Programmieren mit Java und dem Java

Programmieren mit Java und dem Java
Skript für den Informatikunterricht an der
Max-Weber-Schule
Jochen Pellatz, Version 1.0 (August 2007)
Skript 1: Programmieren lernen mit dem Java-Hamster-Modell
Skript 2: Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Skript 3: Programmentwicklung mit UML
Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Teil A. Einführung in die Hamsterprogrammierung
Das Hamstermodell ist eine auf der Programmiersprache JAVA basierendes Werkzeug,
welches die Grundlagen der Programmierung auf einfache und anschauliche Weise
vermittelt.
Der Hamster wurde an der Universität Oldenburg von Dietrich Boles entwickelt.
Die Syntax der Hamstersprache ist an den Programmiersprachen JAVA und C++ orientiert.
Mit der Version 2 bietet der Hamster auch die Möglichkeit, dass objektorientierte
Programmieren zu erlernen.
Die gesamte Software für das Hamstermodell ist frei zugänglich. Programm und
Installationsanleitung finden sich unter www.java-hamster-modell.de.
Einige Ideen zu diesen Skript stammen von dem Kollegen Ulrich Helmich, der auf seiner
Webseite www.u-helmich.de einen Hamsterkurs veröffentlicht hat.
0. Installationshinweise und Funktionsweise
Installation
Kopieren Sie das komplette Verzeichnis hamsterneu auf Ihren Rechner.
Führen Sie die Datei j243_1_4_2_04-windows-i586-p.exe aus. Diese Datei installiert eine
Java-Laufzeitumgebung auf den Rechner, ohne die der Hamstersimulator nicht funktioniert.
Der Hamstersimulator wird mit der Datei hamstersimulator.bat oder hamstersimulator.jar
gestartet. Beide Dateien befinden sich im Unterverzeichnis \hamstersimulator-v2.0-beta-1.
Funktionsweise
Ein Hamsterfeld kann unter mit der Endung ter gespeichert werden. Bsp. territorium1.ter
Ein im Editor erstelltes Hamsterprogramm wird mit der Endung ham gespeichert.
Bsp. Programm1.ham .
Nach erfolgreicher Compilierung entstehen zwei neue Programme mit der Endung class und
java (Also hier: Programm1.java und Programm1.class).
Soll ein fertiges Hamsterprogramm geladen werden, dann muss das Programm mit der
Endung class aufgerufen werden.
Übersicht über die Hamster-Befehle
Funktion
vor()
linksUm()
nimm()
gib()
vornFrei()
kornDa()
maulLeer()
Informatikskript.doc
Beschreibung
Der Hamster geht genau 1 Feld weiter
Der Hamster dreht sich um 90° nach links
Der Hamster nimmt ein Korn auf
Der Hamster legt ein Korn ab
Liefert TRUE, falls der Hamster nicht vor einer Wand
steht
Liefert TRUE, falls das Feld, auf dem der Hamster
gerade steht, mindestestens ein Korn enthält.
Liefert TRUE, falls der Hamster kein Korn im Maul hat.
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Typ
void
void
void
void
boolean
boolean
boolean
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
1. Erste Schritte
Hinweise zu den Aufgaben des Skriptes
Legen Sie einen Ordner mit ihrem Namen und Anfangsbuchstaben ihres Vornamens an.
Bsp.: Sie heißen Sebastian Weber à Name ihres Ordners: WeberS
Schreiben Sie in die oberste Reihe jedes Hamsterprogrammes ihren Namen als Kommentar.
Ein Kommentar für eine Zeile beginnt mit //
Bsp: // Sebastian Weber Aufgabe 1
Speichern Sie die Aufgaben und Territorien unter der Aufgabennummer in ihrem Ordner ab.
Bsp.: aufgabe1.ham und aufgabe1.ter
Verwenden Sie innerhalb des Dateinamens keine Leerzeichen und Sonderzeichen. Der
Name sollte immer mit einem Buchstaben beginnen.
Gelöste Aufgaben werden mit Punkten bewertet. Die Punkte können nur vergeben werden,
wenn Sie sich an obige Regeln halten. Zum ‚Bestehen’ des Hamsterkurses ist eine
bestimmte Anzahl an Punkten erforderlich.
Um der angeborenen Trägheit vieler Schüler entgegenzuwirken, die sich fertige Aufgaben
einfach von Mitschülern in ihren Ordner kopieren (wobei sie hoffentlich so schlau sind, den
Namen in der Kommentarzeile zu ändern), werde ich mir die Lösungen von Zeit zu Zeit von
Schülern persönlich erläutern lassen.
Aufgabe 1 (1 Punkt)
Erstellen Sie folgendes Hamsterterritorium und speichern Sie es in Ihrem Ordner unter
aufgabe1.ter
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 2 (1 Punkt)
Erzeugen Sie ein Territorium mit 5 Spalten und 4 Zeilen. Der Hamster steht in der linken
oberen Ecke mit Blickrichtung Süd.
Lassen Sie den Hamster ein Mal um das ganze Feld bis zu seinem Ausgangspunkt laufen.
Aufgabe 3 (1 Punkt)
Wie Aufgabe 2. Der Hamster steht jedoch in Blickrichtung Ost.
2. Prozeduren
Sicher ist ihnen aufgefallen, dass Aufgabe 3 etwas aufwändig ist, weil der Hamster sich jetzt
in jeder Ecke nach rechts drehen muß. Da es aber in der Hamstersprache keine Anweisung
rechtsUm( ) gibt, müssen wir dies mit einer dreifachen Linksdrehung lösen. Wenn dies nun
häufiger vorkommt, ist dies ziemlich viel Schreibarbeit. Dafür gibt es nun die Möglichkeit eine
Prozedur zu verwenden.
Mit einer Prozedur schreiben wir uns so zu sagen eine neue Anweisung, die aus mehreren
Befehlen der Hamstersprache besteht. Wir kennen bereits dir Prozedur main( ) , die jedes
Hamsterprogramm enthält. Ähnlich sieht jetzt unsere neue Prozedur rechtsUm( ) aus.
Bei der Vergabe des Namens für eine Prozedur sollten wir uns an die Java-Konvention
halten:
Anfangsbuchstabe des ersten Wortes klein, Anfangsbuchstabe der folgenden Worte groß.
Bsp.: linksUm( )
rechtsUm( )
sucheKorn( )
kommNachHaus( )
Der Aufbau einer Prozedur ist immer ähnlich:
void Name der Prozedur ( )
{
Anweisungen;
}
Informatikskript.doc
es muss immer ein Klammerpaar folgen
Block auf
die Anweisungen der Prozedur stehen zwischen Blockklammern
Block zu
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Hier nun der Quellcode des kompletten Programmes zu Aufgabe 3 mit einer Prozedur rechtsUm( ):
void main( )
{
vor( ); vor( ); vor( ); vor( );
rechtsUm( );
vor( ); vor( ); vor( );
rechtsUm( );
vor( ); vor( ); vor( ); vor( );
rechtsUm( );
vor( ); vor( ); vor( );
rechtsUm( );
}
Darstellung als
Struktogramm
void rechtsUm( )
{
linksUm( ); linksUm( ); linksUm( );
}
Aufgabe 4 (3 Punkte) (ohne Fleiß kein Preis)
Erstellen Sie ein neues Territorium und speichern Sie es in Ihrem Ordner unter einem neuen
Namen ab:
Schreiben Sie nun ein Programm unter Verwendung der Prozedur rechtsUm( ), welches zu
folgender Situation führt:
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
3. Wiederholungskonstrukte (Schleifen)
Der Hamster steht an der linken Wand mit Blickrichtung nach Ost. Er soll bis zu nächsten
Wand laufen, kehrt machen und zum Ausgangspunkt zurück laufen.
Jetzt haben wir ein Problem: Wenn wir die Größe des Hamsterterritoriums nicht kennen,
wissen wir nicht, wie oft der Hamster vor gehen soll. Geht er zu oft vor, läuft er gegen die
Wand und stirbt.
Die Lösung des Problems besteht darin, dass wir den Hamster die Anweisung vor( ) so lange
ausführen lassen, wir das Feld vor ihm frei ist. Um dieses zu prüfen, gibt es die Funktion
vornFrei( ) in der Hamstersprache.
Frei übersetzt könnten wir dem Hamster jetzt folgendes mitteilen:
So lange das Feld vor dir frei ist, laufe vor!
In die Hamstersprache übersetzt sieht das so aus:
while (vornFrei( ) )
{
vor( );
}
Die Anweisung vor( ) wird nun so lange ausgeführt, wie die Bedingung in der Klammer erfüllt
ist.
Die Darstellung einer while Schleife im Struktogramm sieht so aus:
Aufgabe 5 (2 Punkte)
Der Hamster steht in der linken oberen Ecke eines beliebig großen Territoriums mit
Blickrichtung Ost. Er soll analog zu Aufgabe 3 einmal um das ganze Feld laufen bis zu
seinem Ausgangspunkt.
In der Programmierung gibt es noch andere Schleifen. Insbesondere ist hier die do ....while –
Schleife und die for – Schleife zu nennen.
Die do...while Schleife funktioniert ähnlich wie die while- Schleife. Die Prüfung der Bedingung
erfolgt aber erst am Ende, so dass die Schleife mindestens ein Mal durchgeführt wird.
Die for – Schleife wird später behandelt.
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
4. Fallabfrage – if ... else
In jeder Programmiersprache gibt es die Möglichkeit, bestimmte Teile des Quelltextes nur
dann ausführen zu lassen, wenn eine bestimmte Bedingung erfüllt ist. Man spricht hier auch
von Verzweigungen oder bedingten Anweisungen. Am besten schauen wir uns dazu ein
einfaches Beispiel an:
if(vornFrei())
vor();
else
linksUm();
In Java werden solche Verzweigungen im Programmfluss mit Hilfe von IF-ELSEAnweisungen realisiert.
Betrachten wir noch einige Quelltextbeispiele für korrekte IF-ELSE-Anweisungen:
if (vorneFrei()) vor();
Ein sehr einfaches Beispiel. Der Hamster geht vorwärts, wenn vor ihm ein Feld frei ist.
if (! vorneFrei())
{
linksUm():
linksUm();
}
Wieder sehr einfach. Diesmal werden allerdings zwei Anweisungen ausgeführt, wenn die
Bedingung erfüllt ist. Das Zeichen ! bedeutet ’nicht’ und kehrt die Bedingung um.
if (vorneFrei())
vor();
else
{
linksUm();
if (vorneFrei()) vor();
}
Ein etwas komplizierteres Beispiel mit der ELSE-Variante. im IF-Zweig steht nur eine
einzelne Anweisung, daher sind keine geschweiften Klammern notwendig. Im ELSE-Zweig
stehen zwei Anweisungen, daher sind Klammern erforderlich. Und noch etwas neues: Im
ELSE-Zweig ist die zweite Anweisung wiederum eine IF-Anweisung. Wir dürfen IF- bzw.
IF-ELSE-Anweisungen also schachteln.
Es können auch mehrere Bedingungen miteinander verknüpft werden. Dazu gibt es die
logischen Operatoren && (und), || (oder), == (ist gleich), > (größer) oder < (kleiner).
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 6 ( 4 Punkte)
Der Hamster sitzt am Ende eines Ganges unbekannter Länge. Seine Blickrichtung ist
unbekannt. Auf einigen Feldern des Ganges liegt jeweils ein Korn. Der Hamster soll alle
Körner im Gang aufsammeln und in die linke obere Ecke des Feldes gehen und dort stehen
bleiben.
Aufgabe 7 (4 Punkte)
Der Hamster steht vor einem Berg mit 4 Stufen. Er soll die Stufen aufsteigen und auf der
anderen Seite wieder absteigen.
Lösen Sie die Aufgabe mit Prozeduren.
Die Prozedur main sieht so aus:
void main()
{
steigAuf();
steigAb();
}
Aufgabe 8 (5 Punkte)
Der Hamster steht vor einem Berg unbekannter Höhe. Er soll herauf und auf der anderen Seite
wieder herunter steigen.
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 9 ( 5 Punkte )
Der Hamster befindet sich in einem rechteckigen geschlossenen Raum unbekannter Größe
ohne innere Mauern in der linken unteren Ecke mit Blickrichtung Ost. Es befinden sich
wahllos eine unbekannte Anzahl Körner im Raum. Der Hamster soll alle Körner aufsammeln
und dann stehen bleiben.
Lösen Sie die Aufgabe, indem Sie das Feld reihenweise abgrasen.
5. Boolesche Prozeduren
Zur Hamstersprache gehören die Prozeduren vornFrei, kornDa und maulLeer. Dieses sind
sogenannte boolesche Prozeduren, da sie einen Wert vom Typ boolean liefern. Ein
boolescher Wert ist ein Wahrheitswert, der entweder wahr (true) oder falsche (false) sein
kann. So kann die Antwort auf die Frage vornFrei entweder true oder false sein. Wir können
uns eigene boolesche Prozeduren schreiben.
Beispiel: Wir wollen eine Prozedur linksFrei schreiben, die testet ob links vom Hamster eine
Mauer ist.
void main( )
{
if (linksFrei( ))
linksUm( );
else
vor( );
}
boolean linksFrei( )
{
linksUm( );
if (vornFrei( ))
{
rechtsUm( );
return true;
}
else
{
rechtsUm( );
return false;
}
}
// Aufruf der Prozedur linksFrei
// Prozedur rechtsUm nicht explizit aufgeführt
// liefert den Wahrheitswert true zurück
Dem Namen einer boolesche Prozedur wird mit das Wort boolean vorangestellt. Dies
bedeutet, dass die Prozedur einen booleschen Wert (true oder false) zurückliefert. Das
zurück liefern geschieht mit dem Wort return. Return muss immer die logisch letzte
Anweisung in einer Prozedur sein. In diesem Fall muss sich der Hamster vorher allerdings
erst wieder in seine Ausgangsposition drehen.
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 10 (8 Punkte)
Erstellen Sie ein Territorium mit einem Labyrinth wie zum Beispiel das Folgende:
Wichtig: Der Hamster muss alle Felder erreichen können. Dazu dürfen die Wege nicht mehr
als 2 Felder breit sein. Irgendwo in dem Labyrinth befindet sich ein einziges Korn. Das soll
der Hamster finden und auf dem entsprechenden Feld soll er stehen bleiben.
Ihr Programm soll jetzt für alle denkbaren Labyrinthe funktionieren! Und es soll möglichst
kurz sein. Ideal wären 20 Zeilen Quelltext oder weniger. Das ist aber nur sehr schwer zu
schaffen. Überlegen Sie mal, wie man aus einem Labyrinth garantiert herausfindet!
Sie können z.B eine boolesche Prozedur verwenden, die testet, ob links oder rechts vom
Hamster eine Mauer ist. (z.B. linksFrei)
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
6. Verwenden von Variablen
Problem: Der Hamster steht irgendwo mitten in einem Territorium. Er hat kein Korn im Maul.
Er soll in Blickrichtung bis zur Wand laufen und wieder auf sein Ausgangsfeld zurückkehren.
Damit der Hamster diese Aufgabe lösen kann, muss er Zählen lernen.
Problemlösung: Der Hamster zählt die Anzahl der Schritte bis zur Wand, macht kehrt und
zählt die gleiche Anzahl Schritte wieder zurück.
Wir benötigen eine Variable, die sich die Anzahl der Schritte merkt. Wir nennen diese
Variable z.B. steps. Zu einer Variablen gehört immer ein bestimmter Datentyp. Dieser gibt
an, welche Art von Daten in der Variable gespeichert werden. Im wesentlichen unterscheidet
man drei Arten von Variablen:
int
integer, ganze Zahlen
float Fließkommazahlen, d.h. Zahlen mit Nachkommastelle
char character, Zeichen (Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen)
Für den Schrittzähler benötigen wir eine Variable vom Typ int.
Zu Beginn müssen wir die Variable dem Programm bekannt machen. Man nennt dies
Deklarieren. Dazu gehören Datentyp und Name der Variablen.
int steps;
Wenn wir der Variablen einen Wert zuweisen wollen, verwendet mand das
Gleichheitszeichen. Dies kann auch schon bei der Deklaration geschehen.
steps = 0;
// steps bekommt den Wert 0.
Hier das Programm
void main( )
{
int steps = 0;
while (vornFrei( ))
{ vor( );
steps++;
}
kehrt( );
while(steps >0)
{ vor( );
steps--;
}
}
Informatikskript.doc
//Initialisierung bei Deklaration
//dies entspricht der Anweisung steps = steps+1
//dies entspricht der Anweisung steps = steps-1
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
7. Funktionen mit Parametern
Angenommen wir benötigen in einem Programm sehr häufig die Anweisung vor( ). Dabei
soll sich der Hamster jeweils mehrere Schritte vorwärts bewegen. Es ist aber mühsam,
mehrmals hintereinander die Anweisung vor ( ) zu schreiben. Schön wäre es, wenn wir dem
Hamster mit einer einzigen Anweisung mitteilen könnten, wie viele Schritte er vor gehen soll:
Etwa so: vor(4), d.h. Hamster gehe vier Schritte vor!
Dieses geht in der Tat, wenn wir eine entsprechende Prozedur schreiben.
b) Funktion mit Übergabewert
void main()
{
vor(4);
}
void vor(int s)
{
int a=0;
while(a < s)
{ vor();
a++;
}
}
Die Anweisung vor (4) ruft die Funktion vor auf und übergibt ihr
die Anzahl der Schritte, indem sie die Anzahl in die Klammer
schreibt.
