Unternehmerhandbuch

Unternehmerhandbuch
Unternehmerhandbuch
Arbeitsschutz im Kleinbetrieb
Inhalt
1. Arbeitsschutz
1.1 Rechliche Grundlagen des Arbeitsschutzes
1.2 Im Arbeitsschutz tätige Organisationen
1.3 Wirtschaftliche Faktoren
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2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
2.1 Aufgaben und Verantwortung im betrieblichen Arbeitsschutz
2.2 Gefährdungsbeurteilung
2.3 Personaleinsatz – Information – Unterweisung
2.4 Betriebsanweisungen
2.5 Betriebsbegehungen
2.6 Betriebliche Unfalluntersuchungen
2.7 Planung von Neu- und Umbauten
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3. Arbeitsmittel
3.1 Maschinen und Anlagen
3.2 Transportmittel
3.3 Schutzeinrichtungen
3.4 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
3.5 Leitern, Aufstiege und Treppen
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4. Arbeitsumfeld
4.1 Beleuchtung
4.2 Klima
4.3 Ergonomie — Arbeitsgestaltung
4.4 Manuelle Handhabung von Lasten
4.5 Lärm
4.6 Hautschutz
4.7 Arbeiten in Fremdbetrieben
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5. Gefahrstoffe
5.1 Kennzeichnung
5.2 Gefährdungsbeurteilung
5.3 Schutzmaßnahmen
5.4 Brand- und Explosionsschutz
5.5 Betriebsanweisungen
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6. Biologische Arbeitsstoffe
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7. Persönliche Schutzausrüstung
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8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
8.1 Betriebsärztliche Betreuung
8.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge
8.3 Besonders schutzbedürftige Beschäftigte
8.4 Betriebliche Projekte zur Gesundheitsförderung
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9. Erste Hilfe
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10. Stichwortverzeichnis
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11. Anhang
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12. Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung
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1. Arbeitsschutz
1.1 Rechtliche Grundlagen des Arbeitsschutzes
„Arbeitsschutz“ wird oft auch mit dem Doppelbegriff
„Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“ bezeichnet.
Er steht hier als Oberbegriff für Maßnahmen zum Schutz
vor Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen sowie
zur menschengerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen.
Der Unternehmer muss Maßnahmen des Arbeitsschutzes
nach folgenden Grundsätzen und Zielen planen und
umsetzen:
• Gefährdungen für Leben und Gesundheit sind möglichst zu vermeiden, verbleibende Gefährdungen sind
möglichst gering zu halten
• Sicherheitsgerechte Konstruktion nach dem Stand der
Technik und technische Zuverlässigkeit
• Menschengerechte Gestaltung der Arbeitsplätze und
Arbeitsmittel (Ergonomie)
• Angemessene Bedingungen im Arbeitsumfeld,
z. B. Klima, Beleuchtung, Schutz vor Lärm, Beseitigung von Gasen, Dämpfen, Stäuben
• Verwendung persönlicher Schutzausrüstung, sofern
Gefahren nicht mit anderen Maßnahmen vermeidbar
sind (z. B. Schutzbrille, Schutzhandschuhe, Schutzschuhe, Gehörschutz)
• Berücksichtigung der Fähigkeiten der Mitarbeiter
(z. B. Vermeidung von Überforderung)
• Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe
EG-Recht
EG-Richtlinien gelten für die Mitgliedsstaaten der EU. Sie
müssen in nationales Recht umgesetzt werden, um in den
einzelnen Mitgliedsstaaten Rechtsverbindlichkeit zu
erlangen.
Richtlinien nach Artikel 95 des EG-Vertrages
Ziel:
Beschaffenheitsanforderungen von Produkten vereinheitlichen und dadurch Handelshemmnisse beseitigen.
Beispiel:
Europäische Maschinenrichtlinie (umgesetzt in
deutsches Recht mit der 9. Verordnung zum Geräte- und
Produktsicherheitsgesetz [9. GPSGV]).
Beispiel:
Betriebssicherheitsverordnung, mit der mehrere
europäische Richtlinien in deutsches Recht umgesetzt
wurden.
Staatliches Recht
Arbeitsschutzgesetz
Das Arbeitsschutzgesetz enthält u. a. grundlegende
Pflichten des Arbeitgebers, wie z. B. die Beurteilung der
Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilungen), aber
auch grundlegende Pflichten der Beschäftigten, wie die
Pflicht, Arbeitsmittel und persönliche Schutzausrüstung
bestimmungsgemäß zu verwenden.
Arbeitsstättenverordnung
Die Arbeitsstättenverordnung enthält Anforderungen, die
der Arbeitgeber einhalten muss, damit von Arbeitsstätten
keine Gefährdung für die Sicherheit und Gesundheit der
Beschäftigten ausgeht.
Arbeitsstätten sind Orte in Gebäuden oder im Freien, an
denen Arbeitsplätze eingerichtet sind oder zu denen
Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben.
Dazu gehören Arbeitsräume, Verkehrswege, Fluchtwege,
Notausgänge, Lager-, Maschinen- und Nebenräume,
Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume, Pausen- und
Bereitschaftsräume.
Betriebssicherheitsverordnung
Die Betriebssicherheitsverordnung gilt für die Bereitstellung von Arbeitsmitteln (Definition siehe Kapitel 3.) durch
den Unternehmer, für die Benutzung von Arbeitsmitteln
bei der Arbeit, außerdem für die Errichtung, den Betrieb
und die Prüfung von überwachungsbedürftigen Anlagen
(Druckbehälter, Dampfkessel, Aufzüge u. a.).
Gefahrstoffverordnung
Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) enthält in nationales Recht umgesetzte EG-Richtlinien mit Bestimmungen
über
• Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen,
• die Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen,
Richtlinien nach Artikel 137 des EG-Vertrages
• Gefahrstoffinformationen des Lieferanten,
Mindestanforderungen zur Verbeserung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Mitgliedstaaten.
• die Pflicht zur Unterrichtung der Mitarbeiter über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen.
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1. Arbeitsschutz
In den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) werden
die Anforderungen aus der Gefahrstoffverordnung für einzelne Stoffe oder Stoffgruppen erläutert. Die TRGS
beschreiben den Stand der sicherheitstechnischen,
arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen hinsichtlich des Inverkehrbringens und der Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten.
Wichtige Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)
TRGS 220 Sicherheitsdatenblatt
TRGS 400 Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit
Gefahrstoffen
TRGS 401 Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung,
Beurteilung, Maßnahmen
TRGS 402 Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen
bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative
Exposition
TRGS 500 Schutzmaßnahmen
TRGS 555 Betriebsanweisung und Information der
Beschäftigten
TRGS 608 Ersatzstoffe, Ersatzverfahren und Verwendungsbeschränkungen für Hydrazin in Wasser- und Dampfsystemen
TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte
TRGS 905 Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender
Stoffe
Unfallverhütungsvorschriften (UVV)
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (BGV)
§ 15 SGB VII (Siebtes Buch des Sozialgesetzbuches)
ermächtigt die Unfallversicherungsträger, Unfallverhütungsvorschriften zu erlassen.
Die für Unternehmer verbindlichen Unfallverhütungsvorschriften (UVV) schreiben technische, organisatorische
oder persönliche Maßnahmen für den Arbeitsschutz vor,
meist in Form allgemeiner Schutzziele.
Der neue Titel „Berufsgenossenschaftliche Vorschriften“
(BGV) wurde eingeführt, um deutlich zu machen, dass es
über die Verhütung von Unfällen hinaus auch um arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren und Berufskrankheiten
geht.
Beispiele:
BGV A1
„Grundsätze der Prävention“
DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für
Arbeitssicherheit“
BGV A3
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
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Zur praktischen Umsetzung geben Berufsgenossenschaftliche Regeln (BGR) beispielhaft an, wie die allgemeinen
Schutzziele erreicht werden können. Sie sind nicht rechtsverbindlich, sondern Regeln der Technik. Das heißt, sie
schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen
nicht aus.
BG-Regeln erläutern entweder eine BG-Vorschrift und
haben dann den gleichen Titel, z. B.
BGR A1 „Grundsätze der Prävention“
oder sie befassen sich mit einem fachlichen Thema, z. B.
BGR 500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“
BGR 133 „Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern“
BG-Informationen (BGI) enthalten Hinweise und Empfehlungen, die die praktische Anwendung von Regelungen zu
einem bestimmten Sachgebiet erleichtern sollen und die
konkrete praxisorientierte Arbeitsschutzmaßnahmen enthalten.
Beispiel:
BGI 694 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern
und Tritten“
1.2 Im Arbeitsschutz tätige Organisationen
Gesetzliche Unfallversicherung
Die gewerblichen Berufsgenossenschaften sind die
gesetzlichen Unfallversicherungsträger der gewerblichen
Wirtschaft. Sie lösen die zivilrechtliche Haftung der Unternehmer für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten ab. Entschädigungskosten werden über die Beitragszahlung an
die Berufsgenossenschaft umgelegt.
Die Zuständigkeiten der Berufsgenossenschaften sind
nach Branchen gegliedert. Ihre Berufsgenossenschaft ist
zuständig für
• Textil-, Bekleidungs- und Schuhbetriebe
• Wäschereien, Chemischreinigungen
• Elektrotechnische Industrie und Handwerke
• Energieversorgung
• Wasserversorgung
• Feinmechanik
• Medientechnik
• Druck- und Papierverarbeitung
• Forschungsinstitute
1. Arbeitsschutz
Die gesetzliche Grundlage für die Arbeit der Träger der
gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften) bildet das Siebte Buch des Sozialgesetzbuches
(SGB VII). Aufgabe der Unfallversicherung ist es, mit allen
geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten
sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten,
nach Eintritt von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten
mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen und sie
oder ihre Hinterbliebenen durch Geldleistungen zu entschädigen. Diese Aufgaben erfüllen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung durch
• Beratung
• Information
• Schulungen
• Messungen
Ihre Aufsichtspersonen sind aber auch berechtigt, Mitgliedsunternehmen während der Arbeitszeit auch ohne
Voranmeldung zu besichtigen, Auskunft über Einrichtungen, Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffe zu verlangen,
Proben von Stoffen gegen Quittung zu entnehmen und
Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
und zur Sicherstellung einer wirksamen Ersten Hilfe anzuordnen.
Was ist ein Arbeitsunfall?
Darunter versteht man einen Unfall, den ein Versicherter
in ursächlichem Zusammenhang mit seiner beruflichen
Tätigkeit erleidet. In der Praxis sind das Unfälle im
Betrieb, auf Dienstwegen und Betriebsfahrten.
Was ist ein Wegeunfall?
Darunter versteht man einen Unfall auf dem direkten Weg
von der Wohnung zur Arbeit oder dem Weg zurück.
Wegeunfälle sind ebenso wie Arbeitsunfälle versichert.
Eine Abweichung vom Arbeitsweg ist in Ausnahmefällen
ebenfalls versichert, z. B. bei Fahrgemeinschaften oder
bei Fahrten zur Unterbringung von Kindern wegen der
eigenen beruflichen Tätigkeit.
Was ist eine Berufskrankheit?
Darunter versteht man eine gesundheitliche Schädigung
eines Versicherten durch die berufliche Tätigkeit, die zu
einer Erkrankung führt, die in der Liste der Berufskrankheiten enthalten ist.
Besteht der Verdacht, dass eine Berufskrankheit vorliegt,
muss dies der Berufsgenossenschaft angezeigt werden.
Dies kann durch den Unternehmer, den Betriebsarzt, den
behandelnden Arzt, die Krankenkasse oder den Versicherten selbst erfolgen.
Melden von Arbeits- und Wegeunfällen
Nach Eintritt eines Arbeits- oder Wegeunfalls ist der Unternehmer verpflichtet, der Berufsgenossenschaft und der
Gewerbeaufsicht eine Unfallanzeige zuzusenden, falls der
Verletzte länger als drei Kalendertage arbeitsunfähig ist.
Den Unfallanzeige-Vordruck mit Erläuterungen finden
Sie unter
www.bgetem.de, Webcode: 11560048
Staatliche Stellen
Von staatlicher Seite wird die Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen durch die Gewerbeaufsicht (in einigen Bundesländern auch Amt für Arbeitsschutz genannt)
überwacht.
Die staatlichen Stellen sind neben dem technischen auch
für den sozialen Arbeitsschutz (z. B. Jugendarbeitsschutz,
Mutterschutz, Arbeitszeitbestimmungen) zuständig.
Anbieter von Dienstleistungen
Sicherheitstechnische Dienste
Zur Lösung schwieriger sicherheitstechnischer Fragestellungen kann der Unternehmer auf die Fachkenntnisse und
Erfahrungen von freiberuflichen oder in sicherheitstechnischen Diensten angestellten Sicherheitsingenieuren
zurückgreifen.
Betriebsärztliche/Arbeitsmedizinische Dienste
Freiberufliche oder in arbeitsmedizinischen Diensten
angestellte Betriebsärzte/-ärztinnen können den Unternehmer z. B. hinsichtlich arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung, Beschäftigung werdender Mütter unterstützen und führen
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durch.
Zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS)
Prüfungen an überwachungsbedürftigen Anlagen werden
nach der Betriebssicherheitsverordnung von zugelassenen Überwachungsstellen (an Stelle der bisherigen Sachverständigen) durchgeführt.
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1. Arbeitsschutz
1.3 Wirtschaftliche Faktoren
Ziel des Unternehmers ist der geschäftliche Erfolg. Er wird
erreicht, wenn der Betrieb qualitativ und betriebswirtschaftlich gute Ergebnisse erbringt.
Unfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Erkrankungen gefährden den geschäftlichen Erfolg durch
• Kosten für Lohnfortzahlung und evtl. Vertretungen,
• Instandsetzungskosten für unfallbedingte Sachschäden,
• Beeinträchtigung der Liefertreue, evtl. Konventionalstrafen.
Auch aus sozialer und moralischer Verantwortung sollte
die Vorbeugung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten
Erkrankungen als wichtige unternehmerische Aufgabe
betrachtet werden.
Der Unternehmer muss daher mit allen geeigneten Mitteln
Gefährdungen verringern.
Beispiel:
Ein Gabelstaplerfahrer fuhr seinem Kollegen über den
Fuß. Da dieser keine Sicherheitsschuhe trug, wurden
ihm zwei Zehen gebrochen. Er fiel sechs Wochen aus.
Der Verletzte verdiente brutto 1.500 Euro/Monat.
Dem Unternehmer entstanden folgende Lohnkosten:
Jahresarbeitsverdienst (JAV):
Euro 1.500 x 12
= Euro 18.000,00
Personalkosten (80 % des JAV):
= Euro 14.400,00
Lohnkosten/Jahr:
= Euro 32.400,00
Lohnkosten/Arbeitstag:
(bei 224 Arbeitstagen)
= Euro
144,64
Lohnkosten für sechs Wochen:
= Euro 4.339,20
Allein durch die Lohnfortzahlung entstanden dem
Betrieb Kosten von 4.339,20 Euro, ohne eine Gegenleistung dafür erhalten zu haben.
Weitere Kosten für den Betrieb können z. B. anfallen
durch:
• Arbeitsunterbrechungen
• Erste Hilfe
• Terminverzug
• Verlust des BG-Beitragsnachlasses bzw. BG-Beitragszuschlag
• Imageverlust
8
Durch folgende Maßnahmen wäre der Unfall zu vermeiden
gewesen:
• Sorgfältige Ausbildung des Gabelstaplerfahrers,
• Benutzung von Sicherheitsschuhen,
• Motivation zu sicherheitsgerechtem Verhalten.
Das Beispiel beschreibt lediglich die unmittelbaren
Kosten. Arbeitsunfälle führen darüber hinaus auch zu Einbußen an
• Flexibilität,
• Qualität,
• Termintreue.
Sinkendes Image des Betriebes, sinkende Motivation der
Mitarbeiter, steigende Beiträge an die Berufsgenossenschaft können die Folge sein.
2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
Dieses Kapitel beschreibt die Aufgaben der Betriebsangehörigen und externer Personen im Arbeitsschutz und die
Eckpunkte der Organisation des Arbeitsschutzes im
Betrieb.
T
Technische Maßnahmen
Sicherheitsgerechte Einrichtung und Unterhaltung
von Maschinen und Geräten, Betriebseinrichtungen, Arbeits- und Sozialräumen.
2.1 Aufgaben und Verantwortung im betrieblichen
Arbeitsschutz
Die im Unternehmen tätigen Personen haben unterschiedliche Rechte und Pflichten. Wichtig ist, dass jeder
seinen Beitrag zum möglichst unfallfreien und gesundheitsorientierten Arbeitsleben im Unternehmen leistet.
Unternehmer und Führungskräfte sind verpflichtet, die
erforderlichen Maßnahmen zu treffen und durchzusetzen.
Hierfür tragen sie auch die Verantwortung.
O
Organisatorische Maßnahmen
Regelungen, um Arbeitsvorgänge sicher zu gestalten, z. B. in Betriebsanweisungen und durch Informationen.
P
Personenbezogene Maßnahmen
z. B. Persönliche Schutzausrüstung, Unterweisungen.
Wer unterstützt den Unternehmer bei der Umsetzung
von Arbeitsschutzmaßnahmen im Betrieb?
• intern (sofern vorhanden):
Führungskräfte
Sicherheitsbeauftragter/Betriebsrat
• extern:
Sicherheitsfachkraft/sicherheitstechnischer Dienst
Betriebsarzt/-ärztin/betriebsärztlicher Dienst
Berufsgenossenschaft
Staatliche Arbeitsschutzbehörden
Unternehmer
Die Verantwortung des Unternehmers für den Arbeitsschutz ist untrennbarer Bestandteil seiner unternehmerischen Gesamtverantwortung.
Mit der Teilnahme am Unternehmermodell (alternative
bedarfsorientierte Betreuung) können Kleinbetriebe von
einem bis zu 50 Beschäftigten die Anforderungen der
betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung
umsetzen. Mehr Informationen: www.bgetem.de,
Webcode: 12108806
Führungskräfte
Führungskräfte (Vorgesetzte) sind Angehörige des Unternehmens mit Weisungsbefugnis gegenüber den ihnen
unterstellten Mitarbeitern. Führungskräfte sind aufgrund
ihres Arbeitsvertrages und ihrer Stellung im Betrieb verpflichtet, im Rahmen ihrer Befugnisse die für den Arbeitsschutz erforderlichen Anordnungen und Maßnahmen zu
treffen und dafür zu sorgen, dass sie befolgt werden. Die
Überwachungspflicht der Führungskräfte schließt die
umgehende Beseitigung von Sicherheitsmängeln mit den
im Betrieb zur Verfügung stehenden Mitteln ein, z. B. die
Reparatur einer einfachen Schutzvorrichtung.
An ihn richten sich die meisten Arbeitsschutzvorschriften.
Die vom Unternehmer zu treffenden Maßnahmen zum
Schutz der Beschäftigten lassen sich in drei Gruppen
zusammenfassen:
Das TOP-Prinzip bestimmt die Rangfolge: erst technische,
dann organisatorische und zuletzt persönliche Maßnahmen.
Der Unternehmer kann ihm obliegende Pflichten auf dem
Gebiet des Arbeitsschutzes an Führungskräfte seines
Betriebes übertragen. Diese Pflichtenübertragung kann
eine zwingende Verpflichtung sein, wenn sich der Unternehmer selten im Betrieb aufhält. Die Übertragung von
Unternehmerpflichten an andere Betriebsangehörige
befreit den Unternehmer jedoch nicht von seiner Gesamtverantwortung.
Der Unternehmer hat in jedem Fall dafür zu sorgen, dass
Bild: image 100
• Unternehmerpflichten nur auf geeignete Mitarbeiter
übertragen werden
• eine wirksame Überwachung gewährleistet ist.
Fachkraft für Arbeitssicherheit
Fachkräfte für Arbeitssicherheit (SiFa) sind sicherheitstechnische Spezialisten und Berater des Unternehmers.
Die Verantwortung für die Sicherheit am Arbeitsplatz trägt
jedoch der Unternehmer.
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2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
Betriebsarzt/-ärztin
Betriebsärzte/ärztinnen sind Ärzte/-Ärztinnen mit arbeitsmedizinischer Fachkunde. Sie sind Berater des Unternehmers in allen arbeitsmedizinischen Fragen und sollen die
für bestimmte Tätigkeiten vorgeschriebene Vorsorgeuntersuchungen durchführen (siehe auch Kapitel 8.1 und 8.2 zu
den Aufgaben).
Welche Aufgaben und Verantwortung haben Fachkraft für
Arbeitssicherheit und Betriebsarzt/-ärztin?
Die wichtigste Aufgabe besteht in der Beratung des Unternehmers und der Führungskräfte zur Unfallverhütung und
zur Vorbeugung arbeitsbedingter Erkrankungen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sind verpflichtet, auf Mängel, Defizite oder Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen hinzuweisen und Maßnahmen zur
Abhilfe vorzuschlagen.
Für die Umsetzung dieser Maßnahmen und die Einhaltung
der Vorschriften ist jedoch in jedem Fall der Unternehmer
verantwortlich. Der Unternehmer kann darauf vertrauen,
dass er kompetent beraten wird, wenn er eine Sifa bzw.
einen Betriebsarzt / eine Betriebsärztin zur Beratung
herangezogen hat.
Betriebsärzte/-ärztinnen sind auch für die Bewertung von
Befunden verantwortlich, z. B. über die Eignung eines
Mitarbeiters für eine bestimmte Tätigkeit. Wie alle Ärzte
unterliegen sie der ärztlichen Schweigepflicht. Jeder
Betrieb muss einen Betriebsarzt/eine Betriebsärztin
benennen und die Mitarbeiter auf ihre Rechte hinweisen.
Ein entsprechender Aushang ist im Anhang vorbereitet.
