Informationsblatt für Gastronomen
Regierung von Oberbayern
Gewerbeaufsichtsamt
Informationsblatt
aktualisiert Juli 2009
„Sicherheit in Gastronomiebetrieben“
Um Sie als Gastronom vor unnötigen Kosten und Schwierigkeiten zu bewahren, erhalten Sie nachfolgend
einige wichtige Informationen über Gasanlagen und lüftungstechnische Einrichtungen (in der Küche), sowie
über den vorschriftsmäßigen Umgang mit heißen Fetten und Ölen.
Gasanlagen und lüftungstechnische Einrichtungen:
Die EG-Richtlinie über Gasverbrauchseinrichtungen, die seit dem 01. Januar 1996 verbindlich anzuwenden
ist, stellt grundlegende Sicherheitsanforderungen an Geräte und deren Ausrüstungsteile.
Ein neues Gerät muss beim Kauf mit der CE - Kennzeichnung versehen sein.
Die Installation der Gaseinrichtungen in der Küche ist entsprechend dem DVGW-Arbeitsblatt G 634 „Installation von Gasgeräten in gewerblichen Küchen in Gebäuden“ auszuführen.
Bei Verwendung von Flüssiggas ist zusätzlich die Berufsgenossenschaftliche Vorschrift BGV D 34 „Verwendung von Flüssiggas“ zu beachten.
Gasanlagen (Betrieb mit Gasen der öffentlichen Gasversorgung oder Flüssiggas) sind regelmäßig durch
eine befähigte Person (Sachkundiger) zu prüfen.
Wird zur Gasversorgung ein Druckbehälter (Flüssiggastank) eingesetzt, ist dieser wiederkehrend durch
eine zugelassene Überwachungsstelle bzw. eine befähigte Person (Sachkundiger) zu prüfen.
Das Prüfbuch bzw. die Prüfbescheinigungen für den Druckbehälter ist / sind am Betriebsort aufzubewahren.
Erfolgt die Gasversorgung aus Druckgasbehältern (Flüssiggasflaschen), ist sicherzustellen, dass diese
gegen den „Zugriff Unbefugter“ gesichert sind.
Die Druckgasbehälter sind in einem vorschriftsmäßigen, abschließbaren und aus nicht brennbarem Material bestehenden Flaschenschrank zu lagern.
Der Schrank zur Lagerung der Druckgasbehälter ist mit dem Warnhinweis „Rauchen, Feuer und offenes
Licht verboten“ zu kennzeichnen.
Er muss je eine Lüftungsöffnung im Boden- und Deckenbereich von 1/100 der Grundfläche, mindestens
jedoch 100 cm², haben.
Verwenden Sie beim Anschluss Ihrer Flüssiggasverbrauchsgeräte nur die für den Verwendungszweck vorgeschriebenen Druckregler (z. B. Einsatz im Freien oder in Räumen).
Die Raumlufttechnische Anlage (RLT – Anlage) in der Küche ist entsprechend der „VDI – Richtlinie 2052“
auszuführen.
Vor der Inbetriebnahme ist sie einer Abnahmeprüfung zu unterziehen und danach regelmäßig durch eine
befähigte Person (Sachkundiger) zu prüfen.
Heiße Öle und Fette:
Fritteusen und Fettbackgeräte dürfen nicht neben der Wasserzapfstelle oder neben Geräten, die Wasser
beinhalten (z. B. Bainmarie) aufgestellt werden.
Hinweis:
Die Fritteuse ist so aufzustellen, dass der Abstand zwischen Geräten, die Wasser beinhalten, und der Fritteuse mind. 900 mm beträgt. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden, ist eine Spritzschutzeinrichtung
(z. B. Abweisblech) mit einer Mindesthöhe von 350 mm anzubringen.
Fritteusen sind standsicher und unter der Dunstabzugshaube aufzustellen.
Werden Fritteusen/Fettbackgeräte verwendet, sind diese regelmäßig wiederkehrend durch eine befähigte
Person (Sachkundiger) auf ihren ordnungsgemäßen Zustand, insbesondere auf Funktionsfähigkeit des
Temperaturreglers und des Temperaturbegrenzers, zu prüfen.
Zum Ablassen und Transport von Fett / Öl ist ein geeigneter Behälter bereitzustellen.
