null  null
Inhaltsverzeichnis
1.
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2.
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
2.1
2.1.1
2.1.2
Organisationsaufbau der Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Aufgaben und Leistungen der Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Unfallschwerpunkte – Unfallanalyse
3.
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4.
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
4.1
Grundsätze der Sicherheitstechnik
4.2
Der Mensch am Arbeitsplatz – Ergonomie
4.3
Elektrische Anlagen und Elektroinstallationen im Gartenbau
5.
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
5.1
5.1.1
5.1.2
5.1.3
5.1.4
5.1.5
5.1.6
5.1.7
5.1.8
5.1.9
5.1.10
Mechanische Handwerkzeuge
Hammer
Schraubendreher
Zangen
Handsägen
Messer
Scheren
Schraubenschlüssel
Meißel
Stechbeitel
Feilen
5.2
5.2.1
5.2.2
5.2.3
Kraftbetriebene Handwerkzeuge
Handbohrmaschine
Handkreissäge
Elektrische Stichsäge
6.
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
6.1
Gewächshaus – Produktionsgewächshäuser
6.2
6.2.1
6.2.2
Verkehrswege
Wege für den Personenverkehr
Wege für den Fahrverkehr
6.3
Leitern
6.4
Türen und Tore
6.5
Erhöht liegende Arbeitsplätze
6.6
6.6.1
6.6.2
6.6.3
Werkstätten
Werkstätten für die Fahrzeuginstandhaltung
Holzbearbeitung
Metallbearbeitung
7.
Gärtnerische Maschinen
7.1
Bodenbearbeitungsmaschinen
7.2
Erdaufbereitungs- und Zerkleinerungsmaschinen
7.3
Spezielle Maschinen im Produktionsgartenbau
8.
Innerbetrieblicher Transport
8.1
Grundsätze für das Heben und Tragen
8.2
Hilfsmittel zum Heben und Tragen
8.3
8.3.1
8.3.2
Transportelemente
Transportgüter
Lastaufnahmeeinrichtungen
8.4
8.4.1
8.4.2
Transportfahrzeuge und Transportmittel
Flurförderzeuge
Fahrzeuge und Ackerschlepper
9.
Gefahrstoffe im Gartenbau
9.1
Definition von Gefahrstoffen
9.2
Aufnahmewege von Gefahrstoffen
9.3
Kennzeichnung von Gefahrstoffen
9.4
Richtiger Umgang mit Gefahrstoffen inkl. Lagerung
9.5
Pflanzenschutzmittel
10.
Persönliche Schutzausrüstungen
10.1
Einsatz von Körperschutzmitteln
10.2
Kopfschutz
10.3
Augen- und Gesichtsschutz
10.4
Gehörschutz
10.5
Atemschutz
10.6
Handschutz
10.7
Fußschutz
10.8
Körperschutz – Schutzkleidung
10.9
Warnkleidung
10.10
Absturzsicherung
11.
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
11.1
11.1.1
Baumarbeiten
Buschholzhackmaschinen
11.2
Grünpflege
11.3
11.3.1
Baustelleneinrichtungen und Erdbau
Erdbaumaschinen
11.4
Steinarbeiten
11.5
Dachbegrünung
11.6
Friedhofsarbeiten
1
1
2
2
10
Persönliche Schutzausrüstungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
10
10
8
Innerbetrieblicher Transport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
9
9
7
Gärtnerische Maschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
8
8
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
7
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6
6
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung . .
5
5
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation . . . . . . . . . . . . . . . . .
4
4
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . .
3
3
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland . . . . . . .
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1
2
3
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11
Herausgeber :
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Technische Abteilung
Frankfurter Straße 126 · D-34121 Kassel
Telefon (05 61) 9 28-0 · Fax (05 61) 9 28-23 04
© Gartenbau-Berufsgenossenschaft 2003
3. Ausgabe 2003
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland . . . . . . .
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
10
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
1
Arbeitsschutzsystem
in der Bundesrepublik Deutschland
2
1
2
In unserer Gesellschaftsordnung steht die Achtung der Menschenwürde an
erster Stelle. Entsprechend ist die Vermeidung berufsbedingter Personenschäden eine selbstverständliche menschliche Aufgabe aller Beteiligten;
denn hinter jedem Unfall steht das Schicksal unmittelbar und mittelbar
betroffener Personen. Der Staat hat diese humane Verpflichtung im
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bekräftigt. Dort heißt es in
Artikel 1 Ziff. 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten
und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.“ Artikel 2 Ziff. 2
besagt: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ Dieses Grundrecht bindet
Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung. Unternehmer
und Arbeitnehmer haben als die an der Arbeitssicherheit unmittelbar
Beteiligten in gleicher Weise die Pflicht, für sichere Arbeitsplätze zu sorgen.
Neben den humanen Gründen ist es von Bedeutung, die Arbeitssicherheit
aus wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Interessen durchzuführen.
Schon im Alten Testament im 5. Buch Moses, Kapitel 22, Vers 8 wird auf die
Notwendigkeit der Unfallverhütung hingewiesen: „Wenn Du ein neues
Haus baust, so mache ein Geländer ringsum auf Deinem Dache, damit Du
nicht Blutschuld auf Dein Haus lädst, wenn jemand herabfällt.“
Arbeitsschutz im Gartenbau
Ziel:
Sicherheit und Gesundheitsschutz
für Beschäftigte und Unternehmer
3
3
4
4
5
5
6
6
7
7
8
8
Ein wirksamer Arbeitsschutz muß durch Maßnahmen gesundheitsbeeinträchtigende Faktoren soweit wie möglich ausschließen (Prävention)
und beseitigen können. Auch das Sozialstaatsprinzip „Die Bundesrepublik
Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“ verpflichtet
unseren Staat dazu, mit einem geeigneten Instrumentarium den Schutz der
Menschen am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Um seine Aufgaben für den
Arbeitsschutz wirksam erfüllen zu können, hat der Staat eine Reihe von
Institutionen, Organen und Behörden geschaffen, die für den Arbeitsschutz
tätig sind. Auf Bundesebene werden Gesetze, Verordnungen und Richtlinien erlassen, die von den Ländern über den Bundesrat mitbestimmt
werden. Die Überwachung des Arbeitsschutzes ist in der Bundesrepublik
Deutschland als duales Aufsichtssystem organisiert, das auch als duales
Arbeitsschutzsystem bezeichnet wird.
Aufgaben:
●
Unfallverhütung
●
Gesundheitsschutz
●
Erste Hilfe
●
Heilbehandlung
●
Rehabilitation
●
Berufshilfe
●
Geldleistungen
nach Arbeitsunfall
●
Sozialer Arbeitsschutz
●
Technischer
Arbeitsschutz
●
Umweltschutz
9
Zuständige Stellen:
berufsständisch:
staatlich:
Gartenbau-BG
Gewerbeaufsichtsämter
Betriebliche
Kontaktpersonen:
Techn. Aufsichtsbeamte
und Betriebsrevisoren
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Es gibt zum einen die staatliche Gewerbeaufsicht, die sich vornehmlich um
die Durchsetzung und Einhaltung der staatlichen Arbeitsschutzvorschriften
kümmert und zum anderen die Berufsgenossenschaften, die für die
Erarbeitung und Überwachung der berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriften verantwortlich sind.
9
Gewerbeaufsichtsbeamte
Schaubild 1.1
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 1.1
10
10
Vereinfacht dargestellt besteht die Aufgabe beider Institutionen darin, die
Einhaltung der in den Arbeitsschutzbestimmungen niedergelegten Gebote
und Verbote in den Betrieben zu überwachen.
11
11
Die Gewerbeaufsicht ist innerhalb der Bundesländer territorial gegliedert
und branchenübergreifend für die gesamte gewerbliche Wirtschaft (außer
Bergbau) zuständig.
1
1
Arbeitsschutzsystem
in der Bundesrepublik Deutschland
2
1
2
Die Berufsgenossenschaften unterstehen als Körperschaften des öffentlichen Rechts der staatlichen Aufsicht durch den Bundesminister für Arbeit
und Sozialordnung und sind nach branchenspezifischen Gesichtspunkten
gegliedert (z. B. Gartenbau-BG, Holz-BG, Chemie-BG, Eisen- und
Metall-BG, Bau-BG usw.). Als gesetzliche Unfallversicherung nehmen sie
ihre Aufgaben eigenständig im Rahmen der Selbstverwaltung wahr.
3
3
Dem Bund obliegt die Arbeitsschutzgesetzgebung, dem Bundesminister
für Arbeit und Sozialordnung die Fachaufsicht über die Berufsgenossenschaften und die Genehmigung ihrer Unfallverhütungsvorschriften. Die
Länder haben u. a. den Auftrag, durch die staatliche Gewerbeaufsicht die
Umsetzung der Arbeitsschutzvorschriften zu überwachen. Die Berufsgenossenschaften und Eigenunfallversicherungsträger erlassen Unfallverhütungsvorschriften für ihre Mitglieder und führen die ihnen übertragenen
Aufgaben in eigener Verantwortung durch.
Arbeitsschutz-System
normsetzend
überwachend
Staatliche
Organisationen:
●
●
Bund
Länder
●
Gewerbeaufsicht
als Landesbehörde
Unfallversicherungsträger (§ 15 SGB VII):
●
Berufsgenossenschaften
●
Unfallversicherungsträger der öffentlichen
Hand
●
Technischer Aufsichtsdienst der Berufsgenossenschaften
Privatrechtliche
Organisationen:
●
Deutsches Institut für
Normung (DIN / EN)
●
Technischer Überwachungs-Verein (TÜV)
●
Verein Deutscher
Ingenieure (VDI)
●
DEKRA
●
Verband Deutscher
Elektrotechniker (VDE)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 1.2
4
4
5
5
Außerdem sind private Organisationen teils überwachend (z. B. TÜVPrüfung der überwachungsbedürftigen Anlagen nach § 24 Gewerbeordnung), teils normsetzend im Arbeitsschutz tätig. Letztere Gruppe
schafft durch die Herausgabe von Regeln zum „Stand der Technik“
(DIN EN-Normen und -Entwürfe, VDE-Bestimmungen, VDI-Richtlinien,
DVGW-Arbeitsblätter usw.) die konkreten Grundlagen, welche die abstrakten Forderungen der staatlichen Gesetze und Verordnungen im
Einzelfall inhaltlich ausfüllen.
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
11
11
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 1.2
2
Arbeitsschutz im Gartenbau
Ziel:
Sicherheit und Gesundheitsschutz
für Beschäftigte und Unternehmer
Aufgaben:
●
Unfallverhütung
●
Gesundheitsschutz
●
Erste Hilfe
●
Heilbehandlung
●
Rehabilitation
●
Berufshilfe
●
Geldleistungen
nach Arbeitsunfall
●
Sozialer Arbeitsschutz
●
Technischer
Arbeitsschutz
●
Umweltschutz
Zuständige Stellen:
berufsständisch:
staatlich:
Gartenbau-BG
Gewerbeaufsichtsämter
Betriebliche
Kontaktpersonen:
Techn. Aufsichtsbeamte
und Betriebsrevisoren
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Gewerbeaufsichtsbeamte
Schaubild 1.1
Arbeitsschutz-System
normsetzend
überwachend
Staatliche
Organisationen:
●
●
Bund
Länder
●
Gewerbeaufsicht
als Landesbehörde
Unfallversicherungsträger (§ 15 SGB VII):
●
Berufsgenossenschaften
●
Unfallversicherungsträger der öffentlichen
Hand
●
Technischer Aufsichtsdienst der Berufsgenossenschaften
Privatrechtliche
Organisationen:
●
Deutsches Institut für
Normung (DIN / EN)
●
Technischer Überwachungs-Verein (TÜV)
●
Verein Deutscher
Ingenieure (VDI)
●
DEKRA
●
Verband Deutscher
Elektrotechniker (VDE)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 1.2
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . .
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
10
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
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11
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
3
2.1 Organisationsaufbau der
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
2
3
4
4
5
5
Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Zweig der Sozialversicherung,
die auch die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung, einschließlich der Altershilfe für Landwirte / Gärtner, umfaßt.
Sie wurde ursprünglich zur Ablösung der Unternehmerhaftpflicht geschaffen. Sie befreit den Unternehmer von Ansprüchen seiner Beschäftigten
wegen Personenschadens bei schuldhaft verursachten Arbeitsunfällen und
gibt den Beschäftigten unmittelbar einen Anspruch gegen die Berufsgenossenschaft. Dieser Anspruch ist unabhängig davon, wer den Unfall
verschuldet hat.
Seit 1884 gibt es das Unfallversicherungsgesetz und damit die soziale
Absicherung des Arbeitnehmers bei Erleiden eines Arbeitsunfalles. Heute
ist die gesetzliche Grundlage der Unfallversicherung das Sozialgesetzbuch
(SGB VII). Der Abschluß privater Unfall- oder Haftpflichtversicherungsverträge beeinflußt und ersetzt nicht die Versicherung in der gesetzlichen
Unfallversicherung. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind
gewerbliche Berufsgenossenschaften, landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften inkl. der Gartenbau-Berufsgenossenschaft und den
Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand.
6
6
7
7
Die Berufsgenossenschaften sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Sie haben das Recht, sich selbst zu verwalten, d. h. sie führen die ihnen
durch Gesetz übertragenen Aufgaben in eigener Verantwortung ihrer
ehrenamtlichen Selbstverwaltungsorgane, jedoch unter staatlicher Aufsicht, durch.
8
Vorstand
Vertreterversammlung
Arbeitnehmervertreter
über
Gewerkschaften
6 Vertreter (= 50 %)
18 Vertreter (= 50 %)
Zusammensetzung der Berufsgenossenschaft
Arbeitgebervertreter
von
Mitgliedsunternehmen
6 Vertreter (= 50 %)
18 Vertreter (= 50 %)
Geschäftsführung
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 2.1a
Selbstverwaltungsorgane sind Vertreterversammlung und Vorstand. Sie
setzen sich je zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber zusammen. Die Vertreterversammlung beschließt die Satzung und
sonstiges autonomes Recht des Versicherungsträgers (z. B. die Unfallverhütungsvorschriften). Dem Vorstand obliegt die Verwaltung des Versicherungsträgers und die laufenden Verwaltungsgeschäfte führt hauptamtlich
der Geschäftsführer.
9
9
10
10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 2.1a
Mitgliedschaft
in der BG
8
Jeder aufgrund eines Arbeits-, Dienst- oder Ausbildungsverhältnisses
Beschäftigte ist ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht, Höhe seines
Einkommens und unabhängig davon, ob es sich um eine ständige oder nur
vorübergehende Tätigkeit handelt, kraft Gesetzes gegen die Folgen von
Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Mitglied bei seiner
Berufsgenossenschaft ist aber nur der Unternehmer. Die Mittel zur
Deckung der Aufwendungen der Berufsgenossenschaften werden von den
Unternehmern aufgebracht. Die Arbeitnehmer zahlen keinen Beitrag. Diese
Beitragsregelung beruht darauf, daß die gesetzliche Unfallversicherung
vornehmlich das Ziel verfolgt, die zivilrechtliche Haftung des Unternehmers
für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten gegenüber seinen Arbeitnehmern
1
11
11
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
2
3
3
abzulösen. Die Berufsgenossenschaften erheben ihren Beitrag im Umlageverfahren der nachträglichen Bedarfsdeckung, d. h. sie legen ihre Aufwendungen nach Schluß des Geschäftsjahres auf ihre Mitglieder um.
Die Beiträge werden bei der Gartenbau-Berufsgenossenschaft nach der im
abgelaufenen Jahr im Unternehmen gezahlten Lohn- und Gehaltssumme
und nach Veranlagung des Unternehmens zu dem Gefahrtarif berechnet.
Der Gefahrtarif berücksichtigt die unterschiedliche Unfallbelastung der
einzelnen Sparten des Gartenbaues. Eine Beitragsrückerstattung (Bonus)
bekommen jene Unternehmer, die ein geringes Unfallaufkommen in vorangegangenen Jahren zu verzeichnen haben.
4
4
5
5
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 2.1
Sachliche Zuständigkeit der
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Die Gartenbau-Berufsgenossenschaft ist sachlich zuständig für die
Versicherten in:
6
Erwerbs- und Dienstleistungsgartenbau
●
●
●
●
●
●
Blumen- und Zierpflanzenbau
Baum- und Forstbaumschulen
Gärtnerischer Obst- und Gemüsebau
Samenzuchtbetriebe
a) Unternehmen des Erwerbsgartenbaues
Pilzzuchtbetriebe
Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
Baumwartunternehmen
●
Haus- und Ziergärten mit einer Größe ab 2.500 m2 bzw. bei
geringerem Umfang mit einem Arbeitsaufwand von mehr als
100 Arbeitsstunden im Jahr für Aushilfsbeschäftigte
●
Kommunale und konfessionelle Friedhöfe
●
Bestattungsunternehmen
●
Unternehmen zum Schutz und zur Förderung des Gartenbaues einschließlich der gärtnerischen Selbstverwaltung
(Fachverbände des Gartenbaues)
c) Baumwartunternehmen
Friedhöfe
e) Friedhofsunternehmen
Park- und Gartenpflege
●
Kommunale Park- und Gartenpflege
Golfplatzpflege
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
7
7
d) Unternehmen der privaten und gemeindlichen Park- und Gartenpflege
Berufsständische Organisationen
●
6
b) Unternehmen des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaues
Haus- und Ziergärten
Schaubild 2.1
f) Haus- und Ziergarten ab 2.500 m
2
g) Unternehmen zum Schutz und zur Förderung des Gartenbaues,
einschließlich der gärtnerischen Selbstverwaltung (Fachverbände des
Gartenbaues)
8
8
Neben der gesetzlichen Unfallversicherung im Gartenbau sind im gleichen
Haus der Gartenbau-Berufsgenossenschaft zusätzlich die Krankenkasse
für den Gartenbau, Pflegeversicherung für den Gartenbau, die Alterskasse
für den Gartenbau und die gemeinnützige Haftpflichtversicherungsanstalt
untergebracht.
9
9
Der
Versicherungsfall
10
2.1.1 Aufgaben und Leistungen der
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 2.2
Arbeitsunfall
Wegeunfall
Unfall auf dem direkten Weg
von der Wohnung zur Arbeitsstelle bzw. von der Arbeitsstelle
zur Wohnung.
Berufskrankheit
Erkrankungen, die in der
Berufskrankheitenverordnung
als solche aufgeführt sind.
Schaubild 2.2
Arbeitsunfall · Wegeunfall · Berufskrankheit
Unfall im Zusammenhang mit
Betriebstätigkeit einschließlich
Dienstwegen und Dienstfahrten.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
10
1. Arbeitsunfälle sind Unfälle, die ein Versicherter im ursächlichen Zusammenhang mit seiner versicherten Tätigkeit, z. B. als Arbeitnehmer,
erleidet.
11
11
Als Arbeitsunfälle gelten auch Unfälle bei einer mit der Tätigkeit im
Unternehmen zusammenhängenden Verwahrung, Beförderung, Instandhaltung oder Erneuerung des Arbeitsgerätes.
Der Unternehmer hat spätestens 3 Tage nach Bekanntwerden eines
Arbeitsunfalles diesen der Gartenbau-Berufsgenossenschaft zu melden,
wenn die Ausfallzeit länger als 3 Kalendertage beträgt.
2
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
3
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 2.3
Unfallanzeige
1 Name und Anschrift des Unternehmens
UNFALLANZEIGE
Aktenzeichen:
2 Mitgliedsnummer des Unfallversicherungsträgers
3 Empfänger
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Frankfurter Straße 126
34121 Kassel
5 Geburtsdatum
4 Name, Vorname des Versicherten
Postleitzahl
6 Straße, Hausnummer
7 Geschlecht
■ männlich ■ weiblich
10 Auszubildender
■ ja
■ nein
12 Anspruch auf Entgeltfortzahlung
besteht für
14 Tödlicher Unfall
■ ja ■ nein
■
■
Tag
Monat
Jahr
Ort
8 Staatsangehörigkeit
11 Ist der Versicherte
Unternehmer
mit dem Unternehmer verwandt
9 Leiharbeitnehmer
ja
■ nein
Ehegatte des Unternehmers
Gesellschafter/Geschäftsführer
■
■
■
13 Krankenkasse des Versicherten (Name, PLZ, Ort)
Wochen
15 Unfallzeitpunkt
Tag
Monat
16 Unfallort (genaue Orts- und Straßenangabe mit PLZ)
Jahr
Stunde
Minute
17 Ausführliche Schilderung des Unfallhergangs (Verlauf, Bezeichnung des Betriebsteils, ggf. Beteiligung von Maschinen, Anlagen, Gefahrstoffen)
Die Angaben beruhen auf der Schilderung
18 Verletzte Körperteile
■
des Versicherten
■
anderer Personen
19 Art der Verletzung
20 Wer hat von dem Unfall zuerst Kenntnis genommen? (Name, Anschrift des Zeugen)
War diese Person Augenzeuge?
■
21 Name und Anschrift des erstbehandelnden Arztes/Krankenhauses
■
ja
nein
22 Beginn und Ende der Arbeitszeit des Versicherten
Stunde Minute
Stunde Minute
Beginn
23 Zum Unfallzeitpunkt beschäftigt/tätig als
Ende
24 Seit wann bei dieser Tätigkeit?
Monat
Jahr
25 In welchem Teil des Unternehmens ist der Versicherte ständig tätig?
26 Hat der Versicherte die Arbeit eingestellt?
■
nein
27 Hat der Versicherte die Arbeit wieder aufgenommen?
28
Datum
Unternehmer/Bevollmächtigter
■
sofort
■
nein
■
■
Betriebsrat (Personalrat)
später, am
ja, am
Tag
Tag
Monat
Monat
Stunde
Jahr
Telefon-Nr. für Rückfragen (Ansprechpartner)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
2
3
2. Als Wegeunfälle gelten Unfälle auf einem mit der Tätigkeit im Unternehmen zusammenhängenden Weg nach und von der Stätte der
versicherten Tätigkeit. Der Versicherungsschutz bleibt bestehen, wenn
der Versicherte den unmittelbaren Weg nach oder von der Arbeitsstätte
verläßt, um sein Kind dort hinzubringen oder abzuholen, wo es während
der beruflich bedingten Abwesenheit der Eltern versorgt wird. Ebenso
bleibt der Versicherungsschutz erhalten bei Umwegen, die durch die
gemeinsame Benutzung eines Fahrzeuges für den Weg nach und von
der Stätte der versicherten Tätigkeit bedingt sind (Fahrgemeinschaften).
4
4
5
5
Schaubild 2.3
3. Berufskrankheiten sind Krankheiten, die in der Berufskrankheitenverordnung als solche bezeichnet sind und die sich der Versicherte während
seiner versicherten Tätigkeit zuzieht. Eine Berufskrankheit ist nach
Erkenntnis der Wissenschaft eine Krankheit, die durch besondere Einwirkungen verursacht wird, denen Personengruppen in erheblich höherem Grad als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Für die bei der
Gartenbau-Berufsgenossenschaft Versicherten sind von den in der
genannten Verordnung aufgeführten Berufskrankheiten hauptsächlich
erwähnenswert: Hauterkrankungen, Atemwegserkrankungen, Lärmschwerhörigkeit und Wirbelsäulenerkrankungen. Voraussetzung, daß
eine anerkannte Berufskrankheit entschädigt wird, ist die Aufgabe der
schädigenden Tätigkeit.
Aufgaben der
Gartenbau-BG
6
6
7
7
8
8
„Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung haben mit allen geeigneten
Mitteln für die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und
arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe
zu sorgen“ (§ 14 SGB VII), d. h. der Gesetzgeber stellt vor allen Entschädigungsmöglichkeiten nach Eintritt eines Arbeitsunfalles deren Verhinderung:
Prävention geht vor Entschädigung!
9
9
10
10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 2.4
Aufgaben und Leistungen
der Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Die Wege für die Durchführung der Unfallverhütung sind im wesentlichen:
1. Unfallverhütung
●
Erlaß von Unfallverhütungsvorschriften
●
Beratungen in den Unternehmen
●
Schulungen
●
Überprüfungen (Besichtigungen der Unternehmen)
●
Ermittlungen zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
●
Herstellerberatungen und Maschinenprüfungen
●
Medizinische Maßnahmen (z. B. Heilbehandlung)
●
Berufliche Wiedereingliederung (z. B. Berufshilfe)
●
Soziale Wiedereingliederung
Erlaß der Unfallverhütungsvorschriften
●
Überprüfung der Betriebe auf Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften
●
Beratung und Unterrichtung der Unternehmer und Beschäftigten in den
Unternehmen
●
Durchführung von Schulungsmaßnahmen, z. B. für Sicherheitsbeauftragte, Sicherheitsfachkräfte, Führungskräfte, Auszubildende, Meister,
Ingenieure usw.
●
Vorträge, Filme, Dia-Serien, Merkblätter, Aushänge
11
2. Rehabilitation
3. Geldleistungen
●
an den Verletzten (z. B. Verletztengeld, Verletztenrente)
●
an die Hinterbliebenen (z. B. Witwenrente)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
Schaubild 2.4
11
3
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
3
2
3
●
Beihilfe zu diversen Lehrgängen
●
Beratung von Maschinenherstellern, Importeuren und Händlern
●
Prüfung von Maschinen und Geräten nach dem Gerätesicherheitsgesetz
4
4
5
5
6
6
Außerdem haben die Berufsgenossenschaften die Unternehmer anzuhalten, in ihrem Unternehmen eine wirksame Erste Hilfe bei Arbeitsunfällen
sicherzustellen. In jedem Unternehmen muß deshalb mindestens eine Person zur Verfügung stehen, die in der Lage ist, Erste Hilfe bei Unfällen zu
leisten. In Unternehmen, in denen regelmäßig mehr als 10 Versicherte vollbeschäftigt werden, muß mindestens ein in Erster-Hilfe-Leistung ausgebildeter Ersthelfer zur Verfügung stehen. Bei mehr als 20 Beschäftigten ist
zusätzlich je 10 Versicherte ein weiterer Ersthelfer erforderlich. Die Kosten
der Ersthelferausbildung übernimmt die Gartenbau-Berufsgenossenschaft.
Leistungen der
Gartenbau-BG
„Nach Eintritt eines Arbeitsunfalles gewährt der Träger der Unfallversicherung Heilbehandlung, Verletztengeld oder Übergangsgeld, Wiederherstellung oder Erneuerung von Körperersatzstücken, Verletztenrente,
Sterbegeld, Rente an Hinterbliebene“ (§ 26 SGB VII). Auch hier stellt der
Gesetzgeber die Rehabilitation vor die Zahlung von Renten: „Reha vor
Rente!“
7
7
Heilbehandlung
8
8
9
9
Die Heilbehandlung verfolgt das Ziel, die durch den Unfall verursachten
Körperverletzungen oder Gesundheitsstörungen und eine damit verbundene Minderung der Erwerbsfähigkeit zu beseitigen, bzw. eine Verschlimmerung der Unfallfolgen zu verhüten. Die Behandlung wird so lange gewährt, bis das Ziel erreicht ist. Die Heilbehandlung umfaßt insbesondere:
a) ärztliche und zahnärztliche Behandlung
b) stationäre Behandlung
c) Arznei- und Verbandsmittel
d) Heilmittel einschl. Krankengymnastik
10
e) Bewegungs-, Sprach- und Beschäftigungstherapie
10
f) Ausstattung mit Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen
Hilfsmitteln, Belastungserprobung und Arbeitstherapie
11
g) Gewährung von Pflege (Haus- und Anstaltspflege)
Berufshilfe
11
Die Berufshilfe hat das Ziel, den Verletzten zur Wiederaufnahme seines
früheren Berufes oder, wenn das nicht möglich ist, zur Aufnahme eines
anderen Berufes bei einer anderen Erwerbstätigkeit zu befähigen und ihm
zur Erlangung oder Erhaltung einer Arbeitsstelle zu verhelfen. Der andere
Beruf oder die andere Erwerbstätigkeit sollte möglichst gleichwertig sein.
4
1
1
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
2
2
3
3
Eine enge Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern und der Einsatz besonderer Berufshelfer der Gartenbau-Berufsgenossenschaft dienen der Erfüllung der gerade in der heutigen Zeit besonders wichtigen Aufgabe der
Berufshilfe. Die Berufshilfe umfaßt insbesondere:
4
4
a) Hilfen zur Erhaltung und Erlangung eines Arbeitsplatzes einschl.
Leistungen zur Förderung der Arbeitsaufnahme sowie Eingliederungshilfen an Arbeitgeber.
b) Berufsfindung und Arbeitserprobung, Berufsvorbereitung einschl. einer
wegen der Behinderung erforderlichen Grundausbildung.
5
5
c) Berufliche Anpassung, Fortbildung, Ausbildung, Umschulung einschl.
eines zur Teilnahme an diesen Maßnahmen erforderlichen schulischen
Abschlusses.
6
d) Sonstige Hilfen der Arbeits- und Berufsförderung, um dem Verletzten
eine angemessene und geeignete oder Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder in einer Werkstatt für Behinderte zu ermöglichen.
6
Während der Berufshilfe erhält der Verletzte als Arbeitsentgeltersatz das
sog. Übergangsgeld.
7
7
Entschädigung für Unfallfolgen durch Geldleistungen
und sonstige Leistungen
8
a) Leistungen an Verletzte
●
9
●
8
Verletztengeld
Für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Krankenversicherung erhalten unfallverletzte Arbeitnehmer Verletztengeld, soweit
sie Arbeitsentgelt nicht nach dem Lohnfortzahlungsgesetz erhalten.
9
Verletztenrente
Der Verletzte erhält eine Rente, wenn er durch den Arbeitsunfall länger
als 12 Wochen in seiner Erwerbsfähigkeit gemindert ist und wenn die
Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 20 v. H. beträgt.
10
b) Leistungen an Hinterbliebene
10
Ist ein Versicherter infolge eines Unfalles gestorben, so erhalten seine
Hinterbliebenen folgende Leistungen:
11Sterbegeld
●
11
●
Kosten der Überführung
●
Renten, wie z. B. Witwen /Witwerrenten, Waisenrenten, Elternrente
Die Unfallentschädigung wird von Amts wegen festgestellt. Geschieht
dies nicht, so ist der Anspruch spätestens zwei Jahre nach dem Unfall
bei dem Versicherungsträger anzumelden. Im Feststellungsverfahren
5
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
2
3
3
bestehen Mitwirkungspflichten des Leistungsberechtigten und des
Unternehmers. Gegen Entscheidungen der Unfallversicherungsträger ist
als Rechtsbehelf Widerspruch möglich; gegen Widerspruchbescheide
Klage vor dem Sozialgericht.
4
4
5
2.1.2 Unfallschwerpunkte – Unfallanalyse
5
Im Jahre 2001 waren 85.004 Unternehmen mit 601.207 versicherten
Personen bei der Gartenbau-Berufsgenossenschaft registriert. 26.080
meldepflichtige Arbeitsunfälle, d. h. Arbeitsunfähigkeit länger als 3 Kalendertage, und 1.042 Berufskrankheiten sowie 8 tödliche Arbeitsunfälle mußten 2001 von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft entschädigt werden.
6
6
Bei den Verletzungsarten entfallen rund 56 % auf Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, 31% auf Wunden und Gliederverluste und 13 % auf
Knochenbrüche. Dabei ist die Hand mit 31,4 % der am häufigsten verletzte
Körperteil, gefolgt vom Fuß mit rund 19,3 %, Knie und Unterschenkel mit
11,9 %, Kopf mit 7,8 %, dem Unterarm und Handgelenk mit 6,7% sowie
dem Brustkorb, Brustorgan, Hals, Wirbelsäule, Schulter, Oberarm je 5 %.
7
7
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.1
Verletzte Körperteile
Augen 4,0 %
Hals,
Wirbelsäule 5,0 %
Brustkorb,
Brustorgane 5,0 %
8
8
Folgende Maschinen, Geräte und Werkzeuge im Gartenbau stehen jedes
Jahr bei Arbeitsunfällen an der Spitze der Statistik:
Kopf 7,8 %
Schulter,
Oberarm 5,1 %
●
Handwerkszeuge wie Rosenschere, Messer, Hammer, Spaten
Unterarm,
Handgelenk 6,7 %
●
Erdbaumaschinen und Friedhofsbagger
Hand 31,4 %
Knie,
Unterschenkel 11,9 %
●
●
Fuß 19,3 %
Sichelmäher
9Handgeführte
Heckenscheren
9
Sonstige Körperteile 3,8 %
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.1
●
Fräsen
●
Motorsägen
10Kreissägen
●
●
Trennschleifer
●
Rüttelplatten
11Leitern
●
10
11
Daneben spielen Arbeitsunfälle in Verbindung mit Fahrzeugen, Transportgeräten und Transportmitteln, Werkstoffen, Baumaterialien und Pflanzen
eine große Rolle.
Unfallursächlich ist dabei in den meisten Fällen nicht die Maschine oder
das Gerät, sondern der Mensch selbst. Man spricht vom menschlichen
Fehlverhalten.
6
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
3
2
3
Unfälle passieren nicht, sie werden verursacht.
Bei Unfalluntersuchungen werden aber in der Regel mehrere Ursachen
festgestellt. Bei der Ursachengliederung werden die Bereiche Technik,
Organisation und Verhalten unterschieden (siehe Schaubild 2.5).
4
1. Technik
●
Werkstoff- oder Arbeitsstoffmangel
●
Konstruktionsmangel
Unfallursachen
●
Menschenbezogene Unfallursachen,
z. B. menschliches Fehlverhalten
Gegenstandsbezogene
Unfallursachen
●
Technische Störung im Arbeitsablauf
●
Unsachgemäße Wartung und Instandsetzung
Organisatorische
Unfallursachen
14,7 %
5Nicht angebrachte oder mangelhafte Schutzeinrichtung
4
5
12,4 %
72,9 %
●
●
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Rutschfestigkeit
6Mangelnde
Ursachen durch Licht, Lüftung, Schwingung, Lärm, Klima 6
Schaubild 2.5
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 2.5
2. Organisation
●
●
●
●
7Mangelnde Ordnung
Nichtzurverfügungstellen von vorgeschriebener persönlicher
Schutzausrüstung
8Nichtzurverfügungstellen von vorschriftsmäßigen Arbeitsmitteln
8
Nichtbeachtung von Vorschriften durch die für die Organisation
Verantwortlichen
●
Mangelhafte Gestaltung des Arbeitsplatzes
●
9Mangelhafte Gestaltung des Arbeitsablaufes
●
Ungenügende Ausbildung und Unterweisung
●
Nicht rechtzeitige Wartung und Instandsetzung
●
Mangelhafte Übermittlung von Anweisungen
10Ungenügende Aufsicht und Kontrolle
●
●
3. Verhalten
7
Ungenügende Mitarbeiterauswahl
9
10
11Unterlassener oder unsachgemäßer Gebrauch von persönlicher
11
●
Schutzausrüstung
●
Unterlassener oder unsachgemäßer Gebrauch von Arbeitsmitteln
●
Nichtbeachten von Vorschriften
●
Ungenügende Verständigung unter Arbeitskollegen
●
Übermüdung
7
1
1
2
Gesetzliche Unfallversicherung
im Gartenbau
3
●
Physische Mängel (z. B. Sehmängel)
●
Unachtsamkeit
●
Genuß von Alkohol
●
4Erhöhtes Geltungsbedürfnis
2
3
4
Neben technisch einwandfreien Maschinen und Geräten müssen die
Beschäftigten über mögliche Gefahren aufgeklärt, zum sicherheitsgerechten Verhalten motiviert und den Arbeitsanforderungen entsprechend ausgebildet werden. Hier sind die Unternehmer, die Verantwortlichen und die
Ausbilder gefordert.
5
5
Eine sich mindestens einmal jährlich zu wiederholende, arbeitsplatzbezogene Unterweisung gehört in jedem Falle dazu. Nur so können
Arbeitsunfälle und damit verbundenes menschliches Leid vorab gebannt
werden.
Literaturhinweise
●
●
●
6
6
7Sozialgesetzbuch
Merkblatt „Unfallversicherung im Gartenbau“
7
Merkblatt GBG 4
8
8
9
9
10
10
11
11
8
Sachliche Zuständigkeit der
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Erwerbs- und Dienstleistungsgartenbau
●
●
●
●
●
●
Blumen- und Zierpflanzenbau
Baum- und Forstbaumschulen
Gärtnerischer Obst- und Gemüsebau
Samenzuchtbetriebe
Pilzzuchtbetriebe
Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
Baumwartunternehmen
Haus- und Ziergärten
●
Haus- und Ziergärten mit einer Größe ab 2.500 m2 bzw. bei
geringerem Umfang mit einem Arbeitsaufwand von mehr als
100 Arbeitsstunden im Jahr für Aushilfsbeschäftigte
Friedhöfe
●
●
Kommunale und konfessionelle Friedhöfe
Bestattungsunternehmen
Berufsständische Organisationen
●
Unternehmen zum Schutz und zur Förderung des Gartenbaues einschließlich der gärtnerischen Selbstverwaltung
(Fachverbände des Gartenbaues)
Park- und Gartenpflege
●
●
Kommunale Park- und Gartenpflege
Golfplatzpflege
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 2.1
6 Vertreter (= 50 %)
18 Vertreter (= 50 %)
Arbeitnehmervertreter
über
Gewerkschaften
Vorstand
Vertreterversammlung
Geschäftsführung
6 Vertreter (= 50 %)
18 Vertreter (= 50 %)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Arbeitgebervertreter
von
Mitgliedsunternehmen
Schaubild 2.1a
Zusammensetzung der Berufsgenossenschaft
Unfall im Zusammenhang mit
Betriebstätigkeit einschließlich
Dienstwegen und Dienstfahrten.
Wegeunfall
Unfall auf dem direkten Weg
von der Wohnung zur Arbeitsstelle bzw. von der Arbeitsstelle
zur Wohnung.
Berufskrankheit
Erkrankungen, die in der
Berufskrankheitenverordnung
als solche aufgeführt sind.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Arbeitsunfall
Schaubild 2.2
Arbeitsunfall · Wegeunfall · Berufskrankheit
Unfallanzeige
1 Name und Anschrift des Unternehmens
U
NFALLANZEIGE
2 Mitgliedsnummer des Unfallversicherungsträgers
Aktenzeichen:
3 Empfänger
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Frankfurter Straße 126
34121 Kassel
4 Name, Vorname des Versicherten
5 Geburtsdatum
6 Straße, Hausnummer
Postleitzahl
7 Geschlecht
männlich ■ weiblich
10 Auszubildender
■ ja
■ nein
11 Ist der Versicherte
12 Anspruch auf Entgeltfortzahlung
besteht für
14 Tödlicher Unfall
■ ja ■ nein
■
■
Monat
Jahr
Ort
8 Staatsangehörigkeit
■
Tag
Unternehmer
mit dem Unternehmer verwandt
9 Leiharbeitnehmer
ja
■ nein
Ehegatte des Unternehmers
Gesellschafter/Geschäftsführer
■
■
■
13 Krankenkasse des Versicherten (Name, PLZ, Ort)
Wochen
15 Unfallzeitpunkt
Tag
Monat
16 Unfallort (genaue Orts- und Straßenangabe mit PLZ)
Jahr
Stunde
Minute
17 Ausführliche Schilderung des Unfallhergangs (Verlauf, Bezeichnung des Betriebsteils, ggf. Beteiligung von Maschinen, Anlagen, Gefahrstoffen)
Die Angaben beruhen auf der Schilderung
18 Verletzte Körperteile
■
des Versicherten
■
anderer Personen
19 Art der Verletzung
20 Wer hat von dem Unfall zuerst Kenntnis genommen? (Name, Anschrift des Zeugen)
War diese Person Augenzeuge?
■
21 Name und Anschrift des erstbehandelnden Arztes/Krankenhauses
Beginn
23 Zum Unfallzeitpunkt beschäftigt/tätig als
■
ja
nein
22 Beginn und Ende der Arbeitszeit des Versicherten
Stunde Minute
Stunde Minute
Ende
24 Seit wann bei dieser Tätigkeit?
Monat
Jahr
25 In welchem Teil des Unternehmens ist der Versicherte ständig tätig?
26 Hat der Versicherte die Arbeit eingestellt?
■
nein
27 Hat der Versicherte die Arbeit wieder aufgenommen?
28
Datum
Unternehmer/Bevollmächtigter
■
sofort
■
nein
Betriebsrat (Personalrat)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
■
■
später, am
ja, am
Tag
Tag
Monat
Monat
Stunde
Jahr
Telefon-Nr. für Rückfragen (Ansprechpartner)
Schaubild 2.3
Aufgaben und Leistungen
der Gartenbau-Berufsgenossenschaft
1. Unfallverhütung
●
Erlaß von Unfallverhütungsvorschriften
●
Beratungen in den Unternehmen
●
Schulungen
●
Überprüfungen (Besichtigungen der Unternehmen)
●
Ermittlungen zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
●
Herstellerberatungen und Maschinenprüfungen
2. Rehabilitation
●
Medizinische Maßnahmen (z. B. Heilbehandlung)
●
Berufliche Wiedereingliederung (z. B. Berufshilfe)
●
Soziale Wiedereingliederung
3. Geldleistungen
●
an den Verletzten (z. B. Verletztengeld, Verletztenrente)
●
an die Hinterbliebenen (z. B. Witwenrente)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 2.4
Unfallursachen
Menschenbezogene Unfallursachen,
z. B. menschliches Fehlverhalten
Gegenstandsbezogene
Unfallursachen
Organisatorische
Unfallursachen
14,7 %
12,4 %
72,9 %
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 2.5
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation . . . . . . . . . . . . . . . . .
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
10
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
2
2
3
Betriebliche
Arbeitssicherheitsorganisation
4
Der
Unternehmer
An der betrieblichen Sicherheitsarbeit sind beteiligt:
3
4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 3.1
Betriebliche Organisation der Arbeitssicherheit
An der betrieblichen Sicherheitsarbeit
sind beteiligt …
Der Unternehmer
D i e F ü h ru n g s k r ä f t e
S i c h e rh e i t s beauftragter
Fachkraft
für Arbeitss i c h e rh e i t
B e t r i e b s a rz t
Betriebs-,
Personalrat
5
Der Unternehmer hat nach dem Arbeitsschutzgesetz insbesondere die
Pflicht, alle im Unternehmen auftretenden Gefährdungen zu beurteilen und
die sich daraus ergebenden Schutzmaßnahmen einzuleiten. Weitergehende Forderungen zu speziellen Betriebseinrichtungen und Arbeitsverfahren ergeben sich aus den Verordnungen zum Arbeitsschutzgesetz.
6
Ersthelfer
Alle Mitarbeiter
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
5
Der Unternehmer trägt die Gesamtverantwortung für sicheres Arbeiten.
Er hat auf diesem Gebiet eine besondere „Fürsorgepflicht“ für alle seine
Mitarbeiter.
6
Schaubild 3.1
7
Bei der Auswahl sicherheits- und verantwortungsbewußter Führungskräfte
ist eine besondere Sorgfaltspflicht vorzugsweise anzuwenden.
7
Die
Führungskräfte
Betriebsleiter, Bauleiter, Baustellenleiter, Meister und Vorarbeiter sind in
ihrem Zuständigkeitsbereich auch für die Arbeitssicherheit verantwortlich,
da sie vom Unternehmer „Weisungsbefugnis“ übertragen bekommen
haben.
Die Fachkraft
für Arbeitssicherheit /
Sicherheitstechnische
Betreuung
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz
und gemäß der VSG 1.2 im Unternehmen zu bestellen.
8
9
8
9
Der Sicherheitsmeister, -techniker oder -ingenieur gibt dem Unternehmer
und den Führungskräften „Führungshilfe“ auf dem Gebiet des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes.
10
10
Bei der sicherheitstechnischen Betreuung des Unternehmens sind drei
Modelle möglich:
1. Betriebseigene Fachkräfte für Arbeitssicherheit werden von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft in besonderen Lehrgängen zur Erlangung
der geforderten sicherheitstechnischen Fachkunde ausgebildet.
11
11
2. Überbetriebliche sicherheitstechnische Dienste können in Anspruch
genommen werden. Hierzu bietet die Gartenbau-Berufsgenossenschaft
ihren eigenen Sicherheitstechnischen Dienst an.
3. In Unternehmen mit < 41 Beschäftigten kann der Unternehmer bzw. der
für den Betrieb Verantwortliche statt eine Fachkraft für Arbeitssicherheit
zu bestellen an einer Informations- und Motivationsveranstaltung (Unternehmermodell) teilnehmen und so die Forderungen aus der VSG 1.2
erfüllen. Die Teilnahme am Unternehmermodell schließt die Teilnahme an
fachspezifischen Fortbildungsveranstaltungen mit ein. Das Unternehmermodell kann auch im Rahmen eines Fernlehrgangs absolviert
werden.
1
2
2
3
4
Der
Sicherheitsbeauftragte
Betriebliche
Arbeitssicherheitsorganisation
3
4
Er ist nach § 22 SGB VII ab 21 Beschäftigten im Unternehmen zu bestellen.
Der Sicherheitsbeauftragte bemüht sich an der Basis um sicheres Verhalten seiner Kolleginnen und Kollegen. Werden von ihm Mängel oder
gefährdende Zustände entdeckt, gibt er dem Vorgesetzten eine entsprechende Meldung. Die Ausbildung zu dieser ehrenamtlichen Tätigkeit
wird von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft in einem dreitägigen
Grundlehrgang durchgeführt.
5
5
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
Der Betriebsbzw. Personalrat
Auf dem Gebiet Arbeits- und Gesundheitsschutz hat der Betriebs- bzw.
Personalrat Mitwirkungspflichten. Er ist daher bei allen Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes hinzuzuziehen.
Der
Betriebsarzt
Der Betriebsarzt (z. B. eines betrieblichen oder überbetrieblichen arbeitsmedizinischen Dienstes) unterstützt den Unternehmer in allen Belangen
des betrieblichen Gesundheitsschutzes. Dazu gehört die arbeitsmedizinische Beurteilung aller Arbeitsplätze und Beratung in Fragen der Ergonomie, Arbeitshygiene, arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und Erster
Hilfe. Der Betriebsarzt führt, soweit er dafür ermächtigt worden ist, die fälligen speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen durch. Er ist
gemäß Arbeitssicherheitsgesetz und der VSG 1.2 zu bestellen.
Der
Arbeitsschutzausschuß
Die Ersthelfer
Er soll im Betrieb die Koordinierung und Planung der betrieblichen Sicherheitsarbeit verbessern. Er tritt mindestens einmal vierteljährlich zusammen
und setzt sich aus den an der Arbeitssicherheitsorganisation beteiligten
Betriebsangehörigen zusammen.
Die Ersthelfer (ab 10 beschäftigte Personen, Anzahl Ersthelfer siehe
Lektion 2 Seite 4) sind in einem 8-Doppelstunden-Lehrgang in Erster Hilfe
besonders gründlich ausgebildete Betriebsangehörige. Die reinen Ausbildungskosten trägt die Berufsgenossenschaft. In Unternehmen mit
wechselnden Arbeitsstellen und Baustellenbetrieb sollten vorzugsweise
mehrere Mitarbeiter zu Ersthelfern ausgebildet werden. (Die Lehrgangskosten übernimmt auch hierbei die Gartenbau-BG.)
11
11
Der Ersthelfer ersetzt nicht die ärztliche Behandlung. Er soll die Folgen des
Unfalls so gering wie möglich halten und eine Verschlimmerung verhindern.
Organisationen
der Ersten Hilfe
Besonders bei einem Unfall sind wir auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Diese Hilfeleistung sollte selbstverständlich sein, sie ist also auch
eine Pflicht, die gesetzlich verankert ist. Eine wirksame „Erste Hilfe“ bereitzustellen ist ein geringer Aufwand im Vergleich zu den möglichen Unfallkosten. Ist die „Erste Hilfe“ gut organisiert, dann funktioniert auch die
Rettungskette für den Verunglückten:
2
2
2
3
Betriebliche
Arbeitssicherheitsorganisation
4
Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen
SofortMaßnahmen
Meldung
Erste Hilfe
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Rettungsdienst
3
4
Wichtig ist die Information aller Mitarbeiter. Dazu gehört der Aushang
„Anleitung zur Ersten Hilfe“ von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft,
welcher gewissenhaft ausgefüllt werden muß: Das heißt, Rufnummern
und Adressen von Notarzt, Rettungsdienst, Krankenhaus müssen gut
ersichtlich sein.
Krankenhaus
Schaubild 3.2
5
5
6
6
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 3.2
Des weiteren muß jeder Beschäftigte genau unterwiesen werden, wo sich
Rettungsmaterial – wie z. B. der Verbandkasten – befindet, denn der
Unternehmer hat das für den Umfang und die Art des Unternehmens
notwendige Erste-Hilfe-Material und die zur Rettung aus Gefahr für Leben
und Gesundheit erforderlichen Einrichtungen, insbesondere Rettungsgeräte, vorrätig zu halten, rechtzeitig zu ergänzen und zu erneuern sowie
stets erreichbar und sachgemäß, besonders gegen Verunreinigung
geschützt, aufzubewahren. Der Aufbewahrungsort ist deutlich zu kennzeichnen.
Die Mitarbeiter
Literaturhinweise
7
7
8
8
9
9
10
10
Alle Mitarbeiter haben die Pflicht, die der Sicherheit dienenden Maßnahmen zu unterstützen und die diesbezüglichen Weisungen des Unternehmers bzw. der Führungskräfte zu befolgen. Darüber hinaus sind sie
berechtigt, dem Unternehmer Vorschläge zu allen Fragen der Arbeitssicherheit zu machen. Die zur Verfügung gestellten persönlichen Schutzausrüstungen sind zu benutzen. Sicherheitswidrige Weisungen dürfen nicht
befolgt werden.
●
Arbeitsschutzgesetz
11Arbeitssicherheitsgesetz
●
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.2
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.3
●
Merkblatt GBG 6
●
Merkblatt GBG 13
●
Merkblatt GBG 26
●
Aushang Erste Hilfe
●
Merkblatt GBG 4
11
3
Betriebliche Organisation der Arbeitssicherheit
An der betrieblichen Sicherheitsarbeit
sind beteiligt …
Der Unternehmer
D i e F ü h ru n g s k r ä f t e
S i c h e rh e i t s beauftragter
Fachkraft
für Arbeitss i c h e rh e i t
B e t r i e b s a rz t
Betriebs-,
Personalrat
Ersthelfer
Alle Mitarbeiter
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 3.1
Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen
SofortMaßnahmen
Meldung
Erste Hilfe
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Rettungsdienst
Krankenhaus
Schaubild 3.2
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung . .
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
10
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
5
5
4.1 Grundsätze der Sicherheitstechnik
Technische Arbeitsmittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie
so beschaffen sind, daß Benutzer oder Dritte bei bestimmungsgemäßer
Verwendung gegen Gefahren aller Art für Leben und Gesundheit geschützt
sind. Diese generelle Forderung kann durch vielfältige sicherheitstechnische Maßnahmen erfüllt werden. Da ein gefahrloses Gestalten technischer Arbeitsmittel häufig nicht oder nur teilweise möglich ist, müssen
Schutzeinrichtungen eingesetzt bzw. andere Schutzmaßnahmen getroffen
werden, um Gefahren für die Versicherten bzw. Betreiber von Maschinen
und Geräten weitgehend auszuschließen (siehe EG-Maschinenrichtlinie).
6
6
7
7
Große Gefahren gehen besonders von kraftbetriebenen Arbeitsmitteln aus.
Zu den kraftbetriebenen Arbeitsmitteln zählen:
●
●
●
8Kraftmaschinen, die der Umwandlung von Energie dienen8
Arbeitsmaschinen, die zur Gewinnung von Naturstoffen, zur Be- und
Verarbeitung, zum Transport und anderem verwendet werden
Kraftübertragungsmaschinen zur Übertragung von Kräften oder
Drehmomenten wie Getriebe, Kupplung, Verstellantriebe
9
9
Die Maschinenrichtlinie in Zusammenhang mit den europäischen Normen
(EN …) regelt seit dem 01. 01.1995 die Anforderungen, die an kraftbetriebene Einrichtungen gestellt werden müssen, um jegliche Gefahren für
Benutzer und Dritte soweit wie möglich auszuschließen.
