2000 L-M-F (1995-2005) (PDF, 2.500 KB, 07/2011)

2000 L-M-F (1995-2005) (PDF, 2.500 KB, 07/2011)
AU F B A URIC H TLINIE N
L2000 M2000 F2000
Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
HER AUSGEBER
MAN Truck & Bus AG
Abteilung ESC
Engineering Ser vices
Consultation
D a c h a u e r S t r.
D - 80995
667
München
E- M a il:
[email protected]
Fa x:
+ 4 9 ( 0 ) 8 9 15 8 0 4 2 6 4
Technische Änderungen aus Gründen der Weiterentwicklung vorbehalten.
© 2011 MAN Truck & Bus Aktiengesellschaft
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gestattet. Alle Rechte, insbesondere nach dem Gesetz über das Urheberrecht bleiben der MAN ausdrücklich vorbehalten.
Trucknology ® und MANTED ® ist eingetragene Marke der MAN Truck & Bus AG
Soweit Bezeichnungen Marken sind, werden diese auch ohne Kennzeichnung (® ™) als dem jeweiligen Inhaber geschützt anerkannt.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
1.
2.
3.
Gültigkeit der Aufbaurichtlinien
Produktkennzeichnung
2.1
Baureihen
2.2
Typnummer, Typschlüsselnummer, Fahrzeugidentifizierungsnummer,
Grundfahrzeugnummer, Fahrzeugnummer
2.3
Radformel
2.4
Fahrzeugbezeichnung
2.4.1 Fahrzeugbezeichnung für die Baureihen L2000, M2000, F2000, E2000
2.4.2 Typnummern, Typschlüsselnummern
2.5
Motorbezeichnungen
Allgemeines
3.1
Rechtliche Vereinbarungen und Genehmigungsablauf
3.1.1 Voraussetzungen
3.1.2 Betriebs- und Verkehrssicherheit
3.1.3 Auskünfte
3.2
Verantwortung
3.3
Qualitätssicherung
3.4
Genehmigung
3.5
Vorlage der Unterlagen
3.6
Gewährleistung
3.7
Haftung
3.8
Typprüfung
3.9
Sicherheit
3.9.1 Funktions- und Betriebssicherheit
3.9.2 Anleitungen für MAN-LKW
3.9.3 Anleitungen von Auf- und Umbaufirmen
3.10 Haftungsbeschränkung für Zubehör/ Ersatzteile
3.11 Ausnahmegenehmigungen
3.12 Umbereifung
3.13 Heraufsetzen der zulässigen Anhängelast
3.14 Heraufsetzen der zulässigen Achslast
3.15 Heraufsetzen des zulässigen Gesamtgewichtes
3.16 Herabsetzen des zulässigen Gesamtgewichtes
3.17 Begriffe, Maße und Gewichte
3.17.1 Achsüberlastung, einseitige Beladung
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
1
1
1
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2
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18
18
19
21
21
22
22
22
23
I
4.
3.18 Mindestvorderachslast
3.19 Zulässige Überhanglänge
3.20 Theoretischer Radstand, Überhang, theoretische Achsmitte
3.21 Achslastberechnung und Wiegevorgang
3.22 Verwiegen von Nachlaufachs-Fahrzeugen
Fahrgestelle ändern
4.1
Sicherheit am Arbeitsplatz
4.2
Korrosionsschutz
4.3
Einlagerung von Fahrzeugen
4.4
Werkstoffe und Rahmendaten
4.4.1 Rahmenwerkstoffe für Rahmen und Hilfsrahmen
4.4.2 Rahmendaten
4.5
Rahmen ändern
4.5.1 Bohrungen, Niet- und Schraubverbindungen am Rahmen
4.5.2 Aussparungen am Rahmen
4.5.3 Schweißen am Rahmen
4.5.4 Verändern des Rahmenüberhangs
4.6
Radstandsänderungen
4.7
Nachträglicher Einbau von Aggregaten
4.7.1 Zusätzliche oder größere Kraftstoffbehälter nach Werksauslieferung
4.8
Nachträglicher Einbau von Vor- und Nachlaufachsen
4.9
Gelenkwellen
4.9.1 Einfachgelenk
4.9.2 Gelenkwelle mit zwei Gelenken
4.9.3 Räumliche Gelenkwellenanordnung
4.9.3.1 Gelenkwellenstrang
4.9.3.2 Kräfte im Gelenkwellensystem
4.9.4 Änderung der Gelenkwellenanordnung im Triebstrang von MAN-Fahrgestellen
4.10 Zentralschmierung
4.11 Fahrerhaus ändern
4.11.1 Allgemeines
4.11.2 Fahrerhäuser verlängern
4.11.3 Spoiler, Aero-Paket
4.11.4 Dachschlafkabinen und Hochdächer
4.11.4.1 Grundsätze für den Aufbau von Dachkabinen
4.11.4.2 Dachöffnungen
4.12 Achsführung, Federung, Lenkung
4.12.1 Allgemeines
4.12.2 Stabilität, Seitenneigung
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
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25
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35
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51
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52
52
52
53
53
53
55
56
56
56
II
4.13
5.
Rahmenanbauteile
4.13.1 Unterfahrschutz
4.13.2 Seitliche Schutzvorrichtung SSV
4.13.3 Ersatzrad
4.13.4 Unterlegkeile
4.13.5 Kraftstoffbehälter
4.13.6 Flüssiggasanlagen und Zusatzheizungen
4.14 Gasmotor: Behandlung der Hochdruck-Gasanlage
4.15 Änderungen am Motor
4.15.1 Luftansaugung, Abgasführung
4.15.2 Motorkühlung
4.15.3 Motorkapsel, Geräuschdämmung
4.16 Verbindungseinrichtungen
4.16.1 Allgemeines
4.16.2 Anhängekupplung, D-Wert
4.16.3 Starrdeichselanhänger, Zentralachsanhänger, DC-Wert, V-Wert
4.16.4 Schlußquerträger und Anhängekupplungen
4.16.5 Kugelkopfkupplung
4.16.6 Sattelkupplung
4.16.7 Umbau Lkw in Sattelzugmaschine oder Sattelzugmaschine in Lkw
Aufbauten
5.1
Allgemeines
5.1.1 Zugänglichkeit, Freigängigkeit
5.1.2 Tiefersetzen des Aufbaus
5.1.3 Auftritte und Plattformen
5.1.4 Korrosionsschutz
5.2
Hilfsrahmen
5.2.1 Hilfsrahmengestaltung
5.2.2 Befestigen von Hilfsrahmen und Aufbauten
5.2.2.1 Schraub- und Nietverbindung
5.2.2.2 Schubweiche Verbindung
5.2.2.3 Schubstarre Verbindung
5.2.2.4 Selbsttragende Aufbauten ohne Hilfsrahmen
5.3
Sonderaufbauten
5.3.1 Aufbauprüfung
5.3.2 Drehschemelaufbau
5.3.3 Tank- und Behälteraufbau
5.3.3.1 Allgemeines
5.3.3.2 Aufbaubefestigung, Lagerung
5.3.3.3 Hilfsrahmenlose Tank- und Behälteraufbauten
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
57
57
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62
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63
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64
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65
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90
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91
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105
106
106
106
107
107
107
108
III
5.3.4
5.3.5
5.3.6
5.3.7
6.
7.
8.
Kipper
Absetz-, Gleitabsetz- und Gleitabrollkipper
Pritschen- und Kofferaufbauten
Wechselbehälter
5.3.7.1 Wechselbrückentraggestell ab Werk
5.3.7.2 Andere Wechseleinrichtungen
5.3.8 Ladekran
5.3.8.1 Ladekran hinter dem Fahrerhaus
5.3.8.2 Heckladekran
5.3.8.3 Hilfsrahmen für Ladekran
5.3.9 Ladebordwand
5.3.10 Seilwinde
5.3.11 Transportmischer
Elektrik, Leitungen
6.1
Einführung
6.2
Hinweis auf Reparaturanleitungen und Normen
6.3
Starten, Anschleppen und Betrieb
6.4
Behandlung der Batterien
6.5
Zusatzschaltpläne und Kabelstrangzeichnungen
6.6
Absicherung, Leistung für zusätzliche Verbraucher
6.7
Art der zu benutzenden elektrischen Leiter und Relais
6.8
Beleuchtungsanlage
6.9
Entstörung
6.10 Elektromagnetische Verträglichkeit
6.11 Schnittstellen am Fahrzeug
6.12 Aufbauvorbereitungen
6.13 Einstellen kundenspezifischer Parameter mit MAN-cats®
6.14 Masseleitung
6.15 Elektrische Leitungen und Leitungsverlegung
Nebenabtriebe
(siehe separates Heft)
Bremsen, Leitungen
8.1
Brems- und Druckluftleitungen
8.1.1 Grundsätze
8.1.2 Steckverbinder, Übergang auf das System Voss 232
8.1.3 Verlegung und Befestigung von Leitungen
8.1.4 Druckluftverlust
8.2
Anschließen von Nebenverbrauchern
8.3
Einstellen der ALB
8.4
Dauerbremsen
8.4.1 Hydrodynamische Retarder
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
110
112
113
114
114
114
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128
148
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150
150
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150
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152
152
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153
153
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154
154
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155
156
156
156
156
158
160
160
163
163
163
IV
9.
8.4.2 Wirbelstrombremsen
Berechnungen
9.1
Geschwindigkeit
9.2
Wirkungsgrad
9.3
Zugkraft
9.4
Steigfähigkeit
9.4.1 Weg bei Steigung oder Gefälle
9.4.2 Steigungs- oder Gefällewinkel
9.4.3 Berechnung der Steigfähigkeit
9.5
Drehmoment
9.6
Leistung
9.7
Nebenabtriebsdrehzahlen am Verteilergetriebe
9.8
Fahrwiderstände
9.9
Spurkreis
9.10 Achslastberechnung
9.10.1 Durchführen einer Achslastberechnung
9.10.2 Gewichtsberechnung Nachlaufachse angehoben
9.11 Auflagerlänge bei Aufbau ohne Hilfsrahmen
9.12 Verbindungseinrichtungen
9.12.1 Anhängekupplung
9.12.2 Strarrdeichselanhänger/ Zentralachsanhänger
9.12.3 Sattelkupplung
164
166
166
167
168
169
169
169
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183
183
186
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189
189
189
191
In Bildern genannte ESC-Nummern dienen der internen Organisation.
Sie haben für den Leser keine Bedeutung.
Wenn nicht anders angegeben: Alle Maße in mm, alle Gewichte und Lasten in kg.
Vorbemerkung:
Diese Aufbaurichtlinie befasst sich mit Fahrzeugen die mittlerweile in der Serienproduktion ausgelaufen sind.
Der Inhalt nach dem Stand bis zum Auslauf der Serie wird hier zur Verfügung gestellt, damit auch für Fahrzeuge
der 2000-er Generation alle Hinweise zum Auf- An- oder Umbau zur Verfügung stehen. Ehemalige Firmenbezeichnungen
wurden im Text beibehalten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
V
1.
Gültigkeit der Aufbaurichtlinien
Diese „Aufbaurichtlinien Lkw“ sind eine Veröffentlichung der MAN Truck & Bus Aktiengesellschaft.
Der Inhalt darf unter Hinweis auf die Quellenangabe weiterverwendet werden.
Die Aufbaurichtlinien werden auch mittels unserer Software MAN „Technische Daten MANTED ®“ über Internet www.manted.de
zur Verfügung gestellt. Der Anwender hat sich selbst davon zu überzeugen, dass er mit dem jeweils aktuellen Stand arbeitet.
Über den jeweils aktuellen Stand gibt die Abteilung ESC (siehe oben unter „Herausgeber“) Auskunft.
Diese Aufbaurichtlinien sind eine Anleitung und technische Hilfe für Unternehmen, die die Konstruktion und Montage von Aufbauten
für Lkw-Fahrgestelle und die Änderung von Lkw-Fahrgestellen durchführen.
Diese Aufbaurichtlinien gelten für Lkw:
•
•
Neufahrzeuge
Altfahrzeuge
sofern an diesen nachträgliche Eingriffe vorgenommen werden.
Aufbaurichtlinien für Omnibusfahrgestelle sind bei NEOMAN erhältlich.
Die Zuständigkeiten für Lkw´s sind wie folgt geregelt:
bei
•
Verkaufsfragen
→
die nächste MAN-Niederlassung
→
Sales Support
•
Technischen Fragen
→
bei Verkaufsverhandlungen
die nächste MAN-Niederlassung
Abt. ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
•
Kundendienstangelegenheiten
→
After Sales
2.
Produktkennzeichnung
Zur Identifizierung und Unterscheidung von MAN-Fahrzeugen, Bauteilen und Aggregaten werden in diesem Kapitel in
den Abschnitten 2.1 bis 2.5 einige Bezeichnungen näher erläutert. Die in Typen- oder Modellbezeichnungen enthaltenen
Zahlenwerte dienen zur Kennzeichnung und geben keine verbindliche Auskunft über die tatsächliche Höchstbelastbarkeit
bestimmter Teile oder Aggregate, sie stimmen auch nicht in allen Fällen mit gesetzlich vorgegebenen Grenzen überein.
2.1
Baureihen
Innerhalb des MAN-Fahrzeugprogramms gibt es unterschiedliche Fahrzeugklassen bzw. Baureihen.
Wenn in diesen Aufbaurichtlinien von Fahrzeugfamilien oder Baureihen die Rede ist, dann sind folgende Fahrzeuge gemeint:
L2000
7,5 t bis 10,5 t
siehe Tabelle 12
M2000L
1 t bis 2 t
siehe Tabelle 13
M2000M
12 t bis 2 t
siehe Tabelle 14
F2000
19 t bis 4 t
siehe Tabelle 15
E2000
19 t bis 5 t
siehe Tabelle 16
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
1
2.2
Typnummer, Typschlüsselnummer, Fahrzeugidentifizierungsnummer, Grundfahrzeugnummer,
Fahrzeugnummer
Die technische Identifikation des MAN-Fahrgestells und die Zuordnung zur Baureihe geschieht durch die dreistellige Typnummer auch
Typschlüsselnummer genannt. Sie ist Bestandteil der 17-stelligen Fahrzeugidentifizierungsnummer (Fahrzeug-Ident.-Nr., FIN) und dort
an der 4. bis 6. Stelle zu finden. Ebenso enthält die zu Vertriebszwecken gebildete Grundfahrzeugnummer (GFZ-Nr.)
an der 2. bis 4. Stelle die Typnummer. Die 7-stellige Fahrzeugnummer beschreibt die technische Ausrüstung eines Fahrzeugs,
sie enthält die Typnummer an der 1.-3. Stelle und anschließend eine 4-stellige Zählnummer. Die Fahrzeugnummer befindet sich in
den Fahrzeugpapieren und am Fabrikschild des Fahrzeugs. Die Fahrzeugnummer kann bei allen technischen Anfragen für Um- und
Aufbauten anstelle der 17-stelligen Fahrzeugidentifizierungsnummer angegeben werden.
2.3
Radformel
Zur genaueren Kennzeichnung kann neben der Fahrzeugbezeichnung die Radformel dienen. Sie ist ein geläufiger Begriff,
aber nicht genormt. Zwillingsbereifung wird als ein Rad betrachtet, gezählt werden also die „Radstellen“.
Die Radformel gibt nicht Auskunft welche Achsen angetrieben sind. Bei Allradfahrzeugen sind nicht zwangsläufig alle Achsen
angetrieben, es sind lediglich Allradkomponenten im Triebstrang vorhanden.
Tabelle 1:
Radformel Beispiel
6x4/2
6
x
4
/
2
=
=
=
=
=
=
Anzahl der Radstellen insgesamt
keine Aussage
Anzahl der angetriebenen Räder
Es sind nur Vorderräder gelenkt
kombinierte Vorder- und Hinterradlenkung
Anzahl der gelenkten Räder
Im üblichen Sprachgebrauch wird die Anzahl der gelenkten Räder nicht genannt, wenn es nur zwei gelenkte Räder sind.
MAN gibt in den technischen Unterlagen die Anzahl der gelenkten Räder konsequenterweise trotzdem an.
2.4
Fahrzeugbezeichnung
2.4.1
Fahrzeugbezeichnung für die Baureihen L2000, M2000, F2000, E2000
Im Folgenden wird die Systematik zur Bildung der Fahrzeugbezeichnungen erklärt.
Fahrzeugbezeichnungen bestehen aus Präfix und Suffix.
Tabelle 2:
Fahrzeugbezeichnung Beispiel
26.464
26.464
FNLL
FNLL
Präfix
Suffix
Ein Präfix besteht aus:
•
•
•
Technischem Auslegungsgesamtgewicht*
Motorleistung in DIN-PS/10
Baumusterkennziffer.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
2
Tabelle 3:
Präfix-Beispiel
26.464 FNLL
26.
46
4
=
=
=
Technisches Auslegungsgesamtgewicht*
Motorleistung in DIN-PS/10, 46x10 = 460 PS,
Motorleistungen, die mit 5 PS enden, werden aufgerundet
Baumusterkennziffer
* Das technisch mögliche zulässige Gesamtgewicht wird erst dann erreicht, wenn das Fahrzeug auch mit den entsprechenden
Bauteilen ausgerüstet ist. Die Fahrzeugbezeichnung gibt keine Auskunft über den technischen Ausrüstungsstand eines Fahrzeugs.
Das Suffix besteht aus:
•
•
•
•
Fahrgestellteil
Werksaufbauteil
Maßteil
Auf-/ Umbauteil.
Tabelle 4:
Suffix-Beispiel
19.364 FLK/N-LV
FL
K
/N
-LV
=
=
=
=
Fahrgestellteil
Werksaufbauteil
Maßteil
Auf-/Umbauteil
Fahrgestellteil:
Die 1. Stelle (bei Zweiachsern) bzw. 1. und 2. Stelle bei Fahrzeugen mit mehr als zwei Achsen bedeuten:
Tabelle 5:
Fahrzeugbaureihe und -bauart im Suffix
L
=
Leichte L2000 oder Mittlere Reihe M2000L Fahrerhaus der Leichten Reihe L2000
LN
=
Mittlere Reihe M2000L Fahrerhaus der Leichten Reihe L2000, Nachlaufachse
M
=
Mittlere Reihe, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
MN
=
Nachlaufachse, Mittlere Reihe, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
MV
=
Vorlaufachse, Mittlere Reihe, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
F
=
Zweiachser, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
FN
=
Nachlaufachse, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
FV
=
Vorlaufachse, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
DF
=
Dreiachser, Doppelachse, Mittlere Reihe, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
VF
=
Vierachser, Fahrerhaus der Schweren Reihe F2000
Es folgen optional Angaben über Allradantrieb und/ oder Einzelbereifung an angetriebenen Hinterachsen:
Tabelle 6:
Kennzeichen für Allradantrieb/ Einzelbereifung im Suffix
A
=
Allradantrieb
E
=
Einzelbereifung
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
3
Federung:
Fahrzeuge mit Blattfederung an allen Achsen werden nicht besonders gekennzeichnet. Luftfederung wird durch den Buchstaben „L“
hervorgehoben, hydropneumatische Federung durch den Buchstaben „P“. Dies wird nicht ab der 1. Stelle des Suffixes,
sondern frühestens ab der 2. Stelle gezählt. Unterschieden werden folgende Federungssysteme:
Tabelle 7:
Kennzeichnung des Federungssytems im Suffix
Federungssystem
Kurzbezeichnung
Erklärung
Blatt-Blatt
ohne
Vorder- und Hinterachse(n) blattgefedert
Blatt-Luft
L
Vorderachse(n) blattgefedert, Hinterachsen luftgefedert
Luft-Luft
LL
Vollluftfederung, Vorder- und Hinterachse(n) luftgefedert
Blatt-Hydro
P
Vorderachse(n) blattgefedert, Hinterachse(n) hydropneumatisch gefedert
Lenkungsanordnung:
Linkslenker werden nicht besonders gekennzeichnet. Rechtslenker erhalten den Buchstaben „R“ im Suffix als letzte Stelle im
Fahrgestellteil, jedoch vor dem Werksaufbauteil.
Tabelle 8:
Kennzeichnung Rechtslenker
FLRS
F
L
R
S
=
=
=
=
Frontlenker mit 2 Achsen und Triebstrang wie Zweiachser
Blatt-Luft-Federung
Rechtslenker
Sattelzugmaschine
Werksaufbauteil:
Dieser Buchstabe kennzeichnet, dass eine entsprechende Aufbauart ab Werk möglich ist, es besteht aber auch die Möglichkeit
zur Lieferung ohne Aufbau.
Tabelle 9:
Werksaufbauteil
C
K
S
W
=
=
=
=
Fahrgestell (Chassis) mit und ohne Werkspritsche
Kipper
Sattelzugmaschine
Wechselbrückentraggestell
Maßteil:
Besondere, vom üblichen abweichende Bauhöhen werden mit Schrägstrich gekennzeichnet. Ob eine besondere Bauhöhe vorliegt,
wird durch die Konstruktion des gesamten Fahrgestells bestimmt. Eine Änderung der Fahrzeug-Ausstattungen, wie z.B. Umbereifung,
niedrige Montageplatte, niedrige Sattelkupplung usw., verursachen keine Änderung der Fahrzeugbezeichnung in niedrige Bauart.
Tabelle 10:
Bauhöhen
19.414 FLS/N
/
N
M
H
=
=
=
=
besondere Bauhöhe
Niedrig
Mittelhoch
Hoch
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
4
Auf-/ Umbauteil:
Ist ein Fahrgestell für einen bestimmten Aufbau oder Umbau vorgesehen, dann ist der Auf-/ Umbauteil mit einem Bindestrich (-)
abzusetzen. Dem Bindestrich folgt immer eine zweistellige Buchstabenkombination.
Tabelle 11:
Auf-/ Umbauteil
Beispiel:
19.314 FLL - PT
- KI
- HK
- KO
- LF
- LV
- PT
- TM
- NL
2.4.2
Vorbereitung für Kippbrückenaufbau
Vorbereitung für Hinterkipper
Vorbereitung für Kommunalaufbau
Vorbereitung für Löschfahrzeug
Vorbereitung für Ladekranaufbau vor der Brücke
Vorbereitung für Pkw-Transporter
Vorbereitung für Transportmischer
Vorbereitung für Einbau einer Nachlaufachse
Typnummern, Typschlüsselnummern
Tabelle 12:
L2000
TNR
Tonnage
Bezeichnung
Federung
Motor
Radformel
L20
8/9 t
8.xxx L
9.xxx L
BB
R4
4x2/2
L21
8/9 t
8.xxx L
9.xxx L
BB
R6
4x2/2
L22
8t
8.xxx LAE
BB
R4
4x4/2
L23
8t
8.xxx LAE
BB
R6
4x4/2
L24
10 t
10.xxx L
BB
R4
4x2/2
L25
10 t
10.xxx L
BB
R6
4x2/2
L26
10 t
10.xxx LAE
BB
R4
4x4/2
L27
10 t
10.xxx LAE
BB
R6
4x4/2
L33
8/9 t
8.xxx LL
9.xxx LL
BL
R4
4x2/2
L34
8/9 t
8.xxx LL
9.xxx LL
BL
R6
4x2/2
L35
10 t
10.xxx LL
BL
R4
4x2/2
L36
10 t
10.xxx LL
BL
R6
4x2/2
*)
B
L
H
*)
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
Die Federungsart wird durch folgende Kennbuchstaben dargestellt:
Blattfederung,
Luftfederung,
Hydropneumatische Federung. Jede Achse erhält einen eigenen Kennbuchstaben (beginnend mit der 1. Achse).
=
Die Motorart wird durch bis zu drei Abkürzungen dargestellt, der Buchstabe (R/ V) steht für die Bauform,
also Reihen- bzw. V-Motor und die Zahl steht für die Zylinderzahl.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
5
Tabelle 13:
M2000L mit Fahrerhaus Kompakt, Mittellang oder Doppelkabine
TNR
Tonnage
Bezeichnung
Federung
Motor
Radformel
L70
12 t
12.xxx L
BB
R4
4x2/2
L71
12 t
12.xxx L
BB
R6
4x2/2
L72
12 t
12.xxx LL
BL
R4
4x2/2
L73
12 t
12.xxx LL
BL
R6
4x2/2
L74
14 t
14.xxx L
BB
R4
4x2/2
L75
14 t
14.xxx L
BB
R6
4x2/2
L76
14 t
14.xxx LL
BL
R4
4x2/2
L77
14 t
14.xxx LL
BL
R6
4x2/2
L79
14 t
14.xxx LLL
LL
R6
4x2/2
L80
14 t
14.xxx LA
BB
R6
4x4/2
L81
15 t
15.xxx L
BB
R4
4x2/2
L82
15 t
15.xxx L
BB
R6
4x2/2
L83
15 t
15.xxx LL
BL
R4
4x2/2
L84
15 t
20 t
15.xxx LL
20.xxx LNL
BL
BLL
R6
R6
4x2/2
6x2-4
L86
15 t
20 t
15.xxx LLL
20.xxx LNLL
LL
LLL
R6
R6
4x2/2
6x2-4
L87
18 t
18.xxx L
BB
R6
4x2/2
L88
18 t
18.xxx LL
BL
R6
4x2/2
L89
18 t
18.xxx LLL
LL
R6
4x2/2
L90
18 t
18.xxx LA
BB
R6
4x4/2
L95
26 t
26.xxx DL
BBB
R6
6x4/2
Tabelle 14:
M2000M mit Fahrerhaus Nah- oder Fernverkehr
TNR
Tonnage
Bezeichnung
Federung
Motor
Radformel
M31
14 t
14.xxx M
BB
R6
4x2/2
M32
14 t
14.xxx ML
BL
R6
4x2/2
M33
14 t
14.xxx MLL
LL
R6
4x2/2
M34
14 t
14.xxx MA
BB
R6
4x4/2
M38
18 t
18.xxx M
BB
R6
4x2/2
M39
18 t
18.xxx ML
BL
R6
4x2/2
M40
18 t
18.xxx MLL
LL
R6
4x2/2
M41
18 t
18.xxx MA
BB
R6
4x4/2
M42
25 t
25.xxx MNL
BLL
R6
6x2/2
M43
25 t
25.xxx MNLL
LLL
R6
6x2/2
M44
25 t
25.xxx MVL
BLL
R6
6x2/4
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
6
Tabelle 15:
F2000
TNR
Tonnage
Bezeichnung
Federung
Motor
Radformel
T01
T02
19 t
19.xxx F
BB
R5
4x2/2
19 t
19.xxx FL
BL
R5
4x2/2
T03
19 t
19.xxx FLL
LL
R5
4x2/2
T04
19 t
19.xxx FA
BB
R5
4x4/2
T05
23 t
23.xxx FNLL
LLL
R5
6x2/2
6x2-4
T06
26 t
26.xxx FNL
BLL
R5
6x2/2
6x2-4
T07
26 t
26.xxx FNLL
LLL
R5
6x2/2
6x2-4
T08
26 t
26.xxx FVL
BLL
R5
6x2/4
T09
26 t
26.xxx DF
BBB
R5
6x4/2
T10
26 t
26.xxx DFL
BLL
R5
6x4/2
T12
27/33 t
27.xxx DFA
BBB
R5
6x6/2
T15
32 t
32.xxx VF
BBBB
R5
8x4/4
T16
35/41 t
35.xxx VF
BBBB
R5
8x4/4
T17
32 t
32.xxx VFLR
BBLL
R5/R6
8x4/4
T18
27/33 t
27.xxx DF
BBB
R5
6x4/2
T20
19 t
19.xxx FLL
LL
R5
4x2/2
T31
19 t
19.xxx F
BB
R6
4x2/2
T32
19 t
19.xxx FL
BL
R6
4x2/2
T33
19 t
19.xxx FLL
LL
R6
4x2/2
T34
19 t
19.xxx FA
BB
R6
4x4/2
T35
23 t
23.xxx FNLL
LLL
R6
6x2/2
6x2-4
T36
26 t
26.xxx FNL
BLL
R6
6x2/2
6x2-4
T37
26 t
26.xxx FNLL
LLL
R6
6x2/2
6x2-4
T38
26 t
26.xxx FVL
BLL
R6
6x2/4
T39
26 t
26.xxx DF
BBB
R6
6x4/2
T40
26 t
26.xxx DFL
BLL
R6
6x4/2
T42
27/33 t
27.xxx DFA
BBB
R6
6x6/2
T43
40 t
40.xxx DF
BBB
R6
6x4/2
T44
40 t
40.xxx DFA
BBB
R6
6x6/2
T45
32 t
32.xxx VF
BBBB
R6
8x4/4
T46
35/41 t
35.xxx VF
BBBB
R6
6x2/4
T48
27/33 t
27.xxx DF
BBB
R6
6x2/2
T50
19 t
19.xxx FLL
LL
R6
4x2/2
T62
19 t
19.xxx FL
BB
V10
4x2/2
T70
26 t
26.xxx DFL
BLL
V10
6x4/2
T72
27/33 t
27.xxx DFA
BBB
V10
6x6/2
T78
27/33 t
27.xxx DF
BBB
V10
6x4/2
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
7
Tabelle 16:
ÖAF-Sonderfahrzeuge
TNR
Tonnage
Bezeichnung
Federung
Motor
E40
26 t
Radformel
26.xxx DFLR
BBB
R6
6x4/2
R6
8x8/4
8x4/4
E41
41 t
41.xxx VFA
BBBB
BBLL
E42
26 t
26.xxx FVL
BLL
R6
6x2/4
E47
28 t
28.xxx FAN
28.xxx DFA
BBB
R5
6x4-4
6x6-4
E50
30/33 t
33.xxx DFAL
BLL
R5
6x6/2
E51
19 t
19.xxx FL
BL
R5
4x2/2
E52
19 t
19.xxx FAL
BL
R5
4x4/2
E53
26 t
26.xxx FNL
BLL
R5
6x2-4
6x4-4
E54
26 t
26.xxx FN
BBB
R5
6x2/2
E55
32 t
32.xxx VFL
BBLL
R5
8x2/4
6x2-6
8x4/4
E56
26 t
26.xxx FAVL
BLL
R5
6x4/4
E58
41/50 t
41.xxx VFA
BBBB
R5
8x8/4
8x6/4
8x4/4
E59
33 t
33.xxx DFL
BLL
R5
6x2/2
6x4/2
E60
30/33 t
33.xxx DFAL
BLL
R6
6x6/2
E61
19 t
19.xxx FL
BL
R6
4x2/2
E62
19 t
19.xxx FAL
BL
R6
4x4/2
E63
26 t
26.xxx FNL
BLL
R6
6x2-4
6x4-4
E64
26 t
26.xxx FN
BBB
R6
6x2/2
E65
32 t
32.xxx VFL
BBLL
R6
8x2/4
8x2-6
8x4/4
E66
26 t
26.xxx FAVL
BLL
R6
6x4/4
E67
28 t
28.xxx FANL
28.xxx FNAL
BLL
R6
6x4-4
6x6-4
E68
41/50 t
41.xxx VFA
BBBB
R6
8x8/4
8x6/4
8x4/4
E69
33 t
33.xxx DFL
BLL
R6
6x2/2
6x4/2
E72
33 t
33.xxx DFAP
BHH
R6
6x6-4
E73
32/35 t
32.xxx FVNL
BLLL
R6
8x2/4
8x2-6
E74
42 t
42.xxx VFP
BBHH
R6
8x4-6
E75
41 t
41.xxx DFVL
BLBB
BLLL
R6
8x4/4
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
8
Tabelle 16:
ÖAF-Sonderfahrzeuge (Fortsetzung)
TNR
Tonnage
Bezeichnung
Federung
E77
50 t
50.xxx VFVP
E78
42 t
42.xxx VFAP
E79
50 t
50.xxx VFAVP
E88
35 t
36.xxx VFL
E94
40 t
E95
E98
E99
Motor
Radformel
BBHHH
R6
10x4-8
BBHH
R6
8x8-6
BBHHH
R6
10x8-8
BBLL
V10
8x4/4
40.xxx DFA
40.xxx DFAL
BBB
BLL
V10
6x6/2
41 t
41.xxx DFVL
BLBB
BLLL
V10
8x4/4
50 t
50.xxx VFA
BBBB
V10
8x8/4
33 t
33.xxx DF
33.xxx DFL
BBB
BLL
V10
6x4/2
2.5 Motorbezeichnungen
Tabelle 17:
Motorbezeichnung
Dieselmotor
+ 100 mm = Zylinderbohrungsdurchmesser in mm
mal 10 + 100 = Hub in mm
Zylinderzahl
Ansaugluftbeschaffung
Leistungsvariante
Motoreneinbau
Kurzzeichenerklärung:
D = Diesel
E = Erdgas
L = Ladeluftkühlung
F = Fronteinbau, Motor stehend
H = Heckeinbau, Motor stehend (Bus)
Tabelle 18:
X XX X X X(X) (X) (X) (X)
D 08 2 6 L
F
D
08
2
6
L
F
Motorbezeichnung Beispiel
Dieselmotor
+ 100 mm = 128 mm Bohrung
mal 10 + 100 = 140 mm Hub
0 = 10 Zylinder
Ladeluftkühlung
Fronteinbau, stehend
D 28
D
28
4 0
L
F
4
0
L
F
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
9
3.
Allgemeines
3.1
Rechtliche Vereinbarungen und Genehmigungsablauf
Nationale Vorschriften sind einzuhalten. Das durchführende Unternehmen bleibt auch nach der Zulassung des Fahrzeugs
verantwortlich, wenn die zuständigen Stellen in Unkenntnis über die Betriebssicherheit des Produkts eine Zulassung erteilten.
3.1.1
Voraussetzungen
Das ausführende Unternehmen muss zusätzlich zu diesen Aufbaurichtlinien alle auf den Betrieb und Aufbau des Fahrzeugs
anzuwendenden
•
•
•
Gesetze und Verordnungen
Unfallverhütungsvorschriften
Betriebsanleitungen
beachten. Normen sind technische Standards, sie sind daher Mindestanforderungen. Wer nicht bemüht ist,
diese Mindestanforderungen einzuhalten, handelt fahrlässig. Normen sind verbindlich, wenn sie Bestandteil von Vorschriften sind.
3.1.2
Betriebs- und Verkehrssicherheit
Um Betriebs- und Verkehrssicherheit herzustellen und Garantieansprüche aufrecht zu erhalten sind vom Aufbauhersteller
die Hinweise in dieser Aufbaurichtlinie genau zu beachten. Für Nichteinhaltung übernimmt MAN keine Haftung.
Vor Beginn von Auf- Um- oder Einbauarbeiten muss der Aufbauhersteller auch Kenntnis über die mit seinen Arbeiten
zusammen hängenden Kapitel der Betriebsanleitung haben. Gefahren können sonst nicht erkannt werden und andere Personen
können gefährdet werden.
Für die Zuverlässigkeit, Sicherheit und die Eignung kann MAN dann nicht haften, wenn:
•
•
•
Aufbauten nicht nach diesen Aufbaurichtlinien gefertigt/aufgebaut werden
Originalteile oder freigegebene Teile und Umbauten gegen andere Teile ausgetauscht werden
Nicht genehmigte Änderungen am Fahrzeug vorgenommen werden.
Genehmigungen durch Dritte, z.B. Prüfstellen oder behördliche Genehmigungen schließen Sicherheitsrisiken nicht aus.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
10
3.1.3
Auskünfte
Auskünfte von MAN auf telefonische Anfragen sind unverbindlich, es sei denn, sie werden schriftlich bestätigt. Anfragen sind an
die jeweils zuständige Abteilung der MAN zu richten. Angaben beziehen sich auf Einsatzverhältnisse wie sie in Europa üblich sind.
Besondere Berücksichtigung finden die in Deutschland gültigen Vorschriften, wie z.B. die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung.
Davon abweichende Maße, Gewichte und andere Basiswerte müssen bei der Aufbauauslegung, Aufbaubefestigung und
Hilfsrahmengestaltung berücksichtigt werden. Die durchführende Firma muss dafür sorgen, dass das Gesamtfahrzeug den
zu erwartenden Einsatzverhältnissen standhält. Für gewisse Aggregate, wie z.B. Ladekräne, Ladebordwände, Seilwinden ect. haben
die jeweiligen Hersteller eigene Aufbauvorschriften ausgearbeitet. Sofern sie im Vergleich zu den MAN-Aufbaurichtlinien weitere
Auflagen vorschreiben, sind auch diese einzuhalten.
Hinweise auf
•
•
•
•
•
gesetzliche Bestimmungen
Unfallverhütungsvorschriften
Verordnungen der Berufsgenossenschaften
Arbeitsvorschriften
sonstige Richtlinien und Quellenangaben
sind keineswegs vollständig und lediglich als Informationsanregung gedacht. Sie ersetzen nicht die eigene Prüfpflicht des Unternehmens.
Von der jeweiligen Berufsgenossenschaft oder über die Carl-Heymanns-Verlag KG sind erhältlich:
•
•
•
•
•
Unfallverhütungsvorschriften
Richtlinien
Sicherheitsregeln
Merkblätter
andere berufsgenossenschaftliche Schriften für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin.
Diese Schriften gibt es als Einzelschriften und als Verzeichnisse.
Durch Fahrzeugänderungen, durch den Aufbau und seine Gestaltung sowie durch den Betrieb von Aggregaten mittels Fahrzeugmotor
wird der Kraftstoffverbrauch erheblich beeinflusst. Es wird daher erwartet, dass die durchführende Firma ihre Konstruktion so gestaltet,
dass ein möglichst niedriger Kraftstoffverbrauch erreicht wird.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
11
3.2
Verantwortung
Die Verantwortung für eine fachgerechte
•
•
•
•
Konstruktion
Produktion
Montage von Aufbauten
Änderung von Fahrgestellen
hat immer und in vollem Umfang das Unternehmen, welches den Aufbau herstellt, montiert oder die Änderung ausführt
(Produzentenhaftung). Dies gilt auch dann, wenn MAN den Aufbau oder die Änderung ausdrücklich genehmigt hat.
Von MAN schriftlich genehmigte Aufbauten/ Umbauten entbinden den Aufbauhersteller nicht von seiner Produktverantwortung.
Erkennt das durchführende Unternehmen bereits im Planungsstadium oder in den Absichten des
•
•
•
•
Kunden
Anwenders
eigenen Personals
Fahrzeugherstellers
einen Fehler, so ist der Betroffene auf seinen Fehler aufmerksam zu machen.
Das Unternehmen ist dafür verantwortlich, dass die
•
•
•
•
Betriebssicherheit
Verkehrssicherheit
Wartungsmöglichkeit
Fahreigenschaften
des Fahrzeugs keine nachteiligen Eigenschaften aufweisen.
Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit muss sich das Unternehmen bei
•
•
•
•
•
•
Konstruktion
Produktion von Aufbauten
Montage von Aufbauten
Änderung von Fahrgestellen
Instruktionen
Betriebsanleitungen
nach dem neuesten Stand der Technik und nach den anerkannten Regeln des Fachs richten.
Erschwerte Einsatzverhältnisse sind zusätzlich zu berücksichtigen.
3.3
Qualitätssicherung
Zur Erfüllung der hohen Qualitätserwartungen unserer Kunden und unter dem Gesichtspunkt der internationalen
Produkthaftungsgesetzgebung ist eine laufende Qualitätsüberwachung auch bei der Durchführung von Umbauten und
der Herstellung/ Montage von Aufbauten erforderlich. Dies setzt ein funktionierendes Qualitätssicherungssystem voraus.
Dem Aufbauhersteller wird empfohlen, ein den allgemeinen Anforderungen und anerkannten Regeln entsprechendes
Qualitätsmanagement-System (z.B. nach DIN EN ISO 9000 ff oder VDA 8) einzurichten und nachzuweisen.
Ein Nachweis zur Qualifizierung kann z.B. auch gegeben sein durch:
•
•
•
•
eine erteilte Selbstauskunft nach VDA-Checkliste oder der eines anderen Fahrzeugherstellers
positiv durchgeführte Systemaudits anderer Fahrzeughersteller (second-party-audit)
Auditierung des QM-Systems von einer akkreditierten Institution (third-party-audit)
Vorliegen eines entsprechenden Zertifikats.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
12
Ist MAN der Auftraggeber des Aufbaus oder der Änderung wird einer der o.a. Qualifizierungsnachweise verlangt.
MAN Truck & Bus AG behält sich vor, beim Lieferanten ein eigenes Systemaudit nach VDA 8 oder entsprechende
Prozessablaufuntersuchungen durchzuführen. Für die Freigabe von Aufbauherstellern als Lieferanten ist bei MAN
die Qualitätssicherung, Abteilung QS zuständig.
Der VDA-Band 8 ist mit den Aufbauherstellerverbänden ZKF (Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik) und BVM
(Bundesverband Metall Vereinigung Deutscher Metallhandwerke) sowie mit dem ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) abgestimmt.
Schriften:
VDA Band 8
Mindestanforderungen an ein Managementsystem bei Anhänger- und Aufbautenhersteller,
sind beim Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA), http://www.vda-qmc.de/de/index.php erhältlich.
3.4
Genehmigung
Eine Genehmigung für einen Aufbau oder eine Fahrgestelländerung durch MAN ist nicht erforderlich, wenn die Aufbauten oder
Änderungen nach diesen Aufbaurichtlinien durchgeführt werden.
Genehmigt MAN einen Aufbau oder eine Fahrgestelländerung, so bezieht sich diese Genehmigung
•
•
bei Aufbauten nur auf die grundsätzliche Verträglichkeit mit dem jeweiligen Fahrgestell und den Schnittstellen
zum Aufbau (z.B. Dimensionierung und Befestigung des Hilfsrahmens)
bei Fahrgestelländerungen nur auf die grundsätzliche konstruktive Zulässigkeit für das betroffene Fahrgestell.
Der Genehmigungsvermerk, den MAN auf den vorgelegten technischen Unterlagen einträgt, umfasst nicht die Überprüfung der
•
•
•
Funktion
Konstruktion
Ausstattung des Aufbaus oder der Änderung.
Die Einhaltung dieser Aufbaurichtlinien befreit den Anwender nicht von seiner Verantwortung für eine technisch einwandfreie
Aufbau- oder Änderungsausführung. Der Genehmigungsvermerk betrifft nur solche Maßnahmen oder Teile, die aus den vorgelegten
technischen Unterlagen zu entnehmen sind.
MAN behält sich vor, die Erteilung von Aufbau- oder Änderungsgenehmigungen abzulehnen, auch wenn früher bereits eine
vergleichbare Genehmigung erteilt wurde. Der technische Fortschritt lässt eine Gleichbehandlung nicht ohne weiteres zu.
MAN behält sich weiterhin vor, diese Aufbaurichtlinien jederzeit zu ändern oder für einzelne Fahrgestelle von diesen Aufbaurichtlinien
abweichende Anleitungen zu erteilen.
Haben mehrere gleiche Fahrgestelle gleiche Aufbauten oder Änderungen, so kann MAN zur Vereinfachung eine Sammelgenehmigung erteilen.
3.5
Vorlage der Unterlagen
Unterlagen sind nur dann an MAN zu senden, wenn Auf-/ Umbauten von diesen Aufbaurichtlinien abweichen.
Vor Beginn der Arbeiten am Fahrzeug sind genehmigungs- und prüffähige technische Unterlagen an MAN, Abt. ESC zu senden
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“). Fahrgestellzeichnungen, Datenblätter usw. können ebenfalls bei dieser Anschrift
angefordert werden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
13
Ein zügiger Genehmigungsablauf erfordert:
•
•
•
mindestens zweifache Ausfertigung der Unterlagen
möglichst geringe Anzahl der Schriftstücke
vollständige technische Angaben und Unterlagen.
Folgende Angaben sollen enthalten sein:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Fahrzeugtyp mit
Fahrerhausausführung
Radstand
Rahmenüberhang
hintere Überhanglänge (Fahrzeugüberhang)
Fahrzeugidentifizierungsnummer
Fahrzeugnummer (siehe 2.2)
Maß von Aufbaumitte bis Mitte letzter Achse
Schwerpunktlage von Nutzlast und Aufbau
Aufbauabmessungen
Werkstoff und Dimension des verwendeten Hilfsrahmens
Aufbaubefestigung am Fahrgestellrahmen
Beschreibung der Abweichungen von den „MAN-Aufbaurichtlinien Lkw“
evtl. Hinweise auf gleiche oder ähnliche Fahrzeuge
Nicht prüf- und genehmigungsfähig sind:
•
•
•
•
Stücklisten
Prospekte
unverbindliche Informationen
Fotos.
Einige Aufbauarten, wie z.B. Ladekran, Seilwinde usw., erfordern besondere und für ihre Eigenart typische Angaben.
In den eingereichten Unterlagen sind alle wichtigen Längenmaße sinngemäß auf die Radmitte der ersten Achse zu beziehen.
Zeichnungen haben ihren Aussagewert nur unter der ihnen zugeteilten Nummer. Es ist deshalb nicht zulässig, in den von MAN
zur Verfügung gestellten Fahrgestellzeichnungen die Aufbauten oder Änderungen einzuzeichnen und zur Genehmigung vorzulegen.
3.6
Gewährleistung
Gewährleistungsansprüche bestehen nur im Rahmen des Kaufvertrages zwischen Käufer und Verkäufer.
Danach obliegt die Gewährleistungsverpflichtung dem jeweiligen Verkäufer des Liefergegenstandes.
Gewährleistungsansprüche gegen MAN bestehen nicht, wenn der beanstandete Fehler darauf beruht, dass
•
•
•
diese Aufbaurichtlinien nicht eingehalten wurden
im Hinblick auf den Einsatzzweck des Fahrzeugs ein ungeeignetes Fahrgestell gewählt wurde
der Schaden am Fahrgestell herbeigeführt wurde durch
den Aufbau
Art/ Durchführung der Aufbaumontage
die Fahrgestelländerung
unsachgemäße Bedienung.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
14
3.7
Haftung
Von MAN festgestellte Arbeitsfehler sind zu berichtigen. Soweit dies gesetzlich zulässig ist, wird jede Haftung von MAN,
insbesondere für Folgeschäden, ausgeschlossen.
Die Produkthaftung regelt:
•
•
die Haftung des Herstellers für sein Produkt oder Teilprodukt
den Ausgleichsanspruch des in Anspruch genommenen Herstellers gegen den Hersteller eines integrierten Teilprodukts,
wenn der aufgetretene Schaden auf einem Fehler des Teilproduktes beruht
Das Unternehmen, welches den Aufbau oder die Fahrgestelländerung ausführt, hat MAN von jeder etwaigen Haftung gegenüber ihrem
Kunden oder sonstigen Dritten freizustellen, sofern ein eingetretener Schaden darauf beruht, dass
•
•
•
das Unternehmen diese Aufbaurichtlinien nicht eingehalten hat,
der Aufbau oder die Fahrgestelländerung Schäden durch fehlerhafte
Konstruktion
Herstellung
Montage
Instruktion
verursacht haben
in sonstiger Weise den niedergelegten Grundsätzen nicht entsprochen wurde.
3.8
Typprüfung
Jedes in Deutschland in den Verkehr kommende Fahrzeug muss amtlich zugelassen sein.
Die Zulassung erfolgt durch die örtliche Zulassungsstelle nach Vorlage des Fahrzeugbriefs.
EBE-Abnahme: (EBE = Einzel-Betriebserlaubnis)
Die Fahrzeugbrieferstellung wird von einem technischen Dienst (DEKRA, TÜA, TÜV) nach Begutachtung des Fahrzeugs durchgeführt.
ABE-Abnahme für Komplettfahrzeuge: (ABE = Allgemeine Betriebserlaubnis)
Die Fahrzeugbrieferstellung wird vom Fahrzeughersteller durchgeführt.
ABE-Abnahme für Fahrgestelle: (ABE = Allgemeine Betriebserlaubnis)
Die Fahrzeugbrieferstellung wird vom Fahrgestellhersteller durchgeführt, die Komplettierung des Fahrzeugbriefs erfolgt nach
Aufbauabnahme durch einen technischen Dienst (DEKRA, TÜA, TÜV).
Für Fahrzeuge zum Transport gefährlicher Güter ist nach GGVS oder ADR eine zusätzliche Abnahme vorgeschrieben.
Änderungen, welche die Betriebserlaubnis berühren, dürfen nur von der zuständigen amtlichen Stelle nachgetragen werden.
Das Erlöschen der Betriebserlaubnis bedeutet auch das Erlöschen des Versicherungsschutzes.
Auf Verlangen der zuständigen Behörden, des amtlich anerkannten Sachverständigen, des Kunden oder der MAN-Fachabteilungen
ist eine mit MAN-Genehmigungsvermerk versehene Zeichnung vorzuweisen, u.U. genügt ein rechnerischer Nachweis oder die Vorlage
dieser Aufbaurichtlinien.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
15
3.9
Sicherheit
Die am Fahrgestell/ Fahrzeug tätigen Unternehmen sind haftbar für Schäden, die auf mangelhafte Funktions- und Betriebssicherheit
oder mangelhafte Betriebsanleitungen zurückzuführen sind. MAN verlangt daher vom Aufbauhersteller bzw. Fahrzeugumbauer:
•
•
•
•
•
•
höchstmögliche Sicherheit entsprechend dem Stand der Technik
verständliche und ausreichende Betriebsanleitungen
gut sichtbare und dauerhaft angebrachte Hinweisschilder auf Gefahrenpunkte für Bediener und/ oder dritte Personen
Einhaltung erforderlicher Schutzmaßnahmen (z.B. Brand- und Explosionsschutz)
vollständige Angaben zur Toxikologie
vollständige Angaben zur Ökologie.
3.9.1
Funktions- und Betriebssicherheit
Die Sicherheit hat Vorrang! Alle technischen Möglichkeiten zur Vermeidung von Betriebsunsicherheiten sind auszunützen.
Dies gilt gleichermaßen für die
•
•
aktive Sicherheit = Verhinderung von Unfällen. Hierzu zählen:
Fahrsicherheit
als Ergebnis der Gesamtfahrzeugkonzeption mit Aufbau
Konditionssicherheit
als Folge einer möglichst geringen körperlichen Belastung der Insassen durch Schwingungen, Geräusche, klimatische
Einflüsse usw.
Wahrnehmungssicherheit
vor allem die richtige Gestaltung von Beleuchtungseinrichtungen, Warneinrichtungen, ausreichende direkte Sicht,
ausreichende indirekte Sicht
Bedienungssicherheit
hierzu zählt die optimale Bedienbarkeit aller Einrichtungen, auch die des Aufbaus
passive Sicherheit = Vermeidung und Verminderung von Unfallfolgen. Hierzu zählen:
Äußere Sicherheit
wie z.B. Gestaltung des Fahrzeug- und Aufbauaußenbereichs hinsichtlich Deformationsverhalten, Montage von Schutzeinrichtungen
Innere Sicherheit
umfasst den Schutz der Insassen von Fahrzeugen, aber auch Kabinen, die von Aufbaufirmen montiert werden.
Klima und Umweltbedingungen haben Auswirkungen auf:
•
•
•
•
•
Betriebssicherheit
Einsatzbereitschaft
Betriebsverhalten
Lebensdauer
Wirtschaftlichkeit.
Klima- und Umwelteinflüsse sind z.B.
•
•
•
•
•
Temperatureinflüsse
Feuchtigkeit
aggressive Stoffe
Sand und Staub
Strahlung.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
16
Die ausreichende Freigängigkeit aller für einen Bewegungsvorgang dienenden Teile, dazu zählen auch alle Leitungen,
muss gewährleistet sein.
Die Betriebsanleitungen der MAN-Lkw geben Auskunft über die Wartungsstellen am Fahrzeug. Unabhängig von der Aufbauart
ist in allen Fällen auf eine gute Zugänglichkeit der Wartungsstellen zu achten. Die Wartung muss ohne Ausbau irgendwelcher
Teile ungehindert erfolgen können. Für ausreichende Belüftung und/ oder Kühlung der Aggregate ist zu sorgen.
3.9.2
Anleitungen für MAN-Lkw
Zu jedem MAN-Lkw gehören:
•
•
•
•
•
Betriebsanleitung
Einlegeteile als Bestandteil der Betriebsanleitung
Wartungsempfehlungen
Wartungsheft
Wartungsanleitungen (gegen Schutzgebühr über den Ersatzteildienst zu beziehen).
Betriebsanleitungen
vermitteln den Fahrern und Fahrzeughaltern alles Wissenswerte darüber, wie Fahrzeuge bedient und betriebsbereit gehalten werden.
Es sind auch für Fahrer/ Fahrzeughalter wichtige Sicherheitshinweise enthalten.
Einlegeblätter
geben die technischen Daten eines ganz bestimmten Fahrzeugtyps oder mehrerer sehr ähnlicher Fahrzeugtypen an und ergänzen
so die Betriebsanleitungen. Für technische Neuerungen und Änderungen an bestimmten Fahrzeugen werden ebenfalls Einlegeblätter
herausgegeben, wenn die Betriebsanleitung selbst noch nicht überarbeitet ist.
