Abwassersammelschächte - Landesamt für Umweltschutz Sachsen

Abwassersammelschächte - Landesamt für Umweltschutz Sachsen
Pflanzenkläranlagen
im
Land Sachsen – Anhalt
- Erfahrungsbericht -
November 2000
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Auftraggeber :
Ministerium für Raumordnung Landwirtschaft
und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
Abteilung Wasserwirtschaft
Olvenstedter Str. 4
39012 Magdeburg
Bearbeiter :
Titelbild:
Bildnachweis:
Landesamt für Umweltschutz
Sachsen-Anhalt
Abteilung Wasserwirtschaft
Staatliches Amt für Umweltschutz
Dessau/Wittenberg
Abteilung Gewässerschutz
Reideburger Str. 47
06116 Halle (Saale)
Joh.-Fr.-Böttger-Str. 10
06886 Lutherstadt Wittenberg
Staatliches Amt für Umweltschutz
Halle (Saale)
Abteilung Gewässerschutz
Staatliches Amt für Umweltschutz
Magdeburg
Abteilung Gewässerschutz
Reilstraße 72
06114 Halle (Saale)
Otto-von-Guericke-Str. 5
39104 Magdeburg
Pflanzenkläranlage Buchholzmühle
Die verwendeten Aufnahmen entstammen den Archiven des Landesamtes
für Umweltschutz sowie der Staatlichen Ämter für Umweltschutz
Dessau/Wittenberg, Halle und Magdeburg
2
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Inhaltsverzeichnis
Seite
1.
Einleitung
4
2.
Literaturrecherche
5
3.
Untersuchungen an Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen-Anhalt
6
3.1
Erläuterungen zur Erarbeitung des Erfahrungsberichtes
6
3.2
Erläuterungen zu den untersuchten Kläranlagen
7
3.3
Ergebnisse der Sonderuntersuchungen
37
3.3.1 Zum Bau und Betrieb von Pflanzenkläranlagen
37
3.3.2 Zur Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen
41
4.
Zusammenfassung
46
5.
Begriffserläuterungen
50
Anhang
Tabelle 1: Literaturauswertung – Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen im praktischen Betrieb
Tabelle 2: Charakterisierung der im Land Sachsen-Anhalt untersuchten Pflanzenkläranlagen
Tabelle 3: Auswertung der Ergebnisse der Beprobung von Pflanzenkläranlagen im Land
Sachsen-Anhalt
Tabelle 4: Einzelergebnisse der Beprobung von Pflanzenkläranlagen im Land SachsenAnhalt
Tabelle 5: Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchungen an Pflanzenkläranlagen im
Land Sachsen-Anhalt
3
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
1. Einleitung
Der vorliegende Erfahrungsbericht über die Reinigungswirkung von Pflanzenkläranlagen im
Land Sachsen-Anhalt stützt sich auf
-
Literaturrecherchen,
-
die Ergebnisse der behördlichen Überwachung von Pflanzenkläranlagen durch die
Staatlichen Ämter für Umweltschutz,
-
die Ergebnisse eines von den Staatlichen Ämtern für Umweltschutz im Jahr 1999 durchgeführten Sondermessprogrammes und
-
die Tiefenprüfungen auf den Pflanzenkläranlagen in Rade und in Einsdorf .
Ziel dieses Berichtes ist die Dokumentation und Analyse der mit Pflanzenkläranlagen im
praktischen Betrieb erreichten Reinigungswirkung.
In Auswertung der im Rahmen des Sondermessprogrammes 1999 vorgenommenen Begutachtung und Beprobung von Pflanzenkläranlagen, sowie der bisherigen Probenahmen im
Rahmen der behördlichen Überwachung, werden Aussagen zur mittleren Reinigungswirkung
und zu den erreichten Konzentrationen im Ablauf von Pflanzenbeeten abgeleitet. Dabei
werden u.a. der jeweilige Auslastungsgrad, die spezifischen Besonderheiten des Einzugsgebietes und besondere Betriebszustände der Anlagen berücksichtigt. Statistisch gesicherte
Aussagen zu den unter optimierten Bedingungen erreichbaren Reinigungsleistungen unterschiedlicher Pflanzenbeetsysteme sind auf der Grundlage der vorgenommenen Beprobung
nicht möglich und werden mit diesem Bericht auch nicht angestrebt. Vielmehr geht es darum, die in einem Zeitraum von mindestens einem Jahr an Pflanzenkläranlagen im Land
Sachsen Anhalt gesammelten Beprobungsergebnisse darzustellen, Ursachen für ungenügende Reinigungsleistungen aufzuzeigen und Empfehlungen zur Verbesserung der Betriebsergebnisse zu geben.
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
2. Literaturrecherche
In den letzten 10 Jahren wurden zahlreiche Fachbeiträge über den Bau und Betrieb von
Pflanzenkläranlagen sowie deren Reinigungsleistung veröffentlicht. Als Basis für eine zusammenfassende Literaturauswertung sind insbesondere die Veröffentlichungen ausgewählt
worden, in denen vorrangig über im praktischen Betrieb befindliche Anlagen, welche im
Wesentlichen auch noch aus heutiger Sicht den Regeln der Technik entsprechen und noch
gebaut werden, berichtet wird.
Die wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen sind in der Tabelle 1 des Anhangs
zusammengefaßt.
Nachfolgende Grundsätze werden aus diesen Ergebnissen abgeleitet:
-
Bei ausreichender Bemessung der Vorklärung und des Pflanzenbeetes und ordnungsgemäßem Betrieb der Anlage bleibt die biologische Reinigungsleistung über mehrere Jahre
erhalten. Der Anhang 1 der Abwasserverordnung kann dann sicher eingehalten werden.
-
Je kleiner die Anlage ist, um so wichtiger ist eine ausreichend bemessene Vorklärung, so
dass eine gute Pufferung des über den Tag anfallenden Abwassers erfolgen kann.
-
Die spezifischen Beetmindestflächen entsprechend dem technischen Regelwerk (Arbeitsblatt A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V.) sollten grundsätzlich nicht unterschritten werden.
-
Je geringer die spezifische Belastung des Pflanzenbeetes ist, um so eher kann mit Nitrifikation gerechnet werden.
-
Vertikalfilter sind den Horizontalfiltern hinsichtlich des CSB- und NH4-N- Abbaues überlegen, sie neigen jedoch eher zu Verstopfungen und damit zu ungenügender Sickerleistung.
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
3. Untersuchungen an Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen-Anhalt
3.1
Erläuterungen zur Erarbeitung des Erfahrungsberichtes
Der Erarbeitung des Erfahrungsberichtes liegen die Ergebnisse der Beprobung von 14 Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen-Anhalt zu Grunde. In der Tabelle 2 des Anhangs sind die
wichtigsten technischen Parameter, wesentliche Standortbedingungen und Kostenangaben
zu diesen Anlagen zusammengestellt. Der Umfang der Probenahmen, sowie eine statistische
Aufbereitung der Beprobungsergebnisse sind in der Tabelle 3 dargestellt. Der Tabelle 4
können sämtliche Analysenergebnisse der Beprobungen entnommen werden.
Die Beprobungen der Kläranlagen im Rahmen des Sondermessprogrammes 1999 erfolgten
am Zu- und Ablauf der Pflanzenbeetstufe. Bei Anlagen >50 Einwohnerwerte wurde die
qualifizierte Stichprobe und bei Anlagen <50 Einwohnerwerte (Kleinkläranlagen) die Stichprobe genommen.
Die in den Erfahrungsbericht einbezogenen Ergebnisse der Probenahmen im Rahmen der
behördlichen Überwachung erfolgten generell als qualifizierte Stichprobe.
Bei der Tiefenprüfung der Kläranlage Einsdorf durch das Landesamt für Umweltschutz sind
Stichproben vom Zu- und Ablauf der Pflanzenbeetstufe sowie vom Zulauf zur Vorklärung
untersucht worden. Bei den in der Tabelle 3 angegebenen Häufigkeiten für die Überschreitung von Einleitungsgrenzwerten wurden diese Analysenergebnisse nicht berücksichtigt, da
einerseits keine qualifizierte Stichprobenahme erfolgen konnte und andererseits der Gesamtstickstoff als Gesamtstickstoff einschließlich des organischen Stickstoffes bestimmt
wurde. In die Berechnung der mittleren Belastungsverhältnisse und der Reinigungswirkung
der Pflanzenbeete gehen diese Beprobungsergebnisse, abgesehen vom Gesamtstickstoff,
ein.
Für die Kläranlage Rade liegen außer den in der Tabelle 4 zusammengestellten Beprobungsergebnissen des Jahres 1999 noch weitere Beprobungsergebnisse aus den Jahren
1993 bis 1998 vor. Diese sind jedoch aus nachfolgenden Gründen nicht in diese Tabelle
aufgenommen. Die Kläranlage Rade wurde in den Jahren 1997 bis 1998 saniert, so dass
die bis dahin vorliegenden Analysenergebnisse des Ablaufes für die Bewertung der bestehenden Anlage nicht von Bedeutung sind. Im Anschluß an die Sanierung der Anlage wurde
vom Staatlichen Amt für Umweltschutz Dessau/Wittenberg eine Tiefenprüfung vorgenom
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
men, deren Ergebnisse mit in die Gesamtbewertung des Erfahrungsberichtes eingeflossen
sind.
Die mit den untersuchten Kläranlagen erreichten Ablaufwerte sollen mit dem vorliegenden
Erfahrungsbericht nicht nur dokumentiert, sondern auch hinsichtlich der Zusammenhänge
zwischen dem Bau und Betrieb von Anlagen und der mit ihnen erreichten Reinigungsleistung
bewertet werden. Als ein wichtiger Verfahrensparameter der Anlagen wird daher auch die
spezifische CSB- und BSB5-Flächenbelastung des Pflanzenbeetes auf der Grundlage der
gemessenen bzw. ermittelten Jahresschmutzwassermenge und der Mittelwerte der entsprechenden Zulaufkonzentrationen ermittelt.
Die Berechnung der mittleren Reinigungsleistung erfolgt an Hand der Analysenwerte für die
Parameter CSB und BSB5 am Zu- und Ablauf der Pflanzenbeetstufe.
Die Jahresschmutzwassermenge, die mittleren Konzentrationswerte für den Zu- und Ablauf
der Pflanzenbeetstufe, die 90%-Perzentilwerte für den Ablauf sowie die mittlere Reinigungsleistung sind in der Tabelle 3 des Anhangs zusammengestellt. Wenngleich diese für mittlere
Verhältnisse ermittelten Größen als eine Grundlage für die Bewertung des Baues und des
Betriebes von Pflanzenkläranlagen genutzt werden, muss berücksichtigt werden, dass je
nach Entwässerungsgebiet der Kläranlage erhebliche Über- oder Unterbelastungen eintreten können, die über die langfristige Funktionstüchtigkeit einer Anlage entscheiden.
Der Tabelle 5 können die Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchungen entnommen
werden.
3.2
Erläuterungen zu den einzelnen Kläranlagen
Kläranlage Rade
Zur Reinigung des kommunalen Schmutzwassers der Gemeinde Rade (200 Einwohnerwerte)
wurde 1990 ein bewachsener Bodenfilter errichtet. Die spezifische Beetfläche betrug
6 m2/Einwohnerwert. Im Jahre 1992 wurde zusätzlich die Gemeinde Battin (320 Einwohnerwerte) angeschlossen. Im Zeitraum des Sondermessprogrammes 1999 sind laut Betreiber
601 Einwohnerwerte an die Anlage angeschlossen gewesen.
Auf Grund der Beschaffenheit des Einleitungsgewässers (Standgewässerverhältnisse) wurden
an den Ablauf der Kläranlage, über die Mindestanforderungen des Anhang 1 der Abwasserverordnung hinaus, weitergehende Anforderungen hinsichtlich Nitrifikation gestellt (NH4N = 20 mg/l). Den erhöhten Anforderungen Rechnung tragend, wurde 1990 eine Kläranlage des Systems ”Phytofilt MS” errichtet. Dieses System unterscheidet sich von anderen Pflan
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
zenkläranlagen im Wesentlichen dadurch, dass ein mehrschichtiger Bodenkörper aufgebaut
ist, bei welchem die untere Bodenschicht zusätzlich belüftet wird. Über Ablaufheber soll die
untere Bodenschicht auf eine bestimmte Höhe eingestaut und dann abgehebert werden, so
dass sich ein diskontinuierlicher Abfluss aus dem Bodenkörper einstellt. Während des Abheberns des Abwassers soll der unteren Bodenschicht dabei durch Belüftungsrohre zusätzlich
Sauerstoff zugeführt werden, womit ein weiterer Abbau der organischen Fracht bzw. eine
Nitrifikation gefördert werden soll. Die Beschickung des Pflanzenbeetes erfolgt intermittierend mittels Zulaufheber, welcher sich in der letzten Kammer der Vorklärung befindet.
Wie Kläranlagen nach dem System Phytofilt MS prinzipiell aufgebaut sind zeigt nachfolgende Skizze (entnommen den Systemunterlagen von Prof. Löffler).
Wegen der beständig ungenügenden Reinigungsleistungen, sowohl hinsichtlich des Kohlenstoff-, als auch des Stickstoffabbaues, wurde die Kläranlage in Rade im Jahre 1997 saniert.
Im Vordergrund standen dabei Maßnahmen zur Verbesserung der mechanischen Vorreinigung (Verdopplung des Volumens der Vorklärung), zur gleichmäßigeren Beaufschlagung
der Beetoberfläche mit Abwasser (Erweiterung und Austausch des Verteilersystems) und zur
Verbesserung der Betriebssicherheit der Heber (Installation eines neuen Zulaufhebers in der
letzten Kammer der Vorklärung). Nach dieser Sanierung erfolgte im Zeitraum von Januar bis
August 1998 eine Tiefenprüfung der Anlage durch das Staatliche Amt für Umweltschutz
Dessau/Wittenberg. Im Ergebnis dieser Tiefenprüfung musste festgestellt werden, dass die
Anlage nach wie vor die gestellten Anforderungen an den Abbau der organischen Inhaltsstoffe und der Nährstoffe nicht sicher erfüllt. Der geforderte Ablaufwert für BSB5 von 40 mg/l
wurde häufig überschritten; die Ablaufwerte für NH4-N lagen beständig im Bereich von 60 –
100 mg/l, was dem 3 bis 5-fachen der geforderten 20 mg/l entspricht.
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Anfang 1999, mit Beginn des Sondermessprogrammes, wurden neue Ablaufheber mit
Solarsteuerung eingebaut. Dennoch gab es auch mit diesen neuen Hebern Betriebsprobleme. Im Rahmen der im Sondermessprogramm durchgeführten Probenahmen war ferner
festzustellen, dass die Pflanzenbeete weitgehend überstaut waren, wodurch der Sauerstoffeintrag in den Bodenkörper erheblich beeinträchtigt wird.
Eine Nitrifikation wurde mit der bestehenden Anlage nicht erreicht. Die Ablaufwerte für
NH4-N lagen zum Teil noch über den in der Regel in normalem häuslichen Rohabwasser
gemessen Werten. Diese Tatsache deutet darauf hin, dass neben dem häuslichen noch
gewerbliches, wahrscheinlich landwirtschaftliches, Abwasser in die Anlage eingeleitet wird.
Während der Einleitungsgrenzwert für CSB überwiegend eingehalten wurde, lagen die BSB5Ablaufwerte häufig
über
den
Anforderungen
der
Einleitungserlaubnis
(Mindestan-
forderungen des Anhang 1 der Abwasserverordnung für Kläranlagen der Größenklasse 1).
Im Vergleich zu den anderen untersuchten Kläranlagen liegen die Ablaufwerte für Gesamtphosphor (Pges) mit etwa 10-13 mg/l deutlich über dem Durchschnitt. Außerdem konnte ein
leichter aber stetiger Anstieg der Pges-Ablaufwerte während des Beprobungszeitraumes
festgestellt werden.
Im Ergebnis der Untersuchungen muss geschlussfolgert werden, dass ein Erreichen der
geforderten Ablaufwerte ohne die erneute Sanierung der Anlage nicht zu erreichen ist.
Folgende Schwerpunktaufgaben werden gesehen :
-
Die hohen Zulaufkonzentrationen für CSB und BSB5 zum Pflanzenbeet lassen auf eine
immer noch unzureichende mechanische Vorreinigung des Abwassers schließen. Dies
wird durch die Ergebnisse der Tiefenprüfung des Staatliche Amtes für Umweltschutz
Dessau/Wittenberg, bei welcher nur eine etwa 10 %-ige Reinigungsleistung der Vorklärstufe ermittelt wurde, gestützt. Im Rahmen einer neuerlichen Sanierung müssen die Ursachen für diese ungenügende mechanische Vorreinigung ermittelt und abgestellt werden.
-
Die Ursachen für das Auftreten von Belastungsspitzen durch das Einleiten von gewerblichem bzw. landwirtschaftlichem Abwasser müssen ergründet und abgestellt werden.
-
Die Funktionstüchtigkeit der Hebersysteme muss sichergestellt werden, so dass die vom
Systementwickler beabsichtigten Effekte der Tiefenbelüftung wirksam werden können.
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
-
Unter Berücksichtigung der in der Literatur (siehe Tabelle 1 des Anhangs) angegebenen
Belastungsgrenzen von Pflanzenbeeten mit weitergehender Nitrifikation und der auf der
Pflanzenkläranlage Rade derzeitig vorhandenen örtlichen Randbedingungen muss davon
ausgegangen werden, dass auch bei voller Funktionstüchtigkeit aller Anlagenkomponenten ein zusätzlicher Ausbau der Anlage notwendig ist, um die gestellten Anforderungen, insbesondere an die Nitrifikation, sicher und dauerhaft einhalten zu können. Vom
Betreiber ist die Nachrüstung der Kläranlage mit einer Nitrifikationsstufe vorgesehen.
Der derzeitige Abwasseranfall beträgt laut Planungsunterlagen zur Sanierung der Anlage 90
l/(Einwohnerwert*Tag). Zur überschlägigen Ermittlung der Jahresschmutzwassermenge für
1999 wurde von einem Anschlusswert von 600 Einwohnerwerten ausgegangen. Rechnerisch
beträgt die Jahresschmutzwassermenge somit etwa 20.000 m3/a. Dies entspricht etwa auch
der im Jahr 1998 gemessenen Jahresschmutzwassermenge. Aus dem hochgerechneten
Abwasseranfall und dem gemittelten BSB5-Wert im Zulauf zum Pflanzenbeet ergibt sich eine
spezifische Flächenbelastung der Pflanzenbeete in Höhe von etwa 19 g BSB5/(m2*d). Laut
SCHÜTTE, H. und FEHR, G. (Korrespondenz Abwasser 06/92) sollte jedoch bei der Zielstellung Nitrifikation bzw. der Einhaltung eines Einleitgrenzwertes von 20 mg/l für NH4-N die
BSB5-Flächenbelastung von Vertikalfiltern maximal 8 g/(m2*d) betragen.
Die Investitionskosten für die Pflanzenkläranlage in Rade betragen etwa 744.000 DM. Für
die Sanierung der Anlage 1997 mussten weitere 233.000 DM eingesetzt werden. Damit
ergeben sich, ausgehend von der angegebenen Auslastung der Anlage, spezifische Investitionskosten in Höhe von etwa 1.628 DM/Einwohnerwert. Im Vergleich zu anderen naturnahen Kläranlagen dieser Größenordnung sind die spezifischen Investitionskosten überdurchschnittlich hoch.
Die Betriebskosten wurden auf der Basis der Angaben des Betreibers auf etwa 10.000
DM/Jahr hochgerechnet. Sie liegen damit im untersten Bereich vorliegender statistischer
Angaben. Etwa 2.000 DM/Jahr entfallen dabei auf die Schlammentsorgung.