Bei der Deklaration der Funktion vor steht der Datentyp und ein
beliebiger Bezeichner für eine Variable in der Klammer.
Unter diesem Bezeichner wird der übergebene Wert in der
Funktion angesprochen.
Man nennt eine solche Funktion eine Funktion mit
Übergabeparameter.
Beachte: Diese Funktion ist nicht identisch mit der
Hamsteranweisung vor( ), obwohl sie den gleichen Namen hat.
Sie unterscheidet sich von vor( ) dadurch, dass sie in der
Klammer einen Übergabeparameter besitzt. Man nennt
Funktionen, die unter gleichem Namen mehrfach existieren
überladene Funktionen. Dies benötigt man eher bei der
objektorientierten Programmierung.
b) Funktion mit Rückgabewert
int zaehleSchritte(void)
{
int steps=0;
while(vornFrei)
{
steps++;
vor();
}
return steps;
}
Der Datentyp vor dem Funktionsnamen gibt den Type des
Rückgabewertes an. Die Funktion liefert einen Wert vom
Datentyp integer zurück.
Mit return wird der Wert der Variablen steps an den aufrufenden Programmteil zurückgeliefert.
Aufruf im Hauptprogramm
void main( )
{ int s;
s = zaehleSchritte( );
Der Rückgabewert wird der Variablen s zugewiesen
}
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 11 ( 3 Punkte)
Der Hamster steht in der linken oberen Ecke eines 10 x 10 großen Territoriums mit Blickrichtung Ost.
Er soll 5 Mal um das ganze Feld herum laufen und auf seiner Ausgangsposition stehen bleiben.
Lösen Sie das Problem mit folgenden Vorgaben:
1. Verwenden Sie eine überladene Funktion vor für das Laufen entlang der Wand.
2. Verwenden Sie eine überladene Funktion linksUm für die Rechtsdrehung.
3. Die main-Funktion besteht aus einer Schleife, in der die Anweisungen für das Laufen entlang der
Mauer und die Rechtsdrehung viermal ausgeführt werden. Zählen Sie die Zahl dieser Anweisungen
in einer Variablen hoch. Bei 5 Umrundungen sind das 5 x 4 = 20 Durchläufe.
Bsp.:
z=0
solange z < 20
vor(9)
linksUm(3)
z++
Dies ist Pseudocode und
entspricht nicht der korrekten
Syntax.
Aufgabe 12 (4 Punkte)
Der Hamster hat eine große Anzahl Körner im Maul und steht irgendwo in einem beliebig
großen Feld. Seine Aufgabe ist es, die Größe des Feldes in Zeilen und Spalten zu ermitteln
und eine entsprechende Anzahl Körner auf den ersten beiden Feldern abzulegen. (1. Feld –
Anzahl Spalten, 2. Feld – Anzahl Zeilen)
Verwenden Sie für die Ermittlung der Zeilen und Spalten Funktionen mit Rückgabewert.
Aufgabe 13 ( 7 Punkte) (Abwandlung von Aufgabe 9)
Der Hamster befindet sich in einem rechteckigen geschlossenen Raum unbekannter Größe
ohne innere Mauern in der linken unteren Ecke mit Blickrichtung Ost. Es befinden sich
wahllos eine unbekannte Anzahl Körner im Raum. Der Hamster soll alle Körner aufsammeln
und dann stehen bleiben. Der Hamster soll das Feld spiralförmig abgrasen.
Aufgabe 14 ( 10 Punkte) (Erweiterung von Aufgabe 10)
Der Hamster steht am Eingang eines Labyrintes wie in Aufgabe 10. Im Labyrinth befinden
sich beliebig viele Körner. Der Hamster soll alle Körner fressen und wieder auf sein
Ausgangsfeld zurückkehren und alle Körner vor sich ablegen.
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Teil B. Objektorientierte Hamsterprogrammierung
Um den Unterschied zum imperativen Hamstermodell im Teil A zu erkennen, analysieren wir
zunächst noch einmal das imperative Modell des vorhergehenden Teils:
•
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•
•
•
•
Es existiert nur ein einzelner Hamster
Es gibt die vier Befehle vor, linksUm, gib und nimm sowie die Testbefehle vornFrei,
maulLeer und kornDa.
Der Hamster besitzt drei Eigenschaften(Attribute):
er sitzt auf einer bestimmten Kachel im Territorium
er schaut in eine bestimmte Blickrichtung
er hat eine bestimmte Anzahl Körner im Maul.
Der Hamster besitzt keinen Namen.
Der Hamster wird vor dem Ausführen des Programmes initialisiert, d.h. er wird auf
eine bestimmte Kachel gesetzt, seine Blickrichtung wird festgelegt und er bekommt
eine bestimmte Anzahl von Körnern ins Maul. Er wird nicht erst im Hamsterprogramm
‚geboren’.
Der objektorientierte Ansatz weicht davon ab:
•
•
•
•
•
•
•
Es können mehrere Hamster existieren
Jeder Hamster kennt außer den genannten noch einige zusätzliche Befehle
Hamster können Namen haben.
Jeder Hamster besitzt drei Attribute Position, Blickrichtung und Körnerzahl.
Zusätzliche Hamster werden während der Laufzeit des Programms ‚geboren’.
Auf einer Kachel können sich mehrere Hamster befinden.
Wenn ein Hamster einen Fehler macht, gibt es einen Programmabbruch
1. Wir erzeugen einen neuen Hamster
Es gibt einen Standardhamster, der bereits vor Beginn des Programmes initialisiert wurde,
sowie zusätzliche Hamster, die im Programm erzeugt werden.
Wir wollen dem Standardhamster den Namen willi geben und einen neuen Hamster namens
heidi erzeugen.
Hamster willi = Hamster.getStandardHamster( );
//Standardhamster
Hamster heidi = new Hamster( );
//Erzeugen eines neuen Hamsters
Da der neue Hamster hat noch keine Eigenschaften. Deshalb muss er zunächst initialisiert
werden.
heidi.init(3, 4, OST, 5)
heidi sitzt auf der Kachel mit der Koordinate 3 / 4 (4. Reihe, 5. Spalte), blickt nach Ost und
hat 5 Körner im Maul. (Statt der Himmelsrichtung können auch die Zahlen 0 bis 3 verwendet werden, wobei
gilt: 0 = Nord, 1 = Ost, 2 = SUED, 3 = WEST. Die Zählung der Reihen und Spalten beginnt mit 0)
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
2. Ausführen von Hamster-Befehlen
Zur gezielten Ansprache eines bestimmten Hamsters, setzen wir seinen Namen getrennt
durch einen Punkt vor die Anweisung.
willi.vor( );
// Hamster willi geht einen Schritt vor
while (heidi.kornDa( ) )
heidi.nimm( );
// Hamster heidi nimmt alle Körner auf dem Feld
3. Neue Hamster-Befehle
Allen Hamster-Befehlen muss der Name des Hamsters vorangestellt werden, der den Befehl
ausführen soll. In unseren Beispielen ist es Hamster paul
paul.init(1,2,0,5)
Initialisiert einen neuen Hamster mit den Attributen Reihe,
Spalte, Blickrichtung, Anzahl Körner im Maul.
paul.getReihe( )
liefert einen int-Wert, der die Reihe angibt, auf der sich der H.
befindet.
paul.getSpalte( )
liefert einen int-Wert, der die Spalte angibt, auf der sich der H.
befindet.
paul.getAnzahlKoerner( ) liefert einen int-Wert, der angibt, wie viele Körner der H. im
Maul hat.
paul.getBlickrichtung( ) liefert einen int-Wert, der die aktuelle Blickrichtung angibt.
Aufgabe 15 ( 3 Punkte)
Erzeugen Sie den Standardhamster und geben Sie ihm den Namen paul, sowie zwei weitere Hamster
namens hans und tine wie im Bild. Alle drei Hamster sollen bis zur gegenüberliegenden Wand laufen
und dabei alle Körner fressen.
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
4. Aufruf von Prozeduren
Wenn wir globale Variablen vermeiden wollen, müssen wir die erzeugten Hamster als
Parameter an die Prozeduren übergeben, die der Hamster aufruft.
Bsp.: Wir haben den Standardhamster mit Namen paul sowie einen zur Laufzeit erzeugten
Hamster mit Namen heidi. Es wird wird eine überladene Prozedur vor( ) (Kapitel 7, Teil A)
geschrieben, die heidi n Schritte vor gehen lässt.
void main()
{
Hamster paul=Hamster.getStandardHamster();
Hamster heidi;
heidi = new Hamster();
heidi.init(5,2,3,0);
vor(3,heidi);
}
void vor(int i, Hamster name)
{
for(int a=0;a<i;a++)
name.vor();
}
//Übergabeparameter Anzahl Schritte und Datentyp Hamster
Aufgabe 16 ( 5 Punkte)
Ein neuer Hamster wird irgendwo in einem Hamster-Territorium ohne Mauern erzeugt. Seine Aufgabe
ist es, den Standard-Hamster zu suchen und wenn er ihn gefunden hat, auf seinem Feld stehen zu
bleiben. Der Standard-Hamster bewegt sich nicht von der Stelle.
Hinweis: Am einfachsten ist es, wenn der neue Hamster am Anfang nach Westen sieht und das Feld
reihenweise nach oben absucht. Verwenden Sie dazu die neuen Befehle getReihe( ) und getSpalte( ).
Aufgabe 17 (7 Punkte)
Ein neuer Hamster hat sich irgendwo in einem Labyrinth versteckt. Der Standardhamster soll ihn
suchen. Wenn er ihn gefunden hat, soll der neue Hamster dem Standardhamster bis zum Ausgangsfeld
zurück folgen.
Der Standardhamster beginnt die
Suche auf den Koordinaten 1,1 und
orientiert sich an der rechten Mauer.
Wenn er den neuen Hamster
gefunden hat, macht er kehrt und
läuft an der linken Mauer zurück bis
zum Startfeld. Es ist darauf zu
achten, dass der neue Hamster in der
Richtung steht, in der er los laufen
muss.
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JP Version 1.2
Seite 15
Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
5. Hamsterklassen
Unser Hamster hat einige Eigenschaften, wie Blickrichtung, Anzahl Koerner im Maul,
Standort und einige Fähigkeiten, wie Körner sammeln, vor gehen, sich nach links drehen.
Objekte, die durch Eigenschaften und Fähigkeiten gekennzeichnet sind, gehören zu einer
Klasse. Die Eigenschaften einer Klasse nennt man Attribute, die Fähigkeiten nennt man
Methoden. Eine Klasse definiert lediglich diese Attribute und Methoden. Die Objekte (hier
Hamster), die zu einer Klasse gehören nennt man Instanzen.
Mit der Anweisung: heidi = new Hamster( ); wird eine neue Instanz der Klasse Hamster
erzeugt.
Schauen wir uns an, wie eine Klasse in der Programmiersprache Java angelegt wird:
public class Hamster
// Attribute
private int reihe;
private int spalte;
private int blickrichtung;
private int anzahlKoerner;
// r - Koordinate
// s – Koordinate
// Methoden
public void vor( )
{
if (blickrichtung == Hamster.Nord)
reihe = reihe – 1;
if (blickrichtung == Hamster.SUED)
reihe = reihe + 1;
if (blickrichtung == Hamster.OST)
spalte = spalte + 1;
if (blickrichtung == Hamster.WEST)
spalte = spalte – 1;
// Hamster auf dem Bildschirm ein Feld vor bewegen
}
}
Die Darstellung ist nicht vollständig. Wir erkennen aber das Prinzip:
Die Anweisung public class Hamster definiert eine Klasse, die die Bezeichnung Hamster hat.
Zuerst werden alle Attribute definiert, die die Klasse besitzen soll, dann werden alle
Methoden definiert, die die Klasse ausführen soll. Das Schlüsselwort private bedeutet, dass
das Attribut nur von der Methode geändert werden kann, die dieses Attribut verwendet.
Public bedeutet, dass die Methode von jedem benutzt werden kann, der Zugriff auf die
Klasse hat.
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Wenn wir eine Methode aufrufen müssen wir den Namen des Hamsters, der die Methode
ausführen soll voranstellen. Z.B.: paul.vor( ). Um dieses schon bei der Implementierung der
Methoden kenntlich zu machen, kann man einen Platzhalter für das jeweilige Objekt
verwenden, für das die Methode im Programm aufgerufen wird. Dieser Platzhalter ist das
Schlüsselwort this. Für obige Methode vor( ) würde das dann so aussehen:
public class Hamster
{ ....
public void vor( )
{
if(! this.vornFrei( ))
{
//Programmabbruch }
else {
if (this.blickrichtung == Hamster.Nord)
this.reihe = this.reihe – 1;
if (this.blickrichtung == Hamster.SUED)
this.reihe = this.reihe + 1;
if (this.blickrichtung == Hamster.OST)
this.spalte = this.spalte + 1;
if (this.blickrichtung == Hamster.WEST)
this.spalte = this.spalte – 1;
}
}
}
Zur Übung wollen wir noch mal die Implementierung von zwei weiteren Methoden zeigen.
a) Die Methode maulLeer ist vom Typ boolean und sieht so aus:
public class Hamster
{.....
public boolean maulLeer( )
{
return this.anzahlKoerner ==0;
}
}
Informatikskript.doc
JP Version 1.2
Seite 17
Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
b) die Methode linksUm( ) müßte so aussehen:
public class Hamster
{.....
public void linksUm( )
{
if (this.blickrichtung==Hamster.NORD)
this.blickrichtung==Hamster.WEST;
if (this.blickrichtung==Hamster.WEST)
this.blickrichtung==Hamster.SUED;
if (this.blickrichtung==Hamster.SUED)
this.blickrichtung==Hamster.OST;
if (this.blickrichtung==Hamster.OST)
this.blickrichtung==Hamster.NORD;
}
}
Aufgabe 18 ( 2 Punkte)
Schreiben Sie die Implementierung der Methode getAnzahlKoerner.
Orientieren Sie sich an der Methode maulLeer.
6. Erweiterte Hamsterklassen
Wir können den Befehlsvorrat des Hamsters erweitern, indem wir Prozeduren schreiben.
Unsere Hamsterobjekte (Instanzen) können diese neuen Befehle ausführen, wenn wir den
Namen des Hamsters als Übergabeparameter an die Prozedur weitergeben.
Z.B. kehrt(paul);
Eleganter wäre es aber, wenn wir neue Hamsterbefehle in der gleichen Weise verwenden
könnten, wie die anderen auch, nämlich durch Voranstellen des Hamsternamens.
Z.B. paul.kehrt( );
Für diesen Zweck erweitern wir die Klasse Hamster. Mit einer erweiterten Hamster-Klasse
können wir zusätzliche Attribute und Methoden für den Hamster definieren.
Folgendes Beispiel zeigt, wie eine erweiterte Hamsterklasse angelegt wird:
Informatikskript.doc
JP Version 1.2
Seite 18
Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
class LaufHamster extends Hamster
{
public void kehrt( )
{
this.linksUm( ); this.linksUm( );
}
}
public void vor( int s)
{
int schritte=0;
while(schritte<s &&this.vornFrei())
{
this.vor();
i++;
}
}
Das Schlüsselwort extends zeigt an, dass es sich um eine erweiterte Hamsterklasse handelt.
Die Klasse kennt die beiden zusätzlichen Methoden kehrt( ) und die überladene Methode
vor(int). Diese Methoden können nun wie ein normaler Hamsterbefehl mit Voranstellen des
Hamsternamens aufgerufen werden.
In der Funktion main( ) soll der Hamster willi vom Typ LaufHamster erzeugt werden. Der
Aufruf in der Funktion main( ) sieht so aus:
void main( )
{
LaufHamster willi = new LaufHamster( ); // Instanz erzeugen
willi.vor(4);
// Aufruf der überladenenMethode vor
}
Erweiterte Klassen sowie vollständig neue Klassen werden in der Regel separat als eigene
Datei abgespeichert. Dazu wählt man im Editor das Menü Datei und Neu und wählt Klasse
als neuen Dateityp. Die Klassen werden dann kompiliert und im selben Verzeichnis
gespeichert, wie das Hauptprogramm. Der Vorteil besteht darin, dass diese Klasse dann in
allen Programmen verwendet werden kann, ohne sie jedes Mal neu schreiben zu müssen.
Aufgabe 19 (4 Punkte)
Verändern Sie Aufgabe 15 wie folgt: Der gesuchte Hamster ist eine Instanz der erweiterten
Hamsterklasse Sklavenhamster. Diese Klasse erhält als zusätzliches Attribut den Integerwert
blickrichtung sowie die Methode setBlickrichtung. Damit soll es möglich sein, dass sich der gesuchte
Hamster in die richtige Laufrichtung dreht, wenn er gefunden wurde. Die richtige Initialisierung der
Laufrichtung ist damit nicht mehr nötig.
Informatikskript.doc
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 20 (6 Punkte)
Definieren Sie eine Klasse SuperHamster, die viele der häufig benötigten Methoden zur Verfügung
stellt. Diese Klasse können Sie in den folgenden Aufgaben auch als Basisklasse für weitere
erweiterten Hamsterklassen verwenden. Dieses Prinzip nennt man Vererbung.