Er muss nur noch vervollständigt werden. Betriebsärzte
findet man am besten in den Gelben Seiten (z. B. Stichwort Arbeitsmedizin, Ärzte für Arbeitsmedizin) oder im
Internet (z. B. www.vdbw.de,
www.betriebsaerzte-helfen.de, www.betriebsaerzte.de,
www.betriebsarztsuche.de, www.gelbeseiten.de).
Sicherheitsbeauftragte
Sicherheitsbeauftragte unterstützen den Unternehmer vor
Ort bei der Durchführung des Arbeitsschutzes.
Insbesondere sollen sie in ihrem Zuständigkeitsbereich
• die Arbeitskollegen über Fragen des Arbeitsschutzes
informieren und zu sicherheitsgerechtem Verhalten
anregen,
• Hinweise auf Gefahren und Gefahrenquellen geben
sowie Sicherheitsmängel dem Vorgesetzten melden,
• sich vom Vorhandensein und der ordnungsgemäßen
Benutzung vorgeschriebener Schutzvorrichtungen und
der Persönlichen Schutzausrüstungen überzeugen und
Mängel dem Vorgesetzten melden.
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Der Sicherheitsbeauftragte ist nicht weisungsbefugt und
somit auch nicht für die Durchführung von Maßnahmen
verantwortlich. Als Kollege unter Kollegen vermittelt der
Sicherheitsbeauftragte sicheres Verhalten motivierend
und ohne zu belehren. Er darf wegen der Erfüllung seiner
Aufgaben nicht benachteiligt werden. Um die Aufgaben
erfüllen zu können, muss er die Gelegenheit erhalten, an
Aus- und Fortbildungsmaßnahmen der Berufsgenossenschaft teilzunehmen.“
In Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten ist die Bestellung eines Sicherheitsbeauftragten gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch in kleineren Betrieben hat sich der
Sicherheitsbeauftragte bewährt. Er entlastet den Unternehmer und erhöht die Akzeptanz des Arbeitsschutzes
bei den Beschäftigten. Als Sicherheitsbeauftragter sollte
ein erfahrener Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin ausgewählt
werden. Eine schriftliche Vorlage für die Bestellung befindet sich im Anhang.
Betriebsrat
Die gewählte Arbeitnehmervertretung hat nach dem
Betriebsverfassungsgesetz Pflichten und Rechte bezüglich des Arbeitsschutzes, trägt aber keine Verantwortung
für den Arbeitsschutz.
Der Betriebsrat hat die Aufgabe,
• darüber zu wachen, dass die Arbeitsschutzbestimmungen im Betrieb zugunsten der Arbeitnehmer eingehalten
werden,
• bei betrieblichen Regelungen bezüglich des Arbeitsschutzes der Arbeitnehmer mitzubestimmen,
• Anregungen und Beschwerden der Arbeitnehmer
entgegenzunehmen und auf Abhilfe beim Arbeitgeber
hinzuwirken,
• die Aufsichtspersonen der BG und der staatlichen
Arbeitsschutzbehörden durch Anregung, Beratung und
Auskunft zu unterstützen,
• sich für die Durchführung der Arbeitsschutzvorschriften
einzusetzen.
Mitarbeiter
Alle Beschäftigten sind verpflichtet, Arbeitsschutzmaßnahmen zu unterstützen. Sicherheitswidrige Anweisungen
dürfen sie nicht befolgen.
Was müssen die Mitarbeiter beachten?
• alle Weisungen, die der Unternehmer oder seine Führungskräfte zum Zwecke des Arbeitsschutzes erteilen,
befolgen
2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
• die zur Verfügung gestellten persönlichen Schutzausrüstungen tragen
• die betrieblichen Einrichtungen bestimmungsgemäß
benutzen
• Mängel unverzüglich den Vorgesetzten melden, sofern
die sofortige Beseitigung wegen fehlender Sachkenntnis
oder Zuständigkeit nicht möglich ist
• sich sicherheitsgerecht verhalten und Schutzeinrichtungen nicht außer Funktion setzen
5. unzureichende Qualifikation und Unterweisung
der Beschäftigten.
Die Gefährdungsbeurteilung hat durch den Umbau des
Arbeitsschutzsystems mit dem Ziel einer Deregulierung
eine zentrale Bedeutung erhalten. Neue oder überarbeitete Arbeitsschutzvorschriften enthalten nur noch wenige
detaillierte Anforderungen, sondern geben Schutzziele
an, wie z. B. „Maschinen sind so zu betreiben, dass niemand gefährdet wird“.
2.2 Gefährdungsbeurteilung
Mit einer Gefährdungsbeurteilung (Beurteilung der Arbeitsbedingungen) müssen alle Arbeitsplätze und Tätigkeiten
systematisch auf Unfallrisiken und auf Belastungen geprüft
werden, die zu gesundheitlichen Schäden führen können.
Daraus leiten sich die Arbeitsschutzmaßnahmen ab.
In fast jedem Betrieb gibt es Gefahren, die zum Teil offensichtlich, zum Teil versteckt sind. Man sollte nicht warten,
bis ein Unfall oder eine Erkrankung Mitarbeiter das Unternehmen belasten. Das Arbeitsschutzgesetz schreibt eine
präventive Vorgehensweise vor und nennt auch einige
wichtige Gefährdungen:
Technischen Regeln oder BG-Regeln, in denen steht, wie
die Schutzziele erreicht werden können, ergänzen die Vorschriften. Diese Regeln sind nicht verbindlich, aber bei
der Auswahl der Maßnahmen zu berücksichtigen. Werden
sie angewendet, sind damit normalerweise auch die
Schutzziele der Vorschrift erfüllt (Vermutungswirkung).
Bei Abweichungen von den o. g. Regeln gilt die Vermutungswirkung nicht mehr. Die Beweislast für die Eignung
der Maßnahmen liegt dann beim Unternehmer. In diesen
Fällen ist besonders wichtig, die Maßnahmen, mit denen
das Schutzniveau aufrechterhalten wird, einschließlich
der auf die Gefährdung bezogenen Begründung zu dokumentieren.
Arbeitsschutzgesetz – § 5
Beurteilung der Arbeitsbedingungen
(1) Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für
die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen
Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des
Arbeitsschutzes erforderlich sind.
(2) Der Arbeitgeber hat die Beurteilung je nach Art der
Tätigkeiten vorzunehmen. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen ist die Beurteilung eines Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit ausreichend.
(3) Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben
durch
1. die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
2. physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
3. die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von
Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen,
Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den
Umgang damit,
4. die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren
Zusammenwirken,
Aus der Gefährdungsbeurteilung muss der Unternehmer
ableiten, welche Maßnahmen im Betrieb zu treffen sind,
welche Regeln anzuwenden sind und wann von ihnen
abgewichen werden kann, ohne das Schutzniveau zu verringern.
Wenn der Unternehmer zusammen mit seinen Mitarbeitern die Gefahren systematisch aufspürt und beurteilt,
können Gefahren ausgeschaltet oder zumindest deutlich
verringert werden. Die Gefährdungsbeurteilung, die
Bewertung der ermittelten Gefahren und die Festlegung
von Maßnahmen gegen die Gefahren macht zwar
zunächst Arbeit, schützt aber alle im Betrieb nachhaltig
vor Unfällen und Gesundheitsschäden. Die Gefährdungsbeurteilung sorgt zudem für ein gutes Betriebsklima und
verbessert die Wettbewerbsfähigkeit, denn Sicherheit und
Qualität gehen Hand in Hand. Außerdem gibt die dokumentierte Gefährdungsbeurteilung dem Unternehmer ein
gewisses Maß an Rechtssicherheit bei Arbeitsunfällen
und Berufskrankheiten – erfahrungsgemäß wird bei Schadensfällen zuerst nach der Gefährdungsbeurteilung
gefragt.
Bei Veränderungen im Betrieb, z. B.
• Einsatz neuer Maschinen oder Geräte
• Neuorganisation des Betriebes oder einzelner Bereiche
• Änderungen von Verfahren
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2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
• Einsatz neuer Arbeitsstoffe
muss die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert, d. h. daraufhin geprüft werden, ob
• die Gefährdungen sich verändert haben oder neue hinzugekommen sind
und
• die bisherigen Maßnahmen ausreichen oder anzupassen sind.
Die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilungen, der
Arbeitsschutzmaßnahmen und der (regelmäßigen) Überprüfung ihrer Wirksamkeit ist Pflicht für jeden Betrieb, der
Arbeitnehmer beschäftigt.
• Die Berufsgenossenschaft stellt Muster von branchenspezifischen Gefährdungskatalogen kostenlos zur
Verfügung, die Sie an Ihre betrieblichen Gegebenheiten anpassen können.
Beispiele finden Sie im Anhang. Weitere Kataloge finden Sie im Internet unter: www.bgetem.de/ete-medien/
direkt –> Hilfsmittel/Kontrolle der Arbeitssicherheit/
Gefährdungsbeurteilung [S]
• Die beiliegende CD-ROM „Praxisgerechte Lösungen“
enthält Gefährdungsobjekte für Arbeitsplätze und
Tätigkeiten. Diese Objekte können bearbeitet werden.
Mit der Bearbeitung entsteht gleichzeitig die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung. Weitere
Informationen ergänzen dieses Angebot der Berufsgenossenschaft.
• Die Außendienstmitarbeiter der Berufsgenossenschaft beraten Sie bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen.
die Eignung durch eine arbeitsmedizinische Untersuchung vor Aufnahme der Tätigkeit abgeklärt werden.
Welche Maßnahmen sind für das Vermitteln der für den
Arbeitsplatz benötigten Informationen und insbesondere
für die Förderung eines sicherheitsgerechten Verhaltens
geeignet?
• Gespräche
• Unterweisungen
• Betriebsanweisungen
Gespräche
In Gesprächen zur Änderung eines Verhaltens ist es notwendig, den Betroffenen von Sinn und Zweck eines geänderten Verhaltens zu überzeugen.
Hierbei kann wie folgt vorgegangen werden:
• eine vertrauensgeprägte Atmosphäre schaffen,
• das Problem nennen,
• der Schilderung des Problems durch den Betroffenen
zuhören,
• dem Betroffenen vorschlagen, den Vorgang aus der
Sicht einer anderen Person, die eine ihm entgegen
gesetzte Meinung vertritt, zu schildern (durch Artikulierung gegensätzlicher Standpunkte werden diese verhandelbar),
• den Betroffenen auffordern, eine Problemlösung zu erarbeiten (Vergleich von Vor- und Nachteilen konkurrierender Lösungen).
Unterweisungen
Unterweisungen dienen dazu, Beschäftigten den Umgang
mit Geräten und Maschinen bzw. mit Gefahrstoffen/biologischen Arbeitsstoffen sowie den Ablauf bestimmter Tätigkeiten zu erklären. Hierbei muss auf mögliche Gefahren
und deren Vermeidung hingewiesen werden.
2.3 Personaleinsatz – Information – Unterweisung
Es gilt der Grundsatz:
„Der richtige Mitarbeiter am richtigen Arbeitsplatz“.
Was sollte bei der Personalauswahl beachtet werden?
Bevor ein Mitarbeiter an einem neuen Arbeitsplatz eingesetzt wird, muss überprüft werden, ob seine Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten ausreichen, um die Arbeitsaufgabe zu erfüllen. Ständige Überforderung kann zu
unkonzentrierter und hektischer Arbeitsweise führen; Verhaltensfehler und nicht selten Arbeitsunfälle sind die
Folge. Aber auch eine dauernde Unterforderung löst Desinteresse aus. Werden besondere Anforderungen an die
Fähigkeiten der Mitarbeiter gestellt, sollte im Zweifelsfall
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Bei Neueinstellungen, Umsetzungen an andere Arbeitsplätze oder Veränderungen von Arbeitsprozessen sind die
Mitarbeiter von einem erfahrenen Kollegen oder Vorgesetzten, der sich mit der Bedienung des zu erklärenden
Gerätes bzw. mit der Tätigkeit und den dabei auftretenden
Gefährdungen gut auskennt, an den Arbeitsplatz heranzuführen; nicht zuletzt, um Erfahrungen weiterzugeben.
Die Arbeiten werden vorgemacht und erklärt. Danach sind
die Arbeitsgänge unter Aufsicht zu üben, wobei der Mitarbeiter erste Erfahrungen erwirbt.
2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
aufzeigen, sowie auch Verhaltensregeln am Arbeitsplatz,
Erste-Hilfe-Maßnahmen und Verhaltensregeln bei Störungen enthalten.
Farbkennzeichnung der Betriebsanweisungen
blau:
für Maschinen, Arbeitsplätze allgemein
orange: für Gefahrstoffe (siehe 5.5)
grün:
für biologische Arbeitsstoffe (siehe 6)
Betriebsanweisungen sind
• vom Unternehmer oder dem zuständigen Vorgesetzten
zu unterschreiben
Unterweisungen sind zu wiederholen, anfangs häufiger,
später mindestens einmal pro Jahr. Sie sind auch bei nur
vorübergehenden oder aushilfsweisen Umbesetzungen
im Betrieb notwendig. Besondere Aufmerksamkeit ist der
Unterweisung von Aushilfskräften (Schülern und Studenten) und Leiharbeitnehmern zu widmen, da diese im
Umgang mit Maschinen, Transportgeräten oder Gefahrstoffen häufig unerfahren sind.
Zur Unterweisung gehört auch das Üben. Wer eine NotAus-Einrichtung schon einmal betätigt hat, findet sie im
Notfall schneller. Bei gefährlichen Tätigkeiten kann es
erforderlich sein, die richtige Grifftechnik einzuüben. Es
muss überprüft werden, ob sich der Beschäftigte entsprechend der Unterweisung sicherheitsgerecht verhält. Unsichere Handlungen sind dabei solange zu korrigieren, bis
der Beschäftigte sicher arbeitet.
Die Unterweisung muss immer konkret auf den Arbeitsplatz und die Tätigkeit bezogen sein. Anregungen von Mitarbeitern an gleichartigen Arbeitsplätzen sind besonders
wertvoll und sollten berücksichtigt werden.
Arbeitsplatzbezogene Unterweisungshilfen erhalten Sie
von Ihrer Berufsgenossenschaft.
Die Durchführung von Unterweisungen muss dokumentiert werden. Vorlagen dazu enthält der Anhang.
2.4 Betriebsanweisungen
Betriebsanweisungen zeigen den Beschäftigten, wie sie
sich am Arbeitsplatz sicherheitsgerecht und gesundheitsbewusst verhalten müssen. Betriebsanweisungen dienen
auch zur Auffrischung des Wissens, das den Beschäftigten durch die Unterweisung vermittelt wurde. Sie sollen
deshalb wichtige Unterweisungsinhalte leicht verständlich wiedergeben, d. h. Gefährdungen und Belastungen
13
2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
Eine umfangreiche Auswahl an Betriebsanweisungen finden Sie im Internet unter
www.bgetem.de/Webcode 11205644, Elektro/Feinmechanik/Textile Branchen und Schuhe, Betriebsanweisungen
• am Arbeitsplatz auszuhängen
• regelmäßig zu aktualisieren
• Die Staatlichen Ämter für Arbeitsschutz überwachen insbesondere die Durchführung des sozialen Arbeitsschutzes im Betrieb.
Betriebsbesichtigungen durch die Berufsgenossenschaft
(BG) und staatliche Arbeitsschutzverwaltung
Die Aufsichtspersonen der BG und die Beamten der staatlichen Arbeitsschutzverwaltungen haben das Recht, den
Betrieb während der Arbeitszeit auch unangemeldet zu
besichtigen.
Welche Aufgaben haben Aufsichtspersonen der BG und
Beamte der staatlichen Gewerbeaufsicht bzw. Ämter für
Arbeitsschutz bei Betriebsbesichtigungen?
An Betriebsbesichtigungen der BG bzw. der staatlichen
Arbeitsschutzbehörde nimmt der Unternehmer oder eine
von ihm beauftragte Person teil.
• Die Berufsgenossenschaft berät den Unternehmer in
Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes und überwacht die Durchführung des Arbeitsschutzes im Betrieb.
Ziel der Betriebsbesichtigungen, der sicherheitstechnischen Beurteilungen von Arbeitsverfahren oder Maschinen, auch der Untersuchungen von Unfällen und Ermitt-
2.5 Betriebsbegehungen
14
2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
lungen zu Berufskrankheiten durch die BG ist es, Gefährdungen aufzudecken und zweckmäßige Schutzmaßnahmen vorzuschlagen.
Betriebsbegehungen durch den Unternehmer
Betriebsbegehungen sind von zentraler Bedeutung, weil
der Unternehmer dadurch einen umfassenden Eindruck
vom Stand des Arbeitsschutzes in seinem Betrieb
bekommt.
Welche wesentlichen Ziele haben Betriebsbegehungen?
• Überprüfung des sicherheitstechnischen Zustandes
• Überprüfung des Verhaltens der Mitarbeiter
• Überprüfung der Verfahren
• Überprüfung der Organisation der Ersten Hilfe
• Überprüfung der Brandschutzmaßnahmen
• Unfalluntersuchung
• Überprüfung der Gefahrstoffsituation
• Überprüfung elektrischer Anlagen und Geräte
• Überprüfung technischer Geräte
In der Praxis gibt es zusätzliche Anlässe, Betriebsbegehungen vorzunehmen, z. B. das Freihalten von
Verkehrswegen, Unterweisungen bestimmter Personen an
bestimmten Betriebseinrichtungen, Überwachung innerbetrieblicher Baustellen.
Je nach Ziel der Betriebsbegehung kann es sinnvoll sein,
weitere Personen zu beteiligen, z. B. die für den Bereich
verantwortliche Person, den Sicherheitsbeauftragten, die
Fachkraft für Arbeitssicherheit, den/die Betriebsarzt/
-ärztin.
Die meisten Unfälle haben nicht nur eine einzige, sondern
vielfältige Ursachen:
Technische Teilursachen
• Gefahren im Arbeitsverfahren oder an Arbeitsmitteln
• Mängel der Sicherheitstechnik
Organisatorische Teilursachen
• Mängel im Arbeitsablauf
• Fehlen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung
• Ungenügende Einweisung
Persönliche Teilursachen
• Eignung
• Aufmerksamkeit
• Verhalten
Beispiel:
Beim Aufrauen eines Schuhs fliegt einem Mitarbeiter ein
Fremdkörper ins Auge.
Die Unfallursachen waren:
• Mit dem Arbeitsverfahren ist grundsätzlich eine Gefahr
verbunden (technische Teilursache).
• Der Mitarbeiter war über die sichere Arbeitsweise beim
Aufrauen nicht deutlich genug unterwiesen worden
(organisatorische Teilursache).
• Da es sich nur um eine kurze Tätigkeit handelte, hatte
der Mitarbeiter seine Schutzbrille nicht aufgesetzt (persönliche Teilursache).
2.7 Planung von Neu- und Umbauten
Warum das Ergebnis der Betriebsbegehungen dokumentieren?
• um eine Übersicht über die Gefährdungslage im Betrieb
zu erhalten
• um Schutzmaßnahmen für erkannte Gefährdungen festzulegen
• um einen Überblick über die Umsetzung von Maßnahmen zu erhalten
• um Unterweisungen zu dokumentieren
• um die betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen zu
überprüfen
Bei Neu- und Umbauten sollten Maßnahmen zum Arbeitsschutz bereits vor der Vergabe von Aufträgen ausreichend
berücksichtigt werden.
2.6 Betriebliche Unfalluntersuchungen
• der Umfang der Arbeiten voraussichtlich 500 Personentage überschreitet,
Welche Ziele verfolgt die innerbetriebliche Unfalluntersuchung?
• Klärung der Ursachen
• Maßnahmen festlegen, um weitere Unfälle zu verhindern
• Aufzeigen des Fehlverhaltens
Für Baustellen, bei denen
• die voraussichtliche Dauer der Arbeiten mehr als 30
Arbeitstage beträgt und auf der mehr als 20 Beschäftigte gleichzeitig tätig werden
oder
sind
• eine Vorankündigung bei der zuständigen Behörde
erforderlich,
15
2. Betriebliches Arbeitsschutzsystem
• ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SIGEPLAN)
zu erstellen
und
• ein Koordinator zu bestellen.
Bei Neu- und Umbauten können Genehmigungsverfahren
erforderlich sein, z. B.
• Baugenehmigung,
• Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz,
• Erlaubnisvorbehalt für überwachungsbedürftige Anlagen, z. B. bei Druckbehältern oder Dampfkesseln (nach
der Betriebssicherheitsverordnung).
Von besonderer Bedeutung für die Planung von Arbeitsstätten sind:
16
• die Arbeitsstättenverordnung mit ihren Arbeitsstättenrichtlinien (ArbstättV),
• die Betriebssicherheitsverordnung mit ihren Technischen Regeln (TRBS),
• Unfallverhütungsvorschriften.
3. Arbeitsmittel
D039_UnternehmerinfoDefinition
Arbeitsmittel sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder
Anlagen. Anlagen setzen sich aus mehreren Funktionseinheiten (Maschinen) zusammen, die zueinander in Wechselwirkung stehen.
3.1 Maschinen und Anlagen
Viele Unfälle sind auf sicherheitstechnische Mängel an
Maschinen, Geräten und Werkzeugen zurückzuführen.
Grundsätze für die Sicherheit
• Vorbeugen ist wirtschaftlich
• Alle Verletzungen sind vermeidbar
• Ein Schwachpunkt ist der Mensch: Unterweisen verhindert Fehlverhalten
• Jeder unsicheren Handlung nachgehen
• Mängel möglichst sofort beseitigen
Sicherheit an neuen, gebrauchten und selbstgebauten
Maschinen
Wie kann der Unternehmer schon bei der Beschaffung
von Maschinen für einen hohen sicherheitstechnischen
Standard sorgen?
• Darauf achten, dass die Maschine
mit Konformitätserklärung und CEZeichen geliefert wird. Der Hersteller bescheinigt damit, dass er die
sicherheitstechnischen Anforderungen der EU-Maschinenrichtlinie und
anderer EU-Richtlinien eingehalten
hat.