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Prinzipskizze: Kläranlage Rade
1.VKB
2.VKB
Zulauf
Abwassersammelschächte (AS)
Abläufe
Vorklärung
Pflanzenbeete
Vertikalfilter
Kläranlage Rade, Vorklärbecken (04.02.1999)
Kläranlage Rade (06.06.1999)
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Einsdorf
Die im Jahr 1996 errichtete Kläranlage in Einsdorf (Kapazität: 200 Einwohnerwerte) entspricht im prinzipiellen Aufbau der Anlage in Rade (System Phytofilt MS). Während des
Sondermessprogrammes war die Anlage zu 76,5 % ausgelastet, d.h. es standen je angeschlossenem Einwohnerwerte etwa 2,6 m2 Beetfläche zur Verfügung. Damit entspricht die je
Einwohnerwert zur Verfügung stehende Beetfläche etwa dem im Arbeitsblatt A 262 der
Abwassertechnischen Vereinigung e.V. vorgegebenen Mindestwert für Vertikalfilter. Für die
mechanische Vorreinigung steht eine 3-Kammergrube zur Verfügung, wobei das spezifische
Volumen etwa 0,26 m3/angeschlossenen Einwohnerwert beträgt.
Für die Kläranlage Einsdorf wurden in der wasserrechtlichen Erlaubnis Anforderungen nach
Anhang 1 der Abwasserverordnung gestellt. Die Einleitgrenzwerte für Pges und Nges stellen
abgabenrechtliche Parameter dar. Der Anlagentyp “Phytofilt-MS” soll aber nach Angaben
des Lizenzgebers auch nitrifizieren und teilweise denitrifizieren.
Ebenso wie auf der Anlage in Rade gab es von Beginn an erhebliche Betriebsprobleme mit
dem Zu- und Ablaufheber. Bereits seit 1998 waren die Pflanzenbeete häufig überstaut.
Besonders im Jahr 1998 aber auch im Untersuchungszeitraum gab es Schwierigkeiten den
störungsfreien Betrieb der Hebersysteme zu gewährleisten und die häufige, seit November
1999, permanent eingetretene Beetüberstauung abzustellen. Obgleich die Heber seit Anfang 1999 besser funktionierten, weil einige Verbesserungen hinsichtlich der Stromversorgung der Magnetventile aber auch an den Magnetventilen selbst vorgenommen wurden,
sind bezüglich der Beetüberstauung keine Veränderungen eingetreten. Es wurde deutlich,
dass es bei Beetüberstauungen an betrieblichen Einflussnahmemöglichkeiten mangelt. Auf
Grund der Überstauung der Pflanzenbeete, ist ein ordnungsgemäßer Betrieb der Anlage
nicht gewährleistet. Es muss sogar ein Überlaufen der Böschungen befürchtet werden.
Als ursächlich für die unzureichende hydraulische Leistungsfähigkeit der Pflanzenbeete
können die durch den nicht funktionierenden Ablaufheber eingetretenen Beeteinstauungen
und eine zu geringe spezifische Beetfläche angenommen werden. Bei Belastungsspitzen
wurden die Pflanzenbeete mit einem mehrfachen der mittleren Belastung beaufschlagt. Bei
solchen Betriebsbedingungen verringert sich der Sauerstoffeintrag in den Bodenkörper,
wodurch die aerobe Abbauleistung erheblich beeinträchtigt wird. Schließlich muss mit einer
zunehmenden Ein- bzw. Ablagerung von Feststoffen in und auf den Bodenkörper gerechnet
werden. Außer den durch den Tagesgang bedingten Belastungsspitzen führten auch Defekte
am Zulaufheber wiederholt zu einer einseitigen bzw. übermäßigen Belastung der Pflanzen
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
beete. Um die Ursachen für die eingetretene permanente Beetüberstauung genau zu ergründen, wird dem Betreiber der Anlage empfohlen, ein Gutachten einzuholen.
Die bis Oktober 1999 noch ausreichenden Ablaufkonzentrationen lassen sich mit der im
Vergleich zur Kläranlage Rade geringeren stofflichen Belastung des Bodenkörpers durch den
geringeren Anschlusswert und der besseren mechanischen Vorreinigung begründen. Im
Gegensatz zur Kläranlage Rade konnten die geforderten Ablaufwerte bis Oktober 1999 im
Wesentlichen eingehalten werden. In der Tendenz ist jedoch für die Nährstoffe Stickstoff und
Phosphor ein allmählicher Anstieg der Ablaufkonzentrationen festzustellen. Seit November
1999 wird der Einleitungsgrenzwert für Nges (90 mg/l) ständig überschritten. Es kann aber
festgestellt werden, dass die Anlage Einsdorf teilweise nitrifiziert, während eine Nitrifikation
auf der Kläranlage in Rade nicht nachgewiesen werden konnte.
Wie aus Tabelle 3 des Anhangs entnommen werden kann, ist die spezifische BSB5Flächenbelastung der Pflanzenbeete in Einsdorf mit rund 10 g/(m2*d) nur etwa halb so hoch
wie die der Pflanzenbeete in Rade. Ausgehend von den in der Literatur zur Einhaltung von
Anforderungen an eine weitergehende Nitrifikation beschriebenen maximalen Flächenbelastungen und den derzeitigen Zulaufverhältnissen in der Anlage Einsdorf, könnte langfristig
nur bei optimierten Betriebsbedingungen der geforderte Einleitungsgrenzwert für den Gesamtstickstoff sicher eingehalten werden. Reserven für die Erhöhung des Anschlussgrades
von derzeitig 76,5 % auf 100 % oder für besondere Betriebszustände wie z. B. die zeitweise
Außerbetriebnahme eines Pflanzenbeetes zur Pflege und Wartung sind nicht vorhanden.
Eine Sanierung der Anlage zur Wiederherstellung einer ausreichenden hydraulischen Leistungsfähigkeit des Bodenkörpers sowie eine Erweiterung (größere spezifische Beetfläche)
scheinen unumgänglich. Nur unter diesen Voraussetzungen kann damit gerechnet werden,
dass die Anlage langfristig entsprechend ihrer Funktion arbeitet und die geforderten Ablaufwerte sicher einhält.
Die Investitionskosten der Kläranlage Einsdorf betragen etwa 1.780 DM/ Einwohnerwert
und sind mit denen der Kläranlage Rade ungefähr vergleichbar.
Die Betriebskosten werden vom Betreiber auf etwa 28.000 DM/a geschätzt. Dies entspricht
fast dem dreifachen der für die Anlage in Rade aufzuwendenden Mittel. Als eine Ursache für
die höheren Aufwendungen werden Arbeiten zur Pflege und Instandsetzung der Heber und
häufigere Entnahmen von Primärschlamm aus der Vorklärung zur Entlastung der Pflanzenbeetstufe gesehen.
Die Jahresschmutzwassermenge wurde mit Hilfe des im Frühjahr 1998 eingebauten Durchflussmessers ermittelt.
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Prinzipskizze : Kläranlage Einsdorf
Pumpen-
Zulauf
Schacht (PS)
VKB
AS
Ablauf
Vorklärung
Vertikalfilter
Pflanzenbeete
Kläranlage Einsdorf (11.03.1997)
Kläranlage Einsdorf (13.07.1998)
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Einsdorf (24.11.1998)
Kläranlage Einsdorf (15.12.1999)
Kläranlage Domäne Bobbe
Die im Jahr 1998 in Betrieb genommene Anlage (Horizontalfilter mit einer Ausbaugröße von
80 Einwohnerwerten) war im Zeitraum der Sonderuntersuchungen im Mittel zu etwa 87,5%
ausgelastet. Der Abwasserzufluss zur Anlage unterliegt starken quantitativen Schwankungen. Das Einzugsgebiet umfasst ein Bauerngut (Saisonbetrieb mit entsprechender Arbeitskräftedynamik) sowie ein Jugendhotel mit Küchenbetrieb und Verwaltung. Die Beschickung
der 4 Pflanzenbeete erfolgt mittels Tauchpumpe, wobei die einzelnen Beete abwechselnd
mit jeweils der gleichen Abwassermenge beaufschlagt werden sollen.
Obgleich die Anlage entsprechend den Mindestvorgaben des Arbeitsblattes A 262 der
Abwassertechnischen Vereinigung e.V. ausreichend groß bemessen ist, wurden, insbeson
15
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
dere im 1. Halbjahr des Sondermessprogrammes, keine befriedigenden Ablaufwerte erreicht. Seit dem Frühjahr 1999 ist eine deutliche Verschlechterung der Ablaufwerte eingetreten. Die Schwankungsbreite ist dabei sehr groß. Als eine Ursache hierfür wird die größere
Auslastung der Anlage in der Saison, verbunden mit einer unzureichenden Pflege und
Wartung , gesehen. Im Juni 1999 war auch eine starke Verkrautung der Beete festzustellen.
Die ungenügenden Ablaufwerte am 30.06.1999 (Tabelle 4, Beprobung Nr. 12) begründen
sich mit der nicht ordnungsgemäßen Beschickung in Folge eines Pumpendefektes, bei der
die gesamte Abwassermenge nur über ein Pflanzenbeet geleitet werden konnte. Im 2.
Halbjahr der Sonderuntersuchungen ist eine leichte Verbesserung hinsichtlich der Einhaltung der geforderten Einleitungsgrenzwerte eingetreten, was in erster Linie auf eine bessere
Kontrolle und Wartung der Anlage zurückgeführt werden kann. Es konnte sogar teilweise
Nitrifikation festgestellt werden.
Wie bei den Kläranlagen in Rade und Einsdorf, wird Phosphor im Bodenkörper zurückgehalten. Ein Ansteigen der Pges-Ablaufkonzentration war noch nicht erkennbar.
Die Investitionskosten für die Anlage sind mit etwa 700 DM/Einwohnerwert vergleichsweise
gering. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass bereits eine Vorklärung vorhanden war, die
lediglich saniert werden musste.
Als Kosten für die Schlammentsorgung und den Energiebedarf sind auf der Basis der Angaben des Betreibers etwa 1.000 DM/a anzusetzen. Die Wartung und Pflege der Anlage
erfolgt durch den Betreiber selbst, so dass hierfür kein finanzieller Aufwand erforderlich ist.
Eine Betriebsanleitung liegt nicht vor.
Die Jahresschmutzwassermenge wurde, ausgehend vom Wasserverbrauch für das Jahr
1998, auf einen Wert von 1.500 m3/a geschätzt.
Prinzipskizze : Kläranlage Domäne Bobbe
1.VKB
2.VKB
Zulauf
PS
AS
Ablauf
Horizontalfilter
Vorklärung
Pflanzenbeete
16
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Domäne Bobbe (04.02.1999)
Kläranlage Domäne Bobbe (30.06.1999)
Kläranlage Buchholzmühle
Für die dezentrale Abwasserbeseitigung der Rossel-Pension Buchholzmühle (4 Einwohner,
Pension, Gaststättenbetrieb) wurde 1997 eine Kläranlage mit einer Kapazität von 66 Einwohnerwerten errichtet. Die bestehende Vorklärung wurde saniert, als Beetkonstruktion
wurde ein einschichtiger Vertikalfilter mit einer Beetfläche von 210 m2 gewählt.
Gegenüber den Kläranlagen in Rade und Einsdorf ist das spezifische Volumen der Vorklärung mit etwa 770 l/Einwohnerwert mehr als doppelt so groß, womit sich die vergleichsweise niedrigen Beet-Zulaufkonzentrationen für CSB und BSB5 erklären lassen. Die intermittierende Beschickung des Pflanzenbeetes mittels einer Pumpe funktioniert störungsfrei. Die
17
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Anlage wird gut gepflegt und gewartet. In den Ablaufwerten spiegeln sich die Vorteile einer
großzügigen Bemessung sowie der ordnungsgemäße Betrieb der Anlage wider. Trotz großer
Zulaufschwankungen und voller Auslastung der Anlage werden gleichmäßig gute Ablaufkonzentrationen erreicht. Der CSB liegt im Bereich von 20–50 mg/l,. Der Gesamtstickstoff
beträgt 50–60 mg/l, wobei der wesentliche Anteil aus dem Nitratstickstoff resultiert. Die
Ablaufwerte für den Ammoniumstickstoff liegen durchgängig unter 20 mg/l, was auf eine
weitgehende Nitrifikation schließen lässt.
Die Investitions- und Betriebskosten (siehe Tabelle 2) liegen in einem für Anlagen dieser
Größenordnung günstigen Bereich.
Für die Ermittlung der Jahresschmutzwassermenge wurde, entsprechend den Angaben des
Betreibers, von einem Wasserverbrauch von 120 l/(Einwohnerwert*Tag) und dem mittleren
Anschlusswert der Anlage ausgegangen. Damit ergibt sich eine Jahresschmutzwassermenge
in Höhe von etwa 2.890 m3/a.
Prinzipskizze : Kläranlage Buchholzmühle
Ablauf
Verteiler- u. Sammelschacht
Fettabscheider. VKB
PS
Zulauf
Vertikalfilter
Vorklärung
Pflanzenbeete
Kläranlage Buchholzmühle (04.02.1999)
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Buchholzmühle (30.06.1999)
Kläranlage Dietrichsdorfer Mühle
Diese Anlage (ein sogenannter Launhardt-Reaktor mit einer Kapazität von 16 Einwohnerwerten) stellt ein System dar, welches nicht in das Arbeitsblatt A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. eingeordnet werden kann. Die Beschickung des ovalen Beetes
erfolgt mittels Pumpe, wobei das Abwasser von oben in den Bodenkörper eingetragen wird.
Nach 6-facher zyklischer Kreislaufführung durch den Bodenkörper wird das Abwasser in
einen Schönungsteich und von dort in den Zahnabach eingeleitet. Während des Sondermessprogrammes war die Anlage bei stark schwankendem Abwasserzufluss nur zu etwa
62% ausgelastet, so dass sich für die zur Verfügung stehende Beetfläche ein Wert von 4,4
m2 pro angeschlossenem Einwohnerwert ergibt. Das zur Verfügung stehende spezifische
Beetvolumen beträgt nur 2,64 m3 je angeschlossenem Einwohnerwert.
Die Probenahme für den Ablauf aus der Pflanzenbeetstufe erfolgte aus dem Sammelschacht vor dem Schönungsteich. Zum Zeitpunkt der Probenahmen waren jeweils nur etwa
2 bis 4 Reinigungszyklen erfolgt, so dass angenommen werden kann, dass bei Einleitung
des Abwassers in den Schönungsteich (nach 6 Zyklen, täglich gegen 20 Uhr) etwas niedrigere Konzentrationswerte für den CSB und BSB5 vorliegen. Die gemessenen Ablaufwerte für
CSB und BSB5 zeigen, dass die Anforderungen der Einleitungserlaubnis eingehalten werden
können.
Im 1. Halbjahr der Sonderuntersuchungen lagen die Ablaufwerte für Ammoniumstickstoff im
Mittel bei 60 mg/l. Mit durchschnittlich 140 mg/l für den Gesamtstickstoff lieferte die Klär
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Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
anlage in dieser Zeit die höchsten Ablaufwerte von allen untersuchten Anlagen. Im nachgeschalteten Schönungsteich wurde Eutrophierung und ein starkes Algenwachstum festgestellt.
Im 2. Halbjahr 1999 haben sich die Ablaufwerte erheblich verbessert. Besonders im 4.
Quartal hat die Anlage trotz sinkender Temperaturen nahezu vollständig nitrifiziert. Die
verbesserte Reinigungsleistung der Anlage im 2. Halbjahr ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass im Juni die bis dahin bestehende Einleitung von Niederschlagswasser in die
Vorklärung abgestellt wurde. Durch diese Maßnahme tritt bei Regenereignissen keine
Verlagerung von Schlamm aus der Vorklärung auf die Beetoberfläche ein. Die Konzentrationen für CSB und BSB5 im Zufluss zum Pflanzenbeet haben sich deutlich verringert. Inwieweit
die zufriedenstellenden Ablaufwerte auch bei voller Auslastung dieses Anlagentyps erreicht
werden können, kann noch nicht bewertet werden.
Eine Betriebsanleitung für diesen Anlagentyp liegt nicht vor.
Die Investitionskosten für die Anlage sind mit 2.399 DM/Einwohnerwert ungewöhnlich hoch.
Die Betriebskosten bewegen sich im unteren Bereich für Kleinkläranlagen dieser Größenordnung.
Zur Berechnung der Jahresschmutzwassermenge wurde von einem Wasserverbrauch in
Höhe von 100 l/(Einwohnerwert*Tag) ausgegangen, woraus sich bei einer durchschnittlichen Auslastung der Anlage von 5 Einwohnerwerten ein Wert von 182,5 m3/a ergibt.
Prinzipskizze : Kläranlage Dietrichsdorfer Mühle
Ablauf
Notüberlauf
Zulauf
1.VKB
2.VKB
PS
( Winterbetrieb )
Teich
Vorklärung
Brauchwasser (Toilette, Garten)
Launhardt-Reaktor
Pflanzenbeete
20
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Dietrichsdorfer Mühle (06.05.1999)
Kläranlage Dietrichsdorfer Mühle (30.06.1999) Schönungsteich
Kläranlage Coswig Deppe
Die 1997 mit einer Kapazität von 8 Einwohnerwerten in Betrieb genommene Anlage (Vertikalfilter) war während der Sonderuntersuchungen zu nur etwa 62 % ausgelastet. Aufgrund
der ohnehin deutlich großzügigeren Bemessung gegenüber anderen Vertikalfiltern steht
damit je angeschlossenem Einwohnerwert eine Pflanzenbeetfläche von etwa 8 m2 zur Verfügung.
Die Vorklärung ist ebenfalls sehr reichlich bemessen, wodurch, ausgehend von der tatsächlichen Belastung der Anlage, ein Volumen von etwa 1,3 m3 je Einwohnerwert zur Verfügung steht. Trotz dieser Kapazitätsreserven wurden im 1. Halbjahr 1999 nur ungenügende
21
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Ablaufkonzentrationen erreicht. Der CSB-Ablaufwert lag im Mittel bei etwa 200 mg/l, der
BSB5-Ablaufwert bei 50 bis 100 mg/l.
Auffallend ist, dass trotz großem Vorklärbeckenvolumen noch sehr hohe Zulaufkonzentrationen zum Pflanzenbeet gemessen wurden. Ursache hierfür könnte die Einleitung gewerblicher, möglicherweise landwirtschaftlicher, Abwässer sein.
Die Anlage befand sich in einem ungepflegten Zustand. Der Schilfbewuchs war spärlich,
obwohl bei zu geringem Abwasseranfall eine provisorische Rückführung des gereinigten
Abwassers aus dem Sammelschacht zum Beetzulauf erfolgte. Der Ablaufschacht war verschlammt (schwarzes fauliges Abwasser). Als Ursachen für die schlechten Ablaufwerte der
Anlage im 1. Halbjahr der Sonderuntersuchungen werden sowohl eine offensichtlich ungenügende Reinigungsleistung der Pflanzenbeetstufe (ursächlich möglicherweise die Struktur
des Bodenkörpers) als auch ein unsachgemäßer Betrieb gesehen.
Auf Grund dieser nicht zufriedenstellenden Ablaufwerte im 1. Halbjahr 1999 hat der Anlagenerrichter die Betriebsweise der Anlage geändert. Seither wird das Abwasser im Kreislauf
mehrfach über das Pflanzenbeet geleitet, bevor es die Anlage verlässt. Im 4. Quartal 1999
wurden so die Mindestanforderungen des Anhang 1 der Abwasserverordnung ständig
eingehalten.