Wartungsempfehlungen
werden im gleichen Format wie die Betriebsanleitungen in DIN A5 quer herausgegeben. Sie beschreiben die Wartungssysteme und
nennen Betriebsstoffspezifikationen, Aggregatefüllmengen und die namentlich zugelassenen Betriebsstoffe. Sie gehören als
Ergänzung zu jeder Betriebs- und Wartungsanleitung. Die Broschüre „Wartungsempfehlungen“ erscheint ca. alle 6-12 Monate.
Wartungsanleitungen
nennen die Wartungsumfänge, die zur Wartung erforderlichen technischen Daten und beschreiben die einzelnen Arbeiten detailliert.
Sowohl Betriebs- als auch Wartungsanleitungen werden für „Fahrzeugfamilien“ erstellt. Das heißt, dass z.B. in der Betriebsanleitung
„Frontlenker Schwere Reihe - F2000“ alle schweren Frontlenkerfahrzeuge, gleichgültig welche und wie viele Achsen oder welcher
Motor, zusammengefasst sind. In Ausnahmefällen werden für Großkunden auch typenspezifische Betriebs- und Wartungsanleitungen
erstellt.
Wartungsheft
gibt Auskunft über die notwendigen Wartungsdienste und enthält Felder zum Nachweis über termin- und fachgerecht durchgeführte
Wartungsarbeiten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
17
3.9.3
Anleitungen von Auf- und Umbaufirmen
Der Betreiber des Fahrzeugs hat auch beim Aufbau oder bei Fahrzeugänderungen durch Umbaufirmen einen Anspruch auf
eine Betriebsanleitung. Alle spezifischen Produktvorzüge sind nutzlos, wenn es dem Kunden nicht ermöglicht wird das Produkt
•
•
•
•
sicher und funktionsgerecht zu handhaben
rationell und mühelos zu nutzen
fachgerecht instand zu halten
souverän in allen Funktionen zu beherrschen.
Demzufolge hat auch jeder Fahrzeugaufbauer und -umbauer seine technischen Anleitungen zu überprüfen auf:
•
•
•
•
•
Verständlichkeit
Vollständigkeit
Richtigkeit
korrekte Nachvollziehbarkeit
produktspezifische Sicherheitshinweise.
Eine mangelhafte oder nicht vollständige Betriebsanleitung hat erhebliche Risikofaktoren für den Anwender.
Mögliche Auswirkungen sind:
•
•
•
•
•
Mindernutzen, weil Produktvorteile unerkannt bleiben
Reklamationen und Ärger
Ausfälle und Schäden, die meist dem Fahrgestell angelastet werden
unerwartete und unnötige Mehrkosten durch Reparaturen und Zeitverlust
ein negatives Image und damit geringe Neigung zu Folgekäufen.
Je nach Fahrzeugaufbau oder -änderung ist das Bedienungspersonal über die Bedienung und Wartung zu unterrichten.
Die Unterweisung muss auch die mögliche Beeinflussung des statischen und dynamischen Fahrzeugverhaltens beinhalten.
3.10
Haftungsbeschränkung für Zubehör/ Ersatzteile
Zubehör- und Ersatzteile, die MAN nicht hergestellt oder zur Verwendung in seinen Produkten nicht freigegeben hat,
können die Verkehrs- und Betriebssicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigen und Gefahrensituationen schaffen.
Die MAN Truck & Bus Aktiengesellschaft (bzw. der Verkäufer) übernimmt keine Haftung für Ansprüche gleich welcher Art,
die ihren Grund in der Kombination des Fahrzeuges mit einem Zubehörteil eines anderen Herstellers haben, es sei denn,
die MAN Truck & Bus Aktiengesellschaft (bzw. der Verkäufer) hat das Zubehörteil selbst vertrieben oder an dem Fahrzeug
(bzw. dem Vertragsgegenstand) angebracht.
3.11
Ausnahmegenehmigungen
Auf schriftlichen Antrag kann MAN Ausnahmen von bestehenden technischen Vorgaben geben, soweit diese mit der Funktions-,
Verkehrs- und Betriebssicherheit vereinbar sind. Diese Maßnahmen beziehen sich z.B. auf:
•
•
•
die zulässigen Achslasten
das zulässige Gesamtgewicht
Änderungen von
eingebauten Teilen
nachträglicher Einbau von Aggregaten
Änderung von Abmessungen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
18
Eine von MAN erstellte Ausnahmegenehmigung ist für die zuständige Behörde nicht bindend. MAN hat keinen Einfluss auf die Erteilung
von Ausnahmegenehmigungen durch die jeweilige Behörde. Liegt die betroffene Maßnahme außerhalb der StVZO, so ist vorher
eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Landesregierung einzuholen.
Grundsätzlich muss jede Ausnahmegenehmigung vom amtlich anerkannten Sachverständigen (aaS.) geprüft und abgenommen,
sowie von der zuständigen Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Wenn ein Teilegutachten nach §19/ 3 StVZO
vorliegt, dann genügt die Bestätigung des ordnungsgemäßen Einbaus durch einen amtlich anerkannten Prüfer.
Die häufigsten Fälle zur Erlangung einer technischen Ausnahmegenehmigung sind:
•
•
•
•
Umbereifung (siehe 3.12)
Heraufsetzung der zulässigen Anhängelast (siehe 3.13)
Heraufsetzung der zulässigen Vorderachslast (siehe 3.14)
Heraufsetzung des zulässigen Gesamtgewichtes (siehe 3.15).
3.12
Umbereifung
Die Reifentragfähigkeit ist mitbestimmend für die zulässige Achslast. Ist die Reifentragfähigkeit geringer als die technisch oder
gesetzlich zulässige Achslast des Lkw‘s, so vermindert sich die zulässige Achslast entsprechend. Umgekehrt erhöht sich
die zulässige Achslast nicht, wenn Reifen mit einer höheren Tragfähigkeit als die serienmäßig zulässige Achslast montiert werden.
Die auf den Reifen befindlichen Kennzeichnungen und die Reifenhandbücher der Hersteller geben Auskunft über die technischen
Reifendaten. Deshalb ist Folgendes beachten:
•
•
•
•
Tragfähigkeits-Kennzahl (Last-Index)
bei Einzelbereifung
bei Zwillingsbereifung
Geschwindigkeits-Kennbuchstabe
Reifenluftdruck
bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs.
Reifen- und Felgengröße müssen zueinander passen. Die Zuordnung eines Reifens muss genehmigt sein:
•
•
zu einer bestimmten Felge vom Reifen- und Felgenhersteller
zu einem bestimmten Fahrzeug von MAN.
Eine schriftliche Genehmigung von MAN ist nur dann erforderlich, wenn in den Fahrzeugpapieren die vorgesehene Bereifung nicht aufgeführt ist.
Eine Änderung der Bereifung beeinflusst:
•
•
•
Fahrmechanik
Fahrgeschwindigkeit
Zugkraft
Steigfähigkeit
Bremswerte
Kraftstoffverbrauch
Fahrzeugmaße
Höhenmaße über Boden
- Reifeneinfederung
Lenkeinschlagwinkel
Spurkreise
Wendekreis
Reifenfreigang
Fahreigenschaften.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
19
Die Referenzgeschwindigkeit eines Reifens darf nicht oder nur unter Einhaltung eines Tragfähigkeitsabschlages überschritten werden.
Bei der Referenzgeschwindigkeit ist nicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges maßgebend, sondern
die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit. Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit ist die aufgrund der Motordrehzahl und
Gesamtübersetzung erreichbare Höchstgeschwindigkeit oder die aufgrund eines Höchstgeschwindigkeitsbegrenzers (HGB)
erreichbare Höchstgeschwindigkeit.
Es gibt Reifen, die unabhängig von ihrer Tragfähigkeit oder der jeweiligen Belastung eine vorgegebene,
bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten dürfen.
Aufgrund ihres besonderen Einsatzes können bestimmte Fahrzeuge, wie z.B. Feuerwehr- und Flugfeldtankfahrzeuge,
eine höhere Tragfähigkeit erhalten (siehe Unterlagen der Reifen- und Felgenhersteller).
Unterschiedliche Reifengrößen zwischen Vorder- und Hinterachse(n) sind bei Allradfahrzeugen nur dann möglich,
wenn die Reifenumfangsdifferenz der verwendeten Reifengrößen nicht mehr als 2% beträgt.
Die Hinweise im Kapitel ‚Aufbauten‘ in Bezug auf Gleitschutzketten, Tragfähigkeit und Freigängigkeit sind zu beachten.
Wird zwischen Vorder- und Hinterachse(n) auf verschiedene Reifengrößen umbereift, ist die Grundeinstellung der Scheinwerfer
zu kontrollieren und ggf. zu ändern. Dies muss auch bei Fahrzeugen mit Leuchtweitenregulierung direkt am Scheinwerfer geschehen
(siehe auch Kapitel ‚Elektrik’, Leitungen‘, Abschnitt ‚Beleuchtungsanlage‘).
Bei Fahrzeugen, die mit Höchstgeschwindigkeitsbegrenzern (HGB) oder ABS und ASR ausgestattet sind, müssen diese Geräte nach
erfolgter Umbereifung neu eingestellt werden. Dies kann ausschließlich mit dem Diagnosesystem MAN-CATS ® erfolgen.
Folgende Angaben müssen vorliegen, wenn MAN eine Bestätigung für eine Umbereifung erstellen soll:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
MAN-Fahrzeugmodell
Fahrzeugidentifizierungsnummer (siehe 2.2)
Fahrzeugnummer (siehe 2.2)
das Fahrzeug wird umbereift:
nur an der(n) Vorderachse(n)
nur an der(n) Hinterachse(n)
an allen Rädern
gewünschte Reifengröße:
vorn
hinten
gewünschte Felgengröße:
vorn
hinten
gewünschte zulässige Achslast
vorne
hinten
gewünschtes zulässiges Gesamtgewicht
aktuelle zulässige Lasten
zulässige Vorderachslast
zulässige Hinterachslast
zulässiges Gesamtgewicht
aktuelle bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
20
3.13
Heraufsetzen der zulässigen Anhängelast
Wird eine höhere Anhängelast als die serienmäßige gewünscht, so kann MAN eine technische Unbedenklichkeitsbescheinigung
ausstellen. Die maximale Anhängelast wird begrenzt durch:
•
•
•
•
•
•
behördliche Vorschriften
die eingebaute Anhängekupplung
den Schlußquerträger
die Mindestmotorleistung
die Bremsanlage
die Triebstrangauslegung (z.B. Getriebe, Achsübersetzung, Motorkühlung).
Serienmäßige Schlußquerträger für Anhängekupplungen sind in der Regel nicht für den Betrieb mit Starrdeichselanhängern/
Zentralachsanhängern) geeignet. Der Schlußquerträger lässt auch dann den Betrieb mit derartigen Anhängern nicht zu, wenn
die angebaute Anhängekupplung aufgrund der zulässigen Stützlast dies ermöglichen würde. Stützlast und D-Wert allein sind nicht
ausreichende Kriterien für die Auswahl des Schlußquerträgers. Um den geeigneten Schlußquerträger bestimmen zu können,
befinden sich im Kapitel ‚Fahrgestelle ändern‘, Abschnitt ‚Verbindungseinrichtungen‘ zwei Tabellen, die die Zuordnung
der Schlußquerträger zu den Fahrzeugen erlauben.
Wird ein Lkw als Zugmaschine eingesetzt, dann ist u.U. ein Umbau in eine Zugmaschine erforderlich.
Das umgebaute Fahrzeug muss dem Begriff „Zugmaschine“ gerecht werden. Die jeweiligen Vorschriften definieren diesen Begriff.
Soll MAN eine Bestätigung ausstellen, so müssen folgende Angaben vorliegen:
•
•
•
•
•
MAN-Fahrzeugmodell
Fahrzeugidentifizierungsnummer oder Fahrzeugnummer (siehe 2.2)
zulässiges Gesamtgewicht
vorgesehene Anhängekupplung
gewünschte Anhängelast.
3.14
Heraufsetzen der zulässigen Achslast
Reicht die serienmäßig zulässige Achslast nicht aus, so kann bei manchen Fahrzeugen eine höhere zulässige Achslast zugestanden
werden. Voraussetzung ist jedoch, dass das betreffende Fahrzeug auch die für die höhere Vorderachslast notwendigen Bauteile,
wie z.B. Federn, Bereifung und Bremsausrüstung aufweist. Für eine Bestätigung müssen folgende Angaben vorliegen:
•
•
•
•
•
•
•
•
MAN-Fahrzeugmodell
Fahrzeugidentifizierungsnummer oder Fahrzeugnummer (siehe 2.2)
zulässiges Gesamtgewicht
zulässige Vorderachslast
zulässige Hinterachslast
bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit
Bereifungs- und Felgengröße an allen Achsen
gewünschte zulässige Lasten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
21
3.15
Heraufsetzen des zulässigen Gesamtgewichtes
Voraussetzung für ein höheres zulässiges Gesamtgewicht als das serienmäßige ist, dass die hierfür notwendigen Bauteile eingebaut
sind. Geht das höhere zulässige Gesamtgewicht über das gesetzlich zulässige hinaus, so gesteht der Gesetzgeber in Deutschland in
der Regel nur dann höhere zulässige Gewichte zu, wenn unteilbare Ladegüter transportiert werden.
Ein gesetzlicher Anspruch auf die behördliche Ausnahme besteht nicht.
Hinsichtlich der technischen Möglichkeit der Gesamtgewichtserhöhung ist Rücksprache mit MAN, Abt. ESC zu halten
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Für die Ausstellung einer Bestätigungsanforderung sind folgende Daten notwendig:
•
•
•
•
•
•
•
•
MAN-Fahrzeugmodell
Fahrzeugidentifizierungsnummer oder Fahrzeugnummer (siehe 2.2)
zulässiges Gesamtgewicht
zulässige Vorderachslast
zulässige Hinterachslast
Höchstgeschwindigkeit
aktuelle Bereifungsgröße vorne und hinten
aktuelle Felgengröße vorne und hinten
3.16
Herabsetzen des zulässigen Gesamtgewichtes
Wird das zulässige Gesamtgewicht herabgesetzt, so schreibt MAN keine technischen Änderungen vor. Der jeweils durchführende
bestimmt die neuen zulässigen Achslasten. Ob technische Änderungen erforderlich sind, wird von den jeweiligen Behörden festgelegt.
3.17
Begriffe, Maße und Gewichte
Nationale und internationale Vorschriften gelten vor technisch zulässigen Maßen und Gewichten, wenn sie die technisch zulässigen
Maße und Gewichte einschränken. Aus den Angebots- und den tagesaktuellen MANTED ® -Unterlagen sind:
•
•
•
Maße
Gewichte
Schwerpunktlage für Nutzlast und Aufbau (minimale und maximale Aufbaulage)
für das serienmäßige Fahrzeug zu entnehmen. Die dort genannten Daten können sich je nach technischem Lieferumfang
des Fahrzeugs ändern. Maßgebend ist der tatsächliche Bau- und Lieferzustand des Fahrzeugs.
Um optimale Nutzlastverhältnisse zu erzielen, ist grundsätzlich eine Verwiegung des angelieferten Fahrgestells vor Aufbaubeginn
erforderlich. Durch Nachrechnung kann die günstigste Schwerpunktlage für Nutzlast und Aufbau und die optimale Aufbaulänge
ermittelt werden. Bedingt durch Fertigungstoleranzen sind Gewichtsabweichungen des serienmäßigen Fahrgestelles von ±5 % laut
DIN 70020 zulässig. Alle Abweichungen von der serienmäßigen Ausstattung machen sich mehr oder weniger maßlich und
gewichtsmäßig bemerkbar. Zulässige Toleranzen werden von MAN in Anspruch genommen. Maß- und Gewichtsabweichungen sind
durch eine geänderte Ausstattung möglich, besonders dann, wenn eine Umbereifung vorgenommen wird, die gleichzeitig
eine Änderung der zulässigen Lasten zur Folge hat. Maßabweichungen von der Serie, wie z.B. Verändern des Nutzlastschwerpunktes,
können die Achslasten und die Nutzlast beeinflussen.
Bei jedem Aufbaufall ist zu beachten, dass
•
•
•
•
die zulässigen Achslasten in keinem Fall überschritten werden (siehe 3.17.1)
eine ausreichende Mindestvorderachslast erreicht wird (siehe 3.18)
eine einseitige Schwerpunktlage und Belastung nicht zustande kommen darf (siehe 3.17.1)
die zulässige Überhanglänge (Fahrzeugüberhang) nicht überschritten wird (siehe 3.19).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
22
3.17.1
Achsüberlastung, einseitige Beladung
Bild 1:
Überlastung der Vorderachse ESC-052
Bild 2:
Einseitige Beladung ESC-054
Bild 3:
Radlastdifferenz ESC-126
G
G
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
23
Formel 1:
Radlastdifferenz
∆G ≤ 0,04 • Gtat
In der Aufbauprojektierung dürfen einseitige Radlasten nicht vorkommen. Bei Nachprüfungen sind max. 4% Radlastdifferenz zulässig.
Dabei ist 100% die tatsächliche Achslast und nicht die zulässige Achslast.
Beispiel:
Tatsächlich vorhandene Achslast Gtat = 11.000 kg
Somit zulässige Radlastdifferenz:
∆G = 0,04 · Gtat = 0,04 · 11.000 kg
∆G = 440 kg
Somit z.B. 5.720 kg Radlast links und 5.280 kg Radlast rechts.
Die ermittelte maximale Radlast gibt keine Auskunft über die zulässige Einzelradlast der jeweiligen Bereifung.
Hierzu geben die technischen Handbücher der Reifenhersteller entsprechende Informationen.
3.18
Mindestvorderachslast
Zur Erhaltung der Lenkfähigkeit muss in jedem Beladungszustand des Fahrzeugs die Vorderachse eine vorgegebene
Mindestbelastung gemäß Tabelle 19 aufweisen.
Tabelle 19:
Mindestbelastung der Vorderachse(n) in jedem Beladungszustand in % des jeweiligen tatsächlichen Fahrzeuggewichts
SDAH = Starrdeichselanhänger
ZAA = Zentralachsanhänger
GG = Gesamtgewicht (Fahrzeug/Anhänger)
Baureihe
Achszahl
Radformel
Lkw
GG [t]
ohne SDAH
ZAA
mit SDAH
ZAA
GG ≤ 11 t
mit SDAH
ZAA
GG ≤ 18 t
Tridem SDAH
ZAA
GG > 18 t
sonstige
Hecklast
z.B. Kran
alle
Zweiachser
4x2, 4x4
4x2, 4x4
4x2, 4x4
≤ 10
≤ 15
> 15
25%
25%
25%
30%
30%
25%
35%
30%
25%
nicht zul.
nicht zul.
30% nur
TGA und F2000
30%
30%
30%
mehr als
zwei Achsen
6x2, 6x4,
6x6
8x4, 8x2
8x6, 8x8
> 19
20%*
25%*
25%*
30%
25%
Bei mehr als einer Vorderachse versteht sich der %-Wert als Summe der Vorderachslasten.
Bei Betrieb mit SDAH / ZAA + weiteren Hecklasten (z.B. Ladebordwand, Kran) gilt der höhere Wert.
*= -2% bei gelenkten Vor-/Nachlaufachsen
Da sich die Werte auf das Fahrzeuggesamtgewicht beziehen, gelten sie einschließlich etwaiger zusätzlicher Hecklasten wie etwa:
•
•
•
•
Stützlasten durch Zentralachsanhänger
Ladekran am Fahrzeugheck
Ladebordwände
transportable Gabelstapler.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
24
Bild 4:
3.19
Mindestbelastung der Vorderachse ESC-051
Zulässige Überhanglänge
Unter der theoretischen Überhanglänge (Fahrzeugüberhang einschließlich Aufbau) ist das Maß von der resultierenden Hinterachsmitte
(bestimmt durch den theoretischen Radstand) bis zum Fahrzeugende zu verstehen, Definition siehe Bilder im folgenden Abschnitt 3.20.
Ausgedrückt in Prozent des theoretischen Radstands sind folgende Maximalwerte zulässig:
•
•
Zweiachsige Fahrzeuge 65%
alle anderen Fahrzeuge 70%.
Ohne Ausrüstung zum Ziehen eines Anhängers können die o.a. Werte um 5% überschritten werden. Grundvoraussetzung ist,
dass die in Abschnitt 3.18 in der Tabelle 19 angegebenen Mindestvorderachslasten in jedem Betriebszustand eingehalten werden.
3.20
Theoretischer Radstand, Überhang, theoretische Achsmitte
Der theoretische Radstand ist eine Hilfsgröße zur Ermittlung der Schwerpunktlage und der Achslasten.
Die Definition erfolgt in den folgenden Bildern. Achtung: Der kurvenwirksame Radstand zur Berechnung von Spurkreisen ist nicht
in jedem Fall identisch mit dem theoretischen Radstand, der für Gewichtsberechnungen benötigt wird.
Bild 5:
Theoretischer Radstand und Überhang Zweiachser ESC-046
theor. HA-Mitte
l12 = lt
Gzul1
Ut
Gzul2
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
25
Formel 2:
Theoretischer Radstand Zweiachser
lt = l12
Formel 3:
Zulässige Überhanglänge Zweiachser
Ut ≤ 0,65 • lt
Bild 6:
Theoretischer Radstand und Überhang Dreiachser mit zwei Hinterachsen bei gleichen Hinterachslasten ESC-047
theor. HA-Mitte
l12
l23
Gzul1
lt
Formel 4:
Gzul2
Gzul3
Ut
Theoretischer Radstand Dreiachser mit zwei Hinterachsen bei gleichen Hinterachslasten
lt = l12 + 0,5 • l23
Formel 5:
Zulässige Überhanglänge Dreiachser mit zwei Hinterachsen bei gleichen Hinterachslasten
Ut ≤ 0,70 • lt
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
26
Bild 7:
Theoretischer Radstand und Überhang Dreiachser mit zwei Hinterachsen bei ungleichen Hinterachslasten
(im MAN-Fahrzeugprogramm z.B. alle 6x2/2, 6x2-2, 6x2/4 und 6x2-4) ESC-048
theor. HA-Mitte
l12
l23
Gzul1
Gzul2
lt
Formel 6:
Gzul3
Ut
Theoretischer Radstand Dreiachser mit zwei Hinterachsen bei ungleichen Hinterachslasten
Gzul3 • l23
lt = l12 +
Gzul2 + Gzul3
Formel 7:
Zulässige Überhanglänge Dreiachser mit zwei Hinterachsen bei ungleichen Hinterachslasten
Ut ≤ = 0,70 • lt
Bild 8:
Theoretischer Radstand und Überhang Vierachser mit zwei Vorder- und zwei Hinterachsen
(beliebige Achslastverteilung) ESC-050
theor. VA-Mitte
theor. HA-Mitte
l12
Gzul1
l23
Gzul2
lt
l34
Gzul3
Gzul4
Ut
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
27
Formel 8:
Theoretischer Radstand Vierachser mit zwei Vorder- und zwei Hinterachsen (beliebige Achslastverteilung)
Gzul1 • l12
lt = l23 +
Gzul1 + Gzul2
Formel 9:
Gzul4 • l34
+
Gzul3 + Gzul4
Zulässige Überhanglänge Vierachser mit zwei Vorder- und zwei Hinterachsen
Ut ≤ 0,70 • lt
3.21
Achslastberechnung und Wiegevorgang
Für die richtige Aufbauauslegung ist die Erstellung einer Achslastberechnung unerlässlich. Die optimale Abstimmung des Aufbaus
auf den Lkw ist nur dann möglich, wenn vor Beginn aller Aufbauarbeiten das Fahrzeug verwogen wird, und die gewogenen Gewichte
in einer Achslastberechnung berücksichtigt werden. Die angegebenen Gewichte in den Verkaufsunterlagen berücksichtigen nur den
Serienzustand eines Fahrzeuges, Bautoleranzen können auftreten, siehe Punkt 3.17 ‚Begriffe, Maße und Gewichte‘.
Das Fahrzeug ist zu verwiegen:
•
•
•
•
•
•
ohne Fahrer
mit vollem Kraftstoffbehälter
mit gelöster Feststellbremse, Fahrzeug mit Unterlegkeilen sichern
bei Luftfederung Fahrzeug in normale Fahrstellung anheben
liftbare Achsen absenken
Anfahrhilfen nicht betätigen.
Beim Wiegen folgende Reihenfolge einhalten:
•
•
•
3.22
Zweiachser
1. Achse
2. Achse
zur Kontrolle das gesamte Fahrzeug
Dreiachser mit zwei Hinterachsen
1. Achse
2. mit 3. Achse
zur Kontrolle das gesamte Fahrzeug
Vierachser mit zwei Vorder- und zwei Hinterachsen
1. mit 2. Achse
3. mit 4. Achse
zur Kontrolle das gesamte Fahrzeug.
Verwiegen von Nachlaufachs-Fahrzeugen
In den Verkaufs- und MANTED ® -Unterlagen angegebene Gewichte von Nachlaufachs-Fahrzeugen sind bei abgesenkter
Nachlaufachse ermittelt worden. Die Verteilung der Achslasten auf Vorder- und Antriebsachse nach Anheben der Nachlaufachse
ist entweder durch Wiegen oder Rechnen zu ermitteln. Ein Berechnungsbeispiel ist im Kapitel ‚Berechnungen‘ zu finden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
28
4.
Fahrgestelle ändern
Um das vom Kunden gewünschte Produkt darstellen zu können sind u.U. zusätzliche Komponenten ein-, an- oder umzubauen.
Wegen der Baugleichheit und Wartung empfehlen wir die Verwendung von Original-MAN-Komponenten, sofern dies mit
der konstruktiven Auslegung vereinbar ist. Zuständig für die Beratung hinsichtlich Einbaukomponenten ist Abteilung VE,
nähere Angaben hierzu siehe Kapitel ‚Allgemeines‘.
Um den Wartungsaufwand möglichst gering zu halten, empfehlen wir die Verwendung von solchen Komponenten,
die gleiche Wartungsintervalle aufweisen wie das MAN-Fahrgestell. Gegebenenfalls ist vom Komponentenhersteller
über die Angleichung der Wartungsintervalle Auskunft und Einverständnis einzuholen.
4.1
Sicherheit am Arbeitsplatz
Unfallverhütungsvorschriften sind zu beachten, insbesondere:
•
•
•
•
Gesundheitsschädliche Gase/ Dämpfe wie z.B. Motorabgase, beim Schweißen frei werdende Schadstoffe,
Dämpfe von Reinigungs- und Lösungsmittel nicht einatmen, mit geeigneten Vorrichtungen absaugen.
Fahrzeuge gegen Wegrollen sichern.
Aggregate beim Ausbauen absichern.
Besondere Behandlungsvorschriften für Fahrzeuge mit Erdgasmotor beachten, siehe 4.14 ‚Gasmotor‘ in diesem Kapitel.
4.2
Korrosionsschutz
Der Oberflächen- und Korrosionsschutz beeinflusst Lebensdauer und Aussehen des Produkts.
Die Beschichtungsqualität von Aufbauten sollte daher generell dem Niveau des Fahrgestells entsprechen.
Zur Sicherstellung dieser Forderung ist für Aufbauten, die von MAN in Auftrag gegeben werden, die MAN-Werknorm M 3297
„Korrosionsschutz und Beschichtungssysteme für Fremdaufbauten“ verbindlich anzuwenden. Beauftragt der Kunde den Aufbau,
gilt sie als Empfehlung, wobei die Nichteinhaltung die Gewährleistung durch MAN für die Folgen ausschließt. Bezugsmöglichkeit
für MAN-Werknormen besteht über Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
MAN-Fahrgestelle werden in der Serienproduktion mit umweltfreundlichem 2K-Chassisdecklack auf Wasserbasis bei
Trocknungstemperaturen bis ca. 80°C beschichtet. Zur Gewährleistung einer gleichwertigen Beschichtung wird bei allen
Metallbaugruppen des Aufbaus und des Hilfsrahmens sowie nach Rahmenänderungen am Fahrgestell folgender Beschichtungsaufbau
vorausgesetzt:
•
•
•
metallisch blanke bzw. gestrahlte (SA 2,5) Bauteiloberfläche
Grundierung: 2K-EP-Haftgrund, zugelassen nach MAN-Werknorm M 3162-C oder - falls möglich KTL nach MAN-Werknorm M 3078-2 mit Zinkphosphat-Vorbehandlung
Decklack: 2K-Decklack nach MAN-Werknorm M 3094 vorzugsweise auf Wasserbasis; falls Einrichtungen hierfür fehlen,
auch auf Lösemittelbasis. Anstelle Grundierung und Decklackierung ist für den Unterbau des Aufbaus (z.B. Längs-,
Querträger und Knotenbleche) auch eine Feuerverzinkung möglich, die Schichtdicke muss ≥ 80 μm sein.
Der Spielraum für Trocknungs- bzw. Aushärtungszeiten und -temperaturen ist den jeweiligen Datenblättern des Lackherstellers
zu entnehmen. Bei der Auswahl und Kombination unterschiedlicher Metallwerkstoffe (z.B. Aluminium und Stahl) ist die Auswirkung
der elektrochemischen Spannungsreihe auf Korrosionserscheinungen an den Grenzflächen zu berücksichtigen (Isolierung).
Die Verträglichkeit der Werkstoffe ist zu berücksichtigen; z.B. die elektrochemische Spannungsreihe (Ursache von Kontaktkorrosion).
Nach allen Arbeiten am Fahrgestell sind:
•
•
•
Bohrspäne zu entfernen
Kanten zu entgraten
Hohlräume mit Wachs zu konservieren.
Mechanische Verbindungselemente (z.B. Schrauben, Muttern, Scheiben, Bolzen) die nicht überlackiert werden, sind optimal gegen
Korrosion zu schützen. Zur Vermeidung von Korrosion durch Salzeinwirkung während Standzeiten in der Aufbauphase,
sind alle Fahrgestelle nach der Ankunft beim Aufbauhersteller mit Klarwasser von Salzrückständen zu befreien.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
29
4.3
Einlagerung von Fahrzeugen
Bei Stilllegung bzw. bei einer Standzeit von ≥ 3 Monaten muss ein Fahrgestell gemäß der MAN Norm M3069 Teil 3 ‚
Temporärer Korrosionsschutz; zeitlich begrenzte Stilllegung von Nutzfahrzeugen‘ behandelt werden.
Wenden Sie sich zur fachgerechten Durchführung an die nächste MAN-Niederlassung/ Vertragswerkstätte.
Bei stillgelegten Fahrzeugen sind die Hinweise im Kapitel 6 ‚Elektrik’, Leitungen‘, Abschnitt ‚Behandlung der Batterien‘ entsprechend
der Stilllegungszeit anzuwenden.
4.4
Werkstoffe und Rahmendaten
4.4.1
Rahmenwerkstoffe für Rahmen und Hilfsrahmen
Das Europäische Komitee für Normung CEN hat zum Zweck der einheitlichen Bezeichnung in Europa neue Stahlnormen u. a. auch
für die im Nutzfahrzeugbau wichtigen allgemeinen Baustähle (DIN EN 10025) und Feinkornbaustähle (DIN EN 10149) entwickelt.
Diese ersetzen die bisher gültigen Bezeichnungen nach DIN/ SEW. Die Werkstoffnummern sind unverändert von der Europäischen
Normung übernommen worden, daher lässt sich über eine bekannte Werkstoffnummer der Werkstoff-Kurzname finden.
Für Rahmen/ Hilfsrahmen werden Stahlwerkstoffe nach folgenden Bezeichnungen verwendet:
Tabelle 20:
Stahlwerkstoffe und deren Kurzbezeichnungen nach alter und neuer Norm
Werkstoff
nummer
Werkstoff
bez. alt
Norm
alt
σ0,2
[N/mm2]
σ0,2
[N/mm2]
1.0037
St37-2*
DIN 17100
≥ 235
1.0570
St52-3
DIN 17100
≥ 355
1.0971
QStE260N*
SEW 092
1.0974
QStE340TM
1.0978
Werkstoff
bez.neu
Norm
neu
Eignung für
Fahrgestellrahmen / Hilfsrahmen
340-470
S235JR
DIN EN 10025
nicht geeignet
490-630
S355J2G3
DIN EN 10025
gut geeignet
≥ 260
370-490
S260NC
DIN EN 10149-3
nur bei L2000 4x2,
nicht bei Punktlasten
SEW 092
≥ 340
420-540
(S340MC)
nicht bei Punktlasten
QStE380TM
SEW 092
≥ 380
450-590
(S380MC)
gut geeignet
1.0980
QStE420TM
SEW 092
≥ 420
480-620
S420MC
DIN EN 10149-2
gut geeignet
1.0984
QStE500TM
SEW 092
≥ 500
550-700
S500MC
DIN EN 10149-2
gut geeignet
* Die Werkstoffe S235JR (St37-2) und S260NC (QStE260N) sind aus Festigkeitsgründen nicht bzw. nur bedingt geeignet.
Sie sind deshalb nur für Hilfsrahmenlängs- und -querträger zugelassen, die aus dem Aufbau lediglich mit Streckenlasten belastet
werden. Aufgebaute Aggregate mit lokaler Krafteinleitung wie z.B. Ladebordwände, Kräne, Seilwinden setzen in jedem Fall
Stahlwerkstoffe mit einer Streckgrenze von σ0,2 > 350 N/mm² voraus.
4.4.2
Rahmendaten
Die Tabelle 21 ist so abgefasst, dass unter der jeweiligen Typnummer und des Radstandes eine Rahmenprofilkennziffer zu finden ist.
Diese Kennziffer gibt in der Tabelle 22 die Rahmenprofildaten an.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
30
Tabelle 21:
Zuordnung Rahmenprofilnummern
Tonnage
Typ
Ausführung
Radstand
Profilnummer
8t
L20
L21
L33
L34
L22
L23
LC
LC
LLC
LLC
LAC, LAEC
LAC, LAEC
alle
außer*
12
L20
L21
L33
L34
LC, LK
LC, LK
LLC, LLS
LLC, LLS
L24
L25
L35
L36
L26
L27
LC, LK
LC, LK
LLC, LLS
LLC, LLS
LAC, LAEC
LAC, LAEC
L2000
8t
9t
10 t
10 t
alle
21
alle
13
alle
13
alle
21
alle
5
< 4.500
≥ 4.500
5
19
alle
19
< 4.500
≥ 4.500
5
19
* TypenL20, L21, L33, L34 haben Profilnr. 13 wenn Suffix = LLS (Sattel)
oder Suffix = LK-LV (Ladekranvorbereitung vor der Brücke)
oder Radstand = 3.000 oder Radstand ≥ 4.600
M2000L
12 t
L70
L71
L72
L73
LC, LK
LC, LK
LLC, LLK
LLC, LLK
14 t
L74
L75
L76
L77
L79
L80
LC, LK
LC, LK
LLC, LLK
LLC, LLK
LLLC
LAC, LAK
L81
L82
L83
L84
L86
LC, LK
LC, LK
LLC, LLK
LLC, LLK
LLLC
L87
L88
L89
L90
LC, LK
LLC, LLK
LLLC
LAC, LAK
< 5.500
≥ 5.500
alle
27
28
26
20 t
L84
L86
LNLC
LNLLC
3.675+1.350
> 3.675+1.350
5
19
26 t
L95
DLC
14 t
15 t
18 t
18 t
27
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
31
Tabelle 21:
Zuordnung Rahmenprofilnummern (Fortsetzung)
Tonnage
Typ
Ausführung
M31
M32
M32
M33
M34
MC, MK
MLC
MLS
MLLC
MAC, MAK
M38
M39
M40
M41
MC, MK
MLC, MLS
MLLC
MAC, MAK
M42
M43
M44
MNLC
MNLLC
MVLC
T01
T02
T03
T04
T31
T32
T33
T34
T62
T20
T50
F
FL
FLL
FA
F
FL
FLL
FA
FL
FLL
FLL
T05
T35
FNLL
FNLL
T06
T07
T08
T36
T37
T38
T09
T10
T39
T40
T70
FNL
FNLL
FVL
FNL
FNLL
FVL
DF
DFL
DF
DFL
DFL
T12
T18
T42
T48
T72
T78
40 t
6x4 / 6x6
32/35/41 t
8x4
Radstand
Profilnummer
M2000M
14 t
18 t
18 t
25 t
19
19
27
19
19
< 5.750
≥ 5.750
alle
27
28
26
alle
28
≤ 4.800
> 4.800
23
22
alle
23
alle
23
alle
(je nach Fahrgestell
auf Wunsch)
22
23
alle
23
DFA
DF
DFA
DF
DFA
DF
alle
außer
DFC:
≥ 3.825+1.400
DFAC:
≥ 4.025+1.400
23
T43
T44
DF
DFA
alle
24
24
T15
T16
T45
T46
VF
VF
VF
VF
alle
außer
VF-TM
VF/N-HK
22
F2000
19 t
19 t
23 t
6x2
26 t
6x2
26 t
6x4
27/33 t
6x4
6x6
24
24
23
23
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
32
Tabelle 21:
Zuordnung Rahmenprofilnummern (Fortsetzung)
Tonnage
Typ
Ausführung
Radstand
Profilnummer
19 t
4x2
19 t
4x4
E51
E61
E52
E62
FLK/M, FLS/M
alle
23
FALS, FALK
alle
22
26 t
6x2/4
6x2-4
6x4-4
6x4/4
E42
FVLC
alle
24
E53
E63
E56
E66
E40
FNLC
alle
22
FAVLC, FAVLK
alle
22
DFARC, DFRS
DFRLS
alle
23
28 t
6x4-4
6x6-4
E47
E67
FANLC
FNALC
alle
29
30/33 t
6x4, 6x6
E50
E60
FNALC
DFALC
32 t 8x2/4
8x2/6
8x4/4
E55
E65
VFNLC
VFLC
≤ 2.600
> 2.600
23
22
33 t
6x2/2
6x4/2
33 t 6x6-4
E59
E69
E99
E72
DF
DFL
alle
24
DFAP
alle
29
32 t / 35t
E73
FVNL
alle
22
35 t
E88
VFL
alle
22
35 t / 41 t
50 t
E58
E68
VF
VFA
35 t / 41 t
50t
22
29
41 t
E75
E95
DFVS
DFVLS
alle
29
42 t
E74
E78
VFP
VFAP
alle
29
50 t
E77
E79
VFVP
VFAVP
alle
29
E2000
6x4/2
6x6/2
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
33
Bild 9:
Erklärung der Profildaten ESC-128
Bo
Flächenschwerpunkt S
ey
H
R
h
t
ex
Bu
Anmerkung:
1)
2)
Ober- und Untergurt 13 mm dick
Außenradius 10 mm
Tabelle 22:
Nr.
Profildaten der Rahmenlängsträger
H
h
Bo
Bu
t
R
G
σ0,2
σB
A
ex
ey
lx
Wx1
Wx2
ly
Wy1
Wy2
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
[kg/m]
[N/mm2]
[N/mm2]
[mm2]
[mm]
[mm]
[cm4]
[cm3]
[cm3]
[cm4]
[cm3]
[cm3]
1
220
208
80
85
6
10
17
420
480…620
2.171
21
110
1.503
138
135
135
64
21
2
222
208
80
80
7
10
20
420
480…620
2.495
20
111
1.722
155
155
142
71
24
3
222
208
75
75
7
10
19
420
480…620
2.425
18
111
1.641
148
148
118
66
21
4
224
208
75
75
8
10
22
420
480…620
2.768
19
112
1.883
168
168
133
70
24
5
220
208
70
70
6
10
16
420
480…620
2.021
16
110
1.332
121
121
85
53
16
6
322
306
80
80
8
10
29
420
480…620
3.632
17
161
4.821
299
299
176
104
28
7
262
246
78
78
8
10
24
420
480…620
3.120
18
131
2.845
217
217
155
86
26
8
260
246
78
78
71)
10
21
420
480…620
2.733
18
130
2.481
191
191
138
77
23
27
9
224
208
80
80
8
10
22
420
480…620
2.848
20
112
1.976
176
176
160
80
10
262
246
80
80
8
10
25
420
480…620
3.152
19
131
2.896
221
221
167
88
27
11
273
247
85
85
71)
62)
31
355
510
3.836
26
136
4.463
327
327
278
108
47
12
209
200
65
65
4,5
8
11
260
420
1.445
15
105
868
83
83
52
35
10
13
210
200
65
65
5
8
13
260
420
1.605
15
105
967
92
92
58
39
12
14
220
208
70
80
6
10
16
420
480…620
2.081
18
107
1.399
124
124
105
58
17
15
222
208
70
80
7
10
19
420
480…620
2.425
18
108
1.638
144
144
120
67
19
16
234
220
65
65
7
8
19
420
480…620
2.381
15
117
1.701
145
145
80
53
16
17
220
208
75
75
6
10
16
420
480…620
2.081
18
110
1.400
127
127
103
57
18
18
218
208
70
70
5
10
13
420
480…620
1.686
16
109
1.105
101
101
72
45
13
19
222
208
70
70
7
10
18
420
480…620
2.355
17
111
1.560
141
141
97
57
18
20
260
246
70
70
7
10
21
420
480…620
2.621
15
130
2.302
177
177
101
67
18
21
210
200
65
65
5
8
13
420
480…620
1.605
15
105
967
92
92
58
39
12
22
330
314
80
80
8
10
29
420
480…620
3.696
17
165
5.125
311
311
177
104
28
23
270
254
80
80
8
10
25
420
480…620
3.216
18
135
3.118
231
231
168
93
27
24
274
254
80
80
10
10
31
420
480…620
4.011
19
137
3.919
286
286
204
107
33
25
266
254
80
80
6
10
19
420
480…620
2.417
18
133
2.325
175
175
130
72
21
26
224
208
70
70
8
10
21
420
480…620
2.688
17
112
1.789
160
160
109
64
21
27
268
254
70
70
7
10
21
420
480…620
2.677
15
134
2.482
185
185
102
68
19
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
34
Tabelle 22:
Nr.
Profildaten der Rahmenlängsträger (Fortsetzung)
H
h
Bo
Bu
t
R
G
σ0,2
σB
A
ex
ey
lx
Wx1
Wx2
ly
Wy1
Wy2
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
[mm]
[kg/m]
[N/mm2]
[N/mm2]
[mm2]
[mm]
[mm]
[cm4]
[cm3]
[cm3]
[cm4]
[cm3]
[cm3]
28
270
254
70
70
8
10
24
420
480…620
3.056
17
135
2843
211
211
114
76
21
29
334
314
80
80
10
10
36
420
480…620
4.611
16
167
6.429
385
385
215
126
34
30
328
314
80
80
7
10
25
420
480…620
3.237
16
164
4.476
273
273
158
99
25
31
270
254
85
85
8
10
26
500
550…700
3.296
20
135
3.255
241
241
201
101
31
32
270
251
85
85
9,5
10
30
500
550…700
3.879
21
135
3.779
280
280
232
110
36
33
334
314
85
85
10
10
37
420
480…620
4.711
19
167
6.691
401
401
257
135
39
34
270
256
85
85
6,8
10
22
500
550…700
2.821
19
135
2.816
209
209
174
92
26
35
220
212
70
70
4
10
11
420
480…620
1.367
16
110
921
84
84
59
37
11
36
220
211
70
70
4,5
10
12
420
480…620
1.532
16
110
1.026
93
93
65
41
12
37
220
206
70
70
7
10
18
420
480…620
2.341
17
110
1.526
139
139
97
57
18
38
220
204
70
70
8
10
21
420
480…620
2.656
17
110
1.712
156
156
108
64
20
39
270
256
70
70
7
10
21
420
480…620
2.691
15
135
2.528
187
187
102
68
19
40
270
256
70
70
7
10
21
500
550…700
2.691
15
135
2.528
187
187
102
68
19
41
270
254
70
70
8
10
24
420
480...620
3.056
15
135
2.843
211
211
114
76
21
4.5
Rahmen ändern
4.5.1
Bohrungen, Niet- und Schraubverbindungen am Rahmen
Nach Möglichkeit sind bereits im Rahmen vorhandene Bohrungen zu verwenden. In die Flansche der Rahmenlängsträgerprofile, also
in die Ober- und Untergurte, darf nicht gebohrt werden (siehe Bild 11). Eine Ausnahme hiervon bildet nur das hintere Rahmenende,
außerhalb des Bereiches aller für die tragende Funktion der letzten Achse dienlichen und am Rahmen angebrachten Teile
(siehe Bild 12). Dies gilt auch für den Hilfsrahmen.
Rahmenbohrungen sind auf ganzer nutzbarer Rahmenlänge möglich (siehe Bild 13).
Die Einhaltung der zulässigen Bohrungsabstände nach Bild 14 ist jedoch Voraussetzung.
Nach dem Bohren alle Bohrungen reiben und entgraten.
Viele Verbindungen von Rahmenteilen und Anbauteilen am Rahmen (z.B. Knotenbleche mit Querträger, Schubbleche, Brückenwinkel)
sind in der Serie genietet. Werden an diesen Teilen nachträglich Veränderungen vorgenommen, so sind Schraubverbindungen
mindestens Festigkeitsklasse 10.9 mit mechanischer Losdrehsicherung zulässig. MAN empfiehlt Ripp-Schrauben/ -muttern.
Das Anzugsdrehmoment nach Herstellervorgaben ist einzuhalten. Bei Wiedermontage von Ripp-Schrauben sind an der Anzugsseite
neue Schrauben bzw. Muttern zu verwenden. Die Anzugsseite ist durch leichte Spuren an den Rippen im Schrauben- bzw.
Mutternflansch zu erkennen (siehe Bild 10).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
35
Bild 10:
Spurenbild in den Rippen auf der Anzugsseite ESC-216
Alternativ ist auch die Verwendung von hochfesten Nieten (z.B. Huck® -BOM, Schließringbolzen) mit Verarbeitung nach
Herstellervorgaben möglich. Die Nietverbindung muss hinsichtlich Ausführung und Festigkeit mindestens der Schraubverbindung
entsprechen.
Prinzipiell zulässig sind auch Flanschschrauben. MAN weist darauf hin, dass Flanschschrauben hohe Anforderungen an
die Montagegenauigkeit stellen, dies gilt insbesondere bei geringen Klemmlängen.
Bild 11:
Rahmenbohrungen in Ober- und Untergurt ESC-155
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
36
Bild 12:
Bohrungen am Rahmenende ESC-032
Bild 13:
Bohrungen auf ganzer Rahmenlänge ESC-069
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
37
Bohrungsabstände ESC-021
a
b
Ød
b
a
Bild 14:
b
b
b
4.5.2
b
c
a ≥ 40
b ≥ 50
c ≥ 25
Aussparungen am Rahmen
Grundsätzlich dürfen in den Rahmenlängs- und -querträgern keine Aussparungen vorgenommen werden (siehe Bild 15).
Rahmenquerträger dürfen in ihrer Funktion keiner Beeinträchtigung unterliegen. Deshalb sind Aussparungen nicht zulässig und
Bohrungen bzw. Durchbrüche nur in begrenztem Umfang möglich. Beispiele siehe Bild 16 und Bild 17.
Querträger aus Rohrprofilen keinesfalls durchbrechen oder bohren.
Bild 15:
Aussparungen am Rahmen ESC-091
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
38
Bild 16:
4.5.3
Durchbrechen Rahmenquerträger oben ESC-125 Bild 17:
Durchbrechen Rahmenquerträger unten ESC-124
Schweißen am Rahmen
Schweißarbeiten am Fahrgestell bedürfen besonderer Fachkenntnisse, daher muss das ausführende Unternehmen über entsprechend
ausgebildetes, geschultes und qualifiziertes Personal verfügen, welches für die erforderlichen Schweißarbeiten eingesetzt wird
(z.B. in Deutschland entsprechend DVS Merkblätter 2510 – 2512 „Instandsetzungsschweißen an Nutzfahrzeugen“,
Bezug über DVS-Verlag).
Schweißarbeiten an Rahmen und Achsführungsteilen die nicht in dieser Aufbaurichtlinie oder den MAN-Reparaturanleitungen
beschrieben werden, sind unzulässig.
An bauartgenehmigungspflichtigen Teilen (z.B. Verbindungseinrichtungen) dürfen Schweißarbeiten nur vom Inhaber
der „Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile“ – in der Regel der Hersteller oder Importeur - durchgeführt werden.
Die besonderen Behandlungsvorschriften für Fahrzeuge mit Erdgasmotor sind zu beachten, siehe 5.14 ‚Gasmotor‘.
Die Rahmen der MAN-Truck & Bus sind aus hochfesten Feinkornstählen hergestellt. Der eingesetzte Feinkornbaustahl ist gut
schweißgeeignet. Die Schweißverfahren MAG (Metallaktivgasschweißen) bzw. E (Lichtbogenhandschweißen) gewährleisten
beim Einsatz qualifizierter Schweißer hochwertige und dauerhafte Schweißverbindungen. Empfohlene Schweißzusatzwerkstoffe:
MAG
E
Draht SG 3
Elektrode B 10
Eine gründliche Vorbereitung der Schweißstelle ist wichtig für das Gelingen einer qualitativ hochwertigen Verbindung.
Wärmeempfindliche Teile sind zu schützen oder zu demontieren. Die Verbindungsstellen von Schweißteil am Fahrzeug und
Masseklemme am Schweißgerät müssen blank sein; daher Farbe, Korrosion, Öl, Fett, Schmutz usw. entfernen.
Die Schweißung ist grundsätzlich mit Gleichstrom auszuführen, auf die Polarität der Elektroden ist zu achten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
39
Bild 18:
Schutz wärmeempfindlicher Teile ESC-156
Polyamid-Rohre
Leitungen (Elektrik, Luft) in der Nähe der Schweißstelle sind vor Hitzeeinwirkung zu schützen, besser ist, die Leitungen zu entfernen.
Das Schweißen ist zu unterlassen, wenn die Umgebungstemperatur auf einen Wert unter +5°C sinkt.
Schweißarbeiten sind ohne Einbrandkerben durchzuführen (siehe Kehlnähte Bild 19). Risse in der Schweißnaht sind unzulässig.
Verbindungsnähte an den Längsträgern sind als V- oder X-Nähte in mehreren Lagen auszuführen
(siehe Bild 20). Senkrechte Schweißungen sind als Steignähte auszuführen (von unten nach oben siehe Bild 21).
Bild 19:
Einbrandkerben ESC-150
Bild 20:
Schweißnahtausführung bei X- und Y-Naht ESC-003
mindestens 2 Lagen
keine Einbrandkerben!
Wurzellage
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
40
Bild 21:
Senkrechte Rahmenschweißung ESC-090
Schweißrichtung
Zur Vermeidung von Schäden an elektronischen Baugruppen (z.B. Generator, Radio, ABS, EDC, ECAS) ist folgende Vorgehensweise
einzuhalten:
•
•
•
Minus- und Pluskabel der Batterien abklemmen, lose Enden der Kabel miteinander verbinden (jeweils - mit +)
Batteriehauptschalter einschalten (mechanischer Schalter) bzw. elektrischen Batteriehauptschalter am Magnet
überbrücken (Kabel abklemmen und miteinander verbinden)
Massezange des Schweißgeräts unmittelbar an der zu schweißenden Stelle gut leitend befestigen
werden zwei Teile miteinander verschweißt, sind sie miteinander gut leitend zu verbinden
(z.B. beide Teile mit der Massezange verbinden)
elektronische Baugruppen müssen nicht abgeklemmt werden sofern die oben genannten Voraussetzungen eingehalten werden.
4.5.4
Verändern des Rahmenüberhangs
•
•
Aufgrund eines geänderten hinteren Überhangs verschiebt sich der Schwerpunkt für Nutzlast und Aufbau und damit ändern sich
die Achslasten. Ob sich dies im zulässigen Bereich bewegt, kann nur eine Achslastberechnung zeigen, die deshalb unerlässlich ist und
vor Beginn der Arbeiten durchgeführt werden muss. Ein Beispiel für eine Achslastberechnung befindet sich im Kapitel 9 ‚Berechnung‘.
Bei einer Rahmenüberhangsverlängerung muss das anzuschweißende Profil von ähnlicher Materialgüte wie der Original-Rahmenlängsträger
sein (siehe Tabelle 21 und Tabelle 22), mindestens wird jedoch S355J2G3 = St 52-3 (Tabelle 20) verlangt.
Eine Verlängerung mit mehreren Profilstücken ist nicht zulässig. Wurde bereits einmal eine Verlängerung vorgenommen,
so ist der Rahmenlängsträger bis zu seiner ursprünglichen Länge abzutrennen und durch Anfügen eines Profils mit entsprechender
Länge auf den vorgesehenen Überhang zu verlängern (siehe Bild 22).
