Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)

Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)
Unfallverhütungsvorschrift
der Gartenbau-Berufsgenossenschaft
VSG
4.2
Gartenbau, Obstbau
und Parkanlagen
(VSG 4.2)
vom 1. Januar 2000
Stand: April 2011
2010
Inhalt
Seite
§ 1 Grundsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2
§ 2 Tauglichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2
§ 3 Durchführung von Baumarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3
§ 4 Umgang mit Pflanzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5
§ 5 Gärtnerische Arbeiten an und auf Bauwerken . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6
§ 6 Steinarbeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7
§ 7 Treppen in Parkanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7
§ 8 Ordnungswidrigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8
§ 9 Inkrafttreten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8
Anhang
Auszug aus der Unfallverhütungsvorschrift . . . . . . . . . . . . . . . . .9
„Bauarbeiten“ (BGV C22) vom 01. 04.1977
in der Fassung vom 01. 01.1997
Anlage 1 Sicherheitsregeln für die Durchführung von . . . . . . . . . . . . . . . .38
seilunterstützten Arbeitsverfahren in der Baumkrone
unter Einsatz geeigneter motorisch angetriebener
Baumpflegegeräte
Anlage 2
Weiterbildungsinhalte Seilklettertechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . .43
Anlage 3
Lehrgänge/Fortbildungsstätten/Ausbilder . . . . . . . . . . . . . . . . .45
Arbeitssicherheit Baum I und II
1
VSG
4.2
§ 1 Grundsätze
Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für Baumarbeiten, den Umgang
mit Pflanzen, gärtnerische Arbeiten an und auf Bauwerken, Steinarbeiten und Treppen in Parkanlagen.
§ 2 Tauglichkeit
Der Unternehmer darf Versicherte mit gefährlichen Baumarbeiten nur
beschäftigen, wenn diese fachkundig sind und ärztlich festgestellt ist,
dass keine körperlichen oder geistigen Mängel vorliegen, durch die sie
sich selbst oder andere Versicherte besonderen Gefahren aussetzen.
Keine Baumarbeiten im Sinne dieser Vorschrift sind Obsternte,
Obstbaumpflegearbeiten und Erziehungsschnitte in Baumschulen.
Durchführungsanweisung zu § 2
1. Gefährliche Baumarbeiten sind z.B.:
–
Besteigen von Bäumen, einschließlich Arbeiten in der Baumkrone unter
Zuhilfenahme von Zugangstechnik
–
Fällung von Gehölzen über 20 cm Brusthöhendurchmesser (BHD =
Durchmesser, der in einer Höhe von 1,30 m über dem Boden gemessen
wird /> 20 cm als Grenze von Schwachholz zum Starkholz bezeichnet)
–
Arbeiten mit Motorsägen über 30 cm Schnittlänge
–
Aufarbeiten von Windwürfen, Wind- und Schneebruch
2. Als fachkundig in diesem Sinne gilt, wer z. B. in einem Fachbetrieb oder
bei einem Lehrgang entsprechend des Inhaltes der Anlage 3 ausgebildet
wurde und über die erworbene Fachkunde einen Nachweis führen kann.
3. Auf die Unfallverhütungsvorschrift „Sicherheitstechnische und arbeitswird verwie
sen.
medizinische Betreuung“
Betreuung (VSG
und 1.2)
spezielle
arbeitsmedizinische
Vorsorge bei
besonderer Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz“ (VSG 1.2) wird verwie4. Eine Beschränkung der Beschäftigung von Jugendlichen mit gefährlichen
sen.
Baumarbeiten kann sich aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz ergeben.
4. Eine Beschränkung der Beschäftigung von Jugendlichen mit gefährlichen
Baumarbeiten kann sich aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz ergeben.
2
VSG
4.2
§ 3 Durchführung von Baumarbeiten
1) Der Unternehmer muss sicherstellen, dass Baumarbeiten unter
Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse unter Leitung eines Fachkundigen durchgeführt werden.
Durchführungsanweisung zu Absatz 1
1. Die Forderung ist z. B. für Fällarbeiten und Aufarbeitung als erfüllt anzusehen, wenn die Vorschriften § 4 „Arbeiten mit Motorsägen“, § 5 „Fällung
und Aufarbeitung“ und § 6 „Aufarbeitung von Windwürfen und gebrochenem
Holz“ der Unfallverhütungsvorschrift „Forsten“ (VSG 4.3) eingehalten werden.
2. Wenn aufgrund der örtlichen Verhältnisse der Fallbereich gemäß § 5
Absatz 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Forsten“ (VSG 4.3) nicht ausreichend ist, kann es erforderlich werden, dass der Aufsichtführende durch
besondere Maßnahmen sicherstellen muss, dass Personen nicht gefährdet
werden.
3. Beim Roden von Obstbäumen bis 20 cm Stammdurchmesser, Brusthöhendurchmesser, ist die Anforderung als erfüllt anzusehen, wenn das Zugmittel möglichst tief am ziehenden Fahrzeug befestigt und mindestens 2 m
länger als die Höhe des Baumes ist.
4. Beim zu Fall bringen von Bäumen mit Seilzug von Hand muss die Seillänge so gewählt werden, dass sich ziehende Versicherte außerhalb des
Gefahrenbereiches befinden.
5. Bei Baumarbeiten in öffentlichen Verkehrsbereichen wird bezüglich der
Verkehrssicherung auf die Straßenverkehrsordnung hingewiesen.
(2) Die Durchführung von Baumarbeiten ist nur bei ausreichenden
Sichtverhältnissen zulässig. Bei Gefahr bringenden Witterungseinflüssen ist das Besteigen von Bäumen unzulässig.
Durchführungsanweisung zu Absatz 2
Gefahr bringende Witterungseinflüsse können z. B. auftreten bei Regen,
Nebel, Schneetreiben, Eis und Schnee, starkem Wind (ab Windstärke 5 nach
Beaufort-Skala: kleine Bäume beginnen zu schwanken, Windgeschwindigkeit > 8 m/s).
(3) Pflege- und Sägearbeiten am stehenden Stamm und in der Baumkrone dürfen nur von sicheren Standplätzen aus und unter Verwendung
geeigneter Werkzeuge, Geräte und Hilfsmittel ausgeführt werden. Bei
Standplätzen über 3 m Höhe sind Sicherungen gegen Absturz zu verwenden.
3
VSG
4.2
Durchführungsanweisung zu Absatz 3
1. Als sichere Standplätze beim Einsatz von Motorsägen und motorisch
angetriebenen Baumpflegegeräten sind z. B. anzusehen:
–
Der Erdboden, wenn keine Rutschgefahr besteht,
–
Hubarbeitsbühnen,
–
Gerüste,
–
Arbeitskörbe, -plattformen und -bühnen,
–
gesunde und ausreichend belastbare Äste, wenn geeignete und geprüfte
Techniken durch ausgebildete und geprüfte Versicherte eingesetzt werden.
Auf die Sicherheitsregeln für die Durchführung von seilunterstützten Arbeitsverfahren in der Baumkrone unter Einsatz geeigneter motorisch angetriebener Baumpflegegeräte sowie die dazugehörigen Weiterbildungsinhalte wird
verwiesen (siehe Anlagen 1 und 2).
2. Für Arbeiten mit nicht motorisch angetriebenen Geräten sind als sichere
Standplätze z. B. auch anzusehen:
–
gegen Abgleiten, Umkanten und starkes Durchbiegen gesicherte Anlegeleitern,
–
Stehleitern,
–
mechanische Leitern,
–
gesunde und ausreichend belastbare Äste, wenn geeignete und geprüfte
Techniken (SKT A) durch ausgebildete und geprüfte Versicherte eingesetzt werden.
3. Als geeignete Hilfsmittel zur Sicherung gegen Absturz sind z. B. anzusehen:
–
umwehrte Arbeitsbühnen, -körbe, -plattformen und -gerüste,
–
persönliche Schutzausrüstungen, die der 8. Verordnung zum Geräte- und
Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über das Inverkehrbringen von
persönlichen Schutzausrüstungen 8. GPSG) entsprechen. Auf die in VSG
1.1 Anlage 4 aufgeführten Normen wird verwiesen.
4. Hinsichtlich des Einsatzes von mechanischen Leitern wird auf die Unfallverhütungsvorschrift „Leitern und Tritte“ BGV D36 hingewiesen. Bezüglich
des Einsatzes von Leitern wird auf die Unfallverhütungsvorschrift „Leitern
und Tritte“ VSG 2.3 verwiesen.
(4) Im Fallbereich von Stammteilen und Ästen dürfen sich nur die mit
dem Schneidvorgang beschäftigten Versicherten aufhalten.
4
Durchführungsanweisung zu Absatz 4
1. Der Fallbereich ist die Kreisfläche mit einem Radius der zweifachen
Stammteil- oder Astlänge (mindestens jedoch 6 m) um das Lot unterhalb der
Schnittstelle.
2. Lassen die örtlichen Verhältnisse die Einhaltung des Fallbereiches nicht
zu, muss der Aufsichtführende durch geeignete Maßnahmen sicherstellen,
dass Personen nicht gefährdet werden.
(5) Wird von Arbeitskörben aus mit Motorsägen oder motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten gearbeitet, darf sich nur der unmittelbar damit Beschäftigte im Arbeitskorb aufhalten. Dies gilt nicht, wenn
durch besondere Maßnahmen sichergestellt ist, dass eine weitere Person nicht unbeabsichtigt in den Gefahrbereich der Motorsäge geraten
kann.
Durchführungsanweisung zu Absatz 5
1. Besondere Maßnahmen sind z. B. Arbeitskörbe mit einer Trennung (Gitter)
zwischen Motorsägenführer und zweiter Person.
2. Bezüglich der Arbeit mit Motorsägen wird auf die Unfallverhütungsvorschrift „Technische Arbeitsmittel“ (VSG 3.1) verwiesen.
3. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen, z. B. durch zweckmäßige Stellung des Arbeitskorbes oder durch Abseilen von Ästen, ist die
Anwesenheit einer zweiten Person im Arbeitskorb nicht erforderlich.
(6) Bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Freileitungen und Fahrleitungen muss zu diesen ein von der Nennspannung der Leitung abhängiger
Sicherheitsabstand eingehalten werden. Dies gilt auch für den Abstand
zwischen den Leitungen und Arbeitsgeräten.
Durchführungsanweisung zu Absatz 6
Bezüglich der einzuhaltenden Sicherheitsabstände wird auf die Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (VSG 1.4) verwiesen.
§ 4 Umgang mit Pflanzen
(1) Beim Umgang mit dornigen, stacheligen oder giftigen Pflanzen
haben die Versicherten entsprechende Arbeitsgeräte oder Körperschutzmittel zu verwenden.
Durchführungsanweisung zu Absatz 1
1. Entsprechende Arbeitsgeräte für den Umgang mit dornigen, stacheligen
oder giftigen Pflanzen können z. B. sein:
– Topfzangen bei Kakteen
– Scheren mit Haltevorrichtungen
2. Körperschutzmittel sind z. B. Schutzhandschuhe. Auf die Unfallver5
VSG
4.2
VSG
4.2
hütungsvorschrift „Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz“ (VSG 1.1) wird verwiesen.
(2) Der Unternehmer darf Versicherte, bei denen die Gefahr besteht,
dass sie beim Umgang mit bestimmten Pflanzen an Allergien erkranken,
nicht mit diesen Pflanzen beschäftigen.
Durchführungsanweisung zu Absatz 2
Die Gefahr einer Pflanzenallergie kann z. B. gegeben sein beim Umgang
mit Hyazinthen, Narzissen, Tulpen, Primeln, Chrysanthemen, Gerbera,
Heracleum und Rhus.
(3) Der Unternehmer muss Versicherte, die mit giftigen Pflanzen umgehen, vor Arbeitsbeginn über die Gefahren und Maßnahmen zu deren
Verhütung unterweisen.
Durchführungsanweisung zu Absatz 3
Gefahr von Erkrankungen beim Umgang mit giftigen Pflanzen kann z. B.
gegeben sein beim Umgang mit Rhus toxicodendron, Atropa belladonna,
Dieffenbachia picta, Codiaeum variegatum, Euphorbia.
§ 5 Gärtnerische Arbeiten an und auf Bauwerken
(1) Der Unternehmer darf gärtnerische Arbeiten an erhöht liegenden Arbeitsplätzen über 2 m Höhe an und auf Bauwerken nur geeigneten
Versicherten, denen die damit verbundenen Gefahren bekannt sind,
übertragen.
Durchführungsanweisung zu Absatz 1
Als gärtnerische Arbeiten sind anzusehen:
– Anlage und Unterhaltung von Dachbegrünungen jeder Art
– Anlage und Pflege von Böschungen in Verbindung mit Bauwerken, z. B.
gärtnerische Anlagen an Straßenunterführungen, tief liegende oder in den
Hang gebaute Garagen
(2) Der Unternehmer muss sicherstellen, dass bei gärtnerischen Arbeiten an und auf Bauwerken Absturzsicherungen vorhanden sind, die ein
Abstürzen von Personen verhindern, und zwar bei mehr als 3 m
Absturzhöhe an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern, bei
allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen ab 2 m Absturzhöhe.
Durchführungsanweisung
1. Als erhöht liegende Arbeitsplätze an und auf Bauwerken sind z. B. anzusehen:
– Arbeitsplätze auf Dachterrassen, Dächern und Balkonen
– Arbeitsplätze an Straßenüber- und unterführungen
– Arbeitsplätze an Uferbefestigungen
– Arbeitsplätze an in den Hang gebauten Garagen u. ä.
2. Bezüglich der Absturzsicherung wird auf die BGV C22 „Bauarbeiten“ verwiesen (siehe Anhang).
6
VSG
4.2
§ 6 Steinarbeiten
(1) Der Unternehmer muss sicherstellen, dass durch entsprechende
Maßnahmen und Einrichtungen die Atemluft am Arbeitsplatz so frei von
gesundheitsgefährdendem mineralischem Staub ist, dass keine Erkrankungen auftreten können. Ist dies aus betriebstechnischen Gründen
nicht oder nicht ausreichend zu vermeiden, müssen die Versicherten
Atemschutzgeräte benutzen.
Durchführungsanweisung zu § 6
1. Der
Anforderung
Satzes
1 kann
z. entsprochen
B. entsprochen
werden
durch
Der
Anforderung
desdes
Satzes
1 kann
z. B.
werden
durch
– Absaugeinrichtungen,
– die Auswahl der Arbeitsverfahren (Nassschliff),
– die Auswahl des Arbeitsmaterials.
Bezüglich des quarzhaltigen Feinstaubes wird auf die GefStoffV und die
Technische Regel hierzu hingewiesen.
2. Für
quarzhaltigen
Feinstaub wird
bezüglich
derund
zulässigen
Arbeitsplatz(2)
Beim
Be- und Verarbeiten
sowie
beim AufAbladen,
Transporkonzentrationen
auf VSG
1.2 Anlage
Ziffer 5.4.4
verwiesen.
tieren,
Setzen und
Verlegen
von 1Steinen
haben
die Versicherten die
jeweils notwendigen persönlichen Schutzausrüstungen und Hilfsmittel
(2)
Beim Be- und Verarbeiten sowie beim Auf- und Abladen, Transporzu verwenden.
tieren, Setzen und Verlegen von Steinen haben die Versicherten die
jeweils
notwendigen persönlichen
Schutzausrüstungen
und Hilfsmittel
Durchführungsanweisung
zu Absatz
2
zu verwenden.
1. Auf die Unfallverhütungsvorschrift „Allgemeine Vorschriften für Sicherheit
und
Gesundheitsschutz“ (VSG 1.1)
wird verwiesen.
Durchführungsanweisung
zu Absatz
2
2.
sind geeignete Transportund Versetzhilfen
1. Als
Auf Hilfsmittel
die Unfallverhütungsvorschrift
„Allgemeine
Vorschriftenanzusehen.
für Sicherheit
und Gesundheitsschutz“ (VSG 1.1) wird verwiesen.
2. Als Hilfsmittel sind geeignete Transport- und Versetzhilfen anzusehen.
§ 7 Treppen in Parkanlagen
Treppen
in Parkanlagen
müssen so beschaffen und bemessen sein,
§ 7 Treppen
in Parkanlagen
dass sie sicher begangen werden können.
Treppen
in Parkanlagen müssen so beschaffen und bemessen sein,
Durchführungsanweisung
dass sie sicher begangen werden können.
Die Forderung ist z. B. als erfüllt anzusehen, wenn die Treppen mit Geländer
und Handlauf nach der Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsstätten, bauliche
Durchführungsanweisung
Anlagen und Einrichtungen“ (VSG 2.1) ausgerüstet sind.
Die Forderung ist z. B. als erfüllt anzusehen, wenn die Treppen mit Geländer
Die
ist z. B.
als erfüllt anzusehen, wenn
die Steigung bauliche
(StufenundForderung
Handlauf nach
derauch
Unfallverhütungsvorschrift
„Arbeitsstätten,
höhe)
10und
cm Einrichtungen“
nicht überschreitet
Treppe dem
Geländeverlauf angeAnlagen
(VSGund
2.1)die
ausgerüstet
sind.
passt ist.
Die Forderung ist z. B. auch als erfüllt anzusehen, wenn die Steigung (Stufenhöhe) 10 cm nicht überschreitet und die Treppe dem Geländeverlauf angepasst ist.
7
VSG
4.2
§ 8 Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig im Sinne des § 209 Absatz 1 Nr. 1 Siebtes Buch
Sozialgesetzbuch (SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den
Bestimmungen des
§ 2 Satz 1,
§ 3 Abs. 1, Abs. 3 Satz 2, Abs. 4 oder Abs. 5 Satz 1
zuwiderhandelt.
