Rev. 1 - Rexnord

Rev. 1 - Rexnord
BSD® Drehsteife Wellenkupplung
Typ Modulflex®, Serie 9XXX
Betriebsanleitung
BA 9XXX-000 DE 08/2013 (Rev. 1)
Ersatz für Anleitung 92 900 1
BSD® Drehsteife Wellenkupplung
Typ Modulflex®, Serie 9XXX
Betriebsanleitung
BA 9XXX-000 DE 08/2013 (Rev. 1)
Originale Betriebsanleitung in deutscher Sprache
Ersatz für Anleitung 92 900 1
SICHERHEIT UND
ALLGEMEINE HINWEISE
TECHNISCHE DATEN
MONTAGE
Postfach 103252
44032 Dortmund
GERMANY
ERSTE INBETRIEBNAHME
UND BETRIEB
WARTUNG UND
REPERATUR
ERSATZTEILHALTUNG
UND KUNDENDIENST
www.rexnord.eu
ANHANG
Rexnord Antriebstechnik
Zweigniederlassung der
Rexnord GmbH Betzdorf
Hinweise und Symbole in dieser Betriebsanleitung
Anmerkung: Der Begriff "Betriebsanleitung" wird im weiteren Verlauf auch kurz "Anleitung" oder
"Handbuch" genannt.
Rechtliche Hinweise
Warnhinweiskonzept
Diese Anleitung enthält Hinweise, die Sie zu Ihrer persönlichen Sicherheit sowie zur
Vermeidung von Sachschäden beachten müssen. Die Hinweise zu Ihrer persönlichen
Sicherheit sind durch ein Warndreieck, Hinweise zu alleinigen Sachschäden durch ein "STOP"Zeichen gekennzeichnet.
WARNUNG vor drohendem Personenschaden!
Die mit diesem Symbol gekennzeichneten Hinweise sind zur Vermeidung von
Personenschäden unbedingt zu beachten. Bei Nichtbeachtung können Tod oder
schwere Körperverletzung die Folge sein.
WARNUNG vor drohendem Produktschaden!
Die mit diesem Symbol gekennzeichneten Hinweise sind zur Vermeidung von
Produktschäden unbedingt zu beachten. Bei Nichtbeachtung können
Sachschäden die Folge sein.
WARNUNG vor heißen Oberflächen!
Die mit diesem Symbol gekennzeichneten Hinweise sind zur Vermeidung von
Verbrennungsgefahr bei heißen Oberflächen unbedingt zu beachten. Bei
Nichtbeachtung können leichte oder schwere Körperverletzung die Folge sein.
NÜTZLICHE INFORMATION!
Die mit diesem Symbol gekennzeichneten Hinweise und Informationen sind als
allgemeine Bedienungshinweise zu beachten.
Beim Auftreten mehrerer Gefährdungen wird immer der Warnhinweis zur jeweils höchsten
Gefährdung verwendet. Wenn in einem Warnhinweis mit dem Warndreieck vor
Personenschäden gewarnt wird, dann kann im selben Warnhinweis zusätzlich eine Warnung
vor Sachschäden angefügt sein.
Qualifiziertes Personal
Das zu dieser Anleitung zugehörige Produkt oder System darf nur von für die jeweilige
Aufgabenstellung qualifiziertem Personal gehandhabt werden unter Beachtung der für die
jeweilige Aufgabenstellung zugehörigen Anleitung, insbesondere der darin enthaltenen
Sicherheits- und Warnhinweise. Qualifiziertes Personal ist auf Grund seiner Ausbildung und
Erfahrung befähigt, im Umgang mit diesen Produkten oder Systemen Risiken zu erkennen und
mögliche Gefährdungen zu vermeiden.
Bestimmungsgemäßer Gebrauch von Rexnord-Produkten
Beachten Sie Folgendes:
Rexnord-Produkte dürfen nur für die im Katalog und in der zugehörigen
technischen Dokumentation vorgesehenen Einsatzfälle verwendet werden.
Falls Fremdprodukte und -komponenten zum Einsatz kommen, müssen
diese von Rexnord empfohlen oder zugelassen sein. Der einwandfreie und
sichere Betrieb der Produkte setzt sachgemäßen Transport, sachgemäße
Lagerung, Aufstellung, Montage, Installation, Inbetriebnahme, Bedienung
und Instandhaltung voraus. Die zulässigen Umgebungsbedingungen
müssen eingehalten werden. Hinweise in den zugehörigen Dokumentationen
müssen beachtet werden.
Marken
Alle mit dem Schutzrechtsvermerk ® gekennzeichneten Bezeichnungen sind eingetragene
Marken der Rexnord Antriebstechnik oder Rexnord Corporation. Die übrigen Bezeichnungen in
dieser Anleitung können Marken sein, deren Benutzung durch Dritte für deren Zwecke die
Rechte der Inhaber verletzen kann.
Haftungsausschluß
Wir haben den Inhalt der Anleitung auf Übereinstimmung mit der beschriebenen Hard- und
Software geprüft. Dennoch können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden, so dass wir
für die vollständige Übereinstimmung keine Gewähr übernehmen. Die Angaben in dieser
Anleitung werden regelmäßig überprüft, notwendige Korrekturen sind in den nachfolgenden
Ausgaben enthalten.
Erläuterung zur EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
BSD-Kupplungen sind als Komponenten im Sinne der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zu
werten. Daher ist von Rexnord Antriebstechnik keine Einbauerklärung auszustellen.
Informationen zu sicherer Montage, sicherer Inbetriebnahme und sicherem Betrieb sind unter
Beachtung des Warnhinweiskonzepts dieser Anleitung zu entnehmen!
INHALTSVERZEICHNIS
1.
SICHERHEIT UND ALLGEMEINE HINWEISE
1.1
1.2
1.3
2.
TECHNISCHE DATEN
2.1
2.2
2.3
3.
