Winora Bike Manual
Winora Group
Bike Manual
Deutsch
Mountainbike (MTB)
Lenker
Vorbau
Sattel
Schalthebel
Bremsanlage
Sattelstütze
Lenkungslager
Sattelstützenklemme
1
Stoßdämpfer
2
Antrieb
Bremse
Bremsscheibe
I.
Bremse hinten
Bremshebel
II.
3
III.
Umwerfer
Laufrad
4
Zahnkranz
Schnellspanner
IV.
Schaltwerk
Kurbelsatz
mit Kettenblättern
Reifen
Nabe
Speiche
Kette
Pedal
Rahmen
1 Oberrohr
2 Unterrohr
3 Sitzrohr
4 Kettenstrebe
Federgabel
I. Gabelkopf
II. Standrohr
III. Tauchrohr
IV. Ausfallende
Felge
Ventil
Trekkingrad
Sattel
Sattelstütze
Vorbau
Lenker
Schalthebel
Lenkungslager
Sattelstützenklemme
Bremsanlage
Gepäckträger
Bremshebel
Bremse
Lichtanlage
Rücklicht
Lichtanlage
Bremse hinten
Vorderlicht
1
Strahler
I.
3
Schutzblech
Nabendynamo
II.
2
Reflexring
III.
Antrieb
Laufrad
Umwerfer
Schnellspanner
Zahnkranz
4
IV.
Schaltwerk
Kurbelsatz
mit Kettenblättern
Kette
Parkstütze
Reifen
Nabe
Speiche
Pedal
Rahmen
1 Oberrohr
2 Unterrohr
3 Sitzrohr
4 Kettenstrebe
Federgabel
I. Gabelkopf
II. Standrohr
III. Tauchrohr
IV. Ausfallende
Felge
Ventil
Rennrad
Lenker
Vorbau
Lenkungslager
Schalthebel
Sattel
Sattelstütze
Bremsanlage
Bremshebel
Sattelstützenklemme
Bremse hinten
Bremse
1
3
2
I.
Antrieb
Laufrad
Umwerfer
Zahnkranz
II.
4
Schnellspanner
Schaltwerk
Reifen
Kurbelsatz
mit Kettenblättern
Kette
Nabe
Speiche
Pedal
Rahmen
1 Oberrohr
2 Unterrohr
3 Sitzrohr
4 Kettenstrebe
Gabel
I. Scheide
II. Ausfallende
Felge
Ventil
1 Begrüßung
Mit dem Kauf dieses Fahrrades haben Sie sich für ein Qualitätsprodukt entschieden. Ihr neues Rad wurde aus sorgfältig entwickelten und gefertigten
Teilen mit Sachverstand zusammengestellt. Ihr Fahrrad-Fachhändler hat es
fertig montiert und einer Funktionskontrolle unterzogen. So können Sie vom
ersten Meter an mit Freude und einem sicheren Gefühl in die Pedale treten.
Die Tipps sind nicht auf andere Räder übertragbar. Durch eine Vielzahl von
Ausführungen und Modellwechseln sind die beschriebenen Arbeiten eventuell nicht vollständig. Beachten Sie bitte unbedingt auch die Anleitungen
der Komponentenzulieferer, die Ihnen Ihr Fahrrad-Fachhändler ausgehändigt hat.
In diesem Handbuch haben wir für Sie viele Tipps zur Bedienung Ihres Rades und eine Menge Wissenswertes rund um die Fahrradtechnik, Wartung
und Pflege zusammengefasst. Lesen Sie diese Broschüre bitte gründlich
durch. Es lohnt sich, selbst wenn Sie schon Ihr ganzes Leben lang Fahrrad
fahren. Gerade die Fahrradtechnik hat sich in den letzten Jahren sehr stark
weiterentwickelt. Bevor Sie zum ersten Mal mit dem neuen Fahrrad losfahren, sollten Sie deshalb zumindest das Kapitel „Vor der ERSTEN Fahrt“
durchlesen.
Beachten Sie, dass die Anleitungen je nach Erfahrung und/oder handwerklichem Geschick des Durchführenden ergänzungsbedürftig sein können.
Manche Arbeiten können zusätzliches (Spezial-) Werkzeug oder zusätzliche
Anleitungen erfordern.
Muten Sie sich im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit nicht zu
viel zu. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen
haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Um beim Fahren Spaß zu haben, sollten Sie, bevor Sie sich aufs Rad setzen,
stets die im Kapitel „Vor JEDER Fahrt“ beschriebene Mindest-Funktionsprüfung durchführen. Dieses Handbuch kann Ihnen nicht die Fähigkeiten
eines Fahrradmechanikers vermitteln. Selbst ein Handbuch, dick wie ein Lexikon, könnte nicht jede Kombinationsmöglichkeit von verfügbaren Rädern
und Bauteilen abdecken. Deshalb konzentriert sich dieses Handbuch auf
Ihr neu erworbenes Fahrrad und übliche Bauteile und zeigt die wichtigsten
Hinweise und Warnungen auf.
Wenn Sie die ausführlich beschriebenen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchführen, müssen Sie stets berücksichtigen, dass die Anleitungen
und Hinweise ausschließlich für diese Fahrräder gelten.
1
Bevor Sie losfahren noch ein paar Dinge, die uns als Radlern sehr am Herzen liegen: Fahren Sie nie ohne angepassten Helm und nie ohne Brille und
achten Sie darauf, dass Sie immer radgerechte Bekleidung, zumindest aber
enge Beinkleider und Schuhwerk, das zum montierten Pedalsystem passt,
tragen. Fahren Sie im Straßenverkehr immer rücksichtsvoll und halten Sie
sich an die Verkehrsregeln, damit Sie sich und andere nicht gefährden.
Dieses Handbuch kann Ihnen nicht das Fahrrad fahren beibringen. Wenn
Sie Fahrrad fahren, müssen Sie sich bewusst sein, dass es sich dabei um
eine potenziell gefährliche Aktivität handelt und dass der Fahrer sein Fahrrad
immer unter Kontrolle halten muss.
Wie in jeder Sportart können Sie sich auch beim Fahrrad fahren verletzen.
Wenn Sie auf ein Fahrrad steigen, müssen Sie sich dieser Gefahr bewusst
sein und diese akzeptieren. Beachten Sie immer, dass Sie auf einem Fahrrad nicht über die Sicherheitseinrichtungen eines Kraftfahrzeugs, wie z.B.
eine Karosserie oder einen Airbag, verfügen. Fahren Sie deshalb immer
vorsichtig und respektieren Sie die anderen Verkehrsteilnehmer. Fahren Sie
niemals unter der Einwirkung von Medikamenten, Drogen oder Alkohol oder
wenn Sie müde sind. Fahren Sie niemals mit einer zweiten Person auf Ihrem
Fahrrad und halten Sie immer die Hände am Lenker.
Beachten Sie die gesetzlichen Regelungen für den Gebrauch von Fahrrädern abseits der Straße. Diese Regelungen unterscheiden sich in den unterschiedlichen Ländern. Respektieren Sie bitte die Natur, wenn Sie durch
Wald und Wiesen touren. Radeln Sie ausschließlich auf ausgeschilderten
und befestigten Wegen und Straßen.
2
Zuerst möchten wir Sie mit den Teilen Ihres Fahrrades vertraut machen.
Klappen Sie dazu die vordere Umschlagseite der Bedienungsanleitung aus.
Hier sind exemplarisch drei Fahrräder abgebildet, an denen alle notwendigen Bauteile beschrieben sind. Lassen Sie die Seite während des Lesens
ausgeklappt. So können Sie die im Text erwähnten Teile schnell finden.
Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt
Ihr Team von der WINORA GROUP
Impressum
Herausgeber und Fotografie:
WINORA GROUP
Winora-Staiger GmbH
D-97404 Schweinfurt
Tel.: +49 (0) 9721 / 65 01-0
Mail: [email protected]
Web: www.winora-group.de
Konzeption, Text, Fotografie, Grafische Gestaltung und Redaktion:
Zedler – Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit GmbH
D-71634 Ludwigsburg
Mail: [email protected]
Web: www.zedler.de
Änderungen von technischen Details gegenüber den Angaben und Abbildungen der Bedienungsanleitung sind vorbehalten.
Eine Haftung von Herausgeber, Redaktion und sonstigen Dritten für Beiträge
in dieser Broschüre und sich daraus ergebende Schäden – gleich welcher
Art – sind ausgeschlossen, es sei denn es liegt grobes Verschulden vor.
© Copyright
Nachdruck, Übersetzung und Vervielfältigung oder anderweitige wirtschaftliche Nutzung z.B. auf elektronischen Medien, auch auszugsweise, ist ohne
vorherige schriftliche Genehmigung des Autors und des Herausgebers nicht
erlaubt.
Auflage 3, Februar 2012
3
Inhalt
1 Begrüßung
Impressum
Inhaltsverzeichnis
1.1 Hinweise zur Bedienungsanleitung
1.2 Vor der ersten Fahrt
1.3 Vor jeder Fahrt
1.4 Nach einem Sturz
1.5 Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen
1.5.1 Schnellspanner
1.5.2 Steckachsen
1
3
4
7
8
10
12
13
13
15
2 Bestimmungsgemäßer Gebrauch
2.1 Generelle Fahrrad-Einsatzbereiche
2.1.1 City-, Touren-, Sport-, Kinder- und Jugendrad
2.1.2 Trekkingrad / ATB
2.1.3 Mountainbike (MTB) / Crossbike
2.1.4 Rennrad
2.2 Einsatzbereiche der HAIBIKES
2.2.1 Performance Line
2.2.2 Comp Line und Pro Line
2.2.3 Special Edition
2.2.4 Life Line
2.3 Einsatzbereiche der Winora-Fahrräder
2.3.1 Trekking Line / S.U.B. Line
2.3.2 Cross Line
2.3.3 Faltrad
2.3.4 City Line
2.3.5 ATB Line
2.3.6 Kinderrad
2.3.7 E-Bike / Pedelec
2.4 Einsatzbereiche der Staiger-Fahrräder
2.4.1 Urban Line
2.4.2 ATB Line
17
17
17
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19
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21
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4
2.4.3 Sport Line
2.4.4 Trekking Line
2.5 Einsatzbereiche der Sinus-Fahrräder
2.5.1 Comfort Edition
2.5.2 Trekking Edition
2.5.3 Travel Edition
2.5.4 Cross Edition
2.5.5 Race und Fitness Edition
2.5.6 Faltrad
26
26
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27
28
28
28
3 Gesetzliche Anforderungen zur Teilnahme
am Straßenverkehr
3.1 Bremsanlage
3.2 Lichtanlage
3.3 Sonderregelung für leichte Fahrräder
3.4 Neuregelung der Fahrrad-Sicherheitsvorschriften in der BRD
29
29
29
30
30
4 Hinweise zum Fahrradfahren in Stadt und Land
4.1 Sicher durch den Straßenverkehr
4.2 Umwelt – Abseits der Straße
31
31
32
5 Bremsanlage
5.1 Allgemeine Hinweise zu den Bremsen
5.1.1 Funktionsweise und Verschleiß
5.2 Felgenbremsen
5.2.1 V-Bremsen (V-Brakes)
5.2.1.1 Funktionskontrolle
5.2.1.2 Power-Modulator
5.2.1.3 Synchronisieren und Nachstellen
5.2.2 Renn- bzw. Seitenzugbremsen
5.2.2.1 Funktionskontrolle
5.2.2.2 Höhenverstellung
5.2.2.3 Synchronisieren und Nachstellen
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33
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35
35
35
36
36
37
37
37
37
5.2.3 Cantilever-Bremsen bei Cyclocrossrädern
5.2.3.1 Funktionskontrolle
5.2.3.2 Synchronisieren und Nachstellen
5.2.4 Hydraulische Felgenbremsen
5.2.4.1 Kontrolle und Nachstellen
5.3 Scheibenbremsen
5.3.1 Kontrolle von Hydraulik-Scheibenbremsen
5.3.2 Kontrolle und Nachstellen von mechanischen Scheibenbremsen
5.4 Rollen-, Trommel- und Rücktrittbremsen
5.4.1 Kontrolle und Nachstellen bei Handhebelbedienung
5.4.2 Kontrolle und Nachstellen bei Rücktrittbremsen
6 Antrieb
6.1 Schaltung
6.1.1 Tretlager-Kurbelsatz
6.2 Kettenschaltung
6.2.1 Funktionsweise und Bedienung bei Mountainbikes, Fitnessbikes, City- , Kinder- und Trekkingrädern
6.2.2 Funktionsweise und Bedienung bei Rennrädern
6.3 Kontrolle und Nachstellen der Kettenschaltung
6.3.1 Hinteres Schaltwerk
6.3.2 Endanschläge kontrollieren
6.3.3 Vorderer Umwerfer
6.4 Nabenschaltung (Getriebenaben)
6.4.1 Funktionsweise und Bedienung
6.4.2 Kontrolle und Nachstellen
6.5 Kombinierte Naben-Kettenschaltungen
6.5.1 Funktionsweise und Bedienung
6.5.2 Nachstellen (Getriebenaben)
6.6 Getriebekurbel
6.7 Kette
6.7.1 Kettenpflege
6.7.2 Kettenverschleiß
6.7.3 Kettenspannung justieren bei Rädern mit Singlespeed und
Nabenschaltung
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40
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7 Laufräder und Bereifung
7.1 Reifen, Schläuche, Felgenband, Ventile, Luftdruck
7.2 Felgenrundlauf, Speichenspannung
7.3 Laufradbefestigung mit Schnellspannern
7.4 Laufradbefestigung bei Steckachsensystemen
7.5 Reifenpanne
7.5.1 Radausbau
7.5.2 Reifendemontage (Drahtreifen, Faltreifen)
7.5.3 Reifenmontage (Drahtreifen, Faltreifen)
7.5.4 Demontage von Schlauchlos-Reifen
7.5.5 Reparatur von Schlauchlos-Reifen
7.5.6 Montage von Schlauchlos-Reifen
7.5.7 Demontage von Schlauchreifen
7.5.8 Montage von Schlauchreifen
7.5.9 Radeinbau
7.6 Besonderheiten von Carbon-Laufrädern
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57
59
60
60
61
61
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63
64
64
65
65
65
68
69
8 Lenkungslager / Steuersatz
8.1 Kontrolle
8.2 Konventionelles Lenkungslager nachstellen
8.3 Aheadset®-Lenkungslager nachstellen
71
71
72
72
9 Federung
9.1 Glossar
9.2 Federgabeln
9.2.1 Einstellen der Federhärte
9.2.2 Einstellen der Dämpfung
9.2.3 Verstellen des Federweges
9.2.4 Wartung
9.3 Hinterbaufederung
9.3.1 Besonderheiten der Sitzposition
9.3.2 Einstellen der Federhärte
9.3.3 Einstellen der Dämpfung
9.3.4 Wartung
9.4 Gefederte Sattelstützen
9.4.1 Einstellung
9.4.2 Kontrolle und Wartung
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74
75
75
77
78
78
79
79
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81
83
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84
84
5
10 Carbon – Wichtige Hinweise
85
11 Dirt-, Freeride-, Downhill-Bikes – Besonderheiten
11.1 Einstellen der richtigen Sattelhöhe
87
88
12 Lichtanlage
12.1 Seiten-Dynamo
12.2 Naben-Dynamo
12.3 Defektsuche
89
89
89
89
13 Kinderräder
13.1 Hinweise an die Eltern
13.2 Einstellung
91
91
92
14 Anpassen des Fahrrades an den Fahrer
14.1 Einstellen der richtigen Sitzhöhe
14.1.1 Besonderheiten von integrierten Sattelstützen
14.2 Einstellen der Lenkerhöhe
14.2.1 Verstellbare Vorbauten
14.2.2 Konventionelle Vorbauten
14.2.3 Vorbauten für gewindelose Systeme, sogenannte
Aheadset®-Systeme
14.2.4 A.H.S.-Lenkerbügel einstellen
14.3 Korrektur der Sitzlänge und Einstellen der Sattelneigung
14.3.1 Sattel verschieben und waagerecht einstellen
14.4 Einstellung und Korrektur der Bremsgriffe und des Lenkers
14.4.1 Regulierung der Bremsen-Griffweite bei Rennmaschinen
14.4.2 Verstellung der Neigung von Lenker und Bremsgriffen bei
Rennrädern
14.4.3 Regulierung der Griffweite zu den Bremshebeln bei Trekking-,
City-, BMX-, Kinderrädern und Mountainbikes
14.4.4 Verstellung der Neigung von Lenker, Lenkerhörnchen und
Bremsgriffen bei Trekking-, City-, BMX-, Kinderrädern und
Mountainbikes
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94
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97
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100
101
101
102
102
15 Rund ums Rad
15.1 Gepäcktransport
15.1.1 Gepäcktransport auf vollgefederten Rahmen
107
107
108
6
103
104
105
15.2 Mitnahme von Kindern
15.2.1 Kindersitze
15.2.2 Kinderanhänger
15.2.3 Kinderfahrrad-Nachziehvorrichtungen / Anhängesysteme
15.3 Transport des Rades mit dem Auto
15.4 Transport des Rades mit dem Flugzeug
15.5 Zubehör
15.5.1 Zusatzeinrichtungen
15.5.2 Anhänger
15.5.3 Barends (Lenkerhörnchen)
15.5.4 Computer
15.5.5 Körbe
15.5.6 Pannenset
15.5.7 Parkstütze
15.5.8 Spiegel
15.5.9 Radschützer / Schutzbleche
15.5.10 Schlösser
15.6 Die richtige Ausrüstung
15.6.1 Fahrradhelme
15.6.2 Die richtige Bekleidung
15.6.3 Brillen
15.6.4 Schuhe und Pedale
108
108
109
110
111
113
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113
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115
116
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117
117
118
118
16 Pflegehinweise und Inspektionen
16.1 Waschen und Pflegen des Rades
16.2 Aufbewahrung bzw. Lagerung des Rades
120
121
122
17 Wartungs- und Service-Zeitplan
124
18 Empfohlene Anzugsdrehmomente
126
19 Sachmängelhaftung und Garantie
19.1 Sachmängelhaftung (vormals Gewährleistung)
19.2 Verschleißteile
19.3 Garantie der WINORA-STAIGER GmbH
128
128
129
131
20 Inspektionsintervalle – Stempelfelder
132
1.1 Hinweise zur Bedienungsanleitung
Die Technik eines modernen Fahrrades ist sehr umfangreich. Aufgrund der
Komponentenvielfalt können in diesem Handbuch nur die wichtigsten, allgemein gültigen Punkte behandelt werden. Bitte beachten Sie daher besonders die zusätzlichen Einstellungs- bzw. Wartungshinweise der jeweiligen
Komponentenhersteller, die Ihnen Ihr Radhändler mit dieser Anleitung ausgehändigt hat.
Wenn Sie planen, Wartungs- oder Reparaturarbeiten selbst durchzuführen, sollten Sie sich vergegenwärtigen, dass die moderne Fahrradtechnik
eine Menge Know-How und Spezialwerkzeug (a), z.B. einen Drehmomentschlüssel (b), erfordert. Eine Inspektion beim Fahrrad-Fachhändler ist immer
der sichere Weg.
Die Tipps im Folgenden beziehen sich auf Ihr Fahrrad und es werden die
spezifischen Fachbegriffe verwendet. Machen Sie sich deshalb mit Ihrem
Fahrrad vertraut. Klappen Sie dazu die vordere Umschlagseite auf. Dort finden Sie drei Beispiel-Fahrräder, die Ihrem Fahrrad nahe kommen. Lassen
Sie diese Seiten aufgeschlagen, wenn Sie in diesem Handbuch lesen. So
finden Sie sich schnell zurecht.
Beachten Sie das Inhaltsverzeichnis, das Sie schnell zum interessanten Inhalt führt.
Dieses Symbol gibt Informationen über Handhabung des Produktes oder den jeweiligen Teil der Bedienungsanleitung, auf
den besonders aufmerksam gemacht werden soll.
Dieses Symbol bedeutet eine mögliche Gefahr bzw. drohende
Schäden für Ihr Fahrrad oder die Umwelt, wenn entsprechenden Handlungsaufforderungen nicht nachgekommen wird bzw.
wenn entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen
werden.
Dieses Symbol bedeutet eine mögliche Gefahr für Ihr Leben
und Ihre Gesundheit (z.B. durch Sturz oder Unfall) wenn entsprechenden Handlungsaufforderungen nicht nachgekommen
wird bzw. wenn entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden!
Beachten Sie, dass die möglichen Konsequenzen nicht immer wiederholt
werden, wenn diese Symbole im Text vorkommen.
Dies ist keine Anleitung, um ein Fahrrad aus Einzelteilen aufzubauen, zu
reparieren oder teilmontierte Fahrräder in den fahrfertigen Zustand zu versetzen!
Änderungen von technischen Details gegenüber den Angaben und Abbildungen der Bedienungsanleitung sind vorbehalten.
Diese Bedienungsanleitung entspricht den Anforderungen der CE-Norm EN
14764 / EN 14765 / EN 14766 und EN 14781.
Beachten Sie die beiliegenden Anleitungen der Komponentenzulieferer. Diese Anleitung unterliegt der europäischen Gesetzgebung. Bei Lieferung des
Fahrrades außerhalb Europas müssen vom Hersteller ergänzende Anleitungen beigefügt werden.
a
b
7
10 Carbon – Wichtige Hinweise
85
11 Dirt-, Freeride-, Downhill-Bikes – Besonderheiten
11.1 Einstellen der richtigen Sattelhöhe
87
88
12 Lichtanlage
12.1 Seiten-Dynamo
12.2 Naben-Dynamo
12.3 Defektsuche
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89
89
89
13 Kinderräder
13.1 Hinweise an die Eltern
13.2 Einstellung
91
91
92
14 Anpassen des Fahrrades an den Fahrer
14.1 Einstellen der richtigen Sitzhöhe
14.1.1 Besonderheiten von integrierten Sattelstützen
14.2 Einstellen der Lenkerhöhe
14.2.1 Verstellbare Vorbauten
14.2.2 Konventionelle Vorbauten
14.2.3 Vorbauten für gewindelose Systeme, sogenannte
Aheadset®-Systeme
14.2.4 A.H.S.-Lenkerbügel einstellen
14.3 Korrektur der Sitzlänge und Einstellen der Sattelneigung
14.3.1 Sattel verschieben und waagerecht einstellen
14.4 Einstellung und Korrektur der Bremsgriffe und des Lenkers
14.4.1 Regulierung der Bremsen-Griffweite bei Rennmaschinen
14.4.2 Verstellung der Neigung von Lenker und Bremsgriffen bei
Rennrädern
14.4.3 Regulierung der Griffweite zu den Bremshebeln bei Trekking-,
City-, BMX-, Kinderrädern und Mountainbikes
14.4.4 Verstellung der Neigung von Lenker, Lenkerhörnchen und
Bremsgriffen bei Trekking-, City-, BMX-, Kinderrädern und
Mountainbikes
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94
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102
15 Rund ums Rad
15.1 Gepäcktransport
15.1.1 Gepäcktransport auf vollgefederten Rahmen
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6
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15.2 Mitnahme von Kindern
15.2.1 Kindersitze
15.2.2 Kinderanhänger
15.2.3 Kinderfahrrad-Nachziehvorrichtungen / Anhängesysteme
15.3 Transport des Rades mit dem Auto
15.4 Transport des Rades mit dem Flugzeug
15.5 Zubehör
15.5.1 Zusatzeinrichtungen
15.5.2 Anhänger
15.5.3 Barends (Lenkerhörnchen)
15.5.4 Computer
15.5.5 Körbe
15.5.6 Pannenset
15.5.7 Parkstütze
15.5.8 Spiegel
15.5.9 Radschützer / Schutzbleche
15.5.10 Schlösser
15.6 Die richtige Ausrüstung
15.6.1 Fahrradhelme
15.6.2 Die richtige Bekleidung
15.6.3 Brillen
15.6.4 Schuhe und Pedale
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16 Pflegehinweise und Inspektionen
16.1 Waschen und Pflegen des Rades
16.2 Aufbewahrung bzw. Lagerung des Rades
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17 Wartungs- und Service-Zeitplan
124
18 Empfohlene Anzugsdrehmomente
126
19 Sachmängelhaftung und Garantie
19.1 Sachmängelhaftung (vormals Gewährleistung)
19.2 Verschleißteile
19.3 Garantie der WINORA-STAIGER GmbH
128
128
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131
20 Inspektionsintervalle – Stempelfelder
132
1.1 Hinweise zur Bedienungsanleitung
Die Technik eines modernen Fahrrades ist sehr umfangreich. Aufgrund der
Komponentenvielfalt können in diesem Handbuch nur die wichtigsten, allgemein gültigen Punkte behandelt werden. Bitte beachten Sie daher besonders die zusätzlichen Einstellungs- bzw. Wartungshinweise der jeweiligen
Komponentenhersteller, die Ihnen Ihr Radhändler mit dieser Anleitung ausgehändigt hat.
Wenn Sie planen, Wartungs- oder Reparaturarbeiten selbst durchzuführen, sollten Sie sich vergegenwärtigen, dass die moderne Fahrradtechnik
eine Menge Know-How und Spezialwerkzeug (a), z.B. einen Drehmomentschlüssel (b), erfordert. Eine Inspektion beim Fahrrad-Fachhändler ist immer
der sichere Weg.
Die Tipps im Folgenden beziehen sich auf Ihr Fahrrad und es werden die
spezifischen Fachbegriffe verwendet. Machen Sie sich deshalb mit Ihrem
Fahrrad vertraut. Klappen Sie dazu die vordere Umschlagseite auf. Dort finden Sie drei Beispiel-Fahrräder, die Ihrem Fahrrad nahe kommen. Lassen
Sie diese Seiten aufgeschlagen, wenn Sie in diesem Handbuch lesen. So
finden Sie sich schnell zurecht.
Beachten Sie das Inhaltsverzeichnis, das Sie schnell zum interessanten Inhalt führt.
Dieses Symbol gibt Informationen über Handhabung des Produktes oder den jeweiligen Teil der Bedienungsanleitung, auf
den besonders aufmerksam gemacht werden soll.
Dieses Symbol bedeutet eine mögliche Gefahr bzw. drohende
Schäden für Ihr Fahrrad oder die Umwelt, wenn entsprechenden Handlungsaufforderungen nicht nachgekommen wird bzw.
wenn entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen
werden.
Dieses Symbol bedeutet eine mögliche Gefahr für Ihr Leben
und Ihre Gesundheit (z.B. durch Sturz oder Unfall) wenn entsprechenden Handlungsaufforderungen nicht nachgekommen
wird bzw. wenn entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden!
Beachten Sie, dass die möglichen Konsequenzen nicht immer wiederholt
werden, wenn diese Symbole im Text vorkommen.
Dies ist keine Anleitung, um ein Fahrrad aus Einzelteilen aufzubauen, zu
reparieren oder teilmontierte Fahrräder in den fahrfertigen Zustand zu versetzen!
Änderungen von technischen Details gegenüber den Angaben und Abbildungen der Bedienungsanleitung sind vorbehalten.
Diese Bedienungsanleitung entspricht den Anforderungen der CE-Norm EN
14764 / EN 14765 / EN 14766 und EN 14781.
Beachten Sie die beiliegenden Anleitungen der Komponentenzulieferer. Diese Anleitung unterliegt der europäischen Gesetzgebung. Bei Lieferung des
Fahrrades außerhalb Europas müssen vom Hersteller ergänzende Anleitungen beigefügt werden.
a
b
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1.2 Vor der ersten Fahrt
1. Benutzen Sie das Fahrrad ausschließlich gemäß seinem Bestimmungszweck, sonst besteht die Gefahr, dass das Rad den Belastungen nicht
gewachsen ist und versagt. Sturzgefahr!
Lesen Sie mehr zum Einsatzzweck im Kapitel „Bestimmungsgemäßer
Gebrauch“.
Beachten Sie, dass sich der Anhalteweg verlängert, wenn Sie
mit einem aerodynamischen Lenker, einem Lenker mit Hörnchen (c) oder einem Multipositionslenker fahren. Die Bremshebel sind nicht in günstiger Griffweite.
4. Kennen Sie sich mit der Schaltungsart und -funktion aus? Machen Sie
sich ggf. auf einer verkehrsfreien Fläche mit der neuen Schaltung vertraut.
2. Für welches maximale Gesamtgewicht (Fahrer, Gepäck und Fahrrad zusammengerechnet) Ihr Fahrrad ausgelegt ist, entnehmen Sie bitte dem
Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“.
3. Sind Sie mit der Bremsanlage vertraut (a)? Prüfen Sie, ob Sie die Vorderradbremse mit demselben Handbremshebel (rechts oder links) bedienen können, wie Sie es gewohnt sind. Ist dies nicht der Fall, müssen
Sie die neue Anordnung regelrecht trainieren, da unbedachtes Betätigen
der Vorderradbremse zum Sturz führen kann (b). Oder lassen Sie die
Bremshebel von Ihrem Fahrrad-Fachhändler umbauen. Aufgrund ihres
speziellen Einsatzzwecks besitzen manche Dirtbikes nur eine Bremse.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Antrieb“.
5. Sind Sattel und Lenker richtig eingestellt? Prüfen Sie, ob Sie den Boden
noch mit den Fußspitzen erreichen können, wenn Sie im Sattel sitzen
(d). Ihr Fahrrad-Fachhändler hilft Ihnen, wenn Sie mit Ihrer Sitzposition
unzufrieden sind.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Anpassen des Fahrrades
an den Fahrer“.
Achten Sie insbesondere darauf, dass Sie genügend Freiheit im
Schritt haben, damit Sie sich nicht verletzen, wenn Sie schnell
absteigen müssen.
Moderne Bremsen haben unter Umständen eine sehr viel stärkere
Bremswirkung als Ihre bisherige Bremse! Machen Sie zuerst einige Probebremsungen auf einer flachen Fläche mit griffigem Untergrund abseits
des Straßenverkehrs!
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Bremsanlage“.
a
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b
c
d
6. Wenn Sie Klick- bzw. Systempedale (a) am Rad haben, machen Sie sich
zuerst im Stillstand sorgfältig mit dem Einrast- und Lösevorgang vertraut
(b).
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Die richtige Ausrüstung“.
Lesen Sie zusätzlich die Bedienungsanleitung der Pedale durch, die Ihnen Ihr Fahrrad-Fachhändler ausgehändigt hat.
Bei mangelnder Übung und/oder zu straffer Einstellung von Systempedalen können Sie sich eventuell nicht mehr vom Pedal
lösen! Sturzgefahr!
7. Wenn Sie ein Fahrrad mit Federung erworben haben, sollten Sie vom
Fahrrad-Fachhändler gleich bei der Übergabe die korrekte Abstimmung
des Fahrwerks vornehmen lassen. Eine unkorrekte Einstellung der Federelemente kann zu mangelhafter Funktion oder Schäden an den Federelementen führen. Auf jeden Fall verschlechtert sich das Fahrverhalten und Sie erreichen nicht die maximale Fahrsicherheit.
Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln „Federgabeln“, „Hinterbaufederung“ und „Gefederte Sattelstütze“, ggf. sind dieser Anleitung auch Hinweise für vollgefederte Räder und Gabeln beigelegt.
a
b
9
1.3 Vor jeder Fahrt
4. Machen Sie eine Bremsprobe im Stillstand, indem Sie die Bremshebel
mit Kraft zum Lenker (c) ziehen.
Ihr Fahrrad wurde mehrfach während der Herstellung und in einer anschließenden Endkontrolle Ihres Fahrrad-Fachhändlers geprüft. Da sich beim
Transport des Fahrrades Veränderungen in der Funktion ergeben können
oder Dritte während einer Standzeit an Ihrem Fahrrad gearbeitet haben
könnten, sollten Sie unbedingt vor jeder Fahrt Folgendes prüfen:
1. Sind die Schnellspanner oder Verschraubungen an Vorder- und Hinterrad, Sattelstütze und sonstigen Bauteilen korrekt geschlossen (a)?
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“.
Sind die Schnellspanner nicht ordnungsgemäß geschlossen,
können sich Teile des Fahrrades lösen. Sturzgefahr!
2. Sind die Reifen in gutem Zustand und haben beide Reifen genügend
Druck? Machen Sie eine „Daumenprobe“ (b). Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Laufräder und Bereifung“.
3. Lassen Sie beide Räder frei drehen, um den Rundlauf zu prüfen. Beobachten Sie dazu den Spalt zwischen Bremsbelag und Felge bzw. bei
Rädern mit Scheibenbremsen zwischen Rahmen und Felge oder Reifen.
Mangelhafter Rundlauf kann auch auf seitlich aufgeplatzte Reifen, gebrochene Achsen und gerissene Speichen hinweisen.
Die Bremsbeläge von Felgenbremsen müssen dabei die Felgenflanken
ganzflächig treffen. Sie dürfen die Reifen nicht berühren. Der Hebel darf
sich nicht zum Lenker durchziehen lassen! Der Bremshebel von Scheibenbremsen darf sich ebenfalls nicht bis zum Lenker durchziehen lassen! Es darf keine Bremsflüssigkeit austreten. Kontrollieren Sie auch die
Belagstärke. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Bremsanlage“.
5. Lassen Sie Ihr Fahrrad aus geringer Höhe auf den Boden springen. Gehen Sie auftretenden Klappergeräuschen nach. Prüfen Sie ggf. Lager
und Schraubverbindungen.
6. Wenn Sie im Straßenverkehr fahren wollen, müssen Sie das Fahrrad gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes ausrüsten
(d). In jedem Fall ist Fahren ohne Licht und Reflektoren bei schlechter
Sicht und bei Dunkelheit sehr gefährlich. Sie werden von anderen Verkehrsteilnehmern nicht oder zu spät gesehen. Wenn Sie sich im Straßenverkehr bewegen, benötigen Sie immer eine zulässige Lichtanlage.
Schalten Sie schon bei einbrechender Dunkelheit das Licht an. Weitere
Informationen finden Sie im Kapitel „Gesetzliche Anforderungen zur
Teilnahme am Straßenverkehr“.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Laufräder und Bereifung“.
a
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b
c
d
7. Bei einem gefederten Rad machen Sie einen Fahrwerks-Check: Stützen
Sie sich auf das Rad und prüfen Sie, ob die Federelemente wie gewohnt
ein- und ausfedern (a+b).
Vergessen Sie nicht, ein hochwertiges Bügel- oder Kettenschloss (d) mit auf die Fahrt zu nehmen. Nur wenn Sie Ihr Fahrrad mit einem festen Gegenstand verbinden, beugen Sie Diebstahl wirkungsvoll vor.
Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln „Federgabeln“ und
„Hinterbaufederung“, ggf. sind dieser Anleitung auch Hinweise für vollgefederte Räder und Gabeln beigelegt.
8. Stellen Sie ggf. sicher, dass die Parkstütze vollständig eingeklappt ist,
bevor Sie losfahren. Sturzgefahr!
Fahren Sie nicht, wenn Ihr Fahrrad an einem dieser Punkte
scheitert! Ein fehlerhaftes Fahrrad kann zu schweren Unfällen
führen! Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Ihr Fahrrad wird durch die Einflüsse des Untergrundes und die
Kräfte, die Sie ins Rad einleiten, stark beansprucht. Auf diese dynamischen Belastungen reagieren die unterschiedlichen
Bauteile mit Verschleiß und Ermüdung. Untersuchen Sie Ihr Rad
regelmäßig auf Verschleißerscheinungen, Kratzer (c), Verbiegungen, Verfärbungen oder beginnende Risse. Bauteile, deren
Lebensdauer überschritten ist, können plötzlich versagen. Bringen Sie Ihr Rad regelmäßig zum Fahrrad-Fachhändler, damit er
die fraglichen Teile ggf. ersetzen kann.
a
b
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11
1.4 Nach einem Sturz
1. Prüfen Sie, ob die Laufräder noch fest in den Radaufnahmen (Ausfallenden) geklemmt sind und die Felgen mittig im Rahmen bzw. der Gabel
stehen. Lassen Sie die Räder drehen. Verändert sich der Spalt stark und
können Sie vor Ort nicht zentrieren, müssen Sie ggf. die Felgenbremsen etwas öffnen, sonst schleift die Felge an den Bremsen. Vorsicht: die
Bremsleistung lässt dadurch nach. Weitere Informationen finden Sie in den
Kapiteln „Bremsanlage“ und „Laufräder und Bereifung“.
2. Kontrollieren Sie, ob Lenker und Vorbau verbogen oder angebrochen
sind und ob sie gerade stehen. Prüfen Sie, ob der Vorbau fest in der Gabel sitzt, indem Sie das Vorderrad zwischen die Knie klemmen und versuchen, den Lenker gegenüber dem Vorderrad zu verdrehen (a). Stützen
Sie sich kurz auf die Bremsgriffe, um den sicheren Halt des Lenkers im
Vorbau zu checken. Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln
„Anpassen des Fahrrades an den Fahrer“ und „Lenkungslager /
Steuersatz“.
3. Schauen Sie, ob die Kette vorne und hinten auf den Zahnkränzen liegt
(b). Ist das Rad auf die Schaltungsseite gestürzt, prüfen Sie deren
Funktion. Bitten Sie einen Helfer, das Rad am Sattel hochzuheben und
schalten Sie die Gänge durch. Besonders wenn die Kette auf die größeren Ritzel klettert, achten Sie darauf, wie weit sich das Schaltwerk den
Speichen nähert (c). Sind Schaltwerk oder Ausfallende verbogen, kann
ersteres in die Speichen geraten – Sturzgefahr!
a
12
b
Schaltwerk, Hinterrad und Rahmen können beschädigt werden. Überprüfen Sie den Umwerfer. Ist er verschoben, kann die Kette herunterfallen, das Rad verliert den Antrieb (siehe auch Kapitel „Antrieb“).
4. Peilen Sie über den Sattel entlang des Oberrohres oder zum Tretlagergehäuse, um sicherzustellen, dass er nicht verdreht ist (d).
5. Heben Sie das Rad etwas an und lassen Sie es auf den Boden springen.
Entstehen Geräusche, suchen Sie lose Schraubverbindungen.
6. Schauen Sie noch einmal über das ganze Fahrrad, um eventuell entstandene Verbiegungen, Verfärbungen oder Risse zu erkennen.
Fahren Sie mit dem Rad nur, wenn es die Prüfung untadelig bestanden hat,
sehr vorsichtig zurück. Sie sollten keinesfalls stark bremsen oder beschleunigen und nicht im Wiegetritt fahren. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich
mit dem Auto abholen, statt ein Risiko einzugehen. Zuhause müssen Sie
das Rad noch einmal gründlich untersuchen. Wenn Sie sich nicht absolut
sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren FahrradFachhändler!
Verbogene Aluminiumteile dürfen nicht gerichtet, d.h. nicht
begradigt werden. Auch danach besteht akute Bruchgefahr,
besonders bei Gabel, Lenker, Vorbau, Kurbeln und Pedalen.
Tauschen Sie sie sicherheitshalber aus.
Hinweise zu Carbonteilen finden Sie im Kapitel „Carbon – Wichtige Hinweise“.
c
d
1.5 Handhabung von Schnellspannern und
Steckachsen
Achten Sie darauf, dass die Bedienungshebel der Schnellspanner am vorderen und am hinteren Laufrad immer auf der Gegenseite des Kettenantriebs sind. So vermeiden Sie, dass Sie
das Vorderrad seitenverkehrt einbauen. Anders bei Scheibenbremsen, hier wird der vordere Schnellspanner meist mit dem
Bedienhebel auf der rechten Seite montiert.
1.5.1 Schnellspanner
Zur schnellen Verstellbarkeit bzw. Montage und Demontage sind an Ihrem
Fahrrad Schnellspanner angebracht. Alle Schnellspanner müssen vor jeder
Benutzung des Rades kontrolliert werden, ob diese fest angezogen sind.
Schnellspanner sollten, da Ihre eigene Sicherheit unmittelbar davon abhängt, mit äußerster Sorgfalt bedient werden.
Fahren Sie nie mit einem Fahrrad, dessen Laufradbefestigung
Sie nicht vor Fahrtbeginn kontrolliert haben! Falls sich das Rad
während der Fahrt löst, stürzen Sie!
Üben Sie die Bedienung von Schnellspannern, um Unfälle zu vermeiden.
Schließen Sie Laufräder, die mit Schnellspannern befestigt sind,
zusammen mit dem Rahmen an einen festen Gegenstand an,
wenn Sie das Rad abstellen.
Der Schnellspanner besteht im Grunde aus zwei Bedienelementen:
1. Der Handhebel auf einer Seite der Nabe: Er wandelt die Schließbewegung über einen Exzenter in die Klemmkraft um (a).
Vorgehensweise zur sicheren Befestigung eines Bauteils
Öffnen Sie den Schnellspanner; nun sollte „Open“ darauf lesbar sein (b).
2. Die Klemmmutter auf der gegenüberliegenden Seite der Nabe: Mit ihr
wird auf einer Gewindestange die Vorspannung eingestellt.
Berühren Sie die möglicherweise heiße Bremsscheibe nicht
sofort nach dem Anhalten – Sie könnten sich verbrennen! Lassen Sie die Bremsscheibe immer erst abkühlen, bevor Sie die
Schnellspanner öffnen.