Erweiterte(abgeleitete) Klassen erben alle Attribute und Methoden der vorhergehenden Basisklassen.
Dies gilt auch, wenn von einer erweiterten Klasse weitere erweiterte Klassen gebildet werden.
Folgende Methoden sollen dem Superhamster zur Verfügung stehen:
kehrt( )
rechtsUm( )
int vor(int s)
int laufeZurWand( )
gib(int anzahl)
nimm(int anzahl)
int gibAlle( )
int nimmAlle( )
boolean linksFrei( )
boolean rechtsFrei( )
boolean hintenFrei( )
// 2 Linksdrehungen
// 3 Linksdrehungen
// Hamster läuft s Schritte vor, wenn vorne frei und
liefert die Anzahl der gelaufenen Schritte
// Hamster läuft bis zur Wand und liefert die Anzahl der
gelaufenen Schritte
// Hamster legt anzahl Körner ab, maximal jedoch so
viele, wie er im Maul hat
// Hamster frisst anzahl Körner, maximal jedoch so viele,
wie auf der Kachel liegen
// Hamster legt alle Körner ab, und liefert die Anzahl der
abgelegten Körner
// Hamster frisst alle Körner auf der Kachel und liefert die
Anzahl der gefressenen Körner
// Hamster testet, ob die Kachel links von ihm frei ist
// Hamster testet, ob die Kachel rechts von ihm frei ist.
// Hamster testet, ob die Kachel hinter ihm frei ist.
Testen Sie den Superhamster in dem Labyrinth zu Aufgabe 11.
7. Konstruktoren
Bei der Erzeugung der Instanz willi im Beispiel zu Kapitel 6 wurde vergessen, das neue
Objekt mit der Anweisung init zu intialisieren. Falls dies passiert, werden alle Attribute
automatisch mit dem Wert 0 initialisiert.
Es gibt eine besondere Methode mit der Objekte initialisiert werden können, die so
genannten Konstruktoren. Sinn dieser Konstruktoren ist es, Objekte sofort bei der
Erzeugung zu initalisieren.
Definition von Konstruktoren
class LaufHamster extends Hamster {
int schritte;
// Konstruktor
LaufHamster(int r, int s, int b,int k, int schritte)
{
this.init(r,s,b,k,schritte);
}
}
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Der Konstruktor ist also eine Methode ohne Angabe eines Rückgabedatentyps. Die Methode
trägt den gleichen Namen, wie die Klasse, zu der er gehört.
Aufruf des Konstruktors in main
void main() {
Laufhamster willi = new Laufhamster(0,0,2,5,3);
8. Ein- und Ausgabe (Dialoge)
Im objektorientierten Hamstermodell hat der Benutzer nun auch die Möglichkeit in Dialog mit
dem Hamster zu treten. D.h. das Programm kann Meldungen am Bildschirm anzeigen und
der Benutzer kann Informationen über die Tastatur eingeben. Dadurch ergibt sich die
Möglichkeit, den Programmablauf während der Laufzeit zu steuern. Für die Ausgabe von
Informationen am Bildschirm gibt es die Methode schreib, bei der Eingabe über die Tastatur
wird unterschieden, ob eine Zahl (liesZahl) oder eine Zeichenkette (liesZeichenkette)
eingegeben wird. Diese Eingabe wird einer Variablen zugewiesen, die dann den
eingegebenen Wert repräsentiert. Beispiele:
paul.schreib(“Vielen Dank für das Spiel“);
zahl=paul.liesZahl(“Gib eine Zahl ein: “);
antwort=paul.liesZeichenkette(“Noch einmal (ja/nein)“);
Aufgabe 21 LottoHamster (7 Punkte)
Der StandardHamster möchte Ihnen helfen, Ihren Lottoschein auszufüllen. Er steht in einem Feld ohne
Mauern mit sieben Reihen und sieben Spalten. Dieses Feld stellt den Lottoschein dar. Die erste Reihe
markiert die Zahlen 1 bis 7, die zweite die Zahlen 8 bis 14 usw.
Der StandardHamster fragt nach einer Zahl und schickt dann einen Vertretungshamster los, um auf
diesem Feld ein Korn abzulegen. Am Ende soll auf sechs Feldern ein Korn liegen
Definieren Sie eine erweiterte Klasse LottoHamster. Initialisieren Sie eine Instanz dieser Klasse mit 6
Körnern im Maul über einen Konstruktor und versehen sie diese Klasse mit einer Methode tippeZahl,
die als Übergabeparameter die getippte Zahl hat und den Hamster ein Korn auf das entsprechende Feld
ablegen lässt. Nach dem Ablegen läuft der LottoHamster mit Hilfe der Methode zumStart wieder auf
seinen Ausgangspunkt (0,0) und wartet auf die nächste Eingabe.
so wird getippt
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so sieht der Lottozettel aus (3, 10, 21, 24, 30, 48)
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Aufgabe 22 Zufallshamster (10 Punkte)
In einem beliebig großen Territorium ohne Mauern leben zunächst zwei Hamster. Diese laufen
zufallsgesteuert im Territorium herum. Jedes Mal, wenn sie auf dieselbe Kachel gelangen, produzieren
sie Nachwuchs.
Lösungshinweis: Versuchen Sie zunächst einen einzigen Hamster der Klasse ZufallsHamster zu
erzeugen und diesen zufallsgesteuert umher laufen zu lassen.
Das Programm ist beendet, wenn es mehr als 8 Hamster gibt.
Hier ein Auszug aus der Klassendefinition für einen ZufallsHamster:
class ZHamster extends Hamster
{
ZHamster ()
{
int r = this.erzeugeZufallsZahl(Territorium.getAnzahlReihen()-1);
int s =this.erzeugeZufallsZahl(Territorium.getAnzahlSpalten()-1);
int b = this.erzeugeZufallsZahl(3);
this.init(r,s,b,0);
}
public int erzeugeZufallsZahl(int max)
{
return (int)(Math.random()*(max+1));
}
public void lauf()
{
int zahl=this.erzeugeZufallsZahl(3);
if(zahl==0)
{
if (this.vornFrei()) this.vor();
}
if(zahl ==1)
{
this.linksUm();
if (this.vornFrei()) this.vor();
}
if(zahl ==2)
{
this.kehrt();
if (this.vornFrei()) this.vor();
}
if(zahl==3)
{
this.rechtsUm();
if(this.vornFrei()) this.vor();
}
}
public void kehrt()
{ this.linksUm(); this.linksUm();
public void rechtsUm()
{ this.kehrt(); this.linksUm();
}
}
}
Versuchen Sie mal nachzuvollziehen, welche Zufallszahlen erzeugt werden. Die Funktion Math.random() erzeugt
Zufallszahlen zwischen 0 und 1 (z.B. 0,3689...)
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Programmieren lernen mit dem
Hamstermodell
Verzeichnis aller Aufgaben
Aufgabe
Teil
Sollpunkte
1
A
1
2
A
1
3
A
1
4
A
3
5
A
2
6
A
4
7
A
4
8
A
5
9
A
5
10
A
8
11
A
3
12
A
4
13
B
7
14
B
10
15
B
3
16
B
5
17
B
7
18
B
2
19
B
4
20
B
6
21
B
7
22
B
10
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Istpunkte
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Skript zum Unterricht
3. Aufl. 2007
Inhalt
0. Wie funktioniert Java
1. Das erste Programm
2. Datentypen und Variablen
3. Bildschirmausgabe und Tastatureingabe
4. Grundstrukturen
5. Arrays
6. Prozeduren und Methoden
7. Einführung in die objektorientierte Programmierung mit Java an einem Beispiel
in 6 Schritten
8. Collections
9. Dateiverarbeitung
10. Projekt Bank in Teilschritten
11. Fehlerbehandlung
12. Graphische Benutzeroberflächen (GUI)
13. Ergänzungen
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
0. Wie funktioniert Java
Java ist eine objektorientierte Sprache, die konzipiert wurde, um zwei wichtige Eigenschaften zu
erfüllen: Sie sollte internetfähig sein und sie sollte plattformunabhängig sein.
In der Sprache Java kann man Programme erstellen, die im Internet auf einem Browser laufen. Dieses
können kleine Applets, wie z.B. eine Animation sein, aber auch umfangreiche Anwendungen, wie ein
Shop bzw. eine Datenbankverwaltung.
Außerdem sollen Java-Programme auf allen Betriebssystemen und allen Computertypen laufen. Um
dieses zu erreichen sind einige Vorbereitungen zu treffen, wenn ich mit Java arbeiten will.
Java Programme(Quellcode) werden von einem Java-Compiler in den sog. Bytecode übersetzt.
Dieser Bytecode läuft auf jedem Rechner, der Java unterstützt. Der Bytecode wird anschließend von
einem Interpreter oder einem Internetbrowser ausgeführt.
Quellcode
Java-Compiler
(javac.exe)
Bytecode
01100101101100100111101101
Interpreter (java.exe)
Browser/Appletviewer
Um mit Java arbeiten zu können, benötigt man die Java-Entwicklungsumgebung, die kostenlos im
Internet zu bekommen ist. Diese nennt man JDK (java development kit) und ist bei
http:\\java.sun.com\javase \ in verschiedenen Versionen herunterzuladen. Die aktuelle Version ist
jdk-6u2-windows-i586-p.exe (ca. 65 MB). Dieses Programm installiert Java auf deinem Rechner. Je
nachdem, wo Java installiert wurde gibt es nun einen Ordner mit der Bezeichnung \jdk. Im
Unterordner \bin befindet sich der Compiler (javac.exe) und der Interpreter (java.exe).
Damit Java Programme aus jeder Situation ausgeführt werden können, muß in der Systemsteuerung
(System) ein Pfad auf diese beiden Dateien eingetragen werden. Dazu kann die bereits exitsierende
Pfadvariable (path) z.B. um den folgenden Eintrag ergänzt werden: ...;c:\programme\jdk\bin.
Zunächst arbeiten wir mit Konsolenanwendungen, die im DOS-Fenster laufen. Dazu schreiben wir ein
Java-Programm mit einem beliebigen Editor und speichern es mit der Endung .java ab (z.B.
prog1.java). Anschließend rufen wir auf der Kommandozeile den Compiler auf und lassen das
Programm in Bytecode übersetzen (z.B. c:\daten\java\ javac prog1.java). Wenn dieses funktioniert,
wird ein neues Programm mit der Endung .class erzeugt (prog1.class). Dieses können wir nun mit
dem Interpreter ausführen (z.B. c:\daten\java\java prog1). Die Dateiendung muss hierbei nicht mit
angegeben werden.
Komfortabler ist es natürlich einen Java-Editor zu verwenden, der uns die lästige Arbeit über die
Kommandozeile abnimmt. Ich empfehle hier den Java-Editor von Gerhard Röhner.
http://www.bildung.hessen.de/abereich/inform/skii/material/java/editor.htm
Mit Java kann man verschieden Arten von Programmen erstellen. Dazu gehören graphische
Benutzeroberflächen (sog. GUIs) oder Web-Applikationen (Applets oder Servlets). Der Java-Editor
bietet die Möglichkeit, einfach GUIs mit graphischen Komponenten (awt oder swing) zu erstellen. Der
Quellcode solcher Anwendungen ist allerdings wesentlich komplexer. Deswegen eignen sich solche
Anwendungen nicht unbedingt für das Erlernen von Java-Grundlagen.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
1. Das erste Programm
Wie immer, beginnen wir auch beim Erlernen von Java mit dem „Hallo Welt“ Programm. Hier ist es:
public class HalloWelt
{
public static void main(String argv[ ]) {
System.out.println("Hallo Welt !!!");
}
}
In der ersten Zeile steht der Klassenname. Das Programm muss unter der Bezeichnung
Klassenname.java abgespeichert werden. Es folgt dann die obligatorische Prozedur main. Auch hier
ist immer auf die Blockklammern für jede Prozedur zu achten. Die Anweisung System.out.println ist
die Anweisung für die Ausgabe auf der Konsole (Bildschirm). Wir werden diese häufig verwenden.
Das Grundgerüst für jedes Programm sieht also wie folgt aus:
public class Klassenname
{
public static void main(String argv[ ]) {
}
}
Kommentare werden zeilenweise durch // eingeleitet oder über mehrere Zeilen mit /* begonnen und
mit */ beendet. Verwenden Sie auf jeden Fall Kommentare am Beginn eines Programmes!
Zusammenfassung:
Das Programm kann mit einem beliebigen Editor geschrieben werden. Nach dem Abspeichern von
HalloWelt.java wird das Programm kompiliert. In der DOS-Umgebung gibt man dazu ein:
javac HalloWelt.java. Dabei wird eine neue Datei erzeugt, die HalloWelt.class heißt. Dies ist
der Java-Bytecode, der mit der Anweisung java HalloWelt ausgeführt werden kann.
Ein Java-Programm besteht immer mindestens aus zwei Teilen:
Klasse
Main
Jedes Java-Programm wird in eine Klasse gepackt. In der ersten Zeile steht
public class Klassenname. Darauf folgt ein geschweiftes Klammerpaar zwischen
denen die eigentlichen Prozeduren stehen.
Dieser Programmteil wird zuerst ausgeführt und stellt das Hauptprogramm dar.
Es beginnt mit der Zeile public static void main(String [ ] args). Darauf folgt wieder
ein paar geschweifter Klammern, zwischen denen die einzelnen Programmzeilen
stehen.
Alle Java-Anweisungen stehen in irgendeiner Bibliothek. Dieses sind Programmteile der JavaLaufzeitumgebung in denen Anweisungen oder Gruppen von Anweisungen programmiert sind.
Die Standardbibliothek ist immer präsent. Wenn Befehle, die nicht zur Standardbibliothek gehören
verwendet werden, muss die dazu gehörige Bibliothek in der allerersten Zeile importiert werden. Dies
geschieht mit einer Anweisung der Art import java.io.*; Welche Bibliothek benötigt wird, erfährt man,
wenn man die Hilfe zu der verwendeten Anweisung nachliest.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
2. Datentypen und Variablen
Bei der Deklaration einer Variablen muss ein bestimmter Datentyp angegeben werden. Der Datentyp
ist abhängig von den Werten, die die Variable annehmen soll. Außerdem entscheidet der Datentyp
darüber, wie viel Platz die Variable im Speicher belegt.
Die wichtigsten Datentypen sind:
Ganzzahlen:
char
short
int
long
Gleitpunktzahlen:
float
double
Zeichen:
Zeichenketten:
Boolesche
char
string
boolean
Typ
boolean
char
short
int
long
float
double
Größe
1 Bit
16 Bit
16 Bit
32 Bit
64 Bit
32 Bit
64 Bit
einzelne Buchstaben oder sonst. Zeichen
Wörter, Texte
true oder false
Bereich
true oder false
0000-FFFF (hex)
-32.768 bis 32.767
-2.147.483.648 bis 2.147.483.647
31
-2 bis 231 -1
-38
1,18*10 bis 3,40*1038
-308
2,23*10
bis 1,79*10308
Inhalt
Unicode Zeichen
Zähler, kleine Zahlen mit Vorzeichen
Große ganze Zahlen mit Vorzeichen
Sehr große Zahlen
7-stellige Genauigkeit
15-stellige Genauigkeit
Eine Variable besteht immer aus einem Namen (Bezeichner), einem Wert und einem Platz im
Arbeitsspeicher des Computers. Diesem Speicherplatz können nacheinander verschiedene Werte
zugewiesen werden.
Im Gegensatz zu einer Variablen soll einer Konstanten nur einmal ein Wert zugewiesen werden, der
dann nicht mehr verändert werden kann. Dies macht z.B. Sinn, wenn man den Wert für die Kreiszahl
pi mit 3.1415 als Konstante ablegen möchte. Konstante werden im Prinzip wie Variablen behandelt,
bekommen aber das Schlüsselwort final vorangestellt. Der Name einer Konstanten sollte in
Großbuchstaben geschrieben werden.
Beispiel: final float PI = 3.1415;
2.1 Darstellung von Zeichen im DOS-Fenster
Der Zeichensatz der Windows-Darstellung und der der Darstellung im DOS-Fenster unterscheiden
sich (Unicode-ASCII). Aus diesem Grund werden häufig Umlaute ä, ü und ö sowie Sonderzeichen im
DOS-Fenster nicht korrekt dargestellt. Hier hilft entweder die Umschreibung ae statt ä oder die
Verwendung der Unicode-Codierung.
Jedes Zeichen hat eine bestimmte Nummer in der Zeichentabelle. Wenn wir diese Nummer in
hexadezimaler Schreibweise verwenden, so erhalten wir das korrekte Zeichen. Beispiel: Wir wollen
das Wort ‚Übung’ im DOS-Fenster ausgeben.
Entweder durch Umschreibung: System.out.println(“Uebung“);
oder
Die Zeichennummer für das Ü ist 220 (siehe ASCII-Zeichentabelle). 220 ist hexadezimal = DC.
Wir schreiben nun: System.out.println(“\u00dcbung“);
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
2.2 Verwendung unterschiedlicher Datentypen
Bei einer Zuweisung (z.B. x = a + 2) wird der Wert des Ausdrucks rechts vom Gleichheitszeichen der
links stehenden Variablen zugewiesen. Diese Zuweisung erfolgt allerdings nur dann korrekt, wenn
wenn die Datentypen auf beiden Seiten typkompatibel sind.