Inspektion und Wartung
Demontage
ERSATZTEILHALTUNG UND KUNDENDIENST
6.1
6.2
7.
Erste Inbetriebnahme
Betrieb
Fehlerdiagnose
WARTUNG UND REPERATUR
5.1
5.2
6.
Transport
Anlieferungszustand
Vor der Montage
Montagevorgang, Serie 9XXX-…-XXX
Einbau, Betrieb und Wartung zu BSD-Klemmnaben (Abb. 5a und 5b)
Schraubenanzugsmomente und Schlüsselweiten
Kupplungsausrichtung
ERSTE INBETRIEBNAHME UND BETRIEB
4.1
4.2
4.3
5.
Beschreibung
Schematische Darstellung
Wirkungsweise
MONTAGE
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
3.6
3.7
4.
Allgemeine Hinweise
Sicherheitsbestimmungen
Kennzeichnung
Ersatzteile
Bestellvorgang und Kundendienst
ANHANG
7.1
7.2
7.3
7.4
7.5
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit dem VIBRA-DAMP-System
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit der Axialabstützung
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit dem Axialbegrenzer
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit der elektrischen Isolierung
Klemmnabe-Komplett Typ 9293-105-440
1.
SICHERHEIT UND ALLGEMEINE HINWEISE
1.1
Allgemeine Hinweise
BSD®-MODULFLEX Wellenkupplungen dienen im Rahmen ihrer konstruktiv
vorgegebenen Möglichkeiten dazu, unvermeidbare Fluchtungsfehler und den während
des Betriebes entstehenden Versatz auszugleichen. Es gilt: je geringer die
Fluchtungsfehler beim Einbau, desto größer die Kompensationsfähigkeit, Lebensdauer
und Laufruhe während des Betriebes.
Diese Anleitung bietet Hilfestellung bei der Montage und Wartung Ihrer BSD®MODULFLEX Kupplungen. Bitte lesen Sie diese vor Montage und Wartung der
Kupplung und den damit verbundenen Maschinenteilen sorgfältig durch. Diese Anleitung
ist stets in der Nähe Ihrer Kupplungsanlage sowie ständig für das Wartungspersonal
zugänglich aufzubewahren.
Der Einbau hat durch geschultes Fachpersonal zu erfolgen. Die
Betriebsanleitung ist sorgfältig zu studieren und zu verstehen. Die
Einbauzeichnung muss dem Käufer/Verwender beim Einbau vorliegen.
1.2
Sicherheitsbestimmungen
Rotierende Antriebselemente sind Gefahrenpotentiale. Dem muss vom
Käufer/Verwender durch entsprechende Schutzmaßnahmen nach dem
Gesetz über technische Arbeitsmittel (Gerätesicherheitsgesetz) in
seiner jeweils gültigen Fassung Rechnung getragen werden. Es liegt
in der Verantwortung des Käufers/Verwenders, diese Maßnahmen
durchzuführen und Antriebselemente ausschließlich
bestimmungsgemäß und in ihren vorgegebenen technischen
Einsatzgrenzen zu verwenden und zu betreiben.
Wegen der Gefahr von Personen- oder Sachschäden durch Unfälle, die bei
unsachgemäßer Montage oder Inbetriebnahme dieser Produkte entstehen können, ist
die Einhaltung der vorgegebenen Verfahren bei Auswahl, Montage, Wartung und
Betrieb unbedingt notwendig. Mitarbeiter, die mit Montage, Instandhaltung, Betrieb,
Wartung und Reparatur dieser Kupplung und den verbundenen Anlagen betraut sind,
müssen diese Montage- und Wartungsanleitung gelesen und verstanden haben und sie
befolgen.
Zum Schutz vor unbeabsichtigtem Einschalten der Anlage ist ein geeignetes
Abschaltverfahren durchzuführen. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit einer rotierenden
und/oder arbeitenden Kupplung. Arbeiten an der Kupplung dürfen erst bei völligem
Stillstand und ohne Belastung der Kupplung vorgenommen werden. Setzen Sie Motor,
Maschine oder Antrieb niemals in Gang, ohne die Kupplungsteile zu sichern.
Fortsetzung von Abschnitt 1.2 – Sicherheitsbestimmungen
Hebevorrichtungen und Lastaufnahmen zur Handhabung der
Kupplung oder Komponenten müssen für das Kupplungsgewicht
geeignet sein.
Wird die Anlage mit lediglich einer Nabe in Gang gesetzt, so muss die Nabe
ordnungsgemäß montiert und betriebsbereit sein, inklusive angezogener Passfeder und
Stellschraube (falls vorhanden). Alle Befestigungselemente und Komponenten müssen
komplett und ordnungsgemäß gesichert sein, bevor die gesamte Kupplungseinheit in
Betrieb genommen werden kann.
Die Kupplung niemals mit losen Befestigungsschrauben oder bei
sichtbaren Schäden in Betrieb nehmen.
Zusätzlich zu allgemein vorgeschriebener Sicherheitsausrüstung müssen bei Arbeiten
an und mit der Kupplung Sicherheitsschuhe, Helme, geeignete Sicherheitshandschuhe
und -Brillen getragen werden.
Die Kupplung darf nur in Übereinstimmung mit den in der technischen Dokumentation
angegebenen technischen Daten betrieben werden. Änderungen und Umbauten sind
nicht erlaubt. Ersatzteile für Wartung und Reparatur müssen Originalteile von BSD
Rexnord Antriebstechnik, Dortmund bzw. von dort zugelassen sein.
Bitte senden Sie Anfragen an:
Rexnord Antriebstechnik
Überwasserstr. 64
44147 Dortmund / DEUTSCHLAND
Tel.:
+49 (231) 8294-334
Fax.:
+49 (231) 8294-250
E-Mail: [email protected]
1.3
Kennzeichnung
Rexnord BSD® Kupplungen werden mit der Auftragsnummer sowie Herstellwoche/-Jahr
gekennzeichnet.