Mit etwa 2.125 DM/Einwohnerwert sind die spezifischen Investitionskosten im Vergleich zu
anderen Anlagen dieser Größe überdurchschnittlich hoch. Zu den Betriebskosten konnten
bisher vom Betreiber keine Angaben gemacht werden.
Für die Ermittlung der im Jahr 1999 angefallenen Jahresschmutzwassermenge wurde vom
Trinkwasserverbrauch im Jahr 1998 (139 m3) ausgegangen. Dies entspricht einem spezifischen Wasserverbrauch von etwa 76 l/(Einwohnerwert*Tag).
Prinzipskizze : Kläranlage Coswig Deppe
Zulauf
VKB
PS
AS
Versickerung
Vorklärung
Vertikalfilter
Pflanzenbeete
22
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Coswig Deppe (04.02.1999)
Kläranlage Coswig Deppe (30.06.1999)
Kläranlage Hermannseck
Die Kläranlage Hermannseck (49 Einwohnerwerte) wurde im Mai 1997 zur Reinigung des
Abwassers einer im Außenbereich gelegenen Gaststätte in Betrieb genommen. Aufgrund
des Saison- bzw. Sommerbetriebes ist der Abwasseranfall sehr diskontinuierlich. Deshalb
wurde die Anlage so konzipiert, dass je nach Abwassermenge ein 2- oder ein 3-stufiger
Betrieb möglich ist.
Die Kapazität für den 2-stufigen Betrieb beträgt 49 Einwohnerwerte, wobei die beiden
Pflanzenbeete (ein Vertikalfilter und ein Horizontalfilter) parallel beaufschlagt werden. Beim
3-stufigen Normalbetrieb beträgt die Kapazität der Anlage nur 25 Einwohnerwerte. Die
Beschickung erfolgt aus dem Vorratsbehälter mittels Pumpe auf den Vertikalfilter. Der Ablauf
23
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
wird dann in freiem Gefälle auf den Horizontalfilter geleitet. Bei beiden Betriebsweisen wird
das in den Pflanzenbeeten biologisch gereinigte Abwasser einem Schönungsteich zugeleitet.
Auf Grund der Waldlage , der geringen Abwasserbeaufschlagung außerhalb der Saison und
der unzureichenden Pflege befanden sich die Pflanzenbeete über das gesamte Jahr hinweg
in einem schlechten Zustand (Laubablagerungen, geringe Schilfdichte, starke Verkrautung).
Da während der Beprobung der Anlage (Ausnahme Beprobung Nr. 6) kein Ablauf aus der
Pflanzenbeetstufe vorhanden war, wurde die Probe aus dem Zulaufbereich des nachgeschalteten Schönungsteiches entnommen, so dass die gemessenen Werte durch Verdünnung
verfälscht sind. Jedoch läßt die unmittelbar aus dem Ablauf des Pflanzenbeetes entnommene Probe Nr. 6 den Schluss zu, dass die Anlage die Mindestanforderungen des Anhang 1
der Abwasserverordnung einhalten kann. Wie dieses Beprobungsergebnis hinsichtlich der
Leistungsfähigkeit der Anlage zu werten ist bleibt offen, da zum Auslastungsgrad der Anlage
keine verwertbaren Angaben vorliegen.
Die spezifischen Investitionskosten in Höhe von etwa 3.265 DM/Einwohnerwerte liegen im
Vergleich zu anderen Anlagen dieser Größe weit über dem Durchschnitt. Angaben zu den
Betriebskosten konnten bisher vom Betreiber nicht gemacht werden.
Prinzipskizze : Kläranlage Hermannseck
Zulauf
Fettabsch.
1.VKB
2.VKB
PS
Vertikalfilter
Horizontalfilter
PS
Teich
Vorklärung
(alternativ ist Parallelbetrieb möglich)
Ablauf
Pflanzenbeete
24
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Hermannseck (08.06.1999) Horizontalbeet
Kläranlage Hermannseck (08.06.1999) Schönungsteich
Kläranlage Villa Jühling
Die im Jahr 1993 errichtete Kläranlage mit einer Kapazität von 33 Einwohnerwerten wird
mit einem sehr unregelmäßigen Abwasserzufluss (Jugendbildungsstätte) beaufschlagt. Die
intermittierende Beschickung des einstufigen Vertikalfilters über einen Heber bereitet offensichtlich keine Betriebsprobleme. Der Ablauf aus dem Pflanzenbeet erfolgt im Gegensatz zu
den Anlagen in Rade und Einsdorf nicht über Heber sondern im freien Gefälle.
Das in der Anlage gereinigte Abwasser wird als Brauchwasser weiter verwendet. Mittels
Überlauf erfolgt die Einleitung des gereinigten Abwassers in einen Teich und von dort über
eine Versickerungsanlage in das Grundwasser.
25
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Aufgrund der geringen Auslastung der Anlage in den Sommermonaten, die Jugendbildungsstätte ist in dieser Zeit geschlossen, kommt es zu Austrocknungserscheinungen. Eine
Folge dieser Unterbelastung ist u. a. ein vermehrtes Wachstum von Wildkräutern, was einen
höheren Pflegeaufwand der Pflanzenbeete erfordert. Während des übrigen Jahres ist die
Anlage voll ausgelastet, so dass je angeschlossenem Einwohnerwert eine Beetfläche von
2,76 m2 zu Verfügung steht.
Die beiden parallel betriebenen Pflanzenbeete sind mehrschichtig aufgebaut (Rizomenschicht ca. 25 bis 30 cm, obere Filterschicht ca. 5 bis 10 cm und Hauptfilterschicht ca. 45
cm). Genaue Angaben zur Körnung des Bodenkörpers konnten nicht gemacht werden. Das
je Einwohnerwert zur Verfügung stehende Volumen des Bodenkörpers von etwa 2,3 m3 liegt
im Vergleich zu den anderen untersuchten Pflanzenbeeten im untersten Bereich.
Die im Ablauf der Pflanzenbeetstufe im Rahmen der Sonderuntersuchungen gemessenen
Konzentrationswerte liegen deutlich unter den Anforderungen des Anhang 1 der Abwasserverordnung.
Zu den Investitions- und Betriebskosten liegen keine Angaben des Betreibers vor. Eine
Betriebsanleitung ist nicht vorhanden.
Die Jahresschmutzwassermenge für das Jahr 1999 wurde ausgehend von einem spezifischen Wasserverbrauch von 100 l/(Einwohnerwert*Tag) und des Anschlusswertes errechnet.
Prinzipskizze: Kläranlage Villa Jühling
Zulauf
1.VKB
2.VKB
1.u. 2.AS
Teich
Vorklärung
Versickerung
Vertikalfilter
Brauchwasser
Pflanzenbeete
26
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Villa Jühling (25.03.1999)
Kläranlage Frankroda
Die im Sommer 1997 mit einer Kapazität von 28 Einwohnerwerten in Eigenbau errichtete
Anlage (einstufiger Horizontalfilter) entspricht den Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 der
Abwassertechnischen Vereinigung e.V.
Während der Sonderuntersuchungen wurde die Anlage nur mit 2 Einwohnerwerten beaufschlagt. Künftig ist die Errichtung einer Gaststätte vorgesehen, wodurch sich der Auslastungsgrad verbessern wird.
Die Ablaufwerte der Anlage liegen angesichts der geringen Belastung deutlich unter den
Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung. Abgesehen von einer im
Frühjahr noch vorhandenen starken Verkrautung, die u.a. auch eine Folge der Unterbelastung der Pflanzenbeetstufe ist, sind keine Betriebsprobleme aufgetreten. Im Sommer ging
die Verkrautung zugunsten des Schilfbestandes zurück.
Mit etwa 12.000 DM Investitionskosten (einschließlich der Eigenleistungen), dies entspricht
einem spezifischen Wert von 428,57 DM/Einwohnerwert, liegt die Anlage deutlich unter den
für vergleichbare Anlagen bekannten Kosten.
Angaben zu den Betriebskosten liegen, abgesehen von den Kosten für die Schlammentsorgung in Höhe von 44,30 DM/m3, nicht vor. In den 2 Jahren des Betriebes der Anlage musste
erst einmal Schlamm entsorgt werden. Eine Betriebsanleitung ist nicht vorhanden.
Die Jahresschmutzwassermenge für das Jahr 1999 wurde an Hand eines angenommenen
spezifischen Wasserverbrauches von 100 l/(Einwohnerwert*Tag) und des Anschlusswertes
ermittelt.
27
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Prinzipskizze : Kläranlage Frankroda
Zulauf
VKB
AS
Ablauf
Horizontalfilter
Vorklärung
Pflanzenbeete
Kläranlage Frankroda (08.06.1999)
Kläranlage Frankroda (08.06.1999) Endbereich und Ablaufschacht
28
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Janisroda
Zur dezentralen Beseitigung des Abwassers eines Einzelhaushaltes (3 Personen) wurde im
Jahr 1997 in Eigenbau eine Pflanzenkläranlage (einstufiger Horizontalfilter) entsprechend
dem Hinweisblatt H 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. mit einer Kapazität von
5 Einwohnerwerten errichtet. Das Pflanzenbeet wird über einen Heber intermittierend mit
Abwasser beaufschlagt. Der Ablauf erfolgt im freien Gefälle in einen Sickerschacht, welcher
gleichzeitig als Ablaufschacht zur Probenahme dient. Die gut gepflegte Anlage erfüllt die
Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung. Nennenswerte Betriebsprobleme sind nicht aufgetreten.
Die Investitionskosten in Höhe von 10.000 DM liegen im mittleren Bereich für Anlagen
dieser Größe. Die Betriebskosten beschränken sich im Wesentlichen auf die Kosten für die
Schlammentsorgung. Dafür sind 61,36 DM/m3 aufzuwenden. Nach einer Betriebszeit von
zwei Jahren müssen rund 2 m3 Klärschlamm aus dem Vorklärbecken entsorgt werden. Die
Kontrolle, Wartung und Pflege der Anlage erfolgt in Eigenleistung, womit keine Kosten
hierfür entstehen.
Die Jahresschmutzwassermenge für das Jahr 1999 wurde an Hand eines angenommenen
Wasserverbrauches von 100 l/(Einwohnerwert*Tag) und des Anschlusswertes ermittelt.
Prinzipskizze : Kläranlage Janisroda
Zulauf
VKB
Heberschacht (HS)
Versickerung
Vorklärung
Horizontalfilter
Pflanzenbeete
29
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Janisroda (08.06.1999) Einlaufbereich
Kläranlage Samswegen
Für die Abwasserbeseitigung mehrerer Wohngrundstücke wurde im Jahr 1998 eine Pflanzenkläranlage in Betrieb genommen. Es handelt sich hierbei um einen Vertikalfilter mit einer
Kapazität von 40 Einwohnerwerten. Später soll die Pflanzenbeetstufe durch den Bau eines
zweiten Beetes, parallel zum derzeitig vorhandenen, auf eine Kapazität von 80 Einwohnerwerten erweitert werden. Die Vorklärung ist bereits für den Endausbau von 80 Einwohnerwerten ausgelegt.
Die Einleitung des gereinigten Abwassers erfolgt derzeitig in einen Vorflutgraben. Beim
Endausbau soll das in der Pflanzenbeetstufe biologisch gereinigte Abwasser einem Biotop,
welches gleichzeitig der Versickerung dient, zugeleitet werden.
Hinsichtlich der Abmessungen entspricht der vorhandene Vertikalfilter nicht den Vorgaben
des Arbeitsblattes A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. Bezogen auf die Kapazität von 40 Einwohnerwerten stehen je Einwohnerwert nur 2,25 m2 zu Verfügung. Legt man
jedoch die im Untersuchungszeitraum vorhandene Auslastung der Anlage zu Grunde, ergibt
sich mit 3 m2/Einwohnerwert eine spezifische Beetfläche, die über dem im Arbeitsblatt A 262
für Vertikalfilter vorgegebenen Mindestwert liegt.
Die mit der Kläranlage Samswegen erreichten guten bis sehr guten Ablaufwerte, es wurde
auch eine weitergehende Nitrifikation festgestellt, lassen sich einerseits mit der guten mechanischen Vorreinigung und andererseits mit der bisher nur etwa 75%-igen Auslastung der
Anlage begründen.
30
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Der Betrieb der Anlage, auch die intermittierende Beschickung des Pflanzenbeetes mittels
Heber, bereitete bisher keine Probleme. Der Ablauf aus dem Pflanzenbeet erfolgt im freien
Gefälle.
Die in Tabelle 2 des Anhangs in Klammern angegebenen Investitionskosten in Höhe von
70.000 DM beziehen sich auf den Endausbau der Anlage. Sie sind an Hand der bisher
angefallenen Investitionskosten hochgerechnet. Im Vergleich zu den Investitionskosten
anderer Pflanzenkläranlagen und alternativer Abwasserreinigungsverfahren liegen sie im
unteren Bereich.
Die Betriebskosten in Höhe von 700 DM/Jahr beziehen sich auf die derzeitig vorhandene
Kapazität der Anlage. Von diesen 700 DM/Jahr entfallen etwa 280 DM auf die Kosten für
die Schlammentsorgung. Im Vergleich zu den Betriebskosten anderer Abwasserreinigungsverfahren schneiden sie günstig ab.
Die in Tabelle 3 des Anhangs für das Jahr 1999 angegebene Jahresschmutzwassermenge
wurde auf der Basis eines geschätzten Wasserverbrauches von 100 l/( Einwohnerwert*Tag)
und des Anschlusswertes der Anlage hochgerechnet.
Prinzipskizze: Kläranlage Samswegen
Vertikalfilter (mehrschichtig)
Ablauf
AS
Zulauf
1.VKB
2. VKB
3. VKB
PS/Heber
Vorklärung
--- Planung
Biotop/Versickerung
Pflanzenbeete
Kläranlage Geestgottberg
Für die Reinigung des im Wohngebiet ”Hohe Geest” Geestgottberg anfallenden Abwassers
wurde in den Jahren 1996/97 (Inbetriebnahme Februar 1997) eine Pflanzenkläranlage als
einstufiger Horizontalfilter mit einer Kapazität von 20 Einwohnerwerten errichtet.
31
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Im ersten Halbjahr 1999 war die Anlage zu etwa 90 % ausgelastet, seit August 1999 ist sie
voll ausgelastet.
Eine Betriebsanleitung für die Anlage wurde erst im Frühjahr 1999 angefertigt.
Im Zulaufbereich des Pflanzenbeetes waren Ablagerungen von Flusen sichtbar, des weiteren
war dieser Bereich häufig bzw. dauerhaft eingestaut. Im ersten Drittel des Pflanzenbeetes
waren die angepflanzten Rohrkolben nicht angewachsen und es war eine starke Verkrautung festzustellen. Im Juni 1999 wurden durch die Eigentümer der Anlage die Wildkräuter
beseitigt und Binsen nachgepflanzt. Die Nachpflanzungen sind gut angewachsen, dennoch
ist der Pflanzenbestand lückenhaft.
Es wird angenommen, dass es infolge einer nicht rechtzeitigen Entschlammung zeitweise zur
Überlastung der Vorklärung und damit zum Austrag von absetzbaren Stoffen auf die vordere Beetfläche gekommen ist. Dieser Bereich des Pflanzenbeetes scheint bereits verstopft
zu sein. Sofern die Überlastung der Vorklärung auch bei einer rechtzeitigen Entschlammung
nicht vermieden werden kann, muss geprüft werden, ob erhebliche hydraulische Stoßbelastungen (möglicherweise durch die Einleitung von Regenwasser) abzustellen sind oder die
vorhandene mechanische Vorreinigung zu verbessern ist.
Aus den Angaben zum verwendeten Bodenmaterial muss abgeleitet werden, dass die derzeitig vorhandene hydraulische Durchlässigkeit des Bodenkörpers zu groß ist. Das Potenzial
des Bodenkörpers für die Ansiedlung und Bindung Schadstoff abbauender Mikroorganismen
ist offensichtlich zu gering. Obgleich das Pflanzenbeet großzügig bemessen ist, wurden die
Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung überwiegend nicht eingehalten. Der Mittelwert für den CSB am Ablauf des Pflanzenbeetes beträgt 180,5 mg/l. Der
BSB5 liegt im Mittel bei 69,1 mg/l.
Um künftig die Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung einhalten zu
können, scheint eine Sanierung des Bodenkörpers oder eine Erweiterung der Anlage durch
eine zweite biologische Stufe unumgänglich zu sein.
Die spezifischen Investitionskosten betragen 2.175 DM/Einwohnerwert und liegen damit im
mittleren Bereich der untersuchten Kläranlagen. Bei den spezifischen Betriebskosten in Höhe
von 123,50 DM/(Einwohnerwert*Jahr) ist zu berücksichtigen, dass davon nur etwa 20
DM/(Einwohnerwert*Jahr) auf echte finanzielle Leistungen für Schlammentsorgung und
Energie entfallen. Die verbleibenden 103,50 DM/(Einwohnerwert*Jahr) wären aufzuwenden,
wenn die Pflege und Wartung der Anlage nicht in Eigenleistung erbracht würde.
Zur Berechnung der Jahresschmutzwassermenge für das Jahr 1999 wurde von einem spezifischen Wasserverbrauch von 100 l/(Einwohnerwert*Tag) und vom Anschlusswert der Anlage
ausgegangen.
32
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Prinzipskizze : Kläranlage Geestgottberg
Zulauf
VKB
AS
Vorklärung
Ablauf
Horizontalfilter
Pflanzenbeet
Kläranlage Geestgottberg (23.02.1999) Zulaufbereich
Kläranlage Geestgottberg (23.02.1999)
33
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Elbeu
Die Kläranlage Elbeu, ein einstufiger Horizontalfilter mit einer Kapazität von 10 Einwohnerwerten, wurde 1995 zur dezentralen Reinigung des Abwassers eines Wohngrundstückes
errichtet. Im Aufbau entspricht die Anlage den Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 der
Abwassertechnischen Vereinigung e.V. Auf der Basis des Trinkwasserverbrauches auf dem
Grundstück kann auf eine 100 %-ige Auslastung der Anlage geschlossen werden. Der
Pflanzenbeetstufe ist ein Biotop nachgeschaltet, welches gleichzeitig der Versickerung des
biologisch gereinigten Abwassers dient.
Betriebliche Probleme, auch in Bezug auf die intermittierende Beschickung des Pflanzenbeetes mittels Heber, sind nicht bekannt.
Die Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung wurden im Untersuchungszeitraum eingehalten. Eine weitergehende Nitrifikation konnte nicht festgestellt
werden.
Die Investitions- und Betriebskosten der Anlage liegen im mittleren Bereich der für Pflanzenkläranlagen dieser Größenordnung üblichen Kosten. Bei den angegebenen Investitionskosten muss berücksichtigt werden, dass die Anlage in Eigenleistung errichtet wurde und ein
Teil der Kosten auf das Biotop bzw. die Versickerungsanlage entfällt.
Die Jahresschmutzwassermenge für das Jahr 1999 wurde dem vom Betreiber der Anlage
angegebenen Wert für den Trinkwasserverbrauch (101 l/Einwohnerwert*Tag) gleichgesetzt.