Wenn wir uns die Datentypen double, float, long, int, short, char und byte als Behälter vorstellen, so
haben diese Behälter eine unterschiedliche Größe.
Es gilt, dass ein kleinerer Behälter in einen größeren gepackt werden kann, aber nicht umgekehrt.
Die Größe der Behälter wird wie folgt veranschaulicht:
byte
char
short
int
long
float
double
Alle Zuweisungen eines kleineren in einen größeren Datentyp werden akzeptiert und bewirken
automatisch eine Typumwandlung des Ergebnisses in den größeren Datentyp. Außerdem ist bei
Berechnungen auf den Wertebereich des Datentyps zu achten (siehe vorherige Seite).
Zuweisungen von einem größeren in in einen kleineren Datentyp werden entweder vom Compiler
nicht akzeptiert oder es werden keine korrekten Ergebnisse erzeugt. (z.B. int x = 1 / 2 bewirkt, dass
der Wert von x = 0 ist, da das Ergebnis 1 / 2 = 0,5 ist, dieses aber kein Integerwert ist und somit der
Nachkommaanteil abgeschnitten wird).
2.3 Explizite Typumwandlung durch Casts
Durch sog. Type casts kann man einen Wert in einen anderen Datentyp umwandeln. Diesen Vorgang
nennt man Casten. Das Casten erfolgt durch den Castoperator, der dem zu castenden Wert den
neuen Datentyp in Klammern voranstellt.
Beispiel: int n; short k; double d = 3.1415;
n = (int) d;
k = (short) 6.4567
Informatikskript.doc
wandelt double nach int um (n = 3)
wandelt float nach short um (k = 6)
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
3. Bildschirmausgabe und Tastatureingabe
3.1 Bildschirmausgabe
Ein etwas umfangreicheres Beispiel:
1)
2)
3)
/* Prog3 Variablentest und Typumwandlung
*/
import java.io.*;
//Package für input-output Klassen
4)
5)
6)
7)
8)
9)
10)
11)
12)
13)
14)
15)
16)
17)
18)
19)
20)
21)
public class Prog3
{
public static void main(String argv[ ])
{
boolean x = true;
int a = 7;
int b = 2;
double c = 1.4142;
char d = 'a';
22)
23)
}
}
System.out.println(x);
System.out.println(a);
System.out.println(b);
System.out.println(c);
System.out.println(d);
System.out.println(s);
System.out.println("7 : 2 = "+(a/b));
System.out.println("Das war falsch! Richtig ist: "+(double)a/b);
//Typumwandlung
Aufgabe: Welche Ausgaben werden mit System.out.println erzeugt?
An diesem Beispiel soll Folgendes gezeigt werden:
§
§
§
§
Der Einsatz von Variablen mit unterschiedlichem Datentyp
Die Konsolenausgabe mit System.out und die Verwendung des Verknüpungsoperators +
Die Möglichkeit der Typumwandlung bei unterschiedlichem Zahlenformat
Die Einbindung von Packages mit import
Informatikskript.doc
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
3.2 Eingabe über die Tastatur
Eingaben über die Tastatur sind in Java etwas umständlich zu realisieren. Das liegt daran, dass bei
einer Tastatureingabe überprüft werden muss, ob die Eingabe fehlerhaft war. Außerdem erfolgt die
Eingabe über einen sog. Puffer, dessen Zeichen je nach Datentyp unterschiedlich behandelt werden.
Wir zeigen hier die Eingabe für eine Zeichenkette (String) eine Gleitkommazahl (float) und für eine
Ganzzahl (Integer) ohne Fehlerbehandlung. Zu einen späteren Zeitpunkt werden wir diese
Eingaberoutinen als package in einer Bibliothek ablegen, damit wir sie nicht jedes Mal wieder neu
schreiben müssen.
// Eingabe einer Zeichenkette über die Tastatur
*/
import java.io.*;
//Package für input-output Klassen
public class s_in
{
public static void main(String argv[]) throws IOException
{
String s="";
BufferedReader in = new BufferedReader(new InputStreamReader(System.in));
System.out.println("Bitte eine Textzeile eingeben: ");
s=in.readLine();
System.out.println("Ausgabe: "+s);
}
}
Für die Eingabe einer Zahl verwenden wir im Prinzip dieselbe Routine. Allerdings müssen wir den
Eingabestring in eine Variable vom Typ float oder int umwandlen.
// Eingabe einer Gleitkommazahl(Float oder Double) über die Tastatur
import java.io.*;
//Package für input-output Klassen
public class float_in
{
public static void main(String argv[]) throws IOException
{
String s="";
// bzw. Double zahl = .1.0f;
float zahl=-1.0f;
BufferedReader in = new BufferedReader(new InputStreamReader(System.in));
System.out.println("Bitte eine Gleitkommazahl eingeben: ");
s=in.readLine();
zahl=Float.parseFloat(s);
//Umwandeln in eine Floatzahl bzw. zahl=Double.parseDouble(s);
System.out.println("Ausgabe: "+zahl);
}
}
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------// Eingabe einer Ganzzahl (Integer) über die Tastatur
import java.io.*;
//Package für input-output Klassen
public class int_in
{
public static void main(String argv[]) throws IOException {
String s="";
int zahl;
BufferedReader in = new BufferedReader(new InputStreamReader(System.in));
System.out.println("Bitte eine Gleitkommazahl eingeben: ");
s=in.readLine();
zahl=Integer.parseInt(s);
// hier wird der Eingabestring umgewandelt
System.out.println("Ausgabe: "+zahl);
System.out.println(zahl+3);
}}
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
4. Grundstrukturen
In allen Programmiersprachen gibt es ähnliche Anweisungen mit denen man Programmabläufe
steuern kann. Wir stellen diese in der Java-Syntax mit kurzen Beispielen vor:
a) Verzeigungen if....else
public class IfTest() {
public static void main(String argv[ ]) {
int zahl=5;
if (zahl <<5 || zahl > 6)
system.out.println(“Das ist nicht die richtige Zahl“);
else
system.out.println(“Das stimmt!“);
}
}
b) Mehrfachauswahl mit switch...case
public class Switch() {
public static void main(String argv [ ]) {
int zahl=5;
switch(zahl) {
case 1:
system.out.println(“sehr gut“);
break;
case 2:
system.out.println(“gut“);
break;
case 3:
system.out.println(“befriediegend“);
break;
case 4:
system.out.println(“ausreichend“);
break;
case 5:
system.out.println(“mangelhaft“);
break;
case 6:
system.out.println(“ungenügend“);
break;
}
}
}
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c) Schleifen while .... (kopfgesteuerte Schleife)
public class WhileTest() {
public static void main(String argv [ ]) {
int summe=0, i=1;
while (i <=100)l {
summe=summe+i;
i++;
}
system.out.println(“Summe der Zahlen 1 bis 100: „+summe);
}
}
d) Schleifen do... while (fußgesteuerte Schleife)
public class DoTest() {
public static void main(String argv [ ]) {
int summe=0, i=1;
do
{ summe=summe+i;
i++;
}while(i<=100);
system.out.println(“Summe der Zahlen 1 bis 100: „+summe);
}
}
e) Zählergesteuerte Schleifen for
public class ForTest() {
public static void main(String argv [ ]) {
for(int i=0; i < 100; i++)
{
system.out.println(i);
}
}
}
f) break und continue
Mit der Anweisung break können Fallabfragen und Schleifen verlassen werden, ohne dass eine
Bedingung überprüft wird. Das Programm wird dann an der Stelle hinter der letzten
Schleifenanweisung fortgesetzt. Die continue-Anweisung sorgt dafür, dass der aktuelle
Schleifendurchlauf wiederholt wird.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
5. Arrays
Arrays werden auch Listen oder Tabellen genannt. Sie können mehrere Werte eines bestimmten
Datentyps speichern. Je nachdem, ob die Tabelle aus einer Spalte oder mehreren besteht,
unterscheidet man eindimensionale oder mehrdimensionale Arrays.
Beispiel:
Wir wollen ein Array anlegen, das 10 Zahlen vom Datentyp Integer aufnehmen kann.
Das Array soll den Bezeichner z_array bekommen.
Zunächst deklarieren wir das Array:
int z_array[ ];
Durch die eckigen Klammern wird dem Compiler mitgeteilt, dass es sich um ein Array handelt.
Wir erzeugen das Array:
z_array = new int[10];
Mit dem Wort new wird Speicherplatz für 10 Integerwerte reserviert.
Die einzelnen Elemente des Arrays können mit dem Index angesprochen werden. Dabei hat das erste
Element den Index 0. D.h. ein Array x mit 5 Elementen hat die Elemente x[0], x[1], x[2], x[3] und x[4];
Ein Array kann auch schon bei der Deklaration initialisiert (d.h. mit Werten versehen) werden.
In diesem Fall muss es nicht noch mit new erzeugt werden.
Beispiel:
Ein Array enthält fünf Zahlen vom Typ Integer. Diese Zahlen sollen mit einer
Ausgabeschleife am Bildschirm angezeigt werden..
public class Prog1
{
public static void main(String argv [ ])
{
int [] z_array={5,7,0,15,234};
//Array muss hier nicht mit new erzeugt werden,
da es initialisiert wird
for(int i=0; i<5; i++)
{
System.out.println(z_array[i]);
}
}
}
5.1 Festlegen der Größe des Arrays zur Laufzeit
Manchmal möchte man erst bei der Programmausführung die Größe des Arrays festlegen. Dann kann
man die Arraygröße auch über eine Variable mitteilen.
Beispiel:
Int z_array [ ];
Eingabe x (=Anzahl der Elemente) über die Tastatur
z_array = new int[ x];
5.2 Alternative Schreibweisen
Deklaration und Erzeugung des Arrays können auch in einer einzigen Anweisung erfolgen:
int z_array[ ] = new int[10];
Die Deklaration kann auch so aussehen:
Informatikskript.doc
int [ ] z_array statt int z_array[ ]
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
6. Prozeduren und Methoden
Anweisungen, die zusammen gehören und die gemeinsam eine Teilaufgabe des Programmes lösen,
werden zu Prozeduren oder Methoden zusammen gefasst. Wir nennen diese im Folgenden nur noch
Prozedur. Jedes Java-Programm kennt mindestens eine Prozedur, die den Namen main trägt.
In den ersten Programmen sind wir mit dieser einzigen Prozedur ausgekommen. Wenn die
Programme aber komplexer werden, zerlegt man das Gesamtprogramm in mehrere Prozeduren.
Diese Prozeduren können mehrfach verwendet werden und sie können sogar in einer Bibliothek
gespeichert werden und damit auch anderen Programmen zur Verfügung stehen.
Wir wollen das Prozedurkonzept anhand eines einfachen Beispiels darstellen:
Aufgabe:
Schreibe ein Programm ’Kreis’, welches die Fläche Kreises berechnet,
wenn ein Radius vorgegeben wird.
a) Die Lösung des Problems innerhalb der Prozedur main könnte so aussehen:
public class Kreis1
{
public static void main(String[] args)
{
final double pi=3.1415;
double radius,flaeche;
radius=10;
flaeche=radius*radius*pi;
System.out.println("Die Flaeche betraegt: "+flaeche);
}}
b) Verwendung von Prozeduren
Eine Prozedur wird immer innerhalb einer Klasse definiert und hat allgemein folgendes Aussehen:
public static <Rückgabedatentyp> <Prozedurname> (Übergabeparameter)
{
//hier steht der auszuführende Code
}
Man unterscheidet Prozeduren ohne Parameter, Prozeduren mit Rückgabeparameter und Prozeduren
mit Übergabeparametern
ba) Prozedur mit Rückgabeparameter
Wir wollen nun die Fläche in einer Prozedur berechnen. Dazu ein paar allgemeine Überlegungen: Wir
verwenden für unser Programm die Variablen radius und flaeche sowie die Konstante pi. In der
Programmierung gilt, dass eine Variable nur innerhalb der Prozedur gültig ist, in der sie auch
deklariert wurde. Eine Variable radius, die in der Prozedur main deklariert wurde ist also in einer
anderen Prozedur nicht bekannt. Wenn eine Variable auch in anderen Prozeduren gültig sein soll, so
kann man sie außerhalb einer Prozedur deklarieren. Man nennt diese Variablen globale Variablen
Die allzu großzügige Verwendung globaler Variablen gilt aber als schlechter Programmierstil, da man
so sehr leicht die Kontrolle über seine Variablen verliert, wenn man mit mehreren Prozeduren arbeitet.
Da wir eine Prozedur schreiben wollen, in der die Fläche des Kreises berechnet wird, können wir die
Variablen auch in dieser Prozedur deklarieren.
Informatikskript.doc
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
public class Kreis2
{
final static double pi=3.1415;
public static void main(String[] args)
{
double fl;
fl=ber_flae();
System.out.println("Die Flaeche betraegt: "+fl);
}
public static double ber_flae()
{
double radius=10;
double flaeche;
flaeche=radius*radius*pi;
return flaeche;
} }
//Dies ist die Prozedur
Anmerkungen: Die Konstante pi wurde hier global definiert. Die Prozedur ber_flae bekommt den
Rückgabedatentyp double, da sie den double-Wert flaeche berechnet und diesen an die aufrufende
Prozedur (main) mit return zurückliefert.
bb) Prozedur mit Übergabeparameter
In der Prozedur ausgabe_flae wollen wir nun das Ergebnis der Fläche am Bildschirm anzeigen.
Die Berechnung erfolgt im Hauptprogramm. In diesem Fall müssen wir das Ergebnis der Berechnung
an die Prozedur als Übergabeparameter übergeben. Im Kopf der Prozedur muss dazu der Datentyp
und ein Variablenname angegeben werden.
public class Kreis2
{
final static double pi=3.1415;
public static void main(String[] args)
{
double fl;
double radius=10;
double flaeche;
flaeche=radius*radius*pi;
ausgabe_flae(flaeche); //Aufruf der Prozedur
}
public static double ausgabe_flae(double f)
{
System.out.println("Die Flaeche betraegt: "+f);
}
//Dies ist die Prozedur
}
Anmerkungen: Die Namen der übergebenen Variablen beim Aufruf der Prozdur und im Kopf der
Prozedur müssen nicht identisch sein. Dies liegt daran, dass ja nicht die Variable als solche
übergeben wird, sondern der Wert der Variablen.
Man kann natürlich auch Prozeduren schreiben, die sowohl Übergabeparameter als auch einen
Rückgabewert haben. Eine Prozedur kann immer nur einen Wert zurückgeben. Es können aber
mehrere Werte übergeben werden.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
c) Verwendung Arrays in Prozeduren
Arrays können als Parameter und Rückgabewerte Prozeduren verwendet werden. Bei Rückgabe
eines Arrays muss dessen Typ, gefolgt eckigen Klammern [ ] im Prozedurkopf genannt werden.
Das gleiche gilt für Arrays als Übergabeparameter.
Beispiel: Der folgende Prozedurkopf erhält als Übergabeparameter ein Array und liefert ein Array
zurück:
public int [ ] berechneArray( int array1 [ ] )
Bei der Rückgabe eines Arrays wird lediglich der Name des Arrays (ohne eckige Klammern)
verwendet (call by reference)
z.B. return array1;
in der aufrufenden Prozedur muss das Array entegegengenommen werden, in dem es einer
Arrayvariablen zugewiesen wird.
int array[ ] = berechneArray( a);
Übungen zu Prozeduren, Funktionen und Arrays
1. Schreiben Sie das Programm „Kreis“, so, dass lediglich die Berechnung der Fläche in einer
Prozedur erfolgt. Diese Prozedur hat also einen Übergabe- und einen Rückgabeparameter.
2. Schreiben Sie ein Programm, welches nach Eingabe des Radius ein Auswahlmenü anbietet, in dem
gewählt werden kann, ob die Fläche, der Umfang oder das Kugelvolumen berechnet werden soll.
Die Auswahl erfolgt mit switch ...case. Für die einzelnen Berechnungen wird eine Prozedur
aufgerufen.
3. Die Eingaberoutinen für die Tastatureingaben sollen als package gespeichert werden, damit sie bei
Bedarf mit import in jedes Programm eingebunden werden können. Realisieren Sie diese
Anwendung.
4. Schreiben Sie ein Programm welches die Noten für eine Klassenarbeit über die Tastatur einliest und
daraus anschließend einen Notenspiegel mit Durchschnittsnote erstellt.
Es sollen mindestens 15 Noten in ein Integerarray eingelesen werden. Die Größe des Arrays wird
zur Laufzeit festgelegt.
5. Schreiben Sie ein Programm, welches den gößten Wert aus einem Array mit n Integerwerten
ermittelt.
6. Schreiben Sie ein Programm Quadrat, welches nach Eingabe der Seitenlänge a ein Quadrat
bestehend aus a Sternchen (*) zeichnet.
Beispiel: a = 6
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
7. Einführung in die objektorientierte Programmierung mit Java
Anhand eines Beispiels wollen wir lernen, wie man ein Klasse in Java erstellt, wie man Objekte dieser
Klasse erzeugt und wie man mit einer Applikation auf die Klasse zugreifen kann. Als Beispiel soll uns
hier die Klasse Auto dienen. Wir erstellen den Plan für ein Auto, erzeugen mehrere Objekte dieser
Klasse, besetzten die Attribute der Autos mit Werten testen die Funktionsweise verschiedener
Methoden wie fahren und tanken. Das Prinzip der Datenkapselung wird uns deutlich, wenn wir
Methoden verwenden, um auf die Attribute zugreifen zu können. Anschließend lernen wir das Prinzip
der Vererbung kennen, in dem wir eine Klasse LKW von der Klasse Auto ableiten.
