Motorrad = Ratio + Emotion

Motorrad = Ratio + Emotion
Motorrad = Ratio + Emotion
— Anmerkungen zum Motorrad —
Hinrich E. G. Bonin1
1 Prof.
Dr. rer. publ. Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Hinrich E. G. Bonin lehrte bis
¨
Ende M¨arz 2010 Informatik in der Offentlichen
Verwaltung“ an der Leuphana Uni”
versit¨at L¨uneburg, Institut f¨ur Wirtschaftsinformatik (IWI), Email: [email protected],
Adresse: An der Eulenburg 6, D-21391 Reppenstedt, Germany.
2
Kurzfassung: Gegenstand eigener Art“
”
Kawasaki: Adrenalin-Beschleuniger; Die neue ZZR 1400 verbindet unsere Leidenschaft f¨ur High”
kg
Tech mit der Suche nach der ultimativen Performance. (≈ 1,3PS
) Durch modernste Elektronik wie
Traktionskontrolle, ABS und Power-Modi hat sich Leistung noch nie so gut angef¨uhlt!“
→ http://www.kawasaki.de/ZZR1400 (Zugriff: 11-May-2012)
D
ieses Manuskript dokumentiert in der Biker Community“ u¨ bliche
”
sowie meine pers¨onlichen Gedanken zum weit gefassten Thema
Motorrad. Einerseits geht es um eine komplexe Technik (≡ Ratio) und
andererseits um die Frage, wie wirkt dieser Gegenstand eigener Art“
”
auf uns, also auf Beteiligte und Betroffene, und wie ver¨andert er uns (≡
Emotion).
¨
Das Manuskript dokumentiert Ideen und Uberlegungen,
die ich mehr
oder weniger zuf¨allig aufgegriffen habe und die mir relevant erscheinen. Dabei sind ein umfangreiches Glossar und ein kommentiertes Literaturverzeichnis entstanden, die die intensive Befassung mit diesem
spannenden Thema erleichtern.
Da ich weiterhin das Thema bearbeite, wird das Manuskript von Zeit zu
Zeit verbessert und fortgeschrieben:
→ http://www.hegb.de/motorrad/motorradall.pdf.
3
Summary: “A unique object”
T
his documents both concepts commonly held in the “Biker Community”, together
with my own personal thoughts on the broad theme of the motorbike. On the one
hand, it is a matter of a complex technology (≡ Ratio) and on the other, the question of
what effect this “unique object” has on us, that is to say, those directly involved plus the
enthusiasts, and how much it changes us (≡ Emotion).
The document incorporates ideas and concepts that have occurred to me by chance and
which have seemed pertinent. As a result, a comprehensive glossary and an annotated
bibliography have been created which throw some light on the preoccupation with this
exciting subject. As I am continuously working on this theme, the document will be expanded and improved as time goes on.
Abr´ege: “Un objet particulier”
C
e manuscrit montre mes id´ees et ceux courantes dans la commune des “bikers” sur
le th`eme: “la moto”. D’un cote il s’agit d’une technologie complexe (≡ raison), de
l’autre il s’agit de la question comment ce objet particulier agit sur nous, les participants
et les concernes, et comment il nous change (≡ e´ motion).
Le manuscrit montre des id´ees et des consid´erations que j’apprendrais peu ou prou par
accident et qui m’apparais important. En l’occurrence un glossaire volumineux et une
bibliographie annot´ee se formaient qui facilitent une occupation intensive avec ce th`eme
captivant. Le manuscrit sera am´eliore et d´enombre d’une fao¸ n continue, parce que je
adapte le th´eme de temps en temps.
Sumario: “un objeto de la manera propia”
E
se manuscrito documenta mis ideas y las ideas corrientes en la comunidad de los
“bikers” sobre el tema: “La moto”. Por un lado esta una tecnica complexa, por otro
lado esta la pregunta como ese objeto de la manera propia nos, partcipantes y afecradores,
obra y como nos cambia.
El manuscrito documenta ideas que retomia mas o menos casualmente y que me aperecen
relevantemente. Asi un glosario extenso y una bibliografia comentada se formian que
alivian la ocupacion intensiva con ese tema apasionante. El manuscrito esta mejorado y
continuada a ratos por que trabajo el tema ademas.
Sammanfattning: “objekt av sitt egen slag”
D
etta manuskript dokumenteras i “Biker Community” vanliga tankar och mina per˚ ena sidan finns det en komplexa
sonliga tankar om det breda a¨ mnet Motorcykel. A
f¨orh˚allande och d¨aremot a¨ r fr˚agan hur p˚averka detta “objekt av sitt eget slag” oss, s˚a deltagare och ber¨orande, och hur det f¨or¨andrats oss. Manuskriptet dokumentera ide´er och
tankar som jag har mer eller mindre tagit upp tillf¨allig och som verkar relevanta. Under
den tiden utvecklads en omfattande ordlista och en kommenterad bibliografi som underl¨atta ing˚aende diskussion om detta sp¨annande a¨ mne. Eftersom jag forts¨atta att redigera
a¨ mnet, manuskriptet f¨orb¨attrades fr˚an tid till annan och uppdaterades.
c
Hinrich
E. G. Bonin Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich gesch¨utzt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne meine Zustimmung unzul¨assig und
¨
strafbar. Das gilt insbesondere f¨ur Vervielf¨altigungen, Ubersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
4
Vorwort
D
en Titel meines Manuskripts u¨ ber das weite Feld Motorrad habe ich als
eine n¨uchterne Gleichung formuliert, um so die weit verbreitete Auffassung zu dokumentieren, dass es eigentlich nur um ein technisches Produkt geht,
das u¨ blicherweise mit Hilfe der Mathematik beschreibbar und verstehbar ist.
So findet man im Manuskript auch mathematische Gleichungen (z. B. → Abschnitt 2.5 auf Seite 83) und formale Deklarationen (z. B. → Abschnitt C auf
Seite 179).
Mit Motorrad = Ratio + Emotion ist jedoch fast ein Oxymoron“ entstan”
den, also eine Formulierung aus zwei gegens¨atzlichen, sich scheinbar widersprechenden und/oder ausschließenden Begriffen. Unstrittig wird unser technischer Gegenstand eigener Art“ mit Ratio, im Sinne von Vernunft, Verstand,
”
Klugheit und Einsicht verkn¨upft. Dazu passt Emotion als bewusste und/oder
unbewusste Wahrnehmung, die physiologischen Ver¨anderungen ausl¨ost und
das subjektive Gef¨uhlserleben wesentlich ver¨andert, eigentlich nicht oder nur
ganz selten.
Foto: C. Bonin, 14-Aug-2015. Vom Wohnhaus ab zu einer kleinen abendlichen Spritztour.
Trotz alledem stehe ich einem Motorrad nicht nur eindimensional rational
gegen¨uber. Das Gegenst¨uck zur rationalen Sicht, also eine irrationale Sicht,
trifft es jedoch nicht. Eher ist es eine emotionale R¨uckkopplung, die das eigene
Handeln, Denken und F¨uhlen pr¨agt.
Danksagung
Cornelia danke ich f¨ur das unersch¨opfliche Verst¨andnis, obwohl ich sie jahrelang mit dem Thema
Motorrad zugetextet“ habe.
”
L¨uneburg, den 19. August 2007 – 22. Oktober 2015
Hinrich E. G. Bonin
5
Vereinbarungen und Notation
Aus Lesbarkeitsgr¨unden sind nur die m¨annlichen Formulierungen genannt; die
Leserinnen seien implizit ber¨ucksichtigt. So steht z. B. das Wort Motorradfah”
rer“ hier f¨ur Motorradfahrerin und Motorradfahrer.
Soweit wie m¨oglich stehen deutsche Fachbegriffe. Ausnahmen bilden Be¨
griffe, bei denen die Ubersetzung
nicht eins-zu-eins“ m¨oglich ist und/oder die
”
englische Fassung sich durchgesetzt hat, z. B. Wheelie (deutsch: Abheben des
Vorderrades).
6
Inhaltsverzeichnis
1 Problemaufriß— mehr als Fortbewegung
1.1 Wie alles begann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.2 Wahl des passenden“ Motorrads . . . . . . . . . . . . . .
”
1.2.1 Kriterien f¨ur die Endscheidung . . . . . . . . . . .
1.2.2 Begr¨undungen f¨ur die Wahl . . . . . . . . . . . .
1.2.3 Motorrad-Typ — eine Affinit¨atsfrage? . . . . . . .
1.2.4 Meine Favoriten — a¨ ndern sich! . . . . . . . . . .
1.3 Ber¨uhmte Maschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1.3.1 Die Erste — Hildebrand & Wolfm¨uller . . . . . .
1.3.2 Die schnelle Engl¨anderin — Brough Superior . . .
1.3.3 Die schnelle Japanerin — Frankensteins Tochter“
”
1.3.4 Die Meiste — Honda Super Cub . . . . . . . . . .
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35
37
2 Ratio
2.1 Baugrupppen . . . . . . . . . . . . . . . .
2.2 Antrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.2.1 Motor . . . . . . . . . . . . . . . .
2.2.2 Kraft¨ubertragung . . . . . . . . . .
2.3 Fahrwerk & Karosserie . . . . . . . . . . .
2.3.1 Geometrie . . . . . . . . . . . . . .
2.3.2 Rahmen . . . . . . . . . . . . . . .
2.3.3 Rad . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.3.4 Reifen . . . . . . . . . . . . . . . .
2.3.5 Einstellung . . . . . . . . . . . . .
2.3.6 Zuladung . . . . . . . . . . . . . .
2.3.7 Aerodynamik . . . . . . . . . . . .
2.4 Elektrik & Elektronik . . . . . . . . . . . .
2.4.1 Batterie . . . . . . . . . . . . . . .
2.4.2 Computerbasierte Assistenzsysteme
2.5 Kr¨afte & Leistungsbedarf . . . . . . . . . .
2.5.1 Station¨are Fahrwiderst¨ande . . . . .
2.5.2 Leistungsbedarf bei konstanter Fahrt
2.5.3 Instation¨are Fahrwiderst¨ande . . . .
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INHALTSVERZEICHNIS
8
2.6
2.7
2.8
2.9
2.5.4 Geradeausfahrt . . . . . . . . . . . .
2.5.5 Periodischen St¨orungen der Stabilit¨at
2.5.6 Vollbremsung . . . . . . . . . . . . .
Zuverl¨assigkeit . . . . . . . . . . . . . . . .
Fehlererkennung . . . . . . . . . . . . . . .
Werkzeug & Instandsetzung . . . . . . . . .
2.8.1 Wergzeug . . . . . . . . . . . . . . .
2.8.2 Instandsetzung & Wartung . . . . . .
Schutzausr¨ustung (Bekleidung) . . . . . . . .
2.9.1 Helm . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.9.2 Protektor . . . . . . . . . . . . . . .
2.9.3 Jacke . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.9.4 Sicherheitsweste . . . . . . . . . . .
2.9.5 Hose . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.9.6 Handschuhe . . . . . . . . . . . . . .
2.9.7 Stiefel . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.9.8 Winterausr¨ustung . . . . . . . . . . .
3 Emotion
3.1 Gegenstand eigener Art . . . . . . . . . .
3.1.1 Gef¨uhl der Gegenw¨artigkeit . . .
3.1.2 Lustgef¨uhl . . . . . . . . . . . .
3.1.3 Machtgef¨uhl . . . . . . . . . . .
3.1.4 Angstgef¨uhl . . . . . . . . . . . .
3.1.5 Cyborg-Gef¨uhl . . . . . . .
3.1.6 Exklusivit¨at . . . . . . . . . . . .
3.1.7 Augenmaschine . . . . . . . . . .
3.1.8 Motobicyklistisches Ranking . . .
3.2 Extreme Touren-Fahrer . . . . . . . . . .
3.2.1 Claudia Metz und Klaus Schubert
3.2.2 Ted Simon . . . . . . . . . . . .
3.2.3 Lois Pryce . . . . . . . . . . . .
3.2.4 Susi Boxberg . . . . . . . . . . .
3.2.5 Doris Wiedemann . . . . . . . .
3.3 Rennen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.4 Training . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.5 Unfall (Sturz) . . . . . . . . . . . . . . .
3.5.1 Respekt vor dem Motorrad . . . .
3.5.2 Alarmzeichen . . . . . . . . . . .
3.5.3 Aufheben des Motorrades . . . .
3.6 Tipps f¨ur Fahrspaß . . . . . . . . . . . .
3.6.1 Richtig Sitzen . . . . . . . . . . .
3.6.2 Richtig Schalten . . . . . . . . .
3.6.3 Schr¨aglage > 20 ◦ . . . . . . . . .
3.6.4 Kurventechnik . . . . . . . . . .
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147
INHALTSVERZEICHNIS
3.7
3.8
3.6.5 Langsame Fahrt . . . . . . . .
3.6.6 Richtig Wenden am Berg . . .
3.6.7 Renntempo — Hanging off . .
3.6.8 Regenfahrt . . . . . . . . . .
3.6.9 Fahrt auf sandiger Piste . . . .
3.6.10 Bremsen mit/ohne ABS . . .
3.6.11 Zu zweit auf der Maschine . .
3.6.12 Fluchtweg (L¨uckenerkennung)
3.6.13 Biken im Team . . . . . . . .
3.6.14 Aufbocken . . . . . . . . . .
Kontrapunkt: Gespannfahren . . . . .
Entt¨auschung . . . . . . . . . . . . .
4 Fazit
9
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150
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152
152
153
153
155
156
157
158
159
159
161
A Meine Maschinen
163
A.1 Honda CB 450 K1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
A.2 Vespa P200 E . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165
A.3 BMW R 1100 GS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170
B Meine Touren
177
B.1 Erste Wiedereinstiegserfahrungen . . . . . . . . . . . . . . . 177
B.2 Kleine Genusstouren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 178
C Type Definition: Motorrad-Stuckliste
¨
179
D Erste-Hilfe-Maßnahmen — 112
185
E Begriffe, Akronyme & Abkurzungen
¨
189
F Literatur
219
G Index
235
10
INHALTSVERZEICHNIS
Kapitel 1
Problemaufriß — mehr als
Fortbewegung
Die dem motorisierten Zweirad
”
neben dem Auto verbliebenen Transportaufgaben
haben Mofa und Moped u¨ bernommen [...].
Das Motorrad aber ist mehr denn je
technisch und fahrerisch reizvolles Hobby- und Freizeitger¨at.“
(→ [Rau1975] S. 4)
as Motorrad1 ist zumindest in Deutschland nicht (mehr ?) das Transportmittel des armen Mannes.2 Das einspurige Zweirad l¨asst sich weder in
Beziehung zum Auto noch zum motorisierten Fahrrad (Mofa) hinreichend beschreiben.
Es ist ein Gegengstand eigener Art, der Emotionen gepaart mit vern¨uftigen
¨
Uberlegungen
auf vielf¨altige Art und Weise ausl¨ost. Er verlangt von seinem
Fahrer eine fundierte Auseinandersetzung mit seinem Verhalten, seinen Motiven, seiner Reaktionsf¨ahigkeit und seiner Verantwortung Dritten gegen¨uber.
Leicht beschreiben l¨aßt sich dieser Gegenstand eigener Art daher nicht. Trotz
alledem wird hier eine notwendige Eigenschaft kurz herausgehoben: das Leistungsgewicht, also das Gewicht des vollgetankten Motorrades in kg bezogen
kg
—
auf die maximale Leistung seines Motor in PS. Es ist beim Motorrad < 5 PS
zum Vergleich ist es beim Automobil der Mittelklasse, z. B. beim VW Passat,
kg
kg
und bei einem Mofa ≈ 20 PS
.
≈ 13 PS
Dieses hervorragende Leistungsgewicht verspricht traumhafte Beschleunigungen, die f¨ur den Betrachter des Motorrades eine implizite, nicht ignorierbare Herausforderung darstellen, die es gilt in der Rolle als Fahrer zu meistern.
D
Hansj¨org Znoj: Ist das Motorrad als Gegenstand f a¨ hig, Men”
schen zu motivieren? Ja, insofern als es als beseelter Gegen1 Amtliche
Bezeichnung Kraftrad.
der Bundesrepubik Deutschland gab es im Jahr 2008 ≈ 3.570.000 Motorr¨ader (Quelle:
Statistisches Bundesamt Deutschland → http://www.destatis.de. . . (Zugriff: 23-Oct-2008))
2 In
11
12 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Legende:
Foto: H. Bonin, 1-Nov-2012
Der kreative Metallbaukasten Eitech Staterset 38300009 →http://www.eitech.de (Zugriff: 1-Nov-2012)
Abbildung 1.1: Motorrad aus dem Metallbaukasten
stand eben nicht frei ist von projizierten W u¨ nschen: ja, weil das
Motorrad, einmal verbunden mit dem Fahrer, Eigenschaften aufweist, die sich dem Fahrer unmittelbar mitteilen und sein Verhalten beeinflussen.“ (→ [Zno2011] S. 39)
Die Lust am Spiel mit der Geschwindigkeit ist der dominierende Aspekt; zumal Tempo auf dem Motorrad anders empfunden wird als im Automobil. In
der Blechkiste“ empfindet man die Umwelt nur stark ged¨ampft. Das unmit”
telbare F¨uhlen der Umwelt, also des Wetters (Hitze, K¨alte, Regen, Wind, Hagel etc.) und des Weges (Kurven, Schlagl¨ocher, Griffigkeit, Steigungen etc.)
a¨ hnelt eher dem auf dem Fahrrad; allerdings fehlt dem Radler die Option f¨ur
einen ausgepr¨agten Geschwindigkeitsrausch. Aufgrund der Lust am Spiel mit
der Geschwindigkeit kann des Motorrad plakativ als die Spielmaschine
charakterisiert werden.
Hansj¨org Znoj: Das Motorrad als Spielmaschine zu bezeich”
nen, sollte nicht abwertend verstanden werden. Erst im Vergn u¨ gen
entsteht Kreativit¨at, erst in der Muße kommen die wirklich guten
Ideen.“ (→ [Zno2011] S. 40)
Klar ist, jede Spielmaschine birgt die Gefahr, dass der Spieler s¨uchtig wird
und jede Form von Sucht ist mit dem Thema Krankheit assoziiert. Klar ist aber
auch, dieses Suchtpotential kann bei etwas Willenst¨arke beherrscht werden.
1.1. WIE ALLES BEGANN
13
1.1 Wie alles begann
Dieses seltsame Gebilde aus Stahl und Leichtmetall und Gummi,
”
es wird tats¨achlich lebendig,
indem es im gleichen Augenblick
zu einem Teil des Fahrers wird
und zu einem Teil der Maschine.“
(→ [Spi2006] S. 17)
Irgendwann erkannte ich, dass die Idee, in der Zeit als Pension¨ar Neues,
also keine Informatik, 3 keine Jagd,4 kein Hundetraining, 5 kein Radfahren 6 und
auch kein Triathlon, 7 zu machen, mit dem Thema Motorrad eng verbunden ist.
Also fing ich wieder an Material u¨ ber dieses Thema zu sammeln und meine ei¨
¨
genen Uberlegungen
dazu aufzuzeichnen. Eine Skizze der Uberlegungen
dazu
zeigt die Mind Map-Abbildung 1.2 auf Seite 14. Klar ist, die schon besessenen
Maschinen r¨ucken wieder in den Blickpunkt (→ Abschnitt A auf Seite 163).
Klar ist aber auch, ein R¨uckblick auf Gewesenes w¨are viel zu wenig. Das Thema Motorrad verlangt zumindest nach einem intensivem Studium; neue wie
auch klassische Literatur r¨uckt damit in den Blickpunkt (→ Abschnitt F auf
Seite 219). Dar¨uber hinaus nat¨urlich auch das Streben nach praktischen Erfahrungen (siehe zum Beispiel Abschnitt 3.6 auf Seite 143).
Das Thema Motorrad wird in meinem Umfeld, also bei Bekannten und
¨
Freunden, ja sogar in der engeren Familie, sehr kritisch gesehen. In der Offentlichkeit ist das Image des Motorradfahrers u¨ berwiegend negativ. Er gilt als
dumm“ oder zumindest als unvern¨unftig, weil er das erhebliche (Rest-)Risiko
”
offensichtlich ignoriert ( pr¨adestinierter Organspender“). Auf jeden Fall hat er
”
¨
von Geschwinden Ruf eines Normbrechers, 8 weil die Uberschreitungen
digkeitsbegrenzungen quasi systemimmanent sind.
Trotz alledem fesselt und fasziniert mich das Motorrad auch im Sinne einer
Lustmaschine,9 die sich einer betriebswirtschaftlich orientierten Kostenund Nutzenanalyse entzieht, schon u¨ ber Jahrzehnte. Was lag daher n¨aher, jetzt
da etwas mehr Zeit zum eigenen Gestalten gegeben ist, das Thema zu vertiefen. Die klassische Frage: Welche Maschine soll es denn sein? bietet dazu den
logischen Einstieg.
3 Zum Beispiel: Softwarekonstruktion: LISP (Scheme)
→ http://www.hegb.de/scheme/schemeall.pdf (Zugriff: 25-Apr-2012)
4
Zum Beispiel: Jagdwaffe: Gedanken zur zweckm¨aßigen Waffe
→ http://www.hegb.de/waffe/waffeall.pdf (Zugriff: 25-Apr-2012)
5 Zum Beispiel: Jagdhund: Teamarbeit mit dem R¨
udemann
→ http://www.hegb.de/hund/hundall.pdf (Zugriff: 25-Apr-2012)
6 Zum Beispiel: Reisen: Passion Pushbike
→ http://www.hegb.de/bicycle/bicycleall.pdf (Zugriff: 25-Apr-2012)
7 Zum Beispiel: Triathlon: Ratgeber f¨
ur das Training
→ http://www.hegb.de/triathlon/ratgeber.pdf (Zugriff: 25-Apr-2012)
8 → z. B. [Zno2011] S. 142
9 → z. B. [Zno2011] S. 151
14 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Legende:
Erstellt mit
dem
Werkzeug
f¨ur
Brainstorming
MindManger
→http://www.mindjet.com/de (Zugriff: 19-Apr-2008)
Abbildung 1.2: Entwurf f¨ur das Manuskript
Version
5.2.344
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
15
1.2 Wahl des passenden“ Motorrads
”
[...] choosing the size and type
”
of motorcycle to ride,
can be a daunting10 process.“
→ [MSF2005] p. 22.
Wichter als die Wahl des Motorrads
”
ist der gekonnte Umgang mit dem,
was man zur Verf¨ugung hat.“
→ [Dem2004] S. 37.
1.2.1 Kriterien fur
¨ die Endscheidung
Wenn es um die Entscheidung f¨ur das eigene Motorrad geht, gilt es vorab die
individuellen Auswahlkriterien sorgsam zu ermitteln, zu notieren und zu gewichten.11 Keinesfalls sollte man blind dem Rat von guten Freunden, Verk¨aufern oder den Spr¨uchen von Werbetexterns folgen, wie zum Beipiel:
Harley-Davidson Motorcycles: Es ist einfach. Wirklich einfach.
”
Es geht dabei um Sie und die Maschine, die Sie gerne fahren
m¨ochten, um die Strassen, auf denen Sie unterwegs sein wollen.
Es geht nicht um Versicherungen, Sparvertr a¨ ge, Hybridautos oder
das cholseterinarme Leben, welches Sie nach Ansicht vieler Leute f¨uhren sollten. Hier treffen Sie Ihre Entscheidungen mit Blinker
und Gasgriff: Ob Langstreckentrip oder nur kurz mal das kurvige Gel¨auf einer Passtrasse geniessen: Sie haben die Wahl. Und
die Harley-Davidson TM , die Sie fahren m o¨ chten.“ 12 (→ HarleyDavidson Motorcycles 2011 (Katalog) — ONE ROAD, YOUR
ROAD — S. 5)
Auch gilt es der Faszination 13 des neusten Spielzeug(es)“ (→ [Dem2004]
”
S. 33 ) zu widerstehen, wenn ein passendes Bike ben¨otigt wird.
≡ abschreckend, entmutigend
gibt nat¨urlich auch extreme“ Abweichungen von diesem Tipp. Herr M¨ork, ich habe mich
”
”
in dieses Motorrad (MV Augusta Brutale 910R) verliebt. Ich kaufe es. [...] Ich habe das Geld
bar dabei.“, sagte F¨uhrerscheinneuling Physikprofessor Dr. Hans Peter B¨uchler zum MV Augusta
H¨andler in Leonberg (→ [Gro2008] S. 92).
12 Im Original alles in großen Buchstaben.
13 Zum Beispiel Yamaha MT-01 — Der Drehmoment Hammer —; 150Nm bei 3.750 U ; Gemin
wicht vollgetankt 265kg; Klangmaschine: Das massive Triebwerk liefert einen tiefen, satten
”
Sound, der die Umgebung und Herzen zum Beben bringt.“
(→ http://www.yamaha-motor.de/de/products/
motorcycles/mt-series/mt-01.aspx (Zugriff: 26-Nov-2011))
Guido Kupper: Ein Motorrad, das im Bewusstein einschl¨agt wie ein Meteorit und einen Kra”
ter der Erinnerung hinterl¨asst, den die Zeit niemals ausschleifen wird. In den Augen deutscher
Nutzfanatiker aber ist sie schlicht zu nichts n¨utze, diese MT 01. Reisen? Zu kleiner Tank. Stadt?
Besser nicht, Parkraumnot. Sozia? Allenfalls, wenn du Streit suchst. Sport? Ist da jemand nicht
ausgelastet?“ (→ [Kup2011] S. 30)
10 daunting
11 Es
16 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Guido Kupper: Die Brutale14 kann man hassen oder lieben. [. . .]
”
Ich steige von Hondas NC 700 X 15 auf die R 1090 um, und die
Synapsen schießen Sperrfeuer. [. . .] Adrenalin dr u¨ ckt aus den Poren, H¨ande werden feucht, die Konzentration zieht sich von Nebenschaupl a¨ tzen zur¨uck und fokussiert sich. [. . .] Umstiege wie
diese16 machen klar, dass das Motorradfahren eine Welt ist, mindestens so groß wie die real existierende. Und sie erkl a¨ ren viele Missverst¨andnisse zwischen scheinbar, tats a¨ chlichen, aber nur
rudiment¨ar Gleichgesinnten.“ (→ [Kup2012] S. 42)
Die Abw¨agung, wieviel Leistung es letztlich sein soll oder gar muss 17 , wird
in der Biker Community“ sehr emotional und kontrovers gef¨uhrt. Bei einer
”
modernen 250cm 3-Maschine18 mit ≈ 30PS sprechen die einen von Asthma”
tischer Gehhilfe mit Hilfsmotor“, w¨ahrend die anderen dazu pl¨adieren: Mehr
”
braucht kein Mensch“ (→ [BrBr2010] S. 113) . Dabei sind die Beschaffungskosten nur bedingt ein verl¨assliches Entscheidungskriterium, denn bei gleich
hohem Qualit¨atsniveau sind die Fertigungskosten f¨ur eine 250cm 3-Maschine
nicht wesentlich kleiner als f¨ur eine 600cm 3-Maschine mit ≈ 100PS.
Was in der Praxis wirklich bedeutsam ist, muss nicht nur die Leistung betreffen. Es kommen viele weitere Aspekte hinzu. So sollte ein Langzeitfahrer
(Tourenfahrer) eine ihm bequeme und entspannte Sitzposition auf der Maschine einnehmen k¨onnen.
Harry Niemann: Ein Motorrad, das diese Sitzposition (→ Ab”
schnitt 3.6.1 auf Seite 144) konzeptionell nicht erm o¨ glicht, sollte
von vornherein aus der engeren Wahl ausscheiden. Ein guter Kniekontakt zum Tank, leicht angewinkelte Arme, auf denen m o¨ glichst
auch bei langsamer Fahrt kein Gewicht liegt und nicht zu stark abgeknickte Beine sind die Voraussetzung f u¨ r langes, ermu¨ dungsfreies
Fahren.“ (→ [Nie2008] S. 94)
Die Tabelle 1.1 auf Seite 18 skizziert exemplarisch Kriterien zur Untermauerung der zu treffenden Entscheidung. Hinzu kommen sollte das individu¨ at
¨.
ell empfundene Gef¨uhl: Souver anit
14 MV Augusta Brutale R 1090 hat einen 1078cm3 -Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor mit
U
106kW (142PS) bei 10.300 min
; Bohrung × Hub 79 × 55mm, maximales Drehmoment 112Nm
U
bei 8.100 min , Gewicht (vollgetankt) 214kg und kostet im Jahre 2012 ≈ 14.000 ¤.
15
Honda NC 700 X hat einen 650cm3 -Viertakt-Zweizylinder-Reihenmotor mit 35kW (48PS)
U
U
; Bohrung × Hub 73 × 80mm, maximales Drehmoment 60Nm bei 4.750 min
, Gewicht
bei 6.250 min
(vollgetankt) 219kg und kostet im Jahre 2012 ≈ 6.000 ¤.
16 Leistungsgewicht der Honda NC 700 X ≈ 4,56 kg , Leistungsgewicht der MV Augusta Brutale
PS
kg
; das heisst quasi ein Umstieg auf ein dreimal besseres Leistungsgewicht.
R 1090 ≈ 1,51 PS
17 K¨
ure Werren: 80PS [...] F¨ur mich ist das der Standard. Darunter geht auch, aber dann f¨ahrt
man digital (gemeint ist Vollgas oder Bremse) und lernt nicht zu dosieren.“ (→ z. B. [Zno2011]
S. 121)
18 Z. B. Kawasaki Ninja 250 R oder Yamaha WR 250 X, das Supermoto-Modell zu Yamaha WR
250 R (→ Abbildung 1.5 auf Seite 31)
l
Die Kawasaki Ninja 250 R ist sehr sparsam und verbraucht nur 3,1100km
(→ [BiEbSch2008]
S. 17). Mit dem 17l-Tank ergibt sich eine Reichweite von ≈ 500km.
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
17
Ren´e Correra: F¨ur meinen perso¨ nlichen Fahrspaß-Sensor bedarf
”
es aber noch einer weiteren Eigenschaft [. . .]: Souver a¨ nit¨at. Deutlich wird dies schon beim ersten Aufsitzen und Ergreifen der bekannten Mensch-Motorrad-Schnittstellen, diese in der Regel schon
sehr aufschlussreiche Ann a¨ herung an das Wesen eines Motorrads.
Das satte, spielfreie Gef¨uhl an Kupplungs- und Bremshebel, die
genau richtige Mischung aus pr a¨ zisem, aber auch butterig ged¨ampften Einrasten der G a¨ nge, die sichtbare h o¨ here Materialqualit¨at [. . .] Tief im Motorrad und außerordentlich bequem gebettet
[. . .]. Beim Griff zum breiten Lenker rutscht man wie von selbst in
eine angriffslustige Position. [. . .] Das f u¨ hlt sich nach Kraftverwaltung, nach Souver a¨ nit¨at an.“ (→ [HepCor2015] S. 28)
Trotz alledem gilt: Selbstverst¨andlich kann man mit jedem Motorrad auch
zur großen (Welt-)Tour aufbrechen. Es liegt prim¨ar am Biker und nur sekund¨ar
an der Maschine.
1.2.2 Begrundungen
¨
fur
¨ die Wahl
Motorr¨ader:
[...] alles u¨ ber 250 Kilogramm
”
w¨are doch besser ein Auto geworden.“
(→ [Sch¨a2010a] S. 100)
Fragt man einen Biker nach dem Grund f¨ur die Wahl seines Motorrades, dann
erh¨alt man ein ganzes Konglomerat an unterschiedlichsten Argumenten; rational nachvollziehbare sowie einfach nur hinnehmbare. Zum Beispiel: Sie klingt
”
einfach super!“ Beim Lesen von Fachb¨uchern, Belletristik, Fachzeitschriften,
Reklamebl¨attern etc. (→ Abschnitt F auf Seite 219) bin ich auf folgende Aussagen gestoßen, die ich hier unsortiert zitiere:
1. Lois Pryce stellt zur Wahl des richtigen“ Motorrads fest: Ich w¨unsch”
”
te mir in erster Linie ein Motorrad, das mich u¨ berallhin begleitete, das
in einer schwierigen Situation kein Feind, sondern ein Freund war [. . .].
¨
G¨unstig und gef u¨ gig sollte es sein und nach reiflicher Uberlegung
beschloss ich, mich u¨ ber jede Weisheit hinwegzusetzen, und entschied mich
f¨ur ein 225er Trailbike: eine Yamaha XT 225 Serow. 19 Sie war klein,
leicht, sparsam im Verbrauch und nach einer st a¨ mmigen, kleinen Bergantilope benannt.“ (→ [Pry2007] S.19–20.)
2. Thomas Sadewasser pl¨adiert f¨ur ein m¨oglichst leichtes 20 Motorrad: Da
”
t¨auscht auch kein noch so gesch o¨ nter Testbericht daru¨ ber hinweg. Motorr¨ader jenseits der 200-Kilo-Marke sind schlicht ungeeignet f u¨ r Alleinreisende in abgelegenen Gebieten.“ (→ [Sad2005] S. 18) Er w¨ahlt f¨ur
19 Darstellung der Yamaha XT 225 Serow → Abbildungen 1.3 auf Seite 27 und 1.4 auf Seite 27
sowie technische Daten → Tabelle 1.3 auf Seite 28.
20 Bei einer Fahrt im Sturm ist ein hohes Gewicht durchaus hilfreich. Der Richtungswechsel
durch pl¨otzliche Sturmb¨oen ist dann geringer.
18 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Lfd.
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
Anforderungen an ein (Fern-)Reisemotorrad
Kriterium
Kaufpreis: G¨untiger Kaufpreis, damit Finanzen f¨ur die
Reise bleiben.
Betriebskosten: Geringer Kraftstoffverbrauch, um die
Betriebskosten bezahlen zu k¨onnen.
Reichweite: Reichweite von >= 350km.
Ergonomie: Passende Ergonomie, insbesondere passender Abstand von der Sitzbank zum Lenker und zu den
Fußrasten.
Sitzbank: Bequeme(r) Sitz(e) auch bei sehr langen Fahrzeiten.
Vibrationen: Vibrationsarmut, um dicke Handgelenke“
”
zu vermeiden.
Handling: Gutes Handling mit viel Gep¨ack.
Power: Vmax mit vollem Gep¨ack und aufrechter Haltung
von ≈ 130 km
h .
Gewicht: Maschinengewicht bei vollem Tank und mit
Reisegep¨ack < 220kg.
Komfort: Komfort auf schlechten Wegstrecken, daher ein
Federweg vorn und hinten von >= 250mm.
Fahrbarkeit: Guter Geradeauslauf f¨ur konditionsschonendes Fahren auf schlechten Wegstrecken.
Haltbarkeit: Stabile und solide Bauweise, so dass ein
Umfaller keinen nennenswerten Schaden verursacht.
Wartung: Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit
um m¨oglichst selbst stets die Funktionsf¨ahigkeit
gew¨ahrleisten zu k¨onnen.
Legende:
¨
Ahnliche
Kriterien → [Dem2004] S. 34–35
Tabelle 1.1: Kriterien zur Wahl eines (Fern-)Reisemotorrades
Gewicht
10
10
5
8
8
5
8
5
5
5
5
5
5
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
19
seine Reisen eine KTM 625 SXC 21 (→ [Sad2005] S. 23) und vergleicht
diese L¨osung mit der klassischen schweren Enduro BMW R100GS PD
(→ Tabelle 1.2 auf Seite 26).
3. David L. Hough meint zur Wahl der passenden Maschine: “[. . .] a lighter
bike can corner much more easily than a heavier bike can and with less
risk of making mistakes. The 350 (dual sport) was a lot of fun to ride
on the twisty little roads and highways. I’m not sorry I didn’t take my
1,150cc fire-breather on that trip.” (→ [Hou2008] p. 104)
4. Ted Simon erkl¨art die Wahl seines Motorrads Triumph 500cm 3-TigerHundred folgendermaßen: [. . .] und hatte ich das Gef u¨ hl, daß eine Rei”
se, die in England begann und von einer großen britischen Zeitung unterst¨utzt wurde, auch auf einer britischen Maschine gemacht werden
21 KTM 625 SXC ist eine fl¨
ussigkeitsgek¨uhlte Enduro-Offroad-Maschine mit 1-Zylinder 4-TaktU
, maxiMotor, Bohrung × Hub 101mm × 78mm, maximale Leistung 40kW (54PS) bei 7000min
U
, 5 Ganggetriebe, vorn Upsidedown-Teleskopgabel mit
males Drehmoment 55Nm bei 5500 min
295mm Federweg, hinten Zentralfederbein mit 320mm Federweg, Sitzh¨ohe 980mm, Trockengewicht 132kg, Neupreis im Jahre 2003 ≈ ¤7600.
Auf der Suche nach einem wirklich leichten Motorrad, nat¨urlich mit ABS, habe ich am 28May-2015 bei Zweiradsport Meine, Horstfeldweg 8, D-29646 Bispingen, Tel.: 05194/974401,
(→ http://www.team-meine.de (Zugriff: 28-May-2015)) die aktuelle KTM 390 Duke
(Trockengewicht ≈ 139kg — KTM-Prospektangabe) und die aktuelle KTM 690 Duke (ohne Benzin ≈ 150kg — KTM-Prospektangabe) zur Probe gefahren. In beiden F¨allen handelt es sich um
Maschinen mit 1-Zylinder 4-Takt-Motoren.
U
Mein erster Fahreindruck mit der kleinen KTM 390 Duke, 32kW (44PS) bei 9.500min
, war
ur
a¨ ußerst positiv. Schalten, rauf und runter, super. Die Beschleunigung im Bereich bis ≈ 110km
h f¨
mich u¨ berraschend und v¨ollig ausreichend. Die Vibrationen waren im gesamten Drehzahlbereich
— selbst bis zum Aufleuchten der roten Lampe im modernen Multifunktionscockpit — gering.
Der Fahrtwind dr¨uckt relativ stark gegen den aufgerichteten K¨orper. Die Sitzposition ist f¨ur mich
ungewohnt. Wenn man sich etwas zur¨uck lehnt ist der Sitz f¨ur mich eigentlich zu kurz. Mit einwenig Vorlage beim Sitzen passt mir alles. Die Frage ist nur, ob bei langen Touren eine solche
Position angenehm ist. Allerdings komme ich mir so vor, als w¨are ich 16 Jahre f¨uhre ein Mofa,
eben nur ein sehr schnelles. In meinem Alter irgendwie ein etwas komisches Gef¨uhl.
Aus dieser Altersperpektive“ heraus betrachtet war die KTM 690 Duke, 50kW (68PS) bei
”
U
7.500 min
, irgendwie f¨ur mich angemessener. Die Sitzposition mit Knieschluss passte. Beim
schnellen Aufdrehen der 46mm-Drosselklappe (Ride-by-Wire) h¨atte es mich fast vom Sitz gerissen. Die super Beschleunigung, aus dem gem¨utlichen Tempo auf kurvigen Landstraßen heraus, ist
beeindruckend. Allerdings sind durchaus Vibrationen in einigen Drehzahlbereichen sp¨urbar. Mein
Fazit: Eine leichte Wunschmaschine mit modernem ABS (Bosch 9M+ Zweikanal-ABS), die man
¨
mir f¨ur 7.750 ¤ Barzahlungspreis (incl. Uberf¨
uhrungskosten) verkaufen wollte. Dieses Angebot
macht mich wirklich nachdenklich und m¨oglicherweise schlage ich zu.
Alexander Blome: Ich verstand es damals nicht, und es will mir auch heute nicht
”
einleuchten, wie sich Leute f¨ur diese R¨uttelmaschinen (KTM Duke 690 Baujahr
2015) begeistern k¨onnen. Sie sprechen im Drehzahlkeller hart an, daher unsch¨one
Lastwechsel, dann folgt ein kurzes Schiebekommando, und kurz sp¨ater orgeln die
Dinger im Begrenzer. Klar, sie sind sehr leicht und deshalb super f¨ur Cross- und
Supermotostrecken — aber auf der Straße?“ (→ [Blo2015] S. 119)
Mit etwas Abstand dominiert der eigentliche Ausgangsgedanke M¨oglichst leicht! und daher wird
die kleinen KTM 390 Duke mein Favorit; zumal der Listenpreis nur ≈ 5.000 ¤ betr¨agt.
20 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
m¨usse. Diese Entscheidung verursachte mir sp a¨ ter einigen Kummer, aber
wirklich bedauert habe ich sie nie.“ (→ [Sim2007a] S. 21)
5. Ernesto Guevara de la Serna, kurz Che Guevara oder als Volksheld
Che ( 14. Juni 1928 in Rosario, Argentinien, † 9. Oktober 1967
in La Higuera, Bolivien) w¨ahlte f¨ur die im Dezember 1951 beginnende
Reise durch S¨udamerika eine Norton 500, Baujahr 1939. Die klapprige
”
Norten 500,[. . .], wurde sp o¨ ttisch “La Poderosa” (Die Kraftvolle)
genannt.“ (→ [Sym2005] S. 56) Er w¨ahlte diese Maschine eigentlich
nur, weil sie seinem Freund Alberto Granado, einem angehenden Biochemiker, geh¨orte, der auch auf dem vierzehn Jahre alten englischen Motorrad mitfuhr. Patrick Symmes, der diese Reise sp¨ater nachfuhr w¨ahlte
dazu eine zw¨olf Jahre alte orange-blaue BMW R 80 G/S 22 (→ [Sym2005]
S. 48). Meine BMW war zwar genau wie “La Poderosa” mehr als ein
”
Dutzend Jahre alt, aber ich reiste allein und deshalb mit weniger Gewicht. [. . .] Meine Maschine war geradezu pr a¨ destiniert f¨ur diesen Trip.“
(→ [Sym2005] S. 63)
6. Klaus Demel warnt vor kostspieligen Spezialanpassungen eines vorhandenen Motorrades durch Edeltuner. Meist findet sich ein hinreichend
geeignetes Exemplar bei den Standardmodellen. Er verzichtete daher
auf den Umbau seiner vorhandenen Honda CX500 23 und kaufte sich
f¨ur seine Afrikadurchquerung lieber eine Yamaha XTZ 660 T e´ n´er´e. (→
[Dem2004] S. 34)
7. Rainer Janneck schw¨ort auf seine Honda CBR 1100 XX 24 und schreibt
dazu: [. . .] w¨urde ich nicht mehr tauschen wollen. Zu souver a¨ n f¨ahrt sich
”
dieses brilliante Stu¨ ck Schwermetall.“ (→ [Jan2007] S. 74)
8. Tanja und Christian Schulze entscheiden sich f¨ur ihre 15-monatige Fernreise f¨ur eine 14 Jahre alte Honda XRV 750 Africa Twin, Modell RD04,
und gegen die eigene BMW R 1150 GS. Einerseits kennt Christian Schulze die Technik der Afrika Twin ganz gut“. Andererseits bietet diese
”
Honda im Gel¨ande mehr Reserven und Bodenfreiheit als die popul a¨ re,
”
aber viel zahmere BMW. Durch die geringe Verdichtung und serienm a¨ ßige Doppelzu¨ ndung ist die Honda besonders unempfindlich gegen u¨ ber
schlechtem niederoktanigem Benzin.“ (→ [Schu2008] S. 20)
22 Die BMW R 80 G/S, gebaut von 1980 bis 1987, hat einen luftgek¨
uhlten ZweizylinderBoxermotor mit 797,5cm3 Hubraum, Bohrung × Hub 84,8 × 70,6 mm, max. Leistung 37kW
U
U
(50PS) bei 6500 min
, max. Drehmoment 59Nm bei 3500 min
, je 2 Ventile, OHV, Hinterradfederung
Einarmschwinge, Federweg vorn 200mm, hinten 170mm, Leergewicht, vollgetankt 192kg.
23 Spitzname G¨
ullepumpe“.
”
24 Honda CBR
1100 XX, 1137cm3 , 4-Zylinder-4-Takt-Reihe, 4 Ventile pro Zylinder, zwei oben
U
liegende Nockenwellen, Einspritzung, geregelter Katalysator, 152PS bei 9500min
, 119Nm bei
U
, 6 G¨ange, Kette, Br¨uckenrahmen aus Aluminium, 43mm Durchmesser der Teleskopga7250 min
belrohre, Zentralfederbein, Federweg vorn 120mm, hinten 120mm, Fahrzeuggewicht vollgetankt
254kg, Sitzh¨ohe 810mm, 2 Scheibenbremsen vorn, hinten eine, Tankvolumen 23l, Preis ≈ 13.000
¤.
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
21
9. Susi Boxberg w¨ahlt f¨ur ihre erste große Motorradtour, eine Afrikareise
von K¨oln aus, als optimale Maschine eine BMW F 650 GS. Eine gu”
te Wahl, beschied Michael, dessen Frau mit der gleichen Maschine in
S¨udamerika beste Erfahrungen gemacht hatte.“ (→ [ Box2008] S. 16)
10. Dietmar Obert w¨ahlte f¨ur seine Fernreise in S¨ud- und Zentralasien eine
Honda Transalp. 25 Sie ist eine extrem zuverl¨assige Maschine und mit
”
ihrem laufruhigen Zweizylinder viel weniger anstrengend als ein Einzylinder. F¨ur mich war das im Hinblick auf eine so lange Reise ein wichtiges Argument. Außerdem ist sie deutlich leichter als beispielsweise eine (Honda XRV 750) Africa Twin. [. . .] Noch einmal mit der Transalp?
Ja, aber 20 Kilo weniger w a¨ ren nicht schlecht.“ (→ [Obe2009]
S. 68–69)
11. Dieter Kreutzkamp ger¨at auf die Frage, warum ich f¨ur dieses S¨udeuropa”
Abenteuer ausgerechnet auf eine vibrierende, br u¨ llende, stampfende und
manchmal schwer zu b a¨ ndigende sechs Zentner schwere Harley (Fat
Boy) stieg, ins Stottern. [. . .] Dann dr u¨ ckte ich auf den Anlasser, genoss
das Zittern, das sich von den Trittbrettern unter den F u¨ ßen durch die
Waden zog und sich in Schulterh o¨ he mit der vom Lenker kommenden
Vibration vereinte. Ich fuhr kein Motorrad, ich b a¨ ndigte eine Harley —
so wie ein Cowboy in den Rocky Mountains seinen Mustang. Ich f u¨ hlte
mich frei wie der Wind, der mir unter dem offenen Jethelm ungehindert
ins Gesicht blies.“ (→ [Kre2008] S. 12–13)
12. Christoph Driesen empfiehlt f¨ur den echten Fernreisenden die 2008ter
Neuauflage des bew¨ahrten W¨ustenschiffes“ Yamaha XT 660 Z T e´ n´er´e26
”
und schreibt dazu: Wer das große Abenteuer sucht, sein Geld lieber in
”
die Reise als in das Motorrad steckt, der findet momentan kein besseres
Angebot als die T´en´er´e.“ (→ [Dri2008] S. 33)
13. Ren´e Degelmann empfiehlt: Wenn ihr den Einstieg in das Gel a¨ ndefahren
”
verwirklichen wollt, empfehle ich eine Enduro mit Straßenzulassung (z. B.
Suzuki DR-Z 400 E) 27 anzuschaffen. Damit habt ihr die meisten Einsatzzwecke abgedeckt und besitzt einen echten Allrounder mit Alltagsqualit¨aten. [. . .] Bei dieser DR-Z habe ich die Gabel und den D a¨ mpfer
an meine Bed u¨ rfnisse anpassen lassen. Hierbei konnte gleichzeitig das
Fahrwerk auf meine Gro¨ ße und mein Gewicht optimiert werden. [. . .]
25 Die Honda Transalp hat einen Zweizylinder-V-Motor mit 680cm3 , max. Leistung von 44kW
U
U
(60PS) bei 7750 min
, max. Drehmoment 60Nm bei 6000 min
, Gewicht vollgetankt 214kg.
26 Yamaha XT 660 Z T´
en´er´e fl¨ussigkeitsgek¨uhlter Einzylindermotor, Hubraum 660cm3 , Bohrung
× Hub 100mm×84mm, vier Ventile, Trockensumpfschmierung, Saugrohreinspritzung, U-Kat, Euro 3, Federweg vorn 210mm, hinten 200mm, Speichenr¨ader mit Alu-Felgen, vorn 1.85x21, hinten
2.75x17, Gewicht fahrfertig 211kg, Zuladung 185kg, Basispreis ¤6.995,- .
27 Gleiche Maschine als Supermoto → XLM-Notation Abschnitt C.2 auf Seite 181.
22 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Daneben erhielt das Fahrzeug einen anderen Lenker 28 , eine andere Sitzbank und das Cockpit habe ich ebenfalls umgebaut. Wichtig war mir
hierbei der Erhalt der Straßenzulassung — sicher kein leichtes Unterfangen und zum Teil mit hohen Kosten verbunden.“ (→ [ Deg2007] S. 34–
35)
14. Tino Schuppan formuliert sein Motto wie folgt: Hubraum ist durch
”
nichts zu ersetzen!29 Ich habe eine umgebaute GSX 1400/getunt auf 135
PS, was schnelles und gem u¨ tliches Fahren zula¨ sst. Ich w¨urde auch keine Vergasermaschine mehr kaufen, nach dem ich den Einspritzer nun
gew¨ohnt bin. Das geht zwar zu Last entsprechender “Kl a¨ nge”, die man
aber wieder durch eine entsprechende “T u¨ te” (Acrapovic) reinholen kann.
Kostet alles Geld, wie die meisten scho¨ nen Dinge im Leben. Einige stehen in meinem Bekanntenkreis auch sehr auf Buell, die auch nicht ganz
im Mainstream liegt. [. . .] Ich glaube, dass ist alles Geschmackssache
und eine Typfrage. Ich glaube es kommt darauf an, nicht das objektiv
beste Motorrad zu finden, da mittlerweile von der Qualit a¨ t alle sehr gut
sind, sondern das zu seinem Typ und innerem Wesen passende Bike.“ (→
[Schu2008])
15. Torsten Schopbach stellt zu seiner Entscheidung Yamaha XT 600 sarkastisch fest: [. . .] erstens fahre ich eine Yamaha XT 600 (das beste Motor”
rad der Welt), und die braucht keine Ersatzteile, und zweitens ist dieser
Motorradtyp in den USA fast unbekannt — daher gibt es auch keine Ersatzteile! (Nebenbei bemerkt: manche Motorradtypen werden nur nach
Europa und nirgendwo sonst hin geliefert!)“ (→ [Schop2007] S. 10)
16. Peter Ruch entschied sich f¨ur seine Reise von Alaska bis Feuerland
f¨ur eine Yamaha Super T e´ n´er´e30 (→ S. 50). Er hatte mit seiner Super
T´en´er´e schon vor seiner Reise viele Kilometer gefahren. [. . .] sie als
”
ein durchzugkra¨ ftiges, leicht beherrschbares Motorrad kennengelernt.
[. . .] Der hochmoderne F u¨ nfventilmotor zeigte sich u¨ berraschenderweise
auch vo¨ llig gefeit vor technischen Problemen: Er konsumierte ohne zu
murren Benzin mit knapp 80 Oktan, er verdaute Paß u¨ berquerungen in
fast 5000 Meter Ho¨ he, ohne sich je zu verschlucken.“ (→ [Ruc1994]
S. 10)
17. Helmut Wicht entscheidet sich aufgrund seiner besten Sozia“ f¨ur eine
”
Honda Varadero 1000 31. Er beantwortet die Frage nach einem neuen
28 F¨
ur die Fahrt im Gel¨ande ist [...] zu bedenken, dass wir dort in erster Linie stehend unterwegs
”
sind — daher ist es wichtig den Lenker in eine hierf¨ur komfortable Position zu bringen. Bei der
Abstimmung von Motorradgeometrie und K¨orpergr¨oße kann es durchaus Sinn machen, sich aus
dem Zubeh¨or eine Lenkererh¨ohung zu besorgen.“ (→ [Lin2010] S. 52)
29 Konsequenterweise k¨
ame dann eine Maschine von Boss Hoss (→ S.192) in Betracht; zum
Beispiel Hoss Boss LS2 mit 6000cm3 .
30 Schweizer Modell genannt Yamaha XVZ 750 Super T´
en´er´e.
31 Honda Varadero 1000, fl¨
ussigkeitsgek¨uhlter 90◦ -V2-Viertaktmotor mit geregeltem Kataly-
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
23
Motorrad folgendermaßen: Kein bandscheiben- und sozia-mordendes
”
Alteisen (zwanzig Jahre Guzzi und zehn Jahre Harley sind erstmal genug), sondern was zum Fahren. [. . .] Das, was in Zeitschriften stand,
stimmt gar nicht. Die ist nicht nur beim Angucken h a¨ sslich, die ist auch
h¨asslich, wenn man draufsitzt. Schon der Tank, der aussieht wie eine gut
getr¨ankte, u¨ bergroße Pampers, u¨ ber dem Motor zum Ausd u¨ nsten aufgeh¨angt. [. . .] Opas Ohrensessel mit 98 PS und Verkleidung. Platz f u¨ r jede Menge Gepa¨ ck. [. . .] Das ist jetzt neun Jahre her. Mittlerweile habe ich
— schon auf der zweiten Varadero 32 — 150.000 Kilometer gesammelt.
Die Sozia ist noch die erste, und ich bin geneigt, da einen urs a¨ chlichen
Zusammenhang zu sehen.“ (→ [Wic2008] S. 42–43)
18. Andreas H¨ulsmann empfiehlt: Weniger ist mehr!“ Ein Kompromiss aus
”
Gewicht und Hubraum machen das Vorankommen auf unwegsamen Pisten wie sie beispielsweise in Patagonien und in den Anden vorkommen
problemloser. Optimal ist dort ein Motorrad mit einem Leergewicht von
150 . . . 200kg und einem Hubraum von 500 . . .750cm 3 . (→ [H¨ul2006]
S. 309)
19. Erik Peters w¨ahlt eine Yamaha XTZ 660 T e´ n´er´e, Baujahr 1993. Er schreibt
dazu: [. . .] f¨ur 1432 Euro bei eBay ersteigert. Sicher gibt es bessere
”
Motorr¨ader. Im Hinblick auf das Preis-Leistungsverh a¨ ltnis schien mir
dieses Modelle jedoch die optimale Wahl zu sein. Nicht zuletzt weil wir
geplant hatten, die Motorr a¨ der am Ziel der Reise (≡ Shanghai) zu verkaufen.“ (→ [Pete2008] S. 218)
20. Doris Wiedemann begr¨undet ihre Wahl folgendermaßen: Zuverl¨assig,
”
reisetauglich, bezahlbar und mit einem hohen Wiederverkaufswert in
China. Die Kriterien sind schnell unter einen Hut gebracht: Die BMW
F 650 GS ist auf Langstrecken erprobt und offroad-tauglich, bei der
Spritqualita¨ t nicht heikel und bei den Chinesen hoch angesehen. Eine
Unfallmaschine, ein Einkausbummel bei der Firma Touratech 33, ein bisschen Schrauben, ein bisschen Farbe, schon hat die Kleine einen Namen:
Rotb¨ackchen.“ (→ [Wie2009] S. 8)
21. Manuela und Matthias Krause entschieden sich f¨ur ihre große Nordamerikareise f¨ur die Kawasaki KLR 650 34 , eine recht einfach gestrickte
”
sator Hubraum 996cm3 , Bohrung × Hub 98mm × 66mm, maximale Leistung 69kw (94PS) bei
U
U
7.500 min
, maximales Drehmoment 98Nm bei 6.000 min
, Abgasverhalten Euro 3, G-Kat, 6-Gang
Getriebe, 25l-Tank, 838mm Sitzh¨ohe, 43mm Teleskopgabel, Federweg vorne 155mm und hinten
145mm, Gewicht vollgetankt 269kg (mit ABS 276kg)
Der Varadero-Sitz verspr¨uht die Bequemlichkeit eines Fernsehsessels.“ (→ [H¨ul2009] S. 15)
”
32
Varadero ist der Name einer Stadt an der Nordk¨uste Kubas auf der Halbinsel Hicacos in der
Provinz Matanzas, ≈ 120km o¨ stlich der Hauptstadt. Warum man ein japanisches Motorrad nach
”
einem Badeort auf Kuba benennt, wird mir ewig ein R¨atsel bleiben. Japan hat doch auch sch¨one
Str¨ande, in Nagasaki zum Beispiel [...]“ (→ [Wic2005] Fußnote 21 auf S. 39).
33 Angaben zur Firma Touratech AG → [Tou2007]
34 Die Kawasaki KLR 650 (bis 2003 in Deutschland angeboten) hat einen fl¨
ussigkeitsgek¨uhlten
24 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Einzylinder-Enduro mit rustikaler Technik und u¨ berschaubarer Elektrik.
Auch unser Motorradh a¨ ndler, [. . .], besta¨ rkte uns in dieser Entscheidung
und sagte uns seine Unterst u¨ tzung zu, falls wir unterwegs Probleme bekommen sollten.“ ( → [Kra2009], S. 6)
22. Michael Wiedemann und Dieter Lubenow formulieren zur Frage des
passenden Motorrades: Bei mir (Michael) stand eine nagelneue BMW
”
GS 1200 auf dem Hof. Ich h a¨ tte nie gedacht, dass mir mal so ein Altherren-Mopped unter den Hintern kommen w u¨ rde.“ (→ [WiLu2009]
S. 10) [. . .] Aber ein Offroad-Abenteuer in einem exotischen Land wie
”
die Mongolei will gut vorbereitet sein. Dieter musste sich extra ein gel¨andega¨ ngiges Bike kaufen. Seine (BMW) R 75/6 35 w¨are vom Fahrwerk
her sicher nicht die richtige Wahl gewesen. Eine BMW R 80 GS 36 von
1992 in einem Traumzustand, mit nur 18.000 km auf der Uhr, kam ihm
da sp¨ater gerade recht.“ (→ [WiLu2009] S. 10)
23. Der Niederl¨ander Sjaak Lucassen w¨ahlt f¨ur seine Weltreise einen Supersportler, die sehr schnelle Yamaha R1 37 . Er begr¨undet seine außergew¨ohnliche Wahl wie folgt: Ich trage den Reisevirus in mir und liebe
”
den Klang eines Vierzylinder-Reihenmotos. Außerdem lebt ein kleines
Teufelchen in meiner Gashand, das mich jedes Mal zwickt, wenn es eine
sch¨one Kurve sieht.“ (→ [Wie2009a] S. 101)
24. Der Engl¨ander Graham Field begr¨undete seine Wahl einer Kawasaki
KLR 650 (→ S. 23 ) wie folgt: “So I was riding to Mongolia alone on a
bike which I bought off eBay for £800 (2012: ≈ 1.000¤). [. . .] The KLR
650 didn’t pull effortless wheelies, but those aren’t really a necessity for
a long overland trip. It didn’t produce adrenalin like my Ducati does;
it didn’t give me the feeling of achievement of my chopper; or have a
triple-figure cruising speed of my triple cylinder Triumph. That, I suppose, is why I bought it. I needed something that wasn’t like the others, to
do something the others couldn’t do.” (→ [Fiel2012] S. 1)
25. F¨ur den eingefleischten, stolzen Arbeiter-Typ war (und ist ?) es das deutsche Wirtschaftswunder-Moped, die Kreidler Florett. Alex Gfeller: Er
”
DOHC 1 Zylinder 4-Takt-Motor mit Bohrung × Hub von 100mm×83mm, eine maximale Leistung
U
U
von 31kW (42PS) bei 7.000 min
und ein maximales Drehmoment von 47Nm bei 6.500 min
und ein
Leergewicht von 168kg.
l
Die KLR 650 von Manuela Krause verbrauchte bei ≈ 26.000km im Durchschnitt 4,75100km
. Die
l
Maschine von Matthias Krause auf der gleichen Strecke im Durchschnitt 5,11100km ([Kra2009],
S. 231).
35
BMW R 75/6, gebaut von 1973–1976, luftgek¨uhlter Viertakt-2-Zylinder-Boxermotor mit
U
,
745cm3 , Bohrung × Hub 82mm × 70,6mm, maximale Leistung 50PS (36,8kW ) bei 6.200 min
U
km
maximales Drehmoment 60Nm bei 5.000 min , maximale Geschwindigkeit 177 h , Federweg vorn
20,8cm, hinten 12,5cm, zul¨assiges Gesamtgewicht 398kg.
36 → BMW R 80 G/S S. 20.
37 Die Yamaha R1, genau bezeichnet Yamaha YZF-R1, ist ein Supersportler mit 998cm3 HubU
raum und 134kW (182PS) bei 12.500 min
und einem maximalen Drehmoment von 116Nm bei
U
. Sie hat vollgetank ein Leergewicht von 206kg.
10.000 min
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
25
(der Florettfechter) hat gar nie ein anderes Motorrad fahren wollen, als
dieses leichte, praktisch unverw u¨ stliche, westdeutsche Pressstahl-Produkt
[. . .] als so ein kleines, motorisiertes Zweirad nichts anderes als der
knapp realisierbare Traum der einfachen Werkt a¨ tigen gewesen ist, ein
billiges, simples, solides Fortbewegungsmittel f u¨ r die proletarischen Massen auf ihrem ta¨ glichen Weg in die Fabriken [. . .].“ (→ [Gfe2007] S. 66)
26. Florian Rolke w¨ahlt f¨ur seine Afrikadurchquerung ein Mop(p)ed (Kleinroller) des VEB Fahrzeug- und Jagwaffenwerks Simson, Suhl. Bald ist
”
klar, meine Reise-Schwalbe 38 soll eine Simson der Baureihe KR 51/1
werden. [. . .] Als Antriebsquelle dient ein 3,4 PS-Einzylinder-Zweitaktmotor mit Dreiganggetriebe, der die Simson auf eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h beschleunigt. Der große Vorteil der KR 51/1 gegen¨uber dem Nachfolgemodell liegt in der Gebl a¨ sek¨uhlung des Motors.
[. . .] ersteigere im Internet eine Simson Schwalbe Baujahr 1978 f u¨ r 224,01
¤.“ (→ [Rol2011] S. 12–13) Nach einer totalen Motor¨uberholung mit
Umr¨ustung auf eine elektronische Z¨undung schnurrt die Schwalbe“.
”
27. Die MSF (Motorcycle Safety Foundation) empfiehlt f¨ur (Wieder-)Einsteiger den Kauf von zwei Motorr¨adern mit folgender Begr¨undung: “So
my39 advice: don’t buy one bike, buy two 40 — whatever street bike you
love, plus a little dirt bike on which to learn (relatively) pain-free lessons.” (→ [MSF2005] p. 22)
Gegen die im Trend liegende Empfehlung: So leicht wie m¨oglich! wendet
sich Maik Schwarz. Er empfiehlt stattdessen: Das ideale Maschinengewicht
liegt ≈ 120 · · · 150kg u¨ ber dem Fahrergewicht. 41 Beispiel: Ein samt Ausstattung 90kg schwerer Fahrer ist in der Klasse zwischen ≈ 210 · · ·240kg am besten aufgehoben. 42 (→ [Schw2007])
F¨ur die Motorrad Magazin Mitarbeiter Helmut Heusler und Henning Sch a¨ ffler folgt das ideale Motorrad“ ( fahrdynamische Idealpaket“ ) der Formel mit
”
”
den vielen Achten:
Optimale Motorrad: 180 Kilogramm fahrfertiges Gewicht, 80 PS
”
Motorleistung und 80 Newtonmeter Drehmoment. Und damit das
38 Spitzname
Simme“.
”
Ienatsch. He writes for Cycle World magazine.
40 “And one more thought: One or even two bikes simply isn’t enought — I say four is a good
start!” (→ [MSF2005] p. 22)
41 Die Rolle des Gewichts des Fahrers wird oft nicht hinreichend einbezogen. Wie gravierend
die Differenz bei einer leichten 250cm3 -Maschine ist, demonstrierte der Motorradjournalist Ernst
Leverkus, genannt “Klacks” ( 21. Dezember 1922; † 19. Mai 1998), durch einen extremen Vergleich zwischen zwei Fahrern. Fahrer A wiegt 61kg und ist 1.65m groß. Fahrer B wiegt 100kg
und ist 1.90m groß. Fahrer A erreicht in Rennhaltung und enger Lederkombi eine maximale Geschwindigkeit von vmax = 162,65 km
ahrend Fahrer B in Tourenhaltung und Barbour-Dress nur
h w¨
auf vmax = 140,00 km
h kommt.(→ [Nie2008] S. 165)
42 Nat¨
urlich abgesehen vom Offroad-Fahren.
39 Nick
26 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Reisefertige Enduromaschinen
Alternative
L¨osung
BMW R100GS PD
Anbauteile
Alukoffer mit Halter
Gep¨ack, nicht optimiert
KTM 625 SXC
Anbauteile
Packtaschen mit Halter
Gep¨ack, optimiert
Gewicht
[kg]
236
5
13
42
∑ 296
136
1
3
30
∑ 170
Legende:
Quelle: → [Sad2005] S. 120.
Als ich in Anchorage, Alska, ankam, hatte ich rund 60 Kilogramm an Gep¨ack bei mir. Am Schluß
”
der Reise, in Santiago de Chile, schickte ich rund 20 Kilogramm nach Hause. Die Rechnung ist
also ganz einfach: 40 Kilo waren schlichtweg zu viel.“ (→ [Ruc1994] S. 14)
Tabelle 1.2: Enduro-Reisemaschinen im Gewichtsvergleich
Drehmoment bei h o¨ chstens 4000/min anliegt, sollten 800, besser
noch 1000cm 3 Hubraum gen u¨ gen. Zugegeben, als Katalogwerte
sind diese Daten wenig aufregend. Das Fahrerlebnis wird es umso
mehr sein.“ (→ [HeSch2011] S. 62)
1.2.3 Motorrad-Typ — eine Affinit¨atsfrage?
Bei der Wahl des Motorrades geht es um die ganz pers¨onliche Vorliebe und das
Fahrgef¨uhl, das man auf einer ganz bestimmten Maschine so und nicht anders
erlebt. Beim dominanten Blick auf die H¨ochstgeschwindigkeit sollte stets bedacht werden, dass eine Steigerung des eigenen K¨onnens mehr bringt als viele
zus¨atzliche PS. Beispielsweise zeigte ein Vergleich der Rundenzeiten auf dem
Hockenheimring 43 zwischen einem Normalfahrer und einem Rennfahrer, dass
der Rennfahrer mit einer 27PS-Maschine schneller war als der Normalfahrer
mit einer 90PS-Maschine. 44
Das Team vom Motorrad Jahrbuch 2008 gibt zur Affinit¨atsfrage folgende
Kriterien und Punktbewertungen an. (→ [ MJahr2008] S. 17) Meine Position ist
43 Der Hockenheimring ist eine Rennstrecke in Baden-W¨
urttemberg nahe der Stadt Hockenheim.
Der kleine Kurs des Motodroms hat eine L¨ange von 2.634,39m (zum Zeitpunkt des Vergleichstests).
44 Der Rennfahrer brauchte mit der 27PS-Maschine 1.27,20min und erreichte in der Sachskurve eine Geschwindigkeit von 76,26km
ahrend der Normalfahrer mit der 90PS-Maschine
h , w¨
1.28,60min brauchte und eine Kurvengeschwindigkeit von 67,73km
h erreichte. (→ MOTORRAD,
Heft 26, 13. Dezember 1986, S. 93; zitiert nach [Nie2008] S. 158)
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
27
Legende:
Quelle: → http://www.wemoto.com/library/yamaha-serow-225-1992/yamaha-serow-225-1992.html (Zugriff: 01Aug-2007)
Abbildung 1.3: Yamaha XT 225 Serow — linke Seite
Legende:
Quelle: → http://www.wemoto.com/library/yamaha-serow-225-1992/yamaha-serow-225-1992.html (Zugriff: 01Aug-2007)
Abbildung 1.4: Yamaha XT 225 Serow — rechte Seite
28 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Technische Daten Yamaha XT 225 Serow
Abmessungen
Fahrwerk
L¨ange: 2.070mm
Diamandrahmen:
Stahlrohr
Breite:
805mm
Federweg vorn:
225mm
Radstand: 1.350mm
Federweg hinten:
190mm
Bodenfreiheit:
285mm
Vorderrad:
2.75 − 21
Tankkapazit¨at:
10, 0l
(Schlauch):
45p
Motor & Getriebe
Hinterrad: 120/80 − 18
(Schlauchlos):
62p
Hubraum: 223, 1cm 3
Voderrad1×Scheibe
Bohrung ×
70.0×
bremse:
220mm
Hub:
58.0mm
Kompression:
9, 5 : 1
Hinterrad-:
Backenbremse:
bremse
G¨ange:
6
Legende:
Quelle: → http://www.wemoto.com/library/yamaha-serow-225-1992/yamaha-serow-225-1992.html (Zugriff: 01Aug-2007)
Tabelle 1.3: Yamaha XT 225 Serow
Technische Daten Suzuki DR 350
Abmessungen
Radstand:
1.435mm
Lenkkopfwinkel:
62, 4◦
Nachlauf:
114mm
Sitzh¨ohe:
910mm
Gewicht vollgetankt:
141kg
Zuladung:
184kg
Tankkapazit¨at:
9, 0l
Motor & Getriebe
Leistung:
20kW (27PS)
U
bei 7.600 min
max. Drehmoment:
27Nm
U
bei 6.200 min
Hubraum:
349cm3
Bohrung × Hub: 79.0 × 71, 2mm
Kompression:
9, 5 : 1
G¨ange:
6
Fahrwerk
Einschleifenrahmen:
Stahlrohr
Federweg vorn:
280mm
Federweg hinten:
280mm
Speichenrad:
vorn:
1.60 ∗ 21”
hinten:
2.15 ∗ 18”
Vorderradreifen:
80/100S21
Hinterradreifen:
110/90S18
Voderrad- 1× Scheibe
bremse:
250mm
Hinterrad- 1× Scheibe
bremse:
220mm
Legende:
Quelle: → [Mot2007] S. 79.
Tabelle 1.4: Suzuki DR 350
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
29
dabei mit dem Zeichen ⊗ gekennzeichnet. Mein Ergebnis (→ S. 30) zeigt, wie
fragw¨urdig eine Empfehlung ist, die auf einer rudiment¨aren Nutzwertanalyse“
”
basiert.
Testfragen:
1. Ich fahre gern schnell Motorrad.
10 Punkte: Ja.
⊗ 5 Punkte: Manchmal.
1 Punkt: Ich mag es gem¨utlich.
2. Große Touren in der Gruppe sind fur
¨ mich das Ho¨ chste.
5 Punkte: Ja.
⊗ 3 Punkte: Nein.
8 Punkt: Ich fahre gerne allein.
3. Das Motorrad muss einen vollwertigen Soziusplatz haben.
⊗ 3 Punkte: Ja.
5 Punkte: W¨are nicht schlecht.
8 Punkt: Nein.
4. Ich will gelegentlich auf der Rennstrecke fahren.
10 Punkte: Ja.
5 Punkte: Vielleicht.
⊗ 2 Punkt: Nein.
5. ABS und geringer Spritverbrauch sind fur
¨ mich wichtig.
⊗ 4 Punkte: Ja.
6 Punkte: Nicht so sehr.
8 Punkt: Nein.
6. Mein Motorrad sollte einen hohen Wiederverkaufswert haben.
3 Punkte: Ja.
6 Punkte: Ist mir nicht so wichtig.
⊗ 10 Punkt: Ich lebe im hier und jetzt.
7. Ich will ein Bike mit geringen Unterhaltskosten.
⊗ 2 Punkte: Ja.
4 Punkte: Weniger wichtig.
8 Punkt: Ich zahle gerne Expresszuschlag.
8. Ein gewisser Aufmerksamkeitswert muss schon sein.
7 Punkte: Ja.
3 Punkte: Bin kein Poser.
30 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
⊗ 1 Punkt: Nutzwert geht vor.
9. Ich m¨ochte auch auf unbefestigten Straßen in fernen L a¨ ndern gut
fahren.
⊗ 2 Punkte: Ja.
4 Punkte: H¨ort sich gut an.
10 Punkt: Mein Abenteuer heißt Speed.
10. Schr¨aglage ist das Salz in der Suppe.
⊗ 8 Punkte: Ja.
4 Punkte: Dachte ich fr¨uher auch.
¨
1 Punkt: Uberhaupt
nicht.
Empfehlung:
∑ 22 . . . 35 Punkte: Sie m¨ogen es gem¨utlich und lieben klassische Motorr¨ader. Ein sch¨on gemachter Cruiser oder ein hubraumstarkes Naked Bike d¨urften genau nach Ihrem Geschmack sein.
⊗ ∑ 36 . . . 48 Punkte: Preis-Leistung spielt bei Ihrer Auswahl eine große Rolle. Motorr¨ader wie die
Honda CBF 1000 sind wie f¨ur Sie gemacht.
∑ 49 . . . 60 Punkte: Eine große Prise Vernunft, aber auch ein guter Schuss Abenteuerlust, so sehen
Sie Ihr Motorrad-Hobby. BMW hat f¨ur Leute wie Sie die R 1200 GS gemacht.
∑ 61 . . . 75 Punkte: Bei Ihnen schimmern bereits deutlich extravagante Tendenzen durch. Exotischen
Abenteuer sind Sie nicht abgeneigt. Ein Motorrad wie die Triumph Speed Triple
oder eine Benelli TnT w¨urde Sie durchaus reizen. Dann mal los.
∑ 76 . . . 87 Punkte: Sie geh¨oren zu den getriebenen Vollgas-Junkies. Buchen Sie f¨ur 2007 s¨amtliche
Renntrainings und kaufen Sie sich eine Yamaha YZF-R1 oder Suzuki GSX-R
1000.
1.2.4 Meine Favoriten — a¨ ndern sich!
In Anbetracht dieser vielf¨altigen Empfehlung und mit Verdr¨angung der Frage
der Wirtschaftlichkeit sowie der Wirkung auf Dritte ist einer meiner Favorit
der Allrounder“ Honda VFR 800 FI, RC 46, Baujahr 1998–99 45, eine Vier”
zylinder-V-Maschine mit einem Nockenwellenantrieb u¨ ber Zahnr¨ader 46 (→
Abbildung 2.3 auf Seite 45). Sie gilt (bei den VFR-J¨ungern) als absolut zuverl¨assige, leistungsoptimierte Maschine mit innovativer Technik. 100.000km
45 Im Jahr 1986 als moderne, mit einem Alurahmen versehene VFR 750 F Super-Sport-Maschine
angeboten und im Jahr 2002 grundlegend u¨ berarbeitet. Das 2006er Modell verf¨ugt u¨ ber das VTECVentilsteuerungssystem (→ Abschnitt 93 auf Seite 55). Dieses kombiniert die hervorragende Drehmomentabgabe von 2-Ventil-Motoren im unteren und mittleren Drehzahlbereich mit dem kraftvollen Spitzenpotential modernen 4-Ventil-Motoren.
46 Hohe Produktionskosten und hohe Ger¨
auschentwicklung f¨uhrten zur Abkehr von dieser super
steifen Art der Ventilsteuerung. Das aktuelle Nachfolgemodell Honda VFR 800 / ABS (Modell
2008) besitzt daher einen konventionellen Ventilantrieb u¨ ber eine Steuerkette.
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
31
Legende:
Quelle: →
http://www.yamaha-motor.de/Images/2009-WR250R-static-01 tcm37-271294.jpg
(Zugriff: 21-Jun-
2009)
Abbildung 1.5: Yamaha WR 250 R
Laufleistung ohne Probleme, das ist (beinahe) v o¨ llig normal. [. . .] Mit der VFR
”
verwandelt Honda jeden Tag in einen Hochzeitstag.“ (→ [ Bur2007] S. 33)
Ein aktueller Kompromiss, wenn es um eine Gebrauchtmaschine geht, heißt
f¨ur mich Suzuki DR 350, 47 ein echtes Dirtbike mit luftgek¨uhltem Einzylinder-Viertaktmotor von 350cm 3 und einem Gewicht bei vollem Tank von 141kg.
Es wurde gebaut von 1990 bis 1997. Im letzten Baujahr kostete es ≈ 4.500
¤ (9.000DM) (→ [Mot2007] S. 78 – 79.) Die Suzuki DR 350 ist eine AllroundEnduro, alltagstauglich und nicht schwer. Der Motor ist robust und drehfreudig. Er verf¨ugt u¨ ber ein relativ breites Drehzahlband. Das Sechsganggetriebe
ist leicht schaltbar. Daher ist die Suzuki DR 350 im Gel¨ande leicht beherrschbar. Der Hobbyfahrer kann mit diesem Leistungspotential gut umgehen. Erst
der Profi ben¨otigt ein Tuning am Fahrwerk und mehr Leistung. 48
Bei den neuen Motorr¨adern f¨allt im Jahr 2009 meine Wahl auf die GeDaten → Tabelle 1.4 auf Seite 28
der Regel sind die Kosten f¨ur ein wirkungsvolles Tuning jedoch nicht gerechtfertigt.
47 Technische
48 In
32 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
l¨andemaschine Yamaha WR 250 R. 49 s (→ Abbildung 1.5 auf Seite 31) Die
≈ 6.500 ¤ teuere Maschine hat einen Einzylinder-Viertakt-Motor mit 250cm 3
U
Hubraum und 22, 6kW (30, 7PS) bei 10.000 min
. Das maximale Drehmoment
U
betr¨agt 23, 7Nm bei 8.000 min . Die Federwege vorn und hinten betragen ≈
270mm. Das Gewicht betr¨agt fahrfertig vollgetankt mit 7, 6l im Tank ≈ 135kg.
Guido Bergmann: Als echtes Multitalent kann die Yamaha im
”
Man¨overgebiet selbst Spezialkra¨ ften um die Ohren fahren.“ (→
[Berg2009a] S. 45)
Mit wenig Leistung und noch weniger Gewicht geben die 250er 50
”
wunderbar umg a¨ ngliche Begleiter f u¨ r alle Eins¨atze zwischen City
und Truppen u¨ bungsplatz.“ (→ [Berg2009a] S. 43)
Leider gibt es f¨ur die Yamaha WR 250 R kein ABS (→ Abschnitt 132
auf Seite 82). Ohne diese wirkungsvolle Sicherheitskomponente sollte man
in Zukunft (ab Jahr 2012) kein neues Motorrad mehr kaufen. Mit dem ABSAusschlusskriterium heißt einer meiner Favoriten Honda CBR 250 R, 51 eine
vollgetankt 165kg leichte 250cm 3-Viertakt-Einzylinder-Maschine mit Bohrung
× Hub von 76 × 55mm, mit maximaler Leistung von 19, 4kW (26, 4PS) bei
U
U
und einem maximalen Drehmoment von 23, 8Nm bei 7.000 min
(→
8.500 min
Abbildung 1.6 auf Seite 33).
Wenn ein Kaufpreis von 13.300, 00 ¤ keine Rolle spielen w¨urde, w¨are
auch eine voll ausgestattete BMW R 1200 GS (→ Abbildung 1.7 auf Seite 33) einer meiner Favoriten: 1.170cm 3-Luft-/¨olgek¨uhlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit zentraler Ausgleichswelle, Bohrung × Hub: 101x73mm,
U
, maximales Drehmoment: 120Nm bei
Leistung: 81kW (≡ 110PS) bei 7.750 min
U
6.000 min , digitales Motormanagement, Einscheiben-Trockenkupplung, Leergewicht (vollgetankt): 229kg. 52 Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass
ich mir im Jahr 2012 einen gebrauchten Vorg¨anger dieser Maschine gekauft
habe (→ Abschnitt A.3 auf Seite 170).
49 Leider hat sie kein (abschaltbares) Anti-Blockier-System (ABS) und einen zu kleinen Tank.
Letzterer Nachteil l¨asst sich mit angemessenem Aufwand beheben. Ein ABS kann leider nicht mit
angemessenem Aufwand nachger¨ustet werden.
50 Als Alternative wird die Kawasaki KLX 250 untersucht. Sie kostet ≈ 1650 ¤ weniger, hat
aber mit 16kW (22PS) eine geringe H¨ochstgeschwindigkeit von ≈ 100km
h .
51 Unverbindliche Preisempfehlung von Honda (inklusive Uberf¨
¨
uhrungskosten): ¤4.755 (im
Jahre 2012).
52 Das schließt nicht aus, dass ich auch große Lust auf Pure Riding habe. So wirbt BMW im Jahr
2015 f¨ur ihre Maschine BMW R nineT. Ein klassischer Roadster mit luft/¨olgek¨uhltem 2-ZylinderBoxer-Motor mit einem Drehmoment von 119Nm und einer Leistung von 81kW (≡ 120PS).
Eine solche Maschine bin ich am 17-Jun-2015 beim BMW-H¨andler Zweirad-Technik Dieter K¨onemann, Harburger Straße 52, D-29640 Schneverdingen, Probe gefahren. Die ABSDoppelscheibenbremse (4-Kolben-Radialbremss¨attel mit 320mm schwimmend gelagerten
Bremsscheiben) ist brutal. Sie hat mich fast aus dem Sattel geworfen. Die Leichtigkeit mit der sich
die Maschine mit ihrer Upside-Down Teleskopgabel (46mm, Federweg vorn 120mm) trotz ihrer
≈ 220kg Gewicht fahren l¨ast hat mich im Vergleich zu meiner BMW R 1100 GS (→ AbschnittA.3
auf Seite 170) stark beeindruckend. Der Barzahlungspreis mit Kundenrabatt“ von 14.500 ¤ auch.
”
F¨ur so viel Geld habe ich viele andere Wunschkandidaten.
1.2. WAHL DES PASSENDEN“ MOTORRADS
”
33
Legende:
Quelle: → http://www.honda.de/motorraeder/modelle cbr250r galerie.php
(Zugriff: 4-Apr-2012) — Besichtigt bei Hobby Motor, Albert Meyer & Jantschik OHG, Hansestraße 21, D-29525 Uelzen, Tel.: 0581/74971.
Abbildung 1.6: Honda CBR 250 R
Legende:
Quelle: → http://www.bmw-motorrad.de/ (Zugriff: 31-May-2012)
Abbildung 1.7: BMW R 1200 GS
34 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Legende:
Quelle: → http://de.wikipedia.org/w/index.php?
title=Datei:Stamps of Germany %28Berlin%29 1983, MiNr 694.jpg&
filetimestamp=20080724224106 (Zugriff: 10-Apr-2012)
Abbildung 1.8: Hildebrand & Wolfm¨uller
1.3 Beruhmte
¨
Maschinen
Hoffentlich ist f¨ur den Biker seine eigene Maschine, oder zumindest die Traummaschine dieses Herstellers, im gewissen Sinne ber¨uhmt“. Schon aus diesem
”
Grund m¨ussen bei meiner Aufz¨ahlung von nur wenigen Maschinen unz¨ahlige ber¨uhmte Motorr¨ader ungenannt bleiben. Die im Folgenden genannt sind,
haben mich irgendwie besonders ber¨uhrt“.