Prinzipskizze : Kläranlage Elbeu
Niederschlagswasser
Zulauf
1. VKB
2. VKB
PS/Heber
AS
Horizontalfilter
Biotop/Versickerung
Vorklärung
Pflanzenbeete
34
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Kläranlage Elbeu
Kläranlage Kloster Hedersleben
Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters St. Gertrudis in Hedersleben wurde im Jahr 1994
die bestehende Abwasseranlage (Vorklärung und Tropfkörper) saniert und durch eine Pflanzenbeetstufe zur weiteren biologischen Reinigung des Abwassers erweitert. Die auf eine
Kapazität von 80 Einwohnerwerten ausgelegte, nun dreistufige Anlage (Vorklärung, Tropfkörper, zwei unterschiedlich aufgebaute Vertikalfilter) dient als Demonstrations- und Untersuchungsobjekt der dort ansässigen Weiterbildungseinrichtung. Je nach Untersuchungsprogramm der Einrichtung werden die Pflanzenbeete parallel oder alternierend mit Abwasser
aus dem Tropfkörper oder auch unmittelbar aus der mechanischen Vorreinigung beaufschlagt. Eine Zielstellung des Betreibers der Anlage besteht z. B. darin, das Abwasser durch
die pflanzenbiologische Stufe vor Einleitung in den Vorfluter, einen Graben zur Selke, auf
Badewasserqualität zu reinigen.
Die je nach Anzahl der Teilnehmer an den Weiterbildungsveranstaltungen zu 80 bis 100 %
ausgelastete Anlage weist trotz der geringen spezifischen Beetfläche von nur 2 m2/ Einwohnerwert sehr gute Ablaufwerte auf. Die Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung können eingehalten bzw. deutlich unterschritten werden.
Da der Anlagenbetrieb, insbesondere die Beaufschlagung der Pflanzenbeete mit Abwasser,
vom jeweiligen Untersuchungsprogramm der Weiterbildungseinrichtung abhängt und nicht
bekannt ist, in welchem Umfang der Tropfkörper zur Vorreinigung des Abwassers einbezo
35
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
gen wurde, können die im Rahmen des Sondermessprogrammes ermittelten Ergebnisse nur
bedingt auf einen üblichen Praxisbetrieb (ohne Tropfkörper) übertragen werden. Jedoch
lassen die vom Zu- und Ablauf der Pflanzenbeetstufe vorliegenden Analysenergebnisse den
Schluss zu, dass mit Vertikalfiltern, bei denen nur 2,2 m2 je angeschlossenem Einwohnerwert zur Verfügung stehen, sehr gute Ablaufwerte und Nitrifikation erreichbar sind, wenn
eine sehr gute mechanische Vorreinigung erfolgt und ein ordnungsgemäßer bzw. optimierter Betrieb der Anlage gewährleistet ist. Im vorliegenden Fall kann von einer intensiven
Betreuung der Anlage durch die Weiterbildungseinrichtung ausgegangen werden. Eine
Betriebsanleitung konnte jedoch nicht vorgelegt werden.
Die
spezifischen
Investitionskosten
für
die
Anlagenerweiterung
liegen
mit
1.875
DM/Einwohnerwert im oberen Bereich der untersuchten Anlagen. Zu den Betriebskosten
konnte der Betreiber keine Angaben machen.
Für die Ermittlung der Jahresschmutzwassermenge im Jahr 1999 wurde von einem spezifischen Wasserverbrauch von 100 l/(Einwohnerwert*Tag) und einer durchschnittlich 90 %igen Auslastung der Anlage ausgegangen.
Prinzipskizze : Kläranlage Kloster Hedersleben
1.Vertikalfilter (mehrschichtig)
Zulauf
1.VKB
2.VKB
Tropfkörper
PS
AS Ablauf
Kontrollschacht
Vorklärung
AS
(alternativ, Umgehung des TRK)
2.Vertikalfilter (einschichtig)
Pflanzenbeete
36
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
3.3
Ergebnisse der Sonderuntersuchungen
3.3.1
Zum Bau und Betrieb von Pflanzenkläranlagen
Von den im Rahmen des Sondermessprogrammes untersuchten 14 Kläranlagen können 8
den Vertikal- und 5 den Horizontalfiltern zugeordnet werden. Eine Anlage (Kläranlage
Hermannseck) stellt eine Kombination aus einem Horizontal- und einem Vertikalfilter dar,
wobei die Pflanzenbeete je nach Belastung parallel oder in Reihe betrieben werden können.
Vier der untersuchten Kläranlagen bestehen aus mehreren biologischen Stufen. Bei drei
Kläranlagen (Dietrichsdorfer Mühle, Hermannseck und Villa Jühling) ist der Pflanzenbeetstufe ein Schönungsteich nachgeschaltet. Auf der Kläranlage Kloster Hedersleben ist der
Pflanzenbeetstufe ein Tropfkörper vorgeschaltet. Die meisten der untersuchten Kläranlagen
sind nicht länger als 4 Jahre in Betrieb. Lediglich die Kläranlagen Rade (1990), Villa Jühling
(1993) und Kloster Hedersleben (1994) sind älter.
Eine weitergehende Charakterisierung der untersuchten Kläranlagen enthält im Anhang die
Tabelle 2 .
Hinsichtlich der Anforderungen an die Bemessung entsprechen sieben Anlagen nicht dem
Arbeitsblatt A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. Vier dieser Anlagen, Vertikalfilter mit mehrschichtigem Bodenkörper, sind mit weniger als 2,5 m2/Einwohnerwert. bemessen (Rade, Einsdorf, Kloster Hedersleben, Samswegen). Eine Anlage (Dietrichsdorfer Mühle)
stellt eine Sonderlösung mit vorwiegend vertikaler Durchströmungsrichtung dar („LaunhardtReaktor“), bei der die Höhe des Bodenkörpers nur 0,6 m beträgt. Bei zwei weiteren Anlagen
(Coswig Deppe und Geestgottberg) muss davon ausgegangen werden, dass die Körnung
des Bodenmaterials nicht den Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 entspricht. Die übrigen
Kläranlagen erfüllen in den Abmessungen und der Struktur der Pflanzenbeete im Wesentlichen die Anforderungen des Arbeitsblattes A 262.
Während sich bei den Pflanzenbeeten mit zu groß gewählter Körnung des Bodenmaterials
die Abweichung vom Arbeitsblatt A 262 deutlich in den gemessenen Ablaufwerten niedergeschlagen hat, die Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung konnten von beiden Anlagen nicht eingehalten werden, läßt sich dieses auf die mehrschichtig
aufgebauten Vertikalfilter mit einer spezifischen Beetfläche von weniger als 2,5
m2/Einwohnerwerten nicht übertragen.
Die beiden mehrschichtigen Vertikalfilter vom Typ Phytofilt MS (Rade, Einsdorf), zugleich die
zwei größten Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen-Anhalt, lassen sich in ihrer, bei voller
Funktionstüchtigkeit erreichbaren Reinigungsleistung, kaum bewerten, da die im Rahmen
37
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
der Sonderuntersuchungen gemessenen Ablaufwerte durch häufige Betriebsstörungen und
letztlich durch den nicht ordnungsgemäßen Betrieb (permanente Beetüberstauung) beeinflusst sind.
Es muss angenommen werden, dass die Ursache für die auf beiden Anlagen bereits nach
kurzer Betriebszeit eingetretene permanente Beetüberstauung nicht nur in der mangelnden
Betriebssicherheit der Heber, sondern auch in der zu geringen Bemessung der Beetfläche
begründet ist. Die Auswertung entsprechender Literatur (siehe Tabelle 1 im Anhang) bekräftigt diese Annahme. Obgleich die CSB- und BSB5-Flächenbelastung auf der Kläranlage
Einsdorf nur etwa halb so hoch ist wie die auf der Kläranlage Rade, ist es trotz intensiver
Betreuung der Anlage durch den Betreiber bereits nach einem Betriebsjahr zu wiederholten
Beetüberstauungen und schließlich nach 3 Betriebsjahren zur Verstopfung des Bodenkörpers
gekommen.
Die bisher im Land Sachsen-Anhalt gesammelten Betriebserfahrungen zeigen, dass die
Anforderungen für eine ausreichende Betriebssicherheit derartiger Anlagen auf der Grundlage weiterer Untersuchungen neu definiert werden müssen.
Die Reinigungsleistung und Betriebssicherheit der Kläranlage Kloster Hedersleben, bei
welcher eines der beiden parallel betriebenen Pflanzenbeete ebenfalls als mehrschichtiger
Vertikalfilter mit einer spezifischen Fläche von 2 m2/Einwohnerwert. aufgebaut ist, kann
wegen des vorgeschalteten Tropfkörpers nicht zum Vergleich herangezogen werden.
Die ungenügende Reinigungsleistung der Kläranlage Coswig Deppe, ebenfalls ein mehrschichtiger Vertikalfilter, jedoch mit 5 m2/Einwohnerwert. bemessen, wird durch die ungünstige Struktur bzw. Körnung des Bodenmaterials maßgeblich beeinflusst, so dass auch hier
keine vergleichbaren Auswertungen zu den anderen mehrschichtigen Vertikalfiltern möglich
sind.
Gute Reinigungsleistungen wurden für die Kläranlagen Villa Jühling und Samswegen, bei
denen der Ablauf des gereinigten Abwassers aus dem mehrschichtigen Pflanzenbeet im
Gegensatz zu den Kläranlagen in Rade und Einsdorf in freiem Gefälle erfolgt, festgestellt. Es
muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Kläranlage Villa Jühling im Sommer deutlich
unterbelastet, und die Kläranlage Samswegen nur zu 75 % ausgelastet ist. Damit stand im
Untersuchungszeitraum auf beiden Anlagen eine etwas größere Beetfläche je angeschlossenem Einwohnerwert zur Verfügung als es das Arbeitsblatt A 262 der Abwassertechnischen
Vereinigung e.V. fordert.
Hinsichtlich des Baues von Pflanzenkläranlagen muss aus den Ergebnissen der Sonderuntersuchungen 1999 resümiert werden, dass von den Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 der
Abwassertechnischen Vereinigung e.V., besonders hinsichtlich der Struktur und Körnung
38
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
sowie der Mindestabmessungen des Bodenkörpers, keinesfalls abgewichen werden sollte.
Pflanzenkläranlagen sollten im Hinblick auf die Zuverlässigkeit des Betriebes möglichst
einfach aufgebaut und großzügig bemessen sein. Es hat sich gezeigt, dass auch einfache
Lösungen trotz erheblicher Belastungsschwankungen durch Saisonbetrieb ausreichend gute
Reinigungsleistungen erbringen (z.B. Buchholzmühle und Janisroda), wenn sie ordnungsgemäß gebaut und betrieben werden.
Künftigen Betreibern von Pflanzenkläranlagen wird nochmals dringend empfohlen, sich vom
Planer bzw. Anlagenerrichter die Einhaltung der Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 der
Abwassertechnischen Vereinigung e.V., besonders aber die Bodenkennwerte, nachweisen zu
lassen. Des weiteren zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass die Charakteristik (z.B.
Qualität, Ganglinien) des einer Pflanzenkläranlage zufließenden Abwassers bei der Planung
besser berücksichtigt werden sollte. Von besonderer Bedeutung ist dies bei der Mitbehandlung gewerblicher Abwässer. Gewerbliche Abwässer, z.B. aus der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, sollten in ihrer organischen Fracht möglichst genau ermittelt und
hinsichtlich der Bemessung des Pflanzenbeetes großzügig berücksichtigt werden. Probleme
durch den Zulauf gewerblicher Abwässer zeigten sich auf den Kläranlagen Rade und Coswig
Deppe.
Der Eintrag von Fremdwasser, in erster Linie Niederschlagswasser, in Pflanzenkläranlagen
sollte möglichst vermieden werden. Die an eine Pflanzenkläranlage angeschlossene Kanalisation sollte daher unbedingt auf Fehlanschlüsse und zu tief liegende Kontrollschächte
untersucht werden. Niederschlagswassereinleitungen führen zu Stoßbelastungen, die zum
Schlammabtrieb aus der Vorklärung führen können und somit die Funktionstüchtigkeit des
Pflanzenbeetes maßgeblich verschlechtern. Auf der Kläranlage Dietrichsdorfer Mühle wurde
die Niederschlagswassereinleitung unterbunden, womit eine signifikante Verbesserung der
Ablaufwerte erreicht werden konnte.
Die Investitionskosten der untersuchten Anlagen bewegen sich in einem Bereich von 400
DM/Einwohnerwert bis etwa 3.200 DM/Einwohnerwert. Im Mittel liegen die Investitionskosten bei Kleinkläranlagen (Anlagen <50 Einwohnerwerte) bei etwa 2.000 DM/ Einwohnerwert., bei Anlagen ab 50 Einwohnerwerten bei etwa 1.000 bis 1.800 DM/Einwohnerwert.
Vertikal durchströmte Anlagen mit mehrschichtigem Bodenkörper und hebergesteuertem
Ablauf liegen in ihren Investitionskosten deutlich über denen anderer Pflanzenkläranlagen.
Berücksichtigt man jedoch die vom Verfahrensentwickler behauptete Eignung der Anlagen
für einen weitergehenden Nährstoffabbau bzw. für eine weitergehende Nitrifikation relati
39
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
vieren sich die Mehraufwendungen. Der Nachweis hierfür ist im Land Sachsen-Anhalt jedoch noch nicht erbracht worden.
Bei den in der Tabelle 2 des Anhangs angegebenen Investitionskosten muss berücksichtigt
werden, dass bei der Kläranlage Domäne Bobbe bereits eine Vorklärung vorhanden war,
die lediglich saniert werden musste. Die Investitionskosten der Kläranlage Frankroda basieren auf einer Schätzung, weil die Kosten für die Eigenleistung vom Betreiber nicht genau
angegeben werden konnten.
Ein Vergleich der für die übrigen Pflanzenkläranlagen angegebenen Investitionskosten mit
den in der Literatur (HALBACH „Abwasserkosten 2000 für ostdeutsche Kommunen und
Verbände“) veröffentlichten Investitionskosten anderer naturnaher Verfahren (natürlich und
künstlich belüftete Abwasserteiche) zeigt, dass Pflanzenkläranlagen in der Anschaffung
kostenintensiver sind. Auch gegenüber den technischen Verfahren (z.B. Belebtschlammverfahren, Tropfkörper) weisen die untersuchten Kläranlagen keine Kostenvorteile auf. In
Auswertung der Literatur (siehe Anhang) kann aber davon ausgegangen werden, dass
Pflanzenkläranlagen in Abhängigkeit vom Typ und der Ausbaugröße in der Herstellung
günstiger als technische Anlagen sein können. Dies trifft besonders dann zu, wenn die
Anlagen weitestgehend in Eigenleistung, unter Anleitung eines erfahrenen Planers, errichtet
werden.
Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die Reinigungsleistung bzw. die Qualität der
Ablaufwerte von Pflanzenkläranlagen maßgeblich durch die Planung und bauliche Ausführung der Anlage bestimmt wird. Gute Pflege und Wartung tragen zur Verbesserung der
Reinigungsleistung bei und verlängern die Lebensdauer einer Pflanzenkläranlage.
Von den 14 betrachteten Anlagen konnte bis zum Abschluss der Sonderuntersuchungen
12/99 für 6 Anlagen noch keine Betriebsanleitung vorgelegt werden (Tabelle 2, Anhang).
Drei dieser Anlagen wurden durch Fachfirmen und drei in Eigenleistung errichtet.
Zu Beginn der Sonderuntersuchungen musste bei fünf Anlagen die Pflege und Wartung als
unzureichend eingestuft werden, obgleich für vier dieser Anlagen eine Betriebsanleitung
vorlag. Am häufigsten mussten die Kontrolle und Wartung der Beschickungseinrichtungen
(Heber, Pumpen) und die Pflege des Pflanzenbeetes (Entkrautung und Nachpflanzung von
Schilf) beanstandet werden. Inwieweit auf den untersuchten Anlagen eine rechtzeitige
Schlammentnahme aus der Vorklärung erfolgt ist, kann nicht bewertet werden, da entsprechende Kontrollergebnisse nicht vorliegen. Nach den Angaben der Betreiber wurde auf
allen Anlagen eine rechtzeitige Schlammentsorgung veranlasst. Auf den Kläranlagen Dietrichsdorfer Mühle und Coswig Deppe war bisher keine Schlammentnahme aus den Vorklär
40
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
becken erforderlich, da diese sehr groß bemessen und die Anlagen nur zu etwa zwei Drittel
ausgelastet sind.
Mit Bekanntwerden des Sondermessprogrammes 1999 hat sich die Pflege und Wartung der
Kläranlagen zum Teil erheblich verbessert. Besonders im 2. Halbjahr sind Mängel abgestellt
worden, wodurch sich bei einigen Anlagen die Ablaufwerte kontinuierlich verbessert haben.
Dies betrifft z. B. die Kläranlagen Domäne Bobbe, Dietrichsdorfer Mühle und Coswig Deppe.
Problematisch war die Erfassung der Betriebskosten. Die Schwankungsbreite der nur für
einige der untersuchten Anlagen angegebenen Betriebskosten ist, in Abhängigkeit von der
Höhe der vom Betreiber angegebenen Aufwendungen für Personalkosten, sehr groß. Berücksichtigt man bei einem Vergleich mit technischen Verfahren lediglich die Kosten für die
Schlammentsorgung und den Energiebedarf (Pflege und Wartung in Eigenleistung), sind die
Betriebskosten bei Pflanzenkläranlagen geringer. Weitergehende Aussagen zur Abhängigkeit der mittleren Betriebskosten von der Ausbaugröße oder dem Typ der Pflanzenkläranlage
sind wegen der unzureichenden Datenbasis nicht möglich.
3.3.2
Zur Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen
Die Ermittlung der Reinigungsleistung einer Abwasserbehandlungsanlage setzt eine statistisch gesicherte mengenproportionale Probenahme vom Zu- und Ablauf der betreffenden
Reinigungsstufe voraus. Auf der Basis von Frachtbilanzen können dann, z.B. entsprechend
den Merkblättern M 260 und M 755 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V., die Wirkungsgrade ermittelt werden.
Im Rahmen des einjährigen Sondermessprogrammes waren derartige Tiefenprüfungen vom
Umfang her nicht möglich und auch nicht angestrebt. Es wurden lediglich Ergebnisse von
Stichproben (Kleinkläranlagen) und qualifizierten Stichproben (Kläranlagen ab 50 Einwohnerwerte) für die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Kläranlagen zugrunde gelegt. Bis auf
eine Ausnahme (Probe Nr. 12, Kläranlage Domäne Bobbe) wurden sämtliche Beprobungsergebnisse, unabhängig davon, ob zum Zeitpunkt der Probenahme ein ordnungsgemäßer
Betrieb vorlag, zur Bewertung der Anlagen herangezogen.
Eine vergleichende Bewertung der Reinigungsleistung unterschiedlicher Pflanzenkläranlagen-Systeme war nicht Ziel der Sonderuntersuchungen. In dem vorliegenden Erfahrungsbericht sollen die Ergebnisse einer erweiterten behördlichen Probenahme dokumentiert und in
Bezug auf noch vorhandene Defizite beim Bau und Betrieb von Pflanzenkläranlagen ausgewertet werden. Die in der Tabelle 3 des Anhanges enthaltene statistische Aufbereitung der
41
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Beprobungsergebnisse kann wegen der heterogenen Qualität der Datenbasis nur unter
Vorbehalt
betrachtet
werden.
Die
Berechnung
der
spezifischen
CSB-
und
BSB5-
Flächenbelastungen erfolgt zum großen Teil auf der Basis hochgerechneter Jahresschmutzwassermengen. Die mittlere Reinigungsleistung für die Parameter CSB und BSB5 wurde auf
der Grundlage der gemessenen Zu- und Ablaufwerte ermittelt. Aus den gemessenen Konzentrationen für NO3-N und NH4-N am Ablauf der Pflanzenbeete wurde der mittlere Nitrifikationsgrad berechnet.
Aussagen zur Einhaltung von Einleitungsgrenzwerten an der Einleitstelle in das Gewässer
können für Kläranlagen, bei denen der Pflanzenbeetstufe noch eine weitere biologische
Reinigungsstufe nachgeschaltet ist, nicht getroffen werden, da lediglich der Ablauf der
Pflanzenbeetstufe beprobt wurde. In Bezug auf die vergleichende Bewertung der Einhaltung
der Mindestanforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung wird bei diesen Anlagen unterstellt, dass die Einleitung in das Gewässer unmittelbar aus der Pflanzenbeetstufe
erfolgt.
