmal die bisher kennengelernten Befehle
zusammen und vergleichen ihre Funktionen.
Abbildung 6-11:
Gegenüberstellung der Verzeichnis- und Dateibefehle
Funktion
Anlegen
Verzeichnisbefehle
MD <vp_neu>
Dateibefehle
COPY CON: <dp>
EDIT <dp>
Wechseln
Löschen
CD_<vp>
RD <vp_leer>
DELTREE <vp*> ,...
DIR [<vp>]
#nv
oder
(nur anzeigen)
Anzeigen
DEL <dp*>
TYPE <dp>
DIR [<dp*>]
(zeigt Inhalt)
TREE [<vp>]
COPY <dp*> CON:
(zeigt Struktur)
(nur anzeigen)
CD
EDIT <dp>
(zeigt aktuelles Verzeichnis)
(anzeigen und bearbeiten)
Umbenennen MOVE <vp_alt> <vn_neu>
Kopieren
XCOPY <dp*_Quelle>
<dp*_Ziel> /S /E
Verschieben
#nv
REN <dp*_alt>
<dn*_neu>
COPY <dp*_Quelle>
<dp*_Ziel>
XCOPY <dp*_Quelle>
<dp*_Ziel>
MOVE <dp*> ,... <vp>
vp = Verzeichnispfad
dp = Dateipfad
* = Wildcards möglich
vn = Verzeichnisname
dn = Dateiname
#nv = Befehl nicht vorhanden
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6-33
6.26 Datenträger kopieren mit DISKCOPY
Der Befehl DISKCOPY wurde mit MS-DOS Version 6.2 stark verbessert. Es
lassen sich jetzt auch Disketten mit hoher Speicherkapazität ohne mehrfaches
lästiges Diskettenwechseln auch auf Systemen mit beschränktem Hauptspeicher
in einem Durchgang kopieren.
DISKCOPY erzeugt eine weitgehend originalgetreue Kopie der Quell-Diskette und
auf Wunsch auch gleich mehrere, ohne daß die Original-Diskette noch einmal
eingelesen werden müßte.
Die mit DISKCOPY erzeugte Diskettenkopie ist kein 100-prozentiges Abbild des
Originals, da DISKCOPY am Ende des Kopiervorgangs dem Ziel-Datenträger eine
neue aktuelle Datenträgernummer verpaßt. Und dadurch entspricht die Kopie
leider nicht mehr ganz dem Original.
Da es heutzutage wirksame Kopier- und Lizenzschutzmechanismen auf SoftwareBasis gibt (z.B. durch Verschlüsseln), brauchen Software-Hersteller zum Schutz
ihrer Urheberrechte nicht mehr die fehleranfälligen Kopierschutzmechanismen im
Bereich der Disketten-Hardware zu bemühen. Aus diesem Grund ist auch das
Anbringen einer aktuellen Datenträgernummer durch den DISKCOPY-Befehl als
tolerierbar anzusehen.
Wer allerdings ein wirklich nicht mehr zu unterscheidendes Abbild seiner OriginalSoftware-Disketten haben will, sollte auf andere am Markt erhältliche
Kopierprogramme ausweichen.
Wer Original-Software erwirbt, sollte auf jeden Fall immer vor der ersten
Installation eine Sicherheitskopie aller gelieferten Disketten anfertigen!
Die Zieldiskette muß nicht formatiert sein, DISKCOPY kann beim Kopieren
formatieren, wenn es merkt, daß die Zieldiskette nicht formatiert ist. Leider läßt
sich das Formatieren nicht über eine Option erzwingen. Ein Prüflesen kann aber
mit der Option /V (verify) eingeschaltet werden.
Beachten Sie, daß die Speicherkapazitäten von Quell- und Zieldiskette
übereinstimmen müssen! DISKCOPY kann keine Formatwandlung vollziehen!
Allerdings müssen keine zwei gleichwertigen Diskettenlaufwerke vorhanden sein,
DISKCOPY funktioniert auch mit nur einem Diskettenlaufwerk.
Um eine Diskette im Laufwerk A: zu kopieren, geben Sie ein:
C:\>diskcopy a: a:
{ {
Quelle Ziel
6-34
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6.27 Datenträger benennen mit LABEL
Datenträger lassen sich mit einem Datenträgernamen versehen. Der
Datenträgername hat im allgemeinen keine große Bedeutung. Manche SoftwareInstallationsprogramme kontrollieren die Reihenfolge der eingelegten Disketten
über das Disketten-Label. Solche Disketten tragen dann fortlaufende Namen wie
z.B. DISK-1, DISK-2 usw..
Probieren Sie den LABEL-Befehl einmal aus und geben Sie der Festplatte im
Laufwerk C: einen Namen Ihrer Wahl. Sie können einen bis zu 11 Buchstaben
langen Namen vergeben, der auch Leerzeichen enthalten darf.
label c:neuer name
6.28 Datenträgername anzeigen mit VOL
Den Namen und die Datenträgernummer des Datenträgers in Laufwerk C:
erfahren Sie mit:
vol c:
Den Namen des aktuellen Laufwerks erhalten Sie einfach durch Eingabe von:
vol
MS-DOS gibt eine Nachricht aus nach folgendem Muster:
Datenträger in Laufwerk C ist PLATTE-C
Datenträgernummer: 1D2B-700C
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6-35
6.29 Der Begriff Formatieren
MS-DOS ist ursprünglich ein Disk Operating System, also ein DiskettenBetriebssystem. Seit Version 2.0 unterstützt MS-DOS auch Festplatten. Disketten
und Festplatten sind magnetische Datenträger, die sich während des Gebrauchs
drehen. Daten werden ähnlich dem Prinzip bei der analogen Tonaufnahme auf
einem Tonband mit einem Tonkopf (Schreib-/Lesekopf) auf die magnetisierbare
Oberfläche aufgebracht bzw. wieder zurückgelesen.
Diskette
Eine Diskette besteht aus einer sehr dünnen Plastikscheibe (Folie) mit einer
Oberflächenbeschichtung aus magnetisierbarem Material (Eisen-Oxyd). In der
Bauart 5,25-Zoll befindet sie sich eingeschweißt in einer elastischen PVC-Hülle,
als 3,5-Zoll-Diskette hat sie eine stabilere und besser gegen unbeabsichtigtes
Berühren gesicherte Kunststoff-Ummantelung. Das sog. Jacket ist inwendig mit
einem Vlies ausgelegt, das die statische Aufladung durch die Rotation verhindert,
eingedrungene Staubpartikel aufnimmt und die Reibung zwischen Diskette und
Schutzhülle so weit wie möglich herabsetzen soll. Im Jacket sind Öffnungen, durch
die auf die Diskette von außen zugegriffen werden kann. Die Diskette wird im
Disketten-Laufwerk in Drehung versetzt durch eine in die zentrale Öffnung
eingepresste konische Antriebsachse. Die Umdrehungeschwindigkeit beträgt ca.
300 U/min.
Die ersten gebräuchlichen Disketten hatten ein Kantenmaß von 8 Zoll und eine
Speicherkapazität von ca. 150 KB auf nur einer Seite (1 Zoll = ca. 2,54 cm; 1 Byte
= 1 Zeichen).
Heutiger Standard sind Disketten mit einem Formfaktor von 3,5 Zoll und einer
Speicherkapazität von 1440 KB verteilt über beide Seiten. Es gibt daneben aber
auch kleinere Formate mit teilweise sogar noch höheren Aufzeichnungsdichten.
MS-DOS unterstützt Speicherkapazitäten auf 5,25- bzw. 3,5-Zoll-Disketten von
160 KB bis 2880 KB.
Um Disketten überhaupt als Speichermedium benutzen zu können, muß man sie
auf ihre Aufgabe vorbereiten. Disketten müssen formatiert (initialisiert) werden mit
dem FORMAT-Befehl.
Dabei wird auf der Datenträgeroberfläche eine Art „Landkarte“, ein unsichtbares
Gitternetz aus ringförmigen Spuren und senkrecht dazu verlaufenden Sektorlinien
aufgetragen. Die dabei entstehenden Zwischenräume, die Sektoren, bieten Platz
zur Datenspeicherung. Die Größe der Sektoren kann für verschiedene
Datenträgertypen unterschiedlich sein. Bei älteren Diskettentypen waren es noch
256 Byte, heutzutage beträgt die Sektorgröße allgemein 512 Byte.
Bei drehenden Datenträgern ist die Einteilung in kreisförmige Spuren und Sektoren
die bisher vorteilhafteste Art, Daten wahlfrei an einem beliebigen Ort des
Datenträgers abzulegen und später auch wiederzufinden.
6-36
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Abbildung 6-12:
Prinzipieller Aufbau einer Diskette
Indexloch
Spur 0
Spur 1
1
8
2
Spur 2
7
3
4
Spur 3
6
5
Sektor
Sektorkennung
512 Byte Daten
Eine Diskette mit 80 Spuren und 18 Sektoren zu je 512 Byte hat eine NettoSpeicherkapazität von 80*18*512 Byte = 737.280 Byte = 720 KB:
Disketten gibt es in verschiedenen Größen (Formfaktor, Speicherkapazität) und in
unterschiedlicher Qualität im Handel. Teilweise sind Disketten schon werksseitig
formatiert, so daß man sich die Formatier-Arbeitszeit spart (ca. 3 Minuten je
Diskette). Man zahlt dafür einen etwas höheren Preis und verspürt nebenher die
Gewißheit, einen fehlerfreien Datenträger gekauft zu haben.
Abbildung 6-13:
Gebräuchliche Diskettengrößen, Bezeichnungen und
Laufwerkskapazitäten
Maß
Handelsbezeichnung
5,25“ DSDD,
Double-Sided, Double-Density
2 Seiten, 2-fache Schreibdichte
5,25“ DSHD,
Double-Sided, High-Density
2 Seiten, 4-fache Schreibdichte
3,5“ DSDD,
Double-Sided, Double-Density
2 Seiten, 2-fache Schreibdichte
3,5“ DSHD,
Double-Sided, High-Density
2 Seiten, 4-fache Schreibdichte
3,5“ DSED,
Double-Sided, Extended-Density
2 Seiten, 8-fache Schreibdichte
=
Speicherbenutzbar in
kapazität
Laufwerk mit
in KB
Kapazität in KB
360/1200
360
1200
=
1200
<
720
<
<
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720/1440/2880
1440/2880
1440
2880
2880
6-37
Festplatte
Eine Festplatte unterscheidet sich von einer Diskette nur in wenigen aber für den
Gebrauchswert entscheidenden Punkten.
• Sie ist eingebaut in ein starres luftdichtes Metallgehäuse.
• Ihre Umdrehungsgeschwindigkeit beträgt je nach Bauart 3600..7500 U/min.
• Ihre Speicherkapazität beträgt je nach Bauart und Modell 120..9000 MB.
(Festplatten unter 120 MB sind im Handel kaum mehr erhältlich;
der Standard liegt derzeit bei Speicherkapazitäten um 500 MB).
Eine Festplatte besteht aus einer oder zumeist mehreren konzentrisch
übereinander angeordneten Scheiben aus Aluminium oder Glas, die wie bei einer
Diskette mit einer magnetisierbaren Oberfläche beschichtet sind. Die einzelnen
Plattenoberflächen werden beim Formatieren ebenfalls in Spuren und Sektoren
eingeteilt. Durch die besseren mechanischen Werte haben Festplatten im
Vergleich zu Disketten auf gleicher Scheibenfläche eine 10..50-fach höhere
Spurenanzahl und eine Sektoreinteilung von 26 und mehr. Der Bereich aller Spuren
mit gleicher Spurnummer auf allen Plattenoberflächen wird Zylinder.genannt.
Jede Plattenoberfläche verfügt über einen zugeordneten Schreib-/Lesekopf. Die
Schreib-/Leseköpfe sind gemeinsam auf einem Träger montiert, der von einem
Schrittmotor angetriebenen, sich wie ein Kamm in den Plattenstapel hineinbewegen
läßt.
Das Schreiben von Daten auf einen solchen Plattenstapel geht so vor sich, daß
zuerst alle Spuren eines Zylinders von „oben nach unten“ vollgeschrieben werden
und dann erst der Schreib-/Lesekamm auf den nächsten Zylinder positioniert wird.
Damit werden mechanisch bedingte Warte- und Positionierzeiten vermindert.
Der Datentransfer geschieht im Vergleich zur Diskette mit 10..50-facher
Geschwindigkeit, ein Praxiswert liegt bei 1500 KB/s. Beim Zugriff verhält es sich
ähnlich, eine gute Festplatte hat eine durchschnittliche Zugriffszeit von 10 ms.
Abbildung 6-14:
Prinzipieller Aufbau einer Festplatte
Zugriffskamm
mit Schreib-/
Leseköpfen
6-38
Zylinder 1023
Zylinder 0
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Zuordnungseinheiten
Die mögliche Anzahl von Sektoren findet im 16-bit-Betriebssystem MS-DOS ihre
Beschränkung bei maximal 216=65.536 verwaltbaren Bereichen. Das ergibt bei
einer Sektorgröße von 512 Byte insgesamt aber nur 32 MB Speicherplatz.
Aus diesem Grund faßt MS-DOS mehrere Sektoren zu sog. Zuordnungseinheiten
(Cluster) zusammen. Je nach Datenträgertyp (Diskette, Festplatte) und maximaler
Speicherkapazität werden 2, 4, 8, 16, 32 oder 64 Sektoren zu einer
Zuordnungseinheit zusammengefaßt. Dadurch kann MS-DOS auch mit
Datenträgern umgehen, die sehr große Speicherkapazitäten an „einem Stück“, in
einer einzigen Partition, bereithalten sollen.
Abbildung 6-15:
Partitionsgröße und Sektoren/Cluster
Partition
kleiner als
MB
8
16
32
128
256
512
1024
2048
FATTyp
bit
12
12
12
16
16
16
16
16
Sektoren
je
Cluster
4
8
16
4
8
16
32
64
Clustergröße
KB
2
4
8
2
4
8
16
32
Anzahl
Cluster
maximal
4.077
4.077
4.077
65.518
65.518
65.518
65.518
65.518
Rechenbeispiel:
Eine Festplatte mit einer 120 MB Partition hat
8 Köpfe * 762 Zylinder * 39 Sektoren = 237.744 Sektoren.
Gemäß obenstehender Tabelle werden in diesem Fall beim Formatieren jeweils
4 Sektoren zu einer Zuordnungseinheit zusammengefaßt, so daß DOS bei dieser Festplatte
237.744 / 4 = 59.436 Zuordnungseinheiten verwaltet.
Zuordnungseinheiten bieten sowohl Vorteile als auch Nachteile.
Ein Nachteil ist die Verschwendung von Speicherplatz. Zum Beispiel wird eine
Datei von 1025 Byte Größe auf einem Datenträger mit einer Clustergröße von
1024 Byte in genau zwei vollständigen Clustern abgelegt, das bedeutet, sie belegt
verwaltungstechnisch 2048 Byte. Damit bleiben 1023 Byte Speicherplatz völlig
ungenutzt.
Ein Vorteil ergibt sich bei sehr großen Dateien. Hierbei können große Zuordnungseinheiten das Lesen und Schreiben beschleunigen wegen der verminderten Anzahl
von Datenträgerzugriffen.
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6-39
6.30 Datenträger formatieren mit FORMAT
Um eine Diskette auf den Gebrauch als Datenspeicher vorzubereiten geben Sie
folgendes Kommando ein:
format a:
Dieses Kommando setzt folgendes voraus:
• Es existiert ein Laufwerk A:
• Die Diskette soll mit der höchst möglichen Kapazität formatiert werden, die das
Laufwerk anbietet.
Angenommen Sie haben in Ihrem PC ein 1,44-MB-Disketten-Laufwerk als
Laufwerk A: eingebaut, dann können Sie mit dem Kommando FORMAT A: nur eine
Diskette der Bauart HD (3,5 Zoll, 1.4 MB) korrekt formatieren.
Wenn Sie in diesem Laufwerk eine Diskette mit einer geringeren Speicherkapazität formatieren wollen, müssen Sie den FORMAT-Befehl mit der Option
/F:Größe verwenden. Mögliche Werte für Größe sind: 160, 180, 320, 360, 720,
1200, 1440, 2880. Diese Größenangaben können allerdings nicht beliebig
angewendet werden, da sie von der Bauartklasse des jeweils eingelegten
Datenträgers abhängig sind.
Wenn Sie eingeben:
format a: /f:720
wollen Sie eine 3,5“-DD-Diskette mit 720 KB Speicherkapazität in einem 1,44-MBoder 2,88-MB-Disketten-Laufwerk formatieren.
Der FORMAT-Befehl fordert während der Laufzeit noch wenige Benutzereingaben
an. Zuerst wünscht er das Einlegen einer Diskette.
Dann formatiert er die eingelegte Diskette.
Nach dem eigentlichen Formatiervorgang, dessen Fortschritt Ihnen am Bildschirm
mit einem Prozentwert angezeigt wird, wünscht er noch die Eingabe eines
Datenträgernamens. Diese Eingabe kann man mit einem beherzten Druck auf die
[EINGABETASTE] übergehen oder man gibt dort an der Eingabeaufforderung einen
bis zu 11 Buchstaben langen Namen für diesen Datenträger ein.
Am Ende erhalten Sie einen Statusbericht über die technischen Werte der
formatierten Diskette. Dieser Bericht entspricht der Ausgabe des CHKDSKBefehls (siehe nächster Abschnitt: Datenträger prüfen mit CHKDSK).
6-40
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Beispiel eines typischen Bildschirmdialogs des FORMAT-Befehls.
C:\>format a: /f:720
Neue Diskette in Laufwerk A: einlegen
und anschließend die EINGABETASTE drücken...
Prüfe bestehendes Datenträger-Format.
Speichere Information für Wiederherstellung.
Überprüfe 720 KB
Formatieren beendet
Datenträgerbezeichnung (11 Zeichen, EINGABETASTE für keine)?
daten
730.112 Byte Speicherplatz auf dem Datenträger insgesamt
730.112 Byte auf dem Datenträger verfügbar
1.024 Byte in jeder Zuordnungseinheit.
713 Zuordnungseinheiten auf dem Datenträger
verfügbar.
Datenträgernummer: 3316-12CD
Eine weitere Diskette formatieren (J/N)?n
C:\>
Beachten Sie die Zeilen „Prüfe bestehendes Datenträger-Format.
Speichere Information für Wiederherstellung.“. Diese Anzeige erhalten
Sie nicht, wenn der Datenträger völlig unformatiert, sozusagen „ladenfrisch“ ist!
Bis MS-DOS Version 4.0 funktionierte der FORMAT noch ein wenig anders. Ein
einmal gestarteter Formatierungsprozeß löschte alle Daten des Datenträgers
unwiederbringlich. Dieses „benutzerunfreundliche“ Verhalten war immer genau
dann sehr ärgerlich, wenn man gerade erst kurz nach dem Starten des FORMATBefehls merkte, daß man ja eigentlich noch sehr wichtige Daten auf dem
Datenträger hatte, die nun verloren waren. Das Übel daran war, daß der
FORMAT-Befehl beim Formatieren nicht allein nur die Spur- und Sektorinformationen neu anlegte, sondern auch sämtliche System- und Datenbereiche
mit einem Löschzeichen überschrieb. Selbst die ausgeklügelsten System-Utilities
konnten dann nichts mehr retten.
Seit MS-DOS Version 5.0 prüft der FORMAT-Befehl vor dem Formatiervorgang
einen Datenträger daraufhin, ob er schon einmal formatiert wurde. Ist das der Fall,
so verzweigt die Verarbeitung in eine Sicherungsroutine, die dafür sorgt, daß die
vorhandenen Systembereiche des Datenträgers (Startsektor, Dateibelegungstabelle, Hauptverzeichnis) an einen freien Platz im hinteren Bereich des
Datenträgers kopiert werden. Erst danach werden die Systembereiche mit
Grundwerten initialisiert. Die Datenbereiche bleiben unberührt.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, daß mit dem Befehl UNFORMAT ein
formatierter Datenträger wiederbelebt werden kann. Dieser Gegenbefehl sorgt
dafür, daß die vorher geretteten Bereiche wieder an ihren ursprünglichen Ort
zurückkopiert werden. Da die Datenbereiche ja nicht verändert wurden, sollte
danach der Datenträger wieder brauchbar sein. Das funktioniert selbstverständlich
nur dann fehlerfrei, wenn nach dem Formatieren keine weiteren Änderungen am
Datenträger vorgenommen wurden, also keine Dateien erzeugt oder darauf kopiert
wurden!
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6-41
Wenn ein Datenträger mit Daten schon soweit gefüllt ist, daß kein
Platz mehr für die Sicherungskopie der alten Systembereiche bleibt, meldet sich
der FORMAT-Befehl mit einem Hinweis und läßt den Anwender entscheiden, ob
der Datenträger weiter formatiert werden soll oder nicht. Wenn man dann an
dieser Stelle weitermacht, werden die alten Informationen nicht mehr herstellbar
und damit völlig verloren sein.
Durch die Sicherungsroutine benötigt der Formatierungsvorgang ein wenig mehr
Zeit als wenn er eine völlig unformatierte Diskette formatieren müßte.
Den Sicherungslauf kann man unterdrücken, indem man den FORMAT-Befehl mit
der Uption /U verwendet. Dabei werden sowohl die System- als auch die
Datenbereiche unwiederbringlich mit Grundwerten initialisiert.
format a: /u
Für ganz Eilige gibt es noch die Option /Q. Dabei werden nur die Systembereiche
unwiederbringlich mit Grundwerten initialisiert und die Datenbereiche bleiben wie
sie sind.
format a: /q
Zum Formatieren einer Festplatte brauchen Sie keine optionalen Angaben über die
Größe des Datenträgers machen. Eine Festplatte läßt sich nur mit
Maximalkapazität formatieren. Der FORMAT-Befehl erkennt automatisch anhand
der im Startbereich der Festplatte eingetragenen Werte die Speicherkapazität der
jeweiligen Partition.
(Das Einteilen einer großen Festplatte in mehrere Partitionen, die jede für sich einen
Laufwerkbuchstaben erhält, ist Thema des MS-DOS- Fortgeschrittenen -Kurses!)
Datenträger formatieren mit FORMAT /S
Der FORMAT-Befehl mit der Option /S erlaubt es, Datenträger zu formatieren, mit
denen sich ein PC-System starten läßt.
format a: /s
Der Unterschied zum normalen Formatieren liegt darin, daß nach dem eigentlichen
Formatiervorgang noch zusätzlich die grundlegenden MS-DOS-Systemdateien
IO.SYS, MSDOS.SYS und COMMAND.COM (und evtl. DRVSPACE.BIN) in das
Hauptverzeichnis des Datenträgers kopiert werden.
IO.SYS, MSDOS.SYS und DRVSPACE.BIN sind schreibgeschütze versteckte
Systemdateien (Attribute R,H,S). Der Befehlsinterpreter COMMAND.COM ist
ungeschützt und sichtbar.
DRVSPACE.BIN ist der Teil von MS-DOS, der den Zugriff auf komprimierte
Laufwerke auf einem Datenträger ermöglicht. DRVSPACE.BIN wird nur kopiert,
wenn die Datei DRVSPACE.BIN im Stammverzeichnis des Quellaufwerks oder verzeichnisses vorhanden ist.
6-42
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6.31 Datenträger prüfen mit CHKDSK
Wenn Sie etwas über den Zustand eines Datenträgers in Erfahrung bringen wollen,
kann Ihnen der CHKDSK-Befehl (checkdisk) eine Hilfe sein. CHKDSK überprüft
einen Datenträger und zeigt einen kurzen Statusbericht an.
Wenn Sie eingeben:
C:\>chkdsk
erhalten Sie einen Bericht nach folgendem Muster:
Datenträger PLATTE-C
erzeugt 06.06.1994 15:00
Datenträgernummer: 1D2B-700C
133.920.768
155.648
436.224
131.086.336
2.242.560
Byte
Byte
Byte
Byte
Byte
Speicherplatz auf dem Datenträger insgesamt
in 7 versteckten Dateien
in 197 Verzeichnissen
in 3.572 Benutzerdateien
auf dem Datenträger verfügbar
2.048 Byte in jeder Zuordnungseinheit
65.391 Zuordnungseinheiten auf dem Datenträger insgesamt
1.095 Zuordnungseinheiten auf dem Datenträger verfügbar
655.360 Byte konventioneller Arbeitsspeicher
523.776 Byte frei
CHKDSK gibt Auskunft über die physikalische Belegung eines Datenträgers. Sollte
der überprüfte Datenträger teilweise defekt sein, so würde CHKDSK eine
zusätzliche Zeile mit dem Hinweis auf defekte Bereiche anzeigen.
Defekte Bereiche auf Festplatten sind fabrikationstechnisch nicht zu vermeiden.
Moderne AT-BUS oder SCSI-Festplatten „verstecken“ diese Bereiche vor DOS,
so daß die Auskunft durch den CHKDSK-Befehl trügerisch sein kann. Festplatten
und Disketten altern und können deshalb im Laufe der Zeit immer mehr defekte
Bereiche erhalten. Ein Neuformatieren der defekten Diskette oder grundlegendes
Neuformatieren (Low-Level-Format) der Festplatte kann manchen nachträglich
defekt gewordenen Bereich wieder zum Leben erwecken.
Disketten mit defekten Bereichen sind für komplette Sicherheitskopien (z.B. mit
DISKCOPY) nicht mehr zu gebrauchen, können aber für normale Dateisicherungen noch benutzt werden. Man sollte sich aber dennoch darüber klar sein,
daß ein Datenträger, der defekte Stellen hat, im Laufe der Zeit möglicherweise
eher noch mehr schlechte Stellen bekommt, als ein Datenträger, der ab Werk
fehlerfrei ausgeliefert wurde.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
6-43
7 Datenaustausch
7.1 Datenaustausch zwischen DOS-Anwendungen
über Transfer-Dateien
Abbildung 7-1:
Datenaustausch zwischen DOS-Anwendungen
interner
Speicher
ANWENDUNG-1
DATEN-1
ANWENDUNG-2
DATEN-1
ø
externer
Speicher
ö
FESTPLATTE
(oder DRUCKER)
DATEN-1
gemeinsames
Datenformat !
7.2 Umleiten des Ausgabe- bzw.
Eingabedatenstroms von DOS-Befehlen
Die folgende Grafik zeigt die Möglichkeiten der Eingabe- und Ausgabeumlenkung
von Daten zwischen Befehlen und DOS-Geräten bzw. Dateien.
Abbildung 7-2:
Eingabe-/Ausgabe-Umleitung
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7-1
7.3 Das Verketten von DOS-Befehlen mit
dem Pipe-Zeichen
Abbildung 7-3:
Verketten von DOS-Befehlen mit Pipe
Das Verkettungszeichen ´|´ (Pipe) (Tastenkombination [ALT+124] oder [ALTGR+<])
wird vorwiegend im Zusammenhang mit den sog. Filterbefehlen MORE, FIND und
SORT benutzt.
Die Pipe reicht die Ausgabe der vorangegangenen Befehlsverarbeitung über den
Umweg einer (für den Benutzer unsichtbaren) temporären Zwischendatei sofort
weiter an die Eingabeschnittstelle des folgenden Befehls. Die temporäre
Zwischendatei wird in der Regel nach erfolgreicher Befehlsverarbeitung
automatisch vom Betriebssystem gelöscht.
Beispiel:
dir | sort
Beispiel:
dir < nul: | find "05.93"
oder
dir /-p | find "05.93"
Beispiel:
type notiz.txt | more
Beispiel:
type kalender.txt | FIND "Besprechung" | sort | more
Hinweis: Da bei Verwendung des Verkettungszeichens temporäre
Zwischendateien entstehen, sollte eine Umgebungsvariable TEMP definiert sein!
(Z.B. mit set temp=c:\temp)
7-2
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8 DOS-System
8.1 Startvorgang
Abbildung 8-1:
Vereinfachte Darstellung eines PC-Startvorgangs
+----------------------------------------------------------------+
¦ Grafikkarte aktivieren
¦
+----------------------------------------------------------------+
¦ Prozessor ruft ROMBIOS / Ist der Systemstart ein Kaltstart ? ¦
+-ja------------------------+-nein-------------------------------+
¦ Kaltstart durchführen
¦ Warmstart durchführen
¦
+---------------------------¦
¦
¦ Power-On Self-Test
¦
¦
¦ RAM
¦
¦
+---------------------------+------------------------------------+
¦ Peripherie-Test
¦
¦ Tastatur
¦
¦ Laufwerk A:
¦
¦ Laufwerk B:
¦
¦ Festplatte/n
¦
¦ serielle Schnittstelle/n
¦
¦ parallele Schnittstelle/n (Drucker)
¦
+----------------------------------------------------------------+
¦ BIOS sucht nach weiteren ROMs auf evtl. Erweiterungskarten
¦
+--+-------------------------------------------------------------+
¦ ¦ Betriebssystem laden
¦
¦ ¦ Diskette in Laufwerk A: ?
¦
¦ +-ja---------------------------+-nein-------------------------+
¦ ¦ System von Diskette laden
¦ System von Festplatte laden ¦
¦ +------------------------------+------------------------------+
¦ ¦ Laden erfolgreich ?
¦
¦ +-ja------+-nein----------------------------------------------+
¦ ¦ ./.
¦ Meldung: Kein System, System-Diskette einlegen
¦
¦ +---------+---------------------------------------------------+
¦ wdh. bis Laden erfolgreich (IO.SYS und MS-DOS.SYS im RAM)
¦
+----------------------------------------------------------------+
¦ CONFIG.SYS vorhanden ?
¦
+-ja------------------------------+-nein-------------------------+
¦ Anweisungen ausführen
¦ Grundeinstellung belassen
¦
+---------------------------------+------------------------------+
¦ Kommandoprozessor COMMAND.COM vorhanden ?
¦
+-ja------------------------------+-nein-------------------------+
¦ COMMAND.COM starten
¦
¦
+---------------------------------¦
¦
¦ AUTOEXEC.BAT vorhanden ?
¦
¦
+-ja------------+-nein------------¦
¦
¦ Anweisungen ¦ DATE ausführen ¦
¦
¦ ausführen
+-----------------¦ Meldung:
¦
¦
¦ TIME ausführen ¦ Befehlsinterpreter
¦
+---------------+-----------------¦ kann nicht geladen werden, ¦
¦ Systemprompt
¦ System wird angehalten
¦
+---------------------------------+------------------------------+
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
8-1
Direkt nach dem Einschalten befinden sich alle Komponenten des PC
in einem unkoordinierten Zustand. Es ist zunächst eine Reihe von Schritten
notwendig, um Ordnung in das Chaos von Signalen zu bringen, das dann im
Computer herrscht. Nach und nach müssen alle eingebauten Steckkarten getestet
und in einen Status gebracht werden, in dem sie ihre Aufgaben erfüllen können
(Initialisierung).
Das BIOS (Basic Input Output System) des PC stellt alle grundlegenden
Systemfunktionen bereit, z. B. wie ein Festplattenzugriff durchzuführen ist. Es
enthält auch die Anweisungen, die den Rechner Schritt für Schritt hochfahren, bis
MS-DOS die Kontrolle übernehmen kann.
Einen Großteil der Vorgänge bekommen Sie gar nicht mit, weil keine Meldung am
Bildschirm erfolgt. Im Inneren des Rechners passiert jedoch viel mehr. Beim
Einschalten erhält der Prozessor ein bestimmtes Signal: das Reset-Signal, das er
auch erhält, wenn Sie den Reset-Knopf am Computer drücken. Dadurch weiß der
Prozessor, daß er einen bestimmten Programmteil des BIOS ausführen soll. Alle
zum Booten notwendigen Komponenten wie Grafikkarte und Festplatte werden
getestet und vorbereitet.
Das Boot-Programm führt zunächst den sogenannten POST (Power On Self Test)
durch. Eine Reihe von Chips koordiniert den Datenfluß, der zwischen Prozessor,
Erweiterungskarten und Hauptspeicher stattfindet. Ist in diesem Bereich etwas
defekt, bleibt der Computer zumeist ohne weiteren Hinweis stehen.
Danach wird der Inhalt des CMOS-Speicherbausteins getestet, in dem
grundlegende Hardware-Konfigurationsinformation des PC gespeichert sind. Dort
findet das BIOS zum Beispiel alle wichtigen Daten über Festplatte(n) und
Diskettenlaufwerk(e). Das CMOS ist ein Schreib-Lese-Speicherbaustein, das
heißt, die Daten darin können geändert werden, unter Umständen vielleicht sogar
verfälscht sein. Darum überprüft der Computer den Inhalt des CMOS und meldet
im Falle eines Fehlers einen "CMOS Checksum Error" (Prüfsummen-Fehler). Ist
das der Fall, werden Sie aufgefordert, ins Setup (ein Programm im BIOS zur
Konfiguration Ihres Computers) zu verzweigen und die Daten gegebenenfalls zu
korrigieren. Dieser Fehler tritt zum Beispiel dann auf, wenn Sie Eingriffe in die
Hardware des PC vorgenommen haben, z.B. zusätzlichen Arbeitsspeicher
installiert haben.
Wurde der PC eine lange Zeit (mehrere Wochen) nicht benutzt, kann auch der
Akku leer sein, der den CMOS-Speicher und die Systemuhr mit Strom versorgt,
während der Computer ausgeschaltet ist. Dann müssen Sie alle Eintragungen neu
vornehmen. Benutzen Sie den Rechner regelmäßig und „vergißt“ das CMOS
dennoch ständig die Konfigurationsdaten, könnte der Akku defekt sein. Lassen Sie
ihn durch einen neuen ersetzen.
Es ist sinnvoll, sich die Konfiguration auf einem Zettel zu notieren oder einen
Bildschirmausdruck davon anzufertigen. Die Werte für die Festplatten sind hierbei
besonders wichtig; stehen hier falsche Werte, kann das fatale Folgen für die Platte
haben (bis hin zur mechanischen Zerstörung).
Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Grafikkarte noch nicht initialisiert. Die einzige
Möglichkeit des Computers, sich verständlich zu machen, ist der Lautsprecher.
8-2
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Hören Sie einen kurzen Piepston, ist alles in Ordnung und der
Rechnerstart geht seinen normalen Gang. Bei mehreren Piepstönen ist etwas
nicht in Ordnung. Zahl und Dauer der Piepstöne geben Aufschluß über den
aufgetretenen Fehler (BIOS-Hersteller-abhängig).