Für Rahmenverlängerungen gibt es bei MAN entsprechend vorbereitete Kabelstränge. Bezugsmöglichkeit besteht über den Ersatzteildienst.
Es sind nur Kabelstränge mit sog. ‚Seal-Verbindern’ zulässig. Die Hinweise im Kapitel 6 ‚Elektrik’, Leitungen‘ über die Verlegung
von Leitungen sind zu beachten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
41
Bild 22:
Verlängerung Rahmenüberhang ESC-093
Rahmenverlängerung
Rahmenverlängerung
Ist an Fahrzeugen mit kurzer Überhanglänge eine Verlängerung beabsichtigt, dann ist der vorhandene Querträger zwischen
den hinteren Hinterfederböcken an Ort und Stelle zu belassen.
Ein zusätzlicher Rahmenquerträger ist unbedingt dann vorzusehen, wenn der Abstand der Querträger mehr als 1500 mm beträgt
(siehe Bild 23). Eine Toleranz von +100 mm ist zulässig. Ein Schlußquerträger muss immer vorhanden sein.
Bild 23:
Max. Abstand der Rahmenquerträger ESC-092
≤ 1500
Bei einer gleichzeitigen Verlängerung von Rahmenüberhang und Hilfsrahmen müssen die Schweißnähte bzw. Verbindungsstellen
mindestens 100 mm voneinander entfernt sein, wobei die Hilfsrahmenschweißnaht vor der Rahmenschweißnaht anzuordnen ist
(siehe Bild 24).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
42
Bild 24:
Rahmen- und Hilfsrahmenverlängerung ESC-017
Fa
n.
mi
ric
hrt
htu
ng
0
10
Nach erfolgter Rahmenüberhangsverlängerung ist keine höhere als die serienmäßige Anhängelast möglich.
Bei Rahmenüberhangsverkürzungen ist die größtmögliche technische Anhängelast möglich.
Das hintere Rahmenende darf entsprechend Bild 25 verjüngt werden. Die hierdurch hervorgerufene Querschnittsverminderung
des Rahmenlängsträgers muss weiterhin ausreichende Festigkeitswerte aufweisen. Verjüngungen im Bereich achsführender Teile
sind nicht erlaubt.
Bild 25:
Verjüngung am Rahmenende ESC-108
Innenhöhe ≥ Schlußquerträgerhöhe
≤ 30
≤ 800
Verjüngung nicht im Bereich
achsführender Teile
Die hinteren Enden der Fahrgestell- und der Aufbaulängsträger müssen mit geeigneten Abdeckungen geschlossen werden.
Geeignete Abdeckungen sind z.B. Metallplatten, Kappen aus Gummi oder geeigneten Kunststoffen (siehe z.B. §32 StVZO
„Richtlinien über die Beschaffenheit und Anbringung der äußeren Fahrzeugteile“, Erläuterung Nr. 21).
Dies gilt nicht für die Aufbaulängsträger wenn sie zurückgesetzt, durch den zugehörigen Querträger oder andere geeignete
Konstruktionen geschützt sind.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
43
4.6
Radstandsänderungen
Der Radstand beeinflusst die Auslastung der Vorder- und Hinterachsen und damit sowohl die statische Auslegung als auch
die Fahr- und Bremsdynamik des Fahrzeugs. Vor Durchführung einer Radstandsänderung deshalb unbedingt eine Achslastberechnung
durchführen. Ein Beispiel für eine Achslastberechnung findet sich im Kapitel 9 ‚Berechnungen‘.
Radstandsänderungen sind möglich durch:
•
•
Versetzen des kompletten Hinterachsaggregates
Trennen der Rahmenlängsträger und Einfügen bzw. Herausnehmen eines Rahmenabschnittes.
Bei Typen mit Gestängelenkung zur Vor-/ Nachlaufachse (z.B. 6x2/4 M44, T08, T38, L84, L86) ist das Lenkungsgestänge neu
auszulegen, wobei MAN keine Hilfestellung bieten kann, wenn ein Radstand hergestellt werden soll der nicht ab Werk lieferbar ist.
Bei Typen mit hydraulischer Zwangslenkung der Nachlaufachse „ZF-Servocom ®RAS“ (z.B. 6x2-4 T35 T36 T37) sind an
der Nachlaufachse je nach Umfang der Radstandsänderung 1. - 2. Achse Lenkhebel mit anderem Lenkeinschlagswinkel nach
Tabelle 23 einzubauen.
Tabelle 23:
Lenkhebel bei 6x2-4 mit „ZF-Servocom® RAS - Lenkung“ der Nachlaufachse
Radstand [mm] 1. - 2. Achse
Lenkhebel Sachnummer
Lenkereinschlag Nachlaufachse
≤ 4.100
81.46705.0366
16,5
4.100 ≤ 5.000
81.46705.0367
15
> 5.000 - max. 6.000
81.46705.0368
12
Bei Radstandsänderungen durch Trennen der Rahmenlängsträger müssen die Schweißnähte gemäß Bild 26 bzw. Bild 27
mit Winkeleinlagen gesichert werden. Bei Rahmen mit Einlagen ab Werk ist zusätzlich wie in der Zeichnung beschrieben
die nachträglich eingebaute Einlage stumpf mit der Einlage ab Werk zu verschweißen, wobei die Schweißnaht der Einlagen nicht an
der gleichen Stelle sein darf wie die Schweißnaht des Rahmens.
Der neue Radstand muss zwischen dem kleinsten und dem größten Serienradstand des entsprechenden Serienfahrzeugs
(nach Typnummer siehe Kapitel 3 ‚Allgemeines‘) bleiben.
Entspricht der neue Radstand einem Serienradstand, dann ist die Gelenkwellen- und Querträgeranordnung wie beim Serienradstand
auszuführen.
Hat das Fahrzeug mit dem vergleichbaren Serienradstand einen stärkeren Rahmen, dann ist der Rahmen des radstandsveränderten
Fahrzeugs so zu verstärken, dass mindestens das gleiche Widerstands- und Flächenträgheitsmoment erreicht wird.
Dies kann durch Wahl eines entsprechenden Hilfsrahmens erfolgen unter gleichzeitiger Berücksichtigung einer geeigneten Verbindung
von Lkw-Rahmen mit Hilfsrahmen, z.B. schubweich oder schubstarr (siehe Kapitel 5 ‚Aufbauten‘).
Keine Rahmentrennung darf vorgenommen werden im Bereich von:
•
•
•
•
•
Lasteinleitungsstellen
Profiländerungen (Rahmenknick, Mindestabstand 200 mm)
Achsführung und Federung (z.B. Federböcke, Längslenkerbefestigung), Mindestabstand 200 mm
Rahmeneinlagen (Ausnahme s.o.)
Getriebeaufhängung (auch Verteilergetriebe bei Allradfahrzeugen).
Für Rahmenverlängerungen gibt es bei MAN entsprechend vorbereitete Kabelstränge. Diese erleichtern die notwendigen Änderungen
der Leitungsverlegung erheblich. Leitungsverlegung siehe auch Kapitel 6 ‚Elektrik’, Leitungen‘.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
44
Bild 26:
Radstandsverkürzung ESC-012
2
≥550
=
=
≥50
≥25
≥50
≥25
1
=
=
Im Bereich der Winkeleinlagen vorhandene Rahmenbohrungen mitverwenden.
Bohrungsabstände ≥ 50, Randabstände ≥ 25
2
Bei anliegenden Teilen Schweißnaht eingeebnet.
Schweißnaht nach Bewertungsgruppe BS, DIN 8563, Teil 3.
3
Gleichschenklige Profile verwenden.
Breite wie Rahmeninnenbreite Toleranz -5.
Dicke wie Rahmendicke, Toleranz -1. Werkstoff min. S355J2G3 (St52-3)
≥40
1
3
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
45
Bild 27:
Radstandsverlängerung ESC-013
≥300
2
≥50
≥25
≥25
1
≥50
≥375
1
Im Bereich der Winkeleinlagen vorhandene Rahmenbohrungen mitverwenden.
Winkeleinlagen durchgehend aus einem Stück.
Bohrungsabstände ≥ 50, Randabstände ≥ 25
2
Bei anliegenden Teilen Schweißnaht eingeebnet. Schweißnaht
nach Bewertungsgruppe BS, DIN 8563, Teil 3.
3
Gleichschenklige Profile verwenden.
Breite wie Rahmeninnenbreite Toleranz -5.
Walzprofile nicht zulässig.
Dicke wie Rahmendicke, Toleranz -1. Werkstoff S355J3G3 (St52-3)
4
Radstandsverlängerung mittels eingesetztem Rahmenlängsträgerstück.
Werkstoff nach Aufbaurichtlinien Rahmenprofiltabelle.
Max. Rahmenlängsträgerabstand nach Aufbaurichtlinien beachten!
≥40
4
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
3
46
4.7
Nachträglicher Einbau von Aggregaten
Der Hersteller eines Aggregates muss den Einbau mit MAN abstimmen. Die Freigabe von MAN ist der durchführenden Werkstatt
zur Verfügung zu stellen. Diese hat die Pflicht vom Aggregatehersteller eine mit MAN abgestimmte Freigabe zu verlangen.
Liegt die Freigabe nicht vor, dann muss sich der Aggregatehersteller darum bemühen und nicht die ausführende Werkstatt.
MAN übernimmt keinesfalls die Konstruktionsverantwortung oder die Verantwortung über die Folgen für nicht genehmigte
nachträgliche Einbauten. Auflagen in diesen Richtlinien und in Genehmigungen sind einzuhalten. MAN übernimmt nur unter dieser
Voraussetzung die Gewährleistung über den MAN-Lieferanteil. Der Aufbauhersteller ist verantwortlich für seinen Lieferanteil,
für die Durchführung und deren mögliche Folgen. Er ist im Rahmen seiner Aufsichtspflicht auch dann verantwortlich, wenn andere
Firmen in seinem Auftrag handeln. Zu einem Freigabeverfahren gehören prüffähige Unterlagen mit ausreichenden technischen Daten.
Dazu zählen auch von Behörden oder anderen Institutionen erstellte Genehmigungen, Prüfberichte und ähnliche Unterlagen.
Freigaben, Gutachten und Unbedenklichkeitsbescheinigungen, die durch Dritte erstellt wurden (z.B. TÜV, DEKRA, Behörden,
Prüfinstitute) bedeuten nicht die automatische Freigabe durch MAN. MAN kann Freigaben ablehnen, obwohl durch Dritte
die Unbedenklichkeit bescheinigt wurde.
Wenn nicht anders vereinbart, bezieht sich eine Freigabe nur auf den Aggregateinbau selbst. Eine erfolgte Genehmigung bedeutet
nicht, dass MAN das Gesamtsystem hinsichtlich Festigkeit, Fahrverhalten usw. überprüft und die Gewährleistung übernimmt.
Die Verantwortung hierfür liegt bei der durchführenden Firma, weil das Endprodukt mit keinem MAN-Serienfahrzeug vergleichbar ist.
Durch den nachträglichen Einbau von Aggregaten können sich die technischen Daten des Fahrzeugs ändern. Für die Ermittlung und
Weitergabe dieser neuen Daten ist der Aggregatehersteller und/ oder das durchführende Unternehmen verantwortlich,
z.B. Beschaffung von Daten für Hilfsrahmendimensionierung, Anbau von Ladebordwänden und Ladekränen.
Ausreichende Service- und Betriebsanleitungen sind zur Verfügung zu stellen. Wir empfehlen die Wartungsintervalle der Aggregate an
die des Fahrzeugs anzupassen.
4.7.1
Zusätzliche oder größere Kraftstoffbehälter nach Werksauslieferung
Kraftstoff wird je nach Land – auch innerhalb der EU - unterschiedlich hoch besteuert.
Werden nach der Werksauslieferung des Herstellerwerks größere oder zusätzliche Kraftstoffbehälter montiert,
unterliegt das zusätzliche Tankvolumen durch einen Grenzübertritt der Mineralölsteuer des Einfuhrgebiets.
Steuerfrei verbracht werden können nur Kraftstoffe in sogenannten „Hauptbehältern“ (und Kraftstoffe in Reservebehältern bis
zur Gesamtmenge von 20 Litern). Hauptbehälter sind die Kraftstoffbehälter mit denen das Fahrzeug ab Werk ausgeliefert wurde,
nicht jedoch Kraftstoffbehälter die nachträglich z.B. vom Aufbauhersteller oder von Werkstätten angebaut werden.
4.8
Nachträglicher Einbau von Vor- und Nachlaufachsen
Der Einbau zusätzlicher Achsen und das Versetzen lenkbarer Vorderachsen sowie der Ausbau von Achsen ist nicht erlaubt.
Diese Umbauten werden von MAN Truck & Bus AG mit Lieferanten vorgenommen.
4.9
Gelenkwellen
Im Verkehrs- oder Arbeitsbereich von Personen angeordnete Gelenkwellen müssen verkleidet oder verdeckt sein.
4.9.1
Einfachgelenk
Wird ein einfaches Kardan-, Kreuz- oder Kugelgelenk in gebeugtem Zustand gleichförmig gedreht, so ergibt sich an der Abtriebsseite
ein ungleichförmiger Bewegungsablauf (siehe Bild 28). Diese Ungleichförmigkeit wird vielfach als Kardanfehler bezeichnet.
Der Kardanfehler verursacht sinusähnliche Schwankungen der Drehzahl auf der Abtriebsseite.
Die Abtriebswelle eilt der Antriebswelle vor und nach. Entsprechend der Vor- und Nacheilung schwankt trotz konstantem
Eingangsdrehmoment und Eingangsleistung das Ausgangsdrehmoment der Gelenkwelle.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
47
Bild 28:
Einfachgelenk ESC-074
Aufgrund dieser bei jeder Umdrehung zweimal vorhandenen Beschleunigung und Verzögerung kann diese Gelenkwellenbauart
und -anordnung nicht für den Anbau an einen Nebenabtrieb zugelassen werden. Das Einfachgelenk ist nur dann vorstellbar,
wenn einwandfrei nachgewiesen wird, dass aufgrund von
•
•
•
Massenträgheitsmoment
Drehzahl
Beugewinkel
die Schwingungen und Belastungen von untergeordneter Bedeutung sind.
4.9.2
Gelenkwelle mit zwei Gelenken
Die Ungleichförmigkeit des einfachen Gelenks ist durch Verbinden von zwei einfachen Gelenken zu einer Gelenkwelle ausgleichbar.
Es gelten jedoch für einen vollkommenen Bewegungsausgleich folgende Bedingungen:
•
•
•
gleiche Beugewinkel an beiden Gelenken, also ß1 = ß2
die beiden inneren Gelenkgabeln müssen in einer Ebene liegen
An- und Abtriebswelle müssen ebenfalls in einer Ebene liegen, siehe Bild 29 und Bild 30.
Alle drei Bedingungen müssen immer gleichzeitig erfüllt sein, damit ein Ausgleich des Kardanfehlers möglich ist.
Diese Bedingungen liegen bei den so genannten Z- und W-Anordnungen vor (siehe Bilder 29 und 30). Die bei Z- oder W-Anordnung
vorhandene gemeinsame Beugeebene darf um die Längsachse beliebig verdreht sein.
Eine Ausnahme bildet die räumliche Gelenkwellenanordnung, siehe Bild 31.
Bild 29:
W-Anordnung der Gelenkwelle ESC-075
ß1
geme
in
B e u g same
ungs
eben
e
ß2
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
48
Bild 30:
Z-Anordnung der Gelenkwelle ESC-076
ß1
ß2
geme
in
B e u g same
ungs
eben
e
4.9.3
Räumliche Gelenkwellenanordnung
Eine räumliche Anordnung liegt immer dann vor, wenn An- und Abtriebswelle nicht in einer Ebene liegen.
An- und Abtriebswelle kreuzen sich räumlich versetzt. Eine gemeinsame Ebene ist nicht vorhanden, deshalb ist zum Ausgleich
der Drehzahlschwankungen ein Versatz der inneren Gelenkgabeln um den Winkel „γ“ erforderlich (siehe Bild 31).
Bild 31:
Räumliche Gelenkwellenanordnung ESC-077
w
Versatz
γ
inkel
Ebene II
d 3 gebildet
von Welle 2 un
Ebene I
bildet
1 und 2 ge
von Welle
ßR2
ßR1
Gabel in Ebene I
Gabel in Ebene II
Es folgt weiterhin die Bedingung, dass der räumliche resultierende Winkel ßR1 an der Eingangswelle genauso groß sein muss wie der
räumliche Winkel ßR2 an der Ausgangswelle.
Also:
ßR1 = ßR2.
Es bedeuten:
ßR1 = räumlich resultierender Winkel der Welle 1
ßR2 = räumlich resultierender Winkel der Welle 2
Der räumlich resultierende Beugewinkel ßR ergibt sich aus der vertikalen und horizontalen Beugung der Gelenkwellen und
errechnet sich zu:
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
49
Formel 10:
Räumlich resultierender Beugewinkel
tan2 ßR = tan2 ßv + tan2 ßh
Der nötige Versatzwinkel γ ergibt sich aus den Horizontal- und Vertikalbeugungswinkeln beider Gelenke:
Formel 11:
Versatzwinkel γ
tan ßh1
tan γ1 =
tan ßh2
;
tan ßγ1
tan γ 2
;
γ = γ1 + γ 2
tan ßγ2
Es bedeuten:
ßR
ßγ
ßh
γ
=
=
=
=
räumlich result. Beugewinkel
vertikaler Beugewinkel
horizontaler Beugewinkel
Versatzwinkel.
Anmerkung:
Da bei räumlicher Beugung der Gelenkwelle mit zwei Gelenken lediglich die Forderung nach gleichen räumlich resultierenden
Beugewinkeln besteht, können theoretisch aus der Kombination der vertikalen und horizontalen Beugewinkel unendlich viele
Anordnungsmöglichkeiten gebildet werden.
Wir empfehlen bei der Bestimmung des Versatzwinkels einer räumlichen Gelenkwellenanordnung die Hersteller zu Rate zu ziehen.
4.9.3.1 Gelenkwellenstrang
Sind aus konstruktiven Gründen größere Längen zu überbrücken, so können Gelenkwellenstränge aus zwei oder mehr Wellen
verwendet werden. In Bild 32 sind Grundformen von Gelenkwellensträngen dargestellt, in denen die Stellung der Gelenke und
Mitnehmer zueinander willkürlich angenommen wurde. Mitnehmer und Gelenke sind aus kinematischen Gründen aufeinander
abzustimmen. Die Gelenkwellenhersteller sind bei der Auslegung anzusprechen.
Bild 32:
Gelenkwellenstrang ESC-078
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
50
4.9.3.2 Kräfte im Gelenkwellensystem
Beugewinkel in Gelenkwellensystemen bringen zwangsläufig zusätzliche Kräfte und Momente mit sich. Unterliegt eine ausziehbare
Gelenkwelle während einer Momentübertragung einer Längsverschiebung, so treten weitere zusätzliche Kräfte auf.
Durch Auseinandernehmen der Gelenkwelle, Verdrehen der beiden Gelenkwellenhälften und anschließendes Zusammenstecken wird
die Ungleichförmigkeit nicht ausgeglichen, sondern eher verstärkt. Durch dieses „Probieren“ können Schäden an Gelenkwellen, Lager,
Gelenk, Keilwellenprofil und Aggregaten entstehen. Daher sind unbedingt die Markierungen an der Gelenkwelle zu beachten. Diese
müssen nach der Montage gegenüberliegen (siehe Bild 33).
Bild 33:
Markierung an der Gelenkwelle ESC-079
ß2
ß1
Vorhandene Wuchtbleche nicht entfernen und Gelenkwellenteile nicht vertauschen, da sonst wieder Unwucht entsteht.
Bei Verlust eines Wuchtbleches oder Austausch von Gelenkwellenteilen ist die Gelenkwelle auszuwuchten.
Trotz gewissenhafter Auslegung eines Gelenkwellensystems können Schwingungen auftreten, die zu Schäden führen können, wenn
die Ursache nicht beseitigt wird. Durch geeignete Maßnahmen wie z.B. Einbau von Dämpfern, Verwendung von Gleichlaufgelenken
oder auch Änderung des gesamten Gelenkwellensystems und der Massenverhältnisse ist unbedingt Abhilfe zu schaffen.
4.9.4
Änderung der Gelenkwellenanordnung im Triebstrang von MAN-Fahrgestellen
Änderungen am Gelenkwellensystem werden durch Aufbauhersteller in der Regel durchgeführt bei:
•
•
nachträglichen Radstandsänderungen
Einbau von Retardern.
Dabei ist zu beachten, dass:
•
•
•
•
•
der maximale Beugewinkel jeder Kardanwelle des Triebstrangs im beladenen Zustand in jeder Ebene höchstens 7° betragen darf.
bei Verlängerung von Gelenkwellen eine Neuauslegung des gesamten Gelenkwellenstrangs durch
einen Gelenkwellenhersteller erforderlich ist.
vor Einbau jede Gelenkwelle auszuwuchten ist.
jegliche Änderung am Leichtbau-Gelenkwellensystem der Baureihe L2000 4x2 (Definition siehe Kapitel ‚Allgemeines‘)
nur von der Fa. Eugen Klein KG (www.klein-gelenkwellen.de) oder deren Beauftragten durchgeführt werden darf.
beim Einbau von Retardern der Retarderhersteller eine Genehmigung von MAN vorzulegen hat.
Dort genannte Angaben sind auch von einbauenden Werkstätten einzuhalten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
51
4.10
Zentralschmierung
Ab Werk können Fahrgestelle mit Zentralschmieranlagen des Fabrikats BEKA-MAX ausgerüstet werden.
Der Anschluss von Aufbauaggregaten (z.B. Sattelkupplung, Ladekran, Ladebordwand) ist möglich.
Es dürfen dabei nur Pumpenelemente, Progressivverteiler und Dosierventile mit MAN-Sachnummer oder von BEKA-MAX verwendet werden.
Die benötigte Schmiermittelmenge nach:
•
•
•
Anzahl der Pumpenhübe
Fördermenge je Hub und
Pausenzeit zwischen den Hüben
ist durch den Aufbauhersteller vorzunehmen. Keinesfalls darf dabei die für das Fahrgestell erforderliche Menge
(= Grundeinstellung ab Werk) unterschritten werden. Die Anleitung von BEKA-MAX ist zu beachten,
Bezug über den MAN-Ersatzteildienst (Sachnummer bei deutscher Sprache 81.99598.8360) oder über BEKA-MAX.
4.11
Fahrerhaus ändern
4.11.1
Allgemeines
Fahrerhausänderungen sind grundsätzlich durch MAN, Abt. ESC zu genehmigen (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Höchste Priorität haben Sicherheitsanforderungen, so darf die Sicherheit der Insassen auf keinen Fall durch die erfolgten Änderungen
in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Fahrkomfort soll erhalten bleiben.
Kippbare Fahrerhäuser dürfen in ihrer Kippbarkeit nicht unnötig beeinträchtigt werden. Zu beachten ist daher der Radius,
den die Fahrerhauskontur während des Kippvorganges beschreibt. Kippradien sind in den Fahrgestellzeichnungen dargestellt.
Fahrgestellzeichnungen sind erhältlich über unser Online-System MANTED ® (www.manted.de) oder per Telefaxbestellung
bei Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
4.11.2
Fahrerhäuser verlängern
Bei Kompakt- und Nahverkehrsfahrerhäusern besteht die Möglichkeit, einen Fahrerhausansatz wahlweise mit oder
ohne Windschutzscheibe zu liefern.
Der Fahrerhauslieferumfang besteht dann aus folgenden Teilen:
Bodengruppe
•
•
•
•
•
•
Vorderwand mit Windschutzscheibe
Seitenwände mit Türen
hintere Ecksäulen
Rückwandunterteil mit Fahrerhausverriegelung
Armaturen, Ablagen im unteren Bereich, Sitze mit Sicherheitsgurten
Fahrerhauslagerung und Kippeinrichtung des serienmäßigen Fahrerhauses.
Zusätzlich kann ab Werk bezogen werden:
•
•
•
Kraftstofftank für Mannschaftskabine
provisorische Batteriebefestigung zur Überführung einschließlich Batteriekabelverlängerung
Beistellpaket für Mannschaftskabine (mit gleichen Schlössern wie Fahrerhausansatz sowie Türgriffen
und Fensterhebern mit MAN-Teilen).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
52
Der Aufbauer muss:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
die Fahrerhauslagerung neu auslegen
die Serienfahrerhaus-Längsträger verstärken
den Kühlwasserausgleichsbehälter versetzen. Dabei muss der Kühlmittelpegel höher als Oberkante
Motor liegen und Passagiere dürfen keiner Gefahr durch heißes Kühlmittel ausgesetzt werden.
Ölmessstab (Füllhöhe beachten) und Öleinfüllstutzen passend zu seiner Fahrerhausänderung versetzen.
für eine ausreichende Kippmöglichkeit sorgen. Das Fahrerhaus muss durch eine hydraulische Kippeinrichtung
gekippt werden können. Empfohlen wird ein Mindestkippwinkel von 30°. Gekippte Fahrerhäuser sind ausreichend zu sichern.
eine Betriebsanleitung erstellen
die geänderten Schwerpunktverhältnisse und Aufbaulängen berücksichtigen
für die Ermittlung der neuen technischen Daten des Gesamtfahrzeugs sorgen
die Gewährleistung für seinen Lieferumfang und dessen mögliche Auswirkungen übernehmen.
Für die feste Verbindung von Fahrerhäusern mit Aufbauten hat MAN eigene Fahrgestelle mit Fahrerpodest entwickelt.
Diese haben die Modellbezeichnung FOC, z.B. 8.163 FOC. Für die FOC-Fahrgestelle gibt es von NEOMAN eigene Aufbaurichtlinien
die bei MAN, Abteilung BVT erhältlich sind.
4.11.3
Spoiler, Aero-Paket
Der nachträgliche Aufbau eines Dachspoilers oder eines Aero-Paketes ist möglich. Es besteht Liefermöglichkeit ab Werk,
Original-MAN-Spoiler und Aero-Paket können aber auch über unseren Ersatzteildienst zum nachträglichen Aufbau bezogen werden.
Auf dem Fahrerhausdach dürfen nur die hierfür vorgesehenen Befestigungspunkte und die Regenrinne verwendet werden.
Auf ausreichende Klemmlängen (Regenrinne) ist zu achten. Zusätzliche Bohrungen im Fahrerhausdach sind nicht zulässig.
4.11.4
Dachschlafkabinen und Hochdächer
4.11.4.1 Grundsätze für den Aufbau von Dachkabinen
Unter folgenden Voraussetzungen ist der Aufbau von Dachschlafkabinen (Topsleeper) bzw. Hochdächern möglich:
•
•
•
•
•
•
Bei MAN ist eine Aufbaugenehmigung einzuholen. Dies ist Sache des Herstellers der Dachkabine und nicht der
aufbauenden Werkstatt. Es gilt Abschnitt 4.7 ‚Nachträglicher Einbau von Aggregaten‘ in diesem Kapitel.
Für die Erfüllung der Vorschriften (insbesondere Sicherheitsvorschriften, z.B. berufsgenossenschaftliche Richtlinien),
Verordnungen und Gesetze (z.B. GGVS) ist der Hersteller der Dachkabine zuständig.
Eine Aufstellsicherung (verhindert selbständiges Zuklappen des Fahrerhauses im gekippten Zustand) ist zu montieren.
Weicht die Bedienung des Kippvorganges vom serienmäßigen MAN-Fahrerhaus ab, so ist eine leicht verständliche und
umfassende Betriebsanleitung zu erstellen.
Für das aufgebaute Fahrerhaus sind die Maßangaben für den resultierenden Fahrerhaus-Schwerpunkt einzuhalten und
nachzuweisen, siehe Bild 34.
Die für den Aufbau einer Dachkabine geeignete Fahrerhauslagerung nach Tabelle 24 muss im Fahrzeug vorhanden sein
oder zum Dachkabinenaufbau nachträglich eingebaut werden. Die in Tabelle 24 genannten Auflagen und
Maximalgewichte sind einzuhalten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
53
Bild 34:
Fahrerhausschwerpunkt mit Dachschlafkabine ESC-110
825 ± 10%
Resultierender
Schwerpunkt
560
820 ± 10%
y
Schwerpunkt
Topsleeper
y
Fhs. -Boden
Schwerpunkt
Fahrerhaus
Maß γ wird vom
Aufbauer bestimmt
825
ca. 660kg
Tabelle 24:
Fahrerhauslagerung für Dachkabinenaufbau, Maximalgewichte der Auf- / Einbauten
Baureihe
Typnummer
Fahrerhaus
erforderliche Ausstattung
Maximalmasse
einschl. Einrichtung
L2000
L20 - L36
Kompakt (K) kurz
Fahrerhauslagerung für Aufbau
Topsleeper
120 kg
Mittel (M); Doppelkabine (D)
nicht möglich
Kompakt (K) kurz
Fahrerhauslagerung für Aufbau
Topsleeper
Mittel (M); Doppelkabine (D)
nicht möglich
Nahverkehr (N) kurz
Fahrerhauslagerung für Aufbau
Topsleeper
130 kg
Fernverkehr (F) lang
Fahrerhauslagerung luftgefedert
für Aufbau Topsleeper
200 kg
Nahverkehr (N) kurz
Fahrerhauslagerung für Aufbau
Topsleeper
130 kg
Großraum (G) lang
Fahrerhauslagerung luftgefedert
für Aufbau Topsleeper
200 kg
M2000L
M2000M
F2000
L70 - L95
M31 - M44
T01 - T78
120 kg
Eine nachträgliche Umrüstung für den Aufbau von Dachkabinen ist möglich.
Die dafür notwendigen Teile der Fahrerhauslagerung und -kippeinrichtung sind über den MAN-Ersatzteildienst zu beziehen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
54
4.11.4.2 Dachöffnungen
Nachfolgende Hinweise für Durchstiegsöffnungen im Dach gelten sinngemäß auch für die Ausführung sonstiger Dachöffnungen,
z.B. für den Einbau von Glasdächern oder Schiebedächern.
Für den Aufbau einer Dachkabine darf die vorhandene Öffnung im Fahrerhausdach als Durchstiegsöffnung verwendet werden,
siehe Bild 35. Das serienmäßige Dachgerippe und der serienmäßige Ausschnitt im Dachblech sind unverändert zu belassen.
Bild 35:
Durchstiegsöffnung normal ESC-146
Eine Vergrößerung der Durchstiegsöffnung ist unter Berücksichtigung der Vorgaben nach Bild 36 zulässig.
Müssen Längs- oder Querspriegel ersatzlos entfernt werden, so muss der verbleibende Dachrahmen mit geeigneten Verstärkungsmitteln
(z.B. wie Hochdachausführung Original-MAN) versteift werden, damit zwischen Dach, Vorderwand, Seitenwänden und
Rückwand ein stabiler Verbund besteht.
Bild 36:
Durchstiegsöffnung vergrößert ESC-145
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
55
4.12
Achsführung, Federung, Lenkung
4.12.1
Allgemeines
Eingriffe an Teilen der Achsführung und Lenkung wie z.B. an Lenkern, Lenkhebeln, Federn, sowie deren Halterungen und
Befestigungen am Rahmen, sind nicht erlaubt.
Teile der Federung oder Federblätter dürfen nicht abgeändert oder entfernt werden.
Blattfedern dürfen nur als komplettes Ersatzteil und paarweise (links und rechts) getauscht werden.
Die Ersatzteilnummer der Blattfeder muss auf dem ALB-Schild aufgelistet sein, sonst ist ein neues ALB-Schild mit
entsprechender ALB-Einstellung erforderlich.
4.12.2
Stabilität, Seitenneigung
Serienmäßige Stabilisatoren dürfen nicht entfernt oder geändert werden.
Hohe Schwerpunktlagen machen u.U. zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich.
Als hohe Schwerpunktlage gilt ein Schwerpunkt von Nutzlast und Aufbau von > 1000 mm über Rahmenoberkante bei L2000,
bei allen anderen Fahrzeugen von > 1200 mm über Rahmenoberkante.
Je nach Baureihe und Ausführung besteht die Möglichkeit, zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen ab Werk zu liefern.
Hierzu zählen:
•
•
•
verstärkte Dämpfer
Federn mit höherer Federrate
zusätzliche und verstärkte Stabilisatoren.
Eine exakte rechnerische Bestimmung, ab welcher Schwerpunktlage zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich sind,
kann nicht gegeben werden.
Begründung:
Bei den üblichen Rechenbedingungen wird von einer stationären Kreisfahrt ausgegangen. Fahrsituationen, die zum Kippen führen,
sind jedoch ganz anders als eine stationäre Kreisfahrt.
Die Abweichungen hiervon sind:
•
•
•
•
•
Die stationäre Kreisfahrt wird bei den im Straßenverkehr vorkommenden Richtungsänderungen selten erreicht.
Die Richtungsänderungen sind zu gering und auch zeitlich zu kurz um eine stationäre Fahrzeugseitenneigung zu ermöglichen.
Die Wankschwingungen aus dem Kurveneinlauf klingen im Verlauf einer Kurvenfahrt nicht ab.
Bodenunebenheiten und Änderungen der Fahrbahnneigung erzeugen zusätzliche Wankschwingungen.
Lenkkorrekturen im Kurvenverlauf führen zu Seitenbeschleunigungsspitzen, die ebenfalls Wankschwingungen erzeugen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
56
Die Lenkparameter, welche für die Fahrzeugreaktionen auf äußere Einflüsse hin verantwortlich sind, haben ähnlich vielfältige
Auswirkungen auf die Kippstabilität eines Fahrzeuges.
Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
•
•
•
•
•
die von einer linearen Federkennlinie abweichenden zusammengesetzten Federkennlinienverläufe einschließlich
ihrer Begrenzungen.
die Dämpfungen nach Art und Intensität im Hinblick auf die Wankschwingungsdämpfung.
die Reifenfederkennlinien in vertikaler und horizontaler Richtung.
die Verdrehsteifigkeit von Rahmen und Aufbau.
die Verteilung der Fahrzeugstabilisierung auf die einzelnen Achsen.
Theoretisch ist die Berechnung der Kippstabilität an einem Fahrzeug möglich, wenn folgende Punkte bekannt sind:
•
•
•
•
•
•
•
alle vorgenannten Fahrzeugparameter
der Beladungszustand
der zu fahrende Kurvenverlauf
alle Fahrerreaktionen
alle Fahrbahnunebenheiten
alle Fahrbahnneigungsänderungen
der Geschwindigkeitsverlauf.
Alle Versuche einer vereinfachten Rechnung sind nicht zuverlässig und führen zu unbrauchbaren Ergebnissen.
Es kann von MAN keine Garantie für eine bestimmte mögliche Kurvenkippgeschwindigkeit gegeben werden.
4.13
Rahmenanbauteile
4.13.1
Unterfahrschutz
Fahrgestelle können ab Werk mit hinterem Unterfahrschutz geliefert werden. Wahlweise kann die Montage ab Werk entfallen,
das Fahrgestell erhält dann für die Überführung zum Aufbauhersteller einen sog. „verlorenen Leuchtenträger“.
Der Aufbauhersteller muss dann selbst einen den Vorschriften genügenden Unterfahrschutz montieren.
Unterfahrschutzeinrichtungen von MAN haben eine Bauartgenehmigung gemäß Richtlinie 70/221/EWG bzw. ECE-R 58.
Dies ist erkennbar:
•
•
an der Typnummer und
am Typenzeichen des Unterfahrschutzes.
Typnummer und Typenzeichen sind auf einem Aufkleber am Unterfahrschutz vermerkt.
Der MAN-Unterfahrschutz nach EG/ECE weist folgende maßlichen Vorschriften auf (siehe auch Bild 37):
•
•
•
Der waagrechte Abstand der Unterfahrschutz-Hinterkante von der Fahrzeug-Hinterkante (hinterste Kante)
darf 350mm nicht überschreiten. Dieser Wert berücksichtigt die unter Prüflast auftretende Verformung
(nach 70/221/EWG werden 400 mm im verformten Zustand gestattet).
Der Abstand der Unterfahrschutz Unterkante zur Fahrbahn darf bei leerem Fahrzeug maximal 550 mm betragen.
Fahrzeuge, die zu Aufbauherstellern oder ins Ausland überführt werden, sind aufgrund einer Ausnahmegenehmigung
von der Ausrüstung mit einem Unterfahrschutz befreit.
Der Aufbauhersteller muss die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen, weil die Maße aufbauabhängig sind.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
57
Bild 37:
Anordnung Unterfahrschutz ESC-056
Aufbau
≤ 350
Kantenschutz in
diesem Bereich
Nach hinten und/ oder
tiefergesetzter Unterfahrschutz
Aufbau
Bohrungen entspr.
Aufbaurichtl. Lkw
t
4.13.2
≤ 350
B
Nach hinten und/ oder
tiefergesetzter Unterfahrschutz
≤ 550
leer
t ≥ Rahmendicke
B ≥ Rahmenlängsträger
Profilbreite
Seitliche Schutzvorrichtung SSV
Alle Lkw, Zugmaschinen und deren Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht > 3,5 t und einer bauartbedingten
Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h müssen eine seitliche Schutzeinrichtung (= SSV) aufweisen
(auch Fahrzeuge die durch die Bauart des Fahrgestells den Lkw und Zugmaschinen gleichzusetzen sind).
Für den Lkw-Bereich ausgenommen sind:
•
•
•
Fahrzeuge, die noch nicht komplett hergestellt sind (Fahrgestelle zur Überführung)
Sattelzugmaschinen (nicht Sattelanhänger)
Fahrzeuge, die für Sonderzwecke gebaut wurden, wobei eine seitliche Schutzvorrichtung mit dem Verwendungszweck
des Fahrzeugs unvereinbar ist.
Als Fahrzeuge für Sonderzwecke gelten in diesem Zusammenhang vor allem Fahrzeuge mit seitlich kippbarem Aufbau.
Dies gilt nur dann, wenn sie zu den Seiten kippen und eine lichte Innenlänge des Aufbaus von ≤ 7.500 mm haben.
Welche Kipper eine seitliche Schutzvorrichtung brauchen und welche nicht, nennt Tabelle 25.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
58
Tabelle 25:
Ausrüstungspflicht von Kippern mit SSV
Kippbrückenlänge
Hinterkipper
Abroll-/ Absetzkipper
≤ 7.500
> 7.500
ja
ja
ja
ja
Zweiseitenkipper
nein
ja
Dreiseitenkipper
nein
ja
Weder Fahrzeuge für den kombinierten Verkehr noch geländegängige Fahrzeuge sind grundsätzlich von der Ausrüstungspflicht
mit SSV befreit.
Für Fahrgestelle die der Aufbauhersteller mit einer seitlichen Schutzvorrichtung versieht, gibt es von MAN Profile, Profilstützen und
Montageteile in verschiedenen Ausführungen. Bezugsmöglichkeit besteht über den Ersatzteildienst. Als Hilfe zur Auslegung wurden
maximale Stütz- und Überkragweiten anhand eines Mustergutachtens festgelegt, für die die Vorschriften bezüglich der Festigkeit
erfüllt sind (Erklärung der Maße in Bild 38 und Bild 39). Maßkombinationen aus Stützweite „l“ und Überkragweite „a“ sind
dem Diagramm in Bild 40 zu entnehmen. Werden die nach Gutachten zulässigen Maße überschritten, so hat der Aufbauer für
eine Festigkeitsprüfung zu sorgen.
Die Bilder verdeutlichen lediglich die Maße, bei denen die MAN-SSV die Festigkeitsvorschriften erfüllt. Es werden bewusst nicht
sonstige gesetzliche Vorschriften angegeben, weil für deren Einhaltung der Betrieb verantwortlich ist, der die SSV montiert.
Weitere Auskunft erteilt die Richtlinie 89/297/EWG und in Deutschland der §32c StVZO.
Seitliche Schutzvorrichtung an L2000- und M2000-Fahrzeugen ESC 201
≤ 300
Bild 38:
≤ 550
Aufbau
a
a
a
l
Aufbau
≤ 550
≤ 350
Seitliche Schutzvorrichtung an M2000- und F2000-Fahrzeugen ESC 200
≤ 300
Bild 39:
l
a
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
59
Überkragenweiten „a“ [ mm ]
300
350
400
450
500
550
600
650
700
Stützweite „I“ [ mm ]
0
470 mm
500
1000
1500
2000
2 Profil je Seite nach Abb. 39
1 Profil je Seite nach Abb. 38
Ablesebeispiel: Bei Stützweite 1900mm
und ein Profil je Seite ergibt sich
maximal 470mm Überkragweite
1900 mm
2500
Bild 40:
Diagramm zur Ermittlung der Stütz- und Überkragweiten ESC-140
Maximale Überkragenweiten „a“ in Abhängigkeit der Stützweite „I“
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
60
Wie aus den Bildern ersichtlich ist, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Profilanordnung. L2000-Typen erhalten je Seite ein
Profil, bei Fahrzeugen der M2000L- oder M2000M-Reihe müssen je nach Größe der Räder entweder ein oder zwei Profile verwendet
werden. Alle F2000-Typen sind mit zwei Profilen pro Seite auszustatten (Definition der Baureihen siehe Kapitel 3 ‚Allgemeines‘).
Tabelle 26 definiert, welche Fahrzeuge mit welcher Profilanordnung auszuführen sind.
Tabelle 26:
Profilanordnung und Anzahl
Baureihe
Radgröße
Anzahl Profile je Seite
L2000
alle
1
M2000L, M2000M
17,5‘‘
19,5‘‘
22,5‘‘
1
1
2
F2000
alle
2
An der seitlichen Schutzvorrichtung dürfen keine Brems-, Luft- und Hydraulikleitungen befestigt werden
(siehe auch Kapitel ‚Elektrik’, Leitungen‘). Bei abgerundeten Bolzen und Nieten sind maximal 10mm Überstand erlaubt;
der Abrundungsradius für alle vom Aufbauer zugeschnittenen Teile muss mindestens 2,5mm betragen.
Wird ein Fahrzeug umbereift oder erhält es andere Federn, sind die Höhenmaße der Schutzvorrichtung zu überprüfen und,
falls erforderlich, zu korrigieren. Die von MAN lieferbaren Halterungen erlauben hierzu ein Verstellen des Schutzprofils.
Eine leichte Komplett-Demontage ist dadurch gegeben, dass mit Lösen einer zentralen Schraube pro ‚Omega-Halter‘ jeweils
die gesamte Schutzvorrichtung samt Halterungen abgebaut werden kann (siehe Bild 41).
Bild 41:
Demontage seitliche Schutzvorrichtung mit zentraler Schraube am Omega-Halter ESC-154
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
61
4.13.3
Ersatzrad
Das Ersatzrad kann seitlich am Rahmen, am Rahmenende oder am Aufbau angebracht werden, sofern der notwendige Raum hierfür
vorhanden ist und die jeweiligen nationalen Vorschriften dies zulassen.
In jedem Fall gilt es,
•
•
•
•
•
gesetzliche Vorschriften und Richtlinien zu beachten.
das Ersatzrad (bzw. Ersatzradaufzug) muss gut zugänglich und einfach bedienbar sein.
eine zweifache Sicherung gegen Verlieren vorzusehen.
den Reseveradaufzug gegen Verlieren zu sichern, Abschnitt 4.5.1 ‚Niet- und Schraubverbindungen‘ beachten
(mechanische Losdrehsicherung, Ripp-Schrauben/ -muttern).
von der Auspuffanlage ein Mindestabstand von ≥ 200 mm bei Montage eines Wärmeabschirmblechs ≥ 100 mm einzuhalten.
Wird ein Ersatzrad am Rahmenende montiert, so ist der verminderte hintere Überhangwinkel zu beachten.
Hilfsrahmen dürfen wegen der Ersatzradunterbringung nicht unterbrochen, gekröpft oder seitlich ausgebogen sein.
4.13.4
Unterlegkeile
In Deutschland schreibt der §41 StVZO die Ausrüstung mit Unterlegkeilen vor, entsprechende Vorschriften in anderen Ländern
sind zu beachten:
Gemäß §41 StVZO Abs. 14 sind vorgeschrieben:
1. Unterlegkeil bei:
•
•
Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 4 t
zweiachsigen Anhängern - ausgenommen Sattel- und Starrdeichselanhänger (einschließlich Zentralachsanhänger) mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 kg.
2. Unterlegkeile bei:
•
•
•
drei- und mehrachsigen Fahrzeugen
Sattelanhängern
Starrdeichselanhängern (einschließlich Zentralachsanhänger) mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 kg.
Unterlegkeile müssen sicher zu handhaben und ausreichend wirksam sein. Sie müssen im oder am Fahrzeug leicht zugänglich mit
Halterungen angebracht sein, die ein Verlieren und Klappern ausschließen.
Haken oder Ketten dürfen als Halterungen nicht verwendet werden.
4.13.5
Kraftstoffbehälter
Sofern die Platzverhältnisse es zulassen, können Kraftstoffbehälter versetzt und/ oder zusätzliche Kraftstoffbehälter montiert werden.
Es ist auf eine möglichst gleichmäßige Radlast zu achten (siehe Kapitel 3 ‚Allgemeines‘), gegebenenfalls sind sie gegenüberliegend,
also links und rechts am Rahmen, zu montieren. 1500 Liter Behältervolumen je Fahrzeug ist das Maximum.
Das Tiefersetzen von Kraftstoffbehältern ist ebenfalls möglich. Wird die Bodenfreiheit durch den versetzten Kraftstoffbehälter
beeinflusst, dann muss eine Schutzeinrichtung gegen Beschädigung des Kraftstoffbehälters vorhanden sein.
Kraftstoffleitungen sind einwandfrei zu verlegen. Temperaturen im vorgesehenen Einsatzgebiet sind zu berücksichtigen.
Für den Einsatz bei tiefen Temperaturen ist die Kraftstoffrückführleitung direkt neben den Saugbereich zu legen.
Dies wärmt den Saugbereich und ist ein wirksames Mittel gegen das Versulzen (Paraffinausscheidung) des Kraftstoffs.
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62
4.13.6
Flüssiggasanlagen und Zusatzheizungen
Gegen den fachgerechten nachträglichen Einbau von Flüssiggasanlagen für den Betrieb von
•
•
•
Heizanlagen
Kochanlagen
Kühlanlagen usw.
bestehen von MAN keine Einwände.
Der Einbau muss jedoch den jeweils gültigen nationalen und internationalen Vorschriften/ Normen entsprechen, Beispiele
(ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
•
•
•
•
•
•
Flüssiggasanlagen zu Brennzwecken in Fahrzeugen = §29 der Unfallverhütungsvorschrift VBG 21
Verwendung von Flüssiggas
§41a STVZO Druckgasanlagen und Druckbehälter
Druckbehälterverordnung (DruckbehV)
Gerätesicherheitsgesetz (GSG)
Arbeitsblatt G607 des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW)
Europanorm EN 1949.
Die Montage der Gasflaschen muss an sicherer Stelle erfolgen. Gasflaschen oder der Flaschenschrank dürfen nicht über
die Rahmenoberkante ragen.
Die Hersteller von Zusatzheizungen haben eigene Vorschriften für Montage und Betrieb. MAN lässt nur solche Zusatzheizungen zu,
für die auch eine Bauartgenehmigung vorliegt.
Der Einbau von Flüssiggasanlagen kann die Einsatzmöglichkeit des Fahrzeugs beeinträchtigen, weil z.B. in manchen Ländern
das Befahren von geschlossenen Räumen, z.B. Hallen und Werkstätten, nicht erlaubt ist.
Weitere Vorschriften, die länderspezifisch sein können, sind zu berücksichtigen. Dies gilt besonders für Fahrzeuge,
die Gefahrguttransporte durchführen.
4.14
Gasmotor: Behandlung der Hochdruck-Gasanlage
MAN hat in seinem Fahrzeugprogramm Lkw-Fahrgestelle, die mit Erdgas (hier CNG = compressed natural gas = komprimiertes
Erdgas) betrieben werden. Der Motor ist ein Viertakt-Otto-Gasmotor, also ein Fremdzündungsmotor mit einer kontaktlosen
Transistor-Zündanlage, Zündverteiler und Zündkerzen. Die Gemischaufbereitung erfolgt durch Gemischbildung
(außerhalb des Brennraums) im zentralen Gasmischer. Eine Abgasnachbehandlung über einen geregelten 3-Wege-Katalysator und
elektrisch beheizter Lambda-Sonde ist obligatorisch. Auch für den CNG-Motor gibt es eine Schnittstelle für Zwischendrehzahlen,
deren Beschreibung bei Abt. ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) erhältlich ist.
Der Aufbauhersteller muss zusätzlich zu Fahrzeugen mit herkömmlichem Dieselmotor folgende Sicherheitshinweise unbedingt
beachten:
•
•
•
•
Abstell- und Werkstatthallen müssen die erforderliche Ausrüstung haben, damit Gasfahrzeuge sich
innerhalb von Gebäuden befinden dürfen. Auskunft erteilen: Baubehörden, Gefahrgutsachverständige
der technischen Prüfstellen (in Deutschland z.B. DEKRA, GTÜ, TÜV).
Bei Arbeiten an der elektrischen Anlage sind aus Sicherheitsgründen grundsätzlich die Batterien abzuklemmen,
dabei vor dem Abklemmen der Batterien Batteriekasten gründlich auslüften (Knallgas), ggf. mit Druckluft ausblasen.
Die Druckgasbehälter haben zum Schutz vor Explosion eine Überdrucksicherung.
Diese entlüftet die Hochdruckgasanlage bei zu hoher Temperatur und/ oder zu hohem Druck, deshalb dürfen keinesfalls
Temperaturen > 80°C auftreten (z.B. bei Lackierarbeiten).
Lacke und Trockentemperaturen siehe auch Kapitel 4.2 Korrosionsschutz. Bei Lacktrocknung bis max. 80°C dürfen
die Druckgasbehälter nur bis max. 100 bar gefüllt sein.
Keinerlei Bauteile oder Leitungen an Ausrüstungsteilen der Druckgasanlage befestigen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
63
•
•
•
•
Änderungen der Druckgasanlage darf ausschließlich der Hersteller vornehmen.
Vor einer Änderung ist ein Sachverständiger anzuhören, nach Durchführung muss eine erneute Abnahme durch
den Sachverständigen erfolgen (z.B. in Deutschland nach §14 GSG).
Instandsetzung, Wartung, Montage- und sonstige Arbeiten an der Druckgasanlage nur durch autorisiertes und geschultes
Fachpersonal.
Unter Druck stehende Rohrleitungen dürfen nicht nachgezogen oder gelöst werden. EXPLOSIONSGEFAHR!
Ausführung von Schweißarbeiten am Fahrzeug bei gefüllten Druckgasbehältern sind verboten! EXPLOSIONSGEFAHR!
Vor Schweißarbeiten am Fahrzeug die gesamte Gasanlage einschließlich der Druckgasbehälter belüften und
die Druckgasbehälter mit inertem Gas, z.B. Stickstoff (N2) befüllen. Dabei darf nicht in die Atmosphäre entlüftet werden
sondern das Erdgas muss durch Entsorgungsleitungen abgeleitet werden.
4.15
Änderungen am Motor
4.15.1
Luftansaugung, Abgasführung
Das Ansaugen der Luft und die Ableitung der Abgase muss ungehindert erfolgen können.
Der Unterdruck in der Ansaugleitung sowie der Gegendruck im Auspuff dürfen sich nicht verändern.
Deshalb gilt bei Änderungen an der Luftansaugung und/ oder der Abgasführung:
•
•
•
•
•
•
Querschnitte in Form und/ oder Fläche keinesfalls verändern.
Schalldämpfer oder Luftfilter nicht modifizieren.
Bei Biegungen muss der Biegeradius mindestens dem doppelten Rohrdurchmesser entsprechen.
Nur stetige Biegungen, also keine Gehrungsschnitte.
MAN kann keine Auskunft über Verbrauchsänderungen oder über das Geräuschverhalten machen,
u.U. ist eine erneute Geräuschabnahme erforderlich.
Wäremeempfindliche Teile (z.B. Leitungen, Reserveräder) müssen einen Mindestabstand von ≥ 200 mm
zum Auspuff haben, zu Wärmeabschirmblechen ≥ 100 mm.
4.15.2
Motorkühlung
•
•
•
Das Kühlsystem (Kühler, Kühlergrill, Luftkanäle, Kühlkreislauf) darf nicht verändert werden.
Ausnahmen nur mit Genehmigung durch MAN, Abt. ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Änderungen am Kühler, die die Kühlfläche verringern, sind nicht genehmigungsfähig.
Für den überwiegend stationären Betrieb oder Einsatz in klimatisch ungünstigeren Zonen ist u.U. ein Kühler mit größerer Leistung
erforderlich. Auskunft über die Liefermöglichkeit für das jeweilige Fahrzeug gibt die nächstliegende MAN-Verkaufsniederlassung;
für nachträglichen Einbau die nächstliegende MAN-Service-Niederlassung oder MAN-Vertragswerkstatt.