• Beschaffung einer Maschine, die
neben der CE-Kennzeichnung mit
einem GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) versehen ist. Das bedeutet,
dass eine anerkannte Prüfstelle die
Maschine sicherheitstechnisch für
gut befunden und das GS-Zeichen
zuerkannt hat. Zur GS-Prüfung ist der Hersteller allerdings nicht verpflichtet.
Wann muss der Unternehmer selbst für eine sichere
Maschine sorgen?
Wenn eine Maschine in Betrieb genommen wird, die
• nicht CE-gekennzeichnet ist, weil sie nicht aus der EU
stammt und dementsprechend nicht für diesen Binnenmarkt ausgerüstet ist,
• als Gebrauchtmaschine (Baujahr vor 1995) sicherheitstechnisch nicht den einschlägigen Anforderungen der
Betriebssicherheitsverordnung entspricht,
• im eigenen Unternehmen oder durch Auftragsvergabe
gebaut oder verändert wurde,
• ab Baujahr 1995 kein CE-Zeichen trägt, weil sie allein
nicht verwendungsfertig ist.
„Verwendungsfertig“ bedeutet, dass der Unternehmer
diese Maschine nur noch aufzustellen und anzuschließen
braucht, z. B. eine Metallpresse, Fräsmaschine, Strickmaschine, Waschschleudermaschine, Bügelpresse usw.
„Nicht verwendungsfertig“ ist eine Maschine, wenn der
Unternehmer beispielsweise mehrere Komponenten verketten muss. (Solche Teilmaschinen werden in der Regel
mit Herstellererklärung ohne CE-Zeichen geliefert.) Dann
muss entweder der Unternehmer oder ein beauftragter
Generalunternehmer für die Sicherung der Schnittstellen
(z. B. zwischen Quetschwerk und Trockner, Stoffballenmagazin und Legemaschine, Entwässerungspresse und
Transportband) sorgen. Dies muss durch eine Konformitätserklärung für die gesamte Anlage dokumentiert werden.
Prüfungen technischer Arbeitsmittel
nach der Betriebssicherheitsverordnung
Arbeitsmittel allgemein
Zu den aus der Gefährdungsbeurteilung
(siehe Kapitel 2.2) abzuleitenden Maßnahmen gehört
auch
• festzulegen, welche Arbeitsmittel (sicherheitstechnisch)
zu prüfen sind,
• den Umfang und die Fristen dieser Prüfungen zu ermitteln und
• die Voraussetzungen zu bestimmen, die Personen erfüllen müssen, die mit Prüfungen oder Erprobungen von
Arbeitsmitteln beauftragt sind.
17
3. Arbeitsmittel
Arbeitsmittel, die besonderen Beanspruchungen unterliegen
Um einen sicheren Betriebsablauf zu gewährleisten, müssen Arbeitsmittel einer Prüfung/Erprobung unterzogen
werden, wenn
• die Arbeitsmittel gefährlichen Einflüssen unterliegen,
die zu Schäden führen können,
• sie regelmäßig auf- und abgebaut werden und die
Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt,
• außergewöhnliche Ereignisse stattgefunden haben, z. B.
Veränderungen, Unfälle, lange Nichtbenutzung,
• Instandsetzungsarbeiten vorgenommen wurden, die die
Sicherheit beeinträchtigen können.
Diese Prüfungen/Erprobungen dürfen nur befähigte Personen vornehmen, die durch ihre Berufsausbildung,
Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit über
die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen. Diese Definition aus der Betriebssicherheitsverordnung entspricht
etwa der eines Sachkundigen aus Unfallverhütungsvorschriften.
Für Prüfungen an elektrotechnischen Anlagen gelten
besondere Vorschriften; siehe hierzu Kapitel 3.4.
Organisatorische Maßnahmen bei Restgefahren
Welche organisatorischen Maßnahmen hat der Unternehmer zur Vermeidung von Gefahren zu treffen, wenn technische Maßnahmen nicht ausreichen?
• Erstellen von Betriebsanweisungen
• Unterweisung der Mitarbeiter
• Bereitstellen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung
18
3.2 Transportmittel
Der innerbetriebliche Transport ist ein deutlicher Unfallschwerpunkt in den Mitgliedsbetrieben unserer Berufsgenossenschaft: Transporttätigkeiten verursachen ca. 1/3
aller Unfälle.
Flurförderzeuge
Flurförderzeuge, z. B. Gabelstapler, werden wegen ihrer
vielseitigen Möglichkeiten beim innerbetrieblichen Transport in großem Umfang eingesetzt. Häufig werden Stapelhilfsmittel – in der Regel Paletten – verwendet. Für den
sicheren Transport müssen die Paletten ordnungsgemäß
sein, fachgerecht aufgenommen und mit angemessener
Geschwindigkeit transportiert werden. Bei allen Transportarbeiten mit Flurförderzeugen unbedingt Schutzschuhe tragen, um vor Fußverletzungen geschützt zu sein.
Flurförderzeuge dürfen nur von Personen mit spezieller
Ausbildung nach BGG 925 „Ausbildung und Beauftragung
der Fahrer von Flurförderzeugen mit Fahrersitz und Fahrerstand“ gefahren werden. Der Unternehmer muss die
Personen zum Führen von Flurförderzeugen ausdrücklich
beauftragen. Die Berufsgenossenschaft berät bei der Auswahl und Ausbildung der Fahrer.
Vor dem Einsatz eines Flurförderzeuges muss überprüft
werden, ob die Last nicht zu schwer ist. Bei Überlastung
besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug samt Ladung
umkippt, was mit erheblichen Unfallrisiken verbunden ist.
Alle Flurförderzeuge, bei denen eine Gefahr des Umkippens während des Betriebes besteht, müssen mit einer
Rückhaltevorrichtung für den Fahrer, z. B. Beckengurt oder
Türe, ausgerüstet sein.
3. Arbeitsmittel
Zu Arbeitsbeginn muss der Fahrer den betriebssicheren
Zustand des Flurförderzeuges durch einen Sicht- und
Funktionstest überprüfen.
Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, wenn
Gabelstapler von Unbefugten benutzt werden. Jeder Fahrer ist deshalb verpflichtet, die unbefugte Benutzung seines Gerätes zu verhindern.
Kraftbetriebene Flurförderzeuge sind nach Bedarf, jedoch
mindestens jährlich einmal durch einen Sachkundigen
(befähigte Person) zu prüfen. Das Prüfergebnis ist in ein
Prüfbuch einzutragen.
Hebezeuge
Als Hebezeuge werden vor allem Elektrozüge, Schienenlaufkatzen und flurbediente Brückenkrane eingesetzt.
Diese Hebezeuge sind mit Lastaufnahmeeinrichtungen
ausgerüstet.
Hebezeuge und Lastaufnahmeeinrichtungen dürfen nur
von Personen bedient werden, die im Umgang unterwiesen und ausdrücklich mit der Bedienung beauftragt wurden. Die an jedem Hebezeug anzugebende zulässige
Belastung (Tragfähigkeit) darf nicht überschritten werden.
Alle kraftbetriebenen Hebezeuge müssen mit einer
Notendhalteeinrichtung ausgerüstet sein (z. B. Endschalter vor dem Nachlaufweg, einstellbare Rutschkupplung,
Druckbegrenzungsventil).
Für den betrieblichen Einsatz ist die Auswahl geeigneter
Anschlag- und Lastaufnahmemittel wichtig. Dazu muss
die zulässige Belastung dieser Anschlagmittel und
Lastaufnahmemittel angegeben bzw. bekannt sein. Lastaufnahmemittel müssen so eingesetzt werden, dass
Beschädigungen, die zu einer Verringerung der Tragfähigkeit führen, vermieden werden. Vor jeder Benutzung sind
die Lastaufnahmemittel einer Sichtprüfung zu unterziehen.
Hebebühnen
Hebebühnen sind Einrichtungen und Geräte zum Heben
und Senken von Lasten oder Personen mit geführten Lastaufnahmemitteln, z. B. Scherenhubtische, Kippbühnen,
Hubarbeitsbühnen oder Hubladebühnen (Ladebordwände). Bedienen darf eine Hebebühne nur, wer unterwiesen
und vom Unternehmer hierzu beauftragt wurde. Eine
Betriebsanleitung am Arbeitsplatz muss nicht nur ausgehängt, sondern auch beachtet werden. An jeder Hebebühne ist die zulässige Belastung ein wichtiger Hinweis – sie
darf nicht überschritten werden. Erreichbare Quetsch- und
Scherstellen müssen gesichert sein.
Jede Hebebühne ist in regelmäßigen Abständen (Richtwert 1 Jahr) durch einen Sachkundigen (befähigte Person)
zu prüfen, die Prüfung ist zu dokumentieren.
Winden, Hub- und Zuggeräte (z. B. Elektrozüge) und Lastaufnahmemittel müssen vor der ersten Inbetriebnahme
von einer befähigten Person, Krane dagegen durch eine
zugelassene Überwachungsstelle geprüft werden. Danach
sind alle Hebezeuge und Lastaufnahmeeinrichtungen in
regelmäßigen Abständen (Richtwert 1 Jahr) durch einen
Sachkundigen (befähigte Person) zu prüfen. Sachkundige
und Sachverständige sind befähigte Personen im Sinne
der Betriebsicherheitsverordnung.
Stetigförderer
Stetigförderer sind mechanische, pneumatische oder
hydraulische Fördereinrichtungen, bei denen das Fördergut stetig auf einem festgelegten Förderweg von einer Aufgabe- zu einer Abgabestelle bewegt wird.
An Bandförderern (Förderbändern) müssen Antriebs-,
Umlenk- und Spannrollen so gesichert sein, dass die Einzugs- und Auflaufstellen nicht erreicht werden können.
Eine Not-Aus-Einrichtung muss vorhanden sein. An Übergangsstellen von Bandförderern auf Rollenbahnen oder
Ablauftische können sich Einzugsstellen ergeben.
19
3. Arbeitsmittel
Sie sind mit Verkleidungen zu sichern. Auflaufstellen an
angetriebenen Rollenbahnen müssen so beschaffen oder
gesichert sein, dass Quetschgefahren ausgeschlossen
sind. Führen Rollenbahnen oder Schleppkettenförderer
über mehrere Stockwerke, müssen die Deckendurchbrüche gesichert werden, damit keine Personen herunterstürzen können.
Die Aufhängevorrichtungen für Kett- und Warenbäume
müssen genügend stark und mit Sicherung gegen Aushängen versehen sein. Kett- und Warenbäume und ihre
Gestelle sind so einzurichten, dass ein Herausfallen verhindert wird.
Aufzüge
Für Aufzugsanlagen gelten die Vorschriften der Betriebssicherheitsverordnung.
Aufzugsanlagen sind:
a) Aufzüge zur Personenbeförderung oder zur Personenund Güterbeförderung,
b) Maschinen zum Heben von Personen, bei denen die
Gefahr eines Absturzes aus einer Höhe von mehr als
3 m besteht (z. B. Behinderten-, Kranführeraufzüge),
c) Personen-Umlaufaufzüge (Paternoster),
d) Bauaufzüge mit Personenbeförderung.
Aufzugsanlagen nach a), c) und d) müssen mindestens
alle 2 Jahre, Anlagen nach b) mindestens alle 4 Jahre
geprüft werden. Innerhalb der Prüfintervalle ist eine Zwischenprüfung für den ordnungsgemäßen Betrieb und
Zustand durchzuführen.
3.3 Schutzeinrichtungen
Für Antriebsteile müssen trennende Schutzeinrichtungen
verwendet werden.
Für bewegliche Teile des Arbeitsprozesses (z. B. Schneidwerkzeuge, Walzen, Pressenwerkzeuge) sind neben trennenden Schutzeinrichtungen auch nicht trennende
Schutzeinrichtungen erlaubt.
Richtige Auswahl und richtiger Einsatz hängen von der
jeweiligen Gefährdung ab.
20
Beispiel:
Durchgreifen durch Gitter
Tabelle der Sicherheitsabstände Sr
Öffnungsweite schlitzförmig
e
Sr
quadratisch
Sr
kreisförmig
Sr
e울4
욷2
욷2
욷2
4쏝e울6
욷 10
욷5
욷5
6쏝e울8
욷 20
욷 15
욷5
8 쏝 e 울 10
욷 80
욷 25
욷 20
10 쏝 e 울 12
욷 100
욷 80
욷 80
12 쏝 e 울 20
욷 120
욷 120
욷 120
20 쏝 e 울 30
욷 8501)
욷 120
욷 120
30 쏝 e 울 40
욷 850
욷 200
욷 120
40 쏝 e 울 120
욷 850
욷 850
욷 850
1) Ist die Länge einer schlitzförmigen Öffnung 울 65 mm, wirkt der
Daumen als Begrenzung und der Sicherheitsabstand kann auf
200 mm reduziert werden.
Alle Schutzeinrichtungen müssen so angebracht sein,
dass sie nicht einfach umgangen werden können. Sie dürfen z. B. nicht zu übergreifen oder untergreifen sein und
sich auch nicht mit einfachen Gegenständen wie einem
Klebeband, Streichholz oder einer Büroklammer außer
Kraft setzen lassen.
Bei der Abmessung und Gestaltung von Schutzeinrichtungen müssen Sicherheitsabstände beachtet werden, damit
der Zugriff zur Gefahrstelle verhindert wird (siehe auch
DIN EN 349 „Sicherheit von Maschinen-Mindestabstände
zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen“ und
DIN EN ISO 13857 „Sicherheit von Maschinen – Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefährdungsbereichen mit den oberen und unteren Gliedmaßen“).
3. Arbeitsmittel
Trennende Schutzeinrichtungen
Trennende Schutzeinrichtungen sollen den Zugang oder
Zugriff zum Gefahrbereich verhindern und Personen vor
umherfliegenden Spänen, Werkstücken, Stäuben, aber
auch vor Dämpfen, Gasen, Flüssigkeiten schützen.
Unter trennenden Schutzeinrichtungen versteht man
• Verkleidungen (z. B. Blechgehäuse um eine Kupplung):
Vollständiger Schutz von allen Seiten.
• Verdeckung (z. B. Schutzblech um den Riementrieb
eines Kompressors): Schutzeinrichtung, die von der
Zugriffseite her die Gefahrstelle verdeckt.
• Umzäunung (z. B. Zaun um eine Maschine oder Anlage):
Bereichssicherung, sicher gegen Durchgriff und Übersteigen, meist mit verriegelten Zugängen.
• Umwehrung (z. B. ein Geländer mit Fuß- und Knieleiste
in sicherem Abstand zu Gefahrstellen): einfache
Bereichssicherung, leicht zu überwinden, daher meist
unzureichend.
Nicht trennende Schutzeinrichtungen
Zu den nicht trennenden Schutzeinrichtungen zählen ortsbindende Schutzeinrichtungen (z. B. Zweihandschaltungen) und Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion
(z. B. Lichtschranken, druckempfindliche Trittmatten).
Bei der Verwendung von Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion ist sicherzustellen, dass die Anhaltezeit
des kraftbetriebenen Arbeitsmittels kleiner ist als die
Zugriffszeit zur Gefahrstelle. Formeln zur Berechnung des
Sicherheitsabstandes zwischen einer Lichtschranke oder
Trittmatte und der Gefahrstelle können der DIN EN 999
„Anordnung von Schutzeinrichtungen im Hinblick auf
Annäherungsgeschwindigkeiten von Körperteilen“ entnommen werden.
3.4 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Die für die elektrische Sicherheit im Betrieb erforderlichen
Maßnahmen sind in der Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (BGV A3) und den
VDE-Bestimmungen geregelt.
Elektrotechnisch unterwiesene Personen dürfen dagegen
wegen fehlender Ausbildung lediglich bestimmte Tätigkeiten ausführen, über die sie durch eine Elektrofachkraft
unterwiesen wurden. Alle darüber hinausgehenden Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln dürfen
sie nicht oder nur unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft durchführen. Die Verantwortung hierfür hat
immer die Elektrofachkraft.
Elektrotechnische Laien dürfen keine elektrotechnischen
Arbeiten ausführen. Sie dürfen elektrische Anlagen und
Betriebsmittel lediglich bedienen. Für diesen Personenkreis ist vollständiger Berührungsschutz erforderlich.
Organisatorische Schutzmaßnahmen gegen Stromunfälle
• Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
dürfen nur von Elektrofachkräften durchgeführt werden.
• Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen infolge der
Gefährdungsbeurteilung.
• Bei Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln müssen die „5 Sicherheitsregeln“ (siehe nächste
Seite) beachtet werden.
• Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen vor der
ersten Inbetriebnahme und danach in regelmäßigen
Zeitabständen geprüft werden.
• Sicherstellung einer wirksamen Ersten Hilfe (s. Kapitel 9
Erste Hilfe).
Welche Sicherheitsbestimmungen muss ein elektrotechnischer Laie beachten?
1. Überzeugen Sie sich vor der Benutzung elektrischer
Geräte oder elektrischer Anlagen von ihrem einwandfreien Zustand.
2. Bedienen Sie nur die dafür bestimmten Schalter und
Stelleinrichtungen. Keine Einstellungen an Sicherheitseinrichtungen vornehmen!
3. Grundsätzlich keine nassen elektrischen Geräte benutzen und keine nassen elektrischen Anlagen bedienen.
4. Bei Störungen sofort Spannung abschalten (Hauptschalter auf AUS oder Stecker ziehen). Tun Sie danach
nur das, was Sie gefahrlos beherrschen.
5. Keine eigenmächtigen Reparaturen an elektrischen
Anlagen und Betriebsmitteln.
Eine Elektrofachkraft ist auf Grund ihrer Ausbildung in der
Lage, Arbeiten an elektrischen Anlagen durchzuführen,
mögliche Gefahren zu erkennen und eigenverantwortlich
zu beurteilen (Fachverantwortung).
21
3. Arbeitsmittel
5. Melden Sie Schäden oder ungewöhnliche Erscheinungen an elektrischen Geräten/Anlagen sofort der Elektrofachkraft. Geräte/Anlage nicht weiterverwenden, der
Benutzung durch andere Personen entziehen und auf
Gefahren hinweisen.
6. Keine Reparaturen und „Bastelarbeiten“ – auch noch
so einfacher Art – an elektrischen Geräten und Anlagen
durchführen.
7. Schutzabdeckungen und Zugänge an elektrischen
Betriebsstätten oder Schaltanlagen nie öffnen. Achten
Sie auf Kennzeichnungen oder Absperrungen, die Sie
vor einer Berührung mit unter Spannung stehenden
Leitungen oder Teilen warnen oder schützen sollen.
8. Arbeiten in der Nähe elektrischer Anlagen nur nach
Anweisung einer zuständigen Elektrofachkraft durchführen.
Die fünf Sicherheitsregeln für die Elektrofachkraft
An unter Spannung stehenden Teilen darf nicht gearbeitet
werden. Vor Beginn der Arbeiten ist der spannungsfreie
Zustand gemäß den fünf Sicherheitsregeln herzustellen
und für die Dauer der Arbeiten sicherzustellen.
1.
2.
3.
4.
5.
Freischalten.
Gegen Wiedereinschalten sichern.
Spannungsfreiheit feststellen.
Erden und kurzschließen.
Benachbarte, unter Spannung stehende Teile
abdecken oder abschranken.
Prüfungen von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
Wiederholungsprüfungen für elektrische Anlagen und Betriebsmittel
sowie für Hilfsmittel (bei normalen Betriebs- und Umgebungsbedingungen) nach BGV A3 §5
1)
2)
Anlage, Betriebs-, Hilfsmittel
Prüffrist
Art und Umfang
Prüfer
el. Anlagen und
ortsfeste el. Betriebsmittel 1)
alle 4 Jahre
vollständig auf ordnungsgemäßen Zustand
Elektrofachkraft
el. ortsveränderliche
Betriebsmittel 2)
alle 6 Monate
auf sicheren Zustand
Fehlerstromschutzschaltung
bei nicht stationären Anlagen
z. B. Anlagen auf Baustellen
mind.
1 x im Monat
auf Wirksamkeit
Elektrofachkraft oder bei
Verwendung geeigneter Prüfgeräte
unterwiesene Person
Fehlerstrom- und Fehlerspannungsschutzschalter bei stationären Anlagen
alle 6 Monate
Überprüfung auf einwandfreie Funktion durch Betätigen der Prüfeinrichtung
Benutzer
bei nicht stationären Anlagen,
z. B. Anlagen auf Baustellen
arbeitstäglich
Anmerkung: Bei Wiederholungsprüfungen von Hebebühnen und Kranen ist auch die elektrische Ausrüstung mitzuprüfen.
Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind z. B. Elektrowerkzeuge für Metall- und Holzbearbeitung, Anschlussleitungen mit
Stecker von ortsfesten und nicht ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln, Verlängerungs- und Anschlussleitungen mit Steckvorrichtungen (Steckverbinder ausgenommen), Kabeltrommeln, Handlampen, Bügeleisen, Kreismesser- und Stoßmesserzuschneidmaschinen, Stoffmarkiergeräte, Kaffeemaschinen, Staubsauger, elektrischer Rasenmäher, elektrisch betriebene Flurförderzeuge
(keine üblichen Pkws)
22
3. Arbeitsmittel
Die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme kann durch
eine Herstellerbestätigung ersetzt werden. Zur Durchführung der Prüfungen in regelmäßigen Zeitabständen empfehlen wir, die Daten der Tabelle zugrunde zu legen.
Andere Prüffristen sind immer dann möglich, wenn mindestens die gleiche Sicherheit erreicht wird. In reinen
Büro- und Verwaltungsräumen reicht es z. B. aus, die nicht
ortsfesten elektrischen Betriebsmittel nur alle zwei Jahre
zu prüfen. Andererseits können bei elektrischen Anlagen
und Betriebsmitteln, die in feuchten Räumen eingesetzt
sind, auch kürzere Prüfzeiträume notwendig sein. Wird
bei den Wiederholungsprüfungen eine Fehlerquote
erreicht, die unter 2 % liegt, darf die Prüffrist verlängert
werden. Voraussetzung sind Prüfnachweise.