Allgemeine
Anforderungen
10
10
11
11
Bei bestimmungsgemäßer Verwendung von kraftbetriebenen Arbeitsmitteln
sollen Personen u. a. nicht gefährdet werden durch:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.1
Gefahrenstellen
Quetschstelle
Scherstelle
Schnittstelle
Stichstelle
Stoßstelle
Fangstelle
Einzugstelle
Einzugstelle
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.1
●
Bewegungen von Teilen des kraftbetriebenen Arbeitsmittels
●
Bewegungen von Werkzeugen oder deren Teile sowie von Werkstücken
●
Gefährdung durch Quetschen und Scheren
●
Gefährdung durch Erfassen oder Aufwickeln
●
Gefährdung durch Einziehen oder Fangen
●
Gefährdung durch Stoßen
●
Gefährdung durch Durchstich oder Einstich
●
Gefährdung durch Reibung oder Abrieb
●
Gefährdung durch Herausspritzen von Flüssigkeiten unter hohem Druck
(nach EN 292 Teil 1)
1
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
4
5
Die bestimmungsgemäße Verwendung und das bestimmungsgemäße
Betreiben hat der Hersteller in der deutschsprachigen Betriebsanleitung
festzulegen. Fehlt diese Festlegung oder soll durch die Art der zu verrichtenden Arbeiten von ihr abgewichen werden, muß der Betreiber die
Bedingungen festlegen.
6
6
Die sicherheitstechnischen Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahren
(Rangfolge, wobei Nr. 1 die sicherste und Nr. 5 die schlechteste Lösung ist):
7
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.2
1. Die unmittelbare Sicherheitstechnik:
– Es sind keine Gefahren vorhanden.
Sicherheitstechnische Maßnahmen
Entfernung
der Person
Abschirmung
der Gefahr
Schutz
der Person
Hinweis
auf Gefahr
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.2
8
7
8
2. Die mittelbare Sicherheitstechnik:
– Gefahrstellen sind durch besondere sicherheitstechnische Mittel
(Schutzeinrichtungen) gesichert.
3. Die persönliche Sicherheitstechnik:
– Körperschutzmittel
9
9
4. Die hinweisende Sicherheitstechnik:
– Auf Gefahrenstellen wird hingewiesen und angegeben, unter welchen
Bedingungen eine gefahrlose Verwendung möglich ist.
10
10
11
11
5. Die anweisende Sicherheitstechnik:
– Innerbetriebliche Anweisungen (Anweisungen durch den Betriebsunternehmer)
Vermeidung von
Gefahrstellen
(unmittelbare
Sicherheitstechnik)
Die beste und sicherste Möglichkeit, Gefahrstellen zu vermeiden, liegt in
der Konstruktion. Der Konstrukteur hat es in der Hand, durch die Art der
Gestaltung des technischen Arbeitsmittels Gefahrstellen auszuschließen,
z. B. durch Kapselung eines Zahntriebes in einem geschlossenen Gehäuse
oder Einhaltung ausreichender Sicherheitsabstände nach EN 294 und
EN 349.
Fangstellen können z. B. an Griffen von Handrädern vermieden werden,
wenn statt vorstehender Griffe Griffmulden verwendet werden.
Einzugsstellen treten bevorzugt im Bereich des Antriebes auf. Sie können
vermieden werden, wenn z. B. statt eines Riementriebes ein Direktantrieb
(Hydraulik) verwendet wird. Um die wirksame Energie auf eine ungefährliche Größe zu begrenzen, kann man z. B. die Antriebsleistung oder die
bewegten Massen verringern.
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3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
4
5
Wenn sich Gefahrstellen konstruktiv nicht vermeiden lassen, müssen die
Einteilung der
Maßnahmen der mittelbaren Sicherheitstechnik angewendet werden.
Schutzeinrichtungen (mittelbare Insbesondere die Sicherheit im Arbeits- und Verkehrsbereich spielt in
diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle.
Sicherheitstechnik)
Entsprechend der Art der Schutzfunktionen kann zwischen trennenden,
ortsbindenden und abweisenden Schutzeinrichtungen sowie Schutzeinrichtungen mit Annäherungsfunktion und fangenden Schutzeinrichtungen
unterschieden werden:
6
6
7
7
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.3
Einteilung der Schutzeinrichtungen
Trennende Schutzeinrichtungen
Trennende Schutzeinrichtungen
●
●
●
●
Verkleidungen
Verdeckungen
Umzäunungen
Umwehrungen
–
–
–
–
z. B. Gehäuse, Kasten, Kapsel
z. B. Schutzblech, Füllkörper, Klappe
z. B. Drahtzaun
z. B. Geländer
Ortsbindende Schutzeinrichtungen
– z. B. Zweihandschaltungen
– Befehlseinrichtungen mit
selbsttätiger Rückstellung
– Zustimmungsschalteinrichtungen
Abweisende Schutzeinrichtungen
– z. B. Fußabweiser
– Handabweiser
Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion
●
berührungslos
wirkend
– z. B. Lichtschranken
– Lichtgitter
– Lichtvorhänge
●
bei Berührung
wirkend
– z. B. Schaltplatten und -matten
– für die Bereichssicherung:
Schaltleisten
●
fangende
– z. B. Fanghauben, -bleche,
Schutzeinrichtungen Unterfangungen, Rückschlagsicherungen, Seil- und Kettenbruchsicherungen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.3
Den trennenden Schutzeinrichtungen ist der Vorrang zu geben. Sie trennen
in Schutzstellung die Gefahrstellen (ggf. auch Gefahrquellen) so vom
übrigen Arbeits- und Verkehrsbereich, daß Personen sie nicht erreichen
können. Zu den trennenden Schutzeinrichtungen gehören Verkleidungen,
Verdeckungen, Umzäunungen und Umwehrungen.
8
Ortsbindende Schutzeinrichtungen
8
9
9
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10
Durch sie werden Personen oder deren Körperteile in einem ausreichenden
Sicherheitsabstand zur Gefahrstelle gehalten. Zu den ortsbindenden
Schutzeinrichtungen gehören Zweihandschaltung, Befehlseinrichtung mit
selbständiger Rückstellung, Zustimmungsschalteinrichtung sowie Schaltplatten und -matten mit Personenbindung.
Abweisende Schutzeinrichtungen
Durch diese Schutzeinrichtungen werden Personen oder deren Körperteile
von Gefahrstellen abgewiesen. Zu den abweisenden Schutzeinrichtungen
gehören z. B. Fuß- und Handabweiser. Fußabweiser werden vor Laufrädern, fahrbaren Maschinen angeordnet, während Handabweiser z. B. vor
Führungsrollen zu finden sind.
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11
Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktionen
Sie schützen Personen oder deren Körperteile bei Annäherung an
Gefahrstellen, z. B. durch Abschalten, Stillsetzen oder Umsteuern der
gefahrbringenden Bewegungen. Zu diesen Schutzeinrichtungen gehören
berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (Lichtschranken, Lichtgitter
und Lichtvorhänge) und Schutzeinrichtungen, die bei Berührung wirken
(Schaltplatten und -matten, für die Bereichssicherung Schaltleisten).
Fangende Schutzeinrichtungen
Durch sie werden unkontrolliert herabfallende und wegfliegende Teile aufgefangen. Zu diesen Schutzeinrichtungen gehören u. a. Fanghauben und
-bleche, Unterfangungen und Rückschlagsicherungen, Seilbruch- und
Kettenbruchsicherungen.
3
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
Sicherheit
durch persönliche Schutzausrüstung
(persönliche
Sicherheitstechnik)
4
5
Das Bereitstellen und Tragen von persönlicher Schutzausrüstung ist überall
dort notwendig, wo sicherheitstechnische Maßnahmen gestalterischer und
beschreibender Form nicht ausreichen. Die VSG 1.1 § 14 „Persönliche
Schutzausrüstung“ sagt dazu folgendes:
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7
7
8
8
„Ist durch betriebstechnische Maßnahmen nicht ausgeschlossen, daß die
Versicherten Unfall- oder Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind, so hat der
Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstung unentgeltlich zur
Verfügung zu stellen.“
Laut VSG 1.1 § 14 (4) sind die Versicherten zum Tragen der zur Verfügung
gestellten Schutzausrüstung verpflichtet. Die Unfallfolgen werden durch
den Einsatz geeigneter Körperschutzmittel vermieden oder stark gemindert.
Hinweisende
Sicherheitstechnik
Sicherheitskennzeichnungen
Kategorie
Farbe
Kontrastfarbe
Bildzeichen
Form
Verbot
rot
weiß
schwarz
rund
Gebot
blau
weiß
weiß
rund
Beispiel
Rauchen verboten
Gehörschutz tragen
Warnung
gelb
schwarz
schwarz
dreieckig
Schraffur
Hinweis
grün
blau
weiß
weiß
rechteckig
Brandschutzzeichen
rot
rot
weiß
rechteckig
Warnung vor einer
Gefahrstelle
Hinweis auf Erste Hilfe
Feuerlöscher
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Wenn die Maßnahmen der unmittelbaren und mittelbaren Sicherheitstechnik nicht ausreichen, muß die hinweisende Sicherheitstechnik zu Hilfe
genommen werden. Derartige Hinweise können durch Bildzeichen, Textbilder, farbliche Kennzeichnungen, Farbmarkierungen oder Signalleuchten
vorgenommen werden. Wenn das kraftbetriebene Arbeitsmittel wegen
Weiträumigkeit nicht zu übersehen ist, Bedienstände auf mehreren Seiten
angeordnet sind, Umzäunungen keinen ausreichenden Durchblick zulassen, Einbauten den Überblick erschweren, müssen Warneinrichtungen
vorhanden sein. Ein deutlich wahrnehmbares und in seiner Bedeutung
erkennbares Signal ist erforderlich. Derartige Signale müssen sich deutlich
vom Schallpegel des Arbeitsmittels oder vom optischen Eindruck der
Umgebung abheben. In vielen Unfallverhütungsvorschriften, Verordnungen
und anderen Bestimmungen wird gefordert, daß auf bestimmte Gefahren,
Verbote u. ä. deutlich erkennbar und dauerhaft hingewiesen wird. Diesem
Zweck dienen die Sicherheitszeichen. In der Europäischen Richtlinie
92/58/EWG sind allgemeine Grundsätze für solche Sicherheitszeichen aufgestellt und für bestimmte Gefahrensituationen einheitliche Zeichen festgelegt. Insbesondere soll möglichst wenig Text verwendet werden, damit die
Zeichen sprachenunabhängig verstanden werden können. Sicherheitszeichen sollen schnell und leicht verständlich die Aufmerksamkeit auf Gegenstände und Sachverhalte lenken, die Gefahren verursachen können. Dies
wird durch eine Anzahl von Grundregeln für die Gestaltung der verschiedenen Arten von Zeichen erreicht.
9
9
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Schaubild 4.4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.4
Grundsätzlich müssen technische Erzeugnisse gekennzeichnet sein, wenn
sich der Betreiber zum sicheren Betrieb über bestimmte Daten vergewissern muß. Kennzeichnungen können Angaben über Hersteller oder
Lieferer, Typenbezeichnung, Prüfnummer o. ä. sein. Auch Kenngrößen zur
Feststellung der zulässigen Grenzen für eine gefahrlose Benutzung, z. B.
zulässige Belastung, Drehzahldruck, müssen angegeben sein.
4
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
Betriebsanweisungen
(anweisende
Sicherheitstechnik)
4
5
Zur hinweisenden Sicherheitstechnik gehört auch die Beachtung der
Betriebsanleitung des Herstellers. In der Betriebsanleitung finden wir
Angaben nicht nur zum sachgerechten und bestimmungsgemäßen,
sondern auch zum sicheren Betreiben bzw. Verwenden der technischen
Erzeugnisse. Sie ist ein wesentliches Element der Benutzerinformation
und Bestandteil der Lieferung einer Maschine. Sie muß in der/den Amtssprache(n) des Landes gegeben werden, in dem die Maschine eingesetzt
wird. Durch die EG-Maschinenrichtlinie und die entsprechenden europäischen Normen sind die bisherigen Anforderungen an die Inhalte der
Betriebsanleitungen zum Teil noch erweitert worden.
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6
7
7
In allen Fällen, in denen dem Unternehmer keine oder unvollständige
Unterlagen vorliegen, setzt seine Ermittlungspflicht ein, z. B. wenn
●
●
8es sich um eine Sonderanfertigung handelt oder
8
von der vom Hersteller vorgesehenen bestimmungsgemäßen
Verwendung abgewichen werden soll.
9
9
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10
Die vom Hersteller mitgelieferten Anleitungen sollten bei Bedarf vom
Betreiber des Arbeitsmittels in Betriebsanweisungen umgesetzt werden.
Diese geben dem Benutzer die erforderliche Hilfestellung für einen
sicheren Betrieb. Betriebs- und Gebrauchsanleitungen sind vom Betreiber
daraufhin zu prüfen, ob diese Unterlagen zu einer Betriebsanweisung…
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.5
Technische Abteilung
Frankfurter Straße 126 · 34121 Kassel
Telefon (05 61) 9 28-0 · Fax (05 61) 9 28-23 04
Betriebsanweisung
Betriebsanweisung
●
Betrieb:
Betriebsteil:
Motorkettensägen
betriebsbezogen ergänzt,
Gefahren für Mensch und Umwelt
- Gefahren durch Aufenthalt im Gefahrenbereich.
- Gefahren durch Rückschlag der Sägeschiene; dadurch Verletzungen im Bereich des Oberkörpers und des Kopfes.
- Gefahren durch Abrutschen der Sägeschiene; dadurch Verletzungen im Bein- und Fußbereich.
- Gefahren durch Abgase.
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
- Motorkettensägemaschinen dürfen nur von unterwiesenen Personen bedient werden. Bei Baumarbeiten dürfen
Motorkettensägemaschinen nur von Fachkundigen bedient werden.
- Die Unfallverhütungsvorschriften VSG 3.1, VSG 4.2 und VSG 4.3 sowie die Betriebsanleitung des Herstellers sind zu
beachten.
- Körperschutz (Schutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose und Schutzschuhe mit
Schnittschutz) tragen.
- Gefahrbereich der Motorsäge (ausgestreckter Arm des Motorsägenführers + Motorsägenlänge) von Personen freihalten.
- Beim Ingangsetzen ist die Motorsäge sicher abzustützen, die Kettenbremse muß festgestellt sein.
- Zur Vermeidung von Rückschlag mit einlaufender Kette schneiden und den Krallenanschlag benutzen.
- Die Maschine ist mit beiden Händen zu führen.
- Rückschlagarme Schneidgarnituren verwenden.
- Zug- und Druckverhältnisse im Holz beachten.
- Bei Arbeitsunterbrechungen und beim Transport der Säge ist die Sägeschiene mit dem Transportschutz zu sichern.
- Zum Betanken einen Sicherheitseinfüllstutzen verwenden.
- Beim Betanken nicht rauchen.
- Maschine nicht am Betankungsort starten.
- Benzolfreie Kraftstoffe verwenden.
11auf den Arbeitsplatz zugeschnitten,
●
11
●
für die Mitarbeiter verständlich gemacht,
●
durch zusätzliche Angaben erweitert,
●
durch bildliche Darstellungen verdeutlicht,
●
für ausländische Mitarbeiter in die jeweilige Fremdsprache übersetzt,
●
durch zusätzliche Gefahrenhinweise und Sicherheitsratschläge sowie
Verhaltensmaßnahmen bei Störfällen ergänzt
Verhalten im Gefahrfall bzw. bei Störungen
- Zur Beseitigung von Störungen den Motor abstellen und die Kettenbremse feststellen.
- Bei Arbeiten an der Sägekette immer Schutzhandschuhe tragen.
Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe
Ersthelfer: Herr / Frau
Notruf: 112
- Durchführung von Sofortmaßnahmen am Unfallort.
- Rettungswagen / Arzt rufen.
- Unternehmer / Betriebsleitung und zuständige Berufsgenossenschaft informieren.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Instandhaltung, Sachgerechte Entsorgung
- Vor jeder Inbetriebnahme Funktion und Vollständigkeit der Sicherheits- und Schutzeinrichtungen überprüfen.
- Die Kette ist besonders auf Beschädigungen zu überprüfen und evtl. auszuwechseln. Die Kettenspannung ist einzustellen.
- Reparaturen nur von Sachkundigen durchführen lassen.
- Zur Wartung und Instandhaltung die Betriebsanleitung des Herstellers beachten.
Datum
Unterschrift des Unternehmers
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.5
werden müssen.
Es ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang Betriebsanleitungen an den
einzelnen Arbeitsplätzen vorhanden sein müssen und wo ihr Inhalt in eine
Betriebsanweisung umzusetzen ist, z. B. bei kraftbetriebenen Mobiltischanlagen.
5
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
5
5
CEKennzeichnung
Kennzeichnung
von Maschinen und Geräten
Seit dem 01. 01. 1995 müssen alle erstmals in Betrieb genommenen
Maschinen und Geräte mit der CE-Kennzeichnung entsprechend der EGMaschinenrichtlinie versehen sein. Des weiteren muß beim Kauf einer solchen Maschine eine Konformitätserklärung mitgeliefert werden. Diese sagt
aus, daß der Hersteller die Maschine gemäß der Maschinenrichtlinie in Verbindung mit den entsprechenden EN-Normen und darüber hinaus noch
geltenden technischen Regeln gebaut hat. Zusätzlich können die in
Deutschland geprüften Maschinen und Geräte das bekannte GS-Zeichen
(= geprüfte Sicherheit) tragen, sofern der Hersteller diese einer freiwilligen
Prüfung bei einer unabhängigen Prüfstelle unterzogen hat.
V
D E
6
6
7
7
Schaubild 4.6
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.6
●
Literaturhinweise
8EG-Maschinenrichtlinie und entsprechende EN-Normen
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.5
●
9Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Gerätesicherheitsgesetz
●
Merkblatt GBG 18
●
Richtlinie 92/58/EWG
10
8
9
10
4.2 Der Mensch am Arbeitsplatz – Ergonomie
11
11
Bei jeder Arbeit hängen Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsvermögen, aber auch die Unfallhäufigkeit, von der Arbeitsplatzgestaltung ab.
Durch Über- oder Unterforderung am Arbeitsplatz wächst die Unfallhäufigkeit.
Bei der Verrichtung menschlicher Arbeit ist der Mensch
●
körperlichen Belastungen (Muskeln, Kreislauf, Atmung, Skelett),
●
psychischen Belastungen (geistigen, seelischen, nervlichen) und
●
Belastungen aus der Umgebung (Strahlung, Schwingung, Lärm, Klima,
Gefahrstoffe) ausgesetzt.
Belastung – Beanspruchung
BELASTUNGEN
ARBEITSAUFGABE
UMGEBUNGSEINFLÜSSE
PERSONELLE FAKTOREN
KONSTITUTION
ALTER
GESCHLECHT
TAGESRHYTHMIK
AUSBILDUNG
TRAINING
ERFAHRUNG
ERMÜDUNG
Die Folge der Belastungen wird z. B. als Schmerz, Erhöhung der Pulsfrequenz, Änderung der Empfindlichkeit der Sinnesorgane erlebt und mit
„Beanspruchung“ bezeichnet.
BEANSPRUCHUNGEN
PHYSISCH
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
PSYCHISCH
Schaubild 4.11
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.11
6
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
5
5
Man muß feststellen, daß leistungsfähige Technik heute körperliche
Schwerarbeit weitgehend vermindern kann. Trotz der technischen
Hilfsmittel können hierbei größere Belastungen auftreten, so daß der
Gestaltung von Arbeitsplätzen mehr Bedeutung zukommt, d. h. Arbeitsmittel, Arbeitsplätze, Arbeitsumgebung, Arbeitsabläufe werden den Eigenschaften, Fähigkeiten und Bedürfnissen des Menschen angepaßt.
Dies bezeichnet man als Ergonomie.
6
6
Bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen und Maschinen sind
folgende Einflüsse auf den menschlichen Körper zu beachten:
●
●
Körpermaße
●
Beleuchtung
●
Schutzeinrichtungen
●
Farbgebung
●
Sicherheitsabstände
●
Stellteile
●
Körperhaltung
●
●
Klima
7Klima
8Lärm
Vibrationen
7
8
9
9
10
10
Dies ist der Sammelbegriff derjenigen physikalischen Größen, die den
Wärmeaustausch des Körpers mit seiner Umgebung beeinflussen.
Das sind Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit.
Die Arbeitsstättenrichtlinie gibt in Abhängigkeit von der Schwere der
körperlichen Arbeit Mindesttemperaturen in Abhängigkeit von der
Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit an.
Beleuchtung
Mit steigender Beleuchtungsstärke (gemessen in Lux) wird sowohl die
Sehleistung als auch die Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Konzentration
erhöht. Die Beleuchtungsstärke ist abhängig von der zu verrichtenden
Arbeit.
11
11
Beispiel: Werkstattarbeit – hohe Lichtintensität
Transportarbeiten in Versandhalle – geringere Lichtintensität
Farbgebung
Sicherheitskennzeichnungen
Kategorie
Farbe
Kontrastfarbe
Bildzeichen
Form
Verbot
rot
weiß
schwarz
rund
Beispiel
Die Kennzeichnung durch Warn- und Sicherheitsfarben erhöht die Bereitschaft, auf mögliche Gefahren zu achten. Je besser Warn- und Sicherheitsfarben von der Umgebung abgesetzt sind, desto besser werden sie
wahrgenommen.
Rauchen verboten
Gebot
blau
weiß
weiß
rund
Warnung
gelb
schwarz
schwarz
dreieckig
Schraffur
Gehörschutz tragen
Warnung vor einer
Gefahrstelle
Hinweis
grün
blau
weiß
weiß
rechteckig
Brandschutzzeichen
rot
rot
weiß
rechteckig
rot
Halt-Verbot
gelb
Vorsicht! Mögliche Gefahr
grün
Gefahrlosigkeit, Rettungszeichen
blau
Hinweis, Gebot
Hinweis auf Erste Hilfe
Feuerlöscher
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.4
7
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
Lärm
4
5
Lärm ist Schall, der stört, belästigt, die Gesundheit schädigen kann oder
zu besonderer Unfallgefahr führt. Er ist um so schädlicher, je höher der
Schallpegel ist und je länger er einwirkt.
6
6
7
7
Als Maß gilt der Beurteilungspegel, der in dB(A) angegeben wird. Wer
erhöhten Lärmwerten ausgesetzt ist, kann lärmschwerhörig werden bzw.
steht unter „Streß“, welcher andere Erkrankungen nach sich zieht.
Dies kann vermieden werden durch konstruktive Maßnahmen an der
Lärmquelle sowie durch das Tragen von persönlichen Gehörschutzmitteln
(siehe Lektion 10).
Vibrationen
Dies sind je nach Stärke ihrer Intensität schädigende mechanische
Schwingungen, die auf den Körper einwirken. Zwei Übertragungsstellen
der Vibration spielen für die Ergonomie eine Rolle:
8
8
●
Füße/Gesäß in Fahrzeugen (Schleppersitz)
●
Hände, bei der Bedienung von schwingenden Werkzeugen oder
Maschinen (Rüttelplatte, Motorsäge, Freischneider, Balkenmäher)
9
9
Die Vibrationen haben zahlreiche Auswirkungen auf den Körper; z. B.
Schäden am Skelett (Wirbelsäule, Gelenke), Muskulatur, Kreislauf.
Um diese zu verhindern, müssen konstruktive Maßnahmen wie z. B.
schwingungsgedämpfte Fahrersitze auf Maschinen benutzt werden.
10
Körpermaße,
Schutzeinrichtungen, Stellteile
10
Die Körpermaße sind Grundlage für die Gestaltung von Maschinen und
Werkzeugen, um ein sicheres und ermüdungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Aufgrund der Durchschnittskörpermaße werden Sicherheitsabstände festgelegt und Schutzeinrichtungen an Maschinen und Geräten
angebracht.
11
11
Stellteile von Maschinen müssen der Funktion und der Anatomie des
Menschen angepaßt sein.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.7
Sicherheitsabstände gemäß EN 349
Zum Beispiel für kleine Stellkräfte und hohe Stellgeschwindigkeiten eignet
sich Fingerbetätigung mittels Tastatur, Knopf, Schalter, Schieber.
(in mm)
Körper
Kopf
Bein
ungünstigste Haltung
500
180
300
500
180
300
Fuß
Zehen
Arm
500
300
120
120
180
50
120
120
Für mittlere bis große Stellkräfte und mittlere und große Stellwege eignet
sich Handbetätigung mittels Hebel, Handrad, Kurbel.
50
25
Hand,
Handgelenk,
120
Faust 100
120
Finger
50
25
100
25
100
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.7
8
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
5
5
Körperhaltung
Maße des Greifraumes in normaler Arbeitshöhe
Maße in mm
400
200
0
1
3
2
4
Tischkante
200
800
600
400
200
0
200
400
600
Entsprechend der Körpermaße muß der Arbeitsplatz so gestaltet werden,
daß eine möglichst aufrechte Körperhaltung während der Arbeit eingehalten werden werden kann. So muß z. B. bei der Einrichtung eines
Arbeitstisches die Höhe der Arbeitsplatte sowie der Greifraum der Person
berücksichtigt werden. Die Verwendung einer Stehhilfe bringt zusätzlich
eine Wirbelsäulenentlastung.
6
6
7
7
800
Zone 1 – Arbeitszentrum:
Beide Hände arbeiten nahe beieinander, Montageart,
Ort für Aufnahmevorrichtung.
Zone 2 – erweitertes Arbeitszentrum:
Beide Hände erreichen alle Punkte dieser Zone.
Zone 3 – Einhandzone:
Zone zum Lagern von Teilen und Werkzeugen, die mit einer
Hand oft gegriffen werden.
Zone 4 – erweiterte Einhandzone:
Äußerste, noch nutzbare Zone, beispielsweise für Greifbehälter.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.8
Literaturhinweise
●
●
349 (Europäische Norm)
8EN
Unfallverhütungsvorschriften VSG 1.1, VSG 1.5
●
Merkblatt der gewerblichen BG’en BGI 523
●
Merkblatt GBG 24
9
10
8
9
10
4.3 Elektrische Anlagen und Elektroinstallationen
im Gartenbau
Immun gegen elektrischen Strom ist keiner! Wie das Wasser in einem
Flußbett, einem Kanal oder einem Rohr fließt die Elektrizität in Bahnen,
sog. Leitern. Es sind Leitungen verschiedenster Länge und Durchmesser,
Freileitungen, Kabel, auf oder unter Putz verlegte Leitungen und schließlich
die Anschlußleitungen für die elektrischen Betriebsmittel. Als Leiter für
Elektrizität eignen sich vorzüglich alle Metalle. Strom leiten auch z. B. Erde,
Kohle, Salze und sehr viele Flüssigkeiten, aber auch das Blut und andere
Flüssigkeiten im menschlichen Körper. Und tatsächlich fließen in uns allen
eine Vielzahl körpereigener Ströme. Durch sie werden unsere Wahrnehmungen, Bewegungen und andere Körperfunktionen gesteuert. Diese
Steuerung kann gestört werden oder zusammenbrechen, wenn wir mit
äußeren körperfremden Strömungen in Berührung kommen.
11
11
Wasser fließt nur bei Druck und Gefälle, Elektrizität kann nur bei Spannung
fließen. Jeder elektrische Strom fließt in einer bestimmten Stromstärke I
(gemessen in Ampere). Wie stark ein Strom fließen kann, hängt davon ab,
wie groß die Spannung U (gemessen in Volt) ist, die ihn durch einen Leiter
treibt. Der Leiter setzt einen kleinen oder großen Widerstand R (gemessen
in Ohm) dagegen. Die Stromstärke I nimmt also zu, wenn die Spannung U
größer oder Widerstand R kleiner wird. Die Stromstärke nimmt ab, wenn
die Spannung kleiner oder der Widerstand größer wird. Diesen Zusammenhang drückt das Ohmsche Gesetz in der Formel aus: I = U : R.
9
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
5
5
Stromeinwirkung auf den menschlichen Körper kann durch Berühren
zwischen einem Leiter und der Erde oder zwischen zwei Leitern eintreten.
An die Stelle der berührten Leiter kann auch die Berührung eines fehlerhaft
unter Spannung stehenden Körpers treten.
6
6
7
7
Man unterscheidet zwischen physikalischen Einwirkungen und physiologischen Einwirkungen des elektrischen Stromes auf den menschlichen
Körper. Unter physikalischer Einwirkung versteht man die Wärmeentwicklung beim Stromdurchgang, wobei dieser zu inneren und äußeren Verbrennungen aller Schweregrade in Abhängigkeit von der Stromstärke führen
kann.
Die physiologische Einwirkung des elektrischen Stromes hat oft auch bei
relativ niedrigen Reizschwellen eine Muskelverkrampfung zur Folge, so daß
der berührte Gegenstand vom Verunglückten nicht mehr losgelassen
werden kann. Bei steigender Stromstärke wird das Reizleitungssystem des
Herzens beeinflußt. Es entsteht eine unregelmäßige Herzmuskeltätigkeit,
Herzmuskelverkrampfung bis hin zum Herzstillstand. Um die Gefährdung
von elektrischer Stromstärke beurteilen zu können, unterscheidet man in
vier Stromstärkenbereichen, wobei innerhalb dieser noch die Einwirkungszeit auf den menschlichen Körper und der Stromweg zu berücksichtigen
sind:
8
8
9
9
●
Stromstärkenbereich
●
Stromstärkenbereich II
I
10Stromstärkenbereich III
●
●
Stromstärkenbereich IV
bis 25 mA
25 bis 80 mA
80 mA bis 5 A
über 5 A
10
Der Stromstärkenbereich II ist am gefährlichsten. Schon bei einer Stromeinwirkungsdauer von 0,3 Sek. kann das tödliche Herzkammerflimmern
auftreten. Die Stärke des beim Unfall durch den menschlichen Körper
fließenden Stromes hängt von der Spannung und vom Widerstand des
Stromkreises ab. Der Gesamtwiderstand des Stromes setzt sich zusammen aus dem Körperwiderstand und den Übergangswiderständen.
11
11
Im Gartenbau treffen wir Bereiche an, wo die Gefährdung durch den elektrischen Strom besonders hoch ist. Zum einen steht dabei der Hochspannungsbereich bei Erdbauarbeiten und Baumarbeiten im Vordergrund, zum
anderen betrifft die Gefährdung den Niederspannungsbereich und dabei
alle Sparten des Gartenbaues, da sich alle Arbeiten vornehmlich in feuchter Umgebung abspielen, z. B. Umgang mit dem Naßschneidetisch, dem
Betonmischer, der Topfmaschine, der Gemüsewaschmaschine.
Der Hochspannungsbereich im Baustellenbetrieb bedarf der vorhergehenden Information beim EVU (Energieversorgungsunternehmen) wo im
Erdreich Leitungen verlegt sind, und bei elektrischen Freileitungen sind
Sicherheitsabstände gemäß der Nennspannung einzuhalten oder der
Strom muß kurzzeitig unterbrochen werden.
10
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
5
5
Nennspannung
bis
über
Sicherheitsabstand (Meter)
(Volt)
1000 V
6
über
1 kV
bis
110 kV
3,0 m
110 kV
bis
220 kV
4,0 m
über
220 kV
bis
380 kV
oder bei unbekannter Nennspannung
7
Schutz gegen
gefährliche
Körperströme
1,0 m
6
5,0 m
7
Der Schutz von Personen gegen gefährliche Körperströme erfordert Maßnahmen gegen direktes und indirektes Berühren. Schutz gegen direktes
Berühren sind alle Maßnahmen zum Schutz von Personen vor Gefahren
einer Berührung mit aktiven Teilen. Es kann sich dabei um vollständigen
oder teilweisen Schutz handeln. Ein teilweiser Schutz besteht nur gegen
zufälliges Berühren. Schutz bei indirektem Berühren ist der Schutz von
Personen vor Gefahren, die sich im Fehlerfall aus einer Berührung mit
Körpern oder fremden leitfähigen Teilen ergeben können. Beim Schutz bei
indirektem Berühren unterscheidet man zwischen netzunabhängigen und
netzabhängigen Schutzmaßnahmen. Fällt der Schutz gegen direktes
Berühren durch Beschädigungen der Isolierung aus (Fehlerfall), so muß die
zweite Stufe des Berührungsschutzes wirksam werden: Der Schutz bei
indirektem Berühren.
8
8
9
9
10
10
11
11
Betriebsmittel
der Schutzklasse I
Hier ist der Schutz gegen gefährliche Körperströme zweifach ausgeführt.
Basis-Isolierung der aktiven Teile und Umhüllung der Basis-Isolierung mit
einem Körper, der an einem Schutzleiter angeschlossen wird.
Betriebsmittel
der Schutzklasse II
In diesem Fall ist der Schutz gegen gefährliche Körperströme ebenfalls
zweifach ausgeführt. Basis-Isolierung der aktiven Teile und Umhüllung der
Basis-Isolierung mit einer zusätzlichen Isolierung (Kennzeichen: ).
Betriebsmittel
der Schutzklasse III
Bei dieser Kategorie ist der Schutz gegen gefährliche Körperströme durch
Schutzkleinspannung gewährleistet. Beispiele aus dem Gartenbau sind
z. B. die Helfersche Tauwaage, Magnetventile in der Bewässerung
(Kennzeichen: III ).
Schutztrennung
Die Schutzmaßnahme Schutztrennung geht auf folgende Grundidee zurück
(Kennzeichen: ):
Die Schutztrennung wird in erster Linie als besonders hochwertige Schutzmaßnahme bei Umgebungsbedingungen mit erhöhtem Risiko eingesetzt.
Dazu wird jedes elektrische Gerät von je einem Trenntransformator von
anderen aktiven Teilen getrennt und potentialfrei gehalten. Schutztrennung
kann z. B. bei Arbeiten in engen leitfähigen Räumen, z. B. Kesseln, und
beim Lichtbogenschweißen erforderlich sein. Auch einige Kleinstromerzeuger weisen diese Schutzmaßnahme auf.
11
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
Die Fehlerstromschutzschaltung
Elektrische Betriebsmittel
Baustromverteiler
Sicherungen
Kraftstromsteckdose
Lichtstromsteckdose
Fl 0,5 A
FI 0,03 A
(Personenschutzschalter)
Leitungsroller für
rauhen Betrieb mit
Thermoschutz
Prüfzeichen
schutzisoliert
spritzwassergeschützt
Isolierstoff
Thermoschutzschalter
Personenschutzschalter FI
(0,03 A)
Leitungen immer ganz
abrollen, um Temperaturschäden zu vermeiden.
Auf Baustellen dürfen nur
Gummischlauchleitungen mit der
Bezeichnung H07 RN-F oder
A07 RN-F oder gleichwertige
verwendet werden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.9
4
5
Der Paragraph 2 der Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.4 fordert als zusätzliche Schutzmaßnahme:
Bei Stromkreisen, an die Steckdosen angeschlossen sind, darf der Nennfehlerstrom des Fehlerstromschutzschalters 0,03 A (30 mA) nicht überschreiten. Die Fehlerstromschutzschaltung soll das Bestehenbleiben zu
hoher Berührungsspannungen am Körper dadurch verhindern, daß ein
Fehlerstrom, der einen bestimmten Wert überschreitet, alle Außenleiter und
einen etwa vorhandenen Mittelleiter innerhalb von 0,2 Sek. abschaltet. Im
Gegensatz zu den Fehlerstromschutzschaltern mit 0,3 bzw. 0,5 A Nennfehlerstrom schützt der 30 mA-Fehlerstromschutzschalter auch vor
Gesundheitsschäden bei direktem Berühren spannungsführender Teile.
Ein Fehlerstrom liegt vor, wenn nicht alle Ströme, die aus dem Fehlerstromschutzschalter zum Verbraucher fließen, über die Phasen sowie den Nullleiter wieder zurückfließen. Zur Messung wird ein Wandler verwendet.
Dessen Sekundärwicklung bleibt stromlos, wenn die Summe der ein- und
ausfließenden Ströme auf der Primärseite Null ist und somit kein Stromverlust vorliegt. Andernfalls löst der Sekundärstrom ein Abschaltrelais aus.
Die Betriebsbereitschaft der Fehlerstromschutzschalter ist durch Betätigen
der Prüfeinrichtung mindestens einmal monatlich und außerdem nach
jedem Gewitter zu prüfen. Laut DIN/VDE 0100 Teil 704 müssen auf Baustellen ebenfalls alle Steckdosenstromkreise mit einem Fehlerstromschutzschalter mit einem Nennfehlerstrom von 0,03 A abgesichert werden. Dies
erfolgt über einen besonderen Speisepunkt, den sog. Baustromverteiler,
der nur von einer Elektrofachkraft aufgestellt und angeschlossen werden
darf.
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.9
Neben der Baustromverteilung sind auch andere Speisepunkte einsetzbar
wie:
11Kleinstbaustromverteiler
●
11
●
Transformatoren (Ersatzstromaggregate) mit Schutztrennung
●
Steckbare Personenschutzschalter
Die Funktion der Schutzschalter muß mindestens einmal pro Tag durch
Betätigen der Prüftaste kontrolliert werden.
Schutzarten
Die Schutzart bezeichnet die Eigenart eines einzelnen Betriebsmittels und
gibt an, in welchem Umfang es gegen Einwirkungen von außen durch
Fremdkörper (Sand, Staub) und durch Wasser geschützt ist.
12
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.10
1999
XY
5
Nr.: 74234567
1
6
FIRMA Type: HP45
230V 200 Watt
50 Hz
2
7
8
9
4
3 Typenbezeichnung
4 Nennleistung
1 Hersteller-Firmenzeichen
und Hersteller-Firma
2 Symbol für Betriebsmöglichkeit
5 Geräte- oder Seriennummer; die ersten
beiden Ziffern können das Herstellungsjahr
andeuten
6 Nennspannung und Nennfrequenz
7 Symbol der Schutzklasse; hier Schutzklasse II,
schutzisoliert
8 Symbol des Funkstörschutzes
9 VDE-Zeichen, CE-Zeichen und Zeichen für
Geprüfte Sicherheit
spritzwassergeschützt
unter Wasser
mit Druck
unter Wasser
ohne Druck
Räume, in denen
abgespritzt wird
Orte im Freien;
feuchte Räume
Orte im Freien
Orte im Freien
Verwendung
Orte und Bereiche
mit Explosionsgefahr
Elektrische Schutzarten – Grafische Kennzeichnung
strahlwassergeschützt
Kennzeichen
wasserdicht
Schutzart
druckwasserdicht
Räume mit
brennbaren Stäuben
Räume mit nicht
brennbaren Stäuben
tropfwassergeschützt
staubgeschützt
regengeschützt
staubdicht
explosionsgeschützt
* Die zulässige Wasserhöhe in Metern ist durch den Zusatz „h“ gekennzeichnet;
h 3 bedeutet 3 m Wassersäule
** Zu dem Zeichen Ex muß zusätzlich angegeben sein: Schutzart (z. B. druckfest
gekapselt = d), Explosionsklasse (z. B. 3 n = alle Gase der Klasse 3) und Zündgruppe (z. B. G 5 = Schwefelkohlenstoff) –
d3nG5–
Typenschild eines elektrischen Betriebsmittels
3
V
D E
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
5
Gleichzeitig ist damit auch eine Aussage über die Güte des Schutzes
gegen direktes Berühren verbunden.
6
6
7
7
Sie wird mit der Kennzeichnung der Schutzart nach EN 60529 in der ersten
Kennziffer zusammen mit dem Fremdkörperschutz ausgedrückt, also beispielsweise durch die 2 in der Bezeichnung IP 2X, wobei hier die Angaben
über den Wasserschutz durch das X offen gelassen wird.
Schaubild 4.10
Auswahl
geeigneter
elektrischer
Betriebsmittel
auf der
Baustelle
4
Leitungen
8
8
9
9
Als flexible Leitungen dürfen nur Gummischlauchleitungen der Bauarten
H07RN-F bzw. A07RN-F oder gleichwertige verwendet werden. Das gilt
auch für Leitungsroller (Kabeltrommel). PVC-Leitungen sind auf Baustellen
nicht zulässig, da sie bei den dort auftretenden Temperaturen nicht ausreichend beständig sind und brüchig werden können.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.9
Elektrische Betriebsmittel
Baustromverteiler
Sicherungen
Kraftstromsteckdose
Lichtstromsteckdose
Fl 0,5 A
FI 0,03 A
(Personenschutzschalter)
Leitungsroller für
rauhen Betrieb mit
Thermoschutz
Prüfzeichen
schutzisoliert
spritzwassergeschützt
10
Steckvorrichtungen
11
Isolierstoff
Thermoschutzschalter
Personenschutzschalter FI
(0,03 A)
Leitungen immer ganz
abrollen, um Temperaturschäden zu vermeiden.
Auf Baustellen dürfen nur
Gummischlauchleitungen mit der
Bezeichnung H07 RN-F oder
A07 RN-F oder gleichwertige
verwendet werden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
10
Generell gilt die Forderung, daß Steckvorrichtungen, die auf Baustellen
eingesetzt werden, aus Isolierstoff bestehen und für erschwerte Bedingungen geeignet sein müssen. Steckvorrichtungen für erschwerte Bedingungen sind zu erkennen an dem Symbol „Tropfen im Dreieck“ und dem
Hammersymbol.
11
Schaubild 4.9
Leuchten auf Baustellen
Auf Baustellen dürfen nur Leuchten mind. der Schutzart IP X3 „regengeschützt“ eingesetzt werden. Handleuchten ohne Schutzkleinspannung
müssen schutzisoliert und mind. in der Schutzart „strahlwassergeschützt“
gebaut sein. Zusätzlich müssen sie ebenfalls das Hammersymbol tragen.
Leitungsroller
Metallene Leitungsroller (Kabeltrommeln) sind eine tödliche Gefahr, wenn
sie an eine fehlerhafte Haussteckdose angeschlossen werden, da die
Fehlerhaftigkeit der Haussteckdose auf den Leitungsroller übertragen
werden kann. Deshalb sollten metallische Leitungsroller durch solche aus
bruchfestem Kunststoff ersetzt werden. Zudem muß die Steckvorrichtung
am Leitungsroller spritzwassergeschützt ausgeführt, d. h. mit entsprechenden Schutzklappen versehen sein.
13
3
3
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
5
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.9
Elektrische Betriebsmittel
Baustromverteiler
Sicherungen
Kraftstromsteckdose
Lichtstromsteckdose
Fl 0,5 A
FI 0,03 A
(Personenschutzschalter)
5
Die Leitungen sind gegen Beschädigung durch Hochlegen oder Abdecken,
jedoch nicht durch Eingraben, zu schützen. Leitungen dürfen nicht geknotet oder mit Isolierband geflickt werden.
6
6
Auf Baustellen sind spritzwassergeschützte Leitungsroller gefordert
(Kabeltrommeln), die immer ganz abgerollt werden müssen, um
Temperaturschäden zu vermeiden.
Leitungsroller für
rauhen Betrieb mit
Thermoschutz
Prüfzeichen
schutzisoliert
spritzwassergeschützt
Isolierstoff
Thermoschutzschalter
Personenschutzschalter FI
(0,03 A)
Leitungen immer ganz
abrollen, um Temperaturschäden zu vermeiden.
Auf Baustellen dürfen nur
Gummischlauchleitungen mit der
Bezeichnung H07 RN-F oder
A07 RN-F oder gleichwertige
verwendet werden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
4
7
7
8
8
9
9
Schaubild 4.9
Prüfung
elektrischer
Betriebsmittel
Laut VSG 1.4 § 1 (3) hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß elektrische
Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instand gehalten
werden müssen. Die Forderung an die Instandhaltung ist als erfüllt anzusehen, wenn bei normalen Betriebs- und Umgebungsbedingungen die
elektrischen Anlagen und die ortsfesten und nicht ortsfesten elektrischen
Betriebsmittel ständig durch eine Elektrofachkraft überwacht oder folgende
Prüffristen eingehalten werden:
●
Elektrische Anlagen und ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind mind.
alle 4 Jahre durch eine Elektrofachkraft zu prüfen.
10Nicht ortsfeste elektrische Betriebsmittel, Anschlußleitungen
10mit
●
Steckern sowie Verlängerungs- und Geräteanschlußleitungen mit ihren
Steckvorrichtungen sind, soweit sie benutzt werden, mind. alle 6
Monate – in Bürobetrieben alle 24 Monate – durch eine Elektrofachkraft
oder bei Verwendung geeigneter Prüfgeräte auch durch eine unterwiesene Person auf ihren sicheren Zustand hin zu prüfen. Die halbjährliche Prüfung der elektrischen Anlagen kann entfallen, wenn Fehlerstromschutzschalter mit einem Nennfehlerstrom von 0,03 A eingesetzt
werden.
11
11
Unter den besonderen Bedingungen der Baustelle gelten andere
Prüffristen:
●
gemäß VDE – nach Errichten
●
Leitungen, Steckvorrichtungen und Handgeräte – alle 6 Monate
●
FI-Schutzschalter – täglich Prüftaste auslösen
●
Baustromverteilung (Erdung) – monatlich
14
1999
XY
5
6
2
7
8
9
8
4
1 Hersteller-Firmenzeichen
und Hersteller-Firma
4 Nennleistung
3 Typenbezeichnung
2 Symbol für Betriebsmöglichkeit
5 Geräte- oder Seriennummer; die ersten
beiden Ziffern können das Herstellungsjahr
andeuten
6 Nennspannung und Nennfrequenz
7 Symbol der Schutzklasse; hier Schutzklasse II,
schutzisoliert
strahlwassergeschützt
spritzwassergeschützt
unter Wasser
mit Druck
unter Wasser
ohne Druck
Räume, in denen
abgespritzt wird
Orte im Freien;
feuchte Räume
Orte im Freien
Orte im Freien
Verwendung
wasserdicht
Kennzeichen
Elektrische Schutzarten – Grafische Kennzeichnung
Schutzart
tropfwassergeschützt
druckwasserdicht
Räume mit
brennbaren Stäuben
Räume mit nicht
brennbaren Stäuben
regengeschützt
staubgeschützt
Orte und Bereiche
mit Explosionsgefahr
staubdicht
explosionsgeschützt
* Die zulässige Wasserhöhe in Metern ist durch den Zusatz „h“ gekennzeichnet;
h 3 bedeutet 3 m Wassersäule
** Zu dem Zeichen Ex muß zusätzlich angegeben sein: Schutzart (z. B. druckfest
gekapselt = d), Explosionsklasse (z. B. 3 n = alle Gase der Klasse 3) und Zündgruppe (z. B. G 5 = Schwefelkohlenstoff) –
d3nG5–
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 4.10
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.4
●
Merkblätter GBG 16, GBG 18, GBG 21
9
9Merkblatt GBG 4
●
8
9 VDE-Zeichen, CE-Zeichen und Zeichen für
Geprüfte Sicherheit
8 Symbol des Funkstörschutzes
Schaubild 4.10
7
Typenschild eines elektrischen Betriebsmittels
3
V
D E
FIRMA Type: HP45
230V 200 Watt
50 Hz
6
5
5
6
1
Alle elektrischen Maschinen, die erstmals in den Verkehr gebracht werden,
sind seit dem 1.1.1995 mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet.
Nr.: 74234567
●
Literaturhinweise
Zudem sollten sie einer GS-Prüfung unterzogen werden. Das Leitungsschild auf dem Gerät gibt erste Hinweise für den bestimmungsgemäßen
Einsatz.
7
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Elektrische Betriebsmittel dürfen nur in den Verkehr gebracht werden,
wenn sie bei ordnungsgemäßer Installation und Wartung sowie bei bestimmungsgemäßer Verwendung die Sicherheit von Personen nicht gefährden.
Kauf von
elektrischen
Betriebsmitteln
Grundlagen der Sicherheitstechnik
und Arbeitsplatzgestaltung
4
4
3
3
10
10
11
11
15
Gefahrenstellen
Quetschstelle
Scherstelle
Schnittstelle
Stichstelle
Stoßstelle
Fangstelle
Einzugstelle
Einzugstelle
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.1
Entfernung
der Person
Schaubild 4.2
Sicherheitstechnische Maßnahmen
Schutz
der Person
Hinweis
auf Gefahr
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Abschirmung
der Gefahr
Einteilung der Schutzeinrichtungen
Trennende Schutzeinrichtungen
●
●
●
●
Verkleidungen
Verdeckungen
Umzäunungen
Umwehrungen
–
–
–
–
z. B. Gehäuse, Kasten, Kapsel
z. B. Schutzblech, Füllkörper, Klappe
z. B. Drahtzaun
z. B. Geländer
Ortsbindende Schutzeinrichtungen
– z. B. Zweihandschaltungen
– Befehlseinrichtungen mit
selbsttätiger Rückstellung
– Zustimmungsschalteinrichtungen
Abweisende Schutzeinrichtungen
– z. B. Fußabweiser
– Handabweiser
Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion
●
berührungslos
wirkend
– z. B. Lichtschranken
– Lichtgitter
– Lichtvorhänge
●
bei Berührung
wirkend
– z. B. Schaltplatten und -matten
– für die Bereichssicherung:
Schaltleisten
●
fangende
– z. B. Fanghauben, -bleche,
Schutzeinrichtungen Unterfangungen, Rückschlagsicherungen, Seil- und Kettenbruchsicherungen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.3
Sicherheitskennzeichnungen
Kategorie
Farbe
Kontrastfarbe
Bildzeichen
Form
Verbot
rot
weiß
schwarz
rund
Beispiel
Rauchen verboten
Gebot
blau
weiß
weiß
rund
Gehörschutz tragen
Warnung
gelb
schwarz
schwarz
dreieckig
Schraffur
Warnung vor einer
Gefahrstelle
Hinweis
grün
blau
weiß
weiß
rechteckig
Hinweis auf Erste Hilfe
Brandschutzzeichen
rot
rot
weiß
rechteckig
Feuerlöscher
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.4
Technische Abteilung
Frankfurter Straße 126 · 34121 Kassel
Telefon (05 61) 9 28-0 · Fax (05 61) 9 28-23 04
Betriebsanweisung
Betriebsanweisung
Betrieb:
Betriebsteil:
Motorkettensägen
Gefahren für Mensch und Umwelt
- Gefahren durch Aufenthalt im Gefahrenbereich.
- Gefahren durch Rückschlag der Sägeschiene; dadurch Verletzungen im Bereich des Oberkörpers und des Kopfes.
- Gefahren durch Abrutschen der Sägeschiene; dadurch Verletzungen im Bein- und Fußbereich.
- Gefahren durch Abgase.
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
- Motorkettensägemaschinen dürfen nur von unterwiesenen Personen bedient werden. Bei Baumarbeiten dürfen
Motorkettensägemaschinen nur von Fachkundigen bedient werden.
- Die Unfallverhütungsvorschriften VSG 3.1, VSG 4.2 und VSG 4.3 sowie die Betriebsanleitung des Herstellers sind zu
beachten.
- Körperschutz (Schutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose und Schutzschuhe mit
Schnittschutz) tragen.
- Gefahrbereich der Motorsäge (ausgestreckter Arm des Motorsägenführers + Motorsägenlänge) von Personen freihalten.
- Beim Ingangsetzen ist die Motorsäge sicher abzustützen, die Kettenbremse muß festgestellt sein.
- Zur Vermeidung von Rückschlag mit einlaufender Kette schneiden und den Krallenanschlag benutzen.
- Die Maschine ist mit beiden Händen zu führen.
- Rückschlagarme Schneidgarnituren verwenden.
- Zug- und Druckverhältnisse im Holz beachten.
- Bei Arbeitsunterbrechungen und beim Transport der Säge ist die Sägeschiene mit dem Transportschutz zu sichern.
- Zum Betanken einen Sicherheitseinfüllstutzen verwenden.
- Beim Betanken nicht rauchen.
- Maschine nicht am Betankungsort starten.
- Benzolfreie Kraftstoffe verwenden.
Verhalten im Gefahrfall bzw. bei Störungen
- Zur Beseitigung von Störungen den Motor abstellen und die Kettenbremse feststellen.
- Bei Arbeiten an der Sägekette immer Schutzhandschuhe tragen.
Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe
Ersthelfer: Herr / Frau
Notruf: 112
- Durchführung von Sofortmaßnahmen am Unfallort.
- Rettungswagen / Arzt rufen.
- Unternehmer / Betriebsleitung und zuständige Berufsgenossenschaft informieren.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Instandhaltung, Sachgerechte Entsorgung
- Vor jeder Inbetriebnahme Funktion und Vollständigkeit der Sicherheits- und Schutzeinrichtungen überprüfen.
- Die Kette ist besonders auf Beschädigungen zu überprüfen und evtl. auszuwechseln. Die Kettenspannung ist einzustellen.