Einhaltung der Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung für die
Größenklasse 1
In Auswertung der vorliegenden Beprobungsergebnisse ist zunächst herauszustellen, dass
bei 8 der 14 untersuchten Anlagen keine einzige Überschreitung der Anforderungen des
Anhangs 1 der Abwasserverordnung festgestellt wurde. Dies sind namentlich die Kläranlagen Einsdorf, Buchholzmühle, Hermannseck, Villa Jühling, Frankroda, Janisroda, Elbeu und
Kloster Hedersleben. Es muss dabei jedoch berücksichtigt werden, dass von einer dieser
Anlagen (Hermannseck) nur eine einzige verwertbare Probenahme vorliegt, dass eine
Kläranlage (Frankroda) nur zu etwa 7,2 % ausgelastet ist und dass dem Pflanzenbeet auf
der Kläranlage Kloster Hedersleben zumindest zeitweise ein Tropfkörper vorgeschaltet ist.
Auf der Kläranlage Buchholzmühle wurde lediglich eine Überschreitung des in der Einleitungserlaubnis festgelegten, nur abgabenrechtlich relevanten, Grenzwertes für Nges festgestellt.
Auf der Kläranlage Einsdorf wurden die Anforderungen an den CSB und BSB5 eingehalten,
jedoch wurde, besonders im 2. Halbjahr des Sondermessprogrammes, häufig der für die
Abwasserabgabe relevante Einleitungsgrenzwert für Nges überschritten.
Auf den Kläranlagen Dietrichsdorfer Mühle und Samswegen wurde lediglich einmal eine
Überschreitung der Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung für den Para
42
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
meter CSB festgestellt. Somit wurden bei 10 von 14 untersuchten Anlagen die Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung weitestgehend eingehalten.
Auf 2 Anlagen (Rade und Domäne Bobbe) wurden häufiger Überschreitungen der Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung festgestellt. Während in Rade die mangelnde Funktionstüchtigkeit der Anlage sowie zum Teil erhebliche Stoßbelastungen für die
Überschreitungen ursächlich sind, werden die Überschreitungen auf der Kläranlage Domäne Bobbe in erster Linie auf mangelnde Kontrolle, Pflege und Wartung zurückzuführen sein.
In der 2. Hälfte des Untersuchungszeitraumes ist auf beiden Anlagen eine Verbesserung der
Ablaufwerte für die Parameter CSB und BSB5 eingetreten.
Die PKA Coswig Deppe erfüllte bis zum 3. Quartal 1999 nicht die Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung obwohl sie nur zu etwa zwei Drittel ausgelastet war. Die
Anforderungen an die Parameter CSB und BSB5 wurden permanent erheblich überschritten.
Erst nach Änderung der Betriebsbedingungen, mittels Kreislaufführung des Abwassers, war
eine deutliche Verbesserung der Ablaufwerte festzustellen. Im vierten Quartal 1999 wurden
die Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung eingehalten.
Die Kläranlage Geestgottberg erfüllte im Untersuchungszeitraum, bis auf zwei Ausnahmen,
nicht die Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung. Wenn nicht durch Veränderung des Anlagenbetriebes, analog der Kläranlage Coswig Deppe, eine deutliche Verbesserung der Reinigungsleistung erreicht werden kann, ist eine Sanierung der Anlage unumgänglich.
In Bezug auf die Reinigungsleistung ist festzustellen, dass der Wirkungsgrad für den BSB5 bei
10 der untersuchten Anlagen über 95 % liegt. Die Kläranlage Hermannseck, für welche die
statistische Auswertung wegen nur einer verwertbaren Probenahme nicht vorgenommen
werden konnte, bleibt hierbei außer Betracht. Für die PKA Rade, Coswig Deppe und
Geestgottberg wurde ein schlechterer Wirkungsgrad ermittelt, wobei auf den Kläranlagen
Rade und Coswig Deppe im 2.Halbjahr 1999 tendenziell eine Verbesserung eingetreten ist.
Einhaltung weitergehender Anforderungen
Für die Kläranlagen Rade (NH4-N = 20 mg/l) und Hermannseck (NH4-N = 10 mg/l) sind
über die Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung hinaus, höhere Anforderungen an die Nährstoffeliminierung bzw. an eine weitergehende Nitrifikation geboten.
Von der Kläranlage Hermannseck liegt nur eine verwertbare Probenahme vor, bei der die
erhöhten Anforderungen deutlich unterschritten werden. Auf den Kläranlagen Domäne
43
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Bobbe und Buchholzmühle wurde im Untersuchungszeitraum jeweils nur einmal der Einleitungsgrenzwert für Nges nicht eingehalten.
Die Kläranlagen Rade und Einsdorf konnten die über die Anforderungen des Anhangs 1 der
Abwasserverordnung hinausgehenden Anforderungen bezüglich des Stickstoffabbaus nicht
zuverlässig erfüllen. Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse dokumentieren, dass in der
Kläranlage Rade keine und in der Kläranlage Einsdorf nur teilweise eine Nitrifikation stattfindet.
Das mit Pflanzenkläranlagen gute Nitrifikationsleistungen erreicht werden können, belegen
die Ergebnisse der Beprobungen der Kläranlagen Buchholzmühle, Villa Jühling, Samswegen
und Kloster Hedersleben. Bei diesen Anlagen handelt es sich jeweils um Vertikalfilter, die im
Vergleich zu den anderen Anlagen sogar höher (75 bis 100 %) ausgelastet sind.
Als ein wichtiger Verfahrensparameter wurde auf der Basis der zur Verfügung stehenden
Daten die mittlere spezifische CSB- und BSB5-Flächenbelastung der Pflanzenbeetstufen
abgeschätzt. Mit Ausnahme der Kläranlage Rade liegen bei allen untersuchten Anlagen die
spezifischen Flächenbelastungen bezüglich der Einhaltung der Anforderungen des Anhangs
1 der Abwasserverordnung zum Teil deutlich unter den Empfehlungen der Literatur (BSB5Flächenbelastung = 8 g/m2*d für Horizontalfilter und 16 g/m2*d für Vertikalfilter). Die
Gründe hierfür sind vorrangig eine großzügigere Bemessung und die unvollständige Auslastung der Anlagen.
Signifikante Zusammenhänge zwischen Flächenbelastung und Reinigungsvermögen der
Pflanzenkläranlagen sind aus den vorliegenden Analysenergebnissen nicht abzuleiten. Von
größerer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Einflußgrößen Aufbau des Bodenkörpers und Zulaufcharakteristik des Abwassers. Bezüglich der auf den Kläranlagen Rade
und Einsdorf ermittelten BSB5-Flächenbelastung ist anzumerken, dass diese über den Empfehlungen der Literatur für die Zielstellung Nitrifikation liegt (siehe Punkt 3.2).
Die mittleren Ablaufwerte für Pges bewegen sich bei den untersuchten Anlagen im Bereich
von 0,4 bis 14,4 mg/l. Bei 12 Anlagen wird ein mittlerer Pges-Ablaufwert unter 10 mg/l
erreicht. Bei 2 Anlagen (Rade, Villa Jühling) liegt der mittlere Pges- Ablaufwert mit 11,7 bzw.
14,4 mg/l über diesem Wert.
Auf den Anlagen die schon länger in Betrieb sind, (Villa Jühling, Rade, Kloster Hedersleben)
wurden, ebenso wie auf den Anlagen mit ungünstiger Körnung des Bodenkörpers
(Geestgottberg, Coswig Deppe), die im Mittel höchsten Ablaufwerte festgestellt. Auf der
Kläranlage Coswig Deppe haben sich, wahrscheinlich mit Änderung der Betriebsweise
(Rezirkulation), ab dem 3. Quartal 1999 die Pges-Ablaufwerte verbessert. Die auf der Klär
44
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
anlage Dietrichsdorfer Mühle noch im 1. Halbjahr 1999 gemessenen hohen PgesAblaufwerte verbesserten sich im 2. Halbjahr deutlich, nachdem die Fremdwassereinleitung
abgestellt und das Betriebsregime verändert wurde.
Bei den auf der Kläranlage Hermannseck ermittelten, sehr geringen Konzentrationswerten
muss berücksichtigt werden, dass lediglich eine verwertbare Probenahme vorliegt. Die
niedrigen Pges-Ablaufwerte auf der Kläranlage Frankroda lassen sich mit dem geringen
Anschlussgrad erklären.
Pges-Zulaufkonzentrationen zur Pflanzenbeetstufe wurden lediglich im Rahmen einer Tiefenprüfung durch das Landesamt für Umweltschutz auf der Kläranlage Einsdorf gemessen. Aus
den vorliegenden Beprobungsergebnissen ergibt sich eine mittlere Pges-Eliminationsleistung
für die Pflanzenbeetstufe in Höhe von etwa 79 %. Die Pges-Ablaufkonzentrationen steigen
jedoch über den Beprobungszeitraum in der Tendenz allmählich an. Das gleiche gilt für die
Kläranlagen Buchholzmühle, Villa Jühling, Janisroda und Kloster Hedersleben ) Bei den
übrigen Anlagen ist über den Beprobungszeitraum kein Anstieg der Pges-Ablaufwerte festzustellen.
Bakteriologische Untersuchungen
Im Rahmen des Sondermessprogrammes 1999 sind auch bakteriologische Untersuchungen
am Ablauf der Pflanzenbeetstufen vorgenommen worden (Anhang, Tabelle 5). Mit Ausnahme der Kläranlagen Domäne Bobbe und Coswig Deppe liegen die ermittelten Kolonie- bzw.
Keimzahlen bei allen Anlagen in der gleichen Größenordnung. Vergleicht man die Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchungen am Ablauf der Anlagen mit den in der Literatur
angegebenen üblichen Werten für Rohabwasser, kann davon ausgegangen werden, dass
mit 12 der 14 untersuchten Anlagen eine Keimreduzierung um etwa 2 bis 3 Zehnerpotenzen erreicht wird.
Auf der Kläranlage Einsdorf wurden durch das Landesamt für Umweltschutz zusätzlich
bakteriologische Untersuchungen vom Zu- und Ablauf des Pflanzenbeetes durchgeführt. An
Hand dieser Untersuchungsergebnisse wird die o.g. Einschätzung einer Keimreduzierung um
2 bis 3 Zehnerpotenzen bestätigt. Bei den Kläranlagen Domäne Bobbe und Coswig Deppe
lagen Keimzahlen im Ablauf etwa eine Zehnerpotenz höher .
Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass Pflanzenkläranlagen hinsichtlich der Hygienisierung des Abwassers bessere Ergebnisse erzielen als herkömmliche Kläranlagen.
45
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
4.
Zusammenfassung
Eine wesentliche Zielstellung der Sonderuntersuchungen 1999 ist die Dokumentation und
Analyse der Leistungsfähigkeit von Pflanzenkläranlagen im praktischen Betrieb. Nimmt man
die Kläranlagen Hermannseck (nur eine verwertbare Beprobung), Frankroda (Auslastung
nur etwa 7 %) und Kloster Hedersleben (der Pflanzenbeetstufe ist ein Tropfkörper vorgeschaltet) auf Grund ihrer Besonderheiten aus, so kann festgestellt werden, dass 7 der 11
unter normalen praktischen Bedingungen arbeitenden Anlagen die Anforderungen des
Anhangs 1 der Abwasserverordnung (Größenklasse 1) erfüllen. Die Ablaufwerte der Kläranlagen Frankroda und Kloster Hedersleben lagen ebenfalls unter diesen Anforderungen.
Sie sind jedoch für eine Wertung nicht herangezogen worden, weil keine vergleichbaren
Praxisbedingungen vorlagen. Auch auf der PKA Hermannseck wurden die Anforderungen
eingehalten.
Bei vier der untersuchten Anlagen gab es in Bezug auf die Erfüllung der Anforderungen
teilweise erhebliche Probleme. Während es in zwei Fällen zu häufigeren Überschreitungen
kam (Kläranlagen Rade und Domäne Bobbe), lagen auf den Kläranlagen Coswig Deppe
und Geestgottberg die Ablaufwerte ständig und zum Teil erheblich über den Anforderungen
für die Parameter CSB und BSB5. Durch Veränderung des Betriebsregimes konnten auf der
Kläranlage Coswig Deppe Verbesserungen erreicht werden, so dass auch hier im 4. Quartal
des Sondermessprogrammes 1999 die Anforderungen sicher eingehalten wurden.
Vergleicht man die ermittelten BSB5-Flächenbelastungen der untersuchten Anlagen mit den
Bemessungsempfehlungen des Arbeitsblattes A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung
e.V. fällt auf, dass diese, mit Ausnahme der Kläranlage Rade, auf allen Anlagen geringer
bzw. deutlich geringer sind.
Die Ursachen für ungenügende Reinigungsleistungen bezüglich der Erfüllung der Anforderungen des Anhangs 1 der Abwasserverordnung liegen bei den betreffenden Anlagen daher
weniger in den mittleren Belastungsgrößen, sondern in erster Linie in einer nicht den Anforderungen entsprechenden Beschaffenheit des Bodenkörpers, einer nicht ausreichenden
mechanischen Vorreinigung des Abwassers, insbesondere bei Stoßbelastungen, sowie einer
nicht ordnungsgemäßen Kontrolle sowie Pflege und Wartung der Anlagen.
In Bezug auf die Eignung von Pflanzenkläranlagen für einen weitergehenden Nährstoffabbau hat sich gezeigt, dass einfache, großzügig bemessene Pflanzenbeete durchaus gute
Nitrifikationsleistungen erbringen können. Auf der Mehrzahl der Anlagen wurde zumindest
eine teilweise Nitrifikation festgestellt. Die speziell für einen weitergehenden Stickstoffabbau
46
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
konzipierten Kläranlagen des Systems Phytofilt MS (Rade, Einsdorf) haben die gestellten
Anforderungen nicht bzw. nur teilweise erfüllt. Es kann angenommen werden, dass auf
beiden Anlagen die Ursachen hierfür in der unzureichenden Zuverlässigkeit von Anlagenkomponenten (Hebersysteme) und in einer zu geringen Beetfläche je Einwohnerwert liegen.
Die BSB5-Flächenbelastung liegt auf beiden Anlagen über den in der Literatur für eine
weitergehende Nitrifikation empfohlenen Wert von 8 g/(m2*d).
Auf beiden Anlagen ist es zur permanenten Überstauung der Beetoberfläche gekommen. In
Auswertung der bisher im Land Sachsen-Anhalt gesammelten Betriebserfahrungen mit
Anlagen dieses Typs ist es erforderlich, vor dem Bau weiterer Anlagen, die Erfordernisse für
eine ausreichende Betriebssicherheit zu untersuchen und neu zu definieren.
Große Abweichungen wurden bei den Ablaufwerten der untersuchten Anlagen für den Pges
festgestellt (0,4 bis 14,4 mg/l). Es ist erkennbar, dass neben den Belastungsverhältnissen
insbesondere auch die Körnung des Bodensubstrates und das Nutzungsalter des Pflanzenbeetes die Pges-Ablaufwerte wesentlich beeinflussen. Unter Berücksichtigung der spezifischen
Besonderheiten der einzelnen Anlagen kann festgestellt werden, dass bei einigen die PgesAblaufwerte mit zunehmender Betriebszeit ansteigen.
Ausgehend von den in der Literatur angegebenen Werten für Rohabwasser lassen die im
Rahmen des Sondermessprogrammes 1999 vorgenommenen bakteriologischen Untersuchungen darauf schließen, dass mit Pflanzenkläranlagen im Mittel eine Keimreduzierung um
zwei bis drei Zehnerpotenzen erreicht wird.
Bei 5 der untersuchten Anlagen musste zu Beginn der Sonderuntersuchungen die Betriebsweise als nicht zufriedenstellend eingestuft werden. Mit Bekanntwerden des Sondermessprogrammes hat sich jedoch im Verlauf des Jahres auf allen Anlagen die Kontrolle,
Pflege und Wartung mit Auswirkung auf die Ablaufwerte verbessert. Ein erheblicher Mangel
wird darin gesehen, dass auch nach Abschluss der Sonderuntersuchungen für 6 Anlagen
noch keine Betriebs- bzw. Bedienungsanleitung vorgelegt werden konnte.
Die von den Anlagenbetreibern genannten Kosten der untersuchten Pflanzenkläranlagen
entsprechen etwa den in der Literatur vorgefundenen Angaben.
Während sie sich in Bezug auf die Investitionskosten zwischen den Abwasserteichanlagen
und den technischen Verfahren einordnen, sind sie in den Betriebskosten mit anderen
47
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
naturnahen Verfahren vergleichbar. Der Einfluss der Nutzungsdauer einer Anlage auf das
Kostenprofil wurde bei der Einschätzung nicht berücksichtigt.
Aus den Ergebnissen der Sonderuntersuchungen können folgende Schlussfolgerungen
gezogen werden:
-
Da der Bau maßgeblich die Funktionstüchtigkeit und die Leistungsfähigkeit einer Pflanzenkläranlage bestimmt und die Eingriffsmöglichkeiten während des laufenden Betriebes
sehr gering sind, muss bei der Planung und Bauausführung von Pflanzenkläranlagen mit
großer Sorgfalt gearbeitet werden.
-
Dies betrifft insbesondere die
-
Charakterisierung und Berücksichtigung von Besonderheiten des Schmutzwasser-
zuflusses (z.B. gewerbliches Abwasser, Tagesgang),
Vermeidung des Zuflusses von Fremdwasser in den Schmutzwasserkanal, insbesondere von Niederschlagswasser,
Dimensionierung und Gestaltung der mechanischen Vorklärung (Berücksichtigung
möglicher Spitzenbelastungen),
Auswahl und Analyse des Bodenmaterials hinsichtlich der Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. und die
Aufteilung der Beetfläche in der Weise, dass einzelne Beete bei entsprechendem Erfordernis für längere Zeit (mindestens 14 Tage) außer Betrieb genommen werden können,
ohne die verbleibenden Beete zu überlasten (Regeneration).
-
Dem künftigen Betreiber einer Pflanzenkläranlage wird dringend empfohlen, sich vom
Anlagenerrichter die Einhaltung der Vorgaben des Arbeitsblattes A 262 der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. nachweisen zu lassen. Für den Nachweis der im Arbeitsblatt A 262 geforderten Bodenkennwerte sollte ein unabhängiger Gutachter eingeschaltet werden.
-
Der Auftraggeber soll sich eine Bedienungs- bzw. Betriebsanleitung vom Anlagenerrichter aushändigen lassen. Sie muss Bestandteil der Planungsunterlagen sein.
-
Auch der Betreiber einer Kleinkläranlage mit Pflanzenbeetstufe sollte periodisch Beprobungen des Ablaufes vornehmen lassen, um die Funktionstüchtigkeit seiner Anlage zu
48
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
überprüfen. Im Hinblick auf möglicherweise erforderlich werdende Nachbesserungsarbeiten sollte er eine Funktionsgarantie vom Anlagenerrichter anfordern.
49
Pflanzenkläranlagen im Land Sachsen–Anhalt - Erfahrungsbericht
Begriffserläuterungen:
BSB5
Biochemischer Sauerstoffbedarf
CSB
Chemischer Sauerstoffbedarf
KA
„Korrespondenz Abwasser“, Zeitschrift der ATV/DVWK
Herausgeber und Verlag:
Gesellschaft zur Förderung der Abwassertechnik e.V.