Bewegen Sie den Hebel in Richtung der Klemmposition, so dass darauf von
außen „Close“ zu lesen ist. Zu Beginn der Schließbewegung bis zur Hälfte
des Weges muss sich der Hebel sehr leicht bewegen lassen.
a
b
c
d
13
Danach muss die Hebelkraft deutlich zunehmen, der Hebel darf sich am
Ende nur schwer bewegen lassen. Benutzen Sie den Daumenballen und
ziehen Sie zur Unterstützung mit den Fingern an einem festen Bauteil, z.B.
der Gabel ((c) S. 13) oder an der Hinterbaustrebe, nicht jedoch an einer
Bremsscheibe oder Speiche.
Schließen Sie Laufräder, die mit Schnellspannern befestigt sind
(c), zusammen mit dem Rahmen an einen festen Gegenstand
an, wenn Sie das Rad abstellen.
Schnellspanner können Sie durch eine Diebstahlsicherung
ersetzen (d). Für diese benötigen Sie einen speziell kodierten
Schlüssel oder einen Innensechskantschlüssel. Wenn Sie sich
nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich
bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
In der Endstellung muss der Hebel parallel zum Rad liegen; er darf also keinesfalls seitlich abstehen ((d) S. 13). Der Hebel muss so am Rahmen bzw.
der Gabel anliegen, dass er sich nicht unbeabsichtigt öffnet.
Überprüfen Sie den Sitz, indem Sie auf das Ende des geschlossenen Hebels drücken und versuchen, ihn zu verdrehen. Bewegt er sich, müssen Sie
ihn öffnen und die Vorspannung erhöhen. Drehen Sie die Mutter auf der
Gegenseite im Uhrzeigersinn um eine halbe Umdrehung. Schließen Sie den
Schnellspanner und überprüfen Sie den Sitz erneut.
Heben Sie abschließend das Laufrad einige Zentimeter vom Boden und geben Sie ihm einen Klaps von oben auf den Reifen (a). Ein sicher befestigtes
Rad bleibt in den Achsaufnahmen des Rahmens und klappert nicht.
Zur Kontrolle des Schnellspanners am Sattel versuchen Sie, den Sattel gegenüber dem Rahmen zu verdrehen (b).
Bei ungenügend geschlossenem Schnellspanner und Steckachsen können sich die Laufräder lösen. Akute Unfallgefahr!
a
14
b
Beim DT Swiss RWS-System wird die Klemmkraft nicht über einen Exzenter aufgebaut, sondern durch das Festziehen einer Schraubverbindung mit
einem Hebel.
Ziehen Sie dabei zum Befestigen den Spanner durch Drehen des Hebels im
Uhrzeigersinn fest an während Sie die Klemmmutter festhalten.
Je nach Rahmen oder Gabel stoßen Sie eventuell beim Festdrehen am Rahmen oder der Gabel an. In diesem Fall müssen Sie den Hebel herausziehen,
zurückdrehen, erneut einrasten lassen und weiter festziehen.
In der Endstellung muss der Hebel parallel zum Rad liegen; er darf also keinesfalls abstehen. Der Hebel muss so am Rahmen bzw. der Gabel anliegen,
dass er sich nicht unbeabsichtigt öffnet.
c
d
1.5.2 Steckachsen
Steckachsen kommen dann zum Einsatz, wenn das Bike hohen Belastungen ausgesetzt ist, also z.B. bei Freeride, Downhill etc. oder Sprüngen. Sie
geben den Federgabeln eine entsprechende Steifigkeit.
Lesen Sie in jedem Fall zuerst die Bedienungsanleitung des jeweiligen Federgabel- bzw. Laufradanbieters, bevor Sie eine Gabel/Laufradkombination in Betrieb nehmen oder austauschen.
Hinweise zur Montage von Laufrädern mit Steckachsen
Derzeit gibt es sehr viele unterschiedliche Steckachsensysteme auf dem
Markt. Einige Systeme werden mit Schnellspannern befestigt. Für andere
Systeme benötigen Sie zur Montage bzw. Demontage eventuell spezielles
Werkzeug (a+b).
Lesen Sie in jedem Fall zuerst die dazugehörige Bedienungsanleitung!
Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich
bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Fehlerhaft montierte Laufräder können zu schweren Stürzen
und Unfällen führen!
Kontrollieren Sie die Befestigung nach ein bis zwei Betriebsstunden und
danach alle 20 Betriebsstunden.
a
b
Beim Maxle-Steckachsensystem (c) mit Spannhebel setzen Sie das Rad
in die Gabel und fädeln die Bremsscheibe in den Bremssattel. Richten Sie
das Rad zwischen den Radaufnahmen aus und schieben Sie die Achse mit
geöffnetem Maxle-Schnellspannhebel von rechts durch die Radaufnahme
und die Nabe. Wenn das Gewinde der Achse im Gewinde des linken Gabelholms greift, drehen Sie die Achse im Uhrzeigersinn zu. Schließen Sie
den Maxle-Schnellspannhebel wie einen üblichen Schnellspannhebel (siehe
vorangegangenen Abschnitt „Vorgehensweise zur sicheren Befestigung
eines Bauteils“).
Das System E-Thru (d), eine gemeinsame Entwicklung von Shimano und
Fox, hat aus Gewichtsgründen eine 15 mm Steckachse. Eingebaut wird
es wie das Maxle-System, bedient wird es ebenfalls mit einem Schnellspannhebel. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schnellspannsystemen, ist
beim E-Thru jedoch die Klemmmutter auf der gegenüberliegenden Seite
des Schnellspannhebels mittels einer Schraube unbeweglich mit der Gabel
verbunden.
Für die Demontage des Vorderrades benötigen Sie je nach Gabelhersteller
und Steckachsensystem eventuell Werkzeuge ((a) S. 16). Für den Ausbau
müssen Sie die Halterung der Achse an der Gabel lösen und anschließend
die Achse komplett aus der Nabe entfernen.
Für den Einbau des Vorderrades gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge vor.
Achten Sie darauf, dass alle Schrauben/Schnellspannsysteme ordnungsgemäß angezogen sind.
c
d
15
Verwenden Sie für die Befestigung der Achse niemals andere
Werkzeuge als die vom Hersteller empfohlenen. Arbeiten Sie
immer mit einem Drehmomentschlüssel (b). Tasten Sie sich von
unten in kleinen Schritten (halbe Newtonmeter) an das vorgeschriebene maximale Drehmoment heran und prüfen Sie dazwischen immer wieder den festen Sitz des Bauteils. Überschreiten Sie das vom Hersteller angegebene maximale Drehmoment
nicht! Wenn die Achse zu fest angezogen wird, können die Achse oder der Gabelholm beschädigt werden.
Achten Sie beim Einbau darauf, dass Sie die Achse nicht vor dem Einbau
des Hinterrades in die Nabe stecken.
Der Einbau kann wie gewohnt erfolgen. Mittels der Einfädelhilfe (d) muss
das Hinterrad jedoch nicht justiert werden, da es automatisch an der richtigen Position sitzt. Nach dem Einbau des Hinterrades können Sie die Achse
einstecken und festziehen.
Die Hersteller von Steckachs-Systemen liefern für gewöhnlich
ausführliche Anleitungen mit. Lesen Sie sie aufmerksam durch,
bevor Sie das Laufrad ausbauen oder Wartungsarbeiten durchführen.
Kontrollieren Sie die Schrauben nach ein bis zwei Betriebsstunden und danach alle 20 Betriebsstunden.
Neben Steckachsen für Gabeln, gibt es Steckachs-Systeme für den Hinterbau z.B. das Syntace X-12 Steckachs-System. Sie zeichnen sich insbesondere durch hohe Steifigkeit und geringes Gewicht aus.
Das X-12-System gibt es in zwei verschiedenen Versionen:
· die Key-Version (mit Innensechskant-Schraube)
· die QR-Version (mit RWS-Schnellspannhebel)
Zum Ausbau des Hinterrades müssen Sie Achse lösen (je nach System mit
einem Innensechskantschlüssel oder dem Schnellspanner) und herausziehen (c). Anschließend können Sie das Hinterrad wie gewohnt ausbauen.
a
16
b
c
d
2 Bestimmungsgemäßer Gebrauch
2.1 Generelle Fahrrad-Einsatzbereiche
Beachten Sie auch die spezifischen Hinweise zu den Modellen
unserer Marken HAIBIKE, Sinus, Staiger und Winora auf den
Folgeseiten.
Beachten Sie die „Tipps, um sicher durch den Straßenverkehr
zu kommen“ im Kapitel „Hinweise zum Fahrradfahren in Stadt
und Land“.
hinausgehenden Gebrauch bzw. die Nichteinhaltung der sicherheitstechnischen Hinweise dieser Bedienungsanleitung ist das Rad nicht konzipiert und
kann versagen. Für die daraus resultierenden Schäden haften Hersteller und
Händler nicht.
Diese Fahrräder sind nicht für die Benutzung im Gelände und nicht für Wettkämpfe gleich welcher Art geeignet.
Bei Kinderfahrrädern (c) liegt die Sattelhöhe zwischen 435 mm und 635
mm. Sie sind in der Regel für ein Fahrergewicht von 30 kg ausgelegt.
2.1.1 City-, Touren-, Sport-, Kinder- und Jugendrad (a+b)
BMX-Fahrräder zählen, trotz ihrer häufig sehr geringen Sattelhöhe, nicht zu den Kinderrädern
Sofern nach StVZO/FZV ausgestattet!
Diese Fahrräder sind aufgrund ihrer Konzeption und Ausstattung, z.B. mit
aktiven und passiven Beleuchtungseinrichtungen, dazu bestimmt, auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen eingesetzt zu werden.
Das zulässige Gesamtgewicht beträgt für Fahrer, Gepäck, Anhängelast und
Fahrrad zusammen 120 kg, bei Kinder- und Jugendrädern 80 kg. Für den
Gepäckträger gilt die maximale Gewichtsbelastung, die darauf vermerkt ist.
Die hierzu erforderliche sicherheitstechnische Ausstattung wurde mitgeliefert und muss vom Benutzer oder Fahrrad-Fachhändler regelmäßig überprüft und – falls erforderlich – instand gesetzt werden. Für jeden darüber
a
b
Beachten Sie die Nutzungsregeln im Bereich des öffentlichen
Straßenverkehrs im Kapitel „Hinweise zum Fahrradfahren in
Stadt und Land“ und die Tipps für Kinder im Kapitel „Kinderräder“.
Kinderspielräder (d) unterscheiden sich von den Kinderfahrrädern durch
ihre maximale Sattelhöhe von 435 mm und entsprechen normalerweise
nicht der deutschen StVZO/FZV! Eine Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ist daher in Deutschland mit einem Kinderspielrad nicht gestattet.
c
d
17
Wenn Sie dennoch mit Ihrem Kind am Straßenverkehr teilnehmen wollen,
müssen Sie die entsprechenden Vorschriften beachten. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Gesetzliche Anforderungen zur Teilnahme am
Straßenverkehr“.
2.1.2 Trekkingrad / ATB (a+b)
Diese Fahrräder sind aufgrund ihrer Konzeption und Ausstattung, z.B. mit
aktiven und passiven Beleuchtungseinrichtungen, dazu bestimmt, auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen eingesetzt zu werden. Darüber
hinaus ist die Nutzung in leichtem Gelände z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen möglich.
Zulässiges Gesamtgewicht 140 kg. Maximale Anhängelast 40 kg. Wird ein
Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässiges Gesamtgewicht des
Rades 110 kg. Für den ggf. montierten Gepäckträger gilt die maximale Gewichtsbelastung, die darauf vermerkt ist.
Die hierzu erforderliche sicherheitstechnische Ausstattung wurde mitgeliefert und muss vom Benutzer oder Fahrrad-Fachhändler regelmäßig überprüft und – falls erforderlich – instand gesetzt werden. Für jeden darüber
hinausgehenden Gebrauch bzw. die Nichteinhaltung der sicherheitstechnischen Hinweise dieser Bedienungsanleitung ist das Rad nicht konzipiert und
kann versagen. Für die daraus resultierenden Schäden haften Hersteller und
Fahrrad-Fachhändler nicht.
2.1.3 Mountainbike (MTB) / Crossbike (c)
Diese Fahrräder sind aufgrund ihrer Konzeption und Ausstattung nicht dazu
bestimmt, auf öffentlichen Straßen eingesetzt zu werden. Vor der Nutzung
auf öffentlichen Straßen müssen die hierfür vorgeschriebenen Einrichtungen
(siehe Kapitel „Gesetzliche Anforderungen zur Teilnahme am Straßenverkehr“) vorhanden sein.
MTBs sind dazu bestimmt, im typischen Gelände, wie es z.B. auch bei
MTB-Marathons und Cross-Country-Rennen auftritt, gefahren zu werden.
Das zulässige Gesamtgewicht beträgt für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack)
und Fahrrad zusammen 110 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Die für den Einsatz im Gelände (d) erforderliche sicherheitstechnische
Ausstattung wurde mitgeliefert und muss vom Benutzer oder FahrradFachhändler regelmäßig überprüft und – falls erforderlich – instand gesetzt
werden. Für jeden darüber hinausgehenden Gebrauch bzw. die Nichteinhaltung der sicherheitstechnischen Hinweise dieser Bedienungsanleitung ist
das Rad nicht konzipiert und kann versagen. Für die daraus resultierenden
Schäden haften Hersteller und Fahrrad-Fachhändler nicht.
Diese Räder sind nicht für Wettkämpfe gleich welcher Art geeignet.
a
18
b
c
d
Diese Räder sind nicht für All-Mountain- und Enduro-Einsätze, Downhill/Freeride-Parks, Jumps (Sprünge), Drops etc. und für Wettkämpfe wie Downhill,
Dualslalom, Freeride-Events, usw. geeignet.
2.1.4 Rennrad (a+b)
Das Rennrad ist aufgrund seiner Konzeption und Ausstattung dazu bestimmt, auf Straßen mit geteerter bzw. ausreichend befestigter und glatter
Oberfläche zu Trainingszwecken eingesetzt zu werden. Die Rennräder sind
beim Training in geschlossenen Räumen nur für sogenannte freie Rollen
(Rollentrainer ohne Bremse) geeignet, bei denen der Rahmen nicht eingespannt wird.
Die für Trainingszwecke oder Wettkämpfe erforderliche sicherheitstechnische Ausstattung wurde mitgeliefert und muss vom Benutzer oder FahrradFachhändler regelmäßig überprüft und – falls erforderlich – instand gesetzt
werden. Für jeden darüber hinausgehenden Gebrauch bzw. die Nichteinhaltung der sicherheitstechnischen Hinweise dieser Bedienungsanleitung ist
das Rad nicht konzipiert und kann versagen. Für die daraus resultierenden
Schäden haften Hersteller und Fahrrad-Fachhändler nicht.
Diese Räder sind nicht für den Einsatz auf Wald- und Feldwegen oder im
Gelände geeignet.
Bei allen Radtypen gehört zur bestimmungsgemäßen Verwendung auch die Einhaltung der vorgeschriebenen Betriebs-, Wartungs- (c) und Instandhaltungsbedingungen auf den Seiten 124
bis 127 in dieser Bedienungsanleitung.
Rennräder mit einem Gewicht von bis zu 11 kg dürfen mit der reduzierten,
in der StVZO/FZV, vorgeschriebenen Einrichtungen versehen sein (siehe Kapitel „Gesetzliche Anforderungen zur Teilnahme am Straßenverkehr“).
Alle Angaben in dieser Bedienungsanleitung sind universell für
verschiedene Fahrradtypen abgefasst und können daher nicht
immer bis ins Detail auf jedes individuelle Fahrrad eingehen. Bitte beachten Sie deshalb auch die Bedienungsanleitungen der
einzelnen Komponentenhersteller, die Ihrem Fahrrad beigelegt
sind (d). Sollten Sie nach dem Lesen aller Begleitpapiere noch
offene Fragen haben, steht Ihnen Ihr Fahrrad-Fachhändler gerne zur Beantwortung zur Verfügung.
Das zulässige Gesamtgewicht beträgt für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack)
und Fahrrad zusammen 110 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
17 Wartungs- und Service-Zeitplan
Bauteil
a
b
c
Tätigkeit
Beleuchtung
Funktion kontrollieren
Bereifung
Luftdruck kontrollieren
Bereifung
Profilhöhe und Seitenwände kontrollieren
Bremsen (Felgen-)
Hebelweg, Belagsstärke und Position
zur Felge kontrollieren,
Bremsen (Felgen-)
Bremsprobe im Stand
Bremsen, Beläge (Felgen-)
Säubern
Bremszüge
Sichtkontrolle
Bremsen (Scheiben-)
Bremsmedium austauschen (bei DOT Flüssigkeiten)
Federgabel
Schrauben kontrollieren und ggf. nachziehen
Federgabel
Öl wechseln bzw. Elastomere fetten
Feder-Sattelstütze
Warten
Feder-Sattelstütze
Spiel kontrollieren
Felgen bei Felgenbremsen
Wandstärke kontrollieren, ggf. auswechseln
Innenlager
Lagerspiel kontrollieren
Innenlager
Neu fetten (Gehäuse)
Kette
Kontrollieren bzw. schmieren
Kette
Kontrollieren bzw. wechseln
Kurbel
Kontrollieren bzw. nachziehen
Lack / Eloxal
Konservieren
Laufräder / Speichen
Rundlauf und Spannung prüfen
124
Vor jeder Fahrt
Monatlich
Jährlich
spätestens nach dem zweiten Satz Bremsbeläge
ab 800 km
mindestens halbjährlich
d
19
Fahrräder, bei denen diese Anleitung beigelegt ist, sind nur für
eine Person (a) und nicht zum freihändig Fahren konzipiert.
Überlastung kann zum Bruch oder Versagen betriebswichtiger
Teile wie z.B. Rahmen, Lenker oder Gabel führen. Ein Sturz mit
nicht vorhersehbaren Folgen bis hin zum Tode kann die Folge
sein!
Anhänger (b) dürfen grundsätzlich nur an Modelle mit hydraulischer Bremse angehängt werden! Es dürfen nur geeignete Anhänger, die professionell durch den Fahrrad-Fachhändler montiert worden sind, gezogen werden! Vollgefederte Modelle sind
generell nicht für den Anhängerbetrieb frei gegeben.
a
20
b
2.2 Einsatzbereiche der HAIBIKES
Alle Räder der Performance Line, Comp Line und der Special
Edition weisen keine Ausstattung gemäß der Straßen-VerkehrsZulassungs-Ordnung (StVZO/FZV) auf.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 80 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
2.2.1 Performance Line
2.2.2 Comp Line und Pro Line
Jugend-MTB (a)
Nutzung für Freizeit und Erholung auf befestigten Wegen, kein Sportfahrrad!
Nicht geeignet für Wettkämpfe gleich welcher Art.
MTB (c)
Nutzung im Gelände für den typischen Cross-Country (XC) und MarathonEinsatz. Geeignet für Wettkämpfe dieser Art, jedoch nicht für Downhill (DH),
Freeride, Dual Slalom, Downhill/Freeride-Parks, Jumps (Sprünge) etc.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 100 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Jugend-BMX (b)
Nutzung für Freizeit und Erholung auf befestigten Wegen, keine Sportfahrrad! Nicht geeignet für Wettkämpfe gleich welcher Art oder Show-Fahrten
auf BMX-Bahnen, Rampen oder Skate-Parks.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 80 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Dirt Line
Nutzung für den härteren Einsatz auf abgesichertem Gelände, kein Sportfahrrad! Nicht geeignet für Wettkämpfe gleich welcher Art oder Show-Fahrten auf Rampen oder Skate-Parks.
a
b
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Rennrad (d)
Nutzung im rennrad-typischen Einsatz auf geteerten oder gepflasterten Wegen mit glatter Oberfläche. Geeignet für Wettkämpfe dieser Art (RTF, Marathon, Jedermannrennen).
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung.
c
d
21
2.2.3 Special Edition
Bei Rahmen und Rahmensets hat sich die Ausstattung, die
montiert werden soll, an den entsprechenden Serienrädern zu
orientieren. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Qualität und
Maße der Vorbauten, Sattelstützen etc, aber auch der Reifenbreiten und erlaubten Einbauhöhen (Federwege) bei Gabeln
und Stoßdämpfern. Fragen Sie ggf. Ihren Fahrrad-Fachhändler
oder unseren Service um Rat.
XC Line (a)
Nutzung zum Training und in Wettkämpfen im Gelände im Cross-Country
(XC) und Marathon-Sport. Nicht geeignet für All-Mountain, Enduro, Downhill
(DH), Freeride, Dual Slalom, Downhill/Freeride-Parks, Jumps, Drops etc.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Enduro Line (b)
Nutzung zum Training und in Wettkämpfen im Gelände im Cross-Country
(XC) und Marathon-Sport sowie für Touren. Nicht geeignet für Downhill (DH),
Freeride, Dual Slalom, Downhill/Freeride-Parks, Jumps etc.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
a
22
b
Rennrad (c)
Nutzung zum Training und in Wettkämpfen im rennrad-typischen Einsatz
(Straßenrennen, RTF, Marathon, Jedermann-Rennen) auf geteerten oder
gepflasterten Wegen mit glatter Oberfläche.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Cyclocross (d)
Nutzung zum Training und in Wettkämpfen im typischen Gelände des Querfeldeinsports, z.B. auf Feld- und Waldwegen. Nicht geeignet für Mountainbike-Einsatz insbesondere für All-Mountain, Enduro, Downhill (DH), Freeride, Dual Slalom, Downhill/Freeride-Parks, Jumps, Drops etc.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Downhill
Downhill-Bikes sind für Downhillrennen auf hohem Niveau konstruiert.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Freeride
Nutzung für Fahrten mit Sprüngen und Drops im schwersten Gelände und
in Bikeparks!
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung
c
d
2.2.4 Life Line
Alle Fahrräder der Life Line (a+b) wurden speziell von und für Frauen entwickelt.
MTB
Nutzung im Gelände für den typischen Cross-Country (XC) und MarathonEinsatz sowie für Wettkämpfe dieser Art. Nicht geeignet für All-Mountain,
Enduro, Downhill (DH), Freeride, Dual Slalom, Downhill/Freeride-Parks,
Jumps, Drops etc.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
a
b
23
2.3 Einsatzbereiche der Winora-Fahrräder
Anhänger dürfen grundsätzlich nur an Modelle mit hydraulischer
Bremse angehängt werden! Es dürfen nur geeignete Anhänger,
die professionell durch den Fahrrad-Fachhändler montiert worden sind, gezogen werden! Vollgefederte Modelle sind generell
nicht für den Anhängerbetrieb frei gegeben.
2.3.1 Trekking Line / S.U.B. Line (a)
Nutzung auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen sowie darüber hinaus in leichtem Gelände, z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässiges Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
2.3.2 Cross Line (b)
Nutzung im typischen Trekkingrad-Betrieb auf nicht-öffentlichen Straßen
und auf für den Fahrradverkehr freigegebenen Feld- und Waldwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässige Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
a
24
b
Gepäcktransport nur im Rucksack oder mit nachgerüstetem Gepäckträger.
Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach geeigneten und zu den Befestigungspunkten passenden Trägern.
2.3.3 Faltrad (c)
Nutzung im Einsatz auf geteerten oder gepflasterten Wegen mit glatter
Oberfläche. Nicht StVZO/FZV-gerecht, zur Nutzung auf öffentlichen Straßen
müssen einige Beleuchtungsbauteile nachgerüstet werden.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 100 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Beachten Sie in jedem Fall die spezielle, diesem Fahrrad beiliegende Bedienungsanleitung.
2.3.4 City Line (d)
Nutzung im typischen Stadtrad-Betrieb auf öffentlichen Straßen und auf
Radwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässige Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
c
d
2.3.5
ATB Line (a)
Nutzung auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen sowie darüber
hinaus in leichtem Gelände, z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen. Dies sind keine Sportfahrräder. Nicht geeignet für
Wettkämpfe gleich welcher Art oder Show-Fahrten.
Gepäcktransport teilweise nur im Rucksack oder mit nachgerüstetem Gepäckträger. Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach geeigneten und zu
den Befestigungspunkten passenden Trägern.
Zulässiges Gesamtgewicht: 100 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Nutzung im typischen Stadtrad-Betrieb auf öffentlichen Straßen und auf
Radwegen.
Gepäcktransport teilweise nur im Rucksack oder mit nachgerüstetem Gepäckträger. Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach geeigneten und zu
den Befestigungspunkten passenden Trägern.
2.3.6 Kinderrad (b)
2.3.7 E-Bike / Pedelec (c+d)
Zusätzliche Leistung bis 25 km/h durch einen Elektromotor, aber nur bei
gleichzeitigem Pedalieren. Ein Führerschein und eine Versicherung werden
nicht benötigt, um ein Pedelec zu fahren!
Zulässiges Gesamtgewicht 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Nutzung für den üblichen Kinderradeinsatz, vergleichbar dem eines Cityrades, teilweise nicht StVZO/FZV-gerecht. Zur Nutzung auf öffentlichen Straßen müssen einige Beleuchtungsbauteile nachgerüstet werden.
Gepäcktransport auf dem Gepäckträger oder in den seitlich anzubringenden Packtaschen möglich. Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach geeigneten und zu den Befestigungspunkten passenden Packtaschen.
Beachten Sie die Nutzungsregeln im Bereich des öffentlichen
Straßenverkehrs im Kapitel „Hinweise zum Fahrradfahren in
Stadt und Land“ und die Tipps für Kinder im Kapitel „Kinderräder“.
Beachten Sie in jedem Fall die spezielle, diesem Fahrrad beiliegende, Bedienungsanleitung.
Zulässiges Gesamtgewicht: 60 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Schnelle Pedelecs (über 25 km/h) dürfen erst ab einem Mindestalter von 16
Jahren und mit einer Mofaprüfbescheinigung gefahren werden. Außerdem
benötigen Sie ein Versicherungskennzeichen.
a
b
c
d
25
2.4 Einsatzbereiche der Staiger-Fahrräder
Anhänger dürfen grundsätzlich nur an Modelle mit hydraulischer
Bremse angehängt werden! Es dürfen nur geeignete Anhänger,
die professionell durch den Fahrrad-Fachhändler montiert worden sind, gezogen werden! Vollgefederte Modelle sind generell
nicht für den Anhängerbetrieb frei gegeben.
2.4.1 Urban Line (a)
Nutzung im typischen Stadtrad-Betrieb auf öffentlichen Straßen und auf
Radwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässiges Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
2.4.2 ATB Line (b)
Nutzung auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen sowie darüber hinaus in leichtem Gelände, z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen. Keine Sportfahrräder! Nicht geeignet für Wettkämpfe
gleich welcher Art oder Show-Fahrten.
Zulässiges Gesamtgewicht: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
a
26
b
2.4.3 Sport Line (c)
Nutzung im typischen Trekkingrad-Betrieb, auf nicht-öffentlichen Straßen
und auf für den Fahrradverkehr freigegebenen Feld- und Waldwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässige Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
Gepäcktransport nur im Rucksack oder mit nachgerüstetem Gepäckträger.
Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach geeigneten und zu den Befestigungspunkten passenden Trägern.
2.4.4 Trekking Line (d)
Nutzung auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen sowie darüber hinaus in leichtem Gelände, z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässiges Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
c
d
2.5 Einsatzbereiche der Sinus-Fahrräder
Anhänger dürfen grundsätzlich nur an Modelle mit hydraulischer
Bremse angehängt werden! Es dürfen nur geeignete Anhänger,
die professionell durch den Fahrrad-Fachhändler montiert worden sind gezogen werden! Vollgefederte Modelle sind generell
nicht für den Anhängerbetrieb frei gegeben.
2.5.1 Comfort Edition (a)
Nutzung im typischen Stadtrad-Betrieb auf öffentlichen Straßen und auf
Radwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässige Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
2.5.2 Trekking Edition (b+c)
Nutzung auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen sowie darüber hinaus in leichtem Gelände, z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässiges Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
2.5.3 Travel Edition (d)
Nutzung auf öffentlichen Straßen und befestigten Wegen sowie darüber hinaus in leichtem Gelände, z.B. auf Feld- und für den Fahrradverkehr freigegebenen Waldwegen.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Max Anhängelast: 40 kg. Wird ein
Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässiges Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
a
b
c
d
27
2.5.4 Cross Edition (a)
2.5.6 Faltrad (c+d)
Nutzung im typischen Trekkingrad-Betrieb auf nicht-öffentlichen Straßen
und auf für den Fahrradverkehr freigegebenen Feld- und Waldwegen.
Nutzung im Einsatz auf geteerten oder gepflasterten Wegen mit glatter
Oberfläche. Nicht StVZO/FZV-gerecht. Zur Nutzung auf öffentlichen Straßen
müssen einige Beleuchtungsbauteile nachgerüstet werden.
Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg. Maximale Anhängelast: 40 kg. Wird
ein Anhänger gezogen, reduziert sich das zulässige Gesamtgewicht um die
Anhängelast. Beispiel: Anhängelast 30 kg, zulässige Gesamtgewicht des
Rades 110 kg.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 100 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
Beachten Sie in jedem Fall die spezielle, diesem Fahrrad beiliegende, Bedienungsanleitung.
2.5.5 Race und Fitness Edition (b)
Nutzung zum Training und in Wettkämpfen im rennrad-typischen Einsatz
(Straßenrennen, RTF, Marathon, Jedermann-Rennen) auf geteerten oder
gepflasterten Wegen mit glatter Oberfläche.
Die Räder sind beim Training in geschlossenen Räumen nur für sogenannte
freie Rollen (Rollentrainer ohne Bremse) geeignet, bei denen der Rahmen
nicht eingespannt wird.
Zulässiges Gesamtgewicht für Fahrer, Gepäck (z.B. im Rucksack) und Fahrrad zusammen: 120 kg. Keine Kindersitz- und Anhängereignung!
a
28
b
c
d
3 Gesetzliche Anforderungen zur
Teilnahme am Straßenverkehr
Wenn Sie mit Ihrem Fahrrad am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen,
muss Ihr Rad gemäß den Landesverordnungen ausgestattet sein!
3.2 Lichtanlage
Wenn Sie das Rad in einem anderen Land als Deutschland erwerben oder
benutzen wollen, fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach den jeweils
gültigen Bestimmungen des Landes.
Alle lichttechnischen Einrichtungen am Fahrrad müssen ein amtliches Prüfzeichen haben. Erkennbar ist dies an einer Schlangenlinie mit dem Buchstaben K und einer fünfstelligen Zahl. Nur amtlich geprüfte Beleuchtungseinrichtungen dürfen im Straßenverkehr eingesetzt werden.
Für Radfahrer gelten bei der Teilnahme am Verkehr grundsätzlich dieselben
Regeln wie für Kraftfahrzeuglenker. Machen Sie sich mit der landesspezifischen Straßen-Verkehrs-Ordnung (StVO) vertraut.
In der BRD legt die Straßen-Verkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) bzw.
die Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr
(FZV) die Brems- und Beleuchtungsanlage fest und schreibt eine hell tönende Glocke vor. Darüber hinaus ist jeder Fahrradfahrer verpflichtet, sein Rad
in einem verkehrssicheren und fahrtüchtigen Zustand zu halten. Das heißt
im Einzelnen:
3.1 Bremsanlage
Der § 67 StVZO schreibt folgende Beleuchtungseinrichtungen vor:
· Das Vorder- und das Rücklicht müssen von einer gemeinsamen, fest installierten Lichtmaschine (c+d) betrieben werden. Beide Leuchten müssen gleichzeitig funktionieren.
· Die Nennleistung dieses Dynamos muss mindestens drei Watt und die
Nennspannung muss sechs Volt betragen.
· Eine Rückleuchte für rotes Licht muss in einer Höhe von mindestens 25
cm über der Fahrbahnoberfläche angebracht werden.
· Die Mitte des Lichtkegels des vorderen Scheinwerfers darf höchstens 10
m vor dem Fahrrad auf die Fahrbahn treffen.
Ein Rad muss mindestens zwei unabhängig voneinander funktionierende
Bremsen haben, eine am Vorder-, eine am Hinterrad. Die Art ist nicht verbindlich geregelt, es gibt Felgen- (a), Trommel- und Scheibenbremsen (b).
a
b
c
d
29
Über diese Lichtquellen hinaus müssen an jedem Fahrrad folgende Reflektoren fest montiert sein:
· Vorne ein möglichst großflächiger weißer Strahler, der mit dem Scheinwerfer kombiniert sein kann (a).
· Hinten mindestens zwei rote Rückstrahler, davon ein Großflächenrückstrahler mit Z-Markierung (b). Die Rückleuchte darf mit einem der Strahler kombiniert sein.
· Je zwei seitliche gelbe Reflektoren pro Laufrad, die gesichert angebracht
sein müssen. Wahlweise dürfen auch weiße reflektierende Ringe über
den gesamten Laufradumfang in den Speichen, an den Seitenwänden
der Bereifung oder an den Felgen verwendet werden.
· Je zwei gelbe Pedalstrahler pro Pedal, die nach vorne und hinten gerichtet sind.
Ergänzend dürfen Sie eine Stand- bzw. Akku-/Batteriebeleuchtung (c) montieren. Sie muss ebenfalls die Prüfzeichen haben. Die alleinige Verwendung
von Akku-/Batterieleuchten ist nicht zulässig.
3.3 Sonderregelung für leichte Fahrräder
Bei Rennrädern unter 11 kg dürfen Akku-/Batteriebeleuchtung auch ohne
Dynamobeleuchtungsanlage benutzt werden.
Die Beleuchtungsanlage muss bei diesen Sporträdern nur bei Dunkelheit
fest am Fahrrad angebracht sein. Jedoch muss sie auch bei Trainingsfahrten bei Tage immer mitgeführt werden, z.B. im Rucksack. Batteriebeleuchtungen für vorne und hinten können auch einzeln einzuschalten sein, ihre
Nennspannung darf unter den sonst vorgeschriebenen sechs Volt liegen.
Keine Ausnahme gibt es bei den Strahlern: Alle oben aufgelisteten Reflektoren (d) müssen am Fahrrad fix angebracht sein.
3.4 Neuregelung der Fahrrad-Sicherheitsvorschriften in der BRD
Der § 67 der StVZO wird in absehbarer Zeit geändert. Verfolgen Sie die Tagespresse oder fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler, ab wann die neuen
Bestimmungen gültig werden.
Nach den neuen Regeln werden Lichtanlagen mit 12 Volt Spannung generell
erlaubt sein. Weitere Änderungen betreffen z.B. den Anhängerbetrieb.
a
30
b
c
d
4 Hinweise zum Fahrradfahren in
Stadt und Land
4.1 Sicher durch den Straßenverkehr
Tipps, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen:
Sehen Sie das Fahrrad nicht nur als Sportgerät (a), sondern auch als umweltfreundliches Verkehrsmittel. Viele Städte und Gemeinden engagieren
sich für Radfahrer, bauen Radwege und öffnen Einbahnstraßen in der Gegenrichtung speziell für Radler. Sie sollten sich auf dem Fahrrad immer vergegenwärtigen, dass Sie zu den schwächeren Verkehrsteilnehmern gehören. Auf dem Fahrrad gibt es keinen Airbag, Gurte oder Knautschzone. Eine
Kollision kann verheerende Folgen für Ihre Gesundheit haben. Fahren Sie
deshalb mit größtmöglicher Umsicht und versuchen Sie, Gefahren bereits
im Vorfeld zu erkennen.
Diese Bedienungsanleitung kann Ihnen weder das Fahrradfahren beibringen, noch Ihnen alle Verhaltensmaßregeln im Verkehr
näherbringen. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte
an die Verkehrswacht, den Allgemeinen Deutschen FahrradClub oder ähnliche Organisationen.
a) Achten Sie darauf, dass sich Ihr Fahrrad stets in einem verkehrssicheren
Zustand befindet.
b) Machen Sie sich mit den Verkehrsregeln des Landes vertraut, in dem Sie
unterwegs sind.
c) Fahren Sie rücksichtsvoll. Gefährden oder provozieren Sie andere Verkehrsteilnehmer nicht.
d) Auf Kraftfahrstraßen und Autobahnen ist z.B. in Deutschland das Radfahren verboten – Lebensgefahr!
e) Aus Sicherheitsgründen darf im Straßenverkehr keine Musik mit Kopfhörern empfangen werden. Ebenso ist die Benutzung eines Mobiltelefons
untersagt.
f) Halten Sie ausreichend Abstand zu vorausfahrenden Kraftfahrzeugen,
diese haben in der Regel einen deutlich kürzeren Bremsweg.
g) Fahren Sie bei Nässe besonders vorsichtig. Bei rutschiger Straße verlängert sich der Bremsweg. Bei ca. 18 km/h werden etwa 5 Meter pro
Sekunde zurückgelegt, bei Nässe ist der Bremsweg doppelt bis dreimal
so lang, wie im Trockenen. Stellen Sie Ihre Fahrweise auf die veränderten
Bedingungen ein. Fahren Sie langsamer und bremsen Sie frühzeitig.
h) Schalten Sie die Beleuchtung bei ungünstigen Sichtverhältnissen, wie
Nebel, Regen, Dämmerung und Dunkelheit ein. Helle, auffallende Kleidung erhöht die Erkennbarkeit bei schlechter Sicht. Tragen Sie bei der
Fahrt enge Beinkleider oder benutzen Sie Bänder bzw. Hosenklammern.
Tragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit einen Fahrradhelm und eine
Schutzbrille (b).
a
b
31
i) Seien Sie an folgenden Stellen besonders vorsichtig, da es sich erfahrungsgemäß um Unfallschwerpunkte handelt:
An Einmündungen, auch wenn ein Radweg parallel zur Fahrbahn führt,
durch abbiegende Kraftfahrzeuge die in die gleiche Richtung fahren,
aber auch den Gegenverkehr.
Beim Überqueren von Schienen besteht Sturzgefahr durch Einfädeln des
Vorderrades. Wählen Sie einen möglichst stumpfen Winkel.
Wenn ein LKW oder Bus neben Ihnen z.B. an einer Ampel steht, denn
der Fahrer kann Sie nicht sehen und es besteht die Gefahr, dass er Sie
beim Abbiegen schneidet.
Auf Radwegen durch Hunde oder unbedacht die Seite wechselnde Kinder.
·
·
·
·
4.2 Umwelt – Abseits der Straße
Ein Fahrrad ist das ideale Fortbewegungsmittel für den Naturliebhaber (b).
Bei der Freizeitgestaltung hat das Fahrrad bereits einen hohen Stellenwert.
Von Radfahrern werden vor allem Grünanlagen, Wald- oder Forstwege besonders bevorzugt. Um die Natur zu schützen und um Konflikte zwischen
Radfahrern, Wanderern und Gemeinden zu vermeiden, müssen gewisse
Grundregeln eingehalten werden.
Um den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu schützen, fahren Sie bitte
nur auf ausgewiesenen Wegen und Straßen, nicht über Wiesen und Felder
oder quer durch den Wald. Fahren Sie nie durch Gewässer. Passen Sie Ihre
Geschwindigkeit im Gelände Ihren fahrerischen Fähigkeiten an.
Machen Sie sich mit den Verkehrsregeln vertraut, bevor Sie sich
in den Straßenverkehr begeben. Rechnen Sie mit Fehlern der
anderen!
Nehmen Sie Rücksicht auf Spaziergänger und Wanderer; seien Sie besonders an unübersichtlichen Stellen und bergab bremsbereit. Achten Sie auf
Ihre Geschwindigkeit und hinterlassen Sie keine Bremsspuren.
Eltern sollten Ihre Kinder (a) langsam an den Verkehr heranführen. Kinder
unter 8 Jahren müssen immer den Gehweg benutzen. Kindern zwischen
dem 8. und dem 10. Lebensjahr ist die Gehwegbenutzung erlaubt. Beim
Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder absteigen.
Werfen Sie alle Abfälle nur in dafür vorgesehene Behälter oder nehmen Sie
den Abfall mit nach Hause.
Empfehlenswert sind Kurse der Verkehrswacht oder von vergleichbaren Organisationen zum sicheren Umgang mit dem Fahrrad. Beachten Sie auch
die Hinweise im Kapitel „Kinderräder“.
a
32
b
Entsorgen Sie Schmier-, Reinigungs- und Pflegemittel nach Gebrauch unbedingt umweltgerecht. Solche Mittel gehören nicht in den normalen Hausmüll und schon gar nicht in die Kanalisation oder die Natur.
Fahrten im Gelände verlangen eine Menge Geschicklichkeit,
gute Fitness und hohe Konzentration. Beginnen Sie mit leichten Touren und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad allmählich.
Mancher Trick eines Profis sieht einfach aus, erfordert aber tatsächlich jahrelanges Training. Überschätzen Sie deshalb Ihre
Fähigkeiten nicht!
Mountainbiker finden weitere Informationen bei der Deutschen
Initiative Mountainbike (www.dimb.de) oder bei der International Mountain Bicycling Association (www.imba.com).