- Reparaturen nur von Sachkundigen durchführen lassen.
- Zur Wartung und Instandhaltung die Betriebsanleitung des Herstellers beachten.
Datum
Unterschrift des Unternehmers
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.5
Kennzeichnung
von Maschinen und Geräten
V
D E
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.6
Sicherheitsabstände gemäß EN 349
(in mm)
Körper
Kopf
Bein
ungünstigste Haltung
500
180
300
500
180
300
Fuß
Zehen
Arm
500
300
120
120
180
50
120
120
50
25
Hand,
Handgelenk,
120
Faust 100
120
Finger
50
25
100
25
100
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.7
Maße des Greifraumes in normaler Arbeitshöhe
Maße in mm
400
200
0
1
3
2
4
Tischkante
200
800
600
400
200
0
200
400
600
800
Zone 1 – Arbeitszentrum:
Beide Hände arbeiten nahe beieinander, Montageart,
Ort für Aufnahmevorrichtung.
Zone 2 – erweitertes Arbeitszentrum:
Beide Hände erreichen alle Punkte dieser Zone.
Zone 3 – Einhandzone:
Zone zum Lagern von Teilen und Werkzeugen, die mit einer
Hand oft gegriffen werden.
Zone 4 – erweiterte Einhandzone:
Äußerste, noch nutzbare Zone, beispielsweise für Greifbehälter.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.8
Elektrische Betriebsmittel
Baustromverteiler
Sicherungen
Kraftstromsteckdose
Lichtstromsteckdose
Fl 0,5 A
FI 0,03 A
(Personenschutzschalter)
Leitungsroller für
rauhen Betrieb mit
Thermoschutz
Prüfzeichen
schutzisoliert
spritzwassergeschützt
Isolierstoff
Thermoschutzschalter
Personenschutzschalter FI
(0,03 A)
Leitungen immer ganz
abrollen, um Temperaturschäden zu vermeiden.
Auf Baustellen dürfen nur
Gummischlauchleitungen mit der
Bezeichnung H07 RN-F oder
A07 RN-F oder gleichwertige
verwendet werden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 4.9
Schutzart
1
2
3
4
1 Hersteller-Firmenzeichen
und Hersteller-Firma
2 Symbol für Betriebsmöglichkeit
1999
FIRMA Type: HP 45
230V 200 Watt
50 Hz
XY
6 Nennspannung und Nennfrequenz
V
D E
Nr.: 74234567
5 Geräte- oder Seriennummer; die ersten
beiden Ziffern können das Herstellungsjahr
andeuten
7 Symbol der Schutzklasse; hier Schutzklasse II,
schutzisoliert
8 Symbol des Funkstörschutzes
5
6
7
8
9
9 VDE-Zeichen, CE-Zeichen und Zeichen für
Geprüfte Sicherheit
Verwendung
tropfwassergeschützt
Orte im Freien
regengeschützt
Orte im Freien
spritzwassergeschützt
Orte im Freien;
feuchte Räume
strahlwassergeschützt
Räume, in denen
abgespritzt wird
wasserdicht
unter Wasser
ohne Druck
druckwasserdicht
unter Wasser
mit Druck
staubgeschützt
Räume mit nicht
brennbaren Stäuben
staubdicht
Räume mit
brennbaren Stäuben
explosionsgeschützt
Orte und Bereiche
mit Explosionsgefahr
3 Typenbezeichnung
4 Nennleistung
Kennzeichen
* Die zulässige Wasserhöhe in Metern ist durch den Zusatz „h“ gekennzeichnet;
h 3 bedeutet 3 m Wassersäule
** Zu dem Zeichen Ex muß zusätzlich angegeben sein: Schutzart (z. B. druckfest
gekapselt = d), Explosionsklasse (z. B. 3 n = alle Gase der Klasse 3) und Zündgruppe (z. B. G 5 = Schwefelkohlenstoff) –
d3nG5–
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Elektrische Schutzarten – Grafische Kennzeichnung
Schaubild 4.10
Typenschild eines elektrischen Betriebsmittels
Belastung – Beanspruchung
BELASTUNGEN
ARBEITSAUFGABE
UMGEBUNGSEINFLÜSSE
PERSONELLE FAKTOREN
KONSTITUTION
ALTER
GESCHLECHT
TAGESRHYTHMIK
AUSBILDUNG
TRAINING
ERFAHRUNG
ERMÜDUNG
BEANSPRUCHUNGEN
PHYSISCH
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
PSYCHISCH
Schaubild 4.11
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
10
10
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
5.1 Mechanische Handwerkzeuge
5
6
Ein Gärtner ohne Messer ist wie ein Hund ohne Schwanz.
Man bedenke: Werkzeug ist nicht gleich Werkzeug. Es gilt der Grundsatz:
„Gutes Werkzeug – gute Arbeit.“ Was ist nun „gutes Werkzeug“?
7
7
Allgemein gibt es drei wichtige Kriterien für „gutes Werkzeug“:
8
8
1. Eignung für die jeweilige Arbeitsaufgabe (z. B. hinsichtlich Größe,
Material und Gewicht).
2. Körpergerechte Gestaltung.
Dem menschlichen Körper angepaßtes Werkzeug ist ergonomisch
gestaltetes Werkzeug.
9
3. Sicherheitsgerechte Ausführung.
9
Vorteile ergonomischer Werkzeuge:
10Geringerer Ermüdungsgrad bei gleicher Arbeitsleistung. 10
●
●
Entlastung des Handgelenkes in verschiedenen, arbeitsbedingten
Positionen.
●
Entlastung der Hand-Arm-Muskulatur.
von Fehlreaktionen und des Unfallrisikos
11Verminderung
(z. B. Abrutschgefahr von Griffen).
11
●
Bei der Handhabung von Werkzeugen sind folgende Punkte zu
beachten:
●
Bestimmungsgemäße Verwendung:
Schraubendreher zum Schraubendrehen!
Meißel zum Meißeln!
●
Regelmäßige Wartung:
Angerissene oder lockere Griffe austauschen,
beschädigte Teile reparieren bzw. erneuern,
stumpfes Schneidwerkzeug schärfen etc.
●
Ordnungsgemäße Aufbewahrung.
Daraus resultieren folgende Vorteile:
●
Schnelles und sicheres Auffinden des Werkzeuges.
●
Keine unnötige Beschädigung des Handwerkzeuges (bei durcheinandergeworfenen Werkzeugen leicht möglich).
●
Verringerung der Verletzungsgefahr.
1
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
5.1.1 Hammer
Sicherer Umgang mit dem Hammer
mind. 3
5
6
mind. 3
Auge
Bahn
Pinne
falsch
falsch
falsch
Für Arbeiten der Holz- und Metallverarbeitung werden vornehmlich
3 Hammertypen verwendet:
●
7Schlosserhammer
●
Schreinerhammer
●
Zimmermannshammer
richtig
richtig
richtig
Schaubild 5.1
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
7
8
Für Stemmarbeiten in Beton und Mauerwerk kommt fast ausschließlich der
„Fäustel“ in Frage.
8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 5.1, 5.3 a und 5.3 b
Richtiger Einsatz
von Hammer und Meißel
9
Sichere Verbindung
Stiel/Hammerkopf
Handschutz
und
Handschuhe
9
Der Hammer kann in folgenden Situationen zur Gefahr werden:
1. Hammerkopf löst sich vom Stiel und wird bei der Schlagbewegung zum
unkontrollierten Wurfgeschoß.
10
10
2. Hammer entgleitet der Hand oder der Stiel bricht (Wurfgeschoß).
Schaubild 5.3 a
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Falscher Einsatz
von Hammer und Meißel
Kein Handschutz!
Gefährliche Gratbildung!
3. Ungenaue Schlagführung durch lockeren oder stark abgenutzten
Hammerkopf (Schlag auf die Finger).
4. Splitterablösung von gehärtetem Hammerkopf (Augenverletzung).
11
11
Lose
Verbindung
Stiel/Hammerkopf
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 5.3 b
Der
Hammerstiel
Deshalb:
Der Hammerstiel
●
darf nicht rissig oder gesplittert sein,
●
muß griffig sein (ovaler Griff mit konischer Verdickung zum Stielende hin),
●
sollte etwa 30 cm lang sein,
●
sollte aus einem Material mit guter Festigkeit und Elastizität sein (Esche,
Weißbuche, Hickory, glasfaserverstärkter Kunststoff, Stahlrohr mit
rutschfestem Handgriff),
●
muß frei von Öl und Fett bleiben (Vorsicht bei Handschweiß).
Achtung:
Billige Ausführungen, bei denen der Stiel nur in den Hammerkopf eingepreßt und nicht gesichert ist, sollten nicht verwendet werden, da sich der
Stiel bereits nach kurzem Gebrauch lösen kann.
2
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
Der
Hammerkopf
Der Hammerkopf
●
7
Sicherer Umgang mit dem Hammer
mind. 3
Auge
Bahn
Pinne
falsch
8
Der Hammerkopf
richtig
falsch
8
●
muß gehärtet sein.
●
sollte an den Kanten der Bahn (stumpfes Ende) und Finne (spitzes Ende)
angefast sein (45°).
Abgenutzte Fasen wieder nachschleifen.
9
9
richtig
Schaubild 5.1
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
7
Ein einfacher Holzkeil reicht nicht aus; verwenden Sie auf jeden Fall Metallkeile (Spezialkeile mit gebogenen Zinken oder Ringkeile). Bei der Stielbefestigung ist größte Sorgfalt geboten.
richtig
falsch
6
muß mit Keilen sicher befestigt sein.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 5.1
mind. 3
5
5.1.2 Schraubendreher
10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 5.4
10
Sicherer Umgang mit dem Schraubendreher
Heft
Es werden vornehmlich folgende Schraubendrehertypen verwendet:
Zwinge
Klinge
●
Schneide
a
Niet
Schraubendreher mit konischer Klinge
11Schraubendreher mit abgesetzter Klinge
b
a = Schneidenstärke
b = Schneidenbreite
●
falsch
richtig
falsch
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 5.4
●
Kreuzschlitz-Schraubendreher
●
Winkelschraubendreher
11
Wer beim Stichwort Schraubendreher an Stichverletzungen durch
Abrutschen und Blasen oder Schwielen an den Händen denkt, der
sollte künftig folgendes beachten:
●
Der Griff sollte ergonomisch geformt sein.
●
Angerissene Griffe auswechseln (nicht flicken).
●
Damit die Klinge nicht abrutscht, muß
– ihr unterer Teil parallel geschliffen,
– die Spitze plan und
– die Klingenbreite und -dicke dem Schraubenschlitz angepaßt sein.
Tragen Sie keine Schraubendreher mit ungeschützter Klinge in der Tasche
mit sich herum (Stichverletzungen beim Knien und Bücken).
Schraubendreher sind keine Stemm- und Brechwerkzeuge!
Achtung:
Beim Einsatz von Schraubendrehern an elektrischen Betriebsmitteln oder
Anlagen nur vollisolierte Schraubendreher mit VDE-Zeichen verwenden!
3
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
5
6
6
5.1.3 Zangen
Zangen sind vielseitig verwendbar und halten so manchen Gegenstand
„fest im Griff“. Sie müssen sich gängig öffnen und schließen lassen und
dürfen nur bestimmungsgemäß verwendet werden. Leider sitzt bei unergonomischen Zangen oftmals auch der Benutzer „in der Klemme“.
Die Folgen sind oft Blutblasen.
7
7
Ob Kneif-, Kombi-, Wasserpumpen- oder Spezialzangen:
●
8Die Griffe dürfen beim Schließen der Zange keine Klemmstellen
8 bilden
und sollten eine isolierende Ummantelung haben.
●
Die Scharniere dürfen nicht ausgeleiert sein.
●
Zangen aus hochwertigem Material verwenden.
●
9Backen und Kneifkanten der Zange müssen scharf sein.
9
Achtung:
Nur mit vollisolierten Zangen (VDE-Zeichen) an elektrischen Geräten oder
Anlagen arbeiten!
10
10
5.1.4 Handsägen
11
11
Schon so mancher Handwerker hat diese Gehilfen an der eigenen Hand
gespürt.
Für einen „sägenhaften“ Schnitt ist die Beachtung einiger Regeln
erforderlich:
●
Sägentyp und Sägeblatt müssen der jeweiligen Schneidaufgabe und
dem jeweiligen Material angepaßt sein.
Beispiele:
– Fuchsschwanz
– Feinsäge
– kleine Bügelsäge
grobe Zahnung (Sägeblatt geschränkt)
– feine Zahnung (Sägeblatt gewellt)
- grober Holzschnitt
- feiner Holzschnitt
- weiche Metalle
- Stahl
●
Ergonomische Handgriffe erleichtern eine exakte Schnittführung und
vermindern die körperliche Beanspruchung.
●
Sägeblatt so einspannen, daß die Zahnspitzen in Sägerichtung zeigen.
●
Befestigen Sie das Werkstück so, daß es nicht federn oder ausweichen
kann. Rundmaterialien: besondere Einspannhilfen verwenden oder bis
zur Hälfte durchsägen und um 90° versetzt neu einspannen.
●
Unter einem spitzen Winkel an einer Kante das Material ansägen oder
bei Metall eine Führungsrille vorfeilen. Gerade beim „Ansägen“ ist das
Abgleit- und Verletzungsrisiko am größten.
4
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
5
6
6
●
Vorwärtsbewegung der Säge unter gleichmäßigem Druck; Rückwärtsbewegung ohne Druck.
●
Nicht benutzte Sägen sollten mit einem Blattschutz versehen und wenn
möglich (z. B. bei Bügelsägen) entspannt werden.
7
7
8
5.1.5 Messer
8
Messer müssen ihrem Verwendungszweck entsprechend scharf und spitz
sein. Die unsachgemäße Handhabung von Messern führt immer wieder zu
Schnitt- und Stichverletzungen.
9
9
Folgende Messertypen kommen im Gartenbau zur Anwendung:
●
Gartenallzweckmesser mit feststehender Klinge
●
Klappmesser, Taschenmesser
●
Hippe mit gebogener Klinge
10Okoliermesser
●
●
10
Kopoliermesser
11
Vielfach werden sogenannte Klingenmesser eingesetzt. Die marktüblichen
Klingenmesser sind:
11
●
Kartonmesser
●
Deko-Messer
●
Teppichmesser
Grundsätzlich sollten Sie bei Anschaffung und Gebrauch von Klingenmessern folgendes beachten:
●
Die Klinge soll arretierbar sein und bei Nichtbenutzung in den Griff
zurückgezogen werden können.
●
Keine Klingen mit Sollbruchstellen verwenden (Abbruchklingen sind bei
Deko-Messern üblich).
●
Keine Messer mit Kunststoffgriff verwenden, da unter stärkerer Belastung Bruchgefahr besteht und der Führungsmechanismus der Klinge
nach mehrmaligem Messerwechsel labil wird.
●
Benutzen Sie Messer mit ergonomisch geformtem Metallgriff, bei denen
ein Abrutschen der Hand zur Klinge hin kaum möglich ist (kein glatter
Griff).
Für die sichere Handhabung sind Sie selbst verantwortlich.
5
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
5.1.6 Scheren
5
6
Scheren trennen entweder durch den von ihnen bewerkstelligten Schervorgang der beiden bewegten Schenkel oder sie führen einen Kneifvorgang aus. Scheren, die mit Federn stets auseinandergedrückt werden,
beispielsweise Gartenscheren, werden mit Verschlüssen versehen, mit
denen die Klingen in geschlossener Stellung festgestellt werden können.
7
7
In geschlossener Stellung werden vor allem Verletzungen an den Schneiden sowie Beschädigungen der Schneiden vermieden. Beim Arbeiten mit
Scheren ist stets darauf zu achten, daß die zweite Hand nicht in den
Schneidbereich der Klingen gerät. Schwere Verletzungen können zum Teil
die Folge sein.
8
8
9
9
Ergonomisch gestaltete Scheren erleichtern erheblich die Arbeit und
vermindern den Kraftaufwand beim Schneiden.
10
5.1.7 Schraubenschlüssel
Schraubenschlüssel werden als
●
Maulschlüssel,
●
Ringschlüssel oder
11Steckschlüssel
●
ausgeführt.
10
11
●
Die Schlüsselmaulweite muß dem Maß des Schraubenkopfes genau
entsprechen.
●
Schlüsselmäuler dürfen niemals aufgeweitet werden.
●
Schlüsselschäfte dürfen nicht verlängert werden, indem sie mit einem
Maul ins andere greifen oder durch Aufstecken eines losen Rohres.
●
Für Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen sind nur vollisolierte
Schlüssel mit VDE-Zeichen zugelassen.
5.1.8 Meißel
Ein Schlag am Meißelkopf vorbei kann für die Hand sehr schmerzhaft sein.
Ein Bart kann schön sein, aber der Bart am Meißelkopf ist immer
gefährlich!
Folgende Werkzeugtypen kommen zum Einsatz:
●
Meißel für Metall
●
Meißel für Mauerwerk
6
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
●
Durchschläger und Treiber
●
Körner
●
Nietwerkzeuge
7
Sicherer Umgang mit dem Flachmeißel
5
6
7
Kopf
Schaft
Deshalb:
Blatt
60°
Schneide
Der Meißel ist kräftig zu umfassen
falsch
richtig
●
8
●
Schleifen Sie den Werkzeugkopf regelmäßig nach, damit sich an der
Schlagfläche kein Grat („Bart“) bildet.
●
Tragen Sie zum Schutz gegen Absplitterung (vom Werkstück oder
Werkzeug) stets eine Schutzbrille.
Schaubild 5.2
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
8Verwenden Sie Meißel mit Handschutz.
9
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 5.2, 5.3 a und 5.3 b
9
Richtiger Einsatz
von Hammer und Meißel
Sichere Verbindung
Stiel/Hammerkopf
10
Handschutz
und
Handschuhe
5.1.9 Stechbeitel
10
Achten Sie auf ein unbeschädigtes Heft.
Um bei Holzgriffen ein Aufspalten zu verhindern, muß das Heft oben und
unten von Zwingen (Metallringen) umschlossen sein.
11
Einige Hinweise fürs Arbeiten:
Schaubild 5.3 a
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Falscher Einsatz
von Hammer und Meißel
Kein Handschutz!
Gefährliche Gratbildung!
Lose
Verbindung
Stiel/Hammerkopf
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
11
●
Werkstück fest einspannen.
●
Stets vom Körper weg arbeiten.
●
Holz-, Kunststoff- oder Gummihämmer schonen das Heft.
●
Nur mit scharf geschliffener Klinge arbeiten.
●
Nach Ablage des Stechbeitels zum Schutz von Klinge und Hand den
Klingenschutz aufstecken.
Schaubild 5.3 b
5.1.10 Feilen
Der sicheren Befestigung von Griffen am Werkzeug in bezug auf die jeweilige Beanspruchungsart kommt eine wesentliche Bedeutung zu.
Wichtig ist, daß der Griff stets einen festen Sitz hat. So muß jede Feile mit
einem Griff mit Metallzwingen ausgerüstet sein. Die Angel sitzt nur dann
einwandfrei im Griff, wenn dieser nach der Form der Angel ausgebohrt
worden ist.
Aufgeplatzte und beschädigte Feilenhefte sind sofort auszuwechseln.
7
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
5.2 Kraftbetriebene Handwerkzeuge
5
6
Soweit es sich um Elektrowerkzeuge handelt, sind folgende Punkte zu
beachten:
●
7Anschlußleitungen müssen zugentlastet und an den Einführungsstellen
7
durch eine Biegeschutztülle gegen Knicken gesichert sein.
●
●
Schalter müssen gegen unbeabsichtigtes Einschalten gesichert sein und
sollten im Griffbereich der Bedienungshand liegen.
8Vor allen Arbeiten an den Maschinen (z. B. An- und Abbau8
von Zubehör):
Netzstecker ziehen!
Denn: Unbeabsichtigtes Anlaufen einer Maschine bedeutet große Unfallgefahr.
●
●
Sie vor Arbeitsbeginn, ob die Werkzeuge ordnungsgemäß
9Prüfen
befestigt sind (Gebrauchsanweisung beachten).
9
Reparaturen sind nur von einer Elektrofachkraft auszuführen.
10
5.2.1 Handbohrmaschine
10
Die heute auf dem Markt angebotenen Geräte sind zum Schutz gegen
elektrischen Stromschlag mit einer Schutzisolierung versehen (Kennzeichen: ).
11
11
Grundsätzlich sind bei Arbeiten mit Handbohrmaschinen folgende
Sicherheitshinweise zu beachten:
●
Das Werkstück muß sicher befestigt sein – Festhalten mit der Hand
genügt nicht und kann beim Festklemmen des Bohrers zu Verletzungen
führen.
●
Bohrer zentrisch und fest einspannen – Probelauf vornehmen.
●
Spannschlüssel nicht im Bohrfutter steckenlassen und auch nicht mit
einer Schnur oder Kette an der Bohrmaschine befestigen.
Achtung:
Lose hängende Kleidung, langes Haar, Fingerringe, Armbänder und Handschuhe können von der Bohrmaschine erfaßt und abgerissen werden.
Deshalb:
Stets enganliegende Kleidung und ggf. Kopfbedeckung tragen, Schmuckstücke ablegen.
●
Keine Handschuhe tragen!
Wenn die Bohrmaschine als Antrieb für Vorsatzgeräte (z. B. Fräse, Schleifer
etc.) benutzt wird, sind die Sicherheitshinweise des Herstellers für das entsprechende Vorsatzgerät zu beachten.
8
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
5.2.2 Handkreissäge
5
6
Der Umgang mit der Handkreissäge ist gefährlich und unfallträchtig.
Handkreissägen müssen u. a. ausgerüstet sein mit
●
7einem Spaltkeil. Ohne Spaltkeil besteht Rückschlaggefahr7
durch das
Werkstück bzw. die Maschine. (Achten Sie auf den richtigen Abstand
des Spaltkeils zum Sägeblatt.)
●
beweglichen Schutzhaube (Pendelhaube), die selbstschließend im
8einer
Leerlauf das Sägeblatt verdeckt und während des Schneidvorganges
8
nur die Schnittzone freigibt.
●
einem nicht feststellbaren Schalter, Loslassen des Schalters =
Abschalten der Maschine.
9
9
Darüber hinaus sind Geräte mit Rutschkupplung und thermischem
Überlastungsschutz zu empfehlen.
10
10
11
11
Der Auflagetisch (Schlitten) sollte ausreichend groß und stabil sein.
Zusatzeinrichtungen (wie z. B. verschiebbare Anschläge, Kippvorrichtungen für Schrägschnitte etc.) müssen sicher befestigt bzw. geführt und
leicht einstellbar sein.
Verwenden Sie ausschließlich einwandfreie, richtig geschärfte und
geschränkte Sägeblätter, die für Ihren Gerätetyp vorgesehen sind, und
achten Sie auf den max. zulässigen Durchmesser und die exakt passende
Sägeblattbohrung (evtl. Zentrierring/Zentrierkegel einsetzen).
Ein hartmetallbestücktes Sägeblatt als „Allround“-Werkzeug ist empfehlenswert. Es hat eine längere Standzeit, braucht nicht geschränkt zu
werden und ist durch die Spandickenbegrenzung rückschlagärmer als ein
Stahl-Sägeblatt. Achten Sie beim Einsetzen des Sägeblattes auf die Laufrichtung (Pfeile auf Sägeblatt und Gehäuse müssen in die gleiche Richtung
weisen).
Achten Sie beim Arbeiten mit der Handkreissäge darauf, daß die
Anschlußleitung nicht in den Schnittbereich des Sägeblattes und den
Bewegungsbereich Ihrer Füße geraten kann (Gefahr durch Stromschlag
und Stolpern).
Ein sicherer Schnitt gelingt Ihnen nur, wenn das Werkstück gut befestigt
und so abgestützt ist, daß beim Schnittende die absinkenden Werkstückteile das Sägeblatt nicht einklemmen können oder beim Herunterfallen
nicht zu Fußverletzungen führen.
9
4
4
5
Sicherer Umgang
mit Handwerkzeugen
6
5.2.3 Elektrische Stichsäge
5
6
Die Stichsäge kann die Handkreissäge bei vielen Arbeitsgängen ersetzen;
insbesondere dann, wenn sie über eine elektronische Steuerung und
Pendelhub verfügt. Sie ist vielseitig und flexibel einsetzbar und auch zur
Bearbeitung von Metall geeignet.
7
7
Sägeblatt und zu bearbeitendes Material müssen aufeinander abgestimmt
sein. Darüber hinaus sollen auch Vorschub und Hubzahl der Säge dem
jeweiligen Material und Blatt angepaßt werden (Gebrauchsanweisung
beachten).
8
8
Das Sägeblatt muß exakt in Schnittrichtung (nicht schräg) und fest eingespannt werden. Das Sägeblatt muß stets an der Führungsrolle anliegen
und von ihr geführt werden. (Beanspruchung des Blattes durch hohe
Biegemomente und Bruchgefahr werden so verringert.)
9
9
Wenn das Sägeblatt an die Schnittstelle herangeführt ist und die Auflageplatte am Werkstück anliegt, erst dann darf die Säge eingeschaltet werden.
Unterhalb des Werkstückes muß genügend Raum für den freien Hub des
Sägeblattes sein. Zu starker Vorschub und seitliches Verkanten des
Sägeblattes muß vermieden werden.
Literaturhinweise
10
10
VSG 3.1
11Unfallverhütungsvorschrift
Merkblatt der gewerblichen BG’en BGI 533
11
●
●
10
Sicherer Umgang mit dem Hammer
mind. 3
mind. 3
Auge
Bahn
Pinne
falsch
richtig
falsch
richtig
falsch
richtig
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 5.1
Sicherer Umgang mit dem Flachmeißel
Kopf
Schaft
Blatt
60°
Schneide
Der Meißel ist kräftig zu umfassen
falsch
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
richtig
Schaubild 5.2
Richtiger Einsatz
von Hammer und Meißel
Sichere Verbindung
Stiel/Hammerkopf
Handschutz
und
Handschuhe
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 5.3 a
Falscher Einsatz
von Hammer und Meißel
Kein Handschutz!
Gefährliche Gratbildung!
Lose
Verbindung
Stiel/Hammerkopf
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 5.3 b
Sicherer Umgang mit dem Schraubendreher
Heft
Zwinge
Klinge
Schneide
a
Niet
b
a = Schneidenstärke
b = Schneidenbreite
falsch
richtig
falsch
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 5.4
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6
7
6.1 Gewächshaus – Produktionsgewächshäuser
Standsicherheit
Die Anforderungen an ein optimales Gewächshaus sind sehr vielfältig.
Doch letztendlich bestimmt die Kultur den Gewächshaustyp. Zu unterscheiden ist in breitschiffige Gewächshäuser und die aus Holland stammende Venlo-Blockbauweise. Ein Gewächshaus besteht aus einem
Fundament, den Bindern, Pfetten, Sprossen und der Dacheindeckung.
8
8
Die Standsicherheit von Gewächshäusern gewährleistet einen sicheren
Aufenthalt in diesen Gebäuden. Schäden an Gewächshauskonstruktionen
treten häufig nach Stürmen oder hohen Schneefällen auf; bei Aluminiumbauteilen (Sprossen) auch nach Hagel. Dies bedeutet für den Unternehmer,
daß der Kaufvertrag eine entsprechende Klausel beinhaltet, aus der hervorgeht, daß der Hersteller der Gewächshäuser die zur Zeit gültigen
Gewächshausnormen einhält.
Türen und Tore
9
9
10
10
Das Unfallgeschehen im Gewächshausbereich weist immer wieder
schwere Schnittverletzungen an Türen und Toren aus, wenn diese nur mit
einfachem Silikatglas versehen sind. Alle lichtdurchlässigen Flächen von
Türen und Toren müssen deshalb aus Sicherheitsgläsern (Einscheibenoder Verbundsicherheitsglas) oder Kunststoff mit entsprechenden Eigenschaften bestehen. Drahtgläser erfüllen diese Anforderungen nicht, weil sie
nicht genügend splitterbindend sind. Nachträglich kann normales Silikatglas durch beidseitiges Bekleben mit Splitterschutzfolie gesichert werden.
11
11
Besonders an handbetätigten Schiebetüren und Toren ist auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Öffnungshandgriffen und anderen festen Bauteilen zu achten, um Quetschungen an Fingern und Händen
zu vermeiden (mind. 25 mm, besser 100 mm Sicherheitsabstand).
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.1
richtig
Gewächshaustüren
falsch
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.1
Verkehrswege
Grundsätzlich sollten Gewächshäuser absperrbar sein, um den Zutritt
unbefugter Personen zu verhindern. Diese Maßnahme ist notwendig, da
sich in Gewächshäusern Schaltelemente und kraftbewegte Teile befinden.
Aber besonders auch im Hinblick auf die Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen ist die Absperrbarkeit von Gewächshäusern unverzichtbar.
Die freien Durchfahrtshöhen von Gewächshaustoren müssen hoch genug
sein. Bei Schleppern oder Geräteträgern ist dabei die Gesamthöhe unter
Berücksichtigung der geforderten Umsturzschutzvorrichtung maßgebend
(Kabine, Zwei- oder Vierpfostenbügel).
Verkehrswege in Gewächshäusern müssen rutschhemmend ausgeführt
sein (keine glatt abgezogenen Betonwege!). Das Oberflächenwasser ist
durch ausreichende Längs- oder Querneigung (1–2%) abzuleiten, damit
sich keine Pfützen bilden. Beschädigte Stellen sind sofort konsequent
1
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6
7
falsch
Verkehrswege im Gewächshaus
richtig
auszubessern. Als Belag für Gewächshauswege eignen sich auch Betonformsteine gut. Gewächshauswege sind niveaugleich anzulegen, d. h.
Treppen und Stufen sind nach Möglichkeit zu vermeiden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.2
8
8
9
9
Zum gründlichen Reinigen der Gewächshauswege sind Hochdruckreiniger,
auch im Hinblick auf Algenbildung, besonders gut geeignet. Tropfende
Wasserhähne sollten unverzüglich repariert werden. Außerdem soll der
Unternehmer darauf achten, daß Verkehrswege frei von Hindernissen
gehalten werden.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.2
Lüftungseinrichtungen
Für einen störungs- und unfallfreien Gewächshausbetrieb ist die sichere
Funktion der verschiedenartigen Lüftungskonstruktionen von besonderer
Bedeutung. Generell muß eine regelmäßige Wartung und Überprüfung der
gesamten Lüftungsanlage gewährleistet sein. Diese Forderung gilt besonders für kraftbetriebene Lüftungsanlagen, deren Funktionselemente wegen
der Automatiksteuerung besonders beansprucht werden. Sofern kein
eigenes sachkundiges Personal vorhanden ist, sollte der Gewächshaushersteller beauftragt werden, evtl. auf Basis eines Wartungsvertrages.
10
10
11
11
Besonders wichtig ist das Schmieren der vom Hersteller in der Gebrauchsanweisung angegebenen Funktionselemente.
Es ist sinnvoll, Drahtseile z. B. mit einem ölgetränkten Lappen insbesondere im Bereich der Biegezonen von Endverbindungen (Kauschen) und
Seilrollen von Zeit zu Zeit nachzuschmieren, um die Reibung im Seil und
den Korrosionsangriff zu verringern. Wichtig ist aber auch die Verwendung
von richtig bemessenen Drahtseilen und deren Endverbindungen, bestehend aus Kausche und je nach Dicke des Seiles einer bestimmten
Anzahl von Seilklemmen (mind. 3 Stück).
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.3
falsch
Seilendverbindungen an Lüftungseinrichtungen
richtig
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.3
Die Klemmbügel sind immer auf das unbelastete Seilende aufzulegen.
Eine Ablegereife für Drahtseile besteht z. B. beim Bruch einer Litze, bei
Quetschungen, Knicken, Korrosionsschäden, Aufdoldungen (siehe auch
Schaubild 8.4).
Über Handkurbeln betriebene Winden – auch die zum Bewegen der
Wickelwellen von Foliengewächshäusern – müssen eine Rücklaufsicherung
besitzen. Eine Rücklaufsicherung muß die Last – also z. B. in Dachlüftungsflügeln – auch nach Loslassen der Handkurbel in jeder Position sicher halten. Von mit sehr hoher Geschwindigkeit durchlaufenden Windenkurbeln
geht größte Unfallgefahr aus (z. B. Frakturen im Hand- und Unterarmbereich). Eine Rücklaufsicherung ist gegeben z. B. durch selbsthemmende
Antriebe, Bremsen oder selbsttätig einfallende Sperrklinken.
2
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6
7
Ein besonderes Problem stellt der Schließkantenbereich kraftbetriebener
Lüftungsflügel an Stehwänden dar. Bei modernen Gewächshausanlagen
besteht diese Unfallgefahr in der Regel nicht, da selten Stehwandlüftungen
eingebaut werden.
8
8
9
9
Bei vorhandenen Stehwandlüftungen kommt als Sicherungsmaßnahme die
Totmannschaltung mit einem Bedienungsplatz in Betracht, von dem aus
die Schließkante komplett zu übersehen ist. Im Bereich des innerbetrieblichen Verkehrs ist das Anbringen von Warnschildern möglich, die auf die
Gefahrenstellen hinweisen (schützt nicht vor Kinderunfällen).
Inneneinrichtungen
Bei Gewächshaustischen besteht Verletzungsgefahr besonders an
scharfen Ecken und Kanten, die herstellerseits zu vermeiden sind. Die
ausschließlich von Hand bewegten Rolltische müssen zur Vermeidung von
Quetschungen im Handbereich mit Sicherheitseinrichtungen versehen
sein.
10
10
Möglichkeiten:
11
1. Distanzpuffer mind. 25 mm Sicherheitsabstand zwischen den Tischen.
11
2. In den Tischen eingearbeitete Verschiebevorrichtungen (z. B. Griffe).
3. Auch eine Betriebsanweisung, die den Umgang mit den Rolltischen
erläutert (Handhaltung beim Verschieben), gilt als anweisende Sicherheitstechnik.
Eine besondere Gefahr geht bei handbewegten Rolltischen von den
Untertischauflagerollen aus, weil bei unzureichendem Sicherheitsabstand
(< 120 mm) Quetschgefahren zwischen Tisch und Rolle auftreten können.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.4
Quetschgefahren an handbetätigten Rolltischen
falsch
richtig
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.4
Bezüglich der bewegten Teile von Inneneinrichtungen, z. B. im Antriebsbereich von Schattieranlagen, Energieschirmen und Zahnstangen, ist
darauf zu achten, daß die Gefahrstellen (Auflaufstellen, Quetsch- und
Scherstellen und dgl.) außerhalb der Reichweite, d. h. in einer Höhe von
über 2,50 m verlegt sind. Ansonsten müssen derartige Gefahrstellen
durch Verkleidung, Abweiser und dgl. geschützt werden.
Eine Ausnahme bilden hierbei lediglich die Ventilatoren zur Heizung,
Lüftung oder Luftumwälzung. Sie müssen unabhängig von der Anbringungshöhe – also auch über 2,50 m Höhe – beiderseits mit Schutzgittern
durchgriffsicher gegen Berühren gesichert sein.
In Gewächshäusern werden zunehmend computergesteuerte Mobiltischanlagen installiert. Hierbei ist die Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.6
„Gewächshäuser“ der Gartenbau-Berufsgenossenschaft zu beachten und
bei Auftragserteilung deren Einhaltung dem Errichter der Anlage verbindlich vorzuschreiben.
3
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
Gewächshausdächer
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.5
falsch
Besteigen von Gewächshausdächern
richtig
Schaubild 6.5
7
Bei Unfällen auf Gewächshausdächern muß mit relativ schweren Verletzungen gerechnet werden (gefährliche Schnittverletzungen und / oder Verletzungen durch Abstürzen). Daher sollte sich jeder Unternehmer überlegen,
wie man ein Gewächshausdach sicher besteigen und auf ihm sicher
arbeiten und sich bewegen kann.
8
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
6
8
Ist beim Besteigen eines Gewächshausdaches keine Festhaltemöglichkeit
am Überstieg vorhanden, muß eine im richtigen Anstellwinkel angelehnte
Anlegeleiter die zu besteigende Stelle um mindestens 1 m überragen. Das
Übersteigen von Stehleitern auf Gewächshausdächer ist wegen der seitlichen Kippgefahr gefährlich und daher verboten. Besser sind fest an den
Gewächshäusern angebrachte Aufstiege, die nicht grundsätzlich gefordert
werden, in einigen wenigen Ausnahmefällen jedoch mitunter angetroffen
werden können.
9
9
10
10
Auf den Außendächern können auflegbare Dachleitern bzw. Dachtreppen
benutzt werden. Wichtig ist hierbei eine zuverlässige Sicherung gegen
Abrutschen z. B. durch Klemmbacken oder durch Anschlagschienen und
dgl. Bei mehrschiffigen Anlagen muß man sich auf dem Gewächshausdach
zwischen den Schiffen einigermaßen sicher fortbewegen können. Deshalb
sind hier verrollbare Dachleitern bzw. Dachtreppen sinnvoll, weil man sich
daran beim Verrollen festhalten kann. Eine andere Möglichkeit bieten z. B.
Gitterlaufroste von mindestens 25 cm Breite.
11
11
Für die längeren Ausführungen von Dachleitern bzw. Dachtreppen muß ein
sicherer Transport zum und vom Gewächshausdach möglich sein. Daher
müßten die Gewächshausanlagen zugänglich sein für Maschinen und
Hilfsgeräte, die sich dafür eignen (z. B. Gabelstapler).
Umgang
mit Glas
Der relativ unfallträchtige Umgang mit Glas erfordert den notwendigen
Körperschutz in Form schnittfester Handschuhe und zum Scheibentransport Saugnapfgriffe. Beim Hinaufreichen von Glasscheiben auf das
Gewächshausdach muß zusätzlich ein Schutzhelm und ein geschlossener
Arbeitsanzug getragen werden.
Verkaufsgewächshäuser
Die sichere Ausstattung von Verkaufsgewächshäusern ist für einen
störungsfreien Geschäftsablauf unverzichtbar. Da die Einrichtung derartiger
Verkaufsanlagen, zu denen auch der dazugehörige Massivteil mit Laden,
Binderaum, Büro, Kühlraum und Sozialräumen gerechnet werden muß,
besonders auch in gärtnerischen Endverkaufsbetrieben stark zunimmt, ist
es sinnvoll, die wesentlichen Sicherheitsaspekte gezielt anzusprechen.
Folgende Bedingungen sind zusätzlich zu den vorausgegangenen
Vorschriften bei Verkaufsgewächshäusern einzuhalten:
Da Verkaufsgewächshäuser genehmigungspflichtige Bauvorhaben sind,
können die Baugenehmigungsbehörden im Benehmen mit dem jeweils
4
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6
7
zuständigen Gewerbeaufsichtsamt Anforderungen an die Bauausführung
stellen. Beispielsweise ergeben sich Maßnahmen aus der Arbeitsstättenverordnung für Verkaufs-, Arbeits- und Sozialräume.
8
8
Weiterhin ist der Bauherr angehalten, die ausführenden Firmen zur Einhaltung der einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften der GartenbauBerufsgenossenschaft, z. B. der VSG 2.6 „Gewächshäuser“, zu verpflichten.
Als Bedachungsmaterialien kommen nur solche in Frage, die ein Herabfallen gefährlicher Splitter verhindern, oder es müssen Auffangvorrichtungen in Form von Gittern oder Netzen gespannt werden.
9
9
Zur Vermeidung von Unfällen durch Ausrutschen – ein enormer Unfallschwerpunkt bei allen Berufsgenossenschaften – müssen die ausgewählten Bodenbeläge eine ausreichende Rutschhemmung besitzen.
10
10
Bei Pflanztischen ist besonders auf scharfe Ecken und Kanten zu achten,
die zu Verletzungen führen können, wenn sie nicht von vornherein vermieden bzw. nicht nachträglich konsequent beseitigt werden.
Entnahmestellen von Nichttrinkwasser sind mit dem vorgeschriebenen
Verbotszeichen – „Kein Trinkwasser“ – zu kennzeichnen.
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Bei Wasserbecken jeglicher Art ist stets zu prüfen, ob nicht Schutzmaßnahmen gegen Hineinfallen von Kindern zweckmäßig sind, z. B. in Form
eines fest angebrachten Tauchgitters.
Schließlich noch ein brisantes Problem: Die Abgabe von Pflanzenschutzmitteln in gärtnerischen Verkaufsanlagen. Nach § 22 Abs. 1 des neuen
Pflanzenschutzgesetzes vom 01. Juli 1998 dürfen diese im Einzelhandel
nicht durch Automaten oder durch andere Formen der Selbstbedienung in
den Verkehr gebracht werden, um die Information und Beratung des nicht
sachkundigen Käufers durch sachkundiges Verkaufspersonal sicherzustellen. Somit sind Einrichtungen – z. B. in Form verschließbarer Schränke
für die gefährlichen Mittel – zu schaffen, die den unmittelbaren Zugriff
durch Unbefugte verwehren. Nähere Einzelheiten hierüber enthält die im
Gefolge des Chemikaliengesetzes erlassene Gefahrstoffverordnung.
Regale und Paletten sind standsicher aufzustellen. Das Verschrauben der
Regale mit dem Boden oder der Wand bietet eine sichere Lösung. Das
Lagergut darf die zulässige Belastbarkeit des Regals nicht übersteigen.
Das Material ist so zu lagern, daß Personen durch herabfallende Massen
nicht gefährdet werden. Zum Herausnehmen von Materialien aus Regalen
sind geeignete Aufstiege wie Leitern oder Tritte in ausreichender Höhe
bereitzustellen und zu benutzen.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.6
●
Merkblatt GBG 16
5
5
5
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6.2 Verkehrswege
6
7
Verkehrswege müssen so beschaffen und bemessen sein, daß sie je nach
ihrem Bestimmungszweck sicher begangen oder befahren werden können
und neben den Wegen Beschäftigte durch den Verkehr nicht gefährdet
werden.
8
8
9
6.2.1 Wege für den Personenverkehr
9
Verkehrswege sollen trittsicher und eben sein und sind von Hindernissen
freizuhalten. Sie sollen von der übrigen mit ihnen in einer Ebene liegenden
Fläche durch Kennzeichen abgegrenzt sein. Wege sollen nicht durch einzelne Stufen unterbrochen werden. Verkehrswege für den Personenverkehr
müssen mind. folgende Breiten aufweisen:
10bis 5 Personen
0,875 m
●
bis 20 Personen
1,0 m
●
bis 100 Personen 1,25 m
●
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11
Wege zwischen Bedienungs- und Ladeflächen sollen mind. 1,10 m breit
sein. Die Breite von Verbindungsgängen kann in Ausnahmefällen 0,6 m
betragen. Die lichte Mindesthöhe über den Wegen soll 2,0 m betragen.
Für Wege, die nur der Bedienung und Überwachung dienen, können die
angegebenen Breiten und Höhen unterschritten werden. Die Maße richten
sich nach den besonderen Verhältnissen und den jeweiligen Arbeitsverfahren. Das Richtmaß lautet:
B x H = 0,5 m x 1,8 m
Unter Hängetransportvorrichtungen ist im Bereich von Wegen eine Schutzvorrichtung anzubringen, sofern die Gefahr der Verletzung durch herabfallendes Ladegut besteht. Die lichte Höhe bis zur Schutzvorrichtung soll
2,0 m nicht unterschreiten.
Rampen können eine Neigung bis 1 : 8 (= 7°) haben.
6.2.2 Wege für den Fahrverkehr
Wege für Kraftfahrzeuge und Personenverkehr
Die Mindestbreite der Wege für den Fahrverkehr richtet sich nach der
Breite des Transportmittels bzw. des Ladegutes.
falsch
richtig
dzuschlag
0,5 m Ran
bzw.
rtmittels
Transpo
Breite des tes
egu
des Lad
g
szuschla
egnung
0,4 m Beg
bzw.
rtmittels
Transpo
Breite des tes
egu
des Lad
gleichschlag bei nverkehr
Randzu
0,75 m starken Persone
zeitigem
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Zur Breite des Transportmittels bzw. des Ladegutes ist für Geschwindigkeiten von < 20 km/h bei Richtungsverkehr ein Randzuschlag von
2 x 0,5 m (beidseitig = 1,0 m) zu rechnen. Ist auf dem Fahrweg auch mit
Gegenverkehr zu rechnen, kommt zu dem beidseitigen Randzuschlag
noch ein Begegnungszuschlag von 0,4 m.
Schaubild 6.6
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.6
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5
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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6
7
Höhere Geschwindigkeiten der Transportmittel erfordern entsprechend
größere Werte. Werden die Wege für den Fahrverkehr auch zum Gehverkehr benutzt, so sind die Randzuschläge mit 0,75 m anzusetzen.
Gemäß den unterschiedlichen Betriebsbedingungen können bei geringen
Verkehrsbewegungen die Bewegungs- und Randzuschläge bis auf 1,10 m
herabgesetzt werden.
8
8
Die lichte Höhe über Verkehrswegen für Transportmittel errechnet sich aus
der Höhe des Fahrzeuges bzw. der Ladung einschl. Bedienungsperson
und einem Sicherheitszuschlag von mind. 0,2 m. Die lichte Höhe darf
durch Schrägen an Unterzügen oder Stützen nicht beeinträchtigt werden.
9
9
Rampen müssen für einen reibungslosen Verkehr der Flurförderzeuge,
z. B. Gabelstapler, gleitsicher ausgebildet sein. Die Neigungen liegen bei
den verschiedenen Fahrzeugarten überwiegend zwischen 1:10 (= 10 %)
und 1: 20 (= 5 %). Eine Neigung von 1: 8 (12,5 % = 7°) sollte nicht überschritten werden. Verkehrswege für Fahrzeuge müssen in einem Abstand
von mind. 1,0 m an Türen, Toren und Durchgängen, Durchfahrten und
Treppenaustritten vorbeiführen. In Arbeits- und Lagerräumen mit mehr als
1.000 m2 Grundfläche müssen die Begrenzungen der Verkehrswege
gekennzeichnet sein. Soweit Nutzung, Einrichtung und Bewegungsdichte
es zum Schutze der Arbeitnehmer erfordern, müssen die Begrenzungen
der Verkehrswege bei Arbeits- und Lagerräumen mit weniger als 1.000 m2
Grundfläche ebenfalls gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung ist nicht
notwendig, wenn die Verkehrswege durch ihre Art, durch die Betriebseinrichtungen oder durch das Lagergut deutlich erkennbar sind oder die
betrieblichen Verhältnisse eine Kennzeichnung der Verkehrswege nicht
zulassen.
Fußböden
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11
Fußböden in Räumen dürfen keine Stolperstellen haben. Sie müssen eben
und rutschhemmend ausgeführt und leicht zu reinigen sein. Fußbodenstellen, an denen sich Stolper- und Sturzgefahren durch bauliche oder
technische Maßnahmen nicht vermeiden lassen, sind
a) durch Geländer zu sichern,
b) durch schwarz-gelb gestreifte Markierungen zu kennzeichnen oder
c) durch Trittleuchten in der Stufe deutlich zu machen.
Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle auf ebenem Boden sind mit rund
12–15% am Unfallgeschehen beteiligt. Eine systematische Auswertung
dieser Unfälle ergibt drei wesentliche Ursachengruppen:
●
fehlerhaftes Verhalten der Versicherten
●
Schäden am Boden- oder Treppenbelag
●
unzureichende Trittsicherheit
Fehlerhaftes Verhalten ist sowohl bei den Verletzten als auch bei sonstigen
Mitarbeitern festzustellen. Unter dieser Rubrik werden z. B. zusammengefaßt:
7
5
5
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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6
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●
übermäßige Eile
●
Hetze im Betrieb
●
Hindernisse im Verkehrsweg, z. B. das Abstellen von Verpackungsmaterial
●
8Benutzung ungeeigneten Schuhwerks
8
Unter Schäden am Bodenbelag werden z. B. verstanden:
●
●
●
Bodenplatten
9gelöste
nicht befestigte Gleitschutzkanten an Treppen
9
Löcher oder Vertiefungen im Bodenbelag
Bei den meisten Sturzunfällen auf ebenem Boden ist Glätte eine der Unfallursachen. Es ist also sehr wichtig, daß Fußbodenbeläge rutschhemmend
ausgeführt werden. Zusätzliche Schutzmaßnahmen sind erforderlich, wenn
erhöhte Rutschgefahr besteht, z. B. durch Wasser, Eis, Fett, Öl oder Pflanzenreste. Sie gelangen produktions- oder arbeitsbedingt auf den
Fußboden und erhöhen die Rutschgefahr. Deshalb ist ein geeigneter
Bodenbelag auszuwählen. Die Auswahl erfolgt entsprechend der „Regeln
für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit erhöhter Rutschgefahr“ (BGR 181). Die Arbeitsräume und -bereiche werden entsprechend
der Größe der Rutschgefahr in fünf Bewertungsgruppen eingeteilt. Die
Bewertungsgruppe dient dabei als Maßstab für den Grad der Rutschhemmung, wobei Beläge mit der Bewertungsgruppe R 9 am geringsten und mit
der Bewertungsgruppe R 13 den höchsten Anforderungen an die Rutschhemmung genügen.
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Laderampen
Besondere Bestimmungen wurden für Laderampen erlassen. Die Mindestbreite beträgt 0,8 m. Sie dürfen nicht als Lagerflächen benutzt werden und
sind daher freizuhalten. Sind Laderampen gleichzeitig Verkehrswege für
den innerbetrieblichen Transport und für Personen, so ist zwischen der
äußeren Begrenzung des Transportmittels und der Grenze der Verkehrswege (Rampenaußenkante) ein Sicherheitsabstand von mind. 0,5 m auf
beiden Seiten einzuhalten. Bei Laderampen von mehr als 1,0 m Höhe sollten möglichst Absturzsicherungen (in Form von stabilen herausnehmbaren
Geländern) vorhanden sein. Dies gilt insbesondere in Bereichen, die keine
ständigen Be- und Entladestellen sind. Laderampen müssen mind. einen
Zugang haben. Bei mehr als 20 m Länge der Rampe soll an jedem Endbereich ein Zugang vorhanden sein.
Rettungswege
Arbeitsräume müssen schnell und sicher im Gefahrenfall verlassen werden
können. Hierzu bestimmen Anzahl, Lage, Bauart und Zustand von Ausgängen bzw. zusätzlichen Notausgängen die Rettungswege. Rettungswege und Notausgänge müssen als solche deutlich erkennbar, dauerhaft
gekennzeichnet sein und auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder in einen
gesicherten Bereich führen. Rettungswege müssen stets freigehalten
werden. Türen im Verlauf von Rettungswegen müssen gekennzeichnet sein
und in Fluchtrichtung aufschlagen.
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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Treppen
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Viele Unfälle in Gebäuden passieren beim Begehen von Treppen, und zwar
85% der Treppenunfälle beim Herabsteigen. Ursachen sind oft zu große
oder zu kleine Auftritte. Das Schrittmaß des Menschen liegt durchschnittlich bei 63 cm. Um die günstigsten Steigungsverhältnisse zu ermitteln, hat
man im Laufe der Zeit folgende Formel aufgestellt:
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8
a = Auftrittstiefe
s = Steigung/Stufenhöhe
9
a + 2 x s = 63 cm (mittleres Schrittmaß)
a–s
= 12 cm (das ist die Bequemlichkeitsformel)
9
Hiervon wurde die heute allgemein verwendete Sicherheitsformel
abgeleitet:
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a + s = 46 cm
10
Die Stufenhöhe sollte nicht niedriger als 14 cm und nicht höher als 20 cm
sein. Das bequemste, angenehmste und sicherste Steigungsverhältnis
liegt bei s : a wie 17 : 29.
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h
richtig
Anforderungen an Treppen
falsch
h
90 cm
2h + b = 63 cm
b
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
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Treppen, die nur als Zugang zu Laufstegen, Arbeitsbühnen und dgl.
bestimmt sind (Hilfstreppen), sollten nicht steiler als 45° sein.
Die Stufenhöhe soll nicht mehr als 0,25 m, die Auftrittsbreite nicht weniger
als 0,14 m betragen.
Treppen mit mehr als vier Stufen müssen wenigstens an einer Seite einen
Handlauf haben. Der Handlauf muß gut umgreifbar und von jeder Seite aus
leicht erreichbar sein.
