Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum der Bundeshauptstadt

Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum der Bundeshauptstadt
Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum der
Bundeshauptstadt Bonn
Aufgestellt von 1970 bis 1991
Mit Betrachtung einer Auswahl vorher sowie anschließend aufgestellter Werke
Teil 2 – Katalog
Inaugural-Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde
der
Philosophischen Fakultät
der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
zu Bonn
vorgelegt von
Gabriele Zabel-Zottmann
aus
Oldenburg (Oldb.)
Bonn 2012
Vorbemerkungen
In den Katalog wurden alle freistehenden Kunstwerke aufgenommen, die in der Zeit zwischen 1970
und 1991 im Bonner Stadtgebiet „unter freiem Himmel“ aufgestellt wurden mit Ausnahme von sakraler Kunst, Repliken und nicht künstlerisch gestalteten Brunnen.
Der Begriff dieser „Kunst im öffentlichen Raum“ wurde dabei weit gefasst. Katalogisiert wurden
nicht nur Arbeiten, die öffentlich, sondern auch halböffentlich sichtbar sind (z.B. auf Innenhöfen der
Ministerien oder Schulhöfen) sowie sonstige Objekte und Natur-Denkmäler, sofern sie im Zusammenhang mit der Ausstattung der Bundeshauptstadt Bonn stehen.
Dabei wurden als Ergänzung dieser Kunstwerke im Anhang unter „Varia“ auch solche Objekte aufgenommen, die ebenfalls in dem genannten Zeitraum aufgestellt wurden, aber inhaltlich und qualitativ
die hier bearbeitete Auswahl nicht bereichern würden.
Dem Katalog liegt folgendes Schema zugrunde:
Katalog-Nr.
laufende Nummerierung der Objekte, zunächst topografisch geordnet, dann
nach den Schwerpunktthemen des Textteils, daher z.B. Vorrang der Werke
vor Ministerien
Werk (Primärdaten)
Künstler
Titel, soweit bekannt, sind die vom Urheber selbst stammenden Titel angegeben, sonst deskriptive bzw. ohne Titel (o.T.)
Entstehungsjahr
Technik, Materialien, die Angaben beschränken sich auf die vorherrschenden Techniken und Materialien
Maße = Höhe vor Länge vor Breite, dabei handelt es sich um CircaAngaben
Inschriften
Aufstellung
Aufstellungsjahr, wenn bekannt, Einweihungsdatum
Standort
Es wurden prinzipiell die zum Zeitpunkt der Aufstellung gültigen Bezeichnungen der Institutionen beibehalten mit dem Zusatz der heutigen Angaben.
Das gleiche gilt für Straßennamen, Hausnummern und Ortsteile wie BonnNord (heute Bonn-Castell).
Die Zahlen 1, 2, 3 vor den Stadtbezirksangaben beziehen sich auf die Einteilung:
1 = Stadtbezirke Bonn und Hardtberg
2 = Stadtbezirk Bad Godesberg
3 = Stadtbezirk Beuel
Auftraggeber
Angabe des Auftraggebers, u.U. nicht des heutigen Eigentümers
Beschreibung
nicht erwähnt werden vor oder an den Arbeiten angebrachte
Metalltafeln, es sei denn, sie enthalten zusätzliche Informationen
Kurzbiografie
Die persönlichen Lebensdaten der Künstler werden, soweit bekannt, in der
Kurzbiografie festgehalten. Die Angaben stammen vom Künstler selbst
oder sind der aufgeführten Fachliteratur entnommen. Dabei wurde die Anzahl der Auszeichnungen, Einzelausstellungen und weiteren Werke des
Künstlers grundsätzlich auf maximal drei beschränkt.
1
Quellen
aufgeführt in der Reihenfolge:
Angaben des Künstlers oder Auftraggebers
Informationen aus dem Nachlass Hallensleben oder anderen Archiven
Informationen aus dem Internet wie home-page des Künstlers. Dabei wurde
das Datum der Veröffentlichung - sofern ersichtlich - in runden Klammern,
ansonsten das des letzten Zugriffs der Verfasserin in eckigen Klammern
angegeben.
Soweit keine näheren Angaben gemacht wurden, handelt es sich um Unterlagen im Besitz der Verfasserin.
Literaturhinweise
chronologisch aufgeführt in der Reihenfolge:
Presseartikel, insb. Lokalpresse, und sonstige Zeitschriften, wenn vorhanden, mit den entsprechenden Verweisen auf Fundstellen im Stadtarchiv
Bonn
Bücher und Kataloge sowie Artikel hieraus
Abkürzungen
Werk (Primärdaten)
Abkürzungen
Quellen/Literatur
bez.
hi.
Jh.
li.
monogr.
re.
seitl.
sign.
u.
bezeichnet
hinten
Jahrhundert
links
monogrammiert
rechts
seitlich
signiert
unten
Abb.
BAB
BBR
BGB
BMVBS
Abbildung
Bonner Anzeigenblatt
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Bonner Geschichtsblätter
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Bonner Rundschau
Frankfurter Allgemeine Zeitung
General-Anzeiger Bonn
Godesberger Heimatblätter
Kapitel
Kennzeichnung für nicht veröffentlichtes Manuskript
Neue Rhein-Ruhr-Zeitung
ohne Datumsangabe
ohne Jahresangabe
ohne Ortsangabe
ohne Seitenangabe
Rhein-Sieg-Anzeiger
siehe
Sommersemester
Stadtarchiv Bonn
vergleiche
Wintersemester
Werkverzeichnis
BR
FAZ
GA
GHB
Kap.
Ms.
NRZ
o.D.
o.J.
o.O.
o.S.
RSA
s.
SS
StA
vgl.
WS
WV
2
Katalog-Nr. 1
Werk
Anton Schmitz, Globus-Sonnenuhr, 1979
französischer Kalkstein, Aluminium
Gesamthöhe 125 cm, Ø Globus 65 cm
sign. Sockel u.li.: „ANTON / SCHMITZ “
Inschriften vorn: „WAHRE ORTSZEIT / W (Skala) O / MEZ“
re.: „BONN 50,72°N 7,13°O / WAHRER MITTAG: /
12h 31,5m ± ZEITAUSGLEICH“
re. abgegratete Ecke: „N / 1979“
li.: „(Diagramm Zeitausgleichstabelle) / ZEITAUSGLEICH“
1979
1 Auerberg, Kölnstraße 413 (Collegium Josephinum - Schulhof)
Collegium Josephinum
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Ursprünglich exakt erdachsparallel in Süd-Nordrichtung aufgestellt, erhebt sich die Weltkugel auf
einer zylindrischen Stütze über dreieckigem Sockel mit abgegrateten Ecken. Auf ihr sind die Umrisse
der Kontinente reliefiert. Der Verlauf von Nordpol und Äquator wird durch kleine Aluminiumpflöcke
markiert. Die Stifte entsprechen dem Stundenrhythmus. Der kürzeste Schatten zeigt die Mittagszeit.
Am Sockel ist auf einem pultförmigen Zifferblatt mit eingebautem Zeiger in der oberen Hälfte die
„Wahre Ortszeit“ in römischen, in der unteren Hälfte die mitteleuropäische (MEZ) in arabischen Ziffern angegeben. Die Einschnitte am MEZ-Zifferblatt markieren die Tag- und Nachtgleiche, die untere
Kurve bedeutet die Sommersonnen-, die obere die Wintersonnenwende.
Zunächst auf der Mitte des Schulhofes platziert, wurde die Sonnenuhr aus sicherheitstechnischen
Gründen mehrfach verschoben und nunmehr an den Rand gerückt.
Kurzbiografie
Anton Schmitz
Geb. 1925 in Lissingen/Eifel. Steinbildhauermeister. Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für
Chronometrie. Die Erstellung von Sonnenuhren sowie die Restaurierung historischer Uhren sind sein
Spezialgebiet. Lebt und arbeitet in Bonn.
1998 Restaurierung der Birlinghovener Sonnenuhr, auf der 70fach die Zeit abzulesen ist. Neue Uhren
u.a. 2003 Sonnenuhr, Schloss Miel; 2008 Sonnenuhr, Skulpturenpark Rees.
Quellen
Telefonische Auskunft Pater Niesemann, Collegium Josephinum, an Verfasserin 22.6.2009.
Telefonische Auskunft Anton Schmitz an Verfasserin 28.10.2009.
Datenbank des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V.
Online im Internet: URL: www.gnomonica.de, DGC-Nr. 1394 [November 2009].
Literaturhinweise
Lübke, Anton: Sechs Uhren ohne Räder. In: BR 25.8.1979 (StA 131/1).
Lübke, Anton: Blumen, Glockenspiele und Sonnenuhren. In: Goldschmiedezeitung, Uhrmacher Zeitschrift Stuttgart, August 1980, S. 100-101 (StA ZA 132/117).
Nerlich, Lieselotte: Europa-Sonnenuhr zählt die heiteren Stunden nur. In: BAB 2.8.1989.
Bundesgartenschau Bonn 1979. Offizieller Ausstellungskatalog. Hrsg. Bundesgartenschau Bonn 1979
GmbH. Bonn 1979, S. 169.
Schumacher, Heinz/Peitz, Adolf: Sonnenuhren. Bd. 3. 303 Beispiele aus 12 Ländern. München 1981,
S. 66 mit Abb.
Schmitz, Anton: Die Globus-Sonnenuhr. Erläuterungen zu einem „wissenschaftlichen Kunstwerk“. In:
Collegium Josephinum. Jahrbuch 1986/87. Bonn 1986, S. 113-114 mit Abb.
Bertrams, Bernhard: Gestalt und Deutung. Betrachtungen zu drei bildlichen Darstellungen auf unserem Schulhof. In: Collegium Josephinum. Jahrbuch 1986/87. Bonn 1986, S. 115-116.
Katalog-Nr. 2
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Johannes Reinarz, Bildstock, 1980
Eichenbohlen, Bergkristall, Stahl, Eisen
Gesamthöhe 600 cm, Ausladung 100 cm
Sockel Granit, Höhe 40 cm, Ø 180 cm
Dezember 1980
1 Auerberg, Kölnstraße 413 (Collegium Josephinum - Schulhof)
Collegium Josephinum
3
Beschreibung
Fünf vertikal gestaffelte Eichenbohlen mit einem ursprünglich dazwischen eingefügten Bergkristall
(bereits kurz nach Aufstellung gestohlen) und einer Verkleidung aus Walzblei im oberen Teil können
als Dreisamkeit von Schülern, Lehrern und Eltern verstanden werden, getragen von zwei fest im Boden verankerten Balken als Symbol für Staat und Kirche. Dem Künstler gefiel aber auch die Interpretation der unteren beiden Holzbalken als Elternpaar, das das verletzliche Kind (Bergkristall) zwischen
ihnen beschützt.
Mit diesem Bildstock schuf Reinarz eine weitere Variante seiner symbolischen Zeichen in Form von
aufwärtsstrebenden Stelen und Totempfählen.
Kurzbiografie
Johannes Reinarz
Geb. 1920 in Bad Honnef, gest. 2004 in der Provence (Ruhestätte auf dem Friedhof in Witterschlick).
Nach Malerlehre und Wehrdienst (1938-1945 Soldat in Russland) 1947-1952 Ausbildung an den
Kölner Werkschulen (bei Wolfgang Wallner). In den 1960er Jahren Leiter der Volkshochschulen
Alfter und Meckenheim. 1968 Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der Künstlergruppe
„Semikolon“ in Bonn (1968-1988). Seit 1973 tätig als Kunsterzieher an einer Fachschule für Sozialpädagogik. Seit 1988 zweites Atelier in der Provence.
Einzelausstellungen u.a. 1991 Kulturzentrum Hardtberg, Bonn; 1995 Duisdorfer Rathaus und Kulturzentrum Hardtberg, Bonn; 2000 Kulturzentrum Hardtberg, Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1984 Stadtstele, Markt St. Augustin; ca. 1974 Ramses, Rathaus
Alfter; ca. 1985 o.T. (Betonplastik), neben Drimbornshof, Zülpich-Rövenich.
Quellen
Telefonische Auskunft Pater Niesemann, Collegium Josephinum, an Verfasserin 22.6.2009.
Hilpert, Cornelia: Bearbeitungsbereich Schmuckplastik - abstrakt und figürlich. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Körner, Carl: Chronologie der Künstlergruppe Semikolon. Online im Internet: URL:
www.kuenstlergruppe-semikolon.de/s_chronologie.htm [10.11.2011].
Skulpturenweg St. Augustin mit Werken von Johannes Reinarz. Online im Internet. URL:
www.skulpturenweg.sankt-augustin.de/Kuenstler/Reinarz/reinarz.html [10.11.2011].
Literaturhinweise
pp: Bildstock. In GA 29.12.1980 (StA ZA 132/1034).
Gomm, Barbara: Neues Kunstwerk auf dem Schulhof mit Schneebällen begrüßt. In: BR 19.1.1981
(StA ZA 132/1034).
Mörer, Axel: Seine Arbeit mit Stein hat Spuren hinterlassen. In: GA 21.12.1988.
GA: Dem Abenteuer Kunst verfallen. In: GA 5.3.1990.
Rapp-Neumann, Petra: Grenzbereiche. In: GA 19.1.1991.
Johannes Reinarz: Künstlerische Arbeiten. Hrsg. Johannes Reinarz. Witterschlick 1976 (Biografie,
Ausstellungen).
Bertrams, Bernhard: Gestalt und Deutung. Betrachtungen zu drei bildlichen Darstellungen auf unserem Schulhof. In: Collegium Josephinum. Jahrbuch 1986/87. Bonn 1986, S. 115-116 mit Abb.
Katalog-Nr. 3
Werk
Haus-Rucker-Co (HRC), Grüne Bauteile, 1981-1985
feuerverzinkter Stahl
großer Bauteil 1000x1500x1000 cm
kleiner Bauteil 1000x1500x600 cm
Begrünung Raderschall-Möhrer-Peters (RMP), Bonn
1985
1 Brüser Berg, Borsig-/v. Guericke-Allee
Baugrund
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Konzept Grüne Bauteile wurde zur Gestaltung der Fußgängerzone und des Marktplatzes des
Neubaugebietes Brüser Berg entwickelt. In Zusammenarbeit der Künstler mit den Landschaftsarchitekten entstand eine Grünanlage mit unterschiedlich zu nutzenden kleinen Plätzen, z.B. als Ruhezone
oder zum öffentlichen Brettspiel. Anfang und Ende der zweiteiligen Achse - Hauptabschnitt Borsig
Allee zwischen Celsiusstraße und Fahrenheitsstraße, Nebenabschnitt Guericke Allee zwischen Celsiusstraße und Gaußstraße - werden durch die Grünen Bauteile markiert, haushohen Elementen aus
Stahlrohr und Stahlgitter, mit Kletterpflanzen bewachsen. Beim großen Bauteil kommen eine - inzwischen fast immer gesperrte - Treppe, ein kleiner Balkon sowie ein Glasdach hinzu, die zum Zentrum
der Fußgängerzone, einem Marktplatz, ausgerichtet sind. Insgesamt entstand eine leicht wirkende
4
Konstruktion. Der Bereich erfüllt mehrere Funktionen: als zentrale Fußgängerachse, verkehrsarme
Einkaufszone und Kommunikationsraum.
HRC stellte mehrfach Gerüstbauten mit Treppen und Wänden in die Städte. Als Vorläufer für den
Brüser Berg könnte das nicht realisierte Halbe Haus (1977) in Düsseldorf-Garath angesehen werden.
Der Entwurf zeigt einen zweigeschossigen Bau, der durch Zerteilen zwei Raumfragmente mit Fassadenteilen, Stützen, Plattformen, Rampen und Treppen entstehen lässt, die - durch einen Zwischenraum
getrennt - einander gegenüberstehen.
1993 wurde das Stadtteilzentrum Brüser Berg architektonisch vom Architektenteam Laurids und
Manfred Ortner vollendet, den Mitbegründern von HRC.
Kurzbiografien
Haus-Rucker-Co (HRC)
Haus-Rucker-Co ist eine Österreichische Architektengruppe, gegründet 1967 in Wien von den Architekten Laurids Ortner, Günter Zamp Kelp und dem Maler Klaus Pinter. Seit 1971 gehört Manfred
Ortner zum Team. Seit 1970 unterhielt die Gruppe zwei Studios: in New York (bis 1977) und Düsseldorf (bis 1987). 1977-1979 jährlich staatliche Auszeichnung für Möbel des Landes Österreich. 1979
Kunstpreis Berlin für Architektur der Akademie der Künste. 1982 Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs. 1987 Gründung des Architekturbüros Ortner Architekten, Düsseldorf. 1990 Gründung des Architekturbüros Ortner & Ortner in Wien. 1990 gewannen die Brüder den
internationalen Architektenwettbewerb für das Museumsquartier in Wien. 1992 Auflösung der Gruppe
HRC.
Einzelausstellungen u.a. 1969 Galerie Zwirner, Köln; 1981 Galerie Schmela, Düsseldorf; 1992 Kunsthalle, Wien.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1976 Schiefe Ebene, Naschmarkt, Wien; 1977 Rahmenbau Friedrichsplatz/Karlsaue anl. Documenta 6, Kassel; 1985 Turm Neuss, Theodor-Heuss-Platz, Neuss.
Laurids Ortner
Geb. 1941 in Linz/Donau. 1959-1965 Architekturstudium an der Technischen Universität Wien.
1970-1987 Atelier Haus-Rucker-Co, Düsseldorf. 1976-1987 Professur für künstlerische und industrielle Gestaltung an der Hochschule in Linz/Donau. Gründet dort 1978 ein Architekturbüro. Seit 1987
Professur für Architektur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Leiter des Studios in Düsseldorf. Verfasser des Buches „Provisorische Architektur“ (1976) mit den grundsätzlichen Überlegungen
der Gruppe. Lebt in Köln, Berlin, Wien.
Manfred Ortner
Geb. 1943 in Linz/Donau. 1961-1967 Studium der Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der
bildenden Künste Wien, Geschichte an der Universität Wien. 1966-1971 Lehrtätigkeit als Kunsterzieher in Rohrbach/Oberösterreich. 1971-1987 Atelier Haus-Rucker-Co, Düsseldorf. Seit 1994 Professur
für Entwerfen, Architekturfakultät Fachhochschule Potsdam. Lebt in Köln, Berlin, Wien.
Günter Zamp Kelp
Günter Kelp (später Günter Zamp Kelp) geb. 1941 in Bistritz/Rumänien. 1944 Übersiedlung nach
Österreich. 1959-1969 Architekturstudium an der Technischen Universität Wien (1967-1969 Assistent
bei Karl Schwanzer). 1970 im Studio HRC Düsseldorf, 1971/72 in New York tätig. 1981/82 Gastprofessuren an der Cornell University in Ithake, New York und Hochschule der Künste Berlin. 1987
Gründung eines eigenen Büros. 1988 Professur an der Hochschule der Künste Berlin, dort 1993 Leiter
des Lehrbereiches für Gebäudeplanung, Raumgestaltung und Vermittlungstechnik. 1996 Gastprofessur an der Technischen Universität Wien, lebt und arbeitet in Berlin.
Klaus Pinter
Geb. 1940 in Schärding/Inn. Absolvent der Akademie der bildenden Künste Wien. Leitete das Studio
in New York zusammen mit Caroll Michels u.a. Nach Auflösung dieses Studios 1977 selbständige
künstlerische Tätigkeit. Mehrjährige Aufenthalte in Bonn und Belgrad. Lebt in Wien und Paris.
Quellen
Schill, Gisela: Übergreifende Analyse ausgewählter Werke von Haus-Rucker-Co. WS 1988/89. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Home-page Ortner & Ortner. Online im Internet: URL: www.ortner.at [10.11.2011].
Home-page Günter Zamp Kelp. Online im Internet: URL: www.zamp-kelp.com [10.11.2011].
Home-page Klaus Pinter. Online im Internet: URL: www.klauspinter.net [10.11.2011].
Literaturhinweise
Schmidt-Mühlisch, Lothar: Die Utopie einer künstlichen Natur. In: GA 16.12.1974.
gag: Rank-Pflanzen-Objekt für Borsigallee. In: GA 15.5.1984 mit Abb. des Modells (StA ZA 136/5).
Mrad: „Affenkäfige“ bleiben stehen. In: Bonn-Blick Januar 1986 (StA ZA 138/4).
Schröer, Carl Friedrich: Ingenieure der Großstadt. Haus-Rucker-Co - ein Architektenteam mit Mut
zum Experiment. In: GA 31.1.1987.
Inhoffen, Lisa: Kunstwerk birgt Gefahren. In: GA 13.4.1989 (StA ZA 141/5a).
5
Diehl, Ruth: Jenseits aller Postmoderne. In: GA 16.3.1991.
Ankowitsch, Christian: Die Verrücker, gezähmt. Die Künstler-Architekten Haus-Rucker-Co trennen
sich nach 25 Jahren. Wien verabschiedet sie mit einer Retrospektive. In: Die Zeit Nr. 48/1992 vom
20.11.1992.
Mörer, Axel: Saftige Forderungen an Anwohner des Wesselheideweges. In: GA 24.7.1993.
Schröer, Carl Friedrich: „Baukunst“ in der Trabantenstadt. In: GA 21.11.1993.
Kleinfeld, Rolf: Kunstwerk gefällt nur den Vögeln. In: GA 21.2.1997 (StA ZA 149/5).
Gombert, Sarah-Lena/Malsch, Max: Affenkäfig bietet anderen Blick auf die Welt. In: GA 11.9.2008.
Haus-Rucker-Co 1967 bis 1983. Hrsg. Heinrich Klotz. Braunschweig 1984 (Biografien, Ausstellungen, Bibliografie), Abb. Halbes Haus, Düsseldorf, S. 296-299.
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 38 mit Abb..
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 88.
Katalog-Nr. 4
Werk
Aufstellung
Standort
Leo Müllenholz, Entfaltete Kuben, 1972/73
Stahl mit Aluminiummantel, Höhe 260-400 cm
Sockel Beton, Grundfläche 1000x1000 cm
Juni 1973
1 Brüser Berg, Gaußstraße 1
Hardtberg-Gymnasium (vorderer Hof)
Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Die Dreiergruppe Hardtberg 1-3 (inoffizieller Titel) ist inmitten der Außenanlagen auf einer quadratisch herausragenden Fläche des Hardtberg-Gymnasiums gelegen. Auf einer parallel eines ansteigenden Weges - rampenähnlich - verlaufenden Sockelzone befinden sich drei unterschiedlich dynamische
Elemente. Dreimal nehmen sie die den umstehenden Baukörpern zugrunde liegende Kubusform als
künstlerisches Form-Motiv auf, allerdings in modifizierter Weise. Jeweils vier halbe Außenflächen
(rechtwinklige, gleichschenklige Dreiecke) und zwei raumdiagonale Dreiecke bilden ein zusammenhängendes Band und markieren die acht Ecken des Kubus. Die Elemente zeigen die Bewegungsphasen geschlossen, halb geöffnet und geöffnet.
Durch die Betonung von Diagonalen - die Faltung lässt aus Rechtecken Dreiecke entstehen - setzt
Müllenholz einen Kontrapunkt zu der Architektur des Gymnasiums, zur „Tyrannei der Quadrate“, so
der Künstler, und bietet gleichzeitig einen unverwechselbaren Identifikationspunkt.
Wegen Unfallgefahr wurde das Kunstwerk mit einem über einen Meter hohen Metallgitter umgeben.
Kurzbiografie
Leo Müllenholz
Geb. 1921 in Köln. Nach Besuch der Kunstakademie Düsseldorf Philosophiestudium an der Universität Köln. Seit 1949 freischaffend tätig. Seit 1957 Arbeit im Architekturbereich. Lebt in Hennef/Sieg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1972 Freiplastik, Flughafen Düsseldorf-Lohhausen; 1973 o.T.
(Stahlstele), Bundessprachenamt, Hürth; 1982 „Labyrinth“, Kreishaus Siegburg.
Quellen
Telefonische Auskunft Ulrich Blömer, Kunstlehrer am Hardtberg-Gymnasium, an Verfasserin
23.6.2009.
Siepe, Eva-Marie: 3 gefaltete Flächen-Baukörper von Leo Müllenholz. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Kn: Stahlskulptur für das Hardtberg-Gymnasium II. In: GA 18.6.1973 (StA ZA 125/1105).
Vor dem Hardtberg-Gymnasium ... In: BR 29.6.1973 (StA ZA 125/1105).
Kunst und Bau 1967-1979. Hrsg. Der Minister des Landes Nordrhein-Westfalen und der Minister für
Landes- und Stadtentwicklung (MLS) des Landes Nordrhein-Westfalen. Red. Barbara Mitlacher.
Schriftenreihe des Ministers für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen. 2,
Düsseldorf 1980, S. 164. Bei Abb.196 steht fälschlicherweise 1971 als Entstehungsjahr, die Ausschreibung erfolgte jedoch März-Juni 1972.
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 166 (Biografie).
6
Katalog-Nr. 5
Werk
Aufstellung
Standort
Leo Müllenholz, Entfalteter Kubus, 1981
Stahl mit Aluminiummantel
Höhe 550 cm, Breite bis 500 cm
Sockeldreieck 250x245x335 cm
1981
1 Brüser Berg, Gaußstraße 1 (Hardtberg-Gymnasium Hang zum Adenauer-Damm)
Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Dieses Objekt kann als Ergänzung zu den zuvor aufgestellten Entfalteten Kuben (Kat.-Nr. 4) auf dem
Gelände des Hardtberg-Gymnasiums verstanden werden. Die Form ähnelt der mittleren dieser Dreiergruppe. Von einem Sockeldreieck ausgehend entfalten sich vier weitere in die Höhe, von denen das
oberste mit spitzem Winkel in den Himmel ragt.
Eigentlich sollte dieser Kubus in Sichtweite der anderen aufgestellt werden, doch der Künstler platzierte ihn am Rand des abschüssigen Geländes zum Adenauerdamm.
Kurzbiografie
Leo Müllenholz s. Kat.-Nr. 4
Quelle
Siepe, Eva-Marie: „Entfalteter Kubus“ von Leo Müllenholz. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Michels, Inge: CDU will gegen dritte Gesamtschule kämpfen. In: GA 3.9.1996.
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 166, Abb.
S. 35.
Katalog-Nr. 6
Werk
Victor Bonato, Welle (Wasserwalzen, Brunnen), 1982-1984
Kunststein, Edelstahl
je 72x235xØ 60 cm, Wandstärke 7 cm
6.7.1984 Einweihung
1 Dottendorf, Hinter Hoben 2 (Wendehammer)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Ungewöhnlich ist, dass der Brunnen nicht vertikal, sondern horizontal ausgerichtet ist. Die fünf mattgeschliffenen halbzylindrischen Metallelemente, aus denen er besteht, liegen waagerecht auf dem
Boden. Sie sind in diagonaler Grundstruktur versetzt hintereinander gestaffelt. Das Wasser wird aus
Düsen an den Innenwandungen der Schalen hochgedrückt und fließt - halb im Zylinder und halb in
der Luft - in Kreisform wieder in das Becken. Durch die diagonal gestaffelte Anordnung der „Wasserwalzen“ hat der Künstler versucht, die Enge des Raumes - der Brunnen steht in der Ecke eines
orthogonalen Platzes - zum Dorfplatz hin zu öffnen. Die Materialien Wasser und Edelstahl, die das
Licht reflektieren, sollen ihn einladend machen.
Kurzbiografie
Victor Bonato
Geb. 1934 in Köln. Nach Ausbildung als Glasmaler 1956-1961 Studium der Wandmalerei an den
Kölner Werkschulen (bei Otto Gerster). Mehrjähriger Aufenthalt in den USA. Seit 1966 freiberuflich
tätig, Mitbegründer der Künstlergruppe K-66. 1974 Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung. 1987
Lehrauftrag im Fachbereich Kunst und Design an der Bergischen Universität-Gesamthochschule
Wuppertal. 1993 August-Macke-Preis, Bonn. 1995 Ida-Gerhardi-Preis, Lüdenscheid. 2004 Kunstpreis
der Künstler Große Kunstausstellung, Düsseldorf. Lebt und arbeitet in Niederkassel.
Einzelausstellungen u.a. 1984 Mönchehaus, Museum für moderne Kunst, Goslar; 1994 Art Cologne
Köln; 2009 Kunstverein Rhein-Sieg-Kreis im Pumpwerk Siegburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1983 Platonischer Garten, Landesinstitut für Lehrerfortbildung
und Curriculumforschung, Soest; 1992 Triade, Verwaltungsgebäude Flughafen Köln-Bonn; 1995/96
Darunter und Darüber, Wasser- und Schiffahrtsamt Minden.
Literaturhinweise:
RAD: Brunnen für Dottendorfer Ortszentrum. In: BR 25.6.1982 mit Abb. Modell (StA ZA 134/170).
Mahlitz, Jürgen: Brunnen und ein Stein für Heine. In: RSA 25.6.1982 (StA ZA 134/170).
DiL: Kunstkommission hat bürgernah entschieden. In: BR 3.12.1982 (StA ZA 134/170).
Künstler legt letzte Hand an die Wasserwalzen. In: RSA 22.5.1984 (StA ZA 136/91).
7
axe: Ortszentrum hat gestern seinen I-Punkt erhalten. In: BR 7.7.1984 (StA ZA 136/91).
csc: Vom kunstvollen Brunnen blieb nur trockenes Halb-Kunstwerk. In: BR 11.8.1988
(StA ZA 140/2131).
Bonato-Brunnen repariert. In: GA 10.9.1988 (StA ZA 140/2131).
hbl: Brunnen ist ein „Schmutzloch“. In: GA 19.7.1990 (StA ZA 142/2462).
Kunst am Bau ein Schmutzloch? In: BAB 25.7.1990. In dem Artikel erwägt die FDPKommunalpolitikerin Barbara Wrany den Rückbau des Brunnens.
Leserbrief Victor Bonato: „Betr.: Artikel „Brunnen ist ein Schmutzloch“ im General-Anzeiger vom
19. Juli“. In: GA 9.8.1990. Der desolate Zustand der Anlage veranlasste den Künstler zu diesem Leserbrief, in dem er dringend um Reinigung und Instandsetzung bat und feststellte: „Diese Selbstverständlichkeit trägt zur Erfüllung der Aufgabe von „Kunst im öffentlichen Raum“ bei, nämlich die
ästhetische Qualität des Lebensraums der Menschen zu bereichern und zu steigern.“
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 63.
Obier, Uwe: Victor Bonato (Katalog der Ausstellung in der Städtischen Galerie Lüdenscheid 1995).
Lüdenscheid 1995 (Ausstellungen, Bibliografie).
Wick, Rainer K.: Bonato. Kunst im öffentlichen Raum 1978-1996. Köln 1996 (Biografie), S. 16-17,
67-71 mit Abb.
Katalog-Nr. 7
Werk
Laboratorio Morseletto, Brunnen, 1985
ovaler Sandstein-Kern, 230x350x280 cm
ovales Becken Beton, 45x550x480 cm
Inschrift auf Kupferplatte: „KOPIE DES BRUNNENS / DER VILLA /
VALMERANA MALINVERNI / BEI VICENZA / i.M. 1 : 1“
1985
1 Dottendorf, In der Raste 24
Dirk Denninger
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Bei Umbauten ehemaliger Lager- und Ausstellungshallen zu Bürogebäuden im Gewerbebetrieb
Dottendorf ließ der Architekt Dirk Denninger für einen freien Platz vor den Häusern als Blickfang
einen Brunnen anfertigen. Dessen Gestaltung greift ein meeresmythologisches Thema auf. Aus der
Mitte des ovalen Brunnenbeckens erhebt sich ein imitierter, aus neun Teilen zusammengesetzter Felshügel, auf dem insgesamt neun Figuren zu sehen sind: im Zentrum eine Nereide mit Muschel und
Fisch, rechts und links von ihr in Muschel blasender Triton und Sirene, hinter ihr ein Putto mit Dreizack auf einem Fisch, vor ihr einen Fisch zügelnder Putto. Dazu kommen in den Diagonalen vier
Tierfiguren: Schnecke, Frosch, Fisch, Schildkröte. Wasser läuft aus den Mündern von Muscheln und
Fischen, die von anthropomorphen Gestalten gehalten werden, sowie aus den Mäulern der vier Tiere
und einer Blüte unter der Nereide.
Bei dem Brunnen soll es sich lt. Inschrift um die Kopie eines italienischen Originals handeln. Er steht
vor der Villa Godi Malinverni in der Nähe von Lonedo di Lugo, 100 km nördlich von Vicenza. Sie ist
als die älteste gesicherte Villa Palladios (1508-1580) bekannt, was auch die Bedeutung des Bonner
Brunnens steigert. Allerdings ist der gesuchte Brunnen nicht aus Palladios Zeit. Für diese These
spricht, dass er erst auf Farbfotos aus den letzten Jahrzehnten zu sehen ist, ältere Bilder zeigen am
Standort des Brunnens lediglich eine kleine Figur. Bei dem angegebenen Vorbild des Bonner Brunnens handelt es sich also um eine neuzeitliche Schöpfung und nicht, wie die Inschrifttafel suggeriert,
um eine Kopie des italienischen Brunnens im Maßstab 1 : 1. Die Übereinstimmung mit dem Brunnen
der Villa Godi besteht nur darin, dass er innerhalb des Beckens einen Felshügel zeigt, in dessen Mitte
eine Nereide mit Muschel und Fisch sitzt.
Auch die Betitelung ist nicht korrekt, sondern eine Mischform des alten mit heutigem Namen. Da sich
die Namensgebung nach dem jeweiligen Bauherrn bzw. Besitzer richtet, hieß die Villa ursprünglich
Villa Godi Valmarana, heute Villa Malinverni.
Der Brunnen bietet einen seltsamen Kontrast zum Beton und Glas der Umgebung.
Kurzbiografie
Laboratorio Morseletto, Vicenza
Bei der Werkstatt Morseletto in Vicenza handelt es sich um eine italienische Firma für Gartenplastik,
die sich darauf spezialisiert hat, mit Hilfe des Computers maßstabsgerechte Kopien historischer
Skulpturen in Sandstein oder Marmor nachzuarbeiten (nach Auskunft von Dirk Denninger, der die
Idee für den Brunnen hatte, an Karin Labrens).
8
Quellen
Notiz Prof. Hallensleben o.D. (Nachlass Hallensleben).
Labrens, Karin: Brunnen. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
N.N.: Ein Hauch Italien im Gewerbegebiet. In: GA 13.7.1985 (StA ZA 137/1960).
WPS: Füllige Formen inmitten von viel Beton. In: BR 13.7.1985 (StA ZA 137/1960).
Ein italienischer Brunnen plätschert in Dottendorf. In: RSA 1.8.1986 mit Abb. (StA ZA 138/2566).
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997 mit
Abb. (StA ZA 149/1402).
Cerves Renato: Ville della Provincia di Vicenza. Tomo I. Veneto I. Milano 1979, S. 85-87.
Lehmann, Jacobsen: Maja: Das Bildprogramm der Villa Godi in Lonedo di Lugo. Phil. Diss. Frankfurt/Main 1995 (Köln 1996), S. 19-21, Abb. Nr. 6.
Puppi, Lionello: Andrea Palladio. Das Gesamtwerk. 1. Aufl. Mailand 1973/Stuttgart 1977. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe Mailand 1999/Stuttgart/München 2000, S. 238-239, 446-447 mit
Abb. Nr. 19-20 Villa Godi und alter Brunnen.
Zimmermann, Klaus: Venetien. Die Städte und Villen der Terraferma. Kunst Reiseführer. Ostfildern
2005, S. 150-153.
Katalog-Nr. 8
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Hermann Büchel, Brunnen, 1988/89
Basaltlava, Höhe 160 cm, Ø Schalen von unten 180, 140, 100 cm
Gesamtanlage 760x1000 cm
13.6.1989 Einweihung
1 Dransdorf, Kettelerplatz
Geschenk Sparkasse Bonn an Heimat- und Geschichtsverein Bonn
zum Stadtjubiläum 1989
Beschreibung
Über vier Brunnenentwürfe - drei von Petra Siering, einer von Hermann Büchel - konnten die Bürger
des Ortsteils Dransdorf abstimmen. Sie entschieden sich für letzteren. Realisert wurde ein leicht modifizierter Entwurf: eine Treppenanlage mit Terrassenbrunnen, umgeben von einer halbkreisförmigen
Pflasterung. Aus vier Steinblöcken aus der Eifel wurden drei Schalen und der Quellstein hergestellt.
Zu beiden Seiten des Brunnens führt eine flache Treppe auf eine kleine Anhöhe, von der aus man
einen Blick über den neu gestalteten Kettelerplatz mit Beeten und Spielecke hat (Neugestaltung des
Platzes durch Gartengestalter Joseph Liebau).
Kurzbiografie
Hermann Büchel
Geb. 1937 in Wittlaer bei Düsseldorf. Arbeitet als Steinmetzmeister und Bildhauer in Bonn.
1979 Staatspreis Nordrhein-Westfalen. Lebt in Alfter-Impekoven.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1985 Tropfen-Brunnen, Marktstraße, Mayen; 1999 Relief Mariä
Heimsuchung, Kirche St. Mariä Heimsuchung, Alfter-Impekoven.
Quelle
Mündliche Auskunft Hermann Büchel an Verfasserin 17.12.2009.
Literaturhinweise
EM: Ohne Spenden kein Dransdorfer Brunnen. In: GA 21.11.1987 (StA ZA 139/653).
AO: Dransdorfer haben nun die Wahl. In: BR 16.6.1988 (StA ZA 140/1192).
axe: Mit großer Mehrheit entschieden sich die Dransdorfer jetzt für Brunnen „C“. In: GA 1.7.1988 mit
Abb. Modell (StA ZA 140/1192).
axe: Dransdorfer Bürger machen sich selbst einen Brunnen zum Geschenk. In: GA 15.8.1988
(StA ZA 140/1192).
Mörer, Axel: Zeltverleiher will das Dransdorfer Heiligenhäuschen restaurieren lassen. In: GA
22.2.1989.
axe: Volksfest zur Kettelerplatz-Eröffnung. In: GA 10.5.1989.
axe: Hunderte bei Einweihung des Kettelerplatzes. In: GA 14.6.1989.
SF/JW: Brunnen am Kettelerplatz sprudelt wieder. In: Schaufenster 30.5.2007.
Bericht zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn 1989. Hrsg. Der Oberstadtdirektor der Stadt Bonn. Projektgruppe 2000-Jahr-Feier 1989. Bonn 1990, S. 24.
9
Katalog-Nr. 9
Werk
Aufstellung
Standort
Otto Herbert Hajek, Platzartikulation mit Platzmal und Brunnenanlage,
1975/76
Ausführung Philipp Holzmann AG, Essen/
Brunnenlage A. Kettner, Münchingen/Stuttgart
V-2-A-Stahl, Beton, bemalt, Stein
Platzgröße 5000x5000 cm
Platzmal 480 (+55 cm Sockel) x220x220 cm
Gesamtanlage Brunnen 535x480x220 cm
Rundbrunnen Ø 460 cm
sign. Innenseite Platzmal: „HAJEK 1975/76“
fertiggestellt März 1976
1 Duisdorf, Rochusstraße 1
(Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,
heute Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Hajek „artikulierte“ den Bereich zwischen den Erweiterungsbauten des BML und Hochhaus des Bundesverteidigungsministeriums vor allem durch sein Platzzeichen, bestehend aus einem Platzmal und
Brunnenanlage. Mittelpunkt sind zwei aufgesockelte, unterschiedlich hohe dreieckige wasserüberspülte Stahlsäulen, die von zwei niedrigen, wie die Sockel blau angestrichenen Betonbänken V-förmig
flankiert werden. Deren Oberseiten zieren glasierte, zu gelb-blauen Streifen angeordnete Fliesen mit
integrierten Wasserdüsen. Das Wasser sammelt sich in den parallel der Bänke und längs des Platzes
verlaufenden blauen Rinnen. Zu diesem beleuchtbaren Platzmal kommt ein kleiner farbig gestalteter
Rundbrunnen mit umlaufender Rinne, der den Eingangsbereich des Ministeriums markiert (1988/89
abgebaut). Beide Elemente sind umgeben von aufwendigem Verbundpflaster, diagonal verlegten
eingefärbten und metallacrylbeschichteten geometrischen Platten (Rauten und Dreiecke) in den Primärfarben Rot, Blau und Gelb sowie Weiß, wie der Künstler sie seit Mitte der 1960er Jahre bevorzugte. Einen weiteren Akzent setzt ein rot angestrichener Pflanzentrog, ebenfalls diagonal platziert zwischen Platzmal und „Rundling“. In Nähe der Eingänge dienen 30 farbige dreieckige und quadratische
Betonklötze als Sitzgelegenheit. Die einheitliche geometrische, von Diagonalen bestimmte Gestaltung
verbindet die umstehenden Bauten miteinander.
Die Kombination von Formen und Farben setzt sich nicht nur in den Gebäuden fort - sie erstreckt sich
bis in die Eingangsbereiche, hier in Teppichboden verlegt, als Wandbild und in Form von zwei holzplastischen Arbeiten -, sondern leitet auch in die Außenarchitektur der Bauwerke über. Die steigenden
Linien der im Zentrum stehenden Stelen werden an drei Teilen der Fassade durch vertikal verlaufende
blaue einbrennlackierte Metallflächen wieder aufgenommen. Durch Farbgebung und Verknüpfung
von Innen- und Außenraum wird insgesamt eine animierende heitere Arbeitsatmosphäre geschaffen.
Der geschlossene Wasserkreislauf der ehemals zwei Brunnenanlagen schafft eine Verbindung zur
Landwirtschaft und somit zum Nutzer.
Kurzbiografie
Otto Herbert Hajek
Geb. 1927 in Kaltenbach/Tschechoslowakei, gest. 2005 in Stuttgart.
1947-1954 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1972-1979 Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. 1978 Verleihung des Titels Professor durch das Land BadenWürttemberg. 1980 Jan-Stursa-Medaille, Kultusministerium Land Böhmen/Prag. 1980-1992 Professur
für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 1989 Gastdozentur am
Institut Teknologi Bandung/Indonesien. 1992 Diplom und Preis der Masaryk’s Academy of Arts
Prague. 2003 Verleihung der Komturwürde des Silvesterordens durch Papst Johannes Paul II. Gründung der Otto-Herbert-Hajek-Stiftung, Stuttgart. 2005 Gründung der Otto-Herbert-HajekKunststiftung der Sparda-Bank Baden-Württemberg.
Einzelausstellungen u.a. 1977 The Gallery Adelaide Festival Centre, Adelaide; Retrospektiven: 1981
Museo Nazionale di Castel Sant’Angelo, Rom; 1987 Forte di Belvedere, Florenz und Germanisches
Nationalmuseum, Nürnberg; 2000 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1962-1964 Frankfurter Frühling, Heinrich-Kleyer-Schule, Frankfurt a.M. (ausgestellt 1964 auf der Documenta 3 in Kassel); 1972-1974 Zeichen und Brunnen für die
Deutsche Botschaft in Montevideo; 1973-1977 Stadtikonografie Adelaide, Adelaide/Australien.
10
Quellen
Schriftliche und mündliche Auskunft Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an Verfasserin 29.6.2010.
Wein, Eva: „Platzartikulation mit Platzmal und Brunnenanlage“ von Otto Herbert Hajek aus dem
Jahre 1975/76. Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Bonn. Bestandsaufnahme, Oktober 2004. Ms.
Literaturhinweise
Tuchel, Hans Gerd: Hajek-Kunst für Bonner Ministerium. In: GA 15.7.1975.
Pohlen, Annelie: „Kunst am Bau“: Zur Gestaltung von Negativräumen. In: GA 24.12.1975.
nn: Roter Platz reicht bis in Ertl-Neubau. In: GA 8.1.1976 (StA ZA 128/81).
Theisen, Ralf: Kunst am Bau oft mißverstanden. In: GA 28.9.1992 (StA ZA 144/2915).
Wirth, Heidrun: Kanzler rettet Plastik. In: BR 17.8.1996 (StA ZA 148/2749).
Otto Herbert Hajek. Ikonographien Zeichen Plätze Stadtbilder. Stuttgart 1978, S. 51-53 mit Plan und
Abb.
Leuschner, Wolfgang: Die Bildende Kunst im Raum der Architektur Bonn. In: Bauten des Bundes
1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980,
S. 227 mit Abb.
O.H. Hajek. Sculpure, pitture e opere urbanistiche. Plastiken Bilder Stadtikonographien. Hrsg. Förderkreis Ausstellung O.J.Hajek (Katalog der Ausstellung im Museo nazionale di Castel Sant’Angelo,
Rom 1981). Rom/Stuttgart 1981, S. 113. Abb. S. 150-151.
O.H. Hajek. Die Durchdringung des Lebens mit Kunst. Hrsg. Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Red. Claus Pese. Stuttgart/Zürich 1987, Abb. S. 290-291.
O.H. Hajek. Eine Welt der Zeichen. Hrsg. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit Eugen Gomringer (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn 2000) Köln 2000 mit Werkverzeichnis von
Anuschka Koos (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie). WV A 81 (Tafel 73).
Otto Herbert Hajek. Raum - Farbe - Zeichen. Hrsg. Otto-Herbert-Hajek-Kunststiftung der SpardaBank Baden-Württemberg und Stadt Karlsruhe (Katalog der Ausstellung in der Städtischen Galerie
Karlsruhe/Städtisches Kunstmuseum Singen u.a. 2007). Tübingen 2007 (weiterführende Biografie,
Ausstellungen).
Katalog-Nr. 10
Werk
Aufstellung
Standort
Bernhard Heiliger, Balance I (Panta Rhei, Departure), 1978/79
polierter Edelstahl, Bronze, 650x300x150 cm
Sockelplatte 200x200 cm
1979
1 Duisdorf, Rochusstraße 1
(Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - Einfahrt,
heute Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Rasenfläche vor Haus 9))
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Spannung und Kraft, aber auch Leichtigkeit entstehen durch den Aufbau der Plastik: Auf einer rechteckigen Bodenplatte erhebt sich aus der Mitte versetzt eine statische Säule aus matt poliertem Stahl.
Auf ihr ruht ein schwebender Teil. Dieser besteht aus zwei parallel und diagonal nach oben strebenden Stangen, die kegelförmig beginnen. Durch eine Bronzekugel am unteren Ende eines Elementes
wird das Werk in kompositorischem Gleichgewicht gehalten, aber auch eine Pendelbewegung angedeutet. Thematisiert ist die Balance zwischen Ruhe und in der Kugel gesammelter Energie und Bewegung.
Vorläufer dieser Arbeit ist Großes Pendel (1977), allerdings kompakter, kleiner und aus Aluminium
gestaltet.
Mit dem nachträglich gewählten Titel Panta Rhei (auch Panta Rhei II) griff der Künstler einen Namen
auf, den er bereits für einen Bronzeguss verwendet hatte, der in die Deutsche Botschaft nach Paris
gegeben worden war und als Panta Rhei I angesehen wurde. Dabei handelt es sich allerdings um eine
großformatige Reliefwand, die keinerlei Ähnlichkeit mit Balance I zeigt. Heiliger erschien jedoch die
Betonung des Fließens, Wachsens, Werdens als Bezug zum Landwirtschaftsministerium außerordentlich treffend. Bei der Bezeichnung Departure handelt es sich um einen Arbeitstitel.
11
Kurzbiografie
Bernhard Heiliger
Geb. 1915 in Stettin, gest. 1995 in Berlin.
Nach Steinbildhauerlehre in Stettin 1933-1936 Besuch der Werkschule für Gestaltende Arbeiten Stettin (bei Kurt Schwerdtfeger). 1938-1941 Studium an der Vereinigten Staatsschule für Freie und Angewandte Kunst Berlin (bei Arno Breker, intensiver Kontakt zu Richard Scheibe). 1939 Aufenthalt in
Paris. Nach Kriegseinsatz und Gefangenschaft 1945 Rückkehr nach Berlin. Dort 1946 Beginn der
bildhauerischen Tätigkeit. 1946-1949 Lehrauftrag an der Hochschule für bildende und angewandte
Kunst Berlin-Weißensee, 1949-1986 an der Hochschule für bildende Künste Berlin-Charlottenburg.
1950 Kunstpreis der Stadt Bonn. 1956 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 1975
Lovis Corinth-Preis des Bundesministeriums des Innern. 1996 Gründung der Bernhard-HeiligerStiftung mit Sitz in Berlin.
Einzelausstellungen, u.a. vier große Retrospektiven: 1959/60 Kongresshalle Berlin; 1975 Akademie
der Künste Berlin (West); 1985 Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg; 1995 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1962/63, Flamme, Ernst-Reuter-Platz, Berlin; 1980/81 Echo III,
Hakone Open Air Museum, Tokio; 1992 Constellation, Terrasse Staatsbibliothek Berlin.
Quellen
Telefonnotiz Bundesbaudirektion nach Gespräch mit Prof. Bernhard Heiliger 14.11.1979
(BBR Bonn - BML).
Schriftliche und mündliche Auskunft Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an Verfasserin 29.6.2010.
Home-page Bernhard-Heiliger-Stiftung. Online im Internet: URL:
www.bernhard-heiliger-stiftung.de/d_html/bio_d.html [10.11.2011].
Literaturhinweise
Theisen, Ralf: Kunst am Bau oft mißverstanden. In: GA 28.9.1992 (StA ZA 144/2915).
Thiele, Carmela: Automobile der Luxusklasse. Retrospektive zum 80. Geburtstag des Bildhauers
Bernhard Heiliger in der Bundeskunsthalle. In: GA 19.5.1995.
Bode, Ursula: Wach zwischen den Dingen. Zum Tode von Bernhard Heiliger. In: Die Zeit, Nr.
65/1995 vom 3.11.1995.
Leuschner, Wolfgang: Bauten des Bundes 1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980, S. 301 mit Abb., dort als Panta Rhei bezeichnet.
Salzmann, Siegfried/Romain, Lothar: Bernhard Heiliger. Frankfurt a.M./Berlin 1989 (Werkverzeichnis), WV 207, Abb. S. 104-105 als Balance I.
Bernhard Heiliger - Retrospektive 1945 bis 1995. Hrsg. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland Bonn 1995). Ostfildern 1995, S. 148, Abb. S. 15 als Balance I.
Bernhard Heiliger 1915-1995. Monographie und Werkverzeichnis. Hrsg. Marc Wellmann im Auftrag
der Bernhard-Heiliger-Stiftung. Köln 2005 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), WV 461, Abb.
S. 88, Großes Pendel WV 436.
Katalog-Nr. 11
Werk
Aufstellung
Standort
Ansgar Nierhoff, 6 Assoziationsträger (ABZet-Feld, 1969/6), 1969
Chrom-Nickel-Stahl, imprägniertes Holz
Höhe 300 cm, alle anderen Maße variabel
Aufstellung auf Kreissegment, Länge 2000 cm
Inschrift auf erstem Objekt re: „ZET“
5.7.1979 - Vorstellung durch den Künstler 28.9.1979
1 Duisdorf, Rochusstraße 1 (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - zwischen Haus 2 und 3,
heute Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – Rasenfläche vor Haus 9)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Unter dem Titel ABZet-Feld. Das Gesamtkunstwerk war die Arbeit ursprünglich für geschlossene
Räume gedacht. Der Titel ABZet verweist darauf, dass die Konstruktionen in einer bestimmten Reihenfolge aufzuführen sind. Die sechs zu Beuteln in unterschiedlichen Formen und Größen geschlagenen Stahlbleche hängen an drei- und vierbeinigen Holzgestellen, ähnlich denen, die in ländlichen
Gegenden zum Heu-Trocknen verwendet werden: drei an Tragriemen, einer an zwei Haken, einer mit
der Oberkante über dem Querbalken, einer wurde am oberen rückwärtigen Rand befestigt. Die Objek-
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te sind auf Einzelfundamente gestellt und mit Laschen fixiert. Die banalen Alltagsgegenstände führen
aufgrund ihrer Form zwar zu Assoziationen an Säcke oder Tragetaschen, aber das Material und die
Dimensionen sprechen dagegen. Dieser Verfremdungseffekt irritiert.
2005 wurden die Holzkonstruktionen in Abstimmung mit dem Künstler erneuert und danach der jetzige Standort festgelegt.
Kurzbiografie
Ansgar Nierhoff
Geb. 1941 in Meschede, gest. 2010 in Köln.
Nach Maurerlehre und Abitur 1964-1969 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Norbert
Kricke, Joseph Fassbender und Eduard Trier). 1965 Übersiedlung nach Köln. 1966 Stipendium der
Poensgen-Stiftung, Düsseldorf. 1968 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 1969 VillaRomana-Stipendium, Florenz. 1970 Villa-Massimo-Stipendium, Rom (nicht wahrgenommen). 1971
Wilhelm-Lehmbruck-Förderpreis, Duisburg. Stipendien 1972 der Cité Internationale des Arts, Paris,
1973 der Stadt Köln, 1975/76 des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie für Thyssen, Krefeld. Seit 1977 Lehrtätigkeit als Kunsterzieher. 1981/82 Stipendium Kunstfonds, Bonn, 1983
Arbeitsaufenthalt bei George Rickey in New York. 1986 Gastprofessur an der Gesamthochschule
Kassel. 1988-2008 Professur an der Akademie für Bildende Künste Mainz. 2000 August-Macke-Preis,
Meschede.
Einzelausstellungen u.a. 1971 Kunsthalle Köln; 1988/89 Saarland Museum, Saarbrücken, Museum am
Ostwall, Dortmund, Museum Moderner Kunst Wien u.a.; 1998 Rheinisches Landesmuseum Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1971 Netz (große Netz mit zwei Linsen) Sterntor, Nürnberg;
1978/79 1/7, 2/7, 4/7 (Teilen und Transportieren), Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften, Wachtberg-Werthoven; 1992 Lichtung zu Einem, Deutsche Bank, Andreaskloster, Köln;
Quellen
Schriftliche und mündliche Auskunft Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an Verfasserin 29.6.2010.
Interview Wout Nierhoff mit Ansgar Nierhoff zu Skulpturen vor Bauten des Bundes in Bonn am
2.11.1988, S, 1-6 (Nachlass Hallensleben).
Siepe, Eva-Maria: „6 Assoziationsträger“ von Ansgar Nierhoff. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Honnef, Klaus: Ansgar Nierhoff. In: Das Kunstwerk, Heft 9/10 1970, S. 70.
Theisen, Ralf: Kunst am Bau oft mißverstanden. In: GA 28.9.1992 (StA ZA 144/2915).
Kliemann, Thomas: Mehr als Poesie in Stahl. In: GA 9.8.2010 (Nachruf).
Ansgar Nierhoff. Red. Karlheinz Nowald (Katalog der Ausstellung im Wilhelm-Lehmbruck-Museum,
Duisburg 1975). Duisburg 1975 mit Werkverzeichnis 1965-1975. WV 1969/6, Abb. o.S. im Innenraum.
Leuschner, Wolfgang: Bauten des Bundes 1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980, S. 301.
Ansgar Nierhoff. Hrsg. Lothar Romain (Katalog der Ausstellung in der Galerie Hennemann Bonn
1981). Taschenbuchreihe Nr. 30. Bonn 1981, Abb. S. 118.
Rave, Horst: Bau Kunst Verwaltung. Dokumentation Ergänzungsfonds des Bundes 1977 bis 1984.
Hrsg. Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1986, Abb. S. 129.
Zu Einem aus Einem. Ansgar Nierhoff. Skulptur im öffentlichen Raum. Hrsg. Justus Jonas. Heidelberg 2006 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), S. 266, Abb. S. 133 unter dem Titel „A-B-ZetFeld“.
60 x Kunst am Bau aus 60 Jahren. Hrsg. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Projektleitung Ute Chibidziura. Berlin 2010, S. 93. Abb. S. 92.
Katalog-Nr. 12
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Franz Gutmann, Brunnen, 1982
Gusseisen, Ø 300 cm, Höhe 68 cm
Zulaufrohr Edelstahl, 100x600 cm
2 Basaltsteine geschliffen, 115x75x38 cm
1982
1 Duisdorf, Rochusstraße 1
(Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung - vor Haus V,
heute Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Bund
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Beschreibung
Es handelt sich um eine runde Brunnenschale mit Zulaufrohr, deren Form durch zwei einander gegenüberliegende Überläufe an einen Aschenbecher erinnert. Wasser wird durch ein Rohr zugeführt, das in
einiger Entfernung 1 m aus dem Boden kommend rechtwinklig abknickt, rund 6 Meter waagerecht
verläuft und knapp über dem Brunnenrand endet. Es liegt vermutlich auch aus Stabilitätsgründen nach
ca. 4 m auf zwei senkrecht gestellten Basaltsteinen auf.
Innerhalb der Arbeiten des Künstlers für den öffentlichen Raum bilden die Brunnen einen eigenen
Werkkomplex. Hier wählte er die einfachste und gleichzeitig in ihrer Schlichtheit vollkommene Form,
die der runden Schale.
Kurzbiografie
Franz Gutmann
Geb. 1928 in Münstertal/Schwarzwald. 1950-1951 Studium der Theologie an der Universität Freiburg. 1951-1956 Studium an den Kunstakademien Freiburg (bei Wilhelm Gerstel) und Düsseldorf
(Meisterschüler bei Ewald Mataré). 1956/57 Reise-Stipendium des Landes NRW für Zentralafrika (5
Monate Aufenthalt bei Albert Schweitzer in Lambarene). 1980 Kunstpreis der Wirtschaft für bildende
Kunst am Oberrhein. 2002 Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg.
Lebt und arbeitet im Münstertal/Schwarzwald.
Einzelausstellungen u.a. 1988 Kunstverein Freiburg; 2003 Galerie Fluchtstab, Staufen; 2008 Retrospektive Kunstpalais Badenweiler.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1970-1972 Große Hand, Atomforschungsinstitut Aachen; 1976
Brunnenanlagen für das Sportstraining Institute in Riyadh/Saudi-Arabien; 1982/83 Stühlinger Riesen,
Stühlinger Kirchpark, Freiburg.
Literaturhinweise
Ausbau der Bundeshauptstadt. 10 Jahre Hauptstadtvereinbarung 1975-1985. Dokumentation. Hrsg.
Karl Heinz van Kaldenkerken. Bonn o.J [1985], Abb. S. 115.
Köllhofer, Thomas: Franz Gutmann. Brunnen und Skulpturen im öffentlichen Raum. Bildhauer III.
Freiburg 2008 (Biografie, Bibliografie), Abb. Nr. 34.
„Aus dem Stamm“. Die Sinnlichkeit des Materials. Holzskulptur heute. Red. Angelika Wieters (Katalog der Ausstellung im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen/Städtisches Kunstmuseum Singen/Kunstverein Singen 2009). Heidelberg 2009, S. 80 (Biografie, Ausstellungen).
Katalog-Nr. 13
Werk
Aufstellung
Standort
Eberhard Fiebig, Karyatide, 1985
Stahl St 37 (sog. Peiner), rot lackiert
360x120x120 cm
15.12.1987
1 Duisdorf, Rochusstraße 1
(Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung - vor Kantine,
heute Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die stelenartige Plastik auf Betonfundament ist symmetrisch aus Stahlprofilen aufgebaut, dem sog.
Peiner, einem preiswerten Baustahl, der um 1907 in Peine-Salzgitter zum ersten Mal gewalzt wurde
und hauptsächlich im Bereich der Baukonstruktion verwendet wird. So verweist das Material wie der
Titel auf eine Verbindung zur Architektur. Fiebig, der 1984 seine ersten Plastiken aus dem Material
Peiner schuf, transformierte ein archetypisches Sujet in die Moderne, das der architektonischen Stützfigur, bei der alle klassischen Ansprüche erfüllt sind: sie ist räumlich konzipiert, besitzt ein ausgewogenes Verhältnis von Tragen und Lasten, und die Gliederung der Gesamtfigur ist beeinflusst von am
Menschen orientierten Proportionen.
Kurzbiografie
Eberhard Fiebig
Geb. 1930 in Bad Harzburg. 1949-1960 als Chemielaborant, danach freischaffend als Künstler tätig
(Autodidakt). Ab 1963 Studium der Philosophie und Soziologie in Frankfurt. 1974-1995 Professur für
Metallbildhauerei an der Gesamthochschule Kassel. 1981 Gründung „art engineering“ zusammen mit
Dorothea Wickel und Paul Bliese mit dem Ziel einer Kooperation von Ingenieuren und Künstlern.
Lebt und arbeitet in Hannoversch-Münden.
Einzelausstellungen u.a. 1958 Galerie Renate Boukes (Ehefrau des Künstlers), Wiesbaden; 1996 Retrospektive im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg; 2000 Galerie am Wasserturm, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1972 Gordon, Hessischer Rundfunk, Frankfurt a.M.; 1988 Tor der
Ruhe, Oberfinanzdirektion Münster; 2002 Cumulus II, mfi Regensburg/Arcaden.
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Quellen
Rundbrief an die Mitarbeiter des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung vom 16.12.1987
mit Erläuterungen des Künstlers (Nachlass Hallensleben).
Home-page Eberhard Fiebig, art- engineering. Online im Internet: URL:
www.art-engineering.de mit Abb. [10.11.2011].
Literaturhinweise
gl: „Karyatide“ steht vor der Kantine. In: GA 17.12.1987 (StA ZA 139/3239).
Fiebig. Stahlskulpturen. Hrsg. Kunsthalle Mannheim und Eberhard Fiebig (Katalog der Ausstellung in
der Kunsthalle Mannheim 1985). Obrigheim 1985, Abb. o.S.
Eberhard Fiebig. Werke und Dokumente. Plädoyer für eine intelligente Kunst. Hrsg. G. Ulrich Großmann (Katalog der Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg/documenta-Halle Kassel/Galerie am Fischmarkt Erfurt 1996/97). Ostfildern-Ruit 1996 (Biografie, Ausstellungen), S. 366,
Abb. S. 341.
Fiebig art engineering. Große Skulpturen. Kassel 2000, Abb. o.S.
Katalog-Nr. 14
Werk
Aufstellung
Standort
Erich Hauser, Stahl 4/66, 1966
Edelstahl, mattiert, 315x160x110 cm
sign. im unteren Bereich: „ST 4/66 HAUSER“
1971
1 Duisdorf, Villemombler Straße 76
(Bundesministerium für Wirtschaft - rechts vor Eingang Casino,
heute Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Aus nur etwa 2,5 mm starken Stahlblechen zusammengeschweißte Hohlkörper bilden eine aufragende
organische Form, die wegen Überlappungen der dünnwandigen Flächen, Einkerbungen und Schlitze
leicht erscheint, typisch für die Arbeiten Hausers Mitte der 1960er Jahre. Arbeitsspuren wie Schweißnähte sind sichtbar. An vielen Stellen ist das Material durch Hitze verfärbt. Der Werktitel, der nur
Material, Seriennummer und Entstehungsjahr angibt, zeigt, dass er nur der Identifikation des Objektes
dient, nicht der Interpretation. Eine Abbildlichkeit ist nicht beabsichtigt.
Die sog. „Nonne“ - die Umrisslinie erinnert an die Tracht einer Ordensschwester - wurde angekauft,
nachdem sie 1970 auf der Weltausstellung in Osaka vor dem deutschen Pavillon zu sehen war.
Musste sich das Werk in Nähe der Kantine zunächst neben Bauten und Bäumen behaupten, wurde es
Mitte des Jahres 2005 auf eine große Freifläche im nördlichen Bereich versetzt und auf einen Betonsockel gestellt.
Kurzbiografie
Erich Hauser
Geb. 1930 in Rietheim/Kreis Tuttlingen, gest. 2004 in Rottweil.
1945-1948 Lehre als Stahlgraveur, gleichzeitig Unterricht in Zeichnen und Modellieren bei Pater
Ansgar im Kloster Beuron. 1949-1951 Abendkurse für Bildhauerei an der Freien Kunstschule Stuttgart. Seit 1952 freischaffend als Bildhauer tätig. 1963 Kunstpreis Junger Westen, Recklinghausen.
1964/65 Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Preise auf den Biennalen 1969
in Sao Paulo und 1975 in Budapest. 1970 Umzug nach Rottweil. 1984/85 Gastprofessur an der Hochschule der Künste Berlin. 1986 Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg.
1995 Ehrenbürger der Stadt Rottweil. 1996 Gründung der Kunststiftung Erich Hauser, Rottweil. 2000
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Einzelausstellungen u.a. 1966 Galerie Brusberg, Hannover; 1981 Germanisches Nationalmuseum,
Nürnberg; 2006 Akademie der Künste Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969/70 Raumsäule 24-69/70, Börse, Düsseldorf; 1989/90
6-89/90, Deutsche Bundespost, Stuttgart; 1996 4/96, Deutsche Bundesbank, Frankfurt a.M.
Quellen
Telefonische Auskunft Wolfgang Weber, Bundesministerium für Wirtschaft, an Verfasserin 2.7.2009.
Vermerk Bundesbaudirektion 15.2.1977 betr. Werke der Bildenden Kunst bei Bauten der Verfassungsorgane des Bundes und obersten Bundesbehörden (BBR Bonn - BMWi, Villemombler Str. 76).
Home-page Stiftung Erich Hauser. Online im Internet: URL:
http://erichhauser.com/erich-hauser/bio [10.11.2011].
15
Literaturhinweise
Erich Hauser. Werkverzeichnis. Plastik 1962 bis 1969. Hrsg. Institut für moderne Kunst Nürnberg.
Red. Ernst Neidel. Bearb. Werkverzeichnis Hansfried Defet (Katalog der Ausstellung im Württembergischen Kunstverein Stuttgart 1970). Nürnberg 1970, WV Stahl 4/66, Abb. S. 105.
Erich Hauser. Norbert Kricke. Heinz-Günter Prager. Haus-Rucker-Co. Skulptur im Bundesministerium für Wirtschaft. Text Eduard Trier. Hrsg. Bundesbaudirektion Bonn. Köln 1993, Abb. o. S.
Erich Hauser. Werkverzeichnis 1960-2000. Hrsg. Lothar Späth. 2 Bde. Schramberg 2000 (Biografie,
Ausstellungen, Bibliografie). Bd. 2, S. 19, 275 mit Abb.
Katalog-Nr. 15
Werk
Aufstellung
Standort
Norbert Kricke, Raumplastik Bonn, 1983-1985
Edelstahl, matt geschliffen, 1200x1300x1100 cm
Ø Rohre 10 cm, Sockel Beton, 240x240x300 cm
29.11.1985
1 Duisdorf, Villemombler Straße 76
(Bundesministerium für Wirtschaft - Einfahrt,
heute Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Aus einem kleinen halbkreisförmigen Teich erhebt sich ein fünfeckiger Sockel, von dem aus drei matt
geschliffene in den Raum gebogene Edelstahlrohre so ausgehen, dass sie die Form einer Dreifachkurve ergeben. Die Edelstahlrohre zeigen das Objekt in metallischer, fast weißer Helligkeit und suggerieren höchste Geschwindigkeit. Die Raumplastik macht deutlich, dass es Kricke nicht um Volumen und
Masse ging, sondern um Raum und Bewegung bzw. Raum und Zeit, zu denen ihn als ausgebildeten
Pilot und begeisterten Taubenzüchter der Vogelflug inspiriert hatte. Das Werk setzt sich durch seine
dynamische, raumgreifende Form von der statischen horizontal und vertikal gegliederten Architektur
ab und weist über sich selbst in den freien Raum hinaus, da die Rohre mit nur rund 10 cm Durchmesser wie Linien wirken, die gedanklich ins Endlose weitergeführt werden können. Im Wasser spiegeln
sich Wolken, Himmel und Plastik. Das Wasserbecken sollte ursprünglich schwarz gestrichen sein, da
Wasser in schwarzer Schale die höchste Spiegelqualität zeigt. Mit der Raum-Zeit-Figur ist dem
Künstler ein integrierender Mittelpunkt für die verschiedenen Verkehrsströme des Ministeriums gelungen.
Eine vergleichbare Gestaltung zeigt Kräftebündel von 1967 vor dem Rheinischen Landesmuseum
Bonn mit ebenfalls einer Vielzahl von Ansichten, hier allerdings umgesetzt durch sich mehrfach kreuzende Stahlstäbe, die um eine senkrechte Achse empor steigen. Doch auch diese Plastik ist offen gestaltet, Innen- und Außenraum durchdringen sich, Kennzeichen der Arbeiten von Kricke.
Ernst nach dem Tod des Künstlers konnte Raumplastik Bonn mit Hilfe seines ehemaligen Schülers
William Brauhauser (1942-2006) aufgestellt werden, der auch den Sockel entwarf. Es ist Krickes
letztes Werk und kann als Weiterentwicklung der Raumkurve angesehen werden, die er 1981 für die
Rundfunkanstalten Deutsche Welle/Deutschlandfunk in Köln schuf.
Die Wirkung der Plastik, umgeben von Wasser vor einer stufenförmigen, begrünten Erhebung, leidet
erheblich durch den direkt davor errichteten Sicherheitszaun.
Kurzbiografie
Norbert Kricke
Geb. 1922 in Düsseldorf, gest. 1984 in Düsseldorf (Freitod).
1935 Umzug nach Berlin. Nach Kriegsdienst (Ausbildung zum Pilot) 1946/47 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin (Meisterschüler bei Richard Scheibe). Nach seiner Übersiedlung
1947 nach Düsseldorf dort freischaffend tätig. 1958 Preis der Graham Foundation for Advanced Studies in the Fine Arts Chicago. 1963 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 1971 Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg. 1964 Beginn der Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer Kunstakademie, 1972-1981 als Direktor und Nachfolger von Eduard Trier.
Einzelausstellungen u.a. 1976 Staatsgalerie Stuttgart, Westfälisches Landesmuseum, Münster; 1995
Kunstmuseum Bonn; Retrospektiven 1997 und 2006/2007 museum kunst palast Düsseldorf.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1958/61 Große Mannesmann, Düsseldorf; 1972/73 Großer Wasserwald, Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg; 1981 Raumkurve, Deutsche Welle, Köln.
Quellen
Erläuterungsbericht des Künstlers für die Bundesbaudirektion vom 7.1.1984 zum Kunstwettbewerb
BMWi mit Zitat: „Die Plastik hat den Außenraum verwandelt. Offener Raum in der Plastik heißt
Freiheit. Präsenz von Lebendigkeit, Präsenz von unerwartet Neuem sind Grundwerte von Kunst. Hier
zeigen sie sich.“
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Mitteilung an die Presse zur Erläuterung des Kunstwerks: „Raumplastik Bonn“ von Norbert Kricke
o.D. (BBR Bonn - BMWi).
Literaturhinweise
UR: Kunst vors Wirtschaftsministerium. In: GA 16.3.1984 (StA ZA 136/819).
elo: 12 Meter hohe Skulptur für das Ministerium. In: BR 16.3.1984 (StA ZA 136/819).
Borger, Hugo: Norbert Kricke. Raumzeichen voller Harmonie. In: Neues Rheinland, Jg. 27, Nr. 8
August 1984 (Nachruf - StA ZA 136/819).
kwa: „Nervenstränge“ fürs Ministerium. In: GA 30.11.1985 (StA ZA 137/3296).
„Nervenstränge“ war ebenso ein Spitzname für die Arbeit wie „Bangemanns letzte Haare“.
Rump, Charles: Die Befreiung der Linien. In: BR 24.12.1985 (StA ZA 137/3296).
Neue Plastik im Wirtschaftsministerium. In: BAB 1.1.1986 (StA ZA 137/3296).
Wirth, Heidrun: Stählerne Tentakel ragen in den Himmel. In: BR 7.9.1996 (StA ZA 148/2749).
Engelhard, Günter: Der Zeus vom Rhein. In: art 9/06, S. 48-52.
Erich Hauser. Norbert Kricke. Heinz-Günter Prager. Haus-Rucker-Co. Skulptur im Bundesministerium für Wirtschaft. Text Eduard Trier. Hrsg. Bundesbaudirektion Bonn. Köln 1993, Abb. o.S.
Norbert Kricke. Plastiken und Zeichnungen. Eine Retrospektive. Hrsg. Stephan von Wiese und Sabine
Kricke-Güse (Katalog der Ausstellung im museum kunst palast Düsseldorf 2006/2007). Düsseldorf
2006 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), Abb. Modell S. 151.
Katalog-Nr. 16
Werk
Aufstellung
Standort
Heinz-Günter Prager, Achse IV 3/75, 1975
Stahl, 133x225x140 cm, Ø Scheiben 140 cm
Januar/Februar 1990
1 Duisdorf, Villemombler Straße 76
(Bundesministerium für Wirtschaft - Haus D,
heute Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Auf einem gepflasterten Karree liegt die aus drei Teilen bestehende „Achse“. Sie wird gebildet durch
zwei mit einer Stange verbundene Scheiben. Das Werk gehört zu der Gruppe der Arbeiten mit dem
Titel „Achsen“, die der Künstler seit 1974 aus industriell hergestellten Platten und Stangen schafft,
welche im Wesentlichen geschmiedet und gebrannt werden. Prager greift bewusst nicht in den Produktionsprozess ein, Arbeitsspuren bleiben bestehen. Der gleichmäßig rostende Stahl verbindet durch
die homogene Oberfläche alle Teile einer Plastik. Pragers Formensprache orientiert sich am menschlichen Maß mit einer normativ festgelegten Durchschnittsgröße von 175 Zentimetern. Zu entsprechenden Proportionsstudien wurde er anlässlich seines Studienaufenthaltes 1974 in Florenz angeregt. Danach löste sich der Künstler von den anthropomorphen Formen (Torsi, Büsten) seiner früheren Arbeiten. Der gedankliche Entwicklungsprozess lässt sich verfolgen an den farbigen Zeichnungen im Erdgeschoß des Gebäudes, vor dem die Achse IV liegt.
Kurzbiografie
Heinz-Günter Prager
Geb. 1944 in Herne. 1964-1968 Studium an der Werkkunstschule Münster (bei Karl Ehlers und Günter Drebusch). 1968 Förderpreis Jung-Westfalen für Plastik, Umzug nach Köln. Seit 1970 freischaffender Bildhauer. 1972 und 1978 Stipendium der Aldegrever Gesellschaft, Münster. 1973 und 1975
Stipendien des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. 1974 Villla-RomanaStipendium, Florenz. 1979 Villa-Massimo-Stipendium, Rom. 1982 Stipendium Kunstfonds, Bonn.
Seit 1983 Professur für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 1993-1996
Borobudur-Projekt, Indonesien. Lebt und arbeitet in Köln und Plomeur (Bretagne).
Einzelausstellungen u.a. 1975 Museum Folkwang, Essen; 1983/84 Museum moderner Kunst, Palais
Lichtenstein, Wien/ Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg/ Städtische Kunsthalle Mannheim; 2001
Kunstmuseum Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1986 Doppelachse, Friesenplatz, Köln; 1992 Kreuzblock 1/92,
Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus der Stadt Bergisch Gladbach, Vorplatz Städtische
Galerie Villa Zanders; 1994 Doppelstück Agathenburg 1/94, Schloss Agathenburg, Stade.
Literaturhinweise
Heinz-Günter Prager. Skulpturen. Text Manfred Schneckenburger (Katalog der Ausstellung Museum
moderner Kunst, Palais Lichtenstein, Wien/ Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg/ Städtische
Kunsthalle Mannheim 1983/84). Stuttgart 1983, S. 36-44 Ausführungen zur Gruppe der „Achsen“ mit
Abb. der Achsen 1-III von 1974.
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Erich Hauser. Norbert Kricke. Heinz-Günter Prager. Haus-Rucker-Co. Skulptur im Bundesministerium für Wirtschaft. Text Eduard Trier. Hrsg. Bundesbaudirektion Bonn. Köln 1993, Abb. o.S.
Heinz-Günter Prager. Skulpturen 1980-1995. Hrsg. Gabriele Uelsberg (Katalog der Ausstellung im
Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt/Museum am Ostwall, Dortmund 1996/97). Köln 1996 (Biografie).
Tiefoben. Hrsg. Burkhard Leismann. Text Christoph Schreier [erschienen anl. der Ausstellung Prager.
Skulpturen und Arbeiten auf Papier im Kunstmuseum Ahlen 2007]. Köln 2007 (Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 17
Werk
Aufstellung
Nicolaj Adlesič/Sigrid Wenzel, Europa-Säule, 1987/88
(Entwurf der Säule von Adlesič, Bronzetafeln von Wenzel)
schwedischer Granit, Bronze
Gesamthöhe 325 cm, Ø Säule 40 cm, Ø Gesamtanlage 1240 cm
Bronzetafeln 39x49 cm
bei den unteren Bronzetafeln tragen runde Abdeckscheiben der
Schrauben jeweils u.li. den Stempel „SW/88“ (= Sigrid Wenzel 1988)
24.11.1988 Enthüllung
5.5.2003 erneute Einweihung
1 Duisdorf, Rochusplatz
Stadt Bonn
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Zusammenhang mit der Planung der Fußgängerzone Duisdorf hatte Adlesič die Idee, durch eine
„Geschichtssäule“ am Beginn der Rochusstraße vor dem Hardtberger Rathaus einen Akzent zu setzen.
Die ursprüngliche Absicht, Geschichte der Demokratie nur von Deutschland zu veranschaulichen,
wurde nach Gesprächen mit Lokalpolitikern auf Europa ausgedehnt.
An der kannelierten Säule sind acht Tafeln mit Text und Wappendarstellungen angebracht. Die vier
unteren Schrifttafeln erläutern stichwortartig wichtige Eckdaten der Geschichte der Stadt Bonn, des
Stadtbezirks Hardtberg, der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Gemeinschaft. Die
anderen darüber zeigen die Wappen von Hardtberg und Bonn sowie den Bundesadler und die Sterne
der Europäischen Gemeinschaft. Die Säule steht auf einem mit rötlichem Granit, Basalt und roten
Klinkern gepflastertem Rondell, in dem sternförmig nur die Namen der Hauptstädte der alten Bundesländer und EG-Mitgliedsstaaten auf dem Stand von 1988 eingelassen sind (Saarbrücken, Stuttgart,
Mainz, Wiesbaden, München, Berlin, Hannover, Hamburg, Kiel, Bremen, Düsseldorf - Rom, Athen,
Kopenhagen, Amsterdam, Dublin, London, Brüssel, Paris, Lissabon, Madrid, Luxemburg sowie
Strasbourg als Sitz des Europäischen Parlaments und die Partnerstadt Villemomble).
2002 beschloss die Bezirksvertretung Hardtberg durch Zusatzinformationen der veränderter politischen Situation Rechnung zu tragen. Nunmehr geben fünf Bronzetafeln an den senkrechten Flächen
der Steinsitzbänke, die um die Säule gruppiert wurden, Informationen über Ereignisse in Deutschland
und Europa zwischen Errichtung der Säule 1988 und Renovierung 2003 (Wiedervereinigung, Erweiterung der EG, Einführung des Euro).
Am Europatag 5. Mai 2003 wurde die aktualisierte Säule eingeweiht. Dem Wunsch der Künstler, die
Namen der Landeshauptstädte der neuen Bundesländer und neuen europäischen Hauptstädte in gleichem Material wie die bisherigen in das Pflaster einzufügen, wurde bisher nicht entsprochen.
Kurzbiografien
Nicolaj Adlesič
Geb. 1938 in Adlesič/Slowenien, gest. 2006 in Bonn.
Studium der Architektur in Ljubljana. 1969 Beginn der Tätigkeit in der Planungsgruppe Hardtberg,
dort Beteiligung an zahlreichen städteplanerischen Arbeiten im Stadtteil Hardtberg, u.a. Planung der
Fußgängerzone Duisdorf.
Sigrid Wenzel
Geb. 1934 in Ratingen. Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Studienreisen nach Frankreich,
Italien, Griechenland, Japan.
Einzelausstellungen u.a. 1990 Beamtenbund Königswinter; 1993 Schloss Augustusburg bei Chemnitz;
2001 Rathaus Bad Honnef.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 2000 Entfaltung, Woge und Vogel-Brunnen, Arbeitnehmerzentrum Königswinter (AZK).
Quellen
Sitzung Hauptausschuss der Stadt Bonn 31.10.2002 (Drucksache Nr. 0211774ST4).
Schriftliche Auskunft Sigrid Wenzel an Verfasserin 9.12.2009.
18
Telefonische Auskunft Frau Adlesič an Verfasserin 19.12.2009.
Home-page Sigrid Wenzel. Online Im Internet: URL: www.sigridwenzel.de [10.11.2011].
Literaturhinweise
dab: Europasäule de luxe. In: GA 23.4.1988 (StA ZA 140/5). In dem Artikel wird als Material irrtümlich Marmor angegeben.
axe: Europa-Säule offiziell enthüllt. In: GA 25.11.1988 mit Abb. (StA ZA 140/5).
Men: Duisdorf hat jetzt einen „kleinen“ Europaplatz. In: BR 25.11.1988 (StA ZA 140/5).
stl: Neue Schrifttafeln für Europasäule kosten 40 000 Mark. In: GA 1.8.1992.
Katalog-Nr. 18
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Werner Schnurpfeil, Die Wasserpflanze (Brunnen), 1983/84
Edelstahl, Gesamthöhe 280 cm, Schwinge Breite je 85 cm
Sockel Beton, Höhe 50 cm, Grundfläche 400x400 cm
24.8.1984 Einweihung
1 Duisdorf, Rochusstraße/Am Schickshof
Deutsche Bau- und Grundstücks AG/Sparkasse Bonn/
Raiffeisenbank Hardtberg/Stadt Bonn
Beschreibung
Ein dreistufiger quadratischer Sockel umfasst das viereckige Wasserbecken. In den Koordinatenachsen stehen vier nach außen geknickte Schwingen aus gelochtem Edelstahl über dem Beckengrund, die,
wie vom Künstler gewünscht, an eine stilisierte aufgehende Blüte erinnern. In den Ecken des Beckens
befindet sich jeweils eine Wasserdüse. Aus statischen Gründen mussten die „Blütenblätter“ verstärkt
werden, was auf Kosten der angestrebten Leichtigkeit ging.
Mit dieser Arbeit konnte Schnurpfeil einen im August 1983 ausgeschriebenen Wettbewerb für sich
entscheiden, an dem 11 Künstler aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis teilgenommen hatten, die
Kunstkommission allerdings nicht eingeschaltet worden war. Ziel des erst 22-jährigen Künstlers war
es, einen Mittelpunkt für den Duisdorfer Marktplatz zu schaffen. Er erreichte dies durch die in vier
Himmelsrichtungen weisenden Schwingen und die Höhe des Brunnens, die ihn von weitem sichtbar
machen. Zur ersten Duisdorfer Gewerbeschau wurde das Wasserspiel eingeweiht.
Kurzbiografie
Werner Schnurpfeil
Geb. 1962 in Bonn. Schüler von G.F.Ris. Nach Besuch der Glasfachschule in Rheinbach 1979/80
dreijährige Ausbildung als Schaufenstergestalter. Ab 1984 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Bonn. Lebt und arbeitet - mittlerweile schwerpunktmäßig als Fotograf - in Swistal-Odendorf.
Quellen
Telefonische Auskunft Werner Schnurpfeil an Verfasserin 9.12.2009 und Gespräch am 29.9.2010.
Schill, Gisela: Der Brunnen auf dem Duisdorfer Marktplatz. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Weger, Antje: „Die Wasserpflanze“. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
gag: Wasserpflanze soll in Duisdorf blühen. In: GA 21.10.1983 (StA ZA 135/101).
R.W.: Am Brunnen scheiden sich die Geister. In: GA 1.12.19983 (StA ZA 135/101). Zur Begründung
für die Nichteinschaltung der Kunstjury heißt es, dass den privaten Sponsoren, die auch im Preisgericht vertreten waren, eine nochmalige Bewertung durch die Kunstkommission nicht zugemutet werden könne.
ib: Brunnen werden Bürgern gezeigt. In: BR 5.12.19983 ( StA ZA 135/101).
KwA: Bürger lehnen den Brunnen ab. In: BR 6.12.1983 (StA ZA 135/101). Hiernach fordern die
Bürger die Realisierung des Entwurfs des 2. Preisträgers, Jürgen Lewe aus Bonn.
gag: Duisdorfer Brunnen bleibt umstritten. In: GA 23.2.1984 (StA ZA 136/5).
KiS: Duisdorfs Brunnen soll in 14 Tagen sprudeln. In: BR 13.7.1884 (StA ZA 136/5).
KiS: „Brunnen-Schutz“. In: BR 31.7.1984 (StA ZA 136/5).
tt: „Kunst will nicht gefallen, sondern zum Nachdenken anregen“. In: GA 7.8.1984 mit Abb. und
Interview mit Werner Schnurpfeil, in dem er seinen Brunnen verteidigt (StA ZA 136/5).
axe: Neuer Brunnen ist pünktlich zur „1. Gewerbeschau“ fertig. In: BR 25.8.1984 (StA ZA 136/5).
Die Wasserpflanze. In: Bonn-Blick Dezember 1986 (StA ZA 138/3523).
Ein Blickfang im Duisdorfer Zentrum. In: GA 16.4.1993.
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 37 mit Abb.,
169 (Biografie).
19
Katalog-Nr. 19
Werk
Gruppe „Semikolon“/Johannes Reinarz, Architektonisches Accessoire I,
1984
gelblicher Eifelsandstein, 210x15-60x90 cm
Sockel Beton, 28x80x100 cm
Die Skulptur wurde überwiegend von Johannes Reinarz gestaltet unter Mitarbeit von Erich Beck und eines Teilnehmers der „Wochenendakademie“
(im Rahmen 1. Bonner Kunstwoche).
September 1984
1 Duisdorf, Rochusstraße 276 (vor Kulturzentrum)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Diese Skulptur ist die größte der vier Accessoires, die lediglich zur Identifizierung nummeriert wurden. Sie hat die Form eines Pfeilers mit trapezoidem Grundriss. Die vier Seitenflächen wurden in
unterschiedlicher Intensität bearbeitet. Die schmalste, der Straße zugewandte, ist in drei Zonen gegliedert. Während die unterste unbehauen blieb, lässt die zweite bereits an einen Baluster denken, bei der
dritten tritt diese Form klar hervor. Das Motiv des Balusters zeigt sich achtfach an der rechten Breitseite in unterschiedlicher Größe und Plastizität. Auf der linken Seite erinnern nur noch Einkerbungen
in der unteren Hälfte und eine vasenartige Form am rechten Rand an dieses Motiv. Die vierte, der
Straße abgewandte Seite, ist weitgehend unbearbeitet.
Die Arbeiten von Johannes Reinarz sind tektonisch strukturiert. Dabei ist seit Anfang der 1980er Jahre
sein Hauptmotiv der Baluster, wobei er den Ausdruck „Balustrade“ verwendet, ein Begriff aus der
Architektur, der eigentlich eine Reihung von Balustern bezeichnet. Das Architekturelement wird bei
Reinarz verändert, verfremdet und abstrahiert. Das Motiv kann auch verstanden werden als Chiffre für
den weiblichen Körper.
Kurzbiografien
Johannes Reinarz s. Kat.-Nr. 2
Erich Beck
Geb. 1943 in Bonn. Ausbildung als Kfz-Meister, Drehermeister, Schlosser, Grafik-Designer. Schüler
von Arno Reis. Seit 1976 Mitglied der Gruppe „Semikolon“. 1979-1986 Dozent an der Volkshochschule. Lebt und arbeitet in Witterschlick.
Einzelausstellungen u.a. 1977 Jazz-Galerie, Bonn; 1980 Mühlen-Galerie, Oedekoven; 1998 Evangelisches Gemeindezentrum, Alfter.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. Der Sitzende (Johannes) und Der Stehende (Robert), Bahnhof
Witterschlick.
Gruppe „Semikolon“
Unter diesem Namen haben sich Bonner Künstler und Künstlerinnen im November 1968 zusammengeschlossen. Dazu gehörten Alf Bayrle, Christoph Fischer, Alexander Opaska, Franz Josef Osterloh,
Johannes Reinarz und Peter Wartenberg. Als Arbeits- und Unterrichtsraum diente zunächst das „Atelier Schöntal“, eine ehemalige Fabrikhalle in Oedekoven, 1975 erfolgte der Umzug in die Duisdorfer
„Kulturbaracke“, 1983 in das Kulturzentrum Hardtberg. Gepflegt wird der internationale Künstleraustausch mit bosnischen, slowenischen, ungarischen und spanischen Künstlern. Vorsitzender war zunächst Johannes Reinarz, seit 1988 Dr. Carl Körner. Am 9. November 2008 konnte die Gruppe ihr 40jähriges Bestehen feiern.
Quellen
Ausführungen Prof. Hallensleben zu den Architektonischen Accessoires mit Auskunft Titus Reinarz
o.D. (Nachlass Hallensleben).
Home-page Erich Beck. Online im Internet: URL:
www.kuenstlergruppe-semikolon.de/Beck_Er.htm [10.11.2011].
Literaturhinweise
Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. IX/32/84 vom 14.8.1984, S. 6 (StA ZA 136/826),
Profilierung der Bundeshauptstadt. In: Kunst-Kurier. Mitteilungsblatt des Berufsverbandes Bildender
Künstler. Jg. 30, Nr. 4, September 1984, S. 8 (StA ZA 136/826).
RW: Künstler gestalteten eine Wand des Duisdorfer Kulturzentrums. In: GA 28.9.1984
(StA ZA 136/69).
KiS: „Semikolon“-Richtfest im Duisdorfer Kulturzentrum. In: GA 2.10.1984 mit Abb.
(StA ZA 136/69).
Pachner, Regine: Der Quell ist verschleiert. In: GA 6.10.1987.
Mörer, Axel: Wo eine Balustrade zum erotischen Element wird. In: GA 14.1.1991.
Schaeffer, Ute: Das Vertraute fremd erscheinen lassen. In: GA 4.3.1995.
Mecklenburg, Christina zu: Vierzig Jahre und der Charme von Rost. In: GA 29.7.2008.
20
Giesbrecht-Schmitz, Andrea: Wo Natur und Kultur verwachsen sind. In: GA 9.8.2010 (zu Skulpturen
Erich Beck).
Schlüter, Th.C.: Chronik der Künstlergruppe Semikolon. In: „1968-1993. 25 Jahre Künstlergruppe
Semikolon. Bonn 1993.
Künstlerverzeichnis der Region Bonn. Künstlerforum Bonn. Red. Irene Kulnig/Peter Tutzauer. Bonn
1997, S. 6 (Biografie Erich Beck).
Semikolon 40. Künstlergruppe Semikolon Bonn, 1968-2008. Red. Carl Körner. Bonn 2008.
Katalog-Nr. 20
Werk
1984
Gruppe „Semikolon“/Johannes Reinarz, Architektonisches Accessoire II,
roter Lavatuff, 158x35x56 cm, Sockel Beton, 27x45x66 cm
Die Skulptur wurde weitgehend von Johannes Reinarz allein bearbeitet
(während „Wochenendakademie“ und im Rahmen 1. Bonner Kunstwoche
1984).
September 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Derlestraße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Gegensatz zu den anderen gelblichen Accessoires mit unterschiedlichen Formen ist dieses aus
rotem Gestein einheitlich gestaltet. Das Motiv eines Balusters ist in fünf übereinander liegende Teile
gegliedert. Zwischen quadratischer Basis und dünner Deckplatte, die vertikal in zwei Quadrate unterteilt ist, befinden sich üppig schwellende Formen. Bandartige Einschnürungen lassen drei pralle kugelartige Kissen entstehen, wobei sich das oberste Teil aus vier Kugeln zusammensetzt. Die Glieder
sind von netzförmigen Einschnitten überzogen, was den organischen Eindruck verstärkt.
Die Skulptur wurde am 16.7.1986 beschädigt, konnte aber wieder zusammengesetzt werden.
Kurzbiografien
Johannes Reinarz s. Kat.-Nr. 2
Gruppe „Semikolon“ s. Kat.-Nr. 19
Quelle
Ausführungen Prof. Hallensleben zu den Architektonischen Accessoires mit Auskunft Titus Reinarz
o.D. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
RW: Künstler gestalteten eine Wand des Duisdorfer Kulturzentrums. In: GA 28.9.1984
(StA ZA 136/69).
KiS: „Semikolon“-Richtfest im Duisdorfer Kulturzentrum. In: GA 2.10.1984 mit Abb.
(StA ZA 136/69).
Katalog-Nr. 21
Werk
Gruppe „Semikolon“/Johannes Reinarz,
Architektonisches Accessoire III, 1984
Weiberner Tuff, 147x95x50 cm, Sockel Beton, 13x100x60 cm
Die Skulptur wurde weitgehend von Johannes Reinarz allein bearbeitet
(während „Wochenendakademie“ und im Rahmen 1. Bonner Kunstwoche
1984).
September 1984
1 Duisdorf, Rochus-/ Witterschlicker Straße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Grundform der Skulptur ist ein rechteckiger Pfeiler, durch ein Gesims in zwei Zonen gegliedert. Im
Gegensatz zu Accessoire II ist diese Arbeit nicht rund-organisch, sondern winkelig-eckig. Sie endet
oben in einer Bruchkante. Auf der vorderen Schmalseite befinden sich ein gerahmter Spiegel und ein
Baluster mit Quader darüber. Der Baluster füllt die Ecke aus und reicht somit auf die Breitseite mit
den Motiven der flachen Pyramide eines Diamantquaders, eines Würfelfrieses und einer fast unbearbeiteten Fläche darunter.
Die gegenüberliegende Breitseite zeigt eine bossierte Fläche mit zwei rechteckigen Nischen, in denen
ein Buckelquader und ein fast vollplastischer Baluster stehen. Die hintere Schmalseite ist durch vertikale Stege gegliedert.
Wie Accessoire II wurde die Skulptur am 16.7.1986 beschädigt. Die abgeschlagene obere Ecke konnte
mit Zement wieder angefügt werden.
21
Kurzbiografien
Johannes Reinarz s. Kat.-Nr. 2
Gruppe „Semikolon“ s. Kat.-Nr. 19
Quelle
Ausführungen Prof. Hallensleben zu den Architektonischen Accessoires mit Auskunft Titus Reinarz
o.D. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
RW: Künstler gestalteten eine Wand des Duisdorfer Kulturzentrums. In: GA 28.9.1984
(StA ZA 136/69).
KiS: „Semikolon“-Richtfest im Duisdorfer Kulturzentrum. In: GA 2.10.1984 mit Abb.
(StA ZA 136/69).
Katalog-Nr. 22
Werk
Gruppe „Semikolon“/Titus Reinarz, Architektonisches Accessoire IV, 1984
Weiberner Tuff, 185x50x45 cm, Sockel Beton, 27x60x60 cm
Wesentlichen Anteil an der Gestaltung der Skulptur hatte
Titus Reinarz (im Rahmen 1. Bonner Kunstwoche 1984).
September 1984
1 Duisdorf, Rochusstraße/Am Burgweiher
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Grundform ist die eines Pfeilers über nahezu quadratischem Grundriss. Aus einer Seite des groben
Pfeilers ist ein stilisierter Menschenaffe mit weit geöffnetem Maul herausgearbeitet. Er hockt frontal
über einem angedeuteten Giebel. Titus Reinarz bezeichnet die Skulptur auch als „Wasserspucker“ und
verweist damit auf Wasserspeier, die er zeitgleich für die Propsteikirche in Kempen (Niederrhein)
konzipiert hat. Dieser Wasserspucker steht allerdings aufrecht, und sein Maul besitzt keine Öffnung.
Kurzbiografien
Gruppe „Semikolon“ s. Kat.-Nr. 19
Titus Reinarz
Geb. 1948 in Bad Honnef. 1964-1967 Bildhauer- und Steinmetzlehre im Kloster Maria Laach (bei
dem Bauhausschüler Pater Theodor Bogler). 1968-1976 Studium der Bildhauerei an den Kölner
Werkschulen/Fachhochschule für Kunst und Design (bei Kurt Schwippert, ab 1974 Meisterschüler bei
Hans Karl Burgeff). 1973 Preis der Stadt Köln, Siegermedaille Stadtachter. 1981-1992 Dozent an der
Fachhochschule Köln. 1986 Stipendium Villa Massimo, Rom. Seit 1992 freischaffend tätig. Mitglied
der Künstlergruppe „Semikolon“ Bonn (seit 1989 im Vorstand). Lebt und arbeitet in Sinzig-Löhndorf.
Einzelausstellungen u.a. 1991 Rathaus Sinzig; 1998 Kurfürstliches Gärtnerhaus, Bonn; 2008 Retrospektive Galerie Diede, Burgbrohl.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1993 Europa-Brunnen, Marktplatz Sinzig; 1995 ClemensBrunnen, St. Kunibert, Köln; 2004 Rennwagensäule, Verwaltungsgebäude Nürburgring.
Quellen
Ausführungen Prof. Hallensleben zu den Architektonischen Accessoires mit telefonischer Auskunft
Titus Reinarz am 22.1.1996 (Nachlass Hallensleben).
Schriftliche Auskunft Titus Reinartz an Verfasserin 8.12.2009.
Gespräch Titus Reinarz mit Verfasserin 12.10.2010.
Home-page Titus Reinarz. Online im Internet: URL: www.titus-reinarz.de (23.10.2011).
Literaturhinweise
RW: Künstler gestalteten eine Wand des Duisdorfer Kulturzentrums. In: GA 28.9.1984
(StA ZA 136/69).
KiS: „Semikon“-Richtfest im Duisdorfer Kulturzentrum. In: GA 2.10.1984 mit Abb.
(StA ZA 136/69).
Titus Reinarz. Bildhauer. Skulptur und Zeichnung. Bad Neuenahr-Ahrweiler 2008 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 23
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Gruppe „Semikolon“ und ungarische Künstler, Gedenkstein, 1987
Lavalit und eingearbeitete andere Steine, 105x200x110 cm
Inschrift auf der Rückseite: „SYMPOSION / Bonn / BUDAPEST“
1987
1 Duisdorf, Rochusstraße 276 (vor Kulturzentrum)
Geschenk der Künstlergruppe „Semikolon“ an die Stadt Bonn
22
Beschreibung
Auf dem grob behauenen grauen Steinblock zeigen sich verschiedene Bearbeitungsspuren: Das Relief
einer Weinranke mit Traube und zwei Blättern (gemeißelt von Titus Reinarz), zwei an Steinmetzzeichen erinnernde Symbole sowie mehrere farbige oder bemalte Steine, die in den Lavalitblock eingearbeitet wurden. Das Gemeinschaftswerk erinnert an den zweiwöchigen Besuch von sechs ungarischen
Künstlern im September 1987 bei der Künstlergruppe „Semikolon“. Die Farben orientieren sich an
den Nationalfarben der beteiligten Länder: rot-weiß-grün für Ungarn und schwarz-rot-gold für
Deutschland. Sie verblassten jedoch im Laufe der Jahre oder die Steine wurden mutwillig abgebrochen.
Zunächst lag der Gedenkstein auf einem (provisorischen) Sockel aus Gasbetonsteinen. Seit er im
Februar 1991 heruntergestürzt wurde, liegt er direkt auf dem Boden.
Kurzbiografie
Gruppe „Semikolon“ s. Kat.-Nr. 19
Quelle
Ausführungen Prof. Hallensleben zum Gedenkstein mit Auskunft Titus Reinarz o.D.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Ger: Kulturzentrum: Skulptur beschädigt. In: GA 15.2.1991.
Schlüter, Th.C.: Chronik der Künstlergruppe Semikolon. In: 1968-1993. 25 Jahre Künstlergruppe
Semikolon. Bonn 1993, o.S. (unter „1987“).
Katalog-Nr. 24
Werk
Fritz Melis, Auffliegender Vogelschwarm, 1967-1969
Kupfer, Stahl, Höhe 600 cm, Ø 400 cm
Sockel Beton, Höhe 120 cm
Ausführung Metall Haug, Eßlingen
18.7.1970
1 Duisdorf-Finkenhof, Julius-Leber-/Goerdeler-Straße
Allianz Versicherungs AG
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Vogelschwarm wird von 16 aus Kupferblechen zusammengeschweißten stark abstrahierten Vögeln gebildet. Jeweils die Hälfte formt einen Strang, der sich spiralförmig um eine imaginäre Mittelachse nach oben schraubt. In Höhe des fünften und siebten Tieres kreuzen sie sich. Die aufsteigenden
Vögel berühren sich an Flügel- und Schwanzspitzen, wobei nur die beiden untersten mit dem Betonsockel verbunden sind. Aus Stabilitätsgründen wurde die Plastik mit einem unsichtbar eingearbeiteten
verzinkten Stahlgerippe verstärkt. In der Beschränkung auf geometrische Grundformen wie Dreiecke
(Kopf und Körper) und Trapeze (Schwanz) zeigt sich die Auseinandersetzung des Künstlers mit dem
Kubismus. Da die Dreiecke, die die Flügel bilden, in unterschiedlichen Winkeln aneinandergeschweißt wurden, werden diverse Flugbewegungen der Vögel simuliert. Insgesamt ergibt sich der
Eindruck von durchkonstruiertem Aufbau und großer Lebendigkeit.
Der Vogelschwarm nimmt zum einen auf den Standort in der Siedlung Finkenhof Bezug und könnte
zum anderen als Symbol der Freiheit gesehen werden, da die umliegenden Straßen die Namen von
Widerstandskämpfern tragen.
Kurzbiografie
Fritz Melis
Geb. 1913 in Berlin, gest. 1982 in Bietigheim-Bissingen.
1933-1936 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin (bei Ludwig Gies, Hugo Lederer,
Wilhelm Gerstel), seit 1937 als freischaffender Künstler tätig. Nach Kriegsdienst 1946 Neuanfang in
Stuttgart. 1950 Dozent für Freies Zeichnen an der Technischen Hochschule Stuttgart, verstärkte Hinwendung zur Bauplastik. Ab 1958 Bau des heute noch bestehenden Atelierhauses mit Ausstellungsgarten in Bietigheim-Metterzimmern. 1980 Verleihung der Verdienstmedaille des Landes BadenWürttemberg.
Einzelausstellungen u.a. 1949 Amerikahaus, Stuttgart; 2003 Retrospektive Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1958 Schwanenbrunnen, Adenauerplatz (heute Kirchplatz), Friedrichshafen; 1963 Zehntbrunnen, Zehnthof Waiblingen; 1977 Aufsteigende Vögel, Schulzentren Philippsburg.
Quellen
Hermes, Claudia: Fritz Melis. Auffliegender Vogelschwarm. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Home-page Fritz Melis von Daniela Melis-Luitz. Online im Internet: URL:
www.fritz-melis.com (2007).
23
Literaturhinweise
R.W.: „Fliegender Vogelschwarm“ kam per Schiff. In: GA 20.7.1970 (StA ZA 122/1983).
GS: Zugvögel am Finkenhof. In: BR 17.10.1970 (StA ZA 122/1983).
Schäfer, Bernd: Eine Wohnsiedlung wie aus einem Guß. In: GA 28.12.1993.
Wirth, Günther: Fritz Melis - Retrospektive. Hrsg. Stadt Bietigheim-Bissingen mit Unterstützung des
Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg. Bietigheim-Bissingen 1983, WV 52.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 86 mit Abb.
Fritz Melis - Plastiken, Zeichnungen, Holzschnitte. Hrsg. Kultur- und Sportamt der Stadt BietigheimBissingen (Katalog der Ausstellung in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen
2003). Bietigheim-Bissingen 2003 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 36, Abb. S. 37.
Katalog-Nr. 25
Werk
Matthias Peters, o.T. (Würfelplastik), 1970
Edelstahl, Höhe 450 cm, Würfel je 150x150x150 cm
1970
1 Duisdorf-Medinghoven, An der Burg Medinghoven (TÜV)
TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Kunstwerk gliedert sich in vier Würfel: drei sind übereinander gestellt, einer steht versetzt daneben. Sie bestehen aus 10 und 12 mm dünnen Edelstahlstangen, die mit Hilfe von Spezialelektroden zu
Kuben zusammengeschweißt und diagonal so verstrebt und verspannt wurden, dass sich Kurven ergeben. Die Diagonalen stehen im Gegensatz zu den horizontalen und vertikalen Linien des dahinter
liegenden Gebäudes. Die Verstrebungen könnten verstanden werden als Symbol für die vielfältigen
und verflochtenen Aufgaben des Technischen Überwachungsvereins. Als Schutz gegen Rost wurde
das filigran wirkende Objekt mit Glasstaub abgesprüht. Initiiert hatte es der langjährige Leiter des
TÜV Rheinland, Prof. Albert Kuhlmann.
Kurzbiografie
Matthias Peters
Geb. 1947, gest. 2007 in Stolberg.
1966-1968 Studium an der Werkkunstschule Aachen, 1968-1970 an den Kölner Werkschulen (bei
Anton Berger). 1970/71 Werklehrerseminar, Köln. 1971 Übernahme der väterlichen Werkstatt am
Halsbrech in Stolberg. 1972 Meisterprüfung. Als Metallgestalter und international bekannter Kunstschmied war Peters langjähriger Präsident des Internationalen Fachverbandes Gestaltender Schmiede
e.V. (IFGS).
