Technische Richtlinien 2015 d

Technische Richtlinien 2015 d
Technische Richtlinien
Bitte beachten Sie folgende Änderungen der Technischen Richtlinien für 2015:
– Info 4 2.1
Verkehrsordnung
3.1.4
Sprinkleranlagen
4.1
Standsicherheit
4.2.1
Prüfung und Freigabe genehmigungspflichtiger Bauten
4.4.1.1
Standbau- und Dekorationsmaterialien
4.4.1.2
Ausstellung von Kraftfahrzeugen
4.4.1.12
Feuerlöscher
4.4.1.13
Anzeige- und abnahmepflichtige Anlagen und Einrichtungen
4.4.2
Standüberdachung
4.4.4
Aufenthaltsräume und gefangene Räume
4.5.1
Ausgänge und Rettungswege
4.6
Podeste, Leitern, Treppen, Stege
4.7.5
Abhängungen von der Hallendecke
Verwendung von Traversensystemen
Verwendung von Hebezeugen
– i4.1
4.7.5.1
Bereitstellung von Abhängepunkten
4.7.5.3
Verwendung von Traversensystemen
4.7.5.4
Verwendung von Hebezeugen
4.7.7
Werbemittel/Präsentationen
4.9.3
Nutzlasten/Lastannahmen
4.9.6
Obergeschoss
5.2
Einsatz von Arbeitsmitteln
5.3.3
Montage- und Betriebsvorschriften
5.3.5
Sicherheitsbeleuchtung
5.5.2
Gas
5.6.3.3
Mietgeräte
5.6.4
Abgase und Dämpfe
5.9
Szenenflächen
5.10.3
Laseranlagen
5.13
Musikalische Wiedergabe
Merkblatt „Technische Daten Hallen“
Info 4
Technische Richtlinien
Inhaltsverzeichnis
1.
1.1
Vorbemerkungen
Hausordnung/Auszug aus der Hausordnung
1.2
1.2.1
1.2.2
Öffnungszeiten
Auf- und Abbauzeiten
Veranstaltungslaufzeit
2.
2.1
Verkehr im Messegelände, Rettungswege,
Sicherheitseinrichtungen
Verkehrsordnung
2.2
2.2.1
2.2.2
Rettungswege
Flächen für die Feuerwehr, Hydranten
Notausgänge, Notausstiege, Hallengänge
2.3
Sicherheitseinrichtungen
2.4
Standnummerierung
2.5
Bewachung
2.6
Notfallräumung
3.
3.1
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.1.5
3.1.6
Technische Daten und Ausstattung der Hallen und des
Freigeländes
Hallendaten
Allgemeine Beleuchtung, Stromart, Spannung
Druckluft-, Elektro- und Wasserversorgung
Kommunikationseinrichtungen
Sprinkleranlagen
Heizung, Lüftung
Störungen
3.2
Freigelände
4.
4.1
Standbaubestimmungen
Standsicherheit
4.2
4.2.1
4.2.2
4.2.3
4.2.4
Standbaugenehmigung
Prüfung und Freigabe genehmigungspflichtiger Bauten
Fahrzeuge und Container
Änderung nicht vorschriftsmäßiger Bauteile
Haftungsumfang
4.3
Bauhöhen
4.4
4.4.1
4.4.1.1
4.4.1.2
4.4.1.3
4.4.1.4
4.4.1.5
4.4.1.6
4.4.1.7
4.4.1.8
4.4.1.9
4.4.1.10
4.4.1.11
4.4.1.12
4.4.1.13
4.4.2
4.4.3
4.4.4
Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen
Zuständigkeiten
Standbau- und Dekorationsmaterialien
Ausstellung von Kraftfahrzeugen
Explosionsgefährliche Stoffe
Pyrotechnik
Luftballons und Flugobjekte
Nebelmaschinen
Aschebehälter, Aschenbecher
Abfall-, Wertstoff-, Reststoffbehälter
Spritzpistolen, Lösungsmittel
Trennschleifarbeiten und alle Arbeiten mit offener Flamme
Leergut
Feuerlöscher
Anzeige- und abnahmepflichtige Anlagen und Einrichtungen
Standüberdachung
Glas und Acrylglas
Aufenthaltsräume und gefangene Räume
4.5
4.5.1
4.5.2
Ausgänge, Rettungswege, Türen
Ausgänge und Rettungswege
Türen
4.6
Podeste, Leitern, Treppen, Stege
4.7
4.7.1
4.7.2
4.7.3
4.7.4
4.7.5
4.7.5.1
4.7.5.2
4.7.5.3
4.7.5.4
4.7.6
4.7.7
4.7.8
Standgestaltung
Erscheinungsbild
Prüfung der Mietfläche
Eingriffe in die Bausubstanz
Hallenböden
Abhängungen von der Hallendecke
Bereitstellung von Abhängepunkten
Anbringung von Gegenständen an den Abhängepunkten
Verwendung von Traversensystemen
Verwendung von Hebezeugen
Standbegrenzungswände
Werbemittel/Präsentationen
Barrierefreiheit
4.8
Freigelände
4.9
4.9.1
4.9.2
Zweigeschossige Bauweise
Bauanfrage
Auflagen zur Standflächenüberbauung,
Sicherheitsabstände, Höhe der Standinnenräume
Info 4
4.9.3
4.9.4
4.9.5
4.9.6
Nutzlasten/Lastannahmen
Rettungswege/Treppen
Baumaterial
Obergeschoss
5.
5.1
5.1.1
Betriebssicherheit, Technische Sicherheitsbestimmungen,
Technische Vorschriften, Technische Versorgung
Allgemeine Vorschriften
Schäden
5.2
Einsatz von Arbeitsmitteln
5.3
5.3.1
5.3.2
5.3.3
5.3.4
5.3.5
Elektroinstallation
Anschlüsse
Standinstallation
Montage- und Betriebsvorschriften
Sicherheitsmaßnahmen
Sicherheitsbeleuchtung
5.4
5.4.1
Wasser- und Abwasserinstallation
Sicherheitsmaßnahmen
5.5
5.5.1
5.5.1.1
5.5.1.2
5.5.1.3
5.5.1.4
Druckluft und Gasinstallation
Druckluft
Standinstallationen
Montage- und Betriebsvorschriften
Druckluftbehälter
Kompressoren
5.5.2
Gas
5.6
5.6.1
5.6.2
5.6.2.1
5.6.2.2
5.6.2.3
5.6.3
5.6.3.1
5.6.3.2
5.6.3.3
5.6.3.4
5.6.4
5.6.5
Maschinen, Druckbehälter, Abgasanlagen
Maschinengeräusche
Produktsicherheit
Schutzvorrichtungen
Prüfverfahren
Betriebsverbot
Druckbehälter
Abnahmebescheinigungen
Prüfung
Mietgeräte
Überwachung
Abgase und Dämpfe
Abgasanlagen
5.7
5.7.1
5.7.1.1
5.7.1.2
5.7.1.3
5.7.2
5.7.2.1
5.7.2.2
5.7.2.3
5.7.2.4
5.7.2.5
5.7.2.6
5.7.2.7
Verwendung von Druckgasen, Flüssiggasen und
brennbaren Flüssigkeiten
Druck-, und Flüssiggasanlagen
Genehmigungsantrag für Druckgasflaschen
Verwendung von Flüssiggas
Einrichtung und Unterhaltung
Brennbare Flüssigkeiten
Lagerung und Verwendung
Bedarfslagerung
Vorratsbehälter
Lagerort
Auflagen zum Betrieb
Einfüllen von Flüssigkeiten
Leere Behälter
5.8
Asbest und andere Gefahrenstoffe
5.9
Szenenflächen
5.10
5.10.1
5.10.2
5.10.3
Strahlenschutz
Radioaktive Stoffe
Röntgenanlagen und Störstrahler
Laseranlagen
5.11
Hochfrequenzgeräte, Funkanlagen, Elektromagnetische
Verträglichkeit und Oberschwingungen
5.12
Krane, Stapler, Leergut
5.13
Musikalische Wiedergaben
5.14
Getränkeschankanlagen
5.15
Lebensmittelüberwachung
6.
6.1
6.1.1
6.1.2
6.1.3
Umweltschutz
Abfallwirtschaft
Abfallentsorgung
Gefährliche Abfälle
Mitgebrachte Abfälle
6.2
6.2.1
6.2.2
Wasser, Abwasser, Bodenschutz
Öl-/Fettabscheider
Reinigung/Reinigungsmittel
6.3
Umweltschäden
6.4
Energiepolitik
Bitte wenden!
Technische Richtlinien
1.
Info 4
(Fortsetzung)
Vorbemerkungen
Die NürnbergMesse GmbH, nachfolgend NürnbergMesse genannt, hat
für die stattfindenden Veranstaltungen Richtlinien erlassen mit dem
Ziel, allen Ausstellern/Veranstaltern optimale Gelegenheit zu geben,
ihre Exponate darzustellen und ihre Besucher und Interessenten
anzusprechen. Sie sind bindend für alle Aussteller und Veranstalter.
Gleichzeitig enthalten diese Richtlinien Sicherheitsbestimmungen, die
im Interesse der Aussteller und Besucher ein Höchstmaß an Sicherheit
bei der technischen und gestalterischen Ausrüstung der Veranstaltung
bieten sollen. Mit den zuständigen Ämtern der Stadt Nürnberg sind
die Bauordnungs-, Brandschutz- und sonstigen Sicherheitsbestimmungen abgestimmt. Die NürnbergMesse behält sich vor, die Einhaltung dieser Bestimmungen zu prüfen. Außerdem sind die gesetzlichen Bestimmungen in der jeweils gültigen Fassung zu beachten.
Die Durchführung einer Veranstaltung/die Inbetriebnahme eines
Ausstellungsstandes kann im Interesse aller Veranstaltungsteilnehmer
untersagt werden, wenn vorgefundene Mängel bis zu Beginn der
Veranstaltung nicht beseitigt worden sind. Weitere Forderungen zur
Sicherheit und zum Standbau, die sich darüber hinaus ergeben sollten,
bleiben vorbehalten. Die Auftragsformulare für Leistungen werden in
der Regel mit der Zulassung versandt; diese sind auszufüllen und
termingerecht zurückzusenden, da bei verspäteter Einsendung die
NürnbergMesse keine Gewähr für eine ordnungs- und fristgemäße
Erledigung übernehmen kann.
Außerdem behält sich die NürnbergMesse vor, bei verspätet eingesandten Bestellungen einen Preisaufschlag entsprechend der Angaben
im Servicehandbuch auf die Entgelte zu erheben. Zur Information
gehen den Ausstellern gegebenenfalls weitere Rundschreiben über
Einzelheiten der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung
zu. Diese Technischen Richtlinien sind mit den Messegesellschaften:
1.2
1.2.2 Veranstaltungslaufzeit
Während der Veranstaltungslaufzeit werden die Hallen eine Stunde
vor Messebeginn geöffnet und eine Stunde nach Messeschluss verschlossen, soweit nicht messespezifisch (Info 1) andere Zeiten bekannt
gegeben werden. Aussteller, die in begründeten Einzelfällen über
diesen Zeitpunkt hinaus auf ihrem Stand tätig sein müssen, bedürfen
einer besonderen schriftlichen Erlaubnis der NürnbergMesse.
2.
Verkehr im Messegelände, Rettungswege, Sicherheitseinrichtungen
2.1
Verkehrsordnung
Um einen reibungslosen Verkehrsablauf während der Auf- und
Abbauzeit und der Veranstaltungsdauer gewährleisten zu können,
sind verkehrsordnende und verkehrslenkende Regeln einschließlich
der Anweisungen des Ordnungspersonals unbedingt zu beachten.
Im gesamten Messegelände und auf messeeigenen Parkplätzen
gelten die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung. Die im
Messegelände zugelassene Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h.
Die Services zwischen den Hallen sind unterkellert und dürfen nicht
außerhalb der geradlinigen Fahrspuren befahren werden.
Widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge, Auflieger, Container, Behälter
und Leergut jeder Art können auf Kosten und Gefahr des Besitzers
entfernt werden. Den Anweisungen des zur Verkehrslenkung und
Verkehrsordnung eingeteilten Personals der NürnbergMesse ist
unbedingt Folge zu leisten und die entsprechenden Informationen
sind zu beachten.
Verkehrs- und Parkregelung: Das Parken von Fahrzeugen aller Art in
unmittelbarer Nähe der Hallen, vor allem in den Ladehöfen und vor
den Ausgängen, ist während der Dauer der Messe unzulässig.
Während der Auf- und Abbautage dürfen Fahrzeuge nur zum
Be- bzw. Entladen an ausgewiesenen Stellen halten. Die Einfahrt in
den Innenhof ist zu keinem Zeitpunkt möglich. Nach Beendigung
dieser Arbeiten sind die Fahrzeuge, um gegebenenfalls die Feuerwehr nicht zu behindern, sofort zu entfernen und können auf den
ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Einfahrt in die
Ladehöfe ist während des Auf- und Abbaus ausschließlich gegen
Zahlung einer Kaution in Höhe von EUR 100,00 (Ausnahme: LKW ab
7,5 t beim Abbau) möglich. Die Kaution wird bei rechtzeitiger
Ausfahrt aus den Ladehöfen innerhalb der nachfolgend genannten
Fristen zurückerstattet. Für den Aufbau gilt: 1 Stunde Aufenthalt zur
Be- und Entladung für Pkw und Fahrzeuge bis 2,8 t. 2 Stunden
Aufenthalt zur Be- und Entladung für Fahrzeuge mit mehr als 2,8 t.
Für den Abbau gilt: Am letzten Veranstaltungstag ist die Einfahrt von
Fahrzeugen in die Ladehöfe von 13 Uhr bis ca. 1 Stunde nach
Messeende wegen der Leergutzustellung durch die Messespediteure
nicht möglich. Eingefahren werden kann: ab 1 Stunde nach
Messeende für Pkw und Fahrzeuge bis 2,8 t. Ab 2 Stunden nach
Messeende für Fahrzeuge von 2,8 t bis 7,5 t. Ab 3 Stunden nach
Messeende für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 t. Die Aufenthaltsdauer:
1 Stunde Aufenthalt zur Be- und Entladung für Pkw und Fahrzeuge
bis 2,8 t. 2 Stunden Aufenthalt zur Be- und Entladung für Fahrzeuge
von 2,8 t bis 7,5 t. 3 Stunden Aufenthalt (Verlängerung möglich) zur
Be- und Entladung für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 t. Die genauen
Einfahrtszeiten können abweichen und werden an den Einfahrtstoren
bekannt gegeben.
2.2
Rettungswege
Deutsche Messe AG Hannover
Koelnmesse GmbH
Leipziger Messe GmbH
Messe Berlin GmbH
Messe Düsseldorf GmbH
Messe Frankfurt GmbH
Messe München GmbH
NürnbergMesse GmbH
abgestimmt und in ein einheitliches Gliederungsschema gefasst.
Baurecht ist Landesrecht. Dadurch und aufgrund unterschiedlicher
baulicher Gegebenheiten der einzelnen Messeplätze unterscheiden
sich die jeweiligen Ausführungsbestimmungen. Im Übrigen behält
sich die NürnbergMesse Änderungen vor. Der deutsche Text ist
verbindlich.
1.1
Hausordnung/Auszug aus der Hausordnung
Der NürnbergMesse steht für die Mietsache und das Gelände das
alleinige Hausrecht zu, soweit es nicht kraft Gesetz dem Mieter
zusteht. Bei der Ausübung des Hausrechts werden die berechtigten
Belange des Mieters berücksichtigt.
1.1.1 Das Hausrecht gegenüber dem Mieter und allen Dritten wird von
dem durch die NürnbergMesse beauftragten Personal ausgeübt,
dessen Anordnungen unbedingt Folge zu leisten ist und dem ein
jederzeitiges Zutrittsrecht zur Mietsache zu gewähren ist.
1.1.2 Die NürnbergMesse hat das Recht, bei Verstößen gegen die Hausordnung oder bei störendem Verhalten die betreffenden Personen
vom Messegelände und von den Messe-eigenen Parkplätzen zu
verweisen und ihre Eintrittsausweise entschädigungslos einzuziehen
sowie Kraftfahrzeuge auf Kosten und Gefahr der Eigentümer
abschleppen zu lassen.
1.1.3 Die NürnbergMesse hat das Recht, Laderäume von Kraftfahrzeugen
und von Personen mitgeführte Behältnisse im Bedarfsfall zu kontrollieren.
1.1.4 Bei Diebstahl von Ausstellungsgegenständen wird die jeweilige
Person vom Gelände verwiesen. Es ergeht eine polizeiliche Anzeige.
Die NürnbergMesse behält sich vor, von ihrem Recht Gebrauch zu
machen, die jeweilige Person bis zur Feststellung der Personalien
durch die Polizei auf dem Messegelände festzuhalten.
1.1.5 Die Veranstaltungsbesucher haben mit Ende der täglichen Veranstaltungszeiten das Messegelände zu verlassen.
1.1.6 Den Anordnungen des von der NürnbergMesse bestellten Veranstaltungsleiters, des Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik und des
Ordnungsdienstleiters ist in jedem Fall Folge zu leisten. Gleiches gilt
für die Anordnungen der Sicherheitsbehörden wie Feuerwehr und
Ordnungsamt.
Öffnungszeiten
1.2.1 Auf- und Abbauzeiten
Während der allgemeinen Auf- und Abbauzeiten kann in der Zeit
von 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr gearbeitet werden, soweit nicht messespezifisch (Info 1) andere Zeiten bekannt gegeben werden. Aus
Gründen der allgemeinen Sicherheit im Messegelände bleiben die
Hallen und das Messegelände insgesamt außerhalb dieser Zeiten
verschlossen. Während des Auf- und Abbaus ist die Einfahrt in die
Hallen je nach Möglichkeit gestattet. Am letzten Aufbautag dürfen
keine Sattelzüge oder LKW über 7,5 t in die Hallen einfahren.
2.2.1 Flächen für die Feuerwehr, Hydranten
Die notwendigen und die durch Halteverbotszeichen gekennzeichneten Anfahrtswege und Bewegungszonen für die Feuerwehr
müssen ständig freigehalten werden. Fahrzeuge und Gegenstände,
die auf den Rettungswegen und den Sicherheitsflächen abgestellt
sind, können auf Kosten und Gefahr des Besitzers entfernt werden.
Gekennzeichnete Feuerlöscheinrichtungen in den Hallen und im Freigelände dürfen nicht verbaut, unkenntlich oder unzugänglich
gemacht werden. Die Druckschläuche der Wandhydranten dürfen
nicht für Auffüllzwecke (z.B. Behälter, Becken) verwendet werden.
Technische Richtlinien
Info 4
(Fortsetzung)
2.2.2 Notausgänge, Notausstiege, Hallengänge
Die Rettungswege sind jederzeit freizuhalten (siehe 2.6). Die Türen
im Zuge von Rettungswegen müssen von innen leicht in voller Breite
geöffnet werden können. Die Ausgangstüren und Notausstiege
dürfen nicht verbaut, überbaut, versperrt, verhängt oder unkenntlich
gemacht werden.
Die Gänge in den Hallen dürfen nicht durch abgestellte oder in den
Gang hineinragende Gegenstände eingeengt werden. Sie dienen im
Notfall als Rettungswege!
Für den Standbau benötigte Materialien oder zur sofortigen Aufstellung
auf der Standfläche angelieferte Exponate dürfen in der Aufbau- und
Abbauphase kurzzeitig im Hallengang abgestellt werden, wenn hierdurch die aus Sicherheitsgründen geforderten Gangbreiten nicht unterschritten und logistische Belange ausreichend berücksichtigt werden.
Dies wird als erfüllt angesehen, wenn entlang der Standgrenze zum
Hallengang ein Streifen von maximal 0,90 m zum Abstellen genutzt
wird. Unabhängig von der Breite des Hallenganges und der abgestellten
Güter ist zwingend ein Durchgang in einer Mindestbreite von 1,20 m
frei zu halten. Flächen vor Notausgängen und die Kreuzungsbereiche
der Hallengänge sind hiervon ausgenommen und müssen jederzeit in
voller Breite freigehalten werden. Die Hallengänge dürfen nicht zur
Errichtung von Montageplätzen oder zur Aufstellung von Maschinen
(z.B. Holzbearbeitungsmaschinen, Werkbänke usw.) genutzt werden.
Auf Verlangen der Messegesellschaft kann aus logistischen Gründen
die sofortige Räumung des Hallenganges gefordert werden.
2.3
Sicherheitseinrichtungen
Sprinkleranlagen, Feuermelder, Feuerlöscheinrichtungen, Rauchmelder,
Schließvorrichtungen der Hallentore und andere Sicherheitseinrichtungen, deren Hinweiszeichen und die grünen Notausgangskennzeichen müssen jederzeit zugänglich und sichtbar sein; sie dürfen nicht
zugestellt oder zugebaut werden. Ausnahmen sind bei der zuständigen Behörde genehmigungspflichtig und mindestens 6 Wochen vor
Veranstaltungsbeginn bei der NürnbergMesse einzureichen.
2.4
Standnummerierung
Alle Stände werden vom Veranstalter, soweit technisch möglich, mit
Standnummern gekennzeichnet.
2.5
Bewachung
Die allgemeine Überwachung der Messehallen und des Freigeländes
während der Laufzeit der Messe erfolgt durch die NürnbergMesse.
Während der Auf- und Abbauzeiten besteht eine allgemeine
Aufsicht. Die NürnbergMesse ist berechtigt, die zur Kontrolle und
Bewachung erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.
Eine Bewachung des Standes muss im Bedarfsfall der Aussteller über
das Servicehandbuch selbst beauftragen. Standwachen dürfen
ausschließlich nur durch die von der NürnbergMesse beauftragte
Bewachungsgesellschaft gestellt werden.
Informationen zum Thema Diebstahl:
Diebstähle sind im Messezentrum Nürnberg vergleichsweise selten.
Um den guten Ruf des Messeplatzes Nürnberg zu erhalten, sind
ständige Anstrengungen zur Diebstahlverhütung erforderlich. Die
NürnbergMesse trägt dem durch Kontrollen und Bewachung Rechnung. Diese Bewachung bezieht sich jedoch nicht auf die einzelnen
Stände. Bitte unterstützen Sie diese Bemühungen durch die Beachtung folgender Hinweise:
1. Aufbau: Sobald nach dem Standaufbau Exponate angeliefert
worden sind, sollten Sie Ihren Stand nicht unbeaufsichtigt lassen.
Nach dem Ende des Aufbaus sind die Hallen zwar verschlossen und
bewacht, generell ist jedoch eine zusätzliche Standwache, auch für
die Nächte während der Veranstaltung, zu empfehlen. Auf jeden Fall
sollten Sie wertvolle Güter nachts verschließen. Die ServicePartner
bieten Ihnen verschließbare Mietschränke und Vitrinen an. Auch die
Kabine des Mietstandes kann mit einer verschließbaren Tür ausgerüstet werden (auf den jeweiligen Vordrucken zu bestellen).
2. Abbau: Verlassen Sie Ihren Stand erst, nachdem wertvolle
Exponate verladen oder dem Spediteur übergeben worden sind.
Sollte dies aus besonderen Gründen nicht möglich sein, bestellen Sie
bitte eine Standwache ab Veranstaltungsende bis zum Beginn Ihres
Standabbaus.
3. Öffnungszeiten: Diebstähle ereignen sich meist während der Laufzeit.
Lassen Sie Ihren Stand deshalb niemals unbesetzt, auch nicht während der Mittagszeit. Ihre persönlichen Dinge sollten Sie wegschließen.
Diebstahlgefährdete Exponate sollten speziell gesichert werden, z.B.
mit dünnen Ketten, Perlonfäden oder in verschlossenen Glasvitrinen.
Die Projektleitung und das Team vom MesseService beraten Sie gerne.
Die NürnbergMesse behält sich vor, einzelnen Ausstellern besondere
Auflagen zur Diebstahlverhütung zu machen. Bitte prüfen Sie auch Ihre
Diebstahlversicherung. Der Abschluss einer Ausstellungsversicherung
wird empfohlen. Die NürnbergMesse dankt für Ihre Mithilfe.
2.6
Notfallräumung
Aus Sicherheitsgründen kann die Schließung von Räumen oder
Gebäuden und deren Räumung von der NürnbergMesse oder den
zuständigen Behörden angeordnet werden. Die Personen, die sich in
diesen Räumen oder Gebäuden aufhalten, haben dieser Aufforderung
unbedingt Folge zu leisten und sich über die ausgeschilderten Notausgänge ins Freie zu begeben. Aussteller haben Ihre Mitarbeiter über
dieses Verfahren zu informieren oder gegebenenfalls eigene Räumungspläne zu erstellen und diese mit Aushang auf Ihrem Stand bekannt
zu machen.
3.
Technische Daten und Ausstattung der Hallen und des Freigeländes
3.1
Hallendaten
siehe Merkblatt „Technische Daten Hallen“, i4.1 sowie die zulässigen
Punktbelastungen.
3.1.1 Allgemeine Beleuchtung, Stromart, Spannung
Die Allgemeinbeleuchtung in den Hallen hat 350 – 400 Lux gemessen
1 m über dem Hallenfußboden, Stromanschluss 230 V – 400 V bis
125 A. Auf Anfrage sind höhere Anschlüsse und Sondervarianten
möglich.
Die Anschlüsse werden durch RCD-Schutzeinrichtungen geschützt.
Toleranzwerte nach DIN EN 50160.
3.1.2 Druckluft-, Elektro-, und Wasserversorgung
Die Druckluft-, Elektro- und Wasserversorgung der Stände erfolgt in
den Hallen 1 – 12, 3A, 4A und 7A.
3.1.3 Kommunikationseinrichtungen
Die Versorgung der Stände mit Telefon-, Telefax-, Daten- und
Antennenanschlüssen erfolgt in allen Hallen gegen Auftrag an den
zuständigen ServicePartner (weitere Richtlinien und Bedingungen –
siehe Servicehandbuch unter Punkt Communication). Die Einrichtung
eines WLAN (Wireless Local Area Network) ist Ausstellern nur nach
ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den MesseService
gestattet (weitere Richtlinien und Bedingungen – siehe Servicehandbuch unter Punkt Communication).
3.1.4 Sprinkleranlagen
Die Hallen 1 – 12 sowie 3A sind, mit Ausnahme von Halle 4A und
7A, mit Sprinkleranlagen ausgestattet. Diese müssen aus brandschutz- und versicherungstechnischen Gründen einen Sicherheitsabstand von > 1,00 m zu der Standobergrenze haben. In geschlossenen
Räumen (z.B. Konferenzräume) gilt mindestens ein Sicherheitsastand
von 0,70 m. Kleinere Abstände müssen von der Abteilung Veranstaltungstechnik der NürnbergMesse genehmigt werden. Diese Abweichung ist mit dem Vordruck P2 anzumelden.
3.1.5 Heizung, Lüftung
Heizung und Lüftung sind in allen Hallen vorhanden.
3.1.6 Störungen
Bei Störungen der technischen Versorgung ist unverzüglich die
Messeleitung zu informieren. Für Verluste und Schäden, die durch
diese Störungen und auf Grund leichter Fahrlässigkeit entstehen,
haftet die NürnbergMesse nicht.
3.2
Freigelände
Aussteller, die im Freigelände Grabungen (auch für Fahnenmasten)
vornehmen wollen, haben vorher die Genehmigung der NürnbergMesse
einzuholen.
Sie haften für alle Schäden und Folgen bei Beschädigungen von Rohrleitungen und Kabeln. Im Freigelände aufgebrachtes Material muss
restlos entfernt und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden.
Bitte wenden!
12
Technische Richtlinien
Info 4
(Fortsetzung)
4.
Standbaubestimmungen
4.4
Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen
4.1
Standsicherheit
Ausstellungsstände einschließlich Einrichtungen und Exponate sowie
Werbeträger sind so standsicher zu errichten, dass die öffentliche
Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben und Gesundheit, nicht
gefährdet werden.
Für die statische Sicherheit ist der Aussteller verantwortlich und
gegebenenfalls nachweispflichtig.
Stehende, bauliche Elemente bzw. Sonderkonstruktionen (z.B. freistehende Wände, hohe Exponate, hohe dekorative Elemente), die
umkippen können, müssen mindestens für eine horizontal
wirkende Ersatzflächenlast qh bemessen werden:
I qh1 = 0,125 kN/m2 (0 < h < 4,0 m)
I qh2 = 0,063 kN/m2 (h > 4,0 m)
Bezugsfläche ist dabei die jeweilige Ansichtsfläche.
Die dazu erstellten Nachweise (prüffähige statische Berechnungen)
sind auf Verlangen der NürnbergMesse vorzulegen.
Die NürnbergMesse behält sich vor, in begründeten Fällen vor Ort
eine kostenpflichtige Überprüfung der Standsicherheit durch einen
Statiker vornehmen zu lassen.
4.4.1
Zuständigkeiten
Sofern es sich um eine anordnungspflichtige Veranstaltung im
Sinne der Gewerbeordnung handelt, ist das Ordnungsamt der Stadt
Nürnberg zuständig. Die technische Abnahme der Veranstaltung
erfolgt durch einen Vertreter der Feuerwehr Nürnberg, einen
Vertreter des Ordnungsamtes und einen Vertreter des Betreibers.
4.2
Standbaugenehmigung
Ausgehend davon, dass die Technischen Richtlinien der jeweiligen
Veranstaltung (siehe Info 1) bei der Gestaltung und Ausführung des
Standes eingehalten werden, ist es auch bei eingeschossigen Standbauten ab einer Standbauhöhe von 3,50 m erforderlich, Zeichnungen
zur Genehmigung einzureichen. Auf Wunsch bietet die NürnbergMesse
dem Aussteller an, die eingereichten Standbaupläne zu prüfen.
Darüber hinaus sind alle anderen Standbauten, mobile Stände,
Sonderbauten und -konstruktionen genehmigungspflichtig, siehe
4.2.3.
4.2.1 Prüfung und Freigabe genehmigungspflichtiger Bauten
Vermaßte Standpläne, mindestens im Maßstab 1:50, mit Grundrissen, Ansichten und ggf. Bestuhlungspläne müssen spätestens
6 Wochen vor dem genannten Termin der NürnbergMesse zur
Genehmigung vorgelegt werden. Erst mit dem Genehmigungsvermerk ist der Standbau freigegeben.
Für die Genehmigung von:
- zweigeschossigen Standbauten
- Bauten im Freigelände (Fliegende Bauten)
- Sonderkonstruktionen
- Kino- oder Zuschauerräumen mit mehr als 100 m2
- Ausstellungsflächen größer 400 m²
werden folgende Unterlagen (in dreifacher Ausfertigung) bis spätestens 6 Wochen vor Aufbaubeginn in deutscher Sprache benötigt:
a) Statische Berechnung nach deutschen Normen
b) Baubeschreibung
c) Bei Vorlage eines Prüfbuchs/einer Typenprüfung entfallen die
Punkte a), b)
d) Bestuhlungspläne, ggf. Flucht- und Rettungswegplan
(Kino- und Zuschauerräume)
Die Kosten des Genehmigungsverfahrens werden dem Aussteller/
Standbauer in Rechnung gestellt.
4.2.2 Fahrzeuge und Container
Fahrzeuge und Container sind als Ausstellungsstände in den Hallen
sowie im ganzen Messegelände inklusive der Parkplätze genehmigungspflichtig.
4.2.3 Änderung nicht vorschriftsgemäßer Bauteile
Standbauten, die nicht genehmigt sind und/oder den Technischen
Richtlinien oder den Gesetzen nicht entsprechen, müssen gegebenenfalls geändert oder beseitigt werden.
Bei nicht fristgerechter Ausführung ist die NürnbergMesse berechtigt,
auf Kosten des Ausstellers selbst Änderungen vorzunehmen.
4.2.4 Haftungsumfang
Jegliche Schadensersatzansprüche, welche Infolge von fahrlässigen
Handeln oder Unterlassen der NürnbergMesse oder ihrer Nachunternehmer und ServicePartnern entstandene Verluste, Beschädigung
oder Beeinträchtigung der eingesandten Entwürfe, Modelle oder
sonstiger Unterlagen gegen die NürnbergMesse, gleich auf welchem
Rechtsgrund sie beruhen könnten, sind ausgeschlossen.
4.3
Bauhöhen
Die veranstaltungsspezifischen Bauhöhen entnehmen Sie bitte den
Anmeldeunterlagen sowie der Info 1.
Den Ausstellern wird empfohlen, sich in allen brandschutztechnischen Zweifelsfällen an die entsprechende Fachabteilung unter
[email protected] zu wenden.
Gewerbeaufsichts- und Ordnungsbehörden, Polizei und Feuerwehr
sowie der Brandschutzbeauftragte, der Veranstaltungsleiter oder
der Verantwortliche für Veranstaltungstechnik der NürnbergMesse
und Beauftragte des Veranstalters sind berechtigt, Weisungen im
Rahmen der Sicherheitsbestimmungen zu geben. Ihren Vertretern
ist jederzeit Zutritt zu den Sicherheitsvorrichtungen und technischen Einrichtungen zu gewähren.