Schaubild 6.7
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.7
Treppen mit einer Stufenbreite von mehr als 1,5 m müssen auf beiden
Seiten Handläufe haben. Außerdem müssen Treppen mit mehr als 10
Stufen auf jeder freiliegenden Seite ein Geländer mit Handlauf aufweisen.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.1
●
Arbeitsstättenverordnung /-richtlinie
●
Merkblatt GBG 18
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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6.3 Leitern
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Leitern sind bei sehr vielen Arbeiten unentbehrliche Hilfsmittel, um höheroder tiefergelegene Arbeitsplätze und -stellen zu erreichen.
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8
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Man kann heute davon ausgehen, daß alle Leitern, nicht nur die Masse der
Steh- und Anlegeleitern, sondern auch alle Leiterformen in Sonderbauweisen, die von den Fachfirmen gebaut und geliefert werden, den einschlägigen Sicherheitsvorschriften und EN-Normen entsprechen und somit
insgesamt gesehen in arbeits- und sicherheitstechnischer sowie ergonomischer Hinsicht gute Lösungen darstellen.
Unfälle infolge von Leiterschäden, sog. technische Mängel, machen insgesamt nur einen geringen Anteil der Leiterunfälle aus. Unfallursächlich
sind meistens Fehler des Benutzers, z. B. die falsche Leiteraufstellung,
das Hinauslehnen von der Leiter. Fast alle schweren Unfälle ereignen sich
immer wieder im Zusammenhang mit Arbeiten an Bäumen, wie z. B. bei
Pflückarbeiten und beim Absägen von Ästen. Bemerkenswert ist, daß
besonders körperlich leichte Arbeiten und geringe Arbeitshöhen von 3–5 m
zum Leichtsinn verführen:
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So ist z. B. ein Absturz aus 3,5 m Höhe in 0,84 Sek. „passiert“. Es ist zu
bedenken, daß die„ Reaktionszeit“, das ist die Zeitspanne zwischen dem
Erkennen einer Gefahr und dem folgerichtigen Reagieren darauf, etwa 0,5
bis 1 Sek. beträgt. Die Fallgeschwindigkeit beläuft sich bei einer Absturzhöhe von 3,5 m auf 30,24 km/h.
Bei der Vielzahl der Leiterarten ist es wichtig, sich über allgemeine Anforderungen, Beschaffenheit, Prüfung und Benutzung zu vergewissern.
Die Unfallverhütungsvorschriften geben dazu die notwendigen Informationen: In den Durchführungsanweisungen sind Beispiele aufgezeigt, wie
das Schutzziel der Unfallverhütungsvorschriften in Verbindung mit den
geltenden Normen erfüllt werden kann. Mit Blick auf das Unfallgeschehen
kann festgestellt werden, daß bei größerer Sorgfalt und Umsicht und einem
verantwortungsvollerem Handeln viele Leiterunfälle hätten vermieden
werden können.
Doch die Arbeitssicherheit beginnt bereits beim Kauf von Leitern. Es ist
erforderlich, daß die allgemeinen Anforderungen und die Beschaffenheit je
nach Verwendungszweck beachtet werden. Leitern, die eine CE-Kennzeichnung tragen und entsprechend der EN 131 gebaut wurden, erfüllen
die notwendige Sicherheit für ihre Benutzer.
Ein weiteres Kriterium für die spätere sichere Benutzung im Betrieb ist ein
guter Zustand der Leiter, der durch Schutz gegen Witterungseinflüsse und
mechanische Beschädigung bei der Lagerung sichergestellt wird. Leitern
dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn sie sich in einwandfreiem Zustand befinden. Schadhafte Sprossen sind durch neue der gleichen Art zu
ersetzen. Defekte Holme dürfen nicht behelfsmäßig geflickt werden, wie
z. B. durch Bandagen, Aufnageln von Latten etc. Sie sind bis zu ihrer
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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Leiterpiktogramm und Einsatz einer Mehrzweckleiter
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
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ordnungsgemäßen Instandsetzung der Benutzung zu entziehen oder gleich
zu vernichten! Leitern dürfen aufgrund der Herstellerangaben und Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.3 nur bestimmungsgemäß verwendet werden.
Die Leiter ist ein Hilfsgerät, das z. B. zum Erreichen eines höher gelegenen
Arbeitsplatzes benutzt wird. Der Einsatz soll sich auf „Arbeiten geringen
Umfanges“ beschränken. Dabei ist stets die Dauer der Arbeit, der Umfang
des mitzuführenden Werkzeuges und des Materials sowie die Schwierigkeit der Arbeit zu berücksichtigen. Eine Leiter kann nie ein festes Gerüst
oder z. B. eine Hubarbeitsbühne ersetzen. Alle Leitertypen sind mit einem
sog. „Piktogramm“ versehen, auf welchem man den bestimmungsgemäßen Einsatz erkennt.
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8
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Schaubild 6.8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.8
Benutzung von
Anlegeleitern
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Die vom Unternehmer in ausreichender Zahl und Länge zur Verfügung
gestellten Leitern müssen vom Benutzer bestimmungsgemäß und standsicher aufgestellt werden. Die bestimmungsgemäße Verwendung schließt
z. B. die Benutzung einer Leiter als Laufsteg, Balkenersatz o. ä. aus, da
dies unweigerlich Beschädigungen oder Schwächungen des Materials zur
Folge haben kann. Zur standsicheren Aufstellung gehört, daß Art und
Beschaffenheit der Standfläche berücksichtigt werden. Auf glatten Böden
müssen Gleitsicherungen, z. B. Gummifüße, Gummiprofile, an den Holmen
angebracht sein. Stahlspitzen eignen sich nur auf weichem Untergrund,
wie z. B. im Freiland. Mit verstellbaren Leiterfüßen können Geländeunebenheiten ausgeglichen werden.
Weil der Anlagedruck des Leiterkopfes an der Anlagefläche sehr niedrig ist,
ist auch der Reibungswiderstand gegen seitliches Abgleiten gering. So
wird in vielen Fällen das Sichern des Leiterkopfes durch Anbinden nötig
bzw. muß die Leiter in einer Einhak- oder Einhängevorrichtung gesichert
werden, wenn es die Betriebsverhältnisse zulassen.
68°–75°
Sicherer Einsatz einer Anlegeleiter
1m
68°–75°
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Ein wichtiger Punkt ist der Anstellwinkel. Damit die Leiter mit dem Benutzer nicht nach hinten umkippt, darf die Leiter nicht zu steil aufgestellt
werden. Andererseits bringt ein zu flacher Anstellwinkel eine zu große
Durchbiegung der Holme und eine Abrutschgefahr. Der richtige Anstellwinkel 68 –75° wird mit der Ellbogenprobe überprüft.
Wird die Leiter nun begangen, darf sie nicht übermäßig belastet werden,
d. h. als normale Belastung darf nur das Gewicht einer Person mit einem
geringen Zuschlag für Material und Handwerkzeug angesehen werden.
Es dürfen keinesfalls mehrere Personen gleichzeitig die Leiter besteigen.
Schaubild 6.9
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.9
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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7
Die Länge der Leiter ist auch mitentscheidend für sicheres Arbeiten. Sie
muß bis dicht an die Arbeitsstelle heranreichen. Dient die Leiter zum
Besteigen von Gebäuden oder zum Verlassen von Gräben etc., so muß sie
mindestens 1 m über den Austritt hinausragen (z. B. bei Grableitern).
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Ein seitliches Hinauslehnen auf der Leiter ist zu unterlassen. Der Schwerpunkt muß innerhalb der beiden Holme bleiben. Wer sich das Umsetzen
der Leiter ersparen will, findet sich vielleicht im Krankenhaus wieder.
Leitern an Verkehrswegen sind durch auffällige Kennzeichnung bzw. durch
Warnposten zu sichern. Auch eine Absperrung hat sich bewährt.
Stehleitern und
Mehrzweckleitern
Steh- und Mehrzweckleitern werden in allen Bereichen gerne eingesetzt,
weil ihr Vorteil darin besteht, jederzeit frei aufstellbar zu sein, also keinen
Anlehnpunkt zu benötigen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.8
Leiterpiktogramm und Einsatz einer Mehrzweckleiter
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.8
Stehleitern sind entweder als Stufenstehleitern oder als Sprossenstehleitern erhältlich. Mit aufgesetzter Schiebeleiter können über die Stehleiter
größere Höhen erreicht werden. Mit Rollen versehen ist die Stehleiter auch
verfahrbar. Die sicherheitstechnischen Anforderungen für Stehleitern sind
ebenfalls in den EN-Normen festgelegt.
Zur Sicherung gegen Auseinandergleiten der Leiterschenkel dienen Spreizsicherungen. Sie bestehen aus Ketten oder Gurten, die an den Wangen
oder Holmen nicht ohne Werkzeug lösbar angebracht sind. An Stehleitern
mit aufgesetzter Schiebeleiter ist die Spreizsicherung nicht nur zugfest,
sondern auch druckfest auszuführen.
Stehleitern müssen durch ihre Bauart auch gegen Umstürzen gesichert
sein. In der Regel sind die Leiterschenkel so ausgeführt, daß der Leiterfuß
gegenüber dem Leiterkopf verbreitert wird. Alternativ werden heute am
Leiterfuß angebrachte Quertraversen verwendet.
Benutzung von
Stehleitern
Bei Beachtung einiger Grundregeln lassen sich Stehleitern gefahrlos
verwenden. Aufgrund ihrer Bauart darf die Stehleiter nicht als Anlegeleiter
benutzt werden. Erstens steht so eine Leiter nicht sicher und im zusammengeklappten Zustand sind die Sprossen oder Stufen nicht sicher
begehbar. Ebensowenig darf von Stehleitern aus auf andere hochgelegene
Arbeitsplätze oder Gebäude etc. übergestiegen werden, weil die Leiter
infolge des seitlichen Drucks beim Übersteigen umkippen kann. Vor dem
Betreten muß auf die Wirksamkeit der Spreizsicherung geachtet werden.
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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Mehrzweckleitern
Mehrzweckleitern müssen den Anforderungen der Leitern genügen, die sie
zu ersetzen bestimmt sind!
Tritte
Tritte sind ortsveränderliche Aufstiege bis 1 m Höhe, die nach folgenden
Kriterien beschaffen sind:
8
●
Tritte sind nur mit Stufen zulässig.
●
Tritte müssen in jeder Gebrauchsstellung standfest sein. Dies bedeutet,
daß die Schenkel fest miteinander verbunden oder in Gebrauchsstellung
untereinander ausgesteift sind.
9
●
Steigleitern
8
Stufen müssen ein sicheres Stehen gewährleisten.
9
Steigleitern sind „fest angebrachte Leitern“. Steigleitern sind nur zulässig,
wenn der Einbau einer Treppe betrieblich nicht möglich oder wegen der
geringen Unfallgefahr nicht notwendig ist. Eine geringe Unfallgefahr liegt
vor, wenn Steigleitern nur gelegentlich, z. B. zu Kontrollzwecken, und zwar
von Personen benutzt werden, die mit den damit verbundenen Gefahren
vertraut sind, aber nicht, wenn auf Steigleitern Gegenstände oder Lasten
mitgeführt werden müssen, die das Besteigen behindern.
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Die Sprossen der Steigleitern müssen einen durchgehenden Abstand von
mindestens 150 mm zu festen Gebäudeteilen haben. Damit ein sicheres
Ein- und Aussteigen möglich ist, muß die Leiter die Auftrittsstelle mit einem
der beiden Holme um mindestens 1 m überragen oder eine sonstige
Haltemöglichkeit gegeben sein. Die oberste Sprosse muß hierbei unterhalb
der Ausstiegsebene liegen, jedoch nicht tiefer als 10 cm.
Bei Steigleitern über 5 m Länge muß ein Rückenschutz als Sicherung
gegen Abstürzen von Personen angebracht sein. Dieser muß bei 3 m Höhe
beginnen, bei Durchfahrten o. ä. in der nächstmöglichen Höhe.
Eine andere Möglichkeit der Sicherung gegen Absturz ist ein Steigschutz.
Dies bedeutet, die Person trägt persönliche Schutzausrüstung gegen
Absturz (Auffanggurt) und sichert sich mit einem mitlaufenden Seil in der
Führungsschiene der Steigleiter. Steigeisen müssen Sicherheit gegen seitliches Abrutschen gewährleisten. Dies ist gegeben, wenn beidseitig die
Seitenbegrenzung mindesten 15 mm höher ist als die Trittfläche.
Überprüfung
der Leitern
Sowohl vor jeder Verwendung, als auch in regelmäßigen Abständen (jährlich) sollte man die Leitern überprüfen. Die Registrierung in einem Prüfbuch
ist zweckmäßig.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.3
●
Merkblatt GBG 23
●
Arbeitsstättenverordnung, -richtlinie
●
UVV der gewerblichen BG’en BGV D36
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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6.4 Türen und Tore
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Türen sind bewegliche Raumabschlüsse, vorzugsweise für den Fußgängerverkehr. Die größten Türabmessungen betragen üblicherweise für die
Breite 2,50 m und für die Höhe ebenfalls 2,50 m. Tore sind bewegliche
Raumabschlüsse vorzugsweise für den Verkehr mit Fahrzeugen und für
den Transport von Lasten. Lage, Anzahl, Ausführung und Abmessungen
von Türen und Toren müssen sich nach der Art und Nutzung der Räume
richten. In begehbaren Räumen müssen die Türen und Tore so angeordnet
sein, daß von jeder Stelle des Raumes eine bestimmte Entfernung zum
nächstgelegenen Ausgang nicht überschritten wird. Die in der Luftlinie
gemessene Entfernung soll höchstens 35 m betragen.
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Rettungsausgänge müssen unmittelbar ins Freie oder in Flure oder
Treppenräume führen. Bei Räumen mit mehreren Türen sollen sich die
Ausgänge möglichst in gegenüberliegenden Wänden befinden. Die Zahl
der Türen und Tore richtet sich nach der Zahl der Arbeitnehmer im Raum,
der Lage der Arbeitsplätze im Raum bzw. der Sitzplätze z. B. in einem
Pausenraum. Die Ausführung der Türen und Tore (z. B. feuerhemmende,
feuerbeständige, selbstschließende, dichtschließende Türen und Tore,
Sicherheitsschleusen) richtet sich nach dem Bauordnungsrecht der Länder,
soweit der Brand- und Explosionsschutz betroffen ist. Türen und Tore
müssen so angebracht sein, daß sie in aufgeschlagenem Zustand die
nutzbare Breite vorbeiführender Verkehrswege nicht einengen. Griffe und
andere Einrichtungen für die Handbetätigung von Türen und Toren dürfen
mit festen oder beweglichen Teilen der Tür oder des Tores oder deren
Umgebung keine Quetsch- oder Scherstellen bilden.
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Pendeltüren oder -tore müssen durchsichtig sein oder ein Sichtfenster
haben. Bestehen lichtdurchlässige Flächen von Türen nicht aus bruchsicherem Werkstoff und ist zu befürchten, daß sich Personen durch
Zersplittern der Türflächen verletzen können, so müssen diese Flächen
gegen Eindrücken – z. B. durch Splitterschutzfolie – geschützt sein.
Bruchsicheres Material ist z. B. Verbundsicherheitsglas, EinscheibenSicherheitsglas, Kunststoff mit vergleichbaren Eigenschaften.
Sicherung von Türen
Drehbare Tore sind gegen Auf- und Zuschlagen und gegen Ausheben zu
sichern. Schiebetore müssen gegen Ausheben und Herauslaufen aus den
Laufschienen, gegen Abdrücken von der Wand und gegen Umstürzen
gesichert sein. Eine Sicherung gegen Ausheben ist z. B. gegeben durch
einen Bügel am Tor, der unter der Laufschiene entlang führt. Eine Sicherung gegen Abdrücken von der Wand ist z. B. durch eine im Fußboden
angebrachte senkrechte Begrenzung gegeben, die in jeder Stellung die
Schiebetür oder das Schiebetor an der Wand hält.
Sicherung
von drehbaren Türen
Sicherung von Schiebetüren
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.10
Türen und Tore von Gefrier-, Kühl-, Reife-, Gaslagern u. ä. Räumen müssen
sich von innen öffnen lassen, wenn sie von außen abschließbar sind.
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Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
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An kraftbetätigten Türen und Toren müssen Quetsch- und Scherstellen bis
zu einer Höhe von 2,50 m so gesichert sein, daß die Bewegung des Türflügels im Gefahrfall zum Stillstand kommt, z. B. durch Anbringen von
Schaltleisten, Kontaktschläuchen oder Lichtschranken. Dies gilt nicht,
wenn
8
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a) die Flügelbewegung erst dann eingeleitet werden kann, wenn sich keine
Person im Gefahrenbereich befindet oder
b) der Gefahrenbereich vom Bedienstand aus vollständig zu übersehen
ist und die Gewähr gegeben ist, daß die Bedienungsperson den Bewegungsvorgang ständig beobachtet.
9
9
Bei einer Steuerung von Hand muß die Bewegung des Tores beim Loslassen des Steuerorgans zum Stillstand kommen (Totmannschaltung).
Kraftbetätigte Türen müssen auch von Hand zu öffnen sein. Sie müssen
mind. einmal jährlich durch einen Sachkundigen überprüft werden. Über
diese Prüfung ist ein Nachweis zu führen.
Literaturhinweise
10
10
●
11
Unfallverhütungsvorschrift VSG 2.1
11Merkblatt GBG 18
●
●
Arbeitsstättenverordnung, -richtlinien
6.5 Erhöht liegende Arbeitsplätze
Arbeitsplätze, Verkehrswege und Lagerräume, die mehr als 1,0 m über
dem Erdboden oder über einer anderen ausreichend breiten, tragfähigen
Fläche liegen, müssen gegen Abstürzen von Personen und Herabfallen von
Gegenständen gesichert sein. Dies gilt nicht für ständige Be- und Entladestellen und Laderampen. Als Schutz sind im allgemeinen Brustwehr, Knieund Fußleiste erforderlich.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.11
Absturzsicherungen
auf erhöht liegenden Arbeitsplätzen
30 – 50 cm
30 – 50 cm
1,0 –1,3 m
–1 m
1,0 –1,3
5 cm
5 cm
bis 1,5 m
bis 1,5 m
5 cm
Umwehrungen müssen mind. 1,0 m hoch sein. Die Unterkante darf höchstens 1,30 m über dem Boden liegen. Abweichend von den Unfallverhütungsvorschriften schreiben die Arbeitsstätten-Richtlinien vor, daß bei einer
Absturzhöhe von mehr als 12 m die Höhe der Umwehrung mind. 1,10 m
betragen muß. Geländer müssen unabnehmbar angebracht sein. Sie
müssen so ausgeführt und bemessen sein, daß sie bei den zu erwartenden
Belastungen nicht abbrechen können. An ihrer Oberkante müssen die
Umwehrungen Belastungen von 1.000 N (100 kg) aufnehmen können.
Fußleisten müssen mind. 5 cm hoch sein.
5 cm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.11
An Zugangsstellen von eingebauten Treppen oder Leitern dürfen keine
Fußleisten angebracht sein. Durch eine Knieleiste, durch Auskleidung mit
15
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
6
7
7
Maschendraht, Streckmetall oder auf andere geeignete Weise soll ferner
ein Hindurchfallen von Personen zwischen Handlauf und Fußleiste verhindert werden. Knieleisten sind in einer Höhe von 0,30–0,50 m anzubringen. Bei Oberböden, die weder dem ständigen Verkehr noch der
Bedienung von Maschinen dienen, können anstelle des Geländers Haltepfosten angebracht sein. Haltepfosten dürfen höchstens einen Abstand
von 1,50 m haben. Eine Fußleiste mit einer Höhe von 5 cm muß hier ebenfalls vorhanden sein.
8
8
9
9
Absturzsicherungen sind auch in Bodenöffnungen wie z. B. Treppen,
Luken, Rutschen, Falltüren, Ladeöffnungen und an Wandluken in mehr als
1,00 m Höhe vorzunehmen.
Literaturhinweise
●
VSG 2.1
10Unfallverhütungsvorschrift
Merkblatt GBG 18
●
●
10
Arbeitsstättenverordnung, -richtlinien
11
6.6 Werkstätten
11
Werkstätten sind in fast allen Betrieben des Gartenbaues zu finden. In
Abhängigkeit der Betriebsgröße und der Betriebsart sind diese Werkstätten
unterschiedlich eingerichtet. Anzutreffen sind überwiegend:
a) Werkstätten für die Fahrzeug-Instandhaltung
b) Werkstätten für die Metallbearbeitung (Schlosserei und Kleinmaschinenreparatur)
c) Werkstätten für die Holzbearbeitung
In den unterschiedlichen Arbeitsbereichen ereignen sich eine Vielzahl von
Unfällen, die auf Unkenntnis, fehlende Ausbildung, mangelnde Betriebseinrichtungen und Arbeitsverfahren und / oder falsche Einschätzung der
Gefahrenmomente basieren.
Anforderungen
an die baulichen
Einrichtungen
Die Arbeitsstättenverordnung und ihre Richtlinien geben klare Vorgaben:
●
Breite der Verkehrswege
●
Entfernung zum nächstgelegenen Ausgang
●
lichte Höhe der Arbeitsräume
●
Mindestraumtemperaturen
●
Beleuchtung u. a.
Hinsichtlich anderer baulicher Einrichtungen wird auf andere Lektionen in
Kapitel 6 verwiesen.
16
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6.6.1 Werkstätten für die
Fahrzeuginstandhaltung
6
7
8
8
9
9
Um Stolperunfälle von vornherein auszuschließen, müssen die Fußböden
in Werkstätten eben und rutschhemmend sein. Die Arbeitsstätten müssen
mit Ausgängen versehen sein, die ein schnelles Verlassen der Räume bei
Gefahr gewährleisten. Häufig sind kraftbetriebene Tore anzutreffen. Sie
sind entweder mit Schlupftüren zu versehen oder in unmittelbarer Nähe
müssen sich Türen befinden, durch die die Arbeitsräume verlassen werden
können. An kraftbetätigte Tore werden spezielle Anforderungen gestellt
(siehe Lektion 6.4)
Um Quetschgefahren an Toren und Durchfahrten zu verhindern, muß beim
größten zu erwartenden Fahrzeug ein Sicherheitsabstand von mindestens
0,5 m auf beiden Seiten vorhanden sein. Durch bauliche Maßnahmen –
wie Radabweiser oder Bordsteinkanten – läßt sich diese Anforderung
realisieren (siehe Schaubild 6.6).
10
10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.6
Wege für Kraftfahrzeuge und Personenverkehr
g
dzuschla
bzw.
rtmittels
Transpo
Breite des tes
egu
des Lad
g
szuschla
egnung
0,4 m Beg
0,5 m Ran
.
ttels bzw
In vielen Werkstätten sind Arbeitsgruben anzutreffen. Zur Vermeidung von
Stolper- und Sturzunfällen sind die Außenkonturen mit einer gelb-schwarzen
Markierung zu kennzeichnen. Gruben, die nicht genutzt werden, müssen
gegen Hineinstürzen durch Abdeckungen gesichert oder mit Geländern
umwehrt werden. Jede Arbeitsgrube ist mit zwei Treppen zum Ein- und Aussteigen auszurüsten, wenn sie länger als 5 m ist. Liegt die Länge der Grube
unter 5 m, darf eine Treppe als Notausstiegstreppe vorhanden sein.
11
11
rtmi
Transpo
Breite des tes
egu
des Lad
gleichchlag bei nverkehr
Randzus
0,75 m starken Persone
zeitigem
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Die Länge der Grube sollte so gewählt sein, daß das längste zu erwartende
Fahrzeug nicht beide Ausstiege auf einmal verstellt.
Schaubild 6.6
Da betriebsmäßig immer mit auslaufenden Flüssigkeiten zu rechnen ist,
müssen Absorptionsmittel bereitgehalten werden. Schmierstoffe sind
unverzüglich zu beseitigen. Praktisch sind Gitterroste auf dem Grubenboden und in Treppen sowie zur Abdeckung der Grube, da sie rutschhemmend sind.
Hinsichtlich der elektrischen Ausrüstung werden Gruben als feuchte
Räume eingestuft. Somit müssen elektrische Anlagen der Schutzart IP 54
und Handleuchten der Schutzart IP 55 entsprechen.
Arbeitsgruben, bei denen mit dem Auftreten brennbarer Gase, Dämpfe,
Stäube oder Rauche in gefährlicher Menge zu rechnen ist und in denen
eine ausreichende natürliche Lüftung durch die Bauart nicht sichergestellt
ist, müssen mit Einrichtungen für eine technische Lüftung versehen sein.
Eine natürliche Lüftung gilt als ausreichend:
1. bei nicht abgedeckten Gruben im Freien.
2. bei nicht abgedeckten Gruben in Bauwerken, wenn das Verhältnis der
Länge der Öffnung zur Tiefe mind. 3 :1 und ihre Tiefe max. 1,6 m beträgt.
3. bei dicht abgedeckten Gruben nach Nr. 2, wenn an den Enden jeweils
Gitterrostabdeckungen von mind. 1,0 m Länge eingelegt sind und die
Länge der dichten Abdeckung 4,0 m nicht übersteigt.
17
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
Hebebühne
6
7
Beim Einsatz von Hebebühnen für die Fahrzeug-Instandhaltung arbeiten
die Beschäftigten häufig an der Unterseite des angehobenen Fahrzeuges.
Wichtigstes Ziel ist es bei solchen Tätigkeiten, eine Gefährdung für
die Beschäftigten durch unbeabsichtigtes Absinken der Bühne auszuschließen. Alle Hebebühnen müssen jährlich durch einen Sachkundigen
überprüft werden. Das Ergebnis ist in einem Prüfbuch festzuhalten.
8
8
An der Hebebühne muß u. a. dauerhaft und gut sichtbar angegeben sein:
●
●
●
die Tragfähigkeit
9die zulässige Lastverteilung
das Verbot des Mitfahrens auf dem Lastaufnahmemittel
9
Ferner muß an der Verwendungsstelle eine Betriebsanleitung mit den für
den sicheren Betrieb erforderlichen Angaben vorhanden sein. An die
Bedienungsperson werden folgende Anforderungen gestellt:
10
●
Mindestalter 18 Jahre
●
Unterweisung im Bedienen der Hebebühne
10
Beauftragung durch den Unternehmer zur Bedienung der
11ausdrückliche
Hebebühne
11
●
Die Bau- und Ausrüstungsbestimmungen für Hebebühnen sehen einen
abschließbaren Hauptschalter vor. Bei längerer Nichtbenutzung, aber auch
bei Arbeitsunterbrechungen ist die Hebebühne gegen unbefugtes Benutzen zu sichern. Da sich betriebsmäßig in den Endstellungen Quetsch- und
Scherstellen für die Füße bilden können, sind an den Gelenkarmen bzw.
Auffahrträgern und Querträgern Abweisbügel erforderlich.
Laderäume für
Akkumulatoren
Das Laden von Batterien in Arbeitsräumen, in denen funkenverursachende
Maschinen vorhanden sind oder Schweißarbeiten durchgeführt werden, ist
grundsätzlich verboten. Beim Laden von Batterien entsteht Wasserstoff.
Durch vorhandenen Luftsauerstoff kann es zur Knallgasbildung mit Explosionsgefahr kommen. Zum Laden sind dafür eingerichtete Laderäume
erforderlich.
Diese Räume müssen belüftet sein, und zwar so, daß die Zuluft in Bodennähe eintritt und die Abluft möglichst hoch an gegenüberliegender Stelle
des Raumes entweichen kann. Sinn und Zweck ist es, die Wasserstoffkonzentration durch Lüftung zu verringern, damit explosionsfähige Gasgemische mit Sicherheit ausgeschlossen werden. An den Zugängen der
Laderäume ist das Warnzeichen „Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten“ anzubringen. Da beim Befüllen mit Verätzungen gerechnet werden
muß, sind säurefeste Schutzhandschuhe, Schutzbrillen, Schürzen zu verwenden. Eine Augendusche sollte ebenfalls vorhanden sein. Säuren und
Laugen sind in bruchsicheren und gekennzeichneten Gefäßen zu lagern.
Als Hilfsmittel sind z. B. Säureheber zu verwenden. Für den Umgang mit
Gefahrstoffen ist eine Betriebsanweisung erforderlich.
18
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
7
Arbeiten an
Fahrzeugen
6
●
Bei Arbeiten an Fahrzeugen sind diese so zu sichern, daß unbeabsichtigte Bewegungen ausgeschlossen sind.
●
Müssen Arbeiten an laufenden Fahrzeugen durchgeführt werden,
müssen die Abgase sicher aus den Arbeitsräumen abgeleitet werden.
●
8Putzmaterial, insbesondere solches, das mit Kraftstoffen und
8Ölen
verunreinigt ist, ist in geschlossenen, gekennzeichneten und schwer
entflammbaren Behältern zu entsorgen.
●
●
Treibstofflager
Geeignete Feuerlöscheinrichtungen bereithalten.
9Offenes Feuer und Rauchen verboten.
9
Für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten ist die VbF (Verordnung über
Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung brennbarer Flüssigkeiten zu Lande) zu beachten.
10
10
Es wird unterschieden zwischen den Gefahrklassen A 1 bis 3 und B. Zur
Gefahrklasse A 1 zählen u. a. Vergaserkraftstoffe, in der Gefahrklasse A 3
sind u. a. Heizöle eingeordnet. Die VbF unterscheidet zwischen unzulässiger, anzeige- und erlaubnisfreier, anzeige- und erlaubnisbedürftiger
Lagerung. Hierbei ist die Gefahrklasse A 3 ausgenommen. Unzulässig ist
die Lagerung in Durchgängen und Durchfahrten, in Treppenräumen,
allgemein zugänglichen Fluren, auf Dächern und in Dachräumen sowie in
Arbeitsräumen. In Arbeitsräumen darf nur die Menge gelagert werden, die
für den Fortgang der Arbeit notwendig ist.
11
11
Anforderungen
an die
Lagerstellen
●
Räume über Erdgleiche müssen von angrenzenden Räumen feuerbeständig getrennt sein.
●
Räume dürfen für den allgemeinen Verkehr nicht zugänglich sein.
●
Unbefugten ist das Betreten durch entsprechende Kennzeichnung zu
verbieten.
●
Ausreichende Brandschutzeinrichtungen müssen vorhanden sein.
●
Auf das Verbot des Umgangs mit Feuer, offenem Licht und Rauchen ist
hinzuweisen.
6.6.2 Holzbearbeitung
Allgemeine
Anforderungen
an Holzbearbeitungsmaschinen
Holzbearbeitungsmaschinen haben schnellaufende Werkzeuge, in die man
hineingeraten kann oder wodurch Rückschlaggefahren entstehen können.
Sicher arbeiten kann man an Holzbearbeitungsmaschinen, die entsprechend der EG-Maschinenrichtlinie hergestellt und von einer unabhängigen Prüfstelle geprüft wurden.
19
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
Betrieb
6
7
Jugendliche dürfen mit Säge-, Hobel- und Fräsmaschinen nicht beschäftigt werden. Zulässig ist jedoch die Beschäftigung von Jugendlichen über
16 Jahre zur Ausbildung unter Aufsicht. Bei der Maschinenarbeit muß ein
sicherer Standplatz eingenommen werden. Ein geordneter und aufgeräumter Arbeitsplatz ist genausowichtig wie enganliegende Kleidung. Vor dem
Verlassen des Bedienstandes muß die Maschine ausgeschaltet werden.
Vor dem Beseitigen von Störungen sowie bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten sind die Maschinen auszuschalten und der Stillstand ist abzuwarten. Zudem sind sie gegen unbefugtes Einschalten zu sichern, wie z. B.
abschließbare Hauptschalter. Späne und Abfallstücke dürfen niemals mit
der Hand aus der Nähe der laufenden Werkzeuge entfernt werden. Zusätzliche Gefahren entstehen durch das Tragen von Schutzhandschuhen in der
Nähe von laufenden Arbeitswerkzeugen.
8
8
9
9
10
10
11
11
Aufgrund der erhöhten Brand- und Explosionsgefahr durch Holzstäube
infolge Fremdentzündung ist der Umgang mit Feuer, offenem Licht und
Rauchen verboten. Durch entsprechende Verbotszeichen ist hierauf hinzuweisen. Während des Betriebes verursachen Holzbearbeitungsmaschinen
einen erheblichen Lärm, der weit über 85 dB(A) liegt. Somit sind die
Beschäftigten verpflichtet, Gehörschutz zu tragen. Auf diese Pflicht ist
durch das Gebotszeichen „Gehörschutz tragen“ aufmerksam zu machen.
Holzstaub
Bei der Holzbearbeitung entstehen Holzspäne und -stäube. Die Stäube,
insbesondere Eichen- und Buchenholz, sind nach der Gefahrstoffverordnung als krebserzeugend (Nasenschleimhautkrebs) eingestuft. Andere
Hölzer, insbesondere tropische Hölzer, stehen unter Verdacht, die gleiche
Wirkung hervorzurufen. Allen gemeinsam sind allergieauslösende Eigenschaften.
Diese Holzstäube sind im Bearbeitungsprozeß durch wirksame Absauganlagen zu beseitigen. Geeignet sind stationäre Absauganlagen, an die
mehrere Maschinen angeschlossen werden, aber auch verfahrbare von der
Holz-Berufsgenossenschaft geprüfte Entstauber. 2 mg / m3 Raumluft
(Technische Richtkonzentration) Holzstaub dürfen höchstens in der
Atemluft verbleiben.
Die Reinigung der Maschinen und Fußböden durch Kehren oder Abblasen
ist verboten. Zur Reinigung sind geprüfte lndustriestaubsauger zu verwenden.
Sicherheitseinrichtungen
an einer
Baustellenkreissäge
Auf diese Sicherheitspunkte kommt es an:
Sägetisch und Maschinengestell –
stabil und verwindungssteif verbunden; Tisch glatt und eben mit auswechselbarer, zerspanbarer Tischeinlage.
20
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
6
7
7
Sägeblatt –
gut geschärft, rißfrei, ohne Brandflecken und Verunreinigungen; hartmetallbestückte oder Chrom-Vanadium-Stahlsägeblätter einsetzen – qualitativ
gute Sägeblätter schneiden nicht nur besser und länger, sie entwickeln
auch weniger Lärm.
8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.12
8
3
6
4
1
5
7
2
8
7
6
5
4
3
2
1
Schiebestock
Parallelanschlag
Untere Blattverkleidung
Schutzhaube
Spaltkeil
Kreissägeblatt
Tischeinlage
Maschinentisch (Sägetisch)
Maschinengestell
Sicherheitseinrichtungen an einer Baustellen-Kreissäge
10
9
mit Gerätestecker
9
10 Hauptschalter
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
8
Spaltkeil –
er verhindert das Klemmen des Werkstückes, wenn er vom Zahnkranz
nicht weiter als 8 mm entfernt ist. Spaltkeilspitze zwischen Spitze und
Grund des obersten Sägezahnes.
9
9
Schutzhaube, untere Sägeblattverdeckung –
die Schutzhaube deckt das Sägeblatt über dem Tisch bis auf den Schneidbereich ab; unter dem Tisch ist das Sägeblatt verkleidet, die Verkleidung
hat nach unten oder hinten Öffnungen für den Auswurf der Sägespäne.
10
10
Schaubild 6.12
Parallelanschlag –
reicht bis Sägeblattmitte; soll mind. 50 mm hoch und muß aus einem
kräftigen Profil sein.
11
Winkelanschlag mit Keilschneideeinrichtung –
für alle Schnitte quer oder schräg zur Faserrichtung
11
Schiebestock –
immer verwenden beim Schneiden von schmalen Werkstücken. Er ist aus
zerspanbarem Material und mind. 420 mm lang.
Hauptschalter mit Gerätestecker –
die Schalter-Stecker-Kombination muß außerhalb des Rückschlagbereiches angeordnet sein, so daß sie gefahrlos bedient werden kann. Nur über
Gummischlauchleitungen H07RN-F oder gleichwertige anschließen.
Wer darf an
der Baustellenkreissäge
arbeiten?
●
Nur ausreichend eingewiesene, mind. 18 Jahre alte Personen.
●
Auszubildende über 16 Jahre nach Einweisung und unter Aufsicht eines
Fachkundigen.
6.6.3 Metallbearbeitung
Schleifarbeiten
Schwere Unfälle an Schleifmaschinen werden vor allem durch das Zerspringen von Schleifkörpern verursacht. Weiterhin werden immer wieder
Augenverletzungen durch beim Schleifen fortgeschleuderte Teilchen angezeigt. Diese Verletzungen lassen sich verhindern durch das zwingend
vorgeschriebene Tragen von Schutzbrillen beim Trockenschliff. Alle Schleifmaschinen sind mit entsprechendem Gebotszeichen zu kennzeichnen.
21
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
6
7
7
Schutzfenster aus nicht splitterndem Glas oder ähnlichen Werkstoffen sind
nur zulässig bei leichten und kurzzeitigen Arbeiten. Die Schutzfenster
sollten durch Gelenke einstellbar sein.
8
8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.13
Stationäre Schleifmaschine
Entsprechend der DIN EN 12413 dürfen nur Schleifkörper verwendet werden, die Angaben tragen über:
●
●
Hersteller
9
9Prüfzeichen
≤ 5 mm
●
Farbstreifen für die Arbeitshöchstgeschwindigkeit
●
Angaben der Arbeitshöchstgeschwindigkeit in m/s
≤ 3 mm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.13
10
10zulässige Drehzahl in min
●
-1
●
Abmessungen
●
Schleifmittel und Bindung
11
11
Beachten sollte man bei der Anschaffung, daß die Angabe „Geprüft nach
EN 12413“ auf der Schleifscheibe bzw. im beigefügten Etikett vorhanden
ist. Hinsichtlich der Farbstreifen bedeuten die Farben:
Arbeitshöchstgeschwindigkeit (m/s)
Farbstreifen
50
blau
63
gelb
80
rot
100
grün
Farbkombinationen aus zwei Farben weisen immer auf höhere Werte hin.
Auf evtl. vorhandene Verwendungseinschränkungen muß hingewiesen
werden.
Die Befestigung von Schleifkörpern hat durch hierin unterwiesene Beschäftigte zu erfolgen. Insbesondere sind die Hinweise durch die Kennzeichnung der Schleifscheiben zu beachten und die Schleifscheibe ist auf
sichtbare Beschädigungen zu prüfen. Unzulässig ist jede Vergrößerung
oder Verkleinerung der Bohrung im Schleifkörper. Schleifkörper müssen
ordnungsgemäß aufgespannt werden, daß heißt gleichgroße zur Schleifmaschine gehörende Spannflansche verwenden. Vor dem Aufspannen eine
Klangprobe durchführen.
Nach dem Aufspannen des Schleifkörpers ist ein Probelauf durchzuführen.
Die Schutzhaube ist vorher in Schutzstellung zu bringen bzw. der Gefahrenbereich zu sichern.
22
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
Ausrüstung der
Schleifböcke
Schweißen
6
7
Schleifmaschinen müssen mit nachstellbaren Schutzhauben aus zähen
Baustoffen ausgerüstet sein. Ihr Zweck ist es, einen zerspringenden
Schleifkörper aufzufangen bzw. tangential abfliegende Bruchstücke zu
erfassen. Der Abstand zwischen Haube und Schleifkörper darf max. 5 mm
betragen. Der Abstand zwischen Schleifkörper und Werkstückauflage darf
max. 3 mm betragen. Die nachstellbaren Werkstückauflagen sind stets
allseitig und dicht an den Schleifkörper heranzustellen. Einteilige U-förmige
Werkstückauflagen sind unzulässig.
8
8
9
9
Für Schweißarbeiten ist die Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen
BG’en BGV D1 „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ zu
beachten. Die Unfallverhütungsvorschriften und die zugehörigen
Durchführungsanweisungen enthalten notwendige Angaben, um einen
unfall- und störungsfreien Arbeitsablauf zu gewährleisten.
10
10
Das Schweißen umfaßt eine Vielzahl von Verfahren, bei denen durch die
Zuführung von Energie Teile miteinander verbunden werden.
11
11
Beim Schweißen von metallischen Werkstoffen wird unterschieden
zwischen:
●
Gasschweißen mit Brenngasen, Acetylen oder anderen Brenngasen wie
z. B. Propan und Butan und
●
Lichtbogenschweißen, hier ist die Anzahl der Verfahren ungleich höher.
Es wird unterschieden zwischen: Lichtbogenhandschweißen mit Stabelektroden, Schutzgasschweißen und Unterpulverschweißen.
In Abhängigkeit des angewendeten Verfahrens treten unterschiedliche
Gefährdungen auf, denen durch entsprechende technische Maßnahmen
und persönlichen Schutzausrüstungen begegnet werden muß.
Gasschweißen
Mangelhafte Ausbildung und leichtfertiger Umgang mit Autogengeräten
oder falsches Lagern und Transportieren von Gasflaschen oder beschädigte Schläuche, Anschlüsse und Armaturen sind häufig Ursachen für
Brände und Unfälle.
Um Zwischenfälle zu vermeiden, sind folgende Punkte zu beachten:
●
Gasflaschen gegen Umstürzen sichern, nicht in engen Durchfahrten,
Hausfluren, Treppenhäusern, Kellerräumen, Garagen lagern.
●
Möglichst Flaschengestelle und Karren verwenden.
●
An Arbeitsplätzen nur die dort benötigten Flaschen aufstellen.
●
Ventile der Flaschen mit Schutzkappen sichern.
●
Geprüfte Druckminderer verwenden und so anschließen, daß beim
Ansprechen der Sicherheitsventile Personen nicht gefährdet werden.
23
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
6
7
●
Sicherheitseinrichtungen gegen Flammenrückschlag und Gasrücktritt
einsetzen.
●
Acetylen-Einzelflaschenanlagen, die sich während der Gasentnahme
nicht im Sichtbereich des Schweißers befinden, mit Einzelflaschensicherung ausrüsten.
8
8
●
Sauerstoffarmaturen öl- und fettfrei halten.
●
Gasschläuche vor mechanischen Beschädigungen und gegen
Anbrennen sichern; nicht über Armaturen an Flaschen aufwickeln.
●
●
9Brenngas- und Sauerstoffschläuche müssen mind. 3 m lang9sein.
Schlauchverbindungen mit Schlauchtüllen und Schlauchschellen oder
Patentkupplungen herstellen.
Auf sicheres Zünden des Brenners achten.
10Erst
das Sauerstoffventil, dann das Acetylenventil öffnen10
(beim Abstellen
●
●
des Brenners umgekehrte Reihenfolge).
●
Bei Arbeitsunterbrechungen Brenner nicht in Werkzeugkiste oder auf
brennbaren Materialien ablegen.
11Tragen von Augenschutz, Handschutz, schwerentflammbarer
11Arbeits-
●
kleidung
Elektroschweißen
●
Für ausreichende Lüftung sorgen und entstehende Gase und Rauche
absaugen.
●
Beim Gasschweißen und Brennschneiden von beschichteten Stahlteilen
und von Schrott Atemschutz (mind. Filter der Schutzstufe P 3) benutzen.
●
Beim Brennschneiden zusätzlich schwer entflammbare Kleidung tragen.
●
Bei Brandgefahr muß zur Durchführung von Schweiß-, Schneid- und
Lötarbeiten eine Genehmigung durch den betrieblichen Verantwortlichen
vorliegen (Erlaubnisschein).
Gefahren beim Elektroschweißen können auftreten durch:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 6.14
Elektroschweißen
Längsdurchströmung
Wege des elektr.
Stromes im
menschlichen
Körper bei
Durchströmung,
die z. B. durch
einen Isolationsfehler ausgelöst
werden.
Querdurchströmung
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
elektrischen Strom
●
Hitzestrahlung
●
ultraviolette Strahlung
●
Schweißrauche und Schadgase
Schaubild 6.14
24
5
5
6
Bauliche Einrichtungen
im Gartenbau
7
Schutzmaßnahmen
beim Elektro-/
Lichtbogenschweißen
●
●
6
7
Auswahl der Schweißstromquelle nach Einsatzort und -art:
– Betrieb in trockenen Räumen
– Betrieb ungeschützt im Freien
– Betrieb unter erhöhter elektrischer Gefährdung
8Netzleitungen, Schweißstromleitungen gegen mechanische8Beschädigungen schützen.
●
Nur einwandfrei isolierte Schweißleitungsverbinder benutzen.
●
Schweißstromrückleitungen nicht provisorisch verlängern und möglichst
direkt an das Werkstück anschließen.
9
9
●
Beim Schweißen und Elektrodenwechsel Stulpenhandschuhe aus Leder
tragen.
●
Schweißerarbeitsplätze gegen andere Arbeitsplätze durch Aufstellen von
Stellwänden oder Schutzblenden abschirmen.
●
Geeignete Schutzschirme oder Schutzschilde mit Schweißerschutzfilter
benutzen.
●
Beschädigte lsolierbacken und Schweißdrahthalter sofort auswechseln.
10
10
und Schutzgasschweißbrenner nicht unter den Arm
11Schweißdrahthalter
klemmen und nur auf isolierende Unterlagen ablegen. 11
●
●
Das Zusammenschalten von Schweißstromquellen nur von einer
Fachkraft ausführen lassen.
●
Für ausreichende Lüftung sorgen, evtl. durch Absaugung der Gase,
Rauche usw.
Zusätzliche
Schutzmaßnahmen
beim Schutzgasschweißen
●
Schutzgasflasche sicher aufstellen und gegen Umfallen sichern.
●
Drahthaspel nur im spannungsfeien Zustand wechseln.
Achtung! Stichverletzungen durch Drahtvorschub.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen BG’en BGV D1
●
Richtlinie der gewerblichen BG’en BGR 157
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.6
●
Arbeitsstättenverordnung, -richtlinien
25
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.1
Gewächshaustüren
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.2
Verkehrswege im Gewächshaus
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.3
Seilendverbindungen an Lüftungseinrichtungen
Quetschgefahren an handbetätigten Rolltischen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.4
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.5
Besteigen von Gewächshausdächern
Wege für Kraftfahrzeuge und Personenverkehr
schlag
andzu
0,5 m R
ls bzw.
e
t
t
i
m
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po
es Trans
Breite d utes
eg
des Lad
hlag
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b
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R
m
5
P
0,7
starken
m
e
g
i
t
i
e
z
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.6
2h + b = 63 cm
b
h
90 cm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
h
Schaubild 6.7
Anforderungen an Treppen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.8
Leiterpiktogramm und Einsatz einer Mehrzweckleiter
1m
68°–75°
68°–75°
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.9
Sicherer Einsatz einer Anlegeleiter
Sicherung von Türen
Sicherung
von drehbaren Türen
Sicherung von Schiebetüren
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.10
Absturzsicherungen
auf erhöht liegenden Arbeitsplätzen
30 – 50 cm
30 – 50 cm
1,0 –1,3 m
1,0 –1,3 m
5 cm
5 cm
bis 1,5 m
bis 1,5 m
5 cm
5 cm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.11
Maschinengestell
2
Maschinentisch (Sägetisch)
3
Tischeinlage
4
Kreissägeblatt
5
Spaltkeil
6
Schutzhaube
7
Untere Blattverkleidung
8
Parallelanschlag
9
Schiebestock
5
4
2
3
8
7
10
9
1
10 Hauptschalter
mit Gerätestecker
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
6
1
Schaubild 6.12
Sicherheitseinrichtungen an einer Baustellen-Kreissäge
Stationäre Schleifmaschine
≤ 5 mm
≤ 3 mm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 6.13
Wege des elektr.
Stromes im
menschlichen
Körper bei
Durchströmung,
die z. B. durch
einen Isolationsfehler ausgelöst
werden.
Schaubild 6.14
Elektroschweißen
Querdurchströmung
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Längsdurchströmung
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
7.1 Bodenbearbeitungsmaschinen
Handgeführte Bodenbearbeitungsmaschinen
Triebradhacke
Triebradlose
Hacke
Einachsschlepper
mit angebautem
Fräskasten
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
7
8
Um die Bodenleistungsfähigkeit zu erhalten, ist neben der richtigen
Düngung, Beregnung und Kulturfolge eine optimale Bodenbearbeitung
unerläßlich. Grundsätzlich müssen wir handgeführte Geräte und solche mit
Fahrersitz unterscheiden. Gerade mit handgeführten Bodenbearbeitungsgeräten kommen nach Erkenntnissen der Gartenbau-Berufsgenossenschaft viele Unfälle vor. Hier ein Unfallbeispiel:
9
9
10
10
11
11
Ein Gärtner fräst an einem Hang hangabwärts mit einem Einachsschlepper
mit angebauter Fräse. Die Fräse stieg „hinten hoch“. Dies vermutlich, als
die Räder in eine Mulde gerieten. Der Gärtner versuchte, das Gerät noch
zu halten, und lief etwa 2 m hinterher. Dabei geriet er mit dem rechten Bein
an die Fräsmesser und zog sich schwere Verletzungen zu.
Schaubild 7.1
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 7.1
Bei den handgeführten Geräten unterscheiden wir je nach Bau und
Ausrüstung:
Triebradlose
Hacken
Die Motorhacken haben zur Vorwärtsbewegung keine Antriebsräder,
sondern laufen auf den Hackwerkzeugen.
Triebradhacken
Sie besitzen vorne ein Antriebsrad. Über das Getriebe können mehrere
Fahrgeschwindigkeiten geschaltet werden. Da die Maschinen sehr leicht
und wendig sind, erübrigt sich ein Rückwärtsgang.
Einachsschlepper mit
angebauter
Fräse
Einachsschlepper haben eine angetriebene Achse für den Fahrbetrieb und
hinten die Anbaumöglichkeit für eine Fräswalze, eine Rüttelegge, einen
Pflug oder andere Geräte.
Zweiachsschlepper
Bei Maschinen mit Fahrersitz ist in bezug auf Bau und Ausrüstung zu
unterscheiden in Schmalspurschlepper leichter Bauart und Ackerschlepper. An sie können sämtliche Geräte zur Bodenbearbeitung angebaut und
soweit erforderlich über die Gelenkwelle angetrieben werden. Gebräuchlich
sind Fräsen, Spatenmaschinen, Pflüge, Eggen, Kreiseleggen.
Folgende Sicherheitseinrichtungen und Sicherheitsmaßnahmen sind beim
Umgang mit Bodenbearbeitungsmaschinen notwendig:
●
Alle Gefahrstellen wie Ketten- und Keilriemenantriebe, Zahnräder, Wellen
müssen verkleidet sein.
●
Bei Gelenkwellen auf eine voll funktionierende Verkleidung achten.
Diese besteht aus einer Plastikverkleidung, die alle Antriebselemente
der Welle – inkl. Kreuzgelenke – verdeckt. Verdrehsicherungen (Ketten)
verhindern das Mitdrehen des Plastikschutzes.
1
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 7.2
Bodenbearbeitungsgeräte als Anbaugeräte
über Gelenkwellen angetrieben
●
●
7
8
Zapfwellenanschlüsse müssen mit einem Sicherungsschild verdeckt
sein.
9Es muß eine Starteinrichtung ohne Verwendung von losen9
Hilfsmitteln –
wie Seile oder Riemen – vorhanden sein.
●
Wird der Motor mit einer Andrehkurbel gestartet, muß eine schleudersichere Kurbelführung vorhanden sein.
10Heiße Teile, z. B. am Auspuff, müssen durch ein Gitter gegen
10groß-
●
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.2
flächige Berührung gesichert sein.
●
An triebradlosen Hacken muß das Hackwerkzeug zur Bedienungsperson hin eine vollwandige Abdeckung bis zu einer Arbeitsbreite von
600 mm aufweisen.
11
11
●
Bei Bodenfräsen und Triebradhacken muß zwangsläufig und konstruktiv
sichergestellt sein, daß bei eingeschaltetem Rückwärtsgang das Fräswerk nicht angetrieben werden kann.
●
Triebradlose Motorhacken dürfen sich bei Rückwärtsfahrt mit nicht mehr
als 3,6 km/h bewegen.
●
Maschinen mit Rückwärtsgang müssen eine Leerlaufstellung haben.
●
Notausschalter müssen im direkten Griffbereich der Bedienungsperson
liegen. Handgeführte Bodenbearbeitungsmaschinen haben seit dem
1.1.1995 als zusätzliche Sicherungsmaßnahme eine Totmannschaltung.
●
Angebaute Bodenbearbeitungsgeräte müssen eine vollwandige Arbeitswerkzeugabdeckung aufweisen.