Ausstellungen u.a. 1993-2003 IFGS-Ausstellungen in Hamburg, Ulm, Dresden, Bad-Homburg, Stolberg und Eckerförde; 2005 IFGS-Ausstellung „Kraft-Werke“ in Schönwald.
Quellen
Telefonische Auskunft TÜV Rheinland Bonn, an Verfasserin 23.6.2009.
Schriftliche Auskunft Prof. Anton Berger an Verfasserin 14.12.2009.
Schriftliche Auskunft des Internationalen Fachverbandes Gestaltender Schmiede e.V. an Verfasserin
14.3.2010.
Literaturhinweis
R.W.: Plastik mit Glasstaub abgesprüht. In: GA 4.12.1970 mit Abb.
Katalog-Nr. 26
Werk
„Käsescheiben“, ‹1973? (abgebaut)
Beton?, dreiteilig, Höhe 170 cm
ca. 1973 (Anlage 1973 bezugsfertig)
1 Duisdorf-Medinghoven, Stresemannstraße 14
Neue Heimat
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das dreiteilige Ensemble besteht aus drei hochrechteckigen nahezu nebeneinander aufgereihten Tafeln: zwei identischen Seitenteilen und einem etwas breiteren mittleren Element, das knapp vor die
beiden anderen gesetzt ist. Die relativ schmalen Platten sind so von kreisrunden Löchern durchbrochen, dass die Arbeit an Schweizer Käsescheiben erinnert.
24
Das Werk wurde abgebaut, nachdem 1990 ein 6-jähriger Junge beim Spielen auf der Grünfläche vom
mittleren Teil erschlagen worden war. Die Kriminalpolizei versuchte daraufhin vergeblich zu klären,
wer die Plastik geschaffen und wer sie aufgestellt hatte bzw. wer für das Unglück die Verantwortung
trug, die Neue Heimat oder die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW, die die Wohnblocks an
der Stresemannstraße Ende 1987 übernommen hatte.
Quelle
Glorius, Yolande: Objekt - „Kubistischer Steinquader“. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
dab: Sechsjähriger von Skulptur erschlagen. In: GA 23.3.1990.
Blesel, Dagmar: Skulptur stand bereits 15 Jahre: Wer hat sie damals aufgestellt? In: GA 24.3.1990.
Kleinöder, Klaus: Stadt lässt alle Kunstwerke abreißen. In: Express 24.3.1990.
Kleinfeld, Rolf: Die Schuldfrage ist noch immer ungeklärt. In: GA 5.10.1991 mit Abb.
Katalog-Nr. 27
Werk
Christoph Blanke, Platzmal, 1972-1975
verzinktes Blech (sog. „Meidinger Scheiben“), Höhe 80 cm
Sockel Betonröhren (Brunnenringe), Höhe 260 cm, Ø 115 cm
Platzanlage Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Bonn
1600x1600 cm
13.12.1975
1 Duisdorf-Medinghoven, Stresemannstraße 18
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf einem Sockel in Form einer verkleinerten Litfaßsäule sind vier Schornsteine mit beweglichen
Windfahnen im Viereck angebracht. Sie entsprechen in Größe und Aussehen Kaminaufsätzen, die
Rauchrückstau vermeiden und somit optimalen Kaminzug gewährleisten. Durch Gleitlager und
Druckflächen werden die mit einer Fahne versehenen Hauben zu einer Art Windrichtungsanzeiger.
Der Reiz der Arbeit liegt in der erstaunlichen formalen Wandlungsfähigkeit, da die durch den Wind
bewegten Objekte ihre Richtung auch untereinander verändern. Aus Kostengründen wurden für den
hellgrün getünchten Sockel vorgefertigte Betonröhren verwendet, wie sie beim Brunnenbau üblich
sind.
Platzmal wurde im Rahmen der Neugestaltung der Außenanlagen im Siedlungsbereich Medinghoven
dem Titel entsprechend in der Mitte eines kleinen quadratischen gepflasterten Platzes aufgestellt,
umgeben von Sitzbänken.
Der Volksmund spricht bei dieser Arbeit zu Recht von der „Litfaßsäule“, denn als solche sollte sie
durchaus von den Anwohnern genutzt werden. Zum Bedauern der Bezirksverwaltung Hardtberg interessieren sich Werbepartner der Stadt allerdings nicht für die Säule, da sie zu klein ist, um genormte
Plakate anbringen zu können.
Ein kleineres Entwurfsmodell befindet sich in Bonn-Venusberg auf dem Dach eines Privathauses.
Kurzbiografie
Christoph Blanke
Geb. 1943 in Dippoldiswalde. 1972-1975 Studium an den Kunstakademien Berlin und München.
Nach Staatsexamen als Kunsterzieher seit 1975 bis zur Pensionierung 2008 als Gymnasiallehrer in
Berlin und Freiburg tätig. 1970-1975 Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG)
NRW hinsichtlich der Siedlungsgestaltung Bonn-Medinghoven durch Farbplanungen und künstlerisches Objekt. Lebt in Freiburg.
Einzelausstellung u.a. 1971 im Bonner Kunstverein.
Quellen
Telefonische Auskunft Christoph Blanke an Verfasserin 7.12.2009.
Erläuterungsbericht des Künstlers an Architekten-Gruppe-Hardtberg o.D. (Nachlass Hallensleben).
Siepe, Eva-Maria: „Windfahnen“ von Christoph Blanke. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
ST Medinghofen: Das Plauderstündchen der vier Rauchabzüge. In: BR 15.12.1975 mit Abb.
(StA ZA 127/1859).
R.W.: Hardtbergs „Mobile“ wurde enthüllt. In: GA 15.12.1975 (StA ZA 127/1859).
syl: Litfaßsäule oder Kunst am Bau? In. GA 14.8.2007.
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Katalog-Nr. 28
Werk
Sigrid Wenzel, Pferdetränke (Nachbildung), 1989/90
Bronze, Höhe 270 cm, Ø 110 cm
auf Beckenrippe zweimal eingeschlagen: „S. WENZEL / 1990“
4.5.1990 Einweihung
1 Endenich, Frongasse/Alfred-Bucherer-Straße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Sigrid Wenzel schuf eine Kopie der Pferdetränke, die auf dem Remigiusplatz steht. Dieser Typus war
um die Jahrhundertwende sehr verbreitet, allerdings in Gusseisen und nicht wie hier in Bronze.
Eine kannelierte Säule verbindet drei unterschiedlich große Brunnenschalen, die als Tiertränken dienten: die Basisschale für Hunde, die mittlere für Pferde, die oberste für Vögel. Entsprechend der Funktionen sind über der mittleren vier Pferdeköpfe als Wasserspeier aufgeschraubt und auf der obersten
sitzen sich zwei Vögel gegenüber. Die Basis ist mit vier als Relief gearbeiteten Löwenköpfen verziert.
Sie wiederholen sich am Brunnenstock, wo sie als Wasserspeier fungieren.
Die Vorläuferin einer Pferdetränke gab es in Endenich an dieser Stelle bis zum Zweiten Weltkrieg als
Eisenbrunnen mit Emaille beschichtet. Der Abguss soll daran erinnern, dass hier die Endstation der
Pferdebahn vom Bonner Markt nach Endenich lag.
Kurzbiografie
Sigrid Wenzel s. Kat.-Nr. 17
Literaturhinweise
kri: Pferdebrunnen erinnern an „alte Nahverkehrstechnik“. In: BR 21.6.1989 (StA ZA 141/72).
jös: Pferdetränke in Endenich aufgestellt. In: GA 17.1.1990 (StA ZA 142/338).
axe: Straßenbahngäule tranken an der Frongassse. In: GA 4.5.1990 mit Abb. (StA ZA 142/338).
chh: Pferdetränke gehört jetzt den Endenichern. In: GA 5.5.1990 (StA ZA 142/338).
csc: ‚Wasser marsch’ an der Pferdetränke. In: BR 8.5.1990 (StA ZA 142/338).
Mark, Bert: „Jeder Tag ohne Straßensperrung bringt uns etwas“. In: BR 8.4.1992 (StA ZA 144/106).
Lützeler, Heinrich: Bonn, so wie es war. Bd. 1. Düsseldorf 1972. 6. Aufl. Düsseldorf 1988,
S. 50 mit Abb. der alten Pferdetränke aus Gusseisen.
Katalog-Nr. 29
Werk
Aufstellung
Standort
Walter Lossow, Sonnenuhr, 1973
(Entwurf Gundolf Hasslinde)
Aluminium, 135x172x172 cm
Gießereistempel: „Kunstgießerei F.R. Haufe, Herrenrath/Köln“?
Inschriften vorn (im Uhrzeigersinn): „6 9 15 18 12“
seitl. re.: (Zeitausgleichstabelle)
seitl. li.: „UHR / ZEIGT / WOZ / MOZ = WOZ – ZGL /
MEZ = MOZ + 32MIN"
1973
1 Endenich, Auf dem Hügel 71
(Astronomisches Institut der Universität Bonn - vor Haupteingang)
Universität Bonn
Auftraggeber
Beschreibung
Wie eine Plastik wurde diese horizontal gelagerte Uhr aus geometrischen Formen gestaltet. Die quadratische Grundplatte wird durch die hoch aufragende als Schattenwerfer dienende Polkante diagonal
in zwei Hälften geteilt, die mit Strahlen und Stundenzählung in arabischen Ziffern (1/1 h) versehen
sind. Da die Flächen im hinteren Bereich von der Polkante ausgehend ansteigen, bieten sie durch
senkrechten Abschluss Platz für Zeitausgleichstabelle auf der einen und Inschriften auf der anderen
Seite. Diese ermöglichen das präzise Ausrechnen der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) unter Zuhilfenahme der wahren Ortszeit (WOZ) - abzulesen durch Schattenbildung im linken unteren Teil anhand
der arabischen Zahlen - , Berücksichtigung des Zeitausgleiches anhand der Tabelle und Ausrechnung
der mittleren Ortszeit (MOZ).
Die Uhr wurde im Zusammenhang mit dem Bezug des Neubaues des Astronomischen Instituts aufgestellt.
Kurzbiografie
Walter Lossow
Geb. 1925, gest. 1975.
1950-1972 Ausbildung auf künstlerischem Gebiet und nachfolgend freischaffend als Bildhauer tätig.
26
Quellen
Telefonische Auskunft Dr. Michael Geffert, Astronomisches Institut, an Verfasserin 21.7.2009.
Datenbank des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V.
Online im Internet: URL: www gnomonica.de, DGC-Nr. 1559 [November 2009].
Literaturhinweise
Lübke, Anton: Sechs Uhren ohne Räder. In: BR 25.8.1979 (StA 131/1).
Mitteilungen der Astronomischen Gesellschaft Nr. 35, Jahresbericht für 1973, S. 16.
Lübke, Anton, Sonnenuhren lernten der Räderuhr das Laufen. In: Schriften des historischwissenschaftlichen Fachkreises „Freunde alter Uhren“ in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (SFAU), Bd.17, Ulm 1978, S. 244 mit Abb.
Kunst und Bau 1967-1979. Hrsg. Der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und der Minister für Landes- und Stadtentwicklung (MLS) des Landes Nordrhein-Westfalen. Red. Barbara
Mitlacher. Schriftenreihe des Ministers für Landes- und Stadtentwicklung des Landes NordrheinWestfalen. 2, Düsseldorf 1980, S. 176 (Biografie), Abb. S. 180.
Katalog-Nr. 30
Werk
Spolie der zerstörten Bonner Synagoge, 1876-1879
Rotsandstein, Höhe (über der Erde) 155 cm, Ø 55 cm
Steintafel 18x62x50 cm
Inschrift auf Steintafel: „SÄULENFRAGMENT / UNSERER 1879 AM
RHEINUFER / EINGEWEIHTEN UND / AM 10. NOVEMBER 1938 /
DURCH DIE NATIONALSOZIALISTEN / ZERSTÖRTEN SYNAGOGE“
8.9.1990 Enthüllung
1 Gronau, Tempelstraße 2-4 (Synagoge)
Jüdische Gemeinde
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Nahe des Eingangs der Synagoge steht dieses Säulenfragment der 1938 zerstörten Synagoge. Die
Stele hat einen annähernd runden Querschnitt. Davor liegt eine bossierte Steintafel mit geglätteter
Oberfläche, in der unter der Darstellung eines Davidsterns die Inschrift folgt.
Nachdem 1953 die Synagogengemeinde das ihr von der Stadt Bonn zurückerstattete
Synagogengrundstück gegen ein Gelände an der Wörthstraße eingetauscht hatte, wurde 1958 der
Grundstein zum neuen Synagogenbau gelegt. Dieser wurde am 26. Mai 1959 an der Wörthstraße 2-4
eingeweiht. Die Straße wurde 1977 in Tempelstraße umbenannt und trägt damit wieder den gleichen
Namen wie diejenige, an der bis zum Jahre 1938 die vorherige Synagoge stand.
Literaturhinweise
Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. XX/33 vom 3.11.1988, S. 2-4 (StA ZA140/157).
Lengwenus, Helga: „Wir waren doch Deutsche - jedenfalls haben wir das geglaubt“. In: GA
10.9.1990 mit Abb.
Weffer, Herbert: Als in Bonn die Synagogen in Flammen standen. In: GA 14.11.1990 mit Abb. der
alten brennenden Bonner Synagoge am Rheinufer.
Bemmelen, Nicole: Die Neue Judengasse in Bonn - Entstehung und Zerstörung. In: BGB. Hrsg. Bonner Heimat- und Geschichtsverein und Stadtarchiv Bonn. Bonn 2001/2002, Bd. 51/52, S. 197-283 mit
ausführlicher Beschreibung der Geschichte der Synagoge und Errichtung der neuen ab April 1958 an
der Wörthstraße (S. 263-264).
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 145.
Kat.-Nr. 31
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Bernhard Heiliger, Montana I, 1968 (Zweitguss)
Bronze, teilweise poliert
165x305x100 cm, Plinthe 10x160x90 cm
sign. Plinthe hi.: „B Heiliger“ (als Unterschrift)
Gießereistempel: „H. NOACK: BERLIN“
24.10.1972
1 Gronau, Adenauerallee 135 (Bundespräsidialamt Park Villa Hammerschmidt)
Stiftung des Künstlers an das Bundespräsidialamt
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Beschreibung
Über einer querrechteckigen Plinthe erhebt sich auf kurzer nach rechts versetzter schmaler Basis eine
abstrakte schwingende Form. Da sich der mittlere massivere Bereich zu den Seiten hin verjüngt,
ergibt sich die Assoziation an ein Paar ausgebreiteter Flügel. Sie sind unterschiedlich gestaltet. Der
linke längere wird nach außen schmaler, der rechte kürzere wirkt wie abgeschnitten und verstärkt
zusammen mit der fußartigen Basis den torsoähnlichen Eindruck. Vorder- und Rückseite können
durch die Gestaltung eindeutig unterschieden werden. Während die Vorderseite von polierter goldglänzender Bronze dominiert wird, wurden Rückseite einschließlich Fuß und Plinthe in rauer dunkel
patinierter Bronze belassen. Auf der Vorderseite erscheint der glänzende Teil mit unregelmäßig verlaufenden senkrechten Wölbungen in der Mitte und ruhigen Seitenzonen dem Hauptkörper wie vorgeblendet und löst sich an den Rändern als eigenständige Schicht ab. Die Rückseite bestimmt ein wesentlich kleineres, welliges, goldglänzendes Mittelteil. Das Werk wurde einschließlich der Plinthe als
Guss aus einem Stück gefertigt.
Vorläufer war Tramontana I (Entfaltung, 1968). Der Name „Montana“ verweist auf eine Hügellandschaft, „Tramontana“ auf einen kalten Fallwind.
In Bonn befindet sich der 1972 entstandene Zweitguss. Der Erstguss wurde 1969 vom Land BadenWürttemberg erworben und vor der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart aufgestellt.
Dieses Exemplar unterscheidet sich allerdings durch eine in halber Höhe waagerecht verlaufende Rille
vom Bonner. Für die Sammlung Burda, Offenburg (mit Granitsockel vor „Andy Warhol Building“ im
Burda Medienpark am Kestendamm), stellte Heiliger eine kleinere Ausfertigung ebenfalls aus Bronze
her: Montana II (1968/69) mit verkürztem rechten Flügel, aus der sich Montana III (1969-1972)
entwickelte, eine zweiteilige Wandplastik mit hinzugefügtem Bronzezylinder (Fassade Kunstforum
Ostdeutsche Galerie, Regensburg).
Kurzbiografie
Bernhard Heiliger s. Kat.-Nr. 10
Quellen
Mündliche Auskunft Bundespräsidialamt, Berlin, an Verfasserin 3.11.2009.
Stadt Stuttgart: Kunst im öffentlichen Raum - 20. Jahrhundert. Biografien von 40 Künstlern. Bernhard
Heiliger. Online im Internet: URL: www.stuttgart.de/item/show/308181 (1.2.2011).
Literaturhinweise
S: Plastik als Zeichen des Dankes. In: BR 18.10.1972 (StA ZA 124/1891). Hiernach soll die Arbeit
ein Geschenk des Künstlers an den Bundespräsidenten Gustav Heinemann und seine Frau Hilda sein
als Dank für ihre Aufgeschlossenheit gegenüber moderner Kunst.
dpa: Heiliger schenkte „Montana“-Plastik. In. GA 18.10.1972 (StA ZA 124/1891).
fr: „Montana“ im Park der Villa Hammerschmidt. In: GA 27.10.1972. (StA ZA 124/1891).
Hammacher, A.M.: Bernhard Heiliger. Künstler unserer Zeit. Bd. 20. St. Gallen 1978, Abb. Nr. 19.
Salzmann, Siegfried/Romain, Lothar: Bernhard Heiliger. Frankfurt a.M./Berlin 1989 (Werkverzeichnis). WV 147 (Stuttgarter Ex.); WV 149 Montana II; hier beide Ausfertigungen irrtümlich mit identischen Maßen.
Bernhard Heiliger - Retrospektive 1945 bis 1995. Hrsg. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik
Deutschland Bonn 1995. Ostfildern 1995), S. 119, 136 mit Abb. Die Abb. auf S. 13 zeigt nicht wie
angegeben Montana I, sondern Montana II. Vgl. Diederich 1998, S. 194.
Diederich, Stephan: Aspekte des Raumes und ihre Bedeutung im Werk Bernhard Heiligers. Europäische Hochschulschriften. Reihe 28. Phil. Diss. Köln 1997. Frankfurt a.M./Berlin u.a. 1998, S.193-210,
259-262 mit Abb.
Bernhard Heiliger 1915-1995. Monographie und Werkverzeichnis. Hrsg. Marc Wellmann. Köln 2005,
WV 318 Tramontana I mit Abb. WV 310 Montana I mit Abb. Stuttgarter Exemplar; WV 327 Montana II mit Abb. und den Maßen 165x200x100 cm; WV 359 Montana III mit Abb.
Richter, Jenny: Montana I 1968. In: Bernhard Heiliger 1915-1995. Köln 2005, S. 188-191 mit Abb.
Baumer, Ruth: Bernhard Heiliger. In: Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006, S. 124-127.
Katalog-Nr. 32
Werk
Aufstellung
Standort
Gerhard Marcks, Jason, 1978/79
Bronze, Figur 240x70x110 cm, Plinthe 17x40x40 cm
Gießereistempel auf Plinthe.: „GUSS BARTH RINTELN / II
7.8.1979
1 Gronau, Adenauerallee 135 (Bundespräsidialamt Park Villa Hammerschmidt)
28
Auftraggeber
Siftung des Künstlers an das Bundespräsidialamt
Beschreibung
Die stehende Figur ist eines der zentralen Themen des Künstlers. Mehrfach schuf er wie hier den
nackten männlichen, sportlich wirkenden Körper. Der Argonautenführer erhebt sich als überlebensgroßer Akt über einer niedrigen Plinthe, den Kopf leicht nach links und damit zu der Seite gewendet,
wo er ein Ruder geschultert hat. Allenfalls an diesem Attribut ist er als Jason erkennbar. Seit seiner
Griechenlandreise 1928 orientierte sich Marcks verstärkt an der archaischen, klassischen Skulptur.
Die vereinfachte und knapp im Ausdruck gehaltene Formensprache sowie die Namensgebung zeigen
den Einfluss der Beschäftigung mit griechischer Mythologie, doch wirken seine Figuren nie heroisch,
sondern eher verhalten. Die Figur stand zunächst vor dem Palmenhaus, jetzt links der Villa.
Es gibt mehrere Fassungen der Arbeit in Gips und Bronze. Nach dem ersten Guss wurde das Modell
geändert, das zweiteilige Ruder durch ein Paddel ersetzt.
Kurzbiografie
Gerhard Marcks
Geb. 1889 in Berlin, gest. 1981 in Burgbrohl/Eifel.
1907-1912 Hinwendung zur Bildhauerei als Autodidakt (Anleitung durch August Gaul und Georg
Kolbe, Bekanntschaft mit Richard Scheibe). Nach Kriegseinsatz 1918 Berufung an die Staatliche
Kunstgewerbeschule Berlin. Lehrte seit 1919 am Bauhaus in Weimar, seit 1925 an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. 1928 erste Reise nach Griechenland (aus Mitteln des VillaRomana-Preises). 1930 Preis des Deutschen Künstlerbundes, Stuttgart. 1933 Entlassung und Übersiedlung nach Niehagen/Mecklenburg. 1934 Stipendium Villa Massimo, Rom. 1943 Zerstörung seines
Ateliers in Berlin, 1945 Zerstörung zahlreicher, in Halle ausgelagerter Werke. 1946 Professur an der
Landeskunstschule in Hamburg. 1949 Stephan-Lochner-Medaille der Stadt Köln. 1950 Bezug des
durch eine Stiftung ermöglichten Atelierhauses auf Lebenszeit durch die Stadt Köln, seitdem als freier
Bildhauer tätig. 1952 Ritter der Friedensklasse des Ordens „Pour le mérite“. 1954 Großer Kunstpreis
für Bildhauerei des Landes Nordrhein-Westfalen, 1955 Kunstpreis der Stadt Berlin. 1969 Gründung
der Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen, Eröffnung 1971.
Einzelausstellungen u.a. 1958 Retrospektive in der National-Galerie, Berlin-Ost; 1979 Germanisches
Nationalmuseum, Nürnberg; 1989/90 Retrospektive zum 100. Geburtstag Josef-Haubrich-Kunsthalle,
Köln/ Nationalgalerie, Berlin/ Gerhard-Marcks-Haus, Bremen.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1949 Große Trauernde, St. Maria im Kapitol, Köln; 1951 Bremer
Stadtmusikanten, Rathaus Bremen; 1955 Albertus Magnus, Albert-Magnus-Platz, Universität Köln.
Quellen
Schriftliche Auskunft Bundespräsidialamt, Berlin, an Verfasserin 3.11.2009.
Aufstellung „ Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Home-page Gerhard Marcks Haus Bremen. Online im Internet: URL: www.marcks.de [10.11.2011].
Literaturhinweise
ma: Nackter Mann im Präsidenten-Park. In: GA 2.6.1979 mit Abb. (StA ZA 131/1084).
Gerhard Marcks. Das plastische Werk. Hrsg. Günter Busch. Werkverzeichnis Martina Rudloff. Frankfurt a.M./Berlin/Wien 1977 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Gerhard Marcks zum 90. Geburtstag. Das Werk des vergangenen Jahrzehnts 1968-1978. Hrsg. Gerhard Marcks-Stiftung, Bremen. Bearb. Martina Rudloff. Bremen 1979, Abb. 46.
Frenzel, Ursula: Chronik zu Leben und Werk. In: Gerhard Marcks 1889-1981. Retrospektive. Hrsg.
Martina Rudloff (Katalog der Ausstellung in der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln/ Nationalgalerie
Berlin/ Gerhard-Marcks-Haus Bremen 1989/90). München 1989, S. 381-386 (Biografie, Ausstellungen), S. 386 (unter „1978“).
Gerhard Marcks. Das plastische Werk 1973-1981. Hrsg. Jürgen Fitschen. Werkverzeichnis Arie
Hartog. Bielefeld 2004 (weiterführende Bibliografie), WV 1117.
Katalog-Nr. 33
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Hans Uhlmann, Großer Turm, 1966 (versetzt)
Chrom-Nickel-Stahl, dreifarbig, Höhe 230 cm
1982
1 Gronau, Adenauerallee 135 (Bundespräsidialamt Park Villa Hammerschmidt)
seit 2007 Ständige Vertretung der BRD, Brüssel
Leihgabe des Bundes
29
Die nur drei Seiten des Turms bilden rechteckige schmale Stahlwände. In jede dieser Flächen ist in
etwa halber Höhe eine ebenfalls rechteckige Öffnung eingeschnitten. Den so geschaffenen Hohlraum
durchdringt eine als Kern im rechten Winkel zur jeweiligen Fläche eingefügte Form, die aus drei
Flügeln besteht. Diese sind wiederum von dreieckigen, ausgeschnittenen Leerformen durchbrochen.
Die Konstruktion mit Positiv- und Negativformen ergibt ein kompliziertes Raumgefüge, das zusammen mit schmalen Öffnungen immer neue Einblicke gewährt. Bei dieser Arbeit kombinierte der
Künstler das von ihm seit 1959 verfolgte Thema „Turm“ mit dem seit 1965/66 aufgenommenen Motiv des „Labyrinths“ als farbig akzentuierten Raumkern.
Das Werk wurde bereits im Dezember 1973 vom Künstler angekauft, aber erst 1982 an das Bundespräsidialamt ausgeliehen. Mit dem Umzug des Bundespräsidialamtes kam diese Leihgabe mit nach
Berlin, stand bis zum 24. Oktober 2006 im Park des Schlosses Bellevue und ist seit Januar 2007 bei
der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union in Brüssel
aufgestellt.
Kurzbiografie
Hans Uhlmann
Geb. 1900 in Berlin, dort 1975 gestorben.
1919-1924 Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule, Berlin. 1925 erste bildhauerische Versuche als Autodidakt. 1926-1933 Lehrtätigkeit an der Technischen Hochschule, Berlin. Nach Verurteilung wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ 1933-1935 im Gefängnis. 1935-1945 als Ingenieur
tätig, nebenher bildhauerische Arbeiten. 1950-1968 Professur an der Hochschule für bildenden Künste
Berlin. 1950 Kunstpreis der Stadt Berlin. 1952 Preis des Bundesverbandes der deutschen Industrie.
1961 Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf.
Einzelausstellungen u.a. 1957 Kleemann Galleries, New York; 1968 Retrospektive Akademie der
Künste, Berlin; 1975 Nationalgalerie, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1960/61 o.T. (Chrom-Nickel-Stahl-Plastik), Deutsche Oper, Berlin; 1966 Entfaltung, Staatliche Ingenieurschule, Bielefeld; 1972 Turm allseitige Ausstrahlung, Eberhard-Karls-Universität, Tübingen.
Quellen
Schriftliche Auskunft Bundespräsidialamt, Berlin, an Verfasserin 3.11.2009.
Schriftliche Auskunft Roland Berger, Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn, an Verfasserin 5.11.2009.
Literaturhinweise
Haftmann, Werner: Hans Uhlmann. Leben und Werk. Oeuvreverzeichnis der Skulpturen Ursula Lehmann-Brockhaus. Schriftenreihe der Akademie der Künste. Bd. 11. Berlin 1975, WV 223, S. 53-54
(zum Thema „Turm und Labyrinth“), Abb. S. 232-233.
Kunst für den Bund. Erwerbungen seit 1970. Hrsg. Thomas Grochowiak/Anneliese Schröder (Katalog
der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1981/82). Bonn 1981, S. 57 mit Abb.
Hans Uhlmann (1900-1975): Die Aquarelle und Zeichnungen. Hrsg. Christoph Brockhaus und Jörn
Merkert. Red. Carmela Thiele (Katalog der Ausstellung im Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg/Berlinische Galerie 1990/91). Berlin 1990 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 161 mit Abb.
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Red. Anette Hüsch/Eugen Blume (Katalog der Ausstellung im Palast der Schönen Künste, Brüssel 2007). Köln 2007, S. 171.
Katalog-Nr. 34
Werk
Hubertus von Pilgrim, Konrad-Adenauer-Denkmal, 1980-1982
Bronze, Sockel Basalt
Kopf 200x150x150 cm, Sockel 57x100x85 cm
sign. seitl. re.: „Hu. Pilgrim / 1981“
24.5.1982 Einweihung
1 Gronau, Adenauerallee/Bundeskanzlerplatz
Dauerleihgabe des Bundes an die Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf niedrigem annähend würfelförmigem Sockel steht der in fünf Teilen gegossene überdimensionierte Porträtkopf des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer, dessen Geburts- und Sterbejahr (18761967) kaum sichtbar auf die Wangen graviert wurden. Reliefs an den Seiten und am Hinterkopf zeigen in symbolischen Darstellungen seine verschiedenen Lebensstationen und Taten mit den entspre-
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chenden Jahreszahlen. Auf Nacken-Kopf-Seite beginnend, finden sich im Uhrzeigersinn betrachtet:
der Kölner Dom, Erinnerung an Adenauers Amtszeit als Oberbürgermeister („17-33“ und „45“), der
Preußische Adler, Verweis auf die Präsidentschaft des preußischen Staatsrates („21-33“), die gebundenen Hände auf die Zeit der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus („33-45“).
Die Rückseite zeigt den Staatsmann auf einer Platte als redenden Kanzler mit erhobenem Zeigefinger,
über seinem Kopf der Bundesadler, links und rechts mit den Zahlen „49“ und „63“ ergänzt - die Zeitspanne seiner Kanzlerschaft. Ein Rosenstock kann verstanden werden als Symbol für Adenauers
christliche Haltung oder auch als Zeichen für das unter seiner Ägide aufblühende Deutschland - abgesehen von seinem bekannten Hobby der Rosenzucht. An die Rosen schließt sich ein Kruzifix an, wiederum Zeichen christlicher Gesinnung. Als kompositorisches Gegenstück zum Kölner Dom dient die
Kathedrale von Reims, Schauplatz der deutsch-französischen Aussöhnung. In der Hals-Nacken-Zone
steht Europa mit dem Stier für Adenauer als Wegbereiter der europäischen Einigung, darunter Rhein
und Siebengebirge, Anspielungen auf den europäischen Strom und den Wohnort des Kanzlers.
Durch die Monumentalisierung und die Lebenssymbole weicht der Kopf von einem herkömmlichen
Porträt ab. Ein kleineres Bronzemodell von 1979 befindet sich im Kunstmuseum Bonn, ein weiteres
im Deutschen Historischen Museum Berlin. Das Motiv griff der Künstler auch in einem Kupferstich
auf (Privatbesitz des Künstlers) und in einer auftraglosen Gussmedaille.
Kurzbiografie
Hubertus von Pilgrim
Geb. 1931 in Berlin. Nach einer Böttcherlehre und Abitur 1951-1954 Studium der Kunst- und Literaturgeschichte an der Universität Heidelberg, gleichzeitig bei Erich Heckel Grafik und Malerei. 19541960 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin (Meisterschüler bei Bernhard Heiliger).
1960/61 Aufenthalt in Paris. 1961/62 Gast in der Villa Serpentara in Olevano bei Rom. 1963 Berufung an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, gleichzeitig tätig als Kupferstecher an der
Akademie München. 1977 Berufung an die Akademie der Bildenden Künste München. Seit seiner
Emeritierung 1995 freischaffend tätig. 1997 Bundesverdienstkreuz. 2005 Bayerisches Verdienstkreuz.
2008 Deutscher Medailleur-Preis. Lebt und arbeitet in Pullach.
Einzelausstellungen u.a. 1977 Städtisches Museum Braunschweig; 2006 Theologisches Studienseminar der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Pullach; 2007 Universitätsclub Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1958 Figur im Wind, Arbeitsamt Berlin-Steglitz; 1974/75 Brunnen, Norddeutsche Landesbank, Braunschweig. Schuf 1989 22 identische Mahnmale, die an den
Todeszug der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau 1945 erinnern. Bis Herbst 2005 wurden
21 im Raum München entlang der Strecken der Todesmärsche errichtet und ein weiteres Mahnmal in
Jad Vaschem, der zentralen Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem.
Quellen
Gespräch Prof. Hubertus von Pilgrim mit Verfasserin 7.2.2011.
Schreiben Prof. Hubertus von Pilgrim an Verfasserin 19.2.2011.
Literaturhinweise
Dittmar, Peter: Adenauer als Quelle, Stier und Rosenstock. In: Die Welt 9.2.1980 (StA ZA 132/357).
Stolze, Wilfried: Krampfhafte Symbolik auf Adenauers Hinterkopf. In: BR 21.2.1980
(StA ZA 132/357).
V: Heftiger Streit um Adenauers Kopf. In: GA 10.4.1980 (StA ZA 132/357).
Stolze, Wilfried: Besser ein Brunnen als solch ein Hinterkopf. In: BR 22.4.1981 (StA ZA 133/955).
Zimmermann, Horst: Bonn fand noch keinen Platz für Adenauer. In: BR 23.1.1982 (StA ZA 134/270).
ly: Adenauer-Kopf vor das Kanzler-Amt? In: GA 9.2.1982 (StA ZA 134/270).
Leyendecker, Bernd: Kommt der Adenauer-Kopf vor das Kanzleramt? In: GA 16.3.1982
(StA ZA 134/270).
Kämpf, Margret: Wohin mit Adenauers Kopf aus Bronze? In: RSA 15.4.1982 (StA ZA 134/270).
ly: Adenauer-Büste soll vor das Kanzleramt. In: GA 22.4.1982 (StA ZA 134/270).
Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. XIV/20/82 vom 25.5.1982, S. 2-4 und Nr. 31 vom 14.6.1982
(StA ZA 134/270).
Kleikamp, Jürgen: Bronzeplastik vor dem Kanzleramt: „Der Alte“ hat wieder alles im Blick. In: BR
25.5.1982 (StA ZA 134/270).
ly: „Der Alte“ steht jetzt auf einem Basaltsockel. In: GA 25.5.1982 (StA ZA 134/270).
Hubertus von Pilgrim: Erklärung zu der Plastik von Adenauer. In: Das Parlament 12.6.1982 mit Erläuterungen des Künstlers zu dem Denkmal (StA ZA 134/270).
LN: Bronzekopf des „Alten“ mit lila Farbe bekleckst. In: BR 1.9.1984.
Rump, Gerhard Charles: Hochgeschätztes Foto-Motiv. Denkmal und Skulptur im öffentlichen Raum
(V). In: GA 4.9.1986 (StA ZA 2646-5).
Moderne Freiplastiken in Bonn. In: Beilage GA 31.12.1988 (StA ZA 140/4b-12).
31
Kicker, Gisela: Bilder des Unmenschlichen und des Schreckens. In: GA 21.12.1990.
zh: Kopfwäsche. In: GA 20.11.1993.
Wirth, Heidrun: Gefesselte Hände am Hinterkopf. In: BR 10.8.1996 (StA ZA 148/2749).
Schmidt, Doris: Ein Gang durchs Kanzleramt und seinen Park. In: Sturm, Peter: Kunst im Kanzleramt. Helmut Schmidt und die Künste. München 1982, S. 71. Die Autorin hält den Standort zum
Nachdenken über den ersten Kanzler der Bundesrepublik für nicht optimal. Der Kopf verlange eher
einen leicht abgeschirmten Bezirk.
Zimmermann, Maria. Denkmalstudien. Ein Beitrag zum Verständnis des Persönlichkeitsdenkmals in
der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin seit dem zweiten Weltkrieg. Phil. Diss. Münster
1982, S. 82-83, 139, Kat.-Nr. 50.
Trier, Eduard: Das Denkmal ist tot, es lebe das Denkmal! Vorstellung einiger Denkmäler der 80er
Jahre. In: Vergänglichkeit und Denkmal. Beiträge zur Sepulkralkultur. Hrsg. Jutta Schuchard und
Horst Claussen. Bonn 1985, S. 166, Abb. Nr. 91.
Rave, Horst: Bau Kunst Verwaltung. Dokumentation Ergänzungsfonds des Bundes 1977 bis 1984.
Hrsg. Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1986, S. 24, 136 mit
Abb. und Biografie.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, Abb. S. 59.
Rey, Manfred van: Bonner Stadtgeschichte kurzgefasst. Von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart.
Bonn 2001, S. 254.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/
Geschichte. Königswinter 2006, S. 15-17.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 60, Abb. S. 61.
Katalog-Nr. 35
Werk
Aufstellung
Standort
Henry Moore, Large Two Forms, 1966/1969
Bronze, 365x610x400 cm
Guss Hermann Noack, Berlin, Guss Nr. 4/4
28.8.1979 Aufstellung - 19.9.1979 offizielle Übergabe
zunächst als Leihgabe aufgestellt, 1981 Ankauf
1 Gronau, Dahlmannstraße 4 (Bundeskanzleramt, heute
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Auf einer kleinen Anhöhe dezentral gegenüber dem Eingang des Kanzlerbaus aufgestellt und von
rötlichem Klinker als Bodenbelag eingefasst, beherrscht die Bronze den Platz. Sie besteht aus zwei
zueinander in Beziehung gesetzten Formen: auf einen konvexen Block antwortet ein konkav gewölbter. Erst beim Umschreiten der Plastik erschließen sich die unterschiedlichen Aspekte, wobei das
Gleichgewicht aus jeder Perspektive gewahrt bleibt. Gegenüber dem eher düster wirkenden Bau des
Bundeskanzleramtes mit schwarzen eloxierten Aluminium-Fassaden setzen die monumentalen
schwellenden Formen einen kräftigen optischen Akzent, verstärkt durch das Spiel von Licht und
Schatten. Je nach Helligkeit erscheint die Bronze totgold bis tiefbraun.
Die beiden Formen können auf Moore’s zentrales Thema der menschlichen Gestalt - damit ist bei ihm
in der Regel die ruhende weibliche gemeint - zurückgeführt werden. Seine „Reclining Figures“ entstanden um 1924. Seit 1959 bestehen sie aus zwei oder mehr Teilen (Two Piece Reclining Figure No.
1, 1959). Trotz Vereinfachung und Reduktion der Form lassen die biomorphen Formen noch Assoziationen an organische Vorbilder wie menschliche Gliedmaßen oder Knochen zu.
Als Vorläufer entstanden 1966 zwei kleine Marmorfiguren Two forms und ein Gipsmodell für die
Großplastik Large Two Forms, nach der ein knapp ein Meter hohes Werkmodell aus rotem
Travertinmarmor gehauen wurde. Eine Kunststofffassung in Originalgröße - in der auch Versionen in
Fiberglas von 1969 und 1971 existieren - vermittelte die endgültige Dimension der Arbeit, von der
vier Exemplare gegossen wurden (außer der O-Nummer, die sich ursprünglich im Besitz des Künstlers befand und 1992 von der Henry Moore Foundation erworben wurde). Die Bonner Arbeit stand
zuvor im Londoner Kensington Gardens, wo sie anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers aufgestellt worden war. Zwei weitere Abgüsse befinden sich in der Art Gallery of Ontario Toronto und im
Neuberger Museum of Art, Purchase, New York. Der Verbleib eines Gusses ist unbekannt.
32
1981 musste die Bonner Bronze konserviert werden, da sie Grünspan angesetzt hatte. 1992 wurde sie
erneut wegen Witterungsschäden gereinigt, repariert, patiniert und mit einem Acrylharzüberzug versehen, diesmal nicht vor Ort, sondern durch die Berliner Gießerei Hermann Noack.
Kurzbiografie
Henry Moore
Geb. 1898 in Castleford/England, gest. 1986 in Much Hadham/England.
Nach Ausbildung zum Volksschullehrer und Kriegsdienst 1919-1924 Kunststudium an der Leeds
School of Art und am Royal College of Art London, dort 1925-1931 nach mehrmonatigem Aufenthalt
in Italien und Frankreich (Reisestipendium) Assistentenstelle bei Ernest Cole. 1931-1940 Leiter der
Bildhauerabteilung an der Chelsea School of Art London. 1940 Umzug nach Perry Green bei Much
Hadham/Herfordshire. Seit 1939 widmete der Künstler sich ausschließlich seinen bildhauerischen
Arbeiten. 1941 offizieller Kriegszeichner (Shelter Drawings - „Luftschutzkeller-Zeichnungen“, die
Moore im „Shelter Sketch Book“ zusammenfasste). 1941-1956 Kurator der Tate Gallery, London.
1948 Internationaler Preis für Skulptur der Biennale Venedig. 1957 Stephan-Lochner-Medaille der
Stadt Köln. 1958 Preis der Carnegie International Pittsburgh. 1974 Eröffnung des Moore Centre der
Art Gallery of Ontario, Toronto. 1975 Kaiserring der Stadt Goslar. 1977 Gründung der Henry Moore
Foundation. 1978 umfangreiche Schenkung des Künstlers von Skulpturen an die Tate Gallery.
Einzelausstellungen u.a. Retrospektiven 1946 Museum of Modern Art New York, 1972 Forte di
Belvedere, Florenz, 2010 Tate Britain, London.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1957/58 Reclining Figure, UNESCO-Gebäude Paris; 1963-1965
Reclining Figure (Zweiteilig Liegende), Lincoln Center for the Performing Arts, New York; 1952/53
King and Queen, 1971/72 Sheep Piece, beide Perry Green, The Henry Moore Foundation.
Quellen
Telefonische Auskunft Frau Maxfield, Henry Moore Foundation, Perry Green/ Hertfordshire, an Verfasserin 17.7.2009. Danach kaufte die Foundation 1992 das Künstlerexemplar Nr. 0/4.
1 Exemplar besitzt die Art Gallery of Ontario, Toronto, Nr. unbekannt
1 Exemplar Neuberger Museum of Art, Puchase, New York, Nr. 2/4
1 Exemplar Besitzer unbekannt, Nr. 1/4 oder 3/4
1 Exemplar Bonn, Nr. 4/4
Pressemitteilung Bundeskanzleramt „Henry Moore-Skulptur auf dem Vorplatz des Kanzleramtes.
Eröffnung einer Henry Moore-Ausstellung am 19. September 1979“ vom 28.8.1979
(BBR Bonn – Neubau Bundeskanzleramt).
Diehl, Karl-Ludwig: Die Henry Moore-Plastik „Large Two Forms“ vor dem Bundeskanzleramt in
Bonn. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
bn: Autokran hievte „Two Large Forms“ vors Kanzleramt. In: GA 29.8.1979 (StA ZA 131/61).
ma: Kanzler Schmidt auf der Suche nach einem künstlerischen Bundesadler. Moore-Plastik wird feierlich eingeweiht. In: GA 18.9.1979 (StA ZA 131/61).
Schmidt, Siegfried: Henry Moores eingegipste Ideen. In: BR 19.9.1979 (StA ZA 131/61).
ma: Henry Moores Bronze-Plastik soll Phantasie der Politiker beflügeln. In: GA 20.9.1979
(StA ZA 131/61).
Schmidt, Hannes: Neue Kunst für das Kanzleramt. In: Das Parlament 6.10.l979 (StA ZA 131/61).
Kunst im politischen Blickwinkel. In: Bonn Information 1.12.1979 (StA ZA 131/61).
ma: Kanzlers Kunst-Koloß wird geputzt. In: GA 9.10.1981 (StA ZA 133/156).
Rump, Gerhard Charles: Kräftespiel der Formen. Denkmal und Skulptur im öffentlichen Raum (VII).
In: BR 27.12.1986 (StA 138/2646-7).
kgh: Schafft Kohl die „Kanzlerplastik“ nun nach Berlin? In: BR 2.10.1992 (StA ZA 144/3207).
ma: Zur Schönheitskur nach Berlin. In: GA 28.10.1992 (StA ZA 144/3207).
pal: „Große Formen“ schmücken wieder Kanzleramts-Garten. In: BR 3.12.1992 zur Wiederaufstellung am 2.12.1992 (StA ZA 144/3207).
Kanthak, Dietmar: Ophelia in der Badewanne. In: GA 3.11.2007.
Henry Moore. Vol. 4: Sculpture and Drawings 1964-73. Hrsg. Alan Bowness. London 1977. Nr. 555
Two Forms (1966, Tafel 48-51); Nr. 556 Large Two Forms (1966 und 1969, Tafel 54-55); Fiberglasversion (1971, Tafel 52-53).
Bott, Gerhard: Henry Moore. Maquetten, Bronzen, Handzeichnungen. Hrsg. Bundeskanzleramt. Darmstadt 1979 mit Zusammenstellung der Arbeiten zum Thema „Large Two Forms“ und Statements des
Künstlers zu seinen Skulpturen. Kat.-Nr. 12 Abb. Two Forms (1966); Kat.-Nr. 11 Abb. Maquette
Large Two Forms (1966); Kat.-Nr. 58 Zeichnung Large Two Forms vor imaginärer Landschaft, mit
der Moore die Idealvorstellung seiner Skulptur in einer Landschaft erprobte; Kat.-Nr. 13 Maquette for
Double Oval, der veränderten Idee von Large Two Forms durch Hintereinanderfügen und Nebeneinanderstellen zweier Skulpturen mit ovalen Öffnungen.
33
Leuschner, Wolfgang: Bauten des Bundes 1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980, S. 216-218.
Lützeler, Heinrich: Bonn, so wie es war. Bd. 2. Düsseldorf 1980, S. 69-71.
Bott, Gerhard: Eine Großskulptur von Henry Moore für den Vorplatz des Bundeskanzleramts. In:
Sturm, Peter: Kunst im Kanzleramt. Helmut Schmidt und die Künste. München 1982, S. 82-87, 92-93,
Abb. Titelbild.
Schmidt, Doris: Ein Kunstwerk und ein Haus. In: Sturm 1982, S. 71, 90-91.
Moore, Henry: Bemerkungen über Plastik. In: Sturm 1982, S. 94-95, 96-97 (zu Naturbeobachtungen).
Klein, Heijo (Hrsg.): Regierungsbauten der Bundeshauptstadt. In: Bonn - Universität in der Stadt.
Beiträge zum Stadtjubiläum am Dies Academicus 1989 der Rheinischen Friedrich-WilhelmsUniversität Bonn. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn. Begründet von Edith Ennen, fortgeführt
von Dietrich Höroldt. Bd. 48. Bonn 1990, S.159.
Wenk, Silke: Henry Moore. Large Two Forms. Eine Allegorie des modernen Sozialstaates. Frankfurt/Main 1997.
Lichtenstein, Christa: Large Two Forms. In: Celebrating Moore. Works from the Collection of The
Henry Moore Foundation. Selected by David Mitchinson. London 1998, S. 283-284 mit Abb.
Ulrich, Ferdinand: Skulpturen im öffentlichen Raum. In: Henry Moore. Hrsg. Ferdinand Ulrich und
Hans-Jürgen Schwalm (Katalog der Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen 1999). Köln 1999,
S. 38-49 mit Abb.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 52, Abb. S. 53. Hier ist der Titel fälschlicherweise mit „Two large forms“ angegeben, vermutlich nach Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der
Stadt Bonn. Bonn 1986, S. 61, wo derselbe Fehler auftritt.
Schmidt, Helmut: Freundschaft mit Moore. In: Henry Moore und die Landschaft. Hrsg. Katja Blomberg und Beate Kemfert (Katalog der Ausstellung im Haus am Waldsee, Berlin/ Stiftung Opelvillen,
Rüsselsheim 2007/08). Köln 2007, S. 8-11 mit Abb.
Lichtenstein, Christa: Henry Moore. Werk - Theorie - Wirkung. München/Berlin 2008 (Biografie,
Ausstellungen, Bibliografie), S. 277-278, 418, Abb. S. 174 (versehentlich mit Titel „Two Large
Forms“).
60 x Kunst am Bau aus 60 Jahren. Hrsg. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Projektleitung Ute Chibidziura. Berlin 2010, S. 99, Abb. S. 98.
Katalog-Nr. 36
Werk
Aufstellung
Standort
Erich Hauser, Bodenreliefs 13/75, 1975/76
Edelstahl, je zwei Ø 600, 400 und 250 cm
Bodenbelag roter Granit
1976
1 Gronau, Dahlmannstraße 4 (Bundeskanzleramt,
heute Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Hauser bildete im offenen Stützenbereich der Eingangszone eine Kunstlandschaft, bestehend aus
sechs runden Bodenreliefs mit unterschiedlich großem Durchmesser. Er formte sie nach exakten
Konstruktionsplänen aus maschinell gefertigten Blechen aus Edelstahl. Die flachen geometrischen
Körper liegen wie Stahlrosetten in einer leicht gewellten Steinfassung aus rotem strukturell modelliertem Granit. Damit verwendet der Künstler das Material des Technikzeitalters Stahl in einer Weise, die
dennoch durch ihre Blütenform die Natur erkennen lässt. Die einzelnen matt silbrig glänzenden Elemente erinnern an sich entfaltende Blätter, die je nach Sonnenstand auch eine leicht goldene Tönung
annehmen können und die Architektur beleben.
Kurzbiografie
Erich Hauser s. Kat.-Nr. 14
Quelle
Aufstellung „Kunst am Bau“ 1975 bis 1976 der Bundesbaudirektion Bonn o.D. (BBR Bonn).
Literaturhinweise
nn: Kanzleramt als kulturelle Visitenkarte. In: GA 20.12.1975.
LSM: Die Kanzleramts-Kunst hat viele Köche. In: Die Welt 30.1.1976.
Hauser, Erich: Grundsätzliche Überlegungen zum Wettbewerb „Bundeskanzlerplatz“. In: Erich Hauser. Red. Manfred de la Motte (Katalog zur Ausstellung in der Galerie Hennemann Bonn 1976). Taschenbuchreihe Nr. 8. Bonn 1976, o.S. mit Abb.
34
Erich Hauser. Werkverzeichnis. Plastik 1970-1980. Hrsg. Institut für moderne Kunst Nürnberg. Zirndorf 1980, WV 13/75 6 Reliefs, Abb. S. 175-177.
Schmidt, Doris: Ein Gang durchs Kanzleramt und seinen Park. In: Kunst im Kanzleramt. Helmut
Schmidt und die Künste. München 1982, S. 69, Abb. S. 71.
Häusser, Robert/ Honisch, Dieter: Kunst Landschaft Architektur. Architekturbezogene Kunst in der
Bundesrepublik Deutschland. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1983, Abb. S. 80.
Erich Hauser. Werkverzeichnis 1960-2000. Hrsg. Lothar Späth. 2 Bde. Schramberg 2000. Bd. 1,
S. 65. Bd. 2, S. 97, 280 mit Abb.
Hirsch, Thomas: über Erich Hauser. Organisation im öffentlichen Raum. In: Künstler. Kritisches
Lexikon der Gegenwartskunst. Hrsg. Lothar Romain/Detlef Bluemier. Loseblattt-Ausgabe. München
2003, Ausgabe 64, Heft 26, S. 3, 7, Abb. S. 5.
Katalog-Nr. 37
Werk
Aufstellung
Standort
Günter Ferdinand Ris, Großes Lichtfeld, 1975/76
PVC/Lichtstäbe, 250x2100x700cm
1976
1 Gronau, Dahlmannstraße 4 (Bundeskanzleramt, heute
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
In einer ebenerdigen Passage zwischen Hof und Grünanlage installierte Ris vor dem Presseraum ein
Ensemble aus Rohren und Halbrohren unterschiedlicher Querschnitte, das mit zwei Lichtquellen auf
die Lichtverhältnisse des relativ dunklen Durchganges abgestimmt ist. Auf einheitlichem Pflaster
wurden insgesamt 96 Stelen in Gruppierungen unterschiedlicher Länge und Breite zu diesem Lichtfeld zusammengestellt. Dabei können zwei Hauptgruppen - sie umgeben die beiden mit mattem Plexiglas verkleideten Lichtsäulen - und mehrere Nebengruppen unterschieden werden. Da die einheitlich
hohen Stelen nicht bis zur Decke reichen, kann sich das Licht auch dort ausbreiten und zusammen mit
den von innen beleuchteten Säulen die Passage optisch erweitern, auch, weil die gegenüberliegende
Glaswand das Lichtfeld reflektiert. Die offene Formation ist begehbar und bietet unzählige Ansichten.
Die wie eine Wand in Längsrichtung aufgestellten Stelen nehmen Rücksicht auf vier quadratische
Pfeiler, die den Gang ebenfalls in Längsrichtung halbieren, und lassen den Durchblick zum Palais
Schaumburg frei.
Die ursprüngliche Absicht des Künstlers, die Arbeit weiter auszudehnen, wurde nicht verwirklicht.
Kurzbiografie
Günter Ferdinand Ris
Geb. 1928 in Manfort, gest. 2005 in Darmstadt.
1943-1945 freiwilliger Kriegsdienst. Aufgrund einer Kriegsverletzung 1947-1951 Studium der Malerei, nicht Bildhauerei, an den Kunstakademien in Karlsruhe (bei Otto Laible), Düsseldorf und Freiburg. 1952 Beschäftigung als Typograf, Porträtmaler und Werbeberater. 1957 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. 1960 Hinwendung zur Bildhauerei, die der Künstler als Befreiung empfand. 1961 Kunstpreis der Böttcherstraße, Bremen. 1963 Villa-Romana-Preis,
Florenz. 1984 August-Macke-Preis der Stadt Meschede. 1994 August-Macke-Medaille der Stadt
Bonn. Ris betätigte sich auch als Designer für Architektur, Möbel und Gläser.
Einzelausstellungen u.a. 1966 Galerie Springer, Berlin; 1998 Kunstmuseum Bonn; 2008 Retrospektive in der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1970/71 Wasser-Licht-Stelen, Deutsche Botschaft, Brasilia; 1975
Wasser-Licht-Stele, Saathoffplatz, Göttingen; 1981 Doppelseitige Lichtwand mit freistehenden Pfeilern, Medizinische Hochschule, Lübeck.
Quellen
Aufstellung „Kunst am Bau“ 1975 bis 1976 der Bundesbaudirektion Bonn o.D. (BBR Bonn).
Marx, Eberhard: Günter Ferdinand Ris. Laudatio zur Preisverleihung des August-Macke-Preises der
Stadt Meschede 1984 in der Stadthalle Meschede.
Literaturhinweise
Brauchitsch, Boris von: Spuren im unendlichen Raum. In: GA 20.5.2005 (Nachruf).
Stemmler, Dierk: G.F.Ris. Lichtwände, Lichtpfeiler, Lichtfelder. Heidelberg 1983, S. 26-30, Abb.
S. 80-85.
Heusinger von Waldegg, Joachim: G.F. Ris. Frankfurt 1994, S. 84, 116, Abb. S. 80-83.
G.F. Ris. Das plastische Werk 1958-2001. Hrsg. Boris von Brauchitsch. Köln 2002 (Werkverzeichnis,
Biografie, Ausstellungen, Bibliografie). WV 138, S. 26, Abb. S. 83-85.
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Katalog-Nr. 38
Werk
Aufstellung
Standort
Anna-Maria Kubach-Wilmsen/Wolfgang Kubach, Alpenstück, 1980-1984
italienischer Serpentin, 98x118x167cm
10.6.1988
1 Gronau, Görresstraße 15 (vor Bundesrat,
heute Platz der Vereinten Nationen 2)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Das Alpenstück von dem Künstlerehepaar Anna-Maria und Wolfgang Kubach-Wilmsen ist ein steinernes Buch aus grünem italienischem Serpentin mit ausdrucksvollen Maserungen auf dem „Buchrücken“. Feine Reihen wurden so in den Stein gefräst, dass der Eindruck eines alten, aus vielen Lagen
dicken Papiers bestehenden Folianten entsteht. Die Verfremdung des Materials macht neugierig. Im
Gegensatz zu einem normalen Buch soll dieses nach Aussagen der Künstler „von den Augen gehalten
und mit der Hand gelesen“ werden. Üblicherweise kennzeichnen ein Buch Transportfähigkeit, Leichtigkeit und Zugänglichkeit des Inhalts, dieses hingegen ist unbeweglich, gewichtig und der Inhalt
bleibt verschlossen. In diesem zeitlosen, auf Dauerhaftigkeit angelegten Werk wird Geschichte sinnlich erfahrbar.
Die Arbeit wurde vom Bund auf Vorschlag des Präsidenten des Landes Rheinland-Pfalz erworben.
Ein kleineres, handlicheres Pendant, das Buch ohne Rücken von 1978 aus spanischem Marmor, befindet sich in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages.
Kurzbiografien
Anna Maria Kubach-Wilmsen
Geb. 1937 in Appeldorn/Niederrhein. 1959-1965 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München (Meisterschülerin bei Josef Henselmann). Lebt und arbeitet in Bad Münster
am Stein.
Wolfgang Kubach
Geb. 1936 in Bad Münster am Stein, dort 2007 gestorben.
1959-1965 Studium der Bildhauerei und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München.
1968 bis zum Tode von Wolfgang Kubach gab es das Kubach-Wilmsen-Team. Beide hatten sich während des Studiums kennen gelernt und 1965 die Alte Kirche Hackenheim vor Bad Kreuznach als Atelier erworben. 1983 1. Förderpreis des Niederrheinischen Kunstvereins, Wesel. 1985 Förderungspreis
Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin. 1991 Villa Massimo-Stipendium, Rom. 1998
Gründung der Fondation Kubach-Wilmsen, um einen Steinskulpturenpark mit Museum in Bad Münster am Stein/Ebernburg zu realisieren. 2003 Eröffnung des Skulpturenparks, 2010 des Museums.
Einzelausstellungen u.a. 1973 Goethe-Institut, Rom; 1997 Galerie Hennemann, Bonn; 2000 Gallery
Yamaki, Osaka.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1975 Horizontal Column, Van Dusen Botanical Gardens, Vancouver; 1981/82 Ruhende Nachricht, Cambridge Dragoner Kaserne, Celle; 1995 Stone Book Universe,
University of Connecticut, Storrs/Co.
Quellen
Telefonische Auskunft Helmut Fellner, Leiter der Außenstelle Ausschuss für Verteidigung, Ausschuss
für Auswärtige Angelegenheiten im Bundesrat, an Verfasserin 11.8.2009.
Ansprache vom Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz Dr. Bernhard Vogel anl. der Enthüllung der Skulptur am 10.6.1988 - mit Zitat der Künstler (Nachlass Hallensleben).
Home-page Kubach-Wilmsen. Online im Internet: URL: www.kubach-wilmsen.de (2010).
Home-page Fondation Kubach-Wilmsen. Online im Internet: URL:
www.fondation-kubach-wilmsen.de/ (2011).
Literaturhinweise
Hartmann, Ann-Kathrin: Reliquien aus dem Steinbruch. In: GA 25.7.1987.
ml: Steinbuch vor dem Bundesrat mahnt zum Innehalten. In: GA 11.6.1988.
Wirth, Heidrun: Dickes Stück aus den Alpen. In: BR 26.7.1997 mit Abb. (StA ZA 149/2553-13).
Traub, Ulrich: Die Spur der Steine. In: GA 18.9.2010.
Störenfriede im öffentlichen Interesse. Städtische Galerie Nordhorn und die Autoren. Hrsg. Martin
Köttering und Roland Nachtigäller. Nordhorn 1997, S. 258 mit dem Hinweis auf den Einfluss der
Schriften der Hildegard von Bingen auf das Werk Kubach-Wilmsen (4. Teil ihrer Naturkunde, ein
Buch über Steine, deren Heilkräfte sie beschrieb).
Kataloge der Kunstwerke in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages. Hrsg. Der Beauftragte
der Bundesregierung für kulturelle Angelegenheiten und Medien. Bearb. Heijo Klein. Bd. 1, Bonn
1999, S. 55.
Henze, Wolfgang: Kubach-Wilmsen. Werke 1971-2000 (Katalog der Ausstellung in der Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern 2000). Bern 2000 (Biografien, Ausstellungen, Bibliografie).
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Katalog-Nr. 39
Werk
Aufstellung
Standort
Adolf Luther, Integration Wasser-Linsen (Hommage à Monet), 1982/1990
16 Hohlspiegellinsen, Ø jeweils 75 cm
1982/1990
1 Gronau, Hermann-Ehlers-Straße 29
(Zufahrt vor dem Wasserwerk - Eingang V)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
1982 wurden zunächst elf runde, konvex gewölbte Hohlspiegel installiert, die nach der Wiedervereinigung 1990 entsprechend der neuen Zahl der Bundesländer um fünf erweitert wurden. Ähnlich wie
die Seerosen von Monet schwimmen sie auf einem künstlichen Teich und reflektieren und dynamisieren den sie umgebenden Raum mit seinen wechselnden atmosphärischen Erscheinungen. Der Betrachter kann diese Phänomene und die Vervielfachung des realen Raumes beobachten. Durch Veränderung des Standortes wird er zum aktiven Partner der kinetischen Installation. Sie zeigt das Interesse
des Künstlers an den Eigenschaften des Lichts, die er zunächst mit Hilfe von zersplittertem Glas,
Brillengläsern, später Prismen, Linsen und konkav/konvex gewölbten Hohlspiegeln untersuchte.
Die Wasser-Linsen werden nur in den Sommermonaten installiert, sind allerdings erst wieder nach
Abschluss der Sanierungsmaßnahmen des Bürogebäudes des Deutschen Bundestages („Langer Eugen“) vor Ort zu sehen.
Kurzbiografie
Adolf Luther
Geb. 1912 in Krefeld, dort 1990 gest.
1938-1941 Jurastudium in Köln und Bonn. 1942 Beginn der Malerei, zunächst Autodidakt. Ab 1957
widmete er sich ausschließlich der Kunst. 1964 Kunstpreis der Stadt Krefeld. 1979 Verleihung des
Professorentitels durch das Land Nordrhein-Westfalen. 1982 Thorn-Prikker-Medaille, Krefeld. 1989
Gründung der Adolf-Luther-Stiftung, Verleihung des Verdienstordens des Landes NordrheinWestfalen.
Einzelausstellungen u.a. 1960 Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld; 1974 Kunsthalle Düsseldorf; 1987
Retrospektive Kunsthalle Bremen.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1971/72 Sphärisches Hohlspiegelobjekt, Finanzschule Schloss
Nordkirchen; 1973 Hohlspiegelobjekt, Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg; 1990 Integration, StehLinsen, Ostwall, Krefeld.
Quellen
Schriftliche Auskunft Max Hermann Maurmann, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bonn, an
Verfasserin 19.8.2009.
Home-page Adolf-Luther-Stiftung. Online im Internet: URL:
www.adolf-luther-stiftung.com [11.11.2011].
Literaturhinweise
Licht und Transparenz. Text und Red. Sigrid Barten (Katalog der Ausstellung im Museum Bellerive
Zürich 1988/89). Zürich 1988, S. 26-35 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Broska, Magdalene: über Adolf Luther. In: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Hrsg.
Lothar Romain/Detlef Bluemier. Loseblatt-Ausgabe. München 1993, Ausgabe 24, Abb. S. 13.
Kunst im Parlament. Ausgewählte Werke aus der Sammlung des Deutschen Bundestages. Bearb.
Mechtild Drahten. Köln 1997, S. 214-215, Abb. S. 216-217.
Kataloge der Kunstwerke in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages. Hrsg. Der Beauftragte
der Bundesregierung für kulturelle Angelegenheiten und Medien. Bearb. Heijo Klein. Bd. 1, Bonn
1999, S. 241.
Katalog-Nr. 40
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Silvius Wodarz, Findling Rette den Wald, 1983/84
Granitfindling 180x138x114 cm
Inschriften: „RETTE DEN WALD/ 1983/84 / UMWELTSCHUTZVEREIN / WAHLSTEDT/ SCHLESWIG-HOLSTEIN“
11.1.1984 - offizielle Übergabe 12.1.1984
1 Gronau, Hermann-Ehlers-Straße/Stresemannufer
Geschenk des Umweltschutzvereins Wahlstedt/Schleswig-Holstein
an den Bundestag
Beschreibung
Zunächst neben dem Haupteingang des Deutschen Bundestages aufgestellt, befindet sich der Mahnstein aus Schleswig-Holstein nunmehr gegenüber dieses Gebäudes unter einem Ahornbaum. Die
37
Schauseite des Steins ist zu einer nahezu ebenen Fläche behauen und ein Relief in Form eines Medaillons herausgearbeitet: Ein fünfblättriges Eichenlaub wird von einem Ring umrahmt, in dessen unteren
Kreisteil die Inschrift „Rette den Wald“ eingepasst wurde. Die weiteren Informationen befinden sich
im rechten unteren Teil des Steins. Das Emblem ist der DM - 10-Pfenning-Münze entlehnt.
Weitere dieser „Waldsteine“ stehen in u.a. vor den Landtagen in Bremen, Hamburg und Kiel sowie in
Berlin.
Kurzbiografie
Silvius Wodarz
Geb. 1930 in Ratibor/Oberschlesien. Studium der Forstwissenschaften an der Universität Göttingen.
1969 Promotion. Ab 1958 in der schleswig-holsteinischen Landesforstverwaltung tätig. 1966-1995
Leiter der Lehranstalt für Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Bad
Segeberg. 1999 KWF-Medaille (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik), 2007 Goldener
Eibenzweig, Verein CambiaRare. Lebt in Marktredwitz.
Als engagierter Umwelt- und Naturschützer gründete Wodarz 1972 den Umweltschutzverein
Wahlstedt. Unter dem Eindruck der Debatte um das sog. „Waldsterben“ verwirklichte er mit seiner
Aktion „Rette die Bäume - Rette den Wald“ 1989 erstmalig die Idee, einen „Baum des Jahres“, die
Eiche, auszurufen. Wodarz ist nach wie vor Vorsitzender dieses Vereins, der noch heute unter dem
Namen „Baum des Jahres e.V.“ besteht.
Quellen
Aufruf der Aktion „Rette den Wald“ zum Start der Initiative „Waldstein“ o.D. [1984]
Schriftliche Auskunft Dr. Silvius Wodarz an Verfasserin 8.12.2009.
Katalog-Nr. 41
Werk
Hans Dieter Bohnet, Integration ‘76, 1974-1976
Edelstahl, Ø 400 cm, Sockel Höhe 16 cm
sign. auf Platte an Sockelsäule: „BOHNET 74 - 76“
Dezember 1986
1 Gronau, Charles-de-Gaulle-Straße/Heimkehrerweg
Bund
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Kugel und Kubus werden in dieser Arbeit verbunden. Eine Stahlkugel steht auf einer kurzen Säule,
die in ein mit Granitsteinen bepflastertes Betonfundament eingelassen ist. Dreizehn halbkreisförmige
scheibenartige Segmente sind zusammengesetzt und gegeneinander verschoben. Im Zentrum befinden
sich zwei Kuben, jeweils zur Hälfte sichtbar. Die Kugel ist in der Achse um 45 Grad gekippt und
drehbar.
Seit Ende der 1960er Jahre beschäftigte sich Bohnet mit anorganischen, stereometrischen Formen. Die
ersten Kugelobjekte, bei denen er die Kugel in gleichmäßige Scheiben zerlegte und neu wieder zusammensetzte, entstanden um 1970. Dabei interessierten ihn die Zusammenhänge von Innen und
Außen, Schale und Kern.
Das unter dem Arbeitstitel „Integration“ entwickelte Rundobjekt beinhaltet nur gut die Hälfte des
Vollvolumens einer Kugel. Auf knappste Form sind dabei die gegensätzlichen geometrischen Grundformen Kugel und Kubus zu einer harmonischen Einheit kombiniert.
Kurzbiografie
Hans Dieter Bohnet
Geb. 1926 in Trossingen, gest. 2006 in Stuttgart.
1945/46 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Stuttgart. 1946-1950 Studium an der
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (bei Otto Baum). Seit 1950 in Stuttgart als freischaffender
Bildhauer tätig. 1962 Villa-Massimo-Preis, Rom. 1971 Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart. 1979/80
Stipendium für die Cité Internationale des Arts, Paris.
Einzelausstellungen u.a. 1993 Retrospektive Städtische Galerie Böblingen; 2006 Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, Freiburg (zusammen mit Roland Phleps).
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1971/72 Kugelobjekt (Wunderapfel), GENO-Haus, Stuttgart;
1985/86 Kraft-Bewegung, Kreissparkasse Böblingen; 1993 Unter den Stangen, Wartberg, Stuttgart.
Quellen
Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Bohnet/Luz zu dem Kugel-Objekt vom Februar 1976
(Nachlass Hallensleben).
Elben, Georg: „Integration 1976“ von Hans Dieter Bohnet. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Schneider, Tassilo: Der Überraschungseffekt des allzu Vertrauten. In: Stadtkurier Freiburg 22.6.2006.
Online im Internet: URL: www.stiftungkonkretekunst.de/ausstellungen/2006_bohnet/stadtkurier_20060622.html [11.11.2011].
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Stadt Stuttgart: Kunst im öffentlichen Raum - 20./Jahrhundert. Biografien von 40 Künstlern. Hans
Dieter Bohnet. Online im Internet: URL: www.stuttgart.de/item/show/182212 (11.11.2011).
Literaturhinweise
Wentsch, Wolfgang: Endet Odyssee der „Integration ‘76“ in der Gronau? In: GA 29.3.1984.
Nach zehn Jahren nun am Bestimmungsort. In: RSA 10.12.1986 (StA ZA 138/3603).
kri: Neue Stahlplastik in der Gronau ist eine Kugel. In: BR 13.12.1986 (StA ZA 138/3603).
ly: „Integration 1976“ steht am Rheinufer. In: GA 16.12.1986 (StA ZA 138/3603).
„Integration 1976“ - Kunstwerk vor „Langem Eugen“. In: Das Parlament 10.1.1987
(StA ZA 139/201).
Cosar, Sascha: Gigantische Murmel aus Metall. In: BR 22.8.1997 mit Abb. (StA ZA 149/2553-14).
H. D. Bohnet. Bildhauer. Hrsg.: Städtische Galerie Böblingen. Texte: Hans Kammerer/ Marion Keiner/ Jens Kräubig (Katalog der Ausstellung in der Städtischen Galerie Böblingen 1993). Böblingen
1993 (Biografie, Bibliografie), S. 62, 107, Abb. S. 93. Hier wird irrtümlich das Aufstellungsjahr mit
1980 angegeben.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 42, Abb. S. 43.
Katalog-Nr. 42
Werk
Aufstellung
Standort
Erich Hauser, Raumsäule 8/73, 1973 (versetzt)
Edelstahl, Hauptteil 800x500x300 cm
8.11.1973 Einweihung
1 Gronau, Schlegelstraße 2 (Landesvertretung Baden-Württemberg)
seit 2001 Rotebühlplatz, Stuttgart
Land Baden-Württemberg
Auftraggeber
Beschreibung
Die markante dreiteilige Plastik verband Alt- und Neubau der Landesvertretung. Ein aus sechs Rohrstücken bestehendes Element - hoch aufgerichtete, vertikale und mehrmals geknickte Röhren - wurde
links des Eingangsbereiches auf dem gepflasterten Vorplatz aufgestellt. Die beiden dazugehörigen
Teile, das aus zwei Rohrstücken bestehende „Knie“ und das dritte einteilige Teilstück ragten rechts
neben dem Eingang aus der Fassade des Nebentraktes. Mit dem Motiv der Säulen hatte sich Hauser
seit 1967 intensiv beschäftigt und mit ihnen die Grenzen des statisch Machbaren ausgelotet. Die gelenkartig miteinander verbundenen Rohrteile thematisieren das Problem des labilen Gleichgewichts.
Arbeitsspuren sind nicht mehr erkennbar.
Die Bonner Konstruktion ist das Ergebnis eines Wettbewerbs für die Platzgestaltung des Neubaus der
Landesvertretung. Die Röhren stehen für „Dynamik und Fortschritt“, so die Begründung der Jury, die
gut nachvollziehbar ist, kann doch der hochreflektierende Nirosta-Stahl als Symbol für Fortschritt und
Ausdruck des Technikzeitalters gedeutet werden. Die dynamischen Richtungen der winklig aneinander geschweißten Stücke assoziieren Räumlichkeit und Bewegung. Sie verbanden wirkungsvoll die
Elemente Luft und Erde mit den Gebäuden. Das Kunstwerk wurde 1972 im Rahmen der „Kunst-amBau“-Regelung angekauft: eine mutige Entscheidung, hatte doch der beabsichtigte Ankauf der im
Herbst 1970 temporär auf dem Münsterplatz aufgestellten Raumsäule 17/70 desselben Künstlers für
viel Aufregung gesorgt.
Im Juli 1990 wurde die inzwischen verformte Plastik in Rottweil repariert und bei der Neuinstallation
drei Monate später zur Sicherung mit einem kleinen Wall aus Pflastersteinen umgeben. Nach dem
Umzug der Landesvertretung Baden-Württemberg nach Berlin wurde das Gebäude in Bonn ohne die
Raumsäule verkauft. Ein neuer Standort fand sich im Hof des damals gerade sanierten Rotebühlbaus
in zentraler Lage in Stuttgart. Die Umsetzung erfolgte in Abstimmung mit dem Künstler. Allerdings
konnte das Objekt nur zweiteilig aufgestellt werden. Das aus der Wand ragende kleinste Element
wurde an Hauser zurückgegeben. Daher ergibt sich in Stuttgart der Eindruck einer Bodenplastik, während in Bonn die Röhren so installiert waren, dass es aussah, als durchstießen sie die Außenwand im
Zickzack.
Am 12.12.2001 - drei Tage vor dem 71. Geburtstag des Künstlers - wurde die Arbeit Am Rotebühlplatz neu aufgestellt und setzt jetzt ein Zeichen für das dort untergebrachte Behördenzentrum.
Kurzbiografie
Erich Hauser s. Kat.-Nr. 14
Quellen
Telefonische Auskunft Karola Lake, Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Stuttgart, an Verfasserin 26.10.2009.
Elben, Georg: „Räumsäule“ von Erich Hauser. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
39
Literaturhinweise
Hauser-Plastik für die Landesvertretung. In. GA 4.8.1973 (StA ZA 125/1346).
wp: Hauser-Plastik für Landesvertretung. In: RSA 6.11.1973 (StA ZA 125/1346).
Wa: Baden-Württemberger zahlten 5,6 Millionen für Um- und Neubau ihrer Landesvertretung. In: GA
8.11.1973 (StA ZA 125/1346). Danach wurden insgesamt 3% der Bausumme für Kunst ausgegeben,
DM 98.000 entfielen auf die Hauser-Plastik.
Heusinger von Waldegg, Joachim: Nur nicht auffallen. In: Neues Rheinland, Jg. 17, Nr. 9, September
1974,
S. 17, Abb. S. 15.
Hepperlee, H.: Umbau und Erweiterung des Hauses der Landesvertretung Baden-Württemberg in
Bonn. In: Die Bauverwaltung. Jg., 50, Heft 2, 1977, S. 42-45 (StA ZA 137/3715).
E.K.: Baden-Württemberg. In: Die Welt 30.8.1988 (StA ZA 140/2174-4).
ucs: Der verbeulte stählerne Riese geht jetzt in Rottweil zur Kur. In: BR 12.7.1990
(StA ZA 142/2393).
GA: Baden-Württemberg hat sein Wahrzeichen wieder. In: GA 25.10.1990 (StA ZA 142/2393).
impression. Jg. 8, Heft 5-7, Juli 1991, S. 4 (StA ZA 144/2855).
Harenbrock, Petra: „Ofenrohr zum Dampf ablassen“. In: BR 1.8.1998 (StA ZA 150/2742).
kl: Plastik von Erich Hauser vor dem Rotebühlbau. In: Stuttgarter Zeitung 13.12.2001.
Bott, Gerhard: Einführung. In: Erich Hauser. Werkverzeichnis. Plastik 1962 bis 1969. Hrsg. Institut
für moderne Kunst Nürnberg. Red. Ernst Neidel. Bearb. Werkverzeichnis Hansfried Defet (Katalog
der Ausstellung im Württembergischen Kunstverein Stuttgart 1970). Nürnberg 1970, S. II-VII (zur
Entwicklung des Werks).
Erich Hauser. Red. Manfred de la Motte (Katalog zur Ausstellung in der Galerie Hennemann Bonn
1976). Taschenbuchreihe Nr. 8. Bonn 1976, Abb. o.S.
Erich Hauser. Werkverzeichnis. Plastik 1970-1980. Hrsg. Institut für moderne Kunst Nürnberg. Zirndorf 1980, WZ 8/73, Abb. S. 132-133.
Häusser, Robert/ Honisch, Dieter: Kunst Landschaft Architektur. Architekturbezogene Kunst in der
Bundesrepublik Deutschland. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1983, Abb. S. 80.
Ausbau der Bundeshauptstadt. 10 Jahre Hauptstadtvereinbarung 1975-1985. Dokumentation. Hrsg.
Karl Heinz van Kaldenkerken. Bonn o.J [1985], S. 22.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 58.
Erich Hauser. Werkverzeichnis 1960-2000. Hrsg. Lothar Späth. 2 Bde. Schramberg 2000. Bd. 1,
S. 63. Bd. 2, S. 85, 279 mit Abb.
Hirsch, Thomas: Über Erich Hauser. Organisation im öffentlichen Raum. In: Künstler. Kritisches
Lexikon der Gegenwartskunst. Hrsg. Lothar Romain/Detlef Bluemier. Loseblatt-Ausgabe. München
2003, Ausgabe 64, Heft 26, S. 3-15.
Bücheler, Rebekka/Rabenstein, Gwendolyn: Erich Hauser. In: Skulpturen des 20. Jahrhunderts in
Stuttgart. Hrsg. Bärbel Küster. Heidelberg 2006, S. 34 mit Abb. in Bonn und Stuttgart, 121. Die auf S.
34 geäußerte Ansicht, das Werk sei „in die Kritik“ geraten und deshalb demontiert worden, trifft nicht
zu. Die Verlagerung nach Stuttgart ist Folge des Umzugsbeschlusses bzw. Verkaufs des Gebäudes.
Katalog-Nr. 43
Werk
Aufstellung
Standort
Kurt Arentz, Büste Franz Josef Strauß (1915-1988), 1988 (abgebaut)
Büste Bronze, Sockel Granit
gesamt 220x60x57,5 cm, Büste 53x51x37 cm, Sockel 165,5x60x57,5 cm
Inschrift auf Sockel oben in Bronzebuchstaben:
„FJStrauß“ (als Unterschrift)
darunter auf Bronzetafel erhabener Text:
„Franz Josef Strauß / Mitglied des Deutschen Bundestages / 1949 - 1978 /
Bundesminister für besondere Aufgaben / 1953 / Bundesminister für Atomfragen / 1955 / Bundesminister für Verteidigung / 1956 - 1962 / Bundesminister für Finanzen / 1966 - 1969 / Ministerpräsident des Freistaates Bayern
/ 1978 - 1988 / Aus Anlaß des ersten Todestages / gestiftet von / Quick /
Bonn, 3. Oktober 1989“
3.10.1989 Einweihung
1 Gronau, Fritz-Erler-Straße 34
(Gästehaus der Landesvertretung des Freistaates Bayern - Garten)
seit 2000 im Haus der Geschichte, Bonn
40
Auftraggeber
Vertretung des Freistaates Bayern
Beschreibung
Die überlebensgroße Porträtbüste zeigt den Kopf von Franz Josef Strauß mit lächelnden Gesichtszügen. Auf der Vorderseite des hohen Sockels sind die politischen Stationen des ehemaligen Ministerpräsidenten aufgeführt, seine Unterschrift in Bronze hervorgehoben. Die Büste wurde noch zu Lebzeiten des Politikers geschaffen und war ursprünglich für Wildbad Kreuth vorgesehen. Nach seinem
Ableben wurde sie jedoch auf Anregung des langjährigen Korrespondenten der Zeitschrift „Quick“
Paul Limbach sowie des Chefredakteurs Peter Ballsiger nach Bonn gegeben und genau ein Jahr nach
dem Tod des Vorsitzenden der CDU im Garten des Gästehauses der Bayerischen Landesvertretung
enthüllt.
Inzwischen wurde der Standort geändert. Am 13. Juli 2000 übergab Staatsminister Reinhold Bocklet
die Büste dem Haus der Geschichte in Bonn.
Arentz gestaltete zwei weitere Straußbüsten. Eine kleinere Fassung von 1982, die zunächst im Arbeitszimmer des Politikers in der Staatskanzlei München und nach seinem Tod in der Bayerischen
Landesvertretung Bonn stand, wurde nach Berlin mitgenommen. Ein drittes, wie ein Hochrelief gestaltetes Bildnis (beim Wachsmodell wurde der Kopf hinten schräg abgeschnitten) von 1986 befindet
sich im Besitz der Familie Strauß.
Kurzbiografie
Kurt Arentz
Geb. 1934 in Köln. Nach handwerklicher Lehre ab 1959 selbständiger Geschäftsmann. 1978 Beginn
der künstlerischen Tätigkeit, als Künstler Autodidakt. Seit Anfertigung der Porträtbüste der Goldmedaillengewinnerin Ulrike Meyfarth 1982 wird diese Gattung zu einem zentralen Thema seines Schaffens. 1994 Omphal-Medaille. 1998 Heinz Sielmann Umweltpreis. Lebt und arbeitet in Leverkusen.
Einzelausstellungen u.a. 1984/85 Museum Alexander König, Bonn; 1994 Retrospektive im Museum
Europäische Kunst, Schloss Nörvenich; 1996 Rotes Rathaus, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1986 Roland (Schulpferd des BAYER-Reitervereins), Reithalle
Leverkusen; 1997 Die Reise - Mutter und Kind, Fußgängerzone Opladen; 1998 Denkmal Josef Kardinal Frings, Laurenzplatz, Köln.
Quellen
Schriftliche Auskunft Thomas Brag, Bayerische Vertretung Berlin, an Verfasserin 27.8.2009.
Telefonische Auskunft Kurt Arentz an Verfasserin 7.12.2009.
Schriftliche Auskunft Wolfgang Kreutzer, Haus der Geschichte, Bonn, an Verfasserin 8.4.2010.
Home-page Arentz-Archiv. Online im Internet: URL: www.portrait-bueste.de [11.11.2011].
Literaturhinweise
svp: Kleines Protokoll. In: GA 4.10.1989 mit Abb. (StA ZA 141/2513).
k.r./wst: Ein „leicht verschmitzter“ Strauß. In: BR 4.10.1989 (StA ZA 141/2513).
Strauß lächelt vom Denkmal-Sockel. In: Rhein-Zeitung 7.10.1989 (StA ZA 141/2513).
Katalog-Nr. 44
Werk
Gotthelf Schlotter, Vogelbrunnen, 1980-1984
Bronze, 160x320x320 cm, Rondell Ø 500 cm
sign. u.: „Gotthelf Schlotter 1984“
25.9.1984 Einweihung
1 Gronau, Kurt-Schumacher Straße 2-4 (Landesvertretung Hessen - Garten)
Land Hessen
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der dreistöckig aufgebaute Brunnen wirkt wie ein Vogelbaum, von dem zuunterst fünf, dann vier und
zuoberst drei Zweige abgehen mit insgesamt 14 vertieften Blättern. Fünf davon dienen Vögeln als
Trinkschalen. Zwei weitere - sich paarende Spatzen - bekrönen das lebendig und bewegt wirkende
Wasserspiel, das von einem mit Findlingen bedeckten Rondell umrahmt wird. Der Brunnen schmückt
den Garten des ehemaligen Gästehauses der Landesvertretung. Er wurde mit einem Brunnenfest eingeweiht.
Der Künstler wurde vor allem mit Tierplastiken bekannt, überwiegend Vögeln in Bronze. Typisch für
den Bildhauer ist der Aufbau des Brunnens in Wachs mit einem kupfernen Armierungsgestänge, das
am Ende mitverschmolzen wird. Es garantiert, dass die meist fragilen Formelemente ihre Position und
Stabilität behalten.
Kurzbiografie
Gotthelf Schlotter
Geb. 1922 in Hildesheim, gest. 2007 in Darmstadt.
1938-1941 Lehre als Bildhauer bei seinem Vater Heinrich, Besuch der Kunstgewerbeschule Hildesheim. Nach Kriegsgefangenschaft 1946 Kunststudium in München. 1949-1951 Lehre als Tischler.
41
Seit 1951 in Darmstadt als freier Bildhauer tätig. 1955 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. 1967 Vorsitzender der Neuen Darmstädter Sezession. 1970/71 Lehrtätigkeit am Institut für Kunst- und Werkerziehung, Mainz. 1972 Johann-Heinrich-Merck-Ehrung.
Einzelausstellungen u.a. 1980 Galerie Scheffel, Stadthaus Bad Homburg; 1996 Schloss Lichtenberg/Odenw.; 2008 Galerie Netuschil, Darmstadt.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1977 Große Spirale, HEAG Neu-Kranichstein, Darmstadt; 1983
Großer Brunnenbaum, Vogelpark Walsrode; 2006 Ruf der Kraniche, Ortseingang Bargfeld.
Literaturhinweise
Landesvertretung. In: Die Welt 10.8.1983 mit Abb. (StA ZA 135/1769).
Wa: Nicht nur die Fontänen plätscherten beim hessischen Brunnenfest. In: GA 27.9.1984 mit Abb.
(StA ZA 136/2551).
Schmitt, Christian: Gedanken mit Händen aufs Wesentliche reduziert. In: GA 13.10.1984 mit Interview mit dem Künstler (StA ZA 136/2551).
Bs: Bildhauer Schlotter: Manege in Bronze. In: BR 8.12.1984 (StA ZA 136/2551).
Schlotter, Sebastian: Gotthelf Schlotter 1922-2007. Darmstadt 2008 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), S. 48, Abb. S. 14 Brunnen im Atelier, S. 157 vor Landesvertretung Hessen in Bonn.
Held, Roland: Vögel können sich gut einschmuggeln. In: Schlotter, Sebastian: Gotthelf Schlotter
1922-2007. Darmstadt 2008, S. 77-79 (zu den Tierplastiken).
Katalog-Nr. 45
Werk
Aufstellung
Standort
Diether Heisig/Stefan Schwerdtfeger
Skulptur als Symbol für Niedersachsen, 1989-1991
Bronze und Stein: Jura-Travertin (goldgelb), Granit (Baltic-Braun)
Sinuskurve Teil 1: 340x250xØ 80 cm
Sinuskurve Teil 2: 105x510x200 cm
Gießereistempel Teil 2, seitl. re.: „GUSS BARTH ELMENHORST“
16.5.1991 Einweihung
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Straße 19 (heute 28,
Landesvertretung Niedersachsen)
Land Niedersachsen
Auftraggeber
Beschreibung
Die Künstlergemeinschaft Schwerdtfeger + Heisig erläuterte ihre Arbeit wie folgt:
„Niedersachsen ist das einzige Land der Bundesrepublik, das zugleich Gebirge, Tiefland und Meeresküste besitzt. Diese Besonderheit des Landes ist das Thema der künstlerischen Gestaltung im Außenraum vor dem Haupteingang des Gebäudes. Die symbolhafte und sehr reduzierte Darstellung dieser
Landschaftsformen soll Neugier wecken, zu Fragen über das Land anregen, auch visuelle und haptische Reize vermitteln und nicht zuletzt den Passanten zu einer kurzen Rast auf dem Tiefland oder
Nordsee einladen.“ (Bericht Künstlergemeinschaft 1989)
Umgesetzt wurde der Gedanke durch eine optisch unterbrochene Sinuskurve aus Bronze, die auf einem Sockel aus goldgelbem Jura-Travertin steht und mit diesem Stein auf die Gebäudefassade Bezug
nimmt. Dabei stellt ein vertikales Element in Form eines gebogenen Bronze-Hammers mit TravertinStiel das Gebirge dar, ein horizontal gelagertes aus den gleichen Materialien das Tiefland, in das die
Sinuskurve herunterschwingt. Sie läuft in einem halbkreisförmigen Segment aus, vorstellbar als Meer.
Der Unterbau ist jeweils aus Granit.
Die Skulptur kann im Sinne eines „Signets“ interpretiert werden, das in der Art von Piktogrammen
das Land repräsentiert und dafür wirbt. Damit wollte man sich bewusst von den in unmittelbarer
Nachbarschaft aufgestellten gegenständlichen und eindeutigen Symbolen - Anker, Schrämwalze,
Schiffspropeller - der Vertretungen der Länder Hamburg, Saarland und Schleswig-Holstein (Kat.-Nr.
182-184) absetzen. Für eine Bildhauerarbeit ungewöhnlich ist das Thema „Landschaft“, das normalerweise dem Bereich der Malerei zugeordnet wird.
Kurzbiografien
Diether Heisig
Geb. 1938 in Hotzenplotz/Sudeten, aufgewachsen in Marl/Westf. Nach Abitur bis 1970 Studium der
Architektur an der Technischen Hochschule Hannover (bei Kurt Lehmann), dort bis 1977 Assistent.
Danach freiberufliche Tätigkeit, bis 1998 in der „Künstlergemeinschaft Schwerdtfeger + Heisig“. In
den letzten Jahren häufige Zusammenarbeit mit dem Architekten und Stadtplaner Dr. Eggert Sass.
Lebt und arbeitet in Hannover.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1975 Wolkenbrunnen, Bahnhofstraße, Hannover; 1982 Geteilter
Baum, Eingangsbereich zum Schlosspark, Oldenburg; 2005 Torobjekt, Seetorstraße, Rinteln (mit
Eggert Sass).
42
Von 1975 bis 1997 bestand die „Künstlergemeinschaft Schwerdtfeger + Heisig“, eine Arbeitsgruppe
für Objekt- und Stadtgestaltung, Gutachten und Realisierung innerstädtischer Fußgängerzonen. Ein
gemeinsames Objekt war die Gestaltung der sog. Passarelle, einer Unterführung des Hauptbahnhofs in
Hannover, mit dekorativer Gebrauchskunst, u.a. Nessi (1977) von Stefan Schwerdtfeger. 1979 gemeinsamer Juniorpreis für Kunst und Architektur.
Stefan Schwerdtfeger
Geb. 1928 in Stettin. Nach Tischlerlehre 1948-1953 Studium der Architektur an der Technischen
Hochschule Hannover (nebenbei Malerei bei Kurt Sohns), dort 1954-1959 Assistent. 1959-1963
Städtisches Hochbauamt Hannover. 1963-1971 Leiter an der Werkkunstschule Hannover. Seit 1963
freischaffender Architekt, seit 1971 überwiegend als Maler und Bildhauer tätig. 1971-1993 Professur
an der Technischen Universität Hannover. 1981-1994 Atelier in Skagen (Dänemark) und Hannover,
seit 1994 in Walshausen. Lebt und arbeitet in Hannover.
Einzelausstellungen u.a. 1962 Galerie Brusberg, Hannover; 1988 Kunstmuseum Frederikshavn (Dänemark); 2006 Galerie Borkowski, Hannover.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1991 Mahnmal für die Synagoge, Hannover; 1997 o.T. (Stahlplastik), Flughafen, Hannover; 2008 Denkmal für Gottfried Wilhelm Leibniz, Georgsplatz, Hannover.
Quellen
Ausschreibung künstlerische Gestaltung im Zusammenhang mit dem Neubau der Niedersächsischen
Landesvertretung in Bonn 15.11.1989.
Erläuterungsbericht Künstlergemeinschaft Schwerdtfeger + Heisig, Dezember 1989.
Pressemitteilung des Landes Niedersachsen zur Eröffnung der neuen Landesvertretung beim Bund,
1991, S. 2.
Schriftliche Auskunft Universitätsarchiv der Universität Hannover an Verfasserin 11.12.2009 (Biografie Stefan Schwerdtfeger mit Angaben aus Catalogus Professorum 1831-2006. Festschrift zum 175jährigen Bestehen der Universität Hannover, Bd. 2, Hannover/Zürich/New York 2006, S. 476).
Schriftliche Auskunft Dieter Heisig an Verfasserin 26.1. und 4.2.2010.
Home-page Dieter Heisig. Online im Internet: URL: www.bauleute.de/heisig [11.11.2011].
Literaturhinweise
iw: Symbol für Gebirge, Tiefland und Küste. In: GA 18.5.1991 (StA ZA 143/1550).
H.W.: Die optisch unterbrochene Welle. In: BR 18.5.1991 (StA ZA 143/1550).
ur: Niedersächsische Höhen und Tiefen in Bonn. In: Hannoversche Allgemeine o.D. [18.5.1991] mit
Abb.
eh: Skulptur vor der niedersächsischen Landesvertretung in Bonn. In: Naturstein, 1/92, S. 110.
Bonn/Hannover: Niedersachsen verkauft Bonner Landesvertretung. In: Neue Presse 2.9.1995.
Zerull, Ludwig: Kunst ohne Dach. Skulpturen und Objekte im Stadtbild Hannovers. Hannover 1992,
S. 36, 105 mit Abb. Nessi in Hannover.
Busmann, Friedrich: Vom Parlaments- und Regierungsviertel zum Bundesviertel. Eine Bonner Entwicklungsmassnahme 1974-2004. Hrsg. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn. Bonn 2004, Abb.
S. 110.
Stefan Schwerdtfeger. Schnittstellen (Katalog der Ausstellung in der Galerie Borkowski, Hannover,
2006). Hannover 2006 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 46
Werk
Aufstellung
Standort
Henryk Dywan, Brunnen, 1979/80 (abgebaut)
Edelstahl, 700x540 cm
1980
1 Gronau, Dahlmannstraße 2
(Landesvertretung Nordrhein-Westfalen - Innenhof)
Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Der Auftraggeber wünschte einen flachen, ebenerdig gestalteten Brunnen, der bei größeren Veranstaltungen komplett durch Holzplatten abgedeckt werden konnte, um diese Fläche im Innenhof begehbar
zu machen.
Der Boden des Brunnenbeckens war mit 20 quadratischen Platten belegt, in die florale Muster eingeätzt wurden. Über den mittleren sechs Platten waren sechs weitere ca. 10 cm hoch aufgestelzt, diese
ausgefräst und organisch geformt. Unter ihnen sprudelte je eine Wasserdüse. Dadurch entstand die
Illusion, dass die an Puzzleteile erinnernden Elemente auf der Wasseroberfläche schwimmen. Bei Tag
wurde je nach Witterung durch die polierten Stahlplatten und die Bewegung des Wassers ein lebendiges Licht- und Wasserspiel erzeugt, das bei Dunkelheit noch gesteigert wurde, da unter den hoch
43
gestellten ausgeschnittenen Formen Strahler leuchteten. Die gesamte Anlage war fast geräuschlos, nur
ein leises Plätschern zu hören.
Kurzbiografie
Henryk Dywan
Geb. 1933 in Konitz/Westpreußen. 1951-1954 Ausbildung zum Holz-Stein und Metallbildhauer in der
Bildhauerwerkstatt von Ludwig Nolde, Osnabrück. 1954-1960 Studium an den Kölner Werkschulen
(bei Ludwig Gies). Seit 1960 freischaffend im eigenen Atelier tätig. 1993 Kulturpreis der Stadt Solingen, Stiftung Baden. Lebt und arbeitet in Solingen.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1974 Brunnen, Finanzamt Ibbenbüren; 1978 Brunnenanlage,
Gesamthochschule Paderborn; 1982 Brunnenstele, Regierungspräsidium Köln.
Quelle
Schriftliche Auskunft Henryk Dywan an Verfasserin 9.3.2010 und 7.4.2010.
Literaturhinweis
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 153 (Biografie), Abb. S. 33.
Katalog-Nr. 47
Werk
Aufstellung
Standort
Gisela Borcies, Mosaikbrunnen, 1970 (abgebaut)
1970
1 Gronau, Dahlmannstraße 2
(Landesvertretung Nordrhein-Westfalen - Innenhof,
Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Eine flach im Atriumhof gelegene quadratische Mosaikbrunnenanlage, die vermutlich bei Bedarf
abgedeckt werden konnte.
Kurzbiografie
Gisela Borcies
Künstlerin aus Köln-Bayenthal.
Literaturhinweis
Kunst und Bau 1967-1979. Hrsg. Der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und der Minister für Landes- und Stadtentwicklung (MLS) des Landes Nordrhein-Westfalen. Red. Barbara
Mitlacher. Schriftenreihe des Ministers für Landes- und Stadtentwicklung des Landes NordrheinWestfalen. 2, Düsseldorf 1980, Abb. S. 160.
Katalog-Nr. 48
Werk
Aufstellung
Standort
Thomas Duttenhoefer, Figur, 1988-1990
Bronzeplatten, 325x140x50 cm
1990
1 Gronau, Heussallee 18-24
(Landesvertretung Rheinland-Pfalz - Eingangsbereich)
Land Rheinland-Pfalz
Auftraggeber
Beschreibung
Thomas Duttenhoefer gewann den vom Land Rheinland-Pfalz ausgelobten beschränkten Wettbewerb
für den Eingangsbereich/„Leitwand“ des neuen Dienstgebäudes, da nach Auffassung der Jury die
Bronzearbeit und die zum Eingang des Gebäudes führende Wand eine gestalterische Einheit bilden,
die diesem Entree eine einzigartige Ausstrahlung verleihen. Dies geschieht durch mehrere aneinander
geschweißte Platten, die Kopf, Körper und miteinander verschmolzene Beine einer abstrakten weiblichen Figur ergeben. Trotz Vereinfachung und Formverknappung ist die Natur als Ausgangspunkt
noch erkennbar. Die Oberfläche ist durch deutliche Bearbeitungsspuren gekennzeichnet. Risse,
Sprünge oder flickenähnliche Strukturen rufen Erinnerungen an Verletzungen auf und verweisen auf
den Prozess des Alterns, ein Thema, das der Künstler - beeinflusst durch seinen Zivildienst im Altersheim - neben Krankheit, Sterben und Tod immer wieder aufgreift,.
Diese Arbeit blieb Bonn trotz Verkauf des Hauses erhalten, da sie in den Besitz des neuen Eigentümers überging.
Kurzbiografie
Thomas Duttenhoefer
Geb. 1950 in Speyer. Studium 1967-1969 an der Werkkunstschule Wiesbaden, 1969-1972 an der
Fachhochschule für Gestaltung Wiesbaden (bei Erwin Schutzbach). 1973/74 Zivildienst im Altenpflegeheim Wiesbaden. 1974/75 DAAD-Stipendiat in London, dort 1975 Gastdozent am Goldsmith-
44
College der Universität. 1976 Preis der Neuen Darmstädter Sezession. 1979 Übersiedlung nach Darmstadt. 1980-1982 Lehrauftrag an der Fachhochschule Mainz. 1981 Hans-Purrmann-Preis der Stadt
Speyer. 1984 Lehrauftrag an der Universität Mainz. Seit 1985 freischaffend tätig. 1988 Stipendium
Olevano Romano, Kunstpreis der Stadt Darmstadt. 1995 Professur an der Fachhochschule Trier, seit
2003 an der Fachhochschule Mannheim. Lebt und arbeitet in Darmstadt.
Einzelausstellungen u.a. 1981 Kunsthalle Darmstadt; 1991 Galerie Radicke, St. Augustin; 2002
Kunstsammlungen der Stadt Limburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1984/85 Lazarus, Stiftungskrankenhaus, Speyer; 1995 Mahnmal
zum 50. Jahrestag des Kriegsendes, Kapellpark, Darmstadt; 2000 Bonner Figur, Landesvertretung
Rheinland-Pfalz, Berlin.
Quellen
Schriftliche Auskunft Michaela Veith, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Vertretung Rheinland-Pfalz
beim Bund, Berlin, an Verfasserin 2.9.2009.
Schriftliche Auskunft Prof. Thomas Duttenhoefer an Verfasserin 22.4.2010.
Home-page Thomas Duttenhoefer. Online im Internet: URL:
www.thomas-duttenhoefer.de [11.11.2011].
Literaturhinweise
„Leitwand“ der LV Rheinland-Pfalz (1988-90) Architektengemeinschaft AS- Plan-Hauss, Architekten
und Ingenieure. Kaiserslautern o.D., S. 4.
Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund in Bonn. Neubau eines Dienstgebäudes. Hrsg.
Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz. Mainz 1991, S. 48-50, Abb. als Titelbild.
Thomas Duttenhoefer. Werkgruppen 1973-1994. Plastiken Papiers Collés Zeichnungen. Red. Sabine
Welsch (Katalog der Ausstellung im Institut Mathildenhöhe Darmstadt 1994). Darmstadt 1994, Abb.
S. 250.
Rudloff, Martina: Eigenschaften der Wirklichkeit. Thomas Duttenhoefers Ausstellung auf der Mathildenhöhe. In: Thomas Duttenhoefer. Werkgruppen 1973-1994, S. XI-XX (allg. zu seinem Werk und
seinen Figuren).
Duttenhoefer, Thomas/Goldmann, Bernd: Thomas Duttenhoefer. Stier Bischof & Tod. Hrsg. Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Bamberg (Katalog der Ausstellung im Dominikanerkloster
Frankfurt a.M./Diözesanmuseum Bamberg 2005). Bamberg 2005 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 49
Werk
Aufstellung
Standort
Christoph Mancke, Raumplastik, 1989/90
Gusseisen, 410x100x70 cm
monogr. seitl. re. in Bodennähe: „CM 90“
Aufstellung 9.8.1990 - Einweihung 6.9.1990
1 Gronau, Heussallee 18-24
(Landesvertretung Rheinland-Pfalz - Garten)
Land Rheinland-Pfalz
Auftraggeber
Beschreibung
Das Werk komplettierte die künstlerische Ausstattung des Rheinland-Pfalz-Hauses. Mancke war aus
einem 1989 ausgelobten öffentlichen Wettbewerb für den Gartenbereich mit 42 Teilnehmern aus
Rheinland-Pfalz als Sieger hervorgegangen. Die Arbeit in Form einer mehrfach leicht geknickten und
dadurch bewegt wirkenden eisernen Schräge, die auf einer raumbildenden Steinpergola aufliegt, zieht
den Blick des über die Gartentreppe herab schreitenden Besuchers auf sich. Die Raumplastik wurde in
der Horizontalen um einen Hohlkern gegossen. Dabei handelt es sich um den Guss einer Eisenlegierung, bei der die zugesetzten Metalle an der Oberfläche nach Oxidation des Eisens eine Schutzschicht
bilden. Der rostbraune Körper kontrastiert mit der hellen Laubengangkonstruktion. Der Bildhauer
wählte einen labilen, sich zwischen „Stehen“ und „Liegen“ befindenden Zustand, der eigentlich ebenso wenig zu dem Material Eisen passt, das mit Vorstellungen von Kraft und Gewicht verbunden ist,
wie die organisch anmutende Oberfläche.
Beim Verkauf des Hauses im Jahr 2000 wurde die „Kunst am Bau“ mit verkauft, so dass sie in Bonn
verblieb.
Kurzbiografie
Christoph Mancke
Geb. 1953 in Schönecken/Eifel. 1972-1977 Studium an der Fachhochschule Dortmund. 1988 Kunstpreis des Kreises Trier-Saarburg. 1993 Burgundstipendium des Landes Rheinland-Pfalz. 2000 ArtInnovation-Kunstpreis, Bremen. 2006 Kaiser-Lothar-Preis der Stadt Prüm. Lebt und arbeitet in
Lünebach/Eifel.
45
Einzelausstellungen u.a. 1990 Kunstraum Loft Köln; 1998 Gesellschaft für Bildende Kunst, Trier;
2002 Galerie 19 rouge, Luxembourg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1999 o.T. (Freiplastik), Berufsbildende Schule für Wirtschaft,
Koblenz; 2000/01 o.T. (Freiplastik) für das Regierungsviertel des Landes Thüringen, Erfurt; 2006
Bodenobjekte für Gedenkstätte am ehemaligen SS-Sonderlager Hinzert.
Quellen
Telefonat Prof. Hallensleben mit Christoph Mancke 18.3.1996 (Nachlass Hallensleben).
Schriftliche Auskunft Michaela Veith, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Vertretung Rheinland-Pfalz
beim Bund, Berlin, an Verfasserin 2.9.2009.
Home-page Christoph Mancke. Online im Internet: URL: www.mancke.de (19.3.2007 - Biografie,
Ausstellungen, Texte zum Werk Manckes von Andreas Bee, Lida von Mengden, Lieselotte SauerKaulbachs, Auslobung des Wettbewerbs und Herstellung der Raumplastik, Bonn).
Literaturhinweise
ma: „Raumplastik“ komplettierte Rheinland-Pfalz-Haus. In: GA 10.8.1990 mit Abb.
(StA ZA 142/1565).
Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund in Bonn. Neubau eines Dienstgebäudes. Hrsg.
Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz. Mainz 1991, S. 49, 52.
ProKunstT 2. Durchführung von Wettbewerben und anderen Projekten auf dem Gebiet der bildenden
Kunst: Beispiele aus der Praxis. Handbuch des Bundesverbandes Bildender Künstler. Hrsg. Kulturwerk des Bundesverbandes Bildender Künstler. Heidelberg 1993, S. 12, Abb. S. 13.