”
1.3.1 Die Erste — Hildebrand & Wolfmuller
¨
Die Hildebrand & Wolfm u¨ ller von 1894 (→ Abbildung 1.8 auf
”
Seite 34; → S. 199) war das erste serienm¨aßig produzierte Motorrad der Welt; der Daimler-Reitwagen von 1885 war nur ein
Versuchstr¨ager f¨ur den Motor und blieb ein Einzelst u¨ ck. [. . .] Im
Patent vom 20. Januar 1894 (DRP 78553) wird das Zweirad mit
Petroleum als “Motorrad” bezeichnet.“
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Hildebrand und Wolfm%C3%BCller
(Zugriff: 10-Apr-2012))
Die Hildebrand & Wolfm u¨ ller wurde ab 1894 f¨ur ≈ 1.200Mark angeboten. Das
war damals der Jahresverdienst eines Facharbeiters (→ [Hol1998] S. 17).
Moritz Holfelder: [. . .] vers¨aumt, ihr Motorrad im Laufe der Zeit
”
kundenfreundlicher zu gestalten, etwa die kompilzierte Gl u¨ hrohrZ¨undung durch eine Batterie-Z u¨ ndung zu ersetzen. Immerhin hatten sie einige Zeit lang mehr als 1200 Handwerker in der ganzen Stadt (M¨unchen) besch a¨ ftigt, die die einzelnen Komponenten
¨
1.3. BERUHMTE
MASCHINEN
35
Legende:
Quelle: Brough Superior im Museum Neckarsulm
→ http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Brough-Superior.jpg&
filetimestamp=20061126211326 (Zugriff: 13-Apr-2012)
Abbildung 1.9: Brough Superior
zulieferten. Die Firma war zwischenzeitlich ein ins Gigantische
gewachsener Kleinstbetrieb gewesen. [. . .] Mit der Hildebrand &
Wolfm¨uller war das Terrain f¨ur die baldige, industrielle Serienproduktion von Motorr a¨ dern bereitet worden.“ (→ [Hol1998] S. 17)
1.3.2 Die schnelle Engl¨anderin — Brough Superior
Brough Superior, eine ehemalige englische Motorradmarke, produzierte Mitte
1920 die schnellsten Serienmotorr¨ader (→ z. B. [ Zno2011] S. 22). Das Modell
SS 80 wurde mit einer Zusicherung ausgeliefert, dass die Maschine minde(≈ 129 km
stens 80 stat.mi
h
h ) erreicht. Das Modell SS100 von 1924 fuhr garantiert
stat.mi
km
100 h (≈ 161 h ) (→ Abbildung 1.9 auf Seite 35).
Besondere Ber¨uhmheit erlangte dieser Hersteller, weil auf einer Brough
Superior der britische Oberst, Spion und Schriftsteller T. E. Lawrence im Mai
1935 t¨odlich verungl¨uckte. 53
1.3.3 Die schnelle Japanerin — Frankensteins Tochter“
”
Die legend¨are Kawasaki Z 900 Super Four von 1972 war in Deutschland das
erste Serienmotorrad, dass das 1970 von den vier japanischen Herstellern Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha getroffene Agreement, keine Motorr¨ader
53 →
http://de.wikipedia.org/wiki/Brough Superior (Zugriff: 13-Apr-2012).
36 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Legende:
Quelle:
→ http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:KAWASAKI Z1.jpg&
filetimestamp=20051104135848 (Zugriff: 14-Apr-2012)
Heute ist Frankensteins Tochter“ ein sehr beliebtes Sammlerst¨uck.
”
Abbildung 1.10: Kawasaki 900 Z1
mit einem Hubraum > 750cm 3 zu bauen, ignorierte. Die Hubraumgrenze und
damit auch die Begrenzung der maximalen Geschwindigkeit sollte zu einer
Imageverbesserung bei Nicht-Motorradfahrern beitragen.
Der Luftgek¨uhlte Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor mit zwei obenliegenden, kettengetriebenen Nockenwellen und modernen Tassenst¨oßel leistete in
U
, Bohrung × Hub 66, 0 × 66, 0mm,
Deutschland 58, 0kW (≈ 79PS) bei 8.500 min
U
maximles Drehmoment 74Nm bei 7.000 min (→ Abbildung 1.10 auf Seite 36).
Motorrad-Urgestein Franz Josef Schermer erinnert sich:
H¨atte ich mir nicht tr¨aumen lassen, dass “Frankensteins Toch”
ter” zum gefl¨ugelten Wort werden wu¨ rde. In MOTORRAD 4/1976
schrieb ich: “Wissen Sie, was ein Horror-Trip ist? Halten Sie den
U
erreicht sind, und schalGasgriff so lange ge o¨ ffnet, bis 9000 min
ten Sie blitzschnell einen Gang h o¨ her — Frankensteins Tochter
schl¨agt Ihnen einen Kn u¨ ppel ins Kreuz. Dann hat der Fahrer cool
zu bleiben, um den zweiten Hauch des Gruselns, den man bei dieser Leistungsabgabe sp u¨ rt, sicher zu beherrschen.“
(→ [ScherSchmi2011] S. 130)
¨
1.3. BERUHMTE
MASCHINEN
37
1.3.4 Die Meiste — Honda Super Cub
Die Honda Super Cub 54 , ein Moped-Roller-Zwitter (keine Triebsatzschwinge,
freier Durchstieg, 17 -R¨ader), gebaut ab 1958, ist mit seiner St¨uckzahl von
> 60 Millionen (im April 2008) das meist produzierte Motorradmodell“ der
”
Welt (z. B. mehr als VW K¨afer). 55 Die Bezeichnung Cub ist ein Akronym f¨ur
Cheap Urban Bike. Ziel von Chef S o¯ ichir¯o Honda ( 17-Nov-1906, † 5-Aug1991; 1948 Unternehmensgr¨undung, bis 1973 Pr¨asident) war es, ein preiswertes Gef¨ahrt zu schaffen, das jeder problemlos (auch mit Rock) fahren kann und
das m¨oglichst viel Gep¨ack transportieren kann. So entstand eine sehr robuste Mischung aus Roller und Moped; zun¨achst mit 50cm 3 -Viertakt-Einzylindermotor mit Schleuderschmierung 56 und Dreiganggetriebe. Gebaut wurde die
Honda Super Cub mit den Typcode C102 ab 1960 im Honda-Werk von Suzuka. Ein “Nachfolgemodell“ der sp¨aten 1990er Jahren hatte den Namen Honda
Wave series. Im Jahr 2012 bietet Honda in Deutschland das Modell Honda
¨
Wave 110i f¨ur ¤1.885, 00 (inklusive Uberf¨
uhrung) an (→ Abbildung 1.11 auf
Seite 38).
Honda Wave 110i ist ein kosteng u¨ nstiges Leichtkraftrad, das Mo”
torrad-Stabilita¨ t mit Roller-Wetterschutz verbindet und als Abl o¨ sung des Innova extrem wirtschaftliche Mobilit a¨ t erm¨oglicht. Der
neu entwickelte, luftgek u¨ hlte 110er Viertakt-Einzylinder mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung sorgt fu¨ r spritzige Fortbewegung.
Da der Benzinverbrauch die Zweiliter-Grenze 57 unterschreitet,
reicht eine 3,7 Liter-Tankf u¨ llung fu¨ r u¨ ber 200 km Aktionsradius.“
(→ http://www.honda.de/motorraeder/modelle wave110i.php
(Zugriff: 10-Apr-2012))
Die Honda Wave 110i hat einen Fahrtwind-gek¨uhlten 109, 1cm 3-SOHC-Viertakt-Einzylinder-Motor mit zwei Ventilen, Bohrung × Hub 50 × 55, 6mm, Verdichtung 9,0 : 1, elektronische Kraftstoffeinspritzung, maximale Leistung 6, 28kW
U
U
und ein maximales Drehmoment 8, 65Nm bei 5.500 min
.
(8, 54PS) bei 7.500 min
Im Jahr 2006 w a¨ hlte der Discovery Channel w a¨ hrend einer Do”
kumentation der Motorradgeschichte die zehn besten jemals ge54 Bekannt
55 Quelle:
auch als Honda 50 oder Honda C100.
→ http://de.wikipedia.org/wiki/Honda Super Cub (Zugriff: 10-
Apr-2012).
Die Beach Boys erwiesen 1964 mit ihrem Hit Little Honda“ der Honda Cub ihre musikalische
”
Verehrung.
Adam Paul fuhr mit einer Honda C90 von Cape Horn, Argentina, bis Cape of Good Hope, South
Africa, in der Zeit vom 10-Apr-1996 bis 5-Mar-1998 mit ≈ 59.000km (36.640stat.mi) eine Rekord
f¨ur das Guinness Buch.
56 Schleuderschmierung: Die Schmierung wird durch eine von der Kurbelwelle angetriebene im
¨ laufende Schaufel (oder Finger“) bewirkt. Die Schmierung von Kurbelwellen- und Pleuellager
Ol
”
¨
¨
wird durch ein relativ großes Lagerspiel gew¨ahrleistet. Eine Olpumpe
und damit auch ein Olfilter
entfallen (→ Abschnitt 98 auf Seite 61).
l
57 Das Vorg¨
angermodell Honda Innova 125 begn¨ugte sich mit 1,6100km
und bei Dauervollgas
l
. (→ [BiEbSch2008] S. 17)
mit 2,2 100km
38 KAPITEL 1. PROBLEMAUFRISS — MEHR ALS FORTBEWEGUNG
Legende:
Quelle: → http://www.honda.de/motorraeder/modelle wave110i galerie.php
(Zugriff: 10-Apr-2012)
Abbildung 1.11: Honda Wave 110i
bauten Motorra¨ der. Die Honda Cub war der Gewinner des ersten Preises und wurde zum “Gro¨ ßten Motorrad aller Zeiten” ernannt.“
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Honda Super Cub (Zugriff: 10Apr-2012))
Martin Klein: Bis zum Auftauchen des h u¨ bschen Bikes aus Ja”
pan (in den USA) galten Motorr a¨ der als Fortbewegungsmittel von
Rockern und r u¨ cksichtslosen Subjekten. Dann kam leise und ohne
jede aggressive Attitu¨ de dieses ganz andere Motorrad angerollt,
so freundlich, als wollte es den g a¨ ngigen Klischees der japanischen Mentalita¨ t entsprechen. You meet the nicest people on a
Honda, lautete der Slogan.“ (→ [Kle2012] S. 181)
Kapitel 2
Ratio
Vor allem die Freude an der Geschwindigkeit
hat die Entwicklung des Motorrades vorangetrieben
und tut dies auch heute noch.
(→ [Men2007] S. 8).
E
s gilt die technischen Gegebenheiten eines Motorrades genau zu verstehen.
Erst pr¨azise Kenntnis u¨ ber Fahrphysik und Konstruktionsmerkmale f¨uhren
zu einem vern¨uftigen Umgang mit dem Motorrad. Die Vernunft ist gefragt,
damit der Donnerbolzen“ nicht bald mehr Unheil als Freude stiftet.
”
Klar ist, trotz intensivem Bem¨uhen um eine prim¨ar Vernunft-gepr¨agte Sicht,
bleibt das Motorrad zumindest wegen der hohen Komplexit¨at manch technischer Aspekte weitgehend undurchschaubar. Statt Fakten und Wissen greifen
dann oft nur Vermutungen Platz, die dann die sogenannten Benzingespr¨ache“
”
dominieren.
2.1 Baugrupppen
Ein so komplexes technisches Produkt wie ein Motorrad l¨asst sich nach unterschiedlichen Kriterien in einzelne Teile (Baugruppen) gliedern. Hilfreich und
u¨ blich ist eine prim¨ar funktional gepr¨agt Gliederung, so dass auf oberer Ebene
Antrieb, Fahrwerk, Karosse und Elektrik& Elektronik unterschieden werden
(z. B. → [Sto2006] S. 8). In Anlehnung an die Disziplin Informatik kann eine
solche St¨uckliste“ in Form einer Document Type Definition (DTD) pr¨azise,
”
also unmissverst¨andlich, formuliert werden (→ Abschnitt C auf Seite 179).
Robert M. Pirsig: [. . .] was einem an dieser Beschreibung auff a¨ llt,
”
[. . .] ist dies: Sie ist stinklangweilig. Blabla, blabla, blabla, bla,
¨
Vergaser, Ubersetzung,
Verdichtung, blabla, Kolben, Kerzen, Ansaughub, blabla, blabla und so weiter und so fort.
Wenn es aber gelingt, diesem ersten Eindruck zu widerstehn, werden einem andere Dinge klar, die zun a¨ chst unbemerkt blieben.
39
KAPITEL 2. RATIO
40
Das erste ist, daß man eine solche Beschreibung des Motorrades
fast mit Sicherheit nicht versteht, wenn man nicht schon vorher
wußte, wie so ein Ding funktioniert. [. . .]
Das zweite ist, daß der Beobachter fehlt. [. . .] Selbst der Fahrer
ist so etwas wie ein individualita¨ tsloser Roboter, der die Maschine
auf v¨ollig mechanische Art und Weise “bedient”. Es kommen in
dieser Beschreibung keine echten Personen vor, [. . .].
Das dritte ist, daß die Wo¨ rter “gut” und “schlecht” mit all ihren
Synonymen v o¨ llig fehlen. Werturteile werden nirgends ge a¨ ußert,
nur Fakten festgestellt.
Das vierte ist, daß hier ein Messer gefu¨ hrt wird. Ein t¨odlich scharfes; ein intellektuelles Skalpell [. . .]. Man erliegt der Illusion, daß
all diese Teile einfach da sind und so, wie sie existieren, benannt
werden. Aber sie ko¨ nnen auch ganz anders benannt und ganz anders klassifiziert werden, je nachdem, wie das Messer gef u¨ hrt wird.
(→ [Pir1974] S. 81–82)
2.2 Antrieb
2.2.1 Motor
Ein Viertaktmotor erreicht einen Wert f¨ur das
maximale Drehmoment von ≈ 10% seines Hubraums1
— z. B. 110Nm bei 1100cm3
(→ [NeJa2006] S. 87).
Alle Verbrennungsmotoren wandeln die chemische Energie des Kraftstoffs
in Verbindung mit Luftsauerstoff in mechanische Energie 2 um und erzeugen
dabei Schwingungen. Die Motorteile, die ungleichf¨ormige Bewegungen ausf¨uhren, erzeugen freie Massekr¨afte und damit von der Drehfrequenz abh¨angige
Schwingungen. Dabei handelt es sich um Kolben, Kolbenbolzen und ein Teil
des Pleuels (in der Regel ≈ 13 ).
Die maximale Leistung pro Liter liegt beim Zweitakter im Vergleich zum
Viertakter um ≈ 70% h¨oher, wie die beiden bekannten Klassen des Straßenrennsports verdeutlichen (→ [Coc2005] S. 154):
• Zweitakter: Grand Prix-Motorr¨ader mit 500cm 3-Vierzylinder-ZweitakPS
tern erreichen ≈ 200PS (≡ 147kW ) Leistung und damit 400 1000cm
3
kW
(≡ 294 1000cm
3)
• Viertakter: Superbikes mit 750cm 3-Vierzylinder-Viertaktern erreichen
PS
kW
≈ 170PS (≡ 125kW ) Leistung und damit 226 1000cm
3 (≡ 166 1000cm3 ).
zum Beispiel bei Honda CBR 1100 XX → S.20.
Ottomotor wertet ≈ 24 ... 28% des Energiegehalts des Kraftstoffes aus, ein Dieselmotor
≈ 35 ... 38% (→ [NeJa2006] S. 16).
1 Wie
2 Ein
2.2. ANTRIEB
41
Beim Zweitakter stehen dem großen Vorteil beim Leistungsgewicht gravierende Nachteile bei der Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten gegen¨uber.
Außerdem ist der Zweitakter ein echter S¨aufer“. Daher wird im folgenden nur
”
der Viertaktmotor betrachtet. Bei diesen Ausf¨uhrungen spielt auch der Aspekt
Technik als Selbstzweck“ eine gewisse Rolle.
”
J¨urgen Stoffregen: Das Bauprinzip (Einzylinder, Mehrzylinder,
”
Boxer, V-Motor) ist teilweise Selbstzweck, gew u¨ nscht von vielen
K¨aufern mit Interesse und Begeisterung f u¨ r die Technik. Dies erkl¨art die Vielfalt, [. . .] die rein technisch (auch) nicht immer begr¨undbar ist.“ (→ [Sto2006] S. 7)
Einzylinder-Motor
Der Einzylinder-Motor hat gegen¨uber einem Motor mit mehreren Zylindern
den Vorteil des simpleren Aufbaus und der kompakteren Bauweise. Nachteilig
ist die maximal erzielbare, relativ geringe Leistung von ≤ 90PS. Mehr Leistung
ist kaum m¨oglich, weil ein im Motorrad beherschbarer Einzylinder nur einen
Hubraum von ≤ 1000cm 3 haben kann. Er bedarf zur Kompensation der starken
Vibrationen zus¨atzlicher Maßnahmen, beispielsweise in Form von Ausgleichsgewichten an den Kurbelwellenwangen und/oder von Ausgleichswellen.
Als Beispiele f¨ur einen Einzylinder-Motor sind hier Yamaha XT 225 Serow
(Technische Daten → Tabelle 1.3 auf Seite 28) und die Suzuki DR 350 (Technische Daten → Tabelle 1.4 auf Seite 28) genannt. Ein moderner, sehr zuverl¨assiger Viertakt-Einzylinder-Motor von Rotax 3 ist beispielsweise in der
BMW G 650 Xchallenge 4 verbaut (→ Abbildung 2.1 auf Seite 42). Dieser
fl¨ussigkeitsgek¨uhlte DOHC-Motor hat 4 Ventile pro Zylinder und einen Hubraum von 652cm 3 mit Bohrung × Hub von 100mm × 83mm, Verdichtung 11.5 :
U
1, maximale Leistung 53PS (39kW ) bei bei 7.000 min
, maximales Drehmoment
U
60Nm bei 5.250 min , elektrische Kraftstoffeinspritzung, Abgasreinigung mit 3Wege-Katalysator (Abgasnorm Euro 3).
Vierzylinder-Reihenmotor
Mehrzylindermotoren wurden entwickelt, um gr¨oßere Leistung, bessere Laufruhe und eine l¨angere Lebensdauer zu erzielen. Der Vierzylinder-Reihenmotor 5
hat einen guten Massenausgleich. Die Massenkr¨afte erster Ordnung sind vollst¨andig ausgeglichen. Die Massenkr¨afte zweiter Ordnung k¨onnen mittels einer
3 Wie w¨
ar’s mit dem 650cc Einzylindermotor: in Bezug auf Leistung, Drehmoment und Zu”
verl¨assigkeit wurde er bereits als der beste Einzylinder Motorradmotor der Welt bezeichnet. Der
650 Motor bietet ein a¨ ußerst kompaktes Design, maximales Handling und - dank Ausgleichswelle
- reduzierte Vibrationen; kurz gesagt: erh¨ohten Komfort und Bedienerfreundlichkeit f¨ur den Fahrer.“
¨
BRP-Powertrain GmbH & Co KG, , Welser Str. 32, A-4623 Gunskirchen, Osterreich
→ http://www.rotax.com/de/ (Zugriff: 17-May-2009)
4 X“ kommt von Cross over. (→ BMW Werbeaussage im Web)
5”
Auch als In-Linie-Four“ bezeichnet.
”
42
KAPITEL 2. RATIO
Legende:
Quelle: → http://www.bmwmoa.org/forum/showthread.php?t=26601 (Zugriff:
20-May-2009)
Der 650cm3 -Einzylinder-Rotax-Motor wird bei BMW bis 2008 eingesetzt. F¨ur die Baureihe BMW
G 650 werden die Motoren ab 2008 bei Loncin industrial Group Co., Ltd in Chongqing in China
gefertigt.
Abbildung 2.1: Rotax Einzylinder-Viertaktmotor
Ausgleichswelle kompensiert werden. 6 Der Nachteil einer relativ großen Baubreite wird bek¨ampft durch extrem schmale Konstruktionen 7 und durch Verlagerung von Baugruppen.
Als Beispiel f¨ur einen Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor ist hier die Honda CBR 1000 RR Fireblade, Baujahr 2007 genannt. 8 (→ Abbildung 2.2 auf
Seite 43)
Sie hat einen fl¨ussigkeitsgek¨uhlten Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor mit
geregeltem Katalysator. Der Motor hat einen Hubraum von 998cm 3 mit Bohrung × Hub von 75 × 56, 5mm. Das Verdichtungsverh¨altnis betr¨agt 12, 2 : 1.
U
Die maximale Leistung betr¨agt 172PS (≡ 126kW ) bei 11250 min
. Das maximaU
le Drehmomemt betr¨agt 115Nm bei 10000 min .
Motorr¨ader mit einem Vierzylinder-Reihenmotor gibt es schon relativ lange9 und sehr, sehr viele. Folglich gibt es auch sehr preiswerte gebrauchte Motorr¨ader mit guten Leistungswerten. Zum Beispiel kostet im Jahr 2009 eine Ka6 Die Kompensation kann auch mit zwei mit doppelter Kurbelwellendrehzahl rotierenden Ausgleichswellen erfolgen.
7 Wenn die Steuerkette nicht in der Mitte der Zylinderbank l¨
auft, sondern außen an der Seite,
dann spart man ein Kurbelwellenlager ein und macht die Kurbelwelle k¨urzer und damit steifer.
Diese Konstruktion hatte die Kawasaki GP Z 900 R, die im Jahr 1984 erschien.
8 Die Daten stammen vom offiziellen Honda-Web-Angebot
→ http://www.honda.de/content/motorraeder/modelle fireblade.html
(Zugriff 22-Oct-2007)
9 Am 25. Oktober 1968 pr¨
asentierte Honda auf der Internationalen Motor Show in Tokio die
”
CB 750.“ (→ [Hop2005] S. 14) Es wurde der Trendsetter f¨ur den Vierzylinder-Reihenmotor.
2.2. ANTRIEB
43
Legende:
Quelle: offizielles Honda-Web-Angebot
→ http://www.honda.de/content/motorraeder/modelle fireblade.html
(Zugriff 22-Oct-2007)
Als die erste FireBlade“, konstruiert vom genialen japanischen Rennfahrer Tadao Baba, im
”
Jahre 1992 auf den Markt kam, definitierte sie den Maßstab f¨ur ein Supersportmotorrad neu.
Das 2002er-Modell, die SC50 mit 954cm3 Hubraum, ist die letzte Generation, die er selbst
konstruierte. Dann u¨ bernahm Kyoichi Yoshii das Projekt. (→ [UrLo2012] S. 102)
Abbildung 2.2: Honda CBR 1000 RR Fireblade
wasaki GPX 600 R, die von 1987 − 1990 und von 1994 − 1990 angeboten wurde, mit Baujahr 1989 und ≈ 60.00km nur ≈ 1.100 ¤. Der fl¨ussikeitsgek¨uhlte
Motor mit 593cm 3 Hubraum hat zwei obenliegende Nockenwellen, vier u¨ ber
Gabelschlepphebel bet¨atigte Ventile pro Zylinder, vier Keihin-Gleichdruckvergaser mit einem Durchmesser von 32mm, eine kontaktlose Transistorz¨undung
U
. Im Jahre 1985 hatte
und eine Nennleistung von 54kW (73PS) bei 10.500 min
er noch 85PS.
So komisch es f¨ur Laien sein mag, aber auch f¨ur Anf¨anger und/oder Wiedereinsteiger ist der Vierzylinder-Reihenmotor eine gute Wahl, z. B. Honda
CBF 600 mit ABS ( Empfehlung das Fahrlehrers“ → [Sal2008]) . Bei Stadt”
tempo im sechsten Gang l¨auft ein solches Triebwerk noch rund und zieht beim
ruckartigen Aufdrehen kontinuierlich durch. Ein Ein- oder Zweizylindermotor
mag da ins Stottern kommen. Auch beim Anfahren wird das Anf¨anger u¨ bliche
Abw¨urgen eher vermieden.
Vierzylinder-V-Motor
Beim Vierzylinder-V-Motor sind die Zylinder in zwei Reihen (≡ Zylinderb¨anken) angeordnet. Der wesentliche Vorteile des Vierzylinder-V-Motors gegen¨uber dem Vierzylinder-Reihenmotors (→ Abschnitt 61 auf Seite 41) ist seine geringe Baul¨ange (bzw. Baubreite) 10 und die halbe Anzahl von notwendigen
10 Je
nach Art des Einbaus: quer oder l¨angs.
KAPITEL 2. RATIO
44
Kr¨opfungen der Kurbelwelle, allerdings zu Lasten des Ausgleichs der Massenkr¨aften.
Der Vierzylinder-V-Motor ist pr¨adestiniert f¨ur Straßenmotorr¨ader. 11 Er ist
der optimale Kompromiss zwischen der geringen Baugr¨oße eines Zweizylinders und der Leistungscharakteristik eines Vierzylinder-Motors (→ z. B.
[Coc2005] S. 158). Ein V 4−Motor mit 90 ◦-Zylinderwinkel, hat einen perfekten Massenausgleich, so dass eine Ausgleichswelle u¨ berfl¨ussig ist. Der Nachteil gegen¨uber einem Vierzylinder-Reihenmotor liegt in der aufwendigeren Konstruktion.
Als Beispiel f¨ur einen Vierzylinder-Viertakt-V-Motor ist hier die Honda
VFR 800 FI, RC 46, Baujahr 1998–99 genannt. 12 (→ Abbildung 2.3 auf Seite 45)
Sie hat einen fl¨ussigkeitsgek¨uhlten Vierzylinder-Viertakt-90 ◦-V-Motor mit
einer querliegenden Kurbelwelle. Die zwei obenliegenden Nockenwellen (dohc)
je Zylinderbank werden von Zahnr¨adern angetrieben. Diese bet¨atigen vier Ven¨ wird u¨ ber eine Naßsumpfschmietile pro Zylinder u¨ ber Tassent¨oßel. Das Ol
¨
rung mit Olk¨uhler zugef¨uhrt. Der Motor hat einen Hubraum von 782cm 3 mit
Bohrung × Hub von 72 × 48mm. Das Verdichtungsverh¨altnis betr¨agt 11, 6 : 1.
U
und ein
Der Motor hat eine Nennleistung von 98PS (≡ 72kW ) bei 10500 min
U
maximales Drehmoment von 79Nm (≡ 8, 1kpm) bei 8500 min . Die maximaU
le Kolbengeschwindigkeit (→ S. 202) betr¨agt 18, 9 ms bei 11800 min
. Das Ventilspiel im kalten Zustand soll beim Einlaßventil 0, 16mm betragen und beim
U
mit einer AbweiAuslaßventil 0, 30mm. Die Leerlaufdrehzahl betr¨agt 1200 min
U
chung von ±100 min .
Zylinder in Reihe versus in V-Anordnung
In der Entwicklung haben wir Motoren
”
mit bis zu zwei Liter Hubraum getestet.
Ein 1680cm3 -V4 in seiner jetztigen Form13
erzielte die besten Ergebnisse.“
(Oliver Grill, Produktplaner bei Yamaha)
(→ [Hen2009] S. 17)
In Bezug auf die Dynamik entspricht ein Motorrad eher einem Flugzeug
als einem Auto. Es bewegt sich mit Roll-, Nick- und Gierbewegungen um drei
Achsen, und zwar wesentlich st¨arker als ein vierr¨adriges Fahrzeug. Daher ist
die Massenanordnung beim Motorrad entscheidend.
11 F¨
ur Off-Road-Bikes ist selbst diese Baubreite noch zu groß. Dort kommt in der Regel der
Einzylinder-Motor oder der Zweizylinder-V-Motor (→ Abschnitt 77 auf Seite 49) zum Einsatz.
12 Die Daten stammen vom VFR-Owners-Club Deutschland
→ http://www.vfr-oc.de/ (Zugriff: 22-Oct-2007)
13 ≡ Yamaha Vmax, Baujahr 2009, wassergek¨
uhlter Vierzylinder-Viertakt-65-Grad-V-Motor,
U
Bohrung × Hub 90 × 66mm, max. Leistung 147,2kW (200PS) bei 9000 min
, max. Drehmoment
U
, Reifen vorn 120/70R18, hinten 200/50R18, Gewicht vollgetankt 314kg. Be167Nm bei 6500 min
schleunigung von 0 auf 100 km
h in 2,7sec. ”[...] derartige Beschleunigung konnte man auf einem
Serienmotorrad noch nie erleben.“ (→ [Hen2009] S. 16)
2.2. ANTRIEB
45
Legende:
Quelle: VFR-Owners-Club Deutschland
→ http://www.vfr-oc.de/ (Zugriff: 22-Oct-2007)
Abbildung 2.3: Honda VFR 800 FI, RC 46, Baujahr 1998–99
Betrachtet man zur Erl¨auterung 14 zwei x − kg-Massen, die mit einer Stange verbunden sind, dann ist der Schwerpunkt in der Mitte des Systems. Sobald
diese Stange gedreht wird, ist bedeutsam, ob sich die Gewichte an den Enden der Stange oder in der Mitte befinden. Ein Tr¨agheitsmoment wirkt beim
Motorrad in zwei Richtungen. Einmal vertikal um den Schwerpunkt, bei den
durch Bremsen und Beschleunigen ausgel¨osten Nickbewegungen, und einmal
horizontal, wenn die Maschine in Schr¨aglage geht.
¨
Aus dieser Uberlegung
wird deutlich, dass die Masse so dicht wie m¨oglich
um den Schwerpunkt zu gruppieren ist.
Friedemann Kirn: Der V-Motor hat unter diesem Aspekt Vorteile,
”
weil seine Masse, speziell was die Bauho¨ he betrifft, deutlich geringer ist. Das wirkt sich positiv aufs Handling aus. Die Kurbelwelle
kann auf der optimalen H o¨ he im Fahrwerk sitzen, ohne dass der
Schwerpunkt des Motorrads zu weit nach oben r u¨ ckt. Dies ist beim
Reihenmotor der Fall, wenn die Kurbelwelle optimal zur Schwinge
platziert wird. Daf¨ur ist dieses Triebwerk geradliniger aufgebaut,
braucht keinen doppelten Ventiltrieb und erlaubt eine einfachere und leichtere Gestaltung des Auspuffsystems.“ (→ [Kir2007]
S. 160)
Zus¨atzlich tr¨agt die unregelm¨aßige“ Z¨undfolge bezogen auf die Umdrehungen
”
der Kurbelwelle zu einem f¨ur V-Motoren charakteristischen Laufger¨ausch bei.
14 Analogieidee
von Friedemann Kirn (→ [Kir2007] S. 160)
KAPITEL 2. RATIO
46
Legende:
Quelle: → [Hop2005] S. 188.
Abbildung 2.4: Honda CBX 750 F, Baujahr 1984, Seitenansicht
Ab 1983 verkaufte Honda eine Maschine mit wassergek¨uhltem 750cm 3-V-Motor, bezeichnet als Honda VFR 750 F. Obwohl alle Vorz¨uge f¨ur diese
V-Bauweise sprechen, beauftragte die Firmenleitung von Honda ihr Entwicklungsunternehmen Research & Development Ltd (R & D 15 ) herauszufinden, ob
der bew¨ahrte luftgek¨uhlte Reihen-Vierzylinder-Motor der DOHC-Generation
aus der Honda CB 750 Four erfolgreich weiter zu entwickeln w¨are. Es entstand
die Honda CBX 750 F (→ Abbildung 2.4 auf Seite 46 und 2.5 auf Seite 47),
laut Werbetext die beste Honda, die es je gab.“ 16 (→ [Hop2005] S. 184)
”
Um einen optimalen Gasdurchsatz zu erreichen trafen die Str¨omungswege nahezu senkrecht auf die Ventilteller. Die Ein- und Auslassventile waren in einem Winkel von 38 ◦ angeordnet. Um damit die Gesamtbauh¨ohe 17 nicht zu
¨
groß werden zu lassen, wurde die Olwanne
auf ein Minimum reduziert und die
¨
beiden vorderen Rahmenunterz¨uge als zus¨atzliches Olreservoir
genutzt. 18 Mit
15 Entwicklungsschmiede
in Asaka bei Tokyo
die Honda CBX 750 F stellte die Zeitschrift Motorrad 1984 fest: Mit 91PS von null
U
auf 100 km
ochstgeschwindigkeit von 211km
h in 4,3sec und eine H¨
h bei 9.530 min sowie einen
l
bei einem Verkaufspreis von DM10.203,00. Damit war sie
Durchschnittsverbrauch von 6,8 100km
DM403,00 g¨unstiger als die 90PS starke Honda VF 750 F. (→ [Hop2005] S. 191)
17 Eine große Bauh¨
ohe f¨uhrt zu einem hohen Schwerpunkt und/oder zu einer geringen Bodenfreiheit. Beides wirkt sich negativ auf die Fahreigenschaften aus.
18 Ein Konstruktionsidee, die voher bei englischen Maschinen genutzt wurde. (→ [Hop2005]
S. 185)
16 F¨
ur
2.2. ANTRIEB
47
Legende:
So schmal baute kein anderes Motorrad mit vier Zylinden.“ (→ [Hop2005] S. 189.)
”
Abbildung 2.5: Honda CBX 750 F, Baujahr 1984, Frontansicht
der Verlagerung der Lichtmaschine vom Kurbelwellenende hinter die Zylinderbank wurde eine Motorbreite von nur 419mm erreicht. Das Gesamtgewicht
dieses innovativen Reihen-Vierzylinder-Motors betrug 75, 5kg. (→ [ Hop2005]
S. 189)
Auf die Frage, ob ein Vierzylinder-Reihenmotor gegen¨uber einem V4-Motor
noch das richtige Konzept f¨ur MotoGP-Maschinen ist, antwortet Masao Furusawa, Chef-Entwickler bei Yamaha, wie folgt:
Masao Furusawa: [. . .] Absolut, denn mit einem Reihenmotor ha”
ben wir zun¨achst einmal deutliche Vorteile. Durch die anders als
bei einem V4 nicht vorhandene zweite Zylinderbank k o¨ nnen wir
das gesamte Motorrad kompakter aufbauen. Der Radstand wird
k¨urzer, wir haben eine la¨ ngere Schwinge. Das Fahrverhalten wird
deutlich agiler. Die Motorcharakteristik wird mehr von der Z u¨ ndfolge und damit von der Kurbelwellenkr o¨ pfung beeinflusst als von
der Motorkonfiguration insgesamt. Insgesamt entscheidend ist die
Optimierung der Kommunikation zwischen dem Fahrer und dem
Hinterrad. [. . .] f¨ur den Vierzylinder-Reihenmotor eine Kurbelwelle mit 90-Grad-Hubzapfenversatz und daraus folgender unregelm¨aßiger Z¨undfolge [. . .] die Verz o¨ gerungen zwischen dem Gas¨
griffbefehl und der Ubertragung
der Antriebskraft auf die Straße, vor allem bei hohen Drehzahlen am geringsten h a¨ lt. Eine 90Grad-Kurbelwelle sorgt also fu¨ r die bestm¨ogliche Kontrolle des
Fahrers u¨ ber den Antrieb und f o¨ rdert damit weiter unsere Hauptziele: Agilit¨at und Fahrbarkeit.“ (→ [Fur2007] S. 97)
48
KAPITEL 2. RATIO
Beim Aspekt Agilit¨at und Fahrbarkeit“ punktet das V4-Motorkonzept ge”
gen¨uber dem Reihenmotor.
Ralf Schneider: Hier kommt als spezielle V4-Tugend 19 die schma”
le Kurbelwelle zum Tragen, die bei hohen Drehzahlen weniger
Tr¨agheitsmoment entwickelt als die breitere Welle eines Reihenmotors.“ (→ [Schn2009] S. 41)
Crossplane-Motor Ein Vierzylinder-Reihenmotor mit 90 ◦ -Hubzapfenversatz
hat eine asymmetrische Z¨undfolge und simuliert quasi die Drehkraft-Charakteristik eines Vierzylinder-V-Motors. Yamaha (→ S. 213) bezeichnet bei seinem Super Sportler YZF-R1 einen solchen Motor als Crossplane-Motor. Statt
dieser Marketingbezeichnung spricht man auch vom Big Bang-Motor“ (→
”
[Koch2015]). In diesem Kontext wird ein Motor mit 180 ◦-Hupzapfenversatz
als Screamer bezeichnet (→ [Koch2015]).
Werner Koch: Die Idee hinter dem Big Bang-Motor ist, zwei Ar”
beitstakte, also zwei Drehmomentspitzen, m o¨ glichst eng hintereinander zu legen, die den Reifen kurzfristig st a¨ rker belasten und
erh¨ohten Schlupf bewirken. Anschließend folgt eine entsprechend
l¨angere Erholungsphase, in der der Reifen keine Umfangskr a¨ fte
u¨ bertragen muss. Mit diesem Trick versucht man einerseits den
Reifen zu schonen, andererseits den Drift f u¨ r den Fahrer beherrschbarer zu machen. Genau diese Strategie steckt in Yamahas neuer
R1, die mit Hilfe der elektronischen Traktions- und Driftkontrolle eindrucksvoll beweist, das H o¨ chstleistung nicht alles ist.“ (→
[Koch2015] S. 57).
Die deutlich h¨oheren Lastspitzen 20 der kurz aufeinanderfolgenden Arbeitstakte
im Vergleich zum Screamer-Motor bedingen folgende Nachteile (→ [ Koch2015]
S. 56):
• Das Kurbelgeh¨ause, die Lager und Zahnr¨ader sind st¨arker zu dimensionieren → mehr Gewicht!
• Die Str¨omungsoptimierung der Abgase ist wesentlich komplizierter →
aufwendige Ger¨auschd¨ampfung; kostet Leistung; mehr Gewicht!
19 Vergleich Aprilia RSV4 Factory (Hubraum 1000cm3 , Bohrung × Hub 78,0mm × 52,3mm,
U
U
Nennleistung 132,4kW (180PS) bei 12.500 min
, max. Drehmoment 115Nm bei 10.000 min
) mit
Honda Fireblade C-ABS (Hubraum 1000cm3 , Bohrung × Hub 76,0mm × 55,1mm, Nennleistung
U
U
130,7kW (178PS) bei 12.000 min
, max. Drehmoment 112Nm bei 8.500 min
).
20 Big Bang-Motor“: Zwei positive Drehmomentspitzen an der Kurbelwelle aufgrund von zwei
”
sich u¨ berlagernden Arbeitstakten bei: ≈ 135◦ ,≈ 495◦ ; negative Drehmomentspitzen (Widerstand
durch Ladungswechsel) ≈ 315◦ ,≈ 675◦ [Kurbelwellenwinkel in Grad].
Screamer-Motor“: Vier kleinere positive Drehmomentspitzen an der Kurbelwelle aufgrund der
”
vier Arbeitstakte bei: ≈ 80◦ ,≈ 260◦ ,≈ 440◦ ,≈ 620◦ ; negative Drehmomentspitzen (Widerstand
durch Ladungswechsel) ≈ 170◦ ,≈ 350◦ ,≈ 530◦ ,≈ 710◦ [Kurbelwellenwinkel in Grad].
2.2. ANTRIEB
49
• Ein ordentlicher Massenausgleich ist nur mittels zus¨atzlich rotierender
Ausgleichswelle erreichbar → kostet Leistung; mehr Gewicht!
Sonderfall 180◦-V-Motor Bei einem 180 ◦ -V-Motor sind die Pleuel von gegen¨uberliegenden Kolben an dergleichen Kr¨opfung angelenkt. Bei einem Boxermotor sind sie an zwei um 180 ◦-versetzten Kr¨opfungen angelenkt. Bei dem
180◦-V-Motor bewegen sich jeweils zwei gegen¨uberliegende Kolben immer
gleichzeitig nach links oder rechts und damit addieren sich ihre Massenkr¨afte.
Beim Boxermotor bewegen sie sich stets aufeinander zu oder voneinander weg
und damit kompensieren sich ihre Massenkr¨afte. Aufgrund des Versatzes der
Zylinder entsteht ein Massenmoment erster Ordnung, das aber bei zwei oder
mehr Zylinderpaaren zwischen diesen ausgeglichen wird.
Zweizylinder-V-Motor
Ein Zweizylinder-Viertakt-V-Motor mit querliegender Kurbelwelle erreicht eine schmale Stirnfl¨ache, fast so schmal wie bei einem Einzylindermotor, jedoch
mit einem besseren Leistungspotential. Abh¨angig vom Zylinderwinkel kann
ein guter Massenausgleich erreicht werden. Mit einer Ausgleichswelle lassen
sich die Massekr¨afte erster Ordnung kompensieren.
Als Beispiel f¨ur einen solchen Zweizylinder-Viertakt-V-Motor mit querliegender Kurbelwelle 21 ist hier die Honda VTR 1000 Firestorm genannt. 22 (→
Abbildung 2.6 auf Seite 50) Der Viertakt-Zweizylinder-V-Motor hat einen Zylinderwinkel von 90 ◦ mit einem Hubraum 996cm 3 und Bohrung × Hub von
98 × 66mm. Der Motor hat eine Nennleistung 23 von 110PS (≡ 81kW ) bei
U
U
9000 min
und ein maximales Drehmoment von 96Nm bei 7000 min
. Das Verdichtungsverh¨altnis betr¨agt 9, 4 : 1.
21 Ein Zweizylinder-V-Motor-Beispiel mit einem Zylinderwinkel von 180◦ und mit
l¨angsliegender Kurbelwelle ist der Boxermotor (N¨aheres dazu → S.49), wie ihn BMW in vielen Modellen verbaut. Ein anderes Zweizylinder-V-Beispiel mit einem Zylinderwinkel von 90◦
und mit l¨angsliegender Kurbelwelle baut Moto Guzzi.
Ein Zweizylinder-V-Motor-Beispiel mit einem Zylinderwinkel von 45◦ und mit querliegender
Kurbelwelle ist der Sportster Motor mit 1.200cm3 von Harley-Davidson. Ein Zylinderwinkel von
52◦ hat der Motor der Honda Transalp.
22 Die Daten stammen von http://www.motoport.de (Zugriff: 22-Oct-2007)
In dem Artikel der Zeitschrift Motorrad Magazin (MO) vom 19. April 2002 wird ausgef¨uhrt: Als
”
Sportbike f¨ur den t¨aglichen Gebrauch ist die VTR dennoch unschlagbar. Mehr Nutzwert verbunden mit Kurvenperformance, angeschoben von zwei markigen P¨otten gibts nicht. Und wenn man
sich das genussvoll vor Augen h¨alt, kehrt man auch vom n¨achsten Ausflug zur Applauskurve ohne
Depressionen heim.“
23 Seit Erscheinen 1997 gibt es die VTR 1000 F in Deutschland offiziell in der 98PS-Ausf¨
uhrung,
w¨ahrend der EG-Typ nominell 110PS hat.
KAPITEL 2. RATIO
50
Legende:
Quelle: Artikel der Zeitschrift Motorrad Magazin (MO) vom 19. April 2002
→ http://www.motoport.de/ezine bikes test 0034.php4?ids= (Zugriff: 22Oct-2007)
Abbildung 2.6: Honda VTR 1000 Firestorm, Baujahr 2002
Zweizylinder-Motor: Parallel-Twin
Als Beispiel f¨ur einen Zweizylinder-Viertakt-Motor in der Bauform Parallel-Twin ist hier die Yamaha XTZ 750 Super T e´ n´er´e24 genannt.25 (→ Abbildung 2.7 auf Seite 51) Sie wurde von von 1989 bis 1997 als zuverl¨assige
und anspruchlose Reiseenduro gebaut; geeignet f¨ur Schotterpisten und leichtes
Gel¨ande. Das Gewicht von ≈ 226kg begrenzt den Einsatz f¨ur wirklich schweres Gel¨ande.
Der fl¨ussigkeitsgek¨uhlte Zweizylinder-Viertakt-Motor in Bauform eines Parallel-Twins hat 749cm 3 Hubraum bei Bohrung × Hub von 87.0 × 63.0mm
und eine Kompression von 9.5 : 1. Damit ereicht er eine Leistung von 69PS
(≡ 50, 4kW ). Der Motor hat pro Zylinder 5 Ventile, die von zwei oben liegenden Nockenwellen (DOHC) angetrieben werden.
Bei einem Parallel-Twin unterscheidet man zwei Bauarten:
¨
: Bei einem Gleichla¨ ufer-Parallel-Twin bewegen sich beide
• Gleichlaufer
Kolben parallel-gleichsinnig auf und ab.
¨
• Gegenlaufer
: Bei einem Gegenla¨ ufer-Parallel-Twin bewegen sich die
Kolben parallel-gegenl¨aufig auf und ab.
Die Bauart Gleichla¨ ufer verursacht starke Vibrationen aufgrund des unvollst¨andigen Massenausgleiches der rotierenden Kurbelwellenmassen. Diese Vibrationen k¨onnen nur mit zus¨atzlichen Ausgleichswellen kompensiert werden.
24 Benannt
nach der W¨uste im Niger. ( Land da draußen.“)
”
Daten stammen von http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha XTZ 750 (Zugriff: 29-Oct-2007)
25 Die
2.2. ANTRIEB
51
Legende:
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha XTZ 750 (Zugriff: 29-Oct-2007)
Abbildung 2.7: Yamaha XTZ 750 Super T´en´er´e
Die Bauart Gegenla¨ ufer verursacht einen gewissen Schwingungsausgleich
aufgrund des Gegenlaufs der Kolben. 26 Dazu geh¨ort folgender Z¨undabstand:
Bereits 180◦ nachdem ein Zylinder z¨undet, z¨undet der zweite. Danach dauert
es 1.5-Umdrehungen der Kurbelwelle, also 360 ◦ + 180◦ = 540◦, bis der erste
Zylinder wieder z¨undet. Es gibt auch Parallel-Twins, deren Kurbelwelle einen
270◦-Versatz aufweist, zum Beispiel Yamaha TDM 850, Baujahr 1996, ein
Nachkomme“ der Yamaha XTZ 750 Super T e´ n´er´e. Damit wird der Z¨undab”
stand eines Zweizylinder-V-Motors erzielt und in Folge davon sein gesch¨atzter“
”
Klang.
Opimale Zylinderanzahl
Wer h¨atte gedacht, dass ein 675-Motor (mit 3 Zylindern)
”
mit kaum mehr als halber Leistung
einem 1300er (mit 4 Zylindern) gerade im Durchzug Paroli bieten kann?
[...] die drehmomentstarke, kurz u¨ bersetzte Triumph27
h¨alt bis 100 aber voll dagegen und verliert selbst bis 140km
h
gerade mal drei Meter [...] gegen die schwere BMW.28“
(→ [Th¨o2009] S. 39)
Welche Anzahl von Zylindern ist optimal? Warum kommen prim¨ar Motoren mit 4−Zylindern bei Motorradrennen zum Einsatz? 29 Ein Motor mit meh26
Es bleibt nat¨urlich ein Kippmoment aufgrund des Zylinder-Abstandes.
Triumph Street Triple R hat einen Dreizylinder-Reihenmotor, Sechsganggetreibe, KettenU
U
antrieb, Hubraum von 675cm3 mit 78kW (106PS) bei 11.750 min
, 68Nm bei 9200 min
, Radstand
1390mm, Leergewicht von 190kg und kostet ¤8.640 im Jahr 2009.
28 BMW K 1300 R hat einen Vierzylinder-Reihenmotor, Sechsganggetreibe, Kardan, 127kW
U
U
(173PS) bei 9250 min
, 140Nm bei 8250 min
, Radstand 1585mm, Leergewicht von 252kg und kostet ¤13.750 im Jahr 2009.
29 Beispielsweise erm¨
oglicht das im Jahr 2007 g¨ultige Reglement f¨ur Moto GP 2 ··· 6 Zylinder.
Allerdings bekommen Maschinen mit 5−Zylinder ein Gewichtshandikap von 5kg.
27
KAPITEL 2. RATIO
52
reren kleinen Zylinder erreicht gegen¨uber einem Motor mit gleichem Hubraum
und weniger Zylindern eine h¨ohere Drehzahl und erzielt damit eine h¨ohere
Spitzenleistung (→ Abschnitt 96 auf Seite 58) allerdings zu Lasten des Verlaufs des Drehmoments bezogen auf die Drehzahl.
Im Rennen bringt eine solche Spitzenleistung eine bessere H¨ochstgeschwindigkeit am Ende einer hinreichend langen Geraden. Allerdings spielt bei Motorradrennen eine gute, beherrschbare Beschleunigung aus der Kurve ein dominante Rolle. Dazu bedarf es eines m¨oglichst großen Drehmoments aus niedrigeren Drehzahlen. Die optimale Zylinderanzahl bestimmt sich daher als ein
streckenabh¨angiger Kompromiss zwischen Spitzengeschwindigkeit und Dremoment.
Ein moderner Moter mit 4−Zylindern erzeugt mehr Leistung als ein moderner Motor mit 2−Zylindern, der bei gleichem Hubraum mit seinen gr¨oßeren
P¨otten“ langsamer dreht. Ein moderner Motor mit 3−Zylindern k¨ame als opti”
maler Kompromiss in Betracht. Als V-Motor h¨atte er die zus¨atzliche Masse des
Ventiltriebes f¨ur die zweite Zylinderbank jedoch dort nur den Nutzen von einem Zylinder. Deshalb kommt nur eine Anordnung der 3−Zylinder als Reihenmotor in Frage. Er hat der Vorteil der geringeren Baubreite gegen¨uber einem
Reihenmotor mit 4−Zylindern, jedoch den Nachteil einer gr¨oßeren Bauh¨ohe
verursacht durch seinen l¨angeren Hub, gleicher Hubraum vorausgesetzt.
Friedemann Kirn: Da jedoch die Kurbelwelle einen betr a¨ chtlichen
”
Effekt auf die Dynamik eines Motorrads hat, sollte sie auf einer bestimmten H¨ohe im Verha¨ ltnis zum Schwingendrehpunkt, der Aufh¨angung des angetriebenen Hinterrads liegen. Wenn die Kurbelwelle eines hoch bauenden Motors ideal platziert werden soll, geht
oberhalb des Triebwerks der Platz fu¨ r Airbox, Tank und andere
periphere Bauteile aus.“ (→ [Kir2007] S. 160)
Drehmoment: Lang- versus Kurzhuber
Drehzahlspektrum:
Alles, was oben dazu gewonnen wird,
”
das geht unten und in der Mitte verloren.“
(alte Tunerweisheit → z. B. [Sch¨a2010a] S. 99)
Mit Hubraum wird der Raum bezeichnet, den der Kolben von O.T. 30 nach
U.T.31 abw¨artslaufend freigibt. Damit ist der Hubraum 32
1. das Produkt aus der Fl¨ache der Zylinderbohrung [cm 2 ] und dem Hub
[cm] plus
2. dem Rauminhalt des Verdichtungsraumes [cm 3 ] im Zylinderkopf.
30 Obere
Totpunkt des Kolbens bei einer Kurbelumdrehung
Totpunkt des Kolbens bei einer Kurbelumdrehung
32 Der Gesamthubraum nach der europ¨
aischen Steuerformel berechnet sich wie folgt:
Hubraum = π4 ∗ d 2 ∗ h ∗ z mit d ≡ Bohrung, h ≡ Hub, z ≡ Zylinderzahl. Dabei werden d und h auf
volle Millimeter mathematisch auf- oder abgerundet und π = 3,1416 angenommen.
31 Untere
2.2. ANTRIEB
53
Legende:
Quelle: → langer Link:
www.motorradonline.de/fotoshow/
yamaha-xv-1900-midnight-star.208550.htm?
template=d mrd06 fotoshowcontent&skipimage=3
http://www.motorradonline.de/... (Zugriff: 03-Nov-2008)
Langhubiger luftgek¨uhlter 2-Zylinder-4-Takt-V-OHV-Motor, 8 Ventile, 1854cm3 Hubraum,
100mm Bohrung, 118mm Hub,
Bohrung
Hub
≈ 0,85 Verdichtung
U
4.750 min
,
9,5
1 ,
Nennleistung 66,4kW (90PS)
U
2.500 min
,
bei
maximales Drehmoment 155,1Nm bei
elektronische Benzineinspritzung,
¨
Mehrscheiben-Olbadkupplung,
Sekund¨arantrieb Zahnriemenantrieb.
In den USA als Star XV 1900 Roadliner bezeichnet.
Abbildung 2.8: Cruiser Yamaha XV 1900 Midnight Star — Langhuber
KAPITEL 2. RATIO
54
Das Verh¨altnis
Bohrung
Hub
pr¨agt den Charakter des Motors. So unterscheidet man:
• Ultrakurzhubmotor:
Bohrung
Hub
≈ 1, 6
Ein Beispiel ist die SuperMoto Husqvarna SM 450 R mit DHOC-EinU
:
zylindermotor von 449cm 3 mit 40kW bei 9000 min
Bohrung
97,0mm
=
=
1,
592
Hub
60,8mm
• Kurzhubmotor:
Bohrung
Hub
≈ 1, 2
Ein Beispiel ist der Landstraßenrenner Triumph Speed Triple mit DHOCU
Dreizylindermotor von 955cm 3 mit 88kW bei 9100 min
:
Bohrung
79,0mm
=
=
1,
215
Hub
65,0mm
¨
• Motor mit quadartischem Hubverhaltnis
:
Bohrung
Hub
≈ 1, 0
Ein Beispiel ist der Reisetourer Honda Gold Wing 1800/6 mit SechsU
:
zylinder-Boxer-Motor von 1832cm 3 mit 87kW bei 5500 min
Bohrung
74,0mm
=
=
1,
042
Hub
71,0mm
• Langhubmotor:
Bohrung
Hub
≈ 0, 9
Ein Beispiel ist der Cruiser Harley-Davidson Electra Glide 33 mit V2U
:
Motor von 1584cm 3 mit 60kW bei 5200 min
Bohrung
95,3mm
=
=
0,
857
oder
auch
die
Yamaha XV 1900 Midnight
Hub
111,1mm
34
Star (→ Abbildung 2.8 auf Seite 53)
Bei gleichem Hubraum wird in der Biker-Szene dem Langhubmotor ein besse¨
res Drehmoment nachgesagt als einem Kurzhuber. Uberzeugende
Begr¨undung
daf¨ur ist, dass der Langhuber, bedingt durch den l¨angeren Kurbelarm an der
Kurbelwelle, eine g¨unstigere Hebelwirkung als der Kurzhuber hat, sodass er
”
bei gleich gutem Arbeitsdruck im Zylinder ein besseres Drehmoment u¨ ber den
gesamten Drehzahlbereich hin entwickeln kann.“ (→ [NeJa2006] S. 88).
Zwei Aspekte beschr¨anken jedoch die Richtigkeit dieses Pauschalurteils:
1. Aspekt: Kleinere Kolbenoberfl¨ache
Der Langhubmotor hat bei gleichem Hubraum eine kleinere Kolbenoberfl¨ache. Eine große Kolbenoberfl¨ache nutzt den Verbrennungsdruck
Am Lenker sp¨urte er [...] die Vibrationen des großen Motors, [...]. Der Motor donnerte nicht,
”
das tun sie nur in B¨uchern.“ (→ Unterwegs mit einer Harley-Davidson Tour Glide, Sp¨atherbst
1980, [Lee2008a] S. 29)
34 Der luftgek¨
uhlte 48-Grad-V2 mit Stoßstangen-Steuerung ist kein aufgebohrtes Triebwerk der
Yamaha Warrior (≡ Krieger“). Dieser Zweizylinder hat mehr Dampf“ als das V-Triebwerk in
”
”
der Roadster Yamaha MT-01.
33
2.2. ANTRIEB
55
jedoch besser aus. Zus¨atzlich sind dann 4 (oder 5) gr¨oßere Ventile im Zylinderkopf realisierbar, die einen besseren Gasdurchsatz erm¨oglichen. 35
2. Aspekt: Gr¨oßere Außendurchmesser der Kurbelwelle
Der Langhubmotor erfordert einen gr¨oßeren Außendurchmesser der Kurbelwelle. Damit verbunden sind zum einen h¨ohere Kolbengeschwindigkeiten (→ S. 202), so dass hohe Drehzahlen zu vermeiden sind, um die
kritische Kolbengeschwindigkeit nicht zu u¨ berschreiten, und zum anderen gr¨oßer dimensionierte Bauteile (Motorengeh¨ause etc.) womit eine
erhebliche Gewichtszunahme verbunden ist.
Drehrichtung der Kurbelwelle
In der Regel dreht sich eine Kurbelwelle vorw¨arts, das heißt in der gleiche
Richtung wie die R¨ader. 36 Die Drehrichtung der Kurbelwelle hat verschiedene
Einfl¨usse auf das Fahrverhalten der Maschine.
Bewegt sich das Motorrad um seine L¨angsachse, also bei einer Kurvenfahrt, addieren sich die Kreiselkr¨afte der Kurbelwelle und der R¨adern — die
Folge ist: Die Maschine wird unhandlicher. Rotiert die Kurbelwelle jedoch gegenl¨aufig, kompensiert die Kurbelwelle die Kreiselkr¨afte der R¨ader — die Fol¨
ge ist: Das Motorrad wird handlicher; mit der Gefahr einer Uberkompensation.
Bewegt sich das Motorrad um seine Querachse, also beim Beschleunigen
und Bremsen, wirkt sich die Drehrichtung auf die Radlast aus.
Variable Ventilsteuerung
Mittels einer variable Ventilsteuerung, kann insbesondere bei hochdrehenden
Sportmotoren ein relativ h¨oheres Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen und
gleichzeitig auch bei hohen Drehzahlen realisiert werden. Einerseits kann so
die Anfahrschw¨ache von Sportmotoren kompensieren werden. Dies steigert ihre Handhabbarkeit“. Andererseits wird ab einer vorgegebenen Drehzahl eine
”
sportlichere Motorabstimmung m¨oglich. Ben¨otigt werden dazu faktisch zwei
Nockenwellenprofile. Ein Beispiel daf¨ur ist VTEC (Variable Valve Timing and
Lift Electronic Control) der Firma Honda (konzipiert vom Motordesigner Kenichi Nagahiro).
Die Ventile werden nicht direkt, sondern beispielsweise u¨ ber o¨ ldruckge¨
steuerte Kipphebel angesteuert. Ab einer bestimmten Drehzahl wird per Oldruck mit einem Feststellbolzen im oszillierenden Kipphebelsystem entweder
ein weiterer, entsprechend anders geformter Kipphebel zugeschaltet, so dass
35 Der Brennraum kann bei 5 Ventilen pro Zylinder (3 Einlass- und 2 Auslassventile) noch
vollst¨andiger ausgef¨ullt werden als bei einem Vierventiler. In der Praxis l¨asst sich aber sein
”
(F¨unfventiler) gr¨oßerer Querschnitt oft nicht mehr nutzen, weil sich die einstr¨omenden Gasstr¨ome
gegenseitig beeinflussen. [...] F¨unfventilmotoren weisen keinen Leistungs- oder Drehmomentvorteil gegen¨uber hubraumgleichen Vierventilmotoren auf.“ (→ [Sto2006] S. 138).
36 Ausnahme: Beim der Werks-Yamaha von Valentino Rossi und Colin Edwards dreht sich die
Kurbelwelle r¨uckw¨arts.
KAPITEL 2. RATIO
56
¨
die Ventil¨offnungsh¨ohe und die Offnungszeit
erh¨oht werden. Dar¨uber hinaus
wird ein weiteres Auslassventil pro Zylinder zugeschaltet, so dass sich die Leistung bei h¨oherer Drehzahl verbessert. Sinkt die Drehzahl unter den Grenzwert
wird der Zusatzkipphebel wieder abgeschaltet und zwar durch den sinkenden
¨
Oldruck,
so dass sich der Feststellbolzen zur¨uckzieht. Ebenfalls wird dann das
zus¨atzliche Auslassventil deaktiviert.
Luftsystem
Zweckm¨aßig, insbesondere auf langen Reisen, sind Dauerfilter, die ausgeblasen, mit einem speziellen Reiniger ges¨aubert und anschließend mit einem Spezial¨ol behandelt werden. Der Dauerfilter muss den gleichen Str¨omungswiderstand wie der urspr¨ungliche Filter haben. Ist der Str¨omungswiderstand h¨oher,
l¨auft der Motor fetter und in folge davon hat er weniger Leistung. Ist der Str¨omungswiderstand kleiner wird das Gemisch abgemagert und in folge davon
wird der Motor u¨ berhitzt. In einem solchen Fall muss durch gr¨oßere Vergaserd¨usen etwas mehr Kraftstoff hinzugef¨ugt werden. Das Resultat ist mehr Leistung bei h¨oherem Verbrauch.
St¨orungen im Ansaugtrakt werden h¨aufig verursacht durch por¨ose Ansaugschl¨auche und/oder Gummistutzen sowie durch zu fest angezogene (Aluminium-)Klemmen unter deren Druck sich der Flansch kr¨ummt, so dass unerw¨unschte Luft eindringen kann. Diese ungewollte Zusatzluft wird als Falsch¨ ”
luft“ bezeichnet. Auch sie magert das Gemisch ab, so dass es durch Uberhitzung
zu teuren Sch¨aden am Zylinderkopf, an den Ventilen und/oder am Kolben kommen kann.
Erkennen kann man Luftlecks mit Hilfe einer Spr¨uhflasche von Bremsenreiniger.
Dirk K¨oster: W¨ahrend der Motor im Leerlauf vor sich hin tuckert,
”
werden Ansagstutzen, der Vergaserflansch und der Luftfilterkasten
an allen Trennfugen mit Bremsenreiniger eingespr u¨ ht. Wird nun
der Reiniger durch ein Leck angesaugt, steigt die Drehzahl kurzfristig leicht an. Durch gezielte kurze Spr u¨ hst¨oße auf den vermuteten Schadensbereich l a¨ sst sich das Leck leicht lokalisieren.“ (→
[K¨os2008] S. 106)
Kuhltechnik
¨
Wind kontra Wasser
”
Sch¨oner sind die luftgek¨uhlten Motoren,
dar¨uber braucht man nicht streiten.“
(→ [Kup2009] S. 50)
Bei Motoren unterscheidet man prinzipiell zwischen den K¨uhlungsarten:
• Luftk¨uhlung (Fahrwindk¨uhlung),
2.2. ANTRIEB
57
Legende: Quelle: →
http://www.yamaha-motor.de/Images/2009-XJR1300-static-03 tcm37-271414.jpg
(Zugriff: 07-Apr-2009)
Abbildung 2.9: Yamaha XJR 1300 — luftgek¨uhlter Motor
¨ uhlung (gr¨oßerer Olkreislauf
¨
¨ uhler gegen¨uber der rei• Luft-/Olk¨
mit Olk¨
”
nen“ Luftk¨uhlung) und
• Wasserk¨uhlung (Fl¨ussigkeitsk¨uhlung 37).
Bei sogenannten Benzingespr¨achen wird die Notwendigkeit der Wasserk¨uhlung (Fl¨ussigkeitsk¨uhlung) oft mit den strengen Ger¨ausch- und Abgasvorschriften begr¨undet. Unstrittig hat die Wasserk¨uhlung Vorteile gegen¨uber der
¨ uhlung bei der Einhaltung der rechtlich vorgegebenen Grenzwerte. 38
Luft-/Olk¨
Allerdings d¨ampft der Wassermantel nicht die Verbrennungsger¨ausche —
wie so oft behauptet. Vielmehr sind es bei der Wasserk¨uhlung der doppelwandige Motoraufbau um die Brennkammer und die kleinere Motoroberfl¨ache
¨ uhlung, die das bessere Ger¨auschverhalten bewirim Vergleich zur Luft-/ Olk¨
37 Ublicherweise
¨
Frostschutzmittel zu destilliertem Wasser im Verh¨altnis 50 : 50. Je nach Bauart
zwischen 1,5 bis 4 Litern Fl¨ussigkeit.
38 Die Wasserk¨
uhlung hat weitere Vorteile. Zum Beispiel verk¨urzt die Kreislaufregelung mittels
Thermostat die Warmlaufphase. Dies f¨uhrt zu einer h¨oheren Lebensdauer und reduziert auch die
mechanischen Ger¨ausche.
KAPITEL 2. RATIO
58
¨ uhlung hat den Nachteil, dass die notwendigen großen K¨uhlken. Luft-/ Olk¨
39
rippen f¨ur eine ausreichende W¨armeabfuhr zum Schwirren neigen. Dieser
Ger¨auschquelle begegnet man mit Gummid¨ampfern, die zwischen die Rippen
geschoben werden. Bei modernen Motorr¨adern sind die eigentlichen Verbrennungsger¨ausche nicht der kritische L¨armfaktor. Vielmehr ist der Raudauma”
cher“ die gesamte Antriebstechnik, also auch Ventiltrieb, Prim¨artrieb, Getriebe,
Antriebskette und R¨ader.
Die besseren Abgaswerte beruhen auf der M¨oglichkeit die Laufspiele im
Motorinneren enger zu gestalten, weil der W¨arme¨ubergang zwischen Wasser
und Metall besser funktioniert als zwischen Luft und Metall.
Guido Kupper: Eng tolerierte Kolben-Zylinderpaarungen sind [. . .]
”
vorteilhaft, wenn es um Restanteile von unverbranntem Gemisch
im Abgas geht. Denn in jedem versteckten Winkel des Brennraums
kann sich Gemisch dem Verbrennungsvorgang entziehen, etwa im
umlaufenden Ringspalt zwischen oberem Kolbenring und dem Kolbenboden oder in den hinteren Bereichen der Quetschfl a¨ chen. Je
enger in diesem Bereichen die Toleranzen gew a¨ hlt werden ko¨ nnen,
desto vorteilhafter wirkt sich das auf die Ausnutzung des Treibstoffs und somit auch auf die Abgaszusammensetzung aus. [. . .] Literleistungen um 100PS sind mit Luftk u¨ hlung gut machbar (z. B.
Yamaha XJR 1300 40 → Abbildung 2.9 auf Seite 57). Unterm
Strich sind es also nicht die Abgas- und Ger a¨ uschvorschriften,
die luftgeku¨ hlte Bikes ins Hintertreffen bringen, sondern der allgemein grassierende Leistungsfetischismus.“
(→ [Kup2009] S. 50)
Energieumwandlung im Motor
Die Auslegung eines Motorradmotors ist stets ein Kompromiss zwischen kontr¨ahren Anforderungen. Einerseits bedingt eine h¨ohere Leistung eine h¨ohere
Motordrehzahl. Die mechanische Beherrschbarkeit hoher Drehzahlen erzwingt
wegen der Massenkr¨afte m¨oglichst leichte Bauteile im Kurbel- und Ventilbetrieb, das heisst letztlich eine Verteilung des Hubraums auf mehrere Zylinder.
Andererseits verursachen viele bewegte Bauteile eine h¨ohere Reibung, die es
zu minimieren gilt.
Im Folgenden wird ausgehend von der Energie im Kraftstoff eine Gleichung f¨ur die Einflussfaktoren auf die Mototorleistung (effektive Power P e f f ektiv )
K¨uhlrippen vergr¨oßern die K¨uhlfl¨ache des Motors um ≈ 50% (→ z. B. [Hof2009] S. 185).
Ohne Fahrtwind w¨urde ein luftgek¨uhlter Motor bei l¨angerem Betrieb kollabieren.
40 Technische Daten der Yamaha XJR 1300: luftgek¨
uhlter 4-Zylinder-4-Takt-DOHC-Motor,
geregelter 3-Wege-Katalysator, 16 Ventile, 1.251cm3 Hubraum, Bohrung × Hub (mm): 79,0 ×
U
63,8, 9,7 : 1 Verdichtung, Nennleistung 71,9kW (97,8PS) bei 8.000min
, maximales DrehU
, Nasssumpfschmierung, elektronische Benzineinspritzung, 5moment 108,4Nm bei 6.000 min
Ganggetriebe, Doppelschleifen-Rohrrahmen, Federweg vorn 130mm, hinten 120mm, 795mm
Sitzh¨ohe, Gewicht (vollgetankt) 245kg.
39 Die
2.2. ANTRIEB
59
entwickelt (→ Gleichung 2.2). Der Heizwert des Gemisches aus Benzin 41 und
Luft beim Ottomotor HGemisch berechnet sich nach folgender Gleichung (→
[Sto2006] S. 28):
HGemisch = HKra f tst ∗
mit:
HGemisch
≡
HKra f tst
≡
mKra f tst
mLu f t
ρKra f tst
≡
≡
≡
ρLu f t
≡
mKra f tst
mKra f tst
mLu f t
ρKra f tst + ρLu f t
(2.1)
Volumetrischer Heizwert des Gemisches aus
Kraftstoff und Luft [ cmJ 3 ] — bei Benzin ≈ 3, 5[ cmJ 3 ]
bei Normumgebung von 15 ◦[C] und 1, 013[bar]
Heizwert des Kraftstoffes [ Jg ] — bei Benzin ≈
42.700[ Jg ]
zugef¨uhrte Masse von Kraftstoff in [g]
zugef¨uhrte Masse von Luft in [g]
Dichte des gasf¨ormigen Kraftstoffes beim Umgebungszustand in [ cmg 3 ]
Dichte der Luft bei Normumgebung in [ cmg 3 ]
Wird die Motordrehzahl n, das Volumen V H,K aus Hub und Kompression,
der Prozesswirkungsgrad η Prozess sowie die mechanische Reibarbeit im Motor
durch ein Verlustmoment M Reibung ber¨ucksichtigt, dann kann mittels H Gemisch
(→ Gleichung 2.1) die effektive Power (Motorleistung) Pe f f ektiv [W ] wie folgt
bestimmt werden:
1
∗ HGemisch ∗ VH,K ∗ ηProzess ∗ λL − 2 ∗ π ∗ MReibung
Pe f f ektiv = n ∗
i
(2.2)
mit:
41 Ein relevanter Leistungseinfluss zwischen handels¨
ublichen Kraftstoffsorten ist nicht festellbar
(→ [Sto2006] S. 29).
KAPITEL 2. RATIO
60
Pe f f ektiv
n
i
≡
≡
≡
HGemisch
≡
VH,K
≡
ηProzess
λL
≡
≡
MReibung
≡
effektive Power (Motorleistung) [W ]
Motordrehzahl [ Us ]
Arbeitsprozessfaktor mit i = 2 f¨ur den Viertakter
und i = 1 f¨ur den Zweitakter
Volumetrischer Gemischheizwert → Gleichung 2.1
Volumensumme
aus
Hubvolumen
und
Kompressionsvolumen [cm 3 ]
Prozesswirkungsgrad [−]
Luftliefergrad [−]: Er gibt an, welcher Gasvolumenanteil ausgehend vom theoretischen Optimum
(≡ Hubvolumen + Kompressionsvolumen) nach
dem Ladungswechsel tats¨achlich f¨ur die Verbrennung im Zylinder verbleibt. Er repr¨asentiert die
Frischgasverluste (→ Gleichung 2.3).
Moment der Gesamtreibung an der Kurbelwelle
gemessen — bildet alle mechanischen Reibungen
im Motor ab.
Die Gleichung 2.2 verdeutlich, dass die effektive Motorleistung Pe f f ektiv
sich nicht nur u¨ ber Drehzahl- und Hubraumsteigerung vergr¨oßern l¨asst, sondern auch durch eine Steigerung des Gemischheizwertes H Gemisch . Dieser kann
durch eine Vergr¨oßerung der Dichte (→ Gleichung 2.1) zum Beispiel durch
Absenkung der Temperatur des Frischgases (Stichwort: Ladeluftk¨uhler) erfolgen.
Eine Steigerung der G¨ute des Ladungswechsels, das heisst des Luftliefergrads λL , ist ein wirkungsvolles Mittel zur Leistungssteigerung. Anders formuliert: Die G¨ute der Ausnutzung des Hubraums λ L berechnet sich wie folgt:
λL =
mit:
mverbliebeneFrischgas
mverbliebeneFrischgas
ρ0 ∗ VH,K
(2.3)
≡
Masse des verbliebenen Frischgases im Hubraum
nach dem Ladungswechsel in [g]
ρ0 ≡ Frischgasdichte beim Normzustand (15 ◦ [C] und
1, 013[bar]) in [ cmg 3 ]
aus
Hubvolumen
und
VH,K ≡ Volumensumme
Kompressionsvolumen [cm 3 ]
Der Luftliefergrad λ L bildet Verluste beim Ladungswechsel ab. Sie entstehen weil:
1. Frischgas beim Ladungswechsel in den Auslasskanal str¨omt — aufrund
der sich u¨ berschneidenden Ventil¨offnungszeiten,
2. Abgasreste im Kompressionsraum verbleiben und sich damit das Volumen f¨ur das Frischgas verkleinert und
2.2. ANTRIEB
61
3. weil es eine Drosselung des Frischgasstromes durch Str¨omungswiderst¨ande und Reibung in der Saugleitung und an den Ventilen gibt.
Daher ist der Luftliefergrad λ L offensichtlich abh¨angig von der Motordrehzahl n[ Us ]. Eine Steigerung der Leistung Pe f f ektiv u¨ ber die Erh¨ohung der Motordrehzahl geht nur insoweit, wie der auftretende Abfall des Luftliefergrades
λL bei hohen Drehzahlen den Zuwachs nicht kompensiert (→ Gleichung 2.2).
¨
Olkreislauf
¨
Nasssumpfschmierung Ublicherweise
hat ein Viertaktmotor eine Nasssumpfschmierung (Druckumlaufschmierung). Das Schmier¨ol befindet sich in einer
¨
Wanne unterhalb der Kurbelwelle, aus der die Olpumpe
es ansaugt und u¨ ber
¨
den Olfilter durch Kan¨ale an die Schmierstellen bef¨ordert. Die rotiernde Kurbelwelle bewirkt mit der zus¨atzlichen Verwirbelung eine K¨uhlung des Kolbens
¨
und gew¨ahrleistet den Olfilm
auf der Kolbenlaufbahn im Zylinder. Das so verteilte Schmier¨ol tropft aufgrund der Schwerkraft wieder in die tiefer liegen¨
¨
de Olwanne.
Die Nasssumpfschmierung ben¨otigt nur eine Olpumpe,
dass ist
ihr Vorteil gegen¨uber der Trockensumpfschmierung (→ Abschnitt 98 auf Seite 61).
Trockensumpfschmierung Im Gegensatz zur Nasssumpfschmierung (→ S. 61)
wird der Schmier¨olvorrat in einem extra Tank gelagert. Das Schmier¨ol gelangt
¨
von dort zur Olpumpe
im Motor. Das ins Kurbelhaus abtrofende Schmier¨ol
¨
¨
wird u¨ ber eine zweite Olpumpe
zur¨uck in den Oltank
gef¨ordert. 42 Die Vorteile
¨
dieses Kreislaufs mit zwei Olpumpen
sind:
¨
1. Kleine Olwanne
erm¨oglicht geringere Bauh¨ohe des Motors
¨
Eine ausreichend große Olmenge
ist erreichbar, ohne dass der Motor
¨
durch eine entsprechend große Olwanne
sehr hoch baut. Daher kann der
Motor letztlich tiefer eingebaut werden, was eine bessere Lage des Motorradschwerpunktes bewirkt.
2. Schmiersicherheit in extremen Fahrsituationen
Bei schneller Kurvenfahrt (Rennsituation) ist aufgrund der Zentrifugal¨ aus einem (vollen) Oltank
¨
kraft die Zuf¨uhrung von Ol
sicherer als aus
¨
einer stark geneigten Olwanne.
¨
3. Toleranz gegen¨uber falschen Olstand
¨ die Versorgung aus dem exIn der Regele reagiert bei zu wenig Ol“
”
¨
tra Tank noch besser als aus der großen Olwanne.
42 Ein Beispiel ist das Kultmotorrad Yamaha SR 500 von Anfang 1978; eine mittels Kickstarter
zu startende 27PS-Einzylinder-Viertakt-Maschine mit einfachen Einschleifen-Rohrrahmen, dessen
¨
Oberzug als Olreservoir
dient (→ [Scho2008]).
KAPITEL 2. RATIO
62
Die Nachteile der Trockensumpfschmierung ergeben sich aus der h¨oheren
¨
Komplexit¨at aufgrund der zweiten Pumpe, dem extra Oltank
und den Versorungsleitungen.
In der Praxis ist auch die Feststellung der noch tats¨achlich vorhandenen
¨
¨
Olmenge
u¨ ber das Messen im Oltank
nicht hinreichend aussagekr¨aftig, weil
im Umlaufpumpsystem etliche Winkel und R¨aume sind, in denen sich klei¨
¨
ne Olmengen
befinden. Zur Olverbrauchskontrolle
sollte man daher stets die
gleiche Situation beim Messen herbeif¨uhren. Man sollte daher das Motorrad
¨
vor dem Abstellen des Motors hin und her kippen, damit Reste in den Oltank
gepumpt werden.
¨ Beim Hochleistungs-Vier¨
Olverbrauch
Jeder Benzinmotor verbraucht Ol.
¨
von
taktmotor in der Klasse von 500..2000cm 3 Hubraum gilt ein Olverbrauch
1Liter
≈ 1000km
als noch normal (z. B. → [Red2011] S. 70). Liegt der Verbrauch h¨oher
¨
¨
beim heiist eine Uberholung
des Motors angeraten. 43 Ein hoher Olverbrauch
len Motor kann vielf¨altige Ursachen haben; zum Beispiel:
• Kurzstreckenbetrieb
Wurde etwa ein großvolumiger Motor [. . .] im Kurzstrecken”
betrieb gefahren, wird sich durch den h a¨ ufigen Kaltlaufbe¨ eingemischt haben. Bei der ersten Uber¨
trieb Treibstoff ins Ol
landfahrt, wenn der Motor wieder voll auf Temperatur kommt,
¨
dunstest der Treibstoff ab und der Olpegel
sinkt drastisch.
Deshalb auch die Empfehlung der Hersteller, bei u¨ berwie¨ zu wechseln.“
gendem Kurzstreckenverkehr h a¨ ufiger das Ol
(→ [Red2011] S. 70)
• steile Abfahrten
Bei den Abfahrten (Hochgebirge) l a¨ uft der Motor hochtourig
”
im Schiebebetrieb. Der Verbrennungsdruck, der die Kolbenringe zus¨atzlich an die Zylinderwandung presst, fehlt. Folg¨ an den Ringen vorbei in Richtung Brennlich kann mehr Ol
¨
raum gelangen. Mehr Olverbrauch
bei der Alpentour ist also
kein Vorbote auf einen Motordefekt, sondern v o¨ llig normal.“
(→ [Red2011] S. 70)
• Motoruberholung
¨
[. . .] neue oder frisch u¨ berholte Motoren k o¨ nnen auff a¨ llig
Ӭ
Ol konsumieren. Die neuen Kolbenringe dichten noch nicht
perfekt. Sie m¨ussen sich durch feines Einarbeiten erst noch
bestm¨oglich an die Zylinderwandung anpassen. Das gilt besonders f¨ur großvolumige Einzelhubr a¨ ume in Verbindung mit
43 Man k¨
onnte auch den Motor noch weiter fahren, vorausgesetzt, dass beim Betrieb keine
¨
Olschwaden
aus dem Auspuff kommen, denn dann geh¨ort das Umweltschwein“ außer Betrieb.
”
2.2. ANTRIEB
63
beschichteten Leichtmetallzylindern. Die zugeh o¨ rigen Hartchrom-Kolbenringe sind extrem verschleißfest und brauchen
mitunter mehrere tausend Kilometer Einfahrstrecke, um rich¨
tig zu tragen. Dann erst geht der Olverbrauch
auf unauff a¨ llige
Werte zur¨uck.“ (→ [Red2011] S. 70–71)
Werden Abnutzungen oder gar ein mechanischer Defekt als Ursache eines ho¨
hen Olverbrauchs
vermutet, ist eine Kompressions-Druckverlustmessung angebracht. Dazu wird bei dem jeweils zu messenden Zylinder der Kolben in
OT-Stellung gebracht und ein Pr¨ufdruck eingeleitet. Gemessen wird dann, wie
schnell sich dieser Druck wieder abbaut.
Kickstarter
Tommy Engel von der K¨olschen Mundart-Kapelle Bl¨ack F¨oo¨ ss
”
sagte den markerschu¨ tternden Satz: Kickstarter?! Junge, der
Krieg ist vorbei!! [. . .] steht der elende Kickstarter bei jedem
dritten Versuch so falsch in der Gegend rum, dass einem Geschichten [. . .] aus der Kickstarterho¨ lle in den Sinn kommen: Geschichten von Hautabsch u¨ rfungen am Kn o¨ chel, von B a¨ nderrissen, von
geprellten Knochen. Jeder Tritt war bald von rhythmichen Fluchen begeleitet [. . .]. Der Spaß kam erst, wenn sie vielleicht zum
f¨unfzigsten Mal angetreten war, dann hatte sich ein Gef u¨ hl f¨ur das
richtige Timing, den rechten Kick entwickelt. [. . .] Dann endlich
war der Krieg vorbei, der gegen den Kickstarter.“ (→ [Kle2012]
S. 232–233)
Ted Simon: Zu den vielen lobenswerten Dingen an der alten Tri”
umph hatte der verl a¨ ssliche Kickstarter geh¨ort. Er funktionierte
immer, mit oder ohne Batterie. Damals hatte ich manchmal gedacht, dass ein elektrischer Starter toll w a¨ re, aber ich ha¨ tte ihn
niemals gegen jenen Kickstarter eingetauscht.“ (→ [Sim2007b]
S. 34)
Meine Honda CB 450 K1 (→ Abschnitt A.1 auf Seite 164) hatte eine so schwache Batterie, dass der elektrische Anlasser den Motor nur selten zum Laufen
bringen konnte. In der Regel musste ich sie mit dem Kickstarter anwerfen;
allerdings gelang es eigentlich nie beim ersten Versuch, sondern erforderte nVersuche, wobei in der Regel n ≥ 7 war. Da ich dabei stets tierisch ins Schwitzen kam, war wieder Aus- und anschließendes Anziehen angesagt.