Folgende Bedienungshinweise gewährleisten einen gefahrlosen Umgang
mit handgeführten Bodenfräsen und Hacken:
●
Auf möglichst waagerechtem Gelände starten.
●
Leerlauf einlegen.
●
Fräswerkzeug ausrücken.
●
Bei triebradlosen Motorhacken seitlich hinter der Maschine starten.
●
Sicherheitsschuhe tragen.
●
Quer zum Hang fräsen bzw. hacken.
●
Ggf. Sicherung des Gerätes durch Hilfspersonal mittels Seil oder Stange
am Hang.
●
Nur mit vorschriftsmäßiger Hackwerkzeugabdeckung arbeiten.
2
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
7
8
●
Beschädigte Hackwerkzeuge auswechseln.
●
Ggf. Fremdkörper auf der zu bearbeitenden Fläche beseitigen.
●
auf die vorgesehene Bearbeitungstiefe
9Hackwerkzeugabdeckung
einstellen.
9
●
Beim Wenden der Maschinen vorher die Hackwerkzeuge ausschalten.
●
Reinigungs-, Wartungs- und Entstörungsarbeiten nur bei ausgeschaltetem Motor durchführen.
●
Motorstillstand abwarten.
●
Ggf. Gehörschutz tragen.
10
10
11Beim Betanken Einfülltrichter verwenden und nicht rauchen.
11
●
Literaturhinweise
●
Motor nur im Freien laufen lassen bzw. im Gewächshaus für gute
Belüftung sorgen.
●
Beim Transport von Bodenfräsen auf ordnungsgemäße Ladungssicherung achten.
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Merkblatt GBG 15.4
●
Merkblatt GBG 18
7.2 Erdaufbereitungs- und
Zerkleinerungsmaschinen
Mit den Zerkleinerungsmaschinen lassen sich alle organischen Abfälle
zerkleinern. Da diese Maschinen als Hammermühlen gebaut sind, eignen
sie sich außerdem für die Zerkleinerung, Wiederaufbereitung und das
Mischen von Erden und anderen Kompoststoffen. Abfälle wie Salat,
Gemüse, Obst, Zeitungspapier, Pappe sowie Baum-, Stauden- und
Heckenschnitt werden durch das Hammerwerk zerrissen bzw. zerfasert
und bieten in diesem Zustand einen breitflächigen Ansatz für die Verrottungsbakterien. Für eine vielseitige Produktion benötigt der Gärtner
entsprechende Substrate, deren Zusammensetzung für den Kulturerfolg
eine bedeutende Rolle darstellt. Deshalb werden neben den fertigen
Komposterden vom Gärtner auch heute noch häufig selbst Substrate
angefertigt. Dies geschieht mit sog. Erdaufbereitungsmaschinen wie z. B.
Erdwolf und Siebanlagen.
3
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 7.3
Erdaufbereitungs- und Zerkleinerungsmaschinen
7
8
Erdaufbereitungs- und Zerkleinerungsmaschinen werden unterschieden je
nach Art und Weise der Beschickung (manuell oder Einsatz von Erdbaumaschinen). Da es sich um starke, gefährliche Maschinen handelt, sind
folgende Punkte zur Vermeidung von Unfällen unbedingt zu beachten:
9
●
9
Alle Personen müssen in der Handhabung der Maschinen eingewiesen
und regelmäßig unterwiesen werden.
Sicherheitshinweise gibt der Hersteller in seiner Betriebs10Spezielle
anleitung an, die unbedingt beachtet werden müssen. 10
●
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.3
●
Maschinen nur bestimmungsgemäß einsetzen.
●
Sicheren Standplatz und richtige Aufstellung (auf festem Untergrund)
der Maschine beachten.
11Vor jeder lnbetriebnahme der Maschine ist zu beachten, 11
daß sich keine
●
Personen im Gefahrenbereich (Schleudergefahr von Fremdkörpern) oder
auf der Maschine aufhalten.
Literaturhinweise
●
Schutzvorrichtungen dürfen nur im Stillstand der Maschine geöffnet
werden. Nach Abschluß der Wartungsarbeiten sind alle Schutzvorrichtungen wieder zu schließen. Die Maschine darf mit geöffneten Schutzvorrichtungen nicht gestartet werden.
●
Arbeiten bzw. Wartungsarbeiten an der Maschine dürfen nur im Stillstand ausgeführt werden. Zusätzlich sind entweder der Netzstecker, der
Zündschlüssel oder der Zündkerzenstecker zu ziehen.
●
Meist sind es laute Maschinen, deshalb unbedingt Gehörschutzmittel
verwenden.
●
Geräte mit Verbrennungsmotoren nicht in geschlossenen Räumen in
Betrieb setzen.
●
Beim Betanken der Maschinen ist das Rauchen verboten.
●
Beim manuellen Einfüllen von Schnittgut ist Augenschutz und Handschutz zu tragen. Beim Blockieren des Hammerwerkes sofort Motor
ausschalten.
●
Vor dem Einschalten des Motors prüfen, ob sich Zerkleinerungsmaterial
im Einfülltrichter oder im Zubringer befindet. Bei kleinen Maschinen nie
mit der Hand in den Bereich des Messerwerkzeuges greifen (bei Fremdkörperbeseitigung Hilfsmittel benutzen).
●
Bei maschineller Beschickung durch Bagger, Lader, Krane sind deren
Betriebsanleitungen zu beachten (siehe Lektion 11.3).
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
4
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
7.3 Spezielle Maschinen im
Produktionsgartenbau
9
7
8
9
Rationelles Arbeiten ist auch im Erwerbsgartenbau für den wirtschaftlichen
Erfolg unerläßlich und bedeutet den Einsatz von speziellen Maschinen für
unterschiedliche Arbeitsbereiche.
Topfmaschine
Das Topfen von Hand ist ausschließlich nur noch in kleineren Unternehmen
anzutreffen. Je nach Ausführung stellen die Topfmaschinen die Töpfe einzeln per Topfmagazin aus, befüllen diese, stanzen ein Loch für die Pflanze
und ein nachgeschalteter Gurtbandförderer leitet sie bis zum endgültigen
Standplatz im Gewächshaus.
10
10
11
11
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 7.4
Topfmaschine
Eriken-Stutzmaschine
Spezielle Maschinen im Produktionsgartenbau
Selbstfahrender Schneidewagen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.4
Die neuen Maschinen weisen alle technischen Sicherheiten nach den EGVorschriften auf, aber dennoch treten immer wieder Unfälle mit schweren
Arm- und Handverletzungen auf. Dies geschieht entweder, weil beim Einsetzen von Töpfen ein Topf danebengefallen ist oder weil ein Fremdkörper
im Substrat entdeckt wurde oder beim Reinigen in nicht abgeschaltetem
Zustand der Maschine. Verletzungsgefahren bestehen dabei in der Regel
am Topfkranz, den Topfhalterungen, den Mitnehmern und den quer zur
Laufrichtung des Topfkranzes stehenden Abstreifbürsten. Mindestens einmal jährlich sowie bei Neuanschaffung müssen die Beschäftigten über die
Gefahren an der Topfmaschine unterwiesen werden. Hierbei ist besonders
auf die Gefahren durch Quetsch-, Scher- und Fangstellen hinzuweisen.
Große Gefahren gehen zudem von der Abwärtsbewegung des sogenannten Pflanzlochbohrers aus. Dieser ist bis auf den für die Funktion
notwendigen Bereich abzudecken und ein Hinweisschild „Umlaufende
Werkzeuge“ anzubringen. Diese Verdeckung besteht meist aus einem
einfachen Gummituch, welches nach mehrmaliger Benutzung abreißen
kann und den Arbeitsbereich des Erdlochbohrers ungeschützt läßt. Eine
Verdeckung aus anderem Material wie z. B. Hartgummi oder Blech hat sich
bei Nachrüstungen bewährt.
Von jedem Arbeitsplatz der Topfmaschine müssen Notausschalter leicht
erreichbar sein, um im Gefahrfalle die Maschine schnellstmöglich stillsetzen zu können.
Topfmaschinen nachgeschaltete 15 – 20 cm breite Gurtbandförderer übernehmen den Transport der getopften Pflanzen und bringen diese in alle
Teile des Gewächshauses oder anderer Kultureinrichtungen. Auch bei
diesen relativ kleinen Transportbändern besteht die Gefahr des Hereinziehens der Finger zwischen Gurt und Umlenk- oder Spannrollen bei verbotenen Instandhaltungsarbeiten während des Betriebes oder beim Auf- und
Abnehmen des Fördergutes. Die Gefahren des langsam laufenden Förderbandes werden unterschätzt, denn ein Einziehen geschieht auch hierbei in
Bruchteilen einer Sekunde, so daß die menschliche Reaktion viel zu spät
5
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
7
8
erfolgt. Die Auflaufstellen sind meist mit Verdeckungen bzw. Füllstücken
gesichert. Beim Abnehmen mehrerer Töpfe mit einem manuellen Umsetzer
sind Fingerverletzungen ausgeschlossen. Dadurch wird zudem ein ermüdungsfreieres Arbeiten erreicht als bei Einzeltopfabnahme per Hand.
9
Erikenstutzmaschine
9
Eine Spezialmaschine für den Topfpflanzenanbau mit großem Gefahrenpotential stellt die sog. „Erikenstutzmaschine“ dar. Dies sind umgebaute
Elektro-Sichelmäher, die auf Gestellen befestigt über die Kulturen verfahren
werden, um ein effektives Stutzen der Eriken- und Azaleenkultur zu
garantieren.
10
10
Die Gefahren für die Bedienungsperson liegen darin, daß der Fuß beim
Verfahren über Grundbeete oder die Hand beim Verfahren über Tische in
die Messerkreisbahn gelangen können. Damit dies verhindert wird, müssen
mehrere Sicherheitsanforderungen erfüllt werden.
11
11
Es muß ein Sicherheitsabstand zur äußeren Messerkreisbahn von 150 mm
durch z. B. einen rundherum angebrachten starren Abweisbügel gegeben
sein. Die Nachlaufzeit der Messerwerkzeuge darf höchstens 1 Sekunde
betragen. An der Auswurföffnung muß ebenfalls ein Abweisbügel oder eine
selbstschließende Klappe angebracht sein.
Topfmaschine
Eriken-Stutzmaschine
Spezielle Maschinen im Produktionsgartenbau
Selbstfahrender Schneidewagen
Damit die abgeschnittenen Triebspitzen nicht in die Kultur fallen, werden
die Maschinen mit einer Auffangeinrichtung versehen. Wird diese nun zum
Entleeren abgenommen, muß sich der Antrieb zwangsläufig abschalten.
Dies erreicht man durch die Montage eines Kontaktschalters zwischen
Auswurfseite und Auffangkorb, der erst beim erneuten Einhängen desselben den Stromkreis wieder schließt. Das Wiedereinschalten des Gerätes
darf nur über ein besonderes Stellteil erfolgen, damit ein unbeabsichtigtes
Betätigen des Kontaktschalters ohne Unfallfolgen bleibt. Der Kontaktschalter könnte entfallen, wenn der Antrieb nach Loslassen eines Tastschalters
(Totmannschalter) zwangsläufig abschaltet; doch arbeitstechnisch ist diese
Lösung nicht anzustreben, da ein ständiges Halten dieses Schalters beim
Arbeiten nicht arbeitsgerecht ist.
Beim Einsatz der „Erikenstutzmaschine“ auf Grundbeeten sind unbedingt
Sicherheitsschuhe zu tragen.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 7.4
Arbeitsplattformen /
Schneidewagen
Arbeitsplattformen und selbstfahrende Schneidewagen werden häufig in
Baumschulen eingesetzt, um kronengestaltende Maßnahmen in größeren
Höhen sicherer durchführen zu können. Von ihnen aus zu arbeiten ist
bedeutend sicherer als der Einsatz von Leitern auf gewachsenem Boden.
Bei den Arbeitsplattformen gibt es verschiedene Montageformen wie z. B.
eine Arbeitsplattform mit Schnellwechselsystem für den Anbau an Ladern
oder in Frontladeschwingen von Ackerschleppern eingebaute Plattformen.
Zudem gibt es Schlepperaufbauten oder Konstruktionen, wobei die
Arbeitsplattform mit einem Ackerwagen oder Schlitten verbunden wird.
6
6
6
7
Gärtnerische Maschinen
8
7
8
Um ein gefahrloses Arbeiten zu gewährleisten (vorwiegend Abstürze),
müssen folgende Kriterien erfüllt werden:
●
Die Umwehrung muß aus einem Handlauf, einer Knieleiste und einer
Fußleiste (> 15 cm) bestehen und die Mindesthöhe der Umwehrung
muß mind. 1 m betragen. Auch die Verwendung einer geschlossenen
Umwehrung oder einer Umwehrung aus senkrechten Stäben ist möglich. Eine Umwehrung darf aber nicht aus Ketten und Seilen bestehen.
9
●
9
Eine Einstiegstür darf sich nur nach innen öffnen lassen, muß sich
selbsttätig schließen und muß verriegelbar sein.
10Die Arbeitsplattform muß am Ackerschlepper so befestigt10
werden
●
können, daß ein unbeabsichtigtes Lösen vermieden wird.
●
Die Neigung des Plattformbodens darf in jeder Höhe max. 5° aufweisen, d. h. die Arbeitsplattform muß parallel geführt sein.
11Bei besetzter Plattform darf die Fahrgeschwindigkeit nicht11
mehr als
●
1 km/h – das entspricht 0,3 m/s – betragen.
Literaturhinweise
●
Wichtig ist die Kennzeichnung der Arbeitsplattform über die zulässige
Tragfähigkeit bzw. über die Anzahl der Personen, die sich auf ihr aufhalten dürfen.
●
Warnschilder geben den Hinweis, daß der Aufenthalt unter einer angehobenen Arbeitsplattform unzulässig ist.
●
Die max. Geländeneigung des Gerätes darf 20° nicht überschreiten
(sonst Kippgefahr).
●
Damit ein Defekt in der Hydraulik nicht zum unkontrollierten Absenken
der Arbeitsplattform führen kann, muß eine Schlauchbruchsicherung
bzw. ein Drosselventil eingebaut werden.
●
Die mitgelieferte Betriebsanleitung des Herstellers gibt zusätzliche
Sicherheitshinweise im Umgang mit der entsprechenden Arbeitsplattform. Diese Hinweise sind unbedingt einzuhalten, um ein gefahrenfreies
Arbeiten zu ermöglichen.
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
7
Handgeführte Bodenbearbeitungsmaschinen
Triebradhacke
Triebradlose
Hacke
Einachsschlepper
mit angebautem
Fräskasten
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.1
Bodenbearbeitungsgeräte als Anbaugeräte
über Gelenkwellen angetrieben
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.2
Erdaufbereitungs- und Zerkleinerungsmaschinen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 7.3
Schaubild 7.4
Spezielle Maschinen im Produktionsgartenbau
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Topfmaschine
Selbstfahrender Schneidewagen
Eriken-Stutzmaschine
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
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Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
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Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
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Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
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Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Persönliche Schutzausrüstungen
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Gefahrstoffe im Gartenbau
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Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
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Innerbetrieblicher
Transport
9
Innerbetrieblicher Transport
8
9
Unter dem Begriff des innerbetrieblichen Transportes ist das Befördern
von Gegenständen bzw. Lasten innerhalb der betrieblichen Grundstücksgrenzen zu verstehen. Dabei ist es unerheblich, ob der Transport von Hand
oder maschinell erfolgt.
10
10
11
11
8.1 Grundsätze für das Heben und Tragen
Das Heben und Tragen von Lasten im Gartenbau wird oft als eine
Nebentätigkeit betrachtet, der nicht immer gebührende Aufmerksamkeit
geschenkt wird. Im Gegensatz dazu haben zur Zeit 11% aller Arbeitsunfähigkeitstage in der Landwirtschaft und im Gartenbau ihre Ursache in
Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates. Das Heben und
Tragen von Lasten kann insbesondere dann eine Gesundheitsgefährdung
darstellen, wenn die Last entweder zu schwer, zu groß oder zu unhandlich
ist. Verstärkt wird diese physische Belastung, wenn das Heben und Tragen
der Lasten in extremer Rumpfbeugehaltung oder in verdrehter Körperhaltung durchgeführt wird. Die arbeitsbedingten Belastungen durch das
Heben und Tragen von Lasten kann man in zwei Schwerpunkten unterscheiden:
1. Belastung der Muskulatur
2. Belastung des Skeletts
Die Belastung der Muskulatur ist problematisch, weil bei statischer
Muskelarbeit, wie sie beim Heben und Tragen von Lasten erforderlich ist,
durch den Druck des angespannten Muskels der Blutstrom und damit
auch die Sauerstoff- und Energiezufuhr erheblich reduziert werden. Aus
diesem Grund führt das Heben und Tragen von Lasten schneller als bei
anderen Tätigkeiten zu Ermüdungserscheinungen. Aus ergonomischer
Sicht sollte man daher eine einseitige Belastung durch häufiges manuelles
Heben und Tragen vermeiden. Die chronischen Schäden an der Wirbelsäule bzw. den Bandscheiben werden aber von deren statischer Belastung
verursacht.
Die Wirbelsäule besteht aus knöchernen Wirbelkörpern, zwischen denen
knorpelige, halbelastische Bandscheiben liegen. Diese Bandscheiben
haben einen zentralen gallertartigen Kern und ermöglichen, daß die Wirbelsäule trotz ihrer statischen Funktion beweglich und elastisch ist, und sie
dämpfen darüber hinaus auch Schwingungen ab.
Physikalisch betrachtet stellt die Wirbelsäule einen Lastarm dar. Wie bei
jedem Hebel entspricht Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm. Da die Wirbelansätze im Vergleich zur Länge der Wirbelsäule relativ kurz sind, ergibt
sich, besonders wenn die Last weit vom Körper weg getragen wird, ein
denkbar ungünstiger Lastarm und eine extreme Belastung.
1
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.1
Falsch
Falsches Belasten der Wirbelsäule beim Anheben
Richtig
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
9
Diese Belastung tritt vor allem im Bereich der untersten drei Lendenwirbel
auf. Beim Anheben eines schweren Gewichtes mit gekrümmtem Rücken
(also mit ungünstiger Körperhaltung) kann die 10fache Belastung auf die
unteren Bandscheiben im Lendenwirbelbereich einwirken.
10
10
Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich Schlußfolgerungen für das richtige
Heben und Tragen von Lasten.
11
Schaubild 8.1
Richtiges Heben
und Absetzen
von Lasten
8
11
1. Die Last sollte möglichst mit gespreizten Beinen, mit geradem Rücken
und in der Hocke aufgenommen werden.
2. Die Last sollte nie ruckartig angehoben werden.
3. Die Last sollte nie in Hohlkreuzhaltung aufgenommen werden.
Richtiges Anheben mit geradem Rücken
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
4. Ein Verdrehen der Wirbelsäule sollte – wenn möglich – beim Heben und
Bewegen der Last vermieden werden.
Zuwenig Beachtung findet oft, daß auch das intensive Anspannen der
Bauchmuskulatur bzw. des Zwerchfells die Wirbelsäule und damit auch die
Bandscheiben bis zu 30 % entlasten kann.
Schaubild 8.2
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.2
Richtiges Tragen
von Lasten
1. Das Tragen sollte möglichst mit aufrechter Körperhaltung erfolgen.
2. Der Körper sollte möglichst symmetrisch und nicht einseitig belastet
werden.
3. Die Last sollte möglichst gleichmäßig verteilt mit seitlich herabhängenden Armen auf den Schultern oder auf dem Rücken möglichst nahe am
Körper getragen werden. Weitestgehend soll ein Tragen auf den Hüften
oder auf dem Bauch vermieden werden.
Richtiges Tragen von Lasten
4. Bei schweren Lasten oder weiten Wegen sollte die Last möglichst
mehrmalig abgesetzt werden.
Gefährliche
Hohlkreuzhaltung
Verdrehung
der Wirbelsäule
5. Bei sehr schweren Lasten soll der Transport – wenn möglich – mit
Hilfsmitteln oder von mehreren Trägern durchgeführt werden.
Schwerpunkt der Last beachten
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.3
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.3
2
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
9
Richtwerte für
Belastungsgrenzen
8
Ab welcher Höhe eine Last zu einer Gefährdung der Gesundheit führen
kann, ist neben der schon dargelegten Technik des Hebens und Tragens
von sehr vielen verschiedenen Einflußfaktoren abhängig, so z. B.:
Alter
10dem
dem Geschlecht
●
●
●
der allgemeinen körperlichen Verfassung
●
der Hubhöhe
11der Hubzeit
●
●
der Transportweg
●
und der Häufigkeit
10
11
8.2 Hilfsmittel zum Heben und Tragen
Viele Belastungen durch das manuelle Heben und Tragen von Lasten
können durch eine kluge Planung von Arbeitsplätzen oder durch deren
Umgestaltung bzw. durch das Verwenden von geeigneten Hilfsmitteln
vermieden werden. Insbesondere beim Neubau oder Umbau von Arbeitsstätten sollte man bestrebt sein, Lasten auf einer Ebene zu bewegen,
geeignete Transportmittel auszuwählen und ausreichend bemessene
Verkehrswege zu schaffen. Maschinen und technische Hilfsmittel, wie z. B.
Stechkarre (= Sackkarre), Schubkarre, Handwagen, Anhänger, Gabelhubwagen, Gabelstapler, Förderbänder, Flaschenzüge, Hängebahnen,
Kräne, Hebebühnen, Tragegestelle oder Tragegurte, können nicht nur die
Belastungen reduzieren, sondern auch den Arbeitsablauf effektiver gestalten.
8.3
Transportelemente
8.3.1 Transportgüter
So unterschiedlich die Transportgüter im Gartenbau sein mögen, so sind
doch drei Fragen beim innerbetrieblichen Transport in bezug auf das
Transportgut besonders wichtig:
1. Wie schwer ist die Last, die transportiert werden soll?
2. Wo befindet sich ggf. der Lastschwerpunkt bzw. wie ist die Last am
günstigsten zu transportieren?
3. Welche Griffmöglichkeiten (beim manuellen Heben und Tragen von
Lasten) bzw. welche Anschlagpunkte oder Anschlagmöglichkeiten hat
die betreffende Last?
3
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
8.3.2 Lastaufnahmeeinrichtungen
8
9
Unter Lastaufnahmeeinrichtungen versteht man alle Tragmittel, Anschlagmittel und Lastaufnahmemittel. Der Unternehmer darf nur solche Personen
mit der selbständigen Anwendung von Lastaufnahmeeinrichtungen beauftragen, die mit diesen Aufgaben ausreichend vertraut sind, d. h. die entsprechenden Personen müssen unterwiesen worden sein und Kenntnisse
der einschlägigen Betriebs- und Bedienungsanleitungen für die Lastaufnahmeeinrichtungen besitzen.
Lastaufnahme-Einrichtungen
4
3
2
1
1
2
3
4
Last
Anschlagmittel
Lastaufnahmemittel
Tragmittel
Ablegereife
von Drahtseilen:
Drahtbrüche
Litzenbrüche
10
10
11
11
Damit man sich auf die Funktion und die Sicherheit von Lastaufnahmeeinrichtungen verlassen kann, müssen sie vor Betrieb von einem Sachkundigen auf etwaige Mängel überprüft werden. Durch einen Sachkundigen sind die regelmäßigen Prüfungen darüber hinaus mindestens einmal
jährlich durchzuführen.
Aufdoldungen
4
Quetschungen
3
2
1
Knicke
Klanken
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Lastaufnahmeeinrichtungen bestehen in der Einheit von Anschlagmittel,
Lastaufnahmemittel und Tragmittel.
Schaubild 8.4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.4
Tragmittel
Tragmittel sind die Lasthaken z. B. von Kranen. Lasthaken sind häufig
hohen Belastungen und starkem Verschleiß ausgesetzt. Dabei können zum
Teil folgende Schäden auftreten:
●
Anrisse, insbesondere Querrisse im Schaft, Hals, Gewinde oder
Hakenmaul
●
Aufweitung des Hakenmauls um mehr als 10 %
●
Abnutzung im Hakengrund um mehr als 5 %
Tauchen derartige Schäden an einem Tragmittel auf, ist es nicht mehr
sicher funktionsfähig. Lasthaken müssen grundsätzlich so gestaltet oder
ausgerüstet sein, daß ein unbeabsichtigtes Aushängen des Lastaufnahmemittels, des Anschlagmittels oder der Last nicht möglich ist (Sicherheitshaken).
Lastaufnahmemittel
Lastaufnahmemittel sind spezielle Einrichtungen zur Aufnahme von Lasten.
Dazu zählen z. B. Zangen, Greifer, C-Haken und Traversen. Sie werden
entweder direkt mit dem Tragmittel des Kranes (z. B. Lasthaken) verbunden
oder mit Hilfe von Anschlagmitteln.
Am Lastaufnahmemittel muß deutlich und dauerhaft sowie leicht erkennbar
die Angabe über die Tragfähigkeit vorhanden sein. Darüber hinaus müssen
auch Angaben zum Hersteller, dem Typ, dem Baujahr sowie eine Fabrikationsnummer vorhanden sein.
4
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
Anschlagmittel
9
Unter Anschlagmittel versteht man die Verbindung zwischen Tragmittel
(z. B. Lasthaken) und der zu hebenden Last oder zwischen dem Tragmittel
und einem Lastaufnahmemittel (z. B. Traversen, Zangen usw.). Die in der
gartenbaulichen Praxis am häufigsten verwendeten Anschlagmittel sind
z. B. Anschlagketten, Anschlagseile, Anschlagbänder. Für den Hebezeugbetrieb müssen Hebekonstruktionen und Lastaufnahmeeinrichtungen
sicherheitstechnisch aufeinander abgestimmt sein.
10
Allgemeine
Grundsätze
für die
Verwendung
von Anschlagmitteln
8
10
1. Beim Anschlagen ist darauf zu achten, daß durch die Last die Tragfähigkeit des Hebezeuges und der Anschlag- bzw. Lastaufnahmemittel nicht
überschritten wird.
11
11
2. Lasten müssen so angeschlagen sein, daß sie nicht herabfallen können.
3. Lasten dürfen nicht durch Einhaken oder Umschnürung angeschlagen
werden (diese dient evtl. nur zum Bündeln und Zusammenhalten von
Materialien).
4. Seile, Ketten und Hebebänder können durch scharfe Kanten der Lasten
in ihrer Tragfähigkeit beeinträchtigt werden.
5. Ist ein unbeabsichtigtes Aushängen möglich, z. B. bei starren Lastaufnahmemitteln oder bei Drahtseilen mit geringer freier Länge, müssen
Lasthaken mit Sicherung verwendet werden, die ein unbeabsichtigtes
Aushängen nicht zulassen (z. B. Haken mit Sicherungsklappe).
6. Anschlagmittel sind vor schädigenden Einflüssen geschützt aufzubewahren, d. h. sie sind trocken, luftig und vor aggressiven Stoffen
geschützt zu lagern.
Anschlagmittel aus Stahldraht werden wegen ihres relativ geringen Gewichts sehr häufig bevorzugt. Stahldrahtseile dürfen nicht über scharfe
Kanten gezogen werden. Anschlagseile müssen mit einer Kennzeichnung
versehen sein. Die Tragfähigkeit für einen Neigungswinkel bis 60° muß
deutlich und dauerhaft sowie leicht erkennbar an dem Anschlagseil angebracht sein (z. B. auf einem runden am Aufhängerring befestigten Anhänger). Prinzipiell dürfen Drahtseile mit einem Durchmesser unter 8 mm nicht
zum Anschlagen von Lasten verwendet werden. Mit Mängeln behaftete
Anschlagseile sind der Benutzung zu entziehen (Ablegereife), z. B.:
Drahtseile
Lastaufnahme-Einrichtungen
4
3
●
Bruch einer Litze
●
Aufdoldungen
●
Lockerung der äußeren Lage
●
Quetschungen, Knicke, Kinken (Klanken)
●
Korrosionsnarben und
●
Beschädigungen oder starke Abnutzungen der Seilendverbindungen
2
1
1
2
3
4
Last
Anschlagmittel
Lastaufnahmemittel
Tragmittel
Ablegereife
von Drahtseilen:
Drahtbrüche
Litzenbrüche
Aufdoldungen
4
Quetschungen
3
2
1
Knicke
Klanken
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.4
Als Seilendverbindungen für Anschlagseile aus Stahldraht sind nur Spleißoder Preßklemmen vorgesehen.
5
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
Chemiefaserseile
8
9
Zur Anwendung kommen Seile aus den Chemiefasern Polyamid, Polyester
und Polypropylen. Seile aus Polyamid sind mit einem grünen Faden in
einer Litze gekennzeichnet. Hebebänder aus dem gleichen Material besitzen ein grünes Etikett. Polyamid-Anschlagmittel sind sehr beständig
gegenüber Laugen. Sie besitzen aber eine geringe Naßbruchfestigkeit bei
hoher Wasseraufnahme in feuchter Umgebung. Chemiefaserseile aus
Polyester sind mit einem grünen Faden in zwei Litzen gekennzeichnet.
Hebebänder aus dem gleichen Material haben ein blaues Etikett eingenäht.
Anschlagmittel aus Polyester haben eine hohe Licht- und Wärmestabilität
und eine gute Stabilität gegen die meisten Säuren und Lösemittel sowie
eine hohe Elastizität. Anschlagseile aus Polypropylen haben keinen Kennfaden. Hebebänder aus diesem Material haben ein braunes Etikett eingenäht.
10
10
11
11
Chemiefaserseile gelten bei folgenden Schäden als ablegereif:
1. Bruch einer Litze im Seil
2. Garnbrüche in größerer Zahl (mehr als 10 % der Gesamtzahl)
3. Starke Verformung
4. Lockerung der Spleiße
5. Schäden infolge aggressiver Stoffe, starker Wärmeeinwirkung oder
starker äußerer Reibung
Anschlagketten
Im Hebezeugbetrieb dürfen grundsätzlich nur geprüfte Anschlagketten mit
einem Prägestempel, aus dem Kettenqualität und Hersteller erkennbar
sind, eingesetzt werden.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.5
Handhabung und Ablegestile von Ketten
Tragfähigkeit in % bei Kettentemperatur von °C
Güteklasse unter -20 unter -10 unter
0 von
0 über
bis
-40 bis
-20 bis
-10 bis
100 bis
100
150
2
0
50
75
100
75
5
100
100
100
100
100
8
100
100
100
100
100
Steifgezogene und abgenutzte Ketten
5%
10%
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.5
Zum Anschlagen von Lasten werden zunehmend hochfeste Anschlagketten eingesetzt. Dabei handelt es sich um Ketten der Güteklassen 5, 6 und
8. Sie sind an ihrem Prüf-Stempel deutlich erkennbar. Derartige Ketten
haben eine wesentlich höhere Festigkeit als Ketten der Normalgüte. Sie
sind darüber hinaus alterungs- und temperaturbeständiger. Ketten der
Güteklasse 5 sind mit einem grünen fünfeckigen, der Güteklasse 6 mit
einem gelben sechseckigen und der Güteklasse 8 mit einem roten achteckigen Anhänger versehen. Bei folgenden Schäden gelten Ketten als
ablegereif:
1. Mechanische Beschädigung durch Quetschung, Einkerbung oder
Rißbildung
2. Bei Deformation durch Verbiegen, Verdrehen oder Eindrücken
3. Bei Drehung durch Überlastung, wenn die ganze Kette oder ein einzelnes Glied um 5 % oder mehr gelängt sind und
4. bei Verschleiß (Abnahme der Gliedstärke an irgendeiner Stelle um mehr
als 10 %)
6
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Merkblatt der gewerblichen BG’en BGI 556
●
Merkblatt GBG 5
8
9
10Merkblatt GBG 21
10
11
11
●
8.4
Transportfahrzeuge und Transportmittel
8.4.1 Flurförderzeuge
Ein erheblicher Teil des innerbetrieblichen Transportes wird mit gleislosen
Transportmaschinen – sog. Flurförderzeugen – durchgeführt. Darunter versteht man Transportmittel, die sich „auf Flur“ fortbewegen bzw. fortbewegt
werden und dabei gleichzeitig Material befördern. Neben den bekannten
von Hand zu bewegenden Stechkarren (Sackkarren), Schubkarren und
Etagenwagen sind im Gartenbau hand- oder kraftbetriebene Gabelhubwagen und in großen Unternehmen zusätzlich Gabelstapler im Einsatz.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.6
Die nachstehenden Unfallgefahren an handbewegten Flurförderzeugen
treten besonders häufig auf:
Handgeführte Flurförderzeuge
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.6
●
sich selbst anfahren
●
Anecken in beengten Verhältnissen
●
Kippen durch Überladung oder falschen Lastenschwerpunkt
●
Stürze infolge Sichtbehinderung
●
Nachrollen des Transportwagens im Gefälle
●
von unsachgemäß geladenem Material getroffen oder
●
von der Zugdeichsel eingeklemmt werden
Daraus lassen sich grundlegende Anforderungen an das Transportmittel,
aber vor allem auch an die Bedienungsperson stellen. Um ein Kippen bei
Schub- und Stechkarren zu verhindern, muß sich der Lastenschwerpunkt
genau über der Achse befinden, und der Reifendruck ist regelmäßig zu
kontrollieren. Handverletzungen durch Anecken vermeidet man durch
Tragen von Schutzhandschuhen (für alle Transportarbeiten zu empfehlen)
oder zusätzlichen Handabweisern an den Griffen.
Um die Kippgefahr bei Ladearbeiten zu vermindern, empfiehlt sich die
Montage von Doppelrädern an Stechkarren. Eine andere sinnvolle Lösung
ist eine Vorrichtung zum Absetzen der Kisten per Fußschalter. Ein Rütteln
und Kippen der Kisten ist dadurch ausgeschlossen.
7
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
8
9
Etagen- oder Containerwagen dienen zum Transport von Pflanzen innerhalb des Betriebes und zum Versand. Oft werden sie so beladen, daß
Paletten oder Kisten überstehen und bei geringen Bewegungen herunterfallen. Werden die kugelgelagerten Räder nicht gewartet, beeinflußt dies
das Lenkverhalten und die Wagen lassen sich schwer steuern. Verletzungen im Fersen- und Spannbereich ergeben sich aus dem zumeist ungünstigen Verhältnis von Bodenunterkante zum Verkehrsweg. Hier würden
weiter heruntergezogene Bleche oder größere Abstände zumindest die
Verletzungen verringern. Oft ist durch die Ware die Sicht beeinträchtigt.
Hier hilft nur eine zweite Person, die vorne seitlich versetzt gehend die
Lenkfunktion übernimmt. Sinnvoll ist außerdem das Anbringen von
Feststelleinrichtungen, um ein Verrollen auf geneigter Fahrbahn zu verhindern.
10
10
11
11
Der Einsatz von Gabelhubwagen beschränkt sich auf den Transport von
Paletten oder palettierten Einheiten. Zwar erreichen sie nur geringe Hubhöhen bis 20 cm, dennoch ist darauf zu achten, daß die Last so tief wie
möglich über den Boden geführt wird, da durch die geringe Spurweite und
die großen Gewichte die Standsicherheit beeinträchtigt ist und eine große
Kippgefahr besteht. Diese hydraulischen Gabelhubwagen sind regelmäßig
durch einen Sachkundigen zu prüfen, weil Luft in die Hydraulikanlage
gelangen kann und die Deichsel dadurch stark federn läßt.
Elektro-Gabelhubwagen dürfen nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von
6 km/h gefahren werden. Zudem müssen diese Maschinen eine selbsttätig
wirkende Bremse haben, die beim Loslassen der Bedienungseinrichtung
und beim Hochschnellen oder Herunterfallen der Deichsel wirksam wird.
Daher ist die Bremseinrichtung ständig zu überwachen. Der Prüfumfang
erstreckt sich auch auf den Sicherheitsschalter am Deichselkopf, der einen
Schutz gegen Einklemmen durch sofortiges Abschalten oder Vorwärtsbewegung gewährleistet.
Durch die selbsttätige Lastaufnahme und die Stapeleinrichtung ist der
kraftbetriebene Gabelstapler ein Fördermittel, das für vielfältige Transportarbeiten eingesetzt wird. Weil der Gabelstaplerfahrer eine große Verantwortung trägt, werden an ihn besondere Anforderungen gestellt:
●
Er muß mindestens 18 Jahre alt,
●
geistig und körperlich geeignet,
●
theoretisch und praktisch ausgebildet,
●
vom Unternehmer ausdrücklich beauftragt worden sein und
●
eine Fahrprüfung erfolgreich abgelegt haben.
Damit der durch den täglichen Einsatz entstehende Verschleiß rechtzeitig
festgestellt werden kann, ist der Gabelstapler (gilt für alle kraftbetriebenen
Flurförderzeuge) nach Bedarf, jedoch mindestens einmal jährlich, durch
einen Sachkundigen zu prüfen und die Ergebnisse sind in einem Prüfbuch
festzuhalten.
8
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
8
9
9
Von den vielen sicherheitstechnischen Anforderungen an einen Gabelstapler sind für den Gartenbau ein paar besondere Punkte herauszustellen.
Dazu zählt ein ergonomisch gestalteter Sitz, ein Fahrerschutzdach, ein
Lastenschutzgitter am Hubmast (Schutz gegen Kleinteile), möglichst ein
Freisichthubgerüst, der Anschlag über das Verbot der Mitfahrt auf nicht
geeigneten Plätzen und der Aufenthalt unter angehobener Last, rutschhemmend ausgeführte Führerplattform, geeignete Auftrittsstufen mit
Festhaltemöglichkeit und ein Lastenschwerpunktdiagramm. Das Lastenschwerpunktdiagramm zeigt an, wie weit der Schwerpunkt einer Last von
dem senkrechten Gabelrücken höchstens entfernt sein darf. Dabei werfen
im Gartenbau die Gewichtsermittlungen von Pflanzen und Töpfen Probleme auf, da eine unterschiedliche Erdfeuchte vorherrscht und der Topf
aus Kunststoff oder Ton bestehen kann.
10
10
11
11
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.7
Lastenschwerpunkt und Gabelstaplereinsatz
Um Fahrfehler und damit Unfälle zu vermeiden, sind folgende Grundregeln
beim Bedienen eines Gabelstaplers zu beachten:
Lastarm
●
Tragfähigkeit nicht überschreiten.
●
Lastdiagramm beachten.
●
Last möglichst nahe am Gabelrücken aufnehmen. Darauf achten, daß
sie nicht abrutschen, abrollen, abgleiten oder abkippen kann.
●
Gabelstapler nur so beladen, daß ausreichende Sicht auf die Fahrbahn
erhalten bleibt.
●
Hubgerüst nur über der Stapelfläche nach vorne neigen.
●
Nur freigegebene Verkehrswege benutzen.
●
Lastaufnahmemittel in möglichst niedriger Stellung verfahren.
●
Fahrbahnunebenheiten meiden.
●
Kurven langsam und weit durchfahren.
●
Im Gefälle und in Steigungen Last bergseitig führen.
●
Beim Anfahren Personen in der Umgebung nicht gefährden.
●
Während der Fahrt auf Personen im Fahrweg und in der Umgebung
achten.
●
Von Ausgängen und Ausfahrten mindestens 1 m Abstand halten.
●
In Tordurchfahrten, an Einmündungen, Kreuzungen und Regalgängen
langsam fahren. Auf Querverkehr achten.
●
Vor Fahrantritt Gerät auf ordnungsgemäße Funktion und erkennbare
Schäden kontrollieren.
Drehachse
±
3000
2500
2000
Lastgewicht in kg
1500
1000 900 800 700 600 500
Lastschwerpunktabstand in mm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.7
9
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
8
9
9
●
Auf dem Gabelstapler keine Personen mitnehmen (nur auf geeigneten
Sitzen).
●
Mit dem Lastaufnahmemittel oder der Last keine Personen auf- und
abwärtsfahren.
10Vor dem Verlassen des Gabelstaplers Lastaufnahmemittel10
absenken,
●
Feststellbremse anziehen, Zünd-/Schaltschlüssel abziehen.
Würden alle diese einfachen Regeln inkl. der Sachkundigenprüfung
beachtet werden, dürften Unfälle mit diesem Fahrzeug weitgehendst
ausgeschlossen sein.
11
11
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen BG’en BGV D27
●
Merkblatt der gewerblichen BG’en BGI 545
●
Merkblatt der gewerblichen BG’en BGI 582
8.4.2 Fahrzeuge und Ackerschlepper
In allen Sparten des Gartenbaues benötigen wir für Transporttätigkeiten,
Bodenbearbeitungs- und Pflegemaßnahmen verschiedenartige Fahrzeuge,
vor allem Ackerschlepper in unterschiedlicher Größe und Motorleistung.
Bereits bei der Beschaffung von Fahrzeugen muß darauf geachtet werden,
daß die erforderlichen Schutzeinrichtungen vollständig vorhanden sind.
Neue Maschinen müssen nach den geltenden EN-Normen gebaut werden.
Bei der Beschaffung von Fahrzeugen gilt zusätzlich das Straßenverkehrsrecht, wonach eine Betriebserlaubnis vorhanden sein muß. Diese Betriebserlaubnis ist wiederum der Nachweis, daß es den Bestimmungen der
Straßenverkehrszulassungordnung (StVZO) entspricht.
Die Betriebsanleitungen für Fahrzeuge enthalten auch Hinweise des
Herstellers für den sicheren Einsatz. Auf jeden Fall muß vor dem ersten
Einsatz und erforderlichenfalls nach längeren Einsatzpausen die Betriebsanleitung gelesen werden, um sich die dort aufgeführten Hinweise in Erinnerung zu rufen. Sie muß am Einsatzort vorhanden sein.
Führen von
Fahrzeugen
Das Führen von Schleppern ist nur unterwiesenen Personen gestattet, die
außerdem körperlich und geistig geeignet, je nach Schleppertyp mindestens 16 Jahre alt sind, mit dem Führen des Traktors beauftragt wurden
und ihre Befähigung nachgewiesen haben. Voraussetzung für das Führen
des Schleppers auf öffentlichen Straßen ist außerdem der Besitz einer
gültigen Fahrerlaubnis. Auf nichtöffentlichen Straßen (innerbetrieblich)
dürfen kraftbetriebene Fahrzeuge nur von Personen geführt werden, die
die erforderliche Erfahrung besitzen.
10
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
8
9
Ein umsichtiger Schlepperfahrer beachtet folgende Punkte, damit er sein
Fahrzeug sicher führt und sich und andere Personen nicht gefährdet:
●
Prüfung des betriebssicheren Zustandes vor Arbeitsbeginn
(evtl. Sachkunde-Prüfung).
●
Sicherheits- und Schutzeinrichtungen zweckentsprechend verwenden
und instand halten.
●
Bedienungsanleitung beachten.
10
10
11Trittsichere, saubere Aufstiege gewährleisten und geeignetes
11Schuh-
●
werk tragen. Ingangsetzen der Fahrzeuge nur vom Fahrersitz aus.
●
Sichern der Anhänger und Anbaugeräte gegen Wegrollen, nicht
zwischen Fahrzeug und Anhänger/Anbaugerät treten, Stellteile nur vom
vorgesehenen Platz aus bedienen.
●
Fahrweise so einrichten, daß das Fahrzeug jederzeit sicher beherrscht
wird. Kenntlichmachung und Beleuchtung von angebauten und
angehängten Anbaugeräten.
●
Beförderung von Personen nur auf geeigneten Sitzplätzen und warten,
bis alle Mitfahrer die Sitzplätze eingenommen haben.
●
Vor Wartungsarbeiten und Störungsbeseitigung Maschine stillsetzen,
angehobene Bauteile sichern, Zündschlüssel gegen irrtümliches
Ingangsetzen abziehen.
●
Fahrzeuge nur bei ausreichenden Sichtverhältnissen betreiben.
●
Fahrzeuge dürfen bergab nicht ausgekuppelt werden.
●
Bei rückwärtiger Fahrt mit Sichtbehinderung einweisen lassen durch
zweite Person, immer Blickkontakt halten.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.8
Einweisen von Fahrzeugen
Handsignale für allgemeine Hinweise
Achtung
Arm gestreckt mit nach
vorn gekehrter Handfläche hochhalten
Halt
Beide Arme seitwärts
waagerecht ausstrecken
●
Wird der Schlepper verlassen, muß er gegen unbeabsichtigte Bewegung
und unbefugtes Bedienen gesichert werden:
Gang einlegen, Feststellbremse betätigen, Zündschlüssel ziehen.
●
Fahrzeuge und Anhänger dürfen nur so schwer beladen sein, wie dies
der Hersteller vorschreibt.
●
Die Ladung muß gegen Herunterfallen und Verrutschen gesichert
werden.
●
Nicht in den Fallbereich des Ladegutes treten.
●
Nicht in dem Kippbereich der Ladebrücke aufhalten.
●
Bei Überlänge /-breite Warntafeln anbringen.
Halt – Gefahr
Beide Arme seitwärts
waagerecht ausstrecken
und abwechselnd
anwinkeln und strecken
Handsignale für Fahrbewegungen
Abfahren
Arm hochgestreckt mit
nach vorn gekehrter
Handfläche seitlich hinund herbewegen
Herkommen
Mit beiden Armen mit
zum Körper gerichteten
Handflächen heranwinken
Richtungsangabe
Den der Bewegungsrichtung zugeordneten Arm
anwinkeln und seitlich hin- und herbewegen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Entfernen
Mit beiden Armen mit
vom Körper weggerichteten Handflächen wegwinken
Angabe des Abstandes
zum Haltepunkt
Beide Handflächen parallel dem Abstand entsprechend halten
Schaubild 8.8
11
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
Umsturzvorrichtung
(USV)
9
Ackerschlepper müssen mit Schutzeinrichtungen versehen sein, die geeignet sind, die Fahrer bei seitlichem oder rückwärtigem Umstürzen oder
Überschlagen des Ackerschleppers vor Verletzungen zu schützen.
10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.9
Umsturz-Schutzvorrichtungen
an Ackerschleppern
10
Die Schutzeinrichtungen müssen fest angebracht und entsprechend
Gewicht und Bauart des Ackerschleppers so beschaffen sein, daß sie bei
seitlichem oder rückwärtigem Umstürzen oder Überschlagen weder
zerstört noch in gefährdender Weise verformt werden können.
11
Starrer Bügel
Klappbarer Bügel
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
8
Schaubild 8.9
Als Schutzeinrichtungen sind z. B. anzusehen:
● Bügel
● Rahmen
● Führerhaus (Kabine – siehe Schaubild 7.2)
11
Ausnahmen gelten für sogenannte Schmalspurschlepper (siehe VSG 3.1
§ 33 (2)). Wird in Kulturen wie Obstanlagen, Gewächshäusern, Baumschulquartieren wegen geringer Durchfahrtshöhe eine klappbare Ausführung
(Klappbügel) benutzt, so ist dies vorher per Antrag beim Vorstand der
Gartenbau-Berufsgenossenschaft anzuzeigen und genehmigen zu lassen.
Wichtig ist aber, daß der Klappbügel außerhalb der genannten Arbeitsbereiche sofort wieder in Schutzstellung gebracht wird.
Ladungssicherung
Je nach Ladegut ist ein geeignetes Fahrzeug mit entsprechendem Aufbau
und ggf. Ladungssicherungseinrichtung einzusetzen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.10
Ladungssicherung und
Einsatz von Auffahrrampen /-bohlen
Verzurrarten
Schwerpunktzurrung
Schrägzurrung
Diagonalzurrung
Niederzurrung
Die Ladung muß so gesichert sein, daß sie während der Fahrt nicht
● verrutschen,
● umfallen,
● verrollen oder
● ein Umschlagen des Fahrzeuges verursachen kann.
Neufahrzeuge mit Pritschenaufbauten müssen seit dem 1. Oktober 1993
mit Zurrpunkten ausgestattet werden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.10
Die angebrachten Zurrpunkte, z. B. Ringböcke, Anschlagwirbel, Zurrmulden, sind Voraussetzung für den wirksamen Einsatz von Zurrmitteln.
In der Praxis kommen vier Arten von Zurrungen (oftmals auch kombiniert)
vor:
● Schwerpunktzurrung
● Schrägzurrung
● Diagonalzurrung
● Niederzurrung
12
7
7
8
Innerbetrieblicher
Transport
9
Merkregeln
für Ladungssicherung
8
9
●
Nur geeignetes Transportfahrzeug wählen.
●
Ladungsschwerpunkt möglichst auf die Längsmittelachse des
Fahrzeuges legen.
10Schwerpunkt des Ladegutes so niedrig wie möglich halten.
10
●
●
Zulässiges Gesamtgewicht bzw. zulässige Achslast nicht überschreiten.
●
Stets Lademaße einhalten, ggf. besondere Kenntlichmachung,
Ausnahme-, Sondergenehmigung beachten.
Ladungssicherung vornehmen, geeignete Hilfsmittel
11Fachgerechte
11
einsetzen.
●
Ladeschienen
Ladungssicherung und
Einsatz von Auffahrrampen /-bohlen
●
Ladung so verstauen, daß sie nicht in Bewegung gerät.
●
Verkehrssichere Fahrwege, richtige Fahrgeschwindigkeit im Hinblick auf
Fahreigenschaften des Fahrzeuges wählen.
Werden zum Verladen von Maschinen Auffahrrampen benutzt, müssen
diese geeignet und gegen Abrutschen gesichert sein. Zudem müssen sie
ausreichend breit und rutschhemmend ausgeführt sein.
Verzurrarten
Schwerpunktzurrung
Schrägzurrung
Diagonalzurrung
Für Ladestege und Ladeschienen wurde eine max. Steigung von 30 %
(ca.17°) festgelegt, um gefahrloses Auf- und Abladen gewährleisten zu
können.
Niederzurrung
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.10
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 8.10
Literaturhinweise
●
Straßenverkehrsordnung
●
Straßenverkehrszulassungsordnung
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Merkblatt GBG 19
●
Merkblatt GBG 21
13
Richtig
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Falsch
Schaubild 8.1
Falsches Belasten der Wirbelsäule beim Anheben
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.2
Richtiges Anheben mit geradem Rücken
Richtiges Tragen von Lasten
Gefährliche
Hohlkreuzhaltung
Verdrehung
der Wirbelsäule
Schwerpunkt der Last beachten
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.3
Lastaufnahme-Einrichtungen
4
3
2
1
1
2
3
4
Last
Anschlagmittel
Lastaufnahmemittel
Tragmittel
Ablegereife
von Drahtseilen:
Drahtbrüche
Litzenbrüche
Aufdoldungen
4
Quetschungen
3
2
1
Knicke
Klanken
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.4
Handhabung und Ablegestile von Ketten
Tragfähigkeit in % bei Kettentemperatur von °C
Güteklasse unter -20 unter -10 unter
0 von
0 über
bis
-40 bis
-20 bis
-10 bis
100 bis
100
150
2
0
50
75
100
75
5
100
100
100
100
100
8
100
100
100
100
100
Steifgezogene und abgenutzte Ketten
5%
10%
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.5
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.6
Handgeführte Flurförderzeuge
Lastenschwerpunkt und Gabelstaplereinsatz
Lastarm
Drehachse
±
3000
2500
2000
Lastgewicht in kg
1500
1000 900 800 700 600 500
Lastschwerpunktabstand in mm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.7
Einweisen von Fahrzeugen
Handsignale für allgemeine Hinweise
Achtung
Arm gestreckt mit nach
vorn gekehrter Handfläche hochhalten
Halt
Beide Arme seitwärts
waagerecht ausstrecken
Halt – Gefahr
Beide Arme seitwärts
waagerecht ausstrecken
und abwechselnd
anwinkeln und strecken
Handsignale für Fahrbewegungen
Abfahren
Arm hochgestreckt mit
nach vorn gekehrter
Handfläche seitlich hinund herbewegen
Herkommen
Mit beiden Armen mit
zum Körper gerichteten
Handflächen heranwinken
Richtungsangabe
Den der Bewegungsrichtung zugeordneten Arm
anwinkeln und seitlich hin- und herbewegen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Entfernen
Mit beiden Armen mit
vom Körper weggerichteten Handflächen wegwinken
Angabe des Abstandes
zum Haltepunkt
Beide Handflächen parallel dem Abstand entsprechend halten
Schaubild 8.8
Umsturz-Schutzvorrichtungen
an Ackerschleppern
Starrer Bügel
Klappbarer Bügel
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.9
Ladungssicherung und
Einsatz von Auffahrrampen /-bohlen
Verzurrarten
Schwerpunktzurrung
Schrägzurrung
Diagonalzurrung
Niederzurrung
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 8.10
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
10
10
5
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
8
8
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
9.1 Definition von Gefahrstoffen
9
10
Ohne Chemie ist heute kein Auskommen mehr. Zur Zeit gibt es mehr als
100.000 chemische Stoffe. Sie fallen uns durch die Kennzeichnung von
Symbolen auf, welche auf Dosen, Tuben oder Kanistern vorhanden sind.