Theodor – Heuß – Allee 17
53773 Hennef
Nges
Gesamtstickstoff
NH4 -N
Ammoniumstickstoff
NO3 -N
Nitratstickstoff
Pges
Gesamtphosphor
PS
Pumpenschacht
VKB
Vorklärbecken
90% - Perzentilwert
Wert, der bei 90 von 100 Werten unterschritten wird
50
Tabelle 1
Literaturauswertung - Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen im praktischen Betrieb
Autor(en)
Quelle
Umweltbundesamt,
HAGENDORF, U. Institut für
Wa-, Bo- u.
Lufthygiene
KUNST, S. /
FLASCHE, K.
GSCHLÖSSL, T.
ISAH - UNI
Hannover ( Abschlußbericht zum
Forschungsvorhaben AZ 32-201
00091 )
Jahr
1994
1995
ATV Heft 5 - 1996
" Abwasserbeseitigung
1996
im ländlichen Raum
" , Beitrag Nr. 10
LAU/3.5/PKA/05/2000
Titel
Ergebnisse
Untersuchungen zur
umwelt- und seuchenhygienischen Bewertung
naturnaher Abwasserbehandlungssysteme ( Pflanzenkläranlagen )
6 Anlagen (Höhenberg, Germerswang, Marienroth, See, Rade, Bausen) mit nicht bindigem Bodenfilter und 3 Anlagen mit bindigem
Bodenfilter werden in ihrer Reinigungsleistung untersucht. Der Wirkungsgrad bezieht sich nur auf die Beetstufe. Die Anlagengrößen
liegen zwischen 35 und 600 EW.
Nichtbindige Bodenfilter sollten nicht mehr verwendet werden. Wirkungsgrad: H-Filter - CSB v. 59 - 92 % / N ges v. 29 - 55 %. V-Filter -
Untersuchungen zur
Betriebssicherheit und
Reinigungsleistung von
Kleinkläranlagen mit
besonderer
Berücksichtigung der
bewachsenen
Bodenfilter
Es werden sowohl eigene Untersuchungen an bestehenden Anlagen (22 Anlagen) durchgeführt, als auch Umfrageergebnisse (83 H-Filter
, 24 V-Filter) ausgewertet. Überwiegend handelt es sich um in Eigenbau geschaffene Horizontalfilter mit einer Auslegungsgröße von
mehr als 5m2 / EW im Größenbereich bis 6 EW. 80% der Anlagen halten die Anforderungen gemäß Anhang 1, GK 1 ein. Hinsichtlich
CSB- und NH4-N Abbau sind V-Filter den H-Filtern überlegen.
Die durchschnittliche Gesamtstickstoffkonzentration liegt bei H-Filtern bei 52 mg/l , bei V-Filtern bei 67 mg/l. Im Gegensatz zum VFilter ist beim H-Filter der Bereich für den größten Rückhalt von abfiltr. Stoffen vom Bereich der maximalen Biomasseproduktion
räumlich getrennt. V-Filter neigen daher eher zu Infiltrationsproblemen.
Haben sich
Pflanzenkläranlagen
bewährt
Es werden 8 Anlagen (alles H-Filter , 200 bis 960 EW) in Bayern im Rahmen eines Sonderuntersuchungsprogrammes (1987 bis 1989)
des Landesamtes untersucht. Nur Anlagen mit mindestens 5 m2/EW liefern, den Einsatz nicht bindiger Böden vorausgesetzt,
zufriedenstellende Ergebnisse.
Doch auch bei diesen Anlagen, die vorgenannte Bedingungen erfüllen, wurden Verschlammungen, Fäulnis und Kurzschlußströmungen
festgestellt, die i.d.R. auf Probleme der gleichmäßigen Verteilung des zufließenden Abwassers und auf Verstopfungen zurückzuführen
sind. Je nach Belastung liegen die Ablaufwerte für CSB zwischen 34 und 73 mg/l bei nicht bindigen Böden. An 3 Anlagen (geringste
Belastung mit etwa 6-9 m2 / EW) wurde Nitrifikation festgestellt.
CSB v. 90 - 96 % / N ges v. 23 - 95 % (Die spez. Beetmindestflächen 3 bzw. 5 m2/EW werden bestätigt. Wirkungsgrad = f (spez. Beetfläche)
1
Tabelle 1
Literaturauswertung - Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen im praktischen Betrieb
Autor(en)
GELLER, G:
Quelle
Wasser & Boden
Heft 1/1998
Jahr
1998
Titel
Ergebnisse
Ergebnisse von 6 unters. H-Filtern (U.-Zeitraum teilw. > 10 Jahre) mit 30 bis 400 EW Kapaz. werden ausgewertet. Bei einer Beschickung der Anlagen mit bis zu 30 mm/d (ca. 5 m2/EW) liegen 80% der Ablaufw. unter 75 mg/l CSB. Die Nges-Entf. ist > 60%, wenn
die spezif. Flächenbelastung < 30 mm/d ist. Der begrenzende Prozeß in H-Filtern scheint die Nitrif. zu sein, die Denitrif. (Umwandlg. des
Horizontal
gebildeten NO3-N zu Luft-Stickstoff) ist i.d.R. vollständig. Wenn eine gut funktionierende Vorklärung vorh., die Anlage nicht überlastet
durchflossene
Pflanzenkläranlagen im ist und Störungen bei der Technik umgehend behoben werden, bleibt die biolog. Reinigungsleistg. auch nach Jahren gleichbleibend
deutschsprachigen
hoch.
Raum - langfristige
Ein Rückgang der Durchlässigkeit bzw. eine Anreicherung von organ. Material im Filterkörper, welches zu einer geringeren
Erfahrungen,
Wasserdurchlässigkeit führt, konnte unter Berücksichtig. o.g. Aspekte, auch nach Jahren, nicht beobachtet werden. Vorteilhaft für einen
Entwicklungsstand
langjährig sicheren Betrieb ist eine wechselseitige Beschickung der Beete (Beschickungspausen von 1 bis 4 Wochen bei t VWZ H-Filter =
1 bis 4 Wochen). Die P-Elimin. lag bei den untersuchten Anlagen bei etwa 50%. Mit schwach belasteten Anlagen (10m 2/EW) sind, bei
Einsatz phosphatsorptiver Materialien, auch Ablaufw. für P ges von weniger als 1 mg/l möglich.
LÜTZNER, K.
TU Dresden, Institut
für Siedlungs1998
und Industriewasserwirtschaft
LAU/3.5/PKA/05/2000
In einem Zeitraum von etwa 3 - 4 Monaten werden 3 PKA ( 230 EW, 400 EW, 160 EW ) hinsichtlich ihrer Funktion und des Betriebes
untersucht. Es handelt sich dabei um Anlagen des Typ`s Phytofilt MS, welche lt. Erfinder auch zur N-Eliminierung geeignet sein sollen.
Im Ergebnis der Untersuchungen wird zusammenfassend geschlußfolgert, daß die Bemessung mit 2 m2 / EW auch für Vertikalfilter zu
gering ist, die Sauerstoffversorgung des Bodenkörpers für die angestrebte Reinigungsleistung nicht ausreichend, die zusätzliche
Pflanzenkläranlagen im Belüftung der oberen u. unteren Filterschicht über Belüftungsrohre keine wesentlichen Verbesserungen der Sauerstoffversorgung bringt
(Belüftung ist nicht flächig, nur kurzzeitig und überwiegend in der unteren Bodenschicht, während der Sauerstoff in der oberen bzw.
Freistaat Sachsen mittleren Filterschicht benötigt wird).
Leistungsfähigkeit,
Betriebssicherheit und Betriebsschwächen der Heber werden hervorgehoben, Wichtigkeit einer ausreichenden Vorklärung mit großer Pufferwirkung, gerade bei
langfristige Entwicklung kleinen Anlagen (Tagesgang), wird bestätgt. CSB-Eliminierung liegt bei 92 -98 %, Nitrifikation etwa 50 %, Denitrifikation wird
vorrangig durch die CSB-Verfügbarkeit in der mittleren u. unteren Filterschicht limitiert und liegt bei 35 - 50 %. Die Untersuchungen
wurden durch erhebliche Bertriebsstörungen auf den Anlagen erschwert.
2
Tabelle 1
Literaturauswertung - Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen im praktischen Betrieb
Autor(en)
HÖNER, G.
v. FELDE, K. ;
HANSEN, K. ;
KUNST, S.
DAFNER, D.
Quelle
Jahr
Energie- und
Umweltzentrum am
Deister,
1996
Springe-El-dagsen
( EUZ )
Korrespondenz
Abwasser 8/96
Seite 1382 und f.
Korrespondenz
Abwasser 6/92
Seite 880 und f.
LAU/3.5/PKA/05/2000
1996
1992
Titel
Ergebnisse
Es wird über 8-jährige Erfahrungen mit einem einschichtigen Vertikalfilter ( mittlere Belastung seit 4 Jahren etwa 40 EW ) berichtet. Die
Beetfläche betrug zunächst 54 m2 , nach 4 Jahren Betriebszeit wurde die Anlage erweitert auf 194 m2. Dem oberen Bereich des
Langzeiterfahrungen mit Bodenkörpers wurden Eisenspäne zur P-Fixierung beigemischt. Die Vorklärung ist mit 500 l/E sehr groß bemessen. Die mittlere VWZ
der Pflanzenim VKB beträgt etwa 3 Wochen.
kläranlage des EUZ
Die Reinigungsleistung betrug für CSB etwa 94 %, P ges etwa 87 % und Nanorg etwa 54 %. Durch Installation einer Rezirkulation konnte
(1988 - 1996)
die Stickstoffentfernung auf 75 % gesteigert werden. Der Gehalt an Phosphor im Boden betrug nach 5-jähriger Betriebszeit etwa 1g P/kg
Boden. Im bisherigen Betrieb wurden keine Verstopfungen beobachtet. Die Anlage wurde intensiv gepflegt und gewartet. Die
Beschickung des Beetes aus der 4-Kammer-Ausfaulgrube erfolgt mit Tauchpumpen mehrmals pro Tag.
Statist. Auswertg. v. Betriebsergebnissen niedersächs. KKA (< 50 EW) mit Pflanzenbeet zur biolog. Nachreinigung. 1994 gibt es etwa
3.000 KKA mit Pflanzenbeet, 1.000 weitere Anlagen sind geplant. Die durchschn. Größe der Anlagen beträgt 5 EW bzw. 30 m 2. In die
Auswertg. zur Reinigungsleistg. flossen die Ergebnisse von 107 Anlagen ein. Überwiegend handelt es sich um H-Filter, die Ablaufwerte
Pflanzenkläranlagen in liegen im Mittel für CSB bei 95 mg/l, für Nges bei 60 mg/l und für P ges bei 4,8 mg/l. Die Schwankungsbreite ist sehr groß. 80 % der
Anlagen hielten 150 mg/l für CSB ein, 60 % hielten 90 mg/l für CSB ein, 40 mg/l CSB werden nur von 20 % der Anlagen eingehalten.
Niedersachsen Bestandsaufnahme und V-Filter wiesen deutlich niedrig. CSB - und NH 4 - N-Konzentrationen im Ablauf auf, hingegen lagen die NO3 - N-Ablaufkonzentrationen
Leistungsfähigkeit
deutlich höher als bei H-Filtern. 17 Anlagen wurden zusätzlich durch das ISAH untersucht. Der N ges - Abbau lag bei V-Filtern bei etwa
20-30 %, maximal bei 53 %. Schlechte Betriebsergebnisse werden auf mangelnde O2-Versorg. des Bodenkörpers (Kolmation),
ungenügende Vorreinigung und ungeeignete Korngrößenzusammensetzung des Bodenkörpers zurückgeführt.
8-jährige
Betriebserfahrungen
mit einer
Pflanzenkläranlage
Gegenstand der Untersuchungen ist die Entwicklung der Reinigungsleistung der PKA "See" bei Nürnbg. (100 EW, Bemessung 10
m2/E). Die Anlage wird auf etwa 40 % der Beetoberfläche oberirdisch mit Abwasser beaufschlagt, der übrige Bodenkörper wird
horizontal (Sohl- u. Beetgefälle) durchflossen. Die Anlage kann als Kombination aus V- und H- Filter betrachtet werden. Dem
Pflanzenbeet ist ein Schönungsteich nachgeschaltet.
Der kf- Wert von 7 x 10-5 hat sich während des 8-jährigen Betriebes nicht verändert. Die Ablaufkonz. liegen im Mittel für CSB bei 35 bis
50 mg/l, für NH4-N bei 22 bis 43 mg/l, für NO 3-N bei 11 mg/l und für P ges bei etwa 0,7 mg/l. Die Schwankungsbreite ist gering. Gute
Ergebnisse sind auf ausreichende Bemessung, ordnungsgemäßen Betrieb und auf den nachgeschalteten Schönungsteich zurückzuführen.
3
Tabelle 1
Literaturauswertung - Reinigungsleistung von Pflanzenkläranlagen im praktischen Betrieb
Autor(en)
Quelle
Korrespondenz
GELLER, G. u. a. Abwasser 6/92
Seite 886 und f.
SCHÜTTE, H. ;
FEHR, G.
Korrespondenz
Abwasser 6/92 Seite
877 und f.
LAU/3.5/PKA/05/2000
Jahr
1992
Titel
Ergebnisse
In einem Zeitraum von 5 Jahren wurden Labor- , Technikums- und Pilotversuche an vorwiegend horizontal durchströmten bepflanzten
Bewachsene Bodenfilter Bodenfiltern durchgeführt. Pilotanlagen waren PKA Germerswang und PKA See. Entsprechend eines Untersuchungsprogrammes
zur Reinigung von
wurden für beide Anlagen die Abhängigkeit zwischen Reinigungsleistung und spezifischer Flächenbelastung sowie mittlerer VWZ
Wässern ermittelt. In Abhängigkeit von diesen Parametern lag die Reinigungsleist. für CSB zwischen 61 und 99 % , für N ges zwischen 5 und 95 %.
Eine N-Elimination von über 70 % wurde erst bei einer VWZ ab 20 Tagen erreicht. Bei entsprechendem Bodensubstrat liegt die P Ergebnisse und
Eliminierung bei 97 %, Ablaufwerte unter 2 mg/l wurden eingehalten ( PKA See ). Während die unterirdische Beschickung der Beete
Empfehlungen aus
einem 5-jährigen BMFT- keine Betriebsprobleme zur Folge hatte, gab es bei oberirdischer Beschickung (im freien Auslauf), insbesondere im Winter (Vereisung),
Forschungsvorhaben
Probleme mit der gleichmäßigen Verteilung des Abwassers auf der Beetoberfläche.
Neue Erkenntnisse zum Auf der Basis umfangreicher Untersuchungen werden für PKA Bemessungsempfehlungen abgeleitet. Zur Einhaltung der MA des Anh. 1
der AbwV werden folgende Flächenbelastungen vorgegeben : Horiz.-F. - BA < 10g BSB5/(m2*d) / Vert.-F. - BA < 20 g BSB5/(m2*d) ;
1992 Bau und Betrieb von
Pflanzenkläranlagen
Bei Forderung von Nitrifikation bzw. 50 %-igem Stickstoffabbau beim Vert.-F. soll B A < 8 g BSB5/(m2*d) eingehalten werden.
4
Tabelle 2
Charakterisierung der im LSA untersuchten Pflanzenkläranlagen
Name der Anlage
Regierungsbezirk
Landkreis
Inbetriebnahme
H
D
D
D
Villa Jühling
Frankroda
Janisroda
Samswegen
Geestgottberg
Elbeu
Kloster
Hedersleben
D
H
H
H
H
M
M
M
M
Halle
Burgenlandkreis
Burgenlandkreis
Ohrekreis
Stendal
Ohrekreis
Quedlinburg
1993
1997
1997
1998
1997
1995
1994
Eigenbau
Eigenbau, Dr. H.
Bahr Magdeb. u.
A.J. Ackermann
Hannover
Jessen
Sangerhausen
Köthen
Anhalt-Zerbst
Wittenberg
Anhalt-Zerbst
MerseburgQuerfurt
1990/1997
1996
1998
1997
1998
1997
1997
Fa. Bioquelle
Schönebeck
Fa. Mallbeton
Coswig
Baufirma + ABM
Eigenbau
Eigenbau
Eigenbau
Fa. Günzel,
Wolmirstedt
ja
ja
nein
ja
nein
ja
ja
nein
nein
ja
k. A.
ja
nein
nein
m3 / d
90
35
12
7,92
2,25
1,2
7,35
3,96
4,2
0,75
6
(12)
2
1,5
12
EW
600
200
80
66
16
8
49
33
28
5
40
(80)
20
10
80
(horizontal / vertikal)
v
v
h
v
v
v
v und h
v
h
h
v
h
h
v
Landlache
Rohne
Landgraben
Rossel
Zahnabach
Grundwasser
Schmoner Bach
Grundwasser
Hasselbach
Grundwasser
Vorflutgraben
Grindelgraben
Grundwasser
Gr. Zur Selke
Teich Notüberlauf
PflanzenbeetVersickerungsanlage
Teich
Teich Versickerungsanlage
Pflanzenbeetstufe
PflanzenbeetVersickerungsanlage
Pflanzenbeetstufe
Pflanzenbeetstufe
PflanzenbeetVersickerungsanlage
Pflanzenbeetstufe
Pflanzenbeetstufe
Pflanzenbeetstufe
Pflanzenbeetstufe
Pflanzenbeetstufe
TDM
977,0
355,5
56,0
70,6
38,4
17,0
160,0
k. A.
12,0
10,0
( 70,00 )
43,5
28,7
150,0
DM / EWKap.
1.628,0
1.777,0
700,0
1.070,0
2.399,0
2.125,0
3.265,0
k. A.
428,6
2.000,0
( 875,0 )
2.175,0
2.875,0
1.875,0
TDM / a
9,30
28,15
1,00
1,12
1,06
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
0,70
2,47
0,55
k. A.
DM / (EW Kap. *a)
15,50
140,73
12,50
16,90
66,25
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
k. A.
17,50
123,50
55,00
k. A.
landw.
Verwertung
KA Sangerhausen
KA Aken
KA Coswig
GKA WB
KA Coswig
k. A.
k. A.
KA Freyburg o.
KA Karsdorf
KA Naumburg
zugelassene
Entsorgungsfirma
kommunale KA
zugelassene
Entsorgungsfirma
k. A.
1.B. 3 Kammern/
2.B. eine Kammer
ein Beh. mit
3 Kammern
1.B. eine Kammer/
2.B. 2 Kammern
ein Beh. mit
3 Kammern
1.B. eine Kammer/
2.B. 3 Kammern
ein Beh. mit
3 Kammern
zwei Beh. mit
insg. 4 Kammern
zwei Beh. mit
insg. 4 Kammern
ein Beh. mit
3 Kammern
ein Beh. mit
3 Kammern
3 Beh. mit insg.
5 Kammern
ein Beh. mit
3 Kammern
zwei Beh. mit
insg. 3 Kammern
zwei Beh. mit
insg. 4 Kammern
m3
142,80
40,00
24,30
50,90
24,00
6,50
20,40
11,10
8,40
3,68
22,59
6,00
15,33
16,30
m3 / EWKap.
0,24
0,20
0,30
0,77
1,50
0,81
0,42
0,34
0,30
0,74
0,28
0,30
1,53
0,20
m / EWang.
0,24
0,26
0,35
0,82
2,40
1,30
k. A.
0,34
4,20
1,23
0,75
0,29
1,53
0,23
pro Jahr
2
12
4
0,5
bisher keine
bisher keine
1
1
1
1
1
2
0,5
4
3
2
4
1
1
1
2
2
1
1
2
1
1
2
1
1
1
1
1
Investkosten in
Schlammentsorgung
VKB-Art
Volumen der
3
Schlamment-nahmen
D
Coswig Deppe Hermannseck
Fa. Wasser u.