2.2.2 Kraftubertragung
¨
Kettenantrieb
Bei einer Federbewegung a¨ ndert sich die effektive Schwingenl a¨ nge, das heißt,
der Abstand, den die Falllinie der Schwingenachse und die Falllinie der Hinder-
64
KAPITEL 2. RATIO
radachse bezogen auf die ebene Fahrbahn bilden. Setzt man sich beispielsweise
auf ein stehendes Motorrad, so federt es ein und damit spannt sich die Kette,
weil die effektive Schwingenl¨ange zunimmt. Außerdem zwingt das Einfedern
dem Hinterrad eine R¨uckw¨artsdrehung auf, die u¨ ber die Kette gegen die Motordrehung wirkt. Diese Gegenbewegung wird mittels eines Ruckd¨ampfers im
Kettenradtr¨ager abgefangen. H¨atte die Kette im unbelasteten Zustand zu wenig
Durchhang, w¨urden beim Einfedern die Kettenglieder sowie das Getriebeausgangslager zerm¨urbt“ (→ [Schue2008] S. 48). Ein gewisser Kettendurchhang
”
ist also zwingend geboten.
Wenn der Motor am oberen Kettentrum 44 zieht und die Schwinge mit der
Fahrbahn einen Winkel bildet, ist ein Kr¨afteparallelogramm zu betrachten. Eine Kraftkomponente l¨auft entlang der Schwinge, die andere rechtwinklig dazu.
Diese Komponente bildet an der Radachse mit dem Hebelarm der Schwingenl¨ange ein Drehmoment, das beim Beschleunigen das Motorrad ausfedert.
Das tats¨achliche Einfedern beim Beschleunigen wird nicht von der Kette erzeugt, sondern ist die dominierende Wirkung aufgrund der Massentr¨agheit.
Da der Schwerpunkt der Maschine mit Fahrer oberhalb der Schwingenachse liegt, entsteht ein Drehmoment, das die Maschine in die Federung kippt“
”
(→ [Schue2008] S. 49). Der Kettenzug wirkt diesem Einfedern aufgrund der
Massentr¨agheit solange entgegen, wie die Schwinge nicht u¨ ber die Horizontale
hinaus einfedert. Beim Bremsen oder Schiebebetrieb zieht der Zug am unteren Kettentrum die hintere Federung zusammen und wirkt damit stabilisierend
beim Bremsen.
Kupplung
¨
Aufgabe einer Kupplung ist die Ubertragung
von Drehmomenten. Sie ist betrachtbar als eine Kombination aus Schalteinheit f¨ur die Kraf¨ubertragung vom
Motor zum Getriebe und D¨ampfungselement. Aktueller Standard sind Mehrscheiben-Nasskupplungen, bei denen dazu Lamellen-Pakete dienen, die im k¨uh¨
lenden Olbad
laufen und die f¨ur den Kraftschluss durch Federkraft zusammen gepresst werden. Die Hauptteile der Kupplung sind: Korb, Stahllamellen,
Reiblamellen, Federn und Nabe. Der Korb ist u¨ blicherweise nicht fest mit dem
Prim¨arzahrad verschraubt. Zwischengeschaltet ist ein Verbund von mehreren
Federn (R¨uckd¨ampfungsfedern 45), die Belastungsspitzen im Antrieb abbauen.
Vom getrennten in den geschlossenen Zustand z. B. beim Anfahren, ist eine
¨
Ubergangsphase
erforderlich. Diese wird durch eine entsprechende Reibungwirkung bzw. Schlupf erreicht. Klar ist daher, dass die Reibung und der Schlupf
abh¨angig sind vom verwendeten Motor¨ol. Ein Hochleistungs-Motor¨ol, das ausschließlich konzipiert ist die innere Reibung der Mechanik des Motors zu minimieren, f¨uhrt dann beim Kuppeln zum Problem ( rupfende Kupplung“). Ur”
sache ist eine nicht hinreichende Mischreibung aufgrund fehlender Additive.
44 →
Glossar S. 202.
Ger¨auschen aus dem Kupplungsbereich k¨onnen gebrochene R¨uckd¨ampfungsfedern die
Ursache sein.
45 Bei
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
65
¨ die auf die Anforderungen eiDaher gibt es f¨ur das Motorrad besondere Ole,
¨
ner Olbadkupplung abgestimmt sind (→ z. B. Norm JASO MA S. 201). Mein
¨ ist zu verRatschlag lautet daher: Das vom Motorradhersteller empfohlene Ol
wenden.
Anti-Hopping-Kupplung Eine sogenannte Anti-Hopping-Kupplung“ (slip”
per clutch, back-torque limiter) ist eine Kupplung, die die Bremskraft des Motors im Schiebebetrieb nur begrenzt an das Hinterrad weiter gibt. Beim harten
Anbremsen und gleichzeitigem schnellen Herunterschalten wirkt bei Hochleistungsmotoren eine erhebliche Bremskraft auf das Hinterrad. Aufgrund der
Verschiebung der Radlastverteilung auf des bremsende Vorderrad wird das
Hinterrad derartig entlastet, das die Motorbremse es zum Blockieren bringen kann. Dabei wird das Hinterrad h¨upfen“ und stempeln“ (≡ hopping).
”
”
Verbunden ist damit ein entscheidener Verlust an Haftung (Traktion), der bei
Schr¨aglage bis zum Wegrutschen des Hinterrades f¨uhren kann. Die Anti-Hopping-Kupplung entkoppelt eine solche unerw¨unschte Wirkung der Motorbremse vom Hinterrad.
Die SuterClutch Anti-Hopping Kupplung 46 bietet eine gro¨ ssere
”
Fahrsicherheit und Laufruhe in allen Bereichen. Kein Stempeln
des Hinterrades, einfacher zu kontrollierende Slides und ruhigere
Anbremsphase (bei Offroad sauberes Abfedern der Anbremswellen) resultieren in erho¨ hter Bremsstabilit¨at, besserem Einlenkverhalten und damit schnelleren Rundenzeiten.“
(→ http://www.suterclutch.com/ (Zugriff: 24-Apr-2012))
2.3 Fahrwerk & Karosserie
Eine allgemein bekannte Biker-Weisheit lautet: L¨ange la¨ uft geradeaus!“. Je”
doch ist die gute Geradeauslauf-Stabilit¨at (→ Abschnitt 2.5.4 auf Seite 90)
nicht nur von einem langen Radstand abh¨angig. Auf des Fahrverhalten haben
vielf¨altige Faktoren Einfluss. So auch das Gewicht des Fahrers, das oft mehr
als ein Drittel47 der bewegten Gesamtmasse betr¨agt. Oder die Rotationsrichtung der Kurbelwelle (→ S. 52). Rotiert sie in Fahrtrichtung, dann unterst¨utzt
sie das Beharrungsmoment. Das Motorrad wird dann umso sturer, je weiter
vorn die Kurbelwelle im Fahrwerk plaziert ist.
Erik Buell vertritt zwei Fahrwerksideale, und die heißen: Mas”
senkonzentration und extrem knackige Geometriewerte. Beides fin46 Suter
Anti-Hopping-Kupplung f¨ur das Supersport-Modell Honda CBR 600 RR, Baujahr 2003
bis 2011, kostet im Jahr 2012 ≈ 950 ¤; Zupin Motorsport, Suter-H¨andler in der BRD.
(→ http://www.zupin-shop.de/index.php/ (Zugriff: 24-Apr-2012))
47 Unterstellt man einen Fahrer in voller Montur (Kombi, Stiefel, Helm, Handschuhe, Protectoren etc.) von ≈ 85kg und ein Gewicht der vollgetankten Maschine von ≈ 215kg dann verschieben
sich bei einer anderen Sitzposition ≈ 40% der Gesamtmasse.
KAPITEL 2. RATIO
66
det sich an der X1. 48 Unterhalb des imposanten Harley-Twins sind
unmittelbar die [. . .] Auspuffanlage und der Hinterradstoßd a¨ mpfer angeordnet. Die große Batterie sitzt direkt u¨ ber dem Getrie¨
be, der Oltank
gleich dahinter. Mit 1410 Millimeter Radstand bewegt sich die X1 auf dem Niveau moderner Superbikes, die Gabel
steht mit 67 Grad so steil wie bei einem Grand Prix-Renner.“ (→
[MO2012] S. 25)
Im Folgenden werden einige Einflussfaktoren skizziert. Beispielhafte Werte f¨ur unterschiedliche Typen von Serienmotorr¨adern zeigt die Tabelle 2.1 auf
Seite 69.
RS
2.3.1 Geometrie
Radstand: Der Radstand (RS) (englisch: Wheelbase) ist der Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse. Je gr¨oßer dieser ist, desto gr¨oßer ist das Beharrungsverm¨ogen bei der Geradeausfahrt (→ Abschnitt 2.5.4 auf Seite 90).
Allerdings hat die Maschine ein tr¨ageres Handlingsverhalten in Wechselkurven. Bei gleichem Kurvenradius erfordert ein langer Radstand einen gr¨oßeren
Lenkeinschlag als ein kurzer. Bei langem Radstand fallen die Schwankungen in
der dynamischen Radlast kleiner aus, Wheelies wie Stoppies, also das Abheben
von Vorder- beziehungsweise Hinterrad beim Gasgeben und Bremsen, wird erschwert.49 Supersportliche Serienmoterr¨ader haben daher eine Radstand von
≤ 1400mm.
SL
Schwingenl¨ange: Die Schwingenl¨ange (SL) ist die Distanz zwischen Schwingendrehpunkt und Hinterachse. Relativ kurze Schwingen f¨uhren zu deutlichen
Reaktionen bei Lastwechseln. Der Trend bei den supersportlichen Serienmotorr¨adern geht daher zu langen Schwingen bei relativ kurzem Radstand.
LW
Lenkkopfwinkel: Der Lenkkopfwinkel (LW) ist der Winkel 50 zwischen einer erdachten Linie durch den Lenkkopf und der horizontalen Fahrbahn. Er bestimmt zusammen mit dem Vorderradradius und dem Versatz der Gabelbr¨ucke
48 Buell X1 mit luftgek¨
uhlten 1199cm3 -Viertakt-Zweizylinder-V-Motor, Bohrung × Hub von
88,8 × 96,8mm, ≈ 10.000 ¤ (2001)
49 Das Sch¨
one an Motorr¨adern mit langen Radst¨anden ist die weniger dramatische Gewichts”
verlagerung. Das bedeutet, dass das Hinterrad dieser (einer) Hayabusa (Suzuki Hayabusa 1300,
Radstand = 1485mm, fl¨ussigkeitsgek¨uhlter Vierzylinder-Reihenmotor, max. Leistung 145kw bei
U
U
9.500 min
(Modell 08), max. Drehmoment 157Nm bei 7.100 min
) beim starken Bremsen besser am
Boden bleibt, als es dies bei einem Supersportler (z. B. Yamaha YZF-R6, Radstand = 1380mm,
U
fl¨ussigkeitsgek¨uhlter Vierzylinder-Reihenmotor, max. Leistung 95kw bei 14.500min
(Modell 08),
U
max. Drehmoment 66Nm bei 11.000 min ) tun w¨urde.“
(→ [Ien2006] S. 69)
50 Die erdachte Linie durch den Lenkkopf bildet mit der Fahrbahn zwei Winkel. Der LW ist der
kleinere Winkel, also ≤ 90◦ .
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
67
(→ Offset S. 67) den Nachlauf (→ S. 67). Flache Gabeln, wie sie beispielsweise bei Choppern verwendet werden, verst¨arken in Kurven das Einlenkverhalten, steile Gabeln vergr¨oßern bei gleichem Nachlauf die R¨uckstellkraft des
Vorderrades und bringen ein feinf¨uhliges und direktes Lenkverhalten. Im Regelfall haben Straßensportlern einen Wert von 64 ◦ . . . 66, 5◦ .
Fiktive Annahme: Mit einer senkrecht stehenden Gabel (LW = 90 ◦ ) k¨onnte
man um den Aufstandspunkt des Hinterrades herum wenden — handlicher
”
geht’s nimmer.“ (→ [Lee2008b] S. 41)
NL
Nachlauf: Der Nachlauf (NL) (englisch: Trail) ist der Abstand zwischen
zwei Schnittpunkten jeweils mit der horizontalen Fahrbahnebene 51 auf der
das Motorrad steht (Straßenoberfl¨ache). Ein Schnittpunkt bildet die Senkrechte
durch die Vorderradnabe. Den anderen Schnittpunkt eine gedachte Linie durch
den Lenkkopf, also als Verl¨angerung der Mittellinie des Lenkkopfrohrs. Zur
Berechnung des Nachlaufs wird der Versatz der Gabelbr¨ucke (→ Offset S. 67),
¨
der Lenkkopfwinkel (→ S. 66) und der Vorderradradius ben¨otig. Ublich
ist ein
Nachlaufwert von ≈ 100mm.
Absch¨atzung des Nachlaufs: Bei einem Motorrad mit sehr großem Nachlauf (z. B. Extrem-Chopper“ ) ist sichtbar, wie beim vollen Einschlagen des
”
Lenkers das Vorderteil der Maschine deutlich nach unten absackt. Beim Zur¨uckstellen in die Geradeausstellung steigt das Vorderteil wieder an. Dieser
Effekt ist weniger ausgepr¨agt bei einem k¨urzerem Nachlauf. (→ [ Lee2008b]
S. 41)
OS
Offset: Der Offset (OS), also der Versatz der Gabelbr¨ucke, ist der k¨urzeste
Abstand zwischen der Lenkachse und einer gedachten Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten der Gabelholmen. Ein gr¨oßerer Versatz verringert
den Nachlauf (→ S. 67). Sportliche Serienmotorr¨ader haben einen Wert von
≈ 30mm.
Die obere und die untere Gabelbr¨ucke k¨onnen auch unterschiedliche OffsetWerte haben.52
Hinweis: Ist die Vorderachse bezogen auf die Gabelholmmitte versetzt“,
”
dann muss auch dieser Abstand bei der Nachlaufermittlung ber¨ucksichtigt werden.
KWV
Abstand zwischen Kurbelwelle und Vorderachse: Der Abstand zwischen
dem Kurbelwellendrehpunkt zur Vorderachse (KWV) verdeutlicht die Massenkonzentration des Motors in Richtung Vorderrad. Ein kleiner Wert ergibt ei51 Wenn die Ebene in ein Gef¨
alle u¨ bergeht, wandert der Auflagepunkt des Reifens nach hinten
— der Nachlauf wird gr¨oßer. Umgekehrt, wird die Ebene zu einer Steigung, verkleinert sich der
Nachlauf weil der Auflagepunkt des Reifens n¨aher zur Lenkkopfachse wandert. Das kann soweit
gehen, dass der Nachlauf sogar einen negativen Wert annimmt, also zum Vorlauf wird.
52 Anfang der 80iger Jahre experimentierte Harley-Davidson bei der Tour Glide sogar mit negativen Offset-Werten, das heisst, die Gabelholme saßen hinter dem Lenkkopf. Selbst ein platter
Vorderreifen konnte diese Maschine dann nicht aus der Ruhe bringen. (→ [Lee2008b] S. 41)
68
KAPITEL 2. RATIO
ne h¨ohere Vorderradlast, die die Fahrstabilit¨at erh¨oht. Ein gr¨oßerer Wert erh¨oht
die Handlichkeit. Supersportliche Serienmotorr¨ader haben ein Wert von ≈ 600mm.
LH
SH
Lenkkopfh¨ohe uber
¨
Fahrbahn: Die Lenkkopfh¨ohe (LH) wird gemessen
von der Straßenoberfl¨ache bis zur Unterkante der unteren Lagerschale des Lenkkopfs. Ein geringer Wert steht f¨ur eine feinf¨uhlige, reaktionsschnelle Lenkung.
Ein großer Wert, so wie bei Enduros u¨ blich, f¨uhrt dazu, dass selbst auf kr¨aftige
Lenkerinputs die Maschine weich“ und diffus“ und ohne dramatische Rich”
”
tungs¨anderungen reagiert.
Sitzh¨ohe: Die Sitzh¨ohe (SH) ist der Abstand von der Straßenoberfl¨ache bis
zur Polsterfl¨ache, auf der die Beckenknochen des Fahrers aufsitzen sollen. Je
gr¨oßer die Sitzh¨ohe ist, desto gr¨oßer ist der Einfluss des Fahrergewichts auf
die dynamische Radlastverteilung und damit auf das Fahrverhalten. Man kann
die Sitzh¨ohe durch Aufpolstern oder Abpolstern der Sitzbank um ≈ 3..5cm
variieren.53
LB
Lenkerbreite: Die Lenkerbreite (LB) wird gemessen als Abstand zwischen
den a¨ ußeren B¨unden der Griffgummis. Ein großer Wert erleichtert wegen der
Hebelwirkung das Lenken. Ein kleiner Wert liefert besser die Informationen
aus R¨uckstellkraft und Reifenhaftung. Supersportliche Serienmotorr¨ader haben
einen Wert von ≈ 620mm.
GV
Gewichtsverteilung: Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad (GV), gemessen vollgetankt aber ohne Fahrer, ist bei supersportlichen Serienmotorr¨adern ≈ 50 : 50[%]. Bei Rennmaschinen wird f¨ur eine erh¨ohte Stabilit¨at bei H¨ochstgeschwindigkeit in Kurven die Maschine frontlastig abgestimmt (≈ 52 : 48[%]). Umgekehrt wird ein leichtf¨ußiges Handling f¨ur geringere Geschwindigkeiten mit einer hecklastige Abstimmung erreicht.
Die Gewichtsverteilung ist keinesfalls konstant. So wird der Tank w¨ahrend
der Fahrt leer. Bei einer Sportmaschine von ≈ 180kg und 20l-Tankvolumen
(— mit einer Dichte von Benzin bei 15 ◦ von 0, 72 . . . 0, 775 cmg 3 ergeben sich
≈ 14, 4kg —) entspricht das einen maximalen Unterschied von ≈ 8% des Gesamtgewichts.
Das Gewicht des Viertaktmotors betr¨agt ≈ 30 · · · 35% des Gesamtgewichtes
eines Motorrades.
53 Zum Beispiel durch die Firma Jungbluth-Sitzb¨
anke, In den Weingartsfeldern 12, D-52385
Nideggen-Wollersheim
→ http://www.alles-fuern-arsch.de (Zugriff: 18-May-2009)
Legende:
560
570
615
530
1420
1460
1515
SL
[mm]
1390
RS
[mm]
64, 3
64, 0
65, 0
66, 3
LW
[◦]
35
31
26
25
OS
[mm]
101
112
108
98
NL
[mm]
—
665
630
600
KWV
[mm]
680
730
745
750
LH
[mm]
860
885
850
825
SH
[mm]
815
785
730
620
LB
[mm]
242kg 50, 1%
165kg 49, 1%
211kg 50, 2%
213kg 50, 0%
GV
der Abk¨urzungen → Abschnitt 2.3 auf Seite 65
Tabelle 2.1: Geometriebeispiele von Fahrwerken
RS ≡ Radstand; SL ≡ Schwingenl¨ange; LW ≡ Lenkkopfwinkel; OS ≡ Offset; NL ≡ Nachlauf; KWV ≡ Kurbelwellendrehpunkt zur Vorderachse; LH ≡ Lenkkopfh o¨ he
von der Straße bis zur Unterkante der unteren Lagerschale; SH ≡ Sitzh o¨ he; LB ≡ Lenkerbreite; GV ≡ Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad — Erl¨auterung
Quelle: → [Kup2007] S. 25
Supersportler
Suzuki GSX-R 1000
Allrounder
Kawasaki Versys
Handlingspezialist
KTM 690 Supermoto
Topseller 2007
BMW R 1200 GS
Maschine
Geometrie von Fahrwerken
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
69
70
KAPITEL 2. RATIO
2.3.2 Rahmen
Bei den Motorradrahmen gibt es vielf¨altige Konstruktionen (z. B. Einrohrrahmen, Doppelschleifenrahmen, Br¨uckenrahmen, Gitterrohrrahmen) sowie Materialien (z. B. Stahl, Aluminium, Kunststoff) in Form von Rohren, Schmiede-,
Press- und Gussteilen. Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal ist die Integration des Motors: Dient der Motor als tragendes Element? Wenn ja, gibt es am
Motorgeh¨ause und in der Regel auch am Zylinderkopf eine feste, kr¨afte¨ubertragende Rahmenverbindung. Damit kann der Rahmen selbst leichter ausfallen,
weil das Motorgeh¨ause einen Teil der angreifenden Fahrwerkskr¨afte aufnimmt.
Allerdings bedingen diese Kr¨afte ein stabiles Motorgeh¨ause, damit es nicht zur
Rissbildung und/oder Undichtigkeiten kommt. Mit der ganzheitliche Konzeption von Rahmen und Motorgeh¨ause wird ein Gewichtsminimum angestrebt. Dabei ist jedoch zu bedenken, das die kr¨afte¨ubertragende(n) Verbindung(en) von
Motor und Rahmen auch die Vibrationen des Motors in den Rahmen u¨ bertr¨agt.
Ein moderner Br¨uckenrahmen 54 aus Aluminium (Alu) und ein gut gemachter Gitterrohrrahmen aus hochwertigem Stahl sind ungef¨ahr gleich schwer,
wenn sie dieselbe hohe Biege- und Torsionssteifigkeit aufweisen. F¨ur die hohen
Steifigkeitswerte wird eine m¨oglichst direkte (gerade) Verbindung zwischen
Vorderrad- und Hinterradf¨uhrung, also zwischen Lenkkopf- und Schwingenlager, angestrebt. Beim Alu-Chassis entsteht dabei eine gr¨oßere Baubreite, weil
die ben¨otigten, relativ großen Profile seitlich am Motor verbei gef¨uhrt werden.
Mit einem Verbund aus Stahlrohren kann die Rahmenformgebung den Motorabmessungen besser angepasst und somit Baubreite gespart werden. Allerdings hat ein Gitterrohrrahmen gegen¨uber seinem Alu-Pendant wesentlich aufwendiger zu fertigende Verbindungsstellen. Das Schweißen ist bei ihm komplizierter und damit entstehen h¨ohere Fertigungskosten.
2.3.3 Rad
Lass uns innovativ konstruieren,
selbst wenn wir an Kleinigkeiten“ wie
”
alltagstauglichem Wendekreis,
empfindliche Lagerung und
heiss laufenden Bremsen noch scheitern.
— (m)ein Motto!
Radfuhrung
¨
Achsschenkellenkung Bei der Achsschenkellenkung — wie sie beispielsweise f¨ur das Großserienmotorrad Yamaha GTS 1000 55 kontruiert wurde —
54 Der Alu-Br¨
uckenrahmen der Honda CBR 600 RR wiegt ≈ 10.860g
(→ http://www.motorradonline.de/de/motorraeder/tests/einzeltests/
cbr-600-rr-gewichtsvergleich/103685 (Zugriff: 27-Apr-2012))
55 Die Yamaha GTS 1000 wurde 1992 als High-Tech-Bike mit Achsschenkellenkung, elektronischer Einspritzung, geregeltem Drei-Wege-Katalysator und Antiblockiersystem mit einem
Verkaufspreis von ≈ 25.000DM (≈ 12.500 ¤) vorgestellt. Die Nennleistung des 4-ZylinderU
Reihenmotors mit f¨unf Ventilen pro Zylinder betr¨agt 72kW (98PS) bei 9000min
und das maximale
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
71
Legende:
Quelle: Peter Mund, KRADBLATT 04/02
→ http://www.kradblatt.de/Archiv/Fahrberichte/Yamaha/GTS1000/GTS1000.html
(Zugriff: 12-Feb-2008)
Abbildung 2.10: Yamaha GTS 1000 — Achsschenkellenkung
u¨ bernimmt ein Gelenk-Viereck, das aus zwei parallelen Schwingarmen und einem Radtr¨ager besteht, die Radf¨uhrung. Das Rad schwenk um eine Achse, die
von der Verbindungsgeraden der zwei Kugelgelenke gebildet wird, mit denen
der Achsschenkel (Radtr¨ager) verbunden ist (→ Abbildung 2.10 auf Seite 71).
Der Lenker ist u¨ ber ein l¨angsverschiebliches (teleskopartiges) Lenkrohr direkt
mit dem Achsschenkel verbunden.
Vorteilhaft ist das geringe Massentr¨agheitsmoment um die L¨angsachse,
weil außer dem Rad nur der Achsschenkel bei der Lenkbewegung geschwenkt
wird. Außerdem liegt die Masse des Achsschenkels nahe bei der Lenkachse.
Der Hauptvoteil liegt in der Feinf¨uhligkeit und der Steifheit unter starker Belastung, weil die Radkr¨afte von den beiden Schingarmen aufgenommen und auf
geradem Weg direkt in den Rahmen eingeleitet werden. Das f¨uhrt zu einer sehr
steifen Radaufh¨angung, die auch unter h¨ochster Belastung nicht verklemmt“
”
wie eine Teleskopgabel und daher sehr feinf¨uhlig reagiert. Voraussetzung f¨ur
diesen Vorteil sind hochwertige Kugelgelenke, die leider kostenintensiv sind.
Ein Nachteil der Achsschenkellenkung ist der begrenzte Einschlagwinkel.
Wird der untere Schwingholm weit nach außen gef¨uhrt um einen großen Einschlagwinkel f¨ur das Rangieren der Maschine zu erreichen, dann muss dieser
Holm ein zus¨atzliches Biegemoment verkraften, das heisst, er ist entsprechend
volumin¨os zu gestalten, was zus¨atzliches Gewicht bedeutet. Außerdem ist ein
weit nach außen gef¨uhrter Holm schlecht f¨ur die Aerodynamik der Maschine.
U
Drehmoment 102Nm bei 6500 min
. Das Fahrwerk besteht aus einem Br¨uckenrahmen aus Aluminiumprofilen mit Unterz¨ugen und einem Hilfsrahmen aus Stahlrohr.
KAPITEL 2. RATIO
72
Legende:
Quelle:
→ http://www.thema-punkt.de/bimota/Frameset.htm (Zugriff: 18-Feb-2008)
Abbildung 2.11: Bimota Tesi 3D — Radnabenlenkung
Dar¨uber hinaus erm¨oglicht die Achsschenkellenkung nur eine Bremsscheibe, die zwar belastungsg¨unstig quasi in der Radmittenebene angeordnet werden
kann, aber dort kaum K¨uhlluft erh¨alt.
Diffazio-Lenkung Eine besondere Form der Achsschenkellenkung (→ Abschnitt 2.3.3 auf Seite 70) , ist die sogenannte Diffazio-Lenkung. Es handelt
sich dabei um eine Radnabenlenkung wie sie zum Beispiel die Firma Bimota
(→ S. 192) in exklusiver Einzelfertigung im Typ Bimota Tesi 3D verbaut. Bei
ihr wird auf einer geschobenen Schwinge der Radtr¨ager ( Zylinder mit ovaler
”
Bohrung“), der direkt um die Radachse greift und auf dem das Rad sich dreht,
durch ein Lenkgest¨ange geschwenkt (→ Abbildung 2.11). Der Lenkeinschlag
ist sehr klein, noch kleiner als bei einer konventionellen Achsschenkellenkung.
Raddurchmesser
Bei klassischen Motorr¨adern waren folgende Raddurchmesser 56 u¨ blich: Voderrad = 19 und Hinterrad = 18 . Moderne Sportmotorr¨ader verwenden zur
Erzielung einer niedrigen Bauh¨ohe und damit einer geringeren Querschnittsfl¨ache (Aerodynamik → Abschnitt 2.3.7 auf Seite 80) Durchmesser von 16 oder 17 . Das kleinere Rad muss zur Beibehaltung der gleichen Reifenbelastung eine gr¨oßere Reifenbreite haben und damit eine gr¨oßere Felgenbreite.
Diese Radverbreiterung des kleineren Rades f¨uhrt zu einem h¨oheren Gewicht
56 Maßangabe
in Zoll [ ].
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
73
von ≈ 5% (→ [Sto2006] S. 325). — obwohl man intuitiv annimmt, dass das
kleinere Rad leichter w¨are.
Das Tr¨agheitsmoment eines kleineren Rades ist geringer. Allerdings muss
das kleinere Rad bei gleicher Motorradgeschwindigkeit schneller drehen, so
dass dieser Vorteil u¨ berkompensiert wird. Letztlich stellen sich h¨ohere Kreiselkr¨afte ein. Trotzdem empfinden Motorradfahrer kleinere R¨ader als handlicher. Dies liegt jedoch an dem breiteren Reifen, der bei einer Schr¨aglage eine st¨arkeren Verschiebung des Punktes der Krafteinwirkung hat, die zu einem
st¨arkeren Eindrehen der Lenkung f¨uhrt.
2.3.4 Reifen
Die Reifen f¨ur vorn und hinten sind hochkomplexe Bauteile, die selbst die Wissenschaft nicht in letzter Konsequenz v¨ollig versteht“. Umfangreiche Tests
”
sind daher f¨ur die Entwicklung eines neuen Reifens erforderlich. Stets gilt es
einen optimalen Kompromiss zwischen folgenden konkurrierenden Anforderungen zu finden:
1. Hoher Grip bei Trockenheit
2. Hoher Grip bei N¨asse
3. Hohe Lenkpr¨azision
4. Gute Handlichkeit
5. Tauglichket f¨ur hohe Geschwindigkeit
6. Gutm¨utiges“ Verhalten im Grenzbereich (R¨uckmeldung beim Beginn
”
des Rutschens)
7. Hohe Geradeausstabilit¨at
8. Hohe Kurvenstabilit¨at
9. Hohe Bremsstabilit¨at
10. Gute Federungseigenschaft (hoher Komfort)
11. Leises Laufverhalten
12. Kleiner Rollwiderstand
13. Geringer Verschleiß (lange Lebensdauer)
14. Geringe Kosten
KAPITEL 2. RATIO
74
Aus der Praxis wissen wir, dass folgende Daumenregel gilt:
Grip(+) = Lebensdauer(−)
(2.4)
Oder anders formuliert: Eine sehr weiche Lauffl¨achenmischung hat viel Grip
h¨alt aber nicht langen. Es ist daher konsequent, wenn f¨ur die vielen unterschiedlichen Zwecke auch ganz spezielle Reifen entwickelt werden.
¨
Ein gutm¨utiger“ Reifen hat einen gut bemerkbaren Ubergang
vom gerin”
gen, beherrschbaren Wegrutschen des Reifens bis zum totalen Gripverlust des
Reifens, also bis zum Sturz. Diese Spanne vom leichten Wegrutschen bis zur
Situation keinen Grip“ mehr bezeichnet man als Grenzbereich. Ein Fahr”
”
genie“ mag Reifen mit einem kleinen Grenzbereich (rutscht erst sp¨at, aber
dann schnell totaler Gripverlust) beherrschen; alle anderen ben¨otigen einen
m¨oglichst großen Grenzbereich.
Den Allesk¨onnerreifen“ f¨ur ein bestimmes Motorrad kann es nicht geben,
”
wohl aber einen gelungenen Kompromissreifen f¨ur verschiedene Fahrsituationen. Zwei Beispiele m¨ogen diese Kompromisswahl verdeutlichen:
1. Der Reifenhersteller Metzeler charakterisiert seinen Reifen Tourance folgendermaßen: 57 Der Globetrotter: f¨ur alle, die mit ihrer Street-Enduro
”
auf große Fahrt gehen wollen.“ und vergibt bei maximal 5 Punkten f¨ur
die unterschiedlichen Einsatzgebiete: Straße = 4 Punkte; Schotter = 2
Punkte; Gela¨ nde = 1 Punkt. Als Luftdruckt wird genannt: vorn = 2,5
Bar; hinten = 2,9 Bar.
2. Der Reifenhersteller Continental bezeichnet seinen Reifen TKC 80 als
ein bew¨ahrtes Multitalent“ f¨ur den kombinierten Straßen- und Gel¨an”
deeinsatz und nennt dazu folgende Eigenschaften: 58
• Fernreisen- und wettbewerbserprobt
• Sehr gute Selbstreinigung
• Hohe Seitenf¨uhrung auf weichem Untergrund
• Sehr gute Straßentauglichkeit trotz grober Profilgestaltung
• Erstausr¨ustung f¨ur BMW 1200 GS Adventure und KTM 690 Enduro
R
Und Continental zitiert dazu aus der Zeitschrift Motorrad, Heft 15, 2004: 59
57 → http://www.metzeler.com/site/de/products/tyres-catalogue/Tourance.html
(Zugriff: 21-Sep-2012)
58 → http://www.conti-online.com/generator/www/de/
de/continental/motorrad/themen/motorradreifen/enduro/
tkc 80/tkc 80 de.html (Zugriff: 21-Jun-2012)
59 → http://www.conti-online.com/generator/www/de/
de/continental/motorrad/themen/motorradreifen/enduro/tkc 80/
hidden/presse tkc 80 de.html (Zugriff: 21-Jun-2012)
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
75
Motorrad, Heft 15/2004 Testsieger! “Die Stollenreifen er”
m¨oglichen Schr a¨ glagen, die so manchem gejagten Superbikefahrer den Schweiß auf die Stirn treiben d u¨ rften. Der Klassiker TKC 80 ist auf der Straße bei grobstolligen Enduroreifen
das Maß der Dinge. Der Conti-Hinterreifen baut selbst bei
N¨asse so viel Grip auf, dass er auch bei hartem Beschleunigen nicht gleich durchdreht . . ..” “Die Gummis fahren sich
auf jedem Untergrund stabil und spurtreu, Grenzbereich rutscht das Hinterrad zuerst, Drifts lassen sich gut kontrollieren.”
Motorrad-Urteil: “Die empfehlenswerten Allrounder sind nahezu perfekt auf der Straße und sehr gut bei N a¨ sse. Auch im
Gel¨ande macht der TKC 80 eine gute Figur.”“
Unbedenklichkeitsbescheinigung F¨ur die markt¨ublichen Enduro-Motorr¨ader gibt Continental f¨ur den TKC 80 eine Unbedenklichkeitsbescheinigung f u¨ r
Reifenumr¨ustungen an Kraftr a¨ dern; z. B. f¨ur die BMW R1100 GS (→ Abbildung 2.12 auf Seite 76). Eine solche Unbedenklichkeitsbescheinigung ist wie
die Zulassungsbescheinigung (KfZ-Schein) w¨ahrend der Fahrt mitzuf¨uhren; ei¨
¨
ne Verpflichtung zur Anderung
der Zulassungsbescheinigung (T UV-Vorf¨
uhrung) besteht dann nicht.
Profiltiefe
Bei Motorradreifen betr¨agt die vorgeschriebene Mindesttiefe des Hauptprofils
≥ 1, 6mm. Als Hauptprofil gelten die breiten Profilrillen im mittleren Bereich
der Lauffl¨ache, der etwa 34 der Lauffl¨achenbreite einnimmt (→ §36 Abs. 2 StVZO). Die Motorrad- sowie die Reifenhersteller empfehlen mehr Mindestprofiltiefe; z. B. empfiehlt BMW f¨ur die BMW R 1100 GS vorn ≥ 2mm und hinten
≥ 3mm (→ [BMW1997] S. 33).
Reifendimension
Moderne Motorr¨ader f¨ur die Straße rollen gegen¨uber ihren Vorg¨angern auf vergleichsweise breiten Reifen. 60 Diese bieten zwar mehr Grip 61 als die schma60 Beispielsweise hatte das Motorrad des Jahrhunderts“, (→ [Hop2005]), die Honda CB 750,
”
in den 70iger Jahren die Reifendimension vorn 3.25/19 ≈ 81mm/19 und hinten 4.00/18 ≈
100mm/18 (→ [Hop2005] S. 210-211). Im Jahre 2009 steht die Honda CBR 1000 RR Fireblade auf Reifen mit der Dimension vorn 120/70ZR17 und hinten 190/50ZR17 (→ [MKat2009]
S. 145)
Anfang der 1960er Jahre hatten Rennmaschinen 18 -R¨ader statt der jetzt u¨ blichen 16 · ·17 R¨ader. Ihre Reifen waren wesentlich schmaler und der Motorradschwerpunkt h¨oher — Folge: Bei
gleichem Kurvenkr¨ummungsradius und gleicher Geschwindigkeit war eine geringere Schr¨aglage
erforderlich. Der Fahrstil Hanging off (→ Abschnitt 3.6.7 auf Seite 152) wurde nicht ben¨otigt.
61 Hinweis: Fabrikneue Reifen m¨
ussen ≈ 200km eingefahren werden, weil sich auf ihrer
Lauffl¨ache noch Anteile eines Trennmittels befinden, durch das sich der Reifen ohne Besch¨adigung
aus seiner Vukanisierungsform entnehmen l¨asst.
KAPITEL 2. RATIO
76
Legende:
Quelle des Ausschnitts:
→ http://www.reifen-freigaben.de/freigaben swf/freigaben.htm (Zugriff: 21-Jun-2012)
Abbildung 2.12: Conti TKC 80: Unbedenklichkeitsbescheinigung
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
77
leren Exemplare vergangener Zeiten, ben¨otigen aber wegen ihrer Breite bei
gleicher Kurvengeschwindigkeit mehr Schr¨aglage.
Wolfgang Zeyen: Ergo m¨ussen s¨amtliche vom Motorrad abste”
henden Teile weiter nach oben r u¨ cken, um nicht in Kontakt mit
der Fahrbahn zu kommen. das betrifft vor allem die Auspuffanlage und die Fußrasten — ein wesentlicher Grund daf u¨ r, dass
wir besonders bei sportlichen Motorr a¨ dern die Soziusrasten meist
in schwindelerregenden H o¨ hen vorfinden. Und mit den Fußrasten
muss nat¨urlich auch der Soziusplatz nach oben r u¨ cken, damit der
Kniewinkel f¨ur den Beifahrer nicht schmerzhaft eng wird. All das
f¨uhrt wiederum zu einen gegen u¨ ber dem Solobetreib ver a¨ nderten
Schwerpunktlage, die sich negativ auf das Fahrverhalten der Maschine auswirkt: spu¨ rbar unhandlicher beim Einlenken in Kurven
und dazu oft kipplig.“ (→ [Zey2009] S. 84)
2.3.5 Einstellung
Der Weg, um den ein Motorrad im Stillstand nach Beladung (Fahrer, Sozius,
Gep¨ack) vorn und hinten einsackt, wird als Negativfederweg bezeichnet; den
bis zum Anschlag dann noch zur Verf¨ugung stehenden Weg als Positivfederweg. Als Richtwert gilt:
Negativ f ederweg : Positiv f ederweg = 1 : 2
(2.5)
Beispiel: Ein Motorrad mit ≈ 120mm Federweg vorn und hinten sollte im beladenen Zustand ≈ 40mm einsacken.
¨
Mit der Anderung
der Vorspannung der Federn hebt man das Motorrad
praktisch an oder senkt es ab. Man a¨ ndert das Niveau des Motorrades, jedoch
nicht die H¨arte der Federn. Sollte sich die Federung beispielsweise zu weich
anf¨uhlen, dann m¨ussen die Federn durch h¨artere Exemplare gewechselt werden.
Das Einfedern (Eintauchen) des Motorrades bezeichnet man als Druckstufe
(Compression); das Ausfedern als Zugstufe (Rebound).
Wolfgang Zeyen:
Eine Beurteilung der D a¨ mpfung im Stand ist zumindest im Be”
reich Druckstufe sehr schwierig bis unmo¨ glich.“ ( → [Ebe2010]
S. 234)
Bei hoher Beladung braucht man auch eine straffe Druckstu”
fe, die bringt Stabilit a¨ t vor allem in Schr a¨ glage und verhindert
das Durchschlagen des Hecks. Zu viel Druckstufe m u¨ ndet unter
Umst¨anden in deutliches Lenkerschlagen auf unebener Piste.“ (
→ [Ebe2010] S. 236)
KAPITEL 2. RATIO
78
Das u¨ berda¨ mpfte Ausfedern (Zugstufe) f u¨ hrt auf holpriger Fahr”
bahn zu einem tiefen Heck mit entsprechend unhandlichem und
unkomfortablen Fahrverhalten.“ ( → [Ebe2010] S. 235)
2.3.6 Zuladung
Zuladung max = Ggesamt − Gleer
mit:
Zuladung max
Ggesamt
Gleer
≡
≡
≡
(2.6)
Maximal zul¨assige Zuladung [kg]
Gesamtgewicht [kg]
Leergewicht [kg]
Beispiele
1. Boss Hoss BHC-3 ZZ4 (2012: ≈ 50.000 ¤) 62
Zuladung max = 761 − 505 = 259kg
2. BMW R 1200 GS (2012: ≈ 14.000 ¤) 63
Zuladung max = 440 − 211 = 229kg 64
3. Honda CBR 250 R (2012: ≈ 4.500 ¤) 65
Zuladung max = 347 − 165 = 182kg
4. Honda CBF 125 (2012: ≈ 2.500 ¤) 66
Zuladung max = 308 − 128 = 180kg
Wir nehmen f¨ur einen durchschnittliche Motorradfahrer (nackt) ein Gewicht von ≈ 75kg ( Pauschalmasse“) an. F¨ur seine Schutzkleidung gehen wir
”
von 13kg aus (Helm ≈ 1, 5kg, Jacke ≈ 3, 0kg, Hose ≈ 2, 0kg, Stiefel ≈ 2, 5kg,
Unterbekleidung ≈ 2, 0kg, Handschuhe ≈ 0, 5kg, Tascheninhalt ≈ 1, 5kg). F¨ur
eine l¨angere Tour (Urlaub), wird er u¨ blicherweise sein Motorrad mit einem
Tankrucksack (leer ≈ 1, 5kg), einem Kofftertr¨ager (leer ≈ 5, 0kg) und 2 × Koffer (leer ≈ 11, 5kg) ausger¨ustet haben. Ohne Gep¨ackt betr¨agt so seine Zuladung
≈ 75 + 13 + 18 = 106kg.
Als Ultralight-Fan beschr¨ankt er sein Gep¨ack (Zelt, Schlafsack, Isomatte, W¨asche, Regenzeug, Waschzeug, Fotoausr¨ustung,Werkzeug etc.) auf nur
≈ 20kg. Damit ist seine Zuladung ≈ 126kg. Im Fall Boss Hoss BHC-3 ZZ4,
dem Motorrad mit der h¨ochsten Zuladung max , d¨urfte seine Sozia (nackt) ≈
62 → http://www.bosshosscycles.de/de/boss-hoss/bikes/bhc-3-zz4-.html
(Zugriff: 17-May-2012)
63 → http://www.bmw-motorrad.de (Zugriff: 17-May-2012)
64 Gem¨
aß Richtlinie 93/93/EWG mit allen Betriebsmitteln, betankt mit mindest. 90% des nutzbaren Tankvolumens. Leergewicht ohne Betriebsmittel.
65 → http://www.honda.de/tmppdf/HONDA CBR250R Daten de.pdf (Zugriff:
18-May-2012)
66 → http://www.honda.de/tmppdf/HONDA CBF125 Daten de.pdf (Zugriff: 17May-2012)
2.3. FAHRWERK & KAROSSERIE
79
120kg wiegen. Nat¨urlich tr¨agt auch sie Schutzkleindung von ≈ 13kg. Im Fall
Honda CBR 250 R w¨aren es nur ≈ 43kg (!!) und bei der so beliebten Tourenmaschine BMW R 1200 GS nur ≈ 90kg. Die Werte verdeutlichen, dass bei
mehr Gep¨ack und st¨arker gebauten Fahrer eine normalgewichtige Sozia oft
nicht mehr mitgenommen werden d¨urfte; insbesondere wenn durch n¨utzliches
Zubeh¨or (ABS, elektronisches Fahrwerk, Sitzheizung, Motorschutzb¨ugel, etc.)
das Leergewicht wesentlich erh¨oht wurde.
¨
Zur Verdeutlichung der gravierenden Anderung
des Fahrverhaltens wird
ein Motorrad vom Typ Supersportler (→ S. 209), fahrfertig ≈ 200kg, angenommen. Mit einem Fahrer in Schutzkleidung sei dann das Gesamtgewicht
≈ 288kg (≡ 100%). Bei der großen Solo-Tour (Urlaubsfahrt) w¨aren somit ≈
326
ohung zu meistern. Wie w¨urde dieser Fahrer
288 × 100 = 113 % Gewichtserh¨
wohl herumturnen, wenn er pl¨otzlich statt 75kg nun ≈ 85kg (≡ 113 %) wiegen
w¨urde?
¨
Uberladung
¨
Zumindest beim Unfall spielt die Frage der Uberladung
eine Rolle (Selbstver¨
schulden!). Aber auch im normalen Fall einer Uberladung
wird ein Bußgeld in
¨
Abh¨angigkeit vom Prozentsatz der Uberladung
f¨allig. Bei mehr als 10% sind
es im Jahre 2102 in der BRD 30 ¤ bei > 25% sind es 140 ¤ (→ [ B¨o2012]
S. 84). Es ist daher sinnvoll das Motorrad (vor der großen Urlaubstour) selbst
zu wiegen.67
Bei der Beladung ist auch zu beachten, dass die zul¨assigen Radlasten nicht
u¨ berschritten werden. Zum Beispiel ist bei der BMW R 1100 GS, Baujahr 1998,
ein Gesamtgewicht von 450kg eingetragen. Die zul¨assige Radlast vorn betr¨agt
¨
180kg und hinten 300kg. Wird dauerhaft mit Uberladung
gefahren, dann sind
Sch¨aden quasi vorprogrammiert.
F¨ur eine Fahrt an der Zulassungsgrenze bedarf es einer entsprechenden Einstellung der Federelemente und einer Erh¨ohung des Luftdrucks in den Reifen
gem¨aß der Benutzungsanleitung. Beispielsweise sollte die Basis des Zentralfederbeins bei voller Zuladung bis ≈ 10mm mittels Hakenschl¨ussel oder Hydaulikverstellung erh¨oht werden. Im Fall einer Antriebskette ist darauf zu achten,
dass ausreichend Spiel vorhanden ist. 68
Die m¨ogliche H¨ochstgeschwindigkeit sollte weit unterschritten bleiben, um
die gr¨oßere Rahmen- und Reifenbelastung in zul¨assigen Grenzen zu halten
(Pendelgefahr!). Die Handlichkeit ver¨andert sich, weil der Lenkkopfwinkel
kleiner wird; beispielsweise von 64 ◦ auf 62◦ und der Schwerpunkt verschiebt
sich extrem nach hinten.
67 Dazu kann man auf eine u
¨ bliche Personenwaage (maximale Belastung 150kg) zun¨achst das
Vorderrad und dann das Hinterrad stellen und die abgelesenen Werte addieren. Dies geht nat¨urlich
nur wenn das Motorrad nicht schwerer als 300kg ist.
68 Tipp: Kontrolle bei voller Beladung durch einen Dritten.
KAPITEL 2. RATIO
80
(System-)Koffer
Sogar ein Kofferpaar, das mit Tr¨agern genau auf das jeweilige Motorrad hin
konstruiert wurde (≡ Systemkoffer), f¨uhrt in der Regel zu einer gravierenden
Begrenzung der H¨ochstgeschwindigkeit.
Zum Beispiel BMW R1100 GS: Mit Systemkoffern69 gilt ein Tem”
polimit von 130 km
h !“ (→ [BMW1997] S. 15)
Hat die Reise einen extremen Expeditionscharakter dann sind statt (System-)Koffer Boxen aus Aluminium am stabilen Tr¨ager zu w¨ahlen, da diese
wesentlich robuster und diebstahlsicherer sind. Allerdings sind ihr Leergewicht
und die erhebliche Baubreite zu beachten. F¨ur den Ultra-Light-Fan kommen als
Alternative die klassischen Paktaschen aus Textil und/oder Leder in Betracht.
Das schwere Gep¨ack ist m¨oglichst nah am Schwerpunkt des Motorrads unterzubringen, das heißt in den Koffern weit nach unten. F¨ur das Werkzeug empfiehlt sich ein extra Werkzeugbeh¨alter unmittelbar vor dem Motorschutz. 70 Der
Tankrucksack ist ausschließlich f¨ur leichtes Gep¨ack gedacht und sollte nicht
hoch aufbauen, so dass die Sicht auf die Instrumente nicht beeintr¨achtigt ist.
Andreas H¨ulsmann: Ted Simon (→ Abschnitt 3.2.2 auf Seite 125)
”
hat w¨ahrend seiner zweiten Weltreise seine u¨ bergroßen Tesch-Alu71
Koffer abmontiert, seine Ausru¨ stung drastisch reduziert und mit
Textiltaschen eine Leichtigkeit des Seins erfahren, die er fortan nicht mehr missen wollte.“ (→ [H¨ul2007] S. 79)
Hartmut Wolf: Mein Zeug passt prima in den Dry Bag, ein see”
sack¨ahnliches Ding aus wasserdichtem Material, das man f u¨ r ein
paar Euro in jedem Motorrad- oder Campingladen kaufen kann.
Das schnallte ich hinter mir auf die Sitzbank. Ich hatte noch einen
kleinen Rucksack dabei, den ich zusammen mit dem Dry Bag festzurrte, der nun genau u¨ ber dem Ru¨ cklicht saß. Hervorragend!
Konnte gar nicht besser sein. Eine bessere Gewichtsaufteilung gibt
es gar nicht. Wozu brauche ich Seitenkoffer? Die sind doch nur
ein Klotz am Bein. Die schweren Sachen wie Kamera und B u¨ cher
packte ich nach vorne in den Tankrucksack.“ (→ [ Wolf2009] S. 13)
2.3.7 Aerodynamik
Ein Motorrad ist ein sogenanntes 1g“-Fahrzeug (→ [Kir2007] S. 160). Im
”
Gegensatz zu einem Rennwagen der Formel-1 bringen aerodynamische Fl¨ugel
69 Ein
Koffer darf mit maximal 10kg beladen werden (→ [BMW1997] S. 15).
den Carlos Adventure-Enduro Seiten findet sich eine Anleitung f¨ur den Bau eines solchen
Werkzeugfaches aus preiswerten Abflussrohren.
→ http://www.adventure-enduro.de (Zugriff: 25-Jun-2012)
71 Globetrott-Zentrale Bernd Tesch: →http://www.berndtesch.de (Zugriff: 27-Jun2012)
70 Auf
2.4. ELEKTRIK & ELEKTRONIK
81
zur Steigerung das Anpressdrucks f¨ur die R¨ader keinen Vorteil, weil alles, was
die Maschine auf der Geraden nach unten dr¨uckt, w¨urde sie in der Kurve, in
¨
Schr¨aglage, zur Seite schieben. Schon aus dieser Uberlegung
kann ein Motorrad nicht st¨andig im Bereich der H¨ochstleistung fahren. Daher sind nicht
permanent h¨ochste Drehzahlen notwendig. 72 (→ Abschnitt 83 auf Seite 51)
Zweckm¨aßig ist eine Halbschalenverkleidung, die den Fahrer bei hohem
Tempo sp¨urbar entlastet und hilft den Auftrieb des Vorderrades zu verringern.
Bei einem v¨ollig unverkleideten Motorrad (≡ Naked Bike) muss der Fahrer
dem geamten Winddruck widerstehen. Das f¨uhrt quasi automatisch zu einer
st¨arkeren Entlastung des Vorderrades. Nur bei einem stabilen, vorgebeugten
Sitz (Einsatz von Bauch- & R¨uckenmuskulatur) bleiben die Arme hinreichend
locker und k¨onnen dann auch bei hoher Geschwindigkeit die n¨otigen Lenkkr¨afte feinf¨uhlig und gezielt einsetzen. Mit langgezogenen Armen“ bei ho”
her Geschwindigkeit u¨ bertr¨agt sich jede kleine Unruhe in die Lenkung, sei es
z. B. durch eine falternde Kleidung. Die Optimierung der arodynamischen Einfl¨usse bedingt, dass der Fahrer enge Kleidung tr¨agt und einen vorgebeugte Sitz
mit lockeren Armen l¨anger Zeit annehmen kann (Kondition!).
2.4 Elektrik & Elektronik
2.4.1 Batterie
Eine zukunftsweisende Stromspeicherung nutzt einen Lithium-EisenphosphatAkkumulator. Es handelt sich dabei um einen Lithium-Ionen-Akkumulator mit
einer Zellspannung ≈ 3, 2 · ·3, 3V . Als Kathodenmaterial wird Lithium-Eisenphosphat (LiFePO 4 ) anstelle von herk¨ommlichem Lithium-Cobalt(III)-oxid
(LiCoO2 ) verwendet. 73 In Betracht kommen vier in Reihe geschaltete Zellen
mit ≥ 2.300mAh.
2.4.2 Computerbasierte Assistenzsysteme
Derzeit (im Jahre 2012) sind computerbasierte Assistenzsystem, wie ABS (AntiBlockier-System ≡ Automatischer Blockierverhinderer) und Transaktionskontrolle, bez¨uglich eines einheitlichen Leistungsstandards noch in der Entwicklungsphase. Nur einige teuere Modelle, wie zum Beispiel der Supersportler
72 Dar¨
uber hinaus gibt es im Rennsport Regelungen bez¨uglich Mindestgewicht, Hubraum und
maximaler Tankinhalt. Diese begrenzen das Realisieren von H¨ochstleistung.
73 → http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator
(Zugriff: 30-Apr-2012)
KAPITEL 2. RATIO
82
BMW S 1000 RR, 74 nutzen kostenintensive Gyrosensoren 75 zur Messung der
Schr¨aglage. Die n¨achste Entwicklungsstufe wird weitere Gyrosensoren einbeziehen, um ein Stoppie (bzw. korrekte Abhehefeststellung des Hinterrades) zu
erkennen.
Hansj¨org Znoj: Der Preis daf¨ur ist leider, dass sich die fahreri”
sche Intelligenz zugunsten der Maschine vom Menschen weg verlagert. Der technische Fortschritt zeigt auch beim Motorrad seine
dunkle Kehrseite.“ (→ [Zno2011] S. 169)
Anti-Blockier-System (ABS)
Skizze ABS-Technik
J¨urgen Mainx: Das Herzst¨uck ist [. . .] der Druckmodulator, der
”
f¨ur den Auf- und Abbau des Bremsdruckes im hydraulischen System verantwortlich zeichnet. Seine Regelung u¨ bernimmt das Steuerger¨at, das mit Drehzahl-Informationen durch die beiden Sensoren an Vorder- und Hinterrad versorgt wird. Erkennt das Steuerger¨at beim Bremsen einen extremen Raddrehzahl-Abfall, erh a¨ lt
der Druckmodulator den Befehl, den Bremsdruck so stark zu reduzieren, bis das Rad wieder Drehzahl aufnimmt. Sofort erh o¨ ht
der Druckmodulator wieder den Bremsdruck und die Regelung
beginnt erneut. Hinzu gekommen ist bei einigen Modellen eine
¨
Uberschlagserkennung.
Das Steuerger a¨ t vergleicht hierzu die Drehzahlen an Vorder- und Hinterrad. Erscheint es plausibel, dass das
Hinterrad vom Boden abgehoben hat, wird der Bremsdruck am
Vorderrad reduziert. Alles steht und f a¨ llt also mit der Steuerungssoftware und der Rechner-Geschwindigkeit — und deshalb sind
die Qualita¨ ten, sprich, Bremswegla¨ ngen von Antiblockiersystemen
recht unterschiedlich.“ (→ [Main2011] S. 44)
Anmerkung: Honda liefert im Jahr 2012 alle neuen Bikes ≥ 250cm 3 serienm¨aßig mit Combined ABS aus.
Traktionskontrolle (TK)
Skizze TK-Technik
74 BMW S 1000 RR ≡ Wasser-/¨
olgek¨uhlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, vier Titanventile pro Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen, Bohrung × Hub 80 × 49,7mm, Hubraum
U
U
999cm3 , Nennleistung 142kW bei 13.000 min
, max. Drehmoment 112Nm bei 9.750 min
, Verdichtungsverh¨altnis 13,0 : 1.
BMW Motorrad Race ABS, ≈ 2,5kg, abschaltbar, 4 w¨ahlbare Modi: Rain, Sport, Race, Slick
(→ http://www.hamburg.bmw-motorrad.de/de/hamburg/de/bikes/sportbikes/
model 01/model 01 spin.html (Zugriff: 4-Apr-2012)
75 Gyrosensor (Gyrometer) ≡ Sensor, der eine Drehbewegung registriert (misst).
¨
2.5. KRAFTE
& LEISTUNGSBEDARF
83
J¨urgen Mainx: Hier geht es darum, das Durchdrehen des Hinter”
rades beim Beschleunigen zu verhindern — auch in Schr a¨ glage.
Systembausteine des ABS wie die Raddrehzahlsensoren k o¨ nnen
f¨ur das ASC76 , DTC (Dynamic Traction Control), [. . .] genannte
System verwendet werden. Allerdings greift das Steuerger a¨ t nicht
auf die Bremsanlage zu, sondern auf das Motormanagement. Je
nach Systemauslegung wird der Z u¨ ndzeitpunkt auf Sp a¨ t zur¨uckgenommen, die Drosselklappenschließen oder die Einspritzmenge wird reduziert, um die Motorleistung zu drosseln. Zur Regelung vergleicht das Steuerger a¨ t die Drehzahl von Vorder- und
Hinterrad. Bei zu großer Abweichung greift das System je nach
Auslegung schneller ein, als der Fahrer vermag.“ (→ [Main2011]
S. 45-46)
Anmerkung: F¨ur moderne Supersportler l¨aßt sich ein Traction Control System, zum Beispiel von Nemesis,77 nachr¨usten.
2.5 Kr¨afte & Leistungsbedarf
Bei der Geradausfahrt treten Fahrwiderst¨ande Fgesamt (quantifiziert in Newton
[N]) auf, die mittels Motorkraft u¨ berwunden werden m¨ussen. 78 Es wird unterschieden zwischen den Fahrwiderst¨anden bei konstanter Geschwindigkeit
Fstationaer und den Fahrwiderst¨anden bei einer Beschleunigung F instationaer .
Fgesamt = Fstationaer + Finstationaer
mit:
Fstationaer
≡
Finstationaer
≡
(2.7)
Fahrwiderstand bei konstanter Geschwindigkeit
[N] (→ Gleichung 2.8)
zus¨atzlicher Fahrwiderstand bei einer Beschleunigung [N] (→ Gleichung 2.17)
2.5.1 Station¨are Fahrwiderst¨ande
Fstationaer ergibt sich aus der Summe des Rollwiderstandes FRoll , dem Luftwiderstand FLu f t und dem Steigungswiderstand FSteigung .
Fstationaer = FRoll + FLu f t + FSteigung
(2.8)
76 ASC ≡ Automatische Stabilit¨
ats Control ist ein elektronisches Sicherheitssystem f¨ur die
Fahrstabilit¨at des Herstellers BMW.
→ http://de.wikipedia.org/wiki/Automatische Stabilit%C3%A4ts Control
(Zugriff: 3-Apr-2012)
77 Preis f¨
ur Nemesis-TC-Kit ≈ 3.000 ¤plus Einbaukosten
(→ http://www.befaster.de/index.php?id=166&L=0 (Zugriff: 4-Apr-2012)
78 Die Fahrwiderwiderst¨
ande bei der Kurvenfahrt werden hier aufgrund ihres geringeren Einflusses und ihrer Kompliziertheit nicht ber¨ucksichtigt.
KAPITEL 2. RATIO
84
mit:
FRoll
FLu f t
FSteigung
≡
≡
≡
Rollwiderstand der R¨ader [N] (→ Gleichung 2.9)
Luftwiderstand [N] (→ Gleichung 2.10)
Steigungswiderstand [N] (→ Gleichung 2.11)
Rollwiderstand
Der Rollwiderstand FRoll entsteht prim¨ar aufgrund der elastischen Verformung
des Luftreifens79 unter dem Gewicht des Motorrades. Der sogenannte Walkwiderstand ergibt sich aufgrund der fortlaufenden Verformung bei einer Raddrehung. Damit ist FRoll abh¨angig von der Bauart, der Karkassensteifigkeit,
der Gummih¨arte, der Profilform etc., also der konstruktiven Kenngr¨oßen des
Reifens, und dem aktuellen Reifenf¨ulldruck. Alle Einf¨usse werden zu einem
Rollwiderstandsbeiwert f Roll zusammengefasst. 80
FRoll = fRoll ∗ Ggesamt
mit:
fRoll
≡
Ggesamt
≡
(2.9)
Rollwiderstandsbeiwert [−]; auf der Straße bei ≈
0, 015 . . .0, 02.
Gesamtgewicht des Motorrades [N]
Um Motorrad mit einem Gewicht von 200kg (≡ 2000N) auf ebener und
glatter Fahrbahn ganz langsam zu schieben, w¨are dann nur eine Kraft von ≈
4kg (≡ 40N) n¨otigt. Jedoch weiß man, dass beim realen langsamen Schieben
beispielsweise wegen Benzinmangels ein gr¨oßerer Widerstand zu u¨ berwinden
ist. Hinzu kommen in der Praxis diverse Widerst¨ande wegen Lagerreibungen,
Mitlaufen der Kette, Schleifen der Bremsscheiben uws.
Luftwiderstand
Der Luftwiderstand FLu f t w¨achst im Quadart der Anstr¨omgeschwindigkeit v[ ms ].
Diese ergibt sich aus der Differenz der Motorradgeschwindigkeit und der Geschwindigkeit der Luft. Gegenwind beziehungsweise R¨uckenwind m¨ussen wegen der quadratischen Abh¨angigkeit ber¨ucksichtigt werden. Andernfalls kommt
es zu erheblichen Fehlern.
FLu f t = cw ∗ A ∗
79 Es
(2.10)
wird hier vereinfachend unterstellt, dass die Verformung der Fahrbahn keine Rolle spielt.
Ventilationsverluste“ des drehenden Rades werden messtechnisch vereinfachend auch
”
zugerechnet, weil diese im u¨ blichen Windkanal nicht gesondert feststellbar sind.
80 Die
fRoll
ρ 2
∗v
2
¨
2.5. KRAFTE
& LEISTUNGSBEDARF
mit:
cw
≡
A
≡
ρ
v
≡
≡
85
Luftwiderstandsbeiwert [−]; bei aufrecht sitzenden Fahrer ≈ 0, 5 . . . 0, 7.
Projektionsfl¨ache (Querspantfl¨ache) des Motorrades [m2 ]
Luftdichte [ cmg 3 ]
Anstr¨omgeschwindigkeit der Luft [ ms ]
Die Projektionsfl¨ache, auch als Querspantfl¨ache bezeichnet, ist die vom
gr¨oßten Motorradumriss mit aufsitzenden Fahrer gebildete Frontfl¨ache [m 2 ].
Als Staudruck wird das Produkt ρ2 ∗ v2 bezeichnet. Der dimensionslose Luftwiderstandsbeiwert c w kennzeichnet die Str¨omungsg¨ute des Motorrades. Aufgrund der vielen Einflussfaktoren wird der c w -Wert nicht berechnet sondern
im Windkanal als L¨angskraft, die auf die Bodenplatte mit darauf stehendem
Motorrad wirkt, messtechnisch bestimmt. Beispielsweise wurde f¨ur das Motorrad Suzuki GSX-R 750 (Modelljahr 1998) mit aufrecht sitzendem Fahrer
cw = 0, 582 ermittelt (→ [Sto2006] S. 13). Im Vergleich dazu wird f¨ur einen
modernen Mittelklasse Personenwagen c w = 0, 28 . . .0, 31 festgestellt.
Steigungswiderstand
Aufgrund der Erdbeschleunigung g = 9, 81[ sm2 ] und der Gesamtmasse des Motorrades mgesamt [kg] wirkt bei Steigungen ein zus¨atzlicher Steigungswiderstand.
FSteigung = mgesamt ∗ g ∗ sin(αSteigung ) = Ggesamt ∗ sin(αSteigung )
mit:
Ggesamt
αSteigung
≡
≡
(2.11)
Gesamtgewicht des Motorrades [N]
Steigungswinkel [◦ ]
Die Gleichung 2.11 suggeriert, es w¨are mit einem hochmotorisiertem Motorrad quasi jede Steigung u¨ berwindbar. Dies ist jedoch nicht der Fall, weil es
zwei Restriktionen gibt:
1. Grenzwert der Haftreibung
Aufgrund des begrenzten Kraftschluss zwischen Fahrbahn und Antriebsrad kann der große Steigungswiderstand nicht u¨ berwunden werden.
¨
2. Grenzwert f¨ur den Uberschlag
Wenn der Schwerpunkt des Maschine-Fahrer-Systems hinter dem Rad¨
aufstandspunkt zu liegen kommt“, dann erfolgt ein Uberschlag.
”
2.5.2 Leistungsbedarf bei konstanter Fahrt
¨
Der Leistungsbedarf Pstationaer zur Uberwindung
der station¨aren Fahrwiderst¨ande,
also der Widerst¨ande bei einer Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit v, ergibt
KAPITEL 2. RATIO
86
sich aus der Multiplikation mit der Geschwindigkeit.
Pstationaer = Fstationaer ∗ v = (FRoll + FLu f t + FSteigung ) ∗ v
(2.12)
In Verbindung mit den Gleichungen 2.9, 2.10 und 2.11 ergibt sich:
ρ 2
∗ v + Ggesamt ∗ sin(αSteigung ) ∗ v
2
(2.13)
ist
relativ
gering.
Bei
einem
verkleiDer Leistungsbedarf bei v ≤ 100 km
h
deten Motorrad ≤ 10kW . Bei h¨oheren Geschwindigkeit entsteht ein erheblich
gr¨oßerer Leistungsbedarf. Mit der Gleichung 2.13 wird deutlich, dass der Leistungsbedarf mit der 3. Potenz der Geschwindigkeit ansteigt.
Pstationaer = ( fRoll ∗ Ggesamt + cw ∗ A ∗
Pstationaer ≈ konstante ∗ v3
mit:
v ≥ 120 km
h
(2.14)
≡
Bei h¨oheren Geschwindigkeit dominiert der Luftwiderstand. Dadurch w¨achst der Leistungsbedarf
quasi mit v3 .
Zu ber¨ucksichtigen ist, dass dieser Leistungsbedarf Pstationaer am Hinterrad
ben¨otigt wird. Diese sogenannte Radleistung, daher auch als PRad bezeichnet,
ben¨otigt nat¨urlich einer h¨ohere Motorleistung PMotor , weil durch die Kette, beziehungsweise den Zahnriemen oder den Kardan, sowie durch das Getriebe
Verluste entstehen. In der Praxis wird ein mechanischer Wirkungsgrad des Antriebstranges von η = 0, 9 . . . 0, 96 erzielt.
PRad = η ∗ PMotor
(2.15)
mit:
η = 0, 9 . . . 0, 96 ≡ Mechanischer Wirkungsgrad des Antriebstranges
Beispielsweise betr¨agt der Leistungsbedarf PRad f¨ur ein Sportmotorrad mit
einem Gewicht von ≈ 230kg plus ≈ 80kg Fahrer bei einer Geschwindigkeit v =
ahr 40kW . Die dazu erforderliche Motorleistung PMotor ≈ 44kW
200 km
h ungef¨
(≈ 60PS). Bei v = 220 km
usste PMotor ≈ 55kW (≈ 75PS) sein (→ [Sto2006]
h m¨
S. 19).
Benzinverbrauch in der Praxis
Die allgemeine Regel lautet:
Benzinverbrauch ∼ f (Leistung, Hubraum, Gewicht)
(2.16)
In der Praxis verbraucht ein Motorrad mit viel Leistung, großem Hubraum
und hohem Gewicht mehr Benzin als ein leichtes Gef¨ahrt mit einer kleinen,
schwachen Maschine. Bei Messung von hunderten Maschinen ermittelte die
¨
2.5. KRAFTE
& LEISTUNGSBEDARF
87
l
Zeitschrift Motorrad“ als S¨aufer z. B. Benelli Trek 1130 mit ≈ 8 100km
und
”
als Kostver¨achter Honda Innova 125 (→ Abschnitt 1.3.4 auf Seite 37) mit
l
(→ [BiEbSch2008] S. 17). Die Benelli Trek 1130 hat eine
minimal 1, 6 100km
U
Leistung von 92, 0kW (125PS) bei 10.500 min
, einen Hubraum von 1130cm 3
und ein Leergewicht von 205kg; die Honda Innova 125 hat eine Leistung von
U
6, 8kW (9, 2PS) bei 7.500 min
, einen Hubraum von 125cm 3 und ein Leergewicht
¨
von 105kg. Ublicherweise
ist auf der Landstraße mit einem Benzinverbrauch
l
zu rechnen. Niedrige Werte werden u¨ ber computerbasierte,
von ≈ 4 · ·6 100km
optimal programmierte Steuerungssystem (Motor-Mapping) f¨ur Einspritzung
und Z¨undung erreicht.
Andreas Bildl / J¨orn Ebberg / Thomas Schmieder: Moderne Mo”
torradmotoren81 sind bereits ziemlich effektiv [. . .] Anders als bei
Automobilen ist die Direkteinspritzung nur bedingt im Zweirad
einsetzbar, denn bei Drehzahlen u¨ ber 9000/min reicht die f u¨ r die
innere Gemischbildung zur Verf u¨ gung stehende Zeit nicht aus. Im
Gegensatz zu konventionellen Einspritzungen, bei denen das Gemisch im Ansaugtrakt gebildet und eingesaugt wird. Somit w a¨ re
die Direkteinspritzung nur fu¨ r niedrig drehende Ein- und Zweizylinder vorstellbar.“ (→ [BiEbSch2008] S. 20).
2.5.3 Instation¨are Fahrwiderst¨ande
Finstationaer = Ftranslatorisch + Frotatorisch
mit:
Ftranslatorisch
≡
Frotatorisch
≡
(2.17)
Translatorische Beschleunigungswiderstand [N]
ist der Widerstand, der die gradlinige Beschleunigung des Motorrades abbildet (→ Gleichung 2.18).
Rotatorische Beschleunigungswiderstand [N] ist
der Widerstand, der die Beschleuigung aller drehenden Teile im Antrieb abbildet (→ Gleichung 2.22).
Translatorischer Beschleunigungswiderstand
Der Widerstand, der bei einer gradlinige Beschleunigung des Motorrades zu
u¨ berwinden ist, wird translatorischer Beschleunigungswiderstand Ftranslatorisch
genannt. Ftranslatorisch ist abh¨angig von zu der beschleunigenden Gesamtmasse
und der Gr¨oße der Beschleunigung [ sm2 ].
Ftranslatorisch = mgesamt ∗ a
(2.18)
81 Bei den Hochleistungsvergasermotoren der 90iger Jahre gab es zur Sicherung ihrer Standfestigkeit bei Volllast die sogenannte Vollast-Anfettung“. Damit wurden dann Verbr¨auche von
”
l
15 100km
erreicht.
KAPITEL 2. RATIO
88
mit:
mgesamt
a
≡
≡
Gesamtmasse des Motorrades [kg]
Beschleunigung [ sm2 ]
Rotatorischer Beschleunigungswiderstand
Zum Beschleunigen des Motorrades ist es erforderlich, dass die Bewegungen
aller Komponenten des Antriebstranges (Kurbelwelle, Kupplung, Getriebr¨ader,
Kettenr¨ader etc.) und die sich drehenden R¨ader beschleunigt werden. Es gilt
daher das Massentr¨agheitsmoment aller dieser sich bewegenden Komponenten
zu u¨ berwinden. Allgemein bestimmt sich das dazu notwendige Drehmoment
wie folgt:
n
Mrotatorisch = ∑ Θi ∗ αi
(2.19)
i=1
mit:
Mrotatorisch
Θi
≡
≡
αi
i
n
≡
≡
≡
2
Drehmoment [ kg∗m
]
s2
Drehmasse (Massentr¨agheitsmoment) [kg ∗ m 2 ]
der Komponente i
Winkelbeschleunigung [ s12 ] der Komponente i
Index der jeweiligen Komponente [−]
Anzahl der Komponenten [−]
Aus Gr¨unden der Vereinfachung werden die Komponenten des Motors und
des Antriebstranges einerseits und die Komponenten der R¨ader andererseits
zusammengfasst und jeweils mittels eines Ersatztr¨agheitsmoment dargestellt.
Aus dem Drehmoment ergibt sich eine Kraft im Ber¨uhrpunkt zwischen Rei¨
fen und Fahrbahn. Sie bildet die Kraft zur Uberwindung
des rotatorischen Beschleunigungswiderstandes dar. F¨ur Motor und Antriebstrang wird der dynamische Hinterrdaradius R dyn.HRad
Frotatorisch =
ΘErsatzMA ∗αErsatzMA
RdynHRad
ΘErsatzHRad ∗αErsatzHRad
RdynHRad
+
+
ΘErsatzV Rad ∗αErsatzV Rad
RdynV Rad
(2.20)
mit:
¨
2.5. KRAFTE
& LEISTUNGSBEDARF
ΘErsatzMA
≡
ΘErsatzHRad
≡
ΘErsatzV Rad
≡
αErsatzMA
≡
αErsatzHRad
≡
αErsatzV Rad
≡
RdynHRad
RdynV Rad
≡
≡
89
Ersatztr¨agheitsmoment
f¨ur
Motorund
Antiebskomponenten [kg ∗ m 2]
Ersatztr¨agheitsmoment f¨ur die Komponenten des
Hinterrades [kg ∗ m2]
Ersatztr¨agheitsmoment f¨ur die Komponenten des
Vorderrades [kg ∗ m 2]
Ersatzwinkelbeschleunigung [ s12 ] f¨ur Motor- und
Antiebskomponenten
Ersatzwinkelbeschleunigung [ s12 ] f¨ur die Komponenten des Hinterrad
Ersatzwinkelbeschleunigung [ s12 ] f¨ur die Komponenten des Vorderrades
dynamischer Radius des Hinterrades [m]
dynamischer Radius des Vorderrades [m]
Allgemein gilt:
a = α ∗ Rdyn
mit:
a
α
Rdyn
≡
≡
≡
(2.21)
Beschleunigung [ sm2 ]
Winkelbeschleunigung [ s12 ]
dynamischer Radius des Rades [m]
Wird Gleichung 2.21 in Gleichung 2.20 eingesetzt erh¨alt man folgende
Gleichung f¨ur Frotatorisch :
Frotatorisch = a ∗
ΘErsatzMA ΘErsatzHRad ΘErsatzV Rad
+ 2
+ 2
R2dynHRad
RdynHRad
RdynV Rad
(2.22)
mit: → Gleichungen 2.20 und 2.21
In der Gleichung 2.22 repr¨asentiert der Klammerausdruck die rotatorische
Masse mrotatorisch . Die Gleichung 2.17 f¨ur Finstationaer l¨asst sich dann wie folgt
notieren:
Finstantionaer = a ∗ (mgesamt + mrotatorisch )
mit:
mgesamt
≡
mrotatorisch
≡
(2.23)
Gesamtmasse des Motorrades [kg] → Gleichung 2.18
→ Klammerausdruck der Gleichung 2.22
Die Gleichung 2.23 verdeutlicht, dass die Beschleunigung wie eine Erh¨ohung
der Masse wirkt. Eine Gewichtsreduzierung der drehenden Teile im Antriebstrang
und bei den R¨adern hat zwei Vorteile: Einerseits reduziert sich damit m gesamt
und andererseits auch m rotatorisch .
KAPITEL 2. RATIO
90
2.5.4 Geradeausfahrt
Die Faktoren, die es dem Fahrer erm¨oglichen, das Motorrad stabil in der Vertikalen zu halten und geradeaus zu fahren, sind im wesentlichen (→ z. B.
[Coc2005] S. 13ff):
1. Massentr¨agheitskr¨afte,
• Je gr¨oßer die Geschwindigkeit ist, umso schwerer l¨asst sich das
Motorrad von seiner urspr¨unglich eingeschlagenen Richtung ablenken.
¨
• Ein K¨orper widersetzt sich der Anderung
seiner Bewegungsbedingungen wie Geschwindigkeit und Richtung umso st¨arker, je schwerer er ist.
=: Es ist umso einfacher, geradeaus zu fahren, je h¨oher Geschwindigkeit
und Masse eines Motorrads sind.
2. Kreiselkr¨afte und
MKreisel = Ir ∗ ωr ∗ ωs
mit:
Ir
≡
ωr
≡
ωs
≡
(2.24)
Massentr¨agheitsmoment des Rades, bezogen auf
die Radachse
Winkelgeschwindigkeit des Rades in Radiant/Sekunde
Winkelgeschwindigkeit in Radiant/Sekunde, mit
der die Radachse aus der Drehebene des Rades
herausgedreht wird.
3. durch den Nachlauf erzeugtes R¨uckstellmoment.
2.5.5 Periodischen St¨orungen der Stabilit¨at
Beim Motorradfahren gibt es periodisch auftretende St¨orungen der Stabilit¨at
und zwar in Form von:
• Wave (Pendeln im Frequenzbereich von ≈ 3 . . . 4 Hertz)
• Wobble oder Shimmy (Lenkerflattern im Frequenzbereich von ≈ 10 Hertz)
• Kickback (Lenkerschlagen)
Pendeln
Das Pendeln ist ein Schwingen des gesamten Systems Motorrad. Das Motorrad
vollzieht eine gekoppelte Schwingung von ≈ 3 . . . 4 Hertz um Gier-, Roll- und
Nickachse.
¨
2.5. KRAFTE
& LEISTUNGSBEDARF
91
Die Rollachse liegt am Anfang des Pendelns in der Verbindungs”
linie der Reifenaufstandspunkte, also in der Reifenaufstandslinie.
Im weiteren Verlauf wandert diese Linie immer weiter in Richtung Systemschwerpunkt. Ausgel o¨ st wird das Pendeln unter anderem von plo¨ tzlichen Lenkbewegungen, Fahrbahnunebenheiten,
und anderen vorangegangenen instabilen Fahrzust a¨ nden. Es kann
beg¨unstigt werden durch unpassende Reifenwahl, Unwuchten an
den Ra¨ dern, Lenkkopfspiel oder ein zu stramm eingestelltes Lenkkopflager und vieles mehr. Die D a¨ mpfung der Pendelschwingung
ist stark von konstruktiven Merkmalen des Fahrzeuges sowie dessen Beladungszustand und vor allem von der Geschwindigkeit abh¨angig. Unter Umsta¨ nden kann es vorkommen, dass das Pendeln
nicht mehr geda¨ mpft, sondern versta¨ rkt wird, was in der Regel zum
Sturz f¨uhrt. Mit steigender Geschwindigkeit steigt die Schwingneigung an, sodass das einzig sinnvolle Mittel, um ein pendelndes Motorrad zu stabilisieren, eine Herabsetzung der Geschwindigkeit ist.“ (→ http://de.wikipedia.org/wiki/Motorrad (Zugriff: 23-Oct-2008))
Lenkerflattern
Das Lenkerflattern ist eine Schwingung des Lenksystems um die Lenkachse.
Sie liegt im Frequenzbereich von ≈ 10 Hertz. Ursache ist eine Unwucht in
¨
den Reifen. Ublicherweise
wird dann bei Geschwindigkeiten um ≈ 60 km
h das
Lenksystems zum Schwingen angeregt. Die Eigenfrequenzen des Lenksystems
l¨aßt sich allerdings durch Gewichte an den Lenkerenden beeinfussen, um ein
Aufschaukeln der Schwingungen zu verhindern. Auch mit einem ver¨anderten
Greifen des Lenkers l¨aßt sich das Aufschaukeln bek¨ampfen, weil dadurch das
¨
Tr¨agheitsmoments des Lenksystems beeinflusst wird. Das Andern
der Fahrgeschwindigkeit heraus aus dem kritischen Bereich schafft ebenfalls Abhilfe. Das
Lenkerflattern ist beherrschbar, es sei denn, es f¨uhrt zum Pendeln (→ S. 90)
oder zum Lenkerschlagen (→ S. 91).
Lenkerschlagen
Mit Lenkerschlagen bezeichnet man eine Schwingung des Lenksystems um die
Lenkachse mit großen Amplituden mit sehr hohen Gechwindigkeiten. Diese
Lenkbewegungen k¨onnen so stark sein, dass der Fahrer den Lenker nicht mehr
festhalten kann. Es tritt verst¨arkt an Sportmotorr¨adern mit hoher Leistung auf.
Das Lenkerschlagen kann bei Geradeaus- und auch bei Kurvenfahrt auftreten,
und zwar quasi bei jeder Geschwindigkeit. Das Lenkerschlagen kann so heftig
sein, dass es die jeweilige Lenkwinkelfreiheit aussch¨opft und der Lenker an
seine Begrenzung anschl¨agt und diese besch¨adigt.
Ursache sind starke Radlastschwankungen am Vorderrad in Kombination mit einer Seitenkraft am Vorderrad. Diese Seitenkraft kann beispielsweise
KAPITEL 2. RATIO
92
durch die Haltekraft in Kurvenfahrt, durch eine geneigte Fahrbahn oder beim
¨
Uberfahren
einer Unebenheit entstehen. Das Lenkerschlagen wird einen modernen (elektronischen) Lenkungsd¨ampfer wirksam unterbunden (→
http://de.wikipedia.org/wiki/Motorrad (Zugriff: 23-Oct-2008)).
2.5.6 Vollbremsung
¨
Eine Ubertragung
von Brems- und Antriebskr¨aften (≡ Umfangskr¨aften) bedingt einen Schlupf. Die Umfangskr¨afte selbst verursachen den Schlupf. Leicht
verstehbar l¨asst sich der Schlup f wie folgt definieren (→ [ Sto2006] S. 358)
Schlup f = WegRei f enum f ang − Wegzurueckgelegt [m]
mit:
WegRei f enum f ang
Wegzurueckgelegt
(2.25)
≡
≡
abgerollter Reifenumfang [m]
tats¨achlich auf der Fahrbahn zur¨uckgelegter Weg
[m]
Schlup f = 0m ≡ rollendes Rad ohne Antriebs- und Bremskr¨afte
Schlup f > 0m ≡ Antriebsschlupf: das Rad dreht durch
Schlup f < 0m ≡ Bremsschlupf: das Rad beginnt zu blockieren und
rutscht
Der Schlupf S des durchrutschenden Rades ist das Verh¨altnis der Drehzahl eines angetriebenen Rades ω zu der eines (hypothetischen) nicht angetriebenen
und daher formschl¨ussig mitlaufenden Rades ω 0 :82
S=
ω − ω0
ω0
(2.26)
Mit dieser Definition wird S bei einem (beinahe) durchdrehenden Antrieb S 0. Um den Schlupf bei einem vollst¨andig durchdrehenden Antrieb bzw. einer
blockierenden Bremsung jeweils dem Wert 1 (100%) zuzuordnen, sind folgende Definitionen gebr¨auchlich:
SAntriebsschlup f =
SBremsschlup f =
ω − ω0
ω
ω0 − ω
ω0
(2.27)
(2.28)
F¨ur eine optimale Vollbremsung (Schlupf in einer Gr¨oßenordnung von ≈
20%) ist die dynamische Radlastver a¨ nderung bedeutsam. Aufgrund der Massentr¨agheit und der H¨ohe des Schwerpunktes ver¨andert sich mit zunehmender
Verz¨ogerung die Radlast auf den beiden R¨adern. Am Vorderrad w¨achst sie, am
Hinterrad nimmt sie ab. Mit zunehmender Radlastverteilung nach vorne kann
das Vorderrad mehr Bremskraft u¨ bertragen, weil die Reifenaufstandsfl¨ache, der
sogenannte Latsch, gr¨oßer wird.