4.4.1.1 Standbau- und Dekorationsmaterialien
Leicht entflammbare, brennend abtropfende (siehe Merkblatt i4.4
„Baustoffklassen“) oder toxische Gase bildende Materialien wie
Polystyrol-Hartschaum (Styropor) oder ähnliche, dürfen nicht
verwendet werden. An tragende Konstruktionsteile können im
Einzelfall aus Gründen der Sicherheit besondere Anforderungen
gestellt werden (z.B. nicht brennbar). Dekorationsmaterialien
müssen entsprechend DIN 4102 mindestens B1 bzw. entsprechend
DIN EN 13501-1 mindestens Klasse C, d.h. schwer entflammbar
sein. In Teilbereichen dürfen normalentflammbare Dekorationsmaterialien verwendet werden, wenn diese durch den Einbau
ausreichend gegen Entflammen geschützt sind. Im Deckenbereich
ist ein sprinklertaugliches Dekorationsmaterial zugelassen. Ein
aktuelles VDS-Prüfzeugnis über die Sprinklertauglichkeit sowie die
Baustoffklasse des eingesetzten Materials ist bereits während des
Aufbaus am Stand zur Einsichtnahme bereitzuhalten (siehe Merkblatt zum Einbau sprinklertauglicher Deckenstoffe). Abgeschnittene Bäume und Pflanzen dürfen nur in grünem Zustand zu Dekorationszwecken verwendet werden. Wenn während der Dauer der
Veranstaltung festgestellt wird, dass Bäume und Pflanzen
austrocknen und dadurch leicht entflammbar werden (DIN 4102
B3), so sind sie zu entfernen. Bäume müssen bis etwa 0,50 m
über dem Boden astfrei sein. Laub- und Nadelgehölze dürfen nur
mit feuchtem Wurzelballen verwendet werden. Bambus, Reet,
Heu, Stroh, Rindenmulch, Holzschnitzel oder ähnliche Materialien
genügen in der Regel nicht den vorgenannten Anforderungen und
sind nicht zugelassen.
Die Eigenschaft „schwer entflammbar“ kann nachträglich nur bei
einem Teil dieser Stoffe durch Behandlung mit einem zugelassenen Flammschutzmittel erreicht werden. Die Bestätigung über
die Schwerentflammbarkeit bzw. über die vorschriftsmäßig durchgeführte Imprägnierung ist zur jederzeitigen Einsichtnahme an den
Ständen bereitzuhalten.
Eine Flammschutzimprägnierung für Stoffe kann bei unserem
ServicePartner Messebau Wörnlein GmbH oder einem anderen
qualifizierten Dienstleister bestellt werden.
Flammschutzimprägnierung:
Messebau Wörnlein GmbH
Messezentrum 1
90471 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 81 74 49-0
Fax +49 (0) 9 11. 81 74 49-25
[email protected]
Haftung kann für die Imprägnierung nur übernommen werden,
wenn es sich bei dem zu imprägnierenden Material um eine
Naturfaser handelt. Der Einsatz von Kunststoff-Kabelbindern zur
Befestigung statisch beanspruchter Teile ist nicht gestattet.
4.4.1.2 Ausstellung von Kraftfahrzeugen
Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren dürfen in den Ausstellungshallen nur mit Genehmigung der NürnbergMesse ausgestellt
werden. Der Tankinhalt der Fahrzeuge ist auf das für das Ein- und
Ausfahren notwendige Maß zu reduzieren (die Reserveleuchte der
Tankanzeige muss aktiv sein); der Tankdeckel ist zu verschließen.
In Abhängigkeit der Veranstaltung und des Aufstellortes (z.B.
Foyerflächen, Eingangsbereiche, Feuerwehrdurchfahrten oder
Versammlungsräumen) können weitere Sicherheitsmaßnahmen,
wie unter anderem eine Inertisierung des Treibstofftankes, das
Abklemmen der Batterie und/oder das Aufstellen von Sicherheits-
13
Technische Richtlinien
Info 4
(Fortsetzung)
wachen erforderlich sein. Bei Fahrzeugen mit Elektromotoren sind
die Antriebsbatterien per Sicherheitsklemmschalter (Hauptschalter)
vom Antrieb zu trennen. Bei gasbetriebenen Motoren siehe
Punkt 5.7 (Druck- und Flüssiggasanlagen).
Inertisierung des Treibstofftankes
SAG GmbH
ServicePartnerCenter
Messezentrum 1
90471 Nürnberg, Deutschland
Tel +49 (0) 9 11. 81 88 18-0
Fax +49 (0) 9 11. 81 88 18-19
[email protected]
4.4.1.3 Explosionsgefährliche Stoffe
Explosionsgefährliche Stoffe unterliegen dem Sprengstoffgesetz
und dürfen auf Messen und Ausstellungen nicht ausgestellt
werden.
4.4.1.4 Pyrotechnik
Pyrotechnische Vorführungen sind genehmigungspflichtig und mit
der NürnbergMesse abzustimmen. Bei einem Einsatz von pyrotechnischen Effekten auf dem Gelände der NürnbergMesse ist
durch den Aussteller/Veranstalter bis max. 4 Wochen vor dem
tatsächlichen Veranstaltungstag eine Genehmigung des zuständigen Ordnungsamtes, des Gewerbeaufsichtsamtes und der
Feuerwehr Nürnberg einzuholen. Der genehmigte Antrag ist der
NürnbergMesse bis spätestens 2 Wochen vor Beginn der Veranstaltung in Kopie vorzulegen. Die Zulassung der Artikel kann der
jeweiligen Verpackungseinheit entnommen werden. Darüber
hinaus müssen auf der Verpackung Verwendungshinweise in
deutscher Sprache aufgedruckt sein. Pyrotechnische Gegenstände
ohne Zulassung oder pyrotechnische Gegenstände der Klasse II, III
oder IV sind nicht zugelassen. Es sind der NürnbergMesse Nachweise über den Inhaber des Erlaubnisscheins und des Befähigungsscheins vorzulegen (siehe Merkblatt i4.5 „Pyrotechnik/
feuergefährliche Handlung“).
4.4.1.5 Luftballons und Flugobjekte
Die Verwendung von mit Sicherheitsgas gefüllten Luftballons und
ferngesteuerten Flugobjekten in den Hallen und im Freigelände
muss von der NürnbergMesse genehmigt werden.
4.4.1.6 Nebelgeräte
Der Einsatz von Nebelmaschinen oder Hazern ist mit der NürnbergMesse
abzustimmen. Kosten für Ersatzmaßnahmen bei Außerbetriebsetzung
von Brandschutzeinrichtungen werden durch die NürnbergMesse
an den Veranstalter bzw. Verursacher weiterverrechnet; ebenso
wie Kosten für einen Feuerwehreinsatz bei Auslösung der Brandmeldeanlage ohne vorherige Abstimmung mit der NürnbergMesse.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt i4.6
„Verwendung von Nebelgeräten“.
4.4.1.7 Aschebehälter, Aschenbecher
Sofern für den Stand oder Standteile kein ausdrückliches Rauchverbot angeordnet ist, muss für die Bereitstellung einer ausreichenden Zahl von Aschenbechern oder Aschebehältern aus nicht
brennbarem Material und für deren regelmäßige Entleerung Sorge
getragen werden.
4.4.1.8 Abfall-, Wertstoff-, Reststoffbehälter
In den Ständen dürfen ausschließlich Wertstoff- und Reststoffbehälter aus nicht brennbaren Materialien aufgestellt werden. Diese
Behälter in den Ständen sind regelmäßig, spätestens jeden Abend
nach Messeschluss zu entleeren. Fallen größere Mengen brennbarer Abfälle an, sind diese mehrmals am Tage zu entsorgen.
Für die Entsorgung können Sie über das Servicehandbuch die
ServicePartner der NürnbergMesse gegen Entgelt beauftragen.
4.4.1.9 Spritzpistolen, Lösungsmittel
Der Gebrauch von Spritzpistolen sowie die Verwendung lösungsmittelhaltiger Stoffe und Farben sind in allen Hallen verboten.
4.4.1.10 Trennschleifarbeiten und alle Arbeiten mit offener Flamme
Schweiß-, Schneid-, Löt-, Auftau- und Trennschleifarbeiten müssen
vor Arbeitsbeginn angezeigt und schriftlich bei der NürnbergMesse
beantragt werden. Die Genehmigung der Arbeiten erteilt die
NürnbergMesse mit der Arbeitsgenehmigung für Arbeiten mit
Staub- oder Rauchentwicklung, Schweiß- und Heißarbeiten. Bei
den Arbeiten ist die Umgebung gegen Gefahren ausreichend
abzuschirmen. Geeignete Feuerlöscher und Branddecken sind in
unmittelbarer Nähe einsatzbereit zu halten.
4.4.1.11 Leergut
Die Lagerung von Leergut jeglicher Art (z.B. Verpackungen und Packmittel) innerhalb und außerhalb des Standes, in der Halle und in den
Ladehöfen ist während Aufbau, Messelaufzeit und Abbau verboten.
Anfallendes Leergut ist unverzüglich zu entfernen. Für den Abtransport und die Einlagerung können Sie über das Servicehandbuch die
ServicePartner der NürnbergMesse gegen Entgelt beauftragen.
4.4.1.12 Feuerlöscher
Für jeden Messestand empfehlen wir mindestens einen Feuerlöscher
nach DIN EN 3 (siehe Merkblatt i4.7 Feuerlöscher) vorzuhalten. Es
dürfen ausschließlich Wasser oder Schaumlöscher mit aktuellem Prüfsiegel verwendet werden. Pulverlöscher sind lediglich bei Vorführungen mit brennbaren Gasen notwendig. Für Elektroverteilungen
ab einer Gesamtleistung von mindestens 6 KW ist ein CO²-Feuerlöscher vorzuhalten. Die Größe ist auf max. 12 kg beschränkt.
Sollten auf Messeständen Küchen vorhanden sein, sind entsprechend geeignete Feuerlöscher (Klasse A, B, F) vorzuhalten, wenn
Fette und Öle erhitzt werden. Es besteht die Möglichkeit, geeignete
und geprüfte Feuerlöscher über unseren ServicePartner Fa. Wörnlein
anzumieten (siehe 4.4.1.1). Die NürnbergMesse behält sich vor,
benutzte oder beschädigte Feuerlöscher, die hausinternen Wandhydranten entnommen wurden, in Rechnung zu stellen.
4.4.1.13 Anzeige- und abnahmepflichtige Anlagen und Einrichtungen
Vorführungen, die mit offenem Feuer und starker Erwärmung
verbunden sind, sind genehmigungspflichtig. Darunter fallen u.a.
das Anzünden von Kerzen sowie Vorführungen von nicht elektrisch betriebenen Koch-, Grill-, Back- und Heizgeräten. Diese
feuergefährlichen Handlungen sind über den Vordruck P2 bei
der NürnbergMesse, Abteilung Veranstaltungstechnik, anzumelden. Flüssiggas darf für solche Vorführungen nur in tagesüblichen Mengen (siehe 5.5.1.5) verwendet werden. Das gleiche
gilt für nicht elektrisch betriebene Geräte, die der Standeigenversorgung dienen.
Für Ölfeuerungen, Ölbrenner gilt die entsprechende TRBS der
Betriebsicherheitsverordnung. Rauchgase, Abgase und Dämpfe
während der Messelaufzeit müssen grundsätzlich aus der Halle
geleitet werden. Dies darf nur vom entsprechenden ServicePartner
der NürnbergMesse vorgenommen werden. Petroleum, Benzin
o.ä. dürfen zu Koch-, Heiz- oder Betriebszwecken wegen der
Leichtentzündlichkeit nicht verwendet oder gelagert werden.
Verwenden Sie bitte zur Anmeldung solcher Vorführungen oder
Brennstoffe den Vordruck P2.
Nichtanzeige bedeutet zusätzlichen Aufwand, der in Rechnung
gestellt werden muss.
4.4.2
Standüberdachung
Um den Sprinklerschutz nicht zu beeinträchtigen, müssen in den
Hallen die Stände nach oben hin grundsätzlich offen sein. Decken
sind als offen zu betrachten, wenn nicht mehr als 30% (CEA 4001
S) der Fläche bezogen auf den einzelnen m2 geschlossen ist. Dies
gilt auch für Besprechungs-, Bewirtungs- und Aufenthaltsräume.
Es dürfen 30 m² geschlossene Fläche in ebenen Ständen nicht
überschritten werden. Ab 30 m² müssen Sprinkler, in rauchüberwachten Hallen Wärmedifferentialmelder in geeigneter Anzahl durch
den zuständigen ServicePartner installiert werden. In Einzelfällen
sind Abweichungen möglich. Zwischen mehreren geschlossenen
Deckenflächen (bis 30 m²) ist ein Mindestabstand von 3,00 m einzuhalten. Dies gilt auch zwingend zwischen benachbarten Ständen
mit geschlossener Deckenfläche. Sämtliche geschlossene Deckenflächen größer 25 m² sind über den Vordruck P2 anzumelden.
Die Deckenflächen müssen aus Baustoffen bestehen, die mindestens den Baustoffklassen DIN 4102 (B1) oder DIN EN 13501 B-C
entsprechen und nicht brennend abtropfen, oder Bauteilen, die
mindestens feuerhemmend ausgeführt sind (siehe Merkblatt
„Baustoffklassen“, i4.4).
Küchen und Lager müssen grundsätzlich nach oben geöffnet sein.
In Ausnahmefällen müssen VDS zertifizierte Wärmedifferentialmelder durch den zuständigen ServicePartner installiert werden.
Sprinklertaugliche Deckenstoffe sind gemäß einer aktuellen VdSAnerkennung zugelassen und müssen gemäß diesen Vorgaben
eingesetzt werden.
Die Gewebeplane ist horizontal und ausschließlich 1-lagig zu
verspannen. Ein Durchhängen der Gewebeplane ist zu vermeiden
(für zweigeschossige Bauweise siehe auch Punkt 4.9.2 und
dem Merkblatt „Einbau sprinklertauglicher Deckenstoffe“,
i4.2). Die VdS Anerkennungsurkunde ist jederzeit am Stand zur
Einsichtnahme bereitzuhalten.
Bitte wenden!
Technische Richtlinien
4.4.3
4.4.4
Info 4
(Fortsetzung)
Glas und Acrylglas
Es darf nur für den Einsatzzweck geeignetes Sicherheitsglas verwendet werden. Kanten von Glasscheiben müssen so bearbeitet
oder geschützt sein, dass eine Verletzungsgefahr mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen ist. Ganzglasbauteile
sind in Augenhöhe zu markieren. Acrylglas muss mindestens die
Anforderungen nach DIN 4102, B1 oder DIN EN 13501, B oder C
erfüllen und darf nicht brennend abtropfen (siehe Merkblatt „Glas
und Acrylbau“, i4.8).
Aufenthaltsräume und gefangene Räume
Alle Aufenthalts- und Zuschauerräume, die allseits umschlossen
sind (geschlossene Räume) und keine optische und akustische
Verbindung zur Halle haben, sind mit einer optischen und akustischen Warnanlage auszurüsten, um eine jederzeitige Alarmierung
auf dem Stand zu gewährleisten. Dies schließt auch Ausstellungsflächen mit ein, wo in Teilbereichen durch Aufbauten oder Exponate keine freie Sicht in die Halle möglich ist.
Kabinen, Besprechungsräume und dergleichen, die als „geschlossener“ Raum ausgeführt sind, müssen eine Sichtverbindung in den
Ausstellungsstand haben. Wenn die Sicht über den Stand in die
Halle nicht möglich ist (Sichtbehinderung durch Einbauten, etc.),
muss eine Sichtverbindung in die Halle vorhanden sein.
Die Sichtverbindung muss sowohl im Sitzen wie auch im Stehen
gewährleistet sein. Es wird empfohlen die Sichtverbindung mit den
Maßen von 0,20 m auf 0,80 m (B x H) auszuführen.
Zuschauerräume bedürfen einer besonderen Genehmigung, wenn
sie mehr als 100 m2 Grundfläche haben. Bestuhlungen sind
gemäß §10 VStättV zu stellen und gemäß §32 in einem Fluchtund Rettungswegplan einzuzeichnen.
Die Anordnung gefangener Räume (Räume, die ausschließlich über
andere Räume verlassen werden können) ist nicht zulässig.
4.5
Ausgänge, Rettungswege, Türen
4.5.1
Ausgänge und Rettungswege
Die Entfernung von jeder Stelle auf einer Ausstellungsfläche bis
zu einem Hallengang darf nicht mehr als 20 m, in der Lauflinie
gemessen, betragen (§7 VStättV). Dies gilt auch für eine doppelgeschossige Bauweise.
Aufenthaltsräume mit mehr als 100 m2 Grundfläche müssen jeweils
mindestens zwei möglichst weit auseinander und entgegengesetzt
liegende Ausgänge zu Rettungswegen haben.
Anzahl und lichte Breite von Rettungswegen (Ausgänge, Treppen,
Flure) sind mindestens, wie folgt vorzusehen:
- bis 100 m² 1 Rettungsweg, 0,90 m breit
- über 100 m² 2 Rettungswege, je 1,20 m breit
Die Rettungswege sind nach ASR 2.3 zu kennzeichnen.
Die Türen dieser Ausgänge müssen während der Veranstaltung von
innen in Fluchtrichtung jederzeit geöffnet werden können und
dürfen nicht in den Hallengang hineinragen. Es ist in jedem Fall
eine entsprechende Nische vorzusehen.
4.5.2
Türen
Die Verwendung von Pendeltüren, Drehtüren, Codiertüren, Schiebetüren sowie sonstigen Zugangssperren in Rettungswegen ist mit vorhandener bauaufsichtlicher Zulassung für Rettungswege möglich.
Fluchttüren aus Ständen nach außen dürfen Fluchtwege nicht
beeinträchtigen oder verengen. Es ist eine Nische vorzusehen.
4.6
Podeste, Leitern, Treppen, Stege
Allgemein begehbare Flächen, die unmittelbar an mehr als 0,20 m
tiefer liegende Flächen angrenzen, sind mit Abschrankungen zu
umwehren. Abschrankungen, wie Umwehrungen, Geländer,
müssen mindestens 1,10 m hoch sein. Sie müssen mindestens aus
einem Obergurt, Mittelgurt und einem Untergurt bestehen. Die
Umwehrungen sind so auszuführen, dass nichts darauf abgestellt
werden, und somit nichts auf tiefer liegende Bereiche herabfallen
kann. Wenn mit der Anwesenheit von Kindern auf der zu
sichernden Fläche zu rechnen ist, darf der Abstand der Geländerteile in einer Richtung nicht mehr als 0,12 m betragen.
Für ein Podest ist auf Verlangen der NürnbergMesse ein prüffähiger
statischer Nachweis mit Nutzlasten gemäß DIN EN 1991-1-1/NA in
Verbindung mit nationalem Anhang, Tabelle 6.1 wie folgt zu
erbringen:
qk ≥ 3,0 kN/m² Lotrechte Nutzlast.
qk = 1,0 kN/m Horizontale Nutzlast in Holmhöhe.
Einstufig begehbare Podeste dürfen höchstens 0,20 m hoch sein.
Leitern, Treppen und Stege müssen den Unfallverhütungsvorschriften nach DGUV Information 208-016 entsprechen.
4.7
Standgestaltung
4.7.1
Erscheinungsbild
Für die Gestaltung des Standes ist der Aussteller zuständig. Hierbei
sind die typischen Ausstellungskriterien der Veranstaltung zu
berücksichtigen. Wände, die an Besuchergänge grenzen, sollen
durch den Einbau von Vitrinen, Nischen, Displays u.ä. aufgelockert
werden. Standrückseiten über 2,50 m Höhe, die an Nachbarstände grenzen, sind einfarbig neutral hell zu halten, um den
Nachbarstand in dessen Gestaltung nicht zu beeinträchtigen.
Produkte, die in ausbeuterischer Kinderarbeit im Sinne der ILOKonvention 182 hergestellt werden, dürfen nicht zur Gestaltung
und Ausstattung des Standes verwendet werden.
4.7.2
Prüfung der Mietfläche
Die Mietfläche wird von der NürnbergMesse gekennzeichnet.
Jeder Aussteller ist verpflichtet, sich vor Ort über Lage, Maße und
etwaige Einbauten zu informieren. Die Standgrenzen sind unbedingt einzuhalten. Der Aussteller muss mit geringfügigen Abweichungen in der Standabmessung rechnen. Diese ergeben sich aus
der Stärke der Standbegrenzungswände und können in Front und
Tiefe bis zu 5 cm betragen. Eckpunkte sind markiert. Eine Gewähr
für die Richtigkeit der Maße kann nicht übernommen werden. Die
Versorgungspunkte innerhalb der Standfläche müssen zugänglich
bleiben. Pfeiler, Wandvorsprünge, Standbegrenzungswände und
Feuerlöscheinrichtungen sind Bestandteile der zugeteilten Standfläche.
Den zugesandten Hallenplänen ist das Versorgungsraster für
Strom, Druckluft, Wasser und Telekommunikation zu entnehmen.
Die Versorgungsschächte dürfen vom Aussteller nicht geöffnet
oder durch Standaufbauten verstellt werden.
4.7.3
Eingriffe in die Bausubstanz
Hallenteile und technische Einrichtungen dürfen nicht beschädigt,
verschmutzt oder auf andere Art verändert werden (z.B. Bohren,
Nageln, Schrauben). Auch das Streichen, Tapezieren und Bekleben
ist nicht gestattet.
Bodenbeläge in den Ausstellungsständen dürfen nur mit Doppelklebeband (ausschließlich mit lösemittelfreien Klebebändern: tesafix
Nr. 4964) befestigt werden. Folgekosten bei Nichtbeachtung
gehen zu Lasten des Ausstellers.
Hallenteile und technische Einrichtungen dürfen weder durch
Standaufbauten noch durch Exponate belastet werden.
Hallensäulen/Hallenstützen können aber innerhalb der Standfläche
ohne Beschädigung derselben im Rahmen der zulässigen Bauhöhe
umbaut werden.
4.7.4
Hallenböden
Teppiche und andere Fußbodenbeläge sind unfallsicher zu verlegen
und dürfen nicht über die Standgrenzen hinausragen.
Alle eingesetzten Materialien müssen rückstandslos entfernt
werden. Substanzen wie Öl, Fette, Farben und Ähnliches müssen
sofort vom Fußboden entfernt werden. Der Hallenfußboden darf
weder gestrichen noch beklebt werden.
Verankerungen und Befestigungen sind verboten. Eine Ausnahmegenehmigung kann nur von der NürnbergMesse erteilt werden.
Die NürnbergMesse behält sich vor, die Beseitigung von Beschädigungen und Verschmutzungen des Hallenbodens an den Verursacher weiter zu verrechnen.
4.7.5
Abhängungen von der Hallendecke
Verwendung von Traversensystemen
Verwendung von Hebezeugen
Abhängungen sind an den dafür vorgesehenen technischen Einrichtungen möglich und nach DGUV Vorschrift 17 auszuführen (siehe
Merkblatt „Abhängungen, Traversen, Hebezeuge“, i4.9).
4.7.5.1 Bereitstellung von Abhängepunkten
Die Bereitstellung von Abhängepunkten sowie die Änderung von
Abhängekonstruktionen der Halle werden ausschließlich von der
NürnbergMesse ausgeführt. Die NürnbergMesse wird hierzu
ServicePartner heranziehen. Dem Aussteller werden, sofern es die
baulichen Voraussetzungen zulassen, die Abhängepunkte an der
gewünschten Position in dem Luftraum oberhalb der Standfläche
zur Verfügung gestellt.
Die Anzahl der möglichen Abhängepunkte in den Hallen ist
abhängig von der Standgröße und dem Raster der Hallendecke.
Vorgeschriebene Bau- und Werbehöhen sind zu beachten.
Abhängungen inkl. der Installationen sind so auszuführen, dass
unter ihnen eine lichte Höhe von mindestens 2,50 m bestehen
bleibt.
Technische Richtlinien
Info 4
(Fortsetzung)
Die NürnbergMesse prüft anhand der eingereichten Unterlagen
die Realisierbarkeit der gewünschten Abhängepunkte und behält
sich vor, die eingebrachten Lasten sowie die verwendete
Konstruktion durch einen Statiker prüfen zu lassen. Die Prüfung ist
kostenpflichtig und wird dem Aussteller bzw. dem Besteller
der Abhängepunkte in Rechnung gestellt.
Jeder Abhängepunkt der Hallen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 12
kann mit maximal 25 kg (0,25 KN) lotrecht, rein statisch belastet
werden. In den Hallen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 12 darf der
Abstand zwischen Abhängepunkten 1,00 m nicht unterschreiten.
In den Hallen 3A, 4A und 7A können die vorhandenen Abhängepunkte mit 250 kg (2,5 KN) sowie in der Halle 11 max. 250 kg
(2,5 KN) lotrecht, rein statisch belastet werden. Höhere Lasten in
den Hallen 3A, 4A, 7A und 11 sind nur auf Anfrage möglich und bedürfen einer schriftlichen Genehmigung durch die NürnbergMesse.
Liegt der bestellte Abhängepunkt nicht unterhalb eines vorhandenen Abhängepunktes, wird der Abhängepunkt durch den
Einbau eines Pre-Riggs gewährleistet.
Schrägzüge, sogenannte „Bridle“, an Abhängepunkten der Halle
sind auf dem Gelände der NürnbergMesse unzulässig.
Die NürnbergMesse behält sich vor, die Installation von Lasterfassungssystemen (z.B. bei Mehrfeldträgern oder statisch unbestimmten Systemen, o.ä.) zu verlangen. Die Lasterfassungssysteme
sind ausschließlich durch die SAG GmbH zu liefern, zu installieren
und zu betreiben. Lasterfassungssysteme sind kostenpflichtig und
werden dem Besteller in Rechnung gestellt.
Wir weisen darauf hin, dass durch den Einsatz von Lastmesszellen,
die maximale Abhängehöhe um bis zu 50 cm reduziert werden kann.
4.7.5.4 Verwendung von Hebezeugen
Die Verwendung von Hebezeugen (Elektrokettenzüge, Handkettenzüge, etc.) ist nur in den Hallen 3A, 4A, 7A ,11 und mit vorheriger Genehmigung durch die NürnbergMesse möglich.
Die Verwendung von Hebezeugen (Elektrokettenzüge,
Handkettenzüge, etc.) in den Hallen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9,
10 und 12 ist strikt untersagt!
Bei der Verwendung von Hebezeugen sind die Anforderungen
und Durchführungsanweisungen der DGUV Vorschrift 17, der
DGUV Information 215-313 und des Branchenstandards SQ P2
anzuwenden.
4.7.6
Standbegrenzungswände
Die Standbegrenzungswände sind je nach Veranstaltung Hartfaserwände oder kunststoffbeschichtete Wände. Zur Anbringung von
schweren Gegenständen sind diese nicht geeignet; sie haben keinerlei Stützfunktion während des Auf- und Abbaus. Gegebenenfalls
ist der zusätzliche Aufbau von kostenpflichtigen Stützwänden
erforderlich. Das Entfernen dieser Stützwände kann nur durch den
Veranstalter angeordnet werden.
4.7.7
Werbemittel/Präsentationen
Stand- und Exponatbeschriftung, Firmen- und Markenzeichen
dürfen die vorgeschriebene Bauhöhe nicht überschreiten. Sie
sollen ein ansprechendes Bild ergeben.
Präsentationen, optische, sich langsam bewegende und akustische
Werbemittel sowie musikalische Wiedergaben sind erlaubt, sofern
sie den Nachbarn nicht belästigen, nicht zu Stauungen auf den
Gängen führen und die messeeigenen Ausrufanlagen in den
Hallen nicht übertönen. Lautstärken größer 70 dB(A) an der
Standgrenze sind zulässig, so lange sie den Messebetrieb und andere Stände nicht beeinträchtigen und keine Gesundheitsgefahren
darstellen. Sie ist anzeige- und genehmigungspflichtig.
Die Verteilung von Drucksachen und der Einsatz von Werbemitteln
sind nur auf der eigenen Standfläche zulässig. Werbevorrichtungen
innerhalb der Ausstellungsstände dürfen nicht in die Gänge
hineinragen oder außerhalb der genehmigten Höhe angebracht
werden. Werbung, die gegen die gesetzlichen Vorschriften oder
die guten Sitten verstößt, ist nicht gestattet. Werbeverpackungen
oder Werbematerial von Unternehmen, die nicht zur Veranstaltung gemeldet sind, dürfen nicht aufgestellt werden. Exponate
dürfen außerhalb der Standgrenze nicht aufgestellt werden.
Mögliche Werbeangebote finden Sie im Servicehandbuch unter
Punkt Marketingleistungen.
4.7.8
Barrierefreiheit
Bei der Gestaltung der Stände sollte auf Barrierefreiheit geachtet
werden. Stände und deren Einrichtungen sollten auch für
Menschen mit Behinderung ohne fremde Hilfe zugänglich sein.
Ausnahmen bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung der
NürnbergMesse.
4.8
Freigelände
Siehe 3.2
4.7.5.3 Verwendung von Traversensystemen
Bei der Verwendung von Traversen, Konstruktionen aus Traversen
und Traversensystemen sind die Anforderungen und Durchführungsanweisungen der DGUV Vorschrift 17, DGUV Information 215-313
und des Branchenstandards SQ P1 anzuwenden. Dies ist unabhängig von der Art der Verwendung der Traversen, Konstruktionen aus Traversen, oder Traversensystemen. Dies kann eine
abgehangene, bzw. eine geflogene, oder auch eine geständerte
Traverse bzw. Traversenkonstruktion sein.
Bei der Verwendung von Traversen, Konstruktionen aus Traversen
und Traversensystemen im Freien kommen die Festlegungen für
„Fliegende Bauten“ (FlBauR) zur Anwendung (Richtlinie für die
Bemessung und Ausführung/DIN EN 13814 – Fliegende Bauten
und Anlagen für Veranstaltungsplätze und VergnügungsparksSicherheit).
Für Traversenkonstruktionen, welche nicht den Lastfall eines
Einfeldträgers (Träger/Traverse auf zwei Stützen oder an zwei
Hängepunkten) erfüllen, kann ein statischer Nachweis zu Lasten
des Ausstellers angefordert werden.
Die Datenblätter der verwendeten Traversen sind mitzuführen.
Bei der Verwendung von Fliegenden Bauten ist das Prüfbuch
mitzuführen.
4.9
Zweigeschossige Bauweise
4.9.1
Bauanfrage
Eine zweigeschossige Bauweise ist nur mit der Zustimmung der
NürnbergMesse möglich. Die Anfrage muss unmittelbar nach der
Standzulassung und mindestens 6 Wochen vor Veranstaltung
erfolgen. Der erforderliche Antrag ist bei der jeweiligen Projektleitung erhältlich.
In den Hallen 10.1, 11.1 und 12.2 ist eine zweigeschossige
Bauweise nicht möglich.
4.9.2
Auflagen zur Standflächenüberbauung, Sicherheitsabstände,
Höhe der Standinnenräume
Die maximale Aufbauhöhe entnehmen Sie dem Merkblatt „Hallendaten auf einen Blick“.
Die lichten Höhen von Innenräumen bei zweigeschossiger
Bauweise müssen im Erd- und im Obergeschoss mindestens
2,30 m betragen.
Werden mehr als 10 m² geschlossen überbaut, ist zum Schutz der
Statik der Einbau einer Sprinkleranlage durch den zuständigen
ServicePartner BSS erforderlich.
Standbauten an den Standgrenzen zu den Nachbarn sind oberhalb
2,50 m einfarbig neutral hell zu gestalten.
4.7.5.2 Anbringung von Gegenständen an den Abhängepunkten
Die abzuhängenden Gegenstände (Beleuchtungsträger, Scheinwerfer, Beamer, Lautsprecher, etc.) dürfen nur von ausstellereigenen Fachkräften, von zugelassenen Fachfirmen oder dem
ServicePartner nach geltenden Rechtsnormen und dem Stand
der Technik entsprechend angebracht werden.
Weitere Informationen über zugelassene und nicht zugelassene
Anschlag-, Trag-, Lastaufnahme- und Verbindungsmittel sowie
Seilendverbindungen und Hebezeugen entnehmen Sie bitte dem
Merkblatt „Abhängungen, Traversen, Hebezeuge“, i4.9.
Aus Sicherheitsgründen sind darüber hinaus folgende Bestimmungen zu beachten.
Grundsätzlich nicht zulässig sind:
- Absicherungen von Standbauteilen oder Exponaten (Standbauteile bzw. Exponate müssen selbständig sicher stehen)
- abgehängte Konstruktionen mit einer starren bzw. kraftschlüssigen Verbindung zum Hallenboden
- Schrägzug bei Abhängungen
Bitte wenden!
Technische Richtlinien
4.9.3
4.9.4
Info 4
(Fortsetzung)
Nutzlasten/Lastannahmen
Für die Geschossdecke eines zweigeschossigen Messestandes innerhalb einer Messehalle sind nach DIN EN 1991-1/NA in Verbindung
mit nationalem Anhang, Tabelle 6.1DE [Kategorie C] als lotrechte
Nutzlast anzusetzen:
Eine eingeschränkte Nutzung durch Fachbesucher oder Standpersonal für Besprechungen und Kundenbetreuung, d.h. Möblierung
mit Tischen und Stühlen in freier Anordnung oder in abgeteilten
Besprechungsbüros erfordert eine Nutzlast (Kat. C1): qk = 3,0 kN/m2.
Eine uneingeschränkte Nutzung als frei zugängliche Ausstellungsund Versammlungsfläche oder Verkaufsraum ohne oder mit dichter Bestuhlung erfordert eine Nutzlast (ab Kat. C3): qk = 5,0 kN/m2.
Treppen und Treppenpodeste müssen immer für eine Nutzlast
(Kat. T2): qk = 5,0 kN/m2 ausgelegt werden.