Danach schaltet die Boot-Prozedur zum Video-Bios um. Die Grafikkarte meldet
sich mit der Video-BIOS-Systemmeldung (in der linken oberen Bildschirmecke
erscheint z.B. der Name der Grafikkarte). Das Video-BIOS stellt ähnlich dem
Rechner-BIOS grundlegende Funktionen bereit, allerdings speziell für die
Grafikausgabe.
Im Anschluß daran wird der Arbeitsspeicher auf Fehler untersucht, indem ein
Prüfwert in jede Speicherstelle geschrieben und sofort wieder ausgelesen wird.
Dieser Test dauert umso länger, je mehr Speicher installiert ist. Darum kann er
auch meist mittels der Taste [ESC] abgebrochen werden. Allerdings ist zu
beachten, daß Hardwarekomponenten (z.B. eine Festplatte) manchmal eine
bestimmte Zeit brauchen, bis sie sich initialisiert haben.Verkürzt man die SpeicherPrüfphase mittels der Taste [ESC], kann es passieren, daß nicht alle Bauteile
korrekt initialisiert sind und der Startvorgang mit einer Fehlermeldung (z.B. „drive
not ready“) einfach stehen bleibt.
Sind zusätzliche Erweiterungskarten eingebaut, die ein eigenes BIOS verwenden,
werden diese als nächstes angemeldet. Das Verfahren verläuft hier ähnlich wie bei
der Grafikkarte. Das BIOS der Steckkarte erhält kurzfristig die Kontrolle über den
Boot-Vorgang und meldet den erfolgreichen Abschluß des Tests an das System
zurück.
Zum Schluß wird getestet, ob die eingetragenen Festplatten und
Diskettenlaufwerke vorhanden sind. Hierzu wird lediglich ein Kommando an jedes
einzelne Laufwerk geschickt, das den Schreib-Lese-Kopf positioniert.
Ist der POST erfolgreich abgeschlossen, wird das Laden des Betriebssystems von
Diskette oder Festplatte eingeleitet. Da verschiedene Betriebssysteme auch
verschiedene Boot-Prozeduren haben können, enthält der sog. Boot-Sektor eines
Datenträgers Informationen darüber, wie die Daten für den Start des
Betriebssystems von diesem Medium zu lesen sind.
Der Rechner versucht zunächst, diesen Boot-Sektor von der Diskette im
Diskettenlaufwerk A: zu lesen. Ist keine Diskette eingelegt, wird die erste Festplatte
angesprochen. Tritt in diesem Stadium ein Fehler auf, etwa weil die eingelegte
Diskette nicht formatiert oder die Festplatte defekt ist, erhalten Sie eine
Fehlermeldung mit der Aufforderung, das Problem zu beseitigen. Wenn alles in
Ordnung ist, wird der Boot-Sektor geladen. Er enthält ein kleines Programm, das
die Kern-Programme des Betriebssystems in den Arbeitsspeicher lädt. Dies sind
bei MS-DOS die Dateien IO.SYS und MSDOS.SYS. Befindet sich kein
Betriebssystem auf dem Datenträger, bringt das Programm eine Meldung wie
"Kein Betriebssystem oder Diskettenfehler - Bitte wechseln und Taste drücken"
auf den Bildschirm.
Konnte das Betriebssystem erfolgreich geladen werden, sucht DOS nach der
Konfigurationsdatei CONFIG.SYS. Diese enthält systemnahe Anweisungen, z.B.
für die landesspezifische Einstellung Ihres PC oder Treiberprogramme für den
Arbeitsspeicher.
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8-3
Nachdem auch noch die MS-DOS-Benutzeroberfläche, der
Befehlsinterpreter COMMAND.COM, geladen ist, der häufig benutzte Befehle wie
z.B. MD, CD, RD, DIR, COPY oder TIME zur Verfügung stellt, wird zum Abschluß
des Startvorgangs die Stapeldatei AUTOEXEC.BAT aufgerufen.
Nur wenige Einträge in CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT werden von den
Setup- oder Installationsprogrammen der verschiedenen Anwendungsprogramme
automatisch vorgenommen. Um Ihr System zu optimieren oder bestimmte
Programme beim Rechnerstart automatisch aufzurufen, können und müssen Sie
im allgemeinen diese Dateien selbst bearbeiten. CONFIG.SYS und
AUTOEXEC.BAT sind reine Textdateien. Sie können sie also mit dem MS-DOSEditor EDIT bearbeiten.
Um z.B. die Datei CONFIG.SYS zu bearbeiten, geben Sie auf der DOSKommandozeile ein:
C:\>edit config.sys
Hinweis: EDIT erstellt keine Sicherheitskopien der bearbeiteten Dateien. Sie
sollten also vor jedem Eingriff in diese wichtigen Startdateien Sicherungs-Kopien
dieser Dateien anlegen!
Sollten Sie bei der Bearbeitung von CONFIG.SYS oder AUTOEXEC. BAT einen
Fehler begangen haben oder Ihr PC eine bestimmte Anweisung nicht vertragen, so
können Sie beim Rechnerstart in MS-DOS ab Version 6.0 immer noch die
Notbremse ziehen.
Wenn Sie bei der Bildschirmmeldung "Starten von MS-DOS." die Taste [F5]
drücken, werden CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT einfach umgangen, der
Rechner startet dann ohne alle Treiber und Konfigurationsbefehle.
Zur Fehlersuche betätigen Sie an derselben Stelle die Taste [F8]. Alle
Anweisungen in der Datei CONFIG.SYS (ab MS-DOS 6.2 auch in der
AUTOEXEC. BAT) müssen von Ihnen zeiilenweise bestätigt (oder abgelehnt)
werden. So haben Sie die Möglichkeit, eine ungültige Anweisung zu entdecken bzw.
zu übergehen.
8-4
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8.2 Die System-Konfigurationsdateien
von MS-DOS
Damit ein PC-System optimal arbeiten kann, müssen alle beteiligten Komponenten
aufeinander abgestimmt sein. Die Hardware als Systemgrundlage sollte von den
Anwendungsprogrammen möglichst optimal genutzt werden können. Das
Betriebssystem ist dabei das verbindende Element. Damit auch unterschiedliche
Hardware mit den vorhandenen Anwendungsprogrammen bzw. unterschiedliche
Anwendungsprogramme mit der vorhandenen Hardware zusammenarbeiten
können, stellt das Betriebssystem Möglichkeiten zur Verfügung, damit es an die
unterschiedlichen Gegebenheiten und Erfordernisse angepaßt (konfiguriert)
werden kann.
MS-DOS kann während des Systemstarts zusätzliche Anweisungen annehmen und
ausführen. Diese Zusatzinformationen befinden sich in zwei Dateien
(unformatierte ASCII-Textdateien), die sich im Hauptverzeichnis des StartDatenträgers befinden müssen.
Der Inhalt der ersten Datei CONFIG.SYS wird beim Systemstart ausgewertet noch
bevor das Betriebssystem überhaupt Anwendereingaben zuläßt. Der
Kommandointerpreter COMMAND.COM ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht
geladen. Beachten Sie, daß Änderungen in der Datei CONFIG.SYS erst mit einem
Neustart des Systems wirksam werden.
Der Inhalt der zweiten Datei AUTOEXEC.BAT (eine Stapeldatei) wird sofort nach
dem Laden des Kommandointerpreters COMMAND.COM von diesem
automatisch ausgeführt. Änderungen in der Datei AUTOEXEC.BAT können im
allgemeinen durch manuelles Starten der Stapeldatei sofort wirksam gemacht
werden.
CONFIG.SYS
AUTOEXEC.BAT
Enthält dauerhafte Systemeinstellungen, die während der
jeweiligen DOS-Sitzung nicht änderbar sind. Sollen
Änderungen dieser Datei wirksam werden, so ist ein
Systemstart erforderlich.
Enthält System- bzw. Betriebseinstellungen, die während der
jeweiligen Sitzung änderbar sein können.
Die beiden Konfigurationsdateien CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT müssen für
einen erfolgreichen Start des Betriebssystems nicht unbedingt vorhanden sein.
Fehlen sie, dann startet MS-DOS mit einer Grundeinstellung. Leider ist diese
Grundeinstellung für den Betrieb der meisten Anwendungsprogramme nicht
ausreichend.
Als ein für amerikanische Verhältnisse entwickeltes Betriebssystem ist auch die
Grundeinstellung der Tastatur für unseren Sprachraum nicht geeignet (QWERTYstatt QWERTZ- Tastatur, viele Tasten haben eine andere Belegung).
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8-5
Das Einrichten einer optimalen Systemkonfiguration ist schon fast eine
Kunst. Das Betriebssystem MS-DOS und auch die Hersteller zahlreicher
Hardware-Zusätze machen es dem Systemeinrichter nicht gerade leicht, wenn es
z.B. darum geht, den passenden Gerätetreiber mit der richtigen Einstellung im
Betriebssystem zu installieren. Und wenn es um die beste Verteilung des
Hauptspeichers geht, dann geht´s erst recht an´s Eingemachte. Der MS-DOSFortgeschrittenen-Kurs beschäftigt sich intensiver mit diesen Themen.
Sie finden nachfolgend zwei Beispieldateien, die auf einem normalen PC-System
(Prozessor 80386 ab 2 MB Hauptspeicher) für die meisten DOS-Anwendungen
eine brauchbare Umgebung erzeugen.
Beispiel CONFIG.SYS
DEVICE=C:\DOS\SETVER.EXE
DEVICE=C:\DOS\HIMEM.SYS /VERBOSE
DEVICE=C:\DOS\EMM386.EXE AUTO 256 D=256 RAM NOMOVEXBDA VERBOSE
DOS=HIGH,UMB
BUFFERS=50
FILES=57
COUNTRY=49,437,C:\DOS\COUNTRY.SYS
LASTDRIVE=Z
NUMLOCK=ON
BREAK=ON
DEVICEHIGH=C:\DOS\DRVSPACE.SYS /MOVE
DEVICEHIGH=C:\DOS\ANSI.SYS
SHELL=C:\DOS\COMMAND.COM C:\DOS\ /E:1024 /P
Beispiel AUTOEXEC.BAT
@ECHO OFF
VERIFY ON
SET PATH=C:\DOS;C:\;
SET PROMPT=$P$G
SET DIRCMD=/A/P/OGNE
SET COPYCMD=/-Y
SET DOSSHELL=C:\DOS
REM ---:TempBegin
SET TEMP=C:\TEMP
SET TMP=%TEMP%
IF "%TEMP%"=="" GOTO TempEnd
IF NOT EXIST %TEMP%\NUL. MD %TEMP% >NUL:
IF NOT EXIST %TEMP%\*.* GOTO TempEnd
ECHO.J|DEL %TEMP%\*.* >NUL:
:TempEnd
REM ---LH C:\DOS\SHARE.EXE
LH C:\DOS\DOSKEY.COM
LH C:\DOS\KEYB.COM GR,437,C:\DOS\KEYBOARD.SYS
LH C:\DOS\MODE.COM CON: RATE=32 DELAY=1
C:\DOS\DOSSHELL
8-6
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8.3 Die Anweisung PATH
In der Start-Stapeldatei AUTOEXEC.BAT befindet sich für gewöhnlich auch die
Anweisung PATH bzw. SET PATH= mit einer nachfolgenden Liste von
Verzeichnissen, z.B. etwa so:
path c:\batch;c:\dos;c:\word;d:\dbase;e:\windows;
oder
set path=c:\batch;c:\dos;c:\word;d:\dbase;e:\windows;
Eine solche Anweisung legt den sog. Suchpfad fest. Wenn Sie auf der
Kommandozeile einen Programmnamen eintippen und anschließend die
Eingabetaste drücken, beauftragen Sie damit das Betriebssystem, dieses
Programm zu starten. MS-DOS benutzt dann gegebenenfalls diesen Suchpfad.
Woher weiß MS-DOS, wo auf Ihrer Festplatte sich das gewünschte Programm
befindet? MS-DOS kann es im Grunde nicht wissen, aber es könnte sich auf die
Suche machen und herausfinden, wo auf der Festplatte das Programm wohl
abgelegt ist. Schön wär´s, wenn das für alle x-beliebigen Verzeichnisse auf einer
Festplatte gelten würde (dann wäre allerdings auch die Anweisung PATH
überflüssig).
Technisch bedingt können Suchvorgänge auf Datenträgern erheblich viel Zeit in
Anspruch nehmen, so daß das Durchsuchen aller Verzeichnisse z.B. auf einer 1GB-Festplatte mit vielleicht 1000 Verzeichnissen und 8000 Dateien nicht mehr
geboten erscheint. Was hat man davon, wenn man nach dem Aufruf des
Programmnamens erst einmal viele Sekunden ja vielleicht Minuten warten muß, bis
das Programm endlich anläuft? Verzeichnisse, in denen vielleicht nur Daten
abgelegt sind, brauchen ja sowieso nicht durchsucht zu werden.
Die MS-DOS-Entwickler haben deshalb die Anweisung PATH erfunden. die es
dem Anwender gestattet, dem Betriebssystem eine gewisse Auswahl der
wichtigsten Programm-Verzeichnisse bekannt zu machen. Findet MS-DOS das
von Ihnen aufgerufene Programm nicht im aktuellen Arbeitsverzeichnis, so geht es
die Verzeichnisliste der PATH-Anweisung der Reihe nach von links nach rechts
durch und sucht in den angegebenen Verzeichnissen nach dem aufgerufenen
Programm. Wird das Programm daraufhin gefunden, dann wird es auch gestartet.
Kann MS-DOS das Programm aber nicht finden, dann gibt es eine Fehlermeldung
aus:
Befehl oder Dateiname nicht gefunden
MS-DOS sucht ausführbare Dateien zunächst immer im aktuellen Verzeichnis und
erst danach in den Verzeichnissen, die im Suchpfad aufgeführt sind.
Bei der Suche nach ausführbaren Dateien geht MS-DOS immer in der Reihenfolge
der drei Namenserweiterungen „COM-EXE-BAT“ vor.
Die Betriebssystemerweiterung MS-Windows erlaubt es, die Suchreihenfolge zu verändern und
gegebenenfalls noch um weitere Dateitypen zu ergänzen. In der Datei WIN.INI im Abschnitt
[Windows] könnte z.B. die folgende Anweisung stehen:
Programs=PIF EXE COM BAT SCR
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8-7
Ein PATH-Befehl kann mit maximal 127 Zeichen eingegeben werden,
was der maximalen Länge der Kommandozeile entspricht. Abzüglich der Anzahl
Buchstaben des Wortes „PATH“ mit nachfolgendem Leerzeichen verbleiben netto
nur 122 Zeichen für die Verzeichnisliste!
Reicht das nicht aus, kann man andere Möglichkeiten in Betracht ziehen:
• den Verzeichnissen kürzere Namen geben;
• den Befehl SUBST einsetzen, um Verzeichnisse auf logische Laufwerke
umzuleiten (wodurch die einzelnen Einträge der PATH-Befehlszeile kürzer
werden);
• den Befehl APPEND /X:ON einsetzen (der Einsatz des Befehls APPEND wird
von Microsoft allerdings im Zusammenhang mit Windows nicht empfohlen,
weswegen auch wir nicht weiter darauf eingehen werden);
• der Einsatz von Stapeldateien, in denen die Programmaufrufe jeweils mit
absoluten Pfadangaben erfolgen, so daß MS-DOS, von der Arbeit des Suchens
befreit, die Programme schneller starten kann.
Der Suchmechanismus
Um den Suchmechanismus verstehen zu können, wollen wir uns zwei Sonderfälle
anschauen:
Fall-1: Suchreihenfolge bei Dateien mit gleichem Namen, aber unterschiedlichen
Namenserweiterungen innerhalb eines Verzeichnisses
Angenommen wir befinden uns in einem Verzeichnis C:\FINANZ, das zwei Dateien
mit gleichem Namen, aber unterschiedlichen Namenserweiterungen, enthält, z.B.
eine Datei FIBU.COM, das Finanzbuchhaltungsprogramm, und eine Stapeldatei
FIBU.BAT, deren Aufgabe es eigentlich sein soll, vor dem Start des
Finanzbuchhaltungsprogramms in ein Unterverzeichnis C:\FINANZ\DATEN zu
wechseln und von dort aus das Finanzbuchhaltungsprogramm zu starten.
Szenario
C:\
+---FINANZ
¦ FIBU.BAT
¦ FIBU.COM
¦
+---DATEN
FIBU.DAT
FIBU.BAT
C:
CD \FINANZ\DATEN
C:\FINANZ\FIBU.COM
CD \
Nach der Eingabe von FIBU und [ENTER] wird MS-DOS gemäß der eingebauten
Suchreihenfolge zuerst nach einer Datei FIBU.COM suchen.
Da diese Datei existiert, wird sie auch sofort von MS-DOS gefunden und
ausgeführt. Die andere Datei FIBU.BAT wird von MS-DOS jedoch nie gefunden
oder ausgeführt werden!
Der vorgegebene Suchmechanismus kann überlistet werden, indem man
ausdrücklich die Erweiterung des Dateinamens bei der Eingabe mit angibt. Mit der
Eingabe von FIBU.BAT und [ENTER] wird die Stapeldatei FIBU.BAT dann sofort
gefunden und ausgeführt!
8-8
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Fall-2: Suchreihenfolge bei Dateien mit vollständig gleichen Namen,
aber in unterschiedlichen Verzeichnissen des Suchpfades
Möglicherweise befinden sich in Verzeichnissen auf der Festplatte zwei oder mehr
Dateien, die den gleichen Namen und die gleiche Erweiterung haben.
MS-DOS sucht den angegebenen Dateinamen zuerst im aktuellen Verzeichnis.
Anschließend durchsucht es die im Befehl PATH angegebenen Verzeichnisse in
der Reihenfolge, in der sie dort stehen. MS-DOS wird die Datei ausführen, die
zuerst gefunden wird.
Szenario
PATH C:\DOS; D:\SPIELE\WILDPOWR; C:\WORDPERF;
C:\
¦
+---WORDPERF
WP.EXE
D:\
¦
+---SPIELE
¦
WILDPOWR
WP.EXE
Wir befinden uns im Hauptverzeichnis der Festplatte C:\ und wollen das Textverarbeitungsprogramm Wordperfect (C:\WORDPERF\WP.EXE) starten und
geben deshalb ein: WP und [ENTER].
Da der eingegebene Dateiname unvollständig war, wird MS-DOS nun versuchen,
sich einen passenden Dateinamen zu bilden, diese Datei zu suchen und sie dann
ausführen.
Abbildung 8-2:
Beispiel einer automatischen Suche nach Suchpfad
Prompt
C:\>
Eingabe:
WP
Suchpfad C:\DOS;D:\SPIELE\WILDPOWR;C:\WORDPERF;
Suche
Ergebnis
C:\WP.COM
nicht vorhanden
C:\WP.EXE
nicht vorhanden
C:\WP.BAT
nicht vorhanden
C:\DOS\WP.COM
nicht vorhanden
C:\DOS\WP.EXE
nicht vorhanden
C:\DOS\WP.BAT
nicht vorhanden
D:\SPIELE\WILDPOWR\WP.COM
nicht vorhanden
D:\SPIELE\WILDPOWR\WP.EXE
vorhanden !
Datei wird ausgeführt
Leider wurde durch die Eingabe von WP und [ENTER] eben nicht das Textverarbeitungsprogramm WP.EXE sondern das Abenteuerspiel WP.EXE gestartet.
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8-9
Man könnte jetzt hingehen und die Reihenfolge der Verzeichnisse im
Suchpfad ändern. Damit hätte man jedoch nur kurzfristig Erfolg. Spätestens beim
nächsten Versuch, das Abenteuerspiel zu starten, würde die Textverarbeitung
aufgerufen werden. Also dasselbe Spielchen noch einmal von vorne...
Eine andere Möglichkeit wäre es, einen der beiden Dateinamen mit einem
geänderten Namen zu versehen, z.B. das Abenteuerspiel in WIP.EXE
umzubenennen. Das wird im allgemeinen funktionieren. Man muß sich aber
darüber im klaren sein, daß damit der Originalzustand der Datei verändert wurde
und es dadurch schon zu Komplikationen beim Gebrauch kommen kann.
Besser ist es allemal, eine Stapeldatei mit beliebigem Dateinamen zu schreiben,
die dafür sorgt, daß das richtige Programm zur Ausführung gelangt.
Beispiel:
WOP.BAT
C:
CD \WORDPERF
WP.EXE
CD \
8-10
WIP.BAT
D:
CD \WILDPOWR
WP.EXE
CD \
C:
CD \
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9 Praxistips
9.1 Die „Beliebige Taste“
In einigen Dialogen empfiehlt MS-DOS dem Benutzer das Drücken einer
„beliebigen Taste um fortzufahren“ („press anykey to continue...“).
(Es soll schon einmal ein verzweifelter User bei der Microsoft-Hotline angerufen haben, weil er den
„anykey“ (die Taste [ANY]) auf seiner Tastatur nicht gefunden hat!?J)
Diese Empfehlung ist nicht ganz so wörtlich zu nehmen! Z.B. gehören die
[UMSCHALTTASTE], die Taste [ALT], die Taste [ALTGR] oder die Taste [STRG] nicht
in die Gruppe der „beliebigen“ Tasten. Auch die Pfeiltasten und
Bildschirmsteuerungstasten gehören nicht unbedingt in die Gruppe der "beliebigen"
Tasten.
Die Meldung sollte besser lauten:
„Drücken Sie die Eingabetaste, um fortzufahren“.
Wenn man sich also angewöhnt, als beliebige Taste konsequent die
[EINGABETASTE] zu benutzen, wird ein „fortfahren“ immer gelingen.
9.2 Anlegen eines Verzeichnisbaums mit XMD.BAT
@ECHO OFF
REM ---- XMD.BAT ---IF "%1"=="" GOTO :usage
IF NOT "%1"=="" GOTO :action
REM ---:action
ECHO.VN|C:\DOS\XCOPY.EXE %COMSPEC% %1 /P >NUL:
ECHO.Der Verzeichnisast %1 wurde angelegt.
DIR %1
GOTO :end
REM ---:usage
ECHO.Gebrauch: XMD [Verzeichnispfad]
ECHO.Beispiel: XMD \VERZ_1\VERZ_2\VERZ_3
ECHO.Funktion: erweiterter MD-Befehl
ECHO.
kann einen Verzeichnisast komplett anlegen
GOTO :end
REM ---:end
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9-1
9.3 Anhalten und Abbrechen von DOSBefehlen oder Anwendungsprogrammen
Computer sind im allgemeinen recht zuverlässige Maschinen, nur manchmal, da
sind sie stur und machen nur das, was man ihnen einprogrammiert hat.
Wo bleibt da der Mensch mit seiner individuellen Arbeitsweise, seinen schnellen
Entscheidungen, seinem manchmal chaotischen (aber dadurch nicht weniger
erfolgreichem) Vorgehen? Oft muß man das Ende eines Computerprogramms
abwarten, um endlich das tun zu können, was man eigentlich schon seit mehreren
Augenblicken tun möchte. Man verspürt den Drang, die laufende Verarbeitung
einfach abzubrechen.
In der Tat gibt es verschiedene Gründe, laufende Programme anzuhalten oder
abzubrechen:
• Das Programm oder der DOS-Befehl bietet keine Pausen-Option
• Man wollte dieses Programm oder diesen Befehl gar nicht auslösen.
• Man hat die benötigte Information schon erhalten, aber die Befehlsverabeitung
würde noch weiter andauern und dabei Zeit verschwenden.
• Das ausführende Programm befindet sich in einer „Endlosschleife“.
• Das Programm ist „abgestürzt“.
• Die Hardware ist „abgestürzt“.
Abbildung 9-1:
Programme anhalten und abbrechen
Taste
[STRG+S]
[PAUSE]
[STRG+C]
[STRG+PAUSE]
[STRG+ALT+ENTF]
Reset-Taste
Netzschalter
9-2
Warum?
Bildschirmausgabe anhalten
bzw. Weiterlaufenlassen
Anhalten eines Programms.
Weiterlaufenlassen mit
[EINGABETASTE]
Abbrechen
Was passiert?
Programmablauf wird
angehalten
Prozessorverarbeitung wird
angehalten
Programmablauf wird
abgebrochen
Abbrechen
Prozessorverarbeitung wird
abgebrochen
Das laufende Programm
Die Hardware bleibt unter
nimmt keine Eingaben mehr Strom.
an.
Kein Hardware-Test.
(Warmstart)
Die Tastatur nimmt keine
Die Hardware bleibt unter
Eingaben mehr an.
Strom. Neustart mit
(Funktion der Taste [NUM]
Hardware-Test (POST).
überprüfen)
(Warmstart mit
Kaltstartverhalten)
Nichts geht mehr...
Die Hardware wird
stromlos. Neustart mit
Hardware-Test (POST).
(Kaltstart)
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
Handeln Sie nicht in Panik!
Sie sollten sich darüber klar sein, daß ein Abbruch, der ein laufendes Programm
während eines beliebigen Verarbeitungszustands unvorhersehbar trifft (sozusagen
„von hinten mit der Keule“), schlimmste Folgen haben kann.
Es kommt vor, daß eben noch in Bearbeitung befindliche Dateien nicht korrekt
geschlossen sind und dadurch auch nicht mehr geöffnet werden können. Oder
Dateien sind nur noch bruchstückhaft vorhanden. Wer dann eine möglichst neue
Datensicherung hat, kann von Glück sagen, wenn der Schaden vielleicht nicht so
groß und reparabel ist.
Vermeiden Sie es, in Task-Switching- und Multi-Tasking-Umgebungen (z.B. MSWindows) Programmabbrüche zu erzeugen. Unter Umständen gelingt es Ihnen
dabei, das ganze System mitsamt allen anderen gerade laufenden Anwendungen
„herunterzureißen“, so daß ein Wiederanlauf nur nach langwierigen SoftwareReparaturarbeiten (Neuinstallation usw.) möglich wird.
Wenn Sie einen DOS-Befehl oder eine DOS-Stapeldatei auf der Kommandozeile
gestartet haben, so dürfen Sie die Tastenkombination [STRG+C] zum Abbrechen
verwenden, ohne gleich das Schlimmste befürchten zu müssen. MS-DOS gestattet
den Abbruch laufender DOS-Programme mit [STRG+C] nur beschränkt und
normalerweise nur, während es von der Tastatur liest oder auf den Bildschirm oder
einen Drucker schreibt.
Wenn Sie die Konfigurationsvariable BREAK auf ON setzen (siehe
CONFIG.SYS), erweitern Sie die Abbruch-Überwachung von [STRG+C] auf andere
Funktionen, wie z.B. Lese- und Schreibvorgänge auf Datenträgern.
Gut ausprogrammierte Anwendungsprogramme fangen unerwünschte
Tastenkombinationen, wie z.B. [STRG+C] oder [STRG+ALT+ENTF] ab und leiten sie
nicht an das Betriebssystem weiter. Sie behandeln derartige Anwenderwünsche
selbst und beenden sich gegebenenfalls zuverlässig.
Es hat sich eingebürgert, daß innerhalb von Anwendungsprogrammen manche
Verarbeitungsschritte rückgängig gemacht oder abgebrochen werden können mit
der Taste [ESC]. Auf der Kommandoebene des Betriebssystems hat diese Taste
jedoch keine Wirkung!
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9-3
10 DOS-Befehle,
Syntaxbeschreibungen
mit Anmerkungen und Beispielen
10.1 ATTRIB
10.1.1 ATTRIB, Syntax
ATTRIB
Zeigt Dateiattribute an oder ändert sie.
Dieser Befehl zeigt die Attribute "Schreibgeschützt", "Archiv", "System" und
"Versteckt" an, die Dateien oder Verzeichnissen zugewiesen wurden, vergibt oder
entfernt sie.
Syntax
ATTRIB [+R|-R] [+A|-A] [+S|-S] [+H|-H][[Laufwerk:][Pfad]Dateiname] [/S]
Um alle Attribute aller Dateien im aktuellen Verzeichnis anzuzeigen, verwenden Sie
die folgende Syntax:
ATTRIB
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Bezeichnet Position und Name der Datei(en), die Sie bearbeiten wollen.
Optionen
• Dateiattribute
Abbildung 10-1:
+R Setzt das Dateiattribut "Schreibgeschützt" (read-only)
-R Löscht das Dateiattribut "Schreibgeschützt"
+A Setzt das Dateiattribut "Archiv" (altered)
-A Löscht das Dateiattribut "Archiv"
+S Setzt das Dateiattribut "Systemdatei" (system)
-S Löscht das Dateiattribut "Systemdatei"
+H Setzt das Dateiattribut "Versteckt" (hidden)
-H Löscht das Dateiattribut "Versteckt"
ATTRIB.EXE, Tabelle der Dateiattribute
• /S
Bearbeitet Dateien im aktuellen Verzeichnis und all seinen Unterverzeichnissen.
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10-1
10.1.2 ATTRIB, Anmerkungen
• Kombinieren der Attribute "Versteckt" und "System"
Wenn für eine Datei sowohl das Attribut "Versteckt" als auch das Attribut
"System" gesetzt ist, können Sie beide Attribute mit einem einzigen ATTRIBBefehl löschen. Um z.B. die Attribute "Versteckt" und "System" der Datei
UMSATZ92.TXT zu löschen, geben Sie ein:
attrib -s -h umsatz.txt
• Verwenden von ATTRIB mit Dateigruppen
Sie können Platzhalter (? und *) verwenden, um die Attribute einer Gruppe von
Dateien anzuzeigen oder zu ändern. Wenn für eine Datei das Attribut "System"
oder "Versteckt" gesetzt ist, müssen Sie dieses Attribut zuerst löschen, bevor
Sie ein anderes Attribut dieser Datei ändern können.
• Ändern von Attributen für ein Verzeichnis
Sie können die Attribute für ein Verzeichnis anzeigen oder ändern. Um ATTRIB
für ein Verzeichnis zu verwenden, müssen Sie den Verzeichnisnamen
ausdrücklich angeben. Bei der Arbeit mit Verzeichnissen sind Platzhalter nicht
zulässig. Um z.B. das Verzeichnis C:\GEHEIM zu verstecken, geben Sie ein:
attrib +h c:\geheim
Der folgende Befehl betrifft nur Dateien, nicht jedoch Verzeichnisse:
attrib +h c:\*.*
• Archivattribute
Das Attribut "Archiv" (a) wird verwendet, um Dateien zu markieren, die seit der
letzten Sicherung geändert wurden. Die Befehle MSBACKUP, RESTORE und
XCOPY verwenden diese Archivattribute. Informationen über Archivattribute
finden Sie bei der Beschreibung der Befehle MSBACKUP, RESTORE und
XCOPY.
10-2
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10.1.3 ATTRIB, Beispiele
• Um die Attribute der Datei NEU99.TXT anzuzeigen, die sich auf dem aktuellen
Laufwerk befindet, geben Sie folgenden Befehl ein:
attrib neu99.txt
• Um der Datei BERICHT.TXT das Attribut "Schreibgeschützt" zuzuweisen,
geben Sie folgenden Befehl ein:
attrib +r bericht.txt
• Um das Attribut "Schreibgeschützt" von Dateien im Verzeichnis
\PUBLIC\MAIER auf einem Datenträger in Laufwerk B: und von Dateien in allen
Unterverzeichnissen von \PUBLIC\MAIER zu entfernen, geben Sie folgenden
Befehl ein:
attrib -r b:\public\maier\*.* /s
• Im folgenden Beispiel wird angenommen, Sie möchten einem Mitarbeiter eine
Diskette übergeben, die alle Dateien des aktuellen Verzeichnisses im
Standardverzeichnis einer Diskette in Laufwerk A: mit Ausnahme von Dateien
mit der Erweiterung .BAK enthält.
Da Sie mit XCOPY auf Wunsch nur diejenigen Dateien kopieren können, die
das Attribut "Archiv" besitzen, müssen Sie für alle zu kopierenden Dateien das
Archivattribut setzen. Mit den folgenden zwei Befehlen setzen Sie zunächst das
Archivattribut für alle Dateien auf Laufwerk A:. Dann löschen Sie das Attribut für
Dateien mit der Erweiterung .BAK.
attrib +a a:*.*
attrib -a a:*.bak
Verwenden Sie nun den Befehl XCOPY, um die Dateien von der Diskette in
Laufwerk A: auf die Diskette in Laufwerk B: zu kopieren. Die Option /A im
folgenden Befehl bewirkt, daß XCOPY nur Dateien mit gesetztem Archivattribut
kopiert:
xcopy a: b: /a
Wenn Sie möchten, daß XCOPY das Archivattribut einer Datei löscht, nachdem
sie kopiert ist, verwenden Sie die Option /M an Stelle der Option /A. Beispiel:
xcopy a: b: /m
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10-3
10.2 CD
10.2.1 CD, Syntax
CD (CHDIR)
Zeigt den Namen des aktuellen Verzeichnisses an oder wechselt das aktuelle
Verzeichnis.
Syntax
CD [Laufwerk:][Pfad]
CD[..]
CHDIR [Laufwerk:][Pfad]
CHDIR[..]
Um den aktuellen Laufwerkbuchstaben und Verzeichnisnamen anzuzeigen,
verwenden Sie einfach den Befehl CD (bzw. CHDIR) ohne Parameter.
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]
Bezeichnet Laufwerk (falls vom aktuellen Laufwerk verschieden) und
Verzeichnis, zu dem Sie wechseln möchten.
• ..
(PunktPunkt) Gibt an, daß Sie zum übergeordneten Verzeichnis wechseln
möchten.
10-4
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10.2.2 CD, Anmerkungen
• Wechseln zum Stammverzeichnis
Das Stammverzeichnis (=Wurzelverzeichnis=Root) steht an der Spitze der
Verzeichnishierarchie eines Laufwerks. Um zum Stammverzeichnis
zurückzukehren, geben Sie folgenden Befehl ein:
cd \
• Verwenden des aktuellen Verzeichnisses von einem anderen Laufwerk
aus
Wenn Sie sich im Verzeichnis \PUBLIC\MAIER auf Laufwerk C: befinden und
von dort auf das Laufwerk D: hinüberwechseln, können Sie Dateien in das
Verzeichnis und vom Verzeichnis \PUBLIC\MAIER kopieren, indem Sie lediglich
den Laufwerkbuchstaben C: angeben. MS-DOS verwaltet für jedes Laufwerk
einen separaten ´Verzeichniszeiger´, der auch nach dem Wechsel auf ein
anderes Laufwerk (in diesem Fall) weiterhin auf das Verzeichnis
\PUBLIC\MAIER verweist.
