Druckmesskatheter - European Patent Office

Druckmesskatheter - European Patent Office
Europäisches Patentamt
European Patent Office
Office europeen des brevets
EUROPÄISCHE
©
© Veröffentlichungstag der Patentschrift: 19.01.94
© Veröffentlichungsnummer:
0 362
824
B1
PATENTSCHRIFT
int. ci.5: A61 B 5 / 0 3
©
© Anmeldenummer: 89118415.2
© Anmeldetag: 04.10.89
(§v Druckmesskatheter.
®
©
Priorität: 04.10.88 DE 3833723
@ Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.04.90 Patentblatt 90/15
©
Bekanntmachung des Hinweises auf die
Patenterteilung:
19.01.94 Patentblatt 94/03
©
Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE ES FR GB IT NL SE
©
Entgegenhaltungen:
EP-A- 0 097 454
DE-A- 3 130 367
US-A- 3 703 099
US-A- 4 274 423
Patentinhaber: pvb medizintechnik gmbh
Postfach 11 61
D-85610 Kirchseeon(DE)
@ Erfinder: Von Berg, Peter
Schwabener Weg 1
D-8011 Neukeferloh(DE)
© Vertreter: von Bülow, Tarn, Dr. et al
Patentanwalt
Mailänder Strasse 13
D-81545 München (DE)
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Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des
europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäische Patent
Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn
die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).
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(3. 10/3.09/3.3.3)
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EP 0 362 824 B1
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf einen Druckmeßkatheter gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Ein solcher Druckmeßkatheter ist aus
der US-A-3,703,099 bekannt. Dieser Katheter hat
eine rohrförmige Meßspitze, deren freies Ende mit
zwei gegenüberliegenden,
axial verlaufenden
Schlitzen versehen ist. An dem dem freien Ende
der Meßspitze gegenüberliegenden Ende der
Schlitze ist ein Druckmeßfühler angeordnet. Die
Meßspitze ist von einem aufblasbaren Ballon umgeben. Ist der Ballon nicht aufgeblasen, so liegt er
eng an der Meßspitze an. In Abhängigkeit vom
herrschenden Druck an der Außenseite der Meßspitze werden die durch die Schlitze gebildeten
Schenkel elastisch verformt, wobei diese Verformung auf den Druckmeßfühler übertragen und in
ein elektrisches Meßsignal umgewandelt wird. Für
einen "Nullabgleich" wird der Ballon mit einem
unter Druck stehenden Gas aufgeblasen, so daß
die beiden Schenkel am freien Ende der Meßspitze
vom Umgebungsdruck abgekoppelt sind und sich
in eine neutrale Stellung bewegen.
Die DE-A-31 30 367 zeigt einen Druckmeßkatheter, der am proximalen Ende offen ist und in der
Nähe dieses Endes eine Druckmeßzelle aufweist.
Das freie Ende des Katheters kann durch einen
aufblasbaren Ballon verschlossen werden und wird
über einen separaten, im Inneren des Katheters
verlaufenden Kanal mit Druckluft beaufschlagt. In
diesem Zustand ist die Meßzelle vom Außendruck
abgekoppelt und kann mit einem bekannten Referenzdruck aus einer Infusionslösungsflasche beaufschlagt werden.
In der Geburtshilfe, aber auch in der Forschung, wird zur genauen Überwachung der Wehentätigkeit ein Druckmeßkatheter durch die Zervix
in den Uterus eingeführt, um die dort auftretenden
Druckschwankungen nach Änderung und (gegenüber dem außerhalb des Uterus vorliegenden Umgebungsdruck) relativer Größe zu erfassen und in
Signale umzuwandeln, die einem Bildschirmgerät
zur Anzeige und gegebenenfalls einem Aufzeichnungsgerät zur Registrierung zugeführt werden.
Hierbei ist wie bei jedem Einsatz eines Meßfühlers grundsätzlich bei der Inbetriebnahme des
Druckmeßkatheters eine Eichung erforderlich, um
systeminhärente, innere und gegebenenfalls auch
durch Randbedingungen verursachte, äußere Meßwertverfälschungen mindestens an einem Eichpunkt zu kompensieren.
Grundsätzlich könnte diese Eichung bei jedem
geeigneten Druck durchgeführt werden, doch man
zieht in der Regel den Umgebungsdruck (atmosphärischen Druck) vor, bei welchem der zu messende relative Druck Null beträgt. Daher spricht
man in diesem Fall nicht von einer Eichung
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schlechthin, sondern vielmehr von einem Nullpunktabgleich. Hierbei wird der Umgebungsdruck
als Bezugs- oder Referenzdruck verwendet, und
die angezeigte oder registrierte Differenz zum vom
Druckmeßkatheter gemessenen Meßdruck wird
durch Abgleichen der Anzeige- oder Registrierungseinrichtung auf Null eingestellt.