§ 9 Inkrafttreten
Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Januar 2000 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Unfallverhütungsvorschrift
–
Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (UVV 4.2) vom 1. Januar 1981
in der Fassung vom 1. Januar 1997
außer Kraft.
Beschluss
Die vorstehende Unfallverhütungsvorschrift wird von der Vertreterversammlung beschlossen.
Magdeburg, den 26. Mai 1999
Der Vorsitzende
der Vertreterversammlung
gez. Steuber
Der Schriftführer
gez. Hoppe
Genehmigung
Die vorstehende Unfallverhütungsvorschrift „Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen“ (VSG 4.2) wird genehmigt.
Bonn, den 11. August 1999
lllb1 – 34131-1-(19)-34 124-2
Dienstsiegel
8
Der Bundesminister für Arbeit
und Sozialordnung
im Auftrag
gez. Heller
Anhang zu VSG 4.2
Auszug aus Unfallverhütungsvorschrift
„Bauarbeiten“ (BGV C22)
VSG
4.2
vom 1. April 1977
in der Fassung vom 1. Januar 1997
Inhaltsverzeichnis
Seite
I. Allgemeines
§ 1
§ 2
Geltungsbereich .........................................................................11
Begriffsbestimmungen ...............................................................11
II. Gemeinsame Bestimmungen
§ 4
§ 5
§ 6
§ 7
§ 7a
§ 8
§ 9
§ 10
§ 11
§ 12
§ 12 a
§ 13
§ 14
§ 15
§ 15 a
§ 16
Leitung, Aufsicht und Mängelmeldung.......................................13
Wahrnehmung und Sicherungsaufgaben ...................................14
Standsicherheit und Tragfähigkeit ..............................................14
Arbeitsplätze...............................................................................16
gestrichen
Arbeitsplätze auf geneigten Flächen ..........................................19
Arbeitsplätze am, auf und über dem Wasser .............................20
Verkehrswege .............................................................................21
„Nicht begehbare“ Bauteile ........................................................23
Absturzsicherungen....................................................................23
Öffnungen und Vertiefungen.......................................................27
Schutz gegen herabfallende Gegenstände und Massen ...........27
Abwerfen von Gegenständen und Massen ................................28
Verkehrsgefahren........................................................................28
Baustellenverkehr .......................................................................28
Bestehende Anlagen ..................................................................29
III. Zusätzliche Bestimmungen für Montagearbeiten
§ 17
§ 18
§ 19
§ 19 a
Montageanweisung ....................................................................31
Transport, Lagerung, Einbau ......................................................31
Zugänge für kurzzeitige Tätigkeiten ...........................................32
gestrichen
9
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Seite
IV. Zusätzliche Bestimmungen für Abbrucharbeiten
§ 20
§ 21
§ 22
§ 23
§ 24
§ 25
§ 26
Untersuchung des baulichen Zustandes, Abbruchanweisung...33
Absperren von Gefahrenbereichen.............................................34
Unterbrechung von Abbrucharbeiten .........................................34
Einreißarbeiten............................................................................34
Abbrucharbeiten mit Baggern und Ladern.................................35
Unterhöhlen und Einschlitzen.....................................................35
Kurzzeitige Tätigkeiten ...............................................................35
V. Zusätzliche Bestimmungen für Arbeiten mit heißen Massen
§ 27
Verarbeiten von heißen Massen .................................................35
VI. Zusätzliche Bestimmungen für Arbeiten in Baugruben und
Gräben sowie an und vor Erd- und Felswänden
§ 28
§ 29
§ 30
§ 31
§ 32
§ 33
§ 34
10
Sicherung gegen Abrutschen von Massen ................................36
Maschineller Aushub im Hochschnitt .........................................36
Beräumen von Erd- und Felswänden .........................................37
Verkehrswege an Gruben und Gräben .......................................37
Arbeitsraumbreiten .....................................................................37
Um- und Ausbau des Verbaues .................................................37
Neuartige Verbaugeräte..............................................................37
Anhang zu VSG 4.2
I.
VSG
4.2
Allgemeines
Geltungsbereich
§1
(1) Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für Bauarbeiten.
(2) Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt nicht für
– Arbeiten an fliegenden Bauten,
– Herstellung, Instandhaltung und das Abwracken von Wasserfahrzeugen und
schwimmenden Anlagen,
– Anlage und Betrieb von Steinbrüchen über Tage, Gräbereien und Haldenabtragungen,
– das Anbringen, Ändern, Instandhalten und Abnehmen elektrischer Betriebsmittel an
Freileitungen, Oberleitungsanlagen und Masten.
Zu § 1 Abs. 2:
Fliegende Bauten sind bauliche Anlagen, die geeignet und in der Regel auch dazu
bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden. Baustelleneinrichtungen
und Behelfsbauten auf Baustellen (z. B. Gerüste, Winterbauhallen, Baracken) gehören
nicht zu den fliegenden Bauten.
Bei Bauarbeiten an Gasleitungen, bei denen mit einer Gefährdung der Beschäftigten
durch Gase zu rechnen ist, sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen; siehe
auch UVV „Arbeiten an Gasleitungen“ (BGV D2, bisherige VBG 50).
Für das Anbringen, Ändern, Instandhalten und Abnehmen elektrischer Betriebsmittel
an Freileitungen, Oberleitungsanlagen und Masten gilt die UVV „Arbeiten an Masten,
Freileitungen und Oberleitungsanlagen“ (BGV D32, bisherigeVBG 89).
Begriffsbestimmungen
§ 2 (1) Bauarbeiten sind Arbeiten zur Herstellung, Instandhaltung, Änderung und
Beseitigung von baulichen Anlagen einschließlich der hierfür vorbereitenden und
abschließenden Arbeiten.
(2) Bauarbeiten unter Tage sind Bauarbeiten zur Erstellung unterirdischer
Hohlräume in geschlossener Bauweise sowie zu deren Ausbau, Umbau, Instandhaltung und Beseitigung.
(3) Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Baustoffen und
Bauteilen hergestellte Anlagen. Eine Verbindung mit dem Boden besteht auch dann,
wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht oder auf ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck
dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest benutzt zu werden. Aufschüttungen und
Abgrabungen sowie künstliche Hohlräume unterhalb der Erdoberfläche gelten als bauliche Anlagen.
(4) Absturzkanten sind Kanten, über die Personen bei Bauarbeiten mehr als
1,00 m abstürzen können.
(5) Absturzhöhe ist der Höhenunterschied zwischen einer Absturzkante, einem
Arbeitsplatz oder Verkehrsweg und der nächsten tiefer gelegenen, ausreichend breiten
und tragfähigen Fläche. Die Absturzhöhe wird wie folgt gemessen:
11
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
– bei Absturzmöglichkeit von einer bis einschließlich 60° geneigten Fläche: Von den
jeweiligen Absturzkanten dieser Fläche;
– bei Absturzmöglichkeit von einer mehr als 60° geneigten Fläche: Vom Arbeitsplatz
oder Verkehrsweg auf dieser Fläche.
Zu § 2 Abs. 1:
Zu den Bauarbeiten zählen auch
– Arbeiten unter Tage siehe auch BG-Regel „Bauarbeiten unter Tage“ (BGR 160, bisherige ZH 1/486),
– Arbeiten in Bohrungen siehe auch BG-Regel „Spezialtiefbau“ (BGR 161, bisherige
ZH 1/492),
– Arbeiten in Rohrleitungen und Rohrleitungsbauarbeiten (siehe auch „Sicherheitsregeln für Rohrleitungsbauarbeiten“– ZH 1/559),
– Ausbauarbeiten,
– Gebäudereinigungsarbeiten,
– Schornsteinfegerarbeiten siehe auch BG-Regel „Schornsteinfegerarbeiten“ (BGR
218, bisherige ZH 1/602),
– Montagearbeiten an baulichen Anlagen, z. B. aus Stahl und Leichtmetall,
– Isolierarbeiten.
Zu den vorbereitenden und abschließenden Arbeiten zählen z. B. das Einrichten bzw.
Räumen von Baustellen einschließlich der Bereitstellung, Aufstellung, Instandhaltung
und des Abbaus aller Gerüste, Geräte, Maschinen und Einrichtungen.
Bei Bauarbeiten wird neben dieser Unfallverhütungsvorschrift auch auf die einschlägigen staatlichen Vorschriften (z. B. Arbeitsstättenverordnung, Gefahrstoffverordnung) und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z. B. DlN-Normen, VDE-Bestimmungen, VDI-Richtlinien, DVGW-Regeln, technische Regeln anderer EGMitgliedstaaten) hingewiesen. Bezugsquellennachweis siehe Anhang 1.
Zu § 2 Abs. 2:
Zu den Bauarbeiten unter Tage zählen z. B.: Stollenbau-, Tunnelbau- (auch in Deckelbauweise), Kavernenbau- und Schachtbauarbeiten sowie Durchpressungen.
Die Herstellung von Rohrleitungen in fertiggestellten Rohrvortrieben (Durchpressungen
und Durchbohrungen) zählt zu den Rohrleitungsbauarbeiten.
Zu § 2 Abs. 4:
Absturzkanten können vorhanden sein an
– baulichen Anlagen,
– Baustelleneinrichtungen,
– Gerüsten,
– Geräten
und
– anderen Hilfskonstruktionen.
12
Anhang zu VSG 4.2
Zu § 2 Abs. 5
Nach dieser Bestimmung wird das Abrutschen auf einer mehr als 60° geneigten Fläche
einem Abstürzen gleichgesetzt.
„H“ = senkrechter Höhenunterschied zwischen Arbeitsplatz „A“ bzw. der Absturzkante
und der Auftreffstelle „F“.
II. Gemeinsame Bestimmungen
Leitung, Aufsicht und Mängelmeldung
§ 4 (1) Bauarbeiten müssen von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet werden.
Diese müssen die vorschriftsmäßige Durchführung der Bauarbeiten gewährleisten.
(2) Bauarbeiten müssen von weisungsbefugten Personen beaufsichtigt werden
(Aufsichtführende). Diese müssen die arbeitssichere Durchführung der Bauarbeiten
überwachen. Sie müssen hierfür ausreichende Kenntnisse besitzen.
(3) Stellt ein Beschäftigter fest, dass
– eine Einrichtung,
– ein Arbeitsverfahren
oder
13
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
– ein Arbeitsstoff
sicherheitstechnisch nicht einwandfrei ist, hat er dies dem Aufsichtführenden und dem
Sicherheitsbeauftragten unverzüglich zu melden, sofern er den Mangel nicht selbst
beseitigen kann.
Zu § 4:
Zur Leitung und Beaufsichtigung von Bauarbeiten gehört auch das Überprüfen auf
augenscheinliche Mängel von Gerüsten, Geräten und anderen Einrichtungen, Schutzvorrichtungen, Böschungssicherungen usw., die von anderen zur Verfügung gestellt
bzw. durchgeführt und für die eigenen Arbeiten benutzt werden. Auf § 2 Abs. 3 UVV
„Allgemeine Vorschriften“ ( BGV A1, bisherige VBG 1) wird verwiesen.
Zu § 4 Absatz 3:
Siehe auch § 16 der Unfallverhütungsvorschrift „Allgemeine Vorschriften“ (BGV A1,
bisherige VBG 1).
Wahrnehmung von Sicherungsaufgaben
§5
Mit Sicherungsaufgaben dürfen nur Personen betraut werden, die
1. das 18. Lebensjahr vollendet haben
und
2. von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen übertragene Aufgabe zuverlässig
erfüllen.
Sie dürfen während des Sicherungseinsatzes mit keiner anderen Tätigkeit betraut werden noch eine solche ausüben.
Zu § 5:
Sicherungsaufgaben werden wahrgenommen z. B. von Warnposten, Absperrposten,
Sicherungsposten, Einweisern.
Standsicherheit und Tragfähigkeit
§ 6 (1) Bauliche Anlagen und ihre Teile, Hilfskonstruktionen, Gerüste, Laufstege,
Geräte und andere Einrichtungen müssen so bemessen, aufgestellt, unterstützt, ausgesteift, verankert und beschaffen sein, dass sie die bei der vorgesehenen Verwendung anfallenden Lasten aufnehmen und ableiten können. Sie dürfen nicht überlastet
werden und müssen auch während der einzelnen Bauzustände standsicher sein.
(2) Bauliche Anlagen und ihre Teile, die erst durch Erhärten, durch Verbund mit
anderen Teilen oder durch nachträgliche Baumaßnahmen ihre volle Tragfähigkeit erhalten, dürfen nur entsprechend ihrer jeweiligen Tragfähigkeit belastet werden.
(3) Wände von Baugruben und Gräben sind so abzuböschen, zu verbauen oder
anderweitig zu sichern, dass sie während der einzelnen Bauzustände standsicher sind.
(4) Wasserzuflüsse, die die Standsicherheit gefährden können, sind abzufangen und abzuführen.
(5) Hilfskonstruktionen, Gerüste, Laufstege, Baugruben- und Grabenwände
sind auf ihre Standsicherheit und Tragfähigkeit zu überwachen. Dies gilt insbesondere,
nachdem die Arbeit längere Zeit unterbrochen worden ist oder Ereignisse eingetreten
sind, die die Standsicherheit und Tragfähigkeit beeinträchtigen können. Mängel und
Gefahrenzustände sind unverzüglich zu beseitigen.
(6) Auf Gerüstbeläge abzuspringen oder etwas auf sie zu werfen, ist unzulässig.
14
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Zu § 6 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt für
– Mauerwerk, wenn es nach Normen der Reihe DIN 1053 „Mauerwerk“
Teil 1
„Rezeptmauerwerk; Berechnung und Ausführung“,
Teil 2
„Mauerwerk nach Eignungsprüfung; Berechnung und Ausführung“,
Teil 3
„Bewehrtes Mauerwerk; Berechnung und Ausführung“,
Teil 4
„Bauten aus Ziegelfertigbauteilen“
errichtet wird; siehe auch „Merkblatt für das Aufmauern von Wandscheiben“ (ZH
1/531);
– Unterfangungen, wenn sie nach DIN 4123 „Gebäudesicherung im Bereich von
Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen“ ausgeführt werden;
– Arbeits und Schutzgerüste, wenn sie nach Normen der Reihe DIN 4420 „Arbeitsund Schutzgerüste“ und den ,„Sicherheitsregeln für Arbeits und Schutzgerüste“ (ZH
1/534) errichtet und benutzt werden;
– fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste), wenn sie DIN 4422 Teil 1 „Fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste) aus vorgefertigten Bauteilen; Werkstoffe, Gerüstbauteile,
Maße, Lastannahmen und sicherheitstechnische Anforderungen; Deutsche Fassung
HD 1004:1992“ entsprechen;
– Traggerüste, wenn sie nach DIN 4421 „Traggerüste; Berechnung, Konstruktion und
Ausführung“ errichtet werden. – Siehe auch BG-Regel „Traggerüst- und Schalungsbau“ (BGR 187, bisherige ZH 1/603);
– das Aufrichten oder Umlegen von Masten, wenn dabei
– Maststellgeräte,
– Hebezeuge,
– Abspanneinrichtungen,
– Gabelstützen
oder
– Folgestangen
eingesetzt werden;
– Seilendverbindungen an Verankerungen von Abspannseilen und Gerüstaufhängungen, wenn sie ausgeführt werden:
1. mit Seilklemmen nach DIN 1142 „Drahtseilklemmen für Seilendverbindungen bei
sicherheitstechnischen Anforderungen“,
2. durch zweimaliges Schlingen des Drahtseiles um den jeweiligen Befestigungspunkt und Anbringen eines Halbschlages, wobei das Seilende des Halbschlages durch mindestens 3 Seilklemmen gesichert ist und vor jeder erneuten
Verwendung überprüft wird
oder
3. durch mindestens zweimaliges Schlingen des Drahtseiles um den jeweiligen
Befestigungspunkt und Anbringen von mindestens 2 Halbschlägen, wobei das
Seilende des Halbschlages gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert ist und vor
jeder erneuten Verwendung überprüft wird.
15
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Bei den anfallenden Lasten sind z. B. zu berücksichtigen: Wind, Rohrleitungen zur
Beton- und Mörtelförderung, Hebezeuge, Fahrzeuge, Geräte, Arbeitsbühnen oder
Materiallager auf horizontalen Aussteifungen zwischen Schal- und Verbauwänden;
siehe auch Normen der Reihe DIN 1055 „Lastannahmen für Bauten“.
Zu § 6 Abs. 3:
Die Forderung ist erfüllt, wenn DIN 4124 „Baugruben und Gräben; Böschungen,
Arbeitsraumbreiten, Verbau“ eingehalten wird.
Zu § 6 Abs. 5:
Ereignisse, die die Standsicherheit und Tragfähigkeit beeinträchtigen können, sind
z. B.:
– Sturm, starker Regen, Frost und andere Naturereignisse,
– heftige Erschütterungen durch Rammen, Sprengen, Fahrzeugverkehr.
Arbeitsplätze
§ 7 (1) Für Bauarbeiten müssen Arbeitsplätze so eingerichtet und beschaffen sein,
dass sie entsprechend
– der Art der baulichen Anlage,
– den wechselnden Bauzuständen,
– den Witterungsverhältnissen
und
– den jeweils auszuführenden Arbeiten
ein sicheres Arbeiten gewährleisten.
(2) Auf fahrbaren Arbeitsplätzen dürfen sich Beschäftigte während des Verfahrens nicht aufhalten. Davon darf nur abgewichen werden, wenn die Beschäftigten
beim Verfahren nicht gefährdet werden.
(3) Fahrbare Arbeitsplätze müssen gegen unbeabsichtigte Fahrbewegungen
gesichert werden.