5 Bremsanlage
5.1 Allgemeine Hinweise zu den Bremsen
Mit Hilfe der Bremsen (a+b) kann die Fahrgeschwindigkeit an Geländeform
und Verkehrsgegebenheiten angepasst werden. Bei Bedarf müssen sie das
Rad so schnell wie möglich zum Stillstand bringen können. Bei solchen Vollbremsungen verlagert sich das Gewicht von hinten nach vorn, das Hinterrad
wird entlastet (c+d). Deshalb kann es auf griffigem Untergrund eher passieren, dass das Hinterrad hochkommt und das Fahrrad überschlägt, als dass
die Reifen die Haftung verlieren. Speziell beim Bergabfahren verschärft sich
diese Problematik. Bei einer Vollbremsung müssen Sie daher versuchen, Ihr
Gewicht so weit wie möglich nach hinten zu verlagern.
Betätigen Sie beide Bremsen gleichzeitig und beachten Sie, dass die vordere Bremse auf griffigem Untergrund durch die Gewichtsverlagerung die weit
größeren Kräfte übertragen kann.
Auf losem Untergrund herrschen andere Bedingungen. Hier kann Überbremsen des Vorderrades zu dessen Wegrutschen führen. Üben Sie daher
das Bremsen auf unterschiedlichen Untergründen.
Beachten Sie, dass manche Dirtbikes nur eine Bremse haben.
So soll verhindert werden, dass der Fahrer durch zu starkes Anziehen der Vorderradbremse stürzt. Allerdings ist so auch die
Bremsleistung reduziert. Fahren Sie entsprechend vorsichtig
und vorausschauend. Benutzen Sie solch ein MTB keinesfalls
im Straßenverkehr!
Bei Feuchtigkeit sprechen Bremsen verzögert an. Auf nassem und glattem
Untergrund müssen Sie vorsichtig bremsen, denn hier rutschen die Reifen
leicht weg. Setzen Sie deshalb Ihre Fahrgeschwindigkeit herab.
Felgenbremsen können überhitzen, wenn Sie zu lange bremsen oder die
Bremsen schleifen lassen. Das kann den Schlauch beschädigen oder die
Reifen auf der Felge wandern lassen. Dadurch könnte die Luft schlagartig
entweichen, ein schwerer Unfall wäre wahrscheinlich.
Bei Scheibenbremsen führt lang anhaltendes Bremsen oder dauerhaftes
Schleifenlassen zu einer Überhitzung des Bremssystems. Die Bremskraft
kann nachlassen oder die Bremse ganz ausfallen. Unfallgefahr!
Gewöhnen Sie sich auf längeren Abfahrten an, kurz aber kräftig zu bremsen
und die Bremse zwischendurch immer wieder zu lösen. Halten Sie im Zweifel kurz an und lassen Sie die Bremsanlage abkühlen.
a
b
c
d
33
Die Bremshebelzuordnung zu den Bremskörpern (z.B. linker Hebel wirkt auf die Vorderbremse) kann variieren (a). Machen Sie
sich mit der Anordnung vertraut oder bitten Sie Ihren FahrradFachhändler, die Bremsen nach Ihren Wünschen umzubauen.
Gewöhnen Sie sich vorsichtig an Ihre Bremsen (b). Üben Sie
Notbremsungen auf einer verkehrsfreien Fläche, bis Sie Ihr Rad
sicher unter Kontrolle haben. Dies kann Unfälle verhindern.
Nässe setzt die Bremswirkung herab und lässt die Reifen leicht
rutschen. Kalkulieren Sie bei Regen längere Anhaltewege ein,
setzen Sie Ihre Fahrgeschwindigkeit herab und bremsen Sie
vorsichtig.
5.1.1 Funktionsweise und Verschleiß
Über Handhebel am Lenker (c+d) und Seilzüge bzw. Hydraulikleitungen
werden die Bremsbeläge auf die Bremsflächen gedrückt. Die entstehende
Reibung verzögert das Rad. Wenn Wasser, Schmutz oder Öl an die Reibflächen kommen, ändert sich der Reibbeiwert, die Verzögerung wird geringer. Deshalb spricht eine Bremse bei Regen langsamer an und bremst
schlechter ab.
Um wirkungsvoll verzögern zu können, müssen die Bremsen regelmäßig
überprüft und nachgestellt werden.
Achten Sie auf absolut wachs-, fett- und ölfreie Bremsflächen.
Unfallgefahr!
a
34
b
c
d
5.2 Felgenbremsen
Lassen Sie die Felgen regelmäßig vom Fahrrad-Fachhändler
überprüfen und vermessen (c).
Durch die Reibung verschleißen Bremsbeläge (a) und Felgen, und zwar
umso schneller, je öfter Sie in bergigem Gelände und durch Regen oder
Schmutz fahren.
Felgen sind mit sogenannten Verschleißindikatoren versehen (z.B. Rillen (b)
oder Punkte). Wenn die Rillen bzw. Punkte nicht mehr zu erkennen sind,
müssen Sie die Felge austauschen. Unterschreitet die Flanke einer Felge ein
kritisches Maß, kann der Reifendruck die Felge zum Bersten bringen. Das
Laufrad kann blockieren oder der Schlauch kann platzen – Sturzgefahr!
Verschlissene Bremsbeläge erkennen Sie daran, dass Rillen weggebremst
sind. Spätestens, wenn Sie den zweiten Satz Bremsbeläge heruntergebremst haben, sollten Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler aufsuchen und die
Felge kontrollieren lassen. Er kann die Wandstärke mittels Spezialmessgeräten überprüfen.
Nässe setzt die Bremswirkung herab. Kalkulieren Sie bei Regen
längere Anhaltewege ein!
Verwenden Sie beim Austausch nur gekennzeichnete und passende Original-Ersatzteile. Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie
gerne!
Achten Sie auf absolut wachs-, fett- und ölfreie Beläge.
a
b
Beschädigte Bremszüge (d), bei denen z.B. einzelne Drähte
abstehen, müssen sofort ausgetauscht werden. Sonst drohen
Bremsversagen oder Sturz.
5.2.1 V-Bremsen (V-Brakes)
Die gängigen V-Bremsen bestehen aus getrennt voneinander, links und
rechts der Felge angebrachten Bremsarmen. Beim Betätigen der Bremshebel, ziehen sich die Arme über einen Seilzug zusammen, die Beläge reiben
auf den Felgenflanken.
5.2.1.1 Funktionskontrolle
Überprüfen Sie, ob die Bremsbeläge genau auf die Felgen ausgerichtet sind
und genug Belagstärke aufweisen. Erkennbar ist das meist an den Rillen
im Bremsbelag. Sind sie verschlissen oder abgeschliffen, ist es Zeit für den
Austausch.
Die Bremsbeläge müssen gleichzeitig auf die Felge treffen und zwar zuerst
mit dem vorderen Belagteil. Der hintere Teil der Bremsbeläge sollte dann
einen Abstand von einem Millimeter von der Bremsfläche haben. Von oben
gesehen bilden die Bremsbeläge ein vorne geschlossenes V ((a) S. 36). Diese Einstellung soll vermeiden, dass die Beläge quietschen.
c
d
35
Der Handhebel muss eine Wegreserve aufweisen, er darf sich selbst bei
einer Vollbremsung nicht bis zum Lenker ziehen lassen.
Nur wenn die Bremse alle diese Prüfpunkte besteht, ist sie korrekt eingestellt.
Die Einstellung der Beläge auf die Felgen erfordert viel handwerkliches Geschick. Überlassen Sie den Austausch der Beläge
oder die Justierarbeit Ihrem Fahrrad-Fachhändler.
5.2.1.3 Synchronisieren und Nachstellen
Nahezu alle Bremsen haben an der Seite eines oder beider Bremskörper
eine Schraube, mit der die Federvorspannung eingestellt wird (c). Drehen
Sie langsam daran und beobachten Sie, wie die Beläge den gleichen Abstand zur Felge einnehmen.
Lösen Sie zum Nachstellen der Bremse den gerändelten Konterring oben
am Lenker, wo der Zug in den Bremsgriff hineinläuft (d).
Drehen Sie die gerändelte und geschlitzte Zugschraube am Griff einige Umdrehungen heraus. Der Leerweg des Handhebels verringert sich.
5.2.1.2 Power-Modulator (b)
Einige V-Bremsen von City- und Trekkingrädern weisen einen sogenannten
Power-Modulator auf, der als Bremskraftregler bei jedem Bremsvorgang
wirkt und dadurch die Bremskraft beschränkt.
Ein Überbremsen und Blockieren des Vorderrades soll damit verhindert werden.
Halten Sie die Einstellschraube fest und drehen Sie den Konterring gegen
das Hebelgehäuse fest, damit sich die Einstellschraube nicht selbsttätig löst.
Achten Sie darauf, dass der Schlitz in der Schraube weder nach vorne noch
nach oben zeigt, sonst können Wasser und Schmutz eindringen.
Machen Sie nach dem Nachstellen unbedingt eine Bremsprobe
im Stillstand und vergewissern Sie sich, dass die Beläge bei
starkem Zug mit ihrer gesamten Fläche die Felgenflanke berühren.
Ein falsch abgestimmter Power-Modulator kann zu schweren
Stürzen führen. Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach
dem System an Ihrem Fahrrad.
a
36
b
c
d
5.2.2 Renn- bzw. Seitenzugbremsen
5.2.2.2 Höhenverstellung
Bei Seitenzugbremsen (a) sind die Bremsarme gemeinsam aufgehängt, dadurch bilden sie ein geschlossenes System. Wird der Bremshebel betätigt,
werden die Arme über einen Seilzug zusammengezogen, die Beläge reiben
auf den Felgenflanken.
Lösen Sie die Befestigungsschraube des Belags ein bis maximal zwei Umdrehungen (b). Schieben Sie den Belag in die richtige Höhe, richten Sie ihn
entlang der Felgenflanke aus und ziehen Sie die Befestigungsschraube mit
dem erforderlichen Drehmoment wieder fest.
5.2.2.1 Funktionskontrolle
5.2.2.3 Synchronisieren und Nachstellen
Überprüfen Sie, ob die Bremsbeläge genau auf die Felgen ausgerichtet sind
und genug Belagstärke aufweisen. Erkennbar ist das meist an den Rillen im
Bremsbelag. Sind sie abgebremst, ist es Zeit für den Austausch.
Drehen Sie bei Zweigelenk-Bremsen an der kleinen, seitlich oder schräg
oben angebrachten Schraube, bis die Beläge links und rechts den gleichen
Abstand zur Felge haben (c).
Beide Bremsarme müssen gleichzeitig auf die Felge treffen, wenn Sie den
Handhebel ziehen. Sie dürfen den Reifen dabei nicht berühren.
Kontrollieren Sie außerdem, ob die Schraube, mit der die Bremse am Rahmen festgeschraubt ist, noch richtig, d.h. gemäß dem Drehmoment im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, angezogen ist.
Der Handhebel muss eine Wegreserve aufweisen. Er darf sich selbst bei einer Vollbremsung nicht bis zum Lenker ziehen lassen. Nur wenn die Bremse
alle diese Prüfpunkte besteht, ist sie korrekt eingestellt!
Justagearbeiten an den Bremsen sollten Sie Ihrem FahrradFachhändler überlassen.
Drehen Sie zum Nachstellen so lange an der Rändelmutter bzw. gerändelten Schraube, durch die der Zug am Bremskörper hindurch läuft (d), bis der
Hebelweg Ihren Ansprüchen genügt. Probieren Sie die Bremsen anschließend an einem unbelebten Ort aus.
Machen Sie nach dem Nachstellen unbedingt eine Bremsprobe
im Stillstand und vergewissern Sie sich, dass die Beläge bei
starkem Zug mit ihrer gesamten Fläche die Felgenflanke, nicht
aber den Reifen berühren. Stellen Sie sicher, dass sich der Hebel nicht bis zum Lenker ziehen lässt.
a
b
c
d
37
5.2.3 Cantilever-Bremsen bei Cyclocrossrädern
Manche Querfeldein- / Cyclocrossräder (a) sind mit Zusatzbremshebeln
(b) ausgerüstet, damit auch vom Oberlenkergriff aus gebremst werden
kann. Sie werden gleichberechtigt, nicht aber gleichzeitig, mit den üblichen
Bremshebeln benutzt. Einsatzbedingt würden sich Seitenzugbremsen beim
Cyclocross mit Schlamm zusetzen. Deshalb haben Crossräder CantileverBremsen, die dem verschmutzten Reifen mehr Platz lassen.
Drehen Sie die gerändelte und geschlitzte Zugschraube einige Umdrehungen heraus. Der Leerweg des Handhebels verringert sich.
Die Einstellung der Beläge auf die Felgen erfordert viel handwerkliches Geschick. Überlassen Sie den Austausch der Beläge
oder die Justierarbeit Ihrem Fahrrad-Fachhändler.
Machen Sie nach dem Nachstellen unbedingt eine Bremsprobe
im Stillstand und vergewissern Sie sich, dass die Beläge bei
starkem Zug mit ihrer gesamten Fläche die Felgenflanke berühren.
5.2.3.1 Funktionskontrolle
Die Bremsbeläge müssen, wie bei allen Felgenbremsen, genau auf die Felge
ausgerichtet sein und ausreichend Bremsbelag aufweisen. Sie sollten die
Bremsflanken zuerst mit dem vorderen Belagteil berühren. Der hintere Teil
sollte einen Abstand von einem Millimeter von der Bremsfläche haben. Von
oben gesehen bilden die Bremsbeläge ein vorne geschlossenes V (c). Die
Bremsarme müssen beim Bremsen gleichzeitig auf die Felge treffen. Der
Handhebel muss eine Wegreserve aufweisen. Er darf sich selbst bei einer
Vollbremsung nicht bis zum Lenker ziehen lassen.
5.2.3.2 Synchronisieren und Nachstellen
Meist haben Cantilever-Bremsen an der Seite eines Bremskörpers eine
Schraube (d) mit der Sie die Federvorspannung einstellen können. Drehen
Sie daran, bis die Beläge im gleichen Abstand zur Felge stehen.
5.2.4 Hydraulische Felgenbremsen
Hydraulische Bremsen ((a) S. 39) sind leistungsstark und verhältnismäßig
wartungsarm.
Auch bei diesem Bremsentyp verschleißen die Bremsbeläge, der Hebelweg vergrößert sich. Er kann bei den meisten Modellen jedoch mit einer
Schraube oder einem Stellrad an der Bedieneinheit oder dem Bremshebel
nachgestellt werden.
Die Hersteller von hydraulischen Bremsen liefern für gewöhnlich
ausführliche Anleitungen mit. Lesen Sie sie aufmerksam durch,
bevor Sie das Laufrad ausbauen oder Wartungsarbeiten durchführen. Fehlbedienung kann zu Bremsversagen und Unfällen
führen.
Lösen Sie zum Nachstellen der Bremse den gerändelten Konterring am
Bremszuggegenhalter oder Handhebel.
a
38
b
c
d
5.2.4.1 Kontrolle und Nachstellen
Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit die Stärke und die Ausrichtung der Beläge
zur Felge. Abgenutzte Bremsbeläge lassen sich an den Indikatoren erkennen. Meist sind das eingearbeitete Rillen. Ist der Belag bis auf Höhe der Rille
abgeschliffen, sollte er ausgetauscht werden (b).
Halten Sie den Bereich des Bremsbelages in der hydraulischen Bremszange
sauber, sonst kann der Belag nicht mehr vollständig in die Ruhestellung
zurückgleiten. Überprüfen Sie gelegentlich, ob die Leitungen und die Anschlüsse dicht sind.
Geöffnete Anschlüsse oder undichte Leitungen können die
Bremswirkung stark reduzieren. Suchen Sie bei Undichtigkeiten des Systems oder Knicken in den Leitungen Ihren FahrradFachändler auf. Unfallgefahr!
a
b
39
5.3 Scheibenbremsen
Sollte Ihr Bremssystem mit DOT-Bremsflüssigkeit betrieben
werden, muss diese in regelmäßigen – vom Hersteller vorgeschriebenen Intervallen – ausgetauscht werden.
Scheibenbremsen (a) zeichnen sich durch eine enorme Bremswirkung aus
und sind gleichzeitig recht unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen.
Bei Nässe sprechen Scheibenbremsen deutlich schneller an als Felgenbremsen und bringen nach kurzer Zeit die gewohnt hohe Wirkung. Sie sind
verhältnismäßig wartungsarm und verschleißen die Felgen nicht. Allerdings
neigen sie bei Nässe zu Geräuschentwicklung.
Die Hersteller von Scheibenbremsen liefern meist ausführliche
Anleitungen mit. Lesen Sie sie unbedingt aufmerksam durch,
bevor Sie ein Laufrad ausbauen oder Wartungsarbeiten durchführen.
Neue Bremsbeläge müssen eingebremst werden, bis sie optimale Verzögerungswerte erzielen. Beschleunigen Sie das Fahrrad dazu ca. 30 bis 50 Mal auf etwa 30 km/h und bremsen Sie
bis zum Stillstand. Der Einbrems-Vorgang ist abgeschlossen,
wenn die nötige Handkraft fürs Bremsen nicht weiter abnimmt.
Um die Bremsen optimal bedienen zu können, lassen sich die Bremshebel meist auf die Handgröße einstellen, in der Regel über eine kleine Innensechskant-Schraube direkt am Handhebel (b). Möglicherweise müssen
Sie auch die Bremsbeläge verstellen. Lesen Sie dazu unbedingt die Bedienungsanleitung des Bremsenherstellers.
Wenn die Beläge mechanischer Scheibenbremsen verschleißen (c), verlängert sich der Bremshebelweg. Deshalb müssen diese Typen regelmäßig
nachgestellt werden. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen
haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
a
40
b
Scheibenbremsen werden im Betrieb heiß. Berühren Sie deshalb die Bremsen nicht sofort nach dem Anhalten – insbesondere nicht nach längeren Abfahrten.
Öffnen Sie die Bremsleitungen nicht. Es könnte Bremsflüssigkeit austreten, die gesundheitsschädlich ist und den Lack angreift.
5.3.1 Kontrolle von Hydraulik-Scheibenbremsen
Kontrollieren Sie die Leitungen (d) und Anschlüsse regelmäßig bei gezogenem Hebel auf Undichtigkeiten. Tritt Bremsflüssigkeit aus, suchen Sie sofort
Ihren Fahrrad-Fachhändler auf. Eine undichte Stelle kann die Bremse wirkungslos machen.
c
d
Kontrollieren Sie den Verschleiß der Beläge an den Metallohren oder -nasen,
die unten aus dem Bremssattel herausschauen (a) oder am Sichtfenster
oben auf dem Bremssattel (b). Nähern Sie sich bis auf etwa einen Millimeter
der Scheibe, müssen Sie die Beläge gemäß der Anleitung des Herstellers
ausbauen, genau kontrollieren und ggf. austauschen.
Verschmutzte Bremsbeläge und -scheiben können die Bremskraft drastisch vermindern. Achten Sie daher darauf, dass weder
Öl noch andere Flüssigkeiten an die Bremse geraten, z.B. wenn
Sie Ihr Rad putzen oder die Kette schmieren. Verschmutzte Beläge lassen sich in keinem Fall reinigen und müssen ersetzt werden! Bremsscheiben können Sie mit Bremsreiniger und notfalls
mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen.
Geöffnete Anschlüsse oder undichte Leitungen lassen die
Bremswirkung stark abfallen. Suchen Sie bei Undichtigkeiten
des Systems oder Knicken in den Leitungen umgehend Ihren
Fahrrad-Fachhändler auf.
Die Hersteller von hydraulischen Scheibenbremsen liefern meist
ausführliche Anleitungen mit. Lesen Sie sie unbedingt aufmerksam durch, bevor Sie ein Laufrad ausbauen oder Wartungsarbeiten durchführen.
a
b
5.3.2 Kontrolle und Nachstellen von mechanischen
Scheibenbremsen
Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Bremse einen definierten Druckpunkt erreicht, bevor der Hebel am Lenker anliegt.
Kontrollieren Sie, ob die Bremszüge intakt sind!
Belagverschleiß können Sie in begrenztem Maße direkt am Handhebel ausgleichen. Lösen Sie die Überwurfmutter an der Schraube, durch die der Zug
in den Hebel läuft, und drehen Sie die Schraube heraus, bis der Hebelweg
Ihren Ansprüchen genügt (c). Schrauben Sie die Kontermutter wieder fest
und achten Sie darauf, dass der Schlitz der Schraube weder oben noch
vorne steht, sonst dringt unnötig viel Schmutz und Feuchtigkeit ein (d).
Kontrollieren Sie nach dem Nachstellen die Funktion und ob die Beläge
schleiffrei sind ((a) S. 42), indem Sie den Bremshebel loslassen und das
Laufrad drehen.
Wenn Sie mehrfach nachstellen, ändert sich die Stellung des Hebels am
Bremssattel. Die Wirkung der Bremse wird schwächer. Im Extremfall kann
die Bremse komplett ausfallen!
Bei einigen Systemen muss der Verschließ direkt am Bremssattel nachgestellt werden. Lesen Sie hierzu die beiliegende Anleitung des Bremsenherstellers.
c
d
41
Direkt am Bremssattel bestehen bei manchen Modellen weitere Verstellmöglichkeiten, die jedoch handwerkliches Geschick erfordern. Lesen Sie
auf jeden Fall die Originalanleitung des Bremsenherstellers, bevor Sie die
Bremse einstellen. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Beschädigte Züge (b) sollten Sie sofort austauschen lassen, da
sie reißen können.
Mehrfaches Nachstellen nur am Handhebel kann die maximal
erzielbare Bremswirkung stark reduzieren.
Die Hersteller von mechanischen Scheibenbremsen liefern
meist ausführliche Anleitungen mit. Lesen Sie sie unbedingt
aufmerksam durch, bevor Sie ein Laufrad ausbauen oder Wartungsarbeiten durchführen.
Sollte Ihr Bremssystem mit DOT-Bremsflüssigkeit betrieben
werden, muss diese regelmäßig – gemäß der vom Hersteller
vorgeschriebenen Intervalle ausgetauscht werden.
a
42
b
5.4 Rollen-, Trommel- und Rücktrittbremsen
Diese Bremsarten kommen fast nur noch bei Citybikes (a) und Kinderrädern
(b) vor. Sie weisen eine geschlossene Bauweise auf und sind meist mit einer
Getriebenabe gekoppelt. Bei diesen Bremssystemen sind Bremsbeläge und
-flächen weitgehend vor Witterungseinflüssen geschützt.
Die Kraftübertragung von den Handhebeln zur Bremse erfolgt mittels Seilzügen.
Drehen Sie die Kontermutter wieder fest und achten Sie darauf, dass der
Schlitz der Schraube nicht oben oder vorne steht, sonst dringt unnötig viel
Schmutz und Feuchtigkeit ein (d).
Kontrollieren Sie nach dem Nachstellen die Funktion und ob die Beläge
noch schleiffrei sind, wenn Sie den Bremshebel losgelassen haben und das
Laufrad drehen.
5.4.1 Kontrolle und Nachstellen bei Handhebelbedienung
Kontrollieren Sie, ob die Innenzüge der Bowdenzüge im Bereich der Griffe
und der Bremse selbst noch intakt sind. Einzelne Drähte dürfen nicht abstehen. Beschädigte Züge sollten sofort ausgetauscht werden, da sie reißen
können. Nur am Handhebel nachgestellte Bremsen können dazu führen,
dass die Bremswirkung stark abfällt.
Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie einen definierten Druckpunkt erzielen,
bevor der Hebel am Lenker anliegt (c).
a
Belagverschleiß können Sie im begrenzten Maße direkt am Handhebel ausgleichen. Lösen Sie die Überwurfmutter an der Schraube, durch die der
Zug in den Hebel hinein läuft, und drehen Sie die Schraube heraus, bis der
Hebelweg Ihren Ansprüchen genügt.
b
Wenn Sie mehrfach nachstellen, ändert sich die Stellung des Hebels an der
Bremse. Die Wirkung der Bremse kann schwächer werden und im Extremfall
nicht mehr genügend groß sein! Wenden Sie sich für diese schwierige Arbeit
an Ihren Fahrrad-Fachhändler, wenn Sie mehrfach nachjustiert haben.
Wenn Sie weiter gehende Einstellmaßnahmen in Angriff nehmen wollen, lesen Sie auf jeden Fall die Originalanleitung des Bremsenherstellers, bevor
Sie die Bremse einstellen. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Fahrrad-Fachhändler um Rat.
c
d
43
Kontrollieren Sie regelmäßig den Sitz der Drehmomentstütze an Rahmen
oder Gabel (a). Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese im Kapitel
„Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den Bauteilen selbst und/oder
in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
Bei geschlossenen Bremssystemen (b) ist die Gefahr der Überhitzung besonders groß. Diese tritt dann ein, wenn auf längeren (steilen) Gefällstrecken
andauernd gebremst wird. Die Folge kann ein Nachlassen der Bremskraft
(„Fading“) sein, die in Extremfällen bis zum Totalausfall führt. Sobald Sie
eine Verschlechterung der Bremswirkung bemerken, sollten Sie daher den
Bremsen Gelegenheit zum Abkühlen geben. Manchmal genügt dazu schon
eine abwechselnde Betätigung von Vorder- und Hinterradbremse. Reicht
das nicht aus, müssen Sie unbedingt eine Pause von mehreren Minuten
einlegen.
Bei Rücktrittbremsen muss gelegentlich die Spannung der Antriebskette
kontrolliert werden (c). Die Kette sollte in der Mitte zwischen den Zahnrädern nicht mehr als zwei Zentimeter nach oben und unten gezogen werden
können.
Ist die Kette locker, lassen Sie diese von Ihrem Fahrrad-Fachhändler spannen!
Kontrollieren Sie regelmäßig den festen Sitz des Bremsankers
(Drehmomentstütze) am Rahmen oder an der Gabel auf festen
Sitz (d). Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden
diese im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den
Bauteilen selbst und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
Beachten Sie, dass Sie bei abgesprungener Kette mit der Hinterrad-Bremse nicht bremsen können! Sturzgefahr!
5.4.2 Kontrolle und Nachstellen bei Rücktrittbremsen
Beim Rücktritt wird die Bremse durch Zurückdrehen der Pedale aktiviert.
Die höchste Bremskraft wird erzeugt, wenn ein Pedal waagerecht hinten
steht und in dieser Stellung darauf getreten wird. Bei den Modellen von
SRAM steigt die Bremskraft zudem, wenn vorher in einen kleineren Gang
geschaltet wurde.
a
44
b
c
d
6 Antrieb
Alle Teile, die dazu beitragen, dass der Krafteinsatz beim Treten von den
Pedalen auf das Hinterrad übertragen wird, gehören zum Antriebssystem
(a+b). Dazu gehören Tretlager (Innenlager), Tretkurbel-Kettenblätter (Kurbelgarnitur), Pedale, Zahnkranz und Kette.
6.1 Schaltung
Mittels der Schaltung am Fahrrad wird die Tretschwere an die Geländeform und die gewünschte Fahrgeschwindigkeit angepasst. In einem kleinen
Gang, bei dem die Kette vorne über das kleine Kettenblatt und hinten über
ein großes Ritzel läuft, können Sie steile Berge mit mäßigem Krafteinsatz
hochfahren. Sie müssen dafür aber häufiger treten. Bergab wird eine große
Übersetzung (vorne großes Blatt, hinten kleines Ritzel) aufgelegt. Sie können
mit einer Kurbelumdrehung viele Meter zurücklegen, die Geschwindigkeit ist
dann entsprechend hoch.
Eine Kettenschaltung funktioniert immer nach folgendem Prinzip:
Großes Zahnrad vorne
Kleines Zahnrad vorne
Großes Zahnrad hinten
Kleines Zahnrad hinten
a
– schwerer Gang
– leichter Gang
– leichter Gang
– schwerer Gang
– größere Übersetzung
– kleinere Übersetzung
– kleinere Übersetzung
– größere Übersetzung
Üblicherweise sind die Schalter so montiert:
Schalter rechts – hintere Zahnräder
Schalter links
– vordere Zahnräder
Auf der Ebene liegt eine vernünftige Umdrehungszahl der Kurbeln, kurz Trittfrequenz genannt, jenseits von 60 Umdrehungen pro Minute. Radrennfahrer
kurbeln im flachen Gelände zwischen 90 und 110 Umdrehungen je Minute.
Bergauf fällt die Frequenz naturgemäß etwas ab, Sie sollten aber trotzdem
flüssig treten.
6.1.1 Tretlager-Kurbelsatz
Das Tretlager (c+d), bestehend aus Kugellager, Lagerschalen, Dichtungsringen und Achse, ist meist zu einem Kompaktlager zusammengefasst.
Bei diesem abgedichteten, gekapselten Lager wird das Eindringen von
Schmutz, Wasser oder Schlamm verhindert. Das Kompakt-Innenlager ist
wartungs- und spielfrei ab Werk eingestellt. Der feste Sitz des Innenlagers im
Tretlagergehäuse ist regelmäßig zu überprüfen. Die Tretkurbeln können sich
im Laufe der Zeit beim Fahren lockern. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Kurbeln fest auf der Achse sitzen. Wenn Sie kräftig an der Tretkurbel wackeln,
darf kein Spiel zu spüren sein.
Durch Spiel in den Tretkurbeln können die Sitze der Kurbelgarnitur beschädigt werden – Bruchgefahr!
b
c
d
45
6.2 Kettenschaltung
6.2.1 Funktionsweise und Bedienung bei Mountainbikes,
Fitnessbikes, City-, Kinder- und Trekkingrädern
Die sogenannte Kettenschaltung ist die derzeit effektivste Kraftübertragung
am Fahrrad. Durch spezielle Zahnformen der Ritzel, flexible Ketten und genau rastende Schaltschritte in den Hebeln werden Gangwechsel zur leichten Übung. Bei manchen Schaltungen informiert sogar eine Anzeige am
Lenker über den Gang, in dem gerade gefahren wird.
Moderne Räder können bis zu 33 Gänge haben. Die Kette sollte allerdings
nie extrem schräg verlaufen, da sie sonst schnell verschleißt und der Wirkungsgrad sinkt. Schlecht ist es z.B., wenn die Kette vorne auf dem kleinsten Zahnrad und gleichzeitig hinten auf den äußeren (kleinen) zwei oder drei
Ritzeln liegt (a) oder wenn sie auf dem größten Kettenblatt vorne und auf
den inneren (großen) Kettenrädern des Hinterrades gefahren wird (b).
Tragen Sie stets enge Beinkleider bzw. verwenden Sie Hosenbänder oder ähnliches (c). So gehen Sie sicher, dass Ihre Hose
nicht in die Kette oder in die Zahnräder gelangt.
Beim Schalten unter Last, d.h. während Sie sehr stark auf die
Pedale treten, kann die Kette durchrutschen. Am vorderen Umwerfer kann die Kette sogar ganz von den Kettenblättern abspringen und einen Sturz verursachen.
Zumindest verkürzt sich dadurch das Kettenleben erheblich.
a
46
b
Ein Schaltvorgang beginnt, abhängig vom verbauten Schaltsystem, mit
einem Tastendruck an einem Schalthebel, einer Brems-Schalthebeleinheit
oder einem kurzen Dreh des Handgelenks bei Drehgriffschaltern.
Bei den Shimano Rapidfire Plus Schaltern wird mit der großen Taste auf
die größeren Zahnräder geschaltet. Der kleine Hebel, der aus Sicht des
Fahrers vor dem Lenker liegt und mit dem Zeigefinger bedient wird (Zeigefinger-Hebel), bewegt die Kette zu den kleineren Zahnrädern hin. Ein Schaltvorgang mit der rechten Hand auf die große Daumentaste führt zu einer
leichteren Übersetzung. Wird diese Taste mit dem linken Daumen gedrückt,
wird in einen schwereren Gang geschaltet.
Die Shimano Rapidfire Plus mit 2-Way-Release (d) Schalter (z.B. XTR ab
Modell 2007) arbeiten nach dem üblichen Rapidfire-Prinzip (s.o.). Der vordere Zeigefinger-Hebel kann wahlweise aber auch mit dem Daumen bedient
werden. Die Kette wandert auf die kleineren Kettenblätter. Mehrere Gänge
können mit einer Hebelbewegung durchgeschaltet werden. Bei einer kurzen
Hebelbewegung wechseln die Gänge in Einerschritten, wird der Hebel länger durchgedrückt, wechseln die Gänge in Zweierschritten.
Shimano Rapid Rise Schaltwerke verfügen über eine Paradox-Rückstellfeder. Dabei läuft der Schaltvorgang hinten entgegengesetzt der StandardSchaltung, d.h. ein Schaltvorgang mit der rechten Hand auf die große Daumentaste führt zu einer größeren Übersetzung.
c
d
Bei den Shimano Dual Control (a) Bremsschaltgriff-Einheiten wird der
Bremshebel nach unten gedrückt, um hinten zu den kleineren und vorne zu
den größeren Kettenrädern zu schalten. Wird der Hebel nach oben gezogen
oder die unter dem Lenker liegende Daumentaste gedrückt, wird hinten zu
größeren und vorne zu kleineren Kettenrädern geschaltet, d.h. zur kleineren
Übersetzung hin.
Wichtig für den Schaltvorgang ist, dass Sie gleichmäßig und
ohne großen Krafteinsatz weitertreten. Schalten Sie nicht unter
Last, das verkürzt das Kettenleben erheblich. Außerdem kann
sich die Kette zwischen Kettenstrebe und Kettenblättern verklemmen („Chain-suck“). Vermeiden Sie es zu schalten, während Sie stark auf die Pedale treten, vor allem beim Schalten mit
dem vorderen Umwerfer.
Drücken Sie bei SRAM Trigger (b) Schaltern mit dem Daumen auf die große, unten liegende Taste, um auf die größeren Zahnräder zu schalten. Die
kleinere, oben liegende Taste wird ebenfalls mit dem Daumen bedient und
schaltet auf die kleineren Zahnräder.
Anders verhält es sich bei den Drehgriffschaltern (c). Während ein Dreh
des rechten Schalters zum Fahrer hin den Gang leichter werden lässt, wird
mit einer Drehung links in einen schwereren Gang geschaltet. Gegebenenfalls kann auch hier die Schaltrichtung variieren.
Üben Sie das Schalten auf einem verkehrsfreien Gelände, bis
Sie mit der Funktionsweise der Hebel oder Drehgriffe an Ihrem
Fahrrad vertraut sind.
a
b
Vermeiden Sie Gänge, in denen die Kette sehr schräg läuft. Erhöhter Verschleiß!
6.2.2 Funktionsweise und Bedienung bei Rennrädern
Die Schalthebel an klassischen Rennrädern sind bei allen Herstellern in den
Bremsgriff integriert.
Bei Campagnolo Ergopower (d) schalten Sie mit dem hinter dem Bremshebel liegenden Hebel auf die größeren Zahnrädern, indem Sie ihn mit dem
Zeige- oder Mittelfinger nach innen schwenken. Drücken Sie mit dem Daumen auf die Taste innen am Griffkörper, wird die Kette auf die kleineren
Zahnrädern befördert. Pro Betätigung können Sie maximal drei Zahnräder
schalten.
c
d
47
Bei Shimano Dual Control (a) schalten Sie auf die größeren Zahnrädern,
indem Sie den gesamten Bremshebel nach innen schwenken. Bis zu drei
Zahnräder pro Schwenk sind möglich. Bewegen Sie nur den kleinen, hinter
dem Bremshebel liegenden Hebel nach innen, wandert die Kette auf die kleineren Zahnräder. Hier können Sie nur ein Zahnrad pro Schwenk schalten.
Bei der Shimano Sora- und 2200-Gruppe schalten Sie auf die größeren
Zahnräder, indem Sie mit dem gesamten Bremshebel nach innen schwenken. Drücken Sie mit dem Daumen auf die Taste innen am Griffkörper, wird
die Kette auf die kleineren Zahnrädern befördert.
Üben Sie das Schalten auf einem verkehrsfreien Gelände, bis
Sie mit der Funktionsweise der Hebel an Ihrem Fahrrad vertraut
sind.
Bei SRAM DoubleTab (b) Schalt-Bremsgriffen gibt es nur einen Schalthebel, der hinter dem Bremshebel liegt. Schwenken Sie den Hebel komplett
durch, schaltet das Schaltwerk ein bis drei Zahnräder größer. Durch einen
kurzen Schwenk wechselt die Kette zum nächst kleineren Zahnrad.
Schalten Sie nicht unter Last, das verkürzt das Kettenleben erheblich. Außerdem kann sich die Kette zwischen Kettenstrebe
und Kettenblättern verklemmen („Chain-suck“). Vermeiden Sie
es zu schalten, während Sie stark auf die Pedale treten, vor allem beim Schalten mit dem vorderen Umwerfer.
Bei den Shimano, SRAM und Campagnolo Lenkerend-Schalthebeln (c)
für den Triathlon- und Zeitfahreinsatz müssen Sie den Schalthebel nach
unten drücken, um hinten auf die kleineren Ritzeln, d.h. zur großen Übersetzung, und vorne auf die kleineren Kettenrädern, d.h. zu einer kleineren
Übersetzung, zu schalten. Ziehen Sie den Schalthebel nach oben, können
Sie hinten und vorne auf die größeren Kettenräder schalten.
Vermeiden Sie Gänge, in denen die Kette sehr schräg läuft. Erhöhter Verschleiß!
Bei Schalthebeln für gerade Lenker (d), sogenannten Flatbars, liegen die
Bedienhebel unterhalb des Lenkers. Der rechte große Hebel wird mit dem
Daumen geschaltet. Die Kette wandert auf größere Ritzel, d.h. in kleinere
Gänge. Der kleinere Hebel wird entweder mit dem Zeigefinger oder dem
Daumen bewegt und schaltet in die andere Richtung. Auf der linken Seite
wird mit dem Daumen und dem großen Hebel auf das größere Kettenblatt,
also zur größeren Übersetzung, geschaltet.
a
48
b
c
d
6.3 Kontrolle und Nachstellen der
Kettenschaltung
Bei Rennrädern justieren Sie an den Stellschrauben am rechten Zuganschlag am Unterrohr nach. Eine weitere Einstellschraube befindet sich direkt
am Schaltwerk.
Ihr Fahrrad-Fachhändler hat vor der Übergabe des Rades die Kettenschaltung justiert. Auf den ersten Kilometern können sich jedoch die Bowdenzüge längen, wodurch die Schaltvorgänge unpräzise werden.
Die Einstellung des Schaltwerks und des Umwerfers ist eine Arbeit nur für
den geübten Monteur.
Wenn Sie es selbst versuchen wollen, beachten Sie hierzu zusätzlich die
Bedienungsanleitung des Schaltungsherstellers. Wenn Sie mit der Schaltung Probleme haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Schalten Sie dazu auf das kleinste Ritzel (c) und drehen Sie die leicht einrastenden Schrauben in halben Umdrehungen heraus, bis der Zug leicht
gespannt ist.
Überprüfen Sie nach jedem Spannen, ob die Kette unmittelbar auf das
nächst größere Ritzel klettert. Dazu müssen Sie die Kurbeln von Hand drehen (d) oder mit dem Rad fahren.
Klettert die Kette leicht hoch, testen Sie, ob sie auch noch leicht auf die
kleinen Ritzel läuft. Es können mehrere Versuche nötig sein.
6.3.1 Hinteres Schaltwerk
Die vollständige Einstellung des Schaltwerks und des Umwerfers ist eine Arbeit für den geübten Monteur. Beachten Sie die
Anleitung des Schaltungsherstellers. Wenn Sie mit der Schaltung Probleme haben, fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler.
Spannen Sie den Zug am einstellbaren Zuganschlag am Schalthebel (a)
nach oder an der Stellschraube, durch die der Bowdenzug bei Mountainbikes, City-, Kinder- und Trekkingrädern in das Schaltwerk läuft (b), nach.
Wenn ein Helfer das Hinterrad hochhält, können Sie die Funktion leicht testen, indem Sie die Kurbeln drehen und schalten.
Nicht bei allen Schaltwerken gibt es diese zusätzliche Stellschraube!
a
b
c
d
49
6.3.2 Endanschläge kontrollieren
Um zu verhindern, dass Schaltwerk oder Kette in die Speichen laufen
oder die Kette vom kleinsten Ritzel fällt, begrenzen sogenannte Endanschlagschrauben dessen Schwenkbereich. Der Fahrrad-Fachhändler
stellt sie ein, sie verändern sich bei normalem Gebrauch nicht.
Wenn das Rad umgekippt ist oder das Schaltwerk einen Schlag
bekommen hat, besteht die Gefahr, dass das Schaltwerk oder
dessen Befestigung verbogen ist. Nach solchen Zwischenfällen oder wenn andere Laufräder in das Rad montiert werden,
sollten Sie den Schwenkbereich kontrollieren und die Endanschlagschrauben ggf. nachjustieren (a).
Schalten Sie mit dem rechten Schalthebel auf den größten Gang. Der
Schaltzug ist entspannt, die Kette läuft auf dem kleinsten Ritzel. Schauen
Sie von hinten aufs Zahnkranzpaket und prüfen Sie, ob die Leitrolle des
Schaltwerks genau unter den Zahnspitzen des Ritzels liegt (b).
Bei nicht markierten Schrauben hilft nur der Versuch. Drehen Sie an einer
Schraube, zählen Sie die Umdrehungen mit und beobachten Sie das Schaltwerk. Bewegt es sich nicht, ist es die Schraube für den anderen Anschlag.
