POSIMIN -PHP, -PHPmin

POSIMIN -PHP, -PHPmin

BAWP 011-DEU-0
12/2003
Montage- und Betriebsanleitung ®
Montage- und Betriebsanleitung TSCHAN
Drehsteife
Kupplung
Drehsteife Kupplung
®
POSIMIN -PHP, -PHPmin

RINGFEDER POWER TRANSMISSION GMBH
Werner-Heisenberg-Straße 18, D-64823 Groß-Umstadt, Germany · Phone: +49 (0) 6078 9385-0 · Fax: +49 (0) 6078 9385-100
TSCHAN
GmbH
Zweibrücker Straße 104
D-66538 Neunkirchen-Saar
E-mail: [email protected]
Telefon: +49(0) 6821 866 0
Telefax: +49(0) 6821 883 53
www.tschan.de
Inhalt
Kapitel
Seite
1
2
Sicherheitshinweise .......................................................................................................... 2
Funktion............................................................................................................................ 3
2.1
Bestimmungsgemäße Verwendung........................................................................... 3
3 Lagerung .......................................................................................................................... 3
4 Aufbau .............................................................................................................................. 4
5 Technische Daten............................................................................................................. 5
6 Montage............................................................................................................................ 7
6.1
Vor der Montage beachten ........................................................................................ 7
6.2
Fertigbohrung ............................................................................................................ 8
6.3
Kupplung einbauen.................................................................................................... 9
7 Kupplung ausrichten ....................................................................................................... 11
7.1
Winkelverlagerung................................................................................................... 12
7.2
Axialverlagerung...................................................................................................... 12
7.3
Radialverlagerung ................................................................................................... 13
8 Betrieb ............................................................................................................................ 14
9 Instandhaltung ................................................................................................................ 16
9.1
Lamellenpakete inspizieren ..................................................................................... 17
9.2
Lamellenpakete auswechseln.................................................................................. 17
10 Entsorgung ..................................................................................................................... 18
1 Sicherheitshinweise
Die vorliegende Montage- und Betriebsanleitung (MBA) ist Bestandteil der Kupplungslieferung. Bewahren Sie die MBA vollständig und stets gut zugänglich in der Nähe der Kupplung
auf.
Sorgen Sie dafür, dass alle mit der Montage, dem Betrieb, der Wartung und Instandsetzung
beauftragten Personen die MBA gelesen und verstanden haben, und sie in allen Punkten
beachten um:
- Gefahren für Leib und Leben des Benutzers und Dritter abzuwenden.
- Die Betriebssicherheit der Kupplung sicherzustellen.
- Nutzungsausfall und Umweltbeeinträchtigungen durch falsche Handhabung auszuschließen.
-
Bei Transport, Montage, Demontage und Wartung sind die einschlägigen Vorschriften zur
Arbeitssicherheit und zum Umweltschutz zu beachten.
Sorgen Sie dafür, dass geeignete Transportmittel zur Verfügung stehen.
Die Kupplung darf nur von autorisiertem, ausgebildetem und eingewiesenem Personal
bedient, montiert, gewartet und instandgesetzt werden.
Im Interesse der Weiterentwicklung behalten wir uns vor Änderungen vorzunehmen, die
dem technischen Fortschritt dienen.
Bei Verwendung von Zubehör und Ersatzteilen, die nicht original von TSCHAN GmbH
hergestellt wurden, übernehmen wir für daraus entstehende Schäden keinerlei Haftung
oder Gewährleistung.
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-2-
2 Funktion
Die TSCHAN®-Kupplung POSIMIN®-PHP ist eine drehsteife Stahl-Lamellenkupplung. Sie
gleicht winkligen, radialen und axialen Wellenversatz innerhalb festgelegter Bereiche aus.
Die Kupplung überträgt das Drehmoment ohne Verdrehspiel über zugbeanspruchte, elastische Stahllamellen.
Das Zwischenstück kann radial montiert und demontiert werden, ohne dass die angeschlossenen Aggregate verschoben werden müssen. Das Ausbaumaß „E“ zwischen den Flanschnaben steht dann z. B. für Servicearbeiten an den Aggregaten zur Verfügung.
Bei demontiertem Zwischenstück kann problemlos eine Drehrichtungsprüfung des Antriebs
durchgeführt werden.