• Wechseln des Verzeichnisses auf einem anderen Laufwerk
Sie können das aktuelle Verzeichnis auf einem anderen Laufwerk wechseln,
indem Sie den Laufwerkbuchstaben beim Verwenden von CD bzw. CHDIR auf
der Befehlszeile angeben. Sie verlassen dabei das aktuelle Arbeitslaufwerk
nicht.
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10-5
10.3 CHKDSK
10.3.1 CHKDSK, Syntax
CHKDSK
Erstellt einen Statusbericht für einen Datenträger und zeigt ihn an. Kann auch auf
dem Datenträger festgestellte Fehler korrigieren.
Im Statusbericht werden Fehler angezeigt, die im MS-DOS-Dateisystem gefunden
wurden. Dieses besteht aus der Dateizuordnungstabelle (FAT) und
Verzeichnissen. CHKDSK zeigt außerdem eine Übersicht über die
Datenträgerbelegung an. (Die Lesbarkeit der Informationen in Dateien wird von
CHKDSK nicht geprüft.) Falls der geprüfte Datenträger Fehler aufweist, gibt
CHKDSK eine entsprechende Warnmeldung aus.
Anmerkung: Statt des Befehls CHKDSK /F sollten Sie bevorzugt das Programm
SCANDISK zur Behebung von Datenträgerfehlern verwenden.
Syntax
CHKDSK [Laufwerk:][[Pfad]Dateiname] [/F] [/V]
Um den Status des Datenträgers im aktuellen Laufwerk anzuzeigen, verwenden
Sie folgende Syntax:
CHKDSK
Parameter
• Laufwerk:
Bezeichnet das Laufwerk, das den Datenträger enthält, den CHKDSK
überprüfen soll.
• [Pfad]Dateiname
Bezeichnet Position und Namen einer Datei oder Dateigruppe, deren
Fragmentierung CHKDSK überprüfen soll. Sie können Platzhalter (* und ?)
verwenden, um mehrere Dateien anzugeben.
Optionen
• /F
Korrigiert Fehler auf dem Datenträger. Verwenden Sie diese Option nicht, wenn
Sie CHKDSK aus anderen Programmen heraus ausführen. Weitere
Informationen finden Sie unter "Verwenden von CHKDSK mit geöffneten
Dateien" unter <CHKDSK--Anmerkungen>. Im allgemeinen sollten Sie zum
Korrigieren von Datenträgerfehlern anstelle von CHKDSK das Programm
ScanDisk verwenden.
• /V
Zeigt beim Überprüfen den Namen aller Dateien in allen Verzeichnissen an.
10-6
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10.3.2 CHKDSK, Anmerkungen
• Format der Statusberichte
MS-DOS zeigt CHKDSK-Statusberichte ähnlich dem folgenden Beispiel an:
Datenträgernummer: 1CC9-2DDA
133.920.768
insgesamt
155.648
432.128
129.964.032
3.346.432
Byte Speicherplatz auf dem Datenträger
Byte
Byte
Byte
Byte
in 8 versteckten Dateien
in 196 Verzeichnissen
in 3.550 Benutzerdateien
auf dem Datenträger verfügbar
2.048 Byte in jeder Zuordnungseinheit
65.391 Zuordnungseinheiten auf dem Datenträger
insgesamt
1.634 Zuordnungseinheiten auf dem Datenträger
verfügbar
655.360 Byte konventioneller Arbeitsspeicher
523.776 Byte frei
• Korrigieren von Datenträgerfehlern
Wenn Sie Datenträgerfehler mit CHKDSK korrigieren möchten, verwenden Sie
den Befehl CHKDSK /F. (CHKDSK korrigiert Datenträgerfehler nur bei der
Angabe der Option /F.) CHKDSK /F zeigt eine Eingabeaufforderung ähnlich der
folgenden an:
10 verlorene Zuordnungseinheiten in 3 Ketten gefunden.
Verlorene Ketten in Dateien umwandeln?
Wenn Sie J drücken, speichert MS-DOS alle verlorenen Ketten im
Stammverzeichnis unter einem Namen im Format FILEnnnn.CHK. Wenn
CHKDSK endet, können Sie diese Dateien untersuchen, um festzustellen, ob
sie Daten enthalten, die Sie benötigen. Wenn Sie N drücken, repariert MS-DOS
den Datenträger, speichert den Inhalt der verlorenen Zuordnungseinheiten
jedoch nicht.
Wenn Sie die Option /F nicht verwenden, weist CHKDSK darauf hin, daß eine
Datei repariert werden muß; Fehler werden jedoch nicht behoben.
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10-7
• Verwenden von CHKDSK mit geöffneten Dateien
Verwenden Sie CHKDSK niemals, wenn gerade Dateien geöffnet sind.
CHKDSK darf nur für Dateien verwendet werden, deren Status sich nicht
ändert, d.h. nicht geöffnete Dateien. Wenn eine Datei geöffnet ist, ändert sie
sich normalerweise;
MS-DOS aktualisiert dann die Dateizuordnungstabelle (FAT) und
Verzeichnisstruktur, um Änderungen widerzuspiegeln. Solche Aktualisierungen
erfolgen nicht immer sofort; außerdem werden die FAT und die
Verzeichnisstruktur zu unterschiedlichen Zeitpunkten aktualisiert. Wenn Sie
CHKDSK ausführen, während auf dem Datenträger Dateien geöffnet sind,
interpretiert das Programm Unterschiede zwischen der Verzeichnisstruktur und
der Zuordnungstabelle als Fehler.
Wenn Sie CHKDSK /F verwenden, während Dateien geöffnet sind, können
Daten zerstört werden oder verloren gehen. Rufen Sie daher CHKDSK /F
niemals auf von einem anderen Programm heraus, oder wenn Microsoft
Windows oder die MS-DOS-Programmumschaltung ablaufen.
• Verwenden von CHKDSK mit zugewiesenen Laufwerken und
Netzwerken
Der Befehl CHKDSK funktioniert nicht auf Laufwerken, die vom Befehl SUBST
zugewiesen wurden. Sie können mit CHKDSK auch keinen Datenträger in
einem Netzlaufwerk überprüfen.
• Physische Datenträgerfehler
CHKDSK sucht nur nach logischen Fehlern im Dateisystem, d.h. nicht nach
physischen Datenträgerfehlern. Zur Identifizierung und Korrektur von
physischen Datenträgerfehlern verwenden Sie das Programm SCANDISK.
• Fehlerhafte Datenträgersektoren
Die von CHKDSK als fehlerhaft identifizierten Datenträgersektoren wurden als
"fehlerhaft" gekennzeichnet, als der Datenträger zuerst für den Betrieb
vorbereitet wurde. SCANDISK und andere Dienstprogramme für die Korrektur
von physischen Datenträgerfehlern können ebenfalls fehlerhafte Sektoren als
"fehlerhaft" kennzeichnen. Solche Sektoren sind harmlos.
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• Querverbundene Dateien
CHKDSK listet eine querverbundene Datei, wenn zwei Dateien oder
Verzeichnisse als Verwender des gleichen Laufwerkspeicherplatzes aufgelistet
werden. Wenn CHKDSK eine querverbundene Datei auflistet, zeigt es eine
Meldung ähnlich der folgenden an:
<Datei> ist querverbunden (cross linked)
in Zuordnungseinheit <Nummer>
Auch bei der Angabe der Option /F korrigiert CHKDSK keine querverbundenen
Dateien. Führen Sie SCANDISK zu Korrektur von querverbundenen Dateien
aus. Möglicherweise fehlt ein Teil der Informationen in diesen Dateien.
• ERRORLEVEL
Findet CHKDSK keine Fehler, wird der Variablen ERRORLEVEL der Wert 0
zugewiesen. Werden jedoch Fehler gefunden, erhält ERRORLEVEL den Wert
255.
• Speichern eines CHKDSK-Statusberichts in einer Datei
Sie können einen CHKDSK-Statusbericht speichern, indem Sie die Ausgabe in
eine Datei umleiten. Verwenden Sie in diesem Fall nicht die Option /F.
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10.3.3 CHKDSK, Beispiele
• Wenn Sie den Datenträger in Laufwerk A: überprüfen möchten und MS-DOS
alle entdeckten Fehler korrigieren soll, geben Sie folgenden Befehl ein:
chkdsk c:
CHKDSK pausiert und zeigt Meldungen an, wenn Fehler auftreten.
• Um die Ausgabe von CHKDSK in eine Datei namens STATUS umzuleiten,
geben Sie folgenden Befehl ein:
chkdsk a: > status
Da die Ausgabe umgeleitet ist, korrigiert MS-DOS die Fehler nicht, die es bei
der Überprüfung bemerkt. Alle Fehler werden jedoch in einer Berichtdatei
aufgezeichnet. Sie können danach CHKDSK mit der Option /F ohne Umleitung
verwenden, um alle im Statusbericht verzeichneten Fehler zu korrigieren.
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10.4 COPY
10.4.1 COPY, Syntax
COPY
Kopiert eine oder mehrere Dateien an eine von Ihnen bestimmte Position.
Dieser Befehl läßt sich auch zum Kombinieren von Dateien verwenden. Wird mehr
als eine Datei kopiert, zeigt MS-DOS den Namen der gerade kopierten Datei an.
Syntax
COPY [/Y|/-Y] [/A|/B] Quelle [/A|/B] [+ Quelle [/A|/B] [+ ...]][Ziel [/A|/B]] [/V]
Parameter
• Quelle
Bezeichnet Position und Name einer Datei oder Dateigruppe, aus der Sie
kopieren wollen. Quelle kann aus einem Laufwerkbuchstaben mit Doppelpunkt,
einem Verzeichnisnamen, einem Dateinamen oder einer Kombination daraus
bestehen.
• Ziel
Bezeichnet Position und Name einer Datei oder Dateigruppe, in die Sie
kopieren wollen. Ziel kann aus einem Laufwerkbuchstaben mit Doppelpunkt,
einem Verzeichnisnamen, einem Dateinamen oder einer Kombination daraus
bestehen.
Optionen
• /Y
Gibt an, daß vorhandene, gleichnamige Dateien beim Kopieren mit dem Befehl
COPY ohne vorherige Bestätigung überschrieben werden sollen. Wenn die
angegebene Zieldatei bereits existiert, fordert Sie COPY als Standardvorgabe
dazu auf, das Überschreiben der vorhandenen Datei zu bestätigen. (Bei
früheren MS-DOS-Versionen wurden gleichnamige Dateien einfach
überschrieben.) Beim Aufruf aus einer Stapelverarbeitungsdatei verhält sich
COPY wie bei früheren Versionen. Bei der Angabe dieser Option werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
• /-Y
Gibt an, daß COPY Sie vor dem Überschreiben einer vorhandenen Datei zur
Bestätigung auffordern soll. Bei der Angabe dieser Option werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
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• /A
Bezeichnet eine ASCII-Textdatei. Wenn die Option /A vor der Liste der
Dateinamen in der Befehlszeile steht, gilt sie für alle Dateien, deren Namen auf
die Option /A folgen, bis COPY auf die Option /B stößt. In diesem Fall gilt die
Option /B für die Datei, deren Name vor der Option /B steht. Steht die Option /A
hinter einem Dateinamen, gilt er für die Datei, deren Name vor der Option /A
steht, und alle Dateien, deren Namen auf die Option /A folgen, bis COPY auf die
Option /B stößt. In diesem Fall gilt die Option /B für die Datei, deren Name vor
der Option /B steht.
Eine ASCII-Textdatei kann ein Dateiendezeichen (STRG+Z) verwenden, um
das Dateiende anzuzeigen. Beim Kombinieren von Dateien behandelt COPY
Dateien standardmäßig als Textdateien.
• /B
Bezeichnet eine Binärdatei. Wenn die Option /B vor der Liste der Dateinamen in
der Befehlszeile steht, gilt sie für alle Dateien, deren Namen auf die Option /B
folgen, bis COPY auf die Option /A stößt. In diesem Fall gilt die Option /A für die
Datei, deren Name vor der Option /A steht. Steht die Option /B hinter einem
Dateinamen, gilt er für die Datei, deren Name vor der Option /B steht, und für
alle Dateien, deren Namen auf die Option /B folgen, bis COPY auf die Option /A
stößt. In diesem Fall gilt die Option /A für die Datei, deren Name vor der Option
/A steht.
Die Option /B gibt an, daß der Befehlsinterpreter so viele Byte lesen soll, wie
von der Dateigröße im Verzeichnis angegeben ist. /B ist außer beim
Kombinieren von Dateien der Standardwert für COPY.
• /V
Prüft nach, ob die neuen Dateien korrekt geschrieben wurden (verify).
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10.4.2 COPY, Anmerkungen
• Festlegen der Umgebungsvariablen COPYCMD
Mit dem Wert für die Umgebungsvariable COPYCMD können Sie festlegen,
daß Sie bei der Arbeit mit den Befehlen COPY, MOVE und XCOPY vor dem
Überschreiben einer Datei generell zur Bestätigung aufgefordert werden. Diese
Einstellung gilt für den Aufruf dieser Befehle an der Eingabeaufforderung und
aus einer Stapelverarbeitungsdatei.
Damit Sie vor dem Überschreiben von Dateien mit den Befehlen COPY, MOVE
und XCOPY generell zur Bestätigung aufgefordert werden, weisen Sie der
Umgebungsvariablen COPYCMD den Wert /-Y zu. Wenn Dateien mit diesen
Befehlen generell ohne vorherige Bestätigung überschrieben werden sollen,
weisen Sie der Umgebungsvariablen COPYCMD den Wert /Y zu.
Beim Aufruf dieser Befehle mit der Option /Y oder /-Y werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
Kopieren auf und von Geräte(n)
Sie können für ein oder mehrere Quellen oder Ziele einen Gerätenamen
einsetzen.
Verwenden oder Weglassen der Option /B beim Kopieren auf ein Gerät
Wenn Ziel ein Gerät ist (z.B. COM1 or LPT1), bewirkt die Option /B, daß MS-DOS
Daten auf das Gerät im Binärmodus kopiert. Im Binärmodus werden alle Zeichen
(einschließlich Sonderzeichen, wie zb STRG+C, STRG+S, STRG+Z und
Wagenrücklauf) als Daten auf das Gerät kopiert. Wenn Sie die Option /B
weglassen, kopiert MS-DOS Daten im ASCII-Modus auf das Gerät. Im ASCIIModus bewirken Sonderzeichen, wie die zuvor aufgeführten, daß MS-DOS beim
Kopieren eventuell besondere Aktionen durchführt.
• Verwenden der Standard-Zieldatei
Wenn Sie keine Zieldatei angeben, erstellt MS-DOS eine Kopie mit demselben
Namen, Erstellungsdatum und derselben Erstellungszeit wie die Originaldatei.
Die neue Kopie wird in das aktuelle Verzeichnis auf dem aktuellen Laufwerk
gespeichert. Befindet sich die Quelle auf dem aktuellen Laufwerk und im
aktuellen Verzeichnis, und Sie geben kein anderes Laufwerk oder Verzeichnis
für die Zieldatei an, endet der Befehl COPY, und MS-DOS zeigt folgende
Fehlermeldung an:
Datei kann nicht auf sich selbst kopiert werden.
0 Datei(en) kopiert
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• Verwenden der Option /V
Wenn MS-DOS einen Schreibvorgang nicht prüfen kann, zeigt es eine
Fehlermeldung an. In Zusammenhang mit dem Befehl COPY treten selten
Schreibfehler auf. Die Option /V ermöglicht es Ihnen jedoch, zu prüfen, ob
kritische Daten korrekt aufgezeichnet wurden. Diese Option verlangsamt den
Befehl COPY, da MS-DOS jeden auf dem Datenträger aufgezeichneten Sektor
prüfen muß.
• Verwenden der Optionen /A und /B
Die Wirkung dieser Optionen hängt von ihrer Position in der Befehlszeile ab.
Wenn die Option /A oder /B dem Quelle- Dateinamen folgt, verhält sich COPY
wie in der folgenden Liste gezeigt:
/A
Behandelt die Datei als ASCII-(Text)Datei und kopiert Daten, die vor dem
ersten Dateiende-Zeichen stehen. COPY kopiert nicht das erste DateiendeZeichen oder den Rest der Datei.
/B
Kopiert die gesamte Datei einschließlich eines Dateiende-Zeichens.
Wenn die Option /A oder /B dem Ziel-Dateinamen folgt, verhält sich COPY wie
in der folgenden Liste gezeigt:
/A
Fügt der Datei als letztes Zeichen ein Dateiende-Zeichen hinzu.
/B
Fügt kein Dateiende-Zeichen hinzu.
• Kombinieren von Dateien mit dem Befehl COPY
Wenn Sie mehr als eine Quelle angeben und die Einträge mit einem PlusZeichen (+) voneinander trennen, kombiniert COPY die Dateien und erstellt eine
einzige Datei. Wenn Sie in Quelle Platzhalter angeben, für Ziel jedoch einen
einzigen Dateinamen angeben, kombiniert COPY alle Dateien, die Quelle
entsprechen, und erstellt daraus eine einzige Datei mit dem in Ziel
angegebenen Namen.
Wenn Sie nicht die Option /B verwenden, nimmt COPY in beiden Fällen an, daß
die kombinierten Dateien ASCII-Dateien sind. (Kombinieren Sie niemals NichtASCII-Dateien ohne Angabe der Option /B; Ihre Dateien werden sonst eventuell
abgeschnitten. Die meisten Binärdateien enthalten nämlich STRG+Z-Zeichen,
bei denen COPY so reagiert, als ob das Ende der Datei erreicht wäre.)
Wenn der Name der Zieldatei mit dem Namen einer der zu kopierenden
Dateien (mit Ausnahme der ersten) übereinstimmt, geht der Originalinhalt der
Zieldatei verloren. Wenn dieser Fall eintritt, gibt COPY die folgende Meldung
aus:
Inhalt der Zieldatei vor dem Kopieren zerstört
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• Kopieren von Dateien in Unterverzeichnisse
Um alle Dateien eines Verzeichnisses und seine Unterverzeichnisse zu
kopieren, sollten Sie den Befehl XCOPY verwenden.
• Kopieren von Dateien der Länge Null
COPY kopiert keine Dateien, deren Länge 0 Byte beträgt. Verwenden Sie zum
Kopieren solcher Dateien den Befehl XCOPY.
• Ändern von Uhrzeit und Datum einer Datei
Wenn Sie einer Datei die aktuelle Uhrzeit und das aktuelle Datum zuweisen
möchten, ohne die Datei zu ändern, verwenden Sie einen Befehl im folgenden
Format. Die Kommas zeigen an, daß der Parameter Ziel weggelassen wurde.
copy /b Quelle+,,
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10-15
10.4.3 COPY, Beispiele
• Der folgende Befehl kopiert eine Datei und stellt sicher, daß sich am Ende der
Datei ein Dateiende-Zeichen befindet:
copy memo.txt brief.txt /a
• Um die Datei TAUBE.TYP vom aktuellen Laufwerk und Verzeichnis in ein
bestehendes Verzeichnis namens VOEGEL, das sich auf Laufwerk C: befindet,
zu kopieren, geben Sie folgenden Befehl ein:
copy taube.typ c:\voegel
VORSICHT: Existiert das Verzeichnis VOEGEL nicht, kopiert MS-DOS die
Datei TAUBE.TYP in eine Datei namens VOEGEL, die sich im Stammverzeichnis des Datenträgers in Laufwerk C: befindet.
• Um mehrere Dateien in eine einzige Datei zu kopieren, führen Sie eine
beliebige Anzahl von Dateien als Parameter Quelle in der Befehlszeile von
COPY auf. Trennen Sie die Dateinamen durch ein Plus-Zeichen (+)
voneinander, und geben Sie für die entstehende kombinierte Datei einen
Dateinamen an. Beispiel:
copy mae92.rpt + apr92.rpt + mai92.rpt bericht
Dieser Befehl kombiniert die Dateien MAE92.RPT, APR92.RPT und
MAI92.RPT im aktuellen Laufwerk und Verzeichnis und speichert sie in einer
Datei namens BERICHT im aktuellen Verzeichnis auf dem aktuellen Laufwerk.
Beim Kombinieren von Dateien wird die Zieldatei mit dem aktuellen Datum und
der aktuellen Uhrzeit erstellt. Wenn Sie Ziel weglassen, kombiniert MS-DOS die
Dateien und speichert sie unter dem Namen der ersten angegebenen Datei.
Wenn z.B. eine Datei mit dem Namen BERICHT bereits existiert, können Sie
mit dem folgenden Befehl alle vier Dateien in BERICHT kombinieren:
copy bericht + mae92.rpt + apr92.rpt + mai92.rpt
• Sie können auch Platzhalter verwenden, um mehrere Dateien in einer einzigen
Datei zu kombinieren, wie folgendes Beispiel zeigt:
copy *.txt kombin.doc
Dieser Befehl kombiniert alle Dateien im aktuellen Verzeichnis auf dem
aktuellen Laufwerk, die die Erweiterung ebenfalls im aktuellen Verzeichnis auf
dem aktuellen Laufwerk befindet.
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• Wenn Sie mehrere Binärdateien mit Hilfe von Platzhaltern in einer
Datei kombinieren möchten, geben Sie die Option /B an. Beispiel:
copy /b *.exe kombin.exe
Dies verhindert, daß MS-DOS STRG+Z als Dateiende-Zeichen behandelt.
VORSICHT: Wenn Sie Binärdateien kombinieren, ist die resultierende Datei auf
Grund interner Formatierung eventuell nicht verwendbar.
• Im folgenden Beispiel kombiniert COPY jede Datei mit der Erweiterung .TXT mit
ihrer zugehörigen .REF-Datei. Das Ergebnis ist eine Datei desselben Namens,
aber mit der Erweiterung .DOC. COPY kombiniert also DATEI1.TXT mit
DATEI1.REF, um DATEI1.DOC zu bilden. Dann kombiniert COPY DATEI2.TXT
mit DATEI2.REF, um DATEI2.DOC zu bilden, usw.
copy *.txt + *.ref *.doc
• Der folgende COPY-Befehl kombiniert zunächst alle Dateien mit der
Erweiterung .TXT und danach alle Dateien mit der Erweiterung .REF in einer
Datei namens KOMBIN.DOC:
copy *.txt + *.ref kombin.doc
• Kopieren von Daten von der Tastatur
Der folgende COPY-Befehl kopiert alles, was Sie auf der Tastatur eingeben, in
die Datei AUSGABE.TXT:
copy con: ausgabe.txt
Nachdem Sie diesen Befehl eingegeben und die [EINGABETASTE] gedrückt
haben, kopiert MS-DOS alles, was Sie eingeben, in die Datei AUSGABE.TXT.
Wenn Sie alle Eingaben gemacht haben, drücken Sie [STRG+Z], um
anzuzeigen, daß Sie die Datei abschließen möchten. Das DateiendeKennzeichen erscheint auf dem Bildschirm als ´^Z´. Sie können einen COPY
CON-Befehl auch durch Drücken der Taste [F6] beenden. Wenn Sie die Taste
[F6] drücken, erzeugt sie das Dateiende-Kennzeichen, das auf dem Bildschirm
als ´^Z´ erscheint.
Im folgenden Beispiel werden Daten von der Tastatur auf den an LPT1:
angeschlossenen Drucker kopiert:
copy con: lpt1:
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-17
10.5 DEL
10.5.1 DEL, Syntax
DEL (ERASE)
Der Befehl DEL löscht die angegebenen Dateien.
Syntax
DEL [Laufwerk:][Pfad]Dateiname [/P]
ERASE [Laufwerk:][Pfad]Dateiname [/P]
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Bezeichnet Position und Name der Datei oder Dateigruppe, die gelöscht
werden soll.
Option
• /P
Fordert Sie vor dem Löschen der angegebenen Datei zu einer Bestätigung auf.
10-18
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10.5.2 DEL, Anmerkungen
• Verwenden der Option /P
Wenn Sie die Option /P angeben, zeigt DEL den Namen der Datei an und
fordert Sie in einer Meldung im folgenden Format zur Bestätigung auf:
Dateiname, Löschen (J/N)?
Drücken Sie J, um das Löschen zu bestätigen, N zum Abbrechen des
Löschvorgangs und Anzeigen des nächsten Dateinamens (wenn Sie eine
Dateigruppe angegeben haben) oder die Tastenkombination [STRG+C], um den
Befehl DEL zu beenden.
• Löschen mehrerer Dateien gleichzeitig
Sie können sämtliche Dateien in einem Verzeichnis löschen, indem Sie den
Befehl DEL gefolgt von [Laufwerk:]Pfad eingeben. Sie können auch die
Platzhalter ´*´ (Stern) und ´?´ (Fragezeichen) verwenden, um mehr als eine
Datei gleichzeitig zu löschen. Sie sollten jedoch in Verbindung mit dem Befehl
DEL die Platzhalter mit Vorsicht verwenden, um versehentliches Löschen von
Dateien zu vermeiden. Wenn Sie folgenden Befehl eingeben:
del *.*
zeigt DEL folgende Meldung an:
Alle Dateien im Verzeichnis werden gelöscht!
Sind Sie sicher (J/N)?
Drücken Sie die Taste [J] und die [EINGABETASTE], um alle Dateien im aktuellen
Verzeichnis zu löschen, oder drücken Sie [N] und die [EINGABETASTE], um den
Löschvorgang abzubrechen.
Bevor Sie Platzhalter zusammen mit dem Befehl DEL verwenden, um eine
Gruppe von Dateien zu löschen, sollten Sie dieselben Platzhalter zusammen mit
dem Befehl DIR anwenden, um eine Liste der Dateien, die sich in der Gruppe
befinden, anzuzeigen.
ACHTUNG: Wenn eine Datei gelöscht wurde, kann sie eventuell später nicht mehr
wiederhergestellt werden. Zwar kann der Befehl UNDELETE gelöschte Dateien
wiederherstellen, doch führt dies nur dann sicher zum Erfolg, wenn auf dem
Datenträger nach dem Löschvorgang keine anderen Dateien mehr erstellt oder
geändert wurden. Wenn Sie eine Datei, die Sie behalten möchten, versehentlich
gelöscht haben, unterbrechen Sie sofort Ihre laufende Arbeit und verwenden
unverzüglich den Befehl UNDELETE, um die Datei wiederherzustellen.
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10-19
10.6 DELTREE
10.6.1 DELTREE, Syntax
DELTREE
Entfernt ein Verzeichnis samt aller zu dem Verzeichnis gehörenden
Unterverzeichnisse und Dateien.
Syntax
DELTREE [/Y] [Laufwerk:]Pfad
Parameter
• Laufwerk:Pfad
Gibt den Namen des Verzeichnisses an, das Sie löschen möchten. Der Befehl
DELTREE löscht den Inhalt des von Ihnen angegebenen Verzeichnisses
komplett, das heißt, er löscht nicht nur alle in dem Verzeichnis abgelegten
Dateien, sondern auch die zu dem Verzeichnis gehörenden Unterverzeichnisse
sowie die dort abgelegten Dateien.
Option
• /Y
Führt den Befehl DELTREE aus, ohne Sie vorher dazu aufzufordern, den
Löschvorgang zu bestätigen.
10-20
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10.6.2 DELTREE, Anmerkungen
• DELTREE und die Attribute Versteckt (hidden), System (system) und
Schreibgeschützt (read-only)
Der Befehl DELTREE löscht alle in einem Verzeichnis oder Unterverzeichnis
abgelegten Dateien, und zwar unabhängig davon, welche Attribute gesetzt sind!
• Der Parameter Errorlevel
Wenn DELTREE erfolgreich gearbeitet hat, hat die Variable ERRORLEVEL
den Wert 0.
• Einsetzen von Platzhaltern bei DELTREE
Sie können bei dem Befehl DELTREE Platzhalter einsetzen, sollten dies aber
mit äußerster Vorsicht tun. Wenn Sie Platzhalter angeben, mit denen sowohl
Verzeichnis- als auch Dateinamen übereinstimmen, werden sowohl die
Verzeichnisse als auch die Dateien gelöscht. Bevor Sie in einem DELTREEBefehl Platzhalter einsetzen, sollten Sie sich mit dem Befehl DIR /A die Namen
der Dateien und Verzeichnisse ansehen, die gelöscht werden!
10.6.3 DELTREE, Beispiel
Um das auf dem Laufwerk C: befindliche Verzeichnis TEMP einschließlich aller zu
diesem Verzeichnis gehörenden Dateien und Unterverzeichnisse zu löschen,
geben Sie an der Eingabeaufforderung folgenden Befehl ein:
deltree c:\temp
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10-21
10.7 DIR
10.7.1 DIR, Syntax
DIR
Zeigt eine Liste der Dateien und Unterverzeichnisse in einem von Ihnen
angegebenen Verzeichnis an.
Wenn Sie DIR ohne Parameter oder Optionen verwenden, sehen Sie:
• die Datenträgerbezeichnung,
• die Datenträgernummer,
• ein Verzeichnis oder einen Dateinamen einschließlich der Erweiterung,
• die Dateigröße in Byte,
• Datum und Uhrzeit, wann die Datei zuletzt geändert wurde,
• sowie die Gesamtzahl der aufgelisteten Dateien,
• ihre aufsummierte Größe,
• den auf dem Datenträger verbleibenden Platz (in Byte).
Syntax
DIR [Laufwerk:][Pfad][Dateiname] [/P] [/W] [/A[[:]Attribute]]
[/O[[:]Sortierfolge]] [/S] [/B] [/L] [/C]
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]
Bezeichnet Laufwerk und Verzeichnis, dessen Auflistung Sie sehen möchten.
• [Dateiname]
Bezeichnet eine bestimmte Datei oder Dateigruppe, deren Auflistung Sie sehen
möchten.
Optionen
• /P
Zeigt die Auflistung bildschirmweise an. Um den nächsten Bildschirm zu sehen,
drücken Sie eine beliebige Taste.
• /W
Zeigt die Auflistung im Breitformat an; in jeder Zeile stehen dann bis zu fünf
Dateinamen oder Verzeichnisse.
• /A[[:] Attribute]
Zeigt nur die Namen der Dateien und Verzeichnisse an, die die angegebenen
Attribute aufweisen. Wenn Sie diese Option weglassen, zeigt DIR die Namen
aller Dateien mit Ausnahme der versteckten und Systemdateien an. Wenn Sie
diese Option verwenden, ohne Attribute anzugeben, zeigt DIR die Namen aller
Dateien einschließlich der versteckten und Systemdateien an.
10-22
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Die folgende Tabelle zeigt alle verwendbaren Attribute. Der
Doppelpunkt (:) ist wahlfrei. Sie können die Attributwerte beliebig kombinieren.
Trennen Sie sie jedoch nicht mit Leerzeichen voneinander.
Abbildung 10-2:
DIR, Tabelle der Dateiattribute
H
-H
S
-S
D
-D
A
-A
R
-R
Versteckte Dateien (hidden)
Dateien, die nicht versteckt sind
Systemdateien (system)
Dateien, die keine Systemdateien sind
Verzeichnisse (directory)
Nur Dateien (keine Verzeichnisse)
Zum Archivieren (Backup) bereite Dateien (altered)
Dateien, die seit der letzten Sicherung nicht geändert wurden
Schreibgeschützte Dateien (readonly)
Dateien, die nicht schreibgeschützt sind
• /O[[:] Sortierfolge]
Steuert die Reihenfolge, in der DIR Verzeichnis- und Dateinamen sortiert und
anzeigt. Wenn Sie diese Option weglassen, zeigt DIR die Namen in der
Reihenfolge an, in der sie in dem Verzeichnis erscheinen. Wenn Sie diese
Option benutzen, ohne die Sortierreihenfolge anzugeben, zeigt DIR zuerst die
Namen der Verzeichnisse in alphabetischer Reihenfolge an. Es folgen die
Namen der Dateien, ebenfalls in alphabetischer Reihenfolge. Der Doppelpunkt
(:) ist wahlfrei. Die folgende Tabelle enthält alle Werte, die Sie für die
Sortierreihenfolge verwenden können. Sie können die Werte beliebig
kombinieren. Trennen Sie sie jedoch nicht mit Leerzeichen voneinander.
Abbildung 10-3:
DIR, Tabelle der Werte für die Sortierreihenfolge
N In alphabetischer Reihenfolge nach Namen (name)
-N In umgekehrter alphabetischer Reihenfolge nach Namen
(Z bis A)
E In alphabetischer Reihenfolge nach Erweiterung (extension)
-E In umgekehrter alphabetischer Reihenfolge nach Erweiterung
(Z bis A)
D Nach Datum und Uhrzeit; früheste zuerst (date)
-D Nach Datum und Uhrzeit; älteste zuerst
S Nach Größe; kleinste zuerst (size)
-S Nach Größe; größte zuerst
G Verzeichnisse vor Dateien gruppiert (groups)
-G Verzeichnisse hinter Dateien gruppiert
C Nach Komprimierungsverhältnis, geringstes zuerst
(compress-ratio)
-C Nach Komprimierungsverhältnis, höchstes zuerst
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10-23
• /S
Listet alle Vorkommen des angegebenen Dateinamens im angegebenen
Verzeichnis und allen Unterverzeichnissen auf.
• /B
Listet jeden Verzeichnis- oder Dateinamen (einschließlich seiner Erweiterung)
zeilenweise auf. Diese Option zeigt keine Kopfinformationen und keine
Übersicht an. Die Option /B überschreibt die Option /W.
• /L
Zeigt unsortierte Verzeichnis- und Dateinamen in Kleinbuchstaben an. Diese
Option wandelt Zeichen des erweiterten Zeichensatzes nicht in Kleinbuchstaben
um.
• C[H]
Zeigt das Komprimierungsverhältnis von Dateien, die mit Hilfe von DoubleSpace
auf Grund einer 8-KB-Clustergröße komprimiert worden sind. Die wahlfreie
Option /H zeigt das Komprimierungsverhältnis von Dateien, die mit Hilfe von
DoubleSpace auf der Clustergröße des Host-Treibers basierend komprimiert
worden sind. Die Option /C[H] wird ignoriert, wenn sie zusammen mit der Option
/W oder /B verwendet wird.
10.7.2 DIR, Beispiele
• Angenommen, Sie möchten alle Dateien und Unterverzeichnisse in einem
Verzeichnis sehen, einschließlich der versteckten und System-Dateien, dann
geben Sie ein:
dir /a
• Angenommen, Sie möchten, daß DIR eine Verzeichnis-Auflistung nach der
anderen anzeigt, bis alle Verzeichnisse auf dem Datenträger im aktuellen
Laufwerk angezeigt sind. Außerdem soll DIR jede Verzeichnis-Auflistung
alphabetisch sortiert im Breitformat anzeigen und nach jedem Bildschirm
pausieren. Das Stammverzeichnis ist das aktuelle Verzeichnis. Geben Sie
folgenden Befehl ein:
dir /s/w/o/p
DIR listet den Namen des Stammverzeichnisses, die Namen der
Unterverzeichnisse des Stammverzeichnisses sowie die Namen der Dateien im
Stammverzeichniss (einschließlich Erweiterungen) auf. Danach listet DIR die
Unterverzeichnisnamen und Dateinamen in jedem Unterverzeichnis der
Verzeichnisstruktur auf.