Sie befinden sich auf Klebstofftuben, Benzinkanistern, Kaltreinigerdosen,
Farbdosen, Frostschutzmittelbehältnissen, Pflanzenschutzmittelverpackungen usw.
11
11
Viele dieser Chemikalien, mit denen wir täglich arbeiten, können gesundheitsschädigend wirken, wenn wir nicht vorschriftsmäßig mit ihnen
umgehen. Es sind Gefahrstoffe. Was aber ist ein Gefahrstoff und welche
Gefahren bestehen beim Umgang?
Diese Frage läßt sich nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild eines
Stoffes beantworten. Sicherlich ist bekannt, daß Benzindämpfe Explosionen hervorrufen können. Viele Stoffe haben aber die Eigenschaft,
nicht sofort auf den menschlichen Organismus zu wirken. Lösemittel,
z. B. Farbverdünnung, Kaltreiniger und Holzschutzmittel, dringen bei
unsachgemäßem Gebrauch über die Hände in die Haut und in den Körper
ein und führen im Laufe des Arbeitslebens zu Vergiftungen mit irreversiblen
Leber- und Nierenschäden. Der Körper selbst warnt auch vor diesen
Stoffen, z. B. durch Kopfschmerzen, Hautrötungen bis hin zur Allergie.
Ein Gefahrstoff ist somit ein chemisch erzeugter oder natürlich vorkommender Stoff oder eine chemische Verbindung mit gefährlichen
Eigenschaften. Darüber hinaus gibt es auftretende Gefahren, die beim
Verarbeiten entstehen können. Genannt seien hier Schweißdämpfe, Stäube
beim Verarbeiten von Holz, quarzhaltigen Platten, asbesthaltigen Produkten, Pflanzenfarben sowie Quellschweißmitteln beim Teichbau. Gärtnerische Arbeiten, die auf ehemaligen Deponien bzw. kontaminierten Böden
stattfinden, zählen ebenfalls dazu.
Aufnahmeweg von Gefahrstoffen
in den Körper
Einatmen
Nasenraum
Gase, Dämpfe,
Stäube, Aerosole
Verschlucken
Luftröhre
Stäube und
Flüssigkeiten
Speiseröhre
Bronchien
Lunge
Lungenbläschen
(Alveolen)
Hautresorption
Stäube und
Flüssigkeiten
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
9.2 Aufnahmewege von Gefahrstoffen
Die Aufnahme von Gefahrstoffen in den menschlichen Körper wird stark
von der physikalischen Erscheinungsform der Stoffe bestimmt. Es wird
unterschieden in Gase, Dämpfe, Schwebstoffe (Nebel, Rauche und
Stäube), Flüssigkeiten, Pasten oder Feststoffe. Sie können durch Einatmen, Verschlucken, aber auch über die Haut in den Körper gelangen
und Krankheiten verursachen.
Schaubild 9.1
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.1
1
8
8
9
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
10
9.3 Kennzeichnung von Gefahrstoffen
Leichtentzündlich
F
Hochentzündlich
Xi
Reizend
Gefahrensymbole
Explosionsgefährlich
Xn
Gesundheitsschädlich
F+
T
Giftig
Brandfördernd
Ätzend
O
C
Eigentlich dürfte der Umgang mit Gefahrstoffen dann kein Problem sein,
wenn diese richtig gekennzeichnet sind und der Anwender danach
arbeitet. In der Gefahrstoffverordnung ist genauestens vorgeschrieben,
wie Stoffe und Zubereitungen, die als Gefahrstoff eingestuft worden sind,
gekennzeichnet werden müssen. Diese Kennzeichnung erfolgt durch
Gefahrensymbole.
11
11
T+
Sehr giftig
N
Umweltgefährlich
Schaubild 9.2
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.2
Totenkopf oder Andreaskreuz weisen bildlich auf die entsprechenden
Gefahren hin. Des weiteren hat der Gesetzgeber festgelegt, daß entsprechende Gefahrenhinweise (R-Sätze) und entsprechende Sicherheitsratschläge (S-Sätze) auf den entsprechenden Verpackungen aufgedruckt
sind. Der Aufkleber auf einem Benzinkanister bzw. an jeder Tanksäule
macht dies deutlich.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.3
Benzinkanister mit Kennzeichnung
gemäß Gefahrstoffverordnung
Neben dem Gefahrensymbol (Totenkopf T+) wird auf folgende Gefahr
hingewiesen (R-Sätze = Gefahrenhinweise):
1
2
3
4
5
3
Dampfluftgemisch explosionsgefährlich:
Ottokraftstoff
UN 1203
1
Gefahrstoffbezeichnung (Handelsname)
2
Gefährdende Inhaltsstoffe (Wirkstoffnamen)
3
Gefahrensymbole
4
Gefahrenhinweise (R-Sätze)
5
Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.3
●
giftig beim Einatmen, Verschlucken und bei Berührung mit der Haut,
●
kann Krebs erzeugen.
Nun stellt sich für den Anwender die Frage, welche Maßnahmen zu treffen
sind. Hier geben die Sicherheitsratschläge (S-Sätze) folgende Auskünfte:
●
Dämpfe nicht einatmen
●
von Zündquellen fernhalten
●
nicht rauchen
●
Berührung mit der Haut, Augen und Kleidung vermeiden
●
nie für Reinigungszwecke verwenden
●
nicht in die Kanalisation gelangen lassen
Reichen die Informationen über einen Gefahrstoff nicht aus, da sie entweder fehlen oder nicht vollständig sind, ist der Unternehmer verpflichtet,
entsprechende Auskünfte beim Hersteller bzw. Vertreiber eines Stoffes
einzuholen. Alle Hersteller müssen ab dem 01.06.1994 ein Sicherheitsdatenblatt für ihre Produkte erstellen und den Verwendern auf Anfrage zur
Verfügung stellen. Dieses Sicherheitsdatenblatt gibt z. B. auch darüber
Auskunft, welche Körperschutzmittel bei bestimmten Gefahrstoffen zu
tragen sind.
2
8
8
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
9
10
9.4 Richtiger Umgang mit Gefahrstoffen
inkl. Lagerung
11
11
Der Arbeitgeber hat zum Schutz des menschlichen Lebens, der menschlichen Gesundheit und der Umwelt die erforderlichen Maßnahmen zu
treffen, indem er folgende Punkte der Gefahrstoffverordnung beachtet:
●
Feststellung der Eigenschaften der verwendeten Stoffe,
z. B. durch die entsprechende Kennzeichnung bzw. die Auskunftspflicht
des Herstellers.
●
Prüfung von Ersatzmöglichkeiten,
z. B. weniger lösemittelhaltige Farben und Lacke.
●
Überwachungspflicht, Feststellung der Gefährdung,
z. B. durch die Durchführung von Messungen.
●
Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit,
z. B. durch technische Maßnahmen wie Lüftung, Beschäftigungsbeschränkung bzw. arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen.
●
Information der Beschäftigten,
z. B. durch Betriebsanweisung, mündliche Unterweisung und schriftliche
Arbeitsanweisungen.
●
Erstellen eines Gefahrstoffverzeichnisses; Auflistung der im Betrieb
vorhandenen Gefahrstoffe.
Laut Gefahrstoffverordnung hat der Unternehmer alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu treffen. Hierzu gehört auch die
Erstellung einer Betriebsanweisung.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.4
In der Betriebsanweisung müssen die beim Umgang mit Gefahrstoffen
auftretenden Gefahren für Mensch und Umwelt sowie die erforderlichen
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln festgelegt worden sein. Hier sind
auch Anweisungen über das Verhalten im Gefahrfall und Erste Hilfe zu
treffen. Die Betriebsanweisung gibt aber auch darüber Auskunft, welche
Schutzkleidung zu tragen ist. Alle technischen und organisatorischen Vorsichtsmaßnahmen sind vergeblich, wenn es an der persönlichen Hygiene
mangelt. Am Arbeitsplatz darf nicht geraucht, gegessen und getrunken
und vor der Pause müssen Hände und Gesicht gründlich gewaschen
werden. Besteht die Gefahr einer Verunreinigung durch Gefahrstoffe,
sollten Arbeitskleidung und Straßenkleidung getrennt voneinander aufbewahrt werden.
Hautschutz
Der sicherste Hautschutz gegen Gefahrstoffe im Bereich der Hände und
des Handgelenkes sind Schutzhandschuhe. Sie haben jedoch Vor- und
Nachteile. Nachteilig ist vor allen Dingen das Erweichen und Auflösen des
Hautgewebes durch den Schweiß, hervorgerufen durch die Wärmestauung
in Handschuhen aus Kunststoff.
3
8
8
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
9
10
10
Durch die Anwendung von geeigneten Schutz- und Reinigungsmitteln
kann die Haut entsprechend entlastet werden. Auf dem Markt werden zur
Zeit folgende Produkte angeboten:
Hautschutzpräparate (Öl- und Wasseremulsion) sind
11Wasserlösliche
geeignet beim Umgang mit wasserunlöslichen Gefahrstoffen. Sie sind
11
●
zu verwenden bei Arbeiten mit organischen Lösemitteln, Mineralöl und
Fetten, Ölfarben, Kunstharzen, Klebstoffen.
●
Wasserunlösliche Hautschutzpräparate (Wasser- und Ölemulsion) sind
geeignet beim Umgang mit wasserlöslichen Gefahrstoffen und wäßrigen
Lösungen wie Säuren, Laugen, Kühlschmierstoffemulsion, lösemittelfreie
Wasch- und Reinigungsmittel.
Die Hautreinigung muß gründlich, aber gleichzeitig schonend sein.
Sie muß auf die Art und den Grad der Verschmutzung abgestimmt sein.
Zusammenfassend muß noch einmal darauf hingewiesen werden, daß die
Eignung der Handschuhe und speziellen Hautschutzpräparate abhängig
ist von den Gefahrstoffen und Arbeitsverfahren im Einzelfall.
Die Lagerung von Gefahrstoffen ist vom Stoff selbst abhängig. Auskünfte
über eine ordnungsgemäße Lagerung ergeben sich hier auch aus dem
Sicherheitsdatenblatt.
Lagerung von giftigen Arbeitsstoffen
Ordnungsgemäßer Schrank
zur Aufbewahrung
von Pflanzenschutzmitteln
Gefahrstoffe falsch gelagert
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Allgemein gilt: Brennbare Flüssigkeiten müssen in besonderen Räumen
(unter Beachtung der VbF – Verordnung über brennbare Flüssigkeiten)
gelagert werden. Die verwendeten Arbeitsstoffe dürfen nur in den Originalbehältnissen aufbewahrt werden. Auf keinen Fall dürfen sie in Behältnisse
abgefüllt werden, in denen üblicherweise Getränke oder Lebensmittel aufbewahrt werden. Im Arbeitsraum darf die Menge z. B. von Lacken, Löseund Reinigungsmitteln den Bedarf einer Arbeitsschicht nicht überschreiten.
Sehr giftige und giftige Arbeitsstoffe müssen unter Verschluß gelagert werden. Nur sachkundige Personen dürfen Zugang zum Lager haben.
Schaubild 9.6
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.6
9.5 Pflanzenschutzmittel
Hohe Anforderungen an die Qualität gärtnerischer Erzeugnisse erfordern
gezielten Pflanzenschutz. Vorbeugende, biologische und chemische
Maßnahmen müssen stets im Zusammenhang gesehen werden. Sie sollen
sich gegenseitig ergänzen. Die Gefahren, die sich aus dem Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln ergeben, sind nicht ohne weiteres überschaubar.
Voraussetzung für die Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln ist ein guter
Gesundheitszustand und die entsprechende Sachkunde. Deshalb sind
diese Arbeiten nur von zuverlässigen, gut ausgebildeten, körperlich und
geistig geeigneten Personen durchzuführen.
4
8
8
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
9
10
Wie bei den Gefahrstoffen kann der Anwender von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln wichtige Informationen zum Umgang mit diesen aus der
Gebrauchsanleitung bzw. aus den Angaben auf den Verpackungen entnehmen. Bestandteil dieser Informationen sind:
11Handelsname des Präparates
●
11
●
Wirkstoffname mit Angabe der Konzentration
●
Zulassungszeichen und Nummer der Biologischen Bundesanstalt
●
Anwendungsbereiche
●
Gefahrensymbole
●
Hinweise auf die besonderen Gefahren (R-Sätze) und die Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
Lagerung von giftigen Arbeitsstoffen
Ordnungsgemäßer Schrank
zur Aufbewahrung
von Pflanzenschutzmitteln
Gefahrstoffe falsch gelagert
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Pflanzenschutzmittel müssen stets gesondert, unter sicherem Verschluß,
kühl und trocken aufbewahrt werden. Der Schlüssel gehört nur in die Hand
des Verantwortlichen. Geeignet sind z. B. Giftschränke aus Metall und Gifträume. Sie müssen leicht zu reinigen und gut be- und entlüftet werden
können.
Schaubild 9.6
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.6
Die dem Mittel beigefügten Gebrauchsanleitungen der Hersteller sind insbesondere hinsichtlich der Aufwandmenge, der Karenzzeit und der Schutzmaßnahmen genauestens zu beachten. Der Zulassungsbereich ist streng
einzuhalten. Vor dem Ansetzen der Spritzbrühe ist wegen der Gefahr der
Hautbenetzung und der Augenverletzung durch Spritzer und wegen der
möglichen Inhalation leicht gasender Wirkstoffe oder Stäube Körperschutz
entsprechend der Gebrauchsanleitung zu tragen. Zum Abmessen der
Pflanzenschutzmittel sind Meßgeräte zu verwenden, die nur für diesen
Zweck bestimmt sind. Zum Abmessen des Mittels gehören ein Meßglas
(Meßzylinder) oder eine kleine Waage. Das Ansetzen von Pflanzenschutzund Unkrautbekämpfungsmitteln darf nur in dafür vorgesehenen und
gekennzeichneten Behältern erfolgen. Spritzbrühen sind möglichst im
Freien anzusetzen. Ist das Ansetzen der Spritzbrühe in geschlossenen
Räumen unvermeidbar, so muß für eine gute Durchlüftung gesorgt werden.
Beim Umrühren der Spritzbrühe sind genügend lange, geeignete Gegenstände zu benutzen.
Auch beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln müssen Körperteile
durch geeignete Schutzkleidung sowie geeigneten Atemschutz entsprechend der Gebrauchsanleitung geschützt werden. Ohne Atemschutz und
ohne Schutzkleidung bestehen erhebliche Gesundheitsgefahren, zumal
erfahrungsgemäß die gesundheitsschädigenden Wirkungen eines Mittels
manchmal erst nach vielen Jahren bekannt werden oder sich beim Anwender erst nach Jahrzehnten bemerkbar machen. Auch hier während des
Umgangs mit Pflanzenschutzmitteln nicht essen, trinken und rauchen.
Sämtliche Körperschutzmittel sind nach der Benutzung sorgfältig zu reini5
8
8
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
1
2
3
11
4
5
Augenschutz
2
Atemschutz
3
Handschutz (Universal-Schutzhandschuh)
4
Körperschutz (Standard-Schutzanzug)
5
Fußschutz
10
gen. Das Trinken von Alkohol kann die schädigende Wirkung dieser Mittel
für den menschlichen Organismus erhöhen. Schon der Genuß kleinster
Mengen Alkohol während der Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln kann zu
schweren gesundheitlichen Schäden führen. Vorsicht beim Einsatz von
Dithiocarbamaten! Es gilt immer die Regel: Unmittelbar vor und nach jeder
Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln kein Alkohol.
Körperschutz beim Umgang
mit Pflanzenschutzmitteln
1
9
11
Die persönliche Schutzausrüstung für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln kann bestehen aus:
Auswahl erfolgt gemäß Gebrauchsanleitung
des Herstellers!
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.5
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 9.5
a) Augenschutz
Ein ausreichender Augenschutz kann z. B. gewährleistet werden durch:
●
Schutzbrille
●
Vollmaske
b) Handschutz
Geeignet ist der Universal-Schutzhandschuh Pflanzenschutz, geprüft nach
den Richtlinien I 3-3/2 der Biologischen Bundesanstalt Braunschweig.
c) Körperschutz
Geeignet sind:
●
Schutzanzüge, deren Material – soweit überhaupt technisch möglichweitestgehend atmungsaktiv, reißfest, beständig gegen Witterung,
beständig gegen Einfluß chemischer Stoffe und weitestgehend undurchlässig für Stäube und Flüssigkeiten ist. Diese Anforderungen erfüllt
der Standard-Schutzanzug, geprüft nach den Richtlinien I 3-3/2 der
Biologischen Bundesanstalt Braunschweig.
●
Chemikalien-Schutzanzug
●
Gummischürze
d) Kopfschutz
Geeignet sind:
●
Kopfbedeckung aus festem Stoff mit breiter Krempe
●
Kopfhaube mit Gesichtsschutz
e) Fußschutz
Die Fußbekleidung sollte für Staub, chemische Flüssigkeiten und giftige
Gase undurchdringlich sein, z. B. Gummistiefel.
6
8
8
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
f) Atemschutz
9
10
Atemschutzgeräte sind dann zu tragen, wenn mit dem Einatmen giftiger
oder gesundheitsschädigender Stoffe in irgendeiner Form gerechnet
werden muß, in jedem Fall, wenn es die Gebrauchsanleitung fordert.
Dieser Anleitung ist auch zu entnehmen, ob Halb- oder Vollmasken bei
bestimmten Arbeitsverfahren getragen werden müssen.
11
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.5
●
Merkblatt GBG 8
●
Merkblatt GBG 11
●
Merkblatt GBG 17
●
Gefahrstoffverordnung
●
Pflanzenschutzgesetz
●
Pflanzenschutzsachkundeverordnung
11
7
Aufnahmeweg von Gefahrstoffen
in den Körper
Einatmen
Nasenraum
Gase, Dämpfe,
Stäube, Aerosole
Verschlucken
Luftröhre
Stäube und
Flüssigkeiten
Speiseröhre
Bronchien
Lunge
Lungenbläschen
(Alveolen)
Hautresorption
Stäube und
Flüssigkeiten
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.1
F
Explosionsgefährlich
Hochentzündlich
Leichtentzündlich
T
Xn
Xi
Giftig
Gesundheitsschädlich
Reizend
O
Brandfördernd
Sehr giftig
C
Ätzend
T+
N
Umweltgefährlich
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
F+
Schaubild 9.2
Gefahrensymbole
Benzinkanister mit Kennzeichnung
gemäß Gefahrstoffverordnung
1
2
3
4
5
3
Ottokraftstoff
UN 1203
1
Gefahrstoffbezeichnung (Handelsname)
2
Gefährdende Inhaltsstoffe (Wirkstoffnamen)
3
Gefahrensymbole
4
Gefahrenhinweise (R-Sätze)
5
Sicherheitsratschläge (S-Sätze)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.3
Frankfurter Straße 126 · 34121 Kassel
Telefon (05 61) 9 28-0 · Fax (05 61) 9 28-23 04
Betriebsanweisung
Betriebsanweisung gem. § 20 GefStoffV
Betrieb:
Betriebsteil:
Arbeitsplatzbereich:
Tätigkeit:
Gesamtbetrieb / Baustelle
Tankarbeiten
Ottokraftstoff
Benzin (bleifrei), Super Benzin (bleifrei), Gemisch 1:25, Gemisch 1:40, Gemisch 1:50,
leicht verflüchtigende, durchscheinende Flüssigkeit.
Gefahren für Mensch und Umwelt
T
Giftig
F+
Kann Krebs erzeugen. Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition beim Einatmen,
bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken. Bei Gebrauch ist die Bildung explosiver/leichtentzündlicher Dampf-Luftgemische möglich. Verdampftes Produkt ist schwerer als Luft und verbreitet sich daher auf dem Boden. Benzin ist eine wassergefährdende Flüssigkeit.
Hochentzündlich
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Technische Abteilung
Bei der Arbeit nicht rauchen, essen, trinken, schnupfen. Vorsicht bei statischer Aufladung. Von Heizquellen,
offenen Flammen und anderen Zündquellen fernhalten. Nie zu Reinigungszwecken verwenden. Behälter
fest verschlossen an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren. Nur zugelassene Behälter verwenden.
Augenschutz:
Bei Spritzgefahr Schutzbrille tragen.
Handschutz:
Schutzhandschuhe aus PVC oder Nitril tragen.
Hautschutz:
Hautkontakt vermeiden. Hautschutz nach Hautschutzplan durchführen.
Verhalten im Gefahrfall
Brandgase nicht einatmen. Kein Löschwasser benutzen.
Brand:
Einsatz von Pulver-, CO2- oder Schaumlöscher.
Auslaufen:
Aufsaugmittel (kein Sägemehl) benutzen.
Erste Hilfe
Augenkontakt: 10–15 Minuten mit viel Wasser spülen. Augenarzt sofort aufsuchen.
Hautkontakt:
Haut mit Wasser und Seife reinigen. Hautschutzmittel benutzen.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Kleiderkontakt: Benetzte oder durchtränkte Kleidung sofort ausziehen.
Einatmen:
Frischluft. Atemwege freihalten. Ggf. stabile Seitenlage. Ggf. künstlich beatmen.
Sofort Arzt rufen.
Verschlucken:
Kein Erbrechen herbeiführen. Bei Atmung und Bewußtlosigkeit in stabiler Seitenlage
lagern. Arzt rufen.
Notruf:
112
Ersthelfer:
Herr/Frau
Sachgerechte Entsorgung:
Datum
Unterschrift des Unternehmers
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.4
Körperschutz beim Umgang
mit Pflanzenschutzmitteln
1
2
3
4
5
1
Augenschutz
2
Atemschutz
3
Handschutz (Universal-Schutzhandschuh)
4
Körperschutz (Standard-Schutzanzug)
5
Fußschutz
Auswahl erfolgt gemäß Gebrauchsanleitung
des Herstellers!
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.5
Lagerung von giftigen Arbeitsstoffen
Ordnungsgemäßer Schrank
zur Aufbewahrung
von Pflanzenschutzmitteln
Gefahrstoffe falsch gelagert
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 9.6
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
10
10
Persönliche Schutzausrüstungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
11
11
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
5
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
10
11
11
10.1 Einsatz von Körperschutzmitteln
70 % der Arbeitsunfälle im Gartenbau, das sind ca. 25.000 Unfälle im Jahr,
betreffen Körperteile, die durch Körperschutzmittel geschützt werden
können.
Es entfallen im einzelnen auf die Körperteile folgende Verletzungen:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.1
Verletzte Körperteile
Augen 4,0 %
Hals,
Wirbelsäule 5,0 %
Brustkorb,
Brustorgane 5,0 %
Kopf 7,8 %
Schulter,
Oberarm 5,1 %
Unterarm,
Handgelenk 6,7 %
Hand 31,4 %
Knie,
Unterschenkel 11,9 %
Fuß 19,3 %
Sonstige Körperteile 3,8 %
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
7,8 %
5,0 %
5,1 %
5,0 %
6,7 %
31,4 %
11,9 %
19,3 %
3,8 %
Kopf
Hals, Wirbelsäule
Schulter, Oberarme
Brustkorb, Brustorgane
Unterarm, Handgelenk
Hand
Kniegelenk, Unterschenkel
Fuß
Sonstige
Schaubild 10.1
Durch Körperschutzmittel ist ein großer Teil dieser Unfälle vermeidbar!
Darum ist richtiger Körperschutz notwendig.
Bereitstellung
von Körperschutzmitteln
Der Unternehmer hat für Arbeiten, für die Körperschutzmittel vorgeschrieben sind, diese in ausreichender Anzahl und in einwandfreiem Zustand
rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Die Versicherten sind zum Tragen der
Körperschutzmittel anzuhalten.
Die Grundlage zur Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung ist die
Europäische Richtlinie 89 / 656 / EWG „Benutzung persönlicher Schutzausrüstung“ und die VSG 1.1 § 14 mit Durchführungsanweisung. Die Versicherten sind verpflichtet, die zur Verfügung gestellten Körperschutzmittel zu
tragen.
Die Bereitstellung der für die jeweiligen Arbeiten erforderlichen Körperschutzmittel darf in keinem Fall eine finanzielle Frage oder eine Frage von
Vorschriften sein. Es sollte vielmehr eine soziale und betriebswirtschaftliche Selbstverständlichkeit sein, die der Fürsorgepflicht des Betriebsunternehmers gegenüber den in seinem Unternehmen Tätigen entspringt.
Allgemeine
Arbeitskleidung
Ebensowichtig wie die richtige Verwendung von Körperschutzmitteln ist
eine zweckmäßige Arbeitskleidung. In der Nähe von bewegten Maschinenteilen ist eine enganliegende Arbeitskleidung zweckmäßig. Lose, weite
Jacken, Schürzen, Bänder, lange Schals und dgl. dürfen hier nicht getragen werden. An schnellaufenden Maschinenteilen kann lose Kleidung
blitzschnell aufgewickelt oder eingezogen werden. Schwere Verletzungen
sind dann oft die Folge. Gleiches gilt auch beim Tragen langer Haarfrisuren.
1
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
10
11
11
Zur Vermeidung von Unfällen ist ein entsprechender Haarschutz (Haarnetze, Mützen, Stirnbänder) zu tragen. Arbeitskleidung, die durch leicht
brennbare Stoffe, z. B. Benzin oder Lösemittel, verschmutzt ist, muß sofort
gewechselt werden. Ein Funke genügt!
Anforderungen
an Körperschutzmittel
Die Aufgabe der Körperschutzmittel besteht darin, bestimmte Körperteile
durch spezielle, persönliche Schutzmittel vor Verletzungen zu schützen.
Die Beschaffenheit der Körperschutzmittel hat sich vor allem nach den
vorgesehenen Einsatzbereichen zu richten. Daneben ist aber ebensogroßer
Wert auf gute Trageeigenschaften zu legen.
Körperschutzmittel müssen
●
den Träger möglichst gut schützen,
●
gut passen, tragbar sein,
●
bequem und leicht sein,
●
hygienisch und hautverträglich sein,
●
leicht zu reinigen sein und dürfen dadurch ihre schützende Wirkung
nicht verlieren,
●
ansprechend sein in Farbe und Form.
Körperschutzmittel sind persönliche Schutzausrüstungen, die den Bedürfnissen der Einzelperson angepaßt sein müssen.
Schutzhelmeinsatz
10.2 Kopfschutz
Helmschale
Aufbau eines
Industrieschutzhelmes
flexible Tragbänder
Lüftung
umlaufendes
Schweißband
Innenpolster
Schirm
tiefgezogenes
Nackenband
Regenrinne
Prellraum
Schutzhelmgröße
f
f = Traghöhe
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Für
Kopfumfang
cm
Traghöhe f
mind.
mm
1
bis 55
2
54 bis 59
85
3
über 58
90
80
Der Kopf muß geschützt werden, wenn mit Kopfverletzungen durch
Anstoßen, durch pendelnde, herabfallende, umfallende oder wegfliegende
Gegenstände zu rechnen ist.
Schaubild 10.2
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.2
Gewicht
Ein Schutzhelm wiegt ca. 300 Gramm. Er nimmt bei Regen kein Wasser
auf, sondern führt es über die Regenrinne ab. Ein nasser Hut wiegt dagegen ca. 400 Gramm. Er wird bei Regen immer schwerer und durchnäßt
schließlich die Kopfhaut.
Tragekomfort
Das Innenteil ist verstellbar. Außerdem sind drei verschiedene Größen auf
dem Markt, so daß sich für jede Kopfgröße ein gut sitzender Schutzhelm
finden läßt, den man auch auf Dauer trägt.
Das tiefgezogene Nackenband verhindert zuverlässig, daß der Helm nach
vorne abrutscht. Wer (z. B. bei Montage- oder Bewehrungsarbeiten) den
Kopf auch nach unten halten muß, sichert dann den Helm mit Kinnriemen.
2
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
10
11
11
Der Schutzhelm hat eine regelbare Belüftung. Dadurch schwitzt man
weniger als unter Hut oder Mütze. Vor Kälte schützt eine Wollhaube, die
unter dem Schutzhelm getragen wird. Für die Ohren gibt es Ohrenschützer
oder ein Kopf-Strickband.
Kopfschmerzen
Bei andauernden Kopfschmerzen, Unwohlsein oder sonstigen Beeinträchtigungen durch das Helmtragen sollte der Arzt aufgesucht werden. Er stellt
die Ursache des Leidens fest. Wer den normalen Schutzhelm nicht tragen
kann, z. B. Kopfversehrte (Attest!), muß einen besonderen Helm tragen, der
eine extra weiche Innenpolsterung besitzt.
Schutzhelme sind bereitzustellen und zu tragen bei Baumfäll- und Entastungsarbeiten, Arbeiten in Gruben und Steinbrüchen, Erdarbeiten,
Arbeiten im Bereich von Kranen, Bauarbeiten wie z. B. Abbrucharbeiten,
Arbeiten in der Nähe von Gerüsten, Ausheben von Tiefgräben, Lade- und
Stapelarbeiten.
Tragedauer
Die Tragedauer des Schutzhelmes ist vom Helmschalenmaterial abhängig.
Die Gebrauchsdauer liegt zwischen 4 –10 Jahren.
10.3 Augen- und Gesichtsschutz
Die Augen und das Gesicht müssen geschützt werden, wenn mit Augenoder Gesichtsverletzungen durch wegfliegende Teile, Verspritzen von
Flüssigkeiten oder durch gefährliche Strahlung zu rechnen ist.
Die Augen sind unsere empfindlichsten Sinnesorgane. Sie vor Schädigungen, die oft unheilbar sind, zu schützen, muß im Interesse eines jeden
liegen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.3
Einsatz von Augen- und Gesichtsschutz
Eine besondere Gefährdung der Augen besteht z. B. bei folgenden
Arbeiten:
mechanische Schädigung:
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
Schleifarbeiten
●
Trennarbeiten
●
Steinbearbeitung
●
Arbeiten mit der Motorsäge
Schaubild 10.3
chemische Schädigung:
●
Umgang mit Säuren,
●
Laugen,
●
Pflanzenschutzmitteln,
●
Lösemitteln,
●
Farben.
3
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
optische Schädigung, thermische Schädigung:
●
10
11
Schweißarbeiten
Einen Augenschutz, der gleichzeitig jedem Bedürfnis entspricht, kann es
bei der Vielfalt der Gefährdungsmöglichkeiten nicht geben.
Bei Augenschutzgeräten
wird unterschieden in:
Schutzbrillen
●
Gestellbrillen mit Seitenschutz, Einsatz z. B. bei Schleifarbeiten, Trennarbeiten, Steinbearbeitung und dgl.
●
Korbbrillen, die den Augenraum dicht umschließen. Einsatz z. B. bei
Farb-, Spritz- und Streicharbeiten. Umgang mit ätzenden Flüssigkeiten
wie Säuren, Laugen, Holzschutzmittel und verschiedenen Glasreinigungsmitteln.
●
Gestell- oder Korbbrille mit getönten Strahlenschutzgläsern gegen
UV-Strahlung. Einsatz z. B. bei Schweißarbeiten.
Schutzmasken
Einsatz z. B. bei Pflanzenschutzarbeiten, Farbspritzarbeiten, beim Umgang
mit Lösemitteln, wenn neben den Augen auch die Atemwege durch schädliche Gase und Dämpfe oder gesundheitsschädigende Feinstäube gefährdet sind.
Schutzschilde
●
Handschutzschilde werden vom Benutzer mit einer Hand gehalten
(Einsatz z. B. bei Elektro-Schweißarbeiten).
●
Kopfschutzschilde (Gesichtsschutz) aus Kunststoffen oder Drahtgaze
sind zum Teil mit klappbaren Halterungen am Schutzhelm befestigt.
Einsatz z. B. bei Motorsägearbeiten.
10.4 Gehörschutz
Das Gehör muß geschützt werden, wenn mit Schädigungen des Gehörs
durch einen auftretenden Beurteilungs-Schallpegel über 85 dB(A) zu
rechnen ist; Lärmschwerhörigkeit und Lärmtaubheit sind unheilbar.
Deshalb ist der Schutz vor Lärm besonders wichtig.
Gehörschutzmittel
Die Verringerung des Lärms durch konstruktive Maßnahmen an der
Lärmquelle ist vor jeder anderen Maßnahme der Vorrang zu geben. Ist trotz
Lärmminderungsmaßnahmen ein Beurteilungspegel über 85 dB(A) nicht
vermeidbar, so müssen persönliche Schallschutzmittel bereitgehalten und
getragen werden.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.4
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.4
4
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
Persönliche Gehörschutzmittel sind:
10
11
●
Gehörschutzstöpsel,
z. B. aus Gehörschutzwatte oder aus Kunststoff, die im Gehörgang oder
in der Gehörmulde getragen werden.
●
Gehörschutzkapseln,
die über dem Ohr getragen werden. Die Montage der Gehörschutzkapseln kann an einem Bügel oder direkt an dem Schutzhelm erfolgen.
●
Schallschutzhelme
●
Schallschutzanzüge
Durch Gehörschutzmittel wie Gehörschutzstöpsel oder Gehörschutzkapseln können Schalldämmwerte um 30 dB(A) erreicht werden.
Gehörschutzstöpsel sind zu empfehlen,
Was ist Lärm?
unmittelbar gefährlich für das Gehör
auf Dauer gefährlich für das Gehör
Bei langfristiger Einwirkung hoher Schallintensität entsteht Lärmschwerhörigkeit. Die Maßeinheit zur Bestimmung
der Leistungsstärke des Lärms heißt Schallpegel, er wird in Dezibel (dB) gemessen.
dB
ca. 160
ca. 130
ca. 118
ca. 110
ca. 105
ca. 98
ungefährlich für das Gehör
Lärm: unerwünschte, störende oder gesundheitsschädliche Schallwellen, die auf das menschliche Ohr treffen.
Geschützknall
Düsentriebwerk
Buschholzhacker
Preßlufthammer
Motorkettensäge
Freischneider
ca. 85
ca. 92
ca. 80
Einachsschlepper
Sichelmäher
ca. 60
0
Starker Straßenverkehr
ca. 20
Normale Unterhaltung
Blätterrauschen
wenn nicht aus besonderen Gründen Kapselgehörschützer getragen
werden müssen,
●
für Arbeitsplätze mit andauernder Lärmeinwirkung,
●
bei zu starker Schweißbildung unter Kapselgehörschützern,
●
bei gleichzeitigem Tragen von Brille oder Schutzbrille und Gehörschützer.
Zu Kapselgehörschützern ist zu raten,
Beurteilungspegel in dB(A)
(8 Stunden Einwirkungszeit)
8
1
85
4
2
88
2
4
91
1
8
94
Lärm macht krank
Vielfaches der Gehörgefährdung
97
32
100
1/4
16
1/2
Schallpegel über 85 dB(A) können zu Gehörschäden führen, wenn sie jahrelang über täglich mehrere Stunden auf
das Gehör einwirken. Wenn es noch lauter ist, treten die Schäden früher auf bzw. es genügen täglich kürzere
Zeiten der Beschallung.
Arbeitsdauer unter Lärmeinfluß
(in Stunden)
Die Zunahme des Schallpegels von nur 3 dB entspricht einer Verdoppelung der einwirkenden Schallenergie.
Dadurch verringert sich der für das Gehör ungefährliche Zeitraum um die Hälfte.
●
wenn häufiges Auf- und Absetzen des Gehörschutzes erforderlich ist,
z. B. bei nur kurzem Aufenthalt im Lärmbereich, bei nur kurzzeitig auftretender Lärmeinwirkung,
●
wenn wegen zu enger Gehörgänge Gehörschutzstöpsel nicht vertragen
werden,
●
wenn eine Neigung zu Gehörgangsentzündungen oder Unverträglichkeitsreaktionen beim Tragen von Gehörschutzstöpseln beobachtet wird,
●
wenn die Dämmwirkung anderer Gehörschutzmittel nicht ausreichend
ist.
Schaubild 10.5
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
Im Gartenbau wird ein Beurteilungspegel von 85 dB(A) oft erreicht und
überschritten, z. B. bei Arbeiten mit:
Schaubild 10.6
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.5 und 10.6
●
Motorsägen
●
Mähmaschinen
●
Heißvernebelungsgeräten
●
Erdbaumaschinen (Bagger, Lader, Planierraupen, Rüttelplatten,
Kompressoren)
5
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
10
11
●
Schleppern und Geräteträgern
●
Aufbereitungs- und Zerkleinerungsmaschinen (Erdaufbereiter,
Buschholzhacker, Kranzzerreißmaschinen)
●
Maschinen für Be- und Verarbeitung von Holz (Kreissägen, Abrichthobelmaschinen, Fräsen und dgl.)
10.5 Atemschutz
Atemschutz ist notwendig, wenn Versicherte gesundheitsschädlichen,
insbesondere giftigen, ätzenden oder reizenden Gasen, Dämpfen, Nebeln
oder Stäuben ausgesetzt sein können, z. B. bei Arbeiten mit Pflanzenbehandlungs- und Unkrautbekämpfungsmitteln, Arbeiten bei starker
Staubentwicklung, Farbspritzarbeiten.
Hat die Atemluft am Arbeitsplatz nicht die erforderliche Qualität (z. B.
Mindestgehalt an Sauerstoff 17 Vol. %) und kann sie durch technische
Maßnahmen (z. B. Absaugung, Belüftung) nicht verbessert werden, muß
geeigneter Atemschutz getragen werden. Atemschutzgeräte haben die
Aufgabe, Atemluft von gesundheitsgefährdenden Stoffen zu befreien bzw.
die betreffende Person unabhängig von der sie umgebenden Luft mit
Sauerstoff zu versorgen. Entsprechend dem Verwendungszweck unterscheiden wir Filtergeräte und Frischluftgeräte.
Filtergeräte
Halbmasken- und Vollmasken-Einsatz
mit Kombinationsfilter
Bei der Benutzung eines Filtergerätes wird die durch einen geeigneten
Filtereinsatz von Schadstoffen gereinigte Luft eingeatmet, wobei Luft mit
einem Sauerstoffgehalt von mind. 17 Vol. % vorhanden sein muß.
Bei den Filtergeräten ist zu unterscheiden zwischen:
Halbmasken
HalbmaskenEinsatz
Einsatz z. B. beim Ausbringen geringer Mengen gesundheitsgefährdender
Mittel bei Farbspritzarbeiten, bei Arbeiten mit starker Staubentwicklung.
VollmaskenEinsatz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.7
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.7
Vollmasken
Einsatz z. B. beim Ausbringen von verschiedenen Pflanzenschutzmitteln
im Gewächshaus im Vernebelungsverfahren sowie bei allen Arbeiten, bei
denen neben den Atemwegen auch die Augen und das Gesicht vor
gesundheitsschädigenden Einflüssen, wie z. B. Verätzungen, geschützt
werden sollen.
Frischluftgeräte
Frischluftgeräte müssen in den Fällen angewendet werden, in denen die
Atemluft nicht genügend Sauerstoff enthält. Im Gartenbau z. B. in Heizungsanlagen (Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid), Silos, CA-Lager
zur Obstlagerung und dgl.
6
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
11
Atemfilter
10
Der wichtigste Bestandteil der Filtergeräte ist der Atemfilter.
Für die verschiedenen gesundheitsschädigenden Stoffe gibt es
verschiedene Filtertypen:
1. Partikelfilter (Schwebstoffilter)
Partikelfilter werden in drei Klassen eingeteilt:
P1 = für Stäube, die nach MAK-Wertliste weder toxisch noch fibrogen
wirken und keine spezifischen Krankheitserscheinungen hervorrufen,
z. B. Mehl, Zucker etc.
Filterklassen
Partikelfilterklassen (Kennzeichnungsfarbe: weiß)
Partikelfilterklasse
Schutz gegen
P1
feste Partikel
klein
P2
feste und flüssige
Partikel
Rückhaltevermögen
mittel
P3
feste und flüssige
Partikel
groß
P 2 = für gesundheitsschädliche bzw. mindergiftige Stäube, Nebel und
Rauche; Filter für feste und flüssige Partikel mit mittlerem Rückhaltevermögen.
Gasfilterklassen
Gasfilterklasse (Kennziffer)
Aufnahmevermögen
1
klein
2
mittel
3
groß
P 3 = für giftige Stäube, Nebel und Rauche; Filter für feste und flüssige
Partikel mit großem Rückhaltevermögen.
Gasfiltertypen
Type
Farbe
A
braun
Dämpfe von organischen Verbindungen,
Siedepunkt > 65°C.
AX
braun
Dämpfe von organischen Verbindungen
(z.B. Methylbromid Niedrigsieder),
Verwendungsbeschränkung beachten.
Schutz gegen
B
grau
Saure Gase, Brandgase außer Kohlenoxyd,
Blausäure, Blausäure mit Reizstoff zur
Schädlingsbekämpfung, Schwefelwasserstoff,
Arsenwasserstoff, Phosphorwasserstoff
K
grün
Ammoniak
E
gelb
Schwefeldioxid (Schwefelige Säure)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Klasse P 2 beinhaltet Klasse P 1, Klasse P 3 beinhaltet Klasse P 2!
Schaubild 10.8
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.8
2. Gasfilter
Gasfilter werden in drei Klassen eingeteilt:
1 = kleine Aufnahmekapazität (Steckfilter)
2 = mittlere Aufnahmekapazität (Schraubfilter)
3 = größere Aufnahmekapazität (Filterbüchse)
Gasfilter enthalten Aktivkohle, um Gase und Dämpfe aufzunehmen, und
werden in mehrere Untergruppen eingeteilt:
Typ
Farbe
Schutz gegen
A
Braun
organische Gase und Dämpfe, Lösemittel
AX
Braun
Niedrigsieder (60°C) wie z. B. Methylbromid
B
Grau
nur gegen anorganische Gase und Dämpfe, z. B. saure
Gase, Chlor, Blausäure mit Reizstoff zur Schädlingsbekämpfung, Schwefelwasserstoff, Arsenwasserstoff,
Phosphorwasserstoff
K
Grün
Gase und Dämpfe von Ammoniak
E
Gelb
Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff
CO
Weiß
Kohlenmonoxid
schwarzer
Kennring
7
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
3. Kombinationsfilter
10
11
Kombinationsfilter werden beim gleichzeitigen Auftreten von Gasen und
Stäuben, Nebel oder Rauch eingesetzt, wie es beim Ausbringen von
Pflanzenschutzmitteln der Fall ist. Die im Pflanzenschutz gebräuchlichste
Filterkombination ist A 2 P 3.
Partikelfilter (Schwebstoffilter) müssen immer vor den Gasfilter geschaltet
werden, d. h. der Gasfilter muß dem Gesicht zugewandt sein (siehe Pfeil
auf Schwebstofffilter).
Gebrauchsdauer
der Filter
Folgende Lagerzeiten sind zu beachten:
Partikelfilter P 3 – Kennfarbe Weiß, Lagerzeit unbegrenzt
Gasfilter A – Kennfarbe Braun, Lagerzeit, wenn werksmäßig verpackt:
5 Jahre
Voraussetzung ist kühle und trockene Lagerung.
Nach Entfernen oder Beschädigen der Originalverpackung dürfen Filter
höchstens bis zu 6 Monaten, unabhängig von ihrer Benutzungsdauer oder
Benutzungshäufigkeit, eingesetzt werden.
Die maximale Verwendungsdauer der Filter hängt auch ab von den Einsatzzeiten, dem Luftdurchgang, der Belastung der Atemluft, der Luftfeuchtigkeit etc. Auf jeden Fall ist ein Filter bei zunehmendem Atemwiderstand
oder einem Fremdgeruch sofort auszuwechseln. Das Datum der erstmaligen lngebrauchnahme ist auf allen Filtern zu vermerken.
Pflege und
Lagerung von
Atemschutzgeräten und
Filter
Die Benutzer von Atemschutzgeräten müssen sich jederzeit auf eine
einwandfreie und volle Schutzwirkung von Maske und Filter verlassen
können.
Atemschutzmasken sind persönliche Körperschutzmittel und aus hygienischen Gründen personengebunden.
Die Schutzmasken sind nach jeder Benutzung zu reinigen (siehe
Gebrauchsanleitung). Die Aufbewahrung muß kühl und trocken, streng
getrennt von Pflanzenschutzmitteln, schädlichen Gasen, Dämpfen,
Sonneneinstrahlung und dgl. erfolgen. Die gereinigte Maske ist staubdicht
verpackt im Beutel aufzubewahren.
8
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
10.6 Handschutz
10
11
Handschutz ist notwendig, wenn mit Handverletzungen durch den Kontakt
mit gefährlichen Stoffen, mechanischen Verletzungen oder Verbrennungen
zu rechnen ist.
Handschutz wird benötigt bei Arbeiten mit der Motorsäge, Arbeiten mit
dornigen und stacheligen Pflanzen, Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln,
Laugen und Säuren, Steinarbeiten, Arbeiten mit Drahtseilen.
Sie schützen auch vor mechanisch bedingten Vibrationen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.9
Handschutzeinsatz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.9
Den größten Anteil an Arbeitsunfällen machen Handverletzungen aus.
Dabei ist es einfach, sich gegen Handverletzungen zu schützen, denn
für jede Arbeit gibt es die richtigen Arbeitshandschuhe. Genormte
Handschuhe sollten mangelhaften Billigprodukten vorgezogen werden.
Des weiteren ist auf gute Schweißabsorption (Wasserdampfdurchlässigkeit), Anordnung der Nähte, Stärke des Materials, Hautverträglichkeit,
Temperaturverhalten und Scheuerverhalten gegenüber der Haut zu achten.
Die Griffsicherheit der Handschuhe wird weitgehend bestimmt von Paßform, Größe, Beugewiderstand, Reibeigenschaften zwischen Handschutz
und Gegenstand. Besonderer Wert ist auf die Ausformung des Handschutzes entsprechend der auszuführenden Funktionen (Greifen, Drehen,
Halten, Fühlen, Tasten) zu legen.
Kein Handschutz darf getragen werden an rotierenden Werkzeugen, denn
hier kann der Handschuh schnell erfaßt, eingezogen oder aufgewickelt
werden. Dies gilt bei Arbeiten z. B. an Kreissägen und Bohrmaschinen.
Handschuhformen
Fausthandschuh
Er ist geeignet für grobe Arbeiten, vornehmlich zum Schutz gegen Hitze
und Kälte.
Dreifingerhandschuh
Er wird für gröbere Arbeiten gewählt, wenn die Beweglichkeit der Hand
notwendig ist, die erforderliche Schutzwirkung aber stärkeres Material
erfordert.
Fünffingerhandschuh
Er wird gewählt, wenn die Tätigkeit eine hohe Beweglichkeit der Finger
erfordert. Zur Erhaltung der Beweglichkeit sind der Dicke des Materials
Grenzen gesetzt.
9
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
10.7 Fußschutz
10
11
Fußschutz muß getragen werden, wenn mit Fußverletzungen durch
Stoßen, Einklemmen, umfallende oder herabfallende oder abrollende
Gegenstände, durch Hineintreten in spitze und scharfe Gegenstände oder
durch heiße Stoffe, heiße oder ätzende Flüssigkeiten zu rechnen ist.
Der Fußschutz ist notwendig beim Umgang mit Sichel- und Schlegelmähern, Baumarbeiten, Bauarbeiten wie z. B. Abbrucharbeiten, Arbeiten
in Gruben, Gräben, Steinarbeiten, Versetzen von Betonfertigteilen, Ladearbeiten und bei Arbeiten in Werkstätten.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.10
Sicherheitstechnische Ausrüstungen
von Sicherheitsschuhen
Zehenkappe
durchtrittsichere Einlage
Knöchelschutz
kälte-/wärmeisolierender Unterbau
Verletzungen an den Füßen ziehen oftmals schwerwiegende Dauerfolgen
nach sich. Je nach Grad der Gefährdung wird unterschieden in Sicherheitsschuhe (S), Schutzschuhe (P) und Berufsschuhe (O).
Im Gartenbau wird ausschließlich der Sicherheitsschuh eingesetzt. Sicherheitsschuhe schützen Ihre Zehen durch eine eingebaute Zehenschutzkappe, die einer Belastung bis 2 Tonnen standhält.
Polsterkragen
Überkappe
Mittelfußschutz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.10
Sicherheitsschuhe sind außerdem an Ferse und Knöchel verstärkt (Schutz
vor Umknicken).
Entsprechend der auftretenden Gefahr bei verschiedenen Tätigkeiten gibt
es Sicherheitsschuhe, die Schutz vor
●
fallenden Gegenständen (Zehen- und Mittelfußschutz),
●
Einstichen durch die Sohle (durchtrittsichere Sohle),
●
Ölen und ätzenden Flüssigkeiten (öl- und säurefest) und dgl. bieten.
Für den Bereich des Gartenbaues ist neben dem Zehenschutz auch Wert
auf eine gute Profilierung der Sohlen zu legen. Gutes Profil verhindert
Ausrutschen und erhöht die Stand- und Trittsicherheit.
Formen der
Sicherheitsschuhe
Es gibt heute Sicherheitsschuhe in jeder nur vorstellbaren Schuhart und
Form, z. B.
●
Halbschuh
Form A
●
Stiefel niedrig
Form B
●
Stiefel halbhoch
Form C
●
Stiefel hoch
Form D
10
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
10.8 Körperschutz – Schutzkleidung
10
11
Körperschutz ist notwendig, wenn mit oder in der Nähe von Stoffen
gearbeitet wird, die zu Hautverletzungen führen oder durch die Haut in
den menschlichen Körper eindringen können sowie bei Gefahr von
Verbrennungen, Verätzungen, Verbrühungen, Unterkühlungen, elektrischen
Durchströmungen, Stich- oder Schnittverletzungen.
Im Gartenbau ist z. B. bei folgenden Arbeiten Schutzkleidung zu tragen:
● Pflanzenschutzarbeiten
● Farbspritzarbeiten
● Schweißarbeiten
● Motorsägearbeiten
● Umbettungsarbeiten
Pflanzenschutzarbeiten
Als Schutzanzug kommt hier nur der gekennzeichnete Standardschutzanzug in Frage (siehe Schaubild 9.5).
6
5
4
3
2
1
Fußschutz (mit Schnittschutzeinlage)
Körperschutz (Schnittschutzhose)
Handschutz
Gesichtsschutz
Gehörschutz
Kopfschutz
Körperschutzausrüstung für den Motorsägenführer
1
2
3
4
5
6
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Farbspritzarbeiten
Hier haben sich Einweganzüge bewährt.
Schweißarbeiten
Lederschürzen schützen den Schweißer vor Verbrennungen.
Motorsägearbeiten
Schaubild 10.11
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.11
Bei Motorsägearbeiten haben sich Hosen mit Schnittschutzeinlagen
bewährt.
Bei Umbettungen bieten Einweganzüge oder Anzüge aus leicht zu
reinigendem Material ausreichenden Schutz.
10.9 Warnkleidung
Die Straßenverkehrsordnung (StVO § 35 Abs. 6 Satz 2) schreibt das Tragen
auffälliger orangeroter Warnkleidung bei allen Arbeiten im öffentlichen Verkehrsbereich außerhalb von Gehwegen vor. Die Warnkleidung muß nach
EN 471 bezüglich der Größe des Reflexmaterials und der Reißfestigkeit
entsprechen (Armbinde, Mützenstreifen reichen nicht aus). Bei Anschaffung von Warnkleidung ist zu beachten, daß in der dunklen Jahreszeit und
bei ungünstigen Lichtverhältnissen die orangerote Leuchtfarbe allein keine
ausreichende Sicherheit bietet. Nur in Verbindung mit ausreichend groß
bemessenen Streifen von Reflektionsmaterial (EN 471) sind die Ansprüche
erfüllt.
11
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
10
11
11
Auch in Betriebsfahrzeugen ist das Mitführen einer Warnweste vorgeschrieben. Diese muß fahrzeuggebunden sein. Bei einer Ladetätigkeit im
Verkehrsbereich oder einer Fahrzeugpanne soll diese unbedingt getragen
werden, damit die Person vom Nachfolgeverkehr besser gesehen werden
kann.