1. Schritt
Wir erstellen eine Klasse Auto mit folgenden Attributen:
Datentyp
String
String
String
int
double
double
int
int
Bezeichnung
besitzer
marke
farbe
kw
kmStand
geschwindigkeit
tankinhalt
tankVoll
Quellcode
// Autor: Jochen Pellatz
// Datum: 13.02.2006
public class auto {
}
// Anfang Variablen
String besitzer;
String marke;
String farbe;
double kw;
double kmStand;
double geschwindigkeit;
double tankinhalt;
double tankVoll;
Klassendiagramm
Anmerkung: Die Klassendatei enthält keine main-Prozedur. Wir verwenden zunächst keine
Bezeichner wie private oder public für die Attribute.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
2. Schritt
Wir erstellen eine Applikation autofahren, die ein Auto-Objekt erzeugt und alle Attribute besetzt.
Quellcode
/* autofahren 23.02.06 J. Pellatz
*/
public class autofahren
{
public static void main(String argv [ ])
{
auto meinAuto = new auto();
meinAuto.besitzer="Jochen Pellatz";
meinAuto.marke="Scenic";
meinAuto.farbe="blau";
meinAuto.kw=90;
meinAuto.kmStand=50000;
meinAuto.geschwindigkeit=180;
meinAuto.tankinhalt=20;
meinAuto.tankVoll=60;
}
}
Aufgabe:
a) Lassen Sie alle Attributwerte wieder ausgeben.
b) Erzeugen Sie noch weitere Objekte (Instanzen) der Klasse Auto
3. Schritt
Das Initialisieren der Attribute auf die oben beschriebene Art ist sehr umständlich. Man kann Objekte
auch direkt bei der Erzeugung initialisieren. Dazu benötigt man in der Klassendatei einen
Konstruktor. In der Applikation sieht die Initialisierung des obigen Beispiels wie folgt aus:
auto meinAuto = new auto("Jochen Pellatz","Scenic","blau",90,50000,180,20,60);
Die Werte in der Klammer sind die Übergabeparameter für den Konstruktor.
In der Klasse auto wird ein Konstruktor als Methode deklariert. (Mehr zum Thema Konstruktor unter Schritt 6)
//Konstruktor
public auto(String b, String m, String f, int kw, double km, double g, int t, int tv)
{
this.besitzer=b;
this.marke=m;
this.farbe=f;
this.kw=kw;
this.kmStand=km;
this.geschwindigkeit=g;
this.tankinhalt=t;
this.tankVoll=tv;
}
Die Methode hat den Bezeichner public und denselben Namen wie die Klasse. Die Übergabewerte müssen mit
Angabe des Datentyps in der Klammer stehen. Die Attributzuweisung erfolgt mit der Anweisung this.attributname
= attributwert. Das Wort this ist ein Platzhalter für die Objektbezeichnung, deren Namen bei der Beschreibung
der Klasse noch nicht bekannt sein kann.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
4. Schritt
Angenommen wir hätten die Daten unseres Autos in einer Datenbank auf einem PC abgelegt. In
diesem Fall könnte jeder Programmierer, der sich mit Datenbanken auskennt, die Werte der Attribute
ändern. Dieses soll verhindert werden. Auf die Attribute soll nur derjenige zugreifen können, der auch
Zugriff auf die Klasse hat. Man nennt dies in der OOP Datenkapselung. Um dies zu realisieren,
werden die Attribute mit dem Bezeichner private versehen. Damit sind sie gekapselt und nicht mehr
zugänglich. Der Zugriff erfolgt mit speziellen Methoden für jedes Attribut. Diese werden als set- und
get-Methoden bezeichnet.
Set-Methoden besetzten ein Attribut mit einem Wert, get-Methoden lieferen den aktuellen Wert des
Attributes zurück.
Der Java-Editor kann diese Methoden automatisch erzeugen, wenn wir die Klasse mit dem UMLDiagramm-Editor modellieren.
Die Syntax für die set- und get-Methode für das Attribut farbe sieht wie folgt aus:
public void setFarbe(String farbe)
{
this.farbe = farbe;
}
public String getFarbe( )
{
return farbe;
}
//Die Bezeichnung der Variablen ist beliebig.
//Die Bezeichnung der Variablen ist beliebig
Der Aufruf dieser Methoden in der Applikation könnte so aussehen:
meinAuto.setFarbe(“blau“);
System.out.println(“Farbe: “+meinAuto.getFarbe( ));
Aufgabe:
a) Löschen Sie die Klasse auto und erzeugen Sie sie mit dem UML-Diagramm-Editor
neu.
b) Schreiben Sie den Konstruktor neu.
c) Erstellen Sie eine Applikation, verändern Sie einige Attribute mit der set-Methode
und geben Sie die aktuellen Werte der Attribute mit der get-Methode aus.
5. Schritt
Unser Auto soll zusätzlich noch die Methoden tanken und fahren erhalten.
Tanken bedeutet, dass eine Zahl als Integerwert übergeben wird, die den Tankinhalt erhöht. Dabei ist
aber auf das Fassungsvermögen des Tanks zu achten. Wenn die getankte Literzahl das
Fassungsvermögen des Tanks übersteigt, ist entsprechend zu reagieren.
Fahren bedeutet, dass der Kilometerstand des Fahrzeuges erhöht wird. Übergabewerte sind die
Geschwindigkeit und die Fahrzeit in Minuten. Daraus berechnet sich die zurück gelegte Strecke.
Die Geschwindigkeit darf die Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten.
Aufgabe: a) Schreiben Sie diese beiden Methoden und testen Sie diese.
b) Sinnvollerweise sollte das Auto beim Fahren auch Benzin verbrauchen. Außerdem kann es dann
auch passieren, dass der Tank leer gefahren wird. Berücksichtigen Sie diese beiden
Aspekte in der Methode tanken.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
6. Schritt
Wir wollen eine Klasse LKW anlegen. Ein LKW hat die selben Attribute und Methoden, wie ein Auto.
Allerdings soll er die zusätzlichen Attribut zuladung und ladegewicht sowie die neue Methode beladen
erhalten.
Da ein LKW im Prinzip auch ein Auto ist, erstellen wir keine vollständig neue Klasse, sondern wir
vererben der Klasse LKW alle Attribute und Methoden, die die Klasse Auto besitzt. Damit ist der LKW
eine abgeleitete Klasse der Oberklasse (oder Superklasse) Auto.
Der Kopf einer Klassendatei für die abgeleitete Klasse LKW sieht so aus:
public class lkw extends auto
Im 2. Schritt haben wir einen Konstruktor für die Initialisierung der Attribute angelegt. Wenn in einer
Klasse kein Konstruktor definiert wird, legt Java automatisch einen sog. Standardkonstruktor an.
Dies ist ein Konstruktor ohne Parameter, der keine Attribute initialisiert. Konstruktoren sind Methoden,
die den selben Namen haben, wie die Klasse, in der sie definiert sind. Eine Klasse kann mehrere
Konstruktoren haben, die sich durch die Parameterliste unterscheiden. Durch die unterschiedliche
Anzahl an Parametern kann man den Standardkonstruktor überladen. Falls es außer dem
Standardkonstruktor noch weitere Konstruktoren geben soll, wird sollte der Standardkonstruktor
explizit definiert werden, da sonst kein Objekt mehr ohne Parameter erzeugt werden kann.
Aufgabe:
a) Erstellen Sie nach obigen Klassendiagramm die abgeleitete Klasse LKW
mit der Methode beladen. Beim Beladen darf die maximale Zuladung nicht
überschritten werden. Achten Sie darauf, in der Klasse auto einen Standardkonstruktor
anzulegen, da sie sonst kein lkw-Objekt erzeugen können ( s.o.).
b) Schreiben Sie eine Applikation, in der zwei LKW-Objekte erzeugt werden und
die Attribute initialisiert werden.
Rufen Sie die Methode beladen auf und beladen Sie die beiden LKWs.
Anschließend soll das aktuelle Ladegewicht angezeigt werden.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
8. Collections
Collection-Objekte dienen dazu, verschiedene Objekte zu einer Gruppe zusammenzufassen. Dabei
muss vorher noch nicht feststehen, wie viele Objekte erfasst werden sollen. D.h. die Anzahl der zu
erfassenden Objekte wird dynamisch festgelegt.
Bsp.: Wir wollen mehrere Kundenobjekte der Klasse Kunden erfassen. Da die Anzahl der Kundenobjekte noch nicht feststeht, können wir keine Anwendung schreiben, in der jedes Kundenobjekt mit
Kunde k1 = new Kunde, Kunde k2 = new Kunde usw. erzeugt wird. Die einzelnen Objekte werden
hintereinander in eine Liste geschrieben. Jedes Objekt wird dabei nicht über seinen Objektbezeichner
(k1, k2, k3 usw.) identifiziert, sondern über seinen Platz in der Liste.
In Java gibt es viele Möglichkeiten, solche Listen zu erzeugen. Wir werden hier zwei vorstellen:
1. Listing für ein Beispiel mit einer Collectionsliste Eingabe von Kundendaten (Kundennummer,
Anrede, Name und Vorname) über die Tastatur und Speichern der Daten in einer Liste.
import java.util.*;
//Bibliothek für die Liste
import java.io.*;
import pakete.Console;
//Bibliothek für Tastatureingaben
// Erzeugen von Kundenobjekten in einer Collectionsliste
public class GA1
{
public static void main(String[] args) throws IOException {
List<Kunde> liste;
//Eine Variable vom Typ List anlegen, die Daten vom Typ
Kunde aufnimmt
liste = new ArrayList( );
//Ein neues Objekt vom Typ ArrayList erzeugen
int kd;
String an,na,vo;
System.out.print("Eingabe Kundennummer /0 wenn Ende: ");
kd=Console.console_int();
while(kd!=0)
{
System.out.print("Eingabe Anrede: ");
an=Console.console_str();
System.out.print("Eingabe Name: ");
na=Console.console_str();
System.out.print("Eingabe Vorname: ");
vo=Console.console_str();
Kunde k= new Kunde(kd,an,na,vo);
liste.add(k);
//Ein Element zur Liste hinzufügen
System.out.print("Eingabe Kundennummer /0 wenn Ende: ");
kd=Console.console_int();
}
for(int z=0;z<=liste.size( )-1; z++) //Liste wieder ausgeben (liste.size( ) gibt dieLänge
der Liste an
{
int kdn=liste.get(z).getKdnr();
String anr=liste.get(z).getAnrede();
String name=liste.get(z).getName();
String vorn=liste.get(z).getVorname();
System.out.println(""+kdn+" "+anr+" "+vorn+" "+name); } } }
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2. Listing für ein Beispiel mit einer ArrayList, in der Namen gespeichert werden. Der Iterator
ermöglicht es, alle Elemente einer Liste abzuarbeiten.
import java.util.*;
import java.io.*;
public class AList
{
public static void main(String[] args)
{
List liste1 = new ArrayList();
liste1.add("Max");
liste1.add("Heike");
liste1.add("Ali");
liste1.add("Meike");
Iterator i=liste1.iterator();
while(i.hasNext())
{
System.out.println((String)i.next());
} }}
//Ein neues Objekt vom Typ ArrayList
// erzeugen
//Ein Element zur Liste hinzufügen
//Erzeugen eines Interators
//liefert das nächste Element der Liste
Der Iterator liefert folgende Methoden:
hasNext( )
next( )
remove( )
liefert true, wenn noch mindestens ein Element in der Liste steht
liefert das jeweils nächste Element der Liste
entfernt das zuletzt mit next angesprochene Element aus der Liste
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9. Dateiverarbeitung
Das folgende Listing zeigt, wie man eine Textdatei erzeugt und anschließend wieder einliest.
Eine Textzeile wird über die Tastatur eingelesen und in der Datei line.txt gespeichert (Die Datei muss
sich im selben Verzeichnis befinden, wie das aufrufende Programm). Anschließend wird die Datei
wieder geöffnet und ihr Inhalt ausgegeben. Dateihandlings müssen mit try und catch auf Fehler
überprüft werden (siehe Kapitel 11). Mit diesem Listing können Sie sich einen eigenen FileReader
basteln, mit dem Sie den Inhalt jeder beliebigen Datei am Bildschirm anzeigen können.
import pakete.Console;
import java.io.*;
public class FileWriteRead
{
public static void main(String args[])
{
//Schreiben in eine Datei
try
{
FileOutputStream schreib = new FileOutputStream("line.txt"); //Dateistream erzeugen
int z=0;
System.out.print("Gib eine Textzeile ein: ");
String zeile=Console.console_str();
schreib.write(zeile.getBytes(),0,zeile.length()); //Schreiben der Textzeile in die Datei
schreib.close();
//Datei wieder schließen
}
catch(FileNotFoundException e)
{
System.out.println("Datei nicht gefunden!"+e.toString());
}
catch(IOException e)
{
System.out.println("Schreibfehler! "+e.toString());
}
//Lesen der Datei
try
{
FileInputStream lies = new FileInputStream("line.txt");
int z=0;
while((z=lies.read())!=-1)
//liest jeweils ein Zeichen aus der Datei, bis das letzte Zeichen
erreicht ist (-1).
System.out.print((char)z);
lies.close()
//Datei wieder schließen
}
catch(FileNotFoundException e)
{
System.out.println("Datei nicht gefunden!"+e.toString());
}
catch(IOException e)
{
System.out.println("Lesefehler! "+e.toString());
}
}}
Informatikskript.doc
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10. Projekt Bank
Es soll eine Applikation erstellt werden, die eine Bank simuliert, in der Kunden und Konten verwaltet
werden.
Ein Kunde hat nur ein Konto, die Bank hat mehrere Kunden.
Für die Kunden werden folgende Attribute erfasst: Kundennummer (int), Name (String),
Vorname(String), Anrede(String).
Für die Konten werden die Attribute Kontonummer(int) und Kontostand(double) und
Geheimnummer(int) gespeichert.
Aufgabe: Erstellen Sie ein Klassendiagramm mit Assoziationen und Kardinalitäten.
In der Bank sollen folgende Anwendungen realisiert werden:
a)
b)
c)
d)
e)
f)
Erzeugen neuer Instanzen (Objekte) für Kunden und Konten.
Set- und get-Methoden für alle Attribute der beiden Klassen.
Kunden sollen einzahlen, auszahlen und den Kontostand abfragen können.
Ein Konto darf nicht überzogen werden!
Identifikation eines Kunden über seine Geheimnummer.
Die Bank soll die Gesamtsumme aller Kontenguthaben ermitteln können.
Wir werden die Aufgabe schrittweise realisieren. Dabei werden wir uns zunächst auf
Konsolenanwendungen beschränken. Wenn Zeit ist, können wir für einzelne Funktionalitäten eine GUI
erzeugen. Unsere erzeugten Klassen können dabei verwendet werden.
Vereinbarungen:
•
•
•
•
1.
Jeder Schüler legt sich in seinem Java-Verzeichnis einen Ordner mit der Bezeichnung Bank
an. Darin werden die erzeugten Dateien gespeichert.
Unsere Klassen tragen die Bezeichnungen Kunde und Konto. Die einzelnen Applikationen
tragen die Bezeichnung Bank1, Bank2, Bank3 usw.
Die endgültigen Klassen werden zentral erzeugt und werden dann in alle Arbeitsverzeichnisse
kopiert. Bezeichnungen von Attributen und Methoden dürfen nicht verändert werden.
In alle Applikationen sind Kommentare einzufügen, die Ihren Namen beinhalten sowie die
Aufgabe des Programms beschreiben.
Schritt
Wir erstellen die Klasse Kunde mit den genannten Attributen und jeweils get- und set-Methoden für
die Attribute. In der Applikation bank1 wird ein Kundenobjekt erzeugt, die Attribute besetzt und die
Inhalte der Attribute ausgegeben. Für die Initialisierung der Attribute soll ein Konstruktor verwendet
werden.
2. Schritt
Wir erstellen die Klasse Konto mit den genannten Attributen und jeweils get- und set-Methoden für die
Attribute. In der Applikation bank1 wird zusätzlich ein Kontoobjekt erzeugt, die Attribute besetzt und
die Inhalte der Attribute ausgegeben. Für die Initialisierung der Attribute soll ein Konstruktor verwendet
werden.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
3. Schritt
Bis jetzt besteht noch keine Assoziation zwischen den beiden Klassen Kunde und Konto. Wir
erkennen das im UML-Diagramm. Wir wollen nun diese Assoziation erzeugen. Dazu benötigen die
beiden Klassen jeweils ein zusätzliches Attribut, welches die Assoziation herstellt. Dieses Attribut hat
den Datentyp der jeweils anderen Klasse.
Z.B. die Klasse Kunde hat zusätzlich das folgende Attribut:
private Konto meinKonto;
Die Variable meinKonto nimmt den Namen des Kontoobjektes an, welches diesem Kunden
zugeordnet wird. Die Zuordnung geschieht in der Applikation nach der Erzeugung des Kontoobjektes.