Es gibt zweierlei Arten von Druckmeßkathetern:
Bei der ersten wird der im Uterus vorliegende
Druck durch eine Flüssigkeitssäule, die in einem
Schlauch geführt ist, von einer durch eine Membran isolierten proximalen Meßstelle zu einem distalen Druckmeßfühler übertragen, der seinerseits
den Signalgeber der Meßanordnung bildet.
Der Druckmeßfühler kann auch dann, wenn
sich der Druckmeßkatheter in situ befindet, bei
entsprechender Ausbildung ohne weiteres vom Katheter abgenommen werden, so daß ein Nullpunktabgleich des Meßfühlers stets vorgenommen werden kann. Neben einer Reihe hier weniger relevanter Nachteile hat ein solcher Druckmeßkatheter jedoch die Hauptnachteile, daß Blasen in der Druckübertragungsflüssigkeit dämpfend und somit verfälschend wirken, und daß der hydrostatische Meßfehler, der aus der Höhendifferenz zwischen der
proximalen Meßspitze und dem Druckmeßfühler resultiert, nur ungenau abgeschätzt werden kann,
weil die genaue Lage der genannten Meßspitze
nicht bekannt ist oder sich wegen Körperbewegungen der Patientin verlagert.
Zum Vermeiden dieser Nachteile wurde daher
ein Druckmeßkatheter einer zweiten Art vorgeschlagen, bei welchem sich der Druckmeßfühler nicht
am distalen, sondern am proximalen Ende des
Katheterschlauches und somit genau an der Meßstelle befindet. Ein solcher Druckmeßkatheter wird
beispielsweise von der Firma Utah Medical Products. Inc. unter dem Namen "INTRAN" vertrieben.
Wie aus der von der genannten Firma zu diesem Druckmeßkatheter veröffentlichen Betriebsanleitung hervorgeht, wird der Nullpunktabgleich vor
dem Einführen des Katheters vorgenommen, solange dessen Meßspitze dem atmosphärischen Umgebungsdruck ausgesetzt ist. Ferner wird in dieser
Betriebsanleitung ausgeführt, daß ein neuer Nullpunktabgleich dann, wenn sich die Meßspitze in
situ befindet, nicht erforderlich ist.
Dies ist jedoch nur solange richtig, als keine
Störungen auftreten; fällt jedoch während einer
Messung, die sich über Stunden erstrecken kann,
das Anzeige- oder Registrierungsgerät durch Geräteschaden oder Bedienungsfehler (z.B. versehentliches Lösen eines Netzanschlußkabels beim Anschluß eines anderen Gerätes) aus, dann ist ein
neuer Nullabgleich unabdingbar. Zu diesem müßte
aber die Meßspitze des Katheters wieder an die
Umgebungsluft gebracht werden, um dort dem atmosphärischen Druck ausgesetzt zu sein. Da die
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Meßspitze nach einer solchen Prozedur natürlich
nicht mehr steril wäre, wird gleich ein neuer, steriler Druckmeßkatheter dem Nullpunktabgleich unter
sterilen Bedingungen unterzogen und anstelle des
bisherigen Katheters, der entfernt werden muß, in
die Zervix eingeführt. Daß ein solches Verfahren
umständlich und aufwendig ist, erübrigt der näheren Erörterung, zumal dieses Verfahren unter Umständen dann erforderlich ist, wenn der Verlauf der
zu überwachenden Geburt einen rapiden und oft
dramatischen Fortgang nimmt, so daß das Hantieren mit einem Katheter höchst störend sein kann.
Ein weiterer Nachteil des bekannten Katheters
liegt darin, daß die sterile, den Katheter umschließende Verpackung zum Nullpunktabgleich geöffnet
werden muß, so daß der Katheter während des
Nullpunktabgleichs mindestens teilweise offenliegt
und somit der Kontamination ausgesetzt ist, so daß
ein zusätzliches Sterilitätsproblem auftritt.
Ein Druckmeßkatheter der genannten Art findet
nicht nur in der Humanmedizin und in der Geburtshilfe Anwendung, sondern überall dort, wo das Auftreten von erheblichen Drucken in Körperhöhlungen von Mensch und Tier überwacht werden soll,
die für einen Druckmeßfühler zugänglich sind, etwa
im Pansen eines Wiederkäuers oder in Blutbahnen.