Katalog-Nr. 50
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Manfred Sihle-Wissel, Stele, 1988 (versetzt)
Hallandia Gneis, 250x47x40 cm
15.11.1989 Übergabe
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Straße 17-18 (heute 24,
Landesvertretung Schleswig-Holstein - Garten)
seit 2000 Landesvertretung Schleswig-Holstein, Berlin
Leihgabe der Studien- und Fördergesellschaft der SchleswigHolsteinischen Wirtschaft an die Landesvertretung Schleswig-Holstein
Beschreibung
Es handelt sich um eine behutsam bearbeitete schlanke hohe Stele. Der Aufbau lässt durch zwei Verengungen eine Dreiteilung erkennen: Auf eine schwerere kompaktere Grundform folgt eine etwas
schlankere, als drittes eine noch schmalere Form. Die Übergänge bestehen aus mehreren von einander
unterscheidbaren meist geometrischen Flächen und Wölbungen, die in unterschiedlichen Winkeln
aneinander stoßen. Man merkt der Bearbeitung an, dass der Künstler oft und gern mit Holz arbeitet.
Die reich gegliederte Skulptur erlaubt durchaus eine anthropomorphe Deutung, erinnert die Stele doch
an einen torsierten Körper.
Diesen „point de vue“ der Landesvertretung hatte der Bildhauer nicht speziell für Bonn, sondern ohne
Auftrag erstellt. Anlässlich des Umzugs wurde die Stele mitgenommen und steht seit 2000 im Garten
der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin.
Kurzbiografie
Manfred Sihle-Wissel
Geb. 1934 in Tallinn/Estland. 1945 Flucht nach Hamburg, dort 1954-1959 Studium an der Hochschule für bildende Künste (bei Edwin Scharff und Hans Martin Ruwoldt). Seit 1959 freischaffend tätig.
1972 Edwin-Scharff-Preis, Stadt Hamburg. 1979/89 Gastdozent an der Fachhochschule für Gestaltung, Kiel. 1987 Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft. 2003 Johannes-Brahms-Preis
der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein. Lebt und arbeitet seit 1981 in Brammer bei Rendsburg.
Einzelausstellungen u.a. 1975 Freie Akademie der Künste, Hamburg; 1988 Retrospektive SchleswigHolsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf, Schleswig; 2004 Kloster Cismar.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1985 Stele, Schleswig-Holsteinischer Landtag, Kiel; 1987 Wächterfigur, Straßenmeisterei, Bad Segeberg; 1992 Küste, Telekom, Kiel.
Quellen
Schriftliche Auskunft Manfred Sihle-Wissel an Verfasserin 2.10.2009.
Schriftliche Auskunft Landesvertretung Schleswig-Holstein beim Bund in Berlin an Verfasserin
6.10.2009.
Home-page Manfred Sihle-Wissel. Online im Internet: URL: www.sihle-wissel.de [11.11.2011].
46
Literaturhinweise
bgn: Neuer „point de vue“ der Landesvertretung. In: GA 16.11.1989 (StA ZA 141/2921).
Manfred Sihle Wissel. Hölzer und Bronzen. Skulptur.Plastik.Aquarell/Collage aus den Jahren 1982
bis 1993. Red. Hermann Feldgen (Katalog der Ausstellung der B.A.T Cigarettenfabriken GmbH im
B.A.T KunstFoyer Hamburg 1994). Hamburg 1994 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), Abb.S.9.
Kuhl, Uta: Bildwerke. In: Manfred Sihle Wissel: Cismar 2004. Hrsg. Herwig Guratzsch (Katalog der
Ausstellung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums im Kloster Cismar 2004). Schleswig
2004, S. 13-15 (zu abstrakten Stelen).
Manfred Sihle-Wissel (Katalog der Ausstellung in der Handelskammer Hamburg 2009). Neumünster
2009 (weiterführende Bibliografie).
Katalog-Nr. 51
Werk
Redwood-Baumscheibe mit historischen Daten, um 1200
Ø Schnittfläche 250 cm, Breite 130 cm
20 Messingtafeln, je 4x28 cm
31.5.1989 Übergabe
1 Gronau, Rheinaue (Eingang N-Teil)
Geschenk der USA an die Stadt Bonn zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die über 800 Jahre alte Scheibe eines Mammutbaums stammt aus dem Six Rivers National Forest in
Nord Kalifornien. Sie solle als Symbol der Dauerhaftigkeit der deutsch-amerikanischen Beziehungen
dienen, so Barbara Bush, Gattin des amerikanischen Präsidenten George Bush (geb. 1924), bei der
Übergabe. Auf der Schnittfläche wiesen ursprünglich 20 Messingtafeln - inzwischen auf 17 reduziert bei den entsprechenden Jahresringen auf wichtige Daten in der Bonner Stadtgeschichte hin. Sie beginnt im Jahre 1244 mit der Bestätigung der Stadtrechte durch den Kurfürst von Hochstaden und endet 1989 mit dem Besuch des Ehepaares Bush. Heute ist als frühestes Ereignis die Pestepidemie in
Bonn 1450 aufgeführt.
Von April bis Dezember 2011 wurde die Baumscheibe als Leihgabe nach Oberhausen für die Ausstellung „Magische Orte“ im Gasometer gegeben.
Literaturhinweise
ly: Bush bringt Baumscheibe mit. In: GA 25.5.1989 (StA ZA 141/41).
kri: 2,5 Tonnen schwere Baumscheibe für Bonn. In: BR 25.5.1989 (StA ZA 141/41).
de: Barbara Bush in der Rheinaue. In: GA 31.5.1989.
Antwerpen, Marianne: „Symbol der Freundschaft“ ist 750 Jahre alt. In: GA 1.6.1989
(StA ZA 141/41).
Stolze, Wilfried: Barbara Bush: Mammutbaum als Zeichen der Freundschaft. In: BR 1.6.1989
(StA ZA 141/41).
750 Jahre alte Baumscheibe als Geschenk. In: Rhein-Zeitung 1.6.1989 (StA ZA 141/41).
Rademacher, R.: Barbara Bush in der Rheinaue: Die Bonner kamen nicht. In: Express 1.6.1989
(StA ZA 141/41).
Aus einer Welt der Riesen ... In: BAB 7.2.1990 mit Abb. (StA ZA 141/41).
Mammutbaumscheibe auf Reisen. In: GA 12.2.2011.
Katalog-Nr. 52
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Tony Hunt, Wappenpfahl der Kwakiutl-Indianer, 1978/79
Rot-Zeder, Höhe 600 cm, Sockel Beton, 70x155x170 cm
erneut bemalt nach Restaurierung durch Hunt im Juni 1989
21./22.4.1979 - Übergabe 5.5.1979
4.7.1989 erneute Einweihung nach Restaurierung
1 Gronau, Rheinaue
(NW-Teil, zwischen Japanischem Garten und Gaststätte Rheingarten)
Geschenk des Staates Kanada an die Stadt Bonn zur Bundesgartenschau
1979
Restaurierung Geschenk des Staates Kanada zum Stadtjubiläum 1989
Beschreibung
Der Wappenpfahl wurde an drei Seiten mit eingeschnitzten Figuren, Tieren und Masken verziert und
anschließend bunt bemalt. An der Spitze befindet sich ein Rabe mit ausgebreiteten Flügeln - das
Wappentier der Familie Hunt -, der nach indianischer Legende den Menschen das Licht brachte. Er
47
steht auf einer sog. „Begrüßungsfigur“, einer menschlichen Gestalt in angedeuteter Hockstellung mit
nach vorn ausgestreckten Unterarmen, um Gäste willkommen zu heißen. Üblicherweise steht der
Pfahl daher am Ortseingang. Die Willkommensfigur ist rechts und links von einem Ornamentband mit
reptilartiger Verzierung eingerahmt, Verweis auf die doppelköpfige Seeschlange Sisiutl, ebenfalls ein
Symbol der Familie. Die Figur steht auf einer Tiermaske, unter der zuunterst ein Häuptling ein schildförmiges Kupfer umklammert, Symbol für Reichtum und Wohlstand; hier nicht nur materiell zu deuten, sondern auch als kultureller Besitz zu interpretieren.
Der Pfahl war schon zu 3/5 in Kanada beschnitzt, die fehlenden 2/5 folgten innerhalb zwei Tagen vor
Ort. Die Aufstellung wurde von Ritualen der Familie Hunt begleitet (Tänze mit Masken).
Beschädigungen (die ausgestreckten Arme der Willkommensfigur wurden gestohlen, Farbe blätterte
ab) machten eine Restaurierung erforderlich, die der Künstler 1989 selbst vornahm. Im Rahmen einer
Zeremonie wurde der Pfahl als Symbol für Freundschaft und Frieden erneut übergeben. 2004 musste
er ausgebessert werden, da er umzustürzen drohte.
Kurzbiografie
Tony Hunt
Geb. 1942 in Alert Bay/Kanada. Häuptling der Kwakiutl-Indianer. 1952 Umzug mit seiner Familie
vom Reservoir auf Vancouver Island nach Victoria. Schon früh lehrte ihn sein Großvater Mungo Martin, ein berühmter Indianerkünstler, Schnitzen. Hunt setzte von 1952 bis 1972 auch dessen Tradition
fort, für das British Columbia Provincial Museum alte Totempfähle zu reproduzieren und an ihrem
ursprünglichen Ort wieder aufzustellen. Nach dem Tod Martins 1962 Assistent seines Vaters, Henry
Hunt, ebenfalls Schnitzer. 1970 Eröffnung der Arts of Raven Gallery in Victoria, in der Tony Hunt
junge Künstler ausbildet, Rückkehr in das Reservoir nach Fort Rupert.
Die Wappenpfähle des Künstlers stehen in der ganzen Welt. Einer seiner bekanntesten ist der 24 m
hohe Pfahl für die Expo in Montreal, der größte, fast 30 Meter hohe, steht im Park des Buckingham
Palace in London.
Quellen
Michely, Viola: Wappenpfahl mit Begrüßungsfigur. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Stadt Bonn: Totempfahl. Online im Internet: URL:
www.bonn.de/tourismus_kultur_sport_freizeit/freizeitpark_rheinaue/01452/index.html?lang=de
(17.8.2011).
Literaturhinweise
WPS: Häuptling schnitzte Totempfahl. In: BR 1.5.1979 (StA ZA 131/1).
stu: Thronender Rabe der Kwakiutl. In: GA 3.5.1979 (StA ZA 131/1).
Indianer auf der Gartenschau. In: BR 7.5.1979 (STA ZA 131/1).
ba: Ein bunter Rabe grüßt aus Kanada. In: GA 7.5.1979 mit Abb. (StA ZA 131/1).
AK: Kosmetik-Behandlung für den Totempfahl. In: GA 23.3.1989 (StA ZA 141/41).
alü: Verblasster Totempfahl bekommt neue Schminke. In: BR 27.6.1989 (StA ZA 141/41).
reg: „Der Wappenpfahl ist ein Symbol für Freundschaft“. In: GA: 1.7.1989 (StA ZA 141/41).
reg: „Kommt her und seht mich tanzen“. In: GA: 5.7.1989 (StA ZA 141/41).
Kse: Wappenpfahl verstrahlt nun legendäres Licht. In: BR 5.7.1989 (StA ZA 141/41).
Bundesgartenschau Bonn 1979. Offizieller Ausstellungskatalog. Hrsg. Bundesgartenschau Bonn 1979
GmbH. Bonn1979, S. 117.
Haberland: Donnervogel und Raubwal (Katalog der Ausstellung des Hamburgischen Museums für
Völkerkunde 1979). Hamburg 1979, S. 159 (zu Seeschlange Sisiutl).
Stewart, Hilary: Looking at totem poles. Vancouver 1993, S. 82-84, 92, 95, 98-99, 106-107 (Abb.
Arbeiten von Tony Hunt).
Hunt, Ross: The Hunt Family’s Trip to West Germany to Attend the Bundesgarten Show. In:
Anthropology News. Band 48, Heft 2/2007, S. 20-21.
Katalog-Nr. 53
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Richard („Horus“) Engels, Blindenbrunnen, 1981-1983
Blinde und Elefant Bronze, 122x180x120 cm
Sockel zementierte rote Ziegelsteine, Höhe 65 cm
Guss Gebr. Rincker, Sinn
24.6.1983 Übergabe
1 Gronau, Rheinaue (Blindengarten)
Geschenk von Oberstadtdirektor a.D. Dr. Wolfgang Hesse
an den Blindenverein anl. Bundesgartenschau 1979
Dauerleihgabe des Blindenvereins an die Stadt Bonn
48
Beschreibung
In enger Zusammenarbeit mit dem Blindenverein Bonn e.V. baute die Stadt Bonn einen Duft- und
Tastgarten für Blinde, die sich ohne Hilfe zurechtfinden können, da am Eingang ein Bronzerelief den
Eindruck der gesamten Anlage in Brailleschrift vermittelt. Zentrum ist ein Brunnen mit der Plastik
eines Elefanten, umgeben von fünf Figuren. Die Gruppe steht auf einem mehrfach geschwungenen
Sockel. Das unterhalb des Elefantenmaules hervorsprudelnde Wasser setzt akustische Signale und
kann damit ebenfalls der Orientierung dienen.
Umgesetzt ist ein buddhistisches Gleichnis von der Wahrheit: Fünf Blinde betasten einen Elefanten
und deuten dabei Rüssel und Stoßzahn als Schlange und Schwert, Bein als Baumstamm, Ohr als
Kohlblatt, Schwanz als Wurm und die rissige Haut als Felswand. Das soll verdeutlichen, dass jeder
seine eigene Erfahrung macht und seine eigene Wahrheit findet, wie auch Sehende oft nur Teilwahrheiten erkennen und der absoluten Wahrheit gegenüber blind sind. Der Brunnen schafft so einen Bezug zwischen Nichtsehenden und Sehenden. Das Gleichnis ist in Blinden- und Normalschrift auf einer
Bronzetafel in Nähe des Brunnens nachzulesen.
Der Garten wurde bereits anl. der Bundesgartenschau 1979 konzipiert, der Brunnen jedoch erst 1983
fertig gestellt. Dr. Wolfgang Hesse stiftete ihn dem Blindenverein. Dieser stellte das Kunstwerk der
Stadt Bonn als Dauerleihgabe zur Verfügung.
Kurzbiografie
Richard („Horus“) Engels
Geb. 1914 in London, gest. 1991 in Wolfsburg.
Verbrachte seine Jugend in Berlin. Studium der Volkswirtschaft u.a. in Paris. Tätigkeit zunächst als
Direktoriumsassistent der Firma Siemens. Nach Kriegsdienst, Verwundung und Flucht aus russischer
Gefangenschaft in Polen seit 1948 als freischaffender Künstler in Wolfsburg tätig (bekannt unter dem
Namen "Horus"), vor allem als Kunstmaler, Bildhauer und Illustrator (Kontakt mit J.R.R. Tolkien).
Mitgliedschaft und Engagement für die Subud-Organisation (Susila-Budhi-Dharma), einer in Indonesien gegründeten spirituellen Vereinigung. Lebte und arbeitete überwiegend in Wolfsburg, Atelier in
Neuhaus.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1958 Darstellung von Politikern in freskenhafter Karikatur als
mittelalterliches Bankett, Neues Rathaus, Würzburg; 1965 Bilderzyklus Grimms Märchen, DeutschItalienische Gesamtschule, Wolfsburg; 1980 Brunnen Der Fischer und seine Frau, Pferdemarkt, Stade.
Quellen
Schriftliche Auskunft Hansestadt Stade an Verfasserin 16.12.2009.
Schriftliche Auskunft Daniela Guntner, ehemalige Leiterin des Kulturbüros Stadt Wolfsburg, an Verfasserin 13.3.2010.
Ardapedia: Horus Engels. Online im Internet: URL:
http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/index.php/Horus_Engels (11.11.2011).
Literaturhinweise
Blindengarten für die Bonner Rheinaue. In: Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. XIII/19/1981 vom
6.5.1981, S. 2 (StA ZA 133/135).
Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. 20 vom 3.6.1983, S. 3-4 mit Verweis auf zahlreiche Meldungen und Reportagen zum Brunnen (StA ZA 135/589).
bck: Blinde weisen Blinden den Weg zum Duft von Blumen und Gras. In: BR 25.6.1983
(StA ZA 135/589).
EM: Blindengarten lehrreich für Sehende. In: GA 25.6.1983 mit Abb. (StA ZA 135/589).
Rheinauenpark mit Blindengarten. In: Bonn-Information Jg. 13, Heft 14, 16.-31.7.1983
(StA ZA 135/589).
Blind experience wonders of nature. In: arab news 5.9.1983 (StA ZA 135/589).
WPS: Bonns Brunnen: Treffpunkt und Augenschmaus. In: BR 27.9.1983 (StA ZA 135/2019).
Tiedeken, Hans: Teilwahrheiten. In: der landkreis 12/1983, S. 594 mit der Geschichte des Gleichnisses (StA ZA 135/589).
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997
(StA ZA 149/1402).
Neue Bronze-Tafel im Blindengarten. In: BR 7.10.1998 (StA ZA 150/3422). Nachdem 1997 die
Bronzeplatte am Eingang aus dem Blindengarten gestohlen wurde, musste für DM 2.000 eine neue in
Auftrag gegeben werden.
Blindengarten der Stadt Bonn. Hrsg. Stadt Bonn, Presseamt, Garten- und Friedhofsamt. Bonn o.J.
Hesse, Wolfgang: Stationen. Steiniger Weg zum Bonner Sommer. Bonn 1987, S. 167-168.
49
Katalog-Nr. 54
Werk
Hermann Goepfert/Johannes Peter Hölzinger, Kinetisches Windspiel
(Kunsthain), 1978/79
Edelstahl, Rohre Höhe 260 cm, Ø 11 cm, Scheiben Ø 150 cm
24.4.1979 Übergabe
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
Dauerleihgabe des Bundes an die Stadt Bonn anl. Bundesgartenschau 1979
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Es handelt sich um ein Windspiel, bestehend aus elf gleichen mattierten Edelstahlrohren, auf denen
runde hochglanz polierte Edelstahlscheiben senkrecht auf Kugellager montiert wurden, so dass sie
durch Windeinwirkung ihre Position verändern können. Die Kreiskörper sind in der Mitte leicht geknickt, um die Lichtreflexion zu erhöhen. Die Objekte sind einzeln innerhalb eines durch Pflasterung
unsichtbaren Betonfundamentes angeschraubt. So wie das Einzelelement an einen künstlichen Baumstamm mit Krone denken lässt, ergibt sich durch die serielle Staffelung aller Elemente in drei Reihen
mit vier, drei und vier Objekten der Eindruck eines künstlichen Haines.
Der Standort auf einer Terrassenplattform in der gepflasterten Mulde einer Wiese ist gut gewählt, da
der „Wald“ die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zieht. Unterhalb der Terrasse ergießt sich eine
Wasserkaskade in ein durch Steinblöcke abgetrennten bassinähnlichen Teil des Rheinauensees.
Die Künstler haben ihr Objekt Kinetisches Windspiel (Kunsthain) genannt. Der Volksmund spricht
wegen der Form auch von „Löffelwald“ oder „Kojak-Lolly“, nach dem Lolly lutschenden Schauspieler der amerikanischen Filmserie.
Kurzbiografien
Hermann Goepfert
Geb. 1926 in Bad Nauheim, gest. 1982 in Antwerpen.
1947-1951 Studium der Malerei zunächst an der Abendschule der Städelschule, 1951-1957 an der
Hochschule für Bildende Künste - Städelschule Frankfurt a.M. (bei Albert Burkart und Theo Garve).
Dort 1972 Lehrauftrag und 1977 Gastdozentur an der Architekturabteilung. Seit 1960 Mitglied der
Gruppe Zero. 1967 bedeutendste Ausstellung als Maler im Palais des Beaux-Arts, Brüssel. 1970 Stipendium Citè Internationale des Arts, Paris. Ab 1970 bis zu seinem Tode wurde Antwerpen ständiger
Wohn- und Arbeitsort.
Johannes Peter Hölzinger
Geb. 1936 in Bad Nauheim. 1954-1957 Studium der Architektur an der Hochschule für Bildende
Künste - Städelschule Frankfurt a.M. Ab 1957 Architekturbüro in Bad Nauheim. 1963/64 Stipendium
Villa Massimo, Rom. 1965, 1978 und 1985 Auszeichnung für „Vorbildliche Bauten in Hessen“. Gastdozenturen 1967/68 Hochschule für Bildende Künste - Städelschule, Frankfurt a.M., 1972 Hochschule
für Bildende Künste Kassel. 1984 Gastprofessur an der University of Malta. 1991-2002 Professur an
der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Lebt in Bad Nauheim.
Zusammenarbeit der beiden Künstler seit den 1950er Jahren in der Arbeitsgemeinschaft „Integration“,
1965 bis zum Tod von Hermann Goepfert in der „Planungsgemeinschaft für neue Formen der Umwelt“. Ein Modell der Integration von Landschaft, Architektur und bildender Kunst stellt der Schlosspark Karlsruhe dar (1965-1967), für dessen Neugestaltung anl. der Bundesgartenschau das Team 1970
den Hugo-Häring Preis erhielt.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1968/69 Lichtturm und Platzgestaltung H.E.W.-Gebäude, Hamburg; 1972-1974 Licht-Wasser-Objekt, ZDF-Sendezentrum, Mainz-Lerchenberg; 1980-1983 Lichtkinetische Leitbahn, Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch-Gladbach.
Quelle
Diehl, Karl-Ludwig: Der „Kunsthain“ von Goepfert-Hölzinger in der Rheinaue in Bonn. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
ger: Ein pflegeleichter Künstler-Wald. In: GA 24.4.1979 (StA ZA 131/1).
js: „Kunsthain“ geschenkt. In: RSA 24.4.1979 (StA ZA 131/1).
Bundesgartenschau Bonn 1979. Offizieller Ausstellungskatalog. Hrsg. Bundesgartenschau Bonn 1979
GmbH. Bonn 1979, S. 131.
Leuschner, Wolfgang: Bauten des Bundes 1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980, S. 295.
Kemfert, Beate: Hermann Goepfert (1926 - 1982). Nachkriegskunst in Frankfurt am Main. Studien
zur Frankfurter Geschichte. Bd. 43. Frankfurt a.M. 1999 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Johannes Peter Hölzinger. Haus in Bad Nauheim. Text Gerd de Bruyn. Stuttgart/London 2004 (Biografie).
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 54, Abb. S. 55.
50
Katalog-Nr. 55
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Adler mit Schlange (Kopie altamerikanischer Skulptur), 1978/79
Stein, Standfläche für Skulptur 100x30 cm, Sockelplatte 15x130x72 cm
Inschrift auf Sockelplatte:
„ADLER MIT SCHLANGE / MYTHISCHES UND RELIGIÖSES SYMBOL / MEGALITHISCHE PRÄKOLUMBIANISCHE KULTUR / VON
SAN AGUSTIN KOLUMBIEN / VON DER REPUBLIK KOLUMBIEN
AN DIE STADT BONN“
26.4.1979
1 Gronau, Rheinaue (NO-Teil - Insel)
Geschenk der Republik Kolumbien an die Stadt Bonn
anl. der Bundesgartenschau 1979
Beschreibung
Der Abguss, den das kolumbianische Anthropologische Institut für Bonn fertigte, zeigt eine aufrecht
stehende Tierfigur, die im markanten Schnabel den Kopf einer Schlange hält, deren hinteren Teil die
Krallen fest umklammern. Die wahre Bedeutung dieser präkolumbianischen megalitischen Skulptur
ist nicht endgültig geklärt. Obwohl sie nach der Inschrift Adler mit Schlange betitelt ist, handelt es
sich vermutlich um eine Eule, Symbol für den Gott der Erde und des Waldes. So jedenfalls die Erläuterung des Botschafters Dr. Mariano Ospina Hernandez bei der Enthüllung. Werke wie dieses dienten
großen Grabbauten als dekoratives Beiwerk.
Bedauerlicherweise wurde die Figur bereits im Juli 1980 aus der Verankerung gerissen und lag erheblich beschädigt im Park. Auf der hinteren Standfläche der Sockelplatte sind noch die Befestigungsspuren ersichtlich. Auf der Fläche des pultartig abgeschrägten vorderen Teils befindet sich in eingetieften
Großbuchstaben die Inschrift. Die angekündigte Restaurierung und Wiederaufstellung unterblieb.
Literaturhinweise
ger: Megalithskulptur erinnert an die Götter des alten Kolumbien. In: GA 27.4.1979 mit Abb.
(StA ZA 131/1).
bmb: Rowdies im Rheinauenpark am Werk. In: GA 25.7.1980 (StA ZA 132/117).
IB: „Adler“ wird restauriert. In: BR 29.7.1980 (StA ZA 132/117).
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997
(StA ZA 149/1402).
Bundesgartenschau Bonn 1979. Offizieller Ausstellungskatalog. Hrsg. Bundesgartenschau Bonn 1979
GmbH. Bonn 1979, S. 124-125.
Katalog-Nr. 56
Werk
Aufstellung
Standort
Anton Schmitz, Boden-Sonnenuhr, 1978/79
(Konzept/Berechnung Heinz Schumacher, Freiburg)
Granit, Messing, Basaltlava, Ellipse 700x540 cm
sign. auf Ziffertafel „1“: „H. Schumacher / A. Schmitz“
Inschriften:
über Kalenderplatte: „BONN / M“
Kalenderplatte: „50,72º N 7,13º E / MITTAG / 12 h 31,5min (±) / +2“
Skalaspalte li: „JUL +4 / AUG +6 / SEPT ±0 / -7 / OKT -10 / NOV -16 /
DEZ -11“
Skalaspalte re: „JUN -2 / MAI -3 / APR -14 / +7 / MÄZ + 13 / FEB + 14 /
JAN +3“
darunter: „G. HASLINDE STIFTUNG / DEUTSCHE GESELLSCHAFT
FÜR CHRONOMETRIE / 1979“
Ellipse: Arabische Ziffern von „1“ bis „24“
Namen der Städte und Inseln (im Uhrzeigersinn):
„NEUSEELAND SYDNEY TOKIO SEOUL PEKING DJAKARTA
SINGAPUR KALKUTTA SRI LANKA BOMBAY URAL TEHERAN
MOSKAU KAIRO BUKAREST KAPSTADT GÖRLITZ LONDON
MADRID LISSABON DAKAR REYKJAVIK RIO D.J. BUENOS A.
FEUERLAND NEW YORK CUBA NEW ORLEANS MEXICO C.
SALT LAKE C. SEATTLE ANCHORAGE HONOLULU BERINGSTR.“
1979
1 Gronau, Rheinaue (NO-Teil)
51
Auftraggeber
Gundolf Haslinde-Stiftung, Bonn /
Deutsche Gesellschaft für Chronometrie e.V., Stuttgart
Beschreibung
Bei dieser begehbaren analematischen Sonnenuhr ist das Zifferblatt horizontal als Natursteinband in
Ellipsenform in den Boden eingelassen. Die arabischen Ziffern der durchgehenden Stundenzählung
von 1-24 wurden dabei als Metallintarsien in kleine quadratische rote Granitplatten eingelegt. Im
Zentrum des Ovals befindet sich die Zeitgleichung als Kalenderskala mit einer ebenfalls in Messing
eingelegten Monatslinie. Die Rolle des beweglichen Schattenwerfers, vertikal und datumsbezogen,
wird vom Betrachter übernommen. Mit Hilfe des eigenen Körperschattens kann nicht nur die Mitteleuropäische Zeit abgelesen werden, sondern auch die des Wahren Mittags und der Mitternacht in 34
Weltstädten und Inseln, deren Namen strahlenförmig das runde Zifferband umgeben. Eine Informationstafel nahe der Uhr erklärt detailliert wie die Zeit abgelesen werden kann.
Diese Bodensonnenuhr am Rheinauensee wurde anl. der Bundesgartenschau von der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V. in Stuttgart, zur Verfügung gestellt, gestiftet aus dem Nachlass von
Gundolf Hasslinde, einem engagierten Sonnenuhrenforscher aus Bonn. Sie diente als Vorbild für die
2008 ebenfalls von Anton Schmitz gestaltete Bodensonnenuhr für den Skulpturenpark in Rees.
Kurzbiografie
Anton Schmitz s. Kat.-Nr. 1
Quellen
Telefonische Auskunft Anton Schmitz an Verfasserin 28.10.2009.
Datenbank des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V.
Online im Internet: URL: www.gnomonica.de, DGC-Nr. 1396 [November 2009].
Literaturhinweise
Lübke, Anton: Sechs Uhren ohne Räder. In: BR 25.8.1979 (StA ZA 131/1).
Lübke, Anton: Blumen, Glockenspiele und Sonnenuhren. In: Goldschmiedezeitung, Uhrmacher Zeitschrift Stuttgart, August 1980, S. 100-101 (StA ZA 132/117).
Nerlich, Lieselotte: Europa-Sonnenuhr zählt die heiteren Stunden nur. In: BAB 2.8.1989.
Hoppe, Wolfgang: Das Vorbild steht in Bonn. In: Rheinische Post 2.6.2008.
Bundesgartenschau Bonn 1979. Offizieller Ausstellungskatalog. Hrsg. Bundesgartenschau Bonn 1979
GmbH. Bonn 1979, S. 127.
Schumacher, Heinz/Peitz, Adolf: Sonnenuhren. Bd. 3. 303 Beispiele aus 12 Ländern. München 1981,
S. 81 mit Abb.
Katalog-Nr. 57
Werk
Aufstellung
Standort
Entwurf Erich Senske, Wasserspiel, 1978
Ausführung Schlosserei Herbert Kunz, Emmelshausen/Kr. Simmern
Stahl, Kupfer, Ziegelstein, Flusskiesel
Beckeneinfassung 630x630 cm
Basis im Becken 65x120x120 cm, Höhe 250 cm
Fläche untere Plattform 330x330 cm, obere 100x100 cm
1978
1 Gronau, Johanniterstraße 3-5
(Johanniter-Krankenhaus - Eingang Sträßchensweg)
Geschenk Erich Senske an Johanniter-Krankenhaus
Auftraggeber
Beschreibung
Links der Auffahrt zum Eingang des Krankenhauses ist das Wasserspiel in einer Grünanlage über der
Tiefgarage gut einen Meter unterhalb des Straßenniveaus platziert. Das quadratische Brunnenbecken
ist von einer aus Ziegelsteinen gemauerten Einfassung umgeben, der Boden mit Kieselsteinen bedeckt. Aus seiner Mitte erhebt sich die mehrteilige Brunnenkonstruktion: Als Basis dient ein mit
Stahlblechen geschlossener Kasten, in dem sich die Umwälzanlage befindet. Die aus den Ecken ragenden vier Kantrohre tragen die erste Plattform, gebildet aus gleichen Kantrohren für den Rahmen
und Blechen als Lauffläche. Ein mittig gelagerter geschlossener Kubus bildet den Sockel für die zweite kleinere Plattform. Das Wasser ergießt sich aus dem in ihrem Zentrum aufsteigenden Rohr zunächst
auf die obere Fläche, deren Seiten jeweils zur Hälfte zu einem Abfluss abgeschrägt sind. Das dadurch
in vier Richtungen zerteilte Wasser strömt jeweils in eines der vier Laufbecken der unteren Plattform,
die wie die oberen mit abgeschrägtem Abfluss konstruiert, aber um 90° gedreht wurden. Dadurch wird
die Richtung der Wasserläufe entsprechend verändert, bevor diese auf die Kieselsteine des Brunnenbeckens aufschlagen.
Das Wasserspiel soll ein Geschenk des am Neubau des Johanniter-Krankenhauses beteiligten Architekten Erich Senske sein. Es konnte kurz vor Einweihung des neuen Hauses fertig gestellt werden.
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Kurzbiografie
Erich Senske
Architekt, gest. 1987.
Quellen
Telefonische Auskunft Technischer Leiter Johanniterkrankenhaus, Herr Pinsdorf, an Verfasserin
30.9.2009: Es existieren keinerlei Unterlagen mehr über den Brunnenbau.
Frisch, Burkhard: Brunnen-Wasserspiel. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Katalog-Nr. 58
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Oskar Höfinger, Zeit, 1969/70 (abgebaut)
Eisen, 220x310x310 cm
1980
1 Gronau, Johanniterstraße 2 (Botschaft Österreich - Garten)
Dauerleihgabe des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport,
Wien, an die Österreichische Botschaft
Beschreibung
Höfinger stellte diese Arbeit sockellos auf. Von einem zentralen Punkt ausgehend greifen blockhafte
Formen weit in den Raum hinein, so dass trotz des massiven Materials je nach Standort des Betrachters ein Eindruck von Labilität entsteht. Kurze Zeit nach Erstellung dieser Arbeit löste sich Höfinger
ganz von den hier noch zu erkennenden erdverhafteten neokubistischen Formen seiner Werke. Die
Bonner Arbeit signalisiert auch durch das Material Übergang und Neubeginn. Erstmalig verwirklichte
der Künstler eine Eisen-Konstruktion.
Die ungegenständliche Plastik stand im Vorgarten der Botschaft, der jetzige Verbleib ist unbekannt.
Sie wurde nicht mit nach Berlin genommen und befindet sich möglicherweise wieder in der Obhut des
Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport in Wien.
Kurzbiografie
Oskar Höfinger
Geb. 1935 in Golling a.d. Erlauf/Niederösterreich. 1950-1952 Lehre als Kerammodelleur in Krummnussbaum/Niederösterreich. 1952-1956 Besuch der Fachschule für Holz- und Steinbildhauerei Hallein/Salzburg. 1956-1961 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien (Meisterschüler bei
Fritz Wotruba). Seit 1961 freischaffender Bildhauer.
1968 Förderungspreis der Niederösterreichischen Landesregierung. 1971 Förderungspreis der Stadt Wien. 1999 Verleihung des Professorentitels.
Einzelausstellungen u.a. 1969 Galerie Schuhmacher, München; 1992 Austrian Cultural Institute, New
York;
2008 Galerie Chobot, Wien.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969/1976 Sieger, Olympische Spiele Innsbruck, Standort
Admont/ Steiermark; 1977 Sturz (Offener Raum), Allgemeine Unfallversicherung, Wien; 1997 Fußballer, Arnold-Schwarzenegger-Stadion, Graz.
Quellen
Telefonische Auskunft Botschaft Österreich in Berlin an Verfasserin 13.8.2009.
Diehl, Karl-Ludwig: Die Zeit. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Schreiben Österreichische Botschaft an Karl-Ludwig Diehl 10.6.1987 (Nachlass Hallensleben).
Home-page Oskar Höfinger. Online im Internet: URL:
http://www.oskar-hoefinger.at/vita.html [17.11.2011].
Literaturhinweis
Steinböck, Wilhelm: Oskar Höfinger. Ein österreichischer Bildhauer aus der Schule Wotruba. Hrsg.
Otto Haase. Graz 1991 (Biografie, Ausstellungen), S. 21-22, 24, 36 (hier Datierung 1971), 129, Abb.
S. 19 (Datierung 1969/70).
Katalog-Nr. 59
Werk
Charles Wilp, Europa-Obelisk (17 große Europäer), 1989
Beton, Marmor, Urgestein, Weltraumfolie
Obelisk 700x50x30 cm, 5 Marmorplatten je 135x50x2 cm
Inschrift auf der in den Betonsockel eingelassenen Platte:
„EUROPA-OBELISK / von Dokumenta Künstler CHARLES WILP, / enthüllt am 9. Mai 1989 von Bundesaußenminister / HANS-DIETRICH GENSCHER. / Eingeschweißt in kosmische Lichtflecke SUPER NOVAS / 17
Präsidenten der EGKS - EAG - EG / von MONNET bis DELORS. / IN
MATERIALIEN - STYCAST UND GOLDBEDAMPFTE SATELLITENFOLIE - / aus dem EUROPÄISCHEN WELTRAUMPROGRAMM / und
KREIDEGESTEIN aus der ersten historischen Bohrung / des EURO-
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TUNNELS CALAIS-DOVER 1988. / Gestiftet vom VERBAND DER
DEUTSCHEN ZEMENTINDUSTRIE“
9.5.1989
1 Gronau, Zitelmannstraße 22 (EU-Kommission in der BRD)
Geschenk des Künstlers an die EU-Kommission
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Arbeit verbindet den Baustoff der Moderne mit dem der Antike: Beton für die Säule, Marmor für
die vorgesetzten Platten an der Frontseite. Auf diese sind die Handabdrücke der 17 bis 1989 gewählten Präsidenten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der Europäischen
Atomgemeinschaft (EAG) und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft/Europäischen Gemeinschaft (EWG/EG) von Jean Monnet (1888-1979) bis Jaques Delors (geb. 1925) in eine Keramikmasse
eingeätzt. Zusätzlich wurden ihre Fotos in Weltraummaterialien und Satellitenfolien eingeschweißt
und überstrichen. Die entsprechenden Aufnahmen hatte Wilp im Bonner EG-Büro gesehen und sich
zu der Idee anregen lassen. Der den Obelisken ursprünglich bekrönende Adler mit ausgebreiteten
Flügeln ist nicht mehr vorhanden. Enthüllt wurde die Säule am Europatag. Die geplante Erweiterung
um die jeweils neu hinzukommenden Präsidenten wurde nicht verwirklicht.
Kurzbiografie
Charles Wilp
Geb. 1932 in Berlin, gest. 2005 in Düsseldorf.
Ab 1950 Studium der Publizistik, Kunst und Psychologie an der Technischen Hochschule Aachen,
Malerei und Bildhauerei an der Kunstakademie Grande Chaumière, Paris. Fotografie bei Man Ray
und Design bei Raymond Loewy, New York. 1958-1980 Kunst- und Werbekonzeptionen für die internationale Industrie (u.a. Afri Cola, VW). 1960 Gastprofessur am Center of Sensibility, Arizona.
1969 Rizzoli-Preis, Mailand, für die VW-Werbung. 1970 Dozent an der University of Nairobi. Leidenschaft für die Raumfahrt, arbeitete als erster Künstler in der Schwerelosigkeit. 2004 Aufnahme in
die „Hall of Fame der deutschen Werbung“, Wirtschaftswoche. 2005 1. Düsseldorfer Charles-WilpEvent.
Einzelausstellungen u.a. 1958 Galerie Iris Clert, Paris; 1972 Documenta 5, Kassel; 2008 von
fraunberg art gallery (Epson Kunstbetrieb), Düsseldorf.
Arbeiten u.a. 1970 Pop-Art-Porträts des sozialliberalen Kabinetts mit Bundeskanzler Willy Brandt;
1990 Mutter Erde, Nationaltheater Weimar; 1996 Space-Art-Skulptur Tränen der Ariane, ausgestellt
auf der UN-Klimakonferenz in Berlin.
Literaturhinweise
reg: Europa-Obelisk von Wilp. In: GA 4.5.1989 (StA ZA 141/1388).
fif: Kanzler in der Wasserleitung. In: BR 4.5.1989 (StA ZA 141/1388).
Wagner, Irmgart: „Idee Europa ist die Idee der Freiheit selbst“. In: GA 10.5.1989 (StA ZA 141/1388).
Bohnhof, Klaus: In Bonn gestern enthüllt: Der Obelisk „17 große Europäer“. In: RSA 10.5.1989 mit
Abb. (StA ZA 141/1388).
Lu.: Europa-Obelisk enthüllt. In: Das Parlament 26.5.1989 (StA ZA 141/1388).
Kanzler-Kolosse nach Berlin. In: Express 2.7.1991 (StA ZA 143/1972).
Heller, Raymund: Kunst ist Werbung. Hommage an Charles Wilp. Hrsg. Ingrid Schmidt-Winkeler.
Düsseldorf 2005 (Biografie, Ausstellungen, Werkverzeichnis). Irrtümlich wird hier 1988 als Aufstellungsdatum des Obelisken genannt.
Fotos Schreiben Kunst-Geschichte. Hrsg. Renate Buschmann/Stephan von Wiese (Katalog der Ausstellung im museum kunst palast Düsseldorf 2008). Köln 2007, S. 397-398 (weiterführende Biografie,
Bibliografie).
Katalog-Nr. 60
Werk
Hugo Daini, Denkmal für Simón Bolívar (1783-1830), 1983
Metall, geschwärzt, Sockel Basaltlava, scharriert
Figur Höhe 220 cm, Plinthe 10x70x70 cm, Sockel 80x80x80 cm
sign. Rückseite Plinthe: „H. DAINI“
Inschriften auf den vier Sockelseiten:
Vorderseite in schwarzen Eisenlettern:
„SIMÓN BOLÍVAR / 1783-1830“
gerahmte Eisenplatte re.: „SCHWIERIGER IST ES, / DAS GLEICHGEWICHT / DER FREIHEIT ZU / ERHALTEN, / ALS DIE / LAST DER
TYRANNEI ZU ERTRAGEN. / SIMÓN BOLÍVAR“
gerahmte Eisenplatte li.: „EIN GROSSER MANN, / DESSEN TATEN ICH
/ BEWUNDERE, DESSEN / FREUNDSCHAFT MIR / ZUR EHRE
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WURDE UND / DESSEN RUHM DER WELT GEHÖRT. / A. VON
HUMBOLDT“
gerahmte Eisenplatte Rückseite:
„GESCHENK DER / REPUBLIK VENEZUELA / 24.7.1984“
24.7.1984
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee/Heussallee
Geschenk der Republik Venezuela an die Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Unter Führung von Bolívar hatte Venezuela zunächst die Loslösung von der Herrschaft der Spanier
und 1811 seine Unabhängigkeit erreicht. Das überlebensgroße Standbild - in einer kleinen eingegrünten Fläche postiert - zeigt den Freiheitskämpfer in zeitgenössischer Zivilkleidung (Gehrock mit Stehkragen, Hose, Stiefel). Er präsentiert sich in aufrechter selbstbewusster Haltung, wenn auch etwas
steif wirkend durch die Schrittstellung mit durchgedrückten Knien. Der Kopf ist geradeaus gerichtet,
in der Hand des angewinkelten rechten Armes hält er eine Schriftrolle, die linke Hand des herabhängenden Armes ist zur Faust geballt. Durch die Inschrift am Sockel wird auf seine Beziehung zu Alexander von Humboldt (1769-1859) hingewiesen. Gewürdigt wurde der glorreiche General auch durch
den Roman von Gabriel García Márquez (geb. 1927): Der General in seinem Labyrinth.
Der Künstler fertigte die Figur nach einem Porträt Bolívars des Bildhauers David d’ Angers (17881856) an, das dieser zu dessen Lebzeiten geschaffen hatte. Die Republik Venezuela schenkte die Arbeit der Stadt Bonn anlässlich des 200sten Geburtstages des Freiheitskämpfers am 24.7.1983. Aus
politischen Gründen verzögerte sich die Aufstellung um ein Jahr.
Kurzbiografie
Hugo Daini
Geb. 1919 in Rom, gest. 1976 in Caracas.
1946 Abschluss des Studiums der Bildhauerei an der Akademie der Schönen Künste Rom. Seit 1949
lebte er als anerkannter Künstler in Venezuela.
Vor allem für die Hauptstadt Caracas schuf er etliche Hauptwerke, so 1956 die Statuen für die Fassade
des Palacio Blanco, 1957 eine Reihe von Statuen, Reliefs und Brunnen für den Paseo los Próceres
(Boulevard für die Vorkämpfer) und 1968 eine Statue von Francisco de Miranda (1750-1816, Freiheitskämpfer).
Literaturhinweise
WH: Venezuela schenkt Statue von Bolivar. In: GA 12.5.1984 (StA ZA 136/1438).
AP: Kein Platz für Bolivar? In: Die Welt 12.5.1984 (StA ZA 136/1438).
Plastik von Simòn Bolivar soll im Bonner Regierungsviertel stehen. In: Informationsdienst der Stadt
Bonn, Nr. XVI/17/84, S. 4 (StA ZA 136/1438).
AP: Bolivar ist in Bonn nicht sicher. In: Süddeutsche Zeitung 17.5.1984 (Zit. nach Informationsdienst
der Stadt Bonn 24.5.1984 - StA ZA 136/1438).
Denkmal für Simón Bolivar wird in Anwesenheit des Bundespräsidenten übergeben. In: Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. XVI/25/84, S. 1 (StA ZA 136/1438).
Wa: Freundschafts-Symbol zwischen Kontinenten. In: GA 25.7.1984 (StA ZA 136/1438).
Nitschke, Eberhard: Was tut Simón Bolivar im Vorgarten der „Allianz“? In: Die Welt 25.7.1984
(StA ZA 136/1438).
wi: Simon Bolivar ist jetzt ein Bonner. In: BR 25.7.1984 (StA ZA 136/1438).
Symbol der Freundschaft. In: Impression Nr. 8, August 1984 mit der Rede des Bundespräsidenten
Richard von Weizsäcker anl. der Einweihung und Abb. (StA ZA 136/1438).
Freiheit in die Ecke. In: De Schnüss, Jg. 7, Nr. 9, September 1984 (StA ZA 136/1438).
gva: Namen und Notizen. In: GA 8.7.1995.
La estatuaria de caracas. Huellas de la historia en el paisaje urbano. Galería de Arte Nacional. Caracas
1994 (Biografie), S. 33, 50, 63, 67.
Katalog-Nr. 61
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Joannis Avramidis, Dreifigurengruppe, 1963/1978 (versetzt)
Bronze, Höhe 200 cm, Sockel Marmor, 35x180x165 cm
sign. auf Vorderseite: „AVRAMIDIS 1/3“
Gießerei Schmäke, Düsseldorf
2.1.1978
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 37 (Eingang Landeszentralbank)
seit 2009 in Düsseldorf (Eingang Deutsche Bundesbank)
Land Nordrhein-Westfalen
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Beschreibung
Auf einem aus zwei Steinen bestehenden Sockel liegt eine kleeblattartige bronzene Plinthe, von der
sich drei eng beieinander stehende abstrahierte schlanke Gestalten erheben. Die noch vage zu erkennenden Formen menschlicher Körper sind waagerecht und senkrecht eingeschnürt. Durch unterschiedliche Abstände ergeben sich dabei lebendige Proportionen. Die durch die Teilungen entstandenen
Rundungen zeigen jedoch auch, dass die Konstruktion überwiegend aus Kreis- und Kugelsegmenten
besteht. Damit verbindet der Künstler das Prinzip einer architektonischen Ordnung mit der Gestaltung
der menschlichen Figur.
Die Arbeit gehört zu den zwischen 1960 und 1980 entstandenen Mehrfigurengruppen, die Avramidis
aus von der Säule abgeleiteten Einzelfiguren entwickelte. Von der Bonner Gruppe gibt es, abgesehen
von zwei Künstlerexemplaren, insgesamt drei Abgüsse. Die beiden anderen befinden sich in Privatbesitz.
Die Formation wurde 2007 abgebaut und steht seit 2009 vor der Hauptverwaltung der Deutschen
Bundesbank in Düsseldorf, dort ohne den Marmorsockel.
Kurzbiografie
Joannis Avramidis
Geb. 1922 in Batum/UdSSR als Sohn griechischer Einwanderer. 1937-1939 Studium an der Staatlichen Kunstschule Batum. 1939 Emigration nach Athen. 1943 nach Wien als Hilfsarbeiter zwangsverpflichtet. 1945-1956 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien, zunächst Malerei, dann
Bildhauerei (Meisterschüler bei Fritz Wotruba). 1956 Staatspreis der Akademie der Bildenden Künste
Wien. 1965/66 Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste Wien. 1966/67 Gastprofessur an
der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1968 Will-Grohmann-Preis der Stadt Berlin. 19681992 Professur für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien. 1973 Großer Österreichischer Staatspreis. Lebt und arbeitet in Wien.
Einzelausstellungen u.a. 1965 Galerie im Taxispalais, Innsbruck; 1997 Nationalgalerie Athen; 2002
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1965/1968 Polis I, Nationalgalerie Berlin; 1980 Große Dreifigurengruppe für Agora, Marktplatz Heilbronn; 1982 Große Figur, Pfahlplätzchen Bamberg.
Quellen
Schriftliche Auskunft Dr. Iris Cramer, Deutsche Bundesbank, Frankfurt a.M., an Verfasserin 12.8.
und 31.8.2009.
Telefonische Auskunft Frau Avramidis an Verfasserin 9.9.2009.
Schriftliche Auskunft Stadt Heilbronn an Verfasserin 11.1.2010.
Elben, Georg: „Drei-Figuren-Gruppe“ von Joannis Avramidis. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Bamberg. Bayern-online: Skulpturenweg in Bamberg. Online im Internet: URL:
http://bamberg.bayern-online.de/die-stadt/kultur/skulpturenweg/ [12.11.2011].
Literaturhinweise
ohr: Bonner Bank der Banken im neuen Bau mit Abb. In: GA 6.1.1978 (StA ZA 130/24). Fälschlicherweise wird der Künstler mit Avramadis angegeben.
WPS: Ein städtebaulicher Akzent. In: BR 12.1.1978 (StA ZA 130/24). Fälschlicherweise wird der
Künstler mit Arramidis angegeben.
Semff, Michael: Joannis Avramidis. Skulpturen und Zeichnungen. München 2005 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), S. 228-229 mit Abb.
Katalog-Nr. 62
Werk
Günter Ferdinand Ris, Wasser-Licht-Stele, 1974
Granit, Edelstahl, Lekutherm, Glas
Stele Höhe 600 cm, Ø 120 cm, Ø Brunnenbecken 620 cm
Februar/März 1975 – Inbetriebnahme Juli 1977
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 144 (Landesbehördenhaus - Atrium)
Land Nordrhein-Westfalen
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Aus der Mitte eines von Granitplatten umgebenen 16-eckigen Edelstahlbeckens ragt die Stele. Sie ist
aus drei Teilstücken à 2 m zusammengesetzt, an denen in regelmäßigem Abstand 17 Glasronden befestigt sind, zusätzlich einer halben am Fuß des zylindrischen Schaftes. Jede Ronde besteht aus zwei
konkav geformten Ringschalen, von denen die obere einen etwas kleineren Durchmesser hat als die
untere, dieser entgegengestülpten. Das Wasser steigt im Inneren der Stele auf, um an der Außenwand
stufenförmig von Ringgrupppe zu Ringgruppe herabzufließen. Effektvoll ergänzt wird das Wasserspiel durch Beleuchtung des Objektes von innen. Nach Aussage des Künstlers soll mit dieser aus
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durchsichtigem Kunststoff gefertigten Säule die Transparenz von Wasser gezeigt werden, die bei
einem üblichen Brunnen wegen der Dichte des schäumenden Wassers nicht sichtbar werde.
Dem seriellen Prinzip der übereinander gestaffelten Ringschalen folgte Ris seit dem Düsseldorfer
Brunnen (1967/68, vor der Wohnungsbauförderungsanstalt), wobei er die Einzelelemente der ähnlichen Säulen individuell abwandelte; in Düsseldorf sind sie aus Edelstahl.
Die Bonner Anlage ist das Ergebnis eines 1973 ausgelobten beschränkten Wettbewerbs, an dem sechs
Künstler teilnahmen. Die Stele wurde zwar 1975 aufgebaut, aber erst 1977 konnte die technische
Abnahme erfolgen, da die Wasserzuleitungen vergessen worden waren. Bereits kurz nach Inbetriebnahme wurde eine Glasronde durch Blitzeinschlag beschädigt. Das führte letztendlich zum bis heute
andauernden Abschalten der Anlage. Wegen Umzugs der Behörde wurde inzwischen auch die Pumpe
demontiert.
Kurzbiografie
Günter Ferdinand Ris s. Kat.-Nr. 37
Quellen
Telefonische Auskunft Herr Schwarzmann, Gebäudemanagement Brühl, an Verfasserin 10.8.2009.
Frisch, Burkhard: „Wasser-Licht-Stele“ von G.F. Ris. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
PB: Kunstwerk am Polizeipräsidium. In: BR 8.7.1977 (StA ZA 129/876).
tt.: Wassersäule sprudelt bei der Polizei. In: GA 11.7.1977 (StA ZA 129/876).
Kunst und Bau 1967-1979. Hrsg. Der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und der Minister für Landes- und Stadtentwicklung (MLS) des Landes Nordrhein-Westfalen. Red. Barbara
Mitlacher. Schriftenreihe des Ministers für Landes- und Stadtentwicklung des Landes NordrheinWestfalen. 2, Düsseldorf 1980, S. 275, Abb. S. 162.
Stemmler, Dierk: G.F.Ris. Lichtwände, Lichtpfeiler, Lichtfelder. Heidelberg 1983, S. 24.
Ausbau der Bundeshauptstadt. 10 Jahre Hauptstadtvereinbarung 1975-1985. Dokumentation. Hrsg.
Karl Heinz van Kaldenkerken. Bonn o.J [1985], S. 24.
G.F. Ris. Das plastische Werk 1958-2001. Hrsg. Boris von Brauchitsch. Köln 2002 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie, Werkverzeichnis), WV 135 mit Abb.; Düsseldorfer Brunnen WV 84 mit
Abb.
Pellens, Andreas: Ein Bonner baut. Ernst van Dorp - Bauen in Bonn und von Bonn aus... Bonn 2002,
S. 119.
Katalog-Nr. 63
Werk
Ansgar Nierhoff, 3 Orte, 1988-1991
Walzstahl, zwei- und dreidimensional geschmiedete Blöcke und freiformgeschmiedete Polyeder (Kugeln) aus Stahl
1. Ort: runder Platz mit Sekante und 4 Polyedern (Kugeln),
2. Ort: 4 Säulen à 7 Blöcke,
3. Ort: geteilte Stahlwand mit 9 Polyedern (Kugeln).
3 Kugeln Ø 120 cm, 1 Kugel Ø 110 cm, 4 Kugeln Ø 130 cm,
3 Kugeln Ø 140 cm, 2 Kugeln Ø 100 cm
2 Brammen geschmiedet, gebrannt, 1650x20x40 cm, 1650x20x10 cm
28 dreidimensional geschmiedete Blöcke mit Bohrungen für Dorne,
100x100x60 cm.
Wand, Walzstahl, 700x280x10 cm, 1380x280x10 cm
Mulde/Rondell aus Klinkern auf abgerammter wasserdurchlässiger Schicht,
gemauert
2 Gruben aus Klinkern, quadratische Fläche für Säulen aus Klinkerrollen
1991
1 Hardthöhe, Fontainengraben 150 (Bundesministerium der Verteidigung)
Bund
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Nierhoff gestaltete den knapp 150 m langen alleeartigen Zuweg zum Bundesministerium der Verteidigung durch Drei Orte. Das expansive begehbare Ensemble besteht aus den Stationen: Platz, Ort der
vier Säulen und Wand. Beim ersten Ort ist eine rechtwinklig zur Allee liegende Bramme Sekante des
Platzes. Gleichzeitig dient sie als Schwelle in der vertieften Kreisfläche. Auf ihr befindet sich bereits
eine Kugel, drei weitere liegen bereit. Die vier Säulen des zweiten Ortes bestehen aus je sieben freiformgeschmiedeten Quadern. Dieser ruhige Bereich gerät nur durch mögliche Bezüge zu den anderen
Elementen in Bewegung. Die im Verhältnis zu den Bäumen der Allee enge Aufstellung der Säulen
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kann einen Sog erzeugen, aber auch als Ventil empfunden werden. Die zweiteilige Wand des dritten
Ortes ist zwar geöffnet, aber vor ihr platzierte Polyeder versperren den Zugang.
Der Entwurf verbindet drei unterschiedliche Etappen, die einerseits in sich abgeschlossen, andererseits
durch die Allee miteinander verbunden sind. Sie lassen Raum für eigene Reflexionen. Die Kugeln
implizieren dabei ein spielerisches Prinzip.
Kurzbiografie
Ansgar Nierhoff, s. Kat.-Nr. 11
Quellen
Interview Wout Nierhoff mit Ansgar Nierhoff zu Skulpturen vor Bauten des Bundes in Bonn am
2.11.1988, S. 14-15 (Nachlass Hallensleben).
Universität Mainz: Prof. Ansgar Nierhoff: 3 Orte. Online im Internet: URL:
www.kunst.uni-mainz.de/klasse-nierhoff/htmtexte/nierhoff.htm [12.11.2011].
Literaturhinweise
Hölzinger, Johannes Peter: Synthèse des Arts. Die Verbindung von Kunst und Architektur bei den
Regierungsbauten auf der Hardthöhe in Bonn. Stuttgart/London 1998, S. 16-19 mit Abb.
Nierhoff, Ansgar: Drei Orte. In: Ansgar Nierhoff. Rotation (Katalog der Ausstellung „Szene Rheinland“ vom Rheinischen Landesmuseum Bonn in der Ausstellungshalle Alte Rotation Bonn/Schloss
Friedenstein und Gothaer Haus der Versicherungsgeschichte Gotha u.a. 1998-2001). Köln 1998, S. 27
mit Abb.
Zu Einem aus Einem. Ansgar Nierhoff. Skulptur im öffentlichen Raum. Hrsg. Justus Jonas. Heidelberg 2006, S. 269-270, Abb. S. 188-191.
Kolberg, Gerhard: 3 Orte (1988/1991). Drei von Menschen begehbare Skulpturen zwischen Sinn und
Sinnlichkeit. In: Zu Einem aus Einem. Heidelberg 2006, S. 87-90.
Jonas, Justus: Mehrteiligkeit und Spielcharakter als Prinzip der Skulpturen von Ansgar Nierhoff. In:
Zu Einem aus Einem. Heidelberg 2006, S. 54.
Katalog-Nr. 64
Werk
Aufstellung
Standort
Wilhelm Loth, Großplastik 41/70 (Figur 41/70)
Architekturplastik: ornamental-anthropomorph, 1970/71
Aluminium, 330x90x90 cm
monogr. seitl. li.: „W.L.“
Gießerei Caspar, Remchingen-Nöttingen
1974
1 Ippendorf, Gudenauer Weg 139
(Aus- und Weiterbildungsstätte des Auswärtigen Amtes - neben Eingang)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Eine U-Träger-förmige Betonrahmung gibt dem stark plastischen, wie ein breites Band wirkenden
Relief Halt. Drei anthropomorphe Teilstücke können zwar nicht eindeutig identifiziert werden, wecken jedoch Assoziationen an eine aufrecht stehende weibliche Gestalt, das zentrale Thema des
Künstlers. Als Torsopartien könnten unterschieden werden: ein „Unterleib“ mit weit konkav ausschwingenden Hüften und einer stegartigen Wulst in der Mitte als „Bauchwölbung“ oder auch als
„Embryo“ zu interpretieren, ein „Oberkörper“ mit Verdickungen an den Seiten - an den Körper angelegten, leicht angewinkelten Armen ähnlich - und ein wie ein wulstiges Lippenpaar geformter „Kopf“.
Das Lippenpaar könnte als Kommunikationssymbol gedeutet werden, ein Gedanke, der ebenso gut zur
Aufgabe einer Aus- und Fortbildungsstätte für angehende Diplomaten passt, wie zum ursprünglich
bestimmten Aufstellungsort im Foyer der Deutschen Botschaft in Lissabon.
Obwohl die neue Akademie Auswärtiger Dienst bereits seit Anfang 2006 in Berlin untergebracht
wurde, konnte das Gebäude bislang nicht verkauft werden. Noch steht die Plastik am Ort.
Kurzbiografie
Wilhelm Loth
Geb. 1920 in Darmstadt, gest. 1993 in Darmstadt.
Lehre als Vermessungstechniker. 1938 Anregung zur Bildhauerei von Käthe Kollwitz. 1943 Studium
an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste - Städelschule Frankfurt a.M. (bei Toni Stadler).
Nach kriegsbedingter Unterbrechung 1947 Ausbildung in der Künstlerkolonie Darmstadt (bei Fritz
Schwarzbeck). 1948-1958 Assistent von Hermann Geibel an der Technischen Hochschule Darmstadt,
dessen Aufgaben Loth 1954-1956 wahrnimmt. 1953-1955 Vorsitzender der Neuen Darmstädter Sezession. 1955 Darmstädter Kunstpreis (zusammen mit Helmut Lortz). 1958 Leiter der Bildhauerklasse
an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Karlsruhe, dort 1960-1986 Professur. 1959 VillaMassimo-Stipendium, Rom. 1965 Großer Kunstpreis für Plastik der Stadt Köln (zusammen mit Peter
Herkenrath). 1967 Stipendium Cité International des Arts, Paris. 1990 Jerg-Ratgeb-Preis, Reutlingen.
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Einzelausstellungen u.a. 1975 Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen; 1983 Haus der Kunst, München;
1995 Retrospektive Mathildenhöhe Darmstadt.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1967 Relief 31/67 Architekturrelief: Lippenwand, Volkshochschule Haubrichhof, Köln; 1968-1971 Plastik 4/68 - Vertikale Doppelfigur, Pädagogische Hochschule,
Freiburg; 1971/72 Plastik 43/71 - Große Stele, Hessisches Institut für Lehrerfortbildung, KasselFuldatal.
Quellen
Telefonische Auskunft Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Köln, an Verfasserin 9.7.2009.
Schriftliche Auskunft Akademie Auswärtiger Dienst, Berlin, an Verfasserin 8.1.2010.
Breinlinger, Arthur: Die künstlerische Außengestaltung an der Ausbildungsstätte für den Auswärtigen
Dienst, Bonn-Ippendorf - Wettbewerbe/Ausführung. WS 1988/89. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Biesel, Dagmar: Zwei Meter hoher Gitterzaun für Diplomatenschule in Ippendorf. In: GA 7.12.1988
(StA ZA 140/32).
dpa: Bildhauer Wilhelm Loth in Darmstadt gestorben. In: GA 27.2.1993.
Gerlach-Laxner, Uta: Zur „Architekturplastik: ornamental-anthropomorph“ von Wilhelm Loth. In:
Informationsblatt der Aus- und Fortbildungsstätte des Auswärtigen Amtes in Bonn-Ippendorf, o.J.
[1976], S 1-2, Abb. Titelblatt.
Schmoll, gen. Eisenwerth, J.Adolf: Wilhelm Loth. Bildwerke in Metall 1947-1972. Darmstadt 1976,
S. 34-35, Abb. S. 165.
Leuschner, Wolfgang: Bauten des Bundes 1960-1980. Hrsg. Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980, S. 124-125.
Kunstszene Darmstadt A bis Z. Verzeichnis bildender Künstler in und um Darmstadt. Hrsg. Archiv
Darmstädter Künstler. Bearb. Dr. Roland Held. Darmstadt 1987, S. 240-241.
Haupenthal, Uwe: Das plastische Menschenbild bei Wilhelm Loth. Hrsg. Archiv Darmstädter Künstler. Phil. Diss. Bonn 1986 (Darmstadt 1989), S. 218-222, 235. Haupenthal deutet die Gegenüberstellung von Lippenform und Stegform der Bauchzone als bisexuelles figurales Moment.
Wilhelm Loth zu Ehren. Retrospektive. Plastiken Gemälde Zeichnungen. Red. Klaus Wolbert (Katalog der Ausstellung Mathildenhöhe Darmstadt 1995). Darmstadt 1995 (Biografie, Ausstellungen,
Bibliografie).
Wilhelm Loth. Torso der Frau. Plastiken Zeichnungen Fotografien Gemälde. Werkverzeichnis. Hrsg.
Stadt Karlsruhe/Wilhelm Loth Stiftung. Red. Brigitte Baumstark/Erika Rödiger-Diruf (Katalog der
Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe/Museum Schloss Moyland u.a. 2001-2003).
Karlsruhe 2001, WV 572, S. 64-65 mit Abb. der Entwürfe für die deutsche Botschaft in Lissabon.
Katalog-Nr. 65
Werk
Aufstellung
Standort
Gerson Fehrenbach, Hellas VIII/66 (Königsfigur), 1966/1978
Bronze, 170x95x103 cm
1982
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198
(Bundesministerium des Innern - Platz vor Kantine)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die 1979 erworbene anthropomorphe Plastik thematisiert das Hauptmotiv des Künstlers: die menschliche Figur als stehende, gestürzte oder wie hier als sitzende weibliche Gestalt. Trotz Abstraktion und
Verfremdung durch autonome organisch wuchernde Formen bleibt sie durch das Verhältnis der Proportionen und Formanspielungen - Kopf, Rumpf, Beinstümpfe - figurativ erkennbar, wenn auch als
fragmentierter Torso.
Angeregt zu dieser Arbeit wurde Fehrenbach vermutlich durch die sitzenden Torsi in Athener Museen, die er anlässlich seiner Griechenlandreise 1961 sah, auch der Titel spräche dafür. Hellas begann
der Künstler bereits 1966, 1977/78 wurde sie in Bronze gegossen. Ein weiterer Bronzeguss erfolgte
1986 für die Hellas-Wohnanlage in Berlin-Moabit.
Kurzbiografie
Gerson Fehrenbach
Geb. 1932 in Villingen/Schwarzwald. 1946 Beginn Holzbildhauerlehre. 1951 Besuch der Kunsthandwerkschule Bonndorf/Schwarzwald (bei Walter Schelenz). 1954-1960 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin (Meisterschüler bei Karl Hartung), Stipendien des Kulturkreises im
Bundesverband der Deutschen Industrie und der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1959 Preis der
Großen Berliner Kunstausstellung. 1962 Villa-Romana-Preis, Florenz. 1963-1968 Assistent bei Erich
F. Reuter an der Technischen Universität Berlin. 1968 Gastdozent an der Technischen Universität
59
Istanbul. 1969-1975 und 1978-1980 Lehrtätigkeit an der Technischen Universität Berlin. Lebt und
arbeitet in Berlin.
Einzelausstellungen u.a. 1965 Haus am Waldsee, Berlin (zusammen mit dem Maler Gerhart Bergmann); 1982 Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen; 1995 Galerie Hartmann und Noé, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969 Vorplatzgestaltung Rathaus Tempelhof, Berlin; 1982 Säulenbrunnen, Deutsche Botschaft, Tunis; 1998 Memento Mori, Gedenkstein Parkfriedhof, BerlinTempelhof.
Quelle
Schriftliche Auskunft Roland Berger, Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn, an Verfasserin 5.11.2009 und 8.2.2010.
Literaturhinweise
Kunst für den Bund. Erwerbungen seit 1970. Hrsg. Thomas Grochowiak/Anneliese Schröder (Katalog
der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1981/82). Bonn 1981, S. 234-235, Abb. S. 76.
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 137.
Rosenberg, Astrid: Gerson Fehrenbachs Beitrag zur deutschen Plastik im Informel. Hrsg. Matthias
Bleyl. Theorie der Gegenwartskunst. Bd. 6. Münster 1996 (Bibliografie), S. 72, Abb. Nr. 41 (Gipsmodell).
Gabler, Josephine: Gerson Fehrenbach - Skulptur und Zeichnung mit dem Werkverzeichnis der Skulpturen. Hrsg. Stiftung für Bildhauerei, Berlin (Katalog der Ausstellung im Georg-Kolbe-Museum Berlin 2000). Berlin 2000 (Biografie, Ausstellungen), WV 154 mit Abb., S. 13, 94.
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Red. Anette Hüsch/Eugen Blume (Katalog der Ausstellung im Palast der Schönen Künste, Brüssel 2007). Köln 2007, S. 172, hier mit dem
Titel Königsfigur.
Katalog-Nr. 66
Werk
Aufstellung
Standort
Friedrich Gräsel, Kubische Verwinklung (Verwinklung zweier Volumina),
1974
Edelstahlblech, geschweißt, 70x70x70 cm
1982
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198
(Bundesministerium des Innern - Platz vor Kantine)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Zwei Volumina, Zylinder und Quader, wurden hier zu einem Kubus „verwinkelt“: Röhrenelemente,
durch schräge, im Winkel von 45 Grad geführte Schnitte zweifach geknickt mit zweimaliger Richtungsänderung um 90 Grad, wurden mit ebenfalls zweifach abgewinkelten Quaderformen zu einem
würfelförmigen Block zusammengesetzt.
Sowohl das Material als auch die Grundformen stammen aus dem Bereich der Industrie, doch im
Gegensatz zu einem industriell vorgefertigten Produkt hat dieses Werk keinen Nutzwert, sondern die
genormten technisch funktionalen Objekte wurden in eine neue zweckfreie Kunstform transponiert.
Kurzbiografie
Friedrich Gräsel
Geb. 1927 in Bochum. 1952-1956 Studium an den Staatlichen Kunsthochschulen München und Hamburg sowie an der Universität Hamburg. 1958-1970 Kunstpädagoge an Gymnasien in NordrheinWestfalen. 1967 Förderpreis für Bildhauerei zum Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf. 1970 Stipendium des British-Council für London, Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverbandes WestfalenLippe. 1970/71 Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Münster II. Seit 1972 Professur an
der Gesamthochschule Essen. 1979/1984 Gastprofessur an der Heluan-University, Kairo. 1980 JuniorPreis für Kunst und Architektur im öffentlichen Raum der BRD. Seit 1988 freischaffend in Bochum
tätig. 2001 Stiftung „Friedrich-Gräsel-Schenkung für Wissenschaft und Kunst“ an die Kunst- und
Medizinhistorischen Sammlungen der Ruhr-Universität Bochum. Lebt und arbeitet in Bochum.
Einzelausstellungen u.a. 1975 Städtisches Museum Bonn; 1985 Germanisches Nationalmuseum,
Nürnberg; 1997/98 Westfälisches Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1973 Tunnelplastik mit Kette, Glockengießerwall (vor Hamburger
Kunsthalle, inzwischen abgebaut); 1989 Wind, Sand und Sterne (Hommage à Antoine de SaintExupéry), Flugplatz, Wunstorf; 2001 Sieben farbige Stahlstelen, Kolosseum Bochum.
60
Quelle
Schriftliche Auskunft Roland Berger, Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn, an Verfasserin 5.11.2009.
Literaturhinweise
Kunst für den Bund. Erwerbungen seit 1970. Hrsg. Thomas Grochowiak/Anneliese Schröder (Katalog
der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1981/82). Bonn 1981, S. 116 mit Abb., S. 237
(Biografie), hier mit dem Titel Verwinklung zweier Volumina.
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 140, Abb. S. 50.
Friedrich Gräsel. Plastiken und Zeichnungen 1978-1992. Konzeption Ulrich Schneider (Katalog der
Ausstellung der Museen der Stadt Aachen und des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und
Kulturgeschichte Münster 1997/98). Ostfildern-Ruit 1998, Nr. 21, S. 96.
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Red. Anette Hüsch/Eugen Blume (Katalog der Ausstellung im Palast der Schönen Künste, Brüssel 2007). Köln 2007, S. 170.
Ziebarth, Anja: Friedrich Gräsel. Köln 2007 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie und Werkkatalog
auf DVD, Kartei-Nr. 0623, hier irrtümlich mit den Maßen 90x90x90 cm. Die angegebene Signatur
„FG 74“ konnte vor Ort nicht erkannt werden. Sie befindet sich möglicherweise auf der Unterseite.
Katalog-Nr. 67
Werk
Aufstellung
Standort
Fritz Koenig, Großes Epitaph für Zwei V/4 (Epitaph für 2 V d), 1980
Eisen, montiert, 42x142x111 cm
Juli 1982
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198
(Bundesministerium des Innern - Platz vor Kantine)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Das Ensemble besteht aus zwei übereinander liegenden Platten und zwei Figuren. Im Mittelknick der
oberen, an ein aufgeschlagenes Buch erinnernden Platte, liegen die auf Rundstäbe und Kugeln reduzierten Körper zweier eng aneinander geschmiegter Menschen. Im Gegensatz zu einem normalen
Epitaph ist dieses nicht einer bestimmten Person gewidmet. Bei anderen Arbeiten nannte der Künstler
ähnliche menschliche Gestalten nach dem berühmten tragischen Liebespaar aus Dantes Göttlicher
Komödie Paolo und Francesca. Er schuf sie verstärkt ab Ende der 1970er Jahre in unterschiedlicher
Formation für zahlreiche Epitaphe, die Assoziationen an Aufbahrung oder Grablegung wecken. Eine
ebenfalls 1980 entstandene Arbeit, Epitaph für Zwei V/4 im Gehäuse, zeigt das Bonner Figurenpaar,
umgeben von einem würfelförmigen Gehäuse, das sich teilweise öffnet. Dadurch wird der Eindruck
einer Gruft verstärkt.
Vom Großen Epitaph für Zwei V/4 existieren zwei Exemplare, das zweite ist Eigentum der Fritz und
Maria Koenig-Stiftung im Skulpturenmuseum im Hofberg der Stadt Landshut.
Kurzbiografie
Fritz Koenig
Geb. 1924 in Würzburg. 1946-1952 Studium an der Akademie der bildenden Künste München (bei
Anton Hiller). 1957 Villa-Massimo-Stipendium, Rom, Kunstpreis der Böttcherstraße, Bremen. 1961
Übersiedlung nach Ganslberg, wo der Künstler neben seiner Werkstatt ein Vollblutarabergestüt aufbaut. 1964-1992 Professur an der Technischen Universität München. 1970 Kulturpreis der Stadt
Würzburg. 1993 bringen Fritz und Maria Koenig ihren gesamten Besitz in eine Stiftung an die Stadt
Landshut ein, die das vom Künstler selbst konzipierte „Skulpturenmuseum im Hofberg“ errichtet; es
wird 1998 eröffnet. Bayerischer Maximiliansorden für Kunst und Wissenschaft. Lebt und arbeitet in
Ganslberg bei Landshut.
Einzelausstellungen u.a. 1974 Retrospektive Haus der Kunst, München; 1988/89 Neue Pinakothek,
München/Akademie der Künste, Berlin; 1998 Skulpturenmuseum im Hofberg, Landshut.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1968/1972 Brunnenanlage mit Kugelkaryatide N.Y., vor World
Trade Center, New York (11.9.2001 schwer beschädigt, temporäre Aufstellung im Battery Park, New
York, soll im Ruinenzustand des Bergungsmoments wieder in Nähe Ground Zero aufgestellt werden);
1982/83 Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland, Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers,
Mauthausen; 1986/1995 Große Blattfigur, Forum Technische Universität, München.
Quelle
Schriftliche Auskunft Roland Berger, Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn, an Verfasserin 5.11.2009 und 8.2.2010.
61
Literaturhinweise
Kunst für den Bund. Erwerbungen seit 1970. Hrsg. Thomas Grochowiak/Anneliese Schröder (Katalog
der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1981/82). Bonn 1981, S. 71 mit Abb.
Fritz König. Skulptur und Zeichnung. Hrsg. Peter-Klaus Schuster (Katalog der Ausstellung in der
Neuen Pinakothek München und in der Akademie der Künste Berlin 1988/89). München 1988, Abb.
Nr. 36.
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 147.
Fritz Koenig. Skulptur und Zeichnung 1942-1997. Hrsg. Stadt Landshut/Skulpturenmuseum im
Hofberg. Einf. Peter Anselm Riedl (Katalog der Ausstellung im Skulpturenmuseum im Hofberg
1998). Landshut 1998 (Biografie).
Clarenbach, Dietrich: Fritz Koenig. Skulpturen, Werkverzeichnis. Einf. Peter Anselm Riedl. München
2003 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), WV 700, Abb. S. 183. Zur Werkreihe der Epitaphe s.
Einf. Riedl, S. 20-25.
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Red. Anette Hüsch/Eugen Blume (Katalog der Ausstellung im Palast der Schönen Künste, Brüssel 2007). Köln 2007, S. 173.
Katalog-Nr. 68
Werk
Aufstellung
Standort
Heinz-Günter Prager, Mit Schleppe, 1971
Stahl, 68x175x58 cm
Juli 1982
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198
(Bundesministerium des Innern - Platz vor Kantine)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die Arbeit besteht aus einem Kegel und einer längsrechteckigen Platte mit einer kreisrunden Öffnung
im oberen Bereich, die über den „Kopf“ des Kegels gestülpt wurde und mit dem anderen Ende auf
dem Boden aufliegt, so dass der Eindruck einer Schleppe entsteht.
Das Werk gehört in die Reihe der Torsi und Büsten, die vor dem für Prager so wichtigen Aufenthalt
1974 in Florenz entstanden. Danach löste er sich von den anthropomorphen Formen.
Kurzbiografie
Heinz-Günter Prager s. Kat.-Nr. 16
Quelle
Schriftliche Auskunft Roland Berger, Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn, an Verfasserin 5.11.2009 und 8.2.2010.
Literaturhinweise
Kunst für den Bund. Erwerbungen seit 1970. Hrsg. Thomas Grochowiak/Anneliese Schröder (Katalog
der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1981/82). Bonn 1981, S. 196 mit Abb., 253.
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 154.
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Red. Anette Hüsch/Eugen Blume (Katalog der Ausstellung im Palast der Schönen Künste, Brüssel 2007). Köln 2007, S. 169, hier irrtümlich
mit den Maßen 70x60x80 cm.
Katalog-Nr. 69
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Erich Reusch, Objekt o.T., 1979
vier Kupferplatten auf Rasenfläche,
zwei Platten Ø 376 cm, 2 Platten Ø 265 cm, 18 cm stark
1979
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198
(Bundesministerium des Innern - vor Kasino)
Bund
62
Beschreibung
Bei dieser minimalistischen Bodenplastik sind vier flache Kupferplatten asymmetrisch auf der Rasenfläche vor dem Kasino verteilt. Da sie inzwischen die grünliche Patina angenommen haben, fügen sie
sich unauffällig in das Gelände ein, fordern dennoch den Betrachter zum Umschreiten auf.
Seit 1956 entwirft der Künstler solche horizontal betonte, in die Landschaft gelagerte, dezentralisierte
„Scheibenskulpturen“ (Schneckenburger).
Kurzbiografie
Erich Reusch
Geb. 1925 in Lutherstadt Wittenberg. 1947-1953 Studium der Bildhauerei und Architektur an der
Hochschule für bildende Künste Berlin (bei Georg Leowald, Richard Scheibe, Hans Uhlmann). 19531964 als Architekt in Düsseldorf tätig (Initiator der Trabantenstadt Meckenheim/Merl). Seit 1964
freischaffender Bildhauer. 1973-1990 Lehrtätigkeit an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
2001 Ida-Gerhardi-Preis. 2006 Konrad von Soest-Preis. Lebt und arbeitet in Neuenrade.
Einzelausstellungen u.a. 1966 von der Heydt-Musseum, Wupptertal; 1998 Retrospektive Kunstmuseum Bonn; 2006 Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1978 Wasserrelief, Innenministerium des Landes NRW Düsseldorf; 1979-1982 Mehrteilige Installation, Bundeswehrverwaltungszentrum München; 1996/97 Skulptur, Firma Bitzer, Maschinenbau, Schkeuditz.
Quellen
Home-page Erich Reusch. Online im Internet: URL: http://www.erich-reusch.de/ [12.11.2011].
museumsplattform nrw: Erich Reusch. Online im Internet: URL:
http://www.nrw-museum.de/reusch-erich.html [12.11.2011].
Literaturhinweise
Rave, Horst: Bau Kunst Verwaltung. Dokumentation des Ergänzungsfonds des Bundes 1977 bis 1984.
Hrsg. Bundesministerium für Raumordndung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1987, S. 139 mit
Abb.
Schneckenburger, Manfred: Skulpturen und Objekte. In: Kunst des 20. Jahrhunderts. Hrsg. Ingo F.
Walther. 2 Bde. Köln/London u.a. 1998. Bd. 2, S. 530, 793-794 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Erich Reusch. Arbeiten 1954-1998. Konzeption und Bearb. Volker Adolphs/Christoph Schreier. Red.
Julia Pascual/Sonja Reusch (Katalog der Ausstellung im Kunstmuseum Bonn 1998). Köln 1998,
S. 40.
Katalog-Nr. 70
Werk
Josef Gollwitzer, Nashorn, 1965/1975
Bronze, 178x225x75 cm
Guss Karl Herbig, Gerlinden bei München
1975
1 Nord (heute Castell), Römerstraße 118 (Collegium Augustinum)
Collegium Augustinum
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Als heraldisches Zeichen des Collegium Augustinum steht das leicht stilisierte unterlebensgroße Nashorn rechts des Haupteingangs. Der in die Höhe gereckte Kopf mit den zwei Hörnern und der breite
Nacken gehen in den massigen Körper über. Kurze stämmige Beine mit großen dreizehigen Füßen,
die jeweils in breiten Hufen enden, tragen das Gewicht dieses afrikanischen Spitzmaulnashorns.
Das Nashorn ist seit 1954 das Wappentier des Sozialunternehmens. Ausgesucht hatte es der Gründer,
Pfarrer Georg Rückert, da es die Eigenschaften verkörpere, die das Collegium Augustinum für sich
beanspruche: Es ist „ein friedliebendes Tier, das keine Feinde hat, ein wuchtiger, aber wendiger und
flinker Koloß, den zu reizen nicht ungefährlich ist. Ein Dickhäuter von gleichwohl höchster Sensibilität, Einzelgänger mit dennoch ausgeprägtem Familienleben“. (Aushang Foyer)
Gollwitzer modellierte 1965 dieses Nashorn, das heute in 44 Fassungen vor Einrichtungen des
Collegium Augustinum existiert.
Kurzbiografie
Josef Gollwitzer
Geb. 1917 in Weiden/Oberpfalz, gest. 2006 in München.
Volontär bei einem Steinmetz. 1947-1953 Studium an der Hochschule für Bildende Künste München
(bei Josef Wackerle). Anschließend freischaffend tätig.
Arbeiten im öffentlichen Raum o.a. 1957 Max Reger-Denkmal, Stadtpark Weiden; 1972 Blumen aus
Plexiglas vor der ehem. Mensa des Olympischen Dorfes in München (nicht erhalten); 1978 Gesprengte Kugel, Prinzregentenufer Nürnberg.
63
Quellen
Pressemitteilung Augustinum Berlin vom 17.6.2008.
Schriftliche Auskunft Susanne Schäffer, Augustinum München, an Verfasserin 30.6. und 18.8.2009.
Informationstafel im Foyer des Collegium Augustinum Bonn o.D.
Schmengler, Helga: Das „Nashorn“ in Bonn-Nord. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
US: Offizielle Einweihung des Wohnstifts Augustinum. In: BR 6.6.1974 mit Abb.
Metzler, Karl: Der Bildhauer Josef Gollwitzer. In. Forum 3/85, S. 30-31 (Hauszeitschrift des
Collegium Augustinum).
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997 mit
Abb. (StA ZA 149/1402).
Otiosus, G.: Vom Siegtier, Lehrreiches, Historien und Kuriosa über das Nashorn zur Befestigung
seiner heraldischen Existenz im Collegium Augustinum. [München] 1989.
Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Hrsg. K.G. Saur.
München/Leipzig 2008. Bd. 57, S. 379-380 (Biografie).
Katalog-Nr. 71
Werk
Aufstellung
Standort
Brunnen, ca. 1975
Stelen Basalt, Ø 30 cm, Höhe 165-215 cm
Brunnenbecken Pflastersteine, Ø 1000 cm
ca. 1975 (Zeitpunkt der Fertigstellung der Wohnanlage)
1 Nord (heute Castell), Am Römerlager 3
(bei Anlage Collegium Augustinum)
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW
Auftraggeber
Beschreibung
Sechs unterschiedlich hohe Basaltstelen verdecken in ihrer Mitte ein Rohr, aus dem das Wasser sprudelt. Das Auffangbecken wird von kreisförmig angeordneten kleinen Pflastersteinen gebildet, die in
einen runden Wall übergehen. Diesen umläuft eine das Wasser aufnehmende Rinne.
Literaturhinweis
Laaß, Katharina: Unsere Straßen in Bonn-Nord: Am Römerlager und Am Jesuitenhof. In: Nordstern
1/98 (StA ZA 148/1885-5).
Katalog-Nr. 72
Werk
Aufstellung
Standort
Günter Tollmann, o.T. (windbewegliche Plastik), 1981
Edelstahl, Höhe 500 cm, Länge 230 cm, Ø Säulen 70 cm
Grundplatte Beton, 6x270x270 cm
1981
1 Nord (heute Castell), Römerstraße 164 (Pädagogische Hochschule zwischen Hauptbau und Mensa, heute AVZ III der Universität Bonn)
Universität/Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Drei gleich hohe Zylinder mit identischem Durchmesser sind auf quadratischer Basis in einer Reihe
nebeneinander gestellt. Auf der mittleren Säule ist ein Aufsatz montiert, bestehend aus drei beweglichen Teilen, die sich je nach Windverhältnissen um die Mittelachse drehen. Die Kombination aus
festen und mobilen Elementen ermöglicht zahlreiche Variationen durch Bewegung. Durch Lichtreflexionen und Spiegelungen auf der glänzenden Oberfläche kommt ein „kinetisches Moment“ hinzu.
Diese Wirkung wird durch spezielle Schliffe noch verstärkt. Trotz Veränderlichkeit bleibt der Gesamteindruck einer stabilen, in sich zentrierten Plastik erhalten.
Tollmann schuf zahlreiche verwandte kinetische Objekte, die er selbst als „Bäume der Zukunft“ bezeichnete (Schäfer 1991). Sie drehen sich spielerisch im Wind und setzen in der Regel - so auch in
Bonn - einen heiteren Kontrapunkt zur Architektur.
Kurzbiografie
Günter Tollmann
Geb. 1926 in Gelsenkirchen, gest. 1990 in Hannover.
Malerlehre (Abschluss Meisterprüfung). 1956-1959 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. 1960-1969 Malerbetrieb, danach freischaffend tätig, zunächst als Maler und Grafiker. 1965
Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen für Malerei, 1969 für Bildhauerei. 1971 Kunstpreis des Landes
Niedersachsen. 1974 Prix de la Jeune Sculpture, Paris. 1978 Umzug nach Niedersachsen (Grafschaft
64
Diepholz), Atelier weiterhin in Gelsenkirchen. 1982 Lehrauftrag an der Hochschule für Gestaltung
Bremen. 1984 Künstlerstipendium des Landes Niedersachsen.
Einzelausstellungen u.a. 1960 Kunstkabinett Funke, Gelsenkirchen; 1975 Wilhelm-LehmbruckMuseum, Duisburg; 1991 Retrospektive Künstlersiedlung Halfmannshof/Städtisches Museum Gelsenkirchen.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969 o.T, Vorplatz Städtisches Museum, Gelsenkirchen; 1972
Block 8, Schloss Horst, Gelsenkirchen; 1990 Bewegliche Plastik, Polizeigebäude, Coesfeld.
Literaturhinweise
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 171 (Biografie), Abb. S. 34.
Günter Tollmann. Malerei/Skulpturen 1948-1990 (Katalog der Ausstellung der Künstlersiedlung
Halfmannshof in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum Gelsenkirchen 1991). Gelsenkirchen
1991 (Biografie, Ausstellungen).
Schäfer, Leane: Die 70er Jahre Bäume der Zukunft. In: Günter Tollmann, Gelsenkirchen 1991, S. 58.
Katalog-Nr. 73
Werk
Sepp Hürten, Josefsbrunnen, 1979/80 (Figuren gestohlen)
Steinmetz Firma Peter Bell, Selters
Trachyt, Bronze, Gesamthöhe 440 cm
Bronzefiguren Jesus und Josef Höhe 120-150 cm, Ø Brunnenschale 200 cm
19.10.1980 Einweihung
1 Nord (heute Castell), Kaiser-Karl-Ring (vor St. Josef)
Kirchbauverein/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Zentrum eines achteckigen, von Blumenkästen umgebenen Fundaments erhebt sich ein zylinderförmiger Sockel, der die Brunnenschale trägt. Aus ihrer Mitte ragt die Brunnensäule, gekrönt von der
Figurengruppe des Josef, an seiner linken Hand das Jesuskind haltend. Mit der rechten Hand umfasst
er eine große Säge, die ihn als Zimmermann kennzeichnet. Das Kind hält in der ausgebreiteten Rechten die ursprünglich mit einem Kreuz versehene Weltkugel (inzwischen abgebrochen). Beide Figuren
stehen auf einem Lorbeerkranz. Ungewöhnlich ist die Darstellung eines Josef als Brunnenfigur, dazu
eines verhältnismäßig jungen Mannes und des schon etwa 8-10 Jahre alten Jesus. Aus vier Wasserspeiern unterhalb dieser Gruppe fließt Wasser in die 16 rund um die Säule versetzt herausgehauenen
Schalen und ergießt sich von dort in das große Becken. Das Wasser soll an die Taufe erinnern.
In der kleinen Brunnenschale am Brunnenrand brachte die Gemeinde ein Bronzewappen des Weihbischofs und ehemaligen Pfarrers der Gemeinde, Josef Plöger, an zum Dank dafür, dass er die Hauptrenovierungsarbeiten der 50 Jahre alten Kirche in Angriff nahm.
Die Realisierung des Brunnens betrachtete der neu gegründete Kirchbauverein als seine erste Aufgabe
und finanzierte die Bronzefiguren; u.a. durch Verkauf von Kopien eines kleinen rund 25 cm hohen
Modells. Die Brunnenumrandung zahlte die Stadt im Rahmen der Unterstützung der Stadtteile anl. der
Bundesgartenschau 1979. Rechtzeitig zur 50-Jahrfeier der Grundsteinlegung für die Kirche konnte der
Brunnen eingeweiht werden.
In der Nacht auf den 7. Oktober 2011 wurden die Bronzefiguren gestohlen.
Kurzbiografie
Sepp Hürten
Geb. 1928 in Köln. Nach Militärzeit und Kriegsgefangenschaft 1946-1951 Besuch der Kölner Werkschulen (bei Wolfgang Wallner und Ludwig Gies). Seit 1951 freiberuflich als Bildhauer in Köln tätig.
Lebt in Hochkirchen bei Köln.
Zahlreiche Arbeiten für Kirchen in den Bistümern Köln, Trier und Paderborn wie 1964 Altar, Tabernakel, Leuchter und 1965 Kreuzweg für St. Barbara, Köln, 1970 Kreuzweg und 1974 Kuppelbekrönung für St. Aposteln, Köln.
Quellen
Telefonische Auskunft Klaus Vogel, Kirchbauverein St. Josef, an Verfasserin 29.6.2009.
Wolf, Gabriele: „Josefsbrunnen“.SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
In einem Brief an Gabriele Wolf vom 17.7.1987 erläutert Weihbischof Josef Plöger das Wappen wie
folgt: 1975 von Prof. Braun entworfen, zeigt es in der oberen Hälfte ein silbernes Kreuz auf rotem
Grund, das Wappen des Bonner Cassiusstiftes. Dies, weil Plöger Stadtdechant von Bonn und Pfarrer
der Münsterbasilika war. In der unteren Hälfte befinden sich drei silberne Pflugscharen auf grünem
65
Feld, die auf den Namen Plöger - Pflüger hinweisen. Der Wappenspruch lautet „Gaudium Domini
Fortitudo Nostra“ („Die Freude am Herrn ist unsere Kraft“). Er ist Neh. 8,10 entnommen.
Kreuz, drei Pflugscharen und Spruch befinden sich auf dem bronzenen Wappen.
Literaturhinweise
EB: Mit den Arbeiten für den Brunnen begonnen. In: BR 3.4.1980 (StA ZA 132/820).
MT: Der Josefsbrunnen ist aufgestellt. In: BR 24.9.1980 (StA ZA 132/820).
hl: Ein Josephsbrunnen vor der Kirche. In: GA 20.10.1980 mit Abb. (StA ZA 132/820).
mt: Josefsbrunnen: Symbol für Menschen. In: BR 21.10.1980 (StA ZA 132/820).
Eine Richtigstellung: Es war der Hürten, nicht der Mataré. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 2, August 1997
(StA ZA 149/2723).
kf: Figur vor Josephkirche gestohlen. In: GA 13.10.2011.
Bildende Künstler im Land Nordrhein-Westfalen. Hrsg. Wirtschaftsverband Bildender Künstler
Nordrhein-Westfalen e.V., Bezirksverband Köln-Aachen. Bd. 2. Köln-Aachen. Recklinghausen 1967,
S. 177 (Biografie).
Ars Sacra ’75 Kirchliche Kunst der Gegenwart. Red. Franz Tack/Dorothea Eimert (Katalog der Ausstellung der Künstler-Union-Köln in Verbindung mit der Stadt Köln und Bistümern der Kirchenprovinzen Köln und Paderborn im Overstolzhaus und in der Handwerkskammer Köln 1975). Köln 1975,
Nr. 422 und 424 (Arbeiten für die Kirchen in Köln).
Brunzel, Hans: St. Joseph Bonn-Nord. Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde St.
Joseph am 26. Juni 1977. Hrsg. Kath. Pfarramt St. Joseph, Bonn-Nord. Bonn 1977, S. 17.
Katalog-Nr. 74
Werk
Nicolas Schöffer, Chronos 15, 1975-1977
Edelstahl, poliert, Höhe 2000 cm, Länge-Tiefe 160 (600)x160 (600) cm
Sockel 60x370x370 cm, 56 Spiegelfelder
Entwurf 1975 - verändert 1985/86
ab 1.7.1977 Installation - 12.7.1977 Einweihung
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Ostplattform)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Gerüst des lichtkinetischen Turmes besteht aus fünf um 45° über Eck gestellten Stützen auf quadratischem Grundriss, einer mittleren und vier, die sie umgeben. Diese Außenstützen bilden mit waagerechten Querbalken vier offene Fassaden. Alle fünf Teile sind durch diagonale Querbalken so verbunden, dass eine Kreuzkonstruktion entsteht. Sie setzt sich nach außen in den Raum hinein fort durch
jeweils vier große und kleine Halbkreisbögen, die in verschiedenen Höhen ansetzen und schneckenlinienförmig um die Kernachse herumlaufen. Das ganze Gerüst wurde aus quadratischen Röhren angefertigt. Die Harmonie aller Elemente beruht auf dem Goldenen Schnitt, der ihrem Verhältnis untereinander zugrunde gelegt wurde.
Ursprünglich waren 56 motorisch betriebene Metallspiegel in unterschiedlichen geometrischen Formen und Größen und unabhängig davon 56 Scheinwerfer in den Farben weiß, gelb, orange, rot und
blau so programmiert, dass sich ständig wechselnde visuelle Eindrücke ergaben. Die komplizierte
Technik bewährte sich nicht, so dass die Stadt Bonn Mitte der 1980er Jahre in Absprache mit dem
Künstler die defekten Motoren und Scheinwerfer ausbauen ließ. Jetzt werden die Spiegel nur noch
durch den Wind bewegt.
Kurzbiografie
Nicolas Schöffer
Geb. 1912 in Kalocsa/Ungarn, gest. 1992 in Paris.
Studium an der Akademie der Schönen Künste Budapest. In Budapest erwarb Schöffer auch den Doktor der Rechte. 1936 Übersiedlung nach Paris, Studium an der Ecole des Beaux-Arts. 1948 französische Staatsbürgerschaft. Verschiedene Akademieprofessuren. 1970 Henry-Moore-Preis, Osaka, Frank
J. Malina Leonardo-Preis, Berkely. 1980 Eröffnung des Nicolas Schöffer-Museums in seiner Geburtsstadt Kalocsa. Seit 1981 Mitglied der Academie des Beaux-Arts, Paris. Schöffer betätigte sich nicht
nur auf dem Gebiet der Bildhauerei kreativ, sondern auch auf dem der Architektur, Stadtplanung,
Theater, Musik, Film und gilt als „Vater“ der kybernetischen Kunst.
Einzelausstellungen u.a. 1968 Kunsthalle Düsseldorf; 1975 Galerie René-Hans Mayer, Düsseldorf;
1989 Galerie Denise René, Paris.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1953-1955 Tour spatio-dynamique sonore, Park St. Cloud, Paris;
1961 Tour spatiodynamique cybernetique, Kongresspalast, Lüttich; 1974 Chronos 14, Embarcadero
Center, San Francisco.
66
Quelle
Erläuterung Nicolas Schöffer zu Chronos 15, September 1975 (Akte StA zum Stadthaus, noch nicht
registriert).
Literaturhinweise
WPS: Lichtturm „Chronos“ kann noch nicht stehen. In: BR 2.7.1977 (StA ZA 129/6).
Rott, Rosemarie: „Die Bonner werden sich dran gewöhnen“. In: BR 13.7.1977 (StA ZA 129/6).
pan: Klein-Klima variiert kinetische Lichtskulptur. In: GA 13.7.1977 (StA ZA 129/6).
Zehn Tonnen Kunst für das neue Stadthaus. In: BAB 13.7.1977 (StA ZA 129/6).
Pohlen, Anneliese: Umsetzung in ästhetische Funktion. In: GA 14.7.1977 zur Studioausstellung zu
Schoeffers Chronos 15 im Städtischen Kunstmuseum Bonn (StA ZA 129/6).
Gerber, Dieter: Kunst im und am neuen Stadthaus. In: GA 20.5.1978 (StA 130/18).
WPS: Nachts schläft Chronos. In: BR 15.1.1980 (StA ZA 132/27).
IL: „Chronos“ muß in Inspektion. In: BR 19.6.1981 (StA ZA 133/163).
stg: Defekter „Chronos“ wird umgebaut. In: GA 2.8.1986 (StA ZA 138/2355).
G.R.K.: Licht-Plastiker. In: FAZ 11.1.1992.
dpa: Lichtkinetiker Nicolas Schöffer 79jährig gestorben. In: GA 13.1.1992.
Paus-Daniel, Rosemarie: Leuchtzeichen eines Wanderers zwischen den Kulturwelten. In: GA
3.8.1994.
Wirth, Heidrun: Chronos 15 leuchtet in der Morgensonne. In: BR 3.8.1996 (StA ZA 148/2749).
Stemmler, Dierk: Nicolas Schöffer. Chronos 15. Bonner Stadthaus. Hrsg. Städtisches Kunstmuseum
Bonn. Bonn 1977 mit ausführlicher Beschreibung und Ausführungen zur Geschichte der kinetischen
Kunst.
Häusser, Robert/ Honisch, Dieter: Kunst Landschaft Architektur. Architekturbezogene Kunst in der
Bundesrepublik Deutschland. Bad Neuenahr-Ahrweiler 1983, S. 162-163 mit Abb.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 10 mit Abb.
Hommage à Nicolas Schöffer 1912/1992. Hrsg. Eleonore Schöffer, Jean-Luis Ferrier und Michel
Ragon (Katalog der Ausstellung im Centre Noroit, Arras 1994). Paris 1994 (Biografie, Ausstellungen,
Bibliografie), S. 74, Abb. S. 56.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 44, Abb. S. 45.
Katalog-Nr. 75
Werk
Günter Ferdinand Ris, Lichtwald (Lichtfeldspiegel), 1975-1977
Edelstahl, weiß lackiert
Stelen Höhe 450-600 cm, Becken Ø 1000 cm
13.9.1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Südplattform)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Aus einem kreisförmigen flachen blank polierten Edelstahlbecken ragen Gruppierungen von insgesamt 45 weißen Stelen in wechselnder Höhe und unterschiedlicher C-förmiger Grundrisse auf. Während sich außen zwei schlankere Vierergruppen des längs ausgedehnten Ensembles gegenüberstehen,
befinden sich in der Mitte die dickeren Säulen. Über das leichte Gefälle des Bodens läuft ein Wasserfilm, in dem sich der Lichtwald und die Architektur der Umgebung spiegeln sollen. Die Wirkung ist
allerdings dadurch beeinträchtigt, dass die Edelstahlfläche mittlerweile zerkratzt ist. Eine eingebaute
Lichtquelle in Form von Neonröhren - wie für Ris charakteristisch - lässt die Wasser-Lichtstelen auch
im Dunklen betrachten.
Kurzbiografie
Günter Ferdinand Ris s. Kat.-Nr. 37
Quellen
Weger, Antje: „Lichtwald“ - Der Brunnen am Stadthaus von Günter F. Ris. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Marx, Eberhard: Günter Ferdinand Ris. Laudatio zur Preisverleihung des August-Macke-Preises der
Stadt Meschede 1984 in der Stadthalle Meschede.
Literaturhinweise
WPS: „Lichtwald“ als Konkurrenz für „Chronos 15“. In: BR 15.9.1977.
Kunst am Stadthaus-Neubau. In: GA 21.9.1977.
Gerber, Dieter: Kunst im und am neuen Stadthaus. In: GA 20.5.1978.
Gerber, Dieter: Ein Kunstwerk - zum Torso verkommen. In: GA 4.6.1980 (StA ZA 132/27).
67
d.g.: Die Ris-Plastik „verkommt“ nicht. In: GA 6.6.1980 (StA ZA 132/27).
ly: Lichtwald am Stadthaus in Reparatur. In: GA 2.7.1980 (StA ZA 132/27).
Ris: Ich wurde nicht unterrichtet. In: GA 9.8.1980 (StA ZA 132/27).
wf: „Lichtwald“ vor dem Stadthaus. Kunst an Bonner Bauten III. In: GA: 14.4.1987
(StA ZA 139/1284-3).
Seine Stelen streben zum Himmel. In: BAB 11.5.1988.
Rave, Horst: An der ästhetischen Gestaltung des Lebens mitbauend. In: GA 16.5.1988.
Rapp-Neumann, Petra: Architektur und Landschaft in Skulptur umgesetzt. In: GA 16.2.1990.
Stemmler, Dierk: G.F.Ris. Lichtwände, Lichtpfeiler, Lichtfelder. Heidelberg 1983, S. 25, 30-32, Abb.
S. 88-90.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 12.
Heusinger von Waldegg, Joachim: G.F. Ris. Frankfurt 1994, S. 84, 116, Abb. S. 78-79.
G.F. Ris. Das plastische Werk 1958-2001. Hrsg. Boris von Brauchitsch. Köln 2002, WV 144, Abb.
S. 90-91. Hier wird die Arbeit irrtümlich auf 1978 datiert.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 46, Abb. S. 47.
Katalog-Nr. 76
Werk
Ladis Schwartz, Ruhe (Stille), 1977
Bronze, 85x80x45 cm, Scheibe Höhe 10 cm, Ø 76 cm
Sockel Höhe 84 cm, Ø 65 cm
1980
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Ostplattform)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Über einem zylinderförmigen Sockel befindet sich auf flacher überkragender drehbarer Scheibe eine
organische Form. Sie verläuft, von einem länglich-ovalen Element ausgehend, zunächst waagerecht in
wellengleicher rhythmischer Bewegung und spaltet sich am Ende in zwei Teile auf. Zusammen mit
einer oberen Verstrebung ergeben sich insgesamt drei Öffnungen.
Der Bronzeguss stand zunächst im Innenbereich (Foyer, an der Aufzugsgruppe 1), heute im Freien auf
der Ostplattform.
Ein zweites Exemplar, Stille benannt, befindet sich in Siegen in Nähe der Kreisverwaltung und soll
nach Renovierung des Hauses und Neugestaltung des Umfeldes seinen Platz vor dem Gebäude erhalten (z.Zt. vor dem Kulturhaus Lÿz in der St.-Johann-Str. 18).
Kurzbiografie
Ladis Schwartz
Geb. 1920 in Temeswar/Rumänien, gest. 1991 in Bonn.
Bereits während seiner Gymnasialzeit in Temeswar, lernt Schwartz die Grundlagen der Bildhauerkunst im Atelier von Nandor Galasz. 1938-1940 Studium an der Kunstgewerblichen Hochschule
(Iparmüveszeti Foiskola), Budapest. Mitarbeit im Atelier des Tierbildhauers Imre Huszar. 1941-1944
als Jude interniert im Arbeitslager in Rumänien. 1944 Anschluss an Künstlergruppe um den Maler
Stefan Szönyi in Temeswar. 1962 erste Preise auf der Internationalen Kleinbronze-Ausstellung in
Budapest: Büffel, Fohlen und Kleiner Esel werden von der Porzellanmanufaktur Pecs zur industriellen
Vervielfältigung erworben. 1970 Übersiedlung nach Deutschland (Siegen) und Erhalt der deutschen
Staatsbürgerschaft. 1975 Gedächtnismedaille der Stadt Siegen anl. ihres 750jährigen Bestehens. Lebte
von 1978 bis zu seinem Tod in Bonn, Atelier im Ellerhof.
Einzelausstellungen u.a. 1976 Städtische Galerie, Siegen; 1980 Stadthaus, Bonn; 1985 Beethovenhalle, Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum, u.a. 1972 Totem, Schlosspark, Siegen; 1984 Haltung in Verbundenheit, Materialamt der Bundeswehr, St. Augustin; 1987 Aliya, Meeresufer Haifa.
Quellen
Schriftliche Auskunft Thomas Wolf, Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, an Verfasserin 14.1.2010,
24.3.2010 und 30.9.2011.
Klee, Sonja: Ladis Schwartz. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Guski, Simone: Wider die schwitzende Kunst. Ein Ateliergespräch mit dem Bonner Bildhauer Ladis
Schwartz. In: GA 28.7.1984 (StA ZA 136/2082).
Jianou, Ionel: Ladis Schwartz. Paris 1977, Abb. 41 Gipsmodell von 1977, hier tituliert als Stille mit
dem Zusatz „Bronze in Kreisverwaltung Siegen“.