Fehlerschutz
Alle elektrischen Anlagen und Betriebsmittel müssen
gegen direktes Berühren geschützt sein. Isolierwerkstoffe
können brechen oder durch Alterung spröde werden. Deshalb sind zusätzliche Schutzmaßnahmen vorgeschrieben,
die den Benutzer bei defekt gewordenen elektrischen
Geräten vor einem elektrischen Schlag schützen.
Bei den technischen Maßnahmen unterscheidet man
zwischen
• Maßnahmen ohne Schutzleiter, z. B. Schutzkleinspannung, Schutzisolierung
• Maßnahmen mit Schutzleitern, z. B. Fehlerstrom-(FI)Schutzschalter (RCD)
FI-Schalter sind z. B. für Feuchträume vorgeschrieben.
Die Prüfung der nicht ortsfesten Betriebsmittel kann mit
Hilfe eigens dafür gebauter Prüfgeräte durch eine unterwiesene Person erfolgen.
Die Behebung festgestellter Mängel bleibt der Elektrofachkraft vorbehalten. Denken Sie daran, die elektrischen
Betriebsmittel mit einem Prüfvermerk zu kennzeichnen.
Wir empfehlen, einen Prüfplan aufzustellen und Prüfberichte zu fertigen, denn es geht nicht nur darum, die Mängel zu beseitigen, sondern auch darum, durch systematische Auswertung der Prüfberichte wiederkehrende Mängel zu erkennen.
Schutzkleinspannung ist bei Handnassschleifmaschinen,
Elektrowerkzeugen und Leuchten in einer Umgebung aus
leitfähigen Stoffen, z. B. in Kesseln, Rohrleitungen obligatorisch.
Die Schutzarten
Nicht jedes elektrische Gerät kann unbedenklich in jedem
Bereich eingesetzt werden. Insbesondere der Einsatz
unter Staub- und Nässeeinfluss ist nur dann zulässig,
wenn die elektrischen Betriebsmittel bestimmten Schutzarten entsprechen.
Das Schutzartzeichen ist auf dem jeweiligen Gerät angegeben. Es besteht aus den Kennbuchstaben IP mit zwei
nachfolgenden Ziffern für den Schutzgrad gegen Fremdkörper und Wasser (siehe Tabelle, Auszug aus BGI 608
Anhang 3 der BG-Information).
Vor dem Einsatz eines elektrischen Gerätes unter Staubund Nässeeinfluss prüfen, ob die Schutzart des Gerätes
für den Einsatzzweck ausreicht.
Gängige Schutzarten sind:
IP 2 X1
• Schutz gegen Tropfwasser senkrecht
• Schutz gegen Fremdkörper größer als 12 mm
IP 4 4
• Schutz gegen Spritzwasser
• Schutz gegen Fremdkörper größer als 1 mm
IP 5 4
• Schutz gegen Spritzwasser
• Staubgeschützt
23
3. Arbeitsmittel
Anhang 3
Schutzarten nach DIN VDE 0470-1 (EN 60 529)
Schutzart
Schutz gegen
Fremdkörper und Staub
Schutz gegen
Nässe
Kennziffer des
Schutzgrades
Fremdkörper
쏜 50 mm
IP 1 X
Fremdkörper
쏜 12 mm
IP 2 X
Fremdkörper
쏜 2,5 mm
IP 3 X
Fremdkörper
쏜 1,0 mm
IP 4 X
Keine
Staubablagerung
IP 5 X
Kein
Staubeintritt
IP 6 X
Tropfwasser
senkrecht
IP X 1
Tropfwasser
schräg
IP X 2
Sprühwasser
IP X 3
Spritzwasser
IP X 4
Strahlwasser
IP X 5
starkes
Strahlwasser
IP X 6
zeitweiliges Untertauchen
(Wasserdicht)
IP X 7
dauerndes Untertauchen
(Druckwasserdicht)
(-- m Tauchtiefe)
Symbol nach VDE 0713 Teil 1
(angenähert)
IP X 8
Auszug aus BGI 608 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“
24
3. Arbeitsmittel
Drehstrom- Steckvorrichtungen
Als Drehstrom-Steckvorrichtungen sind grundsätzlich nur
CEE-Rundsteckvorrichtungen nach VDE 0620 bis 0625
zulässig. In jedem Betrieb sollte jedoch nur ein System
verwendet werden, damit auf die Benutzung von Adaptern
verzichtet werden kann.
3.5 Leitern, Aufstiege und Treppen
Leitungen
Sicherheitstechnische Anforderungen an Leitungen
• Verwenden einer ungeeigneten Leiter
• Ab- bzw. Wegrutschen des Leiterfußes oder Leiterkopfes
• Um- oder Wegkippen der Leiter
• Verlust des Gleichgewichtes z. B. durch seitliches
Herauslehnen oder unsicheren Stand auf den Leitersprossen
• Abrutschen von den Leitersprossen
• Für handgeführte, ortsveränderliche Geräte dürfen nur
flexible Leitungen verwendet werden.
• Leitungen dürfen nicht beschädigt sein (z. B. durch
Risse der äußeren Leitungsumhüllung). Eine Reparatur
mit Isolierband ist nicht zulässig, da die „geflickte“ Leitungsstelle nicht den Isolationswiderstand einer intakten Leitungshülle hat.
• Anschlussleitungen von Geräten müssen an der Steckerund Geräteseite von Zug und Schub entlastet sein (Zugentlastung).
• Die Einführungsstelle einer Leitung in ein Gerät oder
eine Steckvorrichtung muss durch Abrunden der Kanten
oder durch besondere Tüllen gegen Knicken gesichert
sein. Metallschläuche oder Metallwendeln dürfen als
Knickschutz nicht mehr verwendet werden.
• Leitungen sind so zu verlegen, dass sie nicht an scharfen Kanten, an Quetsch- und Scherstellen, durch Überfahren oder an heißen Stellen beschädigt werden können.
• Leitungen sind des Weiteren so zu verlegen, dass keine
Stolperstellen entstehen.
Leitern
Leiterunfälle gehören zu den häufigsten Unfallarten in den
Betrieben. Bei den Unfallursachen handelt es sich überwiegend um
Auf die Beschaffenheit und sicherheitsgerechte Verwendung von Leitern achten:
• Leitern regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand
überprüfen und dies dokumentieren
• nur für kurzzeitige Arbeiten einsetzen
• Leitern nur bestimmungsgemäß verwenden
(keine Steh- als Anlegeleiter einsetzen)
• schadhafte Leitern sofort aus dem Verkehr ziehen und
Mängel melden
• nur auf tragfähigem, ebenen Untergrund aufstellen
• Leiterfüße gegen Wegrutschen, Einsinken usw. sichern
• bei Anlegeleitern einen Anlegewinkel von 65° –75° einhalten
• den Leiterkopf von Anlegeleitern gegen Abrutschen und
Wegkippen sichern
Was muss ein Beschäftigter beachten, wenn er bei einem
Unfall helfen will?
• Den Verunglückten sofort vom Stromfluss befreien,
d. h. Strom abschalten.
• Kann der Stromfluss nicht unterbrochen werden, muss
der Verunglückte durch andere Maßnahmen aus dem
Stromkreis entfernt werden. Dazu muss sich der Helfer
isolieren und darf nur isoliertes Werkzeug benutzen
(Eigenschutz).
• Bei Hochspannungsunfällen, also bei Spannungen über
1000 Volt, muss in jedem Fall der Stromkreis unterbrochen werden, bevor man sich dem Verunglückten
nähert.
• Ist der Mitarbeiter aus dem Stromkreis befreit, sofort mit
der Ersten Hilfe beginnen.
• In jedem Fall muss ein Notruf mit dem Stichwort
„Stromunfall“ unter Angabe der Betriebsspannung an
die örtliche Rettungsstelle bzw. Feuerwehr erfolgen.
25
3. Arbeitsmittel
Treppen
Unfälle aufgrund baulicher
Mängel sind immer vermeidbar.
Als erstes: Für sichere Treppen
sorgen.
Betriebsanleitung
für Stehleitern
Betriebsanleitung
für Anlegeleitern
Bestell-Nr. HK 010
Bestell-Nr. HK 011, 18 · 10 (193) · 02 · 12 · 5
17·10 (165)·09·11·5
www.bgetem.de
Beispiele für Maßnahmen:
• Stufen müssen eben und ohne
Schäden sein
• Beleuchtung so, dass die
Stufenkanten sichtbar sind
• Stufenkanten kennzeichnen
• Handläufe (soweit möglich)
beidseitig
Darüber hinaus sind die Beschäftigten im sicherheitsgerechten
Verhalten beim Begehen von
Treppen zu unterweisen, beispielsweise mit dem Hinweis,
dass das Treppensteigen schwer
beladen, ohne freie Hand und
Sicht, eine „klassische“ Unfallursache ist.
BG_HK011.indd 1
HK010.indd 1
26
14.09.2011 16:16:53 Uhr
09.02.12 10:49
4. Arbeitsumfeld
Einwirkungen von Arbeitsmitteln und Arbeitsumgebung
auf die Tätigkeit von Personen
4.1 Beleuchtung
Tageslicht ist auch am Arbeitsplatz die beste Lichtquelle,
aber oft nicht ausreichend. Dann ist künstliche Beleuchtung nötig, um eine gute Sicht an den Arbeitsplätzen zu
gewährleisten. Das Beleuchtungsniveau wird durch verschiedene physikalische Größen bestimmt. Eine wichtige
Größe ist die Nennbeleuchtungsstärke. Richtwerte in Lux
sind:
Rettungswege und Arbeitsplätze benötigen eine Sicherheitsbeleuchtung, wenn das gefahrlose Verlassen der
Arbeitsstätte (besonders bei Stromausfall) nicht möglich
ist.
Weitere Maßnahmen einer optimalen Beleuchtung sind:
• Ausreichende Sichtverbindung nach außen ermöglichen,
• wirksamen Sonnenschutz gegen Blendung durch Sonnenlicht vorsehen,
• generell seitlichen Lichteinfall bevorzugen,
• durch Abschirmung der Leuchten Blendung vermeiden,
• Leuchtstofflampen mit sichtbarem Flimmern oder
Flackern unverzüglich ersetzen,
• Helligkeitskontraste möglichst vermeiden,
• auf reflektierende Farben und Materialien an Maschinen, Apparaten, Tischflächen und Schalttafeln
verzichten.
Verkehrswege in Gebäuden
• für Personen
• für Personen und Fahrzeuge
• Treppen, Fahrtreppen und geneigte
Verkehrswege
Büroräume und büroähnliche Räume
• Büroräume mit tageslichtorientierten
Arbeitsplätzen ausschließlich in unmittelbarer Fensternähe
• Büroräume
• Sitzungszimmer und Besprechungsräume
Lux
50
100
100
300
500
300
Elektrotechnische Industrie
Lux
• Kabel- und Leitungsherstellung, Lackieren und
Tränken von Spulen, Montage großer Maschinen,
einfache Montagearbeiten, Wickeln von Spulen
und Ankern mit grobem Draht
300
• Montage von Telefonapparaten, kleinen
Motoren, Wickeln von Spulen und Ankern
mit mittlerem Draht
500
• Montage feiner Geräte, von Rundfunk und
Fernsehapparaten, Wickeln feiner Drahtspulen,
Fertigung von Schmelzsicherungen, Justieren,
Prüfen und Eichen
1000
• Montage feinster Teile, elektronische Bauteile
1500
Textilherstellung und -verarbeitung
• Arbeitsplätze und -zonen an Bändern, Ballenaufbrechen
• Krempeln, Waschen, Bügeln, Arbeit am
Reißwolf und an Karden, Strecken, Kämmen,
Schlichten, Kartenschlagen
• Vorspinnen, Jute- und Hanfspinnereien, Färben
• Zetteln, Schären, Aufbäumen, Spinnen, Spulen,
Winden, Zwirnen, Flechten, Wirken, Stricken,
Weben
200
300
300
500
Bekleidungs- und Schuhherstellung
• Steppen, Nähen, Pressen, Zuschneiden, Stanzen
(Schuhfabrikation und -reparatur)
500
• Kammstechen, Repassieren, Nähen,
Stoffdrucken
750
• Putzmacherei
750
• Putzen, Noppen ausnähen, Warenprüfung,
Farbprüfung
1000
• Kunststopfen
1500
Handwerk und Gewerbe (Beispiele)
• Schlosserei und Klempnerei, Kraftfahrzeugwerkstätten
• Reparaturwerkstätten für Maschinen und
Apparate
300
500
Schmuck- und Uhrenindustrie
• Bearbeiten von Edelsteinen
• Optiker- und Uhrmacherwerkstatt
1500
1500
Dienstleistungsbetriebe
• Waschen, Textilreinigung
• Maschinenbügeln, Handbügeln, Sortieren
• Flecken entfernen, Kontrolle
200
300
1000
27
4. Arbeitsumfeld
4.2 Klima
Um sich wohlfühlen zu können, ist eine ausgeglichene
Wärmebilanz für den Körper wichtig, d. h. Wärmebildung
und Wärmeabgabe müssen im Gleichgewicht sein. Diese
Bedingungen gelten natürlich auch am Arbeitsplatz.
Einflussgrößen des Klimas
Klimatische Einflussgrößen sind:
• Temperatur der Umgebungsluft
• Bewegung der Umgebungsluft
• Feuchtigkeit der Umgebungsluft
• Strahlungstemperatur
Nichtklimatische Einflüsse sind:
• Körperliche Tätigkeit (Wärmebildung im Körper)
• Isolationswirkung der Bekleidung
Weiterführende Informationen:
BGIA-Report „Innenraumarbeitsplätze – Vorgehensempfehlung für die Ermittlungen im Arbeitsumfeld“
BGI 7004 „Klima im Büro (KMU-Reihe); Antworten auf die
häufigsten Fragen“
BGI 5012 „Beurteilung des Raumklimas – Eine Handlungshilfe für KMU“
Was versteht man unter thermischer Behaglichkeit?
Thermische Behaglichkeit ist dann gegeben, wenn eine
bestimmte Person mit Temperatur, Luftfeuchtigkeit und
Luftbewegung in der Umgebung zufrieden ist.
Die klimatischen Bedingungen an den Arbeitsplätzen
beeinflussen die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten. Nicht zuletzt deshalb kommt es
darauf an, herauszufinden, wann sich ein Mensch behaglich fühlt. Das ist leichter gesagt als getan, da für den
einen 18 °C Zimmertemperatur gerade richtig sind, während der Kollege nebenan bereits leicht fröstelt. Ein anderer fühlt sich erst bei 24 °C so richtig wohl, während sein
Besucher den Raum so schnell wie möglich wieder verlassen möchte. Klimatisch günstige Verhältnisse am Arbeitsplatz hängen von vielen Faktoren ab. Daher gibt es keine
verbindlichen Werte, sondern nur Richtwerte:
Art der Tätigkeit
Lufttemperatur
°C
LuftLuftfeuchtigkeit bewegung
%
m/s
min.
max.
min.
max.
max.
geistige Tätigkeit im
Sitzen
18
24
40
70
0,1
leichte Handarbeit
im Sitzen
18
24
40
70
0,1
leichte Arbeit im
Stehen
17
22
40
70
0,2
Schwerstarbeit
15
21
30
70
0,4
Tätigkeit bzw. Raumart
Temperatur
in °C
überwiegend sitzende Tätigkeit
19
überwiegend nicht sitzende Tätigkeit
17*
schwere körperliche Arbeit
12*
Büroräume
20*
Pausen-, Bereitschafts-, Liege-, Sanitärund Sanitätsräume
21
sonstige Arbeitsräume außer Hitzearbeitsplätze
26 (max.)
Verkaufsräume
19 (min.)
* Die Raumtemperaturen dürfen unterschritten werden, wenn
aufgrund betriebstechnischer Gegebenheiten geringere Temperaturen erforderlich sind.
28
4. Arbeitsumfeld
4.3 Ergonomie — Arbeitsgestaltung
Was heißt eigentlich Ergonomie?
Ergonomie zielt aus arbeitswissenschaftlicher Sicht darauf ab, die Arbeit menschengerecht zu gestalten. Dadurch
sollen die Gesundheit gefördert und durch Erhalt der Leistungsfähigkeit ein Gewinn für Mitarbeiter und den
Betrieb erreicht werden.
Bei vielen Arbeitsvorgängen ist eine individuelle Anpassung an die Körpermaße wichtig. Als Grundlage der
Arbeitsplatzgestaltung dienen festgelegte Maße, die als
Bezugswerte z. B. für Neu- und Umbaumaßnahmen herangezogen werden sollen. Besonders bei sehr großen oder
kleinen Menschen ist die individuelle Anpassung und
Gestaltung des Arbeitsplatzes nötig.
Beispiele: Steharbeit – Greifraum
In der Normenreihe der DIN 33402 „Körpermaße des Menschen“ sind Tabellen mit durchschnittlichen Körpermaßen
von Frauen und Männern angegeben.
DIN 33406 „Arbeitsplatzmaße im Produktionsbereich“
bietet ebenfalls ergonomische Maßgrundlagen.
왖
왖
aus Grandjean
100-110
95-105
feine Arbeit
+20 cm
+ 10 cm
0
– 10 cm
–20 cm
–30 cm
왖
90-95
85-90
leichte Arbeit
75-90
70-85
cm
cm
Männer
Frauen
Zone 1 Arbeitsraum
Beide Hände arbeiten nahe beieinander, z. B. für Montage, Aufnahmevorrichtung.
Zone 2 erweitertes Arbeitszentrum
Beide Hände erreichen alle Punkte dieser Zone.
Zone 3 Einhandzone
Zum Lagern von Arbeitsmitteln, die oft gegriffen werden
müssen.
Zone 4 erweiterte Einhandzone
Äußerste, noch nutzbare Zone, beispielsweise für Vorratsbehälter.
400
mm
1
200
2
3
4
0
Tischkante
200
800
600
400
200
0
200
400
600 mm 800
Empfohlene Tischhöhen bei stehender Arbeit
Das Bezugsmaß ist die Ellbogenhöhe, die der Null-Linie
entspricht und die im Durchschnitt bei Männern 105 cm
und bei Frauen 98 cm über dem Boden liegt.
Die DIN 33402, Teil 3, „Körpermaße des Menschen; Bewegungsraum bei verschiedenen Grundstellungen und
Bewegungen“, enthält Richtwerte für ausreichende Bewegungsfreiheit.
Für häufig wiederkehrende Arbeitsbewegungen ist ein gut
erreichbarer Bereich (Greifraum) wichtig. Hierzu gibt es
ebenfalls Richt- bzw. Durchschnittswerte.
schwere Arbeit
Die Abmessungen der Arbeitsmittel sollen ein Arbeiten in
entspannter Körperhaltung ohne Einengung erlauben und
Zwangshaltungen vermeiden.
29
4. Arbeitsumfeld
Zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an Bildschirmarbeitsplätzen sind Arbeitsplatzanalysen (z. B. in Form von
Checklisten) vorgeschrieben. An Bildschirmarbeitsplätzen
gelten folgende Anforderungen, die bei Anschaffung (•)
bzw. vom Benutzer (•) zu beachten sind:
Bildschirm:
• freistehender, leicht dreh- und neigbarer Bildschirm
• reflexions- und spiegelfreie Bildschirmoberfläche
• gut lesbare Zeichen (scharf, deutlich,
ausreichend groß: 욷 3,2 mm,
möglichst in Positivdarstellung)
• stabiles (flimmer- und verzerrungsfreies) Bild
• Helligkeit/Kontrast einstellbar
• Sehabstand (Augen – Bildschirm)
zwischen 45 und 60 cm
Bildschirm-Fitnesstrainer zum Herunterladen:
www.bgetem.de, Webcode 12297241
Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen
• Kopf- und Rückenschmerzen
• Verspannungen in Nacken und Schultern
– das muss nicht sein!
Büromöbel und Bildschirmgeräte, die nicht körpergerecht
aufgestellt und schlecht beleuchtet sind, bewirken
• Augenbeschwerden
• körperliche Probleme (meist Erkrankungen des Muskelund Skelettsystems)
• psychische Störungen (z. B. geistige Erschöpfung und
Gereiztheit)
Weiterführende Informationen:
BGI 650 „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Leitfaden für
die Gestaltung“
50
-80
cm
statt
Negativdarstellung
Tastatur:
• vom Bildschirm getrennte Tastatur
• ergonomisch gestaltete Tasten (Form, Anschlag,
Beschriftung, reflexionsarme Oberfläche)
• Tastaturneigung kleiner 15°
• 10 –15 cm Auflagefläche vor der Tastatur auf dem
Tisch für Handballen
Bildschirmarbeitstisch
• feste Tischhöhe von 72 cm
–> Arbeitshöhe der mittleren Tastaturreihe bei 75 cm
oder verstellbare Tischhöhe 68 bis 76 cm
• mindestens 120, besser 160 cm breit,
80, besser 90 cm tief
• reflexionsarme Tischoberfläche
• Blickrichtung parallel zum Fenster
maximale Höhe
der obersten Zeile
왖
Positivdarstellung
왖
35°
왖
60°
쏝 90°
왖
왗
왖
Tischhöhe 72 cm
왖
bis zu 15°
왔
왘
10-15 cm
쏜 90°
왔
30
Arbeitsstuhl (nach DIN 4551)
• kippsicherer Bürodrehstuhl (5 Ausleger)
• gepolsterte Sitzfläche und Rückenlehne
• verstellbare Sitzhöhe
• in Höhe und Neigung verstellbare Rückenlehne
4. Arbeitsumfeld
Arbeitsumgebung
• freie Bewegungsfläche ( 1,5 m2, mind. 1 m tief)
• ausreichende Beleuchtung (mind. 500 Lux)
• keine Blendwirkung oder störende Reflexionen
• kein beeinträchtigender Lärm, d. h. Beurteilungspegel
bei überwiegend geistigen Tätigkeiten
max. 55 dB(A), bei sonstigen Bürotätigkeiten
max. 70 dB(A)
• ausreichende Luftfeuchtigkeit (ca. 50 % rel.)