10-24
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• Um das vorstehende Beispiel abzuwandeln, so daß DIR die
Dateinamen und Erweiterungen anzeigt, die Verzeichnisnamen jedoch wegläßt,
geben Sie folgenden Befehl ein:
dir /s/w/o/p/a:-d
• Um eine Verzeichnis-Auflistung zu drucken, geben Sie hinter einer beliebigen
Form des Befehls DIR das Umleitungssymbol ´>´ (größer-Zeichen) und PRN:
ein. Beispiel:
dir > prn:
Die Bildschirmausgabe wird an den am Anschluß LPT1: angeschlossenen
Drucker gesendet (PRN: = LPT1:). Ist Ihr Drucker an einem anderen Anschluß
angeschlossen, müssen Sie PRN: durch den Namen des richtigen Anschlusses
ersetzen (z.B.: LPT2:).
• Sie können die Ausgabe des Befehls DIR auch in eine Datei umleiten, indem
Sie PRN: durch einen Dateinamen ersetzen. Auch ein Pfad ist in der
Befehlszeile zulässig. Wenn Sie z.B. die Ausgabe von DIR in die Datei DIR.INH
im Verzeichnis BRIEFE leiten möchten, geben Sie folgenden Befehl ein:
dir > \briefe\dir.inh
Existiert DIR.INH nicht, erzeugt MS-DOS die Datei. Wenn allerdings das
Verzeichnis BRIEFE nicht existiert, gibt MS-DOS die folgende Meldung aus:
Fehler beim Erstellen der Datei
Wenn die Datei DIR.INH bereits existiert, wird sie ohne Rückfrage gelöscht und
neu erzeugt. Ein ´Anhängen´ an eine vorhandene Datei kann mit dem
verdoppelten Umleitungszeichen erreicht werden:
dir >> mehr.inh
• Um eine Liste aller Dateinamen mit der Erweiterung .TXT in allen
Verzeichnissen auf Laufwerk C: anzuzeigen, geben Sie folgenden Befehl ein:
dir c:\*.txt /w/o/s/p
DIR zeigt im Breitformat eine alphabetische Liste der passenden Dateinamen in
jedem Verzeichnis an und pausiert immer, wenn der Bildschirm voll ist, bis Sie
eine Taste drücken, um fortzufahren.
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10-25
10.7.3 DIR, Anmerkungen
• Verwenden von Platzhaltern mit DIR
Sie können die Platzhalter ´*´ (Stern) und ´?´ (Fragezeichen) verwenden, um
eine Untermenge von Dateien bzw. Verzeichnissen aufzulisten
(z.B.: DIR BRIEF???.TXT).
• Angeben von Dateianzeige-Attributen
Wenn Sie die Option /A mit mehr als einem Wert für Attribute verwenden, zeigt
DIR nur die Namen der Dateien an, die jedes der angegebenen Attribute
besitzen. Wenn Sie z.B. die Option /A mit den Attributwerten R und -H angeben,
indem Sie /A:R-H oder / AR-H verwenden, zeigt DIR nur die Namen
schreibgeschützter Dateien an, die nicht versteckt sind.
• Angeben der Sortierfolge von Dateinamen
Wenn Sie für Sortierfolge mehr als einen Wert angeben, sortiert DIR die
Dateinamen zunächst nach dem ersten Kriterium, dann nach dem zweiten, usw..
Wenn Sie z.B. die Option /O mit den Sortierfolgewerten E und -S angeben,
indem Sie /O:E-S oder /OE-S verwenden, sortiert DIR die Namen von
Verzeichnissen und Dateien nach ihrer Erweiterung - die größte zuerst - und
zeigt das Endergebnis an. Bei der alphabetischen Sortierung nach Erweiterung
werden Dateinamen ohne Erweiterung zuerst angezeigt, danach
Verzeichnisnamen und abschließend Dateinamen mit Erweiterung.
• Einstellen der Datums- und Zeitformate
Die vom Befehl DIR verwendeten Datums- und Zeitformate hängen von der
Ländereinstellung ab, die in der Datei CONFIG.SYS deklariert ist. Wenn der
Befehl COUNTRY dort nicht eingetragen ist, werden automatsich die USFormate verwendet.
• Verwenden von Umleitungssymbolen und Befehlsketten (Pipes)
Wenn Sie ein Umleitungssymbol ´>´ verwenden, um die Ausgabe von DIR in
eine Datei zu senden, oder eine Befehlskette ´|´ (Pipe), um die Ausgabe von
DIR an einen anderen Befehl zu senden, verwenden Sie die Optionen /A:-D und
/B, um nur die Dateinamen aufzulisten. Sie können den Parameter Dateiname
mit den Optionen /B und /S verwenden, um anzugeben, daß DIR das aktuelle
Verzeichnis mit seinen Unterverzeichnissen nach allen Dateinamen
durchsuchen soll, die mit Dateiname übereinstimmen. DIR listet für jeden
gefundenen Dateinamen nur den Laufwerkbuchstaben, den Verzeichnisnamen
und den Dateinamen mit Erweiterung auf, wobei pro Zeile ein Pfad erscheint.
10-26
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Bevor Sie mit dem Pipe-Symbol ´|´ eine Ausgabeumleitung
verursachen, sollten Sie in der Datei AUTOEXEC.BAT (oder auf der
Kommandozeile mit dem Befehl SET) die Umgebungsvariable TEMP so setzen,
daß sie auf ein anderes als das aufzulistende Verzeichnis zeigt, da sonst eine
temporäre Umleitungsdatei in der Verzeichnisauflistung mit erscheint.
• Voreinstellen von Parametern und Optionen für DIR
Sie können Parameter und Optionen für DIR voreinstellen, indem Sie in die
Datei AUTOEXEC.BAT den Befehl SET mit der Umgebungsvariablen DIRCMD
aufnehmen. Sie können im Befehl SET DIRCMD eine beliebige zulässige
Kombination von DIR-Parametern und -Optionen verwenden. Dazu zählen auch
Position und Name einer Datei (Dateipfad).
Um z.B. die Umgebungsvariable DIRCMD zu verwenden, um das breite
Anzeigeformat (/W) als Standardformat zu wählen, nehmen Sie folgenden
Befehl in Ihre Datei AUTOEXEC.BAT auf:
set dircmd=/w
Sie können eine Optionseinstellung mit Hilfe der Umgebungsvariablen DIRCMD
für jeden einzelnen DIR-Befehl überschreiben. Verwenden Sie dazu in der DIRBefehlszeile dieselbe Option. Sie müssen dem Optionsbuchstaben jedoch ein
Minus-Zeichen voranstellen, wie das folgende Beispiel zeigt:
dir /-w
Sie können auch die Standardeinstellungen von DIRCMD ändern, indem Sie
den Befehl SET an der Eingabeaufforderung mit einem neuen Parameter oder
einer neuen Option hinter dem Gleichheitszeichen (=) eingeben. Die neuen
Standardeinstellungen gelten nun für alle nachfolgenden DIR-Befehle, bis Sie
erneut SET DIRCMD in der Befehlszeile verwenden oder MS-DOS neu starten.
Um alle Standardeinstellungen zu löschen, geben Sie folgenden Befehl ein:
set dircmd=
Sie können sich die aktuellen Einstellungen der Umgebungsvariablen DIRCMD
anzeigen lassen, indem Sie folgenden Befehl eingeben:
set
MS-DOS zeigt dann eine Liste der Umgebungsvariablen mit ihren aktuellen
Werten an.
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10-27
10.8 DISKCOPY
10.8.1 DISKCOPY, Syntax
DISKCOPY
Kopiert den gesamten Inhalt einer Diskette auf eine andere Diskette. DISKCOPY
überschreibt den bestehenden Inhalt der Zieldiskette, während die neuen
Informationen darauf kopiert werden.
Dieser Befehl ermittelt die Anzahl der zu kopierenden Sektoren auf der Basis des
Quellenlaufwerks und der Quelldiskette.
Syntax
DISKCOPY [Laufwerk1: [Laufwerk2:]] [/1] [/V] [/M]
Parameter
• Laufwerk1:
Bezeichnet das Laufwerk mit der Quelldiskette.
• Laufwerk2:
Bezeichnet das Laufwerk mit der Zieldiskette.
Optionen
• /1
Kopiert nur die erste Seite einer Diskette.
• /V
Prüft, ob die Informationen korrekt kopiert wurden. Durch die Verwendung
dieser Option wird der Kopiervorgang verlangsamt.
• /M
Gibt an, daß DISKCOPY Daten nur im konventionellen Speicher
zwischenspeichert. Als Standardvorgabe verwendet DISKCOPY zur
Zwischenspeicherung die Festplatte, damit kein Diskettenwechsel erforderlich
ist.
10-28
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10.8.2 DISKCOPY, Anmerkungen
• Unzulässiges Laufwerk für DISKCOPY
Der Befehl DISKCOPY arbeitet nur mit auswechselbaren Datenträgern, wie z.B.
Disketten. Mit einer Festplatte oder einem Netzlaufwerk können Sie DISKCOPY
nicht verwenden. Wenn Sie für Laufwerk1 oder Laufwerk2 eine Festplatte
angeben, zeigt DISKCOPY folgende Fehlermeldung an:
Ungültige Laufwerksangabe
Angegebenes Laufwerk existiert nicht
oder ist kein Diskettenlaufwerk
• Verwenden von DISKCOPY mit komprimierten Disketten
Mit DISKCOPY können Sie keine komprimierte Diskette direkt kopieren. Um
eine komprimierte Diskette zu kopieren, geben Sie das Host-Laufwerk der
Diskette als Parameter Laufwerk1 an. Um festzustellen, welches Laufwerk das
Host-Laufwerk ist, geben Sie an der Eingabeaufforderung DBLSPACE /LIST
ein.
Wenn sich zum Beispiel in Laufwerk A: eine komprimierte Diskette befindet,
deren Host-Laufwerk das Laufwerk H: ist, können Sie die Diskette mit dem
folgenden Befehl kopieren:
diskcopy h: b:
• DISKCOPY-Meldungen
Der Befehl DISKCOPY fordert Sie zum Einlegen der Quellen- und Zieldisketten
auf und wartet, bis Sie eine beliebige Taste drücken.
Nach dem Kopieren zeigt DISKCOPY die folgende Meldung an:
Noch eine Diskette kopieren (J/N)?
Wenn Sie J drücken, fordert DISKCOPY Sie zum Einlegen der Quellen- und
Zieldisketten für den nächsten Kopiervorgang auf. Um DISKCOPY zu beenden,
drücken Sie N.
Wenn Sie auf eine unformatierte Diskette in Laufwerk2 kopieren, formatiert
DISKCOPY mit derselben Anzahl von Seiten und Sektoren pro Spur, wie sie
sich auf der Diskette in Laufwerk1 befinden. Beim Formatieren und Kopieren
der Dateien zeigt DISKCOPY die folgende Meldung an:
Diskette wird beim Formatieren kopiert
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10-29
Wenn die Kapazität der Quelldiskette größer als die der Zieldiskette
ist und Ihr Computer diesen Unterschied erkennen kann, zeigt DISKCOPY die
folgende Meldung an:
Laufwerk- oder Diskettentypen sind nicht kompatibel.
Wenn Sie J drücken, versucht DISKCOPY, die Zieldiskette zu formatieren und
die Dateien zu kopieren.
• Datenträgernummer
Besitzt die Quelldiskette eine Datenträgernummer, erzeugt DISKCOPY für die
Zieldiskette eine neue Datenträgernummer und zeigt sie nach dem Kopieren an.
• Weglassen von Laufwerk-Parametern
Wenn Sie den Parameter Laufwerk1 weglassen, verwendet DISKCOPY das
aktuelle Laufwerk als Ziellaufwerk. Wenn Sie beide Laufwerk-Parameter
weglassen, verwendet DISKCOPY das aktuelle Laufwerk für beide. Ist das
aktuelle Laufwerk dasselbe wie Laufwerk1, fordert DISKCOPY bei Bedarf zum
Auswechseln der Disketten auf.
• Verwenden eines einzigen Laufwerks zum Kopieren
Wenn dasselbe Laufwerk als Quell- und Ziellaufwerk dient, speichert
DISKCOPY ein Abbild der Quelldiskette in dem Verzeichnis, das durch die
Umgebungsvariablen TEMP definiert ist. Wenn auf dem Laufwerk für das Abbild
der Quelldiskette nicht genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, ist
gegebenenfalls ein Diskettenwechsel erforderlich. DISKCOPY fordert Sie dann
jeweils zum Einlegen einer Diskette in das Laufwerk auf. DISKCOPY liest die
Daten von der Quelldiskette, schreibt sie auf die Zieldiskette und fordert Sie
erneut zum Einlegen der Quelldiskette auf. Dieser Vorgang läuft so lange ab, bis
die gesamte Diskette kopiert ist.
• Vermeiden von Diskettenfragmentierung
Da DISKCOPY eine exakte Kopie der Quelldiskette auf die Zieldiskette
vornimmt, wird auch jede Fragmentierung auf der Quelldiskette auf die
Zieldiskette übertragen. Unter Fragmentierung versteht man das
Vorhandensein kleiner ungenutzter Bereiche zwischen auf dem Datenträger
gespeicherten Dateien.
Eine fragmentierte Quelldiskette kann das Finden, Lesen oder Schreiben von
Dateien verlangsamen. Um zu vermeiden, daß die Fragmentierung von einer
Diskette auf eine andere übertragen wird, verwenden Sie den Befehl COPY
oder XCOPY zum Kopieren Ihrer Diskette. Da COPY und XCOPY Dateien
sequentiell kopieren, ist die neue Diskette nicht fragmentiert.
10-30
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
• Kopieren von Start-Disketten
Wenn Sie den Befehl DISKCOPY zum Kopieren einer Start-Diskette (enthält die
Systemdateien) verwenden, wird auch die Kopie zur Start-Diskette. Wenn Sie
den Befehl COPY oder XCOPY zum Kopieren einer Start-Diskette verwenden,
ist die Kopie normalerweise keine Start-Diskette.
• DISKCOPY-Beendigungscodes
Die folgende Tabelle zeigt jeden Beendigungscode und beschreibt kurz die
Bedeutung aller DISKCOPY-Beendigungscodes (Errorlevel):
Abbildung 10-4:
DISKCOPY.COM, Tabelle der Errorlevel
0
1
2
3
4
Der Kopiervorgang war erfolgreich.
Ein leichter Schreib/Lesefehler trat auf.
Der Benutzer hat die Tastenkombination
[STRG+C] gedrückt, um das Kopieren
abzubrechen.
Ein kritischer Fehler trat auf.
Ein Initialisierungsfehler trat auf.
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10-31
10.9 DOSKEY
10.9.1 DOSKEY, Syntax
DOSKEY
Das Programm DOSKEY holt eingegebene MS-DOS-Befehle zurück, und erlaubt
es, Befehlszeilen zu editieren und Makros zu erstellen und auszuführen.
DOSKEY ist ein speicherresidentes Programm, das nach seiner Installation
ungefähr 3 Kilobyte Arbeitsspeicherplatz dauerhaft belegt.
Syntax
DOSKEY [/REINSTALL] [/BUFSIZE=Größe] [/MACROS] [/HISTORY]
[/INSERT|/OVERSTRIKE] [Makroname=[Text]]
Um das Programm DOSKEY zu starten und die Standardeinstellungen zu
benutzen, verwenden Sie folgende Syntax:
DOSKEY
Parameter
• Makroname=[Text]
Erstellt ein Makro, das einen oder mehrere MS-DOS-Befehle ausführt.
Makroname bezeichnet den Namen, den Sie dem Makro geben möchten.
Text steht für die Befehle, die Sie aufzeichnen möchten.
Optionen
• /REINSTALL
Installiert eine neue Kopie des Programms DOSKEY, auch wenn bereits eine
installiert ist. In diesem Fall löscht die Option /REINSTALL außerdem den
Puffer.
• /BUFSIZE=Größe
Legt die Größe des Puffers fest, in dem DOSKEY Befehle und DOSKEYMakros speichert. Die Standardgröße ist 512 Byte. Die Mindestpuffergröße
beträgt 256 Byte.
• /MACROS
Zeigt eine Liste aller DOSKEY-Makros an. Sie können in Verbindung mit der
Option /MACROS ein Umleitungssymbol (>) verwenden, um die Liste in eine
Datei zu leiten.
Die Option /MACROS kann mit /M abgekürzt werden.
• /HISTORY
Zeigt eine Liste aller im Speicher stehenden Befehle an. Sie können in
Verbindung mit der Option /HISTORY ein Umleitungssymbol (>) verwenden, um
die Liste in eine Datei zu leiten. Die Option /HISTORY kann mit /H abgekürzt
werden.
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• /INSERT|/OVERSTRIKE
Gibt an, ob neu eingegebener Text alten Text ersetzen soll. Wenn Sie die
Option /INSERT verwenden, wird neuer Text, den Sie in einer Zeile schreiben,
in alten Text eingefügt (als ob Sie die Taste EINFG gedrückt hätten). Wenn Sie
die Option /OVERSTRIKE verwenden, ersetzt neuer Text alten Text.
Die Standardeinstellung ist /OVERSTRIKE.
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10-33
10.9.2 DOSKEY, Anmerkungen
DOSKEY-Editiertasten, Zurückholen eines Befehls
Wenn Sie das Programm DOSKEY.COM gestartet haben, können Sie eine der
folgenden Tasten verwenden:
• NACH-OBEN-TASTE
Holt den MS-DOS-Befehl zurück, den Sie vor dem gerade angezeigten
verwendet haben.
• NACH-UNTEN-TASTE
Holt den MS-DOS-Befehl zurück, den Sie nach dem gerade angezeigten
verwendet haben.
• BILD-NACH-OBEN-TASTE
Holt den ältesten MS-DOS-Befehl zurück, den Sie in der laufenden Sitzung
verwendet haben.
• BILD-NACH-UNTEN-TASTE
Holt den zuletzt verwendeten MS-DOS-Befehl zurück.
DOSKEY-Editiertasten, Bearbeiten der Befehlszeile
Mit dem Programm DOSKEY können Sie die aktuelle Befehlszeile bearbeiten. Die
folgende Liste beschreibt die DOSKEY-Bearbeitungstasten und ihre Funktionen:
• NACH-LINKS-TASTE
Verschiebt den Cursor um ein Zeichen nach links.
• NACH-RECHTS-TASTE
Verschiebt den Cursor um ein Zeichen nach rechts.
• STRG+NACH-LINKS-TASTE
Verschiebt den Cursor um ein Wort nach links.
• STRG+NACH-RECHTS-TASTE
Verschiebt den Cursor um ein Wort nach rechts.
• POS1
Verschiebt den Cursor an den Beginn der Zeile.
• ENDE
Verschiebt den Cursor an das Ende der Zeile.
• ESC
Löscht den Befehl vom Bildschirm.
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• F1
Kopiert ein Zeichen vom Zeilenspeicher in die MS-DOS-Befehlszeile. (Der
Zeilenspeicher ist ein Speicherpuffer, der den zuletzt eingegebenen Befehl
enthält.)
• F2
Sucht im Zeilenspeicher in Richtung Ende nach der nächsten Taste, die Sie
nach F2 gedrückt haben. DOSKEY fügt den Text aus dem Zeilenspeicher bis zu
dem angegebenen Zeichen ein. Das Zeichen selbst wird nicht eingefügt.
• F3
Kopiert den Rest des Zeilenspeichers in die Befehlszeile. DOSKEY beginnt mit
dem Kopieren der Zeichen an einer Position im Zeilenspeicher, die der Position
entspricht, an der gerade der Cursor in der Befehlszeile steht.
• F4
Löscht Zeichen, wobei DOSKEY an der aktuellen Cursorposition beginnt und an
dem angegebenen Zeichen endet. Um diese Bearbeitungstaste zu verwenden,
drücken Sie F4 und geben ein Zeichen ein. DOSKEY löscht alles bis zu dem
angegebenen Zeichen. Das Zeichen selbst wird nicht eingefügt.
• F5
Kopiert den aktuellen Befehl in den Zeilenspeicher und löscht die Befehlszeile.
• F6
Setzt an die aktuelle Position in der Befehlszeile ein Dateiende-Zeichen
(STRG+Z).
• F7
Zeigt alle im Speicher stehenden Befehle mit der ihnen zugewiesenen Nummer
an. DOSKEY weist diese Nummern sequentiell zu, wobei es mit 1 für den ersten
(ältesten) gespeicherten Befehl beginnt.
• ALT+F7
Löscht alle im Speicher stehenden Befehle.
• F8
Durchsucht den Speicher nach einem Befehl, den DOSKEY anzeigen soll. Um
diese Bearbeitungstaste zu verwenden, geben Sie das erste oder die ersten
paar Zeichen des Befehls ein, nach dem DOSKEY suchen soll, und drücken Sie
dann F8. DOSKEY zeigt den jüngsten Befehl an, der mit dem eingegebenen
Text beginnt. Drücken Sie F8 mehrmals, um alle Befehle zu durchlaufen, die mit
den angegebenen Zeichen beginnen.
• F9
Fragt nach der Nummer eines Befehls und zeigt den Befehl an, der zu dieser
Nummer gehört. Um alle Nummern und ihre zugehörigen Befehle anzuzeigen,
drücken Sie F7.
• ALT+F10
Löscht alle Makrodefinitionen.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-35
Erstellen eines Makros
Sie können das Programm DOSKEY verwenden, um Makros zu erstellen, die
einen oder mehrere MS-DOS-Befehle ausführen. Mit den folgenden
Sonderzeichen steuern Sie den Ablauf von Befehlen beim Definieren eines
Makros:
• $G oder $g
Leitet die Ausgabe um. Verwenden Sie eines dieser Sonderzeichen, um die
Ausgabe an ein Gerät oder in eine Datei anstatt auf den Bildschirm zu senden.
Dieses Zeichen entspricht dem Symbol zur Umleitung der Ausgabe (>).
• $G$G oder $g$g
Hängt die Ausgabe an das Ende einer Datei. Verwenden Sie eines dieser
doppelten Sonderzeichen, um die Ausgabe einer bestehenden Datei
hinzuzufügen statt die Daten in der Datei zu ersetzen. Diese doppelten Zeichen
entsprechen dem "Hinzufügen"-Symbol zur Umleitung der Ausgabe (>>).
• $L oder $l
Leitet die Eingabe um. Verwenden Sie eines dieser Sonderzeichen, um die
Eingabe von einem Gerät oder aus einer Datei anstatt von der Tastatur zu
lesen. Dieses Zeichen entspricht dem Symbol zur Umleitung der Eingabe (<).
• $B oder $b
Sendet die Makroausgabe an einen Befehl. Die Verwendung eines dieser
Sonderzeichen entspricht der Verwendung der Befehlskette (Pipe) (|) in einer
Befehlszeile.
• $T oder $t
Trennt Befehle voneinander. Verwenden Sie eines dieser Sonderzeichen, wenn
Sie in der DOSKEY-Befehlszeile Makros erstellen oder Befehle eingeben.
• $$
Bezeichnet das Zeichen Dollar ($).
• $1 bis $9
Steht für Befehlszeileninformationen, die Sie beim Ausführen des Makros
angeben möchten. Die Sonderzeichen $1 bis $9 sind StapelverarbeitungsParameter, die es ermöglichen, bei jedem Ausführen des Makros in der
Befehlszeile andere Daten zu verwenden. Das Zeichen $1 in einem DOSKEYBefehl ähnelt dem Zeichen %1 in einem Stapelverarbeitungsprogramm.
10-36
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• $*
Steht für alle Befehlszeileninformationen, die Sie beim Eingeben des
Makronamens angeben möchten. Das Sonderzeichen $* ist ein ersetzbarer
Parameter ähnlich den Stapelverarbeitungs-Parametern $1 bis $9. Es besteht
jedoch ein wesentlicher Unterschied: Alles, was Sie hier in der Befehlszeile
hinter dem Makronamen eingeben, wird für das $* im Makro eingesetzt.
Um z.B. ein Makro zu erstellen, das eine schnelle (mit QuickFormat) und
unwiderrufliche Formatierung einer Diskette durchführt, geben Sie folgenden
Befehl ein:
doskey qf=format $1 /q /u
DOSKEY kann in einem Stapelverarbeitungsprogramm verwendet werden, um ein
Makro zu erstellen.
Ausführen eines Makros
Um ein Makro auszuführen, geben Sie den Makronamen ab der ersten
Befehlszeilenposition ein. Wenn das Makro mit $* oder einem der
Stapelverarbeitungs-Parameter $1 bis $9 definiert wurde, trennen Sie die
Parameter durch ein Leerzeichen ab.
Sie können das im vorstehenden Beispiel erstellte Makro QF verwenden, um eine
Diskette in Laufwerk A: unwiderruflich und mit QuickFormat zu formatieren. Geben
Sie dazu folgenden Befehl ein:
qf a:
Sie können aus einem Stapelverarbeitungsprogramm heraus kein Makro
ausführen!
Erstellen eines Makros mit demselben Namen wie ein MS-DOS-Befehl
Sie können ein Makro erstellen, das denselben Namen wie ein MS-DOS-Befehl
hat. Das kann z.B. nützlich sein, wenn Sie einen bestimmten Befehl immer mit
bestimmten Optionen verwenden. Um anzugeben, ob Sie das Makro oder den MSDOS-Befehl ausführen möchten, befolgen Sie folgende Anweisungen:
• Um das Makro auszuführen, geben Sie den Makronamen direkt hinter der
Eingabeaufforderung ein, ohne Leerzeichen zwischen Eingabeaufforderung und
Befehlsname.
• Um den MS-DOS-Befehl auszuführen, fügen Sie ein oder mehrere Leerzeichen
zwischen Eingabeaufforderung und Befehlsname ein.
Löschen eines Makros
Um ein Makro zu löschen, geben Sie folgenden Befehl ein:
doskey Makroname=
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10-37
Angeben eines Standard-Einfügemodus
Wenn Sie die Taste EINFG drücken, können Sie in der DOSKEY-Befehlszeile
mitten in altem Text neuen Text eingeben, ohne den alten Text zu ersetzen. Sobald
Sie jedoch die [EINGABETASTE] drücken, schaltet DOSKEY Ihre Tastatur in den
Überschreibmodus zurück. Sie müssen nochmals die Taste EINFG drücken, um
zum Einfügemodus zurückzukehren.
Die Option /INSERT schaltet Ihre Tastatur bei jedem Drücken der [EINGABETASTE]
in den Einfügemodus. Ihre Tastatur bleibt in diesem Modus, bis Sie die Option
/OVERSTRIKE angeben. Sie können vorübergehend in den Überschreibmodus
schalten, indem Sie die Taste EINFG drücken. Sobald Sie jedoch die
[EINGABETASTE] drücken, schaltet DOSKEY Ihre Tastatur zurück in den
Einfügemodus.
Der Cursor ändert seine Form, wenn Sie mit der Taste EINFG zwischen den Modi
umschalten.
10.9.3 DOSKEY, Beispiele
• Die Optionen /MACROS und /HISTORY sind nützlich, um
Stapelverarbeitungsprogramme zum Speichern von Makros und Befehlen zu
erstellen. Um z.B. ein Stapelverarbeitungsprogramm namens MAKSTART.BAT
zu erstellen, das alle DOSKEY-Makros enthält, geben Sie folgenden Befehl ein:
doskey /macros > makstart.bat
Um die Datei MAKSTART.BAT zu verwenden, ändern Sie sie so ab, daß am
Anfang jeder Makrozeile der Befehl DOSKEY steht.
• Um ein Stapelverarbeitungsprogramm namens TMP.BAT zu erstellen, das die
zuletzt verwendeten Befehle enthält, geben Sie folgenden Befehl ein:
doskey /history > tmp.bat
• Um ein Makro mit mehreren Befehlen zu definieren, trennen Sie die Befehle mit
$T voneinander. Beispiel:
doskey tx=cd\temp$tdir/w $*
Im vorstehenden Beispiel wechselt das Makro TX das aktuelle Verzeichnis in
TEMP und zeigt danach eine Verzeichnis-Auflistung unter Verwendung des
Breitformats an. Sie können $* am Ende des Makros verwenden, um beim
Ausführen von TX weitere Optionen für DIR anzugeben.
10-38
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• Das folgende Makro verwendet einen StapelverarbeitungsParameter für einen neuen Verzeichnisnamen. Das Makro erstellt zuerst das
neue Verzeichnis. Anschließend wechselt es vom aktuellen Verzeichnis in das
neue Verzeichnis.
doskey mc=md $1$tcd $1
Um mit dem vorstehenden Makro ein Verzeichnis namens BUECHER zu
erstellen und dorthin zu wechseln, geben Sie ein:
mc buecher
• Um ein Makro zu erstellen, das Stapelverarbeitungs-Parameter zum
Verschieben einer Datei oder einer Dateigruppe verwendet, geben Sie
folgenden Befehl ein:
doskey mv=copy $1 $2 $t del $1
• In der Anweisung PATH ist die Suchpfadlänge auf 127 Zeichen beschränkt. Es
kann also vorkommen, daß der Platz im Suchpfad nicht dafür ausreicht, ein
zusätzlich benötigtes Verzeichnis dort einzutragen. In diesem Fall kann
DOSKEY helfen. Wenn Sie z.B. die Verzeichnispfade Ihrer Packerprogramme
nicht in PATH aufnehmen können oder wollen, dann erstellen eine Stapeldatei
nach folgendem Muster:
@echo off
rem --packmak.bat, doskey-makros für pack-programme-c:\dos\doskey.com pkzip=c:\pkware\pkzip.exe $*
c:\dos\doskey.com pkunzip=c:\pkware\pkunzip.exe $*
c:\dos\doskey.com arj=c:\arj\arj.exe $*
c:\dos\doskey.com lha=c:\lha\lha.exe $*
Nach Ausführen der Stapeldatei PACKMAK.BAT verfügen Sie jederzeit bei
Ihrer Arbeit über die Kommandos pkzip, pkunzip, arj und lha, ohne
einen einzigen Sucheintrag für diese Programme in der PATH-Anweisung.
• Fehlerhafte Eingaben erzeugen unangenehme Fehlermeldungen oder lösen
unerwartete Ereignisse aus. Wenn Sie wissen, welche Tippfehler Sie am
meisten machen, dann lassen Sie diese doch von DOSKEY automatisch
korrigieren. Erstellen Sie eine Stapeldatei nach folgendem Muster:
@echo off
rem --dirmak.bat, doskey-makros für dir-befehl-c:\dos\doskey.com die=dir $*
c:\dos\doskey.com dior=dir $*
c:\dos\doskey.com diur=dir $*
c:\dos\doskey.com dor=dir $*
c:\dos\doskey.com dur=dir $*
Nach Aufruf der Stapeldatei DIRMAK.BAT verfügen Sie über die neuen
Kommandos die, dior, diur, dor und dur, die alle nur das eine tun,
nämlich den DIR-Befehl ausführen, einschließlich aller übergebenen Parameter
und Optionen.
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10-39
10.10 EDIT
10.10.1 EDIT, Syntax
EDIT
Startet den MS-DOS-Editor, einen Text-Editor, den Sie zum Erstellen und Ändern
der ASCII-Textdateien verwenden können.
Der MS-DOS-Editor ist ein Ganzseiteneditor, mit dem Sie ASCII-Textdateien
erstellen, bearbeiten, speichern und drucken können. Im MS-DOS-Editor können
Sie Befehle aus Menüs und spezifische Informationen und Optionen aus
Dialogfeldern wählen. Der MS-DOS-Editor enthält eine umfassende Online-Hilfe
über Verfahren und Befehle des MS-DOS-Editors.
Syntax
EDIT [[Laufwerk:][Pfad]Dateiname] [/B] [/G] [/H] [/NOHI]
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Bezeichnet Position und Name einer ASCII-Textdatei. Wenn die Datei nicht
existiert, erstellt Sie der MS-DOS-Editor. Anderenfalls öffnet sie der MS-DOSEditor und zeigt ihren Inhalt auf dem Bildschirm an.
Optionen
• /B
Zeigt den MS-DOS-Editor in Schwarzweiß an. Verwenden Sie diese Option,
wenn der MS-DOS-Editor auf einem Schwarzweißmonitor nicht korrekt
angezeigt wird.
• /G
Verwendet für einen CGA-Monitor die schnellste Bildschirmausgabemethode.
Falls der Monitor ein verschneites Bild zeigt, bedeutet das, daß die Hardware
diese Option nicht vollständig unterstützen kann. Wenn Sie mit einem klaren
Bildschirm arbeiten möchten, starten Sie EDIT nochmals, aber ohne die Option
/G.
• /H
Zeigt die maximale Anzahl von Zeilen an, die auf dem von Ihnen verwendeten
Monitor möglich sind.
• /NOHI
Damit können Sie 8-Farben-Monitore mit dem MS-DOS-Editor verwenden.
Normalerweise verwendet MS-DOS 16 Farben.
ACHTUNG: Der MS-DOS-Editor kann nicht ausgeführt werden, wenn sich die
Datei QBASIC.EXE nicht im aktuellen Verzeichnis, im Suchpfad oder im selben
Verzeichnis wie die Datei EDIT.COM befindet. Wenn Sie QBASIC.EXE löschen,
um auf Ihrer Festplatte Platz zu sparen, können Sie EDIT nicht mehr verwenden.
10-40
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10.10.2 EDIT, Anmerkung
Einige Monitore unterstützen eventuell standardmäßig keine Anzeige von
Abkürzungstasten (hell angezeigte Buchstaben in der Menüleiste). Wenn Ihr
Monitor die Abkürzungstasten nicht anzeigt, verwenden Sie die Option /B (für
CGA-Monitore) sowie die Option /NOHI (für Systeme, die keine Zeichen in
Fettdruck unterstützen).
10.10.3 EDIT, Hilfe
Verwenden des MS-DOS-Editors
• Um die Menüleiste des MS-DOS-Editors zu aktivieren, drücken Sie die Taste
[ALT].
• Um Menüs und Befehle zu aktivieren, drücken Sie die hervorgehobene
Buchstabentaste.
• Für das Bewegen zwischen Menüs und Befehlen verwenden Sie die
Richtungstasten.