(4) Anlegeleitern dürfen als Arbeitsplatz bei Bauarbeiten nicht verwendet
werden.
(5) Abweichungen von Absatz 4 sind zulässig, wenn
– der Standplatz auf der Leiter nicht höher als 7,00 m über der Aufstellfläche liegt,
– bei einem Standplatz von mehr als 2,00 m Höhe die von der Leiter auszuführenden
Arbeiten nicht mehr als 2 Stunden umfassen,
– das Gewicht des mitzuführenden Werkzeuges und Materials 10 kg nicht überschreitet,
– keine Gegenstände mit einer Windangriffsfläche über 1 m2 mitgeführt werden,
– keine Stoffe oder Geräte benutzt werden, von denen für den Beschäftigten zusätzliche Gefahren ausgehen.
16
Anhang zu VSG 4.2
– Arbeiten ausgeführt werden, die keinen größeren Kraftaufwand erfordern, als den,
der zum Kippen der Leiter ausreicht,
und
– der Beschäftigte mit beiden Füßen auf einer Sprosse steht.
(6) Werden als Arbeitsplätze hochziehbare Personenaufnahmemittel verwendet, ist deren erster Einsatz auf jeder Baustelle der Berufsgenossenschaft mindestens
14 Tage vor der Arbeitsaufnahme schriftlich anzuzeigen.
§ 7 a gestrichen
Zu § 7 Abs.1:
Anforderungen an die Beschaffenheit von Arbeitsplätzen für Bauarbeiten sind z. B.
enthalten in:
– § 44 Arbeitsstättenverordnung,
– UVV „Hebebühnen“ (VBG 14),
– DIN 4124 „Baugruben und Gräben; Böschungen, Arbeitsraumbreiten, Verbau“,
– Normenreihe DIN 4420 „Arbeits- und Schutzgerüste“,
– DIN 4422 Teil 1 „Fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste) aus vorgefertigten Bauteilen;
Werkstoffe, Gerüstbauteile, Maße, Lastannahmen und sicherheitstechnische Anforderungen; Deutsche Fassung HD 1004:1992“,
– DIN 4426 „Einrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen; Absturzsicherungen“,
– DIN 18160 Teil 5 „Hausschornsteine; Einrichtungen für Schornsteinfegerarbeiten“,
– BG-Regel „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“ (BGR 159, bisherige ZH 1/461),
– BG-Regel „Gerüstbau – Allgemeiner Teil“ (BGR 165, bisherige ZH 1/534),
– BG-Information „Regeln bei Turm- und Schornsteinbauarbeiten“ (BGI 778, bisherige
ZH 1/601),
– BG-Regel „Schornsteinfegerarbeiten“ (BGR 218, bisherige ZH 1/602),
– BG-Regel „Traggerüst- und Schalungsbau“ (BGR 187, bisherige ZH 1/603),
– BG-Regel „Feuerfestbau“ (BGR 188, bisherige ZH 1/609).
Sichere Arbeitsplätze siehe auch § 18 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (BGV A1, bisherige VBG 1).
Gefahren durch Witterungseinflüsse können z. B. auftreten bei Frost, Rauhreif, starkem
Regen, Vereisung von Trittflächen.
Zu § 7 Abs. 2:
Fahrbare Arbeitsplätze sind z. B.:
– fahrbare Standgerüste nach Normen der Reihe DIN 4420 „Arbeits- und Schutzgerüste“,
– fahrbare Arbeitsbühnen nach DIN 4422 Teil 1 „Fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste)
aus vorgefertigten Bauteilen; Werkstoffe, Gerüstbauteile, Maße, Lastannahmen und
sicherheitstechnische Anforderungen; Deutsche Fassung HD 1004:1992“,
– fahrbare Traggerüste nach DIN 4421 „Traggerüste; Berechnung, Konstruktion und
Ausführung“.
17
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Mit Gefährdungen ist zu rechnen, z. B. wenn
– Arbeitsbühnen nach DIN 4422 verfahren werden,
– Hindernisse, Bodenunebenheiten oder Gefälle im Fahrbereich vorhanden sind,
– das Verhältnis der Höhe der fahrbaren Stahlrohr-Kupplungsgerüste nach DIN 4420
Teil 3 „Arbeits- und Schutzgerüste; Gerüstbauarten ausgenommen Leiter- und
Systemgerüste; Sicherheitstechnische Anforderungen und Regelausführungen“ zur
kleinsten Breite größer als 2:1 ist.
Zu § 7 Abs. 3:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
– alle Fahrrollen festgestellt oder durch Abstützen entlastet sind
oder
– der fahrbare Arbeitsplatz verankert ist.
Bei mehr als vier Fahrrollen genügt es, vier Rollen festzustellen oder durch Abstützen
zu entlasten.
Zu § 7 Abs. 5:
Diese Voraussetzungen können z. B. bei folgenden kurzzeitigen Tätigkeiten geringen
Umfanges gegeben sein:
1. Wartungs- und Inspektionsarbeiten,
2. Meß-, Richt- und Lotarbeiten,
3. Lampenwechsel in Leuchten,
4. Anstricharbeiten und Reinigen von Dachrinnen und -abläufen,
5. An- und Abschlagen von Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb,
6. Dübel- oder Bolzensetzen, z. B. für Gerüstverankerungen, Montagestützen,
7. Spannen und Lösen von Verankerungen, z. B. Schalungsankern, Ankerschuhen,
8. Schließen von Ankerlöchern,
9. Nacharbeiten an Betonflächen,
10. Auswechseln von Platten in Verkleidungen,
11. Festlegen von Fertigteilen,
12. Unterfugen, Verlegen von Höhenausgleich und Auflagerstücken für Fertigteile,
13. Ausrichten von Montageteilen,
14. Vermörteln von Auflagertaschen,
15. Verschrauben von einzelnen Montageteilen,
16. Anbringen von Reklameschildern,
17. Reparaturen von Rolltorantrieben,
18. Anbringen und Reparaturen von Markisen und Vordächern,
19. Montage- und Instandhaltungsarbeiten an Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen,
20. Anbringen von Geländern und Verkleidungen an Wohnungen und Häusern,
21. Montage von Bühnen und kleinen Regalanlagen.
Zusätzliche Gefahren treten z. B. beim Verarbeiten von Säuren, Laugen, Heißbitumen
oder bei Stoffen in der Umgebungsluft auf, die das Tragen von Gesichtsschutzmasken
erfordern.
18
Anhang zu VSG 4.2
Zusätzliche Gefahren durch Arbeiten mit Geräten gehen z. B. aus von Handmaschinen,
die mit beiden Händen bedient werden müssen.
Größerer Kraftaufwand ist z. B. bei Verwendung von Werkzeugen mit Hebelwirkung
erforderlich.
Zu § 7 Abs.6:
Hochziehbare Personenaufnahmemittel siehe auch BG-Regel „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“ (BGR 159, bisherige ZH 1/461).
Anhang 3 enthält ein Muster für die Anzeige.
Arbeitsplätze auf geneigten Flächen
§ 8 (1) Auf geneigten Flächen, auf denen die Gefahr des Abrutschens von Personen besteht, darf nur gearbeitet werden, nachdem Maßnahmen gegen das Abrutschen vom Arbeitsplatz getroffen worden sind.
(2) Für Arbeiten auf einer mehr als 45° geneigten Fläche sind besondere
Arbeitsplätze zu schaffen.
(3) Für Arbeiten an und auf Dachflächen mit einer Neigung von mehr als 20° bis
60° und einer möglichen Absturzhöhe von mehr als 3,00 m müssen Einrichtungen zum
Auffangen abrutschender Personen vorhanden sein.
(4) Zusätzlich zu Absatz 3 darf bei Arbeiten an und auf Dachflächen mit Neigungen von mehr als 45° bis 60° der Höhenunterschied zwischen Arbeitsplätzen oder
Verkehrswegen und den Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen nicht
mehr als 5,00 m betragen.
(5) Für Arbeiten an und auf sonstigen geneigten Flächen mit Neigungen von
mehr als 45° bis 60° müssen zusätzlich zu den Maßnahmen nach Absatz 1 Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen vorhanden sein. Hierbei darf der
Höhenunterschied zwischen Arbeitsplatz und Auffangeinrichtung nicht mehr als 5,00
m betragen.
(6) Abweichend von den Absätzen 3 bis 5 darf anstelle der Auffangeinrichtungen Anseilschutz verwendet werden, wenn die Voraussetzungen nach § 12 Abs. 3
erfüllt sind.
(7) Abweichungen von den Absätzen 2 bis 5 sind zulässig, wenn die Voraussetzungen nach § 12 Abs. 4 erfüllt sind.
(8) Abweichend von Absatz 3 müssen für das Errichten, Instandhalten oder
Umlegen von Masten für elektrische Betriebsmittel auf Dachflächen mit einer Neigung
von mehr als 20° bis 60° Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen bei
mehr als 2,00 m möglicher Absturzhöhe vorhanden sein.
Zu § 8 Abs.1:
Die Gefahr des Abrutschens von Beschäftigten kann unabhängig von der Neigung auftreten z. B. durch
– Materialbeschaffenheit der geneigten Fläche,
– Verschmutzung,
– Witterungseinflüsse.
19
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Zu § 8 Abs. 2
Besondere Arbeitsplätze sind z. B.
– gelattete Dachflächen,
– Dachdecker-Auflegeleitern oder Dachdeckerstühle; siehe auch Anhänge 1 und 2 der
BG-Regel „Dacharbeiten“ (BGR 203, bisherige ZH 1/355),
– waagerechte Standplätze von mindestens 0,50 m Breite auf Böschungen.
Zu § 8 Abs. 3 und 4:
Einrichtungen zum Auffangen sind z. B. bei Dachneigungen bis 60° Dachfanggerüste
nach Normen der Reihe DIN 4420 „Arbeits- und Schutzgerüste“ bzw. nach der BGRegel „Gerüstbau – Allgemeiner Teil“ (BGR 165, bisherige ZH 1/534) und Schutzwände
nach der BG-Information „Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“ (BGI 807, bisherige ZH
1/584).
Zu § 8 Abs 5:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn z. B. bei Böschungen Bermen nach DIN 4124 „Baugruben und Gräben; Böschungen, Arbeitsraumbreiten, Verbau“ angelegt werden.
Arbeitsplätze am, auf und über dem Wasser
§ 9 (1) Arbeitsplätze auf dem Wasser müssen auf Wasserfahrzeugen, schwimmenden Geräten, schwimmenden Anlagen, Pontons, Flößen oder ähnlichen
Schwimmkörpern angelegt werden. Diese müssen für die auszuführenden Arbeiten
genügend Freibord, Tragfähigkeit und Stabilität haben und gegen unbeabsichtigtes
Abtreiben gesichert sein. Unbesetzte Steuereinrichtungen müssen festgelegt sein.
(2) Besteht bei Arbeiten am, auf und über dem Wasser die Gefahr des Ertrinkens, müssen Rettungsmittel in ausreichender Zahl einsatzbereit zur Verfügung stehen
und benutzt werden.
(3) Bei Arbeiten nach Absatz 2 müssen den Beschäftigten Rettungswesten zur
Verfügung stehen und von den Beschäftigten angelegt werden.
Zu § 9 Abs. 2:
Mit der Gefahr des Ertrinkens ist z. B. zu rechnen, wenn gemäß § 12 Abs. 4 von Einrichtungen oder Maßnahmen zur Sicherung gegen Abstürzen abgesehen wird.
Die Forderung nach Rettungsmitteln ist erfüllt, wenn z. B.
– Rettungsringe
und
– Beiboote nach DIN 83 503 „Binnenschiffbau; Beiboote“
in ausreichender Anzahl bereitgehalten werden. Die Boote müssen einsatzbereit und
bei stark strömenden Gewässern (V > 3 m/s) zusätzlich mit Motorantrieb ausgerüstet
sein.
20
Anhang zu VSG 4.2
Zu § 9 Abs. 3:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn Rettungswesten z.B. nach DIN 7929 „Wassersportgeräte; Rettungswesten (ohnmachtssichere Auftriebsmittel); Anforderungen und
Prüfung“, Ausgabe Januar 1987, Typ C, zur Verfügung stehen.
Verkehrswege
§ 10 (1) Arbeitsplätze auf Baustellen müssen über sicher begehbare oder befahrbare
Verkehrswege zu erreichen sein.
(2) Laufstege müssen mindestens 0,50 m breit sein. Sie müssen Trittleisten
haben, wenn sie steiler als 1: 5 (etwa 11°) sind; sie müssen Stufen haben, wenn sie
steiler als 1:1,75 (etwa 30°) sind.
(3) Aufstiege zu Arbeitsplätzen müssen als Treppen oder Laufstege ausgeführt
sein.
(4) Abweichend von Absatz 3 dürfen Leitern als Aufstiege verwendet werden,
wenn
1. der zu überbrückende Höhenunterschied nicht mehr als 5,00 m beträgt,
2. der Aufstieg nur für kurzeitige Bauarbeiten benötigt wird,
3. sie in Gerüsten als Gerüstinnenleitern eingebaut werden, die nicht mehr als 2
Gerüstlagen miteinander verbinden,
4. sie an Gerüsten als Gerüstaußenleitern angebaut sind und die Gerüstlagen nicht
höher als 5,00 m über einer ausreichend breiten und tragfähigen Fläche liegen,
5. in Gerüsten der Einbau innenliegender Aufstiege aus konstruktiven Gründen nicht
möglich ist
oder
6. sich die Arbeitsplätze in Schächten befinden und der Einbau einer Treppe aus bauoder arbeitstechnischen Gründen nicht möglich ist.
(5) Traggerüste für Fahrzeuge und Krane müssen wenigstens auf einer Seite mit
einem Laufsteg versehen sein. Dieser muss ein Sicherheitslichtprofil von mindestens
0,50 m Breite und 2,00 m Höhe haben. Das Sicherheitslichtprofil darf auch nicht durch
auskragende oder ausschwenkende Geräteteile und Ladungen eingeschränkt werden.
(6) Dachflächen mit mehr als 20° Neigung dürfen zur Durchführung von
Schornsteinfegerarbeiten nur über hierfür geeignete Verkehrswege betreten werden.
Werden hierfür Einzeltritte verwendet, darf die bauliche Anlage nicht mehr als 300 m
über N.N. liegen.
(7) Arbeitsplätze an turmartigen baulichen Anlagen in Massivbauart mit mehr
als 60 m Höhe im Endzustand müssen über Personenaufzüge erreichbar sein, sobald
Arbeitsplätze mehr als 20 m über dem umgebenden Gelände liegen.
(8) Abweichungen von Absatz 7 sind zulässig bei
–
Instandhaltungsarbeiten geringen Umfanges,
–
Bauarbeiten, für die eine Beförderung mit hochziehbaren Personenaufnahmemitteln eingerichtet ist,
21
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
– Bauarbeiten an Schornsteinen, die vor dem 1. Oktober 1988 errichtet wurden und
einen Futterdurchmesser von ) 1,20 m haben.
Zu § 10 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
1. Treppen, Laufstege oder Leitern vorhanden sind;
2. bei Stahlbaumontagen
– die für die spätere Verwendung vorgesehenen Aufstiege dem Baufortschritt entsprechend eingebaut sind,
– Sprossen in der Stahlkonstruktion formschlüssig befestigt sind,
– Steigeisengänge vorhanden sind,
– Leitern an der Stahlkonstruktion engeklemmt sind
oder
– Steigbolzengänge an Gittermasten vorhanden sind.
Zu § 10 Abs. 3:
Als Treppen können z. B. verwendet werden:
– Treppen in baulichen Anlagen,
– Treppentürme,
– Treppen in oder an Gerüsten.
Treppen siehe auch
– DIN 18064 „Treppen; Begriffe“,
– DIN 18065 „Gebäudetreppen; Hauptmaße“,
– BG-Regel „Treppen bei Bauarbeiten“ (BGR 113, bisherige ZH 1/45).
Zu § 10 Abs. 4:
Leitern siehe auch Normen der Reihe DIN EN 131 „Leitern“.
Zu § 10 Abs. 4 Nr. 3:
Standgerüste, bei denen innenliegende Aufstiege nicht möglich sind, sind z. B. Verputzer-Konsolgerüste.
Zu § 10 Abs. 6:
Verkehrswege für Schornsteinfegerarbeiten siehe auch DIN 18 160-5 „Hausschornsteine; Einrichtungen für Schornsteinfegerarbeiten“.
Einrichtungen zum Begehen von Dachflächen siehe auch DIN EN 516 „Vorgefertigte
Zubehörteile für Dacheindeckungen; Einrichtungen zum Betreten des Daches; Laufstege, Trittflächen und Einzeltritte“.
Zu § 10 Abs. 7:
Turmartige bauliche Anlagen siehe BG-Information „Turm- und Schornsteinbauarbeiten“ (BGI 778, bisherige ZH 1/601).
Bei Fernmeldetürmen und Antennenträgern beinhaltet die Höhe im Endzustand nicht
die Antennen.
22
Anhang zu VSG 4.2
„Nicht begehbare“ Bauteile
§ 11 Für Arbeiten auf Bauteilen, die vom Auflager abrutschen oder beim Begehen
brechen können, müssen besondere Arbeitsplätze und Verkehrswege geschaffen werden.
Zu § 11:
Bauteile, die vom Auflager abrutschen können, sind z. B.:
– Decken und Dächer aus Platten oder mit Füllkörpern, die nicht gegen Verschieben
oder das Ausbrechen ihrer Auflager gesichert sind,
– lose aufgelegte Gitterroste.