82 →
z. B. Wikipedia Schlagwort Schlupf“ (Zugriff: 5-Sep-2010)
”
¨
2.5. KRAFTE
& LEISTUNGSBEDARF
93
Messwerte bei Vollbremsung
normaler
Fahrzustand
optimale
Vollbremsung
Aufgebrauchter Einfederweg:
vorn:
53mm
hinten:
45mm
Radlast (Maschine + Fahrer):
vorn:
148kg
hinten:
192kg
Lenkkopfwinkel:
65◦
Nachlauf:
110mm
Reifenaufstandsfl¨ache:
vorn:
20cm2
Anpressdruck:
vorn:
kg
5,3 cm
2
115mm
5mm
300kg
40kg
60,5◦
87mm
96cm2
kg
10,7 cm
2
Legende:
Beispiel Honda CBF 1000 Quelle: → [DVR2008] S. 12
Tabelle 2.2: Messwerte bei Vollbremsung
F¨ur eine optimale Vollbremsung muss der Bremsdruck kontinuierlich gesteigert werden, weil zu Beginn des Bremsvorganges das Vorderrad noch nicht
maximal belastet ist, das heisst, die dynamsiche Radlastver¨anderung wirkt noch
nicht hinreichend und der Einfederungsvorgang der Gabel ist noch nicht abgeschlossen. Je nach Schwerpunktlage und Radstand der Maschine muss der
Bremsdruck innerhalb von ≈ 0, 5 . . . 0, 7 Sekunden kontinuierlich gesteigert
werden. Eine biltzartige (≤ 0, 1s) mit hoher Kraft bet¨atigte Bremse (≡ Schreck”
bremsung“) f¨uhrt zwangsl¨aufig zum Sturz, wenn die Bremskraft zu hoch und
der Anpressdruck“ noch zu gering ist, weil in diesem Fall das Vorderrad in
”
Schlupf oder gar zum Blockieren kommt und damit seine Seitenf¨uhrungskraft
verliert.
Deshalb gilt folgender Rat: Nicht blitzartig zupacken, sondern innerhalb
”
etwa einer halben Sekunde den Bremsdruck auf Maximum steigern. “ (→
[DVR2008] S. 11)
Bernt Spiegel: Immer auf der Hut sein, und sobald das Vorderrad
”
blockiert, wirklich augenblicklich die Bremse l o¨ sen.“ (→ [Spi2008]
S. 137)
J¨urgen Stoffregen: Diese Angstreaktion hat bei Bremsen oh”
ne ABS ganz sicher ihre Berechtigung. Bei Bremsen mit ABS hingegen wird dadurch wertvoller Bremsweg “verschenkt”.“ (→
KAPITEL 2. RATIO
94
[Sto2006] S. 365)
Bernt Spiegel: Ein nicht zu untersch a¨ tzender Nebeneffekt des ABS
”
besteht darin, daß der Fahrer in der Gewißheit, durch das ABS vor
¨
einer Uberbremsung
gesch u¨ tzt zu sein, weniger z¨ogerlich, d. h. mit
gen¨ugend steilem Druckanstieg und stark genug bremst und so
auch außerhalb des Regelbereichs des ABS bessere Bremsergebnisse erzielt.“ (→ [Spi2006] S. 284)
Bei einer Alltagsbremsung“ bei z¨ugiger Landstrassenfahrt betr¨agt die Ver”
z¨ogerung ≈ 12 -Wert der Vollbremsung (≈ 5 sm2 ). Dabei tr¨agt die Hinterradbremse ≈ 35% zur Verz¨ogerung bei. Bei normalem Asphalt (μ ≈ 0, 9 → Reibbeiwert S. 208) ist das Vorderrad noch weit von der Blockiergrenze entfernt. Bei
der optimalen Vollbremsung tr¨agt das Hinterrad kaum noch (≈ 5% Beitrag zur
Verz¨ogerung) und das Vorderrad verz¨ogert kurz vor der Blockiergrenze (→
Tabelle 2.2 auf Seite 93). Bei der u¨ berzogenen Vollbremsung hebt das Hinterrad ab und es kommt zu einer Rotationsbewegung der Maschine um den
Aufstandspunktes des Vorderrades. Schneidet die resultierende Kraftlinie f¨ur
diese Rotationsbewegung die Strassenebene vor dem Austandspunkt des Vor¨
derrades dann ist ein Uberschlag
die Folge, es sei denn, der Bremsdruck wird
sofort verringert, dann wird es ein Stoppie“.
”
Wie bemerkt man nun, ob man sich der Grip-Grenze, also der Erreichung
des Kraftschlusspotentials, bedrohlich ann¨ahert? Bei trockener Fahrbahn ist es
ein Pfeifton ( Wimmern“) des Vorderradreifens und/oder ein Vibrieren bzw. Stem”
peln der gesamten Vorderadaufh¨angung. Man beachte, dass zu Beginn einer
Notbremsung bei einem u¨ blichen Motorrad ≈ 50% der Gewichtskraft auf dem
Hinterrad liegt. Daher sofort (!) kr¨aftig die Hinterradbremse bet¨atigen und erst
beim Blockieren des Hinterrades den Druck von dieser Bremse nehmen —
vorausgesetzt man ist so gut die notwendige Koordinierung beider Bremsen
zeitlich so zu meistern.
2.6 Zuverl¨assigkeit
¨
Uber
14 Lenze z¨ahlt im Durchschnitt
”
ein Kraftrad auf Deutschlands Straßen,
[...] Das durchschnittliche Auto hingegen
ist nur acht Jahre alt.
[...] daf¨ur gibt es als Erkl¨arung
nur das Wort: Liebe.“
(→ [Kle2012] S. 253)
Laufleistung:
Aufgrund der extrem großen Laufleistung von 300.000km, die manche Modelle, wie beispielsweise die Honda XRV 750 Africa Twin, erreichen, ist es
nicht trivial zu erkennen, ob das Motorrad 50.000km oder 150.000km gefahren
wurde.
¨
2.6. ZUVERLASSIGKEIT
95
Zun¨achst suspekt ist sicherlich ein 10 Jahre altes Motorrad mit einer Laufleistungsangabe vom 30.000km. Eine durchschnittliche Jahresleistung von
3.000km ist m¨oglich, aber nicht a priori glaubw¨urdig. Unterstellt man dann
130.000km Gesamtlaufleistung, dann w¨are die durchschnittliche Jahresleistung
13.000km, also eher glaubhaft.
F¨ur die Sch¨atzung der tats¨achlichen Laufleistung empfiehlt es sich auf Scheuerstellen zu achten. Nach 30.000km darf es: 83
• keine abgewetzte Fussrastengummis,
• keine abgewetzte Griffgummis,
• keine abgewetzte Brems- und Kupplungshebel,
• keine Scheuerstellen am Rahmen im Bereich des Bremspedals und des
Ganghebels,
• keine Abnutzung des Sitzbankbezugs und
• keine Anzeichen einer Abnutzung der Bremsscheiben (Randwulst)
geben. Die Schrauben, insbesondere der Bremsscheiben, haben noch keinerlei Abnutzungserscheinungen, denn bei 30.000km sollten es noch die Originalen sein. Auch sollten keine Werkzeugspuren sichtbar sein, weil bei 30.000km
u¨ blicherweise erst zwei grosse Inspektionen durchgef¨uhrt werden mußten.
Ein wichtiges Indiz ist das Serviceheft. Verd¨achtig sind L¨ucken und Eintr¨age, die u¨ ber Jahre den selben Stempel aufweisen und mit der selben Unterschrift versehen sind. Ist die Schrift des Servicedatums u¨ ber Jahre hinweg immer gleich und wohlm¨oglich noch mit dem selben Kugelschreiber ausgef¨uhrt,
dann besteht der Verdacht, dass das Serviceheft nachgef¨uhrt“ wurde.
”
Negative Beispiele:
• Die Suzuki TL 1000 S, ein Sportmotorad mit V2-90 ◦-Motor mit 995, 67cm 3
U
Hubraum, 125PS (≡ 92kW ) bei 9.200 min
und einem Drehmoment von
U
104Nm bei 8.000 min war 1997 das Motorrad mit den meisten, n¨amlich
sechs, R¨uckrufaktionen aller Zeiten! Der Markt reagierte darauf und Suzuki stellte die Produktion der TL 1000 S nach nur vier Jahren (1997–
2000) ein. (→ [Suz2007])
• Motorr¨ader der indischen Marke Royal Enfield gelten als wenig zuverl¨assig.
Torsten Schopbach Das Teil ist n¨amlich nur in einer Sa”
che zuverl¨assig: permanent maintenance — Wartung! Baujahr 2001, Stand der Technik 1952!“ (→ [ Schop2007] S. 225)
83 Ahnlich
¨
Kaufberatung f¨ur Honda XRV 750 Africa Twin vom entsprechenden Fan-Club →
http://www.africatwin.de (Zugriff: 23-Nov-2008)
KAPITEL 2. RATIO
96
2.7 Fehlererkennung
Robert M. Pirsig: Und dann fing es erst richtig zu sch u¨ tten an.
”
[. . .] Wir fielen auf fu¨ nfundzwanzig 84 ab, dann auf zwanzig. Fehlz¨undungen traten auf, und mit stotterndem, spuckendem und knallendem Motor erreichten wir im Schrittempo gerade noch eine [. . .]
Tankstelle [. . .] Ich weiß noch, wie ich [. . .] die Maschine zwischen
den Beinen hin und her schwenkte. Ich meinte zu sehen, wie drinnen das Benzin schwappte. Ich kontrollierte die Kerzen, die Unterbrecherkontakte und den Vergaser und trat den Kickstarter, bis ich
nicht mehr konnte. [. . .] Wir fuhren per Anhalter in unsere Stadt
zur¨uck, mieteten einen Anh a¨ nger f¨ur unser Auto, holten das Motorrad bei der Tankstelle ab, [. . .] baute [. . .] den Vergaser aus, um
nach dem Fehler zu suchen, aber ich fand auch diesmal nichts. Ich
wollte den Vergaser von dem Fett s a¨ ubern, bevor ich ihn wieder
einbaute, und machte den Absperrhahn am Tank auf, um ein bißchen Benzin ausfließen zu lassen. Aber es kam keins. Der Tank war
leer. [. . .] Was ich damals umherschwappen sah, war offensichtlich
Benzin im Reservetank, den ich noch nie gebraucht hatte. Ich sah
erst gar nicht richtig nach, weil ich von vornherein annahm, der
Regen sei schuld am Versagen des Motors. Ich wußte damals noch
nicht, wie dumm solche voreiligen Schl u¨ sse sind.“ (→ [Pir1974]
S. 29–31.)
Achim Lerch: [. . .] als ich gerade aus einer Kurve herausbeschleu”
nigen will, erstirbt der Motor mit einem Mal. Ich rolle am Fahrbahnrand aus und lausche in der pl o¨ tzlichen Stille dem leisen
Knacken des abk u¨ hlenden Motors. Ein Druck auf den Anlasserkopf, nichts tut sich, alles tot.
[. . .] “wie ist das denn in Linkskurven, verhindert da nicht der
St¨ander, auf dem das Gef a¨ hrt sich (jetzt gerade) abst u¨ tzt, die Schra¨ glage, [. . .]? “ “Nun, der St a¨ nder l¨asst sich nat¨urlich einklappen”
[. . .] “Und wenn Du das einmal vergessen solltest?” “Daf u¨ r gibt
es eigens einen Schalter, der die Z u¨ ndung unterbricht, wenn der
St¨ander ausgeklappt ist. Der Motor springt dann gar nicht erst
an [. . .]” In diesem Moment f a¨ llt es mir wie Schuppen von den
Augen [. . .] sehe ich erst jetzt das Kabelende, das neben dem Seitenst¨ander herunterh a¨ ngt.“ (→ [Ler2009] S. 14–17)
Robert M. Pirsig: Etwa bei f¨unfundsiebzig 85 blockierte (Kolben”
fresser) sie wieder, bei dreißig kam sie wieder frei, genau wie beim
ersten Mal. Als ich sie wieder in die Werkstatt brachte, warfen
sie mir erst vor, ich h¨atte sie nicht richtig eingefahren [. . .]. Sie
84 25 stat.min
h
85 75 stat.min
h
≈ 40 km
h
≈ 120 km
h
2.8. WERKZEUG & INSTANDSETZUNG
97
u¨ berholten die Maschine wieder und machten selbst eine Probefahrt mit hoher Geschwindigkeit. Diesmal blockierte sie bei ih¨
nen. Nach der dritten Uberholung
zwei Monate sp a¨ ter erneuerten
sie die Zylinder, bauten u¨ berdimensionierte Vergaser-Hauptd u¨ sen
ein, verlegten den Z u¨ ndzeitpunkt, damit der Motor m o¨ glichst k¨uhl
blieb [. . .].
Ich fand die Ursache der Kolbenfresser ein paar Wochen sp a¨ ter
[. . .]. Es war eine kleine Nadel fu¨ r f¨unfundzwanzig Cent im Schmiersystem, die gekappt worden war und bei hohen Geschwindigkeiten
¨ mehr in den Zylinderkopf gelangen ließ. [. . .] Warum diese
kein Ol
Pfuscherei? [. . .] es fehlte ihnen die Liebe zur Sache.
Nicht nur fanden diese Mechaniker die gekappte Nadel nicht, einer von ihnen hatte sie auch u¨ berhaupt erst gekappt, indem er den
Kurbelgeha¨ usedeckel nicht richtig montierte. [. . .] Im Werkstatthandbuch wurde ausdr u¨ cklich auf diesen Umstand hingewiesen,
aber wahrscheinlich hatte es der Mechaniker wie andere auch zu
eilig gehabt, oder es war ihm egal gewesen.“ (→ [Pir1974] S. 33–
35.)
Michael Blumenstein / Dani Heyne / Lars Riegel: Nach dem Zer”
pfl¨ucken des Motors sieht Tony, was wohl wirklich die Ursache
f¨ur die vielen außerplanm a¨ ßigen Stopps ist. Das Geh a¨ use des Motors hat eine winzige Beule im Kurbelwellengeh a¨ use — schlecht
gegossen. Und dazu noch einige Schleifspuren an der Kurbelwel¨
le, Uberbleibsel
vom Simmerring. [. . .]. Tonys Ehrgeiz ist riesig,
er will die Vespa86 heilen. Ein fu¨ r alle Mal. Und ka¨ mpft mit einer eingelaufenen H u¨ lse, die auf der Kurbelwelle klemmt.“ (→
[Moto2015] S. 239–241.)
2.8 Werkzeug & Instandsetzung
2.8.1 Wergzeug
Knarre
Schraubenprinz: Es war Liebe auf den ersten Blick. Du warst kei”
ne von diesen Einviertel- oder Einhalb-Zoll-Knarren, nein, du hattest perfekte dreiachtel Zoll, eine hochwertige Chrom-VanadiumLegierung und einen einfachen, aber klassischen Umschalthebel.
Keinerlei u¨ berflu¨ ssigen Schnickschnack wie Sicherheitsknopf oder
ergonomischen Zweikomponenten-Handgriff. Klar, f u¨ r deinen Preis
h¨atte ich einen kompletten Werkzeugsatz von diesem billigen Asienschrott bekommen.“ (→ [Schr2007] S. 53)
86 Vespa PX 200 ≈ 30 Jahre jung, luftgek¨
uhlter Zweitakt-Motor, 198cm3 , an guten Tagen ≈ 10PS
(→ [Moto2015] S. 5.)
KAPITEL 2. RATIO
98
Legende:
Foto: H. Bonin, 18-Jun-2015
Abbildung 2.13: Inbus-Schl¨ussel
Daraufhin habe ich mir im September 2010 den 16-teiligen Hazet 8311052
Steckschl¨ussel-Satz ( 38 = 0, 375) f¨ur ¤186,83 gekauft 87 (→ Abbildung 2.14
auf Seite 99)
Inbus-Schlussel
¨
In der Not ist ein Satz No-Name Inbus-Schl¨ussel aus dem Baumarkt sicherlich n¨utzlich. Allerdings vermurksen“ diese Schl¨ussel bei h¨aufigem Gebrauch
”
in der Regel die Schraubenk¨opfe. Sie sind daher f¨ur die permanente Wartung
und Instandsetzung nicht zweckm¨aßig. Ich habe daher den Original INBUS
Schl¨ussel Satz/Set, 2K T-Griffe, 8 teilig (2–10mm), Made in Germany, f¨ur diese Arbeiten gekauft 88 (→ Abbildung 2.13 auf Seite 98).
Drehmomentschlussel
¨
Hans J. Schneider: Unentbehrlich fu¨ r Arbeiten an Motor, Antrieb
”
und Fahrwerk sind [. . .] zwei automatisch das Limit anzeigende
Drehmomentschlu¨ ssel (ca. bis 60 Nm und 30 bis 140 Nm)“ (→
[Schn2014] S. 33)
Welches Werkzeug?
Werner Koch: F¨ur g¨angige japanische Maschinen empfehlen sich
”
folgende Kombinationen als Maul- und Ringschl u¨ ssel:89 7/8, 10/12,
12/13, 14/17, 17/19. [. . .] Die Schl u¨ sselweiten 8, 10 und 12 sollte
man sich als Maulschlu¨ ssel in zweifacher Ausf¨uhrung zulegen, um
gekonterte Schraubverbindungen (Gaszug-L a¨ ngenversteller, Kettenspanner) zu l o¨ sen. [. . .] Besser als ein komplettes Set mit kleiner
87 Bestellt bei Kraft Autoteile, Zweigstelle: vor dem Bardowicker Tore 27, D-21339 L¨
uneburg,
Tel.: 04131/26665-0.
88 Gekauft am 16-Jun-2015 u
¨ ber Amazon.de bei Fabelhaft Werkzeug, Kolkstraße 36, D-58256
Ennepetal, Telefon 015152370951 f¨ur 39,95 ¤.
89 Angabe in Millimeter
2.8. WERKZEUG & INSTANDSETZUNG
99
Legende:
Quelle: Hazet-Foto entnommen u¨ ber amazon.de.
Ein derartig hochwertiges Werkzeug leistet man sich nur zur besonderen Belobigung.
Abbildung 2.14: Steckschl¨ussel-Satz
3 8
Ratsche, Drehgriff und unz a¨ hligen Aufsteck-Bits, sind griffige TSchl¨ussel f¨ur Inbus- oder Torxk o¨ pf. Sie liegen satt in der Hand und
vermitteln ein besseres Gef¨uhl f¨ur das Drehmoment und m o¨ gliche
Defekte an Gewinde oder Verzahnung. Als Standardsatz f u¨ r Inbusschl¨ussel empfehlen sich die Gro¨ ßen 2,4,5 und 6 Millimeter.
[. . .] unverzichtbar sind auch Kombizangen, die jedoch nur in guter Qualit¨at ihrer vielseitigen Funktion nachkommen k o¨ nnen.“ (→
[Koch2011] S. 142–143)
Henning Sch¨affler: Bei großkalibrigen Schrauben ab Schl u¨ sselweite 17mm empfiehlt sich [. . .] das Arbeiten mit einer Verl a¨ ngerung. Das reduziert den Krafteinsatz und verbessert somit die Kontrolle bei L¨osen der Schraubverbindung.“ (→ [Sch¨a2011] S. 72.)
Franz Josef Schermer: Gerne werden die kleinen Elektrikerschrau”
bendreher genommen, um alle m o¨ glichen Schlitzschrauben o¨ ffnen
zu wollen, und immer lautet das Ergebnis: Schraube fest, Schlitz
vermurkst, Klinge abgebrochen.“ (→ [Scher2012] S. 111.)
Franz Josef Schermer: Sie (heute u¨ bliche Sechskantschraube) hat
”
angeschra¨ gte Seiten und abgerundete Ecken, damit die N u¨ sse der
am Montageband im Werk installierten Pressluftschrauber besser
draufrutschen. Eine solche Schraube geht man in der heimischen
Garage nicht mit einem Zwo¨ lfkant an. Es muss eine Pr a¨ zisions-
KAPITEL 2. RATIO
100
sechskantnuss sein, auf keinen Fall aber ein Gabelschl u¨ ssel.“ (→
[Scher2012] S. 111.)
Hartmut Wolf: Haufenweise Werkzeug oder gar Ersatzteile hat”
te ich nicht dabei, nur die Schraubenschl u¨ ssel, die als Bordwerkzeug mitgeliefert werden. Erga¨ nzend dazu hatte ich mir noch einen
Engl¨ander gekauft, den kann man immer gebrauchen. Dann waren da noch mein Schweizer Armeemesser und eine Rolle Duct
Tape.90 Wie gesagt: basic, ein Trip ohne jeglichen Firlefanz und
ohne jeglichen Ballast.“ (→ [Wolf2009] S. 13)
2.8.2 Instandsetzung & Wartung
Handbuch
Die Reparaturanleitung f¨ur das genutzte Motorrad ist unumg¨anglich und u¨ blicherweise auch in der bew¨ahrten Erfolgsreihe mit dem Titel Reparaturanlei”
tung“ (Gesamtauflage > 6 Millionen Exemplare), siehe z. B. → [ SchMaSt2006],
verf¨ugbar.
Martin Klein: St¨uck f¨ur St¨uck, Schraube f u¨ r Schraube wird das
”
Motorrad zerlegt — auf gut Gl u¨ ck oder ganz gewissenhaft mit
st¨andigem Seitenblick ins o¨ lverschmierte Handbuch.“ (→ [Kle2012]
S. 214)
Robert M. Pirsig: Und ich kam darauf, daß es u¨ berhaupt kein
”
Handbuch gibt, das sich damit befaßt, worauf es bei der Motorradwartung wirklich ankommt, mit dem allerwichtigsten Aspekt.
Daß man mit Liebe zur Sache an seine Arbeit herangeht, wird
entweder f¨ur nebensa¨ chlich gehalten oder als selbstverst a¨ ndlich
vorausgesetzt.“ (→ [Pir1974] S. 36)
Ted Simon: [. . .] gab mir freundlicherweise ein Buch u¨ ber Elek”
trik und r¨aumte mir einen kleinen Platz in der Werkstatt ein, wo
ich ungesto¨ rt arbeiten konnte. Ich hockte neben meinem Motor auf
dem Boden und konzentrierte mich voll auf meine Aufgabe. Ich
vergaß alles um mich herum und geriet in Trance. Ich weiß nicht
wie ich es sonst nennen soll. Ich erledigte die Arbeit, aber es kam
mir so vor, als w¨urde ich halluzinieren. Ich wusste, dass der Job
getan war, aber ich hatte das Gef u¨ hl, zu tr¨aumen und noch lange nicht fertig zu sein [. . .]. Alles funktionierte pr a¨ chtig, aber ich
90 Duct Tape (oder auch Duck Tape) ist ein handels¨
ubliche Universalklebeband, auch Panzerband genannt. Duck Tape ist der amerikanisch-umgangssprachliche Begriff f¨ur silbergraufarbenes,
selbstklebendes sowie wasserdichtes Gewebeband vom Hersteller Johnson & Johnson mit den
N
N
typischen Kennwerten: Klebkraft: 1325mm
; Reißkraft: 100 cm
; Reißdehnung: 18%; Temperaturbest¨andigkeit: max. 60◦ C. (→ http://de.wikipedia.org/wiki/Klebeband (Zugriff:
2-Jul-2012))
2.8. WERKZEUG & INSTANDSETZUNG
war immer noch verwirrt und darauf gefasst, ganz pl o¨ tzlich aufzuwachen und festzustellen, dass . . . was?“ (→ [Sim2007b] S. 373)
Schmierung
Helmut Mader und F. J. Schermer: Wir empfehlen dringend, die
”
¨
Olwechselintervalle
nicht zu u¨ berschreiten und eher schon 2000
¨
km vor Erreichen der 10000-km-Marke einen Olwechsel
durchzuf¨uhren. Speziell der Boxermotor wird immer lauter, je n a¨ her er
¨ schmiert nicht nur
der n¨achsten Inspektion kommt. Frisches Ol
besser als altes, sondern da¨ mpft auch die mechanischen Motorger¨ausche erheblich.“ (→ [MaSch2010] S. 28)
Reinigungsmittel
Christian Petzoldt: Auch wenn nicht direkt nach der ersten An”
wendung von ungeeigneten Produkten eine Sch a¨ digung der Oberfl¨ache erkennbar wird, die sichtbare Besch a¨ digung kommt sp a¨ ter
und sie kommt unweigerlich. Daher ist es wichtig, nicht am falschen
Ende zu sparen und einen hochwertigen, f u¨ r den Einsatz geeigneten Reiniger zu benutzen.“ (→ [Petz2008] S. 9)
Lackreinigungsknete
Christian Petzoldt: Diese innovative Profi-Reinigungsknetmasse
”
entfernt sicher Ablagerungen von allen Fahrzeugoberfl a¨ chen, z. B.
Insektenreste, Baumharze, Teer, Flugrost und Farbnebel. [. . .] Die
Knete nach Gebrauch mit Wasser absp u¨ len und in einer Schachtel
staubfrei aufbewahren.“ (→ [Petz2008] S. 89)
Mikrofaser Waschhandschuh
Christian Petzoldt: Mikrofaser Waschhandschuh eignet sich vor”
z¨uglich zur gru¨ ndlichen Reinigung von Fahrzeugoberfl a¨ chen. [. . .]
Er h¨alt zudem sehr viel Fl u¨ ssigkeiten, was besonders vorteilhaft
ist, wenn man Waschspuren vermeiden will.“ (→ [Petz2008] S. 91)
Lackschutzfolie
Christian Petzoldt: Lackschutzfolie gibt es als preisg¨unstige PVCFolie oder als teuerere PU-Folie. Die hochelastische PU-Folie
”
ist dagegen auf stark gew o¨ lbten und anspruchsvollen Lackoberfl¨achen die eindeutig bessere Wahl. [. . .] Unbedingt beachten muss
101
KAPITEL 2. RATIO
102
Legende:
Foto: H. Bonin, Oktober 2012. HELD Abdeckhaube; Seitenteile hitzefest bis 250◦ C; wasserdicht,
Oberteil Polyester 150 D, Seitenteil beidseitig Polycotton 600 D beschichtet, Farbe: schwar-grau,
Gr¨oße: XL (L¨ange × Breite × H¨ohe: 274 × 108 × 108cm).
Abbildung 2.15: Abdeckhaube
man, dass auf frisch lackierte Oberfl a¨ chen keinesfalls eine solche Folie aufgebracht werden darf. Der Lack sollte mindestens 30
bis — bei nachlackierten Fahrzeugen — 90 Tage alt sein.“ (→
[Petz2008] S. 46–47)
Abdeckhaube
F¨ur l¨angere Standzeiten ist es ratsam, das Moterrad mit einer Abdeckhaube zu
sch¨utzen. Am 12-Oct-2012 habe ich mir daher per Internet bei Detlev Louis,
Motorradvertriebs GmbH, D-21027 Hamburg, Tel.: 040/734-193-60, f¨ur ≈ 60
¤ eine HELD Abdeckhaube (→ Abbildung 2.15 auf Seite 102) gekauft. Sie
wurde erfreulicherweise am n¨achsten Tag geliefert.
2.9 Schutzausrustung
¨
(Bekleidung)
“If today is going to be your day to crash,
what do you want between your body and the pavement?”
(→ [Hou2008] p. 37)
Zur kompletten Ausstattung von Kopf bis Fuß geh¨oren (→ z. B. [ IFZ2007]
S. 6):
1. Motorradhelm mit Vollvisier oder Brille, Sturmhaube (→ Abschnitt 2.9.1
auf Seite 103)
¨
2.9. SCHUTZAUSRUSTUNG
(BEKLEIDUNG)
103
Legende:
Quelle: → http://gear.motocross.com/imgs/p 74476.jpg (Zugriff: 16-May-2012)
Tourenfahrer-Empfehlung: Der Hornet DS bietet eine sehr gute Aerodynamik, liegt sehr neu”
tral im Wind und ist dabei recht leise. Die Bel¨uftung ist sehr gut und leicht regulierbar. [...] Beim
Schlagtest liefert er insgesamt gute Werte, zeigt aber eine deutliche Schw¨ache beim forcierten
Kinnschlag. [...] Abstreiftest 17◦ , ≈ 460 ¤ (2012)“ (→ [TF2012] S. 72)
Abbildung 2.16: Offroad-Helm: Shoei Hornet DS
2. Motorradkombination (Leder 91 oder Textil) mit Protektoren insbesondere R¨uckenprotektor (→ Abschnitt 2.9.2 auf Seite 107)
3. Motorradhandschuhe 92 (→ Abschnitt 2.9.6 auf Seite 110)
4. Motorradstiefel (→ Abschnitt 2.9.7 auf Seite 110)
5. Regenbekleidung
6. Spezielle Ausstattung (z. B. Nierengurt)
2.9.1 Helm
Zuallerst kommt der Verstand
”
und dann: der Helm!“
(→ [Roo1994] S. 99)
Ein Motorradfahrer muss in der Bundesrepublik Deutschland, so wie in den
meisten L¨andern, gem¨aß gesetzlicher Vorschrift einen (Schutz-)Helm tragen. 93
Man unterscheidet folgende Helmbauarten:
91 Noch immer ist der Lederanzug das Nonplusultra.“ (→ [Nie2008] S. 103) The classic choi”
”
ce for protective gear — and still the best — is leather [...].“ (→ [MSF2005] p. 54.) Bei der
”
Sicherheit also Punktsieg f¨urs Leder — die bessere zweite Haut.“ (→ [Den2012] S. 80)
92 Im Winter, bei Frost und Schnee, sind Lenkerstulpen angebracht. Mit Lenkerstulpen kann
man d¨unnere und damit feinf¨uhligere Handschuhe anziehen. Allerdings sind bei Lenkerstulpen die
Schalter am Lenker nicht sichtbar.
93 Die Helmtragepflicht besteht in der Bundesrepublik ab 01-Jan-1976. §21 a Abs. 2 der
Straßenverkehrs-Ordnung (ab 01-Jan-2006) lautet: Wer Kraftr¨ader oder offene drei- oder
”
mehrr¨adrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten H¨ochstgeschwindigkeit von u¨ ber 20 km/h
KAPITEL 2. RATIO
104
Legende:
Foto: H. Bonin, Mai 2012. Mein alter R¨omer Integralhelm, gepr¨uft nach DIN 4848, ONS (FIA)
anerkannt, OMK (FIM) gepr¨uft, Gr¨oße 57/58cm.
Abbildung 2.17: 80iger Jahre Integralhelm
Legende:
Foto: H. Bonin, Juni 2012.
Uvex Enduro Carbon, Gr¨oße M (57 · ·58cm Kopfumfang), Gewicht mit Schirm ≈ 1.210g, ohne
≈ 1132g, herausnehmbares, antibakterielles Coolmax-Futter, Verschluss: Doppel-D-Ring, gekauft
am 4-Jun-2012 bei Detlev Louis, Motorradvertriebs GmbH, Kieler Straße 337–343, D-22525 Hamburg, Tel.: 040/52014226, urspr¨unglicher Preis: 599,95 ¤, 50%-Rabatt, gezahlt 299,95 ¤.
Uvex → http://www.uvex-sports.de (Zugriff: 6-Jun-2012)
Abbildung 2.18: Enduro-Helm: Uvex Carbon
¨
2.9. SCHUTZAUSRUSTUNG
(BEKLEIDUNG)
105
• Integralhelm (→ Abbildung 2.17 auf Seite 104)
Er hat eine feste Kinnpartie und ein vollkommen verschließbares Visier.
• Klapphelm
Es handelt sich um eine Variante des Integralhelms, bei der sich die
Kinnpartie hochklappen l¨asst.
• Jethelm (Halbschalenhelm)
Ihm fehlt die Kinnpartie. Es gibt Varianten mit einem tief gezogenen
Visier und weiter nach vorn gezogenen Seiten (sogenannte 34 -Helme).
• Offroad-, Motocross- bzw. Enduro-Helm (→ Abbildungen 2.16 auf
Seite 103 und 2.18 auf Seite 104)
Seine feste Kinnpartie hat in der Regel einen gr¨oßeren Abstand zum
Kinn als beim Integralhelm. Neben einem gr¨oßeren Gesichtsfeld, einem abnehmbaren Visier hat er u¨ blicherweise auch einen abnehmbaren
Blendschutzschirm (Sonnenblende). Um m¨oglichst viel K¨uhlluft zu haben, wird er auch mit einer Enduro-Brille statt mit dem geschlossenen
Visier gefahren.
In der Regel werden folgende Werkstoffe verwendet: 94
• Carbon, Kevlar, GFK95 (Duroplaste & Verbundwerkstoffe)
Vorteil: hohe Bruchfestigkeit, daher bei gleicher Schutzwirkung leichter
als ein Helm aus Thermoplaste und l¨angere Nutzungsdauer; Nachteil:
Kostenintensive Fertigung (Laminatverfahren).
• Polycarbonat, Polyamid, ABS-Kunststoff 96 (Thermoplaste)
Vorteil: Kosteng¨unstige Fertigung (Spritzgussverfahren); Nachteil: schnelles Altern (besonders durch Ultraviolettstrahlung).
Die Polsterung im Helm zum Absorbieren der Aufprallenergie besteht u¨ blicherweise aus gesch¨aumtem Polystyrol. 97
Gr¨oße
Die passende Helmgr¨oße wird prim¨ar durch den jeweiligen Kopfumfang [cm],
gemessen horizontal in Stirnh¨ohenmitte, bestimmt. In der Regel 98 gibt es folgende Relation zwischen Kopfumfang und Gr¨oßenbezeichnung:
51 · ·52cm ≡ XXS,
f¨uhrt sowie auf oder in ihnen mitf¨ahrt, muss w¨ahrend der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen.“Das Nichtragen ist eine Ordnungswidrigkeit (Bußgeld!).
94 → http://de.wikipedia.org/wiki/Motorradhelm (Zugriff: 16-May-2012)
95 GFK ≡ Glasfaser-verst¨
arkter Kunststoff
96 ABS ≡ Acrylnitril-Butadien-Styrol
97 Styropor ist daf¨
ur der bekannte Handelsnamen der BASF.
98 Diese Zuordnung ist nur u
¨ blich, aber keineswegs ohne Außnahmen;
z. B. gibt es auch 55 · ·56cm ≡ M.
KAPITEL 2. RATIO
106
53 · ·54cm ≡ XS,
55 · ·56cm ≡ S,
57 · ·58cm ≡ M,
59 · ·60cm ≡ L,
61 · ·62cm ≡ XL,
63 · ·64cm ≡ XXL und
65 · ·66cm ≡ XXXL. 99
Hinweis: Auf jeden Fall sollte der ausgesuchte Helm gr¨undlich probiert
werden, am Besten bei einer l¨angeren Probefahrt, weil sich die untr¨aglichen“
”
Kopfschmerzen bei einem nicht wirklich passenden Helm erst nach einiger
Zeit (> 20min) eintellen. Bei einem zu tief sitzenden Helm ist der Blick beim
Kurvenfahren nach vorn und oben eingeschr¨ankt.
Visier
Rudolf Geser: Achten Sie [. . .] auf ein sauberes Visier mit m o¨ glichst
”
wenig Kratzern, und wechseln Sie das Visier sp a¨ testens alle 5000
Kilometer.“ (→ [Ges2011] S. 8.)
Abstreiftest
Wichtig ist, dass der Helm fest genug sitzt. Mit Hilfe des Abstreiftests wird
gepr¨uft, ob der Helm bei geschlossenem Kinnriemen sich u¨ ber den Kopf nach
vorn stark drehen oder gar abziehen l¨asst. Man zieht dazu an der hinteren Helmkante nach oben. Bei der Pr¨ufnorm ECE 22.05 (→ S. 197) darf der Drehwinkel
bei dem definierten Zugimpuls (10kg-Gewicht f¨allt 0, 5m) maximal 30 ◦ betragen. Bei einem Offroad-Helm ist dieser Winkel leicht einhaltbar, weil das vorstehende Kinnteil an Brust oder Hals anschl¨agt (→ [TF2012] S. 70).
Schlagprufung
¨
Beim Aufschlagen des Helms muss die maximale Verz¨ogerung (negative Beschleunigung [g]) 100 f¨ur den Kopf des Motorradfahres ≤ 275g betragen, weil
andernsfalls mit t¨odlichen Folgen zu rechnen ist. Neben der maximale Kopfbelastung ist die Dauer der Verz¨ogerung f¨ur die Folgen bedeutsam. Diese werden
durch den HIC-Wert (Head Injury Criterion, → S. 199) quantifiziert. Nach
der Pr¨ufnorm ECE 22.05 (→ S. 197) muss der HIC-Wert ≤ 2.400 sein (→
[TF2012] S. 70).
Der Motorradhelm ist gem¨aß der f¨unf Kriterien in folgender Priorit¨atsreihenfolge auszuw¨ahlen (→ z. B. [IFZ2007] S. 8):
99 → http://www.tourenfahrer.de/index.php?id=3330 (Zugriff: 18-May2012)
100 Der Wert der Erdbeschleunigung g variiert wegen Zentrifugalkraft, Erdabplattung und
m
H¨ohenprofil regional um einige Promille. Der Normwert ist 9,80665sec
2.
→ http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeschleunigung (Zugriff: 16-May-2012)
¨
2.9. SCHUTZAUSRUSTUNG
(BEKLEIDUNG)
107
1. Sicherheit
2. Passform
3. Komfort
4. Funktionalit¨at
5. Design
2.9.2 Protektor
Prim¨ar gelten f¨ur Protektoren folgende Anforderungen (z. B. → [ Schu2012]
S. 76), die nicht gleichzeitig optimal erf¨ullt werden k¨onnen:
1. H¨ullsteifigkeit
2. Kraftverteilung
3. Vermeidung von Intrusion
4. maximale Energieabsorption
Ein Hartschalenprotektor verteilt den Aufprallstoß auf eine große Fl¨ache und
reduziert damit den punktuellen Druck. Das ist ein großer Vorteil bei einem
Aufprall auf ein spitzes und/oder kantiges Objekt. Ein Protektor aus viskoelastischen Schaum bietet dagegen hervorragende D¨ampfungswerte (Energieabsorption!) und zwar auch nach vielen Aufschl¨agen. Ein passgerechter R¨uckenprotektor, egal ob als Hartschalen- oder Weichschaumprotektor, tr¨agt sich im
Einschubfach der Jacke durchaus angenehm. 101
Unstrittig ist, dass ein Protektor nach außen auftr¨agt. Tut er es nicht, hat er
wahrscheinlich wenig D¨ampfung. Eine Schutzkleidung, die maximale Sicherheit bietet und im Sattel (gebeugte Haltung) bequem ist, hat zwangsl¨aufig einen
Schnitt, der unpassend f¨ur einen unauff¨alligen und unbeschwerten Stadtbum”
mel“ ist. Wenn letzteres wichtig ist, dann kommt neben Umziehen als minimale Sicherheitsl¨osung eine schicke Lederjacke mit einer Jeans, 102 die mit Kevlar
(Aramid) verst¨arkt ist, in Betracht.
Florian Schueler 103 : Wenn mich aber jemand fragt, was der be”
ste Verletzungsschutz sei, stelle ich eine triviale Gegenfrage: Welche Art Unfall planst du? Je nach Unfallgeschehen wirkt n a¨ mlich
101 Z. B. Hein Gericke HIPROTEC Backshock Air R¨
uckenprotektor, Gr¨oße M (L¨ange × Breite:
40 × 25cm) f¨ur 164 · ·188cm K¨orpergr¨oße, Preis (2012): ≈ 20 ¤
→ http://www.hein-gericke.de/hein-gerickehiprotecr-backshock-air-ruckenprotektor-16286.html (Zugriff: 8-Jun-2012)
102 Z. B. Held Ractor (2012: ≈ 115 ¤) → http://shop.held.de/de/ractor-6209.html
(Zugriff: 28-Jun-2012)
103 Diplomingenieur Florian Schueler ist Unfallanalytiker am Institut f¨
ur Rechtsmedizin der Universit¨at Heidelberg.
KAPITEL 2. RATIO
108
die eine Protektorentechnik besser als die andere. Generell ist ein
Protektor erst dann gut, wenn er sich angenehm tragen l a¨ sst und
trotzdem so fest sitzt, dass er beim Unfall an Ort und Stelle bleibt.“
(→ [Schu2012] S. 76)
Der R¨ucken- oder Wirbels¨aulenprotektor muß die Pr¨ufung nach EN 1621-2
bestanden haben. Das Pr¨ufungsergebnis bestimmt, in welche Schutzklasse der
Protektor einzuordnen ist. Die Schutzklasse 2 absorbiert mehr Energie als die
Schutzklasse 1 (→ z. B. [IFZ2007] S. 26).
Erik Peters merkt dazu an: Mich haben die Protektoren bei St u¨ r”
zen vor schweren Verletzungen, und somit vor dem sicheren Aus
bewahrt. [. . .] (Daher w¨ahlte er:) Helm: Nexo Circuit, Stiefel: Oxtar TCX Pro, Hose: FLM Air Mesh (bei den heißen Temperaturen
ideal und in Verbindung mit einer Regenhose auch bei K a¨ lte noch
bequem), Jacke: Pharao Enduro, Handschuhe: A-Star Sommerhandschuhe, Brille: ProGrip Cross, Nierengurt.“ (→ [Pete2008]
S. 218)
2.9.3 Jacke
Siegfried Rauch: Was ich hingegen immer trug, waren hohe und
”
schwere Cross-Stiefel sowie eine Jacke, die an den exponierten
Stellen verst¨arkt war. Diese Jacke trieb mir zwar oft den Schweiß
in die Stirn, doch sie hatte neben dem guten Windschutz auch noch
den Vorteil vieler Taschen, in denen sich Dokumente und andere
lebenswichtige Dinge gut verstauen ließen.“ (→ [Rau1975] S. 15)
Am 17. August 2012 habe ich bei Hein Gericke Hamburg 104 die Jacke Hein
Gericke Summit GORE-TEX in Gr¨oße 50 (Gewicht ≈ 2, 5kg) mit Rabatt f¨ur
465, 45 ¤ gekauft (→ Abbildung 2.19 auf Seite 109). Gew¨ahlt habe ich diese
Jacke prim¨ar aufgrund des Testergebnisses im Heft 18, 2012 der Zeitschrift
Motorrad (→ [Loh2012]).
J¨org Lohse:
PASSFORM / TRAGEKOMFORT: Jacke im klassischen Alther”
renschnitt (Blouson-Stil) bl a¨ ht sich bei flottem Reisetempo etwas
zu stark auf [. . .].
WETTERSCHUTZ: Bestnoten fu¨ r alle Jahreszeiten und Wettergebilde. Macht bei stundenlangen Regenfahrten nicht schlapp, 105
104 Hein Gericke Deutschland GmbH, Spaldingstr. 2018, D-20097 Hamburg, Tel.: 040/232730;
Verk¨aufer: Lars Albrecht
→ http://www.hein-gericke.de (Zugriff: 19-Aug-2012)
105 Stimmt! Bei einer zweist¨
undigen Regenfahrt mit wirklich starkem Regen am 15-Oct-2015
hielt die Jacke und Hose (→ Abschnitt 2.9.5 auf Seite 110) trocken.
¨
2.9. SCHUTZAUSRUSTUNG
(BEKLEIDUNG)
109
Legende:
Foto: H. Bonin, 18-Aug-2012.
Abbildung 2.19: Hein Gericke Jacke Summit GORE-TEX
isoliert hervorragend gegen K a¨ lte, u¨ berhitzt nicht bei starker Sonneneinstrahlung. Besonders effektiv bei N a¨ sse und Wind der Sturmkragen mit Magnet-Schnellverschluss.
SICHERHEIT: Vorbildliche Vollausstattung, CE-Protektoren (von
Astrotech und SaS-Tec 106 ) an Schultern, Ellbogen, [. . .] und R u¨ cken,107
[. . .].
AUSSTATTUNG / VERARBEITUNG: Solide verarbeitet, umfangreiches Taschenangebot, praktisch zu handhaben. Das passt.
URTEIL: Sehr gut — MOTORRAD Kauftipp.“ (→ [Loh2012] S. 66)
2.9.4 Sicherheitsweste
Eine Signalweste in leuchtendem Rot oder Gelb erh¨oht wesentlich die Sichtbarkeit. Daher sollte im heutigen Straßenverkehr stets eine solche Sicherheitsweste u¨ ber der Jacke getragen werden. Die u¨ blichen Autowarnwesten, preis106 SaS-TeC
GmbH, Volmarstraße 5, D-71706 Markgr¨oningen
http://www.sas-tec.de (Zugriff: 19-Aug-2012)
107 Der neue CE-R¨
uckenprotektor MM-20 erf¨ullt mit Restkraftwerten von 7kN die europ¨aische
”
Norm EN 1621-2 Level 2 (Soll: Restkraft unter 9kN) hervorragend.“ (→ Beipackzettel: Astrotech
Advanced Elastomerproducts GmbH, Perfektastraße 68, A-1230 Wien.
http://www.astrotech.at (Zugriff: 19-Aug-2012))
KAPITEL 2. RATIO
110
wert erworben im Baumarkt, flattern allerdings bei schnellerer Fahrt viel zu
stark. Es bedarf daher einer Weste mit Stretchmaterial. Ich habe mir am 27Jun-2015 eine Bwear Sicherheitsweste, Gr¨oße S/M, aus 100% Polyester f¨ur
29, 95 ¤ gekauft. 108
2.9.5 Hose
Am 28. August 2012 habe ich nach langem Abw¨agen die zur Jacke (→ Abschnitt 2.9.3 auf Seite 108) passende Hose Hein Gericke Summit GORE-TEX
in Gr¨oße 50 (Gewicht ≈ 2, 0kg) mit Rabatt f¨ur 263, 96 ¤ gekauft. Die Hose
hat an H¨ufte und Knien SaS-Tec Protektoren.
Im MOTORRAD Kauftipp von August 2012 lautet das Fazit: Wer sich im
”
Old-School-Schnitt wohlf u¨ hlt, bekommt eine klimatisch besonders ausgewogene L¨osung.“ (→ [Loh2012] S. 66)
2.9.6 Handschuhe
Robert M. Pirsig: Ungef¨utterte Lederhandschuhe sind am besten,
”
weil sie vor Sonnenbrand sch u¨ tzen, Schweiß aufsaugen und die
H¨ande ku¨ hl halten. Wenn man nur ein bis zwei Stunden f a¨ hrt, sind
solche Kleinigkeiten nicht von Bedeutung, aber wenn man Tag
f¨ur Tag den ganzen Tag lang unterwegs ist, werden sie verdammt
wichtig.“ (→ [Pir1974] S. 47)
2.9.7 Stiefel
Seit mehr als drei Jahren und fast 30.000 Kilometer h a¨ ngt mir
”
der Daytona Trans Open 109 (GTX) an den F u¨ ßen. Auf vielen Touren in den hohen Norden war er dabei und immer hat er dicht
gehalten. [. . .] Er ist ein prima Reisebegleiter, wasserdicht und
mit hohem Tragekomfort. Dieser robuste Stiefel steckt auch bei
Gel¨andefahrten so einige Schl a¨ ge klaglos weg.“ (→ [Ohne2008]
S. 90–91)
108 Bei ZTK Motorrad GmbH, Harburger Straße 52, D-29640 Schneverdingen, Telefon:
05193/9640.
109 → http://www.daytona.de/deutsch/stiefel/gore.html (Zugriff: 14-Jul2008)
2,8 mm starkes, wasserabweisend gefettetes Spezial-Chrom-Vollrindleder, wasserdicht und atmungsaktiv durch GORE-TEXR Duratherm-Membrane, Textilfutter (80% Polyamid, 20% Polyester), große Wadenverstellung mit Nylon-Haftverschl¨ussen, zwei Reißverschl¨usse f¨ur bequemen
Einstieg, komplett mit Leder abgedeckt, spritzwasserdichter Leder-Schaftrand, abriebfeste PUSchaltverst¨arkung, PU-Schaum Zwischensohle, Klima-Einlegesohle, anatomisch geformt, robuster Kn¨ochel- und großfl¨achiger Schienbeinschutz aus schlagfestem Kunststoff, innen gepolstert
mit offenzelligem Spezialschaum, großfl¨achige Latex-Schaumpolster, kunststoffverst¨arkte Innensohle mit feuerverzinkter Stahleinlage, verwindungsfest, trotzdem leicht abrollbar und rutschfeste,
robuste Spezial-Enduro-Sohle mit Metallbeschlag.
¨
2.9. SCHUTZAUSRUSTUNG
(BEKLEIDUNG)
111
Legende:
Foto: H. Bonin, 26-Jun-2015. Gr¨oße 44, Gewicht eines Stiefels ≈ 1.024g, Schafth¨ohe hinten
≈ 29cm, Gore-Tex-Membran, Protektoren: Kn¨ochelaußen- und -innenseite, Ferse, Zehnkappe,
Schienbein.
Abbildung 2.20: Wasserdichter Tourenstiefel Daytona Road Star GTX
KAPITEL 2. RATIO
112
Am 25-Jun-2015 habe ich bei Polo Hamburg 110 ein Paar wasserdichte Tourenstiefel Daytona111 Road Star GTX, Gr¨oße 44, mit Rabatt f¨ur 319, 95 ¤ gekauft (→ Abbildung 2.20 auf Seite 111). Diese Wahl habe ich aufgrund des
hervorragenden Testergebnisses in der Zeitschrift Motorrad Magazin MO (→
[Hepp2015]) getroffen. Der in Deutschland hergestellte Stiefel wurde Testsieger. Gelobt wurde der leichte Einstieg und die gute Passform.
2.9.8 Winterausrustung
¨
Klar ist, das bei K¨alte die Batterie besonders beansprucht wird. Sei es beim
Anspringen oder bei der Versorgung der zus¨atzlichen Verbraucher wie (→
[Sad2003] S. 26):
• Heizgriffe,
• Handschuhheizung, 112
• Visierheizung,
• Fußheizung, 113
• Sitzbankheizung,
• Heizweste,
• Heizanzug oder Heizdecke.
110 Polo Hamburg, Spaldingstraße 218, D-20097 Hamburg, Telefon: 040/98761466.
→ http://www.polo-motorrad.de/cms/stores/details/polo-store-hamburg/
(Zugriff: 26-Jun-2015)
111 → http://www.daytona.de/index.php (Zugriff: 26-Jun-2015)
Stiefelpflege:
• Impr¨agnieren: Regelm¨aßig impr¨agnieren hilft dabei, trockene F¨uße zu behalten. Schmutzabweisend werden die Stiefel dadurch ebenfalls. Daytona Aqua Stop wird mit dem aufgesetzten Schwamm aufgetragen. Ein Tag warten, damit das Mittel einziehen und der Stiefel
gut trocknen kann. Glattes Leder mit einem weichen Tuch polieren, bei Rauleder b¨ursten.
• Leder pflegen: GORE-TEX-Stiefel brauchen spezielle Pflegeprodukte, die wenig Fett oder
¨ enthalten, damit sie atmungsaktiv bleiben. Beispielsweise die Daytona Spezial LederOl
pflege, die mit einem weichen Tuch auf den sauberen Schuh aufgetragen wird.
• Reißverschluss pflegen: Damit der Reißverschluss nicht zur Schwachstelle wird, braucht
auch dieser Pflege. Turbo Grease von Daytona wird einfach aufgespr¨uht, das reduziert den
Verschleiß. Der Reißverschluss bleibt leichtg¨angig, langlebig und schmutzabweisend.
• Leder schw¨arzen: Kratzer und strapazierte Stellen im Leder verschwinden wieder mit einer
Farb-Kur. Von Daytona gibt es hierf¨ur die Lederschw¨arze in der Tube mit Schwamm.
112 Zum Beispiel von der Firma Baehr → http://www.baehr.net/ (Zugriff: 07-May2009)
113 Zum Beispiel von der Firma SOFTLINE Mobile Electronics, Andreas Mischok, Drontheimer
Strasse 34 A, D-13359 Berlin
→ http://www.softline-online.de/ (Zugriff: 07-May-2009)
¨
2.9. SCHUTZAUSRUSTUNG
(BEKLEIDUNG)
113
F¨ur eine Fahrt in K¨alte empfiehlt sich daher einserseits eine neue leistungsf¨ahige
Batterie einzubauen (gegebenfalls in einer Thermoh¨ulle) und andererseits als
Absicherung ein Starterkabel mitzunehmen. 114
Nat¨urlich geht der Kampf gegen die K¨alte nicht nur mit elektrischen Hilfsmitteln. Hinzu kommen neben der dicken Winterkleidung beispielsweise:
• Lenkerstulpen, 115
• Kniedecke,116
Dar¨uberhinaus sind vielf¨altige Tipps von erfahrenen Winterfahrern 117 zu
beherzigen. Beispielsweise der Tipp:
Bernt Muhl: Da Bowdenzu¨ ge immer mal einfrieren, lohnt es sich
”
das Motorrad mit gezogenem Choke abzustellen! So springt es
auch mit eingefrorenem Chokezug (falls vorhanden) an! Vor dem
zitierten Salz (Iiihhh!) lassen sich die Fahrzeugteile teilweise durch
Schutz¨ole aus Spraydosen sch u¨ tzen! 118
”
Oder der Tipp:
Thomas Sadewasser: Etwas ist [. . .] erw¨ahnenswert: das Schloss”
spray. Vereiste Schlo¨ sser sind einfach an der Tagesordnung. [. . .]
bewahre ich mein Schlossspray immer in der Jackentasche auf,
[. . .]. Ich benutze seit einiger Zeit ein Sturmfeuerzeug, welches
mit einer heißen blauen Flamme brennt und sehr gut Schl u¨ ssel
anw¨armt.“ (→ [Sad2003] S. 31)
114 Um das Starterkabel leicht nutzen zu k¨
onnen, empfiehlt es sich eine sogenannte Systemsteck”
dose“ (mit Klappdeckel!!) einzubauen.
115 Zum Beispiel von Bernt Muhl, Motorradzubeh¨
or, D-21423 Pattensen (WL), Pinnbarg 11,
Tel. 04173-5016893, → http://www.muhl-motorrad.de/ (Zugriff: 07-May-2009)
116
→ z. B. Bernt Muhl
117 Zum Beispiel von Teilnehmern der Savalenrally, die im Winter (Ende Januar) nach Norwegen f¨uhrt. Die Savalenrally ist keine Ralley im eigentlichen Sinne. Es kommt wirklich nicht auf
”
irgendwelche Rennambitionen oder Sonderpr¨ufungen an. Die Rallyetappen sind f¨ur jeden unterschiedlich, da sie zu Hause beginnen und wer im Savalenhotel ankommt ist sowieso schon mal
Sieger, denn schließlich ist er dann dabei.“
→ http://www.savalenrally.eu/wasist.htm (Zugriff: 07-May-2009)
118 Tipp von Bernt Muhl,
→ http://www.muhl-motorrad.de/Gespann Eis/Winter in N/winter in n.html
(Zugriff: 07-May-2009)
114
KAPITEL 2. RATIO
Kapitel 3
Emotion
Motorradfahren ist die Verwandlung
”
von Benzin in Spaß.“
(→ [Kle2012] S. 248)
W
as bewirkt ein Motorrad in einem Fahrer und in einem Betrachter? Was
verursacht die Sucht es m¨oglichst oft zu nutzen und dann in langen Ausritten? Wie kommt es zu Gef¨uhlszust¨anden von Euphorie und Angst? Warum
werden im Hochgef¨uhl die Sinne eingelullt“ 1 ? Wieso wird das große Unfall”
riskio verdr¨angt, akzeptiert? ( Der Motorradfahrer ist aus einer Linkskurve ge”
flogen“ 2) Was ist ein Geschwindigkeitsrausch? Was f¨uhrt zur These: Je l¨anger
”
der Weg, desto gro¨ ßer der Spaß“ (→ [Lee2008a] S. 133–139)
Viele W-Fragen“, deren Beantwortung nicht trivial ist — vielleicht gar
”
nicht m¨oglich!
3.1 Gegenstand eigener Art
Meine Gef¨uhle, die Motorr¨ader in ihren vielf¨altigen Varianten hervorrufen und
beeinflussen, kann ich nicht mit einfachen Worten konkretisieren. Ich empfinde
sie jedoch in der Summe als sehr positiv und diese erfreuliche Bilanz teile ich
mit vielen, wie die folgenden Zitate dokumentieren.
3.1.1 Gefuhl
¨ der Gegenw¨artigkeit
Robert M. Pirsig: “[. . .] Im Auto sitzt man ja im Abteil, [. . .] was
man durchs Autofenster sieht, auch wieder bloß Fernsehn ist. [. . .]
Auf dem Motorrad ist der Rahmen weg. Man ist mit allem ganz in
1 →
[Zno2011] S. 179
Alleinunfall nach einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vom Jahr 2005.
2 H¨
aufigster
115
116
KAPITEL 3. EMOTION
F¨uhlung. Man ist mitten drin in der Szene, anstatt sie nur zu betrachten, und das Gef u¨ hl der Gegenwa¨ rtigkeit ist u¨ berw¨altigend.”
(→ [Pir1974] S. 12)
Ralph Sonny Barger: Die Hauptgru¨ nde, warum Leute Mo”
torrad fahren, sind doch oft dieselben: Es geht darum, einen klaren Kopf zu bekommen, den Wind zu sp u¨ ren und zu erleben, was
Freiheit ist.“ (→ [Bar2004] S. 8)
Old School-Customizer Indian Larry: F¨ur mich ist das Motorrad
”
ein heiliges Objekt. Wenn ich eine Ausfahrt mache, ist das wie Meditation fu¨ r mich. Alles fließt.“ (→ [Lar2004])
Ewan McGregor & Charley Boorman: Die Sch¨onheit der Reise
”
liegt im Bike selbst, im Kurvenausfahren, sich darauf verlassen,
dass der Kontakt stimmt, egal, wie schlecht die Straße auch sein
mag. [. . .] Ich war in meinem Element.“ (→ [McGBoo2007] S. 38)
Guido Bergmann: ’Live to ride, ride to live’ Vielleicht, weil der
”
englische Ausdruck an das Bild vom ewigen Cowboy erinnert, der
in den Sonnenuntergang reitet. Und ist das nicht auch ein bisschen
Cowboy in uns allen?“ (→ [Berg2009] S. 75)
Ina Theune, die Frau, die auf dem “Leoparden” 3 reitet, sagt: [. . .],
”
aber auf dem Motorrad bist du mittendrin im Leben. Die Wahrnehmung ist intensiv, du riechst das Land. Das k o¨ nnte man h o¨ chstens
noch im Cabriolet erleben, aber auf dem Motorrad sp u¨ rt man alles noch unmittelbarer. Und dann sind da die Menschen, die ich
durchs Motorradfahren kennenlerne, Menschen, die Freude am
Leben haben, unternehmenslustig sind, einfach tolle Typen. Ich
finde, wir haben alle etwas Verr u¨ cktes.“ (→ [Kre2008] S. 238)
Rainer Janneck: Motorrad fahren bedeutet f u¨ r mich, dass ich mich
”
auf Ungewohntes einlasse. Mich im Angesicht des Neuen l a¨ chelnd
in Frage stelle. Immer wieder den Standpunkt wechsele. Konzentration statt Zerstreuung. [. . .] Motorrad fahren ist doch angeblich eine Nebensache, keine Identit a¨ tsfrage. Oder?“ (→ [Jan2007]
S. 9)
J¨urgen Stoffregen: Die Unmittelbarkeit und Dynamik der Bewe”
gungsabl a¨ ufe sowie die enge Kopplung zwischen Mensch und Maschine machen das Erlebnis auf dem Motorrad einzigartig wie bei
keinem anderen Landfahrzeug.“ (→ [Sto2006] S. V)
3 Hat eine Harley-Davidson Road King gekauft mit einer Lackierung versehen, die glitzert wie
das Fell eines Leoparden (→ [Kre2008] S. 239).
3.1. GEGENSTAND EIGENER ART
Patrick Symmes: [. . .] der Akt der Entdeckung ist nicht allein die
”
Basis des Reisens, sondern dar u¨ ber hinaus vor allem ein revolution¨arer Akt, denn jede lange Reise stellt die etablierte Ordnung des eigenen Lebens auf den Kopf, und alle Revolution a¨ re
m¨ussen bei der Transformation ihres eigenen Selbst ansetzen.“ (→
[Sym2005] S. 24)
Barbara Fiebig: Kaum hat man Helm aufgesetzt, nimmt das Ere”
mitendasein auch schon seinen Lauf. Ein sicheres Zeichen daf u¨ r,
dass man sich fru¨ her oder spa¨ ter so isoliert wie der Goldfisch
im Glas f¨uhlt, ist, dass irgendwann Jeder anf a¨ ngt zu singen. [. . .]
Doch Langweile ist weit mehr als nur der Schonwaschgang f u¨ r
unser Hirn [. . .]. Sie bereitet erst den Boden f u¨ r Erlebnisse. Sie ist
die Petrischale fu¨ r den Reisebazillus.“ (→ [Fieb2012] S. 97)
Guido Schwarz: Vielleicht verleitet die Vespa4 wirklich mehr als
”
andere Zweir¨ader dazu, ohne Schutz zu fahren. Vespas wirken ein
wenig, als k¨onnte man mit ihnen gar nichts Schlimmes erleben. Sie
sind so s¨uß und nett und unschuldig, da kann gar nichts passieren.
Dadurch ru¨ ckt die Gefahr noch n a¨ her an die Lust heran, die Vespa
wird zur Tr¨agerin des Widerspruchs zwischen Freiheit und Sicherheit, auf ihr wird die Grenze unscharf, auf ihr beginnt der Tanz
auf dem Grat, an dessen Seiten das totale Gl u¨ ck oder die vollkommene Verzweiflung jeweils Abgr u¨ nde anbieten.“ (→ [Schwa2011]
S. 156)
3.1.2 Lustgefuhl
¨
Christian Schulze: Die Motivation war und ist fu¨ r uns die pure
”
Lust am Motorradreisen. Reisen nur um des Reisens Willen [. . .]
Nein. [. . .] Erst die Verbindung von Motorrad und Reisen, das
ist es, was unser Herz schneller schlagen la¨ sst und dieses seltsame Bauchgef u¨ hl — Fernweh wird es genannt — ausl o¨ st.“ (→
[Schu2008] S. 17)
Moritz Holfelder: Die extreme Schr¨aglage, [. . .], erscheint mir als
”
das eigentliche Wunder dieser Art von Fortbewegung. [. . .] Ich lege mich in die enge Kurve einer Autobahnausfahrt und da ist es
zu h¨oren, nur ganz kurz, dieses Schrappen, wenn Metall und Asphalt sich verma¨ hlen. [. . .] aber dieses eigentlich unangenehme,
schleifende Gera¨ usch — es ist, wie wenn Engel singen, die Begleitmusik zum Bodenkontakt. [. . .] Aber dieses erste Mal, dieses
schrammende Spiel in der Schwebe, dieses Rendezvous zwischen
Himmel und Erde — es weckt Gefu¨ hle wie beim ersten Kuß. [. . .]
4 Vespa
→ Abschnitt A.2 auf Seite 165.
117
KAPITEL 3. EMOTION
118
Es ist merkw¨urdig: Hat man den Punkt einmal u¨ berschritten, die
Furcht vor dem Na¨ herr¨ucken der Erde u¨ berwunden, erscheint die
¨
Ubung
leicht.“ (→ [Hol1998] S. 138)
Erik Buell: [. . .] soll sie (Buell 1125 R) allein einem Zweck die”
nen: dem Fahrer ein breites Grinsen ins Gesicht zu zementieren.“
(→ [TF2008] S. 7)
3.1.3 Machtgefuhl
¨
Renate Dietzelt: Ich muss mal etwas gestehen. Wenn ich so mit
”
ihr (dem Motorrad) dahinbrause, versp u¨ re ich ein unheimliches
Machtgefu¨ hl, ein Gefu¨ hl, dass Frauen nur selten verg o¨ nnt ist.“ (→
[DieXXXX] S. 108)
Reno Kassmann: Die BMW R 27, Baujahr 1962, eine 250cm 3
”
eben, war meine erste Maschine. Im Winter kam ein Seitenwagen
an die BMW, ein Steib LS 200. Schnell lernte ich, das Gespann,
[. . .] bei Schnee und Eis zu fahren. Die Herausforderung den Winter mit dem Motorrad zu u¨ berleben war in mir geboren und das
Autofahren war, nach meiner Auffassung, etwas f u¨ r “Weicheier”.“
(→ [Kass2007] S. 127)
Karin Mairitsch: Ein Mann, der das Servicehandbuch seines Mo”
torrades immer mit sich f¨uhrt, hat keine Pr a¨ servative in der Hosentasche. [. . .] So, wie ein Mann sein Motorrad anpackt, so nimmt
er auch sein Leben in die Hand.“ (→ [Mai2003] S. 36)
John Berger: Wie es in der Natur der Fl¨usse liegt, ins Meer zu
”
gelangen, liegt es in der Natur der Menschen, von der Geschwindigkeit zu tr¨aumen. Geschwindigkeit ist eines der ersten Attribute, die sie den Go¨ ttern zugeschrieben haben. Und hier, [. . .], f a¨ hrt
¨
[. . .] (er) neben dem großen Fluß wie ein Gott. Eine Anderung
des Blicks oder eine Beru¨ hrung mit den Fingern, oder die Bewegung einer Schulter, und seien sie noch so gering, werden m u¨ helos,
ohne jede menschliche Verz o¨ gerung, in Wirkung umgesetzt.“ (→
[Ber1999] S. 59)
Stefan Kaschel: Und 500 Autobahnkilometer machen nur Spaß,
”
wenn es vorw¨arts geht. Denn nichts frustiert mehr, als wenn die
u¨ ppig motorisierte Mittelklasslimousine unbarmherzig vorbeizieht,
die Fuhre schon auf gerader Strecke so erschreckend eiert, dass
man an Kurven nicht zu denken wagt, oder die Nackenmuskulatur auf dem todschicken Naked Bike bereits nach 20 Minuten
Vollgas kapituliert. [. . .] “Sportler sind meine Tourer” [. . .].“ (→
[Kas2008] S. 85)
3.1. GEGENSTAND EIGENER ART
119
Frank Marx: Axel war high. Seine Wahrnehmung bestand nur
”
noch aus Jagdinstinkt und Geschwindigkeitsrausch. Er fuhr die Z
(Kawasaki Z 1000 5) an ihrem Limit, und dieses Limit lag jenseits
seiner eigenen fahrerischen F a¨ higkeiten. Das Gru¨ n der Ba¨ ume
und das Grau der Straße verwoben zu einem unscharfen Tunnel,
in dem er sich kopfu¨ ber hinein stu¨ rzte. Er bremste, schaltete und
verlagerte sein Gewicht in einem tra¨ umerischen, unangestrengten
Fließen.“ (→ [Mar2007] S. 134)
Stefan Kaschel: Nun Druck auf das kurveninnere Lenkerende —
”
nirgendwo, wirklich nirgendwo erlebt man die fahrphsikalischen
Zusammenha¨ nge deutlicher als in einer schnell angegangenen Autobahnkurve — und rein. Bloß nicht zucken, dranbleiben. [. . .] Sie
ist unglaublich pr a¨ sent, diese Gewalt, diese Kraft, die das Fahrwerk verdauen muss. Jede Bodenwelle wird zum Pr u¨ fstein, jedes
Grad Schra¨ glage schweißt Mensch und Maschine zusammen. [. . .]
bis der Punkt kommt, wo nichts mehr geht. Gas weg, bremse, das
volle Programm. Raus aus der Verkleidung, die Wucht des Tempos
schl¨agt gnadenlos zu. Moch einmal z a¨ hlt Vertrauen, dieses Mal
ins Vorderrad. Alles auf Anfang. 130 km/h — bis vorne wieder frei
ist.“ (→ [Kas2008] S. 87)
Peter Ruch: Man soll das Motorrad aber nicht nur f u¨ hlen, man
”
sollte echte Gef¨uhle f¨ur die Maschine entwicklen. Ich war am
Schluß soweit, daß ich jeden Abend noch ein paar Worte mit meiner Yamaha sprach, mich bedankte, daß sie wieder ohne zu murren so weit gefahren war, und ihr dann als Zeichen der Anerkennung gar noch ein wenig den Tank t a¨ tschelte [. . .] .“ (→ [Ruc1994]
S. 12)
3.1.4 Angstgefuhl
¨
Moritz Holfelder: Manchmal spu¨ re ich sofort, schon nach den er”
sten paar Metern, Gefahr. [. . .] Und da ist auch schon der LKW,
taucht vor mir auf als weiße Wand, auf die ich zurase. [. . .] Vielleicht ein paar Zentimeter Glu¨ ck oder auch einen halben Meter
Gl¨uck. Vorbei. Der Magen ein flaues Loch, die Oberschenkel krampfen, ein bitterer Geschmack explodiert auf meiner Zunge. Tod? Anhalten. Das gallige Aroma im Mund bleibt. [. . .] Ich kupple wieder
5 Kawasaki Z 1000: fl¨
ussigkeitsgek¨uhlter 4-Zylinder-Reihenmotor, 953cm3 Hubraum, Bohrung
U
× Hub 77,2mm × 50,9mm, maximale Leistung 92kW (125PS) bei 10.000 min
, maximales DrehU
moment 98,7Nm bei 8.200 min , Endantrieb Kette, Federung: vorn 41-mm-Upside-Down-Gabel,
hinten Bottom-Link Uni-Trak mit Gasdruckfederbein, Radfederweg: vorn 120mm hinten 150mm,
Reifen: vorn 120/70ZR17M/C hinten 190/50ZR17M/C, Sitzh¨ohe 820 mm, Tankinhalt 18,5l, Gewicht fahrfertig 232kg.
Zu den Entwicklungsstufen der Kawasaki Z-Serie → [Sei2013].
KAPITEL 3. EMOTION
120
ein, gebe Gas, fahre weiter. Der Geschmack verliert sich nur langsam.“ (→ [Hol1998] S. 213)
Patrick Symmes: Vielleicht bin ich ja nicht ganz dicht, dass ich
”
meinem Motorrad einen Namen gegeben habe. Aber w a¨ hrend der
vier Sekunden langen Horrorfahrt die B o¨ schung hinab waren all
¨
meine rationalen Uberlegungen
u¨ ber die kalte Technik der Maschine wie weggeblasen. Hallo Kooky, sagte ich, streichelte
u¨ ber ihren Tank und schlich um die Maschine herum, die so etwas
wie ein Kumpel geworden war.“ (→ [Sym2005] S. 134)
3.1.5 Cyborg-Gefuhl
¨
Hansj¨org Znoj: Die Verbindung Mensch-Motorrad ist keine se”
xuelle Verbindung, sie hat auch mit Liebe nichts zu tun. Es
handelt sich um eine Verschmelzung von technischer Funktion mit
menschlichem Denken, F u¨ hlen und Handeln! Das Motorrad als
Cyborg,6 als technischer Verst¨arker menschlicher Mo¨ glichkeiten und sogar weitergehend, die eigenen F a¨ higkeiten zu transzendieren, zu erweitern in einen menschenunm o¨ glichen Bereich. Damit kommen wir in den Bereich der Ekstase. [. . .] Motorradfahrer kennen diesen Zustand als Flow. Der Flow ist ein
Zustand der Verschmelzung mit einer T a¨ tigkeit, das Aufgehen in
der T¨atigkeit verbunden mit einem Verlust des reflexiven Denkens,
also des Nachdenkens u¨ ber die eigene T a¨ tigkeit und den eigenen Zustand.“ (→ [Zno2011] S. 46)
Edwin Prochaska: Die große Freiheit oder die Faszination der
”
Technik? Was denn? Hat wer von Euch eine schl u¨ ssigere Begr¨undung als “Geisteskrankheit”? [. . .] Aber es ist halt eines der unz¨ahligen Rituale, bevor ich aufsteige, meinem Baby (dem Bike!)
auf den Hintern zu klopfen und ihr machom a¨ ßig zu erkla¨ ren: “Baby — ich fahr mit dir — nicht du mit mir! Alles klar?!”“ (→
[Pro2003] S. 31)
Hartmut Wolf: So ein Motorrad ist viel mehr als ein Fortbewe”
gungsmittel. Ein Motorrad ist ein Reisegef a¨ hrte, besser gesagt:
eine Reisegefa¨ hrtin, und die muss man erst mal kenenlernen. So
ein Maschinchen kann zickig werden wie ein Weibsbild, ist aber,
auf der anderen Seite, ebenso feinf u¨ hlig wie eine Frau. Je eher
man die Macken erkennt, desto besser. Nat u¨ rlich musste ich auch
einen Namen7 f¨ur meine Gef¨ahrtin finden.“ (→ [Wolf2009] S. 12)
6 Cyborg ≡ Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschine; Akronym: cybernetic
organism.
7 Zebra Schon die schwarz-weiße Lackierung passte dazu.“ (BMW F 650 GS Dakar; →
”
[Wolf2009] S. 12)
3.1. GEGENSTAND EIGENER ART
121
Alex Gfeller: Ein Motorrad ist ein emotional belegtes Objekt vol”
ler Geschichte und Geschichten, ist etwas Pers o¨ nliches, verschafft
jede Menge Identit a¨ t und ist nicht nur ein Freizeitger a¨ t wie, sagen
wir mal, ein Paar Rollerblades, ein Moutainbike oder eine Angelrute, sondern sozusagen Teil einer ganzen Pers o¨ nlichkeitsstruktur
und einer individuellen Lebensweise. So m o¨ chte es jedenfalls die
Werbung sehen.“ (→ [Gfe2007] S. 69)
3.1.6 Exklusivit¨at
Henry S. Stoner: Was f¨ur ein einfacher Weg, sich selbst zu de”
finieren, was fu¨ r ein einfacher Weg, den Unterschied zu anderen
Leuten zu demonstrieren. Wissen Sie, der Trick ist, du f a¨ hrst nicht
einfach nur Motorrad, da schwingt so viel mit: Du gestattest dir
andere Kleider, eine andere Einstellung. Dann der Klang. Ich meine, dein ganzes Leben bekommt eine neue Bedeutung, einfach weil
du Motorrad fa¨ hrst.“ (→ Henry S. Stoner in seiner Studie “Youth
and motorcycles” von 1966; zitiert nach [ Hol1998] S. 90)
Hartmut Wolf: Wenn ich noch die geringsten Zweifel an meinem
”
Unterfangen gehabt h a¨ tte, w¨aren sie jetzt endgu¨ ltig verschwunden
gewesen. Die Anerkennung von zwei alten, erfahrenen M a¨ nnern
und ihre fast sehnsu¨ chtigen Blicke auf meine Maschine gaben mir
recht. Ab und zu braucht der Mensch eine Anerkennung, ist gut f u¨ r
die Seele.“ (→ [Wolf2009] S. 26)
Rainer Janneck: Leidenschaft bedeutet Exklusivit a¨ t. Jeder wirk”
lich leidenschaftliche Mensch hat genau ein Thema, bei dem die
Augen strahlen. Nicht zwei, oder drei. Dann w a¨ ren es nur noch
Hobbies. Das heißt nicht, dass andere Dinge nicht auch liebenswert und amu¨ sant sein ko¨ nnen.“ (→ [Jan2007] S. 117)
Rolf Henniges: Honda (Honda VF 750 C Magna) hat dem V 4
”
ordentliche 88PS mit auf den Weg gegeben. Der V 2 der Harley
(Harley-Davidson Softail Rocker C) 8 hat trotz doppelten Hubraums
exakt 17PS weniger. Doch es passt halt nicht. Um es auf den Punkt
zu bringen: Die Rocker hat den Blues. Und der ist ergreifend und
sinnlich. Die Magna ist ein gut funktionierendes Fahrzeug, dem
man nichts vorwerfen kann.“ (→ [Hen2008] S. 158)
8 Ein Tritt auf den Schalthebel, ein Schlag wie mit dem Schmiedehammer in die Getriebe”
Verzahnung, der Erste ist drin. Tief aus den Eingeweiden r¨ulpst die Rocker, dann gibt sie mit einen
Schlag in die Magengrube, pr¨ugelt mich stampfend wie ein B¨uffel nach vorn. Ich sp¨ure die Seele
¨ die Welt fließt in der kleinen
der Maschine, vergess das viele Geld. Es riecht nach heißem Ol,
Chromlampe auf mich zu. Das ist es, wof¨ur ich lebe.“ (→ [Bie2008] S. 57.)
KAPITEL 3. EMOTION
122
Wolfgang Fiereck: Und da stand sie vor mir: eine Harley Da”
vidson! Eine Shufflehead (so geschrieben). 9 Ein wunderscho¨ ner
Chopper, ein fantastisches Motorrad. Eigentlich war die Maschine
in einem erba¨ rmlichen Zustand. Ihr Anblick war f u¨ r einen Motorradenthusiasten wie mich herzzerreißend: keine Luft mehr in den
Reifen, der Motor sah aus, als w a¨ re er schon jahrelang nicht mehr
gelaufen, [. . .], aber ich hatte mich unsterblich verliebt: in Harley
Davidson.“ (→ [Fier2006] S. 62)
Robert M. Pirsig: Aber im Lauf der Jahre [. . .] entdeckt man an ei”
ner bestimmten Maschine Eigenschaften, die nur bei dieser einen
Maschine und keiner anderen zu finden sind. Ein Freund von mir,
der genau dieselbe Maschine hat wie ich, dieselbe Marke, dasselbe Modell und sogar dasselbe Baujahr, brachte sie einmal zum
Reparieren r¨uber, und als ich hinterher eine Probefahrt machte,
konnte ich kaum glauben, daß sie vor Jahren aus demselben Werk
gekommen war. [. . .] Jede Maschine hat ihren pers o¨ nlichen, einmaligen Charakter, den man wahrscheinlich als intuitive Summe all
dessen definieren k o¨ nnte, was man u¨ ber sie weiß und empfindet.
[. . .] dieser Charakter ist der eigentliche Gegenstand der Motorradwartung.“ (→ [Pir1974] S. 51)
3.1.7 Augenmaschine
Moritz Holfelder: [. . .] Motorr¨ader sind Augenmaschinen. Sie sind
”
nicht nur scho¨ n anzuschauen, sondern auf ihnen sehen wir die
Welt mit anderen Augen. Motorradfahren als eine Schule der Wahrnehmung.“ (→ [Hol2005] S. 8)
Bob Currie: “’Bikes of today are all very well,’ complain the traditionalists, ’but they have no character — Yamahas and Suzukis,
and shaft drive, and self-starters, and winkers; they cannot be called real motor cycles. [. . .]’” (→ [Cur1981] p. 10)
3.1.8 Motobicyklistisches Ranking
Alex Gfeller: Zuunterst auf der motobicyklistischen Leiter be”
finden sich die Benutzer von Motorfahrr a¨ dern. Das sind die Unber¨uhrbaren, die Parias der Bikerszene. [. . .] Danach kommen aber
gleich die verhassten Rollerfahrer [. . .] auch die mit starken und
schnellen Rollern [. . .]. Darauf folgen gleich die Mopeds mit den
9 Der Harley Davidson Shovelhead-Motor wurde ab 1966 gebaut. Sein Name charakterisiert die
¨
Form der Zylinderkopf-Abdeckung, die Ahnlichkeiten
mit einer amerikanischen Kohlenschaufel
hat. Der sogenannten Early Shovel hat 1200cm3 Hubraum w¨ahrend der ab 1969 gebaute Late
Shovel auch mit 1340cm3 Hubraum gebaut wurde.
3.1. GEGENSTAND EIGENER ART
123
Legende: Quelle:
→ http://www.honda.de/content/motorraeder/modelle cbf600 daten.php
(Zugriff: 2-Sep-2008)
Fl¨ussigkeitsgek¨uhlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor mit geregeltem Katalysator, Bohrung × Hub 67,0mm × 42,5mm, Hubraum 599cm3 , Einspritzung, maximale Leistung 75kW
U
(78PS), maximales Drehmoment 59Nm bei 8250 min
, Euro 3 mit G-Kat, 6-Gang-Getriebe,
Endantrieb Kette, 20l-Tank, 41mm-Teleskopgabel, Federweg vorne 120mm und hinten 128mm
Bremsen vorne 296mm-Doppelscheibenbremse mit Doppelkolbenbremszangen und hinten
240mm-Einscheibenbremse mit Einkolbenbremszange, Gewicht vollgetankt 222kg (mit ABS und
Halbschale).
Abbildung 3.1: Honda CBF 600
KAPITEL 3. EMOTION
124
gelben Nummernschildern, das ist das bicyklische Proletariat, das
sind die armen Schweine, die Unterhunde [. . .] und erst dann kommen die richtigen Motorr a¨ der, die wiederum zwingend in mehrere
Klassen eingeteilt werden mu¨ ssen, je nach Motorengr o¨ ße und Performance, respektive Ansehen. Die st a¨ rksten und schnellsten Motorr¨ader, also die Sport-Maschinen, stehen sowohl technologischhierarchisch, als auch feudalgesellschaftlich ganz zuoberst, [. . .]
ist unbestritten die K¨onigsklasse, der Motorradadel [. . .] sie stehen
[. . .] eindeutig ho¨ her als zum Beispiel die Besitzer teurer, amerikanischer Motorra¨ der [. . .]. Die G¨otter auf dem Motorrad-Olymp
sind folgerichtig die richtigen Motorrad-Rennfahrer [. . .].“ (→
[Gfe2007] S. 66)
Burkhard Strassmann: Das Motorradgru¨ ßen ist stark reglemen”
tiert [. . .]. Das bekannteste Verbot lautet: Gr u¨ ße nie, nie!, ein Einspurfahrzeug, welches weniger als hundert Kubikzentimeter Hubraum hat. So etwas ist kein Motorrad!“ (→ Burkhard Straßmann
in seiner Motorradkunde “Unter Helmen” im Sommer 1996 in der
Wochenzeitung die “Die Zeit”; zitiert nach [Hol1998] S. 126)
3.2 Extreme Touren-Fahrer
Die Zahl der extremen Fahrer“, also der Fahrer-Kultfiguren“, ist quasi unbe”
”
schr¨ankt und w¨achst permanent, insbesondere wenn man die Pers¨onlichkeiten
aus dem Rennsport betrachtet (→ Abschnitt 3.3 auf Seite 130). Meine folgende Auswahl, wirklich rein zuf¨allig, beschr¨ankt sich daher auf wenige TourenFahrer und zwar auf solche, die ihre Tour in spannenden B¨uchern ver¨offentlicht
haben.