Angesichts dieser Problemlage liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den Druckmeßkatheter
der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß er mit einem Referenzdruck beaufschlagt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1
angegebenenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Es wird ein definierter Referenzdruck erzeugt
und dem Druckmeßfühler zugeführt, etwa durch
einen Kanal im Katheterschlauch; dieser Referenzdruck kann dem Druckmeßfühler anstelle des innerhalb des Uterus herrschenden Drucks zugeführt
werden und kann als absoluter Druck oder in Relation zu einem während der Messung ständig verwendeten Bezugsdruck als Grundlage des Abgleiches verwendet werden.
Der in Anspruch 1 beanspruchte Druckmeßkatheter benutzt dieses Prinzip und weist einen
Druckmeßfühler auf, der mit einem Meßdruckanschluß versehen ist, welcher in druckübertragender
Weise mit der Außenseite der Meßspitze in Verbindung steht, sowie einem Bezugsanschluß, der über
eine offene Höhlung im Katheterschlauch mit dessen distalem Ende und somit mit einer Bezugdruckquelle in Verbindung steht, die üblicherweise
bei einem solchen Katheter von der Umgebungsluft
gebildet wird.
Es ist eine Einrichtung zum Erzeugen eines
Referenzdruckes an den Meßdruckanschluß anschließbar, während dieser von seiner drucküber-
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tragenden Verbindung mit der Außenseite der Meßspitze abgekoppelt ist; es herrscht somit in diesem
Zustand zwischen dem Meßdruckanschluß des
Druckmeßfühlers und dessen Bezugsanschluß kein
Druckgefälle, da die erwähnten Drücke einander
gleich sind.
Die Einrichtung zum Erzeugen des Referenzdruckes mündet in einen Strömungsmittelanschluß,
der zwischen dem Meßdruckanschluß und der diesen nach außen abdeckenden Membrane angeordnet ist, so daß dann, wenn der Referenzdruck den
außerhalb der Meßspitze und somit der Membrane
vorliegenden Druck übersteigt, die Membrane von
dem Druckmeßanschluß abgespreizt wird und die
Druckübertragung von der Außenseite der Meßspitze auf den Druckmeßfühler unterbleibt.
Zum Erzeugen des Referenzdruckes kann eine
Flüssigkeit verwendet werden; gemäß der Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 4 ist die
Einrichtung zum Erzeugen des Referenzdruckes
jedoch als Drucklufterzeuger ausgebildet, da die
zwischen die Membrane und den Druckmeßfühler
eingeblasene Druckluft dort nach dem erfolgten
Nullpunktabgleich keine Rückstände hinterläßt, die
den weiteren Meßbetrieb beeinträchtigen könnten.
Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn der
Meßfühler und die Membrane nicht unmittelbar miteinander in Verbindung stehen, sondern nur mittelbar und über beispielsweise ein Silikongelpolster,
das den Druckmeßfühler vor grober mechanischer
Belastung schützt, wenn der Katheter eingeführt
wird. Hierbei liegt ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausgestaltung darin, daß bei dem
Zusamenbau des Katheters oder bei dessen Einführen die Membrane gegenüber dem genannten
Schutzpolster seitlich verschoben werden kann, so
daß sie dann ständig den Meßwert verfälschende
Scherkräfte auf das Schutzpolster und somit den
Druckmeßfühler aufbringt. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung sorgt das Abspreizen der
Membrane gegenüber dem Schutzpolster dafür,
daß alle bei der Übertragung des Meßdruckes beteiligten Elemente vor Beginn der Messung ihre
Ausgangslage einnehmen können. Gleichzeitig erfolgt der Nullabgleich bei bereits eingeführtem Katheter.
Da der Nullabgleich der Anzeige- oder Aufzeichnungseinrichtung nur sehr kurze Zeit in Anspruch nimmt, muß auch der Referenzdruck über
eine nur sehr kurze Zeit aufrechterhalten werden,
so daß auch die der Meßspitze zugeführte Luftmenge gering ist. Dies ist deshalb wichtig, weil bei
undichter Meßspitze sonst kontaminierte Luft in den
Uterus gelangen könnte. Um dies zu vermeiden, ist
gemäß Anspruch 4 vorgeschlagen, daß der Drucklufterzeuger als Kolben-Injektionspritze ausgebildet
ist; diese kann in bereits aufgezogenem Zustand
sterilisiert werden oder in diesem Zustand gemein-
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sam mit dem erfindungsgemäßen Katheter sterilisiert und verpackt sein, so daß beim Nullabgleich
nur sterile Luft, in jedem Falle aber nur wenig Luft
in die Meßspitze gelangt.