Die Kupplung ist in jeder Drehrichtung und Einbaulage einsetzbar. Weicht die Einbaulage
von der Horizontalen ab, ist eventuell eine Abstützung des Zwischenrohrs erforderlich. Nehmen Sie hierzu Rücksprache mit TSCHAN GmbH, falls dies bei der Auslegung nicht berücksichtigt wurde.
2.1
•
•
•
•
Bestimmungsgemäße Verwendung
Um einen störungsfreien, dauerhaften Betrieb der Kupplung sicherzustellen, muss diese
nach den Auslegungsvorschriften z. B. nach Katalog TSCHAN POSIMIN®-PHP oder mit
dem TSCHAN-Auslegungsprogramm mit einem den Betriebsbedingungen angemessenen Betriebsfaktor ausgelegt werden.
Außer dem Einbringen einer Fertigbohrung mit Passfedernut dürfen keine weiteren Veränderungen an der Kupplung vorgenommen werden!
Die Kupplung darf nur im Rahmen der im Leistungs- und Liefervertrag festgelegten Bedingungen eingesetzt und betrieben werden.
Jede Änderung der Einsatzbedingungen oder der Betriebsparameter macht eine erneute
Überprüfung der Kupplungsauslegung zwingend erforderlich.
3 Lagerung
Bei Empfang der Ware ist die Lieferung sofort auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen. Eventuelle Transportschäden und / oder fehlende Teile sind schriftlich anzuzeigen.
Die Kupplungsteile können an einem trockenen, überdachten Ort bei normaler Raumtemperatur im angelieferten Standard-Zustand für 6 Monate gelagert werden. Für eine längere Lagerdauer ist eine Langzeit-Konservierung erforderlich (nehmen Sie hierzu Rücksprache mit
TSCHAN GmbH).
Die Lamellenpakete bestehen aus rostbeständigem Federstahl. Sie dürfen keinen aggressiven Medien, extremen Temperaturen oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Die Lamellenpakete dürfen nicht zusammen mit Säuren, Laugen oder anderen ätzenden Chemikalien aufbewahrt werden. Der Lagerort sollte trocken und staubfrei sein. Die Luftfeuchte sollte 65%
nicht überschreiten und es darf keine Kondensation auftreten.
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-3-
4 Aufbau
Bild / Fig. 1
Pos.
1
2
3
4
5
Aufbau POSIMIN PHP
Bezeichnung
N-Nabe
Stahl-Lamellenpaket in Sandwich-Bauweise
Zwischenstück
Zylinderkopfschraube DIN 912
Spannschraube DIN 912 (nicht abgebildet)
Hinweise:
• Das Zwischenstück Pos. 3 wird komplett mit den Lamellenpaketen Pos. 2 als montagefreundliche Transmissionseinheit geliefert. Damit der Wuchtzustand dieser Baugruppe
erhalten bleibt, dürfen Sie die Flanschverbindung dieser Transmissionseinheit nicht komplett trennen.
• Ausgewuchtete Baugruppen sind zueinander lagemarkiert. Bei ausgewuchteten Kupplungen sind Schraubensätze gewichtsgleich abgewogen. Sie dürfen nicht mit Schraubensätzen anderer Kupplungen vermischt werden!
• Alle Zylinderkopfschrauben Pos. 4 müssen bei der Endmontage mit dem vorgeschriebenen Anziehdrehmoment angezogen werden!
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5 Technische Daten
Bild / Fig. 2
Bild / Fig. 3
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POSIMIN PHP
POSIMIN PHPmin
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-5-
Tabelle 1
Technische Daten:
d1 max
d2 max
[mm]
Größe
TKN
[Nm]
TKmax
[Nm]
nmax
-1
[min ]
157
2550
4600
11000
75
178
4200
7500
10000
85
202
6400
11400
8800
105
235
10300
18500
7900
125
277
18100
32600
6500
145
332
31100
56000
5500
180
386
44400
80000
4900
220
420
62400
112400
4500
230
508
110000
200000
3700
270
E Standard
Emin
220
155
245
170
265
185
290
250
355
250
405
275
405
275
440
310
510
350
L1
[mm]
D3
[mm]
D4
[mm]
S1
[mm]
S2
[mm]
100
105
162
10
42,6
M10x25
110
121
184
12
51,2
M12m30
140
144
208
14
57,4
M14x35
160
174
241
16
65
M16x40
190
197
283
20
78
M20x50
240
246
338
26
93,2
M24x60
270
300
392
26
92,6
M24x60
300
318
426
29
103
M27x65
350
368
516
32
117
M33x80
MxL
m
[kg]
21,0
15,9
31,2
24,3
46,9
37,1
72,3
59,2
119,8
93,0
213,8
170,7
295,8
243,0
395,0
323,7
689,6
533,0
Angaben für das Gewicht m bei max. Bohrung d1, d2 und dem in Tabelle 1 angegebenen „EMaß“.