Hinweis:
Geeignete Behälter müssen z. B. mit Tragegriffen ausgerüstet sein, aus temperatur- und formbeständigem Material bestehen und mit
Einrichtungen gegen Überschwappen (dichtschließender Deckel) ausgerüstet sein.
Frittierfett, das bei Raumtemperatur fest ist, muss so in die Fritteuse eingebracht werden, dass keine Brandgefahr besteht.
Hinweis:
Dies kann erreicht werden, z. B. durch externes Vorschmelzen oder Verwendung einer Friteuse mit Schmelzeinrichtung.
Gegenstände, die beim Hineinfallen in heißes Fett / Öl zu einer besonderen Gefährdung führen können,
müssen von der Fritteuse ferngehalten werden.
Verwenden Sie zum Frittieren nur dafür zugelassene Geräte.
Brandschutz:
Zusätzlich zur Grundausstattung von Küchen mit Feuerlöschern müssen, wenn Speiseöle oder Speisefette
zu Frittierzwecken erhitzt werden, Feuerlöscheinrichtungen mit nachgewiesener Eignung zum Löschen von
Speiseöl- und Speisefettbränden vorhanden sein.
Zur Bekämpfung von Bränden in Fritteusen bis 50 l Füllmenge muss ein geeigneter Feuerlöscher nach DIN
EN 3 (Brandklasse F) mit nachgewiesener Eignung zum Löschen von Speiseöl- und Speisefettbränden
vorhanden sein. Feuerlöscher mit einer Löschmittel-Füllmenge von 6 kg bzw. 6 l sind zu bevorzugen.
Für Frittiereinrichtungen mit mehr als 50 l Füllmenge muss grundsätzlich eine geeignete selbsttätig wirkende,
ortsfeste Feuerlöscheinrichtung / Feuerlöschanlage vorhanden sein.
Ausnahme:
Auf eine ortsfeste Feuerlöscheinrichtung kann bei einer Füllmenge bis 100 l verzichtet werden, wenn die nachfolgenden Maßnahmen
getroffen sind:
- Für den Betrieb der Fritteuse muss eine Betriebsanweisung erstellt werden und am Betriebsort jederzeit zugänglich sein.
- Alle Bedienpersonen sind auf Grundlage der Betriebsanweisung zu unterweisen und haben die Betriebsanweisung zu beachten.
- In Betrieb befindliche Fritteusen müssen ständig unter Beobachtung bleiben.
- Ab 50 l Füllmenge sind mindestens drei Feuerlöscher mit entsprechend nachgewiesener Eignung nach DIN V 14 406-5 bereitzustel
len.
Ortsfeste Feuerlöscheinrichtungen sind regelmäßig durch eine befähigte Person (Sachkundiger) zu prüfen.
Das Ergebnis der Prüfung ist in ein Prüfbuch einzutragen.
Erste Hilfe:
Im Betrieb müssen die zur Ersten Hilfe erforderlichen Mittel (Verbandkasten) bereitgestellt werden. Sie müssen im Bedarfsfall leicht zugänglich und gegen Verunreinigung geschützt sein.
Arbeitssicherheitsorganisation:
Maschinen, Geräte und sonstige technische Arbeitsmittel (Fritteuse, Wok, Herd etc.) dürfen nach § 15 Arbeitsschutzgesetz nur bestimmungsgemäß und unter Berücksichtigung der Betriebsanleitung und gegebenenfalls ergänzender Betriebsanweisungen verwendet werden.
Zur Vermeidung von Unfall- und Gesundheitsgefahren im Betrieb sind Betriebsanweisungen in verständlicher
Form und Sprache zu erstellen.
Sie müssen auch die hierfür erforderlichen Angaben der Betriebsanleitung des Herstellers, Einführers oder
Lieferanten technischer Erzeugnisse enthalten.
Die Betriebsanweisungen bilden die Grundlage für die innerbetriebliche Unterweisung.
Die Arbeitnehmer sind über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren sowie über die Maßnahmen zu
deren Abwendung vor der Beschäftigung und danach in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch
einmal jährlich, zu unterweisen.
Die erforderlichen aktuellen Prüfbescheinigungen sind am Betriebsort aufzubewahren.
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Weitere Informationen erhalten Sie bei der:
Regierung von Oberbayern
Dienstgebäude
- Gewerbeaufsichtsamt -
Heßstraße 130
Briefanschrift:
80534 München
80797 München
Tel.: 089 / 2176 - 1
Fax: 089 / 2176 - 3102
Stand 07/09 H/Schd
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