5.1.1
Schäden
Nach dem Abbau ist der ursprüngliche Zustand der Ausstellungsflächen wieder herzustellen. Für Beschädigungen der Hallendecken,
Wände, des Fußbodens und der lnstallationseinrichtungen haftet
der Aussteller. Nicht abgebaute Stände oder nicht abtransportierte
Ausstellungsgüter können nach dem Ende des offiziellen Abbaus
auf Kosten und Gefahr des Ausstellers entfernt und beim Messespediteur eingelagert werden. Beschädigungen der Hallen, deren
Einrichtungen sowie der Außenanlagen durch Aussteller oder
deren Beauftragte müssen in jedem Fall dem Veranstalter gemeldet
werden. Jede durch Aussteller oder deren Beauftragte verursachte
Beschädigung im Messegelände, seinen Gebäuden oder Einrichtungen wird nach Beendigung der Veranstaltung auf Kosten des
Ausstellers durch die NürnbergMesse beseitigt.
Zur Erzielung einer ausreichenden Stabilität bei zweigeschossigen
Messeständen oder Tribünen ist in oberster Fußbodenhöhe eine
Horizontallast von H = qk/20 (qk = lotrechte Nutzlast) anzusetzen.
Für Brüstungen und Geländer ist nach DIN EN 1991-1-1/NA in
Verbindung mit nationalem Anhang, Tabelle 6, eine horizontale
Nutzlast (bei Flächen der Kat. C 1 – C4) von qk = 1,0 kN/m in
Holmhöhe anzusetzen.
Es ist nachzuweisen, dass die zulässige Belastung des Hallenbodens z.B. durch Einzelstützen nicht überschritten wird (siehe Punkt
3.1. Hallendaten).
5.2
Einsatz von Arbeitsmitteln
Bolzenschuss- und Bolzenschubgeräte können im Einzelfall zugelassen werden. Der Einsatz von Holzbearbeitungsmaschinen ohne
Späneabsaugung ist nicht zulässig. Späneabsaugungen oder
Spänesilos sind mit selbsttätigen Löschanlagen oder trockenen
Steigleitungen zu versehen. Zusätzlich ist ein geeigneter Feuerlöscher PG12 DIN EN 3 vorzuhalten. Eigene oder angemietete
Hubarbeitsbühnen dürfen ausschließlich von hierzu befähigten
Personen über 18 Jahren bedient werden. Die Befähigung nach
IPAF oder DGUV Grundsatz 308-008 muss nachgewiesen sein. Die
Fahrerlaubnis ist jederzeit mitzuführen.
Der Einsatz von Kranen und Gabelstaplern ist den Vertragsspediteuren der NürnbergMesse vorbehalten.
Sicherheits- und Haftungsgründe erfordern, dass Arbeitsbühnen
usw. ausschließlich über unseren ServicePartner SAG angefordert
werden.
5.3
Elektroinstallation
5.3.1
Anschlüsse
Jeder Stand, der mit elektrischer Energie versorgt werden soll,
erhält einen oder mehrere Anschlüsse mit dem erforderlichen
Übergabepunkt. Die Installation dieser Anschlüsse darf nur von
dem zuständigen ServicePartner der NürnbergMesse durchgeführt
werden. Den Bestellungen mit Formblatt ist die Grundrissskizze
beizufügen, aus der die gewünschte Platzierung der Anschlüsse
ersichtlich ist. Der Stromverbrauch wird bei Anschlüssen bis 40 kW
pauschal und über 40 kW durch Messung ermittelt und verrechnet.
Die Stromversorgung steht ab Aufbaubeginn bis Abbauende zur
Verfügung. Nach Absprache mit dem zuständigen ServicePartner
können Zu- und Abschaltzeiten vereinbart werden. Der Aussteller
ist verpflichtet, seinen Anschlusspunkt gegen Beschädigung und
Unfall zu schützen.
5.3.2
Standinstallation
Elektroinstallationsarbeiten innerhalb der Stände können nach
Bestellung vom zuständigen ServicePartner der NürnbergMesse
ausgeführt werden.
Ab dem Übergabepunkt der Stände können Installationen von
ausstellereigenen Elektrofachkräften oder von zugelassenen Fachfirmen entsprechend VDE-Vorschriften und in Europa geltenden
Vorschriften sowie dem Stand der Technik entsprechend ausgeführt werden.
5.3.3
Montage- und Betriebsvorschriften
Die gesamte elektrische Einrichtung ist nach den neuesten Sicherheitsvorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE)
und der Berufsgenossenschaftlichen Verordnungen (DGUV
Vorschrift 3) auszuführen. Besonders zu beachten sind VDE 0100,
VDE 0100-718, VDE 0128 und die ICE-Norm 60364-7-711.
Für alle Stromkreise ist grundsätzlich die Schutzmaßnahme RCDSchutzschaltung vorgeschrieben.
Für Steckdosen und Lichtstromkreise ist mind. ein RCD 30 mA
vorgeschrieben. Bei Sondermaschinen und Geräten (Frequenzumrichter) kann eine andere geeignete Schutzmaßnahme angewandt
werden. Verantwortlich hierfür ist der Aussteller.
Der Anteil von hoch- oder niederfrequenten, in das Netz abgegebenen Störungen darf die in VDE 0160 und VDE 0838 (EN 50 006
und EN 61000-2-4) angegebenen Werte nicht überschreiten.
Rettungswege/Treppen
Im Obergeschoss eines zweigeschossigen Ausstellungsstandes darf
die Entfernung bis zum nächsten Hallengang von jeder zugänglichen Stelle aus höchstens 20 m Lauflinie betragen.
Anzahl und lichte Breite von Rettungswegen (Ausgänge, Treppen,
Flure) sind mindestens wie folgt vorzusehen:
- bis 100 m2: 1 Rettungsweg
- über 100 m2: mindestens 2 Rettungswege
- bis 200 Personen: mindestens je 0,90 m lichte Rettungswegbreite
- mehr als 200 Personen: mindestens je 1,20 m lichte Rettungswegbreite
Beträgt die Obergeschossfläche mehr als 100 m2, werden mindestens zwei Treppen benötigt. Von jedem Standort darf der zulässige
Gesamtfluchtweg in Lauflänge max. 20 m zum nächsten Hauptgang betragen. Die Treppen sind entgegengesetzt anzuordnen.
Alle Treppenanlagen sind nach DIN 18065 auszuführen.
Notwendige Treppen und dem allgemeinem Besucherverkehr
dienende Treppen müssen geschlossene Trittstufen haben.
Die Steigungshöhe der Treppen darf nicht mehr als 0,19 m, die
Auftrittsbreite nicht weniger als 0,26 m betragen.
Wendel- bzw. Spindeltreppen sind nicht zulässig.
Handläufe müssen griffsicher sein und sind endlos auszuführen.
Der Seitenabstand der Handläufe zu benachbarten Bauteilen muss
mindestens 0,05 m betragen.
4.9.5
Baumaterial
Bei zweigeschossigen Ständen sind die tragenden Bauteile, Decken
des Erdgeschosses und der Fußboden des Obergeschosses aus
mindestens schwer entflammbaren (nach DIN 4102 oder EN
13501-1) Baustoffen oder feuerhemmenden Bauteilen zu erstellen.
4.9.6
Obergeschoss
Im Obergeschoss sind im Bereich der Brüstungen, falls erforderlich, auf dem Fußboden Abrollsicherungen von mind. 5 cm Höhe
anzubringen.
Brüstungen sind entsprechend Punkt 4.6 und Punkt 4.9.3
auszuführen.
Standüberdachungen im Obergeschoss sind entsprechend Punkt
4.4.2 auszuführen.
Zusätzlich zu den bereits im Erdgeschoss vorhandenen Feuerlöschern ist mind. ein Feuerlöscher pro Treppenabgang gut sichtbar
und griffbereit anzuordnen.
5.
Betriebssicherheit, Technische Sicherheitsbestimmungen,
Technische Vorschriften, Technische Versorgung
5.1
Allgemeine Vorschriften
Der Aussteller ist für die Betriebssicherheit und die Einhaltung der
Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften auf seinem Stand
verantwortlich.
Die Auf- und Abbauarbeiten dürfen nur im Rahmen der arbeitsund gewerberechtlichen Bestimmungen durchgeführt werden.
Technische Richtlinien
Info 4
(Fortsetzung)
Leitungen mit einem Querschnitt < 1,5 mm2 sind nicht zulässig.
Kabel und Leitungen mit massiven Leitern müssen fest verlegt und
fest angeschlossen, flexible Leitungen müssen zugentlastet sein.
Während des Auf- und Abbaus müssen alle genutzten Leitungen
mind. H07RNF oder mindestens gleichwertig sein. Leitungen wie
H05 oder ähnlich dürfen nur in Bereichen mit geringster mechanischer Beanspruchung Verwendung finden (VDE 0298). Leitfähige
Bauteile sind in die Maßnahmen zum Schutz bei indirektem
Berühren mit einzubeziehen (Standerdung; Potentialausgleich. Vgl.
Branchenstandard igvw SQ P1).
Niedervoltanlagen dürfen nur mit Sicherheitstransformatoren nach
VDE 0551/DIN EN 60742 oder 61046/61047 oder gleichwertig
betrieben werden. Die Transformatoren müssen für die Montage
auf brennbaren Unterlagen geeignet sein und primär und sekundär
mit Thermoschutz und Kurzschluss-/Überlastschutz versehen sein.
In Niedervoltbeleuchtungsanlagen sind blanke elektrische Leiter
unzulässig. Die Sekundärleitungen sind gegen Kurzschluss und
Überlast zu schützen. Flexible Leitungen (auch Flachleitungen)
dürfen nicht ungeschützt gegen mechanische Belastungen unter
Bodenbelägen verlegt werden.
Die im Ausstellungsstand vorhandene Elektroinstallation darf für
die Veranstaltung erst in Betrieb genommen werden, wenn Sie
durch eine befähigte Person abgenommen und freigegeben ist.
Ein Abnahmeprotokoll muss am Stand vorgehalten werden.
5.5.1.1 Standinstallationen
Die Installation der Druckluftleitungen ab Hauptanschluss und
Anschlüsse an die Exponate innerhalb der Stände können nach
Bestellung vom zuständigen ServicePartner der NürnbergMesse
oder von externen Fachkräften ausgeführt werden.
5.3.4
Sicherheitsmaßnahmen
Zum besonderen Schutz sind alle Wärme erzeugenden und
Wärme entwickelnden Elektrogeräte (Kochplatten, Scheinwerfer,
Kaffeemaschinen usw.) auf nicht brennbaren, wärmebeständigen,
asbestfreien Unterlagen zu montieren.
Entsprechend der Wärmeentwicklung ist ein ausreichend großer
Abstand zu brennbaren Materialien sicherzustellen.
Beleuchtungskörper dürfen ausschließlich an nicht brennbaren
Dekorationen o.ä. angebracht werden. Strahler, Scheinwerfer und
deren Versorgungskonstruktionen wie Stromschienen, Switchboxen o.ä. sind einzeln mit Sicherungsseilen nach aktueller Norm
zu sichern. Die Standbeleuchtung ist nachts abzuschalten.
5.3.5
Sicherheitsbeleuchtung
Stände, bei denen die allgemeine Sicherheitsbeleuchtung nicht
ausreicht, um die Möglichkeit zur sicheren Bewegung zu gewährleisten, bedürfen einer zusätzlichen eigenen Sicherheitsbeleuchtung
in Anlehnung an VDE 0100-718.
Sie ist so anzulegen, dass ein sicheres Zurechtfinden bis zu den
allgemeinen Rettungswegen gewährleistet ist.
5.5.1.4 Kompressoren
Die NürnbergMesse hält ein gut ausgebautes, engmaschiges
Druckluftnetz vor. Kompressoren für das Betreiben von Exponaten
dürfen in den Ständen nur nach Rücksprache mit der Messeleitung eingesetzt werden.
Kompressoren, die in den Hallen als Exponate betrieben werden
sollen, müssen den deutschen oder gleichartigen ausländischen
Sicherheitsvorschriften entsprechen und so schallgedämmt sein,
dass der Geräuschpegel an der Standgrenze gemessen 50 dB(A)
nicht überschreitet. Eine EG-Konformitätserklärung des Herstellers
ist im Stand vorzuhalten.
Für die fachgerechte Entsorgung von ölhaltigem Kondensat,
Altöl und ölhaltigen Feststoffen ist der Aussteller verantwortlich.
Nachweise hierüber sind im Stand vorzuhalten.
5.4
Wasser- und Abwasserinstallation
Jeder Stand, der mit Wasser/Abwasser versorgt werden soll, erhält
einen oder mehrere Anschlüsse in aktueller Norm.
Die Installation dieser Anschlüsse kann ausschließlich durch den
zuständigen ServicePartner der NürnbergMesse durchgeführt
werden. Den Bestellungen mit Formblatt ist eine Grundrissskizze
beizufügen, aus der die gewünschte Platzierung der Anschlüsse
ersichtlich ist.
Die Wasserversorgung wird am letzten Laufzeittag aus Sicherheitsgründen – in der Regel eine Stunde nach Messeschluss! – eingestellt.
Weitere Informationen, Richtlinien und Bedingungen – siehe
Servicehandbuch unter Punkt Wasser- und Abwasseranschluss.
5.5
Druckluft und Gasinstallation
5.5.1
Druckluft
Jeder Stand, der mit Druckluft versorgt werden soll, erhält einen
oder mehrere Anschlüsse in der benötigten Größe. Der Übergabepunkt besteht immer aus Kugelhahn oder Schnellversorgungskupplung.
Die Installation dieser Anschlüsse darf nur von dem zuständigen
ServicePartner der NürnbergMesse durchgeführt werden.
Den Bestellungen mit Formblatt ist die Grundrissskizze mit den
gewünschten Anschlusspunkten beizugeben.
Die bezogene Druckluftmenge ist mit den Bereitstellungsgebühren
abgegolten.
Die Druckluft steht während des offiziellen Auf- und Abbaus zur
Verfügung. Während der Veranstaltung wird Druckluft täglich von
8 Uhr bis Ende der Veranstaltung bereitgestellt. Aus Sicherheitsgründen wird die Druckluftversorgung in den übrigen Zeiten abgeschaltet.
Außerhalb der genannten Zeiten kann die Druckluft nach
Absprache gegen Aufwand zur Verfügung gestellt werden.
5.5.1.2 Montage- und Betriebsvorschriften
Die verwendeten Schläuche und Armaturen müssen für einen
Betriebsdruck von mind. 10 bar ausgelegt sein und vor mechanischen Belastungen geschützt werden.
Die Schläuche müssen so verlegt und befestigt werden, dass sie
– insbesondere an den Verbindungsstellen – im Havariefall
geringstmögliche Bewegungsfreiheit haben.
5.5.1.3 Druckluftbehälter
Druckluftkessel/Behälter sind zum Betrieb der Exponate aufgrund
des großvolumigen Versorgungsnetzes in der Regel nicht erforderlich. In zu genehmigenden Ausnahmefällen eingesetzte Druckluftbehälter müssen für einen Betriebsdruck von mind. 10 bar ausgelegt und mit TÜV geprüften Armaturen versehen sein.
Das Prüfbuch über die vorgeschriebene Erstprüfung bzw. 5 oder
10-jährige wiederkehrende Prüfungen sind im Stand vorzuhalten.
Vor der Inbetriebnahme des Luftsammelbehälters ist die Abnahme
durch eine befähigte Person zu protokollieren und der Beleg im
Stand vorzuhalten.
5.5.2
Gas
Bei der Nutzung von technischen Gasen ist die Bevorratung im
Stand auf die geringste mögliche Menge zu beschränken und
gegebenenfalls ist der Behälter auch mehrmals täglich zu
erneuern.
Gasflaschen müssen über zugelassene Sicherheitsventile verfügen
und bei Betriebsschluss verschlossen werden. In den Hallen darf
pro Stand nur eine einzelne Flasche brennbarer technischer Gase
bis zum Füllgewicht von max. 5 kg verwendet werden. Nichtbrennbare technische Gase sind auf max. 14 kg beschränkt. Es
darf sich nur die angeschlossene Gebrauchsflasche am Stand
befinden.
Ist zum Betreiben eines Exponates eine größere Menge technischen
Gases erforderlich, wird die NürnbergMesse gemeinsam mit dem
Aussteller, den zuständigen Aufsichtsbehörden und den ServicePartnern eine Möglichkeit zur Lagerung außerhalb der Halle
finden und die Flaschen mit einem nicht brennbaren Schutz gegen
Wärmestrahlung umgeben. Die Schutzvorrichtung ist mit einer
Belüftung zu versehen.
Die Leitung zum Betriebsgerät und zur Zuführungsleitung sind in
festen Rohrleitungen bzw. flexiblen metallarmierten Schläuchen zu
verlegen.
Das Betriebsgerät ist mit ausreichend Abstand zu Wärmequellen
(siehe Punkt 5.7.1.1) standsicher auf einer großen, nicht brennbaren Unterlage aufzustellen.
Eine Abnahmebescheinigung ist vom ServicePartner der
NürnbergMesse anzufertigen und dem Veranstalter vorzulegen.
Das vorgeschriebene Merkblatt über die Bedienung der
Anlage muss an gut sichtbarer Stelle aufgehängt werden.
Für die Bevorratung und den Transport wird auf die Punkte 5.6.3
Druckbehälter und 5.7 Gase und brennende Flüssigkeiten
verwiesen.
Bitte wenden!
Technische Richtlinien
5.6
Maschinen-, Druckbehälter-, Abgasanlagen
5.6.1
Maschinengeräusche
Der Betrieb von Lärm verursachenden Maschinen und Geräten soll
im Interesse aller Aussteller und Besucher möglichst eingeschränkt
bleiben. Die Geräusche an der Standgrenze dürfen 70 dB(A) nicht
überschreiten.
5.6.2
Produktsicherheit
Alle ausgestellten Produkte müssen die Anforderungen des
Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) erfüllen. Produkte, die diesen
Anforderungen nicht entsprechen, müssen ein gut sichtbares
Schild tragen, das darauf hinweist, dass sie nicht den Anforderungen des o.g. Gesetzes entsprechen und erst erworben werden
können, wenn die Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen hergestellt worden ist.
Für Produkte, die das CE-Zeichen führen, muss die entsprechende
Konformitätserklärung des Herstellers am Stand vorliegen.
Bei Vorführungen sind die erforderlichen Vorkehrungen zum
Schutz von Personen durch das Standpersonal zu treffen. Wir
verweisen zudem auf das Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG).
5.6.2.1 Schutzvorrichtungen
Maschinen- und Apparateteile dürfen nur mit allen Schutzvorrichtungen in Betrieb genommen werden. Die normalen
Schutzvorrichtungen können durch eine sichere Abdeckung aus
organischem Glas oder einem ähnlichen transparenten Material
ersetzt werden.
Werden Geräte nicht in Betrieb genommen, können die Schutzvorrichtungen abgenommen werden, um dem Besucher die
Bauart und Ausführung der abgedeckten Teile erkennbar zu
machen. Die Schutzvorrichtungen müssen dann neben der
Maschine sichtbar aufgestellt bleiben.
5.6.2.2 Prüfverfahren
Die ausgestellten technischen Arbeitsmittel werden hinsichtlich
ihrer unfallschutz- und sicherheitstechnischen Ausführung von der
zuständigen Aufsichtsbehörde gegebenenfalls gemeinsam mit den
zuständigen berufsgenossenschaftlichen Fachausschüssen besichtigt und auf die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen hin überprüft.
Zur Überprüfung der CE-Kennzeichnung durch das Amt ist es
geboten, die EG-Konformitätserklärung auf dem Messestand zur
Einsichtnahme bereitzuhalten. In Zweifelsfällen sollen sich
Aussteller frühzeitig vor Messebeginn mit dem zuständigen Amt in
Verbindung setzen.
5.6.2.3 Betriebsverbot
Darüber hinaus ist die NürnbergMesse berechtigt, jederzeit den
Betrieb von Maschinen, Apparaten und Geräten zu untersagen,
wenn nach ihrer Ansicht durch den Betrieb Gefahren für Personen
und Sachen, eine Beeinträchtigung von anderen Ausstellern oder
des geordneten Messebetriebs zu befürchten sind.
5.6.3
Info 4
(Fortsetzung)
Druckbehälter
5.6.3.1 Abnahmebescheinigungen
Druckbehälter dürfen auf dem Stand nur betrieben werden, wenn
die gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geforderten
Prüfungen durchgeführt wurden.
Die darüber ausgestellten Prüfnachweise sind am Ausstellungsort
beim Druckbehälter aufzubewahren und auf Verlangen der
zuständigen Aufsichtsbehörde vorzulegen. Auskünfte zu den
entsprechenden Vorschriften erteilt der zuständige ServicePartner
der NürnbergMesse.
5.6.3.2 Prüfung
Die Bescheinigung über die Bau- und Wasserdruckprüfung reicht
nicht aus. Diese Forderung gilt auch für ausländische oder
geliehene Behälter. Bei Anmeldung bis vier Wochen vor Messebeginn können prüfpflichtige Druckbehälter bis einen Tag vor
Messeeröffnung unter Vorlage der Bau- und Wasserdruckprüfungsbescheinigung und der Gestellung eines Monteurs auf dem
Messestand der Abnahmeprüfung durch den zuständigen ServicePartner der NürnbergMesse unterzogen werden. Anfragen beantwortet der zuständige ServicePartner der NürnbergMesse.
5.6.3.3 Mietgeräte
Sofern die Beurteilung von Druckbehältern, die nicht in Deutschland hergestellt werden, während der relativ kurzen Messeaufbauzeit nicht durchgeführt werden kann, sind geprüfte Mietbehälter
zu verwenden.
5.6.3.4 Überwachung
Die erforderlichen Abnahmebescheinigungen sind während der
Veranstaltung für das Gewerbeaufsichtsamt bereitzuhalten.
Auskünfte erteilt die zuständige Aufsichtsbehörde.
5.6.4
Abgase und Dämpfe
Von Exponaten und Geräten abgegebene brennbare, gesundheitsschädliche, ölhaltige oder die Allgemeinheit belästigende Dämpfe
und Gase dürfen nicht in die Hallen eingeleitet werden.
Sie müssen über entsprechende Rohrleitungen nach Vorgaben des
Bundesimmissionsschutzgesetzes ins Freie abgeführt werden.
5.6.5
Abgasanlagen
Abgasanlagen sind von der NürnbergMesse schriftlich zu genehmigen.
5.7
Verwendung von Druckgasen, Flüssiggasen und brennbaren
Flüssigkeiten
5.7.1
Druck- und Flüssiggasanlagen
Die Lagerung und Verwendung von Druck- und Flüssiggas in den
Messehallen und im Gelände ist ohne schriftliche Genehmigung
der NürnbergMesse verboten.
5.7.1.1 Genehmigungsantrag für Druckgasflaschen
Bei Verwendung von Flüssiggas oder anderer brennbarer Gase in
Druckgasflaschen für die Präsentationen von Exponaten muss die
Genehmigung gemäß NürnbergMesse Vordruck P2 schriftlich und
rechtzeitig eingeholt werden. Entsprechend den einschlägigen
Unfallverhütungsvorschriften sind Druckgasflaschen gegen Stoß,
Umfallen, Zugriff Unbefugter sowie vor Erwärmung zu schützen.
5.7.1.2 Verwendung von Flüssiggas
Siehe 5.5.2
5.7.1.3 Einrichtung und Unterhaltung
Für die Einrichtung und die Unterhaltung von Flüssiggasanlagen
sind die „Technischen Regeln Flüssiggas“ TRF 2012 (Herausgeber:
DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. und
DVFG Deutscher Verband Flüssiggase e.V.) sowie die „Richtlinien
für die Verwendung von Flüssiggas“ ZH 1/455 (Herausgeber:
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften) zu
beachten.
5.7.2
Brennbare Flüssigkeiten
5.7.2.1 Lagerung und Verwendung
Die Lagerung und Verwendung brennbarer Flüssigkeiten (siehe
BetrSichV) in den Messehallen und im Gelände ist ohne schriftliche
Genehmigung verboten. Die Genehmigung zur Lagerung und
Verwendung brennbarer Flüssigkeiten kann nur für den Betrieb
oder die Vorführung von Exponaten erteilt werden.
Ein entsprechender Antrag/Formblatt ist bei der NürnbergMesse
mit Sicherheitsdatenblatt einzureichen. Zur Anmeldung solcher
Flüssigkeiten ist der Vordruck P2 zu verwenden.
5.7.2.2 Bedarfslagerung
Zum Betrieb und zur Vorführung darf jeweils nur der Tagesbedarf
an brennbarer Flüssigkeit am Stand vorgehalten werden. Die Höhe
dieses Bedarfs ist im Antrag zu benennen.
5.7.2.3 Vorratsbehälter
Der Tagesbedarf ist in geschlossenen, bruchsicheren Behältern
übersichtlich zu lagern. Er muss dem Zugriff Unbefugter entzogen
sein. Die Vorratsbehälter sind in nicht brennbaren Auffangbehältern zu verwahren.
5.7.2.4 Lagerort
Am Lagerort hat absolutes Rauchverbot zu herrschen. Für entsprechende Beschilderung ist zu sorgen. Es müssen geeignete Handfeuerlöscher bereitstehen.
5.7.2.5 Auflagen zum Betrieb
Anlagen, die mit brennbaren Flüssigkeiten betrieben oder vorgeführt werden, sind an den Einfüllstutzen sowie an den Stellen, an
denen Flüssigkeiten austreten können, mit nicht brennbaren
Auffangbehältern zu versehen.
Ausgelaufene brennbare Flüssigkeiten sind wegen der möglichen
Brand- oder Explosionsgefahr sofort aus den Behältern zu
entfernen und gefahrlos zu beseitigen.
5.7.2.6 Einfüllen der Flüssigkeiten
Da beim Einfüllen der Flüssigkeiten ein besonderer Gefahrenmoment eintritt, ist hier mit größter Sorgfalt und Vorsicht zu
verfahren.
Technische Richtlinien
Info 4
(Fortsetzung)
5.7.2.7 Leere Behälter
Leere Behälter, in denen brennbare Flüssigkeiten enthalten waren,
dürfen nicht am Stand und in der Halle aufbewahrt oder gelagert
werden.
5.8
Asbest und andere Gefahrenstoffe
Der Einsatz und die Verwendung von Gefahrstoffen und Gefahrstoffhaltigen Baustoffen ist mit der NürnbergMesse abzustimmen.
Grundlage hierfür ist das Gesetz zum Schutz vor gefährlichen
Stoffen (Chem. Gesetz), BGBl 1, Teil 1, Seite 1703, in Verbindung
mit der Chemikalien-Verbotsverordnung (Chem.Verbots V) sowie
der Gefahrstoffverordnung (GefStoff V).
5.9
Szenenflächen
Szenenflächen sind Flächen für künstlerische und andere Darbietungen; für Darbietungen bestimmte Flächen unter 20 m2 gelten
nicht als Szenenflächen.
Für Szenenflächen mit mehr als 50 m2, bzw. 200 m², sind „Verantwortliche für Veranstaltungstechnik“ gemäß BayStättV §39
und §40 zu bestellen.
5.10
Strahlenschutz
Informationen zum Strahlenschutz können bei den Berufsgenossenschaften, den Gemeindeunfallversicherern und dem
zuständigen Gewerbeaufsichtsamt eingeholt werden.
5.10.1
Radioaktive Stoffe
Der Umgang mit radioaktiven Stoffen ist genehmigungspflichtig
und mit der NürnbergMesse abzustimmen. Die Genehmigung ist
nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) beim Landesamt für
Umweltschutz zu beantragen und mindestens sechs Wochen vor
Messebeginn der NürnbergMesse vorzulegen.
Soweit bereits eine Genehmigung vorhanden ist, ist nachzuweisen,
dass der beabsichtigte Umgang mit radioaktiven Stoffen auf dem
Messegelände rechtlich abgedeckt ist.
5.10.2
5.10.3
5.11
Bundesnetzagentur
Außenstelle Nürnberg
Breslauer Straße 396, 90471 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 9 80-40
Fax +49 (0) 9 11. 9 80-41 80
[email protected]
www.bnetza.de
5.12
Eine Haftung der NürnbergMesse für alle Risiken, die sich aus der
Tätigkeit der Speditionsfirmen ergeben können, ist ausgeschlossen.
Die Lagerung von Leergut jeglicher Art auf den Ständen und Gängen
oder nicht genehmigten Freiflächen ist verboten. Anfallendes
Leergut ist unverzüglich durch die im Messegelände zugelassenen
Spediteure an die vorgesehene Lagerstelle für Leergut zu
verbringen.
Es ist grundsätzlich verboten, Feuerwehrzufahrten, Wandhydranten,
Brandschutztore und Fluchtwege mit Leergut oder Abfall zu
verstellen (siehe 2.). Die Messegesellschaft behält sich das Recht
vor, unbefugt abgestelltes Leergut von zugelassenen Spediteuren
auf Rechnung des Ausstellers abtransportieren zu lassen.
5.13
Röntgenanlagen und Störstrahler
Der Betrieb von Röntgenanlagen und Störstrahlern ist genehmigungspflichtig und mit der NürnbergMesse abzustimmen. Die
Verordnung für den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen
(RÖV, BGB, I) ist zu beachten. Der Betrieb von Röntgenanlagen
und Störstrahlern ist genehmigungs- oder anzeigepflichtig nach
§§3, 4, 5, 8 RÖV. Die zuständige Behörde für den Ausstellungsort
ist das Gewerbeaufsichtsamt Nürnberg. Der Antrag ist mindestens
4 Wochen vor der Veranstaltung dort schriftlich einzureichen
(siehe Merkblatt i4.11).
Musikalische Wiedergaben
Für musikalische Wiedergaben aller Art ist nach den gesetzlichen
Bestimmungen (Urheberrechtsgesetz) die Erlaubnis der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) erforderlich. Nicht angemeldete Musikwiedergaben können Schadensersatzansprüche der GEMA zur
Folge haben (§97 Urheberrechtgesetz). Anmeldungen und
Anfragen sind zu richten an:
GEMA-Bezirksdirektion Stuttgart
Key Account Management
Herdweg 63
70174 Stuttgart
Tel +49 (0) 7 11. 22 52-7 94
Fax +49 (0) 7 11. 22 52-8 00
[email protected]
www.gema.de
Laseranlagen
Der Betrieb von Laseranlagen ab Klasse 3A ist genehmigungspflichtig und mit der NürnbergMesse abzustimmen (siehe Merkblatt i4.10 „Genehmigung von Lasern“). Der Betrieb von Laseranlagen ist gem. §6 Unfallverhütungsvorschrift „Laserstrahlung“
DGUV Vorschrift 11 bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Der
Anzeige ist die schriftliche Bestellung eines Laserschutzbeauftragten für den Betrieb der Lasereinrichtung beizufügen. Die für
den Arbeitsschutz zuständige Behörde ist das Gewerbeaufsichtsamt Nürnberg (siehe Merkblatt i4.10).
Hochfrequenzgeräte, Funkanlagen, Elektromagnetische
Verträglichkeit und Oberschwingungen
Der Betrieb von Hochfrequenzgeräten und Funkanlagen ist durch
die Bundesnetzagentur zu genehmigen. Der Betrieb ist der
NürnbergMesse mitzuteilen und nur durch diese zu genehmigen,
um eine gleichmäßige Verteilung von Frequenzen zu erreichen
und gegenseitige Beeinflussungen nach Möglichkeit auszuschließen.
Der Betrieb von Hochfrequenzgeräten und Funkanlagen ist nur
dann gestattet, wenn sie den Bestimmungen des Gesetzes über
Fernmeldeanlagen BGBI I sowie des Gesetzes über elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG) entsprechen.
Werden Exponate ausgestellt oder Standdekorationen benutzt, bei
denen elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder
zur Anwendung kommen, so sind die Festlegungen der 26.
Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes einzuhalten.
Krane, Stapler, Leergut
Der Betrieb von eigenen Kränen und Staplern im Messegelände ist
nicht gestattet. Es dürfen nur Geräte der im Gelände verpflichteten
ServicePartner betrieben werden.
Die zuständigen ServicePartner üben im Messegelände das alleinige
Speditionsrecht aus, d.h. Verbringen von Exponaten, Standaufbauten usw. in den Stand inkl. Gestellung eventueller Hilfsgeräte
sowie Zollabfertigung zur temporären bzw. definitiven Einfuhr. Für
die erteilten Aufträge gelten die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp), neueste Fassung, und der Speditionstarif für
Messen und Ausstellungen der NürnbergMesse.
Akustische und optische Vorführungen bedürfen auch der Genehmigung der NürnbergMesse. Die Genehmigung wird unter der
Voraussetzung erteilt, dass beim Betrieb der Anlage die Lautstärke
an der Standgrenze den Messebetrieb und andere Stände nicht
beeinträchtigen und keine Gesundheitsgefahr darstellt.
Bei wiederholter Nichtbeachtung dieser Vorschriften kann die
Stromzufuhr zum Stand des Ausstellers ohne Rücksicht auf den
damit verbundenen Ausfall der Standversorgung unterbrochen
werden. Ein Anspruch des Ausstellers auf Ersatz des durch die
Unterbrechung der Stromzufuhr entstehenden mittel- oder
unmittelbaren Schadens besteht nicht. Die Beweislast für die
Einhaltung der Vorschriften liegt beim Aussteller. Die Medientechnik ist so weit von den Standgrenzen entfernt anzuordnen,
dass Interessenten die Standfläche betreten müssen und den
Besucherverkehr in den Gängen nicht behindern.
5.14
Getränkeschankanlagen
Für die Errichtung und den Betrieb von Getränkeschankanlagen
auf dem Stand ist die Verordnung über Getränkeschankanlagen,
BGBI zu beachten. Bei kostenpflichtiger Abgabe ist aufgrund der
Getränkeschankanlagenverordnung für die Inbetriebnahme von
Getränkeschankanlagen eine Anzeige beim zuständigen
Ordnungsamt (siehe Punkt 5.15) erforderlich.