Hierfür ist eine set-Methode und eine get-Methode erforderlich, mit der das Kontoobjekt zugewiesen
werden kann, bzw. wieder ausgelesen werden kann.
So sieht das in der Klasse Kunde aus:
public class Kunde {
.
.
private Konto meinKonto;
.
.
public void setMeinKonto(Konto k)
{
this.meinKonto=k;
}
public Konto getMeinKonto()
{
return meinKonto;
}
In der Applikation erfolgt die Zuordnung so:
Kunde kunde1 = new Kunde( );
Konto konto1 = new Konto( );
Kunde1.setMeinKonto(konto1);
Aufgabe: Die Assoziation soll in beide Richtungen funktionieren ( Ein Kunde hat ein Konto und ein Konto
gehört zu einem Kunden). Realisieren Sie beide Assoziationen mit einem entsprechenden Attribut meinKunde
in der Klasse konto.
Testen Sie die Funktionsweise anschließend aus, indem Sie sich als Kunde den Kontostand anzeigen lassen.
Der Aufruf erfolgt dann so:
Informatikskript.doc
kunde1.getMeinKonto( ).getKontostand( )
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
4. Schritt
Der Bankkunde möchte natürlich auch Aus- und Einzahlungen auf seinem Konto vornehmen können.
Dazu benötigt er die beiden Methoden einzahlen und auszahlen. Dieses sind Methoden des Kunden
und nicht des Kontos! Hätten wir keine Assoziation hergestellt, wären diese Methoden nicht möglich.
Die Methode auszahlen, die der Kunde aufruft, nimmt eine Verminderung des Kontostandes auf
seinem Konto vor. Deswegen muss auch in der Klasse Konto eine Methode existieren, mit der der
Kontostand verändert werden kann. Zur Unterscheidung wollen wir diese Methoden in der Klasse
Konto vermindern und erhöhen nennen.
Zur Verdeutlichung stellen wir den Aufruf und die beiden Methoden in den Klassen nebeneinander
dar:
Beispiel: kunde1 will 150 € von seinem Konto abheben.
Applikation bank4
Klasse kunde
Klasse konto
public void auszahlen(double b)
{
Kunde1.auszahlen(150);
this.meinKonto.vermindern(b);
}
public void vermindern (double b)
{
this.kontostand=kontostand-b;
}
Aufgabe: Realisieren Sie die beiden Methoden einzahlen und auszahlen und testen Sie die Funktionsweise in
der Applikation aus. Sinnvoll wäre es, wenn die Auszahlung nicht über ein bestimmtes Limit hinausgehen darf
(Dispo). Dazu müsste ein neues Attribut in die Klasse Konto eingefügt werden.
Weitere Schritte
Bevor der Kunde eine Ein- oder Auszahlung vornimmt soll er sich mit seiner Geheimzahl identifizieren.
Bei richtiger Geheimzahl wird der Kunde mit Anrede und Name begrüßt.
Um dies zu realisieren, müssen wir einen Dialog programmieren. Dies ist im Konsolenmodus in Java
etwas umständlich, wird aber unter Punkt 3 in einem Beispiel für eine Stringeingabe gezeigt.
Dialoge lassen sich einfacher in einer GUI realisieren. Unser Bankbeispiel eignet sich gut für eine
solche GUI-Anwendung, die einen Geldautomaten simuliert. Wenn Sie Zeit haben, sollten es
ausprobieren.
Es gibt mehrere Kunden, die auch mehrere Konten haben können. In diesem Fall muss das Attribut,
welches die Assoziation herstellt ein Objekt einer sog. Containerklasse sein. Dieses ist vergleichbar
mit einem Array, welches mehrere Werte speichern kann. Der Umgang mit Containerklassen ist etwas
kompliziert, so dass dies zunächst nicht näher ausgeführt wird.
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
11. Fehlerbehandlung (Exception Handling)
Beispiel: Wir wollen Eine Division der beiden Variablen a und b durchführen. Das folgende Programm
soll die Aufgabe lösen und das Ergebnis am Bildschirm anzeigen:
public class Fehlertest
{
public static void main(String argv[])
{
int a=4;
int b=0;
System.out.println("a : b = "+a/b);
}
}
Da der Wert des Divisiors 0 beträgt, kommt es zu einem Programmabsturz mit folgender Meldung:
Eine solche Situation, die hier zu einem Programmabsturz führt, wird in Java als Ausnahmesituation
(Exception) bezeichnet. Diese Situation müssen vom Programmierer vorher erkannt und
entsprechend behandelt werden (Exception Handling). Normalerweise unterbricht Java in diesem Fall
die Ausführung eines Befehls und löst eine zum Fehler passende Fehlermeldung aus. Das Erzeugen
dieser Meldung wird als das Werfen einer Exception bezeichnet (throw). Wenn wir nun einen
Programmabsturz verhindern wollen und unsere eigene Fehlerbehandlung programmieren, müssen
wir den Fehler Abfangen (catch).
Zunächst probieren wir aber, ob eine bestimmte Anweisung einer Fehler erzeugt oder nicht. Dieser
Versuch wird mit dem Schlüsselwort try bezeichnet. Beim Programmieren benötigen wir deshalb
einen try- und eine catch-Block. Außerdem müssen wir wissen, um welche Art von Fehler es sich
handelt. In unserem Fall handelt es sich um eine ArithmeticException, die auftritt, wenn bei sich bei
Berechnungen Exceptions ergeben. Eine andere wichtige Exception-Klasse sind die IOExceptions für
Fehler bei der Eingabe oder Ausgabe.
Unsere Lösung sieht nun so aus:
public class Fehlertest
{
public static void main(String argv[])
{
int a=4;
int b=0;
try
{
System.out.println("a : b = "+a/b);
}
catch(ArithmeticException e)
{
System.out.println("Bei der Berechnung gab es ein Problem");
System.out.println("Fehlerbeschreibung: "+e.getMessage());
des Fehlers
}
} }
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//Exception Klasse und Art des Fehlers
//Ausgabe der Art
Seite 24
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Jetzt ergibt sich folgend Bildschirmausgabe und das Programm wird normal fortgesetzt.
Arithmetische Operationen, wie obige Division müssen in Java nicht zwingend abgefangen werden.
Es gibt aber andere, die eine zwingende Fehlerbehandlung verlangen. So z.B. bei allen Eingabe- und
Ausgabeoperationen von der Tastatur und mit Dateien. Programme, bei denen eine
Exceptionbehandlung fehlt, werden erst gar nicht übersetzt. Da man aber nun nicht immer alle
Fehlermöglichkeiten abfangen möchte, kann man die Fehlerbehandlung an das Java-System
weiterleiten. Dies geschieht im Methodenkopf der main-Methode.
Public static void main(String [ ] args) throws IOException
Mit diesem Zusatz wird eine IOException an die übergeordnete Systemebene weitergeleitet und dort
behandelt. Beim Auftritt eines Fehlers erhalten wir nun eine eine entsprechende Konsolenmeldung mit
der die Ausführung des Programmes abgebrochen wird.
Informatikskript.doc
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Programmieren mit Java und dem Java-Editor
12. Graphische Benutzeroberflächen (GUI)
Auch wenn dieses Thema zu umfangreich ist, als dass man es in einem kurzen Skript darstellen kann,
so soll hier kurz auf die Gestaltung von graphischen Oberflächen eingegangen werden.
Java stellt mit dem AWT (Abstract Window Toolkit) und Swing Bestandteile zur Verfügung mit deren
Hilfe man graphische Elemente erzeugen kann. Die wichtigsten graphischen Elemente zur Gestaltung
einer GUI sind Fenster (Frames), Labels, Eingabefelder, Schaltflächen (Buttons) und Menüs. Darüber
hinaus gibt eine Reihe von zusätzlichen Komponenten.
Prinzipiell gibt es die Möglichkeit, den Quellcode für eine GUI selber zu schreiben, oder unsere JavaEntwicklungsumgebung stellt uns die graphischen Elemente zur Verfügung, so dass wir diese durch
drag and drop auf dem Frame platzieren können. Dann wird der Quellcode für die graphischen
Objekte und deren Eigenschaften automatisch erzeugt und wir müssen uns nur noch um die
Programmierung der aktiven Elemente kümmern.
Diese zweite Möglichkeit erzeugt eine Menge Quellcode, der für den Anfänger zunächst noch sehr
unübersichtlich und unverständlich ist. Deshalb wollen wir am Beispiel des ‚Hallo Welt’ – Programmes
kurz die Funktionsweise darstellen.
import java.awt.*;
import java.awt.event.*;
public class hallo extends Frame {
// Anfang Variablen
// Ende Variablen
public hallo(String title) {
// Frame-Initialisierung
super("1.Beispiel: Hallo Welt");
addWindowListener(new WindowAdapter() {
public void windowClosing(WindowEvent
evt) { System.exit(0); }
});
int frameWidth = 300;
Zunächst erzeugen wir mit dem Java-Editor
int frameHeight = 300;
ein sog. Frame als Ausgabefenster indem wir auf
der rechten Seite der Menüleiste das Framesymbol
setSize(frameWidth, frameHeight);
anklicken und dieses unter der Bezeichnung ‚hallo’
Dimension d =
als Datei abspeichern.
Toolkit.getDefaultToolkit().getScreenSize();
Damit wurde automatisch nebenstehnder Quellcode
int x = (d.width - getSize().width) / 2;
erzeugt.
int y = (d.height - getSize().height) / 2 ;
Wenn wir die automatische Codegenerierung
setLocation(x, y);
des Java-Editors nicht in Anspruch nehmen, dann
Panel cp = new Panel(null);
können wir das Fenster auch nur über die mainadd(cp);
Methode direkt programmieren:
// Anfang Komponenten
import java.awt.*;
import java.awt.event.*;
public class hallo1
{
public static void main(String[] args) {
Frame f1 = new Frame();
f1.setTitle("Mein erstes Fenster");
f1.setSize(250,250);
f1.setVisible(true);
}}
Informatikskript.doc
// Ende Komponenten
setResizable(false);
setVisible(true);
}
// Anfang Ereignisprozeduren
JP Version 3.1
Seite 26
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
import java.awt.*;
import java.awt.event.*;
public class hallo extends Frame {
// Anfang Variablen
private Label label1 = new Label();
private Button button1 = new Button();
private TextField textField1 = new TextField();
// Ende Variablen
public hallo(String title) {
// Frame-Initialisierung
super(title);
addWindowListener(new WindowAdapter() {
public void windowClosing(WindowEvent evt) { System.exit(0);
}
});
int frameWidth = 300;
int frameHeight = 300;
setSize(frameWidth, frameHeight);
Dimension d = Toolkit.getDefaultToolkit().getScreenSize();
int x = (d.width - getSize().width) / 2;
int y = (d.height - getSize().height) / 2 ;
setLocation(x, y);
Panel cp = new Panel(null);
add(cp);
// Anfang Komponenten
Die fertige Anwendung sieht aus wie oben:
Wir haben jetzt zusätzlich zum Fenster drei
Graphische Komponenten:
Ein Label mit der Bezeichnung label1
und dem Text „Mein erstes Programm“.
Der Text wird mit der Methode
label1.setText(“Mein erstes Programm“) erzeugt.
label1.setBounds(32, 16, 135, 16);
label1.setText("Mein erstes Programm");
label1.setFont(new Font("MS Sans Serif", Font.PLAIN, 13));
cp.add(label1);
button1.setBounds(32, 56, 153, 33);
button1.setLabel("Start");
cp.add(button1);
button1.addActionListener(new ActionListener() {
public void actionPerformed(ActionEvent evt) {
button1ActionPerformed(evt);
}
});
Eine Schaltfläche mit der Bezeichnung button1
Der Button trägt die Aufschrift Start
button1.setLabel(“Start“);
Ein Textfeld mit der Bezeichnung textField1
Diese drei Objekte werden als Variable mit new
erzeugt. Die genauen Eigenschaften eines Objekts
(Größe, Lage, Farben, Schriftart, Label, Text usw.)
werden dann im folgenden beschrieben.
Die aktive Komponente ist der Button. Hier soll ein
Ereignis eintreten, wenn der Button gedrückt wird.
Durch Drücken des Buttons soll im Textfeld ein Text
erscheinen. Dieses Ereignis wird unter den Ereignis prozeduren für den button1 programmiert.
In unserem Beispiel ist die einzige Programmzeile,
die wir selber schreiben müssen der Aufruf der
Methode setText für das Textfeld:
textField1.setBounds(32, 120, 153, 24);
textField1.setText("");
cp.add(textField1);
// Ende Komponenten
setResizable(false);
setVisible(true);
}
textField1.setText("Hallo Welt");
// Anfang Ereignisprozeduren
public void button1ActionPerformed(ActionEvent evt) {
textField1.setText("Hallo Welt");
}
Die Syntax zu dieser Anweisung kann man sich
einige Zeilen weiter oben ‚abgucken’.
Selbstverständlich kann hier auch komplexerer
Programmcode programmiert werden, der unsere
bekannten Strukturen wie Abfragen, Schleifen usw.
enthält.
Wenn von dem fertigen Programm ein –jar-Datei
erzeugt wird (Menü Start), kann es wie eine ausführbare Datei auf dem Desktop durch Anklicken
ausgeführt werden. (Sofern Java auf dem Rechner
installiert ist).
Informatikskript.doc
// Ende Ereignisprozeduren
public static void main(String[] args) {
new hallo("hallo");
}
}
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Seite 27
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
13. Ergänzungen
In unssystematischer Reihenfolge werden hier kleine Probleme, die während unserer Arbeit
auftauchen und die nicht eindeutig einem Kapitel zuzuordnen sind beschrieben.
a) Formatierung von Ausgabewerten mit Dezimalzahlen in Konsolenanwendungen
Bsp: Wir wollen eine Zahl mit 2 Nachkommastellen ausgeben:
Dazu verweden wir die Klasse DecimalFormat, die in der Bibliothek java.text enthalten ist.
Wir benötigen folgende Anweisungen:
Import java.text.* ;
double z = 2.12345678
DecimalFormat d = new DecimalFormat(“0.00“);
//z ist die Zahl, die wir ausgeben wollen
//d ist ein beliebiger Bezeichner
System.out.println(“Ausgabe: “+d.format(z));
Informatikskript.doc
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Seite 28
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Lösungen zum Projekt Auto
Lösung zum 2. Schritt (Klassendeklaration wie im Skript)
/* Applikation autofahren
Lösung zu Schritt 2
*/
public class autofahren
{
public static void main(String argv [ ])
{
auto Auto1 = new auto();
Auto1.besitzer="Jens Becker";
Auto1.marke="Renault";
Auto1.farbe="blau";
Auto1.kw=90;
Auto1.kmStand=50000;
Auto1.geschwindigkeit=180;
Auto1.tankinhalt=20;
Auto1.tankVoll=60;
//Einige Attributwerte wieder ausgeben
System.out.println(Auto1.besitzer);
System.out.println(Auto1.marke);
System.out.println(Auto1.kmStand);
//noch ein Auto Objekt
auto Auto2 = new auto();
Auto2.besitzer="Hanna Becker";
Auto2.marke="Polo";
Auto2.farbe="rot";
Auto2.kw=60;
Auto2.kmStand=20000;
Auto2.geschwindigkeit=165;
Auto2.tankinhalt=5;
Auto2.tankVoll=50;
//Einige Attributwerte wieder ausgeben
System.out.println(Auto2.besitzer);
System.out.println(Auto2.marke);
System.out.println(Auto2.kmStand);
}
}
Lösung zum 4. Schritt
(Klassenname jetzt auto1 zur Unterscheidung von Schritt 2)
// Klassendeklaration der Klasse auto1
// Datum: 24.02.2006
public class auto1 {
// Anfang Variablen
private String besitzer;
private String marke;
private String farbe;
private int kw;
private double kmStand;
private double geschwindigkeit;
private double tankinhalt;
private double tankVoll;
// Ende Variablen
// Anfang Ereignisprozeduren
Informatikskript.doc
JP Version 3.1
Seite 29
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
public String getBesitzer() {
return besitzer;
}
public void setBesitzer(String besitzer) {
this.besitzer = besitzer;
}
public String getMarke() {
return marke;
}
public void setMarke(String marke) {
this.marke = marke;
}
public String getFarbe() {
return farbe;
}
public void setFarbe(String farbe) {
this.farbe = farbe;
}
public int getKw() {
return kw;
}
public void setKw(int kw) {
this.kw = kw;
}
public double getKmStand() {
return kmStand;
}
public void setKmStand(double kmStand) {
this.kmStand = kmStand;
}
public double getGeschwindigkeit() {
return geschwindigkeit;
}
public void setGeschwindigkeit(double geschwindigkeit) {
this.geschwindigkeit = geschwindigkeit;
}
public double getTankinhalt() {
return tankinhalt;
}
public void setTankinhalt(double tankinhalt) {
this.tankinhalt = tankinhalt;
}
public double getTankVoll() {
return tankVoll;
}
public void setTankVoll(double tankVoll) {
Informatikskript.doc
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Seite 30
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
this.tankVoll = tankVoll;
}
//Konstruktor
public auto1(String b, String m, String f, int kw, double km, double g, double t, double tv)
{
this.besitzer=b;
this.marke=m;
this.farbe=f;
this.kw=kw;
this.kmStand=km;
this.geschwindigkeit=g;
this.tankinhalt=t;
this.tankVoll=tv;
}
// Ende Ereignisprozeduren
}
Nun die Applikation
/* autofahren1
23.02.06 J. Pellatz
*/
public class autofahren1
{
public static void main(String argv [ ])
{
auto1 meinAuto = new auto1("Jochen Pellatz","Scenic","blau",90,50000.,180.,20.,60.);
System.out.println(meinAuto.getBesitzer());
System.out.println(meinAuto.getMarke());
System.out.println(meinAuto.getFarbe());
System.out.println(meinAuto.getKw());
System.out.println(meinAuto.getKmStand());
System.out.println(meinAuto.getGeschwindigkeit());
System.out.println(meinAuto.getTankinhalt());
System.out.println(meinAuto.getTankVoll());
//Verändern einiger Attribute
meinAuto.setFarbe("rot");
meinAuto.setKmStand(52783);
//Veränderte Werte anzeigen
System.out.println(meinAuto.getFarbe());
System.out.println(meinAuto.getKmStand());
}
}
Informatikskript.doc
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Seite 31
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Lösung zum 5. Schritt
Diese beiden Methoden müssen in die Klasse auto1 eingefügt werden.
public void tanken(int l) {
if(this.tankinhalt + l >tankVoll)
{
System.out.println("Es passen nur noch "+(this.tankVoll-this.tankinhalt)+" Liter in den Tank");
this.tankinhalt=this.tankVoll;
}
else
{
this.tankinhalt=this.tankinhalt+l;
}
}
public void fahren(int min, double kmh) {
this.kmStand=kmh*min/60+this.kmStand;
this.tankinhalt=7/100*(kmh*min/60);
//Verbrauch 7 l pro 100 km
}
// hier wird nicht geprüft, ob der Tank leer gefahren wurde !!