Bei jedem späteren erneuten Nullabgleich kann
die Injektionsspritze durch eine neue, mit steriler
Luft gefüllte ersetzt werden.
Der Bezugsanschluß des Druckmeßfühlers ist
mit dem Strömungsmittelanschluß für den Referenzdruck verbunden, so daß der Druckmeßfühler
dann, wenn die Membrane von ihm abgespreizt ist,
an seinen beiden Anschlüssen mit dem gleichen
Druck beaufschlagt wird.
Da der Differenzdruck zwischen den beiden
Anschlüssen des Druckmeßfühlers Null wird, ist der
Nullabgleich dann unmittelbar und ohne jeden weiteren Vergleich möglich.
Der Verbindungskanal, der den Bezugsanschluß mit der Einrichtung zum Erzeugen des Referenzdruckes verbindet, die ihrerseits in der Betriebsart zum Nullabgleich mit dem Meßdruckanschluß des Druckmeßfühlers verbunden ist, ist in
der Meßspitze ausgebildet; während des Nullabgleichs muß nämlich der Druck an beiden Seiten
des Druckmeßfühlers ausgeglichen sein; da dieser
Nullabgleich sehr rasch erfolgt, könnte jedoch nach
dessen Abschluß der Druckausgleich noch nicht
abgeschlossen sein, wenn dieser über die offene
Höhlung und eine zusätliche Druckleitung im Katheterschlauch erfolgen würde. Der in der Meßspitze angeordnete Verbindungskanal sorgt jedoch für
einen praktisch augenblicklichen Druckausgleich,
was den Nullabgleich noch weiter vereinfacht und
genauer macht.
Eine Druckleitung im Katheterschlauch ist
durch die für den Bezugsdruck ohnehin erforderliche offene Höhlung im Katheterschlauch gebildet.
Hierbei wird beim Nullabgleich durch die KolbenInjektionsspritze die in der offenen Höhlung vorhandene, sterile Luftsäule lediglich komprimiert bzw.
verschoben, es wird aber nicht der Meßspitze zusätzliche Luft zugeführt, die dann erst sterilisiert
werden müßte. Somit ist es möglich, auch mit
einer Kolben-Injektionsspritze, deren Inhalt nicht
vorher sterilisiert wurde, mehrmals hintereinander
den Innendruck in der Meßspitze zum Nullabgleich
zu erhöhen, ohne daß deshalb kontaminierte Luft
durch die Meßspitze gepumpt wird und infolge
einer dort etwa vorliegenden Leckstelle vielleicht zu
einer Infektion führen könnte.
Die Membrane ist als ein die Meßspitze umhüllender Ballon ausgebildet, der in seiner Ruhelage
gegen die Meßspitze und dabei unmittelbar oder
auch über ein Druckpolster mittelbar gegen den
Druckmeßfühler anliegt. Dieser kleine Ballon ist
vom distalen Ende des Katheters her z.B. mittels
einer Kolben-Injektionsspritze aufblasbar, wobei er
sich dann vom Druckmeßfühler abhebt. Der beson-
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dere Vorteil der Ausbildung der Membrane als Ballon liegt darin, daß auch bei heftiger und zu starker
Druckbeaufschlagung der Meßspitze durch den Referenzdruck, die bewirken könnte, eine in ein Fenster eingesetzte Membrane zu beschädigen oder
herauszublasen, stets die Dichtigkeit der Meßspitze
gewährleistet bleibt, da der Ballon sich zwar bereits
bei Beaufschlagung durch eine geringe Luftmenge
in ausreichender Weise vom Druckmeßfühler abwölbt, dagegen aber imstande ist, auch eine ganz
beträchtlich größere Luftmenge aufzunehmen. Eine
in die vom Ballon umgebene Außenoberfläche der
Meßspitze einmündende, in deren Innerem mit der
offenen Höhlung im Katheterschlauch in Verbindung stehende Öffnung leitet dem Inneren des
Ballons den Referenzdruck zu.
Diese Öffnung ist als länglicher, an den Meßdruckanschluß des Druckmeßfühlers anschließender Schlitz ausgebildet, wodurch erreicht wird, daß
der dem Meßdruckanschluß gegenüberliegende
Teil des Ballons als erster mit Luft beaufschlagt
und somit aufgebläht und vom Druckmeßfühler abgewölbt wird.