Die Drehmomente TKnenn und TKmax. sind gültig für:
Umgebungstemperaturen von –30°C bis +150°C
Betrieb innerhalb der vorgeschriebenen Ausrichtwerte.
Wurde die Kupplung mit dem TSCHAN-Auslegungsprogramm dimensioniert, kann von diesen Werten abgewichen werden.
Bei der Auslegung der Kupplung nach Katalog POSIMIN®-PHP müssen Sie verschiedene
Faktoren berücksichtigen:
bei höheren Temperaturen einen entsprechenden Temperaturfaktor Sυ.
entsprechend der Anlaufhäufigkeit einen Anlauffaktor Sz.
in Abhängigkeit der Betriebsbedingungen einen Stoßfaktor SA, SL.
Bei Umfangsgeschwindigkeiten von mehr als 30 m/s, auf den Außendurchmesser der Kupplung bezogen, empfehlen wir die Kupplungsteile auszuwuchten.
Wir empfehlen in jedem Fall Zwischenstücke auszuwuchten, die länger sind als „EStandard“.
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6 Montage
6.1
Vor der Montage beachten
•
•
•
Verletzungsgefahr!
Schalten Sie vor allen Arbeiten an der Kupplung den Antrieb ab!
Sichern Sie den Antrieb gegen unbeabsichtigtes Einschalten und
Verdrehen!
• Durch falsch angezogene Schrauben können schwere Personenund Sachschäden entstehen!
• Sorgen Sie dafür, dass geeignete Transportmittel zur Verfügung
stehen, und dass die Transportwege frei von Hindernissen sind.
• Sorgen Sie durch entsprechende Maßnahmen, wie z. B. gute Belüftung der Einsatzzone,
gute Beleuchtung, einwandfreie elektrische Werkzeuge etc. für Sicherheit bevor Sie die
Kupplung montieren, in Betrieb nehmen oder Wartungsarbeiten durchführen.
• Bevor Sie mit der Montage beginnen, sorgen Sie dafür, dass das erforderliche Werkzeug
zur Verfügung steht:
- für die Handhabung der Teile
- für das Zusammenfügen der Schnittstellen
- für das Ausrichten der Kupplung
- für das Anziehen der Schraubenverbindungen
• Stellen Sie sicher, dass die vorgesehenen Drehzahlen und Drehmomente sowie die Umgebungstemperaturen die unter „6 Technische Daten“ angegebenen oder die mit dem
TSCHAN-Auslegungsprogramm ermittelten Werte nicht überschreiten.
• Die maximal zulässigen Bohrungsdurchmesser dürfen nicht überschritten werden.
• Überprüfen Sie, ob die Wellen-Naben-Verbindungen die auftretenden Betriebsdrehmomente sicher übertragen.
• Die TSCHAN-Standard-Toleranz für die Fertigbohrungen ist Passung H7.
• Standard-Passfedernut entsprechend DIN 6885 Blatt 1, Passung P9.
• Überprüfen Sie die Abmessungen und Toleranzen von Wellen, Nabenbohrungen, Passfedern und –nuten.
• Sichern Sie die Naben durch Stellschrauben, Wellenendscheiben oder ein ausreichendes
Übermaß gegen axiale Verschiebung auf den Wellenenden.
•
•
•
•
•
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Gemäß den Unfallverhütungsvorschriften müssen Sie alle frei
umlaufenden Teile durch ortsfeste Schutzeinrichtungen gegen
unbeabsichtigtes Berühren und gegen herabfallende Gegenstände schützen.
Zur Vermeidung von Funken sollten Sie Abdeckungen aus
rostfreiem Stahl verwenden!
Die Abdeckungen müssen mindestens die Forderungen der
Schutzart IP2X erfüllen.
Die Abdeckungen sollen so gestaltet sein, dass sich auf der
Kupplung kein Staub ablagern kann.