Umw. Hamburg,
aqua consult
letzte Stufe vor Einleitung in das
Gewässer
in
Dietrichsd.
Mühle
Fa. Becker
Witzenhausen
Vorfluter
Vorklärung
Buchholzmühle
Ing.-büro Fuhrmann, Prof.
Löffler GmbH
Kapazität in
Betriebskosten in
Domäne Bobbe
Inst. Fresenius
Betriebsanleitung vorhanden ?
( keine genaue
Analyse )
Einsdorf
Conrad, Schrampe,
prowa mbH Magdeburg, re natur
Ruhwinkel
Hersteller / Planer / Verfahrensgeber
Anlagentyp
Rade
Anzahl der Beete
biologische Stufen
LAU/3.5/PKA/05/2000
1
1
1
1
1. Stufe Pfl.-beet
2. Stufe Teich
1
1. Stufe Vertik.-F.
1. Stufe Pfl.-beet
2. Stufe Horiz.-F.
2. Stufe Teich
3. Stufe Teich
1. St. TR-Körper
2. St. Pfl.-Beete
1
Tabelle 2
Charakterisierung der im LSA untersuchten Pflanzenkläranlagen
Rade
Einsdorf
Domäne Bobbe
Buchholzmühle
Dietrichsd.
Mühle
Villa Jühling
Frankroda
Janisroda
Samswegen
Geestgottberg
Elbeu
Kloster
Hedersleben
m2
1200
400
403,2
210
44
40
v = 90 und h = 150
91
140
25
90
140
54
160
spezifische
m2 / EWKap.
2
2
5
3,18
2,75
5
v = 3,6 und h = 6
2,76
5
5
2,25
7
5,4
2
Beetfläche in
m2 / EWang.
1,99
2,61
5,76
3,39
4,40
8,00
k. A.
2,76
70,00
8,33
3,00
6,66
5,40
2,22
Aufbau des
Bodenkörpers
(einschichtig /
mehrschichtig)
mehrschicht.
mehrschicht.
einschicht.
einschicht.
einschicht.
mehrschicht.
beide Beete
einschicht.
mehrschicht.
mehrschicht.
einschicht.
mehrschicht.
einschicht.
einschicht.
1.Beet mehrsch.
2.Beet einschicht.
m
1,6
1,9
0,7
1,0
0,6
1,0
v = 1,0 und h = 0,6
0,85
0,6
0,6
1,2
0,7
0,9
1,0
m3 / EWKap.
3,20
3,60
3,53
3,18
1,65
5,00
v = 3,6 und h = 3,6
2,30
3,00
3,00
2,70
4,66
4,60
2,00
m/s
1*10 -5
1 * 10-5
1,6*10 -4
10-4 bis 10 -5
2 mm Feinkies
lehmiger Sand
Sand 0 / 4
k. A.
Sand 0 /4
Sand 0 /4
10-3 bis 10-5
d10=3mm
d60=4,8mm
10-3
Sand 0,07-0,2 mm
Schilf
Schilf
Binsen
Schilf
Blaubinse
Schilf
Schilf, Rohrkolben
u. a.
Schilf
Schilf
Schilf
Lilie, Rohrkolben,
Schilf
Art
oberirdisch
oberirdisch
im Kiesbett
seitlich
im Kiesbett von
oben
oberirdisch
im Kiesbett von
oben
im Grobkies von
oben bei v und
seitlich bei h
oberirdisch
im Kiesbett
seitlich
im Kiesbett
seitlich
oberirdisch
im Kiesbett
seitlich
im Kiesbett
seitlich
oberirdisch
(Freigefälle, Pumpe,
Heber)
Heber
Heber
Pumpe
Pumpe
Pumpe
Pumpe
v - Pumpe,
h - Freigefälle
Heber
Freigefälle
Heber
Heber
Pumpe im Zulauf
zur PKA
Heber
Pumpe
(kontinuierlich /
intermittierend /
alternierend)
interm.
interm.
interm. u. altern.
interm.
kontinuierl.
interm.
kontinuierl.
interm.
interm.
interm.
interm.
interm.
CSB
150
150
150
150
150
a.a.R.d.T.
150
a.a.R.d.T.
a.a.R.d.T.
a.a.R.d.T.
a.a.R.d.T.
a.a.R.d.T.
a.a.R.d.T.
Dem STAU MB
BSB5
40
40
40
40
40
für KKA
40
für KKA
für KKA
für KKA
für KKA
für KKA
für KKA
liegt bisher keine
an die Einleitung
Nges
-
90 Abgaber.
80 Abgaber.
80 Abgaber.
-
analog
-
analog
analog
analog
analog
analog
analog
Erlaubnis vor.
in mg / l für :
Pges
-
15 Abgaber.
18 Abgaber.
18 Abgaber.
-
Anh. 1 der
-
Anh. 1 der
Anh. 1 der
Anh. 1 der
Anh. 1 der
Anh. 1 der
Anh. 1 der
Anwendung
NH4-N
20
-
-
-
-
AbwV
10
AbwV
AbwV
AbwV
AbwV
AbwV
AbwV
Anh. 1 der AbwV
angeschlossene Einwohner
520
153
70
4
10
5
k. A.
33
2
3
30
21
10
72
angeschlossene Einwohnerwerte
601
153
70
62
10
5
k. A.
33
2
3
30
21
10
72
Name der Anlage
Beetfläche in
Tiefe des
Bodenkörpers in
spez. Volumen des
Bodenkörpers
kf - Wert der akt.
Schicht
Bepflanzung
Beetbeschickung
Anforderungen
LAU/3.5/PKA/05/2000
Coswig Deppe Hermannseck
interm. Kreislauf- interm. ab 2.Hj.
führung
Kreislauf-führung
Schilf, Binsen, im
Lilie, Rohrkolben,
Zulaufbereich
Schilf
Rohrkolben
Schilf
2
Tabelle 3
Auswertung der Ergebnisse der Beprobung von Pflanzenkläranlagen im LSA
Name der Anlage
Rade
Anlagentyp ( horizontal / vertikal )
Kapazität in EW
Beetfläche in
m2
angeschlossene EW
Auslastungsgrad in
%
Einsdorf
Domäne
Bobbe
Buchholzmühle
Dietrichsd.
Mühle
Coswig
Deppe
Hermannseck Villa Jühling Frankroda
Janisroda
Samswegen
Geestgottberg
Kloster
Hedersleben
Elbeu
v
v
h
v
v
v
v / h mit Teich
v
h
h
v
h
h
v
600
200
80
66
16
8
49
33
28
5
40
20
10
80
1200
400
403,2
210
44
40
insgesamt 240
91
140
25
90
140
54
160
601
153
70
66
10
5
k. A.
33
2
3
30
21
10
72
100,2
76,5
87,5
100,0
62,5
62,5
k. A.
100,0
7,2
60,0
75,0
105,0
100,0
90,0
beh. ÜW
0
9
0
2
0
0
(3)
0
0
0
0
0
0
3
bungen des Ablaufes
SU 99
des Pflanzenbeetes
LAU
24
0
4
10
24
6
6
0
0
7
0
-
24
0
5
5
1
0
-
24
0
0
0
1
0
-
23
0
1
0
-
24
0
16
14
-
(5) , 1
0
0
0
0
9
0
0
0
-
9
0
0
0
-
9
0
0
0
-
16
0
1
0
-
19
0
17
14
-
23
0
0
0
-
23
0
0
0
-
20.000,0
5.128,2
k. A.
1.204,5
Anzahl der Bepro-
Anzahl der Über-
CSB
schreitung der Einleit-
BSB5
Nges
grenzwerte bzw. des
Pges
Anh. 1 der AbwV
NH4-N
für
JSM 1999 ( hochger. ) in
m3/a
1.500,0
2.890,0
182,0
139,0
73,0
109,5
1.095,0
693,5
371,0
2.628,0
Mittelwerte am
CSB
115,8
62,0
92,7
35,2
102,7
186,8
Eine
39,0
36,3
105,0
82,0
180,5
78,0
Ablauf des Pflanzen-
BSB5
31,7
7,8
20,9
4,9
5,9
67,7
Auswertung
2,8
3,6
7,0
6,9
69,1
14,6
23,9
1,7
beetes
Nges
91,6
75,1
25,4
61,0
106,5
92,2
ist nicht
84,7
43,7
145,2
94,9
67,8
61,6
74,9
in mg/l
Pges
11,7
3,1
4,3
5,3
8,6
9,2
möglich, da
14,4
0,4
3,4
5,4
9,4
3,5
7,4
NH4-N
91,1
33,9
17,5
10,6
33,1
89,7
während der
3,2
18,5
55,7
8,2
67,6
55,0
2,1
90. Perzentil-
CSB
156,3
89,9
176,0
43,9
137,9
304,3
Beprobungen
54,0
46,5
125,1
109,9
222,0
111,0
29,9
werte am Ablauf
BSB5
56,6
14,0
71,1
10,7
11,4
147,8
der Anlage
7,6
11,3
9,6
14,0
106,2
27,4
1,9
des Pflanzenbeetes
Nges
110,3
101,2
58,5
71,4
165,2
112,7
lediglich
95,1
58,2
174,7
107,8
82,3
71,3
112,2
in mg/l
Pges
13,4
6,0
7,8
6,9
11,3
11,4
einmal ein
17,3
1,3
5,3
7,0
11,6
5,8
10,0
110,3
NH4-N
72,6
48,1
69,8
0
0
19
9
0
0
9
75,3
9
18,9
0
6
CSB
774,7
566,5
762,7
341,1
305,7
843,2
aus dem
453,1
493,0
909,9
386,7
764,4
609,2
Beetzufluß in mg/l
BSB5
421,5
296,1
463,1
184,3
123,1
460,0
Pflanzenbeet,
217,2
239,0
476,6
163,2
418,0
293,8
178,8
mittlere Zulauffracht
CSB
42.448
7.959
3.134
2.701
152
321
vorlag.
1.495
99
273
1.160
1.452
619
2.596
überschl. in g/d
BSB5
23.098
4.160
1.903
1.459
61
175
Es ist somit
717
48
143
490
794
299
1.287
spez. Flächenbelastung
CSB
35,4
19,9
7,8
12,9
3,5
8,0
nur eine
16,4
0,7
10,9
12,9
10,4
11,5
16,2
überschl. in g/m2*d
BSB5
19,2
10,4
4,7
6,9
1,4
4,4
einzige
7,9
0,3
5,7
5,4
5,7
5,5
8,0
mittlere Reinigunslei-
CSB
85,1
89,1
87,8
89,7
66,4
77,8
Probenahme
91,4
92,6
88,5
78,8
76,4
87,2
93,4
stung überschl. in %
BSB5
92,5
97,4
95,5
97,3
95,2
85,3
verwertbar
98,7
98,5
98,5
95,8
83,5
95,0
99,0
0,44
50,33
27,11
82,42
60,14
2,04
96,03
32,45
53,26
91,05
0,27
9,49
97,16
0
21
9,5
Mittelwerte für den
0
5
69,5
LAU
0
16
82,2
des Zulaufes z. Pfl.-beet
0
3
25,8
6
LAU/3.5/PKA/05/2000
23
9,0
24
0
21
107,7 Ablauf, direkt
SU 99
mittlerer Nitrifikationsgrad überschlägig in
%
17
18,4
Anzahl der Beprobungen
0
8
0
0
360,6
Tabelle 4
Einzelergebnisse der Beprobung von Pflanzenkläranlagen im LSA ( mg/l )
PKA / Beprobung Nr.
Zulauf
Abs.St.
CSB
BSB5
Rade
Ablauf
1
CSB
BSB5
Einsdorf
Ablauf
Zulauf
Ablauf
Zulauf
Buchholzmühle
Ablauf
Zulauf
Dietrichsdorfer
Mühle
4
791
408
<0,1
<0,1
<0,1
120,00 156,00 163,00
26,40 52,90
62,00
0,2
156,00
56,10
5
668
335
6
822
426
7
805
462
0,2 <0,1
<0,1
148,00 158,00 137,00
59,90 50,70
49,00
8
816
439
9
2,0
93,00
16,90
91,90 100,00
94,30
96,30 112,00 104,00
80,70
85,30
91,00
80,70
72,90
1,73
0,60
0,22
0,19
0,39
0,28
65,20
83,50
86,30
74,50
81,30
85,60
91,30
81,10
73,20
10,40
12,80
12,40
11,80
12,30
Abf.St.
CSB
BSB5
-
9,86
-
-
10,60
-
-
-
-
771 367 -
-
436 296 -
33,00
4,00
39,00
4,00
57,00
6,00
78,00
15,00
71,00
13,00
200 50,00
59,00 7,00
4,00
NH4-N
20,96
10,09
13,98
24,07
19,41
19,50
NO3-N
29,14
38,85
24,85
14,05
20,10 -
Nges
Pges
50,30
51,00
40,80
40,20
41,40 49,4*
0,76
0,59
0,69
1,57
1,49
1,11
836
489
836
529
613
382
809
496
957
607
894 558 -
26,00
3,00
20,30
90,80 284*
72,30
79,10
0,32 <0,05
0,23
11,70
12,50
14,90
11,80
14,00
13,10
11,20
12,40
12,90
12,20
127
255
425
285
664
320
660
310
637
290
614
290
626
290
92
88,80
11,00
140
130
82,00 132,00
13,00 13,00
74
60,00
7,00
51
54,00
6,00
93
53,00
5,00
43,00
5,00
112 62,40
91,00
4,30
21,00
100
65,30
7,00
25,70
35,90
23,00
31,00
51,50
39,50 -
74,50
72,20 73,6*
46,00
31,40 -
79,90 61,5*
1,71
1,97
8,53
26,30
5,80
9,61
4,69
2,00
Nges
Pges
19,00
5,43
7,77
12,30
13,50
28,50
26,20
57,10
28,10
64,50
1,59
2,04
2,09
2,21
2,99
5,03
5,71
8,30
4,80
11,20
520
300
468 280 -
444
240
435
244
393
226
440 259 -
CSB
BSB5
-
Abs.St.
CSB
BSB5
-
-
64,50
2,26 <0,05
14,00
11,80
12,70
21,00
-
21,10
708
450
800 520 -
1,00
2,00
2,80 <0,1
569,00 104,00 97,00 95,00 82,00 152,00 69,00
351,00 13,00 <3,0
4,90
5,20 33,10
5,40
0,80
68,00
7,00
7,27
211 47,8 -
6,78
-
-
20,10
Auswertung nur mit Nges(anorg.)
96,70 103*
-
-
801
516
0,40 <0,1
243,00 59,00 98,00
43,00
46,00 Probe Nr. 12
87,40
9,00 35,00
4,40
5,50 wurde in der
86,10
14,40
17,30
16,40
5,85
2,00
45,30
6,12
25,00
7,69
7,82 Auswertung
0,08
0,99
2,07
14,90
10,90 <0,05
19,70
4,19
8,88
13,20
12,00
10,50
13,70 nicht berück-
14,00
86,20
15,50
19,90
34,50
19,40
20,20
27,00
7,58
62,90
20,40
38,70
18,90
22,30 sichtigt (Zulauf-
5,77
13,90
6,17
4,21
3,03
2,98
6,20
1,71
2,17
7,62
2,36
4,85
2,38
2,62 pumpe defekt).
468
268
412
248
412
228
275
158
230
114
179
62
160
57
233
110
302
125
312
177
262
141
277
144
276
146
303 143 -
<0,05
6,38
697
-
699
426
0,20
88,00
6,70
0,93
10,90
2,75 -
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
39,00 38,00
40,00
42,00
71,00 129,00 103,00 176,00 75,00 176,00
3,00 <3
<3
3,90
12,90 40,80
26,50
73,40 29,40
70,40
4,37
101,00
3,66
884 780,00
545 471,00
3,44
103,00
12,30
101,00
110
114
44,00 45,60
4,00 -
36,00
-
98,20
97,10
4,50 -
105,00 101,00
34,00
-
0,16
105,00 110,00
3,98
1150
622
15,40
53,00
-
0,32
661
350 -
26
0,6 <0,1
82,00 116,00
49,90
40,20
103,00
13,30
25
708
391
0,19
92,60
793
493
88,7*
78,00
-
24
98,00
4,79
545
322
NO3-N
84,00
-
789
402
0,19
0,06
93,60
650
398
NH4-N
68,60
-
4,82
25,70
105,00 110,00
115,00
0,09 <0,05
23
652
344
93,80
115,00
480 204 -
22
584
327
1,2 <0,1
<0,1
106,00 88,00 76,00
16,70 10,90 17,30
93,90
3,59
57,00
0,06
21
859
464
0,4 <0,1
89,00
89,00
13,50
7,40
96,30 112,00 104,00
3,65
1,09 <0,05
0,19
20
782
444
94,40
2,45
25,00
0,8 <0,1
95,00 89,00
11,60
9,00
0,07 <0,05
19
751
438
92,00 100,00
1,63
CSB
BSB5
18
812
450
79,10
32,00
3,00
0,13
900
483
72,70
-
282 -
59,60 1,87
17
0,4
95,00
5,80
72,50
7,88
16
0,4
98,00
17,20
0,98
-
15
0,8
0,4 <0,1
<0,1
<0,1
127,00 136,00 136,00 120,00 105,00
41,70 54,10
40,00 27,30
24,70
85,00
5,61
14
885
495
1,34
742
381
13
812
452
81,20
671
374
12
761
462
1,97
-
11
825
478
61,20
CSB
BSB5
10
775
430
NH4-N
362
201
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
32,00 27,00
44,00
42,00
40,00 35,00
33,00
38,00 40,00
34,00 41,00
38,00 59,00 38,00 37,00 29,00 30,00 50,00
29,00
24,00 20,00 23,00
27,00
32,00
36,00
37,00
<3
<3
<3
4,40
4,00 10,60
3,10
13,30 <3
<3
21,80
4,80
9,30
4,70 <3
<3
3,10
5,00 n.b.
<3
8,10 <3
4,10
9,30
3,70 <3
NH4-N
10,90
3,40
15,50
16,30
16,60
12,90
9,39
5,90
9,78
8,82
12,80
18,50
22,00
15,10
14,70
18,80
9,43
8,56
5,42
3,06
1,20
2,95
3,75
8,43
15,60
5,70
NO3-N
49,00
41,40
35,00
27,40
32,40
33,10
40,50
44,60
38,60
55,70
40,30
52,40
43,50
49,20
61,90
66,70
55,00
60,70
61,40
55,40
63,70
64,90
63,70
61,90
42,80
51,30
Nges
Pges
60,51
45,11
52,00
44,60
51,30
48,10
50,80
51,00
49,10
65,10
53,60
71,40
65,90
64,70
77,10
86,20
64,90
70,50
67,40
58,90
65,00
68,10
67,90
70,90
58,80
57,60
1,78
2,73
5,07
4,21
4,93
4,68
5,29
5,59
4,84
4,49
4,03
4,97
5,70
5,42
5,17
5,64
4,35
5,30
6,23
6,75
5,90
6,93
7,48
6,57
6,88
6,96
555
280
530
269
537
308
444
197
420
170
413
123
375
169
419
176
300
118
423
177
467
170
459
205
331
122
179
56,6
140
165
23,2 n.b.
96
10,3
215
40,6
178
23,1
109
22,5
89
19,4
95
17,3
92
10,3
CSB
BSB5
Abs.St.
CSB
BSB5
Ablauf
806
437
NO3-N
Abs.St.