Art der
Warnkleidung
Warnschutzkleidung gibt es in verschiedenen Ausführungen:
●
Warnwesten
●
Warnjacken
●
Warnhosen
●
Warnschutzanzüge
10.10 Absturzsicherung
Unter „Sicherheitsgeschirre“ sind alle diejenigen Körperschutzausrüstungen zu verstehen, die zum Sichern von Personen bei Arbeiten mit Absturzgefahr dienen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.12
Auffanggurt
Hierzu zählen:
Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz
Haltegurt
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
Haltegurte
●
Auffanggurte
●
Sitzgurte
●
Verbindungsmittel (Sicherheitsseile)
●
Höhensicherungsgeräte
●
Abseilgeräte
●
Seilkürzer
●
Falldämpfer
●
Auffangsysteme
Schaubild 10.12
An jeder persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz muß die hierfür
geltende Norm, der Hersteller und das Jahr der Herstellung angegeben
sein. Zusätzlich ist die CE-Kennzeichnung und die Jahreszahl sowie die
Nummer der Baumusterprüfung anzugeben.
Benutzung
Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz darf nur zur Sicherung von
Personen und nicht für andere Zwecke benutzt werden. Die Benutzer müssen über ihre sachgemäße Benutzung unterrichtet sein.
12
9
9
10
Persönliche
Schutzausrüstungen
11
10
11
Haltegurte dürfen nur als solche eingesetzt werden. Bei größerer Entfernung zwischen der zu sichernden Person und deren Anschlagpunkt
müssen Auffanggurte in Verbindung mit Sicherheitsseilen bei gleichzeitiger
Verwendung von Seilkürzern und Falldämpfern eingesetzt werden.
Die Funktionen von Falldämpfern und Seilkürzern werden auch von
Höhensicherungsgeräten erfüllt.
Beschädigte persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz dürfen nicht
verwendet werden, auch wenn die Fehler geringfügig erscheinen. Sie dürfen keinen schädigenden Einflüssen (z. B. durch ätzende oder andere
aggressive Stoffe) ausgesetzt sein. Eine Beschädigung durch Werkzeuge
und scharfkantige Gegenstände muß vermieden werden.
Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz müssen vor jedem
Gebrauch und mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen
überprüft werden!
Sie sind der Benutzung zu entziehen, wenn hierbei Mängel auftreten. Mängel dürfen nur von Sachkundigen behoben werden.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.1
●
Merkblatt GBG 1
●
Merkblatt GBG 8
●
Merkblatt GBG 11
13
Verletzte Körperteile
Augen 4,0 %
Hals,
Wirbelsäule 5,0 %
Brustkorb,
Brustorgane 5,0 %
Kopf 7,8 %
Schulter,
Oberarm 5,1 %
Unterarm,
Handgelenk 6,7 %
Hand 31,4 %
Knie,
Unterschenkel 11,9 %
Fuß 19,3 %
Sonstige Körperteile 3,8 %
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.1
Schutzhelmeinsatz
Helmschale
Aufbau eines
Industrieschutzhelmes
flexible Tragbänder
Lüftung
umlaufendes
Schweißband
Innenpolster
Schirm
tiefgezogenes
Nackenband
Regenrinne
Prellraum
f
f = Traghöhe
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schutzhelmgröße
Für
Kopfumfang
cm
Traghöhe f
mind.
mm
1
bis 55
80
2
54 bis 59
85
3
über 58
90
Schaubild 10.2
Einsatz von Augen- und Gesichtsschutz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.3
Gehörschutzmittel
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.4
Lärm: unerwünschte, störende oder gesundheitsschädliche Schallwellen, die auf das menschliche Ohr treffen.
Bei langfristiger Einwirkung hoher Schallintensität entsteht Lärmschwerhörigkeit. Die Maßeinheit zur Bestimmung
der Leistungsstärke des Lärms heißt Schallpegel, er wird in Dezibel (dB) gemessen.
Düsentriebwerk
ca. 130
Buschholzhacker
ca. 118
Preßlufthammer
ca. 110
Motorkettensäge
ca. 105
Freischneider
ca. 98
Einachsschlepper
ca. 92
Sichelmäher
ca. 85
Starker Straßenverkehr
ca. 80
Normale Unterhaltung
ca. 60
Blätterrauschen
ca. 20
unmittelbar gefährlich für das Gehör
auf Dauer gefährlich für das Gehör
0
ungefährlich für das Gehör
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Geschützknall
dB
ca. 160
Schaubild 10.5
Was ist Lärm?
Beurteilungspegel in dB(A)
(8 Stunden Einwirkungszeit)
85
88
91
94
97
100
Vielfaches der Gehörgefährdung
1
2
4
8
16
32
Arbeitsdauer unter Lärmeinfluß
(in Stunden)
8
4
2
1
1/2
1/4
Die Zunahme des Schallpegels von nur 3 dB entspricht einer Verdoppelung der einwirkenden Schallenergie.
Dadurch verringert sich der für das Gehör ungefährliche Zeitraum um die Hälfte.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schallpegel über 85 dB(A) können zu Gehörschäden führen, wenn sie jahrelang über täglich mehrere Stunden auf
das Gehör einwirken. Wenn es noch lauter ist, treten die Schäden früher auf bzw. es genügen täglich kürzere
Zeiten der Beschallung.
Schaubild 10.6
Lärm macht krank
Halbmasken- und Vollmasken-Einsatz
mit Kombinationsfilter
HalbmaskenEinsatz
VollmaskenEinsatz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.7
Filterklassen
Partikelfilterklassen (Kennzeichnungsfarbe: weiß)
Partikelfilterklasse
Schutz gegen
Rückhaltevermögen
P1
feste Partikel
klein
P2
feste und flüssige
Partikel
mittel
P3
feste und flüssige
Partikel
groß
Gasfilterklassen
Gasfilterklasse (Kennziffer)
Aufnahmevermögen
1
klein
2
mittel
3
groß
Gasfiltertypen
Type
Farbe
Schutz gegen
A
braun
Dämpfe von organischen Verbindungen,
Siedepunkt > 65°C.
AX
braun
Dämpfe von organischen Verbindungen
(z.B. Methylbromid Niedrigsieder),
Verwendungsbeschränkung beachten.
B
grau
Saure Gase, Brandgase außer Kohlenoxyd,
Blausäure, Blausäure mit Reizstoff zur
Schädlingsbekämpfung, Schwefelwasserstoff,
Arsenwasserstoff, Phosphorwasserstoff
K
grün
Ammoniak
E
gelb
Schwefeldioxid (Schwefelige Säure)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.8
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.9
Handschutzeinsatz
Sicherheitstechnische Ausrüstungen
von Sicherheitsschuhen
Zehenkappe
durchtrittsichere Einlage
Knöchelschutz
kälte-/wärmeisolierender Unterbau
Polsterkragen
Überkappe
Mittelfußschutz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.10
1
2
3
1
Kopfschutz
2
Gehörschutz
3
Gesichtsschutz
4
Handschutz
5
Körperschutz (Schnittschutzhose)
6
Fußschutz (mit Schnittschutzeinlage)
Schaubild 10.11
Körperschutzausrüstung für den Motorsägenführer
5
6
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
4
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 10.12
Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz
Auffanggurt
Haltegurt
1
1
1
Arbeitsschutzsystem in der Bundesrepublik Deutschland
2
2
2
Gesetzliche Unfallversicherung im Gartenbau
3
3
3
Betriebliche Arbeitssicherheitsorganisation
4
4
4
Grundlagen der Sicherheitstechnik und Arbeitsplatzgestaltung
5
5
Sicherer Umgang mit Handwerkzeugen
6
6
Bauliche Einrichtungen im Gartenbau
7
7
Gärtnerische Maschinen
8
8
Innerbetrieblicher Transport
9
9
Gefahrstoffe im Gartenbau
10
10
Persönliche Schutzausrüstungen
11
11
5
6
7
8
9
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren im Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
11.1 Baumarbeiten
Baumarbeiten sind schwer und gefährlich. Sie dürfen nur von gesunden
und fachkundigen Personen ausgeführt werden. Baumarbeiten werden
besonders erschwert durch
●
Regen, Schnee, Wind und andere Witterungseinflüsse,
●
Arbeit mit gefährlichen Werkzeugen und Maschinen,
●
die Wucht fallender Äste, Stammteile oder Bäume,
●
Bruch von Ästen und Kronenteilen,
●
den fließenden Verkehr im Straßenbereich.
Verantwortung
Jeder, der im Bereich „Baum“ Arbeiten ausführt, trägt ein besonderes Maß
an Verantwortung. Der Unternehmer muß die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen sicheren Arbeitsablauf schaffen.
Er muß eine Person mit der Aufsicht der durchzuführenden Arbeiten beauftragen. Der Versicherte muß durch sein Verhalten den sicheren Arbeitsablauf gewährleisten.
Tauglichkeit
Baumarbeiten stellen an den, der sie ausführt, hohe Anforderungen. Nicht
jeder ist für gefährliche Baumarbeiten geeignet. Wer gefährliche Baumarbeiten ausführt, muß gesund sein. Diese Feststellung muß von einem
Arbeitsmediziner getroffen werden und ist vor Ablauf von 36 Monaten
(24 Monate bei Seilklettertechnik i. V. m. Einsatz der Motorsäge) zu wiederholen. Entsprechende Bescheinigungen müssen im Betrieb vorliegen.
Fachkunde
Zur Fachkunde gehört:
●
ausreichende Kenntnis der einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften,
●
sichere Beherrschung der motorisch angetriebenen Baumpflegegeräte
einschließlich der erforderlichen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten,
●
Beherrschung der erforderlichen Schnittechniken,
●
sicherer Einsatz und Handhabung von Werkzeugen,
●
das Wissen um den richtigen Einsatz der erforderlichen Körperschutzmittel einschließlich persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz,
●
richtiger Einsatz der Hilfsmittel zum Aufstieg (Leitern, Gerüste, Arbeitsbühnen),
●
Beherrschung der Abseiltechnik für abgetrennte Äste unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten,
●
ausreichende Kenntnis bei der Durchführung von Verkehrs- und
Baustellensicherungsmaßnahmen.
1
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Jugendliche
und
Baumarbeiten
Jugendliche unter 16 Jahre dürfen mit gefährlichen Baumarbeiten nicht
beschäftigt werden. Jugendliche unter 18 Jahre dürfen mit gefährlichen
Baumarbeiten nur beschäftigt werden, soweit dies dem Ausbildungsziel
dient und sie bei dieser Tätigkeit durch einen Fachkundigen angeleitet und
beaufsichtigt werden.
Persönliche
Schutzausrüstung
Die Voraussetzung für gute fachliche Baumarbeit beinhaltet auch das
Tragen von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung.
Der Motorsägenführer trägt:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 10.11
1
2
3
4
5
6
Kopfschutz
Gehörschutz
Gesichtsschutz
Handschutz
Körperschutz (Schnittschutzhose)
Fußschutz (mit Schnittschutzeinlage)
Körperschutzausrüstung für den Motorsägenführer
1
2
3
4
5
6
●
Einen Schutzhelm mit Gesichts- und Gehörschutz
●
Schutzhandschuhe
●
Arbeitshose mit Schnittschutz im Beinbereich
●
Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlagen
●
Warnkleidung für alle Personen, die bei der Unterhaltung und Beaufsichtigung der im Straßenraum vorhandenen Anlagen tätig sind.
Schaubild 10.11
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Neben den Handgeräten (siehe Kapitel Handwerkszeuge) ist die Motorsäge die wichtigste Maschine bei Baumarbeiten.
Werkzeuge,
Geräte und
Maschinen
Sicherheitstechnische Einrichtungen an einer Motorsäge sind:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.1
Sicherheitseinrichtungen einer Motorsäge
2
1
10
12
9
11
8
3
4
5
6
7
1
Vorderer Handgriff
2
Vorderer Handschutz/Auslöser Kettenbremse
3
Hinterer Handgriff
4
Hinterer Handschutz
5
Kettenfang
6
Kette
7
Führungsschiene
8
Krallenanschlag
9
10
Gashebelsperre/Gashebel
Kurzschlußschalter
11
Kettenschutz
12
Verbrennungsschutz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.1
1. Vorderer Handgriff, vibrationsgedämpfte Griffe verhindern Durchblutungsstörungen an den Händen. Eine Griffrohrheizung vermeidet das
Erkalten der Hände.
2. Vorderer Handschutz, zugleich Auslöseelement der Kettenbremse,
setzt die Kette schlagartig still.
3. Hinterer Handgriff.
4. Hinterer Handschutz.
5. Kettenfangbolzen – Schutz gegen Verletzungen bei Kettenriß.
6. Kette, je nach Typ rückschlaggemindert.
7. Führungsschiene.
8. Krallenanschlag zur sicheren Führung bei Fäll- und Trennschnitten.
9. Gashebelsperre verhindert unbeabsichtigtes Gasgeben.
10. Kurzschlußschalter (= Stoppschalter).
11. Kettenschutz (= Transportsicherung).
12. Verbrennungsschutz am Auspuff.
Trotz aller sicherheitstechnischen Einrichtungen bleibt die Motorsäge ein
Gerät für den Profi.
2
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Handhabung der Motorsäge und anderer motorisch angetriebener
Baumpflegegeräte
Baumfällarbeiten
●
Der Gefahrenbereich muß frei von Personen gehalten werden,
●
die Motorsäge ist mit beiden Händen zu führen,
●
mit Geräten nie über Schulterhöhe arbeiten,
●
Baumpflegegeräte nur von sicheren Arbeitsplätzen einsetzen,
●
vollständige Körperschutzausrüstung tragen,
●
Vergaser zur Schadstoffreduzierung richtig einstellen,
●
umweltfreundliche Schmier- und Kraftstoffe einsetzen.
Fallende Bäume können unter bestimmten Umständen eine unvorhersehbare Fallrichtung nehmen. Deshalb wird als Gefahrenbereich (Fallbereich)
die doppelte Baumlänge sowie die 3fache Kronenbreite angenommen.
Dazu muß der Motorsägenführer die Baumhöhe ermitteln.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.2
5m
Zur Arbeitsvorbereitung gehört:
3,40 m
Vorbereitungen für eine Baumfällung
Stab
,
1,60 m
Gefahrenbereich = doppelte Baumlänge rundum
1,60 m
,
mind. 45°
dreifache Kronenbreite
R = 2-fache
Baumlänge
vorgesehener
Fallbereich
möglicher
Fallbereich
zu fällender
Baum
Schaubild 11.2
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
die Werkzeuge in greifbarer Entfernung, jedoch entgegen der Fällrichtung, ablegen,
●
hindernisfreie Rückweichen schaffen, als z. B. Reisig, Steine usw.
beseitigen,
●
den Stammfuß von Ästen, Steinen, Bodenbewuchs freimachen, damit
sicher gearbeitet werden kann,
●
den Fallbereich kontrollieren; hier dürfen sich nur die mit Fällen
Beschäftigten aufhalten.
So fällt ein Baum richtig:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.3
Schnittechnik
für Baumfällarbeiten
Beschneiden der Wurzelanläufe
Kann je nach Ausformung und Stärke des Stammfußes vor der Fällung
zweckmäßig sein.
Fa
Bruchstufe
mind. 1/10
des Stammdurchmessers
llk
erb
da
ch
vorgesehene
Fallrichtung
Fällschnitt
ca. 30° bis 45°
Fallkerbdachneigung
Fallkerbsohle
1/5 bis 1/3 des
Stammdurchmessers
Bruchleiste
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Fallkerb anlegen
Er ist notwendig bei Bäumen ab etwa 20 cm Stammdurchmesser. Er gibt
dem Baum Richtung und Führung.
mind. 1/10 des Stammdurchmessers
Schaubild 11.3
Fällrichtung überprüfen
Muß der Fallkerb korrigiert werden, stets auf ganzer Breite nachschneiden.
3
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.4
Fallkerb wird angelegt
Der Baum wird umgekeilt
Die Baumfällung in einzelnen Schritten
Überprüfung der Fällrichtung
Fällschnitt wird durch Keile gesichert
Saubere Bruchstufe,
sauberer Fällschnitt,
saubere Arbeit
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.4
Splintschnitt anlegen
Bei langfaserigen Baumarten (Pappel, Weide) kann der Splintschnitt
zweckmäßig sein.
Fallbereich nochmals kontrollieren
Sich vergewissern, daß der Fallbereich wirklich frei ist. „Achtung, Baum
fällt!“ rufen.
Fällschnitt führen
Er wird höher als die Fallkerbsohle angelegt. Rechtzeitig Keile setzen;
keine Eisenkeile verwenden.
Bruchleiste belassen
Sie wirkt wie ein Scharnier. Wenn Sie die Bruchleiste durchtrennen, fällt der
Baum unkontrolliert.
Baum umkeilen, nicht umsägen!
Zurücktreten
Kronenraum beobachten, Ausschwingen der Kronen abwarten. Nicht unter
hängengebliebenen Ästen weiterarbeiten.
Pflege- und
Sägearbeiten in
der Baumkrone
Der Einsatz von Motorsägen und anderen motorisch angetriebenen
Baumpflegegeräten darf nur von sicheren Standplätzen aus erfolgen.
Als sichere Standplätze können z. B. angesehen werden:
●
Erdboden (wenn keine Rutschgefahr besteht)
●
Hubarbeitsbühnen
●
Gerüste
●
Arbeitskörbe-, plattformen und -bühnen
●
Seilklettertechnik (nur durch Personen mit spezieller Ausbildung)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.25
Einsatz der Hubarbeitsbühne
und der Seilklettertechnik
Beim Einsatz von Handwerkszeugen dürfen auch andere Hilfsmittel zum
Aufstieg in den Baum benutzt werden, wie z. B. Anlegeleitern, Stehleitern,
die im ordnungsgemäßen Zustand sein müssen. Bei Standflächen über
3 m Höhe sind Sicherungen gegen Absturz zu verwenden.
Bei Baumarbeiten in der Nähe von elektrischen Freileitungen sind die in
Kapitel 11.3.1 aufgeführten Sicherheitsabstände einzuhalten.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.25
Im Fallbereich von Ästen oder Stammteilen (Gefahrenbereich doppelte Astlänge) darf sich nur die mit dem Schneidvorgang beschäftigte Person aufhalten. Beim Abnehmen von Ästen oder Stammteilen ist sicherzustellen,
daß diese den im Baum Arbeitenden nicht gefährden. Äste, die nicht frei
fallen können, sind mit ausreichend belastbaren Seilen so abzulassen, daß
4
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
ein Umschlagen der Äste verhindert wird. Ein zusätzliches Führungsseil
kann den Pendelrückschlag des abgetrennten Astes verhindern. Hilfsmittel
zum Aufstieg sind so aufzustellen, das fallende Ast- oder Stammteile diese
nicht beschädigen können.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.2
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.3
●
Merkblatt GBG 1
●
Merkblatt GBG 1.1
11.1.1 Buschholzhacker
Bei Baumarbeiten und anderen Gehölzpflegearbeiten fällt sehr viel Schnittholz an, welches man schlecht von der Baustelle wegtransportieren kann.
Auch Lagerkapazitäten für Astwerk sind nur begrenzt vorhanden.
Das Schnittgut wird vielfach aus wirtschaftlichen und umweltpolitischen
Gesichtspunkten mit einem Buschholzhacker (ortsveränderliche Holzhackmaschine) zerkleinert und dann abgefahren oder gleich an Ort und Stelle
als Mulchmaterial in den Grünanlagen verteilt.
Buschholzhacker sind starke und gefährliche Arbeitsmaschinen.
Folgende Gefahren treten auf:
●
Verletzungen durch Einzug an den Walzen (Gliedmaßenverluste,
vor allem im Hand- und Armbereich)
●
Zurückfliegende Gegenstände am Zuführtrichter (vorzugsweise
Gesichts- und Augenverletzungen)
●
Gegenstände, die aus dem Auswurfrohr fliegen
●
Umschlagende Äste beim Einzugsvorgang (Quetschungen, Knochenbrüche, Prellungen, Abschürfungen)
●
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, vor allem an der Schwungscheibe
●
Reinigungsarbeiten an der Maschine
●
Lärm
Einsatz von Buschholzhackmaschinen
!
ht
nic
So
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Aber der bestimmungsgemäße Einsatz des Buschholzhackers nach
Herstellerangaben (Bedienungsanleitung), sicherheitstechnisch einwandfreie Maschinen, fachkundiges und unterwiesenes Bedienungspersonal
und geeignete Körperschutzmittel (Helm, Gesichts- und Gehörschutz,
Hand- und Fußschutz) garantieren einen sicheren Betrieb.
Schaubild 11.5
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.5
5
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Zusätzlich müssen im Einzelfall noch folgende Verhaltensregeln beachtet
werden:
●
Buschholzhackmaschinen mit Verbrennungsmotor nur im Freien
betreiben (sonst Vergiftungsgefahr).
●
Bei Buschholzhackmaschinen mit Fremdantrieb ist die max. zulässige
Drehzahl zu beachten.
●
Vor dem Häckseln Fremdkörper (z. B. Steine, Eisen usw.) aus dem
Häckselgut entfernen.
●
Im Gefahrenbereich der Buschholzhackmaschinen dürfen sich keine
Personen aufhalten.
●
Während des Betriebes nicht in den Einzugstrichter greifen.
●
Kurzes Häckselgut nur mit geeigneten Hilfsmitteln nachschieben oder
entfernen.
●
Möglichst immer mit zwei Personen arbeiten.
●
Das stärkere Astende erst in den Trichter einführen (sonst starker
Rückschlag).
Als wichtigste sicherheitstechnische Einrichtung am Buschholzhacker ist
der sogenannte Sicherheitsschaltbügel anzusehen. Im Gefahrfall läßt sich
durch Betätigen des Schaltbügels die Einzugwalze abstellen bzw. sie läuft
rückwärts. Der Schaltbügel muß leichtgängig sein, eine Signalfarbe besitzen und sich vor den Konturen des Trichters befinden. Die geforderten
Sicherheitsabstände von der vorderen Trichterkante (abklappbarer Tisch)
bis zu den Walzen sind einzuhalten.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Merkblatt GBG 1
●
Merkblatt GBG 15
11.2 Grünpflege
Die wichtigsten Geräte zur Grünpflege sind:
● Rasenmäher
● Freischneidegeräte
● Heckenscheren
Bei allen Geräten geht die Unfallgefahr von schnellaufenden Werkzeugen
aus sowie von herausgeschleuderten Fremdkörpern. Handverletzungen bei
Reinigungs- und Wartungsarbeiten am laufenden Mäher sowie Fußverletzungen, z. B. beim Mähen an Böschungen, stehen weiterhin im Vordergrund.
Grünpflegearbeiten dürfen nur von Personen ausgeführt werden, die neben
der gesundheitlichen Eignung auch die fachliche Qualifikation besitzen.
6
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Bei der Beschäftigung von Jugendlichen sind Schutzalterbestimmungen
sowie Beschäftigungsverbote und -beschränkungen zu beachten.
Zum Beispiel:
●
Bedienen von Motorsensen und Freischneidern
Schutzalter 18 Jahre!
(Bei Ausbildung unter Aufsicht eines Fachkundigen:
Schutzalter 16 Jahre!)
●
Bedienen von Heckenscheren, handgeführten Rasenmähern
Schutzalter 16 Jahre!
Bei der Durchführung von Grünpflegearbeiten ist persönliche Schutzausrüstung erforderlich.
Dazu gehören:
Handgeführte
Mäher
(Sichelmäher)
●
Sicherheitsschuhe,
z. B. beim Rasenmähen, Verkehrs- und Transporttätigkeiten
●
Schutzhandschuhe,
z. B. beim Schneiden von stacheligen und dornigen Gehölzen
●
Gehörschutz,
z. B. beim Arbeiten mit lärmintensiven Maschinen wie Balkenmäher,
Freischneider
●
Gesichtsschutz, Augenschutz,
z. B. beim Arbeiten mit Freischneidern
●
Warnkleidung,
z. B. beim Arbeiten im öffentlichen Verkehrsbereich
Sicherheitshinweise:
●
Mitarbeiter und Passanten aus dem Arbeitsbereich verweisen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.6
Falsche Schnitthöhenverstellung:
Die Hand ist unter
dem Gehäuse
!
ht
nic
So
Fremdkörper wie Flaschen, Steine, Blechdosen von den zu mähenden
Flächen entfernen.
●
Niemals bei laufendem Motor unter das Gehäuse fassen, um den Mäher
anzuheben, die Schnitthöhe zu verstellen oder Verstopfungen zu beseitigen.
●
Vorsicht beim Rückwärtsziehen des Mähers, Stolpergefahr!
●
Beim Mähen an Böschungen besondere Schutzmaßnahmen durchführen.
Sichelmähereinsatz
Totmannschaltung
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
Schaubild 11.6
7
10
10
11
Sicherheitsschaltung (Totmannschaltung)
am Balkenmäher
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
●
Bei Böschungen bis 30° Neigung in Schichtlinien mähen.
●
Bei steilerem Gelände Mäher von der Böschungskrone aus mit einem
Seil gegen Abrutschen sichern oder Steigeisen tragen.
●
Vor Arbeitsbeginn Messer auf einwandfreien Zustand und festen Sitz
prüfen. Beschädigte Messer sofort auswechseln.
●
Niemals ohne Schutzeinrichtungen wie z. B. Prallblech oder Grasfangeinrichtung mähen.
●
Prallbleche müssen in Schutzstellung sein und dürfen nicht hochgeklappt werden!
●
Beim Fahren außerhalb des Rasens Mähwerk stillsetzen.
●
Vor Verlassen des Mähers Motor abschalten und ggf. Zünd- bzw.
Schaltschlüssel abziehen.
●
Vorsicht! Verletzung an nachlaufenden Messerwerkzeugen.
●
Vorsicht! Verbrennungsgefahr an heißen Maschinenteilen.
●
Messer regelmäßig auf Unwucht hin überprüfen.
●
Bei Arbeiten am Schneidwerkzeug ist der Zündkerzenstecker abzuziehen.
Durch den EG-Binnenmarkt wurden handgeführte, kraftbetriebene Maschinen, wie der handgeführte Sichelmäher, durch eine zusätzliche Schalteinrichtung sicherer gemacht. Alle neu gekauften Maschinen besitzen seit
dem 1.1.1995 ein Stellteil (Totmannschalter), welches nach Loslassen
zurückgeht und die gefahrbringende Bewegung sofort unterbricht (siehe
Schaubild 11.6).
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.7
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.7
Balkenmäher
Balkenmäher werden zur extensiven Grünpflege eingesetzt. Sie eignen
sich dabei besonders für Arbeiten in hängigen Lagen, da sie eine geringe
Kippneigung aufweisen. Unfälle mit Balkenmähern ereignen sich bei
Montagearbeiten (Handverletzungen am Messerwerkzeug), beim Aufenthalt im Arbeitsbereich während des Mähens (Fußverletzungen) und
beim Rückwärtsfahren (Quetschgefahr).
Um Unfälle zu verhindern, ist folgendes zu beachten:
●
Vor dem Reinigen der Schneidwerkzeuge oder dem Befreien der
blockierten Messer Mäher abstellen, Stillstand abwarten und gegen
irrtümliches Ingangsetzen sichern.
●
Personen aus dem Arbeitsbereich verweisen
●
Transportschutz verwenden
●
Gehörschutz und Sicherheitsschuhe tragen
●
Im hängigen Gelände in Schichtlinien mähen
●
Im hängigen Gelände gegebenenfalls Steigeisen (Spikes) verwenden.
8
10
10
11
Mäher mit
Fahrersitz
Freischneider /
Motorsensen
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
●
Fahrtrichtung und Fahrgeschwindigkeit den Geländegegebenheiten
anpassen. Vorsicht beim Befahren von Böschungen – Umsturzgefahr!
(Siehe Bedienungsanleitung.)
●
Schutzeinrichtungen kontrollieren und vor dem Mähen in Schutzstellung
bringen.
●
Personen aus dem Arbeitsbereich verweisen.
●
Das Mitfahren auf nicht dafür vorgesehenen Plätzen ist unzulässig.
●
Vor dem Absteigen Schneidwerkzeuge abschalten und ggf. in Transportstellung bringen. Ebenso beim Fahren außerhalb der Mähfläche.
●
Vor Verlassen der Maschine Motor abstellen und Zündschlüssel
abziehen.
●
Einstellarbeiten nur bei stillgesetztem Motor sowie stillstehendem
Messer mit geeigneten Hilfsmitteln durchführen.
●
Bei Mähern mit Sitzkontaktschalter deren Funktion vor Arbeitsbeginn
prüfen.
●
Vor Arbeitsbeginn den einwandfreien Zustand der Werkzeuge und der
Schutzeinrichtung überprüfen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.8
5
4
1
3
1
2
2
Verbrennungsschutz
am Motorblock
Antivibrationsschutz
Prallschutz
Messerwerkzeug
Führungsholm
3 Handgriffe mit
Gashebelsperre
4
5
6
Falscher und richtiger Einsatz von Freischneidegeräten
!
ht
nic
So
6
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
●
Schutzeinrichtungen (z. B. Prallschutz) gemäß Bedienungsanleitung einstellen.
●
Tragegurte und Griffe des Gerätes auf die Größe der Bedienungsperson
einstellen.
●
Sicherheitsabstand zu anderen Personen einhalten (Herstellerangabe).
●
Persönliche Schutzausrüstung tragen:
Augen- und Gesichtsschutz, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe,
Gehörschutz.
Schaubild 11.8
Heckenscheren
Bei Heckenscherenarbeiten stehen Finger- und Handverletzungen durch
das laufende Schneidwerkzeug im Vordergrund. Weiterhin ist eine Vielzahl
von Beinverletzungen zu verzeichnen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.9
Falscher und richtiger Einsatz von Heckenscheren
Sicherheitshinweise:
●
Heckenscheren immer mit beiden Händen führen! Werden Elektroheckenscheren eingesetzt, bieten Geräte mit Zweihandschaltung mehr
Sicherheit!
●
Heckenscheren mit Verbrennungsmotor beim Starten sicher abstützen.
●
Auf einen sicheren Stand achten.
●
Heckenscheren mit Sicherheitsmesser verwenden.
!
ht
nic
So
Literaturhinweise
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.9
9
10
10
11
Literaturhinweise
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
●
Leitungsroller und Anschlußleitung müssen für den Einsatz im Freien
geeignet (Kabelqualität H07-RN-F) und über einen Fehlerstromschutzschalter (0,03 A) abgesichert sein (z. B. über Baustromverteiler oder
DI-Personenschutzstecker).
●
Anschlußleitungen auf einwandfreien Zustand kontrollieren.
●
Vor Wartungs- und Reinigungsarbeiten Netzstecker ziehen.
●
Geeignete Aufstiege benutzen.
●
Zur sicheren Kabelführung Kabelhalter benutzen.
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Merkblatt GBG 15
11.3 Baustelleneinrichtungen und Erdbau
Vorbereitungen
auf der
Baustelle
Um einen reibungslosen Baustellenbetrieb zu gewährleisten, müssen
verschiedene Kriterien beachtet werden.
Nur ein gutes Zusammenspiel zwischen Planung, Organisation und Ausführung führt zum gewünschten Erfolg, auch in der Arbeitssicherheit.
Dieser Grundgedanke liegt auch der Baustellen-Verordnung (BaustellVO)
zugrunde. Werden auf der Baustelle verschiedene Gewerke tätig, so sind
diese vom Bauherrn als verantwortliche Person oder beauftragte Personen
(Koordinatoren) entsprechend dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan) zu koordinieren.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.10
Checkliste für die Baustellenvorbereitung
Ja
Nein
Schutz erdverlegter Leitungen
1. Liegt für das Bauvorhaben eine Genehmigung vor?
2. Handelt es sich um eine anzeigepflichtige Baustelle
gemäß der Baustellenverordnung?
Wenn ja: Wurde ein Baustellenkoordinator bestellt?
Liegt ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan vor?
3. Ist geeignetes Aufsichts- und Führungspersonal für die
Baustelle ausgewählt worden? Bauleiter – Bauführer?
4. Sind die notwendigen Anschlüsse für das Betreiben der
Baustelle beantragt – Telefon – Wasser – Strom – Abwasser?
5. Sind die auf der Baustelle befindlichen Versorgungsleitungen ausreichend gesichert?
6. Sind entsprechend der Baustellengröße geeignete
Unterkünfte vorhanden?
Vor jedem Eingriff in den Boden (Ausschachtungen, Bohrung, Rammung
usw.) muß der Aufsichtsführende Bescheid wissen, ob in diesem Bereich
Leitungen in der Erde liegen. Leitungspläne sind hierbei eine große Hilfe.
7. Sind Maßnahmen zur Durchführung der Ersten Hilfe
(Verbandzeug, Erste-Hilfe-Aushang mit Tel.-Nr.) getroffen?
8. Ist die Baustelle ordnungsgemäß gegen den öffentlichen
Verkehr bzw. Werksverkehr abgesichert?
9. Sind für die jeweiligen Arbeiten erforderliche persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt?
10. Werden die persönlichen Schutzausrüstungen
benutzt?
11. Ist die Baustellenelektroinstallation vorschriftsmäßig
eingerichtet?
12. Sind ordnungsgemäße Einrichtungen vorhanden,
die ein Abstürzen von Personen verhindern?
13. Werden Leitungsgräben und Baugruben
ordnungsgemäß verbaut?
1. Fernmeldekabel
14. Werden Materialien übersichtlich und fachgerecht
gelagert bzw. gestapelt?
15. Erfolgen Belehrungen aus gegebenem Anlaß,
mindestens jedoch einmal jährlich?
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Bei Ausschachtungsarbeiten können folgende Versorgungsleitungen
angetroffen werden:
Schaubild 11.10
2. Stromkabel (230 V – 20 kV)
3. Gasleitung
4. Wasserleitung
5. Abwasserleitung
6. Fernwärmeleitung
10
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11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Um Versorgungsleitungen vor Beschädigungen zu schützen, müssen
ausreichende Vorbereitungen getroffen werden. Es sind alle Mitarbeiter
und beteiligte Firmen vor Beginn der Arbeiten ausreichend zu informieren.
Hierbei müssen auch eingesetzte Hilfskräfte berücksichtigt werden.
Bevor die Arbeiten am oder im Boden begonnen werden, müssen bei den
jeweiligen Firmen und Ämtern Erkundigungen eingeholt werden.
Dies wären die Stadtwerke, Telekom, Strom- und Gaswerke, Tiefbauämter
und andere Leitungseigentümer. Sind keine Pläne bei den genannten
Institutionen vorhanden, muß man sich dies ausdrücklich schriftlich
bestätigen lassen, daß sich im Ausschachtungsbereich keine Leitungen
befinden. Wenn Leitungen im Baustellenbereich vorhanden sind, muß der
planmäßige Leitungsverlauf eingemessen werden.
Der Bereich, in dem Leitungen vermutet werden, muß von Hand mit leichten Geräten (Spaten, Schaufeln) aufgegraben werden. Trifft man bei Ausschachtungsarbeiten auf unbekannte Leitungen, ist eine sofortige Rückfrage beim Auftraggeber, bei der Behörde, beim Versorgungsunternehmen
usw. nötig. Nach Auffinden der bekannten Leitungen ist deren Verlauf eindeutig zu kennzeichnen. Dies erreicht man durch Einstreuen, Warnband,
Abschrankung. Werden Schutzabdeckungen und Warnbänder im Boden
sichtbar, sind per Handschachtung die Leitungen freizulegen, zu sichern
(abdecken), zu schützen und ggf. aufzuhängen; dann erst darf mit Maschinen weitergearbeitet werden. Zum Auffinden von Erdkabeln gibt es
Ortungsgeräte, die die Suche erleichtern. Schachtdeckel, Schieber,
Anschlüsse, Armaturen, Markierungen müssen immer zugänglich und
sichtbar bleiben. Es dürfen keine Geräte, keine Materialien, keine Fahrzeuge und keine Baustoffe darauf abgestellt werden. Der maschinelle Aushub darf nur bis max. 50 cm Abstand zur Leitung durchgeführt werden.
Beurteilung
der Bodenbeschaffenheit
Zur Beurteilung der Standsicherheit der Böschungen oder des Verbaues
von Baugruben oder Gräben sind im allgemeinen folgende Angaben und
Unterlagen erforderlich:
a) Maß der Baugrube bzw. des Grabens
b) Baugrundverhältnisse, Bodenschichtung, Ergebnisse bodenmechanischer Versuche
c) Grundwasserverhältnisse
d) Gründungstiefe, Fundamentausbildung und Abstand angrenzender
Bauwerke
e) Belastungen oder Erschütterungen innerhalb und außerhalb der
Baugrube bzw. des Grabens
f) Leitungen, Kanäle und dgl. im Bereich der Baugrube oder des Grabens
g) Verbauart, ggf. mit Konstruktionszeichnung
h) Standsicherheitsnachweis (sofern er durch die Festlegung in der
DIN 4124 nicht entbehrlich wird)
11
10
10
11
Grabenverbau
≤
°
45
≥ 60 cm
≥ 60 cm
≥ 5 cm
≤ 1,75 m
Graben mit abgeböschten Kanten
Graben mit Verbau
≤ 1,25 m
≤ 1,75 m
≤ 1,25 m
≤ 1,25 m
≤ 1,75 m
Baugruben und Gräben geringer Tiefe
Baugrube mit Abböschung einer Wand
Ungesicherter Graben bis max. 1,25 m
≤ 1,25 m
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
An den Rändern von Baugruben und Gräben sind mind. 60 cm breite,
möglichst waagerechte Schutzstreifen anzuordnen und von Aushubmaterialien, Hindernissen und nicht benötigten Gegenständen freizuhalten. Bei
Gräben bis zu einer Tiefe von 0,8 m kann auf einer Seite auf den Schutzstreifen verzichtet werden. Baugruben und Gräben von mehr als 1,25 m
Tiefe dürfen nur über geeignete Einrichtungen, z. B. Leitern oder Treppen,
betreten und verlassen werden. Gräben von mehr als 0,8 m Breite sind in
ausreichendem Maße mit Übergängen, z. B. Laufbrücken oder Laufstegen,
zu versehen.
Nicht verbaute Baugruben und Gräben bis höchstens 1,25 m Tiefe dürfen
ohne besondere Sicherungen mit senkrechten Wänden hergestellt werden,
wenn die anschließende Geländeoberfläche
a) bei nicht bindigen Böden nicht stärker als 1:10,
b) bei bindigen Böden nicht stärker als 1: 2 geneigt ist.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.12
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.12
Böschungen
Böschungen
Ohne rechnerischen Nachweis dürfen die folgenden
Böschungswinkel nicht überschritten werden:
0,60
In mind. steifen bindigen Böden sowie bei Fels darf bis zu einer Tiefe von
1,75 m ausgehoben werden, wenn der mehr als 1,25 m über der Sohle
liegende Bereich der Wand unter einem Winkel von < 45° abgeböscht oder
gesichert wird und die Geländeoberfläche nicht steiler als 1:10 ansteigt.
1:1
45°
Nicht bindiger oder
weicher bindiger Boden
(z. B. Mutterboden, Sande,
Kiese)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.11
0,60
1: ~0,6
60°
Steifer oder halbfester
bindiger Boden
(z. B. Lehm, Mergel, fester Ton,
Böden mit festem Zusammenhang)
0,60
1: ~0,2
80°
Fels
nur gesunder, nicht gebrächer
Fels (ohne Verwitterung und
zur Baugrube einfallende
Schichten, ohne Klüfte)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.11
Nicht verbaute Baugruben und Gräben mit einer Tiefe von mehr als 1,25 m
bzw. 1,75 m müssen mit abgeböschten Wänden hergestellt werden.
Die Böschungsneigung richtet sich unabhängig von der Lösbarkeit des
Bodens nach dessen bodenmechanischen Eigenschaften unter Berücksichtigung der Zeit, während sie offenzuhalten sind, und nach den äußeren
Einflüssen, die auf die Böschung einwirken. Ohne rechnerischen Nachweis
der Standsicherheit dürfen die in den Schaubildern aufgeführten
Böschungswinkel nicht überschritten werden.
Ist damit zu rechnen, daß die Standsicherheit einer nicht verbauten Wand
durch Wasser, Trockenheit, Frost o. ä. gefährdet wird, so sind entweder die
freigelegten Flächen gegen derartige Einflüsse zu sichern, oder es ist die
Wandhöhe bzw. Böschungsneigung entsprechend zu verringern.
Leitungsgraben
Kann aufgrund beengter Platzverhältnisse oder wegen schwieriger Bodenverhältnisse keine Böschung angelegt werden, muß die Baugrube bzw. der
Graben verbaut werden. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich je nach
gegebener Situation an:
●
waagerechter Grabenverbau
●
senkrechter Grabenverbau
●
großflächige Verbaueinheiten
12
10
10
11
Allgemein gilt:
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Bei verbauten Baugruben und Gräben muß der obere Rand des Verbaues
die Geländeoberfläche um mindestens 5 cm überragen. Dabei dürfen
Gräben in vorübergehend standfesten Böden von mehr als 1,25 m Tiefe
maschinell ohne Abböschung oder Verbau ausgehoben werden, sofern
dadurch weder Menschen noch Leitungen oder andere bauliche Anlagen
gefährdet werden. Erst nachdem unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen, wie dem Einsatz von Verbaugeräten oder Verwendung von
Verbauelementen bzw. die Einhaltung von Betriebsanleitungen, die Baugrube oder der Graben gesichert werden, können diese Bereiche betreten
werden. Der Verbau muß lückenlos sein und soll auf seiner ganzen Fläche
dicht am Boden anliegen – Hohlräume sind zu verfüllen. Steifen müssen
gegen Herabfallen gesichert werden.
Der Verbau muß in jedem Bauzustand
●
beim Einbau bis zur endgültigen Baugrubensohle,
● beim Rückbau bis zur vollständigen Verfüllung
standsicher sein.
Nach längeren Arbeitsunterbrechnungen, nach stärkeren Regenfällen, bei
wesentlichen Veränderungen der Belastung und bei einsetzendem Tauwetter muß der Verbau vor Wiederaufnahme der Arbeit überprüft werden.
Der Verbau darf nur rückgebaut werden, sobald er durch Verfüllung
entbehrlich geworden ist.
Waagerechter
Grabenverbau
nach DIN 4124
≤ 1,75 m
≤ 1,25 m
Baugruben und Gräben geringer Tiefe
Baugrube mit Abböschung einer Wand
Ungesicherter Graben bis max. 1,25 m
≤ 1,25 m
Ein Verbau mit waagerechten Bohlen (z. B. Holzbohlen) muß stets mit dem
Aushub fortschreitend von oben nach unten eingebracht werden. Bei
Böden, die nicht so standfest sind, daß sie wenigstens vorübergehend
auf die Tiefe einer Bohlenbreite frei stehen bleiben, ist der waagerechte
Grabenverbau nicht zulässig.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.12 und 11.13
≤
°
45
≥ 5 cm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
≥ 60 cm
≥ 60 cm
≤ 1,75 m
Graben mit abgeböschten Kanten
Graben mit Verbau
≤ 1,25 m
≤ 1,25 m
≤ 1,75 m
Schaubild 11.12
Verbau von Baugruben und Gräben
60 cm
mind. 5 cm
Waagerechter Verbau
Böden müssen mindestens auf der Höhe einer
Bohlenbreite frei stehen
Steifen
Holzbohlen
Brusthölzer
mind. 8 x 16 cm
60 cm
Mit dem Einziehen der Bohlen und dem Einbringen der Aussteifung ist
spätestens zu beginnen, wenn die Tiefe von 1,25 m erreicht ist. Bei Baugruben und Gräben bis 1,75 m Tiefe in mindestens steifen, bindigen Böden
muß mindestens der über 1,25 m liegende Bereich verbaut werden.
Nicht standfeste Böden und bei Tiefen über 1,75 m müssen vollständig
verbaut werden. Holzbohlen müssen mindestens 5 cm dick, parallel
besäumt und vollkantig sein. Brusthölzer müssen mindestens 60 cm lang,
8 cm dick und 16 cm breit sein. Bohlen anstelle von Brusthölzern sind
nicht zulässig. Zum sicheren Grabenverbau werden entweder 10 cm
Rundholzsteifen oder Metallspindeln verwendet.
mind. 5 cm
Senkrechter Verbau
Kanalstreben
Aufhängung:
(Hängeeisen, Kette o. ä.)
Gurtträger: Stahlprofile
mind. IPB 100 oder
Kanthölzer mind.
12 x 16 cm
Kanaldielen
Bei Fußeinbindung nach
statischen Erfordernissen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.13
13
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11
Senkrechter
Grabenverbau
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Bei locker gelagerten, nicht bindigen Böden und bei weichen bindigen
Böden, die ein Verkleiden mit waagerechten Bohlen nicht zulassen, muß
der senkrechte Grabenverbau eingesetzt werden oder Kanaldielen in
jedem Bauzustand so weit in den Untergrund einbinden, daß ein Aufbruch
ausgeschlossen ist.
Mindestens sind sie mit dem Fortschreiten der Ausschachtung jeweils so
weit einzutreiben, daß sie in jedem Bauzustand mit ihrer Spitze so weit im
Boden stecken, wie die Statik es erfordert.
Erdaushub auf dem Friedhof
Bei Böden, die ein Verkleiden mit waagerechten Bohlen zulassen, müssen
die Holzbohlen oder Kanaldielen nur dann in den Boden unterhalb der
jeweiligen Aushubsohle einbinden, wenn dies wegen der Standsicherheit
erforderlich ist.
Es wird unterschieden in:
●
Verbau mit Holzbohlen
●
Verbau mit Kanaldielen
Schaubild 11.23
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.23
●
Verbau mit
Verbaueinheiten
Gestaffelter Verbau mit Holzbohlen bzw. Kanaldielen. Die Überdeckungen müssen dabei im Bereich eines Gurtes liegen und mind. 20 cm
betragen.
Der Verbau mit Verbaueinheiten stellt eine Alternative zum waagerechten
bzw. senkrechten Grabenverbau dar. Dabei werden großformatige Verbauplatten in den Graben eingelassen.
Einbau der Verbaueinheiten
Hierbei findet das Einstell- und das Absenkverfahren Anwendung.
Einstellverfahren
1.
2.
3.
3.
4.
Absenkverfahren
1.
2.
≤ 0,50
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.14
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.14
Verkehrssicherung
Baustellen müssen häufig auf Straßen, Plätzen oder Fußwegen angelegt
werden. Sie liegen dann auf öffentlichen Verkehrsflächen. Der öffentliche
Straßenverkehr ist dann für diese Baustellen eine zusätzliche Unfallquelle.
Deshalb ist zum Schutz der Beschäftigten, zur Warnung der Verkehrsteilnehmer vor den Gefahren der Baustelle und zur Vermeidung von Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und der Baustelleneinrichtung folgendes zu
beachten.
14
10
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11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Allgemein gilt:
Baustellenabsicherung nach RSA
Muster einer
Verkehrssicherungsmaßnahme
●
Der Unternehmer muß die Baustelle der zuständigen Behörde bekanntgeben.
●
Alle Verkehrssicherungsmaßnahmen müssen mit der zuständigen
Behörde abgestimmt sein. Es darf z. B. kein Verkehrszeichen ohne
Genehmigung aufgestellt werden, denn die zuständige Behörde fertigt
einen Regelbeschilderungsplan für die Baustelle an.
●
Entsprechend dieses Planes muß der Unternehmer die Baustelle
sichern. Dazu gehört die Anbringung von Verkehrszeichen sowie von
Warn- und Signalanlagen. Bei Dunkelheit muß eine besonders sorgfältige Sicherung und Beleuchtung vorhanden sein.
●
Alle Maschinen und Geräte, die in den Verkehrsbereich hineinragen
können, müssen mit einer weiß-roten Sicherheitskennzeichnung
versehen sein.
●
Personen, die in den Verkehrsbereich treten, müssen Warnkleidung
(Warnweste) tragen.
Schaubild 11.15
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.15
Sicherheitskennzeichnung
Die Sicherheitskennzeichnung auf einer Baustelle (z. B. Rettungs-, Brandschutz- und Gebotszeichen) soll schnell und leicht verständlich auf Gefahren oder andere Sachverhalte hinweisen. Wie man eine Baustelle ordnungsgemäß kennzeichnet, ist der Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.5 zu
entnehmen.
Alle auf der Baustelle befindlichen Personen sind über die Aussagen
(Bedeutung) der Kennzeichnung zu unterrichten. Die Unterweisung bezüglich der Sicherheitskennzeichnung sollte nach gewissen Zeitabständen
wiederholt werden.
Wichtig ist, daß Sicherheitskennzeichnungen kein Ersatz für notwendige
konstruktive (Schutzeinrichtungen) oder organisatorische (Verhaltensweisen) Sicherheitsmaßnahmen sein können.
Tagesunterkünfte, Waschgelegenheit und Toilette sind Hauptbestandteil
jeder Baustelleneinrichtung. Diese Ausstattung ist gemäß Arbeitsstättenverordnung Pflicht, wo voraussichtlich mehr als 4 Mann länger als 1 Woche
ständig tätig sind. Als Tagesunterkunft kann ein Baustellenwagen benutzt
werden. Dieser muß zunächst einen sicheren Standplatz bekommen. Der
Bauwagen muß sich an einer ungefährdeten Stelle befinden. Zusätzlich
muß für einen sicheren Aufstieg gesorgt werden.
Unterkünfte
Bauwagen
5 Kleiderschränke
Ofen
Wärmevorrichtung
Toilette
Abfallbehälter
Waschgelegenheit
Tisch
Flüssiggasanlage
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Feuerlöscher
Windfang +
Trockeneinrichtung
Schaubild 11.16
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.16
15
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Die lichte Höhe von Tagesunterkünften (Bauwagen) muß mindestens
2,30 m betragen. In den Tagesunterkünften muß für jeden regelmäßig auf
der Baustelle anwesenden Arbeitnehmer nach Abzug der Fläche für die
vorgeschriebenen Einrichtungen eine freie Bodenfläche von mindestens
0,75 m2 vorhanden sein. Fußböden, Wände und Decken der Tagesunterkünfte müssen gegen Feuchtigkeit und Zugluft geschützt und wärmedämmend ausgeführt sein. Es müssen Fenster, die sich öffnen lassen,
vorhanden sein. In der Zeit vom 15. Oktober bis 30. April müssen Tagesunterkünfte Heizeinrichtungen haben, die eine Raumtemperatur von 21°C
ermöglichen und so installiert sind, daß die Arbeitnehmer gegen Vergiftungs-, Erstickungs-, Brand- und Explosionsgefahren geschützt sind.
Mit Flüssiggas betriebene Heizungsanlagen müssen alle zwei Jahre durch
einen Sachkundigen überprüft werden. Ein Feuerlöscher ist im Bauwagen
mitzuführen. Die unmittelbar ins Freie führenden Ausgänge von Tagesunterkünften müssen als Windfang ausgebildet sein. Im Notfall muß eine
wirkungsvolle Erste Hilfe geleistet werden können. Deshalb gehören in
jeden Bauwagen ein Verbandkasten sowie Angaben zur Ersten Hilfe.
Elektroinstallationen
auf Baustellen
Der elektrische Strom kann ab 50 V Spannung und bei mehr als 0,2 Sek.
Einwirkungsdauer für den Menschen gefährlich werden.
Da auf Baustellen meistens 230 V– 380 V und Stromstärken von
10 A – 63 A installiert sind, ist dies ein Vielfaches der genannten Grenzwerte. Deshalb dürfen ortsfeste elektrische Betriebsmittel nur von einem
Elektrofachmann errichtet, verändert oder instand gesetzt werden.
Es sollen auch nur elektrische Maschinen, Geräte und Leuchten verwendet
werden, die das CE/VDE/GS-Zeichen haben.
Der Baustromverteiler
Der Baustromverteiler, ein spezieller Speisepunkt für den Baustellenbetrieb, muß durch eine Elektrofachkraft aufgestellt und angeschlossen
werden. Änderungen und Prüfungen sind nur durch die Elektrofachkraft
durchzuführen. Der Baustromverteiler muß mit einem FI-Schutzschalter mit
0,03 A für die Steckdosenstromkreise ausgerüstet sein, um die Beschäftigten vor Elektrounfällen zu schützen. (Siehe Kapitel Elektroinstallation.)
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.4
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.2
●
Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen BG’en BGV C22
●
Arbeitsstättenverordnung und
●
Arbeitsstättenrichtlinien
●
Merkblatt GBG 21
16
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
11.3.1 Erdbaumaschinen
Erdbaumaschinen finden im Gartenbau zunehmende Bedeutung. Hier vor
allen Dingen im Garten- und Landschaftsbau. Der Bau und die Ausrüstung
von Erdbaumaschinen erfolgt entsprechend der europäischen Normen.