2.
TECHNISCHE DATEN
2.1
Beschreibung
Die Anleitung beschreibt die Kupplung in Horizontalanordnung mit Welle-NabeVerbindung durch zylindrische oder kegelige Bohrung mit Passfeder. Falls eine
Vertikalanordnung / geneigte Anordnung oder andere Welle-Nabe Verbindungen
eingesetzt werden sollen, wie Schrumpfsitz oder Kurzverzahnung nach DIN 5480, ist mit
Rexnord Antriebstechnik Rücksprache zu halten.
Wurde für die Kupplung eine Maßzeichnung erstellt, so sind die darin enthaltenen
Eintragungen vorrangig zu beachten. Dem Betreiber der Anlage ist die Maßzeichnung
einschließlich sonstiger Dokumentationsunterlagen zur Verfügung zu stellen.
Teilenummern und Teilebezeichnungen sind der entsprechenden Zeichnung zu
entnehmen oder bei Rexnord Antriebstechnik zu erfragen.
2.2
Schematische Darstellung
Abbildung 1: Serie 9XXX
Abbildung 2: Klemmnabe Serie 9X9X
2.3
Wirkungsweise
Die Abbildungen 3a, 3b, 3c verdeutlichen den prinzipiellen Aufbau doppelt flexibler
Kupplungen sowie deren Verhalten bei Wellenversatz.
Abbildung 3a:
∆Ka – Axialer Versatz
Abbildung 3b:
∆Kr – Radialer Versatz
Abbildung 3c:
∆Kw – Winkliger Versatz
Die drei dargestellten Versatzarten treten in der Praxis meistens gleichzeitig auf. Sie
überlagern sich zu einem Gesamtversatz, den die Kupplung ausgleichen muss.
Während ein einfach flexibles Element lediglich winklige und axiale Wellenverlagerung
zulässt, ist das parallele Ausgleichsvermögen doppelt flexibler Kupplungen eine
Funktion des zulässigen Versatzwinkels sowie des Abstandes “x” zwischen den beiden
Lamellenpaketen nach der Formel:
Es ist dringend zu beachten dass die maximal zulässigen axialen und radialen
Nachgiebigkeiten nicht gleichzeitig auftreten. Siehe Diagramm 1 für deren Abhängigkeit.
Diagramm 1:
3.
MONTAGE
3.1
Transport
Stahlkomponenten sind schwer! Benutzen Sie geeignete Hebezeuge
und Lastaufnahmeeinrichtungen.
Nach der Eingangskontrolle muss die Kupplung ausgepackt und an den Montageort
gebracht werden. Der Transport sollte ohne zusätzliche Lasten erfolgen.
Die mitgelieferte Blockiervorrichtung (Abb. 6a, 6b, 6c Pos. 1.1, 1.2, 1.3 oder 10) der
Wellenkupplungen ist erst nach Montage zu entfernen und für spätere Arbeiten
aufzuheben. Generell: Die Kupplung nur in trockener, nicht-korrosiver Umgebung lagern
und vor zusätzlichen externen Lasten schützen, die evt. Komponenten beschädigen
können.
3.2
Anlieferungszustand
Abbildung 4a: Anlieferungszustand für Serie 9XXX-...-XXX
Abbildung 4b: Anlieferungszustand für Serie 9XXX-...-XXX
Fortsetzung von Abschnitt 3.2 – Anlieferungszustand
Abbildung 5a: BSD®-Klemmnabensysteme
Typ KONICLAMP®
Abbildung 6a: Blockiervorrichtung,
Serie 9XXX-…-XXX
Abbildung 5b: BSD Klemmnabe
mit Abdruckgewinden
Abbildung 6b: Blockiervorrichtung,
Serie 9XXX-…-XXX
Abbildung 6c: Optionale Blockiervorrichtung
Tabelle 4: Teilebeschreibung, bezogen auf Abbildung 1, 6b, 5a, 5b, 5c
Pos.
Bezeichnung
1
Flexibles Element
1.1
Augenschraube
1.2
Blockierschraube
1.3
Blockiermutter
2
Zwischenstück
3
Klemmnabe
4
Zylinderkopfschraube
5
Zylinderkopfschraube
6
Lamellenpaket
7
Flansch
8
Schrumpfbolzen
9
Sicherungsmutter
10
Transportschraube( Kunststoff)
11
Klemmnabe
12
Schrumpfring
3.3
Vor der Montage
Die Montage ist nur durch geschultes Fachpersonal zu erfolgen.
Die Zusammenstellungszeichnung muss am Montageort
vorliegen.
Verwenden Sie nur von uns gelieferte Produkte gemäß den
vorgegebenen Einsatzbedingungen.
Beim Hantieren mit Kupplungskomponenten stecken Sie nicht die
Finger durch Bohrungen oder Schraubenlöcher um diese vor
Abscher- oder sonstigen Verletzungen durch das Bewegen von
Schrauben oder Komponenten zu schützen.
Schalten Sie vor allen Arbeiten an der Kupplung die Maschine /
den Antrieb ab.
Sichern Sie den Antrieb gegen unbeabsichtigtes Einschalten und
Verdrehen.
Führen Sie die Montage außerhalb des Gefahrenbereichs aus.
Sorgen Sie dafür, dass geeignete Transportmittel zur Verfügung
stehen, und dass die Transportwege frei von Hindernissen sind.
Gemäß den Unfallverhütungsvorschriften müssen Sie alle frei
umlaufenden Teile durch ortsfeste Schutzeinrichtungen gegen
unbeabsichtigtes Berühren und gegen herabfallende
Gegenstände schützen.
Durch falsch angezogene Schrauben können schwere Personenund Sachschäden entstehen.