CSB
BSB5
Domäne
Bobbe
3
773
377
Nges
Pges
Zulauf
2
803
418
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
0,4 <0,1
<0,1
0,4
130,00 122,00 128,00 134,00 133,00 128,00 124,00 131,00 130,00 137,00 141,00
4,70
5,20
14,10
7,20
3,40 <3
8,20 <3
26,60
8,40
7,10
0,4
0,2
153,00 107,00
9,70 <3
0,2 <0,1
<0,1
<0,1
92,00 93,00 74,00 65,00
3,30
3,20 n.b.
3,10
0,4
1,2 <0,1
<0,1
<0,1
<0,1
62,00
63,00
59,00 51,00 54,00
51,00
3,20 <3
<3
10,00 <3
4,10
NH4-N
71,80
79,00
69,20
53,80
55,00
62,20
59,80
63,30
66,70
43,90
53,40
31,00
18,00
9,92
11,30
2,11
2,22
3,66
1,49
0,44
0,72
1,24
0,96
NO3-N
33,60
36,30
40,00
40,00
59,10
68,30
64,20
63,70
50,80
49,20
39,10
50,60
72,50
85,10
36,80
65,60
49,70
37,70
41,40
42,30
39,30
40,70
42,80
141,00 151,00
155,00
143,00
166,00 173,00
162,00
131,00 113,00 108,00
61,00
73,20
52,30
41,60
43,00
42,80
40,10
42,00
43,80
Nges
LAU/3.5/PKA/05/2000
165,00 145,00
131,00 126,00
4
Tabelle 4
Einzelergebnisse der Beprobung von Pflanzenkläranlagen im LSA ( mg/l )
PKA / Beprobung Nr.
Zulauf
Coswig
Deppe
1
2
10
11
12
13
Pges
8,18
8,55
10,30
10,10
10,20
10,60
10,20
10,40
10,20
11,60
10,60
11,20
11,80
9,03
6,96
CSB
BSB5
785
430
794
435
820
471
796
436
1130
640
663
319
835
461
675
356
722
394
690
339
870
444
750
412
1030
567
1618
898
1010 588 -
Abs.St.
CSB
BSB5
Ablauf
NH4-N
88,80 106,00
0,49
Nges
Pges
Hermannseck
4
5
<0,1
<0,1
<0,1
<0,1
254,00 200,00 169,00 192,00
110,00 89,20
69,60 107,00
NO3-N
Zulauf
3
0,09
89,90 106,00
8,75
8,00
CSB
BSB5
-
-
Abf.St.
CSB
BSB5
<15
<15
3,00 <3
89,00
63,40
0,08
0,10
6
80,60
90,50
0,34 <0,05
90,60
96,90
84,30
93,60
92,50
93,40
9,98
11,30
10,70
12,10
12,10
10,70
11,10
1301
723
407
204
661
370
-
70,0
18,00 <15
3,00 <3
0,085
0,038
0,360
0,029
0,278
0,122
0,077 -
Nges
Pges
0,115
0,160
0,393
0,190
0,464
0,391
0,027
0,030
0,060
0,044
0,040
0,023
608
334
356
166
637
295
451
230
385
190
368
170
Ablauf
Zulauf
Janisroda
Ablauf
367
170
461
220
17
7,26
18
19
6,44
747 463 -
5,87
-
103,00 117,00 112,00
<0,05
<0,05
0,06
103,00 117,00 112,00
9,91
9,71
9,75
89,60 107,00
20
5,82
21
5,12
609 350 0,8 109,00 72,00
20,50
7,70
22
23
5,57
5,95
715
357
762 379 -
24
78,30
93,00
79,00
77,10
82,20
4,92
0,23
4,85
3,08
1,44
5,77
92,10 128,00 104,00
78,50
98,20
82,90
79,50
89,70
68,00
77,40
8,46
4,87
6,08
6,11
5,61
7,08
9,65
7,00
16,90
11,20
9,46
26
0,4 <0,1
97,00
99,00 110,00
19,70
11,20
26,90
98,00
2,44
25
61,10
77,30
4,09 <0,05
445
180
NH4-N
10,00
0,87
2,60
NO3-N
53,50
93,10
88,60 -
Nges
Pges
64,70
94,20
91,30
80,80
80,60
90,10
84,70
80,40
95,70
11,20
7,71
17,70
14,40
15,40
15,20
15,80
15,40
16,70
452
243
431
210
533
238
571
270
557
280
493
240
487
250
448
210
465
210
77,0
98,0
61,0
82,0
30,0
28,0
94,0
87,0
51,00
37,00
32,00
37,00 29,00
34,00
28,00 47,00
7,00 <3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
95,0
28,00
3,00
0,31
5,30
-
1,40
-
0,48
-
0,69
-
7,50
-
Abf.St.
CSB
BSB5
44,0
50,00
16,00
60,0
66,0
80,0
77,0
29,0
39,0
55,0
41,00
41,00
38,00
33,00 41,00
30,00
25,00
4,00 <3
<3
<3
<3
<3
<3
NH4-N
16,00
27,00
NO3-N
0,39
2,80
16,00
30,10
38,90
53,20
51,10
61,20
45,70
44,00
53,40
1,65
0,87
0,32
0,21
0,10
0,10
0,10
0,09
0,10
922
406
804
425
1008
518
1070
670
1260
690
834
470
709
370
865
390
717
350
Abf.St.
CSB
BSB5
117,0
107,00
9,00
108,0
81,00
8,00
66,0
129,00
10,00
59,0
110,00
7,00
110,0
67,0
111,00 104,00
8,00
7,00
46,0
80,00
3,00
NH4-N
55,00
42,00
80,00
48,00
LAU/3.5/PKA/05/2000
6,67
Die Anlage wurde noch mehrmals aufgesucht, jedoch lag zu diesen Zeiten kein Abfluss aus dem Pflanzenbeet vor. Auf eine Probenahme aus dem Schönungsteich wurde verzichtet.
37,0
56,00
8,00
CSB
BSB5
16
0,100 Die Probenahme Nr. 6 erfolgte unmittelbar aus dem Abfluss des Pflanzenbeetes.
Abf.St.
CSB
BSB5
Nges
Pges
15
50,0
47,0
20,00 <15
<3
<3
Die Proben 1 bis 5 wurden, da ein Ablauf aus dem Pflanzenbeet nicht vorlag, aus dem Zulaufbereich des nachgeschalteten Schönungsteiches entnommen.
0,100
Frankroda
93,30
<0,05
81,40
0,054
CSB
BSB5
92,40
<0,05
64,00
0,031
Zulauf
93,50
<0,05
10,40
NO3-N
Ablauf
84,20
<0,05
14
1,6
2,0 <0,1
2,0
8,0
0,4 <0,1
247,00 181,00 163,00 174,00 193,00 147,00 156,00 154,00 137,00
91,00
103,00 58,80
55,10 58,60 54,40 15,50 22,70 20,20 32,40
13,30
89,50
NH4-N
Villa
Jühlig
0,4
0,2
351,00 337,00
153,00 168,00
96,80
<0,05
9
10,80
Teich
Zulauf
8
2,0
2,4 <0,1
258,00 299,00 295,00
118,00 147,00 143,00
Ablauf
CSB
BSB5
7
15,00
12,00
23,50 -
7,80
-
18,00
-
68,00
23,00
-
61,00
24,00
-
50,00
24,00
-
200,0 140,0
104,00 119,00
5,00
6,00
43,00
54,00
5
Tabelle 4
Einzelergebnisse der Beprobung von Pflanzenkläranlagen im LSA ( mg/l )
PKA / Beprobung Nr.
1
NO3-N
Nges
Pges
Zulauf
Samswegen
Ablauf
Geestgottberg
Ablauf
Ablauf
Gut
Kloster
Hedersleben
Ablauf
Erläuterungen :
6
-
7
-
10
11
12
13
14
15
156,00
2,34
2,69
3,31
4,82
5,05
5,54
580
270
528
240
422
210
486
210
375
130
432
180
372
160
399
130
322
110
Abf.St.
CSB
BSB5
n.b.
66,00
7,00
75,0
86,00
13,00
4,0
82,00
14,00
33,0
111,00
19,00
37,0
77,00
9,00
44,0
94,00
7,00
56,0
86,00
11,00
NH4-N
13,00
19,00
13,00
16,00
5,60
2,60
1,90
0,78
1,10
0,37
0,19
0,22
NO3-N
86,00
87,00
72,00
75,00
87,00
91,00
96,00
91,00 100,00
92,00
90,00
93,00
85,00
108,30 117,00
98,00
100,60
94,90
94,44
98,74
94,90 101,15
93,61
90,75
93,31
85,49
87,40 -
4,90
5,50
5,10
5,10 -
4,80
5,70
CSB
BSB5
-
-
Abf.St.
CSB
BSB5
-
165,00 113,00
37,00 15,00
NH4-N
65,00
<0,11
442 230 -
46,00
<0,2
48,00
62,00
<0,2
52,12
46,21
8,90
5,90
7,70
8,30 n.b.
737
420
679
330
571
230
83,00
25,00
85,0
82,00
16,00
5,0
107,00
40,00
NH4-N
68,00
62,00
69,00
NO3-N
2,90
-
Abf.St.
CSB
BSB5
-
3,60 <0,11
73,94
68,22
4,70
CSB
BSB5
-
Abf.St.
CSB
BSB5
-
17
18
19
167
85
76,0
42,0
66,00 219,00
3,00
6,00
2,50
333
87
323
120
295
110
46,0
38,0
32,0
36,0
67,00 68,00
46,00 62,00
3,00 <3
<3
<3
5,60 n.b.
7,40
736 450 -
943 470 -
4,80
4,70
-
4,80
-
-
333
140
313 150 -
130,0
61,00 3,00 -
30,0 68,00
3,00
41
53
8
2,00 -
36,00
17
84,00 -
44,00
62
80,34
79,75
5,40
935 510 -
-
62,00
<0,2
65,00
<0,2
73,00
<0,2
86,00
<0,2
80,00
<0,2
83,00
<0,2
79,00
<0,2
81,00
<0,2
57,00
<0,2
69,00
<0,5
69,00
<0,5
71,00
<0,5
25
26
69,00
65,21
73,21
86,23
80,11
83,10
79,11
81,10
57,10
69,26
69,27
71,27
69,27
11,10
11,00
12,00
10,00
11,80
10,00
6,70
8,90
9,90
9,70
8,50
667
380
573
310
583
280
531
240
667
350
571
330
672
340
723
370
752
320
728
310
570
220
719
270
476
240
588
230
553 250 -
5,0
117,00
35,00
67,0
103,00
22,00
43,0
77,00
16,00
44,0
70,00
12,00
6,0
44,0
77,00 111,00
16,00 17,00
64,0
111,00
15,00
52,0
81,00
10,00
61,0
84,00
13,00
190,0
87,00
13,00
130,0
96,00
13,00
140,0
70,00
10,00
57,0
72,00
10,00
52,0
48,00
9,00
180,0
59,00
8,00
71,00
72,00
60,00
57,00
53,00
59,00
57,00
62,00
55,00
63,00
56,00
46,00
47,00
50,00
0,10
9,00
7,10
1,70
8,10
3,90
5,10
11,00
2,20
7,60
8,50
7,60
9,20
72,11
69,43
64,13
56,69
69,70
63,70
68,50
66,91
65,75
63,76
54,64
54,70
4,10
5,10
3,70
4,10
2,80
4,60
-
24
<0,5
10,00
6,20
23
766 430 -
9,30
-
22
7
-
62,21
6,20
21
508
280
9,90
-
20
145,00 135,00
67,21
71,12
5,70
-
63,21
<0,11
69,12
4,60
-
48,21
16
28,0 107,0 73,0 140,0 170,00 220,00 192,00 227,00 222,00 222,00 220,00 160,00 125,00 163,00 181,00 169,00 182,00
73,00 100,00 91,00 110,00 120,00
99,00 47,00 57,00 39,00 26,00 66,00 78,00 100,00
67,00
1,20 <0,2
65,12
CSB
BSB5
5,20
-
14,0 151,00 168,00 186,00 194,00
54,00
25,00
84,00 92,00
52,00
<0,11
5,30
-
141,00
9
-
2,11
CSB
BSB5
165,00 165,00
8
-
181,00
Nges
Pges
Zulauf
5
-
2,55
Nges
Pges
Elbeu
4
95,80 -
2,48
NO3-N
Zulauf
3
66,00
101,00 118,00
Nges
Pges
Zulauf
2
28,50
4,30
-
4,10
-
-
477 260 -
336 140 -
2,80
-
2,60
-
2,40
-
492
270
467
230
475
250
27,0 50,00
53,00
7,00
6,00
130,0
42,00
6,00
100,0
54,00
5,00
80,0
61,00
11,00
46,00
41,00
39,00
38,00
46,00
49,00
5,70
5,00
9,30
8,40
7,90
8,80
59,35
51,80
46,06
48,37
46,45
53,99
57,98
2,90
1,10
1,20
1,60
1,70
1,90
1,90
449
200
481
260
-
315 150 -
327 160 -
58,0 50,0 34,0 20,0 59,0
17,00 18,00
20,00
16,00
20,00 21,00
17,00
23,00 16,00
23,00 15,00
24,00 25,00 19,00 27,00 25,00 23,00 21,00
28,00
23,00 29,00 39,00
n.b.
n.b.
n.b.
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
<3
303
160
197 100 -
59,0
47,0
27,0 50,00
30,00
23,00
4,00 <3
<3
29,00
3,00
NH4-N
0,02
0,07
0,05
0,03
0,06
0,66
0,10
0,13
0,05
1,40
0,16
0,49
3,00
0,30
1,30
0,85
0,55
1,40
10,00
3,40
14,00
9,90
3,10
1,60
0,94
NO3-N
79,55
53,79
69,16
25,00
26,00
32,00
43,00
36,00
26,00
55,00
55,00
53,00
71,00
64,00
82,00
88,00 111,00
99,00
98,00
106,00
95,00
72,00
121,00
95,00
100,00
111,00
Nges
Pges
79,60
53,93
69,23
24,91
26,07
33,02
43,11
36,14
26,06
56,75
55,18
53,60
74,20
64,36
83,84
89,94 112,12
99,55
99,67
116,34
98,94
93,70
143,90
100,20
102,80
112,24
1,66
4,50
3,20
4,30
4,50
5,70
5,60
5,30
5,50
6,90
7,20
6,90
6,20
6,40
7,70
9,90
9,00
10,00
10,00
9,80
9,60
10,70
9,20
9,50
*
LAU/3.5/PKA/05/2000
1,70
9,30
13,00
Gesamtstickstoff (anorganisch und organisch) ; sonst ist immer Gesamtstickstoff anorganisch angegeben
Überschreitung der Einleitgrenzwerte gemäß Einleitungserlaubnis
Überschreitung der Grenzwerte gemäß Anhang I (nur zum Vergleich, obwohl für Kleinkläranlagen der Anhang I nicht unmittelbar gilt)
6
Tabelle 5
Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchungen an PKA im LSA ( Beprobung am Ablauf der Pflanzenbeete )
PKA / Beprobung-Nr.
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Rade
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Einsdorf
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Domäne
Bobbe
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Buchholzmühle
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Dietrichsdorfer Mühle
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Coswig
Deppe
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Hermannseck
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
LAU/3.5/PKA/05/2000
1
2,60
1,00
96,00
2,00
39,00
25,40
220,00
69,00
3.560,00
3.160,00
>40.000
21,00
1,00
0,80
39,00
0,00
16,60
8,70
93,00
25,00
2.000,00
340,00
32,00
0,00
1,60
1,50
18,00
2,00
2
3
6,60
5,60
5,20
2,40
12,00
45,00
20,00
3,00
14,40
60,00
12,50
45,90
590,00 2.200,00
11,00
350,00
166,00
123,00
72,00
118,00
>2.000 18.800,00
5,00
27,00
17,60
9,50
6,60
11,20
9,00
24,00
0,00
3,00
21,70
3,10
32,80
2,00
13,00
15,00
15,00
6,00
352,00
166,00
14,00
35,00
7,00
31,00
0,00
0,00
4
1,00
2,30
23,00
1,00
5,20
6,60
150,00
158,00
66,00
83,00
173,00
5,00
93,00
91,00
238,00
49,00
17,60
21,20
150,00
115,00
240,00
48,00
39,00
1,00
5
6
6,10
9,50
4,90
5,80
0,00
43,00
49,00
3,00
22,30
30,50
1.100,00
180,00
4.240,00
380,00
7.000,00
170,00
>10.000 7.000,00
>10.000
200,00
11,90
0,90
19,00
0,50
0,00
2,00
26,00
0,00
7,40
22,80
3,60
33,00
1,00
320,00
19,00
25,00
2.880,00
970,00
144,00
126,00
0,00
300,00
362,00
0,00
7
8
9
10
11
12
13
22,00
19,40
190,00
45,00
1,80
2,70
172,00
2,00
6,20
7,80
7,00
6,00
3,80
1,00
29,00
0,00
37,00
34,00
29,00
0,00
5,00
10,80
250,00
54,00
2,30
8,50
94,00
10,00
19,00
31,00
2.000,00
10,00
0,20
0,10
3,00
2,00
15,20
74,00
21,00
37,00
138,00
112,00
400,00
0,00
38,00
104,00
2.700,00
7,00
0,40
1,30
7,00
1,00
7,20
28,40
14,00
43,00
186,00
252,00
300,00
1,00
18,00
10,00
580,00
2,00
2,10
3,20
17,00
3,00
26,60
29,60
54,00
34,00
56,00
304,00
21,00
1,00
1.550,00
260,00
>10.000
70,00
0,60
0,40
4,00
0,00
5,00
4,70
40,00
4,00
200,00
29,00
26,00
0,00
6,00
2,00
60,00
3,00
0,60
1,20
1,00
0,00
3,20
16,00
180,00
119,00
480,00
400,00
2.000,00
0,00
18,00
30,00
2.200,00
3,00
1,20
0,60
56,00
3,00
1,90
6,50
29,00
4,00
110,00
154,00
850,00
14,00
280,00
360,00
>10.000
190,00
0,20
0,40
4,00
0,00
14,00
40,00
74,00
3,00
1
Tabelle 5
Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchungen an PKA im LSA ( Beprobung am Ablauf der Pflanzenbeete )
PKA / Beprobung-Nr.
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Villa
Jühling
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Frankroda
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Janisroda
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Samswegen
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Geestgottberg
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Elbeu
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
Koloniezahl (Agar, 20+-2°C) in 1000/ml
Kloster
Hedersleben
Koloniezahl (Agar, 36+-1°C) in 1000/ml
Fäkalcoliforme in KBE/ml
Fäkalstreptokokken in KBE/ml
LAU/3.5/PKA/05/2000
1
2
5,30
14,00
6,00
2,00
1,50
1,40
2,00
2,00
7,20
9,60
10,00
1,00
0,80
0,11
8,00
n.b.
1,30
0,57
25,00
5,00
0,32
0,25
1,00
n.b.
1,30
0,57
25,00
5,00
1,30
2,80
21,00
2,00
9,60
6,00
5,00
0,00
15,60
20,40
30,00
1,00
0,73
0,29
23,00
1,00
0,72
1,20
25,00
1,00
1,00
0,44
1,00
1,00
1,80
1,20
47,00
0,00
3
40,00
27,00
450,00
0,00
0,76
0,80
14,00
0,00
7,50
3,00
5,00
0,00
0,28
0,21
0,00
0,00
4
1,80
1,90
3,00
>300
0,40
1,20
3,00
0,00
0,51
0,40
5,00
>300
0,05
0,01
0,00
0,00
5
6
1,20
0,14
0,00
0,00
4,00
3,80
28,00
0,00
1,70
0,93
1,00
0,00
0,40
0,32
12,00
2,00
0,46
0,85
3,00
0,00
0,74
0,07
23,00
0,00
0,76
1,70
48,00
1,00
1,50
1,00
41,00
18,00
7
8
9
10
11
12
13
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Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

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