3.2.1 Claudia Metz und Klaus Schubert
Klaus Schubert:
Ein Autofahrer (in K¨oln) [...] ruft:
”
Wo soll es denn hingehen?
— Nach Japan! br¨ulle ich zur¨uck.
Er lacht erst, schaut noch mal r¨uber und sch¨uttelt den Kopf.“
(→ [MeS1999] S. 11).
1981 sind sie (Claudia Metz und Klaus Schubert) losgefahren,
”
1997 kamen sie zur u¨ ck — in ein vo¨ llig ver¨andertes Deutschland.
Dazwischen lag eine Reise um die ganze Welt. 257.000 Kilometer haben sie mit ihren Motorra¨ dern zur¨uckgelegt, Asien, Australien, Neuseeland, Nord-, Mittel- und S u¨ damerika und Afrika bereist
— Planet Earth Expedition 10, so taufen Claudia Metz und
10 →
http://www.abgefahren.info (Zugriff: 19-Jun-2012)
3.2. EXTREME TOUREN-FAHRER
125
Legende:
Foto: Bild aus der Mitte des Buches von → [MeS1999].
Abbildung 3.2: Claudia Metz und Klaus Schubert
Klaus Schubert selbst irgendwann ihre unglaubliche Tour (→ Abbildung 3.2 auf Seite 125). Ein Abenteuer, von dem viele ein Leben
lang tr¨aumen.“ (→ [MeS1999] Buchr¨uckseite).
Beindruckend ist bei den 16 Jahren ihrer Weltumrundung wie sie mit den zwei
Motorr¨adern vom Typ Yamaha XT 500 umgehen. Beispielsweise verbinden sie
beide Maschinen nebeneinander mit einem Gest¨ange und bauen in die Mitte
ein großes Segel, um so in den leeren Weiten besonders spritarm zu fahren.
Oder sie nutzen ihre XTs, um damit die Schaufelr¨ader eines selbstgebauten
Floses anzutreiben (→ Abbildung 3.2 auf Seite 125). So sind sie mit ihren
Motorr¨adern auch auf Fl¨ussen unterwegs.
3.2.2 Ted Simon
Ted Simon:
“It was going to be the journey of a lifetime,
a journey that millions dream of and never make,
and I wanted to do justice to all those dreams.”
(→ http://www.jupitalia.com (Zugriff: 18-Jun-2012)).
Der legenda¨ re Motorradfahrer Ted Simon (1931, Abenteurer &
”
Journalist) lebt noch einmal seinen Traum: Mit 70 Jahren (!!! →
Abbildung 3.3 auf Seite 126) umrundet er mit seinem Bike den
Globus, durchquert Europa, reist von Tunis bis ans Kap der guten
Hoffnung, setzt nach Brasilien u¨ ber und fa¨ hrt durch Amerika. Er
erkundet Neuseeland und Australien und kehrt nach zweienhalb
Jahren on the road u¨ ber den asiatischen Kontinent nach Europa
zur¨uck.
Ted Simon folgt seinen eigenen Spuren. 1973 war er bereits zu
einer vier Jahre w¨ahrenden Weltumrundung mit seinem Motorrad aufgebrochen. >Jupiters Fahrt< (→ [Sim2007a]), sein Buch
KAPITEL 3. EMOTION
126
Legende:
Foto: Ausschnitt des Buchdeckels von → [Sim2007b].
Abbildung 3.3: Ted Simon
3.2. EXTREME TOUREN-FAHRER
127
Legende:
Foto: → http://www.loisontheloose.com/images/splash-8.jpg (Zugriff: 19Jun-2012).
Abbildung 3.4: Lois Pryce
u¨ ber diese Erfahrungen, wurde ein internationaler Bestseller und
machte Ted Simon zur Kultfigur. Im Januar 2001 wagt der moderne Pilger sich erneut an das Abenteuer Weltumrundung.
95.000 Kilometer wird er zuru¨ cklegen und 48 L a¨ nder durchqueren, sich noch einmal verlieben und am Ende bei sich selbst angekommen sein.“ (→ [Sim2007b] Innenseite des Buchdeckels).
Die Weltumrundung in den 70iger Jahren machte Ted Simon auf einer Triumph
Tiger 100 mit 500cm 3-Viertaktmotor, gesponsert von der Zeitung The Sunday
Times. Seine zweite Weltumrundung fuhr er auf einer BMW R 80 GS.
3.2.3 Lois Pryce
Lois Pryce:
“2010 ... What next?
Oh yes, I also married fellow motorcycle adventurer
and film-maker, Austin Vince [...]. ”
(→ http://www.loisontheloose.com/lois.html (Zugriff: 18-Jun-2012)).
Die junge Engl a¨ nderin Lois Pryce (34 Jahre bei ihrer Tour; →
”
Abbildung 3.4 auf Seite 127), [. . .] tauscht ihren gutbezahlten, sicheren Job bei der BBC gegen das Abenteuer ihres Lebens: Auf der
legenda¨ ren Traumstraße Panamericana fuhr sie allein mit ihrem Motorrad die gesamte Westku¨ ste Nord- und S u¨ damerikas entlang — von Anchorage in Alaska bis hinunter nach Feuerland,
KAPITEL 3. EMOTION
128
Legende:
Foto: Ausschnitt der Buchdeckelr¨uckseite von → [Box2008].
Abbildung 3.5: Susi Boxberg
dem s¨udlichsten Flecken Lateinamerikas. Ein Wahnsinnstrp mit
ungew¨ohnlichen Erlebnissen und Begegnungen.“ (→ [ Pry2007]
1. Innenseite des Buchs)
Beeindruckt hat die Wahl des sehr leichten , aber doch recht langsamen Trailbikes Yamaha XT 225 Serow (→ Abbildungen 1.3 auf Seite 27 und 1.4 auf
Seite 27) f¨ur eine solch große Reise. Der eigentliche Vorteil zeigte sich bei den
Bergungen nach St¨urzen im unwegsamen Gel¨ande.
3.2.4 Susi Boxberg
Wer f¨ahrt vor?
”
Keine Frage, ich melde mich freiwillig.
[...] Klappe: Susi, Flussdurchquerung, die erste.“
(→ [Box2008] 1. Innseite des Bucheinbandes)
Susi Boxberg (1961 in Wipperf¨urth; → Abbildung 3.5 auf Sei”
te 128) und ihr Freund haben gerade erst den F u¨ hrerschein gemacht. Kurz darauf kaufen sie zwei Motorr a¨ der und starten im
3.2. EXTREME TOUREN-FAHRER
129
Legende:
Foto: Ausschnitt der Buchdeckelseite von → [Wie2009].
Abbildung 3.6: Doris Wiedemann
Sp¨atherbst in K¨oln mit dem Ziel Kilimandscharo. Die Alpen empfangen sie mit Regen, Griechenland h u¨ llt sich in Schnee. Vorderasien ist hochinteressant, zeigt sich aber ebenfalls von nasskalter Seite. Daf¨ur wird es dann ab Kairo umso heißer. Das tut so
gut, dass die Tour spontan bis Kapstadt verl a¨ ngert wird — endlose Sandpisten, grundlose Schlamml o¨ chern, einer Malariainfektion
und anderen Widrigkeiten zum Trotz. Zahlreiche Platten sp a¨ ter haben die beiden Afrika tats a¨ chlich der La¨ nge nach durchquert.“ (→
[Box2008] R¨uckseite des Buchs)
3.2.5 Doris Wiedemann
Eine Unfallmaschine, ein Einkaufsbummel bei der Firma Touratech,
”
ein bisschen Schrauben, ein bisschen Farbe,
schon hat die Kleine (BMW F 650 GS) einen Namen: Rotb¨ackchen.“
(→ [Box2008] S. 8)
Quer durch Polen, die Ukraine, Russland, Kasachstan und die
”
Mongolei — der Landweg von Deutschland nach China ist eine echte Herausforderung. Vor allem, wenn man mit dem Motorrad und fast immer allein unterwegs ist. Auch Doris Wiedemann
(1967 in M¨unchen; → Abbildung 3.6 auf Seite 129) st¨oßt hier an
manche Grenze, unter anderem die chinesische: Erst nach Wochen
KAPITEL 3. EMOTION
130
gelingt ihr die Einreise. Dann allerdings durchkreuzt sie das Reich
der Mitte in allen Himmelsrichtungen. Am Ende stehen mehr als
17.000 chinesische Kilometer auf der Uhr ihrer BMW F 650
GS.“ (→ [Box2008] R¨uckseite des Buchs)
3.3 Rennen
Motorsport kann gef¨ahrlich sein!
”
Bitte den Anweisungen der Ordnungskr¨afte Folge leisten!“
(→ Plakat beim Fischereihafen-Rennen 2012)
Ein Motorradrennen ist eine Gelegenheit bei der man beinahe g¨ottliche“ Fahr”
kunst begeistert bewundern kann und nebenbei sieht man auch, wie schon kleine Fahrfehler teuflisch gnadenlos“ abgestraft werden. Der motivierende Ge”
¨ und Gummi und dazu der elektrisierende,
ruch von verbranntem Benzin, Ol
Ohren bet¨aubende Motorensound; einfach wunderbar! Eine Masse von Motorradfans wird von einem solchen Spektakel magisch angezogen und emotional
stark ber¨uhrt, w¨ahrend viele Mitmenschen einfach nur Wut empfinden, dass
so ein Rennen mit riesigem L¨arm und Gestank u¨ berhaupt noch erlaubt ist. 11
Von den echten Hassern“ des Rennsports wird auch das offensichtliche Argu”
ment: Rennen sind die beste Erprobung von Innovationen f u¨ r Serienmodelle!
bestritten.
Nach vielen Jahren habe ich am Pfingstmontag 2012 wieder das Internationale Fishereihafen Rennen 12 in Bremerhaven 13 besucht (→ Abbildung 3.7
auf Seite 131). Bei herrlichem Sonnenschein war es ein besonderes Erlebnis.
Motorr¨ader aller Art, alte, aktuelle und seltene Serienmaschinen, z. B. Victory
Hammer (→ Abbildung 3.12 auf Seite 137), sowie tolle Umbauten gab es im
Fahrerlager und nat¨urlich auch auf den Besucherparkpl¨atzen zu sehen. Von hervorragend vorbereiteten Rennmaschinen, z. B. Honda VTR 1000 SP 2 (→ Abbildung 3.8 auf Seite 132), u¨ ber klassische Renner, z. B. Kawasaki GTR 1000
R (→ Abbildung 3.9 auf Seite 134), Laverda 1000 (→ Abbildung 3.10 auf
Seite 135) oder eine besonders gepflegte Ducati (→ Abbildung 3.11 auf Seite 136), bis hin zu kleinsten Spielzeugmaschinen mit Motorenantrieb von einer
Kettens¨age (→ Abbildung 3.13 auf Seite 138).
Immer wieder erstaunen mich Leistungsunterschiede bei den Rennfahrern.
Mal gibt es im Rennen u¨ ber die gesamte Distanz eine Pulkbildung, weil mehrere gleichstarke Fahrer aufeinandertreffen, mal f¨ahrt ein Fahrgenie“ mit wei”
11 Offensichtlich gibt es beim Fischereihafenrennen keine Lautst¨
arkemessungen. Es gilt das Moto: Laut, roh, echt!“ (→ [G¨un2015] S. 91)
”
12 Veranstalter Hinrich Hinck:
In 60 Jahren 55 mal das Fischereihafenrennen, auf das alle jemals Beteiligten und
”
die Seestadt Bremerhaven stolz sein k¨onnen.“ (→ Vorwort im Veranstaltungsprogramm)
→ http://www.german-road-racing.de (Zugriff: 30-May-2012)
13 An der Hochschule Bremerhaven war ich von 1-Feb-1985 bis 31-Aug-1988 im Studiengang
¨
Systemanalyse als Professor f¨ur das Gebiet Offentliche
Verwaltung t¨atig.
3.3. RENNEN
131
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Abbildung 3.7: Fischereihafen-Rennen 28. Mai 2012
132
KAPITEL 3. EMOTION
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Schreiber Racing Team (→ http://www.motorrad-schreiber.de (Zugriff: 29-May2012)): Fishtown Twins & Triples; man beachte die Reifenw¨armer!
Serienm¨aßig (Baujahr 2003): 999cm3 -V 90◦ -2-Zylinder-Viertaktmotor, Leistung: 99kW (≡ 135PS)
U
U
bei 10.000 min
, Bohrung × Hub: 100 × 63.6mm, maximales Drehmoment: 102Nm bei 8.000 min
,
Preis (2003) ≈ 14.800 ¤.
Abbildung 3.8: Honda VTR 1000 SP 2 — Rennmaschine
3.3. RENNEN
133
tem Abstand einsam voraus. F¨uhrer habe ich auf dem Hockenheimring Toni
Mang14 wegen seiner hohen Fahrkunst zugejubelt. Helmut D a¨ hne15 war f¨ur
mich damals ebenfalls ein genialer Fahrer; eine Fahrer-Kultfigur“.
”
Schon beim Start zeigt sich, dass ein brutales Drosselklappenaufreissen
mit einem spektakul¨aren Wheelie nicht zur F¨uhrung vor der ersten Kurve oder
Schikane reicht. K¨onner haben das sensible Gef¨uhl f¨ur das optimale Ausnutzen
von Grip und Leistung am Hinterrad, das letztlich die Anf¨uhrung der Meute sichert.
Zum Beispiel16 fuhr der Sieger 2012 in der Klasse Fischtown Superbike
Open (1. Rennen), Thomas Kreutz, Frankfurt, auf einer BMW S 1000 RR, 17
Baujahr 2010, die schnellste Runde in 1 : 32.894min (≡ 104, 635 km
h ). In diesem Rennen erreichte Platz 17, Peter Schuhmann, Kassel, ebenfalls auf einer BMW S 1000 RR, Baujahr 2010, seine schnellste Runde in 1 : 40.893min
(≡ 96.359 km
h ). In der Klasse Fischtown Junior 600 (1. Rennen) fuhr Sieger
¨
Thilo H¨afele, Olbronn-D¨
urrn, auf einer Yamaha YZF R6, Baujahr 2006, seine
schnellste Runde mit 1 : 33.848min (≡ 103, 571 km
h ) und war damit wesentlich
schneller als die BMW S 1000 RR von Peter Schuhmann. In der Regel waren
von der Gru¨ nen Flagge bis zur Checkered Flag (→ S. 197) ≈ 10 · ·15min (6 · ·9
Runden) das ganze K¨onnen und h¨ochste Konzentration erforderlich.
14 Toni Mang, 29-Sep-1949, Inning am Ammersee (→ http://www.toni-mang.de
(Zugriff: 29-May-2012)) Toni Mang wurde im Jahr 2001 die Hall of Fame aufgenommen, eine
Ehrung, die nur den allerbesten Motorradfahrern zuteil wird.
→ http://www.toni-mang.de/site/html/biographie/index.htm (Zugriff: 29May-2012)
15 Helmut D¨
ahne, 29-Nov-1944, Altenmark.
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut D%C3%A4hne (Zugriff: 29-May-2012))
16 Quelle: Offizielle Ergebnisliste vom 55. Internationale Fishereihafen Rennen 2012 in Bremerhaven:
→ http://www.fischereihafen-rennen.de/filebase/downloads/
Ergebnisse2012/Rennergebnisse2012.pdf (Zugriff: 30-May-2012)
17 BMW S 1000 RR → S. 82
134
KAPITEL 3. EMOTION
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Abbildung 3.9: Kawasaki GTR 1000 R — Classic“-Rennmaschine
”
3.3. RENNEN
135
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Laverda 1000 (3/C), Baujahr 1979, Fahrer Frank Grothe, Laverda-Club-Berlin: Legends Superbike
— The 80’s; man beachte den Lappen unter der Maschine!
U
981cm3 -3-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor, Leistung 80PS bei 7.250min
, Bohrung × Hub:
75 × 74mm (→ [Rau1975] S. 112). 1971: [...] ist eine unorthodoxe 180-Grad-Welle einer
”
gleichm¨aßig angeordneten 120-Grad-Welle u¨ berlegen. Dazu stellte Laverda-Cheftechniker
Luciano Zen fest, dass der 180-Grad-Drilling im unteren Drehzahlbereich deutlich mehr Qualm
hat als ein Versuchsmotor mit 120-Grad-Welle. Allerdings klingt so ein 180-Grad-Dreizylinder
im Standgas wie eine Waschmaschine mit Schluckauf. Und w¨ahrend der Klang eines 120-GradTriples wie der Triumph Trident unter Last an einen 911 erinnert, br¨ullt die 180-Grad-Laverda
bei voller Flutung der Brennr¨aume so b¨ose wie ein unged¨ampfter Ferrari Testa Rossa aus den
F¨unfzigern. [...] Luciano Zens Nachfolger Giuseppe Bocchi verordnete dem Dreizylinder [...]
eine 120-Grad-Welle — und musste den Motor fortan in Gummi lagern, um die zerst¨orerischen
Vibrationen vom Chassis fernzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt aber waren die wirklich großen
Zeiten der kleinen Motorrad-Manufaktur aus dem Veneto schon wieder vorbei. 1989 ver¨außerte
die Familie Laverda die Namensrechte und schloss die Fertigung in Breganze.“
(→ http://www.motor-klassik.de/fahrberichte/
laverda-1000-waschmaschine-mit-schluckauf-3729856.html
29-May-2012)
Abbildung 3.10: Laverda 1000 — Classic“-Rennmaschine
”
(Zugriff:
136
KAPITEL 3. EMOTION
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Gepflegte Ducati; man beachte den Pflegezustand der Maschine!
Abbildung 3.11: Getunte Ducati — Classic“-Rennmaschine
”
3.3. RENNEN
137
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Vorf¨uhrmodell Victory Hammer (→ S.211).
Abbildung 3.12: Victory Hammer
138
KAPITEL 3. EMOTION
Legende:
Foto: H. Bonin, 55. Internationales Fischereihafen-Rennen in Bremerhaven, 27./28. Mai 2012
Kleines Spielzeug-Motorrad“ mit dem Motor von einer Kettens¨age; man beachte zur Gr¨oßenfest”
stellung die Flasche vor der Maschine.
Abbildung 3.13: Mini-Motorrad
3.4. TRAINING
139
3.4 Training
Sicheres Fahren erfordert
”
Konzentration, Vertrauen, Praxis,
Geduld und Selbstdisziplin.“
(→ [Ien2006] S. 13)
Training bedingt eine gewollte Lernabsicht“. Die passive Bereitschaft zu ler”
”
nen reicht nicht aus, sie muß zu einem aktiven Lernbed u¨ rfnis werden [. . .].“ (→
[Spi2006] S. 150) Training bringt einen Zugewinn an Fahrfertigkeit, der nicht
”
nur der Sicherheit zugute (kommt), sondern auch dem Spaß. Denn je besser wir
eine T¨atigkeit beherrschen, desto mehr Vergn u¨ gen macht uns ihre Aus u¨ bung.“
(→ [Spi2012] S. 10)
Am 1. September 2008 habe ich beim ADAC Fahrsicherheitszentrum L u¨ neburg Hansa GmbH & Co. KG, 21409 Embsen, am Honda fun & safety Training
(→ Abbildung 3.14 auf Seite 140) teilgenommen (Lehrgangsgeb¨uhr ¤105, −).
Dieses Training wendete sich an Wiedereinsteiger mit Lernabsicht. Mit einer
gestellten Honda CBF 600 mit ABS & Halbschale (→ Abbildung 3.1 auf Seite 123) und komplett gestellter Schutzkleidung (Helm, Textilstoffjacke & -hose
mit Protektoren, Handschuhen und Stiefeln) wurde von 9 : 30 − 17 : 15 Uhr
konkret ge¨ubt und dabei ausf¨uhrlich u¨ ber die individuellen Fehler gesprochen.
Die Schwerpunkte des Trainings waren langsam fahren, ausweichen, bremsen
und Kurven fahren. Zum Schluss wurden Tipps zum Aufheben einer umgefallenen Maschine demonstriert.
Zu Beginn fand mit dem Instrukteur eine ausf¨uhrliche Besprechung im
H¨orsaal statt. Dabei wurde jeder Teilnehmer u¨ ber seine Motive und Vorlieben befragt. Anzugeben war auch die jeweilige Traum- bzw. Lieblingsmaschine mit der man jetzt gern fahren w¨urde. Ich nannte Honda VTR 1000 SP 2
(z. B. → Abbildung 3.8 auf Seite 132) — aber wie schon erw¨ahnt a¨ ndert sich
die Lieblingsmachsine im Laufe der Zeit (→ Abschnitt 1.2.4 auf Seite 30).
140
KAPITEL 3. EMOTION
Legende:
Eint¨agiger Trainingslehrgang f¨ur Wiedereinsteiger des ADAC Fahrsicherheitszentrum L¨uneburg
Hansa GmbH & Co. KG, 21409 Embsen
Abbildung 3.14: ADAC-Honda Wiedereinsteiger fun & safety Training — Urkunde
3.5. UNFALL (STURZ)
141
3.5 Unfall (Sturz)
Ralph Nader18 : Unsafe at Any Speed:
”
(The Designed-In Dangers of the American Automobile)
— [...] bei den meisten Motorr¨adern trifft dies bis heute zu.“
(→ [Nie2008] S. 245)
Jeder Sturz ist eine Schande! Leider ist er aber mehr oder weniger System
immanent; wird also passieren — ganz sicher, auch bei sehr erfahrenen, langj¨ahrigen Rennfahrern. Unstrittig sind dann unverz¨uglich die richtigen ErsteHilfe-Maßnahmen (→ Abschnitt D auf Seite 185) geboten.
Edwin Prochaska: Jeder, der irgendwann unfreiwillig abgesessen
”
hat, kennt diesen Moment, in dem alles aufh o¨ rt und es plo¨ tzlich
ganz still und ruhig wird. Dann der Check: Wo beginnt es zu schmerzen? [. . .] Langsam versuchte er sich aufzurichten, immer damit
rechnend, das irgendwo der bekannte Stich durch den K o¨ rper f¨ahrt,
der auf Schlimmeres hinweist.“ (→ [Pro2003] S. 26)
Ted Simon: Auch wenn man noch so oft davon liest oder versucht,
”
es sich vorzustellen, ist man doch niemals f u¨ r den Augenblick gewappnet, in dem man dem Schicksal in die Augen blicken muss.
Man weiß, dass es zu spa¨ t ist, weiß, dass die Entscheidung u¨ ber
Leben und Tod an anderer Stelle f a¨ llt, und vielleicht ist es einem
verg¨onnt, blitzartig die eigene unglaubliche Dummheit zu erkennen. Das war der Moment, in dem ich aufsah und die Felsen erblickte und den betonierten Abflusskanal, auf die ich zuraste wie
auf eine Wand des Todes.
Dann lag ich auf dem R u¨ cken zwischen meinem Motorrad und der
Betonrinne, absolut reglos, und fragte mich, ob ich noch lebte. Ich
habe keine Ahnung, wie lange ich einfach so dalag. Wahrscheinlich weniger als eine Minute, aber mir kam es vor wie eine Ewigkeit.“ (→ [Sim2007b] S. 351–352)
Karin Mairitsch: Das Scho¨ ne an einer gebrochenen Schulter ist,
”
dass man schlagartig etwas bekommt, von dem man sonst zu wenig
hat: Zeit.“ (→ [Mai2003] S. 85)
3.5.1 Respekt vor dem Motorrad
Das Fahren auf Sicht
”
ist beim Rasen Pflicht!“
(→ [DrNo2010] S. 55)
18 Ralph Nader; Unsafe at Any Speed: The Designed-In Dangers of the American Automobile,
Grossman Publishers, New York LC, 1965
KAPITEL 3. EMOTION
142
Das Thema Bremsen ist nach wie vor
”
ein gravierender Schwachpunkt beim Zweirad.
Die st¨andige Verbesserung der Bremsleistung bei Personenwagen
versch¨arft diese Problematik u¨ berdies.“
(→ [Nie2008] S. 241)
Immer wenn man mit Freunden oder Fremden u¨ ber die Freude am Motorradfahren redet, dann kommt unweigerlich das Gespr¨ach auf das Unfallrisiko. F¨ur
den sogenannten billig und gerecht Denkenden 19 wird die Freude am Fahren
mit einem zu großen Risiko erkauft. Eingehend ausgef¨uhrt wird dann die unstrittig richtige Formulierung: Du kannst v¨ollig unverschuldet einen schweren
Unfall erleiden. Ich kenne da den [. . .] 20 .
Fakt ist jedoch: Das Unfallrisiko ist nach Angaben des Institut f u¨ r Zweiradsicherheit e. V. 21 (IFZ) und des Statistischen Bundesamtes 22 kontinuierlich
zur¨uck gegangen. Beispielsweise verungl¨uckten 2008 insgesamt 53.407 motorisierte Zweiradfahrer, dass heißt 2.893 Menschen weniger als im Jahr 2007.
Starben im Jahre 2007 noch 807 Motorradfahrer an ihren Unfallverletzungen,
waren es ein Jahr sp¨ater 677 Fahrer. 23
Statistisch gesehen ist das Reiten auf Pferden mindestens ebenso gef¨ahrlich.
Allerdings spielt dort nicht der PKW-Verkehr die dominanten Rolle, wie im
Fall des Motorradfahrens. Dieser PKW-Verkehr ist ja die gef¨ahrliche Gr¨oße
beim unverschuldeten Unfall.
Aus dem Unfallgeschehen ist zu schlussfolgern: Grunds¨atzlich ist jederzeit
Respekt vor dem Motorrad geboten. Man f¨ahrt nur mit Schutzkleidung (→
Abschnitt 2.9 auf Seite 102) und runter vom Bock“ wenn die Fitness nicht
”
stimmt (z. B.: m¨ude und/oder mit dem Kopf bei anderen Dingen). Zu jeder
Fahrsekunde muss man intensiv das Handeln der anderen Verkehrsteilnehmer
einkalkulieren k¨onnen. Wer permanent nicht fit ist, sollte sich ein anderes Hobby suchen, auch wenn der Bike-Virus ihn gepackt hat. Denn die Motivation
zum Fahren sollte nicht dem versteckten Wunsch zu sterben entspringen, sondern dem Wunsch neue Erfahrungen zu machen.
3.5.2 Alarmzeichen
Wenn man beim Motorradfahren den eigenen Schatten vor sich auf der Fahrbahn sieht, ist Alarm angesagt! Man hat dann die Sonne im R¨ucken und wird
von anderen Verkehrsteilnehmern wegen Blendung nicht wahrgenommen.
19 Bei Juristen gibt es im Kontext Sittenwidrigkeit einen Maßstab: das Anstandsgef¨
uhl aller billig
und gerecht Denkenden. Dabei geht es um eine alte Formulierung (→ Reichsgericht Leipzig 1901
(RGZ 48, S. 114, 124) und Bundesgerichtshof (BGH) in den 50iger Jahren.
20 Zum Beispiel Wolfgang Fiereck, der ausf¨
uhrlich seinen unverschuldeten Unfall und dessen
Folgen dokumentiert (→ [Fier2006])
21 Institut f¨
ur Zweiradsicherheit, Gladbecker Straße 425, D-45329 Essen
→ http://www.ifz.de/ (Zugriff: 20-May-2009)
22 → http://www.destatis.de (Zugriff: 20-May-2009)
23 Quelle: →
http://www.focus.de/auto/news/statistik-weniger-unfaelle-von-motorradfahrern aid 379411.html (Zugriff: 20-May2009)
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
143
Bernt Spiegel: Die h¨ochste Alarmstufe [. . .] ist gegeben, wenn
”
man von der Sonne im eigenen R u¨ ckspiegel geblendet wird.“ (→
[Spi2006] S. 97)
3.5.3 Aufheben des Motorrades
Auf der Ebene
Zum Aufheben der Maschine legt man einen Gang ein und dreht den Lenker
bis zum Lenkanschlag und zwar so, dass die Vorderradspitze“ nach oben zeigt,
”
also der unten liegende Griff sich nach vorne schiebt. Dann steht der Lenker
schr¨ag zur L¨angsachse des Motorrades. Man stellt sich vor den unteren Griff,
so dass der nach oben zeigende Lenker dazu einen rechten Winkel bildet. Dann
geht man in die Hocke und umfasst den unteren Griff mit beiden H¨anden. Mit
geradem R¨ucken werden die Beinmuskeln gestreckt. So hebt man das Motorrad
u¨ ber die Beine ein St¨uck an. Beim Heben geht man auf das Motorrad zu und
hebt es langsam mit der Armmuskulatur weiter an bis es steht (→ [ Deg2007]
S. 124).
Am Hang
Liegt das Motorrad kopf¨uber am Hang, das heisst, die Sitzbank liegt tiefer als
die R¨ader, dann muss es vorher gedreht werden. Dazu wird das Motorrad am
Vorderrad gepackt und entsprechend herumgezogen — leider wahrscheinlich
unter Inkaufnahme von erheblichen Verkratzungen. Dann hebt man es nach
dem Verfahren wie in der Ebene (→ S. 143) auf.
Im Schlamm oder Sand
Ein Motorrad, dessen R¨ader im Schlamm oder Sand sich eingegraben haben,
bedarf erheblich h¨oherer Kr¨afte zum Aufheben, als auf festem Boden, weil sich
die R¨ader beim Heben weiter in den Schlamm oder Sand dr¨ucken bzw. wegrutschen. Daher sollte man zun¨achst die R¨ader herausheben, falls m¨oglich ihren
Untergrund verbessern und erst dann es nach dem Verfahren wie in der Ebene
(→ S. 143) aufrichten. Man hebt es eigentlich erst in die falsche Richtung auf,
”
doch das anschließende Aufheben auf der richtigen Seite wird dadurch deutlich
einfacher.“ (→ [Deg2007] S. 124).
3.6 Tipps fur
¨ Fahrspaß
¨
Erstmal gut aufw armen:
Fahrer (Dehn¨ubungen),
Motor (langsame Drehzahlerh¨ohung),
¨ in Gabel & Federbein (Eintauchvorg¨ange),
Ol
Reifen & Bremsen (gef¨uhlvolle Tempowechsel)!
KAPITEL 3. EMOTION
144
Die meisten Motorradfahrer wollen nur eins:
”
Fahrspaß pur erleben!
Eins sein mit ihrer Maschine und der sch¨onen Natur!“
(→ [FSZ2008] S. 2)
Fahrstil geht vor Geschwindigkeit“
”
(→ [BMW1997] S. 70)
David L. Hough: Best Advice for Travelers STAY OUT OF CI”
TIES. Go anywhere you want, but just don’t ride into big cities.“
(→ [Hou2008] p. 113)
Keith Code: The old racing rule of ’When in doubt, gas it!’ does
”
most certainly have some validity.“ (→ [Cod1993] S. 9)
Jan Leek: Ein blitzblankes Motorrad, ohne jede Spur von Staub
”
oder Kratzern die von einem erf u¨ llten Leben erza¨ hlen, scheint mir
tot, unbenutzt, ungeliebt.“ (→ [Lee2008a] S. 72)
3.6.1 Richtig Sitzen
Die Tipps zum richtigen Sitzen“ leiten sich in der Regel dominant aus ergo”
nomischen Gesichtspunkte ab (z. B. → [FSZ2008] S. 3–4). Daher sitzt man,
wenn
• mindestens ein Fuß mit der ganzen Sohle auf dem Boden gesetzt werden
kann, (Hinweis: Dabei darf man nicht zur Seite auf der Sitzbank rutschen
m¨ussen.)
• die Oberschenkel und der Schritt (“Sitzzentrum” des Fahrers), mit der
Maschine leichten Kontakt haben, (Hinweis: Beim Bremsen darf man
nicht vorrutschen.)
• die H¨ande nur locker auf dem Lenker aufliegen bei m¨oglichst entspannter Armhaltung und
• der Kniewinkel zwischen Ober- und Unterschenkel ≈ 90 ◦ betr¨agt.
Nick Ienatsch: Zu weit weg vom Tank zu sitzen la¨ sst die Ellenbo”
gen gerade werden, und dies bedeutet, dass man das Gef u¨ hl f¨ur die
Maschinenfront verliert. [. . .] gerade Arme lassen sein (das) Lenken abrupt und seine (die) Korrekturen noch schlimmer werden.
Gestreckte Armen bringen oft ein Flattern in die Maschine, weil
sie dem Vorderreifen nicht erlauben, sich den Straßenunebenheiten anzupassen.
Zu weit vorne zu sitzen dr¨uckt den Bauch gegen den Tank und
streckt den R¨ucken. Sobald sich aber der R u¨ cken durchstreckt, machen die Arme dies ebenfalls. Die unvermeindlichen Ergebnisse
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
145
sind ein Verlust an Gefu¨ hl f¨ur die Front, abrupte Lenkman o¨ ver und
ein Mangel an Sanftheit. Fahrer, die zu nah am Tank sitzen, finden
sich in dieser Position oft blockiert; sie verlieren die F a¨ higkeit,
ihre Schultern zur Belastung der Fußrasten zu bewegen oder das
Gewicht nach vorne oder hinten zu verlagern.
Idealerweise liegen zwischen dem Ende des Tanks und dem Schritt
zwei bis drei Zentimeter.“ (→ [Ien2006] S. 18)
J¨urgen Mainx: Fußballen auf den Rasten [. . .] Das Gleich”
gewichtsorgan arbeitet den ganzen Tag in Kooperation mit den
F¨ußen, damit du gerade stehst. Wenn die Fußballen auf den Rasten
stehen, wird die direkte Ru¨ ckmeldung u¨ ber die Balance deines Motorrads ans Gleichgewichtsorgan weitergeleitet. Schiebst du die
F¨uße nach vorne, muss dein Gleichgewichtsorgan im Vergleich dazu Schwerstarbeit leisten, so als ob du auf den Hacken st u¨ ndest.
[. . .] An die Fußbremse und die Schaltung kommt man, indem der
Fuß u¨ ber die Fußraste vorw a¨ rts- und dann wieder zur u¨ ckgeschoben
wird.“ (→ [Main2013] S. 12–13)
Locker, ruhig atmend, konzentriert und mit Vertrauen in das Beherrschen
drohender Gefahren sitzt man tief im Motorrad“. Hochgezogene Schultern,
”
verkniffenes Gesicht und zusammengepreßte Backenz¨ahne 24 sind Zeichen einer von Angst gepr¨agten Mißtrauenshaltung“. Mit einem folglich verkrampf”
ten Sitzen ist optimales Fahren unm¨oglich.
Sitzprobleme — Haarwurzelkatarrh?
J¨urgen Werner: Trotz speziell aufgepolsterter Sitzbank tut mir
”
nach langen Strecken der Hintern weh. Woran k¨onnte das liegen?“
(→ [Krus2015] S. 75)
Lothar Kruska: Bei mehrt¨agigen Motorradtouren, zumeist bei w¨ar”
meren Temperaturen, bemerken einige von uns beim Aufsteigen
aufs Motorrad u¨ beraus unangenehme Schmerzen beim besagten
Popometer. [. . .] Man schob die Ursachen auf zu harte Sitzb¨anke
[. . .]. Es wurde aufgepolstert, was das Zeug hielt [. . .] teure Sitzb¨anke mit Geleinlagen wurden gekauft [. . .]. Doch die Schmerzen
am Allerwertesten blieben. Ursache hierf¨ur ist oft der sogenannte
Haarwurzelkatarrh. [. . .] Sp¨atestens ab dem dritten Fahrtag ist das
Aufsteigen aufs Motorrad f¨ur Arsch-Behaarte eine Tortour. Als
Fahrer [. . .] ist mir in eigener Erfahrung klar geworden, dass eher
24 Ob der Unterkiefer locker gehalten wird, auch beim scharfen Bremsen, kann mit einer (Kaffe-)Bohne zwischen den Z¨ahnen kontrolliert werden. Bei Fortgeschrittenen m¨usste auch eine Erbse
zwischen den Z¨ahen die Fahrt heil u¨ berstehen (→ [Spi2006] S. 188).
KAPITEL 3. EMOTION
146
die Breite einer Sitzbank als die Dicke der Polsterung f¨ur eine bequeme Motorradtour wichtig ist — und dass die Haare ab m¨ussen.
[. . .] Stichwort “Baby-Popo”.“ (→ [Krus2015] S. 75)
3.6.2 Richtig Schalten
¨
Ublicherweise
hat ein Motorrad ein sequentielles Getriebe, das heißt, die Sequenz vom ersten bis zum h¨ochsten Gang ist zu durchlaufen, 25 also 1 · ·(0) ·
·2 · ·3 · ·4 · ·5 · ·6 und umgekehrt 6 · ·5 · ·4 · ·3 · ·2 · ·(0) · ·1. Klar ist, der 1. Gang
dient quasi nur zum Anfahren. 26 Klar ist auch, sp¨atestens wenn das ansteigende Motorenger¨ausch nicht mit mehr Beschleunigung verbunden ist, sollte
hochgeschaltet werden. Mit der korrekt gemessenen Drehzahl ist der richtige
Schaltzeitpunkt (→ Gangdiagram S. 198 & Leistungsdiagramm S. 203) f¨ur das
jeweilige Motorrad eindeutig bestimmbar. 27
Wie kann man gef¨uhlvoll und ohne Krach aus dem Getriebe schalten? Beteiligt sind die rechte (Gas) und linke (Kupplung) Hand, die linke Fußspitze
beim Hochschalten und beim Runterschalten der linke Fußballen, also kein
Stampfen mit dem ganzen linken Fuß!
Bernt Spiegel: Auskuppeln und Einr u¨ cken des Gangs geh o¨ ren auf
”
das Engste zusammen und erfolgen nahezu gleichzeitig (genauso
wie beim Zur¨uckschalten das Auskuppeln, der kurze Gasstaß zur
Drehzahlanpassung und die des Schalthebels gleichzeitig und das
Wiedereinkuppeln ohne jede Pause unmittelbar danach erfolgen).
Gerade beim Einru¨ cken des Ersten bei noch stehendem Motorrad
darf den Getriebera¨ dern, die ja nur eine geringe Ausrollzeit haben, keine Zeit gelassen werden, stehen zu bleiben. Je besser die
Kupplung trennt, desto wichtiger ist das. [. . .] auskuppeln und so
gut wie gleichzeitig den Gang einlegen, und dann den Schalthebel noch einen Augenblick festhalten, bis wieder eingekuppelt
ist.
Auch das harte “Klack” beim Hochschalten aus den unteren G a¨ ngen, vor allem bei hohen Drehzahlen, l a¨ ßt sich vermeiden, wenn
man den Schalthebel schon vor dem Auskuppeln ganz leicht vorbelastet, wobei dann im Augenblick des Auskuppelns, zeitgleich
mit dem Gaswegnehmen, der Gang wie von selbst einr u¨ ckt. [. . .]
Dabei kann man sch o¨ n lernen, welch geringe Kr a¨ fte zum Schalten
nur beno¨ tigt werden.“
(→ [Spi2006] S. 181)
25 Wie bei der bekannten H-Schaltung im Auto kann beispielweise nicht direkt vom 2. Gang in
den 4. Gang gewechselt werden.
26 Und f¨
ur die extrem langsame Fahrt → Abschnitt 3.6.5 auf Seite 150
27 Bei der BMW R 1100 GS steht in der Bedienungsanleitung: In den n¨
achstniedrigen Gang
”
schalten, wenn die Motordrehzahl im Fahrbetrieb 1500min−1 unterschreitet.“ (→ [BMW1997]
S. 40)
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
147
Eine Voraussetzung f¨ur das skizzierte schnelle Schalten ist die passende
Stellung des Kupplungshebels, der in gerader Verl¨angerung der Unterarmline
liegen sollte. Dazu l¨asst sich f¨ur den Alltagsfahrer 28 folgender Tipp geben: Das
erste Glied von Zeige-, Mittel- und Ringfinger der linken Hand sollten sich in
Ruhestellung um den Hebel kr¨ummen“. Dabei darf der Hebel nat¨urlich nicht
”
schon bet¨atigt werden. Gleiches gilt f¨ur den Bremshebel. Folglich sollten die
vorderen Fingerglieder daf¨ur trainiert werden.
3.6.3 Schr¨aglage > 20◦
Jeder Biker, selbst ein Newcomer, meistert ohne Problem eine Schr¨aglage von
≤ 20◦ — gemessen von der Senkrechten — auf einer ebenen Fahrbahn. Diese Schr¨aglage f¨uhlt sich vertraut an, denn sie geh¨ort zum ererbten Repertoire.
Schnelle L¨aufer, Pferde und Hunde praktizieren maximal 20 ◦ (→ z. B. [Spi2006]
S. 41–45).
Mehr Schr¨aglage ist antrainiert, macht viel Freude und ist zwingend erforderlich. Zumindest braucht man in Fluchtsituationen (→ Abschnitt 3.6.12 auf
Seite 156) die F¨ahigkeit seine individuelle, maximale Schr¨aglage unverz¨uglich
anwenden zu k¨onnen. Schr¨aglagen bis zu ≈ 50 ◦ sind m¨oglich und bei Straßenrennen (→ Abschnitt 3.3 auf Seite 130) durchaus u¨ blich.
Trotz der unbeschreiblichen Faszination und Freude an extremen Schr¨aglagen halten wir im Straßenverkehr stets eine Schr¨aglagenreserve ein. Beherrscht
man problemlos ≈ 40 ◦ und w¨aren bei dem gegebenen Grip diese auch m¨oglich,
so werden sie trotzdem nicht gefahren; es sei denn auf einer abgesperrten
Strecke. Eine ≈ 10 ◦ -Notreserve halten wir im Alltag sicherheitshalber immer
ein.
3.6.4 Kurventechnik
Gutes Motorradfahren beginnt im Kopf
”
— schlechtes auch
Bewegung mit dem Kopf
— Bewegung im Kopf“
(→ [Ebe2010] S. 26)
Slogan: Slow, Look, Lean, and Roll“
”
Motto: Bremsen, Beobachten, Abkippen und Gasgeben
(→ [Hou2008] p. 89)
Die Kurventechnik im o¨ ffentlichen Straßenverkehr unterscheidet sich durchaus von der auf einer abgesperrten (Renn-)Strecke. Im Folgenden geht es um
die beste Kurventechnik im o¨ ffentlichen Verkehrsraum. Als holzschnittartige Merkformel — zum Verankern im “Stammhirn” — bietet sich dazu der
Hough’sche Slogan: Slow, Look, Lean, and Roll“ (→ [Hou2008] p. 89) an.
”
28 Rennfahrer
meistern ihre Maschine oft nur mit dem Zeigefinger.
KAPITEL 3. EMOTION
148
Bremsen
Behandle die Bremse wie einen Dimmer,
”
nicht wie einen An/Aus-Schalter.
Ziehen — nicht reißen.“
(→ [Ien2006] S. 24)
Warum stets Bremsen mit der Vorderradbremse und nicht nur das Gas
zur¨uckdrehen? Die Gaswegnahme bremst nur das Hinterrad ab. Dabei besteht
durchaus das Risiko, dass das Hinterrad auf rutschiger Fahrbahn wegschmiert
wenn der Motor bauartbedingt und aufgrund der jeweiligen Drehzahlreduktion
eine starke Bremswirkung entfaltet.
Es ist aus lerntechnischen Erw¨agungungen sinnvoll stets (!!) — und zwar
auch wenn es nicht notwendig w¨are — nach dem selben Muster eine Kurve
zu absolvieren. Also immer das Abbremsen durch das Bedienen der Vorderradbremse zu vollziehen, zumal es ja zwingend erforderlich wird, wenn die
¨ man immer die VorderGeschwindigkeit st¨arker reduziert werden muss. Ubt
radbremse zu bedienen, dann geschieht dies quasi automatisch auch im Notfall.
Das Herunterschalten, in der Regel notwendig, geschieht kurz vor Ende des
Bremsvorgangs. 29
Beobachten
Bevor man in eine Kurve einf¨ahrt“ ist ihr Verlauf und die Beschaffenheit ihrer
”
Fahrbahn umfassend festzustellen. Also genau hinsehen, alle Details wahrnehmen und blitzartig daraus Schl¨usse ziehen. Beim Einfahren“ dreht man seinen
”
Kopf (also die Nase) in die beabsichigten Fahrrichtung.
David L. Hough: Sure, it looks cool to just shift your eyes behind
”
your blue aviator sunglasses, but turning your head actually helps
provide directional control and a smooth entry into the turn.“ (→
[Hou2008] p. 90)
Eddie Lawson: “Die meisten Fahrer richten ihren Blick nur kurz
”
vor das Vorderrad” sagt Eddy (Lawson) 30 , “und das erh o¨ ht das
gef¨uhlte Tempo ungemein, weil der Boden unter dir schnell hindurchrast. Wenn du deinen Blick anhebst und weiter nach vorne
schaust, wird alles langsamer, und du f u¨ hlst dich nicht mehr so
vom Tempo u¨ berw¨altigt.” [. . .] Durch das Anheben des Blicks von
der Straße u¨ ber die Kurve hinaus reduzierst du dein wahrgenommenes Tempo und gibst dir mehr Zeit f u¨ r eine richtige Entscheidung sowie die entsprechende Bedienung deiner Maschine.“ (→
[Ien2006] S. 28–29)
29 Bei extremem Geschwindigkeitswechsel und sehr guten Bremsen kann die Zeit zum Herun”
terschalten knapp werden.“ (→ [Nie2008] S. 128)
30 Eddie Lawson, geboren in San Antonio am 11. M¨
arz 1958, war in den 80iger Jahren ein sehr
erfolgreicher amerikanischer Rennfahrer (z. B. dreimal 500cm3 -Weltchampionat auf Yamaha).
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
149
Nick Ienatsch: Eine periphere Wahrnehmung — der Wahrneh”
mungsbereich um den eigentlichen Fokus herum — ist eine lebenswichtige Eigenschaft unseres Auges [. . .]. Wir reden hier u¨ ber
ein Schauen ohne Fixierung, ein Beobachten ohne Anstarren, und
u¨ ber das Sammeln von Informationen, die du zuvor u¨ bersehen
hast. [. . .] Nutze dein peripheres Sichtfeld, um so viele Informationen wie m¨oglich so schnell wie mo¨ glich aufzusaugen. Nat u¨ rlich
kannst du mit einem langen Blick u¨ ber die Schulter sehr viel sehen,
aber im dichten Verkehr kannst du dir diesen Luxus nicht erlauben,
oder? Versuche, die Szene im Augenblick des Sehens einzufangen.“
(→ [Ien2006] S. 30)
Abkippen
Wer schr¨aglagenscheu f¨ahrt, lebt gef¨ahrlich!
”
[...] ben¨otigt pl¨otzlich mehr Schr¨aglage als erwartet.
Es hilft nur eines:
Die Schr¨aglagenscheu muß abgebaut werden.“
→ [Spi2006] S. 145–146.
Countersteering is a key element of
”
riding with control. Press “here” to turn.“
(→ [MSF2005] p. 141.)
Dr¨ucke den Lenker innen
”
und ziehe ihn außen,
und die Wirkung ist sensationell;[...]“
(→ [Ien2006] S. 36)
Mit der passenden Geschwindigkeit und der Nase in der Richtung wohin
es gehen soll wird das Abkippen durch Druck auf die Handgriffe eingeleitet.
F¨ur eine Rechtskurve wird mit der rechten Hand gesteuert ( gedr¨uckt“) und
”
die linke Hand plus linker Arm bleiben entspannt. Bei einer Linkskurve entsprechend. Plakativ formuliert: Rechte Hand aktiv f¨ur Rechtskurve, linke Hand
aktiv f¨ur Linkskurve. Andere Hand plus Arm entspannen sich.
Nick Ienatsch: Nutze deine Bauch-, R u¨ cken- und Brustmuskula”
tur, um deinen Ko¨ rper zu halten und das auf dem Lenker lastende
Gewicht deutlich zu reduzieren, um so das lenken der Maschine zu
verfeinern.“ 31 (→ [Ien2006] S. 36)
Gasgeben
Wann darf man nun das Gas o¨ ffnen?
”
So bald wie m¨oglich, nachdem das Motorrad in der Kurve liegt.
Aber je fr¨uher du es o¨ ffnest,
31 Aus diesem Grund machen Rennfahrer Krafttraining zur Kr¨
aftigung der entsprechenden Muskulatur. Du kannst sichergehen, dass sich deine Fahweise verbessert, wenn du Fett abbaust und
”
Muskeln aufbaust.“ (→ [Ien2006] S. 45)
KAPITEL 3. EMOTION
150
desto vorsichtiger musst du es tun.“
(→ [Ien2006] S. 39)
Gezieltes Gasgeben in der Kurve hilft der optimalen Gewichtsbalance zwischen den R¨adern. Das Vorderrad, zun¨achst beim Bremsen mehr belastet, wird
beim gezielten Gasgeben entlastet. Es erhebt sich daher aus der Federung und
die Maschine hat damit eine h¨ohere Bodenfreiheit in Schr¨aglage.
Mit dem behutsamen Drehen am Gasgriff wird die zur Kurve passende
Schr¨aglage stabilisiert. Dabei ist zu bedenken, dass das Hinterrad hinreichend
belastet bleibt. Bei der Fahrt mit viel Gep¨ack oder zu zweit (→ Abschnitt 3.6.11
auf Seite 155) ist das Hinterrad in der Regel auch ohne Gasgeben hinreichend
belastet. Bei der Solo-Fahrt ist der behutsames Gasgeben geboten.
¨
Uberholen
Geduld, und immer wieder Geduld ist die Garantie f¨ur einen sicheren, schnel¨
len Uberholvorgang.
Insbesondere beim Biken im Team (→ Abschnitt 3.6.13
auf Seite 157) darf man sich nicht nerv¨os machen und dem Gruppensog“ wie”
derstehen. Klar ist, in (un¨ubersichtlichen) Kurven und vor Bergkuppen wird
¨
niemals (!) u¨ berholt. Klar ist aber auch, beim Uberholen
wird ordentlich Tempo gemacht; also kein Gedanke an die Schonung des Hinterradreifens oder an
den Benzinverbrauch.
3.6.5 Langsame Fahrt
Im Bereich der (extremen) langsamen Fahrt ist das Fahren “gegen die Fußbremse” geboten (Z. B. → [FSZ2008] S. 4). Dabei wird
• das Gas konstant gehalten (auf erh¨ohter Anfahrdrehzahl),
• die Kupplung am Schleifpunkt gehalten (bei extremer Langsamfahrt),
• mit der Fußbremse die Geschwindigkeit reguliert.
Vermieden werden so die st¨orenden Lastwechselreaktionen 32 durch ein periodisches Gas auf und Gas wieder zu. Der Antrieb bleibt dann auf Zug und das
Motorrad l¨asst sich u¨ ber dosierte Geschwindigkeits¨anderungen leichter ausbalancieren.
32 Vom Lastwechselverhalten ist das Ansprechverhalten zu unterscheiden. Beim Lastwechsel¨
verhalten geht es um Reaktionen beim Ubergang
vom Schiebebetrieb zum Lasteinsatz; also um
das Spiel im Antriebstrang. Beim Ansprechverhalten geht es um eine m¨oglichst spontane Reaktion
auf den Dreh am Gasgriff. Ride-by-Wire-Systeme der ersten Generation hatten oft ein verz¨ogertes
Ansprechverhalten.
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
151
3.6.6 Richtig Wenden am Berg
F¨ahrt man im Gebirge, dann kann es vorkommen, dass man auf einem Steilst¨uck
wenden muss, weil die Straße unpassierbar ist, sei es beispielsweise durch
einen querstehenden Verkehrsteilnehmer (Wohnwagen!), einen Erdrutsch, einen
umgefallenen Baum oder durch eine offizielle Absperrung per Schranke. F¨ur
das Kehrtmachen auf einem steilen Bergaufst¨uck gilt es folgende Punkte zu
beachten (→ z. B. [Spi2012] S. 23–24):
¨
immer mit dem bergseitigen Bein!
1. Abstutzung
Im Stand, beim R¨uckw¨artsrollen und beim Anfahren dient das bergseitige Bein zum Abst¨utzen, weil zumindest bei einem Steilst¨uck das talseitige dazu nicht lang genug ist.
¨
¨
artsrollen
bergab ohne Vorderradbremse!
2. Ruckw
Insbesondere bei großer Steigung und/oder losem Untergrund kommt
das Vorderrad leicht ins Rutschen und bietet keine Seitenf¨uhrung mehr
— Folge: Umfaller.
3. Bremsen mittels Hinterrad!
Ist der rechte Fuß verf¨ugbar, weil der linke als bergseitiger die Abst¨utzung
u¨ bernimmt, bet¨atigt er vorsichtig die Hinterradbremse. Ist der rechte Fuß
nicht verf¨ugbar, weil bergseitig, dann wird das Hinterrad u¨ ber die Kupplung mittels eingelegtem 1. Gang abgebremst. Achtung: Mittels ruschender Kupplung gef¨uhlvoll zu bremsen muss vorher trainiert werden (umgekehrte Hebelbet¨atigung!).
Das einfache Rezept zum Wenden bei Bergauffahrt lautet: Linkes, bergseitiges
Bein st¨utzt, rechtes bremst. Leerlauf. Motor ausstellen. Gegen die Fußbremse
langsam r¨uckw¨arts rollen lassen, bis das Motorrad quer zur Steigung steht.
Motor wieder starten. Linkes, bergseitiges Bein st¨utzt noch bis zur stabilen
Fahrt der Rechtskurve ins Tal.
Klar ist daher, dass man sich nicht verleiten lassen darf vorw¨arts zu wenden, denn dann w¨are eine Abst¨utzung mittels dem kurveninneren (talseitigen!)
Bein notwendig, dass bei der geringen Wendegeschwindigkeit (kaum Fliehkraft) und der notwendigen Schr¨aglage um mit dem Fuß den Boden zu erreichen eine schwere Maschine nicht halten k¨onnte.
Das Kehrtmachen in einer Bergabsituation erfolgt analog. Es ist jedoch
wesentlich leichter, weil das Vorrad beim Querstellen mehr belastet ist.
Ist eine ebene Straße versperrt, die am Hang entlang l¨auft, wobei beispielsweise rechts es den Berg hoch und links steil bergab geht, dann wendet man
stets zum Hang hin, das heißt, man f¨ahrt hier zum Querstellen eine Rechtskurve. Falls m¨oglich, f¨ahrt man dabei etwas in den Hang, um das Zur¨uckrollen zu
erleichtern.
KAPITEL 3. EMOTION
152
3.6.7 Renntempo — Hanging off
Das Knie als F¨uhlerlehre,
”
um Schr¨aglagen zu ertasten.“
(→ [Nie2008] S. 29)
Frank Palmen: Jemand, der selten schnell f a¨ hrt, nimmt hohes
”
Tempo extremer wahr und bekommt nach kurzer Zeit vom Gehirn
Unwohlsein signalisiert. Das liegt am peripheren Blickfeld, das
bei dieser Reiz¨uberflutung irgendwann ans Gehirn meldet: Tut mir
leid, ich bekomme keine sinnvollen Informationen, ich blende mich
mal aus. Es bleibt nur ein schmaler Sichtkanal, bekannt als Tunnelblick. Tempoempfinden kann und muss trainiert werden. Das
menschliche Gehin vermag von Natur aus nur etwa 20 km/h zu
verarbeiten, der Rest ist Training.“ (→ [Pal2012] S. 79)
Harry Niemann: F¨ur mich war das (Bodenkontakt mit dem Knie)
”
damals wie das Durchbrechen der Schallmauer. Was w u¨ rde passieren, wenn bei rasantem Tempo das Knie die Straße ber u¨ hrt?
Bestand nicht die Gefahr, bei allzu heftigem Aufsetzen aus dem
Sattel gerissen zu werden? Doch nichts passierte. Im Gegenteil:
Es war ein wunderbares Gefu¨ hl, wenn die Straße wie eine streichelnde Hand u¨ ber das Leder strich. Das gab einem das Gef u¨ hl,
ganz ohne Motorrad u¨ ber die Straße zu fliegen. Das hanging off
mit Bodenberu¨ hrung ist eines der sch o¨ nsten Kurvenerlebnisse, das
ein Motorradfahrer haben kann.“ (→ [Nie2008] S. 32)
3.6.8 Regenfahrt
The first few minutes after rain begins to fall
”
is the most hazardous time for motorcycle riders
— any oil or other foreign matter on the roadway surface
combines with the first raindrops
to create a slick sheet.
It may be wise to avoid riding
during the first few minutes of a rainstorm [...].“
(→ [MSF2005] p. 108.)
Die Fahrt im Regen wird von kaum jemanden geliebt. Sie unterscheidet
sich von der Fahrt im Trocknen durch den dramatisch geringeren Reibwert μ
zwischen Reifen und Fahrbahn. Im Trockenen hat eine Fahrbahn mit Asphalt
oder Beton in der Regel μ ≈ 0.7 . . . 0.9. Im Regen ist der Reibwert bei sauberer Fahrbahn μ ≈ 0.3 . . . 0.5. Bei einer verschmutzten Fahrbahn kann der Wert
auf μ ≤ 0.2 sinken. Dies entspricht dem Grip-Niveau von Eis. (→ [ Zey2008]
S. 95)
Problematisch ist dabei, dass im Regen der μ -Wert wesentlich st¨arker
schwanken kann, als beim Trockenen. Beispielsweise sind Fahrbahnmarkierungen, Bitumenstreifen und Kopfsteinpflaster bei Regen quasi ohne Haftung,
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
153
also μ ≤ 0.2, w¨ahrend solche Stellen im Trockenen noch μ ≈ 0.5 erreichen.
Mit einem leistungsf¨ahigen ABS-System (→ Abschnitt 132 auf Seite 82) l¨asst
sich der jeweils tats¨achlich vorhandene Grip wesentlich entspannter nutzen.
Man ist erstaunt, dass mit ABS dann doch mehr geht, als man gef u¨ hlsm¨aßig
”
glaubt.“ (→ [Zey2008] S. 95) Wesentlich ist ein konzentiertes Lesen“ der
”
Fahrbahnbeschaffenheit, ein runder Fahrstiel — also locker bleiben, beispielsweise Kopf nicht in die Schulter einziehen und dann sehr gef¨uhlvoll beschleunigen und bremsen. Klar ist, dazu m¨ussen die H¨ande und F¨uße trocken und
warm sein.
Hinweis: Bei Regen sehen auch alle anderen Verkehrsteilnehmer, also auch die
Mutti im Auto, nicht so gut, daher stets reflektierende Kleidung tragen!
3.6.9 Fahrt auf sandiger Piste
Wer zu langsam f¨ahrt,
”
macht sich das Fahren unn¨otig schwer.“
(→ [Deg2007] S. 102)
Ren´e Degelmann: Generell ist beim Fahren auf sandigen Pisten
”
eine Entlastung des Vorderrades wichtig. Der weiche Sand wird
sonst mehr oder weniger vor dem Vorderrad aufgeschoben und
a¨ ndert den Nachlauf 33 des Voderrades. Verlagert deshalb eueren
Schwerpunkt etwas nach hinten ohne dabei am Lenker zu ziehen.“
(→ [Deg2007] S. 97)
Ren´e Degelmann: Bei kleiner Korngr¨oße verschlechtert sich der
”
Halt. [. . .] Pulversand ist schwierig zu fahren, einzusch a¨ tzen und
sch¨adlich fu¨ r das Fahrzeug [. . .] . In der Regel werdet ihr bei weicher werdendem Sand st a¨ rker abgebremst und m u¨ sst dies durch
Gas geben ausgleichen.“ (→ [Deg2007] S. 99)
3.6.10 Bremsen mit/ohne ABS
Sollte man ABS kaufen?
”
Unbedingt, weil ein Fahrer [...] ziemlich gut sein muss,
um das elektronische System zu u¨ berbieten.“
(→ [Ien2006] S. 67)
Ohne ABS im o¨ ffentlichen Straßenverkehr?
”
Ohne mich!“ 34
(→ Frank Palmen, Sicherheitstrainer)
→ Abschnitt 107 auf Seite 67.
Palmen; Wann hat man schon einmal Gelegenheit, 14 verschiedene Motorr¨ader mit
ABS zu testen? in TOURENFAHRER, Heft 12, 2008, S. 85, ISSN 0933-4440.
33 Nachlauf
34 Frank
KAPITEL 3. EMOTION
154
Angenommen, ich h¨atte
”
keine elektronischen Helfer an Bord gehabt,
w¨are ich dann jetzt noch hier?“35
(→ Frank Palmen, Sicherheitstrainer)
Mit ABS
(→ Abschnitt 132 auf Seite 82)
Joachim Funke: Durch die Versuche konnte best a¨ tigt werden, dass
”
auch bei erfahrenen Motorradfahrern 36 die mit ABS erzielten Bremswege37 k¨urzer sind als die ohne ABS erzielten. Dies ist vor allem
auf die Anfangsphase einer Bremsung zur u¨ ckzuf¨uhren, in der ohne ABS beim Herantasten an die maximal m o¨ gliche Verzo¨ gerung
mehr Zeit verstreicht als bei Bremsungen mit ABS. Bei Bremsungen mit ABS wird der Motorradfahrer physisch geringer beansprucht als bei Bremsungen ohne ABS. [. . .] Da die physische Belastung bei Bremsungen ohne ABS gleich oder geringer ist als bei
Bremsungen mit ABS, l a¨ sst sich die h¨ohere physische Beanspruchung auf eine k o¨ rperliche Reaktion auf psychische Beanspruchung zuru¨ ckf¨uhren.“ (→ [Fun2006] S. X)
Joachim Funke: [. . .] ABS bei Motorra¨ dern nicht nur zur bereits
”
bekannten Verringerung der Unfallh a¨ ufigkeit und der Unfallschwere fl¨achendeckend einzuf u¨ hren38 , sondern auch zur Entlastung des
Fahrers. Die Untersuchungsergebnisse zeigen nicht nur den erwarteten objektiven Vorteil einer h o¨ heren Bremsleistung eines mit
ABS ausgestatteten Motorrads, sondern zeigen auch, dass mit dieser Technik der Fahrer nicht zus a¨ tzlich belastet wird. Im Gegenteil
finden sich sogar partielle Absenkungen der psychischen und der
physischen Beanspruchung.“ (→ [Fun2006] S. 96)
J¨urgen Stoffregen: Trotz der unbestrittenen Vorteile wird von Mo”
torradfahrern immer noch als Argument gegen ABS angef u¨ hrt,
dass man das richtige Bremsen verlernen w u¨ rde [. . .] wer wagt
¨
denn wirklich das Uben
von Vollbremsungen aus 150 oder 200
km
bei
nasser
Fahrbahn,
wo Bremsfehler zu schweren Unf a¨ llen
h
[. . .] f¨uhren w¨urden? Mit ABS hingegen kann dies ge u¨ bt werden,
35 Frank Palmen; Verlass’ dich drauf, in Motorradfahrer, Heft 12, Dezember 2011, S. 46, ISSN
0935-7645.
36 Motorradfahrer mit Fahrerfahrungen zwischen 18.000 ... 200.000km.
37
Zum Beispiel erreicht das Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motorrad Aprilia NA 850 Mana ABS, Gewicht vollgetankt 234kg, einen hervorragenden Wert von 38,6m aus 100km
h (→
[Kap2009]). Das entspricht einer mittleren Bremsverz¨ogerung von ≈ 10,0sm2 .
38 [...] k¨
onnten die Unfallzahlen aller get¨oteten und verletzten Motorradfahrer durch ABS um
”
ca. 10 Prozent reduziert werden. Bei den heutigen Unfallzahlen sind dies mindesten 70 Tote und
3000 Verletzte pro Jahr weniger.“ (→ Pressemitteilung vom 21. Mai 2001 des Gesamtverbandes
der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) )
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
155
¨
ja, es erm¨oglicht erst das gefahrlose Uben
und Kennenlernen der
Limits. Richtiges Bremsen wird durch ein ABS also nicht verlernt,
sondern es ist die einzige gefahrlose M o¨ glichkeit, es zu erlernen.“
(→ [Sto2006] S. 370).
Im Gegensatz zum Straßenbetrieb, wo das ABS unter allen Um”
st¨anden ein Blockieren der R a¨ der und einen daraus resultierenden Sturz verhindert, kann es im Gel a¨ ndeeinsatz oder auf losem
Untergrund fahrtechnisch sinnvoll und w u¨ nschenswert sein, auch
mal ein “stehendes bzw. teilblockiertes Rad” zu haben. Aus diesem
Grund wurde das ABS II abschaltbar ausgelegt.“ (→ [ BMW1997]
S. 60)
Ohne ABS
Verf¨ugt das Motorrad u¨ ber kein ABS, dann soll sich insbesondere der wenig
Ge¨ubte ganz auf die Dosierung der Vorderradbremse konzentrieren und die
Fußbremse lediglich nur “dazunehmen” (→ [ FSZ2008] S. 11). Aus einer konzentierten K¨orperhaltung (→ Abschnitt 3.6.1 auf Seite 144) mit Knieschluss
am Tank, F¨ußen in Ballenposition auf den Rasten, fast gestreckten Armen und
Blick geradeaus nach vorn sind folgende Aktion zu vollziehen und zwar so
routiniert, dass man nicht dar¨uber nachdenkt:
1. Kupplung schnell ziehen; Gas wegnehmen — Kein Vortrieb mehr und
ausgewogene Belastung von Vorder- und Hinterrad
2. Handbremse bis zum Druckpunkt ziehen
3. Handbremse gef¨uhlvoll dosiert weiterziehen
4. Mit der Fußbremse “dazubremsen”
5. Zur¨uckschalten in den ersten Gang vor dem Wiederanfahren
3.6.11 Zu zweit auf der Maschine
Viele Motorr¨ader sind
”
auf Solobetrieb geeicht (→ Abschnitt 2.3.4 auf Seite 75).“
(→ [Zey2009] S. 84)
Pilot und Sozia (bzw. Sozius) m¨ussen sich stets bewußt sein, dass der Beifahrer mit seinem Gewicht und seinem Verhalten gravierend die Fahrdynamik
ver¨andert. Der Beifahrer sollte mit dem Fahrer eine Bewegungseinheit bilden,
das heißt, er sollte immer festen K¨orperkontakt zum Fahrer suchen und dessen
Bewegungen synchron mitmachen. Dazu sollte er sich beispielsweise nicht an
B¨ugeln des Soziussitzes festhalten, sondern mit beiden Armen um die H¨uften
des Fahreres greifen. Unterst¨utzend sollte der Beifahrer in Rechtskurven rechts
am Fahrerhelm vorbeischauen und in Linkskurven links vorbei. Damit wird der
Beifahrer f¨ur den Fahrer zu einer kalkulierbaren Komponente.
KAPITEL 3. EMOTION
156
Joan Brady: Wie jeder eingefleischte Motorradfahrer weiß, muß
”
der Beifahrer volles Vertrauen in den Vordermann haben, denn
die beiden Ko¨ rper m¨ussen im Gleichklang agieren. [. . .] Ich schloß
die Augen und schmiegte mich an ihn, ließ meine Wange ganz
entspannt an seinem verblichenen T-Shirt ruhen. Mit Joe Motorrad zu fahren, war wie Tanzen mit einem versierten Partner.“ (→
[Bra1999] S. 132–133)
Susa Bobke & Shirley Seul: Hinten sitzen, die Gegend betrach”
ten, ungesto¨ rt etwas essen, die Gedanken schweifen lassen, ohne die na¨ chste Kurve zu berechnen [. . .] das finden wir toll. Die
meisten Frauen, die wir kennen, fahren nicht gerne mit. Vielleicht
ist das auch eine Vertrauenssache. Wer den Lenker in der Hand
hat, hat die Kontrolle. Und die Verantwortung. [. . .] Tausende von
zu zweit zur¨uckgelegten Kilometern haben dieses Vertrauen wachsen lassen. [. . .] Eine Gemeinsamkeit scheinen motorradfahrende
Frauen und M a¨ nner zu haben: Sie fahren nicht gerne hintendrauf
mit.“ (→ [BoSe2007] S. 110)
Susa Bobke & Shirley Seul: Eine gute Hintendrauf weiß alles
”
und verha¨ lt sich dementsprechend. Als Selbstfahrerin hat sie den
39
Groove des Bikers im Blut [. . .].“ (→ [BoSe2007] S. 111)
3.6.12 Fluchtweg (Luckenerkennung)
¨
“Flucht ins Gel¨ande”:
Reststrecke voll bremsen!
Aufstehen!
Bremse l¨osen, ausgekuppelt bleiben!
Gel¨andefahrt!
(→ [Spi2006] S. 167)
Siehst Du den Autofahrer nicht,
sieht der Autofahrer Dich auch nicht!
(Warnregel im dichten Stadtverkehr)
¨
Anf¨anglich ganz bewußt, sp¨ater quasi automatisch, gilt es permanent die Uberlebensfrage treffsicher zu beantworten: Wie und wohin kann ich notfalls ausweichen, gegebenenfalls auch die Fahrbahn verlassen? Auf welcher Seite
kann ich an einem u¨ berraschenden Hindernis (bremsendes Auto, pl¨otzlicher
Linksabbieger usw.) vorbeifahren, oder ist die Flucht ins Gel¨ande“ das klei”
¨
nere Ubel.
Stets ist der Aufprall auf eine große Masse zu vermeiden. Man muss
sich daher auf die L¨uckenerkennung konditionieren. Blitzartig sind die jeweiligen L¨ucken zwischen den Hindernissen (Autos, B¨aumen usw.) einzusch¨atzen.
39 Im Groove sein“ ist einerseits Ausdruck f¨
¨
ur Ubereinstimmung
im Handeln mehrerer Men”
schen, zum Beispiel dem Zusammenspiel mehrerer Musiker, andererseits die Bezeichnung f¨ur ein
Gl¨ucksgef¨uhl, das durch psychomotorische Stimulation wie beim Tanzen ausgel¨ost wird.
→ http://de.wikipedia.org/wiki/Groove (Musik) (Zugriff: 02-Apr-2009)
¨ FAHRSPASS
3.6. TIPPS FUR
157
Ist eine Flucht ins Gel¨ande“ angesagt, dann wird dieser Entschluß nie”
mals in Zweifel gezogen, sondern es wird konsequent die folgende, sinnvolle
Handlungskette vollzogen!
Bernt Spiegel (→ [Spi2006] S. 166–167):
1. Mit m¨oglichst wenig Schr a¨ glage auf den ins Auge gefaßten Punkt am Fahrbahnrand zufahren. Dabei Ausnutzen des
noch griffigen Untergrunds zum maximalen Verz o¨ gern, d. h.
Vollbremsung — und Vollbremsung heißt immer auch auskuppeln! [. . .]
2. Am Fahrbahnrad — noch vor Beginn des losen Untergrunds
— beide Bremsen auf, und zwar rechtzeitig genug, damit das
Vorderrad noch vor dem Schlag, der jetzt folgen kann, wieder
ausfedert.
3. Gleichzeitig in die Fußrasten stellen, Knie bzw. Unterschenkel fest an den Tank, Gewicht nach hinten verlagern und weiter ausgekuppelt lassen!
4. Im Gel¨ande dann vorsichtig vollends abbremsen. Vor allem
die Vorderradbremse a¨ ußerst behutsam bet a¨ tigen40 — nasses
Gras ist teuflich glatt! [. . .] Falls un u¨ berwindbare und nicht
umfahrbare Hindernisse im Weg sind, Motorrad durch ent¨
schlossenes Uberbremsen
des Hinterrades bei gleichzeitiger
leichter Kurve rechtzeitig davor ablegen.
Diese Handlungskette kann nur in Ans¨atzen — wenn u¨ berhaupt — ge¨ubt werden. Um sie im Notfall sicher praktizieren zu k¨onnen, muss sie daher immer
¨ werden; also zum Beispiel in langweiligen Phasen einer
wieder mental geubt
l¨angeren Tour laut aufgesagt werden.
3.6.13 Biken im Team
Wolfgang Hoffmann: Biken mit guten Freunden, das vermittelt
”
nicht zuletzt Selbstbewusstsein und Geborgenheit. Der Sound von
einem halben Dutzend Maschinen klingt manchen wie Musik in
den Ohren.“ (→ [Hoff2012] S. 7)
Biken im Team macht nur Spaß, wenn folgende Regeln beachtet werden (→
z. B. [Hoff2012] S. 7):
1. Koordinierbares Team, also ≤ 8 Biker
2. Zwischenstopps und Ziel sind vorab festzulegen, also keine Fahrt ins
Blaue.
40 Bremsen
→ Abschnitt 3.6.10 auf Seite 153
KAPITEL 3. EMOTION
158
3. Time-out-Zeichen f¨ur spontane Stopps vorher vereinbaren.
4. Anpasste Streckenl¨ange, also Maximum pro Tag bei Idealbedingungen:
• Autobahn ≈ 700km
• Landstraße ≈ 400km
• Kurvenreiche Bergtour ≈ 200km
5. Leistungsorientierte Reihenfolge, also die weniger leistungsstarken Biker fahren in die Mitte und die Cracks“ am Ende.
”
6. Leicht versetzt fahren, damit jeder gut beobachten und rechtzeitig reagieren kann. 41
¨
7. Absolutes Uberholverbot
zwischen den Teammitgliedern.
3.6.14 Aufbocken
Um das Motorrad (relativ leicht) auf den Hauptst¨ander zu stellen (≡ Aufbocken) sind folgende Schritte (f¨ur Rechtsh¨ander) hilfreich (→ z. B. [ BMW1997]
S. 43):42
1. Die linke Hand umfasst den linken Lenkergriff.
2. Die rechte Hand greift den Aufstellgriff (oder die Unterkante des Sitzes
oder den Rahmen).
3. Der rechten Fuß wird auf den Bet¨atigungsdorn des Hauptst¨anders gestellen und dr¨uckt den Hauptst¨ander so weit nach unten bis beide (!!) Abrollkufen auf dem Boden aufliegen. Da man aus Sorge vorm Umkippen das
Motorrad u¨ blicherweise ganz leicht auf die linke Seite geneigt h¨alt —
schließlich steht man dort ja, und kann gegebenenfalls mit dem K¨orper
gegen dr¨ucken —, ist eine mittige Ausrichtung geboten (d. h. leichtes
nach rechts kippen) damit beide Abrollkufen auf den waagerechten Boden aufliegen. Hinweis: Verkanntet u¨ ber die linke Abrollkufe wird ein
Hochwuchten kaum gelingen!
4. Der rechten Fuß wechselt auf die Trittfl¨ache des Hauptst¨anders.
5. Man stellt sich dann mit vollem K¨orpergewicht auf den rechten Fuß und
damit auf den Hauptst¨ander.
6. Das Motorrad wird mit kr¨aftigem Armzug nach hinten und gleichzeitig
nach oben auf Hauptst¨ander gezogen. Wenn beide Abrollkufen gleichermaßen beteiligt sind, geht es relativ leicht. Ich bringe meine ≥ 240kgMaschine (BMW R 1100 GS) ohne Sch¨aden im Kreuz auf den Hauptst¨ander.
41 Formationsflug
42 Hier
nebeneinander ist verboten!
Beispiel BMW R 1100 GS.
3.7. KONTRAPUNKT: GESPANNFAHREN
159
3.7 Kontrapunkt: Gespannfahren
Bei welchem Motorrad43 erlaubt der Hersteller den Gespannbetrieb?
”
Die Antwort ist einfach: Bei keinem!“
(→ [PeGr2002] S. 10)
Die Freude beim Fahren eines Motorradgespanns basiert auf der Asymmetrie des Fahrzeuges. Grunds¨atzlich f¨ahrt sich das Gespann links herum anders
als rechts herum. Die Wendekreise und Lenkkr¨afte sind auf jeder Seite verschieden.
Bernhard Goetz: Und genau hier liegt der wilde Spaß begr u¨ ndet
”
den kein anderes Fahrzeug bietet. Sie glauben es nicht? Fragen
Sie Gespannfahrer.“ (→ [G¨ot2007] S. 4)
Als Vorteil geben Gespannfahrer stets die unstrittige Stabilit¨at durch das
dritte Rad an.44 Ein Ausrutscher, insbesondere auf glatter Straße im Winter,
f¨uhrt nicht gleich zum Sturz. Zus¨atzlich gibt es mehr Geselligkeit, weil ein
Partner mitgenommen werden kann, notfalls der geliebte Hund.
Kritiker des Gepannfahrens behaupten allerdings: Ein Motorrad mit Beiwagen vereint die Nachteile des Motorrades (z. B. kein Wetterschutz) mit denen
des Autos (z. B. breit, schwer und unhandlich). Dagegen behauptet die eingeschworene Gemeinde der Fans:
Bernhard Goetz: Besonders auf kurvigen Strecken hat schon man”
cher Gespannfahrer der Solofraktion gezeigt wer die Nase vorne hat. Kein Zweirad ist so schnell und sicher wie ein Gespann.
Gespanne ko¨ nnen schneller sein als Sie vielleicht denken.“ (→
[G¨ot2007] S. 6)
3.8 Entt¨auschung
Es w¨are illusion¨ar zu glauben, die Emotionen w¨aren nur positiv. Es gibt immer wieder F¨alle von großer Entt¨auschung. Beispielsweise berichtete mir Ralf
Kruk45 von seiner Entt¨auschung. Er hatte sich vor einem Jahr eine Harley Da43 Aktuelle Motorr¨
ader sind gemeint. Selbst bei MZ und Harley-Davidson findet man heute
”
kein Gespann mit Brief in den Preislisten.“ (→ [PeGr2002] S. 67) W¨unscht man sich ein All”
tagsgespann, wird man kaum noch auf die Vollschwingen-BMW der 60er Jahre setzen. [...] Eine
Alternative bieten die Zweiventiler-Modelle von BMW. Sie sind zwar nicht seitenwagentauglich,
aber mit u¨ berschaubarem Aufwand umzubauen.“ (→ [PeGr2002] S. 10)
Stets sollte beachtet werden, dass der Anschluss eines Beiwagens rechtlich ein Umbau bleibt und
kein Neubau wird. Die Zulassung eines Umbaus (nach §19 Abs. 2 bzw. 3 StVZO) ist wesentlich
einfacher und preiswerter als ein Neubau (nach §21 StVZO). (→ [PeGr2002] S. 71)
44 Zur Gew¨
ahrleistung der Spurstabilit¨at beim kritsichen Bremsvorgang sollte als erstes das
Beiwagenrad blockieren, dann das Hinterrad ehe zum Schluß das Vorderrad blockiert. So bleibt
m¨oglichst lange eine Lenkbarkeit bestehen. (→ [G¨ot2007] S. 82)
45 Ralf Kruk, Pommernstraße 3a, D-21391 Reppenstedt am 25. Mai 2009.
160
KAPITEL 3. EMOTION
vidson Sportster 883 46 f¨ur ≈ 9.000 ¤ gekauft, die er nun unverz¨uglich verkaufen wollte. Zum einen sei seine Harley eine Maschine zur Erzeugung von
Bandscheibensch¨aden. Jede Landstraße mit ihren Unebenheiten w¨urde direkt
auf seine Bandscheiben u¨ bertragen“. 47 Zum anderen w¨are Motorradfahren so
”
”
wie so nicht gut“. Stets m¨uhsam die Schutzkleidung anzulegen und sich dann
wie ein Michelin-M¨annchen“ 48 zu f¨uhlen w¨ahrend andere in ihrer leichten
”
Sommerkleidung umher spazieren, w¨are doch nur frustrierend. Dar¨uber hinaus m¨ussen stets die toten Insekten von Helm, Kleidung und Motorrad entfernt
werden. Eine ebenfalls u¨ beraus frustrierende Arbeit. Kurz gesagt: Nie mehr
Motorrad, sondern Auto. 49
46 Harley Davidson Sportster 883 mit klassischem V-2-Viertakt-Motor, 883cm3 Hubraum, maU
ximale Leistung 39kW (53PS) bei 5.900 min
, maximale Geschwindigkeit 170 km
h und 260kg Leergewicht.
47 Das Argument andere Federbeine zu montieren u
¨ berzeugte ihn nicht.
48 Das Michelin-M¨
annchen (Bibendum, oder kurz Bib) ist die Werbefigur des franz¨osischen
Unternehmens Manufacture Franc¸aise des Pneumatiques Michelin.
→ http://www.michelin.de (Zugriff: 26-May-2009)
49 Konsequenterweise war er im Besitz eines ziemlich neuen VW Golf Diesel mit Automatik.
Kapitel 4
Fazit — Machen!
Grow old disgracefully!“
”
In Unw¨urde a¨ lter werden!
— Motto des australischen Vereins Ulysses
f¨ur a¨ ltere Motorradfahrer
→ [Lee2007] S. 7
Es gibt zwei Arten von Motorradfahrern:
”
die, die sich schon hingelegt haben, und die,
die sich noch hinlegen werden.“
Bikerspruch zitiert nach → [Pie2004] S. 7
Mein Vater bestand mit sechzig den Motorradf¨uhrerschein [...]
”
Kaum stand Vaters Maschine in der Garage,
benahmen sich beide (Vater und Mutter),
als w¨aren sie auf Motorr¨adern zur Welt gekommen.
Vater verchromte alle Schrauben und putzte [...] t¨aglich.“
(→ [BoSe2007] S. 189)
Motorradfahrer gr¨ußen eben nur Motorradfahrer.
”
Das hat sich bis heute nicht ge¨andert
und das ist auch gut so.“
(→ [Kle2012] S. 13)
E
inerseits erh¨oht das Wissen u¨ ber Motorr¨ader die Sucht mindestens eines
davon m¨oglichst oft zu fahren. Andererseits begrenzt ein solches Wissen
die zwangsl¨aufigen Suchtsch¨aden.
Der skizzierte Gegenstand eigener Art“, also das Motorrad, zwingt uns mit
”
den erweiterten (Handlungs-)M¨oglichkeiten als Cyborg verantwortungsvoll umzugehen. Ich hoffe, das Sie, liebe Bikerin, lieber Biker, motiviert worden sind, dieser Verantwortung noch besser gerecht zu werden. Beim Praktizieren Ihrer pers¨onlichen Balance zwischen Vorsicht und begl¨uckendem Fahren
w¨unsche ich Ihnen viel Erfolg.