Die Abdeckung darf die Kupplung nicht berühren und in ihrer
Funktion nicht beeinträchtigen.
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6.2
Fertigbohrung
Für das Einbringen einer Fertigbohrung in eine
Kupplungsnabe beachten Sie nachfolgende Vorgehensweise:
• Reinigen Sie die Kupplungsnabe von Konservierungsmitteln.
• Spannen Sie die Kupplungsnabe an den mit 
gekennzeichneten Flächen und richten Sie die
Kupplungsnabe sorgfältig nach dem Zentrierdurchmesser ØD und der Flansch-Anlagefläche
aus.
• Die in Tabelle 1 angegebenen Werte für d1max ,
d2max gelten für eine Passfederverbindung nach
DIN 6885/1 und dürfen nicht überschritten werden.
• Wählen Sie die Bohrungspassung so, dass sich
bei der Paarung mit der Wellentoleranz ein Haftsitz bzw. ein Festsitz wie z. B. bei H7/m6
ergibt.
• Sichern Sie die Nabe durch eine Stellschraube, Wellenendscheibe oder ein geeignetes
Übermaß gegen axiale Verschiebung auf dem Wellenende.
Bei anderen Welle-Nabe-Verbindungen ist Rücksprache mit TSCHAN GmbH erforderlich.
•
Die maximal angegebenen Bohrungsdurchmesser gelten für eine
Passfederverbindung nach DIN 6885/1 und dürfen nicht überschritten werden.
• Bei Überschreitung dieser Werte kann die Kupplung reißen.
• Durch wegfliegende Bruchstücke besteht Lebensgefahr!
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6.3
Kupplung einbauen
Reinigen Sie die Bohrungen der Kupplungsnaben und die Wellenenden vor der Montage. Die
Oberflächen müssen sauber, trocken und fettfrei sein.
Verwenden Sie bei größeren Kupplungen geeignete Montagehilfsmittel und Hebezeuge wie
z. B. Krane oder Flaschenzüge.
Ziehen Sie die Kupplungsnaben in der vorgesehenen Position auf die Wellenenden auf (Bild
4).
Hinweis:
Zur leichteren Montage ist ein gleichmäßiges Erwärmen der Nabe auf 80 °C bis 120 °C unbedenklich.
Warnung!
Arbeiten Sie zum Schutz vor Verbrennungen durch heiße Kupplungsteile nur mit Handschuhen!
Montieren Sie die Naben so, dass das
Wellenende mit der inneren Bohrungsöffnung bündig abschließt (Bild 4). Überstehende Wellenenden verhindern
das radiale Ein- und Ausbauen des
Zwischenstücks. Beachten Sie eventuell abweichende Vereinbarungen!
Sichern Sie eventuell vorhandene
Stellschrauben beim Anziehen mit einem Klebstoff wie z. B. Loctite 222 gegen selbsttätiges Lösen und Herausfliegen.
Bild / Fig. 4
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•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Bevor Sie die vormontierte Transmissionseinheit einsetzen, nehmen
Sie z. B. mit einem Haarlineal eine
erste radiale Ausrichtung über die
Flansche der Naben vor. Die Wellenenden sollen miteinander fluchten.
Die Nabenflansche müssen parallel
zueinander stehen, siehe unter „7
Kupplung ausrichten“.
Das Abstandsmaß „E“ muss eingestellt sein, siehe Bild 5 und unter „7
Kupplung ausrichten“.
Die Auflageflächen der Befestigungselemente an Flanschen und
Lamellenpaketen müssen sauber,
Bild / Fig. 5
trocken und fettfrei sein.
Entfernen Sie die Zylinderkopfschrauben Pos. 3, die links und
rechts der SpannschraubenBohrungen Pos. 1 sitzen und
ziehen Sie mit den rot markierten
Spannschrauben Pos. 2 die Lamellenpakete am Zwischenstück
zusammen.
Um den Wuchtzustand der Transmissionseinheit beizubehalten, dürfen Sie die Flanschverschraubung
Pos. 4 zwischen den Lamellenpaketen und dem Zwischenstück nicht
lösen!
Setzen Sie die Transmissionseinheit mit den verspannten Lamellenpaketen zwischen die Naben ein (Bild Bild / Fig. 6
6).