4.15.3
Motorkapsel, Geräuschdämmung
Eingriffe und Änderungen an einer ab Werk vorhandenen Motorkapsel, sind nicht zulässig. Sind Fahrzeuge als „lärmarm“ oder
„geräuscharm“ definiert, so verlieren sie aufgrund der nachträglichen Eingriffe u.U. ihren Status. Die Wiedererlangung des zuvor
vorhandenen Status ist dann Sache des Betriebes, der die Änderung durchgeführt hat.
Beim Einsatz von Nebenabtrieben in Verbindung mit Motorkapsel siehe auch Heft ‚Nebenabtriebe‘.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
64
4.16
Verbindungseinrichtungen
4.16.1
Allgemeines
Soll der Lkw Lasten ziehen, muss die notwendige Ausrüstung vorhanden und zugelassen sein. Die Erfüllung der vom Gesetzgeber
vorgeschriebenen Mindestmotorleistung und/ oder der Einbau der richtigen Anhängekupplung geben noch keine Gewähr dafür,
dass der Lkw zum Ziehen von Lasten geeignet ist.
Rückfragen bei MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) sind dann
notwendig, wenn das serienmäßige oder ab Werk zugelassene Zuggesamtgewicht geändert werden soll.
Es dürfen nur die von MAN freigegebenen Anhängekupplungen verwendet werden. Eine Freigabe durch Überwachungsorganisationen
oder Prüfinstitute bedeutet nicht, dass der Fahrzeughersteller ebenfalls eine Freigabe erteilt hat oder erteilen wird.
Eine Übersicht der freigegebenen Anhängekupplungen und den dazugehörigen Einbauzeichnungen ist in Tabelle 29 dargestellt.
Beim Rangieren darf keine Kollision mit dem Anhänger eintreten. Daher genügend Deichsellänge wählen. Zu beachten sind auch
die nationalen Vorschriften, in Deutschland z. B. die „Technischen Anforderungen an Fahrzeugteile bei der Bauartprüfung“
nach §22a StVZO. Hier im besonderen Nr. 31 „Einrichtungen zur Verbindung von Fahrzeugen“ (=TA31).
Die erforderlichen Freiraummaße sind zu berücksichtigen: In Deutschland die Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“ (=VBG-12)
und DIN 74058 bzw. die EG-Richtlinie 94/20/EG.
Grundsätzlich ist der Aufbauhersteller verpflichtet, den Aufbau so zu gestalten und aufzubauen, dass eine ungehinderte und
ungefährdete Bedienung bzw. Überwachung des Kuppelvorganges möglich ist. Die Freigängigkeit der Anhängerdeichsel muss
gewährleistet sein.
Bei seitlichem Anbau von Kupplungsköpfen und Steckdosen (z. B. am Schlussleuchtenhalter der Fahrerseite) ist vom
Anhängerhersteller und vom Betreiber besonders auf ausreichende Leitungslängen für Kurvenfahrt zu achten.
≥ 60
≥ 240
≤ 420
≥ 60
Freiraum für Anhängekupplungen nach VBG-12 ESC-006
≥ 100
Bild 42:
≤ 420
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
65
Bild 43:
Freiraum für Anhängekupplungen nach DIN 74058 ESC-152
15°max.
100max.
45°m
ax.
ax.
350min.
420max.
45°
55min.
min
x.
.
75min.
32min.
A
ax.
140min.
R20m
30°m
A
300max.
x.
a
R40m
.
65min.
min
65°
250max.
30°ma
300max.
75min.
100max.
30°max.
Für den Anbau von Anhängekupplungen sind Original-MAN-Schlußquerträger einschließlich der zugehörigen Verstärkungsplatten
zu verwenden. Schlußquerträger haben ein für die dazugehörige Anhängekupplung passendes Lochbild.
Dieses Lochbild darf zum Anbau einer anderen Anhängekupplung keinesfalls geändert werden. Angaben der Kupplungshersteller in
deren Einbaurichtlinien sind einzuhalten (z. B. Anzugsmomente und deren Prüfung).
Das Tiefersetzen der Anhängekupplung ohne gleichzeitiges Tiefersetzen des Schlußquerträgers ist nicht zulässig!
Einige beispielhafte Möglichkeiten des Tiefersetzens sind in Bild 44 und Bild 45 dargestellt.
Bild 44:
Tiefergesetzte Anhängekupplung ESC-015
A
A
A-A
Untergurt Hauptrahmen auf
dieser Länge ausgeklingt
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
66
Bild 45:
4.16.2
Unter den Rahmen gesetzte Anhängekupplung ESC-042
Anhängekupplung, D-Wert
Die erforderliche Größe der Anhängekupplung wird durch den D-Wert bestimmt.
Auf der Anhängekupplung ist vom Hersteller der Anhängekupplung ein Typenschild angebracht, auf dem der maximal zulässige D-Wert
abzulesen ist. Die Angabe des D-Wertes erfolgt in Kilo-Newton [kN]. Die D-Wert-Formel lautet:
Formel 12:
D-Wert
9,81 • T • R
D=
T+R
Ist der D-Wert der Anhängekupplung und das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers bekannt, dann wird das maximal zulässige
Gesamtgewicht des ziehenden Fahrzeugs mit Hilfe der folgenden Formel errechnet:
Formel 13:
D-Wert-Formel für zul. Gesamtgewicht
R•D
T=
(9,81 • R) - D
Bei bekanntem D-Wert und vorhandenem zulässigen Gesamtgewicht des ziehenden Fahrzeugs beträgt das maximal zulässige
Gesamtgewicht des Anhängers:
Formel 14:
D-Wert-Formel für zulässiges Anhängergewicht
T•D
R=
(9,81 • T) - D
Es bedeuten:
D
T
R
=
=
=
D-Wert in [kN]
zulässiges Gesamtgewicht des ziehenden Fahrzeugs in [t]
zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers in [t]
Berechnungsbeispiele sind im Kapitel 9 ‚Berechnungen‘ zu finden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
67
4.16.3
Starrdeichselanhänger, Zentralachsanhänger, DC-Wert, V-Wert
Es gelten folgende Begriffsdefinitionen:
•
•
•
Starrdeichselanhänger: Anhängefahrzeug mit einer Achse oder Achsgruppe bei dem:
die winkelbewegliche Verbindung zum ziehenden Fahrzeug über eine Zugeinrichtung (Deichsel) erfolgt,
die Deichsel nicht frei beweglich mit dem Fahrgestell verbunden ist und deshalb Vertikalmomente übertragen kann und
nach seiner Bauart ein Teil seines Gesamtgewichts von dem ziehenden Fahrzeug getragen wird.
Zentralachsanhänger: gezogenes Fahrzeug mit einer Zugeinrichtung, die nicht senkrecht zum Anhänger beweglich ist
und dessen Achse(n) (bei gleichmäßiger Beladung) nahe am Massenschwerpunkt des Fahrzeugs angeordnet ist (sind),
so dass nur eine kleine statische vertikale Last von höchstens 10% der Anhängemasse oder 1000kg (es gilt der kleinere
Wert) auf das Zugfahrzeug übertragen wird. Zentralachsanhänger sind also eine Untergruppe der Starrdeichselanhänger.
Stützlast: vertikale Last der Zugdeichsel am Kuppelpunkt. Sie wird bei angekuppelten Anhängern dem Zugfahrzeug
zugeschlagen und ist deshalb bei der Fahrzeugauslegung (Achslastberechnung) zu berücksichtigen.
Zusätzlich zur D-Wert-Formel gelten für Starrdeichselanhänger/ Zentralachsanhänger weitere Bedingungen: Anhängekupplungen und
Schlußquerträger haben verringerte Anhängelasten, da in diesem Fall zusätzlich die auf Anhängekupplung und Schlußquerträger
wirkende Stützlast zu berücksichtigen ist.
Zur Angleichung der Rechtsvorschriften innerhalb der europäischen Union wurden mit der Richtlinie 94/20/EG deshalb
die Begriffe DC-Wert und V-Wert eingeführt:
Es gelten folgende Formeln:
Formel 15:
DC-Wert-Formel für Starrdeichsel und Zentralachsanhänger
9,81 • T • C
DC =
T+C
Formel 16:
V-Wert-Formel für Zentralachs- und Starrdeichselanhänger mit einer zulässigen Stützlast von ≤ 10%
der Anhängemasse und nicht mehr als 1000 kg
X2
V=a•
X2
•C ;
I2
X2
≥1
I2
Bei rechnerisch ermittelten Werten
< 1 ist 1,0 einzusetzen
I2
Es bedeuten:
DC
V
T
C
=
=
=
=
a
=
S
X
l
=
=
=
reduzierter D-Wert beim Betrieb mit Zentralachsanhänger in [kN]
V-Wert in [kN]
zulässiges Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs in [t]
Summe der Achslasten des mit der zulässigen Masse beladenen Zentralachsanhängers in [t]
ohne Stützlast
Vergleichsbeschleunigung im Kuppelpunkt in [m/s²]. Es sind zu verwenden: 1,8 m/s² bei Luftfederung
oder vergleichbarer Federung am Zugfahrzeug bzw. 2,4 m/s² bei allen anderen Federungen
zulässige Stützlast am Kuppelpunkt in [kg]
Aufbaulänge Anhänger in [m] siehe Bild 46
theoretische Zugdeichsellänge in [m] siehe Bild 46
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
68
Bild 46:
Aufbaulänge Anhänger und theoretische Zugdeichsellänge ESC-510
x
x
v
v
l
l
Für den Betrieb mit Zentralachsanhänger/ Starrdeichselanhänger setzt MAN voraus:
•
•
•
•
•
Für die ab Werk lieferbare Ausrüstung ist eine Stützlast von mehr als 10% der zulässigen Anhängermasse und mehr als
1.000kg nicht möglich. Andere Lasten liegen im Verantwortungsbereich des Herstellers der jeweiligen
Anhängevorrichtung. MAN kann keine Aussage in Bezug auf zulässige Lasten und rechnerische Betrachtungen
(z.B. nach 94/20/EG) zu diesen Anhängevorrichtungen machen.
Stützlasten haben wie alle Hecklasten eine Auswirkung auf die Achslastverteilung. Deshalb - vor allem in Verbindung mit
weiteren Hecklasten (z. B. Ladebordwand, Heckladekran) - mittels Achslastberechnung prüfen ob Stützlasten möglich sind.
Fahrzeuge mit liftbarer Nachlaufachse dürfen die Nachlaufachse nicht anheben, wenn ein Zentralachsanhänger/
Starrdeichselanhänger angekuppelt ist.
Der Betrieb beladener Zentralachsanhänger/ Starrdeichselanhänger bei leerem Zugfahrzeug ist nicht zulässig.
Für eine ausreichende Lenkbarkeit sind die Mindestvorderachslasten nach Tabelle 19 (im Kapitel ‚Allgemeines‘) einzuhalten.
Mögliche Kombinationen von Anhänge- und Stützlasten, sowie D, DC und V-Werte nennt Tabelle 28,
die Zuordnung zum Fahrzeug (nach Typnummer und Fahrzeugart) ist Tabelle 27 zu entnehmen.
Die Änderung eingetragener Lasten sind u. U. möglich, Auskunft erteilt Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
bei Nennung der im Kapitel ‚Allgemeines‘, Abschnitt 2.4.2 angegeben Fahrzeugdaten.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
69
4.16.4
Schlußquerträger und Anhängekupplungen
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger
L2000
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
L20
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2 für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2 für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5170
140 x 80
Allrad 4x4/2, um 100 mm tiefer, Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
L21
L22
L23
L24
Abkürzungen:
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5170
140 x 80
Allrad 4x4/2, um 100 mm tiefer, Schlußquerträger verstärkt
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2 für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
70
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
L2000
Typ-Nr.
L25
L26
L27
L30
L33
Abkürzungen:
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2, für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5158
160 x 100
10 t, Allrad 4x4/2, L26, L27, HD-Ausführung
81.41250.5168
160 x 100
Geräteträger, Typ L26
81.41250.5170
140 x 80
Allrad 4x4/2, 100 mm tiefer, Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5158
160 x 100
10 t, Allrad 4x4/2, L26, L27, HD-Ausführung
81.41250.5170
140 x 80
Allrad 4x4/2, 100 mm tiefer, Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2, für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
71
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
L2000
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
L34
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2, für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2, für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.2251
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5137
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5140
81.41250.5140
120 x 55
4x2/2, für AHK-Typ G 135
81.41250.5151
140 x 80
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
Grundteil für 81.41250.5153
81.41250.5153
120 x 55
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2, um 50 mm tiefer, für AHK-Typ G 135
81.41250.5155
120 x 55
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 120 x 55
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
L70
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
12 t, Rahmendicke 5 mm, Lkw-GG max. 11.990 kg
L35
L36
M2000L
L71
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
12 t, Rahmendicke 5 mm, Lkw-GG max. 11.990 kg
L72
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
12 t, Rahmendicke 5 mm, Lkw-GG max. 11.990 kg
L73
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
12 t, Rahmendicke 5 mm, Lkw-GG max. 11.990 kg
Abkürzungen:
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
72
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
M2000L
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
L74
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
L75
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5163
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 160 x 100
L76
L77
L79
L80
L81
L82
L83
L84
L86
L87
L88
Abkürzungen:
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5163
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 160 x 100
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5163
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 160 x 100
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5163
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 160 x 100
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5163
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
13/14/15 t, Rahmendicke 6- 7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 160 x 100
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
73
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
M2000L
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
L89
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
L90
L95
81.41250.5122
ohne
26 t, L95, für Rahmendicke 7 mm und Rahmenhöhe 268 mm, nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
26 t, L95, Schlußquerträger verstärkt, für Rahmendicke 7 mm und Rahmenhöhe 268 mm
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
M31
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
M2000M
M32
M33
M34
M38
M39
M40
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5158
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5163
160 x 100
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
13/14/15 t, Rahmendicke 6-7 mm, Feuerwehr, zusätzliches Bohrbild 160 x 100
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
M41
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
M42
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
M43
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
M44
81.41250.0127
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5158
160 x 100
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm
Abkürzungen:
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
74
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
F2000
Typ-Nr.
T01
T02
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5133
140 x 80
Sattel Überhang = 750 mm, nur Abschleppkupplung, nicht für AHK,
kein Austausch möglich
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5133
140 x 80
Sattel Überhang = 750 mm, nur Abschleppkupplung, nicht für AHK,
kein Austausch möglich
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
T05
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
T06
81.41240.5045
160 x 100
T06, T36, ZAA nur mit Verstärkungsplatten 81.42022.0020/.0013
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
T03
T04
T07
T08
T09
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
Abkürzungen:
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
75
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
F2000
Typ-Nr.
T10
T12
T15
T16
T17
T18
T20
T31
T32
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5162
160 x 100
Nicht für AHK
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5162
160 x 100
Nicht für AHK
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5148
160 x 100
Nur für Typ T20 und T50
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5133
140 x 80
Sattel Überhang = 750 mm, nur Abschleppkupplung, nicht für AHK,
kein Austausch möglich
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
Abkürzungen:
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
76
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
F2000
Typ-Nr.
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
T33
81.41250.5133
140 x 80
Sattel Überhang = 750 mm, nur Abschleppkupplung, nicht für AHK,
kein Austausch möglich
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
T34
T35
T36
T37
T38
T39
T40
T42
T43
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41240.5045
160 x 100
T06, T36, ZAA nur mit Verstärkungsplatten 81.42022.0020/.0013
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
Abkürzungen:
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
77
Tabelle 27:
Zuordnung Fahrzeug nach Baureihe, Typnummer und Schlußquerträger (Fortsetzung)
F2000
Typ-Nr.
T44
T45
T46
T48
T50
T62
T70
T72
T78
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
Bemerkung
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5162
160 x 100
Nicht für AHK
81.41250.5167
160 x 100
Überhang = 700 mm (900 mm)
81.41250.1324
160 x 100
100 mm tiefer, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5167
160 x 100
Überhang = 700 mm (900 mm)
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5148
160 x 100
Nur für Typ T20 und T50
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5160
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
81.41250.5122
ohne
Nicht für AHK
81.41250.5145
160 x 100
Schlußquerträger verstärkt, Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5159
330 x 110
10-fach Verschraubung für 100 t-Kupplungs-Einbau, Sattelzugmaschine
Abkürzungen:
ZAA: Starrdeichsel-/ Zentralachsanhänger AHK: Anhängekupplung GG: Gesamtgewicht
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
78
Tabelle 28:
Schlußquerträger und technische Daten
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
D
[kN]
S
[kg]
C
[kg]
RC = C+S
[kg]
DC
[kN]
V
[kN]
Max.
Anhängelast
[kg]
t
[mm]
Baureihe
Bemerkung
81.41240.5045
160 x 100
130
1000
13000
14000
90
35
D-Wert
10
F2000
T06, T36, ZAA nur mit
Verstärkungsplatten
81.42022.0020/.0013 nach Einbaubezeichnung 81.42001.8105
81.41250.0127
ohne
0
0
0
0
0
0
0
5
M2000
Nicht für AHK
81.41250.1320
160 x 100
130
1000
13000
14000
90
35
D-Wert
12
F2000
150 mm tiefer als Serie, für
Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.1324
160 x 100
130
1000
13000
14000
90
35
D-Wert
12
F2000
100 mm tiefer als Serie, für
Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.1337
160 x 100
130
1000
13000
14000
90
35
D-Wert
12
F2000
150 mm tiefer als Serie, für
Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.2251
ohne
0
0
0
0
0
0
0
4
L2000
Nicht für AHK
81.41250.5122
ohne
0
0
0
0
0
0
0
6
M2000
26 t, L95 für Rahmendicke
7 mm und Rahmenhöhe
268 mm, nicht für AHK
81.41250.5122
ohne
0
0
0
0
0
0
0
6
F2000
Nicht für AHK
81.41250.5133
140 x 80
0
0
0
0
0
0
0
8
F2000
T02, T03, T32, T33, Sattel
Überhang = 750 mm, Bohrbild
nur für Abschleppkupplung,
nicht für AHK,
kein Austausch möglich
81.41250.5137
120 x 55
*
*
*
*
*
*
*
8
L2000
Grundteil für 81.41250.5140
* Nur mit Verstärkungsplatte
81.41291.2201
81.41250.5138
140 x 80
*
*
*
*
*
*
*
10
L2000
Ersetzt durch 81.41250.5150
* Nur mit Verstärkungsplatte
81.41291.2492
81.41250.5139
140 x 80
52
1000
10500
11500
52
25
10500
10
L2000
Ersetzt durch 81.41250.5151
81.41250.5140
120 x 55
52
700
6500
7200
40
18
10500
8
L2000
4x2/2, für AHK-Typ G 135
81.41250.5141
160 x 100
0
0
0
0
0
0
0
8
F2000
Ersetzt durch 81.41250.5162,
nicht für AHK,
Bohrbild nur für Bandmontage
81.41250.5145
160 x 100
90
1000
16000
17000
90
50
20000
11
M2000
26 t, L95, Schlußquerträger
verstärkt, für Rahmendicke
7 mm und Rahmenhöhe
268 mm
81.41250.5145
160 x 100
200
1000
18000
19000
130
70
D-Wert
11
F2000
Schlußquerträger verstärkt, für
Rahmenhöhe 270 mm
81.41250.5146
160 x 100
200
1000
18000
19000
130
70
D-Wert
11
F2000
Schlußquerträger verstärkt, für
Rahmenhöhe 330 mm
81.41250.5146
160 x 100
130
1000
9500
10500
67
35
D-Wert
11
F2000
Nur für Typ T20 und T50
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
79
Tabelle 28:
Schlußquerträger und technische Daten (Fortsetzung)
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
D
[kN]
S
[kg]
C
[kg]
RC =C+S
[kg]
DC
[kN]
V
[kN]
Max.
Anhängelast
[kg]
t
[mm]
Baureihe
Bemerkung
81.41250.5150
140 x 80
*
*
*
*
*
*
*
10
L2000
Grundteil für 81.41250.5151
* Nur mit Verstärkungsplatte
81.41291.2492
81.41250.5151
140 x 80
60
1000
13000
14000
58
35
14000
10
L2000
Schlußquerträger verstärkt
81.41250.5152
120 x 55
*
*
*
*
*
*
*
8
L2000
Grundteil für 81.41250.5153
* Nur mit Verstärkungsplatte
81.41291.2201
81.41250.5153
120 x 55
52
700
6500
7200
40
18
10500
8
L2000
Allrad 4x4/2 oder 4x2/2
um 50 mm tiefer,
für AHK-Typ G 135
81.41250.5154
160 x 100
60
1000
9500
10500
55
35
14000
10
M2000-L
12t, L70, L71, L72, L73,
Rahmendicke 5 mm,
ersetzt durch 81.41250.5158
81.41250.5154
160 x 100
84
1000
9500
10500
61
35
18000
10
M2000
13/14/15 t,
Rahmendicke 6-7 mm,
ersetzt durch 81.41250.5158
81.41250.5154
160 x 100
90
1000
9500
10500
67
35
20000
10
M2000
18/25 t, Rahmendicke 7-8 mm,
ersetzt durch 81.41250.5158
81.41250.5155
120 x 55
52
700
6500
7200
40
18
10500
8
L2000
Feuerwehr,
zusätzliches Bohrbild 83 x 56
81.41250.5155
83 x 56
17
80
2000
2080
17
10
2080
8
L2000
Feuerwehr,
zusätzliches Bohrbild 120 x 55
81.41250.5156
160 x 100
60
1000
13000
14000
64
35
14000
12
M2000-L
12 t, L70, L71, L72, L73,
Rahmendicke 5 mm,
ersetzt durch 81.41250.5158
81.41250.5156
160 x 100
84
1000
13000
14000
71
35
20000
12
M2000
13/14/15 t,
Rahmendicke 6-7 mm,
ersetzt durch 81.41250.5158
81.41250.5156
160 x 100
90
1000
16000
17000
90
50
24000
12
M2000
18/25 t,
Rahmendicke 7-8 mm,
ersetzt durch 81.41250.5158
81.41250.5158
160 x 100
60
1000
13000
14000
64
35
14000
11
L2000
10t, Allrad 4x4/2, L26, L27,
HD-Ausführung
81.41250.5158
160 x 100
60
1000
13000
14000
64
35
14000
11
M2000-L
12t, L70, L71, L72, L73,
Rahmendicke 5 mm,
Lkw-GG max. 11.990 kg
81.41250.5158
160 x 100
84
1000
13000
14000
71
35
20000
11
M2000
13/14/15 t,
Rahmendicke 6-7 mm
81.41250.5158
160 x 100
90
1000
16000
17000
90
50
24000
11
M2000
18/25t, Rahmendicke 7-8 mm
81.41250.5159
330 x 110
314
0
0
0
0
0
D-Wert
15
F2000
10-fach Verschraubung für
100t-Kupplungs-Einbau,
Sattelzugmaschine
81.41250.5160
330 x 110
314
0
0
0
0
0
D-Wert
15
F2000
10-fach Verschraubung für
100t-Kupplungs-Einbau,
Kipper und Lkw-Fahrgestell
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
80
Tabelle 28:
Schlußquerträger und technische Daten (Fortsetzung)
MANSachnummer
Bohrbild
[mm]
D
[kN]
S
[kg]
C
[kg]
RC = C+S
[kg]
DC
[kN]
V
[kN]
Max.
Anhängelast
[kg]
t
[mm]
Baureihe
Bemerkung
81.41250.5161
160 x 100
55
700
6500
7200
40
18
10500
8
M2000
Feuerwehr, zusätzliches
Bohrbild 83 x 56,
ersetzt durch
81.41250.5163
81.41250.5161
83 x 56
18
80
2000
2080
18
10
2080
8
M2000
Feuerwehr, zusätzliches
Bohrbild 160 x 100,
ersetzt durch
81.41250.5163
81.41250.5162
160 x 100
0
0
0
0
0
0
0
8
F2000
Bohrbild nur für
Bandmontage,
nicht für AHK
81.41250.5163
160 x 100
55
700
6500
7200
40
18
10500
8
M2000
13/14/15 t,
Rahmendicke 6-7 mm,
Feuerwehr, zusätzliches
Bohrbild 83 x 56
81.41250.5163
83 x 56
18
80
2000
2080
18
10
2080
8
M2000
13/14/15t,
Rahmendicke 6-7mm,
Feuerwehr, zusätzliches
Bohrbild 160 x 100
81.41250.5167
160 x 100
200
1000
18000
19000
130
70
D-Wert
11
F2000
T46, T48,
Überhang = 700 mm
(900 mm),
(Mittelteil wie
81.41250.5145)
81.41250.5168
160 x 100
53
1000
9500
10500
53
25
10500
8
L2000
Geräteträger Typ L26,
Vorbereitung für
hydr. Zapfwelle,
mit Verstärkungsplatten
81.42022.0013
und 81.42022.0014
81.41250.5170
140 x 80
60
1000
13000
14000
58
35
14000
10
L2000
Allrad 4x4/2, 100 mm tiefer,
Schlußquerträger verstärkt
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
81
Tabelle 29:
Einbauzeichnung für AHK
FahrzeugBaureihe
Typ AHK
Hersteller AHK
Bohrbild in
[mm]
Ø Bolzen in
[mm]
Einbaubezeichnung
MAN-Nr.
Bemerkung
L2000
260 G 135
Rockinger
120 x 55
40
81.42000.8031
Ersatz für 81.42000.8094
86 G 135
Ringfeder
120 x 55
40
81.42000.8031
Ersatz für 81.42000.8094
M2000
86 G 145
Ringfeder
140 x 80
40
81.42000.8095
260 G 145
Rockinger
140 x 80
40
81.42000.8095
864
Ringfeder
140 x 80
40
81.42000.8095
260 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8107
400 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8107
86 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8107
TK 226 A
Rockinger
83 x 56
40
81.42000.8116
Feuerwehr
D 125
Oris
83 x 56
Kugel
81.42000.8101
Do 3,5 t,
siehe 81.42001.6142
D 125/1
Oris
83 x 56
Kugel
81.42030.6014
Do 2,2 t,
ersetzt durch D 125
D 85 A
Oris
83 x 56
Kugel
81.42030.6014
Do 2,2 t,
ersetzt durch D 125
260 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8107
400 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8107
86 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8107
340 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8106
Überhang > 750 mm
430 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8106
Überhang > 750 mm
95 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8111
Überhang > 750 mm
98 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8112
Überhang > 750 mm,
Schweiz
263 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8108
Schweiz
88 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8108
Schweiz
865
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8105
500 G 6
Rockinger
160 x 100
50
81.42000.8105
700 G 61
Rockinger
160 x 100
50
81.42000.8105
81/CX
Ringfeder
160 x 100
50
81.42000.8105
92/CX
Ringfeder
160 x 100
50
81.42000.8105
TK 226 A
Rockinger
83 x 56
40
81.42000.8116
Feuerwehr
Abkürzung: AHK: Anhängekupplung
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
82
Tabelle 29:
FahrzeugBaureihe
F2000
Einbauzeichnung für AHK (Fortsetzung)
Typ AHK
Hersteller AHK
Bohrbild in
[mm]
Ø Bolzen in
[mm]
Einbaubezeichnung
MAN-Nr.
260 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8107
400 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8107
Bemerkung
86 G/150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8107
42 G 250
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8084
340 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8106
Überhang > 750 mm
430 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8106
Überhang > 750 mm
95 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8111
Überhang > 750 mm
98 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8112
Überhang > 750 mm,
Schweiz
263 G 150
Rockinger
160 x 100
40
81.42000.8108
Schweiz
88 G 150
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8108
Schweiz
865
Ringfeder
160 x 100
40
81.42000.8105
500 G 6
Rockinger
160 x 100
50
81.42000.8105
700 G 61
Rockinger
160 x 100
50
81.42000.8105
81/CX
Ringfeder
160 x 100
50
81.42000.8105
92/CX
Ringfeder
160 x 100
50
81.42000.8105
Abkürzung: AHK: Anhängekupplung
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
83
4.16.5
Kugelkopfkupplung
Auch geringe Stützlasten haben wie alle Hecklasten eine Auswirkung auf die Achslastverteilung. Deshalb, vor allem in Verbindung
mit weiteren Hecklasten (z. B. Ladebordwand, Heckladekran) mittels Achslastberechnung prüfen, ob Stützlasten möglich sind.
Weitere Voraussetzungen für den Anbau von Kugelkopfkupplungen:
•
•
•
•
•
•
•
•
ausreichend dimensionierte Kugelkopfkupplung (Stützlast, Anhängelast)
bauartgenehmigter Anhängebock
ein Anbau ohne Anhängebock, also die Befestigung nur am hinteren Unterfahrschutz ist von MAN nicht zugelassen
der Anhängebock ist an den senkrechten Stegen des Hauptrahmens zu befestigen (eine Befestigung nur am
Hauptrahmenuntergurt ist von MAN nicht freigegeben)
Hinweise in den Montageanleitungen/ Richtlinien der Hersteller von Anhängebock und Kugelkopfkupplung sind zu
beachten
erforderliche Freiraummaße z.B. nach VBG-12 und DIN 74058 sind zu beachten (siehe Bild 42 und Bild 43)
die ausreichende Dimensionierung und Anbindung an den Fahrzeugrahmen ist von der Prüfstelle (z.B. DEKRA/TÜV) bei
der Eintragung der Anhängekupplung zu kontrollieren
ein genehmigtes oder eingetragenen Zuggesamtgewicht ist einzuhalten.
Bei Einhaltung der Voraussetzungen kann bei Fahrzeugen der Baureihen M2000L, M2000M und F2000
(Definition der Baureihen siehe Kapitel ‚Allgemeines‘) grundsätzlich eine Anhängelast von 3.500 kg eingetragen werden.
Bei der Baureihe L2000 ist auf ein maximales Zuggesamtgewicht von 10.40 0kg zu achten, wenn ein 5-Gang-Getriebe
in Verbindung mit der längsten Achsübersetzung von i = 3,9 eingebaut ist. Alle anderen L2000 bis 10.000 kg zulässigem
Gesamtgewicht können ebenfalls 3.500 kg Anhängelast erhalten.
4.16.6
Sattelkupplung
Sattelauflieger und Sattelzugmaschinen sind zu überprüfen, ob beide ein Sattelkraftfahrzeug aufgrund ihrer Maße und
Gewichte bilden können.
Deshalb sind zu prüfen:
•
•
•
•
•
•
Durchschwenkradien
Aufsattelhöhe
Sattellast
Freigängigkeit aller Teile
gesetzliche Auflagen
Einstellanweisungen für die Bremsanlage.
Um die maximale Sattellast zu erreichen, sind vor der Inbetriebnahme des Fahrzeugs folgende Maßnahmen erforderlich:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Fahrzeug verwiegen
Achslastberechnung erstellen
optimales Sattelvormaß ermitteln
vorderen Durchschwenkradius überprüfen
hinteren Durchschwenkradius überprüfen
vorderen Neigungswinkel überprüfen
hinteren Neigungswinkel überprüfen
Gesamtlänge des Sattelkraftfahrzeugs überprüfen
Sattelkupplung entsprechend aufbauen.
Der erforderliche Neigungswinkel beträgt nach DIN-ISO 1726 vorne 6°, hinten 7°, und zur Seite 3°. Unterschiedliche Reifengrößen,
Federraten oder Aufsattelhöhen zwischen Zugmaschine und Auflieger vermindern diese Winkel, so dass sie nicht mehr der Norm
entsprechen.
Zu berücksichtigen sind außer der Neigung des Sattelanhängers nach hinten auch die Seitenneigung bei Kurvenfahrt, Einfederung
(Achsführung, Bremszylinder), Gleitschutzketten, Pendelbewegung des Achsaggregates bei Fahrzeugen mit Doppelachse und
die Durchschwenkradien.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
84
Maße an Sattelzugmaschinen ESC-002
6°
Bild 47:
3°
7°
R
h
3°
R
v
≥ 100
Bei der Aufsattelhöhe ist zu beachten, dass eine bestimmte Mindesthöhe eingehalten werden muss.
Das in den Verkaufsunterlagen oder Fahrgestellzeichnungen angegebene Sattelvormaß gilt nur für das Standardfahrzeug.
Ausrüstungsteile, die das Fahrzeugleergewicht oder die Fahrzeugmaße beeinflussen, erfordern u. U. eine Änderung
des Sattelvormaßes. Dadurch können sich auch die Nutzlast und die Zuggesamtlänge ändern.
Verwendet werden dürfen nur typgeprüfte Sattelkupplungs-Montageplatten. Typgeprüfte Bauteile tragen ein Prüfzeichen,
hier nach Richtlinie 94/20/EG. Zu erkennen sind EG Prüfzeichen anhand einer eXX – Nummer (XX: 1- oder 2-stellige Zahl),
meist in Rechteck-Umrandung, gefolgt von einer weiteren Zahlengruppe XX-XXXX (2- sowie 4-stellige Zahl, z.B.: e1 00-0142.
Montageplatten die ein Anbohren der Rahmen- oder Hilfsrahmenflansche erfordern, sind nicht zulässig.
Die Montage einer Sattelkupplung ohne Hilfsrahmen ist ebenfalls nicht zulässig. Die Hilfsrahmendimensionierung und
Werkstoffqualität (σ0,2 ≥ 360 N/mm2) muss einem vergleichbaren Serienfahrzeug entsprechen. Die Sattelplatte darf nicht auf
den Rahmenlängsträgern, sondern ausschließlich auf dem Sattelhilfsrahmen aufliegen. Zur Befestigung der Montageplatte nur von
MAN oder vom Sattelplattenhersteller freigegebene Schrauben (siehe auch Kapitel ‚Fahrgestelle ändern, Abschnitt ‚Bohrungen,
Niet- und Schraubverbindungen am Rahmen‘) verwenden. Anzugsdrehmomente einhalten und bei der folgenden Wartung prüfen!
Anleitungen/ Richtlinien der Sattelkupplungshersteller sind zu beachten.
Die Sattelplattenebene am Sattelanhänger sollte bei zulässiger Sattellast parallel zur Fahrbahn verlaufen.
Die Höhe der Sattelkupplung muss dementsprechend ausgelegt werden, wobei die Freimaße nach DIN-ISO 1726
zu berücksichtigen sind.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
85
Anschlussleitungen für Luftversorgung, Bremse, Elektrik und ABS dürfen nicht am Aufbau scheuern oder sich bei Kurvenfahrt
verfangen. Deshalb ist die Freigängigkeit aller Leitungen bei Kurvenfahrt mit Auflieger vom Aufbauer zu prüfen.
Beim Fahrbetrieb ohne Auflieger müssen alle Leitungen in Leerkupplungen bzw. Steckern sicher befestigt werden.
Es gibt Zugsattelzapfen (auch Königszapfen oder Kingpin genannt):
•
•
Zugsattelzapfen 50 mit 2“ Durchmesser
Zugsattelzapfen 90 mit 3,5“ Durchmesser (nach 94/20/EG).
Welcher zur Anwendung kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist, ähnlich wie bei Anhängekupplungen,
der D-Wert. Für das gesamte Sattelkraftfahrzeug gilt der jeweils kleinere D-Wert von Königszapfen und Sattelkupplung.
Der D-Wert selbst ist jeweils auf den Typschildern vermerkt.
Zur Ermittlung des D-Wertes gelten folgende Formeln:
Formel 17:
D-Wert Sattelkupplung
0,6 • 9,81 • T • R
D=
T+R-U
Bei gegebenem D-Wert und gesuchtem zulässigen Gesamtgewicht des Aufliegers gilt:
Formel 18:
Zulässiges Gesamtgewicht-Auflieger
D • (T - U)
R=
(0,6 • 9,81 • T) - D
Liegt das zulässige Gesamtgewicht des Aufliegers und der D-Wert der Sattelkupplung fest, so lässt sich das zulässige
Gesamtgewicht der Sattelzugmaschine mit folgender Formel errechnen:
Formel 19:
Zulässiges Gesamtgewicht-Zugmaschine
D • (R • U)
T=
(0,6 • 9,81 • R) - D
Wenn die Sattellast gesucht ist, alle anderen Lasten aber bekannt sind, ergibt sich die Formel zu:
Formel 20:
Sattellast
0,6 • 9,81 • T • R
U=T+RD
Es bedeuten:
D
R
T
U
=
=
=
=
D-Wert in [kN]
zulässiges Gesamtgewicht des Sattelanhängers in [t] einschließlich der Sattellast
zulässiges Gesamtgewicht der Sattelzugmaschine in [t] einschließlich der Sattellast
Sattellast in [t]
Berechnungsbeispiele sind im Kapitel 9 ‚Berechnungen‘ zu finden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
86
4.16.7
Umbau Lkw in Sattelzugmaschine oder Sattelzugmaschine in Lkw
Je nach Fahrgestell ist für den Umbau zur Sattelzugmaschine oder zum Lkw eine Änderung der Bremsanlage erforderlich.
Deshalb ist für den Umbau Lkw in Sattelzugmaschine bzw. umgekehrt eine MAN-Genehmigung erforderlich.
Auskunft und Bestätigungen zur Änderung der Bremsanlage erteilt Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Folgende Daten sind zu nennen: Fahrzeugidentifizierungsnummer und Fahrzeugnummer (Erläuterung siehe Kapitel ‚Allgemeines‘).
Für die Montage der Sattelkupplung dürfen nur bauartgenehmigte und von MAN freigegebene Montageplatten verwendet werden.
Eine Freigabe durch Prüforganisationen (z. B. TÜV, DEKRA) ist keine Bauartgenehmigung und ersetzt auch nicht die Freigabe durch
MAN. Montageplatten dürfen nur auf einem Hilfsrahmen befestigt werden. Der Hilfsrahmenquerschnitt und dessen Festigkeitswerte
müssen mindestens einem vergleichbaren Hilfsrahmen eines Serienfahrzeugs entsprechen. Aufbau von Hilfsrahmen, Montageplatte
und Sattelkupplung siehe oben.
Luft- und Elektroanschlüsse müssen so versetzt werden, dass sicher an- und abgekuppelt werden kann und die Leitungen durch
die Bewegungen des Aufliegers nicht beschädigt werden können. Müssen elektrische Leitungen geändert werden,
sind Kabelstränge vergleichbarer MAN-Sattelzugmaschinen einzubauen. Diese sind über den Ersatzteildienst erhältlich.
In jedem Fall sind bei Änderung der serienmäßigen Elektrik die Hinweise im Kapitel ‚Elektrik, Leitungen‘ zu beachten.
Ist das Anschließen von Luft- und Elektroanschlüssen von der Fahrbahn aus nicht möglich, muss eine geeignete Arbeitsfläche von
mindestens 400 mm x 500 mm, sowie ein Aufstieg zu dieser Arbeitsfläche vorgesehen werden.
Muss der Rahmen, der Radstand oder der Rahmenüberhang geändert werden, so gelten die Hinweise im Kapitel ‚Fahrgestelle ändern‘.
Zur Vermeidung des Sattelnickens muss die Hinterfederung der vergleichbaren MAN-Sattelzugmaschine eingebaut werden.
Ein Hinterachsstabilisator ist vorzusehen.
Bei Umbau eines Kippfahrgestells in eine Sattelzugmaschine ist kein Umbau der Hinterfederung erforderlich (aber Komfortverlust
durch härtere Kipperfederung). Bei Umbau einer Sattelzugmaschine in ein Kipperfahrgestell muss die Hinterfederung eines
vergleichbaren Kipperfahrzeuges eingebaut werden.
5.
Aufbauten
5.1
Allgemeines
Zur Identifikation ist jeder Aufbau mit einem Typschild zu versehen, aus dem mindestens folgende Daten erkennbar sind:
•
•
vollständiger Name des Aufbauherstellers
Seriennummer.
Die Daten auf dem Typschild müssen dauerhaft kenntlich gemacht werden.
Aufbauten beeinflussen erheblich die Fahreigenschaften und Fahrwiderstände und damit den Kraftstoffverbrauch.
Aufbauten dürfen daher nicht unnötig:
•
•
Fahrwiderstände erhöhen
Fahreigenschaften verschlechtern.
Die unvermeidbare Rahmendurchbiegung und Rahmenverwindung darf für Aufbau und Fahrzeug keine nachteiligen Eigenschaften
verursachen. Sie muss vom Aufbau sicher aufgenommen werden können so bieten sich z.B. bei Ladebrückenaufbauten dreiteilige
Bordwände an den Seiten an. Ca.-Wert für die unvermeidliche Durchbiegung:
Formel 21:
Ca.-Wert zulässige Durchbiegung
i
Σ1 li + lü
f=
200
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
87
Es bedeuten:
f
li
lü
=
=
=
maximale Durchbiegung in [mm]
Radstände,
Σ li = Summe der Radstände in [mm]
Rahmenüberhang in [mm]
Das Widerstandsmoment beeinflusst die Biegespannung, das Flächenträgheitsmoment beeinflusst Durchbiegung und
Schwingungsverhalten. Deshalb ist nicht nur auf ein ausreichendes Widerstandsmoment, sondern auch auf ein ausreichendes
Flächenträgheitsmoment zu achten. Vom Aufbau sind möglichst wenige Schwingungen auf das Fahrgestell zu übertragen.
Die jeweiligen Einsatzbedingungen am Einsatzort sind für die Auslegung maßgebend. Wir setzen voraus,
dass Aufbauhersteller den notwendigen Hilfs- oder Montagerahmen zumindest überschlägig auslegen können.
Vom Aufbauer wird erwartet, dass durch geeignete Maßnahmen eine Fahrzeugüberlastung ausgeschlossen wird.
Die für die Hilfsrahmenauslegung notwendigen Rahmendaten der MAN-Fahrzeuge können in Erfahrung gebracht werden:
•
•
•
aus der Tabelle ‚Rahmenlängsträger‘ im Kapitel 4 ‚Fahrgestelle ändern‘
über unseren Onlinedienst MANTED ® (www.manted.de)
aus der Fahrgestellzeichnung (auch über MANTED ® erhältlich).
Der Aufbauer muss die im Fahrzeugbau üblichen, unvermeidlichen Toleranzen berücksichtigen.
Hierzu zählen z.B. die Toleranzen von:
•
•
•
Reifen
Federn
Rahmen.
Während des Fahrzeugeinsatzes ist mit weiteren maßlichen Veränderungen zu rechnen, die es bei der Aufbauauslegung
zu berücksichtigen gilt.
Hierzu zählen z.B.:
•
•
•
Federsetzen
Reifenverformung
Aufbauverformung.
Der Rahmen darf vor und während der Montage nicht verformt sein. Das Fahrzeug ist vor dem Abstellen auf dem Montageplatz einige
Male vor- und zurückzufahren, um eingeprägte Spannungen aus Torsionsmomenten abzubauen. Dies gilt aufgrund der bei Kurvenfahrt
vorhandenen Achsverzwängung besonders bei Fahrzeugen mit Doppelachsaggregat. Zur Aufbaumontage ist das Fahrzeug auf
einen ebenen Montageplatz zu stellen. Wartungsintervalle von Aufbauten sind nach Möglichkeit denen des Fahrgestells anzupassen,
damit der Wartungsaufwand niedrig gehalten wird.
5.1.1
Zugänglichkeit, Freigängigkeit
Die Zugänglichkeit zu den Einfüllstutzen für Kraftstoff und ggf. Harnstoff muss ebenso gegeben sein wie auch die Zugänglichkeit zu
allen weiteren Rahmenanbauteilen (z.B. Reserveradaufzug, Batteriekasten). Die Freigängigkeit beweglicher Teile gegenüber
dem Aufbau darf nicht beeinträchtigt sein. Bei der Mindestfreigängigkeit ist zu berücksichtigen:
•
•
•
•
•
•
maximale Einfederung
dynamische Einfederung während der Fahrt
Einfederung beim Anfahren oder Abbremsen
Seitenneigung bei Kurvenfahrt
Gleitschutzkettenbetrieb
Notlaufeigenschaften, etwa Federbalgschaden während der Fahrt und daraus folgende Seitenneigung
(z.B. 3° Seitenneigung nach ISO 1726 bei Sattelzugmaschinen siehe auch Kapitel ‚Verbindungseinrichtungen‘).
Oben genannte Kriterien können zum Teil gleichzeitig auftreten. Weder Reifen noch Gleitschutzketten dürfen den Aufbau berühren.
Als Restfreiraum (o.a. Kriterien berücksichtigt) empfehlen wir mindestens 30mm. Die in Tabelle 30 angegebenen Werte für
auftragende Höhen von Gleitschutzketten dienen lediglich der Information und unterscheiden sich je nach Kettenfabrikat und -bauart.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
88
Radaußenseite
Radinnenseite
Schleudermaße Gleitschutzketten
f
e
Tabelle 30:
d
Auftragende Maße durch Gleitschutzketten ESC-033
c
Bild 48:
b
a
Reifen - Mittenabstand
Größe
17,5°
19,5°
20,0°
22,5°
Reifenbezeichnung
Quelle: Rud Kettenfabrik Rieger u. Dietz, D-73428 Aalen
e [mm]
f [mm]
einf.
a [mm]
zwill.
einf.
b [mm]
zwill.
einf.
c [mm]
zwill.
einf.
d [mm]
zwill.
zwill.
zwill.
215/75 R 17.5
20
23
36
42
24
28
60
70
42
60
225/75 R 17.5
20
23
36
42
24
28
60
70
42
60
235/75 R 17.5
20
23
36
42
24
28
60
70
42
60
245/75 R 17.5
20
23
36
42
24
28
60
70
42
60
245/75 R 17.5
20
23
36
42
24
28
60
70
42
60
245/70 R 19.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
265/70 R 19.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
285/70 R 19.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
305/70 R 19.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
335/80 R 20
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
365/80 R 20
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
365/85 R 20
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
375/70 R 20
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
10 R 22,5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
11 R 22,5
26
26
45
45
32
32
80
80
48
70
12 R 22,5
26
26
45
45
32
32
80
80
48
70
13 R 22,5
26
26
45
45
32
32
80
80
48
70
255/70 R 22.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
275/70 R 22.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
285/60 R 22.5
26
26
45
45
32
32
80
80
48
70
295/60 R 22.5
26
26
45
45
32
32
80
80
48
70
295/80 R 22.5
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
305/60 R 22.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
305/70 R 22.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
315/60 R 22.5
23
26
38
45
28
32
70
80
48
70
315/70 R 22.5
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
315/80 R 22.5
26
26
38
45
32
32
70
80
48
70
385/65 R 22.5
26
26
38
45
32
32
80
80
48
70
425/65 R 22.5
26
26
38
45
32
32
80
80
48
70
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
89
Bei Liftachsen ist auch der Freiraum bei gelifteter Achse zu überprüfen. Der Liftweg muss größer sein als der Federweg an
der Triebachse, um einen Bodenkontakt der gelifteten Achse bei dynamischer Einfederung der Triebachse zu vermeiden.
Die Liftfunktion kann eingeschränkt sein aufgrund der:
•
•
Lage der Aufbauunterkante (z.B. niedrige Aufbauten)
Lastverteilung (z.B. bei Ladekränen am Rahmenende).
MAN empfiehlt in solchen Fällen auf die Liftmöglichkeit zu verzichten. Sie ist zu sperren, wenn bei Leerfahrt im gelifteten
Zustand ≥ 80% der zulässigen Triebachslast erreicht oder die Vorderachslast von ≥ 25% nicht erreicht wird.
5.1.2
Tiefersetzen des Aufbaus
Werden Fahrzeuge mit kleineren Reifen ausgerüstet, so kann der Aufbau unter Umständen um das Maß „h δ“ nachfolgender Formel
tiefer gesetzt werden:
Formel 22:
Differenzmaß Aufbau tiefer setzen
d1 - d2
hδ =
2
Es bedeuten:
hδ
d1
d2
=
=
=
Differenzmaß für Tiefersetzung in [mm]
Außendurchmesser des größeren Reifens in [mm]
Außendurchmesser des kleineren Reifens in [mm]
Da der Abstand Rahmenoberkante bis Reifenoberkante um das Maß „hδ“ verringert wird, kann der Aufbau auch um diesen Betrag
tiefer gesetzt werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Andere Gründe sind z.B. Teile die über Rahmenoberkante
hinausragen.
Soll ein Aufbau noch tiefer gesetzt werden, müssen folgende Einflüsse überprüft werden:
•
•
•
•
•
•
maximale statische Einfederung am ausgelasteten Fahrzeug (= in der Fahrgestellzeichnung gezeichneter Zustand)
zusätzlicher dynamischer Federweg
Seitenneigung bei Kurvenfahrt (ca. 7° ohne Gleitschutzketten)
Auftragshöhen der Gleitschutzketten
Freigängigkeit von Bauteilen, die bei maximaler Einfederung über Rahmenoberkante kommen können z.B. Bremszylinder
Freigängigkeit von Getriebe und Schaltgestänge.
Die genannten Kriterien können auch gleichzeitig auftreten.
5.1.3
Auftritte und Plattformen
Auftritte und begehbare Plattformen müssen den jeweiligen Unfallverhütungsvorschriften entsprechen. Zu empfehlen sind Gitterroste
oder wechselseitig ausgestanzte Bleche. Geschlossene Bleche oder Bleche mit nur einseitiger Stanzung sind nicht zulässig.
Abdeckbleche müssen so ausgestattet sein, dass ablaufendes Wasser nicht in den Entlüfter des Wechselgetriebes eindringen kann.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
90
5.1.4
Korrosionsschutz
Die Beschichtungsqualität von Aufbauten soll generell dem Niveau des Fahrgestells entsprechen.
Zur Sicherstellung dieser Forderung ist für Aufbauten, welche von MAN in Auftrag gegeben werden, die MAN-Norm M 3297
„Korrosionsschutz und Beschichtungssysteme für Fremdaufbauten“ verbindlich anzuwenden. Beauftragt der Kunde den Aufbau,
gilt sie als Empfehlung, wobei Nichteinhaltung Gewährleistung durch MAN für die Folgen ausschließt. Bezugsmöglichkeit
für MAN-Werknormen besteht über Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“). Anwendungshinweise der MAN-Norm
M3297: MAN-Fahrgestelle werden mit umweltfreundlichem 2K-Chassisdecklack auf Wasserbasis bei Trocknungstemperaturen
von ca. 80°C beschichtet. Zur Gewährleistung einer gleichwertigen Beschichtung wird bei allen Metallbaugruppen des Aufbaus und
des Hilfsrahmens sowie nach folgendem Beschichtungsaufbau vorausgesetzt:
•
•
•
•
Metallisch blanke bzw. gestrahlte (SA 2,5) Bauteiloberfläche
Grundierung: 2K-EP-Haftgrund oder - falls möglich KTL nach MAN-Werknorm M 3078-2 mit Zinkphosphat-Vorbehandlung
Decklack: 2K-Decklack nach MAN-Werknorm M 3094 vorzugsweise auf Wasserbasis.
Anstelle Grundierung und Decklackierung ist für den Unterbau des Aufbaus (z.B. Längs-, Querträger und Knotenbleche)
auch eine Feuerverzinkung möglich, die Schichtdicke muss ≥ 80mm sein.
Der Spielraum für Trocknungs- bzw. Aushärtungszeiten und -temperaturen ist den jeweiligen Datenblättern des Lackherstellers
zu entnehmen. Bei der Auswahl und Kombination unterschiedlicher Metallwerkstoffe (z.B. Aluminium und Stahl) ist die Auswirkung
der elektrochemischen Spannungsreihe auf Korrosionserscheinungen an den Grenzflächen zu berücksichtigen (Isolierung).
Die Verträglichkeit der Werkstoffe ist zu berücksichtigen; z.B. die elektrochemische Spannungsreihe (Ursache von Kontaktkorrosion).
Nach allen Arbeiten am Fahrgestell:
•
•
•
Bohrspäne entfernen
Kanten entgraten
Hohlräume mit Wachs konservieren.
Mechanische Verbindungselemente (z.B. Schrauben, Muttern, Scheiben, Bolzen) die nicht überlackiert werden, sind optimal gegen
Korrosion zu schützen. Zur Vermeidung von Korrosion durch Salzeinwirkung während Standzeiten in der Aufbauphase,
sind alle Fahrgestelle nach der Ankunft beim Aufbauhersteller mit Klarwasser von Salzrückständen zu befreien.
5.2
Hilfsrahmen
Der Hilfsrahmen muss die gleiche äußere Breite wie der Fahrgestellrahmen haben und der Außenkontur des Hauptrahmens folgen.
Ausnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Wenn ein Hilfsrahmen erforderlich ist, dann ist dieser durchgehend auszuführen. Er darf nicht unterbrochen oder seitlich ausgebogen
sein (Ausnahmen z.B. bei einigen Kippern bedürfen der Genehmigung).
Der Längsträger des Hilfsrahmens muss eben auf dem oberen Flansch der Rahmenlängsträger aufliegen.