Bauteile, die beim Begehen brechen können, sind z. B.:
– Faserzement-Platten (Asbestzement-Wellplatten),
– Lichtplatten,
– abgehängte Zwischendecken,
– Oberlichter,
– Glasdächer,
– Platten geringer Tragfähigkeit,
– Lüftungskanäle.
Diese Forderung ist erfüllt, wenn lastverteilende Beläge oder Laufstege von mindestens 0,50 m Breite vorhanden sind, die ein sicheres Ableiten der auftretenden Kräfte
auf die tragende Unterkonstruktion gewährleisten und gegen Verschieben und Abheben gesichert sind.
Hinsichtlich Dacheindeckungen mit Wellplatten siehe BG-Regel „Dacharbeiten“ (BGR
203, bisherige ZH 1/355).
Ein Brechen beim Begehen kann ausgeschlossen werden, wenn Nachweise nach den
„Grundsätzen für die Prüfung und Zertifizierung der bedingten Begehbarkeit oder
Absturzsicherheit von Bauteilen bei Bau- und Instandhaltungsarbeiten“ (GS-BAU-18)
vorliegen.
Absturzsicherungen
§ 12 (1) Einrichtungen, die ein Abstürzen von Personen verhindern (Absturzsicherungen), müssen vorhanden sein:
1. unabhängig von der Absturzhöhe an
– Arbeitsplätzen an und über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen,
in denen man versinken kann,
– Verkehrswegen über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in
denen man versinken kann;
2. bei mehr als 1,00 m Absturzhöhe, soweit nicht nach Nummer 1 zu sichern ist, an
– freiliegenden Treppenläufen und absetzen,
– Wandöffnungen,
– Bedienungsständen von Maschinen und deren Zugängen;
3. bei mehr als 2,00 m Absturzhöhe an allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen;
23
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
4. bei mehr als 3,00 m Absturzhöhe abweichend von Nummer 3 an Arbeitsplätzen
und Verkehrswegen auf Dächern;
5. bei mehr als 5,00 m Absturzhöhe abweichend von Nummern 3 und 4 beim
Mauern über die Hand und beim Arbeiten an Fenstern.
(2) Lassen sich aus arbeitstechnischen Gründen Absturzsicherungen nicht verwenden, müssen an deren Stelle Einrichtungen zum Auffangen abstürzender Personen
(Auffangeinrichtungen) vorhanden sein. Hierbei darf der Höhenunterschied zwischen
Absturzkante bzw. Arbeitsplatz oder Verkehrsweg und Gerüstbelag oder Auffangnetz
beim Verwenden von
1. Ausleger-, Konsol- und Hängegerüsten als Fanggerüsten nicht mehr als 3,00 m,
2. Dachfanggerüsten nicht mehr als 1,50 m,
3. allen sonstigen Fanggerüsten nicht mehr als 2,00 m,
4. Auffangnetzen nicht mehr als 6,00 m
betragen.
(3) Abweichend von Absatz 2 darf Anseilschutz verwendet werden, wenn
– für die auszuführenden Arbeiten geeignete Anschlageinrichtungen vorhanden sind
und
– das Verwenden von Auffangeinrichtungen unzweckmäßig ist.
Dabei hat der Vorgesetzte nach § 4 Abs. 1 die Anschlageinrichtungen festzulegen und
dafür zu sorgen, dass der Anseilschutz benutzt wird.
(4) Einrichtungen und Maßnahmen nach den Absätzen 1 bis 3 sind nicht erforderlich, wenn Arbeiten, deren Eigenart und Fortgang eine Sicherungseinrichtung oder
-maßnahme nicht oder noch nicht rechtfertigen, von fachlich geeigneten Beschäftigten
nach Unterweisung durchgeführt werden.
(5) Einrichtungen und Maßnahmen zur Sicherung gegen Absturz von Personen
sind abweichend von den Absätzen 1 bis 3 unabhängig von der Absturzhöhe nicht
erforderlich, wenn
1. Arbeitsplätze oder Verkehrswege höchstens 0,30 m von anderen tragfähigen und
ausreichend großen Flächen entfernt liegen,
2. Arbeitsplätze innerhalb gemauerter Schornsteine oder ähnlicher Bauwerke mindestens 0,25 m unter der Mauerkrone liegen,
3. Arbeitsplätze oder Verkehrswege auf Flächen mit weniger als 20° Neigung liegen
und in mindestens 2,00 m Abstand von den Absturzkanten fest abgesperrt sind.
(6) Bei Arbeiten auf Leitern entsprechend § 7 Abs. 5 sind abweichend von den
Absätzen 1 bis 3 Absturzsicherungen nicht erforderlich, wenn die Absturzhöhe die
zulässige Standhöhe auf der Leiter nicht überschreitet.
(7) Für das Errichten, Instandhalten oder Umlegen von Masten für elektrische
Betriebsmittel auf Dächern gilt Absatz 1 Nr. 4 nicht.
(8) Beim Arbeiten auf sowie beim Auf-, Ab- und Umbauen von Konsolgerüsten
für den Schornsteinbau müssen die Beschäftigten zusätzlich zur Absturzsicherung
Anseilschutz verwenden.
24
Anhang zu VSG 4.2
Zu § 12:
Anforderungen an die Beschaffenheit von Absturzsicherungen und Auffangeinrichtungen an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen sind z. B. enthalten in:
– § 44 Arbeitsstättenverordnung,
– UVV „Hebebühnen“ (VBG 14),
– Normenreihe DIN 4420 „Arbeits- und Schutzgerüste“,
– DIN 4422-1
„Fahrbare Arbeitsbühnen (Fahrgerüste) aus vorgefertigten Bauteilen; Werkstoffe, Gerüstbauteile, Maße, Lastannahmen und sicherheitstechnische Anforderungen; Deutsche Fassung HD 1004:1992“,
– DIN 4426
„Einrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen; Absturzsicherungen“,
– DIN 18160-5
„Hausschornsteine; Einrichtungen für Schornsteinfegerarbeiten“,
– BG-Regel „Hochziehbare Personenaufnahmemittel“ (BGR 159, bisherige ZH 1/461),
– BG-Regel „Gerüstbau – Allgemeiner Teil“ (BGR 165, bisherige ZH 1/534),
– BG-Information „Regeln bei Turm- und Schornsteinbauarbeiten“ (BGI 778, bisherige
ZH 1/601),
– BG-Regel „Schornsteinfegerarbeiten“ (BGR 218, bisherige ZH 1/602),
– BG-Regel „Traggerüst- und Schalungsbau“ (BGR 187, bisherige ZH 1/603),
– BG-Regel „Feuerfestbau“ (BGR 188, bisherige ZH 1/609).
Zu § 12 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn Seitenschutz angebracht ist, der in Abmessungen
und Ausführung
– DIN 4420-1 „Arbeits- und Schutzgerüste; Allgemeine Regelungen, Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfungen“,
– in bestehenden baulichen Anlagen DIN 4426 „Sicherheitseinrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen; Absturzsicherungen“ bzw. dem örtlich geltenden Baurecht
oder
– der BG-Regel „Gerüstbau – Allgemeiner Teil“ (BGR 165, bisherige ZH 1/534) und
Schutzwände nach der BG-Information „Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“ (BGI 807,
bisherige ZH 1/584)
entspricht.
Diese Forderung ist in folgenden Sonderfällen erfüllt, wenn
– bei Treppenabsätzen und Leiterpodesten, die ausschließlich als Verkehrsweg dienen, sowie bei Treppenläufen Seitenschutz angebracht ist, der aus Geländer- und
Zwischenholm besteht und in Abmessungen und Ausführung DIN 4420-1 oder der
BG-Information „Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“ (BGI 807, bisherige ZH
1/584) entspricht,
– bei Außenleitern an Gerüsten an den Einstiegsstellen Seitenschutz angebracht ist,
der aus Geländerholm und Bordbrett besteht und in Abmessungen und Ausführung
DIN 4420-1 entspricht,
– bei Innenleitern in Gerüsten die Durchstiegsöffnung durch die jeweils darüberstehende Leiter überdeckt wird,
– im Stahlbau an Laufstegen als Seitenschutz straff gespannte Stahlseile in 0,50 m
und 1,00 m Höhe über dem Belag und Bordbrett angebracht sind,
25
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
– an Schornstein-Konsolgerüsten ein straff gespanntes Faserseil von mindestens 12
mm Durchmesser in 1,00 m Höhe über dem Gerüstbelag angebracht ist,
– bei Kraftfahrzeugverkehr auf Traggerüsten an der Absturzkante Geländerholm, Zwischenholm und Schrammbord angebracht sind,
– bei Traggerüsten für Fahrzeuge, von denen aus eine Materialübergabe oder Übernahme erfolgt, an den Übergabestellen eine wegnehmbare Absperrung aus Seilen
oder Ketten in 1,00 m Höhe angebracht ist.
Stoffe, in die man versinken kann, sind z. B. Flüssigkeiten, Schlamm, Zement,
Getreide.
Zu § 12 Abs. 1 Nr. 5:
Zu den Arbeiten an Fenstern gehören z. B. Malerarbeiten und Gebäudereinigungsarbeiten, nicht jedoch der Ein- und Ausbau von Fenstern.
Zu § 12 Abs. 2:
Arbeitstechnische Gründe können z. B. vorliegen, wenn Arbeiten an der Absturzkante
durchgeführt werden müssen.
Einrichtungen zum Auffangen abstürzender Personen sind:
– Fang- und Dachfanggerüste nach Normen der Reihe DIN 4420 „Arbeits und Schutzgerüste“ bzw. nach der BG-Regel „Gerüstbau – Allgemeiner Teil“ (BGR 165, bisherige ZH 1/534),
– Auffangnetze nach der BG-Regel „Einsatz von Schutznetzen“ (BGR 179, bisherige
ZH 1/560),
– Schutzwände nach der BG-Information „Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten“ (BGI 807,
bisherige ZH 1/584).
Zu § 12 Abs. 3:
Geeignete Anschlageinrichtungen sind z. B. solche nach DIN 4426 „Sicherheitseinrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen; Absturzsicherungen“.
Anseilschutz siehe auch „Richtlinien für Sicherheits- und Rettungsgeschirre“ (ZH 1/55)
(zwischenzeitlich zurückgezogen; siehe BG-Regeln „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen gegen Absturz“ (BGR 198) bzw. „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen zum Halten und Retten“ (BGR 199)).
Zur Beurteilung der Unzweckmäßigkeit der Verwendung von Auffangeinrichtungen gilt:
Der Einsatz von kollektiven (technischen) Sicherungsmaßnahmen hat Vorrang vor der
Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen (Anseilschutz).
Zu § 12 Abs. 4:
Eine Sicherungseinrichtung oder -maßnahme ist zum Beispiel nicht gerechtfertigt,
wenn deren Bereit- oder Herstellung sowie deren Beseitigung mit größeren Gefahren
verbunden ist als die durchzuführende Arbeit.
Zu § 12 Abs. 5 Nr. 3:
Absperrungen können erstellt werden z. B. durch Geländer, Ketten oder Seile.
26
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Zu § 12 Abs. 7:
Masten für elektrische Betriebsmittel auf Dächern sind z. B.
– Antennenmaste,
– Dachständer für Hausanschlüsse.
Zu § 12 Abs. 8:
Zu den Arbeiten an Konsolgerüsten für den Schornsteinbau gehören auch die hierfür
erforderlichen Gerüstbauarbeiten.
Konsolgerüste für den Schornsteinbau siehe BG-Information „Turm- und Schornsteinbauarbeiten“ (BGI 778, bisherige ZH 1/601).
Für Anseilschutz siehe auch „Richtlinien für Sicherheits- und Rettungsgeschirre“ (ZH
1/55) (zwischenzeitlich zurückgezogen; siehe BG-Regeln „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen gegen Absturz“ (BGR 198) bzw. „Einsatz von persönlichen
Schutzausrüstungen zum Halten und Retten“ (BGR 199)).
Öffnungen und Vertiefungen
§ 12 a An Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen sowie Vertiefungen müssen
Einrichtungen vorhanden sein, die ein Abstürzen, Hineinfallen oder Hineintreten von
Personen verhindern.
Zu § 12 a:
Als Öffnungen gelten
– Öffnungen mit einem Flächenmaß ) 9 m2
oder
– gradlinig begrenzte Öffnungen, bei denen eine Kante ) 3 m lang ist.
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die Öffnungen oder Vertiefungen umwehrt oder
begehbar und unverschieblich abgedeckt oder mit tragfähigem Material verfüllt oder
ausgefüttert sind.
Schutz gegen herabfallende Gegenstände und Massen
§ 13 (1) Bauarbeiten dürfen an übereinanderliegenden Stellen nicht gleichzeitig ausgeführt werden, sofern nicht die untenliegenden Arbeitsplätze und Verkehrswege
gegen herabfallende, umstürzende, abgleitende oder abrollende Gegenstände und
Massen geschützt sind.
(2) Bereiche, in denen Personen durch herabfallende, umstürzende, abgleitende oder abrollende Gegenstände gefährdet werden können, dürfen nicht betreten
werden. Der Vorgesetzte nach § 4 Abs. 1 muss diese Bereiche festlegen. Sie sind zu
kennzeichnen und abzusperren oder durch Warnposten zu sichern.
(3) Schütt-Trichter über Arbeitsplätzen und Verkehrswegen sind so auszubilden, dass niemand durch überschüttetes Material getroffen werden kann.
(4) Traggerüste sowie Verbau von Gruben, Gräben und Schächten sind von
losen Gegenständen freizuhalten.
27
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Zu § 13 Abs. 1:
Schutz gegen herabfallende, umstürzende, abgleitende oder abrollende Gegenstände
und Massen ist gegeben, wenn über den unteren Arbeitsplätzen und Verkehrswegen
(z. B. an Aufzügen und in Schächten) Abdeckungen, Gerüstbeläge, Fangwände, Fanggitter, Fangnetze mit einer Maschenweite von höchstens 2 cm, Schutzdächer vorhanden sind.
Mit dem Herabfallen von Kleinmaterial und Werkzeugen ist nicht zu rechnen, wenn sie
in geeigneten Behältern mitgeführt und aufbewahrt werden.
Zu § 13 Abs. 2:
Schutz gegen herabfallende Gegenstände siehe auch BG-Information „Turm- und
Schornsteinbauarbeiten“ (BGI 778, bisherige ZH 1/601).
Abwerfen von Gegenständen und Massen
§ 14 Gegenstände und Massen dürfen nur abgeworfen werden, wenn
1. der Gefahrenbereich abgesperrt ist oder durch Warnposten überwacht wird
oder
2. geschlossene Rutschen bis zur Übergabestelle verwendet werden.
Zu § 14:
Siehe auch § 6 Abs. 6.
Verkehrsgefahren
§ 15 (1) Ist für die Beschäftigten bei Bauarbeiten mit Gefahren aus dem Verkehr von
Land, Wasser oder Luftfahrzeugen zu rechnen, sind im Einvernehmen mit deren
Eigentümern, Betreibern und den zuständigen Behörden Sicherungsmaßnahmen festzulegen.
(2) Der Arbeits- oder Verkehrsbereich in der Nähe des öffentlichen Straßenverkehrs oder benutzter Gleisanlagen ist durch Absperrungen, Sicherungsposten oder
Signaleinrichtungen zu sichern.
Zu § 15 Abs. 2:
Zur Absicherung gegen Gefahren aus dem öffentlichen Straßenverkehr, siehe auch
Straßenverkehrsordnung (StVO) und die Richtlinie für die Sicherung von Arbeitsstellen
an Straßen (RSA).
Zur Absicherung gegen Gefahren aus dem Gleisverkehr siehe UVV „Arbeiten im
Bereich von Gleisen“ (BGV D33, bisherige VBG 38a) und die besonderen Vorschriften
der Verkehrsträger.
Baustellenverkehr
§ 15 a (1) Für den Baustellenverkehr sind Fahrordnungen aufzustellen und Verkehrswege festzulegen.
28
Anhang zu VSG 4.2
(2) Ist bei Fahr- und Arbeitsbewegungen die Sicht des Fahrzeug- oder Maschinenführers auf seinen Fahr- oder Arbeitsbereich eingeschränkt, muss ein Sicherungsposten eingesetzt werden.
(3) Abweichend von Absatz 2 kann auf einen Sicherungsposten verzichtet werden, wenn durch geeignete Einrichtungen sichergestellt ist, dass Personen nicht
gefährdet werden können.
Zu § 15 a Abs. 1:
Zu den Fahrordnungen gehören z. B. Betriebsanweisungen, nur bestimmte Verkehrswege zu benutzen.
Für die Kennzeichnung von Verkehrswegen siehe UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“ (BGV A8, bisherige VBG 125).
Zu § 15 a Abs. 2:
Sicherungsposten haben die Aufgabe, dem Fahrzeug- oder Maschinenführer die verabredeten Zeichen zu geben, damit Beschäftigte nicht gefährdet werden. Darüber hinaus haben Sicherungsposten gefährdete Beschäftigte, Maschinen und Fahrzeugführer
vor Gefahren zu warnen.
Anforderungen an Sicherungsposten siehe auch § 5.
Zu § 15 a Abs. 3:
Geeignete Einrichtungen können z. B. Spiegel, Fernsehüberwachungsanlagen, Leiteinrichtungen, Absperrungen oder Abgrenzungen sein.
Bestehende Anlagen
§ 16 (1) Vor Beginn von Bauarbeiten ist durch den Unternehmer zu ermitteln, ob im
vorgesehenen Arbeitsbereich Anlagen vorhanden sind, durch die Personen gefährdet
werden können.
(2) Sind Anlagen nach Absatz 1 vorhanden, so sind im Benehmen mit dem
Eigentümer oder Betreiber der Anlage die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen festzulegen und durchzuführen.