Die Elektroinstallationen der Exponate und der Ausstellungsstände
sind so auszuführen, dass unzulässig hohe Netzrückwirkungen
durch Strom-Oberschwingungen in das Messe-Versorgungsnetz
vermieden werden (siehe auch Punkt 5.3.3).
Bitte wenden!
Technische Richtlinien
5.15
Info 4
(Fortsetzung)
Lebensmittelüberwachung
Bei der Abgabe von Kostproben zum Verzehr an Ort und Stelle
und dem Verkauf von Speisen und Getränken an Ort und Stelle
sind die gesetzlichen Bestimmungen und Normen nach dem Stand
der Technik zu beachten, insbesondere die Lebensmittelhygieneverordnung.
Für Rückfragen steht die
6.1.2
Gefährliche Abfälle
Der Aussteller ist verpflichtet, der NürnbergMesse Abfälle, die
nach Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße
gesundheits-, luft-, oder wassergefährdend, explosiv oder
brennbar sind (z.B. Batterien, Lacke, Lösungsmittel, Schmierstoffe,
Farben etc.), zu melden und ihre ordnungsgemäße Entsorgung
durch den zuständigen ServicePartner zu veranlassen.
Stadt Nürnberg – Ordnungsamt Lebensmittelüberwachung
Innerer Laufer Platz 3
90403 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 2 31-25 24
Fax +49 (0) 9 11. 2 31-30 70
[email protected]
www.ordnungsamt.nuernberg.de
6.1.3
Mitgebrachte Abfälle
Materialien und Abfälle, die nicht im Zusammenhang mit Veranstaltungslaufzeit, Auf- oder Abbau entstehen, dürfen nicht auf das
Gelände gebracht werden.
6.2
Wasser, Abwasser, Bodenschutz
6.2.1
Öl-/Fettabscheider
Die Einleitungen in das Wassernetz dürfen die üblichen Schadstoffmengen für Haushalte nicht übersteigen.
Sollen öl-/fetthaltige Abwässer eingeleitet werden, welche diese
Mengen überschreiten, ist der Einsatz von Öl-/Fettabscheidern
notwendig.
Beim Einsatz mobiler Gastronomie ist darauf zu achten, dass Fette
und Öle gesondert aufgefangen und einer getrennten Entsorgung
zugeführt werden.
6.2.2
Reinigung/Reinigungsmittel
Der Aussteller ist verpflichtet, seine Standfläche nach Beendigung
der Veranstaltung gereinigt zu übergeben. Dies gilt besonders für
Rückstände auf dem Hallenboden.
Reinigungsarbeiten sind grundsätzlich mit biologisch abbaubaren
Produkten durchzuführen. Reinigungsmittel, die gesundheitsschädigende Lösungsmittel enthalten, sind den Vorschriften entsprechend nur im Ausnahmefall zu verwenden.
6.3
Umweltschäden
Umweltschäden/Verunreinigungen (z.B. durch Benzin, Öl,
Lösungsmittel, Farbe) sind unverzüglich der NürnbergMesse zu
melden.
6.4
Energiepolitik
Der Auftragnehmer und dessen beauftragte Partner verpflichten
sich, für Arbeiten auf dem Messegelände entsprechend der Energiepolitik der NürnbergMesse zu handeln.
Der Auftragnehmer und dessen Beschäftigte verpflichten sich zu
energiesparendem und ressourcenschonendem Arbeiten. Der
Einsatz neuester energiesparender Technik, sowie umwelt- und
ressourcenschonender Materialien ist, wenn wirtschaftlich
vertretbar, konventionellen Techniken vorzuziehen.
Der Auftragnehmer wird dazu angehalten auf mögliche Verbesserungen zur Reduktion des Energieverbrauchs und eines besseren
Ressourcen- und Umweltschutzes hinzuweisen.
zur Verfügung.
6.
Umweltschutz
Die NürnbergMesse hat sich grundsätzlich dem vorsorgenden
Schutz der Umwelt verpflichtet. Als Vertragspartner der
NürnbergMesse ist der Aussteller verpflichtet, dafür zu sorgen,
dass sämtliche den Umweltschutz betreffenden Bestimmungen
und Vorgaben auch von seinen Auftragnehmern verbindlich
eingehalten werden.
6.1
Abfallwirtschaft
Grundlage für alle folgenden Regelungen sind die Vorgaben des
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG), die dazugehörigen Ausführungsbestimmungen und Verordnungen sowie die
„Ländergesetze“ und „kommunalen Satzungen“.
Die Stadt Nürnberg hat eine für Aussteller und Veranstalter
verbindliche Abfallwirtschaftssatzung erlassen, die Abfallvermeidung und Mülltrennung regelt.
Der Aussteller ist verantwortlich für die ordnungsgemäße und
umweltverträgliche Entsorgung der Abfälle, die bei Aufbau, Laufzeit und Abbau seines Standes anfallen.
Die technische Abwicklung der Entsorgung zur Verwertung und
Beseitigung obliegt allein der NürnbergMesse bzw. dem von ihr
benannten ServicePartner.
6.1.1
Abfallentsorgung
Nach den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft sind unnötige
Abfälle während des Aufbaus, der Laufzeit und des Abbaus auf
Messeplätzen in erster Linie zu vermeiden. Aussteller und deren
Vertragspartner sind verpflichtet, in jeder Phase der Veranstaltung
wirkungsvoll hierzu beizutragen. Dieses Ziel muss bereits bei der
Planung und in Koordination aller Beteiligten verfolgt werden.
Dies betrifft insbesondere Verpackungsmaterial, Werbemittel,
Teppichböden, Einwegstandausstattung, Leergutbehälter, Paletten
und Einweggeschirr.
Generell sind für Standbau und -betrieb wiederverwendbare und
die Umwelt möglichst wenig belastende Materialien einzusetzen.
Für die ordnungsgemäße und umweltverträgliche Entsorgung von
unvermeidbar anfallendem Müll ist jeder Aussteller selbst verantwortlich. Zur Abfallentsorgung stehen dem Aussteller folgende
Möglichkeiten zur Verfügung: 1. Die Abfälle werden in eigener
Regie und auf eigene Kosten außerhalb des Messegeländes
entsorgt. 2. Über das Servicehandbuch kann der offizielle ServicePartner der NürnbergMesse beauftragt werden, die sachgerechte
Abfallentsorgung gegen Gebühr vorzunehmen.
Eine Entsorgung in Müllcontainer oder in sonstige Einrichtungen
des Messegeländes Nürnberg ist ausdrücklich untersagt. Die
Aussteller sind verpflichtet, ihre Standflächen nach Beendigung
der Veranstaltung gereinigt zu übergeben. Dies gilt insbesondere
für Rückstände auf dem Hallenboden (z.B. Klebebandreste o.ä.).
Siehe hierzu auch Punkt 4.7.3. Sofern bis zum Rücksendetermin
kein ausgefüllter und unterschriebener Bestellvordruck vorliegt,
geht die NürnbergMesse von einer Abfallentsorgung in Eigenregie
aus. Mit der Entsorgung von Abfällen, die in diesem Fall nicht oder
nicht vollständig beseitigt werden, beauftragt die NürnbergMesse
den offiziellen ServicePartner auf Kosten des jeweiligen Ausstellers. Abfälle, die in den Hallen verbleiben, werden nach m3
geschätzt und gemäß dem erhöhten offiziellen Preisspiegel an den
Aussteller verrechnet. Die Verpflichtung zur ordnungsgemäßen
Entsorgung aller Abfälle ist auch den vom Aussteller beauftragten
Subunternehmern, den Messebauern und sonstigen am Stand
beteiligten Partnern aufzuerlegen. Arbeiten Sie mit uns zusammen!
Denken Sie an die Umwelt!
4.680
12.730
8.400
11.690
7.100
7.840
7.840
16.410
8.850
4.680
10.800
6.720
6.870
5.340
4.780
13.730
2
3
3A
4
4A
5
6
7
7A
8
9
10.0
10.1
11.0
11.1
12.0
50
50
50
50
50
50
50
50
Tor 1 + 3
4,50 x 4,80
5x
5,00 x 4,95
3x
4,05 x 4,90
3x
4,05 x 4,90
Tor 1 + 6
4,50 x 4,80
5x
4,65 x 4,80
2x
4,05 x 4,90
4x
4,05 x 4,90
2x
5,05 x 3,95
3
5
3
3
6
5
2
4
2
4
2x
50
2,4 x 2,45 x 4,95 m
6.375 kg
10
West:
2,40 x 2,45 x 3,7 m
50
3.200 kg
Ost:
2,25 x 2,45 x 3,7 m
5
3.200 kg
möglich / vorhanden
4x
5,00 x 4,40
2x
5,26 x 4,15
50
3x
5,65 x 5,10
3
2
50
3x
4,10 x 3,80
3
2x
20
2,45 x 2,45 x 4,5 m
3.500 kg
10
50
2x
4,05 x 4,90
2
Max. Bodenbelastung
in kN/m2 (1 kN = 100 kg)
50
Aufzüge
B x H x T Nutzlast
4x
4,05 x 4,90
Größtes Hallentor
Breite x Höhe in m
4
bedingt möglich / vorhanden
12.2
13.330
Feststandbereich
10.800
1
Hallenfläche Hallentore
Halle/Geschoss in m2
Merkblatt „Technische Daten Hallen”
5,80
3,60
12,00
3,50
5,30
5,80
5,80
15,00
5,80
5,80
5,80
15,00
5,80
10,0 - 15,00
5,80
5,80
5,80 / 9,80
Lichte Nutzhöhe
UK Lichtband in m
Deckenabhängungen
Strom
Wasser Druckluft Telefon
Standversorgung
LinearSprinkler melder Heizung Lüftung Kälte
Halleneinrichtung i4.1
22
22
Merkblatt „Einbau sprinklertauglicher
Deckenstoffe”
i4.2
Standabdeckungen – allgemeine Informationen
Bezugsquellen für sprinklertaugliche Stoffe
Standabdeckungen in den Hallen 1-12 sind generell mindestens schwer
entflammbar (nach der DIN 4102-1 B1 oder nach der DIN EN 13501-1 B
oder C) auszuführen und ab einer zusammenhängend überdeckten Fläche
von max. 30 m2 mit einer Sprinkleranlage zu versehen.
Ellermann GmbH
Bokelerstraße 100
33397 Rietberg, Deutschland
Tel +49 (0) 52 44. 9 03 80
Fax +49 (0) 52 44. 90 38 28
[email protected]
www.ellermann-konzepte.de
Auf eine Sprinkleranlage kann nur dann verzichtet werden,
- wenn es sich um eine Metall-Rasterdecke mit einem Öffnungsmaß von
mindestens 1 x 1 cm handelt und unter Berücksichtigung von Beleuchtungskörpern und ähnlicher Einbauten, die horizontale Offnungsfläche
mindestens 70% (CEA 4001) beträgt oder
- wenn es sich um Textilien handelt, die von der VdS Schadenverhütung
GmbH Köln zum Einsatz innerhalb von gesprinklerten Risiken zugelassen
sind, Bezugsquellen finden Sie rechts auf dieser Seite.
Wichtig:
Standabdeckungen > 25 m² sind in jedem Fall (unabhängig von ihrer Größe
und der Art der Ausführung) über den Vordruck P2 des Servicehandbuches
anzumelden und benötigen immer die schriftliche Zustimmung. Für die
Halle 4A und 7A gelten abweichende Regelungen. Bitte wenden Sie sich
für nähere Informationen an die NürnbergMesse.
[email protected]
www.nuernbergmesse.de
Grundsätzliche Anforderungen an Gitternetzgewebe
Oben genannte Materialien können bei eingeschossigen Standbauten zur
Abdeckung von Flächen über 30 m2 verwendet werden, sofern sie als
schwer entflammbar nach der DIN 4102 (B1) oder nach der EN 13501-1 (B)
zertifiziert und gleichzeitig von der VdS Schadenverhütung GmbH Köln zum
Einsatz innerhalb von gesprinklerten Räumen ohne Risiken zugelassen sind.
Beim Einbau von Gitternetzen am Messestand ist zu beachten:
- Ein Durchhängen der Gewebeplane ist durch starkes Verspannen zu vermeiden.
- Die Gewebeplane ist horizontal und ausschließlich einlagig zu verspannen.
- Einbauhinweise des Herstellers zur Sicherstellung der Sprinklertauglichkeit
der Stoffe sind unbedingt zu beachten.
- Hallengänge dürfen nicht überspannt werden.
Beim Einbau von Gitternetzen ist außerdem zu beachten:
- Die maximal zulässige, frei (d.h. ohne Verstrebungen) überspannte Fläche
beträgt 30 m2.
- Die maximal zulässige, zusammenhängende Abdeckung in den Messehallen ist mit dem Brandschutzbeauftragten Tel +49 (0) 9 11. 86 06-80 76
abzuklären.
- Der vertikale Abstand zwischen Sprinkler und Gewebeplane darf an keiner
Stelle 0,7 m (CEA 4001) unterschreiten.
GVW Interieur GmbH
Kart-Carstens-Straße 17
52146 Würselen, Deutschland
Tel +49 (0) 24 05. 60 16-18
Fax +49 (0) 24 05. 60 16-17
www.flex-plain.de
Plaspack Netze GmbH
Dr.-Grobben-Straße 1
4690 Schwanenstadt, Osterreich
Tel +43 (0) 76 73. 2 47 80
Fax +43 (0) 76 73. 2 47 82 66
[email protected]
www.plaspack.at
Rudolf Stamm GmbH
Sigmund-Riefler-Bogen 16
81829 München, Deutschland
Tel +49 (0) 89. 9 45 48 33
Fax +49 (0) 89. 9 45 48 30
[email protected]
www.rs-stamm.de
Dieter Cronenberg GmbH & Co. KG
Worringer Straße 17
40211 Düsseldorf, Deutschland
Tel +49 (0) 2 11. 1 77 50-12
Fax +49 (0) 2 11. 1 77 50-50
[email protected]
www.cronenberg-buehnenbedarf.de
MediaSol GmbH & Co. KG
Eusterbrockstraße 44
33378 Rheda-Wiedenbrück, Deutschland
Tel +49 (0) 52 42. 37 74 44
Fax +49 (0) 52 42. 37 78 44
[email protected]
www.mediasol.de
Gerriets GmbH
Andreas Gause
Leitung Vertrieb und Marketing
Im Kirchenhürstle 5-7
79224 Umkirch
Tel +49 (0) 76 65. 9 60-2 06
[email protected]
Sattler AG
Sattlerstraße 45
8041 Graz-Thondorf, Österreich
Tel +43 (0) 3 16. 41 04-0
Fax +43 (0) 3 16. 41 04-3 51
[email protected]
www.sattler-ag.com
23
Merkblatt „Sonderregelung
Sonntagsfahrverbot für LKW”
Alle LKW über 7,5 t und LKW mit Anhänger benötigen an Sonntagen und
gesetzlichen Feiertagen (§ 30 Abs. 4 StVO) für beabsichtigte Fahrten
zwischen 0 und 22 Uhr eine Ausnahmegenehmigung gem. § 46 Abs. 1
Nr. 7 i.V.m. § 30 Abs. 3 Straßenverkehrsordnung (StVO).
Für Fahrten zwischen den offiziell ausgewiesenen LKW-Parkplätzen der
NürnbergMesse und dem Messegelände können Erlaubnisse der Straßenverkehrsbehörde direkt an den ausgewiesenen LKW-Parkplätzen über die
Firma Engelhardt & Co. eingeholt werden.
Die Erlaubnisse erstrecken sich dann ausschließlich auf die in Anlage 1
farblich gekennzeichneten Streckenabschnitte. Ebenso gilt die Erlaubnis für
Fahrten auf der Großen Straße und dem gesamten Messegelände.
i4.3
Unabhängig von der räumlich eingeschränkten Erlaubnis zwischen den
LKW-Parkplätzen der NürnbergMesse und dem Messegelände, deren
Gebühren von der NürnbergMesse getragen werden, können auch unbeschränkte Ausnahmegenehmigungen direkt durch den Spediteur bzw.
Fahrer bei der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Nürnberg im Servicebetrieb Öffentlicher Raum SÖR/3-S, Bauhof 2, 90402 Nürnberg,
Tel +49(0)911. 231-4591 oder -4581, Fax +49(0)911. 231-3655, gestellt
werden.
Anträge und Informationen dazu finden Sie auch im Internet unter:
www.soer.nuernberg.de -> Formulare und Anwendungen.
Alle Gebühren für diese Genehmigungen werden hierbei von der
NürnbergMesse übernommen, sodass für die Unternehmen keine Kosten
anfallen.
Für welche Feiertage Erlaubnisse einzuholen sind richtet sich nach § 30
Abs. 4 StVO.
In der Regel sind dies folgende Feiertage:
– Neujahr
– Maifeiertag
– Tag der Deutschen Einheit
– Heilige 3 Könige
– Christi Himmelfahrt
– Allerheiligen
– Karfreitag
– Pfingstsonntag/Pfingstmontag
– 1. Weihnachtsfeiertag
– Ostersonntag/Ostermontag
– Fronleichnam
– 2. Weihnachtsfeiertag
Route 1
Route 2
Route 3
A1
A2
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
B1
nicht brennbar
nicht brennbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
C - s1,d2
C - s1,d1
B - s1,d2
B - s1,d1
A2 - s1,d2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B2
B1
B1
B1
DIN 4102
ja
ja
ja
ja
kein brennendes
Abfallen/Abtropfen
D,E = normal entflammbar
F
B1 = schwer entflammbar
B2 = normal entflammbar
B3 = leicht entflammbar
sollte vermieden werden (s3)
d2 = starkes Abtropfen
d1 = begrenztes Abtropfen
d0 = kein Abtropfen
s3 = unbeschränkte Rauchentwicklung
s2 = begrenzte Rauchentwicklung
s1 = keine/kaum Rauchentwicklung
= leicht entflammbar
B,C = schwer entflammbar
A2 = nicht brennbar
A2 = nicht brennbar
nicht zugelassen
A1 = nicht brennbar
Legende Baustoffklassen: nach DIN EN 13501
kein Rauch
A1 = nicht brennbar
F
E - d2
D - s3,d2
D - s2,d2
D - s1,d2
D - s3,d1
D - s2,d1
D - s1,d1
E
D - s3,d0
D - s2,d0
D - s1,d0
C - s3,d2
B - s3,d2
A2 - s3,d2
DIN EN
13501
bis 2,50 m Wandbau/über Kopf nicht zugelassen
Legende Baustoffklassen: nach DIN 4102
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
normal entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
schwer entflammbar
Bauaufsichtliche
Benennungen
Zusatzanforderungen
uneingeschränkt zugelassen
ja
ja
ja
ja
ja
ja
A2 - s1,d1
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
kein brennendes
Abfallen/Abtropfen
C - s2,d0
ja
ja
ja
ja
ja
kein Rauch
Zusatzanforderungen
C - s3,d0
B - s3,d0
B - s2,d0
A2 - s3,d0
A2 - s2,d0
C - s1,d0
B - s1,d0
A2 - s1,d0
A1
DIN EN
13501
In der NürnbergMesse gelten folgende Bedingungen:
DIN 4102
Bauaufsichtliche
Benennungen
Europäische Baustoffklassen
Merkblatt
„Brandschutz – Europäische Baustoffklassen”
i4.4
25
Merkblatt „Pyrotechnik/feuergefährliche
Handlungen”
i4.5
Anzeige und Antrag Bühnenpyrotechnik
I Antrag nach § 23 (4) der 1. SprengV auf Genehmigung zur Erprobung von Bühnenpyrotechnik
(zuständige Behörde: Feuerwehr Nürnberg)
I Anzeige nach § 23 (4), (5) der 1. SprengV für das Abbrennen von Bühnenpyrotechnik
(zuständige Behörde: Gewerbeaufsichtsamt)
I Antrag auf Genehmigung für die Vorführung von Bühnenpyrotechnik vor Besuchern und Mitwirkenden
(zuständige Behörde: Ordnungsamt)
m Antrag auf Ausnahme von der Anzeigefrist (kostenpflichtig)
zurückzusenden an:
Stadt Nürnberg
Feuerwehr
Feuerwache 5
Karl-Schönleben-Straße 80, 90471 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11.2 31-65 00
Fax +49 (0) 9 11.2 31-65 05
Regierung von Mittelfranken
Gewerbeaufsichtsamt Nürnberg
Dezernat 2
Roonstraße 20, 90429 Nürnberg
[email protected]
Tel +49 (0) 9 11.9 28-0
Fax +49 (0) 9 11.9 28-29 99
Stadt Nürnberg
Ordnungsamt
Waffenrecht
Innerer Laufer Platz 3, 90403 Nürnberg
[email protected]
Tel +49 (0) 9 11.2 31-23 50
Fax +49 (0) 9 11.2 31-40 06
Vorname
Firma
1. Erlaubnisinhaber nach §7 SprengG
Familienname
Bezeichnung und Sitz der ausstellenden Behörde
Ausstellungsdatum
Verfügt der Erlaubnisinhaber über die notwendige Fachkunde?
Fachkundenachweis in Kopie beilegen, falls Wohnort außerhalb Mittelfrankens liegt!
m Ja
Nr. der Erlaubnis
m Nein
2. Fachkunde der für das Abbrennen verantwortlichen Person
Angabe zu m Befähigungsschein oder m Erlaubnis
Bezeichnung und Sitz der ausstellenden Behörde (ggf. m wie zu 1.)
Ausstellungsdatum
Familienname
Firma
Vorname
Straße, Hausnummer
Telefon
PLZ
Fax
Nr. der Befähigung/Erlaubnis
Ort
E-Mail (falls vorhanden)
3. Veranstaltungsleiter, Projektleiter (NM), Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik (NM)
Veranstaltungsleiter nach § 38 der Bayr. VStättV
Familienname
Vorname
Straße, Hausnummer
Telefon
Firma
PLZ
Fax
Ort
E-Mail (falls vorhanden)
Bei Gastveranstaltungen mit Fremdveranstaltern:
Ist der Projektleiter der NürnbergMesse GmbH über das Abbrennen von pyrotechnischen
Gegenständen informiert?
m Ja
m Nein
Ist der Verantwortliche für Veranstaltungstechnik der NürnbergMesse GmbH nach § 39
der Bayr. VStättV über das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen informiert?
m Ja
m Nein
4. Angaben zum Abbrand pyrotechnischer Effekte
Ort (Halle/Gebäude, Saal, Bereich, Ebene)
Abbrenndatum
Abbrennzeit (von – bis)
Veranstaltung
Auftraggeber
Erstattung der Anzeige mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Abbrand der pyrotechnischen Effekte.
Bitte wenden!
26
Merkblatt „Pyrotechnik/feuergefährliche
Handlungen” (Fortsetzung)
i4.5
5. Art und Umfang der vorgesehenen bühnenpyrotechnischen Effekte
Klasse (BAM-Nr.:)
Handelsbezeichnung
Steighöhe
Sicherheitsabstand
(im Umkreis und nach oben)
Zeitpunkt
Ort (Halle/Gebäude, Saal, Bereich, Ebene)
Brenndauer
6. Termin der Erprobung:
Datum
7. Vorgesehene Sicherheitsmaßnahmen:
Bei der Vorbereitung
Beim Abbrennen
Allgemein
8. Sonstiges/Bemerkungen (z.B. besondere Gefährdungen oder auch Sicherheit erhöhende Maßnahmen)
9. Anlagen:
– Kopie: Erlaubnis/Befähigung
10. Kostenträger der Genehmigung
Familienname
Vorname
Straße, Hausnummer
Telefon
Firma
PLZ
Fax
Ort
E-Mail (falls vorhanden)
Hiermit bestätige ich die Richtigkeit und Vollständigkeit der oben gemachten Angaben.
Ort und Datum
Firmenstempel und rechtsverbindliche Unterschrift
Anzahl
Merkblatt
„Verwendung von Nebelgeräten 1”
Nebelgeräte dürfen nur nach vorheriger und rechtzeitiger Absprache
mit der NürnbergMesse (Facility Service & Veranstaltungstechnik)
verwendet werden. Der NürnbergMesse ist mitzuteilen, welche Art
der Nebelerzeugung und welches Modell Anwendung findet. Das
Datenblatt sowie die Betriebsanleitung des Nebelgerätes und das
Sicherheitsdatenblatt des Nebelfluides sind vorzulegen. Wiederkehrende Prüfungen sind ggf. nachzuweisen.
Kosten für Ersatzmaßnahmen beim Außerbetriebsetzen von Brandschutzeinrichtungen werden durch die NürnbergMesse an den
Veranstalter bzw. Verursacher weiterverrechnet. Ebenso wie Kosten
für einen Feuerwehreinsatz bei Auslösung der Brandmeldeanlage
ohne vorherige Abstimmung mit der NürnbergMesse.
Es dürfen nur Nebelgeräte bereitgestellt und verwendet werden, die den
grundsätzlichen Anforderungen des aktuellen Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) entsprechen.
Bei der Verwendung von Nebelgeräten zur Verdampfung dürfen nur
Geräte bereitgestellt und verwendet werden, bei denen in der Konformitätserklärung die Übereinstimmung mit DIN VDE 0700-245 bestätigt wird.
Bei der Auswahl der Nebelgräte sind die Art der betrieblichen Nutzung und
die spezifischen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen. Dem Anwender
der Nebelgeräte müssen die dazugehörenden Bedienungsanleitungen zur
Verfügung stehen.
Allgemeine Gefährdungen bei der Verwendung von
Nebelgeräten
Aus den szenischen Vorgaben und einer Gefährdungsbeurteilung ergeben
sich Bedingungen für den Einsatz von Nebeleffekten.
Die Nebelmenge ist auf das notwendige Maß zu beschränken und mit allen
Beteiligten abzustimmen. Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um
eine Vernebelung der Bereiche, in denen dies szenisch nicht erforderlich ist,
möglichst gering zu halten.
Die bei der Beurteilung für alle Arten der Nebelerzeugung zu bewertenden Gefährdungen sind:
I
Sichtbehinderungen
Stolperstellen, Stellen mit Absturz- oder Verletzungsgefahr wie Treppen,
Versenkungen, Abgänge, scharfe Kanten etc. sind ebenso wie
Fluchtwege und Notausgänge bei Nebeleinsätzen besonders deutlich
zu kennzeichnen.
Wenn bei Einsatz von dichtem Nebel Hindernisse, Gefahrenstellen beziehungsweise deren Kennzeichnung nicht erkennbar sind, ist besondere
Sorgfalt zur Vermeidung dieser Gefährdung erforderlich.
Nebel darf Warn- und Sicherheitseinrichtung, insbesondere Fluchtwegkennzeichnung nicht unkenntlich machen.
I
Rutschgefahr
Nebel aus kurzer Entfernung auf eine kalte und glatte Oberfläche
gerichtet, kann dort Feuchtigkeitsniederschläge erzeugen. Bereits dünne
Feuchtigkeitsschichten können zu Rutschgefahr führen und insbesondere
Tänzer, Artisten sowie alle anderen Akteure im Wirkungsbereich der
Nebelgeräte gefährden.
Im Bereich von ein bis zwei Metern ist sicherzustellen, dass keine
Feuchtigkeitsniederschläge und damit Rutschgefahren auftreten.
Niederschläge auf der Szenenfläche sowie verschüttete Flüssigkeitsreste müssen schnellstmöglich entfernt werden.
I
Reaktion der Atemwege
Da Nebel in höherer Konzentration bei entsprechend anfälligen Personen
zu Reaktionen (z.B. Trockenheit der Atemwege durch hygroskopische
Eigenschaft des Nebels) führen kann, ist vorher rechtzeitig über einen
Nebeleinsatz zu informieren. Höhere Konzentrationen können insbesondere auf der Szenenfläche auftreten.
I
Entstehung von Gefahrstoffen durch nicht bestimmungsgemäße
Verwendung
Es werden nur Nebelfluide und Zusatzstoffe (z.B. Duft- und Hilfsstoffe)
in Nebelgeräten eingesetzt, die laut Herstellererklärung für das Nebelgerät geeignet sind. Grundsätzlich gilt die Gebrauchsanweisung.
Eine beliebige Vermengung von Nebelfluiden mit Duftstoffen und
anderen Zusätzen ist nicht erlaubt.
Die Mischung unterschiedlicher Nebelfluide sowie die Zubereitung
eigener Nebelfluide darf nicht erfolgen.
i4.6
I
Brand- und Explosionsgefahren
Für die Verwendung in Innenräumen sind keine Nebelfluide einzusetzen,
die entzündliche, leicht entzündliche oder hoch entzündliche Stoffe im
Sinne des §4 der aktuellen Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sind.
Der erzeugte Nebel darf im Austrittsbereich keine Flamme erzeugen
und im Abstand von einem halben Meter nicht entflammbar sein. Zusätzlich dürfen sich in der Nähe der Austrittsöffnung keine Zündquellen
befinden. Es ist ein Sicherheitsabstand von mindesten einem Meter
einzuhalten. Nebelfluide dürfen nur in Orginalgebinden des Herstellers
gelagert werden.
Wird Nebel in Räumen eingesetzt, die durch automatische Brandmelder
überwacht werden, muss die Brandmeldeanlage im Wirkungsbereich
des Nebels außer Betrieb gesetzt werden. In diesem Fall sind gleichwertige Ersatzmaßnahmen zu treffen – zum Beispiel eine Brandsicherheitswache.
Zur Vermeidung einer Brandgefährdung durch Überhitzung nach einer
Fehlfunktion werden nicht im Gebrauch befindliche Nebelgeräte
spannungsfrei geschaltet.
I
Gefährdung durch Fehlfunktion der Nebelgeräte
Es werden nur ordnungsgemäß gewartete Nebelgeräte eingesetzt, die
nach einer Sicht- und Funktionsprüfung keine Mängel aufweisen. Üble
Gerüche, nicht einwandfrei arbeitende Geräte oder das Ausstoßen von
unverdampfter Flüssigkeit sind Anzeichen für eine mangelhafte
Funktion. Diese Geräte sind zu warten bzw. instand zu setzen.
Die technische Wartung erfolgt in regelmäßigen Intervallen durch den
Hersteller oder nach Herstellerangaben.
Arten der Nebelerzeugung:
Nebel durch Kälte
typisch:
Nebel durch Erhitzen
möglich: Wolken, Raumnebel, Dunst,
auch Bodennebel – z.B.
Verdampfer
Nebel durch mech. Methoden typisch:
bei Bodennebel, durch z.B.
Trockeneis, Flüssigstickstoff
Dunst, z.B. Zerstäuber-Methode („Cracker“)
Nebel durch Kälte: Beispiel „TROCKENEIS“
Bodennebel erzeugt man meist durch die Verdampfung von Trockeneis.
Trockeneis ist gefrorenes Kohlendioxid. Die Verteilung des Nebels erfolgt
passiv oder mit Unterstützung durch schwache Lüfter.
Trockeneis-Nebelmaschinen verfügen über einen Wassertank. Elektrische Heizelemente im Tank erwärmen das Wasser je nach System auf Temperaturen
nahe dem Siedepunkt. Abhängig von der Temperatur des Wasserbades sind
gegebenenfalls Schutzmaßnahmen gegen Verbrühen nötig.
Gasförmiges Kohlendioxid ist schwerer als Luft. Es kann sich in tief gelegenen Räumen ansammeln und dort die Luft verdrängen. Bei szenischen
Darstellungen im Bodenbereich – zum Beispiel liegende Personen im
Trockeneisnebel – besteht Lebensgefahr.
Wenn keine ausreichende Verdünnung der Kohlendioxidkonzentration
erreicht wird, besteht Vergiftungs- bzw. Erstickungsgefahr. Zum Schutz
vor diesen Gefahren muss verhindert werden, dass sich Kohlendioxid in
Vertiefungen und tief gelegenen Räumen ansammelt. Dazu ist gegebenenfalls das (unsichtbare, geruchlose) Kohlendioxid aus Vertiefungen abzusaugen
und ins Freie zu leiten.
Trockeneis ist sehr kalt (minus 80° C) und kann bei direktem Kontakt
Erfrierungen hervorrufen. Trockeneis und eventuelle Reste sind so zu
lagern, dass Unbefugte keinen Zugriff darauf haben.
Der Umgang mit Trockeneis erfordert das Benutzen persönlicher Schutzausrüstung: Schutzhandschuhe, Kälteschutzhandschuhe und gegebenenfalls Schutzbrille.
Bei der Verwendung von Stickstoff zur Nebelproduktion unterscheiden
sich die Gefährdungen und Schutzmaßnahmen nur unwesentlich
von denen beim Umgang mit Trockeneis.
Bitte wenden!
Merkblatt
„Verwendung von Nebelgeräten 1”
(Fortsetzung)
Nebel durch Erhitzen: Beispiel „VERDAMPFER“
Die meisten Nebel für die szenische Gestaltung werden mit VerdampferNebel-Geräten erzeugt.
Bei diesen Geräten wird das Nebelfluid aus einem Tank oder Behälter
angesaugt, erhitzt und durch eine Düse gepresst. Das Fluid besteht aus
einem Gemisch von Alkoholen und Wasser. Die verwendeten Alkohole sind
hygroskopisch. Das gebundene Wasser bildet nach dem Durchlauf durch
die Düse und dem Abkühlvorgang nach Expansion den Nebel. Die Eigenschaften des erzeugten Nebels lassen sich durch die Auswahl der Nebelfluide
und die Geräteeinstellungen beeinflussen.