3.4
Montagevorgang, Serie 9XXX-…-XXX
Montageschritte der Kupplungsteile:
einsehen
–
1.
Zusammenstellungszeichnung
beachten.
Einbaumaße
und
Einbauposition
2.
Die zu verbindenden Flansche oder Naben müssen unbeschädigt und frei von
Schmutz /Korrosionspartikeln und Grat sein. Anschlussmaße und Toleranzen
kontrollieren.
3.
Toleranzen - auch für die Konzentrizität und Rechtwinkligkeit – müssen unserer
Spezifikation entsprechen. Im Zweifelsfall sollten wir befragt werden.
4.
Gewuchtete Teile müssen in derselben Anordnung, in der sie ursprünglich
gewuchtet wurden, montiert werden.
Flexible Elemente nicht demontieren (Abb. 4b, Pos. 6; 7; 8; 9;).
Blockiervorrichtung nicht demontieren (Abb. 6a, 6b, 6c Pos. 1.1; 1.2;
1.3 oder 10) bis die Wellenkupplung komplett montiert ist.
5.
Montieren Sie die flexiblen Elemente (Abb. 4a, Pos. 1) gemäß der entsprechenden
Einbauvorschrift des Ausrüsters auf die vorgesehene Welle. Dabei ist
sicherzustellen, dass die flexiblen Elemente entsprechend den Einbaumaßen auf
der Zeichnung positioniert werden.
Beachten Sie, dass die max. Aufwärmtemperatur für die Flansche
nicht 250°C übersteigt. Dabei beträgt die max. zulässige
Auslegungstemperatur für das flexible Element (Abb. 4a, Pos. 1)
150°C.
ACHTUNG! Heiße Oberflächen! Verbrennungsgefahr vermeiden!
6. Flexible Elemente (Abb. 4a, Pos. 1) mit Zylinderkopfschrauben (Abb. 4a, Pos. 4)
auf beiden Seiten mit den Klemmnaben verschrauben (Abb. 4a, Pos. 3). Die
Schrauben gemäß den in der Zeichnung angegebenen Anzugsmomenten
anziehen. Punkt 3.6 “Schraubenanzugsmomente und Schlüsselweiten”
beachten.
7. Das Zwischenstück (Abb. 4a, Pos. 2) wie in der Zeichnung dargestellt zwischen
den flexiblen Elementen platzieren (Abb. 4a, Pos.1). Die Schrauben gemäß den in
der
Zeichnung
angegebenen
Anzugsmomenten
anziehen.
Punkt
3.6
“Schraubenanzugsmomente und Schlüsselweiten” beachten.
Fortsetzung von Abschnitt 3.4 – Montagevorgang, Serie 9XXX-…-XXX
Beim Hantieren mit dem Zwischenstück besondere Sorgfalt anwenden
(gegen Herausfallen sichern usw.). Evt. die Seite, an der nicht
gearbeitet wird, durch Schrauben, die durch die Schraubenlöcher
gesteckt und mit dem Flansch verbunden werden, stützen.
8
Blockiervorrichtung bei beiden Kupplungselementen entfernen und für spätere
Arbeiten aufbewahren (Abb. 6a, 6b, 6c Pos. 1.1; 1.2; 1.3 oder 10)
Achtung: bei hohen Drehzahlen ist dyn. Wuchten erforderlich.
3.5
Einbau, Betrieb und Wartung zu BSD-Klemmnaben (Abb. 5a und 5b)
1.
Lieferzustand
Die Klemmnaben werden in komplett gefettetem Zustand geliefert. Wird ein Nachfetten
erforderlich, so ist dabei nach Punkt 5., Wiedermontage, vorzugehen.
2.
Kontrolle
Überprüfung der Abmaße sowohl der Welle als auch der Nabenbohrung. Es ist
unbedingt darauf zu achten, dass die Fügeflächen keinerlei Beschädigungen, sowie die
Werkstückkanten keine Grate aufweisen.
3.
Montage
Achtung! Schrauben schwarz oder phosphatiert nur leicht ölen.
Achtung! Spannschrauben erst dann anziehen, wenn sich die Klemmnabe auf der Welle
befindet. Vor dem Fügen müssen die Nabenbohrung, sowie die Welle entfettet werden.
Schmierstoffreste
an
den
Fügeflächen,
insbesondere
Rückstände
molybdändisulfidhaltiger Stoffe, können die Drehmomentübertragungsfähigkeit
einschränken. Nach dem Aufsetzen auf die Welle wird die Klemmnabe entsprechend der
Anschlussmaße
positioniert.
Die
Spannschrauben
werden
mit
einem
Drehmomentschlüssel der Reihe nach (nicht über Kreuz) mit zu steigerndem
Drehmoment, beginnend mit ca. 1/5 des Nominaldrehmomentes in 1/5-tel Schritten
angezogen, wobei pro Schritt mehrere Umläufe notwendig werden. Der Anzugsvorgang
ist beendet, wenn alle Schrauben das laut Zeichnung geforderte Nominaldrehmoment
aufweisen.
4.
Demontage
a)
BSD-KONICLAMP®-Klemmnabensysteme
Durch die konstruktiven Merkmale des KONICLAMP®-Klemmnabensystems dienen die
Spannschrauben ebenfalls als Abdrückschrauben. Das erste Lösen erfolgt mit dem dazu
notwendigen Drehmoment. Anschließend werden alle Schrauben zurückgedreht, bis
sich ein Widerstand bemerkbar macht. Danach werden die Schrauben der Reihe nach,
wie unter Punkt 3. beschrieben, mit zu steigerndem Drehmoment bis zum Lösen des
Spannringes belastet.
b)
BSD Klemmnaben mit Abdrückgewinden
Zunächst werden die Spannschrauben gelöst und einige Millimeter zurückgedreht.