161
162
KAPITEL 4. FAZIT
Anhang A
Meine Maschinen
E
nde der 70iger bis Mitte der 80iger Jahre wohnte meine Familie auf dem
Batzenhof,1 einem Bauernhof in der N¨ahe von Karlsruhe (Baden-W¨urttemberg). Der ≈ 2km entfernte Rittnerthof war in dieser Zeit ein Treffpunkt f¨ur
echte Motorrad-Freaks. Im Kontakt mit diesen fachkundigen Schraubern und
schnellen Fahrern wuchs bei mir das unwiderstehbare Bed¨urfnis.
Hansj¨org Znoj: [. . .] wenn Motorradfahren zu einem Bed u¨ rfnis
”
geworden ist, so sollte man dieses auch ausleben.“ (→ [Zno2011]
S. 148)
Mit Einwilligung von Cornelia, meiner Ehefrau, wurde von diesen Freaks eine gebrauchte Honda CB 450 K1 (→ Abbildung A.1 auf Seite 164) erworben. Neben dem wundersch¨onen Aussehen hatte mich an dieser Maschine
z. B. begeistert, dass sie Torsionsst¨abe statt klassische Ventilfedern hatte und
damit den Anspruch erhob, auch f¨ur hohe Drehzahlen standfest zu sein.
Nachdem Cornelia ihren Motorradf¨uhrerschein gemacht hatte, habe ich
meine dazu abgegebene Motivationszusage, die Honda in eine klassische Vespa (→ Abbildung A.2 auf Seite 167) zu tauschen, erf¨ullt. 2 Das Fahren mit einem Motorroller ist jedoch mehr als andersartig: Man sitzt einfach nicht richtig! Also wurde die schnelle“ 3 Vespa P200 E (→ Abbildung A.3 auf Sei”
te 168), auch auf Empfehlung von Cornelia, ziemlich bald wieder verkauft und
die Motorrad-lose Zeit dauerte bis zur Zulassung einer BMW R 1100 GS (→
Abbildung A.4 auf Seite 171) am 12. Juni 2012.
1 D-76227
Karlsruhe-Hohenwettersbach, Batzenhof
Honda CB 450 K1 wurde von einem Metzgergesellen gekauft, der den Kaufpreis zum Teil
¨
durch Uberlassungen
einer Menge Wurstdosen beglich.
3 H¨
ochstgeschwindigkeit beim Verstecken“ hinter der Verkleidung ≈ 116km
h — bei einem Lei”
kg
kg
; erf¨ullte somit nicht die Anforderung an ein Motorrad von < 5PS
(→
stungsgewicht von ≈ 8,8 PS
Abschnitt 1 auf Seite 11).
2 Die
163
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
164
Legende:
Quelle: Cycle World September 1965
→ http://home.comcast.net/∼rdarke/450use.htm (Zugriff: 20-Aug-2007)
Abbildung A.1: Honda CB 450 K1
A.1
Honda CB 450 K1
Die Zweizylinder Honda CB 450 K1 4 (Spitzname des Urmodells war Black
Bomber) hatte einen Hubraum von 444cm 3 mit einer Bohrung vo 70mm und
einem Hub von 57, 8mm. Damit erzielte sie eine Leistung von 45PS (≡ 33kW )
U
bei 9000 min
. Die H¨ochstgeschwindigkeit betrug ≈ 170 km
h . Sie war ≈ 198kg
kg
schwer. Damit ergab sich ein Leistungsgewicht von ≈ 4, 4 PS
. Gebremst wurde
vorn und hinten mit Trommelbremsen. 5
Ralf Schimmelmann: Morgens sehe ich sie dann zum ert”
sen Mal: eine Honda CB 450, dunkelgr u¨ n-metallic mit goldenen
Zierstreifen am Tank, Zweizylinder-Reihenmotor mit tief liegenden
Endrohren, halb hochgezogener Lenker, Anbauteile verchromt, massive Metallschutzbleche [. . .]“ (→ [Schi2007] S. 14).
Jan Leek: [. . .] Panikattacken zu erleiden, wenn der Motor aufh o¨ rt
”
Brumm-Brumm zu singen und die R a¨ der sich nicht mehr drehten. In der Zeit mit einer Honda CB 450 war die Angst zun a¨ chst
4 Das Modell CB 450 in seinen Entwicklungsstufen K0...K5 war die Basis f¨
ur Hondas Welterfolg bei den großen Motorr¨adern.
5 Zum Beispiel → https://de.wikipedia.org/wiki/Honda CB450 (Zugriff: 23Jun-2015)
A.2. VESPA P200 E
165
weg, als aber dann der Ventilmechanismus wiederholt Zeichen einer unheilbaren Krankheit zeigte, war die Angst wieder da. Eines
Nachmittags, Torsionsfeder und Nockenwelle in der Hand schwor
ich, das Motorrad gegen eine neue Guzzi einzutauschen, [. . .]. Die
Steuerkette war u¨ ber ein Meter lang und das Ger u¨ cht erz¨ahlt, der
Konstrukteur wurde vom Vorstand in Tokyo aufgefordert, Harakiri
zu begehen.“ (→ [Lee2008a] S. 56)
Uli B¨ockmann: [. . .] legenda¨ ren CB 450, die mit ihrer Literlei”
stung von knapp 100 PS schon seit Mitte der 60er die deutlich
hubraumsta¨ rkere Konkurrenz von Triumph, Norton oder BMW auf
der Straße recht alt aussehen ließ und deshalb nicht umsonst als
Black Bomber in die Motorradhistorie einging [. . .]“ Der Nachfolger CB 500 T konnte jedenfalls nicht ann a¨ hernd die Faszina”
tionssch¨ube auslo¨ sen, mit denen der 450er seine Fahrer beschenkt
hatte.“ (→ [B¨o2015] S. 17–18)
A.2 Vespa P200 E
Eigentlich geh¨ort die Vespa P200 E nicht in diese Rubrik. Das Motorrad“ als
”
¨
Gegengstand eigener Art setzt nach meiner Uberzeugung
ein Leistungsgewicht
kg
von < 5 PS
voraus (→ Abschnitt 1 auf Seite 11) — unabh¨angig davon, ob
es nun die Auspr¨agung eines klassischen Motorrollers hat. Die Vespa P200 E
kg
109
≈ 8, 8 PS
(→ Tablle A.1 auf Seite 168).
bringt es nur auf ≈ 12,4
Allerdings war und ist Die Wespe“ (italienisch Vespa) ein echtes Kultger¨at.
”
Im Jahre 1946 konstruiert vom italienischen Ingenieur Corradino D’Ascanio
(→ S. 195) mit dem Ziel ein m¨oglichst einfaches, leicht zu reparierendes und
sparsames Transportmittel zu schaffen. Außerdem mußte es mit den vorhandenen Anlagen des ehemaligen Herstellers von Kriegsflugzeugen Piaggio Aero
Industries6 produziert werden k¨onnen. Quasi als technischer Notbehelf“ ge”
boren (Der Spiegel Heft 39, 1996 → [Schn2014] S. 8) ist sie heute ein begehrtes Kult- und Sammlerobjekt. Charakteristisch f¨ur alle Wespen sind:
• die selbstragende Karosserie,
• die einseitige R¨aderaufh¨angung und
• der Dirktantrieb.
Im Jahr 2015 hat die aktuelle, fl¨ussigkeitsgek¨uhlte Vespa GTS Super 300 IE
(Abgasnorm EUR3) mit ABS/ASR, Automatik und 12”-R¨adern einen 278cm 3 Viertaktmotor mit 4 Ventilen und einer Leistung von 15, 8kW (≡ 21, 5PS) bei
U
U
7.500 min
und ein maximales Drehmoment von 22, 3Nm bei 5.000 min
. Das
6 → http://www.de.piaggio.com/piaggio/DE/de/home.html
→ http://www.de.vespa.com/de/index.html (Zugriff: 26-Aug-2015)
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
166
kg
Leergewicht betr¨agt ≈ 160kg; also ein Leistungsgewicht von ≈ 7, 44 PS
. ErKm
reicht wird eine H¨ochstgeschwindigkeit von ≈ 118 h . Sicherlich kann mit
˙ von Mascharfen“ Tuningteilen 7 f¨ur den Vespa-Motor (mehr Hubraum!), z. B.
” 8
lossi , das Leistungsgewicht in den Bereich, den ich als charakteristische Mokg
¨
torradeigenschaft vorgesehen habe (< 5 PS
), gebracht werden (T UV-gem¨
aß?).
9
Die klassische, luftgek¨uhlte Zweitakt-Wespe Vespa PX 150 mit 10”-R¨adern
hat im Jahr 2015 bei 150cm 3-Motor (Abgasnorm EUR3) eine Leistung von
U
5, 8kW (≡ 7, 9PS) bei 6.000 min
und ein maximales Drehmoment von 11, 2Nm
U
bei 4.000 min . Das Leergewicht betr¨agt ≈ 125kg, also ein Leistungsgewicht
kg
von ≈ 15, 82 PS
. Mit Lenkergriff wird ein 4-Gang-Getriebe geschaltet. Gestartet wird sie entweder elektrisch oder per Kickstarter. Erreicht wird eine
H¨ochstgeschwindigkeit von ≈ 88 Km
h .
Am 27-Aug-2015 habe ich beim Vespa-H¨andler (ZTK, Harburger Straße
52, D-29640 Schneverdingen) auf den aktuellen Vespa-Modellen zur Probe
gesessen, um erneut festzustellen, dass die Sitzposition a¨ ußerst gew¨ohnungsbed¨urftig ist. Irgendwie sitzt man a¨ hnlich wie ein Affe auf dem Schleifstein“.
”
Zus¨atzlich hat ihr hoher Plastikanteil die Freude an diesen Modellen eingeschr¨ankt. Jedes Verkleidungsteil ist aus Plastik gefertigt. Sicherlich im Hinblick auf das Leergewicht zweckm¨aßig, aber im Sinne eines klassischen Kultobjektes kontraproduktiv.
O-Ton MOTORRAD-Langstreckentest 1982: “Wer sich einmal an
”
die rollertypischen Eigenschaften gew o¨ hnt hat, traut sich in den
Kurven bisweilen ordentliche Schr a¨ glagen zu. Links streift dabei
der dicke Gummi am Hauptst a¨ nderfuß und mahnt so vor Schlimmerem. Rechts dagegen kratzt gelegentlich sogar das untere Kickstarter-Ende auf dem Asphalt, worauf das Rollerheck - o Schreck
laß nach - ein St u¨ ck gen a¨ ußeren Kurvenrand gehebelt wird.”“ (→
http://www.motorradonline.de/de/motorraeder/tests/
gebrauchtberatung/gebrauchtberatung-vespa-px-200-e/106466
(Zugriff: 25-Apr-2012))
Mein Problem lag nicht in der Schr¨aglage sondern beim Bremsen: Es kommt zu
einem relevanten Drall gegen den Uhrzeigersinn, weil der hinten rechts mon7 Vertrieb z. B. Scooter & Service Store Hamburg, Sch¨
utzenstraße 107, D-22761 Hamburg,
Telefon: 040/32524438
→ https://www.scooter-and-service.de (Zugriff: 27-Aug-2015)
8 → http://www.malossi.com/de/ (Zugriff: 27-Aug-2015)
9 J¨
urgen-Schneider: Kn¨uller war die Wiederaufnahme der Produktion der Modelle PX
”
125 und PX 150 im Jahr 2011. Nachdem die PX 2008 aus dem Programm genommen worden war, u¨ berlegte es sich Piaggio wieder anders — auch unter dem Druck
der zunehmenden Importe des indischen Lizenzbaus LML (Lohia Machinery Limited) —
→ http://www.lml-scooter.eu/index.php/home lml de at.html (Zugriff: 27Aug-2015) — der allerdings Viertaktmotoren [...] besitzt. Wie alle Vespa-Fans freuen wir uns
nat¨urlich sehr dar¨uber, daß die klassische PX wieder auferstanden ist wie Phoenix aus der Asche
[...].“ (→ [Schn2014] S. 7)
A.2. VESPA P200 E
167
Legende:
Vespa (lat. f¨ur Wespe) Motorroller der Firma Piaggio, Quelle: Wikipedia
→ http://de.wikipedia.org/wiki/Vespa (Zugriff: 23-Aug-2007)
Abbildung A.2: Vespa — Aufsicht
tierte Motor schwerer als das hinten links befindliche Ersatzrad ist. Kurz gesagt, beim harten Bremsen u¨ berholt das Hinterrad auf der rechten Seite.
Meine große Freude an der Vespona 10 lag einerseits am niedrigen Verbrauch und andererseits beim Schrauben: Mit Bordwerkzeug konnte quasi Alles, auch der Kurzhubmotor ( Bohrung
Hub ≈ 1, 17), zerlegt werden. Ich habe es jedenfalls in meiner kurzen Besitzzeit konkret ausprobiert.
Hinweis zum Benzinverbrauch: Victor Engelbrecht durchquerte 1958 in
vier Monaten den afrikanischen Kontinent. Auf den ≈ 20.000km verbrauchte
l
(→ [KubUhl2014] S. 144). Nach Hans J. Schneider beseine Vespa ≈ 3 100km
l
l
und 5, 5 100km
,11 je nach Fahrweise
wegt sich der Verbrauch zwischen 3, 5 100km
(→ [Schn2014] S. 29). Dabei betr¨agt die Reichweite bei fast allen Vespa-Typen
nur (!!) ≈ 150..200km (→ [Schn2014] S. 32).
G¨unther Uhlig: Die Vespa wird geliebt oder gehaßt, dazwischen
”
gibt es nichts. [. . .] Jahrzehntelang war es eine hohe Kunst, sie mit
ihrer Rechtslastigkeit und ihren viel zu kleinen R a¨ dern auf Kurs
zu halten. Erst in letzter Zeit ließ sie sich mit aufwendigen Fahrwerksmodifikationen und einem neuen Antriebskonzept Manieren
beibringen. Aber die R a¨ der sind immer noch zu klein, f u¨ hren zu
einem enormen Reifenverschleiß. Und sie ist teuer, viel zu teuer.
In der Anschaffung und im Unterhalt., bei Ersatzteilen, Zubeh o¨ r
und Reparaturen. Schon f u¨ r die Kleinste bekommt man zwei Japaner, drei Koreaner oder fu¨ nf Chinesen.12 Aber will die einer? [. . .]
10 Vespona ≡ Roller-Kosename f¨
ur alle Dicken“, also auch f¨ur die Vespa P200 E (→ [Roo1994]
”
S. 24).
11 Schmier¨
ol im Verh¨altnis 1 : 50 inklusive.
12 Im Jahr 2015 hat eine Vespa Sprint 125 3V i.e. einen Listenpreis von 4.250,00¤. Ein vergleichbarer taiwanesischer Roller SYM Fiddle III 125 (SYM → S.210) kostet per Preisliste nur
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
168
Legende:
Vespa (lat. f¨ur Wespe) Motorroller der Firma Piaggio, Quelle:
→ http://www.vespafascination.com/70/scooters/htm/78 P200E.htm (Zugriff: 23-Aug-2007)
Abbildung A.3: Vespa P200 E — Reklamefoto
Technische Daten Vespa P200E
Motor: Einzylinder, 2-Takt
Bohrung:
66.5mm
Hub:
57mm
Hubraum:
197, 8cm 3
U
PS:
12, 4 bei 5700 min
Mischung:
2%
G¨ange:
4
Fahrwerk: 1 Stahlpressrahmen
Reifen:
3.50x10 Federweg:
90mm
Gewicht:
109kg
Max. Tempo:
116 km
h
Legende:
Die Vespa P200 E (Jahr 1977–82; Rahmennummern VSX1T 1101–160000) sahen aus wie die
P125X. Quelle:
→ http://www.vespafascination.com/70/scooters/htm/78 P200E.htm (ZuU
griff: 01-Aug-2007) In der deutschen Version gedrosselt auf 10PS bei 5000min
(→ [KubUhl2014]
S. 199)
Tabelle A.1: Vespa P200E
A.2. VESPA P200 E
Gibt es etwas Sch¨oneres als mit der Vespa gl u¨ cklich zu sein?“ (→
[KubUhl2014] S. 252)
Peter Roos: Hast du die Vespa schon einmal von hinten gesehen?
”
Ein Reh! Eine Gazelle. Kein Fahr-, ein Flugzeug soll es sein.“ (→
[Roo1994] S. 106)
Guido Schwarz: Wenn zwei Herren auf einer Vespa sitzen, dann
”
sieht das immer ein wenig seltsam aus, denn meist kann Mann
sich auch nirgends anhalten und muss dann den Bauch des Fahrers
umschlingen. Was bei einer s u¨ ßen Damenbegleitung sexy aussieht,
wirkt bei zwei M¨annern seltsam.“ (→ [Schwa2011] S. 160)
1.949,00¤.
169
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
170
A.3
BMW R 1100 GS
BMW GS ≡ Eierlegende Wollmilchsau!(?)
”
F¨ur immer jung
”
— der BMW-Boxer“
(→ [MaSch2010] S. 3)
Matthew Coombs: [. . .] sodass das Werk 1994 den n a¨ chsten Ham”
mer landen konnte: F u¨ r manche war die R 1100 GS eine neue
¨
Uber-Reise-Enduro,
f u¨ r andere nur ein missgl u¨ ckter Versuch aus
Stevie Wonders13 Stabilbaukasten — doch auch hier u¨ bertrafen
die Verkaufszahlen alle Erwartungen.“ (→ [Coo2012] S. 9)
Am 31-May-2012 habe ich bei Zweirad-Technik Dieter K¨onemann, Harburger Straße 52, D-29640 Schneverdingen, eine Scheckheft-gepflegte 14 BMW
R 1100 GS, 15 Baujahr 1998, mit 61155km Laufleistung f¨ur ein paar Tausend
¤ gekauft (→ Abbildungen A.4 auf Seite 171 und A.5 auf Seite 172): 1.085cm3-Luft-/¨olgek¨uhlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, Bohrung × Hub: 99 ×
70, 5mm (Kurzhubmotor ≈ 1, 4), Leistung (eingetragene): 57kW (≈ 77PS) bei
U
U
, maximales Drehmoment: 97Nm bei 5.250 min
, Reifen:16 vorn 110/80R19
6.500 min
59H, hinten 150/70R17 69H, Gewicht (vollgetankt): ≈ 260kg, Leistungsgekg
, Tankinhalt: 25l, H¨ochstgeschwindigkeit: 197 km
wicht: ≈ 3, 35 PS
h , Beschleukm
≈
11s,
Grundpreis
(1998):
nigung: 0 − 100 h ≈ 4, 0s, Durchzug: 60 − 140 km
h
≈ 9.200 ¤ (inkl. Heizgriffe und ABS).
Am 12-Jun-2012 habe ich diese BMW R 1100 GS mit dem Kennzeichen
LG-LG95 zugelassen (Zulassungskosten = 35, 60 ¤, Kennzeichen 18, 00 ¤)
und bei der VGH 17 Haftpflicht (Beitragssatz 35%) und Teilkasko (ohne Selbstbeteiligung) f¨ur ≈ 70 ¤/ Jahr versichert. Die Kraftfahrzeugsteuer betr¨agt 80
¤/ Jahr18 .
Matthias Schr¨otter: Unkompliziertes Kaltstartverhalten [. . .] Die
”
leichtg¨angige Kupplung ziehen, den ersten Gang einlegen. Ein leises, aber vernehmbares Klacken — drin ist er. Gasgeben, einkuppeln, losrollen, rein in den [. . .] Großstadtverkehr. [. . .] Sch o¨ ner
13 Stevie Wonder ( 13-May-1950 in Saginaw, Michigan) ist ein US-amerikanischer Soul- und
Pop-S¨anger, Komponist, Multiinstrumentalist sowie Produzent.
→ https://de.wikipedia.org/wiki/Stevie Wonder (Zugriff: 2-Jul-2015)
14 BMW Ubergabedurchsicht:
¨
24-Sep-1998; BMW Inspektion 1000 km: 22-Apr-1999; BMW
Pflegedienst 10.000 km: 04-Jul-2000; BMW Inspektion 20.000 km: 15-May-2003; BMW Jahresservice: 15-May-2003; BMW 40.000 km: 18-Jun-2008; BMW Jahresservice: 18-Jun-2008; BMW
Inspektion 60.000 km: 24-May-2011.
15 BMW 259; Fahrzeug-Identifizierungsnummer (Rahmennummer): WB10404C8WZC40345;
Motornummer: 112EB 1498 6659; Farbcode: 716
16 Sommer 2012: Metzeler Tourance (→ Abschnitt 2.3.4 auf Seite 73); vorn: 110/80R19 M/C
59 V; hinten: 150/70R17 M/C 69 V
17 VGH-Vertretung Jens H¨
ulseberg e. K., Bahhofstraße 21, D-27619 Schiffdorf, Tel.:
04703/5047
18 1.085cm3 entspricht 44 angefangenen 25cm3 zu je 1,84 ¤
A.3. BMW R 1100 GS
Legende:
Foto: H. Bonin, 12. Juni 2012
Abbildung A.4: BMW R 1100 GS
171
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
172
Legende:
Foto: H. Bonin, 12. Juni 2012
Abbildung A.5: BMW R 1100 GS
¨
thronen garantiert eben beste Ubersicht
im Verkehrsgew¨uhl, z¨ugig
rauscht der schwere Dampfer durch den dichten Feierabendverkehr: Der geregelte Kat und diverses Sonderzubeh o¨ r, wie etwas
das ABS, treiben das Lebendgewicht [. . .] auf stattliche 262 Kilogramm — inklusive 25 Liter Super an Bord. Macht aber nix.
Wirklich nicht. Wie kein anderen Hersteller scheint BMW es zu
verstehen, schweren Motorra¨ dern Leichtfu¨ ßigkeit einzuhauchen.
[. . .] Nat¨urlich l¨aßt sich das Tempo [. . .] ohne Probleme auf u¨ ber
180 km
h forcieren, dann steigt der Verbrauch jedoch [. . .] auf gut
neun Liter.
[. . .] Spielerisch und enorm zielsicher gleitet, jawohl, gleitet der
Riese von einer Kurve in die n a¨ chste. Nur minimales Aufstellmoment beim Bremsen in Schr a¨ glage. Zudem gl a¨ nzt die GS mit
Kurvenstabilit¨at und enormer Schr a¨ glagenfreiheit. Und mit ihrem
Fahrwerk: Andere Enduros mit 190 Millimetern Federweg am Vorderrad tauchen beim scharfen Bremsen pl o¨ tzlich unter dir weg
wie ein buckelndes Rodeopferd. Eine GS nicht, der einzigartigen
Telelever-Aufha¨ ngung sei Dank. Sie l a¨ ßt sportliches Fahrweise zu,
fordert z¨ugiges Tempo geradezu heraus.
[. . .] Der hemds¨armelige, weil recht vibrationsfreudige Kraftprotz
gl¨anzt mit 107 Newtonmetern maximalem Drehmoment, garantiert
U
U
. Jenseits von 6.500 min
mag er dagesatten Schub ab 2.000 min
gen nicht mehr so willig zur Sache gehen — die gebotenen Fahrleistungen sind dennoch aller Ehren wert. “ (Matthias Schr¨oter,
A.3. BMW R 1100 GS
173
Legende:
Foto: Betriebsanleitung Speeds BL150
Digitales intelligentes Ladeger¨at f¨ur Blei-Batterien, wartungsfreie, Freizeit u. Gel-Batterien mit
einer Kapazit¨at von 2–65 Ah. Hinweis: Bei einer 220Volt-Unterbrechung (z. B. weil das Verl¨angerungskabel anderweitig genutzt wurde) ist anschließend zwingend (!!) der Startknopf zu dr¨ucken;
¨
andernfalls findet keine Uberwachung
bzw. Ladung statt.
Abbildung A.6: Ladeger¨at 1,0 A DC
23.10.1998, erschienen in MOTORRAD Hefft 22 / 1998
→ http://www.motorradonline.de/
vergleichstests/test-bmw-r-850-und-r-1100-gs/106638(Zugriff:
3-Jun-2012))
Helmut Mader und F. J. Schermer: Vom Start weg der R 1100
”
RS (Fr¨uhjahr 1993) wurde die Doppelgelenk-Einarmschwinge BMW Paralever verwendet. [. . .] Damit war endg u¨ ltig Schluss
mit dem Fahrstuhlfahren beim Gas geben — denn die alten
Boxer mit der ungelenkigen Hinterradschwinge hatten die
Eigenart, dass beim Beschleunigen das Motorrad hinten anhob,
weil sich der Kardanantrieb ja irgendwo abst u¨ tzen musste.“ (→
[MaSch2010] S. 11)
Am 18-Jan-2014 habe ich die Maschine von Motorrad-Technik Martynow, 19
Bahnhofstraße 27, D-21409 Embsen, von der Wartung abgeholt. Es wurde die
GTU¨ Hauptuntersuchung gem a¨ ß §29 StVZO und die Abgasuntersuchung gemacht. Die Reifen wurden erneuert und zwar Continental Trail Attack 150/70¨ wurde gewechselt und zwar 3,8 l halbsyntheti17 und 110/80-19. 20 Das Ol
¨
sches Motorrad¨ol Motul 5100 4T 15W-50 und der Olfilter
(Mahle). Die Batte19 Motorrad-Technik Martynow → http://www.motorrad-technik-martynow.de
(Zugriff: 18-Jan-2014)
20 Neuer Straßenenduro-Reifen speziell entwickelt f¨
ur die großen und leistungsstarken Reiseen”
174
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
rie wurde gewechselt und zwar MOTOBATT MB51814/51913. Dazu wurde ein
Anschlusskabel f¨ur das zus¨atzliche Batterieladeger¨at Speeds BL150 21 (→ Abbildung A.6 auf Seite 173) verlegt. Der Rechnungsbetrag war 823, 78 ¤ mit
einem Lohnanteil von 201, 30 ¤. Zu erw¨ahnen ist, dass die Maschine ohne
Berechnung von Transportkosten im Autotransporter abgeholt wurde (Reppenstedt → Embsen ≈ 14km).
Am 13-Jun-2015 habe ich die Batterie gewechselt, weil die Maschine trotz
voll geladener Batterie nicht mehr ansprang. Als Fehlerursache kommen nach
Meinung des Werkstattmonteuers von Motorrad-Technik Martynow die Batterie und/oder auch die ihm bekannte Schwachstelle bei diesem alten BMWModell, der Anlasser (!), in Betracht. Dieser zieht wegen klemmender Magnete
einfach zuviel Strom ehe er sich dreht. Ich habe aus Kostengr¨unden zun¨achst
die Batterie angenommen, zumal diese im Winter 2014/2015 wegen Fehlbedienung des Batterie¨uberwachungsger¨ates (→ Abbildung A.6 auf Seite 173), sich
total entladen hatte und so auch bei K¨alte lagerte. Montiert habe ich mit Hilfe des Wartungs- und Reparaturbuches von Matthew Coombs (→ [ Coo2012]
S. 205–206) eine Motorradbatterie Intact Bike-Power GEL 12V 21 AH BMW
mit ABS Gel51913. 22 Gew¨ahlt habe ich diese Batterie wegen der guten Kundenbeurteilungen bei Amazon.de. Die Batterieanschl¨usse passten nicht, aber
mit etwas Frickelarbeit“ gelang die Montage.
”
Am 27-Jun-2015 habe ich die verlorengegangene Abdeckung der Z¨undkerze
des linken Zylinders ersetzt. Die Abdeckung habe ich bei Zweirad Technik Dieter K¨onemann 23 , f¨ur 14, 30 ¤ gekauft.
Am 11-Sep-2015 habe ich das kaputte Abblendlicht durch eine Bosch Pure Light H4 12V 60/55 W (Nr. 472) Birne ersetzt. Gekauft habe ich diese bei
Milwa GmbH Bosch-Service, Am Schwalbenberg 12a, D-21337 L¨uneburg, Telefon 04131/56011 f¨ur 6, 50 ¤. Der Einbau erfordert die Abnahme des Windschildes (Achtung! unterschiedliche Schraubenl¨angen) und die L¨osung von den
drei Kreuzschlitzschrauben des Lampenrahmens. Hinweis: Die H¨ohenverstellung hinter der Lampe muss bei meiner GS nicht gel¨ost werden.
¨
Am 4-Oct-2015 habe ich nach Ubersetzen
mit der Hoopter F¨ahre am F¨ahrhaus Zollenspieker geparkt und mir die vielen Motorr¨ader angeschaut. Das
F¨ahrhaus ist ein beliebter Biker-Treff. Beim wieder Losfahren habe ich bemerkt, dass die Vorderradbremes nicht mehr geht. Der Bremsgriff lies sich ohne Widerstand und Wirkung bis zum Gasgriff durchziehen. Welch ein Gl¨uck,
dass es nicht bei einer notwendigen Vollbremsung passiert ist. Ganz vorsichtig
bin ich dann mit der Fußbremse nach Hause gefahren. Am n¨achsten Morgen
duros“
(→ http://www.conti-online.com/www/motorrad de de/themen/motorradreifen/enduro/trail attack de.html (Zugriff: 18-Jan-2013))
21 Speeds Performance-Parts → http://www.speeds.eu (Zugriff: 18-Jan-2014)
22 Gekauft habe ich diese Batterie online (¨
uber Amazon.de) bei BaSBa Batterien GmbH, Wendemarker Weg 44, D-16727 Oberkr¨amer, Telefon: 03304/253675, f¨ur 83,00¤. Geliefert wurde die
Batterie innerhalb von 2 Tagen!
23 Zweirad Technik Dieter K¨
onemann, Harburger Straße 52, D-29640 Schneverdingen, Telefon
05193/9640
A.3. BMW R 1100 GS
175
habe ich meine Maschine zur BMW Motorradwerkstatt L u¨ neburg, 24 Joachim
Lohmeier, Bahnhofstraße 21, D-21337 L¨uneburg, Telefon 04131/8200180 gebracht. Herr Lohmeier f¨uhrt diesen Einmannbetrieb. Er hat den Fehler sofort
erkannt — Riss des Bremsschlauches. Wegen der Ersatzteilbeschaffung hat
die Reparatur einige Tage gedauert. Es wurde der Hauptbremszylinder vorn
(K16V, K1100, R4V, Nr. 32722352190) f¨ur Netto 255, 36 ¤ mit einem Nettoarbeitspreis von 92, 62 ¤ ersetzt. Da der Bremsschlauch vom Rahmenverteiler
zum Radverteiler erneuert werden musste, war dazu das Vorderrad und der Kotfl¨ugel aus- und einzubauen (Netto 88, 20 ¤). Mit dem Bremsschlauch (Netto
52, 05 ¤) und allen Kleinteilen ergab sich dann ein k¨oniglicher (!!) Rechnungsbetrag von 612, 42 ¤ (enth¨alt ≈ 35% Arbeitslohn).
24 →
http://www.bml-lohmeier.de (Zugriff: 6-Oct-2015)
176
ANHANG A. MEINE MASCHINEN
Anhang B
Meine Touren
E
nde der 70iger bis Mitte der 80iger Jahre wurde der Schwarzwald in allen Ecken ausgekundschaftet. Die Lieblingsstrecke war die Schwarzwaldhochstraße (Teil der B500). Meist ging es von Karlsruhe auf Nebenstraßen
nach Baden-Baden, dem Startpunkt der Schwarzwaldhochstraße bis zum Endpunkt Freudenstadt. Der steile, kurvenreiche Anstieg zum Hauptkamm des
Nordschwarzwalds war stets ein Genuss: B¨uhlerh¨ohe und auch der Dobel waren echte H¨ohepunkte.
Mit dem Jahr 2012 k¨onnen nun schon lange bestehende Tourenpl¨ane vielleicht umgesetzt werden. Zun¨achst ist aber erst noch ein intensives Training
angesagt. So wie Susi Boxberg (→ Abschnitt 3.2.4 auf Seite 128), gleich nach
dem F¨uhrerschein mit einem gerade gekauften Motorrad von K¨oln nach Kapstadt zu fahren, ist f¨ur mich nicht angesagt. Erst muss meine BMW R 1100
GS (→ Abschnitt A.3 auf Seite 170) wirklich beherrscht werden. Ich w¨unsche
mir, dass ich an dieser Stelle demn¨achst von wundersch¨onen Touren berichten
kann.
B.1 Erste Wiedereinstiegserfahrungen
Wo ist die Feinmotorik geblieben?“
”
Die ersten ≈ 940km in mehreren Etappen waren nicht so der große Hit. Beim
Einlegen der G¨ange klackte es grausam. Das arme Getriebe! Erfreulicherweise
hat meine Maschine eine genaue Ganganzeige. Da kann ich mich dann vergewissern, ob u¨ berhaupt ein Gang korrekt eingelegt ist. Das bezogen auf die
Maschine viel zu ruppige Gasgeben und Gaswegnehmen lassen den Kopf und
K¨orper hin und herkippen; kein Genuss. Dazu kommt der ungewohnte, festsitzende Helm (→ Abbildung 2.18 auf Seite 104). Nach einer halben Stunde
verursacht er Kopfweh. Die erste Behandlung der Polster hat die druckfreie
Zeit auf eine dreiviertel Stunde verl¨angert. Nach einigen Wochen 1 dr¨uckt er
1 16-Sep-2012
177
178
ANHANG B. MEINE TOUREN
jedenfalls nicht in den ersten 2 Stunden — l¨anger bin ich noch nicht gefahren.
Fazit: Es muss also fleißig ge¨ubt werden. Schon das Verlassen der Garage
oder das Parken, sei es nur vor dem Gartentor, ist f¨ur mich noch ein echtes
Problem. Das Aufbocken (→ Abschnitt 3.6.14 auf Seite 158) habe ich erst ein
paar Mal vollzogen. Noch besteht die Sorge, die Maschine dabei umkippen zu
lassen.
B.2 Kleine Genusstouren
Im September 2015 ist die Umgebung von L¨uneburg mit meiner BMW R 1100
GS (→ Abschnitt A.3 auf Seite 170) weitgehend abge(g)rast“. Meine bevor”
zugten Nahziele sind die F¨ahren u¨ ber die Elbe (Hoopte, Bleckede, Neu Darchau). Ist man erst auf der anderen Elbseite, dann gibt es einerseits die kurvige Bundesstraße 195 (Boitzenburg – D¨omitz) oder andererseits die geraden
St¨ucke auf dem Deich (z. B. Zollenspieker- & Kraueler-Hauptdeich). Beides
macht Freude. Am 4-Sep-2015 um 18:55 Uhr stand der Kilometerz¨ahler auf
65.000km. 2
2 Vom 31-Mai-2012 bis 4-Sep-2015 bin ich 3.845km gefahren — davon ≈ 3.000km bei den
kleinen Genusstouren im Sommer 2015.
Anhang C
Type Definition:
Motorrad-Stuckliste
¨
In Anlehnung an die Disziplin Informatik kann eine Motorrad-St¨uckliste“ in
”
Form einer Document Type Definition (DTD) pr¨azise, also unmissverst¨andlich,
wie folgt formuliert werden
Das Listing Motorrad.dtd zeigt eine Gliederung in Baugruppen. Dabei dient der Pr¨afix re: (f¨ur Ratio + Emotion) zur Quellenangabe, also zur
Kennzeichnung, dass diese Definition von mir aufgestellt wurde.
Listing C.1: Motorrad.dtd
2
4
<?xml version= ” 1.0 ” encoding = ” u t f −8”?>
<!−− Die Baugruppen eines Motorrads a l s
Document Type D e f i n i t i o n
n o t i e r t m i t Namensraum r e f u e r R a t i o +Emotion
Bonin 20 − Jan − 2008
−−>
6
8
10
12
14
16
18
20
22
24
<!−− I n h a l t der e i n z e l n e n T e i l e
<!ENTITY % Content ” ( #PCDATA) ”>
−−>
<!−− Baugruppen des Motorrades
<!ELEMENT r e : M o t o r r a d
( r e : A n t r i e b , re:Fahrwerk , r e : K a r o s s e r i e ,
r e : E l e k t r i k E l e k t r o n i k )>
<!ATTLIST r e : M o t o r r a d
type
( S u p e r s p o r t l e r | Naked Bike |
T o u r e n s p o r t l e r | Enduro |
Supermoto | Tourer | Sonstige ) # REQUIRED
g e w i c h t V o l l g e t a n k t CDATA #REQUIRED>
<!ELEMENT r e : A n t r i e b
( r e : M o t o r , r e : K r a f t u e b e r t r a g u n g )>
<!ELEMENT r e : M o t o r
( re:Grundmotor , r e : Z y l i n d e r k o p f ,
re:Kuehlsystem , re:Motorschmierung ,
r e : G e m i s c h a u f b er e it un g , re:Abgasanlage)>
−−>
179
180
26
28
30
32
¨
ANHANG C. TYPE DEFINITION: MOTORRAD-ST UCKLISTE
<!ATTLIST r e : M o t o r
art ( Viertakt | Zweitakt ) ” Viertakt ”
type ( dohc | ohc | ohv | Sonstige ) ” dohc ”
maxLeistung CDATA #REQUIRED
v e r d i c h t u n g CDATA #REQUIRED>
<!ELEMENT r e : K r a f t u e b e r t r a g u n g
( re:Kupplung , r e : G e t r i e b e , r e : H i n t e r r a d a n t r i e b)>
34
36
38
40
42
44
<!ELEMENT r e : F a h r w e r k
( re:Rahmen , re:Radfuehrung ,
re:Feder Daempfersystem , re:Lenkung ,
re:Bremsen , r e : R a e d e r R e i f e n )>
<!ELEMENT r e : K a r o s s e r i e
( re:Verkleidung , re:Kotfluegel ,
re:Tank , r e : S i t z b a n k ,
re:Blenden , r e : L e n k e r ,
re:Handhebel , r e : F u s s r a s t e n ,
re:Gepaecksystem Halterung)>
46
48
50
52
54
56
58
60
62
64
66
68
70
72
74
76
78
80
<!ELEMENT r e : E l e k t r i k E l e k t r o n i k
( re:Energieversorgung , re:Bordnetz ,
r e : I n s t r u m e n t e , re:Leuchten ,
re:Computersystem)>
<!ELEMENT re:Abgasanlage
<!ELEMENT r e : B l e n d e n
<!ELEMENT r e : B o r d n e t z
<!ELEMENT re:Bremsen
<!ELEMENT re:Computersystem
<!ELEMENT r e : E n e r g i e v e r s o r g u n g
<!ELEMENT re:Feder Daempfersystem
<!ELEMENT r e : F u s s r a s t e n
<!ELEMENT r e : G e m i s c h a u f b e r e i t u n g
<!ELEMENT re:Gepaecksystem Halterung
<!ELEMENT r e : G e t r i e b e
<!ELEMENT re:Grundmotor
<!ATTLIST re:Grundmotor
bohrung CDATA #REQUIRED
hub CDATA #REQUIRED>
<!ELEMENT re:Handhebel
<!ELEMENT r e : H i n t e r r a d a n t r i e b
<!ELEMENT r e : I n s t r u m e n t e
<!ELEMENT re:Kuehlsystem
<!ELEMENT r e : K o t f l u e g e l
<!ELEMENT re:Kupplung
<!ELEMENT r e : L e n k e r
<!ELEMENT re:Lenkung
<!ELEMENT r e : L e u c h t e n
<!ELEMENT re:Motorschmierung
<!ELEMENT re:Radfuehrung
<!ELEMENT re:Rahmen
<!ELEMENT r e : R a e d e r R e i f e n
<!ELEMENT r e : S i t z b a n k
<!ELEMENT re:Tank
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
% Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
%Content; >
181
Legende:
XML-Quellcode Motorrad.xml → S. 181
dargestellt in dem Browser Microsoft In-
ternet Explorer 7.
Abbildung C.1: Auszug der Datei Motorrad.xml
82
<!ELEMENT r e : V e r k l e i d u n g
<!ELEMENT r e : Z y l i n d e r k o p f
%Content; >
%Content; >
Am Beispiel der Suzuki DR-Z 400 SM sind einige Angaben gem¨aß dieser
Baugruppengliederung als entsprechende Extensible-Markup-Language-Datei
(XML-Datei1) Motorrad.xml dargestellt.
Listing C.2: Motorrad.xml
2
4
<?xml version= ” 1.0 ” encoding = ” u t f −8”?>
<!−− Die Baugruppen eines Motorrads
B e i s p i e l Suzuki DR−Z 4 0 0 SM
n o t i e r t m i t Namensraum r e f u e r R a t i o +Emotion
Bonin 20 − Jan − 2008
−−>
6
1 In der Internet-Welt steht der Begriff XML“ f¨
ur mehr als nur f¨ur eine leistungsf¨ahige Mar”
kierungsprache auf der Basis der Standard Generalized Markup Language (SGML). XML ist das
Schlagwort f¨ur eine umfassende X-Technologie.
182
8
10
12
14
16
18
20
22
24
26
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50
52
54
56
58
60
62
¨
ANHANG C. TYPE DEFINITION: MOTORRAD-ST UCKLISTE
<!DOCTYPE r e : M o t o r r a d SYSTEM ” Motorrad . dtd ”>
<r e : M o t o r r a d
x m l n s : r e = ” h t t p : / / as . uni −leuphana . de / xml / Motorrad ”
type = ” Supermoto ” g e w i c h t V o l l g e t a n k t = ” 146 kg ”>
<r e : A n t r i e b >
<r e : M o t o r maxLeistung= ” 29 kW b e i 7600 U/ min ”
v e r d i c h t u n g = ” 11 ,3 : 1 ” >
<re:Grundmotor bohrung = ” 90 mm” hub = ” 62 ,6 mm”>
Einzylinder
</re:Grundmotor >
<r e : Z y l i n d e r k o p f >
Vierventiler
</ r e : Z y l i n d e r k o p f >
<re:Kuehlsystem>
Fluessigkeit
</re:Kuehlsystem>
<re:Motorschmierung>
Trockensumpf ,
O e l s t a n d s k o n t r o l l e m i t P e i l s t a b am Lenkkopf
</re:Motorschmierung>
<r e : G e m i s c h a u f b er e itu n g>
Mikuni −Vergaser m i t 36mm Durchlass
</ r e : G e m i s c h a u f be r ei tu n g>
<re:Abgasanlage>
Ungeregelter Katalysator
</re:Abgasanlage>
</r e : M o t o r >
<r e : K r a f t u e b e r t r a g u n g >
<re:Kupplung >
Seilzug
</re:Kupplung >
<r e : G e t r i e b e >
5−Gang
</ r e : G e t r i e b e >
<r e : H i n t e r r a d a n t r i e b >
Dichtringkette
</ r e : H i n t e r r a d a n t r i e b >
</ r e : K r a f t u e b e r t r a g u n g >
</ r e : A n t r i e b >
<re:Fahrwerk >
<re:Rahmen>
Stahl − E i n s c h l e i f e n m i t Unterzug
</re:Rahmen>
<re:Radfuehrung>
L e i c h t m e t a l l −Kastenschwinge
</re:Radfuehrung>
<re:Feder Daempfersystem >
v o r n : Federweg = 2 6 0 mm,
Upside down Gabel m i t 4 9 mm Durchmesser ,
einstellbar ;
h i n t e n : Federweg = 2 7 6 mm,
Monofederbein v o l l e i n s t e l l b a r .
</re:Feder Daempfersystem >
<re:Lenkung >
L e n k k o p f w i n ke l 6 3 , 7 Grad
</re:Lenkung >
183
64
66
68
70
72
74
76
78
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102
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106
108
110
112
114
116
118
<re:Bremsen >
v o r n : eine Scheibenbremse m i t 3 1 0 mm Durchmesser ;
h i n t e n : eine Scheibenbremse m i t 2 4 0 mm Duchmesser .
</re:Bremsen >
<r e : R a e d e r R e i f e n >
Speichenrad v o r n : 1 2 0 / 7 0R17 ;
Speichenrad h i n t e n : 1 4 0 / 7 0 R17
</ r e : R a e d e r R e i f e n >
</re:Fahrwerk >
<r e : K a r o s s e r i e >
<r e : V e r k l e i d u n g >
keine
</ r e : V e r k l e i d u n g >
<r e : K o t f l u e g e l >
v o r n : hochgelegt
</ r e : K o t f l u e g e l >
<re:Tank>
10 L i t e r
</re:Tank>
<r e : S i t z b a n k >
Hoehe 8 9 0 mm
</ r e : S i t z b a n k >
<re:Blenden >
am Tank und Kuehler
</re:Blenden >
<r e : L e n k e r >
Standard
</ r e : L e n k e r >
<re:Handhebel >
Standard
</re:Handhebel >
<r e : F u s s r a s t e n >
Standard
</ r e : F u s s r a s t e n >
<re:Gepaecksystem Halterung>
keines
</re:Gepaecksystem Halterung>
</ r e : K a r o s s e r i e >
<r e : E l e k t r i k E l e k t r o n i k >
<r e : E n e r g i e v e r s o r g u n g >
Drehstromgenerator m i t 1 7 5 Watt und
b a t t e r i e m i t 12V und 6 , 5 Ah
</ r e : E n e r g i e v e r s o r g u n g >
<r e : B o r d n e t z >
12 V o l t
</ r e : B o r d n e t z >
< r e : I n s t r u m e n t e>
M u l t i f u n k t i o n e l l e s LCD−C o c k p i t m i t
zwei D i s t a n z s p e i c h e r n , U h r z e i t und Stoppuhr
</ r e : I n s t r u m e n t e>
<re:Leuchten >
Schwaches A b b l e n d l i c h t
</re:Leuchten >
<re:Computersystem>
D i g i t a l e s Motorenmanagement
</re:Computersystem>
184
120
¨
ANHANG C. TYPE DEFINITION: MOTORRAD-ST UCKLISTE
</ r e : E l e k t r i k E l e k t r o n i k >
</ r e : M o t o r r a d >
Einen Auszug dieser XML-Datei dargestellt in dem Browser Microsoft Internet Explorer 7 zeigt Abbildung C.1 auf Seite 181.
Anhang D
Erste-Hilfe-Maßnahmen —
112
Beim Unfall kann man sich nur falsch verhalten,
”
indem man gar nichts tut!“
(Allgemeiner Rat von Rettungsprofis)
J
eder B¨urger ist verpflichtet einem verunfallten Motorradfahrer Erste-Hilfe-Maßnahmen zukommen zu lassen. Die Sicherung der Unfallstelle und die Benachrichtigung
der Rettungsprofis u¨ ber Anruf 112 sind f¨ur jedermann selbstverst¨andlich.
Aber auch Sofortmaßnahmen sind zu leisten. Das Deutsche Rote Kreuz hat folgende
allgemeine Empfehlungen, die ich hier auszugsweise inhaltlich zitiere
(→ http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/
erste-hilfe-online.html (Zugriff: 13-May-2012)):
1. Helm abnehmen
(a) Brille weg & Riemen auf
Einem bewusstlosen Motorradfahrer immer den Helm abnehmen (→ Punkt
1b), um die Atmung zu kontrollieren und ihn dann in die stabile Seitenlage
zu bringen. Verschluss o¨ ffnen, im Notfall durchschneiden.
¨
(b) Uber
die Nase
Knieend hinter dem Verunfallten vorsichtig, aber bestimmt das Kinnteil
des Helms anheben und u¨ ber die Nase ziehen, unn¨otige Ruck-Bewegungen
vermeiden.
(c) Kopf st¨utzen
Beim Abnehmen unbedingt den Kopf mit einer Hand st¨utzen, da er sonst
auf den Boden aufschl¨agt. Notfalls von Dritten helfen lassen.
(d) Mund auf
Kopf leicht u¨ berstreckt in den Nacken legen, Mund o¨ ffnen, Atemwege frei
machen.
2. Stabile Seitenlage
Atmet der Verunfallte normal bringt man ihn in die stabile Seitenlage, andernfalls
Herz-Lungen-Wiederbelebung (→ Punkt 3)
185
186
ANHANG D. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN — 112
(a) Seitlich knien
Der Verunfallte liegt auf dem R¨ucken, Beine gestreckt. Rettungsdecke daneben legen. Den nahen Arm angewinkelt nach oben legen, Handfl¨ache
weist nach oben.
(b) Arm kreuzen
Den fernen Arm am Handgelenk nehmen, vor der Brust kreuzen, Handfl¨ache des Verunfallten an dessen Wange legen, Handgelenk nicht loslassen.
(c) Bein hoch & Drehen
Das ferne Bein unter dem Oberschenkel fassen, hochziehen und beugen,
nicht loslassen. Jetzt den K¨orper vorsichtig zu sich und auf die Rettungsdecke drehen, Hebelwirkung am Bein nutzen.
(d) Mund auf & Atmung kontrollieren
Vorsichtig ablegen, oberes Bein in rechtem Winkel zur H¨ufte, Hand unters
Gesicht, Kopf leicht nach hinten u¨ berstrecken, den Mund o¨ ffnen. Der Verunfallte liegt stabil, Mund und Nase sind der tiefste Punkt, was die Atmung
erleichtert.
3. Herz-Lungen-Wiederbelebung
Herzdruckmassage und Atemspende erfolgen im steten Wechsel: 30× Dr¨ucken,
2× Atemspende.
(a) Herzdruckmassage
i. H¨ande auf Brustkorb
Neben dem Verunfallten in H¨ohe des Brustkorbs knien. Den Ballen
einer Hand auf das untere Drittel des Brustbeins platzieren (≡ Mitte
des Brustkorbs). Den Ballen der anderen Hand auf die erste Hand
aufsetzen.
ii. Dr¨ucken
Die eigenen Arme sind gestreckt und der Brustkorb wird senkrecht
von oben durch Gewichtsverlagerung des eigenen Oberk¨orpers 30× ≈
4 · ·5cm tief eingedr¨uckt. Die Arbeitsfrequenz betr¨agt ≈ 100 Druecke
min .
Die Druck- und Entlastungsdauer sollten gleich sein.
(b) Atemspende
i. Kopfhaltung & Mund o¨ ffnen
Die Atemwege freimachen durch Neigen des Kopfes nach hinten bei
gleichzeitigem Anheben des Kinns. Mit Daumen und Zeigefinger der
an der Stirn liegenden Hand den weichen Teil der Nase verschließen.
Den Mund des Verunfallten bei weiterhin angehobenem Kinn o¨ ffnen.
ii. Blasen
Normal einatmen und Lippen dicht um den Mund des Verunfallten legen. Die Luft u¨ ber einen Zeitraum von einer Sekunde gleichm¨aßig in
den Mund des Verunfallten blasen, so dass sich der Brustkorb sichtbar hebt.
iii. Wiederholung
Die Kopflage des Verunfallten beibehalten. Den eigenen Kopf zur
Seite drehen, erneut einatmen und darauf achten, ob sich der Brustkorb des Verunfallten wieder senkt. Den Verunfallten ein zweites Mal
beatmen.
187
iv. Fortsetzung
Setzt die Atmung wieder ein, dann Verunfallten in die stabile Seitenlage bringen (→ Punkt 2). Setzt die Atmung nicht ein, Maßnahmen
(Herzdruckmassage & Atemspende, → Punkt 3) bis zum Eintreffen
der Rettungsprofis wiederholen.
188
ANHANG D. ERSTE-HILFE-MASSNAHMEN — 112
Anhang E
Begriffe, Akronyme &
Abkurzungen
¨
ABE Allgemeine Betriebserlaubnis. Die ABE-Zulassung ist eine nationale Angele”
genheit und im Ausland nicht g¨ultig.“ (→ [PeGr2002] S. 69) — f¨ur Eigenbau →
EBE S. 197
ABS Antiblockiersystem. Die Komponenten (Sensoren, Druckmodulator und Steuerger¨at/Rechner) des ersten Serien-ABS (im Jahre 1998 bei der BMW K100) waren
schwer und klobig. Im Jahr 2015 wiegt die aktuelle ABS-Generation mit Hochleistungsrechner und komplexer Software ≈ 700g.
Testfahren mit Kurvenvollbremsungen, durchgef¨uhrt vom ADAC im Jahr 2015
mit aktuellen Modellen (BMW S 1000 XR (ABSpro von Continental), Ducati
Multistrada 1200 S und KTM 1290 Super Adventure (Bosch MSC)), die u¨ ber ein
sogenanntes Schr¨aglagen-ABS“ verf¨ugen, haben gezeigt, dass dank des kur”
”
ventauglichen ABS unabh¨angig von der Auslegungsphilosophie der jeweiligen
Hersteller Fahrman¨over sicher und gut kontrollierbar m¨oglich werden, die vor
wenigen Jahren noch undenkbar erschienen.“
(→ http://www.adac.de/motorrad-abs (Zugriff: 3-Sep-2015))
Es erh¨artet sich daher der Ratschlag: Nur ein Motorrad mit ABS fahren, m¨oglichst
mit einem kurventauglichen ABS! Ich habe daher folgenden Leserbrief formuliert. Die Antwort ist unbefriedigend! (Hinweis: Ver¨offentlicht in MO (Motorrad
Magazin), Heft 10, Oktober 2015, S. 66)
Von: Redaktion MO <[email protected]>
Betreff: Re: Leserbrief zu MO September 2015
Datum: Mon, 31 Aug 2015 14:50:18 +0200
Hallo Herr Dr. Bonin,
Danke f¨ur Ihre Nachricht.
Dieses Thema hatten wir schon oft. Antwort: ABS nachr¨usten geht nicht.
Zumindest nicht mit vertretbarem Aufwand. Von den Motorradherstellern
werden ABS aufw¨andig an jedes Modell speziell angepasst und darauf abgestimmt. Uns ist keine Firma bekannt, die ein Nachr¨usten anbietet, da zu
¨
aufw¨andig. F¨ur Selberschrauber bei Ubernahme
einer ABS-Bremsanlage von
189
190
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
irgendeinem anderen Fahrzeug: kaum Chance auf Eintragung in die Fahrzeugpapiere.
Freundliche Gr¨usse,
Redaktion MO
[email protected]
Am 31.08.2015 um 11:05 schrieb Hinrich Bonin:
Leserbrief zu MO September 2015
Youngtimer Spezial
Fundiert und motivierend wurden beeindruckende Youngtimer vorgestellt.
Logischerweise entsteht der Wunsch, eine solche Maschine zu fahren. Nur
als sogenannter Sonntagsfahrer“ will (und sollte!) ich nicht auf ein Anti”
blockiersystem (ABS) verzichten. K¨onnen Sie nicht mal beschreiben, wie, wo
und mit welchem Aufwand ein ABS nachger¨ustet werden kann? Beim Tuning
sind andere Vorderradgabeln und andere Bremsen durchaus u¨ blich. Warum
nicht einen Youngtimer mit ABS fahren?
Dr. Hinrich Bonin
An der Eulenburg 6
D-21391 Reppenstedt
Mail: [email protected]
Web: http://hegb.de/motorrad/motorrad.html
Ace Caf´e ist ein weltbekannter, kultiger“ Biker-Treff im Westen von London.
”
Allrounder ist eine Maschine von 50 . . . 120PS klassischer Pr¨agung mit modernen Kompo¨
nenten wie Halbverkleidung, Gussr¨adern und ABS. Ublicherweise
ist ein Gep¨acktr¨ager
mit Topcase montiert.
AMA American Motorcyclist Association
Anti -Dive-System dient zum Bremsnickausgleich; es soll das Eintauchen der Vorrderadgabel beim Bremsen reduzieren oder ganz verhindern.
Anzugs -Moment f¨ur Stahlschrauben der G¨uteklasse 8.8 in Newtonmeter [Nm] (→ [Sch¨a2010b]
S. 77.):
– M5 ≈ 5Nm
– M6 ≈ 10Nm
– M8 ≈ 25Nm
– M10 ≈ 40Nm
– Bremssattelentl¨ufterventil ≈ 8Nm
– Bremssattelschraube ≈ 30Nm
– Kettenradverschraubung ≈ 50Nm
– Achsmutter ≈ 80Nm
Ape hanger ( Affen H¨anger“) Lenkstange hat die Griffe sehr weit h¨oher als die obere Ga”
belbr¨ucke (Montagestelle) — bis zu 50cm. Der Biker muss hochgreifen um die
Griffe zu erreichen; daher der Spitzname. Ape hanger handlebars sind Markenzeichen der klassischen Chopper Scene.
191
Approach Dex ist der Punkt, an man in der Kurve vom Gasgeben zum Bremsen u¨ bergeht. Da”
zwischen gibt es nichts, kein Rollen!“ (→ [Sem2004] S. 26)
API American Petroleum Institute (API) ist ein Interessenverband der US-amerika¨ und Gasindustrie. Das Institut ver¨offentlicht technische Richtlinien
nischen Olund Standards; beispielsweise f¨ur Getriebe-, Kardan- und Motor¨ol.
(→ http://www.api.org/ (Zugriff: 17-Sep-2012))
Aprilia ist ein italienischer Motorradhersteller, der zum Piaggio-Konzern geh¨ort. Im Jahr
1968 als Handwerksunternehmen im norditalienischen Noale gegr¨undet wurden zun¨achst Fahrr¨ader und Trialmaschinen hergestellt. Im Jahr 2000 wurde mit
BMW ein Kooperationsvertrag zur Herstellung von Enduros mit einem 650cm3 Einzylindermotor abgeschlossen. Die traditionsreichen Marken(namen) Laverda
und Moto Guzzi wurden hinzugekauft.
ASR Antriebsschlupfregelung (auch Antischlupfregelung) ist ein elektronisches Steuerungssystem, das ein Durchdrehen des Hinterrades bei starkem Gasgeben, insbesondere auf glatter Fahrbahn, verhindert.
Aufstell -Moment wird wirksam beim Bremsen eines Motorrades in Schr¨aglage, weil
die Aufstandsfl¨ache des Reifens in der Schr¨aglage zur Kurveninnenseite wandert
und damit nicht mehr in der Lenkachse liegt.
Wird das Rad angebremst, so wird u¨ ber den so entstanden He”
belarm (h) durch die Radbremskraft ein Drehmoment erzeugt (das
sog. Bremslenkmoment), welches das Vorderrad um die Lenkachse
nach innen dreht. Damit verkleinert sich der Kurvenradius und die
dadurch erh¨ohte Fliehkraft richtet das Motorrad auf. Je nach Fahrwerks- und Reifenkonstruktion und abh¨angig von Schr¨aglage und
Verz¨ogerung kann das Aufstellmoment betr¨achtlich sein, zumal noch
ein Kreiseleffekt hinzukommt, der im gleichen Sinne wirkt. [. . .]
Das Gegenst¨uck zum Austellmoment ist das (scherzhaft so genannte)
“Hinschmeißmoment”. Gleicht der Fahrer das Aufstellmoment aus
und o¨ ffnet im weiteren Kurvenverlauf pl¨otzlich die Vorderradbremse,
so daß das Aufstellmoment wegf¨allt, so entsteht der umgekehrte Ef¨
der Schr¨aglage. Dieses “Hinschmeißmoment”
fekt, eine Erhohung
ist f¨ur weniger ge¨ubte Fahrer anfangs hochgradig u¨ berraschend, obwohl es von ihm selbst ausgeht.“ (→ [Spi2006] S. 285–286)
Benelli ist ein italienischer Motorradhersteller, der 1911 in Pesaro als mechanische Werkstatt gegr¨undet wurde. Im Jahr 1920 entstand eine Zweitakt-Einzylinder-Maschine
mit 75cm3 im Fahrradrahmen. Im Jahr 1962 wurden unter den Markennamen
Benelli und Motobi mit 550 Besch¨aftigten ≈ 300 Motorr¨ader produziert. Nach
der innovativen Sechszylindermaschine (Benelli 750 Sei) in den 1970er Jahren
musste die Produktion aufgrund der Erfolge der japanischen Hersteller vorr¨ubergehend eingestellt werden. Seit 2002 gibt es wieder neue Benelli-Motorr¨ader aus
Pesaro, z. B. mit einem hubraumstarken Dreizylindermotor.
Bib Mousse ist ein Moosgummiring (Produzent Michelin), der den Schlauch ersetzt. Die Bezeichnung basiert auf Michelin’s bekannten Maskottchen Bibendum ≡ MichelinM¨annchen. Eingesetzt wird der Moosgummiring bei W¨ustenrallyes, Motocross
und Enduro. Er ist NHS-markiert (→ S. 207) und daher nicht straßenzugelassen.
¨
Im Neuzustand entspricht der Bib Mousse einem Luftdruck von ≈ 0, 9bar. Uber
192
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
die Einsatzdauer verringert sich dieser Druck nach und nach, bis der Bib Mousse ausgetauscht werden muss (sp¨atestens sechs Monate nach der Erstmontage!)
Ein Bib Mousse sollte nicht l¨angere Zeit bei Temperaturen u¨ ber 30◦C gelagert
werden. Zu Beginn jeder Fahrt m¨ussen der Reifen und der Bib Mousse langsam
auf Betriebstemperatur gebracht werden.
(→ http://www.michelin.de/de/home/home.jsp (Zugriff: 25-Aug2010))
Biker bezeichnet, abgeleitet von Bike, den Fahrer eines Motorrades (oder auch Fahrrades). Das Wort “Biker” ist mittlerweile ja fast zu einem Unwort geworden
”
— einer dieser d¨amlichen Amerikanismen [. . .] jedermann, der mir irgendwas
Zweiradassoziiertes verkaufen will, adressiert mich als “Biker”. Ich bin aber
kein Biker, daf¨ur fehlt’s mir an Leibesumfang, Muskeln, Bart, und Lebensgef¨uhl.
Ich bin Kradist!“ (→ [Wic2005] Fußnote 33 auf S. 94)
Bimota Motorradschmiede aus Rimini (Italien) deren Name sich aus Bianchi, Morri und
Tamburini ableitet. Bei der Firmengr¨undung im Jahr 1972 ging es Massimo Tamburini um die Veredlung von Fahrwerken der japanischen Maschinen, insbesondere der Honda CB 750. Im Jahre 1977 wurde das erste High Performance Bike,
die Bimota SB2 verkauft. Nach einigen finanziellen Wirren wurden ab 2003 wieder Modelle produziert. Die aktuellen Modelle haben Motoren von Ducati.
→ http://www.thema-punkt.de/bimota/bikes.htm (Zugriff: 18Feb-2008)
Ein aktuelles Modell (2012) ist die Bimota DB 9 Brivido; ein Motorrad mit dem
fl¨ussigkeitsgek¨uhlten, desmodromisch gesteuerten 1198cm3 -Zweizylinder-Motor von Ducati, 195kg-Gesamtgewicht, ≈ 29.000 ¤.
→ http://www.bimota.de/de/index.htm (Zugriff: 14-May-2012).
BMW entwickelte sich aus den Flugmotoren-Fabriken A.G.O und Rapp-Motoren im
Jahre 1917 zur Bayrischen Motoren Werke GmbH. Nach dem ersten Weltkrieg
begann die Motorradfertigung mit einem l¨angs eingebauten Boxermotor mit 494cm3
und 6, 5PS. (BMW Typ M15). Die BMW R32, vorgestellt 1923, hatte dann die
bis heute charakteristischen BMW-Merkmale: Boxermotor mit in Fahrtrichtung
liegender Kurbelwelle und Kardanantrieb. Die Modelloffensive der letzten Jahre
f¨uhrte neben 1200cm3 -Boxern zu Modellen mit 1200cm3 -Vierzylindern, 800cm3 Zweizylindern und 650cm3 -Einzylindern sowie Wettbewerbsmotor¨adern mit 450cm3 -Einzylindern. Seit 1969 l¨auft die Motorrad-Produktion (teilweise) im Werk BerlinSpandau.
Bock ist eine saloppe“ Bezeichnung von Bikern f¨ur ihr Motorrad (auch Hobel (→
”
S. 200) oder Ofen (→ S. 207) genannt).
Bol d’Or (franz¨osisch ≡ Schale aus Gold) ist im Motorradkontext der Name eines legend¨aren franz¨osischen Langstreckenrennens. Beispielsweise tr¨agt die Honda
CB 900 F SC01, die Anfang der 1980er in Europa auf den Markt kam, den Beinamen Bol d’Or.
Boss Hoss ist ein amerikanischer Motorradhersteller, der Maschinen auf Basis des V8-Motors
des Sportwagens Corvette baut, zum Beispiel Boss Hoss LS2 mit 6000cm3 und
U .
313kW sowie einem Drehmoment von 574Nm bei 4800 min
→ http://www.bosshosscycles.de/ (Zugriff: 24-Apr-2008)
Boxensignale vermitteln f¨ur den Rennfahrer in der Regel folgende Informationen (→ [Nie2008]
S. 143):
193
Legende:
Foto: Claudia Kalisch, 30-May-2015
Abbildung E.1: Elektrobike Brammo Empulse/R
1. die aktuelle Position im Rennen
2. die Zeitdifferenz auf den vorausfahrenden Konkurrenten
3. die Zeitdifferenz auf den nachfolgenden Fahrer
Brammo ist ein Elektrobike-Hersteller in den USA (Brammo Inc, 300 West Valley View
Rd., Talent, Oregon 97540 United States
→ http://legacy.brammo.com/contact/ (Zugriff: 01-Jun-2015)). Im
Rahmen einer regionalen Messe zur Elektromobilit¨at in L¨uneburg habe ich am
30-May-2015 das Modell Empulse/R Probe gefahren (→ Abbildung E.1 auf Seite 193).
Mein erster Eindruck nach einer halbst¨undigen Standrunde mit diesem ≈ 220kg
schwerem Elektrobike war gemischt. Positiv ist das hohe Drehmoment (≈ 90Nm).
Negativ das Motor- und Antriebsgerer¨ausch, ein komisches Zirpen“. Unge”
wohnt ist die totale Ruhe im Stand. Man muss auf das Display schauen, um festzustellen, dass die Maschine eingeschaltet ist. Zur viel diskutierten Reichweite
kann ich keine Aussage machen. Die Betreuerin des Verleihers (MMS-Concept
GbR, F¨orster Straße 87, D-37520 Osterode im Harz,
→ http://www.motor-touren.de/etours/index.htm (Zugriff: 01Jun-2015)) meinte ≈ 120km.
Bremslenk -Moment → Aufstellmoment S. 191.
Buell Motorcycle Company ist ein amerikanischer Motorradhersteller, der in Kooperation mit Harley-Davidson, die innovativen Ideen seines Gr¨unders Erik Buell
realsiert. So werden z. B. deren langhubigen V2-Motoren (modifizert) eingebaut
(Buell Ulysses XB-12X mit 1203cm3 und 70kW sowie einem Drehmoment von
U ).
104Nm bei 5500 min
Die Buell X1 (≈ 12.000 St¨uck) war die letzte mit Rohrrahmen, bevor ab 2002
die Alu-Kastenprofil-Fahrgestelle die Rohrkonstruktion ersetzten und 2009 die
Buell-Produktion endg¨ultig eingestellt wurde. Besonderheit bei der Buell X1 ist
das Fahrgestell. Es besteht aus zwei vertikal beweglichen Chassis-H¨alften: 1. Teil
gebildet aus Gabel, Vorderrad, Hauptrahmen, Tank und Alu-Rahmenheck; 2. Teil
194
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
gebildet aus Motor, Auspuff, Hinterradschwinge, Hinterrad und Federbein, der
mit Silentbl¨ocken und Gelenkstangen vom 1. Teil schwingsm¨aßig entkoppelt ist.
Diese Aufh¨angungskonstruktion (genannt Uniplar-System) bewirkt, daß der Motor zwar vertikal, aber nicht horizontal schwingen kann. Vibrationen kommen
kaum durch und die Fahrstabilit¨at verbessert sich; allerdings hielten die Silentbl¨ocke (Gummis) nur ≈ 50.000km.
Caf´e Racer Stefan Sch¨afer: Das ist vor allem (ein einsitziges Motorrad) so leicht wie m¨oglich.
”
¨
Kein Gramm zu viel, alles Uberfl¨
ussige weg. [. . .] Da geh¨oren Stummel dran, wie
bei fr¨uheren Rennern [. . .]. Und so ein Caf´e Racer-Heck, das h¨ort [. . .] fr¨uher
auf [. . .]. Jeder Zentimeter hinter der Radachse geht gar nicht!“ (→ [HeKa2015]
S. 85–86)
Cagiva ist ein italenischer Motorradhersteller, dessen Name sich sich aus Castiglioni
Giovanni und der Heimatstadt Varese ableitet. Zur Cagiva-Gruppe geh¨ort auch
der Motorradhersteller MV Augusta.
Cam Gear Drive ist die Bezeichnung f¨ur einen Nockenwellenantrieb u¨ ber Zahnr¨ader (1984
bei der Honda VF 1000 R)
CAN -Bus (Controller Area Network ) ist ein serielles Bussystem, welches f¨ur einen
digitalen Datenaustausch zwischen den verschieden Sensoren, Aktoren und Steuerger¨aten sorgt. In der Regel mit Speicherung von erkannten Fehlern.
CB ist bei Honda f¨ur die Typbezeichnung eine Abk¨urzung und steht f¨ur City Bike.
CBS Combined Brake System (Bremssystem der Firma Honda)
CDI Capacitor Discharge Ignition (elektronische Z¨undanlage)
Chopper ist urspr¨unglich (ab ≈ 1948) eine Bezeichnung f¨ur ein Motorrad bei dem alles
abmontiert ist, was nicht zwingend ben¨otigt wird, wie zum Beispiel Schutzbleche
oder Soziussitz — abgeleitet vom englichen Verb to chop (≡ (ab)hacken). Seit
≈ 1969 (Film Easy Rider) wird ein Motorrad als Chopper bezeichnet, wenn es
einen tiefen Sitz und eine verl¨angerte Vorderradgabel hat (Long and Low-Silhouette).
Prof. Dr. Hinrich Bonin: Sicherlich stehen Chopper f¨ur eine ratio”
nal kaum erkl¨arbare Philosophie des Motorradfahrens. Trotz alledem stellt sich die Frage, warum das wunderbare Gleiten auf kleinen
Landstraßen verbunden sein muß mit permanenter Tankstellensuche. Gerne m¨ochte man verweilen und anhalten. Aber diese Stellen
will man sich beim Reisen selbst aussuchen. Es sollten nicht immer
zwangsl¨aufig Tankstellen sein! Wann gibt es endlich den Chopper
mit einem mindestens 30 Liter großen Tank? Dabei kann sich ein
Teil des Tanks durchaus unter dem Sitz befinden. Das lange Fahrzeug bietet doch ohnehin viele Optionen.“ (→ Leserbrief zu Heft
8/94 Test; publiziert in Motorrad Reisen & Sport, Heft Nr. 9/94,
September 1994)
Clutch ≡ Kupplung
CoC ≡ Certificate of Conformity.
Wurde im Ausland ein Motorrad gekauft f¨ur das die europ¨aische Genehmigung
Whole Vehicle Type Approval (WVTA) erstellt wurde, kann das Motorrad mittels
des CoC-Dokuments zugelassen werden.
195
Cruiser ist ein Motorrad mit Chopper-Merkmalen, das f¨ur eine genussbetonte Fahrweise
konzipiert ist; zum Beispiel Honda VTX 1300.
Cub steht bei Honda f¨ur cheap urban bike. Es handelt sich dabei um ein Massenmotorrad prim¨ar f¨ur den asiatischen Markt. Ihr Deb¨ut hatte dieses Massenprodukt
1958 mit einem 49cm3 Motor. F¨ur den deutschen Markt heißt der direkte Nachfolger Honda Innova 125 ( High-Wheel-Scooter “) mit Viertakt-Einzylindermotor
”
mit zwei Ventilen, Hubraum 125cm3 , Bohrung × Hub: 52, 4 × 57, 8mm, Einspritzung, Fliehkraftkupplung mit Vierganggetriebe, Schaltwippe, umgedrehtes
¨
Schaltschema, Gewicht ≈ 106kg, Tankinhalt 3, 7l, Verbrauch bei forschem Uberl
und einen Preis von
landbetrieb mit u¨ berwiegend Volllastanteilen < 2, 5 100km
≈ 1.900 ¤.
D’Ascanio , Corradino, 1-02-1891 in Popoli, † 6-Aug-1981 in Pisa, war ein italienischer
Ingenieur. Er konstruierte nach dem 2. Weltkrieg die (Ur-)Vespa im Auftrage von
Rinaldo Piaggio.
→ https://de.wikipedia.org/wiki/Corradino D’Ascanio (Zugriff: 25-Aug-2015)
Corradino D’Asconio: Wissen Sie wie ich auf die Idee mit der Vespa
”
kam? [. . .] Es war an einem Sonntagnachmittag. Ich sagte mir, das
Vehikel m¨ußte einem Damenrad a¨ hnlich sein. Man m¨ußte leicht draufsteigen k¨onnen, dann richtig sitzen, komfortabel und nat¨urlich —
statt rittlings zu hocken. Das Ding d¨urfte mir auch nicht die H¨ande
und Hosen schmutzig machen wie beim Motorrad immer — darum
den Motor weit weg vom Fahrer und mit einer Karosserie verkleidet!
[. . .] Ich selbst bin niemals Motorrad gefahren — aber seine M¨angel
fielen mir sofort auf. Ich war v¨ollig frei von dieser technischen Tradition [. . .] (konnte) ein v¨ollig neues Transportmittel schaffen, auch
f¨ur Leute wie mich selbst [. . .].“ (→ [Roo1994] S. 84)
DDC ≡ Dynamic Damping Control (BMW Abk¨urzung) — D¨ampfung computergesteuert dynamisch an die jeweilige Fahrsituation anpassen; aufgrund von vielf¨altigen Daten (Motor, ABS, Schr¨aglagensensoren, Traktionskontrolle, Geschwindigkeit, Gasgriffbewegung, Bremsdruckaufbau).
Derbi ist ein spanischer Motorradhersteller, der prim¨ar Motoren bis 125cm3 baut, z. B.
Derbi Senda 125 R Baja.
Desmodromik (abgek¨urzt Desmo) bezeichnet man eine Ventilsteuerung bei der das Ventil nicht
wie u¨ blich mittels einer Feder, sondern u¨ ber einen zus¨atzlichen Nocken und
einen zus¨atzlichen Schliesshebel in die Ausgangsposition gef¨uhrt wird. Diese
Technik nutzt beispielsweise die Ducati 750 Super Sport von 1972.
Die Desmodromik ist ein h¨ochst aufwendiges und sehr teures Ventilsteuersy”
stem, und ich bin nicht u¨ berzeugt, dass sie gegen¨uber pneumatischen Ventilen
etwa einen gr¨oßeren Vorteil hat, was Leistung, Drehzahlen und Verbrauch angeht.“ (→ [Fur2007] S. 97)
Diffazio -Lenkung bezeichnet eine Radnabenlenkung vom Typ einer Achsschenkellenkung (→ S. 70) , die zum Beispiel von der Firma Bimota (→ S. 192) in exklusiver Einzelfertigung im Typ Bimota Tesi 3D gebaut wird. Bei ihr wird auf einer geschobenen Schwinge der Radtr¨ager ( Zylinder mit ovaler Bohrung“), der
”
196
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
direkt um die Radachse greift und auf dem das Rad sich dreht, durch ein Lenkgest¨ange geschwenkt. Der Lenkeinschlag ist sehr klein, noch kleiner als bei einer
konventionellen Achsschenkellenkung.
DKW — Dampfkraftwagen — In den Jahren 1916/17 begann Jørgen Skafte Rasmussen
mit der Entwicklung von Dampfkraftwagen, finanziert durch das Milit¨ar. Parallel
dazu erwarb seine Firma die Rechte an einem Zweitakt-Kleinmotor von 18cm3
mit 0, 25PS von Hugo Ruppe aus Apolda (Werbespruch: Des Knaben Wunsch“)
”
Danach erfolgte eine rasante Entwicklung. Schon 1928 wurde DKW mit 60.000
verkauften Motorr¨adern zum gr¨oßten Motorradhersteller. Das ab 1939 verkaufte
Erfolgsmodell DKW RT 125 wurde f¨ur viele Hersteller zur Kopiervorlage. Nach
denm Zweiten Weltkrieg wurde DKW in der BRD in die Ingolst¨adter Auto Union
integriert und in der DDR zu den Motorradwerken Zschopau (MZ → S.206)
umgeformt.
DME digitale Motorelektronik — auch Motronic genannt (Herstellerbezeichnung von
Bosch) — fasst die Steuerungsfunktion f¨ur die Einspritzung und die Z¨undung in
einem Steuerger¨at zusammen.
DOHC double-overhead camshaft; zwei obenliegende Nockenwellen
DOT -Nummer (Department of Transportation ≡ Verkehrsministerium der USA) ist
eine Angabe des Herstellungsdatums bei Reifen. Sie ist auf der Reifenflanke angegeben. Ab dem Jahre 2000 ist der Code vierstellig; die ersten beiden Ziffern
geben die Produktionswoche an, die letzten beiden die Endziffern der Jahresangabe. Beispiel: 0215 bedeutet 2. Woche im Jahr 2015.
Douglas Motors Ltd. war ein britischer Hersteller von Motorr¨adern (1882 – 1956). Die
Br¨udern William Douglas und Edward Douglas gr¨undeten das Unternehmen
in Bristol. Douglas baute luftgek¨uhlte, in Fahrrichtung liegende Boxermotoren;
a¨ hnlich wie BMW (→ S. 192). Wer von wem kopiert ist strittig.
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Douglas Motors (Zugriff: 20Sep-2012)).
DTD Document Type Definition, Beschreibung einer Datenstruktur f¨ur eine maschinelle Korrektheitspr¨ufung (Validierung) in der Informatik.
Drive-by-wire Der Gasgriff ist mechanisch von den Drosselklappen abgekoppelt (erste Serienmotorrad Yamaha R6, Modelljahr 2006)
Ducati ist ein italienischer Motorradhersteller, der 1925 von den Br¨udern Ducati am
Stadtrand von Bologna gegr¨undet wurde. Ber¨uhmt wurde man mit den von Fabio
Taglioni entwickelten Desmo-Maschinen mit K¨onigswellen. Charakteristisches
Markenzeichen ist heute der hurzhubige V2-90◦ -Motor mit desmodromischer
Ventilsteuerung, z. B. der Ducati 1098 Testastretta Evoluzione mit Bohrung
Hub =
104.0mm
U
64,7mm = 1, 60 und 119KW bei 9750 min .
Duolever ist die Bezeichnung von BMW f¨ur eine Vorderradf¨uhrung, die erstmals 2004 f¨ur
die BMW K 1200 S auf den Markt kam.
Norman Hossack (1946 in Schottland; → S. 200 ): “Remember, there is no such
thing as a DUO....., it’s called a HOSSACK.”
(→ http://www.hossack-design.co.uk/php/page.php?p=6 (Zugriff: 2-Feb-2014))
DVR Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Beuler Bahnhofsplatz 16, D-53222 Bonn,
→ http://www.dvr.de (Zugriff: 17-Mar-2008)
197
EBE Einzelbetriebserlaubnis. F¨ur den Eigenbau k¨onnen EBE oder ein Gutachten
”
nach §21 StVZO (deutsche Straßenverkehrszulassungsordnung) in Frage kommen.“ (→ [PeGr2002] S. 69) — f¨ur Fahrzeughersteller → ABE S. 189
ECE Economic Commission for Europe — z. B. ECE-Regelung 22.05 f¨ur Motorrad¨
helme (05 ≡ f¨unfte Anderung
der Regelung)
Elektrobike ist ein Motorrad mit Batterien (schwer!) und einem Elektromotor, der in Regel
ein gewaltiges Drehmonent (positiv!) bereitstellt; z. B. beim Modell Zero S/SR
des kalifornischen Herstellers ≈ 144Nm. Eine Kupplung ist bei einem Elektrobike nur notwendig, wenn es u¨ ber ein Getriebe verf¨ugt, z. B. wie bei der 6-Gang
Maschine Empulse/R von Brammo (→ S. 193). Wenn ein Elektrobike steht, dann
steht auch der Elektromotor. Es bedarf beispielsweise beim Halten vor der Ampel dann keiner Entkopplung des Motors vom Getriebe / Antriebsstrang, d. h. das
Ziehen der Kupplung entf¨allt.
Enduro ist die international gebr¨auchliche Bezeichnung f¨ur den Motorrad-Gel¨andesport
und setzt sich zusammen aus dem englichschen endurance (≡ Ausdauer) und
dem spanischen duro (≡ hart). Weniger die Geschwindigkeit, sondern Ausdauer
von Motorrad und Fahrer sind ausschlaggebend. (→ [Lin2010] S. 29)
EG -Typgenehmigung: Die Hersteller m¨ussen ihre Fahrzeuge nach den EG-Einzelrichtlinien pr¨ufen lassen. So gepr¨ufte Fahrzeuge k¨onnen problemlos in allen EGL¨andern zugelassen werden.
ESA Electronic Suspension Adjustment ≡ elekronische Verstellung der Zug- und Druckstufend¨ampfung von BMW; erstmals im Juli 2004 beim Modell BMW K 1200 S
in Form von drei Stufen ( Komfort“, Normal“und Sport“) eingef¨uhrt.
”
”
”
Euro -Norm (1 bis 4) spezifiziert die Grenzwerte beim Abgas. F¨ur Motorr¨ader gelten
folgende Werte (→ z. B. [Hof2009] S. 13):
EuroNorm
1
2
3
4
Abgasgrenzwerte fur
¨ 4-Takt-Motorr¨ader
G¨ultigKohlenmonKohlenwasserkeitsdatum
oxid (CO)
stoff (HC)
ab 17.06.1999
ab 01.04.2003
ab 01.01.2006
noch offen
g
≤ 13 km
g
≤ 5,5 km
g
≤ 2,0 km
g
≤ 1,0 km
g
≤ 3,0 km
g
≤ 1,2 km
g
≤ 0,3 km
g
≤ 0,1 km
Stickoxid (NOx )
g
≤ 0,3 km
g
≤ 0,3 km
g
≤ 0,15 km
g
≤ 0,08 km
Exit Dex ist der Punkt, an man in der Kurve vom Bremsen zum Gasgeben u¨ bergeht. Da”
zwischen gibt es kein Herumrollen!“ (→ [Sem2004] S. 27)
FEMA Federation of European Motorcyclists’ Assoziations, Rue des Champs 62, 1040
Brussels, Belgium, Telephone: +32 (0)2 736 9047,
→ http://www.fema.ridersrights.org (Zugriff: 29-Mar-2009)
FIM F´ed´eration Internationale Motorcycliste
Flaggen im Motorsport, bzw. Leuchttafeln bei Dunkelheit, haben folgende Bedeutung:
– Rote Flagge ≡ Rennabbruch!
Alle Fahrer m¨ussen ihr Tempo reduzieren und unverz¨uglich an die Box
fahren.
¨
– Gelbe Flagge ≡ Gefahr; Uberholverbot!