Aufruf in der Applikation
/* autofahren2
23.02.06 J. Pellatz
*/
public class autofahren2
{
public static void main(String argv [ ])
{
auto1 meinAuto = new auto1("Jens Becker","Renault","blau",90,50000.,180.,20.,60.);
System.out.println("Tankinhalt vor dem Tanken: "+meinAuto.getTankinhalt());
System.out.println("Alter km-Stand: "+meinAuto.getKmStand());
meinAuto.tanken(30);
System.out.println("Tankinhalt nach dem Tanken: "+meinAuto.getTankinhalt());
meinAuto.fahren(90,125);
System.out.println("Neuer km-Stand: "+meinAuto.getKmStand());
}
}
Informatikskript.doc
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Seite 32
Programmieren mit Java und dem Java-Editor
Lösung zum 6. Schritt
// Abgeleitete Klasse lkw
// Datum: 24.02.2006
public class lkw extends auto1 {
// zusätzliche Attribute
private int zuladung;
private int ladegewicht;
//maximal zulässige Zuladung
//aktuelles Ladegewicht
//zusätzliche Methoden
public int getZuladung() {
return zuladung;
}
public void setZuladung(int kg) {
this.zuladung = kg;
}
public int getLadegewicht() {
return ladegewicht;
}
public void setLadegewicht(int kg) {
this.ladegewicht = kg;
}
public void beladen(int kg) {
if(this.ladegewicht+kg>this.zuladung)
{
this.ladegewicht=this.zuladung;
}
else
{
this.ladegewicht = this.ladegewicht+kg;
}
}
}
Aufruf in der Applikation
// lkwfahren1
public class lkwfahren1
{
public static void main(String argv [ ])
{
lkw meinLaster = new lkw();
meinLaster.setLadegewicht(0);
meinLaster.setZuladung(7500);
System.out.println("Zuladung: "+meinLaster.getZuladung());
System.out.println("Gewicht: "+meinLaster.getLadegewicht());
meinLaster.beladen(1800);
System.out.println("Gewicht neu: "+meinLaster.getLadegewicht());
}
}
Informatikskript.doc
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Seite 33
Programmentwicklung mit UML
Programmentwicklung mit UML (Unified Modelling Language)
UML ist eine Modellierungssprache für objektorientierte Vorgehensmodelle. In der UML gibt es
verschiedene Arten von Diagrammen, mit denen versucht wird, objektorientierte Programme in
verschiedenen Phasen und aus unterschiedlichen Sichten zu modellieren.
Die zentralen Begriffe der objektorientierten Programmierung sind die Begriffe Klasse und
Objekt. Klassen sind Baupläne für Objekte und beschreiben, welche Eigenschaften (Attribute) und
Fähigkeiten (Methoden) die Objekte haben sollen.
In der folgenden Darstellung werden die wichtigsten Diagrammarten der UML beschrieben
1. Klassendiagramm
Beispiel: Wir wollen ein Auto programmieren. Das Auto soll folgende Eigenschaften besitzen: Farbe,
kw, km-Stand und Tankinhalt. Das Auto besitzt die Fähigkeiten ’fahren’ und ’tanken’. Ein
Klassendiagramm erstellt mit dem Java-Editor von Gerhard Röhner sieht dann wie folgt aus:
Der Klassenname steht in der oberen Zeile zentriert und fett.
In der 2. Zeile stehen die Attribute. – bedeutet private. D.h. dieses Attribut kann man von ohne die
passende Methode nicht verändern. Hinter dem Attributnamen steht der Datentyp.
In der 3. Zeile stehen die Methoden mit ihren Übergabedatentypen und Rückgabedatentypen. +
bedeutet, dass eine Methode public ist.
Normalerweise existieren für jedes Attribut sogenannte get- und set- Methoden. Damit können die
Attribute mit Werten besetzt werden (set), bzw. die aktuellen Werte der Attribute ausgegeben
werden (get). Im Klassendiagramm verzichtet man aber meist auf die Darstellung dieser Methoden,
um das Diagramm nicht unnötig unübersichtlich zu machen.
2. Objektdiagramm
Wenn wir nun nach dem Plan der Klasse Auto ein
konkretes Auto bauen, so entsteht ein Objekt. Ein
Objekt hat eine eigene Bezeichnung, z.B. meinAuto.
Objekte werden in der UML mit einem
Objektdiagramm dargestellt und mit konkreten
Eigenschaften beschrieben.
Informatikskript.doc
meinAuto : Auto
kw
farbe
km
tankinhalt
70
rot
25600
60
1
Programmentwicklung mit UML
Objekte mit gleichen Eigenschaften (Attributen) und gleichen Fähigkeiten (Methoden) werden
zu Klassen zusammengefasst.
3. Erweiterungen des Klassendiagramms
3.1. Vererbung
Zwischen mehreren Klassen kann es die Beziehung Oberklasse( auch Basisklasse) und
Unterklasse(auch abgeleitete Klasse) geben. Unterklassen erben die Attribute und Methoden der
Oberklasse und können zusätzlich noch eigene Attribute und Methoden besitzen. Wenn wir unser Auto
jetzt noch in PKW und LKW unterteilen, so kann es eine Oberklasse Auto und zwei Unterklassen PKW
und LKW geben. Vererbung wird in der UML durch eine nicht ausgefüllte Pfeilspitze dargestellt. Die
folgenden beiden Abbildungen zeigen die korrekte Darstellung für das Klassendiagramm sowie ein
Objektdiagramm für zwei Objekte:
Informatikskript.doc
2
Programmentwicklung mit UML
3.2. Beziehungen zwischen Klassen
Assoziationsname
Leserichtung
3.2.1. Assoziation und Kardinalitäten
besitzt ?
Autovermietung
Fahrzeug
1
1..*
Kardinalität sagt aus, wie viele Objekte einer Klasse existieren können.
Kardinalität
1
0...1
*
1..*
5..14
6,7
Bedeutung
Genau 1
1 oder kein
Beliebig viele
1 bis beliebig viele
5 bis 14
6 oder 7
Beispiel Autovermietung:
Autovermietung
Fahrzeug
Kunde
Buchung
Aufgabe: Zeichen Sie Assoziationen und Kardinalitäten ein.
3.2.2 Rollenname: Die Beziehungen zwischen zwei Klassen können unterschiedlich sein
Auto
Informatikskript.doc
0..1 ? ist Eigentümer 1
Halter
0..1 1 ? fährt
0..1
Fahrer
Person
3
Programmentwicklung mit UML
3.2.3 Reflexive Assoziation.
Objekte derselben Klasse stehen miteinander in Beziehung
Vorgesetzter 0..1
Person
Ein Mitarbeiter hat einen
oder keinen Vorgesetzten.
Ein Vorgesetzter hat
beliebig viele Mitarbeiter
*
Mitarbeiter
-Name
3.2.4 Oder – Restriktion
Garage
oder
Auto
Parkplatz
3.2..5 Untermengenrestriktion
Projekt
?
*
?
leitet
Projektleiter
1
bearbeitet Mitarbeiter
Person
*
1..*
Personen können Projektleiter oder Mitarbeiter sein. Ein Projektleiter ist eine Untermenge von Mitarbeiter.
3.2.6. Aggregation. Ganzes – Teil Beziehung Teile können auch eigenständig existieren
Kurs
?
(Pfeil mit nicht ausgefüllter Raute)
Teilnehmer
3.2.7 Komposition Strenge Ganzes – Teil Beziehung, Lebensdauer des Teilobjektes richtet sich nach der
Lebensdauer des Aggregationsobjektes
Auto
(Pfeil mit ausgefüllter Raute)
Rücksitz
Informatikskript.doc
4
Programmentwicklung mit UML
4. Sequenzdiagramme
Klassendiagramme sind eine statische Darstellung und beschreiben die Klassen und deren Beziehungen
untereinander.
Sequenzdiagramme beschreiben die zeitliche Abfolge und damit die dynamische Seite der Interaktionen zwischen
den Objekten.
Im Sequenzdiagramm wird der Nachrichtenaustausch zwischen den Objekten in zeitlicher Reihenfolge dargestellt.
Beispiel: Der Filialleiter eines Supermarktes ruft abends von seinem PC aus die Tagesumsätze der beiden Kassen ab
und ermittelt den täglichen Filialumsatz.
Informatikskript.doc
5
Programmentwicklung mit UML
5. Aktivitätsdiagramme
Beispiel:
Definition
In einem Aktivitätsdiagramm werden die Objekte eines Programmes mittels der Aktivitäten, die
sie während des Programmablaufes vollführen, beschrieben. Eine Aktivität ist ein einzelner
Schritt innerhalb eines Programmablaufes, d.h. ein spezieller Zustand eines Modellelementes,
eine interne Aktion sowie eine oder mehrere von ihm ausgehende Transitionen enthält. Gehen
mehrere Transitionen von der Aktivität aus, so müssen diese mittels Bedingungen voneinander
zu entscheiden sein. Somit gilt ein Aktivitätsdiagramm als Sonderform eines
Zustandsdiagrammes, dessen Zustände der Modellelemente in der Mehrzahl als Aktivitäten
definiert sind.
Beschreibung
In einem Programmablauf durchläuft ein Modellelement eine Vielzahl von Aktivitäten, d.h.
Zuständen, die eine interne Aktion und mindestens eine daraus resultierende Transition
enthalten. Die ausgehende Transition impliziert den Abschluss der Aktion und den Übergang des
Modellelementes in einen neuen Zustand bzw. eine neue Aktivität. Diese Aktivitäten können in
ein Zustandsdiagramm integriert werden oder besser aber in einem eigenen Aktivitätsdiagramm
visualisert werden. Ein Aktivitätsdiagramm ähnelt in gewisser Weise einem prozeduralem
Flußdiagramm, jedoch sind alle Aktivitäten eindeutig Objekten zugeordnet,d.h. sie sind entweder
einer Klasse, einer Operation oder einem Anwendungsfall eindeutig untergeordnet.
Notation
Eine Aktivität wird durch ein "Rechteck" mit konvex abgerundeten Seiten visualisiert. Sie
enthält eine Beschreibung der internen Aktion. Von der Aktivität aus gehen die Transitionen, die
den Abschluss der internen Aktion und den Übergang zur nächsten Aktivität darstellen.
Informatikskript.doc
6
Programmentwicklung mit UML
6. Anwendungsfalldiagramme (use case diagram)
Das Anwendungsfalldiagramm ist ein Verhaltensdiagramm. Es zeigt eine bestimmte Sicht auf
das erwartete Verhalten eines Systems und wird deshalb für die Spezifikation der
Anforderungen an ein System eingesetzt. Anwendungsfalldiagramme beschreiben die
Beziehungen zwischen einer Gruppe von Anwendungsfällen und den teilnehmenden Akteuren.
Dabei ist zu beachten, dass ein Anwendungsfalldiagramm nicht das Systemdesign wiederspiegelt
und damit keine Aussage über die Systeminterna trifft. Anwendungsfalldiagramme werden zur
Vereinfachung der Kommunikation zwischen Entwickler und zukünftigen Nutzer bzw. Kunde
erstellt. Sie sind vorallem bei der Festlegung der benötigten Kriterien des zukünftigen Systems
hilfreich. Somit treffen Anwendungsfalldiagramme eine Aussage, was zu tun ist, aber nicht wie
wie das erreicht wird.
Anwendungsfälle werden durch Ellipsen die den Namen des Anwendungsfalles tragen und einer
Menge von beteiligten Objekten (Akteuren) dargestellt. Zu jedem Anwendungsfall gibt es eine
Beschreibung in Textform. Die entsprechenden Anwendungsfälle und Akteure sind durch Linien
miteinander verbunden. Akteure können durch Strichmännchen dargestellt werden. Die
Systemgrenze wird durch einen Rahmen um die Anwendungsfälle symbolisiert.
Beispiel für Anwendungsfälle in einer Bank
Informatikskript.doc
7
Programmentwicklung mit UML
7. Weitere Diagrammarten
Auf folgende der insgesamt 13 Diagrammarten wird in diesem Skript nicht näher eingegangen:
§
§
§
§
§
Zustandsdiagramme
Kollaborationsdiagramme (Kommunikationsdiagramm)
Komponentendiagramme
Verteilungsdiagramme
Paketdiagramme
Die wichtigste Bedeutung für die statische Darstellung eines objektorientierten Systems hat
zweifellos das Klassendiagramm.
Die dynamische Seite (Programmablauflogik) wird am häufigsten durch das Sequenz- oder das
Aktivitätsdiagramm modelliert.
Informatikskript.doc
8
Programmentwicklung mit UML
8. Vorgehensmodell für die objektorientierte Systementwicklung
Für Anwendungssysteme, die objektorientiert gelöst werden sollen und deren
Entwicklungsphasen durch UML-Diagramme unterstützt werden sollen, bietet sich folgende
Vorgehensweise an:
0. Problemstellung (Kundenauftrag)
1. Analysephase
Analyse des Geschäftsprozesses Darstellung mit EPK und/oder
Anwendungsfalldiagramm.
Das Anwendungsfalldiagramm dient der gemeinsamen Sprachfindung und Abstimmung
2. Design (Entwurf)
Entwurf der Klassen mit Attributen und Methoden
dynamisches Verhalten der Klassen, Ablauflogik
Klassendiagramm
Sequenz- und
Aktivitätsdiagramme
auch Struktogramme u.a.
Häufig wird das sog. Prototyping oder RAD (Rapid-Analyse-Design) benutzt, um dem
Auftraggeber schon in einem frühen Stadium ein grobes Modell der Problemlösung
vorzustellen. Anhand des Protoyps können evt. Abweichende Vorstellung noch
rechtzeitig korrigiert werden bevor die Systementwicklung schon zu weit fortgeschritten
ist.
3. Codieren
4. Implementierung und Test
Informatikskript.doc
9
Programmentwicklung mit UML
9.
Aufgaben
1. Erstellen Sie ein Klassendiagramm für eine Klasse Hund, erzeugen Sie zwei Objekte Fifi und
Bello und stellen Sie diese in einem Objektdiagramm dar.
2. Eine Schule besteht aus Schülern und Lehrern. Fassen Sie wichtige Eigenschaften in einer
Oberklasse Person zusammen und bilden Sie durch Vererbung zwei Unterklassen Schüler und
Lehrer. Von den Schülern werden wieder zwei Klassen Vollzeitschüler und Teilzeitschüler abgeleitet. Zeichnen Sie ein Klassendiagramm
3. Eine Automobilfirma hat zwei Werke. In jedem Werk wird ein bestimmter Fahrzeugtyp
hergestellt. Für die Fahrzeuge werden die Attribute Produktname, Preis und Verkaufsmenge
erfasst. Für die Werke werden die Attribute Standort und Werksumsatz sowie die Methode
Werksumsatz_ermitteln erfasst. Die Firma hat einen Namen und verfügt über die Methode
Gesamtumsatz_ ermitteln.
a) Erstellen Sie ein Klassendiagramm mit den Assoziationen.
b) Der Firmeninhaber möchte den Gesamtumsatz ermitteln. Erstellen Sie ein Sequenzdiagramm für diese Anwendung.
4. Ein Zug besteht aus Waggons. Jeder Waggon hat genau sechs Abteile. In einem
Abteil können bis zu sechs Fahrgäste sitzen.
Stellen Sie in einem Klassendiagramm die Assoziationen und die Kardinalitäten dar.