(3) Bei unvermutetem Antreffen von Anlagen nach Absatz 1 sind die Bauarbeiten sofort zu unterbrechen. Der Aufsichtführende ist zu verständigen.
Zu § 16 Abs. 1:
Gefahren können ausgehen z. B. von
– elektrischen Anlagen,
– Rohrleitungen, Kanälen, Schächten, Behältern u. ä.,
– Anlagen mit Explosionsgefahren,
– maschinellen Anlagen und Einrichtungen,
– Kran- und Förderanlagen,
– Gefahrstoffen.
29
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Siehe auch Gefahrstoffverordnung und BG-Regel „Kontaminierte Bereiche“ (BGR 128,
bisherige ZH 1/183).
Zu § 16 Abs. 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
– bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Freileitungen
folgende Schutzabstände – auch beim Ausschwingen von Leitungsseilen, Lasten,
Trag- und Lastaufnahmemitteln – eingehalten werden:
Nennspannung
(Volt)
bis 1000 kV
über 1 kV
bis 110 kV
über 110 kV
bis 220 kV
über 220 kV
bis 380 kV
oder bei unbekannter Nennspannung
Schutzabstand
(Meter)
1,0 m
3,0 m
4,0 m
5,0 m
Falls die Arbeiten unter Aufsicht des Betreibers der elektrischen Freileitungen durchgeführt werden, gelten die Schutzabstände nach Tabelle 3 DIN VDE 0105 Teil 1
„Betrieb von Starkstromanlagen; Allgemeine Festlegungen“, Ausgabe Juli 1983,
– bei Arbeiten in der Nähe der Fahrleitungen elektrischer Bahnen die in Abschnitt
11.2 DIN VDE 0105 Teil 3 „Betrieb von Starkstromanlagen; Zusatzfestlegungen für
Bahnen“ geforderten Abstände eingehalten werden
oder
im Einvernehmen mit dem Eigentümer oder Betreiber der Frei- oder Fahrleitungen
die in DIN VDE 0105 Teil 1 genannten fünf Sicherheitsregeln:
– Freischalten,
– gegen Wiedereinschalten sichern,
– Spannungsfreiheit feststellen,
– Erden und Kurzschließen,
– benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken
eingehalten werden.
– Arbeitsplätze und Verkehrswege an oder in der Nähe von Kran-, Förder- und
anderen Maschinenanlagen durch Begrenzung der gefahrbringenden Bewegungen, durch Abschrankung, Warnposten, Signaleinrichtungen u. a. abgesichert werden,
– bei Arbeiten an Gasleitungen, bei denen mit einer Gefährdung der Beschäftigten
durch Gas zu rechnen ist, die Bestimmungen der UVV „Arbeiten an Gasleitungen“
(BGV D2, bisherige VBG 50), insbesondere § 11, eingehalten werden.
Erdverlegte Kabel und Leitungen sind als unter Spannung stehend zu betrachten,
wenn vom Betreiber die Spannungsfreiheit nicht ausdrücklich bestätigt wird.
30
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
III. Zusätzliche Bestimmungen für Montagearbeiten
Montageanweisung
§ 17 Für Montagearbeiten muss eine schriftliche Montageanweisung an der Baustelle vorliegen, die alle erforderlichen sicherheitstechnischen Angaben enthält. Abweichend von Satz 1 kann auf die Schriftform verzichtet werden, wenn für die jeweilige
Montage besondere sicherheitstechnische Angaben nicht erforderlich sind.
Zu § 17:
Zu den Montagearbeiten kann auch die Montage und Demontage von großflächigen
vormontierten Traggerüsten zählen.
Sicherheitstechnische Angaben können je nach Schwierigkeitsgrad der Montagearbeiten z. B. sein:
1. Unter Berücksichtigung der Anweisungen des Herstellers der Bau- und Fertigbauteile Angaben über
1.1 die Gewichte der Teile,
1.2 das Lagern der Teile,
1.3 die Anschlagpunkte der Teile,
1.4 das Anschlagen der Teile an Hebezeuge,
1.5 das Transportieren und die beim Transport einzuhaltende Transportlage,
1.6 den Einbau der zur Montage erforderlichen Hilfskonstruktionen,
1.7 die Reihenfolge der Montage und des Zusammenfügens der Bauteile,
1.8 die Tragfähigkeit der einzusetzenden Hebezeuge.
2. Angabe erforderlicher Maßnahmen
2.1 zur Gewährleistung der Tragfähigkeit und Standsicherheit von Bauwerk und
Bauteilen, auch während der einzelnen Montagezustände,
2.2 zur Erstellung von Arbeitsplätzen und von deren Zugängen,
2.3 gegen Abstürzen oder Abrutschen Beschäftigter bei der Montage,
2.4 gegen Herabfallen von Gegenständen.
3. Übersichtszeichnungen oder -skizzen mit den vorzusehenden Arbeitsplätzen
und deren Zugängen.
Enthalten bauaufsichtliche Zulassungsbescheide die erforderlichen Angaben, können
sie als Montageanweisungen angesehen werden.
Übersichtszeichnungen und Verlegepläne ohne zusätzliche Angaben ersetzen nicht
die Montageanweisung.
Die Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft,
Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft,
Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft,
Süddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft,
Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft
haben diesen Durchführungsanweisungen folgenden Absatz vorangestellt:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn der mit der Ausführung der Montagearbeiten beauftragte Unternehmer die Montageanweisung auch dann aufstellt, wenn er die Montagearbeiten durch Arbeitskräfte eines anderen Unternehmers (Leiharbeitnehmer) durchführen lässt.
31
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Transport, Lagerung, Einbau
§ 18 (1) Bauteile sind vor dem Transport und vor dem Einbau auf sichtbare Beschädigungen, Verformungen und Risse im Hinblick auf ihre Tragfähigkeit zu überprüfen.
(2) Bauteile müssen so angeschlagen, transportiert, gelagert und eingebaut
werden, dass solche Beschädigungen vermieden werden, die ihre Standsicherheit
oder Tragfähigkeit beeinträchtigen und dadurch zu Unfallgefahren führen können.
(3) Bauteile sind so zu lagern, zu transportieren und einzubauen, dass sie dabei
ihre Lage nicht unbeabsichtigt verändern können.
Zu § 18 Abs. 2:
Die Forderung ist erfüllt, wenn
1. Gewichtsangaben der Bauteile und ihre einzuhaltende Transportlage beachtet werden,
2. Anschlagpunkte an den Bauteilen so gewählt und ausgebildet sind, dass die beim
Transport auftretenden Kräfte ohne Beschädigung aufgenommen werden können,
3. zum Transport der Bauteile Transportfahrzeuge, Hebezeuge und Anschlagmittel verwendet werden, die auf Gewicht, Form und Abmessung der Bauteile abgestimmt
sind,
4. die notwendigen Hilfseinrichtungen für die Lagerung der Bauteile (z. B. Lagergestelle, Aufstellböcke) vorgehalten und verwendet werden,
5. erforderlichenfalls Leitseile benutzt werden
und
6. die einschlägigen Abschnitte der DIN 1045 „Beton und Stahlbeton; Bemessung und
Ausführung“ beachtet werden.
Zu § 18 Abs. 3:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
1. Anschlagmittel von abgesetzten Bauteilen erst dann gelöst werden, wenn diese so
befestigt sind, dass eine unbeabsichtigte Lageänderung nicht möglich ist,
2. beim Aufrichten und Umlegen von Masten Leitbohlen im Mastloch, Leitstangen oder
Fußverankerungen verwendet werden, sofern die Form des Mastloches keine ausreichende Führung gewährleistet.
Zugänge für kurzzeitige Tätigkeiten
§ 19 Für Tätigkeiten, die üblicherweise in wenigen Minuten erledigt werden können,
müssen eingebaute Bauteile, die als Zugang zur Arbeitsstelle dienen, mindestens 0,20
m breit sein. Schmalere Bauteile dürfen benutzt werden, wenn besondere Einrichtungen oder diesen gleichwertige Konstruktionsteile ein sicheres Festhalten ermöglichen.
Absturzsicherungen sind nach § 12 durchzuführen.
§ 19 a
32
gestrichen
Anhang zu VSG 4.2
Zu § 19:
Tätigkeiten, die üblicherweise in wenigen Minuten erledigt werden können, sind z. B.
das Lösen oder Befestigen von Anschlagmitteln, das Festlegen von Montagebauteilen
und das Arbeiten an Freileitungsmasten.
Ein Konstruktionsteil gilt als eingebaut, wenn es so befestigt ist, dass es seine Lage
unter Belastung nicht unbeabsichtigt verändern kann.
Besondere Einrichtungen sind z. B. Handläufe oder straff gespannte Stahlseile im
Handbereich.
IV. Zusätzliche Bestimmungen für Abbrucharbeiten
Untersuchung des baulichen Zustandes, Abbruchanweisung
§ 20 (1) Abzubrechende und daran angrenzende Bauteile sind auf ihren baulichen
Zustand, insbesondere auf
1. konstruktive Gegebenheiten,
2. statische Verhältnisse,
3. Art und Zustand der Bauteile und Baustoffe
und
4. Art und Lage von Leitungen
zu untersuchen.
(2) Die die Abbrucharbeiten leitende Person hat deren Ablauf entsprechend
dem Ergebnis der Untersuchungen nach Absatz 1 festzulegen.
(3) Für Abbrucharbeiten muss eine schriftliche Abbruchanweisung an der Baustelle vorliegen, die alle erforderlichen sicherheitstechnischen Angaben enthält. Abweichend von Satz 1 kann auf die Schriftform verzichtet werden, wenn für die jeweilige
Abbrucharbeit besondere sicherheitstechnische Angaben nicht erforderlich sind.
Zu § 20 Abs. 1:
Unter Abbrechen ist die Beseitigung von baulichen Anlagen und ihren Teilen auch im
Zuge von Umbau- und Instandsetzungsarbeiten zu verstehen. Auf die BG-Information
„Abbrucharbeiten“ (BGI 665, bisherige ZH 1/514) wird hingewiesen.
Zu § 20 Abs. 1 Nr. 3:
Siehe auch Gefahrstoffverordnung (hier insbesondere Asbest) und BG-Regel „Kontaminierte Bereiche“ (BGR 128, bisherige ZH 1/183).
Zu § 20 Abs. 3:
Schriftliche Abbruchanweisungen sind z. B. erforderlich bei
– Abbruch mit Großgeräten,
– Einreißen,
– Demontieren,
33
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
– Sprengungen (siehe auch UVV „Sprengarbeiten“ (BGV C24, bisherige VBG 46))
und
– Sanierungsarbeiten an gefahrstoffhaltigen Teilen baulicher Anlagen (siehe auch § 20
Gefahrstoffverordnung).
In der schriftlichen Abbruchanweisung ist auch festzulegen, ob die Abbrucharbeit eine
gefährliche Arbeit im Sinne des § 36 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (BGV A1, bisherige
VBG 1) ist und die ständige Anwesenheit des Aufsichtführenden erfordert.
Absperren von Gefahrenbereichen
§ 21 Der Aufsichtführende hat dafür zu sorgen, dass Gefahrenbereiche, die durch
Abbrucharbeiten entstehen, nicht betreten werden.
Zu § 21:
Die Forderung ist erfüllt, wenn
1. der Gefahrenbereich abgesperrt und erforderlichenfalls durch Warnzeichen (Warnschilder) gekennzeichnet ist
oder
2. Warnposten aufgestellt sind, die erforderlichenfalls mit Signalgeräten ausgerüstet
sind.
Gefahrenbereiche sind z. B. Bereiche,
– in die Abbruchstoffe abgeworfen werden,
– in die Abbruchstoffe oder Bauwerkteile abstürzen können,
– die bei Einreißarbeiten durch Wegschleudern des Zugseiles gefährdet sind.
Unterbrechung von Abbrucharbeiten
§ 22 (1) Wird die Standsicherheit der baulichen Anlage, die abgebrochen wird, durch
Witterungseinflüsse oder durch den Fortgang der Abbrucharbeiten selbst beeinträchtigt und entstehen dadurch Gefahren für die Beschäftigten, hat der Aufsichtführende
die Arbeiten zu unterbrechen. Dies gilt auch, wenn andere gefahrdrohende Zustände,
insbesondere durch Erschütterungen oder Bergsenkungen, auftreten.
(2) Die Abbrucharbeiten dürfen nur nach Weisung der die Arbeiten leitenden
Person wieder aufgenommen werden.
Einreißarbeiten
§ 23 (1) Einreißarbeiten dürfen nur ausgeführt werden, wenn die Zugmittel an den
Bauteilen befestigt werden können, ohne dass dabei die Beschäftigten durch herabfallende oder einstürzende Bauteile gefährdet werden.
(2) Die Zugmittel müssen so lang sein, dass sich die Zugvorrichtung außerhalb
des durch die einstürzenden Bauteile entstehenden Gefahrenbereiches befindet.
(3) An der Zugvorrichtung dürfen sich nur die für ihre Bedienung erforderlichen
Beschäftigten aufhalten. Sie sind gegen Zurückschlagen des Zugmittels zu schützen.
34
Anhang zu VSG 4.2
Zu § 23 Abs. 3:
Schutz gegen Zurückschlagen des Zugmittels bieten z. B. Schutzschilde, Abweiser.
Abbrucharbeiten mit Baggern oder Ladern
§ 24 Werden Abbrucharbeiten mit Baggern oder Ladern ausgeführt, muss deren
Bauart für die vorgesehene Abbruchmethode geeignet sein. Die Reichhöhe ihrer
Arbeitseinrichtung muss mindestens gleich der Höhe des abzubrechenden Bauwerkes
oder Bauteiles sein.
Zu § 24:
Bezüglich der Eignung von Baggern und Ladern für Abbrucharbeiten wird auf deren
Betriebsanleitung hingewiesen.
Unterhöhlen und Einschlitzen
§ 25 Bauliche Anlagen oder Teile davon dürfen nicht durch Unterhöhlen oder Einschlitzen umgelegt werden.
Kurzzeitige Tätigkeiten
§ 26 Abweichend von § 10 dürfen für Tätigkeiten, die üblicherweise in wenigen Minuten erledigt werden können, als Zugang zur Arbeitsstelle eingebaute Bauteile von mindestens 0,20 m Breite benutzt werden. Absturzsicherungen sind nach § 12 durchzuführen.
V. Zusätzliche Bestimmungen für Arbeiten mit heißen Massen
Verarbeiten von heißen Massen
§ 27 Werden bei Bauarbeiten heiße Massen verwendet, sind diese so abzufüllen, zu
transportieren und zu verarbeiten, dass
– die heißen Massen sich nicht entzünden,
– die heißen Massen nicht mit Wasser in Berührung kommen,
– die Beschäftigten keine Verbrennungen erleiden
und
– die Beschäftigten nicht durch Abgase oder Dämpfe Gesundheitsschäden erleiden
können.
Zu § 27:
Zu den Bauarbeiten mit heißen Massen zählen insbesondere alle Tätigkeiten, bei
denen Asphalt, Bitumen, Teer und ähnliche Stoffe allein, vermischt oder mit Zuschlägen versetzt in heißem Zustand verarbeitet werden.
Werden heiße Massen in offenen Gefäßen transportiert, können Verbrennungen der
Beschäftigten vermieden werden, wenn die Gefäße nur bis 0,10 m unterhalb der Oberkante befüllt werden.
35
VSG
4.2
Anhang zu VSG 4.2
VSG
4.2
Vl. Zusätzliche Bestimmungen für Arbeiten in Baugruben und Gräben
sowie an und vor Erd- und Felswänden
Sicherung gegen Abrutschen von Massen
§ 28 (1) Bei Arbeiten an und vor Erd- und Felswänden sowie in Baugruben und Gräben sind Erd- und Felswände so abzuböschen oder zu verbauen, dass Beschäftigte
nicht durch Abrutschen von Massen gefährdet werden können. Dabei sind alle Einflüsse zu berücksichtigen, die die Standsicherheit das Bodens beeinträchtigen können.
(2) Werden zur Sicherung von Erd- und Felswänden Grabenverbaugeräte verwendet, müssen diese für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet sein und
bestimmungsgemäß eingesetzt werden.
(3) Erd- und Felswände dürfen nicht unterhöhlt werden.
(4) Überhänge sind unverzüglich zu beseitigen.
(5) Bei Aushubarbeiten freigelegte Findlinge, Bauwerksreste u. dgl., die abstürzen oder abrutschen können, sind unverzüglich zu beseitigen.
Zu § 28 Abs. 1:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn
– Erd- oder Felswände nach DIN 4124 „Baugruben und Gräben; Böschungen,
Arbeitsraumbreiten, Verbau“ abgeböscht oder verbaut werden
oder
– beim Wildbach- oder Lawinenverbau im Einzelfall die Bestimmungen der Sicherheitsregeln „Wasserbau und wasserwirtschaftliche Arbeiten“ (GUV 11.7) eingehalten
werden.
Mit Gefährdungen ist z. B. bei folgenden Arbeiten zu rechnen:
– Aushub
– Abböschen
– Ein-, Um- und Ausbauen des Verbaues
– Arbeiten an oder vor Erd- und Felswänden
Einflüsse, die die Standsicherheit des Bodens beeinträchtigen können, sind in DIN
4124 aufgeführt.
Zu § 28 Abs. 2:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn Grabenverbaugeräte z. B. der BG-Regel „Grabenverbaugeräte“ (BGR 176, bisherige ZH 1/537) entsprechen und die besonderen
Betriebsanleitungen eingehalten werden.
Maschineller Aushub im Hochschnitt
§ 29 (1) Bei maschinellem Aushub im Hochschnitt dürfen die Wände die Reichhöhe
(höchste Arbeitshöhe) von Erdbaumaschinen höchstens um 1 m überschreiten.