Anschließend müssen Abdrückschrauben in die dafür vorgesehenen Gewinde
eingebracht werden. Hierzu können in der Regel die Spannschrauben verwendet
werden. Jedes Gewindeloch des Spannringes muss zum Aufbringen der erforderlichen
Lösekraft ausgenutzt werden! Danach werden die Schrauben der Reihe nach bis zum
Lösen des Spannringes belastet.
Achtung! Vor der Wiedermontage Abdrückschrauben entfernen!
5.
Wiedermontage
Die Wiedermontage erfolgt entsprechend der oben beschriebenen Vorgangsweise. Wird
ein Schmiermittelmangel an einem der mit ® gekennzeichneten Flächen festgestellt, so
wird ein Nachschmieren mit Molykotespray 321 oder Molykotepaste G-Rapid Plus
erforderlich.
Achtung! Auf Sauberkeit der Fügeflächen an Welle und Nabenbohrung achten.
Schrauben schwarz oder phosphatiert nur leicht ölen.
3.6
Schraubenanzugsmomente und Schlüsselweiten
Die Verwendung von Schlagschraubern ist nicht zulässig!
Schrauben bzw. Muttern sind mit dem vorgegebenen
Zusammenstellungszeichnung oder Katalog) anzuziehen.
3.7
Drehmoment
(siehe
Kupplungsausrichtung
Die Abbildungen 7a bis 7c zeigen Möglichkeiten zur Kupplungsausrichtung. Alle
gezeigten Werte in dieser Anleitung gelten nur als Anhaltswerte für das Ausrichten.
Abbildung 7a:
Abbildung 7b:
Wie in Abbildung 7a dargestellt, sind Messuhr und Messstab am Aussendurchmesser
der Kupplung anzubringen. Der Messpunkt sollte nahe am Außendurchmesser der
Kupplung liegen. Die Kupplung ist um 360° zu drehen. Der dabei an der Messuhr
festgestellte Ausschlag darf 0,015 mm pro 10 mm Außendurchmesser nicht
überschreiten.
Beispiel: Außendurchmesser 200 mm ist 20 x 0,015 mm = 0,3 max.
Messuhrenausschlag. An und Abtriebsseite sind so lange zueinander auszurichten, bis
der errechnete Wert erreicht oder unterschritten ist.
Alternativ kann man die Messung mit einem Taster, der mit der Messuhr ausgestattet ist
(Abbildung 7b) durchführen. Es gilt die Beschreibung wie zu Abbildung 7a – jedoch tritt
der Abtastdurchmesser an Stelle des Außendurchmessers.
Abbildung 7c:
Eine andere Methode der Kupplungsausrichtung wäre z.B. die Verwendung einer
Messuhr mit entsprechendem Adapter (Abbildung 7c). Es gilt die Beschreibung wie zu
Abbildungen 7a und 7b – jedoch gilt der maximal zulässige Ausschlag von 0,015 mm
pro 10 mm Länge „x". Beispiel: „x" = 400 mm ist 40 x 0,015 mm = 0,6 mm max.
Messuhrausschlag.
Eine weitere gut praktizierbare Methode wäre die Verwendung einer Schieblehre statt
Taster mit Messuhr. Dazu wird das Spaltmaß jeder Mittelflanscheinheit (Abb. 8) im
gleichgerichteten Umlauf alle 45° gemessen und aufgeschrieben. Hierbei ist zu
beachten, dass die Kupplung bei der Messung nicht gedreht wird! Eine übersichtliche
Notierung ist im Folgenden dargestellt.
Abbildung 8:
0°
45°
315°
90°
0°
270°
135°
45°
225°
315°
90°
180°
Rechtes Lamellenpaket
270°
135°
225°
180°
Linkes Lamellenpaket
Auswertebeispiel
links: 0°= 10,0 mm; 180°= 12,0 mm; Messdurchmesser D=200 mm; Sollmaß = 11 mm
12,0 - 10,0 = 2,0 mm
Winkel = arctan (2,0 / 200) = 0,57° Die Messwerte auf: 45° =
315°; 90° = 270°; 135° = 225°; Die Achse des linken Elementes ist in der vertikalen
Ebene um 0,57° geschwenkt. rechts: 0°= 13,0 mm; 180°= 9,0 mm; Messdurchmesser
D=200 mm; 13,0 - 9,0 = 4,0 mm
Winkel = arctan (4,0 / 200) = 1,15° Die Messwerte
auf: 45° = 315°; 90° = 270°; 135° = 225°; Die Achse des rechten Elementes ist in der
vertikalen Ebene um 1,15° geschwenkt, d. h. die Achslage der An- und
Abtriebselemente liegen nicht parallel sondern haben eine Winkelabweichung von 1,15°
- 0,57° = 0,58°.
Auf diese Weise lassen sich leicht die Ausrichtungen kontrollieren und nachrichten. Eine
gute Ausrichtung hat Werteabweichungen im 0,1 mm Bereich, wobei der Ist-Zustand mit
den zulässigen Werten unter Berücksichtigung der Betriebsparameter zu vergleichen ist.
Die Messwerte sollten nach dem Probelauf der Kupplung abschließend notiert und für
spätere Beurteilungen aktenkundig gemacht sein.
Abbildung 9 zeigt einen Ausrichtfehler, der ein Lamellenpaket überlasten kann. Der
Fehler entsteht bei Radialversatz, der sich aus dem Parallelversatz der An- und
Abtriebswelle ergibt, wobei diese beiden Wellen zusätzlich im Winkel zueinander stehen.
Bei dieser Situation addiert sich der Winkel zwischen den Wellen zu dem Winkel aus
Radialversatz als Summenwinkel bei einem Lamellenpaket.
Bei zusätzlichen betriebsbedingten Versätzen wird dieses Lamellenpaket zu stark
belastet.