Auch Bodennebel lässt sich mit Hilfe von Zusatzgeräten erzeugen. Dabei
wird der Nebel aus einem Verdampfer-Nebelgerät so weit abgekühlt, dass
er deutlich schwerer als Luft ist und entsprechend schnell absinkt.
Zur Information über die Inhaltsstoffe der Nebelfluide oder Duftzusätzen
müssen Herstellerinformationen und ein Sicherheitsdatenblatt angefordert
und bei den Veranstaltungen mitgeführt werden. Bei der Beschaffung
der Nebelfluide ist die Verdampfungstemperatur des Nebelfluid auf die
Temperatur des Verdampfers abzustimmen.
Risiken können entstehen, wenn minderwertige Fluide verwendet werden,
deren Bestandteile reizende oder gesundheitsschädliche Eigenschaften
aufweisen.
Die Zugabe von Duftzusätzen zum Fluid und die Überschreitung der
angegebenen optimalen Vernebelungstemperatur des Fluids müssen vorsorglich vermieden werden, um mögliche Gefährdungen durch unbekannte
Reaktionen auszuschließen.
An der heißen Oberfläche der Austrittsöffnung besteht Gefahr, sich zu
verbrennen. Zusätzlich kann es erforderlich sein, Abkühlzeiten zu beachten,
bevor Schutzabdeckungen entfernt werden.
Nebel durch mechanische Methoden: Beispiel
„Zerstäuber-Methode“ („Cracker“)
Oil-„Cracker“ zerstäuben auf mechanischem Wege Öl, ohne dieses zu
erhitzen. Der erzeugte Öldunst ist sehr stabil und vermischt sich nicht mit
der umgebenden Luft.
Wasser/Glykol-„Cracker“ zerstäuben die Nebelfluide ebenso wie die Oil„Cracker“ auf mechanische Weise. Das Nebelfluid besteht dabei aus Wasser
und mehrwertigen Alkoholen.
Problematisch ist der Niederschlag, den der Nebel auf Einrichtungen – zum
Beispiel Szenenflächen, Dekorationen, Traversen und Geräten – hinterlässt.
Es besteht Rutschgefahr.
Ölnebel bzw. Wasser/Glykol-Nebel werden vorzugsweise nur in Bereichen
verwendet, die von Mitwirkenden nicht begangen werden müssen.
Die Niederschläge müssen schnellstmöglich entfernt werden.
Es ist außerdem auf die Besonderheiten des Betriebes von Kompressoren
und Zubehör zu achten. Vor dem Wechsel von Armaturen, Schlauchverbindungen und Zusatzelementen ist das System drucklos zu machen.
1
Merkblatt erstellt in Anlehnung an: BG-Information „Besondere
szenische Effekte und Vorgänge“ (BGI 810-5), VBG, Hamburg, 2007
i4.6
Merkblatt „Feuerlöscher”
i4.7
Eignung der Feuerlöscher:
Erklärung der amtlichen Bezeichnung der
Feuerlöscher:
I Pulver
PG 6 DIN EN 3
I Schaum
I Wasser
Brände fester Stoffe, hauptsächlich
organischer Natur, die normalerweise
unter Glutbildung verbrennen
Pulverlöscher
Wasser- und
mit ABC-Pulver Schaumlöscher
aktuelle europäische Norm
Gewicht/Füllung in kg
Kennbuchstabe: Im vorliegenden Fall ABC-Pulver
I Pulver
I Schaum
I CO2
Brände von flüssigen oder flüssig
werdenden Stoffen
Tabelle:
Pulverlöscher
mit BC- und
ABC-Pulver
Schaumlöscher
Co2löscher
Benennung
Löschmittel
Kennbuchstabe
Wasserlöscher
Wasser und wässrige Lösungen
W
Schaumlöscher
Schaum
S
Pulverlöscher
ABC-Pulver
PG
BC-Pulver
P
D-Pulver
PM
Kohlendioxid (CO²)
K
I Pulver
Kohlendioxidlöscher
Brände von Gasen
(z.B. Propan, Butan, etc.)
Pulverlöscher
mit BC- und
ABC-Pulver
Beispiel für ein vorgeschriebenes Schriftfeld
nach DIN EN 3:
I Pulver
Brände von Metallen
(z.B. Magnesium, Aluminiumspäne)
Pulverlöscher
mit D-Pulver
I Schaum
Brände von Fetten, Ölen, Löscher
mit orangefarbener Kennzeichnung
Nach DIN EN 3 werden folgende Größen vorgesehen: 1 kg, 2 kg, 3 kg, 4 kg,
6 kg, 9 kg, 12 kg
I Die Brandklassen der Feuerlöscher haben nichts mit den Baustoffklassen nach
DIN 4102 und DIN EN 13501 gemeinsam.
I Die Brandklassen regeln die Eignung der Feuerlöscher für Brände diverser
Materialien, Flüssigkeiten oder Dämpfe, die Feuer gefangen haben.
In der NürnbergMesse wird empfohlen, soweit möglich einen Wasser- oder Schaumlöscher zu verwenden. Wenn Sie einen Feuerlöscher mit Pulver verwenden,
besteht die Gefahr, dass bei einem Gefahrenfall alle benachbarten Stände im Nachgang gereinigt werden müssen, da der austretende Pulverstrahl nicht gesteuert
werden kann.
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
Dieses Merkblatt ist zwischen
i4.8
INHALTSVERZEICHNIS
den Messegesellschaften
1.
GELTUNGSBEREICH
Deutsche Messe AG Hannover
2.
DEFINITIONEN UND ERLÄUTERUNGEN
KölnMesse GmbH
2.1
Lagerungsarten
2.2
Glasarten und Acrylglas
2.3
Bemessungsnormen
2.4
Materialkennwerte von Glasprodukten
Leipziger Messe GmbH
Messe Berlin GmbH
Messe Düsseldorf GmbH
Messe Frankfurt Venue GmbH
Messe München GmbH
3.
BAUKONSTRUKTIONEN
NürnbergMesse GmbH
3.1
Nicht absturzsichernde Vertikalverglasung
3.1.1
Vertikalverglasung mit einer Höhe h ≤ 4 m über Hallenboden
3.1.2
Vertikalverglasung mit einer Höhe h > 4 m über Hallenboden
3.2
Absturzsichernde Vertikalverglasung
3.2.1
Kategorie A – Vertikale Glaswand
3.2.2
Kategorie B – eingespannte Glasbrüstung mit
abgestimmt.
Berlin, den 1.12.2012
durchgehendem Handlauf
3.2.3
Kategorie C – Geländerausfachung und Glaswand mit
vorgesetztem lastabtragenden Holm
3.3
Horizontalverglasung
3.3.1
Überkopfverglasung
3.3.2
Begehbare Verglasung
4.
ZULASSUNGSVERFAHREN
4.1
Grundlagen
4.2
Einbaugenehmigung im Einzelfall
5.
EINBAUHINWEISE
6.
BEISPIELE FÜR ABSTURZSICHERNDE KONSTRUKTIONEN
6.1
Kategorie B
6.2
Kategorie C1
6.2.1
2-seitig, vertikal gehaltene Geländerausfachung
6.2.2
2-seitig, horizontal gehaltene Geländerausfachung
6.2.3
4-seitig gehaltene Geländerausfachung
6.2.4
Punktgelagert mit gebohrter Verankerung (Konstruktive
Vorgaben nach TRAV bzw. DIN 18008-4)
6.2.5
Punkthalterung mit seitlichen Klemmankern und
Abrutschsicherung
6.2.6
Punkthalterung mit Klemmankern oben und unten
6.3
Brüstung mit Knieholmen (Absturzsicherung allein durch
ausreichend tragfähigen Handlauf und Knieholme)
7.
TECHNISCHE BAUBESTIMMUNGEN UND ALLGEMEIN
ANERKANNTE REGELN DER TECHNIK UND LITERATUR
8.
ABKÜRZUNGEN
9.
SCHLAGWORTVERZEICHNIS
10.
ÜBERSICHTSTABELLEN FÜR STANDBAUER
Bitte wenden!
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
i4.8
(Fortsetzung)
1. Geltungsbereich
Das vorliegende Merkblatt behandelt Regelungen, die für die Anwendung von Glas und Acrylglas bei Standbauten im Inneren von Messehallen gelten. Standbauten außerhalb von Messehallen werden nicht
behandelt.
Entwurf, Bemessung und Montage von Glasbauteilen innerhalb von
Messehallen erfordern eine ausreichende Qualifikation der beteiligten
Planer und Monteure für Glaskonstruktionen.
Glaskonstruktionen mit gültiger, allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (einschließlich europäischer technischer Zulassungen ETA) dürfen
in Messehallen immer gemäß Zulassungstext verwendet werden. Sie
werden in ihrer Anwendbarkeit durch dieses Merkblatt nicht eingeschränkt.
2. Definitionen und Erläuterungen
2.1 Lagerungsarten
- Linienförmig gelagerte Verglasungen:
Diese sind an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten durchgehend linienförmig gelagert.
- Punktförmig gelagerte Verglasungen:
Die Lagerung erfolgt über Bohrverankerungen oder Klemmankersysteme.
2.2 Glasarten und Acrylglas
Bauaufsichtlich zugelassene Glasarten der Bauregelliste A:
- Floatglas (Spiegelglas, SPG) nach DIN EN 572-2:
Wird auch Floatglas oder Flachglas genannt. Besitzt eine relativ
geringe Biegezugfestigkeit und zeigt ein grobes Bruchbild mit scharfkantigen Scherben. Der Einsatz als Einscheibenglas ist im Messebau
nicht zulässig. Als VSG ist es im Messebau zulässig.
- Einscheibensicherheitsglas (ESG) nach DIN EN 12150-1:
ESG ist ein thermisch voll vorgespanntes Glas. Es verfügt über einen
Eigenspannungszustand: Im Kernbereich Zug und an den Oberflächen
Druck. Es besitzt eine hohe Biegezugfestigkeit und zeigt bei Zerstörung
ein krümeliges Bruchbild. In diesem Merkblatt ist mit ESG immer ESG
aus Floatglas gemeint.
- Verbund-Sicherheitsglas (VSG):
VSG besteht aus mindestens zwei Float (SPG)-, ESG- oder TVGScheiben, deren Dicke maximal um den Faktor 1,5 von einander
abweicht. Die Scheiben sind durch Zwischenschichten (PVB- oder
SGP-Folie) miteinander verbunden. Durch die Folie werden im Fall
eines Scheibenbruches die Bruchstücke zusammengehalten, eine
gewisse Resttragfähigkeit erreicht und das Risiko von Schnittverletzungen verringert.
- Teilvorgespanntes Glas (TVG) nach DIN EN 1863-1 oder allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ):
TVG ist ein thermisch nur teilweise vorgespanntes Glas. Es besitzt
gegenüber ESG eine geringere Biegezugfestigkeit. TVG zeigt bei
Zerstörung ein gröberes Bruchbild als ESG. VSG-Scheiben aus TVG
besitzen deshalb eine höhere Resttragfähigkeit als VSG-Scheiben aus
ESG. TVG mit PVB-Folie ist in der Bauregelliste A aufgeführt. TVG mit
SGP erfordert eine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des SGP.
Bauaufsichtlich nicht zugelassen:
- Acrylglas:
Bei Acrylglas handelt es sich um einen transparenten thermoplastischen Kunststoff der z.B. unter den Markennamen Plexiglas® oder
Perspex® vertrieben wird. Derzeit liegen für Acrylglas keine anerkannten technischen Regeln vor.
- Polycarbonat: z.B. Makrolon
Acrylglas und Polycarbonat darf nur für nichttragende, dekorativ ausfachende Bauteile verwendet werden.
2.3 Bemessungsnormen
Glasbauteile können nach folgenden Bemessungskonzepten und den zugehörigen Bemessungsnormen statisch nachgewiesen werden.
Bemessungskonzept
A: Konzept globaler Sicherheiten
B: Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte
Nachweiskonzept
σ < zul. σ
σκ*γf < fk*kc*kmod/ γM
Ermittlung der Schnittgrößen und Spannungen
im GZG (SLS)*)
im GZT (ULS)
Kontrolle der Verformungen
im GZG (SLS)
im GZG (SLS)
Bezeichnung für Kräfte / Spannungen im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit - GZG
(Kräfte aus charakteristischen Einwirkungen
ohne γf)
ohne Bezeichnung,
GZG (SLS)
GZG (SLS) hinter der Zahl oder Index k am
Formelzeichen z.B. Auflagerkraft = 12 kN (GZG)
bzw. Fk = 12 kN
Bezeichnung für Kräfte / Spannungen im Grenzzustand der Tragfähigkeit - GZT (Kräfte aus
charakteristischen Einwirkungen multipliziert mit γf)
Bezeichnung der zulässigen Materialspannung
GZT (ULS) hinter der Zahl oder Index d am
Formelzeichen z.B. Auflagerkraft = 16 kN (GZT)
bzw. Fd = 16 kN
zul. σ oder zulässig σ
Bezeichnung der Grenzspannung
fk
Bemessungsrichtlinien, Bemessungsnormen
TRLV [5]
TRAV [6]
TRPV [17]
DIN 18008-1 [12]
DIN 18008-2 [13]
DIN 18008-3 [14]
DIN 18008-4 [15]
DIN 18008-5 [16]
Normen für die Einwirkungen
dieses Merkblatt und
DIN EN 1991 1 1
DIN EN 1991 1 1/NA: (2010-12)
dieses Merkblatt und
DIN EN 1991 1 1
DIN EN 1991 1 1/NA: (2010-12)
Übliche Teilsicherheitsbeiwerte γf für ständige
Einwirkungen (z.B. Eigenlasten)
1,35
Übliche Teilsicherheitsbeiwerte γf für veränderliche Einwirkungen (z.B. Staudruck, Nutzlasten, Holmdruck)
1,5
Einwirkungsdauern von messe-typischen Einwirkungen für kmod aus DIN 18008-1, Tabelle 6
Eigengewicht: ständig
Nutzlasten: mittel
horizontale Ersatzlast: kurz
Holmdruck: kurz
(kmod = 0,25)
(kmod = 0,4)
(kmod = 0,7)
(kmod = 0,7)
*) (engl. Bezeichnung / Abkürzung [gem. Punkt 8] des jeweiligen Grenzzustandes)
Für eine statische Berechnung ist entweder das Konzept A der globalen Sicherheiten oder das Konzept B der Teilsicherheitsbeiwerte zu Grunde zu legen.
Beide Konzepte dürfen nicht gemischt werden. Nach Wahl des Bemessungskonzeptes A oder B sind dann auch alle konstruktiven Vorgaben (z.B. Durchbiegungsbegrenzungen, Glaseinstand, etc.) der für die Bemessung gewählten Normenreihe einzuhalten. Durch die verbale Beschreibung und die verwendeten Formelzeichen und Abkürzungen muss eindeutig erkennbar sein, welches Konzept zur Anwendung kommt. Auflagerkräfte aus Glasbauteilen müssen
stets im GZG (SLS) und im GZT (ULS) angegeben werden, um die Lasten der weiterleitenden Bauteile aus Beton, Stahl oder Holz ohne Übertragungsfehler
nach dem Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte bemessen zu können.
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
i4.8
(Fortsetzung)
2.4 Materialkennwerte von Glasprodukten
Glasprodukte besitzen eine Rohdichte von 25 kN/m³, einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von 8,4·10-6/K und einen Elastizitätsmodul von
70.000 N/mm². Bei der Bemessung sind die in Tabelle 1 angegebenen Biegezugspannungen zulässig (Konzept A) bzw. die in Tabelle 2 angegebenen
Bemessungswerte des Widerstandes Rd einzuhalten (Konzept B).
Tabelle 1: Zulässige Biegezugspannungen für verschiedene Glasarten in N/mm² (für den statischen Nachweis nach dem Konzept A der zulässigen
Spannungen)
ESG
Emailliertes Glas
(bedrucktes Glas)
ESG
TVG
TVG
VSG aus Float
(SPG)
Floatglas
(Spiegelglas, SPG)
Drahtglas (nur für
Bestandsbauteile)
Überkopfverglasung
50
30
18
29
15
12
8
Vertikalverglasung
50
30
18
29
22,5
18
10
Tabelle 2: Übliche Materialkennwerte für das Bemessungskonzept B der Teilsicherheitsbeiwerte
Kennwert
Spiegelglas
(nicht bedruckt, nicht gestrahlt)
TVG
(nicht bedruckt, nicht gestrahlt)
ESG
(nicht bedruckt, nicht gestrahlt)
Übliche Grenzspannung fk nach
DIN EN 572-1, DIN EN 1863-1
bzw. abZ, DIN EN 12150-1
45 N/mm²
70 N/mm²
120 N/mm²
Konstruktionsbeiwert kc üblich
1,8
1
1
kVSG für Verbundsicherheitsglas
1,1
1,1
1,1
kKante für Glaskanten-Nachweise
0,8
1
1
Materialfaktor γM
1,8
1,5
1,5
Modifikationsbeiwert zur
Lasteinwirkungsdauer kmod
ständig: 0,25
mittel: 0,4
kurz:
0,7
Bemessungswert des Widerstandes gegen Spannungsversagen Rd
Rd = kmod* kc* kVSG * kKante* fk / γM
Rd = kc* kVSG * kKante* fk / γM
Rd = kc* kVSG * kKante* fk / γM
Zwischenfolien von VSG müssen aus PVB oder SGP (Sentry glas plus) bestehen. Folien aus PVB müssen eine Reißfestigkeit von mindestens 20 N/mm²
aufweisen. Folien aus SGP müssen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (einschließlich europäischer technischer Zulassung ETA) besitzen und
gemäß dieser verarbeitet werden.
3.
Baukonstruktionen und Einwirkungen
3.1
Nicht absturzsichernde Vertikalverglasung
3.1.1 Vertikalverglasung mit einer Höhe h ≤ 4 m über Hallenboden
Es sind weder statische Nachweise entsprechend den unter 2.3
genannten Regeln zu führen noch experimentelle Nachweise notwendig. Der Aussteller ist in diesem Fall dafür verantwortlich, dass
die Konstruktion verkehrssicher und standsicher ist sowie dem Stand
der Technik entspricht. Eine Übersicht über mögliche Konstruktionen
gibt Tabelle A.
- Es ist ESG oder VSG zu verwenden.
- Die Lagerung der Scheiben kann punkt- oder linienförmig erfolgen.
- Glaswände, deren Neigung mehr als 10° gegen die Vertikale
beträgt, sind als Überkopfverglasungen zu betrachten und nach
Punkt 3.3 zu behandeln.
- Zum Schutz angrenzender Verkehrsflächen oder zur Aufnahme der
Last aus dem Anlehnen bzw. dem Anprall von Personen können
weitergehende Maßnahmen, z.B. statische Nachweise analog
3.1.2, erforderlich werden.
3.1.2 Vertikalverglasung mit einer Höhe h > 4 m über Hallenboden
Vertikalverglasungen, deren Oberkanten höher als 4 m über Hallenboden liegen und die keine absturzsichernde Funktion übernehmen,
benötigen keine Einbaugenehmigung im Einzelfall (siehe 4.2), wenn
Typ, konstruktive Details und Lagerung der Scheiben den Vorgaben
der unter 2.3 genannten Regeln entsprechen.
Außerdem sind die folgenden Hinweise zu beachten:
- Es sind eine geprüfte bzw. prüffähige, statische Berechnung und
zugehörige Ausführungspläne vorzulegen.
- Als Lasten sind neben dem Eigengewicht eine horizontale Ersatzflächenlast h1 = 0,125 kN/m² für die Ansichtsflächen bis 4 m über
Hallenboden und h2 = 0,063 kN/m² für die Ansichtsflächen oberhalb 4 m über Hallenboden anzusetzen.
- Bei besonderen Stoßrisiken - z.B. abschüssige Rampe vor der
Verglasung - sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich.
- Der statische Nachweis kann entfallen, wenn die Scheiben eine
Fläche kleiner 1,6 m², eine Dicke von mindestens 4 mm ESG und
eine vierseitige linienförmige Lagerung aufweisen.
Punktförmig gelagerte Verglasungen dürfen ohne weitere Nachweise ausgeführt werden, wenn
- für die Glas-Punkthalter-Kombination eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) existiert oder
- die konstruktiven Vorgaben und Glasdicken der TRAV, TRPV, der
DIN 18008-3, der DIN 18008-4 bzw. Tabelle B eingehalten werden.
Der Verweis auf TRAV, DIN 18008-3/-4 bzw. Tabelle B erfolgt, weil
die dort aufgeführten absturzsichernden Verglasungen selbstverständlich auch für nicht absturzsichernde Glaswände geeignet
sind.
Alle anderen Konstruktionen benötigen eine Einbaugenehmigung im
Einzelfall.
Für ESG ist eine Bescheinigung über die Heißlagerung (HeatsoakTest) vorzulegen.
Eine Übersicht über mögliche Konstruktionen und erforderliche
Nachweise gibt Tabelle A.
3.2
Absturzsichernde Vertikalverglasung
Bei allen drei folgenden Kategorien A, B und C sind ein statischer
Nachweis des Glases und der Unterkonstruktion und ein Nachweis
der Tragfähigkeit unter stoßartiger Belastung erforderlich.
Für den statischen Nachweis des Glases und der Unterkonstruktion
sind als ein Lastfall die Holmdrucklast und als weiterer Lastfall die
horizontale Ersatzflächenlast h1 = 0,125 kN/m² für die Ansichtsflächen bis 4 m über Hallenboden und h2 = 0,063 kN/m² für die
Ansichtsflächen oberhalb 4 m über Hallenboden anzusetzen.
Der Nachweis der Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen
kann geführt werden:
- durch einen Pendelschlagversuch nach DIN EN 12600 bei Anwendung von Bemessungskonzept A oder nach DIN 18008-4 bei
Anwendung von Bemessungskonzept B oder
- durch die Einhaltung der konstruktiven Vorgaben, Glasabmessungen und Glasdicken gemäß Tabelle B dieses Merkblattes oder
- durch einen rechnerischen Nachweis gemäß den unter 2.3
genannten Regeln.
Bitte wenden!
34
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
i4.8
(Fortsetzung)
Eine Übersicht über mögliche Konstruktionen und erforderliche
Nachweise gibt Tabelle B. Alle konstruktiven Details (auch Durchbiegung und Glaseinstand) sind gemäß den unter 2.3 genannten
Regeln auszubilden.
Pendelschlagversuche sind durch die in Punkt 4 genannten Prüfstellen langfristig vor Messebeginn und außerhalb der Messehallen
durchzuführen.
3.2.1 Kategorie A – Vertikale Glaswand
Definition: Linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen, die keinen
lastabtragenden Riegel in Holmhöhe besitzen, nicht durch
einen vorgesetzten Holm geschützt sind und damit zur
unmittelbaren Aufnahme von Holmlasten dienen, z.B.
raumhohe Verglasungen.
Wenn eine Absturzhöhe von mehr als 1 m abzusichern ist, sind die
Technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden
Verglasungen (TRAV) oder die DIN 18008-4 anzuwenden.
- Es ist grundsätzlich VSG zu verwenden.
- Geprüfte bzw. prüffähig einzureichende Statische Nachweise und
ein Pendelschlagversuch (Versuch gemäß DIN EN 12 600 oder DIN
18008-4) sind erforderlich.
- Der Pendelschlagversuch ist bei allseitig linienförmig gelagerten
Gläsern nicht erforderlich, wenn die zutreffenden Glasabmessungen und Glasdicken der Tabelle B (bzw. TRAV 6.3. und Tabelle
2), DIN 18008-3 und DIN 18008-4 eingehalten werden oder Nachweise nach DIN 18008-4 geführt werden.
- Die Kanten der Verglasung müssen durch die Stützkonstruktion
sicher geschützt werden.
3.2.2 Kategorie B – eingespannte Glasbrüstung mit durchgehendem
Handlauf
Definition: An ihrem Fußpunkt mittels einer Klemmkonstruktion
linienförmig gelagerte, tragende Glasbrüstungen, deren
einzelne Verglasungselemente mittels eines aufgesteckten, durchgehenden, tragenden Handlaufs
verbunden sind (siehe Beispiel in Punkt 6.1).
- Es ist grundsätzlich VSG zu verwenden.
- Geprüfte bzw. prüffähig einzureichende Statische Nachweise und
ein Pendelschlagversuch (Versuch gemäß DIN EN 12 600 oder DIN
18008-4) sind erforderlich.
- Bei Einsatz von VSG aus 2 x 10 mm ESG (oder 2 x 10 mm TVG)
kann auf einen Pendelschlagversuch verzichtet werden, solange
die Abmessungen gemäß Tabelle B eingehalten sind (konstruktive
Details gemäß TRAV oder DIN 18008-4).
- Die PVB- / SGP-Folie muss eine Stärke von mindestens 1,52 mm
besitzen.
- Die Einspannhöhe muss mindestens 100 mm betragen.
Bei evtl. Zerstörung einer Scheibe erfolgt der rechnerische Nachweis
des Lastabtrages über den Holm auf die Nachbarelemente. Die dann
auftretenden Spannungen in den Nachbarscheiben dürfen bei
Bemessung nach Konzept A um 50 % über den zulässigen Werten
liegen. Bei Bemessung nach Konzept B darf dieser Fall als außergewöhnliche Bemessungssituation eingestuft werden. Die zerstörte
Scheibe ist unmittelbar nach dem Schadensereignis auszutauschen.
3.2.3 Kategorie C – Geländerausfachung und Glaswand mit
vorgesetztem lastabtragenden Holm
Definition: Absturzsichernde Verglasung, die nicht zur Abtragung
von Holmlasten dient und einer der folgenden Gruppen
entspricht:
C1: An mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten
linienförmig und/oder punktförmig gelagerte Geländerausfachung.
C2: Unterhalb eines in Holmhöhe angeordneten, lastabtragenden Querriegels befindliche und an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten linienförmig
gelagerte Vertikalverglasung.
C3: Verglasungen der Kategorie A mit vorgesetztem lastabtragenden Holm.
- Verglasungen der Kategorie C1 und C2 dürfen bei allseitig linienförmiger Lagerung in ESG ausgeführt werden. Bei allen anderen
Lagerungsformen und bei der Kategorie C3 ist grundsätzlich VSG
zu verwenden, wenn keine bauaufsichtliche Zulassung vorliegt.
- Eine Übersicht über mögliche Konstruktionen und erforderliche
Nachweise gibt Tabelle B.
- Der Pendelschlagversuch ist nicht erforderlich, wenn die zutreffenden konstruktiven Vorgaben, Glasabmessungen und Glasdicken
der Tabelle B oder der TRAV bzw. der DIN 18008-4 eingehalten
werden.
Ersatzmaßnahmen / Splitterschutz:
Wenn bei absturzsichernder Verglasung der Kategorie C die Nachweise gemäß TRAV bzw. DIN 18008-4 nicht erbracht werden, so
kann die Absturzsicherheit dadurch erreicht werden, dass unter dem
Geländerholm ausreichend Kniestäbe oder Stahlseile von mindestens
5 mm Durchmesser im Höhenabstand von maximal 35 cm mit
ausreichendem Abstand vor den Scheiben angeordnet werden.
Grundsätzlich ist entlang und über Verkehrsflächen ein Splitterschutz
anzuordnen bzw. VSG einzusetzen.
3.3
Horizontalverglasung
3.3.1 Überkopfverglasung
Als Überkopfverglasungen gelten alle Verglasungen, die mehr als 10°
gegen die Vertikale geneigt sind. Eine Übersicht über mögliche
Konstruktionen und erforderliche Nachweise gibt Tabelle C.
Nur folgende Glaserzeugnisse dürfen verwendet werden:
- VSG aus Float (Spiegelglas)
- VSG aus TVG
- Drahtglas (nur für Bestandsbauteile)
Neben den Tragfähigkeitsnachweisen ist ein Resttragfähigkeitsnachweis durch Versuche zu erbringen oder eine Netzunterspannung
vorzusehen. Werden die konstruktiven Anforderungen der TRLV bzw.
der DIN 18008-2 erfüllt, so ist ein Resttragfähigkeitsnachweis
entbehrlich.
Als Bemessungslasten sind das Eigengewicht und die horizontale
Ersatzflächenlast h1 = 0,125 kN/m² für die vertikalen Ansichtsflächen
bis 4 m über Hallenboden und h2 = 0,063 kN/m² für die vertikalen
Ansichtsflächen oberhalb 4 m über Hallenboden anzusetzen.
Die Scheiben sind ausreichend gegen Verrutschen und abhebende
Lasten zu sichern.
Punktgelagerte Scheiben und Scheiben aus TVG erfordern entweder
eine Bemessung nach den unter 2.3 genannten Regeln oder eine
allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ).
Können Überkopfverglasungen zeitweise zu Reinigungszwecken
betreten werden, so sind zusätzliche Lastfälle zu berücksichtigen und
ein experimenteller Resttragfähigkeitsnachweis zu führen [8]. Die
Einbaugenehmigung im Einzelfall ist hier grundsätzlich erforderlich.
- VSG-Scheiben mit einer Stützweite größer 1,20 m sind allseitig zu
lagern. Dabei darf das Seitenverhältnis nicht größer als 3:1 sein. Die
Gesamtdicke der PVB- / SGP- Folien muss mindestens 0,76 mm
betragen. Eine Dicke von 0,38 mm ist zulässig bei allseitiger Lagerung mit einem Seitenverhältnis nicht größer als 3:1 und einer Stützweite in Haupttragwirkung bis zu 0,8 m.
- Drahtglas ist nur bis zu einer Stützweite von 0,7 m zulässig. Der
Glaseinstand muss mindestens 15 mm betragen.
- Ausschnitte in den Scheiben sind nicht zulässig.
- Bohrungen sind nur gemäß TRPV bzw. DIN 18008-3 zulässig.
- Die maximale Durchbiegung darf 1/100 der Stützweite in der
kürzeren Spannrichtung nicht überschreiten.
3.3.2 Begehbare Verglasung
Begehbare Verglasungen werden planmäßig durch Personenverkehr
belastet. Beispiele hierfür sind Treppen, Podeste oder Laufstege. Sie
sind rechnerisch für Eigen – und Nutzlasten zu bemessen, außerdem
ist die Stoßsicherheit und Resttragfähigkeit nachzuweisen.
Die Stoßsicherheit und die Resttragfähigkeit der Verglasung sind
durch Bauteilversuche experimentell nachzuweisen. Anforderungen
werden in [8] bzw. in DIN 18008-5 genannt.
Bei allseits linienförmiger Verglasung mit einer rechnerisch anzusetzenden Nutzlast von nicht mehr als 5,0 kN/m² gilt die Stoßsicherheit
und Resttragfähigkeit als nachgewiesen, wenn die in Tabelle 3
genannten Abmessungen eingehalten werden.
Tabelle 3: Allseitig linienförmig gelagerte, planmäßig begehbare Verglasungen mit nachgewiesener Stoßsicherheit und Resttragfähigkeit
max.
Länge
[mm]
max.
Breite
[mm]
VSG-Aufbau
[mm]
(Oben /*/ Mitte /*/ Unten)
MindestAuflagertiefe
[mm]
1500
400
8 TVG /*/ 10 Float /*/ 10 Float
30
1500
750
8 TVG /*/ 12 Float /*/ 12 Float
30
1250
1250
8 TVG /*/ 10 TVG /*/ 10 TVG
35
1500
1500
8 TVG /*/ 12 TVG /*/ 12 TVG
35
2000
1400
8 TVG /*/ 15 Float /*/ 15 Float
35
/*/ = 1,52 mm PVB – Folie oder SGP (Sentry glas plus)
35
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
i4.8
(Fortsetzung)
Begehbares Glas darf linien- oder punktförmig gelagert werden. Es muss aus VSG mit mindestens 3 Lagen, die aus ESG und/oder TVG / Float bestehen,
aufgebaut sein. Aus Gründen der Schlagfestigkeit ist zu empfehlen, als oberste Lage ESG oder TVG zu verwenden. Eine ausreichende Rutschsicherheit nach
DIN 51097 muss gewährleistet werden. Zum Erreichen der Reststandsicherheit werden die unteren beiden Schichten in der Regel aus Float oder TVG
bestehen.
Die Verglasung, deren Halterung und die Unterkonstruktion sind für die planmäßige Belastung aus Eigengewicht und Nutzlasten entsprechend den
gewählten Bemessungskonzepten und den dazu gültigen Normen zu konstruieren und zu bemessen.
Bemessungskonzept
A (TRLV)
B (DIN 18008-5)
Flächige Nutzlast qk je nach Nutzungskategorie
C1: 3,0 kN/m²
C3, T2: 5,0 kN/m²
C1: 3,0 kN/m²
C3, T2: 5,0 kN/m²
Einzellast Qk als weitere zu untersuchende veränderliche Einwirkung
C1: 4,0 kN
C3: 4,0 kN / T2: 2,0 kN
C1: 4,0 kN
C3: 4,0 kN / T2: 2,0 kN
Aufstandsfläche der Einzellast
100 x 100 mm
50 x 50 mm
Oberste Scheibe statisch anrechenbar
nein
für die ständige und vorübergehende
Bemessungs-situation
Nachweis bei gebrochener, oberster Scheibe
(nur die beiden unteren Scheiben tragen)
üblicher Nachweis
als außergewöhnliche Bemessungssituation
Normen der Einwirkungen
DIN EN 1991-1-1
DIN EN 1991-1-1 /NA
DIN EN 1991-1-1
DIN EN 1991-1-1 /NA
Durchbiegung max. bei 3 tragenden Scheiben
l/200
l/200
Durchbiegung max. bei 2 tragenden Scheiben
l/100
l/100
Bei Treppen muss durch die Art der Konstruktion eine ausreichende Lastverteilung gewährleistet werden. Treppen bei Standbauten sind immer der
Nutzungskategorie T2 zuzuordnen.