Schrauben Sie die Anzahl der Umdrehungen zurück.
Drehen Sie die Schraube im Uhrzeigersinn, wenn das Schaltwerk weiter
innen oder in der Gegenrichtung, wenn es weiter außen laufen soll.
Schalten Sie nun auf das größte hintere Ritzel. Achten Sie darauf, dass das
Schaltwerk nicht in die Speichen gerät. Liegt die Kette auf dem größten
Zahnrad, sollten Sie bewusst überschalten und danach das Schaltwerk von
Hand Richtung Speichen drücken (d). Versetzen Sie dazu das Laufrad in
Drehbewegung. Berührt der Leitrollenkäfig die Speichen oder klettert die
Kette über das Ritzel, müssen Sie den Schwenkbereich begrenzen. Drehen
Sie die mit „L“ markierte Schraube im Uhrzeigersinn, bis das Schaltwerk
nicht mehr an die Speichen gelangt.
Machen Sie unbedingt eine Probefahrt abseits des Straßenverkehrs, wenn Sie die Schaltung eingestellt haben.
Korrigieren Sie die Position ggf. mit der Endanschlagschraube. Bei Schaltwerken sind die Schrauben oft mit „H“ für „high gear“ und „L“ für „low gear“
gekennzeichnet (c). Der hohe Gang bedeutet in diesem Fall die große Übersetzung, also das kleine Ritzel.
a
50
b
Nicht korrekt eingestellte Endanschläge oder eine verbogene
Schaltwerksbefestigung können dazu führen, dass das Fahrrad
stark beschädigt wird und dass das Hinterrad blockiert – Unfallgefahr!
c
d
6.3.3 Vorderer Umwerfer
Die Einstellung des Umwerfers ist sehr sensibel. Ist er falsch
justiert, kann die Kette abspringen, die Antriebskraft wird plötzlich unterbrochen. Es besteht Sturzgefahr!
Der Bereich, in dem der Umwerfer (a) die Kette gerade noch auf dem Kettenblatt hält, aber nicht streift, ist extrem gering. Überlassen Sie diese Einstellarbeiten am besten Ihrem Fahrrad-Fachhändler.
Machen Sie unbedingt eine Probefahrt abseits des Straßenverkehrs, nachdem Sie die Schaltung eingestellt haben.
Es ist besser, ein leichtes Streifen in Kauf zu nehmen als zu riskieren, dass
die Kette herunterfällt, da sonst der Antrieb plötzlich unterbrochen würde.
Wie beim hinteren Schaltwerk begrenzen mit „H“ und „L“ bezeichnete Endanschlagschrauben den Schwenkbereich (b).
Beim vorderen Umwerfer kann sich, genau wie beim Schaltwerk, der Zug
längen. Das Schaltverhalten verschlechtert sich.
Schalten Sie aufs kleine Kettenblatt und spannen Sie bei Bedarf den Zug
an der Schraube nach, durch die der Bowdenzug in den Schaltgriff (c) oder
den Anschlag am Rahmen läuft (d).
Überprüfen Sie nach einem Sturz, ob die Leitbleche des Umwerfers noch exakt parallel zu den Kettenblättern verlaufen!
a
b
c
d
51
6.4 Nabenschaltung (Getriebenaben)
Die Vorteile von Nabenschaltungen (a) liegen in ihrer gekapselten Bauweise
und darin, dass alle Gänge mit einem Griff in Reihe durchgeschaltet werden
können. Die Antriebskette hält auch vergleichsweise deutlich länger – regelmäßige Pflege vorausgesetzt.
Nabenschaltungen von Shimano gibt es in Kombination mit Freilauf, d.h.
die Nabe ist mit einer mit der Hand betätigten V- oder Rollenbremse kombiniert, und mit integrierter Trommelbremse, dem sogenannten Rücktritt.
Bei letztgenannter Variante wird die Bremse durch Rückwärtsdrehen der
Pedale betätigt. Am wirkungsvollsten gelingt dies bei waagerecht stehenden
Pedalen.
Nabenschaltungen von SRAM gibt es in Kombination mit Freilauf, d.h. die
Nabe ist mit einer mit der Hand betätigten V- oder Trommelbremse kombiniert, und mit integrierter Trommelbremse, dem sogenannten Rücktritt. Bei
letztgenanntem wird die Bremse durch Rückwärtsdrehen der Pedale betätigt. Am wirkungsvollsten gelingt dies bei waagerecht stehenden Pedalen
und in kleinen Gängen.
Rohloff Nabenschaltungen gibt es nur in Kombination mit Freilauf, d.h. die
Nabe ist mit einer mit der Hand betätigten Felgenbremse (mechanisch oder
hydraulisch) oder Scheibenbremse (mechanisch oder hydraulisch) kombiniert.
a
52
b
NuVinci-Naben lassen sich stufenlos regulieren, d.h. Sie fahren stets mit
der passenden Übersetzung. Die Kraftübertragung erfolgt bei der NuVinciNabe durch Kugeln.
6.4.1 Funktionsweise und Bedienung
Geschaltet wird entweder per Drehgriff oder per Daumenschalter; der gewählte Gang wird angezeigt. Je nach Nabenhersteller kann während des
Schaltvorgangs entweder mitgetreten werden oder das Rad muss antriebslos rollen. Lesen Sie in der Bedienungsanleitung der Schaltung nach. Wenn
Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte
an Ihren Fahrrad-Fachhändler! Achten Sie stets darauf, dass der Schaltvorgang möglichst geräuscharm abläuft.
Drehgriffschalter von SRAM (b): Zum Schalten sollte das Rad kurze Zeit
antriebslos rollen, d.h. Sie sollten die Pedale für einen kurzen Augenblick
nicht bewegen. Die SRAM I-Motion kann auch während des Tretens und
im Stand geschaltet werden.
Drehgriffschalter einer Shimano Nexus (c) Nabe und einer Rohloff-Nabe
(d): Schalten während des Tretens ist vorteilhaft. Reduzieren Sie für einen
ruckfreien und geräuscharmen Schaltvorgang jedoch etwas die Kraft mit der
Sie in die Pedale treten.
c
d
Drehgriffschalter einer NuVinci-Nabe: Zum Schalten sollte das Rad kurze
Zeit antriebslos rollen, d.h. die Pedale sollten ohne Druck sein. Sie können
die Nabe auch bei voller Fahrt regulieren: wenn die Pedale am oberen oder
unteren Totpunkt stehen, geht die Verstellung der Nabe leicht.
Machen Sie sich mit Ihrer Schaltung auf einer verkehrsfreien
Fläche vertraut bis Sie mit der Funktionsweise der Schalthebel
oder Drehgriffe vertraut sind.
6.4.2 Kontrolle und Nachstellen
Nabenschaltungen müssen selten nachgestellt werden. Meist müssen zur
Einstellung zwei Markierungen an der Nabe (a) oder an der Schaltbox zur
Deckungsgleichheit gebracht werden, indem der Schaltzug ähnlich wie bei
der Kettenschaltungen direkt am Hebel oder Drehgriff eingestellt wird. Lesen Sie die Bedienungsanleitung des Schaltungsherstellers aufmerksam
durch. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden
Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
6.5 Kombinierte Naben-Kettenschaltungen
Bei diesen Schaltsystemen werden die Eigenschaften beider Schaltsysteme
kombiniert. Mit einem Schalthebel können Sie die Getriebenabe schalten, mit
dem zweiten Schalthebel können Sie – je nach System – den vorderen Umwerfer der Kettenschaltung oder das hintere Schaltwerk betätigen.
Die Intego-Schaltung von Shimano (c+d) gibt es nur mit Freilauf, d.h. die
Nabe ist mit einer mit der Hand betätigten V- oder Rollenbremse kombiniert.
Die Dual Drive-Schaltungen von SRAM gibt es ebenfalls nur in Kombination mit Freilauf, d.h. die Nabe ist mit einer mit der Hand betätigten V-,
Scheiben- oder Trommelbremse kombiniert.
Die Alfine 2x8 von Shimano gibt es nur in Kombination mit Freilauf, d.h. die
Nabe ist mit einer mit der Hand betätigten V- und Scheibenbremse kombiniert.
Machen Sie sich mit Ihrer Schaltung und den Bremsen auf einer
verkehrsfreien Fläche vertraut.
Kontrollieren Sie regelmäßig den festen Sitz der Verschraubung
der Nabe und der Drehmomentstütze am Rahmen (b).
Die korrekte Einstellung der Naben-Kettenschaltung ist eine Arbeit für den Fachmann. Bevor Sie Justagearbeiten durchführen,
sollten Sie auf alle Fälle die Anleitung des Schaltungsherstellers
durchlesen.
Nehmen Sie bei Rohloff-Nabenschaltungen jährlich oder nach
5.000 km einen Ölwechsel vor. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren
Fahrrad-Fachhändler!
a
b
c
d
53
6.5.1 Funktionsweise und Bedienung
Bei Shimanos Intego-Schaltung können Sie links mit Drucktaste und Hebel zwischen den leichten, den mittleren und den schweren Gängen schalten.
Der Daumen der rechten Hand schaltet die 8 Gangstufen der Kettenschaltung. Auf beiden Seiten schaltet die große Taste zu den schwereren Gängen
hin.
Mit dem Drehgriffschalter können Sie zwischen den Gängen der Kettenschaltung wählen. Hierzu müssen Sie mit treten, allerdings ohne großen
Krafteinsatz.
6.5.2 Nachstellen (Getriebenaben)
Die Nabenschaltung der Kombination wird justiert wie im Kapitel „Nabenschaltung (Getriebenaben)“ beschrieben, die Kettenschaltung wie im Kapitel „Kettenschaltung“ unter „Hinteres Schaltwerk“ beschrieben.
Bei der SRAM Dual Drive (a) liegen beide Schalter in einer Hand. Mit dem
Daumen wird der Schiebeschalter zur Vorwahl der gewünschten und zur
Topografie passenden Grundübersetzung betätigt. Hierzu sollte das Rad
für den Bruchteil einer Sekunde rollen, ohne dass Sie die Pedale bewegen.
Die SRAM Dual Drive mit 27 Gängen gibt es auch mit zwei getrennten Trigger-Schalthebeln!
Bei der Alfine-Schaltung wird am linken Hebel mit der großen Daumentaste auf das größere Kettenblatt geschaltet. Der kleiner, mit dem Zeigefinger
zu bedienende Hebel, bewegt die Kette aufs kleine Kettenblatt.
Kontrollieren Sie regelmäßig den festen Sitz der Verschraubung
der Drehmomentstütze der Nabe am Rahmen (b).
6.6 Getriebekurbel
Bei der SRAM Hammerschmidt (c+d) können zwei verschiedene Übersetzungen gewählt werden.
Geschaltet wird über einen Trigger-Schalter auf der linken Seite. Durch Drücken des großen Daumenhebels gelangen Sie zur leichteren Übersetzung.
Am rechten Hebel wird mit dem großen Daumenhebel zur nächst größeren
Übersetzung geschalten und mit dem kleinen Hebel zur nächst kleineren.
a
54
b
c
d
6.7 Kette
6.7.2 Kettenverschleiß
6.7.1 Kettenpflege
Damit die Kette lange hält und geräuscharm läuft, ist es nicht ausschlaggebend, wie viel Schmiermittel Sie verwenden, sondern wie gut Sie es verteilen
und wie regelmäßig Sie ölen.
Reinigen Sie die Kette ab und zu mit einem öligen Lappen von abgelagertem
Schmutz und Öl (a). Spezielle Kettenentfetter sind nicht nötig.
Tragen Sie auf die möglichst blanken Kettenglieder Kettenöl, -fett oder
-wachs auf (b). Drehen Sie dabei die Kurbel und beträufeln Sie die Rollen
auf der Innenseite der Kette. Drehen Sie anschließend die Kette mehrere
Umdrehungen durch. Lassen Sie das Rad einige Minuten stehen, damit der
Schmierstoff in die Kette eindringen kann.
Dann reiben Sie das überschüssige Schmiermittel mit einem Lappen ab,
damit es beim Fahren nicht spritzt oder unnötig Schmutz anzieht.
Verwenden Sie zum Schutz der Umwelt nur biologisch abbaubare Schmierstoffe, denn im Betrieb gelangt immer Kettenschmierstoff auf den Boden, vor allem bei Nässe.
Ketten gehören zu den Verschleißteilen am Fahrrad, Sie können ihre Lebensdauer jedoch beeinflussen. Schmieren Sie die Kette regelmäßig, vor
allem nach Regenfahrten. Benutzen Sie Gänge mit geringem Kettenschräglauf und pedalieren Sie mit möglichst hoher Trittfrequenz.
Ketten von Kettenschaltungen haben ihre Verschleißgrenze je nach Fahrradtyp nach ca. 800 bis 2.500 km bzw. 40 bis 125 Betriebsstunden, bei
Rennrädern nach ca. 2.000 bis 4.500 km erreicht. Durch eine stark gelängte
Kette verschlechtert sich das Schaltverhalten. Zudem nutzen sich Ritzel und
Kettenblätter ab. Diese Bauteile auszutauschen ist im Vergleich zum Kettenwechsel teuer. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig den Zustand der Kette.
Schalten Sie vorne aufs große Kettenblatt. Lässt sich die Kette mit Daumen
und Zeigefinger deutlich vom Blatt abheben, ist der Gliederstrang stark gelängt und muss erneuert werden (c).
Zur genauen Kettenkontrolle verfügt Ihr Fahrrad-Fachhändler über präzise
Messgeräte (d). Der Austausch der Kette gehört in fachkundige Hände,
denn Sie benötigen spezielles Werkzeug und müssen eine Kette auswählen,
die zur jeweiligen Schaltung passt.
Eine schlecht vernietete oder stark verschlissene Kette kann reißen und zum Sturz führen.
Achten Sie unbedingt darauf, dass kein Schmierstoff auf die
Bremsflächen der Felgen, die Bremsscheiben oder die Bremsbeläge gelangt. Die Bremse würde wirkungslos!
a
b
c
d
55
6.7.3 Kettenspannung justieren bei Rädern mit Singlespeed
und Nabenschaltung
Bei Rädern mit Singlespeed, d.h. Rädern mit nur einem Gang, muss die
Spannung der Antriebskette ca. alle 1.000 km bzw. 50 Betriebsstunden
kontrolliert und ggf. nachgespannt werden. Die Kette sollte in der Mitte zwischen den Zahnrädern nicht mehr als 2 cm nach oben und unten gezogen
werden können (a).
Lösen Sie die Radmuttern des Hinterrades mit geeignetem Werkzeug.
Justieren Sie die Kettenspannung durch nach hinten Ziehen des Laufrades
oder durch Lösen/Festziehen des Kettenspanners. Die Kettenspannung
sollte so sein, dass Sie die Kette bei festgezogenem Hinterrad insgesamt
ca. 2 cm von oben nach unten ziehen bzw. drücken können. Probieren
Sie dies an mehreren Stellen. Die Kurbel muss sich darüber hinaus ohne
Widerstand drehen lassen.
Justieren Sie das Hinterrad mittig in den Hinterbau. Nutzen Sie hierfür ggf.
den Kettenspanner als Anschlag.
Ziehen Sie die Radmuttern mit dem Drehmomentschlüssel fest.
Die Kettenspanner (b) dienen nur der Spannung der Kette und
der Voreinstellung des Hinterrades. Sie halten das Rad nicht in
Position oder verhindern ein Herausrutschen.
a
56
b
7 Laufräder und Bereifung
Das Laufrad ist aus Nabe, Speichen und Felge aufgebaut. Auf die Felge
wird der Reifen montiert, in den in der Regel der Schlauch eingelegt ist. Zum
Schutz des empfindlichen Schlauches wird ein Felgenband auf die Speichennippel und den oft scharfkantigen Felgenboden gelegt oder geklebt (a).
Das Gewicht des Fahrers, des Gepäcks und Fahrbahnunebenheiten belasten die Laufräder stark. Obwohl die Räder sorgfältig hergestellt und zentriert
ausgeliefert werden, setzen sich die Speichen und die Nippel. Schon nach
einer kurzen Einfahrzeit von etwa 100 bis 300 Kilometern bzw. 5 bis 15 Betriebsstunden sollten Sie Ihre Laufräder deshalb beim Fahrrad-Fachhändler
kontrollieren und ggf. nachzentrieren lassen.
Nach dieser Einfahrzeit müssen Sie die Laufräder regelmäßig kontrollieren,
wobei Nachspannen in der Regel selten nötig ist (b).
7.1 Reifen, Schläuche, Felgenband, Ventile,
Luftdruck
Die Reifen sollten dem Rad Haftung und Traktion verleihen, leicht laufen
und kleine Fahrbahnstöße aufnehmen. Die Beschaffenheit des Reifenunterbaus (Karkasse), die Gummimischung und die Profilierung beeinflussen
den Rollwiderstand und die Hafteigenschaften. Ihr Fahrrad-Fachhändler hat
verschiedene Typen zur Auswahl (c+d).
Wenn Sie einen neuen Reifen aufziehen, müssen Sie das System und die
Dimension des montierten Pneus beachten. Letztere steht in zwei Einheiten
auf der Reifenflanke. Eine Angabe ist die genauere, genormte MillimeterBezeichnung (Beispiel: 52-559 bedeutet eine Reifenbreite von 52 mm in
aufgepumptem Zustand und einen (Innen-)Durchmesser von 559 mm). Die
andere Angabe gibt die Größe in Zoll an (26x2.35).
Wenn Sie einen Reifen anderer Größe als den serienmäßig montierten aufziehen, können Sie mit dem Fuß ans Vorderrad stoßen, wenn Sie in langsamer Fahrt lenken. Beim Einfedern des
Federelements kann auch ein Laufrad blockieren. Unfallgefahr!
a
b
c
d
57
Ein Reifen braucht den richtigen Luftdruck. So ist er auch weniger pannenanfällig. Ein zu geringer Druck kann zu einem „snake-bite“ (Schlangenbiss)
führen. Der Schlauch wird beim Überfahren einer Kante zerquetscht.
sogenannte „Schlauchreifen“ für Rennräder. Hier ist der Schlauch bereits
vom Hersteller in den Reifen integriert und kann weder herausgenommen noch im Pannenfall geflickt werden. Diese Reifenbauart erfordert
spezielle Felgen (ohne Felgenhörner).
·
Der vom Hersteller empfohlene Luftdruck steht in der Regel auf der Reifenflanke oder dem Typenetikett (a). Die Untergrenze der Druckangabe bedeutet maximalen Federungskomfort für leichte Fahrer, optimal für Fahrten
auf rauem Untergrund. Mit zunehmendem Druck wird der Rollwiderstand
minimiert, der Komfort nimmt dagegen ab. Hart aufgepumpte Reifen eignen
sich daher am besten für schwere Fahrer und die Fahrt über glatten Asphalt.
Wenn Ihr Rad schlauchlose Reifen aufweist, lesen Sie bitte die
Betriebsanleitung des Reifen-/Felgenherstellers.
Behandeln Sie Ihre Reifen pfleglich und überfahren Sie keine
scharfen Kanten! Pumpen Sie Ihre Reifen nie über den maximal
zulässigen Druck auf! Sie könnten während der Fahrt von der
Felge springen oder platzen – Sturzgefahr!
Oft wird der Druck in der englischen Einheit psi (pounds per square inch)
angegeben. In der Tabelle (b) sind die gängigsten Werte umgerechnet.
Bei modernen Fahrrädern sind drei Ventilarten gebräuchlich:
Reifen, die einen Druck von 5 bar und mehr zulassen, müssen
auf Hakenfelgen, erkennbar an der Bezeichnung „C“ montiert
werden. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen
haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
1. Sclaverand- oder Prestaventil (c) – wird inzwischen bei nahezu allen
Fahrradgattungen verwendet. Das Ventil ist für höchste Drücke ausgelegt.
Der Reifen allein ist mit der Felge nicht luftdicht. Um den Druck im Inneren zu
halten, wird ein Schlauch eingelegt und durch ein Ventil befüllt.
2. Schrader- oder Autoventil (d) – wurde vom Kraftfahrzeug übernommen
und wird vorwiegend beim Mountainbike eingesetzt.
Eine Ausnahme hiervon sind:
· die schlauchlosen Laufrad-/Reifensysteme (Tubeless-/UST-Reifen/NoTubes-System). Hier sind Felge und Reifen auch ohne Schlauch luftdicht.
Lesen Sie ggf. die UST-Kapitel weiter hinten bzw. die entsprechenden
Anleitungen, bevor Sie an solchen Reifen Arbeiten durchführen und
a
58
psi
bar
psi
bar
30
40
50
60
70
80
2,1
2,8
3,5
4,1
4,8
5,5
90
100
110
120
130
140
6,2
6,9
7,6
8,3
9,0
9,7
b
3. Dunlop- oder Blitzventil – das „normale” Ventil.
Alle drei Ventiltypen schützt eine Kunststoff-Abdeckkappe vor Schmutz.
c
d
Das Autoventil kann nach dem Abschrauben der Kappe direkt mit der passenden Pumpe befüllt werden.
Beim Prestaventil müssen Sie vor dem Pumpen die gerändelte Mutter etwas
aufschrauben und diese kurz so weit zum Ventil drücken, bis Luft austritt
(a). Kontrollieren Sie den Sitz des Ventilkörpers im Schaft. Ist er nicht festgedreht, kann schleichend Luft entweichen. Autoventile und – mit speziellem
Adapteraufsatz – auch Prestaventile können Sie an der Tankstelle mit dem
Pressluft-Spender füllen. Betätigen Sie den Luftspender in kurzen Stößen,
da sonst zu viel Luft in Ihren Reifen gelangen und dieser platzen könnte. Um
Luft abzulassen, drücken Sie beim Autoventil den Stift in der Mitte, beim
Prestaventil die gerändelte Mutter, kurz hinein. Oft können Handpumpen
nicht den nötigen Druck aufbauen. Besser sind Stand- oder Fußpumpen
mit Manometer (b).
7.2 Felgenrundlauf, Speichenspannung
Damit das Rad rund laufen kann, müssen die Speichen gleichmäßig gespannt sein (c). Die Spannung einzelner Speichen kann sich verändern,
wenn Sie z.B. eine Kante zu schnell überfahren oder sich ein Nippel löst.
Dadurch geraten die Zugkräfte aus dem Gleichgewicht.
Schon bevor Sie diese Unregelmäßigkeit durch Schlingern bemerken, kann
die Funktion Ihres Fahrrades beeinträchtigt sein.
Die Seiten der Felgen sind bei Felgenbremsen auch die Bremsfläche. Läuft
das Rad nicht rund, kann das die Bremswirkung beeinflussen. Überprüfen
Sie deshalb von Zeit zu Zeit den Rundlauf: Heben Sie das Laufrad hoch und
versetzen Sie es per Hand in Rotation. Beobachten Sie den Spalt zwischen
Felge und Bremsbelägen. Verändert er sich um über einen Millimeter, sollte
ein Fahrrad-Fachhändler das Rad nachzentrieren (d).
Fahren Sie immer mit dem vorgeschriebenen Reifendruck und
kontrollieren Sie ihn in regelmäßigen Intervallen, zumindest ein
Mal pro Woche.
Fahren Sie nicht mit Laufrädern, die unrund laufen. Bei starken
Seitenschlägen können bei Felgenbremsen die Bremsbacken
überraschend stark zupacken! Dies führt in der Regel zum sofortigen Stillstand der Räder und damit zum Sturz.
Wechseln Sie abgefahrene, spröde oder brüchige Reifen aus. Nässe und
Schmutz können eindringen und den Aufbau innen beschädigen. Der
Schlauch könnte platzen. Sturzgefahr!
Lose Speichen müssen sofort gespannt werden. Die Belastung
steigt sonst an dieser Stelle für alle übrigen Bauteile stark an.
Beachten Sie auch die maximal zulässigen Druckwerte der
Felge. Die Werte sind abhängig von der Breite der Reifen! Sie
finden die Werte in den beiliegenden Anleitungen des Felgenherstellers.
a
b
Zentrieren (Nachspannen) von Laufrädern ist eine schwierige
Arbeit, die Sie Ihrem Fahrrad-Fachhändler überlassen sollten!
c
d
59
7.3 Laufradbefestigung mit Schnellspannern
Die Laufräder werden mit den Nabenachsen am Rahmen befestigt und mit
Schnellspannern in den sogenannten Ausfallenden (a) geklemmt.
Das geht ohne Werkzeug. Sie müssen lediglich einen Hebel umlegen (b),
eventuell einige Umdrehungen aufschrauben und können das Rad herausnehmen (siehe Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“).
Schnellspanner machen es aber auch Fahrraddieben leicht! Wenn Sie sichergehen möchten, können Sie die Schnellspanner durch Diebstahlsicherungen ersetzen, die Sie nur mittels kodiertem oder Innensechskant-Schlüssel (c) öffnen und schließen können.
7.4 Laufradbefestigung bei Steckachsensystemen
Derzeit gibt es sehr viele unterschiedliche Steckachsensysteme (d) auf dem
Markt. Einige Systeme werden mit Schnellspannern befestigt. Für andere
Systeme benötigen Sie zur Montage bzw. Demontage eventuell spezielles
Werkzeug.
Kontrollieren Sie die Befestigung nach ein bis zwei Betriebsstunden und
danach alle 20 Betriebsstunden.
Immer mehr Mountainbikes weisen Steckachsensysteme auf.
Lesen Sie hierzu bitte das Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“.
Fahren Sie nie mit einem Fahrrad, dessen Laufradbefestigung
Sie nicht vor Fahrtbeginn kontrolliert haben! Falls sich das Rad
während der Fahrt löst, stürzen Sie!
Beachten Sie immer die Hinweise des Gabelherstellers in der
beigelegten Anleitung.
Schließen Sie Laufräder, die mit Schnellspannern befestigt sind,
zusammen mit dem Rahmen an einen festen Gegenstand an,
wenn Sie das Rad abstellen.
a
60
b
c
d
7.5 Reifenpanne
Platte Reifen sind die häufigste Pannenursache beim Radfahren. Der „Plattfuß“ muss aber nicht das Ende der Radtour bedeuten, wenn Sie das notwendige Werkzeug und einen Ersatzschlauch oder Flickzeug dabei haben.
Bei Rädern mit Schnellspannern brauchen Sie lediglich zwei Montierhebel
und eine Pumpe (a).
Bevor Sie ein Laufrad ausbauen, lesen bitte die Kapitel „Radeinbau“ und „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“ durch. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen
haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
7.5.1 Radausbau
Vorbereitung der Bremsen bei Rennrädern
Öffnen Sie den Entspannhebel (b) an der Bremse (Shimano, SRAM) oder
verschieben Sie den Stift im Schalt-Bremsgriff am Lenker (Campagnolo).
Schalten Sie bei Rädern mit Kettenschaltung hinten auf das kleinste Ritzel.
So steht das Schaltwerk außen und behindert den Ausbau nicht.
Vorbereitung der Bremsen bei Mountainbikes, City-, Kinder- und
Trekkingrädern
Bei Felgenbremsen (Cantilever- und V-Brakes) müssen Sie zuerst den Zug
am Bremsarm aushängen. Fassen Sie mit einer Hand um das Laufrad und
drücken Sie die Bremsbeläge bzw. die Bremsarme zusammen. In dieser
Stellung lässt sich der meist tonnenförmige Nippel bzw. der Außenzug bei
V-Brakes leicht aushängen.
Bei hydraulischen Felgenbremsen (c) der Firma Magura öffnen Sie den
Schnellspannhebel auf einer Bremsseite und ziehen die Bremse vom Haltesockel.
Bei Trommel- und Rollenbremsen und bei Nabenschaltungen muss der
Anker, mit dem die Antriebs- und Bremskräfte am Rahmen abgestützt werden, gelöst werden. Ebenso müssen die Schaltzüge beziehungsweise die
Clickbox vor dem Radausbau demontiert werden.
Bei Scheibenbremsen (hydraulisch und mechanisch) sollten Sie vorher schauen, wo die Bremsbeläge bzw. deren Verschleißindikatoren
(Metallohren/-nasen) sitzen (d). Später können Sie daran erkennen, ob die
Beläge nach der Demontage noch an der dafür vorgesehenen Stelle sind.
Lesen Sie die Anleitung des Bremsenherstellers durch!
Ziehen Sie bei ausgebautem Laufrad keinesfalls am (Scheiben-)
Bremshebel und achten Sie darauf, die Transportsicherungen
zu montieren, wenn Sie das Rad ausbauen.
a
b
c
d
61
Bremsscheiben können heiß werden. Lassen Sie sie vor der Demontage des Laufrades abkühlen.
Lassen Sie sich ggf. den Umgang mit Steckachsen von Ihrem FahrradFachhändler erklären!
Beachten Sie die Bedienungsanleitungen der Bremsen- und
Schaltungshersteller.
Auch bei den Getriebenaben-Kettenschaltungs-Kombinationen müssen zuerst die Schaltungsboxen abmontiert werden, bevor Sie das Hinterrad wie
bei einer üblichen Kettenschaltung demontieren können.
Bei Hinterrädern mit Kettenschaltung schalten Sie vor der Demontage hinten auf das kleinste Ritzel. So steht das Schaltwerk ganz außen und behindert den Ausbau nicht.
Öffnen Sie den Schnellspanner, wie im Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“ beschrieben.
Wenn sich das Vorderrad noch nicht herausziehen lässt, liegt dies an den
Ausfallsicherungen. Das sind Haltenasen in der Radaufnahme (Ausfallende).
Sie müssen die Vorspannmutter des Schnellspanners etwas öffnen und das
Rad aus den Sicherungen fädeln.
Um den Ausbau des Hinterrades zu erleichtern, ziehen Sie das Schaltwerk
mit der Hand leicht nach hinten (a). Heben Sie das Fahrrad etwas hoch und
geben Sie dem Laufrad einen Klaps, dann fällt es nach unten heraus.
Wenn Sie an Ihrem Fahrrad Steckachsen benutzen, beachten Sie dazu das
Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“.
a
62
b
7.5.2 Reifendemontage (Drahtreifen, Faltreifen)
Schrauben Sie Deckel und Befestigungsmutter vom Ventil und lassen Sie die
Luft ganz ab (b). Drücken Sie den Reifen auf beiden Seiten rundum von der
Felgenflanke in die Mitte der Felge. Das erleichtert die Demontage.
Setzen Sie einen Kunststoff-Montierhebel ca. 5 cm neben dem Ventil an
der Unterkante des Reifens an und hebeln Sie die Reifenflanke über das
Felgenhorn (c). Halten Sie den Hebel in dieser Stellung fest. Schieben Sie
den zweiten Hebel in etwa 10 cm Entfernung vom ersten auf der anderen
Seite des Ventils zwischen Felge und Reifen und hebeln Sie die Flanke dort
ebenfalls über den Felgenrand.
Ist ein Teil der Reifenflanke über den Felgenrand gehebelt, können Sie sie
meist problemlos über den gesamten Umfang lösen, indem Sie einen Montierhebel verschieben. Nun können Sie den Schlauch herausnehmen (d).
Passen Sie auf, dass das Ventil nicht in der Felge hängenbleibt und der
Schlauch ganz bleibt. Die zweite Reifenflanke können Sie bei Bedarf einfach
herunterziehen. Reparieren Sie den Schlauch gemäß der Anleitung des Flickenherstellers oder tauschen Sie ihn aus.
c
d
Wenn Sie eine Panne haben, sollten Sie den Schlauch nicht
komplett herausnehmen. Lassen Sie das Ventil in der Felge stecken, pumpen Sie den Schlauch auf und führen Sie ihn rundum
nahe am Ohr vorbei – so können Sie die undichte Stelle meist
hören. Zuhause können Sie den Schlauch auch in ein Wasserbad tauchen und anhand der austretenden Luftbläschen das
Loch finden. Haben Sie es entdeckt, suchen Sie die entsprechende Stelle am Reifen und kontrollieren Sie sie ebenfalls.
Oft steckt der Fremdkörper noch im Reifen. Entfernen Sie ihn,
sonst ist die nächste Panne vorprogrammiert.
Wenn Sie den Reifen demontiert haben, sollten Sie das Felgenband untersuchen (a). Es sollte gleichmäßig sitzen, darf nicht beschädigt oder rissig
sein und muss alle Speichennippel und -bohrungen bedecken. Bei Felgen
mit doppeltem Boden, sogenannten Hohlkammerfelgen, muss es den ganzen Boden überspannen, darf aber nicht so breit sein, dass es an den Flanken hochsteht. Solche Felgen sollten Sie nur mit Bändern aus Textilgewebe
oder festem Kunststoff kombinieren. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind
oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Mangelhafte Felgenbänder müssen sofort ausgetauscht werden.
Ist das Gewebe des Reifens durch einen eingedrungenen Gegenstand zerstört, tauschen Sie den Reifen sicherheitshalber
aus.
a
b
Die Besonderheiten beim Ausbau eines Rohloff-Hinterrades
entnehmen Sie bitte der beiliegenden Rohloff-Anleitung!
7.5.3 Reifenmontage (Drahtreifen, Faltreifen)
Achten Sie bei der Reifenmontage darauf, dass keine Fremdkörper, wie
Schmutz oder Sand, ins Innere gelangen und dass Sie den Schlauch nicht
beschädigen.
Stellen Sie die Felge mit einem Horn in den Reifen (b). Drücken Sie die Reifenflanke mit den Daumen über den kompletten Umfang des Felgenhorns.
Dieser Vorgang ist meist ohne Werkzeug möglich.
Stecken Sie das Schlauchventil ins Ventilloch der Felge (c). Pumpen Sie den
Schlauch leicht an, so dass er eine runde Form annimmt und legen Sie ihn
vollständig in den Reifen. Er darf keine Falten werfen.
Beginnen Sie die Endmontage auf der dem Ventil gegenüberliegenden Seite. Drücken Sie den Reifen, so weit es geht, mit den Daumen über die Felgenflanke (d). Achten Sie darauf, dass der Schlauch nicht zwischen Reifen
und Felge eingeklemmt und gequetscht wird. Schieben Sie den Schlauch
von Hand immer wieder ins Reifeninnere.
Arbeiten Sie gleichmäßig nach beiden Seiten am Umfang entlang. Zum
Ende hin müssen Sie den Reifen kräftig nach unten ziehen, damit der schon
montierte Bereich in den tiefen Felgenboden rutscht. Dies erleichtert die
Montage auf den letzten Zentimetern spürbar.
c
d
63
Bevor Sie den Reifen ganz in die Felge schieben, kontrollieren Sie nochmals
den Sitz des Schlauches und drücken Sie den Reifen dann mit dem Handballen über das Felgenhorn (a).
Gelingt das nicht, müssen Sie Montierhebel verwenden (b). Achten Sie darauf, dass die stumpfe Seite zum Schlauch zeigt und dass Sie den Schlauch
nicht beschädigen.
Drücken Sie das Ventil etwas ins Reifeninnere, damit der Schlauch nicht
unter dem Reifenkern eingeklemmt wird. Prüfen Sie, ob das Ventil gerade steht. Wenn nicht, müssen Sie eine Reifenflanke demontieren und den
Schlauch neu ausrichten. Um sicherzugehen, dass der Schlauch nicht gequetscht wird, walken Sie den Reifen halb aufgepumpt über den gesamten
Radumfang hin und her. Kontrollieren Sie dabei, ob sich das Felgenband
verschoben hat.
Pumpen Sie den Schlauch bis zum gewünschten Reifendruck auf. Der maximale Druck steht meist auf der Reifenflanke.
Kontrollieren Sie den Sitz des Reifens anhand des Kontrollrings an der Felgenflanke (c). Der Ring muss über den ganzen Umfang des Reifens einen
gleichmäßigen Abstand zum Felgenhorn haben.
a
64
b
7.5.4 Demontage von Schlauchlos-Reifen (d)
Lassen Sie die Luft vollständig aus dem Reifen. Drücken Sie nun die Reifenflanken so lange zur Felgenmitte, bis der Reifenkern beidseitig locker auf
der Felge liegt. Heben Sie dann eine Reifenflanke über die Felgenflanke bzw.
das Felgenhorn, beginnend auf der Seite gegenüber dem Ventil. Benutzen
Sie keine Montagehebel! Wenn die gesamte Reifenseitenwand freigelegt
ist, ziehen Sie auch die zweite Reifenflanke von der Felge.
7.5.5 Reparatur von Schlauchlos-Reifen
Im Pannenfall können Sie Schlauchlos-Reifen auch mit Schlauch benutzen.
Dazu entfernen Sie – wenn vorhanden – zuerst den eingedrungenen Gegenstand aus dem Reifen und nehmen Sie das Ventil aus der Felge. Pumpen Sie den neuen Schlauch leicht an und legen Sie ihn in den Reifen. Die
Montage erfolgt, wie nachfolgend beschrieben. Achten Sie darauf, dass der
Reifen sicher in der Felge sitzt und der Luftdruck stimmt.
Schlauchlose Reifen können Sie innen auch mit einem handelsüblichen Reparaturflicken ausbessern. Beachten Sie die Anleitung des Flickzeuganbieters.
Fehlerhafte Montage kann zu Funktionsstörungen oder Reifenschäden führen. Handeln Sie deshalb unbedingt nach den Anweisungen des Herstellers in beiliegender Anleitung.
c
d
7.5.6 Montage von Schlauchlos-Reifen
7.5.7 Demontage von Schlauchreifen
Zur Montage muss der Reifen innen und im Bereich des Reifenfußes frei
von Schmiermittel und Schmutz sein. Benutzen Sie keine Montagehebel!
Zur Demontage des Reifens drücken Sie den Reifen auf der dem Ventil
gegenüberliegenden Stelle zur Seite, bis sich ein Spalt bildet und sich der
Reifen löst. Zeigt sich der Reifen hartnäckig, schieben Sie einen KunststoffMontierhebel in den Spalt, mit dem Sie den Reifen dann herunterhebeln (c).
Um Beschädigungen zu vermeiden, benetzen Sie den Reifenfuß rundum
mit Seifenwasser oder Reifenmontagepaste und drücken Sie den Reifen mit
den Händen in die Felge.
Heben Sie zuerst einen Reifenfuß vollständig über ein Horn der Felge, danach den anderen (a). Zentrieren Sie den Reifen auf der Felge. Er muss im
Felgenbett liegen und das Ventil muss mittig zwischen den Reifenflanken
sitzen. Pumpen Sie den Reifen mit einem Kompressor oder einer CO2-Kartusche bis zu seinem maximalen Luftdruck auf, damit er sich in die Felge
setzen kann. Der zulässige Druck steht üblicherweise auf der Seitenwand
des Reifens.
Ob der Reifen korrekt sitzt, erkennen Sie daran, dass die feine Kennlinie
(b) auf dem Reifen, knapp oberhalb der Felge, rundum in gleichmäßigem
Abstand verläuft. Passen Sie nun den Druck, ausgehend vom Maximalwert,
über das Ventil an. Beachten Sie dabei den empfohlenen Luftdruckbereich.
Nach der Panne ist der Reifen nicht mehr fest mit der Felge verbunden. Fahren Sie langsam und vorsichtig auf dem kürzesten
Wege zurück. Vermeiden Sie starkes Beschleunigen und Bremsen! Falls Sie Zweifel haben, lassen Sie sich zu Ihrer eigenen
Sicherheit abholen.
7.5.8 Montage von Schlauchreifen
Eine sorgfältige Montage, die zu einem dauerhaften Halt eines Schlauchreifens führt, muss abschnittsweise durchgeführt werden und kann längere
Zeit andauern. Einige Übung und Erfahrung mit dem verwendeten Kleber (d)
und dem jeweiligen Schlauchreifenmodell, können die Arbeit beschleunigen!
Lassen die Montage eines Schlauchreifens zu Ihrer eigenen Sicherheit nur von Ihrem Fahrrad-Fachhändler durchführen.
Schlauchlos-Reifen dürfen nur in Verbindung mit einer USTFelge / einem UST-Laufrad (Mavic und andere Hersteller) verbaut werden.
a
b
c
d
65
Um den Reifen festzukleben stehen Klebebänder und flüssiger Reifenkleber
zur Auswahl. Positiv beim Band ist, dass die Montage schnell geht. Der Sitz
des Reifens ist aber nicht für alle Fälle ausreichend. Im Falle einer Panne unterwegs verbleibt das Band oft am demontierten Reifen, der Reservereifen
sitzt dann nicht mehr sicher auf der Felge.
Eine mangelhaft ausgeführte Klebung des Reifens, kann dazu
führen, dass sich der Reifen von der Felge löst – Unfallgefahr!
Empfehlenswert ist ein solides Bett aus mehreren Lagen flüssigem Reifenkleber. Dies hält den Reifen nicht nur besser, sondern bleibt in der Regel
bei der Demontage des Reifens an der Felge haften. Dennoch muss auch
hier der Reservereifen nach der Fahrt nochmals abgezogen werden. Das
bestehende Bett und der Reifen werden dann nochmals mit Reifenkleber
behandelt und wieder aufgezogen, um den Sitz zu festigen.
Die speziellen Reifenkleber haften nicht nur besonders gut auf
Felgen und Reifen, sondern auch an Fingern und Bekleidung,
weshalb ältere Arbeitskleidung zu empfehlen ist.