Punktlasten sind zu vermeiden. Soweit möglich sollen Hilfsrahmen verdrehweich gestaltet werden. Torsionssteife Kastenprofile
nur dann verwenden, wenn keine andere konstruktive Möglichkeit gegeben ist (Ausnahmen gelten für Ladekräne,
siehe Abschnitt ‚Ladekran‘ in diesem Kapitel → 5.3.8). Die im Fahrzeugbau üblichen abgekanteten U-Profile kommen der Forderung
nach Verdrehweichheit am ehesten entgegen. Walzprofile sind nicht geeignet.
Wird ein Hilfsrahmen an verschiedenen Stellen zum Kasten geschlossen, so ist für einen allmählichen Übergang vom Kasten
zum U-Profil zu sorgen. Der Übergang vom geschlossenen zum offenen Profil muss wenigstens auf der dreifachen Länge
der Hilfsrahmenhöhe erfolgen (siehe Bild 49).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
91
Bild 49:
Übergang vom Kasten- zum U-Profil ESC-043
H
2H
3H
Die von uns empfohlenen Hilfsrahmengrößen entbinden den Aufbauer nicht von seiner Sorgfaltspflicht den Hilfsrahmen nochmals
auf seine Eignung zu überprüfen.
Die Streckgrenze, auch Dehngrenze oder σ0,2-Grenze genannt, darf in keinem Fahr- oder Belastungszustand überschritten werden,
Sicherheitsbeiwerte sind zu berücksichtigen.
Empfohlene Sicherheitsbeiwerte:
•
•
2,5 im Fahrtbetrieb
1,5 bei Belastung im Stand.
Streckgrenzen verschiedener Hilfsrahmenwerkstoffe siehe Tabelle 31.
Tabelle 31:
Streckgrenzen von Hilfsrahmenwerkstoffen
Werkstoffnummer
Werkstoff
bez. alt
Norm
alt
σ0,2
[N/mm2]
σ0,2
[N/mm2]
Werkstoff
bez. neu
Norm
neu
Eignung für
Fahrgestellrahmen / Hilfsrahmen
1.0037
St37-2
DIN 17100
≥ 235
340-470
S235JR
DIN EN 10025
nicht geeignet
1.0570
St52-3
DIN 17100
≥ 355
490-630
S355J2G3
DIN EN 10025
gute Eignung
1.0971
QStE260N
SEW 092
≥ 260
370-490
S260NC
DIN EN 10149-3
nur bei L2000 4x2,
nicht bei Punktlasten
1.0974
QStE340TM
SEW 092
≥ 340
420-540
(S340MC)
nicht bei Punktlasten
1.0978
QStE380TM
SEW 092
≥ 380
450-590
(S380MC)
gute Eignung
1.0980
QStE420TM
SEW 092
≥ 420
480-620
S420MC
DIN EN 10149-2
gute Eignung
1.0984
QStE500TM
SEW 092
≥ 500
550-700
S500MC
DIN EN 10149-2
gute Eignung
Die Werkstoffe S235JR (St37-2) und S260NC (QStE260N) sind als Hilfsrahmen nicht bzw. nur bedingt geeignet.
Sie sind ausschließlich bei Streckenlasten zugelassen. Zur Verstärkung eines Rahmens bzw. bei aufgebauten Aggregaten
mit lokaler Krafteinleitung (z.B. Ladebordwände, Kräne, Seilwinden) sind Stahlwerkstoffe mit einer Streckgrenze
von σ0,2 ≥ 350 N/mm² erforderlich.
Scharfe Kanten dürfen nicht auf die Rahmenlängsträger einwirken.
Daher Kanten gut entgraten, abrunden oder abschrägen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
92
Fahrzeuge der Baureihe F2000 können je nach Typ, Radstand und Ausführung anstelle einer Rahmenlängsträgerhöhe von 330 mm
eine Höhe von 270 mm aufweisen Bei einer Rahmenlängsträgerhöhe von 270 mm ist ein durchgehender Hilfsrahmen zu verwenden
(Ausnahme: Selbsttragende Aufbauten ohne Hilfsrahmen, siehe Abschnitt 5.2.2.4 und Wechselbehälter, siehe Abschnitt 5.3.7
in diesem Kapitel). Die Rahmenlängsträgertabellen am Anfang des Kapitels 4 ‚Fahrgestelle ändern’ weisen jedem Fahrzeug
seine entsprechende Rahmenlängsträgerhöhe zu. Hilfsrahmen und Rahmenlängsträger müssen zusammen mindestens
das Flächenträgheits- und Widerstandsmoment des 330 mm hohen Rahmenlängsträgers erreichen. Ob eine schubstarre oder
schubweiche Verbindung gewählt wird, hängt von der jeweiligen Aufbausituation ab. Der Aufbau ohne Hilfsrahmen ist denkbar,
wenn die Auflagen im Abschnitt 5.2.2.4 ‚Selbsttragende Aufbauten ohne Hilfsrahmen‘ beachtet werden und sichergestellt ist,
dass die Aufbaukonstruktion die Mehrbelastung verträgt.
Die Freigängigkeit aller beweglichen Teile darf durch die Hilfsrahmenkonstruktion nicht eingeschränkt werden.
5.2.1
Hilfsrahmengestaltung
Folgende Fahrzeuge benötigen einen durchgehenden Hilfsrahmen:
•
•
L2000: alle Typnummern
M2000L, M2000M Typnummern der Tabelle 32.
Tabelle 32:
Typen, für die ein durchgehender Hilfsrahmen erforderlich ist
Tonnage
Typ
Tonnage
L2000
8/9 t
Tonnage
M2000L
L20
12 t
Typ
M2000M
L70
14 t
M31
L21
L71
M32
L22
L72
M33
L73
M34
L23
L33
14 t
L34
10 t
Typ
L74
L75
L24
L76
L25
L77
L26
L79
L27
L80
L35
L36
15/20 t
L81
L82
L83
L84
L86
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
93
Der Hilfsrahmenlängsträger muss ein Flächenträgheitsmoment von ≥ 100 cm4 aufweisen.
Profile, die diesem Flächenträgheitsmoment entsprechen, sind z.B.:
•
•
•
•
•
•
U 90/50/6
U 95/50/5
U 100/50/5
U 100/55/4
U 100/60/4
U 110/50/4.
Mindestqualität S355J2G3 (= St 52-3) oder anderer Stahlwerkstoff mit einer Streckgrenze von σ 0,2 ≥ 350 N/mm².
Werkstoffe geringerer Streckgrenze sind ausschließlich bei Streckenlasten zugelassen.
Hilfsrahmenquerträger nach Möglichkeit über der Position der Rahmenquerträger anordnen.
Bei der Hilfsrahmenmontage soll der Hauptrahmenverband nicht gelöst werden.
Bild 50:
Hilfsrahmengestaltung ESC-096
Montagebohrungen
Einzelheit A
Einzelheit B
Auf jeder Seite ist die mittlere Schraube
zur Aufrechterhaltung
des Rahmenverbandes A
zu belassen
wenn Hilfsrahmen kürzer
B als Rahmen, hier abrunden
R = 0,5 • Hilfsrahmendicke
Aussparung Ø 40
Alle Bohrungen des Verbandes
Hilfsrahmen-Rahmen-Querträger auf
Ø 14,5 gebohrt und beim Zusammenbau
auf Ø 16 + 0,3 aufgerieben
Querträger an
den Knickstellen
vorsehen
Querschweißnähte an den Knickstellen vermeiden
Der Hilfsrahmenlängsträger muss möglichst weit nach vorne reichen, mindestens jedoch bis über den hinteren Vorderfederbock
(siehe Bild 51). Bei luftgefederter 1. Achse empfehlen wir einen Abstand „a“ von ≤ 600 mm zwischen Radmitte 1. Achse und
Hilfsrahmen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
94
Bild 51:
Hilfsrahmenabstand von Mitte 1. Achse ESC-097
a
Hilfsrahmen bis über
hinteren Vorderfederbock
Um die geforderten Maße einhalten zu können, muss der Hilfsrahmen der Rahmenkontur folgen, er darf vorne abgeschrägt oder
ausgespart sein (Beispiele siehe Bild 52 bis Bild 55).
t
r=2
t
30°
h
t
Bild 54:
0,6..0,7h
Bild 53: Hilfsrahmenaussparung vorne ESC-031
≤ 30°
Hilfsrahmenabschrägung vorne ESC-030
0,2...0.3h
h
Bild 52:
Hilfsrahmen - Anpassung durch Spreizen ESC-098
Bild 55: Hilfsrahmen - Anpassung durch Abschrägen ESC-099
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
95
5.2.2
Befestigen von Hilfsrahmen und Aufbauten
Hilfsrahmen und Fahrzeugrahmen sind schubweich oder schubstarr zu verbinden. Je nach Aufbausituation sind beide
Verbindungsarten gleichzeitig möglich bzw. erforderlich (man spricht dann von teilweise schubstarr und gibt Länge und
Bereich der schubstarren Verbindung an). Die Anwendung ist festigkeitsbedingt. Schubstarre Verbindungen sind dann vorzusehen,
wenn ein schubweicher Verband nicht mehr ausreicht.
Nur bei schubstarren Verbindungen ist der „Steiner‘sche Satz“ auf Rahmen und Hilfsrahmen zusammen anwendbar.
Mit seiner Hilfe lässt sich das Flächenträgheitsmoment des Gesamtverbands aus Rahmen und Hilfsrahmen ermitteln.
Die von MAN montierten oder lose mitgelieferten Befestigungswinkel sind nur für die Montage von Ladebrücken und Kofferaufbauten
gedacht. Die Eignung für andere An- und Aufbauten ist zwar nicht ausgeschlossen, jedoch ist zu überprüfen, ob beim Aufbau
von Arbeitsgeräten und -maschinen, Hebezeugen, Tankaufbauten usw. eine ausreichende Festigkeit gegeben ist.
Die Krafteinleitung aus dem Aufbau in den Hilfsrahmen - insbesondere die Befestigung des Aufbaus gegenüber dem Rahmenverband
- sowie die zugehörigen Verbindungen zum Hauptrahmen liegen in der Verantwortung des Aufbauherstellers.
Holzbeilagen und elastische Beilagen zwischen Rahmen und Hilfsrahmen oder Rahmen und Aufbau sind nicht zulässig
(siehe Bild 56). Ausnahmen sind nur nach Rückfrage möglich (Abteilung ESC, Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Bild 56:
Elastische Beilagen ESC-026
elastische Beilagen wie Gummi o. ä.
sind nicht zulässig
5.2.2.1 Schraub- und Nietverbindung
Zulässig sind Schraubverbindungen mindestens Festigkeitsklasse 10.9 mit mechanischer Losdrehsicherung.
MAN empfiehlt Ripp-Schrauben/ -muttern. Der Mutternwerkstoff muss dem Schraubenwerkstoff entsprechen.
Das Anzugsdrehmoment nach Schraubenherstellervorgaben ist einzuhalten.
Ebenfalls möglich ist auch die Verwendung von hochfesten Nieten (z.B. Huck® -BOM oder Schließringbolzen) mit Verarbeitung nach
Herstellervorgaben. Die Nietverbindung muss hinsichtlich Ausführung und Festigkeit mindestens der Schraubverbindung entsprechen.
Zulässig - durch MAN aber nicht erprobt - sind auch Flanschschrauben. MAN weist darauf hin, dass Flanschschrauben durch
das Fehlen einer echten Losdrehsicherung enorme Anforderungen an die Montagegenauigkeit stellen.
Dies gilt insbesondere bei geringen Klemmlängen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
96
Bild 57:
Nietverbindung bei offenen und bei geschlossenen Profilen ESC-157
5.2.2.2 Schubweiche Verbindung
Schubweiche Verbindungen sind kraft-/ reibschlüssig. Eine Relativbewegung zwischen Rahmen- und Hilfsrahmen ist bedingt möglich.
Alle Aufbauten oder Hilfsrahmen, die durch Befestigungswinkel mit dem Fahrzeugrahmen verschraubt werden, sind schubweiche
Verbindungen. Auch wenn Schubbleche verwendet werden sind diese Verbindungselemente zunächst als schubweich zu betrachten.
Erst wenn durch Berechnung die Eignung nachgewiesen ist, kann diese Verbindungsart als schubstarr anerkannt werden.
Bei einer schubweichen Verbindung sind zunächst die am Fahrgestell vorgesehenen Befestigungspunkte zu verwenden.
Sind diese nicht ausreichend oder aus konstruktiven Gründen nicht verwendbar, dann sind zusätzliche Befestigungen an geeigneten
Stellen vorzusehen. Bei zusätzlich erforderlichen Rahmenbohrungen ist auch Kapitel 4 ‚Fahrgestelle ändern‘, Abschnitt ‚Bohrungen,
Niet- und Schraubverbindungen am Rahmen‘ zu beachten.
Die Anzahl der Befestigungen ist so zu wählen, dass der Mittenabstand zwischen den Befestigungspunkten 1200mm nicht
überschreitet (siehe Bild 58).
Bild 58:
Abstand Hilfsrahmen- und Aufbaubefestigung ESC-100
1200
Werden MAN-Befestigungswinkel lose oder am Fahrzeug mitgeliefert, entbindet dies den Aufbauer nicht von der Pflicht zu prüfen,
ob Anzahl und Anordnung (vorhandene Rahmenbohrungen) für seinen Aufbau richtig bzw. ausreichend sind.
Die Befestigungswinkel an MAN-Fahrzeugen sind mit Langlöchern versehen, die in Fahrzeuglängsrichtung weisen (siehe Bild 59).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
97
Sie gleichen Toleranzen aus und lassen bei schubweichen Verbindungen die unvermeidbare Längsbewegung zwischen Rahmen und
Hilfsrahmen, bzw. zwischen Rahmen und Aufbau, zu.
Zum Ausgleich der Breitenabstandsmaße können die Befestigungswinkel des Hilfsrahmens ebenfalls mit Langlöchern versehen
werden, die allerdings quer zur Fahrzeuglängsrichtung angeordnet sein müssen (siehe Bild 59).
Bild 59:
Befestigungswinkel mit Langlöchern ESC-038
Befestigungswinkel am Rahmen
Befestigungswinkel am Hilfsrahmen
Der unterschiedliche Abstand (Luftspalt) zwischen den Befestigungswinkeln von Rahmen und Hilfsrahmen ist durch Einfügen
von Beilagen mit entsprechender Dicke auszugleichen (siehe Bild 60). Die Beilagen müssen aus Stahl sein.
Qualität S235JR (= St37-2) ist ausreichend. Mehr als vier Beilagen an einer Befestigungsstelle sind zu vermeiden.
Bild 60:
Beilagen zwischen Befestigungswinkeln ESC-028
Unterschiedlichen Abstand mit max.
vier Beilagen ausgleichen.
Luftspalt von max. 1mm zulässig.
Besteht die Gefahr, dass die Befestigungsschrauben sich lockern, dann sind Schrauben mit einer Länge von
ca. 100 bis 120 mm zu verwenden. Dies mindert die Lockerungsgefahr, da entsprechend lange Schrauben eine höhere
elastische Dehnfähigkeit (Absolutwert) aufweisen. Bei langen Schrauben sind in Verbindung mit normalen Befestigungswinkeln
Distanzhülsen beizufügen (siehe Bild 62).
Die Befestigung nach Bild 63 wird bei starren Aufbauten empfohlen.
Bei extremen Rahmenverwindungen lässt diese Befestigungsart ein begrenztes und kontrolliertes Abheben des Aufbaus zu.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
98
Als Schraubengrößen werden empfohlen:
•
•
für L2000: M12 x 1,5
für alle anderen Fahrzeuge: M14 x 1,5 oder M16 x 1,5.
Schraubverbindungen siehe auch Kapitel 4 ‚Fahrgestelle ändern‘, Abschnitt ‚Bohrungen, Niet- und Schraubverbindungen am Rahmen‘.
Der Mutternwerkstoff muss dem Schraubenwerkstoff entsprechen. Muttern sind zu sichern.
Selbstsichernde Muttern dürfen nur einmal verwendet werden.
Bild 61:
Befestigungswinkel für lange Schrauben ESC-018
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
99
Bild 62:
Distanzhülsen bei langen Schrauben ESC-035
Bei langen Schrauben
Distanzhülsen verwenden
Bild 63:
Lange Schrauben und Tellerfedern ESC-101
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
100
Bild 64:
Hilfsrahmenbefestigung mit Laschen ESC-010
Bild 65:
Bridenbefestigung ESC-123
Bride, Festigkeitsklasse ≥ 8,8
Zwischenlage
nur am Rahmensteg geheftet
Winkel- oder U-Brücke
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
101
Bild 66:
Doppelbefestigung ESC-027
Hilfsrahmenquerträger
Doppelbefestigung
Bild 67:
Hilfsrahmenbefestigung mit Lochschweißung ESC-025
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102
5.2.2.3 Schubstarre Verbindung
Bei schubstarren Verbindungen ist eine Relativbewegung zwischen Rahmen und Hilfsrahmen nicht mehr möglich.
Der Hilfsrahmen folgt also allen Bewegungen des Rahmens. Schubstarre Verbindungen sind dann anzuwenden,
wenn schubweiche Verbindungen nicht ausreichen oder der Hilfsrahmen bei einer schubweichen Verbindung unzumutbar
große Querschnittsmaße erhalten würde. Ist die schubstarre Verbindung einwandfrei, dann werden Rahmen- und Hilfsrahmenprofil
im Bereich der schubstarren Verbindung bei der Berechnung als ein einziges Profil betrachtet.
Ab Werk gelieferte Befestigungswinkel sind nicht schubstarr. Das gleiche gilt auch für andere Verbindungen, die auf Kraft- oder
Reibschluss wirken. Nur formschlüssige Verbindungsmittel sind schubstarr. Formschlüssige Verbindungsmittel sind Niete oder
Schrauben. Schrauben jedoch nur dann, wenn ein Lochspiel von ≤ 0,2 mm eingehalten wird.
Es sind in allen Fällen Vollschaftschrauben der Mindestqualität 10.9 vorzusehen. Zulässige Schraubverbindungen siehe auch Kapitel 4
‚Fahrgestelle ändern‘, Abschnitt ‚Bohrungen, Niet- und Schraubverbindungen am Rahmen‘.
Die Lochwandungen dürfen nicht mit den Schraubengewindegängen in Berührung kommen, siehe Bild 68.
Aufgrund der geringen erforderlichen Klemmlänge können Distanzhülsen wie in Bild 68 bis Bild 70 zur Anwendung kommen.
Bild 68:
Berührung Schraubengewinde an Lochwandung ESC-029
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103
Bild 69:
Schubblechmontage
Bild 70:
Schubblechmontage, langes Schubblech ESC-019 mit Schrauben ESC-037
Hilfsrahmen
Schubblech
max. 45° in die Radien
der Schubbleche
schweißen
Gewinde darf
die Lochwand von
Schubblech und
Rahmen nicht berühren
Distanzhülse
Rahmen
Werden vorhandene Rahmenbohrungen für die schubstarre Verbindung verwendet und ist der vorhandene Bohrungsdurchmesser
mit dem Schraubendurchmesser aufgrund der geforderten Toleranz von ≤ 0,2mm nicht vereinbar,
dann ist der nächst größere Normalgewindedurchmesser vorzusehen.
Beispiel:
Ist eine Bohrung ø 15 vorhanden, dann wird diese Bohrung auf ø 16 +0,2 aufgebohrt und eine Schraubengewindegröße M16 x 1,5 gewählt.
Schubbleche können pro Rahmenseite aus einem Stück bestehen, einzelne Schubbleche sind jedoch vorzuziehen.
Die Schubblechdicke soll der Rahmenstegdicke entsprechen, eine Toleranz von +1mm ist zulässig. Um den Rahmen in seiner
Verwindungsfähigkeit möglichst wenig zu beeinträchtigen, sind Schubbleche nur dort anzubringen, wo sie unbedingt erforderlich sind.
Beginn, Ende sowie die erforderliche Länge einer schubstarren Verbindung sind rechnerisch bestimmbar. Der Berechnung entsprechend ist
die Befestigung auszulegen. Für die übrigen Befestigungspunkte außerhalb des definierten schubstarren Bereichs können andere geeignete
Befestigungen gewählt werden (siehe Abschnitt 5.2.2.2 ‚Schubweiche Verbindung‘).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
104
5.2.2.4 Selbsttragende Aufbauten ohne Hilfsrahmen
Ein Hilfsrahmen ist nicht erforderlich, wenn:
•
•
ein ausreichendes Widerstandsmoment (beeinflusst die Biegespannung)
ein ausreichendes Flächenträgheitsmoment (beeinflusst die Durchbiegung)
gegeben ist.
Ist der Aufbau selbsttragend und kommen Punktlasten und Hecklasten (z.B. Ladebordwand, Stützlasten) nicht vor, dann kann u.U.
auf einen Hilfsrahmen verzichtet werden, wenn die Querträgerabstände des Aufbaus nicht mehr als 600mm betragen (siehe Bild 71).
Nur im Bereich der Hinterachsen ist eine Überschreitung des Maßes von 600mm zulässig.
Bild 71:
Querschwellerabstand bei Entfall Hilfsrahmen ESC-001
00
≤6
Auch bei hilfsrahmenloser Bauweise muss die Zugänglichkeit zu den Einfüllstutzen für Kraftstoff und ggf. Harnstoff-Wasser (AdBlue®)
ebenso gegeben sein, wie die Zugänglichkeit zu allen weiteren Rahmenanbauteilen (z.B. Reserveradaufzug, Batteriekasten).
Die rahmenseitigen Auflagen müssen die aufgrund der „Hertz‘schen Flächenpressung“ ermittelbaren Mindestlängen aufweisen.
Dabei ist von der „Linienberührung zweier Zylinder“ auszugehen und nicht von der „Linienberührung Zylinder auf Ebene“.
Bild 72 stellt eine übertrieben dargestellte Verformung von zwei aufeinander liegenden U-Profilen dar.
Ein Berechnungsbeispiel ist im Kapitel 9 ‚Berechnungen‘ zu finden.
Bild 72:
Verformung zweier U-Profile ESC-120
Hilfsrahmen
Linienberührung
übertriebene Darstellung
Linienberührung zweier U-Profile
Rahmen
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
105
Ausreichende Festigkeitswerte geben noch keine Gewähr für ein einwandfreies Funktionieren
(z.B. anderes Dehnungsverhalten bei Aufbauten aus Aluminiumlegierungen).
Schwingungsprobleme sind bei Aufbauten ohne Hilfsrahmen nicht auszuschließen. MAN macht keine Aussagen über
das Schwingungsverhalten von Fahrzeugen mit hilfsrahmenlosen Aufbauten, da das Schwingungsverhalten vom Aufbau und
dessen Anbindung an das Fahrzeug abhängt. Treten unzulässige Schwingungen auf, ist deren Ursache zu beseitigen,
weshalb die nachträgliche Montage eines Hilfsrahmens trotzdem erforderlich werden kann.
5.3
Sonderaufbauten
5.3.1
Aufbauprüfung
MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) kann im Rahmen einer Aufbauüberprüfung bei Sonderaufbauten
rechnerische Prüfungen von Festigkeit und Biegesteifigkeit durchführen, wenn die erforderlichen Daten lückenlos vorliegen.
Zur Berechnung wird eine prüffähige Aufbaudokumentation in zweifacher Ausfertigung benötigt.
Diese Dokumentation muss neben der Aufbauzeichnung folgende Angaben enthalten:
•
•
•
•
5.3.2
Lasten und deren Lastangriffspunkte:
Kräfte
Maße
Achslastberechung
Einsatzbedingungen:
Straße
Gelände etc.
Ladegut
Hilfsrahmen:
Werkstoff und Querschnittswerte
Maße
Profilart
Qualität
Querträgeranordnung im Hilfsrahmen
Besonderheiten der Hilfsrahmengestaltung
Querschnittsänderungen
zusätzliche Verstärkungen
Kröpfungen etc.
Verbindungsmittel:
Positionierung
Art
Größe
Anzahl.
Drehschemelaufbau
Der mit einer Sattelkupplung vergleichbare Drehschemelaufbau benötigt immer einen Hilfsrahmen.
Hierbei ist besonders auf eine einwandfreie Verbindung des Hilfsrahmens mit dem Fahrgestellrahmen zu achten.
Eine Positionierung des Drehpunktes für den Schemelaufbau hinter der theoretischen Hinterachsmitte muss hinsichtlich
der Achslastverteilung und des Fahrverhaltens überprüft werden. Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
erteilt Auskunft.
Schriften:
•
•
Richtlinien für die Prüfung von Langholzfahrzeugen zu § 43 StVZO
Berufsgenossenschaftliche Richtlinien für Langholzfahrzeuge (ZH 1/588).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
106
5.3.3
Tank- und Behälteraufbau
5.3.3.1 Allgemeines
Je nach Transportgut sind die Fahrzeuge von den zuständigen Stellen entsprechend nationaler Auflagen, Richtlinien und Vorschriften
auszurüsten. In Deutschland geben über die Beförderung gefährlicher Güter (nach GGVS) die Gefahrgutbeauftragten der technischen
Überwachung (DEKRA, TÜV‘s) Auskunft.
5.3.3.2 Aufbaubefestigung, Lagerung
Tank- und Behälteraufbauten benötigen einen durchgehenden Hilfsrahmen, Streckgrenze σ 0,2 ≥ 350 N/mm² (z.B. S355J2G3 = St52-3,
siehe auch Tabelle 31: Streckgrenzen von Hilfsrahmenwerkstoffen). Die Bedingungen für freigegebene Ausnahmen sind im folgenden
Abschnitt ‚Hilfsrahmenlose Tank- und Behälteraufbauten‘ beschrieben.
Die Verbindung zwischen Aufbau und Fahrgestell muss im vorderen Bereich so ausgebildet sein, dass die Verwindungsfähigkeit
des Rahmens nicht übermäßig behindert wird.
Dies kann mit einer möglichst verdrehweichen vorderen Lagerung erreicht werden z.B. mit
•
•
Bild 73:
Pendellagerung (Bild 73)
elastischer Lagerung (Bild 74).
Vorderes Lager als Pendellagerung ESC-103
Bild 74:
Vorderes Lager als elastische Lagerung ESC-104
Die vordere Lagerungsstelle soll möglichst nahe an die Vorderachsmitte heranreichen (siehe Bild 75).
Im Bereich der theoretischen Hinterachsmitte ist die hintere, querstarre Aufbauabstützung vorzusehen.
An dieser Stelle ist auch auf eine ausreichend dimensionierte, großflächige Rahmenverbindung zu achten.
Der Abstand theoretische Hinterachsmitte bis Mitte Auflage muss < 1000 mm sein (siehe Bild 75).
Theoretische Hinterachsmitte siehe Kapitel ‚Allgemeines’.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
107
Bild 75:
Anordnung Tank- und Silolagerung ESC-004
Auflagemitte nach Möglichkeit gleich theoretische Hinterachsmitte,
jedoch nicht weiter als 1000 mm entfernt
lt
500
1400
1200
1000
Verbindung so gestalten, dass die Rahmenverwindung
möglichst wenig beeinträchtigt wird
bei M2000L, M2000M u. F2000
bei L2000
Nach der Aufbaumontage ist unbedingt zu prüfen, ob sich Schwingungen oder andere nachteilige Fahreigenschaften bemerkbar
machen. Schwingungen sind beeinflussbar durch richtige Auslegung des Hilfsrahmens oder richtige Anordnung der Tanklagerung.
5.3.3.3 Hilfsrahmenlose Tank- und Behälteraufbauten
Unter Einhaltung der hier beschriebenen Bedingungen sind hilfsrahmenlose Tank- und Behälteraufbauten bei zwei- und
dreifacher Tanklagerung je Rahmenseite freigegeben.
Alle Auflager sind im angegebenen Abstandsbereich anzuordnen. Wird der zulässige Bereich überschritten, dann kann eine
unzulässig hohe Rahmendurchbiegung entstehen und es ist ein durchgehender Hilfsrahmen erforderlich (siehe oben).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
108
Tabelle 33:
Fahrgestelle ohne Hilfsrahmen bei Tankaufbauten bei zweifacher u. dreifacher Lagerung
Baureihe
Typ*
Radformel
Federung
Radstände [mm]
M2000L
L74
4x2/2
Blatt-Blatt
3.575 … 4.250
Blatt-Luft
„
L79
Vollluft
„
L81
Blatt-Blatt
„
L84
Blatt-Luft
„
L86
Vollluft
„
L87
Blatt-Blatt
„
L88
Blatt-Luft
„
L89
Vollluft
„
Blatt-Blatt
„
M39
Blatt-Luft
„
M40
Vollluft
„
Blatt-Blatt
3.800 … 4.500
T32
Blatt-Luft
„
T33
Vollluft
„
L76
M2000M
F2000
M38
4x2/2
T31
4x2/2
T36
6x2/2
Blatt-Luft
4.100 … 4.600 … 1.350
T37
6x2-4
Vollluft
„
* Typzuordnung siehe Kapitel „Allgemeines“
Bild 76:
Anforderungen Tanklager bei hilfsrahmenloser Bauweise ESC-311
Zweifache Lagerung
≤1200
≥800
Dreifache Lagerung
≤1000
≥1200
≤1200
≥500
±500
≥1000
≤1000
≥500
4x2/2
theor. Hinterachsmitte
≤1200
6x2-4
6x2/2
≥1100
≤1000
theor. Hinterachsmitte
≤1200
≥700
theor. Hinterachsmitte
≥700
±500
≥1400
≤1000
≥700
theor. Hinterachsmitte
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
109
5.3.4
Kipper
Kipperaufbauten erfordern ein für ihren Einsatzzweck konstruiertes Fahrgestell. MAN hat entsprechende Fahrgestelle
im Verkaufsprogramm. Diese sind am „K“ in der Typenbezeichnung erkennbar, z.B. 19.364 FLK.
Bei Kipperfahrgestellen ab Werk sind keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich, wenn sichergestellt ist, dass folgende Punkte
eingehalten werden:
•
•
•
•
•
•
das zulässige Gesamtgewicht
die zulässigen Achslasten
die serienmäßige Kippbrückenlänge
der serienmäßige Rahmenüberhang
der serienmäßige Fahrzeugüberhang
der maximale Kippwinkel von 50° nach hinten oder seitlich.
Werden auf normale Fahrgestelle Kippbrücken aufgebaut, so sind diese Fahrgestelle mit den Bauteilen eines vergleichbaren
MAN-Kippers auszurüsten. So sind z.B. Blattfedern von Sattelzugmaschinen nicht für Kipper geeignet.
Ein Stabilisator an der Hinterachse ist dann zwingend notwendig, wenn serienmäßige Kippbrückenlängen vergleichbarer
MAN-Kipperfahrgestelle überschritten werden.
Alle Kipperaufbauten benötigen einen durchgehenden Hilfsrahmen aus Stahl mit einer Mindeststreckgrenze von σ0,2 ≥ 350 N/mm²
(z.B. S355J2G3 = St52-3, technische Daten von Stahlwerkstoffen im Fahrzeugbau siehe Tabelle 31:
‚Streckgrenzen von Hilfsrahmenwerkstoffen‘ in diesem Kapitel).
Bei Fahrzeugen mit Luftfederung ist aus Gründen einer besseren Standsicherheit darauf zu achten, dass sich die Luftfederung
beim Kippvorgang im abgesenkten Zustand befindet (5-10 mm über Pufferanschlag). Eine automatische Absenkung die bereits
beim Einschalten des Nebenabtriebs wirksam wird, kann ab Werk bestellt werden. Die Regelung über die ECAS-Fernbedienung erlaubt
dann nach wie vor das Einstellen der Fahrzeughöhe.
ACHTUNG:
Luftgefederte Fahrgestelle der Baureihe L2000 sind nicht für Kipperaufbauten freigegeben (Typzuordnung siehe Kapitel ‚Allgemeines’).
Die Verbindung von Haupt- und Hilfsrahmen liegt im Verantwortungsbereich des Aufbauherstellers. Kipperpressen und Kipperlager
sind im Hilfsrahmen zu integrieren, da der Fahrzeugrahmen nicht für die Aufnahme von Punktlasten geeignet ist.
Während des Kippvorganges entstehende Punktbelastungen im Bereich der Kipperpresse sind bei der Hilfsrahmenauslegung
zu berücksichtigen.
Folgende Eckdaten sind einzuhalten:
•
•
Kippwinkel nach hinten und zur Seite ≤ 50°.
Schwerpunkt von Kippbrücke mit Nutzlast darf beim Hinterkippen nur dann hinter Mitte letzter Achse kommen,
wenn die Standsicherheit des Fahrzeugs gewährleistet ist.
Hintere Kipplager möglichst nahe an der theoretischen Hinterachsmitte anordnen.
Die Schwerpunkthöhe der Kippbrücke mit der Nutzlast (Wassermaß) darf beim Kippvorgang das Maß „a“
(siehe Tabelle 34 und Bild 77) nicht überschreiten.
Die hinteren Kipplager dürfen das Abstandsmaß „b“ (siehe Tabelle 34 und Bild 77) von Kipplagermitte bis
theoretischer Hinterachsmitte nicht überschreiten (theoretische Hinterachsmitte siehe Kapitel ‚Allgemeines’).
•
•
Tabelle 34:
Kipper: Maximalmaße Schwerpunkthöhe u. Kipperabstand
Fahrzeug (Typdefinition siehe „ Allgemeines”)
Maß „a“ [mm]
Maß „b“ [mm]
L2000
≤ 1.600
≤ 1.000
Zweiachser M2000L, M2000M, F2000, E2000
≤ 1.800
≤ 1.100
Dreiachser F2000, E2000, 6x2, 6x4, 6x6
≤ 2.000
≤ 1.250
Vierachser F2000, E2000, 8x4, 8x6, 8x8
≤ 2.000
≤ 1.250
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
110
Bild 77:
Kipper: Maximalmaße Schwerpunkthöhe u. Kipperlagermitte ESC-105
Kippbrückenschwerpunkt darf nur dann hinter Mitte letzter Achse
kommen, wenn eine ausreichende Kippsicherheit gegeben ist.
≤5
a
0o
S
b
Aufgrund der genannten Bedingungen ist bei Dreiseiten- und Hinterkippern die Brückenlänge begrenzt.
Zweiseitenkipper können bezüglich der Längenabmessung annähernd wie Ladebrücken ausgelegt werden,
wenn die Standsicherheit gegeben ist.
Wenn sie aus Gründen der Betriebssicherheit notwendig sind, behält sich MAN weiterreichende Maßnahmen vor,
z.B. die Verwendung von hydraulischen Abstützungen zur Erhöhung der Standsicherheit oder das Versetzen bestimmter Aggregate.
Es wird jedoch vorausgesetzt, dass der Aufbauhersteller von sich aus die Notwendigkeit solcher Maßnahmen erkennt und durchführt,
da die Maßnahmen wesentlich von der Auslegung seines Produkts abhängen.
Wegen der besseren Stand- und Betriebssicherheit ist bei Hinterkippern zur Stabilisierung der Kippbrücke u.U. eine so genannte
„Schere“ nach Bild 78 vorzusehen und/ oder eine Abstützung am Rahmenende notwendig.
Schriften:
Für Kippbrücken §22 und §23 der UVV „Fahrzeuge“ (VBG12).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
111
Bild 78:
5.3.5
Hinterkipper mit Schere und Abstützung ESC-106
Absetz-, Gleitabsetz- und Gleitabrollkipper
Da auf diesem Aufbausektor die Hilfsrahmen aus konstruktiven Gründen häufig nicht der Hauptrahmenkontur folgen können,
sind spezielle Verbindungsmittel zum Hauptrahmen vorzusehen. Eine ausreichende Dimensionierung und sinnvolle Anbringung
dieser Befestigungselemente obliegt dem Aufbauhersteller. Bewährte Befestigungsmittel sowie ihre Ausführung und Anbringung sind
aus den herstellerbezogenen Montageanleitungen der Aufbauten ersichtlich. Die serienmäßigen MAN-Brückenwinkel eignen sich nicht
zur Montage dieser Aufbauten.
Aufgrund geringer Unterbauhöhen ist der Freigang aller beweglichen Teile an Fahrgestell (z.B. Bremszylinder, Getriebeschaltung,
Achsführungsteile usw.) und Aufbau (z.B. Hydraulikzylinder, Leitungen, Kipprahmen usw.) besonders gewissenhaft zu prüfen.
Gegebenenfalls sind ein Zwischenrahmen, eine Begrenzung des Federweges, eine Einschränkung der Pendelbewegung an
der Doppelachse oder ähnliche Maßnahmen vorzusehen.
Für luftgefederte Fahrzeuge gilt beim Abroll-, Absetz- oder Kippvorgang sinngemäß die gleiche Verfahrensweise wie bei
Kipperfahrzeugen (Absenkung auf 5-10 mm über Pufferanschlag, siehe Abschnitt 5.3.4). Bestellmöglichkeit einer automatischen
Absenkung beim Einschalten des Nebenabtriebs besteht ab Werk. Die Regelung über die ECAS-Fernbedienung erlaubt dann
nach wie vor das Einstellen der Fahrzeughöhe (z.B. um Behälter auf den Anhänger zu schieben).
Abstützungen am Fahrzeugende beim Be- und Entladevorgang werden notwendig, wenn:
•
•
•
die Hinterachslast das Zweifache der technisch zulässigen Hinterachslast überschreitet.
Dabei sind auch Reifen- und Felgentragfähigkeit zu berücksichtigen.
die Vorderachse den Bodenkontakt verliert. Ein Abheben ist aus Sicherheitsgründen keinesfalls zulässig!
die Standsicherheit des Fahrzeuges nicht gegeben ist. Dies kann aufgrund großer Schwerpunkthöhe,
unzulässiger Seitenneigung bei einseitiger Einfederung, einseitigem Einsinken in weichem Untergrund usw., der Fall sein.
Eine Heckabstützung durch Blockierung der Fahrzeugfedern ist nur dann zulässig, wenn bezüglich Einbau und Krafteinleitung eine
Genehmigung von MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) besteht (einzureichende Unterlagen für
Aufbauprüfung siehe Kapitel ‚Allgemeines’, Abschnitte ‚Genehmigung’ und ‚Vorlage der Unterlagen’).
Die erforderlichen Standsicherheitsnachweise sind vom Aufbauhersteller zu führen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
112
5.3.6
Pritschen- und Kofferaufbauten
Zur gleichmäßigen Lastverteilung ist in der Regel ein Hilfsrahmen erforderlich. Fahrzeuge der Tabelle 32
(siehe Abschnitt ‚Hilfsrahmengestaltung‘ weiter vorne in diesem Kapitel) benötigen einen durchgehenden Hilfsrahmen.
Ausnahmen hiervon sind abhängig von:
•
•
der Auflagerlänge (z.B. Tankaufbau siehe Abschnitt ‚Hilfsrahmenlose Tank- und Behälteraufbauten‘)
dem Querschwellerabstand (siehe Abschnitt ‚Selbsttragende Aufbauten ohne Hilfsrahmen‘).
Punkt- und Hecklasten (z.B. Ladebordwand) dürfen bei Aufbauten ohne Hilfsrahmen nicht auftreten.
Geschlossene Aufbauten wie z.B. Koffer sind gegenüber dem Fahrgestellrahmen torsionsstarr.
Damit die gewünschte Rahmenverwindung (z.B. bei Kurvenfahrt) durch den Aufbau nicht behindert wird, soll die Aufbaubefestigung
am vorderen Aufbauende verdrehweich und hinten starr erfolgen. Dieses Prinzip gilt besonders, wenn das Fahrzeug geländegängig
sein soll. Wir empfehlen für diesen Fall eine vordere Aufbaubefestigung mit Tellerfedern (Beispiel siehe Bild 63 in diesem Kapitel),
eine Dreipunkt- oder eine Rautenlagerung (Lagerungsprinzip siehe Bild 79).
Bild 79:
Lagermöglichkeit verwindungssteifer Aufbauten gegenüber verdrehweichem Fahrgestell mit Dreipunktund Rautenlagerung ESC-158
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
113
5.3.7
Wechselbehälter
5.3.7.1 Wechselbrückentraggestell ab Werk
Im MAN-Fahrzeugprogramm sind vollluftgefederte Fahrzeuge vorhanden, die ab Werk mit einem Traggestell für Wechselbehälter
geliefert werden können. Anschlussmaße und Zentriereinrichtungen entsprechen N 284. Container und Wechselbrücken,
die den Anforderungen der EN 284 entsprechen, sind ohne weiteres auf o.g. Fahrzeuge aufsetzbar. Die uneingeschränkte Verwendung
der serienmäßigen Aufnahmen ist jedoch nicht möglich, wenn andere Aufbauten zur Anwendung kommen.
Versetzte Auflagepunkte oder andere Abmessungen sind nur dann zulässig, wenn dies von MAN, Abteilung ESC
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) genehmigt wurde.
Die Mittelauflagen nicht entfernen, sie sind unbedingt zu benutzen! Der Aufbau muss auf deren ganzer Länge aufliegen.
Ist dies aus konstruktiven Gründen nicht möglich, dann ist ein ausreichend dimensionierter Hilfsrahmen vorzusehen.
Aufnahmen für Wechselbehälter sind nicht zur Aufnahme von Kräften geeignet, die durch Arbeitsmaschinen und Punktlasten
entstehen. So müssen z.B. für den Aufbau von Betonmischern, Kippern, Sattelhilfsrahmen mit Sattelkupplungen usw. andere
Befestigungen und Aufnahmen verwendet werden. Die Eignung für diesen Zweck ist durch den Aufbauhersteller nachzuweisen.
5.3.7.2 Andere Wechseleinrichtungen
Wechselbehälter sollen auf ganzer Rahmenlänge auf der Rahmenoberseite aufliegen. Auf einen Hilfsrahmen kann dann verzichtet
werden, wenn die Forderungen im Abschnitt ‚Selbsttragende Aufbauten ohne Hilfsrahmen‘ eingehalten werden.
Rahmenlängsträger sind jedoch vor Verschleiß zu schützen, der z.B. aufgrund des Wechselvorganges entstehen kann.
Die Schutzwirkung ist durch die Montage eines Verschleißprofils erreichbar. Eine Möglichkeit mittels L-Profil ist in Bild 80 dargestellt.
Das Verschleißprofil kann die Funktion eines Hilfsrahmens nur dann übernehmen, wenn die Eignung rechnerisch nachgewiesen wird.
Die Verwendung von Werkstoffen mit einer Streckgrenze σ0,2 ≥ 350 N/mm² z.B. S235JR (= St37-2) ist als Verschleißprofil möglich, nicht
jedoch als Hilfsrahmen.
Bild 80:
Verschleißprofil bei Wechselbehälter ESC-121
Verschleißprofil
Rahmen
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
114
5.3.8
Ladekran
Eigengewicht und Gesamtmoment eines Ladekranes müssen auf das zur Verwendung kommende Fahrgestell abgestimmt sein.
Die Berechnungsgrundlage bildet das maximale Gesamtmoment und nicht das Hubmoment. Das Gesamtmoment resultiert aus dem
Eigengewicht und der Hubkraft des Ladekranes bei gestrecktem Kranarm.
Das Gesamtmoment eines Ladekranes MKr wird berechnet mit:
Bild 81:
Momente am Ladekran ESC-040
a
GKr
GH
b
Formel 23:
Gesamtmoment Ladekran
g • s • (GKr • a + GH • b)
MKr =
1000
Es bedeuten:
a
=
b
=
GH
GKr
MKr
s
g
=
=
=
=
=
Abstand des Kranschwerpunktes von Kransäulenmitte in [m],
Kranarm gestreckt und auf maximale Länge ausgefahren
Abstand der maximalen Hublast von Kransäulenmitte in [m],
Kranarm gestreckt und auf maximale Länge ausgefahren
Hublast des Ladekranes in [kg]
Gewicht des Ladekranes in [kg]
Gesamtmoment in [kNm]
Stoßfaktor nach Angabe des Kranherstellers (abhängig von der Kransteuerung), stets ≥ 1
Erdbeschleunigung 9,81 [m/s²]
Die Anzahl der Abstützungen (zwei- oder vierfach), sowie deren Position und Abstützweite ist durch den Kranhersteller aufgrund
der Standsicherheitsberechnung und der Fahrzeugbelastung zu bestimmen. MAN kann aus technischen Gründen eine VierfachAbstützung verlangen. Während des Kranbetriebes müssen die Abstützungen immer bodenschlüssig ausgefahren sein.
Sie sind sowohl bei Be- als auch bei Entladung entsprechend nachzusetzen. Ein hydraulischer Ausgleich zwischen den Stützen muss
gesperrt sein. Gleichfalls ist ein aus Standsicherheitsgründen evtl. notwendiger Ballast durch den Kranhersteller anzugeben.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
115
Bei luftgefederten Fahrzeugen ist darauf zu achten, dass das Fahrzeug über die Abstützung nicht über das Fahrniveau ausgehoben
wird. Vor dem Abstützen muss sich das Fahrzeug im abgesenkten Zustand befinden (5-10 mm über Pufferanschlag).
Eine automatische Absenkung die bereits beim Einschalten des Nebenabtriebs wirksam wird, kann ab Werk bestellt werden.
Für die Standsicherheit ist u.a. die Verdrehsteifigkeit des gesamten Rahmenverbandes verantwortlich. Dabei ist zu beachten,
dass eine hohe Torsionssteifigkeit des Rahmenverbandes zwangsläufig den Fahrkomfort und die Geländegängigkeit der Fahrzeuge
reduziert. Für eine ausreichende Befestigung von Kran und Hilfsrahmen muss der Aufbauer oder Kranhersteller sorgen.
Betriebskräfte einschließlich deren Sicherheitsbeiwerte müssen sicher aufgenommen werden. Ab Werk gelieferte Brückenwinkel
sind hierfür nicht geeignet.
Eine unzulässig hohe Belastung der Achse(n) ist zu vermeiden. Die maximal zulässige Achsbelastung darf im Kranbetrieb
nicht mehr als das Zweifache der technisch zulässigen Achslast betragen. Stoßfaktoren der Kranhersteller sind zu berücksichtigen
(siehe Formel 23 ‚Gesamtmoment eines Ladekrans‘)! Die zulässigen Achslasten dürfen während des Fahrbetriebes nicht überschritten
werden.
Eine auftragsbezogene Achslastberechnung ist unbedingt erforderlich. Beispiel einer Achslastberechnung siehe Kapitel 9
‚Berechnungen’. Je nach Fahrgestell und Sonderausrüstung sind eventuell höhere technisch zulässige Lasten auf Anfrage
bei Abteilung ESC möglich (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) Achslasterhöhung siehe Kapitel ‚Allgemeines’,
Abschnitt ‚Heraufsetzen der zulässigen Achslast‘).
Eine asymmetrische Kranmontage ist nicht zulässig wenn daraus ungleichmäßige Radlasten resultieren
(zulässige Radlastdifferenz ≤ 4% siehe Kapitel ‚Allgemeines’, Abschnitt ‚Einseitige Beladung‘).
Der Aufbauhersteller muss für entsprechenden Ausgleich sorgen.
Der Schwenkbereich eines Ladekranes ist zu begrenzen, wenn es die zulässigen Achslasten oder die Standsicherheit erfordern.
In welcher Art und Weise dies geschieht, hat der jeweilige Ladekranhersteller zu überprüfen (z.B. mit schwenkbereichsabhängiger
Hublastbegrenzung).
Bei Montage und Betrieb des Ladekrans ist auf die erforderliche Freigängigkeit aller beweglichen Teile zu achten. Bedienelemente
müssen den vorgeschriebenen Mindestfreiraum in jedem Betriebszustand aufweisen. Mitunter ist der notwendige Freiraum durch
fachgerechtes Versetzen von Kraftstoffbehälter, Batteriekasten, Luftkessel usw. zu schaffen.
Beim Anbau von Hydraulikbehältern ist ein ausreichendes Gefälle zwischen Behälter und den zu versorgenden Aggregaten
zu berücksichtigen bzw. durch geeignete Maßnahmen ein Trockenlauf der Hydraulikaggregate zu verhindern.
Abweichend von anderen Aufbauten muss bei Kranaufbauten zur Erhaltung der Fahrzeuglenkfähigkeit die Mindestbelastung
der Vorderachse(n) in jedem Beladungszustand 35% (L2000), 30% (sonstige Zweiachser) bzw. 25% (Drei- und Vierachser)
des jeweiligen Fahrzeuggewichts betragen. Genaue Definition siehe Kapitel ‚Allgemeines‘, Abschnitt ‚Mindestvorderachslast‘,
Ausnahmen nur nach vorheriger Rücksprache mit MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Eventuelle Stützlasten an der Anhängerkupplung sind in die erforderliche Achslastberechnung einzubeziehen.
Fahrzeuge mit Nachlaufachsen sind auch auf die Gewichtsverhältnisse bei angehobener Nachlaufachse zu überprüfen
(siehe auch Kapitel ‚Allgemeines‘ und Kapitel ‚Berechnungen‘). Eventuell muss die Liftmöglichkeit gesperrt werden
(siehe auch Abschnitt ‚Heckladekran‘).
Je nach Krangröße (Gewicht und Schwerpunktlage) und Kranposition (hinter dem Fahrerhaus oder am Heck) sind Fahrzeuge mit
verstärkten Federn, verstärkten Stabilisatoren oder verstärkten Stoßdämpfern auszurüsten, sofern die Liefermöglichkeit gegeben ist.
Diese Maßnahmen vermindern den Schiefstand des Fahrgestells (z.B. durch geringere Einfederung verstärkter Federn) und
verhindern bzw. reduzieren die Wankneigung. Dennoch ist bei Kranaufbauten ein Schiefstand aufgrund der Verlagerung
des Fahrzeugschwerpunktes nicht immer zu vermeiden.
Nach der Montage des kompletten Aufbaus sind bei Bedarf nochmalige Einstellarbeiten am Fahrzeug erforderlich.
Dies betrifft besonders die automatisch lastabhängige Bremsanlage (ALB), die Scheinwerfer, sowie den hinteren Unterfahrschutz und
die seitliche Schutzvorrichtung.
Eine Genehmigung muss bei MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) beantragt werden, wenn das von
MAN in Bild 86 bis Bild 88 angegebene zulässige Krangesamtmoment des Ladekranes überschritten wird oder die Zuordnung von
Hilfsrahmen zu Ladekran- und Fahrzeuggröße nicht eingehalten werden kann. Die Geraden in Bild 86 bis Bild 88 dürfen nicht
verlängert werden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
116
Da bei Vierfach-Abstützung andere Kräfteverhältnisse vorliegen, ist bei diesen Kranaufbauten grundsätzlich Rückfrage bei MAN,
Abt. ESC notwendig (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“). Um die Standsicherheit im Kranbetrieb zu gewährleisten,
ist der Hilfsrahmen im Bereich zwischen den beiden Abstützträgern in ausreichender Torsionssteifigkeit zu fertigen.
Das Ausheben des Fahrzeuges mit den Kranabstützungen ist aus Festigkeitsgründen nur dann zulässig, wenn
die Hilfsrahmenkonstruktion alle aus der Kranarbeit resultierenden Kräfte aufnimmt und nicht schubfest mit dem Fahrgestellrahmen
verbunden ist (z.B. Autokräne).
Der Kranaufbau und seine Funktion sind je nach nationaler Vorschrift vor der ersten Inbetriebnahme durch einen
Kransachverständigen der Technischen Überwachungsorganisationen oder einer von der Berufsgenossenschaft
ermächtigten Person zu prüfen. Das Prüfergebnis ist im Prüfbuch einzutragen.
Schriften:
•
UVV Kräne (VBG 9).
5.3.8.1 Ladekran hinter dem Fahrerhaus
Wenn das Schaltgestänge oder das Getriebe über die Hilfsrahmenoberkante ragen, dann ist ein zusätzlicher Zwischenrahmen auf
dem Hilfsrahmen vorzusehen, um den notwendigen Freiraum zu schaffen (siehe Bild 82). Der Zwischenrahmen kann so gestaltet
werden, dass er als Verstärkung des Hilfsrahmens dient.
Bild 82:
Freiraum für Ladekran hinter Fahrerhaus ESC-107
Zwischenrahmen
Das Fahrerhaus muss kippbar sein und die Verriegelung jederzeit ungehindert bedient werden können.
Im Bereich des Halbmessers, den die äußerste Fahrerhauskontur beim Kippen beschreibt, dürfen keine behindernden Teile sein.
Die Kippradien der Fahrerhäuser sind in den Fahrgestellzeichnungen angegeben. Fahrgestellzeichnungen sind erhältlich über unser
Online-System MANTED ® (www.manted.de) oder per Telefaxbestellung bei Abteilung ESC (Adresse/ Faxnummer siehe oben unter
„Herausgeber“).