4.
Zulassungsverfahren
4.1
Grundlagen
Entsprechen ein Glasbauteil und dessen Glasprodukte den unter 2.3
aufgeführten technischen Baubestimmungen und Regeln der
Technik, so genügt die Einreichung der geprüften, statischen Berechnung und der geprüften Pläne. Daraufhin erfolgt die Baufreigabe.
Zusätzlich erfolgt eine örtliche Bauüberwachung / -abnahme.
Werden zusätzliche Komponenten eingebaut, für die eine allgemeine
bauaufsichtliche Zulassung (abZ), ein bauaufsichtliches Prüfzeugnis
oder eine Typengenehmigung erforderlich sind, so sind diese
Bescheide den statischen Berechnungen beizufügen.
Entsprechen ein Glasbauteil oder dessen Komponenten weder den,
unter 2.3 aufgeführten technischen Baubestimmungen und Regeln
der Technik, noch kann eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
oder ein bauaufsichtliches Prüfzeugnis vorgelegt werden, so ist eine
Zustimmung im Einzelfall (ZiE) erforderlich. Diese kann jedoch beim
Einsatz von Glas im Rahmen dieses Merkblattes durch eine Einbaugenehmigung im Einzelfall ersetzt werden.
4.2
Einbaugenehmigung im Einzelfall
Dieses Genehmigungsverfahren ist angelehnt an die Vorgehensweise
zum Erlangen einer Zustimmung im Einzelfall (ZiE). Eine einmal
erteilte Einbaugenehmigung im Einzelfall wird bei identischem
Aufbau und gleicher Nutzung von den beteiligten Messegesellschaften anerkannt. Ein Antrag auf Baufreigabe mit örtlicher
Bauüberwachung / -abnahme ist jedoch jedes Mal erneut zu stellen.
Dabei sind der Prüfbericht, alle Zertifikate und Zulassungen, detaillierte Angaben über die Konstruktion, die Glasabmessungen und die
Glasdicken einzureichen.
In den Tabellen A, B, C sind zustimmungspflichtige Glasbauteile
durch die erforderliche Nachweisart 3 in Spalte 14 gekennzeichnet.
Einbaugenehmigungen im Einzelfall können nicht kurzfristig erteilt
werden, sondern erfordern einen längeren Bearbeitungszeitraum. Sie
müssen deshalb mindestens 6 Wochen vor Aufbaubeginn beantragt
werden.
Es wird empfohlen, rechtzeitig vor der Durchführung von Bauteilversuchen die Vorgehensweise und die vorgesehenen Prüfungen mit
der Messegesellschaft abzusprechen. Bei Bauteilversuchen wird in
der Regel gefordert, Teile der Originalunterkonstruktion des Glasbauteils mit zu verwenden, sodass realistische Beanspruchungen
entstehen.
Das Verfahren zum Erlangen einer von der Messegesellschaft
erteilten Einbaugenehmigung im Einzelfall läuft folgendermaßen ab:
- Die Prüfung der statischen Berechnungen einschließlich der einzureichenden Übereinstimmungsnachweise (Werksbescheinigungen
der Glashersteller und Glasverarbeitungsbetriebe) sind durch einen
öffentlich zugelassenen Sachverständigen / Prüfingenieur für
Baustatik (Fachrichtung Massiv- / Stahlbau) vorzunehmen.
- Die Verwendung der Konstruktion auf Unbedenklichkeit ist durch
ihn zu bestätigen. Über zusätzlich erforderliche Materialversuche,
die Stoßsicherheit und den Nachweis der Resttragfähigkeit betreffend, entscheidet der Prüfingenieur. Der Prüfbericht ist mit den
übrigen Antragsunterlagen zur Erteilung der Aufbaugenehmigung
(Baufreigabe) und für die Standbau-Überwachung / - abnahme bei
der Messegesellschaft einzureichen.
- Die abschließende Zustimmung erfolgt vor Ort nach Kontrolle der
Übereinstimmung der örtlichen Konstruktion mit den geprüften
Unterlagen. Der überwachende und abnehmende Ingenieur
handelt im Auftrag der Messegesellschaft.
Anerkannte Institute zur Durchführung von Bauteilversuchen
an Glaskonstruktionen:
Technische Universität Dresden,
Institut für Baukonstruktionen (Beyer-Bau), Prof. Dr.-Ing. Weller
George-Bähr-Straße 1, 01069 Dresden
Institut für Massivbau
Prof. Dr.-Ing. Marx, Leibnitz-Universität Hannover
Appelstraße 9a, 30167 Hannover
RWTH Aachen
Lehrstuhl für Stahlbau, Prof. Dr.-Ing. Feldmann
Mies-van-der-Rohe-Straße 1, 52074 Aachen
FMPA Baden-Württemberg
FB 2, Abt. 21, Referat 214
Pfaffenwaldring 4, 70569 Stuttgart (Vaihingen)
FH München
Labor für Stahl- und Leichtmetallbau, Prof. Dr.-Ing. Bucak
Karlstraße 6, 80333 München
MFPA Leipzig GmbH
Hans-Weigel-Straße 2B, 04319 Leipzig
Materialprüfanstalt für das Bauwesen Braunschweig
Beethovenstraße 52, 38106 Braunschweig
MPA Darmstadt
Grafenstraße 2, 64283 Darmstadt
Universität Karlsruhe
Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine
Prof. Dr.-Ing. Ummenhofer
Otto-Amman-Platz 1, 76131 Karlsruhe
TU München
Lehrstuhl für Stahlbau, Prof. Dr.-Ing. Mensinger
Arcisstraße 21, 80333 München
TU Hamburg - Harburg
Institut für Baustatik und Stahlbau, Prof. Dr.-Ing. Starossek
Denickestraße 7, 21073 Hamburg
Bitte wenden!
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
i4.8
(Fortsetzung)
Dies gilt gemäß TRAV bzw. DIN 18008-4 auch für parallelogrammförmige Brüstungen:
MPA Nordrhein-Westfalen
Marsbruchstraße 186, 44287 Dortmund
TU Darmstadt
Institut für Werkstoffe und Mechanik im Bauwesen
Prof. Dr.-Ing. Wörner
Petersenstraße 12, 64283 Darmstadt
Friedmann & Kirchner
Gesellschaft für Material- und Bauteilprüfung
Große Ahlmühle 7, 76865 Rohrbach
Institut für Fenstertechnik e.V.
Theodor-Grietl-Straße 7-9, 83025 Rosenheim
5.
Hinweise zu Konstruktion und Berechnung
- Glas ist ein spröder Werkstoff, der spontan und ohne
Vorankündigung versagt.
- Glas ist empfindlich gegen Schläge mit harten, spitzen Gegenständen.
Aus diesen Eigenschaften lassen sich folgende Hinweise ableiten:
- Nachweise der Tragfähigkeit tragender Gläser umfassen neben der
Betrachtung der ungebrochenen Gläser stets auch zusätzlich die
Untersuchung der gebrochenen bzw. teilweise gebrochenen Gläser
(Reststandsicherheitsnachweis).
- Die Auflagerung der Glasscheiben sind zwängungsfrei auszubilden.
- Der direkte Kontakt zwischen Glas und Glas sowie zwischen Glas
und anderen harten Werkstoffen (z.B. Metall) ist unter Berücksichtigung von Last- und Temperatureinwirkung dauerhaft zu verhindern.
- Es sind die Mindestauflagertiefen („Glaseinstand“) der Glasscheiben
auf den Auflagerprofilen und die zulässigen Durchbiegungen der
Scheiben und Profile gemäß den in 2.3 genannten Normen zum
gewählten Bemessungskonzept einzuhalten.
- Die Kennzeichnung der Glasscheiben (ESG, TVG) muss im eingebauten Zustand dauerhaft lesbar sein. Ein Randbereich bei VSGVerglasung ist zu Kontrollzwecken (Scheibenanzahl, Scheibendicke,
Folien) bis zur Abnahme sichtbar zu lassen. Gegebenenfalls ist ein
Werkzeugnis der Glasscheiben mitzuliefern.
- Kanten von Glasscheiben müssen so bearbeitet oder geschützt
werden, dass eine Verletzungsgefahr auszuschließen ist.
- Bei ESG und TVG bzw. VSG-Verglasung aus ESG oder TVGScheiben ist eine nachträgliche Bearbeitung wie Schneiden, Bohren u. a. nicht mehr möglich.
- Begehbare Scheiben sind dauerhaft rutschfest auszubilden.
- Tragende Klebungen dürfen nur ausgeführt werden, wenn es für
das Klebesystem (Glas, Kleber, Metall) eine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) gibt und die Klebung genau nach den Angaben der
Zulassung ausgeführt wird.
- Der günstige Ansatz der Verbundwirkung der Zwischenschichten
von VSG ist in den unter 2.3 genannten Regeln bisher nicht vorgesehen und erfordert somit eine Einbaugenehmigung im Einzelfall.
In der Fachliteratur [18] gibt es Angaben zum sachgemäßen rechnerischen Ansatz der Verbundwirkung von VSG. Dies kann unter
Umständen bei VSG mit SGP sinnvoll sein.
6.
Beispiele für absturzsichernde Konstruktionen
Alle möglichen Abmessungen, Glasarten, Glasdicken und dazu erforderlichen Nachweise sind in Tabelle B zusammengefasst.
6.1
Kategorie B
6.2
Kategorie C1
6.2.1 2-seitig vertikal gehaltene Geländerausfachung
Hinweis: Bei Verwendung von Glasarten und Abmessungen gemäß
Tabelle B ist nur ein statischer Nachweis erforderlich.
6.2.2 2-seitig horizontal gehaltene Geländerausfachung
Hinweis: Bei Verwendung von Glasarten und Abmessungen gemäß
Tabelle B ist nur ein statischer Nachweis erforderlich .
6.2.3 4-seitig gehaltene Geländerausfachung
Hinweis: Bei Verwendung von Glasarten und Abmessungen gemäß
Tabelle B ist nur ein statischer Nachweis erforderlich.
6.2.4 Punktgelagert mit gebohrter Verankerung
(Konstruktive Vorgaben nach TRAV bzw. DIN 18008-4)
Gel
Geländerhöhe
änderhöhe gem
gemäß
Technische
ische
s
äß Techni
Ri
Richtlinie
chttllinie beachten
beachten !
Reiling
must
techniReiling height
he ig ht m
ust comply
comply with
with te
chnical guideline
guidelin
ne !
Hinweis: Bei Verwendung der Glasarten und Abmessungen gemäß
Tabelle B ist nur ein statischer Nachweis erforderlich.
Die Regeln für die Kategorien C1 und C2 gelten gemäß Anhang D
der TRAV 2003 bzw. gemäß DIN 18008-4 auch für parallelogrammförmige Brüstungen:
Kategorie C1
Hinweis: Bei Verwendung von VSG aus 10 mm ESG + 1,52 mm
PVB/SGP + 10 mm ESG oder VSG aus 10 mm TVG + 1,52
mm PVB/SGP + 10 mm TVG in den Abmessungen gemäß
Tabelle B ist nur ein statischer Nachweis erforderlich.
Merkblatt „Glas und Acrylglas”
i4.8
(Fortsetzung)
Kategorie C2
[6]
Technische Regeln für die Verwendung von absturzsichernden
Verglasungen (TRAV) (Schlussfassung Januar 2003)
[7]
Landesgewerbeamt Baden-Württemberg, Landesstelle für
Bautechnik, Merkblatt G 2, Zusammenfassung der wesentlichen
Anforderungen an zustimmungspflichtige Vertikalverglasungen
(Fassung 28.7.1999)
[8]
Mitteilungen des DIBt, Nr. 2 / 2001: Anforderungen an begehbare Verglasungen; Empfehlungen für das Zustimmungsverfahren - Fassung März 2000 -, Berlin
[9]
Wörner, J.-D; Schneider J.: Abschlußbericht zur experimentellen
und rechnerischen Bestimmung der dynamischen Belastung von
Verglasungen durch weichen Stoß, Fraunhofer IRB Verlag Stuttgart 2000, Heft T 2935
[10] Völkel, G.E.; Rück R.: Untersuchung von vierseitig linienförmig
gelagerten Scheiben bei Stoßbelastung, Fraunhofer IRB Verlag
Stuttgart 2000, Heft T 2915
6.2.5 Punkthalterung mit seitlichen Klemmankern und Abrutschsicherung
- Bauarten mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) sind
gemäß den Angaben der Zulassung zu verwenden.
- Für alle Bauarten ohne allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist
der Pendelschlagversuch erforderlich, es ist mindestens ein VSG aus
6 mm ESG + 1,52 mm PVB + 6 mm ESG oder 6mm TVG + 1,52
mm PVB + 6 mm TVG zu verwenden.
[11] Weller, B., Nicklisch, F., Thieme, S. Weimar, T.: Glasbau-Praxis
in Beispielen, Konstruktion und Berechnung, Bauwerk-Verlag
2.Aufl. 2010
[12] DIN 18008-1 (Dezember 2010) Glas im Bauwesen – Bemessungs- und Konstruktionsregeln – Teil 1: Begriffe und
allgemeine Grundlagen
[13] DIN 18008-2 (Dezember 2010) Glas im Bauwesen – Bemessungs- und Konstruktionsregeln – Teil 2: Linienförmig gelagerte
Verglasungen
äß Techni
Geländerhöhe
Geländerhöhe gem
gemäß
Technische
ische
s
Richtlinie
Richtlinie beachten
beachten !
Reiling
must
Reiling height
height m
ust ccomply
omply with
with
technical
guideline
te
chnical g
uideline !
[14] DIN 18008-3 (Oktober 2011) – ENTWURF - Glas im Bauwesen –
Bemessungs- und Konstruktionsregeln – Teil 3: Punktförmig
gelagerte Verglasungen
"1
1,2
,2 m
[15] DIN 18008-4 (Oktober 2011) – ENTWURF - Glas im Bauwesen –
Bemessungs- und Konstruktionsregeln – Teil 4: Zusatzanforderungen an absturzsichernde Verglasungen
6.2.6 Punkthalterung mit Klemmankern oben und unten
- Bauarten mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) gemäß
den Angaben der Zulassung.
- Für alle Bauarten ohne allgemeiner bauaufsichtliche Zulassung ist
der Pendelschlagversuch erforderlich, es ist mindestens ein VSG aus
6 mm ESG + 1,52 mm PVB + 6 mm ESG oder 6mm TVG + 1,52
mm PVB + 6 mm TVG zu verwenden.
"
1,
2
[16] DIN 18008-5 (Oktober 2011) – ENTWURF - Glas im Bauwesen
– Bemessungs- und Konstruktionsregeln – Teil 5: Zusatzanforderungen an begehbare Verglasungen
[17] Technische Regeln für die Bemessung und die Ausführung
punktförmig gelagerter Verglasung (TRPV), (Schlussfassung
August 2006), DIBt.
äß TechniGeländerhöhe
Geländerhöhe gem
gemäß
Richttlin
nie beachten
beachten !
sche Richtlinie
[18] Wellershof, F.: Bemessungsschubmodule für Verbundglasscheiben, Stahlbau 76 (März 2007), H.3, S. 177 188
Reiling height
height m
ust ccomply
omply with
with
Reiling
must
te
chnical g
uideline !
technical
guideline
[19] Bauregelliste (siehe www.dibt.de)
[20] ETB-Richtlinie: Bauteile, die gegen Absturz sichern (Juni 1985)
8.
6.3
Brüstung mit Knieholmen (Absturzsicherung allein durch
ausreichend tragfähigen Handlauf und Knieholme)
Geländerhöhe
gemäß Technische Richtlinie
beachten!
Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit
GZT
Grenzzustand der Tragfähigkeit
SPG
Spiegel- bzw. Floatglas
ESG
Einscheiben-Sicherheitsglas
VSG
Verbund-Sicherheitsglas
TVG
Teilvorgespanntes Glas
PVB
Polyvinylbutyral (Zwischenlagen-Folie für VSG)
Technische Baubestimmungen und allgemein anerkannte
Regeln der Technik und Literatur
SGP
Sentry Glas plus (Zwischenlagen-Material für VSG)
[1]
Wörner J.-D., Schneider J., Fink A.: Glasbau: Grundlagen,
Berechnung, Konstruktion, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg;
2001
C1, C3
Kategorien für lotrechte Nutzlasten auf Decken in
Versammlungsräumen nach DIN EN 1991-1-1 / NA
T2
[2]
Kuhlmann U.: Stahlbau Kalender. Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH, Berlin, 1999
Kategorie für lotrechte Nutzlast auf Treppen / Treppenpodesten mit erheblichem Publikumsverkehr bzw. Fluchttreppen nach DIN EN 1991-1-1 / NA
[3]
Sedlacek S., Blank K., Laufs W., Güsgen J.: Glas im Konstruktiven Ingenieurbau. (1. Aufl.) Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH, Berlin, 1999
DIBt
Deutsches Institut für Bautechnik
[4]
Siebert G.: Entwurf und Bemessung von tragenden Bauteilen
aus Glas. Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische
Wissenschaften GmbH, Berlin, 2001
abZ
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
ZiE
Zustimmung im Einzelfall
[5]
Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV) (Schlussfassung August 2006), DIBt
max. 35 cm
Reiling height
must comply
with technical
guideline!
Die Glasart wird gemäß Tabelle A für nicht absturzsichernde Verglasung gewählt. Der lichte Abstand zwischen den Horizontalstäben darf
nicht größer als ca. 35 cm sein.
7.
Abkürzungen
GZG
Bitte wenden!
2
B: TRAV oder DIN 18008-1/2
C: TRPV oder DIN 18008-3
3: Einbaugenehmigung i. E.
1)
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
nein
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
nein
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
ja
nein
ja
zulässig
ja/nein
6
Nachweis 2 (geprufte statische Berechnung) entfällt fur Scheibenfläche A ≤ 1,6 m2 und d ≥ 4 mm
7: Stoßsicherheitsversuch
6: Resttragfähigkeitsversuch
4: Pendelschlagversuch
5: Heißlagerungstest
A: TRLV oder DIN 18008-1/2
Punktlagerung
4-seitige
Linienlagerung
2-seitige
Linienlagerung
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Acrylglas
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
Acrylglas
Glasart
5
Regeln der Bautechnik:
Geländerausfachung mit Holm
und absturzsichernden
Knieholmen
(Glas selbst ist ohne
absturzsichernde
Funktion)
Punktlagerung
4-seitige
Linienlagerung
2-seitige
Linienlagerung
Punktlagerung
4-seitige
Linienlagerung
2-seitige
Linienlagerung
Lager
4
1: ohne Nachweis
2: gepr. Stat. Berechnung
nicht
absturzsichernd
Vertikalverglasung
Glaswand
> 4,0 m
uber
Oberkante
Fußboden
Glaswand
≤ 4,0 m
uber
Oberkante
Fußboden
Konstruktion
3
Nachweisart:
Typ
Art
Baukonstruktion
1
Tabelle A, Vertikalverglasung, nicht absturzsichernd
Glas und Acrylglas im Standbau
innerhalb von Messehallen (Fortsetzung)
Glasstärke
in mm
7
min.
Breite in mm
9
Stand: 1.12.2012
SGP/PVBFoliendicke
8
max.
10
min.
Höhe in mm
11
max.
12
14
1
1,5
1
1
1
1
1
1
1
1,5
1
1
2,5
2
2
1
21)
21)
21)
1
2, 3, 5
2, 3
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
min. Glasein- erforderl.
stand in mm Nachweis
13
C
C
A
A
A
A
A
A
Regeln der
Bautechnik
15
i4.8
2
4-seitige
Linienlagerung
Linienlagerung
links u. rechts
ja
nein 2)
ja
VSG 2-lagig
ESG
VSG 2-lagig
0,76
500
1500
1200
1600
1600
1200
2000
1000
500
1000
800
800
500
900
900
3000
700
800
800
700
1000
1100
800
1100
1100
1100
1100
1600 3)
1600 3)
1800 3)
2000 3)
2000
2500
3000
1200
1500
2100
3000
max.
12
14
12
18
10
10
12
12
18
18
100
100
4)
4)
4)
2, 3, 4
2
2,4
2
2
2,4
2
2
2
2
2
2
2
2
2
2, 3, 4
2
2
2
2
12
12
12
12
4)
2
2,4
12
18
min. Glasein- erforderl.
stand in mm Nachweis
13
B, C
A, B
A, B
B, C
B, C
B, C
A, B
A, B
A, B
A, B
A, B
B, C
B, C
B, C
B, C
B, C
A, B
A, B
A, B
A, B
A, B
A, B
Regeln der
Bautechnik
15
6: Resttragfähigkeitsversuch
7: Stoßsicherheitsversuch
5: Heißlagerungstest
Acrylglas und Drahtglas sind bei absturzsichernder Vertikalverglasung nicht zulässig. Bei liniengelagerten Scheiben darf anstelle von VSG aus Spiegelglas auch VSG aus TVG der gleichen Dicke verwendet werden.
18008-3/4
3) Abstand benachbarter Punkthalter in x - Richtung bzw. in y - Richtung
4) Beidseitige Haltung durch Teller mit Durchmesser d >= 50mm, bei Abständen über 1200 mm d >= 70 mm, siehe DIN
2) Bei Systemen mit gültiger allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung darf ESG gemäß Zulassungstext verwendet werden
Spalten 7 bis 13 voraus. Hier nicht aufgeführte Konstruktionen erfordern eine Einbaugenehmigung im Einzelfall.
C: TRPV oder DIN 18008-3
2 x 5 SPG
1,52
1,52
1,52
1,52
500
800
1100
1100
bel.
2000
2000
1000
1000
1000
1000
1000
1200
500
min.
Höhe in mm
11
3: Einbaugenehmigung i. E.
4: Pendelschlagversuch
ja
ja
nein 2)
ja
nein 2)
ja
nein 2)
ja
VSG 2-lagig
VSG 2-lagig
ESG
VSG 2-lagig
ESG
VSG 2-lagig
ESG
VSG 2-lagig
2 x 6 ESG
2 x 8 ESG
2 x 8 TVG
2 x 6 TVG
0,76
500
1000
800
800
500
500
1200 3)
1200 3)
1600 3)
800 3)
1200
1500
2100
2000
2500
3000
500
max.
10
Stand: 1.12.2012
ja
VSG 2-lagig
2 x 5 Float
0,76
0,76
1,52
0,76
0,76
1,52
1,52
1,52
500
500
1200
500
500
1000
300
min.
Breite in mm
9
Wenn in Spalte 14 kein Pendelschlagversuch „4“ gefordert wird, dann setzt diese Erleichterung die Einhaltung der Grenzwerte der
ja
ja
nein 2)
ESG
VSG 2-lagig
ESG
2 x 6 Float
2 x 6 ESG
2 x 8 Float
2 x 6 Float
2 x 5 ESG
2 x 8 Float
2 x 10 ESG
2 x 10 TVG
1,52
1,52
1,52
1,52
0,76
0,76
0,76
0,76
0,76
0,76
0,76
0,76
0,76
SGP/PVBFoliendicke
8
A: TRLV oder DIN 18008-1/2
B: TRAV oder DIN 18008-4
Punktlagerung
nein
ESG
2)
2 x 10 TVG
2 x 8 ESG
2 x 10 ESG
2 x 10 ESG
2 x 6 SPG Float
2 x 8 SPG Float
2 x 10 SPG Float
2 x 6 SPG Float
2 x 8 SPG Float
2 x 10 SPG Float
2 x 6 SPG Float
Glasstärke
in mm
7
Regeln der Bautechnik:
Glaswand mit vorgesetztem lastabtragenden Handlauf
(Kat. C3 nach TRAV)
2-seitige
Linienlagerung
4-seitige
Linienlagerung
Geländerausfachung (nur Kat. Punktlagerung
C1 nach TRAV)
Geländerausfachung
(Kat. C1 und C2
nach TRAV)
Linienlagerung
oben u. unten
am Fuß eingespannte 1-seitige linienförBrustung mit Handlauf
mige Einspannung
(Kat. B nach TRAV)
Punktlagerung
nein 2)
ja
ja
ja
ja
ja
nein
ja
ESG
VSG 2-lagig
VSG 2-lagig
VSG 2-lagig
VSG 2-lagig
VSG 2-lagig
ESG
VSG 2-lagig
ja
VSG 2-lagig
4-seitige
Linienlagerung
nein 2)
ja
nein 2)
ESG
VSG 2-lagig
ESG
2-seitige
Linienlagerung
zulässig
ja/nein
6
Glasart
5
Lager
4
1: ohne Nachweis
2: gepr. Stat. Berechnung
absturzsichernd
(Dh > 1 m)
Vertikalverglasung
Glaswand
(Kat. A nach TRAV)
Konstruktion
3
Nachweisart:
Typ
Art
Baukonstruktion
1
Tabelle B, Vertikalverglasung, nicht absturzsichernd
Glas und Acrylglas im Standbau
innerhalb von Messehallen (Fortsetzung)
i4.8
40
2
14
Acrylglas ist bei Horizontalverglasungen nicht zulässig. Ausnahmen sind aber möglich, wenn seitens der Messegesellschaft bezuglich Brandschutz und Statik keine Bedenken bestehen.
7: Stoßsicherheitsversuch
6: Resttragfähigkeitsversuch
6) Bei Verwendung von Glas-Halter-Systemen mit bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) ist keine Einbaugenehmigung im
Einzelfall erforderlich
Einzelfall erforderlich.
5) Bei Verwendung von TVG ohne allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) ist zusätzlich eine Einbaugenehmigung im
D: DIN 18008-5
A, C, D
A, D
2, 3, 6, 7
2, 3, 6, 7
A, D
A, D
2
2, 3, 6, 7
A, C, D
A, D
2 5), 3, 7
2 5), 3, 7
A, D
A
C
A
A
A
A
2
2 5)
2, 3, 6 6)
2 5)
2
2 5)
2
Regeln der
Bautechnik
15
C: TRPV oder DIN 18008-3
30
30
35
35
35
30
30
30
30
35
35
35
30
30
15
15
min. Glasein- erforderl.
stand in mm Nachweis
13
4: Pendelschlagversuch
5: Heißlagerungstest
400
750
1250
1500
2000
400
750
1250
1500
2000
max.
12
3: Einbaugenehmigung i. E.
1500
1500
1250
1500
2000
1500
1500
1250
1500
2000
min.
Breite in mm
11
3) Für Reinigungszwecke betretbare Überkopfverglasung muss ein besonderes Genehmigungsverfahren durchlaufen
4) Angabe bezieht sich auf die kleinere Stutzweite (Tragrichtung)
1,52
1,52
1,52
1,52
1,52
1,52
1,52
1,52
1,52
1,52
700 4)
1200 4)
700 4)
max.
10
A: TRLV oder DIN 18008-1/2
B: TRAV oder DIN 18008-4
8 TVG /*/ 10 Float /*/ 10 Float
8 TVG /*/ 12 Float /*/ 10 Float
8 TVG /*/ 10 TVG /*/ 10 TVG
8 TVG /*/ 13 TVG /*/ 10 TVG
8 TVG /*/ 15 Float /*/ 10 Float
8 TVG /*/ 10 Float /*/ 10 Float
8 TVG /*/ 12 Float /*/ 12 Float
8 TVG /*/ 10 TVG /*/ 10 TVG
8 TVG /*/ 12 TVG /*/ 12 TVG
8 TVG /*/ 15 Float /*/ 15 Float
1,52
min.
Länge in mm
9
1: ohne Nachweis
2: gepr. Stat. Berechnung
Punktlagerung
4-seitige
Linienlagerung
2-seitige
Linienlagerung
Punktlagerung
4-seitige
Linienlagerung
2-seitige
Linienlagerung
Punktlagerung
0,76
0,76
nein
ja
ja
nein
ja
ja
nein
ja
nein
nein
nein
ja
nein
nein
nein
ja
ja
ja
ja
ja
ja
nein
nein
nein
ja
nein
nein
nein
ja
nein
nein
nein
ja
ja
ja
ja
ja
ja
nein
nein
nein
ja
nein
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
VSG 3-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
VSG 3-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
VSG 3-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
VSG 3-lagig
Drahtglas
ESG
VSG 2-lagig
VSG 3-lagig
Drahtglas
2-seitige
Linienlagerung
4-seitige
Linienlagerung
8
Glasart
7
Lager
6
Stand: 1.12.2012
Einbauhöhe
> 20 cm
Einbauhöhe
< 20 cm
Konstruktion
5
zulässig Glasstärke in mm
SGP/PVB(oben /*/ mitte /*/ unten)
ja/nein /*/ = 1,52 mm PVB / SGP Foliendicke
4
Regeln der Bautechnik:
begehbare
Verglasung
Überkopfverglasung
(Neigung
gegen die
Vertikale
> 10°) 3)
Typ
3
Nachweisart:
Horizontalverglasung
Art
Baukonstruktion
1
Tabelle C, Horizontalverglasung
Glas und Acrylglas im Standbau
innerhalb von Messehallen (Fortsetzung)
i4.8
41
Merkblatt
„Abhängungen, Traversen, Hebezeuge“
Abhängungen von der Hallendecke, die Bereitstellung von Abhängepunkten
und die Änderung von Abhängekonstruktionen werden ausschließlich von
der NürnbergMesse ausgeführt. Die NürnbergMesse wird hierzu ServicePartner heranziehen. Die Bestellung von Abhängungen muss schriftlich mit
dem Vordruck S2.15 bei der NürnbergMesse, MesseService erfolgen. Die
abzuhängende Konstruktion darf sich nur innerhalb der Standgrenzen
befinden. Jeder vorgesehene Abhängepunkt an der Deckenkonstruktion der
Hallen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 12 kann maximal mit 25 kg lotrecht,
rein statisch belastet werden. Höhere Lasten sind nur auf Anfrage und über
Abteilung Facility Service & Veranstaltungstechnik, nach einer statischen
Betrachtung durch das Ingenieurbüro der NürnbergMesse möglich. Die
Kosten für die statische Betrachtung geht zu Lasten des Ausstellers, bzw.
Auftraggebers.
Abbildung 1
Abbildung 2
i4.9
Folgende Ausführungen von Abhängungen sind aus
Sicherheitsgründen nicht zulässig:
I
I
I
I
Abgehängte Konstruktionen mit einer starren bzw. kraftschlüssigen
Verbindung zum Hallenboden (siehe Abbildung 1 und 2)
Absicherung von Standbauteilen oder Exponaten
(Standbauteile oder Exponate müssen selbständig sicher stehen, siehe
Abbildung 3 und 4)
Abhängungen an Exponaten (siehe Abbildung 5 und 6)
Schrägzug von Abhängepunkten, sogenannte „Bridle“, sind auf dem
Gelände der NürnbergMesse nicht zulässig (siehe Abbildung 7)
Abbildung 3
Abbildung 4
Unzulässig
Zulässig
Unzulässig
Zulässig
Abbildung 5
Abbildung 6
Abbildung 7
Abbildung 8
Bridle
Exponat
Unzulässig
Exponat
Zulässig
Die Verwendung von Hebezeugen (Elektrokettenzüge, Handkettenzüge,
Bandzüge) ist ausschließlich in den Hallen 3A, 4A, 7A, 11 und dem NCC
Ost möglich und unbedingt mit der NürnbergMesse/Abteilung Facility Service
& Veranstaltungstechnik abzustimmen.
Hinsichtlich der Bereitstellung und Verwendung von Anschlagmitteln,
Lastaufnahmemitteln, Hebezeugen, Tragmitteln, Verbindungsmitteln,
Seilendverbindungen, Sekundärsicherungen und dem Potentialausgleich
sind die einschlägigen Sicherheitsbestimmungen sowie die anerkannten Regeln der Technik zu beachten. Insbesondere sind zu beachten:
BGV A1 – Allgemeine Vorschriften,
BGV C1 – Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung,
BGV D8 – Winden, Hub- und Zuggeräte,
BGI 810 Branchenleitfaden „Sicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen“,
BGI 810-1 Sicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen – für die Praxis
BGI 810-3 Sicherheit bei Produktionen und Veranstaltungen – Lasten über
Personen
BGI 810-4 Scheinwerfer
BGI 810-5 Besondere szenische Effekte und Vorgänge
IGVW SQP1 „Traversen“,
IGVW SQP2 „Elektrokettenzüge“,
IGVW SQP1 „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“,
IGVW SQP2 „Sachkundige für Veranstaltungsrigging“
Unzulässig
Zulässig
Anschlagmittel:
Seile und Bänder als Anschlagmittel dürfen höchstens mit einem
Zehntel der Mindestbruchkraft beansprucht werden. Sonstige
Anschlagmittel dürfen nur mit dem 0,5-fachen Wert der vom Hersteller angegebenen Nenntragfähigkeit (WLL) beansprucht werden.
Dynamisch auftretende Kräfte sind besonders zu berücksichtigen
(Dynamikfaktor).
Beim Anschlagen von Lasten muss der Kantenradius größer als der
Nenndurchmesser des Anschlagmittels (Seil, Hebeband und Rundschlinge) sein. Ab einem Kantenradius gleich dem dreifachen Nenndurchmesser des Anschlagmittels, muss keine Lastreduktion mehr
vorgenommen werden.
Anschlagmittel sind unterschiedlich hitzebeständig. Hebebänder und
Rundschlingen aus Chemiefasern (PA, PES) sowie Drahtseile mit
Fasereinlage (Pressklemme und Kausche) sind nur bis 100°C zu
verwenden und für die Verwendung in direkter Nähe von Scheinwerfern nicht geeignet. Hebebänder und Rundschlingen aus
Polipropylen – PP sind nur für einen Einsatzbereich bis 80°C
bestimmt und damit noch ungeeigneter.