Entfernen Sie die rot markierten Spannschrauben Pos. 2, und lassen Sie die Flansche
der Lamellenpakete in die Zentriersitze der Naben rutschen. Achten Sie darauf, dass die
Teile in den Zentriersitzen nicht verkanten.
Achten Sie auf die Lagemarkierungen von ausgewuchteten Bauteilen / Baugruppen!
Setzen Sie alle Zylinderkopfschrauben Pos. 3 + 4 zur Verbindung der Flansche ein.
Verwenden Sie die Zylinderkopfschrauben im Lieferzustand „leicht
geölt“. Sie dürfen die Befestigungselemente nicht reinigen oder
zusätzlich schmieren!
• Ziehen Sie die Schrauben leicht von Hand an.
• Ziehen Sie die Schrauben nacheinander in mehreren Umläufen an, bis das in Tabelle 2
angegebene Anziehdrehmoment MA erreicht ist. Überprüfen Sie auch die Schraubenverbindungen an der vormontierten Transmissionseinheit!
• Richten Sie die Kupplung gemäß den nachfolgenden Angaben in
„7 Kupplung ausrichten“ aus.
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- 10 -
Tabelle 2
Anziehdrehmomente MA der Zylinderkopfschrauben im Lieferzustand
„leicht geölt“:
Größe
Gewinde
MA [Nm]
157
178
202
235
277
332
386
420
508
M10
66
M12
115
M14
180
M16
280
M20
550
M24
950
M24
950
M27
1400
M33
2500
7 Kupplung ausrichten
Verletzungsgefahr!
Schalten Sie vor allen Arbeiten an der Kupplung den Antrieb ab!
Sichern Sie den Antrieb gegen unbeabsichtigtes Einschalten und
Verdrehen!
Hinweis:
Genaues Ausrichten der Kupplung erhöht die Lebensdauer der
Lamellenpakete und vermindert Gefahren beim Einsatz der Kupplung.
Halten Sie unbedingt die empfohlenen Ausrichtwerte ein. Ein
Überschreiten der zulässigen Verlagerungswerte hat KupplungsSchäden und –Ausfälle zur Folge!
-
-
-
Berücksichtigen Sie beim Ausrichten der kalten Anlage die zu erwartenden Wärmedehnungen der Komponenten, sodass im Betrieb die maximal zulässigen Verlagerungswerte
der Kupplung nicht überschritten werden.
Beachten Sie, dass die Kupplung unter Verlagerung Rückstellkräfte auf die angrenzenden Wellen und Lager erzeugt. Berücksichtigen Sie, dass die Rückstellkräfte mit größer
werdender Verlagerung zunehmen.
Die gesamte Winkelverlagerung, kombiniert aus Radial- und Winkelversatz darf pro
Lamellenpaket die folgenden Werte im Betrieb niemals überschreiten:
Größe
kwmax.
157
0,33°
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178
0,33°
202
0,33°
235
0,33°
277
0,33°
332
0,33°
POSIMIN -PHP, -PHPmin
386
0,33°
420
0,33°
0,2
508
5°
- 11 -
7.1
Winkelverlagerung
• Vermessen Sie stirnseitig am äußeren Durchmesser eine ganze Umdrehung. Drehen Sie dazu die
Messuhr um 360°. Ermitteln Sie dabei die größte Abweichung Kw1 sowie die kleinste Abweichung Kw2
(Bild 7). Berechnen Sie die Winkelverlagerung
∆Kw = Kw1 – Kw2.
• Halten Sie beim Ausrichten die maximal zulässige Winkelverlagerung
∆Kwmax nach Tabelle 3 ein.
Bild / Fig. 7
Tabelle 3
Empfohlene Ausrichtwerte - Winkelverlagerung:
Größe
∆Kwmax [mm]
157
178
202
235
277
332
386
420
508
0,2
0,2
0,25
0,3
0,3
0,35
0,45
0,5
0,45
7.2
Axialverlagerung
• Messen Sie vor dem Einbau der
Transmissionseinheit das tatsächliche Längenmaß „E“ der Transmissionseinheit über die äußeren Flansche der Lamellenpakete (Bild 8).
• Stellen Sie den Abstand der Anlageflächen in den Flanschnaben auf ein
Maß zwischen
E und (E + ∆e) nach Tabelle 4 ein.
Überschreiten Sie nicht die in Tabelle 4 angegebenen Toleranzen.