Der Druckmeßfühler ist bevorzugt als Dehnungsmeßelement ausgebildet; der Ballon besteht
bevorzugt aus einem Elastomer mit hohem Rückstellvermögen; die übrigen Teile des erfindungsgemäßen Druckmeßkatheters bestehen, soweit sie mit
dem zu untersuchenden Körper in Berührung gelangen, aus physiologisch unbedenklichen Kunststoffen.
Bevorzugt weist der Katheterschlauch neben
der offenen Höhlung, die als einfacher Kanal ausgebildet sein kann, auch einen Kanal zur Aufnahme
der elektrischen Leitungen auf, sowie bevorzugt
einen weiteren Kanal, der zur Außenseite des Katheterschlauches hin an einer Stelle nahe dem Ballon offen ist und dazu dient, daß Behandlungsflüssigkeit in den Uterus eingeleitet werden kann oder
Flüssigkeitsproben entnommen werden können,
während sich die Meßspitze in situ befindet.
Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der
beigefügten, schematischen Zeichnung beispielsweise noch näher erläutert.
In dieser zeigt:
Fig. 1 die Ansicht des distalen Endes einer
eines
erfindungsgemäßen
Ausführungsform
Druckmeßkatheters.
Fig. 2 die Meßspitze (das proximale Ende) der
in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform, im Längsschnitt und in vergrößertem Maßstab, und
Fig. 3 eine Draufsicht auf die in Fig. 2 gezeigte
Meßspitze, mit angedeutetem Querschnitt des
Katheterschlauches.
In Fig. 1 ist in etwa natürlichem Maßstab die
Draufsicht auf das distale Ende eines erfindungsgemäßen Druckmeßkkatheters für die intrauterine
Druckmessung gezeigt, mit einem Endabschnitt
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des Katheterschlauches 1, einem ersten Abzweigungsstück 2, an dem ein Infusionsschlauch 6 von
dem mehrkanaligen Katheterschlauch 1 abzweigt,
und mit einem zweiten Abzweigungsstück 3, an
dem ein Luftschlauch 5 vom Katheterschlauch 1
abzweigt. Das Ende des Katheterschlauches 1
mündet in eine elektrische Kupplung 4 ein, die zum
Anschluß an das Eingangskabel (nicht gezeigt) eines Monitors oder Oszillographen (nicht gezeigt) o.
dergl. eingerichtet ist.
Am freien Ende des Infusionsschlauches 6 sitzt
eine Spritzenkupplung 8 zum Anschluß an eine
Injektionsspritze, eine mechanische Spritzen-Dosiereinrichtung oder eine Tropfinfusionseinrichtung
(nicht gezeigt), während am freien Ende des Luftschlauches 5 eine Spritzenkupplung 7 zum Anschluß an eine luftgefüllte Injektionsspritze (nicht
gezeigt) sitzt. In normalen Betrieb bleibt die Spritzenkupplung 7 offen.
Der Luftschlauch 5 ist mit einem Luftkanal 16
im Katheterschlauch 1 verbunden (sh. Fig. 2 und
3), der Infusionsschlauch 6 mit einem Infusionskanal 15 und die elektrische Kupplung 4 sitzt am
Ende eines Kabelkanales 14, in dem die elektrischen Anschlußkabel 9 verlegt sind, die von einem
Druckmeßfühler 10 (Fig. 2) ausgehen.
Wie in Fig. 2 und 3 gezeigt, ist am proximalen
Ende des Katheterschlauches 1 eine Meßspitze 11
angesetzt, die von einem Träger 12 aus Kunststoff
gebildet ist, der die noch zu beschreibenden, übrigen Teile aufnimmt und ebenso wie die Schläuche
1, 5 und 6 aus Polyethylen oder Polypropylen
gebildet ist.
Der Druckmeßfühler 10 weist einen länglichen
Keramikträger 21 auf, der in den Träger 12 eingebettet ist und an dessen dem Katheterschlauch 1
zugewandtem Ende die Anschlüsse für elektrische
Anschlußkabel 9 sitzen, während am anderen Ende
des Keramikträgers 21 eine Durchgangsöffnung 13
ausgespart ist, die auf der einen, in Fig. 2 unteren
Seite des Keramikträgers 21 von einem napfförmigen Dehnungsfühler 17 dichtend abgedeckt ist.