68
Ladis Schwartz. 1920-1990. leben-quellen-schöpfung. Hrsg. Ladis Schwartz. Bonn 1990 (Biografie,
Ausstellungen, Bibliografie), o.S.; unter „1977“ wiederum Erwähnung des Bronzegusses für die
Kreisverwaltung Siegen mit dem Titel Stille und den Maßen 180x180 cm; unter „1980“ Erwerb der
Plastik Ruhe durch die Stadt Bonn, hier mit den Maßen 200x110 cm. Beide Exemplare haben jedoch
identische Maße.
Katalog-Nr. 77
Werk
Rolf Müller, Spiegelfaltung, 1974-1977
(Mitarbeit Architekt Heinz Wondra, Graz)
Edelstahl, Höhe 360 cm, Hauptfläche 720x720 cm
(plus 2x510 cm Länge der Dreiecke, die über das Quadrat hinausragen)
25.9.1979 Abnahme
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Innenhof)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Arbeit wurde aus der Geometrie des Würfels entwickelt und erstreckt sich über den Bereich der
Lichtöffnungen und eines weißen Fußbodenquadrats. Je zwei liegende und zwei stehende gleichschenklige und ein um 45° geneigtes Dreieck bilden die Form ähnlich einer Faltpyramide. Sie steht
auf einer Unterkonstruktion aus feuerverzinktem Profilstahl. Die glänzenden Oberflächen ermöglichen vielfältige Spiegelungen und Brechungen des einfallenden Lichtes und reflektieren es über das
schräg gestellte Dreieck in den Bereich der Eingangshalle. Die dadurch erwirkte Erweiterung war
gerade an diesem relativ dunklen Standort - Schnittpunkt zwischen den Stadthaustürmen - erwünscht.
Zudem unterbricht das Objekt die Eintönigkeit der Vertikalen und Horizontalen der es umgebenden
Architektur.
Kurzbiografie
Rolf Müller
Geb. 1940 in Westfalen. Studium der visuellen Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung
Ulm. 1972 Gründung seines Büros für visuelle Kommunikation, Konzentration und Produktion. 1978
Grafik Design-Preis Deutschland. 1985-1998 Herausgeber des Design-Magazins HQ. Lehrtätigkeit
u.a. an der Kunstgewerbeschule Zürich, Rhode Island School of Design, Providence, USA, Akademie
der Bildenden Künste, München. 1989 Goldmedaille des Art Directors Club of New York. 1991-1993
Präsident der Alliance Graphique Internationale (AGI). 2008 Designpreis München. Lebt und arbeitet
seit 1967 in München. Sieht sich nicht als Künstler, sondern als Designer.
Einzelausstellungen u.a. 1982 Akademie für das Grafische Gewerbe, München. Entwicklung visueller
Erscheinungsbilder/Informations- und Orientierungssysteme u.a. 1967-1972 zusammen mit Otl Aicher für die Olympischen Spiele in München, 1991-1995 für die Generaldirektion Telekom, Bonn.
Quellen
Schriftliche Auskunft Rolf Müller an Verfasserin 30.11.2009.
Holze, Kai-Uwe: „Spiegelfaltung“ von Rolf Müller. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
VKF Bonn: „Erleuchtung“ für Stadthaus. In: BR 10.8.1979 (StA ZA 131/25).
pan: Stadthaus-Design für 85 000 DM. In: GA 26.9.1979 (StA ZA 131/25).
(Design-) Objekt. In: Bonn-Info. Februar 1997 (StA ZA 149/598).
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 14.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 50, Abb. S. 51.
Katalog-Nr. 78
Werk
Entwurf Inge Hagner, Quellstein, 1977 (abgebaut)
in Zusammenarbeit mit Matthias Simon, Gartenamt Stadt Bonn
Ausführung Firma Josef Kusser, Renholding/Ndb.
Granit, Ø 300 cm
28.11.1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Dieses nicht mehr vorhandene „Brunnenkissen“ wurde durch Einkerbungen gedrittelt und von einem
Pflasterrund umgeben. Der dafür verwendete Granitfelsblock wurde im Bayerischen Wald gebrochen.
69
Steinmetze arbeiteten rund drei Monate, um an drei Stellen einen treppenförmigen Auslauf für den
Sprudel in das über 12,4 Tonnen schwere Gestein zu stemmen.
Der Quellstein verschwand mit dem Umbau des Berliner Platzes und Errichtung der Stadtloggia in
den 1980er Jahren.
Kurzbiografie
Inge Hagner
Geb. 1936 in Frankfurt/Main. Besuch der Werkkunstschule Offenbach und der Zeichenakademie
Hanau. Anschließend Studium in Paris (bei dem Metallplastiker Georg Glaser). Lebt und arbeitet in
Goldstein/Frankfurt a.M.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1977 in Frankfurt a.M. Gestaltung der ersten Stationen der UBahn und des Fressgass’-Brunnens, Große Bockenheimer Straße; 1994 Brunnen, Löher Platz, Idstein/Ts.
Quellen
Arbeitsplan Stadthaus Bonn, Sternplatz, Grünplanung 24.11.1976-15.2.1977 (StA 2760).
Vermerk Stadtarchiv Bonn, Benutzerschriftverkehr Nr. 1579 für die Zeit 12.6.-17.7.2007.
Kulturamt Frankfurt a.M.: Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt. Inge Hagner. Online im Internet:
URL: http://www.kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de/de/page97.html?kuenstler=40
[12.11.2011].
Literaturhinweise
Lue: Künstler bemängeln Praktiken der Stadt. In: BR 25.5.1977 (StA ZA 129/6). Der Name der
Künstlerin wird fälschlicherweise mit Hagen angegeben.
JÜK: Kunst am Bau: Teurer Stein aus Niederbayern. In: BR 29.11.1977 (StA ZA 129/6).
ib: Brunnenplastik aus dem Bayerischen. In: GA 30.11.1977 (StA ZA 129/6).
Kb: Teurer Stein als Brunnen vor dem Stadthaus. In: RSA 1.12.1977 mit Abb. (StA ZA 129/6).
Agthe, Thomas: Wellig plätschert die Quelle der Kunst. In: RSA 8.3.1980 (StA ZA 132/588).
Katalog-Nr. 79
Werk
Rolf Schreuer, Handwerkerbrunnen, 1988/89
Anröchter Dolomit, Höhe 170 cm, Ø Basis 120 cm
Ø des gepflasterten Ringes 390 cm
sign. u. bez. seitl. an Basis: „SCHREUER / EITORF“
25.8.1989 Einweihung
1 Nordstadt, Breite-/Dorotheenstraße
Stiftung Kreishandwerkerschaft zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Umgeben von einem gepflasterten Ring rinnt bei diesem Brunnen das Wasser über eine mannshohe
Säule in Form einer leicht geöffneten Blüte. In der Bodenplatte verweist ein eingelassenes Handwerkszeichen - ein Hammer umrahmt von einem Eichenbaumblatt mit Eichel - auf die Entstehung der
Nordstadt als Handwerkerviertel. Daran erinnern ebenso die Materialien Wasser und Stein, beides
Ursubstanzen, mit denen in vielen Handwerken gearbeitet wird. Der Name Handwerkerbrunnen wurde auch gewählt, weil der Brunnen dem Mäzenatentum von Handwerkern verschiedenster Berufe zu
verdanken ist. Er schloss die Neugestaltung der Breite Straße ab, die das Wohnumfeld verbessern
sollte. Dies wurde allerdings durch störende Absperrbalken und ein Halteverbotsschild ad absurdum
geführt. Schließlich wurde der Brunnen durch eine Bordsteinumrandung vor Falschparkern und Beschädigungen geschützt.
Kurzbiografie
Rolf Schreuer
Geb. 1952 in Neuss. Ausbildung als Steinbildhauer. 1969 Kammer-Innungs-Landessieger. 1973 Meisterprüfung. 1982 1. Preis „Junges Handwerk“, Aachen. 1983 Staatspreis des Landes NordrheinWestfalen. Seit 1976 wohnhaft und tätig in Eitorf/Sieg.
Quelle
Prospekt Kunstgießerei Strassacker mit Biografie Rolf Schreuer (übersandt von Rolf Schreuer)
Literaturhinweise
sbt: Zustimmung für Brunnen. In: GA 18.1.1989 mit Abb. Modell (StA ZA 141/1-h).
kri: Handwerkerbrunnen für die Breite Straße. In: BR 18.1.1989 (StA ZA 141/1-h).
Mit Brunnen und Broten im Jubeljahr dabei. In: GA 3.3.1989 (StA ZA 141/1-h).
adö: Handwerker schenkten den Bonnern einen Brunnen. In: GA 26.8.1989 mit Abb.
(StA ZA 141/1-h).
MN: Ein neuer Handwerkerbrunnen plätschert in der Nordstadt. In: BR 26.8.1989 (StA ZA 141/1-h).
kri: Handwerkerbrunnen mit Baken vor „wilden Parkern“ geschützt. In: BR 23.9.1989 (StA ZA
141/1-h).
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Maul, Uta Kristina: Mehr Praxis im Tiefbauamt. In: BR 23.9.1989 (StA ZA 141/1-h).
uh: Schutz für den Brunnen. In: GA 27.12.1989 (StA ZA 141/1-h).
Katalog-Nr. 80
Werk
M. Krauss, Max, der unbekannte Abgeordnete
(Brunnen mit Bronzefigur), 1984 (Figur gestohlen)
Figur Bronze, Höhe 80 cm
Brunnenbecken gemauerte Ziegelsteine, Ø 145 cm, Höhe 45 cm
Figur sign.: „KRAUSS 1984“
1984
1 Nordstadt, Maxstraße 36 (im Maxhof)
Josef Pilars de Pilar, Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der „Abgeordnete“ ist stehend dargestellt, bekleidet mit Hose, Mantel, Schuhen und Hut. Links trägt
er eine Aktentasche, rechts hält er einen Stock in die Höhe, aus dem oben Wasser so heraussprudelt,
dass ein gewölbtes Dach entsteht und damit an einen Schirm denken lässt. Die Namensgebung erfolgte durch den Auftraggeber.
Die Figur war Teil einer kleinen Brunnenanlage im sog. Maxhof, dem begrünten Innenhof eines Gebäudekomplexes mit Geschäften. Der Eigentümer, Baron von Pilar, hat das Kunstwerk in einer Hamburger Galerie erstanden. Es wurde im Rahmen der Sanierung und Umgestaltung des Areals - erst
dadurch entstand der Innenhof - aufgestellt. Nach mehrfachen Beschädigungen wurde die Figur Anfang Januar 2008 vom Brunnen entfernt. Trotz Einschaltung von Polizei und Medien blieb die Suche
bislang ergebnislos.
Kurzbiografie
M. Krauss
Künstler aus Süddeutschland.
Quellen
Telefonische Auskunft Josef Pilars de Pilar an Verfasserin 3.11.2009.
Meldung der Polizei vom 24.1.2008 mit Abb. Online im Internet: URL:
www.presseportal.de/polizeipresse/meldung/1123739/ [3.11.2009].
Katalog-Nr. 81
Werk
Wolfgang Janssen, Brunnen, ca. 1985
gesamt 200x Ø 150 cm
Kugel Granit, Ø 80 cm
Unterbau Metall, verzinkt? Höhe 60 cm
ca. 1985
1 Nordstadt, Blumenhof (zwischen Haus Nr. 10 und 13)
Bauverwaltungsgesellschaft Herbert Hillebrand, Bad Breisig
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Bis 1982 wurden auf dem Areal zwei Großmärkte betrieben. Nach deren Aussiedlung konnte das
Grundstück zu Wohnungsbauzwecken umgewidmet werden. Im Rahmen der Umgestaltung entstand
auch der Innenhof mit Brunnen.
Aus dem Pflasterrund eines kleinen Platzes wurde der aufgemauerte Unterbau des Brunnens entwickelt. Auf ihm steht der trommelförmige Sockel mit einem mit Schlaufen verzierten Geländer als
Abschluss. Er dient als Plattform für drei Säulchen, die in einem Knauf enden, den Befestigungspunkten für die zwischen ihnen eingehängte Kugel, aus deren Scheitelpunkt das Wasser sprudelt.
Kurzbiografie
Wolfgang Janssen
Architekt.
Literaturhinweise
Hillebrand, Herbert: Bonn, Blumenhof. In: architektur journal. Bonn und seine bauliche Entwicklung.
Verlag für Architektur Wiesbaden. Heft 26, 1985, S. 124-125, 129 mit Abb.
ly: Von Uslar sucht Sponsor für Brunnen. In: GA 17.2.1988.
71
Katalog-Nr. 82
Werk
Aufstellung
Standort
Bogomir Ecker, Automat Korrektur der linkshemisphärischen Seite, 1986
Eisenblech, 33x30x8 cm
1986
1 Poppelsdorf, Wegelerstraße 6
(Regionales Hochschulrechenzentrum der Universität Bonn Seiteneinfahrt)
Universität Bonn/Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Ein rot gestrichenes Kästchen aus Eisenblech wurde gut einen Meter über dem Boden an der Nordfassade des Rechenzentrums angebracht. Durch Maße und Form erinnert es an einen Briefkasten - allerdings ohne Schlitz -, der mit der abgeflachten Rückseite an der Wand befestigt ist. Die Verteilung
unterschiedlich großer Löcher auf der gebogenen Vorderseite - zwei größere wie „Augen“ angeordnete im oberen Bereich, sechs weitere kleinere als Kreis gruppierte darunter - lässt an einen Lautsprecher oder auch an ein Gesicht denken und weckt damit Assoziationen an Kommunikation. Das Wort
„Korrektur“ im Titel könnte darauf hinweisen, dass es eben an dieser mangelt. Schließt man von der
„linkshemisphärische Seite“ auf die linke Seite des menschlichen Gehirns, die für die Vernunft zuständig ist, wird klar, dass in Eckers Werk hierfür die Automaten stehen. Wenn diese Seite korrigiert
werden soll, kann das nur heißen, die rechte „Gefühlsseite“ zu entwickeln, um den Austausch unter
den Menschen zu verbessern. Diese Interpretation macht deutlich, dass Eckers Werk die zwischenmenschliche Kommunikation thematisiert. Ironischerweise wird eine solche in der Regel nicht stattfinden, denn das System - ein nutzloses Teil zwischen funktionierenden - wird selten erkannt werden,
und wenn doch, könnte der sinnlose Automat den Kundigen provozieren.
Ebenfalls 1986 entstand ein Werk mit demselben Titel, aber nur halb so groß wie das Bonner (Automat Korrektur der linkshemisphärischen Seite, ½, 1986, Sammlung Haack, Remscheid).
Kurzbiografie
Bogomir Ecker
Geb. 1950 in Maribor/Jugoslawien. 1971-1973 Studium an der Akademie der Künste Karlsruhe,
1973-1979 an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Fritz Schwegler und Irmin Kamp, Meisterschüler
bei Erich Reusch), anschließend Stipendium an der Cité Internationale des Arts, Paris. 1976 Bernhard
Hoetger-Preis. 1984 Arbeitsstipendium Kunstfonds, Bonn. 1986 Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium
und Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. Gastprofessur Kunstakademie Münster. 1993-2002 Professur an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seit 2002
Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 2006 Niedersächsischer Kunstpreis
des Landes Niedersachsen. Lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Einzelausstellungen u.a. 1987 Städtisches Kunstmuseum, Bonn, 1997 Sprengel Museum, Hannover.
2007 Kunsthalle, Hamburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1999 Figur und Hänger, Foyer und Platzgestaltung Landeszentralbank, Oldenburg; 2006 nur oben, Ludwig-Erhard-Straße, Düsseldorf. Ein spektakuläres Werk installierte der Künstler 1996 in der Hamburger Kunsthalle mit seiner Tropfsteinmaschine, eine auf 500
Jahre Laufzeit angelegte Apparatur, die einen fünf Zentimeter hohen Stalagmiten produzieren soll.
Quellen
Schriftliche Auskunft Prof. Bogomir Ecker an Verfasserin 15.1.2010.
Schmitz von Ledebur, Katja: Bogomir Ecker: Automat Korrektur der linkshemisphärischen Seite.
SS 1991. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Home-page Bogomir Ecker. Online im Internet: URL: www.bogomirecker.de: [12.11.2011].
Literaturhinweise
Leske, Marion: Lauschangriff im Treppenhaus. In: GA 14.10.1987 (StA ZA 139/2619).
uho: Bogomir Eckers „Ohren“ führen durchs Museum. In: RSA 14.10.1987 (StA ZA 139/2619).
Mond, Ulrike: Bogomir Eckers rote Ohren. In: BR 30.10.1987 (StA ZA 139/2619).
Bonn: „Bogomir Ecker“. In: Die Zeit Nr. 45/1987 vom 30.10.1987 (StA ZA 139/2619).
Gockel, Cornelia: Feind hört mit. In: GA 28.2.1989.
Korrektur der linkshemisphärischen Seite (Katalog der Ausstellung in der Galerie Philomene Magers,
Bonn 1986). Bonn 1986.
Bogomir Ecker (Katalog der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1987). Bonn 1987 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), Abb. S. 37, Verweis auf kleinere Ausführung S. 51.
Bis jetzt. Hrsg. Lothar Romain (Katalog der Ausstellung Stiftung Niedersachsen in Verbindung mit
dem Sprengel Museum Hannover im Georgengarten Hannover 1990). München 1990, Abb. S. 154.
Bogomir Ecker. Mit Automaten (Katalog der Ausstellung im Sprengel Museum Hannover 1997).
Hannover 1997 (weiterführende Ausstellungen, Bibliografie).
Bogomir Ecker. Die Tropfsteinmaschine. 1996-2496. Ostfildern-Ruit 1999.
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Katalog-Nr. 83
Werk
D.N. Allop (Pseudonym für Jürgen Polland), Glasnost, 1987
Eisenschrott, 105x100x35 cm, Sockel Beton, 15x105x54 cm
Inschrift auf Schildchen:
„GLASNOST (zunächst in kyrillischer Schrift) / 1987/ D. N. Allop“
1987
1 Poppelsdorf, Nußallee 12 (Physikalisches Institut)
Universität Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Objekt wurde aus Eisenschrott gestaltet, der nach Entnahme von Blöcken für Beschleunigung
übrig geblieben war. Dazu kam es, als 1987 das Physikalische Institut für die Erweiterung des Teilchenbeschleunigers ELSA (Elektronen-Stretcher-Anlage) für die Elektromagneten Eisenblöcke benötigte. Sie wurden in Dortmund aus einem vorhandenen Teil mit Hilfe eines Plasmabrenners herausgeschnitten. Polland entdeckte zufällig den übrig gebliebenen durchlöcherten Block und gestaltete ihn zu
einem technoiden, konstruktivistischen Werk. Der Titel Glasnost verweist auf die Politik der Offenheit von Michail Sergejewitsch Gorbatschow (geb. 1931), der zu der Zeit Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion war.
Kurzbiografie
D.N. Allop (Pseudonym für Jürgen Polland)
Dipl.-Ing. und Architekt am Staatshochbauamt Bonn.
Quelle
Vermerk Prof. Hallensleben o.D., in dem er sich auf Auskünfte von Prof. Dr. Dirk Husmann vom
Physikalischen Institut Bonn beruft (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweis
ELSA. Ein neuer Beschleuniger der Mittelenergiephysik. Universität Bonn. Physikalisches Institut.
Bonn 1987, Abb. S. 46.
Katalog-Nr. 84
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Ladis Schwartz, Lyrabrunnen, 1985
Bronze, 250x120x100 cm
sign.: „L. Schwartz 85“
Guss (nach Gips 1:1) von Binder, Haarlem
1985 - 22.5.1985 Eröffnung der Skulpturenausstellung
1 Poppelsdorf, Meckenheimer Allee 171 (Botanischer Garten)
1985 Leihgabe des Künstlers
1986 Ankauf durch die Universität Bonn/Land Nordrhein-Westfalen
Beschreibung
Die Bronzeplastik ist markanter Blickpunkt eines Teiches im Botanischen Garten vor den Gewächshäusern. Auf einem unter der Wasseroberfläche liegenden rundgeformten Sockel stehend, ragt sie aus
der Mitte des rechteckigen Brunnenbeckens hoch empor. Drei schlanke vegetabile, wie Äste wirkende
Stränge laufen am oberen Ende so zusammen, dass aus einer Mulde Wasser fließen kann. Das mittlere
Element wird an einer Seite vertikal von zwei tiefen Rillen durchzogen, so dass der Eindruck von
abstrahierten Saiten einer Lyra entsteht. Die Plastik wirkt einerseits kräftig und geschlossen, andererseits, dem Wasser angepasst, weich und fließend.
Der Brunnen entstand im Zusammenhang mit einer Skulpturenausstellung zum 65. Geburtstag des
Künstlers, die 1985 ursprünglich im Botanischen Garten stattfinden sollte, jedoch aus organisatorischen Gründen in die Beethovenhalle verlegt wurde. Lyra wurde zwar im Ausstellungsjahr am für
diese Arbeit konzipierten Ort aufgestellt, der Ankauf - aufgebracht durch Spenden und einen Zuschuss
des Landes - erfolgte allerdings erst ein Jahr später.
Kurzbiografie
Ladis Schwartz s. Kat.-Nr. 76
Quellen
Horster, Kathrin: Brunnenskulptur „Die Lyra“. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Klee, Sonja: Ladis Schwartz. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Stoverock, Helga: Der Poppelsdorfer Garten. Phil. Diss. Bonn 2001. Online im Internet:
urn:nbn:de:hbz:5_02427 URL: http://hss.ulb.uni-bonn.de/diss_online/phil_fak/2001/stoverock_helga,
Teil 13, S. 276-277 mit Abb.
Literaturhinweise
Jühlen, Monika: „Harmonie parallel zur Natur“. In: GA 10.6.1985 (StA ZA 137/415).
kre: Spaziergang am Seerosenteich. In: GA 9.7.1985 (StA ZA 137/415).
ly: Bleibt „Lyra-Brunnen“ im Botanischen Garten? In: GA 19.3.1986 (StA ZA 138/1163).
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WPS: Genügend Geld für „Lyra“. In: BR 1.8.1986 (StA ZA 138/1163).
Ladis Schwartz. 1970-1985 (Katalog der Ausstellung im Foyer der Beethovenhalle Bonn 1985). Bonn
1985, Abb. Gips-Modell, o.S.
Ladis Schwartz. 1920-1990. leben-quellen-schöpfung. Hrsg. Ladis Schwartz. Bonn 1990, Abb. o.S.
Katalog-Nr. 85
Werk
Hans Wolfgang Delfosse, Menora, 1988
Bronze, 215x181x5 cm
9.11.1988
1 Poppelsdorf, Jagdweg/Bennauerstraße
Stadt Bonn/Vereine
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Zum Gedenken an die zerstörte Poppelsdorfer Synagoge war 1963 an gleicher Stelle bereits ein vom
Bildhauer Hans Sodige (1901-1972) gestalteter Gedenkstein aufgestellt worden, zum 50. Jahrestag der
„Reichskristallnacht“ kam der siebenarmige Leuchter hinzu. Die Anregung zur Nachbildung des jüdischen Kultgerätes aus massivem Gold, das im Tempel von Jerusalem stand und in der Bibel beschrieben wird (2. Mose 37, 17-24), hatte Dechant Gregor Neumann gegeben. Dass der ortsansässige
Kunstschmied Wolfgang Delfosse mit der Fertigung beauftragt werden konnte, ist dem Ortsbund
Poppelsdorf, den Kirchengemeinden, Vereinen und Geschäftsleuten des Stadtteils zu verdanken, die
die Kosten übernahmen.
Als die Gedenkstätte zunehmend verwilderte, übernahmen zehn Jahre nach Errichtung die Christdemokraten des Stadtteils die Patenschaft.
Kurzbiografie
Hans Wolfgang Delfosse
Kunstschmied, lebt und arbeitet in Bonn.
Er gestaltete nach historischem Vorbild auch die Außenleuchte vor der Pfarrkirche St. Elisabethkirche
in der Bonner Südstadt.
Quellen
Telefonische Auskunft Hans Wolfgang Delfosse an Verfasserin 21.1.2010.
Delfosse Schlosserei Metallbau. Online im Internet: URL: www.delfosse.de/ [12.11.2011].
Literaturhinweise
Findling erinnert an Synagoge. In: GA 22.4.1963.
jwk: Mahnmal erinnert an Reichskristallnacht. In: BR 8.4.1988. (StA ZA 140/991).
mku: Denkmal erinnert an die Reichskristallnacht. In: BR 12.5.1988 (StA ZA 140/991).
sbt: Spendenkonto für Menorah eingerichtet. In: GA 5.11.1988 (StA ZA 140/157).
dyl: Siebenarmiger Leuchter zum Gedenken aufgestellt. In: GA 10.11.1988.
mku: Siebenarmiger Leuchter erinnert an die Synagoge. In: BR 11.11.1988 (StA ZA 140/157).
fa: Siebenarmiger Leuchter als Mahnmal enthüllt. In: Der Weg, Evangelisches Sonntagsblatt für Bonn
und Umgebung, Jg. 43, Nr. 49 vom 4.12.1988 mit Abb. Menora und Gedenkstein (StA ZA 140/991).
Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung. In: Signal, Jg. 18, Nr. 5/1988 (StA ZA 140/991).
agi: CDU will Gedenkstätte pflegen. In: GA 31.10.1998 (StA ZA 150/3608).
kmü: CDU übernimmt Pflege des Mahnmals. In: BR 2.11.1998 (StA ZA 150/3608).
Wörterbuch der Kunst. Begr. von Johannes Jahn, fortgef. von Wolfgang Haubenreisser. Kröners Taschenausgabe Bd. 165. 10. Aufl. Stuttgart 1983, S. 520 (zu Menora).
Katalog-Nr. 86
Werk
Aufstellung
Standort
Wolfgang Kreutter, Aufbrechendes Samenkorn mit Keimling, 1985
Edelstahl, Gesamthöhe 400 cm
Sockel Basalt, Höhe 135 cm
Juni 1985
1 Röttgen, In der Wehrhecke 1
Deutsche Landjugend-Akademie Fredeburg e.V.
(inzwischen umbenannt in Andreas Hermes Akademie)
Freundeskreis der Altfredeburger
Auftraggeber
Beschreibung
Anlässlich der Einweihung der Landjugendakademie wurde dieses Zeichen für Leben aufgestellt. Es
ist zugleich sinnfälliges Symbol und Signet der DLA sowie der Auftraggeber, drückt es doch Nähe
und Verbundenheit zum bäuerlichen Berufsstand und zum Land aus. Das Samenkorn ist durch ein
oben geöffnetes Kreissegment dargestellt, aus dem der Keimling als spitzwinkliger Keil mit zwei
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stilisierten Blättern emporwächst. Die Plastik steht auf einem unregelmäßigen Sockel mit Metallzylinder. Der Verein ehemaliger Schüler der DLA (Freundeskreis der Altfredeburger) hatte die Plastik in
Auftrag gegeben und durch Spenden und Verkauf von Anstecknadeln desselben Motivs finanziert.
Kurzbiografie
Wolfgang Kreutter
Geb. 1924 in Siegen, gest. 1989 in Stadtlohn, beigesetzt in Siegen.
1945-1947 Lehre als Drechsler und Holzbildhauer. 1947-1950 Studium an der Landeskunstschule
Hamburg (bei Edwin Scharff). Seit 1950 freischaffender Bildhauer. 1952-1966 zusätzlich Kunsterzieher am Johannes-Althusius-Gymnasium, Bad Berleburg. 1955 Preis des Kunsthandwerks von
Nordrhein-Westfalen. 1964 Bau des Ateliers am Dödesberg/Bad Berleburg. 1971 Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 1986 Umsiedlung nach Stadtlohn.
Einzelausstellungen u.a. 1970 Oldenburger Kunstverein; 1985 Galerie Versmold (zusammen mit
Hermann Falke); 1993 Retrospektive in der Evangelischen Akademie Iserlohn (Haus Ortlohn).
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969 Tropfenobjekt an der Außenfassade des Hilton-Hotels Düsseldorf mit Brunnen; 1985/86 Blütenbaum, VEW-Verwaltung, Münster; 1989 Hirte mit Tieren,
Marktplatz, Bad Berleburg (vollendet von Gerd Ruwe).
Quellen
Enders, Ulrike: Samenkorn mit Keimling. o.D. [SS 1987]. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Hausprospekt Andreas Hermes Akademie, o.J. mit Abb. o.S.
Literaturhinweise
Sudhoff, Heinz: Gedanken zum Symbol der Altfredeburger und der DLA. In: Fredeburger Rundbrief
Nr. 16, Dezember 1986.
Schmitz, Sylvia: Manche sind nur Gartenzwerge auf italienisch. In: GA 13.12.1995 mit Abb.
(StA ZA 147/4154).
Arends, Isolde: Wolfgang Kreutter. Ein Bildhauer in Westfalen. Hrsg. Gerhard Senn. Bielefeld 1998
(Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 87
Werk
Lajos Barta, Schwingende, 1971 (Entwurf 1957)
Bronze mattiert, Sockel Muschelkalk
203x110x110 cm, Sockel 58x80x80 cm
Inschrift auf Bronzetafel vordere Sockelseite:
„LAJOS BARTA / SCHWINGENDE 1971“
nachträglich angebrachte neue Inschriftentafel re. Sockelseite:
„LAJOS BARTA / BUDAPEST 1889 - KÖLN 1986 / A MAGYAR
FORRADALOM EMLÉKÉRE 1956 / ZUR ERINNERUNG AN DEN
UNGARN- / AUFSTAND 1956“
Guss Bolzoni & Lotito, Köln
20.10.1971
1 Südstadt, Stadtgarten (Alter Zoll)
Stadt Bonn (Stiftung Kaiser)
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Arbeit verbindet natürlich-organische Formen mit geometrischen konstruktiven Gestaltungselementen. Sie setzt sich aus vier Kompartimenten zusammen: von einem kurzen, leicht schräg aufsteigendem zylindrischem Fuß schraubt sich die Figur ähnlich einer Serpentine in zwei Schwüngen in die
Höhe, gefolgt von einem senkrecht weiter empor führenden Viertelbogen, der in einem Winkelsegment endet. Da jedes Teil - Fuß, Serpentine, Bogen und Winkel – in die entgegengesetzte Richtung
des vorhergehenden strebt, ist eine allansichtige Plastik mit höchst unterschiedlichen Seitenansichten
entstanden.
Wie die nachträglich angebrachte Bronzetafel belegt, schuf Barta die Plastik unter dem Eindruck des
Ungarnaufstandes 1956. Darauf weist auch die ursprünglich als Angst bezeichnete gut 30 cm hohe
Atelierfassung der Schwingenden von 1958 hin, ebenfalls aus Bronze, die sich als Geschenk des
Künstlers im Kunstmuseum Bonn befindet.
Insgesamt wurden neben der Bonner Großplastik 15 weitere Ausformungen unterschiedlicher Größe
erstellt, überwiegend in Bronze.
Kurzbiografie
Lajos Barta
Geb. 1899 in Budapest, gest. 1986 in Köln.
1914-1917 Besuch der Ecole Supérieure d’Art Decoratif (bei Edouard Telcs). Studienaufenthalte
1920-1922 in Mailand, 1925-1927 in Paris. Anschließend bis 1938 Aufenthalt in Budapest, 1938-1943
wieder in Paris, 1943-1965 zurück in Budapest. 1945 Gründungsmitglied der „Europai-Iskole“ (Euro-
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päische Schule), einer Künstlerorganisation, die für künstlerische Freiheit eintrat. 1962/63 Studienaufenthalte in Paris und London. Zunehmender Widerstand gegen seine künstlerischen Vorstellungen Ächtung nonfigurativer Kunst, die Barta seit 1943 vertrat - veranlasste ihn 1965 mit 66 Jahren in die
Bundesrepublik überzusiedeln. Zunächst Atelier im Künstlerbahnhof Rolandseck, lebte ab 1967 in
Köln.
Einzelausstellungen u.a. 1963 Drian Gallery, London; 1966 Bahnhof Rolandseck, Remagen; 1970
Städtische Kunstsammlungen Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1982 Der Frühling (Entwurf 1958), Gesamthochschule Siegen;
1984/85 Uralte Form, Aachener Weiher. Seine letzte Monumentalplastik Die Liebeskraft wurde im
Herbst 1985 an der kriegszerstörten Brücke in Remagen aufgestellt.
Quelle
Hermanns, Ulrich: Lajos Barta: Schwingende. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Lajos Barta. In: BR 6.3.1971 (StA ZA 123/53).
Buchholtz, Dieter: Jetzt ist es amtlich: Zwei Freiplastiken für Bonn. In: GA 15.10.1971
(StA N 41/880).
uch: Kunstachse Bonn-Bad Godesberg. In: GA 21.10.71 (StA N 41/880).
Perdelwitz, Wolf: Kaiser hat nun Ruhe. In: RSA 21.10.1971.
Ruf, Joachim: Musik für die Augen. Interview mit Lajos Barta anlässlich der Einweihung seiner Plastik Die Schwingende in Bonn. In: Komet. Monatsschrift für Kunst. Kultur. Literatur. Heft 48/49,
1971/72, S. 31-34.
Heusinger von Waldegg, Joachim: Nur nicht auffallen. In: Neues Rheinland, Jg. 17, Nr. 9, September
1974, Abb. S. 16.
Schmidt-Roßleben, Martin: Die Poesie der Abstraktion. In: GA 4.3.1976 (Städtisches Presseamt
Bonn).
Schmidt, Monika: Kunst im Stadtpark und immer eine warme Stube. In: RSA 9.7.1982
(StA ZA 134/1683).
Richter, Horst: „Im Abstrakten fühle ich mich frei“. In: GA 15.5.1986 (Nachruf).
Moderne Freiplastiken in Bonn. In: Beilage GA 31.12.1988 (StA ZA 140/4b-12).
Lajos Barta. Plastiken und Zeichnungen (Katalog der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn
1970). Bonn 1970. Nr. 14 mit Abb. o.S. (hier noch unter dem Titel „Angst“).
Haselwanger, Karl-Heinz: temperabilder serigraphien. skulpturen zeichnungen. lajos barta. Text:
Heijo Klein (Katalog der Ausstellung im Allianz-Haus Köln 1975). Köln 1975, Abb. S. 100, Tafel 3.
Städtisches Kunstmuseum Bonn. Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Hrsg. Städtisches Kunstmuseum Bonn. Red. Alfred M. Fischer und Dierk Stemmler. 2 Bde. Bonn 1983. Bd. 1, Abb. S. 44.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 47 mit Abb.
Winkler, Ulrich: Lajos Barta (1899-1986). Das plastische Gesamtwerk. Zwischen Konstruktivismus
und organoider Konkretion. Phil. Diss. Köln 1993 (Plön 1995) mit Biografie, Ausstellungen, Bibliografie, Werkverzeichnis, WV 207, S. 62-64, 266-267, Abb. Titelbild und Tafel 7.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 38, Abb. S. 39.
Katalog-Nr. 88
Werk
Richard Heß, Gäste im Hotel (Begegnung), 1982/83
Bronze, Figur 190x45x70 cm, Reliefplatte 200x100x15 cm
Sockel Beton, 80x200x200 cm
zweimal sign. (Figur Rückseite re., Platte u.re.): „Heß“
Guss Schmäke, Düsseldorf
25.5.1983
1 Südstadt, Adenauerallee 9 (Hotel Königshof)
Hotel Königshof-Pullmann
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Vor dem Eingang des Hotels steht in einem mit Keramikfliesen eingefassten Rundbeet eine überlebensgroße bekleidete weibliche Figur auf einem zweigeteilten quadratischen Sockel, umgeben von
einer ebenfalls quadratischen gestängeartigen Architektur. Die stolze aufrechte Haltung und die weit
ausschwingenden Arme - der rechte nach hinten, der linke nach vorn - lassen die Frau selbstbewusst
und zugleich sinnlich erscheinen. Ihre betonten Hüften verjüngen sich in der Frontalansicht zu einem
säulenhaften Schaft und geben der Figur etwas Schwebendes, Leichtes. Doch die Seitenansicht lässt
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den Bronzeblock, zu dem die ausschreitenden, von den Stoffbahnen des langen Gewandes umhüllten
Beine verschmelzen, dominieren und heben diesen Eindruck wieder auf. Die Figur spiegelt sich als
Relief in einer Seitenwand, auf der noch eine männliche Gestalt ohne Kopf zu sehen ist. Auf der Außenseite der Reliefplatte ist eine heruntergelassene Jalousie zu erkennen, bei der an drei Stellen
zusammengeschobene Lamellen Öffnungen für - von unten nach oben - einen Fuß, ein Knie und ein
Gesicht mit über den Kopf gelegtem Arm schaffen. Durch die Konstruktion des Vierecks wird man an
einen geschlossenen Raum erinnert. Dies und der Titel lassen eine Deutung als Zimmer eines Hotels
zu.
Diese weibliche Gestalt geht auf die bereits 1981 als einzelne Figur entstandene Grosse Schreitende
zurück, eine kleinere Fassung Kleine Schreitende II existiert aus demselben Jahr.
Die Bonner Bronzeplastik auf Betonsockel harmoniert mit der Fassade des renovierten Königshofes,
da sich hier Kupferplatten mit Betonstreifen abwechseln. Der mehrfach geänderte, seit 2011
messingfarbene Anstrich für den Sockel ist dem Eingangsbereich des Hotels angepasst.
Kurzbiografie
Richard Heß
Geb. 1937 in Berlin. 1952-1955 Holzbildhauerlehre in Berlin. 1957-1963 Studium an der Hochschule
der Bildenden Künste Berlin (Meisterschüler bei Bernhard Heiliger). 1963-1965 freischaffend in
Berlin tätig. 1965-1968 Assistent an der Technischen Universität Braunschweig (bei Jürgen Weber).
1968-1971 Assistent von Waldemar Grzimek an der Technischen Hochschule Darmstadt, dort 19711980 Lehrauftrag. 1980-2001 Professur an der Fachhochschule Bielefeld. 1980 Kunstpreis der Stadt
Darmstadt. 1997 Preis der Skulpturen-Biennale Bad Homburg vor der Höhe. Lebt und arbeitet in
Berlin.
Einzelausstellungen u.a. 1982 Mathildenhöhe Darmstadt; 1995 Biennale Venedig (Außenstelle Vicenza); 2008/09 Galerie am Gendarmenmarkt, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum, u.a. 1978/79 Proklamation, Luisencenter, Darmstadt; 1981/82 David
und Goliath, Auf der Zeil, Frankfurt a.M.; 1987 Der Bürger als Souverän, Areal des Kreishauses,
Hofheim/Ts.
Quelle
Home-page Richard Hess. Online im Internet: URL: www.richard-hess.de [12.11.2011].
Literaturhinweise
ly: Bronze-Lady vor dem Bonner Königshof. In: GA 6.2.1982.
RR: Frau in Bronze vor Hotel. In: BR 26.5.1983.
Richard Heß. Plastik und Zeichnungen. Hrsg. Bernd Krimmel (Katalog der Ausstellung anl. der Verleihung des Kunstpreises der Stadt Darmstadt auf der Mathildenhöhe Darmstadt 1982/83). Darmstadt
1982, S. 87 Große Schreitende (1981), Kleine Schreitende II (1981) mit Abb.
Richard Heß. Seine Lehrer - seine Schüler. Hrsg. Elke Messer und Wolfgang Schuster (Katalog der
Ausstellung Galerie am Körnerpark Berlin 1985). Berlin 1985, Abb. S. 72, hier aufgeführt als Frau im
Raum.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 53 mit Abb.
Schmid, Angelika Ulrike: Der figürliche Bildhauer Richard Heß. Kunst als Ausdruck gesellschaftlicher Wirklichkeit. Phil. Diss. Heidelberg 1999 (Egelsbach/Frankfurt a.M. u.a. 2000), S. 348 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie). Hier datiert auf 1982/84.
Katalog-Nr. 89
Werk
Aufstellung
Standort
Heinz-Günter Prager, Doppelkreuz 14/89, 1989
Stahl, geschmiedet, gebrannt, Höhe 130 cm, Ø 320 cm
1991
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (Auswärtiges Amt,
heute Terrasse Bundesrechnungshof)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Das Doppelkreuz entstand, indem aus einer massiven geschmiedeten Ronde mit dem Schneidmesser,
am Rand beginnend, ein Kreuz herausgebrannt wurde. Drei der vier Kreuzarme enden mit exaktem
rechwinkligem Schnitt ca. 30 Zentimeter vor der Kreiskontur, der vierte, von dem aus der Anschnitt
erfolgte, läuft wulstartig aus. Das dadurch gewonnene Kreuz wurde leicht gedreht so auf die Ronde
gelegt, dass alle vier Aussparungen sichtbar sind und zugleich durch die Verschiebung ein Moment
der Bewegung eingeführt wird. Der Aufbau der Plastik mit den Kontrasten Kreis und Kreuz ergibt
verschieden große Segmente, wechselnde Asymmetrien, geschlossene und offene Formen. Gleichzei-
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tig ist der Betrachter in seiner Vorstellung bestrebt, die kreisrunde Form wieder zu komplettieren und
damit den Vorgang des Herausschneidens rückgängig zu machen.
Die erdbraune Plastik lagert auf der Terrasse des Bundesrechnungshofes, die einen Blick über den
Rhein und auf das Siebengebirge erlaubt. Gegen das Fließen des Stroms setzt Prager mit seiner Arbeit
einen beharrenden, ruhigen Pol, der jedoch - umgeben von Tischen und Stühlen - von den meisten
Besuchern nicht wahrgenommen werden wird.
Kurzbiografie
Heinz-Günter Prager s. Kat.-Nr. 16
Literaturhinweise
Oelschlägel, Petra: Heinz-Günter Prager. Hannover 1994, S. 30, Abb. S. 84-85.
Schneckenburger, Manfred: Doppelkreuz 14/89. In: Heinz-Günter Prager. Skulpturen 1980-1995.
Hrsg. Gabriele Uelsberg (Katalog der Ausstellung im Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt/Museum am Ostwall, Dortmund 1996/97). Köln 1996, S. 194, 264-265, Abb. S. 195-197.
Tiefoben. Hrsg. Burkhard Leismann. Text Christoph Schreier [erschienen anl. der Ausstellung Prager.
Skulpturen und Arbeiten auf Papier im Kunstmuseum Ahlen 2007]. Köln 2007, Abb. S. 86-87.
Katalog-Nr. 90
Werk
Aufstellung
Standort
Friederich Werthmann, Pozzolo, 1979
Remanit dynamisiert, 30x Ø 145 cm
ca. 1989, möglicherweise auch erst ca. 1996 anl. Bau des Wintergartens
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (Auswärtiges Amt,
heute Bundesrechnungshof – Innenhof/Wintergarten)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die Arbeit gehört zur Gruppe der „Dynas“, der mit Dynamit gestalteten Arbeiten. 1975 experimentiert
Werthmann zum ersten Mal mit diesem Material. Tellerartige Rundflächen aus Remanit werden in der
Mitte bombiert, platzen auf wie bei dieser Arbeit und werden so zu Beispielen von Formgebung durch
Gewalt.
Dieses Exemplar wurde Teil eines Wasserspiels, bei dem das Wasser aus der Mitte des Tellers kommend in einen Wasserlauf floss, der einige Meter weiter in eine in den Boden eingelassene runde
Metallwanne mit Abfluss mündete.
Kurzbiografie
Friederich Werthmann
Geb. 1927 in Wuppertal-Barmen. 1949-1950 Maurerlehre. Seit 1949 Tätigkeit als Bildhauer (Autodidakt). 1956 Umzug nach Düsseldorf. 1959 Deutscher Kunstpreis der Jugend Baden-Baden, CorneliusFörderpreis der Stadt Düsseldorf. Lehnt zwischen 1960-1965 Lehraufträge verschiedener Akademien
ab, nimmt 1962 den Lehrauftrag der Kunstakademie Kassel aber an, wo er eine Metallklasse aufbaut.
Seit 1969 Mitglied der Künstlergemeinschaft Società Pittori, Scultori, Architetti Svizzeri. Lebt und
arbeitet 1968-1977 in San Nazzaro/Tessin, danach wieder häufiger in Düsseldorf.
Einzelausstellungen u.a. 1978 Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg; Retrospektiven 1997 Galerie
idea & art, Bad Honnef und 2003 Von der Heydt-Museum, Wuppertal/Skulpturenmuseum Glaskasten,
Marl.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1964 Kugelbrunnen, Martin-Luther-Platz, Düsseldorf; 1972 Europa-Brunnen, Marktplatz, Bocholt; 2001 Doppellopp, Kreisverkehrsinsel Niederrhein-/ Kittelbachstraße, Düsseldorf.
Quelle
Schriftliche Auskunft Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin, an Verfasserin 4.5.2010, in
der eine Aufstellung ca. 1989 vermutet wird.
Literaturhinweis
Friederich Werthmann. Skulpturen. Werkverzeichnis 1957-2002. Hrsg. Sabine Fehlemann. Red. Maren Heyne und Hartmut Witte. Wuppertal 2003 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie, Titellexikon
zur Erklärung seiner Namensgebungen), WV 474 mit Abb., S. 10-11.
Katalog-Nr. 91
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Wolfgang Göddertz, Raumverknotung, 1987 (abgebaut)
Stahl, rot gestrichen, 280x800x300 cm
1987
1 Südstadt, Adenauerallee 148
(Hof DKV-Gebäude/Auswärtiges Amt, heute Hotel Kanzler)
Deutsche Krankenversicherung Köln
78
Beschreibung
Runde und gerade Segmente bilden eine Scheiben-Schienen-Kombination, bei der zwei auseinander
liegende Streben vom Boden ausgehend über der Erde V-förmig zusammenlaufen. An diese schließt
sich eine kugelförmige knotenähnliche Konstruktion an, die wie die Schienenenden mit einer Stelle
am Boden aufliegt. Die Arbeit leuchtet in iberisch-rot und stand sockellos schräg auf dem grünen
Rasen, wobei das Grün als Komplementärfarbe zum Rot bewusst gewählt wurde. Seit seiner Reise
nach Kolumbien 1985 begeistert Göddertz das iberisch-rot der Hibiskusblüte so sehr, dass er ab 1986
seine Plastiken in dieser Farbe anstreicht.
Der Auftrag erging im März 1987 von der Deutschen Krankenversicherung Köln direkt an den Künstler. Er fertigte zwei Modelle an, von denen eines in Stahl ausgeführt wurde. Kurz vor Fertigstellung
des Gebäudes entschied sich, dass Rechts- und Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes die Räume
mieten würde. Dennoch finanzierte die DKV auf Ersuchen des Auswärtigen Amtes dieses Kunstwerk.
Kurzbiografie
Wolfgang Göddertz
Geb. 1944 in Gustorf. Nach Lehre als Kunstschmied 1963-1966 Studium der Bildhauerei an den
Kunsthochschulen Köln und Düsseldorf. 1964 Stipendium der Stiftung für Begabtenförderung. 1967
Examen als Kunsterzieher. 1967-1975 Lehraufträge. 1968 Förderpreis der Stadt Köln. 1970 RheinTiber-Preis, Rom. Ab 1976 Dozent für Metallbildhauerei an der Volkshochschule Rhein-Erft. 19791985 Lehrauftrag und Gastdozenturen in Kairo, Alexandria und Medellin/Kolumbien. 1990 Kunstpreis des Erftkreises. Lebt und arbeitet in Sinnersdorf bei Pulheim und Köln.
Einzelausstellungen u.a. 1963 Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg; 1986 Historisches Rathaus,
Köln; 2006 Kunsthandlung Osper, Köln.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1970 Entwurf/1977 Wasserkinetische Brunnenanlage, Ebertplatz,
Köln; 1986 Zeitzeichen, Rathaus, Wesseling; 2006 Induktion, Campus Fachhochschule Bonn Rhein
Sieg, St. Augustin.
Quellen
Telefonische Auskunft Wolfgang Göddertz an Verfasserin 24.1.2010.
Koch, Anke/Tietz, Andrea: „Verknotung“. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Home-page Wolfgang Göddertz. Online im Internet: URL: www.goeddertz-skulptur.de [12.11.2011].
Literaturhinweise
reg: Die „Verknotung“ auf dem Rasen. In: GA 5.6.1987 mit Abb.
THS Bonn: „Verknotung“ soll ein Symbol sein. In: BR 5.7.1987 mit Abb.
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 155 (Biografie).
Göddertz, Wolfgang: Wolfgang Göddertz. Öffentliche Aufträge 1967-1989. Pulheim o.J. [1990], Abb.
o.S.
Katalog-Nr. 92
Werk
Entwurf Karl Heinz Görres, Nagelbrunnen, 1981/82
Bronze, Stahl, Schiefer, PVC, Keramik
Becken 35x364x364 cm, Kugel mit Rohren Ø 150 cm
Rotunde Ø 176 cm
1982
1 Südstadt, Erste Fährgasse 6 (Botschaft Vereinigte Arabische Emirate)
Vereinigte Arabische Emirate
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
In der Mitte des mit Schiefer eingefassten und blauer PVC-Folie ausgelegten quadratischen Beckens
liegt eine kleine Bronzekugel auf kurzer zylindrischer Stütze. Aus der oberen Hälfte ragen rund 70
Stahlrohre mit Bronzeplättchen, gegen die das Wasser stößt, so dass eine aus vielen kleinen Kreisen
gebildete Wasserkuppel entsteht. Sie kann beleuchtet werden. Die Lichtanlage befindet sich zusammen mit der Pumpe unterhalb der Brunnenkonstruktion in einer mit Metallgitter bedeckten und aus
blauen Mosaiksteinen gestalteten Keramikrotunde.
Die Anlage wurde zusammen mit dem Neubau der Botschaft geplant, aber das Brunnenmodell nicht
eigens für die Botschaft entworfen: Ein Plan von 1979 zeigt das Pumpensystem „Water Sphere“ (Firma Oase-Pumpen, August Wübber & Söhne aus Riesenbeck) derselben Anlage, allerdings mit geschweifter Umrandung. Das Modell scheint demnach einem Katalog entnommen.
79
Kurzbiografie
Karl Heinz Görres
Architekt und langjähriges Mitglied des Stadtrates der Stadt Königswinter und des Bauausschusses/
Planungsausschusses. 1970 Firmengründung. Lebt in Königswinter.
Quellen
Entwurf des Architekten Karl Heinz Görres, Königswinter, vom 23.10.1981.
Kemper, Dorothee: Brunnen vor der Botschaft der Vereinigten Emirate Arabiens. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweis
Der Weg. Evangelisches Sonntagsblatt für Bonn und Umgebung, Jg. 37, Nr. 21 vom 30.5.1982.
Katalog-Nr. 93
Werk
Anton Schmitz, Europa-Sonnenuhr, 1988/89
Granit, Höhe 150 cm, Ø 75 cm, Sockel Ø 110 cm
sign. u. bez. Rückseite: „ANTON / SCHMITZ / FECIT / 1988“
Inschriften:
Hauptuhr (im Uhrzeigersinn von innen nach außen):
„W S O / MEZ / [arab. Ziffern] 8 - 1 /12 - 5/
SOMMERZEIT / 9 - 1 / 12 - 6“
Säule, oberes Band: „BONN ± 0 LONDON -1 ATHEN +1
KOPENHAGEN ± 0 LISSABON -1 MADRID ± 0“
unteres Band: „PARIS ± 0 LUXEMBURG ± 0 ROM ± 0
AMSTERDAM ± 0 BRÜSSEL ± 0 DUBLIN -1“
darunter: „UCCE“ (umgeben von 12 Sternen)
5.5.1989 Einweihung
1 Südstadt, Rathenauufer (Uferbastion)
Stiftung Firma Brenner & Klaudt zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Ein flacher achteckiger Sockel bildet die Basis für eine Säule mit der Sonnenuhr in Form einer Windrose als Abschluss. Auf ihr sind um den nach Norden gerichteten Zeiger die Himmelsrichtungen abzulesen sowie auf den äußeren Ringen die in Stunden und Halbstunden eingeteilte Mitteleuropäische
Zeit (MEZ) und die Sommerzeit. Zu einer „Europauhr“ wird diese durch die Buchstaben UCCE (Union des Capitales de Communauté Européenne) auf der Säule, umgeben von zwölf Sternen, Verweise
auf die Union der EG-Hauptstädte. Das zweigliedrige Band darüber trägt die Namen dieser Hauptstädte und gibt die Zeitdifferenz an - auf Bonn bezogen.
Die Sonnenuhr wurde anlässlich der Vollversammlung der UCCE in Bonn als Symbol der Freundschaft innerhalb der EG-Union eingeweiht, die inzwischen auf mehr als die aufgeführten 12 Orte
angewachsen ist.
Kurzbiografie
Anton Schmitz s. Kat.-Nr. 1
Quellen
Telefonische Auskunft Anton Schmitz an Verfasserin 28.10.2009.
Datenbank des Fachkreises Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V.
Online im Internet: URL: www.gnomonica.de, DGC-Nr. 1395 [November 2009].
Literaturhinweise
syl: Sonnenuhr gestiftet. In: GA 23.1.1989 mit Abb. des Modells (StA ZA 141/1-h).
de: Eine Sonnenuhr am Rhein. In: GA 6.5.1989 mit Abb. (StA ZA 141/1-h).
Wagner, Irmgard: „Wir müssen die Probleme unserer Städte gemeinsam lösen“. In: GA: 8.5.1989
Nerlich, Lieselotte: Europa-Sonnenuhr zählt die heiteren Stunden nur. In: BAB 2.8.1989
(StA ZA 141/1-h).
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 145-146.
Katalog-Nr. 94
Werk
Aufstellung
Gustav Reinhardt, Gentildonna II, 1983
Stahl, Rost, gefirnisst, 148x138x70 cm
Inschrift auf Bronzeplakette auf niedriger Gartenmauer davor:
„GENTILDONNA II / von / Gustav Reinhardt /
Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland“
Ende September 1984
80
Standort
1 Südstadt, Poppelsdorfer Allee 43 (Kunstfonds,
heute Weberstraße 59a - Haus der Kultur)
Kunstfonds, Bonn
Auftraggeber
Beschreibung
Die Plastik aus Metallschrott besteht aus zusammengeschweißten, geometrischen Formen, wobei eine
formal geschlossenere Hälfte mit einer dynamischeren offeneren verbunden wurde. Auf der einen
Seite bilden senkrecht übereinander gestellte flache Platten die Kontur eines Kreissegmentes, auf der
anderen scheinen die Scheiben, Rechtecke, Dreiecke und Rhomben in Auflösung begriffen. Den oberen Abschluss bildet ein Winkeleisen, den unteren ein an der auf dem Betonfundament aufliegenden
Seite abgeschrägtes U-förmiges Profil. Trotz Asymmetrie erscheint die Arbeit ausgewogen, behält
aber ihren „Fundstück-Charakter“ (Heinz Ohff). Der kontrollierte Rostprozess dieser Arbeit schreitet,
wie im Konzept des Künstlers vorgesehen, voran.
Der Titel Gentildonna legt nahe, in der Anordnung eine weibliche Figur zu sehen. Unterstrichen wird
dies durch die geschwungene Umrisslinie der einen Seite. Vor dieser Plastik schuf Reinhardt eine
ähnliche gleichnamige, die jedoch nur halb so groß ist: Gentildonna I, ebenfalls aus dem Jahr 1983.
Das Werk gehört zu der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Im
Rahmen der 1. Bonner Kunstwoche wurde es dem Kunstfonds im September 1984 vom Bundesminister des Innern als Leihgabe übergeben. Als im November 1995 die ersten Kulturverbände und –organisationen die Arbeit im Haus der Kultur in der Weberstraße aufnahmen, wurde die Plastik umgestellt.
Kurzbiografie
Gustav Reinhardt
Geb. 1950 in Salzburg. Nach Lehre als Karosseriebauer Architekturstudium (Abschluss als Dipl.Ing.). 1979-1984 Studium der Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin (bei Phillip King,
Robert Kudielka und David Evison). 1982-1987 Mitglied und Organisator der Bildhauergruppe
„Odious“. Die Gruppe wurde im Jahr 1983 vom Kunstfonds gefördert. Seit 1985-1990 Aufbau und
Leitung der Bildhauerwerkstätten Berlin. 1997-2002 freischaffender Architekt und Geschäftsführer
einer GmbH. 2002 Eröffnung des „Ateliers SHB-Reinhardt“ (Installationen unter eigener Regie).
2009 Gründung der Studio-Galerie Reinhardt in Berlin-Wannsee (Präsentation eigener Arbeiten).
Einzelausstellungen u.a. 1982 Galerie Wardaschko, Korntal bei Stuttgart; 1987 Galerie In Fonte, Berlin; 1988 Galerie Bürgerhaus, Schwalbach.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1984 Chiflado, Skulpturenpark Salzgitter; 1986 Salto mortale,
Donau-Uferweg, Stadt Ulm; 1989 Machismo, Kunstpfad, Universität Ulm.
Quellen
Schriftliche Auskunft Gustav Reinhardt an Verfasserin 15.4.2010.
Pressemitteilung Ausstellungseröffnung „Künstlerhäuser“, Kunstfonds Bonn, 24.9.1984
(Nachlass Hallensleben).
Jacobs, Stephanie: Gustav Reinhardt, Gentildonna II. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Home-page Gustav Reinhardt. Online im Internet: URL: www.gustav-reinhardt.de/ (2011).
Literaturhinweise
Rump, Gerhard Charles: Bund soll Künstlerhaus mittragen. In: BR 26.9.1984.
Hartmann, Bernhard: Einzug der Kulturverbände. In: GA 12.6.1996.
Gruppe Odious. Skulpturen aus Stahl (+ Stein). Hrsg. Heinz Ohff und Gruppe Odious (Katalog der
Ausstellung im Kutscherhaus Berlin/Josef-Haubrich-Hof, Köln u.a. 1983/84). Berlin 1983, Abb. 38
Gentildonna I; Abb. 39 Gentildonna II.
Odious. Red. Rainer Beck (Katalog der Ausstellung in der Villa Stuck, München/Rupertinum Salzburg u.a. 1988/89). Berlin 1988. Zum Werk Reinhardts s. S. 12, 15, 37-39, 154-155 (Biografie, Ausstellungen).
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 154 mit Abb.
Katalog-Nr. 95
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Friederich Werthmann, Trapasso, 1971
Beton/Remanit, gesamt 800x350x25 cm
Relief Remanit, 275x180x60 cm (ohne Betonwand)
1971
1 Südstadt, Reuterstraße 65 (Fernmeldeamt, heute Deutsche Telekom)
Bund
81
Beschreibung
Als in den 1960er Jahren das Fernmeldeamt erweitert wurde, gab die Deutsche Bundespost dem
Künstler den Auftrag für eine Freiplastik, die zwischen Anbau und Reuterstraße ihre Aufstellung fand.
Werthmann kombinierte eine schlichte, relativ dünne hochrechteckige Betonwand mit einem Stahlrelief zu einem durch die Wand wandernden Doppelrelief. Zentrum ist eine kreisförmige Öffnung in der
Mitte der Platte, die fast komplett wieder von einer silbern leuchtenden Edelstahlscheibe verdeckt
wird. Während auf der einen Seite formlose fetzenähnliche Stahlgebilde von oben in die runde Form
hineindrängen, streben sie auf der anderen Seite in die umgekehrte Richtung wieder hinaus, passend
zum Titel Trapasso.
Kurzbiografie
Friederich Werthmann s. Kat.-Nr. 90
Quellen
Jacobs, Stephanie: Friedrich Werthmann. Das A... von Bonn. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Georgiou, Georgia: Städtische, gestiftete Brunnenanlagen in Düsseldorf. SS 1988. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Home-page Friedrich Werthmann. Online im Internet: URL: www.werthmann-skulptur.de
[12.11.2011].
Literaturhinweise
Da steht er, der Künstler ... In: BR 17.7.1971.
Moderne Freiplastiken in Bonn. In: Beilage GA 31.12.1988 mit Abb. (StA ZA 140/4b-12).
Wirth, Heidrun: Die Statik wird in Dynamik verwandelt. In: BR 23.8.1997 (StA ZA 149/2553-17).
Friederich Werthmann. Werkverzeichnis der Skulpturen 1957-1977. Hrsg. Ernst-G. Güse. Werkverzeichnis Maren Heyne (Katalog der Ausstellung im Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg 1978).
Duisburg 1978, WV 305, S. 7, 10, 102.
Friederich Werthmann, Skulpturen. Werkverzeichnis 1957-2002. Hrsg. Sabine Fehlemann. Red. Maren Heyne und Hartmut Witte. Wuppertal 2003 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie, Titellexikon
zur Erklärung seiner Namensgebungen). WV 305, S. 7-11.
Katalog-Nr. 96
Werk
Herbert Benninghoff, Senkrechte durchbrochene Form, 1984/85
Kunststein (Jurakalk), 165x60x85 cm, Basaltpflaster 70x85 cm
1986
1 Tannenbusch, Stettiner Str. 21 (Freie Waldorfschule - Schulhof)
Freie Waldorfschule
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Skulptur steht umgeben von Basaltpflaster in erhöhtem, mit Kleingehölz bepflanztem Beet. Sie
hat die Form eines organischen Bogens. Von zwei getrennten unterschiedlich hohen Basen steigen
zwei tragende säulenförmige Stützen auf, die sich oben zusammenschließen, so dass ein schützender
Raum zwischen ihnen entsteht. Wichtig ist dem Künstler der Gegensatz von Streng und Weich, Positiv- und Negativform. Hier wurde ausgehend von einer Ausführung in Gips - es handelt sich dabei um
die Abschlussarbeit des Künstlers an der Alanus-Hochschule - eine Negativform in Polyester genommen, in der dann zwei Steingüsse aus gemahlenem Jurakalk hergestellt wurden. Der erste Guss ging
an die Waldorfschule, der zweite wurde 1989 Châteauneuf-sur-Charente, der Partnerstadt von Alfter,
zum 10-jährigen Partnerschaftsjubiliäum geschenkt.
Der Kunstlehrer der Waldorfschule, Rainer Grytzmann, hatte das Werk zufällig an der AlanusHochschule gesehen und dem Kunstausschuss seiner Schule als Objekt für den Schulhof vorgeschlagen. Aufgrund enger Verbindungen zwischen Waldorfschule und Alanus-Hochschule gab der Künstler die Arbeit zu einem „Freundschaftspreis“ ab. Die organische Gestalt entspricht den Prinzipien der
Waldorfschule, die wie die Alanus-Hochschule anthroposophisch angelegt ist. Sie geht auf die Ideologie Rudolf Steiners (1861-1925) zurück, der eine plastisch organische Bauweise propagierte, hier
belegt durch die bewegten Säulen und hochgewölbten Dächer. Darauf nimmt das Werk Bezug.
Kurzbiografie
Herbert Benninghoff
Geb. 1942 in Dinslaken. Nach Tischlerlehre (abgeschlossen mit Meisterprüfung) und Tätigkeit als
Tischler 1971-1975 Studium im Fachbereich Sozialwesen an der Fachhochschule Niederrhein. Tätigkeit als Sozialpädagoge. 1981-1985 Studium der Bildhauerei an der Alanus-Hochschule Alfter. 19771981 und 1988-2007 als Sozialpädagoge und Kunstlehrer an einer Schule für Geistigbehinderte in
Mönchengladbach tätig. 1987 Teilnahme am Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises. Lebt und ist künstlerisch tätig in Mönchengladbach.
Ausstellungen u.a. 1984 Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Bonn; 1987 Wissenschaftsministerium, Bonn.;
1988 Kunstakademie, Poznan/Polen.
82
Quellen
Schriftliche Auskunft Herbert Benninghoff an Verfasserin 17.7.2009.
Telefonische Auskunft Rainer Grytzmann, Kunstlehrer der Waldorfschule, an Verfasserin 29.6.2009.
Gesprächsnotiz Prof. Hallensleben nach Telefonat mit dem Künstler am 18.1.1990
(Nachlass Hallensleben). Die in dieser Notiz erwähnte dritte Fassung wurde bisher nicht erstellt.
Knoblich, Esther: Herbert Benninghoff: Senkrechte durchbrochene Form. SS 1993. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Breme, Christian: Kunst am Bau? - Baukunst! In: Freie Waldorfschule Bonn. Rundbrief 31 Johanni
87, S. 10-15, Abb. Titelblatt. Darin wird die „Vorhutstellung“ der anthroposophischen Architektur
betont, das Bemühen um Einheit von Plastik, Malerei, Architektur, um zu einem Gesamtkunstwerk zu
gelangen. So sei auch an dieser Waldorfschule aus Kunst am Bau wieder Baukunst geworden.
Die soziale Kraft der Kunst (Katalog der Ausstellung der Alanus-Hochschule Alfter in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft im Wissenschaftszentrum Bonn
1987). Bonn 1987, S. 93, 98, 99, 101 (Abb. anderer Arbeiten von Benninghoff).
Katalog-Nr. 97
Werk
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1976
Basalt, Gesamtfläche ca. 50 qm, Wall Höhe 70 cm
5 Kegel Ø 240 cm, Höhe 80-110 cm
1976
1 Tannenbusch, Riesengebirgsstraße/Masurenweg
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Ein angepflasterter Wall umgibt schlangenlinienförmig vier Kegel, aus deren Zentren das Wasser
sprudelt, ein fünfter ohne Wasserquelle befindet sich außerhalb des Walls. 1999 musste die wie eine
Vulkanlandschaft modellierte Anlage saniert werden.
Kurzbiografien
Heinrich Raderschall
Geb. 1916 in Oberpleis. Nach Lehre als Baumschulgärtner und Tätigkeit in Baumschulen 1941-1945
Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Berlin-Dahlem und der Botanik, Wasserbiologie und Geologie an der Universität Münster (Abschluss als Dipl.-Ing.). 1946-1948 Architekturstudium an der Baufachschule Hamburg. 1948 Gründungsmitglied beim Wiedererstehen des Bundes
Deutscher Gartenarchitekten. 1948-1951 Grünplaner im Garten- und Stadtplanungsamt Bonn. Seit
1951 selbstständig tätig. 1967 Begrünung des deutschen Pavillons zur Weltausstellung in Montreal.
1968 Gründung einer Büropartnerschaft mit den Landschaftsarchitekten Carl Möhrer und FriedrichWilhelm Peters. 1996 Austritt aus der Büropartnerschaft zum 80. Geburtstag. 1999 kam Stephan Lenzen als Mitarbeiter dazu, 2001 wurde er Partner im Büro RMP. Seit 2004 wird das Büro vom alleinigen Inhaber Stephan Lenzen geführt. Heinrich Raderschall lebt in Bonn.
Carl Möhrer
Geb. 1931, gest. 2004.
Nach Gärtnerlehrer und Meisterprüfung 1954-1956 Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt für
Gartenbau in Berlin-Dahlem (Abschluss als Dipl.-Ing). 1956 Eintritt in das Planungsbüro Raderschall.
1968 Partnerschaft mit Heinrich Raderschall und Friedrich-Wilhelm Peters. 1979-1983 Vorsitzender
der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla). 19831988 bdla-Schatzmeister auf Bundesebene. 2003 Ausscheiden aus der Büropartnerschaft.
Friedrich-Wilhelm Peters
Geb. 1934. Nach Gärtnerlehre 1956-1958 Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau
in Berlin-Dahlem (Abschluss als Dipl.-Ing). 1958 Einritt in das Planungsbüro Heinrich Raderschall.
1968 Büropartnerschaft mit Heinrich Raderschall und Carl Möhrer. 2003 Ausscheiden aus der Büropartnerschaft.
RMP realisierte viele Projekte in Bonn wie Gestaltung der Grünanlagen 1965-1980 Wohnsiedlung,
Heiderhof; 1969-1970 Stadtpark, Bad Godesberg; 1981-1992 Altstadtsanierung, Bad Godesberg.
2006 Ausstellung in der Stadthalle Bad Godesberg (55 Jahre Büro RMP).
Quellen
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Akte „Brunnen Riesengebirgsstraße“, Gebäudemanagement Stadt Bonn.
83
Katalog-Nr. 98
Werk
Aufstellung
Standort
Plastik, ‹1977? (versetzt)
Stahl, 100x90x90 cm
ca. 1977 anl. Hauseröffnung
1 Tannenbusch, Waldenburger Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus - Hof)
seit 2009 Haus am Stadtwald, Waldstr. 23, Bad Godesberg
Bund/Stadt Bonn
Auftraggeber
Beschreibung
Ohne Sockel aufgestellte organisch geschwungene Form, die entfernt an das Gehäuse einer Schnecke
erinnert.
Im Rahmen der Umgestaltung durch den neuen Träger des Gustav-Heinemann-Hauses wurde die
Plastik 2009 zu einer anderen Einrichtung - Haus am Stadtwald, Bad Godesberg - verbracht.
Quelle
Telefonische Auskunft Vertreter der Gemeinnützige Gustav-Heinemann-Haus GmbH, Bonn, an Verfasserin 4.11.2009.
Katalog-Nr. 99
Werk
Liebende, ‹1977? (abgebaut)
Skulptur Stein, Höhe 200 cm, Sockel Beton, 32x70x70 cm
monogr: „MH“ ?
bez. auf Basis: „Liebende“
ca. 1977 anl. Hauseröffnung
1 Tannenbusch, Waldenburger Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus - Hof)
Bund/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf quadratischem Sockel erheben sich, von einer gemeinsamen Basis ausgehend, zwei wie in einer
Umarmung vereinte anthropomorphe Formen, die eine Kegelform bilden mit zwei blütenähnlichen
„Köpfen“ als Abschluss.
Die Skulptur sollte Anfang 2009 im Zusammenhang mit der Überbauung des Innenhofes versetzt
werden, war aber so beschädigt, dass eine Neuaufstellung nicht mehr möglich war.
Quelle
Telefonische Auskunft Vertreter der Gemeinnützige Gustav-Heinemann-Haus GmbH, Bonn, an Verfasserin 4.11.2009.
Katalog-Nr. 100
Werk
Aufstellung
Standort
Karl-Ludwig Schmaltz, Makrokern Bonn, 1973/74
Edelstahl, Aluminium
Höhe 230 cm, Kern 100x100x75 cm
18.4.1974
1 Ückesdorf, Im Schmalzacker 49 (Carl-von-Ossietzky-Gymnasium Pausenhof)
Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Die Plastik hat die Form eines Oktaeders mit gekappten Spitzen und kinetischem Kern. Dieser ist aus
12 windfangenden Prismen zusammengesetzt, die aus glänzend eloxiertem Aluminium gefertigt und
beweglich auf ihren Achsen gelagert sind. Schon geringe Schwankung erzeugt einen Lichtreflex auf
dem Boden. Die Prismen können per Hand gedreht werden. Die stereometrische Arbeit steht auf einer
Oktaederkante. Zu beiden Seiten des Stahlfußes befanden sich Leuchtstrahler, die inzwischen durch
kleine Büsche ersetzt wurden.
Der Künstler hatte mit dem Stumpf einen im Januar 1973 vom Staatshochbauamt Bonn ausgeschriebenen auf fünf Teilnehmer beschränkten Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung des Haupteingangsbereiches der Schule gewonnen. Das Preisgremium überzeugte vor allem der didaktische Charakter des Objekts, der Anregung für den Unterricht bietet. Themen wie „Kristallklassenbestimmung
des Körpers“ oder „Flächen-Raum-Winkelberechnung“ hatte der Künstler selbst vorgeschlagen und
sein Werk als „Mehr Lehr-Objekt als Kunstplastik“ bezeichnet (Niederschrift Preisgericht).
Kurzbiografie
Karl-Ludwig Schmaltz
Geb. 1932 in Vellahn/Mecklenburg. 1951-1954 Studium der Malerei an der Hochschule für bildende
Künste Hamburg (bei Kurt Kranz), 1954/55 an der Hochschule für Gestaltung Ulm (bei Max Bill).
84
1955-1962 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Karlsruhe (Diplom bei Egon Eiermann). 1962-1966 im Planungsteam der Ruhr Universität Bochum. Seit 1966 freischaffend tätig.
1967 Kunstpreis der Stadt Wolfsburg. 1968 Karl-Ernst-Osthaus-Preis der Stadt Hagen. 1969 BurdaPreis Große Kunstausstellung, München. 1972/73 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband
der Deutschen Industrie. Lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Einzelausstellungen u.a. 1975 Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf; 1979
Kunsthalle Kiel; 2005 Landschaftspark Heilmannshof, Krefeld-Traar.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969/70 Makrokern 170, Stadttheater, Würzburg; 1980 Bodenkristallit, Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg; 1997 Fliehpyramide der vier Winde, Vorplatz Amtsgericht Langenfeld.
Quellen
Ausschreibung des Wettbewerbes vom Staatshochbauamt Bonn über die künstlerische Gestaltung des
Staatlichen Gymnasiums Duisdorf I vom 15.1.1973 - zur Zeit der Ausschreibung hieß die Schule
Staatliches Gymnasium Duisdorf I (Nachlass Hallensleben).
Niederschrift über die Sitzung des Preisgerichts am 27.4.1973 (Nachlass Hallensleben).
Schneider, Christiane: Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Bonn-Ückesdorf. SS 1993. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
S. Bonn: Kunst aus der Geometrie. In: BR 11.8.1971 (StA 123/1627).
K-L Schmaltz. Energetische Objekte, Zeichnungen, Projekte 1967-1975. Hrsg. Kunstverein für die
Rheinlande und Westfalen. Bearb. Karl-Heinz Hering (Katalog der Ausstellung in der Kunsthalle
Düsseldorf 1975). Düsseldorf 1975 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), Abb. o.S. [Nr. 1].
ars viva 76 (Katalog der Ausstellung des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
e.V. in Verbindung mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg und der Kunsthalle Nürnberg).
O.O. 1976, S. 13, 142-147 zu Makrokernen.
Kunst und Bau 1967-1979. Hrsg. Der Minister des Landes Nordrhein-Westfalen und der Minister für
Landes- und Stadtentwicklung (MLS) des Landes Nordrhein-Westfalen. Red. Barbara Mitlacher.
Schriftenreihe des Ministers für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen. 2,
Düsseldorf 1980, S. 275, Abb. S. 164.
Katalog-Nr. 101
Werk
Aufstellung
Standort
Willy Meller, Die Schwangere, ca. 1951
Figur Steinguss?, 127x50x35 cm
Sockel Beton, 50x50x50 cm
Inschrift auf Bronzeplakette am Sockel:
„Die Schwangere / von Willy Meller / der Frauenklinik gestiftet von
Hilde v. Dorp-Ebbinghaus“
ca. 1980
1 Venusberg, Sigmund-Freud-Straße 25
(Universitätsklinikum - vor Frauenklinik)
Stiftung Hilde van Dorp-Ebbinghaus an Frauenklinik
Auftraggeber
Beschreibung
Über einem quadratischen Sockel entwickelt sich aus einer unregelmäßig geformten bossierten Plinthe
der stehende Dreiviertelakt einer schwangeren Figur, die ihre Hände vor dem gewölbten Leib verschränkt hat. Ihre Proportionen sind idealisiert, doch nicht heroisiert, ihr Gesicht strahlt Zufriedenheit
aus.
Kurzbiografie
Willy Meller
Geb. 1887 in Köln, dort 1974 gest.
Nach Steinbildhauerlehre 1905-1911 Studium an der Kunstgewerbeschule Köln (bei Georg Grasegger), 1911-1914 an der Akademie München (bei Erwin Kurz in der sog. „Hildebrand-Klasse“). Nach
dem Ersten Weltkrieg ab 1918 in Köln als Bildhauer tätig. 1939 Verleihung des Professorentitels
durch Adolf Hitler.
Als Vertreter einer faschistischen Kunst ist Meller mehrfach vertreten auf der Großen Deutschen
Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst, München, so 1940 und 1942-1944. Die Wertschätzung während des Naziregimes zeigt sich auch in den Beauftragungen für Arbeiten im öffentlichen
Raum, u.a. 1936 Siegesgöttin, Reichssportfeld, Berlin; 1935/36 2 Adler und Deutscher Mensch (Ehrenmal) sowie 1937/38 Fackelträger, Skulpturenprogramm auf der Ordensburg Vogelsang.
Quellen
Welsch, Susanne: Willy Meller. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
85
In einem Schreiben an Susanne Welsch vom 11.5.1993 erläutert Frau v. Dorp-Ebbinghaus, dass sie als
Nichte Mellers diesen die letzten Jahre vor seinem Tod betreute. Als Erbin haben sie die Schwangere
der Frauenklinik gestiftet, da sie sich der Uni Bonn verbunden fühle. Nach ihrer Erinnerung erfolgte
die Schenkung um 1975.
Lt. Vermerk von Prof. Hallensleben o.D. erfolgte die Schenkung etwa 1985, so die Auskunft von Prof.
Dr. med. K. Schander, Chefarzt der Abt. für Gynäkologie und Geburtshilfe am Stadtkrankenhaus
Neuwied, der damals im Auftrag von Prof. Plotz die Stiftung entgegennahm (Nachlass Hallensleben).
Katalog der Ausstellung des Rheinisch-Bergischen Künstlerkreises im Städtischen Museum Leverkusen Schloss Morsbroich 1951, Abb. Nr. 76 (Nachlass Hallensleben, zur Verfügung gestellt von Martin
Jansen).
Literaturhinweise
Skulptur und Macht. Figurative Plastik in Deutschland der 30er und 40er Jahre. Hrsg. Magdalena
Bushart/Susanne Deicher u.a. (Katalog der Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin/Städtische
Kunsthalle Düsseldorf 1983/84). Berlin 1983, S. 190 (Biografie).
Kolberg, Gerhard: Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Köln 1988,
S. 144-145 (weiterführende Biografie).
Katalog-Nr. 102
Werk
Wolfgang Hunecke, Begegnungen, 1990/91
Stahlblech, Hauptteil 5 Platten, je 200x200x200 cm
Detail (Figuren), Ausschnitte Höhe 190 cm
Einweihung April 1991
1 Venusberg, Haager Weg 42 (Jugendherberge)
Kunststiftung der Sparkasse Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf einem Rasenhügel vor der Hermann-Ehlers-Jugendherberge fällt der Würfel auf, der unten offen
ist und von innen durch Rahmen aus Doppel-T-Trägern zusammengehalten wird. Aus jeder der fünf
quadratischen, nicht veredelten Stahlplatten wurden menschliche Silhouetten herausgeschnitten. Die
einander durchdringenden Figuren symbolisieren menschliche Bewegungen wie Tanzen, Springen,
Spielen, Laufen, auch Aufstreben und einander Halten. Drei Motive dieser ausgeschnittenen Menschengruppierungen finden sich im Innenbereich der Jugendherberge als Wandgestaltung montiert
wieder. Ein vierter Teil wurde vor einer Außenwand des als Japanischer Steingarten angelegten Innenhofes installiert. Auf diese Weise werden Gartenbereich und Innenräume miteinander verschränkt.
Das fünfteilige, filigran wirkende Ensemble weist auf die Funktion des Gebäudes hin, es lädt zu „Begegnungen“ ein, vor allem der Jugend. Realisiert wurde die Arbeit von der Jugendwerkstatt des
Rhein-Sieg-Kreises.
Das bei diesem Würfel reizvolle Spiel mit Positiv- und Negativform findet sich modifiziert bei einem
weiteren Objekt des Künstlers wieder: Figuren, 1991. Hier wurde die Gestalt um 90° aus dem Metallkörper herausgedreht.
Kurzbiografie
Wolfgang Hunecke
Geb. 1950 in Bonn. Studium der Theologie und Sozialwissenschaften. Seit 1970 autodidaktische
Ausbildung zum Künstler. 1978 Mitbegründer des „Ateliers im Bauhaus“, Bonn, Kunst- und Kulturinitiative e.V. (Atelier, Ausstellungsorganisation, Produzentengalerie, Kunstschule). 1990-1995 1.
Vorsitzender des Bundesverbandes Bildender Künstler Bonn/Rhein-Sieg. Vortragsreisen in die Arabischen Emirate und Nicaragua. Seit 1989 Aufbau und Betreuung einer Druckwerkstatt in Granada/Nicaragua. Lebt und arbeitet in Bonn.
Einzelausstellungen u.a. 1984 Bundespostakademie, Bad Honnef; 1986 Haus an der Redoute, Bonn;
1992 Casa de los Tres Mundos, Granada/Nicaragua.
Quellen
Schriftliche Auskunft Wolfgang Hunecke an Verfasserin 8.2.2010.
Hunze, Gerald: Erläuterung zum Entwurf 12.10.1989.
Hunze, Gerald: Informationsblatt 13.6.1991 (an Wand im Foyer der Jugendherberge).
Home-page Wolfgang Hunecke. Online im Internet: URL: www.wolfgang-hunecke.de [12.11.2011].
Literaturhinweise
Mattern, Volker: Die Pflicht des Geschirrspülens ist passé. In: GA 28.3.1991.
Bongartz, Richard: Sogar aus Nepal kommen die Wanderer. In: GA 12.8.1991.
Wolfgang Hunecke. Bilder - Skulpturen - Projekte. Arbeiten von 1989 bis 1994 - eine Auswahl. Text
Frank Günter Zehnder. St. Augustin 1994 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), S. 12, 18, 28-29
mit Abb., S. 47 Abb. Figuren, 1991, Siegburg.
86
Katalog-Nr. 103
Werk
Aufstellung
Ulrich Rückriem, Stein des 10. Oktober 1981, 1981
Anröchter Dolomit, gespalten
gesamt 260x220x110 cm
Steine 260x100x110 und 260x80x110 cm
22. Oktober 1981 zunächst als Leihgabe des Künstlers
1983 vom Museum mit Unterstützung des Landes NRW erworben
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Rückfront)
Rheinisches Landesmuseum/Land Nordrhein-Westfalen
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Zwei unterschiedlich breite keilförmige Steinrohlinge wurden jeweils in vier Teile gespalten: je
zweimal horizontal, das Mittelstück je einmal vertikal. Ein Teil wurde in die Erde versenkt, drei Teile
oberhalb der Erdoberfläche belassen und so wieder zusammengesetzt, dass zwischen den aufeinander
bezogenen Blöcken ein Spalt entstand. Insgesamt ergibt sich eine pyramidale Form. Durch die axiale
Aufstellung wird die Fassade des Museums zur rahmenden Kulisse.
Dieses nicht aufgesockelte „Mahnmal für den Frieden“, so die Bezeichnung von Rückriem, widmete
er der Friedensdemonstration gegen den Nato-Doppelbeschluss, die am 10. Oktober 1981 in Bonn
stattfand, und an der der Bildhauer selbst teilgenommen hatte. Die nachträgliche Namensgebung des
für das Landesmuseum konzipierten Kunstwerks ist nur politisch motiviert, nicht inhaltlich begründet.
Die Bezeichnung, die standortbezogenen Erfahrungen und die standortgebundene politische Stellung
Bonns machen das Mahnmal zum Denkmal.
Kurzbiografie
Ulrich Rückriem
Geb. 1938 in Düsseldorf. 1957-1959 Steinmetzlehre in Düren. 1959-1961 Geselle an der Dombauhütte Köln. Gleichzeitig Studium an den Kölner Werkschulen (bei Ludwig Gies). Seit 1963 als freischaffender Bildhauer tätig, bis 1968 in Nörvenich bei Düren. 1969 Umzug nach Mönchengladbach. 19741984 Professur für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1984 Wechsel zur
Kunstakademie Düsseldorf und 1988 zur Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Frankfurt a.M.
- Städelschule. Im selben Jahr Übersiedlung nach Irland. 1985 Arnold-Bode-Preis der Documenta,
Kassel. 1994 Eröffnung der neuen „Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem“ in Sinsteden. 1998 Piepenbrock Preis für Skulptur, Berlin. 2001 Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland.
2008 Übergabe und Neueröffnung der „Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem“ in Sinsteden an die Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss und des Rhein-Kreises Neuss. Lebt und
arbeitet in Clonegal/Irland.
Einzelausstellungen u.a. 1978 Städtisches Kunstmuseum Bonn; 1983 Centre Georges Pompidou,
Paris; 2003 Neue Nationalgalerie, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1979 Anröchter Dolomit, Gänsetor, Ulm; 1984 Japanischer Granit, Bahnhof Shiga/Japan; 1992/93 Finnischer Granit, Zentralverwaltung Goethe-Institut, München.
Quelle
Körber, Alice: Der „Stein des 10. Oktober 1981“ von Ulrich Rückriem. Rheinisches Landesmuseum
Bonn 1981. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Pohlen, Annelie: Kultstätte - Mahnmal - Form. In: GA 22.10.1981 mit Abb. (StA ZA 133/1922).
GO: Landesmuseum: Krach um Demo-Denkmal. In: BR 22.10.1981 mit Abb. Rückriem bei der Installation des Steins (StA ZA 133/1922).
dt: Ein steinernes Friedenszeichen. In: RSA 23.10.1981 (StA ZA 133/1922).
Ulrich Rückriem. In: Der Spiegel Nr. 47/1981 vom 16.11.1981, S. 280 (StA ZA 133/1922).
Schmidt, Hans M.: Neue Akzente im Museum, Leihgaben für die Moderne Sammlung. In: Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte aus der Arbeit des Museums. Hrsg. Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Landesmuseum. Heft 1/1982, S. 10, 12 mit Abb.
Welti, Alfred: Den Stein von innen her begreifen. In: art Nr. 3/1983, S. 72-81.
Akalin, Ann-Kathrin: „Jeder Stein ist ein Denk-mal-drüber-nach“. In: GA 25.11.1989 (mit Interview
Rückriem über seine Arbeitsweise).
Kannengießer, Traude: Rund ums Rheinische Landesmuseum. Skulpturen von Kricke, Rückriem,
Prager. Hrsg. Landschaftsverband Rheinland/ Rheinisches Landesmuseum Bonn. Blätter für Besucher
Nr. 24 mit Abb. o.J.
Ulrich Rückriem (Katalog der Ausstellung im Centre George Pompidou Musée national d’art moderne, Paris 1983). Paris 1983, S. 50, Abb. S. 48-49 und 51. Rückriem führt als möglichen Beweggrund
für die Arbeit sein schlechtes Gewissen darüber an, dass er keine effektivere „Waffe“ („arme“) gegen
die „Dummheit der Politik“ („bêtise de la politique“) gesucht habe.
87
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 27.
Meschede, Friedrich: „Der Stein drängt nach draußen“. Untersuchungen zur Skulptur von Ulrich
Rückriem und ihre Entwicklung als Kunst im öffentlichen Raum. Phil. Diss. Münster 1987,
S. 190-192.
Ulrich Rückriem. Arbeiten. Hrsg. Heinrich Ehrhardt, Stuttgart 1994, S. 279, 290, Abb. S. 153 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Schmidt, Hans M.: Ulrich Rückriem. Stein des 10. Oktober 1981. In: 100 Bilder und Objekte. Archäologie und Kunst im Rheinischen Landesmuseum Bonn. Hrsg. Frank Günter Zehnder. Köln 1999,
S. 263-265 mit Abb.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 56, Abb. S. 57.
Katalog-Nr. 104
Werk
Aufstellung
Standort
Heinz-Günter Prager, Achse mit 3 Scheiben 2/86, 1986
Stahl, 150x145x180 cm, Ø der Scheiben 90, 120, 150 cm
14.7.1986
1 Weststadt, Colmantstraße 14-16
(vor Rheinischem Landesmuseum - heute Skulpturenhof)
Rheinisches Landesmuseum/Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Dem Titel entsprechend sind hier drei Scheiben auf zwei Achsen montiert. Die maschinell geschnittenen Eisenscheiben differieren im Durchmesser jeweils um 30 cm. Auch die Achsen sind unterschiedlich lang. Das ohne Sockel auf dem Pflaster platzierte Werk erfährt durch die Schrägstellung, hervorgerufen durch die unterschiedliche Größe der Scheiben, ein dynamisches Moment. Ist es einerseits ein
industrielles Fertigprodukt ohne individuelle Handschrift, erinnert es andererseits an einen frühgeschichtlichen Wagen, allerdings mit abschließender Scheibe an der Längsachse. Inzwischen hat das
gleichmäßige Rosten einen warmen Rotton erzeugt.
Kurzbiografie
Heinz-Günter Prager s. Kat.-Nr. 16
Literaturhinweise
B.S.: Seine neue Großplastik .... In: GA 15.7.1986 (StA ZA 138/2374).
al: Achse mit Scheiben. In: BR 15.7.1986 (StA ZA 138/2374).
dt: Die Plastik soll rosten. In: RSA 19.7.1986 (StA ZA 138/2374).
Schmidt, Hans, M.: „Achse mit drei Scheiben“. In: Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte
aus der Arbeit des Museums. Hrsg. Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Landesmuseum. Heft
5/86, S. 73 mit Abb.
Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte aus der Arbeit des Museums. Hrsg. Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Landesmuseum Bonn. Heft 1/99, S. 28 Abb. Abtransport Achse mit 3
Scheiben vom alten Standort wegen Neubaus.
Kannengießer, Traude: Rund ums Rheinische Landesmuseum. Skulpturen von Kricke, Rückriem,
Prager. Hrsg. Landschaftsverband Rheinland/ Rheinisches Landesmuseum Bonn. Blätter für Besucher
Nr. 24 mit Abb. o.J.
Heinz-Günter Prager. Skulpturen. Text Manfred Schneckenburger (Katalog der Ausstellung Museum
moderner Kunst, Palais Lichtenstein, Wien/Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg/Städtische
Kunsthalle Mannheim 1984). Stuttgart 1983, S. 36-44 Ausführungen zur Werkgruppe der „Achsen“.
Deutscher Künstlerbund Berlin. 34. Jahresausstellung (Katalog der Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum Bonn/Wissenschaftszentrum Bonn 1986). Hannover 1986, Abb. S. 64.
Oelschlägel, Petra: Heinz-Günter Prager. Hannover 1994, S. 24, Abb. S. 60.
Heinz-Günter Prager. Skulpturen 1980-1995. Hrsg. Gabriele Uelsberg (Katalog der Ausstellung im
Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt/Museum am Ostwall, Dortmund 1996/97). Köln 1996,
S. 264, Abb. S. 169.
Katalog-Nr. 105
Werk
Entwurf Gottfried Böhm, Spiralbrunnen, 1979/80
Ausführung Firma Engelbert Müller, Villmar/Lahn
Bildhauer Höhler (Angestellter der Firma Müller)
fertigte 1979 in Zusammenarbeit mit Gottfried Böhm
das Modell des Brunnens
88
Basaltlava, Höhe 125 cm, Ø 130 cm
Aufstellung
1980
Standort
1 Zentrum, Münsterplatz/Martinsplatz
Auftraggeber
Stadt Bonn
Beschreibung
Nachdem 1974 das Kölner Architekturbüro Böhm den Wettbewerb für die Neugestaltung des Münsterplatzes/Martinsplatzes gewonnen hatte, wurde das Areal mit Natursteinen (grauer Andesit und roter
Granit) schuppenförmig gepflastert und die ursprünglich dicht um das Münster herum verlaufende
Stützmauer, erforderlich zum Ausgleich des Bodengefälles zwischen Kirche und gegenüberliegender
Bebauung, in Richtung Kaufhaus Leffers/Sinn versetzt. Der Brunnen bildet den Abschluss dieser
leicht geschwungenen, rund 60 m langen Rampe. Er wurde aus einem Basaltblock der alten Mauer
heraus entwickelt, wobei darauf geachtet werden musste, dass dieser zu den für die Mauer verwendeten Steinen passt. In 2 1/2 Windungen schraubt er sich einer Spirale gleich nach oben. Das Wasser
plätschert durch eine kleine Rinne in einen Schacht und wird durch eine automatische Umwälzanlage
wieder hochgepumpt
Kurzbiografie
Gottfried Böhm
Geb. 1920 in Offenbach. 1942-1947 Studium der Architektur und Bildhauerei an der Technischen
Hochschule und Akademie der Bildenden Künste München. Mitarbeit 1948 bei seinem Vater Dominikus Böhm, 1950 bei Rudolph Schwartz (Wiederaufbaugesellschaft der Stadt Köln), 1951 im Architekturbüro Cajetan Baumann, New York, 1952-1955 wiederum im Büro des Vaters. 1963 Berufung
als Nachfolger Hans Schwipperts auf den Lehrstuhl für Werklehre an der Rheinisch-Westfälischen
Technischen Hochschule Aachen, den er bis zu seiner Emeritierung 1985 innehat. 1975 Großer BDAPreis. 1983-1988 Lehraufträge in den USA. 1986 Pritzker Prize. Lebt und arbeitet in Köln.
Einzelausstellungen u.a. 1984/85 Kunsthalle Bielefeld; 2006 Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt a.M.; 2009 Museum für Angewandte Kunst, Köln.
Projekte u.a. 1963-1968 Wallfahrtskirche Mariendom, Neviges; 1981-1990 Umbau des Schlosses,
Saarbrücken; 1995-2000 und 2003-2006 Hans Otto Theater, Potsdam.
Quellen
Kanzenbach, Annette: Schneckenbrunnen auf dem Münsterplatz. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
archINFORM: Prof. Gottfried Böhm. Online im Internet: URL:
http://deu.archinform.net/arch/851.htm (11.11.2009).
Literaturhinweise
ly: Mini-Brunnen ziert den Münsterplatz. In: GA 21.7.1980 mit Abb. (StA 132/46).
Gottfried Böhm. Hrsg. Wolfgang Voigt (Katalog der Ausstellung „Felsen aus Beton und Glas. Die
Architektur von Gottfried Böhm“ im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt a.M. 2006). Berlin
2006 (Biografie, Bibliografie).
Katalog-Nr. 106
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Jakobus Linden, Junge Frau mit Schale (Vogeltränke), Kopie 1976
Original aus Kunststein, um 1930
Ausführung der Kopie Firma Heinrich-Schreyögg, Leutesdorf
Basaltlava, 95x100x75 cm, Sockel 93x100x95 cm
sign. Rückseite Plinthe: „J Linden“
Inschrift auf Vorderseite des Sockels:
„VOLKSBANK BONN / DEN BÜRGERN IHRER STADT / 1901-1976“
27.10.1976 Übergabe
1 Zentrum, Gerhard-von-Are-/Gangolfstraße
Geschenk Volksbank Bonn an die Stadt Bonn
gestiftet zum 75-jährigem Bestehen der Bank
Beschreibung
Über einem würfelförmigen Sockel kniet auf einer unregelmäßig geformten Plinthe ein junges Mädchen, das im Schoß eine Schale hält, die als Vogeltränke dient. Das expressive Werk ist von Diagonalen und raumgreifenden Bewegungen bestimmt. Der Oberkörper der nur mit einem Rock bekleideten
Figur ist weit nach rechts gebogen, während der Kopf in die entgegengesetzte Richtung zeigt. Balance
wird dadurch gehalten, dass die junge Frau - mit der linken Hand den linken Fuß ergreifend - das
angewinkelte anatomisch viel zu große Bein nach oben zieht.
1976 erwarb die Volksbank das Original - vermittelt durch Prof. Dr. Heinrich Lützeler - von der Witwe des Künstlers, Senta Linden, und ließ wegen der Beanspruchung im Stadtgebiet eine Kopie in dem
89
widerstandsfähigeren Material Basaltlava anfertigen. Diese stiftete sie der Stadt Bonn. Der Verbleib
des Originals ist unbekannt.
Im Rahmen der Renovierung der Volkbank 2006 wurde die Arbeit von ihrem ursprünglichen Standort
vor dem Spielwarengeschäft Puppenkönig um einige Meter Richtung Hauptbahnhof versetzt.
Kurzbiografie
Jakobus Linden
Geb. 1886 in Bonn, dort 1950 gest.
Ausbildung in Karlsruhe, München und Köln, Schüler und später Mitarbeiter bei Karl Menser, ansonsten Autodidakt. Reisen nach Paris und Italien. Seit etwa 1919 in Bonn als freischaffender Bildhauer tätig. Jahrzehntelang leitete er bis 1933 den Bonner Künstlerbund.
Quellen
Schriftliche Auskunft Wilhelm Wester, Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG, an Verfasserin 12.5.2010.
Vermerk Stadtplanungsamt vom 23.6.1976 (Akte Volksbank RWWA 404-42-5).
Schreiben Hans Terhorst, Vorsitzender des Vorstandes der Volksbank Bonn eG, an Prof. Lützeler
21.10.1976 (Akte Volksbank RWWA 404-42-5).
Notiz Prof. Hallensleben über Gespräch mit dem Leiter der Geschäftsstelle der Volksbank Endenich,
Herrn Direktor Poggel, am 16.11.1987 (Nachlass Hallensleben).
Töben, Yoon-Hae: „Junge Frau“ - kniende Frau mit Schale. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Vollmer, Heinz: Jakobus Linden gestorben. In: BR 9.3.1950 (Nachruf StA 100/666).
Dr. F: Zwei Künstler der zwanziger Jahre. Zur Gedächtnisausstellung Nonn/Linden im Gärtnerhäuschen. In: GA 5.2.1966 (StA 118/109).
Leyendecker, Bernd: Bonner Bank schenkte der Stadt eine Jungfrau aus Plastik. In: Express
28.10.1976 (StA 128/92).
„Nur wir sind Bonn Rhein-Sieg“. Geschichte der Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG (gegr. 1901). Hrsg.
Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG. Text Barbara Hillen. Ahrweiler 2009, S. 118-119 mit Abb. der Figur
in einem Garten [der Witwe Senta Linden?].
Katalog-Nr. 107
Werk
Entwurf Friedrich Spengelin, Brunnen, 1976/77
Basaltlava, gesamt 5-125x960x760 cm
1977
1 Zentrum, Maximilian-Passage (Bonner Loch)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die winklig angelegte, aus mehreren Basaltblöcken bestehende Brunnenanlage vor dem Bonner
Hauptbahnhof ist von Kleinpflaster umgeben. Das Wasser fließt aus kleiner als Quellstein dienender
Halbkugel zunächst in zwei ovale Auffangbecken, von dort über Treppenstufen in fünf unterschiedlich große rechteckige Laufbecken, von denen das obere größte mit drei Sprudelsteinen versehen ist.
Der Brunnen entstand im Rahmen der Umbaumaßnahmen wegen des Baues der U-Bahn und ist wesentlicher Gestaltungsschwerpunkt der gesamten Platzkonzeption, die zusammen mit Bepflanzung
und den aus der Fußgängerzone kommenden Freitreppen mit Podesten und Sitzstufen zum Verweilen
einladen sollte. Zwar durch Material- und Formenwahl in die tiefer liegende Ebene integriert, sprach
man schnell vom „Bonner Loch“, da Fußgänger von der 0-Ebene in die Tiefe gehen müssen, um dort
aufgestellte Bänke und eben den Brunnen zu erreichen. Von Beginn an von Protesten von Bürgerinitiativen und Denkmalpfleger begleitet, entwickelte sich das Gelände zu einem Treffpunkt für soziale
Problemgruppen. In den letzten Jahren bemüht man sich verstärkt um eine neue städtebauliche Lösung.
Kurzbiografie
Friedrich Spengelin
Geb. 1925 in Kempten/Allgäu. 1943-1948 Architekturstudium an der Technischen Hochschule München, anschließend bis 1950 Mitarbeit im Büro Konstanty Gutschow, Hamburg. Seit 1951 gemeinsames Büro mit seiner Ehefrau, der Architektin Ingeborg geb. Petzet, zunächst in Hamburg, seit 1974
auch in Hannover. 1961-1993 Professur an der Technischen Hochschule Hannover. Seit 1972 besteht
die Planungsgemeinschaft SGP Spengelin, Gerlach und Partner in Meckenheim. 1973 Heinrich-PlettPreis für Verdienste um den Städte- und Wohnungsbau. 1986 Fritz-Schumacher-Preis der Stadt Hamburg (gemeinsam mit Ingeborg Spengelin, ebenso BDA-Preise der Länder Bremen und Niedersachsen). Von 1989 bis 1997 Direktor der Sektion Baukunst der Akademie der Künste Berlin. Lebt und
arbeitet in Hannover.
90
Projekte u.a. ab 1962 bis in die 1990er Jahre städtebauliche Gesamtplanung der Stadt MeckenheimMerl (mit Prof. Kühn und Dr.-Ing. Gerlach); 1975 Verwaltungsgebäude Hamburg-Mannheimer Versicherung AG, Hamburg; 1983-1986 und 1997-2000 Kunsthalle Emden mit Erweiterung.
Quellen
Niederschrift Sitzung Bauausschuss 23.5.1978 (StA Pr 9/1183).
Schriftliche Auskunft Stadt Meckenheim an Verfasserin 10.2.2010.
Akademie der Künste Berlin: Friedrich Spengelin. Online im Internet: URL:
www.adk.de/de/akademie/mitglieder/mitgliederdatenbank.htm?we_objectID=22887&show=biographie [10.2.2010].
Stadt Bonn: Wettbewerb Bahnhofsbereich. Online im Internet: URL:
www.bonn.de/umwelt_gesundheit_planen_bauen_wohnen/stadtplanungsamt/projekte_staedtebau/bah
nhofsbereich_bonn/00451/index.html?lang=de (28.4.2009).
Literaturhinweise
pan: Barbarei vor dem Bahnhof vermieden? In: GA 17.12.1976 mit Interview Prof. Spengelin zur
Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und Planungsskizzen. Vorgesehen waren ein begehbarer
„Plätscherbrunnen“ und eine sich zu bestimmten Stunden bewegende Lichtplastik als „modernes Glockenspiel“.
Lützeler, Heinrich: „Jetzt droht Bonn sich selbst zu zerstören“. In: GA 11.1.1977 (Antwort Prof. Lützeler auf die Ausführungen von Prof. Spengeling 17.12.1976).
ohr: Bahnhofsvorplatz. In: GA 3.6.1977.
EM: Brunnen im „Bonner Loch“ wird abgebaut. In: GA 20.5.1987 (StA ZA 139/1).
ly: Brunnen wird abgebaut. In: GA 8.8.1987.
mah: Bonner Loch: Ende eines Brunnens. In: GA 23.9.1987.
Vallender, Frank: Der Druck auf die Szene wird erhöht. In: GA 29.9.2006.
kj: Gärtner finden 15 Schnapsfläschchen pro Blumenkübel. In: GA 27.2.2007.
Klein, Rita: Verwaltungsrichter bestätigen Alkoholverbot. In: GA 23.7.2008.
Lützeler, Heinrich: Bonn, so wie es war. Bd. 2. Düsseldorf 1980, S. 65-66 mit Abb.
Katalog-Nr. 108
Werk
Entwurf Herbert Eckler (Stadtplanungsamt), Sterntorbrunnen
mit „Wölfchensäule“, um 1900, 1974/75 mit Brunnen versehen
Basaltlava, Auffangbecken Ø 110 cm
Bachlauf Granitpflaster mit Basaltquadern, Länge 3000 cm
1975
1 Zentrum, Vivatsgasse
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Brunnen ist Teil der Platzanlage Bottlerplatz/Vivatsgasse mit den Resten der mittelalterlichen
Befestigung, dem Halbturm der Stadtmauer, an den sich der äußere Torbogen des alten versetzten
Sterntors anschließt. Am Ende der freigelegten Stadtmauer befindet sich eine alte Säule, auf der das
sog. „Bonner Wölfchen“ Aufstellung fand (seit 1989 als Kopie). Sie wurde im Rahmen der Neugestaltung des Platzes mit einbezogen, indem ihr Postament zu einem Brunnen mit bronzenem Löwenkopf
als Wasserspeier umgestaltet und auf ein Auffangbecken gestellt wurde. So fließt das Wasser zunächst
in dieses Becken und anschließend in einen künstlich angelegten schmalen etwa 30 m langen Bach,
der die Fläche zwischen Säule und Stadtmauer durchzieht, vielleicht eine Anspielung an den einst vor
der Stadtmauer gelegenen Stadtgraben. Eine gemeinsame Umwälzanlage lässt das Wasser zwischen
diesem Brunnen und dem sich vor dem Sterntor befindenden runden Fontänenbrunnen zirkulieren.
Das Wasserspiel wird umgeben von Ahornbäumen, Treppen, Sitzerkern und Straßenabstufungen.
Kurzbiografie
Herbert Eckler
Geb. 1931. Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes Bonn, lebt in Niederkassel.
Quellen
Telefonische Auskunft Herbert Eckler an Verfasserin 11.3.2010.
Kanzenbach, Annette: Brunnensäule. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Fußgängerparadies Vivatsgasse. In: GA 30.4.1975 mit Abb.
Köhl, Bettina: Eine Wasserrinne lädt zum Plantschen ein. In: GA 21.8.2007.
Boeminghaus, Dieter: Wasser im Stadtbild. Brunnen, Objekte, Anlagen. München 1980, S. 36 mit
Abb.
Denk, Andreas/Flagge, Ingeborg: Architekturführer Bonn. Berlin 1997, S. 13.