Abbildung 9: Möglicher Versatz
Nach Abschluss der Ausrichtvorgänge sind die an- und abtriebsseitigen Maschinenteile
so zu fixieren und zu befestigen, dass sich die Position der Kupplung nicht verändern
kann. Es ist zu empfehlen, die Kupplung nach dem Fixieren und Befestigen der
Maschinenteile nochmals gemäß Abschnitt 3.3 bzw. 3.4 zu prüfen.
Bei der Kupplungsausrichtung sollten die winkligen bzw. radialen
Nachgiebigkeiten so niedrig wie möglich gehalten werden.
Maximal zulässige axiale und radiale Nachgiebigkeiten dürfen nicht
gleichzeitig auftreten. Siehe Abschnitt 2.3, Diagramm 1 für deren
Abhängigkeit.
Die Lamellen sollen nach Abschluss des Ausrichtens im
Einbauzustand ein in der Planebene möglichst verwindungsfreies und
homogenes Paket bilden, sofern nicht bereits ein bestimmter
Axialversatz vorgegeben wurde.
4.
ERSTE INBETRIEBNAHME UND BETRIEB
4.1
Erste Inbetriebnahme
Die mit der Wellenkupplung ausgerüstete Anlage wird nach Durchführung der käuferbzw. verwenderseitig erforderlichen Maßnahmen gemäß Gerätesicherheitsgesetz
(siehe Abschnitt 1.2) einem Probelauf unterzogen. Vor der ersten Inbetriebnahme
muss sichergestellt werden, dass alle Blockiervorrichtungen entfernt und für zukünftige
Wartungsarbeiten aufbewahrt wurden.
Vor Inbetriebnahme sind die Schraubenanziehdrehmomente der
Kupplung und die Anziehdrehmomente der Fundamentschrauben der
gekuppelten Maschine zu prüfen. Einhausungen (Kupplungsschutz,
Berührungsschutz) müssen montiert sein!
Bei der Inbetriebnahme sind Überlastzustände nicht auszuschließen.
Kommt es infolge von Überlasten zum Bruch der Kupplung, können
dabei absprengende Metallteile Personen- und/oder Sachschäden
verursachen.
Nach etwa 1- bis 2-stündiger Probelaufzeit unter normalen Arbeitsbedingungen sollen
die vorgeschriebenen Schraubenanzugsmomente überprüft und, wenn erforderlich, die
Schraubenverbindung gemäß Abschnitt 3.6 - Schraubenanzugsmomente und
Schlüsselweiten - nachgezogen werden
Während des Probelaufs ist die Kupplung zu beobachten. Werden Unregelmäßigkeiten besonders die Laufruhe betreffend - festgestellt, so deuten diese auf ungenügendes
bzw. nicht fachgerechtes Ausrichten oder nachträgliche bzw. zwischenzeitliche
Veränderungen - z.B. „Setzen" des Antriebes und/oder Abtriebes - hin. Die Anlage ist
dann sofort stillzusetzen, um eine Überprüfung der Fluchtung der Einbaumaße und der
Einbauposition gemäß Abschnitt 3.7 – Kupplungsausrichtung - vorzunehmen, mit
entsprechender Korrektur.
Bei höheren Drehgeschwindigkeiten, größeren rotierenden Massen oder aus sonstigen
Gründen (weicher Fuß) wird empfohlen, den kompletten Antriebsstrang auszuwuchten.
4.2
Betrieb
Etwa 500 Betriebsstunden nach der ersten Inbetriebnahme ist die Kupplung zu
inspizieren:
Inspektion Prüfpunkte:
Stimmen die Anzugsmomente der Schrauben (Abb. 4a, Pos. 4; 5;) noch?
Bei Bedarf korrigieren. Abschnitt 3.6 - Schraubenanzugsmomente und
Schlüsselweiten - beachten.
Ist die Fluchtung noch gegeben?
Achtung: Versatzwerte dürfen unter Umständen nicht gleichzeitig maximal genutzt
werden.
Bilden die Lamellen nach dieser Betriebszeit noch ein in der Planebene
verwindungsfreies und homogenes Paket?
Gegebenenfalls sind Korrekturen erforderlich. Korrekturen zur Fluchtung und axialen
Ausrichtung gemäß Abschnitt 3.7 – Kupplungsausrichtung.
Nach dieser Inspektion und gegebenenfalls erfolgter Korrektur unterliegt die
Wellenkupplung den normalen Inspektionsintervallen der Anlage. Bei diesen
Inspektionen ist gemäß Abschnitt 5.1 – Inspektion und Wartung - vorzugehen.
4.3
Fehlerdiagnose
Mögliche Störungsursachen bei Ausrichtveränderung oder unzulässiger Schwingung:
Grund der Ausrichtveränderung beheben (z. B. lose Fundamentschrauben).
Kupplung ausrichten.
Falls vorhanden, axiale Sicherung prüfen und gegebenenfalls korrigieren.
Die kritische Drehgeschwindigkeit vom Antriebsstrang wurde erreicht.
Häufige Fehler bei der Auswahl der Kupplung und/oder der Kupplungsgröße:
Wichtige Informationen zur Beschreibung des Antriebes und der Umgebung werden
nicht weitergegeben.
Anlagendrehmoment zu hoch.
Anlagendrehzahl zu hoch.
Anwendungsfaktor nicht korrekt gewählt.
Chemisch aggressive Umgebung nicht berücksichtigt.
Die Umgebungstemperatur ist unzulässig.
Fertigbohrung mit unzulässigem Durchmesser und/oder unzulässiger Passung.
Einbringen von Passfedernuten, deren Nuteckenmaße größer sind als die
Nuteckenmaße der Passfedernuten nach DIN 6885/1 bei maximal zulässiger
Bohrung.
Die Übertragungskapazität der Welle-Nabe-Verbindung ist den Betriebsbedingungen
nicht angemessen.
Maximale Lastzustände oder Überlastzustände werden nicht berücksichtigt.