• Um Hilfe zu einem ausgewählten Menü, Befehl oder Dialogfeld aufzurufen,
drücken Sie die Taste [F1].
• Um Hilfe zu beenden, drücken Sie die Taste [Esc].
Blättern im Hilfesystem des MS-DOS-Editors
Hilfethemen sind am Bildschirm kenntlich gemacht durch hervorgehobene Pfeile
(Dreiecke). Um eines der angezeigten Themen auszuwählen, führen Sie den
Cursor durch Drücken der [TABULATORTASTE] auf das jeweilige Thema oder
drücken den ersten Buchstaben des Themas. Drücken Sie anschließend die
[EINGABETASTE], um Informationen zu erhalten über:
• Überblick
Laden und Verwenden des MS-DOS-Editors und des MS-DOS-EditorHilfesystems
• Tastatur
Bearbeiten und Bewegen im Text und in der MS-DOS-Editor-Hilfe
Hinweis: Diese Themen können auch mit dem Hilfe-Menü aufgerufen werden.
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10-41
Verwenden der Hilfe für den MS-DOS-Editor
• Um Hilfe zu einem ausgewählten Menü, Befehl oder Dialogfeld aufzurufen,
verschieben Sie den Cursor auf das Menüelement oder auf die Schaltfläche
<Hilfe> und drücken [F1].
• Um MS-DOS-Editor-Hilfethemen einzusehen, drücken Sie zuerst [ALT+H] und
anschließend einen der hervorgehobenen Buchstaben, um den Befehl Überblick
oder Tastatur zu wählen.
• Um den Cursor in das Hilfe-Fenster zu verschieben, drücken Sie [F6].
• Um in den Hilfe-Informationen einen Bildlauf durchzuführen, drücken Sie
[BILDNACHOBEN] oder [BILDNACHUNTEN].
• Um den Cursor zu einem verwandten Thema zu verschieben, drücken Sie die
[TABULATORTASTE] oder den ersten Buchstaben des gewünschten Hilfethemas.
Verwandte Themen sind in hervorgehobenen Pfeilen eingeschlossen
(Dreiecke).
• Um ein verwandtes Thema anzeigen zu lassen, verschieben Sie den Cursor auf
das gewünschte Thema und drücken [F1], oder klicken Sie die rechte
Maustaste.
• Um das Hilfe-Fenster zu schließen, drücken Sie die Taste [Esc].
Der MS-DOS-Editor speichert die letzten 20 Hilfethemen, die Sie eingesehen
haben. Wenn Sie sie nochmals durchgehen möchten, drücken Sie [ALT+F1], oder
klicken Sie wiederholt auf die Schaltfläche <Zurück>.
Menüs und Befehle verwenden
Verwenden Sie die Menüleiste am oberen Bildschirmrand, um Menüs und Befehle
auszuwählen.
Abbildung 10-5:
EDIT, Verwenden von Menüs und Befehlen
Menüaktion
Mit der Maus
Anzeige eines Menüs Bewegen Sie den
Mauszeiger auf den
Menünamen und klicken Sie
die Maustaste (drücken und
sofort wieder loslassen).
Wählen eines Befehls Klicken Sie auf den
Befehlsnamen.
Abbrechen eines
Befehls
Klicken Sie außerhalb des
Menüs
Mit der Tastatur
Drücken Sie die Taste
[ALT], damit in den Menüs
Buchstaben hervorgehoben
werden, und drücken Sie
dann die Buchstabentaste
für das gewünschte Menü.
Drücken Sie die
Buchstabentaste, die dem
hervorgehobenen
Buchstaben des Befehls
entspricht.
Drücken Sie die Taste
[Esc].
Hinweis: In der Verweisleiste am Bildschirmende finden Sie Hilfe zur aktuellen
Aufgabe. Die in spitzen Klammern (<...>) stehenden Elemente werden ausgewählt,
indem Sie auf das entsprechende Element klicken.
10-42
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Umgang mit Dialogfeldern
Der MS-DOS-Editor zeigt ein Dialogfeld an, wenn Sie einen Befehl wählen, für den
Optionen verfügbar sind, die Sie noch näher beschreiben oder auswählen müssen.
Abbildung 10-6:
EDIT, Umgang mit Dialogfeldern
Dialogfeldaktion
Auswählen eines
Eingabefeldes
Wählen eines
Elements
Mit der Maus
Bewegen Sie den
Mauszeiger auf das
Eingabefeld, drücken
Sie die Maustaste
und lassen Sie sie
wieder los ("klicken").
Doppelklicken Sie auf
das Element.
Wählen einer Option
Klicken Sie auf die
Option
Ein- oder Ausschalten Klicken Sie auf das
Kontrollkästchen.
eines
Kontrollkästchens
Wählen einer
Schaltfläche
Klicken Sie auf die
Schaltfläche.
Mit der Tastatur
Drücken Sie die [TABULATORTASTE],
bis sich der Cursor in dem Eingabefeld
befindet.
Markieren Sie das Element mit Hilfe der
Richtungstasten; anschließend drücken
Sie die [EINGABETASTE].
Verwenden Sie die Richungstasten, um
zu der Option zu gelangen.
Verwenden Sie die [TABULATORTASTE],
um den Cursor zu dem Kontrollkästchen
zu verschieben, und drücken Sie
anschließend die [LEERTASTE].
Verwenden Sie die [TABULATORTASTE],
um den Cursor zu der Schaltfläche zu
verschieben, und drücken Sie
anschließend die [EINGABETASTE].
Abbildung 10-7:
EDIT, Tastenkurzkombinationen
Einfügen
Auswählen
Kopieren
Löschen
Suchen
Hilfe aufrufen
Einfügen/Überschreiben
Vorige Zeile
Nachfolgende Zeile
Aus Zwischenablage
Zeichen/Zeile
Wörter
In die Zwischenablage
Aktuelle Zeile ausschneiden
Bis Zeilenende ausschneiden
Markierten Text ausschneiden
Markierten Text löschen
Nach Text
Weitersuchen
Zu Menüs und Befehlen
Überblick
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[EINFG]
[POS1],[STRG+N]
[ENDE],[EINGABETASTE]
[UMSCHALTTASTE+EINFG]
[UMSCHALTTASTE+Pfeiltaste]
[UMSCHALTTASTE+STRG+Pfeiltaste]
[STRG+EINFG]
[STRG+Y]
[STRG+Q+Y]
[UMSCHALTTASTE+ENTF]
[Entf]
[STRG+Q+F]
[F3]
[F1]
[UMSCHALTTASTE+F1]
10-43
Abbildung 10-8:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Markieren von Text
Zeichen links
Zeichen rechts
Wort links
Wort rechts
Aktuelle Zeile
Zeile oben
Bildschirmseite oben
Bildschirmseite unten
Zum Beginn der Datei
Zum Ende der Datei
[UMSCHALTTASTE+NACHLINKS]
[UMSCHALTTASTE+NACHRECHTS]
[UMSCHALTTASTE+STRG+NACHLINKS]
[UMSCHALTTASTE+STRG+NACHRECHTS]
[UMSCHALTTASTE+NACHUNTEN]
[UMSCHALTTASTE+NACHOBEN]
[UMSCHALTTASTE+BILDNACHOBEN]
[UMSCHALTTASTE+BILDNACHUNTEN]
[UMSCHALTTASTE+STRG+POS1]
[UMSCHALTTASTE+STRG+ENDE]
Abbildung 10-9:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Aufrufen der Online-Hilfe
Hilfe anzeigen zu der MS-DOS-EditorUmgebung
Hilfe Beenden
Überblick anzeigen
Hilfe-Menü anzeigen
Cursor zum nächsten Hilfethema verschieben
Cursor zum vorherigen Hilfethema
verschieben
Cursor zum nächsten Hilfethema mit diesem
Anfangsbuchstaben
Cursor zum vorherigen Hilfethema mit diesem
Anfangsbuchstaben
Vorheriges Hilfethema anzeigen
Nächstes Thema der Hilfe-Datei anzeigen
Vorheriges Thema der Hilfe-Datei anzeigen
[F1] (oder rechte Maustaste klicken)
[Esc]
[UMSCHALTTASTE+F1]
[ALT+H]
[TABULATORTASTE]
[UMSCHALTTASTE+TABULATORTASTE]
Buchstabentaste
[UMSCHALTTASTE+Buchstabentaste]
[ALT+F1] oder doppelklicken auf
Schaltfläche <Zurück> (bis zu 20malige Wiederholung)
[STRG+F1]
[UMSCHALTTASTE+STRG+F1]
Abbildung 10-10:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Einfügen und Kopieren
Umschalten zwischen Einfügen/Überschreiben-Modus
Markierten Text in Zwischenablage kopieren
Markierten Text löschen und in Zwischenablage kopieren
Aktuelle Zeile löschen und in Zwischenablage kopieren
Bis Zeilenende löschen und in Zwischenablage kopieren
Inhalt der Zwischenablage einfügen
Unterhalb Cursorposition Leerzeile einfügen
Oberhalb Cursorposition Leerzeile einfügen
Sonderzeichen einfügen
10-44
[EINFG] oder [STRG+V]
[STRG+EINFG]
[UMSCHALTTASTE+ENTF]
[STRG+Y]
[STRG+Q+Y]
[UMSCHALTTASTE+EINFG]
[ENDE],[EINGABETASTE]
[POS1],[STRG+N]
[STRG+P],[STRG+Taste]
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Abbildung 10-11:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Bewegen des Cursors
Zeichen links
Zeichen rechts
Wort links
Wort rechts
Vorige Zeile
Nachfolgende Zeile
Erste Einzugsebene der aktuellen Zeile
Beginn der aktuellen Zeile
Beginn der nächsten Zeile
Zeilenende
Oberer Fensterrand
Unterer Fensterrand
Bewegen zum nächsten Fenster
(? Aktuelles Fenster vergrößern)
(? Aktuelles Fenster verkleinern)
[NACHLINKS]
[NACHRECHTS]
[STRG+NACHLINKS]
[STRG+NACHRECHTS]
[NACHOBEN]
[NACHUNTEN]
[POS1]
[STRG+EINGABETASTE]
[ENDE]
[STRG+S]
[STRG+D]
[STRG+A]
[STRG+F]
[STRG+E]
[STRG+X]
[STRG+Q+S]
[STRG+J]
[STRG+Q+D]
[STRG+Q+E]
[STRG+Q+X]
[F6]
(? ALT+PLUS-TASTE)
(? ALT+MINUS-TASTE)
Abbildung 10-12:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Löschen
Ein Zeichen links vom Cursor löschen
Ein Zeichen an Cursorposition löschen
Wort ab Cursorposition löschen
Markierten Text löschen
Füllzeichen aus markierten Zeilen löschen
(Leerzeichen am Zeilenanfang)
[RÜCKTASTE]
[ENTF]
[ENTF]
[UMSCHALTTASTE+TA
BULATORTASTE]
[STRG+H]
[STRG+G]
[STRG+T]
[STRG+G]
Abbildung 10-13:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Anzeigen von Text
Zeile nach oben
Zeile nach unten
Seite nach oben
Seite nach unten
Ein Fenster nach links
Ein Fenster nach rechts
Lesezeichen setzen (max. 4)
Gehe zu Lesezeichen
[STRG+NACHOBEN]
[STRG+NACHUNTEN]
[BILDNACHOBEN]
[BILDNACHUNTEN]
[STRG+BILDNACHOBEN]
[STRG+BILDNACHUNTEN]
[STRG+K+0..3]
[STRG+Q+0..3]
[STRG+W]
[STRG+Z]
[STRG+R]
[STRG+C]
Abbildung 10-14:
EDIT, Tabelle der Tasten zum Suchen und Ändern
Vorgang mit gleichem Suchtext wiederholen
Suchtext
Ersatztext
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[F3] oder [STRG+L]
[STRG+Q+F]
[STRG+Q+A]
10-45
10.11 FASTHELP
10.11.1 FASTHELP, Syntax
FASTHELP
Zeigt eine Liste aller MS-DOS-6-Befehle an und gibt eine kurze Beschreibung
jedes Befehls. Die mit diesem Befehl angezeigten Informationen sind ähnlich wie
die in der MS-DOS-Hilfe, jedoch weniger detailliert.
Syntax
FASTHELP [Befehl]
[Befehl] /?
Parameter
• Befehl
Bezeichnet den Namen des Befehls, über den Sie Informationen suchen. Wenn
Sie keinen Befehlsnamen angeben, listet der Befehl FASTHELP jeden MSDOS-6-Befehl mit einer kurzen Beschreibung auf.
10.11.2 FASTHELP, Anmerkung
Sie können den Namen des Befehls auf der FASTHELP-Befehlszeile angeben,
oder können den Namen des Befehls und die Option /? an der
Eingabeaufforderung eingeben. Sie können beispielsweise einen der beiden
folgenden Befehle eingeben, um Informationen über den Befehl XCOPY zu
erhalten:
fasthelp xcopy
xcopy /?
Der zweite Befehl arbeitet etwas schneller.
10-46
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10.12 FORMAT
10.12.1 FORMAT, Syntax
FORMAT
Formatiert einen Datenträger (Diskette oder Festplatte) für die Verwendung unter
MS-DOS.
Der Befehl FORMAT erstellt ein neues Stammverzeichnis sowie eine neue
Dateizuordnungstabelle (FAT) für den Datenträger. Er kann den Datenträger auch
auf defekte Bereiche überprüfen und alle Daten auf dem Datenträger löschen.
Damit MS-DOS einen neuen Datenträger verwenden kann, müssen Sie zuerst
diesen Befehl ausführen, um den Datenträger zu formatieren.
Syntax
FORMAT Laufwerk: [/V[:Datenträgerbezeichnung]] [/Q] [/U]
[/F:Kapazität][/B|/S] [/C]
FORMAT Laufwerk: [/V[:Datenträgerbezeichnung]] [/Q] [/U]
[/T:Spuren /N:Sektoren] [/B|/S] [/C]
FORMAT Laufwerk: [/V[:Datenträgerbezeichnung]] [/Q] [/U]
[/1] [/4] [/B|/S] [/C]
FORMAT Laufwerk: [/Q] [/U] [/1] [/4] [/8] [/B|/S] [/C]
ACHTUNG: Formatieren Sie eine Diskette nicht eine Größe höher, als sie
bestimmt war (siehe Anmerkungen)
Parameter
Laufwerk:
Bezeichnet das Laufwerk, das den zu formatierenden Datenträger enthält. Sie
müssen einen Laufwerk-Parameter angeben. Wenn Sie keine der nachfolgenden
Optionen angeben, verwendet FORMAT den Laufwerktyp, um das Standardformat
des Datenträgers zu bestimmen.
War der Datenträger vor kurzem formatiert, und Sie verwenden die Option /U
nicht, werden die alte Dateizuordnungstabelle und das alte Stammverzeichnis
gesichert, um die Formatierung des Datenträgers erforderlichenfalls rückgängig
machen zu können. Wenn Sie feststellen, daß Sie den falschen Datenträger
formatiert haben, verwenden Sie sobald wie möglich den Befehl <UNFORMAT>.
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10-47
Optionen
/V:Datenträgerbezeichnung
Legt die Datenträgerbezeichnung fest. Eine Datenträgerbezeichnung identifiziert
den Datenträger und darf maximal 11 Zeichen enthalten. Wenn Sie die Option /V
nicht oder ohne Angabe der Datenträgerbezeichnung verwenden, fordert MS-DOS
Sie nach dem Formatieren auf, eine Datenträgerbezeichnung einzugeben. Wenn
Sie mehrere Datenträger formatieren und dafür den Befehl FORMAT nur einmal
eingeben, erhalten alle Datenträger dieselbe Datenträgerbezeichnung. Die Option
/V kann nicht zusammen mit der Option /8 verwendet werden. Weitere
Informationen über Datenträgerbezeichnungen finden Sie in der Beschreibung der
Befehle DIR, LABEL und VOL.
/Q
Dient zum schnellen Formatieren (QuickFormat) eines Datenträgers. FORMAT
zerstört dabei die Dateizuordnungstabelle (FAT) und das Stammverzeichnis eines
bereits formatierten Datenträgers, durchsucht den Datenträger jedoch nicht nach
defekten Bereichen. Verwenden Sie die Option /Q nur mit solchen bereits
formatierten Datenträgern, von deren guten Zustand Sie überzeugt sind.
/U
Bestimmt, daß ein Datenträger unwiderruflich formatiert wird. Dabei werden alle
auf dem Datenträger vorhandenen Daten zerstört; ein späteres
Rückgängigmachen der Formatierung ist nicht mehr möglich. Sie sollten die Option
/U benutzen, wenn bei der Verwendung des Datenträgers Lesen-/SchreibenFehlermeldungen angezeigt wurden. Informationen zum Rückgängigmachen der
Formatierung finden Sie bei der Beschreibung des Befehls UNFORMAT.
/F:Kapazität
Bezeichnet die Speicherkapazität einer zu formatierenden Diskette. Verwenden
Sie diese Option, wenn möglich, anstelle der Optionen /T und /N. Verwenden Sie
für Kapazität einen der folgenden Werte:
Abbildung 10-15:
FORMAT.COM, Tabelle der formatierbaren Speicherkapazitäten
160|160 K|160 KB
180|180 K|180 KB
320|320 K|320 KB
360|360 K|360 KB
720|720 K|720 KB
1200|1200 K|1200 KB|
1.2|1.2 MB|1.2 MB
1440|1440 K|1440 KB|
1.44|1.44 M|1.44 MB
2880|2880 K|2880 KB|
2.88|2.88 M|2.88 MB
10-48
einseitige 5,25-Zoll-Diskette mit 160 KB und
doppelte Aufzeichnungsdichte
einseitige 5,25-Zoll-Diskette mit 180 KB und
doppelte Aufzeichnungsdichte
doppelseitige 5,25-Zoll-Diskette mit 320 KB und
doppelte Aufzeichnungsdichte
doppelseitige 5,25-Zoll-Diskette mit 360 KB und
doppelte Aufzeichnungsdichte
doppelseitige 3,5-Zoll-Diskette mit 720 KB und
doppelte Aufzeichnungsdichte
doppelseitige 5,25-Zoll-Diskette mit 1,2 MB und
hohe Aufzeichnungsdichte
doppelseitige 3,5-Zoll-Diskette mit 1,44 MB und
hohe Aufzeichnungsdichte
doppelseitige 3,5-Zoll-Diskette mit 2,88 MB und
ultrahohe Aufzeichnungsdichte
© 09/1994-1996 Detlev Dalitz, EDV-Schulungen
Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
/B
Reserviert auf einem neuformatierten Datenträger Platz für die Betriebssystemdateien IO.SYS und MSDOS.SYS (als versteckte Dateien) auf einem neu
formatierten Datenträger. Bei früheren Versionen von MS-DOS mußte dieser
Platz reserviert werden, bevor die Betriebsystemdateien mit dem Befehl SYS auf
den Datenträger kopiert werden konnten. Diese Option wurde in MS-DOS 6 nur
aus Kompatibilitätsgründen beibehalten.
/S
Kopiert die Betriebssystemdateien IO.SYS, MSDOS.SYS und COMMAND.COM
vom Startlaufwerk Ihres Systems auf den neu formatierten Datenträger, den Sie
als Systemdatenträger verwenden können. Kann FORMAT die Betriebssystemdateien nicht finden, werden Sie aufgefordert, eine Systemdiskette einzulegen.
/T:Spuren
Bezeichnet die Anzahl der Spuren auf der Diskette. Verwenden Sie, wenn, möglich
die Option /F anstelle dieser Option. Wenn Sie die Option /T verwenden, müssen
Sie gleichzeitig auch die Option /N angeben. Mit diesen beiden Optionen steht
Ihnen eine alternative Methode zur Verfügung, um die Kapazität der zu
formatierenden Diskette anzugeben. Wenn Sie die Option /T verwenden, können
Sie nicht gleichzeitig die Option /F angeben.
/N:Sektoren
Bezeichnet die Anzahl der Sektoren pro Spur. Verwenden Sie, wenn möglich, die
Option /F anstelle dieser Option, Wenn Sie die Option /N verwenden, müssen Sie
gleichzeitig auch die Option /T angeben. Mit diesen beiden Optionen steht Ihnen
eine alternative Methode zur Verfügung, um die Kapazität der zu formatierenden
Diskette anzugeben. Wenn Sie die Option /N verwenden, können Sie nicht
gleichzeitig die Option /F angeben.
/1
Formatiert nur eine Seite einer Diskette.
/4
Formatiert eine doppelseitige 5,25-Zoll-Diskette mit doppelter Aufzeichnungsdichte
auf 360 KB in einem 1,2-MB-Laufwerk. Nicht alle 360-KB-Laufwerke können
Disketten verläßlich lesen, die mit dieser Option formatiert worden sind. Wird diese
Option zusammen mit der Option /1 verwendet, wird eine einseitige 5,25-ZollDiskette mit 180 KB formatiert.
/8
Formatiert eine 5,25-Zoll-Diskette mit 8 Sektoren pro Spur. Diese Option
formatiert eine Diskette, die kompatibel mit früheren MS-DOS-Versionen (vor MSDOS 2.0) ist.
/C
Setzt fehlerhafte Zuordnungseinheiten zurück. Wenn ein Datenträger
Zuordnungseinheiten die als "defekt" (fehlerhaft) markiert wurden aufweist, testet
FORMAT standardmäßig diese Zuordnungseinheiten nicht erneut und lässt sie als
"defekt" markiert. Verwenden Sie die Option /C wenn Sie wollen, daß FORMAT alle
Zuordnungseinheiten auf dem Datenträger erneut testet. (In früheren Versionen
von MS-DOS überprüfte FORMAT jedesmal alle fehlerhaften
Zuordnungseinheiten.)
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-49
10.12.2 FORMAT, Anmerkungen
• Formatieren einer Diskette
Formatieren Sie eine Diskette nicht eine Kapazität höher als zu der sie
bestimmt war. MS-DOS wird die Diskette zu der Diskettenkapazität des
Diskettenlaufwerks formatieren. Wenn Sie also eine Diskette ohne die
Kapazität anzugeben formatieren, achten Sie darauf, kine Diskette zu
verwenden, die kleiner als die Kapazität des Diskettenlaufwerks ist.
• Eingeben einer Datenträgerbezeichnung
Nach dem Formatieren einer Diskette zeigt FORMAT folgende Meldung an:
Datenträgerbezeichnung (11 Zeichen, EINGABETASTE für
keine)?
Die Datenträgerbezeichnung darf maximal 11 Zeichen (einschließlich
Leerzeichen) enthalten. Wenn Sie Ihrem Datenträger keine Bezeichnung geben
möchten, drücken Sie die [EINGABETASTE]. Informationen über
Datenträgerbezeichnungen finden Sie bei der Beschreibung des Befehls
LABEL.
• Formatieren einer Festplatte
Wenn Sie den Befehl FORMAT verwenden, um eine Festplatte zu formatieren,
zeigt MS-DOS vor dem Formatieren eine Meldung in folgender Form an:
WARNUNG! Alle Daten auf der Festplatte
in Laufwerk X: werden gelöscht!
Formatieren durchführen (J/N)?_
Zum Formatieren der Festplatte drücken Sie J. Wenn Sie die Festplatte nicht
formatieren möchten, drücken Sie N.
• Meldungen des Befehls FORMAT
Wenn der Formatierungsvorgang abgeschlossen ist, zeigt MS-DOS die
Gesamtspeicherkapazität des Datenträgers, fehlerhafte Sektoren (sofern
vorhanden), den Speicherbereich, den das Betriebssystem belegt (wenn die
Option /S oder /B verwendet wurde) und den für Dateien verfügbaren
Speicherplatz an.
10-50
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
• "Sicheres" Formatieren
Wenn Sie weder die Option /U noch eine Option angeben, die den Datenträger
auf eine andere Kapazität umformatiert, führt FORMAT eine "sichere"
Formatierung durch. Dies bedeutet, daß FORMAT zwar die
Dateizuordnungstabelle und das Stammverzeichnis des Datenträgers löscht,
die Daten jedoch unversehrt bleiben. Dadurch können Sie den Datenträger mit
dem Befehl UNFORMAT wiederherstellen, wenn Sie ihn eigentlich nicht
formatieren wollten. Format überprüft auch jeden einzelnen Sektor des
Datenträgers daraufhin, ob dort Daten korrekt gespeichert werden können.
Wenn ein Sektor gefunden wird, der keine Daten speichern kann, wird dieser
Sektor markiert, um zu verhindern, daß MS-DOS diesen Sektor benutzt.
Wenn Sie die Option /U oder eine Option, die die Kapazität der Diskette
verändert, verwenden, führt FORMAT eine Formatierung durch, die nicht
rückgängig gemacht werden kann, das heißt alle Daten auf der Diskette werden
gelöscht.
• Schnelles Formatieren
Mit der Option /Q können Sie die Formatierung beschleunigen. Verwenden Sie
diese Option aber nur dann, wenn Sie keine Meldungen erhalten haben, die auf
Fehler beim Lesen oder Schreiben auf den Datenträger hinwiesen. Sie können
den Vorgang sogar noch weiter beschleunigen, wenn Sie sowohl die Option /Q
als auch die Option /U verwenden. Wenn Sie die Option /U verwenden,
speichert FORMAT jedoch keine Informationen, die das spätere
Rückgängigmachen der Formatierung mit dem Befehl UNFORMAT
ermöglichen.
• Formatieren einer neuen Diskette
Wenn Sie FORMAT verwenden, um eine Diskette zu formatieren, die noch nie
formatiert worden ist, können Sie die Option /U angeben, um die
Formatierungszeit zu verkürzen.
• Verwenden von FORMAT mit einem neuzugewiesenen Laufwerk oder
einem Netzlaufwerk
Sie sollten den Befehl FORMAT nicht auf einem Laufwerk verwenden, das mit
dem Befehl SUBST eingerichtet wurde. Sie können außerdem Datenträger nicht
über ein Netz- oder Interlnk-Laufwerk formatieren.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-51
• ERRORLEVEL des Befehls FORMAT
Die folgende Liste beschreibt die einzelnen ERRORLEVEL-Werte und ihre
Bedeutung:
Abbildung 10-16:
FORMAT.COM, Tabelle der Errorlevel
0
3
4
5
Der Formatierungsvorgang wurde erfolgreich beendet.
Der Benutzer hat die Tastenkombination [STRG+C] oder
[STRG+UNTBR] gedrückt, um den Vorgang abzubrechen.
Es ist ein schwerer Fehler aufgetreten
(jeder andere Fehler als 0, 3 oder 5).
Der Benutzer hat als Antwort auf die Frage "Formatieren durchführen
(J/N)?" die Taste [N] gedrückt, um den Vorgang abzubrechen.
Sie können diese Werte überprüfen, indem Sie die Bedingung ERRORLEVEL
zusammen mit dem Stapelverarbeitungsbefehl IF verwenden. Ein Beispiel für ein
Stapelverarbeitungsprogramm, das ERRORLEVEL-Bedingungen unterstützt,
finden Sie bei der Beschreibung des Befehls CHOICE.
10-52
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10.12.3 FORMAT, Beispiele
Um eine neue Diskette in Laufwerk A: mit der Standardkapazität zu formatieren,
geben Sie den folgenden Befehl ein:
format a:
Um eine bereits formatierte Diskette in Laufwerk A: schnell erneut zu formatieren,
geben Sie folgenden Befehl ein:
format a: /q
Um eine Diskette in Laufwerk A: zu formatieren und alle Daten auf der Diskette zu
löschen, geben Sie folgenden Befehl ein:
format a: /u
Um eine 360-KB-Diskette in Laufwerk A: zu formatieren und die
Betriebssystemdateien darauf zu kopieren, damit sie zu einer Systemdiskette wird,
geben Sie folgenden Befehl ein:
format a: /f:360 /s
Um eine Diskette in Laufwerk A: zu formatieren und ihr die
Datenträgerbezeichnung "NEUE DATEN" zu geben, geben Sie folgenden Befehl
ein:
format a: /v:“neue daten“
Beachten Sie bitte bei Verwendung von Leerzeichen in der
Datenträgerbezeichnung, daß Sie die gesamte Datenträgerbezeichnung in
Anführungszeichen setzen.
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10-53
10.13 HELP
10.13.1 HELP, Syntax
HELP
Startet die MS-DOS-Hilfe.
Syntax
HELP [/B] [/G] [/H] [/NOHI] [Thema]
Optionen
• /B
Ermöglicht Verwendung eines Monochrome-Bildschirms mit einer
Farbgrafikkarte.
• /G
Schnellste Bildschirmausgabe auf einem CGA-Bildschirms.
• /H
Bildschirmausgabe mit der maximal möglichen Anzahl von Zeilen
(abhängig von der Grafikkarte).
• /NOHI
Ermöglicht die Verwendung eines Bildschirms ohne high-intensity Unterstützung.
Parameter
• Thema
Bezeichnet den Namen des Befehls, zu dem Sie Informationen erhalten
möchten.
10.13.2 HELP, Beispiel
Um die Informationen zum Befehl COPY anzuzeigen, geben Sie an der
Eingabeaufforderung folgendes ein:
help copy
Um das Inhaltsverzeichnis der MS-DOS-Hilfe anzuzeigen, geben Sie ein:
help
Aus dem Inhaltsverzeichnis können Sie dann den Befehl wählen, über den Sie
Informationen suchen.
10-54
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10.14 LABEL
10.14.1 LABEL, Syntax
LABEL
Erstellt, ändert oder löscht die Datenträgerbezeichnung (den Namen) eines
Datenträgers (Diskette oder Festplatte).
MS-DOS zeigt die Datenträgerbezeichnung als Teil des Verzeichnisses an. Wenn
eine Datenträger-Seriennummer vorhanden ist, zeigt MS-DOS diese ebenfalls an.
Syntax
LABEL [Laufwerk:][Datenträgerbezeichnung]
Um anzugeben, daß MS-DOS die aktuelle Datenträgerbezeichnung und die
Datenträger-Seriennummer (falls vorhanden) anzeigen soll und Sie dann
auffordert, eine neue Datenträgerbezeichnung einzugeben oder die bestehende zu
löschen, verwenden Sie folgende Syntax:
LABEL
Parameter
• Laufwerk:
Bezeichnet das Laufwerk, in dem sich der zu benennende Datenträger befindet.
• Datenträgerbezeichnung
Bezeichnet den neuen Namen für den Datenträger. Laufwerkbuchstabe und
Datenträgerbezeichnung müssen mit einem Doppelpunkt (:) voneinander
getrennt werden.
10.14.2 LABEL, Anmerkungen
• Meldungen des Befehls LABEL
Wenn Sie den Befehl LABEL ohne Datenträgerbezeichnung verwenden, zeigt
MS-DOS eine Meldung in folgender Form an:
Datenträger in Laufwerk A: heißt "xxxxxxxxxxx"
Datenträger-Seriennummer ist "xxxx-xxxx"
Datenträgerbezeichnung (11 Zeichen, EINGABETASTE für
keine)?
Die Zeile "Datenträger-Seriennummer" wird nicht angezeigt, wenn der
Datenträger keine Seriennummer hat.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-55
Geben Sie jetzt die gewünschte Datenträgerbezeichnung ein, oder
drücken Sie die [EINGABETASTE], um die aktuelle Bezeichnung zu löschen. Falls
ein Datenträger bereits eine Datenträgerbezeichnung besitzt und Sie die
[EINGABETASTE] (für keine) drücken, zeigt MS-DOS folgende Meldung an:
Aktuelle Datenträgerbezeichnung löschen (J/N)?
Drücken Sie die Taste [J], um die Datenträgerbezeichnung zu löschen; drücken
Sie die Taste [N], um die Datenträgerbezeichnung beizubehalten.
• Einschränkungen für Datenträgerbezeichnungen
Eine Datenträgerbezeichnung kann bis zu 11 Zeichen enthalten und darf
Leerzeichen, jedoch keine Tabulatorzeichen enthalten. Aufeinanderfolgende
Leerzeichen werden eventuell als einzelnes Leerzeichen interpretiert.
Die folgenden Zeichen dürfen in Datenträgerbezeichnungen nicht verwendet
werden:
* ? / \ | . , ; : + =
[ ] ( ) & ^ < > "
MS-DOS zeigt die Datenträgerbezeichnung in Großbuchstaben an. Wenn Sie
beim Eingeben der Datenträgerbezeichnung Kleinbuchstaben verwenden,
wandelt der Befehl LABEL diese in Großbuchstaben um.
• Verwenden von LABEL für ein umgeleitetes Laufwerk
Der Befehl LABEL kann nicht für ein Laufwerk verwendet werden, das mit dem
Befehl SUBST erzeugt wurde.
10.14.3 LABEL, Beispiele
• Um die Diskette in Laufwerk A: zu benennen, die Verkaufsinformationen für das
Jahr 1992 enthält, könnten Sie folgendes eingeben:
label a:verkauf1992
• Um einer Diskette im Laufwerk A: den Namen “NEUE DATEN“ zu geben,
können Sie folgende Varianten eingeben:
label a:neue daten
label a: neue daten
label a:
neue
daten
Beachten Sie das ungewöhnliche Verhalten des LABEL-Befehls und
vergleichen Sie auch das Verhalten der Option /V des FORMAT-Befehls
(Inkonsistenz)!
10-56
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10.15 MD
10.15.1 MD, Syntax
MD (MKDIR)
Der Befehl MD erzeugt ein Verzeichnis.
Mit dem Befehl MD bzw. MKDIR ist es möglich, schrittweise eine hierarchische
Verzeichnisstruktur auf einem Datenträger zu erzeugen.
Syntax
MD [Laufwerk:]Pfad
MKDIR [Laufwerk:]Pfad
Parameter
• Laufwerk:
Bezeichnet das Laufwerk, auf dem das neue Verzeichnis erstellt werden soll.
• Pfad
Bezeichnet den Namen und die Position des neuen Verzeichnisses. Ein
einzelner Pfad vom Stammverzeichnis zum neuen Verzeichnis kann,
einschließlich der umgekehrten Schrägstriche ( \ ), maximal 63 Zeichen lang
sein.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-57
10.16 MORE
10.16.1 MORE, Syntax
MORE
Zeigt Ausgabe auf dem Bildschirm seitenweise an.
Der Befehl MORE liest die jeweilige Standardeingabe aus einer Befehlsverkettung
oder einer umgeleiteten Datei und zeigt die Informationen auf dem Bildschirm
seitenweise an. Dieser Befehl wird häufig eingesetzt, um lange Dateien zu
betrachten.
Syntax
MORE < [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Befehlsname | MORE
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Gibt die Pfadbeschreibung und den Namen der Datei an, deren Daten Sie auf
den Bildschirm holen möchten.