91
Katalog-Nr. 109
Werk
Ernemann F. Sander, Grazienbrunnen, 1972-1976
Schale übernommen vom Brunnen „Heringsmädchen“, um 1900,
auf dem Kaiserplatz, Neufassung und Grazien Ernemann F. Sander
Figuren, Kugel und Säule Bronze, Schale Gusseisen, Sockel Basaltlava
Gesamthöhe 300 cm
Figuren Höhe 70 cm, Kugel Ø 28 cm, Säule Höhe 110 cm
Brunnenschale Ø 230 cm, Sockel Höhe 65 cm
sign. auf Kugel: „E.S.“
26.3.1976
1 Zentrum, Am Dreieck
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf einem zylindrischen Sockel ruht eine Brunnenschale, aus deren Mitte sich eine nach oben aufgebogene Säule erhebt. Sie wird von einer Kugel bekrönt, die drei weibliche Aktfiguren trägt, die sich
an den Händen bzw. Handgelenken halten. Der Künstler gab ihnen während der Entstehungszeit des
Brunnens die Namen der drei Grazien nach Hesiod (Theogonie 907-909) mit Aglaia (Glanz), Euphrosyne (Frohsinn) und Thaleia (Lebensfreude). Hier begegnet uns allerdings nicht die bekannte Ikonografie mit Wechsel von Vorder- und Rückansicht oder den einander zugewandten Figuren, sondern
diese sind nach außen und somit an den Betrachter gerichtet. Gleiche Gesichtszüge und ähnliche Körper ergeben ein Bild der Harmonie.
Das Wasser ergießt sich aus dem Inneren der Säule kommend über eine gerundete Überlaufkante, was
die Kugel wie von diesem Element getragen wirken lässt, und fällt wie ein Schleier in die ornamentierte Schale. Diese wurde übernommen von dem alten Brunnen mit dem „Heringsmädchen“. Er war
seit 1875 bis zum Bau der Fußgängerunterführung 1936 auf dem Kaiserplatz zu finden. Die Figur
ging verloren, aber die Schale wurde 1974 auf dem Bauhof wieder entdeckt und gab den Anlass für
die Beauftragung des Bildhauers.
Sander griff auf ein sich bereits in seinem Atelier befindliches Bronzemodell der Drei Grazien zurück.
Sie waren privat in Auftrag gegeben, aber nicht abgenommen worden. Allerdings sah dieser Entwurf
als Standfläche der Figuren eine Platte vor. Die nunmehr auf einer Kugel balancierenden Frauen wirken tänzerischer und sind üppiger und reifer als zuvor gestaltet. Die Gruppe vermittelt durch Haltung
und Oberflächengestaltung Lebensfreude. Dazu trägt ein seit 1964 von Sander bevorzugtes besonderes Wachsausschmelzverfahren bei: Dünne einzeln ausgeschnittene Wachsplatten werden von innen
ausmodelliert und zum geformten Körper zusammengefügt. Durch die bewegte Oberflächenstruktur
ergibt sich der spontane, lebendige Charakter seiner Bronzen. Mit seinen Grazien - bisher Sanders
einzige vollplastische Gruppe menschlicher Figuren - huldigt er zugleich der Sinnlichkeit und Erotik
weiblicher Körper.
Mit dieser dreifigurigen, mehransichtigen Gruppe schuf der Künstler eine überzeugende Komposition
für den freien Platz Am Dreieck und löste zudem durch die Farbgebung das Problem, alt und neu zu
verbinden. Während die Säule einen helleren Auftrag erhielt, passen sich Figurengruppe, Kugel und
Überlaufkante durch Behandlung mit anthrazitfarbener Patina dem gusseisernen Brunnenbecken an.
Kurzbiografie
Ernemann F. Sander
Geb. 1925 in Leipzig. 1941-1947 Studium an der Hochschule für Baukunst und bildende Künste
Weimar (bei Walther Klemm und Hans Breker), unterbrochen durch Wehrdienst und Gefangenschaft.
1947-1953 in Jena als freischaffender Künstler tätig, 1953-1955 - nach Flucht auf dem S-Bahn-Weg in West-Berlin. Frühjahr 1955 Umzug nach Bonn, wo er sich als Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Künstlergruppe Bonn (1957-1983) und als Mitglied im Vorstand des Bonner Kunstvereins engagiert. 1956 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. 1967
Europäischer Kulturpreis Ardennen-Eifel. 1996 August-Macke-Medaille der Stadt Bonn. Seit 1964
lebt und arbeitet er in Königswinter-Oberdollendorf.
Einzelausstellungen u.a. 1944 Kunstverein Griesbachsches Haus, Jena; 1953 Galerie Antiquariat
Wasmuth, Berlin; Retrospektiven 1985 Kunstverein Bonn, 1997 Haus an der Redoute, Bad Godesberg
und 2005 Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1950 Puschkin-Denkmal, Puschkin Platz, Jena; 1975 Steigender
Hengst, Gestüt Schlenderhan, Bergheim; 2002 Denkmal für Bischof Burchard, vor Dom Worms.
Quelle
Gespräch Ernemann F. Sander mit Verfasserin 7..5.2008.
92
Literaturhinweise
Der neue Springbrunnen auf dem Kaiserplatz. In: [GA] 2.9.1936 (StA ZA 100/1146).
Die Brunnenschale vom Heringsmädchen. In: GA 23.6.1937 (StA ZA 108/103).
KRD: Neuer Brunnen soll das „Dreieck“ verschönern. In: BR 23.1.1975 (StA ZA 127/169).
Schmidt-Mühlisch, Lothar: Drei Grazien für die Bonner City und ein Liebespaar im Kühlschrank. In:
Die Welt 4.10.1975 (StA ZA 127/169).
Gerber, Dieter: Wasserbaukunst heute – ein trauriges Kapitel. Zu Ernemann Sanders’
„Grazienbrunnen“ für Bonn. In: GA 11.10.1975 mit Abb. Wachsmodell der drei Grazien (StA ZA
127/169).
ib: Grazien lösen „Heringsmädchen“ ab. In: GA 27.3.1976 mit Ausführungen zum alten Brunnen und
Abb. (StA ZA 128/507).
36. Brunnen steht in der Fußgängerzone - Grazien lösen „Heringsmädchen“ ab -Wasserschleier „Am
Dreieck“. In: Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. VIII/17/1976, S. 2.
Kaiserplatzbrunnen im neuen Granitgewand. In: GA 10.10.1979 (StA 131/157).
Rump, Gerhard Charles: Aus einer wurden drei Wasser-Damen. Denkmal und Skulptur im öffentlichen Raum (III). In: BR 26.8.1986 (StA ZA 138/2646-3).
Wolf, Irmgard: Drei Grazien tanzen auf einer Kugel. In: GA 15.10.1988 (StA ZA 140/2589).
Wirth, Heidrun: Im Reigen auf der Weltkugel. In: BR 14.9.1996 (StA ZA 148/2749).
Storm-Rusch, Angelika: Meisterliche Menschenbilder. In: GA 17.4.2010 (Würdigung anl. 85. Geburtstag).
Lützeler, Heinrich: Bonn, so wie es war. Düsseldorf 1972. Bd. 1. 6. Aufl. Düsseldorf 1988, S. 79 mit
Abb. Brunnen „Heringsmädchen“.
Lützeler, Heinrich: Bonn, so wie es war. Düsseldorf 1980. Bd. 2, S. 64.
Rump, Gerhard Charles: Ernemann Sander: Öffentliche Arbeiten im Bonner Raum. In: Ernemann F.
Sander. Skulpturen und Zeichnungen. Hrsg. Bonner Kunstverein. Red. Margarethe Jochimsen (Katalog der Ausstellung im Bonner Kunstverein 1985). Bonn 1985, S. 17-18 mit Abb.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 31-32.
Ernemann F. Sander. Hrsg. Gero Sander (Katalog der Ausstellung des Stadtmuseums Bonn im Haus
an der Redoute in Bonn-Bad Godesberg 1997). Königswinter 1997 (mit Würdigung des Werkes durch
Hans M. Schmidt S. 8-67 und Biografie von Gisbert Knoop, S. 165-179). Zum Grazienbrunnen s.
Elisabeth Wynhoff, S. 126-141 mit ausführlicher Beschreibung des Brunnens und seiner Geschichte.
Ernemann F. Sander zum 80. Plastiken und Zeichnungen aus mehr als fünf Jahrzehnten. Hrsg. Stadt
Königswinter. Red. Hans M. Schmidt (Katalog der Ausstellung im Siebengebirgsmuseum der Stadt
Königswinter 2005). Bonn 2005 mit Fortsetzung der Chronologie ab 1997.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 40, Abb. S. 41.
Katalog-Nr. 110
Werk
Joachim Schürmann, Labyrinthbrunnen, 1988/89
Granit, Brunnenbecken Ø 510 cm
Wasserlauf 32 Steine, Gesamtlänge 4000 cm
Inschrift: „FRIEDEN ZU HABEN - DAS KOMMT DER LIEBE ZU;
FRIEDEN ZU BEGRÜNDEN ABER IST DAS AMT ORDNENDER
WEISHEIT / THOMAS VON AQUIN SUMMA THEOLOGICA“
17.4.1989 Einweihung
1 Zentrum, Friedensplatz
Stiftung Sparkasse Bonn zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Wasser entspringt einem in der Mitte des Friedensplatzes aufgestellten Quellstein und fließt über
ein knapp 40 Meter langes, im Gefälle des Platzes liegendes Rinnsal in ein halbkreisförmiges,
labyrinthartiges Becken. Ein dieses Becken umgebendes Steinband trägt die eingemeißelte Umschrift
des Wortes von Thomas von Aquin (um 1225 - 1274) aus seiner „Summa Theologica“ aus den Jahren
1265-1273. Der Brunnen wurde im Rahmen des Ausbaus des Friedensplatzes parallel zur neuen rund
70 Meter langen Haltestellenüberdachung vom Architekten des gesamten Platzes mit angelegt.
Nachdem der Quellstein wiederholt bei Anlieferverkehr durch LKW’s beschädigt wurde, sah sich die
Verwaltung genötigt, ihn durch ein Baumschutzgitter in Form eines Edelstahlringes zu schützen.
93
Kurzbiografie
Joachim Schürmann
Geb. 1926 in Viersen. Bis 1949 Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt.
1956 erstes Büro als freischaffender Architekt in Köln, sein letztes Büro in der Lintgasse in Köln dient
seit Mai 2005 als Haus der Architektur. Seit 1966 Professur an der Technischen Hochschule Darmstadt. 1986 Heinrich-Tessenow-Medaille in Gold. 1981 und 1991 Deutscher Architekturpreis. 2004
Auszeichnung guter Bauten 2003 des regionalen BDA Bonn-Rhein-Sieg für „Schürmann-Bau“ (Deutsche Welle), Bonn. 2007 Fritz Schumacher Architekturpreis. 2008 Großer BDA-Preis (zusammen mit
Margot Schürmann). Lebt und arbeitet in Köln.
Einzelausstellung u.a. 2007 Kirche Groß St. Martin, Köln.
Projekte u.a. 1961-1985 Wiederaufbau Groß St. Martin, Köln; 1986-1996 Bahnhofsplatz U-Bahn
Station, Salzburg; 1989-2002 Deutsche Welle, Bonn.
Quellen
Akte „Brunnen Friedensplatz“, Gebäudemanagement Stadt Bonn.
Schreiben Stadtbaurat Trommer an Prof. Schürmann 11.6.1997 (in Akte Stadt Bonn).
Literaturhinweise
ly: Ein Labyrinth auf dem Friedensplatz. In: GA 8.4.1988.
Fußgängerzone am Friedensplatz erweitert. In: RSA 4.4.1989 (StA ZA 141/21).
Eßlinger, Detlef: Friedensplatz-Fest: Bier und Sekt im Regen. In: GA 18.4.1989 mit Abb.
(StA ZA 141/21).
WPS: 1000 Busse am Tag: Trotzdem ein neuer „Platz des Friedens“. In: BR 18.4.1989
(StA ZA 141/21).
ly: „Detail wurde zur Karikatur“. In: GA 29.4.1997.
Schürmann - Entwürfe und Bauten. Hrsg. Ingeborg Flagge. Tübingen/Berlin 1997 (Werkverzeichnis),
S. 242-245 mit Abb. Die Herausgeberin verweist darauf, dass das Labyrinth eines der ältesten apotropäischen Zeichen ist, das böse Einflüsse abwehrt und bei den Römern oft in Verbindung mit der Befestigung einer Stadt steht. Damit nimmt der Brunnen Bezug auf die verschwundene, aber noch spürbare Stadtmauer mit Sterntor.
Spengler, Birgit: ein werk blick (Katalog der Ausstellung von Margot und Joachim Schürmann in
Groß Sankt Martin, Köln 2007). Köln 2007 (Biografie).
Katalog-Nr. 111
Werk
Aufstellung
Standort
Lajos Barta, Couple (Zwangslage I), 1970 (Entwurf um 1957)
Steinguss, weißgefasst
gesamt 137x100x85 cm, Höhe der Elemente 137 und 100 cm
1971
1 Zentrum, Rathausgasse 7 (Städtisches Kunstmuseum Bonn,
heute Stadtmuseum - Hof)
Dauerleihgabe aus Privatbesitz an das Städtische Kunstmuseum
Auftraggeber
Beschreibung
Die nonfigurative zweiteilige Komposition wurde aus einer kernplastischen Ovalform entwickelt, die
nach oben schräg abgeschnitten wurde. Danach wurde aus dem noch feuchten Ton mit Hilfe eines
Drahtes ein V-förmiger Keil so entfernt, dass der Körper in zwei in Länge und Volumen unterschiedliche Teile zerfiel. Der kürzere Flügel ist volumiger und ausladender als sein schlankeres Pendant.
Beide Segmente sollen im Idealfall so aufgestellt werden, dass ihre oberen Abschlussflächen in der
Ebene der ursprünglichen Schnittfläche liegen und das Raumvolumen dazwischen genau dem der
entfernten Keilform entspricht. Aus Stabilitätsgründen sind die Teile mit einer Metallschiene im Boden verankert. Ein spannungsreicher Kontrast ergibt sich durch die stereometrische Formensprache
und konstruktivistische Präzision, die die Schnittflächen kennzeichnen, und der organoiden Sinnlichkeit der äußeren Form.
Das Werk gehört zu der Gruppe der kernplastischen Kugel- und Ovalformen, mit denen sich Barta ab
1956 beschäftigte. Den Entwurf fertigte er um 1957 in Budapest. Das Modell wurde in verschiedenen
Größen in den unterschiedlichsten Materialien ausgeformt. 1970 veranlasste der Bildhauer auf eigene
Rechnung einen Steinguss, der zusammen mit einer kleinformatigen Aluminiumfassung in einer
monographischen Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn präsentiert wurde, und nach dieser
Ausstellung in den Bestand des Kunstmuseums als Dauerleihgabe überging. Eine bereits 1969 entstandene zweite Großfassung befindet sich in Wuppertal - seit 1981 auf dem Emil-Uellenberg-Platz -,
diese mit dem Titel Couple (von Barta als „Paar“, auch „Ehepaar“ bezeichnet). Der Name assoziiert
die Verbundenheit zweier Teile, die eine Einheit bilden und dennoch unabhängig bleiben. „Zwangsla-
94
ge“ hingegen ist eine Bezeichnung, die nicht nachvollziehbar ist und vom Künstler nicht angegeben
wurde.
Die Bonner Arbeit wurde im Hofbereich des Museums mehrfach versetzt und befindet sich seit der
2009 vorgenommenen Restaurierung auf einem kleinen gepflasterten Oval.
Kurzbiografie
Lajos Barta s. Kat.-Nr. 87
Quelle
Inventar-Karte Kunstmuseum Bonn mit Vermerk vom 24.2.1971.
Literaturhinweise
Richter, Horst: Harmonische Spiegelungen. In: GA Bonn 9.2.1979.
Kleinfeld, Rolf: Vergessene Skulptur gammelt vor sich hin. In: GA 10.3.2003.
Strauch, Ulrike: Skulptur in Zwangslage. In: GA 5.8.2009. Hier wird irrtümlich analog der erläuternden Metallplatte vor der Arbeit das Entwurfsdatum mit 1967 angegeben.
Lajos Barta. Plastiken und Zeichnungen (Katalog der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn
1970). Bonn 1970. Als Nr. 6 und 7 sind die erwähnten zwei Fassungen aufgeführt: Zwangslage I,
1957, Beton 130x80 cm; Zwangslage II, 1957, Aluminium, 18x12 cm.
Städtisches Kunstmuseum Bonn. Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Hrsg. Städtisches Kunstmuseum Bonn. Red. Alfred M. Fischer und Dierk Stemmler. 2 Bde. Bonn 1983. Bd. 1, Bonn 1983, S. 231
mit Abb.
Meyer-Kahrweg, Ruth: Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal. Wuppertal 1991, S. 481-482
mit Abb.
Winkler, Ulrich: Lajos Barta (1899-1986). Das plastische Gesamtwerk. Zwischen Konstruktivismus
und organoider Konkretion. Phil. Diss. Köln 1993 (Plön 1995) mit Biografie, Ausstellungen, Bibliografie, Werkverzeichnis. WZ 198, S. 59-62, 263-264, Abb. Tafel 6.
Katalog-Nr. 112
Werk
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Springbrunnen, 1979
Granit, Becken 1730x900 cm, Schale je 85x400x400 cm
Umrandung Breite 40-110 cm, Vorplatz 1750x800 cm
1979
1 Zentrum, Kaiserplatz/Neutor
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Es handelt sich bei diesem Springbrunnen um ein dem Gefälle des Kaiserplatzes angepasstes rechteckiges Becken mit drei gleichgroßen ebenfalls viereckigen Schalen. Sie wurden tischplattenartig aus
polygonalen Steinen zusammengesetzt und liegen auf sich nach oben hin leicht verjüngenden Sockeln.
Aus ihrer Mitte sprudelt das Wasser. Im Becken wurden sie so positioniert, dass der Abstand zur Umrandung auf der Seite Richtung Poppelsdorfer Schloss ungefähr doppelt so groß ist wie zur Straßenseite. Die großzügigere „Schauseite“ betont auch die unterschiedlich breite Umrandung, die zur Grünanlage hin breiter ist und als Sitzbank genutzt werden kann sowie der sich anschließende aus demselben Material bestehende Vorplatz, der nur unwesentlich kleiner ist als die Brunnenanlage.
Bei dem hier verbauten Gestein handelt es sich um einen Alkali-Granit aus der Ukraine, der reich an
Alkalifeldspat ist und die charakteristische kräftig rote Farbe zeigt. Es ist eines der wenige Gesteine,
die schon vor der Öffnung Osteuropas nach Westeuropa exportiert wurden.
Kurzbiografien
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quellen
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 14.4. und
16.4.2010.
Home-page RMP Stephan Lenzen, Landschaftsarchitekten. Online im Internet: URL:
www.rmp-landschaftsarchitekten.de/ [12.11.2011].
Literaturhinweise
Stienen, Sascha: Architekt aus Berufung. In: GA 18.3.2006 (anl. 90. Geb. von Heinrich Raderschall).
Braun, Ingo/Schumacher, Renate: Bonner Ansichten. Ein Führer zu den Fassaden der Bundesstadt.
Bonn 2007, S. 17-19 mit Abb.
Katalog-Nr. 113
Werk
Ulrich Rückriem, Denkmal für Heinrich Heine (1797-1856), 1982
Afrikanischer Granit, gespalten, geschnitten und poliert
sichtbar 270x230x90 cm, Innenfläche 200x100 cm
95
Inschrift auf Innenfläche: „Heinrich Heine“
Aufstellung
26.11.1982 Einweihung
Standort
1 Zentrum, Stadtgarten (unterhalb Alter Zoll)
Auftraggeber
Stadt Bonn (Stiftung Kaiser)
Beschreibung
Bei dem Denkmal wendet Rückriem das ab 1968 für sein Werk wesentliche Verfahren an: vertikales
und horizontales Teilen und Wiederzusammenfügen elementarer Steinformen, verbunden mit der
Kombination polierter und rauer Flächen und die dadurch entstehende Farbzusammenstellung von
Schwarz und Grau. Der Granitrohling wurde durch horizontale Spaltung dreigeteilt und das Mittelstück durch vertikale Schnitte in vier Teile zerlegt. Anschließend wurden die Quader wieder zur ursprünglichen Blockform zusammengesetzt und der untere abgespaltene Teil bis auf wenige Zentimeter
als Fundament in die Erde eingelassen. Arbeitsspuren wie durch Sprengung entstandene Haarrisse,
Fugen nach Schneiden/Sägen oder Lochreihen nach einer Bohrung bleiben erkennbar.
Zum Denkmal wurde das Werk, indem das Mittelstück an der Hauptansichtsseite entfernt, die dadurch
freiwerdende Innenfläche geschliffen und poliert wurde, so dass eine spiegelnde, fast schwarze Fläche
entstand, und der Name Heinrich Heine in den oberen Teil mit Sandstrahl in lateinischen Buchdruckertypen (Antiqua) eingraviert wurde. Durch den Spiegel wird der Betrachter mit sich selbst konfrontiert, liest aber gleichzeitig quer über dem eigenen Spiegelbild die Inschrift „Heinrich Heine“, so
dass er zu eigenen Überlegungen über den Dichter angeregt wird.
Das Material Granit sowie die archaische Form des Denkmals und das polierte Mittelstück, ein türgroßes Rechteck, wecken Assoziationen an Grabkammern, auch Tempelanlagen. Die Arbeit gehört in
die Werkreihe der diese Denkmal- oder Tempel-Idee aufgreifenden Skulpturen. Variationen befinden
sich in Hamburg (Granit Bleu de Vire, 1984, Nicolaikirche) und Köln-Holweide (Granit Bleu de Vire,
1984, Colonia-Versicherung).
Als Prototyp für das Heinrich-Heine Denkmal gilt der kurz zuvor entstandene Kasseler Granitblock,
den Rückriem anlässlich der Documenta 7 schuf. Im Unterschied zum Bonner Block wurde der mittlere Teil jedoch noch nicht herausgelöst.
Kurzbiografie
Ulrich Rückriem s. Kat.-Nr. 103
Quellen
Körber, Alice: „Das Denkmal für Heinrich Heine“ von Ulrich Rückriem im Stadtgarten zu Bonn,
1982. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Ganteführer, Anne: Heine-Denkmäler nach 1945. Denkmäler von Stadler in München und Rückriem
in Bonn. WS 1990//91. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
wh: Hamburger Heine-Denkmal für den Stadtgarten? In: GA 25.6.1982 (StA ZA 134/1683).
Bekommt Bonn Rückriems „Heine-Denkmal“? In: Informationsdienst der Stadt Bonn, Kulturnachrichten Nr. VII/25 vom 7.7.1982 (StA ZA 134/1683).
Schmidt, Siegfried: Heine-Denkmal im Stadtgarten? In: BR 8.7.1982 (StA ZA 134/1683).
N.N.: Teurer Granitstein. Bonn will „Heine-Denkmal“ erwerben. In: Deutscher Anzeiger 9.7.1982
(StA ZA 134/1683).
Welti, Alfred: Heine-Denkmal. So ... oder so? In: art 7/1982, S. 90-91.
wh: Stadt Bonn kauft Heine-Denkmal. In: GA 10.9.1982 (StA ZA 134/1683).
N.N.: August Kaiser, Ulrich Rückriem und Heinrich Heine: So kann man sich das plastisch vorstellen.
In: Magazin der Bundeshauptstadt (mdb), Jg. 4, Nr. 5, Oktober 1982, S. 58-59 (StA ZA 134/1683).
Pohlen, Annelie: Denkmal-Öffentlichkeitsmal. In: GA 27.11.1982 (StA ZA 134/1683).
Welti, Alfred: Den Stein von innen begreifen. In: art Nr. 3/1983, S. 72-81.
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten... In: De Schnüss, Jg. 7, Nr. 2, Februar 1984, S. 40
(StA ZA 136/423).
Rump, Charles, G.: Heine - ein ungeliebter Sohn. In: BR 3.6.1986 (StA ZA 138/1968).
Moderne Freiplastiken in Bonn. In: GA 31.12.1988 (StA ZA 140/4b-12).
Cosar, Sachs: Erinnerung an einen Ungeliebten. In: BR 16.8.1997 mit Abb. (StA ZA 149/2553-16).
Documenta 7 (Katalog der Ausstellung Kassel 1982). Bd. 2. Kassel 1982, S. 286-287.
Stemmler, Dierk: Zum Typus des Denkmals oder Tempels von Ulrich Rückriem anlässlich der Errichtung seines Denkmals für Heinrich Heine in Bonn am 25./26.XI.1982. In: Städtisches Kunstmuseum
Bonn. Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Hrsg. Städtisches Kunstmuseum Bonn. Red. Alfred M.
Fischer und Dierk Stemmler. 2 Bde. Bonn 1983. Bd. 2, S. 709-719 mit Skizzen der Variationen des
Denkmaltyps und Abb.
Ulrich Rückriem (Katalog der Ausstellung des Centre Georges Pompidou Musée national d’art moderne, Paris 1983). Paris 1983, S. 10-11, 19, 66-67, 69-77 mit Abb.
96
Glozer, Laszlo: Wege zum Denkmal. In: Ulrich Rückriem. Skulpturen. Hrsg. Klaus Gallwitz (Katalog
der Ausstellung in der Städtischen Galerie im Städel Frankfurt a.M. 1984/85). Frankfurt a.M. 1984,
S. 52-69 mit Abb.
Kersting, Hannelore: Zu den Skulpturen. In: Ulrich Rückriem. Frankfurt a.M. 1984, S. 44.
Trier, Eduard: Das Denkmal ist tot, es lebe das Denkmal! Vorstellung einiger Denkmäler der 80er
Jahre. In: Vergänglichkeit und Denkmal. Beiträge zur Sepulkralkultur. Hrsg. Jutta Schuchard und
Horst Claussen. Bonn 1985, S. 166-167, Abb. Nr. 92.
Meschede, Friedrich: „Der Stein drängt nach draußen“. Untersuchungen zur Skulptur von Ulrich
Rückriem und ihre Entwicklung als Kunst im öffentlichen Raum. Phil. Diss. Münster 1987, S. 153157, 164-180, 187.
Schmidt, Hans M.: über Ulrich Rückriem. In: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst.
Hrsg. Lothar Romain/Detlef Bluemier. Loseblatt-Ausgabe. München 1988, Ausgabe 2, S. 9-10 mit
Abb.
Heinz, Marianne: Ulrich Rückriem. In: Kimpel, Hans: Kunst im öffentlichen Raum: Kassel
1950-1991. Hrsg. Magistrat der Stadt Kassel. Marburg 1991, S. 74-75.
Diehl, Ruth: Ulrich Rückriem - Prinzip Teilung. In: Kunstmuseum Bonn. Ein populärer Führer. Hrsg.
Kunstmuseum Bonn mit Unterstützung des Vereins der Freunde des Kunstmuseums Bonn e.V. Red.
Irene Kleinschmidt-Altpeter. Bonn 2000, S. 92-93.
Ulrich Rückriem. Arbeiten. Hrsg. Heinrich Ehrhardt. Stuttgart 1994, S. 283, 290, Abb. S. 216-217.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 42-44.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 58, Abb. S. 59. Hier wird als Material fälschlicherweise „Granit und schwarz polierte Marmorplatte mit Goldschrift“ angegeben. Gemeint ist vermutlich das polierte Mittelstück, das ebenso aus
Granit ist wie die übrigen Blöcke. Die Schrift ist - wie oben ausgeführt - mit Sandstrahl eingelassen.
Katalog-Nr. 114
Werk
Waldemar Grzimek, Die Welle I/Zustand II, 1965-1967/1970
Figur Bronze, 100x120x103
Sockel Muschelkalk, Höhe 104 cm, Ø 42 cm
sign. auf Plinthe u.li.: „GRZIMEK“
Gießereistempel hi. auf Plinthe: „H. NOACK BERLIN“
20.10.1971
1 Zentrum, Brassertufer/Rheingasse
Stadt Bonn (Stiftung Kaiser)
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf zylindrischem Betonsockel befindet sich ein fülliger Frauenakt, halb auf der rechten Seite liegend. Dabei ist der Oberkörper etwas aufgerichtet und die angewinkelten Arme so vor der Brust zusammengeführt, dass die Hände ein Seil oder eine Stange zu umfassen scheinen. Der Kopf ist leicht
zur Seite geneigt, ein Lächeln umspielt den Mund. Der Unterkörper ist wie durch eine Welle zur Seite
geworfen (zwischen Figur und Sockel angedeutet), die Unterschenkel nach hinten abgespreizt. Durch
diese Körperhaltung ergibt sich der Eindruck des Schwebens.
Der Bildhauer Gerhard Marcks, mit dem Grzimek eine lebenslange Freundschaft verband, hatte die
Welle nach Bonn vermittelt. Zur Aufstellung kam der Künstler persönlich nach Bonn, dem Geburtsort
seiner Mutter.
Welle I, Zustand II ist eine veränderte Fassung des Gussmodells Welle I, Zustand I von 1964, bei der
die Arme behutsam vor der Brust ineinander gelegt sind. 1970 veränderte der Künstler nochmals die
Haare der Figur und gestaltete sie schlanker. Ein weiterer Bronzeguss von 1971 befindet sich in den
Staatlichen Museen National-Galerie Berlin. 1976 führte Grzimek das Thema in einer kleinen, nur 30
cm hohen Bronze „Welle II“ fort. In dieser realistischeren Auffassung zeigt er ein zierliches Mädchen
mit zur Seite gewehten langen Haaren, das sich im bewegten Wasser einer heranrollenden Woge
wiegt.
Trotz naturalistischer Darstellung holten Neonazis die Figur im August 1987 vom Sockel und verunstalteten sie mit Hakenkreuzen. Im August 2010 musste Die Welle aus Sicherheitsgründen abgebaut
werden. Da Kinder die Plastik immer wieder als Klettergerüst nutzen, wird eine Verlagerung des
Standorts erwogen. Restaurierung und Standortverlagerung sollen jedoch zurückgestellt werden, bis
die Entscheidung über ein Festspielhaus gefallen ist, die auch Auswirkung auf die Gestaltung des
Rheinufers hat.
97
Kurzbiografie
Waldemar Grzimek
Geb. 1918 in Rastenburg/Ostpreußen, gest. 1984 in Berlin-West.
1937 Beginn einer Steinmetzlehre, gleichzeitig 1937-1941 Studium an der Hochschule für bildende
Künste Berlin-Charlottenburg (Meisterschüler bei Wilhelm Gerstel). Anregungen von Richard Scheibe und Gerhard Marcks. 1942 Villa-Massimo-Stipendium, Rom. Nach Rückkehr aus dem Kriegsdienst ab 1946 wechselnde Lehrtätigkeiten im Osten und Westen Deutschlands als Lehrer an der
Kunstschule Burg Giebichenstein, Halle (1946-1948), Professor an der Hochschule der Künste BerlinCharlottenburg (1948-1951) und Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee
(1957-1961). Dazwischen 1952-1957 in Berlin und ab 1961 nach der Übersiedlung auch in Friedrichshafen/Bodensee freischaffend tätig. 1959 Nationalpreis für die Mitarbeit am Mahnmal KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. 1984 Bremer Bildhauerpreis. Seit 1968 bis zu seinem Tod
Inhaber des Lehrstuhls für Plastisches Gestalten an der Technischen Hochschule Darmstadt.
Grzimek war nicht nur Künstler und Lehrer, sondern äußerte sich auch als Schriftsteller über Geschichte und gestalterische Probleme der Skulptur, so in „Deutsche Bildhauer des zwanzigsten Jahrhunderts (1969), „Das klassische Berlin. Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert“
(1978 in Zusammenarbeit mit Peter Bloch).
Einzelausstellungen u.a. 1958 Kunstmuseum Magdeburg; 1979 Retrospektive Neuer Berliner Kunstverein, Schloss Charlottenburg, Berlin; 1998/99 Galerie am Wasserturm, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1953-1956 Heinrich-Heine-Denkmal, Heinrich-Heine-Platz,
Ludwigsfelde; 1959/60 Mahnmal KZ Sachsenhausen; letzte Arbeit 1981-1985 Brunnen für Wittenbergplatz, Berlin-West (von Kollegen nach seinem Tod fertig gestellt).
Quellen:
Schreiben Ruth Rödel (Galerie Studio R, Mannheim) an Dr. Eberhard Marx, Kunstmuseum Bonn,
18.8.1970, 27.9.1970, 23.11.1970 mit Foto der überarbeiteten Fassung, 23.12.1970 und 29.12.1970
(Kunstmuseum Bonn).
Mitteilungsvorlage des Oberbürgermeisters der Stadt Bonn zur Sitzung des Kulturausschusses
1.6.2011. Drucksache 1110961. Online im Internet: URL:
http://www2.bonn.de/bo_ris/ris_sql/sum_sitzungen_result.asp?e_gre_id=17&e_search_tt=1&e_search
_mm=6&e_search_jjjj=2011&e_gre_art=Gremien&e_caller=sum_termin_start [12.11.2011].
Literaturhinweise
Buchholtz, Dieter: Jetzt ist es amtlich: Zwei Freiplastiken für Bonn. In: GA 15.10.1971
(StA ZA 123/53).
S: Kunst ohne hässliche Fratzen. In: BR 21.10.1971 (StA ZA 123/53).
Perdelwitz, Wolf: Kaiser hat nun Ruhe. In: RSA 21.10.1971 (StA ZA 123/53).
Heusinger von Waldegg, Joachim: Nur nicht auffallen. In: Neues Rheinland, Jg. 17, Nr. 9, September
1974, Abb. S. 16.
Schmidt, Monika: Kunst im Stadtpark und immer eine warme Stube. In: RSA 9.7.1982
(StA ZA 134/1683).
Siedler, Wolf Jobst: Der Letzte der Berliner Schule - Rede zum Tode von Waldemar Grzimek. In:
FAZ 21.7.1984.
Vandalen holten Statue vom Sockel. In: RSA 18.8.1987 (StA ZA 139/2264).
Wirth, Heidrun: Nymphe mit üppigen Formen. In: BR 20.7.1996 (StA ZA 148/2749-1).
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997
(StA ZA 149/1402).
Roters, Eberhard: Der Bildhauer Waldemar Grzimek. Mit einem vollständigen Werkverzeichnis.
Frankfurt a.M,/Berlin u.a. 1979 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie,). WV 245 Die Welle
I/Zustand I; WV 301 Die Welle I/Zustand II; WV 367 Die Welle II, S. 120.
Der Autor gibt das Herstellungsdatum von Welle I/Zustand II mit 1971 an, vielleicht weil das Gussmodell aufgrund der Weihnachtsferien der Gießerei Noack erst im Januar 1971 besichtigt werden
konnte.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 46.
Waldemar Grzimek 1918-1984. Plastik.Zeichnungen.Grafik (Katalog der Ausstellung in den Museen,
Gedenkstätten und Sammlungen der Stadt Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen/Zentrum für
Kunstausstellungen der DDR, Neue Berliner Galerie 1989). Magdeburg 1989 (weiterführende Biografie).
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 26, Abb. S. 27.
98
Katalog-Nr. 115
Werk
Itamar Geyer/Wilfried van Vorst (Stadtplanungsamt)
Synagogengedenkstätte, 1987/88
Mauer aus Feldbacksteinen der ehemaligen Synagoge, 1876-1879
Brüstung Basaltplatten, Davidstern Basaltlava
Gesamtareal Rheinseite 1800x630 cm
Mauer Länge 1800 cm, Höhe bis 175 cm
Davidstern Höhe 55 cm, Ø 100 cm
östl. Fundamentmauer Länge 1700 cm, Höhe bis 90 cm
Bronzetafeln je 95x95x2 cm
Guss Firma Plein, Speicher
Text der Gedenktafel re.: „ZUM GEDENKEN AN / DIE 1879 EINGEWEIHTE, AM / 10. NOVEMBER 1938 DURCH / DIE NATIONALSOZIALISTISCHE / GEWALTHERRSCHAFT ZERSTÖRTE / SYNAGOGE
BONNS UND AN DIE / VERFOLGTEN, VERTRIEBENEN / UND UMS
LEBEN GEBRACHTEN / JÜDISCHEN BÜRGER /
DIESES GEDENKZEICHEN BESTEHT AUS / STEINEN DER WENIGE
METER VON HIER / ENTFERNTEN GRUNDMAUERN DER / ZERSTÖRTEN SYNAGOGE. ES WURDE / VON DER STADT BONN AM /
10. NOVEMBER 1988 EINGEWEIHT
Text der Gedenktafel li.: „STELLE, O EWIGER, / IHNEN EINE WARNUNG HIN. / ERFAHREN SOLLEN DIE VÖLKER, / DASS SIE ALLE
MENSCHEN SIND / PS. 9,21“
10.11.1988 Einweihung
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Aus Feldbacksteinen der ehemaligen Synagoge wurde eine rund 18 m lange Mauer in unterschiedlichen Höhen und Stärken errichtet. In ihrer Mitte ist der Teil eines Davidsterns, das Symbol des Judentums, ausgespart. Wie herausgebrochen liegt dieser komplett im Zentrum der angrenzenden, einen
halben Meter tiefer gelegenen Fläche. Sie ist mit Basalt gepflastert und durch Brüstung und Treppen
begrenzt. Am rechten und linken Ende der bruchstückhaften Mauer erinnern Inschriften auf zwei
Tafeln rechts an die verfolgten und ermordeten Bonner Juden und die gewaltsame Zerstörung ihrer
Synagoge und geben links mahnende Worte aus dem Psalm 9,21 in hebräisch, deutsch, englisch und
französisch wieder.
Das Erinnerungsmal wurde am 10.11.1988 zum 50. Jahrestag der Reichskristallnacht - in Bonn brannten die Synagogen erst am 10.11.1938 - eingeweiht. Seitdem finden an dieser Stätte regelmäßig Gedenkfeiern statt.
Der Platz des Gedenkzeichens war problematisch. Nachdem 1987 im Zusammenhang mit Ausschachtarbeiten für den Neubau des Scandic Crown Hotels (heute Hotel Hilton) an der Kennedybrücke Grundmauerreste der ehemaligen Bonner Synagoge gefunden wurden, stellte sich die Frage nach
dem Erhalt des historischen Standortes. Der Ursprungsort, nunmehr als Tiefgarage des Hotels mit
entsprechenden Lärm- und Abgasbelästigungen geplant, schien nicht geeignet und hätte den Hotelbau
behindert. Intensive Beratungen der Stadt Bonn führten schließlich in Abstimmung mit der
Synagogengemeinde und dem Verein an der Synagoge zum Aufbau der Mauer mit Davidstern auf der
Rheinuferseite und einer original- und lagegetreuen Errichtung der östlichen Fundamentmauer vor der
Terrasse des Hotels auf der anderen Straßenseite. Verbindet man beide, erhält man eine Vorstellung
von der Originalgröße der alten Synagoge. Auf deren alten Standort verweist auch die bereits 1963 am
Brückenkopf Kennedy-Brücke angebrachte Bronzetafel von Karl König mit einem Relief der ehemaligen Synagogenfassade.
Die bisherige Verschonung vor Vandalismus lässt einen Schluss auf die hohe Akzeptanz der Gedenkstätte zu.
Kurzbiografien
Itamar Geyer
Geb. 1939 in Berlin, aufgewachsen in der DDR. Ein Jahr vor dem Abitur Verweis von der Schule
wegen eines kritisch-analytischen Schulaufsatzes über das Kommunistische Manifest von Karl Marx.
1957-1960 Besuch der Meisterschule für Grafik und Buchgewerbe Berlin-Friedenau. 1958 zusammen
mit den Eltern Übersiedlung nach Berlin-West. 1962 Übersiedlung nach Israel, Aufenthalt als
temporary resident in Tel Aviv, später Shaaryah. 1964 krankheitsbedingte Rückkehr über Deutschland
(Stuttgart) zunächst nach Schweden (Göteburg), dann Berlin. Bis 1975 diverse Tätigkeiten, vor allem
im Ausstellungsbau, doch zeitlebens auch als Bildhauer und Maler tätig. 1975-1978 Leiter des Berei-
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ches Ausstellung und Druck bei der Amerikanischen Botschaft in Bonn. Seit 1978 Eigene Werkstatt
(Messe- und Ausstellungsdesign) in Bonn. Beginn der über 25jährigen Zusammenarbeit u.a. mit
Bundespresseamt, Ministerien, Kanzleramt, Haus der Geschichte, Deutsche Telekom (Gestaltung von
Publikationen, Photo-Reportagen, Ausstellungen). 1995/96 Planung und Ausführung der Gedenkstätte
im Stadtmuseum Bonn. Lebt und arbeitet als Künstler seit 2004 in Lissabon.
Wilfried van Vorst
Geb. 1952 in Bonn. Studium Stadt- und Regionalplanung an der Fachhochschule Köln, Abschluss
1979. 1980 Tätigkeit beim Stadtplanungsamt Remscheid, 1981-1995 Stadtplanungsamt Bonn. 19951999 Stellv. Abteilungsleiter im Planungsdezernat, 1999-2007 Referent im Vorstandsreferat Grundsatzangelegenheiten, seit Oktober 2007 dort Referatsleiter.
Zusammen mit der Künstlerin Ruth Levine gestaltete van Vorst auch den Erinnerungsort der Beueler
Synagoge am Synagogenplatz.
Quellen
Gespräch Wilfried van Vorst, Stadt Bonn, mit Verfasserin 24.2.2010.
Schriftliche Auskunft Wilfried van Vorst, Stadt Bonn, an Verfasserin 14.4.2010.
Telefonische und schriftliche Auskunft Renate Stengert, Liegenschaftsamt Bonn, an Verfasserin
24.6.2010.
Hiernach wurde der jüdische Künstler Itamar Geyer auf Vorschlag der Synagogengemeinde in Bonn
für die Gestaltung der Gedenkstätte ausgewählt, zog sich aber aus dem Projekt zurück. Seine Ideen
bezüglich der Bodenvertiefung für einen darin liegenden Davidstern und der Gestaltung der Schrifttafeln wurden in den Entwurf des Stadtplanungsamtes eingearbeitet.
Telefonische und schriftliche Auskunft Itamar Geyer an Verfasserin 14.4. und 5.7.2010.
Gespräch Itamar Geyer mit Verfasserin 24.9.2010.
In seinem Schreiben vom 14.4.2010 erläutert der Künstler seine Arbeit an der Gedenkstätte und seinen Anteil daran wie folgt (offensichtliche Tippfehler wurden korrigiert):
„Herr Raphael Schier, damals Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bonn, forderte mich auf, einen
Entwurf für eine geplante Gedenkstätte vor den Mauerresten der ehemaligen aber zerstörten Synagoge
im Auftrag der Stadt Bonn hierzu einzureichen. Ich befaßte mich eingehend mit diesem Projekt, beschaffte mir die entsprechende Literatur und führte Gespräche auch mit Überlebenden in unserer Jüdischen Gemeinde.
Mein Vorschlag bestand aus einem schriftlichem Exposé, und einem maßstäblichen von mir angefertigten farbigen Modell, welches ich nach einem Gespräch im Stadthaus (ich denke es war im Stadtbauamt) vorstellte und erklärte. Soweit ich mich erinnere, blieb ich eine längere Zeit ohne Antwort.
Man teilte mir aber dann mit, dass mein Entwurf keine Chancen hätte, so wie von mir vorgestellt,
realisiert zu werden.
Mein Entwurf sah wie folgt aus:
Ein Teil der nach Freilegung erhaltenen Seitenwand der Synagoge aus gemauerten Ziegeln, ca 10m
Länge, 2,5m Höhe parallel zum Rhein, die Sicht an dieser Stelle versperrend und vertikal gleichmäßig
schlitzartig ca. 30cm über die gesamte Länge geteilt. Im Kontrast zur dunklen Mauer suggerierte die
Helle des Lichts über relativ schmale Durchlässe, Blendung und Zugangsverwehrung. Vor der Wand
befand sich in ebenfalls voller Länge eine geschmalte abgesenkte mit beiderseitigen Treppen versehene und mit Steinen geflieste Vertiefung. In der Mitte der Vertiefung war Platz für einen Säulenstumpf
bis auf allgemeine Bodenhöhe in Form eines sechszackigen Sterns.
Zwischen Wand und Absenkung lagerten größere Erdstücke in Schollenform (Bildhauerarbeit).
Meine Frau Ruth Kahana-Geyer studierte Judaistin, fand einen geeigneten Text aus dem Tanach. Auf
einer oder 2 angebrachten Tafeln sollte dieser Text als erhabenes Relief in Bronze gegossen sein.
Mir wurde schließlich nach Sichtung meines Entwurfs mitgeteilt, daß man aus Reinigungsgründen
einen derartigen Entwurf nicht realisieren könne. Blätter und Geäst von der umliegenden Vegetation
würden sich sicher in der Grube verfangen.
Somit erging nur ein Auftrag an mich, die hebräischen Schriftzeichen in Form eines Layouts zu gestalten. Den Bronzeguß in einer Gießerei in der Stadt Merzig überwachte ich nach Auftragserteilung.
Dafür wurde ich nach Rechnungslegung bezahlt. Mehr durch einen Zufall erfuhr ich von der Realisierung der Gedenkstätte und mußte feststellen, daß man zwar einige Ideen von mir verwendet hatte aber
ohne jeden Bezug zu meinem ursprünglichen Entwurf. Einen aus den Mauerresten gestalteten zerbrochenen Davidstern gab es nicht in meinem Entwurf, Die Absenkung gab es nach dem negativen Bescheid überraschenderweise doch, nur in anderer Form und Bemessung. Den Säulenstumpf gab es so
glaube ich auch aber die Ebene wurde modisch mit einem Winkel abgeschrägt.
Einen Herrn van Vorst habe ich definitiv nicht kennengelernt.
Unter Mißachtung meines ursprünglichen Entwurfs meldete ich Urheberrechtsschutz an und wurde für
meinen Entwurf symbolisch mit einer Summe abgegolten. Die volle Summe für diesen Einspruch
100
habe ich nach Eingang auf meinem Konto der Jüdischen Gemeinde gespendet. Als Verwalterin der
Spende habe ich eine Überlebende aus Theresienstadt, Frau Else Waldmann ernannt. Sie sollte entscheiden wofür und für wen die Summe ausgegeben werden sollte. Unser Gemeindesekretär Herr
Peter Pöll ist darüber informiert.“
Literaturhinweise
Schroeder, Wulf-Peter: Mit Bagger und Schaufel in der jüdischen Geschichte geblättert. In: BR
7.7.1987 (StA ZA 139/1588).
abe: Ein Zelt auf dem Platz der Synagoge. In: GA 8.9.1987 (StA ZA 139/1588).
hl: Reste der alten Synagoge sollen „in würdiger Weise“ erhalten bleiben In: GA 16.9.1987
(StA ZA 139/1588).
Weber, Hans-Dieter: Gedenken. In: GA 16.9.1987 (StA ZA 139/1588).
jfr: Mauerblöcke mögen zur Denkmal-Idee inspirieren. In: BR 19.9.1987 (StA ZA 139/1588).
hl: Bundestagsdebatte über Synagogenplatz. In: GA 10.10.1987 (StA ZA 139/1588). Der Antrag der
Fraktion der Grünen der Stadt Bonn im Bundestag vom 8.10.1987, die Bundesregierung möge die
Stadt zum Rückkauf des Geländes bewegen und es zu einer „Gedenkstätte für die vom nationalsozialistischen Gewaltregime Verfolgten und Ermordeten“ gestalten, wurde abgelehnt.
Der Weg. Evangelisches Sonntagsblatt für Bonn und Umgebung, Jg. 43, Nr. 43 vom 18.10.1987
(StA ZA 139/1588).
Andrikopoulou-Strack, Nora/Kunow, Jürgen: Die ehemalige Synagoge in Bonn - Bodendenkmal oder
Mahnmal? In: Archäologie in Deutschland, Heft 1, Januar-März 1988, S. 4-5 (StA ZA 140/157).
cas: Konzept für Synagogen-Gedenkstätte. In: GA 6.2.1988 (StA ZA 140/157).
sbt: Der Erinnerungsort wurde gebilligt. In: GA 21.4.1988 (StA ZA 140/157).
Der Rat hat beschlossen. In: GA 29.4.1988 (StA ZA140/157).
mkl: Bonner gedenken Reichspogromnacht. In: Rhein-Zeitung 13.10.1988 mit Abb. im Bau befindlicher Gedenkstätte (StA ZA 140/157).
Lengwenus, Helga: Gedenktafel für alle Bonner Juden. In: GA 18.10.1988 (StA ZA 140/157).
Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. XX/33 vom 3.11.1988, S. 2-4 (StA ZA140/157).
mah: Daniels erhielt erste Gedenkmünze. In: GA 5.11.1988 (StA ZA140/157). Die anlässlich der
Reichspogromnacht von Stadtarchivar Dr. Manfred von Rey entworfene Gedenkmünze zeigt auf der
Vorderseite die Front der zerstörten Synagoge am Rheinufer, auf der Rückseite einen Ausschnitt der
Gedenktafeln.
ucs: An zerstörte Synagoge erinnern. In: BR 11.11.1988 (StA ZA 140/157).
hl: Davidstern in der Öffnung der Mauer. In: GA 12.11.1988 (StA ZA 140/157).
EM: Vor 55 Jahren brannten die Synagogen. In: GA 9.11.1993.
Bemmelen, Nicole: Die Neue Judengasse in Bonn - Entstehung und Zerstörung. In: BGB Hrsg. Bonner Heimat- und Geschichtsverein und Stadtarchiv Bonn. Bd. 51/52, Bonn 2001/2002, S. 197-283,
264-270, Abb. S. 269 mit ausführlicher Beschreibung der Geschichte der Synagoge sowie über den
Umgang mit den baulichen Überresten.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 142-145. Der Vorname des beteiligten Künstlers wird hier mit
Imatan statt Itamar angegeben und das Material der Bronzetafeln irrtümlich mit Grauguss.
Katalog-Nr. 116
Werk
Aufstellung
Klaus Kammerichs, Beethon (Beethovenkopf), 1986
Stahlbeton, Kopf 278x300x250 cm, Sockel 45x170x138 cm
Inschrift auf mittig zur Rheinseite angebrachter Tafel:
„Klaus Kammerichs / BEETHON 1986 / Ausführung mit Unterstützung des
/ Bundesverbandes der Deutschen / Zement-Industrie e.V., STRABAG
BAU-AG, / Baumann Schwertransporte“
16.9.1986 - Einweihung 2.11.1986
1986-1990 Leihgabe des Künstlers
1991 Ankauf durch die Stadt Bonn
1 Zentrum, Wachsbleiche 16 (Beethovenhalle)
Stadt Bonn
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Diese Plastik zeigt Kopf und Kragen des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827), gestellt
auf einen quaderförmigen Sockel. Dabei handelt es sich um die Umsetzung eines Bildes in eine „Photoskulptur“ (Drost). Vorlage war das sich im Beethovenhaus Bonn befindliche bekannte Ölbild von
Joseph Karl Stieler (1781-1858) von 1820. Ausgehend von einer Schwarzweiß-Fotografie wurde das
101
Bildnis im Verfahren der Isohelie ins Dreidimensionale übertragen. Bei diesem Tontrennungsverfahren werden Partien von gleichem Lichtwert zusammengefasst, so dass das Modell in Schichten unterschiedlicher Helligkeit aufgeteilt wird. Die hellen und dunklen Partien im Gesicht und in den Haaren
Beethovens werden also nicht durch Farbmischungen des Betons erzielt, sondern sind ein Effekt der
verschiedenen Schichtung der Betonplatten. Die Rückseite erscheint dabei nahezu spiegelverkehrt.
Der Reiz dieser Herstellung liegt darin, dass bei großer Entfernung des Betrachters (ca. 30 m) ein
fotografischer Eindruck von reproduktivem Charakter ähnlich eines Rasterfotos entsteht, der bei frontaler oder seitlicher Annäherung zerfließt und abstrakt wird. Wahrnehmbar ist nur noch eine „Gebirgslandschaft“ aus verschobenen Betonblöcken. Dieses Material in Verbindung mit Beethoven verweist
auf den Titel.
Hatte der als Bildhauer und Fotograf ausgebildete Künstler zunächst an einer Synthese von Fotografie
und Grafik gearbeitet, setzte er hier eine Verbindung von Fotografie und Plastik um, die er seit 1968
verfolgte. Mit dieser schuf er eine neue Form der Plastik zwischen Abbildlichkeit und Abstraktion.
Neben dem Original existieren zwei kleine Modelle in Styropor in den Höhen 50 und 54 cm, letzteres
befindet sich im Beethoven-Archiv, Bonn.
Kurzbiografie
Klaus Kammerichs
Geb. 1933 in Iserlohn. 1948-1951 Fotografenlehre. 1951-1954 Tätigkeit als Bildjournalist. 1954-1956
Studium an der Werkkunstschule Düsseldorf, 1956-1959 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (bei Otto Pankok und Otto Coester). Nach Tätigkeit in Werbeagenturen 1962-1973 Lehraufträge
an der Werkkunstschule und Fachhochschule Düsseldorf, dort 1973-1996 Professur. 1985/86 Studienaufenthalte in den USA und Kanada mit zahlreichen Gastvorlesungen. 1994 David-Octavius-HillMedaille der Deutschen Photographischen Akademie. Lebt und arbeitet in Köln und Demrath/Eifel
(Atelier).
Einzelausstellungen u.a. 1971 Galerie Niepel, Düsseldorf; 1986 Marcus Pfeiffer Gallery, New York;
2004 Haus der Geschichte, Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1978 Arnold Schwarzenegger, Esprit Europa, Hauptverwaltung
Düsseldorf; 1985 Hand mit Zeichenstift, Fachhochschule Düsseldorf; 1996 LEscapade, S-Bahnhof
Leinfelden/Stuttgart.
Quellen
Heuter, Christoph: Das Beethoven-Denkmal von Klaus Kammerichs in Bonn „Beethon 1986“ und das
Robert Schumann-Denkmal von Karl Hartung in Düsseldorf 1956. WS 1990/91. Ms. (Nachlass
Hallensleben; S. 33-71 Beethon betreffend Beethoven-Archiv Bonn Z 4425).
Home-page Klaus Kammerichs. Online im Internet: URL: www.klaus-kammerichs.de [12.11.2011].
Literaturhinweise
Morschel, Jürgen: Vom Bild zur Bühne, vom Photo zur Skulptur. In: Süddeutsche Zeitung 18.4.1975.
Müller-Gast, Alfred: Kammerichs Kunst. Auf den Blick kommt es an. In: NRZ 15.6.1984.
cs: Gebirgslandschaft. In: Rheinische Post 5.8.1986.
Endell, Stefan: Wie Beethoven dem Styropor entschlüpft. In: NRZ 5.8.1986.
Schomberg, Beatrice: Gewichtiger Musikerkopf. In: GA 9.8.1986.
geg: Beethoven wollte nicht richtig stehen. In: GA 13.9.1986.
mat: Betonplastik gestern freigelegt. In: GA 16.9.1986.
Sp: Der Titan aus Beton und Stahl. In: Welt am Sonntag 1.11.1986.
Wa: Stahlbeton-Kunst hatte Premiere. In: GA 3.11.1986.
Professor Klaus Kammerichs’ Beethovenkopf „Beethon ’86“ wird „eingeweiht“ - Uraufführung der
Komposition B-TON von Patricia Jünger. In: Informationsdienst der Stadt Bonn, Nr. XI/39/1986,
S. 3-4 (StA ZA 138/622).
Wolf, Heinrich: BEETHON ’86. Bonn erhielt einen neuen Akzent. In: beton 36, 1986, Heft 12,
S. 467-468 (Sonderdruck).
wmm: Beethoven und die Technik. In: GA 28.12.1987 (StA ZA 139/427).
pal: Beethoven wird jetzt angestrahlt. In: GA 20.10.1988 (StA ZA 140/1745).
ly: „Bonner Köpfe“. In: GA 10.11.1988.
Abel, Jeannette: Die Bonner und ihr Beton-Beethoven. In: Veranstaltungskalender Beethovenhalle
Oktober 1989 (StA ZA 141/2245).
eif: „Beethon“-Plastik vor der Beethoven-Halle verhüllt. In: GA 30.8.1990.
Beethon - das besondere Kunstwerk. Kunstköpfe und Quatschköpfe. In: Kabinett. Journal der Regierungsregion, Heft 1, 1990, S. 50-51.
wsi: Kunstmäzen Getty auf Beethovens Spuren. In: GA 28.10.1995.
Cosar, Sascha: Berühmtester Bonner in Bronze und Beton. In: BR 13.9.1997 mit Abb.
(StA ZA 149/2553-20).
102
Cadenbach, Rainer: Mythos Beethoven (Katalog der Ausstellung des Vereins Beethoven-Haus Bonn,
veranstaltet durch den Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute (ASKI), Bonn 1986). Laaber 1986,
S. 7, 11, 38, Abb. S. 17 (2 Modelle in Styropor und Beginn der Realisation in Originalgröße).
Drost, Wolfgang: Die Herausforderung des Fortschritts an die Kunst. Von der „technischen“ zur „kreativen“ Photoskulptur. In: Fortschrittsglaube und Dekadenzbewußtsein im Europa des 19. Jahrhunderts. Literatur-Kunst-Kulturgeschichte. Hrsg. Wolfgang Drost/Helmut Kreuzer u.a. Heidelberg 1986,
S. 341-342.
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 159-160 (Biografie).
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 29.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 68, Abb. S. 69.
Katalog-Nr. 117
Werk
Victor Bonato, Spaltung (Brunnen), 1978/79
Edelstahl, 10x Ø 300 cm
1979
1 Zentrum, Engeltalstraße 6 (Gesundheitsamt)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Autraggeber:
Beschreibung
1978 schrieb die Stadt Bonn einen beschränkten Wettbewerb für die Außenanlage zwischen altem und
neuem Gesundheitsamt aus. Einstimmig entschied sich das Preisgericht für den Entwurf von Victor
Bonato. Sein Brunnen akzentuiert den kleinen Vorplatz durch eine mattgeschliffene konkav gewalzte
Ronde, die versenkt eingebettet im gepflasterten Boden des Platzes liegt. Sie ist auf der Achslinie so
geteilt, dass ein Spalt entsteht, der gleichzeitig Wasser- und Lichtquelle ist, da hier eine Neonröhre
eingesetzt wurde. Das Wasser strömt aus dieser Fuge und fließt als Film über die Scheibenhälften zu
den Außenrändern der Ronde. Mit dieser Konstruktion setzt der Künstler dem harten Material Stahl
und der Präzision der Form das lebendige Element des Wassers entgegen, das als Symbol für Heilen
und Gesunderhaltung gerade für ein Gesundheitsamt besonders geeignet ist.
Bewusst setzte der Künstler mit seiner horizontal gelagerten Wasserskulptur einen Kontrast zu zwei
sich in unmittelbarer Nähe befindenden mächtigen alten Kastanien. Durch fast identische Durchmesser der Ronde und der beiden um die Bäume angelegten kreisrunden Umrandungen (ursprünglich
waren dies Kiesfelder) nehmen sie dennoch aufeinander Bezug.
Kurzbiografie
Victor Bonato s. Kat.-Nr. 6
Literaturhinweise
Schmidt, Siegfried: Wettbewerb für Kunst am Gesundheitsamt. In: BR 17.6.1978 (StA ZA 130/732).
MT: Künstlerisches Spiel mit Licht, Wasser und Metall. In: BR 20.12.1978 (StA ZA 130/732).
Die dazu gehörige Abbildung zeigt allerdings nicht den Entwurf von Bonato.
wb: Kunstobjekte fürs Gesundheitsamt. In: GA 20.12.1978 (StA ZA 130/732).
Ta: Bonato spielt mit Licht und Wasser. In: RSA 20.12.1978 mit Abb. des Modells (StA ZA 130/732).
Wirth, Heidrun: Leiser Sound des Wassers. In: BR 12.7.1997 (StA ZA 149/2553-11).
Wick, Rainer K.: Bonato. Kunst im öffentlichen Raum 1978-1996, S. 15, 63-64, Abb. S. 65.
Katalog-Nr. 118
Werk
Hans Karl Burgeff, Brunnen, 1976
Basaltlava, Bronze
Höhe 250 cm, Ø160 cm, Brunnenbecken Ø 680 cm
1976
2 Alt-Godesberg, Theaterplatz
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Rahmen der Sanierung der Bad Godesberger Altstadt Anfang der 1970er Jahre erhielt der Theaterplatz sein heutiges Aussehen. Mit der neuen Fußgängerzone entstand auch dieser Brunnen: ein Kegel
aus Basaltlava als Mittelpunkt einer zentralsymmetrischen Anlage. Die Spitze bildet ein becherförmiger Bronzeaufsatz mit eingeschnürtem plastisch ausgebildeten Blumen/-Ährengebinde, aus dem Was-
103
ser nach oben spritzt und anschließend an dem Kegel herunterläuft. Dieser ist umgeben von fünf runden Basaltteilen, auf denen die unteren Wasserspender aus Bronze in Form unterschiedlich gestalteter
mondsichelförmiger Platten aufgesetzt sind.
Um Geländeunebenheiten auszugleichen und einen Übergang zum Fußgängerzonenbereich zu schaffen, wurde das Becken von zwei Reihen Ziegelsteinen eingefasst, mit drei- und vierstufigen Einstiegstreppen. Der äußere kreisförmige Brunnenrand wird aus diesen insgesamt fünf Einstiegsöffnungen
und gewölbten, nach innen gerade abgeschnittenen Basaltava-Elementen gebildet. Dadurch formt der
innere Brunnenrand ein Fünfeck.
Lebendig ist der farbliche Gegensatz zwischen dem Ziegelrot der Treppen und des Bodenbelags und
dem Anthrazit der Basaltlava. Kegel und Wasser spielen auf den Vulkanismus und die Heilquellen in
und um Bad Godesberg an.
Kurzbiografie
Hans Karl Burgeff
Geb. 1928 in Würzburg, gest. 2005 in Lohmar, beigesetzt in Weibern/Eifel.
1946-1949 Studium der Allgemeinen Naturwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie in
Würzburg, dann Geologie in Stuttgart und Paläontologie in Tübingen. 1950 Besuch der Handwerkerschule Würzburg, 1951-1957 der Kölner Werkschulen (Meisterschüler bei Ludwig Gies). Seit 1957
freischaffend in Köln tätig. 1968 Berufung als Nachfolger von Kurt Schwippert als Leiter der Klasse
für Bildhauerei und Bauplastik an die Kölner Werkschulen. 1959 1. Preis für die Einhardus-Statue vor
dem Auditorium Maximum der TH Aachen. 1968 Förderpreis für Bildhauerei der Stadt Köln. 1974
bis zu seiner Pensionierung 1993 Professur an der Fachhochschule Köln, der die Kölner Werkstätten
1972 angegliedert worden waren. Seit 2001 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst.
Einzelausstellung u.a. 1982 Städtisches Museum Katharinenhof, Kranenburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1973 Dionysos-Brunnen, Am Domhof, Köln; 1978 Mahnmal für
die Opfer des Terrorismus, Friedrich-Schmidt-Straße, Köln.
Literaturhinweise
pp: Die „Krone“ der Fußgängerzone. In: GA 27.3.1976 mit Abb. (StA ZA 128/506).
pp: Theaterplatz-Brunnen Brutstätte für Bakterien? In: GA 14.4.1976 (StA ZA 128/506).
Dr.W.Sch.: Der Brunnen auf dem Theaterplatz. Basaltlava-Kegel inmitten einer zentralsymmetrischen
Anlage. In: GA 10.7.1976 mit Abb. (StA ZA 128/506).
Bonner Wasserspiele. In: Bonn-Information 16.9.-30.9.1981 (StA ZA 133/1907).
BL: ‚Verlorener Born’ sprudelt wieder. In: BR 26.6.1985 zur Wiederaufstellung nach Reparatur
(StA ZA 137/1976).
wf: Silberplakette als Ehrengabe der Universität. In: GA 16.10.1993. Zum 175. Gründungstag der
Universität Bonn schuf Burgeff 1993 die „Große Universitätsplakette in Silber“.
Künstler Ateliers in Köln 1979/80. Hrsg. Artothek der Stadtbücherei und Kölnischer Kunstverein.
Köln o.J., S. 62 (Biografie).
Boeminghaus, Dieter: Wasser im Stadtbild. Brunnen, Objekte, Anlagen. München 1980, S. 69 mit
Abb.
Theaterplatz Alt-Godesberg. In: Straßen und Plätze in Bonn. Beiträge zur Stadtentwicklung, Stadtplanung und zum Bauwesen. Hrsg. Der Oberstadtdirektor der Bundesstadt Bonn, Stadtplanungsamt, in
Zusammenarbeit mit dem Presseamt. Red. Peter Nasner. Bonn 1995, Nr. 6, S. 34-35.
Wynhoff: Elisabeth: Hans Karl Burgeff. Medaillen Plaketten Münzen. Gesamtverzeichnis 1951-1997
anhand des Bestandes im Museum Schloss Moyland. Die Kunstmedaille in Deutschland. Bd. 9. Bedburg-Hau 1999 (Biografie, Ausstellungen).
Katalog-Nr. 119
Werk
Eva de Maizière, Begegnung, 1978
Bronze, geschwärzt
Gesamthöhe 190 cm, Sockel 30x55x100 cm
Figur männlich Höhe 160 cm, weiblich 153 cm
monogr. am Sockel hinter dem Mann: „E M 1978“
17.8.1978
2 Alt-Godesberg, Theaterplatz/Am Michaelshof
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Dargestellt ist ein einander zugeneigtes Pärchen, sie mit Kleid, er nur mit Hose bekleidet. Berührungspunkte sind die Füße - ihr rechter ruht auf seinem linken Fuß - und der linke Arm des Mannes,
der auf der rechten Schulter der jungen Frau liegt. Den rechten Arm hält er auf dem Rücken. Da auch
104
ihre Arme auf dem Rücken verschränkt sind, entsteht ein geschlossener herzförmiger Raum zwischen
beiden Körpern. Die durchgängig runde Linienführung gibt der Plastik einen intimen Ausdruck.
Das Interesse der Malerin und Bildhauerin Eva de Maizière galt dem Menschen, dessen Ausdruck und
Bewegung sie vor allem im Bronzeguss erfasst hat. Ihre Werke erzählen kleine Geschichten, so könnte dieses auch als „Werbung“ interpretiert werden.
Kurzbiografie
Eva de Maizière
Geb. 1915 in Hannover, gest. 2003 in Bonn.
1922-1940 Schul- und Ausbildungsjahre für das land- und hauswirtschaftliche Lehramt. 1941-1944
Schuldienst. Familiär bedingte mehrfache Umzüge. 1964 Rückkehr nach Bonn. Seit Anfang der
1970er Jahre Unterricht im Malen und Aktzeichnen sowie Besuch von Modellier- und Töpferkursen
in Hannover, München, Mailand, Bonn und der Sommerakademie in Salzburg. Anfang der 1980er
Jahre tätig als Mallehrerin in Brasilien, Westafrika, Spanien, Israel und in der DDR.
Einzelausstellungen u.a. 1975 Deutsche Bank, Bad Godesberg; 1984 Galerie Gogol, Düsseldorf; 1992
Galerie Daniela, Worpswede.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1987 Geschwister, Kinderklinik, St. Augustin.
Schon zu Lebzeiten versprach die Künstlerin als langjährige Bürgerin des Heiderhofes ihrem Ortsteil
ein Kunstwerk. Im April 2008 wurde die Bronzestatue Mädchen, im Garten stehend (1986/87) von
der Familie de Maizière als Schenkung an den Bürgerverein Heiderhof übergeben.
Quellen
Michely, Viola: Eva de Maizière „Die Begegnung“. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Eva de Maizière. In: Skulpturenweg Sankt Augustin. Hrsg. Kulturamt der Stadt Sankt Augustin.
Online im Internet: URL: www.skulpturenweg.sankt-augustin.de/Kuenstler/Maiziere/maiziere.html
[22.11.2011].
Literaturhinweise
GB: Neue Plastik kommt beim Publikum an. In: BR 18.8.1978 (StA ZA 130/505).
dr.wf.: Nur der Aufstellungsort erhitzte die Gemüter einiger Passanten. In: GA 18.8.1978
(StA ZA 130/505).
dr.wf.: Noch einmal Wirbel um die Plastik in der Fußgängerzone. In: GA 18.9.1978
(StA ZA 130/505).
wf: Kunst unter freiem Himmel (VII): „Begegnung“ auf dem Theaterplatz. In: GA 2.7.1987
(StA ZA 139/534-7).
Schaeffer, Ute: Das Wagnis, den Menschen in seiner Vielfältigkeit zu erfassen. In: GA 27.3.1995
(StA ZA 147/1243).
Specht, Jutta: Den Gedanken sichtbare Form geben. In: GA 2.8.1997 (StA ZA 149/2754).
ham: Ein ganz normales Heiderhofer Mädchen. In: GA 11.4.2008.
Verzeichnis bildender Künstler von Bonn und Umgebung 1979/1980. Hrsg. Bonner Kunstverein/Bundesverband Bildender Künstler, Bezirksverband Bonn. Köln 1980, S. 117 mit Abb. Modell.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 74.
Nerlich, Lieselotte: Eva de Maizière 75 Jahre. In: GHB, Nr. 28, S. 174-175.
Erdacht, geformt, gegossen. Bronzeskulpturen von Eva de Maizière. Bonn 1997 (Biografie, Ausstellungen), Abb. S. 30.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 48, Abb. S. 49.
Katalog-Nr. 120
Werk
Entwurf Gottfried Böhm, Treppenbrunnen, 1979/80
Ausführung Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Basaltlava, Backstein
Länge 5000 cm, Auffangbecken Ø 240 cm
1980
2 Alt-Godesberg, Michaelplatz
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Anschluss an den Theaterplatz wurde nach Entwürfen von Gottfried Böhm zwischen 1970 und
1980 das „Altstadtzentrum“ errichtet, ein verwinkeltes „Oberdorf“ aus rotem Klinker zwischen AltGodesberg und Godesburg mit Läden und Wohnungen, Plätzen, Passagen und Gassen. Kern der Planung war die breite, lang gestreckte Treppen- und Rampenanlage in Richtung Burg. Parallel zur Trep-
105
pe wurde ein Wasserspiel geschaffen, bei dem das Wasser über rote Backsteinstufen gleich einem
künstlichen Bach in ein rundes Auffangbecken mit vier Abflüssen am Fuße der Stufen rinnt.
Kurzbiografien
Gottfried Böhm s. Kat.-Nr. 105
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quelle
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Literaturhinweise
Wolf, Irmgard: Vom Eisenrohr zum Backsteinkanal: Die Geschichte der Brunnen. In: GA 6.4.1989
(StA ZA 141/1074).
Denk, Andreas/Flagge, Ingeborg: Architekturführer Bonn. Berlin 1997, S. 102.
Katalog-Nr. 121
Werk
Entwurf Gottfried Böhm, Wasserspiel, 1979/80
Ausführung Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Backstein, Segment Gesamthöhe 1200 cm
Wasserlauf Länge 800 cm, Breite 120-440 cm
1980
2 Alt-Godesberg, Villichgassse
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Vom „Altstadtzentrum“ Bad Godesberg führen Abgänge zur Villichgasse an der schräg
aufgesockelten Westfassade vorbei, die ein weiteres Wasserspiel ziert. Läuft das Wasser beim Treppenbrunnen am Michaelplatz (Kat.-Nr. 120) über die flachen Stufen hinab, rinnt es hier direkt an
einem Segment der pyramidenförmig gestalteten Fassade herunter. Der Wasserstrom tritt nach rund
einem Drittel der Höhe dieses Mauerteils aus und fließt, immer breiter werdend, bis zum Fuß der
Wand.
Kurzbiografien
Gottfried Böhm s. Kat.-Nr. 105
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quelle
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Katalog-Nr. 122
Werk
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1986/87
Basalt, Höhe 140 cm, untere Halbkugel Ø 120 cm, obere Ø 90 cm
1987
2 Alt-Godesberg, Hubertinumshof
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der rund 3.000 qm große Innenblockbereich der Wohnanlage gliedert sich in zwei Teilbereiche.
Knapp die Hälfte wurde mit rotem Klinker ausgestattet und durch Pflasterbänder aufgelockert. Er
umgibt die Grünfläche im Zentrum, zu der auch der in Mayen fertig gestellte Brunnen gehört, eine
Kombination aus zwei Zylindern und zwei zur Kreisform angeordneten Halbkugeln, deren obere Hälften etwas kleiner sind als die unteren. Das Wasser sprudelt aus dem Scheitelpunkt der oberen, mit 28
Noppen verzierten Hemisphäre, schlägt auf den Außenrand der unteren mit 23 runden Vertiefungen
versehenen und fließt von dort in das als Pflasterwall gestaltete Brunnenbecken.
Kurzbiografien
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quelle
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Literaturhinweise
pp/uwh: Die Zierde ist ein Basalt-Brunnen. In: GA 22.4.1987.
pp: Lebendige Mitte neuer Grünanlage. In: GA 27.6.1987 mit Abb. (StA ZA 139/356).
Grobe, Stefan: „Oasen der Ruhe“ (II): der Hubertinumshof - Mitten im Herzen der Bad Godesberger
City. Brunnengeplätscher übertönt Küchengeklapper und Autolärm. In: BR 6.8.1988
(StA ZA 140/22081-2).
Nerlich, Lieselotte: Sprudelndes Erlebnis. In: GA 15.1.1989 mit Abb. (StA ZA 141/56).
106
Katalog-Nr. 123
Werk
Johannes Reinarz, Doppelstele, 1970/71 (abgebaut)
Steinguss (weißer Beton), 169x61x20 cm
1971
2 Alt-Godesberg, Stadtpark (neben Kleinem Theater)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Zwei gleichartige senkrecht aufgestellte Elemente sind an der Basis miteinander verbunden, gehen
dann jedoch immer weiter auseinander, so dass der Spalt schließlich 1cm breit wird. Da die glatten
Senkrechten nach 93 cm durch drei waagerechte Wellen unterbrochen werden, die über die
Stelenbreite hinausgehen, entsteht der Eindruck eines Kreuzes.
Das Werk war Teil einer „Kleinen Kunstachse“, die Bonner Künstler als Gegenstück zu der „Großen
Kunstachse“ des Deutschen Künstlerbundes 1970 zwischen Stadthalle Bad Godesberg und Haus an
der Redoute errichtet hatten. Am 20.7.1971 wurde es auf der Ausstellung der Gruppe „Semikolon“
von der Stadt erworben.
Im August 1980 wurde die Doppelstele umgeworfen, wieder aufgerichtet und im November 1988
erneut umgestürzt und beschädigt. Bei der anschließenden Restaurierung wurde die Plastik nach Auskunft des Künstlers falsch, nämlich ohne vertikalen Zwischenraum zusammengefügt. Die vorgesehene
Korrektur unterblieb, die Stele wurde nicht wieder aufgestellt.
Kurzbiografie
Johannes Reinarz s. Kat.-Nr. 2
Quellen
Inventarverzeichnis Kunstmuseum Bonn mit Vermerken o.D., Inv.-Nr. P 1971/5 (neu P 43).
Enders, Ulrike: Doppelstele. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
wf: Kunst unter freiem Himmel: Stele von Günther Ris. In: GA 15.9.1987 (StA ZA 139/534-10). In
dem Artikel wird die Stele zum wiederholten Mal Günter Ferdinand Ris zugeordnet, so auch bei Charles Rump: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn. Bonn
1986, S. 73. Dies ist möglicherweise zurückzuführen auf die zeitweise Aufstellung einer Ris-Stele
1972 im Stadtpark Bad Godesberg. Vgl. bu: Stelen-Debakel. In: GA 2.12.1972 (StA ZA 124/1601).
Vandalismus in Godesberg. In: BAB 14.12.1988.
Verzeichnis bildender Künstler von Bonn und Umgebung 1979/1980. Hrsg. Bonner Kunstverein/Bundesverband Bildender Künstler, Bezirksverband Bonn. Köln 1980, S. 157 mit Abb.
Städtisches Kunstmuseum Bonn. Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Hrsg. Städtisches Kunstmuseum Bonn. Red. Alfred M. Fischer und Dierk Stemmler. 2 Bde. Bonn 1983. Bd. 1, Abb. S. 161-162.
Katalog-Nr. 124
Werk
Johannes Reinarz, Stabilisierte Form (Stele), 1970/71 (zerstört)
Steinguss (weißer Beton), 380 cm
1971
2 Alt-Godesberg, Stadtpark (neben Trinkpavillon)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Gegensatz zur Doppelstele desselben Künstlers (Kat.-Nr. 123) ist diese aus einem Stück gearbeitet
und durchgehend gewellt. Auch sie wurde im Rahmen der alternativen „Kunstachse“ am 20.7.1971
auf der Ausstellung der Gruppe „Semikolon“ von der Stadt erworben. Wie die Doppelstele wurde das
Werk 1980 Opfer von Vandalismus, der zum Totalschaden der Arbeit führte.
Kurzbiografie
Johannes Reinarz s. Kat.-Nr. 2
Quelle
Inventarverzeichnis Kunstmuseum Bonn mit Vermerk vom 16.4.1980, Inv.-Nr. P 1071/4 (neu P 18).
Literaturhinweis
Johannes Reinarz. Künstlerische Arbeiten. Hrsg. Johannes Reinarz. Witterschlick 1976, Abb. o.S.
Katalog-Nr. 125
Werk
Aufstellung
Standort
Paul Julius Geissler, Struktur IV/III AP, 1971
Aluminium-Sandguss-Edelstahl, 135,5x120x120 cm
1972 vom Künstler für das Städtische Kunstmuseum erworben
seit 1983› ‹1987 im Stadtpark aufgestellt
2 Alt-Godesberg, Stadtpark (neben Trinkpavillon)
107
Auftraggeber
Stadt Bonn/Land Nordrhein-Westfalen
Beschreibung
Diese „Struktur“ ist aus der Addierung eines in Serien angefertigten sphärischen Grundelements gebildet, das im Sinne der Op-art optische Effekte hervorruft. Dieses Verfahren wendet der Künstler seit
1959 an. Entstanden ist ein durchbrochener Würfel, dessen Elemente durch Zapfen ineinander gehalten werden. Auf einer quadratischen Platte über niedrigem Sockel stehend, wirkt er transparent und
leicht. Vom Volksmund wurde die Arbeit „Eierkiste“ tituliert, erinnert sie doch an übereinander gestapelte Kartons zum Transport von Eiern.
Das Werk war 1971 in der Villa Hammerschmidt anl. einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst zu
sehen. Heute dient es als ein positives Beispiel für die Platzierung zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum. Der Standort auf dem kleinen Rasenhügel belebt den Park durch den Glanzeffekt der
polierten Aluminium-Oberfläche. Auch dieses Objekt war Bestandteil der „Kleinen Kunstachse“ (vgl.
Kat.-Nr. 123 und 124).
Kurzbiografie
Paul Julius Geissler
Geb. 1935 in Ulm. 1954-1963 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seit
1955 Beschäftigung mit plastischen Arbeiten. Als Bildhauer Autodidakt.
Ausstellungen u.a. 1968 Städtisches Museum, Wiesbaden; 1970 Kunsthalle, Bremen.
Literaturhinweise
dr.wf.: „Struktur IV-3 AP“ im Park. In: GA 25.7.1972 (StA ZA 124/1500).
AN: Plastik aus dem Garten der Villa Hammerschmidt. In: BR 5.8.1972 (StA ZA 124/1500).
wf: Kunst unter freiem Himmel (II): Der „durchbrochene Würfel“. In: GA 10.3.1987
(StA ZA 139/534-2).
wf: „Eierkiste“ belebt die Parklandschaft. In: GA 5.8.1988 (StA ZA 140/2086).
„Räumliche Strukturen“. In: Rhein-Zeitung 8.8.1988 (StA ZA 140/2086).
Kunstmuseum Bonn. 25 Jahre Kunst in der Bundesrepublik Deutschland (Katalog der Ausstellung
zum 25jährigen Bestehen Bonns als Bundeshauptstadt im Städtischen Kunstmuseum Bonn). Bonn
1974, Abb. o.S.
Städtisches Kunstmuseum Bonn. Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Hrsg. Städtisches Kunstmuseum Bonn. Red. Alfred M. Fischer und Dierk Stemmler. 2 Bde. Bonn 1983. Bd. 1, S. 85 mit Abb.
Katalog-Nr. 126
Werk
Metin Yurdanur, monumentale Nachbildung
hethitischer Sonnenscheibe, 1988/89
Bronze, Sockel Basaltlava
Original Höhe 24 cm, 2. Hälfte 3. Jahrtausend v.Chr.
ausgegraben in Alaca Höjük (östl. Ankara)
Replik 162x145x30 cm, in Ankara gegossen
Sockel 76x68x68 cm, ausgeführt von Steinmetz
Wolfgang Naundorf, Beuel, im Auftrag der Stadt Bonn
14.12.1989 Einweihung
2 Alt-Godesberg, Kurfürstenallee (vor Bad Godesberger Rathaus)
Geschenk Türkei anl. Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Vorlage ist eine kleine hethitische Kupfer-Standarte, die 1935 in Alaca Höyük/Türkei ausgegraben
wurde. Sie befindet sich heute im Museum für Anatolische Zivilisation in Ankara. Die monumentale
Bonner Nachbildung ist mit religiösen Symbolen verziert. Zwei Hörner tragen die durchbrochene
Sonnenscheibe, deren äußeren Rand elf Blüten schmücken. Auf den drei mittleren sitzen Vögel mit
Knäufen auf dem Rücken, die kleine Tiere im Schnabel halten. Unter ihnen befinden sich drei bewegliche Ringe in Schlaufen.
Die Scheibe wurde in mehreren Teilen gegossen: das Hauptelement in zwei Sandgüssen, Blüten,
Knäufe, Tiere und bewegliche Ringe gesondert, dann verlötet. Eine etwa siebenmal größere Replik,
ebenfalls ausgeführt von Metin Yurdanur, steht an herausragender Stelle in Ankara.
Einst war die Sonnenscheibe das Symbol der hethitischen Sonnengöttin und symbolisierte das Himmelsgewölbe, heute ist sie das Emblem der türkischen Fremdenverkehrsorganisation.
Kurzbiografie
Metin Yurdanur
Geb. 1951 in Sivrihisar/Türkei. 1972 Abschluss des Studiums der Malerei an der Gazi-Universität,
Ankara. 1972-1978 tätig als Lehrer. 1978-1981 Dozent an der Gazi-Universität, Ankara.. 1998 Verleihung des Titels „Staatskünstler“. Lebt und arbeitet in Ankara.
108
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1980 Eller („Hände“), Apdi Ipekçi Park, Ankara; 1992 Su
Perilerinin Dansi („Tanzende Wasserfeen“), Ankara; 1994 Kolossalköpfe von Suleiman I. und Miklos
Zrinyi, Park der ung.-türk. Freundschaft, Szigetvàr/Ungarn
Quellen
Mündliche Auskunft Türkische Botschaft, Berlin, 29.7.2010.
Home-page Metin Yurdanur. Online im Internet: URL:
http://www.metinyurdanur.com.tr/ [12.11.2011].
Reisen Ungarn: Park der Ungarischen-Türkischen Freundschaft in Szigetvàr. Online im Internet:
URL: http://online-nach-ungarn.de/de/orte/szigetvar-denkmal.php [12.11.2011].
Literaturhinweise
mah: Die Skulptur wiegt 257 Kilogramm. In: GA 25.11.1989 mit Abb. (StA ZA 141/1-h).
men: 5000jährige Scheibe fürs 2000jährige Bonn. In: BR 25.11.1989 (StA ZA 141/1-h).
uh: Sonnenscheibe im Park. In: GA 14.12.1989.
Hammes, Katharina: Hethitische Sonnenscheibe symbolisiert das Himmelsgewölbe. In: GA
15.12.1989 (StA ZA 141/1-h).
Geburtstagsgeschenke. Symbol des Himmelsgewölbes. In: Senioren Echo Januar/Februar 1990, S. 5
(StA ZA 141/1-h).
Katalog-Nr. 127
Werk
Hon Sang Tong, Brunnen, 1989/90
Basaltlava, Bronze, 212x90x90 cm
Bronzeaufsatz Höhe 105 cm, Sockel Höhe 120 cm
Gießereistempel auf dem vertikalen Rand unter der letzten Inschrift:
„KUNSTGIESSEREI / SCHWEITZER / KÖLN“
1990
2 Alt-Godesberg, Embavenhof/Im Äuelchen
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Brunnen besteht aus einem oktogonalen Brunnensockel mit ebensolchem pyramidenstumpfähnlichen Brunnenaufsatz, der von einer überdimensionierten Futterrübe bekrönt wird. An vier alternierenden Seiten des Sockels fließt Wasser aus bronzenen Wasserspeiern, die mit den Tierfiguren Sperling,
Schnecke, Frosch und Maus geschmückt sind. Die Rübe war früher ein Hauptprodukt des Godesberger Anbaus und erinnert somit an das alte „Knolleviertel“. Vier Seiten des Aufsatzes zeigen Reliefs
mit architektonischen Ansichten aus dieser Zeit, die durch eine Schriftzeile auf dem darunter befindlichen vertikalen Ansatz des Aufsatzes erläutert werden:
„ÄNNCHEN ・ SCHWANSCHES HAUS“, „BURG ・ BURGSTRASSE“, „HOTEL LINDE ・
FAHNENFABRIK“, „ALTES RATHAUS ・ BURGSCHULE“.
Die übrigen vier Seiten, die über den Wasserspeiern liegen, tragen erhabene Inschriften, die an die
Sanierung der Godesberger Innenstadt und das Bonner Jubiläumsjahr erinnern:
„ALTSTADT / BAD GODESBERG / “KNOLLENVIERDEL“
„AUFGESTELLT / ZUR / 2000-JAHR-FEIER / DER STADT BONN“
„SANIERUNGS- / TRÄGER / LANDES- / ENTWICKLUNGS- / GESELLSCHAFT NW“
„STÄDTEBAULICHE / SANIERUNG / 1964 BIS 1989“
Die künstlerische Gestaltung stiftete die LEG, der Bronzeguss wurde von der Stadt Bonn aus Sanierungsmitteln gezahlt.
Kurzbiografie
Hon Sang Tong
Geb. 1939 in Hankou/China. 1959-1962 Studium an der Kunstakademie von Beijing/China. Kam
1962 nach Deutschland. Fortsetzung des Studiums 1963-1965 an der Kunstakademie Düsseldorf und
1966-1968 bei Elmar Hillebrand, Köln. 1969 eigenes Atelier in Köln. Ab 1971 Dozent am Lehrstuhl
für Plastik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, dort 1993-1997 Vertretungsprofessur, 1997 Habilitation. Gastprofessuren 1986 an der Kunstakademie der Shanghai Universität, Shanghai/China, 1999 an der Zentralen Kunstakademie Beijing/China, 2004 an der Chinesischen
Kunstakademie Hangzhou/China. Lebt und arbeitet in Köln.
Einzelausstellung u.a. 2007 Han House China, Hangzhon/China.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1985/86 Brunnen, Neuss-Büttgen; 2003 Brunnen für den Kölner
Gymnasial- und Stiftungsfonds, Köln.
Quelle
Schriftliche Auskunft Hon Sang Tong an Verfasserin 24.2.2010.
109
Literaturhinweise
Hammes, Katharina: Große Futterrübe wird Brunnen beherrschen. In: GA 23.3.1990 mit Abb. des
Wachsmodells.
k.r.: Wasserspiel ruft das alte Godesberg in Erinnerung. In: BR 23.3.1990 (StA ZA 142/1147).
Nerlich, Lieselotte: Vom Knollenvierdel blieb nur ein Knollebrunnen. In: Wochenblatt Beuel
10.10.1990 (StA ZA 142/1147).
Wolf, Irmgard: Brunnen sind Treffpunkt und Ruheplatz zugleich. In: GA 17.4.1993 mit Abb.
(StA ZA 145/1385).
Nerlich, Lieselotte: „Ene Knollebronne füe et Knollevieedel“. In: GHB, Nr. 28, S. 168-169. Hier wird
der Name des Künstlers nicht ganz korrekt mit Ton Hon Sang angegeben.
Skulpture by Tong Hon Sang (Katalog der Ausstellung im Han House China, Hangzhon 2008).
Hangzhon/China 20007, S. 3-4 mit Biografie.
Katalog-Nr. 128
Werk
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1986-1990
Basalt, 140xØ 360 cm, Wasserlauf 1450 cm
1990
2 Alt-Godesberg, Embavenhof/Junkerstraße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der in Form eines Kegelstumpfes angelegte Brunnen besetzt die Mitte eines kleinen eingefriedeten
Bereichs, der sich durch drei Bänke für eine Ruhepause anbietet. Das Wasser läuft aus dem Scheitelpunkt kommend über acht gleichmäßig verteilte Einkerbungen in eine spiralförmig um den Kegel
angelegte Rinne und wird schließlich in einen langen schmalen, quer über den Platz führenden Wasserlauf geleitet. Die einem Vulkan ähnliche Form verweist möglicherweise auf den Vulkanreichtum in
der Bad Godesberger Gegend.
Kurzbiografien
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quellen
Telefonische Auskunft Hausmeister des Gebäudekomplexes Deutscher Herold an Verfasserin
20.8.2009.
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Literaturhinweis
Wolf, Irmgard: Im Embavenhof träumte Kurfürst Clemens August vom Heilbad. In: GA 30.7.1991
(StA ZA 143/2174).
Katalog-Nr. 129
Werk
Entwurf Michael Manthey (Gartenamt), Brunnen, 1979
55 Basaltstelen, Höhe 10-200 cm
Pflaster Granit, Ø der Gesamtanlage 760 cm
31.8.1979 Einweihung
2 Friesdorf, Klufterplatz
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Ein kreisförmiger niedriger Wall aus Granitpflaster umschließt das Brunnenbecken. In ihm sind 55
Basaltsäulen so angeordnet, dass die höchsten und dicksten in der Mitte stehen und sich nach außen
hin pyramidal abstufen. Mit der Höhenabstufung verringert sich auch die Anordnungsdichte, so dass
sich am Beckenrand nur noch vereinzelt niedrige und mittelhohe Säulen befinden. In den Wall sind an
drei Seiten insgesamt 10 Wasserdüsen mit Scheinwerfern integriert, gerichtet auf das Brunnenzentrum. Ein weiterer Wasserstrahl entspringt einem Rohr inmitten der höchsten Basaltsäulen. Die Stelen
sollen - so das Gartenamt - an den aus dem gleichen Material bestehenden Godesberg erinnern.
Die Anlage ersetzt ein älteres reparaturanfällig gewordenes Wasserbecken. Vorbild für den neuen
Brunnens war möglicherweise ein ähnlich gestalteter in Adenau, dem Wohnort des Entwerfers.
Kurzbiografie
Michael Manthey
Diplom-Ingenieur, langjähriger Ortsteilplaner der Stadt Bonn. Lebt in Bad Neuenahr.
Quellen
Mündliche Auskunft Michael Manthey an Verfasserin 9.6.2011.
Kemper, Dorothea: Brunnen auf dem Friesdorfer Klufterplatz. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
110
Literaturhinweise
BV: Pflegeleichter Brunnen für den Klufterplatz. In: BR 15.3.1979 (StA ZA 131/675).
JOF: Neuer Brunnen für Friesdorf. In: BR 10.7.1979 (StA ZA 131/675).
es: Bald rauscht in Friesdorf die Kaskade. In: GA 12.7.1979 mit Abb. des Entwurfes
(StA ZA 131/675).
FGW: Eine zweite Panne in Friesdorf will man vermeiden. In: BR 14.8.1979 (StA ZA 131/675).
pps: Brunnenpremiere auf dem Klufterplatz. In: GA 31.8.1979 mit Abb. Brunnen in Adenau
(StA ZA 131/675).
uh: Kinder entdecken Brunnen als neuen Spielplatz. In: GA 4.9.1979 mit Abb. (StA ZA 131/675).
Agthe, Thomas: Wellig plätschert die Quelle der Kunst. In: RSA 8.3.1980 (StA ZA 132/588).
Bleffert: Rolf und Hedi: Wir möchten’s wieder „sprudeln lassen!“. In: Blickpunkt 30.7.1997
(StA ZA 149/218).
Katalog-Nr. 130
Werk
Wolfgang Göddertz, Durchdringung, 1991
Edelstahl, 1200x180x120 cm
Höhe Metalldreieck 300 cm
August 1991
2 Friesdorf, Dreizehnmorgenweg 11 (Deutsche Telekom)
Deutsche Krankenversicherung Köln
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Eine rechts des Gebäudeeinganges postierte Säule wird ab einer Höhe von gut 3 m von 14 Metallrohren durchdrungen, deren Länge nach oben hin abnimmt. Auf der rechten Seite ragen etwa gleich lange
Enden frei in die Luft, auf der anderen Seite berühren sie die Wand eines vorspringenden Gebäudepfeilers. Dabei sind sie so angeordnet, dass sich der Abstand zur Wand nach oben hin verkürzt, so
dass sich eine leicht geschwungene Bogenform ergibt. Das unterste Rohr scheint zusätzlich die linke
Ecke des Pfeilers zu durchbohren und reicht bis zur sich anschließenden Glasscheibe. Unterhalb dieser Ecke befindet sich die Spitze eines in der Mitte geknickten Metalldreiecks, dessen Schenkel jeweils bis zum Boden der Pfeilerseiten laufen. Die Arbeit kann beleuchtet werden.
Kurzbiografie
Wolfgang Göddertz s. Kat.-Nr. 91
Quellen
Telefonische Auskunft Wolfgang Göddertz an Verfasserin 24.1.2010.
Telefonische Auskunft MEAG, Düsseldorf, an Verfasserin 20.5.2010.
Home-page Wolfgang Göddertz. Online im Internet: URL:
http://www.goeddertz-skulptur.de/deutsch/projekte/projekte.html [12.11.2011].
Katalog-Nr. 131
Werk
Aufstellung
Standort
Wolfgang Göddertz, Großer Chor (wasserkinetische Brunnenanlage), 1991
Edelstahl, 2-teilig, Grundplatte Großer Chor 600x600 cm
Dreieck Großer Chor Höhe bis 300 cm, Rohr Querschnitt 30x30 cm
Einzelelement 300x50x50 cm
August 1991
2 Friesdorf, Dreizehnmorgenweg 13-15
(Deutsche Telekom - Innenhof Eingangsbereich)
Deutsche Krankenversicherung Köln
Auftraggeber
Beschreibung
Der überwiegende Teil des mit polierten Granitplatten gestalteten Innenhofes nimmt die zweiteilige
wasserkinetische Brunnenanlage ein. Auf der großen, bis rund 80 cm schräg ansteigenden Grundplatte
sind 21 Einzelelemente wie ein „Chor“ in sechs Reihen mit 1, 2, 3, 4, 5 und 6 hintereinander gestaffelten Elementen so angeordnet, dass sie insgesamt ein Dreieck bilden, das mit der Spitze nach vorn
zeigt. Das im Inneren der quadratischen, oben schräg abgeschnittenen Rohre hoch steigende Wasser
läuft an den Edelstahlteilen herab und fließt über die Platte. Es sammelt sich in einer schmalen, die
Grundfläche quer abschließenden Rinne und läuft in einer zweiten - von dieser in der Mitte rechtwinklig abgehenden und so mit ihr eine T-Form bildenden - weiter. Dabei umfließt es ein stelenartiges
Einzelelement, das in eine rhombenförmige Aussparung eingepasst wurde. Insgesamt eine äußerst
stimmungsvolle Anlage, die auch beleuchtet werden kann.
Kurzbiografie
Wolfgang Göddertz s. Kat.-Nr. 91
111
Quellen
Telefonische Auskunft Wolfgang Göddertz an Verfasserin 24.1.2010.
Telefonische Auskunft MEAG, Düsseldorf, an Verfasserin 20.5.2010.
Home-page Wolfgang Göddertz. Online im Internet: URL:
http://www.goeddertz-skulptur.de/deutsch/projekte/projekte.html [12.11.2011].
Literaturhinweis
ly: Telekom residiert hinter schwarzpoliertem Granit. In: GA 10.3.1992 (StA ZA 144/369-11).
Katalog-Nr. 132
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Ernemann F. Sander, Hetzender Hund, 1971
Bronze, 75x140x25 cm
Sockel Muschelkalk, 100x50x40 cm
1971
2 Heiderhof, Weißdornweg 49-51
Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten,
Essen (GAGFAH)
Beschreibung
Ungewöhnlich ist die Ikonografie. Dieser hetzende, fast vom Boden losgelöste Hund passt nicht in die
Kategorie der oft üblichen „Kuscheltiere“. Aus diesem Grund, so der Künstler, habe er ihn auch auf
einen Sockel gestellt. Bei dem Thema habe ihn interessiert, die „Bewegung“ zu erfassen. Dieser
Windhund zeigt eine fliegende Bewegtheit mit einer anatomisch undenkbaren Beinstellung.
Eine kleinere Fassung von 1965 befindet sich im Garten des Siebengebirgsmuseums der Stadt Königswinter. Einen weiteren Windhund, allerdings mit anderer Beinstellung, schuf der Künstler 1980
für die Bayer Werke, Leverkusen.
Kurzbiografie
Ernemann F. Sander s. Kat.-Nr. 109
Quellen
Gespräch Prof. Hallensleben mit Ernemann F. Sander 5.12.1989 (Nachlass Hallensleben).
Gespräch Ernemann F. Sander mit Verfasserin 7.5.2008.
Literaturhinweise
Rapp-Neumann, Petra: „Ruhm ist die Summe aller Mißverständnisse“. Portraits Bonner Künstler. In:
GA 31.7.1989.
Hagenberg-Miliu, Ebba: Streifzug. In: GA 14.9.2009. Bei dem Versuch im September 2009, die Plastik zu entwenden, wurde sie beschädigt und musste restauriert werden.
Hagenberg-Miliu, Ebba: Streifzug. In: GA 9.1.2010. Wegen erneuter Demolierung wurde die Bronze
Anfang 2010 von besorgten Anwohnern in Sicherheitsverwahrung genommen.
Rump, Gerhard Charles: Ernemann Sander: Öffentliche Arbeiten im Bonner Raum. In: Ernemann F.
Sander. Skulpturen und Zeichnungen. Hrsg. Bonner Kunstverein. Red. Margarethe Jochimsen (Katalog der Ausstellung im Bonner Kunstverein 1985). Bonn 1985, S. 20-21 mit Abb.
Körber, Hans-Dieter: Wohnbau GmbH. Baugeschichte des Wohnungsbaues 1950-1980. Bericht über
den gemeinnützigen Wohnungsbau in drei Jahrzehnten: 1950-1980. Hrsg. Wohnbau GmbH Bonn.
Bonn 1992, Abb. S. 128Schmidt, Hans M.: Notizen zu Ernemann F. Sander. In: Ernemann F. Sander. Hrsg. Gero Sander (Katalog der Ausstellung im Haus an der Redoute in Bonn-Bad Godesberg 1997). Königswinter 1997,
S. 19-20; Abb. S.14 Windhund für Stadtmuseum Königswinter; S. 90 Windhund für Bayer Werke,
Leverkusen.
Katalog-Nr. 133
Werk
Günther Oellers, Balustrade (Die Sitzenden), 1972/73
Aluminiumguss, Basaltlava,
Aluminiumelemente 70x153-162 x17-26 cm
Steinfassungen 90x1800x 17-35 cm
1973
2 Heiderhof, Nietzschestraße 54
Wohnbau GmbH
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Fünf balustradenartig gestaltete Elemente sind wie „Sitzende“ in gleichmäßigem Abstand auf der sie
hinterfangenden abgestuften Steinfassung aufgereiht.
112
Die Skulptur befindet sich im Innenhof einer Wohnanlage. Ursprünglich bildete sie den Endpunkt
eines Rheinhöhen-Wanderweges und sollte zu einer Rast einladen, die heute verbaute Aussicht zu
genießen. Durch die gestaffelte Anordnung und graue Farbgebung des Materials nahm das auch als
„Wegsperre“ bezeichnete Werk Bezug auf die es umgebende Architektur mit Schindelverkleidung.
Inzwischen sind die Fassaden farbig gestaltet.
Die ersten Sitzenden/Lagernden schuf Oellers 1948/49 zusammen mit Knienden, Gehenden, Stehenden, eine Werkgruppe, die wegbereitend für seine spätere Arbeit war, und in der er die menschliche
Figur in abstrahierten blockartigen Skulpturen thematisierte. Es ging Oellers nach eigener Aussage um
die Gestaltung der Idee von Gruppe, aber nicht in Form der Addition von Einzelnen, sondern unter
Abstraktion vom Individuellen. Die Auffassung spiegelt sich in den im Plural gehaltenen Titeln wider
und in der Unmöglichkeit, einzelne Individuen unterscheiden zu können.
Kurzbiografie
Günther Oellers
Geb. 1925 in Linz/Rhein, dort 2011 gest.
Frühe Beschäftigung mit Modellieren und Arbeiten in Holz und Stein. Nach dem Krieg Unterricht in
Kunst und Handwerk. 1947 Umzug nach Köln. 1947-1949 Ausbildung an der Kölner Werkschule (bei
Wolfgang Wallner und Joseph Jaeckel). 1951 Aufenthalt in Paris, Ausbildung u.a. an der Akademie
Grande Chaumière (bei Ossip Zadkine). Danach freischaffend tätig. 1959 Umzug zurück nach
Linz/Rhein. 1972 Mitbegründer der „Freien Internationalen Universität für Kreativität und interdisziplinäre Forschung“, Düsseldorf. 1985-1987 Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf.
Einzelausstellungen u.a. 1985 Deutscher Industrie- und Handelstag, Bonn; 1995 Galerie der FriedrichEbert-Stiftung, Bonn; 2002 Redaktionsgebäude Rheinische Post, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1962-1967 Kunst für eine Wohngemeinschaft, Horchheimer Höhe,
Koblenz; 2002 Die Säule der Gefangenen, Außenlager KZ Sachsenhausen, Berlin; 2002 Essener
Säule der Gemeinschaft, vor Landesgericht Essen.
Ein Skulpturenensemble der besonderen Art war 1998 im Kölner Dom zu dessen 750-jährigem Jubiläum zu sehen und zu hören: Drei Steine der Singenden (1986/1988) aus Basalt in der Form singender
Menschen mit erhobenen Händen, die einer Stimmgabel gleich beim Anschlagen mit einem langen
Stab Töne erklingen ließen.
Quelle
Schriftliche Auskunft Landgericht Essen an Verfasserin 9.3.2010.
Literaturhinweise
Rump, Charles: Kunst, die in die Zukunft weist. In: BR 4.1.1986 (StA ZA 138/124).
Gerhards, Albert: Dramatik der biblischen Heilsgeschichte. In: GA 29.6.1995.
wsi: Steine als Stimmgabel. In: GA 28.10.1995. Die Steine der Singenden waren bereits 1995 beim
Semester-Eröffnungsgottesdienst der kath.-theol. Fakultät im Bonner Münster zu hören.
dpa/oro: Bildhauer Günther Oellers ist tot. In: GA 16.5.2011.
Körber, Hans-Dieter: Wohnbau GmbH. Baugeschichte des Wohnungsbaues 1950-1980. Bericht über
den gemeinnützigen Wohnungsbau in drei Jahrzehnten: 1950-1980. Hrsg. Wohnbau GmbH Bonn.
Bonn 1992, S. 194-195 mit Abb. Abb. S. 194 zeigt die Balustrade noch als Verweilort vor dem talseitig abfallenden Wanderweg. Der Autor gibt als Material Aluminiumguss an.
Günther Oellers. Skulpturen und Plastiken in Stein, Holz und Bronze aus fünf Jahrzehnten Hrsg.
Frank Günter Zehnder, Rheinisches Landesmuseum Bonn/Verein zur Förderung kultureller Zwecke
im Bereich der Kölner Justiz e.V. (Katalog der Ausstellung im Oberlandesgericht Köln 1998). Köln
1998, S. 17-21, 24, 61 (Biografie).
Schnapp-Enderes, Marion: „Freiheit zur Pflicht“. Der Bildhauer Günther Oellers. Freie Werke. Phil.
Diss. Bonn 2006 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie, Werkverzeichnis), WV 132, S. 99; Abb.
S. 327 mit dem Titel Die Sitzenden und der Materialangabe Eisen.
Katalog-Nr. 134
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Erich Hauser, Stahlplastik 8/77, 1977
Edelstahl, 142x200x120 cm
1977 - 14.11.1979 offizielle Vorstellung der Arbeit
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2-10 (Kreuzbauten)
Bundesministerien der Justiz, für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (Kantinenvorplatz,
heute Bundesministerium für Bildung und Forschung, EisenbahnBundesamt, Streitkräfteamt und Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
- vor Haus A3)
Bund
113
Beschreibung
Werknummer 8/77 ist aus industriell vorgefertigten Metallplatten aus nichtrostendem Chromnickelstahl hergestellt und matt poliert. Zwei schräg gestellte kubische Formen werden in der Mitte durch
ein strahlenförmiges Element zusammengehalten, so dass das labile Gleichgewicht wieder hergestellt
wird. Während sich die Kuben rückseitig im unteren Teil überschneiden, klappen sie auf der Vorderseite weiter auseinander und erinnern an Papierfaltungen, die das starre Material vergessen lassen.