(2) Abweichend von Absatz 1 dürfen bei maschinellem Aushub im Hochschnitt
die Wände die Reichhöhe von Erdbaumaschinen mit Eimerleitern nicht überschreiten.
36
Anhang zu VSG 4.2
Beräumen von Erd- und Felswänden
§ 30 (1) Erd- und Felswände über Arbeitsplätzen und Verkehrswegen sind vor
Beginn jeder Schicht und nach Bedarf auf das Vorhandensein loser Steine oder Massen zu überprüfen und zu beräumen.
–
–
–
–
(2) Das Überprüfen und Beräumen hat insbesondere zu erfolgen
nach starken Regen- oder Schneefällen,
bei einsetzendem Tauwetter,
nach dem Lösen größerer Erd- und Felsmassen,
nach jeder Sprengung.
(3) Das Überprüfen und Beräumen ist von mindestens zwei fachlich geeigneten
Personen durchzuführen.
Verkehrswege an Gruben und Gräben
§ 31 (1) An Baugruben und Gräben, die betreten werden müssen, sind an den Rändern mindestens 0,60 m breite, möglichst waagerechte Schutzstreifen anzuordnen
und von Aushubmaterial, Hindernissen und nicht benötigten Gegenständen freizuhalten. Bei Gräben bis zu einer Tiefe von 0,80 m kann auf einer Seite auf den Schutzstreifen verzichtet werden.
(2) Baugruben und Gräben von mehr als 1,25 m Tiefe dürfen nur über geeignete
Einrichtungen, insbesondere Leitern oder Treppen, betreten und verlassen werden.
Gräben von mehr als 0,80 m Breite sind in ausreichendem Maße mit Übergängen, z. B.
Laufbrücken oder Laufstegen, zu versehen.
Zu § 31 Abs. 2:
Geeignete Einrichtungen zum Betreten von Gräben können z. B. sein:
Treppen, Trittstufen, Leitern, Steigeisengänge.
Arbeitsraumbreiten
§ 32 Baugruben und Leitungsgräben, in denen gearbeitet wird, müssen ausreichenden Arbeitsraum haben. Die Abmessungen des Arbeitsraumes sind abhängig von
Böschungswinkel, Verbau, Einbauten, Rohrart und Arbeitsablauf.
Zu § 32:
Diese Forderung ist erfüllt, wenn die in DIN 4124 angegebenen Arbeitsraumbreiten eingehalten sind.
Um- und Ausbau des Verbaues
§ 33 (1) Ein Verbau darf nur auf Anordnung des Aufsichtführenden um- oder ausgebaut werden.
(2) Der Verbau darf nur zurückgebaut werden, soweit er durch Verfüllen entbehrlich geworden ist. Er ist beim Verfüllen an Ort und Stelle zu belassen, wenn er
nicht gefahrlos entfernt werden kann.
Neuartige Verbaugeräte
§ 34 Der Unternehmer hat neuartige Verbaugeräte vor ihrer Erprobung oder ersten
Anwendung der Berufsgenossenschaft anzuzeigen.
37
VSG
4.2
Anlage 1 zu VSG 4.2
Sicherheitsregeln für die Durchführung
von seilunterstützten Arbeitsverfahren
in der Baumkrone unter Einsatz geeigneter
motorisch angetriebener Baumpflegegeräte
VSG
4.2
1. Zweck
Diese Sicherheitsregeln erläutern die UVV VSG 4.2 der Gartenbau-Berufsgenossenschaft bezüglich der erforderlichen Maßnahmen der Kletter- und Sicherungstechniken
beim Besteigen und Arbeiten in Bäumen unter Einsatz geeigneter motorisch angetriebener Baumpflegegeräte.
Die seilunterstützten Arbeitsverfahren dienen zum Besteigen von Bäumen im Stamm
und Kronenbereich und zur Personensicherung während der Arbeit dort, wo
– Hubarbeitsbühnen
– Gerüste
– Arbeitsbühnen, -körbe, -plattformen und -gerüste
nicht geeignet eingesetzt werden können.
Der Einsatz geeigneter motorisch angetriebener Baumpflegegeräte in Kombination mit
der Seilklettertechnik in der Baumkrone stellt keinen Ersatz für derzeitige Standardarbeitsverfahren zur Fällung und Aufarbeitung von Bäumen dar.
2. Anforderungen an Personen
Versicherte dürfen mit seilunterstützten Arbeitsverfahren nur beschäftigt werden, wenn
sie gemäß UVV VSG 4.2 § 2 tauglich und fachkundig sind. Fachkundig ist insbesondere derjenige, der an einer Fortbildung entsprechend der Weiterbildungsinhalte
(s. Anlage) erfolgreich teilgenommen hat und einen Nachweis führen kann.
Eine anerkannte und erfolgreich abgeschlossene Fortbildung in diesem Arbeitsverfahren, auch unter Verwendung motorisch angetriebener Baumpflegegeräte sowie in Rettungsmaßnahmen, muss nachgewiesen werden.
der gesundheitlichen
gesundheitlichenTauglichkeit
Eignung muss
fürVSG
Arbeitsmedizin
oder
Bezüglich der
mussein
einFacharzt
nach UVV
1.2 § 10 ermächArzt mit
Zusatzbezeichnung
dass gegen
den
Eintigter
Arztder
bescheinigen
(UVV VSGBetriebsmedizin
1.2 § 6 Anlage 2bescheinigen,
/ H 9 „Baumarbeiten“),
dass
gegen
satz Einsatz
dieser Versicherten,
insbesondere
bei seilunterstützten
Arbeitsverfahren
auch
den
dieser Versicherten
insbesondere
bei seilunterstützten
Arbeitsverfahren
unter unter
Verwendung
motorisch
angetriebener
Baumpfl
egegeräte, keinekeine
Bedenken
beauch
Verwendung
motorisch
angetriebener
Baumpflegegeräte
Bedenken
stehen. (Auf die „Information Arbeitsmedizinische Untersuchungen“ wird verwiesen.)
bestehen.
Es ist eine Mischtätigkeit anzustreben.
Akkordarbeit ist nicht gestattet.
3. Voraussetzungen
Eine anerkannte und erfolgreich abgeschlossene Fortbildung soll beinhalten:
– Fortbildung als Fachagrarwirt „Baumpflege und Baumsanierung“ oder
38
Anlage 1 zu VSG 4.2
– Ausbildung als Gärtner, Forstwirt, Winzer oder Landwirt mit mindestens 3jähriger
Praxis in einem Fachbetrieb der Baumpflege (Baumchirurg) oder langjährige aktive
(mindestens 5 Jahre) Tätigkeit in der Baumpflege oder
– Weiterbildung als European Tree Worker
und mindestens nachweislich ein einwöchiger Lehrgang „Einsatz von Motorsägen und
motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten“ in einem Fachbetrieb oder einem Lehrgang an einer anerkannten Ausbildungsstätte,
und einer Fortbildung entsprechend der Richtlinie für seilunterstützte Arbeitsverfahren
unter Verwendung motorisch angetriebener Baumpflegegeräte, die auch Rettungsmaßnahmen im Baum beinhalten.
Fortbildung und Abschluss in anderen europäischen Mitgliedsstaaten müssen gleichwertig sein.
Ausbilder und Bildungsstätten im obigen Sinne müssen durch eine paritätisch
besetzte Kommission von Arbeitnehmern und Arbeitgebern des Berufsstandes unter
Beteiligung der Technischen Abteilung der Gartenbau-Berufsgenossenschaft anerkannt werden. Die ausgebildeten Versicherten werden nach bestandener Prüfung von
der Bildungsstätte an die Gartenbau-Berufsgenossenschaft gemeldet und erhalten
von dieser einen Ausweis.
4. Leitung und Aufsicht
Der Unternehmer hat vor Beginn der Arbeiten eine allgemeine arbeitsplatzbezogene
Gefährdungsbeurteilung und die entsprechenden Betriebsanweisungen zu erstellen
und die Versicherten zu unterweisen.
Durch eine Beurteilung des Baumes (Baumsicherheitsbeurteilung) sollen mögliche
Gefahren und Risiken rechtzeitig erkannt werden. Besondere Gefährdungen bestehen
z. B. im öffentlichen Verkehrsbereich und in der Nähe von Hochspannungsleitungen. In
einer schriftlichen Betriebsanweisung müssen alle Maßnahmen der Sicherheit und des
Gesundheitsschutzes festgelegt werden. Die Betriebsanweisung ist am Arbeitsplatz
vorzuhalten.
Jeder Arbeitseinsatz ist von einem Fachkundigen gemäß UVV VSG 4.2 § 3 Abs. 1 zu
leiten und zu beaufsichtigen.
Sämtliche seilunterstützte Arbeitsverfahren dürfen nur von mindestens 2 in seilunterstützten Arbeitsverfahren ausgebildeten und vollständig ausgerüsteten Personen
durchgeführt werden, damit gewährleistet ist, dass jederzeit für die Erste Hilfe oder
Rettung gesorgt werden kann.
Diese Personen müssen am Einsatzort in Ruf- und Sichtverbindung zueinander
stehen.
Alle Personen, die mit der Durchführung von seilunterstützten Arbeitsverfahren betraut
werden, müssen ausgebildete Ersthelfer sein.
5. Körperschutz
Der Unternehmer hat eine geeignete persönliche Schutzausrüstung gemäß UVV VSG
1.1 § 14 zur Verfügung zu stellen.
39
VSG
4.2
Anlage 1 zu VSG 4.2
VSG
4.2
Die Versicherten haben diese persönliche Schutzausrüstung zu benutzen, dazu gehört
z. B.:
– Gehörschutz
– Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen
– Schutzhelm
– Schutzhandschuhe
– Gesichtsschutz
– Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz
Auf die Anlage 4 zur UVV VSG 1.1 wird verwiesen.
6. Ausrüstung für die Seilklettertechnik
Die gesamte sicherheitstechnische Ausrüstung muss entsprechend genormt und zertifiziert sein. Zum Beispiel Sitzgurt EN 813/358/368, Sicherheitsseil EN 1891 Typ A,
Karabinerhaken EN 362, Seil für Klemmknoten entsprechend EN 1891 Typ B, Kambiumschoner EN 354, Halteseil mit Einstellvorrichtung entsprechend EN 358, Bandschlinge EN 354/566, Sicherheitsseil mit Durchtrennschutz (Stahleinlage) EN 358 Haltesysteme.
Die vorgenannte Ausrüstung ist bestimmungsgemäß einzusetzen.
7. Rettung und Erste Hilfe
Rettungsmaßnahmen sind vor Beginn der Arbeiten festzulegen.
Rettungsübungen sind regelmäßig, mindestens jährlich durchzuführen. Ein schriftlicher Nachweis ist erforderlich.
Für eine wirksame Erste Hilfe muss ein Verbandskasten nach DIN 13169 an der
Arbeitsstelle vorhanden sein.
Zur Rettung des Kletterers muss eine 2. Person mit Ausrüstung gemäß Punkt 6 (inkl.
eines zum Durchtrennen des Seiles geeigneten Werkzeuges) vor Ort sein.
8. Seilunterstützte Arbeiten
– Anlegeleiter
Die Benutzung muss gemäß UVV VSG 2.3 erfolgen. Wenn Leitern als Aufstiegshilfen
benutzt werden, hat sich der Kletterer vor dem Übersteigen in den Baum an einem
geeigneten Anschlagpunkt im Baum zu sichern. Beim Arbeiten von der Leiter aus ist
ebenfalls eine Sicherung an einem geeigneten Anschlagpunkt vorzunehmen.
– Steigeisen (Verwendung nur bei Fällungen)
Steigeisen dienen z. B. als Kletterhilfe zum Überwinden astfreier Stammpartien.
Beim Auf- oder Absteigen hat eine ständige Sicherung an einem geeigneten
Anschlagpunkt im Baum zu erfolgen.
Der Versicherte muss gewährleisten, dass er ständig am Stamm oder in der Baumkrone mit mindestens einem Seil gesichert ist.
40
Anlage 1 zu VSG 4.2
Die Sicherung muss unter Vermeidung von Schlaffseil an einem ausreichend belastbaren Anschlagpunkt erfolgen, d. h. dass das Seil z. B. um den Stamm oder einen anderen ausreichend belastbaren Baumteil geführt wird.
Vor dem Lösen eines Verbindungsmittels, z. B. beim Wechseln des Anschlagpunktes,
hat der Versicherte das zweite Sicherheitsseil anzuschlagen und die sichere Befestigung zu überprüfen, d. h. das sichere Einrasten des Karabiners. Es ist zu überprüfen,
dass sich das Sicherheitsseil nicht ungewollt lösen kann.
Die Verbindungselemente, wie z. B. Seilkürzer, müssen selbstblockierend wirken. Der
Anschlagpunkt darf nicht überstiegen werden, eine straffe Seilführung ist zu gewährleisten. Bei Gefahr von Pendelstürzen hat eine zusätzliche Sicherung zu erfolgen.
9. Werkzeug- und Geräteeinsatz
Die zum Einsatz kommenden Werkzeuge und Geräte sind nach sicherheitstechnischen, ergonomischen und arbeitsspezifischen Gesichtspunkten auszuwählen.
Vor Arbeitsbeginn und vor jedem Werkzeug- und Geräteeinsatz ist eine sichere
Arbeitsposition einzunehmen, d. h. ungewollte Lageveränderungen sind durch entsprechendes Anschlagen zu verhindern.
Wenn die Gefahr der Seildurchtrennung besteht, hat eine doppelte Sicherung zu erfolgen.
Es müssen ggf. Sicherheitsseile mit Durchtrennschutz verwendet werden. Halteseile
von Arbeitsgeräten müssen Sollbruchstellen aufweisen.
Beim Einsatz von geeigneten motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten muss mindestens ein Seil mit Durchtrennschutz (z. B. Stahleinlage DIN EN 354) verwendet werden. Es dürfen nur solche Sicherheitsseile verwendet werden, deren Sicherheit in
einem Durchtrennversuch nach DIN EN 381 Teil 2 (Prüfverfahren für Beinschutz) nachgewiesen wurde.
10. Arbeitseinsatz
Arbeitseinsätze sind vor Beginn zu besprechen und die erforderlichen Maßnahmen zu
koordinieren.
Der Versicherte soll unbeschadet der nach dem Arbeitszeitgesetz einzuhaltenden
Ruhepausen nach zwei Stunden Arbeitszeit 15 Minuten und nach weiteren zwei Stunden Arbeitszeit 30 Minuten Regenerationszeit einlegen. Der Beginn dieser Regenerationszeiten kann nur im Einvernehmen mit dem Arbeitnehmer im Einzelfall angemessen nach vorne oder hinten verschoben werden. Nach sechs Stunden Arbeitszeit ist
die Tätigkeit am Seil im Baum mit geeigneten motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten zu beenden. Bei den Stundenangaben handelt es sich um reine Arbeitszeiten
am Seil im Baum mit geeigneten motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten.
Eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilung) ist durchzuführen.
Die Gefährdungsbeurteilung beinhaltet z. B.:
– Auswahl des Arbeitsverfahrens
– Bruch- und Standsicherheit des zu beschneidenden Baumes
– Baustellenabsicherung
– Geräteeinsatz
41
VSG
4.2
Anlage 1 zu VSG 4.2
VSG
4.2
– Fallbereich von Ästen und Stammteilen
– Besonderheiten der örtlichen Gegebenheiten
– Signale
Besondere Gefährdung besteht z. B. in Verkehrsbereichen und in der Nähe von Hochspannungsleitungen.
Bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Freileitungen sind folgende Schutzabstände einzuhalten:
Nennspannung (Volt)
Schutzabstand (Meter)
bis 1.000 V
1,0 m
über 1 kV
bis 110 kV
3,0 m
über 110 kV
bis 220 kV
4,0 m
über 220 kV
oder bei unbekannter
Nennspannung
bis 380 kV
5,0 m
Auf die UVV VSG 1.4 § 4 wird verwiesen.
Bei gefahrbringenden Witterungseinflüssen dürfen Bäume nicht bestiegen werden
(UVV VSG 4.2 § 3 Abs. 2).
11. Aufbewahrung, Wartung, Materialkontrolle
Alle Ausrüstungen und Körperschutzmittel sind in geeigneter Weise zu lagern, sorgfältig zu transportieren und zu verwahren.
Vor jedem Einsatz ist die Ausrüstung einschließlich der einzusetzenden Geräte und
Maschinen vom Anwender oder von einem Sachkundigen auf einwandfreien Zustand
und Funktionsfähigkeit zu prüfen. Ausrüstungen sind nach jedem Einsatz auf Beschädigung bzw. auf die Wieder-/Weiterverwendbarkeit zu überprüfen.
Darüber hinaus hat der Unternehmer die Ausrüstung für Seilklettertechnik entsprechend der Einsatzbedingungen und den betrieblichen Verhältnissen nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich auf ihren einwandfreien Zustand durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen. Ein Nachweis ist zu führen.
Defekte Ausrüstung oder schadhafte Teile sind sofort instand zu setzen oder auszutauschen ggf. der Benutzung zu entziehen. Nur mängelfreie Ausrüstungen dürfen
benutzt werden.
42
Anlage 2 zu VSG 4.2
Weiterbildungsinhalte Seilklettertechnik
VSG
4.2
Fortbildung für die Durchführung von seilunterstützten
Arbeitsverfahren in der Baumkrone unter Einsatz
geeigneter motorisch angetriebener Baumpflegegeräte
Fortbildungsstufe A
Fünftägiger Lehrgang mit insgesamt mindestens 40 Stunden. Nicht mehr als 5 Kursteilnehmer pro Ausbilder. Abschluss mit Prüfung und Zertifikat.