Gehaltene Flagge ≡ Gefahr ist auf der Strecke; geschwenkt Flagge ≡ Gefahr ist direkt voraus; zwei gelbe Flaggen an einem Posten gleichzeitig
geschwenkt ≡ Fahrer muss sich vorbereiten, anzuhalten.
198
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
– Gr¨une Flagge ≡ Freie Fahrt!
¨
– Blaue Flagge ≡ Uberholen
lassen!
Fahrer muss das schnellere Fahrzeug hinter ihm u¨ berholen lassen, z. B. im
¨
Fall der Uberrundung.
Dreimaliges ignorieren wird bestraft z. B. mit Stopand-Go-Strafe.
– Gelb-rot gestreifte Flagge ≡ Rutschgefahr!
¨
Ol/Benzin
auf der Fahrbahn und/oder pl¨otzlich einsetzender Regen (Streckenposten zeigt mit dem Finger gen Himmel).
– Schwarze Flagge ∩ Startnummer ≡ Sofort Box anfahren!
In der Regel um den Fahrer vom Rennen auszuschließen.
– Schwarze Flagge mit orangenem Kreis ∩ Startnummer ≡ (Vermuteter) Defekt!
Fahrer muss sofort an die Box fahren und kann nach Defektbehebung weiterfahren.
– Weiße Flagge ≡ Langsames Fahrzeug!
Langsames Fahrzeug f¨ahrt voraus.
– Schwarz-weiße-diagonale Flagge ∩ Startnummer ≡ Verwarnung wegen
unsportlichen Verhaltens!
– Schwarz-weiß karierte Flagge ( Checkered Flag“) ≡ Ende des Rennens
”
oder Trainings!
Fl¨ussigkeits- K¨uhlung besteht u¨ blicherweise aus ≈ 40% K¨uhlmittel und ≈ 60% destilliertem
Wasser.
Gangdiagramm stellt in einem x-y-Achsendiagramm die Geschwindigkeit (y-Achse, Dimension
km ) bezogen auf die Drehzahl (x-Achse, Dimension U ) f¨
h
min ur jeden Gang dar.
¨
Das Gangdiagramm wird u¨ berlicherweise aus der Ubersetzung
(Getriebe, Kettenr¨ader bzw. Kardan) und dem Reifenumfang berechnet und nicht gemessen.
Daher bleibt der Reifenschlup unber¨ucksichtigt (→ Gleichung Antriebsschlupf
2.27).
Gas Gas ist ein spanischer Motorradhersteller.
G-Kat geregelter Katalysator
Grip ≈ Kraftschluss(potential)
GS steht bei BMW-Motorr¨adern f¨ur Gel¨ande und Straße.
G¨ullepumpe ist der Spitzname f¨ur die Honda CX 500.
Gummiband- Motor ist der Spitzname f¨ur einen Motor mit Zahnriemenantrieb der Nockenwelle(n).
Gummikuh ist der liebevolle Spitzname f¨ur a¨ ltere BMW Motorr¨ader mit Boxer-Motor.
Beispiel: BMW R 65 mit Zweiventil-Boxermotor mit 649, 6cm3 , Leistung 45...50PS,
gebaut von 1978 bis 1985, ab 1985 mit Monolever-Einarmschwinge bis 1993 angeboten. So geht die Empfehlung auf jeden Fall an eine R 65 ab 1981 — an ein
”
Modell mit zwei Bremsscheiben.“ (→ [Schwi2008] S. 108)
Handprotektor sch¨utzt die Hand und ebenfalls die Hebelei“, insbesondere die geschlossene
”
Form. Nachteil des geschlossenen Handprotektors ist jedoch das Verletzungsrisiko. Rutscht man bei einem Schlag oder Sturz vom Lenker ab, kann der Arm,
falls er zwischen Lenker und Protektor ger¨at, schnell brechen. Bessser sind da”
her die seitlich offenen Handprotektoren.“ (→ [Lin2010] S. 56)
199
Hanging off bezeichnet die Kurvenfahrtechnik bei der der Fahrer sich zur Kurveninnenseite
neben das Motorrad herunterh¨angt“, wobei sein Knieschleifer zur Schr¨aglagen”
kontrolle den Bodenbelag ber¨uhren kann.
Harley -Davidson ist ein amerikanischer Motorradhersteller, der von den Br¨udern William S. Harley und Arthur Davidson gegr¨undet wurde. Der erste Harley-typische
V-45◦ -Zweizylindermotor entstand 1909. Er hatte 1000cm3 (61Inch3 ) und 7PS.
Der 1969 erschienene Kultfilm Easy Rider pr¨agt den Mythos und das Lebensgef¨uhl der Harley-Davidson-Gemeinde“.
”
Im Jahr 2010 hat das Unternehmen einen Umsatz von ≈ 3Mrd ¤, ≈ 6.300 Mitarbeit und produziert ≈ 210.000 Motorr¨ader.
Wolfgang Fiereck: Dieses Motorrad (Harley-Davidson) ist untrenn”
bar verbunden mit dem amerikanischen Traum, mit großen Ideen
und Visionen. Der Duft grenzenloser Freiheit str¨omt aus jeder Schraube, aus jeder Dichtung, aus jedem Auspuffrohr. Ride free!.“ (→
[Fier2006] S. 74)
F¨ur den echten Harley-Davidson-Fan sind die Hamburger Harley Days ein Muss.
Zig Tausende Harley-Davidson-Motorr¨ader sind in allen Customizing-Variationen zu sehen. Ich habe zum Beispiel die Harley Days auf dem Hamburger Grossmarkt am 25-Jun-2011 besucht und war begeistert.
(→ http://www.hamburgharleydays.de (Zugriff: 26-Jun-2011)
HERT Honda Endurance Racing Team
Hexenring nennt sich ein Netzwerk von motorradfahrenden Frauen f¨ur Frauen. Den Hexenring gibt es seit 1979. Angefangen hat es mit einem Inserat von drei Frauen aus
dem Ruhrgebiet in der damaligen Frauenzeitschrift Courage“.
”
→ http://www.hexenring.istcool.de/ (Zugriff: 01-Apr-2009)
HIC (-Wert) ≡ Head Injury Criterion ist ein Kriterium zur Bewertung von beschleunigungsbedingten Kopfverletzungen durch einen Unfall. Es ist ein normierter
Integralwert der Kopfbeschleunigung in Abh¨angigkeit vom beobachteten Zeitintervall, das u¨ blicherweise 15ms oder 36ms betr¨agt (HIC15 bzw. HIC36 ). F¨ur die
ECE-Zertifizierung (→ S. 197) eines Motorradhelms muss der dimensionslose
HIC ≤ 2.400 sein.
Hildebrand & Wolfm¨uller stellten das erste Serienmotorrad der Welt her (→ Abbildung 1.8
auf Seite 34). 1894 bauten Heinrich Hildebrand und Alois Wolfm¨uller in ihrer kleinen Fabrik in M¨unchen in der Colesseumstrasse 1 ein wassergek¨uhltes
Zweizylinder-Viertakt-Motorrad mit 1500cm3 Hubraum und 2PS mit einer H¨ochstgeschwindigkeit von ≈ 40 km
h . Am 20. Januar 1894 erhielten sie das Deutsche
Reichspatent Nr. 78553, in dem erstmals der Begriff Motorrad“ offiziell genannt
”
war (→ [Hol1998] S. 16).
High Neck Frame ist ein Rahmen mit hohem Lenkkopf; u¨ blicherweise f¨ur handgefertigte
Chopper. Basis ist oft ein entsprechender Bausatz wie beispielsweise North Sea
Chopper — Bike Kit
(→ http://www.zodiac.nl/en/gallery/northseachopper.html
(Zugriff: 16-Sep-2012).
Ein Serienbeispiel ist der Chopper Honda VT 1300 CX mit 1.312cm3 -Zweizylinder-52◦ -V-Motor, Doppelschleifenrahmen aus Stahl, lange Telegabel mit 45mmStandrohren und 12, 8l-Tank — in den USA Fury“ genannt.
”
200
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Highsider nennt man einen Sturz, bei dem sich das in Schr¨aglage befindliche Motorrad zur
kurven¨außeren Seite blitzartig u¨ berschl¨agt (oder einen Vorgang bei dem es sich
beinahe u¨ berschl¨agt).
Wenn ein in starker Schr¨aglage befindliches Motorrad wegrutscht und dann pl¨otzlich wieder Grip bekommt, dann richtet es sich ruckartig auf und katapultiert
seinen Fahrer aus dem Sitz. Diese Katapultwirkung entsteht weil das Motorrad
beim Aufrichten durch seine Tr¨agheit in seine Federn gedr¨uckt wird. In senkrechter Position entspannen sich dann die Federn wieder und schleudern den
Fahrer hoch hinaus. Der Effekt wird durch die Beschleunigung, die der Fahrer
durch die Rollbewegung beim Aufrichten des Motorrades erf¨ahrt, noch verst¨arkt,
so dass der Fahrer hoch durch die Luft fliegt. Der Highsider tritt im Rennsport
haupts¨achlich gegen Rennende auf, wenn die Reifen weniger Grip aufweisen.
F¨allt das Motorrad in starker Schr¨aglage zur kurveninneren Seite, also zu low
”
side“, dann spricht man vom Lowsider (→ S. 204).
Hinschmeiß -Moment → Aufstellmoment S. 191.
HISS Honda Ignition Security System ≡ elektronische Wegfahrsperre
Hobel ist eine saloppe“ Bezeichnung von Bikern f¨ur ihr Motorrad (auch Bock (→
”
S. 192) oder Ofen (→ S. 207) genannt).
Honda ist ein internationaler Motorradhersteller, der von Soichiro Honda im Jahr 1948
in einem Schuppen in Hamamatsu (Japan) gegr¨undet wurde. Honda besch¨aftigt
weltweit ≈ 150.000 Mitarbeiter, baut Motorr¨ader in allen Kategorien und engagiert sich im Rennsport. 1962 wurde mit den TT-Siegen von Mike Hailwood in
der 125cm3 - und der 250cm3 -Klasse der Grundstein zur andauernden Erfolgsstory gelegt. Eine der vielen Honda-Innovationen ist das Airbag-System f¨ur das
Modell Honda Gold Wing 1800/6.
Hossack -Gabel ist eine Vorderradaufh¨angung f¨ur Motorr¨ader des englischen Erfin”
ders Norman Hossack (1946 in Schottland) von 1980; sie stellt eine Weiterentwicklung der Trapezgabel dar. Bei der Hossack-Gabel wird eine starre Gabel
(L¨angsachsentr¨ager) u¨ ber Kugelgelenke und zwei u¨ bereinander liegende Dreieckslenkern beweglich mit dem Motorradrahmen verbunden; u¨ ber ein Scherengelenk wird die Lenkbewegung u¨ bertragen. [. . .] Ein Vergleichstest der Zeitschrift
MOTORRAD aus dem Jahre 1993 zwischen Motorr¨ader mit herk¨ommlicher Teleskopgabel, Telelever, Achsschenkel- und Radnabenlenkung ergab f¨ur die HossakGabel die geringste gefederte Masse am Vorderrad sowie den h¨ochsten Bremsnickausgleich. [. . .] Mittlerweile erkennt BMW die Hossack-Gabel als Vorl¨aufer
der Duolever (→ S. 196) an.“
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Hossack-Gabel (Zugriff: 2Feb-2014))
HP4 ≡ High Performance 4-Cylinder (BMW Abk¨urzung)
Hundekurve (≡ gef¨ahrliche Kurve!) wird eine Kurve genannt, die in ihrem Verlauf enger
wird. Assoziation: Hase-Jagdhund-Rennen bei der der Jagdhund Probleme hat
den enge Haken schlagenden Hasen zu verfolgen.
Husaberg Motor AB ist ein schwedischer Hersteller, der 1988 von den ehemaligen Husqvarna-Mitarbeitern gegr¨undet wurde. Seit 2004 werden die Motorr¨ader (Endu¨
ros und Supermotos) beim Mutter-Konzern KTM in Mattighofen (Osterreich)
gebaut.
201
Husqvarna — ein schwedischer Waffen- und Haushaltsger¨ateproduzent — baut seit 1903
Motorr¨ader. 1987 u¨ bernahm die Cagiva-Gruppe (→ S.194) die Motorradsparte
und produzierte fortan in Varese (Italien). Seit 2007 geh¨ort Husqvarna zu BMW.
HVA-Element Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichselement ≡ Hydrost¨ossel wird vom Mo¨ bef¨ullt und beinhaltet einen Innenkolben, der von einer
tor¨olkreislauf mit Ol
Hilfsfeder unterst¨utzt soweit ausf¨ahrt, bis das Ventilspiel ausgeglichen ist. Das
¨ uckfluss verhindert wenn das
HVA-Element enth¨alt ein Sperrventil, das den Olr¨
HVA-Element belastet wird. Gegen¨uber einem u¨ blichen Ventiltrieb hat eine Ventilsteuerung mit HVA-Elementen den Vorteil, dass ein Nachstellen des Ventilspiels nach einer bestimmten Betriebszeit entf¨allt, jedoch auf Kosten einer geringeren Steifigkeit, weil letztlich das Motor¨ol nicht v¨ollig inkompressible ist
¨ im Laufe des Betriebs). Daher ist f¨ur h¨ochste
(geringe Luftaufnahme des Ols
Drehzahlen ein Ventiltrieb mit HVA-Element mangels hinreichender Steifigkeit
ungeeignet.
Hyosung ist ein koreanischer Mischkonzern (Schwerindustrie, Computer, Handel etc.) mit
einer Motorradsparte. Seit 2004 gibt es preiswerte Hyosung-Motorr¨ader in Deutschland. Sie orientieren sich stark an Modellen von Suzuki.
IBA Iron Butt Association Germany Um Mitglied zu werden, muss man einen IBA
Certificate Ride erfolgreich absolvieren. Der Einstieg ist ein Ride von ≥ 1000
Meilen (≥ 1600km) innerhalb von 24 Stunden. Es gibt keine Vereinsstatuten und
keine Jahresbeitr¨age.
→ http://www.ibagermany.de (Zugriff: 5-Sep-2015)
Ideallinie ist (f¨ur den Rennfahrer) die Kurvendurchfahrt, die es erm¨oglicht, das maximale
Tempo zu fahren, und zwar bezogen auf die Gesamtstrecke und nicht nur auf
die jeweilige Kurve. Die Ideallinie optimiert nicht die Durchfahrt der einzelen
Kurve, sondern die Durchfahrt der Gesamtstecke, so dass es vorkommt, zu gunsten der besseren Gesamtzeit eine einzelne Kurve nicht mit maximal m¨oglichem
Tempo zu nehmen. (→ [Nie2008] S. 117)
Inamura Gyoichi Ben Inamura war Leiter des Entwicklungsteams Kawasaki 900Z1 Super Four (1. Modelljahr 1973) — das japanische Superbike in Vollendung! (→
”
[Sei2013].
Intruder (Eindringling) ist die Bezeichnung f¨ur die Curiser von Suzuki (→ S.210), z. B. InU ,
truder M 1800 R, Hubraum: 1783cm3 , Leistung: 92kW (≡ 125PS) bei 6.200 min
14.690 ¤ (2012).
IFZ Institut f¨ur Zweiradsicherheit e. V. ist Mitglied im Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Das IFZ beteiligt sich an Projekten zur Verkehrssicherheit von
Bikern, vom Mofa bis zum dicken Cruiser; z. B. gemeinsam mit der Bundesanstalt f¨ur Straßenwesen (BASt).
→ http://www.ifz.de (Zugriff: 17-Mar-2008)
JASO Japanese Automobiles Standard Organisation standardisiert beispielsweise die
¨
¨ mit relativ hohem
Eigenschaften von Olen
f¨ur Motorr¨ader. JASO-MA ist ein Ol
Reibwert geeignet f¨ur Maschinen mit Nasskupplungen, w¨ahrend JASO-MB (≡
¨ mit niedrigem Reibwert) f¨ur Maschinen mit Trockenkupplungen geeignet ist.
Ol
Jawa ist ein tschechischer Motorradhersteller.
202
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Kammscher Kreis beschreibt das Verh¨altnis von den L¨angskr¨aften, die beim Beschleunigen
bzw. Bremsen entstehen zu den Seitenkr¨aften quer zur Laufrichtung des Rades
bei der Kurvenfahrt (genannt nach dem Ingenieur Wunibald Kamm). Aus dem
Kammschen Kreis ist zum Beispiel erkennbar, das bei 36◦ Schr¨aglage, wie sie
auf der Landstraße gefahren wird, noch 85% der u¨ bertragbaren Umfangskr¨afte
eines Reifens zum Bremsen bzw. Beschleunigen zur Verf¨ugung stehen. W¨ahrend
in einer Schr¨aglage von 57◦ , wie sie beim Rennen gefahren wird, nur noch 10%
dieser Umfangskr¨afte des Reifens — f¨ur eine hoffentlich sehr gef¨uhlvolle Beschleunigung — verf¨ugbar bleiben (→ [DVR2008] S. 22).
Kawasaki ist ein internationaler Mischkonzern, der 1878 von Shozo Kawasaki als Werft gegr¨undet wurde. 1952 wird der erste luftgek¨ulte Einzylinder-Viertakt-Motorradmotor (KE 1) produziert. Auf dem europ¨achischen Markt wurden mit luftgek¨uhlten 250cm3 - und 350cm3 -Zweitaktern die ersten Erfolge erzielt. Ber¨uhmt wurde
beispielsweise die u¨ beraus leistungsstarke Dreizylinder-Zweitaktmaschine Kawasaki 500 H1 Mach III. 1972 erschien dann das Geschichte schreibende Vierzylinder-Viertaktmotorrad Kawasaki 900 Z1 mit einer damals sensationellen Beschleunigung von Null auf 100 km
h in < 4sec (Spitzname ”Frankensteins Tochter“,
genannt nach einem Artikel von Franz Josef Schemer in der Zeitschrift MOTORRAD Heft 4, 1976, S. 6–7, zitiert nach → [ScherSchmi2011].).
Kettentrum bezeichnet den oberen oder unteren Gliederstrang der Kette, das heißt, den Anteil, der nicht mehr von Ritzel oder Kettenrad umgelenkt wird.
Kilo-Gixxer ist der Spitzname f¨ur die Suzuki GSX-R 1000.
KIBS ist bei Kawasaki (→ S. 202) eine Abk¨urzung und steht f¨ur Kawasaki Intelligent
Anti-Lock Brake System.
KIMS ist bei Kawasaki (→ S. 202) eine Abk¨urzung und steht f¨ur Kawasaki Ignition
Management System.
Kolben -geschwindigkeit. Die mittlere Kolbengeschwindigkeit bei der Umdrehungszahl, die die H¨ochstleistung des Motors ergibt, berechnet sich nach folgender
Formel:
VKolben = Hub ∗
mit:
VKolben
≡
n
f
(E.1)
mittlere Kolbengeschwindigkeit in Meter pro Sekunde
m
]
[ sek
Hub
≡
Kolbenhub in Meter [m]
n
≡
Motordrehzahl pro Minute bei der die H¨ochstleistung
U
]
des Motors gegeben ist [ min
f = 30 Da die Kurbelwelle pro Kolbenhub nur eine halbe Umdrehung macht, die Motordrehzahl aber bezogen auf die
volle Umdrehung definiert ist, ist die Umdrehungsminute zu halbieren. Außerdem ist die Minute der Drehzahlangabe in Sekunden umzurechnen.
Zumindest aus Verschleißgr¨unden gilt ein praktischer Grenzwert von VKolben ≤
m
]. Sport-/(Renn-)Maschinen wie z. B. die Yamaha YZF-R1 erreichen die22 [ sek
sen Grenzwert.
203
Beispiel: BMW R 1100 GS (→ Abschnitt A.3 auf Seite 170)
mit einem Hub von 0, 0705m und einer Leistung (eingetragene)von 57kW (≈
U
ergibt sich eine mittlere Kolbengeschwindigkeit von VKolben =
77PS) bei 6.500 min
0,0705∗6500
m ].
≈ 15, 3 [ sek
30
Konstant- fahrruckeln entsteht durch einen unrunden Motorlauf bei konstanter Gasgriffstellung. Bei Einspritzanlagen liegt die Ursache daf¨ur oft im Zeitverzug in den
Regelzyklen, die die Gemischzusammensetzung stets auf λ = 1 halten m¨ochten.
(→ λ S. 203) Durch die λ -Regelung kann die Gemischzusammensetzung um
≈ 3% variieren, was entsprechende Drehmomentschwankungen hervorruft.
Kradist ist abgleitet aus dem Wort Kraftradfahrer beziehungsweise Motorradfahrer und
wird zur Abgrenzung der u¨ blichen Bezeichnung Biker (→ S.192) verwendet.
KTM ist ein o¨ tsterreichischer Motorradhersteller, der 1934 von Hans Trunkenpolz in
Mattinghofen aus einer DKW-Werkstatt geg¨undet wurde. 1951 entstand mit der
KTM R 100, die erste eigene Serienmaschine. Mit dem heutigen Motto Ready
”
to Race“ positioniert sich KTM als Sportmaschinenhersteller, insbesondere f¨ur
Offroad und Supermoto.
¨
Kutte ≡ Leder- oder Jeansweste ohne Armel,
die zum sichtbaren Tragen von (Rocker-)Club(Funktions-)-Abzeichen und sogenannten Freundschafts-Patches dient
und vom Tr¨ager als Statussymbol verehrt wird. Eine m¨oglichst lange getragene
Kutte enth¨alt eine Vielzahl von Patches, die prim¨ar von besuchten Motorradtreffen und befreundeten Clubs stammen. Falsche Patches“ f¨uhren oft zu Streit f¨ur
”
¨
den Tr¨ager. Ublicherweise
darf eine Kutte von Dritten nicht angefasst werden,
weil dies in der Kutten-Community als Angriff auf den Tr¨ager aufgefasst wird.
So gesehen biete die Kutte f¨ur den Tr¨ager in gewissem Sinn Schutz und wird
quasi immer getragen, also nicht nur im direkten Zusammenhang mit dem Motorrad.
kW Kilowatt: 1kW ≡ 1, 35962162PS
λ (Lambda) ist das Zeichen f¨ur das Verbrennungsluftverh¨altnis. Das optimale LuftKraftstoff-Verh¨altnis, das sogenannte st¨ochiometrische Verh¨altnis, von 14,7 Teilen Luft zu 1 Teil Benzin, wird mit λ = 1 angegeben. Ein magereres Gemisch
(Luft¨uberschuss) liegt bei λ > 1 vor, ein fetteres Gemisch (Benzin¨uberschuss)
bei λ < 1. Beispiel: λ = 1, 05 bedeutet, dass 5% mehr Luft an der Verbrennung
beteiligt ist, als zur st¨ochiometrischen Reaktion notwendig w¨are.
λ -Sonde misst den Sauerstoffgehalt im Abgas. Der Wert ist n¨otig, um die richtige Einspritzmenge zu bestimmen. (→ λ S. 203)
Latsch Reifenaufstandsfl¨ache
Laverda Moto Laverda S.p.a., Via Mazzini 39a, Breganze (Vicenza), Italien, war ein innovativer Hersteller von Motorr¨adern; 1449 gegr¨undet, Insolvenz Ende der 80iger
Jahre, 1993 Neugr¨undung und 2004 Integration in den Piaggio-Konzern.
International Laverda Owners Club (→ http://www.iloc.co.uk (Zugriff: 30-May-2012)
Leistungs -diagramm stellt in einem x-y-Achsendiagramm die Motorleistung (y-Achse,
U ) dar.
Dimension kW ) bezogen auf die Motordrehzahl (x-Achse, Dimension min
In dieses Diagramm wird u¨ blicherweise auch der Drehmomentverlauf eingezeichnet (y-Achse, Dimension Nm). Das Leistungsdiagramm wird auf einem
204
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
geeichten Pr¨ufstand gemessen und zur Beurteilung des Motors oft als Wert an
der Kurbelwelle dargestellt.
Lenkeinschlag liegt bei ≈ 0, 5 . . . 0, 8◦ bei gem¨utlicher Fahrt auf einer sich dahinschl¨angelnden
Landstrasse. Bei der Kurvenfahrt mit einem Kurverradius der Mittellinie von ≈
50m (z. B. Autobahn-Kleeblatt) liegt der Lenkeinschlag bei < 2◦ (≈ 10mm Ausschlag an den Lenkerenden). Die u¨ blicherweise m¨oglichen ≈ 40◦ werden zum
Rangieren und f¨ur abgest¨utzte Kurven im Schrittempo gebraucht. (→ [Spi2006]
S. 55)
Lowsider bezeichnet einen Sturz in Schr¨aglage, bei dem ein Laufrad einfach wegrutscht
und das Motorrad zur kurveninneren Seite, zur low side“, f¨allt. Beim Lowsi”
der rutschen Fahrer und Motorrad liegend weg. Aufgrund h¨oherer Bodenreibung
beim Fahrer bleibt dieser gegen¨uber dem Motorrad zur¨uck (vorausgesetzt beide
k¨onnen frei rutschen!).
Beim Highsider“ (→ S. 200) wird der Fahrer schlagartig abgeworfen, wobei das
”
Motorrad in die gleiche Richtung geschleudert wird wie der Fahrer, so dass die
Gefahr besteht, das es den den Fahrer erschl¨agt (Tod!). Der Lowsider ist daher
im Prinzip ungef¨ahrlicher als der Highsider.
Marauder (Pl¨underer) ist die Bezeichnung f¨ur die Suzuki VZ 800 Marauder; ein Mittelklasse Cruiser von Suzuki (→ S. 210); Hubraum: 805cm3 , Bohrung × Hub:
U
, maximales Drehmoment:
83 × 74, 4mm, Leistung 39kW (≡ 53PS) bei 6500 min
U
, in Deutschland von 1996 (≈ 12.000 DM) bis 2003 (≈
65, 7Nm bei 5000 min
6.900 ¤) verkauft.
Meguro Motorcycles war eine der a¨ ltesten Japanischen Motorradmarken. Sie wurde von
Kawasaki Heavy Industries, Ltd. (→ S. 202) u¨ bernommen. An ihren Modellen
orientierte sich sp¨ater das Retro-Bike Kawasaki W 650 mit der K¨onigswelle f¨ur
den Nockenwellenantrieb.
MoGo ist die Abk¨urzung f¨ur einen Motorradgottesdienst, veranstaltet von MOGO Hamburg — in der Nordkirche e. V., K¨onigstraße 54, D-22767 Hamburg, Telefon
040/306201130, der in der Regel mit einer gemeinsamen Konvoifahrt u¨ ber die
A7 nach Kaltenkirchen verbunden ist.
Am 14-Jun-2015 habe ich an diesem Biker-Großereignis mit meiner BMW R
1100 GS teilgenommen (→ Abbildung E.2 auf Seite 205). Es waren ≈ 27.000
Biker unterwegs. Die Autobahn A7 war extra daf¨ur gesperrt. Auf den Br¨ucken
u¨ ber die A7 und auch am Rand der Autobahn standen Massen von winkenden
Zuschauern. Es ist richtig anstrengend in einem solch großen Konvoi im Stop-and-Go-Modus zu fahren. Aber es ist ein ganz besonderes Erlebnis.
Moped motorisierte Pedale“
”
Mopped ist der Kosename“ f¨ur ein Motorrad (→ auch T¨off-Fahrer S. 210). Diese Schreib”
form ist strikt zu unterscheiden von der Bezeichnung Moped“ (≡ Abk¨urzung
”
f¨ur Motor und Pedal), einem Fahrrad mit organisch eingebauten Hilfsmotor bis
50cm3 Hubraum.
Aus dem Munde eines der restlichen Welt zugeh¨origen Lebewesen (≡ kein Bi”
ker) wird es als Beleidigung aufgefasst.“ (→ [DieXXXX] S. 30)
MotoGP ≡ K¨onigsklasse“ im Rahmen der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft (→ S. 197)
”
mit ≤ 1000cm3 -Viertakt-Motor und ≤ 4-Zylindern sowie 153kg-Mindestgewicht
bei 100cm3 .
205
Legende:
Foto: Unbekannter Biker mit meinem Smartphone am 14-Jun-2015
Abbildung E.2: Einer von ≈ 27.000 Bikern beim MOGO 2015
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/MotoGP (Zugriff: 13-May-2012))
Schnellste Runde: MotoGP, Moto2 und Moto3 beim FIM-Rennen am 6-M¨arz2012 auf dem Aut´odromo do Estoril, ≈ 30km westlich von Lissabon, 4, 182km
Streckenl¨ange (→ [Kir2012] S. 124):
– MotoGP (→ S. 204): Jorge Lorenzo (E) in 1.36, 909min = 155, 353 km
h
– Moto2 (→ S. 205): Pol Espargar´o (E) in 1.40, 921min = 149, 178 km
h
– Moto3 (→ S. 205): Sandro Cortese (D) in 1.47, 354min = 140, 238 km
h
Moto2 ≡ Prototypenmotorradklasse im Rahmen der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft
(→ S. 197) mit 600cm3 -Viertakt-Vierzylinder-Motor. Hinweis: Die Motoren liefert ausschließlich Honda (Serienmotor der Honda CBR 600).
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Moto2 (Zugriff: 13-May-2012))
Moto3 ≡ Rennmotorradklasse im Rahmen der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft (→
S. 197) mit 250cm3 -Viertakt-Einzylinder-Motor. Hinweis: Ersetzt ab 2012 die
alte 125cm3 -Klasse.
(→ http://de.wikipedia.org/wiki/Moto3 (Zugriff: 13-May-2012))
Moto Guzzi ist der a¨ lteste italienische Motorradhersteller, dessen Urspr¨unge auf 1918 zur¨uck
gehen. Carlo Guzzi, Giovanni Ravelli und Giorgio Parodi konstruierten einen liegenden Einzylindermotor mit untenliegender Nockenwelle und zwei per Stossstangen bet¨atigte Ventile — genannt Normale. Auf dieser Basis wurde lange Zeit
Maschinen produziert, z. B. 1976 die Moto Guzzi Sahara 500 mit 499cm3 und
U
und einer H¨ochstgeschwindigkeit von 115 km
25PS bei 4800 min
h .
Heutiges charakteristisches Markenzeichen ist der luftgek¨uhlte V2-90◦ -Motor,
der quer eingebaut ist und so ohne Umkehrung den Guzzi-¨ublichen Kardanantrieb erm¨oglicht, z. B. Moto Guzzi California Vintage mit 1064cm3 und 55kW
U . Nach wechselnden Eigent¨
umern
und einem Drehmoment von 88Nm bei 5000 min
geh¨ort Moto Guzzi ab 2004 zu Piaggo-Gruppe.
MOM Motorcycle owner’s manual
206
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Moto Morini wurde von Alfonso Morini 1937 als Firma f¨ur dreir¨adige Nutzfahrzeuge gegr¨undet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Bologna das Einzylinder-Zweitaktmodell Morini T125 vorgestellt. Es orientierte sich an den DKW-Modellen.
1972 kam vom genialen Kontrukteur Franco Lambertini die legend¨are Morini
3 1/2, ein l¨angs eingebauter V2-72◦ -Viertaktmotor mit 344cm3 und 38PS so62,0mm
wie Bohrung
Hub = 57,0mm = 1, 087. Nach vielf¨altigen Wirren werden seit 2005 in
Bologna wieder Morinis gebaut, z. B. Moto Morini Corsaro 1200 wieder mit
l¨angs eingebautem, ultrakurzhubigen V2-Motor, allerdings mit ungew¨ohnlichen
87◦ -Winkel und 1200cm3 und 103kW und einem Drehmoment von 123Nm bei
U
und
6500 min
Bohrung
107,0mm
=
Hub
66,0mm = 1, 62.
Motronic ist die Herstellerbezeichnung der Firma Bosch f¨ur ihre digitale Motorelektronik
(→ DME S. 196).
U mit GemischMOZ Motor Oktan Zahl — gemessen bei einer Drehzahl von 900 min
vorw¨armung im 1-Zylinder-Pr¨ufmotor; < ROZ → S. 208).
μ bezeichnet den Reibbeiwert → S. 208.
MuZ — Motorrad- und Zweiradwerk GmbH — → MZ S. 206
MV Augusta — Meccanica Verghera Augusta — stellte 1946 ein 98cm3 -Zweitakt-Motrrad
vor. Drei Jahre sp¨ater kam mit der MV Augusta Bialbero 125 der erste große Verkaufserfolg. Ab 1950 wurden Rennmaschinen entwickelt, die bis 1976 nicht we”
niger als 275 Grand Prix-Siege und 38 Fahrer-Weltmeisterschaften einfuhren.“
(→ [MJahr2008] S. 130) Ab 1997 wurden von Massimo Tamburini die MV Augusta F4-Modelle konzipiert. Sie basieren auf einem Vierzylinder-Reihenmotor
mit ≥ 122kW und h Fahrwerken mit Einarmschwinge.
MZ — Motoradwerke Zschopau — entstanden 1956 aus den ehemaligen Fabriken
der DKW (→ S. 196), die in der DDR lagen. Beispielsweise wurde in den Jahren 1973–1982 das praxisgerechte Modell MZ TS 250 (≡ Telegabel-Schwinge),
z. B. geschlossener Kettenkasten“, gebaut. Diese 130kg schwere Maschine hat”
te einen Zweitakt-Motor von 243cm3 der 17–19 PS leistete.
Nach der Wiedervereinigung hat der Investor Hong Leong Industries aus Malaysia die Marke u¨ bernommen.
Es findet sich tats¨achlich kaum ein besseres Beispiel als MZ, um die gemeinen
”
T¨ucken der Wiedervereinigung zu demonstrieren. [. . .] Lohnverzicht der Belegschaft (erzwungen oder nicht?), ein neues Firmenemblem und einen neuen Namen (MuZ (→ S. 206) statt MZ), [. . .] schließlich rund 45 Millionen DM an ausgezahlten B¨urgschaften und F¨ordermitteln ( In den Sand gesetzt“, sagen man”
che), [. . .] Anmeldung der Gesamtvollstreckung/Ost (= Konkurs/West) im Juli
1996 [. . .] Warum? Weil Motorr¨ader kein Allerweltsprodukt sind, sondern eben
Motorr¨ader. Etwas, womit sich Leidenschaften, Sehns¨uchte, Gef¨uhle wecken lassen; womit mythisch die Vergangenheit beschworen werden kann zugunsten der
’Motorr¨ader unserer Zukunft’ (= MuZ)“ (→ [Hol1998] S. 136–137)
¨
Nackenst¨utze stabilisiert und gibt Halt, um bei St¨urzen das Uberstrecken
oder seitliche Abknicken des Kopfes effektiv einzuschr¨anken. Trotz der St¨utzfunktion ist die Bewegung des Kopfes nicht eingeschr¨ankt. Ein f¨uhrender Hersteller ist die Firma
Ortema GmbH (ORthop¨adie TEchnik MArkgr¨oningen, Kurt-Lindemann-Weg
10, D-71706 Markgr¨oningen, Tel.: 07145/912081)
→ http://www.ortema.de/de/ (Zugriff: 25-Aug-2010)
207
Newton ist die Kraft, die ben¨otigt wird, um einen ruhenden K¨orper mit der Masse 1kg
innerhalb von einer Sekunde gleichf¨ormig auf die Geschwindigkeit 1 ms zu beschleunigen.
kg ∗ m
(E.2)
1[N] = 1[ 2 ]
s
F¨ur die Gewichtskraft gilt: 1kp = 9, 80665N bei einer mittleren Erdbeschleunigung ist g = 9, 80665 sm2 .
NHS -Reifengravur Not for Highway Service ≡ Gel¨andereifen, die nicht auf o¨ ffentlichen
Straßen eingesetzt werden d¨urfen.
Ofen ist eine saloppe“ Bezeichnung von Bikern f¨ur ihr Motorrad (auch Bock (→
”
S. 192) oder Hobel (→ S. 200) genannt).
OHC overhead camshaft; oben (¨uber den Ventilen im Zylinderkopf) liegende Nockenwelle
OHV overhead valve; u¨ ber dem Verbrennungsraum im Zylinderkopf h¨angende Ventile
— die Nockenwelle(n) befinden sich im Motorgengeh¨ause
¨ Temperatur des Motors sollte im Bereich ≈ 75◦ . . . 110◦ Celsius liegen — optiOlmal ist eine Temperatur von ≈ 85◦ Celsius.
O.T. obere Totpunkt des Kolbens bei einer Kurbelumdrehung
Panhead -Motor von Harley-Davidson (→ S. 199) wurde 1948 – 1965 produziert. Pan”
head“ heißt der 45◦ -V2-Motor (1965: 1.207cm3 ) wegen seiner pfannenf¨ormigen Zylinderk¨opfe aus Aluminium. Die Ventile werden u¨ ber Hydrost¨oßel und
Stoßstangen von der untenliegende Nockenwelle gesteuert. Der aktuelle Nachfolger, Twin-Cam-103-Motor (2012: 1.690cm3 ), hat das grunds¨atzliche Layout
u¨ bernommen ist allerdings mit Elektronik vollgestofft.
PKS Pers¨onliche Schutzausr¨ustung
PS Pferdest¨arke: 1PS ≡ 0, 73549875kW
PSA pers¨onliche Schutzausr¨ustung (Aufprallprotektoren → Europa Norm EN 16211)
Quetschzone ist ein stark abgeflachter Bereich des Zylinderkopfes an der Randzone des Verdichtungsraumes. Sie bewirkt eine besonders gute Gemischverwirbelung und reduziert damit die Zeit, die die Flammenfront zu ihrer Entwicklung im Arbeitstakt
ben¨otigt. Zus¨atzlich wird damit einer vorzeitigen Selbstz¨undung des Gemisches
(Klopfen, Klingeln) vorgebeugt.
Radial- Reifen besitzt eine Karkasse, deren F¨aden im 90◦ -Winkel zur Fahrtrichtung verlaufen, also in Richtung des Radius des Laufrades. Die Formstabilit¨at bei hohen
Geschwindigkeiten wird mit zus¨atzlich ein oder zwei G¨urtellagen erreicht.
RAT Riders Association of Triumph
RC ist bei KTM (→ S. 203) f¨ur die Typenenbezeichnung eine Abk¨urzung und steht
f¨ur Road Competition.
RCB ist bei Honda (→ S. 200) f¨ur die Typbezeichnung eine Abk¨urzung und steht f¨ur
Racing City Bike.
208
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Reibbeiwert ist ein Maß f¨ur die Verzahnung“ des Reifens mit der jeweiligen Straßenoberf¨ache.
”
Die Erdbeschleunigung von 9, 81 sm2 gilt als ein Basiswert f¨ur alle Brems- und Beschleunigungsvorg¨ange wobei ein Reibbeiwert von μ = 1 zugrunde gelegt wird.
Mit einer modernen Bremsanlage, z. B. von einer Honda CBF 1000, werden
folgende Bremswege in μ -Abh¨angigkeit erreicht (z. B. → [DVR2008] S. 15):
Reibwert
μ
Bremsweg aus
100 km
h
Art des Strassenbelags
1,2
1,0
0,9
0,7
0,5
0,3
0,08
≈ 34m
≈ 40m
≈ 44m
≈ 56m
≈ 79m
≈ 131m
≈ 492m
rauer, extrem griffiger Asphalt
griffiger Asphalt (9,81 sm2 )
normaler Asphalt
glatter Asphalt
Kopfsteinpflaster
nasser Staub
Eis
Road Star Warrior (Straßenk¨ampfer) ist die Bezeichnung f¨ur einen eindrucksvollen
Cruiser von Yamaha (→ S. 213), V2-Viertaktmotor, Hubraum: 1.670cm3 , BohU , maximales
rung × Hub: 97 × 113mm, Leistung: 62kW (≡ 84PS) bei 4.400 min
U
Drehmoment: 135Nm bei 3.750 min , Baujahr 2003 ≈ 13.500 ¤.
Ein Auspuff wie ein Kanonenrohr, zwei Zylinder mit insgesamt 1.670
”
Kubik, 1.665 mm Radstand, 275 Kilogramm Trockengewicht, viel
poliertes und geb¨urstetes Aluminium, ein ultrabreiter 200er-Hinterradschlappen, ein Lenker wie ein Longhorn-Geweih, der Rest in
b¨oses Schwarz getaucht.“
(→ http://www.bikerszene.de/magazin/testberichte/
Yamaha Road Star Warrior 1700-9700-1.html (Zugriff:
24-May-2012)
U ohne GeROZ Research Oktan Zahl — gemessen bei einer Drehzahl von 600 min
mischvorw¨armung im 1-Zylinder-Pr¨ufmotor (≈ Klopffestigkeit beim Beschleunigen; > MOZ → S. 206).
RUB Rich Urban Biker
Sag (≈ Eindrucktiefe) bezeichnet den Negativ-Federweg. Anhaltspunkt ≈ 25% des
verf¨ugbaren Federweges.
¨
SACS nennt Suzuki (→ S. 210) seine Luft-Ol-K¨
uhlung, die beispielsweise die Suzuki
GSX-R 1100 des Jahres 1986 mit ihrer sehr feinen Zylinderverrippung hatte. Die
Abk¨urzung steht f¨ur Suzuki Advanced Cooling System.
Schraubeng¨ute wird auf dem Schraubenkopf in Form einer Zahl mit Punkt angegeben. Beispielsweise besagt die Angabe 12.9, dass diese Schraube bis an eine Obergrenze von
N
N
¨ bliche Schrau1200 mm
2 ∗ 0, 9 = 1080 mm2 statisch belastet werden darf. Eine u
N belastet werden und die ebenfalls
beng¨ute von 10.9 darf daher bis 900 mm
2
N
verbreitete Schraubeng¨ute 8.8 bis 640 mm
ur eine hohe Festigkeit, beispiels2 . F¨
weise f¨ur die Montage eines Gep¨acktr¨agersystems, sollte die Klasse 12.9 oder
zumindest die Klasse 10.9 gew¨ahlt werden.
Beim Wert f¨ur die dynamisch zul¨assige Spannung ist die fertigungstechnisch bedingte Kerbempfindlichkeit bedeutsam. Nach dem Herstellungsverfahren werden unterschieden geschnittene (→ kerbempfindliche) und gerollte Gewinde (→
weniger krebempfindlich).
209
Shadow Spirit (Schattengeist) ist die Bezeichnung f¨ur einen Mittelklassen Cruiser von
Honda (→ S. 200). Im Jahr 2012 hat die Honda VT 750 C2 einen Fl¨ussigkeitsgek¨uhlten 52◦ -V2-Viertaktmotor, Hubraum: 745cm3 , Bohrung × Hub: 79 × 76mm,
U
, maximales Drehmoment: 64Nm bei
Leistung: 34kW (≡ 46PS) bei 5.500 min
U
3.500 min , ABS, Gewicht (vollgetankt): 252kg, Preis: ≈ 9.000 ¤ (2012).
Shims sind runde Pl¨attchen (Shimstack) aus Federstahl, die bei einem Federbein die
L¨ocher im Kolben mit definierter Federkraft verschließen, um so die gew¨unschte
D¨ampfung (im Zusammenspiel mit dem Flussventil) zu erreichen.
S-KTRC ist bei Kawasaki (→ S. 202) eine Abk¨urzung und steht f¨ur Sport-Kawasaki Traction Control.
SLS Sekund¨ar-Luftsystem (Nachverbrennungseinrichtung)
Sportler bzw. Supersportler wird ein Motorradtyp bezeichnet, der mit kompakten Abmessungen, knapper Vollverkleidung, tief montierten Lenkerh¨alften, relativ hoher
Sitzposition und Reifen mit geringem Negativprofil u¨ ber einen HochleistungsPS verf¨
ugt; z. B. Kawasaki Ninja ZX-10R; aktuelles Supermotor von ≥ 150 Liter
kg
; eine Serienmaschine
sport-Motorrad mit einem Leistungsgewicht von ≈ 1, 0 PS
direkt f¨ur die Rennstrecke.
Sporttourer wird ein Sportler“ (→ S. 209) bezeichnet, der prim¨ar auf Komfort bei sehr
”
hohen Geschwindigkeiten und sekund¨ar auf minimales Gewicht ausgelegt ist;
z. B. Kawasaki ZZR 1400 (→ S. 2) oder Suzuki Hayabusa 1300 — beide im Jahr
2012 mit Speedcutter auf 299 km
h abgeregelt.
Wulf Weiss: In Sachen Touring und Alltag zeigen sich beide Boli”
den als ebenso gelassene wie kraftvolle Begleiter.“ (→ [Wei2012]
S. 40)
Street -fighter ist ein martialischer Name“ f¨ur ein unverkleidetes Sportmotorrad mit
”
aufrecht-bequemer Sitzposition.
Stoppie bezeichnet das Aufstellen des Motorrades auf dem Vorderrad.
Sturgis ist eine Kleinstadt, South Dakota, USA (≈ 7.000 Einwohner). Einmal im Jahr
treffen sich dort ≈ 500.000-Harley-Fahrer zu einem sehr lauten und freiz¨ugigen
Fest.
(→ http://www.sturgismotorcyclerally.com/ (Zugriff: 5-Apr-2012))
Was Mekka den Muslimen ist, das ist dieses 7.000-Einwohner-Kaff in South Da”
kota jedes Jahr im August f¨ur Amerikas (f¨ur die ganze Welt) Harley-Davidsonianer.“
(→ [Kle2012] S. 58)
Supermoto (kurz SuMo“) ist eine Motorradsportart, die seit etwa 1985 in Europa betrieben
”
wird. Nach der urspr¨unglichen Idee sollten aus den Sportarten Motocross, Straßenrennsport und Dirttrack (bzw. Flattrack) die besten Fahrer (sogenannte Su”
perbikers“) ermittelt werden. In Frankreich wird diese Sportart Supermotard“
”
bezeichnet. Supermoto-Rennstrecken umfassen einen Asphalt-, einen flachen
Kies- und einen h¨ugeligen Offroad-Teil. Der Asphaltanteil betr¨agt u¨ blicherweise
≈ 70% der Gesamtstrecke.
Chrakteristisch sind atemberaubende Drifts und Spr¨unge im Offroad-Teil. Die
Fahrer tragen einteilige Lederkombis mit Protektoren, Cross-Helme und CrossStiefel, welche die Supermoto-Fahrer von Straßenrennfahrern abheben.
Seit 2007 gilt folgende Klasseneinteilung:
210
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Klasse S1 > 240 · · · ≤ 450cm3 Hubraum
Klasse S2 > 475cm3 Hubraum
Klasse C1 > 240 · · · ≤ 450cm3 Hubraum (≈ 2. Liga)
Klasse C2 > 475cm3 Hubraum (≈ 2. Liga)
Das Mindestgewicht (ohne Kraftstoff gemessen) betr¨agt:
– Motorrad ≤ 250cm3 : Gewichtmin = 98kg
– Motorrad > 250cm3 : Gewichtmin = 102kg
Der maximal zul¨assige Ger¨auschpegel betr¨agt f¨ur alle Klassen 96dB(A).
→ http://www.dmsb.de/downloads/563/TB Supermoto.pdf (Zugriff: 03-Aug-2008)
Supermotard franz¨osische Bezeichnung f¨ur Supermoto“ (→ S. 209)
”
Suzuki ist ein japanischer Motorradhersteller, der 1909 von Michio Suzuki gegr¨undet
wurde, urspr¨unglich f¨ur die Produktion von Webst¨uhlen. Nach dem Zweiten
Weltkrieg produzierte man dringend ben¨otigte G¨uter, so z. B. Landmaschinen
und die ersten leichten Motorr¨ader mit Zweitaktmotoren. Der boomende Straßenrennsport in den 60ern f¨uhrte zu einer sehr erfolgreichenden Beteiligung
in den Zweitaktklassen. Beispielsweise holte Suzuki von 1962 bis 1968 dort
Weltmeistertitel. In den fr¨uhen 70ern wurde der Wasserb¨uffel“ (→ S. 213) zum
”
Dream-Bike“. 1977 wurde mit der Sportmaschine Suzuki GS 750 (Viertaktmo”
tor, Vierzylinder-Reihe mit obenliegenden Nockenwellen) wieder eine technische Meisterleistung realisiert. 1999 kam dann die erste Hayabusa-Generation
auf den Markt, eine Serienmotorrad an der Schwelle zu 300 km
h .
SYM Sanyang ist ein taiwanesischer Konzern der im Jahr 2015 seit 60 Jahren Zweir¨ader
baut. Zun¨achst in Zusammenarbeit mit Honda (→ S. 200), sp¨ater mit Eigenentwicklungen f¨ur den Weltmarkt. Das Modellprogramm umfasst die breite Palette
der Roller, Quads und Leichtkraftr¨ader.
Unter der Marke SYM vertreibt einige davon Sanyang Deutschland GmbH, Opelstraße 13, D-64546 M¨orfelden-Walldorf → http://www.sym-motor.de
(Zugriff: 21-Oct-2015).
Ein Vertragsh¨andler ist zum Beispiel: B¨ornis Roller Shop, Dorfstraße 18, D21481 Schnakenbek, Tefefon 04153/580588
→http://www.boernis-roller-shop.de (Zugriff: 21-Oct-2015).
Throttle ≡ Drosselklappe (≈ Gasgriff)
Thunderbird (Donnervogel) ist die Bezeichnung f¨ur einen schweren Cruiser / Chopper von
Triumph (→ S. 211). Im Jahr 2012 hat die Triumph Thunderbird Storm einen
Fl¨ussigkeitsgek¨uhlten 270◦ -DOHC-Paralleltwin, Hubraum: 1.699cm3 , Bohrung
U
, maximales
× Hub: 107, 1 × 94, 3mm, Leistung: 72kW (≡ 98PS) bei 5.200 min
U
Drehmoment: 156Nm bei 2.950 min , Sekund¨arantrieb: Zahnriemen, ABS optional, Gewicht (fahrfertig): 339kg, Preis: ≈ 15.500 ¤ (2012).
Der Welt gr¨oßte Reihenzweizylinder protzt mit 1,7 Litern Hubraum
”
und feinen Manieren.“ (→ [Scho2008] S. 31)
T¨off-Fahrer ≡ Motorradfahrer ( Kosename“; → auch Mopped S. 204); oft Experte beim Um”
gang mit Gas, Kupplung und Fussbremse.
211
Touren -Sportler ≈ Sporttourer → S. 209
Trail ≡ Nachlauf
Tribologie umfasst das Forschungsgebiet und die Technologie von wechselwirkenden Oberfl¨achen in relativer Bewegung (≡ Reibungslehre); also auch die Reibung viskoelastischer Stoffe — z. B. zwischen Reifen und Asphalt.
Trike ist ein ein offenes, motorisiertes Straßenfahrzeug mit einem Vorderrad und zwei
Hinterr¨adern. Es gleicht einem Chopper (→ S. 194) mit breitem Hinterteil“,
”
da sein Vorderrad von einer langen Gabel gef¨uhrt wird. Beim klassischen Trike
besteht das Heck aus der Hinterachse und dem luftgek¨uhten Motor von einem
(getuntem) VW K¨afer (→ Abbildung E.3 auf Seite 212). Hinweis: Bei einem
Trike sind entweder Gurte anzulegen oder Schutzhelme zu tragen — je nach
Zulassung.
Ein Trike muss gelenkt werden a¨ hnlich wie beim Gespannfahren (→ Abschnitt 3.7
auf Seite 159).
Triumph ist ein britischer Motorradhersteller, dessen Ursprung auf 1903 zur¨uck geht.
1933 erschien der erste Parallel-Twin. 1944 wurde die Produktion nach Meriden verlegt und 1952 wurde mit BSA fusioniert. 1973 kam es zu einem Zusammenschluss der verbliebenen britischen Motorradhersteller, leider ohne wirtschaftlichen Erfolg. 1984 erwarb der Immobilienunternehmer John Bloor die
brach liegenden Triumph-Namensrechte und baute in Hincley (Grafschaft Leicestershire) eine neue Produktionsst¨atte auf. Mit modernen Viertakt-Dreizylinder-Motoren, so wie er beispielsweise in der Triumph Speed Triple mit 1.050cm3
U
und 97kW und einem Drehmoment von 105Nm bei 7.550min
wirkt, kam wieder
der wirtschaftliche Aufschwung.
U-Kat ungeregelter Katalysator
USD-Gabel Upside-Down-Gabel (auf den Kopf gestellte Teleskopgabel; kurz Telegabel) hat
den Vorteil einer h¨oheren Stabilit¨at gegen¨uber einer normalen Teleskopgabel —
insbesondere bez¨uglich der Scherkr¨afte, weil die Klemmung der Gabelbr¨ucken
an den dickeren Aussenrohren (≡ Tauchrohren) erfolgt. Eine g¨oßere Stabilit¨at
¨
ergibt sich zus¨atzlich durch vergleichsweise gr¨oßere Uberlappung
von Innenrohr
(≡ Standrohr) und Aussenrohr. Auch kann es geringere ungefederte Masssen
geben.
U.T. untere Totpunkt des Kolbens bei einer Kurbelumdrehung
Versicherungs -Kennzeichen, also kein Nummernschild der Zulassungsstelle, muss f¨ur jedes
Jahr (Beginn: 1. M¨arz) in einer anderen, vorgegebenen Farbe montiert werden,
um so leicht sichtbar zu machen, ob das Fahrzeug Haftpflicht versichert ist. Ein
solches Kennzeichen von der gew¨ahlten Haftpflichtversicherung m¨ussen montieren: Mofas und Mopeds mit nicht mehr als 50cm3 (< 45 km
h ), Mofas und Mokm
peds aus der Produktion der ehemaligen DDR (< 60 h ), die vor dem 1. M¨arz
1992 bereits versichert waren, maschinell angetriebene Krankenfahrst¨uhle u¨ ber
(> 6 km
h ) und Fahrr¨ader mit Hilfsmotor. (→ http://www.ifz.de/
tippsundtricks-a-z-k Kennzeichen.htm (Zugriff: 23-Jun-2012))
Victory ist die Motorradmarke der Polaris Industries, Inc., ein erfolgreicher, amerikanischer Hersteller von Snowmobiles und All-Terrain Vehicles. Im Jahr 2012 wird
in der BRD z. B. das Modell Victory Hammer S (→ Abbildung 3.12 auf Seite 137) verkauft. Eine sehr lange Maschine (L¨ange: 2, 366m) mit 1.731cm3 -V-Twin-Viertaktmotor, Bohrung × Hub: 101, 0 × 108, 0mm, Leistung: 66kW
212
¨
ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Legende:
Foto: M. Dammann, 1-Sep-2013, Fahrer: H. Bonin
Abbildung E.3: Trike
213
U
U
(≡ 90PS) bei 4.900 min
, maximales Drehmoment: 140Nm bei 2.950 min
, Reifen
gr¨oße hinten: 250mm/40R18 (!!), Sekund¨arantrieb: Zahnriemen, Trockengewicht: 305kg, Preis: ≈ 17.000 ¤ (2012).
→ http://www.victorymotorcycles.de (Zugriff: 24-May-2012).
VTEC Variable Valve Timing and Lift Electronic Control ist eine Technik der Firma
Honda (→ S. 200) zur variablen Ventilsteuerung in Motoren; eingef¨uhrt 1983.
Wasserb¨uffel ist der Spitzname f¨ur die wassergek¨uhlte Zweitakt-Dreizylindermaschine Suzuki
GT 750, gebaut von Anfang bis Mitte der 1970er Jahre.
Wasser- K¨uhlung → Fl¨ussigkeitsk¨uhlung S. 198
l
um.
Wasserpumpe wird vom Motor angetrieben und w¨alzt ≈ 75 . . . 100 min
Wave -Bremsscheibe ist an ihrem Außendurchmesser wellenf¨ormig oder gezackt“ ge”
staltet. Damit soll sich die Bremsscheibe bei starker Erhitzung weniger verziehen. Diese positive Wirkung ist bisher nicht nachgewiesen (→ [Sto2006] S. 321).
Es handelt sich wohl prim¨ar um eine Mode.
WVTA ≡ Whole Vehicle Type Approval; europ¨aische Zulassungsgenehmigung (→ S.194).
WIMA ist die Abk¨urzung f¨ur Womens International Motorcycle Association, die internationale Organisation motorradfahrender Frauen. Sie wurde 1950 in den USA
von Louise Scherbyn gegr¨undet. 1958 gr¨undeten 9 motorradbegeisterte Frauen
aus Holland, England, Deutschland und aus der Schweiz die WIMA in Europa.
Hieraus sind nach und nach die nationalen Sektionen entstanden. Eine von diesen
Urm¨uttern“ war Ellen Pfeiffer ( 19.12.1931, † 11.03.2001), die Begr¨underin
”
der WIMA-Deutschland und erste deutsche WIMA-Pr¨asidentin.
→ http://www.wima-germany.de/ (Zugriff: 01-Apr-2009)
WOW ist die Abk¨urzung f¨ur den Verein Women on Wheels e. V.. Er hat seinen Sitz in
M¨unchen. Zweck des Vereins ist die F¨orderung und Pflege des Motorradfahrens
und die Interessenvertretung motorradfahrender Frauen.
→ http://www.wow-germany.de/ (Zugriff: 01-Apr-2009)
XML Extensible-Markup-Language, Notationssprache f¨ur die Datenmodellierung in
der Informatik
Yamaha ist ein japanischer Motorradhersteller, des Ursprung auf 1889 zur¨uck geht, als
Torakusa Yamaha letztlich einen f¨uhrenden Orgel- und Klavierhersteller schuf.
1955 wurde mit der Motorradherstellung begonnen und zwar mit einem 125cm3 Zweitakter (Yamaha YA-1), der eine Kopie der DKW RT 125 darstellte. In den
70ern war das Viertaktmodell Yamaha XS 650 erfolgreich. 1976 wurde f¨ur den
Viertakt-Einzylinder-Motor mit der Enduro Yamaha XT 500 eine Erfolgsstorie
geschrieben. In der 2008 aktuellen Yamaha XTZ 660 T´en´er´e erreicht dieser jetz
fl¨ussigkeitsgek¨uhlte Einzylinder bei 659cm3 eine Leistung von 35kW mit einem
U
.
Drehmoment von ≈ 60Nm bei 5000 min
¨
der AnsaugYCC-I Yamaha Chip Controlled Intake ≡ elektronisch geregeltes Andern
trichterl¨ange. Hinweis: Ein langes Saugrohr sorgt bei niedrigen Drehzahlen f¨ur
eine bessere F¨ullung, ein kurzes bei hohen Drehzahlen — Ursache sind Turbulenzen des Gasstromes an der Grenzschicht des Saugrohres, die umso gr¨oßer
sind, je schneller die Gass¨aule str¨omt, also je h¨oher die Drehzahl ist. Die Wirkung eines kurzen Rohrs wird durch Anheben des Saugrohres erreicht, weil dann
durch den entstandenen Spalt“ zus¨atzliche Luft einstr¨omt.
”
214
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ANHANG E. BEGRIFFE, AKRONYME & ABK URZUNGEN
Youngtimer ≡ a¨ lteres Motorrad, das als Liebhaberfahrzeuge betrachtet wird, jedoch j¨unger
als ein echter Oldtimer“ (≤ 30 Jahre) ist. Youngtimer sind alltagstaugliche Mo”
torr¨ader; vorausgesetzt sie wurden hinreichend gepflegt.
Ziegelstein ist der Spitzname f¨ur die Vierzylindermaschine BMW K 100 RS, gebaut von 1983
bis 1992. Der Motor mit liegenden Zylindern ist l¨angs eingebaut, daher bedarf
ist keiner Umlenkung f¨ur den Kardanantrieb.
Tabellenverzeichnis
1.1
1.2
1.3
1.4
Kriterien zur Wahl eines (Fern-)Reisemotorrades
Enduro-Reisemaschinen im Gewichtsvergleich .
Yamaha XT 225 Serow . . . . . . . . . . . . . .
Suzuki DR 350 . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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18
26
28
28
2.1
2.2
Geometriebeispiele von Fahrwerken . . . . . . . . . . . . . .
Messwerte bei Vollbremsung . . . . . . . . . . . . . . . . . .
69
93
A.1 Vespa P200E . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
215
216
TABELLENVERZEICHNIS
Abbildungsverzeichnis
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
1.6
1.7
1.8
1.9
1.10
1.11
Motorrad aus dem Metallbaukasten . .
Entwurf f¨ur das Manuskript . . . . . .
Yamaha XT 225 Serow — linke Seite
Yamaha XT 225 Serow — rechte Seite
Yamaha WR 250 R . . . . . . . . . .
Honda CBR 250 R . . . . . . . . . .
BMW R 1200 GS . . . . . . . . . . .
Hildebrand & Wolfm¨uller . . . . . . .
Brough Superior . . . . . . . . . . . .
Kawasaki 900 Z1 . . . . . . . . . . .
Honda Wave 110i . . . . . . . . . . .
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12
14
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27
31
33
33
34
35
36
38
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
2.6
2.7
2.8
2.9
2.10
2.11
2.12
2.13
2.14
2.15
2.16
2.17
2.18
2.19
2.20
Rotax Einzylinder-Viertaktmotor . . . . . . . . . . . .
Honda CBR 1000 RR Fireblade . . . . . . . . . . . .
Honda VFR 800 FI, RC 46, Baujahr 1998–99 . . . . .
Honda CBX 750 F, Baujahr 1984, Seitenansicht . . . .
Honda CBX 750 F, Baujahr 1984, Frontansicht . . . .
Honda VTR 1000 Firestorm, Baujahr 2002 . . . . . .
Yamaha XTZ 750 Super T´en´er´e . . . . . . . . . . . .
Cruiser Yamaha XV 1900 Midnight Star — Langhuber
Yamaha XJR 1300 — luftgek¨uhlter Motor . . . . . . .
Yamaha GTS 1000 — Achsschenkellenkung . . . . . .
Bimota Tesi 3D — Radnabenlenkung . . . . . . . . .
Conti TKC 80: Unbedenklichkeitsbescheinigung . . .
Inbus-Schl¨ussel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Steckschl¨ussel-Satz 38 . . . . . . . . . . . . . . . . .
Abdeckhaube . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Offroad-Helm: Shoei Hornet DS . . . . . . . . . . . .
80iger Jahre Integralhelm . . . . . . . . . . . . . . . .
Enduro-Helm: Uvex Carbon . . . . . . . . . . . . . .
Hein Gericke Jacke Summit GORE-TEX . . . . . . .
Wasserdichter Tourenstiefel Daytona Road Star GTX .
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42
43
45
46
47
50
51
53
57
71
72
76
98
99
102
103
104
104
109
111
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ABBILDUNGSVERZEICHNIS
218
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7
3.8
3.9
3.10
3.11
3.12
3.13
3.14
A.1
A.2
A.3
A.4
A.5
A.6
Honda CBF 600 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Claudia Metz und Klaus Schubert . . . . . . . . . . . . . . .
Ted Simon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Lois Pryce . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Susi Boxberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Doris Wiedemann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Fischereihafen-Rennen 28. Mai 2012 . . . . . . . . . . . . . .
Honda VTR 1000 SP 2 — Rennmaschine . . . . . . . . . . .
Kawasaki GTR 1000 R — Classic“-Rennmaschine . . . . . .
”
Laverda 1000 — Classic“-Rennmaschine . . . . . . . . . . .
”
Getunte Ducati — Classic“-Rennmaschine . . . . . . . . . .
”
Victory Hammer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Mini-Motorrad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
ADAC-Honda Wiedereinsteiger fun & safety Training — Urkunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
140
Honda CB 450 K1 . . . . . .
Vespa — Aufsicht . . . . . . .
Vespa P200 E — Reklamefoto
BMW R 1100 GS . . . . . . .
BMW R 1100 GS . . . . . . .
Ladeger¨at 1,0 A DC . . . . . .
164
167
168
171
172
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136
137
138
C.1 Auszug der Datei Motorrad.xml . . . . . . . . . . . . . . 181
E.1 Elektrobike Brammo Empulse/R . . . . . . . . . . . . . . . . 193
E.2 Einer von ≈ 27.000 Bikern beim MOGO 2015 . . . . . . . . . 205
E.3 Trike . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
Anhang F
Literatur
219
220
ANHANG F. LITERATUR
Literaturverzeichnis
[Bar2004] Ralph Sonny Barger unter Mitarbeit von Keith & Kent Zimmerman; Ridin’ High,
Livin’ Free — Die h¨artesten Motorradgeschichten — aus dem Amerikanischen von Ralf
Brunkow und Horst Pukallus, Hamburg (Rowohlt Taschenbuch Verlag) 2004, ISBN 3-49923561-7. [Hinweis: Mit 64 Jahren ist der Hell’s-Angel-Chef so begeistert auf den Highways
”
unterwegs wie eh und je.“ (Buchr¨uckseite)]
[BeH¨u2006] J¨org Becker / Andreas H¨ulsmann; Spurensuche — Auf der legend¨aren Canning
Stock Route durch das Outback Australiens, Euskirchen (Highlights-Verlag) 2006, ISBN
3-933385-32-6. [Hinweis: [...] brauchten drei Wochen, um die Canning Stock Route als
”
erste Europ¨aer im Alleingang auf zwei Motorr¨adern zu bezwingen.“ (→ Vorwort S. 6)]
[Ber1999] John Berger; Auf dem Weg zur Hochzeit, aus dem Englischen von J¨org Trobitius,
Frankfurt am Main (Fischer Taschenbuch Verlag) Mai 1999, 4. Auflage: November 2005,
ISBN-13: 978-3-596-14293-4. Die Originalausgabe erschien unter dem Titel “To the Wedding” bei Pantheon, New York 1995. [Hinweis: Ein mitreißender, trauriger Roman.]
[Berg2009a] Guido Bergmann; Feldj¨ager — Test Kawasaki KLX 250 versus Yamaha WR 250 R
—, in: Motorrad News (Syburger Verlag GmbH, D-59423 Unna), Heft 6, Juni 2009, S. 40–
45. [Hinweis: Gesucht: Universalfahrzeug Einspur f¨ur Alltagsdienst und Stadtpatrouille,
”
ebenfalls tauglich f¨ur Versorgungsfahrt und Gel¨andemarsch.“ (→ Bildunterschrift S. 41)]
[Berg2009] Guido Bergmann; Spruchpiloten — Hitparade: Die beliebtesten Motorradfloskeln —,
in: Motorrad News (Syburger Verlag GmbH, D-59423 Unna), Heft 4, April 2009, S. 74–75.
[Hinweis: Zehn oft zitierte Spr¨uche.]
[Bie2008] Markus Biebricher; Vernunft und Wahnsinn — Das ist, wof¨ur ich Lebe —, in: Motorrad, Heft 01, 2009 (erschienen am 19.12.2008), S. 56–57, ISSN 0027-237-X. [Hinweis: Ein
Bekenntnis zu Harley-Davidson.]
[BiEbSch2008] Andreas Bildl / J¨orn Ebberg / Thomas Schmieder; Dr¨opje voor Dr¨opje — Verbrauchsreport — Blickpunkt Benzinverbrauch bei Motorr¨adern, in: Motorrad, Heft 17,
2008, S. 16–25, ISSN 0027-237X. [Hinweis: Ergebnisszusammenstellung von hunderten
Maschinen beim Benzinverbrauch auf Landstraßen.]
[BlRo2006] Beate Block / Uwe Rodacker; Doppelpack — Zwei Charaktere - Zwei Motorr¨ader
- Ein Traum — 45.000 Kilometer durch 17 L¨ander, Euskirchen (Highlights-Verlag) 2006,
2. Auflage 2008, ISBN 978-3-933385-33-8. [Hinweis: Eine faszinierende Reise von New
”
York nach Feuerland.“ (→ Deckblatt)]
[Blo2015] Alexander Blome; Kein Freund und Helfer, in: Tourenfahrer Euskirchen (Nitschke
Verlags-GmbH → http://www.tourenfahrer.de (Zugriff: 22-Oct-2015)), ISSN
0933-4440, Heft 11, November 2015, S. 119–121. [Hinweis: Eine Story u¨ ber den Verlust
des Seitenst¨anders bei einer KTM Duke 690.]
221
222
LITERATURVERZEICHNIS
[BMW1997] BMW AG, Sparte Motorrrad; Bedienungsanleitung R 1100 GS, Bestellnummer:
01 40 9 799 840, 2. Auflage deutsch Juni 1997. [Hinweis: Kleines Handbuch — Maß-,
”
Gewichts-, Verbrauchs- und Leistungsangaben verstehen sich mit entsprechenden Toleranzen.“ (→ Innenseite der Buchdeckelr¨uckseite)]
[BoSe2007] Susa Bobke / Shirley Seul; Motorrad Handbuch f¨ur Frauen, Bielefeld (Delius Klasing
Verlag), 4. Auflage 2007, ISBN 978-3-7688-5219-7. [Hinweis: Susa Bobke ist Kraftfahr”
zeugmeisterin und als Gelber Engel [...] unterwegs, Shirley Seul ist Schriftstellerin.“
(→ Buchr¨uckseite)]
[B¨o2015] Uli
B¨ockmann;
It’s
T-Time
...
—
Customizing
Honda
CB
500T
Brat-Style
—
in:
Motorradfahrer
(Nitschke
Verlags-GmbH
→
http://www.motorradfahrer-online.de (Zugriff: 03-Oct-2015)) Oktober
2015, S. 16–19. [Hinweis: Beschreibung eines Umbaus.]
[B¨o2012] Uli B¨ockmann; Was zu viel ist [...] — Report: Zuladung / Teil 1 —, in: in: Tourenfahrer,
Euskirchen (Nitschke Verlags-GmbH → http://www.tourenfahrer.de (Zugriff:
¨
16-May-2012)), ISSN 0933-4440, Heft 6, Juni 2012, S. 82–85. [Hinweis: Uberlegungen
zur
zul¨assigen Zuladung.]
[Box2008] Susi Boxberg; Von K¨oln nach Kapstadt — Mit dem Motorrad durch Vorderasien und
Afrika, Bielefeld (Delius, Klasing & Co KG) 2008, ISBN 978-3-7688-2461-3. [Hinweis:
Mit ansteckender rheinischer Fr¨ohlichkeit berichtet die Autorin von einer gewagten Mo”
torradreise, [...].“ (→ Buchr¨uckseite)]
[Bra1999] Joan Brady; Als Gott Harley Davidson fuhr, M¨unchen (Wilhelm Heyne Verlag) 1999,
aus dem Englischen von Mascha Rabben, Taschenbuchausgabe, Originalausgabe “Good on
a Harley”, ISBN 3-453-15750-8. [Hinweis: Roman: In den USA wurde diese kleine Fabel
”
zu einem heimlichen Kult-Bestseller.“ (Buchr¨uckseite)]
[BrBr2010] Brazz / Brause; 250er? — Pro & Kontra —, in: Motorrad News (→
http://www.motorrad.net (Zugriff: 15-Apr-2012)), Heft 9, 2010, S. 113. [Hinweis:
Ironische Glosse.] .
[Bur2007] G¨unther Burmester; Wie Wickert — Anmerkungen zur Honda VFR, in: Motorrad
(test+ technik), Heft 15, 2007, S. 33. [Hinweis: Vtec-Motor, Einarmschwinge, tolle Ver”
arbeitung: ein geiles Ger¨at.“ (Hervorgehobenes Zitat)]
[Coc2005] Gaetano Cocco; Motorrad-Technik pur — Funktion – Konstruktion – Fahrwerk —,
Stuttgart (Motorbuch Verlag) 1. Auflage 2005, Titel der Originalausgabe “How and why —
Motorcycle Design and Technology”, 1999, u¨ bersetzt von Waldemar Schwarz, 2005, Vorwort von Ivano Beggio, Aprilia, ISBN 3-613-02416-0. [Hinweis: Ein gut bebildertes Werk
mit vielen Formeln.]
[Cod1993] Keith Code; A Twist of the Wrist Volume II — The Basics of Hight-Performance
Motorcycle Riding —, Venice, CA (Acrobat Books) first edition 1993, second printing,
ISBN 0-918226-31-7 (Foreword and notes by Doug Chandler). [Remark: “Keith Code has
trained more riders than anyone in the world.” (Book back side)]
[Cra2010] Matthew B. Crawford; Ich schraube, also bin ich — Vom Gl¨uck, Etwas
mit den eigenen H¨anden zu schaffen — Berlin (Ullstein Buchverlage GmbH
→ http://www.ullsteinbuchverlage.de/ullsteinhc/ (Zugriff: 13-Apr2010)) 2010, ISBN 978-3-550-08816-2; aus dem Englischen von Stephan Gebauer; amerikanische Originalausgabe Shop Class for Soulcraft, 2009. [Hinweis: Erst in der Werkstatt
”
habe ich das Denken gelernt.“ (→ Buchr¨uckseite)]
[Coo2012] Matthew Coombs; BMW — R850, 1100 und 1150 Vierventil-Boxer —, Warung und
Reparatur, Bielefeld (Delius Klasing Verlag → http://www.delius-klasing.de
(Zugriff: 13-Jun-2015)), 3. Auflage 2012, ISBN 978-3-7688-5224-1. [Hinweis: Sehr hilfreiches Buch.]
LITERATURVERZEICHNIS
223
[Cur1981] Bob Currie; Geart British Motor Cycles of the Fifties, London u. a. (The Hamlyn Publishing Group Limited) second Impression 1981, ISBN 0-600-36371-6. [Remark: Most of
the illustrations in this book are from the archives of Motor Cycle Weekly.]
[Deg2007] Ren´e Degelmann; Offroad perfekt — Mit dem Motorrad im Gel¨ande —, M¨unchen
(GeraMond Verlag) 2007, ISBN 978-3-7654-7707-2. [Hinweis: Ein gut bebildertes Buch
— besonders f¨ur Einsteiger n¨utzlich.]
[Dem2004] Klaus Demel; Das Handbuch f¨ur Motorradreisen, Stuttgart (Motorbuch Verlag) 2004,
ISBN 3-613-02399-7. [Hinweis: Eine Menge erprobter Tipps.]
[Den2012] Thorsten Dentges; Pers¨onliche Schutzausr¨ustung — Von Hals bis Fuss —, in:
Motorrad Coach Besser Fahren, 279 Tipps, Fahrfreude und Sicherheit, Stuttgart (Motor Presse Stuttgart GmbH & Co KG, Leuschnerstraße 1, D-70174 Stuttgart, →
http://www.motorradonline.de (Zugriff: 6-Jun-2012)), 2012, S. 74–81. [Hinweis: Textredakteur f¨ur dieses Thema.]
[DieXXXX] Renate Dietzelt; Frau + Motorrad = eine Liebesgeschichte, Norderstedt (Books on
Demand GmbH) ohne Jahreszahl, ISBN 3-8334-4470-3. [Hinweis: Sehr einfache Aufmachung.]
[Dri2008] Christoph Driesen; Alte Tugenden — Touren-Test Yamaha XT 660 Z T´en´er´e, in: Tourenfahrer Heft 9, 2008, S. 26–33. [Hinweis: Ein Loblied auf die ¤6.995,- teuere Neuauflage
des bew¨ahrten W¨ustenschiffes“ im Jahr 2008.]
”
[DrNo2010] Dr. No; Abenteuerreisen zwischen Jakobsweg und Seidenstraße — Reiseempfehlungen und Kurzromane — A-7311 Neckenmarkt (novum publishing gmbh →
http://www.novumverlag.at (Zugriff: 09-Apr-2010)) 2010, ISBN 978-3-99003076-9. [Hinweis: N¨utzliche Reisetipps.]
[DVR2008] Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (Hrsg.); Motorrad fahren gut und sicher —
Basiswissen, n¨utzliche Tipps f¨ur den Alltag, Fahrtechnik —, leitender Redakteur: Lothar
Kutschera, Stuttgart (Motor Press; MOTORRAD), ISBN keine, Jahreszahl keine. [Hinweis:
Brosch¨ure gesponsert vom Bundesministerium f¨ur Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.]
[Ebe2010] Hans Ebersp¨acher; Motorradfahren — mental trainiert —, Stuttgart (Motorbuch Verlag, http://www.motorbuch.de/ (Zugriff: 17-Jul-2010)), 2010, ISBN 978-3-61303160-9. [Hinweis: Der Autor war bis 2007 Professor f¨ur Sportpsychologie an der Universit¨at Heidelberg.]
[Fieb2012] Barabara Fiebig; Wenn einer eine Reise tut ... — Neulich in Gedanken —, in: Motorrad Abenteuer, Heft 4, 2012, S. 96–97, ISSN 1619-4462. [Hinweis: Thematisiert die Langweile, die zu jeder Motorradfernreise geh¨ort.]
[Fiel2012] Graham Field; In Search of Greener Grass — Riding towards
ams ... and trying to avoid camels —, Leicestershire LE8 ORX
(Mataor
→
http://www.troubador.co.uk/matador
(Zugriff:
Jul-2012)), 2012, ISBN 978-1780880-884. [Remark: Graham Field
http://www.insearchofgreenergrass.com (Zugriff: 13-Jul-2012)):
embarked on a 15,000 mile solo motorcycle ride to see what would break first; bike,
or budget.”]
dreUK
13(→
“I
body
[Fier2006] Wolfgang Fiereck; Mit der Harley an der Himmelspforte — Der Unfall, der mein Leben ver¨anderte — aufgezeichnet von Michael Kraft, Bergisch Gladbach (Bastei L¨ubbe Taschenb¨ucher), Band 61597, 1. Auflage Oktober 2006, ISBN-13: 978-3-404-61597-1. [Hinweis: Eine Frage taucht jedoch immer wieder auf, l¨asst mich einfach nicht mehr los: Warum
”
ich?“ (→ Buchr¨uckseite)]
LITERATURVERZEICHNIS
224
[Fun2006] Joachim Funke; Belastung und Beanspruchung von Motorradfahrern bei der Bremsung mit verschiedenen Bremssystemen, Dissertation, Fachbereich Maschinenbau an der
Technischen Universit¨at Darmstadt, 18. Januar 2006, →
http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/epda/000907/Funke Joachim FZD Diss.pdf
(Zugriff: 24-Oct2008) [Hinweis: In der vorliegenden Arbeit wird u¨ ber die Betrachtung des Ergebnisses
”
der Bremsleistung hinaus die Beanspruchung des Fahrers beim Bremsen mit verschiedenen
Bremssystemen untersucht.“ (→ Zusammenfassung S. IX)]
[Fur2007] Masao Furusawa; Interview in der Zeitschrift PS, Heft 12, 2007, S. 97. [Hinweis:
Diskussion u¨ ber den 800cm3 -MotoGP-Yamaha-Motor und seine Wettbewerbsf¨ahigkeit mit
dem Chef-Entwickler.]
[FSZ2008] ADAC Fahrsicherheitszentrum L¨uneburg; Ratgeber Verkehrssicherheit — Sicher besser fahren — Motorrad, Brosch¨ure von 18-Seiten, keine Jahresangabe, erhalten 2008.
→ http://www.fsz-lueneburg.de/ueber-uns/ (Zugriff: 2-Sep-2008) [Hinweis: N¨utzliche und einpr¨agsam formulierte Tipps zum sicheren Fahren.]
[Ges2011] Rudolf Geser; Die sch¨onsten Motorradtouren in Deutschland — 40 Touren von den Alpen bis an die Nordsee —, M¨unchen (Bruckmann Verlag → http://bruckmann.de/
(Zugriff: 27-Dec-2012)), aktualisierte Neuauflage 2011, ISBN 978-3-7654-5762-3, Erstauflage erschienen 1999. [Hinweis: Viele sehr motivierende Fotos.]
[Gfe2007] Alex Gfeller; Der Florettfechter, Regensburg (Spielberg Verlag) 2007, ISBN 10 39810777-8-4. [Hinweis: Ein pensionierter Bauunternehmer f¨ahrt im November mit einer
Kreidler Florett durch die Schweizer Alpen.]
[G¨ot2007] Bernhard G¨otz (Verlag, Ahornweg 4, D-4255 Roigheim); Sicher Umsteigen — Vom
Solo-Motorrad auf’s Gespann — Schriftenreihe: Kraftr¨ader mit Beiwagen, 2007, →
http://www.motorrad-gespanne.de/einsteiger-/Bilder/Umsteigen Tipp.pdf
(Zugriff: 23-Mar-2009)
[Gro2008] Timo Grosshans; Ich will Dich — MO Erlebnis — in: Motorrad Magazin (MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart, http://www.mo-web.de (Zugriff: 13-Mai-2011)), Heft 6,
Juni 2008 (?), ISSN 0723-2616, S. 90–92. [Hinweis: Beschreibung eines gl¨ucklichen Spontankaufs, ohne Probefahrt.]
[G¨un2015] Thilo G¨unther; Fish Kult — Bericht u¨ ber das 58. Rennen in Bremerhafen — in: Motorradzeitschrift PS (Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, Leuschnerstraße 1, D-70174
Stuttgart), Heft 7, 2015, S. 90–93. [Hinweis: Autor ist selbst mitgefahren.]
[HeKa2015] Rolf Hennings / Stefan Kaschel; Alles kalter Kaffee? — On the road
auf Alteisen —, in: FUEL — Motorrad & Leidenschaft — Heft 2, 2015 (→
http://www.fuel-online.de (Zugriff: 13-Sep-2015)) S. 74–86. [Hinweis: Lockere
Story u¨ ber Caf´e Racer“.]
”
[Hen2009] Rolf Henniges; Test Yamaha Vmax — Das f¨unfte Element —, in: Motorrad, Heft
2, 2009, S. 10–17, ISSN 0027-237X. [Hinweis: Großes Lob auf die Vmax: Wer die neue
”
Vmax auch nur einen halben Tag bewegt hat, kann sich schwerlich vorstellen, ohne sie
weiterzuleben.“ (→ S. 11)]
[Hen2008] Rolf Henniges; FINALE Harley-Davidson Rocker C — Die Runde der Wahrheit —
in: MOTORRAD FINALE, Heft 7, 2008, S. 154–159.