Wenn Sie den Reifen auf eine bereits benutzte Felge montieren,
müssen ggf. alte Klebstoffreste und Schmutz mit einer Stahlbürste oder mit Schmiergelleinen entfernen. Wischen Sie die
Felge zum Schluss mit einem weichen Lappen und mit Waschbenzin ab (a).
a
66
b
Arbeiten Sie mit Benzin und mit dem leicht entzündlichen Reifenkleber nur in gut durchlüfteten Räumen! Bewahren Sie die
Mittel ordnungsgemäß und für Kinder nicht erreichbar auf!
Entfernen Sie die Schutzkappe vom Ventil und montieren Sie ggf. eine Verlängerung auf das zuvor geöffnete Ventil, wenn Sie den Reifen auf eine Felge mit hohem Profil montieren wollen (b). Pumpen Sie den Reifen gerade
soweit auf, bis er seine runde Form annimmt und stecken Sie das Ventil in
das Loch der Felge (c).
Drücken Sie den Reifen vom Ventil ausgehend beidseitig gleichmäßig in das
Reifenbett. Lässt sich der Schlauchreifen nicht oder nur mit sehr großen
Kräften komplett auf die Felge schieben, ist später eine saubere Montage
nicht gewährleistet.
Ist dies der Fall, muss der aufgepumpte Reifen auf der Felge ein paar Tage
gelagert werden. Dehnen Sie den Reifen nicht mit Gewalt (d). Prüfen Sie
anschließend erneut, ob sich der Reifen gut montieren lässt.
Versetzen Sie das Rad mit aufgezogenem Schlauchreifen in Drehbewegung
und überprüfen Sie, ob der Reifen rund läuft. Oft ist die Stelle, an der das
Ventil aus dem Reifen tritt, verdickt, so dass ein Höhenschlag entsteht, was
dazu führt, dass das Rad während der Fahrt holpert.
c
d
Entgraten bzw. senken Sie das Ventilloch einer Aluminium-Felge mit einem
großen Bohrer, einem Dreikantschaber oder einer Rundfeile an. Bei Carbonfelgen entgraten Sie den Lochrand vorsichtig mit einer Rundfeile. Führen Sie die Feile nur von außen nach innen und nicht zurück, sonst lösen
sich eventuell die Fasern aus der Kunststoffmatrix. Versiegeln Sie die Stelle
danach mit Sekundenkleber. Der Ventilbereich schmiegt sich nach dieser
Vorbehandlung besser an die Felge an. Wenn es die Zeit erlaubt, können Sie
den Reifen auf der Felge im aufgepumpten Zustand einige Tage ablagern,
was später die Montage zusätzlich erleichtert.
Säubern Sie das Felgenbett von möglicherweise anhaftendem Fett oder Öl
mit einem mit Spiritus oder Reinigungsbenzin getränkten Lappen. Warten
Sie bis das Lösungsmittel vollständig verdampft ist, bevor Sie damit beginnen den Reifen aufzukleben. Am einfachsten lässt sich der Kleber aufbringen, wenn das Laufrad in einen Zentrierständer (a) oder in einer alten Gabel
in den Schraubstock gespannt wird.
Um mit flüssigem Reifenkleber einen gut haftenden Untergrund zu schaffen, sind mehrere Lagen Klebstoff notwendig. Verteilen Sie den Reifenkleber gleichmäßig und in einer möglichst dünnen Schicht über nahezu den
gesamten Umfang der Felge. Auf der dem Ventil gegenüberliegenden Seite
sollten Sie fünf bis zehn Zentimeter ohne Kleber lassen, damit Sie später
einen Angriffspunkt haben, um den Reifen wieder abzuziehen. Mit einiger
Übung lässt sich der Kleber direkt aus der Tube verteilen (b). Gelingt dies
nicht, erleichtert ein Pinsel mit steifen Borsten diese Arbeit. Wenn der Reifenkleber aus der Dose kommt, ist die Verwendung eines Pinsels ohnehin
unerlässlich.
a
b
Lassen Sie den Reifenkleber zumindest solange antrocknen, bis er beim
Draufdrücken mit dem Finger nicht mehr klebrig-feucht ist. Diese Zeitspanne kann mehrere Stunden dauern. Bringen Sie erst dann nach dem gleichen Schema zwei weitere dünne Schichten Kleber auf, die sie wiederum
antrocknen lassen. Lassen Sie die Felge in diesem Zustand zumindest über
Nacht stehen.
Bevor Sie den Reifen montieren, streichen Sie auch das Nahtschutzband
des Schlauchreifens mit Klebstoff ein. Vervollständigen Sie dann das Klebstoffbett mit einer letzten Schicht Reifenkleber.
Wenn der Kleber kurz abgelüftet hat, aber noch feucht ist, stellen Sie die
Felge mit dem Ventilloch nach oben auf den Boden. Stecken Sie das Ventil des leicht aufgepumpten und dadurch runden Reifens ins Ventilloch der
Felge (c) und drücken es fest an. Achten Sie darauf, dass die Reifenflanken
nicht mit dem Kleberbett in Kontakt kommen, sonst sieht der Reifen sofort
schmuddelig aus. Wenn Sie den Kleber gegenüber dem Ventil weggelassen
haben, brauchen Sie beim Abstellen der Felge keine Verschmutzung des
Untergrundes oder Schmutzaufnahme des Klebers vom Boden zu fürchten.
Umgreifen Sie den Reifen mit den Händen gleichmäßig links und rechts des
Ventils, ziehen Sie ihn sehr kräftig nach unten und heben Sie ihn Stück für
Stück in das Felgenbett (d). Fahren Sie gleichmäßig fort, bis noch etwa 20
Zentimeter verbleiben.
c
d
67
Ziehen Sie den Reifen abermals oben am Ventil beginnend nach unten bis
Sie mit den Händen an der noch zu montierenden Stelle sind. Halten Sie den
Reifen unter Spannung indem Sie die Finger an der Felge und die Daumen
am Reifen abstützen und setzen Sie das Laufrad an der Hüfte ab. Drücken
Sie den Reifen mit beiden Daumen über den Felgenrand (a).
Nachdem der Reifen im Bett sitzt, muss er zentriert werden, da er in den
seltensten Fällen sofort rund läuft. Spannen Sie das Laufrad dazu wieder in
die Montagehilfe ein und lassen Sie es drehen (b). Sitzt die Lauffläche nicht
mittig oder taumelt der Reifen seitlich, wird die betreffende Stelle hochgehoben und leicht verdreht wieder losgelassen.
Wenn der Reifen ohne Seitenschlag läuft, nehmen Sie das Laufrad aus der
Halterung und pumpen Sie den Reifen bis etwa zur Hälfte des Nenndruckes
auf. Belasten Sie das Rad über die Achsstummel und die Schnellspanner
und schieben Sie es mehrere Meter über den Boden (c). Dabei sollte das
Rad senkrecht, aber auch einige Umdrehungen nach beiden Seiten geneigt
abrollen.
Wenn der Reifen bei der abschließenden Kontrolle rund läuft, pumpen Sie
den Reifen mit dem maximalen Druck auf und warten Sie mindestens acht
Stunden, besser jedoch einen ganzen Tag, bevor Sie das erste Mal fahren.
a
68
b
7.5.9 Radeinbau
Der Radeinbau verläuft in umgekehrter Reihenfolge wie der Ausbau. Vergewissern Sie sich, dass das Laufrad passgenau in den Ausfallenden (d)
sitzt und mittig zwischen den Gabelbeinen oder den Hinterbaustreben läuft.
Achten Sie auf einen korrekten Sitz des Schnellspanners, der Ausfallsicherungen und ggf. der Steckachse. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“.
Hängen Sie den Bremszug bei Felgenbremsen sofort wieder
ein! Bei Rennrädern spannen Sie die Bremse wieder vor!
Hängen Sie den Bremskörper bei hydraulischen Felgenbremsen sofort wieder ein und schließen Sie den Spanner! Achten
Sie darauf, dass der Bremskörper die Felge und nicht den Reifen oder die Speichen berührt.
Kontrollieren Sie bei Scheibenbremsen vor dem Einbau des Laufrades, ob
die Bremsbeläge exakt in den Aufnahmen im Bremssattel sitzen. Erkennbar
ist dies daran, dass der Schlitz zwischen den Belägen parallel verläuft und
die Verschleißindikatoren an der dafür vorgesehen Stelle sind. Achten Sie
darauf, dass Sie die Bremsscheibe zwischen die Bremsbeläge schieben.
c
d
Ziehen Sie (bei Scheibenbremsen mehrmals) am Bremshebel (a), nachdem
Sie das Laufrad eingebaut und den Schnellspanner geschlossen haben und
versetzen Sie anschließend das Laufrad in Drehbewegung. Die Bremsscheibe darf dabei in der Regel nicht am Bremssattel und an den Bremsbelägen
schleifen.
7.6 Besonderheiten von Carbon-Laufrädern
Carbon-Laufräder (c) zeichnen sich aufgrund der Verwendung von kohlefaserverstärktem Kunststoff durch besondere aerodynamische Qualitäten und
ein geringes Gewicht aus (d).
Kontrollieren Sie vor dem Weiterfahren, ob die Bremsflanken
(b) bzw. -scheiben nach der Montage noch frei von Fett oder
anderen Schmiermitteln sind.
Das maximale Gesamtgewicht von Fahrer, Gepäck (Rucksack)
und Fahrrad darf 100 kg nicht überschreiten. Anhänger sind
grundsätzlich nicht erlaubt!
Prüfen Sie, ob die Bremsbeläge die Bremsflächen treffen.
Kontrollieren Sie den Sitz der Radbefestigung. Machen Sie
unbedingt eine Bremsprobe, wie im Kapitel „Vor jeder Fahrt“
beschrieben!
Kontrollieren Sie den Zustand der Bremsen und achten Sie darauf, dass Sie nur mit für Carbonfelgen geeigneten Bremsbelägen fahren!
Wegen des besonderen Verhaltens von Carbon-Laufrädern bei
Nässe, empfehlen wir strikt, konventionelle Aluminiumfelgen zu
verwenden, wenn es regnet oder wenn die Gefahr besteht, dass
es zu regnen beginnt. Bei Nässe sprechen die Bremsen auf Carbonfelgen nur verzögert an; die Bremswirkung lässt stark nach.
Unfallgefahr!
a
b
c
d
69
Besonderheiten beim Bremsen mit Carbon-Laufrädern
Da die Bremsflächen aus Carbon sind, ergeben sich einige Besonderheiten. Verwenden Sie nur für Carbonräder geeignete Bremsgummis, z.B. von
Shimano, Campagnolo oder dem Laufradhersteller, denn diese sind auf
solche Felgen abgestimmt. Carbonbremsbeläge verschleißen üblicherweise
schneller als herkömmliche Bremsbeläge. Beachten Sie, dass die Felgen
ein gewöhnungsbedürftiges Bremsverhalten, besonders bei nassen Bedingungen. aufweisen. Üben Sie deshalb das Bremsen auf einer verkehrsfreien
Fläche bis Sie das Rad sicher unter Kontrolle haben (a).
Die Bremsflächen der Felgen aus Carbon sind empfindlich gegen große Hitze. Wenn Sie im Gebirge unterwegs sind, dürfen Sie deshalb keine Dauerbremsungen machen. Wenn Sie z.B. mit konstant angezogener Hinterradbremse zu Tal rollen, kann es dazu kommen, dass sich das Material soweit
erwärmt, bis es sich verformt. Die Felge kann zerstört werden, ein möglicher
Schlauchplatzer oder ein abgelöster Reifen kann zum Unfall führen. Verzögern Sie grundsätzlich mit beiden Bremsen und lassen Sie die Bremsen
dann immer wieder einige Zeit los, damit sich das Material abkühlen kann.
Kontrollieren Sie den Zustand der Beläge in kurzen Abständen,
da der Verschleiß (b) ggf. höher ist als bei Aluminium Felgen.
Beachten Sie die Besonderheiten beim Bremsen insbesondere
im Gebirge und bei Nässe!
a
70
b
8 Lenkungslager / Steuersatz
Die Gabel ist mit dem Lenkungslager (a), auch Steuersatz genannt, im Rahmen drehbar gelagert. Damit sich das Fahrrad selbst stabilisieren kann und
geradeaus fährt, muss sich dieser Lenkbereich sehr leicht bewegen können.
Die Stöße welliger Fahrbahnen belasten das Lenkungslager stark. Dadurch
kann es vorkommen, dass es sich lockert und verstellt.
Um die Leichtgängigkeit des Lagers zu prüfen, heben Sie mit einer Hand
den Rahmen hoch, bis das Vorderrad keinen Bodenkontakt mehr hat. Das
Vorderrad muss ohne Einrasten von ganz links nach ganz rechts und zurück schwenken. Wenn Sie den Lenker leicht antippen, muss sich das Rad
selbsttätig aus der Mittelstellung herausdrehen (c).
Wenn Sie mit lockerem Lenkungslager fahren, werden die Belastungen auf die Gabel und das Lager selbst sehr hoch. Die
Gabel kann brechen. Sturzgefahr!
Das Einstellen der Lenkungslager benötigt eine gewisse Erfahrung, deshalb sollten Sie diese Arbeit Ihrem Fahrrad-Fachhändler überlassen.
Für konventionelle Lenkungslager benötigen Sie Spezialwerkzeug. Falls Sie es dennoch selbst versuchen möchten, lesen Sie
vorher die Anleitung des Lagerherstellers genau durch!
8.1 Kontrolle
Überprüfen Sie das Spiel, indem Sie die Finger um die obere Lenkungslagerschale legen (b).
Kontrollieren Sie den sicheren Sitz des Vorbaus nach dem Einstellen des Lagers, indem Sie das Vorderrad zwischen die Beine
nehmen und versuchen, den Lenker dagegen zu verdrehen (d).
Ein loser Vorbau kann sonst zum Sturz führen.
Belasten Sie den Sattel mit dem Oberkörper, ziehen Sie mit der anderen
Hand die Vorderradbremse und schieben Sie das Fahrrad kräftig vor und
zurück. Wenn das Lager Spiel hat, verschiebt sich die obere Schale mit
leichtem Rucken gegenüber der unteren – sichtbar auch am Spalt zwischen
den Lagerschalen.
a
b
c
d
71
8.2 Konventionelles Lenkungslager
nachstellen
8.3 Aheadset®-Lenkungslager nachstellen
(Aheadset® ist die Markenbezeichnung für gewindelose Systeme der Firma DiaCompe)
Der Spielraum beim Einstellen zwischen „Spiel im Lager“ und „zu fest“ ist
sehr klein. Die Lager sind schnell zerstört. Wenn Sie es dennoch selbst versuchen wollen, benötigen Sie zwei große, flache Maulschlüssel (a).
Die obere Kontermutter wird gelöst und die darunter liegende Lagerschale
etwas im Uhrzeigersinn gedreht. Danach wird wieder gekontert.
Eine zu straffe Einstellung kann das Lager zerstören, und die
Fahreigenschaften leiden.
Dieses Lenkungslagersystem zeichnet sich dadurch aus, dass der Vorbau
nicht im Gabelschaft steckt, sondern ihn von außen klemmt (b). Der Vorbau ist also wichtiger Bestandteil des Lenkkopflagers. Seine Klemmung
fixiert dessen Einstellung. Zum Aheadset®-Einstellen benötigen Sie meist
nur einen oder zwei Innensechskant-Schlüssel sowie einen Drehmomentschlüssel. Öffnen Sie die Vorbauklemmschraube(n) an der Seite des Vorbaus ein bis zwei Umdrehungen. Ziehen Sie die oben versenkt liegende
Einstellschraube mit einem Innensechskant-Schlüssel etwas nach, z.B. eine
viertel Umdrehung (c).
Ziehen Sie die oben liegende Schraube nicht fest; diese dient
lediglich zur Spieleinstellung!
Richten Sie den Vorbau aus, damit der Lenker nicht schräg steht. Peilen Sie
dazu über Oberrohr und Vorbau auf den Vorderreifen. Ziehen Sie die Vorbauklemmschrauben an (d). Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und
überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese
im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den Bauteilen selbst
und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller
a
72
b
c
d
Beachten Sie, dass der Vorbau den Gabelschaft zerdrücken
kann, wenn Sie die Schrauben zu fest andrehen.
Führen Sie die vorne beschriebene Spielkontrolle durch (a). Das Lager darf
nicht zu stramm justiert werden, sonst ist es schnell zerstört.
Wenn sich das Lager nicht einstellen lässt, kann dies viele Gründe haben. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen
haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Kontrollieren Sie den sicheren Sitz des Vorbaus, indem Sie das
Vorderrad zwischen die Beine nehmen und versuchen, den
Lenker dagegen zu verdrehen (b). Ein loser Vorbau kann zum
Sturz führen.
a
b
73
9 Federung
9.1 Glossar
Federrate oder -härte:
Kraft, die benötigt wird, um die Feder um einen bestimmten Federweg zusammenzudrücken.
Eine höhere Rate bedeutet mehr Kraft pro Weg. Bei Luftfederelementen
entspricht dies einem höheren Druck (a).
Federvorspannung:
Stahlfedern und Elastomere können innerhalb eines bestimmten Bereiches
vorgespannt werden. Dadurch spricht die Federung erst bei einer hohen
Last an. Die Federrate wird dadurch jedoch nicht verändert. Schwere Fahrer
können durch eine höhere Vorspannung eine zu geringe Federhärte nicht
ausgleichen.
Zugstufendämpfung (rebound damping):
Verzögert bzw. bremst das Ausfedern (b+c).
a
74
b
Druckstufendämpfung (compression damping):
Verzögert bzw. bremst den Einfedervorgang (c).
Negativfederweg (sag):
Der Federweg, um den der Hinterbau oder die Gabel einfedert (einfedern
soll), wenn der Fahrer im Stillstand seine übliche Fahrposition einnimmt.
Lockout (c+d):
Vorrichtung, die die Gabel oder den Stoßdämpfer blockiert, damit das Fahrrad auf Asphalt oder glatten Strecken nicht wippt. Darf nicht im Gelände
oder bergab eingesetzt werden.
Plattformdämpfung:
Erhöht die Druckstufendämpfung und unterdrückt das Wippen. Im Gegensatz zum Lockout wird die Federung nicht komplett blockiert.
c
d
9.2 Federgabeln
9.2.1 Einstellen der Federhärte
Die meisten Mountainbikes, aber auch einige Crossbikes, sind mit Federgabeln ausgestattet (a). So ist das Fahrrad im Gelände oder auf schlechten
Fahrbahnstücken besser zu kontrollieren. Die (Stoß-) Belastungen auf Rad
und Fahrer nehmen spürbar ab.
Federgabeln unterscheiden sich in der Ausführung der Federelemente und
der Dämpferart. Die Federwerkstoffe sind entweder Stahlfedern, spezielle
Kunststoffarten, sogenannte Elastomere, Luft in einer abgeschlossenen
Kammer oder Kombinationen daraus. Gedämpft wird in der Regel mit Öl
oder durch die Eigendämpfung der Elastomere.
Beachten Sie auch das Federungs-Glossar am Anfang dieses
Kapitels.
Damit die Gabel optimal funktioniert, muss sie auf Fahrergewicht und Einsatzzweck abgestimmt werden. Lassen Sie diese Arbeit unbedingt bei der
Radübergabe von Ihrem Fahrrad-Fachhändler machen. Bei einem Luftfederelement muss dieses vor der ersten Fahrt aufgepumpt werden. Die Gabeleinstellung hängt von Fahrergewicht und Sitzhaltung ab.
Zu beachten ist generell, dass schon beim Aufsitzen auf das Fahrrad die
Federgabel leicht eintauchen muss, damit etwas negativer Federweg, auch
„sag“ genannt, entsteht.
a
b
Beim Fahren durch ein Loch entspannt sich die Feder, die Federgabel
gleicht die Unebenheit aus. Ist der Luftdruck oder die Federvorspannung zu
hoch, schwindet dieser Effekt, da das Rad bereits vollständig ausgefedert
ist. So geht ein wesentlicher Sicherheits- und Komfortaspekt verloren.
Cross-Country- und Marathon-Rennfahrer stimmen den Negativfederweg in
der Regel kürzer ab als Komfort suchende Freerider oder Downhiller. Beim
Aufsitzen sollte der Hinterbau bei Cross-Country- und Marathon Bikes ca.
10-25 % des maximalen Federweges einsinken, bei Enduro und Freeride
Bikes etc. ca. 20-40 %.
Schlingen Sie einen Kabelbinder (b) über das Standrohr und ziehen Sie ihn
gerade so fest, dass er sich noch verschieben lässt, aber nicht von allein
rutscht.
Lassen Sie zur Messung des maximalen Federweges den Druck vollständig
aus der Federgabel. Pumpen Sie anschließend die Gabel mit dem empfohlenen Luftdruck auf und messen Sie den gesamten Weg der Federgabel
zwischen Kabelbinder und Oberkante des Tauchrohrs (unteres Gabelrohr).
Bei den meisten Gabeln mit Stahlfedern oder Elastomeren lässt sich die
Feder in engen Grenzen über einen Drehknopf oben am Gabelkopf, der
Verbindung der Standrohre, vorspannen. Sollte dies nicht möglich sein,
müssen die Stahlfeder oder Elastomere ausgetauscht werden.
c
d
75
Die Einstellung der Federhärte erfolgt bei Öl-Luft-Gabeln über den Luftdruck
in der Gabel ((c) S. 75). Der Druck muss mit einer speziellen Pumpe, die der
Gabelhersteller in der Regel liefert, regelmäßig kontrolliert werden. Halten
Sie sich an die Empfehlungen des Herstellers.
Die Gabelhersteller legen in der Regel Anleitungen bei. Lesen
Sie diese sorgfältig durch, bevor Sie Veränderungen an der Einstellung oder Wartungsarbeiten vornehmen.
Die Federgabel muss so ausgelegt sein bzw. abgestimmt werden, dass sie nicht durchschlägt. Fühlbar und meist auch deutlich hörbar ist eine zu weiche Feder (zu wenig Luftdruck) an harten Schlägen. Diese entstehen, wenn sich die Gabel ruckartig
vollständig zusammenschiebt. Schlägt eine Federgabel häufig
durch, gehen diese und der Rahmen auf Dauer kaputt.
Fahren Sie durch möglichst vielseitiges Gelände und kontrollieren Sie danach, um wie viel sich der Kabelbinder verschoben hat ((d) S. 75). Die Differenz ist der Federweg, den Sie genutzt haben. Ist der Kabelbinder nur um
ein paar Millimeter verrutscht, ist die Gabeleinstellung zu hart. Verringern
Sie den Druck oder bei Stahlfedergabeln die Federvorspannung. Bringt dies
keine Besserung, lassen Sie die Federn austauschen.
Federgabeln (c) sind so konstruiert, dass sie Schläge ausgleichen können bzw. müssen. Ist die Gabel starr und blockiert, gehen Schläge ungemindert in den Rahmen, der an diesen Stellen
meist nicht dafür ausgelegt ist. Deshalb dürfen Sie bei Gabeln
mit Lockout (d) (Feststellmechanismus der Federgabel) diese
Funktion generell nur auf glattem Terrain (Straßen, glatte Feldwege) betätigen und nicht im Gelände.
Hat sich der Kabelbinder über die gesamte Länge des Rohres verschoben
(a) oder schlägt die Gabel deutlich hörbar durch, ist die Feder zu weich
eingestellt. Die Vorspannung/der Druck muss erhöht werden (b). Genügt
der Verstellbereich bei Stahlfedern nicht, lassen Sie die Feder von Ihrem
Fahrrad-Fachhändler austauschen.
Kontrollieren Sie den Druck bei Luftgabeln regelmäßig und halten Sie sich an
die Empfehlungen des Herstellers. Reichen die Verstellmöglichkeiten nicht
aus, müssen Sie ggf. die Federn oder Dämpfer austauschen lassen. Viele
Hersteller liefern Auf- und Nachrüstsätze. Wenn Sie sich nicht absolut sicher
sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler! Verwenden Sie beim Austausch nur gekennzeichnete und passende
Original-Ersatzteile. Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie gerne!
a
76
b
c
d
9.2.2 Einstellen der Dämpfung
Die Dämpfung wird durch Ventile im Inneren geregelt. Der Durchfluss des
Öls und damit die Geschwindigkeit, mit der die Federgabel aus- bzw. einfedert, wird verändert. So kann die Reaktion auf Hindernisse optimiert werden. Zudem ist es möglich, den Wippvorgang beim Pedalieren einzudämmen. Wenn Sie lange im Stehen mit hohem Krafteinsatz bergauf fahren ist
es ratsam, die Dämpfung zu blockieren (Lockout). Beim Bergabfahren auf
schlechtem Untergrund ist es von Vorteil, wenn die Dämpfung weitgehend
geöffnet ist.
Bei Federgabeln mit einstellbarer Dämpfung kann mit dem (meist) roten Einstellknopf die Ausfedergeschwindigkeit (Zugstufe) langsamer oder schneller
eingestellt werden (a). Ist ein zweiter Knopf vorhanden, kann damit die Einfedergeschwindigkeit (Druckstufe) eingestellt werden (b).
Beim Einstellen verändern sich die Ventilquerschnitte im Inneren des Ölbads, die die Durchfluss- bzw. Durchströmmenge steuern. Bei einigen Modellen lässt sich sowohl die Druck- als auch die Zugstufe variieren. Erfahrungsgemäß sollten Sie mit ganz geöffneter Druckstufe beginnen und zuerst
die Zugstufe anpassen.
Allgemein gilt die Zugstufen-Dämpfung dann als gut, wenn Sie von einem
hohen Bordstein herunter fahren und die Gabel einmal nachwippt. Drehen
Sie das Stellrad zu weit zu, fließt das Öl im Inneren sehr langsam und die
Gabel dämpft stark, federt bei schnell aufeinanderfolgenden Stößen aber
nicht mehr schnell genug aus.
Drehen Sie das Einstellrad in die andere Richtung, wird die Dämpfung
schwächer, die Federgabel arbeitet „schneller“.
Stimmen Sie anschließend die Druckstufe ab. Sie beeinflusst die Einfedergeschwindigkeit. Bei stark zugedrehter Druckstufe fühlt sich die Federung
hart an. Machen Sie mit Ihrem Bike eine Probefahrt in abwechslungsreichem Gelände (c).
Wenn die Gabel dabei mehrmals durchschlägt, müssen Sie die Federhärte
verändern (d).
Wenn die Dämpfung trotz der Einstellversuche nicht Ihren Bedürfnissen entspricht oder Sie bei Stahlfederelementen für die Vorspannung mehr als drei
bis vier Umdrehungen benötigen, müssen Sie die Federelemente ggf. austauschen lassen. Der Austausch ist eine Arbeit für den Fahrrad-Fachhändler.
Zur Abstimmung benötigen Sie Fingerspitzengefühl, da schon geringe Veränderungen am Stellrad große Wirkung haben. Versuchen Sie, sich langsam
in maximal viertel Umdrehungen von der „Offen“-Stellung an die optimale
Einstellung heranzuarbeiten.
a
b
Betätigen Sie die Lockout-Funktion (Feststellmechanismus der
Federgabel) nicht in grobem Gelände, sondern nur auf glattem
Terrain (Straßen, glatte Feldwege) ((a) S. 78).
c
d
77
Drehen Sie nicht unbedacht an Schrauben, in der Hoffnung, es
handele sich um eine Einstellvorrichtung. Sie könnten den Befestigungsmechanismus lösen und einen Sturz verursachen. In
der Regel sind die Verstelleinrichtungen bei allen Herstellern mit
Skalen oder mit „+“ und „-“ gekennzeichnet (b).
Bei anderen Modellen ändert sich durch das Verstellen des Federweges
die Federkennline nicht. Die Federgabel bietet den gleichen Federkomfort,
jedoch einen deutlich reduzierten Federweg.
Fahren Sie mit reduziertem Federweg nicht im verblockten Terrain und nicht bergab!
Federgabelhersteller legen in der Regel Anleitungen bei. Lesen
Sie diese sorgfältig durch, bevor Sie Veränderungen an der Einstellung oder Wartungsarbeiten vornehmen.
Ist die Gabel zu stark gedämpft, kann sie bei schnell aufeinanderfolgenden Hindernissen eventuell nicht mehr ausfedern.
Sturzgefahr! Fahren Sie nicht, wenn die Federgabel durchschlägt. Die Gabel selbst und der Rahmen können Schaden
nehmen.
Wenn Sie einen neuen Vorderreifen einbauen, achten Sie darauf, dass er nicht am Gabelkopf streift, wenn die Gabel ganz
einfedert. Das Vorderrad könnte blockieren. Sturzgefahr!
9.2.3 Verstellen des Federweges
Einige Federgabelmodelle bieten die Möglichkeit, den Federweg zu verstellen. Bei einigen Modellen dient die Reduzierung des Federweges lediglich
dazu, das Bergauffahren zu erleichtern. Bei reduziertem Federweg verändert sich eventuell die Kennlinie der Gabel. Hierdurch kann die Gabel entweder weicher bzw. straffer werden. Dies kann zu Einbußen beim Federkomfort führen.
a
78
b
Weitere Informationen zum Verstellen des Federweges entnehmen sie bitte der beigelegten Bedienungsanleitung des Federgabelherstellers!
9.2.4 Wartung
Federgabeln sind komplexe Bauteile, die regelmäßige Wartung und Pflege
benötigen. Meist haben die jeweiligen Anbieter deshalb Servicecenter eingerichtet, in denen Sie die Gabel reparieren lassen und zur turnusgemäßen
Kontrolle, je nach Einsatz, z.B. jährlich, bringen können. Lassen Sie sämtliche
Verschraubungen regelmäßig von Ihrem Fahrrad-Fachhändler überprüfen.
Einige grundsätzliche Wartungstipps sollten Sie aber auf jeden Fall beherzigen:
Achten Sie auf saubere Gleitflächen der Standrohre. Reinigen Sie die Gabel
nach jeder Ausfahrt mit Wasser und einem weichen Schwamm (c). Besprühen Sie die Standrohre an der Federgabel, nachdem Sie das Fahrrad gewaschen haben, mit etwas Schmierspray (d) oder tragen Sie eine sehr dünne
Schicht Hydrauliköl auf.
c
d
Verwenden Sie dazu weder einen Dampfstrahler noch scharfe Reinigungsmittel! Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach einem geeigneten Mittel.
Bei Gabeln mit Elastomerfederung sollten Sie die Kunststofffedern regelmäßig
reinigen (a) und mit harz- und säurefreiem Fett schmieren. Einige Gabelhersteller liefern Spezialfett zur Pflege. Halten Sie sich unbedingt an die Herstellerempfehlungen. Bei Gabeln mit Luftfederung müssen Sie regelmäßig den
Druck kontrollieren, da er mit der Zeit nachlassen kann (b).
Federgabeln sind komplexe Bauteile, die regelmäßige Wartung
und Pflege benötigen. Meist haben die jeweiligen Anbieter von
Federgabeln deshalb Servicecenter eingerichtet, in denen Sie
die Gabel reparieren lassen und zur turnusgemäßen Kontrolle,
je nach Einsatz, z.B. jährlich, bringen können. Lassen Sie sämtliche Verschraubungen regelmäßig von Ihrem Fahrrad-Fachhändler überprüfen.
Federgabeln sind ständig dem Bewurf mit Wasser und Schmutz
vom Vorderrad ausgesetzt. Reinigen Sie sie nach jeder Fahrt mit
reichlich Wasser.
Federelemente sind kompliziert aufgebaut. Überlassen Sie Ihrem Fahrrad-Fachhändler die Wartungsarbeiten und vor allem
das Zerlegen der Federelemente.
9.3 Hinterbaufederung
Vollgefederte Räder haben neben einer Federgabel zusätzlich einen beweglichen Hinterbau, der über einen Stoßdämpfer gefedert und gedämpft wird
(c). So ist das Fahrrad im Gelände oder auf schlechten Fahrbahnstücken
besser zu kontrollieren. Die (Stoß-) Belastungen auf Rad und Fahrer nehmen
spürbar ab. Der Stoßdämpfer federt bei Rädern normalerweise mit einem
Luftfederelement oder – seltener – mit Stahlfedern. Gedämpft wird üblicherweise mit Öl. Je nach System sind eine oder mehrere Lagerachsen mit jeweils mindestens zwei Lagern verbaut.
Beachten Sie auch das Federungs-Glossar am Anfang dieses
Kapitels.
9.3.1 Besonderheiten der Sitzposition
Vollgefederte Räder sinken leicht ein, wenn sich der Fahrer darauf setzt. Dadurch kippt der Sattel etwas nach hinten, was Sie bei der Neigungseinstellung berücksichtigen müssen. Bei Sitzproblemen sollten Sie die Sattelnase
im Vergleich zur normalen Einstellung leicht absenken.
Vollgefederte Räder haben eine deutlich größere Bodenfreiheit
als ungefederte Räder. Bei korrekt eingestellter Sattelhöhe erreichen Sie den Boden mit den Füßen nicht. Stellen Sie den
Sattel am Anfang niedriger ein (d) und üben Sie das Auf- und
Absitzen.
Bringen Sie Ihr Fahrrad mit Federgabel mindestens einmal pro
Jahr zu einem Servicecenter des Gabelherstellers.
a
b
c
d
79
9.3.2 Einstellen der Federhärte
Damit der Hinterbau optimal funktioniert, muss die Federhärte auf Fahrergewicht und Einsatzzweck abgestimmt werden. Lassen Sie diese Arbeit
unbedingt bei der Radübergabe von Ihrem Fahrrad-Fachhändler machen.
Bei einem Luftfederelement muss das Federbein Ihres Rades vor der ersten
Fahrt aufgepumpt werden (a). Die Stoßdämpfereinstellung hängt von Fahrergewicht und Sitzhaltung ab.
Zu beachten ist generell, dass schon beim Aufsitzen auf das Fahrrad das
Federbein der Hinterradschwinge leicht eintauchen muss, damit etwas negativer Federweg, auch „sag“ genannt, entsteht. Beim Fahren durch ein
Loch entspannt sich die Feder, die Schwinge gleicht die Unebenheit aus. Ist
der Luftdruck zu hoch, schwindet dieser Effekt, da das Rad bereits vollständig ausgefedert ist. So geht ein wesentlicher Sicherheits- und Komfortaspekt verloren.
Zur Messung können Sie den Gummiring nutzen, der meist auf dem dünneren, eintauchenden Rohr des Dämpfers sitzt, oder einen Kabelbinder so
über das dünnere Rohr des Dämpfers ziehen, dass er sich noch leicht verschieben lässt.
a
80
b
Cross-Country- und Marathon-Rennfahrer stimmen den Negativfederweg in
der Regel kürzer ab als Komfort suchende Freerider oder Downhiller. Beim
Aufsitzen sollte der Hinterbau bei Cross Country- und Marathon Bikes ca.
10-25 % des maximalen Federweges einsinken (b), bei Enduro und Freeride
Bikes etc. ca. 20-40 % (c).
Lassen Sie zur Messung des maximalen Federweges den Druck vollständig aus dem Federbein. Drücken Sie den Dämpfer vollständig zusammen.
Pumpen Sie anschließend den Dämpfer mit dem empfohlenen Luftdruck auf
und messen Sie den gesamten Weg des Dämpfers zwischen Gummiring/
Kabelbinder und Oberkante (d).
Die Einstellung der Federhärte erfolgt bei Öl-Luft-Stoßdämpfern über den
Luftdruck im Dämpfer. Der Druck muss mit einer speziellen Pumpe, die der
Stoßdämpferhersteller in der Regel liefert, regelmäßig kontrolliert werden.
Halten Sie sich an die Empfehlungen des Herstellers.
Fahren Sie durch möglichst vielseitiges Gelände und kontrollieren Sie danach, um wie viel sich der Gummiring/Kabelbinder verschoben hat. Die
Differenz ist der Federweg, den Sie genutzt haben. Ist der Gummiring/
Kabelbinder nur um ein paar Millimeter verrutscht, ist die Hinterbaueinstellung zu hart. Verringern Sie den Druck oder bei Dämpfern mit Stahlfeder
die Federvorspannung. Bringt dies keine Besserung, lassen Sie die Federn
austauschen.
c
d
Hat sich der Gummiring/Kabelbinder über die gesamte Länge des Rohres
verschoben oder schlägt der Stoßdämpfer deutlich hörbar durch, ist die Feder zu weich eingestellt. Die Vorspannung/der Druck muss erhöht werden.
Genügt der Verstellbereich nicht, lassen Sie die Feder von Ihrem FahrradFachhändler austauschen. Das Federbein darf nicht durchschlagen, was für
gewöhnlich deutlich hörbar ist. Passiert das häufig, können Rahmen und
Federbein auf Dauer Schaden nehmen.
Kontrollieren Sie den Druck regelmäßig und halten Sie sich an die Empfehlungen des Herstellers. Reichen die Verstellmöglichkeiten nicht aus, müssen
Sie ggf. die Federn oder Dämpfer austauschen lassen. Viele Hersteller liefern
Auf- und Nachrüstsätze. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler! Verwenden
Sie beim Austausch nur gekennzeichnete und passende Original-Ersatzteile. Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie gerne!
Nahezu sämtliche Hersteller legen ihren Dämpfern/Federbeinen Anleitungen bei. Lesen Sie diese sorgfältig durch, bevor
Sie Veränderungen an der Einstellung oder Wartungsarbeiten
vornehmen.
Das Federbein muss so ausgelegt sein bzw. abgestimmt werden, dass es nicht durchschlägt. Fühlbar und meist auch deutlich hörbar ist eine zu weiche Feder (zu wenig Luftdruck) an
harten Schlägen. Diese entstehen, wenn sich der Stoßdämpfer
ruckartig vollständig zusammenschiebt. Schlägt ein Federbein
häufig durch, gehen dieses und der Rahmen auf Dauer kaputt.
a
b
Bei vollgefederten Rahmen (a) sind die Federbeine so aufgehängt, dass sie Schläge ausgleichen können bzw. müssen. Ist
der Dämpfer starr und blockiert, gehen Schläge ungemindert in
den Rahmen, der an diesen Stellen meist nicht dafür ausgelegt
ist. Deshalb dürfen Sie bei Dämpfern mit Lockout (Federbeinblockierung) (b) diese Funktion generell nur auf glattem Terrain
(Straßen, glatte Feldwege) betätigen und nicht in grobem Gelände.
9.3.3 Einstellen der Dämpfung
Die Dämpfung wird durch Ventile im Inneren geregelt. Der Durchfluss des
Öls und damit die Geschwindigkeit, mit der das Federbein aus- bzw. einfedert, wird verändert. So kann die Reaktion auf Hindernisse optimiert werden. Zudem ist es möglich, den Wippvorgang des Hinterbaus beim Pedalieren einzudämmen. Wenn Sie lange im Sitzen mit hohem Krafteinsatz
bergauf fahren, ist es ratsam, die Dämpfung zu blockieren. Einige Stoßdämpfer haben hierfür auch eine sogenannte Lockout-Einrichtung. Beim
Bergabfahren auf schlechtem Untergrund muss das Lockout der Dämpfung
zwingend geöffnet sein.
Bei Stoßdämpfern mit einstellbarer Dämpfung kann mit dem (meist) roten Einstellknopf die Ausfedergeschwindigkeit (Zugstufe) langsamer oder
schneller eingestellt werden (c+d). Ist ein zweiter Knopf vorhanden, kann
damit die Einfedergeschwindigkeit (Druckstufe) eingestellt werden.
c
d
81
Beim Einstellen verändern sich die Ventilquerschnitte im Inneren des Ölbads, die die Durchfluss- bzw. Durchströmmenge steuern. Bei einigen Modellen lässt sich sowohl die Druck- als auch die Zugstufe variieren. Erfahrungsgemäß sollten Sie mit ganz geöffneter Druckstufe beginnen und zuerst
die Zugstufe anpassen.
Wenn die Dämpfung trotz der Einstellversuche nicht Ihren Bedürfnissen entspricht oder Sie bei Stahlfederelementen für die Vorspannung mehr als drei
bis vier Umdrehungen benötigen, müssen Sie die Federelemente ggf. austauschen lassen. Der Austausch ist eine Arbeit für den Fahrrad-Fachhändler.
Betätigen Sie die Lockout-Funktion (c) (Feststellmechanismus
des Stoßdämpfers) nicht in grobem Gelände, sondern nur auf
glattem Terrain (Straßen, glatte Feldwege).
Zur Abstimmung benötigen Sie Fingerspitzengefühl, da schon geringe Veränderungen am Stellrad große Wirkung haben. Versuchen Sie, sich langsam
in maximal viertel Umdrehungen von der „Offen“-Stellung an die optimale
Einstellung heranzuarbeiten.
Drehen Sie nicht unbedacht an Schrauben, in der Hoffnung, es
handele sich um eine Einstellvorrichtung. Sie könnten den Befestigungsmechanismus lösen und einen Sturz verursachen. In
der Regel sind die Verstelleinrichtungen bei allen Herstellern mit
Skalen oder mit „+“ und „-“ gekennzeichnet.