Als Erdbaumaschinen gelten Bagger, Lader, Planiergeräte, Schürfgeräte,
Rohrverleger und Spezialmaschinen des Erdbaus mit den dazugehörigen
Anbaugeräten. Bagger sind Seilbagger oder Hydraulikbagger, die als
Greif-, Hochlöffel- oder Tieflöffelbagger arbeiten können. Dazu gehören
noch Anbaubagger, z. B. an Lader, Muldenfahrzeuge oder Lastkraftwagen,
die an- oder aufgebaut werden können. Lader sind z. B. Radlader oder
Raupenlader, die als Frontschwenkschaufel oder Überkopflader im Einsatz
sind. Spezialmaschinen des Erdbaus sind z. B. Grabenfräsen, Grabenhobel, Verfüllschnecken für Leitungsgräben.
Betriebsanleitung /
Betriebsanweisung
Für die Bedienung, Wartung, Instandsetzung, Montage und Transport ist
die Betriebsanleitung des Herstellers einzuhalten. Die Betriebsanleitung
muß sich in der Erdbaumaschine befinden und regelt den bestimmungsgemäßen Einsatz der Maschine und deren Anbaugeräte.
Maschinenführer
Erdbaumaschinen dürfen nur von Personen selbständig geführt oder
gewartet werden, die
a) das 18. Lebensjahr vollendet haben,
b) körperlich und geistig geeignet sind,
c) im Führen oder Warten der Erdbaumaschine unterwiesen sind und ihre
Befähigung hierzu gegenüber dem Unternehmer nachgewiesen haben
und von denen zu erwarten ist, daß sie die ihnen übertragenen Arbeiten
zuverlässig erfüllen.
d) Sie müssen vom Unternehmer zum Führen oder Warten der Erdbaumaschine bestimmt sein.
Fahrerlaubnis
Auf öffentlichen Straßen dürfen Erdbaumaschinen nur von Personen
gefahren werden, die die nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung
vorgeschriebene Fahrerlaubnis haben:
Erdbaumaschinen mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h dürfen ohne Führerschein gefahren werden. Bei
einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h ist die
Fahrerlaubnis Euro-Führerscheinklasse L ohne Gewichtsbegrenzung erforderlich. Ist die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit größer als 25 km/h,
so ist bei Erdbaumaschinen
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
●
mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5 t die Euro-Führerscheinklasse B bis zulässigem Gesamtgewicht 3,5 t, Euro-Führerscheinklasse
C1 bis zulässigem Gesamtgewicht 7,5 t erforderlich.
●
Liegt das zulässige Gesamtgewicht über 7,5 t, wird die Euro-Führerscheinklasse C erforderlich.
Außerhalb des öffentlichen Straßenbereiches, z. B. auf Baustellen, sollen
Verkehrsvorschriften sinngemäß angewendet werden.
Bedienung
Bedienungseinrichtungen dürfen nur vom Fahrer- oder Bedienungsplatz
aus betätigt werden. Zum Besteigen und Betreten sind die dafür vorgesehenen Auftritte und Flächen zu benutzen. Sie sind in trittsicherem
Zustand zu erhalten. Aufgrund der häufigen Unfallursache ist das Auf- und
Absteigen über die Reifen wegen der Abrutschgefahr nicht zulässig. Eine
weitere Unfallursache ist das Abspringen von Erdbaumaschinen.
Gefahrenbereich/ Im Gefahrenbereich von Erdbaumaschinen dürfen sich Personen nicht aufhalten. Sie sind gefährdet durch
Sicherheitsabstand
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.17
Gefahrenbereiche von Baggern
ch
erei
renb
ich
ah
ere
Gef
kb
en
hw
Sc
mind. 50 cm
Sicherheitsabstand
zu festen
Bauwerken
Gefahrenbereich eines Baggers
Sicher angeschlagene Last an einer Erdbaumaschine
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.17
●
arbeitsbedingte Bewegung des Gerätes und seiner Arbeitseinrichtung,
● ausschwingendes Ladegut,
● herabfallendes Ladegut,
● herabfallende Arbeitseinrichtungen.
An jeder Erdbaumaschine müssen an zwei Seiten, an stets gut sichtbarer
Stelle, Schilder angebracht sein: „Der Aufenthalt im Gefahrenbereich ist
verboten.“ Ebenso müssen an Knickgelenken der Erdbaumaschinen im
Knickbereich gut sichtbar zusätzliche Schilder mit folgendem Wortlaut
angebracht sein: „Der Aufenthalt im ungesicherten Knickbereich ist
verboten.“ Der Maschinenführer darf mit der Erdbaumaschine nur arbeiten,
wenn sich keine Personen im Gefahrenbereich aufhalten. Er muß bei
Gefahr für Personen Warnzeichen geben. Der Maschinenführer hat die
Arbeit mit der Erdbaumaschine einzustellen, wenn Personen trotz Warnung
den Gefahrenbereich nicht verlassen. Eine typische Unfallgefahr beim
Betrieb von Erdbaumaschinen ist der unzulässige Aufenthalt im Gefahrenbereich der Geräte, z. B. beim Führen von Lasten oder bei der Einweisung.
Bei Hydraulikbaggern ist die Sicht nach hinten und zur rechten Seite durch
den Kastenausleger eingeschränkt. Auf Baustellen ereignen sich durch
zurückfahrende Erdbaumaschinen Unfälle mit besonders schwerwiegenden Verletzungsfolgen. Rückfahrwarneinrichtungen (Ultraschallwarneinrichtungen), die sich beim Rückwärtsfahren automatisch einschalten,
bieten hier Sicherheit. Sie zeigen dem Fahrer optisch und akustisch das
Vorhandensein einer Person oder eines Hindernisses im „toten Winkel“ an.
Zu festen Bauteilen, z. B. Bauwerken, Gerüsten und anderen Geräten, ist
zur Vermeidung von Quetschgefahren ein Sicherheitsabstand von mind.
18
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
0,5 m einzuhalten. Ist die Einhaltung des Sicherheitsabstandes nicht möglich, so ist der Bereich zwischen festen Bauteilen und dem Arbeitsbereich
der Erdbaumaschine abzusperren.
Befördern
von Personen
Maschinenführer dürfen Personen nur auf Plätzen mitfahren lassen, die
vom Hersteller dafür vorgesehen sind.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.18
Bedienungsfehler an Erdbaumaschinen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Die Mitfahrt auf der Maschine (Trittbrett) oder der Arbeitseinrichtung ist
unzulässig. Erdbaumaschinen dürfen erst nach Zustimmung des
Maschinenführers und nur bei Stillstand der Maschine bestiegen oder
verlassen werden.
Schaubild 11.18
Standsicherheit
und Fahrbetrieb
Erdbaumaschinen müssen so eingesetzt und betrieben werden, daß ihre
Standsicherheit gewährleistet ist. Die Standsicherheit kann beeinträchtigt
werden, z. B. durch Arbeiten am Hang. In immer größerem Umfang werden
Kompaktbagger für die verschiedenen Aufgaben auf Baustellen eingesetzt.
Hier besteht durch die geringe Abmessung der Fahrwerksauflage eine
erhöhte Gefahr der Minderung der Standsicherheit. Zum standsicheren
Einsatz und Betrieb der Erdbaumaschine gehört auch, daß der Maschinenführer die Fahrgeschwindigkeit den örtlichen Verhältnissen anpaßt und bei
Fahrten in geneigtem und unebenem Gelände die Arbeitseinrichtung
möglichst nahe über den Boden führt (günstigere Schwerpunktlage).
Bei Kompaktladern, die beispielsweise mit Gabelzinken für den Transport
von Steinpaletten ausgerüstet sind, müssen die zulässigen Tragkraftangaben des Herstellers strikt eingehalten werden. In starkem Gefälle und in
Steigungen muß sich die Last bergseitig befinden; bergab darf nicht
ausgekuppelt gefahren werden. Bei Erdbaumaschinen ohne lastschaltbarem Getriebe ist vor dem Befahren der Gefällstrecke der dem Gelände
entsprechende Gang einzulegen. Rückwärtsfahrt über längere Strecken ist
zu vermeiden.
Einweiser
Ist die Sicht des Maschinenführers durch einsatzbedingter Einflüsse eingeschränkt, muß er eingewiesen werden oder der befahrende Arbeitsbereich ist durch eine feste Absperrung zu sichern. Als Einweiser dürfen
nur zuverlässige Personen eingesetzt werden. Sie sind vor Beginn ihrer
Tätigkeit über ihre Aufgaben zu unterrichten. Zur Verständigung zwischen
Maschinenführer und Einweiser sind Signale zu vereinbaren. Einweiser
müssen gut erkennbar sein, z. B. durch Warnkleidung. Sie haben sich im
Blickfeld des Maschinenführers aufzuhalten. Der Einweiser darf während
der Einweisertätigkeit nicht mit anderen Aufgaben betraut werden, die ihn
von seiner Aufgabe ablenken können.
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Bei der Arbeit mit Erdbaumaschinen in der Nähe elektrischer Freileitungen
muß zwischen diesen und der Erdbaumaschine und ihren Arbeitseinrichtungen ein von der Nennspannung der Freileitung abhängiger Sicherheitsabstand eingehalten werden, um einen Stromübertritt zu vermeiden.
Folgende Sicherheitsabstände sind einzuhalten:
Arbeiten in der
Nähe elektrischer
Nennspannung bis 1.000 V
Sicherheitsabstand 1 m
Freileitungen
über 1 kV–110 kV
Sicherheitsabstand 3 m
über 110 kV–220 kV
Sicherheitsabstand 4 m
über 220 kV–380 kV
Sicherheitsabstand 5 m
oder bei unbekannter Nennspannung
Sicherheitsabstand 5 m
Kann ein ausreichender Abstand von elektrischen Freileitungen nicht
eingehalten werden, hat der Unternehmer im Einvernehmen mit dem
Eigentümer oder Betreiber der Leitung andere Sicherheitsmaßnahmen
gegen Stromübertritt durchzuführen, z. B. Abschalten des Stromes.
Im Falle eines Stromübertrittes hat der Maschinenführer die Erdbaumaschine durch Heben und Senken der Arbeitseinrichtung oder durch
Herausfahren bzw. Herausschwenken aus dem elektrischen Gefahrenbereich zu bringen. Ist dies nicht möglich, gelten für den Maschinenführer
folgende Verhaltensregeln:
1. Führerstand nicht verlassen.
2. Außenstehende vor dem Nähertreten und dem Berühren des Gerätes
warnen.
3. Abschalten des Stromes veranlassen.
Betriebsende
Bei längeren Arbeitspausen ist der Motor stillzusetzen, die Maschine ist auf
tragfähigem Untergrund abzustellen, die Arbeitseinrichtung ist abzusetzen,
Bremsen und evtl. Unterlegkeile sind einzulegen, Zündschlüssel ist abzuziehen, das Fahrerhaus ist abzuschließen.
Hebezeugeinsatz
Unter Hebezeugeinsatz versteht man das Heben, das Transportieren und
Ablassen von Lasten mit Hilfe eines Anschlagmittels (Seil, Kette usw.),
wobei zum Anschlagen und Lösen der Last die Mithilfe von Personen
erforderlich ist.
Gefahrenbereiche von Baggern
ch
erei
renb
ich
ah
ere
Gef
kb
en
hw
Sc
mind. 50 cm
Sicherheitsabstand
zu festen
Bauwerken
Gefahrenbereich eines Baggers
Darunter fällt z. B. das Herausheben und Ablassen von Rohren, Schachtringen oder Behältern mittels Erdbaumaschinen. Für den Hebezeugeinsatz
sind an Erdbaumaschinen Lasthaken mit Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Aushängen zu verwenden. Defekte Haken sind sofort auszusondern.
Lasten müssen so angeschlagen werden, daß sie nicht verrutschen oder
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.17
Sicher angeschlagene Last an einer Erdbaumaschine
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.17
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.18
Bedienungsfehler an Erdbaumaschinen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
herausfallen können. Begleitpersonen beim Führen der Last und Anschläger dürfen sich nur im Sichtbereich des Maschinenführers aufhalten. Der
Maschinenführer hat Lasten möglichst nahe über den Boden zu führen und
ihr Pendeln zu vermeiden. Hydraulikbagger mit einer zulässigen Traglast
von mehr als 1.000 kg müssen eine selbsttätig wirkende Warneinrichtung
(akustisch, optisch) haben, die bei Überschreitung des zulässigen Lastmomentes anspricht (Überlastwarneinrichtung). Außerdem benötigen sie
eine Leitungsbruchsicherung am Auslegerhubzylinder.
Schaubild 11.18
Wartung
und Reparatur
von Erdbaumaschinen
1. Vor Wartungs- und Reparaturarbeiten ist der Motor abzustellen.
2. Batterie abklemmen (zuerst Minuspol).
3. Feststellbremse anziehen, evtl. Unterlegkeile einlegen.
4. Ladeschaufel oder Grabgefäß sind abzusetzen.
5. Hochgestellte Geräte und Geräteteile mechanisch abstützen (Abstützböcke, Manschette an Kolbenstangen).
6. Bei knickgelenkten Maschinen ist das Knickgelenk mechanisch
festzusetzen.
7. Arbeitsgruben sind abzusichern.
8. Nur passendes und einwandfreies Werkzeug verwenden.
9. Persönliche Schutzausrüstung ist zu tragen.
Überwachung
und Prüfung
Der Maschinenführer hat vor Beginn jeder Arbeitsschicht die Funktion der
Bedienungseinrichtung zu prüfen. Er hat den Zustand der Erdbaumaschine
auf augenfällige Mängel hin zu beobachten. Der Maschinenführer hat
festgestellte Mängel sofort dem Aufsichtführenden, bei Wechsel des
Maschinenführers auch dem Ablöser mitzuteilen. Bei Mängeln, die die
Betriebssicherheit der Erdbaumaschine gefährden, muß deren Betrieb bis
zur Beseitigung der Mängel eingestellt werden.
Erdbaumaschinen sind durch einen Sachkundigen zu überprüfen:
1. Vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen Änderungen vor
der Wiederinbetriebnahme.
2. Mindestens einmal jährlich.
3. Zwischenzeitlich entsprechend den Einsatzbedingungen und den
betrieblichen Verhältnissen.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen BG’en VBG 40
●
Merkblatt GBG 2, GBG 5, GBG 21
21
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
11.4 Steinarbeiten
Steinarbeiten werden im Garten- und Landschaftsbau tagtäglich durchgeführt. Hierzu zählen die Be- und Verarbeitung von allen gebräuchlichen
Gesteinsarten und -formen wie Pflaster aus Kunst- und Natursteinen,
Bordsteinen, Platten, Stufen, Formsteinen, Palisaden usw. Zur Bearbeitung
werden sowohl Handwerkzeuge als auch Maschinen eingesetzt. Eine
Vielzahl der Unfälle im Garten- und Landschaftsbau ereignet sich beim
Be- und Verarbeiten sowie beim Auf- und Abladen, Transportieren, Setzen
und Verlegen von Steinen jeglicher Art.
Körperschutzmittel
Eine Gefährdung der Augen besteht bei allen Schleif- und Trennarbeiten,
z. B. mit dem Naßtrenngerät bzw. beim Einsatz von handgeführten Trenngeräten. Diese Gefährdung ist ebenfalls bei der Bearbeitung von Steinen
mit Handwerkzeug möglich. Bei diesen Arbeiten ist Augenschutz zu tragen.
Die Verarbeitung von Steinen ist mit Lärm verbunden. Beim Arbeiten mit
Rüttelplatten, Walzen, Erdbaumaschinen, Naßschneidetischen, Trenngeräten und Preßlufthämmern treten Beurteilungspegel über 85 dB(A) auf.
Bei Steinarbeiten mit Trennschleifgeräten sind die Beschäftigten gesundheitsschädlichem mineralischem Staub ausgesetzt. Durch Umstellung der
Arbeitsverfahren von Trocken- auf Naßschnitt lassen sich auf der Baustelle
Gesundheitsgefährdungen vermeiden. Der Einsatz von sog. „Steinknackern“ bei einigen Steinarten statt eines Trennschleifers verhindert
ebenfalls das Auftreten von Stäuben und Lärm. Bei der Entstehung von
Stäuben bei der Steinbearbeitung ist ein Partikelfilter (Klasse P 2) bereitzustellen.
Bei der Steinbe- und -verarbeitung ist die Verletzungsgefahr durch scharfkantige Steine gegeben.
Das Auftreten von Allergien, z. B. Maurerkrätze, läßt sich durch den Einsatz
von chromatarmem Zement und dem Tragen geeigneter Schutzhandschuhe (z. B. Nitrilhandschuhe) vermindern.
Sicherheitsschuhe sind bei Steinarbeiten selbstverständlich. Bei Pflasterern, die viel in kniender Position arbeiten, empfiehlt es sich, Sicherheitsschuhe mit zusätzlicher Überkappe im Zehenbereich zu kaufen. Um Gelenkerkrankungen im Kniebereich zu vermeiden, müssen Knieschoner
getragen werden.
Handwerkzeug
Eine größere Zahl von Unfällen auf Baustellen passiert beim Arbeiten mit
Handwerkzeugen. Vielfach sind Unfälle auf mangelnde Pflege und Wartung
des Handwerkzeuges zurückzuführen. Beschädigtes Handwerkzeug ist
sofort durch sicherheitstechnisch einwandfreies zu ersetzen. Nach der
22
10
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11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Arbeit sind Handwerkzeuge zu reinigen und ordnungsgemäß zu lagern.
Durch richtige Auswahl beim Kauf können Unfälle vermieden werden, z. B.
sollte man nur geprüfte Werkzeuge erwerben. Bei Steinarbeiten kommen
viele verschiedene Hämmer wie Fäustel, Bossel, Platten- und Pflasterhämmer zum Einsatz. Die richtige Befestigung des Hammerstiels ist für die
Arbeitssicherheit von großer Bedeutung, da sich Unfälle durch wegfliegende Hammerköpfe ereignen, weil sie meist unsachgemäß befestigt bzw.
verkeilt worden sind.
Die bei Steinarbeiten benötigten Meißel müssen scharf gehalten werden.
Am Kopf dürfen sie keine Gratbildung (Bart) aufweisen, da die scharfen
Kanten zu Handverletzungen führen können, oder es lösen sich beim
Auftreffen des Hammers Teile des Grates, die wie kleine Geschosse wirken
und zu gefährlichen Augenverletzungen führen können. Verletzungen durch
Fehlschläge mit dem Hammer kann durch die Benutzung von Handschutz
vorgebeugt werden. Der Handschutz besteht aus einem Griff, der oben
tellerartig erweitert ist, um den Fehlschlag abzufangen. Der Griff ist entweder fest mit dem Meißel verklebt oder er ist aufsteckbar (siehe Lektion 5
Handwerkzeuge).
Trennschleifmaschinen
Mit Trennschleifern werden im Betrieb Steine, Platten und Eisenprofile
geschnitten oder Schrupparbeiten durchgeführt. Unfälle entstehen
beispielsweise durch nicht bestimmungsgemäße Verwendung, Abbau von
Schutzeinrichtungen, Fehlen von Körperschutzmitteln und falsche Arbeitsverfahren. Unfälle ereignen sich beispielsweise bei Winkelschleifern (Trennschleifern) durch:
●
Zerspringen der Schleifscheiben
Hauptursachen sind hier Verkanten der handgeführten Maschine, zu
starkes Andrücken, Zweckentfremdung der Trennscheibe als Schleifbzw. als Schruppscheibe.
●
Nichttragen der Schutzbrille (Augenverletzung)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.19
Falscher und richtiger Einsatz
eines Trennschleifers
!
ht
nic
So
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.19
Handtrennschleifmaschinen gibt es sowohl mit Elektro- als auch mit Verbrennungsmotoren. Es dürfen nur Schleifkörper bzw. -scheiben verwendet
werden, die für die eingesetzten Geräte geeignet sind. Die Höchstdrehzahl
der Trennschleifscheibe muß höher oder gleichhoch sein wie die Spindeldrehzahl des Trennschleifgerätes. Gerissene oder verbogene Trennschleifscheiben müssen sofort ausgewechselt werden. Beschädigte Schleifkörper können brechen bzw. splittern und somit schwere Verletzungen
verursachen. Schleif- und Trennscheiben dürfen nur bis zu einer bestimmten Drehzahl betrieben werden. Sie beträgt z. B. für eine max. Umfangsgeschwindigkeit von 80 m/s bei Scheiben mit Durchmesser bis 178 mm max.
23
10
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
8.500 min-1. Die zulässige Drehzahl errechnet sich aus der höchstzulässigen Umfangsgeschwindigkeit V (m/s) und dem Durchmesser der Scheibe
D (in mm). Die Scheiben müssen mit Aufklebezetteln versehen sein, die folgende Angaben enthalten:
●
Hersteller
●
Bindung
●
Abmessung
●
höchstzulässige Umfangsgeschwindigkeit
Schleifwerkzeuge sollten mit der Angabe „Geprüft nach EN 12413“ versehen sein. Die Auswahl der richtigen Trennscheibe für den jeweiligen Einsatz ist maßgebend für die Sicherheit. Je nach verwendetem Schleifkörper
können sich Verwendungseinschränkungen ergeben.
Arbeitshöchstgeschwindigkeit (m/s)
Farbstreifen
50
1 x blau
63
1 x gelb
80
1 x rot
100
1 x grün
Im Fachhandel gibt es spezielle Trennscheiben für Stahl, Stein, Asphalt,
duktile Gußrohre und Kunststoffe. Diamant-Trennschleifscheiben haben
eine wesentlich höhere Schnittleistung als kunstharzgebundene Trennschleifscheiben. Die Diamant-Trennschleifscheibe besteht aus einem
Stahlstammblatt und diamantbestückten Segmenten und kann zum
Trennen von Stein bzw. Asphalt verwendet werden. Diese Scheiben sind
nicht zum Schneiden und Trennen von Metall geeignet. Vor der Verwendung ist zu kontrollieren, ob Teile der Diamant-Trennschleifscheibe ausgebrochen oder gerissen sind. Beim Einsetzen der Diamant-Trennschleifscheiben sind unbedingt die angegebenen Drehrichtungspfeile zu
beachten. Diamant-Trennschleifscheiben eignen sich auch besonders für
Kunst- und Natursteinarten.
Vor der Benutzung des Trennschleifers hat eine Sichtkontrolle des Gerätes
vom Bedienenden zu erfolgen. Die Schutzhaube schützt den Benutzer
sowohl bei Bruch der Scheibe vor den geschoßartigen hinausgeschleuderten Bruchstücken als auch vor dem unkontrollierten Spanflug. Die Haube
verhindert das Aufspannen zu großer Scheiben. Die Schutzhaube soll so
eingestellt sein, daß die geschlossene Seite dem Benutzer zugewandt ist.
Das Aufspannen der Trennscheibenarten erfordert Sachkunde. Um seitlichen Druck auf die Trennscheiben zu vermeiden (Bruchgefahr), sind Vorrichtungen, wie Führungsschlitten, als Verkantschutz sinnvoll. Der Verkantschutz schützt die Trennscheibe auch beim Ablegen vor Beschädigungen.
Bei der Arbeit muß das Trennschleifgerät stets mit beiden Händen festgehalten werden. Die Bedienungsperson hat für einen sicheren Stand zu
24
10
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11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
sorgen. Im Schwenkbereich und im Flugbereich der abgetragenen Werkstoffpartikel darf sich keine weitere Person aufhalten. Um einen sauberen
und sicheren Schnitt zu erzielen, sind die Trennschleifscheiben nicht in das
Werkstück hineinzuschieben, sondern zu ziehen bzw. in Trennrichtung auf
dem Werkstück hin und her zu bewegen.
Im Garten- und Landschaftsbau kommen viele Naßtrenngeräte zum
Einsatz, die auf Tischen montiert sind. Sie bestehen aus dem eigentlichen
Naßtrenngerät, einem Führungsholm, einem Schlitten zum Bewegen des
Steingutes und einer Auffangwanne für Wasser, das mit Hilfe einer Pumpe
an die schneidende Scheibe gebracht wird. Der Einsatz dieser Gerätekombination darf verständlicherweise nur mit einem Fehlerstromschutzschalter von 0,03 A betrieben werden. (Siehe Lektion 4.3). Bei diesen
Gerätetypen sind nur die vom Hersteller zugelassenen Trennscheiben zu
verwenden. Beschädigte Scheiben sind auch hier unverzüglich auszuwechseln. Eine Schürze zum Bedienenden hin schützt die Person sowohl
vor wegfliegenden Materialien als auch vor wegspritzendem Wasser. Auf
einen sicheren Standplatz des Tisches ist beim Aufstellen zu achten.
Zu den verwendeten Verdichtungsgeräten bei Steinarbeiten im Garten- und
Landschaftsbau zählen hauptsächlich Vibrationsplatten (Rüttelplatten) und
Walzen für den Mitgängerbetrieb und Vibrationsstampfer.
Verdichtungsgeräte
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.20
27 %
Schaubild 11.20
Richtiges Starten einer Rüttelplatte
Unfälle beim Verladen
Sonstige Unfälle
Unfälle beim Starten
11%
62 %
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Mit dem selbständigen Führen oder Warten von Verdichtungsgeräten
dürfen nur Personen beschäftigt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet
haben, körperlich und geistig geeignet sind, im Führen oder Warten der
Geräte unterwiesen sind und ihre Befähigung hierzu gegenüber dem
Unternehmer nachgewiesen haben. Beim Starten von Verbrennungsmotoren sind die Anforderungen im Hinblick auf Unfallverhütung am
besten erfüllt, wenn das Anlassen z. B. durch einen elektrischen Anlasser
erfolgt. Bei verschiedenen kleinen Baumaschinen mit Einzylinder-Dieselmotoren, z. B. Vibrationsplatten und kleinen Vibrationswalzen, ist jedoch
der Kurbelstart mittels Andrehkurbel noch üblich. Der Kurbelstart ist im
Unfallgeschehen besonders auffällig. An erster Stelle sind die Unfälle
infolge Kurbelrückschlags beim Anlassen von Einzylinder-Dieselmotoren zu
nennen. An zweiter Stelle die Unfälle infolge Herausschleuderns und Abrutschens der Kurbel beim Andrehen des Motors. Der Kurbelrückschlag
entsteht, wenn eine schlagartige Verbrennung erfolgt, ehe der Kolben den
oberen Totpunkt erreicht hat. Die blitzschnell entstehende Stoßenergie in
der Gegenlaufrichtung der Andrehkurbel wird über den Kurbelgriff unmittelbar auf die Hände übertragen, weil die Kurbel in diesem Fall fest mit dem
Motor verbunden bleibt und nicht ausgeworfen wird. Verletzungen der
Hände und der Unterarme können häufig die Folge sein. Seit 1984 gibt es
Sicherheitsandrehkurbeln, die den Vorteil besitzen, nicht zurückzuschlagen. Voraussetzung für die Funktion ist die regelmäßige Wartung. Handund Armverletzungen konnten dadurch vermindert werden.
25
10
10
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Neben dem Kurbelrückschlag ist im Unfallgeschehen an zweiter Stelle das
Herausschleudern und Abrutschen der Kurbel beim Handstart zu nennen.
Als Ursache kommen hierfür nicht maßgerechte, schlecht geführte, abgenutzte, beschädigte oder gar selbstgebastelte Kurbeln in Frage. Zur
Vermeidung solcher Unfälle kommt es darauf an, daß eine einwandfreie
Kurbelführung mit nicht abgenutzten, ordnungsgemäßen Führungshülsen
im Stützlager vorhanden ist.
Durch den rauhen Einsatz von Vibrationsplatten geht oftmals die Sicherheitskennzeichnung verloren. Der Einsatz von Körperschutzmitteln, hier
insbesondere Gehörschutz und Fußschutz, ist beim Arbeiten mit Vibrationsplatten selbstverständlich.
Im Garten- und Landschaftsbau werden auch Walzen für den MitgängerWalzen für
Mitgängerbetrieb betrieb, d. h. handgeführte Walzen ohne Sitz, eingesetzt. Auch hier sind
Sicherheitskurbeln wie bei den Vibrationsplatten nötig. Bei älteren Baujahren sollte eine Nachrüstung mit Sicherheitskurbeln vorgenommen werden.
Folgende Gesichtspunkte sind beim Arbeitseinsatz mit Walzen für den
Mitgängerbetrieb wichtig:
Beim Motorstart muß der Fahrhebel in Nullstellung sein, damit sich die
Walze nicht unbeabsichtigt in Bewegung setzt. Der Maschinenführer muß
am Ende der Deichsel seitlich versetzt vorwärtsgehen. Bei Fahrt im Gefälle
soll die Deichsel zum Berg hin gerichtet sein. Bei Walzen für Mitgängerbetrieb ohne Deichsel muß sich der Maschinenführer beim Arbeitseinsatz
stets hinter der Maschine aufhalten. Falls der Maschinenführer infolge
mangelnder Aufmerksamkeit bei der Rückwärtsfahrt, z. B. durch Stolpern
oder durch Ausrutschen bei Lenkbewegung, zu Fall kommt, besteht die
Gefahr, daß er von der Walze überrollt wird. An Walzen für Mitgängerbetrieb muß eine Schalteinrichtung ohne Selbsthaltung (Totmannschaltung)
vorhanden sein, die die Walze beim Loslassen dieser Schalteinrichtung
zum Stillstand bringt. Zusätzlich muß an Walzen für Mitgängerbetrieb am
Deichselende eine Andrückschutzeinrichtung vorhanden sein. Diese vermeidet, daß der Maschinenführer bei Rückwärtsfahrt gequetscht werden
kann.
Ab Juni 1986 sind auch Walzen ohne Deichsel mit einer Andrückschutzeinrichtung ausgerüstet. Betriebsbedingte Arbeiten an Walzen, die nicht
vom Maschinenführerplatz vorgenommen werden können wie z. B. das
Einfüllen von Wasser in Tanks, dürfen erst durchgeführt werden, wenn die
Walze steht und gegen Abrollen gesichert ist.
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen BG’en BGV D12
●
Unfallverhütungsvorschrift der gewerblichen BG’en VBG 16
●
Merkblatt GBG 21
26
10
10
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
11.5 Dachbegrünung
Gärtnerische Arbeiten auf erhöht liegenden Arbeitsplätzen bringen für die
hier Beschäftigten besondere Unfallgefahren, insbesondere durch möglichen Absturz. Bei Arbeiten an und auf Bauwerken ist daher entsprechend
den örtlichen Gegebenheiten eine geeignete Absturzsicherung zu verwenden.
Als erhöht liegende Arbeitsplätze an und auf Bauwerken mit Absturzgefahr
sind insbesondere anzusehen:
●
Dachterrassen, Dächer, Balkone
●
Straßenüber- und -unterführungen
●
Uferbefestigungen
●
in den Hang eingebaute Gebäude
●
Fassaden und Lärmschutzwände
Wegen besonderer Unfallgefahren an Arbeitsplätzen über 3 m Höhe sind
entsprechend der örtlichen Gegebenheiten folgende Sicherungsmaßnahmen anzuwenden:
●
Seitenschutz (Geländer, Zaun etc.)
●
Gerüste
●
Fangnetze
●
Körperschutzmittel gegen Absturz
●
Hubarbeitsbühnen
Deshalb ist es unerläßlich, daß der Unternehmer vor Arbeitsbeginn genau
festlegt, wie und mit welchen Hilfsmitteln die Arbeiten durchzuführen sind.
Zu den Auftragsunterlagen gehören genaue Beschreibungen der Sicherheitsmaßnahmen.
Der Unternehmer ist insbesondere verantwortlich für
●
den Einsatz geeigneter Mitarbeiter, denen die damit verbundenen
Gefahren bekannt sind (Unterweisung durchführen);
●
das Vorhandensein und die Benutzung der notwendigen Schutzausrüstungen;
●
die Verwendung arbeitssicherer Geräte und Hilfsmittel;
●
Leitung und Aufsicht durch einen Fachkundigen.
27
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11
Absturzsicherungen
bei der Dachbegrünung
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
1. Ortsfeste Geländer
Dem ortsfesten Seitenschutz (Geländer) an der Absturzkante ist als optimale Schutzmaßnahme Vorzug zu geben. Dies gilt vor allem, wenn Dachflächen regelmäßig von Beschäftigten für Pflegeeinsätze betreten werden
müssen.
Wenn nachträglich eine Absturzsicherung angebracht werden muß, z. B.
Geländer, muß dieses aus Handlauf, Knieleiste und Fußleiste bestehen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.21
Absturzsicherungen auf Dächern
2. Nicht ortsfeste Geländer
Für die Dauer der Arbeiten, z. B. auf Dächern, kann unter entsprechenden
Vorsichtsmaßnahmen ein vorübergehend angebrachter Seitenschutz eingesetzt werden. Es ist darauf zu achten, daß dieser Seitenschutz mit der
Attika fest verbunden ist oder durch Anbringen von Betongewichten die
notwendige Stabilität erreicht wird.
Dach ohne Absturzsicherung
A
B
C
A = mind. 1000 mm
max. 1300 mm
B = mind. 300 mm
max. 500 mm
Dach mit ortsfestem Geländer
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
C = mind.
50 mm
Schaubild 11.21
3. Körperschutzmittel gegen Absturz
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.22
Haltegurt
Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz
Auffanggurt
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Sind keine Geländer vorhanden bzw. besteht beim Anbringen dieser
Absturzsicherungen Absturzgefahr für Personen, müssen persönliche
Schutzausrüstungen gegen Absturz benutzt werden:
●
Haltegurte, wenn die Absturzkante nicht überschritten werden kann.
●
Auffanggurte mit Beinteil in Verbindung mit Seilkürzern, die eine
Schlaffseilbildung verhindern. Auffanggurte müssen in Verbindung mit
Sicherheitsseilen und Falldämpfern verwendet werden, wenn Absturzgefahr besteht.
●
Höhensicherungsgeräte fangen abstürzende Personen unter entsprechender Bremswirkung auf und verringern dabei die Stoßkräfte.
Das Verbindungsseil wird vom Höhensicherungsgerät automatisch straff
gehalten.
Schaubild 11.22
Der Anschlagpunkt für persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz
muß die Kräfte aufnehmen können, die beim Auffangen abstürzender Personen auftreten. Bei einer Masse von 100 kg, bezogen auf die verschiedenen Fallhöhen, sind das mindestens folgende Stoßkräfte:
Fallstrecke (m)
0,50
1,50
2,00
Stoßkraft (N)
8500
16000
17500
28
10
10
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Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Bei der Benutzung von Falldämpfern muß der Anschlagpunkt eine Stoßkraft von mind. 7.500 N (750 kg) aufnehmen.
Die Verwendung von Seilkürzern verringert die auftretenden Stoßkräfte
erheblich.
Leitern bei
der Dachbegrünung
Ein häufiges Hilfsmittel an erhöht liegenden Arbeitsplätzen sind Leitern.
Hubarbeitsbühnen
Hubarbeitsbühnen müssen entsprechend der Bedienungsanleitung sicher
aufgestellt und verwendet werden.
Leitern sind aber grundsätzlich ein Notbehelf und für den Lastentransport
ungeeignet. Wenn möglich, Treppen und Aufzüge benutzen. Meist werden
Anlegeleitern eingesetzt. Anlegeleitern können nur sicher verwendet
werden, wenn sie gegen Umkippen und Wegrutschen gesichert sind. Die
Verwendung geeigneter Leiterfüße sowie die Befestigung des Leiterkopfes
erhöhen die Standsicherheit erheblich. Die Leiter muß die zu besteigende
Stelle um mind. 1 m überragen, um sicher übersteigen zu können.
Hubarbeitsbühnen sind vor jedem Gebrauch und zusätzlich mindestens
einmal jährlich von Sachkundigen auf ihren einwandfreien Zustand hin zu
überprüfen.
Hubarbeitsbühnen dürfen nur von unterwiesenen Personen eingesetzt
werden.
Lastenaufzüge
Die Personenbeförderung mit Lastenaufzügen ist grundsätzlich verboten.
Die Bedienung ist nur durch unterwiesene Personen zulässig.
Eine sichere Verständigung zwischen den unten stehenden Bedienungspersonen und den Beschäftigten an der oberen Kippstelle ist äußerst
wichtig!
Literaturhinweise
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 3.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.2
●
Merkblatt GBG 8
●
Merkblatt GBG 21
29
10
10
11
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
11.6 Friedhofsarbeiten
Jeder, der im Bereich „Friedhof“ Arbeiten ausführt, trägt ein besonderes
Maß an Verantwortung. Der Friedhofsträger muß die technischen und
organisatorischen Voraussetzungen für einen sicheren Arbeitsablauf
schaffen.
Grabaushub
Hohe Anforderungen an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
stellt z. B. der Umgang mit kraftbetriebenen Arbeitsmitteln für das Ausschachten von Gräbern dar. Nicht jeder ist für diese Aufgaben geeignet!
Derartige Arbeiten dürfen nur von Personen ausgeführt werden, die neben
der gesundheitlichen Eignung auch die fachliche Qualifikation besitzen, wie
z. B. bei dem Ausschachten von Gräbern. Eine fachkundige Person muß
die Verbaumaßnahmen festlegen und überwachen. Während des Aushubs
dürfen Grabsteine nur dann stehen bleiben, wenn vorher ein Sachkundiger
festgestellt hat, daß die Standsicherheit des Grabmals auch bei fortschreitender Ausschachtung gewährleistet bleibt. Ist die Standsicherheit nicht
gewährleistet, dann müssen vor Beginn der Schachtarbeiten Grabmale,
Fundamente und Grabzubehörteile entfernt werden. Das Unterhöhlen der
Grabwände und Fundamente ist unzulässig. Beim Aushub der Erde ist zu
beachten, daß 1 m3 Erde 2 t Gewicht haben kann und damit doppelt so
schwer ist wie Wasser (1 m3 Erde entspricht ca. 12 Schubkarren).
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.23
Erdaushub auf dem Friedhof
Durch den hohen Erddruck, welcher auf die Grabränder wirkt, besteht die
Gefahr, daß das Grab einstürzen und somit die im Grab beschäftigte
Person verschüttet werden kann. Der Grabaushub ist eine gefährliche
Arbeit. Deshalb muß beim Ausheben von Gräbern in nicht standfestem
Boden und von Gräbern über 1,75 m Tiefe sich eine zweite Person, die im
Gefahrfall Hilfe leisten kann, in Sicht- oder Rufnähe befinden.
Zur Sicherung ausgehobener Gräber ist geeignetes Verbaumaterial bereitzustellen und zu verwenden, welches die Erddrücke aufnimmt.
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.23
Als Verbaumaterialien sind z. B. geeignet:
●
Holzbohlen der Sortierklasse S13 (visuelle Sortierung) von mind. 5 cm
Stärke,
●
Brusthölzer der Sortierklasse S13 (visuelle Sortierung) von 8 /16 cm
Stärke,
●
Metallspindeln und Verbaugeräte (Segment- und Kastenverbau), für die
ein statischer Belastungsnachweis vorliegt,
●
oder Holzspreizen der Sortierklasse S13 (visuelle Sortierung) mit mind.
10 cm Durchmesser.
Es dürfen nur einwandfreie Bohlen für den Verbau verwendet werden.
Gerissene oder beschädigte Verbaubohlen dürfen für den Grabverbau
nicht mehr benutzt werden.
30
10
10
11
Sachgerecht verbaute Gräber
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Mit Fortschreiten der Ausschachtungsarbeiten ist das Grab entsprechend
der Standfestigkeit des Bodens zu verbauen. Gleichfalls ist beim Zuschütten des Grabes der Verbau erst dann zu entnehmen, wenn er durch das
Verfüllen entbehrlich geworden ist.
Schaubild 11.24
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Schaubild 11.24
Standfeste
Böden
Standfeste Böden sind:
●
gewachsener Fels
● bindige Ton- und Lehmböden, deren Standfestigkeit nicht durch
Witterungseinflüsse, wie z. B. Frost, Niederschläge, beeinträchtigt ist
In standfesten Böden sind in der Regel bis zu einer Tiefe von 1,75 m
Saumbohlen als Verbau ausreichend, z. B. ein allseitiger Verbau des mehr
als 1,25 m über der Grabsohle liegenden Bereiches der Grabwände.
Nicht standfeste
Böden
Nicht standfeste Böden sind:
●
nicht bindige Böden mit Sand, Kies, Mergel und Rollkiesel,
● angeschüttete Böden,
● Grabfelder, die nicht länger als 50 Jahre belegt sind.
In nicht standfesten Böden, wenn die Standfestigkeit durch Grabmalfundamente beeinträchtigt ist, sowie bei Grabtiefen über 1,75 m (ist in der Praxis
immer gegeben) ist durchgehend allseitig zu verbauen.
Aushub mit
Baggern
Mit Baggern ausgeschachtete Gräber dürfen erst betreten werden, wenn
sie durch geeignete Verbaumaßnahmen einwandfrei abgesichert wurden.
(Weitere Hinweise siehe Kapitel Erdbaumaschinen.)
Grabränder dürfen nicht mit Erdreich, Maschinen, Geräten und dgl. belastet werden. Kann ein Schutzstreifen von 0,6 m nicht eingehalten werden,
ist der Aushub abzufahren und besonders zu lagern, z. B. in Erdcontainern.
Sicher aufliegende, trittsichere Beerdigungsbohlen, z. B. aus Profilrosten
mit einer Mindestbreite von 0,40 m, sind auszulegen. Diese Beerdigungsbohlen dienen im geschlossenen Zustand als Abdeckung des ausgehobenen Grabes gegen Hineinstürzen von Personen.
Eine geeignete Leiter ist bereitzustellen, d. h. sie muß den EN-Normen
entsprechen und mindestens 1,00 m über den Grabrand hinausragen.
Bei Ausschachtungsarbeiten haben die damit beauftragten Personen
Schutzhelme, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe und beim Einsatz
von Preßlufthämmern Gehörschutz zu tragen.
31
10
10
11
Grabmale und
Fundamente
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
Grabmale und Fundamente müssen nach den anerkannten Regeln der
Baukunst errichtet werden. Zu den anerkannten Regeln der Baukunst
gehören die Richtlinien für die Erstellung und Prüfung von Grabmalanlagen
des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Steinmetz-, Stein- und
Holzbildhauerhandwerks.
Wichtige Kriterien dabei sind:
●
Fundamentierung entsprechend den Bodenverhältnissen und Art des
Grabes, z. B. im gewachsenen Boden in frostfreier Tiefe.
●
Verdübelung entsprechend den Abmessungen und Belastungen des
Grabmales.
Grabmale sind jährlich mind. einmal auf ihre Standfestigkeit hin zu prüfen.
Das Prüfergebnis ist schriftlich festzuhalten. Damit soll sichergestellt
werden, daß Mitarbeiter und Friedhofsbesucher nicht durch umstürzende
Grabmale verletzt werden.
Die erforderliche Standfestigkeit wird entsprechend der Größe des Grabmales mit einer horizontalen Kraft am oberen Ende der Breitseite geprüft
und darf dabei keinerlei Schwankungen aufweisen.
Grabmale, die sich in ihrem Gefüge gelockert haben und wackeln oder
aufgrund von Fundamentsetzungen schräg stehen, sind nicht mehr standsicher. Diese Grabmale sind zu sichern oder abzuheben und fachgerecht
zu lagern.
Umgang mit
Särgen und
Leichen
Personen, die mit Leichen in Berührung kommen oder Umbettungen
vornehmen, müssen bei diesen Arbeiten geeignete Schutzkleidung tragen.
In Leichenhallen und auf Friedhöfen müssen Waschgelegenheiten vorhanden sein, wenn dort Versicherte regelmäßig beschäftigt werden. Räume, in
denen Leichen aufbewahrt werden, müssen ausreichend be- und entlüftet
werden. Leichenhallen und Sektionsräume sind frei von Ungeziefer zu
halten. Die Türen von Leichenhallen und -zellen sind geschlossen zu
halten.
In Leichenhallen und Sektionsräumen sind bereitzustellen:
●
geeignete Arbeits- und Schutzkleidung
●
bei Seuchengefahr und Geruchsbelästigung Gesichtsmasken
●
Einweghandtücher
●
zugelassene Wasch- und Desinfektionsmittel
Zur Beseitigung von Leichenflüssigkeit muß ein besonderer Abfluß vorhanden sein oder sonstige geeignete Mittel müssen bereitgestellt werden. In
Sektionsräumen verwendete Geräte und Instrumente dürfen zu keinem
anderen Zweck benutzt werden und sind nach Gebrauch zu desinfizieren.
32
10
10
11
Literaturhinweise
Spezielle Arbeitsverfahren
im Gartenbau
11
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.1
●
Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.7
●
Richtlinien für die Erstellung und Prüfung von Grabanlagen
●
Merkblatt GBG 2
33
Sicherheitseinrichtungen einer Motorsäge
2
1
10
12
9
11
8
3
4
5
6
7
1
Vorderer Handgriff
2
Vorderer Handschutz/Auslöser Kettenbremse
3
Hinterer Handgriff
4
Hinterer Handschutz
5
Kettenfang
6
Kette
7
Führungsschiene
8
Krallenanschlag
9
Gashebelsperre/Gashebel
10
Kurzschlußschalter
11
Kettenschutz
12
Verbrennungsschutz
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.1
dreifache Kronenbreite
mind. 45°
5m
vorgesehener
Fallbereich
Schaubild 11.2
Vorbereitungen für eine Baumfällung
1,60 m
,
3,40 m
,
1,60 m
Gefahrenbereich = doppelte Baumlänge rundum
R = 2-fache
Baumlänge
möglicher
Fallbereich
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
zu fällender
Baum
Stab
Schnittechnik
für Baumfällarbeiten
Fa
Bruchstufe
mind. 1/10
des Stammdurchmessers
llk
er
bd
ac
h
vorgesehene
Fallrichtung
Fällschnitt
ca. 30° bis 45°
Fallkerbdachneigung
Fallkerbsohle
1/5 bis 1/3 des
Stammdurchmessers
Bruchleiste
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
mind. 1/10 des Stammdurchmessers
Schaubild 11.3
Fallkerb wird angelegt
Überprüfung der Fällrichtung
Fällschnitt wird durch Keile gesichert
Saubere Bruchstufe,
sauberer Fällschnitt,
saubere Arbeit
Der Baum wird umgekeilt
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.4
Die Baumfällung in einzelnen Schritten
Einsatz von Buschholzhackmaschinen
t!
h
ic
n
So
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.5
Totmannschaltung
Falsche Schnitthöhenverstellung:
Die Hand ist unter
dem Gehäuse
t!
h
ic
n
So
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.6
Sichelmähereinsatz
Sicherheitsschaltung (Totmannschaltung)
am Balkenmäher
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.7
Schaubild 11.8
Falscher und richtiger Einsatz von Freischneidegeräten
1
2
t!
h
ic
n
So
4
1
Verbrennungsschutz
am Motorblock
2
Antivibrationsschutz
3
Handgriffe mit
Gashebelsperre
4
Führungsholm
5
Prallschutz
6
Messerwerkzeug
5
6
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
3
Falscher und richtiger Einsatz von Heckenscheren
t!
h
ic
n
So
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.9
Checkliste für die Baustellenvorbereitung
Ja
Nein
1. Liegt für das Bauvorhaben eine Genehmigung vor?
2. Handelt es sich um eine anzeigepflichtige Baustelle
gemäß der Baustellenverordnung?
Wenn ja: Wurde ein Baustellenkoordinator bestellt?
Liegt ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan vor?
3. Ist geeignetes Aufsichts- und Führungspersonal für die
Baustelle ausgewählt worden? Bauleiter – Bauführer?
4. Sind die notwendigen Anschlüsse für das Betreiben der
Baustelle beantragt – Telefon – Wasser – Strom – Abwasser?
5. Sind die auf der Baustelle befindlichen Versorgungsleitungen ausreichend gesichert?
6. Sind entsprechend der Baustellengröße geeignete
Unterkünfte vorhanden?
7. Sind Maßnahmen zur Durchführung der Ersten Hilfe
(Verbandzeug, Erste-Hilfe-Aushang mit Tel.-Nr.) getroffen?
8. Ist die Baustelle ordnungsgemäß gegen den öffentlichen
Verkehr bzw. Werksverkehr abgesichert?
9. Sind für die jeweiligen Arbeiten erforderliche persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt?
10. Werden die persönlichen Schutzausrüstungen
benutzt?
11. Ist die Baustellenelektroinstallation vorschriftsmäßig
eingerichtet?
12. Sind ordnungsgemäße Einrichtungen vorhanden,
die ein Abstürzen von Personen verhindern?
13. Werden Leitungsgräben und Baugruben
ordnungsgemäß verbaut?
14. Werden Materialien übersichtlich und fachgerecht
gelagert bzw. gestapelt?
15. Erfolgen Belehrungen aus gegebenem Anlaß,
mindestens jedoch einmal jährlich?
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.10
Böschungen
Ohne rechnerischen Nachweis dürfen die folgenden
Böschungswinkel nicht überschritten werden:
0,60
1:1
45°
Nicht bindiger oder
weicher bindiger Boden
(z. B. Mutterboden, Sande,
Kiese)
0,60
1: ~0,6
60°
Steifer oder halbfester
bindiger Boden
(z. B. Lehm, Mergel, fester Ton,
Böden mit festem Zusammenhang)
0,60
1: ~0,2
80°
Fels
nur gesunder, nicht gebrächer
Fels (ohne Verwitterung und
zur Baugrube einfallende
Schichten, ohne Klüfte)
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.11
Baugruben und Gräben geringer Tiefe
≤ 1,75 m
Graben mit abgeböschten Kanten
≥ 60 cm
Ungesicherter Graben bis max. 1,25 m
Graben mit Verbau
≤ 1,75 m
≤ 1,25 m
≤ 1,25 m
≥ 5 cm
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Baugrube mit Abböschung einer Wand
≤ 1,25 m
≤ 1,25 m
≤ 1,75 m
≤
45
°
Schaubild 11.12
≥ 60 cm
Verbau von Baugruben und Gräben
60 cm
mind. 5 cm
Waagerechter Verbau
Böden müssen mindestens auf der Höhe einer
Bohlenbreite frei stehen
Steifen
Holzbohlen
Brusthölzer
mind. 8 x 16 cm
60 cm
mind. 5 cm
Senkrechter Verbau
Kanalstreben
Aufhängung:
(Hängeeisen, Kette o. ä.)
Gurtträger: Stahlprofile
mind. IPB 100 oder
Kanthölzer mind.
12 x 16 cm
Kanaldielen
Bei Fußeinbindung nach
statischen Erfordernissen
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.13
Einbau der Verbaueinheiten
Einstellverfahren
1.
2.
3.
3.
4.
Absenkverfahren
1.
2.
≤ 0,50
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.14
Muster einer
Verkehrssicherungsmaßnahme
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.15
Baustellenabsicherung nach RSA
Bauwagen
5 Kleiderschränke
Ofen
Wärmevorrichtung
Toilette
Abfallbehälter
Waschgelegenheit
Tisch
Flüssiggasanlage
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Feuerlöscher
Windfang +
Trockeneinrichtung
Schaubild 11.16
Gefahrenbereiche von Baggern
ich
re
be
ren
h
h
efa
G
eic
er
kb
en
w
ch
S
mind. 50 cm
Sicherheitsabstand
zu festen
Bauwerken
Gefahrenbereich eines Baggers
Sicher angeschlagene Last an einer Erdbaumaschine
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.17
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.18
Bedienungsfehler an Erdbaumaschinen
Falscher und richtiger Einsatz
eines Trennschleifers
t!
h
ic
n
So
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.19
Unfälle beim Starten
Unfälle beim Verladen
Sonstige Unfälle
11%
27 %
62 %
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.20
Richtiges Starten einer Rüttelplatte
Absturzsicherungen auf Dächern
Dach ohne Absturzsicherung
A
B
C
A = mind. 1000 mm
max. 1300 mm
B = mind. 300 mm
max. 500 mm
Dach mit ortsfestem Geländer
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
C = mind.
50 mm
Schaubild 11.21
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.22
Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz
Auffanggurt
Haltegurt
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.23
Erdaushub auf dem Friedhof
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.24
Sachgerecht verbaute Gräber
Einsatz der Hubarbeitsbühne
und der Seilklettertechnik
Gartenbau-Berufsgenossenschaft
Schaubild 11.25
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