Wenn nun zwischen der Durchgangsöffnung 13
und der Unterseite des Dehnungsfühlers 17 eine
Druckdifferenz, beispielsweise ein Unterdruck, auftritt, dann wölbt sich der Dehnungsfühler, in diesem Fall nach oben und ändert hierbei seinen
elektrischen Widerstand oder seine elektrische Kapazität bzw. gibt ein Signal ab.
Der Dehnungsfühler 17 sitzt in einer Aussparung 18 des Trägers 12, die mit einem Schutzpolster 19 aus Silikongel weitgehend ausgefüllt ist,
das sich zur Druckübertragung auf den Dehnungsfühler 17 wie eine Flüssigkeit verhält, aber Punktbelastungen absorbiert, die den Dehnungsfühler 17
sofort schädigen könnten.
Die außenliegende Stirnfläche des Schutzpolsters 19, die bündig mit der Außenoberfläche des
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Trägers 12 abschließt, bildet den Meßdruckanschluß des Druckmeßfühlers 10, währed die Durchgangsöffnung 13 dessen Bezugsanschluß bildet.
Im Inneren des Trägers 12 ist ein Ausgleichsräum ausgespart, der die Durchgangsöffnung 13
mit der nächstliegenden Außenoberfläche des Trägers 12 sowie mit dem Luftkanal 16 im Katheterschlauch 1 verbindet. Ferner ist der Ausgleichsraum mit einem Längsschlitz 23 verbunden, der
sich über nahezu die gesamte Länge des Trägers
12 erstreckt und nahe dem Meßdruckanschluß 20
endet.
Über den Träger 12 ist, wie aus Fig. 3 ersichtlich, ein diesen eng umschließender Ballon 24 aufgeschoben und am proximalen Ende des Katheterschlauches 1 dichtend befestigt.
In dem druckfreien Zustand nimmt der Ballon
24 jene Lage ein, die in Fig. 3 ausgezogen gezeigt
ist, wobei er insbesondere als druckübertragende
Membrane gegen den Meßddruckanschluß 20 anliegt.
In aufgeblasenem Zustand, der weiter unten
noch näher erörtert wird, nimmt der Ballon die in
Fig. 3 gestrichelt gezeigte Lage ein, wobei er insbesondere vom Meßdduckanschluß 20 abhebt.
Da der Ballon 24 aus mindestens ein wenig
durchsichtigem Silikongummi besteht, sind der
Meßdruckanschluß 20 und der Schlitz 23 in Fig. 3
sichtbar.
Fig. 2 zeigt noch eine Infusionsöffnung 25 die
nahe dem proximalen Ende des Katheterschlauches 1 in dessen Wand ausgebildet ist und einen
Auslaß für den Infusionskanal 15 bildet.
Der gezeigte Druckmeßkatheter ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt und in eine bakteriendichte Umhüllung steril eingeschweißt. Hierbei können die Spritzenkupplungen 7 und 8 durch lösbare
Stopfen verschlossen sein; an der Spritzenkupplung 7 für den Luftschlauch 5 kann auch eine
aufgezogene, mit steriler Luft gefüllte Einmalspritze
lösbar angekuppelt sein.
Der Katheter wird bei der Benutzung unmittelbar nach der Entnahme aus der sterilen Verpakkung sofort durch die Zervix einer Patientin mit
seiner Meßspitze 11 in deren Uterus eingeführt und
gegebenenfalls unter Ultraschallkontrolle plaziert.
Falls erforderlich, wird der Katheterschlauch 1 an
der Patientin fixiert.
Nun wird der Katheter mit dem elektrischen
Anschluß 4 an einen Monitor oder einen Plotter o.
dergl. angeschlossen. Dann wird bei der an der
Spritzenkupplung 7 von vorneherein oder inzwischen angekoppelten, luftgefüllten Kolbenspritze
der Kolben langsam und vollständig niedergedrückt; gegen Ende dieser Tätigkeit wird der an
dem genannten Beobachtungs- oder Aufzeichnungsgerät vorgesehene Knopf für den Nullabgleich gedrückt oder der Nullabgleich wird in der
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sonstwie vorgesehenen Weise durchgeführt. Dann
wird die Kolbenspritze von der Kupplung 7 gelöst
und entfernt.