Allgemein gilt die Zugstufen-Dämpfung dann als gut, wenn Sie von einem
hohen Bordstein herunter fahren und der Hinterbau einmal nachwippt. Drehen Sie das Stellrad zu weit zu, fließt das Öl im Inneren sehr langsam und
der Hinterbau dämpft stark, federt bei schnell aufeinanderfolgenden Stößen
aber nicht mehr schnell genug aus.
Federbeinhersteller legen in der Regel Anleitungen bei (d). Lesen Sie diese sorgfältig durch, bevor Sie Veränderungen an der
Einstellung oder Wartungsarbeiten vornehmen.
Drehen Sie das Einstellrad in die andere Richtung, wird die Dämpfung schwächer, das Federbein arbeitet „schneller“. Stimmen Sie anschließend die
Druckstufe ab. Sie beeinflusst die Einfedergeschwindigkeit. Bei stark zugedrehter Druckstufe fühlt sich die Federung hart an. Machen Sie mit Ihrem
Mountainbike eine Probefahrt in abwechslungsreichem Gelände (a).
Ist der Hinterbau zu stark gedämpft, kann er bei schnell aufeinanderfolgenden Hindernissen eventuell nicht mehr ausfedern.
Sturzgefahr!
Wenn der Hinterbau dabei mehrmals durchschlägt, müssen Sie die Federhärte verändern, d.h. in der Regel den Druck erhöhen (b). Überschreiten Sie
keinesfalls den maximalen Druck, der auf dem Stoßdämpfer vermerkt ist.
a
82
b
Fahren Sie nicht, wenn das Federbein durchschlägt. Das Federbein selbst und der Rahmen können Schaden nehmen.
c
d
9.3.4 Wartung
Stoßdämpfer und Hinterbauten sind komplexe Bauteile, die regelmäßige
Wartung und Pflege benötigen. Meist haben die jeweiligen Anbieter deshalb Servicecenter eingerichtet, in denen Sie die Stoßdämpfer reparieren
lassen und zur turnusgemäßen Kontrolle, je nach Einsatz, z.B. jährlich, bringen können. Lassen Sie sämtliche Verschraubungen regelmäßig von Ihrem
Fahrrad-Fachhändler überprüfen.
Heben Sie zur Kontrolle das Mountainbike am Sattel hoch und versuchen
Sie, das Hinterrad seitwärts hin- und herzubewegen. Bitten Sie eventuell
einen Helfer, den Rahmen vorne festzuhalten.
Um das Spiel am Federbein zu überprüfen, setzen Sie das Hinterrad sanft
auf den Boden und heben es danach wieder leicht hoch (d). Achten Sie
auf Klappergeräusche. Lassen Sie ggf. auftretendes Spiel sofort von Ihrem
Fahrrad-Fachhändler beseitigen.
Einige grundsätzliche Wartungstipps sollten Sie aber auf jeden Fall beherzigen:
Federbeine sind ständig dem Bewurf mit Wasser und Schmutz
vom Hinterrad ausgesetzt. Reinigen Sie sie nach jeder Fahrt mit
reichlich Wasser.
Bei Stoßdämpfern mit Luftfederung müssen Sie regelmäßig den Druck kontrollieren, da er mit der Zeit nachlassen kann. Achten Sie auf saubere Gleitflächen der Kolbenstange. Reinigen Sie den Stoßdämpfer und den Hinterbau,
insbesondere die Lagerbereiche, nach jeder Ausfahrt mit Wasser und einem
weichen Schwamm (a). Besprühen Sie die Kolbenstange am Stoßdämpfer
und die Lagerbereiche, nachdem Sie das Fahrrad gewaschen haben, mit
etwas Schmierspray (b+c) oder tragen Sie eine sehr dünne Schicht Hydrauliköl auf.
Gefederte Hinterbauten und Stoßdämpfer sind komplexe Bauteile, die regelmäßige Wartung und Pflege benötigen. Meist haben die jeweiligen Anbieter von Stoßdämpfern deshalb Servicecenter eingerichtet, in denen Sie die Stoßdämpfer reparieren
lassen und zur turnusgemäßen Kontrolle, je nach Einsatz, z.B.
jährlich, bringen können. Lassen Sie sämtliche Verschraubungen regelmäßig von Ihrem Fahrrad-Fachhändler überprüfen.
Verwenden Sie dazu weder einen Dampfstrahler noch scharfe Reinigungsmittel! Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach einem geeigneten Mittel.
Federelemente sind kompliziert aufgebaut. Überlassen Sie
Ihrem Fahrrad-Fachhändler die Wartungsarbeiten und vor allem das Zerlegen der Federelemente. Bringen Sie Ihr Fahrrad
mit Hinterbaufederung mindestens einmal pro Jahr zu einem
Servicecenter des Herstellers.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Lagerung der Hinterradschwinge seitliches oder die Lagerung des Federbeins vertikales Spiel aufweist.
a
b
c
d
83
9.4 Gefederte Sattelstützen
9.4.2 Kontrolle und Wartung
Gefederte Sattelstützen (a) erhöhen den Komfort auf holprigem Untergrund. Sie können sowohl auf der Straße und auf Feldwegen als auch im
Gelände eingesetzt werden. Für Einsatzzwecke wie All Mountain, Enduro,
Dirt, Freeride oder Downhill-Fahrten etc., sind sie jedoch nicht geeignet.
Greifen Sie den Sattel vorne und hinten und bewegen Sie ihn quer zur Fahrtrichtung (c+d). So prüfen Sie, ob die Stütze seitliches Spiel aufweist.
Ist das spürbar der Fall, lassen Sie es von Ihrem Fahrrad-Fachhändler reduzieren.
9.4.1 Einstellung
Lassen Sie die Stütze einmal jährlich von Ihrem Fahrrad-Fachhändler warten.
Die Stützen sind in der Regel auf ein durchschnittliches Fahrergewicht von
etwa 75 kg eingestellt. Um die Federeigenschaften zu beeinflussen, können
Sie die Federvorspannung variieren und/oder andere Federn einbauen.
Die Hersteller von gefederten Sattelstützen legen in der Regel
Anleitungen bei (b). Lesen Sie diese sorgfältig durch, bevor Sie
Veränderungen an der Einstellung oder Wartungsarbeiten vornehmen.
a
84
b
c
d
10 Carbon – Wichtige Hinweise
Bei Produkten aus mit Kohlefaser verstärktem Kunststoff (a), auch Carbon
oder CFK genannt, gibt es einige Besonderheiten.
Carbon ist ein extrem fester Werkstoff, der hohe Belastbarkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht eines Bauteiles ermöglicht. Allerdings verformen sich
Carbonteile nach einer Überlastung nicht zwingend dauerhaft bzw. sichtbar,
obwohl ihre innere Faserstruktur schon beschädigt sein kann.
Nach einer Überlastung kann ein vorgeschädigtes Carbonteil im weiteren
Gebrauch schlagartig und ohne Vorwarnung versagen, was zum Sturz mit
nicht vorhersehbaren Folgen führen kann. Deshalb legen wir Ihnen nahe,
das Bauteil oder besser noch das ganze Fahrrad, nach einem Zwischenfall,
wie beispielsweise einem Sturz, zu Ihrem Fahrrad-Fachhändler zur Kontrolle
zu bringen. Gegebenenfalls kann dieser mit unserer Serviceabteilung Kontakt aufnehmen, um offene Fragen zu klären.
Beschädigte Bauteile aus CFK (b) dürfen aus Sicherheitsgründen nie gerichtet oder repariert werden! Tauschen Sie ein beschädigtes Bauteil umgehend aus! Verhindern Sie durch geeignete Maßnahmen (z.B. Zersägen) eine
Weiterbenutzung durch Dritte.
a
b
Bauteile aus Carbon dürfen niemals hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Lassen Sie sie deshalb niemals pulverbeschichten oder lackieren. Die
dabei nötigen hohen Temperaturen könnten das Bauteil zerstören. Lassen
Sie Carbonbauteile nie bei starker Sonneneinstrahlung im Auto und lagern
Sie sie nicht in der Nähe von Wärmequellen.
Komponenten aus CFK haben, wie alle sehr leicht gebauten Teile, nur eine
begrenzte Lebensdauer. Tauschen Sie deshalb Lenker und Vorbauten, je
nach Nutzung, in regelmäßigen Abständen (z.B. alle drei Jahre) prophylaktisch aus, auch wenn sie keiner außergewöhnlichen Beanspruchung (z.B.
Unfall) ausgesetzt waren.
Bei großvolumigen Rahmenrohren besteht bei den meisten
Klemmen von Radträgern Quetschgefahr (c)! Carbonrahmen
können dadurch im weiteren Gebrauch plötzlich versagen. Es
gibt spezielle, passende Modelle im Kfz-Zubehörhandel. Fragen
Sie dort explizit nach oder holen Sie sich Rat bei Ihrem FahrradFachhändler.
Schützen Sie Ihr Fahrrad bzw. dessen Carbonrahmen und -teile, wenn Sie
es im Kofferraum Ihres Autos transportieren. Um Beschädigungen des empfindlichen Materials zu vermeiden, polstern Sie es mit Decken, Schaumstoffrohren o.ä.
c
d
85
Klemmen Sie CFK-Rahmen oder -Sattelstützen nicht in Montageständer! Das kann sie beschädigen. Montieren Sie eine solide (Alu-)Sattelstütze und klemmen Sie diese ((d) S. 85) oder
verwenden Sie einen Ständer, der den Rahmen innen an drei
Punkten aufspannt (a) oder Gabel und Tretlagergehäuse aufnimmt.
Schützen Sie die gefährdeten Stellen Ihres Carbonrahmens,
z.B. die Unterseite des Unterrohrs, mit bei Ihrem Fahrrad-Fachhändler erhältlichen Aufklebern gegen Beschädigungen durch
scheuernde Züge oder Steinschlag (d).
Kombinieren Sie Carbonlenker auf keinen Fall mit Clip-On,
Aero-Aufsätze oder Lenkerhörnchen, außer sie sind speziell dafür freigegeben! Bruchgefahr!
Stellen Sie Ihr Rad stets sorgsam und kippsicher ab. Carbonrahmen und
-teile können schon durch bloßes Umfallen beschädigt werden.
Sollten Teile aus Carbon an Ihrem Rad Knackgeräusche von
sich geben oder äußerliche Schäden wie Kerben, Risse (b),
Beulen, Verfärbungen etc. aufweisen, dürfen Sie das Fahrrad
nicht mehr benutzen. Kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Fahrrad-Fachhändler, der dann das Bauteil sorgfältig prüft!
Beachten Sie, dass die Klemmbereiche absolut fettfrei sein
müssen, wenn mit Kohlefaser verstärkter Kunststoff ein Klemmpartner ist! Das Fett lagert sich in der Oberfläche der Carbonbauteile ein und verhindert durch verringerte Reibbeiwerte eine
sichere Klemmung innerhalb der erlaubten Anzugsmomente.
Einmal gefettete Carbonkomponenten können unter Umständen nie mehr sicher geklemmt werden! Verwenden Sie stattdessen die spezielle XLC-Montagepaste (c).
a
86
b
c
d
11 Dirt-, Freeride-, Downhill-Bikes
– Besonderheiten
Nicht alle Mountainbikes in der Optik eines Dirt-, Freeride- oder
Downhill-Bikes sind tatsächlich Sportgeräte! Mountainbikes der
Dirt line (DRT) sind nicht für den harten Einsatz geeignet!
Dirtbiken, Fourcross, Dual Slalom, Downhill und Freeriden gehören zu den
härtesten Sportarten, die Sie mit dem Fahrrad ausüben können. Mensch
und Material sind durch Springen, Stufen fahren, schnelle Abfahrten und
scharfe Kurven in verblocktem oder stark unebenem Gelände etc. hohen
Belastungen ausgesetzt. Das heißt, für solche Sportarten muss das Rad
sehr haltbar und ggf. gut gefedert sein. Ein Cross Country-, Touren- oder
Marathon-Mountainbike würde versagen, ein schwerer Unfall wäre die Folge. Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler nach Bikes, die für die Sportart
ausgelegt sind, die Sie ausüben möchten.
Bikes für Dirtbiken, Fourcross, Dual Slalom, Downhill und Freeriden sind reinrassige Sportgeräte (a+b). Überschätzen Sie sich zu
Ihrer eigenen Sicherheit nicht. Manche Aktion oder Show eines
Profis (c) sieht einfach aus, birgt aber Gefahren für Leib und Leben.
Tragen Sie stets ausreichende und spezielle Schutzkleidung (d).
Inkorrekt ausgeführte Sprünge, auf scharfe Kanten oder Sprünge, bei
denen nur das Vorderrad aufkommt, zu kurz gesprungen wird oder
Tricks, die vor der Landung nicht beendet werden
Landungen im Gegenhang, zwischen zwei Hängen, im flachen Bereich
(Flat) bei Sprüngen, mit Rotation, quer zur Fahrbahn oder mit den Händen nicht am Lenker/den Füßen nicht auf den Pedalen
·
·
Folgendes sollten Sie zudem vermeiden, da es das Material über Gebühr
beansprucht und zu einem vorzeitigen Verschleiß oder gar Versagen führen
kann:
Übermäßige Beanspruchung der Kette durch Fahren mit zu geringer
Kettenspannung
Unsachgemäßes Grinden (Rutschen auf Kette oder Kettenblatt)
Übermäßige Beanspruchung der Laufräder durch Fahren mit zu geringem Luftdruck
Übermäßige Beanspruchung des Rahmens und der Teile durch Fahren
mit zu weich eingestellten Federelementen oder Rutschen auf Rahmen
und Ausfallenden
·
·
·
·
Selbst wenn Bikes für die oben genannten Bereiche für sportlichen und harten Einsatz gebaut sind, halten sie nicht jede Belastung aus. Vor allem unter
folgenden Umständen wird das Material über die Maßen beansprucht und
könnte versagen:
a
b
Aufgrund ihres speziellen Einsatzzwecks besitzen manche Dirtbikes nur eine Bremse.
c
d
87
11.1
Einstellen der richtigen Sattelhöhe
Ein tiefer gestellter Sattel empfiehlt sich generell bei steilen Abfahrten mit dem MTB. Bei längeren Fahrten mit tiefem Sattel
können Knieprobleme auftreten.
Bei Dirt-, Freeride-, Dual-Slalom-, Downhill-Bikes etc. sind, je nach Einsatz,
unterschiedliche Sattel-Einstellungen notwendig. Die Sitzposition ist nicht
vergleichbar mit der auf anderen Rädern, es geht um maximale Kontrolle
und Beweglichkeit auf dem Rad.
Eine Anleitung zum Verstellen des Sattels finden Sie im Kapitel „Anpassen
des Fahrrades an den Fahrer“.
Wenn Sie längere Strecken zurücklegen, wird die erforderliche Sitzhöhe
durch den Tretvorgang festgelegt. Beim Treten sollten die Ballen über der
Mitte der Pedalachse stehen (a). Das Bein darf in der untersten Stellung der
Tretkurbel, der weitesten Entfernung des Pedals vom Sattel, nicht maximal
durchgestreckt sein, sonst wird das Pedalieren unrund.
Mountainbikes dieser Typen können bereits nach einer Saison
soweit verschlissen sein, dass wesentliche und/oder tragende
Teile ausgewechselt werden müssen. Bringen Sie Fahrräder
dieser Typen mindestens alle 3 bis 4 Monate zu einem gründlichen Check zu Ihrem Fahrrad-Fachhändler.
Überprüfen Sie die Sitzhöhe anhand der folgenden, einfach durchzuführenden Methode. Voraussetzung ist, dass Sie Schuhwerk mit flacher Sohle tragen. Setzen Sie sich auf den Sattel und stellen Sie die Ferse auf das Pedal,
das sich in der untersten Position befindet (b). In dieser Stellung sollte das
Bein ganz durchgestreckt sein. Achten Sie darauf, dass die Hüfte gerade
bleibt.
Wenn Sie sportlich dirtbiken, freeriden, downhill fahren etc., ist der Sattel
sehr tief eingestellt (c) und in der Regel nach hinten gekippt (d). Fragen Sie
Ihren Trainer, Ihren Verein oder Ihren Fahrrad-Fachhändler nach der richtigen Sitzposition.
a
88
b
c
d
12 Lichtanlage
Zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ist eine funktionierende Lichtanlage (a) zwingend vorgeschrieben (siehe Kapitel „Gesetzliche Anforderungen zur Teilnahme am Straßenverkehr“). Sie sollten wissen, wie die
Lichtanlage aufgebaut ist, damit Sie eventuelle Störungen selbst beheben
können. Der Dynamo (Lichtmaschine) erzeugt den zum Betrieb der Lampen
notwendigen Strom. Von ihm geht jeweils ein Kabel zum Vorder- und zum
Rücklicht und zurück.
12.1
Seiten-Dynamo
Der Seiten-Dynamo (b) sollte so angebracht sein, dass die Antriebswelle
senkrecht zur Laufradachse steht und die Reibrolle mit ganzer Breite am
Reifen anliegt. Der Seiten-Dynamo kann am Vorder- oder Hinterrad montiert werden. Der Dynamo wird entweder mit einem Schalthebel oder einem
Druckknopf eingeschaltet. Er kippt mit seiner Reibrolle gegen die Lauffläche
des Reifens. Zum Abschalten wird der Dynamo in seine Ausgangsposition
zurückgekippt, wo er einrastet.
12.2
Naben-Dynamos (c) sitzen in der Vorderradnabe. Sie laufen praktisch verschleißfrei und haben einen sehr hohen Wirkungsgrad. Es gibt Modelle, die
elektrisch und nicht mechanisch geschaltet werden können. Dafür ist ein
Schalter am Lenker angebracht oder aber direkt am vorderen Scheinwerfer.
Andere Modelle bieten den Komfort, dass sie sich mittels Sensor selbsttätig
ein- oder ausschalten.
Wenn Sie Fragen zur Lichtanlage haben, wenden Sie sich an
Ihren Fahrrad-Fachhändler.
12.3
b
Defektsuche
Nach Reifenpannen ist „Lichtausfall“ der häufigste Defekt an Fahrrädern.
Kontrollieren Sie zuerst die Birnchen im Vorder- und Rücklicht. Die Glühfäden müssen intakt sein. Schwarz beschlagene Glaskolben deuten auf einen
Birnendefekt hin.
Schalten Sie den Dynamo nur im Stand ein oder aus und achten
Sie darauf, dass er nicht in die Speichen kippt! Vorsicht, bei
Nässe ist mit nachlassender Wirkung des Dynamos zu rechnen.
a
Naben-Dynamo
Bei Rennrädern mit Akku-/Batteriebeleuchtung (d) liegt ein Ausfall der Beleuchtung meistens daran, dass die Batterien entleert
sind. Achten Sie daher stets auf den Ladezustand dieser „Energiespender“ oder nehmen Sie Ersatzbatterien mit.
c
d
89
Überprüfen Sie die Kontakte und die Fassung der Glühlampen in Scheinwerfer und Rücklicht (a+b). Sind diese weiß oder grünlich verfärbt und damit
korrodiert? Entfernen Sie die Korrosionsschicht mit einem Schraubendreher, Schmirgelleinen oder ähnlichem, bis die Kontaktflächen blank glänzen.
Wenn Sie eine Dynamo-Lichtanlage am Fahrrad haben, folgen Sie dem Verlauf der Kabel und kontrollieren Sie, ob diese schadhaft sind. Überprüfen
Sie alle Kontaktpunkte. Oft sind Steckverbindungen durch Salz oder Regen
korrodiert. Ziehen Sie die Stecker auseinander und stecken Sie diese wieder
sorgfältig zusammen.
Falls sich noch immer kein Erfolg eingestellt hat, sollten Sie mit einer Batterie
(4,5 Volt Flachbatterie) Strom in den Kreislauf speisen. Leuchten die Lampen, so ist eventuell der Dynamo defekt.
Leuchten die Lampen nicht, sollten Sie die Batterie abschnittsweise immer
näher an die Lampen heranführen und gleichzeitig überprüfen, ab wann
der Strom fließt. Wenn dies nicht hilft, wenden Sie sich an Ihren FahrradFachhändler.
Eine unvollständige oder nicht funktionstüchtige Lichtanlage ist
nicht nur gesetzeswidrig, sondern gefährdet auch Ihr Leben.
Unbeleuchtete Fahrradfahrer werden bei Dunkelheit im Straßenverkehr leicht übersehen und riskieren schwere Unfälle!
a
90
b
13 Kinderräder
13.1
Hinweise an die Eltern
Kinder zählen zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Die Gründe hierfür
sind in der mangelnden Erfahrung und Übung, aber auch in Ihrer geringen Körpergröße zu finden, was deren Überblick und das Gesehen werden
durch andere Verkehrsteilnehmer erschwert.
Wenn Sie Ihr Kind mit dem Fahrrad im Straßenverkehr teilnehmen lassen
wollen, sollten Sie zu dessen Schutz zuvor einige Zeit in das Training zur Beherrschung des Rades und in die Verkehrserziehung investieren. Da Kinder
nicht so aufmerksam sind, sollten Sie es sich auch zur Gewohnheit machen,
das Rad regelmäßig zu kontrollieren und ggf. einzustellen und zu warten. Bei
Fragen hilft Ihr Fahrrad-Fachhändler vor Ort.
Bedenken Sie, dass Sie zumindest bei den ersten Fahrten Ihrer Aufsichtspflicht nachkommen müssen – und überfordern Sie Ihr Kind nicht!
Erkundigen Sie sich auch nach den Verkehrsregeln in Ihrem Land. In
Deutschland müssen Kinder z.B. bis zum achten Lebensjahr auf dem Bürgersteig (Gehweg) (a) fahren und bis zum vollendeten zehnten dürfen sie es!
Ist dies geschafft, ist es notwendig, dass Sie dem Kind die Funktion von
Bremse und Schaltwerk erklären, bevor das Kind auf das Fahrrad steigt.
Üben Sie mit Ihrem Schützling die Bedienung der Funktionselemente abseits des Straßenverkehrs, am besten auf einem unbelebten Platz oder auf
einer Spielstraße.
Ist die Fahrtechnik soweit fortgeschritten, dass das Kind auch außerhalb
verkehrsfreier Räume radeln kann, bringen Sie ihm bei, wie Randsteine und
Bahnschienen zu überqueren sind, d.h. dass diese Hindernisse in möglichst
stumpfen Winkel zu überfahren sind. Davor muss sich der Fahrer vergewissern, dass von hinten oder vorne keine Gefahr droht.
Seien Sie auch Vorbild, wenn es um die Benutzung der Radwege geht.
Empfehlenswert ist auch die Teilnahme des Kindes an einer Verkehrserziehung, wie sie an Schulen und von Verkehrsvereinen angeboten wird.
Schauen Sie bitte danach, dass das Kind neben einem angepassten Fahrradhelm (d) auch auffällige, d.h. helle Bekleidung
trägt. Empfehlenswert sind auch reflektierende Streifen zur besseren Sichtbarkeit.
Wichtig ist, dass das Kind das Rad (b+c) sicher beherrscht, bevor es am
Straßenverkehr teilnimmt. Als erste Schritte in diese Richtung empfehlen
wir Fahrten mit einem Roller oder einem Laufrad, damit das Kind ein gutes
Gefühl für das Gleichgewicht erlernt.
a
b
c
d
91
13.2
Einstellung
Noch wichtiger als bei Erwachsenen ist es, das Fahrrad auf die Proportionen
des Kindes einzustellen. Bei der Sattelhöhe müssen Sie einen Kompromiss
finden, bei dem das Kind im Sattel sitzend mit beiden Füßen den Boden
erreicht und andererseits vernünftig treten kann (a).
Stellen Sie die Sattelhöhe so ein, dass das Bein ausgestreckt ist, wenn das
Pedal ganz nach unten gedreht ist und das Kind mit der Ferse auf dem
Pedal steht.
In der Gegenprobe sollte das Knie leicht angewinkelt sein (b), wenn die Ballen über der Mitte des Pedals positioniert sind. Achten Sie bei der Kontrolle
darauf, dass das Becken des Kindes dabei waagerecht bleibt. Prüfen Sie
zum Abschluss, ob das Kind noch den Boden erreicht. Ist dies nicht der Fall,
senken Sie die Sattelhöhe wieder etwas ab. Wie Sie die Stütze in der Höhe
verstellen, lesen Sie im Kapitel „Anpassen des Fahrrades an den Fahrer”.
Überprüfen Sie die Sattelhöhe bei Kindern und Heranwachsenden zumindest alle drei Monate!
Sie müssen die Mutter nicht ganz aufdrehen, sonst besteht die Gefahr,
dass der Mechanismus auseinander fällt. Schieben Sie den Sattel in die gewünschte Position und drehen Sie die Mutter wieder an. Achten Sie darauf,
dass der Sattel waagerecht steht und dass die Rasterung im Sattelkloben
„einrastet”, während Sie die Mutter anziehen. Versuchen Sie den Sattel etwas zu kippen, dann merken Sie, ob der Mechanismus eingerastet ist. Ist
dies der Fall, ziehen Sie die Mutter fest.
Sollten andere Klemmsysteme verbaut sein, lesen Sie das Kapitel „Korrektur der Sitzlänge und Einstellen der Sattelneigung“.
Prüfen Sie zum Abschluss nochmals den festen Sitz, indem Sie versuchen
den Sattel abzukippen.
Kontrollieren Sie als nächstes, ob das Kind mit den Fingern den Bremshebel
gut greifen kann (c).
Ist dies nicht der Fall, stellen Sie den Bremsgriff ein (d), wie dies in den
Kapiteln „Anpassen des Fahrrades an den Fahrer“ und „Bremsanlage”
beschrieben wird.
Wenn der Lenker zu weit vom Sattel entfernt ist, fährt das Kind ebenfalls
weniger entspannt als es könnte. Deshalb kann der Sattel verschoben werden. Öffnen Sie die Mutter des Sattelklobens (Klemmschelle) oben an der
Sattelstütze mit einem Maulschlüssel ein bis zwei Umdrehungen.
a
92
b
Wenn Sie Bremsen üben, ist es wichtig, dass Sie dem Kind sagen, dass bei Nässe die Bremswirkung und die Haftung nachlassen und dass es deshalb langsamer fahren muss.
c
d
Machen Sie es sich zur Gewohnheit, zusammen mit Ihrem Kind die Prüfung
im Kapitel „Vor jeder Fahrt” gemeinsam durchzuführen (a). So lernt Ihr Kind
den richtigen Umgang mit dem Material und Sie können ggf. Mängel aufdecken, die sich im „Spielbetrieb” eingestellt haben. Ermutigen Sie Ihr Kind
auch Ihnen mitzuteilen, wenn etwas am Fahrrad nicht mehr funktioniert.
Stellen Sie den Mangel umgehend ab oder bringen Sie das Rad zur Reparatur zu Ihrem Fahrrad-Fachhändler, wenn Sie im Zweifel sind.
Kinder sind auch eitel. Kaufen Sie deshalb einen geprüften
Fahrradhelm (b), der dem Kind auch gefällt. Deshalb und zur
Ermittlung der richtigen Größe, sollten Sie das Kind zum Kauf
mitnehmen. Gefällt der Helm und passt er, erhöhen Sie die
Chance, dass der lebenswichtige Kopfschutz auch getragen
wird! Achten Sie darauf, dass der Riemen stets geschlossen ist!
Achten Sie darauf dass der Fahrradhelm nur zum Radfahren
getragen wird. Durch unglückliche Umstände kann, z.B. beim
Spielen am Klettergerüst, der Helm hängen bleiben und eine
Strangulation durch den Helmriemen erfolgen.
a
b
93
14 Anpassen des Fahrrades an
den Fahrer
Ihre Körpermaße bestimmen die Rahmenhöhe Ihres Fahrrades. Achten Sie
insbesondere darauf, dass Sie genügend Freiheit im Schritt haben, damit
Sie sich nicht verletzen, wenn Sie schnell absteigen müssen (a).
Bei sehr kleinen Rahmenhöhen besteht die Gefahr, dass der
Fuß mit dem Vorderrad kollidiert. Achten Sie deshalb ggf. auf
eine korrekte Einstellung der Schuhplatten.
Mit der Wahl eines Fahrradtyps wird die Körperhaltung grob festgelegt (b).
Einige Bauteile können aber zu einem gewissen Maß auf Ihre Proportionen
eingestellt werden, wie Sattelstütze, Vorbau und Bremsgriffe. Bitten Sie am
besten Ihren Fahrrad-Fachhändler, Ihre Wünsche im Zuge eines Werkstattaufenthaltes, z.B. der Erstinspektion, umzusetzen.
Machen Sie nach jeder Anpassung/Montage unbedingt den Kurzcheck
im Kapitel „Vor jeder Fahrt“ und probieren Sie das Rad abseits des Straßenverkehrs aus. So können Sie gefahrlos alles noch einmal überprüfen.
Zu den beschriebenen Arbeiten gehören Mechaniker-Erfahrung und geeignetes Werkzeug. Erhöhen Sie Schraubenkräfte schrittweise und prüfen Sie
immer wieder den festen Sitz des Bauteils. Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht!
a
94
b
Sie finden diese im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den
Bauteilen selbst und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
14.1
Einstellen der richtigen Sitzhöhe
Wie hoch Ihr Sattel sein muss, hängt vom Tretvorgang ab. Beim Treten
sollten die Ballen über der Mitte der Pedalachse stehen (c). Das Bein darf in
der untersten Stellung der Kurbel nicht ganz durchgestreckt sein, sonst wird
das Pedalieren unrund.
Überprüfen Sie die Sitzhöhe in Schuhen mit flacher Sohle. Am besten tragen
Sie passende Radschuhe. Setzen Sie sich auf den Sattel und stellen Sie die
Ferse auf das Pedal in unterster Position (d). Die Hüfte muss gerade bleiben,
das Bein ganz gestreckt sein.
Um die Sitzhöhe einzustellen, lösen Sie entweder den Schnellspanner (siehe Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und Steckachsen“) oder
den Sattelstützenklemmbolzen am oberen Ende des Sitzrohres. Für letzteren benötigen Sie geeignetes Werkzeug, z.B. einen Innensechskant-Schlüssel, mit dem Sie die Bolzenschraube zwei bis drei Umdrehungen gegen den
Uhrzeigersinn drehen. Nun können Sie die Sattelstütze verstellen.
c
d
Ziehen Sie die Sattelstütze nicht über die am Schaft vorhandene Markierung
(Ende, Minimum, Maximum, Stopp, Limit o.ä.) hinaus (a) und fetten Sie stets
den Teil einer Alu- oder Titanstütze, der in einem Sitzrohr aus Alu, Titan oder
Stahl steckt. Bei Carbonsattelstützen und/oder Carbonsitzrohren dürfen Sie
kein Fett im Klemmbereich aufbringen! Verwenden Sie die spezielle XLCMontagepaste (b).
versuchen Sie, ihn zu verdrehen (d). Wenn dies gelingt, müssen Sie die
Klemmschraube nochmals vorsichtig eine halbe Umdrehung nachziehen
und abermals den Sitz kontrollieren.
Fetten Sie in keinem Fall das Sitzrohr eines Rahmens aus Carbon, wenn keine Aluminiumhülse vorhanden ist. Wenn Sie eine
Carbonsattelstütze verwenden, dürfen Sie selbst Rahmen aus
Metall nicht fetten. Einmal gefettete Carbonkomponenten können unter Umständen nie mehr sicher geklemmt werden!
Sollte Ihre Stütze im Sitzrohr wackeln oder nicht leicht gleiten,
fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler. Wenden Sie auf keinen
Fall Gewalt an!
Tasten Sie sich von unten in kleinen Schritten (halbe Newtonmeter) an das vorgeschriebene maximale Drehmoment heran
und prüfen Sie dazwischen immer wieder den festen Sitz des
Bauteils. Überschreiten Sie das vom Hersteller angegebene
maximale Drehmoment nicht!
Sattelstütze und Rahmen können unterschiedliche Mindesteinstecktiefen vorschreiben. Wählen Sie die jeweils größere vorgeschriebene Einstecktiefe.
Richten Sie den Sattel wieder gerade aus, indem Sie über die Sattelspitze
auf das Tretlagergehäuse oder entlang des Oberrohres peilen.
Klemmen Sie die Stütze fest. Schließen Sie dazu entweder den Schnellspanner (c) wie im Kapitel „Handhabung von Schnellspannern und
Steckachsen“ beschrieben oder drehen Sie die Sattelstützenschraube in
halben Umdrehungen im Uhrzeigersinn. Eine ausreichende Klemmwirkung
erreichen Sie bereits ohne Einsatz von großen Handkräften. Andernfalls
passt die Sattelstütze nicht zum Rahmen.
Prüfen Sie zwischen den Schritten immer wieder den festen Sitz der Stütze. Halten Sie dazu den Sattel mit den Händen vorn und hinten fest und
a
b
Achten Sie darauf, die Schraube der Sitzrohrklemmung nicht
zu fest anzuziehen. Überdrehen kann die Sattelstütze oder den
Rahmen beschädigen. Unfallgefahr!
Stimmt die Beinstreckung bei einer erneuten Überprüfung? Machen Sie
die Kontrolle, indem Sie den Fuß samt Pedal in die tiefste Position bringen.
Wenn der Ballen in der Mitte des Pedals steht (ideale Tretposition), muss
das Knie leicht angewinkelt sein. Ist dies der Fall, haben Sie die Sattelhöhe
korrekt eingestellt. Überprüfen Sie, ob Sie vom Sattel aus den Boden noch
sicher erreichen können. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie zumindest anfangs den Sattel etwas tiefer stellen.
c
d
95
Fahren Sie nie, wenn die Stütze über die Ende-, Minimum-, Maximum- , Limit- oder Stoppmarkierung hinausgezogen ist! Sie
könnte brechen oder der Rahmen Schaden nehmen. Bei Rahmen mit längerem, über das Oberrohr hinausragendem Sitzrohr
sollte die Sattelstütze mindestens bis unterhalb des Oberrohres
bzw. der Sitzstrebe hineingeschoben werden!
Wenn Sie das Kürzen der integrierten Sattelstütze dennoch selbst vornehmen wollen, benötigen Sie Spezialwerkzeug!
Wenn Sie Sitzbeschwerden haben (z.B. Taubheitsgefühl) kann
dies am Sattel liegen. Ihr Fahrrad-Fachhändler hat sehr viele
verschiedene Sättel zur Auswahl und berät Sie gerne (a).
Beachten Sie, dass eine einmal gekürzte Sattelstütze nicht mehr
verlängert werden kann. Lassen Sie die Arbeit daher von Ihrem
Fahrrad-Fachhändler durchführen.
Die Sattelstütze darf bei einigen vollgefederten Mountainbikes
bei tiefster Sattelstellung nur begrenzt unten aus dem Sitzrohr
herausragen, da ansonsten die Hinterradschwinge beim Einfedern an die Sattelstütze anstößt.
Markieren Sie die Distanz, die Sie kürzen möchten, mit einem Lackstift. Schieben Sie eine geeignete Sägeführung auf dem Sitzrohr nach unten (b), bis
der Sägeführungsspalt mit Ihrer Sägemarkierung übereinstimmt.
Bestimmen Sie zunächst die gewünschte Sattelhöhe. Achten Sie darauf,
dass ein anderer Sattel oder ein anderes Pedal die Länge des Sitzrohres
erheblich beeinflussen kann!
Nehmen Sie eine Säge mit einem Sägeblatt für Metall. Verwenden Sie bitte unbedingt ein Sägeblatt mit einer Sägezahnung
von 24 Zähnen pro Zoll, um Beschädigungen des Carbonrohres
zu vermeiden.
14.1.1 Besonderheiten von integrierten Sattelstützen
Um die individuelle Sitzhöhe des Fahrers einzustellen, muss die Sattelstütze
bei integrierten Sattelstützen gekürzt werden. Die Klemmvorrichtung selbst
hat nur eine begrenzte Möglichkeit zur Höhenverstellung.
Das Kürzen der Sattelstütze ist eine sehr komplizierte Angelegenheit, die Sie Ihrem Fahrrad-Fachhändler überlassen sollten!
Bei unsachgemäßem Kürzen kann die Sattelstütze Schaden
nehmen! Unfallgefahr!
a
96
b
Sägen Sie das Rohr ab, entfernen Sie die Sägeführung und entgraten Sie
anschließend die Schnittkanten mit Sandpapier.
Montieren Sie anschließend die Sattelklemme an der tiefstmöglichen Position
(c) und befestigen Sie den Sattel mit einem Drehmomentschlüssel gemäß den
Angaben auf dem Bauteil und/oder in der beiliegenden Anleitung. Verwenden
Sie XLC-Montagepaste (d), um die Klemmkräfte gering zu halten.
c
d
14.2
Einstellen der Lenkerhöhe
Beachten Sie, dass die Lenker-Vorbau-Kombination vom Lenker- bzw. Vorbauhersteller freigegeben ist.
Die Lenkerhöhe relativ zum Sattel bestimmt die Neigung des Rückens. Mit
tiefem Lenker sitzen Sie windschnittig und bringen viel Gewicht auf das Vorderrad. Diese gebeugte Haltung ist anstrengender und unbequemer, da sie
Handgelenke, Arme, Oberkörper und Nacken belastet.
Achten Sie darauf, dass der Lenkerklemmbereich nicht scharfkantig ist (b). Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie fachkundig.
Die Verschraubungen von Vorbau und Lenker müssen mit den
vorgeschriebenen Drehmomenten angezogen werden (c). Andernfalls ist es möglich, dass Lenker oder Vorbau sich lösen
oder brechen. Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und
überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf
den Bauteilen selbst und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
Es gibt drei verschiedene Systeme, über die die Lenkerhöhe variiert werden kann (konventioneller-, verstellbarer- und Ahead®-Vorbau). Jedes dieser
Systeme erfordert spezielles Wissen, das in den folgenden Beschreibungen
nicht vollständig vermittelt werden kann. Fragen Sie bei geringsten Zweifeln
Ihren Fahrrad-Fachhändler.
Vorbauten gehören zu den tragenden Teilen am Fahrrad. Veränderungen können Ihre Sicherheit gefährden. Wenn Sie sich
nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich
bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Vorbauten haben unterschiedliche Maße in der Länge, im
Schaftdurchmesser und in der Lenkerbohrung (a). Eine falsche
Auswahl kann zur Gefahrenquelle werden: Lenker und Vorbauten können brechen und zu einem Unfall führen. Verwenden Sie
beim Austausch nur gekennzeichnete und passende OriginalErsatzteile. Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie gerne!
a
b
14.2.1 Verstellbare Vorbauten
Die Neigungsverstellung des vorderen Vorbaubereichs ist bei verstellbaren
Vorbauten (d) auf verschiedene Arten gelöst:
Es gibt Modelle mit Schrauben, die sich seitlich am Gelenk befinden,
Schrauben auf der Ober- oder auf der Unterseite und Versionen mit zusätzlichen Sperrklinken bzw. Justageschrauben.
Lassen Sie sich Funktionsweise und Einstellung Ihres Vorbaus
von Ihrem Fahrrad-Fachhändler erklären oder überlassen Sie
ihm gleich die Einstellung.
c
d
97
Zum Einstellen lösen Sie die Klemmschraube am Gelenk (a) maximal zwei
bis drei Umdrehungen, drehen Sie die Schraube jedoch nicht vollständig
heraus. Lässt sich der Vorbau noch nicht verstellen, liegt dies an Raststufen oder an einer integrierten Sperrklinke. Lösen Sie ggf. die Schraube der
Sperrklinke, die sich an der Ober- oder Unterseite (b) des Vorbaus befindet,
oder drehen Sie die seitliche Schraube etwas weiter auf, um die Verzahnung
zu lösen.
Beachten Sie, dass sich Lenker, Brems- und Schalthebel dabei
in der Position verändern. Stellen Sie diese, wie im Kapitel „Verstellung der Neigung von Lenker, Lenkerhörnchen und Bremsgriffen…“ beschrieben, neu ein.
14.2.2 Konventionelle Vorbauten
Bei konventionellen Vorbauten kann der Lenker begrenzt höhenverstellt
werden, indem der Vorbau im Gabelschaft auf- und abgeschoben wird.
Stellen Sie den Vorbau nach Ihren Wünschen ein.
Drehen Sie die Schraube der Sperrklinke wieder vorsichtig ein, bis die Verzahnung sauber ineinander greift. Die Schraube muss nur leicht angezogen
werden, wenn seitliche Schrauben vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall,
muss die Sperrklinkenschraube festgezogen werden. Beachten Sie bei den
Versionen mit Verzahnung, dass die Flächen ineinander greifen, wenn Sie
die seitliche Schraube andrehen. Ziehen Sie ggf. die Schraube seitlich des
Gelenkes wieder fest.
Öffnen Sie die Vorbauspindel um zwei bis drei Umdrehungen (c). Der Vorbauschaft müsste nun in der Gabel drehbar sein. Ist dies nicht der Fall,
müssen Sie die Schraube durch einen leichten Schlag mit einem Gummihammer lösen.
Bei Innensechskant-Schrauben müssen Sie zuerst den Schlüssel wieder in
deren Kopf stecken, da sie in der Regel unzugänglich versenkt sind. Schlagen Sie gefühlvoll mit dem Gummihammer auf das Werkzeug (d).