Drahtseile mit Stahleinlage (Pressklemme und Kausche) sind hingegen
bis zu einer Einsatztemperatur von 150°C geeignet.
Versammlungsstättenverordnung (Bay. VStättV)
Die folgenden Angaben zu Anschlagmitteln, Lastaufnahmemitteln,
Hebezeugen, Verbindungsmitteln, Seilendverbindungen und Sekundärsicherungen (Safety – zweite unabhängigen Sicherung) dienen
als Überblick und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bitte wenden!
Merkblatt
„Abhängungen, Traversen, Hebezeuge“
i4.9
(Fortsetzung)
Zulässige Anschlagmittel:
I
Anschlagseile aus Stahldraht mit Faser- oder Stahleinlage, mit Pressklemmen und Kausche als Seilendverbindung, mit der Seilfestigkeitsklasse 1960 (dies entspricht einer Mindestnennzugfestigkeit der Drähte
von 1770 N/mm²) nach DIN EN 12385-4:2003-03+A1:2008, Tabelle 7
(Seilklasse 6 x 19 für Seile ≥ 6 mm), Tabelle 12 (Seilklasse 6 x 19 M für
Seile von 3 mm bis 5 mm), DIN EN 13414-1:2003+A2:2008, Tabelle 3
und 4 (Seile ≥ 8 mm), oder nach ehemaliger DIN 3060 (Rundlitzenseil
6 x 19 Standard), Seilendverbindungen müssen nach DIN EN 134111:2002+A1:2008 (Kauschen), DIN EN 13411-3:2011-3 (Pressklemmen)
ausgebildet sein.
I
Kurzgliedrige Anschlagketten der Güteklasse 5 (DIN 5688-1:1986-07),
der Güteklasse 8 (DIN 5688-3:2007-3) oder höher, mit einer Bruchdehnung ≥ 20%
I
Hebebänder und Rundschlingen aus Chemiefasern nach DIN EN 14921:2000+A1:2008, DIN EN 1492-2:2000+A1:2008 mit Kennzeichnung
und Nutzung einer Sekundärsicherung (Safety) bestehend aus einem
Stahldrahtseil mit Kausche und Pressklemme sowie einem Verbindungsmittel (nach DIN 56927)
I
Drahtseilrundschlinge mit Schlauchmantel aus Chemiefasern („Steelflex“)
I
Aluminium-, Stahlschellen und Trussadapter, die für die jeweiligen
Traversen (Zubehör) zugelassen sind, mit Kennzeichnung (unter Angabe
der Tragfähigkeit und des Sicherheitskoeffizienten)
I
Kabelbinder ohne Benutzung einer Sekundärsicherung (Safety) bestehend
aus einem Stahldrahtseil mit Kausche und Pressklemme sowie einem
Verbindungsmittel (DIN 56927)
I
Hebebänder und Rundschlingen aus Chemiefasern ohne Kennzeichnung und Angabe der Tragfähigkeit
I
Hebebänder und Rundschlingen aus Chemiefasern nach DIN EN 14921:2000+A1:2008, DIN EN 1492-2:2000+A1:2008 mit Kennzeichnung
und Angabe der Tragfähigkeit, ABER ohne Nutzung einer Sekundärsicherung (Safety), bestehend aus einem Stahldrahtseil mit Kausche und
Pressklemme sowie einem Verbindungsmittel (DIN 56927)
I
Beschädigte Anschlagmittel (z.B. geknickte Seile, Lastschlaufen mit beschädigter Ummantelung, Lastschlaufen ohne erkennbare Kennzeichnung)
Zulässige Lastaufnahmemittel:
I
Aluminiumtraversen nach DIN EN 1999-1-1:2010-05, DIN EN 1999-11/NA:2010-12, GUV-I 8634/IGVW SQP1 „Traversen“
I
Stahltraversen nach DIN EN 1090-2:2008-12, DIN 18800-7:2008-11,
GUV-I 8634/IGVW SQP1 „Traversen“
Unzulässige Lastaufnahmemittel:
I
Traversen, welche die Anforderungen der GUV-I 8634, des SQP1
„Traversen“, bzw. der DIN EN 1999-1-1:2010-05, DIN EN 1999-11/NA:2010-12, DIN EN 1090-2:2008-12, DIN 18800-7:2008-11 nicht
erfüllen
Unzulässige Anschlagmittel:
I
Drahtseile, welche nicht den o.g. Anforderungen entsprechen
I
Traversen ohne Nachweis einer geprüften Typenstatik
I
Ummantelte Drahtseile (Ummantelung > 1/3 Seillänge)
I
Traversen ohne Kennzeichnung
I
Langgliedrige Anschlagketten (Innere Länge des Kettengliedes > 3-facher
Nenndurchmesser des Kettenmaterials)
I
Traversen, welche die Bedingungen einer Ablegereife erfüllen
I
Traversen ohne Endstreben, bei Nichtbeachtung des Fachwerkverlaufes
I
Traversen, welche nicht bestimmungsgemäß verwendet werden z.B.: an
Messebauwände geschraubt, auf Messebauwände, -zargen aufgelegt,
Traversentower mit zu kleinen Bodenplatten und/oder zu geringer
Ballastierung
I
Nicht geprüfte kurzgliedrige Anschlagketten oder kurzgliedrige Hebezeugeketten (diese dürfen nicht als Anschlagkette verwendet werden,
da sie nur eine Bruchdehnung von 5 bis 15% aufweisen)
Zulässige und Unzulässige Einbaulagen von Traversen ohne zusätzlich erbrachten statischen Nachweis:
Zulässig
Unzulässig
Zulässig
Zulässig
Potentialausgleich an Traversensystemen1
Traversensysteme, die im Fehlerfall gefährliche Berührungsspannungen
annehmen können, sind in einen gemeinsamen Potentialausgleich einzubeziehen.
Dies gilt für alle Elemente aus elektrisch leitendem Material, auf denen
elektrische Geräte aufgestellt oder angebracht werden oder über die
Leitungen und Kabel geführt werden, die bei Beschädigungen Kontakt mit
Metallteilen annehmen können. Der Anschluss und die Verbindung kann
mittels Bandschellen, Rohrschellen, Schraubverbindungen oder mit ein-
Unzulässig
Zulässig
Unzulässig
poligen verriegelten Sondersteckverbindern hergestellt werden. Der
gemeinsame Potentialausgleich ist mit dem Schutzleiter des speisenden
Netzes zu verbinden. Als Richtwerte für angemessene Leiterquerschnitte
gelten bei Leiterlängen von bis zu 50 Metern 16mm² Cu und bei Leiterlängen bis zu 100 Metern 25 mm² Cu.
1
IGVW SQP1/GUV-I 8634 Bereitstellung und Benutzung von Traversensystemen, 5.3 Montage von Traversen, Schutzpotentialausgleich von
Traversen
Merkblatt
„Abhängungen, Traversen, Hebezeuge“
i4.9
(Fortsetzung)
Zulässige Hebezeuge:
I
I
I
C 1-Zug
D 8-Zug
D 8 Plus-Zug
I
(Punktzug nach BGV C1, IGVW SQP2)
Nennbelastung laut Herstellerangaben
Schäkel nach DIN 82101:2005-09+A1:2006-03 (haben lediglich einen
Betriebskoeffizienten von 3)
I
(Elektrokettenzug nach BGV D8 mit einer Sekundärsicherung zur Überbrückung des Elektrokettenzuges)
Kettenverkürzer ohne Sicherungselement gegen ungewolltes Aushängen z.B. Sicherungsbolzen
I
DARF NICHT ÜBER PERSONEN VERFAHREN ODER
UNGESICHERT ÜBER PERSONEN VERWENDET
WERDEN!
Weitere Verbindungsmittel ohne Kennzeichnung/Angabe der Tragfähigkeit/Datenblatt des Herstellers
Zulässige Seilendverbindungen:
Nennbelastung laut Herstellerangaben
I
Kausche nach DIN EN 13411-1:2002+A1:2008 und Pressklemmen, nach
DIN EN 13411-3:2011-3
I
Seilschlösser (gerade) nach DIN EN 13411-7:2006+A1:2008, bei dynamischen Lasten (z.B. Abhängung von Lautsprechern) nur mit Seilklemme (Frosch) nach DIN EN 13411-5:2003+A1:2008
(Elektrokettenzug mit Sekundärsicherung/zweiter
Bremse, nach BGV D8 mit besonderen Merkmal,
Lasten im Ruhezustand ohne Sekundärsicherung über
Personen halten zu können – IGVW SQP2)
DARF NICHT ÜBER PERSONEN VERFAHREN
WERDEN!
Nennbelastung laut Herstellerangaben
Unzulässige Hebezeuge:
I
Elektrokettenzüge nach BGV D8, ohne Sekundärsicherung
I
Elektrokettenzüge nach BGV D8 mit zu gering dimensionierter Sekundärsicherung (siehe zulässige Sekundärsicherungen)
I
Nicht geprüfte Elektrokettenzüge oder Elektrokettenzüge ohne
Prüfungsnachweise (jährlich Sachkundigenprüfung, für C1 Züge:
zusätzlich alle 4 Jahre Sachverständigenprüfung)
I
Elektrokettenzüge, welche offensichtliche Beschädigungen aufweisen
I
Elektrokettenzüge, welche nicht bestimmungsgemäß verwendet werden
(siehe IGVW SQP2, z.B.: szenisches Verfahren mit einem Elektrokettenzug nach BGV D8)
Zulässige Verbindungsmittel:
Nennbelastung mit dem 0,5-fachen Wert der vom Hersteller angegebenen Tragfähigkeit, höchstens mit einem Zehntel der Mindestbruchkraft.
I
Schäkel, gerade und geschweift, Güteklasse 6, nach DIN EN 13889:
2003+A1:2008 mit Kennzeichnung, bei dynamischen Lasten
(z.B. Abhängung von Lautsprechern) Gewindebolzen Typ X (Schraubbolzen mit Sechskantkopf, Sechskantmutter mit Splint)
Unzulässige Seilendverbindungen:
I
Seilklemmen (Frösche) nach ehemaliger DIN 1141
I
Seilklemmen (Frösche) nach ehemaliger DIN 741
Sekundärsicherungen, Safeties:
Eine Sekundärsicherung besteht im Allgemeinen aus einem Drahtseil, einer
Seilendverbindung und einem Verbindungsmittel nach DIN 56927: 2009-03.
Der Fallweg soll gegen Null gehen.
Dies ist am ehesten zu erreichen mit einem Sicherungsseil in Verbindung
mit einem Kettenverkürzer, Güteklasse 8, welcher ein Sicherungselement
gegen ungewolltes Aushängen hat (Fallweg ≤ eine Kettengliedlänge).
Als Verbindungsmittel einer Sekundärsicherung kommen nur Schnellverbindungsglieder nach DIN 56927: 2009-03, hochfeste Schäkel GKl. 8, nach
DIN EN 1677-1:2009-03 und eingeschränkt Karabiner nach DIN 56927:
2009-03 in Frage.
Falls Sekundärsicherungen mit einem größeren Fallweg als einer Kettengliedlänge eingesetzt werden, kann ein statischer Nachweis für die Impulsbeanspruchung aller Komponenten der Sekundärsicherung, der Anschlag- ,
Trag-, Verbindungs- und Lastaufnahmemittel verlangt werden.
Zulässige Sekundärsicherungen/Safeties:
I
Drahtseil aus Stahldraht mit Fasereinlage, verpresster Schlaufe und
Kausche als Seilendverbindung, Seilfestigkeitsklasse 1960, nach
DIN EN 12385-4:2003-03+A1:2008, Tabelle 7 (Seilklasse 6 x 19 für
Seile ≥ 6 mm), Tabelle 12 (Seilklasse 6 x 19 M für Seile von 3 mm bis
5 mm), DIN EN 13414-1:2003+A2:2008 Tabelle 3, oder nach ehemaliger DIN 3060 (Rundlitzenseil 6 x 19 Standard),
I
Hochfeste Schäkel Güteklasse 8, nach DIN EN 1677-1:2009-03
I
Schnellverbindungsglied für Hebezeugbetrieb, nicht genormt (Sicherheitsfaktor 5) mit Tragfähigkeitsangabe
I
Schnellverbindungsglied für die Veranstaltungstechnik (Sicherheitsfaktor 10) nach DIN 56927 mit Kennzeichnung
I
I
Spannschlösser mit geschlossenen Augen nach DIN 1480:2005-09, mit
Tragfähigkeitsangabe, bei dynamischen Lasten (z.B. Abhängung von
Lautsprechern) nur mit Sicherungssplint und Sicherungsmutter
Seilendverbindungen müssen nach DIN EN 13411-1:2002+A1:2008
(Kauschen), DIN EN 13411-3:2011-3 (Pressklemmen) ausgebildet sein.
I
Verbindungsmittel, welche o.g. Normen entsprechen
I
O-Ring geschlossen mit Tragfähigkeitsangabe oder Datenblatt des
Herstellers
Unzulässige Sekundärsicherungen/Safeties:
I
Kettenverkürzer mit Sicherungselement gegen ungewolltes Aushängen
z.B. Sicherungsbolzen
I
Drahtseile, welche nicht o.g. Anforderungen entsprechen
I
Nicht ausreichend dimensionierte Drahtseile (siehe DIN 56927:2009-3,
BGI 810-3)
I
Verbindungsmittel, welche nicht o.g. Anforderungen entsprechen
I
Nicht ausreichend dimensionierte Verbindungsmittel (siehe DIN
56927:2009-3)
I
Seilendverbindung, welche nicht den o.g. Anforderungen entsprechen
(wie Seilschlösser)
Unzulässige Verbindungsmittel:
I
Karabinerhaken verschraubt/unverschraubt
I
Offene Haken
I
Spannschlösser offene Form nach DIN 1480:2005-09
I
Schnellverbindungsglied mit Überwurfmutter ohne Tragfähigkeitsangabe
I
Spann-Sets als Verbindung zwischen zwei Traversenteilen
Bitte wenden!
46
Merkblatt „Laseranlagen”
Lasergeräte erzeugen eine äußerst intensive Strahlung, die durch optische
Systeme zu einer hohen Energiedichte gebündelt wird. Die Abnahme der
Energiedichte ist auch in großer Entfernung nur sehr gering. Trifft Laserstrahlung auf das menschliche Auge, so kann die Netzhaut unwiederbringlich geschädigt werden.
Für die Aufstellung der Lasergeräte bei Messen, Ausstellungen und Showveranstaltungen ist deshalb folgendes zu beachten:
1.
2.
Es dürfen nur Laser verwendet werden, die sichtbares Licht (Wellenlänge 400 bis 700 nm) aussenden. Die Ausgangsleistung ist auf das
für den Verwendungszweck unbedingt erforderliche Maß zu beschränken.
Lasergeräte müssen einer Klasse (1-4) nach DIN EN 60825-1 zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet sein.
Klasse 1
Ungefährlich für das menschliche Auge. Max. Ausgangsleistung: 0,39 – 69 W je nach Wellenlänge der Strahlung
Klasse 2
Ungefährlich für das menschliche Auge bei kurzzeitiger
Bestrahlungsdauer bis max. 0,25 s (Lidschluss).
Max. Ausgangsleistung 1mW
Klasse 3A Ungefährlich für das menschliche Auge bei kurzzeitiger
Bestrahlungsdauer bis max. 0,25 s (Lidschluss).
Gefährlich bei Verwendung von optischen Instrumenten,
die den Strahl bündeln.
Max. Ausgangsleistung 5mW, Lichtleistungsdichte
25W/m²
Klasse 3B Gefährlich für das menschliche Auge, in besonderen Fällen
für die Haut.
Max. Ausgangsleistung 0,5W
Klasse 4
Sehr gefährlich für das menschliche Auge und gefährlich für
die Haut. Außerdem besteht Brandgefahr! (Siehe Vordruck
P2)
Max. Ausgangsleistung über 0,5 W
3.
Lasereinrichtungen müssen den Anforderungen des Gerätesicherheitsgesetzes und den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Insbesondere sind dies die berufsgenossenschaftliche Vorschrift
BGV B2. sowie die DIN Normen DIN EN 60825-1 und DIN EN
56912 1999-04 Sicherheitsanforderungen und Prüfung. Der Hersteller
kann die Einhaltung der sicherheitstechnischen Anforderungen durch
eine Prüfung bei einer zugelassenen Stelle nachweisen.
4.
Werden Laser mit Klasse 3A bis 4 verwendet, muss der Strahl durch
optische Einrichtungen so aufgeweitet sein, dass er in allen Bereichen,
in denen sich Personen aufhalten, auf eine ungefährliche Leistungsdichte herabgesetzt wird. Oder er muss mindestens in einer Höhe
von 2,7 m über dem Fußboden verlaufen. Außerdem muss sich ein
Laserschutzbeauftragter ständig vor Ort aufhalten.
5.
Können diese Forderungen im Einzelnen nicht eingehalten werden,
sind folgende Schutzmaßnahmen anzuwenden:
Der Laserstrahl ist durch feste Einrichtungen so zu führen, dass Personen nicht in den Strahlbereich gelangen können.
Auch gewollt oder ungewollt reflektierte Strahlen an spiegelnden
Oberflächen (Spiegel, metallische Oberflächen, Gläser, Flaschen)
dürfen nicht auf den Aufenthaltsbereich von Personen gerichtet sein.
Ist dies nicht auszuschließen oder wird dies bei Vorführungen in Kauf
genommen, müssen diese Personen mit geeigneten und geprüften
Schutzbrillen ausgestattet werden.
Im Lichteffektbetrieb bei Showveranstaltungen dürfen sich keine
Personen im Projektionsbereich des Lasers aufhalten können. Dies gilt
auch in Bereichen, durch die der Strahl von Reflexionseinrichtungen
abgelenkt wird.
Im Laserbereich dürfen keine fokussierenden Einrichtungen vorhanden
sein.
Ein unbeabsichtigtes Auswandern, Ablenken des Strahls ist durch nicht
brennbare Barrieren zu verhindern.
6.
Lasereinrichtungen müssen so abgeschirmt sein, dass nur der Nutzstrahl austreten kann.
7.
Lasergeräte müssen standsicher aufgestellt werden und gegen Verrutschen gesichert sein.
i4.10
8.
Optische Geräte, Ablenkvorrichtungen, Scanner etc. müssen gegen
herabfallen oder unbeabsichtigte Bewegungen gesichert sein. Hier
sind die einschlägigen Vorschriften der Veranstaltungstechnik zu
beachten.
9.
Optische Geräte, die als Vorsatz für Laser bestimmt sind, müssen,
sofern sie nicht direkt am Gerät angebracht sind, mit Angaben versehen sein, anhand derer die Änderungen der Strahldaten beurteilt
werden können.
10. Vor jeder Vorführung ist die Justierung der Lasereinrichtung zu testen.
Wird eine Dejustierung festgestellt, ist die Anlage sofort außer Betrieb
zu nehmen und durch eine fachkundige Person instand zu setzen.
11. Die Lasereinrichtungen sowie die Bedienpulte und andere Steuereinrichtungen dürfen Unbefugten nicht zugänglich sein oder von diesen
unwissentlich in Gang gesetzt werden können (Notaus Pilztaster mit
Schlüssel).
12. Das Bedienpersonal muss den gesamten Aktionsbereich des Lasers
einsehen können.
13. Falls durch die Laserstrahlung eine unbeabsichtigte Brandgefahr
herbeigeführt werden kann, ist dies der NürnbergMesse mit dem
Vordruck P2 anzuzeigen.
Bitte wenden Sie sich für nähere Informationen an:
[email protected]
www.nuernbergmesse.de
Merkblatt „Laseranlagen”
i4.10
(Fortsetzung)
Genehmigungsverfahren
der NürnbergMesse
Vorwort
Der Unternehmer hat den Betrieb einer Lasereinrichtung der Klasse 3B und
4 dem Gewerbeaufsichtsamt und der Berufsgenossenschaft schriftlich anzuzeigen.
Die genannte Anzeige ist den genannten Stellen und der NürnbergMesse
([email protected]) mindestens 2 Wochen vor der
Inbetriebnahme zu erstatten.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die zuständige Behörde eine Prüfung
durch einen kostenpflichtigen Sachverständigen hinzuziehen kann. Das
gleiche gilt auch für die NürnbergMesse.
Die Anzeige muss folgende Daten enthalten:
I
Hersteller der Lasereinrichtung
I
Laserklasse (ohne Gehäuse)
I
Laserklasse (mit Gehäuse)
I
Strahlungsleistung des Lasergerätes
I
Strahlungsenergie
I
Wellenlänge
In allen Fragen des Arbeitsschutzes sowie der Sicherheitstechnik
und der Unfallverhütung beraten Sie in Bayern:
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Pfarrstraße 3
80538 München
Tel +49 (0) 89.21 84-0
Fax +49 (0) 89.21 84-2 97
www.lgl.bayern.de
sowie die zuständigen Gewerbeaufsichtsämter:
Regierungsbezirk Mittelfranken
Gewerbeaufsichtsamt Nürnberg
Roonstraße 20
90429 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11.9 28-0
Fax +49 (0) 9 11.9 28-29 99
www.gaa-n.bayern.de
Zusätzliche Angaben für die NürnbergMesse:
I
Veranstaltung
I
Ansprechpartner
I
Name des Laserschutzbeauftragten (ab Klasse 3A)
I
Halle
I
Standnummer
Der Unternehmer/Aussteller hat für den Betrieb einer Lasereinrichtung der
Klassen 3B und 4 sachkundige Personen als Laserschutzbeauftragte schriftlich zu bestellen und der NürnbergMesse die Personendaten mitzuteilen.
Die Laserschutzbeauftragten haben für den sicheren Betrieb und die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu sorgen. Für jede Veranstaltung ist
mindestens ein Beauftragter als persönlich Verantwortlicher zu benennen.
Dieser muss während der gesamten Laufzeit der Veranstaltung den Betrieb
des Lasergerätes beaufsichtigen.
Personen, die im Laserbereich tätig werden (bei Ausschluss von Klasse 1)
sind vor der Aufnahme ihrer Tätigkeit und mindestens jährlich über die
gefährliche Wirkung von Laserstrahlen und über die notwendigen Schutzmaßnahmen zu belehren. Über die Belehrung sind Aufzeichnungen zu
führen.
Auf Anordnung des Gewerbeaufsichtsamtes oder der Berufsgenossenschaft
hat der Unternehmer/Aussteller die Lasereinrichtung vor der Inbetriebnahme
von einem Sachverständigen auf ihre Unbedenklichkeit hin überprüfen zu
lassen.
Mängel, die der Sachverständige festgestellt hat, müssen vor der Inbetriebnahme behoben werden.
Laser-Sachverständige
TÜV Süddeutschland
Bau und Betrieb GmbH
Westendstraße 199
80686 München
Tel +49 (0) 89. 57 91-0
Landesgewerbeanstalt Bayern
Tillystraße 2
90431 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 66 64 96
Bitte wenden!
48
Merkblatt „Röntgenstrahlen”
Nach der Röntgenverordnung RöV in der Fassung vom 30.4.2003 sind
Röntgeneinrichtungen beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt zur Genehmigung einzureichen. Das gleiche gilt sowohl für den Betrieb, als auch für
die Stilllegung. Die jeweiligen Genehmigungen sind der NürnbergMesse
([email protected]) mindestens 2 Wochen vor Veranstaltungsbeginn vorzulegen.
Röntgeneinrichtungen sind grundsätzlich nur Bauart zugelassen zu betreiben.
Andere Nutzungen sind zu Veranstaltungen der NürnbergMesse strengstens
untersagt. Die NürnbergMesse behält sich vor, derartige Geräte abbauen zu
lassen.
Folgende Einrichtungen müssen nach § 4 der Röntgenverordnung
zur Genehmigung eingereicht werden.
1.
Röntgeneinrichtungen mit Konformitätserklärung nach dem Medizinproduktgesetz oder dem aktuellen Produkthaftungsgesetz, die in den
Verkehr gebracht werden oder sollen.
2.
Bauartzugelassene Röntgeneinrichtungen mit Bauartzulassungsnummer, Stückprüfung mit Fabriknummer, Stempel und Unterschrift des
Herstellers.
3.
Hoch- und Vollschutzgeräte
4.
Schulröntgeneinrichtungen
Der Vordruck zur Genehmigung ist dem Gewerbeaufsichtsamt (GAA)
Nürnberg spätestens 2 Wochen vor Aufnahme des Betriebes der
Röntgeneinrichtung vorzulegen.
Original und Kopie des Zulassungsscheins müssen beim Gerät verbleiben
und der NürnbergMesse in Kopie 2 Wochen vor Beginn der Veranstaltung
zur Verfügung gestellt werden.
Nachweis der Fachkunde im Strahlenschutz
Der Nachweis der Prüfung zum Strahlenschutzbeauftragten nach RöV ist
der NürnbergMesse grundsätzlich spätestens 2 Wochen vor Beginn der
Veranstaltung vorzulegen.
Die Fachkunde im Strahlenschutz muss nach der Richtlinie „Fachkunde und
Kenntnisse im Strahlenschutz“ alle 5 Jahre aktualisiert werden.
Sachverständigenbescheinigung und Prüfbericht
Die Überprüfung ist vom Betreiber selbst bei einer der nachfolgenden Stellen
in Auftrag zu geben.
LGA Bautechnik GmbH
Tillystraße 2
90431 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 6 55-54 92
Fax +49 (0) 9 11. 6 55-56 18
oder
TÜV SÜD Industrie Service GmbH
Edisonstraße 15
90431 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 65 57-3 71
Fax +49 (0) 9 11. 65 57-3 30
Prüfbericht und Bescheinigung werden dem Betreiber oder dem GAA
unmittelbar zugesandt.
i4.11
Bei Neuzulassungen nach §3 RöV sind folgende Unterlagen beim
zuständigen GAA vorzulegen.
– Vordruck zur Genehmigung
– Erläuternde Pläne, Zeichnungen
– Erläuternde Beschreibungen
– ggf. Nachweise über die Beteiligung eines Medizin-Physik Experten oder
zum Personaleinsatz bzw. technischen Ausrüstung
Gewerbeaufsichtsamt Mittelfranken
Roonstraße 20
90429 Nürnberg
Tel +49 (0) 9 11. 9 28-0
Fax +49 (0) 9 11. 9 28-29 99
49
Merkblatt „Bioethanolöfen”
Einleitung:
Bioethanolöfen und Kamine erfreuen sich bei Ausstellern einer immer größer
werdenden Beliebtheit. Da es sich aber um offene Flammen handelt und
somit das Brandrisiko durch nicht bestimmungsgemäßen Umgang für die
NürnbergMesse erhöht wird, sind folgende Grundsätze zwingend zu beachten.
Verwendung:
Bioethanolöfen und -kamine sind grundsätzlich zum Heizen nicht geeignet.
Das Feuer ist zwar echt, aber die Öfen bzw. Kamine produzieren kaum
Wärme und dienen der Optik durch das flackernde Flammenspiel. Sie können
in jedem Raum verwendet werden und benötigen keinen Kaminanschluss.
Sie werden mit der brennbaren Flüssigkeit „Bioethanol“ betrieben.
Auflagen der NürnbergMesse:
I
Nur geprüfte Produkte verwenden. (Vorsicht! – siehe Bild)
I
Der Mindestabstand zu brennbaren Materialien, Möbeln etc. beträgt
1 Meter
I
Nur die vom Ofenhersteller zugelassenen Brennstoffe verwenden.
I
Der Brennstoff darf nur in dafür vorgesehene Brenndosen bzw. Brennkammern verwendet werden.
I
Brennstoff darf nur nachgefüllt werden, wenn die Brennkammer abgekühlt ist (ansonsten besteht die Gefahr der Stichflammenbildung!).
I
Brennstoff nicht verschütten, bzw. verschütteten Brennstoff vor dem
Anzünden des Ofens vollständig entfernen.
I
Auf Messeständen, in denen mit brennbaren Flüssigkeiten umgegangen
wird, ist das Rauchen grundsätzlich verboten.
I
Für die Entzündung der Flamme empfiehlt die NürnbergMesse ein
Stabfeuerzeug zu verwenden.
I
Es dürfen ausschließlich Dekorationen in der Brennkammer verwendet
werden, die für diese Art von Ofen zugelassen sind.
I
Es dürfen pro Stand nur maximal 1 Liter in zerbrechlichen Gefäßen
bzw. 5 Liter in nicht zerbrechlichen Gefäßen gelagert werden.
I
Die Behälter für Bioethanol müssen mit dem Zeichen „GHS“ (Globally
Harmonized System) für den entsprechenden Gefahrstoff gekennzeichnet
sein.
I
Es ist ein Schaumlöscher min. S9 DIN EN 3 vorzuhalten. (Brandklasse
AB mit 9 Kg).
I
Das Gerät ist standfest aufzustellen und ggf. gegen Umfallen zu
sichern.
i4.12
Allgemeine Deutsche
Spediteurbedingungen (ADSp)
Präambel
Diese Bedingungen werden zur Anwendung ab dem 1. Januar 2003
empfohlen vom Bundesverband der Deutschen Industrie, Bundesverband
des Deutschen Groß- und Außenhandels, Bundesverband Spedition und
Logistik, Deutschen Industrie- und Handelskammertag, Hauptverband des
Deutschen Einzelhandels. Diese Empfehlung ist unverbindlich. Es bleibt den
Vertragsparteien unbenommen, vom Inhalt dieser Empfehlung abweichende
Vereinbarungen zu treffen.
1. Interessenwahrungs- und Sorgfaltspflicht
Der Spediteur hat das Interesse des Auftraggebers wahrzunehmen und
seine Tätigkeiten mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes
auszuführen.
2. Anwendungsbereich
2.1 Die ADSp gelten für Verkehrsverträge über alle Arten von Tätigkeiten,
gleichgültig ob sie Speditions-, Fracht-, Lager- oder sonstige üblicherweise zum Speditionsgewerbe gehörende Geschäfte betreffen. Hierzu
zählen auch speditionsübliche logistische Leistungen, wenn diese mit
der Beförderung oder Lagerung von Gütern in Zusammenhang stehen.
2.2 Bei speditionsvertraglichen Tätigkeiten im Sinne der §§ 453 bis 466
HGB schuldet der Spediteur nur den Abschluss der zur Erbringung
dieser Leistungen erforderlichen Verträge, soweit zwingende oder
AGB-feste Rechtsvorschriften nichts anderes bestimmen.
2.3 Die ADSp gelten nicht für Geschäfte, die ausschließlich zum Gegenstand
haben
– Verpackungsarbeiten,
– die Beförderung von Umzugsgut oder dessen Lagerung,
– Kran- oder Montagearbeiten sowie Schwer- oder Großraumtransporte
mit Ausnahme der Umschlagstätigkeit des Spediteurs,
– die Beförderung und Lagerung von abzuschleppenden oder zu
bergenden Gütern.
2.4 Die ADSp finden keine Anwendung auf Verkehrsverträge mit Verbrauchern. Verbraucher ist eine natürliche Person, die den Vertrag zu einem
Zweck abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen
beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.
2.5 Weichen Handelsbräuche oder gesetzliche Bestimmungen von den
ADSp ab, so gehen die ADSp vor, es sei denn, dass die gesetzlichen
Bestimmungen zwingend oder AGB-fest sind.
Bei Verkehrsverträgen über Luft-, See-, Binnenschiffs- oder multimodale
Transporte können abweichende Vereinbarungen nach den dafür etwa
aufgestellten besonderen Beförderungsbedingungen getroffen werden.
2.6 Der Spediteur ist zur Vereinbarung der üblichen Geschäftsbedingungen
Dritter befugt.
2.7 Im Verhältnis zwischen Erst- und Zwischenspediteur gelten die ADSp
als Allgemeine Geschäftsbedingungen des Zwischenspediteurs.
3. Auftrag, Übermittlungsfehler, Inhalt, besondere Güterarten
3.1 Aufträge, Weisungen, Erklärungen und Mitteilungen sind formlos
gültig. Nachträgliche Änderungen sind als solche deutlich kenntlich zu
machen.
Die Beweislast für den Inhalt sowie die richtige und vollständige Übermittlung trägt, wer sich darauf beruft.
3.2 Soweit für Erklärungen die Schriftform verlangt wird, steht ihr die
Datenfernübertragung und jede sonst lesbare Form gleich, sofern sie
den Aussteller erkennbar macht.
3.3 Der Auftraggeber hat dem Spediteur bei Auftragserteilung mitzuteilen,
dass Gegenstand des Verkehrsvertrages sind:
– Gefährliche Güter
– Lebende Tiere und Pflanzen
– Leicht verderbliche Güter
– Besonders wertvolle und diebstahlsgefährdete Güter
3.4 Der Auftraggeber hat im Auftrag Adressen, Zeichen, Nummern, Anzahl,
Art und Inhalt der Packstücke, Eigenschaften des Gutes im Sinne von
Ziffer 3.3, den Warenwert für eine Versicherung des Gutes und alle
sonstigen erkennbar für die ordnungsgemäße Ausführung des Auftrags
erheblichen Umstände anzugeben.
3.5 Bei gefährlichem Gut hat der Auftraggeber bei Auftragserteilung dem
Spediteur schriftlich die genaue Art der Gefahr und – soweit erforderlich
– die zu ergreifenden Vorsichtsmaßnahmen mitzuteilen. Handelt es sich
um Gefahrgut im Sinne des Gesetzes über die Beförderung gefährlicher
Güter oder um sonstige Güter, für deren Beförderung oder Lagerung
besondere gefahrgut-, umgangs- oder abfallrechtliche Vorschriften
bestehen, so hat der Auftraggeber alle für die ordnungsgemäße Durchführung des Auftrags erforderlichen Angaben, insbesondere die Klassifizierung nach dem einschlägigen Gefahrgutrecht, mitzuteilen.