Beim Niederdrücken des Kolbens der Kolbenspritze wird der Druck in der Luftleitung 16 stark
erhöht und gelangt über den Ausgleichsraum 22 in
der Meßspitze 11 und dessen Verbindungsöffnungen zur Außenseite des Trägers 12 und somit zur
Innenseite des Ballons 24, der hierdurch aufgeblasen wird, wie gestrichelt in Fig. 3 gezeigt. Hierbei
liegt der im Inneren des Ballons herrschende,
gleichmäßige Luftdruck sowohl an dem Meßdruckanschluß 20, von dem sich der Ballon 24 gelöst
hat, wie auch am Bezugsanschluß 13 an, so daß
der Dehnungsfühler 17 einem Differenzdruck in der
Größe Null ausgesetzt ist. Währenddessen wird die
nachgeschaltete Anzeige- oder Aufzeichnungseinrichtung abgeglichen; die Anzeige muß nun den
Relativdruck Null zeigen.
Nach dem Entfernen der Spritze von der Kupplung 7 fällt der Druck im Luftkanal 16 und damit
auch im Inneren des Ballons 24 ab, bis der Luftdruck am Bezugsanschluß 13, im Luftkanal 16 und
im Luftschlauch 5 dem Atmosphärendruck entspricht und der Ballon 24 eng gegen die Außenoberfläche des Trägers 12 anliegt.
Ist ein nachträglicher Druckabgleich erforderlich, weil etwa der bisher nur auf einem Bildschirm
angezeigte Druckverlauf durch ein zusätzliches Gerät auch aufgezeichnet werden soll, dann wird eine
luftgefüllte, aufgezogene Spritze an die Kupplung 7
angeschlossen, und der oben beschriebene Nullabgleich wird nochmals durchgeführt.
Somit ist es möglich, den Nullabgleich so oft
wie erforderlich durchzuführen, während die Meßspitze 11 des Katheters von Anfang an in situ
verbleibt. Die Infektionsgefahr ist somit auf ein Mindestmaß verringert, während gleichzeitig sehr genaue Messungen erzielt werden können, da die
einzige variable Störgröße, die bei der Messung
auftritt, der statische Flüssigkeitsdruck im Inneren
des Uterus ist.
Patentansprüche
1.
Druckmeßkatheter mit einem an seinen beiden
Enden offenen hohlen Katheterschlauch (1)
und einer an dessen proximalen Ende angebrachten Meßspitze (11), in deren Inneren eine
Druckmeßfühleranordnung (10) angeordnet ist,
die einen Meßdruckanschluß und einen Bezugsdruckanschluß (13) sowie ein sich durch
den Katheterschlauch (1) bis zu dessen distalen Ende hin erstreckendes elektrisches Anschlußkabel (9) aufweist, wobei der Meßdruckanschluß (20) über eine Membrane mit der
Außenoberfläche der Meßspitze und der Bezugsdruckanschluß (13) mit dem Inneren des
Katheterschlauches (13) in Verbindung steht,
wobei die Meßspitze von einem aufblasbaren
dünnwandigen Ballon (24) umgeben ist, der in
nicht aufgeblasenem Zustand die Membran bildet und in aufgeblasenem Zustand den Meßdruckanschluß (20) von der Druck übertragenden Verbindung mit der Außenoberfläche der
Meßspitze (11) abkoppelt und an eine Einrichtung zum Erzeugen eines Referenzdruckes anschließt und wobei im Inneren der Meßspitze
(11) eine den Bezugsanschluß (13) des Druckmeßfühlers (10) mit einer offenen Höhlung (16)
im Katheterschlauch (1) verbindende Aussparung (22) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aussparung (22) durch mindestens
eine einen Strömungsmittelanschluß bildende
Öffnung mit der vom Ballon (24) umgebenen
Außenoberfläche der Meßspitze (11) in Verbindung steht, wodurch dem Ballon (24) der Referenzdruck zugeleitet wird.
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2.
Druckmeßkatheter nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Aussparung (22) über
den als Durchgangsöffnung (13) ausgebildeten
Bezugsanschluß in der Meßspitze (11) mit dem
Inneren des Ballons (24) verbunden ist.
3.
Druckmeßkatheter nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der zur Meßseite weisenden Oberfläche der Meßspitze (11)
ein Längsschlitz (23) verläuft, der mit einer im
Inneren des Katheterschlauches (1) verlaufenden Druckleitung (16) verbunden ist.
4.
Druckmeßkatheter nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an dem
der Meßspitze (11) abgewandten Ende der
Druckleitung (16) eine Kolben-Injektionsspritze
als Drucklufterzeuger zum Erzeugen des Referenzdruckes angeschlossen ist.
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1.