Fortsetzung von Abschnitt 4.3 – Fehlerdiagnose.
Dynamische Lastzustände werden nicht berücksichtigt.
Welle-Nabe-Verbindung, die zu unzulässiger Werkstoffbeanspruchung der Kupplung
führt.
Betriebsbedingungen werden unzulässig geändert.
Kupplung und Maschine / Antriebsstrang bilden ein kritisches Dreh-, Axial- oder
Biegeschwingungssystem.
Dauerwechseldrehmomentbelastung zu hoch.
Häufige Fehler bei der Montage der Kupplung:
Bauteile mit Transport- oder sonstigen Schäden werden montiert.
Beim Warmaufsetzen von Kupplungsteilen werden die Teile des flexiblen Elements
(Abb. 4b) unzulässig erhitzt.
Der Wellendurchmesser liegt außerhalb des vorgeschriebenen Toleranzbereichs.
Kupplungsteile werden vertauscht, d. h. die Zuordnung zur vorgesehenen Welle ist
nicht gegeben.
Vorgeschriebene Axialsicherungen werden nicht montiert.
Vorgeschriebene Anziehdrehmomente werden nicht eingehalten.
Schrauben werden trocken oder gefettet eingesetzt.
Flanschflächen von Schraubverbindungen sind nicht gereinigt.
Ausrichtung und/oder Wellenversatzwerte entsprechen nicht der Anleitung.
Die gekuppelten Maschinen sind nicht korrekt mit dem Fundament verbunden,
sodass ein Verschieben der Maschinen z. B. durch Lösen der
Fundamentverschraubung zu einer unzulässigen Verlagerung der Kupplungsteile
führt.
Die gekuppelten Maschinen sind nicht ausreichend geerdet.
Der verwendete Kupplungsschutz ist nicht geeignet.
Häufige Fehler bei der Wartung:
Es werden keine originalen Rexnord BSD-Ersatzteile eingesetzt.
Es werden alte oder beschädigte Ersatzteile eingesetzt.
Es werden unterschiedliche flexible Elemente (Abb. 4a, Pos. 1) eingesetzt.
Hinweise auf Störungen (Geräusche, Vibrationen, usw.) werden nicht beachtet.
Vorgeschriebene Anziehdrehmomente werden nicht eingehalten.
Ausrichtung und/oder Wellenversatzwerte entsprechen nicht der Anleitung.
5.
WARTUNG UND REPERATUR
5.1
Inspektion und Wartung
Wir unterstellen dabei, dass die Anlage mindestens einmal pro Jahr bei einschichtigem
Betrieb, zweimal pro Jahr bei zweischichtigem Betrieb und dreimal bei dreischichtigem
Betrieb inspiziert und gewartet wird.
Inspektion Prüfpunkte:
Stimmen die Anzugsmomente der Schrauben (Abb. 4a, Pos. 4; 5;) noch?
Bei Bedarf korrigieren. Abschnitt 3.6: - Schraubenanzugsmomente und
Schlüsselweiten - beachten.
Ist die Fluchtung noch gegeben?
Achtung: Versatzwerte dürfen nicht gleichzeitig maximal genutzt werden.
Bilden die Lamellen nach dieser Betriebszeit noch ein in der Planebene
verwindungsfreies und homogenes Paket?
Gegebenenfalls sind Korrekturen erforderlich. Korrekturen zur Fluchtung und axialen
Ausrichtung gemäß Abschnitt 3.7 – Kupplungsausrichtung.
Das funktionswichtigste Teil der Wellenkupplung ist das
Lamellenpaket des flexiblen Elements (Abb. 4b, Pos. 1).
Sollten sich im Rahmen einer Kupplungsinspektion Deformierungen des
Lamellenpaketes gegenüber dem Ersteinbauzustand, Lamellenbrüche oder
Korrosionserscheinungen zeigen, so deutet dies auf Überlastung oder Wellenversatz
außerhalb zulässiger Werte hin.
Die flexiblen Elemente (Abb. 6a/6b, Pos. 1) müssen ausgetauscht werden. Wichtig:
Vorher die Ursache der Überlastung beheben (sehe Abschnitt 4.3 – Fehlerdiagnose).
Bei solchen Schäden sind auch alle anderen Bauteile kritisch zu prüfen. Im
Zweifelsfall bitte Rücksprache mit Rexnord Antriebstechnik.
Generell: Nach 10 Jahren Betriebszeit sind die flexiblen Elemente (Abb. 4a, Pos. 1) zu
ersetzen.
5.2
Demontage
Stahlkomponenten sind schwer! Benutzen Sie geeignete Hebezeuge
und Lastaufnahmeeinrichtungen.
Die Kupplung wird demontiert, indem die Verbindungsschrauben des Zwischenstückes
(Abb. 4a, Pos. 4) gelöst und die flexiblen Elemente (Abb. 4a, Pos. 1) axial gespannt
werden. Benutzen Sie die Blockiervorrichtung, wie im Abschnitt 3.1, Abb. 6a/6b/6c
abgebildet, um die Vorspannung zu vereinfachen.
Entfernen Sie das Zwischenstück (Abb. 4a, Pos. 2) nachdem ausreichender
Axialabstand erreicht wurde (radial).
Beim Hantieren mit dem Zwischenstück besondere Sorgfalt anwenden
(gegen Herausfallen sichern usw.). Evt. die Seite, an der nicht
gearbeitet wird, durch Schrauben, die durch die Schraubenlöcher
gesteckt und mit dem Flansch verbunden werden, stützen.
Achtung: Die Schrauben des Lamellenpakets (Abb. 4b, Pos. 8,9) des
flexiblen Elements dürfen nicht entfernt werden!