Gestaltung des Arbeitsplatzes
• Verstellmöglichkeiten an allen Arbeitsmitteln nutzen
• Aufrechte Haltung des Oberkörpers mit locker herabhängenden Oberarmen und etwa waagrechter Unterarmstellung
• Unterschenkel maximal 90° angewinkelt
Zu empfehlen sind:
• Dynamisches Sitzen, d. h. Arbeiten in wechselnder, also
vorderer, mittlerer (= aufrechter) und hinterer Sitzhaltung
• Regelmäßige (Kurz-) Pausen verringern die Belastung
der Augen und Muskeln am Bildschirmgerät und wirken
einer Ermüdung entgegen.
Mehrere kurze Pausen sind günstiger als wenige lange
Pausen.
4.4 Manuelle Handhabung von Lasten
Manuelle Handhabungen von Lasten sind durch organisatorische Maßnahmen oder durch den Einsatz von Arbeitsmitteln zu vermeiden. Hierzu ist der Arbeitgeber insbesondere bei Tätigkeiten verpflichtet, die eine Gefährdung
der Lendenwirbelsäule der Beschäftigten mit sich bringen
können.
In den Fällen, in denen sich manuelle Lasthandhabungen
nicht vermeiden lassen, müssen die Arbeitsbedingungen
beurteilt und geeignete Maßnahmen getroffen werden,
um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. Ist dies
nicht möglich, müssen Gefährdungen auf ein Minimum
begrenzt werden.
Merkmale, die eine Gefährdung insbesondere der
Lendenwirbelsäule bei der Lastenhandhabung ergeben
können:
Arbeitsumgebung
• Platzangebot in vertikaler Richtung
• Höhenunterschied im Transportweg
• Rutschfestigkeit, Ebenheit und Stabilität der Standfläche
• Bekleidung und Schuhwerk
• Mischarbeit, d. h. der Wechsel zwischen geistigen und
verschiedenen körperlichen Tätigkeiten
• Nutzen Sie den Gang zum Kopierer und Drucker sowie
kurze Besprechungen oder Telefonate im Stehen zur
Abwechslung und Unterbrechung der überwiegend sitzenden Tätigkeit.
Arbeitsaufgabe
• Körperhaltung und Körperbewegung
• Entfernung der Last vom Körper
• zu überbrückende Entfernung
• Ausmaß, Häufigkeit und Dauer des erforderlichen Kraftaufwands
• hohes Arbeitstempo
zu handhabende Last
• Gewicht, Form und Größe
• Griffmöglichkeiten und Schwerpunkt
• Möglichkeit einer unvorhergesehenen Bewegung
ausführende Person
• Körperkräfte sind abhängig von Geschlecht, Alter, Trainingszustand, Ort der Kraftausübung
• Körperkräfte und Leistungsfähigkeit sind trainierbar
31
4. Arbeitsumfeld
4.5 Lärm
Was ist ein Lärmbereich und was versteht man unter
einem Beurteilungspegel?
Lärmbereiche sind alle Bereiche, in denen ein Beurteilungspegel von 80 dB(A) erreicht oder überschritten wird.
Richtges Heben schont den Rücken
Im Allgemeinen gelten für Lastgewichte unter 10 kg bei
Männern und unter 5 kg bei Frauen keine Einschränkungen bei der Hebe- und Tragehäufigkeit. Bei höheren Lastgewichten sollen bestimmte Hebe- und Tragehäufigkeiten
nicht überschritten werden.
Die Belastung beim Heben und Tragen kann am besten
mit der „Leitmerkmalmethode“ eingeschätzt werden.
Diese Methode entspricht den Bedingungen in der
betrieblichen Praxis und hat einen speziellen Bezug zum
Arbeitsschutzgesetz und zur Lastenhandhabungsverordnung. Die Leitmerkmalmethode ist in der BG-Information
„Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Transport- und
Lagerarbeiten“ (BGI 582) enthalten, die bei der Berufsgenossenschaft angefordert werden kann. Hinweise zur
praktischen Anwendung geben die Aufsichtspersonen der
Berufsgenossenschaft und die Betriebsärzte/-ärztinnen.
Die Beschäftigten müssen regelmäßig über die richtige
Lasthandhabung unterwiesen werden, z. B. die Last ruckfrei aus der Hocke mit aufgerichtetem Oberkörper und
ohne Verdrehung des Oberkörpers anzuheben. Ungeübte
Personen sollten die richtige Lasthandhabung trainieren.
Weiterführende Informationen:
BGI 7011 „Gesunder Rücken – Gesunde Gelenke: Noch
Fragen? – Gesund im KMU“
T 040 „Arbeiten am Bildschirm – Ergo Tipps“
32
Der Beurteilungspegel bezieht alle am Arbeitsplatz auftretenden Geräusche über einen Zeitraum von 8 Stunden ein
und stellt damit einen Wert für die durchschnittliche Lärmbelastung eines Arbeitstages dar. Auch durch einen kurzzeitig hohen Lärmpegel kann bereits ein Beurteilungspegel über 80 dB(A) erreicht werden: Hält man sich z. B. 30
Minuten lang in einem Bereich mit 97 dB(A) auf, ergibt
sich ein Beurteilungspegel von 85 dB(A).
Das Risiko eines Gehörschadens lässt sich besonders wirkungsvoll durch eine Minderung des Geräuschpegels am
Arbeitsplatz reduzieren. Lärmminderung ist in zwei Maßnahmegruppen unterteilbar:
• Schallentstehung verringern
(primäre Lärmminderung)
• Schallausbreitung behindern
(sekundäre Lärmminderung)
Wenn sich die Belastung durch Lärmminderung nicht auf
ein unbedenkliches Maß verringern lässt, muss ein Gehörschutz getragen werden. Zudem sind für die betroffenen
Beschäftigten arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen erforderlich.
Primäre Lärmminderung
Maßnahmen zur Verringerung der Schallentstehung
beginnen bereits bei der Auswahl der Arbeitsverfahren
bzw. beim Kauf einer Maschine. Hersteller bzw. Einführer
von technischen Arbeitsmitteln müssen angeben, welche
Geräuschemissionswerte eine angebotene Maschine verursacht. Hier sollte bei gleicher Eignung der leiseren
Maschine der Vorrang gegeben werden.
4. Arbeitsumfeld
Sekundäre Lärmminderung
Von der Schallquelle zum Ohr kann der Schall verschiedene Wege durchlaufen und als direkter Schall, als reflektierter Schall oder als Sekundärschall zum Ohr gelangen.
Dementsprechend gibt es verschiedene Maßnahmen, um
die Schallabstrahlung zu verringern.
Hammer
Presse
An schon bestehenden Maschinen und Arbeitsplätzen
können folgende technische Maßnahmen zur Verringerung der Schallentstehung erfolgreich sein:
• Kunststoffzahnräder oder Schrägverzahnungen,
• Riemen anstelle von Kettentrieben,
• Puffer zur Milderung des Aufpralls, wenn während der
Maschinenbewegungen Metall auf Metall anschlägt,
• Schalldämpfer an pneumatischen Steuerteilen.
Die wirkungsvollste Maßnahme ist die Kapselung. Sie verhindert, dass abgestrahlter Schall in den Arbeitsraum
gelangt. Auf diese Weise sind Lärmminderungen bis zu
40 dB(A) möglich. Eine Kapselung bietet sich vor allem
an, wenn nur selten in die Maschine eingegriffen werden
muss (z. B. bei Kompressoren). Ist ein Eingriff an
bestimmten Stellen der Maschine häufiger erforderlich,
kann der Lärm möglicherweise durch eine Teilkapselung
besonders lauter Maschinenbereiche gemindert werden.
Durch einen Schallschirm wird die Ausbreitung des direkten Schalls, durch die Deckengestaltung die des reflektierten Schalls behindert, so dass die Lärmbelastung hinter dem Schallschirm verringert wird.
Bei Maßnahmen an schon bestehenden Maschinen empfiehlt es sich, den Maschinenhersteller oder die Aufsichtsperson der Berufsgenossenschaft zu Rate zu ziehen.
Raumakustische Maßnahmen sollen die Reflexion des
Schalls behindern. Hierzu werden schalldämpfende Materialien an Wänden und Decken angebracht, die einen großen Teil des auftreffenden Schalls schlucken. Nur ein kleiner Teil wird durch Reflexion in den Raum zurückgeworfen.
Ausbreitungswege des Schalls
Schallschutzkapsel
33
4. Arbeitsumfeld
Persönlicher Schallschutz
Gehörschützer verhindern auch bei hoher Lärmbelastung,
dass das Ohr geschädigt wird. Grundsätzlich unterscheidet
man Gehörschutzstöpsel, die im Gehörgang getragen werden und Kapselgehörschützer, die die Ohren umschließen.
schriften müssen genau beachtet werden. Werden Gehörschutzstöpsel nicht weit genug in den Gehörgang eingeführt, ist die Dämmung zu gering, um Gehörschäden zu
vermeiden.
Gehörschutzstöpsel sind bei längerem Aufenthalt im Lärm
wegen des besseren Tragekomforts vorzuziehen. Sie
bestehen üblicherweise aus polymerem Schaum oder aus
vorgeformter Gehörschutzwatte mit einer Umhüllung aus
dünner Folie und sind in der Regel für den einmaligen
Gebrauch vorgesehen. Es gibt aber auch fertig geformte
Gehörschutzstöpsel, die für den mehrmaligen Gebrauch
gedacht sind.
Organisatorische Maßnahmen
Otoplastiken sind spezielle Gehörschutzstöpsel, die individuell dem Gehörgang des jeweiligen Trägers angepasst
sind und daher den Gehörgang dicht verschließen, ohne
zu drücken.
Kapselgehörschützer sind leicht auf- und absetzbar und
besonders für kurzzeitigen Lärm oder kurzen Aufenthalt
im Lärmbereich geeignet. Sie sind zumeist mit einem
Bügel ausgestattet, der über dem Kopf oder im Nacken
getragen werden kann.
Bei der Auswahl von Gehörschutzmitteln muss darauf
geachtet werden, dass der vom Hersteller angegebene
Dämmwert des Gehörschutzmittels zu dem am Arbeitsplatz vorhandenen Lärmpegel passt und dass der Gehörschutz bequem zu tragen ist. Bei zu geringem Dämmwert
ist kein ausreichender Gehörschutz gewährleistet. Wird
der Dämmwert zu groß gewählt, ist die Sprachverständigung in unnötig hohem Maße behindert. Die Tragevor-
Maßnahme
Lärmbereiche
ab 80 dB(A)
ab 85 dB(A)
Information und Untersung der exponierten
Mitarbeiter
Information und Unterweisung der exponierten
Mitarbeiter
Arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen anbieten
Vorsorgeuntersuchungspflicht
Gehörschutz zur
Verfügung stellen
Tragepflicht
Kennzeichnung des
Lärmbereichs
4.6 Hautschutz
Die Haut ist als Barriere zwischen Außenwelt und Organismus ein wichtiges Organ des Menschen. Sie hat eine Stärke von nur 1 bis 4 mm, ihre Oberfläche beträgt bei Erwachsenen ca. 2 m2. Einschließlich des Unterhautfettgewebes
macht sie ein Sechstel des Körpergewichtes aus. Nur eine
gesunde Haut kann die vielfältigen Funktionen erfüllen:
• vor Einwirkungen von außen schützen,
• Wärmehaushalt des Körpers regulieren,
• Reize aufnehmen.
Gehörschutzstöpsel
Schnurstöpsel
34
Bügelstöpsel
Kapselgehörschützer
Bei Hautveränderungen sollten Sie eine/n Arzt/Ärztin
(möglichst den/die Betriebsarzt/-ärztin) oder Hautarzt/
-ärztin aufsuchen. Ist ein Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit möglich, sollte der/die Betriebsarzt/
-ärztin oder der/die Hautarzt/-ärztin bei einem begründeten Verdacht das Hautarztverfahren einleiten.
Weiterführende Informationen:
BGI 687 „Verfahrensablauf beim Auftreten von Hauterkrankungen“ (2008)
MB 031 „Hauterkrankungen bei Zahntechniker“
4. Arbeitsumfeld
Sie sollten Ihre Haut besonders schützen, wenn Sie
• mit Chemikalien umgehen (z. B. Säuren, Laugen,
Lösungsmittel, Wasserstoffperoxid, Hydrosulfit),
• Arbeiten mit Wasser oder in feuchtem Milieu (Feuchtarbeit) durchführen,
• aggressive Reinigungsmittel anwenden (zur Hautreinigung nicht benutzen!),
• immer die gleichen Hautpartien an den Fingern mechanisch belasten (beispielsweise an Maschinenarbeitsplätzen),
• eine besonders empfindliche oder bereits vorgeschädigte Haut besitzen.
Rangfolge der Hautschutzmaßnahmen
Vor der Auswahl von Hautschutzmitteln hat der Unternehmer die Möglichkeit anderer Hautschutzmaßnahmen zu
prüfen. Es gilt die Rangfolge:
1. Austausch eines schädigenden Stoffes durch einen
weniger schädigenden Stoff
2. Auswahl geeigneter Arbeitsverfahren ohne Hautkontakt
3. Unterweisung des Einzelnen im Umgang mit diesen
Stoffen
Hautschutzmittel
Hautschutzmittel sollen das Eindringen von Schadstoffen
in die Haut möglichst verhindern und die Hautreinigung
erleichtern. Da es kein universelles Hautschutzmittel gibt,
müssen sie auf die spezifische Gefährdung abgestimmt
sein.
Hautpflegecremes sind keine Hautschutzmittel!
Arbeitsstoffe lassen sich vereinfacht in wasserlösliche
und wasserunlösliche Stoffe einteilen.
Gegen wasserlösliche Gefahrstoffe (z. B. Säuren, Laugen)
werden wasserunlösliche Hautschutzmittel (Wasser in Öl-,
W/O- Emulsionen) benutzt. Sie sind auch bei intensivem
langandauerndem Hautkontakt mit Wasser geeignet.
Gegen wasserunlösliche Gefahrstoffe (z. B. Öle, Fette,
organische Lösemittel, Kaltreiniger, Mineralöle, Wachs,
Trennmittel) werden wasserlösliche Hautschutzmittel (Öl
in Wasser-, O/W-Emulsion) benutzt.
Gegen wechselnde oder nicht klar definierbare Hautgefährdungen sind Präparate mit relativ breitem Wirkungsspektrum geeignet, aber den speziellen Präparaten in
ihrer Wirkung unterlegen.
Was müssen Sie beim Eincremen beachten?
• Die Creme sparsam und
gleichmäßig auftragen,
am besten zuerst auf
den Handrücken und
dann in den Fingerzwischenräumen. Danach
den Rest auf die Handinnenflächen verteilen.
35
4. Arbeitsumfeld
Wie reinigen Sie Ihre Haut richtig?
• Damit die Hautschutzcreme vollständig in die
Haut einziehen und die
höchstmögliche Schutzwirkung entfalten kann,
muss etwa 5 Minuten bis
zur Aufnahme der Tätigkeit gewartet werden.
• Hautreinigungsmittel sparsam verwenden,
• Reinigungsmittel gründlich auf der Haut verreiben und
einwirken lassen,
• Verschmutzung mit möglichst wenig Wasser lösen,
danach mit viel Wasser gründlich nachspülen,
Hautreinigung
Die Hautreinigung soll
gründlich und gleichzeitig
hautschonend sein. Die
Zusammensetzung des
Reinigungsmittels muss
auf die Art und den Grad
der Verschmutzung abgestimmt sein.
• Hände sorgfältig abtrocknen,
• Hautpflegecreme auftragen.
Hautpflege
Die regelmäßige Hautpflege unterstützt die natürliche
Regeneration der Haut. Darum müssen nach der Hautreinigung bei Arbeitsende fett- und feuchtigkeitshaltige
Hautpflegemittel aufgetragen werden.
Grundsätzlich sollte
zunächst das mildeste
Hautreinigungsmittel mit
waschaktiven Substanzen
verwendet werden. Wegen
ihrer besseren Hautverträglichkeit sind sie den
herkömmlichen Seifen in
der Regel überlegen. Nur
wenn die Reinigungswirkung nicht ausreicht, sollten reibemittelhaltige Hautreiniger eingesetzt werden.
Ursache vieler Hautprobleme, die auf den Umgang mit
Arbeitsstoffen zurückgeführt werden, ist eine unsachgemäße Hautreinigung mit aggressiven Reinigungsmitteln
oder Lösungsmitteln.
Hautschutzplan
Der Unternehmer sollte möglichst mit dem/r Betriebsarzt/
-ärztin einen nach Hautgefährdungen gegliederten Hautschutzplan erstellen. Für Arbeitsplätze mit Feuchtarbeit
(z. B. regelmäßige Tätigkeit über mehr als zwei Stunden
mit den Händen im feuchten Milieu) ist der Hautschutzplan zwingend vorgeschrieben.
Personen, die eine besonders empfindliche Haut haben
oder bei denen die Haut bereits vorgeschädigt ist, tragen
ein höheres Risiko für Hauterkrankungen. Vor der Aufnahme von hautgefährdenden Tätigkeiten sollte deshalb mit
dem/r Betriebsarzt/-ärztin oder einem/r Hautarzt/-ärztin
geklärt werden, inwieweit besondere Hautschutzmaßnahmen notwendig sind.
Muster eines Hautschutzplans
Arbeitsplatz: Abfüllen von Säuren, Laugen, Wasserstoffperoxid, Hydrosulfit u. a.
Hautschutz
Hautreinigung
Hautpflege
vor Arbeitsbeginn
nach Pausen
vor den Pausen
nach Arbeitsschluss
nach Arbeitsschluss
Mono-Dermin Blau
Corederm S 80
Mono-Dermin plus
Bienenwachs
H. Feilbach GmbH Eleonorenstr. 129, 55252 Mainz-Kastel
Tel.: 06134/3264, Fax: 06134/25219
Dualin
Stephalen
Waschgel
Physioderm Creme
Physioderm GmbH & Co. KG, Woellner Str. 26,
67065 Ludwigshafen, Tel.: 0621/54967-0
Lindesa K
Lindapur mild
Lindesa
FAWECO GmbH, Holzhofallee 34, 64295 Darmstadt
Tel.: 06151/315816, Fax: 06151/312466
Stoko Protect+
Verapol
Stokolan
Stockhausen GmbH, Bäkerpfad 25, 47805 Krefeld
Tel.: 02151/3801, Fax: 02151/381647
Spezialcreme B
Ivraxo Soft V
Spezialcreme C
P. Greven Fett-Chemie GmbH & Co. KG,
Peter-Greven-Str. 20, 53902 Bad Münstereifel
Tel.: 02253/3130, Fax: 02253/313134
(Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)
36
Hersteller
4. Arbeitsumfeld
Schutzhandschuhe
Auf was müssen Sie beim Einsatz von Schutzhandschuhen achten?
Schutzhandschuhe dürfen nur für Tätigkeiten verwendet
werden, bei denen nach Prüfung aller anderen Maßnahmen (z. B. Einsatz weniger gefährlicher Ersatzstoffe, technische Schutzmaßnahmen) keine ausreichende Schutzwirkung der Beschäftigten erreicht werden kann.
Weiterführende Informationen:
S 020 „Haut- und Handschutz – Tipps konkret“
BGR 195 „Benutzung von Schutzhandschuhen (mit Herstellernachweis)“
4.7 Arbeiten in Fremdbetrieben
Wird ein Beschäftigter in einer anderen Arbeitsumgebung
oder an ständig wechselnden Arbeitsplätzen tätig, sind
ihm die betrieblichen Gegebenheiten und die besonderen
Risiken fremd. Dies kann betreffen:
• Mitarbeiter von Fremdfirmen im eigenen Betrieb,
• Aushilfskräfte/Leiharbeitnehmer,
• eigene Mitarbeiter in Fremdbetrieben.
Bei der Auswahl und Unterweisung dieser Personengruppen hat der Unternehmer eine besondere Verantwortung.
• Schutzhandschuhe müssen auf den jeweiligen hautgefährdenden Gefahrstoff abgestimmt sein. Die Tragezeit
(nach Herstellerangabe) darf nicht überschritten werden
(Gefahrstoff kann ohne sichtbarte Schäden den Handschuh durchwandern). Tragezeit nicht länger als zwei
Stunden.
• Zusätzlich zum Tragen von Schutzhandschuhen immer
eine Hautschutzcreme verwenden. Flüssigkeitsdichte
Handschuhe können ein feuchtes Hautmillieu verursachen. Dann Handschuhwechsel oder Unterziehen von
Baumwollhandschuhen.
• Handschuhe vor dem Tragen auf Beschädigung und
Dichtigkeit prüfen, stark verunreinigte oder beschädigte
Schutzhandschuhe sofort ersetzen.
10
Unfälle in % je Tag
Quelle: KCL GmbH
Das erhöhte Unfallrisiko von Neulingen
1
0,1
1
3
5
15
60
Zeit der Betriebszugehörigkeit in Tagen
180
Erhöhtes Risiko bei „Arbeiten in Fremdbetrieben“
Die Statistik weist aus, dass Beschäftigte mit ständig
wechselnden Tätigkeiten und in fremden Betrieben einem
bedeutend höheren Unfallrisiko unterliegen als Personen,
die überwiegend oder ständig den gleichen Arbeitsplatz
haben. Vergleichbar ist die Situation eines Beschäftigten
bei Beginn seiner Tätigkeit in einem Fremdbetrieb mit der
eines Neulings. Nach einer Studie ist das Risiko, einen
Unfall zu erleiden, am ersten Tag der Betriebszugehörigkeit etwa 30-mal höher als nach einem Monat.
• Zur Reinigung der Schutzhandschuhe Empfehlungen
und Hinweise des Herstellers beachten.