Trotz des großen Gewichts wirkt die Arbeit schwerelos, zumal sie an nur vier Punkten den Sockel
berührt. Die Formgebung mit scharfkantigen, leicht konvex oder konkav gewölbten Rechteckflächen
ermöglicht ein reizvolles Lichtspiel. Auf Wunsch des Künstlers wurde das Objekt nachträglich auf
einen Sockel gestellt.
Kurzbiografie
Erich Hauser s. Kat.-Nr. 14
Quelle
Aufstellung „Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Literaturhinweise
Die Kreuzbauten - Dienstsitz Bonn. In: BMBF Public. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Referat Öffentlichkeitsarbeit. August 2002, S. 20.
Erich Hauser. Werkverzeichnis. Plastik 1970-1980. Hrsg. Institut für moderne Kunst Nürnberg. Einf.
Gerhard Bott. Zirndorf 1980, WV 8/77, Abb. S. 211.
Kunst im Bundesministerium für Forschung und Technologie. Bilder und Plastiken. Katalog zur
Kunstsammlung des BMFT. Stand Januar 1981, o. S. mit Abb.
Erich Hauser. Werkverzeichnis 1960-2000. Hrsg. Lothar Späth. 2 Bde. Schramberg 2000. Bd. 2,
S. 120, 281 mit Abb.
60 x Kunst am Bau aus 60 Jahren. Hrsg. Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Projektleitung Ute Chibidziura. Berlin 2010, S. 87. Abb. S. 86.
Katalog-Nr. 135
Werk
Aufstellung
Standort
Karl J. Dierkes, Lichtwand, doppelseitig, 1973/74
Bronze, 245x360x65 cm
sign. seitl. re.: „Dierkes / 74“
1974
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 6 (Kreuzbauten)
Bundesministerium der Justiz (Hof südwestlich von BMJ,
heute Eisenbahn-Bundesamt - Haus A 1)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die abstrakte Form ist durch zwei eine Mittelachse bildende Längsrinnen akzentuiert, die Seiten durch
vor- und zurücktretende Flächen gegliedert. Vorder- und Rückseite sind gleich gestaltet. Den Betonsockel berührt die großflächig bewegte, wie knittriges Papier wirkende Komposition nur in der Mitte
und bekommt dadurch etwas Schwebendes. Die Lichtwand ist in dem für Dierkes typischen Material
Bronze ausgeführt, hier jedoch nicht mehr wie in früheren Jahren unpoliert oder patiniert, sondern
poliert. Da die Oberfläche stumpf geworden ist, können Licht- und Schattenspiele kaum mehr wahrgenommen werden.
Neben der großen Ausführung entstanden ein Jahr zuvor zwei wesentlich kleinere Fassungen, ebenfalls in Bronze, als Lichtwand und Lichtwand II.
Kurzbiografie
Karl J. Dierkes
Geb. 1924 in Dahlhausen/Beverungen, dort 2008 gest.
1948-1951 Studium der Bildhauerei im Atelier Hans Martin Ruwoldt, Hamburg. 1952-1959 freischaffend in der Künstlerkolonie Darmstadt tätig, seit 1960 im eigenen Atelier in Dahlhausen bei Höxter.
1962-1968 Leitung der Bildhauerklasse an der staatlichen Ingenieurschule für das Bauwesen, Höxter.
Einzelausstellungen u.a. 1986 und 1995 Museum Höxter-Schloss Corvey; 2001 Firma Storck, Halle/Westf.; 2003 Retrospektive „Alte Waage“, Brakel.
Quellen
Aufstellung „Kunst am Bau“ 1971 - 1976, Bundesbaudirektion Bonn o.D. (BBR Bonn).
Telefonische Auskunft Tourist-Information Stadt Beverungen an Verfasserin 17.2.2010.
Stadt Brakel: Ausstellung des Bildhauers Karl J. Dierkes. Online im Internet: URL:
http://www.brakel.de/196.html (2007).
114
Literaturhinweis
Karl J. Dierkes. Bronzen (Katalog zur Ausstellung im Museum Höxter-Corvey 1986). Red. Wilfried
Schilling/Karl J. Dierkes. Borgentreich 1986 (Biografie, Ausstellungen), Abb. S. 52 als Modell, Abb.
S. 46 Lichtwand II.
Katalog-Nr. 136
Werk
Aufstellung
Standort
Hansjürgen Grümmer, Polyphems Spielzeug, 1973/74
Basaltlava, Eisen, Stahl, Holz, Sockel Ziegelstein
Gesamtlänge 5000 cm
1974
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 6 (Kreuzbauten)
Bundesministerium der Justiz (Hof südlich vom BMJ,
heute Eisenbahn-Bundesamt - Haus A 1)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Der Künstler schuf für den rund 50 m langen und 7 m breiten Tiefhof ein fünfteiliges Ensemble auf
teilweise durchgehendem Sockel aus Ziegelstein: Blöcke aus Basaltlava, gelb, rot, blau bemaltes Eisen und Edelstahl sowie ein alter Baumstamm wurden zu einer riesigen Hantel, Steinschleuder und
anderem „Spielzeug“, das an Kinderkreisel, Rasseln oder Bauklötze denken lässt, umfunktioniert. Die
Werke erstrecken sich in einer Linie von Ost nach West über den gesamten Hof, der dadurch zu einem
kleinen „Skulpturengarten“ geworden ist. Der Titel verweist auf den griechischen Zyklop Polyphemos, Sohn des Poseidon, den Odysseus blendete, um sich und seine Gefährten aus der Gefangenschaft
des Riesen zu retten. Dieser warf den Flüchtenden einen großen Felsbrocken hinterher.
Kurzbiografie
Hansjürgen Grümmer
Geb. 1935 in Köln, dort 2008 gest.
1953-1958 Studium der Wandmalerei an den Kölner Werkschulen (Meisterschüler bei Otto Gerster).
1957 Rom-Stipendium des Instituto Italiano di Cultura. 1958-1960 Leitung von Kursen für Kunsterzieher, Königswinter. 1962 Mitbegründer der Kölner Künstlergruppe „mal fünf“. 1963 Förderpreis
der Stadt Köln für Malerei. Tätig als Maler, Grafiker und Bildhauer.
Ausstellungen u.a. 1963-1967 Kunstverein Köln.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1966 Gestaltung des Offenbachplatzes mit Opernbrunnen, Köln;
1974 Neufassung des Ostermann-Brunnens (1938), Ostermannplatz, Köln.
Quellen
Gedicht Hansjürgen Grümmer vom 16.10.1973 (Nachlass Hallensleben - Material von Iris Kumpf und
Susanne Reichenberg)
„Polyphems Spielzeug:
Auf einer riesengroßen Wiese/spielte Polyphem/ein riesenkleiner Riese/ein Sohn aus gutem Hause /ein wenig illegitim - aber immerhin/des Gottes Poseidon alias Neptun -/Der Vater hatte eine günstige
Position/und sämtliches Wasser und das Mittelmeer/unter Kontrolle -/Söhnchen aber saß auf dem
Trockenen/und spielte mit heißen Steinen-/Polyphems Lieblingsonkel hieß Hephaistos/und war göttlicher Schmied-/Bei dem durfte er alles tun - ausprobieren - basteln -/und seine Tante Aphrodite/kochte
köstliche Obstsuppen/und verstand die Kunst/kühle erwärmende Getränke zu bereiten -/Polyphem
lernte mit - rot - weiß - braun -/schwarzem Eisen zu spielen -/doch die glühende schwimmende Steinschmelze/des Onkel Vulkanus fesselte seine kindliche/Neugier am meisten -/Er formte winzige Murmelstücke/Er spleißte und spielte mit Sand - Stein/ und Eisen -/Ein Farbklecks hin und wieder/aus
dem Schminkkoffer von Tante Aphrodite -/Venus lächelte/denn der Neffe hatte Schwierigkeiten/mit
den Augen/und nahm alles ganz genau wahr -/Ihn erfreute nicht nur der kindliche/Augenschmauß /Ihn erfreute nicht nur die Erfahrung/seiner eigenen Stärke -/ Tastend -/Der geblendete Alte spielte
noch/mit den Steinen (Odysseus war längst zuhause) -/(Wenn die Kinder aus dem Gröbsten ’raus
sind/kümmern sich die Eltern nicht mehr drum -/so auch Poseidon)
Aufstellung „Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Schriftliche Auskunft Kunstverein Köln an Verfasserin 18.2.2010.
Ghise-Beer, Anka: Das Werk des Architekten Peter Neufert. Phil. Diss. Wuppertal 2001, S. 172.
Online im Internet: urn:nbn:de:hbz:468-20010439. URL: http://d-nb.info/964288370 [13.11.2011].
Literaturhinweis
Kolberg, Gerhard: Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Köln 1988, S. 79
(Biografie).
115
Katalog-Nr. 137
Werk
Aufstellung
Standort
Joachim Spies, o.T., 1973
40 Kunststoffwürfel, 4 Kunststoffrechtecke
Höhe 50, 60, 100 und 150 cm
1975
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 6 (Kreuzbauten)
Bundesministerium der Justiz (Innenhöfe am BMJ,
heute Eisenbahn-Bundesamt - Haus A 1)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Spies setzte die Möblierung der Innenhöfe mit „Spielzeug“ fort (vgl. Kat.-Nr. 136). Zunächst im Hof
nordöstlich am Justizministerium, mittlerweile in drei Innenhöfen verteilt, liegen 44 Würfel und
Rechtecke unterschiedlicher Größe einzeln oder in kleinen Gruppen zusammengestellt. Mit den Formen griff der Künstler die kubischen Grundrisse der Baukörper und quadratischen und rechteckigen
der Stützpfeiler auf. Die an Bauklötze erinnernden Objekte wurden mit geometrischen Mustern bunt
bemalt und stellen somit einen Gegensatz zur monotonen Umgebung dar.
Kurzbiografie
Joachim Spies
Geb. 1930 in Berlin, gest. 1994 in Marburg.
1951-1958 Studium an den Kunsthochschulen in Stuttgart (bei Karl Rössing), Salzburg (bei Oskar
Kokoschka), Berlin (bei Karl Schmidt-Rottluff). Nach einjährigem Aufenthalt auf Ibiza 1962-1982
Lehraufträge für Radierungen und graphische Techniken an den Universitäten Gießen und Frankfurt.
1975-1982 Professur im Fachbereich Architektur an der Fachhochschule Köln. 1986/87 Forschungssemester in Venedig.
Einzelausstellungen u.a. 1975 Bundesjustizministerium, Bonn; 1985 Associazione Culturale ItaloTedesca, Venedig; 2005/2006 Kunstforum Arbeitsgericht, Marburg.
Quellen
Aufstellung „Kunst am Bau“ 1971 - 1976, Bundesbaudirektion Bonn o.D. (BBR Bonn - GONO
BMBW und BMJ Heinemannstr.).
Aufstellung „Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Marburg-Album.de: Ausstellung Ghetto di Venezia Professor Joachim Spies zum 75. Geburtstag..
Online
im Internet:
URL:
www.marburg-impressionen.de/marburg-album/html/spies.html
[113.11.2011]. (Biografie, Ausstellungen).
Katalog-Nr. 138
Werk
Aufstellung
Standort
Victor Bonato, Hour-Flower, 1976-1978
Glasspiegel, Stahl, Motor, Leuchtkörper
Höhe 180 cm, Seitenlänge eines Grundflächendreiecks 95 cm
1978
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Bundesministerien für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (Innenhof nördl. BMBW/BMFT,
heute Bundesministerium für Bildung und Forschung - Haus A 2)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die Installation besteht aus drei gleich großen Tetraedern mit Oberflächen aus Spiegeln auf Stahlscheiben. Jedes Element kann mittels einer komplizierten Steuerungsanlage, die sich unterhalb des
Objekts in der Baugrube befindet, um sich selbst rotieren. In Ruhestellung schließen sich die Tetraeder zu einer Pyramidenform zusammen. An den in der Mitte spitz aufeinander zulaufenden vertikalen Kanten der Elemente verläuft eine Neon-Lichtlinie.
Alle drei Körper sollen sich innerhalb der Bürozeiten einmal pro Stunde um 360° drehen, d.h. die
Tetraeder bewegen sich zunächst voneinander fort, dann aufeinander zu bis sie die Ausgangsposition
wieder erreicht haben, ähnlich einer sich langsam öffnenden und wieder schließenden Blüte. Daher
vermutlich der Titel. Dieses „Werden und Vergehen“ macht das Verrinnen von Zeit real erlebbar wie
auch der Spiegel symbolisch auf Vergänglichkeit hinweist. Das Werk beschließt die Reihe von
Bonatos’ Spiegelglas-Arbeiten. Inzwischen funktionieren weder Motor noch Licht.
Kurzbiografie
Victor Bonato s. Kat.-Nr. 6
116
Quellen
Betriebsanleitung Victor Bonato für BMFT o.D. [Mai 1978] (BMVBS Bonn - TGM - Ref. Z 33).
Schreiben Victor Bonato an Bundesbaudirektion 20.8.1978 (BBR Bonn - GONO BMBW und BMJ
Heinemannstr.).
Vermerk BMJ 4.10.1996 (BBR Bonn - GONO BMBW und BMJ Heinemannstr.). Danach war die
Mechanik von Hour-Flower nach 18 Jahren defekt und musste für rund DM 9.300 repariert werden.
Aufstellung „Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Literaturhinweis
Wick, Rainer K.: Bonato. Kunst im öffentlichen Raum 1978-1996. Köln 1996, S. 11-12, 51-55 mit
Abb.
Katalog-Nr. 139
Werk
Aufstellung
Standort
Ursula Sax, Auswendelnde Säule, 1968
Edelstahl, 120x110x110 cm
1976
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Bundesministerien für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (Hof südwestlich BMBW/BMFT,
heute Bundesministerium für Bildung und Forschung - Haus A 2)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die Konstruktion dieser mit vier leicht geschwungenen, von einer Säule ausgehenden „Armen“ in den
Raum ausgreifenden Plastik hat etwas Tänzerisches, das im Gegensatz zur funktionalen Architektur
steht. Einen weiteren Kontrast bilden das harte Material und die organische Form.
Die Arbeit wurde 1970 angekauft. Sie entstand als Modell für einen „Kunst am Bau“-Wettbewerb der
Universität Tübingen, zu dem die Künstlerin eingeladen worden war. Daher erklärt sich das für eine
Arbeit im Freien kleine Format. In dieser Größe sollte das Objekt - so die Auffassung der Künstlerin statt mitten im Innenhof besser an einem Geländesprung oder an einer Stufe stehen, um die Wirkung
zu steigern.
Kurzbiografie
Ursula Sax
Geb. 1935 in Backnang/Württemberg. 1950-1955 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1956-1960 an der Hochschule für bildende Künste Berlin (Meisterschülerin bei
Hans Uhlmann). Ab 1960 freischaffend tätig. 1960 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband
der deutschen Industrie. 1963 Villa-Romana-Stipendium, Florenz. 1970 Will-Grohmann-Preis. 1974
Kunstpreis der Böttcherstraße, Bremen. 1975/76 Villa-Massimo-Stipendium, Rom, 1979/80 Stipendium Cité internationale des Arts, Paris, 1981 Stipendium der Hand Hollow Foundation, East Chatham/USA. 1985/86 Gastprofessur an der Hochschule der Künste, Berlin. Professuren 1990-1992
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, 1992-2000 Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Lebt und arbeitet in Radebeul.
Einzelausstellungen u.a. 1965 Galerie S Ben Wargin, Berlin; 1980 Kunstverein, Freiburg; 2008 Galerie Ruhnke, Potsdam.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1974 Rotation II, ZDF-Sendezentrum, Mainz-Lerchenberg; 1982
Freiplastik, Deutsche Botschaft, Kairo; 1992 Looping, Messegelände Berlin.
Quellen
Schriftliche Auskunft Prof. Ursula Sax an Verfasserin 15.11.2009.
Aufstellung „Kunst am Bau“ 1971 - 1976, Bundesbaudirektion Bonn o.D. (BBR Bonn - GONO
BMBW und BMJ Heinemannstr.).
Home-page Ursula Sax. Online im Internet: URL: www.ursulasax.de [13.11.2011].
Literaturhinweise
Ursula Sax. Text Jörn Merkert (Katalog der Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Bonn 1973).
Bonn 1973, S. 30 mit Abb.
Sax. Architekturbezogene Arbeiten von Ursula Sax. Hrsg. Raab Galerie Berlin/London. Berlin 1988
(Ausstellungen), Abb. S. 12.
Baer, Patrick-Daniel: Werk Sax. Dresden 2002 (Biografie, Bibliografie), Nr. 256 mit Abb.
117
Katalog-Nr. 140
Werk
Aufstellung
Standort
Günter Ferdinand Ris, Fortifikation, ca. 1965
Bronze, geschwärzt, 57x82x50 cm
Sockel Stein, Höhe 38 cm, Ø 30 cm
Ankauf 1972
Aufstellung 1976
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2-10 (Kreuzbauten)
Bundesministerien für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (Hof westlich BMBW/BMFT,
heute Bundesministerium für Bildung und Forschung - Haus A 2)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Die Arbeit gehört in die Reihe der Fortifikationen, bei denen eine Kugelform bis zur Unkenntlichkeit
des Zentrums zerstückelt und zerteilt wird. Hier wurde die Grundform der Kugel horizontal gestaucht
und damit in einen oberen und unteren Schalenbereich getrennt. Dennoch wirkt das Werk kompakt, da
konvexe Flächenabschnitte die schwellenden Innenformen fest umklammern. Leichtigkeit erzeugt
hingegen das Balancieren auf nur einem Punkt der Plinthe über zylindrischem Sockel. Diese Merkmale verbinden das Objekt mit der 1965 entstandenen Fortificatione II, während bei Fortificatione I von
1963 die beiden auseinanderstrebenden Hälften durch ein Verbindungselement zusammengehalten
werden. Die sich im Besitz des Rheinischen Landesmuseums Bonn befindende Fortificatione II ist
allerdings im Vergleich zum Werk des Bundes bei ähnlicher Höhe und gleicher Länge rund doppelt so
tief. Dieses scheint bisher noch in keinem Werkverzeichnis erfasst.
Kurzbiografie
Günter Ferdinand Ris s. Kat.-Nr. 37
Quellen
Aufstellung „Kunst am Bau“ 1971 - 1976, Bundesbaudirektion Bonn, o.D. (BBR Bonn - GONO
BMBW und BMJ Heinemannstr.).
Telefonische Auskunft Rheinisches Landesmuseum Bonn an Verfasserin 15.4.2010.
Literaturhinweise
G.F.Ris. Skulpturen Zeichnungen (Katalog der Ausstellung im Wilhelm Lehmbruck-Museum der
Stadt Duisburg 1968). Duisburg 1968, Abb. Nr. 10 (zu einer Arbeit, betitelt Fortificazione, 1965,
geschwärzte Bronze mit den Maßen 57x82x96 cm).
G.F.Ris. Bilder Skulpturen Zeichnungen Entwürfe. Hrsg. Senat der Hansestadt Lübeck (Katalog der
Ausstellung im Domhof, Museum am Dom Lübeck 1973). Lübeck o.J. [1973], S. 14, 33, Abb. S. 32
(zu Fortificacione II; hier irrtümlich der Bundesbaudirektion Bonn zugeordnet).
Rheinisches Landesmuseum Bonn. Kunst des 20. Jahrhunderts. Einf. Hans M. Schmidt. Köln 1980,
S. 47, Abb. S. 111 (zu Fortificacione II mit den Maßen 54x82x96 cm).
Stemmler, Dierk: G.F. Ris. Lichtwände Lichtpfeiler Lichtfelder. Heidelberg 1983, Abb. S. 17 (zu
Fortificacione II mit falscher Angabe: „Besitz Bundesrepublik Deutschland“).
Heusinger von Waldegg, Joachim: G.F. Ris. Frankfurt 1994, S. 115. Abb. S. 43 Fortificacione II;
Abb. S. 37 Fortificatione I.
G.F. Ris. Das plastische Werk 1958-2001. Hrsg. Boris von Brauchitsch. Köln 2002, WV 48, Abb.
S. 57 Fortificatione II. Die o.a. Bonner Arbeit ist im Werkverzeichnis nicht enthalten.
Katalog-Nr. 141
Werk
Aufstellung
Standort
Ansgar Nierhoff, Plastische Kreuzung, 1977
Stahlhohlkörper über einer Rasenmulde
gesamt 92x1930x1825 cm, Ø Rasenmulde 500 cm
Länge der zwei sich überkreuzenden inneren Teile je 750 cm,
der vier Verlängerungsarme je 600 cm, Querschnitt 75x75 cm
14.11.1979 offizielle Vorstellung der Arbeit
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Bundesministerien für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (großer Innenhof,
heute Bundesministerium für Bildung und Forschung - südlich Haus A 2)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Zwei Folgen von Stahlbalken, bestehend aus sechs Elementen, sind durch Streckung der einen Folge
und Stauchung der anderen an den Enden verformt, mittels Zapfen ineinander geschoben und kreuzförmig über einer Rasenmulde so ausgelegt, dass sie sich am Kreuzungspunkt nicht berühren. Die
118
Verformung der Rasenfläche entspricht dabei der Verformung der ursprünglich gleichförmigen lang
gestreckten Stahlbalken. Die Arbeit macht den Gegensatz von nachvollziehbarer Konstruktion und
geplanter, als Zerstörung empfundener Deformation sichtbar.
Kurzbiografie
Ansgar Nierhoff s. Kat.-Nr. 11
Quellen
Interview Wout Nierhoff mit Ansgar Nierhoff zu Skulpturen vor Bauten des Bundes in Bonn am
2.11.1988, S. 6- 9 (Nachlass Hallensleben).
Aufstellung „Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Literaturhinweise
ma: Drastische Spitznamen für die Plastische Kreuzung In: GA 15.11.1979 mit Abb. (StA ZA
131/2028). Als Spitznamen werden „Bischofskreuz“ (Anspielung auf den Namen eines Mitglieds der
Ankaufskommission) und „abgestürztes Flugzeug“ angegeben.
Die Kreuzbauten - Dienstsitz Bonn. In: BMBF Public. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Referat Öffentlichkeitsarbeit. August 2002, S. 18.
Ausstellungskatalog Documenta 6, 1977, Kassel. Red. Joachim Diederichs. 3 Bde. Kassel 1977. Bd.
1, S. 214.
Leuschner, Wolfgang: Bauten des Bundes 1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung,
Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980. S. 228 mit Abb.
Kunst im Bundesministerium für Forschung und Technologie. Bilder und Plastiken. Katalog zur
Kunstsammlung des BMFT. Stand Januar 1981, o. S. mit Abb.
Moeller, Magdalena M.: Ansgar Nierhoff. Skulpturen und Zeichnungen 1977-1985. Stuttgart 1985,
S. 80, 131, Abb. S. 87 Plastische Kreuzung auf der Documenta 6 in Kassel.
Schmidt, Hans M: über Ansgar Nierhoff. Material, Prozeß und Potential. In: Künstler. Kritisches
Lexikon der Gegenwartskunst, Hrsg. Lothar Romain/Detlef Bluemier. Loseblatt-Ausgabe. München
1990, Ausgabe 12, S. 6, Abb. S. 8.
Zu Einem aus Einem. Ansgar Nierhoff. Skulptur im öffentlichen Raum. Hrsg. Justus Jonas. Heidelberg 2006, S. 19, 266, Abb. S. 136, 137.
Katalog-Nr. 142
Werk
Aufstellung
Standort
Matschinsky-Denninghoff, Planta, 1977
Chrom-Nickel-Stahl, Höhe 270 cm, Ø Rohr 25 cm
Basisplatte 106x105 cm
14.11.1979 offizielle Vorstellung der Arbeit
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2-10 (Kreuzbauten)
Bundesministerien der Justiz, für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (zwischen Haus II und III, heute
Eisenbahn-Bundesamt und Streitkräfteamt - zwischen Haus A 4 und A 5)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Der Titel beschreibt den Typus der Arbeit. Sie erinnert tatsächlich an eine Pflanze, nämlich an einen
Baum - hier in der Basisplatte verankert - mit sechs abgesägten Ästen. Diese werden jedoch aus miteinander verschweißten Stahlrohren gebildet, die stumpf abgeschnitten und mit einer runden Stahlplatte verschlossen wurden. Das Verfahren ergibt durch die nebeneinander laufenden Linien mit dunkleren Lötstellen aus Zinn eine serielle Oberflächenstruktur. Die organische Wirkung wird durch die
Neigung des Mittelrohres und Biegung der übrigen Rohre hervorgerufen. Insgesamt erscheint die
Plastik erstaunlich leicht und bildet so einen Kontrapunkt zur konstruktiv-plastischen Architektur.
Gleichzeitig bekommt sie einen surrealen Anklang durch den Gegensatz zwischen vegetabiler Form
und härtestem technischen Werkstoff, eine Wirkung, die von den Künstlern angestrebt wurde.
Vor Planta erstellten sie in der Form vergleichbare, aber mit einer Höhe von 29 bzw. 53 cm wesentlich kleinere Fassungen aus Messing und Zinn: Trieb, 1974 und Trieb II, 1977, die sich ebenfalls aus
einem Stamm verzweigen.
Kurzbiografien
Brigitte Matschinsky-Denninghoff
Geb. 1923 in Berlin (damals Meier-Denninghoff), dort 2011 gest.
Nach Ausbildung zur Bühnenbildnerin 1943-1946 Studium an den Kunsthochschulen Berlin und
München. 1948 Assistentin von Henry Moore in England und anschließend 1949/50 von Antoine
Pevsner in Paris (Stipendium der Salomon Guggenheim Foundation). Ab 1950 freischaffend in München tätig. 1953/54 Bühnenbildnerin in Darmstadt. 1957/58 Leitung der Bildhauerabteilung an der
Werkakademie Kassel. 1959 Prix Bourdelle, Paris.
119
Martin Matschinsky
Geb. 1921 in Grötzingen/Baden. 1938-1940 Fotografenlehre. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft
1948-1950 Ausbildung als Schauspieler an der Otto Falckenberg-Schule München. 1950-1954 Theatertätigkeit an verschiedenen Bühnen, zuletzt in Darmstadt. 1955 Beginn der Bildhauerei.
Gemeinsame Arbeit seit 1955, zunächst bis 1961 in München und anschließend bis 1970 in Paris.
1970 Übersiedlung nach Berlin. Ab diesem Zeitpunkt stellen beide unter dem gemeinsamen Namen
Matschinsky-Denninghoff aus. Lebten und arbeiteten bis zum Tod von Brigitte MatschinskyDenninghoff 2011 zusammen in Berlin, seit 1995 auch in Schönfeld/Altmark (Sachsen-Anhalt).
Einzelausstellungen u.a. 1970 Nationalgalerie Berlin; 1980 Galerie Marianne Hennemann Bonn; 1985
Retrospektive Akademie der Künste, Berlin/Saarland-Museum, Saarbrücken/Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg.
Arbeiten im öffentlichen Raum, u.a. 1972/73 Skulptur auf dem Sipplinger Berg, BodenseeWasserversorgungs-Gesellschaft, Stuttgart; 1973-1975 Landmarke, ZDF-Sendezentrum MainzLerchenberg; 1985-1987 Berlin, Tauentzienstraße, Berlin.
Literaturhinweise
S.: Kunst vor Amtsstuben. In: BR 15.11.1979 (StA ZA 131/2028).
Die Kreuzbauten - Dienstsitz Bonn. In: BMBF Public. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Referat Öffentlichkeitsarbeit. August 2002, S. 21.
Matschinsky-Denninghoff. Dokumentation. Hrsg. Manfred de la Motte (Katalog zur Ausstellung in
der Galerie Hennemann Bonn 1980). Taschenbuchreihe Nr. 26. Bonn 1980, Abb. o.S. unter „1977“.
Leuschner, Wolfgang: Die Bildende Kunst im Raum der Architektur Bonn. In: Bauten des Bundes
1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980,
Abb. S. 228, hier datiert auf das Aufstellungsjahr 1979.
Kunst im Bundesministerium für Forschung und Technologie. Bilder und Plastiken. Katalog zur
Kunstsammlung des BMFT. Stand Januar 1981, o. S. mit Abb.
Busche, Ernst/Raddatz, Rose-France: Matschinsky-Denninghoff. Skulptur und Zeichnung 1955-1985
(Katalog der Ausstellung in der Akademie der Künste, Berlin/Moderne Galerie Saarland Museum,
Saarbrücken/ Germanisches National Museum, Nürnberg 1985). Berlin 1985, S. 226, Abb. S. 125.
Was tut der Bund für die Kultur? Berichte und Dokumentationen. Hrsg. Presse- und Informationsamt
der Bundesregierung. Bonn 1985, Abb. S. 119.
Matschinsky-Denninghoff. Monographie und Werkverzeichnis der Skulpturen. Hrsg. Georg W.
Költzsch. Köln 1992. WV 378 mit Abb.; WV 317 Trieb (1974) mit Abb.; WV 373 Trieb II (1977) mit
Abb.
Merkert, Jörn: Matschinsky-Denninghoff. Werke aus fünf Jahrzehnten in der Sammlung der Berlinischen Galerie. Schweinfurt/Berlin 2001 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 143
Werk
Aufstellung
Standort
Victor Bonato, Gleiche Massen auf ungleichen Räumen,
(Gegenströmung) 1977-1981/1998
Kupfer, 6 Kugeln Ø je 60 cm, Rohr Ø 10 cm
Fläche außen 1545x153 cm, innen 280x153 cm
11.11.1981 Einweihung
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Bundesministerien für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (Hof - Eingangshalle Haus IV
bis zu den Lampenelementen zwischen Haus III und IV,
heute Deutsches Institut für Erwachsenenbildung Eingangsbereich Haus A 6)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Diese horizontal ausgerichtete Bodenskulptur sucht eine optische Verbindung von Innenraum (Cafeteria) und Außenraum. Die Bodenfläche besteht aus einer Struktur von 14 parallel zueinander verlaufenden Rohren. Dadurch, dass ein Teil ihrer Länge im Außenbereich und ein Teil im Innenbereich
liegt, scheint sie die Glaswand des Gebäudes zu durchdringen und beide Bereiche miteinander zu
verschränken. Auf jedem Bodenelement liegen je drei gleich große, aber unterschiedlich schwere
Kugeln. Im Innenbereich sind sie leichter als im Außenraum, so dass sich zwei „ungleiche Räume“
ergeben. Die Kugeln können manuell bewegt und so immer wieder neu einander zugeordnet werden.
Ein Jahr nach Fertigstellung wurde die Arbeit aus Sicherheitsgründen abgebaut und 1983 Richtung
Godesberger Allee neu installiert. 1998 wurde das Werk erheblich verändert und in Gegenströmung
120
umbenannt. In einem Gebäudedurchgang platziert, sind die zwei Teile nunmehr mit insgesamt 16
Rohren und 5 Kugeln durch eine auf Stützen gestellte Wand getrennt. Vor dieser biegen sich auf der
einen Seite 7, auf der anderen 5 der Rohre hoch auf. Die zwischen den Schienen im Boden fest verankerten Polyeder sind 3:1 verteilt, ein weiterer wurde einige Meter entfernt separat aufgestellt.
Kurzbiografie
Victor Bonato s. Kat.-Nr. 6
Quellen
Schreiben BMFT an BBD 17.11.1983. Bonato begleitete die Änderung und erhielt ein Honorar von
DM 4.500 (BBR Bonn - GONO BMBW und BMJ Heinemannstr.).
Schreiben Bonato an BMFT 9.12.1983 (BBR Bonn - GONO BMBW und BMJ Heinemannstr.).
Rechnung Gabau, Garten- und Landschaftsbau GmbH, Bad Honnef, 14.12.1983 für Verlagerung
Kunstobjekt (BBR Bonn - GONO BMBW und BMJ Heinemannstr.).
Aufstellung des BMBF der Kunstwerke im Außenbereich BMBF. Stand 2007 (BBR Bonn). Hiernach
erfolgte die Änderung und Umbenennung 1998 für ca. DM 19.100.
Literaturhinweise
ma: Provokatives an den Kreuzbauten. In: GA 12.11.1981 (StA ZA 133/1555).
Kunst im Bundesministerium für Forschung und Technologie. Bilder und Plastiken. Katalog zur
Kunstsammlung des BMFT. Stand Januar 1981, o.S. mit Abb.
Bonner Künstler aktuell. Katalog Städtisches Kunstmuseum Bonn. Bonn 1982, S. 11-13.
Wick, Rainer K.: Bonato. Kunst im öffentlichen Raum 1978-1996. Köln 1996, S. 12-13, 15-17,
103-105 mit Abb.
Katalog-Nr. 144
Werk
Aufstellung
Standort
Rolf Szymanski, Große Sammlerin (Schiffs-Leib und Stele), 1975
Bronze, 199x90x102 cm
Gießerei Schmäke, Düsseldorf
1980
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Bundesministerien der Justiz, für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (zwischen Haus III und IV,
heute Streitkräfteamt und Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - zwischen Haus A 5 und A 6)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Das Werk verbindet die archaische Form der Stele mit Strom, Bootsformen und dem menschlichen
Körper, hier einem weiblichen mit ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen. Damit kombiniert der Künstler eigentlich nicht Zusammengehörendes zu einer Einheit. Dies kommt bereits im Titel zum Ausdruck. Das organisch schwellende Formgefüge ist von Deformationen und Übersteigerungen bestimmt. Der verstümmelte Rumpf und die grotesk wie Rüssel aufragenden überlangen Stümpfe lassen
dennoch Assoziationen an menschliche Körperteile zu. Die Arbeit ist vielansichtig mit den Gegensätzen von rauer zerküfteter Oberfläche und scharfen Kanten der Figur und ihren glatten Rundungen. Sie
ist gleichzeitig still und expressiv durch ausgreifende Gestik.
Kurzbiografie
Rolf Szymanski
Geb. 1928 in Leipzig. 1945-1950 Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Leipzig (bei Alfred Thiele).
1950-1955 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin (bei Bernhard Heiliger, Richard
Scheibe und Paul Dierkes). 1961 Kunstpreis der Stadt Wolfsburg für Plastik. 1962 Villa-MassimoPreis, Rom. 1963 Berliner Kunstpreis Junge Generation. 1964 Villa-Romana-Preis, Florenz. 1968
Stipendium für die Cité Internationale des Arts, Paris. 1969 Premio del Fiorino, Florenz. 1971-1974
stv. Direktor der Abt. Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin (West). 1974-1983 und 19861997 dort Direktor, 1983-1986 Vizepräsident der Akademie. 1986-1996 Professur an der Hochschule
der Künste Berlin. Lebt und arbeitet in Berlin.
Einzelausstellungen u.a. 1962 Galerie Brusberg, Hannover; 1993 Museum der bildenden Künste,
Leipzig; 2008/2009 Berlinische Galerie, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969-1971 Öffentliche Rose, Waterloo-Platz, Hannover; 19691973 Die Frauen von Messina, Raschplatz, Hannover; 1981 Wasserträgerin, Skulpturengarten am
Funkturm, Berlin.
Quelle
Reber, Simone: Krieg und Liebe. Dem Berliner Bildhauer Rolf Szymanski zum 80. In: Tagesspiegel
22.10.2008. Online im Internet: URL:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/krieg-und-liebe-dem-berliner-bildhauer/1352986.html
121
Literaturhinweise
Die Kreuzbauten - Dienstsitz Bonn. In: BMBF Public. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Referat Öffentlichkeitsarbeit. August 2002, S. 21.
Schmied, Wieland: Nicht Abbild, sondern Antwort. In: Rolf Szymanski. Plastiken, Zeichnungen,
Druckgraphik 1958-1975 (Katalog der Ausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf in der Kunsthalle Düsseldorf 1975). Düsseldorf 1975, o.S., Abb. Nr. 50 und Zeichnung.
Rolf Szymanski. Werkverzeichnis der Plastiken 1958-1975. Brusberg-Dokumente 7. Hannover 1975,
WV 75/3, o.S. mit Abb.
Kunst im Bundesministerium für Forschung und Technologie. Bilder und Plastiken. Katalog zur
Kunstsammlung des BMFT. Stand Januar 1981, o. S. mit Abb.
Rave, Horst: Bau Kunst Verwaltung, Dokumentation Ergänzungsfonds des Bundes 1977 bis 1984.
Hrsg. Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1986, S. 164 mit
Abb.
Rolf Szymanski. Plastiken und Zeichnungen 1956 bis 1988. Hrsg. Jörn Merkert (Katalog der Ausstellung in der Berlinischen Galerie im Martin-Gropius-Bau, Berlin 1989). Berlin 1989 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), WV 75/3 mit Abb. Gipsmodell, S. 11-19.
Rolf Szymanski. Plastik und Zeichnung (Katalog der Ausstellung im Museum der bildenden Künste,
Leipzig 1993). Leipzig 1992 (Bibliografie).
„Berliner Dialoge“. 2. Walter Stöhrer/Rolf Szymanski. Werke aus vier Jahrzehnten (Edition anl. Ausstellung in der Galerie Brusberg Berlin 2002). Kabinettdruck 25. Berlin 2002 (weiterführende Biografie, Ausstellungen).
Katalog-Nr. 145
Werk
Aufstellung
Standort
Rolf Szymanski, Die Frauen von Messina, Tag des Überflusses, 1974
Bronze, 152,5x63x117 cm, Ex. 4/6
Gießereistempel: „Schmäke, Düsseldorf“
1982
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Bundesministerien der Justiz, für Bildung und Wissenschaft sowie
Forschung und Technologie (vor Haus III,
heute Streitkräfteamt - vor Haus A 5)
Leihgabe des Bundes
Auftraggeber
Beschreibung
Der „Überfluss“ wird durch einen überquellenden Leib einer auf einem Felsblock sitzenden weiblichen Gestalt mit schweren Brüsten dargestellt. Die Figur ist additiv aus Fragmenten zusammengesetzt. Auffällig sind die drei Beine, zwei davon als Stümpfe gestaltet. Der Fuß des dritten ist außerhalb
der quadratischen Sockelplatte auf das Fundament gestellt. Die Figur scheint eine zweite, kleine weibliche zu schultern, die kopfüber nach vorn fällt.
Bei dem Titel hat sich der Künstler vom Roman „Die Frauen von Messina“ von Elio Vittorini (19081966) inspirieren lassen. Nach Entstehung der ersten Gruppe Frauen von Messina I, 1970, bestehend
aus Quelle, Black Sun Press und Tag des Überflusses, stellte er Übereinstimmung mit der im Roman
beschriebenen Gemeinschaft fest, die sich auf engstem Raum eine neue, bessere Gesellschaft aufbaut.
Trotz des Themas „Freiheit und Gemeinschaft“, die eigentlich eine Zusammenstellung mehrerer Figuren bedingt, lässt Szymanski immer wieder auch Auflagen der Einzelfiguren gießen.
Es ist geplant, diese Bronze demnächst wieder zusammen mit den drei ebenfalls vom Bund erworbenen Gips-Modellen (Höhe 18, 19 und 37,5 cm) im Gebäudeinneren auszustellen.
Kurzbiografie
Rolf Szymanski s. Kat.-Nr. 144
Quelle
Schriftliche Auskunft Roland Berger, Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Bonn, an Verfasserin 5.11.2009.
Literaturhinweise
Kunst für den Bund. Erwerbungen seit 1970. Hrsg. Thomas Grochowiak/Anneliese Schröder. Bonn
1981, S. 79 mit Abb.
Rolf Szymanski. Plastiken und Zeichnungen 1956 bis 1988. Hrsg. Jörn Merkert (Katalog der Ausstellung in der Berlinischen Galerie im Martin-Gropius-Bau, Berlin 1989). Berlin 1989, WV 74/2, S. 28;
Abb. S. 102-103.
122
Brunner, Dieter: Gebreite. In: Rolf Szymanski. Arbeitsprozesse. Gipsmodelle. Zeichnungen. Hrsg.
Dieter Brunner (Katalog der Ausstellung in den Magdeburger Museen Kloster Unser Lieben Frauen/Städtische Museen Heilbronn/ Gerhard Marcks-Haus Bremen 1994/95). Heilbronn 1994, S. 21-29.
Kunst in Deutschland. Werke zeitgenössischer Künstler aus der Sammlung des Bundes. Hrsg. Kay
Heymer. Mitarb. Heino Kottkamp (Katalog der Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der
Bundesrepublik Deutschland Bonn 1995). Bonn 1995, S. 160.
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Red. Anette Hüsch/Eugen Blume (Katalog der Ausstellung im Palast der Schönen Künste, Brüssel 2007). Köln 2007, S. 174.
Katalog-Nr. 146
Werk
Aufstellung
Standort
Haus-Rucker-Co (HRC), Pavillon der Elemente, 1978-1981
Cortenstahl, verzinkter Stahl, Klinkerpflaster, Leuchtstoffröhren
Höhe 900 cm, schräg geneigte Fläche 2200x1700 cm
1980/81 - 11.11.1981 Einweihung
2 Hochkreuz, Heinemannstraße 2 (Kreuzbauten)
Ministerien für Bildung und Wissenschaft, Forschung und Technologie
(zwischen Haus IV und Besucherpavillon,
heute Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - nördlich Haus A 6)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Dem Konzept für den Pavillon der Elemente liegt der Entwurf eines Projektes für die Technische
Universität Berlin zugrunde, den das Team wie folgt beschreibt: „Die Polarität des Pavillons manifestiert sich in Material und Neigung: Der wissenschaftliche Teil ist in Cortenstahl und schräg ausgeführt, der „praktische“ in verzinktem Stahl und Pflaster richtet sich nach Vertikale und Horizontale“.
(Zit. nach Haus-Rucker-Co, Klagenfurt 1992, S. 117.)
Mitten auf einem mit Klinker gepflasterten Platz befindet sich eine schräg geneigte Fläche, bestehend
aus 105 Cortenstahlplatten, auf die Ordnungszahlen und Zeichen aller bis dahin bekannten chemischen Elemente aufgeschweißt sind. In dieser Ebene ist ein Geviert von 5x6 m ausgespart, aus dem
sich der Anfang eines Gebäudes aus drei Pfeilern entwickelt. Deren unterschiedliche Querschnitte Quadrat, Viertelkreis, Kreis - symbolisieren die verschiedenen Aggregatzustände der Elemente: fest,
flüssig und gasförmig. Zu einem Pavillon ergänzt wird das Gebäude durch eine Stahlkonstruktion, die
eine Fensteröffnung, Giebel und Dach entstehen lässt. Die rechteckige Form des Daches soll den neu
entdeckten vierten plasmaförmigen Aggregatzustand verdeutlichen. Obwohl das unfertige Gebäude
Licht trägt, kann diese Architektur nicht genutzt werden, sondern ist zweckfreie Kunst, die den Regeln
der Architektur geradezu zuwiderläuft: Die Bestandteile des Pavillons - Stützen, Dach, Fenster - sind
zusammenhanglos zusammengefügt. Er steht nicht auf einer flachen, sondern schrägen Fläche und
wird nicht von vier, sondern lediglich drei Stützen getragen. Dies zeigt den provisorischen und experimentellen Charakter der Arbeit von HRC.
Kurzbiografien
Haus-Rucker-Co s. Kat.-Nr. 3
Quelle
Baubeschreibung HRC vom 12.2.1980 (BMVBS Bonn - TGM - Ref. Z 33).
Enders, Ulrike: Pavillon der Elemente. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
ma: Rostiger Riese wirbelt Staub auf. In: GA 11.7.1981 (StA ZA 133/1555).
ma: Provokatives an den Kreuzbauten. In: GA 12.11.1981 (StA ZA 133/1555).
wf: „Der rostige Riese von Friesdorf“. In: GA 12.9.1987 (StA ZA 139/534-9).
Harenbrock, Petra: Rostiger Riese auf drei Beinen. In: BR 2.1.1999.
Die Kreuzbauten - Dienstsitz Bonn. In: BMBF Public. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und
Forschung. Referat Öffentlichkeitsarbeit. August 2002, S. 20.
Kunst im Bundesministerium für Forschung und Technologie. Bilder und Plastiken. Katalog zur
Kunstsammlung des BMFT. Stand Januar 1981, o. S. mit Abb.
Haus-Rucker-Co. 1967 bis 1983. Hrsg. Heinrich Klotz. Braunschweig 1984, S. 180-185 mit Abb.
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, S. 64.
Bogner, Dieter: Haus-Rucker-Co. Denkräume - Stadträume. 1967-1992. Klagenfurt 1992, S. 116-117
mit Abb.; S. 255 Abb. Modell im Studio f, Ulm, anl. Ausstellung Pavillon der Elemente 1979.
123
Katalog-Nr. 147
Werk
Aufstellung
Standort
Alf Lechner, o.T. (geöffneter Ring), 1983/87
Chrom-Nickel-Stahl (X5 CrNi 189)
Höhe 80 cm, Ø 500 cm, Profilquerschnitt 19x19 cm
1988
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 1-3
Bundesministerien der Post und für Verkehr
(heute Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
sowie für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Zusammen mit Leo Kornbrust gestaltete Alf Lechner den Platz zwischen Bundespost- und Bundesverkehrsministerium. Im oberen Teil liegt vor dem Eingangsbereich des BMP der Stahlring aus massivem Vierkant-Material mit quadratischem Querschnitt. Durch einen Teilungsschnitt wurde er geöffnet und in den Raum gebogen.
Veränderte Lechner früher Stahlbauhohlprofile, Rohr- und Winkelprofile durch Kaltverformung mit
Hilfe von Industriepressen, wendete er hier das gegensätzliche Verfahren an: nahtloses Schmieden.
Das Glühen veränderte die molekulare Oberflächenstruktur so, dass sich nach dem Erkalten rostige,
gleichsam samtige Haut bildete, für Lechner die schönste, ehrlichste Farbe für Stahl. Nur die Schnittfläche blieb blank. Durch das Hochbiegen des Ringes in den Raum hinein entsteht Dynamik, verstärkt
durch das Vibrieren des Ringes.
Kurzbiografie
Alf Lechner
Geb. 1925 in München. 1940-1950 einziger Schüler des Landschaftsmalers Alf Bachmann. Nach
Lehre 1950-1963 als Grafiker, Industriedesigner, Lichttechniker tätig. Seit 1963 freischaffender Bildhauer. 1972 Förderpreis der Stadt München. 1973 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband
der Deutschen Industrie. 1974 Kunstpreis der Akademie der Künste, Berlin. 1980-1982 Renovierung
eines Industriegebäudes in Geretsried zum Wohn- und Atelierhaus, in dessen Außenraum sich ein
Skulpturenpark entwickelt. 1990/91 Gastprofessur Akademie der Bildenden Künste München, dort
1993 Honorarprofessor. 1992 Piepenbrockpreis für Skulptur. 1998 Erwerb eines still gelegten Fabrikgeländes in Obereichstätt und Ausbau zum Wohn- und Atelierhaus. 1999 Gründung der Alf Lechner
Stiftung. 2000 Eröffnung des Alf Lechner Museums, Ingolstadt. Lebt und arbeitet in Obereichstätt.
Einzelausstellungen u.a. 1969 Galerie für moderne Kunst im Kunsthaus Lempertz, Köln; 1986 Nationalgalerie, Berlin; 1989 Galerie Hans Strelow, Düsseldorf.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1971 SUN - 17/1971, Technische Universität Erlangen; 1993 Stele
in Rheine, Arbeitsamt, Rheine; 1998 Geborgenheit für Marie-Luise Fleißer, Neues Schloss, Ingolstadt.
Quellen
Aufstellung „Kunst am Bau“, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn, Mai 2007
(BBR Bonn).
Erläuterungsbericht Leo Kornbrust/Alf Lechner zu den beiden auf dem Robert-Schuman-Platz aufgestellten Kunstobjekten o.D. (Nachlass Hallensleben).
Ausführungen zu den Arbeiten der Bildhauer Prof. Leo Kornbrust und Alf Lechner aus München o.D.
(Nachlass Hallensleben).
Elben, Georg: Zwei Skulpturen von Alf Lechner und Ansgar Nierhoff am Bundespostministerium in
Bonn. WS 1988/89 Ms. (Nachlass Hallensleben).
Lechner-Museum Ingolstadt. Online im Internet: URL: www.lechner-museum.de [13.11.2011].
Literaturhinweise
Kliemann, Thomas: Kalkulierte Ausbrüche. Ifa-Galerie zeigt Arbeiten von Alf Lechner. In: GA
12.2.1998.
Heusinger von Waldegg, Joachim: Alf Lechner. Linie-Fläche-Körper-Raum. Städtische Kunsthalle
Mannheim 1984, S. 8.
Neue Wege. Neue Räume. Das Bundespostministerium. Hrsg. Bundesministerium für das Post- und
Fernmeldewesen. Bonn o.J. [1987], S. 50-51.
Honisch, Dieter: Alf Lechner. Skulpturen. Hrsg. Institut für moderne Kunst, Nürnberg. Nürnberg
1990, WV 331, Abb. S. 132-133.
Kornbrust, Leo/Frischmuth, Felicitas: Raum Wort Skulptur. Leo Kornbrust. Hrsg. Institut für aktuelle
Kunst im Saarland. Saarbrücken 1995, Abb. S. 87.
Alf Lechner. Skulpturen 1990-1995. Hrsg. Christoph Brockhaus (Katalog der Ausstellung im Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg/Bauhütte Zeche Zollverein Essen u.a. 1995). München/New
York 1995 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
124
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 72, Abb. S. 73.
Katalog-Nr. 148
Werk
Aufstellung
Standort
Leo Kornbrust, Kugel, 1989
Balmoral-Granit, gestockt, Ø 220 cm
1989
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 1-3
Bundesministerien der Post und für Verkehr
(heute Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
sowie für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Als Ergänzung zu dem Stahlring von Alf Lechner (vgl. Kat.-Nr. 147) liegt im unteren Teil des gemeinsam gestalteten Platzensembles die Granitkugel. Die rote Farbe des schwedischen Steins kommt
gut zur Geltung, da die Oberfläche fein geschliffen wurde. Der Durchmesser entspricht dem Höhenunterschied zwischen den Ebenen des Platzes.
Kurzbiografie
Leo Kornbrust
Geb. 1929 in St. Wendel. 1943-1950 Lehre als Schreiner und Bildhauer. 1951-1957 Studium an der
Akademie der Bildenden Künste München (Meisterschüler bei Toni Stadler). 1959 Villa MassimoStipendium, Rom. 1966 Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris. 1967 Albert-WeissgerberPreis der Stadt St. Ingbert. 1978 Professur an der Akademie der Bildenden Künste München, dort
1991-1993 Prorektor. 1984 Kunstpreis des Saarlandes. 1990 Arbeitsaufenthalt in Tokio. 1995 Kunstpreis der Sparda-Bank für Kunst im öffentlichen Raum. Lebt und arbeitet in St. Wendel.
Einzelausstellungen u.a. 1989 Kulturhaus, St. Ingbert; 1997 Saarlandmuseum, Saarbrücken; 2009
Galerie Walzinger, Saarlouis.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1965 Skulpturengruppe Homburg, Universitätsklinik des Saarlandes, Homburg; 1980 o.T. (3 Skulpturen), Mensa, Hochschule Weihenstephan, Freising; 1995 Hohes
Siebeneck, Union Krankenversicherung AG, Saarbrücken.
Quellen
Erläuterungsbericht Leo Kornbrust/Alf Lechner zu den beiden auf dem Robert-Schuman-Platz aufgestellten Kunstobjekten o.D. (Nachlass Hallensleben).
Ausführungen zu den Arbeiten der Bildhauer Prof. Leo Kornbrust und Alf Lechner aus München o.D.
(Nachlass Hallensleben).
Künstlerlexikon Saar: Leo Kornbrust. Online im Internet: URL:
www.kuenstlerlexikonsaar.de/personen-a-z/artikel/-/kornbrust-leo/481/ [13.11.2011].
Literaturhinweise
Leske, Marion: Der Lesewald liegt im Bermuda-Dreieck. In: GA 14.6.1988.
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997
(StA ZA 149/1402).
Neue Wege. Neue Räume. Das Bundespostministerium. Hrsg. Bundesministerium für das Post- und
Fernmeldewesen. Bonn o.J. [1987], S. 50-51 mit Abb. Modell.
Kornbrust, Leo/Frischmuth, Felicitas: Raum Wort Skulptur. Leo Kornbrust. Hrsg. Institut für aktuelle
Kunst im Saarland. Saarbrücken 1995, Abb. S. 87-88.
Hanus, Katja/Lagerwaard, Cornelieke: Leo Kornbrust. Werkverzeichnis der Skulpturen 1952-1999.
Hrsg. Museum St. Wendel/Stiftung Walter Bruch. St. Wendel 1999 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), WV 265, S. 152.
Busmann, Friedrich: Vom Parlaments- und Regierungsviertel zum Bundesviertel. Eine Bonner Entwicklungsmassnahme 1974-2004. Hrsg. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn. Bonn 2004, S. 138,
143.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 70, Abb. S. 71.
125
Katalog-Nr. 149
Werk
Aufstellung
Standort
Ansgar Nierhoff, Streckungen (Nähe und Ferne, Raum erfahren), 1986
2 Gruppen von je 4 geschmiedeten Blöcken auf Grundplatten aus Walzstahl
Streckungen Höhe je 300 cm, Querschnitt je 55x55 cm
große Standfläche 300x300 cm, kleine Standfläche 164x164cm
6.11.1986
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 3
Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen
(heute Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Für den Gartenbereich hinter dem Hauptgebäude, eine kleine Öko-Oase mit großem Teich und Rundpergola am Ufer, entwickelte Nierhoff zwei etwa 70 m auseinander stehende Pfeilergruppen von je
vier freiformgeschmiedeten gleich hohen Stahlblöcken mit quadratischem Querschnitt. Sie stehen
jeweils auf den Ecken zweier ebenfalls quadratischer, jedoch unterschiedlich großer ebenerdiger
Grundplatten. Die Streckungen entstanden, indem Rohblöcke zu Quadern gestreckt, die glühenden
Blöcke mittig durchgeschlagen und die unteren Enden plan und rechtwinklig abgesägt wurden. Standfest sind sie nur durch ihr Gewicht. Arbeitsspuren blieben bestehen. Es erfolgte keine nachträgliche
Behandlung der Oberfläche, die Teile wurden lediglich mit einem Wachsgemisch gegen Korrosion
geschützt. Unterschiedliche Lichteinflüsse lassen die Rostfarbe des Eisens samtig braun oder schwarz
erscheinen.
Die Titel Nähe und Ferne sowie Raum erfahren geben das Thema vor. Während die Pfeiler der ersten
Gruppe, die sich nahe dem Gebäude befinden, eng zusammenstehen und dadurch wie eine Einheit
wirken, sind die der zweiten jenseits des Teiches weiter voneinander entfernt und werden eher wie ein
Portal wahrgenommen. So lassen sie den Raum als nah und dicht oder weit und offen erfahren.
Beide Gruppen können über eine gedachte Diagonale verbunden werden. Dabei sind die Grundplatten
so aufeinander bezogen, dass sich bewusst keine Sichtschneise ergibt. Vom Gebäude aus ist nur das
kleinere Ensemble zu sehen, da dessen Grundplatte im Verhältnis zur größeren um 45 Grad gedreht
wurde und so die Lückendurchblicke verstellt werden. Umgekehrt sind vom Rhein aus nur die einzelnen Pfeiler der größeren Gruppe zu erkennen, die der kleineren erscheinen wie ein massiver Block.
Dadurch, dass das Ensemble begehbar ist, wird der Betrachter ein Teil von ihr.
Kurzbiografie
Ansgar Nierhoff s. Kat.-Nr. 11
Quellen
Erläuterungsbericht Ansgar Nierhoff zur „Skulptur auf dem Gelände des Bundespostministeriums in
Bonn“, o. D. (Nachlass Hallensleben).
Interview Wout Nierhoff mit Ansgar Nierhoff zu Skulpturen vor Bauten des Bundes in Bonn am
2.11.1988, S. 10-13 (Nachlass Hallensleben).
Elben, Georg: Zwei Skulpturen von Alf Lechner und Ansgar Nierhoff am Bundespostministerium in
Bonn. WS 1988/89. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Stemmler, Dierk: 1949-1975. 25 Jahre Kunst in der Bundesrepublik. In: Kunst und Handwerk 5/6
1975, S. 184-188.
Meyer-Seipp, Hartrad: Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen Bonn. In: Die Bauverwaltung, Heft 12, Dezember 1987, Abb. S. 515.
Neue Wege. Neue Räume. Das Bundespostministerium. Hrsg. Bundesministerium für das Post- und
Fernmeldewesen. Bonn o.J. [1987], S. 58-59 mit Abb.
Ansgar Nierhoff. Eisenzeit. Hrsg. Georg-W. Költzsch (Katalog der Ausstellung Moderne Galerie des
Saarland-Museums, Saarbrücken/Museum am Ostwall, Dortmund/Museum Moderner Kunst, Wien
1988/89). Köln 1988, S. 148-149 mit Abb.; hier mit dem Titel „Skulptur“.
Schmidt, Hans M: über Ansgar Nierhoff. Material, Prozeß und Potential. In: Künstler. Kritisches
Lexikon der Gegenwartskunst. Hrsg. Lothar Romain/Detlef Bluemier. Loseblatt-Ausgabe. München
1990, Ausgabe 12, S. 7, 10.
Schwinzer, Ellen: Machen ohne Kompromiß - Streckungen. In: Ansgar Nierhoff. Rotation. Hrsg.
Frank Günter Zehnder (Katalog der Ausstellung „Szene Rheinland“ vom Rheinischen Landesmuseum
Bonn in der Ausstellungshalle Alte Rotation Bonn/Schloss Friedenstein und Gothaer Haus der Versicherungsgeschichte in Gotha u.a. 1998-2001). Köln 1998, S. 52-61 mit Abb.
Zu Einem aus Einem. Ansgar Nierhoff. Skulptur im öffentlichen Raum. Hrsg. Justus Jonas. Heidelberg 2006, S. 20, 21, 54, 268; Abb. S. 161-163 mit den Titel „Nähe und Ferne“.
126
Katalog-Nr. 150
Werk
Aufstellung
Standort
Martin Mayer, Filia Rheni, 1987
Bronze, 110x330x90 cm
1987
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 3
Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen (vor Casino,
heute Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Von der verglasten Kantine aus fällt der Blick auf einen weiblichen Akt - das Hauptthema des Künstlers -, hier auf dem Rücken liegend mit angezogenen Beinen, halb aufgerichtetem Oberkörper und
über dem Kopf verschränkten Armen. Die Haltung erinnert an einen aztekischen Chacmool. Üppige
lange Haare umrahmen das dem Betrachter zugewandte Gesicht, das keine individuellen Gesichtszüge
erkennen lässt. Der Ausdruck der jungen Frau schwankt zwischen unschuldsvoll und kokett. Ambivalent ist auch die eigentlich unbequeme Haltung, einerseits angespannt, andererseits spielerisch bewegt,
da der rechte Fuß lässig über den linken gelegt ist.
Die Figur liegt auf einem künstlich angelegten niedrigen gepflasterten Hügel. Der Künstler sieht sie
als zeichenhaft abstraktes Gebilde, das als kontrapostischer Wert in spannungsreicher Beziehung zur
Architektur steht.
Ein Jahr zuvor entstanden zwei kleine, nur 35 cm lange Bronzegüsse der Filia Rheni (1986). Ein
Zweitguss der Bonner Arbeit von 1988 befindet sich seit 1995 im Dompark Speyer, hier als Brunnenfigur.
Kurzbiografie
Martin Mayer
Geb. 1931 in Berlin. Schon mit 15 Jahren 1946-1949 Privatschüler von Theodor Georgii, Professor
für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste München. Dort 1949-1954 Studium der Bildhauerei bei Georgii, später dessen Gehilfe. 1953 freier Mitarbeiter von Käthe Kruse in Donauwörth.
Seit 1957 freischaffender Bildhauer in München. 1963 durch Georgiis Vermächtnis Übernahme dessen Ateliers im Haus von Adolf von Hildebrand in München bis zum Verkauf 1968. 1966 HansPurrmann-Preis der Stadt Speyer. Seit 1946 lebt und arbeitet Mayer in München.
Einzelausstellungen u.a. 1969 Stadthalle, Speyer; 1970 Deutsches Kulturinstitut, Triest.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1971-1973 Olympia Triumphans, Olympiapark, München; 1983
Martin Luther, Martin-Luther-Platz, Weißenburg/Bayern; 1989 Jakobspilger, Maximilianstraße,
Speyer.
Quellen
Erläuterungen Martin Mayer zum Wettbewerb Neubau BPM vom 3.6.1986 (BBR Bonn - BMP).
Schneider, Eva-Maria: Skulpturen vor dem „Neuen Postministerium“. WS 1988/89. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Home-page Martin Mayer. Online im Internet: URL: www.martin-mayer.org/ [13.11.2011].
Literaturhinweise
Leske, Marion: Der Lesewald liegt im Bermuda-Dreieck. In: GA 14.6.1988 mit Abb.
(StA ZA 140/1612)
.
Ihlefeld, Heli: Ein Haus der schnellen Wege. In: Postmagazin 1988, Abb. S. 9.
Neue Wege. Neue Räume. Das Bundespostministerium. Hrsg. Bundesministerium für das Post- und
Fernmeldewesen. Bonn o.J. [1987], S. 56-57 mit Abb.
Haftmann, Werner: Der Bildhauer Martin Mayer. München 1988, S. 172, 226-233, 264-265 mit Abb.
(Biografie, Bibliografie).
Spielmann, Heinz: Martin Mayer. Frauen. Bronzen Zeichnungen Fotografien. Heidelberg 2002 (weiterführende Bibliografie), S. 440, Abb. S. 260-261, 332.
Katalog-Nr. 151
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Ladis Schwartz, Otiyot, 1987-1990
Bronze, 330x190x120 cm
sign: „L. Schwartz / 88“
Guss (nach Gips 1:1) von Binder, Haarlem
1990
2 Hochkreuz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 1
(Grünfläche hinter Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,
Godesberger Allee/Adenauerbrücke)
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW
127
Beschreibung
Von einer gemeinsamen Basis aus führen zwei Stränge aufwärts, die sich an einer Stelle kreuzen,
dann in ausholendem Schwung waagerecht nebeneinander verlaufen, um sich in einer rund zurückfließenden Bewegung wieder zu vereinen und in einem Strang in der Basis zu enden. Trotz der Monumentalität wirkt die Arbeit nicht erdrückend. Die organisch geschwungenen, an Wurzeln von Olivenbäumen erinnernden Formen zeigen, dass sich Schwartz von der Natur inspirieren ließ. Seit 1980
beschäftigte er sich mit diesen knochenartigen Werken, die er „Ölbäume“ nannte, eine Reminiszenz
an seine Griechenland- und Australienreisen. Sie ragen hoch auf, bilden Hohlformen und umschließen
den Raum.
Der Titel der Arbeit verweist auf eine tiefere Bedeutungsebene. Otiyot ist der Plural des hebräischen
Wortes für „Buchstabe“. Indem der Künstler Formen der hebräischen Schrift ins Dreidimensionale
übertragen hat, schafft er eine Verbindung zur jüdischen kulturellen Tradition. So lässt sich der
rhythmisch geordnete Bewegungsablauf von rechts nach links als Aufspaltung des jüdischen Volkes
in zwei Stämme und das wieder Verschmelzen der okzidentalen und orientalen Juden zu einem Volk
lesen.
Der ursprüngliche Titel lautete Erez Israel (hebr.: Land Israel). Mit diesem Namen hoffte Schwartz
vergeblich, dass die Bronze von der Stadt Bonn erworben und an die Partnerstadt Tel Aviv verschenkt
würde. Die Umbenennung erschien möglicherweise für die dann angestrebte Aufstellung in der parkähnlichen Anlage des geplanten Regierungsviertels sinnvoller. Auf einer kleinen Anhöhe stehend,
umrahmt von Hotel Maritim, Kreuzbauten und Bundesinstitut, fügt sich die Arbeit auch in die geänderte bauliche Umgebung ein.
Kurzbiografie
Ladis Schwartz s. Kat.-Nr. 76
Quellen
Gesprächsnotiz Prof. Hallensleben über Telefonat mit Ladis Schwartz am 12.9.1989
(Nachlass Hallensleben).
Elben, Georg: Erez Israel. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Klee, Sonja: Ladis Schwartz. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Guski, Simone: Wider die schwitzende Kunst. Ein Ateliergespräch mit dem Bonner Bildhauer Ladis
Schwartz. In: GA 28.7.1984 (StA ZA 136/2082).
WPS: Hebräische Lettern aus Bronze. In: BR 29.5.1990 (StA ZA 142/1946).
Leyendecker, Bernd: Streit zwischen Stadt und Hotel um Bauschutt vor dem Konferenzzentrum. In:
GA 30.5.1990 (StA ZA 142/1946).
Axmann, Elisabeth: Das jüdische Erbe im Werk des Ladis Schwartz. In: GA 9.6.1990
(StA ZA 142/1224). Die Autorin verweist darauf, dass Otiyot auch an die Zeit des Nationalsozialismus gemahnen soll und somit auch als Denkmal für die Toten des Holocaust verstanden werden kann.
Rapp-Neumann, Petra: Ein monumentales Werk. Zum Tode des Bonner Künstlers Ladis Schwartz. In:
GA 10.10.1991 (StA ZA 143/2797).
Schmitz, Sylvia: Bach mit Inseln schlängelt sich durch die kleine Aue. In: GA 19.4.1994
(StA ZA 146/1567).
Leyendecker, Bernd: Wertvolle Skulptur steht inmitten von Unkraut. In: GA 21.7.2006 (mit Kommentar „Neuer Ort für Otiyot“, ebenfalls von Bernd Leyendecker).
Ladis Schwartz. 1920-1990. leben-quellen-schöpfung. Hrsg. Ladis Schwartz. Bonn 1990, o.S., unter
„1987-1990“ mit Abb. und Leporello verschiedener Ansichten im Atelier Ellerhof sowie Lageplan
bezüglich des Standortes der Plastik in der Grünanlage Bad Godesberg-Nord.
Axmann, Elisabeth: „Otiyot“ und „Aliya“. Jüdisches Erbe im gegenwärtigen Schaffen. In: Ladis
Schwartz. 1920-1990. Bonn 1990, o. S.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 80, Abb. S. 81.
Katalog-Nr. 152
Werk
Günter Ferdinand Ris, Großer Lichtpfeiler, 1973
Remanit, 85 Leuchtstäbe, Höhe 600 cm, Ø 178 cm
1973
2 Hochkreuz, Kennedyallee 91-103
Leihgabe des Künstlers an Inter Nationes (heute DAAD)
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der zweigeschossig aufgebaute Lichtpfeiler ist horizontal und vertikal gegliedert: waagerecht durch
drei achtteilige ringförmig um die Säule gelegte rechteckige Felder, deren Höhe nach oben hin ab-
128
nimmt, senkrecht durch konvexe und konkave Formen, die wie eine Lichtwand die verborgenen
Leuchtstäbe umgeben. Diese pro Etage einheitlich gegliederten sechzehn Elemente sind im oberen
Teil niedriger als im unteren. Insgesamt ergibt sich der Eindruck einer kannelierten Säule. Allerdings
suggerieren die senkrechten Spalten der rechteckigen Felder und die konvex-konkav geschwungenen
Formen dazwischen unterschiedlichste Arten von Bewegungen, langsame und schnelle, gleich oder
gegenläufig verlaufende.
Der in sich gerundete Pfeiler bildet ein architektonisches Gegengewicht zum vorgeschobenen Gebäudeteil, vor dem er steht. Hinzu kommt der farbliche Kontrast zum inzwischen aprikotfarbenen Anstrich dieser Wand.
Kurzbiografie
Günter Ferdinand Ris s. Kat.-Nr. 37
Literaturhinweise
G.F.Ris. Bilder Skulpturen Zeichnungen Entwürfe. Hrsg. Senat der Hansestadt Lübeck (Katalog der
Ausstellung im Domhof, Museum am Dom Lübeck 1973). Lübeck o.J. [1973], WV 85, Abb. S. 91
(hier als Lichtpfeiler mit identischem Titel und gleichen Maßen, jedoch nicht vor Inter Nationes stehend).
Stemmler, Dierk: G.F.Ris. Lichtwände, Lichtpfeiler, Lichtfelder. Heidelberg 1983, S. 15, 17-19, 22,
29; Abb. S.71.
Heusinger von Waldegg, Joachim: G.F. Ris, Frankfurt 1994, S. 72, 90, 116; Abb. S. 91.
G.F. Ris. Das plastische Werk 1958-2001. Hrsg. Boris von Brauchitsch. Köln 2002, WV 127.
Katalog-Nr. 153
Werk
Entwurf Michael Manthey (Gartenamt), Brunnen, 1977
Steinguss, „Mühlstein“ Ø 145 cm, Höhe 125 cm
Becken Waschbeton, Höhe 42 cm, Länge mit Überlauf 120 cm
bez. auf Rückwand Stein: „1977“
11.3.1977 - 7.5.1977 Einweihung
2 Lannesdorf, Hermann-Löns-/Lyngsbergstraße
lokale Stifter
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Wasser entspringt einem senkrecht stehenden mit strahlenförmigen Einkerbungen versehenen
runden Stein, der Ähnlichkeit mit einem Mühlstein hat, und fließt in ein Betonbecken. Dieses
Lannesdorfer „Pömpchen“ wird durch Quellwasser gespeist, das im Pützfeld entspringt und durch
natürlichen Druck ins Tal fließt. Ursprünglich gab es an dieser Stelle ein einfaches gusseisernes Rohr
mit schlichtem oberen Abschluss, von dem aus ein zweites gebogenes Rohr die Wasserentnahme
ermöglichte. Nachdem eine Eingabe an die Stadt Bonn mit der Bitte, die im Laufe der Jahre brüchig
und unansehnlich gewordene Zapfstelle in Ordnung zu bringen, scheiterte, sorgten Anwohner auf
Initiative eines Skatclubs für eine neue Lösung.
Kurzbiografie
Michael Manthey s. Kat.-Nr. 129
Literaturhinweise
Wohlfarth, Günter: Lannesdorfer packten für ihr geliebtes „Pömpche“ beherzt zu. In: BR 19.3.1977
(StA ZA 129/333).
es: Lannesdorfer „begossen“ ihr neues Pümpchen. In: GA 9.5.1977 (StA ZA 129/646).
kre: „Kein Trinkwasser“ hält keinen vom „Pömpchen“ ab. In: GA 10.5.1984 (StA ZA 136/1406) .
Wolf, Irmgard: Vom Eisenrohr zum Backsteinkanal: Die Geschichte der Brunnen. In: GA 6.4.1989
mit Abb. (StA ZA 1074).
Nerlich, Lieselotte: 10 Jahre neues „Pömpche“ in Lannesdorf. In: GHB, Nr. 25, S. 191-192 mit Abb.
alter und neuer Wasserzapfstelle.
Katalog-Nr. 154
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Karl Kessel/Stadtplanungsamt, Brunnen mit Fisch, 1981
Roter Ziegelstein
Becken Beton, Höhe 90 cm, Ø 300 cm
Fisch Karl Kessel, Eisenblech lackiert, Länge 65 cm
27.6.1981 Einweihung
2 Mehlem, Bachemer/Von Müllenark-Straße
Stadt Bonn
129
Beschreibung
Der Brunnen steht auf dem alten Mehlemer Schützenplatz und bildet den Mittelpunkt einer Grünanlage. Das 30 cm hohe Ziegelrund ist zu einem Viertel 60 cm höher aufgemauert. An der Innenseite
dieses Teils befindet sich als Wasserspeier ein mit aufgeschweißten Metallschuppen versehener und
mit Zinkfarbe angestrichener Fisch. Ein kleines Metallschild rechts daneben verweist auf die Geschichte und die Initiatoren des Brunnens:
„Am Pützrech / Brunnenfrauen / Oberdorfer Männerreih / Mehlem im Juni 1981“.
Ein Mitglied des Oberdorfer Vereins, der Kunstschlosser Karl Kessel, fertigte den Fisch, der auch
Bestandteil des Mehlemer Wappens ist.
Der Brunnen wurde anl. der 300-Jahr-Feier der Oberdorfer Kapelle als Ersatz für einen alten Brunnen
errichtet, der sich wenige Meter östlich der Kapelle befunden hatte und Treffpunkt der wasserholenden und waschenden „Brunnenfrauen“ gewesen war.
Kurzbiografie
Karl Kessel
Geb. 1925, gest. 2002.
Lehre als Kunstschmied bei der Schlosserei Georg Schäfer Oberwinter (Abschluss Meister). Seit 1949
selbständig tätig.
Quellen
Telefonische Auskunft Matthias Grenzdörfer, Oberdorfer Männerreih, an Verfasserin 9.7.2009.
Telefonische Auskunft der Ehefrau Barbara Kessel an Verfasserin 14.7.2009.
Literaturhinweise
es: Mehlem: Brunnen wird wieder eingerichtet. In: GA 8.12.1979 (StA ZA 131/1181).
pp: Arbeiten für Brunnen in Mehlem angelaufen. In: GA 24.1.1981 (StA ZA 132/264).
FGW: Jetzt gehen die Frauen wieder ans „Brünnlein“. In: BR 27.6.1981 mit Abb. (StA ZA 133/64).
bi: Mehlemer weihten ihren neuen Brunnen ein. In: GA 30.6.1981 (StA ZA 133/64).
Wetter, Friedrich: „Wenn Steine reden könnten ...“. 825 Jahre Pfarrkirche St. Severin. 325 Jahre
Oberdorfer Kapelle. In: Südkurier 2/ Dezember 2006, S. 18-20.
Katalog-Nr. 155
Werk
Raoul Ratnowsky, Großplastik, 1971 (erste Fassung 1960)
Bronze, Höhe 480 cm, Plinthe Höhe 11 cm
Sockel Beton, 50x325x200 cm
sign: „R. Ratnowsky 1960 (1971)“
Gießerei Brotal im Tessin
5.5.1972
2 Muffendorf, Hopmannstraße 6
Münchener Grund
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Eine anthropomorphe Gestalt erhebt sich von einer sechseckigen, auf einem Sockel liegenden Plinthe.
Der Körper der Figur wird von einer kreuzförmigen Stele gebildet, die im oberen Bereich einen
menschlichen Oberkörper formt. Die Arme sind nach oben gestreckt und halten mit beiden Händen
eine Scheibe mit reliefartigen Verzierungen empor. Während der Körper nach vorn strebt, ist der mit
grob angedeuteten Gesichtszügen und kurzen Haaren versehene Kopf zur Seite gedreht, so dass das
Gesicht - von der Schauseite aus gesehen - frontal auf den Betrachter gerichtet ist. Die fragil wirkende
Menschenstele wird von einer äußeren Form umrahmt, die sie wie eine schützende Hülle umgibt.
Zwei Stränge werden in der Mitte von einer dritten Hand zusammengefasst, um anschließend wieder
auseinanderzustreben. Dadurch entstehen zwei Durchblicke. Im oberen Hohlraum scheint es, als habe
der Kopf der Figur einen Abdruck in der äußeren Form hinterlassen oder sei daraus hervorgegangen.
Durch den unteren weit geöffneten Bogen sollte freie Sicht auf das Siebengebirge ermöglicht werden.
Danach hatte der Künstler den Standort im Zentrum der Metzental-Siedlung in einem kleinen Park
bestimmt. Heute verhindert dies die inzwischen zu hoch gewordene Bepflanzung.
Der Bildhauer bezeichnete die Plastik nur als „Form“, doch lässt diese Assoziationen an einen zu
höheren Sphären strebenden Menschen zu. Eine solche Interpretation würde mit dem anthroposophischen Gedankengut übereinstimmen, mit dem sich Ratnowsky intensiv beschäftigt hat.
Kurzbiografie
Raoul Ratnowsky
Geb. 1912 in Zürich, gest. 1999 in Arlesheim/Schweiz.
1931/32 Studium in St. Gallen (bei Wilhelm Meier) und Zürich (bei Alphons Magg). Seit 1934 eigene
Ateliers in St. Gallen, Dornach und Zürich. Intensive Auseinandersetzung mit den Lehren Rudolf
Steiners und den Werken des Dichters Albert Steffen. Seit 1952 Leitung der Plastikschule am
Goetheanum, Dornach (Zentrum der Anthroposophie). Zwischen 1956-1977 wiederholt Aufenthalte
130
in der Bretagne. Seit 1980 Aufbau der plastisch-therapeutischen Arbeits- und Ausbildungsstätte in
Dornach.
Einzelausstellungen u.a. 1996 Goetheanum, Dornach; 2004 Kraftwerk Zervreila AG,
Zervreila/Graubünden.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1956-1959 Bergplastik, Staudamm Zervreila/Graubünden; 1974
Vogelmensch, Rudolf-Steiner-Schule, Berlin; 1993 Ich-Findung, Waldorfschule, Würzburg.
Quellen
Hermes, Claudia: Raoul Ratnowsky. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Schreiben Raoul Ratnowsky an Claudia Hermes vom 24.4.1993 (Nachlass Hallensleben).
In dem Schreiben gibt der Künstler zu der Bonner Plastik folgende Erläuterungen:
„Aber als innere Bewegung ist das Motiv in der Bretagne entstanden, an einem geographisch wichtigen Punkt zwischen Meer u. Landebene.- Formal scheint mir spannend wie die Form nun zu den
Hauptbaukörpern steht, was da als Gespräch entsteht; ander[er]seits wie sie eine starke Beziehung zu
den großen Lufträumen hatte mit dem weiten Blick über die Talschaft zum Siebengebirge hinüber. (Ist
dies wohl so grosszügig geblieben oder alles zugewachsen?)“.
Literaturhinweise
Eine 35 Zentner ... In: GA 14.4.1972 (StA ZA 124/909).
HS: Ein Platz für den zu den Sphären Strebenden. In: BR 5.5.1972 (StA ZA 124/909).
Anderegg, Johannes: Orte der Wahrnehmung. Zu Raoul Ratnowskys Plastiken. In: Mitteilungen aus
der anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Nr. 178, IV 1991, S. 296-302.
Künstler Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert. Hrsg. Verein zur Herausgabe des schweizerischen
Künstler-Lexikons. Red. Hans Christoph von Tavel. 2 Bde. Frauenfeld 1958-1967. Bd. 2, S. 760 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Anderegg, Johannes/Thöns, Inge: Raoul Ratnowsky. Plastiken Modelle Skizzen Aphorismen. Stuttgart 1979, S. 161-163, Abb. S. 24-26.
Lexikon der zeitgenössischen Schweizer Künstler. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft.
Frauenfeld/Stuttgart 1981, S. 291 (mit weiterführender Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 156
Werk
Aufstellung
Standort
Sigrid Wenzel, Heckpfeiler, 1988
Sandstein, Messing, Bronze, z.T. emailliert
105 (+ 75 cm im Erdreich) x47x47 cm
Inschriften: u.li.: „O.R.“, u.re.: „10.8.35“, hi. re.: „J.B.“ ?
1867-1981 auf dem Heckberg bei Bilstein
1981-1984 abgetragen, restauriert und wieder aufgebaut
1988 informative und künstlerische Zutaten
gestaltet durch Sigrid Wenzel nach Konzept von
Dr.Ing. Rudolf Schmidt vom Landesvermessungsamt
1988 künstlerisch gestaltet
2 Muffendorf, Muffendorfer Str. 19-21
(Landesvermessungsamt - am rechten Rand der Zufahrtsstraße zum
Haupteingang, heute Bezirksregierung Köln)
Landesvermessungsamt
Auftraggeber
Beschreibung
Hier wird modernste Technik auf einem über 140-jährigen Vermessungspfeiler dargestellt. Über der
Erde sind sechs aufeinander geschichtete und miteinander verankerte Sandsteinquader unterschiedlicher Höhe sichtbar. Sie zeigen zahlreiche Einritzungen und sind mit Kunststein ausgeflickt. Im Zentrum der oberen Fläche befindet sich der trigonometrische Punkt, durch einen Kreuzschnitt markiert.
Der Name verweist auf den ursprünglichen Standort des Pfeilers auf dem Heckberg bei
Drabenderhöhe. 1867 wurde er hier über einem bereits vorhandenen Markierungsstein für trigonometrische Beobachtungen im Rheinischen Dreiecksnetz errichtet. 1981 wurde der inzwischen gefährdete
Pfeiler abgetragen, im Rheinischen Landesmuseum restauriert und 1984 auf dem Gelände des Landesvermessungsamtes wieder aufgebaut. Im Mai 1984 wurden anlässlich der Einweihung des Erweiterungsbaus erstmals seine geozentrischen Koordinaten aus Satellitenmessungen bestimmt. Eine Bronzetafel an der Stirnseite des Pfeilers veranschaulicht in einer graphischen Darstellung diese Koordinaten und ihre Maße und weist auf den ehemaligen Standort hin.
Die Bedeutung als zentraler Vermessungsbezugspunkt für NRW wird durch eine Messingplatte auf
dem Boden vor dem Pfeiler unterstrichen. Sie ist fächerförmig gestaltet, die Grundfläche mit blaugewölktem Emaille überzogen. Durch vier Bronzestäbe, die strahlenförmig von dem Pfeiler ausgehen,
131
wird der Fächer in Sektoren unterteilt. Die Stäbe markieren die Richtungen nach „NORDEN“ und zu
den Orten „KÖLN 32 KM“, „HECK 35 KM“ und „BERLIN 474 KM“. Sie veranschaulichen somit
die Verbindungen zu den Bezugspunkten und zum ehemaligen Standort (Norden, Kölner Dom,
Rauenberg/Berlin, Heckberg). Auf der blauen Grundfläche, die nach Aussage der Künstlerin durch
ihre Transparenz auf Atmosphäre und Raum Bezug nehmen soll, sind Bronzescheiben verteilt, deren
Durchmesser mit der Entfernung vom Pfeiler zunimmt. Sie könnten Sterne, Satelliten, Ortschaften
oder andere Vermessungspunkte symbolisieren.
Kurzbiografie
Sigrid Wenzel s. Kat.-Nr. 17
Quelle
Vermessungsplatte „Hauptrichtungen“. Information des Landesvermessungsamtes NRW anl. der
Pressekonferenz am 13.7.1988 (Landesvermessungsamt).
Literaturhinweise
sus: Blaue Emaille symbolisiert die Erdatmosphäre. In: GA 14.7.1988 mit Abb.
JE: Kunstwerk gibt die genaue Richtung an. In: BR 14.7.1988.
Vermessungsplatte. In: Blickpunkt 20.7.1988.
Vermessungspunkt via Berlin gestaltet. In: BAB 20.7.1988.
dpa: Geringfügige Abweichungen. In: GA 17.9.1993.
Günther, Gerhard: Landesvermessung im Wandel. Eine Dokumentation aus den Archiven des Landesvermessungsamtes NRW. Bonn 1993, S.13 (Geschichtliches nach Angaben von 1893-95, hiernach
beträgt die Gesamthöhe des Pfeilers 180 cm), S. 32.
Katalog-Nr. 157
Werk
Heinz Feuerborn, Brunnen mit Frosch, 1981
Sandstein, Bronze, Höhe 130 cm
Frosch 24x30x30 cm, Trog 35x140x100 cm
Guss: Lotito, Köln
24.5.1981 Einweihung
2 Muffendorf, Martinstraße/Lehnpütz
Muffendorfer Ortsausschuss/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Es handelt sich um einen ovalen Brunnentrog mit seitlich darin stehendem Brunnenstock, der als
Schmuck einen bronzenen wasserspeienden Frosch trägt. Das Froschmaul wird aus einer Quelle gespeist, die vorher aus einer provisorischen unschönen Betonfassung sprudelte. Die Finanzierung teilten sich Stadt und Ortsausschuss Muffendorf, der den Erlös des Dorffestes 1980 für die künstlerische
Gestaltung zur Verfügung stellte.
Nachdem 1987 die Brunnensäule umgestoßen, der Lurch beschädigt und Zuleitungen unterbrochen
worden waren, sorgte eine Bürgerinitiative der Straße „Am Lehnpütz“ für die Restaurierung durch
den Künstler. Der „Frosch-Brunnen“ war seine erste im öffentlichen Raum aufgestellte Arbeit. Den
Frosch fertigte der Künstler nahezu unverändert nicht nur in Yton (1981 und 1995), sondern auch in
Holz (1982).
Kurzbiografie
Heinz Feuerborn
Geb. 1930 in Hemer. 1944-1947 Berufsfachschule Iserlohn und Maurerlehre. 1948-1950 Lehre als
Bauzeichner. 1950/51 Ingenieurschule Hagen. 1952-1955 Sportstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln. 1955-1957 Sportlehrer bei Bayer 04 Leverkusen und im Schuldienst der Stadt Bonn.
1957-1993 Lehrer für Kunst und Sport am Bonner Beethovengymnasium. Zugleich 1961-1964 künstlerische Ausbildung an der Werkkunstschule sowie am Werklehrerseminar in Köln. 1971-1981 Privatstudium der Bildhauerei bei Fritz Petsch in Muffendorf. Lebt und arbeitet in Bad Godesberg/Muffendorf.
Einzelausstellungen u.a. 1964 Kölner Werkschulen; 1983 Stadthalle, Bonn-Bad Godesberg; 2008
Haus an der Redoute, Bonn-Bad Godesberg.
Arbeiten im öffentlichen Raum vor allem in Bonn (s. Anlage 1 - Künstlerregister, alphabetisch).
Literaturhinweise
pp: Altes „Pömpche“ wurde neu gestaltet. In: GA 15.4.1981 (StA ZA 133/919).
HEI: Hübsches Pümpchen. In: BR 21.5.1981 mit Abb. (StA ZA 133/919).
pp: „Pömpche“ offiziell eingeweiht. In: GA 26.5.1981 (StA ZA 133/919).
uh: Zwei Pümpchen in Muffendorf? In: GA 31.8.1984 (StA ZA 136/2321).
pp: Der Frosch ziert wieder den Brunnen. In: GA 9.6.1989 (StA ZA 141/1660).
Zwei Brunnen restauriert. In: Der Haus und Grundeigentümer. Juli 1989 (StA ZA 141/1-h).
pp: Seine Darstellung von Tieren ist überzeugend. In: GA 4.12.1989.
132
Wolf, Irmgard: Brunnen sind Treffpunkt und Ruheplatz zugleich. In: GA 17.4.1993
(StA ZA 145/1385).
wf: Trockenphase fast überstanden. In: GA 22.7.1996 (StA ZA 148/2762).
Gutschmidt, Felix: Rätselraten im Oberdorf. In: GA 24.11.2008 mit Abb.
Heinz Feuerborn. Plastische Arbeiten von 1965 bis 2005. Text Angelika U. Schmid. Bonn 2005,
Abb. S. 40; Abb. S. 36 Frösche aus Ytong; Abb. S. 104 Frosch in Holz.
Katalog-Nr. 158
Werk
Aufstellung
Standort
Paul Dierkes, Harfe, 1965
Bronzehohlguss (posthum) 1969/70
400x120x30 cm
sign. in Bodennähe: „DIERKES“
Gießereistempel: „H. [Hermann] NOACK BERLIN“
25.5.-28.5.1970 durch Gießerei Noack
2 Plittersdorf, Martin-Luther-King-Straße 8 (Haus Carstanjen - Park)
Bundesministerium für Finanzen II, ehem. Schatzministerium
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Zwei stelenförmige Elemente - eines am oberen, das andere am unteren Ende schmaler werdend - sind
an der Basis miteinander verbunden. Der obere Abschluss ist jeweils abgeschrägt. Die Teile werden
auf einer Seite von neun und auf der anderen von 16 horizontal übereinander liegenden Ovalen so
durchbrochen, dass schmale Stege stehen bleiben. Sie bilden die Saiten dieser „Harfe“, die keine Beziehung zum Aufstellungsort erkennen lässt.
Nach dem Tod des Künstlers erteilte die Bundesbaudirektion 1969 der Gießerei Noack den Auftrag
zum Guss der Arbeit. Hierfür schuf der Bildhauer Otto Wesendonck (geb. 1939) ein vergrößertes
Gipsmodell nach einem ebenfalls 1965 entstandenen wesentlich kleineren Vorbild in Holz von
Dierkes. Auch der Bronzeguss macht durch seine vegetabilen Formen sichtbar, dass der Künstler oft
mit Holz gearbeitet hat.
Kurzbiografie
Paul Dierkes
Geb. 1907 in Cloppenburg (Oldenburg), gest. 1968 in Berlin.
1922-1924 Steinmetzlehre in Telgte. 1924-1926 Besuch der Bildhauerschulen Osnabrück und Elberfeld. 1926-1929 Studium an den Akademien Düsseldorf und Königsberg (bei Stanislaus Cauer).
1930/31 freischaffend in München tätig. 1931 Rom-Stipendium, anschließend Rückkehr nach München. Seit 1933 freischaffend in Berlin tätig. 1937 Atelier-Stipendium Kassel. 1938-1945 Flucht vor
dem Kriegsdienst nach Amsterdam, Prag, Paris. Ab 1948 Professur für Holz und Steinbildhauerei an
der Hochschule für bildende Künste Berlin. 1954 Kunstpreis der Stadt Berlin. 1968 Preis der Oldenburg-Stiftung. 1971 Gründung der Paul-Dierkes-Stiftung Cloppenburg.
Einzelausstellungen u.a. 1957 Galerie Gerd Rosen, Berlin; 1968 Dom-Galerie, Köln; 1997 Museumsdorf, Cloppenburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1951 Denkmal des Kardinal Clemens August von Galen, Clemens-August-Gymnasium, Cloppenburg; 1963/64 Aufbrechende Frucht, Frauenklinik der Universität
Köln; 1965 Marienbrunnen, Benediktiner-Abteikirche, Ottobeuren.
Quelle
Berger-Juling, Ulrich: Paul Dierkes - ein Werküberblick unter besonderer Berücksichtigung seiner
Skulpturen in Bonn. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Keiser, Herbert Wolfgang: Der Bildhauer Paul Dierkes. München 1977, Abb. S. 121.
Leuschner, Wolfgang: Die Bildende Kunst im Raum der Architektur Bonn. In: Bauten des Bundes
1965-1980. Hrsg. Der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Karlsruhe 1980,
S. 220. Hier datiert auf 1968.
Skulpturen aus dem Kunstbesitz der Stadt Marl. Marl 1981, S. 34.
Steinfels, Ute: Paul Dierkes. Ein deutscher Bildhauer im 20. Jahrhundert. Skulpturales Schaffen zwischen Rezeption und Originalität. Kataloge und Schriften des Museumsdorfs Cloppenburg, Heft 20.
Hrsg. Uwe Meiners im Auftrag der Stiftung Museumsdorf Cloppenburg - Niedersächsisches Freilichtmuseum. Phil. Diss. Nürnberg 1999 (Löningen 2005) mit Biografie, Ausstellungen, Bibliografie.
WV 613 (Aufstellungsort hier irrtümlich Bundesarbeitsministerium); WV 614 Modell in Lindenholz
(1965), S. 145.
133
Katalog-Nr. 159
Werk
Herm-Jörg Barner/Marlene Dammin, John F. Kennedy-Denkmal, 1989
Weiberner Tuff, 220 +15 (Plinthe) +32 (Sockel) x55x60 cm
15.11.1989
2 Plittersdorf, Godesberger-/Kennedy-Allee
Dirk Denninger und Dorothee Fiedler-Denninger
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die überlebensgroße Statue des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy (1917-1963) wurde auf
Initiative der Architekten Dorothee Fiedler-Denninger und Dirk Denninger am Anfang der gleichnamigen Straße aufgestellt. Aufrecht, die Arme vor dem Körper verschränkt, bekleidet mit Anzug,
Hemd, Krawatte und Schuhen, steht der realistisch dargestellte Politiker inmitten eines kleinen Beetes.
Sein Blick geht allerdings nicht Richtung Kennedyallee, sondern Bundesstraße 9.
Kurzbiografien
Herm-Jörg Barner
Geb. 1956 in Wattenscheid. 1976-1979 Steinmetz- und Bildhauerlehre. 1979-1988 Studium der Freien
Kunst/Bildhauerei an der Fachhochschule Köln (bei Hans Karl Burgeff) und multi media (bei Daniel
Spoerri), 1988 Meisterschüler bei Karl Burgeff. 1984 Förderpreis des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft. Seit 1991 Atelier im Gothaer Kunstforum, Köln, das 2003 zum neuen kunstforum wird. 1995 Stipendiat der Jakob-Eschweiler-Stiftung. 1996-1998 Kunstkurse und Dozent für
Kunstprojekte mit Kindern und Jugendlichen. 2002 Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Monheim/Rh. 2003-2007 als Vorstandsmitglied der „Künstler im Kölner Kunstforum e.V.“ mit verantwortlich für Planung und Durchführung von Ausstellungen und Veranstaltungen. Lebt und arbeitet in
Köln.
Ausstellungen u.a. 1984 Bonner Wissenschaftszentrum, Orangerie in Kassel und Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig; 1998-2003 Offene Ateliers, Köln; seit 2003 im Kunstforum Köln.
Marlene Dammin
Geb. 1941 als Marlene Darius in Köln, dort 2002 gest.
1978 und 1980-1990 Kunststudium an der Fachhochschule Köln (bei Hans Karl Burgeff), 1979 Puppenspielschule Bochum. 1988 Förderpreis der evangelischen Kirche für ein Hauszeichen (Phillip
Melanchton Plakette).
Ausstellung u.a. 2002 Kunstforum Köln.
1987-1995 Zusammenarbeit beider Künstler für das Architekturbüro Dirk Denninger in Bonn. Seit
1991 bis zum Tod von Marlene Dammin gemeinsames Atelier im Gothaer Kunstforum, Köln.
Arbeit im öffentlichen Raum u.a. 1993 Gestaltung Goetheplatz mit Buchbrunnen und Schattenmosaik,
Niederkassel.
Quellen
Schriftliche und telefonische Auskunft sowie Werkverzeichnisse auf CD von Herm-Jörg Barner an
Verfasserin Februar/März 2010.
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen: Landesprogramm NRW Kultur und Schule: Herm-Jörg Barner. Online im Internet: URL:
www.kulturundschule.de/kuenstlerpool/detail.php?idUser=24010 [13.11.2011].
Kunstschiene aktuell: Kunst im Rheinland: Neues Forum. Online im Internet: URL:
http://www.rheinschiene-aktuell.de/pages/eintrag.php?id=88 [13.11.2011].
Literaturhinweise
Willcke, Holger D.: Tristes Gebäude soll modernes Bürohaus werden. In: GA 13.1.1989 (StA ZA
141/198).
sus: Kennedy steht an „seiner“ Straße. In: GA 18.11.1989 (StA ZA 141/198).
AZ: Kennedy in Weiberner Tuff. In: GA 28.11.1989 (StA ZA 141/198).
Leserbrief Duchow, Udo: Denkmal. In: GA 7.12.1989.
Kennedy-Denkmal an der B 9. In: Express 2.2.1990 (StA ZA 142/577).
BD: Fünf weise Affen im Schatten des Musentempels. In: BR 28.10.1992 (StA ZA 144/3208). Hier
wird der Name nicht ganz korrekt mit Marlene Damin angegeben.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 76, Abb. S. 77.
134
Katalog-Nr. 160
Werk
Aufstellung
Standort
George Rickey, Two lines oblique, 1970 (versetzt)
Stahl, Höhe 750 cm
23.7.1970 Enthüllung
September 2010 umgesetzt
2 Plittersdorf, Kennedyallee 50 (DAAD heute Ahrstraße, Nähe Wissenschaftszentrum Nr. 45)
Geschenk/Stiftung an den Deutschen Akademischen Austauschdienst
Auftraggeber
Beschreibung
Die ehemals links des DAAD-Eingangs platzierte kinetische Plastik besteht aus einer festen Achse in
Y-Form, um die sich zwei schräg gestellte nadelförmige Arme durch Fixierung in Kugellagern frei
bewegen können. Das Material ist rostfreier matter Stahl, dem durch Schliff winzige Rillen eingeprägt
wurden, in denen sich das Licht mehrfach bricht. Diese „Zwei Linien schräg“ sind für eine Aufstellung im Freien besonders geeignet, da die Elemente nur durch den Wechsel des Lichts und der Windbewegungen zur Geltung kommen und in Bewegung gesetzt werden. Sie treffen aufeinander oder
überschneiden sich. Der Betrachter darf sich auf immer neue Konstellationen geometrisch beschreibbarer Figuren - Dreieck, Quadrat, Zylinder, Kegel - einstellen.
Rickey gab die Stahlplastik der Institution als Dank für sein DAAD-Stipendium 1968/69 in Berlin zu
einem „Freundschaftspreis“ von DM 26.700,-- ab, von denen er selbst DM 5.000 stiftete. Der Ankauf
konnte mit Unterstützung eines Mäzens erfolgen. Der Zeitpunkt für einen Erwerb war günstig, da sich
das Objekt anl. einer Rickey-Ausstellung im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam noch in
Europa befand, und somit teure Transportkosten aus Übersee entfielen.
Two lines oblique stand ursprünglich in Relation zur inzwischen geänderten Fassade des Gebäudes,
die von vier horizontalen friesartig gegliederten Bändern bestimmt war. Vor der neuen silberfarbenen
Verkleidung hob sich die Arbeit zwar weniger ab, wirkte jedoch immer noch wie eine Antenne und
passt bei dieser Sichtweise als Symbol für Empfang oder Ausstrahlung gut zum weltweit agierenden
DAAD.
Im September 2010 wurde die Plastik auf einen unauffälligeren Platz an der Ahrstraße Nähe Wissenschaftszentrum umgesetzt, da sie einem neu angekauften Kunstwerk der chilenischen Künstlerin und
ehemaligen DAAD-Stipendiatin Alejandra Ruddoff (geb. 1960) weichen musste: Nach Vorn II, 2010
(erste Entwürfe 1995). Gegenüber der filigranen Arbeit von George Rickey scheint das streitwagenähnliche Nach Vorn II zu massiv, umgekehrt wird Two lines oblique am neuen Standort von den umliegenden Bauten erdrückt.
Kurzbiografie
George Rickey
Geb. 1907 in South Bend, Indiana/USA, gest. 2002 in Saint Paul/Minnesota.
1926 Trinity College, Glenalmond, Schottland. 1929/30 Studium der Geschichte am Balliol College
und Kunst an der Ruskin-School of Drawing, Oxford sowie an der Académie Lhote und Académie
Moderne, Paris. 1930-1941 Lehrer und Maler in den USA. 1939/40 Direktor am Kalamazoo Institute
of Arts, Kalamazoo/Michigan. 1942 Eintritt in die US-Army, Arbeit als Ingenieur. Nach Entlassung
1945/46 Studium der Kunstgeschichte am Institute of Fine Arts, New York University und 1948/49
am Institute of Design, Chicago. Professuren 1949-1955 am Fine Arts Department, Indiana University, Bloomington; 1955-1961 am Newcomb College, Tulane University, New Orleans; 1961-1966 an
der School of Architecture, Rensselaer Polytechnic Institute, Troy, New York. 1960/61 GuggenheimStipendium für Bildhauerei. 1968/69 DAAD-Stipendium in Berlin, dort bis 1992 eigenes Atelier.
1972 Fine Arts Award, American Institute of Architects. 1986 New York State Governor’s Arts
Award, Albany/New York. 1992 widmet die Berlinische Galerie Rickey einen eigenen Saal. 2002
Kunstpreis Finkenwerder, Hamburg.
Einzelausstellungen u.a. 1971/72 Retrospektive u.a. Dallas Museum of Fine Arts, Texas, The Arts
Club of Chicago, Illinois, Denver Art Museum, Colorado, The San Francisco Museum of Art,
California; 1979 Guggenheim Museum, New York; 1992 Berlinische Galerie, Berlin.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1969 Vier Vierecke im Geviert, Terrasse Neue Nationalgalerie,
Berlin; 1982 Triple L II, Rathausstraße, Köln-Porz; 1988 One up one down - excentric, Landtag
Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
Quellen
Schreiben Dr. Hubertus Scheibe, Generalsekretär DAAD, an den Künstler 16.7.1969 (Archiv DAAD).
Schreiben Peter Nestler, DAAD, an Dr. Hubertus Scheibe 13.8.1969 (Archiv DAAD).
Schreiben Dr. Hubertus Scheibe an Mr. George McGhee, Washington, ehemaliger amerikanischer
Botschafter, 19.8.1969 (Archiv DAAD).
Schreiben Peter Nestler, DAAD, an George Rickey 11.6.1970 (Archiv DAAD).
Telefonische Auskunft Heinz Pütz, Leiter des DAAD-Archivs, an Verfasserin 24.8.2009.
135
Jacobs, Stephanie: George Rickey, Two lines oblique (Nachlass Hallensleben. SS 1987. Ms.).
In einem Schreiben des DAAD an Stephanie Jacobs vom 14.8.1987 wird darauf hingewiesen, dass der
ehemalige Generalsekretär des DAAD, Dr. Hubertus Scheibe, während seiner Amtszeit den Ankauf
der kinetischen Plastik initiierte.
DAAD-Magazin: Einweihung des Kunstwerks „Nach Vorn II“ vor dem DAAD-Hauptgebäude in
Bonn. Online im Internet: URL: http://www.daad-magazin.de/15119/index.html (6.10.2010).
Literaturhinweise
Wa: Amerikaner schuf Skulptur für DAAD. In: GA 6.6.1970 (StA 122/1016).
Kipphoff, Petra: Spiele mit Stahl und Wind. In: Die Zeit Nr. 21/1979 vom 18.5.1979 (Artfact-Archiv
Gerald Hunze beim DAAD).
Rump, Gerhard Charles: Des Künstlers Dankeschön. Denkmal und Skulptur im öffentlichen Raum
(VIII). In: BR 30.12.1986 (StA ZA 2646-8).
wf: Kunst unter freiem Himmel (V): Für häufige Wetterwechsel konzipiert. In: GA 20.5.1987
(StA ZA 139/534-5).
Schmied, Wieland: George Rickey (Katalog der Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft Hannover
1973 und Nationalgalerie Berlin 1973/74). Hannover 1973 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie
und Statements des Künstlers).
Rump, Charles: Kunst im Bonner Stadtbild. Hrsg. Kulturamt/Presse- und Werbeamt der Stadt Bonn.
Bonn 1986, Abb. S. 68 mit alter Fassadenverkleidung.
Kolberg, Gerhard: Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Köln 1988,
S. 172-173.
George Rickey in Berlin 1967-1992. Die Sammlung der Berlinischen Galerie. Hrsg. Jörn Merkert und
Ursula Prinz. Berlin 1992 (weiterführende Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
George Rickey. Kinetische Skulpturen 1956 – 2000. Text Wieland Schmied und Hans Peter Riese
(Katalog der Ausstellung in der Galerie Brockstedt, Hamburg). Hamburg/Berlin 2003 (weiterführende
Biografie, Ausstellungen).
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 34, Abb. S. 35.
Katalog-Nr. 161
Werk
Aufstellung
Standort
Ladis Schwartz, Spannung II, 1976
Bronze, 124x165x58 cm
Sockel Beton, 55x169x78 cm
monogr. u.l.: „L.S. 77“
Guss (nach Gips 1:1) von Binder, Haarlem
1981
2 Plittersdorf, Gotenstraße 50 (Nicolaus-Cusanus-Gymnasium - Pausenhof,
Erweiterungsbau des ehemaligen Heinrich-Hertz-Gymnasiums)
Land Nordrhein-Westfalen
Auftraggeber
Beschreibung
Spannung entsteht durch Gegenüberstellung zweier formal unterschiedlich gestalteter Elemente: Einem weichen abgerundeten kleineren Teil in Form eines Ovals steht ein größeres gegenüber, bei dem
spitze, kantige Formen dominieren. Wie ein Horn stößt eine Spitze in Richtung des Pendants. Ausgleich schafft ein drittes Element, welches beide verbindet, wobei die Übergänge fließend sind. Dieses
Werk lässt noch den Ursprung von Tierdarstellungen des Künstlers - Stier, Wisent oder Büffel - erkennen, ist aber schon in hohem Grad abstrahiert. Statt anatomischer Merkmale wie Hörner, Maul
oder Muskulatur bestimmt eine schwungvolle Bewegung die Bronze, die Stärke und Vitalität ausstrahlt.
Ab 1974 befasste sich Schwartz zunehmend mit dem Problem der Abstraktion, ablesbar auch an den
Titeln. Statt Tiernamen tragen die Arbeiten Bezeichnungen von Bewegungen, Tätigkeiten oder allgemeinen Situationen wie „Stille“ oder „Spannung“.
Vorläufer ist die ebenfalls 1976 entstandene Kleinplastik Spannung, die 1977 vom Kultusministerium
für die Sammlung NRW in Düsseldorf angekauft wurde. Sie entspricht in Titel, Form und Material
dieser.