Kupplung Serie 9XXX-…-XXX:
Um die flexiblen Elemente (Abb. 4a, Pos. 1) zu entfernen, lösen und entfernen Sie die
Schrauben (Abb. 4a, Pos. 5) die mit der Klemmnabe (Abb. 4a, Pos. 3) verbunden sind.
Entnehmen Sie das flexible Element (Abb. 4a, Pos. 1) und nehmen Sie gemäß der
entsprechenden Einbauvorschrift des Ausrüsters die Klemmnabe (Abb. 4a, Pos. 3) von
der Welle.
ACHTUNG! Heiße Oberflächen! Verbrennungsgefahr vermeiden!
6.
ERSATZTEILHALTUNG UND KUNDENDIENST
6.1
Ersatzteile
Zur schnelle Behebung von Störungen empfiehlt sich die Bevorratung von flexiblen
Elementen (Abb. 4a, Pos. 1) beim Anlagenbetreiber.
6.2
Bestellvorgang und Kundendienst
Bitte geben Sie bei einer Ersatzteilbestellung, wenn möglich, folgende Daten an:
Unsere Auftragsnummer mit Position
Zeichnungsnummer
Kupplungsbauart und Kupplungsgröße
Teilnummer (siehe Ersatzteilliste auf der Zeichnung)
Bohrung, Bohrungstoleranz, Nut und Wuchtung und besondere Ausprägungen wie
Flanschanschlussmaße, Zwischenstücklänge, etc.
Eventuelle Besonderheiten
Unser Kundendienst steht Ihnen bei Bedarf zur Verfügung:
Rexnord Antriebstechnik
Überwasserstr. 64
44147 Dortmund
DEUTSCHLAND
Tel.:
Fax.:
E-Mail:
+49 (231) 8294-334
+49 (231) 8294-250
[email protected]
7.
ANHANG
Gilt für besondere technische Vereinbarungen des Auftrages. Sofern bestimmte, für den
Einsatzfall von dieser allgemeinen Betriebsanleitung abweichende oder ergänzende
Betriebsanleitungen erforderlich werden, sind die Abweichungen oder Ergänzungen in
diesem Anhang festgelegt.
Solche Anhänge beziehen sich auf individuelle Einsatzfälle. U.a. werden Kundenname,
Kommissionsnummer und Typenbezeichnung dafür stets im Anhang angegeben.
7.1
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit dem VIBRA-DAMP-System
Diese Ausführung der MODULFLEX-Kupplung ist mit dem speziell entwickelten
permanentmagnetischen Dämpfungssystem, genannt VIBRA-DAMP ausgestattet (4).
Dieses System dient der Dämpfung der axialen Schwingungen, die den zulässigen
Axialweg der MODULFLEX-Kupplung überschreiten. Dabei entwickelt sich die
Dämpfungskraft erst dann, wenn sie benötigt wird (Ähnlich bei der Turboaufladung eines
Verbrennungsmotors, der im unteren Drehzahlbereich je nach Auslegung noch keine
wirksame Aufladung benötigt).
Die Dämpfung muss bei hohen Frequenzen und großen Schwingungsamplituden (diese
beiden Werte legen die Schwinggeschwindigkeit fest) voll wirksam sein, bzw. unzulässige
Amplituden gar nicht zulassen. Die permanentmagnetische Dämpfungskraft steigt mit der
Geschwindigkeit!
Das VIBRA-DAMP-System gehört zum flexiblen Element und
darf nicht demontiert werden!
Tabelle 5: Teileliste (Es sind nur BSD® Originalteile zu verwenden)
7.2
Pos.
Bezeichnung
1
Flansch
2
Flansch
3
Lamellenpaket
4
VIBRA-DAMP-System
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit der Axialabstützung
Diese Ausführung der MODULFLEX-Kupplung ist mit der speziell vorgesehenen
Axialabstützungen (4) ausgestattet, die mit den Flanschen verschraubt sind. Dieses
System wird benutzt , um Stützkräfte in Axialrichtung aufzunehmen (z. B. Montage der
Kupplung im senkrechten Zustand).
Die Stütznocken gehören zum flexiblen Element und dürfen nicht
demontiert werden!
Tabelle 6: Teileliste (Es sind nur BSD® Originalteile zu verwenden)
Pos.
Bezeichnung
1
Flansch
2
Lamellenpaket
3
Axialabstützung
4
Stütznocken
5
Zylinderschraube
7.3
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit dem Axialbegrenzer
Diese Ausführung der MODULFLEX-Kupplung ist mit dem speziell vorgesehenen
Axialbegrenzer (3) ausgestattet. Durch den Axialbegrenzer wird der axiale Versatz der
Kupplung in beide Richtungen stark begrenzt.
Der Axialbegrenzer gehört zum flexiblen Element und darf nicht
demontiert werden!
Tabelle 7: Teileliste (Es sind nur BSD® Originalteile zu verwenden)
Pos.
Bezeichnung
1
Lamellenpaket
2
Flansch
3
Axialbegrenzer
4
Druckfeder
7.4
BSD MODULFLEX-Kupplung Typ 9201 mit der elektrischen Isolierung
Diese Ausführung der MODULFLEX-Kupplung ist mit der speziell vorgesehenen
elektrischen Isolierung (3) ausgestattet.
Tabelle 8: Teileliste (Es sind nur BSD® Originalteile zu verwenden)
Pos.
Bezeichnung
1
Flansch
2
Lamellenpaket
3
elektrische Isolierung
4
Zwischenstück
5
Zylinderschraube
7.5
Klemmnabe-Komplett Typ 9293-105-440
Die Klemmnabe Typ 9293-105-440 darf nur mit dem angeflanschten
Element (5) eingebaut werden!
Tabelle 9: Teileliste (Es sind nur BSD® Originalteile zu verwenden)
Pos.
Bezeichnung
1
Klemmnabe
2
Schrumpfring
3
Zentrierring
4
Zylinderschraube
5
Angeflanschtes Element
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