• Befehlsname
Gibt den Befehl an, der die Daten liefert, die Sie per Bildschirm betrachten
möchten.
10-58
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10.16.2 MORE, Anmerkung
Datenquellen
Wenn Sie das Umleitungszeichen (<) einsetzen, müssen Sie einen Dateinamen
als Quelle angeben. Wenn Sie das Verkettungszeichen (|) einsetzen, können Sie
als Datenquelle solche Befehle wie DIR, SORT oder TYPE angeben. Das
Verkettungszeichen sollten Sie erst dann für Umleitungen einsetzen, wenn Sie in
Ihrer AUTOEXEC.BAT-Datei die Umgebungsvariable TEMP geeignet belegt
haben.
10.16.3 MORE, Beispiele
Angenommen, Sie möchten sich den Inhalt der umfangreichen Datei
KUNDEN.NEU auf dem Bildschirm ansehen. Beide der folgenden Befehle sorgen
dafür, daß die Datei über den Befehl MORE umgeleitet wird. Der Inhalt der Datei
wird dann seitenweise auf dem Bildschirm angezeigt:
more < kunden.neu
type kunden.neu | more
Der Befehl MORE zeigt den ersten Bildschirm mit Informationen aus
KUNDEN.NEU an und fordert Sie mit der folgenden Meldung auf, eine beliebige
Taste zu drücken:
-- Fortsetzen -Nachdem Sie eine beliebige Taste gedrückt haben, wird der nächste Bildschirm mit
Informationen angezeigt.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-59
10.17 MOVE
10.17.1 MOVE, Syntax
MOVE
Verschiebt eine oder mehrere Dateien an die von Ihnen angegebene Stelle.
Außerdem können mit dem Befehl MOVE Verzeichnisse umbenannt werden.
Syntax
MOVE [/Y|/-Y] [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
[,[Laufwerk:][Pfad]Dateiname[...]] Ziel
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Gibt entweder die Pfadbeschreibung und den Namen der Datei oder Dateien
an, die Sie verschieben möchten, oder den Namen des Verzeichnisses, das
Sie umbenennen möchten.
• Ziel
Gibt entweder die neue Position (Pfadbeschreibung) der Datei(en) oder den
neuen Namen des Verzeichnisses an. Der Parameter Ziel kann aus einem
Laufwerkbuchstaben, einem Verzeichnisnamen oder einer Kombination dieser
Angaben bestehen. Wenn Sie nur eine Datei verschieben, können Sie auch
einen Dateinamen angeben, um die Datei beim Verschieben umzubenennen.
Wird eine Datei an eine Stelle verschoben, an der sich bereits eine Datei
gleichen Namens befindet, wird diese bereits vorhandene Datei überschrieben.
Optionen
• /Y
Gibt an, daß vorhandene, gleichnamige Dateien beim Verschieben mit dem
Befehl MOVE ohne vorherige Bestätigung überschrieben werden. Wenn die
angegebene Zieldatei bereits existiert, fordert Sie MOVE als Standardvorgabe
dazu auf, das Überschreiben der vorhandenen Datei zu bestätigen. (Bei
früheren MS-DOS-Versionen wurden gleichnamige Dateien einfach
überschrieben.) Beim Aufruf aus einer Stapelverarbeitungsdatei überschreibt
MOVE Dateien ohne vorherige Bestätigung. Bei der Angabe dieser Option
werden alle Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der
Umgebungsvariablen COPYCMD außer Kraft gesetzt.
• /-Y
Gibt an, daß MOVE Sie vor dem Überschreiben einer vorhandenen Datei zur
Bestätigung auffordern soll. Bei der Angabe dieser Option werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
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10.17.2 MOVE, Anmerkungen
Umbenennen einer Datei, wenn diese verschoben wird
Wenn Sie nur eine Datei in ein anderes Verzeichnis verschieben, können Sie die
Datei gleichzeitig umbenennen, indem Sie in dem Parameter Ziel auch den neuen
Dateinamen angeben. Wenn Sie jedoch innerhalb einer Befehlszeile mehrere
Dateien in ein anderes Verzeichnis verschieben, dürfen Sie in dem Parameter Ziel
keinen Dateinamen angeben. Geben Sie innerhalb des Ziels einen Dateinamen an
und existiert dort bereits eine Datei gleichen Namens, überschreibt MOVE diese
bereits vorhandene Datei, ohne von Ihnen eine Bestätigung anzufordern.
Für den Fall, daß Sie mehrere Dateien verschieben und einen Dateinamen
angeben, werden Sie mit folgender Meldung auf diesen Umstand aufmerksam
gemacht:
Kann nicht mehrere Dateien in eine Datei verschieben
Umbenennen eines Verzeichnisses mit dem Befehl MOVE
Mit dem Befehl MOVE können Sie ein Verzeichnis umbenennen. Geben Sie dazu
den alten Verzeichnisnamen als die Datei an, die Sie verschieben möchten, und
geben Sie den neuen Verzeichnisnamen als Ziel an. Auf diese Weise können Sie
allerdings lediglich den Namen eines Verzeichnisses ändern, Sie können nicht das
gesamte Verzeichnis an eine andere Stelle des Verzeichnisbaumes verschieben.
Soll beispielsweise das auf dem Laufwerk C: befindliche Verzeichnis NEU in ALT
umbenannt werden, müssen Sie den folgenden Befehl eingeben:
move c:\neu c:\alt
Der folgende Befehl ist unzulässig, da der Pfad des neuen Verzeichnisses nicht
mit dem Pfad des alten Verzeichnisses übereinstimmt:
move c:\neu c:\dos\neu
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-61
Festlegen des Wertes für die Umgebungsvariable COPYCMD
Mit dem Wert für die Umgebungsvariable COPYCMD können Sie festlegen, daß
Sie bei der Arbeit mit den Befehlen COPY, MOVE und XCOPY vor dem
Überschreiben einer Datei generell zur Bestätigung aufgefordert werden. Diese
Einstellung gilt für den Aufruf dieser Befehle an der Eingabeaufforderung und aus
einer Stapelverarbeitungsdatei.
Damit Sie vor dem Überschreiben von Dateien mit den Befehlen COPY, MOVE
und XCOPY generell zur Bestätigung aufgefordert werden, weisen Sie der
Umgebungsvariablen COPYCMD den Wert /-Y zu. Wenn Dateien mit diesen
Befehlen generell ohne vorherige Bestätigung überschrieben werden sollen,
weisen Sie der Umgebungsvariablen COPYCMD den Wert /Y zu.
Beim Aufruf dieser Befehle mit der Option /Y oder /-Y werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
Der Parameter Errorlevel
Wenn die angegebenen Dateien mit dem Befehl MOVE fehlerfrei verschoben
wurden, liefert MOVE den ERRORLEVEL-Wert 0. Falls beim Verschieben der
angegebenen Dateien ein Fehler auftrat, liefert der Befehl MOVE den
ERRORLEVEL-Wert 1.
10.17.3 MOVE, Beispiele
Angenommen, C:\BRIEFE sei ein Verzeichnis. Um die Dateien ED.TXT und
SIGRID.TXT aus dem aktuellen Verzeichnis in das Verzeichnis BRIEFE auf
Laufwerk C: zu verschieben, geben Sie an der Eingabeaufforderung den folgenden
Befehl ein:
move ed.txt,sigrid.txt c:\briefe
Um die Datei HASI.TXT aus dem aktuellen Verzeichnis in das Verzeichnis
C:\BRIEFE zu verschieben und dabei in ULLI.TXT umzubenennen, geben Sie an
der Eingabeaufforderung folgenden Befehl ein:
move hasi.txt c:\briefe\ulli.txt
Um das auf dem Laufwerk C: befindliche Verzeichnis NEUDIR in ALTDIR
umzubenennen, geben Sie an der Eingabeaufforderung folgenden Befehl ein:
move c:\neudir c:\altdir
10-62
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10.18 PATH
10.18.1 PATH, Syntax
PATH
Syntax
PATH [[Laufwerk:]Pfad[;...]]
Um den aktuellen Suchpfad angezeigt zu bekommen, verwenden Sie folgende
Syntax:
PATH
Um alle Suchpfadeinstellungen mit Ausnahme der Standardeinstellung (dies ist das
aktuelle Verzeichnis) zu löschen, verwenden Sie folgende Syntax:
PATH ;
Parameter
• [Laufwerk:]Pfad
Gibt ein Laufwerk, ein Verzeichnis und alle Unterverzeichnisse an, die
durchsucht werden sollen.
• ;
Wird als einziger Parameter ein Semikolon angegeben, werden alle Suchpfadeinstellungen gelöscht, und MS-DOS wird angewiesen, nur noch das
aktuelle Verzeichnis zu durchsuchen.
Neben der oben beschriebenen Original-Syntax des Befehls PATH gibt es noch
die (sinnigere) Alternative, mit dem Befehl SET die Umgebungsvariable PATH
einzustellen bzw. zu ändern.
SET PATH=
löscht alle Suchpfadeinstellungen
SET PATH=C:\BATCH;C:\DOS;
stellt den Suchpfad auf die Verzeichnisse C:\BATCH und C:\DOS ein.
SET
zeigt alle aktuellen Umgebungsvariablen an.
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10-63
10.19 RD
10.19.1 RD, Syntax
RD (RMDIR)
Der Befehl RD löscht (entfernt) ein Verzeichnis am Ende eines Verzeichnispfades.
Ein Verzeichnis kann erst gelöscht werden, nachdem alle in ihm abgelegten
Dateien und alle seine Unterverzeichnisse gelöscht sind; das Verzeichnis muß bis
auf die Symbole "." (Punkt) und ".." (PunktPunkt) leer sein.
Syntax
RD [Laufwerk:]Pfad
RMDIR [Laufwerk:]Pfad
Parameter
• [Laufwerk:]Pfad
Gibt die Pfadbeschreibung und den Namen des Verzeichnisses an, das entfernt
werden soll.
10-64
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10.19.2 RD, Anmerkungen
• Nicht leere Verzeichnisse
Ein Verzeichnis, in dem sich versteckte oder Systemdateien befinden, kann
nicht gelöscht werden. Bei einem Versuch, ein Verzeichnis zu entfernen, das
noch eine Datei enthält, zeigt MS-DOS die folgende Meldung an:
Ungültiger Pfad, kein Verzeichnis
oder Verzeichnis nicht leer
Mit dem Befehl DIR kann man sich versteckte und Systemdateien mit anzeigen
lassen (z.B.: dir /a).
Mit dem Befehl ATTRIB können Sie die Dateiattribute "Versteckt" (h=hidden)
und System (s=system) löschen (z.B.: attrib -h -s *.*).
• Ein umgekehrter Schrägstrich (\) zusammen mit dem Parameter Pfad
Wenn Sie vor den ersten in Pfad angegebenen Verzeichnisnamen einen
umgekehrten Schrägstrich (\) setzen, betrachtet MS-DOS dieses Verzeichnis
unabhängig davon, welches Verzeichnis aktuell ist, als ein Unterverzeichnis des
Stammverzeichnisses. Wenn Sie dies nicht tun, betrachtet MS-DOS dieses
Verzeichnis als ein Unterverzeichnis des aktuellen Verzeichnisses.
• Löschen des aktuellen Verzeichnisses
Das jeweils aktuelle Verzeichnis können Sie mit RD nicht löschen. Dazu
müssen Sie zunächst in ein anderes Verzeichnis wechseln (allerdings nicht in
ein Unterverzeichnis des aktuellen Verzeichnisses) und anschließend RD mit
einer Pfadangabe eingeben. Wenn Sie versuchen, das aktuelle Verzeichnis zu
löschen, zeigt MS-DOS die folgende Meldung an:
Versuch, aktuelles Verzeichnis zu löschen - Laufwerk:Pfad
Sie erhalten diese Meldung auch, wenn Sie versuchen, ein mit dem Befehl
SUBST erzeugtes bzw. verbundenes Verzeichnis zu löschen.
Informationen über das Löschen eines Verzeichnisses und aller ihm
untergeordneten Unterverzeichnisse und Dateien finden Sie bei dem Befehl
DELTREE.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-65
10.20 REN
10.20.1 REN, Syntax
REN (RENAME)
Ändert den angegebenen Namen der Datei oder die angegebenen Namen der
Dateien.
Sie können alle Dateien umbenennen, deren Namen zu dem jeweils angegebenen
Dateinamen passen. Der Befehl RENAME kann nicht dazu verwendet werden,
Dateien über mehrere Laufwerke hinweg umzubenennen oder Dateien in ein
anderes Verzeichnis zu verschieben. Um Unterverzeichnisse umzubenennen,
oder um Dateien zu verschieben, verwenden Sie den Befehl MOVE.
Syntax
REN [Laufwerk:][Pfad]Dateiname1 Dateiname2
RENAME [Laufwerk:][Pfad]Dateiname1 Dateiname2
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname1
Gibt die Pfadbeschreibung und den Namen der Datei oder Gruppe von Dateien
an, die Sie umbenennen möchten.
• Dateiname2
Gibt den neuen Namen der Datei an oder, sofern Sie Platzhalter einsetzen, die
neuen Namen der Dateien an. (Sie können kein neues Laufwerk oder
Verzeichnis angeben.)
10-66
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10.20.2 REN, Anmerkungen
• Einsetzen von Platzhaltern bei RENAME
Sie können in beiden Dateiname-Parametern Platzhalter (* und ?) einsetzen.
Wenn Sie in Dateiname2 Platzhalter verwenden, werden die Zeichen, die durch
die Platzhalter ersetzt sind, mit den entsprechenden Zeichen in Dateiname1
identisch sein.
• RENAME funktioniert nicht, wenn Dateiname2 bereits existiert
Wenn Sie als Dateiname2 einen Dateinamen angeben, der bereits existiert, gibt
RENAME die folgende Meldung aus:
Doppelt vorhandener Dateiname oder Datei nicht gefunden
Verzeichnisse werden umbenannt mit dem Befehl MOVE.
Datenträger werden umbenannt mit dem Befehl LABEL.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-67
10.21 SCANDISK
Neben dem alten MS-DOS-Befehl CHKDSK.EXE gibt es nun das neue Dienstprogramm SCANDISK.EXE, das ebenfalls den Zustand der Festplatte überprüfen
kann. Es kann sowohl menügeführt bedient werden als auch in Stapeldateien zum
Einsatz kommen.
Es wird empfohlen, anstelle von CHKDSK.EXE das Programm SCANDISK.EXE
einzusetzen, weil es neben anderen auftretenden Festplatten-Fehlern auch sehr
zuverlässig querverbundene Dateien reparieren kann.
10.21.1 SCANDISK, Syntax
SCANDISK
Syntax
Um das aktuelle Laufwerk auf Datenträgerfehler zu prüfen, verwenden Sie die
folgende Syntax:
SCANDISK
Um mehrere Laufwerke auf Datenträgerfehler zu prüfen, verwenden Sie die
folgende Syntax:
SCANDISK [Laufwerk: [Laufwerk: ...]|/ALL] [/CHECKONLY | /AUTOFIX
[/NOSAVE] | /CUSTOM] [/SURFACE] [/MONO] [/NOSUMMARY]
Um eine nichtbereitgestellte mit DoubleSpace komprimierte Datenträgerdatei
(CVF) auf Fehler zu prüfen, verwenden Sie die folgende Syntax:
SCANDISK CVF-Name [/CHECKONLY | /AUTOFIX [/NOSAVE] | /CUSTOM]
[/MONO] [/NOSUMMARY]
Um eine oder mehrere Dateien auf Fragmentierung zu prüfen, verwenden Sie die
folgende Syntax:
SCANDISK /FRAGMENT [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Um die zuvor mit ScanDisk durchgeführten Korrekturen rückgängig zu machen,
verwenden Sie die folgende Syntax:
SCANDISK /UNDO [Undo-Laufwerk:] [/MONO]
Parameter
• Laufwerk:
Gibt die Namen der Laufwerke an, die geprüft und korrigiert werden sollen.
• CVF-Name
Gibt die nichtbereitgestellte DoubleSpace-Datenträgerdatei an, die geprüft und
korrigiert werden soll. Der Parameter CVF-Name ist im Format
[Laufwerk:\]DBLSPACE.nnn anzugeben. Dabei bezeichnet Laufwerk das
Laufwerk mit der komprimierten Datenträgerdatei und nnn die
Dateinamenerweiterung dieser Datei. Zum Beispiel: H:\DBLSPACE.000.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Gibt die Datei oder Dateien an, die auf Fragmentierung geprüft werden sollen.
Für Teile des Dateinamens können Sie auch Platzhalter eingeben.
• Undo-Laufwerk:
Gibt das Laufwerk mit dem Undo-Datenträger an. Er enthält Informationen über
die rückgängig zu machenden Korrekturen.
Optionen
• /ALL
Prüft und korrigiert alle lokalen Laufwerke.
• /AUTOFIX
Korrigiert Beschädigungen, ohne Sie erst zur Bestätigung aufzufordern.
Dies ist die Standardvorgabe, wenn Sie ScanDisk mit der Option /AUTOFIX
starten und ScanDisk verlorene Zuordnungseinheiten auf Ihrem Laufwerk
gefunden hat. ScanDisk speichert die verlorenen Zuordnungseinheiten als
Dateien im Stammverzeichnis des Laufwerks. Um die verlorenen
Zuordnungseinheiten von ScanDisk löschen zu lassen, anstatt sie zu speichern,
geben Sie die Option /NOSAVE mit ein. (Wenn Sie die Option /AUTOFIX
verwenden und ScanDisk Fehler findet, fordert Sie ScanDisk immer noch zum
einlegen einer Undo-Diskette auf. Um dies zu verhindern geben Sie zusätzlich
die Option /NOSUMMARY ein.) Die Option /AUTOFIX können Sie nicht in
Verbindung mit der Option /CHECKONLY oder /CUSTOM verwenden.
• /CHECKONLY
Prüft ein Laufwerk auf Fehler, korrigiert diese aber nicht. Diese Option können
Sie nicht in Verbindung mit der Option /AUTOFIX oder /CUSTOM verwenden.
• /CUSTOM
Führt ScanDisk unter Verwendung der Konfigurationseinstellungen im [Custom]Abschnitt der SCANDISK.INI -Datei aus. Diese Option ist besonders hilfreich,
wenn Sie ScanDisk von einem Stapelverarbeitungsprogramm aus ausführen.
Diese Option können Sie nicht in Verbindung mit der Option /AUTOFIX oder
/CHECKONLY verwenden.
• /MONO
Richtet ScanDisk für einen Schwarzweißbildschirm ein. Um diese Option nicht
jedesmal beim Starten von ScanDisk angeben zu müssen, können Sie die Zeile
DISPLAY=MONO in die Datei SCANDISK.INI einfügen.
• /NOSAVE
Verursacht, daß ScanDisk alle gefundenen verlorenen Zuordnungseinheiten
löscht. Diese Option können Sie nur in Verbindung mit der Option /AUTOFIX
verwenden. (Wenn Sie ScanDisk mit der Option /AUTOFIX starten und die
Option /NOSAVE weglassen, speichert ScanDisk alle verlorenen Zuordnungseinheiteninhalte als Dateien im Stammverzeichnis des Laufwerks.)
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10-69
• /NOSUMMARY
Verhindert, daß ScanDisk nach der Prüfung jedes Laufwerks eine
Zusammenfassung in Vollbildgröße anzeigt. (Diese Option verhindert auch, daß
ScanDisk nach einer Undo-Diskette verlangt, wenn ScanDisk Fehler gefunden
hat.)
• /SURFACE
Führt nach der Prüfung anderer Bereiche des Laufwerks automatisch eine
Oberflächenanalyse durch. Bei der Oberflächenanalyse eines unkomprimierten
Laufwerks prüft ScanDisk, ob Daten zuverlässig auf das Laufwerk geschrieben
und davon gelesen werden können. Bei der Oberflächenanalyse auf einem mit
DoubleSpace komprimierten Laufwerk prüft ScanDisk, ob die Daten
dekomprimiert werden können. Alle Laufwerke sollten regelmäßig einer
Oberflächenanalyse unterzogen werden.
Standardmäßig zeigt ScanDisk nach der Prüfung des Dateisystems eines
Laufwerks eine Meldung mit der Frage an, ob eine Oberflächenanalyse
durchgeführt werden soll. Wenn Sie jedoch ScanDisk mit der Option
/SURFACE aufrufen, führt ScanDisk die Oberflächenanalyse ohne vorherige
Bestätigung durch. Wenn Sie die Option /SURFACE in Verbindung mit der
Option /CUSTOM verwenden, wird die SURFACE-Einstellung im Abschnitt
[CUSTOM] der Datei SCANDISK.INI außer Kraft gesetzt.
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10.21.2 SCANDISK, Anmerkungen
ScanDisk führt Fehleranalyse und Fehlerkorrektur in den folgenden Bereichen
durch:
• Dateizuordnungstabelle (FAT)
• Struktur des Dateisystems (verlorene Zuordnungseinheiten, querverbundene
Dateien)
• Verzeichnisstruktur
• Physische Oberfläche des Laufwerks (fehlerhafte Zuordnungseinheiten)
• Header des DoubleSpace-Datenträgers (MDBPB)
• Struktur der komprimierten DoubleSpace-Datenträgerdatei (MDFAT)
• Struktur der DoubleSpace-Komprimierung
• Signaturen des DoubleSpace-Datenträgers
• MS-DOS-Bootsektor
• Laufwerke
ScanDisk ermöglicht die Fehleranalyse und Fehlerkorrektur auf folgenden
Laufwerken:
•
•
•
•
•
Festplattenlaufwerke
DoubleSpace-Laufwerke
Diskettenlaufwerke
RAM-Laufwerke
Speicherkarten
Auf folgenden Laufwerken ist die Fehleranalyse und Fehlerkorrektur mit ScanDisk
nicht möglich:
•
•
•
•
CD-ROM-Laufwerke
Netzlaufwerke
Laufwerke, die mit dem Befehl ASSIGN, SUBST oder JOIN erstellt wurden
Laufwerke, die mit INTERLNK erstellt wurden
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10-71
Besondere Hinweise zu ScanDisk
Verwendung von ScanDisk während der Ausführung anderer Programme:
Führen Sie keine Datenträgerkorrektur mit ScanDisk durch, solange andere
Programme ausgeführt werden. ScanDisk darf nur eingesetzt werden, wenn sich
der Zustand der Dateien auf einem Datenträger nicht verändert. Während des
Zugriffs auf eine Datei aktualisiert MS-DOS gegebenenfalls die
Dateizuordnungstabelle (FAT) und die Verzeichnisstruktur.
Wenn Sie ScanDisk parallel mit anderen Programmen ausführen, sind unter
Umständen noch Dateien geöffnet. ScanDisk registriert jedoch die Abweichung
zwischen der Verzeichnisstruktur und der Dateizuordnungstabelle als Fehler. Als
Folge ist die Beschädigung oder der Verlust von Daten nicht auszuschließen.
ScanDisk kann auch nicht zur Korrektur von Datenträgerfehlern eingesetzt
werden, wenn Sie ScanDisk aus einem anderen Programm heraus starten oder
wenn Microsoft Windows oder die Programmumschaltung von MS-DOS
ausgeführt werden. Mit dem Befehl scandisk /checkonly können Sie
Datenträger jedoch ohne Fehlerkorrektur prüfen. Wenn Sie ScanDisk unter
Windows starten, werden möglicherweise Datenträgerfehler identifiziert, die nicht
vorhanden sind, wenn Windows nicht ausgeführt wird.
Die Datei SCANDISK.INI
Die Datei SCANDISK.INI ist eine Textdatei, die sich im Verzeichnis der MS-DOSDateien befindet. Die Einstellungen im Abschnitt [Environment] der Datei
SCANDISK.INI bestimmen das Standardverhalten von ScanDisk (z.B. ob
ScanDisk für Schwarzweiß- oder Farbbildschirm konfiguriert ist) oder wenn Sie
das Programm ScanDisk mit der Option /CUSTOM starten. Weitere Informationen
finden Sie in der Datei SCANDISK.INI.
Rückgängigmachen der mit ScanDisk durchgeführten Änderungen
Wenn ScanDisk Fehler auf dem Laufwerk findet, erhalten Sie die Möglichkeit zur
Erstellung eines Undo-Datenträgers, der es ermöglicht, die mit ScanDisk
durchgeführten Änderungen auf dem Laufwerk rückgängig zu machen. Der UndoDatenträger enthält Informationen, die angeben, auf welchem Laufwerk ScanDisk
Änderungen durchgeführt hat und um welche Änderungen es sich handelt.
⇒ VORSICHT:
Machen Sie die Änderungen mit Hilfe des Undo-Datenträgers nur dann
rückgängig, wenn das Laufwerk seit dem Erstellen des Undo-Datenträgers nicht
modifiziert wurde. Wenn danach eine beliebige Datei auf dem Laufwerk
geändert wurde, sollten Sie die Änderungen auf keinen Fall rückgängig machen.
Nach dem Aktualisieren einer Datei oder eines Verzeichnisses oder nach dem
Kopieren oder Löschen einer Datei besteht andernfalls die Gefahr, daß die
Laufwerksstruktur beschädigt wird und Daten verlorengehen!
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Abbildung 10-17:
SCANDISK.EXE, Tabelle der Errorlevel
0 ScanDisk hat keine Fehler auf den überprüften Laufwerken gefunden.
1 ScanDisk wurde nicht ausgeführt, da die Syntax des Befehls inkorrekt war.
2 ScanDisk hat unerwartet vorzeitig beendet, da ein Speicherüberlauf oder
interner Fehler aufgetreten ist.
3 Der Benutzer hat ScanDisk abgebrochen, bevor ScanDisk beendet hat.
4 ScanDisk hat das logische Überprüfen aller Laufwerke beendet, der
Benutzer hat jedoch eine oder mehrere Oberfächenanalysen abgebrochen,
bevor diese beendet waren. Errorlevel 4 wird nicht zurückgegeben, wenn
der Benutzer die Oberflächenanalysen vollständig umgangen hat.
254 ScanDisk hat Datenträgerprobleme gefunden und diese korrigiert.
255 ScanDisk hat Datenträgerprobleme gefunden, es konnten jedoch nicht alle
Probleme korrigiert werden.
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10.21.3 SCANDISK, Beispiele
• Um das aktuelle Laufwerk zu prüfen und zu korrigieren, geben Sie den
folgenden Befehl ein:
scandisk
• Angenommen, DoubleSpace kann ein komprimiertes Laufwerk wegen
Laufwerksfehlern nicht laden. Der Name der komprimierten Datenträgerdatei
dieses Laufwerks, die sich im Stammverzeichnis des Laufwerks C: befindet, ist
DBLSPACE.000. Geben Sie zum Korrigieren der Datenträgerdatei den
folgenden Befehl ein:
scandisk c:\dblspace.000
Die DoubleSpace-Datenträgerdatei muß sich im Stammverzeichnis des
Laufwerks befinden.
• Um die Laufwerke C: und E: zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
scandisk c: e:
• Um alle Laufwerke zu prüfen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
scandisk /all
Es werden alle Festplattenpartitionen sowie alle geladenen DoubleSpaceLaufwerke geprüft.
• Um alle Laufwerke ohne Benutzereingaben zu prüfen, geben Sie den folgenden
Befehl ein:
scandisk /all /autofix /nosummary
• Angenommen, der erstellte Undo-Datenträger befindet sich in Laufwerk A: und
der Inhalt des geprüften Laufwerks ist seit dem Erstellen des UndoDatenträgers nicht geändert worden. Um die mit ScanDisk durchgeführten
Änderungen rückgängig zu machen, geben Sie den folgenden Befehl ein:
scandisk /undo a:
10-74
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10.22 SUBST
10.22.1 SUBST, Syntax
SUBST
Verknüpft einen Pfad mit einem Laufwerkbuchstaben.
Der von Ihnen zugewiesene Laufwerkbuchstabe entspricht einem virtuellen
Laufwerk, weil Sie den Laufwerkbuchstaben in Befehlen so einsetzen können, als
entspräche er einem physischen Laufwerk.
Der Befehl SUBST darf nicht verwendet werden, nachdem Windows gestartet ist.
Syntax
SUBST [Laufwerk1: [Laufwerk2:]Pfad]
SUBST Laufwerk1: /D
Um die Namen der momentan aktiven virtuellen Laufwerke angezeigt zu
bekommen, verwenden Sie folgende Syntax:
SUBST
Parameter
• Laufwerk1:
Gibt das virtuelle Laufwerk an, das Sie mit einem Pfad verknüpfen möchten.
• Laufwerk2:
Gibt das physische Laufwerk an, auf dem sich der angegebene Pfad befindet.
Ist nur erforderlich, wenn das physische und das aktuelle Laufwerk nicht
identisch sind.
• Pfad
Gibt den Pfad an, dem Sie ein virtuelles Laufwerk zuordnen möchten.
Optionen
• /D
Löscht ein virtuelles Laufwerk.
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10-75
10.22.2 SUBST, Anmerkungen
• SUBST mit anderen Befehlen
Die folgenden Befehle funktionieren nicht, beziehungsweise sollten nicht für
Laufwerke eingesetzt werden, die in einem SUBST-Befehl angegeben sind:
ASSIGN, BACKUP, CHKDSK, DEFRAG, DISKCOPY, DISKCOMP;
FDISK, FORMAT, LABEL, MIRROR RECOVER, RESTORE,
SYS, UNDELETE / S.
• Für Laufwerk1 zulässige Werte
Der Parameter Laufwerk1 muß mit einem Wert belegt sein, der in dem von dem
Befehl LASTDRIVE festgelegten Bereich liegt. Ist dies nicht der Fall, zeigt
SUBST die folgende Fehlermeldung an:
Unzulässiger Parameter - Laufwerk1:
• SUBST aus Microsoft Windows heraus aufrufen
Sie dürfen den Befehl SUBST nicht aus Microsoft Windows heraus aufrufen,
um virtuelle Laufwerke anzulegen oder zu löschen. Wenn Sie mit dem Befehl
SUBST ein virtuelles Laufwerk anlegen oder löschen möchten, müssen Sie
Windows beenden, können dann das virtuelle Laufwerk anlegen oder löschen
und danach Windows wieder starten.
• SUBST mit komprimierten Laufwerken verwenden
Sie können den Befehl SUBST für ein komprimiertes Laufwerk verwenden. Der
freie Speicherplatz und die Größe eines SUBST-Laufwerks (Anwendung des
Befehl DIR), muß nicht mit der angezeigten Größe des komprimierten
Laufwerks übereinstimmen.
10.22.3 SUBST, Beispiel
Der folgende Befehl legt für den Pfad B:\PROJEKT\VERSUCH\BERICHTE das
virtuelle Laufwerk Z: an:
subst z: b:\projekt\versuch\berichte
Um in dieses Verzeichnis zu wechseln, müssen Sie jetzt nicht mehr den
vollständigen Pfad eingeben, sondern es genügt, den Buchstaben des virtuellen
Laufwerks gefolgt von einem Doppelpunkt einzugeben:
z:
Dieses Beispiel funktioniert nur dann, wenn Sie die Zeile LASTDRIVE=Z in Ihre
CONFIG.SYS-Datei eingefügt haben, um Z als letzten Buchstaben zu definieren,
den MS-DOS als Laufwerkbuchstaben akzeptiert.
10-76
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10.23 SYS
10.23.1 SYS, Syntax
SYS
Erstellt eine Startdiskette, auf die die versteckten MS-DOS-Systemdateien IO.SYS
und MSDOS.SYS, der MS-DOS-Befehlsinterpreter COMMAND.COM sowie
DRVSPACE.BIN kopiert werden. DRVSPACE.BIN ist der Teil von MS-DOS, der
den Zugriff auf komprimierte Laufwerke auf einem Datenträger ermöglicht.
(DRVSPACE.BIN wird nur kopiert, wenn die Datei DRVSPACE.BIN im
Stammverzeichnis des Quellaufwerks oder -verzeichnisses vorhanden ist.)
IO.SYS, MSDOS.SYS und DRVSPACE.BIN sind versteckte Dateien, die bei der
Eingabe des Befehls DIR normalerweise nicht sichtbar sind. Um diese Dateien
anzuzeigen, geben Sie den Befehl DIR /A ein.
Syntax
SYS [Laufwerk1:][Pfad] Laufwerk2:
Parameter
• [Laufwerk1:][Pfad]
Gibt die Pfadbeschreibung der Systemdateien an. Wenn Sie keinen Pfad
angeben, sucht MS-DOS die Systemdateien im Stammverzeichnis des aktuellen
Laufwerks.
• Laufwerk2:
Gibt das Laufwerk an, auf das Sie die Systemdateien kopieren möchten. Diese
Dateien können nur in ein Stammverzeichnis, nicht in ein Unterverzeichnis
kopiert werden.
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10-77
10.23.2 SYS, Anmerkungen
• Wie der Befehl SYS Dateien kopiert
Der Befehl SYS kopiert die Dateien in der folgenden Reihenfolge: IO.SYS,
MSDOS.SYS, COMMAND.COM und DRVSPACE.BIN.
Die Dateien müssen nicht zusammenhängend sein.
MS-DOS erwartet nicht mehr, daß die Systemdateien zusammenhängend sind.
Dies bedeutet: Wenn Sie eine neue Version von MS-DOS auf einen
Datenträger kopieren möchten, auf dem sich bereits die Systemdateien der
MS-DOS-Version 3.3 oder einer früheren Version befinden, müssen Sie diesen
Datenträger nicht neu formatieren.
• Verwenden des Befehls SYS in Verbindung mit komprimierten
Laufwerken
Der Befehl SYS kann nicht für komprimierte Laufwerke angewendet werden.
Wenn Sie das komprimierte Festplattenlaufwerk C: zum Startlaufwerk machen
möchten, geben Sie das Host-Laufwerk des Laufwerks C: als Parameter des
Befehls SYS an. (Wenn Sie DriveSpace verwenden, geben Sie an der
Eingabeaufforderung DRVSPACE /INFO C: ein, um festzustellen, welches das
Host-Laufwerk des Laufwerks C: ist.)
• Den Befehl SYS für umgeleitete Laufwerke oder für Netzwerke
einsetzen
Der Befehl SYS funktioniert nicht für Laufwerke, die mit einem der Befehle
ASSIGN, JOIN oder SUBST umgeleitet wurden. SYS funktioniert auch nicht für
Netzlaufwerke oder Laufwerke, die mit INTERLNK umgeleitet wurden.