Trotz Einhaltung der zulässigen Vorderachslast, muss eine zu große Kopflastigkeit des Fahrzeuges aus Gründen
der Fahreigenschaften vermieden werden. Eine Verringerung der Vorderachsbelastung ist z.B. durch das Versetzen von Aggregaten
erreichbar. Bei verschiedenen Fahrzeugen kann die zulässige Vorderachslast erhöht werden, wenn bestimmte technische
Voraussetzungen, wie z.B. Achsen, Federn, Lenkung, Felgen und Reifen entsprechender Tragfähigkeit gegeben sind.
Erhöhung der zulässigen Vorderachslast und Verfahrensweise siehe Kapitel ‚Allgemeines‘.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
117
5.3.8.2 Heckladekran
Um den notwendigen Platz für den Ladekranaufbau zu schaffen und eine günstigere Vorderachsbelastung zu erreichen,
kann ein heckseitig angebrachtes Ersatzrad seitlich am Rahmen platziert werden.
Je nach Krangröße und Achslastverteilung sind stärkere Federn, ein Stabilisator oder andere zur Verfügung
stehende Stabilisationshilfen einzubauen. Dies vermindert Schiefstand und Wankneigung des Kranfahrzeuges.
Beim Anheben liftbarer Nachlaufachsen wird das Fahrzeug an der Vorderachse stark entlastet.
Durch den Kran als dynamisch am Rahmenende wirkende Punktlast stellt sich voraussichtlich kein ausreichend stabiler Fahrzustand
ein. Die Liftmöglichkeit ist zu sperren, wenn mit dem Kran bei Leerfahrt im gelifteten Zustand über 80% der zulässigen Triebachslast
erreicht wird oder die Mindestvorderachslast (30% des tatsächlichen Fahrzeuggewichts) unterschritten wird.
Zu Rangierzwecken kann die Nachlaufachse bei entsprechend ausreichender Dimensionierung von Hilfsrahmen und Aufbau unter
Einhaltung der zulässigen Achslasten angehoben werden. Dabei sind die auf Aufbau und Rahmenverband wirkenden erhöhten
Biege- und Torsionskräfte zu berücksichtigen. Die Funktion der Anfahrhilfe bleibt erhalten, da hierbei die Nachlaufachse
nicht angehoben, sondern lediglich entlastet wird.
An die Montagekonsolen für absattelbare Heckladekräne ist bei Anhängerbetrieb eine zweite Anhängekupplung anzubauen.
Diese Anhängekupplung ist mit der am Fahrzeug angebauten über eine Zugöse verbunden (siehe Bild 83).
Absattelvorrichtung und Aufbau müssen die bei Anhängerbetrieb entstehenden Kräfte sicher aufnehmen und übertragen können.
Die Hinweise im Abschnitt ‚Verbindungseinrichtungen‘ des Kapitels ‚Fahrgestelle ändern‘ sind zu beachten.
Als maximale Anhängelast wird bei aufgesatteltem Ladekran nur die serienmäßige Anhängelast an der Anhängekupplung
des Fahrzeugs zugestanden.
Bei Anhängerbetrieb verlängert sich die Gesamtzuglänge entsprechend dem Abstand „L“ der beiden Anhängekupplungen voneinander
(siehe Bild 83). Soll zusätzlich zum absattelbaren Heckladekran ein Zentralachsanhänger mitgeführt werden, dann muss
der Kranhersteller die Eignung hierfür bestätigen. Stützlasten sind zu berücksichtigen (siehe Abschnitt ‚Verbindungseinrichtungen‘
im Kapitel 4 ‚Fahrgestelle ändern‘). Die genannten Werte im Abschnitt ‚Mindestvorderachslast‘ des Kapitels ‚Allgemeines‘ dürfen
nicht unterschritten werden.
Bei aufgesatteltem Kran und Betrieb ohne Anhänger muss an der Absattelvorrichtung ein Unterfahrschutz vorhanden sein.
Die Festigkeit der Absattelkonsole sowie die fachgerechte Anbringung der Konsolenaufnahme am Fahrzeug liegen
im Verantwortungsbereich des Aufbauherstellers.
Am Fahrzeug mitgeführte Stapler sind wie aufsattelbare Ladekräne im Transportzustand zu betrachten.
Der erforderliche Hilfsrahmen und die Durchbiegung können bei mitgeführten Staplern vom Aufbauhersteller
über unseren Onlinedienst MANTED ® (www.manted.de) bestimmt werden (siehe auch Kapitel 5.3.9 ‚Ladebordwand‘).
Bild 83:
Absattelvorrichtung für Heckladekran ESC-023
L
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
118
Der Nutzlastschwerpunkt ändert sich, je nachdem ob der Kran abgesattelt ist oder nicht. Um die größtmögliche Nutzlast zu erreichen
ohne dabei zulässige Achslasten zu überschreiten, empfehlen wir den Nutzlastschwerpunkt mit und ohne Kran am Aufbau deutlich zu
kennzeichnen.
Die durch die Absattelvorrichtung vergrößerte Überhanglänge ist zu berücksichtigen. Eine Überschreitung des im Kapitel ‚Allgemeines‘,
Abschnitt ‚Zulässige Überhanglänge‘ zugestandenen Überhangs ist zulässig, wenn keine anderen technischen oder gesetzlichen
Vorschriften dagegen sprechen.
5.3.8.3 Hilfsrahmen für Ladekran
Für Ladekranaufbauten ist in jedem Fall ein Hilfsrahmen vorzusehen, dessen Mindestflächenträgheitsmoment sich nach Bild 86 bis
Bild 88 ergibt. Selbst bei Krangesamtmomenten die rein rechnerisch ein benötigtes Flächenträgheitsmoment unter 175 cm 4 ergeben,
ist ein Hilfsrahmen mit einem Flächenträgheitsmoment von mindestens 175 cm4 aufzubauen.
Wir empfehlen zur Schonung des Hilfsrahmens im Kranbereich einen zusätzlichen Obergurt (Verschleißplatte) zu montieren,
um das Einarbeiten des Kranfußes in den Hilfsrahmen zu vermeiden. Die Stärke des zusätzlichen Obergurts soll je nach
Krangröße 8-10mm betragen.
Ladekräne werden häufig in Verbindung mit anderen Aufbauten montiert, für die ebenfalls ein Hilfsrahmen erforderlich ist
(z.B. Kipper, Sattelzugmaschine, Drehschemelaufbau). Es muss dann der je nach Aufbau und seiner Anforderung größere Hilfsrahmen
der gesamten Aufbaukonstruktion verwendet werden.
Für einen absattelbaren Ladekran muss der Hilfsrahmen so gestaltet sein, dass die Absattelvorrichtung und der Ladekran sicher
aufgenommen werden können. Die Ausführung der Konsolenaufnahme (Bolzenbefestigung etc.) liegt im Verantwortungsbereich des
Aufbauherstellers.
Bei Montage des Ladekrans hinter dem Fahrerhaus ist der Hilfsrahmen mindestens im Kranbereich zum Kasten zu schließen
(siehe auch Bild 49: Übergang vom Kasten- zum U-Profil ESC-043). Wird der Ladekran am Heck montiert, muss von Rahmenende
bis mindestens vor die vorderste Hinterachsführung ein geschlossenes Profil verwendet werden. Außerdem ist zur Erhöhung
der Torsionssteifigkeit im Hilfsrahmen ein Kreuzverband (X-Verband) oder eine gleichwertige Konstruktion vorzusehen (siehe Bild 84).
Für die Anerkennung als gleichwertige Konstruktion ist jedoch eine Genehmigung durch MAN, Abteilung ESC
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) Voraussetzung.
Bild 84:
Kreuzverstrebung im Hilfsrahmen ESC-024
bR
≥ 1,5 bR
In der Regel reicht die schubweiche Hilfsrahmenbefestigung für den Kraneinsatz nicht aus, so dass eine schubstarre Verbindung
mit Schubblechen ausreichender Anzahl und Größe erforderlich wird. Einzelne seitliche Bleche am Rahmen, wie in Bild 85,
ergeben nur dann eine schubstarre Verbindung, wenn ein rechnerischer Nachweis dies bestätigt.
Schubweiche und -starre Verbindungen siehe auch entsprechende Abschnitte in diesem Kapitel.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
119
Bild 85:
Schubstarre Verbindung bei Kranaufbauten ESC-045
Die Diagramme in Bild 86 bis Bild 88 gelten nur für Kranaufbauten mit zweifacher Abstützung.
Sie sind gleichermaßen für den Aufbau hinter dem Fahrerhaus oder am Rahmenende geeignet.
Sicherheitsbeiwerte sind bereits enthalten, das Krangesamtmoment MKr ist mit Stoßfaktor nach Angabe
des Kranherstellers zu berücksichtigen (siehe auch Formel ‚Gesamtmoment eines Ladekrans‘ weiter oben in diesem Kapitel).
Muss aufgrund von Aufbauvorgaben (z.B. niedrige Containerfahrzeuge, Abschleppfahrzeuge etc.) von der hier
beschriebenen Auslegungsmethode abgewichen werden, ist der gesamte Aufbau mit MAN, Abteilung ESC abzustimmen
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
Beispiel für den Umgang mit den Diagrammen in Bild 86 bis Bild 88:
Für ein Fahrzeug F2000 19.xxx FC, Typ T31, Rahmenprofilnummer 23 nach Tabelle 31 im Kapitel ‚Fahrgestelle ändern‘ soll
der Hilfsrahmen bestimmt werden, wenn ein Kran mit einem Gesamtmoment von 160 kNm aufgebaut wird.
Lösung:
Im Bild 88 wird im Diagramm ein Mindestflächenträgheitsmoment von ca. 1440cm4 ermittelt.
Wird ein U- Profil mit einer Breite von 80 mm und einer Dicke von 8mm mit einem Steg von 8 mm Dicke zum Kasten geschlossen,
so ist eine Profilhöhe von 180 mm erforderlich, siehe Diagramm in Bild 90. Werden zwei U-Profile mit
B/t = 80/8 zum Kasten geschachtelt, so verringert sich die Mindesthöhe auf ca. 150 mm, siehe Bild 91.
Bei abgelesenen Werten, deren Profilgröße nicht erhältlich ist, ist auf den nächsten erhältlichen Wert aufzurunden;
ein Abrunden ist unzulässig.
Der Freigang aller beweglichen Bauteile bleibt in dieser Betrachtung unberücksichtigt und muss deshalb mit den gewählten
Abmessungen nochmals geprüft werden.
Ein offenes U-Profil nach Bild 89 darf im Bereich des Krans nicht verwendet werden. Es wird hier lediglich dargestellt,
weil die Verwendung des Diagramms auch für andere Aufbauten in Frage kommt.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
120
Krangesamtmoment [ kNm ]
50
60
70
80
90
100
400
600
Profil Nr. 21 : U 210/65/5
Profil Nr. 13
800
Profil Nr. 13 : U 210/65/5
erforderliches Hilfsrahmen-Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
200
Profil Nr. 21
1200
Profil Nr.12 : U 209/65/4,5
1000
1400
Profil Nr. 12
1600
Bild 86:
Krangesamtmoment und Flächenträgheitsmoment bei L2000 ESC-210
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
121
Krangesamtmoment [ kNm ]
80
400
600
Profil Nr. 27
800
1000
Profil Nr. 26
1200
Profil Nr. 19 : U 222/70/7
Profil Nr. 28 : U 270/70/8
Profil Nr. 5 : U 220/70/6
Profil Nr. 27 : U 268/70/7
1400
Profil Nr. 28
erforderliches Hilfsrahmen-Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
200
100
120
140
160
180
200
1600
2000
2200
Profil Nr. 26 : U 224/70/8
1800
2400
2600
Profil Nr. 19
2800
Profil Nr. 5
3000
Bild 87:
Krangesamtmoment und Flächenträgheitsmoment bei M2000L und M2000M ESC-211
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
122
80
100
120
140
Krangesamtmoment [ kNm ]
160
Profil Nr. 22
18
00
16
00
14
00
12
00
10
00
80
0
0
40
0
0
Profil Nr. 22 : U 330/80/8
20
00
Profil Nr. 23 : U 270/80/8
erforderliches Hilfsrahmen-Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
60
180
Profil Nr. 23
00
26
00
Profil Nr. 24 : U 274/80/10
00
200
28
220
Profil Nr. 24
00
24
240
30
260
42
00
40
00
38
00
36
00
34
00
32
00
22
00
20
Bild 88:
Krangesamtmoment und Flächenträgheitsmoment bei F2000 ESC-212
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
123
Krangesamtmoment [ kNm ]
80
100
120
140
160
180
200
220
400
600
800
1000
1200
1400
Profil Nr. 32 : U 270/85/9,5
Profil Nr. 31 : U 270/85/8
erforderliches Hilfsrahmen-Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
200
Profil Nr. 32
1600
1800
2000
2200
2400
Profil Nr. 31
2600
2800
3000
Bild 89:
Krangesamtmoment und Flächenträgheitsmoment bei TGA ESC-216_1
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
124
Höhe des Profils [ mm ]
0
80
100
120
140
160
180
200
220
240
260
280
400
600
800
U80...220/60/6
U80...280/60/7
1
2
Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
200
Offenes U-Profil
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
4
3
1200
3
6
1400
U80...280/70/7
U80...220/70/6
1000
1
6
5
1600 1800
2200
U80...220/80/6
U80...280/70/8
2000
2400
8
7
2600
2
t
7
3000
U80...280/80/8
U80...280/80/7
B
S
2800
4
H
3200
5
3400
8
Bild 90:
Flächenträgheitsmomente U-Profile ESC-213
125
Höhe des Profils [ mm ]
0
80
100
120
140
160
180
10
00
80
0
60
0
40
0
20
0
U80...220/60/6
U80...280/60/7
1
2
Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
4
3
3
6
20
18
00
16
00
00
U80...280/70/7
U80...220/70/6
24
00
6
5
30
00
28
00
26
00
U80...220/80/6
U80...280/70/8
36
00
8
7
38
00
B
t
U80...280/80/8
U80...280/80/7
00
200
1
t
40
00
220
7
00
42
240
4
5
00
260
2
H
44
280
U-Profil zum Kasten geschlossen
46
8
00
34
00
32
00
22
00
14
12
00
Bild 91:
Flächenträgheitsmomente geschlossener U-Profile ESC-214
126
Höhe des Profils [ mm ]
0
80
100
120
140
160
180
200
14
00
10
00
60
0
20
0
U80...220/60/6
U80...280/60/7
1
2
Flächenträgheitsmoment [ cm4 ]
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
4
3
26
3
00
22
00
U80...280/70/7
U80...220/70/6
1
30
6
00
220
6
5
46
00
42
00
00
U80...220/80/6
U80...280/70/8
54
00
8
7
B
7
B
00
58
00
5
U80...280/80/8
U80...280/80/7
62
240
4
00
260
2
H
66
280
Zwei gleiche U-Profile geschachtelt
8
70
00
50
00
38
34
00
18
00
Bild 92:
Flächenträgheitsmomente geschachtelter U-Profile ESC-215
127
5.3.9
Ladebordwand
Voraussetzungen
Vor dem Anbau einer Ladebordwand (auch Hubladebordwand, Hubladebühne, Ladebühne) ist die Verträglichkeit mit
der Fahrzeugauslegung, dem Fahrgestell und dem Aufbau zu prüfen.
Die Montage einer Ladebordwand beeinflusst:
•
•
•
•
•
•
Gewichtsverteilung
Aufbau- und Gesamtlänge
Rahmendurchbiegung
Hilfsrahmendurchbiegung
Verbindungsart Rahmen/ Hilfsrahmen
und das elektrische Bordnetz (Batterie, Generator, Verkabelung).
Der Aufbauhersteller muss:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
eine Achslastberechnung erstellen.
die vorgeschriebene Mindestvorderachslast einhalten (siehe Kapitel ‚Allgemeines’ Abschnitt ‚Mindestvorderachslast’).
eine Überlastung der Achsen vermeiden.
falls notwendig Aufbaulänge und hinteren Überhang kürzen oder den Radstand verlängern.
die Standsicherheit prüfen.
den Hilfsrahmen samt Verbindung zum Rahmen auslegen, siehe Abschnitt ‚Hilfsrahmen festlegen’
Batterien mit vergrößerter Kapazität (140Ah bei L2000, 180 Ah bei M2000 und F2000) und verstärkten Generator vorsehen
(mindestens 28 V 55 A, besser oder 28 V 80 A. Bezugsmöglichkeit besteht bereits als Sonderausstattung ab Werk.
eine elektrische Schnittstelle für Ladebordwand vorsehen (Schaltpläne/ Pinbelegung siehe Abschnitt elektrischer
Anschluss). Bei der elektrischen Schnittstelle Ladebordwand besteht ebenfalls Liefermöglichkeit ab Werk.
die Vorschriften beachten z.B.:
EG-Richtlinie-Maschinen (konsolidierte Fassung der Richtlinie 89/392/EWG: 98/37/EG)
Unfallverhütungsvorschrift (UVV) Unterfahrschutz nach §32b StVZO bzw. EG-Richtlinie 70/221/EWG /ECE-R 58 anbauen
genehmigte Beleuchtungseinrichtungen nach 76/756/EWG anbauen (in Deutschland sind zusätzlich nach §53b
Absatz 5 StVZO für Hubladebühnen gelbe Blinkleuchten und retroreflektierende rot-weiße Warnmarkierungen
bei Betrieb der Ladebordwand vorgeschrieben).
Hilfsrahmen festlegen
Die Hilfsrahmentabellen gelten unter folgenden Voraussetzungen:
•
•
•
•
•
Einhaltung der Mindestvorderachslast nach Kapitel ‚Allgemeines‘, Abschnitt 3.18.
keine konstruktive Überlastung der Hinterachse(n).
Zusätzlich zur Ladebordwand vorkommende Stützlasten sind bei der Prüfung von Mindestvorderachslast und
max. Hinterachslast dem Zugfahrzeug zuzuschlagen.
Fahrzeuge mit liftbaren Achsen müssen die Liftachse bei Betrieb der Ladebordwand absenken.
Einhaltung der angegeben Überhanggrenzen hinsichtlich des max. Fahrzeugüberhangs.
Die Tabellenwerte stellen die Eckwerte dar, für die aus Festigkeits-/ Durchbiegungsgründen keine Abstützungen erforderlich sind.
Sie sind erforderlich, wenn:
-
die in den Tabellen angegeben Grenzen der Ladebordwandtragkraft überschritten werden
die Standsicherheit Abstützungen erforderlich macht
Werden Abstützungen - obwohl nicht erforderlich - angebaut, hat dies keinen Einfluss auf die Größe des verlangten Hilfsrahmens.
Das Anheben des Fahrzeuges mit den Abstützungen ist nicht zulässig, weil daraus Rahmenschäden entstehen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
128
Fahrzeuge mit Ladebrücke ab Werk (Fabrikat Walther) sind mit einem Hilfsrahmen U 120/60/6 aus QStE 380 (σ 0,2 ≥ 380 N/mm2)
ausgerüstet, wobei die Verbindung zum Fahrgestell schubweich mit MAN-Befestigungswinkeln ausgeführt ist.
Falls nach den Tabellen erforderlich, ist beim Anbau einer Ladebordwand die teilweise schubstarre Verbindung nachträglich
herzustellen. Die Tabellen sind nach Baureihe, Tonnageklasse, Variantenbeschreibung, Federungsart und Radstand aufsteigend
sortiert, wobei die Variantenbeschreibungen (z.B. LE 8.xxx LC 4x2 BB) als Orientierungshilfe zu sehen sind , verbindlich sind
die 3-stelligen Typnummern auch Typschlüsselnummern genannt (Erklärung siehe Kapitel ‚Allgemeines‘), die sich in
der Grundfahrzeugnummer an 2.-4. Stelle und in der Fahrzeugidentifizierungsnummer an 4. - 6. Stelle wieder finden.
Sämtliche sonstige technische Unterlagen, z.B. Fahrgestellzeichnungen, Aufbaurichtlinien beziehen sich auf die Typnummer.
Beim Überhang ist - immer bezogen auf Radmitte letzter Achse - sowohl der Rahmenüberhang des serienmäßigen Fahrgestells als
auch der gesamte maximale Fahrzeugüberhang angegeben (einschließlich Aufbau und Ladebordwand, siehe Bild 93 unten) der nach
Montage der Ladebordwand nicht überschritten werden darf. Reicht der vorgegebene maximale Fahrzeugüberhang nicht aus, gelten
die Hilfsrahmendaten der Folgezeilen bei dem die ≤-Bedingung erfüllt ist (außer Beginn der schubstarren Verbindung, die sich nur auf
den Radstand bezieht). Die Hilfsrahmen in den Tabellen sind Beispiele, so ist z.B. U120/60/6 ein zur Innenseite offenes U-Profil der
Außenhöhe 120 mm, oben und unten 60 mm breit und im ganzen Querschnitt 6 mm dick. Andere Stahlprofile sind zulässig, wenn sie
mindestens gleiche Werte hinsichtlich Flächenträgheitsmoments Ix, Widerstandsmomente Wx1, Wx2 und Streckgrenze σ 0,2 haben.
Tabelle 35:
Tabelle technische Daten Hilfsrahmenprofile
Profil
Höhe
Breite o/u
Dicke
Ix
Wx1, Wx2
σ0,2
σB
Masse
U100/50/5
100 mm
50 mm
5 mm
136 cm4
27 cm3
355 N/mm2
520 N/mm2
7,2 kg/m
U100/60/6
100 mm
60 mm
6 mm
182 cm4
36 cm3
355 N/mm2
520 N/mm2
9,4 kg/m
4
3
2
2
10,4 kg/m
47 cm
355 N/mm
520 N/mm
U120/60/6
120 mm
60 mm
6 mm
281 cm
U140/60/6
140 mm
60 mm
6 mm
406 cm4
58 cm3
355 N/mm2
520 N/mm2
11,3 kg/m
6 mm
4
3
355 N/mm
2
520 N/mm
2
12,3 kg/m
355 N/mm
2
520 N/mm
2
15,3 kg/m
520 N/mm2
16,3 kg/m
U160/60/6
160 mm
60 mm
561 cm
4
U160/70/7
160 mm
70 mm
7 mm
716 cm
U180/70/7
180 mm
70 mm
7 mm
951 cm4
70 cm
90 cm
3
106 cm3
355 N/mm2
Falls ausreichend ist der schubweiche Aufbau des Hilfsrahmens mit dem Kennzeichen w angegeben, beim teilweise schubstarren
Aufbau (Kennzeichen s) sind die Anzahl der Schraubverbindungen, die Schweißnahtlänge - jeweils pro Rahmenseite - und der Beginn
der schubstarren Verbindung von Mitte 1. Achse angegeben (siehe Bild 93). Hinsichtlich der schubstarren bzw. teilweise schubstarren
Verbindung gelten die Bedingungen des Kapitels 5 ‚Aufbauten‘.
Bild 93:
Ladebordwandanbau: Überhangmaße, Maße bei teilweise schubstarrer Verbindung ESC-633
schubweich
Beginn von Mitte
1. Achse
schubstarrer Bereich nach Richtlinien in
den Kapiteln 5.3.6 / 5.3.7
Rahmenüberhang
max. Fahrzeugüberhang
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
129
Tabelle 36:
Hilfsrahmen und Montageart
L2000 LE 8.xxx LE 9.xxx
L20 L21
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 8.xxx 4x2 BB LE 9.xxx 4x2 BB (Blatt-Blatt)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.000
1.090
≤ 1.800
3.350
1.420
≤ 2.000
3.650
3.950
4.250
4.600
1.820
1.820
2.075
2.550
≤ 2.150
≤ 2.350
≤ 2.550
≤ 2.750
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
≤ 20,0
U 100/50/5
w
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
20,0
U 160/60/6
w
≤ 2.900
2.925
≤ 3.150
34
950
1.950
26
750
2.100
24
650
2.300
30
850
2.300
s
U 100/50/5
w
15,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
24
650
2.450
20,0
U 100/50/5
s
28
800
2.450
≤ 7,5
U 100/50/5
w
18
450
2.650
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
22
600
2.650
20,0
U 100/50/5
s
28
750
2.650
≤ 7,5
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
16
450
2.850
U 160/60/6
w
10,0
5.300
Schweißnahtlänge
U 100/50/5
15,0
2.550
Schrauben
Bohr.Ø12+0,2
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
≤ 10,0
10,0
4.900
je Rahmenseite ≥
U 100/50/5
s
18
500
2.850
15,0
U 100/50/5
s
24
650
2.850
20,0
U 120/60/6
s
30
800
2.850
≤ 7,5
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
16
450
3.000
10,0
U 100/50/5
s
18
500
3.000
15,0
U 100/50/5
s
24
650
3.000
20,0
U 120/60/6
s
30
700
3.000
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
130
L2000 LE 8.xxx LE 9.xxx
L33 L34
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 8.xxx 4x2 BL / LE 9.xxx 4x2 BL (Blatt-Luft)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.000
1.090
≤ 1.800
3.350
3.650
3.950
1.420
1.820
1.820
≤ 2.000
≤ 2.150
≤ 2.350
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
20,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
20,0
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
≤ 2.550
4.900
5.300
2.550
2.450
2.925
≤ 2.750
≤ 2.900
≤ 3.150
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
28
800
1.750
22
600
1.950
26
700
1.950
20
550
2.100
24
650
2.100
16
450
2.300
U 100/50/5
w
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
22
600
2.300
U 120/60/6
s
26
600
2.300
14
400
2.450
≤ 7,5
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
18
450
2.450
15,0
U 100/50/5
s
22
600
2.450
20,0
U 120/60/6
s
28
600
2.450
≤ 7,5
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
14
400
2.650
10,0
U 100/50/5
s
18
450
2.650
15,0
U 100/50/5
s
22
600
2.650
20,0
U 140/60/6
s
26
600
2.650
10,0
4.600
Schweißnahtlänge
10,0
20,0
2.075
je Rahmenseite ≥
≤ 7,5
15,0
4.250
Schrauben
Bohr.Ø12+0,2
≤ 7,5
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
16
450
2.850
10,0
U 100/50/5
s
18
500
2.850
15,0
U 100/50/5
s
24
650
2.850
20,0
U 140/60/6
s
28
650
2.850
≤ 7,5
U 100/50/5
s
16
450
3.000
10,0
U 100/50/5
s
18
500
3.000
15,0
U 120/60/6
s
24
550
3.000
20,0
U 160/60/6
s
28
600
3.000
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
131
L2000 LE 10.xxx
L24 L25
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 10.xxx 4x2 BB (Blatt-Blatt)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.000
1.090
≤ 1.650
3.350
1.420
≤ 1.900
3.650
1.820
≤ 2.150
3.950
1.820
≤ 2.350
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
Schrauben
Bohr.Ø 12+0,2
≤ 20,0
U 100/50/5
w
≤ 20,0
U 100/50/5
w
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
Schweißnahtlänge
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
26
750
2.100
24
700
2.300
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
30
850
2.300
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
24
650
2.450
20,0
U 100/50/5
s
30
850
2.450
≤ 7,5
U 100/50/5
w
10,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
18
500
2.650
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
22
600
2.650
28
650
2.650
16
450
2.850
20,0
4.250
4.600
2.075
2.550
≤ 2.550
≤ 2.750
15,0
4.900
2.550
≤ 2.900
20,0
U 120/60/6
s
≤ 7,5
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
20
550
2.850
U 100/50/5
s
26
750
2.850
32
700
2.850
10,0
15,0
5.300
2.925
≤ 3.150
je Rahmenseite ≥
20,0
U 120/60/6
s
≤ 7,5
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
16
450
3.000
10,0
U 100/50/5
s
20
550
3.000
15,0
U 100/50/5
s
26
700
3.000
20,0
U 140/60/6
s
30
700
3.000
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
132
L2000 LE 10.xxx
L35 L36
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 10.xxx 4x2 BL (Blatt-Luft)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.000
1.090
≤ 1.650
3.350
3.650
1.420
1.820
≤ 1.900
≤ 2.150
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
20,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
≤ 7,5
U 100/50/5
w
10,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
20,0
≤ 7,5
20,0
3.950
1.820
≤ 2.350
15,0
4.250
2.075
≤ 2.550
10,0
4.600
4.900
5.300
2.550
2.450
2.925
≤ 2.750
≤ 2.900
≤ 3.150
Schrauben
Bohr.Ø 12+0,2
je Rahmenseite ≥
Schweißnahtlänge
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
28
750
1.750
22
550
1.950
26
700
1.950
20
550
2.100
24
650
2.100
18
500
2.300
s
22
600
2.300
U 120/60/6
s
28
600
2.300
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
16
450
2.450
U 160/70/
w
U 100/50/5
s
18
500
2.450
15,0
U 100/50/5
s
22
650
2.450
20,0
U 120/60/6
s
28
650
2.450
≤ 7,5
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
16
400
2.650
10,0
U 100/50/5
s
18
500
2.650
15,0
U 100/50/5
s
22
600
2.650
20,0
U 140/60/6
s
28
600
2.650
≤ 7,5
U 100/50/5
s
16
450
2.850
10,0
U 100/50/5
s
20
550
2.850
15,0
U 120/60/6
s
26
550
2.850
20,0
U 140/60/6
s
30
650
2.850
≤ 7,5
U 100/50/5
s
18
450
3.000
10,0
U 100/50/5
s
20
550
3.000
15,0
U 120/60/6
s
26
550
3.000
20,0
U 160/60/6
s
28
650
3.000
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
133
M2000L LE 12.xxx
L70 L71
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 12.xxx 4x2 BB (Blatt - Blatt)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.275
1.850
≤ 1.900
3.675
2.150
≤ 2.200
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
≤ 30,0
U 100/50/5
w
≤ 20,0
U 100/50/5
w
30,0
4.025
2.1100
≤ 2.400
≤ 20,0
30,0
4.575
2.100
≤ 2.700
≤ 10,0
15,0
20,0
5.075
5.475
2.550
3.000
≤ 3.000
≤ 3.250
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 100/50/5
w
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
U 100/50/5
w
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
je Rahmenseite ≥
Schweißnahtlänge
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
22
850
2.100
26
950
2.300
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
20
700
2.650
U 100/50/5
s
24
850
2.650
32
1200
2.650
30,0
U 100/50/5
s
≤ 7,5
U 100/50/5
w
10,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
14
550
2.950
15,0
U 100/50/5
s
18
700
2.950
20,0
U 100/50/5
s
22
850
2.950
30,0
U 120/60/6
s
32
950
2.950
≤ 7,5
U 140/60/6
w
12
450
3.150
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
14
500
3.150
15,0
U 100/50/5
s
18
650
3.150
20,0
U 100/50/5
s
22
800
3.150
30,0
U 140/60/6
s
30
900
3.150
10,0
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
134
M2000L LE 12.xxx
L72 L73
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 12.xxx 4x2 BL (Blatt-Luft)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.275
1.850
≤ 1.900
3.675
4.025
2.150
2.100
≤ 2.200
≤ 2.400
LBW
Nutzlast
2.100
≤ 2.700
U 100/50/5
w
30,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
5.475
2.550
3.000
≤ 3.000
≤ 3.250
je Rahmenseite ≥
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
Schweißnahtlänge
20
700
1.900
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
16
600
2.100
22
800
2.100
30,0
U 100/50/5
s
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
14
550
2.300
U 100/50/5
s
18
650
2.300
24
900
2.300
12
450
2.650
30,0
U 100/50/5
s
≤ 7,5
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
14
500
2.650
15,0
U 100/50/5
s
18
650
2.650
20,0
U 100/50/5
s
22
800
2.650
30,0
U 140/60/6
s
30
900
2.650
≤ 7,5
U 100/50/5
s
14
450
2.950
10,0
U 100/50/5
s
14
550
2.950
15,0
U 100/50/5
s
18
650
2.950
20,0
U 120/60/6
s
22
700
2.950
10,0
5.075
Verbindungsart
≤ 20,0
20,0
4.575
Min.
Hilfsrahmen
30,0
U 160/60/6
s
30
900
2.950
≤ 10,0
U 100/50/5
s
14
550
3.150
15,0
U 120/60/6
s
20
550
3.150
20,0
U 140/60/6
s
22
650
3.150
30,0
U 180/70/7
s
28
700
3.150
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
135
M2000L LE 14.xxx
L74 L75
Radstand
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 14.xxx 4x2 BB (Blatt- Blatt)
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
≤ 3.675
4.025
4.575
2.100
2.100
LBW
Nutzlast
5.475
2.550
3.000
Verbindungsart
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
je Rahmenseite ≥
Schweißnahtlänge
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
24
900
2.300
≤ 1.950
≤ 30,0
U 100/50/5
w
≤ 2.200
≤ 20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
20
750
2.650
U 100/50/5
s
28
1050
2.650
≤ 2.550
30,0
5.075
Min.
Hilfsrahmen
≤ 2.950
≤ 3.200
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
18
650
2.950
20,0
U 100/50/5
s
22
800
2.950
30,0
U 120/60/6
s
30
900
2.950
≤ 7,5
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
12
450
3.150
10,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
14
500
3.150
15,0
U 100/50/5
s
18
650
3.150
20,0
U 100/50/5
s
22
800
3.150
30,0
U 120/60/6
s
30
900
3.150
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
136
M2000L LE 14.xxx
L76 L77 L79
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 14.xxx 4x2 BL / LL (Blatt-Luft / Luft-Luft)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
≤ 3.275
1.850
≤ 1.650
3.675
2.150
≤ 1.950
4.025
2.100
≤ 2.150
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
≤ 30,0
U 100/50/5
w
≤ 20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
4.575
2.100
≤ 2.550
5.475
6.900
3.000
3.425
≤ 2.900
≤ 3.200
≤ 3.850
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
Schweißnahtlänge
20
700
2.100
U 160/60/6
w
s
16
600
2.300
30,0
U 100/50/5
s
22
850
2.300
≤ 7,5
U 100/50/5
w
10,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
14
450
2.650
20,0
2.550
Beginn von
Mitte
1. Achse ≤
U 100/50/5
15,0
5.075
je Rahmenseite ≥
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
16
600
2.650
U 100/50/5
s
20
700
2.650
28
800
2.650
30,0
U 120/60/6
s
≤ 7,5
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
12
450
2.950
10,0
U 100/50/5
s
14
500
2.950
20,0
U 120/60/6
s
22
650
2.950
30,0
U 140/60/6
s
28
850
2.950
≤ 7,5
U 100/50/5
s
14
450
3.150
10,0
U 100/50/5
s
14
550
3.150
15,0
U 120/60/6
s
20
550
3.150
20,0
U 120/60/6
s
22
700
3.150
30,0
U 160/70/7
s
30
750
3.150
≤ 7,5
U 140/60/6
s
18
500
4.000
10,0
U 160/60/6
s
20
600
4.000
15,0
U 180/70/7
s
24
600
4.000
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
137
M2000L LE 15.xxx 20.xxx
L81 L82
Radstand
LE 15.xxx 4x2 BB (Blatt- Blatt)
SerienRahmenüberhang
≤ 4.325
4.575
5.075
5.475
L83 L84 L86
2.100
2.550
3.000
4.575
max.
Fahrzeugüberhang
LBW
Nutzlast
5.475
Verbindungsart
je Rahmenseite ≥
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
Schweißnahtlänge
24
900
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
≤ 2.000
≤ 30,0
U 100/50/5
w
≤ 2.200
≤ 20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
18
650
2.950
30,0
U 100/50/5
s
24
900
2.950
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
14
550
3.150
20,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
18
650
3.150
30,0
U 100/50/5
s
24
900
3.150
18
700
2.500
≤ 2.500
≤ 2.750
2.550
2.650
2.100
≤ 1.600
≤ 30,0
U 100/50/5
w
≤ 2.000
≤ 20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
16
600
2.650
U 100/50/5
s
22
800
2.650
≤ 2.150
30,0
5.075
Min.
Hilfsrahmen
LE 15.xxx 4x2 BL / LL (Blatt-Luft / Luft-Luft)
≤ 3.675
4.325
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
2.550
3.000
≤ 2.450
≤ 2.700
≤10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
14
550
2.950
20,0
U 100/50/5
s
18
650
2.950
30,0
U 100/50/5
s
24
850
2.950
≤ 7,5
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
12
400
3.150
10,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
12
450
3.150
15,0
U 100/50/5
s
16
550
3.150
20,0
U 100/50/5
s
18
700
3.150
30,0
U 120/60/6
s
26
800
3.150
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
138
M2000L LE 15.xxx 20.xxx
L84 L86
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LE 20.xxx 6x2-4 BL / LL (Blatt-Luft / Luft-Luft)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
3.675
1.500
≤ 2.000
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
15,0
Schweißnahtlänge
10
600
2.900
s
12
700
2.900
U 100/50/5
s
14
800
2.900
20,0
U 100/50/5
s
16
950
2.900
30,0
U 120/60/6
s
22
1.050
2.900
≤ 7,5
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
10
600
3.100
10,0
U 180/70/7
w
U 100/50/5
s
12
700
3.100
15,0
U 100/50/5
s
14
800
3.100
20,0
U 120/60/6
s
18
850
3.100
≤ 7,5
10,0
1.700
≤ 2.250
+1.375
4.325
1.900
≤ 2.450
+1.375
4.575
2.000
+1.375
≤ 2.600
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
+1.375
4.025
je Rahmenseite ≥
30,0
U 140/60/6
s
22
1.050
3.100
≤ 10,0
U 100/50/5
s
12
700
3.300
15,0
U 120/60/6
s
16
750
3.300
20,0
U 120/60/6
s
18
850
3.300
30,0
U 160/60/6
s
22
1.050
3.300
≤ 10,0
U 100/50/5
s
14
750
3.450
15,0
U 120/60/6
s
16
750
3.450
20,0
U 140/60/6
s
20
900
3.450
30,0
U 160/70/7
s
24
950
3.450
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
139
M2000L LE 18.xxx
L87
LE 18.xxx 4x2 BB (Blatt- Blatt)
Radstand
SerienRahmenüberhang
≤ 5.900
6.300
2.800
max.
Fahrzeugüberhang
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
LBW
Nutzlast
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.700
≤ 20,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
3.050
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
16
≤ 2.100
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.300
≤ 20,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
3.200
≤ 2.500
2.800
≤ 2.700
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 20,0
30,0
6.300
Schweißnahtlänge
≤ 30,0
30,0
5.900
je Rahmenseite ≥
Schrauben
Bohr.Ø 16+0,2
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
800
3.650
600
3.200
650
3.400
LE 18.xxx 4x2 BL / LL (Blatt-Luft / Luft-Luft)
≤ 5.100
5.500
Verbindungsart
≤ 2.500
30,0
L88 L89
Min.
Hilfsrahmen
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
20,0
30,0
14
kein Hilfsrahmen erforderlich
14
kein Hilfsrahmen erforderlich
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
12
600
3.650
U 100/50/5
s
16
800
3.650
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
140
M2000M ME 12.xxx ME 14.xxx
M31
ME 12.xxx 4x2 BB / ME 14.xxx 4x2 BB (Blatt - Blatt)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
4.425
2.250
≤ 2.300
4.925
5.325
M32 M33
4.425
4.925
5.325
5.800
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
2.700
3.150
≤ 2.650
≤ 2.900
LBW
Nutzlast
Min.
Hilfsrahmen
Verbindungsart
Schrauben
Bohr.Ø 14+0,2
je Rahmenseite ≥
Schweißnahtlänge
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
≤ 20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 15,0
U 100/50/5
w
24
850
2.550
20,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
18
650
2.850
30,0
U 100/50/5
s
24
900
2.850
≤ 10,0
U 100/50/5
w
15,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
16
550
2.900
20,0
U 100/50/5
s
18
650
2.900
30,0
U 100/50/5
s
24
900
2.950
ME 12.xxx 4x2 BL / ME 14.xxx 4x2 BL / LL MLC (Blatt-Luft / Luft-Luft)
2.250
2.700
3.150
2.675
≤ 2.300
≤ 2.600
≤ 2.900
≤ 3.150
≤ 15,0
U 100/50/5
w
20,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
16
600
2.550
22
800
2.550
12
450
2.850
30,0
U 100/50/5
s
≤ 7,5
U 100/50/5
w
10,0
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
15,0
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
14
550
2.850
20,0
U 100/50/5
s
18
650
2.850
30,0
U 120/60/6
s
26
750
2.850
≤ 7,5
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
12
400
3.050
15,0
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
12
450
3.050
20,0
U 100/50/5
s
18
700
3.050
30,0
U 140/60/6
s
26
800
3.050
≤ 7,5
U 100/50/5
s
14
500
3.350
10,0
U 100/50/5
s
16
550
3.350
15,0
U 120/60/6
s
20
600
3.350
20,0
U 120/60/6
s
24
700
3.350
30,0
U 160/70/7
s
32
800
3.350
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
141
M2000M ME 18.xxx ME 25.xxx
M38
Radstand
ME 18.xxx 4x2 BB (Blatt- Blatt)
SerienRahmenüberhang
≤5.900
6.300
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
2.800
max.
Fahrzeugüberhang
LBW
Nutzlast
5.750
5.900
6.300
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.900
≤ 20,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
3.200
U 180/70/7
w
U 100/50/5
s
18
3.350
3.200
2.800
≤ 2.150
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.350
≤15,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.550
≤ 2.650
≤ 2.900
20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 100/50/5
s
≤15,0
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
900
3.650
U 100/50/5
w
30,0
U 100/50/5
s
≤ 15,0
850
2.950
24
850
3.300
900
3.400
550
3.650
kein Hilfsrahmen erforderlich
20,0
U 100/50/5
w
30,0
U 100/50/5
s
≤ 10,0
30,0
24
kein Hilfsrahmen erforderlich
20,0
20,0
4.150
Schweißnahtlänge
≤ 30,0
15,0
M42 M43
je Rahmenseite ≥
Schrauben
Bohr.Ø 16+0,2
ME 18.xxx 4x2 BL / LL (Blatt- Luft / Luft-Luft)
≤4.950
5.350
Verbindungsart
≤ 2.650
30,0
M39 M40
Min.
Hilfsrahmen
24
kein Hilfsrahmen erforderlich
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 180/70/7
w
U 100/50/5
s
24
900
3.650
U 100/50/5
s
26
1.000
3.650
1.000
3.400
12
700
3.750
12
ME 25.xxx 6x2-2 BL / LL (Blatt-Luft / Luft-Luft)
2.000
≤ 1.800
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
1.650
≤ 2.050
≤ 20,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
+1.350
4.500
+1.350
5.150
30,0
2.000
≤ 2.450
+1.350
2.350
≤ 2.750
s
18
kein Hilfsrahmen erforderlich
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 180/70/7
w
U 100/50/5
s
18
800
3.750
30,0
U 160/60/6
s
22
1.050
3.750
≤ 7,5
U 100/50/5
w
10,0
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
12
650
4.000
20,0
U 100/50/5
s
20
900
4.000
30,0
U 120/60/6
s
22
1.000
3.450
20,0
5.600
w
≤ 10,0
15,0
+1.350
U 160/60/6
U 100/50/5
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
142
F2000 FE 19.xxx FE 23.xxx FE 26.xxx
T01 T31
Radstand
FE 19.xxx 4x2 BB (Blatt - Blatt)
SerienRahmenüberhang
≤ 5.700
max.
Fahrzeugüberhang
≤ 3.200
T02 T03 T32 T33 T62
≤ 3.800
4.500
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
1.900
LBW
Nutzlast
1.800
Verbindungsart
≤ 30,0
je Rahmenseite ≥
Schrauben
Bohr.Ø 16+0,2
Schweißnahtlänge
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.000
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.400
≤ 20,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.450
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
≤ 20,0
30,0
16
U 160/60/6
w
U 100/50/5
s
18
2.250
≤ 2.750
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
5.200
3.000
≤ 2.850
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
5.500
2.100
≤ 2.950
≤ 20,0
30,0
2.750
≤ 3.200
6.600
3.650
≤ 3.800
2.600
800
2.750
750
3.200
750
3.200
kein Hilfsrahmen erforderlich
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 180/70/7
w
U 100/50/5
s
≤ 20,0
30,0
750
kein Hilfsrahmen erforderlich
5.000
5.700
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
FE 19.xxx 4x2 BL / LL (Blatt - Luft / Luft-Luft)
30,0
4.800
Min.
Hilfsrahmen
16
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 10,0
16
kein Hilfsrahmen erforderlich
15,0
U 140/60/6
w
U 100/50/5
s
10
500
3.800
20,0
U 100/50/5
s
12
550
3.800
30,0
U 100/50/5
s
16
750
3.800
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
143
F2000 FE 19.xxx FE 23.xxx FE 26.xxx
T05 T35
FE 23.xxx 6x2-2, 6x2-4 LL (Luft-Luft)
Radstand
SerienRahmenüberhang
max.
Fahrzeugüberhang
4.600
1.850
≤ 2.700
+1.350
4.800
Verbindungsart: w = schubweich s = schubstarr
2.000
≤ 2.850
LBW
Nutzlast
U 120/60/6
U 100/50/5
s
15,0
U 180/70/7
w
U 100/50/5
20,0
30,0
≤ 7,5
≤ 3.000
4.600
Schrauben
Bohr.Ø 16+0,2
Schweißnahtlänge
Beginn von
Mitte 1.
Achse ≤
w
12
600
3.450
s
12
750
3.450
U 100/50/5
s
14
850
3.450
U 120/60/6
s
22
1.000
3.450
10
550
3.550
U 120/60/6
w
U 100/50/5
s
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
12
650
3.550
15,0
U 100/50/5
s
14
750
3.550
20,0
U 100/50/5
s
16
900
3.550
30,0
U 120/60/6
s
22
1.000
3.550
≤ 7,5
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
12
650
3.650
10,0
U 100/50/5
s
12
700
3.650
15,0
U 100/50/5
s
12
650
3.650
20,0
U 120/60/6
s
20
900
3.650
30,0
U 140/60/6
s
24
1.150
3.650
800
3.550
850
3.650
+1350
T06 T36 T07 T37
je Rahmenseite ≥
kein Hilfsrahmen erforderlich
10,0
10,0
1.800
Verbindungsart
≤ 7,5
+1350
5.000
Min.
Hilfsrahmen
FE 26.xxx 6x2-2, 6x2-4 BL (Blatt-Luft / Luft-Luft)
≤ 2.400
≤ 30,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
≤ 2.500
≤ 20,0
kein Hilfsrahmen erforderlich
+1.350
4.800
2.000
+1.350
5.000
30,0
2.200
≤ 2.700
+1.350
5.700
≤ 3.200
+1.350
w
s
≤ 20,0
30,0
2.700
U 140/60/6
U 100/50/5
kein Hilfsrahmen erforderlich
U 100/50/5
s
≤ 10,0
15,0
14
16
kein Hilfsrahmen erforderlich
U 160/70/7
w
U 100/50/5
s
12
650
4.050
20,0
U 100/50/5
s
14
700
4.050
30,0
U 100/50/5
s
16
900
4.050
Maße in mm, Lasten in kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
144
Elektrischer Anschluss
Elektrohydraulische Ladebordwände erfordern eine gewissenhafte Auslegung der elektrischen Versorgung.
Die Anwendung der Hinweise im Kapitel 6 ‚Elektrik’, Leitungen‘ der Aufbaurichtlinien werden vorausgesetzt.
Die elektrische Schnittstelle für Ladebordwand ist idealerweise ab Werk vorzusehen (umfasst Schalter, Kontrollleuchte, Anlasssperre
und Stromversorgung für Ladebordwand). Eine Nachrüstung ist aufwendig und bedingt einen Eingriff in das Fahrzeugbordnetz,
der nur von entsprechend geschulten Mitarbeitern der MAN-Servicestellen durchgeführt werden soll. Die werkseitig eingebaute
Transportsicherung ist zu entfernen. Der Aufbauhersteller hat die Verschaltung der Ladebordwand auf deren Eignung für
MAN-Fahrzeuge zu prüfen. Anschluss an die Schnittstelle Elektrik für Hubladebordwand, siehe nachfolgende Bilder.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
145
1
Legende
2
2
1/30
15
8
8
6
LTG07
7
7
8
5
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
Kontrollleuchte Ladebordwand
K175 100 Relais Startsperre
K467 100 Relais Ladebordwand
H254
F219 118 Sicherung Ladebordwand (Kl. 15)
A100 100 Zentralelektrik
A185 167 Kontrollleuchtenblock
A358
Steuergerät Ladebordwand
10
R2
5
A358
R2
7
F5
X744
2
A358
4
F5
X744
8A
1
E6
S286
6
58000
LTG05
15001 1.5
91003 1.5
91003 1.5
E6
91555
91555
LTG01
F219
LTG08
1
LTG03
4
10 9
3
20
X244
E6
1
F5
3
R2
A358
25
X744
1
F
X364
E6
85
4 K175
86
6
1/16
X244
X363
X364
X669
X744
X3186
5
79/3
30
Serienmäßige Leitung
50300 aus (79/3)
ausstoßen und in 2pol.
X669/1 stecken!
Lenkradschloss
E6
3
X669
8
30
87 87a
2
50301 2.5
Massepunkt Instrumententafel rechts
Verteiler Ltg.31000
Verteiler Ltg.58000
Stv. Anlassersperre
Stv. Ladebordwand
Stv. Ladebordwand
S286 334 Schalter Ladebordwand
LTG10
91336
LTG06
LTG02
91336
LTG04
LTG09
91336
1
91336
91336
91336
31000
F
X364
50300 2.5
50300 2.5
94
35
91573
3
F5
40
R2
A358
2
F5
X3185
2
8
R2
A358
6
F5
X744
45
R2
A358
5
F5
5
F
H254
Serie
X744
6
6
85
86
4
A185
(16000)
50
Pin-Belegung
s.h. Tabelle
85.97818.8003
Leitungen 91003, 91555, 91336,
91556 und 91557 führen zu 7-poligem
Buchsengehäuse ans Rahmenende (eingerollt).
R2
5
E6
2 K467
30
87a 87
X3186
1
A358
91573
91101
91572
91572
91556
91556
A100
91557
91557
55
Bild 94:
Zusatzschaltplan Ladebordwand für L2000 u. M2000L MAN-Nr. 85.99192-0228
146
F5
A358
R2
7
F5
X744
2
1/33
4
F1
X363
F
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
Kontrollleuchte Ladebordwand
K175 100 Relais Startsperre
K467 100 Relais Ladebordwand
H254
F219 118 Sicherung Ladebordwand (Kl. 15)
A100 100 Zentralelektrik
A185 167 Kontrollleuchtenblock
A358
Steuergerät Ladebordwand
Legende
A358
R2
4
8A
X744
S286
4
F1
X364
1
8
58000
5
5
Serienmäßige Leitung
50300 aus A100/79/3
ausstoßen und in
X669/1 nachstecken!
50301 2.5²
X244
X363
X364
X669
X744
X3186
1/17
6
85
Massepunkt Instrumententafel rechts
Verteiler Ltg.31000
Verteiler Ltg.58000
Stv. Anlassersperre
Stv. Ladebordwand
Stv. Ladebordwand
E7
1
E6
X669
2
30
5
8 K175
4
87a 87
86
S286 334 Schalter Ladebordwand
31000
15001 1.5
91003 1.5
91003
91003 1.5
1
91555
91555
91555
91336
E6
50300 2.5
50300 2.5
58000
31000
91336
31000
F219
91336
1
F5
X744
3
A358
R2
3
F5
X3186
1
5
A358
R2
2
F5
X3186
2
8
E6
2 K467
30
F
H254
87a 87
A185
4
A358
R2
6
F5
X744
6
6
85
86
A358
R2
5
F5
X744
5
Leitungen 91003, 91336, 91555, 91556,
91557, 91572 und 91573 führen zu 7-poligem
Buchsengehäuse ans Rahmenende (eingerollt).
A358
R2
91336
94
91573
91573
16000
91101
91572
91572
91556
91556
A100
91557
91557
Bild 95:
Zusatzschaltplan Ladebordwand für M2000M u. F2000 MAN-Nr. 81.99192.1536
147
5.3.10
Seilwinde
Bei Anbau einer Seilwinde sind folgende Gesichtspunkte maßgebend:
•
•
•
Zugkraft
Einbaulage
Fronteinbau
Mitteleinbau
Heckeinbau
Seiteneinbau
Antriebsart
mechanisch
elektromechanisch
elektrohydraulisch.
Fahrzeugteile, wie z.B. Achsen, Federn, Rahmen usw. dürfen durch den Betrieb der Seilwinde keinesfalls überlastet werden.
Dies gilt besonders bei einer von der Fahrzeuglängsachse abweichenden Richtung der Windenzugkraft.
Eventuell ist eine von der Zugkraftrichtung abhängige automatische Zugkraftbegrenzung notwendig.
Bei Frontanbau einer Seilwinde wird die maximale Windenzugkraft durch die technisch zulässige Vorderachslast begrenzt.