→ http://www.motorradonline.de/rockerc (Zugriff: 5-Nov-2008) [Hinweis:
Eine Liebeserkl¨arung f¨ur die Harley-Davidson Softail Rocker C. Der Schl¨ussel zur Un”
sterblichkeit.“ (→ [Hen2008] S. 156)]
[Hepp2015] Matze Hepper; Dicht und bequem — 14 Paar wasserdichte Tourenstiefel
im Vergleich — in: Motorrad Magazin (MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart,
http://www.mo-web.de (Zugriff: 19-Jun-2015)), Heft 7, Juli 2015, ISSN 0723-2616,
S. 82–91. [Hinweis: Praxisgerechter Test.]
LITERATURVERZEICHNIS
225
[HepCor2015] Matze Hepper / Ren´e Correra; Suchtfaktor Freude — Lustobjekte Suzuki GSX-S
1000 und Yamaha MT-07 — in: Motorrad Magazin (MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart,
http://www.mo-web.de (Zugriff: 19-Jun-2015)), Heft 7, Juli 2015, ISSN 0723-2616,
S. 22–31. [Hinweis: Ren´e Correra: 5800 ¤: Man kommt an diesen gewaltigen Preisun”
terschied zwischen GSX-S 1000 und MT-07 nicht vorbei. [...] Yamaha liefert ein Spaßtool
erster G¨ute und den Preis-Leistungskracher des Jahrzehnts. Dennoch: Die Suzi ist das bessere Krad.“ (→ [HepCor2015] S. 31)]
[HeSch2011] Helmut Heusler / Henning Sch¨affler; Technik — Rote Bananen —, in: Motorrad
Magazin (MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart, http://www.mo-web.de (Zugriff: 13Mai-2011)), Heft 3, M¨arz 2011, ISSN 0723-2616, S. 52–63. [Hinweis: Eine umfassende
Diskussion u¨ ber Fahrdynamik“.]
”
[Hof2009] Ulrich Hoffmann; Das Grosse Lexikon der Motorradtechnik, K¨onigswinter (HEEL
Verlag GmbH) 2009, ISBN 978-3-86852-090-3. [Hinweis: Der Autor beschreibt in seinen
Stichworten neben der klassischen Technik auch die Errungenschaften durch Computereinsatz.]
[Hoff2012] Wolfgang Hoffmann; Fahren in der Gruppe — Herdentrieb: Einer nach dem an¨
deren – noch mehr Fahrspaß im Team —, in: Der praktische Motorrad-Ratgeber, GTU
¨ Gesellschaft f¨ur Technische Uberwachung
¨
Ratgeber Nr. 9, Sturrgart (GTU
GmbH, →
http://www.gtue.de (Zugriff: 11-Apr-2012)), S. 7. [Hinweis: Plakative Sicherheitstipps]
[Hol2005] Moritz Holfelder; Motorrad fahren — Kleine Philosophie der Passionen —, M¨unchen
(Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG) 4. Auflage, Juli 2005 (Originalausgabe
Juni 2000), ISBN 3-423-34233-1. [Hinweis: [...] Meine pers¨onliche Traummaschine ist
”
die, mit der ich meine Tr¨aume bereits wahr gemacht habe.“ → Buchr¨uckseite]
[Hol1998] Moritz Holfelder; Das Buch vom Motorrad: eine Kulturgeschichte auf zwei R¨adern,
Husum (Husum Druck- und Verlagsgesellschaft mbH u. Co. KG) 1998, ISBN 3-88042-862X. [Hinweis: Betrachtet wird das Motorrad als Lebensinhalt, Freizeitvergn¨ugen, Kunst”
werk, Sportger¨at — und als Symbol f¨ur Anarchie und Individualit¨at, als Mythos im Kino
und Literatur.“ → Buchr¨uckseite]
[Hop2005] Reinhard Hopp; Honda CB 750 — Das Motorrad des Jahrhunderts —, Stuttgart (Motorbuch Verlag) 2005, ISBN 3-613-02545-0. [Hinweis: Reinhard Hopp skizziert in diesem
”
Buch die Stationen dieses millionenfach gebauten Traums.“ (→ Buchr¨uckseite)]
[Hou2008] David L. Hough; Proficient Motorcycling — The Ultimate Guide to Riding Well —
(from Motorcycle Consumer News) Lugana Hills, CA 92653 (Bow Tie Press) updated, expanded second edition 2008, ISBN 978-193395835-4. [Remark: “Note: contents based on
the ’Proficient Motorcycling’ series as published in Motorcycle Consumer News and Road
Rider magazine, 1981–1999.” (→ page 8)]
[H¨ul2006] Andreas H¨ulsmann; Auszeit — 25.000 Kilometer durch S¨udamerika — Euskirchen (Highlights-Verlag) 3. Auflage 2006, ISBN 3-933385-26-1. [Hinweis: Autor ist
selbst¨andiger Journalist und schreibt auch f¨ur die Motorrad-Reisezeitschrift TOURENFAHRER.]
[H¨ul2007] Andreas H¨ulsmann; Ausr¨ustung Gep¨ackst¨ucke, in: MotorradABENTEUER, Euskirchen (Reiner H. Nitschke Verlags-GmbH), Heft 3, 2007, S. 77–79, ISSN 1619-4462. [Hinweis: Praxiserprobte Empfehlungen f¨ur die Gep¨ack-Aufgabe“.]
”
[H¨ul2009] Andreas H¨ulsmann; Zweirad-Wohnung, in: MotorradABENTEUER, Euskirchen (Reiner H. Nitschke Verlags-GmbH), Heft 1, 2009, S. 15–18, ISSN 1619-4462. [Hinweis: Sie
”
ist die schwergewichtigste Reiseenduro auf dem Markt und sollte eigentlich die Nachfolge
der (Honda XRV 750) Africa Twin antreten. Doch die (Honda) 1000er Varadero taugt mehr
f¨ur eine komfortable Tour durch die Alpen als f¨ur den extremen W¨ustentrip.“ (→ Untertitel)]
226
LITERATURVERZEICHNIS
[Ien2006] Nick Ienatsch; Auf der Ideallinie — Fahrtechnik f¨ur sportliches Motorradfahren, Vorwort von Kenny Roberts, Bielefeld (Delius Klasing Verlag) 2006, ISBN 978-3-7688-5232¨
6, Ubersetzung
und deutsche Bearbeitung Udo St¨unkel, Originalausgabe unter dem Titel
Sport Riding Techniques“, Phoenix/USA (David Bull Publishing) 2003. [Hinweis: Ein
”
Buch, das sich dem Fahren mit einem Hochleistungsmotorrad auf der Straße und der Renn”
strecke widmet“(→ S. 13) mit gelungenen Fotos.]
[IFZ2007] Institut f¨ur Zweiradsicherheit e. V. (Hrsg.); Motorradbekleidung von Kopf bis Fuß —
Schutz ohne Kompromisse —, Essen (IFZ) 2007, ISBN keine, Redaktion: Friedhelm Kortmann. [Hinweis: Brosch¨ure mit guten Ratschl¨age f¨ur den Kauf der Motorradbekleidung.]
[Jan2007] Rainer Janneck; Ein Jahr mein Motorrad und ich, Euskirchen (Highlights-Verlag)
2. Auflage 2007, ISBN 3-933385-31-8. [Hinweis: Spannend lesbare einzelne Reiseberichte.]
[Kap2009] Norbert Kappes; Test Aprilia NA 850 Mana ABS — Sicher ist sicher —, in: Motorrad,
Heft 4, 30. Januar 2009, S. 48–49, Stuttgart, ISSN 0027-237 X. [Hinweis: Mit (diesem)
”
ABS kann sich auch ein unge¨ubter Fahrer an extrem hohe Bremswerte wagen.“ (→ S. 48)]
[Kas2008] Stefan Kaschel; Eile Bewahren, in: Motorrad, Heft 11, 2008, S. 84–89. [Hinweis: F¨ur
”
alle Pendler, denen 500 Kilometer in die Heimat ziemlich o¨ de erscheinen, hier ein sicherer
Tipp: an den Zeiten feilen.“ (Untertitel)]
[Kass2007] Reno Kassmann; Lebe deinen Traum — Schicksalsschl¨age inbegriffen — HP-Erbach
(Bettina-Peters-Verlag) 1. Auflage 2007, ISBN 978-3-939691-73-0. [Hinweis: Erlebnisbericht eines Weltenbummlers auf verschiedenen Motorr¨adern.]
[Kir2012] Friedemann Kirn; Die Ellenbogen ausgepackt — Sport: Grand Prix Estoril/P — in:
Motorrad, Heft 11, 2012, S. 120–124. [Hinweis: Schilderung und Ergebnisse des 2012er
Grand Prix in Estoril/P.]
[Kir2007] Friedemann Kirn; Zylinder in Reihe — oder im V? in: Motorrad, Heft 5, 2007, S. 160.
[Hinweis: Einsch¨atzung u¨ ber das Tr¨agheitsmoment.]
[Kle2012] Martin Klein; 111 Gr¨unde, Motorrad zu fahren — Eine Liebeserkl¨arung an das
letzte Abenteuer der Straße —, Berlin (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH →
http://www.schwarzkopf-verlag.de (Zugriff: 5-Apr-2012)) 2012, ISBN 978-386265-128-3. [Hinweis: [...] 111 Gr¨unde gesammelt, warum ein Leben ohne Motorrad
”
m¨oglich, aber sinnlos ist.“ (→ Buchr¨uckseite)]
[Koch2015] Werner Koch; Doppel-Punch, in: Motorradzeitschrift PS (Motor Presse Stuttgart
GmbH & Co. KG, Leuschnerstraße 1, D-70174 Stuttgart), Heft 7, 2015, S. 56–57. [Hinweis: Fundierte Antwort auf die Frage, welche Vorteile ein Crossplane-Motor gegen¨uber
einem 180◦ -Screamer hat.
[Koch2011] Werner Koch; Kaufberatung Werkzeug — Bastelstunde —, in: Motorrad Gebrauchtkauf Spezial 2011, (Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG) S. 142–143. [Hinweis: Praxisnahe und fundierte Ratschl¨age zum Kauf von Werkzeug.]
[K¨os2008] Dirk K¨oster; Atembeschwerden im Ansaugtrakt, in: Motorrad Abenteuer, Heft 1,
2008, S. 104–107, ISSN 1619-4462. [Hinweis: Ratschl¨age eines Praktikers f¨ur Fernreisen.]
[Kra2009] Manuela und Matthias Krause; Hautnah — 30.000 Kilometer durch die USA, Kanada und Mexiko; erfahrungen und Begegnungen, die unter die Haut gehen, Euskirchen
(Highlights-Verlag) 2009, ISBN 078-933385-46-8. [Hinweis: Eine Story, die unter die
”
Haut geht.“ (Buchr¨uckseite)]
LITERATURVERZEICHNIS
227
[Kre2008] Dieter Kreutzkamp; Motorrad-Sommer — Mit der Harley durch S¨udosteuropa,
M¨unchen (Frederking & Thaler Verlag GmbH), Mai 2008, ISBN 978-3-89405-850-0. [Hinweis: Ein spannendes Reisebuch f¨ur den perfekten Motorradsommer.“ (→ Buchr¨uckseite)]
”
[Krus2015] Lothar Kruska; Aufgekl¨art, in: FUEL — Motorrad & Leidenschaft — Heft 3, 2015
(→ http://www.fuel-online.de (Zugriff: 14-Sep-2015)) S. 75. [Hinweis: Autor
ist leidenschaftlicher Motorradfahrer und beantwortet augenzwinkernd Fragen rund ums
Motorradfahren.]
[KubUhl2014] Lutz-Ulrich Kubisch / G¨unther Uhlig; Vespa — mi’ amore —,
Stuttgart (Motorbuch Verlag; Paul Pietsch Verlage GmbH & Co. KG →
http://motorbuch-verlag.de (Zugriff: 8-Oct-2015)) 2014, ISBN 978-3613-03700-1. [Hinweis: Neuauflage des Lutz-Ulrich Kubischs Kultbuch“ von 1993. (→
”
Vorwort zur Neuauflage, S. 6)
[Kup2012] Guido Kupper; Test: MV Augusta Brutale R 1090, in: Motorrad Magazin (MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart), Heft 5, Mai 2012, ISSN 0723-2616, S. 41–45. [Hinweis:
Unbezahlbar aber ist nach wie vor das Erlebnis Brutale f¨ur diejenigen, die genau so etwas
”
suchen.“ (→ [Kup2012] S. 45)]
[Kup2011] Guido Kupper; Perlen aus Japan, in: Motorrad Magazin (MO Medien Verlag GmbH,
Stuttgart), Heft 12, Dezember 2011, ISSN 0723-2616, Rubrik “Japan Spezial”, S. 23–35.
[Hinweis: Wir sp¨urten in unseren Herzen und in den Programmen der vier Japanischen
”
Marken unseren wahren Leidenschaften nach.“ (→ [Kup2011] S. 23)]
[Kup2009] Guido Kupper; Windspiele, in: Motorrad Magazin (MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart), Heft 4, April 2009, ISSN 0723-2616, Rubrik “Test”, S. 38–50. [Hinweis: Ein Pl¨adoyer
f¨ur die Sch¨onheit von luftgek¨uhlten Motoren.]
[Kup2007] Guido Kupper; Battle Track, in: Motorrad Test, 2007, S. 16–27, Testfahrer: Guido
Kupper, Maik Schwarz und Wolf-Martin Riedel. [Hinweis: Fundierter Test, der auf der
Bosch-Teststrecke Boxberg eine Fahrt im Ballungsraum abbildet.]
[Lar2004] Indian Larry; Gut gesagt, in Custombike Heft 6/2008 (November / Dezember), Mannheim (Huber-VerlagGmbH & Co KG) S. 6, ISSN 1614-9378. [Hinweis: Der 2004 verstorbene Old School Customer Indian Larry u¨ ber sein spirituelles Verh¨altnis zu Motorr¨adern.]
[Lee2008a] Jan Leek; Total Normal — Abgefahrene Geschichten aus dem Bikerleben, Suttgart
(Motorbuch Verlag) 2008, ISBN 978-3-613-02950-7. [Hinweis: Einzelne Kurzgeschichten.]
[Lee2008b] Jan Leek; Motorradtechnik in klaren Worten, in: Motorradfahrer, Heft 1, 2008, S. 41–
43. [Hinweis: Bildliche Erl¨auterung von Fachbegriffen.]
[Lee2007] Jan Leek; In W¨urde altern — Glosse in Motorrad Abenteuer, Heft 6, 2007, S. 7. [Hinweis: Pl¨adoyer f¨ur das Motorradfahren als Rentner.]
[Ler2009] Achim Lerch; Motorradtour mit Epikur, Norderstedt (Books on Demand GmbH), 2009,
ISBN 978-3-8391-2758-2. [Hinweis: Fiktiv sitzt der antike Philosoph Epikur auf dem Soziussitz und macht eine Alpentour mit.]
[Lin2010] Guido Lindenau; Offroad — Motorrad fahren —, Stuttgart (Motorbuch Verlag →
http://www.motorbuch-verlag.de/ (Zugriff: 21-Aug-2010)) 2010, ISBN 9783-613-03244-6. [Hinweis: Ein reich bebildertes Tutorial zum Offroad-Fahren.]
[Loh2012] J¨org Lohse; Top Ten on Tour — Oberklasse-Textilkombis im 4000-km-Test —, in:
Motorrad, Heft 18, 17. August 2012, Teil Produkttest, S. 64–69, Stuttgart, ISSN 0027-237
X. [Hinweis: Kritik an der Protektorenausstattung.]
228
LITERATURVERZEICHNIS
[MaSch2010] Helmut Mader / F. J. Schermer; Reparaturanleitung BMW Boxer: Motor,
Kupplung, Getriebe, Kardan — Wartung und Reparatur der Vierventil-Boxer ab
1993 —, Technik-Sonderband 6001, Zug (Bucheli Verlags AG, CH-6304 Zug →
http://www.bucheli-verlag.ch (Zugriff: 4-Jun-2012)) 2. Auflage 2010, ISBN
978-3-7168-2055-1. [Hinweis: Klassische Reparaturanleitung]
[Mai2003] Karin Mairitsch; Rosarot & himmelblau — Die Geschichte einer Begegnung auf der Straße —, Teil rosarot“, (Verlag Mairitsch / Prochaska,
”
http://www.textundbild.at (Zugriff: 19-Oct-2008)), 2. verbesserte Auflage
2003, ISBN 3-9501568-0-1. [Hinweis: Ein Buch mit → [Pro2003].]
[Main2013] J¨urgen Mainx; Perfekt Motorradfahren — Fahrphysik in Theorie und Praxis —,
M¨unchen (GeraMond Verlag GmbH → http://www.geramond.de (Zugriff: 14-Jul2015)) 2013, ISBN 978-3-86245-732-8. [Hinweis: Zusammenstellung von Artikeln, die in
Motorradzeitschriften schon publiziert wurden → z. B. [Main2011]]
[Main2011] J¨urgen Mainx; Elektronische Helfer — Service Fahrphysik; in Theorie und
Praxis, Teil 6 —, in: Motorradfahrer (Rainer H. Nitschke Verlags-GmbH →
http://www.motorradfahrer-online.de (Zugriff: 3-Apr-2012)), Heft 12,
2011, S. 44-46, ISSN 0935-7645. [Hinweis: Verst¨andliche Technikerl¨auterung.]
[Mar2007] Frank Marx; T¨odliche Schr¨aglage — Ein Motorrad-Krimi —, Hamburg (tredition
GmbH http://www.tredition.de/ (Zugriff: 17-Nov-2008)) 2007, ISBN 978-3940545-04-6. [Hinweis: Ein Krimi in der Sprache von Bikern.]
[McGBoo2007] Ewan McGregor / Charley Boorman; Long Way Down — von Schottland nach
Kapstadt, unter Mitarbeit von Jeff Gulvin, aus dem Englischen von Anne Emmert, Helmut Dierlamm, Ursula Pesch und Violeta Topalova, M¨unchen (Frederking & Thaler Verlag) 2007, ISBN 978-3-89405-698-8. [Hinweis: Hollwood-Star Ewan McGregor und sein
Freund Charley Boorman berichten von ihrer zweiten großen Reise nach ihrer ber¨uhmten
Weltumrundung “Long Way Round”.]
[Men2007] Heiko Menzel (Redakteur); 333 Motorr¨ader — Die Ber¨uhmtesten aus aller Welt —
K¨oln (Naumann & G¨obel Verlagsgesellschaft mbH) 2007, (ISBN 978-3-625-11801-5 nirgends bekannt; Jahresangabe per Telefon vom Verlag) [Hinweis: Sch¨one Fotos.]
[MeS1999] Claudia Metz / Klaus Schubert; Abgefahren — In 16 Jahren um die Welt, K¨oln (Verlag Kiepenheuer & Witsch), 1999, 12. Auflage 2007, ISBN 978-3-462-03007-5. [Hinweis:
Ein Abenteuer-Schm¨oker, aber auch ein Buch u¨ ber ein selbstbestimmtes Leben.“ (K¨olner
”
Stadtanzeiger → Buchr¨uckseite)]
[MJahr2008] Motorrad Jahrbuch 2008, 20. Jahrgang, Stuttgart (MO Medien Verlag GmbH), →
http://www.mo-web.de (Zugriff: 20-Dec-2007) [Hinweis: Alle Motorr¨ader 2008;
plus Exoten, Gespanne, Roller und Motorr¨ader f¨ur Kinder.]
[MKat2009] Motorrad Katalog 2009; Umfassend. Informativ. Seit 1970; 40. Ausgabe Jahrgang
2009, Stuttgart (Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, Herausgegeber Paul Pietsch.
[Hinweis: Umfassendes Datenmaterial u¨ ber die in Deutschland lieferbaren Motorr¨ader.]
[MO2012] MO, Redaktion; Motorr¨ader aus zweiter Hand, Motorrad Magazin MO, Gebrauchtkauf — Sonderheft 2012, Stuttgart (MO Medien Verlag GmbH). [Hinweis: Mit Beschreibung von Youngtimern.]
[Mot2007] Motorrad, Redaktion; Gebrauchtkauf 2007 Special, Stuttgart (Motor-Press Verlag
GmbH & Co., KG) 2007. [Hinweis: Eine Beschreibung von 132 Bikes.]
LITERATURVERZEICHNIS
229
[Moto2015] Motorliebe (Michael Blumenstein / Dani Heyne / Lars Riegel); Auf der Vespa
durch die USA, (Delius Klasing Verlag → http://www.delius-klasing.de
(Zugriff: 3-Jun-2015)) 2015, ISBN 978-3-667-10179-2. [Hinweis: Viele wundersch¨one Fotos. Der Vespa-Transport in die USA erfolgte mit CFR Rinkens →
http://www.cfrrinkens.com/ (Zugriff: 3-Jun-2015) ]
[MSF2005] Motorcycle Safety Foundation (MSF); The Motorcycle Safety Foundation’s Guide to
Motorcycling Excellence — Skills, Knowledge, and Strategies for Riding Right — Center Conway, New Hampshire (Whitehorse Press), second edition, 2005, ISBN-13: 978-1884313-47-9. [Remark: [...] the complete and authoritative guide to safe riding techniques
”
and strategies.“ (→ book cover)]
[NeJa2006] Bernd L. Nepomuck / Udo Janneck; Das Schrauberhandbuch — Technik, Wartung,
Instandsetzung —, Bielefeld (Delius Klasing Verlag), 12., u¨ berarbeitete Auflage 2006,
ISBN 978-3-7688-5230-2. [Hinweis: Das Standardwerk der Schrauberszene f¨ur das Do”
it-yourself am Motorrad!“ (Buchr¨uckseite)]
[Nie2008] Harry Niemann; Der Kniff mit dem Knie, Stuttgart (Motorbuch Verlag) 2008, Vorwort
von Bernt Spiegel (→ [Spi2006]), ISBN 978-3-613-02730-5. [Hinweis: Ein Buch mit vielen
Tipps f¨ur den Einstieg als Rennfahrer.]
[Obe2009] Dietmar Obert; Rund ums Dach der Welt — S¨ud- und Zentralasien — in: Motorrad
(Teil Unterwegs), Heft 4, 30. Januar 2009, S. 59–72, Stuttgart, ISSN 0027-237 X. [Hinweis:
Beschreibt auch die Optimierung seiner Honda Transalp f¨ur die Fernreise.]
[Ohne2008] Ohne Autorenangabe; Allround Talent, in: Motorrad Abenteuer, Heft 4, 2008, S. 90–
91. [Hinweis: Lob auf Stiefel Daytona Trans Open GTX.]
[Pal2012] Frank Palmen; Aus der Fahrpraxis, in: Tourenfahrer, Euskirchen (Nitschke VerlagsGmbH → http://www.tourenfahrer.de (Zugriff: 16-May-2012)), ISSN 09334440, Heft 6, Juni 2012, S. 79. [Hinweis: Autor ist Instruktor beim Fahrsicherheitszentrum
Weilerswist.]
[PeGr2002] Edmund Peikert / Harald Grote; Motorrad-Gespanne im Eigenbau: Anschlusstechnik und Fahrwerksbau und die Vorschriften zur Zulassung, Roigheim (Berhard G¨otz Verlag) 2002, ISBN 3-9802242-2-8. [Hinweis: Edmund Peikert ist Herausgeber und Autor des
¨
Leitfadens f¨ur Gespannfahrer. Harald Grote ist Pr¨ufingenieur beim TUV.]
[Pen2007] Ulf Penner; Die Drehmoment-L¨uge, in: MO (Motorrad Magazin) Nr. 9 September
2007, S. 52–56, ISSN 0723-2616. [Hinweis: Vergleich der Drehmomente zwischen der Yamaha MT-01 (≡ Dampfmaschine f¨ur Erwachsene“ (→ [Sch¨a2010a] S. 101) ), V2, lang”
U
U
hubig, 1670cm3 , 157Nm maximales Drehmoment bei 3700 min
, 91PS (67kW ) bei 4300 min
3
und der Suzuki GSX-R 1000, Vierzylinder, 1000cm , 120,4Nm maximales Drehmoment bei
U
U
9500 min
, 185PS (136kW ) bei 11800 min
.]
[Pete2008] Erik Peters; Cologne-Shanghai — Eine Abeteuerreise —, Oldenburg (Schardt Verlag) 2. u¨ berarbeitete Auflage 2008, ISBN 978-3-89841-382-4. [Hinweis: Mit Tipps zur
Ausr¨ustung und Planung.]
[Petz2008] Christian Petzoldt; Motorradpflege — Fachm¨annisch reinigen, pflegen, erhalten und
versch¨onern, K¨onigswinter (HEEL Verlag GmbH), 2008, ISBN 978-3-89880-833-0. [Hinweis: Ratgeber mit Produktempfehlungen.]
¨
[Pie2004] Melissa Pierson; Uber
die Leidenschaft ein Motorrad zu fahren, M¨unchen Z¨urich (Piper
Verlag GmbH) 5. Auflage November 2004, Titel der amerikanischen Originalausgabe “The
Perfect Vehicle. What It Is About Motorcycles”, 1997, u¨ bersetzt von Gabriele Herbst, ISBN
3-492-22831-3. [Hinweis: Melissa Pierson meint: Vom Motorrad lernen heißt, f¨urs Leben
”
lernen. Motorr¨ader sind handfeste Sebsterfahrung, sie erwecken Urgef¨uhle von Freiheit und
Furcht, Wagemut und Neugier, sie dienen der Lust und der Meditation.“ → Buchr¨uckseite]
230
LITERATURVERZEICHNIS
[Pir1974] Robert M. Pirsig; Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten — Ein Versuch u¨ ber
Werte, Frankfurt (S. Fischer Verlag GmbH) 1974, Titel der amerikanischen Originalausgabe “Zen and the Art of Motorcycle Maintenance”, u¨ bersetzt von Rudolf Hermstein, ISBN
3-10-061901-3. [Hinweis: Eine Abhandlung zur Frage nach der “richtigen Einstellung”.
Der Klassiker zur Vers¨ohnung des Menschen mit der Technik. Das Kultbuch der ersten
Informatiker-Generation!]
[Pro2003] Edwin Prochaska; Rosarot & himmelblau – Die Geschichte einer Begegnung auf der Straße, Teil himmelblau“, (Verlag Mairitsch / Prochaska,
”
http://www.textundbild.at (Zugriff: 19-Oct-2008)), 2. verbesserte Auflage
2003, ISBN 3-9501568-0-1. [Hinweis: Ein Buch mit → [Mai2003].]
[Pry2007] Lois Pryce; Vollgas — Eine Frau, ein Motorrad, 20000 Meilen Abenteuer — Berlin
(Ullstein Buchverlage GmbH) M¨arz 2007, Titel der englischen Originalausgabe “Lois on
the Loose” 2007, aus dem Englischen von Stefanie Mierswa, ISBN 978-3-548-36918-1.
[Hinweis: Spannender Bericht u¨ ber die legend¨are “Panamerica”-Route.]
[Rau1975] Siegfried Rauch; Motorrad Katalog, Ausgabe Nr. 6, 1975/1976, Vorwort, Stuttgart
(Motor Presse Verlag) 1975. [Hinweis: Technische Beschreibung der einzelnen Modelle.]
[Red2011] Redaktion MO Werkstatt“, Werkstatt — Motorrad-Probleme der MO-Leser gel¨ost
”
—, Motorrad Magazin MO, Heft 11, November 2011, S. 70–71. [Hinweis: Tipps aus der
Praxis.]
[Rob2003] John Robinson; Motorrad Vergaser und Einspritzsysteme, Kiel (Moby Dick Verlag)
2. Auflage 2003, ISBN 3-89595-167-5, Originaltitel: Motorcycle Fuel Systems TecBook
Sparkford / England 2000. [Hinweis: Fundierte Darstellung der Funktion von Vergasern
und Einspritzanlagen.]
[Rol2011] Florian Rolke; Slow Way Down — Mit der Simson Schwalbe von Hamburg nach Kapstadt — (Verlag Kastanienhof → http://www.verlag-kastanienhof.de (Zugriff: 28-Aug-2012)), 2. ver¨anderte Auflage 2011, ISBN 978-3941760127. [ Hinweis: Oh”
ne futuristische Motorradausr¨ustung und umfassende Begleitung, sondern allein in einfacher Kleidung, mit offenem Helm und Herz hat er so — im doppelten Sinn — Afrika “erfahren”.“ (→ Buchr¨uckseite)]
[Roo1994] Peter Roos; Vespa Stracciatella — Ein Roller-Roman mit 50 Fotos aus den 50ern
— Leipzig (Reclam Verlag Leipzig, Reclam-Bibilothek Band 1733) 2001, u¨ berarbeitete
Neufassung des 1985 im Verlag Transit, Berlin, erschienenen Buches mit bislang unver¨offentlichten Fotos. [Hinweis: Der dichtende VESPapst erz¨ahlt vom motorisierten
”
Pegasus, berichtet vom harten Arbeits-Alltag am Zweirad-Fließband, erinnert an die furchtbar sch¨onen 50er Jahre.“ (→ S. 3)]
[Ruc1994] Peter Ruch; Panamericana — Mit dem Motorrad von Alaska bis Feuerland —, Stuttgart (Motorbuch Verlag) 1994, ISBN 3-613-01596-X. [Hinweis: [...] ich m¨ochte auch Tips
”
geben f¨ur alle, die ein solches Abenteuer ebenfalls wagen wollen.“ (→ Vorwort S. 7)]
[Sad2005] Thomas Sadewasser; Motorradreisen - light — Optimierung von Motorrad und Gep¨ack
f¨ur die Reise —, Norderstedt (Books on Demand GmbH) 2005, ISBN 3-8334-1539-8. [Hinweis: Wenn der Fahrspaß im Vordergrund stehen soll, muss das Motorrad leicht sein.“ (→
”
Buchr¨uckseite)]
[Sad2003] Thomas Sadewasser; Winterreisen mit dem Motorrad — In Schnee und K¨alte mit
Motorrad und Gespann unterwegs (Planung, Ausr¨ustung, Durchf¨uhrung), Norderstedt
(Books on Demand GmbH) 2005, ISBN 3-8311-5010-9. [Hinweis: Um nicht Schiff”
bruch zu erleiden, bedarf es einer guten Vorbereitung. Dieses Buch soll dabei helfen.“ (→
Buchr¨uckseite)]
LITERATURVERZEICHNIS
231
[Sal2008] Guido Saliger; Empfehlung das Fahrlehrers, in: Tourenfahrer, Heft 8, 2008, S. 56–57.
[Hinweis: Honda CBF 600 mit ABS ist eine beliebte Fahrschulmaschine.]
[Sch¨a2011] Henning Sch¨affler; Technik: Gute L¨osung — L¨osen von Schraubverbinungen —,
in: Motorrad Magazin MO, Heft 12, Dezember 2011, S. 72–73. [Hinweis: Praxisbezogene Schraubertipps.]
[Sch¨a2010a] Henning Sch¨affler; Technik: Starke Momente — Leistung, Power, Kraft, Drehmoment —, in: Motorrad Magazin MO, Heft 10, Okotober 2010, S. 94–101. [Hinweis: Praxisbezogene Einsch¨atzung von aktuellen Motorr¨adern.]
[Sch¨a2010b] Henning Sch¨affler; Technik: Nach fest kommt ab, in: Motorrad Magazin MO, Heft
10, Okotober 2010, S. 76–77. [Hinweis: Werkstattprofis haben ihren Drehmomentschl¨ussel
”
im Handgelenk eingebaut.“ → [Sch¨a2010b] S. 76.]
[Scher2012] Franz Josef Schermer; Rosa Werkzeug-Wolke — Billigwerkzeug: Horrorgeschichten aus der Werkstatt —, in: Motorrad, Heft 8, 30. M¨arz 2012, S. 110–111, Stuttgart, ISSN
0027-237 X. [Hinweis: Pl¨adoyer f¨ur Qualit¨atswerkzeug.]
[ScherSchmi2011] Franz Josef Schermer / Thomas Schmieder; Frankensteins T¨ochter — Kawasaki 900 Z1 (1973) & Kawasaki Z 1000 (2010) —, in: Motorrad, Heft 25, 25. November
2011, S. 128–131, Stuttgart, ISSN 0027-237 X. [Hinweis: Kawasaki 900 Z1: Design-,
”
Technik- und Klangikone: bet¨orende Vier-in-vier Auspuffanlage.“ (→ [ScherSchmi2011]
S. 131.]
[SchMaSt2006] Franz Josef Schermer / Helmut Mader / Helmut Strauß; Reparaturanleitung Kawasaki ZRX 1200, ZRX 1200 R und ZRX 1200 — ab Modelljahr 2001 —, Band 5268, (bucheli Verlag → http://www.paul-pietsch-verlage.de (Zugriff: 10-Apr-2012))
1. Auflage 2006,ISBN 978-371682080-3. [Hinweis: Aus der Reihe u¨ ber 6 Millionen ver”
kauft. (→ Titelseite)]
[Schi2007] Ralf Schimmelmann; Canyonland, Euskirchen (Highlights-Verlag) 2007, ISBN 3933385-35-0. [Hinweis: Reise mit Honda CB 450.]
[Schn2014] Hans-J¨urgen Schneider; Klassische Vespa Motorroller — Alle PK-, PXund Cosa-Modelle set 1970 — Technick, Wartung, Reparatur; Inspektionen,
Reparaturen, Montagearbeiten selber machen, (Schneider Media UK Ltd. →
http://www.schneider-text.com (Zugriff: 27-Aug-2015) 16. Auflage 2014,
ISBN 978-3-7688-5804-5. [Hinweis: 110.000 verkaufte Exemplarer unserer “Vespa”
Bibel” seit 1985“ (→ Buchr¨uckseite)] ]
[Schn2009] Ralf Schneider; Tracktest Aprilia RSV4 Factory und Honda Fireblade — Ostergeschenk —, in: Motorrad, Heft 10, 24. April 2009, S. 34–41, Stuttgart, ISSN 0027-237 X.
[Hinweis: Die Frage “Reihe oder V4?” bleibt f¨ur den normalen Motorradfahrer unerheblich.]
[Scho2008] J¨urgen Schons; Hammer trifft Donnervogel — Vergleich Triumph Thunderbird Storm
/ Victory Hammer S —, in: Motorradfahrer, Heft 6, 2012, S. 26–31, ISSN 0935-7645. [Hinweis: Unter 100Nm geht bei dem Duo gar nichts.“ (→ [Scho2008] S. 29) ]
”
[Scho2008] J¨urgen Schons; Monotheismus — 30 Jahre Yamaha SR 500 —, in: Motorradfahrer,
Heft 7, 2008, S. 88–91, ISSN 0935-7645. [Hinweis: Report u¨ ber ein Kultbike, das seine
”
Fans bis heute verg¨ottern.“ (→ [Scho2008] S. 88)]
[Schop2007] Torsten Schopbach; Der Weg war das Ziel [...] — 56.000km, 14 L¨ander, 4 Kontinente, ein Abenteuer! — Berlin (ontour-Verlag) 2. Auflage 2007, ISBN-13: 978-3-9811312-1-5
(1. Auflage 2005). [Hinweis: Ehrliche Schilderung einer langen Motorradreise.]
232
LITERATURVERZEICHNIS
[Schu2012] Florian Schueler; Protektorentechnik — Das sagt der Experte —, in: Motorrad Coach Besser Fahren, 279 Tipps, Fahrfreude und Sicherheit, Stuttgart (Motor Presse Stuttgart GmbH & Co KG, Leuschnerstraße 1, D-70174 Stuttgart, →
http://www.motorradonline.de (Zugriff: 6-Jun-2012)), 2012, S. 76. [Hinweis:
Heftzusammenstellung der Redaktion Motorrad.]
[Schu2008] Tino Schuppan, Gesch¨aftsf¨uhrer des Institute for eGovernment (ifG.CC) an der Universit¨at Potsdam, Motorradfahrer einer Suzuki GSX 1400, schreibt in einer privaten Email
an mich u¨ ber seine Einstellung.
[Schr2007] Schraubenprinz; Ich, der Sadist — Jeder Handwerker, jeder Arzt und jeder Koch weiß
es: Gutes Werkzeug ist Pflicht —, in: Motorrad News, Heft 12, 2007, S. 53 (Aus der Werkstatt Szene). [Hinweis: Fundierte Ratschl¨age.]
[Schue2008] J¨org Sch¨uller; Kettenzug; in: Motorrad, Heft 6, 29. Februar 2008, S. 48–49, Stuttgart, ISSN 0027-237 X. [Hinweis: Eine anschauliche Darstellung zum Kettendurchhang.]
[Schu2008] Christian Schulze; Himalaya & Co. — Eine Motorradreise u¨ ber die h¨ochsten P¨asse
der Welt — Euskirchen (Highligths-Verlag) 2008, ISBN 978-3-933385-38-3. [Hinweis: Eine Beschreibung einer 15-monatigen Reise von Neuseeland zur¨uck nach Europa.]
[Schwa2011] Guido Schwarz; Vespa — Was f¨ur ein Leben! — Geschichten von Leidenschaft,
Liebe und L¨otkolben, (Verlag Guido Schwarz → http://www.guidoschwarz.at
(Zugriff: 16-Oct-2015)) 2011, ISBN 978-3-200-2267-6. [Hinweis: Autor ist Philosoph,
Sozialwissenschaftler, Motivforscher, Trainer, Coach, Unternehmensberater und Universit¨atslektor (→ S. 2).]
[Schw2007] Maik Schwarz; Easy Metal, in: Motorrad Magazin (MO) Nummer 11, November
2007, S. 19. [Hinweis: Ein Pl¨adoyer f¨ur “Enjoy heavy metal!”.]
[Schwi2008] Andy Schwietzer; Weltergewicht — Technik: Meilenstein: BMW R 45/65 —, in:
Motorrad News, Heft 6, 2008, S. 104–108. [Hinweis: Kopfargumente f¨ur die leichte Bo”
xerbrigade gibt es immer noch.“ → [Schwi2008] S. 108]
[Sei2013] Andi Seiler; Schrader-Typen-Chronik: Kawasaki Z-Serie, seit 1972, Stuttgart (Motorbuch Verlag → http://motorbuch-verlag.de (Zugriff: 25-Jun-2015)) 2013, ISBN
978-3-613-03594-2. [Hinweis: Seiler l¨asst in diesem stimmungsvollen Band mit Fotos, Bil”
dern und Prospekten noch einmal die vier Jahrzehnte im Zeichen der Z lebendig werden.“
(→ Buchr¨uckseite)]
[Sem2004] Gary Semics; Offroad Fahrtechniken — Trainingshandbuch zum Erlernen von Motocross und Enduro Fahrtechniken —, M¨unchen (FarLessig), 2. Auflage 2004, Originalti¨
tel “The Motocross Practice Manual”, 1998, Ubersetzung
aus dem Amerikanischen von
Andreas M¨uck. [Hinweis: Mit eingr¨agsamen Erl¨auterungen und guten Fotos werden die
Ratschl¨age vermittelt.]
[Sim2007a] Ted Simon; Jupiters Fahrt — Mit dem Motorrad um die Welt —, Originaltitel “Jupiter’s Travels” 1979, aus dem Englischen von Teja Schwaner, Reinbeck (Rowohlt Taschenbuch Verlag), 10. Auflage 2007, ISBN 978-3-499-12653-6. [Hinweis: Sie m¨ussen unbe”
dingt Jupiters Fahrt von Ted Simon lesen [...].“ (→ [Pry2007] S. 15)]
[Sim2007b] Ted Simon; Jupiters Tr¨aume, Originaltitel “Dreaming of Jupiter” 2006, aus dem Englischen von Teja Schwaner, K¨oln (DuMont Literatur und Kunst Verlag) 2007, ISBN 978-38321-8009-6. [Hinweis: [...] zu zeigen, wie man vielleicht ein heldenhaftes Leben f¨uhren
”
kann, ohne ein Held zu sein.“ Ted Simon, Buchr¨uckseite.]
LITERATURVERZEICHNIS
233
¨
[Spi2006] Bernt Spiegel; Die obere H¨alfte des Motorrads — Uber
die Einheit von Fahrer und
Maschine (Vom Gebrauch der Werkzeuge als k¨unstliche Organe) — Stuttgart (Motorbuch Verlag) 5. Auflage 2006 (1. Auflage 1998) ISBN 3-613-02268-0. [Hinweis: Konkrete
Ratschl¨age eines Professors der Verhaltensforschung.]
[Spi2008] Bernt Spiegel; Auf die Bremse — Ratgeber Fahren — in; Motorrad, Heft 7, 14. M¨arz
2008, S. 136–137, Stuttgart, ISSN 0027-237 X. [Hinweis: Ein Pl¨adoyer f¨ur Brems¨ubungen.]
¨
[Spi2012] Bernt Spiegel; Motorradtraining alle Tage! — Das praktische Ubungsbuch
zum Standardwerk “Die obere H¨alfte des Motorrads” (→ [Spi2006]) —, Stuttgart (Motorbuch
Verlag) 3. Auflage 2012 (1. Auflage 2006) ISBN 978-3-613-03477-8. [Hinweis: Enth¨alt
¨
Ubungskarten
und Tankaufkleber f¨ur das Training im Alltag.]
[Sto2006] J¨urgen Stoffregen; Motorradtechnik — Grundlagen und Konzepte von Motor, Antrieb
und Fahrwerk, Wiesbaden (Vieweg & Sohn Verlag) 6., durchgesehene und erweiterte Auflage 2006, (1. Auflage 1995), ISBN-13 978-3-8348-0104-3. [Hinweis: Autor war Entwicklungsingenieur im Breich Motorrad bei der BMW AG.]
[Suz2007] Suzuki TL 1000, in: Wikipedia, der freien Enzyklop¨adie, Stand: 23. August 2007 um
21:40 Uhr (Zugriff: 28-Oct-2007).
[Sym2005] Patrick Symmes; Reiseziel Che Guevara — Mit dem Motorrad durch Lateinamerika —, Edition Nautilus, Hamburg (Lutz Schulenburg) 2005, ISBN 3-89401-464-4; aus
dem Englischen u¨ bersetzt von Esther Breger und J¨urgen Schneider, Originalausgabe, 2000,
“Chasing Che. A Motorcycle Journey in search of the Guevara Legend” [Hinweis: [...] ein
”
aufregender Mix aus Reise, Reportage und Geschichte.“ (Outside → Buchr¨uckseite)]
[Th¨o2009] Gert Th¨ole; Follow me [...] wenn du kannst. Oder: Warum eine 173 PS starke BMW
K 1300 R der 106 PS starken Triumph Street Triple auf der Landstraße kaum folgen kann.
Wie viel Power verkraftet der Mensch eigentlich? in: Motorrad, Heft 3, 2009, S. 34–39,
ISSN 0027-237-X. [Hiweis: Landstraßen-Vergleich mit vielen interessanten Messwerten.]
[Tou2007] Touratech AG, Auf dem Zimmermann 7–9, D-78078 Niedereschach; Katalog: Neue
Ideen f¨ur das Motorrad 2007
→http://www.touratech.com (Zugriff: 19-Aug-2007) [Hinweis: Ein sehr informativer Katalog von 834 Seiten u¨ ber die Anpassung von markt¨ublicher Enduros an die Erfordernisse von großen Touren.]
[TF2012] Tourenfahrer (gez. SD); Schlagende Argumente: Ausr¨ustung — EnduroHelme mit Visier —, in: Tourenfahrer, Euskirchen (Nitschke Verlags-GmbH →
http://www.tourenfahrer.de (Zugriff: 16-May-2012)), ISSN 0933-4440, Heft
¨
6, Juni 2012, S. 68–73. [Hinweis: Fundierter Helmtest in Zusammenarbeit mit TUV
Rheinland.]
[TF2008] Tourenfahrer; Buell-Jubil¨aumsfeier mit 1125 R, in: Tourenfahrer, Euskirchen (Nitschke
Verlags-GmbH → http://www.tourenfahrer.de (Zugriff: 16-May-2012)), ISSN
0933-4440, Heft 4, Juni 2008, S. 7. [Hinweis: Spruch vom breiten Grinsen“.]
”
[UrLo2012] Jon Urry / J¨org Lohse; Baba l¨asst’s qualmen — Portr¨at: Tadao Baba — in: (Zeitschrift Motorrad http://www.motorradonline.de (Zugriff: 02-May-2012)) Heft
10, 27.04.2012, ISSN 0027-237-X, S. 100–102. [Hinweis: Vater des Supersportlers Honda
FireBlade]
[Wei2012] Wulf Weiss; Auf Speed; Test: Kawasaki ZZR 1400 – Suzuki Hayabusa, in: Motorrad News (Syburger Verlag GmbH, D-59423 Unna → http://www.motorrad.net
(Zugriff: 11-May-2012)), Heft 6, Juni 2012, S. 36–41. [Hinweis: Suzukis Altstar Hayabusa
”
und die neu aufgelegte Kawasaki ZZR 1400 messen ihre Bizeps. Maximaler Fahrspaß oder
¨
blanker Ubermut?“
(→ [Wei2012] S. 37)]
234
LITERATURVERZEICHNIS
[Wen2006] Eugen Wendmann; Der schwarze Weg, Goldebeck (Mohland Verlag) 4. Auflage 2006,
ISBN 978-3-932184-43-7. [Hinweis: In meinem Kopf war nur Platz f¨ur zwei Dinge. F¨ur
”
Motorr¨ader und f¨ur Frauen.“ (→ [Wen2006] S. 100)]
[WeSch2007] Mike Werlberger / Willy Schmitz; Der lange Weg nach Australien — Logbuch einer
Gespannreise —, Hamburg (Reiseliteratur-Verlag http://www.traveldiary.de)
2007, ISBN 978-3-937274-30-0. [Hinweis: Gespannfahrt mit Yamaha XVZ 750 Super
T´en´er´e mit Wasp Cross Beiwagen. ]
[Wic2008] Helmut Wicht; Dummer Fehler: Varadero droht — oder: Von der Anschaffung eines
neuen Motorrades in Gegenwart einer Sozia, in: MO Magazin, 2008, S. 42–43 (→ auch
[Wic2005] S. 38–40). [Hinweis: Glosse u¨ ber die Auswirkungen von Sozias und zerfledderten Zwischenwirbelscheiben auf den Motorradkauf.]
[Wic2005] Helmut Wicht; Schr¨aglagen und Wehklagen, (Lach mal! Verlag) 2005, ISBN
3-9810128-01. [Hinweis: Fußnoten, Glossen, Satire, Gedichte und Kurzgeschichten,
”
haupts¨achlich u¨ bers Motorradfahren und -schrauben.“ (→ S. 7)]
[Wie2009] Doris Wiedemann; Unterwegs zum roten Drachen, Bielefeld (Delius Klasing Verlag)
2009, ISBN 978-3-7688-2606-8. [Hinweis: Reisebericht u¨ ber den Landweg von Deutschland nach China.]
[Wie2009a] Doris Wiedemann; R1 goes extreme, in: MotorradABENTEUER, Euskirchen (Reiner H. Nitsche Verlags-GmbH), Heft 2 (M¨arz/April), 2009, S. 98–101, ISSN 1619-4462.
¨
[Hinweis: Ein Herz und eine Seele: Sjaak Lucassen und seine Yahama. Uber
zigtausende
”
von Kilometern war die R1 auf fast allen Kontinenten unterwegs und zeigt auf der Tour
¨
echte Nehmerqualit¨aten“ (→ Uberschrift
u¨ ber Fotos)]
[WiLu2009] Michael Wiedemann / Dieter Lubenow; Steppenreiter — Abenteuer Mongolei: Eine Motorradreise zu den Erben Dschingis Khans — Euskirchen (Highlights-Verlag) 2009,
ISBN 978-3-933385-47-5. [Hinweis: Geht es noch einsamer? [...] Die Antwort fanden sie
”
in der Mongolei, und sie lautete: ja.“ (→ Buchr¨uckseite)]
[Wolf2009] Hartmut Wolf; Outback Blues — Mit dem Motorrad durch Australien — Bielefeld
(Delius Klasing Verlag → http://www.delius-klasing.de/home (Zugriff: 18Dec-2009)) 2009, ISBN 978-3-7688-2500-9. [Hinweis: Reisebericht u¨ ber Australien auf
einer BMW F650 Dakar. ]
[Zey2009] Wolfgang Zeyen; Streifz¨uge Fahrtechnik — Zu zweit auf Tour, in: Motorradfahrer,
Heft 1, 2009, S. 84–85, ISSN 0935-7645. [Hinweis: Tipps f¨ur die Fahrt mit Sozius.]
[Zey2008] Wolfgang Zeyen; Fahren im Regen — Tanz auf unsicherem Gel¨auf, in: TOURENFAHRER, Heft 12, 2008, S. 94–95, ISSN 0933-4440. [Hinweis: Tipps f¨ur den Ritt u¨ ber nasse
Straßen.]
[Zno2011] Hansj¨org Znoj; Die Psychologie des Motorrads — Zur Wechselwirkung von Mensch
und Maschine —, Gleitwort von Bernt Spiegel, Bern (Verlag Hans Huber, Hogrefe AG →
http://www.verlag-hanshuber.com (Zugriff: 12-Apr-2012)), 1. Auflage 2011,
ISBN 978-3-456-84895-2. [Hinweis: Autor ist Professor, Institut f¨ur Psychologie, Universit¨at Bern.]
Anhang G
Index
235
Index
10.9 Schraube, 208
12.9 Schraube, 208
180◦ -V-Motor, 49
1g−Fahrzeug, 80
8.8 Schraube, 208
ASC, 83
ASR, 191
Assistenzsystem, 81
Astrotech
Protektor, 109
Aufbocken, 158
Aufheben
Maschine, 143
Aufstellmoment, 191
Ausritt, 115
a, 87
Abdeckhaube, 102
ABE, 189, 197
Abgas, 58
Euro-Norm, 197
Abkippen, 149
ABS, 189
Bremsweg, 82
Technik, 82
ABS-Kunststoff, 105
Abstreiftest
Helm, 106
Ace Caf´e, 190
Acrapovic, 22
ADAC
Fahrsicherheitszentrum Embsen,
139, 224
Aerodynamik, 80
Agilit¨at, 47
A.G.O, 192
Allrounder, 30, 69, 190
AMA, 190
Ansprechverhalten, 150
Anti-Dive-System, 190
Anti-Hopping-Kupplung, 65
Antiblockiersystem, 189
Anzugsmoment, 190
Ape hanger, 190
API, 191
Approach Dex, 191
Aprilia, 191
NA 850 Mana ABS, 154
RSV4 Factory, 48
Baba, Tadao, 43
Baehr, Heizandschuhe, 112
Barger, Ralph Sonny, 116, 221
BaSBa Batterien GmbH, 174
BASt, 201
Batterie, LiFePO4 , 81
Baugruppen
Motorrad, 39
Becker, J¨org, 221
Beggio, Ivano, 222
Beifahrer, 155
Beiwagen
Wasp Cross, 234
Bekleidung, 102
Regen, 103
Benelli, 191
750 Sei, 191
TnT, 30
Trek 1130, 87
Benzin
Dichte, 68
Benzinverbrauch, 86
Beobachten, 148
Berger, John, 118, 221
Bergmann, Guido, 32, 116, 221
Bescheinigung
Unbedenklichkeit, 76
Beschleunigungswiderstand
236
INDEX
Rotatorisch, 88
Translatorischer, 87
Bib, 160
Bib Mousse, 191
Bibendum, 160, 191
Biebricher, Markus, 121, 221
Big Bang-Motor, 48
Biken im Team, 157
Biker, 192
Bildl, Andreas, 16, 37, 87, 221
Bimota, 192
DB 9 Brivido, 192
SB2, 192
Tesi 3D, 72, 195
Block, Beate, 221
Blome, Alexander, 19, 221
Bloor, John, 211
Blumenstein, Michael, 97, 229
BMW, 49, 192
F 650 Dakar, 234
F 650 GS, 21, 23
G 650 Xchallenge, 41
K 100 RS, 214
K 1200 S, 196, 197
K 1300 R, 51
R 100 GS PD, 26
R 1150 GS, 20
R 1200 GS, 24, 30, 69
R 27, 118
R 32, 192
R 65, 198, 232
R 75/6, 24
R 80 GS, 20, 24, 127
S 1000 XR, 189
Typ M15, 192
Duolever, 196, 200
K 100, 189
R 1100 GS, 75, 79, 80, 146, 170–
172
R 1200 GS, 32, 33, 78
R nineT, 32
S 1000 RR, 82, 133
Telelever, 200
BMW K¨onemann, 32, 170
Bobke, Susa, 156, 161, 222
Bocchi, Giuseppe, 135
Bock, 192
B¨ockmann, Uli, 79, 165, 222
B¨ornis Roller Shop, 210
237
Bol d’Or, 192
Boorman, Charley, 116, 228
Boss Hoss, 192
LS2, 192
BHC-3 ZZ4, 78
Boxberg, Susi, 21, 128, 222
Boxensignale, 192
Boxermotor, 49
Brady, Joan, 156, 222
Brammo, 193
Empulse/R, 193
Brause, 16, 222
Brazz, 16, 222
Breger, Esther, 233
breites Grinsen, 118
Bremsen, 148, 153
Bremslenkmoment, 193
Bremssysteme, 224
Brough Superior, 35
BRP-Powertrain, 41
Brunkow, Ralf, 221
BSA, 211
Buchautoren, Motorliebe, 97, 229
B¨uchler, Hans Peter, 15
Buell, 22
1125 R, 118
Motorcycle Company, 193
Ulysses XB-12X, 193
X1, 66, 193
Buell, Erik, 65, 118, 233
Burmester, G¨unther, 31, 222
C1
Supermoto, 210
C2
Supermoto, 210
Caf´e Racer, 194
Cagiva, 194
Cam Gear Drive, 194
CAN, 194
Castiglioni, Giovanni, 194
CB, 194
CBS, 194
CDI, 194
Chandler, Doug, 222
Che Guevara, 233
Checkered Flag, 198
Chopper, 67, 194
Clutch, 194
INDEX
238
CoC, 194
Cocco, Gaetano, 40, 44, 90, 222
Code, Keith, 144, 222
Compression, 77
Conti TKC 80, 74
Continental
Trail Attack, 173
Coombs, Matthew, 170, 174, 222
Correra, Ren´e Correra, 17, 225
Cortese, Sandro, 205
Countersteering, 149
Crawford, Matthew B., 222
Crossplane-Motor, 48
Cruiser, 30, 195
Cub, 37, 195
Currie, Bob, 122, 223
cw -Wert, 85
Cyborg, 120
D¨ahne, Helmut, 133
D’Ascanio, Corradino, 165, 195
Davidson, Arthur, 199
Daytona Trans Open GTX
Stiefel, 110
DDC, 195
Degelmann, Ren´e, 22, 143, 153, 223
Demel, Klaus, 15, 18, 20, 223
Dentges, Thorsten, 103, 223
Derbi, 195
Senda 125 R Baja, 195
Desmo, 195
Desmodromik, 195
Dierlamm, Helmut, 228
Dietzelt, Renate, 118, 204, 223
Diffazio-Lenkung, 72, 195
DKW, 196
RT 125, 196, 213
DME, 196
DOHC, 196
DOT-Nummer, 196
Douglas Motors Ltd., 196
Douglas, Edward, 196
Douglas, William, 196
Dr.No, 141, 223
Drehmoment, 52
Drehrichtung
Kurbelwelle, 55
Drehzahl
n, 59
Dreirad, 211, 212
Drehmomentschl¨ussel, 98
Driesen, Christoph, 21, 223
drive-by-wire, 196
Druckstufe, 77
Druckumlauf
Schmierung, 61
Druckverlustmessung
Kompression, 63
Dry Bag, 80
DTC, 83
DTD, 39, 179, 196
Ducati, 136, 196
1098, 196
750 Super Sport, 195
Multistrada 1200 S, 189
Duck Tape, 100
Duct Tape, 100
Duolever
BMW, 196, 200
DVR, 196, 201, 223
Easy Rider, 199
Ebberg, J¨orn, 16, 37, 87, 221
Ebersp¨acher, Hans, 77, 78, 147, 223
ECE, 197
effektive Schwingenl¨ange, 63
EG
Typgenehmigung, 197
Einspritzung
direkt, 87
Einstellung
Fahrwerk, 77
Einzylinder
Rotax, 42
Einzylinder-Motor, 41
Eitech
Modell, 12
Elektrobike, 197
Embsen
ADAC Fahrsicherheitszentrum, 139,
224
Emmert, Anne, 228
Empulse/R
Brammo, 193
EN 1621-1, 207
EN 1621-2, 108, 109
Enduro, 197
Enduro-Helm, 105
INDEX
Enfield, Royal, 95
Engel, Tommy, 63
Engelbrecht, Victor, 167
Entt¨auschung, 159
Erdbeschleunigung, 207
Erste Hilfe, 185
ESA, 197
Espargar´o, Pol, 205
Estoril, Aut´odromo, 205
η , 86
ηProzess , 59
Euro-Norm
Abgas, 197
Exit Dex, 197
Fabelhaft Werkzeug, 98
Fahrbarkeit, 47
Fahrsicherheitszentrum Embsen
ADAC, 139, 224
Fahrt
Kurve, 147
langsam, 150
Fahrwerk, 65
Einstellung, 77
Geometrie, 66, 69
Fahrwiderstand, 83
Federweg
negativ, 77, 208
positiv, 77
Sag, 208
Fehlererkennung, 96
FEMA, 197
Fiebig, Barbara, 117, 223
Field, Graham, 24, 223
Fiereck, Wolfgang, 122, 199, 223
FIM, 197
Fireblade
Honda CBR 1000 RR, 43, 75
Firestorm
Honda VTR 1000, 50
Flagge
Motorsport, 197
Flattern, 144
FLM Air Mesh
Hose, 108
Flow, 120
Fluchtweg, 156
Fl¨ussigkeitsk¨uhlung, 56, 198
FLu f t , 84
239
Folie
Lackschutz, 101
PU, 101
PVC, 101
Frankensteins Tochter, 202
FRoll , 84
Frotatorisch , 88
Fstationaer , 83
FSteigung , 85
Ftranslatorisch , 87
F¨unfventiler, 55
Funke, Joachim, 154, 224
Furusawa, Masao, 47, 195, 224
Fury, 199
Fußheizung, 112
G-Kat, 198
Gangdiagramm, 198
Gas Gas, 198
Gas It, 144
Gasgeben, 149
GDV, 115, 154
Gebauer, Stephan, 222
Gegenl¨aufer, 50
Geisteskrankheit, 120
Gemisch
zu fett, 56
zu mager, 56
Gemischheizwert, 59
Geometrie
Fahrwerk, 66, 69
Geser, Rudolf, 106, 224
Gespann, 159
Gewicht
Verteilung, 68
Gfeller, Alex, 25, 121, 124, 224
Gleichl¨aufer, 50
G¨otz, Berhard, 159, 224
Grill, Oliver, 44
Grinsen
breites, 118
Grip, 198
Groove, 156
Grosshans, Timo, 15, 224
Grote, Harald, 159, 189, 197, 229
Grothe, Frank, 135
GS, 198
G¨ullepumpe, 20, 198
G¨unther, Thilo, 130, 224
240
Gulvin, Jeff, 228
Gummibandmotor, 198
Gummikuh, 198
Guzzi Normale, 205
Guzzi, Carlo, 205
GV, 68
Haarwurzelkatarrh, 145
H¨afele, Thilo, 133
Haftreibung, 85
Hailwood, Mike, 200
Handprotektor, 198
Handschuhe, 103, 110
Handschuhheizung, 112
Hanging off, 75, 152, 199
Harley, William S., 199
Harley-Davidson, 199
Electra Glide, 54
Fat Boy, 21
Road King, 116
Softail Rocker C, 121, 224
Sportster, 49
Sportster 883, 160
Tour Glide, 67
Hauptst¨ander, 158
Hazet
Steckschl¨ussel-Satz, 99
Hein Gericke, 108, 110
Heizanzug, 112
Heizdecke, 112
Heizgriffe, 112
Heizwert
Gemisch, 59
Kraftstoff, 59
Heizweste, 112
Held
Biker Fashion, 107
Helm, 102, 103
Nexo Circuit, 108
Henniges, Rolf, 44, 121, 194, 224
Hepper, Matze, 17, 224, 225
Herbst, Gabriele, 229
HERT, 199
Heusler, Helmut, 26, 225
Heyne, Dani, 97, 229
HGemisch , 59
HIC-Wert, 199
High Neck Frame, 199
Highsider, 200
INDEX
Hildebrand, Heinrich, 199
Hildebrand & Wolfm¨uller, 34
Hinschmeißmoment, 200
Hiprotec Backshock, 107
HISS, 200
HKra f tst , 59
Hobel, 200
Hockenheimring, 26
Hoffmann, Ulrich, 58, 197, 225
Hoffmann, Wolfgang, 157, 225
Holfelder, Moritz, 15, 35, 118, 120–
122, 124, 199, 206, 225
Honda, 200
50, 37
CB 450, 231
CB 450 K1, 164
CB 750, 42, 225
CB 900 F, 192
CBF 1000, 30, 93, 208
CBF 600, 43, 123
CBR 1000 RR Fireblade, 43, 75
CBR 1100 XX, 20, 40
CBX 750 F, 46, 47, 75
CX 500, 20, 198
Fireblade C-ABS, 48
Gold Wing 1800/6, 54, 200
Innova 125, 87, 195
Transalp, 21, 49
Varadero 1000, 22, 225
VF 1000 R, 194
VF 750 C Magna, 121
VFR 750 F, 30, 46
VFR 800, 45
VT 750 C2, 209
VTR 1000 Firestorm, 50
VTX 1300, 195
XRV 750 Africa Twin, 20, 21, 94,
225
C100, 37
CBF 125, 78
CBR 250 R, 32, 33, 78
CBR 600 RR, 70
Innova, 37
Innova 125, 37
NC 700 X, 16
Super Cub, 37
VT 1300 CX, 199
VTR 1000 SP 2, 132, 139
Wave 110i, 37, 38
INDEX
Honda, S¯oichir¯o, 37
Hopp, Reinhard, 42, 46, 47, 75, 225
Hose, 110
FLM Air Mesh, 108
Summit GORE-TEX, 110
Hough, David L., 19, 102, 142, 144,
147, 148, 225
HP4, 200
Hubraum, 52
Hubzapfenversatz
90-Grad, 47
H¨ulsmann, Andreas, 23, 80, 221, 225
Hundekurve, 200
Husaberg, 200
Husqvarna, 201
SM 450 R, 54
HVA-Element, 201
Hydrost¨ossel, 201
Hyosung, 201
IBA, 201
Ienatsch, Nick, 25, 66, 139, 145, 148–
150, 153, 226
IFZ, 142, 201
Inamura, Gyoichi Ben, 201
Inbus-Schl¨ussel, 98
Indian Larry, 116, 227
Integralhelm, 105
Intruder, 201
Jacke, 108
Pharao Enduro, 108
Summit GORE-TEX, 108
Janneck, Rainer, 20, 116, 121, 226
Janneck, Udo, 40, 54, 229
JASO, 201
JASO-MA, 201
JASO-MB, 201
Jawa, 201
Jethelm, 105
Jungbluth
Sitzbank, 68
Kalisch, Claudia, 193
Kamm, Winibald, 202
Kammscher Kreis, 202
Kappes, Norbert, 154, 226
Kaschel, Stefan, 118, 119, 194, 224,
226
241
Kassmann, Reno, 118, 226
Kawasaki, 202
900 Z1, 35, 36
500 H1 Mach III, 202
900 Z1, 202
GP Z 900 R, 42
GPX 600 R, 43
KLR 650, 23, 24
KLX 250, 32
Versys, 69
W 650, 204
Z 1000, 119
GTR 1000 R, 134
Ninja 250 R, 16
Ninja ZX-10R, 209
Z-Serie, 232
ZZR 1400, 2, 209
Kawasaki, Shozo, 202
Kettenantrieb, 63
Kettentrum, 202
KIBS, 202
Kickback, 90
Kickstarter, 63
Kilo-Gixxer, 202
KIMS, 202
Kirn, Friedemann, 45, 52, 205, 226
Klacks, 25
Klapphelm, 105
Klein, Martin, 38, 63, 94, 100, 115, 161,
209, 226
Klingeln
Motor, 207
Klopfen
Motor, 207
Knarre, 97
Knete
Lackreinigung, 101
Kniedecke, 113
Koch, Werner, 48, 99, 226
K¨onigswelle, 196
K¨oster, Dirk, 56, 226
Koffer
System, 80
Kolbengeschwindigkeit, 202
Kolbenoberfl¨ache, 54
Kompression
Druckverlustmessung, 63
Konstantfahrruckeln, 203
Kortmann, Friedhelm, 226
242
Kradist, 192, 203
Kraft
Autoteile, 98
Kraft, Michael, 223
Kraftrad, 11
Krause, Manuela, 24, 226
Krause, Matthias, 24, 226
Kreidler Florett, 24, 224
Kreis
Kammscher, 202
Kreutz, Thomas, 133
Kreutzkamp, Dieter, 21, 116, 227
Kruk, Ralf, 159
Kruska, Lothar, 145, 227
KTM, 203
1290 Super Adventure, 189
390 Duke, 19
625 SXC, 19, 26
690 Duke, 19
690 Supermoto, 69
R 100, 203
KTRC, 209
Kubisch, Lutz-Ulrich, 167, 169, 227
K¨uhltechnik, 56
Kupper, Guido, 15, 16, 56, 58, 69, 227
Kupplung, 64
Anti-Hopping, 65
Kurbelwelle
Drehrichtung, 55
Durchmesser, 55
Kurbelwelle bis Vorderachse, 67
Kurbelwellenkr¨opfung, 47
Kurventechnik, 147
Kurzhuber, 52
Kurzhubmotor, 54
Kutschera, Lothar, 223
Kutte, 203
kW, 203
KWV, 67
La Poderosa, 20
Lackreinigungsknete, 101
Lackschutzfolie, 101
λ , 203
λL , 59, 60
λ -Sonde, 203
Lambertini, Franco, 206
Langhuber, 52
Langhubmotor, 54
INDEX
Langsamfahrt, 150
Lastwechsel, 66
Latsch, 92, 203
Laufleistung, 94
Laverda, 203
1000, 135
Lawrence, T. E., 35
Lawson, Eddy, 148
LB, 68
Leek, Jan, 54, 67, 115, 144, 161, 165,
227
Leistungsbedarf, 85
Leistungsdiagramm, 203
Lenkeinschlag, 204
Lenker, 22
Lenkerbreite, 68
Lenkererh¨ohung, 22
Lenkerflattern, 91
Lenkerschlagen, 91
Lenkerstulpen, 103, 113
Lenkkopfh¨ohe, 68
Lenkkopfwinkel, 66
Lenkung
Diffazio, 72, 195
Radnaben, 72
Lerch, Achim, 96, 227
Leverkus, Ernst, 25
LH, 68
Lindenau, Guido, 22, 197, 198, 227
LML, 166
Lohmeier, Joachim, 175
Lohse, J¨org, 43, 108, 110, 227, 233
Loncin
Motorenhersteller, 42
Lorenzo, Jorge, 205
Louis, Detlev
Motorradbekleidung, 104
Lowsider, 204
Lubenow, Dieter, 234
Lucassen, Sjaak, 24, 234
L¨uckenerkennung, 156
Luft
Filter, 56
System, 56
Widerstand, 84
Widerstandsbeiwert, 85
Luftk¨uhlung, 56
LW, 66
INDEX
Mader, Helmut, 101, 170, 173, 228, 231
Mainx, J¨urgen, 82, 83, 145, 228
Mairitsch, Karin, 118, 141, 228
Mang, Toni, 133
Marauder, 204
Martynow
Motorrad-Technik, 173
Marx, Frank, 119, 228
Maschine
aufheben, 143
McGregor, Ewan, 116, 228
Meguro Motorcycles, 204
Meine, Zweiradsport, 19
Menzel, Heiko, 39, 228
Metz, Claudia, 124, 125, 228
Metzeler
Tourance, 74, 170
mgesamt , 87
Mierswa, Stefanie, 230
Mikrofaser Waschhandschuh, 101
Milwa GmbH, 174
MindMap
Softwaretool, 14
Minimotorrad, 138
Mischok, Andreas, 112
mKra f tst , 59
mLu f t , 59
Modell
Eitech, 12
Mofa, 211
MOGO, 204
MOM, 205
Moped, 204, 211
Mopped, 204
Morini
3 1/2, 206
T125, 206
Morini, Alfonso, 206
Moto Guzzi, 49, 205
California Vintage, 205
Sahara 500, 205
Moto Laverda, 203
Moto Morini, 206
Corsaro 1200, 206
Moto2, 205
Moto3, 205
Motobi, 191
Motocross-Helm, 105
MotoGP, 204
243
Motor
Boxer, 49
Einzylinder, 41
Klingeln, 207
Klopfen, 207
Kurzhub, 54
Langhub, 54
Motor
qudratisches Hubverh¨altnis, 54
Reihe, 41
Ultrakurzhub, 54
V
Vierzylinder, 43
Zweizylinder, 49
Zweizylinder
Paralleltwin, 50
Motorcycle Safety Foundation, 25, 229
Motorliebe, Buchautoren, 97, 229
Motorrad
Baugruppen, 39
Typ, 26
Motorrad-Olymp, 124
Motorradadel, 124
Motorradhandschuhe, 103
Motorradhelm, 102
Motorradkombination
Leder, 103
Textil, 103
Motorradstiefel, 103
Motorradwahl
Kriterien, 18
Motronic, 196, 206
MOZ, 206
MReibung , 59
MSF, 25, 229
μ , 206
M¨uck, Andreas, 232
Muhl, Bernt, 113
Mund, Peter, 71
MuZ, 206
MV Augusta, 206
Bialbero 125, 206
Brutale 910R, 15
Brutale R 1090, 16
F4, 206
mverbliebeneFrischgas , 60
MZ, 206
MZ TS 250, 206
INDEX
244
[N], 207
n
Drehzahl, 59
Nachlauf, 67
Nackenst¨utze, 206
Nader, Ralph, 141
Nagahiro, Kenichi, 55
Naked Bike, 30
Nasssumpf
Schmierung, 61
Negativfederweg, 77
Nemesis Traction Control, 83
Nepomuck, Bernd L., 40, 54, 229
Newton, 207
Nexo Circuit
Helm, 108
NHS-Reifengravur, 207
Nickbewegung, 44
Niemann, Harry, 16, 25, 26, 103, 141,
142, 148, 152, 192, 201, 229
Nierengurt, 103
NL, 67
No
Dr., 141, 223
Norman Hossack, 196, 200
Normbrecher, 13
North Sea Chopper, 199
Norton 500, 20
O.T., 207
Obert, Dietmar, 21, 229
¨
Olkreislauf,
61
¨
Oltemperatur,
207
¨
Olverbrauch,
62
Ofen, 207
Offroad-Helm, 105
Offset, 67
OHC, 207
OHV, 20, 207
Olymp
Motorrad, 124
Ortema GmbH, 206
OS, 67
Oxtar TXC Pro
Stiefel, 108
Palmen, Frank, 152–154, 229
Panhead-Motor, 207
Parallel-Twin, 50
Parias, 122
Parodi, Giorgio, 205
Pe f f ektiv , 59
Peikert, Edmund, 159, 189, 197, 229
Pendeln, 90
Penner, Ulf, 229
Pesch, Ursula, 228
Peters, Erik, 23, 108, 229
Petroleum, 34
Petzoldt, Christian, 101, 102, 229
Pfeiffer, Ellen, 213
Pharao Enduro
Jacke, 108
Piaggio-Konzern, 191
Pierson, Melissa, 161, 229
Pietsch, Paul, 228
Pirsig, Robert M., 40, 96, 97, 100, 110,
116, 122, 230
PKS, 207
Poderosa, la, 20
Polaris Industries, Inc., 211
Polo Hamburg, 112
Popometer, 145
Positivfederweg, 77
PMotor , 86
PRad , 86
Prochaska, Edwin, 120, 141, 230
Projektionsfl¨ache, 85
Proletariat, 124
Protektor
Astrotech, 109
SaS-Tec, 109
Pryce, Lois, 17, 127, 230
PS, 207
PSA, 207
Pstationaer , 86
PU-Folie, 101
Pukallus, Horst, 221
PVC-Folie, 101
Querspantfl¨ache, 85
Quetschzone, 207
Rabben, Mascha, 222
Raddurchmesser, 72
Radf¨uhrung, 70
Radialreifen, 207
Radlastveraenderung
Radlastver¨anderung
INDEX
dynamische, 92
Radnabenlenkung, 72
Radstand, 66
Rahmen, 70
Ranking
motobicyklistisches, 122
Rapp-Motoren, 192
Rasmussen, Jørgen Skafte, 196
RAT, 207
Rauch, Siegfried, 11, 108, 230
Ravelli, Giovanni, 205
RC, 207
RCB, 207
Ready to Race, 203
Rebound, 77
Regenbekleidung, 103
Regenfahrt, 152
Reibbeiwert, 208
Reifen, radial, 207
Reifenaufstandsfl¨ache, 92
Reifenbreite, 75
Reifendimension, 75
Reifenumfang, 92
Reinigungsknete
Lack, 101
Reinigungsmittel, 101
Renntempo, 152
Reparaturanleitung, 100
ρKra f tst , 59
ρLu f t , 59
Riedel, Wolf-Martin, 227
Riegel, Lars, 97, 229
Ring
Hockenheim, 26
Road Star Warrior, 208
Robinson, John, 230
Rodacker, Uwe, 221
R¨omer Helm, 104
Rolke, Florian, 25, 230
Rollerfahrer, 122
Rollwiderstand, 84
Roos, Peter, 103, 167, 169, 195, 230
Rotax, 41
Einzylinder, 42
Royal Enfield, 95
ROZ, 208
RS, 66
RUB, 208
Ruch, Peter, 22, 26, 119, 230
245
R¨uckenprotektor, 108
Ruppe, Hugo, 196
S-KTRC, 209
S1
Supermoto, 210
S2
Supermoto, 210
SACS, 208
Sadewasser, Thomas, 19, 26, 112, 113,
230
Sag, 208
Saliger, Guido, 43, 231
Sandfahrt, 153
Sanyang, 210
SaS-Tec
Protektor, 109
Savalenrally, 113
Sch¨afer, Stefan, 194
Sch¨affler, Henning, 99
Sch¨affler, Henning, 17, 26, 52, 190, 225,
229, 231
Schalten, 146
Scherbyn, Louise, 213
Schermer, Franz Josef, 36, 99–101, 170,
173, 202, 228, 231
Schimmelmann, Ralf, 164, 231
Schlagpr¨ufung
Helm, 106
Schleuderschmierung, 37
Schlossspray, 113
Schlupf, 92, 93
Schmieder, Thomas, 16, 37, 87, 202,
221, 231
Schmierung
Druckumlauf, 61
Nasssumpf, 61
Trockensumpf, 61
Schmitz, Willy, 234
Schneider, Hans-J¨urgen, 98, 165–167,
231
Schneider, J¨urgen, 233
Schneider, Ralf, 48, 231
Schons, J¨uregen, 61
Schons, J¨urgen, 210, 231
Schopbach, Torsten, 22, 95, 231
Schr¨aglage, 147
Schraubeng¨ute, 208
Schraubenprinz, 97, 232
246
Schreckbremsung, 93
Schr¨oter, Matthias, 173
Schubert, Klaus, 124, 125, 228
Schueler, Florian, 107, 108, 232
Sch¨uller, J¨org, 64, 232
Schuhmann, Peter, 133
Schulze, Christian, 20, 117, 232
Schulze, Tanja, 20
Schuppan, Tino, 22, 232
Schutzfolie
Lack, 101
Schwaner, Teja, 232
Schwarz, Guido, 117, 169, 232
Schwarz, Maik, 25, 227, 232
Schwarz, Waldemar, 222
Schwietzer, Andy, 198, 232
Schwingenlaenge
Schwingenl¨ange
effektive, 63
Schwingenl¨ange, 66
Screamer, 48
Seiler, Andi, 119, 201, 232
Selbstzweck
Technik, 41
Semics, Gary, 191, 197, 232
Seul, Shirley, 156, 161, 222
SGML, 181
SH, 68
Shadow Spirit, 209
Shimmy, 90
Shims, 209
Shoei Hornet DS, 103
Sicherheitsweste, 109
Simme, 25
Simon, Ted, 20, 63, 80, 101, 125, 126,
141, 232
Simson
KR 51/1, 25
Sitzbank
Jungbluth, 68
Sitzbankheizung, 112
Sitzen, 144
Sitzh¨ohe, 68
Sitzzentrum, 144
SL, 66
SLS, 209
SOFTLINE, Mobile Electronis, 112
Softwaretool
MindMap, 14
INDEX
Sozia, 155
Sozius, 155
Speeds BL150, 173, 174
Spiegel, Bernt, 13, 93, 94, 139, 143,
145–147, 149, 151, 156, 157,
191, 204, 229, 233
Sportler, 209
Sporttourer, 209
Stabilitaet
Stabilit¨at
St¨orung, 90
Standrohr, 211
Star XV 1900 Roadliner, 53
Staudruck, 85
Steib LS 200, 118
Steigungswiderstand, 85
Stiefel, 103, 110
Daytona Road Star GTX, 111
Daytona Trans Open GTX, 110
Oxtar TXC Pro, 108
st¨ochiometrische Verh¨altnis, 203
Stoffregen, J¨urgen, 39, 41, 55, 59, 73,
85, 86, 92, 94, 116, 155, 213,
233
Stoner, Henry S., 121
Stoppie, 66, 94, 209
Straßmann, Burkhard, 124
Strauß, Helmut, 231
Streetfighter, 209
Str¨omungswiderstand, 56
St¨unkel, Udo, 226
Stulpen
Lenker, 103
Sturgis, 209
Sturmfeuerzeug, 113
Sturz, 141
Summit GORE-TEX
Hose, 110
Jacke, 108
Superbike, 40
Superbiker, 209
Supermotard, 210
Supermoto, 209
Supersportler, 209
Suter
Kupplung, 65
Suzuki, 210
DR 350, 28, 31
DR-Z 400 E, 21
INDEX
DR-Z 400 SM, 181
GS 750, 210
GSX 1400, 22, 232
GSX-R 1000, 30, 69, 202, 229
GSX-R 1100, 208
GSX-R 750, 85
GSX-S 1000, 225
GT 750, 213
Hayabusa 1300, 66, 209, 210
TL 1000 S, 95, 233
M 1800 R, 201
VZ 800, 204
Suzuki, Michio, 210
SYM, 210
Symmes, Patrick, 20, 117, 120, 233
Systemkoffer, 80
Taglioni, Fabio, 196
Tamburini, Massimo, 192, 206
Tankrucksack, 80
Tauchrohr, 211
Technik
Selbstzweck, 41
Telegabel, 211
Telelever
BMW, 200
Tempo
maximal, 152
Tempolimit, 80
Tesch, Bernd, 80
Testastretta Evoluzione, 196
Theune, Ina, 116
Th¨ole, Gert, 51, 233
Throttle, 210
Thunderbird, 210
TKC 80, Conti-Reifen, 74
T¨offfahrer, 210
Topalova, Violeta, 228
Touratech AG, 23, 233
Touren-Fahrer, 124
Tourensportler, 211
Tr¨agheitsmoment, 44
Trail, 67, 211
Traktionskontrolle, 82
Trans Open GTX
Daytona, Stiefel, 110
Tribologie, 211
Trike, 211, 212
Triumph, 211
247
Speed Triple, 30, 51, 54, 211
Tiger, 19
tiger, 127
Thunderbird Storm, 210
Trobitius, J¨org, 221
Trockensumpf
Schmierung, 61
Trunkenpolz, Hans, 203
Tunnelblick, 152
Twin
Parallel, 50
Typgenehmigung
EG, 197
U-Kat, 211
U.T., 211
¨
Uberholen,
150
¨
Uberschlag,
85
¨
Uberschlagserkennung,
82
Uhlig, G¨unther, 167, 169, 227
Ultrakurzhubmotor, 54
Ulysses, 161
Unbedenklichkeitsbescheinigung, 75
Unfall, 141
Uniplar-System, 194
Urry, Jon, 43, 233
USD-Gabel, 211
Uvex Enduro Carbon, 104
Ventilsteuerung, 55
Desmodromik, 195
pneumatisch, 195
Verbrauch
Benzin, 86
Versicherungskennzeichen, 211
Vespa, 117, 167, 169
GTS Super 300 IE, 165
P 200 E, 168
PX 150, 166
PX 200, 97
P 200E, 165
Vespona, 167
VH,K , 59
Victory, 211
Hammer, 137
Hammer S, 211
Vierventiler, 55
Vierzylinder-Reihenmotor, 41
Vierzylinder-V-Motor, 43
INDEX
248
Visier, 106
Visierheizung, 112
VKolben , 202
Vorlauf, 67
VTEC, 30, 55, 213
Walkwiderstand, 84
Waschhandschuh
Mikrofaser, 101
Wasp Cross
Beiwagen, 234
Wasserb¨uffel, 213
Wasserk¨uhlung, 56, 213
Wasserpumpe, 213
Wave, 90
Weiss, Wulf, 209, 233
Wenden
Am Berg, 151
Wendmann, Eugen, 234
Werkzeugfach, 80
Werlberger, Mike, 234
Werner, J¨urgen, 145
Werren, K¨ure, 16
Wheelbase, 66
Wheely, 66
Wicht, Helmut, 23, 192, 234
Wiedemann, Doris, 23, 24, 129, 234
Wiedemann, Michael, 234
WIMA, 213
Winterausr¨ustung, 112
Wirbels¨aulenprotektor, 108
Wobble, 90
Wolf, Hartmut, 80, 100, 120, 121, 234
Wolfm¨uller, Alois, 199
Wonder, Stevie, 170
WOW, 213
WVTA, 194, 213
XML, 181, 213
Yamaha, 213
GTS 1000, 71
MT-01, 15, 54, 229
MT-07, 225
SR 500, 61
TDM 850, 51
Vmax, 44
WR 250 R, 31, 32
XJR 1300, 57
XT 225 Serow, 17, 27, 28
XT 660 Z T´en´er´e, 21, 223
XTZ 660 T´en´er´e, 20, 23, 213
XTZ 750 Super T´en´er´e, 22, 50,
51, 234
XV 1900 Midnight Star, 53
YA-1, 213
YZF-R1, 24, 30, 202, 234
YZF-R6, 66, 133
Road Star Warrior, 208
WR 250 R, 16
WR 250 X, 16
XT 500, 125
YZF-R, 48
Yamaha, Torakusa, 213
YCC-I, 213
Yoshii, Kyoichi, 43
Youngtimer, 214
Z1
Kawasaki 900, 35, 36
Zen, Luciano, 135
Zeyen, Wolfgang, 77, 78, 152, 153, 155,
234
Ziegelstein, 214
Zimmerman, Keith, 221
Zimmerman, Kent, 221
Znoj, Hansj¨org, 12, 13, 16, 35, 82, 115,
120, 163, 234
ZTK, 32, 110, 166, 170, 174
Zugstufe, 77
Zuladung, 78
Zupin
Motorsport, 65
Zuverl¨assigkeit, 94
Zweiradsport Meine, 19
Zweitakter
Grand Prix Maschine, 40
Zweizylinder-V-Motor, 49
Zylinder
Anzahl, 51
Zylinderbank, 43
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