10.23.3 SYS, Beispiele
• Wenn Sie die MS-DOS-Systemdateien und den MS-DOS-Befehlsinterpreter
von dem Datenträger des aktuellen Laufwerks auf die in das Laufwerk A:
eingelegte Diskette kopieren möchten, geben Sie den folgenden Befehl ein:
sys a:
• Wenn Sie die MS-DOS-Systemdateien und den MS-DOS-Befehlsinterpreter
von dem Datenträger des Laufwerks D: auf die in das Laufwerk A: eingelegte
Diskette kopieren möchten, geben Sie den folgenden Befehl ein:
sys d: a:
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10.24 TREE
10.24.1 TREE, Syntax
TREE
Zeigt die Verzeichnisstruktur eines Pfades oder eines Datenträgers in grafischer
Form an.
Syntax
TREE [Laufwerk:][Pfad] [/F] [/A]
Parameter
• Laufwerk:
Gibt das Laufwerk an, in dem sich der Datenträger befindet, dessen
Verzeichnisstruktur Sie sich anzeigen lassen wollen.
• Pfad
Gibt das Verzeichnis an, dessen Verzeichnisstruktur Sie sich anzeigen lassen
wollen.
Optionen
• /F
Zeigt zusätzlich die Namen der Dateien an, die in den betreffenden
Verzeichnissen abgelegt sind.
• /A
Gibt an, daß TREE für das Erstellen der Linien, die die jeweiligen Verzeichnisse
miteinander verbinden, keine Grafikzeichen, sondern Textzeichen verwenden
soll. Diese Option sollten Sie immer dann angeben, wenn Sie mit Zeichensätzen
arbeiten, die keine Grafikzeichen unterstützen, oder wenn Sie Ausgaben an
Drucker senden, die nicht in der Lage sind, Grafikzeichen korrekt zu
interpretieren.
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10-79
10.24.2 TREE, Anmerkung
Die von TREE angezeigte Struktur hängt davon ab, welche Parameter Sie in der
Befehlszeile angeben. Wenn Sie weder ein Laufwerk noch einen Pfad angeben,
beginnt die von TREE angezeigte Verzeichnisstruktur immer mit dem aktuellen
Verzeichnis des aktuellen Laufwerks.
10.24.3 TREE, Beispiele
• Um die Namen aller Unterverzeichnisse angezeigt zu bekommen, die sich auf
dem Datenträger des aktuellen Laufwerks befinden, geben Sie folgenden Befehl
ein:
tree \
• Um die Namen der Dateien, die sich in den Verzeichnissen des Laufwerks C:
befinden, bildschirmweise angezeigt zu bekommen, geben Sie folgenden Befehl
ein
:
tree c:\ /f |more
• Um die in dem vorhergehenden Beispiel erzeugte Liste per Drucker
auszugeben, geben Sie den folgenden Befehl ein:
tree c:\ /f >prn
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10.25 TRUENAME
10.25.1 TRUENAME, Syntax
TRUENAME
Gibt einen kanonischen (=regelgerechten) Pfadnamen aus.
Der Befehl TRUENAME beruht auf einer ab Version 3.0 neuen internen DOSFunktion und ist seit Version 4.0 als undokumentierter DOS-Befehl verfügbar (in
COMMAND.COM implementiert). TRUENAME kann verwendet werden, um den
realen Pfadnamen eines mit JOIN, ASSIGN oder SUBST verknüpften Laufwerks
oder Netzwerklaufwerks zu ermitteln.
Syntax
TRUENAME [[Laufwerk:]Pfad][Dateiname]
Parameter
• Laufwerk:
Ein Laufwerkbuchstabe
• Pfad
Ein Pfad
• Dateiname
Ein Dateiname
10.25.2 TRUENAME, Anmerkungen
• Das angebene Laufwerk, der Pfad oder der Dateiname muß nicht existieren.
• Kleinbuchstaben werden in Großbuchstaben umgesetzt.
• Normale Schrägstriche werden in rückliegende Schrägstriche umgesetzt
(aus / (slash) wird \ (backslash)), sofern Schrägstriche überhaupt akzeptiert
werden und nicht sofort mit der Fehlermeldung
Unzulässige Option
abgewiesen werden.
• Sterne werden in die angemessene Anzahl Fragezeichen konvertiert
(Beispiel: aus dat*.* wird DAT?????.???).
• Datei- und Verzeichnisnamen werden auf das 8.3-Namensformat abgeschnitten
(Beispiel: aus 1234567890.12345 wird 12345678.123).
• In der Pfadangabe sind Punkt (.) und PunktPunkt (..) zugelassen und werden
ihrer Bedeutung gemäß entsprechend berücksichtigt.
• Pfadnamen auf lokalen Laufwerken beginnen mit dem Laufwerkbuchstaben.
(Beispiel: B:\PROJEKT\VERSUCH\BERICHTE).
• Pfadnamen auf Netzwerklaufwerken beginnen mit dem Doppel-Backslash (\\).
(Beispiel: \\MACHINE\PATH\FILE.EXT).
• Wenn die Pfadangabe auf ein Laufwerk verweist, das mit JOIN, ASSIGN oder
SUBST erzeugt wurde oder ein Netzwerklaufwerk enthält, gibt TRUENAME den
Pfadnamen aus, der ohne Verwendung dieser DOS-Befehle real zutreffend
wäre.
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10-81
10.26 TYPE
10.26.1 TYPE, Syntax
TYPE
Anzeigen des Inhalts einer Textdatei, ohne Möglichkeit, diese zu ändern.
Syntax
TYPE [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Gibt die Pfadbeschreibung und den Namen der Datei an, deren Inhalt Sie sich
ansehen möchten.
10.26.2 TYPE, Anmerkung
Anzeigen von Binärdateien
Wenn Sie sich eine Binärdatei oder eine von einem Programm erstellte Datei
anzeigen lassen, hören Sie eventuell den Lautsprecher piepsen und sehen
möglicherweise ungewöhnliche Zeichen auf dem Bildschirm, wie beispielsweise
Seitenvorschubzeichen und Escape-Zeichenfolgen. Diese Zeichen entsprechen
Steuercodes, die in der Binärdatei verwendet werden und Anweisungen an den
Prozessor darstellen. Im allgemeinen sollten Sie vermeiden, den Befehl TYPE zur
Anzeige von Binärdateien zu verwenden.
Informationen darüber, wie Textdateien bildschirmweise angezeigt werden
können, finden Sie bei dem Befehl MORE.
10.26.3 TYPE, Beispiele
• Wenn Sie den Inhalt einer Datei namens HEIKE.BRF angezeigt bekommen
möchten, geben Sie den folgenden Befehl ein:
type heike.brf
• Ist die Datei, deren Inhalt Sie auf dem Bildschirm ansehen möchten, sehr lang,
können Sie zusammen mit TYPE den Befehl MORE einsetzen, um den Inhalt
der Datei bildschirmweise angezeigt zu bekommmen:
type heike.brf |more
Das Verkettungszeichen ´|´ (pipe) sollten Sie erst dann für Umleitungen
einsetzen, wenn Sie die Umgebungsvariable TEMP innerhalb Ihrer
AUTOEXEC.BAT-Datei geeignet belegt haben (siehe Anmerkung zu DIR).
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10.27 UNDELETE
10.27.1 UNDELETE, Syntax
UNDELETE
Stellt Dateien wieder her, die zuvor mit dem Befehl DEL gelöscht wurden.
UNDELETE stellt drei Schutzstufen zur Verfügung, um Dateien gegen
versehentliches Löschen zu schützen: Löschüberwachung, Löschprotokoll und
Standard. Informationen über jede Löschstufe finden Sie unter UNDELETEAnmerkungen.
(Informationen über die Windows-Version von Undelete finden Sie in Kapitel "Verwalten Ihres
Systems" im MS-DOS-Benutzerhandbuch oder unter Hilfe zu Windows Undelete.)
Syntax
UNDELETE [[Laufwerk:][Pfad]Dateiname] [/DT|/DS|/DOS]
UNDELETE [/LIST|/ALL|/PURGE[Laufwerk]|/STATUS|/LOAD|/UNLOAD|
/S[Laufwerk]|/TLaufwerk[-AnzEinträge]]
Parameter
• [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
Gibt die Pfadbeschreibung und den Namen der Datei beziehungsweise Gruppe
von Dateien an, die Sie wiederherstellen möchten. Normalerweise stellt
UNDELETE alle gelöschten Dateien des aktuellen Verzeichnisses wieder her.
Optionen
• /LIST
Listet alle gelöschten Dateien auf, die wiederhergestellt werden können, stellt
aber keine Datei wieder her. Mit dem Parameter [Laufwerk:][Pfad]Dateiname
und den Optionen /DT, /DS und /DOS kann gesteuert werden, wie eine von
dieser Option erzeugte Liste aussehen soll.
• /ALL
Stellt gelöschte Dateien wieder her, ohne daß für jede Datei zu einer
Bestätigung aufgefordert wird. Sofern sie aktiviert ist, arbeitet UNDELETE mit
der Löschüberwachungsmethode. Ist die Löschüberwachung nicht aktiviert,
setzt UNDELETE das Löschprotokoll ein, sofern dieses aktiviert ist.
Andernfalls stellt UNDELETE Dateien des Verzeichnisses DOS wieder her,
wobei es die fehlenden ersten Zeichen der Dateinamen durch Nummernzeichen
(#) ersetzt. Ergibt sich daraus ein Dateiname, der bereits existiert, probiert die
Option /ALL solange die folgenden Zeichen in der angegebenen Reihenfolge
aus, bis sich ein eindeutiger Dateiname ergeben hat:
#%&0123456789ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ.
• /DT
Stellt nur solche Dateien wieder her, deren Namen in der Löschprotokolldatei
stehen. Für jede wiederherzustellende Datei wird eine Bestätigung angefordert.
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10-83
• /DS
Stellt nur solche Dateien wieder her, deren Namen in dem Löschüberwachungsverzeichnis stehen. Für jede wiederherzustellende Datei wird eine Bestätigung
angefordert.
• /DOS
Stellt nur solche Dateien wieder her, die von MS-DOS intern als gelöscht
aufgelistet sind. Für jede wiederherzustellende Datei wird eine Bestätigung
angefordert. Ist eine Löschprotokolldatei vorhanden, veranlaßt diese Option den
Befehl DELETE dazu, diese Datei zu ignorieren.
• /LOAD
Lädt den speicherresidenten Teil des Programms Undelete (TSR-Programm,
Terminate-and-Stay-Resident-Programm) mit Hilfe von Informationen in den
Arbeitsspeicher, die in der Datei UNDELETE.INI definiert sind. Fehlt die Datei
UNDELETE.INI, arbeitet UNDELETE mit den Voreinstellungen.
• /UNLOAD
Löscht den speicherresidenten Teil des Programms Undelete aus dem
Arbeitsspeicher und schaltet damit die Fähigkeit aus, gelöschte Dateien
wiederherzustellen.
• /PURGE[Laufwerk]
Löscht den Inhalt des Löschüberwachungsverzeichnisses. Ist kein Laufwerk
angegeben, sucht Undelete das Löschüberwachungsverzeichnis auf dem
aktuellen Laufwerk.
• /STATUS
Zeigt für jedes Laufwerk an, welcher Löschschutztyp jeweils wirksam ist.
• /S[Laufwerk]
Aktiviert für das angegebene Laufwerk die Löschüberwachungsmethode als
Löschschutz und lädt den speicherresidenten Teil des Programmes Undelete.
Das Programm nimmt Informationen auf, mit denen auf dem angegebenen
Laufwerk gelöschte Dateien wiederhergestellt werden können. Wenn Sie kein
Laufwerk angeben, aktiviert diese Option den Schutzmodus Löschüberwachung
für das aktuelle Laufwerk. Die Option /S bewirkt, daß der speicherresidente Teil
von Undelete mit Hilfe von Informationen in den Arbeitsspeicher geladen wird,
die in der Datei UNDELETE.INI definiert sind.
• /TLaufwerk[-AnzEinträge]
Aktiviert den Schutzmodus Löschprotokoll und lädt den speicherresidenten Teil
des Programmes Undelete. Dieses Programm zeichnet Informationen auf, mit
denen gelöschte Dateien wiederhergestellt werden können. Der Parameter
Laufwerk ist erforderlich und gibt das Laufwerk an, in dem sich der Datenträger
befindet, für den Undelete Informationen bezüglich gelöschter Dateien
speichern soll. Der optionale Parameter AnzEinträge (eine Zahl zwischen 1 und
999) gibt an, wieviel Einträge die Löschprotokolldatei (PCTRACKR.DEL)
maximal aufnehmen kann. Die Voreinstellung für die Anzahl der Einträge hängt
von dem Typ des zu protokollierenden Datenträgers ab.
10-84
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In der folgenden Tabelle sind zu jeder der aufgeführten
Datenträgerkapazitäten die Voreinstellung bezüglich der Anzahl der Einträge
sowie die entsprechende Dateigröße angegeben:
Abbildung 10-18:
UNDELETE.EXE, Voreinstellungen der Löschprotokolldatei
Datenträger
-kapazität
360 KB
720 KB
1,2 MB
1,44 MB
20 MB
32 MB
>32 MB
Einträge Dateigröße
25
5 KB
50
9 KB
75
14 KB
75
14 KB
101
18 KB
202
36 KB
303
55 KB
ACHTUNG: Sie dürfen das Löschprotokoll nicht für ein Laufwerk einsetzen, das
mit einem der Befehle JOIN oder SUBST umgeleitet wurde. Wenn Sie den Befehl
ASSIGN einsetzen möchten, müssen Sie dies tun, bevor Sie das Löschprotokoll
mit UNDELETE installieren.
10.27.2 UNDELETE, Anmerkungen
ACHTUNG: Nachdem Sie eine Datei von einem Datenträger gelöscht haben,
kann es passieren, daß Sie diese Datei nicht wiederherstellen können. Der Befehl
UNDELETE kann gelöschte Dateien nur dann zuverlässig wiederherstellen, wenn
auf dem Datenträger keine anderen Dateien angelegt oder geändert wurden. Für
den Fall, daß Sie versehentlich eine Datei gelöscht haben, die Sie noch benötigen,
sollten Sie Ihre momentanen Aktivitäten abbrechen und sofort den Befehl
UNDELETE dazu einsetzen, die Datei wiederherzustellen.
• Die Schutzmodi
MS-DOS stellt drei Schutzmodi zur Verfügung, mit denen ein versehentliches
Löschen von Dateien rückgängig gemacht werden kann: Löschüberwachung
(Delete Sentry), Löschprotokoll (Delete Tracker) und Standard.
Der Modus Löschüberwachung bietet den größtmöglichen Schutz. Für diesen
Modus werden ein kleiner Bereich des Arbeitsspeichers und des jeweiligen
Datenträgers benötigt. Der nächste, etwas weniger wirksame Schutzmodus ist
der Modus Löschprotokoll, der bezüg lich des Arbeitsspeichers dieselben
Anforderungen hat wie der Modus Löschüberwachung, aber nur ganz wenig
Speicherkapazität des jeweiligen Datenträgers benötigt.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
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Der einfachste Schutz (der Modus Standard) erfordert weder
Arbeitsspeicher noch Speicherkapazität des Datenträgers, ermöglicht es Ihnen
aber trotzdem, gelöschte Dateien wiederherzustellen, allerdings nur unter der
Voraussetzung, daß die Datenträgersektoren, in denen diese Dateien
gespeichert waren, in der Zwischenzeit nicht von anderen Dateien wieder belegt
wurden.
Weitere Einzelheiten finden Sie nachfolgend in den Anmerkungen zu den
einzelnen Schutzmodi.
• Der Modus Löschüberwachung (Delete Sentry)
Der Modus Löschüberwachung bietet den besten Schutz, wenn sichergestellt
sein soll, daß gelöschte Dateien wiederhergestellt werden können. In diesem
Schutzmodus wird ein verstecktes Verzeichnis namens SENTRY angelegt.
Wenn Sie eine Datei löschen, verschie bt Undelete die Datei aus ihrer aktuellen
Position in das Verzeichnis SENTRY, ohne innerhalb der
Dateizuordnungstabelle (File Allocation Table, FAT) den Datensektor der
Dateiposition zu ändern. Wenn Sie die Datei wiederherstellen, verschiebt MSDOS die Datei wieder zurück in ihre alte Position.
Die Größe des Verzeichnisses SENTRY sowie dessen Dateien ist auf
ungefähr 7 Prozent der Speicherkapazität der Festplatte begrenzt. Wenn Sie
eine Datei löschen, und das Verzeichnis und dessen Dateien benötigen mehr
Speicherplatz, löscht Undelete solange di e ältesten Dateien, bis genügend
Speicherplatz zur Verfügung steht, um die zuletzt gelöschte Datei aufnehmen zu
können.
Zusätzlich zu dem für das Verzeichnis SENTRY benötigten Speicherplatz der
Festplatte beansprucht der Modus Löschüberwachung 13,5 KByte an
Arbeitsspeicher für den speicherresidenten Teil des Programms Undelete.
• Der Modus Löschprotokoll (Delete Tracker)
Der Modus Löschprotokoll ist bezüglich der Wirksamkeit der mittlere der drei
Schutzmodi. In diesem Modus wird eine versteckte Datei namens
PCTRACKER.DEL verwendet, um die Positionen gelöschter Dateien
festzuhalten. Wenn Sie eine Datei löschen, ändert MS-D OS die
Dateizuordnungstabelle (File Allocation Table, FAT) dahingehend, daß die
ursprünglich von dieser Datei belegten Sektoren wieder für andere Dateien zur
Verfügung stehen. Unter der Voraussetzung, daß keine andere Datei in diesen
Sektoren abgelegt wur de, können Sie die gelöschte Datei wiederherstellen.
Wurde dort eine andere Datei abgelegt, können Sie die gelöschte Datei
eventuell nur teilweise wiederherstellen.
Der Modus Löschprotokoll erfordert für den speicherresidenten Teil des
Programms Undelete 13,5 KByte an Arbeitsspeicher sowie für die Datei
PCTRACKR.DEL einen sehr kleinen Betrag an Speicherplatz der Festplatte.
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• Der Modus Standard
Der Schutzmodus Standard steht automatisch zur Verfügung, sobald Sie Ihren
Computer gestartet haben. Dieser Modus ist von den drei Modi zum Schutz vor
versehentlichem Löschen von Dateien der am wenigsten wirksame. Für diesen
Modus ist es allerdings weder erforderlich, ein speicherresidentes Programm zu
laden, noch beansprucht er Arbeitsspeicher oder Speicherplatz eines
Datenträgers.
Ist dieser Schutzmodus wirksam, können Sie eine gelöschte Datei immer dann
wiederherstellen, wenn MS-DOS in den Sektoren, in denen die gelöschte Datei
abgelegt war, noch keine andere Datei abgelegt hat. Wurde dort eine Datei
abgelegt, kann es sein, daß Si e die gelöschte Datei überhaupt nicht oder
zumindest nur teilweise wiederherstellen können.
• Die Methode, nach der Dateien wiederhergestellt werden
Sie können jeden der folgenden Optionen einsetzen: /DOS, /DT, oder /DS.
Wenn Sie keine Option angeben, verwendet Undelete den Modus
Löschüberwachung, sofern dieser aktiviert ist. Ist der Modus
Löschüberwachung nicht aktiviert, setzt UNDELETE die Löschprotokolldatei
ein, sofern diese verfügbar ist. Ist die Löschprotokolldatei nicht verfügbar,
versucht UNDELETE, Dateien mit Hilfe von MS-DOS wiederherzustellen.
ACHTUNG: Der Befehl UNDELETE kann keine gelöschten Verzeichnisse
wiederherstellen. Außerdem kann er eine Datei dann nicht wiederherstellen,
wenn das Verzeichnis, in dem sich die Datei befand, gelöscht wurde. Sofern
das wiederherzustellende Verzeichnis ein unmittelbares Unterverzeichnis des
Stammverzeichnisses war, können Sie dieses Unterverzeichnis und seine
Dateien eventuell wiederherstellen, indem Sie zunächst den Befehl
UNFORMAT einsetzen, um das Verzeichnis wiederherzustellen, und
anschließend den Befehl UNDELETE, um die Dateien wiederherzustellen.
Hierbei müssen Sie mit äußerster Vorsicht vorgehen, da der falsche Einsatz
von UNFORMAT zu Datenverlusten führen kann. Normalerweise kann
UNFORMAT nur Unterverzeichnisse wiederherstellen, die sich unmittelbar
unter dem Stammverzeichnis befanden. Wenn Sie UNFORMAT jedoch dazu
einsetzen, einen versehentlich formatierten Datenträger wiederherzustellen,
stellt UNFORMAT alle im Stammverzeichnis abgelegten Dateien und
Unterverzeichnisnamen wieder her.
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• Die Datei UNDELETE.INI
Der Befehl UNDELETE verwendet die Datei UNDELETE.INI, um Werte zu
definieren, wenn er in den Arbeitsspeicher geladen wird. Sofern die Datei
UNDELETE.INI beim Laden von Undelete noch nicht existiert, legt UNDELETE
eine UNDELETE.INI-Datei an und speichert in ihr folgende Werte:
− Für das aktuelle Laufwerk wird als Schutz vor dem versehentlichen
Löschen von Dateien der Modus Löschüberwachung eingesetzt.
− Alle Dateien, die keine *.TMP. *.VM?, *.WOA, *.SWP, *.SPL, *.RMG,
*.IMG, *.THM oder *.DOV-Dateien sind, werden gespeichert.
− Dateien, deren Archivbit gesetzt ist, werden nicht gespeichert.
− Dateien werden nach 7 Tagen gelöscht.
− Für gelöschte Dateien werden maximal 20 Prozent der Gesamtkapazität
des jeweiligen Datenträgers reserviert.
Die Datei UNDELETE.INI besteht aus fünf Abschnitten: [sentry.drives],
[sentry.files], [mirror.drives], [configuration] und
[defaults].
In dem Abschnitt [sentry.drives] sind die Laufwerke aufgeführt, die mit
dem Modus Löschüberwachung (Delete Sentry Method) geschützt sind.
In dem Abschnitt [sentry.files] sind die Dateien aufgeführt, die mit einem
der Modi Löschprotokoll (Delete Tracker) oder Löschüberwachung (Delete
Sentry) gegen versehentliches Löschen geschützt sind. Ein vor einem
Dateinamen stehender Bindestrich (-) zeigt an, daß die Datei nicht gespeichert
ist. Die in dem Abschnitt [sentry.files] definierten Voreinstellungen lauten
wie folgt:
[sentry.files]
*.* -*.TMP. -*.VM? -*.WOA -*.SWP -*.SPL -*.RMG -*.IMG -*.THM -*.DOV
In dem Abschnitt [mirror.drives] sind die Laufwerke aufgeführt, die mit
dem Modus Löschprotokoll (Delete Tracker Method) geschützt sind.
In dem Abschnitt [configuration] sind die folgenden Werte definiert:
− Ob Dateien geschützt werden sollen, deren Archivbit gesetzt ist. Sollen
solche Dateien nicht geschützt werden (dies ist die Voreinstellung),
lautet der Eintrag wie folgt:
archive=FALSE
Ist der Wert TRUE, werden Dateien, deren Archivbit gesetzt ist,
gespeichert.
− Wieviel Tage Dateien gespeichert werden sollen. Der folgende Eintrag
definiert die Voreinstellung:
days=7
− Den Betrag (in Prozent) der Speicherkapazität eines Datenträgers, der
für gelöschte Dateien reserviert werden soll. Der folgende Eintrag
definiert die Voreinstellung:
percentage=20
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In dem Abschnitt [defaults] ist festgelegt, welcher Modus für die
Wiederherstellung gelöschter Dateien verwendet werden soll. Die folgenden
Einträge definieren den Modus Löschüberwachung (Delete Sentry) als
Voreinstellung:
[defaults]
d.sentry=TRUE
d.tracker=FALSE
• Ändern des Dateischutzmodus
Sie können immer nur einen Dateischutzmodus einsetzen. Wenn Sie in einen
anderen Modus wechseln möchten, müssen Sie wie folgt vorgehen:
1. Löschen Sie den speicherresidenten Teil des Programmes Undelete aus
dem Arbeitsspeicher, indem Sie folgenden Befehl eingeben:
undelete /u
2. Aktivieren Sie den neuen Schutzmodus, und laden Sie den
speicherresidenten Teil des Programmes Undelete erneut. Um beispielsweise
für Ihr aktuelles Laufwerk den Schutzmodus Löschüberwachung (DeleteSentry)
zu aktivieren, geben Sie folgenden Befehl ein:
undelete /s
• Welche Laufwerke geschützt sind
Das Programm Undelete schützt alle in der Datei UNDELETE.INI angegebenen
Laufwerke, und zwar unabhängig davon, welche Laufwerke Sie beim Aufruf des
Programms angegeben haben. Angenommen, Ihre UNDELETE.INI-Datei
enthält beispielsweise die folgenden Einträge:
[sentry.drives]
C=
D=
Der folgende Befehl aktiviert den Schutzmodus Löschüberwachung für die
beiden Laufwerke C: und D:.
undelete /sc
Um den Schutzmodus nur für das Laufwerk C: zu aktivieren, müssen Sie wie
folgt vorgehen:
1. Öffnen Sie Ihre UNDELETE.INI-Datei mit einem beliebigen Text-Editor.
2. Löschen Sie die folgende Zeile aus dem [sentry.drives]-Abschnitt der Datei:
D=
3. Speichern Sie die an der Datei vorgenommenen Änderungen.
4. Beenden Sie den Text-Editor.
5. Aktivieren Sie den Schutzmodus Löschüberwachung (Delete Sentry), indem
Sie an der Eingabeaufforderung folgenden Befehl eingeben:
undelete /sc
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• Netzlaufwerk und Löschschutz
Um Dateien auf Netzlaufwerken gegen ungewolltes Löschen zu schützen,
müssen die Loschüberwachung freigeben und alle Rechte (lesen, schreiben,..)
auf dem Netzlaufwerk haben.
10.27.3 UNDELETE, Beispiele
• Der folgende Befehl gibt an, daß UNDELETE alle gelöschten Dateien des
jeweils aktuellen Verzeichnisses einzeln wiederherstellen soll, daß es für jede
Datei eine Bestätigung verlangen soll und daß es den Modus
Löschüberwachung (die höchste verfügbare Stufe des Löschprotokolls)
benutzen soll:
undelete
• Der folgende Befehl gibt an, daß UNDELETE alle gelöschten Dateien
wiederherstellen soll, die aus dem Stammverzeichnis des Laufwerks C: gelöscht
wurden und die Erweiterung .BAT hatten, und daß keine Bestätigungen verlangt
werden sollen:
undelete c:\*.bat /all
• Der folgende Befehl lädt den speicherresidenten Teil des Programmes
Undelete in den Arbeitsspeicher, erzeugt das versteckte Verzeichnis SENTRY
und gibt an, daß Undelete Dateien, die Sie von dem Laufwerk C: löschen, in
dieses Verzeichnis verschieben soll:
undelete /sc
• Der folgende Befehl lädt den speicherresidenten Teil des Programmes
Undelete in den Arbeitsspeicher und erzeugt eine PCTRACKR.DEL-Datei, in
der für das Laufwerk C: bis zu 500 gelöschte Dateien festgehalten werden
können:
undelete /tc-500
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10.28 UNFORMAT
10.28.1 UNFORMAT, Syntax
UNFORMAT
Stellt einen Datenträger wieder her, der mit dem Befehl FORMAT gelöscht wurde.
UNFORMAT kann nur lokale Festplatten- und Diskettenlaufwerke wiederherstellen.
Für Netzlaufwerke kann UNFORMAT nicht eingesetzt werden. Der Befehl
UNFORMAT kann auch dazu eingesetzt werden, eine beschädigte
Partitionstabelle eines Festplattenlaufwerks wiederherzustellen.
Syntax
UNFORMAT Laufwerk: [/L] [/TEST] [/P]
Parameter
Laufwerk:
Gibt das Laufwerk an, in dem sich der Datenträger befindet, auf dem Sie Dateien
wiederherstellen möchten.
Optionen
• /L
Listet alle von UNFORMAT gefundenen Dateien und Unterverzeichnisse auf.
Wenn Sie diese Option nicht angeben, listet UNFORMAT nur solche
Unterverzeichnisse auf, die fragmentiert sind. Durch Drücken von [STRG+S]
können Sie dafür sorgen, daß die über den Bildschirm rollende Liste angehalten
wird; um die Anzeige der Liste fortzusetzen, drücken Sie eine beliebige Taste.
• /TEST
Zeigt, wie UNFORMAT die auf dem Datenträger befindlichen Informationen
wiederherstellen würde, ohne daß die Formatierung des Datenträgers
tatsächlich rückgängig gemacht wird.
• /P
Sendet die ausgegebenen Meldungen an den Drucker, der an LPT1
angeschlossen ist.
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10.28.2 UNFORMAT, Anmerkungen
• Einschränkungen für den Befehl UNFORMAT
Wurde der Befehl FORMAT zusammen mit der Option /U angegeben, kann
UNFORMAT den jeweiligen Datenträger nicht wieder in seinen vorherigen
Zustand versetzen.
• Die Formatierung eines Datenträgers rückgängig machen
Um einen Datenträger wiederherzustellen, wertet UNFORMAT Informationen
aus, die sich in dem Stammverzeichnis und in der Dateizuordnungstabelle (FAT)
des Datenträgers befinden.
Während UNFORMAT einen Datenträger wiederherstellt, zeigt es an, wie viele
Unterverzeichnisse es gefunden hat. Wenn Sie die Option /L angegeben haben,
zeigt es außerdem alle Dateien aller Unterverzeichnisse an.
Entdeckt UNFORMAT eine Datei, die offensichtlich fragmentiert ist (das heißt
an unterschiedlichen Stellen des Datenträgers gespeichert ist), kann es diese
Datei nicht wiederherstellen, da UNFORMAT die restlichen Teile der Datei nicht
finden kann. In einem solchen Fall fordert der Befehl UNFORMAT Sie auf,
anzugeben, ob er die Datei kürzen (das heißt, er stellt nur den ersten von ihm
gefundenen Teil der Datei wieder her) oder ganz löschen soll.
Wenn UNFORMAT Sie bezüglich einer Datei nicht zu irgendeiner Angabe
auffordert, ist diese Datei höchstwahrscheinlich intakt. Unter bestimmten
Umständen kann es jedoch vorkommen, daß UNFORMAT nicht erkennt, daß
eine Datei fragmentiert ist, obwohl es nur einen Abschnitt der Datei gefunden
hat. Passiert dies bei einer Programmdatei, wird das Programm nicht korrekt
laufen. Passiert dies bei einer Datendatei, gehen Informationen verloren, so
daß das Programm, das die Datendatei erzeugt hat, diese eventuell nicht lesen
kann. In solchen Fällen bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Dateien mit
Hilfe Ihrer ursprünglichen Disketten oder Sicherungsdateien wiederherzustellen.
• Die Größe der Sektoren einer Festplatte
Die Sektoren einer Festplatte müssen 512, 1024 oder 2048 Byte umfassen.
10.28.3 UNFORMAT--Beispiele
• Um festzustellen, ob UNFORMAT den Inhalt der in das Laufwerk A: eingelegten
formatierten Diskette wiederherstellen kann, geben Sie folgenden Befehl ein:
unformat a: /test
• Um den Inhalt der in das Laufwerk A: eingelegten Diskette wiederherzustellen
und dabei alle Dateien und Unterverzeichnisse aufgelistet zu bekommen, geben
Sie folgenden Befehl ein:
unformat a: /l
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10.29 VOL
10.29.1 VOL, Syntax
VOL
Zeigt die Datenträgerbezeichnung und die Seriennummer eines Datenträgers
(Diskette oder Festplatte) an, sofern diese vorhanden sind.
Eine Seriennummer wird für alle Datenträger angezeigt, die mit MS-DOS Version
4.0 oder einer späteren Version formatiert wurden.
Syntax
VOL [Laufwerk:]
Parameter
• Laufwerk:
Gibt das Laufwerk an, in dem sich der Datenträger befindet, dessen
Bezeichnung und Seriennummer Sie angezeigt bekommen möchten.
10.29.2 VOL, Anmerkung
Soll MS-DOS die Datenträgerbezeichnung des im aktuellen Laufwerk befindlichen
Datenträgers anzeigen, geben Sie den Befehl VOL ohne weitere Parameter ein.
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10.30 XCOPY
10.30.1 XCOPY, Syntax
XCOPY
Kopiert Dateien (ausgenommen versteckte Dateien und Systemdateien) und
Verzeichnisse einschließlich deren Unterverzeichnisse.
Mit diesem Befehl können Sie alle Dateien eines Verzeichnisses einschließlich der
Dateien kopieren, die sich in den Unterverzeichnissen dieses Verzeichnisses
befinden.
Syntax
XCOPY Quelle [Ziel] [/Y|/-Y] [/A|/M] [/D:Datum] [/P] [/S] [/E] [/V] [/W]
Parameter
• Quelle
Gibt die Pfadbeschreibung und die Namen der Dateien an, die Sie kopieren
möchten. Quelle muß entweder eine Laufwerkbezeichnung oder eine
Pfadangabe enthalten.
• Ziel
Gibt an, wohin Sie die Dateien kopieren möchten. Ziel kann aus einem
Laufwerkbuchstaben und einem Doppelpunkt, einem Verzeichnisnamen, einem
Dateinamen oder einer Kombination dieser Angaben bestehen.
Optionen
• /Y
Gibt an, daß vorhandene, gleichnamige Dateien beim Verschieben mit dem
Befehl XCOPY ohne vorherige Bestätigung überschrieben werden sollen. Wenn
die angegebene Zieldatei bereits existiert, fordert Sie XCOPY als
Standardvorgabe dazu auf, das Überschreiben der vorhandenen Datei zu
bestätigen. (Bei früheren MS-DOS-Versionen wurden gleichnamige Dateien
einfach überschrieben.) Beim Aufruf aus einer Stapelverarbeitungsdatei verhält
sich XCOPY Dateien wie bei früheren Versionen. Bei der Angabe dieser Option
werden alle Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der
Umgebungsvariablen COPYCMD außer Kraft gesetzt.
• /-Y
Gibt an, daß XCOPY Sie vor dem Überschreiben einer vorhandenen Datei zur
Bestätigung auffordern soll. Bei der Angabe dieser Option werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
• /A
Kopiert nur solche Quelldateien, deren Dateiattribut "Archiv" gesetzt ist. Diese
Option führt nicht dazu, daß die "Archiv"-Dateiattribute der Quelldateien
geändert werden. Informationen darüber, wie das Dateiattribut "Archiv" gesetzt
wird, finden Sie bei dem Befehl ATTRIB.