Kurzbiografie
Ladis Schwartz s. Kat.-Nr. 76
Quellen
Schriftliche Auskunft Ludwig Burwitz, Stadtarchiv Siegen, an Verfasserin 12.4.2010.
Klee, Sonja: Ladis Schwartz. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
136
Literaturhinweise
Guski, Simone: Wider die schwitzende Kunst. Ein Ateliergespräch mit dem Bonner Bildhauer Ladis
Schwartz. In: GA 28.7.1984 mit Zusatzartikel „Zur Person:“ (StA ZA 136/2082).
Jianou, Ionel: Ladis Schwartz. Paris 1977, S. 42-43, 50; Abb. 24 Spannung (1976); Abb. 40 Spannung
II (1976) vor Siegerlandhalle; lt. Auskunft des Künstlers an Prof. Hallensleben handelt es sich dabei
um eine Fotomontage (Nachlass Hallensleben).
Kunst und Bau. Kunst im öffentlichen Raum 1980-1985. Hrsg. Der Minister für Stadtentwicklung,
Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf 1987, S. 40.
Ladis Schwartz. 1920-1990. leben-quellen-schöpfung. Hrsg. Ladis Schwartz. Bonn 1990, o.S., unter
„1976“, „1977“ und „1981“.
Katalog-Nr. 162
Werk
Henri Presset, Figure VII, 1972 (abgebaut)
Stahlplatten, 203x50x39,5-41 cm
August 1977
2 Plittersdorf, Gotenstraße 156 (Botschaft der Schweiz)
Botschaft der Schweiz
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die hochrechteckige ohne Sockel aufgestellt Platte ist durch den Kontrast von konstruktiven und organischen Formen gekennzeichnet. Die Vorderseite wird in der oberen Hälfte durch eine schlitzartige
Einkerbung bestimmt, in der unteren durch einen in halber Höhe der Stele beginnenden V-förmigen
geschwungenen Einschnitt. Die komplexe Form bleibt dennoch geschlossen, da die Eintiefungen
wieder verschweißt wurden.
Die Anschaffung erfolgte 1977 aus Mitteln des Bundesamtes für Kulturpflege, Bern, anlässlich der
Eröffnung des Neubaus der Schweizer Botschaft. Das Werk gehört zur Kunstsammlung der Eidgenossenschaft.
Auch wenn berücksichtigt werden muss, dass ein Oxidationsprozess wegen seiner ästhetischen Wirkung vom Künstler gewollt ist, wurde die Skulptur Ende der 1980er Jahre wegen massiver Rostschäden aus Bonn entfernt. Die Frage einer Restaurierung oder Neuanfertigung durch den Bildhauer wurde in Abstimmung mit diesem zugunsten einer Restaurierung entschieden. Da der Zustand dennoch
wartungsintensiv bleibt, wird jetzt nach einer Möglichkeit gesucht, die Stele in einem bedeckten Bereich aufzustellen oder als Dauerleihgabe an ein Schweizer Kunstmuseum zu geben.
Kurzbiografie
Henri Presset
Geb. 1928 in Genf. Nach Bäckerlehre 1947-1952 Besuch der Ecole des Beaux-Arts, Genf (bei Henri
König und Max Weber). 1953 dort eigenes Atelier. Stipendien 1951 Holzer, Genf, 1953 LissignolChevalier, Genf. Seit 1964 freischaffend tätig. 1968 Prix du Fiorino, Florenz. 1980 lehnt Presset die
Einladung ab, die Schweiz auf der Biennale Venedig zu vertreten. 1983 Prix des arts plastiques der
Stadt Genf. 1988-1990 Aufenthalt in Paris. Lebt und arbeitet seither in Chêne-Bourg bei Genf.
Einzelausstellungen u.a. 1988 Retrospektive im Musée des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds, Aargauer Kunsthaus, Aarau und Musée Rath, Genf; 1992 Galerie Pascal Gabert, Paris; 2003 Galerie de
l’Hôtel de Ville, Yverdon-les-Bains.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1975 Figure X A, Ecole polytechnique fédérale, Zürich und
Figure XII A, quai du Mont-Blanc, Genf; 1994 Grande figure, Vorplatz Musée d’art et d’histoire,
Neuchâtel.
Quellen
Schriftliche Auskunft Gabriela Eigensatz, Schweizerische Botschaft, Berlin, an Verfasserin 18.8.2009.
Hermanns, Ulrich: Figure VII, Henri Presset. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft: Henri Presset. Online im Internet: URL:
www.sikart.ch/KuenstLerInnen.aspx?id=4001303&Ing=de
Literaturhinweise
Künstler Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert. Hrsg. Verein zur Herausgabe des schweizerischen
Künstler-Lexikons. Red. Hans Christoph von Tavel. 2 Bde. Frauenfeld 1958-1967. Bd. 2, S. 750-751
(Biografie, Ausstellungsverzeichnis, Bibliografie).
Perret, Danielle: Presset, Henri. In: Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst. Unter Einschluss des
Fürstentums Liechtenstein. Hrsg. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft Zürich und Lausanne. 2 Bde. Zürich 1998, Bd. 2, S. 838 (weiterführende Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
137
Katalog-Nr. 163
Werk
Aufstellung
Standort
Mic(hael) Enneper, Natur/Kultur, 1985-1987 (abgebaut)
Basalt-Lava, Beton
Höhe 500 cm, Ø 1840 cm, Betonsäule Ø 100 cm
Mauerwerk Breite 40, 50, 200 cm, Findlinge Länge bis 50 cm
1987
2 Rüngsdorf, Konstantinstraße 110
(Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie BFANL, heute Bundesamt für Naturschutz)
Bund
Auftraggeber
Beschreibung
Einem aus Findlingen aufgebauten halbkreisförmigen, wie eine Rampe ansteigenden Mauerwerk sind
drei unterschiedlich hohe konzentrisch runde Mauerringe vorgelagert, die an einer Stelle geöffnet
sind. Die beiden äußeren bestehen ebenfalls aus Basalt-Findlingen (wie die Rampe mit Mauerkern aus
Hohlblocksteinen), der innere und höchste aus Beton. Im Zentrum dieser Ringe steht eine Betonsäule
mit abgeschrägter Oberkante. Durch den seitlich verschobenen Eingang des inneren Walls macht das
begehbare und teilweise bepflanzte Objekt den Eindruck eines geschlossenen Raumes.
Insgesamt wirkt es durch die Aufmauerung von Bruchsteinen sowie die Bepflanzung, die sich je nach
Jahreszeit verändert - wie von Enneper angestrebt - archaisch. Der Künstler wollte mit dieser Arbeit
Natur (Findlinge und deren Bepflanzung) mit Kultur (Kreisform, Säule, Beton) verbinden und sich auf
diese Weise mit dem Aufgabengebiet der Institution, für die er das Werk schuf, auseinandersetzen.
Im Zuge von Neubaumaßnahmen wurde das Objekt 2003 abgebaut und die Steine im Gelände anderweitig verwendet, insbesondere für einen Natursteinhaufen für Tiere und Pflanzen. Das geschah im
Einverständnis mit dem Künstler, der eine Entschädigung erhielt.
Kurzbiografie
Mic(hael) Enneper
Geb. 1950 in Unna. 1967-1974 Studium der Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Design
Köln (bei Karl Marx). 1978 Stipendium des Office Franco-Allemand pour la Jeunesse. 1980 Förderstipendium der Stadt Köln. 1981 und 1983 Stipendium der Villa Serpentara in Olevano bei Rom. 1982
und 1991 Stipendium Kunstfonds Bonn. 1990 Philip-Morris-Stipendium, Berlin. 1990-1992 Aufenthalt in der Kunststiftung Starke, Berlin. Lebt und arbeitet in Köln.
Einzelausstellungen u.a. 1991 Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln; 1997 Badischer Kunstverein,
Karlsruhe; 2009/10 Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl.
Seit 1977 schuf Enneper Steinprojekte außer in Deutschland (z.B. 1977-1979 im Lohmarer Wald und
1979 in Köln) in Italien und Frankreich (1978 in der Bretagne und auf Korsika). Da alle Objekte eine
baldige Zerstörung mit einschließen, wurden sie vom Künstler fotografiert und in Katalogen mit dem
Titel „progetto d’arte“ publiziert.
Seit 1987 entstehen seine Projekte ausschließlich in Innenräumen wie 1987-1996 Das Arsenal und
1992-1994 Transit (Untertitel Eismeer).
Quellen
Schriftliche Begründung Mic Enneper zum Projekt BFANL vom 7.7.1985 (Nachlass Hallensleben).
Kellermann, Ralf/Vogtt, Uta: Ausführungen zu dem Werk von Enneper. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Krampf, Doris: Das Kunstwerk vor der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie. WS 1988/89. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Telefonische Auskunft Bundesamt für Naturschutz an Verfasserin 31.8.2009.
Literaturhinweise
uwh: Vom Künstlichen zum Natürlichen. In: GA 9.9.1986 mit Abb. (StA ZA 138/2802).
Freunde - Amis ... ? Hrsg. Rheinisches Landesmuseum Bonn. Red. Barbara Kückels/Horst Wegmann
(Katalog der Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum Bonn in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes Bonn 1980). Köln 1980, S. 44-49 (zu Projekten in
Deutschland und Frankreich).
Mic Enneper: Das Arsenal 1987-1996 Hrsg. Städtisches Museum Leverkusen Schloss Morsbroich in
Zusammenarbeit mit dem Institut für Moderne Kunst Nürnberg. Red. Maria Linsmann (Katalog der
Ausstellung im Städtischen Museum Leverkusen Schloss Morsbroich/Institut für Moderne Kunst
Nürnberg u.a 1996/97). Nürnberg 1996 (Biografie, Ausstellungen, Bibliografie), S. 71-75 zu progetto
d’arte.
138
Katalog-Nr. 164
Werk
Aufstellung
Standort
Ilse Rogge-Scheur, Mutter mit Kind, 1973
„Mutter“ poröser weißer Stein (Zement?)
„Kind“ Blei?-Kugel mit geweißter Oberfläche
53x32x36 cm, Sockel Beton, 30x30x30 cm
Geschenk erfolgte 1973, Aufstellung vermutlich 1974
2 Schweinheim, Waldstraße 73 (Waldkrankenhaus –
links vom Haupteingang)
Geschenk der Künstlerin an das Evangelische Waldkrankenhaus
Auftraggeber
Beschreibung
Die amorphe Gestalt einer hockenden Mutter hält das Kind in Form einer Kugel mit ihren Armen
umschlossen auf ihrem Schoß.
Als ein Zeichen des Dankes schenkte die Künstlerin das Werk dem Krankenhaus. Leider wird es wegen des kleinen Formats nur der Kundige finden.
Kurzbiografie
Ilse Rogge-Scheur
Geb. 1934 in Melle, gest. 1973.
1954 Staatsexamen als Medizinisch-Technische Assistentin. 1964-1967 Bildhauerausbildung an der
Vrije Academie Den Haag (bei Rudi Rooijackers).
1968-1973 diverse Ausstellungen u.a. in Den Haag, Amsterdam-Schiphol, Eindhoven; 1973 BonnCenter, Bonn.
Quelle
Warken, Ruth: Mutter mit Kind. SS 1987. Ms (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweis
pp: Kunstwerk als ein Zeichen des Dankes. In: GA 7.8.1974 mit Abb. (StA ZA 126/1309).
Katalog-Nr. 165
Werk
Klaus Simon, Eingriffe (Weg ins Grüne), 1977/78 (zerstört)
Kiefer, dreiteilig aus einem Stamm, Stammdurchmesser max. 40 cm
gesamt 200x1350x430 cm
1978
2 Schweinheim, Waldstraße 73 (Waldkrankenhaus - Rückfront)
Evangelisches Waldkrankenhaus
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der inzwischen zerstörte Weg ins Grüne zog sich auf der rückwärtig der Klinik gelegenen Wiese hin,
die von einem Wald begrenzt wird. Gebildet wurde er von drei Teilen eines Baumstammes, die senkrecht im Abstand von rund 4,50 m aufgestellt und anschließend mit vertikalen Schnitten bearbeitet
wurden. Während die Baumstämme zunehmend die Eingriffe des Künstlers aufweisen, nehmen sie an
Volumen ab, da beim nördlichen Element ein Teil abgespalten wurde, bei dem folgenden zwei, so
dass in der Senkrechten ein Keil entstand, und beim dritten vier Teile, die eine Pyramidenform stehen
ließen. Es handelt sich um die erste ortsbezogene Außenarbeit des Künstlers. Hier zeigte sie das
Spannungsfeld zwischen Natur und hochtechnisierter Klinik auf.
Auftraggeber der Installation war der Leiter der Chirurgie, Professor Dr. Gerhard Heinrich Ott, der
viele Jahre lang im Godesberger Waldkrankenhaus die Wirkung von Kunstwerken auf Kranke erprobte. Auch die Aktion von Simon war von Gesprächen mit Patienten begleitet.
Die Arbeit wurde mehrfach beschädigt und schließlich - obwohl nachträglich im Boden verankert zerstört.
Kurzbiografie
Klaus Simon
Geb. 1949 in Bad Godesberg. 1969-1975 Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design,
Köln. 1976-1982 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Klaus Rinke), dort 1983-1985 Lehrauftrag für Bildhauerei. 1984 Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn. 1986 Förderpreis der Stiftung
Skulpturenpark Seestern, Düsseldorf und Förderpreis der Stadt Düsseldorf. 1992-1995 Lehrbeauftragter am Institut National Supérieur des Arts et de l’Action Culturelle (INSAAC) in Abidjan/Elfenbeinküste. Lebt und arbeitet in Krefeld.
Einzelausstellungen u.a. 1982 Von der Heydt-Museum, Wuppertal; 1993 Wilhelm-LehmbruckMuseum, Duisburg; 1999 Rheinisches Landesmuseum, Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1991-1995 Morgen, Park Schloss Friedenstein, Gotha; 1993
Komposition mit Baumstämmen, Skulpturengarten Technische Universität Darmstadt; 1996 Schwerer
Stand, Duisburg-Rheinhausen.
139
Quellen
„Kunst im Krankenhaus“. Rinke Klasse, Akademie Düsseldorf, im Waldkrankenhaus Bonn-Bad Godesberg. Januar 1978 (Nachlass Hallensleben).
Kellermann, Ralf/Warken, Ruth: Der Weg ins Grüne. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Technische Universität Darmstadt: Der Skulpturengarten Lichtwiese. Online im Internet: URL:
http://www.architektur.tudarmstadt.de/ueberuns/lichtwiese_1/skulpturengarten/skulpturengarten_1.de.jsp [13.11.2011].
Literaturhinweise
Ott, Gerhard: „Hunger nach Heilung. In: Neue Kunst in Bonn, Nr. 2 April/Mai 1986, o.S.
CS: Künstler widmeten Gerhard Ott zum 65. Geburtstag eine Ausstellung. In: BR 12.12.1994
(StA ZA 146/1262).
Willcke, Holger: Ein Altar aus der „Dicken Eiche“. In: GA 30.7.2011. Bericht über das neben dem
Jägerhäuschen in Röttgen eingerichteten Waldatelier des Künstlers und die Arbeit an einem Altar,
Ambo, Osterleuchter und Sedilien für die Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse.
Verzeichnis bildender Künstler von Bonn und Umgebung 1979/1980. Hrsg. Bonner Kunstverein/Bundesverband Bildender Künstler, Bezirksverband Bonn. Köln 1980, S. 180 mit Abb.
Klaus Simon. Skulpturen. Hrsg. Christoph Brockhaus und Klaus Simon (Katalog der Ausstellung im
Wilhelm-Lehmbruck-Museum Duisburg 1993). Duisburg 1993, S. 92 mit Abb., S. 102.
Klaus Simon: ASKR. Skulpturen 1992-1998. Hrsg. Hans Gercke (Katalog der Ausstellung im Heidelberger Kunstverein, Heidelberg 1998). Heidelberg 1998 (Biografie, Bibliografie), S. 73. Hier wird als
Material Eiche angegeben.
Klaus Simon. Parforce - Kottenforstprojekt. Hrsg. Frank Günter Zehnder (Katalog der Ausstellung
„Szene Rheinland“ vom Rheinischen Landesmuseum Bonn in der Ausstellungshalle Alte Rotation
Bonn 1999/2000). Köln 1999 (weiterführende Biografie).
„Aus dem Stamm“. Die Sinnlichkeit des Materials. Holzskulptur heute. Red. Angelika Wieters (Katalog der Ausstellung im Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen/Städtisches Kunstmuseum Singen/Kunstverein Singen 2009). Heidelberg 2009, S. 172 (Ausstellungen).
Katalog-Nr. 166
Werk
Heinrich Esser, Pferdetränke, 1987/88
Gusseisen, Höhe 250 cm
Ø große Schale 145 cm, gepflastertes Rund Ø 220 cm
Inschriften (Innenwand große Schale): „GESPENDET VOM /
Heimatverein Beuel / 1988“ und „ERBAUT VON HEINRICH ESSER“
9.10.1988 Übergabe
3 Beuel-Mitte, Konrad-Adenauer-Platz/Friedrich-Breuer-Straße
Stiftung Heimat- und Geschichtsverein Beuel zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Als Brunnenstock fungiert eine schlanke Säule, die in rund 1 m Höhe eine große Schale durchdringt.
Sie ist mit einer kleinen Vögeltränke bekrönt, die drei Spatzen bevölkern. Diese kleine Brunnenschale
wird von einem allegorischen Figurenkranz getragen: sechs Frauenbüsten mit langem, gewelltem
Haar, die die Herrschaft der Frauen in Beuel symbolisieren sollen. Die darunter am Säulenschaft verteilten jeweils fünf Pferdeköpfe und fischähnlichen Fabeltiere - drei der letzteren fungieren als Wasserspeier - zeigen in Richtung zweiter großer Brunnenschale. Diese wird von fünf volutenverzierten
Bändern eingefasst. Auf ihrer Innenseite befinden sich reliefierte Wasserschlangen, Eidechsen und
Fische, auf die ein etwas höher am Brunnenstock angebrachter Frosch blickt.
Der Brunnen ist eine freie Nachbildung der alten Tränke an dieser Stelle und war Teil des Gesamtprojekts „Historische Tat“ anlässlich der 2000-Jahr-Feier Bonns. Im Gegensatz zu den Vorbildern hat
diese Tränke nur zwei Schalen, auf eine früher übliche dritte für Hunde weist nur ein ebenfalls als
Wasserspeier gestalteter Hundekopf im unteren Teil des Brunnenstocks hin. Statt dritter Schale gibt es
eine flache gepflasterte Mulde, die einen Übergang zum Gehweg schafft.
Kurzbiografie
Heinrich Esser
Geb. 1923 in Köln. Gest. 2010 in Unkel.
Gelernter Kaufmann. Nach dem Krieg in Porzer Gießerei Ausbildung zum Gussformer und Eisengießer, dort ab 1950 stellv. Betriebsleiter. Meister der Handformerei. 1963-1986 Formermeister in Beueler Eisengießerei und Maschinenfabrik Rübenach.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1982 Schnüsse Tring-Brunnen, Frohnhof, Köln.
Quelle
Telefonische Auskunft Frau Esser an Verfasserin 11.3.2010.
140
Literaturhinweise
do: Den Frauen am Waschtrog ein Denkmal gesetzt. In: GA 19.12.1987 mit Abb. (StA ZA 139/273).
LH: Pferdebrunnen im Rohbau schon fertig. In: BR 18.3.1988 (StA ZA 140/4.1).
ghs: Beuel hat wieder eine Pferdetränke. In: GA 10.10.1988 (StA ZA 140/4.2).
Mark, Bert: „Jeder Tag ohne Straßensperrung bringt uns etwas“. In: BR 8.4.1992 (StA ZA 144/106).
Mahnke, Claudia: Vier Brunnen aus der Hand des „Eisernen Heinrich“. In: GA 11.8.1992.
Bongartz, Richard: Pferdetränke als Mülleimer mißbraucht. In: GA 15.10.1994 (StA ZA 146/1949).
Wsi: Alte Pferdetränke begrünt. In: GA 4.9.1998 mit Abb. des Brunnens als Pflanzschale
(StA ZA 150/2789)
Die Pferdetränke in Beuel. Faltblatt Heimat- und Geschichtsverein Beuel. Bonn 1988 mit Abb.
Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Red. Gerhard Kolberg. Köln 1988,
S. 64.
Bachem, Carl Jakob: Beueler Chronik. Zeittafel zur Geschichte des rechtsrheinischen Bonn. Hrsg.
Stadtarchiv Bonn. Studien zur Heimatgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel, Bd. 26. Bonn 1989,
S. 152.
Katalog-Nr. 167
Werk
Entwurf Herbert Eckler (Stadtplanungsamt), Brunnen, 1976 (abgebaut)
verzinkte Rohre, Edelstahl, Ziegel
Schale Ø 127 cm, Rohrhöhe 225-240 cm
1976 - Einweihung 1977
3 Beuel-Mitte, Obere Wilhelm-/Neustraße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das nahezu quadratische Brunnenbecken ist von einem dreistufigen Ziegelrand eingefasst. In ihm
befindet sich ein flacher Steinkreis, den fünf gleich dicke, aber unterschiedlich hohe Stahlrohre umgeben. In etwa 2m Höhe durchstoßen sie eine flache Wasserschale aus Edelstahl. Diese Scheibe weist
einen zweiten, auf der Innenseite größtenteils geöffneten Rand auf, so dass das Wasser einerseits
vorhangartig in das Becken fließen kann, andererseits der ausgesparte Teil theoretisch einen Eintritt
ins Innere dieser kleinen Insel ermöglicht, zu der auch ein Zugang führt.
Nach Fertigstellung der Beueler Fußgängerzone 1977 wurde auch der Brunnen eingeweiht. Im Rahmen des Umbaus der Friedrich-Breuer-Straße Anfang der 1990er Jahre verlor er nicht nur seinen
Standort, er war auch technisch in so desolatem Zustand, dass er nicht mehr aufgebaut werden konnte.
Stattdessen wurde im Oktober 1993 eingangs der Fußgängerzone zur Oberen Wilhelm-Straße der
nicht unstrittige, das Wappen von Beuel symbolisierende Brunnen von Sigrid Wenzel der Bevölkerung übergeben, bestehend aus einer hohen Bronzesäule, bekrönt von einem Fährschiff, das von einer
Wasserwelle getragen wird.
Kurzbiografie
Herbert Eckler s. Kat.-Nr. 108
Quellen
Telefonische Auskunft Herbert Eckler an Verfasserin 11.3.2010.
von Hertzberg, Hagen-Ulrich: Brunnen. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Einladung Sparkasse Bonn und Heimat- und Geschichtsverein Beuel zur Übergabe des neuen Brunnens von Sigrid Wenzel 23.10.1993 (StA ZA 145/570).
Literaturhinweise
jüp: Wird der Brunnen an der Neustraße ersetzt? In: GA 10.4.1992 mit Abb. (StA ZA 144/106).
Pohlmann, Jürgen: Säule symbolisiert den Rhein als Lebensader. In: GA 4.2.1993 (StA ZA 145/570).
Katalog-Nr. 168
Werk
Ernemann F. Sander, Wäscherinnenbrunnen, 1987/88 (versetzt)
Bronze, 155x60x75 cm
7.2.1988 Einweihung
3 Beuel-Mitte, Hermannstraße 40 (heute Wagnergasse 2)
Stiftung der Volksbank Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Passend steht der Brunnen jetzt vor dem Heimatmuseum Beuel. Die etwas über lebensgroße Figur
einer Wäscherin erinnert an das alte Gewerbe in diesem ehemaligen Wäscher- und Bleicherviertel.
Die mühevolle Arbeit zeigt sich in der Haltung der Frau. Sie beugt sich - bekleidet wie im 19. Jahrhundert mit Haube, ärmellosem Kittel und offenen Pantinen - über den auf einem dreibeinigen Sche-
141
mel stehenden Bottich und bearbeitet per Hand ein Wäschestück auf dem Waschbrett. Das Wasser
rinnt dabei vom Bottichrand über das herabhängende Wäschestück. Vorbild für die Figur war nach
Auskunft des Künstlers seine eigene Frau Hannelore, der er als Mutter von fünf Kindern ebenso ein
Denkmal setzen wollte wie den früheren Wäscherinnen. Daher wird die Figur vom Bildhauer auch
„Hannelore“ genannt. Die Idee zu dem Brunnen hatte das 1824 gegründete „Alte Beueler Damenkomitee“. Seit diesem Jahr erholen sich die Beueler Wäscherinnen an Weiberfastnacht von ihrer harten
Arbeit. Entsprechend wurde der Brunnen im Beisein von Karnevalistischer Prominenz zwar nicht
Weiberfastnacht, aber Karnevalssonntag eingeweiht.
Kurzbiografie
Ernemann F. Sander s. Kat.-Nr. 109
Quellen
Gespräch Prof. Hallensleben mit Ernemann F. Sander 5.12.1989 (Nachlass Hallensleben).
In diesem Gespräch gibt der Künstler einige Hintergrundinformationen, die er in einem Gespräch mit
der Verfasserin am 7.5.2008 bestätigte und ergänzte:
Ärger bereitete die Auflage der Kunstkommission, die Plastik ohne ursprünglich vorgesehenen Sockel
direkt auf den Boden zu stellen mit der Folge, aus einer unterlebensgroßen eine überlebensgroße Figur
schaffen zu müssen. Weitere Konsequenz war ein nunmehr doppelwandiger Bottich, der die Gusskosten weiter in die Höhe trieb. Die Volksbank als Auftraggeberin zahlte letztendlich nur einen geringen
Mehrpreis. Zum zweiten bemängelte die Familie des Künstlers, dass er seine Frau, die ihm Modell
stand, als Waschfrau degradiert habe. Er habe aber auf die mühsame Arbeit der Wäscherinnen hinweisen und seiner Frau ein Denkmal setzen wollen. Diese habe im Gegensatz zu den Kindern dafür Verständnis gehabt.
Literaturhinweise
do: Den Frauen am Waschtrog ein Denkmal gesetzt. In: GA 19.12.1987 mit Abb. (StA ZA 139/273).
ghs: Neuer Brunnen erinnert an Wäscherinnen. In: GA 5.2.1988.
ghs: „Neues Wahrzeichen für Beuel“. In: GA 8.2.1988.
Ein Brunnen für Beuels Wäscherinnen. In: BAB 10.2.1988.
Die jecken Wiever warten auf Ina. In: BAB 11.1.1989 (Karikatur des Brunnens anl. Weiberfastnacht).
Glanzstück: Der Beueler Wäscherinnenbrunnen. In: BAB 6.7.1994.
Schmidt, Hans M.: Notizen zu Ernemann F. Sander. In: Ernemann F. Sander. Hrsg. Gero Sander (Katalog der Ausstellung im Haus an der Redoute in Bonn-Bad Godesberg 1997). Königswinter 1997,
S. 46-47.
Katalog-Nr. 169
Werk
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1984-1990
Granitplatten, Granitpflaster, Rote Klinkersteinverblendung, Stahlbeton
je Block 85x250x250 cm, Einfassung 1250x500 cm
24.4.1990 Einweihung
3 Beuel-Mitte, Bahnhofsplatz
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Aus dem rechteckigen Becken der Zisterne ragen drei würfelförmige Steinblöcke, die an Tische erinnern. In die Blöcke sind je 16 Düsen eingelegt. In der Mitte eines jeden Sprudelsteins strahlt abends
eine Leuchte den Wasserschaum an. Das Büro RMP verfolgte mit der Gestaltung die Idee, den Brunnen harmonisch in das architektonische Umfeld einzubinden. Die Materialien Granit, Klinker und
Stahlbeton finden sich auch beim Platz vor dem Bahnhof und beim nahen Gleiskörper wieder.
Das schlichte, eckig-massive Brunnenwerk ist vergleichbar mit dem oberen Brunnen am Kaiserplatz
von demselben Team (Kat.-Nr. 112).
Kurzbiografien
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quelle
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Literaturhinweise
Küppers, Axel: Aus 48 Düsen sprudelt das Wasser vor dem Beueler Bahnhof. In: GA 25.4.1990 mit
Abb. (StA ZA 1514).
LE: Fontänen nachts beleuchtet. In: BR 25.4.1990 (StA ZA 1514).
142
Katalog-Nr. 170
Werk
Entwurf Matthias Simon (Gartenamt)
Ensemble von 3 Brunnen (aus 2 alten Schalen), 1981/82
Bronze, Sandstein
mittlerer Brunnen Ø Becken 160 cm, Innenrelief Ø 50 cm
Gesamthöhe 90 cm, Sockel Höhe 65 cm
Nebenbrunnen, Halbschalen Ø je 150 cm
Gesamthöhe je 80 cm, Sockel Höhe je 60 cm
1982
3 Beuel-Mitte, Rheinaustraße 131 (Haus Mehlem)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Garten der Bonner Musikschule befindet sich innerhalb von Rondells und umgeben von Sitzbänken die dreiteilige Springbrunnenanlage. Das Ensemble besteht aus dem größeren mittleren Springbrunnen mit Schale auf rundem Sockel und zwei kleineren mit halbkreisförmigen Schalen auf ebensolchen Sockeln. Zusammen bilden sie eine dreieckige Anlage.
Ein Bronzerelief im Inneren der größeren Schale zeigt ein dem „Jungbrunnen“ entlehntes zweiteiliges
Motiv. Auf der einen Seite hält ein im Rollstuhl sitzendes Kind einen Ball in seinen Händen. Neben
ihm stützt eine Frau einen Mann mit Stock. Auf der anderen Seite sind dieselben Personen zu sehen,
nunmehr unbekleidet nach dem verjüngenden Bad. Das Kind balanciert im Handstand auf den Händen
der Frau. Diese und der neben ihr stehende Mann haben die Hände hoch erhoben. Rollstuhl und Krücken liegen am Boden.
Die Anlage wurde anlässlich der Neugestaltung des Gartens errichtet. Die ursprüngliche Idee, die sich
dort befindenden alten Brunnenschalen wieder zu verwenden, konnte aus technischen Gründen nicht
umgesetzt werden. Stattdessen griff man auf einen Brunnen zurück, der früher im Bereich der Beethovenhalle stand. Von zwei runden Schalen aus grau-braunem Sandstein wurde eine in der Mitte
geteilt, so dass man die Hälften als Halbschalen für die Nebenbrunnen verwenden konnte.
Kurzbiografie
Matthias Simon
Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes der Stadt Bonn.
Quelle
Weger, Antje: Die Brunnenanlage im Garten des Mehlem’schen Hauses. SS 1987. Ms.
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
EB: Mehlemsches und Stoofsches Haus: Wurden sie vergessen. In: BR 22.10.1981 (StA 133/2122).
Beuel: Am Haus Mehlem wird weitergebaut. In: GA 16.11.1981 (StA 133/2122).
St: Haus Mehlem und die Vilicher „Mairie“. In: Beueler Nachrichten 27.11.1981 (StA 133/2122).
HRK Beuel. In: BR 3.7.1982 mit Abb. (StA ZA 134/55).
Katalog-Nr. 171
Werk
Ernst Günter Hansing, o.T. (Stahlplastik), 1988/89
Edelstahl, Höhe Mast 1200 cm, Ø Säule 11 cm
16.11.1989 Einweihung
3 Beuel-Mitte, Rheinpromenade/Friedrich-Breuer-Straße
Stiftung Firma Klöckner-Moeller zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Bei dieser Stahlplastik wurde auf ein in Beton gegossenes zwei Meter hohes Stützrohr ein zwölf Meter hoher Mast gestülpt. In Höhe des goldenen Schnitts der Säule wurden teilweise verknotete Rohre
und speziell geformte, Schaufeln ähnliche Bleche angeschweißt, die einen Formenwirbel bilden. Trotz
kompositorischer Strenge kann mit diesen wie ein Energiebündel wirkenden Formen - wie vom
Künstler angestrebt - die Dynamik der Gegenwart, auch die der Stadt Bonn, vermittelt werden. Dies
unterstreicht die wie eine Rakete aus dem Rasen schießende schlanke Säule. Die vertikale Linie hatte
der Künstler auf Wunsch der Kunstkommission stärker betont, um die Wirkung auf den Betrachter
von der Bonner Rheinseite aus zu erhöhen.
Hansing wünschte sich als Farbkontrast zum silbernen Edelstahl blaue Blumen, gepflanzt wurden
Narzissen, Osterglocken und Tulpen. Inzwischen wird das Objekt von Rasen umgeben, ist das annähernd quadratische Fundament mit weißen Kieselsteinen bedeckt.
Im Februar 1998 brach der Formenwirbel der auch „Schaschlik-Spieß“ titulierten Plastik ab und musste neu angeschweißt werden.
143
Kurzbiografie
Ernst Günter Hansing
Geb. 1929 in Kiel, gest. 2011 in Bad Honnef-Rhöndorf.
1948-1952 Lehre als Goldschmied. 1952 Stipendium der französischen Regierung, Schüler von Fernand Léger, gefördert von Clara Malraux, einer Mitstreiterin von Mitterrand im Widerstand gegen
Hitler. 1954 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie für Studium an
der Hochschule für bildende Künste Berlin. 1956 Atelier in Groß Quern/Schleswig-Holstein. Seit
1962 Atelier in Paris. 1966 Umzug nach Rhöndorf. 1976 Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein,
1989 Ernennung zum Professor h.c. von der Interamerican University of Humanistic Studies/USA.
1990 Kommandeurskreuz des St.-Gregorius-Ordens, Florida /USA. 2005 Gründung des Freundeskreises „Ernst Günter Hansing“.
Einzelausstellungen u.a. 1986 Forum des Landesmuseums Niedersachsen, Hannover; Retrospektiven
1999 Stadtmuseum Bonn in der Bundeskunsthalle Bonn; 2009 Kunstraum und Katholisch Soziales
Institut, beide Bad Honnef.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1971 o.T. (Mobile Windplastik), Rathaus, Kiel-Altenholz; 1974
o.T. (Brunnenplastik), Landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalt, Straelen; 2000 o.T. (Plastik),
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Kiel.
Quellen
Schriftliche Auskunft des Sohnes Michael Hansing an Verfasserin 22.4. und 25.4.2010.
Home-page Ernst Günter Hansing (von Michael Hansing). Online im Internet: URL:
http://www.hansing-artwork.de/ [13.11.2011].
Literaturhinweise
ghs: Formenwirbel am Rheinufer. In: GA 16.2.1989 (StA ZA 141/1-h).
Steiner, Johann: Ein Formenwirbel soll eine Stahlsäule am Rheinufer zieren. In: GA 5.10.1989
(StA ZA 141/1-h).
sls: Geordnete Dynamik aus glänzendem Stahl. In: BR 5.10.1989 (StA ZA 141/1-h).
jst: Formenwirbel vor der Kennedybrücke. In: GA 19.10.1989 mit Abb. (StA ZA 141/1-h).
mah: Bleibende Erinnerung an das Stadtjubiläum. In: GA 17.11.1989 (StA ZA 141/1-h).
MN: Stahl-Kunst zeigt die Dynamik der Hauptstadt. In: BR 17.11.1989 (StA ZA 141/1-h).
akü: Ein Blütenmeer umgibt die Stahlskulptur. In: GA 10.4.1990.
Monumente im Stadtbild: Bonn als Skulpturenstandort. In: Kabinett, Jg. 7, Heft 1, April 1997
(StA ZA 149/1402).
CA: Hansing-Plastik: Formenwirbel abgebrochen. In: GA 19.2.1998.
Herles, Helmut: Die Suche nach dem „Innenbild“. Zum 80. Geburtstag des Rhöndorfer Malers Ernst
Günter Hansing. In: GA 15.6.2009.
Herles, Helmut: Ein europäischer Maler. In: GA 2.2.2011 (Nachruf).
Hansmann, Wilfried/Nitsche, Hans: Ernst Günter Hansing. Menschenbild und Abstraktion. Köln 1997
(Biografie), Abb. S. 72.
Weingartz, Hans: Skulptur in Bonn. Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1950 bis heute. Königswinter
2007, S. 74, Abb. S. 75.
Katalog-Nr. 172
Werk
Lars Ulrich Schnackenberg, Wegzeichen, 1989
Metall, 800x800x800 cm
30.9.1989
3 Beuel-Ost, Auguststraße 2 (Rheinische Tapetenfabrik)
Wolfgang und Hans-Joachim Quadt
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Dieses gigantische Industriedenkmal, montiert aus einem aufgeschweißten Farbsilo und der Walze
einer alten Tapetendruckmaschine, dient als Wegzeichen für das Kultur- und Gewerbezentrum in
Beuel, der ehemaligen Rheinischen Tapetenfabrik. Dazu wurde das Silo auf den Boden gestellt, die
Kuppel abgeschnitten und das Silo in zwei gleich große Teile zerlegt. Da der „Schrottcharakter“ erhalten bleiben sollte, wurde der Rost auf den Maschinensegmenten nicht entfernt. Seiner Funktion als
Wegweiser wird das Objekt dadurch gerecht, dass in den Silohälften Namen von Firmen und sonstigen Institutionen mit fluoreszierenden Farben eingetragen wurden. Die Metallplastik war ein Beitrag
zur zweiten Bonner Kunstwoche 1989.
Kurzbiografie
Lars Ulrich Schnackenberg
Geb. 1948 in Bad Reichenhall. 1970-1972 Designstudium an der Fachhochschule Augsburg. 19731976 Fachschule für Holzbildhauer, Oberammergau. 1977-1982 Studium an der Hochschule der
Künste Berlin (Meisterschüler bei Bernhard Heiliger). 1982 Mitbegründer der Bildhauergruppe
144
„Odious“. 1982-1984 Atelierstipendium der Karl Hofer Gesellschaft, Berlin. 1984 Umzug nach
Berchtesgaden, 1990 Übersiedlung nach Bonn. 1995 Stipendium der Stadt Bonn. 1991-2003 Gastdozent an der Alanus Hochschule Alfter, dort 2005 Ernennung zum Professor für den Fachbereich Bildhauerei. 1992 Botho-Graef-Kunstpreis, Jena; 1996 Anna und Werner Fasbender Grafikpreis, Brühl;
2001 Internetkunstpreis der IGM Chemnitz. Der Künstler hat sich die letzten Jahre auf digitale Bearbeitung von Bildern spezialisiert. Seit 2005 lebt und arbeitet er in Unkel/Rhein.
Einzelausstellungen u.a. 1984 Galerie Schablone, Düsseldorf; 1991 Galerie Linneborn, Bonn; 2004
Galerie Acht P! Pravato, Bonn.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 2003 Gedenktafel für Albert Richter, ehem. Rheinlandhalle
Venloer Straße, Köln-Ehrenfeld; 2006 Filmclip Besuch einer alten Dame, Projektion an ein Haus in
Bad Honnef.
Quellen
Telefonische Auskunft Prof. Lars Ulrich Schnackenberg an Verfasserin 25.2.2010.
Schriftliche Auskunft Prof. Lars Ulrich Schnackenberg an Verfasserin 26.4.2010.
Einladung von Wolfgang Quadt vom 25.9.1989 zur Aufstellung der Metall-Großplastik des Berliner
Bildhauers Ulrich Schnackenberg am 30.9.1989 in Beuel.
Home-page Lars Ulrich Schnackenberg. Online im Internet: URL:
www.schnackenberg-art.de/ [13.11.2011].
Literaturhinweise
Lübbert, Claudia: Metallplastik als Beitrag zur Bonner Kunstwoche. In: GA 16.8.1989 mit Abb.
cla: Zeitgeist fließt in Metallplastik ein. In: GA 18.8.1989.
Lübbert, Claudia: Maschinen gebaut, Maschinen zerschlagen. In: GA 23.8.1989.
ks: Alanus erhält neuen Professor für Bildhauerei. In: GA 7.9.2005.
Rohrmoser, Albin: Ulrich Schnackenberg. Lebensstühle. In: Faltblatt der Ausstellung der Hypo Galerie Romanischer Keller Salzburg 1993 (Biografie, Ausstellungen).
Lars-Ulrich Schnackenberg. Momente (Katalog der Ausstellung in der Galerie Acht P! Pravato Bonn
2004). Bonn 2004 (weiterführende Biografie, Ausstellungen, Bibliografie).
Katalog-Nr. 173
Werk
Jochen Kramer, Wasserspiel, 1970
Aluminium, Becken und Sockel Beton
Höhe 500 cm, Sockel 100x100 cm, Plattform 200x200 cm
Wasserbecken 1.000x600 cm
1970
3 Holzlar-Kohlkaul, Finkenweg (vor Haus 48)
Wohnbau-Gesellschaft H. Derr mbH & Co KG, Hilden
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Basis bildet ein großes langrechteckiges Wasserbecken. Aus seiner Mitte, aber zur Seite versetzt,
erhebt sich ein viereckiger Sockel mit ebensolcher Plattform. Auf ihr befinden sich aus Aluminium
gefertigte Wasserräder sowie Wasserspeier verschiedener Größen in geometrischen Formen. Das
Wasserspiel wurde zusammen mit der Wohnanlage am Finkenweg angelegt. Inzwischen ist es nicht
mehr in Betrieb, stattdessen wurde das Becken dicht bepflanzt.
Kurzbiografie
Jochen Kramer
Geb. 1935 in Braunschweig, gest. 1988 in Wolfsburg.
Arbeitete u.a. als Industriedesigner in Wolfsburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1973 Mobile, Dresdner Ring/Halberstädter Straße, Wolfsburg;
1979 Spielplastik, Großer Schillerteich, Wolfsburg; 1985 Sonnenuhr, Planetarium Wolfsburg.
Quellen
Schriftliche Auskunft Wohnbau-Gesellschaft H. Derr mbH & Co KG, Hilden, an Verfasserin
1.3.2010.
Schriftliche Auskunft Steffi Crain, Stadt Wolfsburg, Geschäftsbereich Kultur und Bildung, an Verfasserin 27.4.2010.
Literaturhinweis
EB: Moderne Brunnenanlage in Beuel-Kohlkaul. In: BR 8.4.1976 mit Abb. (StA ZA 128/565).
145
Katalog-Nr. 174
Werk
Bernhard Veno, Marienstatue, ‹1.11.1983
Bronze, 157x70x40 cm, Sockel Granit? Höhe 40 cm
Einfassung 265x265 cm
sign. auf Halbkugel li.: „B. Veno“
1.11.1983
3 Küdinghoven, Kirchstraße (vor St. Gallus)
privater Stifter
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Veno schuf die Madonnenstatue mit ausgebreiteten Armen und nach oben geöffneten Händen im
Gestus einer Immaculata, d.h. auf einer Halbkugel stehend, die die Welt symbolisiert. Die schlanke
aufrechte Gestalt trägt über dem bis an die Füße reichenden gegürteten Untergewand ein großzügig
geschnittenes Manteltuch, das Arme und Schultern umhüllt. Die Haare sind fast vollständig von einem
bis über die Schultern fallenden Schleier bedeckt. Die sichtbaren Körperteile - Gesicht und Hals,
Hände und Füße - wurden im Gegensatz zur Bekleidung poliert.
Die oktogonale Form des Sockels wurde in der beetartigen Umrandung aufgegriffen.
Am Allerheiligentag wurde die von einem Mitglied der Gemeinde anonym gestiftete Statue geweiht.
Kurzbiografie
Bernhard Veno
Schweizer Künstler?
Quellen
Telefonische Auskunft Magdalena Schmoll, Kirchengemeinde St. Gallus, an Verfasserin 31.7.2009.
Danach wurde die Figur möglicherweise aus einem Katalog ausgesucht. Ansonsten existieren keinerlei Angaben über Künstler, Werk und Stifter.
Plan Matthias Simon, Garten- und Friedhofsamt der Stadt Bonn (StA 2760).
Jaschke, Christoph/Schneider, Heribert: Marienstatue vor St. Gallus, Küdinghoven. SS 1987. Ms..
(Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
ami: Marienstatue für die St. Gallusgemeinde. In: BR 3.11.1983 (StA 135/2431).
Pfarrbrief der Gemeinde Sankt Gallus für Küdinghoven und Ramersdorf, Heft 3/4 1983, S. 26 mit
Abb.
Katalog-Nr. 175
Werk
Willi Hahn, Denkmal Für griechische Auswanderer 1955-1973, 1977/78
Anröchter Dolomit, Kern gemauert, Sockel Beton
Inschriftentafel Marmor
185x70x70 cm, Sockel 25x130x130 cm
Inschrift: „STOUS / ELLINES METANASTES / TIS GERMANIAS /
1955-1973 / KAI EIPE KYRIOS TO AVRAAM, / EXELTHE EK TIS
GIS SOU / KAI TIS SYGGENEIAS SOU ... „ GEN. 12,1“
1978
3 Limperich, Dietrich-Bonhoeffer-Straße Nr. 2 (Griechische Metropolie)
Griechische Metropolie
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Vor dem Kirchenportal Im Hof steht auf schmaler Plinthe und niedrigem quadratischen Sockel der aus
vier Teilen aufgebaute Gedenkstein: drei Quader und als Bekrönung ein Stein, der als Durchdringung
von zwei Halbtonnen gebildet ist. Die vordere Lünette dieses Abschlusses ist durch ein Relief verziert. Es zeigt einen Lanze tragenden Mann auf einem Boot, allerdings in einer anatomisch kaum
möglichen Stellung. Auf dem sich darunter befindenden Quader ist eine weiße Marmorplatte eingelassen, die eine griechische Inschrift trägt. Die deutsche Übersetzung lautet: „Den / griechischen Auswanderern / in Deutschland 1955-1973 / Und der Herr sprach zu Abraham: / Zieh weg aus deinem
Land / und von deiner Verwandtschaft ...“ (Altes Testament, Genesis 12.1).
Der Gedenkstein hat nicht nur eine religiöse Bedeutung, sondern soll auch darauf verweisen, dass ein
Grieche zwar auswandert, doch immer wieder in seine Heimat zurückkehrt. Entsprechend wird der
dargestellte Mann als Odysseus, Symbol eines Wanderers, gedeutet.
Die Aufstellung des Gedenksteins erfolgte im Zusammenhang mit dem Neubau der Griechischen
Metropolie. Verfasser des Textes ist der damalige Metropolit Irineos. Den Künstler schlug der Architekt Klaus Hönig vor.
Die Absicht, das Odysseus-Motiv in Goldmünzen zu prägen für Personen, die für die Metropolie
besonders hilfreich waren, wurde nicht realisiert.
146
Kurzbiografie
Willi Hahn
Geb. 1920 in Saarbrücken, gest. 1995 in Trier.
Zum Priester bestimmt, besuchte er 1930-1934 das Studienkolleg der Salesianer in
Oberhundem/Sauerland. Auf Rat der Lehrer begann er 1934 eine Lehre als Maler- und Anstreicher
(Abbruch wegen Bleivergiftung). 1936-1939 Besuch der Meisterschule des deutschen Handwerks,
Trier. Nach Kriegsdienst und französischer Gefangenschaft 1946 Arbeit auf einem Bauernhof im
Dhrontal/Hunsrück. Hier entdeckte ihn der Architekt und Baurat Heinrich Otto Vogel (1898-1994)
und zog ihn als Mitarbeiter beim Wiederaufbau der Trierer Markt- und Stadtpfarrkirche St. Gangolf
hinzu. Weitere sakrale Arbeiten schlossen sich an.
Einzelausstellungen u.a. 1995 St. Matthias, Trier.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1977 Heuschreck-Brunnen, Nagel-/Fleischstraße, Trier; 1984
Cornelius-Brunnen, Kürenz; 1987 Leben, Oskar-Schwenk-Schule, Waldenbuch.
Quellen
Gespräch Sokratis Ntallis, Direktor des Metropolitanbüros, Bonn, mit Verfasserin 27.7.2009.
Schreiben Architekt Klaus Hönig an Verfasserin 30.7.2009 mit Bauplan des Gedenksteins vom
1.3.1978.
Literaturhinweis
Holzberger, Hiltrud: In Stein gehauene Erzählungen und Gedanken: der Bildhauer Willi Hahn. In:
Kürenz. Chronik eines Trierer Stadtteils. Hrsg. Arbeitsgemeinschaft für Landesgeschichte und Volkskunde des Trierer Raumes. Schriftenreihe Ortschroniken des Trierer Landes. Bd. 49. Trier 2008,
S. 602-604 mit Biografie.
Katalog-Nr. 176
Werk
Schulklasse, Gedenkstein für gehängte Zwangsarbeiter, (1986-)1987
Ausführung Steinmetz Wolfgang Naundorf, Bonn-Beuel
Grauwacke?, 120x90x28 cm
Inschrift auf Vorderseite eingraviert: „In Erinnerung / an die ohne
Gerichtsver- / fahren hingerichteten / polnischen Zwangsarbeiter.
Geslaw Worech / *29.2.1911 + 29.7.1941 /
Tichon Sobcuk / * 22.6.1923 + 4.4.1944 /
Felix Garbarek / * 20.10.1914 + 29.7.1941 /
gedenken wir hier allen Opfern / der Gewaltherrschaft.“
12.12.1987 Einweihung
3 Limperich, Auf dem Finkenberg (Fußweg im Anschuss an Weinbergweg)
Gesamtschule Beuel/Bezirksvertretung Bonn-Beuel
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Gedenkstein ist am Hinrichtungsort von drei Zwangsarbeitern aufgestellt. Am 29.7.1941 wurden
hier Ceslaw Worech und Felix Garbarek aus Polen ohne Gerichtsverfahren von der Gestapo hingerichtet, am 4.4.1944 der 20jährige Tichon Sobcuk, über dessen Nationalität Unklarheit besteht. Möglicherweise stammte er aus der Ukraine.
Schüler einer Projektgruppe der Gesamtschule Beuel hatten sich im Oktober 1986 mit dem Thema
„Fremdarbeiter in Beuel 1939-1945“ beschäftigt. Sie brachten zur Erinnerung auf dem ehemaligen
Steinbruch eine Tafel - eine einfache Sperrholzplatte, auf ein Vierkantholz geschraubt und genagelt mit entsprechender Inschrift und Hinweis auf die Täter an, die wiederholt entfernt wurde. Nach öffentlich ausgetragener Diskussion wurde im Dezember 1987 dieses provisorische Gedenkkreuz durch
einen Gedenkstein ersetzt.
Die CDU-Fraktion der Beueler Bezirksvertretung hatte eine offizielle Gedenktafel zunächst abgelehnt,
vielleicht, weil der Vater des Vorsitzenden der Beueler Mehrheitspartei vormals Ortsgruppenleiter der
NSDAP für Beuel-Land und in dieser Funktion möglicherweise bei der Hinrichtung anwesend gewesen war. Im April 1987 wurde schließlich der Beschluss zur Errichtung eines Gedenksteines gefasst.
Quellen
Notiz Prof. Hallensleben o.D. (Nachlass Hallensleben).
Bausch, Albrecht: Mahnmal für drei Zwangsarbeiter auf dem Finkenberg. WS 1992/1993 Ms.
(Nachlass Hallensleben - StA 94/91).
Literaturhinweise
Schwartz, Rolf Dietrich: Unwürdige Gegend für ein Mahnmal. In: Frankfurter Rundschau 5.12.1986.
wng: Finkenberg: Tafel herausgerissen. In: GA 2.1.1987 (StA ZA 139/30).
LH: Gedenktafel auf dem Finkenberg. In: BR 1.5.1987 (StA ZA 139/30).
147
ghs: Pfarrer Borchert: Gedenkstätte an einem „Ort der Scham“. In: GA 14.12.1987 mit Abb.
(StA ZA 139/30).
Beyer, Günther: Ein Stein, wo Zwangsarbeiter sterben mußten. In: RSA 20.4.1988.
ghs: Beueler Schüler berichteten in Polen über Schicksal der Zwangsarbeiter. In: GA 21.10.1988
(StA ZA 140/157) mit einem Bericht über eine Reise der Beueler Schüler nach Polen, u.a. nach
Jarocin, der Heimat von Felix Garbarek.
sun: Gabarek und Worech starben ohne Gerichtsverhandlung. In: BR 29.7.1991 (StA ZA 143/2168).
Ennen, Edith/Höroldt, Dietrich: Vom Römerkastell zur Bundeshauptstadt. Kleine Geschichte der Stadt
Bonn. Hrsg. Stadt Bonn, 1. Aufl. Bonn 1967, 4. Aufl. Bonn 1985, S. 327. Dort werden Hinrichtungen
von je zwei polnischen und russischen Gefangenen erwähnt.
Teichler, Jochen/Gebauer-Nehring, Gisela: Spurensicherung - Projekt „’Fremdarbeiter’ in Beuel
1939-1945“. In: Eine Schule geht aus sich heraus. Gesamtschule Bonn-Beuel. Hrsg. Gesamtschule
Bonn-Beuel. Bonn-Beuel 1987, S. 65-75.
Antifaschistischer Stadtführer. Bonn zur Zeit des Nationalsozialismus. Hrsg. Arbeitskreis „Bonn zur
Zeit des Nationalsozialismus“ im Bildungswerk für Friedensarbeit. 3. Aufl. Bonn 1988, Nr. 30.
Katalog-Nr. 177
Werk
Entwurf Steinmetz in Mayen? Brunnen, 1989-1991
Ausführung Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Basalt, Höhe der Stelen 300, 220 und 220 cm, Ø je 30 cm
21.9.1991 Einweihung
3 Oberkassel, Königswinterer Straße („Marktplatz“, gegenüber Nr. 697)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Drei Stelen umstehen drei gegeneinandergerichtete Wasserdüsen. Sie befinden sich im Zentrum eines
Brunnenkranzes, der aus Basaltsteinen aufgepflastert ist. Auf den Stelen sind in eingetieftem Relief
vier architektonische Motive dargestellt: Die große Stele zeigt oben die alte evangelische Kapelle (die
älteste im Bonner Raum), unten eine historische Stadtsilhouette, die kleineren die katholische Pfarrkirche St. Cäcilia und das Lippesche Palais. Das Material erinnert an die alte Tradition des Basaltabbaus in Oberkassel, musste aber in Mayen beschafft werden. Dort wurde auch der Brunnen entworfen.
Er war Bestandteil des Gestaltungskonzeptes „Königswinterer Straße“.
Kurzbiografien
Steinmetz in Mayen?
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP) s. Kat.-Nr. 97
Quelle
Schriftliche Auskunft RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn, an Verfasserin 16.4.2010.
Literaturhinweise
hol: Brunnen soll Marktplatz verschönern. In: GA 4.6.1991 (StA ZA 143/1715).
sls: Drei Basaltsäulen für den neuen Brunnen am Markt. In: BR 21.8.1991 mit Abb.
(StA ZA 143/1715).
hol: Auf dem Marktplatz wird ein Brunnen gebaut. In: GA 21.8.1991 (StA ZA 143/1715).
Brunnenfest in Oberkassel. In: GA 18.9.1991 (StA ZA 143/1715).
sls: Aus Lastwagenroute wurde Tempo-30-Straße. In: BR 20.9.1991 (StA ZA 143/1715).
Sticklies, Burkhard: Die Linie 64 fährt auch in Zukunft bis Oberkassel. In: GA 23.9.1991
(StA ZA 143/1715).
Katalog-Nr. 178
Werk
Heinrich Esser, Jakob-Müller-Brunnen (Pferdetränke), 1986/87
Gusseisen, Naturbasalt, Gesamthöhe 260 cm
Brunnenbecken Ø 200 cm, Schale Ø 65 cm
Guss Franz Rübenach, Bonn
Aufbau Otto Kranz und Fritz Pacht, Bonn
Inschrift zur Stiftung (auf Tafel über einer einige Meter entfernten Bank):
„Dieser Brunnen wurde von Heinrich Esser / entworfen, geformt und in der
Firma / Rübenach gegossen. Er stiftete ihn dem / Obst- u. Gartenbauverein
Oberkassel. / Aufbau, Gestaltung und Installation des / Brunnens waren eine Spende der Firmen / Fritz Pacht und Otto Kranz. / Übergabe an die Bürgerschaft erfolgte / am 31. Mai 1987.“
148
Aufstellung
31.5.1987 Einweihung
Standort
3 Oberkassel, Königswinterer Straße 675
Auftraggeber
lokale Stifter
Beschreibung
Die Form des Brunnens erinnert an den alten Trogbrunnen, der an gleicher Stelle stand. Der gusseiserne Stock ist mit dem auf einem Teller montierten Wappen der Gemeinde Oberkassel bekrönt. Darunter folgt ein dem korinthischen Kapitell nachempfundener Aufsatz, dem sich der Kopf eines wasserspendenden Greifvogels anschließt. Dessen Wasserstrahl fließt in eine von sechs Löwenköpfen
geschmückte runde Schale und von dort aus zwei Löwenmäulern in das Brunnenbecken. Die Ummauerung und Abdeckung des Fußteils der Tränke erfolgte mit Natursteinen.
Namensgeber des Brunnens ist der Mitbegründer und langjährigen Vorsitzende des Obst -und Gartenbauvereins Jakob Müller.
Kurzbiografie
Heinrich Esser s. Kat.-Nr. 166
Literaturhinweise
fra: Neuer Brunnen weckt Erinnerung an die Tradition Oberkassels. In: GA 1.6.1987
(StA ZA 139/1680).
JP: Neues Wahrzeichen von Oberkassel am Sonntag eingeweiht. In: BR 2.6.1987 (StA ZA 139/2133).
ofg: Oberkasseler Brunnen fertiggestellt. In: GA 19.9.1987 (StA ZA 139/2133).
Der „Jakob-Müller-Brunnen“, eine Bereicherung im Ortsbild. In: Oberkasseler Zeitung Nr. 17,
25.9.1987 (StA ZA 139/2133).
Oberkassels Brunnen ist ein Schmuckstück. In: BAB 30.9.1987 mit Abb. (StA ZA 139/2133).
Lla: Nach 50 Jahren hat Oberkassel endlich wieder einen Brunnen. In: BR 1.10.1987 mit Abb. des
alten Brunnens (StA ZA 139/2133).
Katalog-Nr. 179
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Jochem Pechau/Theo Heiermann, Marienbrunnen, 1987-1989
Madonna mit Postament und Evangelisten Bronze
Brunnentrog Trachyt
Gesamtmaße des Brunnens 157x130x130 cm
Madonna Höhe 32 cm, Brunnentrog 10x90x90 cm
Block 91x130x130 cm
Inschriften:
SO-Dach (Vorderseite), erhabene Inschrift:
„AQUARIUM igitur / VIVENTIUM PUTEUS / id est sanctarum scriptu /
rarum sacrarium / SOROR MEA / SPONSA / tu es“
(Übersetzung Pfarrer Karl Königs: „Brunnen, lebendiger Wasser, heiliger
Schriften geweihtes Behältnis bist du, meine Schwester Braut“. Hohe Lied
4, 12 und 15). Die Worte der Heiligen Schrift stehen in großen, die Erläuterung Rupert von Deutz’ in kleineren Buchstaben.
NW-Dach (Rückseite), erhabene Inschrift mit Chronogramm:
„sanCtae DeI genItrICI / et rVperto tVItIensI/ anno IVbILaeI CIVItatIs /
DeDICatVs“
(Übersetzung Pfarrer Karl Königs: „(Dieser Brunnen) ist der heiligen Gottesmutter und Rupert von Deutz im Jubeljahr der Stadt (2000 Jahre Bonn)
gewidmet“). Die hervorgehobenen Großbuchstaben als römische Zahlen
ergeben hier das Jahr 1989 (DDD CCCC L VVVVV IIIII IIIII IIII).
SW-Dach (linke Seite): Reliefdarstellung: stilisierter Rheinstrom zwischen
den Wappen von Bonn und Beuel.
NO-Dach (rechte Seite): Reliefdarstellung:
Wappen und Wahlspruch „SPES NOSTRA FIRMA“ Joachim Kardinal
Meisners, entnommen aus 2. Kor. 1,7 „Ut spes nostra firma sit pro vobis“
(„Unsere Hoffnung für Euch steht fest“).
17.9.1989 Einweihung
3 Schwarzrheindorf, Dixstraße 41 (vor Portal der Doppelkirche)
Kirchengemeinde Schwarzrheindorf
149
Beschreibung
Die Basis dieses Brunnens bildet ein würfelartiger Block mit abgegrateten Kanten und eingetieftem
Brunnentrog, aus dem sich über einem quadratischen gestuften Sockel ein Postament in Form eines
gestutzten Rhombendaches erhebt. Dieses trägt eine thronende Madonna. Sie ist nach dem Typus der
Hodegetria gestaltet. Mit ihrer rechten Hand weist sie auf das Jesuskind, das - mit der linken Hand
von Maria gehalten - auf ihrem linken Oberschenkel steht und mit ausgebreiteten Armen die Besucher
empfängt. An den vier Giebeln des Postamentes befinden sich Wasserröhren, auf den dreieckigen
Dachflächen Wappen, Insignien und Symbole oder Inschriften. Sie wurden von Pfarrer Karl Königs
konzipiert, der den Brunnen auch initiiert hatte. Auf den vier Erhebungen in der Mitte einer jeden
Seite des Brunnentrograndes sitzen die Symbolfiguren der vier Evangelisten: eine geflügelte menschliche Gestalt für Matthäus, ein geflügelter Löwe für Markus, ein geflügelter Stier für Lukas und der
Adler für Johannes.
Ein Marienbrunnen an dieser Stelle erinnert zum einen daran, dass die Kirche 1151 der Jungfrau Maria und dem heiligen Klemens geweiht wurde, zum anderen ist er dem Andenken an den Mariologen
und geistigen Vater des Schwarzrheindorfer Bilderzyklus, dem Theologen Rupert von Deutz (10751129) gewidmet.
Die Arbeiten wurden 1987 von Jochem Pechau im Auftrag der Kirchengemeinde Schwarzrheindorf
begonnen und nach seinem Tod von seinem Freund und Kollegen Theo Heiermann vollendet. Pechau
konnte den Brunnen bis auf die Bronzefigur der Mutter Gottes mit dem Jesuskind und ihrem Sockel
fertig stellen.
Kurzbiografien
Jochem Pechau
Geb. 1929 in Marburg/Lahn, gest. 1989 in Köln.
Nach Ausbildung in der Werkstatt für Bildhauerei an der Kreisberufsschule Biedenkopf/Lahn 19491956 Studium an den Kölner Werkschulen (ab 1950 bei Ludwig Gies). Seither freischaffend tätig.
1959 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
Einzelausstellungen u.a. 1969 Clemens-Sels-Museum, Neuss; 1976 Galerie Taube, Berlin; 1984 Museum Katharinenhof, Kranenburg.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1961/62 „Brunnen mit Hund“, Tiefentalschule, Köln-Mülheim
und Paradiesbrunnen, St. Laurentius, Köln-Lindenthal.
Theo Heiermann
Geb. 1925 in Bottrop, gest. 1996 in Köln.
1944 als Schüler zum Militärdienst eingezogen. 1945 Entlassung aus englisch-amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Nach Abitur 1946-1952 Studium an den Kölner Werkschulen (bei Wolfgang Wallner,
Wilhelm Teuwen und Joseph Jaekel). Seit 1952 freischaffend tätig. 1956 Förderpreis des Landes
Nordrhein-Westfalen. 1957 Arbeit in der Kölner Dombauhütte.
Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. in Köln, München, Brüssel, Gent, Paris, Triest, Rom.
Arbeiten im öffentlichen Raum u.a. 1956 Gestaltung des Katholikengeländes in Köln (zusammen mit
Rudolf Schwarz), für das er die Dornenkrone schuf; 1986 DuMont-Brunnen, Breitestraße, Köln.
1988 Mitarbeit von Jochem Pechau und Theo Heiermann am Mahnmal für die Synagoge am Lappenberg, Hildesheim.
Quellen
Auskunft des Pfarrers Karl Königs (gest. 2005) an Prof. Hallensleben am 22.5.1993
(Nachlass Hallensleben).
Telefonische Auskunft Rainer Krippendorff, Bürgervereinigung Schwarzrheindorf und Vilich Rheindorf eV, an Verfasserin 11.7.2009.
Erzbistum Köln: Bischofswappen Joachim Kardinal Meisner. Online im Internet: URL:
www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/erzbischof/wappen.html [13.11.2011].
Stadt Hildesheim: Kunstwerke im öffentlichen Raum. Zur Synagoge am Lappenberg. Online im Internet: URL:
www.hildesheim.de/pics/medien/1_1261039757/Kunstobjekte_im_oeffentlichen_Raum.pdf [2009].
Literaturhinweise
zr: An der Doppelkirche soll ein Marienbrunnen plätschern. In: GA 11.11.1987.
zr: Brunnen kommt später. In: GA 19.4.1989.
LE: Großes Interesse an Brunnenweihe. In: BR 19.9.1989 mit Abb. (StA ZA 141/106).
GA: Marienbrunnen geweiht. In: GA 20.9.1989 (StA ZA 141/106).
Ronig, Franz: Theo Heiermann. Monographien zur rheinisch-westfälischen Kunst der Gegenwart.
Hrsg. Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Bd. 43. Recklinghausen 1972 (Biografie).
Decker, Agnes: Jochem Pechau. Malerei Grafik Plastik (Katalog der Ausstellung im Allianz-Haus
Köln 1977). Köln 1977 (Biografie, Ausstellungen).
150
Künstler Ateliers in Köln. Hrsg. Artothek der Stadtbücherei/Berufsverband Bildender Künstler u.a.
Köln 1984, S. 426 zu Pechau (weiterführende Biografie, Ausstellungen).
Skulptur in Köln. Bildwerke des 20. Jahrhunderts im Stadtbild. Red. Gerhard Kolberg. Köln 1988,
S. 97 (zu Heiermann).
Königs, Karl: „Brunnen lebendiger Wasser“. Der Schwarzrheindorfer Marienbrunnen. Bonn 1989 mit
religiöser Deutung des Brunnens und Übersetzung der Inschriften; als Titelbild Abb. Madonna (Faltblatt StA 92/3).
Theo Heiermann. Text Helmut Fußbroich (Katalog der Ausstellung der Künstler-Union-Köln im Kölner Maternushaus 1997). Köln 1997 (weiterführende Biografie).
Katalog-Nr. 180
Werk
Karl König, Brunnen, 1977/78
Brunnenbecken Blaubasalt, Höhe 60 cm, Ø 500 cm
Wasserspeier Bronze, Höhe 115 cm
1978
3 Vilich, Adelheidisstraße (vor Stiftskirche St. Peter)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Künstler wollte nach eigenem Bekunden eine stilisierte Blüte schaffen, die im Gegensatz zu einer
Seerose von oben vom Wasser umfangen wird. Er setzte diese Idee wie folgt um: Aus der Mitte eines
runden aus Pflastersteinen gemauerten Brunnenbeckens ragt der Wasserspeier in Form eines Rohres,
das sich trichterförmig öffnet. Um das Rohr sind vier S-förmig geschmiedete Bronzebänder angeordnet, die im oberen Bereich den Trichter umgeben, bevor sie sich nach außen biegen. Zusammen mit
ihrer bauchigen Form entsteht der Eindruck einer geöffneten Blüte mit dem Führungsrohr als „Stempel“. Das aus ihm sprudelnde Wasser umhüllt diese „Blüte“. Anlass für die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes war die Tausendjahrfeier Vilichs.
Kurzbiografie
Karl König
Geb. 1939 in Bonn, dort 2010 gest.
1956-1958 Ausbildung zum Kunstschmied, anschließend Besuch der Kölner Werkschulen. 1958
Bundessieger im Leistungswettkampf der Gesellenprüfungsbesten. 1964 Meisterprüfung. 1989-1994
Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Bonn.
Quellen
Schriftliche Auskunft des Sohnes, Andreas König, an Verfasserin 12.12.2009.
von Hertzberg, Hagen-Urich: Brunnen. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
plw: Billiges Naß ist schädlich. In: GA 25.7.1985 mit Abb. (StA ZA 137/2044).
hol: Bonner trauern um Karl König. In: GA 13.2.2010.
Katalog-Nr. 181
Werk
Heinrich Esser, Bottemelech’s-Jonge-Brunnen, 1987/88
Gusseisen, Höhe 240 cm, Brunnenschalen Ø 65 und 45 cm
Inschrift zur Stiftung (auf dem „Kapitell“):
li.: „GESTIFTET“
vorn: „BOTTEMELECH’S JONGE“
re.: „1988“
hi.: „GEBAUT HEINRICH ESSER“
20.8.1988 Einweihung
3 Vilich-Müldorf, Beueler-/Burbankstraße
Verein Bottemelechsjonge
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Ein schlanker Brunnenstock in Form einer kannelierten Säule ist durch zwei unterschiedlich große
Brunnenschalen gegliedert und bekrönt von einem „Bottemelechsjong“. Dieser steht auf dem die
Säule abschließenden „Kapitell“. Er hält einen Krug in der linken Hand, aus dem sich ein feiner Wasserstrahl in die zwei Auffangbecken ergießt, um schließlich in einer gepflasterten Mulde abzulaufen,
die die Verbindung zum Fußweg schafft. Der Knabe hat ein Hütchen auf dem Kopf, Gänseblümchen
im Mundwinkel und ist umringt von einer Herde Schafe. Dieses Wappentier der Müldorfer Bürger
befindet sich nochmals in Form von Schafsköpfen auf Säule und Brunnenschalen zusammen mit zwei
Löwenköpfen, die der unteren als Wasserspeier dienen.
151
Diese „Buttermilchsjungen“ sind Müldorfer Burschen, deren Spitzname aus dem 19. Jahrhundert
stammt, als sie zum Tanz in Nachbardörfer zogen und ihnen Buttermilch zu der nötigen Standfestigkeit verhalf.
Das Honorar des Künstlers bestand lediglich aus einem Abguss der Figur für die eigene Sammlung.
Er machte allerdings zur Bedingung, dass die Feinarbeit, d.h. die Bearbeitung der einzelnen Teile mit
der Polierbürste, von den „Jongen“ geleistet wird. Die Schenkung erfolgte im Vorgriff auf die 2000Jahrfeier Bonns.
Kurzbiografie
Heinrich Esser s. Kat.-Nr. 166
Literaturhinweise
do: „Bottermelechsjonge“ sollen nicht aussterben. In: GA 11.12.1987 (StA ZA 139/3195).
Hofmann, Lutz: „Bottermelechs-Brunnen“ versetzt in frühere Zeiten. In: BR 19.3.1988
(StA ZA 140/897).
luf: Brunnen der Bottemelech’s-Jonge wurde feierlich eingeweiht. In: GA 22.8.1988 mit Abb.
(StA ZA 140/897).
Richard, Josef: „Geschichtliches und Erinnerungswertes“ aus 1000 Jahren. In: GA 13.6.1991 zum 10jährigen Vereinsbestehen mit Abb. (StA ZA 143/842).
Kiesling, Anja: Buttermilch macht stark. In: GA 9.5.2008.
1. Vilich-Müldorfer Brunnenfest (Brunnen-Enthüllung). Hrsg. Bottermelech’s Jonge. Bonn-Beuel
1988 mit Stiftungsurkunde anl. 2000-Jahrfeier Bonn, die bei der Brunnen-Grundsteinlegung ins Fundament eingelassen wurde.
Vilich-Müldorf: Geschichtliches Erinnerungswertes. Hrsg. Bottermelech’s Jonge. Bonn 1991, Abb.
S. 44.
152
Varia
Katalog-Nr. 182
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Blohm & Voss AG, Hamburg, Spekanker
Stahl, Sockel Sandstein
Höhe 330 cm, Spannweite 210 cm, Sockel 35x25x135 cm
Inschrift auf Messingtafel an der Basis des Ankers:
„Blohm + Voss AG Hamburg / Spekanker, Gewicht 7,6 to“
in Anker eingegossen, rechter Flügel: „BLOHM + VOSS AG“
darüber: „EAST STEEL / 4723 KN / LLOYDS BEP / 300106 / 22.6.78“
linker Flügel: „SPEK-ANKER 658“
Ankerschaft li.: „FORGED INGOT STEEL“
(übersetzt: „geschmiedeter Stahlblock“)
Rückseite: „BLOHM + VOSS A.G.“
22.6.1978
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Straße 12 (heute 18-20,
Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg)
Geschenk der Firma Blohm & Voss AG, Hamburg,
an die Landesvertretung
Beschreibung
Der mit schwarzem Anstrich versehene Originalanker eines Hochseeschiffes liegt schräg zum Gebäude und ist nach vorn gekippt. Am oberen Ende befindet sich der schlaufenförmige Kettenschäkel. An
diesen schließt sich der Schaft an, der in zwei festsitzenden Armen mit Spaten endet. Während der
Ankerschaft aus vorgewalztem Gussblock aus Stahl geschmiedet wurde, sind die beiden Flunken aus
einem Stück gegossen.
Die Schiffswerft Blohm und Voss AG aus Hamburg schenkte den Anker der Landesvertretung anlässlich der Ausstellung „Maritime Industrie“ im Frühjahr 1978. Er verweist darauf, dass Schiffbau in
dem Stadtstaat ein wichtiger Industriezweig ist.
Kurzbiografie
Blohm & Voss AG, Hamburg
Traditionsreiche Hamburger Schiffswerft.
Quellen
Schriftliche Auskunft Blohm + Voss AG, Hamburg, an Verfasserin 21.8.2009 und 8.1.2010.
Curtius, Ulrike: Der Spekanker. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweis
E.N.: Hamburg. In: Die Welt 26.8.1988 mit Abb. (StA ZA 140/2174-3).
Katalog-Nr. 183
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Firma Krummenauer, Neunkirchen/Saar, Schrämwalze
Metall, Ø 200 cm
Inschrift auf Messingplatte in petrolblau angestrichener Vertiefung der
Walze: „SCHRÄMWALZE / Durchmesser 2000 mm / Gewicht 30 kN /
Hersteller / KRUMMENAUER / 6680 Neunkirchen / Saar“
5.3.1982
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Straße 9 (heute 12,
Landesvertretung Saarland)
Geschenk der Saarbergwerk AG im Saarland
an die Landesvertretung
Beschreibung
Die Originalwalze wurde schräg zum Haus aufgestellt und vermutlich als Schutz vor Rost mit einem
grauen Anstrich versehen. Verankert ist sie durch ein rückwärtig befestigtes Metallrohr, das in Beton
im Rasen eingelassen ist. Aus den inzwischen entfernten Erläuterungen am Fahnenmast vor der Walze
ging hervor, dass sie als Werkzeug der Schrämmaschine zwischen 1976-1979 in vier Gruben eingesetzt wurde. 1982 wurde sie als typisches Arbeitsgerät des lange vom Abbau der Steinkohle lebenden
Saarlandes im Vorgarten der Landesvertretung aufgestellt. Die Walze ist nicht nur Symbol der saarländischen Wirtschaft, sondern soll gleichzeitig vom hohen technischen Stand der saarländischen
Industrie zeugen.
153
Kurzbiografie
Firma Krummenauer, Neunkirchen/Saar
Die Firma Krummenauer ist ein Familienunternehmen im Saarland mit den Schwerpunkten Bergbautechnik und Sondermaschinenbau.
Quellen
Schriftliche Auskunft Michael Sander, Landesarchiv Saarbrücken, an Verfasserin 27.8.2009.
Schriftliche Auskunft Saarbergwerk AG im Saarland an Verfasserin 17.12.2009.
Curtius, Ulrike: Schrämwalze. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
In Bonn: Schrämwalze erinnert an Saarbergbau. In: Saarbrücker Zeitung 6.3.1982 mit Abb.
Saarbergbau präsentiert sich in der Bundeshauptstadt Bonn. In: Saarberg, Heft 2/82, S. 6 mit Abb.
Katalog-Nr. 184
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Firma Schaffran, Lübeck, Schiffspropeller
Manganbronze, Stab Metall, geschwärzt
Ø 235 cm, Höhe 290 cm, Standfläche 100x100 cm
12.9.1984
1 Gronau, Kurt-Schumacher Straße 17-18 (heute 24,
Landesvertretung Schleswig-Holstein)
gestiftet von Mittleren Werften Schleswig-Holstein und Firma Schaffran
an die Landesvertretung
Beschreibung
Der fünfflügelige Originalpropeller ist mit seiner Nabe an einem nach vorne gebogenem Stahlstab
befestigt, dessen quadratische Standfläche im Betonfundament verschraubt wurde. Er wurde für ein
Hochseeschiff hergestellt. Die radial um die goldene Nabe angeordneten Flügel lassen zusammen mit
dem schwarz angestrichenen Stab den Eindruck einer Margaritenblume entstehen. Das Teil verweist
auf das an Nord- und Ostsee gelegene Schleswig-Holstein, das von Schiffsbau und Fischereindustrie
lebt.
Vor dem Propeller informiert eine Tafel über Stifter und Schiffsdaten:
„SCHIFFSPROPELLER / AUS MANGANBRONZE / GESTIFTET VON DEN / MITTLEREN
WERFTEN SCHLESWIG-HOLSTEINS / UND DER FIRMA SCHAFFRAN LÜBECK
SCHIFFSDATEN:
LÄNGE Ü.A. 83,27 M KLASSIFIKATION GL 100 A4 E1 / BREITE 12,00 M LEISTUNG 2000
PS 300 UPM / TIEFGANG 5,73 M PROPELLER: FLÜGELZAHL 5 / TRAGFÄHIGKEIT 2903 T
DURCHMESSER 2,35 M / GESCHWINDIGKEIT 12 KN GEWICHT 2035 KG / 12. September
1984“.
Kurzbiografie
Firma Schaffran
U.a. auf Schiffspropeller für Berufs-, Sport- und Behördenschifffahrt spezialisiertes Lübecker Unternehmen.
Quellen
Curtius, Ulrike: Der Schiffspropeller. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Heute feiern die Schleswig-Holsteiner erstmals in ihrem neuen „Pesel“. In: GA 12.9.1984
(StA ZA 136/219).
Stolze, Wilfried: Schleswig-Holsteiner haben ab heute endlich ihren „Pesel“. In: BR 12.9.1984
(StA ZA 136/219).
Das Parlament 22.9.1984 (StA ZA 136/219).
Neuer Blickfang. In: Blickpunkt 26.9.1984 (StA ZA 136/219).
D.G.: Schleswig-Holstein. In: Die Welt 2.9.1988 (StA ZA 140/2174-5).
Impression. Jg. 8, Heft 5-7, Juli 1991, S. 5 (StA ZA 144/2855).
Schleswig-Holstein in Bonn. Hrsg. Die Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund, Bonn.
Bonn o.J. [1989], S. 1.
Busmann, Friedrich: Vom Parlaments- und Regierungsviertel zum Bundesviertel. Eine Bonner Entwicklungsmassnahme 1974-2004. Hrsg. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn. Bonn 2004, Abb.
S. 110.
154
Katalog-Nr. 185
Werk
Aufstellung
Standort
Willi-Brandt-Eiche, ‹1964
16.2.1989 Pflanzung
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil zwischen Japanischem Garten und Blindengarten)
Stiftung SPD
Auftraggeber
Beschreibung
Zur Erinnerung an die Wahl Willy Brandts (1913-1992) zum Vorsitzenden der SPD am 16.2.1964
wurde die 25 Jahre alte Quercus palustris (Sumpfeiche) im Rheinauenpark oberhalb des Blindengartens im Beisein des Geehrten und des SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel gepflanzt.
Baumsetzungen haben in Bonn Geschichte. Erinnert sei an die Pflanzungen der Wilhelms-Eiche beim
Jägerhäuschen im Kottenforst durch Kronzprinz Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm II, am
19.7.1879 oder der Hitler-Eiche, die in Anwesenheit des Führers am 30.1.1934 anlässlich der ersten
Wiederkehr des Tages der Machtübernahme am Rhein-Hochufer unweit des Hotels Dreesen (damals
Adolf-Hitler-Platz) gepflanzt wurde. Nach 1945 wurde sie komplett abgesägt anstatt nur die davor
angebrachte Platte zu entfernen, was den Baum erhalten hätte.
Quelle
Gesprächsnotiz Prof. Hallensleben mit Dr. Dietrich Jung 5.3.1988. Nachlass Hallensleben. Ms.
Bad Godesberg einst und jetzt, S. XV (Material von Ruth Warken).
Literaturhinweise
sol: Kleines Protokoll. In: GA 17.2.1989 mit Abb.
Die Stadt Bad Godesberg. Geschichte und Leben der jüngsten deutschen Stadt [hrsgeg. aus Anlass der
Stadtwerdung Bad Godesbergs am 1.7.1935]. Verantwortl. Heinz Ader. Bad Godesberg [1935] mit
Bildern von mehrfachen Besuchen Hitlers in Bad Godesberg/Rheinhotel Dreesen.
Katalog-Nr. 186
Werk
Schulklasse, Friedrich-Ebert-Stele, 1982
Kalkstein, scharriert, 110x35x15 cm
Eisengussmedaillon, Tiefe 5 cm
Inschrift: „JK 13 / 1982“
1982
1 Gronau, Ollenhauerstraße 5 (Friedrich-Ebert-Gymnasium - Schulhof)
Friedrich-Ebert-Gymnasium
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im oberen Teil der schmalen hochrechteckigen Platte wurde das Medaillenbildnis des SPD-Politikers
und ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert (1871-1925) angebracht, darunter Hinweise auf die das
Werk erstellende Schulklasse eingemeißelt.
Kurzbiografie
Die Stele errichtete die Abiturklasse des Jahrgangs 1982 zum Gedenken an Friedrich Ebert, dem Namensgeber der Schule.
Katalog-Nr. 187
Werk
Entwurf Michael Gechter/Ausführung Friedemann Sander
Modell des römischen Legionslagers, 1988/89
Maßstab 1:250, Bronze, 6x220x216 cm, Sockel Ziegel, Höhe 70 cm
Bronzetafeln, Entwurf Manfred van Rey/Ausführung Friedemann Sander
je 48x48 cm
Guss: Lotito, Köln
Aufstellung
1989
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 8/Drususstr. 9
Stiftung Bayerische Vereinsbank zum Stadtjubiläum 1989
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Es handelt sich um das Modell eines 70-79 n.Chr. erstmals in Stein errichteten römischen Legionslagers, aufgestellt an den Fundamenten der einstigen Dietkirche. Das Bronzemodell basiert auf einer
Vorlage, die Schüler des Beethoven-Gymnasiums unter der Anleitung des Bonner Archäologen Dr.
Michael Gechter für die Ausstellung „Räder-Werk“ anfertigten. Zusätzlich wurden die vier Lagertore
durch Bronzeplatten sichtbar gemacht, gestiftet von Katharina Laaß. Sie wurden zunächst in den Bürgersteig eingelassen, später wegen besserer Lesbarkeit aufgehängt. In der Mitte zeigen sie ein Wap-
155
penschild mit der Inschrift: „S.P.Q.B. / SENATUS / POPULUSQUE / BONNENSIS“, darunter die
Übersetzung: „DER RAT UND DAS BONNER VOLK“, umrahmt von der Lagermauer mit den vier
Toren und der umlaufenden Inschrift: „CASTRA BONNENSIA. DAS RÖMISCHE LEGIONSLAGER. ERSTERWÄHNT VOM HISTORIKER TACITUS. ZU 69. N. CHR.“.
Kurzbiografien
Michael Gechter
Geb. 1946 in Hamburg. Studium der Vor- und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Klassische Archäologie, Historische Geographie und Provinzialrömische Archäologie in Hamburg, Mainz, Frankfurt und
Bonn. 1974 Promotion. Seit 1977 Ausgrabungen in Bonn. Seit 1974 am Rheinischen Landesmuseum
Bonn tätig, seit 1987 in leitender Funktion im Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege.
Manfred van Rey
Geb. 1940 in Aachen. 1962-1968 Studium der Geschichte und Latein an der Universität Bonn. Nach
Erster Philologischer Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien wissenschaftlicher Assistent am
Historischen Seminar der Universität Bonn und am Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande. 1974 Promotion. Nach Referendarzeit 1977-1980 am Archiv des Rhein-Sieg-Kreises tätig, seit
1980 im Stadtarchiv Bonn, dessen Leiter er von 1990 bis 2002 war.
Friedemann Sander
Geb. 1954 in Berlin, Kunstgießer, lebt und arbeitet in Bonn.
Literaturhinweise
Wagner, Irmgart/Hauschild, Ulrich: Römer-Tore werden durch Tafeln sichtbar. In: GA 8.10.1988 mit
erläuternder Skizze der Anlage und Lagertore (StA ZA 140/326).
sol: Das Römerlager als Bronze-Modell. In: GA 28.2.1989.
syl: Idee stammt vom Schüler-Modell. In: GA 8.6.1989 mit Abb. (StA ZA 141/1-h).
adö: Eine Symbiose aus Modell und Kunst. In: GA 29.6.1989.
adö: Bronzetafeln markieren Tore der Castra Bonnensis. In: GA 4.10.1989.
Kf: Römertafeln an den Lagertoren. In: GA 7.9.1996.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 107-112 mit Inschriften der Bronzetafeln, die sich an folgenden
Orten befinden: Nordtor: Römerstraße/Augustusring; Westtor: Nordstraße/Graurheindorfer Straße;
Südtor: Römerstraße/Rosental; Osttor: Leinpfad/vor Treppe zum Welrichsweg.
Gechter, Michael: Castra Bonnensia. Das römische Bonn. München 1989 (Biografie), S. 6, 15.
ERT: „Schatzsuche“ in Klöstern. Neuer Mann im Staatsarchiv: Dr. Manfred van Rey. In: BR
22.10.1980 (Biografie - StA ZA 132/2165).
Katalog-Nr. 188
Werk
Marc Vandamme/Stadtplanungsamt Bonn, Brunnen, 1988/89
Natursteinpflaster, Länge 2700 cm, Breite 485 cm
Bronzetafeln Entwurf Manfred van Rey
Ausführung Friedemann Sander, je 29x29 cm
22.6.1989 Einweihung
1 Nordstadt, Adolfstraße 45 (Frankenbad)
Stiftung Kurfürsten-Brauerei zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Wasserspiel ersetzt den alten Fontänenbrunnen, der im Rahmen der Ausgestaltung des Frankenbades 1972/73 errichtet worden und verrottet war. 22 einzelne Wasserstrahlen treffen über einer gepflasterten, in eine Grünanlage einbezogene Fläche bogenförmig zusammen und schaffen eine optische Verbindung zum Schwimmbad. Die vier Brunnenecken zieren Bronzetafeln mit dem Bonner
Stadtwappen, umrahmt von Porträtreliefs der fünf Kölner Kurfürsten Ernst, Ferdinand, Max Henrich,
Josef Clemens und Clemens August von Bayern. Darunter nennt die Inschrift ihre Verdienste: „BAUTEN / BONN Z. / HAUPT- U. / RESIDENZSTADT / KURKÖLNS AUS / 1583-1761“.
Die Anlage war Teil der Stadtverschönerung zum Stadtjubiläum, der durch die Porträtreliefs auch
Bezug zum Stifter hat.
Kurzbiografien
Marc Vandamme
Geb. 1950. Studium in Vilvoorde (bei Brüssel), Abschluss 1971. 1972-1987 Angestellter
in Landschaftsarchitekturbüros in Köln und Bonn. Ab 1987 selbständiger Garten- und Landschaftsarchitekt mit Bürositz in Bonn.
Manfred van Rey s. Kat.-Nr. 187
Friedemann Sander s. Kat.-Nr. 187
156
Quelle
Home-page Planungsbüro Marc Vandamme. Online im Internet: URL:
www.marcvandamme.info/pageID_4557700.html [13.11.2011].
Literaturhinweise
sbt: Brauerei stiftet für Brunnen 40 000 Mark. In: GA 26.10.1988 (StA ZA 140/2643).
kri: Zwei neue Brunnen im Jubeljahr ’89. In: BR 7.12.1988 (StA ZA 140/2643).
sbt: Wasserspiel vor Frankenbad. In: GA 9.3.1989 (StA ZA 141/1-h).
esc: Wasserspiel für den Frankenbad-Vorplatz. In: BR 16.3.1989 (StA ZA 141/1-h).
bho: Neue Wasserspiele weisen Weg zum Frankenbad. In: GA 23.6.1989 mit Abb.
(StA ZA 141/1-h).
esc: Wasserspiele mit Bonner Kurfürsten. In: BR 23.6.1989 (StA ZA 141/1-h).
Leipertz, Christiane: Kein Einzelfall. In: GA 7.6.1990. In diesem Leserbrief werden der schlechte
Zustand und fehlende Wartung des Brunnens bemängelt.
Bericht zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn 1989. Hrsg. Der Oberstadtdirektor der Stadt Bonn. Projektgruppe 2000-Jahr-Feier 1989. Bonn 1990, S. 14.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 65-67.
Katalog-Nr. 189
Werk
Friedemann Sander, Herzogsfreude um 1800, 1983
Rekonstruiertes Modell Jagdschloss / Ort, Ende 18. Jh.
Relief Bronze, Sockel Trachyt
Gesamthöhe 70 cm, Relief Ø 178 cm
sign. Relief u.re: „FS 83“
darunter Gießereistempel: „F. SANDER“
21.9.1985 Einweihung
1 Röttgen, Schloßplatz
Stadt Bonn (Schenkung der Sparkasse Bonn)
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Modell des Jagdschlosses Herzogsfreude in Röttgen mit Ort und Umgebung wurde als kreisrundes Bronzerelief rekonstruiert. Wie ein „Juwel“ wird es von dem durch tiefe Einschnitte in 16 Segmente unterteilten Sockel eingefasst. Eine kleine Tafel auf einem Segmentteil gibt nähere Auskunft:
„Jagdschloss Herzogsfreude / vom Kölner Kurfürsten / Clemens August zwischen / 1753 und 1761
erbaut; ab / 1804 vollständig abgerissen“.
Das Modell wurde nach noch vorhandenen Grundrissen, Stichen der damaligen Zeit und Karten aus
dem Jahr 1803 erarbeitet. Dabei wurde der Künstler von Dr. Wilfried Hansmann vom Amt für Denkmalpflege beraten. Das Relief wurde im Schnittpunkt der sieben Alleen aufgestellt, von dem aus die
kurfürstlichen Jagden in den Kottenforst gingen. Die Sparkasse stiftete die Arbeit bereits 1983. Die
Aufstellung erfolgte zwei Jahre später nach Abschluss der Umgestaltung des Schlossplatzes.
Kurzbiografie
Friedemann Sander s. Kat.-Nr. 187
Literaturhinweise
wf: Röttgener Schloß Herzogsfreude als Bronzeguß. In: GA 16.1.1984 mit Abb. (StA ZA 136/222).
gfl: Die „Herzogsfreude“ in Bronze gegossen. In: BR 18.1.1984 (StA ZA 136/222).
tt: Röttgener Schlossplatz erhält bis Ende 1985 sein neues Gesicht. In: GA 10.8.1984
(StA ZA 136/222).
RW: Plastik erinnert ans Jagdschloß. In: GA 1.3.1985 (StA ZA 137/253),
axe: Röttgener weihten ihren Schlossplatz ein. In: GA 23.9.1985 (StA ZA 137/2607).
Nofze, Mathias: Die Godesburg aus Wachs und Bronze. In: GA 5.1.2010.
Schmidt, Katharina/Schrenk, Klaus: Sammlung deutscher Kunst seit 1945. Erwerbungen 1984 bis
1992. Malerei.Plastik.Environment. Hrsg. Kunstmuseum Bonn. Bonn 1992, S. 76.
Katalog-Nr. 190
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Brunnen, 1985
Gestänge Metall, Becken Trachyt
Gesamthöhe 345 cm, Becken Höhe 95 cm, Ø 180 cm
21.9.1985 Einweihung
1 Röttgen, Schloßplatz
Stadt Bonn
157
Beschreibung
Wie das Bronzerelief Herzogsfreude (Kat.-Nr. 189) wurde dieser Brunnen anlässlich der Umgestaltung des Schlossplatzes aufgestellt.
Über einer umlaufenden oktogonalen Stufe erhebt sich ein ebenfalls achteckiger Aufbau, bestehend
aus dem Brunnenbecken und acht die Kanten einfassende Metallrohre, die sich rund 2,50 m über der
Brunnenschale kuppelartig verbinden. In dieser pavillonartigen Form erinnert der Brunnen an den
alten Brunnen vor dem Schloss, der auf einem Stich von Laurenz Janschah/Johann Ziegler (1801) von
Schloss Herzogsfreude zu erkennen ist.
Quelle
Horster Kathrin/Kemper, Dorothee: Brunnen. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
tt: Röttgener Schlossplatz erhält bis Ende 1985 sein neues Gesicht. In: GA 10.8.1984
(StA ZA 136/222)
axe: Röttgener weihten ihren Schlossplatz ein. In: GA 23.9.1985 (StA ZA 137/2607).
bis: Mit Sommerfest Brunnen auf Schlossplatz eingeweiht. In: BR 23.9.1985 mit Abb.
(StA ZA 137/2607).
Katalog-Nr. 191
Werk
Schulklasse, Liegender Löwe, 1984/85
Findling (rötl. Sandstein)
Löwe 96x200x60 cm, Betonplatten je 12x200x40 cm
1985
1 Tannenbusch, Stettiner Straße 21 (Freie Waldorfschule - Schulhof)
Freie Waldorfschule
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Löwe ruht auf zwei vorfabrizierten Betonplatten. Er ist aus einem Findling gehauen, der sich
bereits auf dem Schulgelände befand, als die Gebäude 1984 bezogen wurden. Nur an einer Seite sind
ein geschwungener Körper, Beine und Kopf mit Mähne zu erkennen. Die andere Hälfte des Steins
blieb unbearbeitet.
Kurzbiografie
Das Tier gestaltete die 12. Klasse (Jahrgang 1984/85) der Freien Waldorfschule unter Anleitung ihres
Lehrers für Bildhauerarbeiten, Christian Breme.
Quellen
Telefonische Auskunft Rainer Grytzmann, Kunstlehrer Waldorfschule, an Verfasserin 29.6.2009.
Knoblich, Esther: Löwe. SS 1993. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweis
hef: Waldorfschule Bonn feiert 25jähriges Bestehen. In: GA 11.5.1996 (nur zur Waldorfschule).
Katalog-Nr. 192
Werk
Brunnen, ‹1977? (abgebaut)
Beton, 55x220x120 cm
Inschrift: „SERVA HOMO“
ca. 1977 anl. Hauseröffnung
1 Tannenbusch, Waldenburger Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus - Hof)
Bund/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Von diesem Brunnen sind nur noch Bruchstücke vorhanden. Auf der glatt abgesägten Vorderseite
eines Steines ist die Inschrift „Serva Homo“ zu lesen. Im Zuge der Neugestaltung des Innenhofes
durch den neuen Träger werden diese Reste entfernt.
Quelle
Telefonische Auskunft Vertreter der Gemeinnützige Gustav-Heinemann-Haus GmbH, Bonn, an Verfasserin 4.11.2009.
Katalog-Nr. 193
Werk
Aufstellung
Entwurf Gerrit Brunken (Stadtplanungsamt), Bastionsbrunnen, 1989
Basalt, Ø 600 cm
19.6.1989
158
Standort
1 Zentrum, Windeck-/Sternstraße (neben Windeck-Bunker)
Auftraggeber
Stadt Bonn/Deutsche Bank zum Stadtjubiläum 1989
Beschreibung
Der Bastionsbrunnen, ein kreisrundes Brunnenbecken mit insgesamt 33 Fontänen - sechs in der Mitte
und 27 am Außenrand - steht auf geschichtsträchtigem Boden. Die Bastion „Heinrich“ war Teil der
ehemaligen Residenz-Befestigung von 1675. Ihr Grundriss ist auf der Bronzeplatte in der Brunnenumrandung zu sehen. Den überwiegenden Teil der Kosten übernahm die Deutsche Bank als Sponsor zum
Stadtjubiläum.
Der Brunnen ersetzt ein sehr viel kleineres, aus einer Steinplatte bestehendes Brünnchen an dieser
Stelle.
Kurzbiografie
Gerrit Brunken
Landschaftsarchitekt, lebt in Wachtberg bei Bonn.
Quelle
Home-page Gerrit Brunken. Online im Internet: URL: http://www.gerritbrunken.de/ [13.11.2011].
Literaturhinweise
kri: Zwei neue Brunnen im Jubeljahr ’89. In: BR 7.12.1988 (StA ZA 140/2643).
bho: Bastionsbrunnen bietet Bürgern Erholung. In: GA 20.6.1989 mit Abb. (StA ZA 141/1-h).
ksc: Neuer Brunnen auf der alten Bastion. In: BR 20.6.1989 (StA ZA 141/1-h).
Köhl, Bettina: Lüftungsrauschen irritiert die Sinne. In: GA 21.8.2009 mit Abb.
Bericht zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn 1989. Hrsg. Der Oberstadtdirektor der Stadt Bonn. Projektgruppe 2000-Jahr-Feier 1989. Bonn 1990, S. 14.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 25-26.
Katalog-Nr. 194
Werk
Zwei Gedenksteine mit Hinweis auf Patenschaftsbäume, 1972
Basaltlava, je 138x138x23 cm, Sockel 17x40x85 cm
Schrifttafeln Gusseisen, 90x90x2,5 cm
Inschrift auf Tafeln in Goldbronze?: „DIESE PATENSCHAFTSBÄUME
STEHEN / HIER ZUR ERINNERUNG AN DIE / LÄNDER UND
STÄDTE / MECKLENBURG SCHWERIN / POMMERN GREIFSWALD STETTIN STOLP / STRALSUND / WESTPREUSSEN DANZIG
ZOPPOT / OSTPREUSSEN KÖNIGSBERG ALLENSTEIN / SCHLESIEN BRESLAU GLEIWITZ OPPELN / SUDENTENLAND REICHENBERG / SACHSEN CHEMNITZ DRESDEN LEIPZIG / THÜRINGEN
WEIMAR / PROV. SACHSEN HALLE ANHALT / MARK BRANDENBURG FRANKFURT (ODER) / POTSDAM BERLIN“
1972
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Das Gedenkzeichen befindet sich zwischen doppelreihig gepflanzten Lindenbäumen unterhalb der
Beethovenhalle. Es besteht aus einer vertikal aufgestellten, im Boden verankerten Platte mit einer
Aussparung im Bereich der rechten unteren Ecke, in die eine gleich große horizontal gelagerte Tafel
eingeschoben wurde. Diese liegt auf einem niedrigen Sockel auf, um den Höhenunterschied zur ersten
auszugleichen. In ihrem oberen linken Bereich sind auf Vorder- und Rückseite identische Schrifttafeln
angebracht, die auf die sie umgebenden Patenschaftsbäume verweisen und an ost- und mitteldeutsche
Heimatgebiete erinnern, die bis 1937 zum Deutschen Reich gehörten. Eine rechteckige Pflasterung
umrahmt das Denkmal, das bis heute von Vertriebenenorganisationen als Stätte des Erinnerns genutzt
wird.
Bereits nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 waren auf dem Bertha-von-Suttnerplatz zu beiden
Seiten der Brückenauffahrt, die gleichzeitig in „Berliner Freiheit“ umbenannt wurde, 48 junge Ahornbäume gepflanzt worden, gespendet von Landsmannschaften, Städten und Landesvertretungen aus
Ost- und Westdeutschland. An den Schutzkäfigen jeden Baumes waren die entsprechenden Wappen
angebracht. Da diese immer wieder Vandalismus zum Opfer fielen, wurde auf Anregung des Vertriebenenverbandes ein würdiger Gedenkstein geschaffen, auf dem alle 48 Schilder zusammen angebracht
werden konnten. 1966 wurden die neuen Patenschaftsbäume am Erzbergerufer gepflanzt, 1972 das
Gedenkzeichen aufgestellt, dessen Sinn durch den Lauf der Geschichte nunmehr teilweise überholt ist.
159
Quelle
Burgdorff, Karin: Zwei Gedenksteine am Erzberger-Ufer. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Ho.: Gedenkstein. In: GA 29.6.1964.
Ho.: Gedenkzeichen. In: GA 17.2.1972 (StA ZA 124/429).
DR: Gedenktafel am Rheinufer. In: BR 25.2.1972 (StA ZA 124/429).
rex: Gedenkstein erinnert an den deutschen Osten. In: GA 5.10.1972 (StA ZA 124/429).
Gedenkstein in Bonn. In: Der Wegweiser. Zeitschrift für das Vertriebenenwesen, Oktober 1972
(StA ZA 124/429).
Wa: „Gebt den Menschen Gedankenfreiheit“. In: GA 19.6.1987.
pra: Resignation statt Feierstimmung. In: GA 22.4.1991.
Kerkhoff, Winand: Bonn neu entdecken. 210 Hinweisschilder als Wegweiser durch die Kultur/Geschichte. Königswinter 2006, S. 99-100 mit Abb.
Katalog-Nr. 195
Werk
Gedenktafel, 1989
Tafel Bronze, 30x60 cm
Sockel Grauwacke, 17x50x80 cm
1989
2 Alt-Godesberg, Kurfürstenallee (vor Redoute)
Geschenk Lateinamerikanische Staaten zum Stadtjubiläum 1989
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Unter den Wappen sind die Namen der 21 Lateinamerikanischen Staaten aufgeführt, die an dem Geschenk der Botschaften beteiligt waren: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Jamaica, Kolumbien, Kuba,
Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela. Sie rahmen die Inschrift ein:
„DIE LATEINAMERIKANISCHEN / BOTSCHAFTEN / DER STADT BONN AUS ANLASS /
DER 2000-JAHR-FEIER“.
Quelle
Notiz Prof. Hallensleben o.D. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Lateinamerikanische Wappen vor der Redoute. In: Blickpunkt 3.1.1990 mit Abb. (StA ZA 141/1-4).
uh: Wappen wecken reges Interesse. In: GA 3.1.1990 (StA ZA 141/1-h).
Katalog-Nr. 196
Werk
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Soldatengruppe in Mechernich, Emblem des Bundeswehrverbandes, 1970
Sandstein, 8x100x100 cm
Sockel Zement, 5x125x60 cm
1970 zunächst im hinteren Bereich
16.4.1987 im vorderen Gartenteil
2 Godesberg-Nord, Südstraße 123 (Bundeswehrverband)
Geschenk der Soldatengruppe Mechernich
an den Deutschen Bundeswehrverband
Beschreibung
Die auf einem Sockel stehende rautenförmige Platte ziert das reliefartig ausgearbeitete Emblem des
Bundeswehrverbandes: zwei gekreuzte Schwerter und ein Anker umgeben von einem oben geöffneten
Eichenlaubkranz, darüber die Schwingen des Bundesadlers. Die vier Symbole verweisen auf Waffengattungen der Bundeswehr: Eichenlaub und gekreuzte Schwerter stehen für das Heer, der Anker für
die Marine und die Schwingen symbolisieren die Luftwaffe.
Kurzbiografie
Das Werk wurde von Soldaten des Bundeswehrstandortes Mechernich angefertigt.
Quellen
Telefonische Auskunft Bundeswehrverband an Verfasserin 28.7.2009.
Curtius, Ulrike: Emblem des Bundeswehrverbandes. Nachlass Hallensleben. Ms. SS 1987.
Deutscher Bundeswehrverband. Online im Internet: URL: http://www.dbwv.de/ [13.11.2011 Abb. Emblem].
160
Katalog-Nr. 197
Werk
Entwurf Gartenamt? Kugelbrunnen, 1980
Basalt, Ø 120 cm, eingetieftes Pflaster 200x200 cm
24.5.1980 Einweihung
2 Lannesdorf, Deutschherrenstraße/Kirchberg (heute Brunnenplatz)
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf dem ehemaligen, nunmehr umgebauten Schulhof von Lannesdorf steht dieser einfache Kugelbrunnen in quadratischer Einfassung. Die Mulden an den Ecken waren mit Kieselsteinen bedeckt
(heute sind nur noch die Sieldeckel zu sehen). Das Wasser fließt aus der Öffnung im Scheitelpunkt der
Kugel.
Quelle
Warken, Ruth: Brunnen. SS 1987. Ms. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
Agthe, Thomas: Wellig plätschert die Quelle der Kunst. In: RSA 8.3.1980 (StA ZA 132/588).
FGW: Lannesdorfer Brunnen wird übergeben. In: BR 24.5.1980 (StA ZA 132/451).
wap: Lannesdorfer Brunnen plätschert seit Samstag. In: GA 27.5.1980 mit Abb. (StA ZA 132/451).
JOF: „Lannesdorf ist Mittelpunkt der Welt“. In: BR 28.5.1980 (StA ZA 132/451).
WPS: Bonns Brunnen: Treffpunkt und Augenschmaus. In: BR 27.9.1983 (StA ZA 135/2019).