Fortbildungsziel:
– Erwerb der erforderlichen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten für
die sichere Ausführung der SKT mit Handgeräten sowie Rettung und Erste Hilfe für
Verunglückte.
Lehrinhalte:
– Darstellung des Arbeitsverfahrens, Begriffsdefinitionen
– Unfallverhütungsvorschriften, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung
– PSA, Auswahl und Einsatz
– Material- und Ausrüstungskunde, Kontrolle, Wartung
– Baumansprache und Baumsicherheitsbeurteilung
– Absicherung des Arbeitsbereiches, Verkehrssicherungsmaßnahmen
– Sicherungs- und Arbeitstechnik in der Baumkrone
– Rettung und Hilfeleistung für Verunglückte, Erste Hilfe
– Schnitttechniken mit Handgeräten, Abseiltechniken von Ästen
Fortbildungsstufe B
Fünftägiger Lehrgang mit insgesamt mindestens 40 Stunden. Nicht mehr als 4 Kursteilnehmer pro Ausbilder. Abschluss mit Prüfung und Zertifikat.
Zulassungsvoraussetzung für Fortbildungsstufe B:
1. Erfolgreicher Abschluss der Fortbildungsstufe A und Nachweis von mindestens
300 Einsatzstunden der SKT Stufe A*)
oder
2. gesundheitliche Eignung, Nachweis einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung, die nicht älter als 24 Monate ist
und
Fachkundenachweis für Arbeiten mit der Motorsäge an unter Spannung stehendem Holz
und
*) Die Nachweispflicht der 300 Stunden gilt nur bei Abschluß der Fortbildungsstufe SKT-A nach
dem 01.10. 2002.
43
Anlage 2 zu VSG 4.2
VSG
4.2
Ersthelferausbildung
und
Fortbildung als Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung oder Ausbildung
als Gärtner, Forstwirt, Winzer oder Landwirt mit mindestens 3jähriger Praxis in
einem Fachbetrieb der Baumpflege (Baumchirurg) oder langjährige aktive (mindestens 5 Jahre) Tätigkeit in der Baumpflege inkl. Erfahrung und Anwendung des
seilunterstützten Arbeitsverfahrens
oder
3. European Tree Worker
oder
4. gleichwertige, von der Gartenbau-Berufsgenossenschaft anzuerkennende Abschlüsse.
Fortbildungsziel:
– Erwerb der erforderlichen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten für
die sichere Ausführung der SKT mit geeigneten motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten sowie Rettung und Erste Hilfe für Verunglückte.
Lehrinhalte:
– Darstellung des Arbeitsverfahrens, Begriffsbestimmungen
– Unfallverhütungsvorschriften, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung
– PSA, Auswahl und Einsatz
– Überprüfung und Vertiefung der Kenntnisse und Fertigkeiten in der SKT
– Schnitttechniken mit geeigneten motorisch angetriebenen Baumpflegegeräten,
Abseiltechniken von Starkästen und Kronenteilen
– Abtragen von Kronenteilen mit Brems- und Abseilgeräten
44
Anlage 3 zu VSG 4.2
Lehrgangsinhalte
Arbeitssicherheit Baum I (AS Baum I)
VSG
4.2
Bei dem Lehrgang soll die zur Durchführung von
gefährlichen Baumarbeiten mit der MS erforderliche
Fachkunde vermittelt werden.
Lehrgangsschwerpunkte sind:
–
–
–
–
–
die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften zu vermitteln
die Motorsäge und anderes Gerät,
Arbeitseinsätze unter Praxisbedingungen am Boden
Prüfung, um das vermittelte Wissen abzufragen und ein Zertifikat auszuhändigen
Baumsicherheitsbeurteilung
Voraussetzungen für die Teilnahme sind:
und Eignungsuntersuchung
– arbeitsmedizinische VorsorgeVorsorgeuntersuchung
H9
– vollständige persönliche Schutzausrüstung
Maschinen und Geräte, Aufstiegsmittel
(4 Unterrichtsstunden)
Aufbau und Funktion der Motorsäge
– Auswahl der geeigneten MS
– Sicherheitseinrichtungen
– rückschlagarme Schneidgarnituren
– gesundheits- und umweltfreundliche Betriebsstoffe
Handwerkzeuge, Hilfsgeräte, Hilfsmittel
– Fällheber
– Hand- und Stangensägen
– Äxte, Spalthammer, Sappi etc.
– Seile
– Greifzug, Winde
– Geräte zur Baumdiagnose
– Keile
– Freischneider mit Sägeblatt (Grenzen aufzeigen, eigener Lehrgang),
– Wendehaken
– Hochentaster
Sichere Aufstiegsmittel
– Leitern, Sicherungen auf Leitern
– Hilfstätigkeiten
– Einsatzbereiche
Unfallverhütung
(4 Unterrichtsstunden)
Anforderungen der UVVen
– Voraussetzungen, Verantwortung für die Durchführung von Baumarbeiten
Pflichten der Beteiligten, Erste Hilfe, Vorsorge
– Auswahl und Einsatz von Körperschutzmitteln
– Gefahrenbereiche, Baustellenabsicherung
– Maschinen und Geräteeinsatz
– Aufstiegsmittel
– Einsatz von Winden, Greifzügen
– Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung erstellen
– Baumsicherheitsbeurteilung
45
Anlage 3 zu VSG 4.2
VSG
4.2
Arbeitstechniken:
– Schnitt-Techniken bei der Fällung am Boden
– Schnitt-Techniken bei der Aufarbeitung
Wartung und Pflege der Motorsäge, Handgeräte, Hilfsgeräte, Hilfsmittel
(4 Unterrichtsstunden)
Motorsäge:
– Prüfung des betriebssicheren Zustandes – Instandhaltungsarbeiten,
Montage der Schienen und Kette
– Regelmäßige Wartung und Pflege gemäß Herstellerangaben
– Beurteilung der Kette auf Schärfe, Winkel und Feiltechnik
Weiteres Gerät:
– Prüfung des betriebssicheren Zustandes
– Schärfen einer Axt
– Einstielen eines Spalthammers oder Axt (theoretisch)
– Instandhalten von Keilen
– Wartung und Pflege der Greifzüge
Motorsägeneinsatz in der Praxis
(25 Unterrichtsstunden)
Arbeitsvorbereitungen/Ermittlung der Einsatzbedingungen
– Baumsicherheitsbeurteilung
– Fällbereich
– Sicherungsmaßnahmen/Baustellenabsicherung
– Maschinen- und Gerätebereitstellung
– Personaleinsatz, Weisungsbefugnis/ Verantwortung
– Geräte und deren Einsatzmöglichkeiten und -grenzen
– Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung umsetzen
– Situationsspezifische Auswahl geeigneter Maschinen und Geräte
Fällung und Aufarbeitung am Boden
– Fällhilfen
– Greifzugeinsatz
– Windeneinsatz (Grenzen erklären, eigener Lehrgang)
– Beseitigung von Hänger
Abschlussprüfung
(3 Unterrichtsstunden)
Die Prüfung besteht aus einem praktischen und theoretischen Teil.
Praktische Prüfung:
Schneiden von Fallkerbdach, Fallkerbsohle und Bruchleiste, z. B. am Fälltrainer
Theoretische Prüfung:
Aus 60 Fragen 15 beantworten (Fragenkatalog)
Stichprobenartige Beteiligung des UV-Trägers
Pro Ausbilder dürfen im Praxisteil nicht mehr als 5-6 Personen ausgebildet werden!
Die Gesamtstundenzahl beträgt 40 Unterrichtsstunden, die gleichmäßig über fünf
zusammenhängende Arbeitstage zu verteilen sind. Die Inhalte müssen praxisgerecht
vermittelt werden.
46
Anlage 3 zu VSG 4.2
Alternativ zum 5-tägigen Lehrgang AS-Baum I können die
Inhalte des AS-Baum I auch in zwei aufeinander aufbauenden
Lehrgängen vermittelt werden:
Grundkurs Motorsäge im Gartenbau
Bei dem „Grundkurs Motorsäge im Gartenbau“ sollen die
zum Einsatz der Motorsäge erforderlichen Grundkenntnisse
vermittelt werden.
Lehrgangsschwerpunkte sind:
– Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften
– Umgang mit der Motorsäge und anderem Hilfsgerät
– Arbeitseinsätze unter Praxisbedingungen: Landschaftsgärtnerische Pflegetätigkeiten (z.B. Fällung von Schwachholz bis 20 cm Brusthöhendurchmesser (BHD)) sowie
Holzbauarbeiten auf Baustellen.
– Abgrenzung zur weitergehenden Fachkunde „Durchführung gefährlicher Baumarbeiten“ im Sinne der VSG 4.2 § 2, „Aufbaukurs zum Grundkurs“
Voraussetzungen für die Teilnahme sind:
– Körperliche und geistige Eignung im Sinne VSG 1.1 § 2 (Hinweis: für Lehrgang „Aufdiedie
Vorsorgeuntersuchung
9 erforderlich!)
baukurs zum Grundkurs“
Grundkurs“ ist
sind
arbeitsmedizinische H
Vorsorgeund Eignungsun– tersuchung
Vollständigeerforderlich!)
persönliche Schutzausrüstung für Motorsägeneinsatz
– Vollständige persönliche Schutzausrüstung für Motorsägeneinsatz
Folgende theoretische und praktische Lehrinhalte sind zu vermitteln:
Folgende theoretische und praktische Lehrinhalte sind zu vermitteln:
Theorie
(9 Unterrichtsstunden)
Theorie
(9 Unterrichtsstunden)
1. Maschinen und Geräte
1. Maschinen
1.1.
Aufbau undund
Funktion
Geräte
der Motorsäge
–1.1.
Auswahl
Aufbauder
und
geeigneten
Funktion Motorsäge
der Motorsäge
– Auswahl
Sicherheitseinrichtungen
der geeigneten Motorsäge
– Sicherheitseinrichtungen
Rückschlagarme Schneidgarnituren
– Rückschlagarme
Gesundheits- undSchneidgarnituren
umweltfreundliche Betriebsstoffe
– Gesundheits- und umweltfreundliche Betriebsstoffe
1.2. Handwerkzeuge, Hilfsgeräte, Hilfsmittel
– Fällheber,
1.2.
Handwerkzeuge,
Wendehaken,
Hilfsgeräte,
Sappi, Keile
Hilfsmittel
– Fällheber,
Drückegabel,
Wendehaken,
Schubstange
Sappi, Keile
– Drückegabel,
Äxte, Spalthammer
Schubstange
– Äxte,
Hand-Spalthammer
und Stangensäge, Hochentaster
– Hand- und Stangensäge, Hochentaster
2. Unfallverhütung
2. Unfallverhütung
2.1.
Anforderungen der UVVen:
–2.1.
Voraussetzungen,
Anforderungen der
Verantwortung
UVVen:
für die Durchführung von
– Baumarbeiten,
Voraussetzungen,
Pflichten
Verantwortung
der Beteiligten,
für Erste
die Hilfe,
Durchführung
Vorsorge
von
– Baumarbeiten,
Auswahl und Einsatz
Pflichten
vonder
Körperschutzmitteln
Beteiligten, Erste Hilfe, Vorsorge
– Auswahl
Gefahrenbereiche,
und Einsatz
Baustellenabsicherung
von Körperschutzmitteln
– Gefahrenbereiche,
Maschinen- und Geräteeinsatz
Baustellenabsicherung
– MaschinenInformation über
und Geräteeinsatz
Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung
– Information
Baumsicherheitsbeurteilung
über Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung
– Baumsicherheitsbeurteilung
2.2. Arbeitstechniken:
– Grundlagen
2.2.
Arbeitstechniken:
der Schneide- und Fälltechniken
– Grundlagen
Fälltechnikender
fürSchneideGehölze max.
und 20
Fälltechniken
cm Brusthöhendurchmesser
– Fälltechniken
Auf Stock setzen
für Gehölze max. 20 cm Brusthöhendurchmesser
– Auf
Aufarbeitungstechniken
Stock setzen
– Aufarbeitungstechniken
Motorsäge-/
Motorsäge-/
47
VSG
4.2
Anlage 3 zu VSG 4.2
VSG
4.2
3. Wartung und Pflege der Motorsäge, Handgeräte, Hilfsgeräte,
Hilfsmittel
3.1. Motorsäge:
– Prüfung des betriebssicheren Zustandes – Instandhaltungsarbeiten, Montage der
Schiene und Kette
– Regelmäßige Wartung und Pflege gemäß Herstellerangaben
– Beurteilung der Kette auf Schärfe, Winkel und Feiltechnik
3.2. Weiteres Gerät:
– Prüfung des betriebssicheren Zustandes
– Einstielen eines Spalthammers oder Axt (theoretisch)
– Instandhaltung von Keilen
Praxis
(9 Unterrichtsstunden)
4. Motorsägeneinsatz in der Praxis
4.1. Arbeitsvorbereitung, Ermittlung der Einsatzbedingungen
– Sicherheitstechnische Beurteilung der anstehenden Arbeiten (z.B. Baumsicherheitsbeurteilung)
– Gefahrenbereich, Fallbereich, Fällbereich festlegen
– Sicherungsmaßnahmen/Baustellenabsicherung
– Maschinen- und Gerätebereitstellung entsprechend der Arbeitsaufgabe
– Personaleinsatz, Weisungsbefugnis, Verantwortung vor Ort
4.2. Schnittübungen am stehenden und gefällten Schwachholz
– Fälltechniken im Schwachholz
– Zufallbringen von hängengebliebenen Bäumen
– Aufarbeitungstechniken am liegenden Schwachholz
– Berücksichtigung auftretender Spannungsverhältnisse
– Einsatz von Hilfswerkzeugen wie Fällheber, Wendehaken, Schubstange etc.
– Auf Stock setzen
– Bauholzzuschnitt auf sicheren Auflagen, z.B. Böcken
Insgesamt: 18 Unterrichtsstunden
Pro Ausbilder dürfen im Praxisteil nicht mehr als 10 Personen ausgebildet werden.
Stichprobenartige Beteiligung einer Technischen Aufsichtsperson der Gartenbau-BG.
Die Gesamtstundenzahl für den „Grundkurs Motorsäge im Gartenbau“ beträgt
18 Unterrichtsstunden, die über zwei zusammenhängende Lehrgangstage zu
verteilen sind. Die Inhalte müssen praxisgerecht vermittelt werden.
Eine personenbezogene Lernerfolgskontrolle während der theoretischen und
praktischen Ausbildung ist erforderlich. Eine Beurteilung ist zur Zertifikatvergabe
und für die Teilnahme am Aufbaukurs zum Grundkurs zu dokumentieren.
Aufbauend auf den „Grundkurs Motorsäge im Gartenbau“ kann durch erfolgreiches Absolvieren des Aufbaukurses zum Grundkurs die Fachkunde AS-BAUM-I
erworben werden. Dies hat dann innerhalb von 15 Monaten nach Besuch des
Grundkurses zu geschehen.
Aus dem ausgestellten Zertifikat muss klar hervorgehen, dass es sich bei den
erlangten Kenntnissen und Fertigkeiten nicht um die Fachkunde für gefährliche
Baumarbeiten nach VSG 4.2 § DA 2 i.V.m. Anlage 3 handelt.
48
Anlage 3 zu VSG 4.2
Aufbaukurs zum Grundkurs Motorsäge im
Gartenbau zur Erreichung der Fachkunde
AS-Baum-I
VSG
4.2
Bei diesem Aufbaukurs soll, ergänzend zu dem
„Grundkurs Motorsäge im Gartenbau“, die zur Durchführung
von gefährlichen Baumarbeiten mit der Motorsäge
erforderliche weitergehende Fachkunde vermittelt werden.
Der Aufbaukurs muss innerhalb von 15 Monaten nach
Teilnahme am Grundkurs absolviert werden.
Lehrgangsschwerpunkte sind:
– Zusammenfassende Wiederholung der Inhalte des Grundkurses Motorsäge
– Umgang mit der Motorsäge und anderem Hilfsgerät
– Arbeitseinsätze unter Praxisbedingungen: Schneidetechnik, Fällung und Aufarbeitung
– Prüfung, um das vermittelte Wissen abzufragen und ein Zertifikat auszuhändigen
Voraussetzungen für die Teilnahme sind:
– arbeitsmedizinische
Arbeitsmedizinische VorsorgeVorsorgeuntersuchung
H9
und Eignungsuntersuchung
– Vollständige persönliche Schutzausrüstung für Motorsägeneinsatz
– Teilnahme am Grundkurs Motorsäge im Gartenbau
Folgende theoretische und praktische Lehrinhalte sind zu vermitteln:
Theorie
(7 Unterrichtsstunden)
1. Maschinen und Geräte
1.1. Auswahl, Wartung und Pflege, bestimmungsgemäßer Einsatz
– Motorsäge
– Greifzug, Winde
– Handwerkzeuge, Hilfsgeräte, Hilfsmittel
2. Unfallverhütung
2.1. Vertiefende Betrachtung der Anforderungen der UVVen hinsichtlich der
Durchführung von gefährlichen Baumarbeiten
– Voraussetzungen, Verantwortung für die Durchführung von Motorsägearbeiten,
Pflichten der Beteiligten, Erste Hilfe, Vorsorge
– Auswahl und Einsatz von Körperschutzmitteln
– Gefahrenbereiche, Baustellenabsicherung
– Maschinen- und Geräteeinsatz
– Sicherer, sach- und fachgerechter Einsatz von Aufstiegsmitteln und -techniken
– Einsatz von Winden und Greifzügen
– Erstellen von Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisungen
– Baumsicherheitsbeurteilung
2.2. Arbeitstechniken:
– Fälltechniken für normal gewachsene Bäume über 20 cm BHD, Vor-, Rück- und Seitenhänger, überstarke Bäume
– Aufarbeitungstechniken
49
Anlage 3 zu VSG 4.2
VSG
4.2
3. Wartung und Pflege der Motorsäge, Handgeräte, Hilfsgeräte,
Hilfsmittel
Prüfung und Erhalt des betriebssicheren Zustandes der Maschinen, Geräte und Handwerkzeuge
Praxis
(16 Unterrichtsstunden)
4. Motorsägeneinsatz in der Praxis
4.1. Arbeitsvorbereitung, Ermittlung der Einsatzbedingungen
– Baumsicherheitsbeurteilung
– Gefahrenbereich, Fallbereich, Fällbereich festlegen
– Sicherungsmaßnahmen / Baustellenabsicherung
– Maschinen- und Gerätebereitstellung entsprechend der Arbeitsaufgabe
– Personaleinsatz, Weisungsbefugnis, Verantwortung vor Ort
– Geräte und deren Einsatzmöglichkeiten und -grenzen
– Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung umsetzen
– Situationsspezifische Auswahl geeigneter Maschinen und Geräte
4.2. Fällung und Aufarbeitung am Boden
– Fällung von Bäumen über 20 cm BHD, Vor-, Rück- und Seitenhänger, überstarker
Stamm
– Aufarbeitungstechniken
– Berücksichtigung auftretender Spannungsverhältnisse
– Einsatz von Greifzug, Winde
– Zufallbringen von Hängern
Insgesamt: 23 Unterrichtsstunden
Pro Ausbilder dürfen im Praxisteil nicht mehr als 6 Personen ausgebildet werden.