Die technisch zulässige Vorderachslast ist dem Fabrikschild des Fahrzeugs und den Fahrzeugpapieren zu entnehmen.
Eine Windenauslegung mit Zugkräften, die über die technisch zulässige Vorderachslast hinausgehen, ist ohne
vorheriger Rücksprache mit MAN, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) nicht zulässig.
In jedem Fall ist auf eine einwandfreie Seilführung zu achten. Das Seil soll möglichst wenige Umlenkungen haben.
Gleichzeitig darf jedoch kein Fahrzeugteil in seiner Funktion beeinträchtigt sein.
Wegen der besseren Regulier- und Einbaumöglichkeit der Winde ist ein hydraulischer Windenantrieb vorzuziehen.
Der Wirkungsgrad von Hydraulikpumpe und -motor ist zu berücksichtigen (siehe auch Kapitel 9 ‚Berechnungen‘).
Es ist zu überprüfen, ob vorhandene Hydraulikpumpen, wie z.B. die von einem Ladekran oder Kipper, mit verwendet werden können.
Dadurch kann u.U. der Einbau von mehreren Nebenabtrieben vermieden werden.
Beim Schneckengetriebe mechanischer Winden ist die zulässige Eingangsdrehzahl zu beachten (in der Regel < 2000 U/min).
Die Übersetzung des Nebenabtriebs ist entsprechend zu wählen. Der niedrige Wirkungsgrad des Schneckengetriebes ist bei
der Bestimmung des erforderlichen Mindestdrehmomentes am Nebenabtrieb zu berücksichtigen.
Für elektromechanisch oder elektrohydraulisch angetriebene Winden sind die Hinweise im Kapitel 6 ‚Elektrik’, Leitungen‘ zu beachten.
Schriften:
•
•
•
•
•
•
Unfallverhütungsvorschrift „Winden, Hub- und Zuggeräte“ (VBG-8)
DIN 14584 Zugeinrichtungen mit maschinellem Antrieb
DIN 15020, Blatt 1 und 2, Grundsätze für Seiltriebe
DIN 31000 Sicherheitsgerechtes Gestalten technischer Erzeugnisse - allgemeine Leitsätze
DIN 31001 Blatt 1 und 2, Schutzeinrichtungen
Merkblatt Nr. 9 der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen: „Sicherheit beim Umgang mit kraftbetriebenen Trommelwinden“.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
148
5.3.11
Transportmischer
Fahrgestelle für Transportmischer sind zur Verringerung der Wankneigung mit Stabilisator an beiden Hinterachsen,
sowie mit Hinterfedern für hohen Fahrzeugschwerpunkt auszurüsten. MAN hat Fahrgestelle im Verkaufsprogramm,
die für den Aufbau eines Transportmischers vorbereitet sind. Diese sind am Zusatz „-TM“ für Transportmischer erkennbar z.B. 32.364 VF-TM.
Der Antrieb des Transportmischers erfolgt im Allgemeinen durch den Nebenabtrieb am Motor = Nockenwellenabtrieb.
Alternativ ist auch ein motorabhängiger NMV-Nebenabtrieb von ZF möglich, dies bedingt die Ausrüstung mit ZF-Getriebe.
Der nachträgliche Einbau der beiden genannten Nebenabtriebe ist sehr aufwendig und daher nicht zu empfehlen.
Im Nachrüstungsfall ist ein Antrieb mittels Separatmotor vorzuziehen.
Im Bild 96 ist ein Beispiel eines Mischeraufbaus dargestellt. Der Aufbau erfolgt auf nahezu gesamter Länge schubstarr,
davon ausgenommen ist nur das vordere Hilfsrahmenende vor der Trommellagerung. Die ersten beiden Schubbleche müssen
im Bereich der vorderen Lagerböcke der Trommel liegen. Im Fall der Transportmischerfahrgestelle ab Werk sind die Schubbleche
bereits an den richtigen Stellen angebracht - beim nachträglichen Einbau wird vorausgesetzt, dass sich die Schubblechanordnung
an die hier genannten Regeln und an die Anordnung des vergleichbaren TM-Fahrgestells hält. Fahrgestellzeichnungen sind erhältlich
über unser Online-System MANTED ® (www.manted.de) oder per Telefaxbestellung bei Abteilung ESC (Adresse/ Faxnummer siehe
oben unter „Herausgeber“).
Betonförderbänder und Betonpumpen können nicht ohne weiteres auf serienmäßige Transportmischerfahrgestelle aufgebaut werden.
Hierzu ist neben der Genehmigung von MAN auch die des Transportmischer-Herstellers erforderlich. Unter Umständen ist eine andere
Hilfsrahmenkonstruktion als die des normalen Mischerhilfsrahmens oder ein Kreuzverband am Rahmenende notwendig
(ähnlich wie bei Heckladekranaufbauten: siehe Abschnitt ‚Heckladekran‘ in diesem Kapitel). Eine Genehmigung durch MAN,
Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) ist unerlässlich. Einzureichende Unterlagen,
siehe Abschnitt ‚Aufbauprüfung‘ in diesem Kapitel.
Transportmischeraufbau ESC-016
Beispiel einer Schubblechmontage
40
300
8 mm dick
Mindestqualität St52-3
130
Bild 96:
Laschenbefestigung mit Vollschaftschrauben M16,
Mindestqualität 10,9
Lochspiel 0,3 nach DIN 18800
vorderste Schubbleche im Bereich
der Mischertrommel-Lagerböcke
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
149
6.
Elektrik, Leitungen
6.1
Einführung
Da der Stand der Technik in immer schnellerem Tempo Änderungen an Elektrik und Elektronik erfordert, werden weiterhin neben
Aufbaurichtlinien auch Schnittstellenbeschreibungen und andere Informationsschriften und –quellen den Eingriff der Aufbauhersteller
auf Elektrik/ Elektronik des Nutzfahrzeuges beschreiben und regeln. Tagesaktuelle Informationen sind dem MAN-Onlinedienst
MANTED ® (www.manted.de) zu entnehmen.
6.2
Hinweis auf Reparaturanleitungen und Normen
Umfassende Informationen zu einzelnen Systemen sind den entsprechenden Reparaturanleitungen zu entnehmen.
Reparaturanleitungen können über den Ersatzteildienst der MAN-Serviceniederlassungen bezogen werden.
Die im Nutzfahrzeug eingebaute Elektrik/ Elektronik entspricht den jeweils gültigen nationalen und europäischen Normen und
Richtlinien, die als Mindestanforderung zu beachten sind. In manchen Bereichen gehen die MAN-Normen jedoch erheblich über
diese hinaus. Bei Bedarf können bei der MAN Truck & Bus AG, Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
die jeweils neuesten gültigen MAN-Normen bezogen werden.
6.3
Starten, Anschleppen und Betrieb
Der Motor wird in der für Dieselmotoren üblichen Weise (siehe Betriebsanleitung) gestartet. Muss jedoch im Notfall der Motor
durch Anschleppen gestartet werden, dann darf dies nur mit angeschlossener Batterie und nach Vorgaben wie in der Betriebsanleitung
beschrieben durchgeführt werden.
•
Fremdstart von Fahrzeug zu Fahrzeug ist bei Beachtung der Hinweise in der Betriebsanleitung zulässig
(über Fremdstart-Steckdose oder Starthilfekabel). Unzulässig ist Fremdstart mit:
Schnelllader
Fremdstartgerät.
Bei laufendem Motor:
•
•
Batteriehauptschalter nicht ausschalten
Batterie- bzw. Polklemmen nicht lösen oder demontieren.
6.4
Behandlung der Batterien
Auch wartungsfreie Batterien brauchen Pflege. Wartungsfreiheit bedeutet lediglich, dass eine Kontrolle des Flüssigkeitsstands entfällt.
Jede Batterie hat eine Selbstentladung, die bei Mangel an Überwachung bis zur Schädigung der Batterie durch Tiefentladung führt.
Deshalb gilt für Standzeiten auch während der Aufbauphase:
•
•
•
•
•
•
•
•
sämtliche Verbraucher ausschalten (z.B. Licht, Innenbeleuchtung, Radio).
Fahrtschreiber immer mit einer Tachografenscheibe versehen, zuklappen und auf Stellung „Ruhezeit“ schalten.
Grund: Stromverbrauch im Monat 19 Ah in Ruhestellung, 72 Ah bei geöffnetem Deckel.
Batterietrennschalter (sofern vorhanden) nicht betätigen, er trennt den Fahrtschreiber nicht vom Bordnetz.
unnötige Motorstarts vermeiden (z.B. nur Rangierfahrt), Stromverbrauch pro Startvorgang bis 2 Ah.
regelmäßige Messung der Ruhespannung an jeder Batterie (mindestens einmal im Monat).
Richtwerte 12,6 V = voll geladen; 12,3 V = auf 50% entladen.
sofortige Nachladung bei einer Ruhespannung von 12,25 V oder weniger (keine Schnellladung).
Fahrzeugbatterien müssen regelmäßig gemäß Ladekarte und Ladekalender, bis zur Übergabe des Fahrzeuges an den
Endkunden, nachgeladen werden.
die Ruhespannung der Batterien stellt sich ca. 10 h nach der letzten Ladung bzw. ca. 1 h nach der letzten Entladung ein.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
150
•
•
•
nach jedem Ladevorgang Ruhezeit der Batterie 1h vor Inbetriebnahme.
unabhängig von der Standzeit Ruhespannung prüfen, wenn die Batterie stark belastet wurde, z.B. durch Einbau oder
Reparatur einer Ladebordwand mit anschließender Funktionskontrolle oder häufiges Starten des Fahrzeugs ohne
anschließende Fahrt.
bei Standzeiten > 1 Monat: Batterien abklemmen, dennoch Messung der Ruhespannung nicht vergessen.
Tiefentladene Batterien (Batterien mit Sulfatbildung) unterliegen nicht der Gewährleistung.
Es ist kein Anschluss am Minuspol der Batterie erlaubt. Zur Masseversorgung muss ein getrenntes Kabel zum gemeinsamen
Massepunkt verlegt werden. Der gemeinsame Massepunkt ist bei Fahrzeugen mit:
•
•
•
D08-Motor (L2000, M2000) am linken hinteren Motorlager
D28-Motor (F2000, E2000) am rechten hinteren Motorlager
bzw. (bei allen Fahrzeugen) hinter der Zentralelektrik oder Instrumentierung.
Die Stromversorgung (+UBAT) von aufbauseitigen Aggregaten und Steuerungen ist von den Batterien über eine separate und
geeignete Leitungsabsicherung abzugreifen. Eine Stromabnahme von nur einer 12-V Batterie des 24-V-Bordnetzes ist nicht zulässig
(siehe auch Abschnitt 6.6, ‚Absicherung, Leistung für zusätzliche Verbraucher‘).
Alle MAN-Lkw werden mit Drehstromgeneratoren ausgerüstet. Bei Lichtbogenschweißungen sind die Hinweise unter Kapitel
‚Fahrgestelle ändern‘, Abschnitt ‚Schweißen am Rahmen‘ zu beachten, so sind vor Beginn der Schweißung die Minus- und
Plusanschlüsse der Batterie abzuklemmen und die losen Enden der Kabel miteinander zu verbinden. Falls ein Batteriehauptschalter
vorhanden ist, muss dieser geschlossen sein (mechanischer Schalter) bzw. überbrückt werden (elektrischer Schalter).
Besondere Behandlungsvorschriften gelten für Fahrzeuge mit Erdgasmotor, siehe Kapitel ‚Fahrgestelle ändern‘,
Abschnitt ‚Gasmotor‘.
Zum Thema Batterien ist bei MAN eine „Technische Aufbauherstellerinformation“ erschienen (Nr. 96-01-2-66).
Bezugsmöglichkeit besteht bei Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“).
6.5
Zusatzschaltpläne und Kabelstrangzeichnungen
Zusatzschaltpläne und Kabelstrangzeichnungen, die z.B. Aufbauvorbereitungen enthalten oder beschreiben, sind bei MAN, Abt. ESC
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) erhältlich. Es liegt in der Verantwortung des Aufbauherstellers, sich zu vergewissern, dass
die von ihm benutzten Unterlagen wie z.B. Schaltpläne und Kabelstrangzeichnungen dem im Fahrzeug verbauten Änderungsstand
entsprechen. Weitere technische Informationen sind den Reparaturanleitungen zu entnehmen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
151
6.6
Absicherung, Leistung für zusätzliche Verbraucher
Beim nachträglichen Einbau zusätzlicher elektrischer Verbraucher unbedingt beachten:
•
•
•
•
•
•
•
•
Veränderungen jeder Art, insbesondere jedoch der Zentralelektrik des bestehenden Bordnetzes sind verboten.
Für Schäden, die aufgrund solcher Veränderungen entstehen, haftet der Aufbauhersteller.
In der Zentralelektrik sind keine freien Sicherungen zur Verwendung für den Aufbauhersteller vorhanden.
Zusätzliche Sicherungen können bei Bedarf vor der Zentralelektrik in einem vorbereiteten Kunststoffhalter befestigt werden.
Jegliche Anzapfung von vorhandenen Stromkreisen der Bordelektrik bzw. der Anschluss von weiteren Verbrauchern
an bereits belegten Sicherungen ist verboten.
Jeder vom Aufbauhersteller eingebrachter Stromkreis muss ausreichend dimensioniert und über eigene Sicherungen
abgesichert werden. Die Dimensionierung der Sicherung soll den Schutz der Leitung gewährleisten und nicht den des
daran gekoppelten Systems. Diese elektrischen Systeme müssen einen ausreichenden Schutz gegen alle möglichen
Störungen gewährleisten ohne die Fahrzeugelektrik zu beeinflussen.
Bei der Dimensionierung des Leiterquerschnittes ist der Spannungsabfall und die Erwärmung des Leiters zu
berücksichtigen. Wegen der zu geringen mechanischen Festigkeit sind Querschnitte unter 1 mm2 zu vermeiden.
Minus-und Plusleitung müssen den gleichen Mindestquerschnitt aufweisen.
Stromabnahmen für 12-V-Geräte sind nur über Spannungswandler zu realisieren. Die Abnahme an nur einer Batterie ist
nicht zulässig, weil ungleichmäßige Ladungszustände zur Überladung und Schädigung der jeweils anderen Batterie führen.
Zusätzliche elektrisch angetriebene Aggregate erfordern u.U. Batterien mit größerer Kapazität. Evtl. ist auch ein
Generator mit größerer Leistung erforderlich. Der Querschnitt der Batterieanschlusskabel ist der neuen
Leistungsabnahme anzupassen. Diese Aggregate sind in den meisten Fällen bereits ab Werk lieferbar. Der nachträgliche
Einbau ist möglich.
Die größtmögliche Batteriekapazität und Generatorleistung ist insbesondere vorzusehen bei:
•
•
Ausrüstung mit elektrohydraulischer Ladebordwand
Einbau einer Wirbelstrombremse.
6.7
Art der zu benutzenden elektrischen Leiter und Relais
In MAN-Nutzfahrzeugen finden nur elektrische Leiter und Relais gemäß der MAN-Norm M3135 bzw. dem MAN-Lastenheft
„Relais für Nutzfahrzeuge“ Verwendung. Bei Bedarf können diese Schriften bei Abt. ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
bezogen werden. Die internationale Norm ISO 6722 über „Ungeschirmte Niederspannungsleitungen“ in Straßenfahrzeugen
muss eingehalten werden.
6.8
Beleuchtungsanlage
Wird die lichttechnische Einrichtung (Beleuchtungsanlage) geändert, erlischt die Teilbetriebserlaubnis nach
EG-Richtlinie 76/ 756/ EWG inkl. Änderung 97/28/EG. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Anordnung der Beleuchtungsanlage
maßlich verändert oder eine Leuchte durch eine andere, nicht in der Teilbetriebserlaubnis enthaltene, ersetzt wird.
Fahrzeuge über 6m Gesamtlänge sind mit Seitenmarkierungsleuchten gemäß o.g. Richtlinie auszustatten.
Es besteht auch bei Fahrgestellen Liefermöglichkeit ab Werk. Wenn keine seitliche Schutzvorrichtung bestellt wurde, können
Seitenmarkierungsleuchten auch mit vorübergehender Befestigung am Rahmen geliefert werden.
Die in der Richtlinie angegebenen Anbaumaße sind einzuhalten.
Nach erfolgter Aufbaumontage muss die Grundeinstellung der Scheinwerfer neu festgelegt werden. Dies ist auch bei Fahrzeugen mit
Leuchtweitenregulierung direkt an den Scheinwerfern vorzunehmen. Hierzu am Typschild prozentualen Abblendungswert ablesen und
(z.B. mit Einstellgerät) den abgelesenen Wert kontrollieren, ggf. einstellen. Werden Scheinwerfer höher oder tiefer gesetzt, sind nach
o.g. EG-Richtlinie der prozentuale Wert der Abblendung und das Typschild richtig zu stellen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
152
6.9
Entstörungs
Der Entstörungsgrad richtet sich nach dem Einsatzzweck des Fahrzeugs. Die Vorschriften hierzu sind je nach Land unterschiedlich.
Durch die Wahl geeigneter Entstörmittel ist die Anlage zu entstören.
Geeignete Entstörmittel sind z.B.
•
•
•
•
Entstörwiderstände
Kondensatoren und Drosselspulen, bzw. Entstörfilter
spezielle Leitungen und Leitungsverbindungen
hochfrequenzdichte Abschirmung.
Zu beachten sind auch die verschiedenen Entstörklassen, wie z.B. Nah- und Fernentstörung.
In Deutschland sind die Auflagen in der DIN 57879/VDE 0879, Teil 1, und StVZO §55a maßgebend.
6.10
Elektromagnetische Verträglichkeit
Aufgrund der Wechselwirkung zwischen den verschiedenen elektrischen Bauteilen, elektronischen Systemen, dem Kraftfahrzeug und
der Umwelt ist die elektromagnetische Verträglichkeit zu prüfen. Alle Systeme in MAN-Nutzfahrzeugen erfüllen die Anforderungen
nach MAN-Norm M3285 (EMV).
Schriften:
•
•
MAN-Norm M3285 (erhältlich über MAN, Abteilung ESC - Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
EG-Richtlinie 72/245/EWG mit Ergänzung 95/54/ EWG.
Bei der Nachrüstung elektrischer oder elektronischer Komponenten ist die elektromagnetische Verträglichkeit zu prüfen.
Ab 2002 ist die Richtlinie 72/245/EWG mit Ergänzung 95/54/EWG EU-weite Mindestanforderung für alle
elektrischen/ elektronischen Aggregate im Fahrzeugbordnetz.
MAN-Fahrzeuge erfüllen bei der Auslieferung die Anforderungen der EG-Richtlinie 72/245/EWG einschließlich 95/54/EG.
Sämtliche Geräte (Definition der Geräte nach 89/336/EWG) die vom Aufbauhersteller am Fahrzeug angebracht werden, müssen
den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Aufbauhersteller ist für die EMV seiner Komponente bzw. seines
Systems und seinen Wechselwirkungen mit anderen Systemen verantwortlich. Nach dem Einbau von solchen Systemen oder
Komponenten ist der Aufbauhersteller verantwortlich, dass das Fahrzeug weiterhin den aktuellen gesetzlichen Vorschriften entspricht.
Funktechnische Einrichtungen, z.B. eine Funkfernsteuerung für Aufbaufunktionen dürfen zu keiner Beeinflussung
der Nutzfahrzeugfunktionen führen.
6.11
Schnittstellen am Fahrzeug
Die von MAN bereitgestellten Schnittstellen (z.B. Zwischendrehzahlregelung) befinden sich bei:
•
•
F2000, E2000 und M2000M: außerhalb des Fahrerhauses hinter der Frontklappe auf der Beifahrerseite
L2000 und M2000L: Im Fahrerhaus auf der Beifahrerseite unterhalb der Zentralelektrik.
Alle am Fahrzeug vorhandenen Schnittstellen sind in den entsprechenden Aufbauhersteller-Informationen beschrieben.
Bei Bedarf können diese bei MAN, Abt. ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) angefordert werden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
153
6.12
Aufbauvorbereitungen
Wenn ein Fahrzeug mit Aufbauvorbereitungen (z.B. Start-Stopp-Einrichtung am Rahmenende) bestellt wird, werden diese ab Werk
verbaut und teilweise angeschlossen. Der Aufbauhersteller muss die entsprechenden Schaltpläne und Kabelstrangzeichnungen
verwenden. Für die Überführung des Fahrzeuges zum Aufbauhersteller sind von der MAN Transportsicherungen eingebaut.
Diese müssen fachgerecht entfernt werden, damit die Systeme in den sicheren Betrieb genommen werden können.
6.13
Einstellen kundenspezifischer Parameter mit MAN-cats®
MAN-cats® ist das MAN-Standardwerkzeug für Diagnose und Parametrierung der elektronischen Systeme im Fahrzeug.
Die Änderung der kundenspezifischen Parameter (z.B. Zwischendrehzahlen) wird mittels MAN-cats® durchgeführt. MAN-cats® ist in
allen MAN-Serviceniederlassungen und MAN-Vertragswerkstätten im Einsatz. Wenn der Aufbauhersteller oder Kunde bereits bei der
Auftragsklärung dem MAN-Vertrieb die gewünschten kundenspezifischen Parametern übermitteln kann, so werden diese bereits ab
Werk per EOL-Programmierung (EOL = end of line, Programmierung am Bandende) in das Fahrzeug eingespielt.
Der Einsatz von MAN-cats® ist dann erforderlich, wenn diese Parameter geändert werden sollen.
6.14
Masseleitung
Bei MAN-Fahrzeugen wird der Rahmen nicht als Masseleitung zweckentfremdet, sondern es wird mit der Plusleitung auch eine eigene
Masseleitung zum Verbraucher verlegt. Zusätzliche Verbraucher, wie z.B. Ladebordwände, müssen deshalb mit einer Masseleitung
vom Verbraucher bis zum gemeinsamen Massepunkt ausgerüstet sein.
Gemeinsame Massepunkte befinden sich:
•
•
•
hinter der Zentralelektrik
hinter der Instrumentierung
am rechten hinteren Motorlager bei D28 Motoren (F2000, E2000) bzw. am linken hinteren Motorlager bei D08 Motoren
(M2000, L2000).
Es dürfen nicht mehr als insgesamt 8 - 10A von den gemeinsamen Massepunkten hinter der Zentralelektrik bzw. Instrumentierung
abgegriffen werden. Zigarettenanzünder und eventuelle Zusatzsteckdosen haben eigene Leistungsbegrenzungen,
welche der Betriebsanleitung zu entnehmen sind. Bei höherem Leistungsbedarf muss die Leitungsauslastung basierend auf
die Fahrzeugausstattung überprüft bzw. eine Masseleitung zum gemeinsamen Massepunkt am entsprechenden Motorlager
gezogen werden.
Das Gehäuse einpoliger Motoren von Fremdaggregaten ist über ein Massekabel an den gemeinsamen Massepunkt am
entsprechenden Motorlager anzuschließen, um beim Einschalten des Starters evtl. Schäden an mechanischen Teilen oder
der elektrischen Anlage zu vermeiden.
Bei allen Fahrzeugen befindet sich innerhalb des Batteriekastens ein Schild, das ausdrücklich darauf hinweist,
dass der Fahrzeugrahmen nicht mit dem Minuspol der Batterie verbunden ist.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
154
6.15
Elektrische Leitungen und Leitungsverlegung
Grundsätze der Leitungsverlegung:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
7.
Eine lose Verlegung von Leitungen ist nicht zulässig, vorgesehene Befestigungsmöglichkeiten und/ oder Rohre sind zu
verwenden.
Kabelbaumwellrohre werden im Rahmen auf Kunststoffkonsolen und im Motorbereich auf vorbereiteten Kabeltrassen mit
Rasterbändern aufgebunden oder mittels Clip-Technik befestigt
Niemals mehrere Leitungen an einer Schelle befestigen.
Es dürfen nur PA-Rohre (PA = Polyamid) nach DIN 74324 Teil 1 oder MAN-Norm M3230 Teil 1
(Erweiterung der DIN 74324 Teil 1) verwendet werden.
Auf die verlegte Länge bei PA-Rohren 1% Längenzugabe geben (entspricht 10 mm je Meter Kabellänge), weil
Kunststoffrohre sich bei Kälte zusammenziehen und eine Gebrauchsfähigkeit bis -40°C gegeben sein muss.
Elektrische Leitungen dürfen nicht mit Kraftstoff- oder Bremsleitungen einen Strang bilden und sind vor Hitzeeinwirkung
und Scheuerstellen zu schützen.
Steckverbindungen sind so anzuschließen, dass der Kabelabgang nicht nach oben zeigt.
Serienmäßige elektrische Verbindungen, auch Masseverbindungen, nach Möglichkeit nicht verändern. Bei der Änderung
von Leitungslängen oder Einbau weiterer Leitungen sind wassergeschützte Steckverbindungen nach MAN-Standard zu
wählen. Die Verbindungen müssen nach dem Einbau durch Erhitzen wasserdicht verschrumpft werden.
Bezugsmöglichkeit für wassergeschützte Stoßverbinder und Abzweigelemente besteht über den MAN-Ersatzteildienst.
Der Durchgang der vom Aufbauhersteller verlegten Kabelstränge aus dem Nass- in den Trockenbereich des Fahrzeuges
hat über die bereits vorhandenen MAN-Fahrerhaustrennstellen stattzufinden. Dabei darf eine von der MAN realisierte
Abdichtung nicht beeinträchtigt werden.
Der Durchmesser von verwendeten Well-Rohren ist der Größe des in ihm verlegten Kabelstranges anzupassen, da es bei
einem zu großen Well-Rohr vorkommen kann, dass sich die Isolierungen der Leitungen an der Innenseite des WellRohres durchscheuern.
Wird die Einbaulage von elektrischen oder elektronischen Komponenten verändert, ist die Länge von elektrischen
Leitungen den neuen Erfordernissen anzupassen. Kleinere Überlängen der Kabel sollten durch entsprechende
Verlegung kompensiert werden (längeren Weg wählen). Keinesfalls Überlängen in Ringen oder Schleifen aufwickeln!
Damit soll eine eventuelle mögliche „Antennenwirkung“ der Kabel vermieden werden.
Muss bei der Leitungsverlegung von der einen Rahmenseite zur anderen gewechselt werden, so ist eine bereits
vorhandene Bohrung zu verwenden. Eine zusätzliche Bohrung ist erst dann vorzusehen, wenn keine andere Möglichkeit
besteht.
Nebenabtriebe → siehe separates Heft
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
155
8.
Bremsen, Leitungen
Die Bremsanlage zählt zu den wichtigsten Sicherheitsbauteilen des Lkw. Änderungen der gesamten Bremsanlage einschließlich
der Leitungen dürfen nur von entsprechend geschultem Personal ausgeführt werden. Nach jeder Änderung ist eine komplette Sicht-,
Hör-, Funktions- und Wirkungsprüfung der gesamten Bremsanlage durchzuführen.
8.1
Brems- und Druckluftleitungen
Alle Bremsleitungen zur Federspeicherbremse sind nach DIN 14502 Teil 2 ‚Feuerwehrfahrzeuge Allgemeine Anforderungen‘
korrosions- und hitzebeständig. Hier werden nochmals die wichtigsten Grundsätze dargestellt, die bei der Verlegung von
Luftleitungen gelten.
8.1.1
Grundsätze
•
Polyamidrohre (= PA-Rohre) sind unbedingt:
von Heizquellen fernzuhalten
scheuerfrei zu verlegen
spannungsfrei
und ohne Knick zu verlegen.
Es dürfen nur PA-Rohre nach MAN-Norm M3230 Teil 1 verwendet werden. Diese Rohre sind - der Norm entsprechend alle 350 mm mit einer Nummer gekennzeichnet, die mit ‚M3230‘ beginnt.
Vom Luftpresser zum Lufttrockner bzw. Druckregler sind Edelstahlrohre vorgeschrieben.
Leitungen bei Schweißarbeiten durch Ausbauen schützen, Schweißarbeiten siehe auch Kapitel ‚Fahrgestelle
ändern‘, Abschnitt ‚Schweißen am Rahmen‘.
Wärmeeinwirkungen: Hitzestau in gekapselten Bereichen beachten. Ein Anliegen der Leitungen an
Wärmeabschirmblechen ist nicht zulässig (Mindestabstand zu Wärmeabschirmblechen ≥ 100 mm, zum Auspuff > 200 mm).
Wegen der möglichen Wärmeentwicklung dürfen PA-Rohre nicht an Metallrohren oder -haltern befestigt werden,
die mit folgenden Aggregaten verbunden sind:
Motor
Luftpresser
Heizung
Kühler
Hydraulik.
•
•
•
•
•
8.1.2
Steckverbinder, Übergang auf das System Voss 232
Bei Brems-/ Luftleitungen sind nur Steckverbinder nach Tabelle 37 zulässig. Die genannten Normen geben ausführliche
Verarbeitungshinweise und sind für die Montage von pneumatischen Leitungen und Aggregaten verbindlich anzuwenden.
Bezugsmöglichkeit der genannten MAN-Normen besteht für Aufbauhersteller über Abteilung ESC
(Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“). Beginnend mit TGA werden alle Fahrzeugbaureihen ab
April 2000 auf das Stecksystem Voss 232 umgestellt, dessen Unterschiede zum System 230 im Nachfolgenden erklärt werden.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
156
Tabelle 37:
Voss Verbindungssysteme und Verwendungszweck, Behandlung der Verbinder des Systems Voss 232
(Funktion und Bauelemente siehe auch Bild 97):
Verbindungssystem
MAN-Norm
Verwendungszweck
Voss 203
M3061 Teil 3
Luftversorgung für kleine Rohre 4x1 und 6x1, alle Typen
Voss 230
M3061 Teil 2
Luftversorgung L2000, M2000L, M2000M, F2000, E2000
seit April 2000 ersetzt durch Voss 232
Voss 232
M3298
Luftversorgung TGA, alle Baureihen wurden ab April 2000 auf Voss 232 umgestellt
Das System hat zwei Raststufen. Wenn der Stecker nur in der ersten Stufe eingerastet ist, ist die Verbindung beim System 232 gewollt
undicht, eine unkorrekte Steckerrastung ist sofort an der Geräuschentwicklung erkennbar.
•
•
•
•
Bild 97:
Das System muss beim Herausdrehen der Überwurfschraube drucklos sein.
Nach dem Lösen der Verbindung Stecker/ Überwurfschraube muss die Überwurfschraube erneuert werden, da das
Halteelement beim Lösen der Verbindung zerstört wird.
Deshalb ist zum Lösen der Verbindung einer Leitung an einem Aggregat die Überwurfschraube herauszudrehen.
Das Kunststoffrohr bildet mit Stecker, Überwurfschraube und Halteelement eine wieder verwendbare Einheit.
Nur der O-Ring zur Gewindeabdichtung (siehe Bild 97) muss gegen einen neuen ausgetauscht werden (der O-Ring ist zu
fetten, die Überwurfschraube zu säubern).
Die oben beschriebene Einheit der Steckverbindung ist handfest in das Aggregat einzuschrauben und anschließend
mit 12 ± 2 Nm in Metall bzw. 10 + 1 Nm in Kunststoff festzuziehen.
Voss System 232, Funktionsprinzip ESC-174
Stecker
Steckverbindung vollständig eingerastet
(2. Stufe)
O-Ring zum Aufbau der Vorspannung und
Schutz vor Verschmutzung
Steckverbindung nicht vollständig
eingerastet (1. Stufe) ≥ Luftverlust
Überwurfschraube
Bremsgerät
O-Ring zur Gewindeabdichtung
O-Ring zur Steckerabdichtung
Halteelement
Luftaustritt bei nicht vollständig
eingerasteter Steckverbindung
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
157
•
Werden bestehende Stecker des Systems Voss 230 durch das System Voss 232 ersetzt, muss auch die
Überwurfschraube im Aggregat ausgetauscht werden. Falls sich noch ein Federelement des Systems 230 im Aggregat
befindet, ist es zu entfernen, die Überwurfschraube nach System 232 kann dann problemlos verwendet werden.
Soll in eine Kupplungseinheit des Systems 232 ein Stecker des Systems 230 eingesteckt werden, muss die
Überwurfschraube des Systems 232 gegen eine Überwurfschraube des Systems 230 ausgetauscht werden.
•
8.1.3
Verlegung und Befestigung von Leitungen
Grundsätze der Leitungsverlegung:
•
Eine lose Verlegung von Leitungen ist nicht zulässig, vorgesehene Befestigungsmöglichkeiten und/ oder Rohre
sind zu verwenden.
Kunststoffrohre beim Verlegen nicht erwärmen, auch dann nicht wenn Rohre in Bögen verlegt werden müssen.
Bei der Rohrbefestigung ist darauf zu achten, dass ein Verdrehen der PA-Rohre ausgeschlossen ist.
Am Bogenanfang und -ende je eine Rohrschelle oder bei Rohrbündeln je einen Kabelbinder anbringen.
Kabelbaumwellrohre werden im Rahmen auf Kunststoffkonsolen und im Motorbereich auf vorbereiteten Kabeltrassen
mit Rasterbändern aufgebunden oder mittels Clip-Technik befestigt.
Niemals mehrere Leitungen an einer Schelle befestigen.
Es dürfen nur PA-Rohre (PA = Polyamid) nach DIN 74324 Teil 1 oder MAN-Norm M3230 Teil 1
(Erweiterung der DIN 74324 Teil 1) verwendet werden.
Auf die verlegte Länge bei PA-Rohren 1% Längenzugabe geben (entspricht 10mm je Meter Kabellänge), weil
Kunststoffrohre sich bei Kälte zusammenziehen und eine Gebrauchsfähigkeit bis -40°C gegeben sein muss.
Bei Brems-/ Luftleitungen sind nur Steckverbinder nach Tabelle 38 zulässig, die genannten Normen geben ausführliche
Verarbeitungshinweise und sind bei Bremsanlagen verbindlich anzuwenden, Bezugsmöglichkeit für MAN-Normen
besteht über Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“)
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Tabelle 38:
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Voss Verbindungssysteme und Verwendungszweck
Verbindungssystem
MAN-Norm
Verwendungszweck
Voss 230
M3061 Teil 2
Luftversorgung L2000, M2000L, M2000M, F2000, E2000
Voss 232
M3298
Luftversorgung TGA
Voss 203
M3061 Teil 3
Luftversorgung für kleine Rohre 4x1 und 6x1, alle Typen
Ein Erwärmen von Rohren bei der Verlegung ist unzulässig.
Zum Kürzen von Kunststoffrohren muss eine Kunststoffrohr-Abschneidezange verwendet werden,
da ein Absägen zu unzulässiger Gratbildung an der Schnittfläche und Spanbildung im Rohr führt.
PA-Rohre dürfen an Rahmenkanten bzw. in Rahmendurchbrüchen anliegen. Eine minimale Abflachung am PA-Rohr
(max. 0,3 mm tief) an den Berührungsstellen kann toleriert werden. Kerbartige Anscheuerungen sind jedoch nicht zulässig.
Die Berührung von PA-Leitungen untereinander ist erlaubt. Es entsteht an der Berührungsstelle eine minimale
gegenseitige Abflachung.
PA-Leitungen dürfen parallel (nicht über Kreuz) mit Rasterband gebündelt werden. PA- und Wellrohre sind sortenrein
zu bündeln. Die Einschränkung der Beweglichkeit durch den Aussteifungseffekt ist zu beachten.
Das Abdecken von Rahmenkanten mit einem aufgeschnittenen Wellrohr ist schädlich, das PA-Rohr wird an
der Berührungsstelle mit dem Wellrohr angegriffen.
Punktförmige Auflagen an Rahmenschnittkanten können mit einer sog. ‚Schutzspirale‘ geschützt werden (siehe Bild 98).
Die Schutzspirale muss das zu schützende Rohr stramm und in seinen Windungen geschlossen fassen.
(Ausnahme: PA-Leitungen ≤ 6 mm).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
158
Bild 98:
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Schutzspirale auf PA-Rohr
Berührung von PA-Leitungen/ PA-Wellrohren mit Aluminiumlegierungen z.B. Alu-Tank, Kraftstofffiltergehäuse) ist nicht
erlaubt, da Aluminiumlegierungen mechanisch abgetragen werden (Brandgefahr).
Kreuzende, pulsierende Leitungen (z.B. Kraftstoff) dürfen am Kreuzungspunkt nicht mit einem Rasterband
zusammengebunden werden (Scheuergefahr).
An Einspritzleitungen und kraftstoffführenden Stahlleitungen für Flammstartanlage dürfen keine Leitungen festgerastet
werden (Scheuergefahr, Brandgefahr).
Mitgeführte Zentralschmierungs- und ABS-Sensorkabel dürfen an Luftschläuchen nur mit Distanzgummi angerastert werden.
An Kühlmittel- und Hydraulikschläuchen (z.B. Lenkung) darf nichts angerastert werden (Scheuergefahr).
Anlasserkabel dürfen auf keinen Fall mit kraftstoff- oder ölführenden Leitungen gebündelt werden, da Scheuerfreiheit
bei der Pluspol-Leitung oberstes Gebot ist!
Wärmeeinwirkungen: Hitzestau in gekapselten Bereichen beachten. Ein Anliegen der Leitungen an
Wärmeabschirmblechen ist nicht zulässig (Mindestabstand zu Wärmeabschirmblechen ≥ 100 mm, zum Auspuff ≥ 200 mm)
Metallleitungen sind vorverfestigt und dürfen weder gebogen noch so montiert werden, dass sie sich im Betrieb verbiegen
können.
Falls Aggregate/ Bauteile zu einander beweglich gelagert sind, dann müssen beim Übertritt der Leitungen folgende Grundsätze
beachtet werden:
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Die Leitung muss der Bewegung des Aggregates problemlos folgen können, dafür ist auf ausreichende Spielräume zu
bewegten Teilen zu achten (Ein- und Ausfederung, Lenkeinschlag, Fahrerhauskippen). Eine Dehnung von Leitungen ist
nicht zulässig.
Der jeweilige Anfangs- und Endpunkt der Bewegung ist als feste Spannstelle exakt zu definieren. Das PA- oder Well-Rohr
wird in der Spannstelle stramm mit einem möglichst breiten Rasterband oder einer an den Durchmesser des Rohres
angepassten Schelle gefasst.
Werden PA- und Well-Rohr am gleichen Übergang verlegt, so wird zuerst das steifere PA-Rohr versorgt.
Das weichere Well-Rohr wird auf das PA-Rohr aufgerastert.
Eine Leitung verträgt Bewegungen quer zur Verlegungsrichtung, wobei auf einen ausreichenden Abstand zwischen
den Spannstellen zu achten ist. (Faustformel: Abstand der Spannstellen ≥ 5 x der zu überbrückenden
Bewegungsamplitude)
Große Bewegungsamplituden überbrückt man am besten mit einer U-förmigen Verlegung und einem Bewegungsablauf
längs der U-Schenkel:
Faustformel für die minimale Länge der Bewegungsschleife:
minimale Länge der Bewegungsschleife = 1/2 • Bewegungsamplitude • Mindestradius • π
•
Folgende Mindestradien sind bei PA-Rohren zu beachten (der jeweilige Anfangs- und Endpunkt der Bewegungsstrecke ist
als feste Spannstelle exakt zu definieren):
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
159
Tabelle 39:
Mindestradien bei PA-Rohren
Nenn-Ø [mm]
4
6
9
12
14
16
Radius ≥ [mm]
20
30
40
60
80
95
•
Zur Befestigung der Leitungen Schellen aus Kunststoff verwenden, maximalen Schellenabstand nach Tabelle 40 beachten.
Tabelle 40:
Maximaler Schellenabstand in Abhängigkeit der Rohrgröße
Rohrgröße
4x1
6x1
8x1
9x1,5
11x1,5
12x1,5
14x2
14x2,5
16x2
Schwellenabstand [mm]
500
500
600
600
700
700
800
800
800
8.1.4
Druckluftverlust
Druckluftanlagen können keinen 100%-igen Wirkungsgrad bieten, dazu gehört auch, dass leichte Leckagen oft, trotz gewissenhafter
Auslegung, unvermeidlich sind. Die Frage ist, welcher Druckluftverlust unvermeidlich ist und welcher zu hoch ist. Vereinfacht ist jeder
Druckluftverlust zu vermeiden, der innerhalb einer Frist von 12 Stunden nach Abstellen eines Fahrzeugs dazu führt, dass nicht sofort
nach dem Anlassen des Motors gefahren werden kann. Davon abgeleitet gibt es zwei alternative Methoden um festzustellen, ob ein
Luftverlust unvermeidlich ist oder nicht:
•
•
Innerhalb von 12 Stunden nach Befüllung bis zum Abschaltdruck darf in keinem Kreis ein Druck < 6 bar sein.
Die Prüfung ist mit nicht belüfteten Federspeichern, also mit eingelegter Feststellbremse durchzuführen.
Innerhalb von 10 Minuten nach Befüllung bis zum Abschaltdruck darf der Druck im zu prüfenden Kreis um höchstens
2% gefallen sein.
Ist der Luftverlust größer als oben beschrieben, dann ist eine unzumutbare Leckage vorhanden, die abgestellt werden muss.
8.2
Anschließen von Nebenverbrauchern
Die Druckluft für Nebenverbraucher darf nur aus dem Leitungssystem des Anschlusses 24 am Vierkreisschutzventil entnommen
werden (Positions-Nr. G4.X in den Funktionsplänen, siehe Bild 100 und Bild 101). Für jeden zusätzlichen Verbraucher mit einem
pneumatischen Anschluss > NG6 (6x1 mm) ist ein eigenes Überströmventil vorzusehen, nicht aber für die Druckluftbetätigung
einer zusätzlichen Dauerbremse, siehe Kapitel 8.4 ‚Dauerbremsen‘.
MAN schließt auch eigene Nebenverbraucher am Anschluss 24 des Vierkreisschutzventils an, siehe Tabelle 41.
Es ist dann eine Verteilerkupplung (Bild 99) vorhanden, an deren Anschluss 52 aufbauseitige Luftverbraucher angeschlossen werden
können. Am Verteiler dürfen die Anschlüsse 61, 62, 63 und 64 nicht benutzt werden, da diese für die Betriebsbremse reserviert sind.
Nicht verwendete Anschlüsse sind dicht zu verschließen (Verschlussschrauben/ Verschlussstecker des jeweiligen Voss-Systems
verwenden).
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
160
Tabelle 41:
Anschlüsse am Verteiler 10-fach
Verteiler sh.
Verwendungszweck
Nenngröße (NG)
Voss Steckverbinder
Druckluftkreis
Anschluss
51
Getriebe, Kupplung, Intarder
NG12
Kreis IV Anschluss 24
52
aufbauseitige Nebenverbraucher
NG12
53
Zuleitung Vierkreisschutzventil Anschl. 24
NG12
54
Anhängekupplung, sonstige Abgänge
NG8
55
Luftfederung Fahrerhaus, sonst. Abgänge
bei Fahrzeugen ohne lufgefedertem Fhs.
Gewinde 9mm Rohr:
DIN 74324 / DIN 73378
56
Motorbremsbetätigung
NG8
61
reserviert für Bremskreis I
keinesfalls Nebenverbraucher
anschließen
NG12
62
63
NG12
NG12
64
Bild 99:
Kreis I Anschluss 21
NG12
Verteilerkupplung für Druckluft mit 10 Anschlüssen ESC-175
B-B NG12
A
B
SW24
51
A-A
NG12
60
52
NG12
62
NG12
53
NG8
54
NG12
63
NG12
6
55
56
SW19
NG8
B
64
A
NG12
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
161
Bild 100 und Bild 101 zeigen Ausschnitte aus Funktionsplänen der Bremsanlage, der Anschluss für aufbauseitige Nebenverbraucher ist
mit dem Hinweis „weitere Nebenverbraucher“ gekennzeichnet.
Ausschnitt Funktionsplan Bremsanlage Blattfederung ESC-176
4L
0
G57.10
(B101)
2
G50.40
G27.66
G4.5 G50.13
Abschaltdruck (bar)
10 ± 0,2
Sicherungsdruck (bar)
1 + 0,5
Schliessdruck (bar)
(6)
(6)
(6)
(6)
(22)24
(6) (21)23
G51.3
1
2
6,9 - 0,3
3
4
7,0 - 0,3
6,9 - 0,3
stat. ≥ 4,5 / dyn. ≥ 5,0
(Y102)
G61.200
(B101)
2
G27.66
G50.40
G5.201 G4.5 G50.13
G50.24
G51.3
(I)
(22)24
(21)23
(22)24
(6) (21)23
(6)
(6)
G51.3
G23.201
G51.3
G50.12
DRUCKREGLER
4-Kr.-Sch.-Vent. Kreis
12,5 ± 0,2
Sicherungsdruck (bar)
Schaltspanne (bar)
1,3 + 0,7
Schliessdruck (bar)
1
2
G54.X
2
6,9 - 0,3
G51.3
G50.29
G51.3
1
G6.6
Abschaltdruck (bar)
20L
12,5bar
(9.)
20L
12,5bar
G57.10
8.5-0.4
2
1
9L 15L
4L
BBA-VA
3
2
1 2324
2122
(9.)
G1.2
(3)
22
G5.121
2
(6)
(6)
1
G57.10
BBA-HA
1
G5.200
(B102)
(6)
(6)
2
(3)
(6)
DBA
(1)
(3)
1
2
G56.1
G53.3
(3)
3
G5.121 G25.205
(9.)
G25.203
G1.2
100.3
16x1.5
21
0
G51.3
Ausschnitt Funktionsplan Bremsanlage Luftfederung ESC-177
G56.2
0
G50.24
4-Kr.-Sch.-Vent. Kreis
Schaltspanne (bar)
0
G51.3
G23.201
G50.12
DRUCKREGLER
Bild 101:
8.5-0.4
2
1
9L 15L
3
2
(9.)
(3)
0
(6)
(6)
22
G5.121
G1.2
G5.200
(B102)
G57.10
BBA-VA
DBA
(1)
(3)
(3)
1
2
G56.2
G53.3
(3)
3
G5.121 G25.204
G25.202
G1.2
16x1.5
(9.) 1 24
21
0
2
1
23
2122
BBA-HA
G56.2
(I)
(22)24
(21)23
(Y102)
G61.200
(6)
Bild 100:
3
4
7,0 - 0,3
6,9 - 0,3
stat. ≥ 4,5 / dyn. ≥ 5,0
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
162
8.3
Einstellen der ALB
Die automatisch lastabhängige Bremsanlage (ALB) wird ab Werk für das Fahrgestell eingestellt.
Nach der Aufbaumontage ist die Einstellung zu prüfen und gegebenenfalls anhand der Werte des ALB-Schilds zu korrigieren.
Bei Hinterachse(n) mit Blattfederung muss die Ersatzteilnummer der Hinterfeder auf dem ALB-Schild aufgelistet sein.
Eine Kontrolle der Übereinstimmung von Hinterfeder und Federnummer auf dem ALB-Schild ist erforderlich.
Ein anderes ALB-Schild mit entsprechender Neueinstellung ist erst dann nötig, wenn Hinterfedern mit anderer Federcharakteristik
eingebaut werden. Durch den Aufbau von heckseitigen Aggregaten mit Erhöhung der Leerachlast der Hinterachse(n)
wie z.B. Ladekränen, Ladebordwänden usw. ist keine Neueinstellung der ALB oder ein Austausch des ALB-Schilds erforderlich.
8.4
Dauerbremsen
Die im Lkw eingebauten Radbremsen sind nicht als Dauerbremse ausgelegt, weil längere Benutzungszeit (z.B. beim Bergabfahren)
zu thermischer Überlastung führen kann. Folge ist ein Nachlassen der Bremswirkung, „Fading“ genannt. Der Gesetzgeber schreibt
deshalb vor, dass ab einem bestimmten Gesamtgewicht eine Dauerbremse eingebaut sein muss. Beim serienmäßigen Lkw ist dies
die Motorbremse, in Form der Auspuffklappenbremse. MAN bietet als zweite Motorbremse zusätzlich die EVB (Exhaust Valve Brake=
Auslassventilbremse) an. Sie wird gemeinsam mit der Auspuffklappenbremse betätigt und erhöht die Dauerbremswirkung.
Um noch höhere Dauerbremswirkungen zu erzielen, können weitere, von MAN angebotene Retarder (= Verlangsamer)
ab Werk im Lkw eingebaut werden. Diese Dauerbremsen sind wie Motorbremse und EVB ohne Verschleiß.
Ab Werk sind hydrodynamische Retarder erhältlich, die je nach Bauart
•
•
Primärretarder oder
Sekundärretarder
sind, Erklärung siehe Kapitel 8.4.1 „Hydrodynamische Retarder“.
Die Nachrüstung ist u.U. möglich, jedoch sehr aufwendig. Untenstehende Hinweise sind zu beachten.
Nachgerüstet werden:
•
•
hydrodynamische Sekundärretarder (hauptsächlich Fabrikat Voith im Gelenkwellenstrang)
Wirbelstrombremsen.
8.4.1
Hydrodynamische Retarder
Der hydrodynamische Retarder benutzt als Strömungsmittel Öl. Das Öl wird durch die Zentrifugalkraft nach außen gedrückt und
in den Stator geleitet. Durch Reibung wird die Bewegungsenergie in thermische Energie umgewandelt. Das erwärmte Öl wird durch
einen Wärmetauscher geleitet und dieser führt die Wärmeenergie an die Umgebung oder an das Motorkühlwasser ab.
Unterschieden werden Primär- und Sekundärretarder:
Der Primärretarder ist im Antriebsstrang vor dem Getriebe angeordnet - im Bremsfall erfolgt der Kraftfluss über die Antriebsachsen
und das Getriebe. Damit ist die Bremswirkung des Primärretarders abhängig von Motordrehzahl und eingelegtem Gang,
jedoch unabhängig von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs.
Der Sekundärretarder hingegen ist am Getriebeausgang bzw. im Gelenkwellenstrang angeordnet.
Der Kraftfluss erfolgt im Bremsfall ausschließlich über die Antriebsachsen zum Retarder.
Die Bremswirkung eines Sekundärretarders ist abhängig von der Übersetzung der Antriebsachsen und der Geschwindigkeit,
während keine Abhängigkeit zum eingelegten Gang besteht.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
163
MAN kann ab Werk folgende hydrodynamische Retarder liefern
•
•
Primärretarder:
in den Automatikgetrieben ZF 5HP... bzw. 6HP... zwischen Drehmomentwandler und Planetengetriebe integriert
bei Getrieben mit Wandlerschaltkupplung WSK zwischen Drehmomentwandler und Schaltkupplung integriert
Sekundärretarder
Voith Typ 115 an den Getrieben Eaton RTO.... und RTSO...
ZF-Intarder an den Getrieben ZF16S... (siehe auch Heft ‚Nebenabtriebe‘).
Alle Retarder sind im jeweiligen Getriebe bzw. in der WSK integriert, dies betrifft auch den Kühlkreislauf und bei ZF den
gemeinsamen Ölhaushalt mit dem Getriebe.
Der nachträgliche Anbau ist im Prinzip möglich, jedoch sehr aufwendig und wirtschaftlich sinnvoll nur in Verbindung mit einem
Getriebetausch durchführbar. Nachgerüstet werden in der Regel Strömungsbremsen mit eigenem Kühlkreislauf wie etwa
Voith-Retarder, die meist im Gelenkwellenstrang eingebaut werden.
Beim direkten Anbau eines Retarders an das Getriebe ist neben der Freigabe von MAN auch die Freigabe des Getriebeherstellers
einzuholen. Kupplungsabhängige Nebenabtriebe sind nicht anbaubar, wenn ein Retarder am Getriebe nachgerüstet wird
(gilt nicht bei integrierten Retardern ab Werk, siehe auch Heft ‚Nebenabtriebe‘).
Wird eine Druckluftbetätigung des Retarders eingebaut, so darf die Druckluftentnahme nur vom Anschluss 24 an der Stelle erfolgen,
von der auch die Motorbremse ihre Druckluft bezieht, ein Überströmventil darf in diesem Fall nicht eingebaut werden.
Keinesfalls zulässig ist das Anschließen in die Kreise der Betriebs- oder der Feststellbremsanlage.
Der zusätzliche Einbau eines Luftkessels ist unter Umständen notwendig.
Der Einbau eines Retarders in ein Antriebssystem kann zu erheblichen Veränderungen des Schwingungsverhaltens
des Gesamtsystems führen. Beim nachträglichen Einbau ist unbedingt darauf zu achten, dass schädliche Schwingungen nicht in
das Antriebssystem gelangen.
Bei Fahrzeugen mit ABS ist sicherzustellen, dass sich der Retarder während eines ABS-Regelvorgangs abschaltet.
Die Hersteller der ABS-Systeme definieren die Anschlussmöglichkeiten, deshalb wird zur Retardernachrüstung auch eine
Genehmigung des ABS-Herstellers vorausgesetzt.