• Aufbewahrungsmöglichkeit und Abtrocknung auch von
innen in der Nähe des Arbeitsplatzes schaffen.
37
4. Arbeitsumfeld
Mögliche Ursachen hierfür sind:
• keine oder ungenügende Einweisung,
• unbekannte Umgebung,
• Verständigungs- und Koordinationsprobleme,
• nicht bekannte Gefahrenquellen,
• fehlende oder ungenügende Fertigkeiten und
Fähigkeiten.
Einsatz von Fremdfirmen
Aufträge an eine Fremdfirma vergibt der Unternehmer in
der Regel mit einem Werkvertrag. Er als Auftraggeber gibt
ein Arbeitsziel (Erstellung des Werkes) vor, der Fremdbetrieb als Auftragnehmer organisiert alle Maßnahmen und
Handlungen so, dass dieses Ziel entsprechend dem Vertragsinhalt erfüllt wird. Werkverträge können sich insbesondere ergeben aus:
• Herstellung von Anlagen, Gebäuden und Einrichtungen,
• Aufstellung und Inbetriebnahme von Maschinen,
Wer ist über die besondere Arbeitssituation zu unterrichten?
Die Mitarbeiter der Fremdfirma als Ortsunkundige und
möglicherweise Branchenfremde können die betrieblichen Bestimmungen nicht allein herausfinden und umsetzen. Deshalb ist Aufgabe des Auftraggebers, sie dem Auftragnehmer im einzeln zu benennen und gegebenenfalls
zu erläutern. Dazu gehören:
• Kundendienst, Prüf- und Wartungsdienst,
• Alarm- und Rettungspläne,
• Instandhaltung, Reinigung, Transporte.
• Verhalten bei Gefahren oder Störungen,
Der Auftragnehmer ist im Rahmen des Werkvertrags verantwortlich für die Durchführung der technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen einschließlich der Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen
sowie deren Überwachung. Die Mitarbeiter des Auftragnehmers werden nicht in die Betriebsorganisation des
Auftraggebers eingegliedert, sie führen also Arbeiten in
einem „Fremdbetrieb“ aus.
Welche Pflichten hat der Unternehmer als Auftraggeber
zu erfüllen?
Auch wenn der Auftraggeber im Werkvertrag keine besonderen Schutzpflichten gegenüber den Beschäftigten des
Auftragnehmers übernommen hat, obliegt ihm die Organisation der örtlichen Gegebenheiten für eine gefährdungsfreie Ausführung der Arbeiten.
Dies können sein:
• Herstellen der Baufreiheit,
• Bereitstellen/Abschalten von Energieträgern,
• Freihalten von Transportwegen,
• Absperrungen.
38
• Regelung der Ersten Hilfe,
• Verkehrs- und Fluchtwege,
• Regelungen über den Gebrauch der zur Verfügung
gestellten Einrichtungen, z. B. Versorgungsleitungen,
elektrische Anschlüsse, Gerüste oder Transportmittel,
• Bereiche, in denen persönliche Schutzausrüstung zu
tragen ist (z. B. Gehörschutz),
• besondere Betriebsverhältnisse wie z. B. Feuerarbeiten
in brandgefährdeten Bereichen.
4. Arbeitsumfeld
Muss das Fremdunternehmen mit asbesthaltigen Materialien oder krebserzeugenden Gefahrstoffen umgehen, sind
zusätzliche Vorschriften zu beachten. Bevor derartige
Arbeiten an Fremdfirmen vergeben werden, ist eine Beratung durch die Berufsgenossenschaft über die zusätzlich
erforderlichen Schutzmaßnahmen zu empfehlen.
Wer stimmt die Arbeiten mit der Fremdfirma ab?
Kann der Unternehmer die Arbeiten mit der Fremdfirma
nicht selbst abstimmen, hat er eine Person zu bestimmen,
die diese Aufgabe wahrnimmt. Der Koordinator muss
Weisungsbefugnis zur Einhaltung der Arbeitsschutzbestimmungen gegenüber dem Auftragnehmer und dessen
Beschäftigte erhalten.
Diese Weisungsbefugnis sollte bereits bei der Auftragserteilung schriftlich festgelegt werden. Der Koordinator soll
sich bei Beginn der Arbeiten mit dem zuständigen Vorgesetzten der Fremdfirma in Verbindung setzen und die
Arbeiten so aufeinander abstimmen, dass die Fremdfirma
reibungslos tätig werden kann und alle Schutzvorschriften
einhält.
Aushilfskräfte, insbesondere Leiharbeitnehmer sowie die
Herstellung von Elektro- und Elektronikartikeln
Die modeorientierte Textil- und Bekleidungsindustrie ist
saisonal bedingten Produktionsschwankungen unterworfen. Damit wechselt auch der Arbeitskräftebedarf. Der
Trend geht in Richtung einer kleinen Stammbelegschaft,
die bei Bedarf durch Arbeitnehmer auf Zeit (Aushilfskräfte, Leiharbeitnehmer) aufgestockt wird. Diese sind ebenfalls fremd im Betrieb, obwohl sie anders als bei Werkverträgen in die eigene Betriebsstruktur eingebunden sind.
Der Unternehmer trägt eine besondere Verantwortung für
diese Mitarbeiter. Die Unfallhäufigkeit in den Unternehmen, die auch Leiharbeitnehmer beschäftigen, ist mehr
als dreimal so hoch, wie in Unternehmen mit ausschließlich festem Arbeitnehmerstamm.
Leiharbeitnehmer wechseln im Durchschnitt vier- bis
sechsmal im Jahr den Arbeitsplatz und stehen jeweils vor
neuen Gefahren, deren Beherrschung naturgemäß besondere Maßnahmen erfordern.
Die Leiharbeit basiert in erster Linie auf dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetzt (AÜG). Darüber hinaus gelten für
die Leiharbeiter, die Verleihfirmen und die Entleihbetriebe
die gleichen rechtlichen Regelungen wie für alle übrigen
Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch, so auch das Arbeitsschutzgesetz, das Technische Regelwerk, die Berufskrankheitenverordnung, das Jugendarbeitsschutzgesetz und
das Mutterschutzgesetz.
Anhand der für den zu besetzenden Arbeitsplatz erstellten
Gefährdungsbeurteilung sind die Gefährdungen und Risiken festzustellen. Die Personalauswahl muss sich an der
Arbeitsaufgabe und den vorhandenen Gefährdungen orientieren sowie die Qualifikation und bisherigen Erfahrungen der möglichen Mitarbeiter auf Zeit berücksichtigen.
Bei Leiharbeitnehmern muss der Entleiher schon bei
Abschluss des Vertrages (AÜV) im Einzelnen angeben,
welche Tätigkeiten die Leiharbeitnehmer verrichten sollen
und welche Qualifikationen dafür erforderlich sind. Darüber hinaus regelt der AÜV auch die Bereitstellung und
Anwendung von Persönlicher Schutzausrüstung, die Erste
Hilfe/Ersthelfer sowie die Arbeitsmedizinische Vorsorge.
Wie jeder andere ist auch der Mitarbeiter auf Zeit vor Aufnahme der Beschäftigung über die bei seinen Tätigkeiten
auftretenden Gefahren sowie über die Maßnahmen zu
ihrer Abwendung zu unterweisen. Der Unternehmer sollte
sich die Zeit nehmen, die Arbeitsausführungen öfter zu
kontrollieren und korrigierend eingreifen.
39
4. Arbeitsumfeld
Tätigkeiten in Fremdbetrieben
Wenn eigene Mitarbeiter in anderen Betrieben tätig werden, sind sie oftmals in einem unbekannten Umfeld
Gefahren ausgesetzt. Ohne ihren Chef um Rat fragen zu
können, müssen sie selbständig die richtigen Entscheidungen treffen. Es ist kaum möglich, dass der Unternehmer an jedem neuen Arbeitsplatz seine Mitarbeiter unterweist. Er muss sich auf deren sicherheitsgerechtes Verhalten verlassen können. Deshalb kommt der Auswahl der
Mitarbeiter, die außerhalb des eigenen Betriebes tätig
werden, eine besondere Bedeutung zu. Beispielhaft seien
hier genannt:
Was sollte der Unternehmer bei der Auswahl von Außendienstmitarbeitern beachten?
Nicht jeder Mitarbeiter eignet sich für eine selbständige
Arbeit im Außendienst. Neben der fachlichen Erfahrung
zählen auch die Fähigkeiten zur eigenständigen Arbeit
und zum richtigen Verhalten in kritischen Situationen,
außerdem Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfreude und ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein.
Wenn möglich, sollten Außendienstmitarbeiter erst eine
firmeninterne Ausbildung absolvieren, bevor sie ihre
Arbeit in Fremdbetrieben aufnehmen.
Ein Pkw/Lkw-Sicherheitstraining ist sehr sinnvoll.
• Anwendungs- und Servicetechniker,
• Kraftfahrer im Auslieferungsdienst,
• mobile Reinigungskräfte,
• Mitarbeiter im Ein- und Verkauf,
• Monteure, z. B. beim Zeltbau.
Bei Auswahl, Ausbildung und Einsatz dieser Außendienstmitarbeiter ist ein besonders hoher Maßstab für ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein anzulegen.
40
5. Gefahrstoffe
Gefahrstoffe sind feste, flüssige oder gasförmige Stoffe
oder Stoffgemische (Zubereitungen) mit einer oder mehreren der anschließend beschriebenen Eigenschaften. Sie
werden in Produktion und Handel vielfach eingesetzt. Sie
können am Arbeitsplatz und für die Umwelt ein erhebliches Gefahrenpotential darstellen. Wichtig ist, eine
Gefährdung durch Gefahrstoffe rechtzeitig zu erkennen
und zu wissen, was bei Tätigkeiten mit diesen Stoffen zu
beachten ist.
Das in der EU geltende System wird in den nächsten Jahren durch das von den Vereinten Nationen (UN) erstellte
Global Harmonisierte System (GHS) zur Einstufung und
Kennzeichnung von Chemikalien ersetzt.
Chemische Stoffe sind seit 1. Dezember 2010 gemäß dem
neuen System einzustufen und zu kennzeichnen, für
Gemische gilt eine Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2015. In
der Übergangsperiode sollen im Sicherheitsdatenblatt
alte und neue Einstufung und Kennzeichnung parallel
angegeben werden.
5.1 Kennzeichnung
Am auffälligsten sind die neuen Gefahrensymbole:
Wie erkennt man die gefährlichen Eigenschaften von Produkten?
An den Kennzeichnungen auf der Verpackung oder dem
Etikett und aus dem Sicherheitsdatenblatt.
Reizende und ätzende Stoffe
Als reizend gelten Stoffe, die – ohne
ätzend zu sein – bei kurzzeitigem, länger
andauerndem oder wiederholtem Kontakt
mit Haut oder Schleimhaut eine Entzündung hervorrufen können. Stoffe mit sensibilisierenden Eigenschaften können Allergien verursachen. Beim Einsatz dieser Gefahrstoffe ist
vor allem der regelmäßige Hautschutz sicherzustellen.
Explodierende
Bombe
Flamme
Flamme über
einem Kreis
Gasflasche
Ätzwirkung
Totenkopf mit
gekreuzten Knochen
Ausrufezeichen
Gesundheitsgefahr
Umwelt
Als ätzend werden Gefahrstoffe eingestuft, die lebendes Gewebe bei Berührung
zerstören können.
Gesundheitsschädliche und giftige Stoffe
Gesundheitsschädlich sind Stoffe, die
beim Einatmen, Verschlucken oder der
Aufnahme über die Haut akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen
können.
Neu sind auch sogenannte Signalwörter („Gefahr“ oder
„Achtung“), die zusätzlich zu den Gefahrenpiktogrammen
verwendet werden. Nunmehr dreiziffrige Gefahrenhinweise (H) und Sicherheitshinweise (P) ersetzen die bisherigen zweiziffrigen R- und S-Sätze.
Giftige Stoffe können bereits in geringer
Menge beim Einatmen, Verschlucken oder
der Aufnahme über die Haut zum Tode
führen oder chronische Gesundheitsschäden verursachen.
Mit sehr giftig sind Stoffe gekennzeichnet,
bei denen diese Auswirkungen bereits bei
einer sehr geringen Menge eintreten.
41
5. Gefahrstoffe
Was ändert sich durch GHS?
bisher: EU-System
zukünftig: GHS-System
Gefahrensymbole in schwarzem Aufdruck
auf orange-gelbem Grund
Gefahrenpiktogramme als rot umrandete Rauten
mit einem schwarzen Symbol auf weißem Grund
Gefährlichkeitsmerkmale
Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien
Signalwörter
R-Sätze
H-Sätze (hazard statements,
Gefahrenhinweise)
S-Sätze
P-Sätze (precautionary statements,
Sicherheitshinweise)
Krebs erzeugende Stoffe werden weiterhin in drei Kategorien eingeteilt, es ändern sich jedoch die Kategoriebezeichnungen und die Symbole:
Eigenschaft
bisher: EU-System
GHS-System
Stoffe, die beim Menschen
bekanntermaßen Krebs erzeugend
wirken.
Kategorie 1:
Kategorie 1A:
Gefahr
Stoffe, die aufgrund von Ergebnissen
aus Langzeit-Tierversuchen als
Krebs erzeugend für die Menschen
angesehen werden sollten.
Kategorie 2:
Kategorie 1B:
Gefahr
Stoffe, die wegen möglicher
Krebs erzeugender Wirkung beim
Menschen Anlass zur Besorgnis
geben, über die jedoch ungenügende
Informationen für eine befriedigende
Beurteilung vorliegen.
Kategorie 3:
Ermittlungspflicht und Maßnahmen zur Risikominimierung
Der Unternehmer muss feststellen, ob die verwendeten
oder vorgesehenen Produkte Gefahrstoffe sind oder
solche enthalten und prüfen, ob im Hinblick auf den vorgesehenen Umgang
• Krebs erzeugende Gefahrstoffe der Kategorie 1 oder 2
bzw. 1 A oder 1 B enthalten sind, die durch weniger
gefährliche Ersatzstoffe ersetzt werden müssen
• fortpflanzungsgefährdende und Erbgut verändernde
Stoffe enthalten sind, für die es ähnliche Regelungen
wie bei Krebs erzeugenden gibt
• die für den Einsatz vorgesehenen oder bereits verwendeten Gefahrstoffe durch solche mit einem geringeren
Gefahrenpotential ersetzt werden können oder auf
Gefahrstoffe ganz verzichtet werden kann
42
Kategorie 2:
Achtung
• durch Änderungen von Arbeitsverfahren das Auftreten
von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz verhindert oder verringert werden kann
Sicherheitsdatenblatt
Sicherheitsdatenblatt, Produktbeschreibung und andere
Unterlagen geben bereits vor dem Einkauf wichtige Hinweise. Daher sollte sich der Unternehmer vom Hersteller
oder Händler die in Betracht kommenden Produkte nennen lassen und die zugehörigen Sicherheitsdatenblätter
anfordern. Auszuwählen ist das Produkt mit dem geringsten Gefährdungspotential.
Sicherheitsdatenblätter müssen vom Hersteller oder Lieferanten zur Verfügung gestellt werden.
5. Gefahrstoffe
Auszug aus einem Sicherheitsdatenblatt:
Druckdatum: 09.10.2008
5.2 Gefährdungsbeurteilung
Wie bei anderen Gefährdungen am Arbeitsplatz müssen
vor Aufnahme von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen die
Arbeitsbedingungen beurteilt werden, um die Gefährdungen durch Einatmen, Hautkontakt oder physikalisch-chemische Wirkungen von Gefahrstoffen zu bewerten. Im
Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind angemessene
Schutzmaßnahmen festzulegen. Die Wirksamkeit der
Schutzmaßnahmen ist regelmäßig zu überprüfen. Anhand
der Dokumentation muss die Entscheidung über die
getroffenen Maßnahmen nachvollziehbar sein.
überarbeitet am: 09.10.2008
Bei allen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sind Grundmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten erforderlich, die
eine Gesundheitsgefährdung entweder vermeiden oder
auf ein Minimum beschränken. Dieses Ziel ist idealerweise durch die Substitution (Ersatz) eines Gefahrstoffs zu
erreichen. Ist dies nicht möglich können Maßnahmen wie
z. B. Absaugung, Persönliche Schutzausrüstung, Messung, Betriebsanweisung und Unterweisung erforderlich
sein. Für Gefahrstoffe mit hoher Gefährdung, z. B. giftige
oder krebserzeugende Gefahrstoffe, gelten zusätzliche
Anforderungen.
Die Gefahrstoffverordnung enthält einen Maßnahmenkatalog, differenziert nach Art und Höhe der Gefährdung.
Diese Anforderungen werden in Technischen Regeln für
Gefahrstoffe (TRGS) konkretisiert.
43
5. Gefahrstoffe
Checkliste für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
Informationsermittlung und Kennzeichnung
Gefahrstoffe im Betrieb sind bekannt
Stoffe oder Produkte mit Gefahrenkennzeichnung
Stoffe oder Produkte ohne Gefahrenkennzeichnung
Werden bei den Arbeitsprozessen Stoffe freigesetzt
Gefahrstoffe sind gut zu erkennen und richtig gekennzeichnet
Kennzeichnung der Behälter und Rohrleitungen
Sammlung der Sicherheitsdatenblätter vollständig
und aktuell und für die Beschäftigten zugänglich
Gefahrstoffverzeichnis
vorhanden und aktuell
Hinweis auf Sicherheitsdatenblätter
Betriebsanweisung vorhanden
Arbeitnehmer sind unterwiesen
Erste-Hilfe-Maßnahmen werden umgesetzt z. B. Notund Augendusche
Gestaltung der Arbeitsstätte/Arbeitsplatz
Ausreichende technische oder natürliche Lüftung des
Arbeitsraumes
Warneinrichtung bei Störung der Lüftung
Reinluftrückführung führt nicht zur Belastung
Leicht zu reinigende Oberflächen (z. B. Fußboden)
Rutschhemmender Fußboden
Ablagerungsmöglichkeiten für Stäube
Separater Pausenraum oder -bereich
Umkleide-, Waschräume/Waschgelegenheit
Gestaltung des Arbeitsverfahren und
der Arbeitsorganisation
Zahl der mit Gefahrstoffen belasteten Beschäftigten
wird begrenzt
Dauer und Ausmaß der Gefahrstoffbelastung wird so
gering wie möglich gehalten
inhalative Exposition (einatmen)
dermale Exposition (Hautkontakt)
Regelmäßige Prüfung der Funktion und Wirksamkeit
der technischen Schutzmaßnahmen und Dokumentation
Staubarme Arbeits- und Entsorgungstechniken
Feuchtreinigung oder Einsatz von Industriestaubsaugern
Geeignete Mittel zur Beseitigung von ausgelaufenen
oder verschütteten Arbeitsstoffen
Behälter werden geschlossen gehalten und nur zur
Entnahme geöffnet
Abdeckbare oder verschließbare Behältnisse zur
Abfallbeseitigung
44
Sachgerechte Entsorgung von nicht mehr benötigten
Gefahrstoffen, Rest entleerten Gebinden und Reinigungstüchern
Aufbewahrung und Lagerung von Gefahrstoffen
Gefahrstoffmengen am Arbeitsplatz werden auf den
Tagesbedarf begrenzt
Nicht in Behältnissen lagern, die zu Verwechselungen
mit Lebensmitteln führen
Gekennzeichnete Lagerbereiche / -räume
Lagerschränke für
Chemikalien / Säuren / Laugen
Sicherheitsschränke für
brennbare Flüssigkeiten / Lösemittel
Sicherheitsschränke für Gase
Lagerung von sehr giftigen und giftigen Stoffen unter
Verschluss
Grundsätze der Arbeitshygiene
Notwendige Arbeitskleidung wird getragen
Verschmutzte Arbeitskleidung wird gewechselt
Persönliche Schutzausrüstung wird bestimmungsgemäß benutzt
Pausenbereiche oder Bereitschafträume werden
nicht mit verschmutzter Arbeitskleidung benutzt
Gefahrstoffspritzer oder -verunreinigungen auf der
Haut werden sofort entfernt
Reinigungs- /Putztücher werden nicht für die Hände
benutzt
Staubige Arbeitskleidung wird nicht ausgeschüttelt
oder abgeblasen
Arbeitsplätze werden regelmäßig aufgeräumt und
gereinigt
5. Gefahrstoffe
Gefahrstoffverzeichnis
Die im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe sind in einem
Gefahrstoffverzeichnis aufzulisten. Es ist laufend aktuell
zu halten, aber mindestens einmal jährlich zu überprüfen.
Muster eines Formulars mit den Mindestangaben:
Gefahrstoffverzeichnis
Arbeitsstoff,
Gefahrstoff
Arbeitsverfahren,
Verwendungszweck
Einstufung
Kennzeichnung
lt. Sicherheitsdatenblatt
Verbrauch,
Menge
Bezeichnung
von Produkten und
Gefahrstoffen
Arbeitsbereiche,
in denen mit
dem Gefahrstoff
umgegangen wird
Einstufung des
Gefahrstoffes oder
Angabe der
gefährlichen
Eigenschaften
Menge im Betrieb
Verbrauch pro Tag,
Monat oder Jahr
Bemerkungen
Ermittlungsergebnis
Arbeitsbereich: ____________________________ Bearbeiter:________________________________ Datum: ___________________
Einhalten von Arbeitsplatzgrenzwerten
Der Arbeitgeber hat zu ermitteln, ob die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten sind. Dies kann durch Arbeitsplatzmessungen oder durch andere gleichwertige Beurteilungsverfahren erfolgen.
Was sind Arbeitsplatzgrenzwerte?
Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist die zeitlich gewichtete, durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der
Luft am Arbeitsplatz, bei der akute oder chronisch schädigende Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen
nicht zu erwarten sind.
Um eine Gefährdung sicher zu verhindern, ist der Arbeitsplatzgrenzwert zu unterschreiten.