A pressure measuring catheter having a hollow
catheter hose (1) open at both ends and a
measuring tip (11) which is attached to the
proximal end of the hose and in the interior of
which there is arranged a pressure measuring
sensor arrangement (10) which has a measuring pressure connection and a reference pressure connection (13) and an electric connecting cable (9) which extends through the catheter hose (1) as far as the distal end of the
latter, the measuring pressure connection (20)
being connected to the outer surface of the
measuring tip via a membrane and the reference pressure connection (13) being connect-
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ed to the interior of the catheter hose (13), the
measuring tip being surrounded by a inflatable
thin-walled balloon (24) which in the non-inflated State forms the membrane and in the
inflated State disconnects the measuring pressure connection (20) from the pressure transmitting connection with the outer surface of the
measuring tip (11) and connects it to a device
for producing a reference pressure, and a hollow (22) connecting the reference connection
(13) of the pressure measuring sensor (10) to
an open cavity (16) in the catheter hose (1)
being formed in the interior of the measuring
tip (11), characterised in that the hollow (22) is
connected to the measuring tip outer surface
surrounded by the balloon (24) by means of at
least one opening forming a flow means connection, whereby the reference pressure is
supplied to the balloon (24).
2.
3.
4.
A pressure measuring catheter in accordance
with Claim 1, characterised in that the hollow
(22) is connected to the interior of the balloon
(24) via the reference connection located in the
measuring tip (11) and formed as a through
opening (13).
A pressure measuring catheter in accordance
with Claim 1 or 2, characterised in that a
longitudinal groove (23) runs in the measuring
tip surface directed towards the measuring
side, this longitudinal groove (23) being connected to a pressure line (16) running in the
interior of the catheter hose (1).
A pressure measuring catheter in accordance
with any one of Claims 1 to 3, characterised in
that a piston syringe - as a compressed air
generator for producing the reference pressure
- is connected to the end of the pressure line
(16) directed away from the measuring tip (11).
io
is
20
30
Catheter de mesure de pression muni d'un
tube souple de catheter (1), creux et ouvert ä
ses deux extremites et une pointe de mesure
(11) montee ä l'une de ses extremites proximales, et ä l'interieur de laquelle est dispose
un agencement de capteurs de mesure de
pression (10), qui comporte un raccord de
pression de mesure et un raccord de pression
de reference (13), ainsi qu'un cäble de
connexion electrique (9) s'etendant ä l'interieur
du tube souple de catheter (1) jusqu'ä son
extremite distale, le raccord de pression de
mesure (20) se trouvant en liaison par une
membrane avec la surface exterieure de la
2.
Catheter de mesure de pression selon la revendication 1, caracterise en ce que l'evidement (22) est relie par le raccord de reference
realise sous la forme d'une Ouvertüre de passage (13), ä l'interieur de la pointe de mesure
(11) avec l'interieur du ballon (24).
3.
Catheter de mesure de pression selon la revendication 1 ou 2, caracterise en ce que sur
la surface de la pointe de mesure (11) tournee
vers la face de mesure, se developpe une
fente longitudinale (23) qui est reliee avec une
conduite de pression (16) s'etendant ä l'interieur du tube souple de catheter (1).
4.
Catheter de mesure de pression selon l'une
des revendications 1 ä 3, caracterise en ce
qu'ä l'extremite de la conduite de pression (16)
opposee ä la pointe de mesure 11, est raccordee une seringue d'injection ä piston servant
de generateur d'air comprime pour creer la
pression de reference.
35
40
Revendicatlons
1.
pointe de mesure et le raccord de pression de
reference (13) etant relie ä l'interieur du tube
souple de catheter (13), la pointe de mesure
etant entouree d'un ballon gonflable ä paroi
mince (24), qui ä l'etat non gonfle forme la
membrane, et, ä l'etat gonfle, desaccouple le
raccord de pression de mesure (20) appartenant ä la liaison transmettant la pression de la
surface exterieure de la pointe de mesure (11)
et se raccorde ä un dispositif de creation d'une
pression de reference et dans lequel est realise ä l'interieur de la pointe de mesure (11) un
evidement reliant le raccord de reference (13)
du capteur de mesure de pression (10) avec
une cavite ouverte (16) dans le tube souple de
catheter (1), caracterise en ce que l'evidement
(22) est relie par au moins une Ouvertüre formant un raccord de moyens d'ecoulement, ä
la surface exterieure de la pointe de mesure
(1) qu'entoure le ballon (24), de sorte que la
pression de reference soit amenee au ballon
(24).
5
25
45
50
7
12
EP 0 362 824 B1
8
EP 0 362 824 B1
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