Bei Vorbauten mit einer oder mehreren Schrauben auf der Ober- oder der
Unterseite müssen diese aufgedreht werden, bis die Verzahnung so weit
gelöst ist, dass das Vorderteil bewegt werden kann. Eine komplette Demontage der Schrauben ist meist nicht erforderlich. Ziehen Sie die Schauben
fest, nachdem Sie die gewünschte Höhe eingestellt haben.
a
98
b
Versuchen Sie niemals, die Kopfmutter des Steuerlagers zu öffnen, wenn Sie den Vorbau verstellen möchten, sonst verändern
Sie das Lagerspiel!
c
d
Nun können Sie die Lenker-Vorbau-Einheit auf- und abschieben. Ziehen Sie
den Vorbau nicht über die Markierung (Ende, Minimum, Maximum, Stopp,
Limit o.ä.) am Schaft hinaus (a). Eine größere Einstecktiefe bedeutet in jedem Fall eine höhere Sicherheit!
Fahren Sie nicht mit einem Rad, dessen Vorbau über die Markierung für die maximale Auszugshöhe herausgezogen wurde!
Kontrollieren Sie, bevor Sie losfahren, alle Schrauben und machen Sie eine Bremsprobe!
Richten Sie den Lenker so aus, dass er bei Geradeausfahrt nicht schief
steht (b).
Vorbauten haben sehr unterschiedliche Maße in der Länge, im
Durchmesser des Schaftes und der Lenkerbohrung. Eine falsche Auswahl kann zur Gefahrenquelle werden: Lenker und
Vorbauten können brechen und so zu einem Unfall führen.
Ziehen Sie die Vorbauspindel mit einem Drehmomentschlüssel wieder fest.
Tasten Sie sich von unten in kleinen Schritten (halbe Newtonmeter) an das
vorgeschriebene maximale Drehmoment heran und prüfen Sie dazwischen
immer wieder den festen Sitz des Bauteils. Überschreiten Sie das vom Hersteller angegebene maximale Drehmoment nicht!
Überprüfen Sie den Sitz des Vorbaus, indem Sie das Vorderrad zwischen
die Beine nehmen und versuchen, den Lenker samt Vorbau zu verdrehen
(c). Sollte das möglich sein, müssen Sie die Schraubenanzugskraft erhöhen.
Sollte Ihnen der Lenker immer noch zu hoch oder zu tief sein, können Sie
den Lenkervorbau austauschen. Das ist relativ aufwändig, da eventuell die
gesamten Armaturen abgebaut werden müssen. Lassen Sie sich beim
Fahrrad-Fachhändler über die verschiedenen Vorbautypen beraten und dort
auch gleich montieren.
a
b
14.2.3 Vorbauten für gewindelose Systeme, sogenannte
Aheadset®-Systeme
(Aheadset® ist der eingetragene Markenname der Firma DiaCompe)
Bei Rädern mit Aheadset®-Lenkungslager wird mit Hilfe des Vorbaus die
Lagervorspannung eingestellt. Wird die Vorbauposition verändert, muss das
Lager neu justiert werden (siehe Kapitel „Lenkungslager / Steuersatz“).
Die Höhe können Sie begrenzt regulieren, indem Sie die Zwischenringe
(Spacer) (d) verschieben oder den Vorbau bei umdrehbaren, sogenannten
Flip-Flop-Modellen umdrehen.
Diese Arbeit sollten Sie unbedingt vom Fahrrad-Fachhändler durchführen
lassen!
c
d
99
14.2.4 A.H.S.-Lenkerbügel einstellen
Kontrollieren Sie, ob der Klemmbereich (a) des Lenkerbügels mittig in die
Lenkerklemmung des Vorbaus eingespannt ist.
Richten Sie jetzt die Neigung des Lenkerbügels auf Ihre individuellen Bedürfnisse aus.
Ziehen Sie nun die Lenker-Klemmschraube(n) am Vorbau mit dem von Ihrem Vorbauhersteller vorgegebenen Anzugswert fest (b).
Richten Sie jetzt die Griffposition des Lenkerbügels auf Ihre individuellen
Bedürfnisse aus. Lösen Sie hierzu die Klemmschrauben am Gelenkkörper.
Achten Sie auch darauf, dass die Klemmflächen stets sauber
und fettfrei sind!
Richten Sie jetzt die Position der Lenkerhörnchen auf Ihre individuellen Bedürfnisse aus.
Ziehen Sie nun die Klemmschrauben der Lenkerhörnchen mit dem Anzugswert von 23 Nm fest.
Kontrollieren Sie, dass die beiden Öffnungen mit den dafür vorgesehenen
Stopfen verschlossen sind (d).
Nachdem Sie die für Sie richtige Position gefunden haben, ziehen Sie die
Klemmschrauben (c) mit einem Anzugswert von 5,5 Nm fest.
Justieren Sie nun die Schalt-/Bremshebel und Griffe.
Setzen Sie den Klemmkonus der Lenkerhörnchen in die äußeren Enden des
Lenkerbügels ein.
a
100
b
c
d
14.3
Korrektur der Sitzlänge und
Einstellen der Sattelneigung
Beachten Sie, dass die Verschraubungen an der Sattelstütze mit
vorgeschriebenen Drehmomenten angezogen werden müssen.
Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten
Sie die maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese im
Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den Bauteilen
selbst und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
Der Abstand zwischen den Handgriffen des Lenkers und dem Sattel hat
Einfluss auf die Rückenneigung und damit auf den Fahrkomfort und die
Fahrdynamik (a). Über den Sattelstützenschlitten lässt sich diese Entfernung
in geringem Umfang verändern. Wird das Sattelgestell in der Sattelstütze
verschoben, beeinflusst das jedoch auch den Tretvorgang. Der Fahrer tritt
mehr oder weniger weit von hinten in die Pedale.
Wenn der Sattel nicht waagerecht eingestellt ist, kann der Fahrer nicht entspannt pedalieren. Er muss sich ständig am Lenker abstützen oder festhalten, um nicht vom Sattel zu gleiten.
Der Verstellbereich des Sattels ist sehr gering, einen wesentlich
größeren Längenbereich decken die verschiedenen Vorbaulängen ab (b). Teilweise lassen sich mehr als 10 cm Differenz realisieren. Meist muss hierbei die Länge der Schalt- und Bremszüge angepasst werden; ein Fall für Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Klemmen Sie den Sattel nie in den Bögen des Sattelgestells,
sondern immer im geraden Bereich (c).
14.3.1 Sattel verschieben und waagerecht einstellen
Bei Patentsattelstützen (d) hält eine zentrale Innensechskant-Schraube den
Kopf, der sowohl die Neigung als auch die horizontale Position des Sattels
fixiert. Einige Sattelstützen weisen zwei Schrauben auf, sie lassen eine noch
genauere Regulierung der Winkelstellung zu.
Öffnen Sie eine oder beide Schrauben am Kopf der Sattelstütze. Drehen Sie
die Schraube dazu höchstens zwei bis drei Umdrehungen auf, sonst kann
der gesamte Mechanismus auseinanderfallen.
Verschieben Sie den Sattel wunschgemäß vor oder zurück. Oft ist hierzu ein
kleiner Klaps auf den Sattel notwendig. Achten Sie auf die Markierungen am
Gestell und überschreiten Sie diese nicht.
a
b
c
d
101
Achten Sie darauf, dass die Oberkante des Sattels waagerecht bleibt (a),
während Sie die Schraube wieder zudrehen. Das Rad sollte bei diesen Einstellarbeiten waagerecht stehen.
Drehen Sie die Schraube mit dem Drehmomentschlüssel gemäß den Angaben des Herstellers fest und prüfen Sie, ob der wieder festgeschraubte
Sattel abkippt, indem Sie mit den Händen abwechselnd die Spitze und das
Ende belasten (b).
Kontrollieren Sie die Verschraubungen monatlich mit dem
Drehmomentschlüssel gemäß den Werten, die Sie in den beiliegenden Anleitungen oder auf den Bauteilen selbst finden.
14.4
Einstellung und Korrektur der
Bremsgriffe und des Lenkers
14.4.1 Regulierung der Bremsen-Griffweite bei Rennmaschinen
Vor allem Fahrer mit kleinen Händen sollten die Bremshebelstellung, in der
die Bremsen zu wirken beginnen, sofort beim Fahrradkauf vom FahrradFachhändler auf Ihre Fingerlänge einstellen lassen. Bei einigen Modellen verschiedener Hersteller ist dies am Hebel möglich. Bei den anderen werden
die Seilzüge an den Bremskörpern entsprechend geklemmt. Dort befindliche Stellschrauben (c) dienen lediglich dem Ausgleich des auftretenden
Bremsbelagverschleißes.
Überprüfen Sie unbedingt, ob genügend Leerweg am Hebel vorhanden ist,
ehe die Beläge an den Felgen anliegen (d). Prüfen Sie, wann die Bremsbeläge die Felgen berühren. Kommt dieser Druckpunkt schon nach kurzem
Hebelweg, kann die Bremse an den Felgen schleifen, etwa beim Fahren im
Wiegetritt (siehe Kapitel „Bremsanlage“).
Der Bremshebel darf sich nicht bis zum Lenker durchziehen lassen. Die volle Bremskraft sollte vorher erreicht werden!
a
102
b
c
d
Vom Hersteller Shimano gibt es Schalt-Bremsgriffe, die für
kleinere Hände geeignet sind. Wenn Sie Probleme mit der
Griffweite des Bremshebels haben, fragen Sie Ihren FahrradFachhändler.
Besonderheiten von Zeitfahrlenkern bei Triathlon-/Zeitfahrmaschinen
Im Triathlonsport und beim Zeitfahren, bei denen es auf eine besonders
aerodynamische Sitzposition ankommt, werden üblicherweise sogenannte
Aero-Lenker verwendet. Die Schalthebel liegen bei diesen Aero-Modellen
oft am Lenkerende, die Bremshebel am Ende des Basislenkers (Hornlenker)
(a). Wenn Sie in liegender Position fahren, sind die Bremshebel weit weg, die
Reaktionszeit verlängert sich, der Bremsweg wird größer. Fahren sie daher
besonders vorausschauend.
Die Position des Lenkers kann innerhalb gewisser Grenzen nach den persönlichen Vorlieben eingestellt werden. Dies bedeutet, dass der gerade Bereich des Aero-Lenkers nur sehr geringfügig nach unten oder oben zeigen
sollte. Der Basislenker sollte parallel zur Fahrbahn oder leicht nach oben
weisen.
Achten Sie darauf, dass Sie die Unterarme immer bequem abstützen können, d.h. die Ellenbogen sollten nach hinten etwas über die Schalen überstehen (b).
a
b
Beachten Sie, dass sich der Anhalteweg verlängert, wenn Sie
mit den Händen am Oberlenker oder liegend in aerodynamischer Position fahren. Die Bremshebel sind nicht in günstiger
Griffweite.
14.4.2 Verstellung der Neigung von Lenker und Bremsgriffen
bei Rennrädern
Das gerade Stück des Unterlenkers sollte parallel zum Boden sein oder hinten leicht nach unten weisen (c).
Die Enden der Bremsgriffe liegen etwa in einer gedachten Verlängerung der
Unterkante des Unterlenkerbogens. Das Verstellen der Bremsgriffe ist ein
Job für den Fahrrad-Fachhändler, da das Lenkerband hinterher neu gewickelt werden muss.
Um die Lenkerneigung einzustellen, öffnen Sie die InnensechskantSchraube(n) an der Unter- bzw. Vorderseite des Vorbaus (d).
Verdrehen Sie den Lenker, bis er die von Ihnen gewünschte Stellung erreicht
hat.
Achten Sie darauf, dass der Lenker vom Vorbau genau in der Mitte geklemmt wird.
c
d
103
Ziehen Sie die Schraube(n) wieder vorsichtig mit einem Drehmomentschlüssel fest. Die nebeneinanderliegenden Spalte müssen parallel zueinander laufen, die oberen und unteren Spalte gleich breit sein.
Versuchen Sie, den Lenker gegenüber dem Vorbau zu verdrehen (a). Ist das
möglich, ziehen Sie die Verschraubung nochmals nach.
Überschreiten Sie das maximale Anzugsdrehmoment nicht.
Beachten Sie, dass die Verschraubungen von Vorbau, Lenker
und Anbauteilen mit vorgeschriebenen Drehmomenten angezogen werden müssen. Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel
und überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht!
Sie finden diese im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den Bauteilen selbst und/oder in den Anleitungen der
Komponentenhersteller.
14.4.3 Regulierung der Griffweite zu den Bremshebeln bei
Trekking-, City-, BMX-, Kinderrädern und
Mountainbikes
Prüfen Sie, wann die Bremsbeläge die Felgen berühren oder wann die
Scheibenbremsen zu wirken beginnen. Kommt dieser Druckpunkt schon
nach kurzem Hebelweg, muss neben der Griffweite auch die Bremse verstellt werden (siehe Kapitel „Bremsanlage“ und die Bedienungsanleitung
des Bremsenherstellers). Andernfalls schleift sie an den Felgen.
In der Regel befindet sich dort, wo der Bremszug einer Seilzugbremse in
die Hebelarmatur hineinläuft oder am Hebel selbst, ein kleiner Gewindestift.
Drehen Sie ihn im Uhrzeigersinn hinein und beobachten Sie, wie der Hebel
dabei wandert (b).
Beachten Sie bei Scheibenbremsen die Anleitung des Bremsenherstellers.
Bei hydraulischen Bremsen befinden sich ebenfalls Verstelleinrichtungen am
Bremshebel. Es gibt unterschiedliche Systeme, fragen Sie Ihren FahrradFachhändler (c).
Wenn die Wunschgriffweite erreicht ist, überprüfen Sie unbedingt, ob noch
genügend Leerweg am Hebel vorhanden ist, ehe die Beläge an den Felgen
oder Bremsscheiben anliegen (siehe Kapitel „Bremsanlage“) (d).
Bei den meisten Bremsgriffen ist der Abstand des Hebels zu den Lenkergriffen einstellbar. Fahrer mit kleinen Händen können so die Bremshebel in
griffgünstige Nähe zum Lenker bringen. Die Hebelstellung, in der die Bremse
zu wirken beginnt, muss ebenfalls auf die Fingerlänge eingestellt werden.
a
104
b
Der Bremshebel darf sich nicht bis zum Lenker durchziehen lassen. Die volle Bremskraft sollte vorher erreicht werden!
Beachten Sie auch die zusätzlichen Anweisungen des Bremsenherstellers.
c
d
14.4.4 Verstellung der Neigung von Lenker, Lenkerhörnchen
und Bremsgriffen bei Trekking-, City-, BMX-,
Kinderrädern und Mountainbikes
Die Lenkerenden sind meist etwas abgewinkelt. Stellen Sie den Lenker so
ein, dass Ihre Handgelenke entspannt und nicht zu stark nach außen verdreht sind (a).
Öffnen Sie dazu die Innensechskant-Schraube(n) an der Unter- bzw. Vorderseite des Vorbaus. Verdrehen Sie den Lenker, bis er in der von Ihnen
gewünschten Stellung ist. Achten Sie darauf, dass der Vorbau den Lenker
genau in der Mitte klemmt. Ziehen Sie die Schraube(n) wieder vorsichtig mit
dem Drehmomentschlüssel fest (b). Versuchen Sie, den Lenker gegenüber
dem Vorbau zu verdrehen und ziehen Sie ggf. die Verschraubung nochmals
nach. Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten Sie die
maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese im Kapitel „Empfohlene
Anzugsdrehmomente“, auf den Bauteilen selbst und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
Nachdem Sie den Lenker eingestellt haben, müssen Sie die Brems- und
Schaltgriffe justieren.
Lösen Sie dazu die Innensechskant-Schrauben an den Griffbandagen. Verdrehen Sie den Griff auf dem Lenker. Setzen Sie sich auf den Sattel und
legen Sie Ihre Finger auf den Bremshebel. Kontrollieren Sie, ob Ihre Hand
mit dem Unterarm eine gerade Linie bildet. Schrauben Sie die Griffe mit
einem Drehmomentschlüssel wieder fest (c) und machen Sie eine Verdrehkontrolle!
Beachten Sie, dass die Verschraubungen von Vorbau, Lenker,
Hörnchen und Bremsen mit vorgeschriebenen Drehmomenten
angezogen werden müssen. Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten Sie die maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese im Kapitel „Empfohlene Anzugsdrehmomente“, auf den Bauteilen selbst und/oder in den
Anleitungen der Komponentenhersteller.
Lenkerhörnchen, auch „Barends“ genannt, und Multipositionslenker bieten
zusätzliche Griffmöglichkeiten.
Lenkerhörnchen werden in der Regel so eingestellt, dass die Hände angenehm darauf liegen, wenn der Radler im Stehen, im sogenannten Wiegetritt,
fährt. Die „Barends“ stehen dann annähernd parallel zum Boden bzw. leicht
nach oben (etwa 25°) (d).
Öffnen Sie die Schrauben, die sich meist an der Unterseite der Lenkerhörnchen befinden, ein bis zwei Umdrehungen.
a
b
c
d
105
Verdrehen Sie die Hörnchen nach Ihren Wünschen und achten Sie darauf,
dass beide Seiten im gleichen Winkel stehen.
Ziehen Sie die Schrauben mit dem benötigten Anzugsmoment wieder fest.
Kontrollieren Sie den sicheren Halt, indem Sie die Hörnchen zu verdrehen
versuchen.
Beachten Sie, dass sich der Anhalteweg verlängert, wenn Sie
mit einem Hörnchen- (a) oder Multipositionslenker (b) fahren.
Die Bremshebel sind nicht in allen Griffpositionen in günstiger
Griffweite.
Stellen Sie die Lenkerhörnchen nicht senkrecht oder nach hinten, dies könnte bei einem Sturz zu Verletzungen führen.
a
106
b
15 Rund ums Rad
15.1
Gepäcktransport
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gepäck auf dem Fahrrad mitzunehmen. Wie das Gepäck befördert wird, hängt in erster Linie von dessen
Gewicht und Volumen ab. Unkompliziert ist der Transport im speziellen
Fahrrad-Rucksack (a). Sie können auch Gepäckträger oder Lenkertaschen
benutzen, was aber nicht bei allen Fahrrädern möglich ist. Wenn Sie sich
nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren
Fahrrad-Fachhändler!
Es gibt jedoch mehrere Varianten, das Gepäck direkt am Rad zu befestigen:
Die Gepäckträgerbelastung ist nach DIN in 3 Gewichtsstufen eingeteilt: 10,
18 und 25 kg. Die Belastungsangaben finden Sie auf den Gepäckträgern
eingeprägt. Bei Gepäckzuladung sollten Sie unbedingt auf die GesamtMaximalbelastung des Fahrrades achten. Bei einem nachträglichen Anbau
eines Gepäckträgers ist zu beachten, dass dieser der DIN EN 14872 entspricht.
Manche Crossräder und Mountainbikes ohne gefederten Hinterbau können
mit einem Gepäckträger (d) ausrüstet werden. Fragen Sie Ihren FahrradFachhändler nach den Befestigungspunkten und geeigneten Gepäckträgern.
Eine weitere Möglichkeit, Gepäck zu verstauen, bieten Lenkertaschen, die
oft mit Schnellverschlüssen angebracht werden. Lenkertaschen sind besonders geeignet für Wertgegenstände und Fotoausrüstungen.
Taschen für vorne, sogenannte Lowrider-Taschen, werden mit speziellen
Haltern an der Gabel befestigt. Sie eignen sich als Zusatz für die große Tour.
Schweres Gepäck ist darin gut aufgehoben, da das Fahrverhalten wenig
leidet. Mittlerweile gibt es Lowrider-Träger auch für die Montage an Federgabeln. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden
Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler! Wir empfehlen jedoch grundsätzlich keine Befestigung von Gepäck an Federgabeln.
Es empfiehlt sich, die mitzunehmenden Dinge in stabilen Packtaschen (b)
mit möglichst niedrigem Schwerpunkt zu befördern (c).
Achten Sie beim Beladen des Rades auf eine günstige Lastverteilung. Schwere Gepäckstücke sollten so weit unten wie
möglich gepackt werden. In die Lenkertasche und auf den Gepäckträger gehören die leichteren Dinge.
Achten Sie beim Kauf der Taschen auf Wasserdichtigkeit, damit Sie beim
ersten Regenguss keine unangenehmen Überraschungen erleben.
a
b
c
d
107
Überladen Sie Ihr Fahrrad nicht (siehe Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“), und beachten Sie die auf dem Gepäckträger aufgedruckte oder eingeprägte zulässige Belastung.
Passen Sie Federgabel und Reifendruck dem zusätzlichen Gewicht an.
Gepäck verändert generell die Fahreigenschaften Ihres Rades
und verlängert den Bremsweg! Üben Sie deshalb das Fahren
mit beladenem Fahrrad auf einer verkehrsfreien Fläche (a+b).
15.1.1 Gepäcktransport auf vollgefederten Rahmen
Bei freitragenden Gepäckträgern dürfen nur geringe Lasten transportiert
werden. Sie sollten bedenken, dass sich das Gewicht beim Überfahren von
Bodenunebenheiten um das Vielfache erhöht (gefederte Masse). Dies beeinflusst das Federverhalten. Weiterhin besteht bei Überladung die akute
Gefahr eines Rahmenbruchs! Die Beladung darf deshalb nur 8 kg betragen!
15.2
Mitnahme von Kindern
Die Mitnahme von Kindern ist nur mit speziellen Sitzen oder Kinderanhängern (c+d) möglich bzw. erlaubt. Beachten Sie hierzu die Hinweise im Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“!
15.2.1 Kindersitze
Die Kindersitze ((a) S. 109) werden am Rahmen des Rades befestigt. Die
Befestigungen sind meist als Wechselhalter ausgeführt. Ein Sitz kann somit
an mehreren Rädern befestigt werden, wenn diese jeweils mit einer passenden Befestigung ausgestattet sind.
Es dürfen nur auf die Gepäckträger Kindersitze montiert werden, die über
entsprechende Aufnahmepunkte verfügen. Beachten Sie, dass der Gepäckträger nie schwerer beladen wird, als es die am Träger eingeprägte
zulässige Maximallast erlaubt. Überschreiten Sie keinesfalls die angegebene
zulässige Gesamtbelastung des Fahrrades.
Befestigen Sie Kindersitze grundsätzlich nicht direkt am Lenker!
Das Befestigen des Kindersitzes an einem freihängenden Gepäckträger ist nicht zulässig – Bruchgefahr! Bei vollgefederten
Fahrrädern besteht generell keine Möglichkeit einen Kindersitz
zu montieren.
Bei Gepäckträgern, die sich am Hinterbau abstützen wird dadurch das Gewicht bei der ungefederten Masse höher und die Reaktion des Federsystems träger.
Wir empfehlen daher grundsätzlich keine Gepäckbefestigung an einem vollgefederten Rahmen.
a
108
b
c
d
Rennräder, Fitness- und Mountainbikes sind nicht dafür geeignet, dass ein Kindersitz mit einem speziellen Halter montiert
wird. Beachten Sie bei den anderen Radtypen die Hinweise im
Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“.
Besonders kritisch ist der Moment, wenn das Kind in den Kindersitz gesetzt
wird, denn dann ist die Gefahr, dass das Rad umkippt, am größten. Vorteilhaft ist deshalb die Montage einer Parkstütze mit zwei Beinen, auf denen
das Rad besser steht.
Nehmen Sie Kinder grundsätzlich bei geparktem Fahrrad aus
dem Sitz – Sturzgefahr!
Kinder dürfen nur auf speziellen Sitzen, die auch die Füße sicher unterbringen, mitgenommen werden. Das Kind darf in
Deutschland höchstens 7 Jahre, der Fahrer muss mindestens
16 Jahre alt sein. Erkundigen Sie sich nach den Regelungen in
Ihrem Land.
Decken Sie die Federn Ihres Sattels ab, damit das Kind seine
Finger nicht einklemmen kann.
Nicht alle MTBs und Crossräder sind dafür geeignet, dass ein
Kindersitz mit einem speziellen Halter montiert werden kann.
Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler und beachten Sie die
Hinweise im Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“.
Setzen Sie dem im Kindersitz mitfahrenden Kind immer einen
Helm auf!
Erwerben Sie ausschließlich DIN/GS-geprüfte Kindersitze. Wichtig ist, dass
das Kind im Sitz angeschnallt wird und die Füße in speziellen Haltern (b)
untergebracht sind.
Kindersitze beeinflussen die Fahreigenschaften des Rades stark. Das Gewicht des Sitzes und des Kindes machen die Fahrt verhältnismäßig labil,
das Rad neigt zum Schlingern. Üben Sie das Aufsteigen und das Fahren!
a
b
15.2.2 Kinderanhänger
In speziellen Kinderanhängern (c+d), die hinter dem Rad hergezogen werden, können bis zu zwei Kinder untergebracht werden. Die Kinder können
im Hänger spielen, ohne dass Spielsachen herausfallen. Einige Versionen
bieten die Möglichkeit, ein Sonnen- oder Regenschutzdach anzubringen.
c
d
109
Bevor Sie mit Ihrem Rad einen Anhänger ziehen, schauen Sie
im Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“ nach oder nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Fahrrad-Fachhändler auf! Notieren Sie sich vorab den Hängertyp, damit Ihnen fachkundig
Auskunft gegeben werden kann.
Anhänger verändern das Bremsverhalten und die Breite des Rades. Üben
Sie zuerst mit leerem Hänger (a). Eine lange Wimpelstange macht ihn für
Pkws besser sichtbar. Achten Sie darauf, dass er alle Reflektoren hat, die
auch am Rad vorgeschrieben sind. Stecken Sie bei Nachtfahrten eine Batterie-/Akkuleuchte an die Rückseite (b). Diese Beleuchtungseinrichtungen
sind in der bald in Kraft tretenden StVZO/FZV-Neuregelung vorgeschrieben.
Erkundigen Sie sich nach den Regelungen in dem Land, in dem Sie den
Hänger benutzen.
Schnallen Sie den oder die kleinen Passagiere immer an (c),
denn unkontrollierte Bewegungen im Inneren des Anhängers
könnten diesen sonst zum Kippen bringen.
Kinderanhänger dürfen nur mit freigegebenen Modellen gezogen werden. Hydraulische Bremsen sind Pflicht! (Siehe Kapitel
„Bestimmungsgemäßer Gebrauch“).
15.2.3 Kinderfahrrad-Nachziehvorrichtungen /
Anhängesysteme
Auf dem Markt werden verschiedene Systeme angeboten, mit denen Sie ein
Kinderrad an ein Erwachsenenrad anhängen können, um so gemeinsam mit
Ihrem Kind durch den Straßenverkehr zu fahren.
Informieren Sie sich bei Ihrem Fahrrad-Fachhändler über die verschiedenen
Nachziehvorrichtungen.
Einige der Nachziehvorrichtungen werden am Sattelrohr des ziehenden Rades befestigt. Diese Aufhängung an einem Punkt am Sattelrohr ist eventuell
etwas instabil.
Besser geeignet sind Systeme, bei denen das Kinderrad an das Erwachsenenrad angekoppelt wird.
Setzen Sie dem Kind immer einen passenden Helm auf (d). Ein
Anhänger ist nur ein unvollkommener Schutz bei einem Unfall.
Nachziehvorrichtungen beeinflussen die Fahreigenschaften Ihres Rades stark. Das Gewicht des angehängten Fahrrades und
des Kindes machen die Fahrt verhältnismäßig labil. Das Rad
neigt eventuell zum Schlingern. Üben Sie das Auf- und Absteigen und das Fahren und beachten Sie – insbesondere in Kurven – dass Ihr Fahrrad mit einer Nachziehvorrichtung sehr viel
länger ist!
Bei der zusätzlichen Belastung durch den Kindertransport müssen Sie mit einem längeren Bremsweg rechnen.
a
110
b
c
d
Auch das Bremsverhalten Ihres Rades ändert sich. Bevor Sie mit einem
angehängten Kinderrad im Straßenverkehr fahren, üben Sie deshalb das
Fahr- und Bremsverhalten auf einer verkehrsfreien Fläche und zuerst ohne
Passagier!
Wichtig ist auch, dass Sie mit Ihrem Kind üben, wie es sich auf
seinem angehängten Fahrrad während der Fahrt verhalten soll!
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auch bei Fahrten mit angekoppeltem bzw. angehängtem Rad einen Helm (a) trägt! Tragen Sie
selbst einen Helm und seien Sie Vorbild.
Erwerben Sie ausschließlich geprüfte Nachziehvorrichtungen
(z.B. DIN/GS-geprüfte) und achten Sie in allen Fällen auf die
korrekte Montage. Ausführliche Informationen hierzu finden
Sie in den Anleitungen der Hersteller, die Sie beim Erwerb der
Nachziehvorrichtung erhalten haben.
Falls Sie in der Dunkelheit fahren, sollte das angehängte Fahrrad Ihres Kindes außerdem mit der vorgeschriebenen Beleuchtung versehen sein, d.h. es muss mit einer Wellenlinie und dem
Buchstaben „K“ (b) gekennzeichnet sein. Weitere Informationen
finden Sie im Kapitel „Gesetzliche Anforderungen zur Teilnahme am Straßenverkehr“.
a
b
15.3
Transport des Rades mit dem Auto
Am einfachsten transportieren Sie das Rad im Kofferraum des Autos (c).
So ist das Rad vor den dynamischen Einflüssen während der Fahrt und
vor Schmutz geschützt. Achten Sie darauf, dass Sie den Kofferraum nicht
verschmutzen, legen Sie ggf. etwas unter das Rad. Besonders geeignet für
den Transport sind Innenraum-Befestigungssysteme, bei denen das Rad
fixiert wird.
Legen Sie das Fahrrad oder Teile davon nicht lose in den Innenraum. Herumrutschende Teile können Ihre Sicherheit gefährden.
Sollte das Rad nicht im Kofferraum zu transportieren sein, bietet nahezu
jedes Autozubehörgeschäft und fast alle Autofirmen Trägersysteme (d) zum
Radtransport an, damit das Rad nicht zerlegt werden muss. Üblicherweise
werden die Räder auf dem Dach in eine Schiene gestellt und mit einer Klammer, die ans Unterrohr greift, befestigt.
Achten Sie darauf, dass sich keine Teile (Werkzeug, Gepäcktaschen, Kindersitze usw.) am Fahrrad befinden, die sich lösen
können – Unfallgefahr!
c
d
111
Bei großvolumigen Rahmenrohren (a) besteht bei Klemmen, die
nicht dafür ausgelegt sind, Quetschgefahr!
Daraus kann eine irreparable Beschädigung des Rahmens resultieren. Besonders gefährdet sind hochwertige, sehr dünnwandige Aluminiumrahmen
und solche aus Carbon. Aufgrund der Materialeigenschaften von Carbon
muss eine schwerwiegende Beschädigung nicht sofort erkennbar sein und
kann beim späteren Gebrauch zu einem unvorhergesehenen, schwerwiegenden Unfall führen.
Es gibt aber spezielle, passende Modelle im Kfz-Zubehörhandel.
Die immer mehr in Mode kommenden Heckträger (b) bieten gegenüber den
Dachträgern vor allem den Vorteil, dass das Rad zum Transport nicht so
weit hochgehoben werden muss. Achten Sie darauf, dass bei der verwendeten Befestigung keine Beschädigung an Gabel und Rahmen stattfindet
– Bruchgefahr!
Kaufen Sie keine Trägersysteme, bei denen das Rad umgekehrt,
d.h. mit dem Lenker und Sattel nach unten auf dem Träger befestigt wird. Bei dieser Befestigungsart werden der Lenker, der
Vorbau, der Sattel und die Sattelstütze während der Fahrt sehr
stark beansprucht. Wählen Sie keinen Träger mit Einhängung an
den Tretkurbeln. Bruchgefahr!
Achten Sie darauf, dass die Beleuchtungseinrichtungen und
das Kennzeichen Ihres Autos nicht verdeckt werden. Unter Umständen ist ein zweiter Außenspiegel Pflicht.
Achten Sie beim Kauf auf die Einhaltung der Sicherheitsnormen in Ihrem
Land, z.B. GS-Zeichen oder ähnlichem. In Deutschland muss der Träger mit
einer Zulassung nach §22 StVZO versehen sein.
Lesen Sie die Bedienungsanleitung des Trägers und halten Sie sich an die
zulässige Nutzlast und die empfohlene oder gar vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.
Kontrollieren Sie die Befestigung des Fahrrades vor und auch
regelmäßig während der Fahrt. Sollte sich das Fahrrad vom
Dachträger lösen, besteht die Gefahr, dass andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.
Beachten Sie die größere Höhe Ihres Fahrzeugs. Messen Sie
die Gesamthöhe Ihres Fahrzeugs und bringen Sie diese gut
sichtbar im Cockpit oder auf dem Lenkrad an.
Räder mit hydraulischen Scheibenbremsen dürfen keinesfalls
kopfüber transportiert werden. Luft könnte ins Bremssystem
gelangen und zum Ausfall der Bremse führen.
Montieren Sie bei Scheibenbremsen die Transportsicherungen,
wenn Sie das Fahrrad ohne Laufräder transportieren.
a
112
b
15.4
Transport des Rades mit dem Flugzeug
Sollten Sie mit dem Flugzeug verreisen, verpacken Sie Ihr Rad entweder in
einen geeigneten Radkoffer (a) oder in einen Radkarton (b), den Sie bei Ihrem Fahrrad-Fachhändler bekommen. In Radtaschen ist Ihr Fahrrad oftmals
nicht ausreichend geschützt.
15.5
Mit dem Kauf Ihres hochwertigen Fahrrades haben Sie den Grundstein für
eine Menge Fahrspaß gelegt. Je nachdem, was Sie mit Ihrem Bike planen,
sollten Sie noch einige Tipps beachten und sich entsprechend ausrüsten.
Es gibt bei Ihrem Fahrrad-Fachhändler eine Vielzahl nützliches Zubehör, das
Ihre Sicherheit und den Komfort steigert.
Verpacken Sie die Laufräder in spezielle Laufradtaschen, damit sie im Koffer
oder Karton geschützt sind. Nehmen Sie das zur Montage benötigte Werkzeug, einen Drehmomentschlüssel und Bits und diese Anleitung mit, damit
Sie das Rad am Zielort wieder fachgerecht betriebsbereit machen können.
Wenn Sie die Laufräder aus einem Fahrrad mit Scheibenbremsen nehmen,
müssen Sie eine Belagsicherung / einen Platzhalter zwischen die Bremsbacken klemmen. Sonst können diese ungewollt ganz ausfahren und sind
dann nur schwer wieder auseinander zu bekommen. Ihr Fahrrad-Fachhändler hat eine Auswahl an Platzhaltern. Damit keine Luft ins System kommt,
sichern Sie die Bremsgriffe mit einem Gummiband am Lenker, so dass diese
angezogen sind.
Zubehör
Ungeeignetes Zubehör kann die Eigenschaften des Fahrrades
verändern und bis hin zu einem Unfall führen. Stimmen Sie die
Anbringung von Zubehör daher immer mit dem Fahrrad-Fachhändler ab und beachten Sie unbedingt die Hinweise zum bestimmungsgemäßen Gebrauch des Fahrrades.
15.5.1 Zusatzeinrichtungen
An Ihrem Fahrrad können Sie diverses Zubehör (c+d) montieren. Achten Sie
aber darauf, dass die Anforderungen der StVZO/FZV und der DIN EN eingehalten werden. Alle Teile, die Sie nachrüsten, müssen mit Ihrem Fahrrad
kompatibel sein. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben,
wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Teile, die nicht zu Ihrem Fahrrad passen, können Unfälle verursachen!
a
b
c
d
113
Vor dem Kauf zusätzlicher Klingeln oder Hupen sowie Beleuchtungseinrichtungen müssen Sie genau prüfen, ob dieses Zubehör erlaubt und geprüft und damit für den Straßenverkehr zugelassen ist. Zusätzliche Batterie-/Akkuleuchten müssen mit der
Schlangenlinie und dem Buchstaben K gekennzeichnet sein.
Nachträglich angebrachtes Zubehör, z.B. Schutzbleche (a),
Scheiben- oder Trommelbremsen, Gepäckträger etc., kann die
Funktion Ihres Rades beeinträchtigen. Befragen Sie immer Ihren Fahrrad-Fachhändler, bevor Sie Zubehör irgendeiner Art an
das Rad bauen.
15.5.2 Anhänger
Fahrradanhänger zum Transport von Lasten dürfen inklusive Beladung maximal 40 kg wiegen. Es gibt zwei verschiedene Arten der Ankupplung: Zum
einen in der Nähe der Hinterachse und zum anderen die der Kupplung zwischen Sattel und Gepäckträger. Die Entscheidung für die Art der Kupplung
ergibt sich häufig aus der Bauart des Fahrrades. Gefederte Fahrräder sind
nicht zur Mitnahme eines Anhängers ausgelegt!
Beachten Sie unbedingt die Betriebs- und Bedienungshinweise des Anhängerherstellers. Fahrradanhänger müssen der Bestimmung der StVZO/FZV
entsprechen.
Üben Sie Anfahren, Abbremsen, Kurven- und Gefällefahrten, das durch den
Hänger veränderte Fahrverhalten sollte geübt werden.
a
114
b
15.5.3 Barends (Lenkerhörnchen)
Gerade Lenkerbügel können mit sogenannten Barends (b) ausgestattet
werden. Einige dünnwandige Lenkerbügel bzw. Carbonbügel benötigen
zusätzliche Stopfen oder andere Sonderteile, die das Zerquetschen oder
das Platzen des Lenkerbügels vermeiden. Lassen Sie den Anbau unbedingt
vom Fahrrad-Fachhändler durchführen!
15.5.4 Computer
Elektronische Tachos ermitteln Fahrt- und Durchschnittsgeschwindigkeit,
Tages- und Jahreskilometer sowie die Fahrzeit. Luxusmodelle zeigen die
höchste erreichte Geschwindigkeit, den Höhenunterschied, die Trittfrequenz oder (mit einem speziellen Brustgurt) sogar Ihre Pulsfrequenz (c) an.
15.5.5 Körbe
Körbe (d) für die Anbringung am Lenker oder Vorbau sind nur für die ganz
leichten Dinge geeignet. Belasten Sie den Korb nicht mit mehr als maximal
5 kg.
Soll am Lenkerbügel ein Korb angebracht werden, müssen Sie darauf achten, dass Scheinwerfer und Frontstrahler nicht verdeckt werden und sich
die Lenkeigenschaften nicht verändern. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen,
auf die Montage eines Lenkerkorbes zu verzichten, da sich eine negative
Auswirkung auf die Fahreigenschaften nicht vermeiden lässt.
c
d
Achten Sie darauf, dass die verwendete Befestigung den Lenkerbügel oder Lenkervorbau nicht beschädigt – Bruchgefahr!
Brems- und Schaltzüge dürfen nicht abgeknickt werden.
15.5.6 Pannenset (a)
Das wichtigste Zubehör für eine gelungene Radtour ist eine Luftpumpe und
eine kleine Werkzeugtasche. Darin sollten zwei Kunststoff-Montierhebel, die
gängigen Innensechskant-Schlüssel, ein Schlauch, Flickzeug, Ihr Mobiltelefon und etwas Geld sein. So sind Sie gewappnet, wenn der Pannenteufel
zuschlägt.
15.5.7 Parkstütze (b)
Fahrrad-Parkstützen sollen ein Umfallen beim Abstellen des Rades verhindern. Je nach Nutzung sollte der Ständer entsprechend ausgewählt werden.
Mittelständer – die als Zweibeinstütze auch ein beladenes Rad sicher halten
– sind vor allem wichtig bei Fahrrädern, auf denen ein Kindersitz montiert
wurde. Der Fahrer hat beide Hände frei, um das Kind in oder aus dem Sitz
zu heben und gleichzeitig das Fahrrad im Gleichgewicht zu halten.
Lassen Sie Kinder niemals alleine und ohne Aufsicht im abgestellten Fahrrad – Sturzgefahr!
a
Zweibeinstützen – die zu einer Seite wegklappen – werden zunehmend bei
Tourenrädern angebaut. Auch mit viel Gepäck halten Sie das Rad im Gleichgewicht.
Seitenstützen – montiert unten am Rahmen hinter dem Tretlager oder an der
Hinterbaustrebe bzw. Laufradachse – lassen das Fahrrad in einer leichten
Schräge stehen. Damit der Seitenständer nicht im weichen Boden einsinken
kann, ist ein Gummifuß von Vorteil.
Wenn Ihr Fahrrad mit einem Teleskopständer ausgerüstet ist, können Sie
ohne Werkzeug durch Drehen des Einstellrades die Ständerlänge verstellen.
Vom Drehpunkt ausgehend soll das Ständerbein exakt so lange sein, wie
der beim senkrecht gehaltenen Rad gemessene Abstand zum Boden. Andere verstellbare Seitenständer haben eine sichtbare Klemmschraube. Bei
dieser Version muss die Einstellung mittels eines Schrauben- oder Innensechskant-Schlüssels vorgenommen werden.
Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie gerne ausführlich über den
geeigneten Stützentyp. Lassen Sie die Montage einer Stütze
durch ihn durchführen.