Bild / Fig. 8
Tabelle 4
Empfohlene Toleranzwerte ∆e für das Einbaumaß „E“:
Größe
157
178
202
235
277
332
386
420
508
∆e
[mm]
0,5
0,5
0,5
0,7
0,8
0,8
0,6
0,7
0,7
ACHTUNG!
Wird das Einbaumaß „E“ unterschritten, lässt sich die Transmissionseinheit nicht radial montieren!
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POSIMIN -PHP, -PHPmin
- 12 -
Werden im Betrieb größere axiale Abweichungen erwartet, z. B. durch Wärmedehnungen o.
ä., kann die Kupplung entgegen der zu erwartenden Dehnung mit axialer Vorspannung montiert werden. Hierzu ist eine Abstimmung mit TSCHAN GmbH erforderlich, falls dies bei der
Auslegung der Kupplung nicht berücksichtigt wurde. Im Betriebspunkt soll die Kupplung
spannungsfrei mit Einbaumaß „E“ laufen.
7.3
•
•
•
•
Radialverlagerung
Vermessen Sie eine ganze Umdrehung. Drehen Sie dazu die Messuhr
um 360°. Ermitteln Sie dabei die
größte Abweichung Kr1 sowie die
kleinste Abweichung Kr2 (Bild 9).
Berechnen Sie die Radialverlagerung
∆Kr = 0,5 x (Kr1 – Kr2). Beachten Sie
die Vorzeichen der Messwerte.
Halten Sie beim Ausrichten die maximal zulässige Radialverlagerung in
Abhängigkeit vom Mittenabstand der
Lamellenpakete „MLP“ ein.
∆Krmax = MLP/1000 [mm]
Zur Kontrolle sollten Sie diese MesBild / Fig. 9
sung auch auf der zweiten Kupplungshälfte durchführen.
Bei Abweichungen ist die Ausrichtung entsprechend zu korrigieren.
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POSIMIN -PHP, -PHPmin
- 13 -
8 Betrieb
Beim Einsatz der Kupplung sind deren Kenndaten zu beachten (siehe „6 Technische Daten“).
Diese dürfen in keinem Fall ohne schriftliche Freigabe durch TSCHAN GmbH überschritten
werden.
Um einen störungsfreien, dauerhaften Betrieb der Kupplung sicherzustellen, muss diese
nach den Auslegungsvorschriften z. B. nach Katalog POSIMIN-PHP oder mit dem
TSCHAN-Auslegungsprogramm mit einem den Betriebsbedingungen angemessenen Betriebsfaktor ausgelegt werden.
Jede Änderung der Einsatzbedingungen oder der Betriebsparameter macht eine Überprüfung der Kupplungsauslegung zwingend erforderlich.
Verletzungsgefahr!
Schalten Sie vor allen Arbeiten an der Kupplung den Antrieb ab!
Sichern Sie den Antrieb gegen unbeabsichtigtes Einschalten und
Verdrehen!
Durch falsch angezogene Schrauben können Teile wegfliegen und
schwere Personen- und Sachschäden entstehen!
Überprüfen Sie vor Inbetriebnahme der Kupplung die Ausrichtung
und alle Schraubenverbindungen auf das vorgeschriebene Anzugsmoment bzw. festen Sitz!
Vor Inbetriebnahme der Anlage müssen Sie alle Schutzeinrichtungen gegen unbeabsichtigte Berührung von frei beweglichen bzw.
umlaufenden Teilen installieren.
Zur Vermeidung von Funken sollten Sie Abdeckungen aus rostfreiem Stahl verwenden!
Die Abdeckungen müssen mindestens die Schutzart IP2X erfüllen.
Die Abdeckung soll so gestaltet sein, dass sich kein Staub auf den
Kupplungsteilen ablagern kann.
Die Abdeckung darf die Kupplung nicht berühren und in ihrer Funktion nicht beeinträchtigen.
Achten Sie während des Betriebs der Kupplung auf:
Veränderte Laufgeräusche
Auftretende Vibrationen
verloren gegangene Teile
Achtung!
• Stellen Sie während des Betriebs der Kupplung Unregelmäßigkeiten fest, schalten
Sie sofort den Antrieb ab.
• Ermitteln Sie anhand nachstehender Tabelle 5 „Betriebsstörungen und ihre möglichen
Ursachen“ die Störungsursache und beseitigen Sie diese.