5. Kursverwaltung
Ein Fortbildungsinstitut möchte seine Software zur Kursverwaltung auf die objektorientierte
Programmierung umstellen. Zu diesem Zweck soll zunächst folgender Sachverhalt als Klassendiagramm
modelliert werden:
Für die Teilnehmer eines Kurses werden der Name, die Anschrift und der Status (beschäftigt,
Schüler/Student bzw. arbeitslos) gespeichert. Jeder Teilnehmer kann sich für ein oder mehrere Kurse
anmelden. Für jeden Kurs werden dessen Nummer, die Bezeichnung, das Datum sowie die Kursgebühr
gespeichert. An einem Kurs können nicht mehr als 20 Teilnehmer teilnehmen.
Jeder Kurs wird von einem Kursleiter angeboten. Ein Kursleiter kann mehrere Kurse anbieten. Für den
Kursleiter werden Name und Firma gespeichert. Ein Teilnehmer kann nicht gleichzeitig Kursleiter sein.
Jeder Teilnehmer hat genau ein Konto. Im Konto werden Kontonummer, und die bezahlte Kursgebühr
gespeichert.
Erstellen Sie das Kla ssendiagramm mit den Klassenbezeichnungen, den Attributen und den Assoziationen
Get- und set-Methoden für die Attribute müssen nicht dargestellt werden.
6. Eine Supermarktkette verwaltet von der Zentrale (Z1) aus 2 Filialen (F1 und F2).
Die Filiale 1 hat 3 Kassen (k1, k2 und k3), die Filiale 2 hat 2 Kassen (k4, k5).
Über den Zentrale sollen die Tagesumsätze aller Filialen ermittelt werden.
Die Kassen speichern die Kassenbezeichnung, die morgendliche Bargeldeinlage und den
aktuellen Kassenbestand. Die Filialen werden mit Name und Tageseinnahme erfasst.
a) Erstellen Sie das Klassendiagramm
b) Erstellen Sie ein Sequenzdiagramm für die Ermittlung der Tagesumsätze durch die
Zentrale.
(Johlen 3.1.1 S. 114)
Informatikskript.doc
10
Programmentwicklung mit UML
7. Eine Studentin möchte ein Buch aus der Bibliothek ausleihen
• Sie gibt bei der Ausleihe Lesernummer, Autor und Titel des Buches an.
• Die Ausleihe prüft über den Buchbestand, ob das Buch in der Bibliothek geführt wird.
• Wenn das Buch existiert, wird im zweiten Schritt versucht, dieses auszuleihen.
• Es wird jetzt geprüft, ob ein Exemplar vorhanden ist.
• Sollte in Exemplar vorliegen, wird es mit der Lesernummer der Studentin ausgeliehen.
• Die Studentin erhält von der Ausleihe das Buch.
a) Erstellen Sie ein Klassendiagramm
b) Erstellen Sie ein Sequenzdiagramm
8. In einem Unternehmen soll die Autragsbearbeitung mit einem neuen Programm erledigt
werden. In einem Klassendiagramm soll zunächst die Struktur des Systems modelliert
werden. Die Grundlage dazu liefern folgende Informationen:
Wenn ein Kunde einen Auftag erteilt, werden die einzelnen Auftragspositionen erfasst.
Bei jeder Auftragsposition wird anhand der Produktdaten die Lieferfähigkeit überprüft.
Nach Abschluss der Auftragserfassung wird eine Rechnung generiert. Anhand der Auftragssstatistik kann jederzeit ein Überblick alle Aufträge gewonnen werden.
Aufträge werden mit Auftragsnummer, Kundennummer, Datum und Auftragssumme erfasst.
Für Kunden werden die Kundennummer, Name und Anschrift gespeichert. Auftragspositionen
Beinhalten die Auftragsnummer, Positionsnummer, Artikelnummer und Menge.
Die Produktdaten speichern Artikelnummer, Artikelbezeichnung, Bestand und Preis.
Rechnungen beeinhalten das Rechnungsdatum, die Auftragsnummer und die Rechnungsnummer.
Informatikskript.doc
11
Programmentwicklung mit UML
Vollständiges Beispiel Firmenumsätze (Musterbeispiel)
Erstellung der objektorientierten Anwendung ‚Firmenumsätze’ in 5 Schritten
Eine Autofirma verfügt über zwei Werke, die zentral von der Firma verwaltet werden. Jedes Werk
stellt einen bestimmten Fahrzeugtyp her. Für ein Fahrzeug wird die Bezeichnung, der Preis und die
verkaufte Stückzahl festgehalten.
Mit Hilfe der Software der Firma kann ein Benutzer in bestimmten Zeitintervallen den gesamten
Umsatz der Firma ermitteln. Dazu wird jeder Werksumsatz einzeln ermittelt. Der Werksumsatz
ergibt sich aus dem Preis und der Stückzahl des im Werk hergestellten Fahrzeuges.
Das Klassendiagramm
Informatikskript.doc
12
Programmentwicklung mit UML
Das Sequenzdiagramm
Informatikskript.doc
13
Programmentwicklung mit UML
Nachdem in der UML-Darstellung das Klassendiagramm, ein Objektdiagramm sowie das
Sequenzdiagramm für den Anwendungsfall ‚Firmenumsätze ermitteln’ erstellt wurde, soll die
Software realisiert werden.
An diesem Beispiel wollen wir den gesamten Prozess der objektorientierten Softwareherstellung in
einzelnen Schritten nachvollziehen.
1. Schritt
2. Schritt
3. Schritt
4. Schritt
5. Schritt
Modellieren der Klasse Produkt
Modellieren der Klasse Werk
Modellieren der Klasse Firma
Ermitteln des Gesamtumsatzes
Modellieren der Assoziationen zwischen den Klassen
Zusatz:
6. Schritt
Umsetzung mit GUI-Komponenten
Informatikskript.doc
14
Programmentwicklung mit UML
1. Schritt
Wir modellieren zunächst die Klasse Produkt, erzeugen 2 Objekte und verwenden die get- und set-Methoden.
1.1 Modellieren der Klasse mit dem JavaEditor und automatischer Coderzeugung
public class Produkt {
/**
* Attribut name
*/
private String name;
/**
* Attribut preis
*/
private float preis;
/**
* Attribut anzahl
*/
private int anzahl;
/**
* Methode getName
* @return name
*/
public String getName() {
return name;
}
/**
* Methode setName
* @param name
*/
public void setName(String name) {
this.name = name;
}
/**
* Methode getAnzahl
* @return anzahl
*/
public int getAnzahl() {
return anzahl;
}
/**
* Methode getPreis
* @return preis
*/
public float getPreis() {
return preis;
}
/**
* Methode setPreis
* @param preis
*/
public void setPreis(float preis) {
this.preis = preis;
}
Informatikskript.doc
/**
* Methode setAnzahl
* @param anzahl
*/
public void setAnzahl(int anzahl) {
this.anzahl = anzahl;
}
}
15
Programmentwicklung mit UML
1.2. Wir erstellen ein Java-Programm ‚Schritt1’ um die Klasse auszutesten
// Datei: Schritt1.java
public class Schritt1
{
public static void main(String[] args)
{
// Objekt mit dem Standardkonstruktor erzeugen (noch ohne Assoziationen)
Produkt p1 = new Produkt();
//Besetzen der Attribute mit set-Methode
p1.setName("Smaragd");
p1.setPreis(20000);
//Werte mit get-Methode anzeigen
System.out.println("Produktname: "+p1.getName());
System.out.println("Preis
: "+p1.getPreis());
Aufgabe: 1. Ergänzen Sie die fehlende set, und get-Methode für das Attribut anzahl!
2. Ergänzen Sie das Programm um ein 2. Objekt für das Fahrzeug Saphir
Informatikskript.doc
16
Programmentwicklung mit UML
2. Schritt
Wir modellieren die Klasse Werk, erzeugen 2 Objekte und verwenden die get- und set-Methoden.
2.1 Modellieren der Klasse mit dem JavaEditor und automatischer Coderzeugung
public class Werk {
/**
* Attribut name
*/
private String name;
/**
* Attribut w_umsatz
*/
private float w_umsatz;
/**
* Methode getName
* @return name
*/
public String getName() {
return name;
}
/**
* Methode setName
* @param name
*/
public void setName(String name) {
this.name = name;
}
/**
* Methode getW_umsatz
* @return w_umsatz
*/
public float getW_umsatz() {
return w_umsatz;
}
/**
* Methode setW_umsatz
* @param w_umsatz
*/
public void setW_umsatz(float w_umsatz) {
this.w_umsatz = w_umsatz;
}
/**
* Methode (int
* @return Ergebnis
* @param p
*/
public float ber_w_umsatz (int a,float p) {
w_umsatz=a*p;
return w_umsatz;
}}
Informatikskript.doc
17
Programmentwicklung mit UML
2.2. Wir erstellen Programm ‚Schritt2’ zum Testen der Klasse Werk
// Datei: Schritt2.java
public class Schritt2
{
public static void main(String[] args)
{
Produkt p1 = new Produkt();
p1.setName("Smaragd");
p1.setPreis(20000);
p1.setAnzahl(25);
System.out.println("Produktname: "+p1.getName());
System.out.println("Preis
: "+p1.getPreis());
System.out.println("Anzahl
: "+p1.getAnzahl());
//Werk-Objekt 1 erzeugen
Werk w1=new Werk();
//Werk-Objekt 2 erzeugen
//Attribut name besetzen
//Attributwerte für Namen anzeigen
//Werksumsatz für Werk 1 ausrechnen und ausgeben
float wu=w1.ber_w_umsatz(p1.getAnzahl(),p1.getPreis());
System.out.println("Umsatz Werk "+w1.getName()+" betraegt: "+wu);
//Werksumsatz für Werk 2 ausrechnen und ausgeben
Aufgabe: 1. Erzeugen Sie ein 2. Werksobjekt, setzen Sie die Namen auf ‚Essen’ und ‚Dortmund’ und
lassen Sie dieses Attribut wieder anzeigen
2. Berechnen Sie den Werksumsatz für das Werk Dortmund und lassen Sie diesen ausgeben
Informatikskript.doc
18
Programmentwicklung mit UML
3. Schritt
Wir modellieren die Klasse Firma und erzeugen 1 Objekt mit einem Konstruktor
Die beiden Klassen Produkt und Werk besitzen jeweils ein Attribut für den Namen.
Bei der Klasse Firma verzichten wir darauf und geben dem Objekt den Namen der Firma.
3.1 Modellieren der Klasse mit dem JavaEditor und automatischer Coderzeugung
public class Firma {
/**
* Attribut g_umsatz
*/
private float g_umsatz;
/**
* Konstruktor mit Initialisierung
*/
public Firma(float u)
{
g_umsatz=u;
}
/**
* Methode getG_umsatz
* @return g_umsatz
*/
public float getG_umsatz() {
return g_umsatz;
}
/**
* Methode setG_umsatz
* @param g_umsatz
*/
public void setG_umsatz(float g_umsatz) {
this.g_umsatz = g_umsatz;
}
/**
* Methode berechne_g_umsatz
* @return Ergebnis
*/
public float berechne_g_umsatz(float w) {
g_umsatz=g_umsatz+w;
return g_umsatz;
}
}
Informatikskript.doc
19
Programmentwicklung mit UML
3.2. Wir erstellen Programm ‚Schritt3’ zum Testen der Klasse Firma
// Datei: Schritt3.java
public class Schritt3
{
public static void main(String[] args)
{
Produkt p1 = new Produkt();
p1.setName("Smaragd");
p1.setPreis(20000);
p1.setAnzahl(25);
System.out.println("Produktname: "+p1.getName());
System.out.println("Preis
: "+p1.getPreis());
System.out.println("Anzahl
: "+p1.getAnzahl());
Produkt p2 = new Produkt();
p2.setName("Saphir");
p2.setPreis(15000);
p2.setAnzahl(18);
System.out.println("Produktname: "+p2.getName());
System.out.println("Preis
: "+p2.getPreis());
System.out.println("Anzahl
: "+p2.getAnzahl());
Werk w1=new Werk();
w1.setName("Essen");
Werk w2=new Werk();
w2.setName("Dortmund");
System.out.println("Werk: "+w1.getName());
float wu1=w1.ber_w_umsatz(p1.getAnzahl(),p1.getPreis());
float wu2=w2.ber_w_umsatz(p2.getAnzahl(),p2.getPreis());
System.out.println("Umsatz Werk "+w1.getName()+" betraegt: "+wu1);
System.out.println("Umsatz Werk "+w2.getName()+" betraegt: "+wu2);
//Erzeuge das Firmenobjekt und initialisiere Umsatz mit 0
Aufgabe: Erzeugen Sie ein Objekt der Klasse Firma mit der Bezeichnung Opal und lassen Sie den
Gesamtumsatz anzeigen.
Informatikskript.doc
20
Programmentwicklung mit UML
4. Schritt Berechnen des Gesamtumsatzes gemäß Sequenzdiagramm
In der Anwendung werden zur Verdeutlichung alle Zwischenergebnisse ausgegeben.
public class Firmenumsatz
{
public static void main(String[] args)
{
// Objekte mit Konstruktoren erzeugen (noch ohne Assoziationen)
Firma Opal = new Firma(0);
Werk w1 = new Werk();
Werk w2 = new Werk();
Produkt p1 = new Produkt();
Produkt p2=new Produkt();
//Eigenschaften zuweisen
w1.setName("Essen");
w2.setName("Dortmund");
p1.setName("Smaragd");
p2.setName("Saphir");
p1.set_preis(20000);
p1.set_anzahl(5);
p2.set_preis(25000);
p2.set_anzahl(7);
// Umsätze berechnen
System.out.println("Werk Essen: ");
System.out.println("Preis holen: "+p1.get_preis());
System.out.println("Verkaufsmenge: "+p1.get_anzahl());
System.out.println("Umsatz Werk Essen: "+w1.ber_w_umsatz(p1.get_preis(),p1.get_anzahl()));
Opal.ber_g_umsatz(w1.ber_w_umsatz(p1.get_preis(),p1.get_anzahl()));
System.out.println("Werk Dortmund: ");
System.out.println("Preis holen: "+p2.get_preis());
System.out.println("Verkaufsmenge: "+p2.get_anzahl());
System.out.println("Umsatz Werk Essen: "+w2.ber_w_umsatz(p2.get_preis(),p2.get_anzahl()));
Opal.ber_g_umsatz(w2.ber_w_umsatz(p2.get_preis(),p2.get_anzahl()));
System.out.println("Gesamtumsatz: "+Opal.get_umsatz());
}
}
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21
Programmentwicklung mit UML
5. Schritt
Assoziationen werden durch sog. Verweisattribute hergestellt. Wir wollen dies am Beispiel der Beziehung zwischen
Werk und Produkt zeigen. Jedes Werk stellt ein Produkt her und zu jedem Produkt gehört ein Werk. Diese
Assoziation wird in den Klassen Werk und Produkt als Attribut dargestellt. Datentyp dieses Verweisattributes ist ein
Klassenname.
Auch für diese Attribute muß es get- und set-Methoden geben, damit die Assoziationen in der Anwendung
hergestellt werden können.
5.1 Verweisattribute in der Klasse Werk
} class Werk {
// Attribute
private Produkt meinProdukt; //Verweisattribut
String name;
float w_umsatz;
// Konstruktoren
public Werk(Produkt p)
{
meinProdukt=p;
p.setMeinWerk(this);
// Methoden
public void setMeinProdukt(Produkt meinProdukt)
{
this.meinProdukt=meinProdukt;
}
public Produkt getMeinProdukt()
{
return meinProdukt;
}
}
Informatikskript.doc
22
Programmentwicklung mit UML
5.2 Verweisattribute in der Klasse Produkt
public class Produkt {
// Attribute
private Werk meinWerk;
//Verweisattribut
// Konstruktoren
public Produkt(Werk w, String n, float p, int z)
{
meinWerk=w;
w.setMeinProdukt(this);
}
// Methoden
public void setMeinWerk(Werk meinWerk)
{
this.meinWerk=meinWerk;
}
public Werk getMeinWerk()
{
return meinWerk;
}
}
5.3 Erzeugen der Verweise in der Applikation und Anzeige der Assoziationen
public class Firmenumsatz
{
public static void main(String[] args)
{
// Objekte mit Konstruktoren erzeugen (noch ohne Assoziationen)
Firma Opal = new Firma(0);
Werk w1 = new Werk();
Werk w2 = new Werk();
Produkt p1 = new Produkt();
Produkt p2=new Produkt();
//Eigenschaften zuweisen
w1.setName("Essen");
w2.setName("Dortmund");
p1.setName("Smaragd");
p2.setName("Saphir");
p1.set_preis(20000);
p1.set_anzahl(5);
p2.set_preis(25000);
p2.set_anzahl(7);
//Beziehungen herstellen
w1.setMeinProdukt(p1);
w2.setMeinProdukt(p2);
p1.setMeinWerk(w1);
p2.setMeinWerk(w2);
//Anzeigen der Assoziationen
System.out.println("Werk "+w1.getName()+ " baut+w1.getMeinProdukt().getName());
System.out.println("Werk "+w2.getName()+ " baut "+w2.getMeinProdukt().getName());
//und umgekehrt
System.out.println("Produkt "+p1.getName()+ " wird gebaut im Werk
"+p1.getMeinWerk().getName());
System.out.println("Produkt "+p2.getName()+ " wird gebaut im Werk
"+p2.getMeinWerk().getName());
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