15.5.8 Spiegel
Verwenden Sie nur solche Fahrradspiegel, die eine geprüfte Zulassung haben.
b
115
15.5.9 Radschützer / Schutzbleche (a+b)
15.5.10 Schlösser
Wenn Sie Ihr Fahrrad mit Schutzblechen ausstatten wollen, lassen Sie sich
von Ihrem Fahrrad-Fachhändler beraten. Es gibt abnehmbare Radschützer,
sogenannte Steckbleche und fest angebrachte Modelle, die einen höheren
Schutz bieten.
Massive Kabel- und Bügelschlösser (c+d) bieten den besten Schutz. Ein
Bügelschloss sichert z.B. den Rahmen an einem Laternenpfahl, ein Kabelschloss sichert zusätzlich die Laufräder gegen Diebstahl. Das Bügelschloss
wird mit einer Halterung am Rahmen befestigt und kann so ständig mitgeführt werden. Kabelschlösser können, wenn sie keine Befestigungshalter
für den Rahmen haben, bequem unter dem Sattel am Rahmenrohr verstaut
werden. Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie gerne über die verschiedenen
Sicherheitsstufen der Schlösser.
Nachrüstbare Radschützer zum festen Anbringen bestehen in der Regel aus
Kunststoff und werden mit Hilfe der zusätzlich angebrachten Streben in der
richtigen Position gesichert. Die Länge der Strebe ist dann optimal, wenn die
Unterkante des Radschutzes etwa ringförmig parallel zum Reifen verläuft.
Befestigen Sie das Schloss sicher am Fahrrad und lassen Sie es
nicht am Lenker hängen.
Aus Sicherheitsgründen müssen an den Vorderradstreben zwingend Abrisssicherungen angebracht sein. Diese verhindern, dass vom Reifen mitgerissene Fremdkörper das Vorderrad blockieren lassen. Die Abrisssicherung
gibt in diesem Fall die Strebe frei und verhindert somit einen möglichen Unfall. Die Steckverbindung kann einfach wieder eingerastet werden.
Beschädigte Radschützer sollten in jedem Fall ausgetauscht
werden!
a
116
b
c
d
15.6
Die richtige Ausrüstung
15.6.2 Die richtige Bekleidung
15.6.1 Fahrradhelme
Ein Radhelm ist unbedingt empfehlenswert. Ihr Fahrrad-Fachhändler hat
eine Auswahl in verschiedenen Größen (a).
Lassen Sie sich beim Kauf Zeit und setzen Sie den Wunschhelm ruhig eine
Weile auf. Ein guter Helm muss straff sitzen und darf nicht drücken.
Achten Sie darauf, dass der Helm die bestandene Prüfnorm DIN EN 1078
hat.
Wer gut sitzen möchte, für den ist eine Radlerhose ein absolutes Muss. Diese eng anliegenden Hosen besitzen einen speziellen, gepolsterten Einsatz
im Gesäßbereich. Er weist keine drückenden Nähte auf und wirft keine Falten. Da Sie sicher beim Radfahren öfters ins Schwitzen kommen, sind Trikots aus Synthetikmaterial ideal. Diese Fasern nehmen selbst keine Feuchtigkeit auf, sondern transportieren den Schweiß von der Haut weg an die
Stoffoberfläche und verhindern so ein Frösteln durch den kühlen Fahrtwind.
Auf größeren Touren sollten Sie außerdem einen geeigneten Regenschutz
mitführen. Ihr Fahrrad-Fachhändler berät Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung.
Fahrradhelme sind ausschließlich zum Tragen beim Fahrradfahren zugelassen. Beachten Sie die Anweisung des Herstellers.
Fahren Sie nie mit weiten Hosen oder Röcken, die in die Speichen, in die Kette oder Kettenräder gelangen können. Verwenden Sie ggf. zum Schutz geeignete Klammern oder auch Bänder (c).
Fahren Sie nie ohne Helm! Aber der sicherste Helm nützt nichts,
wenn er nicht richtig passt oder der Riemen nicht richtig eingestellt oder geschlossen ist (b).
Tragen Sie auffällige Farben, um von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden!
Tragen Sie bitte immer einen Integralhelm und Protektoren,
wenn Sie mit einem Dirt-, Downhill- oder Freeride-Bike unterwegs sind!
a
b
c
d
117
15.6.3 Brillen
Neben einem Fahrradhelm und der richtigen Bekleidung sollten Sie unbedingt eine Schutzbrille tragen, wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind
((d) S. 117).
Diese schützt Sie gegen Sonne und Wind, aber auch gegen Mücken, die
Ihnen beim Fahren ohne Brille in die Augen fliegen und Ihre Sicht behindern
können. Sturzgefahr!
Eine gute Fahrradbrille (a) muss eng am Gesicht anliegen, so dass seitlich
kein Wind an die Augen gelangen kann. Es gibt sehr viele unterschiedliche
Modelle, z.B. Brillen ohne Tönung und UV-Schutz, die in der Dämmerung
und bei Nacht getragen werden können oder Brillen mit einem hohen UVSchutz, die Sie bei starker Sonneneinstrahlung tragen sollten.
Spezielle Radschuhe werden vor allem dann benötigt, wenn Ihr Cross- oder
Mountainbike oder Ihr Rennrad mit sogenannten Klick- oder Systempedalen
ausgerüstet ist (c). Bei diesen Schuhen sind kleine Halteplatten („Cleats“) (d)
in die Sohlen integriert, die einen festen Halt am Pedal gewährleisten und
dennoch mindestens befriedigende Geheigenschaften bieten.
Hauptvorteil dieser Systempedale ist, dass der Fuß beim schnellen Treten
oder bei Fahrten im holprigen Terrain nicht abrutscht. Das Pedal kann durch
den fixen Halt auch geschoben bzw. gezogen werden. Dies erleichtert das
flüssige Pedalieren und verbessert die Kraftübertragung gegenüber Pedalen
mit offenem Pedalkäfig ungemein. Anders als bei einem mit Pedalhaken und
-riemen ausgestatteten Pedal besteht aber jederzeit die Möglichkeit, den
Fuß durch einen einfachen Fersenschwenk vom Pedal zu lösen – das ist vor
allem in plötzlichen Gefahrensituationen ein Plus an Sicherheit.
Lesen Sie die Bedienungsanleitung des Pedalherstellers. Wenn
Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden
Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Ihr Fahrrad-Fachhändler hat eine große Auswahl an verschiedenen Brillen
und berät Sie gerne!
15.6.4 Schuhe und Pedale
Schuhe zum Radfahren sollten aus festem Material sein (b), um Halt zu
bieten, und eine steife Sohle haben, durch die sich das Pedal nicht drücken kann. Der Fersenbereich sollte nicht zu breit sein, sonst können Sie
die natürliche Fußstellung nicht einnehmen, da Sie an der Kurbel oder den
Hinterbaustreben anstoßen. Das kann zu Knieschmerzen führen.
a
118
b
Üblicherweise nehmen Sie das Pedal in der untersten Position der Kurbel
mit der Plattenspitze auf und treten dann auf den waagerecht stehenden
Pedalkörper. In der Regel rastet der Schuh dann mit einem deutlich hör- und
spürbaren Klick ein. Es gibt verschiedene Plattenformen, Auslösewinkel und
-härten. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
c
d
Achten Sie darauf, dass Pedal und Schuhsohle stets frei von
Schmutz und sonstigen Fremdkörpern sind und schmieren Sie
den Rastmechanismus regelmäßig mit Öl.
Fahren Sie nur mit einem Pedalsystem, das reibungslos einund ausrastet (c). Sollte das Pedal nicht sauber arbeiten oder
die Platte stark verschlissen sein, kann sich der Schuh selbsttätig aus dem Pedal lösen. In manchen Fällen lässt er sich nur
schwer oder gar nicht mehr ausrasten. In beiden Fällen besteht
Sturzgefahr!
Üben Sie erst im Stillstand, dann auf verkehrsfreier Fläche, die
Pedale aufzunehmen, einzurasten und den Fuß zu lösen.
Lassen Sie sich vom Fahrrad-Fachhändler über die verschiedenen Schuhmodelle beraten. Es gibt diese für verschiedene
Einsatzzwecke.
Befestigen Sie die Platte so auf dem Schuh, dass der Fußballen über der
Pedalachse steht (a). Der Fuß sollte beim Tretvorgang seine natürliche Stellung einnehmen. Bei den meisten Menschen zeigt dann die Ferse etwas
nach innen. Lassen Sie sich bei Einstellung und Erstmontage von Ihrem
Fahrrad-Fachhändler helfen!
Manche Mountainbike-Pedale, sogenannte Plattform-Pedale,
sind für maximalen Halt der Schuhe, z.B. beim Dirtbiken und
Freeriden, konstruiert (d). Diese verfügen deshalb über scharfe
Kanten und/oder Schraubpins. Da Sie sich während des Fahrens daran verletzen können, sollten Sie geeignete Schutzkleidung, z.B. Knie- und Schienbeinprotektoren, tragen.
Achten Sie darauf, dass die Befestigungsschrauben der Platte
stets festgedreht sind. Sind sie lose, wird das Aussteigen nahezu unmöglich – Sturzgefahr!
Die Auslösehärte von Systempedalen wird mit Hilfe eines InnensechskantSchlüssels eingestellt (b). Knarren oder Quietschen können Sie oft durch
etwas Fett an den Kontaktpunkten beseitigen. Es könnte aber auch ein Zeichen von Verschleiß sein – genau wie kippeliger Stand. Überprüfen Sie die
Platten regelmäßig.
a
b
c
d
119
16 Pflegehinweise und Inspektionen
Wenn Sie Ihr Rad vom Fahrrad-Fachhändler abholen, hat er es für Sie fahrbereit montiert. Dennoch müssen Sie das Rad regelmäßig pflegen und die
turnusmäßigen Wartungsarbeiten vom Fahrrad-Fachhändler durchführen
lassen. Nur dann funktionieren alle Teile dauerhaft und das Fahrrad ist betriebssicher.
Bereits nach 100 bis 300 Kilometern bzw. 5 bis 15 Betriebsstunden oder
vier bis sechs Wochen ist eine erste Inspektion fällig. Das Fahrrad muss
gewartet werden, da sich in der „Einfahrzeit” des Rades die Speichen setzen, die Züge längen, die Schaltung verstellt und die Lager einlaufen. Dieser
Reifeprozess lässt sich nicht vermeiden. Vereinbaren Sie daher mit Ihrem
Fahrrad-Fachhändler einen Termin für die Durchsicht Ihres neuen Rades.
Diese erste Inspektion beeinflusst maßgeblich die Funktion und Lebensdauer Ihres Rades.
Bringen Sie Ihr neu erworbenes Rad zu Ihrer eigenen Sicherheit
nach 100 bis 300 km bzw. 5 bis 15 Betriebsstunden oder nach
vier bis sechs Wochen, spätestens jedoch nach drei Monaten,
zum Fahrrad-Fachhändler zur Erstinspektion.
a
120
b
Nach der Einlaufphase sollten Sie Ihr Fahrrad in regelmäßigen Abständen
durch Ihren Fahrrad-Fachhändler warten lassen. Wenn Sie regelmäßig auf
schlechten Straßen oder im Gelände fahren, verkürzen sich die Inspektionsintervalle dem härteren Einsatz entsprechend. Ein günstiger Zeitpunkt für
eine Jahresinspektion ist der Winter, denn dann hat Ihr Fahrrad-Fachhändler
viel Zeit für Ihr Fahrrad.
Inspektionen und Reparaturen sind Arbeiten, die ein FahrradFachhändler durchführen sollte. Werden Inspektionen nicht
oder unfachmännisch durchgeführt, kann dies zum Versagen
von Teilen des Fahrrades führen – Unfallgefahr! Wenn Sie es
dennoch selbst machen wollen, muten Sie sich nur Arbeiten zu,
bei denen Sie über das nötige Fachwissen und das passende
Werkzeug z.B. einen Drehmomentschlüssel (a) verfügen.
Verwenden Sie grundsätzlich nur Original-Ersatzteile (b), wenn
ein Austausch gegeben ist.
16.1
Waschen und Pflegen des Rades
Angetrockneter Schweiß, Schmutz und Salz vom Winterbetrieb schaden
Ihrem Rad. Deshalb sollten Sie alle Bauteile regelmäßig reinigen.
Nach der Reinigung sollten Sie die Kette auf Verschleiß prüfen und frisch
schmieren (c) (siehe Kapitel „Kette“). Reiben Sie lackierte, metallische und
Carbonoberflächen (außer Bremsflanken) mit handelsüblichem Hartwachs
ein (d). Polieren Sie nach dem Abtrocknen nach.
Vermeiden Sie eine Reinigung mit dem Dampfstrahler. Der scharfe Hochdruck-Wasserstrahl kann an den Dichtungen vorbei ins Innere der Lager
vordringen. Die Schmiermittel werden verdünnt, die Reibung erhöht. Auf
Dauer zerstört das die Lagerlaufflächen und die Lager laufen nicht mehr
rund. Außerdem könnten sich die Rahmenaufkleber ablösen.
Bringen Sie keine Pflegemittel oder Kettenöl auf die Bremsbeläge, Bremsscheiben und Bremsflächen der Felgen. Die Bremse
könnte wirkungslos werden (siehe Kapitel „Bremsanlage“)! Bringen Sie kein Fett oder Öl auf Klemmbereiche aus Carbon, z.B.
an Lenker, Vorbau, Sattelstütze und Sitzrohr.
Wesentlich schonender ist die Radwäsche mit einem weichen Wasserstrahl
oder einem Eimer Wasser und einem Schwamm (a) bzw. einem großen
Pinsel. Bei der Handreinigung können Sie zudem schadhafte Lackstellen
(b), verschlissene Teile oder Defekte frühzeitig erkennen.
Entfernen Sie hartnäckiges Öl oder Fett von Lackoberflächen
und Carbon mit einem Reinigungsmittel auf Petroleumbasis.
Vermeiden Sie Entfetter, die Aceton, Methylchlorid etc. enthalten, oder lösungsmittelhaltige, nicht neutrale oder chemische
Reinigungsmittel. Sie können die Oberfläche angreifen!
Reinigen Sie Ihr Fahrrad am besten gar nicht mit einem starken
Wasserstrahl oder Dampfstrahler und wenn doch, dann nicht
auf kurze Distanz.
Achten Sie beim Putzen auf Risse, Kratzspuren, Materialverbiegungen oder -verfärbungen. Lassen Sie beschädigte Bauteile
sofort ersetzen und bessern Sie schadhafte Lackstellen aus.
Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben,
wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
a
b
c
d
121
16.2
Aufbewahrung bzw. Lagerung des Rades
In den Wintermonaten gibt es bei Fahrrad-Fachhändlern meist
kaum Wartezeiten. Zudem bieten viele den jährlichen Check
zum Aktionspreis an. Nutzen Sie die Standzeit und bringen Sie
Ihr Rad zur turnusmäßigen Inspektion!
Wenn Sie Ihr Rad während der Saison regelmäßig pflegen, müssen Sie,
abgesehen vom Diebstahlschutz, keine besonderen Maßnahmen ergreifen,
wenn Sie es kurzzeitig abstellen. Bewahren Sie es am besten an einem
trockenen, gut durchlüfteten Ort auf.
Hängen Sie Fahrräder mit Carbonfelgen nicht an den Felgen
auf! Bruchgefahr!
Möchten Sie Ihr Rad länger, z.B. über die Wintermonate, stehen lassen, gibt
es ein paar Dinge zu beachten: Während der langen Standzeit verlieren die
Schläuche allmählich Luft. Steht das Rad längere Zeit auf platten Reifen,
kann deren Aufbau Schaden nehmen. Hängen Sie deshalb die Laufräder
oder das gesamte Fahrrad auf (a) oder kontrollieren Sie regelmäßig den
Reifendruck (b).
Säubern Sie das Rad (c) und schützen Sie es gegen Korrosion. Ihr FahrradFachhändler hat spezielle Pflegemittel im Angebot, z.B. Sprühwachs (d).
Demontieren Sie die Sattelstütze und lassen Sie eventuell eingedrungene
Feuchtigkeit austrocknen. Sprühen Sie etwas fein zerstäubtes Öl ins Sattelrohr (nicht wenn Carbon ein Klemmpartner ist!). Schalten Sie vorne auf
das kleine Blatt und hinten auf das kleinste Ritzel. So sind Züge und Federn
entspannt.
a
122
b
c
d
123
17 Wartungs- und Service-Zeitplan
Bauteil
Tätigkeit
Beleuchtung
Funktion kontrollieren
Bereifung
Luftdruck kontrollieren
Bereifung
Profilhöhe und Seitenwände kontrollieren
Bremsen (Felgen-)
Hebelweg, Belagsstärke und Position
zur Felge kontrollieren,
Bremsen (Felgen-)
Bremsprobe im Stand
Bremsen, Beläge (Felgen-)
Säubern
Bremszüge
Sichtkontrolle
Bremsen (Scheiben-)
Bremsmedium austauschen (bei DOT Flüssigkeiten)
Federgabel
Schrauben kontrollieren und ggf. nachziehen
Federgabel
Öl wechseln bzw. Elastomere fetten
Feder-Sattelstütze
Warten
Feder-Sattelstütze
Spiel kontrollieren
Felgen bei Felgenbremsen
Wandstärke kontrollieren, ggf. auswechseln
Innenlager
Lagerspiel kontrollieren
Innenlager
Neu fetten (Gehäuse)
Kette
Kontrollieren bzw. schmieren
Kette
Kontrollieren bzw. wechseln
Kurbel
Kontrollieren bzw. nachziehen
Lack / Eloxal
Konservieren
Laufräder / Speichen
Rundlauf und Spannung prüfen
124
Vor jeder Fahrt
Monatlich
spätestens nach dem zweiten Satz Bremsbeläge
ab 800 km
mindestens halbjährlich
Jährlich
Bauteil
Tätigkeit
Vor jeder Fahrt
spätestens nach 5 Jahren
Lenker (aus Aluminium und Carbon)
Austauschen
Lenkungslager
Lagerspiel kontrollieren
Lenkungslager
Neu fetten
Metallische Oberflächen
Konservieren
Naben
Lagerspiel kontrollieren
Naben
Neu fetten
Pedale
Lagerspiel kontrollieren
Pedale (System)
Rast-Mechanismus reinigen, schmieren
Sattelstütze / Vorbau
Klemmschrauben kontrollieren
Schaltwerk / Umwerfer
Reinigen, schmieren
Schnellspanner
Sitz kontrollieren
Schrauben und Muttern
Kontrollieren bzw. nachziehen
Speichen
Spannung kontrollieren
Ventile
Sitz kontrollieren
Vorbau / Sattelstütze
Ausbauen und neu fetten (kein Fett an Carbon!)
Züge Schaltung / Bremsen
Ausbauen und fetten
Monatlich
Jährlich
mindestens halbjährlich
Die hellorange
gekennzeichneten Kontrollen können Sie selbst durchführen, wenn Sie über handwerkliches Geschick, etwas Erfahrung und geeignetes
Werkzeug, z.B. einen Drehmomentschlüssel, verfügen. Sollten bei den Überprüfungen Mängel erkennbar sein, leiten Sie umgehend geeignete Maßnahmen
ein. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind oder Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Fahrrad-Fachhändler!
Die dunkelorange
gekennzeichneten Arbeiten sollten nur vom Fahrrad-Fachhändler durchgeführt werden.
125
18 Empfohlene Anzugsdrehmomente
Um die Betriebssicherheit des Rades zu gewährleisten, müssen die Verschraubungen der Bauteile sorgfältig angezogen und regelmäßig kontrolliert werden.
Am besten eignet sich hierzu ein Drehmomentschlüssel, der knackt oder abschaltet, wenn das gewünschte Anzugsmoment erreicht ist.
Tasten Sie sich von unten in kleinen Schritten (halbe Newtonmeter) an das vorgeschriebene maximale Drehmoment heran und prüfen Sie dazwischen immer
wieder den festen Sitz des Bauteils. Überschreiten Sie das vom Hersteller angegebene maximale Drehmoment nicht! Für Teile, bei denen keine Angaben vorliegen, beginnen Sie mit 2 Nm. Halten Sie sich an die Werte. Beachten Sie die beiliegenden Anleitungen der Komponentenhersteller.
Auf einigen Bauteilen stehen die Anzugsmomente auf dem Bauteil selbst. Benutzen Sie einen Drehmomentschlüssel und überschreiten Sie die
maximalen Anzugsmomente nicht! Sie finden diese in diesem Kapitel, auf den Bauteilen selbst und/oder in den Anleitungen der Komponentenhersteller.
Baugruppe
Schaltwerk
Umwerfer
Schalthebel
STI Bremsschalthebel
Bremshebel
Naben
Kurbeln / Innenlager
Pedale
126
Bauteil
Befestigungsschraube
Befestigung der Schaltkabel
Schaltröllchen
Befestigungsschelle
Befestigung der Schaltkabel
Befestigungsschraube
Befestigungsschraube
Befestigungsschraube
Freilaufkörper
Befestigungsschrauben bei Vierkant Lagern
Befestigungsschrauben Octalink
Innenlager Vierkant
Innenlager Hollowtech 2 / Truvativ GXP
Befestigungsstern Hollowtech 2 Innenlager
Innensechskantschrauben linker Kurbelarm Hollowtech 2
Befestigungsschraube linker Kurbelarm Truvativ
Kettenblattschrauben
Drehmoment Nm
8 - 10
4-6
3-4
5-7
5-7
5-7
5-7
5-7
35 - 39
35 - 45
35 - 50
50 - 70
30 - 50
0,4 - 0,7
10 - 15
48 - 54
8 - 11
30 - 40
Baugruppe
Vorbauten
Sattelklemmung
V-Brakes
Klemmung der Schwingenlager
Dämpferschrauben
Ausfallenden
Schrauben allgemein (z.B. Gepäckträgerbefestigung, Flaschenhalter, etc.)
auch bei Carbonrahmen
Laufrad
Bauteil
Schrauben M5
Schrauben M6
Vorbau für Gewindegabeln
Schrauben M4
Schrauben M5
Schrauben M6
Befestigungsschrauben am Cantisockel
Befestigung Bremszug
Drehmoment Nm
5,5 - 8
9,3 - 13,5
15
3-4
5,5 - 8
9,5 - 13,5
5-7
6-8
Bremsschuhe
5-7
5-6
8
7 - 11
2-3
2,7
5,5
9,5
23
46
20 - 25
25 - 30
Standard
Innensechskantschrauben M3
M4
M5
M6
M8
M10
Laufradmuttern Vorderrad
Laufradmuttern Hinterrad
Scheibenbremsen
Bauteil
Bremssattel
Bremsscheibenbefestigung
Adapter am Bremssattel
Bremshebel
Bremshebel allgemein
Magura
Drehmoment Nm
6
4
Shimano
Drehmoment Nm
6-8
2-4
Tektro
Drehmoment Nm
8
5
8 - 10
Hayes
Drehmoment Nm
12
5
Avid
Drehmoment Nm
8 - 10
6
3 - 4,5
4-7
127
19 Sachmängelhaftung und
Garantie
19.1
Sachmängelhaftung (vormals
Gewährleistung)
Ihre Rechte als Käufer
Mit Ihrer Entscheidung zum Kauf eines Fahrrades aus dem Hause WINORA-STAIGER können Sie ein hochwertiges Qualitätsprodukt Ihr Eigen
nennen. Gemäß dem zum 01. Januar 2002 geänderten europäischen
Gewährleistungsrechts haftet Ihr Fahrrad-Fachhändler im Zeitraum von 2
Jahren für Sachmängel. Die Frist beginnt mit der Übergabe des Fahrrades
durch Ihren Fahrrad-Fachhändler. Zum Nachweis des Kauf- bzw. Übergabedatums heben Sie bitte das von beiden Parteien unterschriebene
Übergabeprotokoll (letzte Seite) und die Kaufbelege, wie Rechnung und
Kassenzettel, zumindest für die Dauer der 2 Jahre, auf. Sollten Mängel
auftreten, ist immer Ihr Fahrrad-Fachhändler der Ansprechpartner.
Neben der grundsätzlichen 2-jährigen Frist besteht eine gesetzliche sogenannte Umkehr der Beweislast für einen Zeitraum von 6 Monaten nach
Übergabe des Produktes. Dies bedeutet, dass der Gesetzgeber eine Fiktion
gesetzt hat, dass ein Mangel der innerhalb von 6 Monaten nach Übergabe
des Fahrrades auftritt, bei der Übergabe bereits vorhanden war.
Daher obliegt es in diesem Fall, bei Auftreten eines Fehlers dem Verkäufer zu
beweisen, dass der Fehler zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht vorhanden war und nicht durch unsachgemäßen Gebrauch, funktionsbedingten
Verschleiß oder Missbrauch entstanden ist. Danach müssen Sie den Beweis
antreten.
Diese Regelung betrifft nur Staaten, die die EU-Vorlage ratifiziert haben, z.B. die Bundesrepublik Deutschland. Erkundigen
Sie sich nach den Regelungen in Ihrem Land.
128
Die Sachmängelhaftung bezieht sich nicht:
Auf Schäden, die durch unsachgemäßen Gebrauch und höhere Gewalt entstehen (Informationen zum bestimmungsgemäßen Gebrauch finden Sie im
Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“).
-
-
-
Auf alle Teile des Fahrrades, die einem funktionsbedingten Verschleiß
unterliegen, soweit es sich nicht um Produktions- oder Materialfehler
handelt (siehe Liste der möglichen Verschleißteile weiter unten).
Auf Schäden, die durch unsachgemäße oder mangelhafte Pflege und
nicht fachmännisch durchgeführte Reparaturen, Umbauten oder Austausch von Teilen am Fahrrad entstehen. Ausführliche Pflegehinweise
finden Sie in dieser Bedienungsanleitung.
Auf Unfallschäden oder sonstige ungewöhnliche Einwirkungen von außen, soweit diese nicht auf Informations- oder Produktfehler zurückzuführen sind.
Auf Reparaturen, die unter Einsatz von Gebrauchtteilen erfolgen oder
Schäden, die daraus entstehen.
Auf Schäden, die durch wettkampfmäßigen Einsatz eines Produktes
ohne explizite Wettkampf-Freigabe entstehen. Informieren Sie sich hierzu über den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Fahrrades auf den
Seiten im Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“.
Auf nachträgliche Anbauten, die zum Zeitpunkt der Übergabe nicht zum
Lieferumfang des Produktes gehören, oder Schäden, die durch die
nichtfachmännische Montage dieser Anbauten entstehen.
Beachten Sie auch die zulässigen Gewichte und Nutzungsbeschränkungen
(Kindersitz etc.), die im Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“ angegeben sind. Weiterhin müssen die Montagevorschriften der Hersteller (vor
allem Drehmomente bei Schrauben) und die vorgeschriebenen Wartungsintervalle genau eingehalten werden.
Bitte beachten Sie die in diesem Handbuch und in den ggf. beigelegten
weiteren Anleitungen aufgelisteten Prüfungen und Arbeiten (siehe Kapitel
„Wartungs- und Service-Zeitplan“) bzw. den unter Umständen nötigen
Tausch sicherheitsrelevanter Bauteile, wie Lenker, Bremsen usw.
Berechtigte Gewährleistungsansprüche liegen vor, wenn:
- Ein Herstellungs-, Material- oder Informationsfehler vorliegt.
- Der reklamierte Schaden oder Fehler zum Zeitpunkt der Übergabe an
den Kunden bereits vorhanden war.
- Kein natürlicher oder funktionsbedingter Verschleiß Ursache für die Abnutzung oder Veränderung des Gutes war (siehe Liste der möglichen
Verschleißteile am Fahrrad auf den folgenden Seiten).
- Der Schaden oder Fehler nicht ursächlich dadurch entstanden ist, dass
kein bestimmungsgemäßer Gebrauch des Fahrrades erfolgte.
Siehe Kapitel „Bestimmungsgemäßer Gebrauch“.
Bitte halten Sie die im Kapitel „Inspektionsintervalle“ aufgeführten Inspektionen ein. Lesen Sie sich die Kapitel „Pflegehinweise
und Inspektionen“ und „Wartungs- und Service-Zeitplan“ aufmerksam durch. Regelmäßige Inspektionen erhalten Ihre Sicherheit und Fahrfreude. Sich eventuell ankündigende Fehler
können vom Fachmann dabei im Vorfeld erkannt und beseitigt
werden!
Beachten Sie, dass Zubehör die Eigenschaften des Rades stark
beeinflussen kann. Fragen Sie Ihren Fahrrad-Fachhändler vor
der Montage um Rat.
19.2
Verschleißteile
Bitte beachten Sie:
Ihr Fahrrad ist ein technisches Produkt, das regelmäßig überprüft, gepflegt
und gewartet werden muss. Viele Teile an Ihrem Fahrrad unterliegen funktionsbedingt einem Verschleiß und bedürfen je nach Nutzung Ihrer erhöhten
Aufmerksamkeit. Bitte lesen Sie sich die Liste der Verschleißteile und deren
Definition auf den folgenden Seiten genau durch:
Liste der Fahrrad-Verschleißteile:
01.Bereifung
02.Felgen in Verbindung mit Felgenbremse
03.Bremsbeläge
04.Ketten und Zahnriemen
05.Kettenräder, Ritzel, Innenlager und Schaltwerksrollen
06.Leuchtmittel der Lichtanlage
07.Lenkerbänder/Griffbezüge
08.Hydrauliköle und Schmierstoffe
09.Schaltungs- und Bremszüge/hüllen
10.Lackierungen
11.Dichtungen von Federelementen
12.Sattelbezüge
01. Bereifung
Die Fahrrad-Bereifung unterliegt funktionsbedingt einem Verschleiß. Dieser
ist abhängig von der Nutzung des Fahrrades und kann vom Fahrer sehr
stark beeinflusst werden. Scharfes Bremsen, das zum Blockieren des Reifens führt, reduziert die Lebensdauer des Reifens beträchtlich. Darüber hinaus sollte der Luftdruck regelmäßig kontrolliert und, falls erforderlich, auf
den vom Reifenhersteller angegebenen Wert aufgepumpt werden. Auch
übermäßige Sonneneinstrahlung, Benzin, Öle etc. können die Bereifung
schädigen.
129
02. Felgen in Verbindung mit Felgenbremsen
Durch das Zusammenwirken von Felgenbremse und Felge ist nicht nur der
Bremsbelag, sondern auch die Felge einem funktionsbedingten Verschleiß
ausgesetzt. Aus diesem Grund sollte die Felge in regelmäßigen Abständen
auf ihren Verschleißzustand überprüft werden. Das Auftreten von feinen Rissen oder die Verformung der Felgenhörner bei Erhöhung des Luftdrucks
deuten auf erhöhten Verschleiß hin. Felgen mit Verschleißindikatoren ermöglichen es, den Verschleißzustand der Felge einfach festzustellen. Siehe
Kapitel „Bremsanlage“.
03. Bremsbeläge
Die Bremsbeläge bei Felgen-, Trommel- und Scheibenbremsen unterliegen
funktionsbedingt einem Verschleiß. Dieser ist von der Nutzung des Fahrrades abhängig. Bei Fahrten in bergigem Gelände oder bei sportlicher Nutzung
des Fahrrades kann der Austausch der Bremsbeläge in kürzeren Abständen
notwendig sein. Kontrollieren Sie regelmäßig den Verschleißzustand der
Beläge und lassen Sie diese von Ihrem Fahrrad-Fachhändler austauschen.
04. Ketten und Zahnriemen
Die Fahrradkette unterliegt funktionsbedingt einem Verschleiß. Die Höhe
des Verschleißes ist von der Pflege und Wartung und der Art der Nutzung
des Fahrrades (Fahrleistung, Regenfahrten, Schmutz, Salz etc.) abhängig.
Durch regelmäßiges Reinigen und Einölen kann die Lebensdauer zwar verlängert werden, ein Austausch ist jedoch bei Erreichen der Verschleißgrenze
erforderlich. Wenn Sie mit einer verschlissenen Kette fahren, beschädigen
Sie weitere Teile des Antriebs. Siehe Kapitel „Kette“.
05. Kettenräder, Ritzel, Innenlager und Schaltwerksrollen
Bei Fahrrädern mit Kettenschaltung unterliegen die Ritzel, Kettenräder, Innenlager und Schaltwerksrollen funktionsbedingt einem Verschleiß. Durch
regelmäßiges Reinigen und Schmieren kann die Lebensdauer zwar verlängert werden, ein Austausch ist jedoch bei Erreichen der Verschleißgrenze
erforderlich. Die Höhe des Verschleißes ist von der Pflege, Wartung und der
Art der Nutzung des Fahrrades (Fahrleistung, Regenfahrten, Schmutz, Salz
etc.) abhängig.
130
06. Leuchtmittel der Lichtanlage
Glühlampen und andere Leuchtmittel unterliegen funktionsbedingt einem
Verschleiß. Aus diesem Grund kann ein Austausch erforderlich sein. Der
Nutzer sollte immer Ersatz-Glühlampen mitführen, um einen Austausch vornehmen zu können.
07. Lenkerbänder und Griffbezüge
Lenkerbänder und Griffbezüge unterliegen funktionsbedingt einem Verschleiß. Aus diesem Grund kann ein Austausch regelmäßig erforderlich sein.
Achten Sie darauf, dass die Griffe fest mit dem Lenker verbunden sind.
08. Hydrauliköle und Schmierstoffe
Hydrauliköle und Schmierstoffe verlieren im Laufe der Zeit an Wirkung.
Alle Schmierstellen sollten regelmäßig gereinigt und neu abgeschmiert werden. Nicht getauschte Schmierstoffe erhöhen den Verschleiß an den betroffenen Anbauteilen und Lagern.
09. Schaltungs- und Bremszüge
Alle Bowdenzüge müssen regelmäßig gewartet und eventuell ausgetauscht
werden. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn das Fahrrad oft im Freien abgestellt wird und den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist.
10. Lackierungen
Lackierungen benötigen eine regelmäßige Pflege. Überprüfen Sie regelmäßig alle Lackflächen auf Schäden und bessern Sie diese sofort aus. Kleben Sie ggf. klare Folie zum Schutz des Lackes an Stellen, an denen Züge
scheuern könnten und auch auf die Kettenstrebe. Dies bewahrt auch den
optischen Eindruck Ihres Fahrrades.
19.3
Garantie der WINORA-STAIGER GmbH
Über die gesetzliche Sachmängelhaftung hinaus garantiert die WINORASTAIGER GmbH für die Rahmen Qualität, Haltbarkeit und Freiheit von Defekten. Sollten Sie eine Reklamation haben, ist in allen Fällen Ihr Fahrrad-Fachhändler Ihr Ansprechpartner und nimmt Ihre Anfragen entgegen.
Die Garantiezeiten betragen ab Datum des Verkaufs an den Erstkäufer für
alle Fahrräder ab dem Modelljahr 2009
-
Aluminiumrahmen: 5 Jahre
Carbonrahmen: 5 Jahre
vollgefederte Rahmen (Ausnahme Lager und Stoßdämpfer): 5 Jahre
Weitergehende Ansprüche gegen uns, insbesondere solche auf Minderung
oder Schadenersatz, werden durch diese Garantie nicht berücksichtigt. Die
Durchführung von Garantieleistungen durch die WINORA-STAIGER GmbH
bedeutet weder eine Verlängerung, noch einen Wiederbeginn der Garantiezeit.
Bei nicht gerechtfertigten Rücksendungen behalten wir uns vor, eine Pauschale für den uns entstandenen Aufwand zu erheben.
WINORA GROUP
Winora-Staiger GmbH
97404 Schweinfurt
Tel.: +49 (0) 9721 / 65 01-0
Mail: [email protected]
Die WINORA-STAIGER Garantie, ist nicht übertragbar. Sie gilt nur für den
Ersterwerber und bei Vorlage des Kunden-Kaufbeleges, sowie eine Ausfertigung des vollständig ausgefüllten Übergabeprotokolls. Die Garantie ist auf
das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkt. Mit der Garantie
sind Arbeits- und Transportkosten sowie durch Defekte verursachte Folgekosten nicht gedeckt.
Ausgeschlossen sind Schäden, durch Verschleiß, Vernachlässigung (mangelnde Pflege und Wartung), Sturz, Überbelastung durch zu große Beladung, durch unsachgemäße Montage (nicht Einhaltung der Montage-Vorschriften der Hersteller) und Behandlung sowie durch Veränderung des
Fahrrades (An- und Umbau von zusätzlichen Komponenten). Bei Sprüngen
oder Überbeanspruchungen anderer Art, sowie Zuwiderhandlungen gegen
Empfehlungen unsererseits oder unserer Fahrrad-Fachhändler besteht kein
Garantieanspruch. Näheres zum bestimmungsgemäßen Gebrauch können
Sie dem entsprechenden Kapitel in diesem Handbuch entnehmen.
131
20 Inspektionsintervalle – Stempelfelder
1. Inspektion
2. Inspektion
3. Inspektion
Nach 300 Kilometern bzw. 15 Betriebsstunden
oder drei Monate ab Verkaufsdatum
Nach 2.000 Kilometern bzw. 100 Betriebsstunden
oder einem Jahr ab Verkaufsdatum
Nach 4.000 Kilometern bzw. 200 Betriebsstunden
oder zwei Jahren ab Verkaufsdatum
Auftrags-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Auftrags-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Auftrags-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausgetauschte oder reparierte Teile:
Ausgetauschte oder reparierte Teile:
Ausgetauschte oder reparierte Teile:
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Stempel und Unterschrift
des Händlers:
Stempel und Unterschrift
des Händlers:
Stempel und Unterschrift
des Händlers:
132
4. Inspektion
5. Inspektion
6. Inspektion
Nach 6.000 Kilometern bzw. 300 Betriebsstunden
oder drei Jahren ab Verkaufsdatum
Nach 8.000 Kilometern bzw. 400 Betriebsstunden
oder vier Jahren ab Verkaufsdatum
Nach 10.000 Kilometern bzw. 500 Betriebsstunden oder fünf Jahren ab Verkaufsdatum
Auftrags-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Auftrags-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Auftrags-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ausgetauschte oder reparierte Teile:
Ausgetauschte oder reparierte Teile:
Ausgetauschte oder reparierte Teile:
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Stempel und Unterschrift
des Händlers:
Stempel und Unterschrift
des Händlers:
Stempel und Unterschrift
des Händlers:
Name, Vorname des Käufers
Straße, Hausnummer
Vorwahl
Wohnort
Telefonnummer
Lieferdatum (TT/MM/JJJJ)
Marke
Modell
Rahmennummer/Rahmenhöhe
Typ/Kategorie
Bestätigung
Das oben genannte Produkt wurde von mir eingehend geprüft. Die Auslieferung erfolgte vollständig
und ohne ersichtliche Schäden. Gebrauchsanweisung mit Pflege- und Wartungshinweisen habe ich
erhalten, ich wurde auch mündlich eingewiesen. Mir ist bekannt, dass eine Gewährleistungspflicht
des Verkäufers nur für Produktmängel besteht. Für Verschleißschäden, die sich aus der Nutzung des
Produktes ergeben, besteht keine Gewährleistung, insbesondere wenn diese als „gebrauchsüblich“
anzusehen sind. Erläuterungen zu typischen Verschleißschäden bei Fahrrädern finden Sie in den
entsprechenden Kapiteln der Winora Group Bedienungsanleitung.
Datum/Unterschrift des Käufers
Bemerkungen:
Datum, Stempel und Unterschrift des Fachhändlers
PLZ
Übergabeprotokoll für ein neues Fahrrad
Ein Abschnitt verbleibt bei Ihrem Winora Group Fachhändler, der zweite Abschnitt ist für Ihre
Unterlagen bestimmt und verbleibt im Serviceheft.
Übergabeprotokoll
Name, Vorname des Käufers
Straße, Hausnummer
Vorwahl
Wohnort
Telefonnummer
Lieferdatum (TT/MM/JJJJ)
Marke
Modell
Rahmennummer/Rahmenhöhe
Typ/Kategorie
Bestätigung
Das oben genannte Produkt wurde von mir eingehend geprüft. Die Auslieferung erfolgte vollständig
und ohne ersichtliche Schäden. Gebrauchsanweisung mit Pflege- und Wartungshinweisen habe ich
erhalten, ich wurde auch mündlich eingewiesen. Mir ist bekannt, dass eine Gewährleistungspflicht
des Verkäufers nur für Produktmängel besteht. Für Verschleißschäden, die sich aus der Nutzung des
Produktes ergeben, besteht keine Gewährleistung, insbesondere wenn diese als „gebrauchsüblich“
anzusehen sind. Erläuterungen zu typischen Verschleißschäden bei Fahrrädern finden Sie in den
entsprechenden Kapiteln der Winora Group Bedienungsanleitung.
Datum/Unterschrift des Käufers
Bemerkungen:
Datum, Stempel und Unterschrift des Fachhändlers
PLZ
Übergabeprotokoll für ein neues Fahrrad
Ein Abschnitt verbleibt bei Ihrem Winora Group Fachhändler, der zweite Abschnitt ist für Ihre
Unterlagen bestimmt und verbleibt im Serviceheft.
Übergabeprotokoll
Notes
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WINORA GROUP | Winora-Staiger GmbH | Max-Planck-Straße 6 | 97526 Sennfeld (Germany)
+49 (0) 9721 6501-0 | +49 (0) 9721 6501-45 | [email protected] | www.winora-group.de
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