Die aufgeführten Störungen sind einige Beispiele, die Ihnen eine Fehlersuche erleichtern
sollen.
• Für die Fehlersuche und –beseitigung sind alle Maschinenkomponenten und Betriebszustände zu berücksichtigen!
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POSIMIN -PHP, -PHPmin
- 14
Tabelle 5
Betriebsstörungen und ihre möglichen Ursachen:
Störung
Ursache
Unruhige
Ausrichtfehler
Laufgeräusche / Vibrationen
Gefahrenhinweis
Erhöhte Reaktionskräfte auf die
Wellen und Lager
der angeschlossenen Aggregate.
beschädigte
Lamellenbruch,
Lamellenpake- herausfliegen des
te
Zwischenstücks.
Unwucht
Schwingungen,
Lamellenbruch
Lose Schrau- Herausfliegen des
benverbindun- Zwischenstücks
gen
Schäden an Ausrichtfehler
den Lamellenpaketen
Erhöhte Reaktionskräfte auf die
Wellen und Lager
der angeschlossenen Aggregate.
Überlastung
Lamellenbruch,
durch sehr ho- Herausfliegen des
hes DrehmoZwischenstücks
ment
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Beseitigung
- Antrieb abschalten
- Ursache für Ausrichtfehler beseitigen
- Kupplung neu ausrichten
- Lamellenpakete auf Beschädigungen
wie Risse, Ausbeulen o. ä. überprüfen und gegebenenfalls auswechseln
- Antrieb abschalten
- Kupplungsteile auf Beschädigungen
prüfen, gegebenenfalls austauschen
- Ausrichtung überprüfen
- Auslegung der Kupplung
überprüfen
- Lamellenpakete auswechseln
- Wuchtzustand der Anlagenkomponenten überprüfen und gegebenenfalls korrigieren
- Antrieb abschalten
- Lamellenpakete auf Beschädigungen
wie Risse, Ausbeulen o. ä. überprüfen und gegebenenfalls auswechseln
- Wuchtzustand der Anlagenkomponenten überprüfen und gegebenenfalls korrigieren
- Antrieb abschalten
- Kupplungsteile auf Beschädigungen
prüfen, gegebenenfalls austauschen
- Ausrichtung der Kupplung überprüfen
- Muttern mit vorgeschriebenem Anzugsmoment festziehen
- Antrieb abschalten
- Ursache für Ausrichtfehler beseitigen
- Kupplung neu ausrichten
- Lamellenpakete auswechseln
- Wuchtzustand der Anlagenkomponenten überprüfen und gegebenenfalls korrigieren
- Antrieb abschalten
- Kupplungsauslegung in Zusammenarbeit mit TSCHAN GmbH überprüfen
- Kupplung auswechseln
- Gegebenenfalls größere Kupplung
einsetzen
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- 15 -
Störung
Ursache
Kontakt mit
aggressiven
Medien
Gefahrenhinweis
Lamellenbruch,
Herausfliegen des
Zwischenstücks
DrehschwinLamellenbruch,
gungen im An- Herausfliegen des
triebsstrang
Zwischenstücks
Beseitigung
- Antrieb abschalten
- Kupplungsteile auf Beschädigungen
prüfen, gegebenenfalls austauschen
- Lamellenpakete auswechseln
- Wuchtzustand der Anlagenkomponenten überprüfen und gegebenenfalls korrigieren
- Ausrichtung der Kupplung überprüfen
- Kontakt mit aggressiven Medien unterbinden
- Antrieb abschalten
- Ursache für Drehschwingungen analysieren und beseitigen
- Kupplungsteile auf Beschädigungen
prüfen, gegebenenfalls austauschen
- Ausrichtung der Kupplung überprüfen
9 Instandhaltung
Die drehsteife Lamellen-Kupplung POSIMIN® -PHP ist im Betrieb wartungsarm.
Bei routinemäßigen Überwachungsarbeiten oder Instandhaltungsarbeiten an der Anlage
überprüfen Sie:
• Ausrichtung der Kupplung
• Zustand der Lamellenpakete
• Festen Sitz aller Befestigungselemente
• verloren gegangene Teile
• Entfernen Sie Staubablagerungen von den Kupplungsteilen und den Lamellenpaketen
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- 16 -
9.1
Lamellenpakete inspizieren
Verletzungsgefahr!