Katalog-Nr. 198
Werk
Brunnen mit Handpumpe (belgisch, industrielle Serie)
Abdeckplatte Heinz Feuerborn, 1988
Brunnen Eisen, Abdeckplatte Bronze, Ø 70 cm
Einweihung 13.6.1988
2 Muffendorf, Muffendorfer Hauptstraße/Am Helpert
private Stiftung/Muffendorfer Ortsausschuss/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Die Schwengelpumpe steht an der Stelle, an der bei Ausschachtungsarbeiten ein Brunnen entdeckt
wurde. Sie wurde von dem Ehepaar Marlies und Heino Müller gestiftet, die sie von Freunden aus der
Partnerstadt Kortrijk geschenkt bekommen hatten. Zusätzlich ließ der Muffendorfer Ortsausschuss
zum anstehenden Ortsteiljubiläum eine Abdeckplatte für den Brunnenschacht vor der Pumpe anfertigen. Sie zeigt unter dem Wappen Muffendorfs Hauptstraße und als Umrandung die Inschrift:
„1100 Jahre Muffendorf - Villa Moffondurp. 888 - 13. Juni - 1988.“
Kurzbiografie
Heinz Feuerborn s. Kat.-Nr. 157
Quellen
Auskunft Heinz Feuerborn an Angelika Schmid 13.9.2009.
Nofze, Mathias: Godesberger Künstler Heinz Feuerborn zeigt Gemälde und Plastiken. In: GA
5.5.2008. Online im Internet: URL:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10003&detailid=445511
Literaturhinweise
SB: Vermißter Brunnen tauchte aus der Versenkung auf. In: BR 14.4.1988 (StA ZA 140/362).
SB: Privatmann stiftet Wasserpumpe für die Muffendorfer Hauptstraße. In: BR 15.6.1988
(StA ZA 140/362)
pp: Handpumpe wurde aufgestellt. In: GA 18.10.1988 mit Abb. (StA ZA 140/362).
pp: Goldener Kanaldeckel zeigt historische Straße. In: GA 30.12.1988 mit Abb. (StA ZA 140/362).
Nerlich, Lieselotte: Muffendorfer Pümpchen stammt aus Kortrijk. In: BAB 10.1.1990
(StA ZA 142/200).
Heinz Feuerborn. Plastische Arbeiten von 1965 bis 2005. Text Angelika U. Schmid. Bonn 2005
(Biografie, Ausstellungen), Abb. S. 90.
161
Katalog-Nr. 199
Werk
Entwurf Steinmetz in der Eifel? Stockbrunnen, 1986/87
Basaltlava, Gesamthöhe 260 cm, Becken Höhe 70 cm, Ø 220 cm
Platte Höhe 15 cm, Ø 300 cm
13.6.1987 Einweihung
2 Rüngsdorf, Rhein-/Andreasstraße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf einer oktogonalen Platte steht ein aus acht Einzelsegmenten gebildeter ebenfalls achteckiger
Brunnen. Der spiralförmig schraffierte Brunnenstock mit dreistufiger runder Haube als Abschluss ist
in der Mitte mit umlaufenden schmiedeeisernen Blumenkästen versehen. An vier Seiten plätschert das
Wasser aus vier Bronzeröhren.
Der Brunnen schmückt den neu gestalteten mit Natursteinpflaster versehenen Dorfplatz. Von Bäumen
umgeben und mit Bänken ausgestattet, ist er Mittelpunkt der neuen Rüngsdorfer Ortsmitte, um die es
viele Jahre lang erbitterte Diskussionen gegeben hatte.
Kurzbiografie
Steinmetzen in der Eifel?
Literaturhinweise
pp: Meffert: Das Ortszentrum gehört zu den schönsten in Bonn. In: GA 15.6.1987
(StA ZA 139/1370).
SB: Der neue Dorfplatz bestand die Feuertaufe. In: BR 15.6.1987 (StA ZA 139/1370).
Rüngsdorf: Dorfplatz soll lebendiger werden. In: BR 13.8.1987 mit Abb. (StA ZA 139/1370).
pp: Neuer Dorfbrunnen ist bereits undicht. In: GA 14.10.1987.
Der Brunnen auf dem Rüngsdorfer Dorfplatz. In: BAB 7.9.1988 (StA ZA 140/298).
10. Brunnenfest diesmal für den Mai vorgesehen. In: Blickpunkt (Bad Godesberg) 26.2.1997
(StA ZA 149/889).
Ein Grund zum Feiern. In: GA 23.5.1997 (StA ZA 149/889).
Nerlich, Lieselotte: GHB, Nr. 25 (Jahresheft 1987), S. 187.
Katalog-Nr. 200
Werk
Brunnen (Erinnerung an Rinderpest im 18. Jh.), 1981/82
Trachyt? 200x70x70 cm
Inschrift Rückseite: „UNS / VERSCHONTE / DIE PEST“
Inschrift Vorderseite: „1982“
31.5.1982 Einweihung (Pfingstmontag)
3 Holtorf (Nieder-), Antoniusplatz
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Der Brunnen wurde von der Stadt als „Wiedergutmachung“ erstellt, nachdem im Zusammenhang mit
dem Ausbau der Löwenburgstraße der alte Brunnen an der Ecke Mohnstraße zugeschüttet worden
war.
In einen Basaltfindling mit Brunnenfunktion - zwei übereinander stehende Nischen beinhalten oben
den Pumpenteil als Wasserspender, im unteren Teil das Auffangbecken - stehen zur Kirche hin über
einem eingemeißelten Kreuz die Worte: „Uns verschonte die Pest“. Sie beziehen sich vermutlich auf
die Viehpest von 1703 oder 1714. Anlässlich dieses Unglücks gelobten die Holtorfer Bürger, wenn ihr
Ort von der Viehpest verschont bliebe, jeweils am 17. Januar den Patronatstag des Heiligen Antonius
des Einsiedlers zu feiern. Das geschieht durch die Chorgemeinschaft St. Antonius Holtorf und die
Pfarre bis heute.
Quelle
Schriftliche Auskunft Elisabeth Schmid, Vorsitzende des Bürgervereins Holtorf-Ungarten, an Verfasserin 29.7.2009.
Literaturhinweise
zr: Neuer Zierbrunnen auf dem Dorfplatz. In: GA 27.4.1982 (StA ZA 134/682).
zr: Basaltsäule erinnert an die Rinderpest. In: GA 28.5.1982 mit Abb. (StA ZA 134/682
Steeg, Günther: Jedes Jahr ein Fest. In: BR 2.6.1982 (StA ZA 134/682).
zr: „Nun ist Holtorf der schönste Ortsteil im Bonner Stadtgebiet“. In: GA 2.6.1982 (StA ZA 134/682).
zr: Brunnen erinnert an die Viehpest. In: GA 27.8.1987.
Richarz, Josef: Holtorfer feiern zehn Jahre Brunnenfest. In: GA 6.6.1992 (StA ZA 144/1862).
Akalin, Cem: Die Kneipe ist lebenswichtig. In: GA 17.7.2006.
zr: Basaltsäule erinnert an die Rinderpest. In: Holtorfer Bote. Pfingsten 2007, S. 13, Abb. S. 14.
162
Katalog-Nr. 201
Werk
Entwurf Matthias Simon (Gartenamt), Brunnen, 1981
Basaltlava, Stele 185x30x30 cm
Schalen Höhe 45, 100 und 130 cm
Ø Schalen 135, 135 und 95 cm
24.10.1981 Einweihung
3 Holzlar, Siebenwegekreuzplatz
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Im Zusammenhang mit der Neuanlegung des Platzes wurde ein 300 Quadratmeter großes Rondell von
Basaltbordstein-Quadern eingefasst, das Platzrund selbst mit Kopfsteinpflaster gestaltet. Mittelpunkt
der Anlage sind ein Brunnen und ein altes Wegekreuz. Der Brunnen besteht aus einer als Brunnenstock dienenden Stele und drei Schalen auf Pfeilern unterschiedlicher Höhe. Die Schalen sind so übereinander gestaffelt, dass das Wasser, aus einem Kupferrohr am oberen Teil der Stele kommend, kaskadenartig von einer Schale zur anderen fällt.
Initiiert wurde das Wasserspiel durch den Holzlarer Bürgerverein. Der Name Siebenwegekreuzplatz
knüpft an die in Holzlar lebendige Tradition des Fußfalles als ältester Form des Kreuzweges an.
Kurzbiografie
Matthias Simon
Angestellter des Gartenamtes der Stadt Bonn.
Quelle
Notiz Prof. Hallensleben o.D. (Nachlass Hallensleben).
Literaturhinweise
zr: Ein rustikaler Dorfbrunnen aus Bruchsteinen. In: GA 10.6.1981 (StA ZA 133/717).
zr: „Fußfälle“ sind die älteste Form des Kreuzweges. In: GA 22.10.1981 mit Abb. (StA ZA 133/717).
Steeg, Günther: Schmuckstück im Dorfkern. In: BR 26.10.1981 StA ZA 133/717).
gu: „Schmuckstück“ am Ortseingang. In: GA 26.10.1981 (StA ZA 133/717).
St.: Holzlar wurde noch schöner. Siebenwegekreuzplatz eingeweiht. In: Beueler Nachrichten
6.11.1981 (StA ZA 133/717).
WPS: Bonns Brunnen: Treffpunkt und Augenschmaus. In: BR 27.9.1983 (StA ZA 135/2019).
Katalog-Nr. 202
Werk
Bürgerverein Kohlkaul/Gartenamt, Findling (mit Frosch), 1989
Lavastein (Andesit?), 250x250x200 cm, Pflaster Basalt
Inschrift auf Vorderseite eingemeißelt: „KOHLKAUL / 1646“
Mitte Mai 1989
3 Holzlar-Kohlkaul, Kohlkauler Platz
Bürgerverein/Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Auf der Vorderseite des bearbeiteten Findlings aus Maria Laach ist außer der Inschrift ein kleines
rundes Relieffeld eingemeißelt. Es zeigt in karikierender Stilisierung das Wahrzeichen von Kohlkaul,
einen Frosch. Der Stein ist in ein Betonbett eingefasst und mit kleinen Pflastersteinen ummauert. Der
Bürgerverein hat ihn mit Unterstützung des Gartenamtes aufstellen lassen, um an die Zeit zu erinnern,
als Kohlkaul noch ein eigenständiger Ort war. Die Neugestaltung des Platzes macht somit auch das
Bestreben deutlich, den Platz, der lediglich aus einer Straßenkreuzung mit Bushaltestelle - umgeben
von Kneipe, Spielplatz und Grünanlage - bestand, als Mittelpunkt des Ortsteils zu definieren.
Literaturhinweise
upo: Kohlkaul freut sich auf heimeligen Dorfplatz. In: GA 17.3.1986 (StA ZA 138/1135).
LE: Kohlkauls neues Denkmal bringt volle 15 Tonnen auf die Waage. In: BR 27.6.1989 mit Abb.
(StA ZA 141/1669).
163
Katalog-Nr. 203
Werk
Entwurf Michael Manthey (Gartenamt), Brunnen, 1979
Basalt, Höhe 65 cm, Ø 90 cm, Pflasterung Ø 220 cm
12.8.1979 Einweihung
3 Küdinghoven, Dornenkreuz-/Kirchstraße
Stadt Bonn
Aufstellung
Standort
Auftraggeber
Beschreibung
Aus der Mitte des Brunnens in Form einer gestauchten Kugel fließt das Wasser über 12 senkrechte
Einkerbungen, die die Kugel in gleichmäßige Segmente unterteilen. Dunkle Pflastersteine rahmen das
auf niedrigem Sockel stehende Wasserspiel ein. Die Aufstellung erfolgte im Rahmen der Umgestaltung des Bereiches Kirchstraße/Dorfplatz als Fußgängerzone. Der Brunnen bietet einen schönen Kontrast zum damals verlegten roten Stradalit-Klinkerpflaster.
Kurzbiografie
Michael Manthey s. Kat.-Nr. 129
Quelle
Telefonische Auskunft Werner Bolz, Vorsitzender des Bürgervereins Küdinghoven, an Verfasserin
12.5.2010.
Literaturhinweise
Steeg, Günther/Schell, Günter: Zur Wahl: Einweihung der längst fertigen Straße. In: BR 2.8.1979
(StA ZA 131/1372).
ül: Küdinghovener sind zufrieden. In: GA 15.8.1979 mit Abb. (StA ZA 131/1372)
164
Teil 2 - Katalog
Nr.
Künstler bzw. Hersteller
Anlage
Anlage
1 - Künstlerregister,
1 - Künstlerregister,
alphabetisch
alphabetisch
Titel
Standort
17 Adlesič, Nikolaj/Wenzel, Sigrid
Europa-Säule , 1987/88
1 Duisdorf, Rochusplatz
83 Allop, D.N. (Pseud. f. Polland, Jürgen)
Glasnost , 1987
1 Poppelsdorf, Nußallee 12 (physikalisches Institut)
43 Arentz, Kurt
Büste Franz Josef Strauß (1915-1988), 1988
1 Gronau, Fritz-Erler-Str. 34 (heute Haus der Geschichte, Bonn)
(abgebaut)
61 Avramidis, Joannis
159 Barner, Herrm-Jörg/Dammin, Marlene
Barner, Herm-Jörg/Dammin, Marlene
Drei-Figuren-Gruppe , 1963/1978 (versetzt)
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 37 (heute vor Bundesbank, Düsseldorf)
John F. Kennedy-Denkmal , 1989
2 Plittersdorf, Godesberger-/Kennedyallee
Fünf weise Affen , 1992
1 Gronau, Walter-Flex-Str. 2
Couple (Zwangslage ), 1970 (Entwurf um 1957)
1 Zentrum, Rathausgasse 7 (Stadtmuseum - Hof)
87 Barta, Lajos
Schwingend e, 1971 (Entwurf 1957)
1 Südstadt, Stadtgarten (Alter Zoll)
96 Benninghoff, Herbert
Senkrechte durchbrochene Form , 1984/85
1 Tannenbusch, Stettiner Str. 21 (Waldorfschule)
27 Blanke, Christoph
111 Barta, Lajos
Platzmal , 1972-1975
1 Duisdorf-Medinghoven, Stresemannstr. 18
182 Blohm & Voss AG, Hamburg
Spekanker
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 12 (heute 18-20)
105 Böhm, Gottfried
Spiralbrunnen , 1979/80
1 Zentrum, Münsterplatz/Martinsplatz
120 Böhm, Gottfried/RMP
Treppenbrunnen , 1979/80
1 Alt Godesberg, Michaelplatz
121 Böhm, Gottfried/RMP
Wasserspiel, 1979/80
1 Alt-Godesberg, Villichgasse
Integration '76 , 1974-1976
1 Gronau, Charles-de-Gaulle-Str./Heimkehrerweg
138 Bonato, Victor
Hour-Flower , 1976-1978
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
117 Bonato, Victor
Spaltung (Brunnen), 1978/79
1 Zentrum, Engeltalstr. 6 (Gesundheitsamt)
Welle (Wasserwalzen , Brunnen), 1982-1984
1 Dottendorf, Hinter Hoben 2 (Wendehammer)
Gleiche Massen auf ungleichen Räumen
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
41 Bohnet, Hans Dieter
6 Bonato, Victor
143 Bonato, Victor
(Gegenströmung ), 1977-1981/1998
Mosaikbrunnen , 1970 (abgebaut)
1 Gronau, Dahlmannstr. 2
Bastionsbrunnen , 1989
1 Zentrum, Windeck-/Sternstr.
Brunken, Gerrit/Feuerborn, Heinz
Kaskadenbrunnen und Spielende Kinder , 1988-1993
2 Muffendorf, Remi-Baert-Platz
Büchel, Hermann
Kriegerdenkmal, 1983
1 Dottendorf, Dottendorfer Str./Hinter Hoben (neben altem Friedhof)
Büchel, Hermann
Zeichen für anonyme Erdbestattungen, 1988/89
1 Auerberg, Kölnstr. 487 (Nordfriedhof)
Brunnen, 1988/89
1 Dransdorf, Kettelerplatz
Brunnen, 1976
2 Alt-Godesberg, Theaterplatz
47 Borcies, Gisela
193 Brunken, Gerrit (Stadtplanungsamt)
8 Büchel, Hermann
118 Burgeff, Hans Karl
1
202 Bürgerverein Kohlkaul/Gartenamt
60 Daini, Hugo
Dammin, Marlene
Findling (mit Frosch), 1989
3 Holzlar-Kohlkaul, Kohlkauler Platz
Denkmal für Simón Bolívar, 1983
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee/Heussallee
Politikerportraits, 1985/86
1 Gronau, Walter-Flex-Str. 2 (Fassade)
John F. Kennedy-Denkmal , 1989
2 Plittersdorf, Godesberger-/Kennedyallee
Dammin, Marlene/Barner, Herm-Jörg
Fünf weise Affen , 1992
1 Gronau, Walter-Flex-Str. 2
Dammin, Marlene/Barner, Herm-Jörg
Suebenrelief , 1993
2 Plittersdorf, Suebenstr. 3
Menora, 1988
1 Poppelsdorf, Jagdweg/Bennauerstr.
Lichtwand, doppelseitig , 1973/74
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 6 (Kreuzbauten)
Dierkes, Paul
Springendes Pferd , 1953
1 Weststadt, Neefestr. (hinter Nr. 1)
Dierkes, Paul
Pflanze , um 1960
2 Friesdorf, Rüdesheimer Str. 3
Dierkes, Paul
Schräge , 1962
1 Tannenbusch, Stettiner/Marienburger Straße
Dierkes, Paul
Findling , 1964
1 Gronau, Adenauerallee 139-141 (Kanzlerbungalow - Atrium)
Dierkes, Paul
Stelen , 1965
1 Gronau, Adenauerallee 139-141 (Kanzlerbungalow - Park)
158 Dierkes, Paul
Harfe , 1965
2 Plittersdorf, Martin-Luther-King-Str. 8 (Haus Carstanjen - Park)
48 Duttenhoefer, Thomas
Figur , 1988-1990
1 Gronau, Heussallee 18-24
46 Dywan, Henryk
Brunnen, 1979/80 (abgebaut)
1 Gronau, Dahlmannstr. 2
82 Ecker, Bogomir
Automat Korrektur der linkshem. Seite , 1986
1 Poppelsdorf, Wegelerstr. 6 (Hochschulrechenzentrum)
Sterntorbrunnen mit "Wölfchensäule", um 1900,
1 Zentrum, Vivatsgasse
159 Dammin, Marlene/Barner, Herm-Jörg
85 Delfosse, Hans Wolfgang
135 Dierkes, Karl J.
108 Eckler, Herbert (Stadtplanungsamt)
1974/75 mit Brunnen versehen
167 Eckler, Herbert (Stadtplanungsamt)
Brunnen, 1976 (abgebaut)
3 Beuel-Mitte, Obere Wilhelm-/Neustr.
Blindenbrunnen , 1981-1983
1 Gronau, Rheinaue (Blindengarten)
163 Enneper, Mic(hael)
Natur/Kultur , 1985-1987 (abgebaut)
2 Rüngsdorf, Konstantinstr. 110 (Bundesforschungsanstalt für Naturschutz)
178 Esser, Heinrich
Jakob-Müller-Brunnen , 1986/87
3 Oberkassel, Königswinterer Str. 675
181 Esser, Heinrich
Bottemelech's-Jonge-Brunnen , 1987/88
3 Vilich-Müldorf, Beueler-/Burbankstr.
166 Esser, Heinrich
Pferdetränke, 1987/88
3 Beuel-Mitte, Konrad-Adenauer-Platz/Friedrich-Breuer-Str.
Hellas VIII/66 (Königsfigur ), 1966/1978
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
157 Feuerborn, Heinz
Brunnen mit Frosch, 1981
2 Muffendorf, Martinstr./Lehnpütz
198 Feuerborn, Heinz
Abdeckplatte für Brunnen mit Handpumpe, 1988
2 Muffendorf, Muffendorfer Hauptstr./Am Helpert
Feuerborn, Heinz
Christus am Kreuz, 1991
2 Muffendorf, Martinstr. (Aufbahrungsplatz Friedhof )
Feuerborn, Heinz/Brunken, Gerrit
Kaskadenbrunnen und Spielende Kinder , 1988-1993
2 Muffendorf, Remi-Baert-Platz
Feuerborn, Heinz
Brunnenfigur Jugend als Bewahrer der Welt , 1993
2 Alt-Godesberg, Alte Bahnhofstr. 14
53 Engels, Richard ("Horus")
65 Fehrenbach, Gerson
13 Fiebig, Eberhard
Fiebig, Eberhard
197 Gartenamt?
Karyatide , 1985
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM für Arbeit und Soziales)
Grosse Wuwa , 1997
1 Hardtberg, Fontainengraben 150 (BM der Verteidigung)
Kugelbrunnen, 1980
2 Lannesdorf, Deutschherrenstr./Kirchberg (heute Brunnenplatz)
2
187 Gechter, Michael/Sander, Friedemann
Modell des römischen Legionslagers, 1988/89
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 8/Drususstr. 9
125 Geissler, Paul Julius
Struktur IV/III AP , 1971
2 Alt-Godesberg, Stadtpark (neben Trinkpavillon)
115 Geyer, Itamar/van Vorst, Wilfried
Synagogengedenkstätte , 1987/88
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
Gedenkstein , 1998
2 Schweinheim, Am Burgfriedhof (Burgfriedhof)
Raumverknotung , 1987 (abgebaut)
1 Südstadt, Adenauerallee 148
130 Göddertz, Wolfgang
Durchdringung , 1991
2 Friesdorf, Dreizehnmorgenweg 11 (Deutsche Telekom)
131 Göddertz, Wolfgang
Großer Chor (wasserkinetische Brunnenanlage), 1991
2 Friesdorf, Dreizehmorgenweg 13-15 (Deutsche Telekom - Innenhof)
Göddertz, Wolfgang
Erstarrte Rotation , 1992
2 Villenviertel, Ubierstr. 92-94
Göddertz, Wolfgang
Geyer, Itamar
91 Göddertz, Wolfgang
Verknotung , 1995
1 Gronau, Dahlmannstr. 2
54 Goepfert, Hermann/Hölzinger, Joh. Peter
Kinetisches Windspiel (Kunsthain ), 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
70 Gollwitzer, Josef
Nashorn , 1965/1975
1 Nord (heute Castell), Römerstr. 118 (Collegium Augustinum)
92 Görres, Karl Heinz
Nagelbrunnen , 1981/82
1 Südstadt, Erste Fährgasse 6 (Botschaft Vereinigte Arabische Emirate)
66 Gräsel, Friedrich
Kubische Verwinklung (Verwinklung zweier
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
Volumina ), 1974
136 Grümmer, Hansjürgen
Polyphems Spielzeug , 1973/74
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 6 (Kreuzbauten)
114 Grzimek, Waldemar
Die Welle I/Zustand II , 1965-1967/1970
1 Zentrum, Brassertufer/Rheingasse
12 Gutmann, Franz
Brunnen, 1982
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM für Arbeit und Soziales)
78 Hagner, Inge
Quellstein , 1977 (abgebaut)
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus)
Denkmal Für griechische Auswanderer 1955-1973 ,
3 Limperich, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 2 (Griechische Metropolie)
175 Hahn, Willi
1977/78
Hajek, Otto Herbert
9 Hajek, Otto Herbert
Hansing, Ernst Günter
171 Hansing, Ernst Günter
Raumknoten , 1960
1 Südstadt, Konrad-Adenauer-Allee 39-41 (Unibibliothek - Innenhof)
Platzartikulation , 1975/76
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM Verbraucherschutz, Ernährung u. Landw.)
o.T. (Wandplastik), 1977
1 Gronau, Heinrich-Brüning Str. 20 (Bonner Presseclub - Terrasse )
o.T. (Stahlplastik), 1988/89
3 Beuel-Mitte, Rheinpromenade/Friedrich-Breuer-Str.
14 Hauser, Erich
Stahl 4/66 , 1966
1 Duisdorf, Villemombler Str. 76 (heute BM für Wirtschaft und Technologie)
42 Hauser, Erich
Raumsäule 8/73 , 1973 (versetzt)
1 Gronau, Schlegelstr. 2 (heute Stuttgart, Rotebühlplatz)
36 Hauser, Erich
Bodenreliefs 13/75 , 1975/76
1 Gronau, Dahlmannstr. 4 (heute BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entw.)
Stahlplastik 8/77 , 1977
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2-10 (Kreuzbauten)
Grüne Bauteile , 1981-1985
1 Brüser Berg, Borsig-/von Guericke-Allee
146 Haus-Rucker-Co (HRC)
Pavillon der Elemente , 1978-1981
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
179 Heiermann, Theo/Pechau, Jochem
Marienbrunnen , 1987-1989
3 Schwarzrheindorf, Dixstr. 41 (Doppelkirche)
134 Hauser, Erich
3 Haus-Rucker-Co (HRC)
Figurenbaum , 1957/58
1 Gronau, Adenauerallee 139-141 (vor Kanzlerbungalow)
31 Heiliger, Bernhard
Montana I , 1968 (Zweitguss)
1 Gronau, Adenauerallee 135 ( Villa Hammerschmidt - Park)
10 Heiliger, Bernhard
Balance I , 1978/79
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM Verbraucherschutz, Ernährung u. Landw.)
Heiliger, Bernhard
3
45 Heisig, Diether/Schwerdtfeger, Stefan
Skulptur als Symbol für Niedersachsen, 1989-1991
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 19 (heute 28)
88 Heß, Richard
Gäste im Hotel (Begegnung ), 1982/83
1 Südstadt, Adenauerallee 9 (Hotel Königshof)
58 Höfinger, Oskar
Zeit , 1969/70 (abgebaut)
1 Gronau, Johanniterstr. 2
54 Hölzinger, Joh. Peter/Goepfert, Hermann
Kinetisches Windspiel (Kunsthain ), 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
Begegnungen , 1990/91
1 Venusberg, Haager Weg 42 (Jugendherberge)
Wappenpfahl der Kwakutli Indianer, 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
Bildstock für neogotische Pieta von 1897, 1974
3 Oberkassel, Jacobstr. 23
Josefsbrunnen , 1979/80 (Figuren gestohlen)
1 Nord (heute Castell), Kaiser-Karl-Ring (vor St. Josef)
Bronzetür St. Aegidius, 1986/87
1 Buschdorf, Buschdorfer/Friedlandstr. (St. Aegidius)
Brunnen, ca. 1985
1 Nordstadt, Blumenhof (zwischen Haus Nr. 10 und 13)
116 Kammerichs, Klaus
Beethon (Beethovenkopf), 1986
1 Zentrum, Wachsbleiche 16 (vor Beethovenhalle)
154 Kessel, Karl/Stadtplanungsamt
Brunnen mit Fisch, 1981
2 Mehlem, Bachemer/Von Müllenark-Str.
Maternitas , 1957/58
1 Gronau, Adenauerallee 139-141 (neben Kanzlerbungalow)
Großes Epitaph für Zwei V/4 , 1980
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
Bronzetafel Synagogenfassade, 1963
1 Zentrum, Erzbergerufer (Brückenmauer)
102 Hunecke, Wolfgang
52 Hunt, Tony
Hürten, Sepp
73 Hürten, Sepp
Hürten, Sepp
81 Janssen, Wolfgang
Koenig, Fritz
67 Koenig, Fritz
König, Karl
180 König, Karl
Brunnen, 1977/78
3 Vilich, Adelheidisstr. (vor Stiftskirche St. Peter)
148 Kornbrust, Leo
Kugel , 1989
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 1-3 (heute BM für Umwelt)
173 Kramer, Jochen
Wasserspiel, 1970
3 Holzlar-Kohlkaul, Finkenweg (vor Haus Nr. 48)
80 Krauss, M.
Max, der unbekannte Abgeordnete
1 Nordstadt, Maxstr. 36 (im Maxhof)
86 Kreutter, Wolfgang
Aufbrechendes Samenkorn mit Keimling , 1985
1 Röttgen, In der Wehrhecke 1c (heute Andreas Hermes Akademie)
Kräftebündel , 1964-1967
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (vor Rheinischem Landesmuseum)
Raumplastik Bonn , 1983-1985
1 Duisdorf, Villemombler Str. 76 (heute BM für Wirtschaft und Technologie)
Schrämwalze
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 9 (heute 12)
Alpenstück , 1980-1984
1 Gronau, Görresstr. 15 (heute Platz der Vereinten Nationen 2)
Aufgeschlagenes Buch , ca. 1993-1995
1 Gronau, Charles-de-Gaulle-Str. 20 (Post Tower - Park)
Wasserspiel, 1978
1 Gronau, Johanniterstr. 3-5 (Johanniterkrankenhaus - Eingang Sträßchensweg)
o.T. (geöffneter Ring), 1983/1987
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 1-3 (heute BM für Umwelt)
Linden, Jakobus
Kriegerdenkmal für die Gefallenen 1914-18, 1930
1 Nord, Römerstr./Augustusring (Jüdischer Friedhof)
106 Linden, Jakobus
Junge Frau mit Schale (Vogeltränke), Kopie 1976
1 Zentrum, Gerhard-von-Are-/Gangolfstr.
(Brunnen mit Bronzefigur), 1984 (Figur gestohlen)
Kricke, Nobert
15 Kricke, Norbert
183 Firma Krummenauer, Neunkirchen/Saar
38 Kubach-Wilmsen, Anna-Maria/
Kubach, Wolfgang
Kubach-Wilmsen (Team)
57 Kunz, Herbert/Senske, Erich
147 Lechner, Alf
Brunnen, 1967
1 Venusberg, Sigmund-Freud-Str. 25 (Inst. f. Hämatologie u. Transfus.medizin)
29 Lossow, Walter
Lossow, Walter
Sonnenuhr, 1973
1 Endenich, Auf dem Hügel 71 (Astronomisches Institut)
64 Loth, Wilhelm
Großplastik 41/70 (Figur 41/70 ), 1970/71
1 Ippendorf, Gudenauer Weg 139
4
39 Luther, Adolf
119 Maizière, Eva de
Maizière, Eva de
Integration Wasser-Linsen , 1982/1990
1 Gronau, Hermann-Ehlers-Str. 29 (Zufahrt vor Wasserwerk)
Begegnung , 1978
2 Alt-Godesberg, Theaterplatz/Am Michaelshof
Mädchen , im Garten stehend , 1986
2 Heiderhof, Weißdornweg (zw. Grundschule und Gemeindezentrum)
Raumplastik , 1989/90
1 Gronau, Heussallee 18-24
153 Manthey, Michael (Gartenamt)
Brunnen, 1977
2 Lannesdorf, Hermann-Löns-/Lyngsbergstr.
129 Manthey, Michael (Gartenamt)
Brunnen, 1979
2 Friesdorf, Klufterplatz
203 Manthey, Michael (Gartenamt)
Brunnen, 1979
3 Küdinghoven, Dornenkreuz-/Kirchstr.
Soldanelle , 1945/1950
Jason , 1978/79
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (heute Bundesrechnungshof - Innenhof)
1 Gronau, Adenauerallee 135 (Villa Hammerschmidt - Park)
49 Mancke, Christoph
Marcks, Gerhard
32 Marcks, Gerhard
142 Matschinsky-Denninghoff
Planta , 1977
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2-10 (Kreuzbauten)
150 Mayer, Martin
Filia Rheni , 1987
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 3 (heute BM für Umwelt )
Bärenbrunnen , ca. 1955
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
Melis, Fritz
Auffliegender Vogelschwarm , 1967-1969
1 Duisdorf-Finkenhof, Julius-Leber-/Goerdeler-Str.
Meller, Willy
Liegende mit Kind , 1949-1951
1 Nord (heute Castell), Am Römerkastell 14-15
Meller, Willy
Parzen-Brunnen , 1950/51
1 Gronau, Schedestr. (zwischen Haus Nr. 6 und 8)
Die Schwangere , ca. 1951
1 Venusberg, Sigmund-Freud-Str. 25 (Universitätsklinikum - vor Frauenklinik)
24 Melis, Fritz
101 Meller, Willy
Meller, Willy
Bundesadler, 1952
1 Gronau, Adenauerallee (Palais Schaumburg, über westl. Portal des Südteils)
Meller, Willy
Flötenspieler , 1953/54
1 Weststadt, Neefestr. (hinter Nr. 9)
Meller, Willy
Brunnen mit Relief, 1953/54
1 Südstadt, Reuterstr. 12 (Fernmeldeamt)
35 Moore, Henry
Large Two Forms , 1966/69
1 Gronau, Dahlmannstr. 4 (heute BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entw.)
Brunnen, 1985
1 Dottendorf, In der Raste 24
7 Morseletto, Laboratorio
Müllenholz, Leo
Aluminiumgussrelief, 1971
3 Beuel-Mitte, Kreuzstr. 22 (Postamt)
4 Müllenholz, Leo
Entfaltete Kuben , 1972/73
1 Brüser Berg, Gaußstr. 1 (Hardtberg-Gymnasium)
5 Müllenholz, Leo
Entfalteter Kubus , 1981
1 Brüser Berg, Gaußstr. 1 (Hardtberg-Gymnasium)
Spiegelfaltung, 1974-1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Innenhof)
Gedenkstein für gehängte Zwangsarbeiter, (1986-)1987
3 Limperich, Auf dem Finkenberg (Fußweg im Anschluß Weinbergweg)
77 Müller, Rolf
176 Naundorf, Wolfgang/Schulklasse
6 Assoziationssträger (ABZet-Feld , 1969/6 ), 1969
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM Verbraucherschutz, Ernährung u. Landw.)
141 Nierhoff, Ansgar
Plastische Kreuzung , 1977
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
149 Nierhoff, Ansgar
Streckungen (Nähe und Ferne , Raum erfahren ), 1986
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 3 (heute BM für Umwelt)
3 Orte , 1988-1991
1 Hardthöhe, Fontainengraben 150 (BM der Verteidigung)
Nierhoff, Ansgar
Ausgleich nach dem Bildersturm , 1993
1 Zentrum, Münsterplatz (Münster)
Nierhoff, Ansgar
Bündelung , 2003
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Skulpturenhof)
Oellers, Günther
Mädchen mit Kuh , 1953/54
1 Weststadt, Neefestr. 5-7
Oellers, Günther
Kriegerdenkmal 1970-71, 1914-18, 1939-45 , 1958
1 Lengsdorf, Villemombler Str./Am Ehrenmal
11 Nierhoff, Ansgar
63 Nierhoff, Ansgar
5
133 Oellers, Günther
Oellers, Günther
179 Pechau, Jochem/Heiermann, Theo
Balustrade , 1972/73
2 Heiderhof, Nietzschestr. 54
Rekonstruktion Grundrisse Römerlager, 1974 und 1978
1 Nord (heute Castell), Am Römerkastell
Marienbrunnen , 1987-1989
3 Schwarzrheindorf, Dixstr. 41 (Doppelkirche)
25 Peters, Matthias
o.T. (Würfelplastik), 1970
1 Duisdorf-Medinghoven, An der Burg Medinghoven (TÜV)
34 Pilgrim, Hubertus von
Konrad-Adenauer-Denkmal , 1980-1982
1 Gronau, Adenauerallee/Bundeskanzlerplatz
Ludwig-Erhard-Brunnen , 1991/92
2 Rüngsdorf, Ludwig-Erhard-Platz 1-3 (Deutsche Ausgleichsbank)
68 Prager, Heinz-Günter
Mit Schleppe , 1971
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
16 Prager, Heinz-Günter
Achse IV/ 3/75 , 1975
1 Duisdorf, Villemombler Straße 76 (heute BM für Wirtschaft und Technologie)
Achse mit 3 Scheiben 2/86 , 1986
Doppelkreuz 14/89 , 1989
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Skulpturenhof )
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (heute Bundesrechnungshof - Terrasse)
Gäa 8/01 , 2001
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 2 (Kunstmuseum)
Figure VII , 1972 (abgebaut)
2 Plittersdorf, Gotenstr. 156
Kriegerdenkmal 1870/71, 1914-18, 1939-45 , 1958-61
2 Muffendorf, Martinstr./Remi-Baert-Platz
Brunnen, 1976
1 Tannenbusch, Riesengebirgsstr./Masurenweg
Pilgrim, Hubertus von
104 Prager, Heinz-Günter
89 Prager, Heinz-Günter
Prager, Heinz-Günter
162 Presset, Henri
Raderschall, Heinrich
97 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
112 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Springbrunnen, 1979
1 Zentrum, Kaiserplatz/Neutor
120 RMP/ Böhm, Gottfried
Treppenbrunnen , 1979/80
1 Alt Godesberg, Michaelplatz
121 RM P/Böhm, Gottfried
Wasserspiel, 1979/80
1 Alt-Godesberg, Villichgasse
122 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1986/87
2 Alt-Godesberg, Hubertinumshof
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1986/87
1 Nord (heute Castell), Am Johanneskreuz
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1988
3 Holtorf (Ober-), Burghof/Stieldorfer Str.
169 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1984-1990
3 Beuel-Mitte, Bahnhofsplatz
128 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1986-1990
2 Alt-Godesberg, Embavenhof/Junkerstr.
177 RMP/Steinmetz in Mayen?
Brunnen, 1989-1991
3 Oberkassel, Königswinterer Str. ("Marktplatz")
Stadtbrunnen , 1992/93
3 Beuel-Mitte, Friedrich-Breuer-/Obere Wilhelmstr.
Großplastik , 1971 (1960 erste Fassung 1960)
2 Muffendorf, Hopmannstr. 6
Reinarz, Johannes
Konformität (Sportler ), ca. 1964
1 Duisdorf, Ludwig-Richter-Str. 29 (Ludwig-Richter-Schule)
123 Reinarz, Johannes
Doppelstele , 1970/71 (abgebaut)
2 Alt Godesberg, Stadtpark (neben Kleinem Theater)
124 Reinarz, Johannes
Stabilisierte Form (Stele ), 1970/71 (zerstört)
2 Alt Godesberg, Stadtpark (neben Trinkpavillon)
RMP/Wenzel, Sigrid
155 Ratnowski, Raoul
Bildstock , 1980
1 Auerberg, Kölnstr. 413 (Collegium Josephinum)
Balustrade in Eisenguß , 1980
1 Duisdorf, Rochusstr. (Parkplatz gegenüber Nr. 178)
19 Reinarz, Johannes/Gruppe "Semikolon"
Architektonisches Accessoire I , 1984
1 Duisdorf, Rochusstr. 276 (Kulturzentrum)
20 Reinarz, Johannes/Gruppe "Semikolon"
Architektonisches Accessoire II , 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Derlestr.
21 Reinarz, Johannes/Gruppe "Semikolon"
Architektonisches Accessoire III , 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Witterschlicker Str.
22 Reinarz, Titus/Gruppe "Semikolon"
Architektonisches Accessoire IV , 1984
1 Duisdorf, Rochusstr./Am Burgweiher
2 Reinarz, Johannes
Reinarz, Johannes
6
94 Reinhardt, Gustav
Gentildonna II , 1983
1 Südstadt, Poppelsdorfer Allee 43 (heute Weberstr. 59a - Haus der Kultur)
69 Reusch, Erich
Objekt, o.T., 1977
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
Tafeln Lagertore röm. Legionslager, 1988/89
1 Nord (heute Castell), Rosental/Graurheindorfer Str./Augustusring/Leinpfad
Rey, Manfred van/Sander, Friedemann
188 Rey, Manfred van/Sander, Friedemann
Tafeln Brunnen, 1988/89
1 Nordstadt, Adolfstraße 45 (Frankenbad)
160 Rickey, George
Two lines oblique , 1970 (versetzt)
2 Plittersdorf, Kennedyallee 50 (DAAD - heute Ahrstraße, Nähe Nr. 45)
Säulenkopf , ca. 1963
1 Graurheindorf, Herseler Str. 1 (Gewerbliche Bildungsanstalten)
Fortifikation , ca. 1965
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
Bonner Wand , 1971/72
1 Zentrum, Franziskanerstr. 9 (Fassade Viktoriabad)
Ris, Günter Ferdinand
140 Ris, Günter Ferdinand
Ris, Günter Ferdinand
152 Ris, Günter Ferdinand
Großer Lichtpfeiler , 1973
2 Hochkreuz, Kennedyallee 91-103
62 Ris, Günter Ferdinand
Wasser-Licht-Stele , 1974
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 144
37 Ris, Günter Ferdinand
Großes Lichtfeld , 1975/76
1 Gronau, Dahlmannstr. 4 (heute BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit und Entw.)
75 Ris, Günter Ferdinand
Lichtwald , 1975-1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Südplattform)
Objekt 2/01 , 2001
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Skulpturenhof)
164 Rogge-Scheur, Ilse
Mutter mit Kind , 1973
2 Schweinheim, Waldstr. 73 (Waldkrankenhaus)
103 Rückriem, Ulrich
Stein des 10. Oktober 1981 , 1981
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Rückfront)
113 Rückriem, Ulrich
Ris, Günter Ferdinand
Denkmal für Heinrich Heine , 1982
1 Zentrum, Stadtgarten (unterhalb Alter Zoll)
Sander, Ernemann F.
Zwei Kraniche , 1958
1 Tannenbusch, Görlitzer Str. (Rückseite Haus Nr. 3)
Sander, Ernemann F.
Relief für Husarenregiment Nr. 7 Lehm Op
1 Zentrum, Alter Zoll (Südseite)
König Wilhelm I /1815-1918 , 1959-1962
Sander, Ernemann F.
Tierpfeiler , 1962
1 Tannenbusch, Hohe Str. 11 (Paulusschule)
Sander, Ernemann F.
Die Badende , 1965/1985
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Skulpturenhof)
132 Sander, Ernemann F.
Hetzender Hund , 1971
2 Heiderhof, Weißdornweg 49-51
109 Sander, Ernemann F.
Grazienbrunnen , 1972-1976
1 Zentrum, Am Dreieck
4 Reliefs mit der Geschichte des hl. Martin, 1982/83
1 Zentrum, Martinsplatz (an Stiftsmauer)
Sander, Ernemann F.
Wäscherinnenbrunnen , 1987/88 (versetzt)
3 Beuel-Mitte, Hermannstr. 40 (heute Wagnergasse 2 - Heimatmuseum Beuel)
Sander, Ernemann F.
Aus der Quelle schöpfen , 1993
3 Oberkassel, Theresienau 20 (Evgl. Altenwohnheim)
Sander, Ernemann F.
168 Sander, Ernemann F.
Relief Aennchen Schumacher , 2009/2010
1 Alt-Godesberg, Aennchenplatz 2 (Gasthaus "Zur Lindenwirtin Aennchen")
189 Sander, Friedemann
Herzogsfreude um 1800 , 1983
1 Röttgen, Schloßplatz
187 Sander, Friedemann/Gechter, Michael
Modell des römischen Legionslagers, 1988/89
1 Nord (heute Castell), Grauheindorfer Str. 8/Drususstr. 9
Sander, Friedemann/Rey, Manfred van
Tafeln Lagertore röm. Legionslager, 1988/89
1 Nord (heute Castell), Rosental/Graurheindorfer Str./Augustusring/Leinpfad
Tafeln Brunnen, 1988/89
1 Nordstadt, Adolfstraße 45 (Frankenbad)
188 Sander, Friedemann/Rey, Manfred van
Sander, Friedemann
Doryphorus (Guss nach Gipsmodell), 2001
1 Südstadt, Am Hofgarten 21 (Akademisches Kunstmuseum - Hofgartenseite)
Sander, Friedemann
Athena Lemnia (Guss nach Gipsmodell), 2001
1 Südstadt, Am Hofgarten 21 (Akademisches Kunstmuseum - Hofgartenseite)
Sander, Friedemann
Dionysos-Herme (Guss nach Original) , 2002
1 Südstadt, Am Hofgarten 21 (Akademisches Kunstmuseum - Eingang)
7
Sander, Friedemann
Relief Godesburg , 2009/10
2 Alt Godesberg, Auf der Godesburg (neben Bergfried)
Sax, Ursula
Drachenbaum, 1962
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
139 Sax, Ursula
Auswendelnde Säule , 1968
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
184 Firma Schaffran, Lübeck
Schiffspropeller
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 17-18 (heute 24)
Vogelbrunnen , 1980-1984
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Str. 2-4
Makrokern Bonn , 1973/74
1 Ückesdorf, Im Schmalzacker 49 (Carl-von-Ossietzky-Gymnasium)
Globus-Sonnenuhr, 1979
1 Auerberg, Kölnstr. 413 (Collegium Josephinum)
56 Schmitz, Anton
Boden-Sonnenuhr, 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NO-Teil)
93 Schmitz, Anton
Europa-Sonnenuhr , 1988/89
1 Südstadt, Rathenauufer (Uferbastion)
Wegzeichen , 1989
3 Beuel-Ost, Auguststr. 2 (Rheinische Tapetenfabrik)
Schnackenberg, Lars Ulrich
Die Wächter , 2001
3 Beuel-Mitte, Friedrich-Breuer-Str. 65 (Rathaus)
Schnackenberg, Lars Ulrich
Lichtbildinstallation Nocturne , 2001
3 Beuel-Mitte, Kreuzstr. 16 (Kulturzentrum Brotfabrik)
Schnackenberg, Lars Ulrich
44 Schlotter, Gotthelf
100 Schmaltz, Karl-Ludwig
1 Schmitz, Anton
172 Schnackenberg, Lars Ulrich
Annäherung , 2003
3 Oberkassel, Kalkuhlstr. 29 (Bahnhof Oberkassel)
18 Schnurpfeil, Werner
Die Wasserpflanze (Brunnen), 1983/84
1 Duisdorf, Rochusstr./Am Schickshof
74 Schöffer, Nicolas
Chronos 15 , 1975-1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Ostplattform)
79 Schreuer, Rolf
Handwerkerbrunnen , 1988/89
1 Nordstadt, Breite-/Dorotheenstr.
186 Schulklasse
Friedrich-Ebert-Stele , 1982
1 Gronau, Ollenhauerstr. 5 (Friedrich-Ebert-Gymnasium)
191 Schulklasse
Liegender Löwe , 1984/85
1 Tannenbusch, Stettiner Str. 21 (Waldorfschule)
176 Schulklasse/Naundorf, Wolfgang
Gedenkstein für gehängte Zwangsarbeiter, (1986-)1987
3 Limperich, Auf dem Finkenberg (Fußweg im Anschluß Weinbergweg)
110 Schürmann, Joachim
Labyrinthbrunnen , 1988/89
1 Zentrum, Friedensplatz
161 Schwartz, Ladis
Spannung II , 1976
2 Plittersdorf, Gotenstr. 50 (heute Nicolaus-Cusanus-Gymnasium)
76 Schwartz, Ladis
Ruhe (Stille ), 1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Ostplattform)
84 Schwartz, Ladis
Lyrabrunnen , 1985
1 Poppelsdorf, Meckenheimer Allee 171 (Botanischer Garten)
151 Schwartz, Ladis
Otiyot , 1987-1990
2 Hochkreuz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 1
45 Schwerdtfeger, Stefan/Heisig, Diether
Skulptur als Symbol für Niedersachsen, 1989-1991
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 19 (heute 28)
19 Gruppe "Semikolon"/ Johannes Reinarz
Architektonisches Accessoire I , 1984
1 Duisdorf, Rochusstr. 276 (Kulturzentrum)
20 Gruppe "Semikolon"/ Johannes Reinarz
Architektonisches Accessoire II , 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Derlestr.
21 Gruppe "Semikolon"/ Johannes Reinarz
Architektonisches Accessoire III , 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Witterschlicker Str.
22 Gruppe "Semikolon"/ Titus Reinarz
Architektonisches Accessoire IV , 1984
1 Duisdorf, Rochusstr./Am Burgweiher
23 Gruppe "Semikolon" und ung. Künstler
Gedenkstein, 1987
1 Duisdorf, Rochusstr. 276 (Kulturzentrum)
Semikolon-Säule zum 25j. Bestehen, 1991/92
1 Gronau, Rheinaue (Eingang N-Teil))
Gruppe "Semikolon"
57 Senske, Erich/Kunz, Herbert
Wasserspiel, 1978
1 Gronau, Johanniterstr. 3-5 (Johanniterkrankenhaus - Eingang Sträßchensweg)
50 Sihle-Wissel, Manfred
Stele , 1988 (versetzt)
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Str.17-18 (heute Vertr. Schleswig-Holstein, Berlin)
Eingriffe (Weg ins Grüne ), 1977/78 (zerstört)
2 Schweinheim, Waldstr. 73 (Waldkrankenhaus - Rückfront )
165 Simon, Klaus
8
Im Gesteins - unter N.N. , 2001
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 Rheinisches Landesmuseum - Skulpturenhof)
201 Simon, Matthias (Gartenamt)
Brunnen, 1981
3 Holzlar, Siebenwegekreuzplatz
170 Simon, Matthias (Gartenamt)
Ensemble von 3 Brunnen, 1981/82
3 Beuel-Mitte, Rheinaustr. 131 (Haus Mehlem)
196 Soldatengruppe in Mechernich
Emblem des Bundeswehrverbandes, 1970
2 Godesberg-Nord, Südstr. 123 (Deutscher Bundeswehrverband)
107 Spengelin, Friedrich
137 Spies, Joachim
Brunnen, 1976/77
o.T. (Würfel), 1973
1 Zentrum, Maximilian-Passage ("Bonner Loch")
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 6 (Kreuzbauten)
199 Steinmetz in der Eifel?
Stockbrunnen, 1986/87
2 Rüngsdorf, Rhein-/Andreasstr.
177 Steinmetz in Mayen?/RMP
Brunnen, 1989-1991
3 Oberkassel, Königswinterer Straße („Marktplatz“)
145 Szymanski, Rolf
Die Frauen von Messina , Tag des Überflusses , 1974
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
144 Szymanski, Rolf
Große Sammlerin , 1975
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
o.T. (windbewegliche Plastik), 1981
1 Nord (heute Castell), Römerstr. 164 (heute AVZ III der Universität Bonn)
Brunnen, 1989/90
2 Alt-Godesberg, Embavenhof/Im Äuelchen
Simon, Klaus
72 Tollmann, Günter
127 Tong, Hon Sang
Uhlmann, Hans
o.T. (Bronzeplastik), 1959
1 Zentrum, Theaterstr. (Beethovenhalle - Terrassse)
Großer Turm , 1966
1 Gronau, Adenauer Allee 135 (heute Ständige Vertretung der BRD, Brüssel)
188 Vandamme, Marc/Stadtplanungsamt
Brunnen, 1988/89
1 Nordstadt, Adolfstr. 45 (Frankenbad)
174 Veno, Bernhard
Marienstatue, ‹1.11.1983
3 Küdinghoven, Kirchstr. (vor St. Gallus)
115 Vorst, Wilfried van/Geyer, Itamar
Synagogengedenkstätte, 1987/88
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
Synagogengedenkstätte, 1992
3 Beuel-Mitte, Synagogenplatz
Europa-Säule , 1987/88
1 Duisdorf, Rochusplatz
Heckpfeiler , 1988
2 Muffendorf, Muffendorfer Str. 19-21 (heute Bezirksregierung Köln)
Pferdetränke (Nachbildung), 1989/90
1 Endenich, Frongasse/Alfred-Bucherer-Str.
33 Uhlmann, Hans
Vorst, Wilfried van/Levine, Ruth
17 Wenzel, Sigrid/Adlesič, Nicolaj
156 Wenzel, Sigrid
28 Wenzel, Sigrid
Wenzel, Sigrid
Schürreskarren-Schieber-Brunnen , 1991/92
3 Ramersdorf, Gallusstr./Rastenweg
Wenzel, Sigrid/RMP
Stadtbrunnen , 1992/93
3 Beuel-Mitte, Friedrich-Breuer-/Obere Wilhelmstr.
Werthmann, Friederich
Noyau , 1963
1 Poppelsdorf, Nußallee 115 (Institut Strahlen- und Kernphysik)
Werthmann, Friederich
Riehenrelief , 1963
1 Nordstadt, Kölnstr. 235 (Kaufmännische Bildungsanstalten)
95 Werthmann, Friederich
90 Werthmann, Friederich
Trapasso , 1971
Pozzolo , 1979
1 Südstadt, Reuterstr. 65 (heute Deutsche Telekom)
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (heute Bundesrechnungshof - Innenhof)
59 Wilp, Charles
Europa-Obelisk , 1989
1 Gronau, Zitelmannstr. 22
40 Wodarz, Silvius
Findling Rette den Wald , 1983/84
1 Gronau, Hermann-Ehlers-Straße/Stresemannufer
mon. Nachbildung heth. Sonnenscheibe, 1988/89
2 Alt-Godesberg, Kurfürstenallee (vor Bad Godesberger Rathaus)
126 Yurdanur, Metin
9
Werke, die keinem Künstler bzw. Hersteller zugeordnet werden konnten
26
"Käsescheiben", ‹1973? (abgebaut)
1 Duisdorf-Medinghoven, Stresemannstr. 14
30
Spolie der zerstörten Bonner Synagoge, 1876-1879
1 Gronau, Tempelstr. 2-4 (Synagoge)
51
Redwood-Baumscheibe, um 1200
1 Gronau, Rheinaue (Eingang N-Teil)
Willy-Brandt-Eiche , ‹1964
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
Adler mit Schlange (Kopie altamerik. Skulptur),
1 Gronau, Rheinaue (NO-Teil - Insel)
185
55
1978/79
71
190
Brunnen, ca. 1975
1 Nord (heute Castell), Am Römerlager 3
Brunnen, 1985
1 Röttgen, Schloßplatz
98
Plastik, ‹1977? (versetzt)
1 Tannenbusch, Waldenburger-Ring 44 (heute Waldstr. 23 - Haus am Stadtwald)
99
Liebende , ‹1977? (abgebaut)
1 Tannenbusch, Waldenburger-Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus)
192
Brunnen, ‹1977? (abgebaut)
1 Tannenbusch, Waldenburger-Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus)
194
Zwei Gedenksteine mit Hinweis auf
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
Patenschaftsbäume, 1972
195
Gedenktafel, 1989
2 Alt-Godesberg, Kurfürstenallee (vor Redoute)
200
Brunnen (Erinnerung an Rinderpest), 1981/82
3 Holtorf (Nieder-), Antoniusplatz
10
Teil 2 - Katalog
Anlage
Anlage
2 - 2Werkverzeichnis,
- Werkverzeichnis,
chronologisch
chronologisch
nach Aufstellungsjahr
nach Aufstellungsjahr
Nr.
Künstler bzw. Hersteller
Titel
Standort
24 Melis, Fritz
Auffliegender Vogelschwarm , 1967-1969
1 Duisdorf-Finkenhof, Julius-Leber-/Goerdeler-Str.
25 Peter, Matthias
o.T. (Würfelplastik), 1970
1 Duisdorf-Medinghoven, An der Burg Medinghoven (TÜV)
47 Borcies, Gisela
Mosaikbrunnen , 1970 (abgebaut)
1 Gronau, Dahlmannstr. 2
196 Soldatengruppe in Mechernich
Emblem des Bundeswehrverbandes, 1970
2 Godesberg-Nord, Südstr. 123 (Deutscher Bundeswehrverband)
158 Dierkes, Paul
Harfe , 1965
2 Plittersdorf, Martin-Luther-King-Str. 8 (Haus Carstanjen - Park)
160 Rickey, George
Two lines oblique , 1970 (versetzt)
2 Plittersdorf, Kennedyallee 50 (DAAD - heute Ahrstraße, Nähe Nr. 45)
173 Kramer, Jochen
Wasserspiel, 1970
3 Holzlar-Kohlkaul, Finkenweg (vor Haus Nr. 48)
14 Hauser, Erich
Stahl 4/66 , 1966
1 Duisdorf, Villemombler Str. 76 (heute BM für Wirtschaft und Technologie)
87 Barta, Lajos
Schwingend e, 1971 (Entwurf 1957)
1 Südstadt, Stadtgarten (Alter Zoll)
95 Werthmann, Friederich
Trapasso , 1971
1 Südstadt, Reuterstr. 65 (heute Deutsche Telekom)
111 Barta, Lajos
Couple (Zwangslage I ), 1970 (Entwurf um 1957)
1 Zentrum, Rathausgasse 7 (Stadtmuseum - Hof)
114 Grzimek, Waldemar
Die Welle I/Zustand II , 1965-1967/1970
1 Zentrum, Brassertufer/Rheingasse
123 Reinarz, Johannes
Doppelstele , 1970/71 (abgebaut)
2 Alt Godesberg, Stadtpark (neben Kleinem Theater)
124 Reinarz, Johannes
Stabilisierte Form (Stele ), 1970/71 (zerstört)
2 Alt Godesberg, Stadtpark (neben Trinkpavillon)
132 Sander, Ernemann F.
Hetzender Hund , 1971
2 Heiderhof, Weißdornweg 49-51
Montana I , 1968 (Zweitguss)
1 Gronau, Adenauerallee 135 (Villa Hammerschmidt - Park)
Zwei Gedenksteine mit Hinweis auf
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
1970
1971
1972
31 Heiliger, Bernhard
194
Patenschaftsbäume, 1972
125 Geissler, Paul Julius
Struktur IV/III AP , 1971
2 Alt-Godesberg, Stadtpark (neben Trinkpavillon)
155 Ratnowski, Raoul
Großplastik , 1971 (erste Fassung 1960)
2 Muffendorf, Hopmannstr. 6
Entfaltete Kuben , 1972/73
1 Brüser Berg, Gaußstr. 1 (Hardtberg-Gymnasium)
"Käsescheiben", ‹1973? (abgebaut)
1 Duisdorf-Medinghoven, Stresemannstr. 14
1973
4 Müllenholz, Leo
26
11
29 Lossow, Walter
Sonnenuhr, 1973
1 Endenich, Auf dem Hügel 71 (Astronomisches Institut)
42 Hauser, Erich
Raumsäule 8/73 , 1973 (versetzt)
1 Gronau, Schlegelstr. 2 (heute Stuttgart, Rotebühlplatz)
133 Oellers, Günther
Balustrade , 1972/73
2 Heiderhof, Nietzschestr. 54
152 Ris, Günter Ferdinand
Großer Lichtpfeiler , 1973
2 Hochkreuz, Kennedyallee 91-103
Großplastik 41/70 (Figur 41/70 ), 1970/71
1 Ippendorf, Gudenauer Weg 139
100 Schmaltz, Karl-Ludwig
Makrokern Bonn , 1973/74
1 Ückesdorf, Im Schmalzacker 49 (Carl-von-Ossietzky-Gymnasium)
135 Dierkes, Karl J.
Lichtwand, doppelseitig , 1973/74
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 6 (Kreuzbauten)
136 Grümmer, Hansjürgen
Polyphems Spielzeug , 1973/74
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 6 (Kreuzbauten)
164 Rogge-Scheur, Ilse
Mutter mit Kind , 1973 (Aufstellung 1973 oder 1974)
2 Schweinheim, Waldstr. 73 (Waldkrankenhaus)
27 Blanke, Christoph
Platzmal , 1972-1975
1 Duisdorf-Medinghoven, Stresemannstr. 18
62 Ris, Günter Ferdinand
Wasser-Licht-Stele , 1974
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 144
70 Gollwitzer, Josef
Nashorn , 1965/1975
1 Nord (heute Castell), Römerstr. 118 (Collegium Augustinum)
71
Brunnen, ca. 1975
1 Nord (heute Castell), Am Römerlager 3
108 Eckler, Herbert (Stadtplanungsamt)
Sterntorbrunnen mit "Wölfchensäule", um 1900,
1 Zentrum, Vivatsgasse
137 Spies, Joachim
1974/75 mit Brunnen versehen
o.T. (Würfel), 1973
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 6 (Kreuzbauten)
Platzartikulation , 1975/76
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM Verbraucherschutz, Ernährung u. Landw.)
36 Hauser, Erich
Bodenreliefs 13/75 , 1975/76
1 Gronau, Dahlmannstr. 4 (heute BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entw.)
37 Ris, Günter Ferdinand
Großes Lichtfeld , 1975/76
1 Gronau, Dahlmannstr. 4 (heute BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entw.)
97 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
1974
64 Loth, Wilhelm
1975
1976
9 Hajek, Otto Herbert
Brunnen, 1976
1 Tannenbusch, Riesengebirgsstr./Masurenweg
106 Linden, Jakobus
Junge Frau mit Schale (Vogeltränke), Kopie 1976
1 Zentrum, Gerhard-von-Are-/Gangolfstr.
109 Sander, Ernemann F.
Grazienbrunnen , 1972-1976
1 Zentrum, Am Dreieck
118 Burgeff, Hans Karl
Brunnen, 1976
2 Alt-Godesberg, Theaterplatz
139 Sax, Ursula
Auswendelnde Säule , 1968
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
140 Ris, Günter Ferdinand
Fortifikation , ca. 1965
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
167 Eckler, Herbert (Stadtplanungsamt)
Brunnen, 1976 (abgebaut)
3 Beuel-Mitte, Obere Wilhelm-/Neustr.
12
1977
74 Schöffer, Nicolas
Chronos 15 , 1975-1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Ostplattform)
75 Ris, Günter Ferdinand
Lichtwald , 1975-1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Südplattform)
77 Müller, Rolf
Spiegelfaltung , 1974-1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Innenhof)
78 Hagner, Inge
Quellstein , 1977 (abgebaut)
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus)
98
Plastik, ‹1977? (versetzt)
1 Tannenbusch, Waldenburger Ring 44 (heute Waldstr. 23 - Haus am Stadtwald)
99
Liebende , ‹1977 (abgebaut)
1 Tannenbusch, Waldenburger-Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus)
192
Brunnen, ‹1977? (abgebaut)
1 Tannenbusch, Waldenburger-Ring 44 (Gustav-Heinemann-Haus)
107 Spengelin, Friedrich
Brunnen , 1976/77
1 Zentrum, Maximilian-Passage ("Bonner Loch")
134 Hauser, Erich
Stahlplastik 8/77 , 1977
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2-10 (Kreuzbauten)
153 Manthey, Michael (Gartenamt)
Brunnen, 1977
2 Lannesdorf, Hermann-Löns-/Lyngsbergstr.
162 Presset, Henri
Figure VII , 1972 (abgebaut)
2 Plittersdorf, Gotenstr. 156
Spekanker
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 12 (heute 18-20)
1978
182 Blohm & Voss AG, Hamburg
57 Senske, Erich/Kunz, Herbert
Wasserspiel, 1978
1 Gronau, Johanniterstr. 3-5 (Johanniterkrankenhaus - Eingang Sträßchensweg)
61 Avramidis, Joannis
Drei-Figuren-Gruppe , 1963/1978 (versetzt)
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee 37 (heute vor Bundesbank, Düsseldorf)
119 Maizière, Eva de
Begegnung , 1978
2 Alt-Godesberg, Theaterplatz/Am Michaelshof
138 Bonato, Victor
Hour-Flower , 1976-1978
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
165 Simon, Klaus
Eingriffe (Weg ins Grüne ), 1977/78 (zerstört)
2 Schweinheim, Waldstr. 73 (Waldkrankenhaus - Rückfront)
175 Hahn, Willi
Denkmal Für griechische Auswanderer 1955-1973 ,
3 Limperich, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 2 (Griechische Metropolie)
1977/78
180 König, Karl
Brunnen, 1977/78
3 Vilich, Adelheidisstr. (vor Stiftskirche St. Peter)
1979
Globus-Sonnenuhr, 1979
1 Auerberg, Kölnstr. 413 (Collegium Josephinum)
10 Heiliger, Bernhard
1 Schmitz, Anton
Balance I , 1978/79
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM Verbraucherschutz, Ernährung u. Landw.)
11 Nierhoff, Ansgar
6 Assoziationssträger (ABZet-Feld , 1969/6 ), 1969
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM Verbraucherschutz, Ernährung u. Landw.)
32 Marcks, Gerhard
Jason , 1978/79
1 Gronau, Adenauerallee 135 (Villa Hammerschmidt - Park)
35 Moore, Henry
Large Two Forms , 1966/69
1 Gronau, Dahlmannstr. 4 (heute BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entw.)
52 Hunt, Tony
Wappenpfahl der Kwakutli Indianer, 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
54 Goepfert, Hermann/Hölzinger, Joh. Peter
Kinetisches Windspiel (Kunsthain ), 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
55
Adler mit Schlange (Kopie altamerik. Skulptur),
1 Gronau, Rheinaue (Insel, NO-Teil)
13
1978/79
56 Schmitz, Anton
Boden-Sonnenuhr, 1978/79
1 Gronau, Rheinaue (NO-Teil)
69 Reusch, Erich
Objekt, o.T., 1977
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
112 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Springbrunnen, 1979
1 Zentrum, Kaiserplatz/Neutor
117 Bonato, Victor
Spaltung (Brunnen), 1978/79
1 Zentrum, Engeltalstr. 6 (Gesundheitsamt)
129 Manthey, Michael (Gartenamt)
Brunnen, 1979
2 Friesdorf, Klufterplatz
141 Nierhoff, Ansgar
Plastische Kreuzung , 1977
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
142 Matschinsky-Denninghoff
Planta , 1977
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2-10 (Kreuzbauten)
203 Manthey, Michael (Gartenamt)
Brunnen, 1979
3 Küdinghoven, Dornenkreuz-/Kirchstr.
Bildstock , 1980
1 Auerberg, Kölnstr. 413 (Collegium Josephinum)
46 Dywan, Henryk
Brunnen, 1979/80 (abgebaut)
1 Gronau, Dahlmannstr. 2
58 Höfinger, Oskar
Zeit , 1969/70 (abgebaut)
1 Gronau, Johanniterstr. 2
73 Hürten, Sepp
Josefsbrunnen , 1979/80 (Figuren gestohlen)
1 Nord (heute Castell), Kaiser-Karl-Ring (vor St. Josef)
76 Schwartz, Ladis
1980
2 Reinarz, Johannes
Ruhe (Stille ), 1977
1 Nordstadt, Berliner Platz 2 (Stadthaus - Ostplattform)
101 Meller, Willy
Die Schwangere , ca. 1951
1 Venusberg, Sigmund-Freud-Str. 25 (Universitätsklinikum - vor Frauenklinik)
105 Böhm, Gottfried
Spiralbrunnen , 1979/80
1 Zentrum, Münsterplatz/Martinsplatz
120 Böhm, Gottfried/RMP
Treppenbrunnen , 1979/80
1 Alt Godesberg, Michaelplatz
121 Böhm, Gottfried/RMP
Wasserspiel, 1979/80
1 Alt-Godesberg, Villichgasse
144 Szymanski, Rolf
Große Sammlerin , 1975
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
197 Gartenamt?
Kugelbrunnen, 1980
2 Lannesdorf, Deutschherrenstr./Kirchberg (heute Brunnenplatz)
Entfalteter Kubus , 1981
1 Brüser Berg, Gaußstr. 1 (Hardtberg-Gymnasium)
1981
5 Müllenholz, Leo
o.T. (windbewegliche Plastik), 1981
1 Nord (heute Castell), Römerstr. 164 (heute AVZ III der Universität Bonn)
103 Rückriem, Ulrich
72 Tollmann, Günter
Stein des 10. Oktober 1981 , 1981
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Rückfront)
143 Bonato, Victor
Gleiche Massen auf ungleichen Räumen
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
(Gegenströmung ), 1977-1981/1998
146 Haus-Rucker-Co (HRC)
Pavillon der Elemente , 1978-1981
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
154 Kessel, Karl/Stadtplanungsamt
Brunnen mit Fisch, 1981
2 Mehlem, Bachemer/Von Müllenark-Str.
157 Feuerborn, Heinz
Brunnen mit Frosch, 1981
2 Muffendorf, Martinstr./Lehnpütz
161 Schwartz, Ladis
Spannung II , 1976
2 Plittersdorf, Gotenstr. 50 (heute Nicolaus-Cusanus-Gymnasium)
201 Simon, Matthias (Gartenamt)
Brunnen, 1981
3 Holzlar, Siebenwegekreuzplatz
14
1982
12 Gutmann, Franz
Brunnen, 1982
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM für Arbeit und Soziales)
33 Uhlmann, Hans
Großer Turm , 1966 (versetzt)
1 Gronau, Adenauer Allee 135 (heue Ständige Vertretung der BRD, Brüssel)
34 Pilgrim, Hubertus von
Konrad-Adenauer-Denkmal , 1980-1982
1 Gronau, Adenauerallee/Bundeskanzlerplatz
39 Luther, Adolf
Integration Wasser-Linsen , 1982/1990 (erweitert)
1 Gronau, Hermann-Ehlers-Str. 29 (Zufahrt vor Wasserwerk)
183 Firma Krummenauer, Neunkirchen/Saar
Schrämwalze
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 9 (heute 12)
186 Schulklasse
Friedrich-Ebert-Stele , 1982
1 Gronau, Ollenhauerstr. 5 (Friedrich-Ebert-Gymnasium - Schulhof)
65 Fehrenbach, Gerson
Hellas VIII/66 (Königsfigur ), 1978
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
66 Gräsel, Friedrich
Kubische Verwinklung (Verwinklung zweier
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
Volumina ), 1974
67 Koenig, Fritz
Großes Epitaph für Zwei V/4 , 1980
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
68 Prager, Heinz-Günter
Mit Schleppe , 1971
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 198 (BM des Innern)
92 Görres, Karl Heinz
Nagelbrunnen , 1981/82
1 Südstadt, Erste Fährgasse 6 (Botschaft Vereinigte Arabische Emirate)
113 Rückriem, Ulrich
Denkmal für Heinrich Heine , 1982
1 Zentrum, Stadtgarten (unterhalb Alter Zoll)
145 Szymanski, Rolf
Die Frauen von Messina , Tag des Überflusses , 1974
2 Hochkreuz, Heinemannstr. 2 (Kreuzbauten)
170 Simon, Matthias (Gartenamt)
Ensemble von 3 Brunnen, 1981/82
3 Beuel-Mitte, Rheinaustr. 131 (Haus Mehlem)
200
Brunnen (Erinnerung an Rinderpest), 1981/82
3 Holtorf (Nieder-), Antoniusplatz
53 Engels, Richard ("Horus")
Blindenbrunnen , 1981-1983
1 Gronau, Rheinaue (Blindengarten)
88 Heß, Richard
Gäste im Hotel (Begegnung ), 1982/83
1 Südstadt, Adenauerallee 9 (Hotel Königshof)
Marienstatue, ‹1.11.1983
3 Küdinghoven, Kirchstr. (vor St. Gallus)
Welle (Wasserwalzen , Brunnen), 1982-1984
1 Dottendorf, Hinter Hoben 2 (Wendehammer)
1983
174 Veno, Bernhard
1984
6 Bonato, Victor
18 Schnurpfeil, Werner
Die Wasserpflanze (Brunnen), 1983/84
1 Duisdorf, Rochusstr./Am Schickshof
19 Gruppe "Semikolon"/Johannes .Reinarz
Architektonisches Accessoire I , 1984
1 Duisdorf, Rochusstr. 276 (Kulturzentrum)
20 Gruppe "Semikolon"/Johannes Reinarz
Architektonisches Accessoire II , 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Derlestr.
21 Gruppe "Semikolon"/Johannes Reinarz
Architektonisches Accessoire III , 1984
1 Duisdorf, Rochus-/Witterschlicker Str.
22 Gruppe "Semikolon"/Titus Reinarz
Architektonisches Accessoire IV , 1984
1 Duisdorf, Rochusstr./Am Burgweiher
40 Wodarz, Silvius
Findling Rette den Wald, 1983/84
1 Gronau, Hermann-Ehlers-Str./Stresemannufer
44 Schlotter, Gotthelf
Vogelbrunnen , 1980-1984
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Str. 2-4
Schiffspropeller
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 17-18 (heute 24)
184 Firma Schaffran, Lübeck
15
60 Daini, Hugo
Denkmal für Simón Bolívar, 1983
1 Gronau, Friedrich-Ebert-Allee/Heussallee
80 Krauss, M.
Max, der unbekannte Abgeordnete , 1984
1 Nordstadt, Maxstr. 36 (Brunnen mit Bronzefigur im Maxhof - Figur gestohlen)
94 Reinhardt, Gustav
Gentildonna II , 1983
1 Südstadt, Poppelsdorfer Allee 43 (heute Weberstr. 59a - Haus der Kultur)
3 Haus-Rucker-Co (HRC)
Grüne Bauteile , 1981-1985
1 Brüser Berg, Borsig-/von Guericke-Allee
7 Morseletto, Laboratorio
Brunnen, 1985
1 Dottendorf, In der Raste 24
15 Kricke, Norbert
Raumplastik Bonn , 1983-1985
1 Duisdorf, Villemombler Str. 76 (heute BM für Wirtschaft und Technologie)
81 Janssen, Wolfgang
Brunnen, ca. 1985
1 Nordstadt, Blumenhof (zwischen Haus Nr. 10 und 13)
84 Schwartz, Ladis
Lyrabrunnen , 1985
1 Poppelsdorf, Meckenheimer Allee 171 (Botanischer Garten)
189 Sander, Friedemann
Herzogsfreude um 1800 , 1983
1 Röttgen, Schloßplatz
190
Brunnen, 1985
1 Röttgen, Schloßplatz
1985
Aufbrechendes Samenkorn mit Keimling , 1985
1 Röttgen, In der Wehrhecke 1c (heute Andreas Hermes Akademie)
Liegender Löwe , 1984/85
1 Tannenbusch, Stettiner Str. 21 (Waldorfschule)
41 Bohnet, Hans-Dieter
Integration '76 , 1974-1976
1 Gronau, Charles-de-Gaulle-Str./Heimkehrerweg
82 Ecker, Bogomir
Automat Korrektur der linkshem. Seite , 1986
1 Poppelsdorf, Wegelerstr. 6 (Hochschulrechenzentrum)
96 Benninghoff, Herbert
Senkrechte durchbrochene Form , 1984/85
1 Tannenbusch, Stettiner Str. 21 (Waldorfschule)
104 Prager, Heinz-Günter
Achse mit 3 Scheiben 2/86 , 1986
1 Weststadt, Colmantstr. 14-16 (Rheinisches Landesmuseum - Skulpturenhof)
116 Kammerichs, Klaus
Beethon (Beethovenkopf), 1986
1 Zentrum, Wachsbleiche 16 (vor Beethovenhalle)
149 Nierhoff, Ansgar
Streckungen (Nähe und Ferne , Raum erfahren ), 1986
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 3 (heute BM für Umwelt)
13 Fiebig, Eberhard
Karyatide , 1985
1 Duisdorf, Rochusstr. 1 (heute BM für Arbeit und Soziales)
23 Gruppe "Semikolon" und ung. Künstler
Gedenkstein, 1987
1 Duisdorf, Rochusstr. 276 (Kulturzentrum)
83 Allop, D.N. (=Polland, Jürgen)
Glasnost , 1987
1 Poppelsdorf, Nußallee 12 (physikalisches Institut)
91 Göddertz, Wolfgang
Raumverknotung , 1987 (abgebaut)
1 Südstadt, Adenauerallee 148
122 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1986/87
2 Alt-Godesberg, Hubertinumshof
86 Kreutter, Wolfgang
191 Schulklasse
1986
1987
150 Mayer, Martin
Filia Rheni , 1987
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 3 (heute BM für Umwelt)
199 Steinmetz in der Eifel?
Stockbrunnen, 1986/87
2 Rüngsdorf, Rhein-/Andreasstr.
163 Enneper, Mic(hael)
Natur/Kultur , 1985-1987 (abgebaut)
2 Rüngsdorf, Konstantinstr. 110 (Bundesforschungsanstalt für Naturschutz)
176 Schulklasse/Naundorf, Wolfgang
Gedenkstein für gehängte Zwangsarbeiter, (1986-)1987
3 Limperich, Auf dem Finkenberg (Fußweg Anschluß Weinbergweg)
178 Esser, Heinrich
Jakob-Müller-Brunnen , 1986/87
3 Oberkassel, Königswinterer Str. 675
16
1988
17 Adlesič, Nikolaj/Wenzel, Sigrid
Europa-Säule , 1987/88
1 Duisdorf, Rochusplatz
38 Kubach-Wilmsen, Anna-Maria/
Alpenstück , 1980-1984
1 Gronau, Görresstr. 15 (heute Platz der Vereinten Nationen 2)
Büste Franz-Josef Strauß (1915-1988), 1988
1 Gronau, Fritz-Erler-Str. 34 (heute Haus der Geschichte, Bonn)
Kubach, Wolfgang
43 Arentz, Kurt
(abgebaut)
85 Delfosse, Hans Wolfgang
Menora, 1988
1 Poppelsdorf, Jagdweg/Bennauerstr.
115 Geyer, Itamar/Vorst, Wilfried van
Synagogengedenkstätte , 1987/88
1 Zentrum, Erzbergerufer/Rheinpromenade
147 Lechner, Alf
o.T. (geöffneter Ring), 1983/1987
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 1-3 (heute BM für Umwelt)
156 Wenzel, Sigrid
Heckpfeiler , 1988
2 Muffendorf, Muffendorfer Str. 19-21 (heute Bezirksregierung Köln)
198 Feuerborn, Heinz
Abdeckplatte für Brunnen mit Handpumpe, 1988
2 Muffendorf, Muffendorfer Hauptstr./Am Helpert
166 Esser, Heinrich
Pferdetränke, 1987/88
3 Beuel-Mitte, Konrad-Adenauer-Platz/Friedrich-Breuer-Str.
168 Sander, Ernemann F.
Wäscherinnenbrunnen , 1987/88 (versetzt)
3 Beuel-Mitte, Hermannstr. 40 (heute Wagnergasse 2 - Heimatmuseum Beuel)
181 Esser, Heinrich
Bottemelech's-Jonge-Brunnen , 1987/88
3 Vilich-Müldorf, Beueler-/Burbankstr.
Brunnen, 1988/89
1 Dransdorf, Kettelerplatz
50 Sihle-Wissel, Manfred
Stele , 1988 (versetzt)
1 Gronau, Kurt-Schumacher-Str.17-18 (heute Vertr. Schleswig-Holstein, Berlin)
51
Redwood-Baumscheibe, um 1200
1 Gronau, Rheinaue (Eingang N-Teil)
Willy-Brandt-Eiche , ‹1964
1 Gronau, Rheinaue (NW-Teil)
Europa-Obelisk , 1989
1 Gronau, Zitelmannstr. 22
Modell des römischen Legionslagers, 1988/89
1 Nord (heute Castell), Graurheindorfer Str. 8/Drususstr. 9
1989
8 Büchel, Hermann
185
59 Wilp, Charles
187 Gechter, Michael/Sander, Friedemann
Handwerkerbrunnen , 1988/89
1 Nordstadt, Breite-/Dorotheenstr.
188 Vandamme, Marc/Stadtplanungsamt
Brunnen, 1988/89
1 Nordstadt, Adolfstr. 45 (Frankenbad)
188 Rey, Manfred van/Sander, Friedemann
90 Werthmann, Friederich
Tafeln Brunnen, 1988/89
Pozzolo , 1979
1 Nordstadt, Adolfstraße 45 (Frankenbad)
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (heute Bundesrechnungshof - Innenhof)
79 Schreuer, Rolf
Europa-Sonnenuhr , 1988/89
1 Südstadt, Rathenauufer (Uferbastion)
193 Brunken, Gerrit (Stadtplanungsamt)
Bastionsbrunnen , 1989
1 Zentrum, Windeck-/Sternstr.
110 Schürmann, Joachim
Labyrinthbrunnen , 1988/89
1 Zentrum, Friedensplatz
126 Yurdanur, Metin
mon. Nachbildung heth. Sonnenscheibe, 1988/89
2 Alt-Godesberg, Kurfürstenallee (vor Bad Godesberger Rathaus)
93 Schmitz, Anton
195
Gedenktafel, 1989
2 Alt-Godesberg, Kurfürstenallee (vor Redoute)
148 Kornbrust, Leo
Kugel , 1989
2 Hochkreuz, Robert-Schuman-Platz 1-3 (heute BM für Umwelt)
159 Barner, Herrm-Jörg/Dammin, Marlene
John F. Kennedy-Denkmal , 1989
2 Plittersdorf, Godesberger-/Kennedyallee
171 Hansing, Ernst Günter
o.T. (Stahlplastik), 1988/89
3 Beuel-Mitte, Rheinpromenade/Friedrich-Breuer-Str.
17
172 Schnackenberg, Lars Ulrich
Wegzeichen , 1989
202 Bürgerverein Kohlkaul/Gartenamt
Findling (mit Frosch), 1989
3 Holzlar-Kohlkaul, Kohlkauler Platz
179 Heiermann, Theo/Pechau, Jochem
Marienbrunnen , 1987-1989
3 Schwarzrheindorf, Dixstr. 41 (Doppelkirche)
16 Prager, Heinz-Günter
Achse IV/ 3/75 , 1975
1 Duisdorf, Villemombler Straße 76 (heute BM für Wirtschaft und Technologie)
28 Wenzel, Sigrid
Pferdetränke (Nachbildung), 1989/90
1 Endenich, Frongasse/Alfred-Bucherer-Str.
30
Spolie der zerstörten Bonner Synagoge, 1876-1879
1 Gronau, Tempelstr. 2-4 (Synagoge)
48 Duttenhoefer, Thomas
Figur , 1988-1990
1 Gronau, Heussallee 18-24
49 Mancke, Christoph
Raumplastik , 1989/90
1 Gronau, Heussallee 18-24
127 Tong, Hon Sang
Brunnen, 1989/90
2 Alt-Godesberg, Embavenhof/Im Äuelchen
128 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1986-1990
2 Alt-Godesberg, Embavenhof/Junkerstr.
151 Schwartz, Ladis
Otiyot , 1987-1990
2 Hochkreuz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 1
169 Raderschall, Möhrer und Peters (RMP)
Brunnen, 1984-1990
3 Beuel-Mitte, Bahnhofsplatz
45 Heisig, Diether/Schwerdtfeger, Stefan
Skulptur als Symbol für Niedersachsen, 1989-1991
1 Gronau, Kurt-Schumacher Str. 19 (heute 28)
63 Nierhoff, Ansgar
89 Prager, Heinz-Günter
3 Orte , 1988-1991
Doppelkreuz 14/89 , 1989
1 Hardthöhe, Fontainengraben 150 (BM der Verteidigung)
1 Südstadt, Adenauerallee 81 (heute Bundesrechnungshof - Terrasse)
102 Hunecke, Wolfgang
Begegnungen , 1990/91
1 Venusberg, Haager Weg 42 (Jugendherberge)
130 Göddertz, Wolfgang
Durchdringung , 1991
2 Friesdorf, Dreizehnmorgenweg 11 (Deutsche Telekom)
131 Göddertz, Wolfgang
Großer Chor (wasserkinetische Brunnenanlage), 1991
2 Friesdorf, Dreizehmorgenweg 13-15 (Deutsche Telekom - Innenhof)
177 Steinmetz in Mayen?/RMP
Brunnen, 1989-1991
3 Oberkassel, Königswinterer Straße („Marktplatz“)
3 Beuel-Ost, Auguststr. 2 (Rheinische Tapetenfabrik)
1990
1991
18
Teil 2 - Katalog
Anlage 3 - Abbildungsverzeichnis Katalog mit Nachweis
Es wurden nach Möglichkeit Abbildungen verwendet, die zeitnah zum Aufstellungsdatum des
entsprechenden Objektes erstellt wurden. Wenn bekannt, wird dieses Datum bei den KatalogNummern in Klammern vermerkt.
1
2
Anton Schmitz, Globus-Sonnenuhr, 1979
Johannes Reinarz, Bildstock, 1980
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
3
Haus-Rucker-Co (HRC), Grüne Bauteile, 1981-1985
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
4
Leo Müllenholz, Entfaltete Kuben, 1972/73
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
5
Leo Müllenholz, Entfalteter Kubus, 1981
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
6
Victor Bonato, Welle (Wasserwalzen, Brunnen), 1982-1984
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (ca. 1989)
7
Laboratorio Morseletto, Brunnen, 1985
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
8
Hermann Büchel, Brunnen, 1988/89
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1991)
9
Otto Herbert Hajek, Platzartikulation mit Platzmal und Brunnenanlage, 1975/76
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Repro nach Foto. In: Otto Herbert Hajek. Ikonographien Zeichen Plätze
Stadtbilder. Stuttgart 1978, S. 52 (Abbildungsnachweis S. 118 ohne Einzelnachweis)
10
Bernhard Heiliger, Balance I (Panta Rhei, Departure), 1978/79
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
11
Ansgar Nierhoff, 6 Assoziationsträger (ABZet-Feld, 1969/6), 1969
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Dia von Eva-Maria Siepe (1987)
12
Franz Gutmann, Brunnen, 1982
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
13
Eberhard Fiebig, Karyatide, 1985
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Repro nach Foto Dr. L. Reckefelderbäumer
14
Erich Hauser, Stahl 4/66, 1966
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (September 1987)
15
Norbert Kricke, Raumplastik Bonn, 1983-1985
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
16
Heinz-Günter Prager, Achse IV 3/75, 1975
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
17
Nicolaj Adlesič/Sigrid Wenzel, Europa-Säule, 1987/88
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1989)
18
Werner Schnurpfeil, Die Wasserpflanze (Brunnen), 1983/84
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1989)
19
Gruppe „Semikolon“/Johannes Reinarz, Architektonisches Accessoire I, 1984
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (September 1995)
20
Gruppe „Semikolon“/Johannes Reinarz, Architektonisches Accessoire II, 1984
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (September 1995)
19
21
Gruppe „Semikolon“/Johannes Reinarz, Architektonisches Accessoire III, 1984
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (September 1995)
22
Gruppe „Semikolon“/Titus Reinarz, Architektonisches Accessoire IV, 1984
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987)
23
Gruppe „Semikolon“ und ungarische Künstler, Gedenkstein, 1987
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (11.8.1994)
24
Fritz Melis, Auffliegender Vogelschwarm, 1967-1969
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
25
Matthias Peters, o.T. (Würfelplastik), 1970
aus: Archiv Verfasserin (Juni 2009)
26
„Käsescheiben“, ‹1973? (abgebaut)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Prof. Dr. Horst Hallensleben
27
Christoph Blanke, Platzmal, 1972-1975
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (September 1987)
28
Sigrid Wenzel, Pferdetränke (Nachbildung), 1989/90
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1991)
29
Walter Lossow, Sonnenuhr, 1973
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
30
Spolie der zerstörten Bonner Synagoge, 1876-1879
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1991)
31
Bernhard Heiliger, Montana I, 1968 (Zweitguss)
aus: Archiv Verfasserin (22.10.2009)
32
Gerhard Marcks, Jason, 1978/79
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
33
Hans Uhlmann, Großer Turm, 1966 (versetzt)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987)
34
Hubertus von Pilgrim, Konrad-Adenauer-Denkmal, 1980-1982
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
35
Henry Moore, Large Two Forms, 1966/1969
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
36
Erich Hauser, Bodenreliefs 13/75, 1975/76
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
37
Günter Ferdinand Ris, Großes Lichtfeld, 1975/76
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
38
Anna-Maria Kubach-Wilmsen/Wolfgang Kubach, Alpenstück, 1980-1984
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1988)
39
Adolf Luther, Integration Wasser-Linsen (Hommage à Monet), 1982/1990
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Friedrich Rosenstiel. In: Kunst im Parlament. Ausgewählte Werke
aus der Sammlung des Deutschen Bundestages. Bearb. Mechtild Drahten. Köln/Rheinbreitbach 1997, S. 216-217
40
Silvius Wodarz, Findling Rette den Wald, 1983/84
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
41
Hans Dieter Bohnet, Integration ’76, 1974-1976
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1993)
42
Erich Hauser, Raumsäule 8/73, 1973 (versetzt)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Postkarte Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Bonn,
zur Verfügung gestellt von der Pressestelle des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Berlin
20
43
Kurt Arentz, Büste Franz Josef Strauß (1915-1988), 1988 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1993)
44
Gotthelf Schlotter, Vogelbrunnen, 1980-1984
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
45
Diether Heisig/Stefan Schwerdtfeger, Skulptur als Symbol für Niedersachsen, 1989-1991
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1993)
46
Henryk Dywan, Brunnen, 1979/80 (abgebaut)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Henryk Dywan
47
Gisela Borcies, Mosaikbrunnen, 1970 (abgebaut)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Josef Meister. In: Kunst und Bau 1967-1979. Red. Barbara Mitlacher.
Hrsg. Der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und der Minister für Landes- und Stadtentwicklung
(MLS) des Landes Nordrhein-Westfalen. Schriftenreihe des Ministers für Landes- und Stadtentwicklung des Landes
Nordrhein-Westfalen. 2, Düsseldorf 1980, S. 160
48
Thomas Duttenhoefer, Figur, 1988-1990
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (September 1991)
49
Christoph Mancke, Raumplastik, 1989/90
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1993)
50
Manfred Sihle-Wissel, Stele, 1988 (versetzt)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Sigrid Naber, Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund
in Berlin (Abb. der Stele vor Landesvertretung Schleswig-Holstein, Berlin, Oktober 2009)
51
Redwood-Baumscheibe mit historischen Daten, um 1200
aus: Archiv Verfasserin (September 2009)
52
Tony Hunt, Wappenpfahl der Kwakiutl-Indianer, 1978/79
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (August 1989)
53
Richard („Horus“) Engels, Blindenbrunnen, 1981-1983
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987)
54
Hermann Goepfert/Johannes Peter Hölzinger, Kinetisches Windspiel (Kunsthain), 1978/79
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1989)
55
Adler mit Schlange (Kopie altamerikanischer Skulptur), 1978/79
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto General-Anzeiger Bonn. ger: Megalithskulptur erinnert
an die Götter des alten Kolumbien. In: GA 27.4.1979
56
Anton Schmitz, Boden-Sonnenuhr, 1978/79
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1990)
57
Entwurf Erich Senske/Ausführung Herbert Kunz, Wasserspiel, 1978
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
58
Oskar Höfinger, Zeit, 1969/70 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben
59
Charles Wilp, Europa-Obelisk (17 große Europäer), 1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Dezember 1989)
60
Hugo Daini, Denkmal für Simón Bolívar (1783-1830), 1983
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben
61
Joannis Avramidis, Dreifigurengruppe, 1963/1978 (versetzt)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
62
Günter Ferdinand Ris, Wasser-Licht-Stele, 1974
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1988)
63
Ansgar Nierhoff, 3 Orte, 1988-1991
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto P. Formella. In: Hölzinger, Johannes Peter: Synthèse des Arts.
Die Verbindung von Kunst und Architektur bei den Regierungsbauten auf der Hardthöhe in Bonn.
Stuttgart/London 1998, S. 18
21
64
Wilhelm Loth, Großplastik 41/70 (Figur 41/70), Architekturplastik: ornamentalanthropomorph, 1970/71
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987)
65
Gerson Fehrenbach, Hellas VIII/66 (Königsfigur), 1966/1978
aus: Archiv Verfasserin (November 2009)
66
Friedrich Gräsel, Kubische Verwinklung (Verwinklung zweier Volumina), 1974
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto, zur Verfügung gestellt vom Beauftragten für Kultur und Medien, Bonn
67
Fritz Koenig, Großes Epitaph für Zwei V/4 (Epitaph für 2 V d), 1980
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto, zur Verfügung gestellt vom Beauftragten für Kultur und Medien, Bonn
68
Heinz-Günter Prager, Mit Schleppe, 1971
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto, zur Verfügung gestellt vom Beauftragten für Kultur und Medien, Bonn
69
Erich Reusch, Objekt o.T., 1979
aus: Archiv Verfasserin (November 2010)
70
Josef Gollwitzer, Nashorn, 1965/1975
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
71
Brunnen, ca. 1975
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
72
Günter Tollmann, o.T. (windbewegliche Plastik), 1981
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
73
Sepp Hürten, Josefsbrunnen, 1979/80 (Figuren gestohlen)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Oktober 1987)
74
Nicolas Schöffer, Chronos 15, 1975-1977
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
75
Günter Ferdinand Ris, Lichtwald (Lichtfeldspiegel), 1975-1977
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
76
Ladis Schwartz, Ruhe (Stille), 1977
aus: Archiv Verfasserin (September 2009)
77
Rolf Müller, Spiegelfaltung, 1974-1977
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
78
Entwurf Inge Hagner, Quellstein, 1977 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1989)
79
Rolf Schreuer, Handwerkerbrunnen, 1988/89
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben
80
M. Krauss, Max, der unbekannte Abgeordnete (Brunnen mit Bronzefigur), 1984
(Figur gestohlen)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto der Meldung der Polizei vom 24.1.2008.
Online im Internet: URL: www.presseportal.de/polizeipresse/meldung/1123739/ [2009]
81
Wolfgang Janssen, Brunnen, ca. 1985
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Repro nach Dia Antje Weger (1987)
82
Bogomir Ecker, Automat Korrektur der linkshemisphärischen Seite, 1986
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1991)
83
D.N. Allop (Pseudonym für Jürgen Polland), Glasnost, 1987
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (7.4.1989)
84
Ladis Schwartz, Lyrabrunnen, 1985
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juli 1987)
22
85
Hans Wolfgang Delfosse, Menora, 1988
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1989)
86
Wolfgang Kreutter, Aufbrechendes Samenkorn mit Keimling, 1985
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
87
Lajos Barta, Schwingende, 1971 (Entwurf 1957)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
88
Richard Heß, Gäste im Hotel (Begegnung), 1982/83
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
89
Heinz-Günter Prager, Doppelkreuz 14/89, 1989
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
90
Friederich Werthmann, Pozzolo, 1979
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Maren Heyne. In: Friederich Werthmann, Skulpturen. Werkverzeichnis
1957-2002. Hrsg. Sabine Fehlemann. Red. Maren Heyne und Hartmut Witte. Wuppertal 2003, WV 474.
91
Wolfgang Göddertz, Raumverknotung, 1987 (abgebaut)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto Wim Cox. In: Wolfgang Göddertz: Öffentliche Aufträge 1967-1989.
Pulheim [1990], o.S.
92
Entwurf Karl Heinz Görres, Nagelbrunnen, 1981/82
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
93
Anton Schmitz, Europa-Sonnenuhr, 1988/89
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1989)
94
Gustav Reinhardt, Gentildonna II, 1983
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Abb. Gentildonna II vor Kunstfonds, Poppelsdorfer Allee 43, Mai 1987)
95
Friederich Werthmann, Trapasso, 1971
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987/88)
96
Herbert Benninghoff, Senkrechte durchbrochene Form, 1984/85
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1989)
97
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1976
aus: Archiv Verfasserin (Mai 2010)
98
Plastik, ‹1977? (versetzt)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Dezember 1989)
99
Liebende, ‹1977? (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Dezember 1989)
100
Karl-Ludwig Schmaltz, Makrokern Bonn, 1973/74
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (März 1988)
101
Willy Meller, Die Schwangere, ca. 1951
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1988)
102
Wolfgang Hunecke, Begegnungen, 1990/91
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (März 1994)
103
Ulrich Rückriem, Stein des 10. Oktober 1981, 1981
aus: Archiv Verfasserin (September 2009)
104
Heinz-Günter Prager, Achse mit 3 Scheiben 2/86, 1986
aus: Archiv Verfasserin (September 2009)
105
Entwurf Gottfried Böhm, Spiralbrunnen, 1979/80
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
106
Jakobus Linden, Junge Frau mit Schale (Vogeltränke), Kopie 1976
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (ca. 1987)
107
Entwurf Friedrich Spengelin, Brunnen, 1976/77
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
23
108
Entwurf Herbert Eckler (Stadtplanungsamt), Sterntorbrunnen mit „Wölfchensäule“,
um 1900, 1974/75 mit Brunnen versehen
aus: Archiv Verfasserin (April 2010)
109
Ernemann F. Sander, Grazienbrunnen, 1972-1976
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
110
Joachim Schürmann, Labyrinthbrunnen, 1988/89
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
111
Lajos Barta, Couple (Zwangslage I), 1970 (Entwurf um 1957)
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
112
Raderschall Möhrer und Peters (RMP), Springbrunnen, 1979
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
113
Ulrich Rückriem, Denkmal für Heinrich Heine (1797-1856), 1982
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
114
Waldemar Grzimek, Die Welle I/Zustand II, 1965-1967/1970
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (22.10.1989)
115
Itamar Geyer/Wilfried van Vorst (Stadtplanungsamt), Synagogengedenkstätte, 1987/88
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Oktober 1989)
116
Klaus Kammerichs, Beethon (Beethovenkopf), 1986
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Repro nach Dia der Stadt Bonn
117
Victor Bonato, Spaltung (Brunnen), 1978/79
aus: Stadtarchiv und stadthistorische Bibliothek Bonn, Dokumentation, Bestand Presseamt (DB02_PA-03690-34)
118
Hans Karl Burgeff, Brunnen, 1976
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1988)
119
Eva de Maizière, Begegnung, 1978
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Anfang März 1987)
120
Entwurf Gottfried Böhm/Ausführung Raderschall, Möhrer und Peters (RMP),
Treppenbrunnen, 1979/80
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
121
Entwurf Gottfried Böhm/Ausführung Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Wasserspiel,
1979/80
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
122
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1986/87
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
123
Johannes Reinarz, Doppelstele, 1970/71 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Ende Februar 1987)
124
Johannes Reinarz, Stabilisierte Form (Stele), 1970/71 (zerstört)
aus: Archiv Verfasserin, Repro nach Foto. In: Johannes Reinarz, Künstlerische Arbeiten. Hrsg. Johannes Reinarz.
Witterschlick 1976, o.S. (ohne Abbildungsnachweis)
125
Paul Julius Geissler, Struktur IV/III AP, 1971
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
126
Metin Yurdanur, monumentale Nachbildung hethitischer Sonnenscheibe, 1988/89
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (10.12.1989)
127
Hon Sang Tong, Brunnen, 1989/90
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
128
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1986-1990
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
24
129
Entwurf Michael Manthey (Gartenamt), Brunnen, 1979
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1987)
130
Wolfgang Göddertz, Durchdringung, 1991
aus: Archiv Verfasserin (April 2010)
131
Wolfgang Göddertz, Großer Chor (wasserkinetische Brunnenanlage), 1991
aus: Archiv Verfasserin (April 2010)
132
Ernemann F. Sander, Hetzender Hund, 1971
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (ca. 1989)
133
Günther Oellers, Balustrade (Die Sitzenden), 1972/73
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
134
Erich Hauser, Stahlplastik 8/77, 1977
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
135
Karl J. Dierkes, Lichtwand, doppelseitig, 1973/74
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Repro nach Foto von Susanne Reichenberg
136
Hansjürgen Grümmer, Polyphems Spielzeug (Detail), 1973/74
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
137
Joachim Spies, o.T. (Würfel, Detail), 1973
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
138
Victor Bonato, Hour-Flower, 1976-1978
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
139
Ursula Sax, Auswendelnde Säule, 1968
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
140
Günter Ferdinand Ris, Fortifikation, ca. 1965
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
141
Ansgar Nierhoff, Plastische Kreuzung, 1977
aus: Archiv Verfasserin (Mai 2010)
142
Matschinsky-Denninghoff, Planta, 1977
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
143
Victor Bonato, Gleiche Massen auf ungleichen Räumen (Gegenströmung), 1977-1981/1998
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987)
144
Rolf Szymanski, Große Sammlerin (Schiffs-Leib und Stele), 1975
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
145
Rolf Szymanski, Die Frauen von Messina, Tag des Überflusses, 1974
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
146
Haus-Rucker-Co (HRC), Pavillon der Elemente, 1978-1981
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
147
148
Alf Lechner, o.T. (geöffneter Ring), 1983/87
Leo Kornbrust, Kugel, 1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Februar 1990)
149
Ansgar Nierhoff, Streckungen (Nähe und Ferne, Raum erfahren, Detail), 1986
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Februar 1989)
150
Martin Mayer, Filia Rheni, 1987
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben, Repro nach Neue Wege. Neue Räume. Das Bundespostministerium.
Hrsg. Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen. Bonn o.J. [1987], S. 57 (ohne Abbildungsnachweis)
151
Ladis Schwartz, Otiyot, 1987-1990
aus: Archiv Verfasserin (November 2009)
25
152
Günter Ferdinand Ris, Großer Lichtpfeiler, 1973
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
153
Entwurf Michael Manthey (Gartenamt), Brunnen, 1977
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1994)
154
Karl Kessel/Stadtplanungsamt, Brunnen mit Fisch, 1981
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
155
Raoul Ratnowsky, Großplastik, 1971 (erste Fassung 1960)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben
156
Sigrid Wenzel, Heckpfeiler, 1988
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (10.1.1990)
157
Heinz Feuerborn, Brunnen mit Frosch, 1981
aus: Archiv Verfasserin (Mai 2010)
158
Paul Dierkes, Harfe, 1965
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Juni 1987)
159
Herm-Jörg Barner/Marlene Dammin, John F. Kennedy-Denkmal, 1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Dezember 1989)
160
George Rickey, Two lines oblique, 1970 (versetzt)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Abb. mit alter Fassadenverkleidung DAAD, Mai 1987)
161
Ladis Schwartz, Spannung II, 1976
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (August 1987)
162
Henri Presset, Figure VII, 1972 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben
Eigentum der Schweiz. Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Bern
163
Mic(hael) Enneper, Natur/Kultur, 1985-1987 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1987)
164
Ilse Rogge-Scheur, Mutter mit Kind, 1973
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Oktober 1987)
165
Klaus Simon, Eingriffe (Weg ins Grüne), 1977/78 (zerstört)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Oktober 1987)
166
Heinrich Esser, Pferdetränke, 1987/88
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (3.12.1989)
167
Entwurf Herbert Eckler (Stadtplanungsamt), Brunnen, 1976 (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
168
Ernemann F. Sander, Wäscherinnenbrunnen, 1987/88 (versetzt)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Abb. Brunnen vor Volksbank, Hermannstr. 40, Dezember 1989)
169
Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen, 1984-1990
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
170
Entwurf Matthias Simon (Gartenamt), Ensemble von 3 Brunnen (aus 2 alten Schalen),
1981/82
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1989)
171
Ernst Günter Hansing, o.T. (Stahlplastik), 1988/89
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Dezember 1989)
172
Lars-Ulrich Schnackenberg, Wegzeichen, 1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (3.12. 1989)
173
Jochen Kramer, Wasserspiel, 1970
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
26
174
Bernhard Veno, Marienstatue, ‹1.11.1983
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (28.9.1987)
175
Willi Hahn, Denkmal Für griechische Auswanderer 1955-1973, 1977/78
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
176
Schulklasse/Wolfgang Naundorf, Gedenkstein für gehängte Zwangsarbeiter, (1986-)1987
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1989)
177
Entwurf Steinmetz in Mayen? /Raderschall, Möhrer und Peters (RMP), Brunnen,
1989-1991
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
178
Heinrich Esser, Jakob-Müller-Brunnen (Pferdetränke), 1986/87
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (28.10.1987)
179
Jochem Pechau/Theo Heiermann, Marienbrunnen, 1987-1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1993)
180
Karl König, Brunnen, 1977/78
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (1988)
181
Heinrich Esser, Bottemelech’s-Jonge-Brunnen, 1987/88
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (3.12.1989)
27
Varia
182
Blohm & Voss AG, Hamburg, Spekanker
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
183
Firma Krummenauer, Neunkirchen/Saar, Schrämwalze
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
184
Firma Schaffran, Lübeck, Schiffspropeller
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
185
Willi-Brandt-Eiche, ‹1964
aus: Archiv Verfasserin (September 2009)
186
Schulklasse, Friedrich-Ebert-Stele, 1982
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Oktober 1989)
187
Entwurf Michael Gechter/Ausführung Friedemann Sander, Modell des römischen
Legionslagers, 1988/89
aus: Archiv Verfasserin (April 2010)
188
Marc Vandamme/Stadtplanungsamt, Brunnen, 1988/89
Bronzetafeln Entwurf Manfred van Rey/Ausführung Friedemann Sander
aus: Archiv Verfasserin (April 2010)
189
Friedemann Sander, Herzogsfreude um 1800, 1983
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
190
Brunnen, 1985
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
191
Schulklasse, Liegender Löwe, 1984/85
aus: Archiv Verfasserin (Juni 2009)
192
Brunnen, ‹1977? (abgebaut)
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Dezember 1989)
193
Entwurf Gerrit Brunken (Stadtplanungsamt), Bastionsbrunnen, 1989
aus: Archiv Verfasserin (Oktober 2009)
194
Zwei Gedenksteine mit Hinweis auf Patenschaftsbäume, 1972
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (Mai 1987)
195
Gedenktafel, 1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (10.1.1990)
196
Soldatengruppe in Mechernich, Emblem des Bundeswehrverbandes, 1970
aus: Archiv Verfasserin (August 2009)
197
Entwurf Gartenamt? Kugelbrunnen, 1980
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (ca. 1990)
198
Brunnen mit Handpumpe, Abdeckplatte Heinz Feuerborn, 1988
aus: Archiv Verfassserin (Juli 2009)
199
Entwurf Steinmetz in der Eifel? Stockbrunnen, 1986/87
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
200
Brunnen (Erinnerung an Rinderpest im 18. Jh.), 1981/82
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (12.3.1989)
201
Entwurf Matthias Simon (Gartenamt), Brunnen, 1981
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
202
Bürgerverein Kohlkaul/Gartenamt, Findling (mit Frosch), 1989
aus: Archiv Prof. Dr. Horst Hallensleben (April 1993)
203
Entwurf Michael Manthey (Gartenamt), Brunnen, 1979
aus: Archiv Verfasserin (Juli 2009)
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