Der Biologische Grenzwert (BGW) ist die Konzentration
eines Stoffes oder seines Umwandlungsproduktes im Körper oder die dadurch ausgelöste Abweichung eines biolo-
gischen Indikators von seiner Norm, bei der im allgemeinen die Gesundheit eines Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird. BGW sind als Höchstwerte für gesunde Einzelpersonen konzipiert. Sie werden unter Berücksichtigung
der Wirkungscharakteristika der Stoffe grundsätzlich für
Blut und/oder Harn aufgestellt und gelten in der Regel für
Belastungen mit Einzelstoffen.
Wie wird festgestellt, ob Arbeitsplatzgrenzwerte
eingehalten sind?
In der Regel sind geeignete Messstellen zu beauftragen.
Besonders geeignet für die Beurteilung von Arbeitsplätzen sind Messstellen, wenn sie den detaillierten
Anforderungen der von den Ländern herausgegebenen
Handlungsanleitungen sowie der DIN EN ISO/IEC 17025
entsprechen. Über die Kompetenz, Messungen zur Ermittlung der Gefahrstoffkonzentration am Arbeitsplatz durchzuführen, verfügen darüber hinaus Messstellen, die
beispielsweise bei der Deutschen Akkreditierungsstelle
Chemie GmbH (DACH) oder beim Deutschen Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH (DAP) akkreditiert sind.
45
5. Gefahrstoffe
5.3 Schutzmaßnahmen
Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ist die
Gefährdung der Mitarbeiter und der
Umwelt so gering zu halten, wie es nach
dem Stand der Technik möglich ist.
Die Schutzmaßnahmen werden auf der Grundlage der
Gefährdungsbeurteilung getroffen.
1. Arbeitsverfahren so gestalten, dass gefährliche Gase,
Dämpfe oder Schwebstoffe nicht frei werden,
2. Arbeitsverfahren so gestalten, dass niemand mit
festen oder flüssigen Gefahrstoffen oder gefährlichen
Zubereitungen in Kontakt kommt (z. B. Haut, Atemwege),
3. frei werdende gefährliche Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe an ihren Austritts- oder Entstehungsstellen vollständig erfassen und ohne Gefahr für Mensch und
Umwelt entsorgen,
4. Arbeitsverfahren einer fortentwickelten Sicherheitstechnik anpassen.
Organisatorische Schutzmaßnahmen
• Konkrete Anweisungen für den bestimmungsgemäßen
Umgang mit Gefahrstoffen und den Zustand von technischen Schutzsystemen geben (z. B. vor dem Umfüllen
Erdungsklemme anschließen; Produkt X nur in den
Behälter Y abfüllen).
46
Personenbezogene Schutzmaßnahmen
• Geeignete persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung
stellen.
• Die Auswahl ist abhängig von der Gefährdung am
Arbeitsplatz. Daher ist eine Gefährdungsbeurteilung
nach folgenden Gesichtspunkten durchzuführen:
• Gibt es Grenzwertüberschreitungen?
• Kommt es zu Hautkontakten?
• Besteht Spritzgefahr?
• Für Pflege und geeignete Aufbewahrungsmöglichkeit in
der Nähe der Arbeitsplätze sorgen.
5. Gefahrstoffe
Wie sind brand- und explosionsgefährliche Stoffe und
Zubereitungen gekennzeichnet?
5.4 Brand- und Explosionsschutz
Brände und Explosionen gefährden Mitarbeiter und verursachen hohe Schäden. Das bedeutet, dem vorbeugenden
betrieblichen Brand- und Explosionsschutz Priorität
einzuräumen, ohne den abwehrenden Brandschutz zu
vernachlässigen. Auch bezüglich der Brand- und Explosionsgefahren müssen eine Gefährdungsbeurteilung
durchgeführt und ergänzende Schutzmaßnahmen festgelegt werden.
Hochentzündlich sind Flüssigkeiten, die
einen Flammpunkt unter 0 °C und einen
Siedepunkt oder Beginn des Siedebereichs von höchstens 35 °C haben, sowie
Gase, die bei gewöhnlicher Temperatur
und normalem Druck bei Luftkontakt entzündlich sind.
Unter welchen Voraussetzungen entsteht ein Brand oder
eine Explosion?
Leichtentzündlich sind Flüssigkeiten, die
einen Flammpunkt unter 21 °C haben,
aber nicht hochentzündlich sind, sowie
Feststoffe, die durch kurzzeitiges Einwirken einer Zündquelle leicht entzündet
werden und nach deren Entfernung weiterbrennen oder weiterglimmen können.
Es müssen gleichzeitig vorhanden sein:
Sauerstoff
(Luft)
Entzündlich sind Flüssigkeiten, die einen
Flammpunkt zwischen 21 °C und 55 °C
haben
(ohne Bild, nur R-Satz R 10 „Entzündlich“).
eine Zündquelle
mit ausreichender
Engerie
Ein brennbarer
Stoff
Explosionen sind extrem schnell verlaufende Verbrennungsprozesse.
Brandfördernde Stoffe sind in der Regel
selbst nicht brennbar, erhöhen aber bei
Berührung mit brennbaren Stoffen oder
Zubereitungen die Brandgefahr oder die
Heftigkeit eines Brandes, überwiegend
durch Sauerstoffabgabe (oxidierende
Stoffe).
Mit der GHS-Verordnung hat sich die Einstufung und Kennzeichnung dieser Stoffe geändert:
Einstufung
Kategorie 1
Flammpunkt < 23 °C
und Siedebeginn ≤ 35 °C
Kategorie 2
Flammpunkt < 23 °C
und Siedebeginn > 35 °C
Kategorie 3
Flammpunkt ≥ 23 °C
und ≤ 60 °C
GHS-Piktogramm
Signalwort
Gefahrenhinweis
Gefahr
H224: Flüssigkeit und
Dampf extrem entzündbar
Gefahr
H225: Flüssigkeit und
Dampf leicht entzündbar
Achtung
H226: Flüssigkeit und
Dampf entzündbar
Oxidierende Gase, Flüssigkeiten und Feststoffe werden mit dem
Piktogramm GHS 03 gekennzeichnet:
47
5. Gefahrstoffe
Explosionsschutzmaßnahmen
Auswahl von Maßnahmen in den Zonen
Wann kann es zu einer Explosion kommen?
Es kommt zu einer Explosion, wenn ein Gemisch aus
brennbaren Gase oder Stäuben und Luft (Sauerstoff)
innerhalb der unteren und der oberen Explosionsgrenze
entzündet wird.
• ermitteln, mit welchen Zündquellen an den Arbeitsplätzen
gerechnet werden muss
• Arbeitsmittel bereitstellen, die für
die Zonen geeignet sind
• Rauchverbot und Verbot offener
Flammen
• heiße Oberflächen vermeiden
• elektrische Funkenbildung durch
Verwendung explosionsgeschützter Geräte vermeiden
• elektrostatische Entladungen
vermeiden, z. B. durch Erdung
Sauerstoff ist Bestandteil vieler chemischer Verbindungen. Es ist deshalb möglich, dass Nitrate, Chlorate und
einige organische Produkte auch unter Luftabschluss entzündbar sind.
Welche Rangfolge der Maßnahmen zur Vermeidung von
Explosionen gibt es?
P 01: Rauchen
verboten
P 02: Feuer,
offenes Licht und
Rauchen verboten
Maßnahme 1: Bildung einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre verhindern
• Stoffe oder Zubereitungen einsetzen, die keine explosionsfähigen Gemische bilden können
• verhindern, dass ein gefährliches explosionsfähiges
Gemisch entsteht (z. B. durch eine wirksame Lüftung/
Absaugung)
• Konzentrationsmessungen
W 21: Expolsionsfähige Atmosphäre
Maßnahme 3: Auswirkungen einer Explosion begrenzen
Können sich explosionsfähige Gemische im Inneren von
Behältern und Apparaten bilden und kann eine Zündung
nicht ausgeschlossen werden, sind Maßnahmen zu treffen, die gefährliche Auswirkungen verhindern, beispielsweise
Maßnahme 2: Zündquellen vermeiden
Grundlage für den Umfang der Schutzmaßnahmen ist eine
Zoneneinteilung, mit der die Wahrscheinlichkeit bewertet
wird, dass eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre
vorkommt. Dabei wird nach Explosionsgefahren durch
Gase, Dämpfe, Nebel oder durch Staub unterschieden.
Zoneneinteilung für Gase, Dämpfe oder Nebel:
Zone 0 ist ein Bereich, in dem eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder
häufig, d. h. zeitlich überwiegend vorhanden ist,
Zone 1 ist ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre
bilden kann,
Zone 2 ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine
gefährliche explosionsfähige Atmosphäre normalerweise
nicht oder nur kurzzeitig auftritt.
48
• Druckentlastungsflächen
• druckfeste Kapselung
• Explosionsunterdrückung
Explosionsschutzdokument
In einem Explosionsschutzdokument, das der Unternehmer vor Beginn der Arbeiten erstellen muss und aktuell zu
halten hat, sind insbesondere festzuhalten:
• Ermittlung und Bewertung der Explosionsgefährdungen
• Maßnahmen zum Explosionsschutz
• Bereiche, die in Zonen eingeteilt wurden
• Bereiche, für die Mindestvorschriften der Betriebssicherheitsverordnung zum Schutz der Beschäftigten bei
Gefährdung durch gefährliche explosionsfähige Atmosphäre einzuhalten sind
5. Gefahrstoffe
Brandschutzmaßnahmen, Feuerlöscher
Jedes Jahr verursachen Brände in Industrie und Handwerk
Schäden in Milliardenhöhe.
Feuerlöscher
Mit Feuerlöschern können Brände in ihrer Entstehungsphase gelöscht werden.
Wie können Brände, die durch technische Störungen und
durch menschliches Fehlverhalten beim Umgang mit
brennbaren Stoffen entstehen, vermieden werden?
Je nach Art und Umfang der Brandgefährdung – geringe,
mittlere oder große – sowie der Größe des zu schützenden Bereiches müssen Feuerlöscher in ausreichender
Anzahl und Größe bereitgestellt werden.
Was fördert eine schnelle Brandausbreitung?
• kleine, unterschätzte Durchbrüche (Löcher) in Wänden
oder Decken
• fehlende oder fehlerhaft ausgeführte Rohrleitungs- und
Kabelabschottungen
• defekte oder unwirksame Feuerschutzabschlüsse
(z. B. festgekeilte Brandabschnittstüren)
• verstellte oder funktionsuntüchtige Feuerlöscher
• Fehleinschätzung der Gefahren beim Arbeiten mit offenen Flammen (z. B. beim Löten oder Schweißen)
• Unterschätzen der Brandgefahr durch Funkenflug
(z. B. beim Flexen oder Trennschleifen)
Bildung von Brandabschnitten
Brandabschnitte in Gebäuden
• hemmen die Brandausbreitung
• ermöglichen gefährdeten Personen die Flucht
• helfen der Feuerwehr, Brände wirkungsvoll zu
bekämpfen
Brandabschnitte werden durch feuerwiderstandsfähige
Wände, Decken und Feuerschutzabschlüsse geschaffen.
Sie müssen bereits in der Planung berücksichtigt werden.
Rettungswege
• Türen auf Rettungswegen müssen deutlich gekennzeichnet sein. Sie müssen sich leicht und ohne fremde Hilfe
von innen öffnen lassen
• Verkehrswege müssen immer freigehalten werden. Vor
allem dürfen Türen oder andere Öffnungen auf Rettungswegen nicht verschlossen, versperrt oder verstellt sein
• Die Ausgänge müssen unmittelbar ins Freie, in Flure
oder Treppenräume, welche Rettungswege im Sinne der
jeweiligen Landesbauordnung sind, oder in einen anderen Brandabschnitt führen
• Bei Räumen mit mehreren Türen sollten die Ausgänge
nach Möglichkeit einander gegenüberliegen
Wie wird die Anzahl der notwendigen Feuerlöscher
ermittelt?
• Brandklasse, Brandgefährdung
und Grundfläche ermitteln
• Löschmitteleinheiten (LE) nach der
Brandgefährdung ermitteln
• Art und Anzahl der Feuerlöscher
bestimmen
Brandgefährdung
Geringe Brandgefährdung liegt vor, wenn
• schwer entzündliche Stoffe vorhanden sind,
• die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse nur wenige
Möglichkeiten für eine Brandentstehung bieten,
• im Falle eines Brandes mit geringer Brandausbreitung zu
rechnen ist.
Mittlere Brandgefährdung liegt vor, wenn
• Stoffe mit hoher Entzündbarkeit vorhanden sind,
• die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse eine Brandentstehung begünstigen,
• jedoch keine große Brandausbreitung in der Anfangsphase zu erwarten ist.
Große Brandgefährdung liegt vor, wenn
• leicht entzündliche Stoffe vorhanden sind,
• die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse eine Brandentstehung begünstigen,
• bereits in der Anfangsphase mit großer Brandausbreitung zu rechnen ist.
49
5. Gefahrstoffe
Tabelle 1: Brandklassen und Löschmittel
Brandklasse A
Feste, glutbildende Stoffe
Brandklasse B
Flüssige oder flüssig werdende Stoffe
Brandklasse C
Gasförmige Stoffe, auch unter Druck
Tabelle 2: Beispiele für Brandgefährdungen
geringe
mittlere
große
Fertigungsräume,
Verkauf,
Handel,
Lagerung
Lager mit nichtbrennbaren Stoffen
Lager und Verkaufsräume mit
brennbaren Materialien (z. B.
verpackten Waren), Wäschereien,
Textilreinigungen, Annahmestellen,
Mangelstuben, Nähereien
Lager mit leicht entzündlichen
bzw. leicht enflammbaren Stoffen
(z. B. Beschichtungsstoffen,
Lösemitteln, flockiger Ware,
Schaumstoffen)
Verwaltung
und
Dienstleistung
Verwaltungsgebäude,
EDV-Bereiche
ohne Papier
Bürobereiche mit Aktenlagerung,
EDV-Bereiche mit Papier, Küchen
usw.
Schuhmachereien,
Abfallsammelräume
Tabelle 3: Löschmitteleinheiten (LE)
aus Brandgefährdung und Grundfläche
Tabelle 4: Art und Anzahl der Feuerlöscher
Grundfläche
bis m2
Löschmitteleinheiten (LE)
je Feuerlöscher
Löschmitteleinheiten (LE)
geringe
mittlere
große
BrandBrandBrandgefährdung
gefährdung
gefährdung
Kennzeichnung der
Feuerlöscher nach DIN EN 3
Brandklasse
Brandklasse
A
B
50
6
12
18
1
5A
21B
100
9
18
27
2
8A
34B
200
12
24
36
3
300
15
30
45
4
400
18
36
54
5
500
21
42
63
6
21A
113B
600
24
48
72
9
27A
144B
700
27
54
81
10
34A
800
30
60
90
12
43A
183B
900
33
66
99
15
55A
233B
1000
36
72
108
6
12
18
je weitere 250
Mit der Summe der Löschmitteleinheiten (LE) nach
Tabelle 3 können Art, Anzahl und Größe der Feuerlöscher
aus Tabelle 4 entnommen werden. Kommen beide Brandklassen vor, ist immer vom niedrigsten Wert der LE auszugehen.
50
55B
13A
70B
89B
Werden überwiegend Frauen beschäftigt, sind die neuen
und leichteren 4-kg-Feuerlöscher empfehlenswerter.
5. Gefahrstoffe
Berechnungsbeispiel:
Ein Reinigungsbetrieb mit einer Grundfläche von 50 m2
soll mit Feuerlöschern ausgestattet werden. Brennbar ist
vor allem das Reinigungsgut (Textilien).
1. Brandklasse (nach Tabelle 1) und Löschmittel:
Es liegt Brandklasse A vor. Als Löschmittel wird Pulver
gewählt.
2. Brandgefährdung (nach Tabelle 2):
Mittlere Brandgefährdung in Textilreinigungen.
3. Löschmitteleinheiten (nach Tabelle 3):
Bei 50 m2 Grundfläche werden 12 Löschmitteleinheiten
(LE) benötigt (aufgerundet auf den nächsthöheren
Wert).
4. Größe und Zahl der Feuerlöscher (nach Tabelle 4):
Für die 12 Löschmitteleinheiten sind z. B. 3 Pulverlöscher mit der Kennzeichnung „13 A / 70 B“ zu beschaffen. Auch andere Kombinationen sind möglich.
Umgang mit Feuerlöschern
Feuerlöscher müssen funktionsfähig, gut sichtbar und
leicht zugänglich sein. Sie sollten nicht zu tief angebracht
werden, sonst werden sie versehentlich zugestellt. Möglichst viele Mitarbeiter sollten in der Handhabung von
Feuerlöschern unterwiesen werden.
Kennzeichnung der Standorte von Feuerlöschern
Der nächstgelegene Standort eines Feuerlöschers muss in
unübersichtlichen Arbeitsstätten durch Hinweisschilder
angezeigt werden.
Feuerlöscher sind mit dem folgenden Zeichen kenntlich
zu machen.
F 06 Feuerlöscher
Prüfung von Feuerlöschern
Feuerlöscher sind regelmäßig, durch befähigte Personen
zu prüfen (Richtwert: alle zwei Jahre). Der Vermerk über
die Prüfung soll gut sichtbar und dauerhaft am Feuerlöscher angebracht sein.
5.5 Betriebsanweisungen
Der Unternehmer hat arbeitsbereichs- und stoffbezogene
Betriebsanweisungen zu erstellen, in denen auf die bei
Tätigkeiten mit Gefahrstoffen verbundenen Gefahren für
Mensch und Umwelt hingewiesen wird und die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln festgelegt sind.
Spezifische Informationen erhält man insbesondere aus
dem Sicherheitsdatenblatt und der Kennzeichnung auf
der Verpackung oder den Etiketten der Produkte.
Aufbau einer Betriebsanweisung
Arbeitsplatz oder Arbeitsbereich, Tätigkeit
für die Betriebsanweisung gilt,
Gefahrstoffbezeichnung
• die den Beschäftigten bekannte Bezeichnung
• die Namen der Gefahrstoffe
• bei Zubereitungen (Mischungen) alle Gefahrstoffe, die
gefährliche Eigenschaften verursachen
Gefahren für Mensch und Umwelt
werden beschrieben durch:
• Gefahrensymbole,
siehe Kapitel 5.1 „Kennzeichnung“
• Gefahrenbezeichnungen
• Hinweise auf besondere Gefahren (derzeit R-Sätze,
zukünftig H-Sätze)
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
• Technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen
• Arbeitshygiene
• Regeln zum Verhalten der Beschäftigten, die zur Sicherheit bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen beitragen können
• Beschäftigungs- und Verwendungsbeschränkungen
(z. B. Beschäftigungsverbot für Schwangere)
51
5. Gefahrstoffe
Hinweise liefern die Sicherheitsratschläge für gefährliche
Stoffe und Zubereitungen (derzeit S-Sätze, zukünftig
P-Sätze) auf der Verpackung oder dem Etikett und das
Sicherheitsdatenblatt. Die Informationen lassen sich mit
Ge- und Verbotszeichen anschaulicher gestalten.
Verhalten beim Verschütten, Auslaufen von Stoffen oder
Gasaustritten
• Wie kann das ausgetretene Produkt aufgenommen werden (Aufsaugen, Aufkehren etc.)?
• Art und Ort der Lagerung des Aufsaugmittels?
• Ist eine spezielle Entsorgung notwendig?
• Welche persönliche Schutzausrüstung ist zu tragen?
• Wie wird sie gelagert und entsorgt?
Verhalten im Brandfall
• Angabe der geeigneten Löschmittel und
ihres Aufbewahrungsortes
• Warnung vor keinesfalls zu verwendenden Löschmitteln
P 04:
• Hinweise auf mögliches Entstehen
Mit Wasser löschen
von giftigen Gasen oder verunreinigverboten
tem Löschwasser
• Hinweis auf die Alarm-, Flucht- und Rettungspläne
• Alarmierung der Feuerwehr (wer, wo, was)
• Information der Vorgesetzten
Erste Hilfe
• Erste-Hilfe-Einrichtungen
(Standort und Notrufnummern)
• Ersthelfer (Name, Telefonnummer)
• Maßnahmen zur Ersten Hilfe (Unterscheidung nach Hautkontakt, Augenkontakt, Einatmen,
Verschlucken sowie Verbrennungen)
• Bereitstellung einer stoffbezogenen Sicherheitsinformation für den/die Arzt/Ärztin sowie Antidots (Gegenmittel)
Sachgerechte Entsorgung
• Entsorgung von Abfällen, die betriebsmäßig oder bei Leckagen entstehen
oder als Reste in den Verpackungen
verbleiben können
Unterschrift des Unternehmers
Mit der Unterschrift wird die Betriebsanweisung zu einer
verbindlichen Anordnung des Unternehmers.
52
6. Biologische Arbeitsstoffe
Was sind biologische Arbeitsstoffe?
Unter diesen Begriff fallen Mikroorganismen (Bakterien,
Schimmelpilze, Viren, Parasiten) und Zellkulturen, die
beim Menschen Krankheiten hervorrufen können. Bei den
Erkrankungen kann es sich z. B. um Infektionen, allergische Reaktionen oder Vergiftungen handeln.
Einteilung in Risikogruppen
Die Biostoffverordnung (BioStoffV) schreibt je nach
Gefährdung Schutzmaßnahmen vor. Zur Bewertung
werden die Biostoffe vier Risikogruppen zugeordnet.
Risikogruppen biologischer Arbeitsstoffe
Risikogruppe
Krankheitseintreten/Schwere
Gefahr für
Beschäftigte
Verbreitungsgefahr für
Bevölkerung
wirksame
Vorbeugung
und Therapie
Erreger
Beispiele
Vorkommen
1
2
Infektion unwahrscheinlich
—
—
nicht nötig
Umweltkeime
sehr häufig
Erkrankung
möglich
möglich
möglich
möglich
„normale“
Bodenflora
Lagerschädlinge
häufig
3
4
schwere
Erkrankung
ernst
wahrscheinlich
möglich
diverse Krankheitserreger
selten
sehr schwere
Erkrankung
sehr ernst
u. U. groß
nicht möglich
seltene Viren
(Lassa, Ebola,
Marburg)
äußerst selten
exotisch
Bei welchen Tätigkeiten besteht eine Gefährdung durch
biologische Arbeitsstoffe?