Schalten Sie vor allen Arbeiten an der Kupplung den Antrieb ab!
Sichern Sie den Antrieb gegen unbeabsichtigtes Einschalten und
Verdrehen!
Führen Sie nach 2000h, spätestens aber nach 3 Monaten, nach der ersten Inbetriebnahme
eine Sichtkontrolle der Lamellenpakete durch. Stellen Sie bei dieser Erstinspektion keine
Schäden wie Risse oder Ausbeulungen an den Lamellenblechen fest, so können Sie bei unveränderten Betriebszuständen der Anlage die weiteren Inspektionen in regelmäßigen Abständen von 4000h, jedoch mindestens einmal jährlich, durchführen. Verzeichnen Sie bei der
Erstinspektion schon Schäden an den Lamellenpaketen, so überprüfen Sie zunächst, ob
hierfür eine Ursache nach Tabelle 5 „Betriebsstörungen“ in Frage kommt. Die Inspektionsintervalle sind dann unbedingt an die vorherrschenden Betriebsbedingungen anzupassen.
9.2
Lamellenpakete auswechseln
Verletzungsgefahr!
Schalten Sie vor allen Arbeiten an der Kupplung den Antrieb ab!
Sichern Sie den Antrieb gegen unbeabsichtigtes Einschalten und Verdrehen!
• Sichern Sie das Zwischenstück gegen Herabfallen.
• Entfernen Sie die Zylinderkopfschrauben der Flanschverbindungen an den Naben.
• Spannen Sie die Lamellenpakete
mit den rot markierten Spannschrauben zusammen. Siehe „6
Montage“, Bild 6. Dieser Vorgang
kann durch Abdrückschrauben in
den Nabenflanschen unterstützt
werden.
• Heben Sie das Zwischenstück mit
den Lamellenpaketen radial zwischen den Nabenflanschen heraus.
Bild / Fig. 10
Verwenden Sie bei größeren Kupplungen geeignete Montagehilfsmittel
und Hebezeuge wie z. B. Krane oder Flaschenzüge (Bild 10).
• Ausführung PHP:
Entfernen Sie die Sandwich-Lamellenpakete.
• Überprüfen Sie die Kupplungsteile auf Schäden.
• Setzen Sie die neuen Sandwich-Lamellenpakete in die Zentrierungen am Zwischenstück
ein und befestigen Sie diese mit den Zylinderkopfschrauben, die nicht an den Bohrungen
für die Spannschrauben sitzen.
bawp011-deu-0
POSIMIN -PHP, -PHPmin
- 17 -
• Bei ausgewuchteten Kupplungen empfiehlt es sich die Transmissionseinheit mit den angeschraubten Lamellenpaketen neu auszuwuchten.
• Ausführung PHPmin:
das Zwischenstück muss komplett mit den angebuchsten Lamellenpaketen ausgewechselt
werden. Die Lamellenpakete können am Zwischenstück nur werkseitig ausgetauscht werden.
• Spannen Sie die neuen Sandwich-Lamellenpakete mit den rot markierten Spannschrauben zusammen.
• Weitere Vorgehensweise wie unter „6 Montage der Kupplung“.
• Überprüfen Sie die Ausrichtung der Kupplung gemäß „7 Kupplung Ausrichten“.
Warnung!
Vor Inbetriebnahme der Anlage müssen Sie alle Schutzeinrichtungen gegen unbeabsichtigtes Berühren frei umlaufender Teile installieren.
Zur Vermeidung von Funken sollten Sie Abdeckungen aus
rostfreiem Stahl verwenden.
Die Abdeckungen müssen mindestens die Forderungen der
Schutzart IP2X erfüllen.
Die Abdeckung soll so gestaltet sein, dass sich kein Staub
auf den Kupplungsteilen ablagern kann.
Die Abdeckung darf die Kupplung nicht berühren und in
ihrer Funktion nicht beeinträchtigen.
Bei Verwendung von Zubehör und Ersatzteilen, die nicht original von TSCHAN GmbH geliefert worden sind, übernehmen wir für daraus entstehende Schäden keinerlei Haftung oder
Gewährleistung.
10 Entsorgung
Die Entsorgung hat nach den spezifischen Vorschriften des jeweiligen Anwenderlandes zu
erfolgen.
bawp011-deu-0
POSIMIN -PHP, -PHPmin
- 18 -
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