Beim Einbau von Retardern in den Gelenkwellenstrang ist auf einen maximalen Beugewinkel zu achten. Der maximale Beugewinkel
jeder Kardanwelle des Triebstrangs darf im beladenen Zustand höchstens 7° betragen, eine Toleranz von + 1° ist zulässig
(Gelenkwellen siehe auch Kapitel ‚Fahrgestelle ändern‘).
8.4.2
Wirbelstrombremsen
An einer feststehenden Scheibe (Stator) sind Erregerspulen befestigt. Auf der durchgehenden Antriebswelle ist beiderseits des Stators
je eine rotierende Scheibe (Rotor) angeordnet. Zur besseren Wärmeabfuhr sind Kühlrippen vorhanden. Die Spulen werden zum
Bremsen mit einem Erregerstrom gespeist. Durch das Rotieren der Bremsscheiben im magnetischen Feld werden Wirbelströme
induziert, die ein Bremsmoment erzeugen. Dessen Größe ist von der Erregung der Statorspulen und der Drehzahl der Bremsscheiben
(Rotoren) abhängig. Der Erregerstrom wird dem Fahrzeugbordnetz entnommen.
Der Einbau von Wirbelstrombremsen ist im Einzelfall mit Abteilung ESC (Anschrift siehe oben unter „Herausgeber“) abzustimmen,
er ist ausschließlich mit aktueller schriftlicher Genehmigung zulässig.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
164
Eine Aussicht auf Genehmigung besteht nur dann, wenn folgende Punkte vom Hersteller der Bremse
(nicht von der einbauenden Werkstatt oder vom Aufbauhersteller) nachgewiesen werden:
•
•
•
•
•
•
•
Beim Einbau am Getriebeende:
Freigabe des Getriebeherstellers
Abstützung mit spannungsfreier Lagerung des Retarders, eine dieser Anforderung genügende Einbauanweisung/
Produktdokumentation (siehe unten) muss vorhanden sein.
beim Reihenfünfzylinder ist kein Einbau am Getriebe zulässig.
Einbau in den Gelenkwellenstrang:
Nachweis, dass die Wirbelstrombremse für das maximal auftretende Drehmoment im Antriebsstrang ausgelegt ist
die Gewichtskraft der Bremse und die Gelenkwellenblindmomente sind durch geeignete, spannungsfrei montierte
Querträger aufzunehmen
der maximale Beugewinkel jeder Kardanwelle des Triebstrangs darf im beladenen Zustand höchstens 7° betragen,
eine Toleranz von +1° ist zulässig (Gelenkwellen siehe auch Kapitel ‚Fahrgestelle ändern‘)
für die Temperaturbelastung in den Zapfenkreuzlagern ist die Freigabe des Gelenkkreuzherstellers erforderlich
bei L2000 4x2 sind ausschließlich Leichtbaugelenkwellen zulässig, jegliche Änderung darf nur vom
Hersteller Eugen Klein KG durchgeführt werden.
Elektrik/ Elektronik
Beachtung der Hinweise im Kapitel 6 ‚Elektrik’, Leitungen‘
der größtmögliche Generator (28V 80 A 2240 W) und Batterien größerer Kapazität (140 Ah bei L2000, 180 Ah bei
allen anderen Fahrzeugen) müssen vorhanden sein oder eingebaut werden
wasserdichter Steuerkasten des Retarders (Schutzart IP69K)
Absicherung des Laststroms mit geeigneter Sicherung
Kennzeichnung der Leitungsanschlüsse am Retarder, um Verwechslungen auszuschließen
ausreichend dimensionierte Kabelquerschnitte, mindestens nach Heft ‚Elektrik’, Leitungen‘
automatische Abschaltung des Retarders im ABS-Regelfall, die Zugangsmöglichkeit an das jeweilige Steuergerät ist
durch den Hersteller des ABS-Systems zu bescheinigen
Unterspannungsschutz durch automatische Retarderabschaltung bei ≤ 20V Bordnetzspannung
elektromagnetische Verträglichkeit (EMV): Nachweis der MAN-EMV-Norm M3285, mindestens aber 72/245/EWG mit
Ergänzung 95/54/EWG (wird ab 2002 EU-weite Mindestanforderung für alle elektrischen/ elektronischen Aggregate
im Fahrzeugbordnetz). Der Hersteller der Wirbelstrombremse muss in jedem Fall gewährleisten,
dass die EMV-Standards für Aggregate, die in MAN Fahrzeuge eingebaut werden, erfüllt sind.
Pneumatische Beschaltung
Druckluftentnahme nur vom Anschluss 24 an der Stelle, von der auch die Motorbremse ihre Druckluft bezieht, ein
Überströmventil darf nicht eingebaut werden. Unzulässig ist das Anschließen in die Kreise der Betriebs- oder der
Feststellbremsanlage. Der zusätzliche Einbau eines Luftkessels ist unter Umständen notwendig.
Schutz vor hohen Temperaturen
ausreichender Wärmeschutz zu elektrischen-, pneumatischen- und Kraftstoffleitungen, z.B. mit
Wärmeabschirmblechen, Temperatur an Leitungen und Aggregaten ≤ 90°C.
bei Gefahrguttransport
Ersetzen der Bremsleitungen aus Kunststoff durch Stahlleitungen in, vor und hinter der Wirbelstrombremse
Ausrüstung der Elektrik der Wirbelstrombremse entsprechend der jeweiligen Vorschriften
Nachweis der Dauerbremswirkung des Retarders entsprechend der jeweiligen Vorschriften
das erforderliche Gutachten hat der Hersteller der Wirbelstrombremse zu besorgen.
Wartung, Qualitätssicherung, Produktdokumentation
ausreichender Service durch eigene Wartungsvorschriften, Ersatzteile, Werkzeuge und Diagnosegeräte
ausreichende Produktdokumentation mit Nennung der D-Teile (= dokumentationspflichtige Sicherheitsteile, die nicht
verändert werden dürfen)
Führen von Aufzeichnungen die den Zusammenhang zwischen Fahrzeug (Fahrzeugidentifikationsnummer) und
Retarder herstellen (z.B. Typ und Seriennummer). Diese Aufzeichnungen müssen in regelmäßigen Abständen MAN
zur Verfügung gestellt werden.
Auch eine erteilte Genehmigung bedeutet nicht, dass MAN für die Folgen aus dem Einbau von Wirbelstrombremsen haftet.
Es besteht in jedem Fall Gewährleistung und Produkthaftung durch den Hersteller der Bremse, dessen Vertreiber oder
das einbauende Unternehmen.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
165
9.
Berechnungen
9.1
Geschwindigkeit
Zur Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit aufgrund der Motordrehzahl, Reifengröße und Gesamtübersetzung gilt allgemein:
Formel 24:
Geschwindigkeit
0,06 • nMot • U
v =
i G • iv • i A
Es bedeuten:
v
nMot
U
Ig
iV
iA
=
=
=
=
=
=
Fahrgeschwindigkeit in [km/h]
Motordrehzahl in [1/min]
Abrollumfang des Reifens in [m]
Getriebeübersetzung
Verteilergetriebeübersetzung
Achsübersetzung der Antriebsachse(n)
Für die Ermittlung der theoretischen Höchstgeschwindigkeit (oder auch bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit)
wird mit 4% Motordrehzahlüberhöhung gerechnet. Die Formel lautet somit:
Formel 25:
Theoretische Höchstgeschwindigkeit
0,0624 • nMot • U
v =
i G • iv • i A
Achtung: Diese Berechnung dient ausschließlich der Ermittlung der theoretische Endgeschwindigkeit die aufgrund der Drehzahl- und
Übersetzungsverhältnisse einstellt - die Formel berücksichtigt nicht, dass die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit darunter liegt,
wenn die Fahrwiderstände den Antriebskräften entgegenwirken. Eine Abschätzung der tatsächlich erreichbaren Geschwindigkeiten,
anhand einer Fahrleistungsberechnung bei der sich Luft-, Roll- und Steigungswiderstand einerseits und Vortriebskraft andererseits
aufwiegen, ist im Abschnitt 9.8 ‚Fahrwiderstände‘ nachzulesen. Bei Fahrzeugen mit Geschwindigkeitsbegrenzung nach 92/24/EWG ist
die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit generell 85 km/h.
Beispielrechnung:
Fahrzeug:
Bereifungsgröße:
Abrollumfang:
Getriebe:
Getriebeübersetzung im langsamsten Gang:
Getriebeübersetzung im schnellsten Gang:
minimale Motordrehzahl bei maximalem Motordrehmoment:
maximale Motordrehzahl:
Verteilergetriebeübersetzung VG 1700/2 im Straßengang:
Verteilergetriebeübersetzung VG 1700/2 im Geländegang:
Achsübersetzung:
Typ T42, 27.414 DFAK
295/80 R 22.5
3,185 m
ZF 16S151 OD
13,80
0,84
900/min
1.900/min
1,007
1,652
4,77
Gewünscht wird:
1.
Die Minimalgeschwindigkeit im Geländegang bei maximalem Drehmoment
2.
Die theoretische Höchstgeschwindigkeit ohne Geschwindigkeitsbegrenzer
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
166
Lösung 1:
0,06 • 900 • 3,185
v
=
13,8 • 1,652 • 4,77
v
=
v
=
1,58 km/h
Lösung 2:
0,0624 • 1900 • 3,185
13,8 • 1,652 • 4,77
v
9.2
=
93,6 km/h; wird jedoch durch Geschwindigkeitsbegrenzer auf 85km/h festgelegt
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis der abgegebenen Leistung zur zugeführten Leistung.
Dabei ist die abgegebene Leistung immer kleiner als die zugeführte Leistung, deshalb ist der Wirkungsgrad η immer < 1 bzw. < 100%.
Formel 26:
Wirkungsgrad
Pab
η
=
Pzu
Bei mehreren Aggregaten, die hintereinander geschaltet sind, multiplizieren sich die Einzelwirkungsgrade.
Beispielrechnung Einzelwirkungsgrad:
Wirkungsgrad einer Hydraulikpumpe η = 0,7. Benötigte, also abgeführte Leistung Pab = 20 kW.
Wie groß ist die zugeführte Leistung Pzu?
Lösung:
Pab
Pzu =
η
20
Pzu =
0,7
Pzu =
28,6 kW
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
167
Beispielrechnung mehrere Wirkungsgrade:
Wirkungsgrad einer Hydraulikpumpe η1 = 0,7. Diese Pumpe treibt über ein Gelenkwellensystem mit zwei Gelenken einen Hydraulikmotor an.
Einzelwirkungsgrade:
Hydraulikpumpe:
Gelenkwelle Gelenk a:
Gelenkwelle Gelenk b:
Hydraulikmotor:
η1
η2
η3
η4
=
=
=
=
0,7
0,95
0,95
0,8
Benötigte, also abgeführte Leistung Pab = 20 kW
Wie groß ist die zugeführte Leistung Pzu?
Lösung:
Gesamtwirkungsgrad:
ηges =
η1 • η2 • η3 • η4
ηges =
0,7 • 0,95 • 0,95 • 0,8
ηges =
0,51
Zugeführte Leistung:
20
Pzu =
0,51
Pzu =
9.3
39,2 kW
Zugkraft
Die Zugkraft ist abhängig von:
•
•
•
Motordrehmoment
Gesamtübersetzung (einschließlich der Räder)
Wirkungsgrad der Kraftübertragung.
Formel 27:
Zugkraft
2 • • MMot • η • iG • iV • iA
Fz
=
U
FZ
MMot
η
iG
iV
iA
U
=
=
=
=
=
=
=
Zugkraft in [N]
Motordrehmoment in [Nm]
Gesamtwirkungsgrad im Antriebsstrang, Anhaltswerte siehe Tabelle 43
Getriebeübersetzung
Verteilergetriebeübersetzung
Achsübersetzung der Antriebsachse(n)
Abrollumfang des Reifens in [m]
Beispiel für Zugkraft siehe 9.4.3 Berechnung der Steigfähigkeit.
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
168
9.4
Steigfähigkeit
9.4.1
Weg bei Steigung oder Gefälle
Die Steigfähigkeit eines Fahrzeugs wird in % angegeben. So bedeutet z. B. die Angabe 25%, dass auf einer waagrechten
Länge l = 100 m eine Höhe h = 25 m überwunden wird. Dies gilt entsprechend angewandt auch für Gefälle.
Die tatsächlich gefahrene Wegstrecke c errechnet sich dann mit:
Formel 28:
Wegstrecke bei Steigung oder Gefälle
2
p
c =
I2 + h2 = I •
1+
100
c
l
h
p
=
=
=
=
Wegstrecke in [m]
waagrechte Länge einer Steigung/ eines Gefälles in [m]
senkrechte Höhe einer Steigung/ eines Gefälles in [m]
Steigung/ Gefälle in [%]
Beispielrechnung:
Steigungsangabe p = 25%. Wie groß ist die gefahrene Wegstrecke auf einer Länge von 200m?
2
25
c =
I2 + h2 = 200 •
1+
100
c = 206 m
9.4.2
Steigungs- oder Gefällewinkel
Der Steigungs- oder Gefällewinkel a errechnet sich mit:
Formel 29:
Steigungs- oder Gefällewinkel
p
tan α =
p
, α
=
100
a
p
h
c
arctan
100
=
=
=
=
h
, sin α =
h
, α = arcsin
c
c
Steigungswinkel in [°]
Steigung/Gefälle in [%]
senkrechte Höhe einer Steigung/eines Gefälles in [m]
Wegstrecke in [m]
Beispielrechnung:
Steigung 25%. Wie groß ist der Steigungswinkel?
p
tan α =
25
=
100
100
α = arctan 0,25
α = 14°
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
169
Steigungsverhältnis, Steigung, Steigungswinkel ESC-171
45
ng
gu
i
e
St
35
90
1:1,1
80
1:1,3
70
1:1,4
Steigung
1:1,7
1:2
15
30
1:3,3
10
20
1:5
10
1:10
25
20
5
0
9.4.3
1:1
40
30
le
äl
ef
G
100
1:2,5
Steigungsverhältnis
Bild 102:
0
Berechnung der Steigfähigkeit
Die Steigfähigkeit ist abhängig von:
•
•
•
•
Zugkraft (siehe Formel 27)
Zuggesamtmasse einschließlich Gesamtmasse des Anhängers oder Aufliegers
Rollwiderstand
Kraftschluss (Reibung).
Für die Steigfähigkeit gilt:
Formel 30:
Steigfähigkeit
Fz
p = 100 •
- fR
9,81 • Gz
Es bedeuten:
p
Fz
Gz
fR
iG
iA
iV
MMot
U
η
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
Steigfähigkeit [%]
Zugkraft in [N] Berechnung nach Formel 27
Zuggesamtmasse in [kg]
Rollwiderstandsbeiwert siehe Tabelle 42
Getriebeübersetzung
Antriebsachsübersetzung
Verteilergetriebeübersetzung
Motordrehmoment [Nm]
Abrollumfang des Reifens [m]
Gesamtwirkungsgrad im Antriebsstrang siehe Tabelle 43
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
170
Die Steigfähigkeit nach Formel 30 ermittelt die Steigfähigkeit die das zu berechnende Fahrzeug aufgrund seiner Eigenschaften
•
•
•
Motordrehmoment
Übersetzung von Getriebe, Verteilergetriebe, Achsantrieb und Bereifung
Zuggesamtmasse hat.
Dabei wird ausschließlich die Fähigkeit des Fahrzeugs betrachtet aufgrund seiner Eigenschaften eine bestimmte Steigung
zu bewältigen. Nicht berücksichtigt wird der tatsächlich vorhandene Kraftschluss zwischen Rädern und Fahrbahn,
der bei schlechter (z. B. nasser) Fahrbahn dem Vortrieb weit unter der hier berechneten Steigfähigkeit ein Ende setzen kann.
Die Ermittlung der tatsächlichen Verhältnisse aufgrund des vorhandenen Kraftschlusses wird mit Formel 31 diskutiert.
Tabelle 42:
Tabelle 43:
Rollwiderstandsbeiwerte
Fahrbahn
Beiwert fR
gute Asphaltstrasse
0,007
nasse Asphaltstrasse
0,015
gute Betonstrasse
0,008
rauhe Betonstrasse
0,011
Steinpflaster
0,017
schlechte Strasse
0,032
Erdweg
0,15...0,94
loser Sand
0,15...0,30
Gesamtwirkungsgrad im Antriebsstrang
Anzahl der angetriebenen Achsen
η
eine angetriebene Achse
0,95
zwei angetriebene Achse
0,9
drei angetriebene Achse
0,85
vier angetriebene Achse
0,8
Beispielrechnung:
Fahrzeug:
maximales Motordrehmoment:
Wirkungsgrad bei drei angetriebene Achsen:
Getriebeübersetzung im langsamsten Gang:
Verteilergetriebeübersetzung im Straßengang:
im Geländegang:
Antriebsachsübersetzung:
Bereifung 295/80 R 22.5 mit Abrollumfang:
Zuggesamtmasse:
Rollwiderstandsbeiwert:
glatte Asphaltstraße
schlechte, aufgefahrene Straße
Typ T42, 27.414 DFAK
=
1.850 Nm
MMot
ηges
=
0,85
iG
=
13,80
=
1,007
iV
iV
=
1,652
iA
=
4,77
U
=
3,185 m
GZ
=
100.000 kg
fR
fR
=
=
0,007
0,032
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
171
Gesucht:
Maximale Steigfähigkeit pf im Straßen- und Geländegang.
Lösung:
1. maximale Zugkraft (Definition siehe Formel 27) im Straßengang:
2 • MMot • η • iG • iV • iA
Fz
=
U
2 • 1850 • 0,85 • 13,80 • 1,007 • 4,77
Fz
=
3,185
Fz
=
205526 N ≈ 205,5 kN
2. maximale Zugkraft (Definition siehe Formel 27) im Geländegang:
2 • MMot • η • iG • iV • iA
Fz
=
U
2 • 1850 • 0,85 • 13,80 • 1,652 • 4,77
Fz
=
3,185
Fz
=
337170 N ≈ 337,2 kN
3. maximale Steigfähigkeit im Straßengang auf guter Asphaltstraße:
Fz
p
= 100 •
- fR
9,81 • Gz
205526
p
= 100 •
- 0,007
9,81 • 100000
p
= 20,25%
4. maximale Steigfähigkeit im Straßengang auf schlechter, aufgefahrener Straße:
205526
p
= 100 •
- 0,032
9,81 • 100000
p
= 17,75%
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
172
5. maximale Steigfähigkeit im Geländegang auf guter Asphaltstraße:
337170
p
= 100 •
- 0,007
9,81 • 100000
p
= 33,67%
6. maximale Steigfähigkeit im Geländegang auf schlechter, aufgefahrener Straße:
337170
p
- 0,032
= 100 •
9,81 • 100000
p
= 31,17%
Anmerkung:
Die genannten Beispiele berücksichtigen nicht, ob die notwendige Zugkraft zur Bewältigung der Steigung aufgrund des Kraftschlusses
zwischen Fahrbahn und Antriebsräder (Reibung) übertragen werden kann. Hier gilt nachfolgende Formel:
Formel 31:
Steigfähigkeit aufgrund Kraftschluss Fahrbahn-Reifen
μ • Gan
pR
= 100 •
- fR
Gz
Es bedeuten:
pR
μ
fR
Gan
GZ
=
=
=
=
=
Steigfähigkeit aufgrund Reibung in [%]
Kraftschlussbeiwert Reifen/ Fahrbahn, bei nasser Asphaltfahrbahn ~ 0,5
Rollwiderstandsbeiwert, bei nasser Asphaltfahrbahn ~ 0,015
Summe der Achslasten der Antriebsachsen im Sinne von Massen in [kg]
Zuggesamtmasse in [kg]
Beispielrechnung:
obiges Fahrzeug:
Kraftschlussbeiwert nasse Asphaltstraße:
Rollwiderstandsbeiwert nasse Asphaltstraße:
Zuggesamtmasse:
Summe der Achslasten aller angetrieben Achsen:
Typ T42, 27.414 DFAK
μ
= 0,5
= 0,015
fR
GZ
= 100.000 kg
Gan
= 26.000 kg
0,5 • 26000
pR
= 100 •
- 0,032
100000
pR
= 11,5%
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
173
9.5
Drehmoment
Wenn Kraft und Wirkabstand bekannt sind:
Formel 32:
Drehmoment mit Kraft und Wirkabstand
M = F•I
Wenn Leistung und Drehzahl bekannt sind:
Formel 33:
Drehmoment mit Leistung und Drehzahl
9550 • P
M =
n•η
Wenn in der Hydraulik Fördermenge (Volumenstrom), Druck und Drehzahl bekannt sind:
Formel 34:
Drehmoment mit Fördermenge, Druck und Drehzahl
15,9 • Q • p
M =
n•η
Es bedeuten:
M
F
l
P
n
η
Q
p
=
=
=
=
=
=
=
=
Drehmoment in [Nm]
Kraft in [N]
Wirkabstand der Kraft vom Drehpunkt in [m]
Leistung in [kW]
Drehzahl in [1/min]
Wirkungsgrad
Volumenstrom in [l/min]
Druck in [bar]
Beispielrechnung, wenn Kraft und Wirkabstand bekannt sind:
Eine Seilwinde mit F = 50.000N Zugkraft hat einen Trommeldurchmesser von d = 0,3m.
Welches Drehmoment ist ohne Berücksichtigung des Wirkungsgrades vorhanden?
Lösung:
M = F • l = F • 0,5d (der Trommelradius ist der Hebelarm)
M = 50000 N • 0,5 • 0,3 m
M = 7500 Nm
Beispiel, wenn Leistung und Drehzahl bekannt sind:
Ein Nebenabtrieb soll eine Leistung von P = 100 kW bei n = 1500/min übertragen.
Welches Drehmoment muss der Nebenabtrieb ohne Berücksichtigung des Wirkungsgrades übertragen können?
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
174
Lösung:
9550 • 100
M =
1500
M =
637 Nm
Beispiel, wenn bei einer Hydraulikpumpe Fördermenge (Volumenstrom), Druck und Drehzahl bekannt sind:
Eine Hydraulikpumpe fördert einen Volumenstrom von Q = 80 l/min bei einem Druck von p = 170 bar und einer Pumpendrehzahl
von n = 1000/min. Welches Drehmoment ist ohne Berücksichtigung des Wirkungsgrades erforderlich?
Lösung:
15,9 • 80 • 170
M =
1000
M =
216 Nm
Soll der Wirkungsgrad berücksichtigt werden, müssen die errechneten Drehmomente jeweils durch den Gesamtwirkungsgrad dividiert
werden (siehe auch Abschnitt 9.2 Wirkungsgrad).
9.6
Leistung
Bei Hubbewegung:
Formel 35:
Leistung bei Hubbewegung
9,81 • m • v
M
=
1000 • η
Bei Bewegung in der Ebene:
Formel 36:
Leistung bei Bewegung in der Ebene
F•v
P
=
1000 • η
Bei Umdrehungsbewegung:
Formel 37:
Leistung bei Umdrehungsbewegung
M•n
P
=
9550 • η
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
175
In der Hydraulik:
Formel 38:
Leistung in der Hydraulik
Q•p
P
=
600 • η
Es bedeuten:
P
m
v
η
F
M
n
Q
p
=
=
=
=
=
=
=
=
=
Leistung in [kW]
Masse in [kg]
Geschwindigkeit in [m/s]
Wirkungsgrad
Kraft in [N]
Drehmoment in [Nm]
Drehzahl in [1/min]
Fördermenge (Volumenstrom) in [l/min]
Druck in [bar]
1. Beispiel - Hubbewegung:
Ladebordwand-Nutzlast inklusive Eigengewicht
Hubgeschwindigkeit
m
v
=
=
2. 600 kg
0,2 m/s
Wie groß ist die Leistung, wenn der Wirkungsgrad nicht berücksichtigt wird?
Lösung:
9,81 • 2600 • 0,2
P
=
1000
P
= 5,1 kW
2. Beispiel - Bewegung in der Ebene:
Seilwinde
Seilgeschwindigkeit
F = 100.000 N
v = 0,15 m/s
Wie groß ist der Leistungsbedarf, wenn der Wirkungsgrad nicht berücksichtigt wird?
100000 • 0,15
P
=
1000
P
= 15 kW
3. Beispiel - Drehbewegung:
Nebenabtriebsdrehzahl
Zulässiges Drehmoment
n = 1.800/min
M = 600 Nm
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
176
Welche Leistung ist möglich, wenn der Wirkungsgrad nicht berücksichtigt wird?
Lösung:
600 • 1800
P
=
9550
P
= 113 kW
4. Beispiel - Hydraulik:
Volumenstrom der Pumpe
Druck
Q
p
=
=
60 l/min
170 bar
Wie groß ist die Leistung, wenn der Wirkungsgrad nicht berücksichtigt wird?
Lösung:
60 • 170
P
=
600
P
9.7
= 17 kW
Nebenabtriebsdrehzahlen am Verteilergetriebe
Läuft der Nebenabtrieb am Verteilergetriebe im wegabhängigen Einsatz, wird seine Drehzahl nN in Umdrehungen je Meter
zurückgelegten Weg angegeben. Sie errechnet sich zu:
Formel 39:
Drehzahl je Meter, Nebenabtrieb am Verteilergetriebe
iA • iV
nN =
U
Die Wegstrecke s in zurückgelegte Meter je Umdrehung des Nebenabtriebs (Reziprokwert von nN) errechnet sich mit:
Formel 40:
Weg je Umdrehung, Nebenabtrieb am Verteilergetriebe
U
s
=
iA • iV
Es bedeuten:
nN
iA
iV
U
S
=
=
=
=
=
Nebenabtriebsdrehzahl in [1/m]
Antriebsachsübersetzung
Verteilergetriebeübersetzung
Reifenumfang in [m]
gefahrene Wegstrecke in [m]
Beispiel:
Fahrzeug:
Bereifung 295/80 R 22.5 mit Abrollumfang:
Antriebsachsübersetzung:
Verteilergetriebe G1700, Übersetzung im Straßengang:
Übersetzung im Geländegang:
Typ T34 19.464 FAC
U
= 3,185 m
iA
= 5,26
iv
= 1,007
iv
= 1,652
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
177
Nebenabtriebsdrehzahl im Straßengang:
5,26 • 1,007
nN =
3,185
nN = 1,663/m
Dem entspricht ein Weg von:
3,185
s
=
5,26 • 1,007
s
= 0,601 m
Nebenabtriebsdrehzahl im Geländegang:
5,26 • 1,652
nN =
3,185
nN =
2,728/m
Dem entspricht ein Weg von:
3,185
s
=
5,26 • 1,652
s
9.8
= 0,367 m
Fahrwiderstände
Die wichtigsten Fahrwiderstände sind:
•
•
•
Rollwiderstand
Steigungswiderstand
Luftwiderstand.
Ein Fahrzeug kann nur dann fahren, wenn die Summe aller Widerstände überwunden wird. Widerstände sind Kräfte, die sich mit
der Antriebskraft die Waage halten (gleichförmige Bewegung) oder kleiner sind als die Antriebskraft (beschleunigte Bewegung).
Formel 41:
Rollwiderstandskraft
FR = 9,81 • fR • Gz • cosα
Formel 42:
Steigungswiderstandskraft
FS = 9,81 • Gz • sinα
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
178
Steigungswinkel (= Formel 29 siehe Abschnitt 9.4.2 Steigungs- oder Gefällewinkel)
p
p
tan α =
,
α
=
arctan
100
Formel 43:
100
Luftwiderstandskraft
FL = 0,6 • cW • A • v2
Es bedeuten:
FR
fR
GZ
α
FS
p
FL
cW
A
v
=
=
=
=
=
=
=
=
=
=
Rollwiderstandskraft in [N]
Rollwiderstandsbeiwert, siehe Tabelle 42
Zuggesamtmasse in [kg]
Steigungswinkel in [°]
Steigungswiderstandskraft in [N]
Steigung in [%]
Luftwiderstandskraft in [N]
Luftwiderstandsbeiwert
Fahrzeugstirnfläche in [m²]
Geschwindigkeit in [m/s]
Beispiel:
Sattelkraftfahrzeug:
Geschwindigkeit:
Steigung:
Fahrzeug-Stirnfläche:
Rollwiderstandsbeiwert für gute Asphaltstraße:
GZ
v
pf
A
fR
=
=
=
=
=
40.000 kg
80 km/h
3%
7 m²
0,007
Es soll der Unterschied festgestellt werden:
•
•
mit Spoiler, cW1 = 0,6
ohne Spoiler, cW2 = 1,0
Lösung:
Nebenrechnung 1:
Umrechnung der Fahrgeschwindigkeit von km/h in m/s:
80
v
=
= 22,22 m/s
3,6
Nebenrechnung 2:
Umrechnung der Steigfähigkeit von % in Grad:
3
α
=
arctan
=
arctan 0,03
100
α
=
1,72°
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
179
1. Berechnung des Rollwiderstandes:
FR = 9,81 • 0,007 • 40000 • cos 1,72°
FR = 2746 N
2. Berechnung des Steigungswiderstandes:
FS = 9,81 • 40000 • sin 1,72°
FS = 11778 N
3. Berechnung des Luftwiderstandes FL1 mit Spoiler:
FL1 = 0,6 • 0,6 • 7 • 22,222
FL1 = 1244 N
4. Berechnung des Luftwiderstandes FL2 ohne Spoiler:
FL2 = 0,6 • 1 • 7 • 22,222
FL2 = 2074 N
5. Gesamtwiderstand Fges1 mit Spoiler:
Fges1 = FR + Fs + FL1
Fges1 = 2746 + 11778 + 1244
Fges1 = 15768 N
6. Gesamtwiderstand Fges2 ohne Spoiler:
Fges2 = FR + Fs + FL2
Fges2 = 2746 + 11778 + 2074
Fges2 = 16598 N
7. Leistungsbedarf P1 mit Spoiler ohne Wirkungsgrad:
(Leistung nach Formel 36: Leistung bei Bewegung in der Ebene)
Fges1 • v
P1‘
=
1000
15768 • 22,22
P1‘
=
1000
P1‘
= 350 kW (476 PS)
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
180
8. Leistungsbedarf P2 ohne Spoiler ohne Wirkungsgrad:
Fges2 • v
P2 ‘
=
1000
16598 • 22,22
P2 ‘
=
1000
P2 ‘
= 369 kW (502 PS)
9. Leistungsbedarf P1 mit Spoiler mit Gesamtwirkungsgrad im Antriebsstrang η = 0,95:
P1‘
P1 =
350
=
η
0,95
P1 = 368 kW (501 PS)
10. Leistungsbedarf P2 ohne Spoiler mit Gesamtwirkungsgrad im Antriebsstrang η = 0,95:
P2 ‘
P2 =
369
=
η
0,95
P2 = 388 kW (528 PS)
9.9
Spurkreis
Bei der Kreisfahrt eines Fahrzeugs beschreibt jedes Rad einen Spurkreis. Von Interesse ist hauptsächlich der äußere Spurkreis,
bzw. dessen Halbmesser. Die Berechnung ist nicht genau, weil beim Kurvenlauf eines Fahrzeugs die auf den Mitten aller Räder
errichteten Senkrechten sich nicht im Kurvenmittelpunkt schneiden (=Ackermann-Bedingung). Außerdem treten während der Fahrt
dynamische Kräfte auf, die die Kurvenfahrt beeinflussen. Trotzdem sind folgende Formeln für Abschätzungen brauchbar:
Formel 44:
Abstand der Spreizachsen
j = s - 2ro
Formel 45:
Sollwert des äußeren Lenkeinschlagwinkels
j
cotßao = cotßi +
lkt
Formel 46:
Lenkabweichung
ßF = ßa - ßao
Formel 47:
Spurkreishalbmesser
lkt
rs =
+ ro - 50 • ßF
sinßao
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
181
Bild 103:
Kinematische Zusammenhänge zur Spurkreisermittlung ESC-172
r0
j
Ƨ
lkt
0
ßi
äußere
r Spurk
r0
ßa0
reis
j
s
r0
Beispiel:
Fahrzeug:
Radstand:
Vorderachse:
Bereifung:
Felge:
Spurweite:
Lenkrollhalbmesser:
Lenkeinschlagwinkel innen:
Lenkeinschlagwinkel außen:
Typ T31, 19.314 FC
lkt = 3.800 mm
Typ V9-82L
315/80 R 22.5
22.5 x 9.00
s = 2.058 mm
r 0 = 58 mm
ßi = 50,0°
ßa = 30°30‘ = 30,5°
1. Abstand der Spreizachsen
j = s - 2ro = 2058 - 2 • 58
j = 1942
2. Sollwert äußerer Lenkeinschlagwinkel
j
cotßao = cotßi +
1942
= 0,8391 +
lkt
3800
cotßao = 1,35
ßao = 36,53°
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
182
3. Lenkabweichung
ßF = ßa - ßao
= 30,5° - 36,53° = -6,03°
4. Spurkreishalbmesser
3800
rs =
+ 58 - 50 • (-6,03°)
sin 36,53°
rs = 6743 mm
9.10
Achslastberechnung
9.10.1
Durchführen einer Achslastberechnung
Für die Fahrzeugoptimierung und richtige Aufbauauslegung ist die Erstellung einer Achslastberechnung unerlässlich.
Die Abstimmung des Aufbaus mit dem Lkw ist nur dann möglich, wenn vor Beginn aller Aufbauarbeiten das Fahrzeug verwogen wird.
Die durch Wiegen ermittelten Gewichte sind in die Achslastberechnung aufzunehmen.
Im Folgenden wird eine Achslastberechnung erklärt. Zur Verteilung der Aggregatgewichte auf Vorder- und Hinterachse dient
der Momentensatz. Alle Abstandsmaße sind auf die theoretische Vorderachsmitte zu beziehen. Gewicht wird in den nachfolgenden
Formeln aus Gründen der Verständlichkeit nicht im Sinn von Gewichtskraft in [N] sondern im Sinn von Massen in [kg] verwendet.
Beispiel:
Anstelle eines 140-l-Tanks erfolgt die Montage eines 400-l-Tanks, gesucht ist die Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse.
Differenzgewicht:
Abstand von theoretischer Vorderachsmitte
theoretischer Radstand
Bild 104:
∆G
lt
=
=
=
400 - 140 = 260 kg
1.600 mm
4.500 mm
Achslastberechnung: Tankanordnung ESC-173
theor. HA-Mitte
1600
∆G = 260 kg
4500
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
183
Lösung:
Formel 48:
Differenzgewicht Hinterachse:
∆G • a
∆GH =
lt
260 • 1600
=
4500
∆GH = 92 kg
Formel 49:
Differenzgewicht Vorderachse:
∆G V = ∆G • ∆GH
= 260 - 92
∆G V = 168 kg
Das Auf- oder Abrunden auf volle kg genügt in der Praxis vollkommen. Auf das mathematisch korrekte Vorzeichen ist zu achten.
Daher gilt folgende Vereinbarung:
•
•
Maße:
alle Abstandsmaße die VOR der theoretischen Vorderachsmitte liegen erhalten ein MINUS-Vorzeichen (-)
alle Abstandsmaße die HINTER der theoretischen Vorderachsmitte liegen erhalten ein PLUS-Vorzeichen (+)
Gewichte
alle Gewichte die das Fahrzeug BELASTEN erhalten ein PLUS-Vorzeichen (+)
alle Gewichte von Aggregaten die das Fahrzeug ENTLASTEN erhalten ein MINUS-Vorzeichen (-).
Beispiel - Schneepflugplatte:
Gewicht:
Abstand von Mitte erster Achse:
theoretischer Radstand:
∆G
a
lt
=
=
=
120 kg
-1.600 mm
4.500 mm
Gesucht ist die Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse.
Hinterachse:
∆G • a
∆GH =
120 • (-1600)
=
lt
4500
∆GH
=
-43 kg, die Hinterachse wird entlastet.
∆GV
=
∆G - ∆GH =
∆GV
=
163 kg, die Vorderachse wird belastet.
Vorderachse:
120 - (-43)
In folgender Tabelle ist als Beispiel eine vollständig durchgeführte Achslastberechnung dargestellt. Im Beispiel werden in einer
Achslastberechnung zwei Varianten gegenüber gestellt (Variante 2 mit stärkeren Vorderfedern und größerer Bereifung an
der Vorderachse, siehe Tabelle 44)
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
184
Tabelle 44:
Beispiel Achslastberechnung
ACHSLASTBERECHNUNG
MAN - Truck & Bus AG, Postf. 500620, 80976 München
Abt.
Sachb.
Kurzz.
Tel.
:
:
:
:
VN
Kunde
Ort
:
:
:
ESC
Fzg., Fhs.
Radstand
R - tech.
Überh.
Überh.
Überh.tech.
Fg.-Znr.
Aufbau
Benennung
Abst.v.t.
VA-Mitte
Fahrgestell mit Fahrer, Werkzeug u.
Reserverad
:
:
:
:
:
:
:
:
26.314 FNLC / N - Fhs.
2000-02-21
4600+1350
Ber. - Nr.
:
T36-...........
5135
KSW - Nr..
:
2000 = Serie
AE - Nr..
:
1850 = Sonder
Fg. - Nr.
:
2665
File-N.
:
82.99126.8008
ESC-Nr.
:
6.300mm Ladebrücke und Heckkran festmontiert
Krangesamtmoment ca. 175 kNm
Gewichtsverteilung auf
VA
HA
Gesamt
4.425
3.645
8.070
5
45
50
Abst.v.t.
VA-Mitte
VA
HA
Gesamt
4.425
3.645
8.070
5
45
50
Hinterachse AP H9 - 13120
4.600
0
0
0
0
0
0
0
0
Anhängerkupplung
7.800
-23
68
45
7.800
-23
68
45
Nebenabtrieb N../10 und Pumpe
1.450
43
17
60
1.450
43
17
60
Rahmenverlängerung
-150
Klimaanlage
Auspuff hochgezogen
4.600
Gewichtsverteilung auf
0
0
0
0
0
0
0
0
7.875
5
-15
-10
7.875
5
-15
-10
-600
45
-5
40
-600
45
-5
40
400
18
2
20
400
18
2
20
Kraftstofftank 300 ltr. ALU
1.665
-14
-6
-20
1.665
-14
-6
-20
Batterien 2 x 180 Ah
1.500
11
4
15
1.500
11
4
15
ENTFALL: Res. Rad - hinten
7.100
57
-207
-150
7.100
57
-207
-150
HINZU: Res. Rad - seitl.
2.500
72
68
140
2.500
72
68
140
Luftbehälter ALU
1.300
-34
-11
-45
1.300
-34
-11
-45
0
0
0
0
0
0
0
0
Sonstiges
1.650
34
16
50
1.650
34
16
50
0
0
0
0
0
0
0
0
Heckkran, Arm untergeklappt
6.070
-424
2.754
2.330
6.070
-424
2.754
2.330
Verstärkung im Kranbereich
6.000
-17
117
100
6.000
-17
117
100
Hilfsrahmen
4.500
57
403
460
4.500
57
403
460
Ölbehälter
2.600
89
91
180
2.600
89
91
180
Bereifung VA 385/65 R 22.5 ***
0
60
0
60
Vorderfedern verstärkt PARA 9,0 t ***
0
40
0
40
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
185
Fahrgestell - Leergewicht
Zulässige Lasten
***
Differenz Leergewicht zu zul. Lasten
Schwerp. für Nutz- VA ausgel.
X1 =
4.350
6.985
11.335
7.500
19.000
26.000
3.150
12.015
14.665
1.103
3.150
11.515
14.665
***
1.604
4.450
6.985
11.435
9.000
19.000
26.000
4.550
12.015
14.565
4.550
10.015
14.565
Last u. Aufbau bez. HA ausgel.
X2 =
928
2.650
12.015
14.665
899
2.50
12.015
14.565
auf techn. HA-Mitte ausgeführt
X3 =
1.400
3.998
10.667
14.665
1.400
3.971
10.594
14.565
848
-1.348
-579
-1421
3.150
8.405
11.555
3.971
10.594
14.565
0
0
0
0
0
0
Achsüberlastung
Nutzlastverlust durch Achsüberlastung
3.110
Bei gleichmäßiger Beladung verbleibt
Nutzlast
0
Fahrzeug beladen
0
7.500
15.390
22.890
8.421
17.579
26.000
Achs- bzw. Fahrzeugauslastung
100,0%
81,0%
88,0%
93,6%
92,5%
100,0%
Achslastverteilung
32,8%
67,2%
100,0%
32,4%
67,6%
100,0%
Fahrzeug leer
4350
6985
11335
4450
6985
11435
Achs- bzw. Fahrzeugauslastung
58,0%
36,8%
43,6%
49,4%
36,8%
44,0%
Achslastverteilung
38,4%
61,6%
100,0%
38,9%
61,1%
100,0%
Fahrzeugüberhang 51,9 %
*** zul. VA-Last 9000 kg erforderlich !!
Gewichtstoleranzen nach DIN 70020 beachten! Angaben ohne Gewähr.
9.10.2
Gewichtsberechnung Nachlaufachse angehoben
Die in MANTED ® (www.manted.de) und anderen technischen Unterlagen angegebenen Gewichte von Nachlaufachsfahrzeugen
sind bei abgesenkter Nachlaufachse ermittelt worden. Die Verteilung der Achslasten auf Vorder- und Antriebsachse nach Anheben
der Nachlaufachse ist durch Rechnen leicht zu ermitteln.
Gewicht auf der 2. Achse (Antriebsachse) bei angehobener 3. Achse (Nachlaufachse):
Formel 50:
Gewicht auf 2. Achse, 3. Achse angehoben
G23 • lt
G2an =
l12
Es bedeuten:
G2an
G23
l12
lt
=
=
=
=
Leergewicht an der 2. Achse bei angehobener 3. Achse in [kg]
Leergewicht der 2. und 3. Achse in [kg]
Radstand 1. zu 2. Achse in [mm]
theoretischer Radstand in [mm]
Gewicht auf der Vorderachse bei angehobener 3. Achse (Nachlaufachse):
Formel 51:
Gewicht auf 1. Achse, 3. Achse angehoben
G1an
= G - G2an
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
186
Es bedeuten:
G1an
G
=
=
Leergewicht an der 1. Achse bei angehobener Nachlaufachse in [kg]
Leergewicht des Fahrzeugs in [kg]
Beispiel:
Fahrzeug:
Radstand:
Rahmenüberhang:
Fahrerhaus:
Typ T37, 26.414 FNLLC
4.800 + 1.350
2.000
Großraum
Leergewicht bei abgesenkter Nachlaufachse:
Vorderachse
G1ab =
4.705 kg
Antriebs- mit Nachlaufachse
G23 =
3.585 kg
Leergewicht
G
= 8.290 kg
Zulässige Achslasten: 7.500 kg / 11.500 kg / 7.500 kg
Lösung:
1. Ermittlung des theoretischen Radstandes (siehe Kapitel ‚Allgemeines‘):
G3 • l23
lt
=
l12 +
G2 + G 3
7500 • 1350
lt
=
4800 +
11500 + 7500
lt
=
5333 mm
2. Ermittlung des Leergewichtes der 2. Achse (= Antriebsachse) bei angehobener 3. Achse (= Nachlaufachse):
G23 • lt
G2an
=
l12
G2an
3585 • 5333
=
4800
= 3983 kg
3. Ermittlung des Leergewichtes der 1. Achse (= Vorderachse) bei angehobener 3. Achse (= Nachlaufachse):
G1an
= G - G2an
G1an
=
7975 - 3840
G1an
=
4135 kg
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
187
9.11
Auflagerlänge bei Aufbau ohne Hilfsrahmen
Die Berechnung der erforderlichen Auflagerlänge berücksichtigt im folgenden Beispiel nicht alle Einflüsse.
Sie zeigt jedoch eine Möglichkeit auf und gibt gute Anhaltswerte für die Praxis.
Die Länge eines Auflagers wird berechnet mit:
Formel 52:
Formel Auflagerlänge ohne Hilfsrahmen
0,175 • F • E (rR + rA)
l =
σ0,2 • rR • rA
Bestehen Rahmen und Auflager aus unterschiedlichen Werkstoffen, dann ist:
Formel 53:
E-Modul bei verschiedenen Werkstoffen
2ER • E A
E =
ER + E A
Es bedeuten:
l
F
E
rR
rA
σ0,2
ER
EA
=
=
=
=
=
=
=
=
Auflagerlänge je Auflager in [mm]
Kraft je Auflager in [N]
Elastizitätsmodul in [N/mm²]
Außenradius Rahmenlängsträgerprofil in [mm]
Außenradius Auflagerprofil in [mm]
Streckgrenze des minderwertigeren Werkstoffs in [N/mm²]
Elastizitätsmodul Rahmenlängsträgerprofil in [N/mm²]
Elastizitätsmodul Auflagerprofil in [N/mm²]
Beispiel:
Fahrgestell für Wechselaufbau 26.414 FNLLW, Radstand 4.600 + 1.350, Großraumfahrerhaus, zul. Gesamtgewicht 26.000 kg,
Fahrgestell-Leergewicht 8. 615 kg.
Lösung:
Für Nutzlast und Aufbau bleiben ca.
Je Auflager bei 6 Lagerstellen am Fahrgestell
Kraft
Außenradius Rahmenprofil
Außenradius Auflagerprofil
Elastizitätsmodul für Stahl
Streckgrenze für beide Werkstoffe
26.000 kg – 8.615 kg = 17.385 kg
17.385 : 6 = 2.898 kg
F = 2.898 kg • 9,81 kg • m/s² = 28.429 N
r R = 18 mm
r H = 16 mm
E = 210.000 N/mm²
σ0,2 = 420 N/mm²
Eingesetzt in Formel 52 kann die minimale Länge je Auflager überschlägig bestimmt werden:
0,175 • 28429 • 210000 • (18+16)
l
=
4302 • 18 • 16
l = 667 mm
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
188
9.12
Verbindungseinrichtungen
9.12.1
Anhängekupplung
Die erforderliche Größe der Anhängekupplung wird durch den D-Wert bestimmt.
Die D-Wert-Formel lautet:
Formel 54:
D-Wert
9,81 • T • R
D =
T+R
D
T
R
=
=
=
D-Wert in [kN]
zulässiges Gesamtgewicht des ziehenden Fahrzeugs in [t]
zulässiges Gesamtgewicht des Anhängers in [t]
Beispiel:
Fahrzeug
T31, 19.464 FLC
Zulässiges Gesamtgewicht
18.000 kg = T = 18 t
Anhängelast
22.000 kg = R = 22 t
D-Wert:
9,81 • 18 • 22
D =
18 + 22
D = 97 kN
Bei vorgegebenem zulässigen Gesamtgewicht des Anhängers R und D-Wert der Verbindungseinrichtung lässt sich
das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs T nach folgender Formel ermitteln:
R•D
T =
(9,81 • R) - D
Bei vorgegebenem zulässigen Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs T und D-Wert der Verbindungseinrichtung lässt sich die maximal
zulässige Anhängelast R nach folgender Formel ermitteln:
T•D
R =
(9,81 • T) - D
9.12.2
Strarrdeichselanhänger/ Zentralachsanhänger
Zusätzlich zur D-Wert-Formel gelten für Starrdeichselanhänger/ Zentralachsanhänger weitere Bedingungen:
Anhängekupplungen und Schlußquerträger haben verringerte Anhängelasten, da in diesem Fall zusätzlich die auf Anhängekupplung
und den Schlußquerträger wirkende Stützlast zu berücksichtigen ist.
Zur Angleichung der Rechtsvorschriften innerhalb der europäischen Union wurden mit der Richtlinie 94/20/EG deshalb
die Begriffe Dc-Wert und V-Wert eingeführt:
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
189
Es gelten folgende Formeln:
Formel 55:
DC-Wert-Formel für Starrdeichsel- und Zentralachsanhänger
9,81 • T • C
DC =
T+C
Formel 56:
V-Wert-Formel für Zentralachs- und Starrdeichselanhänger mit einer zulässigen Stützlast von ≤ 10%
der Anhängemasse und nicht mehr als 1.000 kg
X2
V
= a•
•C
l2
Bei rechnerisch ermittelten Werten x²/l² < 1 ist 1,0 einzusetzen
Es bedeuten:
Bild 105:
DC
T
C
V
a
=
=
=
=
=
x
l
S
=
=
=
reduzierter D-Wert beim Betrieb mit Zentralachsanhänger in [kN]
zulässiges Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs in [t]
Summe der Achslasten des mit der zulässigen Masse beladenen Zentralachsanhängers in [t] ohne Stützlast S
V-Wert in [kN]
Vergleichsbeschleunigung im Kuppelpunkt in [m/s²]. Es sind zu verwenden: 1,8 m/s² bei
Luftfederung oder vergleichbarer Federung am Zugfahrzeug bzw. 2,4m/s² bei allen anderen Federungen
Aufbaulänge Anhänger siehe Bild 105
theoretische Zugdeichsellänge siehe Bild 105
Stützlast der Zugdeichsel am Kuppelpunkt in [kg]
Aufbaulänge Anhänger und theoretische Zugdeichsellänge (siehe auch Kapitel 4.16 ‚Verbindungseinrichtungen‘) ESC-510
x
x
v
v
l
l
Beispiel:
Fahrzeug:
Zulässiges Gesamtgewicht
Anhänger:
Summe der Achslasten:
Stützlast:
Aufbaulänge:
theoretische Zugdeichsellänge:
L34, 8.224 LLC
7.490 kg = T = 7,49 t
11.000 kg = C = 11 t
S = 700 kg
x = 6,2 m
l = 5,2 m
Fragestellung: Können beide Fahrzeuge einen Zug bilden, wenn am Lkw der Schlußquerträger verstärkt 81.51250.5151 mit
der Anhängekupplung Ringfeder 864 montiert ist?
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
190
Lösung:
DC-Wert:
9,81 • T • C
DC =
9,81 • 7,49 • 11
=
T+C
DC =
7,49 + 11
43,7 kN
DC-Wert Schlußquerträger: = 58kN (siehe Kapitel ‚Verbindungseinrichtungen‘, Tabelle 28)
x2
6,22
=
l2
= 1,42
5,22
x2
V = a
• C = 1,8 • 1,42 • 11 (1,8 bei Luftfederung an der Hinterachse des Lkw)
l2
V = 28,12 kN
V-Wert-Schlußquerträger = 35kN (siehe Kapitel 4.16 ‚Verbindungseinrichtungen‘, Tabelle 28)
Beide Fahrzeuge können einen Zug bilden, es ist aber die Einhaltung der Mindestvorderachslast von 35% des jeweiligen
Fahrzeuggewichts (einschließlich Stützlast) nach Kapitel 3 ‚Allgemeines‘, Tabelle 19 vorgeschrieben.
Ein unbeladener Lkw darf nur einen unbeladenen Zentralachsanhänger ziehen.
9.12.3
Sattelkupplung
Die erforderliche Größe der Sattelkupplung wird durch den D-Wert bestimmt. Die D-Wert-Formel für Sattelkupplungen lautet:
Formel 57:
D-Wert Sattelkupplung
0,6 • 9,81 • T • R
D =
T+R-U
Bei gegebenem D-Wert und gesuchtem zulässigen Gesamtgewicht des Aufliegers gilt:
Formel 58:
Zulässiges Gesamtgewicht des Aufliegers
D • (T - U)
R =
(0,6 • 9.81 • T) - D
Liegt das zulässige Gesamtgewicht des Aufliegers und der D-Wert der Sattelkupplung fest, so lässt sich das zulässige Gesamtgewicht
der Sattelzugmaschine mit folgender Formel errechnen:
Formel 59:
Zulässiges Gesamtgewicht Sattelzugmaschine
D • (R - U)
T =
(0,6 • 9.81 • R) - D
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
191
Wenn die Sattellast gesucht ist, alle anderen Lasten aber bekannt sind, ergibt sich die Formel zu:
Formel 60:
Formel Sattellast
0,6 • 9,81 • T • R
U =T+RD
Es bedeuten:
D
R
T
U
=
=
=
=
D-Wert in [kN]
zulässiges Gesamtgewicht des Sattelanhängers in [t] einschließlich der Sattellast
zulässiges Gesamtgewicht der Sattelzugmaschine in [t] einschließlich der Sattellast
Sattellast in [t]
Beispiel:
Sattelzugmaschine:
Sattellast laut Anhängertypschild:
zulässiges Gesamtgewicht der Sattelzugmaschine:
zulässiges Gesamtgewicht des Sattelanhängers:
19.314FS
U = 10 t
18.000 kg = T = 18 t
32.000 kg = R = 32 t
D-Wert:
0,6 • 9,81 • 18 • 32
D =
18 + 32 - 10
D = 84,8 kN
L2000 M2000 F2000 Bauzeit 1992-2005 (je nach Modell)
192
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