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• /M
Kopiert nur solche Quelldateien, deren Dateiattribut "Archiv" gesetzt ist. Im
Gegensatz zu der Option /A bewirkt die Option /M, daß die "Archiv"Dateiattribute der in Quelle angegebenen Dateien deaktiviert werden.
Informationen darüber, wie das Dateiattribut "Archiv" gesetzt wird, finden Sie bei
dem Befehl ATTRIB.
• /D:Datum
Kopiert nur solche Quelldateien, die an oder nach dem angegebenen Datum
geändert wurden. Beachten Sie bitte, daß das Format von Datum davon
abhängt, mit welchem Landescode (eingestellt mit COUNTRY) Sie arbeiten.
• /P
Fordert Sie für jede Zieldatei auf, zu bestätigen, daß sie erstellt werden soll.
• /S
Kopiert Verzeichnisse und Unterverzeichnisse, sofern sie nicht leer sind. Wenn
Sie diese Option nicht angeben, funktioniert XCOPY nur für ein Verzeichnis.
• /E
Kopiert alle Unterverzeichnisse, auch wenn diese leer sind. Dieser Optionen
muß zusammen mit der Option /S eingesetzt werden.
• /V
Sorgt dafür, daß jede Datei, während sie in die Zieldatei geschrieben wird,
überprüft wird. Damit ist sichergestellt, daß Quell- und Zieldateien identisch sind.
• /W
Sorgt dafür, daß XCOPY die folgende Meldung anzeigt und erst dann mit dem
Kopieren der Dateien beginnt, wenn Sie entsprechend reagiert haben:
Eine beliebige Taste drücken, um das Kopieren der
Datei(en) zu starten.
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10.30.2 XCOPY, Anmerkungen
• Die Voreinstellung des Parameters Ziel
Wenn Sie Ziel nicht angeben, kopiert der Befehl XCOPY die entsprechenden
Dateien in das aktuelle Verzeichnis.
• Angeben, ob Ziel eine Datei oder ein Verzeichnis ist
Umfaßt der Parameter Ziel kein vorhandenes Verzeichnis, und endet er nicht
mit einem umgekehrten Schrägstrich (\), fordert XCOPY Sie mit der folgenden
Meldung zu einer Eingabe auf:
Ist das Ziel ein Dateiname
oder ein Verzeichnisname
(D = Datei, V = Verzeichnis) ?
Drücken Sie die Taste [D], wenn die Dateien in eine Datei kopiert werden
sollen. Drücken Sie die Taste [V], wenn die Dateien in ein Verzeichnis kopiert
werden sollen.
• Festlegen des Wertes für die Umgebungsvariable COPYCMD
Mit dem Wert für die Umgebungsvariable COPYCMD können Sie festlegen,
daß Sie bei der Arbeit mit den Befehlen COPY, MOVE und XCOPY vor dem
Überschreiben einer Datei generell zur Bestätigung aufgefordert werden. Diese
Einstellung gilt für den Aufruf dieser Befehle an der Eingabeaufforderung und
aus einer Stapelverarbeitungsdatei.
Damit Sie vor dem Überschreiben von Dateien mit den Befehlen COPY, MOVE
und XCOPY generell zur Bestätigung aufgefordert werden, weisen Sie der
Umgebungsvariablen COPYCMD den Wert /-Y zu. Wenn Dateien mit diesen
Befehlen generell ohne vorherige Bestätigung überschrieben werden sollen,
weisen Sie der Umgebungsvariablen COPYCMD den Wert /Y zu.
Beim Aufruf dieser Befehle mit der Option /Y oder /-Y werden alle
Standardeinstellungen sowie die aktuelle Einstellung der Umgebungsvariablen
COPYCMD außer Kraft gesetzt.
• XCOPY kopiert keine versteckten Dateien und keine Systemdateien
Die XCOPY-Befehle älterer MS-DOS-Versionen kopieren auch versteckte
Dateien und Systemdateien. Dies trifft für MS-DOS 6.2 nicht zu. Um das Attribut
"Versteckt" (H=hidden) oder "System" zu löschen, verwenden Sie den Befehl
ATTRIB.
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• XCOPY setzt bei Zieldateien das Attribut "Archiv"
Für alle von XCOPY erstellten Dateien ist das Attribut "Archiv" gesetzt, und zwar
unabhängig davon, ob es bereits für die Quelldatei gesetzt war. Weitere
Informationen zu Attributen finden Sie bei dem Befehl ATTRIB.
• XCOPY kontra DISKCOPY
Möchten Sie Dateien, die in Unterverzeichnissen abgelegt sind, von ihrem
ursprünglichen Datenträger auf einen Datenträger kopieren, der anders
formatiert ist, sollten Sie den Befehl XCOPY und nicht den Befehl DISKCOPY
einsetzen. Da der Befehl DISKCOPY Datenträger spurweise kopiert, ist es für
diesen Befehl unverzichtbar, daß der Quell- und der Zieldatenträger dasselbe
Format haben. Für XCOPY ist dies nicht erforderlich. Meist empfiehlt es sich,
mit XCOPY zu arbeiten, es sei denn, Sie benötigen eine eins-zu-eins-Kopie
eines Datenträgers. XCOPY kopiert allerdings keine versteckten Dateien oder
Systemdateien (wie zum Beispiel IO.SYS und MSDOS.SYS). Systemdisketten
sollten Sie daher mit DISKCOPY erstellen.
• Beendigungscodes von XCOPY
In der folgenden Tabelle sind die möglichen Beendigungscodes (errorlevel)
aufgeführt und kurz erläutert:
Abbildung 10-19:
XCOPY.EXE, Tabelle der Errorlevel
0
1
2
4
5
Die Dateien wurden fehlerfei kopiert.
Es wurden keine zu kopierenden Dateien gefunden.
Der Benutzer hat XCOPY durch Drücken von STRG+C beendet.
Es trat ein Initialisierungsfehler auf.
Mögliche Ursachen:
Es ist nicht genügend Arbeitsspeicher vorhanden.
Die Kapazität des Datenträgers reicht nicht aus.
Sie haben einen unzulässigen Dateinamen eingegeben.
Sie haben in der Befehlszeile eine unzulässige Syntax verwendet.
Es ist ein Schreibfehler aufgetreten.
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10.30.3 XCOPY, Beispiele
• In dem folgenden Beispiel werden alle Dateien und Unterverzeichnisse
(einschließlich der leeren Unterverzeichnisse), die sich auf der in das Laufwerk
A: eingelegten Diskette befinden, auf die in das Laufwerk B: eingelegte Diskette
kopiert:
xcopy a: b: /s /e
• In dem folgenden Beispiel werden die Optionen /D: und /V eingesetzt:
xcopy a: b: /d:04.02.94 /s /v
In diesem Beispiel werden nur solche Dateien von der in Laufwerk A:
eingelegten Diskette auf die in Laufwerk B: eingelegte Diskette kopiert, die am
oder nach dem 04.02.94 geschrieben wurden. Sobald die Dateien auf die in
Laufwerk B: eingelegte Diskette kopiert sind, vergleicht der Befehl XCOPY die
auf den beiden Disketten befindlichen Dateien daraufhin, ob sie identisch sind
(verify).
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• Sie können einen XCOPY-Befehl, der bestimmte Parameter und
Optionen einsetzen soll, mit Hilfe einer Stapelverarbeitungsdatei auszuführen.
Damit eröffnet sich die Möglichkeit, auf eventuell auftretende Fehler zu
reagieren, indem der jeweilige Beendigungscode mit einem IFStapelverarbeitungsbefehl verarbeitet wird. In dem folgenden
Stapelverarbeitungsprogramm werden beispielsweise anstelle der XCOPYParameter Ziel und Quelle ersetzbare Parameter eingesetzt:
@echo off
rem KOPIEREN.BAT überträgt alle Quelldateien
rem aller Verzeichnisse des im Quellaufwerk (%1)
rem befindlichen Datenträgers auf den im
rem Ziellaufwerk (%2) befindlichen Datenträger.
xcopy %1 %2 /s /e
if errorlevel 4 goto wenig_speicher
if errorlevel 2 goto abbrechen
if errorlevel 0 goto beenden
:wenig_speicher
echo Zu wenig Arbeitsspeicher, um die Dateien zu
kopieren,
echo unzulässige Laufwerkangabe oder unzulässige
echo Syntax in der Befehlszeile.
goto beenden
:abbrechen
echo Sie haben STRG+C gedrückt, um den Kopiervorgang
abzubrechen.
goto beenden
:beenden
Um mit diesem Stapelverarbeitungsprogramm alle Dateien, die sich in dem
Verzeichnis C:\PROGRAMM und in dessen Unterverzeichnissen befinden, auf
die in das Laufwerk B: eingelegte Diskette zu kopieren, geben Sie folgenden
Befehl ein:
kopieren c:\programm b:
Der Befehlsinterpreter ersetzt %1 durch C:\PROGRAMM und %2 durch B: und
ruft XCOPY danach mit die Optionen /E und /S auf. Entdeckt XCOPY einen
Fehler, liest das Stapelverarbeitungsprogramm den jeweiligen Beendigungscode
und springt zu der Marke, die die entsprechende IF ERRORLEVEL-Anweisung
angibt. MS-DOS zeigt dann die zugehörige Meldung an und beendet das
Stapelverarbeitungsprogramm.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
10-99
11 Anhang
11.1 Literaturliste / Quellen
Ralf Brown
The MSDOS Interrupt List, Release 41, 05.06.1994
Detlev Dalitz, Holger Kobelt
Effektive PC-Nutzung für Aufsteiger/-innen
Wuppertal/Bochum, Eigenverlag, 1993
Detlev Dalitz, Holger Kobelt
Grafische PC-Betriebssysteme für „Durchblicker/-innen“
Wuppertal/Bochum, Eigenverlag, 1993
Microsoft
Benutzerhandbuch und Referenz für das Betriebssystem MS-DOS Version 5.0
Microsoft Corporation, 1991
Microsoft
Benutzerhandbuch für das MS-DOS Betriebssystem Version 6
Microsoft Corporation, 1993
Microsoft
HELP, Online-Hilfe MS-DOS Version 6.20
Microsoft
HELP, Online-Hilfe MS-DOS Version 6.22
Microsoft
EDIT, Version 1.1, Online-Hilfe
Microsoft
Benutzerhandbuch für das Microsoft Windows-Betriebssystem Version 3.1
Microsoft Corporation, 1992
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
11-1
11.2 Liste der Abbildungen und Tabellen
Abbildung 1-1: H/S/M-Schichtenmodell (grob) ........................................................ 1-1
Abbildung 1-2: H/S/M-Schichtenmodell (fein).......................................................... 1-2
Abbildung 2-1: Betriebssystem ohne weitere Anwendungssoftware ..................... 2-1
Abbildung 2-2: Betriebssystem mit einer Anwendung (Single-Task)...................... 2-1
Abbildung 2-3: Betriebssystem mit umschaltbaren Anwendungen
(Task-Switching) ....................................................................................................... 2-1
Abbildung 2-4: Betriebssystem und grafische Erweiterung
mit mehreren Anwendungen (Multi-Tasking) ........................................................... 2-1
Abbildung 2-5: Betriebssystem mit integrierter grafischer Bedienoberfläche
mit mehreren Anwendungen (Präemptives Multi-Tasking) ..................................... 2-1
Abbildung 3-1: Übersicht: Die Entwicklung von MS-DOS....................................... 3-2
Abbildung 4-1: Konsistenzforderungen.................................................................... 4-1
Abbildung 4-2: DOS-Verbesserungen ab Version 6.20 ......................................... 4-2
Abbildung 4-3: Vorteile und Nachteile von text- bzw. grafikorientierten
Bedienoberflächen.................................................................................................... 4-3
Abbildung 5-1: Grundleistungen des Betriebssystems ........................................... 5-2
Abbildung 6-1: Hierarchisches Dateisystem........................................................... 6-3
Abbildung 6-2: Vergleich: Bürowelt zu PC-System ................................................. 6-3
Abbildung 6-3: Aufbau der Bildschirmausgabe von DIR.......................................6-10
Abbildung 6-4: Struktur von Verzeichniseinträgen ................................................6-10
Abbildung 6-5: Grundsätzlicher Aufbau von DOS-Befehlen.................................6-11
Abbildung 6-6: Konventionen der Befehlssyntax...................................................6-12
Abbildung 6-7: Aufbau von Dateinamen ................................................................6-21
Abbildung 6-8: Informationen, die zu einer Datei gespeichert werden ................6-21
Abbildung 6-9: Tabelle der Datei-Attribute.............................................................6-22
Abbildung 6-10: Tabelle der MS-DOS-Gerätenamen...........................................6-25
Abbildung 6-11: Gegenüberstellung der Verzeichnis- und Dateibefehle .............6-33
Abbildung 6-12: Prinzipieller Aufbau einer Diskette ..............................................6-37
Abbildung 6-13: Gebräuchliche Diskettengrößen, Bezeichnungen und
Laufwerkskapazitäten.............................................................................................6-37
Abbildung 6-14: Prinzipieller Aufbau einer Festplatte ...........................................6-38
Abbildung 6-15: Partitionsgröße und Sektoren/Cluster ........................................6-39
Abbildung 7-1: Datenaustausch zwischen DOS-Anwendungen............................. 7-1
Abbildung 7-2: Eingabe-/Ausgabe-Umleitung.......................................................... 7-1
Abbildung 7-3: Verketten von DOS-Befehlen mit Pipe............................................ 7-2
Abbildung 8-1: Vereinfachte Darstellung eines PC-Startvorgangs........................ 8-1
Abbildung 8-2: Beispiel einer automatischen Suche nach Suchpfad..................... 8-9
Abbildung 9-1: Programme anhalten und abbrechen.............................................. 9-2
Abbildung 10-1: ATTRIB.EXE, Tabelle der Dateiattribute ....................................10-1
Abbildung 10-2: DIR, Tabelle der Dateiattribute..................................................10-23
Abbildung 10-3: DIR, Tabelle der Werte für die Sortierreihenfolge...................10-23
Abbildung 10-4: DISKCOPY.COM, Tabelle der Errorlevel .................................10-31
Abbildung 10-5: EDIT, Verwenden von Menüs und Befehlen.............................10-42
Abbildung 10-6: EDIT, Umgang mit Dialogfeldern...............................................10-43
Abbildung 10-7: EDIT, Tastenkurzkombinationen...............................................10-43
Abbildung 10-8: EDIT, Tabelle der Tasten zum Markieren von Text .................10-44
Abbildung 10-9: EDIT, Tabelle der Tasten zum Aufrufen der Online-Hilfe ........10-44
11-2
© 09/1994-1996 Detlev Dalitz, EDV-Schulungen
Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
Abbildung 10-10: EDIT, Tabelle der Tasten zum Einfügen und Kopieren..........10-44
Abbildung 10-11: EDIT, Tabelle der Tasten zum Bewegen des Cursors ..........10-45
Abbildung 10-12: EDIT, Tabelle der Tasten zum Löschen .................................10-45
Abbildung 10-13: EDIT, Tabelle der Tasten zum Anzeigen von Text.................10-45
Abbildung 10-14: EDIT, Tabelle der Tasten zum Suchen und Ändern...............10-45
Abbildung 10-15: FORMAT.COM, Tabelle der formatierbaren Speicherkapazitäten10-48
Abbildung 10-16: FORMAT.COM, Tabelle der Errorlevel ..................................10-52
Abbildung 10-17: SCANDISK.EXE, Tabelle der Errorlevel.................................10-73
Abbildung 10-18: UNDELETE.EXE, Voreinstellungen der
Löschprotokolldatei...............................................................................................10-85
Abbildung 10-19: XCOPY.EXE, Tabelle der Errorlevel.......................................10-97
Abbildung 11-1 Tabelle des erweiterten ASCII-Bildschirmzeichensatzes ...........11-4
© 09/1994-1996 Detlev Dalitz, EDV-Schulungen
Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
11-3
11.3 Tabelle der ASCII-Bildschirmzeichen
Abbildung 11-1
Tabelle des erweiterten ASCII-Bildschirmzeichensatzes
11-4
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
11.4 Weiterführende Stichworte,
Ergänzende Literatur
PC-Woche-03/93, Seite17, DOS ist...
PC-Woche-03/93, Seite 14, Microsoft bereitet...
PC-Woche-15/93, Seite 9, Sinn ud Unsinn...
PC-Woche-17/93, Seite 6, Microsoft macht ...
PC-Woche-19/93, Seite 14, links unten, fehlende Anwendungen...
PC-Woche-19/93, Seite 25, Windows Gemeinde ...
PC-Woche-20/93, Seite 1 unten, Windows-API
PC-Woche-20/93, Seite 4, Visionen....
PC-Woche-40/93, Seite 17, DOS stirbt langsam aus
Computerwoche-19/93, Seite 7, 9, 10
Beispiel zur Unproduktivität mit DOS
In einem Monat wendet ein Anwender Zeit auf für:
Fehlersuchen und Fehlerbehebung
Datensicherung
Ausprobieren neuer Software
Erprobung unbekannter Features in vorhandener Software
Upgrades
Summe
Stunden
2,0
0,5
4,0
1,0
0,5
1 „Manntag“ pro
PC und Monat.
Bei 5 Millionen PCs und 10 Monaten Arbeitszeit summiert sich das ganze
volkswirtschaftlich zu 50 Millionen Manntagen.
Bei einem Tagessatz von 1000 DM sind das 50 Milliarden DM im Jahr!
•
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Der Markt für Anwendungsprogramme für DOS, Windows,
Windows/NT, OS/2 (Marktanteile, Bedeutung, Preise)
Makros/Stapeldateisprache (Batchfähigkeit)
Datenschutz/Datensicherheit
verteilte Datenhaltung/Verarbeitung
"Entmündigte Anwender im PC-Netz"
Multitasking, Multithreading, Multiprocessing (Server, CAD, Simulationen)
Downsizing - weg vom Großrechner
Wie geht man bei Schwierigkeiten an das Problem heran?
Was kann ein Virus schlimmes bewirken und wie geht man vor, wenn man ihn
entfernen will?
Wie geht man vor bei der Installation eines Anwenderprogramms?
Was bedeutet der Begriff ´strahlungsarm´?
Wo liegen Gesundheitsrisiken?
Wie ist es mit der Ergonomie bestellt? (Software-Ergonomie, HardwareErgonomie)
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
11-5
12 Glossar
Benutzeroberfläche
Die Benutzeroberfläche bestimmt die Art und Weise, in der ein interaktives
Programm einem menschlichen Bediener seine Benutzung erlaubt. MS-DOS z.B.
arbeitet kommandoorientiert. Das Betriebssystem verfügt über eine eigene
Befehlssprache mit Kommandos, die der Benutzer erlernen muß, um Zugang zu
den Leistungen zu haben.
Eine andere Art des Zugangs bieten menügesteuerte Systeme, wobei aus einer
vorgegebenen Anzahl von Möglichkeiten ausgewählt wird. Auf MS-DOS-Systemen
ist diese Zugangsart durch separate Programme realisiert, die auf MS-DOS
aufgesetzt sind (z.B. DOSSHELL, Norton Commander, PCTools). Eine weitere
Art, den Benutzer mit dem System interaktiv umgehen zu lassen, bieten grafische
Oberflächen, die mit Sinnbildern, einer Maus und ebenfalls mit Menüs arbeiten
(z.B. Windows).
Betriebssystem
Das Betriebssystem enthält alle Programme, die zum Betreiben des Computers
unbedingt erforderlich sind. Es umfaßt die Kommandoverwaltung, das Absetzen
von Maschinenbefehlen, die Verwaltung der Peripherie (z.B. Tastatur,
Massenspeicher, Monitor), sowie die Anwender-, Treiber- und Dienstprogramme.
Je nach ihrer Komplexität unterscheidet man Einplatzsysteme (Single User),
Mehrprogrammsysteme (Multitasking) und Mehrbenutzersysteme (Muliuser) und
deren Mischformen. MS-DOS ist ein Einplatzsystem, OS/2 ein MehrprogrammBetriebssystem.
Concurrent-DOS
Ist ein MS-DOS-kompatibles Betriebssystem für PCs, das 1984 von Digital
Research herausgebracht wurde. 1986 erschein dann Concurrent-DOS XM; es
bearbeite Dateien bis 128 MB Größe und führt MS-DOS und CP/M-Anwendungen
aus. Die Weiterentwicklung Concurrent-DOS 386 ist nur auf 386er PCs lauffähig.
Dieses System kann zwar von MS-DOS aus gestartet werden, läuft aber selbst
nicht unter MS-DOS, sondern benutzt eigene Systemroutinen. Es besitzt eine
grafische Benutzeroberfläche. Das Betriebssystem ist durch seine MultitaskingFähigkeiten sehr leistungsstark.
CP/M
(Control Program for Microcomputers) Es handelt sich um ein von Gary Kildall im
Jahre 1975 entwickeltes Bertriebssystem für Mikrocomputer mit einem Prozessor
Z80 oder Intel 8080, das zum Standard für 8-Bit-Computer geworden ist. CP/M-86
unterstützt die Prozessoren der Intel-Familie 80x86.
Hardwareabhängige Teile des Betriebssystems sind im BIOS untergebracht,
während der logische Teil im BDOS (Basic Disk Operating System) residiert. Die
Abarbeitung von Benutzereingaben übernimmt der CCP (Console Command
Processor).
MS-DOS Version 1.0 war im Grunde eine CP/M-Kopie für den Intel 8086.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
12-1
Dialogbetrieb
Eine Aufgabe wird interaktiv mit dem Computer bearbeitet. Der Dialogbetrieb
eignet sich für alle Aufgaben, die keine vorhersehbaren Eingaben erfordern. Bei
einem Multiusersystem unterscheidet man in Teilnehmerbetrieb und
Teilhaberbetrieb. Im Teilnehmerbetrieb bearbeitet der Anwender eigene Aufgaben
in freier, selbstbestimmter Reihenfolge; innerhalb seiner Zugriffsberechtigung
verfügt er über Speicherplatz, Rechenzeit (Zugriff auf das Betriebssystem) und die
ihm zugänglichen Programme. Im Teilhaberbetrieb dagegen steht mehreren
Anwendern nur ein Programm gemeinsam zur Verfügung und die Arbeit beschränkt
sich auf Tätigkeiten, die das Programm fordert.
Dienstprogramme (Utilities)
Sie werden als Teil eines Betriebssystems zusammen mit diesem ausgeliefert.
Diese Utilities sind für die Peripheriesteuerung vorgesehen, soweit die Steuerung
sowieso nicht schon permanent im Betriebssystemkern verankert ist. Mit
Dienstprogrammen ist eine gerätespezifische Behandlung gewährleistet oder es
werden situative Stuerungen angestrebt. MS-DOS enthält z.B. Dienstprogramme
zur Behandlung von Datenträgern, zur Verwaltung von Dateien, zur sonstigen
Peripherie (Tastatur, Bildschirm, Maus, Drucker, serielle Schnittstellen usw.), zur
Organisation von Laufwerken und Verzeichnissen sowie für Programmierzwecke.
Ein Teil dieser Leistungen ist mit Treiberprogrammen realisiert, die beim
Systemstart resident in den Hauptspeicher geladen werden.
Dokument
Alles, was mit einem Anwendungsprogramm erstellt wird, einschließlich der
Informationen, die der Anwender eingibt, bearbeitet, einsieht oder speichert.
Ein Dokument kann z.B. ein Geschäftsbericht, eine Kalkulationstabelle, eine Grafik
oder ein Brief sein. Ein Dokument wird in Form einer Datei auf einem Datenträger
(Festplatte, Diskette) gespeichert.
Dokumentdatei
Eine Datei, die mit einem Anwendungsprogramm verknüpft ist. Wenn eine
Dokumentdatei im Programm-Manager geöffnet wird, wird zuerst das zugehörige
Anwendungsprogramm gestartet und die Datei geladen. Verknüpfte Dateien
werden im Programm-Manager mit einem speziellen Symbol
(Dokumentdateisymbol) gekennzeichnet.
Echtzeitbetrieb
Der Echtzeitbetrieb ist eine Art des Dialogbetriebs. Nur hier treffen Daten von
technischen Endgeräten zu unvorhersehbaren Zeiten ein. Echtzeitbetrieb dient
vorwiegend zur Steuerung und Kontrolle von Maschinen und Fertigungspozessen.
Weil man dafür sehr kurze Reaktionszeiten benötigt, kommen meist nur spezielle
Computersysteme mit echtzeitfähigen Betriebssystemen in Betracht. Auch in
anderen Geschäftsbereichen gewinnen Echtzeitsysteme (mission critical) immer
mehr an Bedeutung (z.B. Reise-/Geld-Buchungssysteme).
Kommando-Interpreter
(=Kommandoprozessor, Befehlsinterpreter, Shell) Ein Programm, das die
Eingaben entgegennimmt, prüft, übersetzt und deren Ausführung veranlaßt, z.B.
bei MS-DOS das Programm COMMAND.COM. Der Kommando-Interpreter meldet
sich mit dem sog. Systemprompt.
12-2
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
Kommandozeile
Einfache Benutzeroberflächen stellen dem Anwender lediglich eine leere Zeile zur
Eingabe von Kommandos zur Verfügung. Die Zeile, in der die Anweisungen
eingetippt werden, wird als Kommandozeile bezeichnet und beginnt rechts neben
dem Prompt.
Markieren
(=Hervorheben) Üblicherweise das Auswählen von Text oder eines Objektes zur
weiteren Bearbeitung, z.B. für das Kopieren in die Zwischenablage. Markierte
(hervorgehobene) Objekte werden im allgemeinen in einer anderen Farbe
(invertiert) dargestellt oder werden durch einen besonderen Cursor kenntlich
gemacht.
MS-DOS
(=Microsoft Disk Operating System) MS-DOS ist ein Betriebssystem, das IBM für
seine Personal-Computer mit Intel-Prozessor von Microsoft entwickeln ließ. Das
ursprünglich von Microsoft QDOS (Qick and Dirty Operating System) genannte
Betriebssystem wurde von IBM unter dem Namen PC-DOS eingeführt. Im Laufe
der Jahre entwickelten sich beide Produktlinien getrennt weiter, jeweils mit
Änderungen in Details.
Der Kern dieses Betriebssystem wird gebildet aus den Dateien IO.SYS und
MSDOS.SYS. Hinzu kommt der Kommandointerpreter COMMAND.COM, der
(resident) im Speicher gehalten wird und einige „eingebaute“ grundlegende Befehle
bereithält. Weitere Befehle und Dienstprogramme werden als externe (transiente)
Programme separat mitgeliefert.
Multiprozessor- (Mehrprozessor-) Systeme
Multiprozessorsysteme enthalten mehr als nur einen Prozessor, können also
Programme tatsächlich zeitgleich parallel abarbeiten. Multiprozessorsysteme sind
derzeit noch selten anzutreffen, weil es an geeigneten Betriebssystemen und
multiprozessorfähigen Programmen mangelt. Sie sind sehr gut geeignet für
rechenintensive Anwendungen (z.B. CAD-Systeme, Wettervorhersage,
Luftwiderstandssimulationen).
Multitasking (Mehrprogrammbetrieb)
Multitasking bedeutet, daß ein Computersystem scheinbar gleichzeitig mehrere
Programme abarbeiten kann. Dabei muß das Betriebsssystem die Zuteilung von
Prozessor-Rechenzeit und Arbeitsspeicher verwalten, die Einteilung des virtuellen
Speichers regeln, die Programme bereitstellen, starten und ablösen. Dasselbe gilt
in bezug auf Peripheriegeräte und Massenspeicher. Die Programme werden in
den Speicher geladen und durch das sog. Zeitscheibenverfahren in der
Ausführung aufgeteilt.
Multiuser-(Mehrplatz-)System
Bei einem Multiuser-System arbeiten mehrere Benutzer mit einem Computer, aber
an unterschiedlichen Arbeitsplätzen („dumme“ Terminals). Der Anwender hat den
Eindruck, daß nur er allein mit dem System arbeitet. Vom Betriebssystemablauf her
werden alle angeschlossenen Terminals nach dem Zeitscheibenverfahren bedient.
Bei vielen gleichzeitigen Benutzern können solche Systeme unerträglich lange
Wartezeiten erfordern.
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
12-3
Netzwerkbetriebssystem
bei einem Netzwerk übernimmt ein sog. Netzserver (Fileserver) die Hauptarbeit.
Das ist ein dedizierter PC mit einem eigenem umfangreichen Betriebssystem, auf
dem die Programme und Daten vorgehalten werden, die von den angeschlossenen
Anwendern gemeinsam genutzt werden können.
Programmdatei
Eine ausführbare Datei, die ein Anwendungsprogramm startet. Eine
Programmdatei kann die Dateinamenerweiterung .COM, .EXE, .BAT oder .PIF
tragen.
QDOS
(Quick-And-Dirty-Operating-System) Ein 1980 von Tim Patterson bei Seattle
Computer Products entwickeltes Betriebssystem für den Intel-Prozessor 8086.
Eine Weiterentwicklung wurde unter dem Namen 86-DOS vertrieben. Die Rechte
an diesem Betriebssystem wurden von Bill Gates (Microsoft) erworben. Aus
QDOS entstand 1981 das MS-DOS 1.0, das Bill Gates als PC-DOS auch an IBM
lizensierte.
Task
(=Prozeß) Eine Operation, die von einem Prozessor ausgeführt wird.
Single-User-System
Ein Betriebssystem, das nur einen Anwender gleichzeitig unterstützen kann (z.B.
MS-DOS).
Stapelverarbeitung
(=Batch-Processing) Als Stapel bezeichnet man eine bestimmte Abfolge von
Programmabläufen, die der Computer nach und nach abarbeitet, ohne dabei den
Benutzer in diesen Vorgang mit einzubeziehen.
System-Overhead
Unter einem System-Overhead versteht man den Speicherplatz und die
Prozeßzeit, die ein Betriebssystem für sich beansprucht. Er tritt verstärkt auf bei
Mehrprogramm- bzw. Mehrbenutzer-Systemen und stellt die Zeit dar, in der der
Computer mit internen Rechen- und Kopiervorgängen beschäftigt ist und somit
dem Benutzer nicht durchgängig zur Verfügung steht. Je komfortabler ein
Betriebssystem sein soll, desto mehr Arbeitsspeicher beansprucht es. Manche
Systeme sind deshalb in der Lage, gerade nicht benötigte Teile des
Betriebssystems oder Teile von Anwendungen auf die Festplatte auszulagern, um
den Arbeitsspeicher vom System-Overhead zu entlasten.
Swapping
Verfahren der Speicherverwaltung in Mehrprogramm- oder MehrbenutzerSystemen (z.B. bei UNIX, Windows, OS/2). Ein im Arbeitsspecher des Computer
befindlicher Prozeß wird so lange vom Prozessor ausgeführt, bis seine Zeit
abgelaufen ist oder der Benutzer ein anderes Programm startet, ohne daß das
eine schon beendet wäre. Dann wird dieser Prozeß in einen externen
Speicherbereich kopiert und der nächste Prozeß wird vom Prozessor bearbeitet.
12-4
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
Treiberprogramme
Spezielle Dienstprogramme, die für die Ansteuerung gewisser Peripheriegeräte
zuständig sind (z.B. Druckertreiber, Tastaturtreiber). Viele Treiberprogramme sind
resident.
UNIX
Ein Ende der sechziger Jahre von Ken Thompson bei den Bell Laboratories
entwickeltes Betriebssystem, das zum Industriestandard bei Minicomputern
geworden ist und auch auf Mikrocomputern und PCs lauffähig ist. Es beherrscht
den Mehrbenutzerbetrieb mit hochentwickeltem Sicherungssystem für Daten.
Ferner besitzt es Multitasking-Fähigkeiten, da der Benutzer während einer
Arbeitssitzung weitere Programme starten kann, die dann im Hintergrund oder
asynchron ausgeführt werden.
Das hierarchische Dateisystem erlaubt eine übersichtliche Organisation von
System- und Benutzerdateien sowie derjenigen Datenbestände, die mit anderen
Benutzern geteilt werden. Viele Dienstprogramme und ein komfortabler
Kommando-Interpreter sind schon in der Grundausstattung vorhanden.
Nahezu alle gängigen Programmiersprachen (C, BASIC, COBOL, Fortran, Pascal)
können auch für die Programmentwicklung unter UNIX verwendet werden. Es
existieren eine Vielzahl von Portierungen auf die unterschiedlichsten HardwarePlattformen.
Verknüpfen (im Datei-Manager)
Eine Dateinnamenerweiterung wird mit einem bestimmten Anwendungsprogramm
verbunden. Wenn eine solche Datei geöffnet wird, wird automatisch zuerst das
verbundene Anwendungsprogramm gestartet und dann die Datei geladen. Eine
verknüpfte Datei wird Dokumentdatei genannt und ist im Datei-Manager durch ein
Dokumentdateisymbol kenntlich gemacht.
Virtueller Speicher
Virtuelle Speicher simulieren einen großen Real-Speicher, obwohl der tatsächlich
vorhandene reale Speicher klein ist. Die maximale Größe des Arbeitsspeichers
beträgt beim AT mit 24-bit-Adreßbusbreite gerade mal 16 MB, der virtuelle
Speicher dagegen kann bis zu 1 GB betragen. Der 80386-Prozessor mit 32-bitAdreßbusbreite kann real 4 GB adressieren und virtuell bis zu 64 TB verwalten.
Realisiert wird virtueller Speicher mit einem externen Hilfsspeicher (schnelle
Festplatte), auf den die Programmteile ausgelagert werden, die gerade im
tatsächlichen Arbeitsspeicher nicht gebraucht werden. Bei Bedarf werden die
ausgelagerten Daten wieder in den tatsächlichen Arbeitspeicher zurückkopiert.
Vordergrundanwendung
Das Anwendungsprogramm, mit dem gerade gearbeitet wird. Die Vordergrundanwendung wird im aktiven Fenster angezeigt.
Zeitscheibenverfahren
Der Begriff Zeitscheibenverfahren beschreibt, daß in einem MultitaskingBetriebssystem jedem Arbeitsprozeß eine gleich lange Zeitspanne zugeteilt wird
(Time Sharing). Nach Ablauf dieser Zeitspanne (Time Slice) unterbricht das
Betriebssystem den Prozeß und der nächste wartende Prozeß kommt zur
Ausführung. Bei ausreichend hoher Umschalthäufigkeit gewinnt ein Benutzer den
Eindruck, alle Programme würden gleichzeitig laufen (quasi-parallel).
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Grundlagen des Betriebssystems MS-DOS, Ausgabe März 1996
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