Info 5
3.6
3.7
3.8
3.9
Der Auftraggeber hat den Spediteur bei besonders wertvollen oder
diebstahlsgefährdeten Gütern (z.B. Geld, Edelmetalle, Schmuck,
Uhren, Edelsteine, Kunstgegenstände, Antiquitäten, Scheck-, Kreditkarten, gültige Telefonkarten oder andere Zahlungsmittel, Wertpapiere, Valoren, Dokumente, Spirituosen, Tabakwaren, Unterhaltungselektronik, Telekommunikationsgeräte, EDV-Geräte und Zubehör)
sowie bei Gütern mit einem tatsächlichen Wert von EUR 50/kg und
mehr so rechtzeitig vor Übernahme durch den Spediteur schriftlich zu
informieren, dass der Spediteur die Möglichkeit hat, über die
Annahme des Gutes zu entscheiden und Maßnahmen für eine
sichere und schadenfreie Abwicklung des Auftrags zu treffen.
Entspricht ein dem Spediteur erteilter Auftrag nicht den in Ziffern
3.3 – 3.6 genannten Bedingungen, so steht es dem Spediteur frei,
– die Annahme des Gutes zu verweigern,
– bereits übernommenes Gut zurückzugeben bzw. zur Abholung
bereitzuhalten,
– dieses ohne Benachrichtigung des Auftraggebers zu versenden, zu
befördern oder einzulagern und eine zusätzliche, angemessene
Vergütung zu verlangen, wenn eine sichere und schadenfreie
Ausführung des Auftrags mit erhöhten Kosten verbunden ist.
Der Spediteur ist nicht verpflichtet, die nach Ziffern 3.3 bis 3.6
gemachten Angaben nachzuprüfen oder zu ergänzen.
Der Spediteur ist nicht verpflichtet, die Echtheit der Unterschriften
auf irgendwelchen das Gut betreffenden Mitteilungen oder sonstigen
Schriftstücken oder die Befugnis der Unterzeichner zu prüfen, es sei
denn, dass an der Echtheit oder der Befugnis begründete Zweifel
bestehen.
4.
Verpackung, Gestellung von Ladehilfs- und Packmitteln,
Verwiegung und Untersuchung des Gutes
4.1 Der dem Spediteur erteilte Auftrag umfasst mangels Vereinbarung
nicht
4.1.1 die Verpackung des Gutes,
4.1.2 die Verwiegung, Untersuchung, Maßnahmen zur Erhaltung oder
Besserung des Gutes und seiner Verpackung, es sei denn, dies ist
geschäftsüblich,
4.1.3 die Gestellung und den Tausch von Paletten oder sonstigen Ladehilfs- und Packmitteln.
Werden diese nicht Zug-um-Zug getauscht, erfolgt eine Abholung
nur, wenn ein neuer Auftrag erteilt wird. Dies gilt nicht, wenn der
Tausch auf Veranlassung des Spediteurs unterbleibt.
4.2 Die Tätigkeiten nach Ziffer 4.1 sind gesondert zu vergüten.
5.
5.1
5.2
5.3
6.
6.1
6.2
6.2.1
6.2.2
6.2.3
6.2.4
Zollamtliche Abwicklung
Der Auftrag zur Versendung nach einem Bestimmungsort im Ausland
schließt den Auftrag zur zollamtlichen Abfertigung ein, wenn ohne
sie die Beförderung bis zum Bestimmungsort nicht ausführbar ist.
Für die zollamtliche Abfertigung kann der Spediteur neben den
tatsächlich auflaufenden Kosten eine besondere Vergütung
berechnen.
Der Auftrag, unter Zollverschluss eingehende Sendungen zuzuführen
oder frei Haus zu liefern, schließt die Ermächtigung für den Spediteur
ein, über die Erledigung der erforderlichen Zollförmlichkeiten und die
Auslegung der zollamtlich festgesetzten Abgaben zu entscheiden.
Verpackungs- und Kennzeichnungspflichten des Auftraggebers
Die Packstücke sind vom Auftraggeber deutlich und haltbar mit den
für ihre auftragsgemäße Behandlung erforderlichen Kennzeichen zu
versehen, wie Adressen, Zeichen, Nummern, Symbolen für Handhabung und Eigenschaften; alte Kennzeichen müssen entfernt oder
unkenntlich gemacht sein.
Darüber hinaus ist der Auftraggeber verpflichtet,
zu einer Sendung gehörende Packstücke als zusammengehörig leicht
erkennbar zu kennzeichnen;
Packstücke so herzurichten, dass ein Zugriff auf den Inhalt ohne
Hinterlassen äußerlich sichtbarer Spuren nicht möglich ist (Klebeband, Umreifungen oder ähnliches sind nur ausreichend, wenn sie
individuell gestaltet oder sonst schwer nachahmbar sind; eine Umwickelung mit Folie nur, wenn diese verschweißt ist);
bei einer im Spediteursammelgutverkehr abzufertigenden Sendung,
die aus mehreren Stücken oder Einheiten mit einem Gurtmaß
(größter Umfang zuzüglich längste Kante) von weniger als 1 m
besteht, diese zu größeren Packstücken zusammenzufassen;
bei einer im Hängeversand abzufertigenden Sendung, die aus
mehreren Stücken besteht, diese zu Griffeinheiten in geschlossenen
Hüllen zusammenzufassen;
Bitte wenden!
Allgemeine Deutsche
Spediteurbedingungen (ADSp)
Info 5
(Fortsetzung)
6.2.5 auf Packstücken von mindestens 1.000 kg Rohgewicht die durch das
Gesetz über die Gewichtsbezeichnung an schweren auf Schiffen
beförderten Frachtstücken vorgeschriebene Gewichtsbezeichnung
anzubringen.
6.3 Packstücke sind Einzelstücke oder vom Auftraggeber zur Abwicklung
des Auftrags gebildete Einheiten, z.B. Kisten, Gitterboxen, Paletten,
Griffeinheiten, geschlossene Ladegefäße, wie gedeckt gebaute oder
mit Planen versehene Waggons, Auflieger oder Wechselbrücken,
Container, Iglus.
6.4 Entsprechen die Packstücke nicht den in Ziffern 6.1 und 6.2 genannten
Bedingungen, findet Ziffer 3.7 entsprechende Anwendung.
7.
Kontrollpflichten des Spediteurs
7.1 Der Spediteur ist verpflichtet, an Schnittstellen
7.1.1 die Packstücke auf Vollzähligkeit und Identität sowie äußerlich erkennbare Schäden und Unversehrtheit von Plomben und Verschlüssen zu
überprüfen und
7.1.2 Unregelmäßigkeiten zu dokumentieren (z.B. in den Begleitpapieren
oder durch besondere Benachrichtigung).
7.2 Schnittstelle ist jeder Übergang der Packstücke von einer Rechtsperson auf eine andere sowie die Ablieferung am Ende jeder Beförderungsstrecke.
8.
8.1
8.2
9.
9.1
9.2
9.3
Quittung
Auf Verlangen des Auftraggebers erteilt der Spediteur eine Empfangsbescheinigung.
In der Empfangsbescheinigung bestätigt der Spediteur nur die Anzahl
und Art der Packstücke, nicht jedoch deren Inhalt, Wert oder
Gewicht. Bei Massengütern, Wagenladungen und dergleichen
enthält die Empfangsbescheinigung im Zweifel keine Bestätigung des
Rohgewichts oder der anders angegebenen Menge des Gutes.
Als Ablieferungsnachweis hat der Spediteur vom Empfänger eine
Empfangsbescheinigung über die im Auftrag oder in sonstigen
Begleitpapieren genannten Packstücke zu verlangen. Weigert sich
der Empfänger, die Empfangsbescheinigung zu erteilen, so hat der
Spediteur Weisung einzuholen. Ist das Gut beim Empfänger bereits
ausgeladen, so ist der Spediteur berechtigt, es wieder an sich zu
nehmen.
Weisungen
Eine über das Gut erteilte Weisung bleibt für den Spediteur bis zu
einem Widerruf des Auftraggebers maßgebend.
Mangels ausreichender oder ausführbarer Weisung darf der Spediteur
nach seinem pflichtgemäßen Ermessen handeln.
Ein Auftrag, das Gut zur Verfügung eines Dritten zu halten, kann
nicht mehr widerrufen werden, sobald die Verfügung des Dritten
beim Spediteur eingegangen ist.
10. Frachtüberweisung, Nachnahme
10.1 Die Mitteilung des Auftraggebers, der Auftrag sei unfrei abzufertigen
oder der Auftrag sei für Rechnung des Empfängers oder eines Dritten
auszuführen, berührt nicht die Verpflichtung des Auftraggebers
gegenüber dem Spediteur, die Vergütung sowie die sonstigen
Aufwendungen zu tragen.
10.2 Die Mitteilung nach Ziffer 10.1 enthält keine Nachnahmeweisung.
11. Fristen
11.1 Mangels Vereinbarung werden Verlade- und Lieferfristen nicht
gewährleistet, ebensowenig eine bestimmte Reihenfolge in der
Abfertigung von Gütern gleicher Beförderungsart.
11.2 Unberührt bleibt die gesetzliche Haftung des Spediteurs für eine
Überschreitung der Lieferfrist.
12. Hindernisse
12.1 Leistungshindernisse, die nicht dem Risikobereich des Spediteurs
zuzurechnen sind, befreien ihn für die Zeit ihrer Dauer von den
Verpflichtungen, deren Erfüllung unmöglich geworden ist.
Im Falle der Befreiung nach Satz 1 sind der Spediteur und der
Auftraggeber berechtigt, vom Vertrage zurückzutreten, auch wenn
der Auftrag schon teilweise ausgeführt worden ist.
Tritt der Spediteur oder Auftraggeber zurück, so sind dem Spediteur
die Kosten zu erstatten, die er für erforderlich halten durfte oder die
für den Auftraggeber von Interesse sind.
12.2 Der Spediteur hat nur im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht zu prüfen
und den Auftraggeber darauf hinzuweisen, ob gesetzliche oder
behördliche Hindernisse für die Versendung (z.B. Ein- und Ausfuhrbeschränkungen) vorliegen. Soweit der Spediteur jedoch durch
öffentliche Bekanntmachungen oder in den Vertragsverhandlungen
den Eindruck erweckt hat, über besondere Kenntnisse für bestimmte
Arten von Geschäften zu verfügen, hat er vorstehende Prüfungs- und
Hinweispflichten entsprechend zu erfüllen.
12.3 Vom Spediteur nicht zu vertretende öffentlich-rechtliche Akte
berühren die Rechte des Spediteurs gegenüber dem Auftraggeber
nicht; der Auftraggeber haftet dem Spediteur für alle aus solchen
Ereignissen entstehenden Folgen. Etwaige Ansprüche des Spediteurs
gegenüber dem Staat oder einem sonstigen Dritten werden hierdurch
nicht berührt.
13.
Ablieferung
Die Ablieferung erfolgt mit befreiender Wirkung an jede im Geschäft
oder Haushalt des Empfängers anwesende Person, es sei denn, es
bestehen begründete Zweifel an deren Empfangsberechtigung.
14. Auskunfts- und Herausgabepflicht des Spediteurs
14.1 Der Spediteur ist verpflichtet, dem Auftraggeber die erforderlichen
Nachrichten zu geben, auf Verlangen über den Stand des Geschäftes
Auskunft zu geben und nach dessen Ausführung Rechenschaft abzulegen; zur Offenlegung der Kosten ist er jedoch nur verpflichtet,
wenn er für Rechnung des Auftraggebers tätig wird.
14.2 Der Spediteur ist verpflichtet, dem Auftraggeber alles, was er zur
Ausführung des Geschäfts erhält und was er aus der Geschäftsführung
erlangt, herauszugeben.
15. Lagerung
15.1 Die Lagerung erfolgt nach Wahl des Spediteurs in dessen eigenen
oder fremden Lagerräumen. Lagert der Spediteur bei einem fremden
Lagerhalter ein, so hat er dessen Namen und den Lagerort dem
Auftraggeber unverzüglich schriftlich bekanntzugeben oder, falls ein
Lagerschein ausgestellt ist, auf diesem zu vermerken.
15.2 Dem Auftraggeber steht es frei, die Lagerräume zu besichtigen oder
besichtigen zu lassen. Einwände oder Beanstandungen gegen die
Unterbringung des Gutes oder gegen die Wahl des Lagerraumes
muss er unverzüglich vorbringen. Macht er von dem Besichtigungsrecht keinen Gebrauch, so begibt er sich aller Einwände gegen die
Art und Weise der Unterbringung, soweit die Wahl des Lagerraumes
und die Unterbringung unter Wahrung der Sorgfalt eines ordentlichen
Spediteurs erfolgt ist.
15.3 Das Betreten des Lagers ist dem Auftraggeber nur in Begleitung des
Spediteurs zu dessen Geschäftsstunden erlaubt.
15.4 Nimmt der Auftraggeber Handlungen mit dem Gut vor (z.B. Probeentnahme), so kann der Spediteur verlangen, dass Anzahl, Gewicht
und Beschaffenheit des Gutes gemeinsam mit dem Auftraggeber
festgestellt wird. Kommt der Auftraggeber diesem Verlangen nicht
nach, ist die Haftung des Spediteurs für später festgestellte Schäden
ausgeschlossen, es sei denn, der Schaden ist nicht auf die vorgenommenen Handlungen mit dem Gut zurückzuführen.
15.5 Der Auftraggeber haftet für alle Schäden, die er, seine Angestellten
oder Beauftragten beim Betreten des Lagers oder beim Betreten oder
Befahren des Lagergrundstückes dem Spediteur, anderen Einlagerern
oder sonstigen Dritten zufügen, es sei denn, dass den Auftraggeber,
seine Angestellten oder Beauftragten kein Verschulden trifft.
15.6 Bei Inventurdifferenzen kann der Spediteur bei gleichzeitigen Fehlund Mehrbeständen desselben Auftraggebers eine wertmäßige
Saldierung des Lagerbestandes vornehmen.
15.7 Entstehen dem Spediteur begründete Zweifel, ob seine Ansprüche
durch den Wert des Gutes sichergestellt sind, so ist er berechtigt,
dem Auftraggeber eine angemessene Frist zu setzen, in der dieser
entweder für Sicherstellung der Ansprüche des Spediteurs oder für
anderweitige Unterbringung des Gutes Sorge tragen kann. Kommt
der Auftraggeber diesem Verlangen nicht nach, so ist der Spediteur
zur Kündigung ohne Kündigungsfrist berechtigt.
53
Allgemeine Deutsche
Spediteurbedingungen (ADSp)
Info 5
(Fortsetzung)
16. Angebote und Vergütung
16.1 Angebote des Spediteurs und Vereinbarungen mit ihm über Preise
und Leistungen beziehen sich stets nur auf die namentlich aufgeführten eigenen Leistungen oder Leistungen Dritter und nur auf Gut
normalen Umfangs, normalen Gewichts und normaler Beschaffenheit; sie setzen normale unveränderte Beförderungsverhältnisse,
ungehinderte Verbindungswege die Möglichkeit unmittelbarer sofortiger Weiterversendung sowie Weitergeltung der bisherigen Frachten,
Valutaverhältnisse und Tarife, welche der Vereinbarung zugrunde
lagen, voraus, es sei denn, die Veränderungen sind unter Berücksichtigung der Umstände vorhersehbar gewesen. Ein Vermerk, wie etwa
“zuzüglich der üblichen Nebenspesen”, berechtigt den Spediteur,
Sondergebühren und Sonderauslagen zusätzlich zu berechnen.
16.2 Alle Angebote des Spediteurs gelten nur bei unverzüglicher Annahme
zur sofortigen Ausführung des betreffenden Auftrages, sofern sich
nichts Gegenteiliges aus dem Angebot ergibt, und nur, wenn bei
Erteilung des Auftrages auf das Angebot Bezug genommen wird.
16.3 Wird ein Auftrag gekündigt oder entzogen, so stehen dem Spediteur
die Ansprüche nach §§ 415, 417 HGB zu.
16.4 Wird ein Nachnahme- oder sonstiger Einziehungsauftrag nachträglich
zurückgezogen, oder geht der Betrag nicht ein, kann der Spediteur
dennoch Provision erheben.
16.5 Lehnt der Empfänger die Annahme einer ihm zugerollten Sendung
ab, oder ist die Ablieferung aus Gründen, die der Spediteur nicht zu
vertreten hat, nicht möglich, so steht dem Spediteur für die Rückbeförderung Rollgeld in gleicher Höhe wie für die Hinbeförderung zu.
17. Aufwendungen des Spediteurs, Freistellungsanspruch
17.1 Der Spediteur hat Anspruch auf Ersatz der Aufwendungen, die er
den Umständen nach für erforderlich halten durfte.
17.2 Der Auftrag, ankommendes Gut in Empfang zu nehmen, ermächtigt
den Spediteur, verpflichtet ihn aber nicht, auf dem Gut ruhende
Frachten, Wertnachnahmen, Zölle, Steuern und sonstige Abgaben
sowie Spesen auszulegen.
17.3 Von Frachtforderungen, Havarieeinschüssen oder -beiträgen, Zöllen,
Steuern und sonstigen Abgaben, die an den Spediteur, insbesondere
als Verfügungsberechtigten oder als Besitzer fremden Gutes gestellt
werden, hat der Auftraggeber den Spediteur auf Aufforderung sofort
zu befreien, wenn sie der Spediteur nicht zu vertreten hat. Der Spediteur ist berechtigt, nach pflichtgemäßem Ermessen die zu seiner
Sicherung oder Befreiung geeigneten Maßnahmen zu ergreifen.
Sofern nicht die Notwendigkeit sofortigen Handelns geboten ist, hat
der Spediteur Weisung einzuholen.
17.4 Der Auftraggeber hat den Spediteur in geschäftsüblicher Weise
rechtzeitig auf alle öffentlich-rechtlichen, z.B. zollrechtlichen oder
Dritten gegenüber bestehenden, z.B. markenrechtlichen Verpflichtungen aufmerksam zu machen, die mit dem Besitz des Gutes
verbunden sind, soweit nicht aufgrund des Angebots des Spediteurs
davon auszugehen ist, dass diese Verpflichtungen ihm bekannt sind.
18. Rechnungen, fremde Währungen
18.1 Rechnungen des Spediteurs sind sofort zu begleichen.
18.2 Der Spediteur ist berechtigt, von ausländischen Auftraggebern oder
Empfängern nach seiner Wahl Zahlung in ihrer Landeswährung oder
in deutscher Währung zu verlangen.
18.3 Schuldet der Spediteur fremde Währung oder legt er fremde Währung
aus, so ist er berechtigt, entweder Zahlung in der fremden oder in
deutscher Währung zu verlangen. Verlangt er deutsche Währung, so
erfolgt die Umrechnung zu dem am Tage der Zahlung amtlich festgesetzten Kurs, es sei denn, dass nachweisbar ein anderer Kurs zu
zahlen oder gezahlt worden ist.
19.
Aufrechnung, Zurückbehaltung
Gegenüber Ansprüchen aus dem Verkehrsvertrag und damit zusammenhängenden außervertraglichen Ansprüchen ist eine Aufrechnung
oder Zurückbehaltung nur mit fälligen Gegenansprüchen zulässig,
denen ein Einwand nicht entgegen steht.
20. Pfand- und Zurückbehaltungsrecht
20.1 Der Spediteur hat wegen aller fälligen und nicht fälligen Forderungen,
die ihm aus den in Ziffer 2.1 genannten Tätigkeiten an den Auftraggeber zustehen, ein Pfandrecht und ein Zurückbehaltungsrecht an
den in seiner Verfügungsgewalt befindlichen Gütern oder sonstigen
Werten. Das Pfand- und Zurückbehaltungsrecht geht nicht über das
gesetzliche Pfand- und Zurückbehaltungsrecht hinaus.
20.2 Der Spediteur darf ein Pfand- oder Zurückbehaltungsrecht wegen
Forderungen aus anderen mit dem Auftraggeber abgeschlossenen
Verkehrsverträgen nur ausüben, soweit sie unbestritten sind oder
wenn die Vermögenslage des Schuldners die Forderung des Spediteurs gefährdet.
20.3 An die Stelle der in § 1234 BGB bestimmten Frist von einem Monat
tritt in allen Fällen eine solche von zwei Wochen.
20.4 Ist der Auftraggeber im Verzug, so kann der Spediteur nach erfolgter
Verkaufsandrohung von den in seinem Besitz befindlichen Gütern
und Werten eine solche Menge, wie nach seinem pflichtgemäßen
Ermessen zur Befriedigung erforderlich ist, freihändig verkaufen.
20.5 Für den Pfand- oder Selbsthilfeverkauf kann der Spediteur in allen
Fällen eine Verkaufsprovision vom Nettoerlös in Höhe von ortsüblichen Sätzen berechnen.
21. Versicherung des Gutes
21.1 Der Spediteur besorgt die Versicherung des Gutes (z.B. Transportoder Lagerversicherung) bei einem Versicherer seiner Wahl, wenn der
Auftraggeber ihn vor Übergabe der Güter beauftragt.
Kann der Spediteur wegen der Art der zu versichernden Güter oder
aus einem anderen Grund keinen Versicherungsschutz eindecken, hat
der Spediteur dies dem Auftraggeber unverzüglich mitzuteilen.
21.2 Der Spediteur ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Versicherung
des Gutes zu besorgen, wenn dies im Interesse des Auftraggebers
liegt. Der Spediteur darf vermuten, dass die Eindeckung einer Versicherung im Interesse des Auftraggebers liegt, insbesondere wenn
– der Spediteur bei einem früheren Verkehrsvertrag eine Versicherung
besorgt hat,
– der Auftraggeber im Auftrag einen Warenwert (Ziffer 3.4) angegeben hat.
Die Vermutung des Interesses an der Eindeckung einer Versicherung
besteht insbesondere nicht, wenn
– der Auftraggeber die Eindeckung schriftlich untersagt,
– der Auftraggeber ein Spediteur, Frachtführer oder Lagerhalter ist.
21.3 Der Spediteur hat nach pflichtgemäßem Ermessen über Art und
Umfang der Versicherung zu entscheiden und sie zu marktüblichen
Bedingungen abzuschließen, es sei denn, der Auftraggeber erteilt
dem Spediteur unter Angabe der Versicherungssumme und der zu
deckenden Gefahren schriftlich eine andere Weisung.
21.4 Ist der Spediteur Versicherungsnehmer und hat er für Rechnung des
Auftraggebers gehandelt, ist der Spediteur verpflichtet, auf Verlangen
gemäß Ziffer 14.1 Rechnung zu legen. In diesem Fall hat der Spediteur die Prämie für jeden einzelnen Verkehrsvertrag auftragsbezogen
zu erheben, zu dokumentieren und in voller Höhe ausschließlich für
diese Versicherungsdeckung an den Versicherer abzuführen.
21.5 Für die Versicherungsbesorgung, Einziehung des Entschädigungsbetrages und sonstige Tätigkeiten bei Abwicklung von Versicherungsfällen und Havarien steht dem Spediteur eine besondere Vergütung
neben dem Ersatz seiner Auslagen zu.
22. Haftung des Spediteurs, Abtretung von Ersatzansprüchen
22.1 Der Spediteur haftet bei all seinen Tätigkeiten (Ziffer 2.1) nach den
gesetzlichen Vorschriften. Es gelten jedoch die folgenden Regelungen,
soweit zwingende oder AGB-feste Rechtsvorschriften nichts anderes
bestimmen.
22.2 Soweit der Spediteur nur den Abschluss der zur Erbringung der
vertraglichen Leistungen erforderlichen Verträge schuldet, haftet er
nur für die sorgfältige Auswahl der von ihm beauftragten Dritten.
22.3 In allen Fällen, in denen der Spediteur für Verlust oder Beschädigung
des Gutes zu haften hat, hat er Wert- und Kostenersatz entsprechend
§§ 429, 430 HGB zu leisten.
22.4 Soweit die §§ 425 ff und 461 Abs. 1 HGB nicht gelten, haftet der
Spediteur für Schäden, die entstanden sind aus
22.4.1– ungenügender Verpackung oder Kennzeichnung des Gutes durch
den Auftraggeber oder Dritte;
22.4.2– vereinbarter oder der Übung entsprechender Aufbewahrung im
Freien;
22.4.3– schwerem Diebstahl oder Raub (§§ 243, 244, 249 StGB);
22.4.4– höherer Gewalt, Witterungseinflüssen, Schadhaftwerden von
Geräten oder Leitungen, Einwirkung anderer Güter, Beschädigung
durch Tiere, natürlicher Veränderung Gutes
nur insoweit, als ihm eine schuldhafte Verursachung des Schadens
nachgewiesen wird. Konnte ein Schaden aus einem der vorstehend
aufgeführten Umständen entstehen, so wird vermutet, dass er aus
diesem entstanden ist.
Bitte wenden!
54
Allgemeine Deutsche
Spediteurbedingungen (ADSp)
Info 5
(Fortsetzung)
22.5
Hat der Spediteur aus einem Schadenfall Ansprüche gegen einen
Dritten, für den er nicht haftet, oder hat der Spediteur gegen einen
Dritten seine eigene Haftung übersteigende Ersatzansprüche, so
hat er diese Ansprüche dem Auftraggeber auf dessen Verlangen
abzutreten, es sei denn, dass der Spediteur aufgrund besonderer
Abmachung die Verfolgung der Ansprüche für Rechnung und
Gefahr des Auftraggebers übernimmt.
Der Auftraggeber kann auch verlangen, dass der Spediteur ihm die
gesamten Ansprüche gegen den Dritten erfüllungshalber abtritt.
§ 437 HGB bleibt unberührt.
Soweit die Ansprüche des Auftraggebers vom Spediteur oder aus
der Speditionsversicherung befriedigt worden sind, erstreckt sich
der Abtretungsanspruch nur auf den die Leistung des Spediteurs
bzw. der Versicherung übersteigenden Teil des Anspruchs gegen
den Dritten.
23.
23.1
Haftungsbegrenzungen
Die Haftung des Spediteurs bei Verlust oder Beschädigung
des Gutes (Güterschaden) ist mit Ausnahme der verfügten
Lagerung der Höhe nach begrenzt
auf EUR 5 für jedes Kilogramm des Rohgewichts der Sendung;
bei einem Schaden, der an dem Gut während des Transports
mit einem Beförderungsmittel eingetreten ist, abweichend
von Ziffer 23.1.1 auf den für diese Beförderung gesetzlich
festgelegten Haftungshöchstbetrag;
bei einem Verkehrsvertrag über eine Beförderung mit verschiedenartigen Beförderungsmitteln unter Einschluss einer
Seebeförderung, abweichend von Ziffer 23.1.1. auf 2 SZR
für jedes Kilogramm.
in jedem Schadenfall höchstens auf einen Betrag von EUR 1
Mio. oder 2 SZR für jedes Kilogramm, je nachdem, welcher
Betrag höher ist.
Sind nur einzelne Packstücke oder Teile der Sendung verloren oder
beschädigt worden, berechnet sich die Haftungshöchstsumme
nach dem Rohgewicht
– der gesamten Sendung, wenn die gesamte Sendung entwertet
ist,
– des entwerteten Teils der Sendung, wenn nur ein Teil der
Sendung entwertet ist.
Die Haftung des Spediteurs für andere als Güterschäden mit
Ausnahme von Personenschäden und Sachschäden an
Drittgut ist der Höhe nach begrenzt auf das Dreifache des
Betrages, der bei Verlust des Gutes zu zahlen wäre, höchstens auf einen Betrag von EUR 100.000 je Schadenfall. Die
§§ 431 Abs. 3, 433 HGB bleiben unberührt.
Die Haftung des Spediteurs ist in jedem Fall, unabhängig
davon, wie viele Ansprüche aus einem Schadenereignis
erhoben werden, begrenzt auf EUR 2 Mio. je Schadenereignis oder 2 SZR für jedes Kilogramm der verlorenen und
beschädigten Güter, je nachdem, welcher Betrag höher ist,
bei mehreren Geschädigten haftet der Spediteur anteilig im
Verhältnis ihrer Ansprüche.
Für die Berechnung des SZR gilt § 431 Abs. 4 HGB.
23.1.1
23.1.2
23.1.3
23.1.4
23.2
23.3
23.4
23.5
24.
24.1
Haftungsbegrenzungen bei verfügter Lagerung
Die Haftung des Spediteurs bei Verlust oder Beschädigung des
Gutes (Güterschaden) ist bei einer verfügten Lagerung begrenzt
24.1.1 auf EUR 5 für jedes Kilogramm des Rohgewichts der Sendung,
24.1.2 höchstens EUR 5.000 je Schadenfall; besteht der Schaden eines
Auftraggebers in einer Differenz zwischen Soll- und Ist-Bestand
des Lagerbestandes (Ziffer 15.6), so ist die Haftungshöhe auf
EUR 25.000 begrenzt, unabhängig von der Zahl der für die Inventurdifferenz ursächlichen Schadenfälle. In beiden Fällen bleibt Ziffer
24.1.1 unberührt.
24.2
Ziffer 23.2 gilt entsprechend.
24.3
Die Haftung des Spediteurs für andere als Güterschäden mit
Ausnahme von Personenschäden und Sachschäden an Drittgut ist
bei einer verfügten Lagerung begrenzt auf EUR 5.000 je Schadenfall.
24.4
Die Haftung des Spediteurs ist in jedem Fall, unabhängig davon,
wie viele Ansprüche aus einem Schadenereignis erhoben werden,
auf EUR 2 Mio. je Schadenereignis begrenzt; bei mehreren Geschädigten haftet der Spediteur anteilig im Verhältnis ihrer Ansprüche.
25. Beweislast
25.1 Der Auftraggeber hat im Schadenfall zu beweisen, dass dem Spediteur
ein Gut bestimmter Menge und Beschaffenheit ohne äußerlich erkennbare Schäden (§ 438 HGB) übergeben worden ist. Der Spediteur
hat zu beweisen, dass er das Gut, wie er es erhalten hat, abgeliefert
hat.
25.2 Der Beweis dafür, dass ein Güterschaden während des Transports
mit einem Beförderungsmittel (Ziffer 23.1.2) eingetreten ist, obliegt
demjenigen, der dies behauptet. Bei unbekanntem Schadenort hat
der Spediteur auf Verlangen des Auftraggebers oder Empfängers den
Ablauf der Beförderung anhand einer Schnittstellendokumentation
(Ziffer 7) darzulegen. Es wird vermutet, dass der Schaden auf derjenigen Beförderungsstrecke eingetreten ist, für die der Spediteur eine
vorbehaltslose Quittung nicht vorlegt.
25.3 Der Spediteur ist verpflichtet, durch Einholung von Auskünften und
Beweismitteln für die Feststellung zu sorgen, wo der geltend
gemachte Schaden eingetreten ist.
26.
Außervertragliche Ansprüche
Die vorstehenden Haftungsbefreiungen und -beschränkungen gelten
entsprechend §§ 434, 436 HGB auch für außervertragliche Ansprüche.
27.
Qualifiziertes Verschulden
Die vorstehenden Haftungsbefreiungen und -begrenzungen gelten
nicht, wenn der Schaden verursacht worden ist
27.1 durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit des Spediteurs oder seiner
leitenden Angestellten oder durch Verletzung vertragswesentlicher
Pflichten, wobei Ersatzansprüche in letzterem Fall begrenzt sind auf
den vorhersehbaren, typischen Schaden;
27.2 in den Fällen der §§ 425 ff, 461 Abs. 1 HGB durch den Spediteur
oder die in §§ 428, 462 HGB genannten Personen vorsätzlich oder
leichtfertig und in dem Bewusstsein, dass ein Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde.
28.
Schadenanzeige
Für die Anzeige eines Schadens findet § 438 HGB Anwendung.
29. Haftungsversicherung des Spediteurs
29.1 Der Spediteur ist verpflichtet, bei einem Versicherer seiner Wahl eine
Haftungsversicherung zu marktüblichen Bedingungen abzuschließen
und aufrecht zu erhalten, die seine verkehrsvertragliche Haftung
nach den ADSp und nach dem Gesetz im Umfang der Regelhaftungssummen abdeckt.
29.2 Die Vereinbarung einer Höchstersatzleistung je Schadenfall, Schadenereignis und Jahr ist zulässig; ebenso die Vereinbarung einer Schadenbeteiligung des Spediteurs.
29.3 Der Spediteur darf sich gegenüber dem Auftraggeber auf die ADSp
nur berufen, wenn er bei Auftragserteilung einen ausreichenden
Haftungsversicherungsschutz vorhält.
29.4 Auf Verlangen des Auftraggebers hat der Spediteur diesen Haftungsversicherungsschutz durch eine Bestätigung des Versicherers nachzuweisen.
30. Erfüllungsort, Gerichtsstand, anzuwendendes Recht
30.1 Der Erfüllungsort ist für alle Beteiligten der Ort derjenigen Niederlassung des Spediteurs, an die der Auftrag gerichtet ist.
30.2 Der Gerichtsstand für alle Rechtsstreitigkeiten, die aus dem Auftragsverhältnis oder im Zusammenhang damit entstehen, ist für alle Beteiligten, soweit sie Kaufleute sind, der Ort derjenigen Niederlassung
des Spediteurs, an die der Auftrag gerichtet ist; für Ansprüche gegen
den Spediteur ist dieser Gerichtsstand ausschließlich.
30.3 Für die Rechtsbeziehungen des Spediteurs zum Auftraggeber oder zu
seinen Rechtsnachfolgern gilt deutsches Recht.
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