Abschlussprüfung
Die Prüfung besteht aus einem praktischen und theoretischen Teil.
Praktische Prüfung
Schneiden von Fallkerbdach und Fallkerbsohle und Bruchleiste, z.B. am Fälltrainer
Theoretische Prüfung
15 Fragen aus einem Fragenkatalog von 60 Fragen sind von der Schulungsstätte zu
stellen und vom Teilnehmer zu beantworten. Bei Erreichen von 50 % der erreichbaren
Punktzahl gilt die Prüfung als bestanden.
Stichprobenartige Beteiligung einer Technischen Aufsichtsperson der Gartenbau-BG.
Die Gesamtstundenzahl für den Aufbaukurs beträgt 23 Unterrichtseinheiten, die
gleichmäßig über drei zusammenhängende Lehrgangstage zu verteilen sind. Die
Inhalte müssen praxisgerecht vermittelt werden.
Aus dem ausgestellten Zertifikat muss klar hervorgehen, dass es sich bei den
erlangten Kenntnissen und Fertigkeiten um die Fachkunde für gefährliche Baumarbeiten nach VSG 4.2 § DA 2 i.V.m. Anlage 3 handelt.
50
Anlage 3 zu VSG 4.2
Arbeitssicherheit Baum II (AS Baum II)
Bei dem Lehrgang soll die zur Durchführung von Baumarbeiten
mit der MS erforderliche Fachkunde im Baum mit der
Hubarbeitsbühne oder anderen Aufstiegsmöglichkeiten
ohne SKT vermittelt werden.
Lehrgangsschwerpunkte sind:
–
–
–
–
–
–
Sicherungsmaßnahmen im Korb (zwei Personen im Korb)
die Anforderungen der Unfallverhütung
Hubarbeitsbühne und andere Aufstiegsmöglichkeiten
Arbeitseinsätze unter Praxisbedingungen in der Hubarbeitsbühne ohne SKT
Prüfung, um das vermittelte Wissen abzufragen und ein Zertifikat auszuhändigen
Einsatzmöglichkeiten für Hubarbeitsbühnen, Grundkenntnisse, Auswahl
Voraussetzungen für die Teilnahme sind:
und Eignungsuntersuchung
– arbeitsmedizinische VorsorgeVorsorgeuntersuchung
H9
– vollständige persönliche Schutzausrüstung
Maschinen und Geräte, Aufstiegsmittel
(4 Unterrichtsstunden)
Aufbau und Funktion der Hubarbeitsbühne
– Auswahl, Aufbau, Bedienung
– Sicherheitseinrichtungen, Notsteuerung
Handwerkzeuge, Hilfsgeräte, Hilfsmittel
– Hand- und Stangensägen
– Seile, Abseilgeräte
– Greifzug
– Hochentaster
Aufstiegsmittel
– Leitern, Sicherung auf Leitern
– mechanische Leitern, Gerüste
– Hubarbeitsbühnen: Aufbau und Funktion
Auswahl
Sicherheitseinrichtungen
Einsatzmöglichkeiten
Unterweisungs- und Befähigungsnachweise
Unfallverhütung
(4 Unterrichtsstunden)
Anforderungen der UVVen
– Voraussetzungen, Verantwortung für die Durchführung von Baumarbeiten
in der Baumkrone ohne SKT
– Pflichten der Beteiligten
– Auswahl und Einsatz von Körperschutzmitteln
– Gefahrenbereiche, Baustellenabsicherung
– Maschinen und Geräteeinsatz
– Aufstiegsmittel
– Einsatz von Hubarbeitsbühnen
51
VSG
4.2
Anlage 3 zu VSG 4.2
VSG
4.2
– Einsatz von Abseilsystemen für Lasten
– Einsatz von Kränen
Arbeitstechniken:
– Schnitt-Techniken beim Entasten in der Baumkrone
– Absetzarbeiten von Starkästen und Stämmlingen
– Stückweise Fällung
– Abseiltechniken
Wartung und Pflege der Hubarbeitsbühne, Handgeräte, Hilfsgeräte,
Hilfsmittel
(4 Unterrichtsstunden)
Hubarbeitsbühne:
– Prüfung des betriebssicheren Zustandes – Instandhaltungsarbeiten
– Regelmäßige Wartung und Pflege gemäß Herstellerangaben
Hubarbeitsbühneneinsatz in der Praxis
(25 Unterrichtsstunden)
Arbeitsvorbereitungen/Ermittlung der Einsatzbedingungen
– Baumsicherheitskontrolle
– Fällbereich
– Sicherungsmaßnahmen/Baustellenabsicherung
– Maschinen- und Gerätebereitstellung
– Personaleinsatz, Weisungsbefugnis/ Verantwortung
– Situationsspezifische Auswahl geeigneter Maschinen und Geräte
– Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung umsetzen
– Rettungsübungen mit der Notsteuerung
Schnittübungen in der Baumkrone
– Trennschnitt, Stufenschnitt, Kerbschnitt, Gegenschnitt
– einfache Abseilmethoden
Abschlussprüfung
(3 Unterrichtsstunden)
Die Prüfung besteht aus einem praktischen und theoretischen Teil.
Praktische Prüfung:
1. Abseilen eines Astes, z. B. durch Zimmermannssteg, Umlenkrollen usw.
2. 4 Schnittarten zeigen
Theoretische Prüfung:
Aus 60 Fragen 15 beantworten (Fragenkatalog)
Pro Ausbilder dürfen nicht mehr als 5-6 Personen ausgebildet werden!
Die Gesamtstundenzahl beträgt 40 Unterrichtsstunden, die gleichmäßig über fünf
zusammenhängende Arbeitstage zu verteilen sind. Die Inhalte müssen praxisgerecht
vermittelt werden.
52
Anlage 3 zu VSG 4.2
Richtlinie für die Begutachtung von
Fortbildungsstätten und
Ausbilder/innen-Eignung für
AS Baum I und II
VSG
4.2
1. Allgemeines
1.1 Diese Richtlinie beschreibt die Voraussetzungen der Begutachtung hinsichtlich der
Eignung von Fortbildungsstätten sowie die Eignung von Ausbilder/innen für die überbetriebliche Aus- und Fortbildung zum Erreichen der Fachkunde zur Durchführung
gefährlicher Baumarbeiten gem. Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.2 § 3.
1.2 Auf Antrag können sich Fortbildungsstätten und Ausbilder/innen durch die
Gartenbau-Berufsgenossenschaft begutachten lassen.
1.3 Die Begutachtung muss schriftlich bei der Gartenbau-Berufsgenossenschaft beantragt werden. Der Antrag auf Eignungsfeststellung von Ausbilder/innen muss über eine
begutachtete Fortbildungsstätte erfolgen. Der Antragsteller hat nachzuweisen, dass er
selbst zur Ausbildung befähigt ist oder über entsprechende Lehrkräfte in ausreichender Zahl verfügt.
1.4 Die Gartenbau-Berufsgenossenschaft entscheidet über die Zulassung zur Prüfung
hinsichtlich der Eignungsfeststellung. Bei erteilter Zulassung wird die Einhaltung
der geforderten Voraussetzungen durch eine paritätisch aus der Selbstverwaltung
zusammengesetzte Kommission überprüft.
1.5 Bei Erfüllung der Voraussetzungen erfolgt eine schriftliche Bescheinigung über die
Eignung als Fortbildungsstätte und als Ausbilder/innen. Die Bescheinigungen werden
befristet erteilt. Die Eignung kann widerrufen werden, wenn nachträglich eine Voraussetzung weggefallen ist, wenn die Ausbildung nicht ordnungsgemäß durchgeführt
oder gegen die Pflichten, welche sich aus der Richtlinie ergeben, verstoßen wird.
1.6 Jede Änderung einer Voraussetzung, die Grundlage einer Bescheinigung nach 1.5
ist, muss unverzüglich der Gartenbau-Berufsgenossenschaft angezeigt werden.
1.7 Eine Bezuschussung der Lehrgangsteilnehmer/innen, die bei der GartenbauBerufsgenossenschaft versichert sind, kann nur erfolgen, wenn die Fortbildungsstätte
die Bescheinigung nach 1.5 vorweisen kann.
1.8 Der Antragsteller hat zu gewährleisten, dass jährlich mindestens 30 Teilnehmer
aus- oder fortgebildet werden. Für den Fall, dass innerhalb von 3 Jahren eine durchschnittliche Ausbildungsquote von 30 Teilnehmern/Jahr nicht erreicht wird, ist der
Widerruf der Bescheinigung nach 1.5 durch die paritätisch besetzte Kommission zu
prüfen.
1.9. Die Berufsgenossenschaft sowie von der Berufsgenossenschaft beauftragte
Personen sind jederzeit berechtigt, die Lehrgangsräume, die Lehrgangseinrichtungen,
die Unterrichtsmittel sowie die Durchführung der Lehrgänge zu prüfen.
53
Anlage 3 zu VSG 4.2
VSG
4.2
1.10 Werden die Vorgaben nicht eingehalten, entscheidet die Kommission über die
Aberkennung der Bescheinigungen nach 1.5.
2. Anforderungen an Fortbildungsstätten für AS Baum I und II
2.1 Die technische, materielle und organisatorische Ausstattung der Fortbildungsstätte
muss eine sichere und qualitativ einwandfreie Fortbildung entsprechend den Lehrgängen AS Baum I und II gewährleisten.
2.2 Die Fortbildungsstätte muss für die Durchführung der Fortbildung über geeignete
Räumlichkeiten, Ausrüstungen und Materialien verfügen. Dies gilt auch für externe
Fortbildungsmaßnahmen. Hierzu zählt, dass für die praktische Ausbildung eine ausreichende Anzahl von Übungsobjekten (z.B. Bäume, Fälltrainer etc.) zur Verfügung steht.
2.3 Der/die Ausbilder/innen müssen die Anforderungen nach Kapitel 3. erfüllen.
2.4 Für die Fortbildung müssen detaillierte Lehr- und Stundenpläne auf Grundlage der
Unfallverhütungsvorschriften und des Lehrplanes AS Baum I und/oder II vorliegen.
Dazu gehören auch Angaben hinsichtlich der Lehrgangsleitung und des/der eingesetzten geeigneten Ausbilder/innen.
2.5 Über die Durchführung der Fortbildung ist ein Protokoll zu führen, um z.B. Unfälle,
bemerkenswerte Ereignisse, Ausschluss von Teilnehmern zu dokumentieren.
2.6 Für die Prüfung muss eine Prüfungsrichtlinie mit den Inhalten gemäß Lehrplan
AS Baum I und/oder II vorliegen. Jedem Teilnehmer ist eine Teilnahmebescheinigung
(Zertifikat) auszuhändigen, aus der hervorgeht, ob das Lehrgangsziel erreicht wurde.
2.7 Die Fortbildungsstätte soll nur Kursteilnehmer/innen zur Prüfung zulassen, die an
der Fortbildung teilgenommen haben.
2.8 Eingesetzte Ausrüstungen und Materialien, die einer Prüfpflicht unterliegen,
müssen von einer befähigten Person auf einwandfreien Zustand und Funktionsfähigkeit überprüft sein. Es ist ein Prüfbuch zu führen.
2.9 Es muss stets gewährleistet sein, dass bei praktischen Übungen der/die Ausbilder/innen entsprechend dem Fortbildungsstand der Kursteilnehmer die Ausführung
kontrolliert und überwacht, um ggf. in kritischen Situationen eingreifen zu können. Eine
geeignete Kommunikationsmöglichkeit (z.B. Sprechfunk) ist vorzusehen.
2.10 Akkreditierte Fortbildungsstätten für SKT-B sind gemäß dieser Richtlinie anerkannt.
3. Voraussetzungen für die Eignung der Ausbilder/innen AS Baum I
und/oder II
3.1 Persönliche Voraussetzungen
3.1.1 Ausbilder/innen müssen über das notwendige Fachwissen, die erforderlichen
Fertigkeiten, ausreichende pädagogische Kenntnisse und praktische Erfahrungen zur
Wissensvermittlung verfügen.
54
Anlage 3 zu VSG 4.2
3.1.2 Das theoretische Beherrschen der Fortbildungsinhalte AS Baum I und II kann bei
einem, von der Gartenbau-BG durchgeführten, Lehrgang erworben und muss durch
eine schriftliche Prüfung nachgewiesen werden.
und Eignungsuntersuchung
sind
3.1.3 Eine
Eine arbeitsmedizinische
arbeitsmedizinische VorsorgeVorsorgeuntersuchung
gemäß UVV VSG
1.2nachzuH9 ist
weisen.
nachzuweisen.
3.1.4 Eine gültige Ersthelferausbildung ist nachzuweisen.
3.2 Kenntnisse und Qualifikationen
3.2.1 Alle in Frage kommenden Ausbilder/innen müssen die Qualifikation der
Ausbildereignung nach Ausbildereignungsverordnung (AEVO) nachweisen können.
3.2.2 Alle Ausbilder/innen müssen einen Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an
den Lehrgängen AS Baum I und II nachweisen können.
3.2.3 Die darüber hinaus geforderten praktischen Fertigkeiten von Ausbilder/innen
sind gegeben, wenn mindestens eine der folgenden Qualifikationen nachgewiesen
werden kann:
a) Forstwirt/in mit nachgewiesener, mindestens vierjähriger Führungstätigkeit,
davon mindestens dreijährige Berufspraxis mit nachweislichem Tätigkeitsschwerpunkt motormanuelle Holzernte.
b) Forstwirtschaftsmeister/in mit mindestens dreijähriger Berufspraxis mit nachweislichem Tätigkeitsschwerpunkt motormanuelle Holzernte.
c) Zertifizierte SKT-Ausbilder/in.
d) Forsttechniker/in mit mindestens dreijähriger Berufspraxis mit nachweislichem
Tätigkeitsschwerpunkt motormanuelle Holzernte.
e) Diplom-Forstwirt/in, Diplom-Forstingenieur/in (zukünftig Bachelor oder
Master), mit mindestens dreijähriger Berufspraxis in der Forstwirtschaft mit dem
nachweislichen Tätigkeitsschwerpunkt motormanuelle Holzernte.
f)
Fachagrarwirt/in Baumpflege und Baumsanierung mit mindestens dreijähriger
Berufspraxis in der Baumpflege mit nachweislichem Tätigkeitsschwerpunkt bei
Fällung und Aufarbeitung
g) SKT – B Kletterer/in oder European Treeworker mit nachgewiesener, mindestens vierjähriger Führungstätigkeit und nachweislichem Tätigkeitsschwerpunkt
Fällung und Aufarbeitung.
h) Gärtner/in mit nachgewiesener, mindestens vierjähriger Führungstätigkeit,
davon mindestens dreijährige Berufspraxis in der Baumpflege mit nachweislichem
Tätigkeitsschwerpunkt bei Fällung und Aufarbeitung.
i)
Gärtnermeister/in mit mindestens dreijähriger Berufspraxis in der Forstwirtschaft
oder Baumpflege mit nachweislichem Tätigkeitsschwerpunkt motormanuelle
Holzernte oder Fällung und Aufarbeitung.
j)
Gartenbautechniker/in, Diplom-Ingenieur/in Gartenbau (zukünftig Bachelor
oder Master), mit mindestens dreijähriger Berufspraxis in der Forstwirtschaft oder
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VSG
4.2
Anlage 3 zu VSG 4.2
VSG
4.2
Baumpflege mit nachweislich praktischem Tätigkeitsschwerpunkt motormanuelle
Holzernte oder Fällung und Aufarbeitung.
3.3 Sonstige Qualifikationen für Ausbilder/innen AS Baum I und II
Auf gesonderten Antrag und Genehmigung durch die paritätisch besetzte Kommission
nach 1.4 können Fachkundige mit
– einem Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an den Lehrgängen AS Baum I
und II und
– langjähriger Berufspraxis und Erfahrung in den genannten Berufsfeldern und
– Erfahrung in der Schulungstätigkeit im Bereich Baumpflege oder Forstwirtschaft
als Ausbilder/innen für AS Baum I und II zugelassen werden.
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