Es gibt
nicht gezielte Tätigkeiten,
bei denen biologische Arbeitsstoffe freigesetzt werden,
ohne dass dies beabsichtigt ist, beispielsweise
• in Wäschereien: Umgang mit Schmutzwäsche aus dem
Gesundheitsdienst
• in Orthopädieschuhtechnik-Betrieben: Betreuung von
Patienten
• in der naturfaserverarbeitenden Textilindustrie: Umgang
mit Pflanzenfasern, Tierhaaren
• in Dentallaboren am Desinfektionsplatz und in der
Annahme
• Kontakt zu Abwasser, z. B. in der Elektroinstallationsund Gas-Wasserbranche
• Abfallwirtschaft und Krankenhauswäsche
gezielte Tätigkeiten,
bei denen beabsichtigt mit dem biologischen Arbeitsstoff
umgegangen wird (z. B. in Forschung/Labor/ Biotechnologie).
Gefährdungsbeurteilung
Vor Aufnahme einer möglicherweise gefährdenden Tätigkeit ist immer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Sie ist zu überarbeiten, wenn Änderungen im Arbeitsablauf einer bestehenden Tätigkeit zu einer geänderten
Gefährdungslage führen. Die Gefährdungsbeurteilung
dient dazu, die Risiken einzugrenzen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen festzulegen. Es ist sinnvoll, beides mit Unterstützung des/der Betriebsarztes/-ärztin
durchzuführen. Die Biostoffverordnung verlangt, dass der
Arbeitgeber sich fachkundig beraten lässt.
Weitere Erläuterungen in Kapitel 2.2 „Gefährdungsbeurteilung“.
53
6. Biologische Arbeitsstoffe
Unterrichtung der Beschäftigten
Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen müssen
die Beschäftigten unterrichtet werden durch:
• Arbeitsbereichs- und stoffbezogene Betriebsanweisungen
• arbeitsplatzbezogene Unterweisung über Gefahren und
Schutzmaßnahmen
• allgemeine arbeitsmedizinische Beratung im Rahmen
der Unterweisung mit Hinweis auf die Untersuchungsmöglichkeiten
Hilfestellungen der Berufsgenossenschaft
Die Berufsgenossenschaft hat branchenbezogene Hinweise zu Gefährdungsbeurteilungen und für Schutzmaßnahmen erarbeitet:
• Die BG-Information S 050 „für Wäschereien mit Waschgut, von dem eine Infektionsgefahr für die Beschäftigten
ausgeht“.
• Zu „Infektionsgefährdung und Schutzmaßnahmen in
Orthopädie-Schuhtechnik- und Fußpflegebetrieben“ das
Informationsblatt S 051.
• Checkliste: Arbeitsschutz beim Reinigen und Warten von
raumlufttechnischen Anlagen (S 202).
• BGI 775 „Zahntechnische Laboratorien – Schutz vor
Infektionsgefahren“
Arbeitsschutzmaßnahmen
Diese sind entsprechend der Gefährdung festzulegen.
Mindestens sind die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten, siehe TRBA 500 „Allgemeine Hygienemaßnahmen:
Mindestanforderungen“
Weitere Arbeitsschutzmaßnahmen können sein:
• Technische Maßnahmen zur Vermeidung der Freisetzung
biologischer Arbeitsstoffe bzw. zur Expositionsreduzierung
• Organisatorische Maßnahmen wie z. B. regelmäßige Reinigung bzw. Desinfektion der Arbeitsbereiche
• Persönliche Maßnahmen wie z. B. das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung und die Durchführung
arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
54
7. Persönliche Schutzausrüstung
Eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) kommt immer
nur dann in Betracht, wenn durch andere Maßnahmen
nicht ausgeschlossen werden kann, dass Beschäftigte
Unfall- oder Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind. Der
Einsatz von PSA ist also nachrangig gegenüber anderen
Möglichkeiten der Risikovermeidung, z. B. Vermeidung
der Gefahr durch Änderung der Arbeitsweise oder durch
technische bzw. organisatorische Schutzmaßnahmen.
Vor Auswahl und Einsatz der PSA muss der Unternehmer
mit einer Gefährdungsbeurteilung feststellen, welche PSA
für die Beschäftigten geeignet sind.
Was genau versteht man unter PSA?
In der PSA-Benutzungsverordnung ist festgelegt, was
unter persönlicher Schutzausrüstung zu verstehen ist:
jede Ausrüstung, die dazu bestimmt ist, von den Beschäftigten benutzt oder getragen zu werden, um sich gegen
eine Gefährdung zu schützen. Arbeitskleidung, die nicht
spezifisch der Sicherheit und dem Schutz der Gesundheit
dient, ist keine PSA!
• PSA ist grundsätzlich für den Gebrauch durch nur eine
Person bestimmt.
• Die PSA muss dieser Person individuell passen.
• Die Anschaffung der PSA ist Aufgabe des Arbeitsgebers;
dem Beschäftigten dürfen dadurch keine Kosten entstehen, auch wenn z. B. spezielle orthopädische Sicherheitsschuhe erforderlich sind.
• PSA muss bestimmten Anforderungen genügen: sie
muss ausreichenden Schutz gegen die zu verhütende
Gefährdung bieten, ohne selbst zur Gefahr zu werden.
Die Anforderungen an PSA sind in Normen festgelegt.
• Der Unternehmer muss sicherstellen, dass die PSA gut
funktioniert und in hygienisch einwandfreiem Zustand
ist. Soweit erforderlich, muss er die PSA warten, reparieren und ordnungsgemäß lagern lassen. Eine regelmäßige Prüfung ist z. B. vorgeschrieben bei PSA gegen
Absturz (Auffanggurt).
Bewertung und Auswahl persönlicher Schutzausrüstung
(PSA)
Worin besteht die Gefährdungsbeurteilung?
• Art und Umfang der Gefährdung
• Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefährdung für den
Beschäftigten
• Abwendbarkeit/Ausweichmöglichkeit für den Beschäftigten
• Dauer der Gefährdung (Expositionszeit)
• mögliche schwere Folgen durch die Gefährdung
Was muss der Unternehmer tun, bevor er sich für eine
PSA entscheidet?
Bewerten, z. B. anhand von BG-Merkblättern, ob die PSA
• Schutz gegenüber den abzuwehrenden Gefahren bietet,
ohne selbst eine größere Gefahr mit sich zu bringen,
• für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet ist,
• den ergonomischen Anforderungen und gesundheitlichen Erfordernissen der Beschäftigten genügt,
• dem Träger angepasst werden kann, der gültigen europäischen Produktnorm entspricht (CE-Kennzeichnung).
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für jeden
Beschäftigten eine PSA zur alleinigen Benutzung zur Verfügung steht.
Zu Schutzhandschuhen siehe auch Kapitel 4.6.
55
7. Persönliche Schutzausrüstung
CHECKLISTE für die Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich PSA
Mechanische Einwirkungen
Herabfallende Gegenstände
Einklemmen des Fußes
Sturz durch Ausgleiten
Treten auf spitze oder scharfe Gegenstände
Einwirkung auf die Knöchel
Einwirkung auf den Mittelfuß
Einwirkung auf das Bein
Umknicken infolge von Bodenunebenheiten
Schnittverletzungen
Schürfverletzungen
Erfasst werden durch drehende Teile
Einwirkung von Elektrizität
Elektrische Spannung
Elektrostatische Aufladung
Störlichtbogen
Chemische Einwirkungen
Stäube
Säuren
Basen
Lösungsmittel
Öle
Sonstige
Physikalische Einwirkungen (Temperatur/Strahlung/Lärm)
Heiße Oberflächen
Funken
Flüssigkeitsspritzer
Flammeneinwirkung
Umgebungskälte
UV-Strahlung
Laserstrahlen
Lärm
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
Gehörschutz
Atemschutz
Augenschutz
Kopfschutz
Handschutz
Schutzkleidung
Art der Gefährdung
Fußschutz
Diese Checkliste kann als Hilfsmittel bei der Bewertung und Dokumentation des Einsatzes von PSA genutzt werden.
Für bestimmte Gefährdungen typische PSA sind mit 쎲 hinterlegt.
Bemerkungen
쎲
쎲 쎲
쎲 쎲
쎲
쎲
쎲 쎲 쎲
쎲 쎲 쎲
쎲 쎲 쎲 쎲 쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
쎲
얖
얖
얖
얖
얖
얖
쎲
쎲
쎲 쎲 쎲
쎲
쎲
쎲
얖 Werden die Luftgrenzwerte nicht eingehalten, muss zusätzlich Atemschutz getragen werden.
56
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
Gesundheitliche Belastungen
für die Beschäftigten gibt es in
allen Branchen und Betriebsgrößen. In den letzten Jahrzehnten wurde der Anteil schwerer
körperlicher Arbeit zwar erheblich geringer, dafür sind neue
Gefährdungen und Belastungen
aufgetreten. Der Gesundheitszustand der Beschäftigten
ist für den Betrieb ein wichtiges Thema.
Manche Erkrankungen sind durch die Arbeit mitverursacht.
8.1 Betriebsärztliche Betreuung
Warum brauche ich eine/n Betriebsarzt/-ärztin?
• Es gibt viele schleichend eintretende Gesundheitsschäden, die nicht direkt zu erkennen sind und deshalb der
Vorsorge bzw. der rechtzeitigen Erkennung bedürfen.
• Schädigende Einflüsse aus dem privaten Bereich spielen am Arbeitsplatz auch eine Rolle.
• Berufliche und außerberufliche Belastungen können
sich gemeinsam besonders negativ auf die Gesundheit
auswirken.
• Neben den allseits bekannten Gefährdungen am
Arbeitsplatz wie Gefahrstoffe, physikalische Belastungen (z. B. elektrischer Strom, Lärm), Infektionsgefahren,
ungünstige Arbeitsplatzgestaltung und Körperhaltung
spielen auch psychosoziale/-mentale Belastungen und
Konflikte eine oft nicht einfach erkennbare Rolle im
Gesundheitsund Krankheitsverhalten der Mitarbeiter.
• Fehlendes Gesundheitsbewusstsein vieler Mitarbeiter
führt zu vermeidbaren Fehlzeiten.
• Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten wie auch andere
arbeitsbedingte Erkrankungen und Fehlzeiten kosten
nicht nur Berufsgenossenschaften und Krankenkassen,
sondern auch den betroffenen Betrieben viel Geld und
erhöhen die Beiträge.
Welche Aufgaben hat der/die Betriebsarzt/ärztin?
Der/Die Betriebsarzt/-ärztin ist in erster Linie Berater/in in
allen Aspekten der betrieblichen medizinischen Vorsorge
und des medizinischen Arbeitsschutzes (AsiG § 3)
• fachlich für Unternehmer
• fachärztlich für die Mitarbeiter
Der/Die Betriebsarzt/-ärztin kennt den Arbeitsplatz;
Hausarzt/-ärztin und Ärzte/Ärztinnen anderer Fachrichtungen können dagegen die betrieblichen Verhältnisse
nicht einschätzen. Der/Die Betriebsarzt/-ärztin kann die
Anforderungen der Arbeit und die Leistungsfähigkeit der
Mitarbeiter vergleichen und beurteilen, inwieweit die
Arbeit Auswirkungen auf die Gesundheit des Arbeitnehmers hat bzw. in Zukunft haben kann.
Der/Die Betriebsarzt/-ärztin muss in engem und vertrauensvollem Kontakt mit dem Arbeitgeber, den Arbeitnehmern und den mit medizinischen Fragen beschäftigten
Einrichtungen und Ärzten außerhalb des Betriebes stehen. Er/Sie kooperiert mit der für den Betrieb zuständigen
Fachkraft für Arbeitssicherheit und kann in Absprache mit
dem Unternehmer auch Fragen mit der zuständigen
Berufsgenossenschaft oder staatlichen Behörden klären.
Betriebsärzte/-ärztinnen handeln mit fachlichem Sachverstand und sind ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet. Sie sind in ihren medizinischen Bewertungen und
Handlungen keiner Seite gegenüber weisungsgebunden
und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
Die Aufgaben des/r Betriebsarztes/ärztin sind im § 3 des
Arbeitssicherheitsgesetzes festgelegt. Sie umfassen im
Wesentlichen:
• die Beratung des Arbeitgebers zur gesundheitsgerechten Gestaltung der Arbeitsplätze,
• die Unterstützung bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilung),
• die allgemeine arbeitsmedizinische Untersuchung und
Beratung der Arbeitnehmer bei Beschwerden und die
Ermittlung der Ursachen,
• die regelmäßige Begehung des Betriebes,
• das Feststellen arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren
und die Mithilfe bei deren Beseitigung,
• die Mithilfe bei der Organisation und den Maßnahmen
der betrieblichen Ersten Hilfe.
57
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
8.2). Wenn der/die Betriebsarzt/-ärztin diese Untersuchungen in Verbindung mit seiner/ihrer Betriebsbetreuung durchführen kann, können Kosten gespart werden.
Darüber hinaus unterstützt er/sie bei der Wiedereingliederung von Mitarbeitern „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ (BEM) und bei der Gesundheitsförderung.
Sollten Arbeitsverfahren oder Stoffe besondere Risiken
bergen, gegen die spezielle Erste-Hilfe-Maßnahmen möglich und nötig sind (z. B. Antidots gegen Gefahrstoffe,
Defibrillatoreinsatz bei Stromschlag) so macht der/die
Betriebsarzt/-ärztin konkrete Vorschläge.
Der/Die Betriebsarzt/-ärztin wirkt bei der Einsatzplanung
und Schulung der Helfer in Erste Hilfe und gegebenenfalls
des medizinischen Hilfspersonals mit.
Was macht ein/e Betriebsarzt/-ärztin?
Er/Sie unterstützt den Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung im Betrieb z. B. zur Bewertung von Arbeitsverfahren mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen. Dies wiederum ist Grundlage für die Entscheidung
des Arbeitgebers für die richtigen und angemessenen
Schutzmaßnahmen.
Er/Sie beugt arbeitsbedingten Beschwerden und Erkrankungen vor und führt Untersuchungen zu deren Früherkennung durch. Behandelnd (therapeutisch) ist er/sie im
Allgemeinen nur begrenzt tätig (z. B. bei Notfällen,
Erster Hilfe).
Er/Sie bietet allgemeine arbeitsmedizinische Untersuchungen an oder geht Beschwerden der Beschäftigten
nach. Bei besonderen Belastungen sind spezielle arbeitsmedizinische Untersuchungen notwendig (siehe Kapitel
58
Welche Anforderungen sollte der/die Betriebsarzt/-ärztin
erfüllen?
• Die arbeitsmedizinische Fachkunde besitzen, d. h. Facharzt/-ärztin für Arbeitsmedizin sein oder die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin führen
• Branchenspezifische Kenntnisse oder Erfahrungen
haben oder erwerben
• Erreichbar bzw. verfügbar (z. B. in der Region ansässig)
sein
• Bereit sein, den Betrieb mit allen Arbeitsplätzen zu
begehen
• Ihnen regelmäßig einen Bericht über seine/ihre Tätigkeit
in Ihrem Betrieb vorlegen, damit Sie einen schnellen
Überblick über den Gesundheitsschutz erhalten
• Die Fachkenntnisse für die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen besitzen (siehe Kapitel 8.2 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“)
Wo finden Sie eine/n Betriebsarzt/-ärztin?
• in den „gelben“ Branchenseiten der Telefonbücher
unter der Rubrik „Ärzte“ (Arbeitsmediziner/-innen,
Betriebsärzte/-ärztinnen, arbeitsmedizinische Dienste
oder überbetriebliche arbeitsmedizinische Dienste),
• bei der zuständigen Ärztekammer bzw. Landesärztekammer,
• bei Innungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern,
• im Internet unter
www.bgetem.de, Webcode: 12503139
www.betriebsaerzte.de
www.gqb.de
www.telefonbuch.de
www.gelbeseiten.de
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
Wie schließen Sie mit dem/r Betriebsarzt/ärztin einen
Vertrag ab?
Wenn Sie als Unternehmer die betriebsärztliche Betreuung durch Bestellung eine/s externen Betriebsarztes/
-ärztin gewährleisten wollen (Regelbetreuung), ist ein Vertrag nötig. Üblicherweise wird ein/e Betriebsarzt/-ärztin
oder arbeitsmedizinsicher Dienst dem Betrieb auf Anfrage
einen Vertragsentwurf vorlegen. Dieser sollte enthalten:
• die erforderliche arbeitsmedizinische Fachkunde,
• die konkrete Beschreibung aller übertragenen Pflichten
(nach Arbeitsschutzgesetz),
• Art der Durchführung der Betreuung (je nach vereinbartem Modell, z. B. Einsatzzeit im Betrieb),
• eine klare Regelung zu Zeiten, die außerhalb des Betriebes erbracht werden, z. B. für Untersuchungen in einem
Betriebsarztzentrum, Bürozeiten oder Wegezeiten
(Wegezeiten gehören nicht zu den Einsatzzeiten),
• die Berichtspflicht (Dokumentation),
• die Wahrung von Betriebsgeheimnissen und den Datenschutz,
• den Haftungs- und Haftpflichtversicherungsumfang,
• Kündigungsregelungen.
Wie informieren Sie die Mitarbeiter über die betriebsärztliche Betreuung?
Wenn Sie für die Regelbetreuung eine/n Betriebsarzt/
-ärztin vertraglich bestellt haben, wird dieser Termine für
Begehungen oder Untersuchungen mit Ihnen abstimmen.
Haben Sie das Unternehmermodell (alternative bedarfsorientierte Betreuung) gewählt, müssen die Beschäftigten
ebenfalls über die Art der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung informiert sein und wissen,
wer hierfür anzusprechen ist. Dazu können Sie den Aushang S 004 verwenden.
Firma
Betriebsärztin/Betriebsarzt
für unseren Betrieb ist:
Frau/Herr
Anschrift:
Telefon:
Holen Sie mehrere Angebote ein. Sie haben Anspruch auf
eine gute Leistung. Fragen Sie die Anbieter, welche
Dienstleistungen sie anbieten und nach ihren Branchenkenntnissen!
E-Mail:
Sie/Er
• unterstützt und berät den/die Unternehmer(in) in Fragen des betrieblichen Gesundheitsschutzes und der Organisation der Ersten Hilfe
• untersucht und berät im Bedarfsfall die Beschäftigten des Betriebs in Fragen des betrieblichen Gesundheitsschutzes
• ist Ansprechpartner für die arbeitsmedizinische Vorsorge und führt arbeitsmedizinische
Untersuchungen durch
Die endgültige Entscheidung, welche/r Betriebsarzt/ärztin den Betrieb betreut, treffen Sie!
Falls das Unternehmermodell (alternative bedarfsorientierte Betreuung) gewählt wurde (möglich bei Betrieben
mit bis zu 50 Beschäftigten), ist bei besonderen Anlässen
ein/e Betriebsarzt/-ärztin hinzuzuziehen. Siehe
Abschnitt: „Wann ist ein/e Betriebsarzt/-ärztin hinzuzuziehen?“
Die Betriebsärztin bzw. der Betriebsarzt hat nicht die Aufgabe, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen.
Sie haben das Recht auf Beratung durch die Betriebsärztin bzw. den Betriebsarzt!
Wenden Sie sich dazu bitte an:
Frau/Herr
(Ansprechpartner im Unternehmen, der den Kontakt zur Betriebsärztin bzw. zum Betriebsarzt herstellt)
Unternehmer(in)
Betreuungsmodell für unseren Betrieb:
Regelbetreuung
Unternehmermodell
Rechtsgrundlagen:
• § 2 des Gesetzes über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG)
• § 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2)
• § 11 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG)
• Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse . 50968 Köln . Gustav-Heinemann-Ufer 130 . Telefon 0221 3778-0 . Fax -1199 . www.bgetem.de
Hierfür ist anzuraten, dass – ähnlich wie bei der Regelbetreuung mit den oben angeführten Aspekten für einen Vertragsentwurf – der anlassbezogene Auftrag (insbesondere
incl. Honorar und Bericht) vorher mit dem/r Betriebsarzt/
-ärztin abgesprochen wird.
Bestell-Nr. S 004
3 . 0 . 08 . 11 . 4
Alle Rechte beim Herausgeber – Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft
Informieren Sie Ihre Mitarbeiter, welche/n Betriebsarzt/
-ärztin Sie ausgewählt haben.
59
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
Wann ist ein/e Betriebsarzt/-ärztin hinzuzuziehen?
Im Rahmen des Unternehmermodells (alternative
bedarfsorientierte Betreuung) in Betrieben mit bis zu
50 Beschäftigten entscheidet der Unternehmer nach dem
Abschluss der Motivations- und Informationsmaßnahmen
selbst über die Notwendigkeit und das Ausmaß einer
externen Betreuung.
Bei besonderen Anlässen ist er jedoch verpflichtet, sich
qualifiziert in Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes durch eine/n Betriebsarzt/-ärztin betreuen zu
lassen. Solche besonderen Anlässe können u. a. sein
• eine grundlegende Umgestaltung von Arbeitszeit-, Pausen- und Schichtsystemen
Bei solchen Veränderungen sind in der Regel Fragen der
Leistungsfähigkeit, Anpassung, Erholung sowie die Auswirkungen auf Geist und Körper zu beachten. Ungünstige
Arbeitszeitgestaltung wirkt sich nicht nur negativ auf die
Leistungserbringung, sondern auch auf die Gesundheit
aus.
• die Erforderlichkeit der Durchführung arbeitsmedizinischer Untersuchungen, Beurteilungen und Beratungen
Im Rahmen der Fürsorgepflicht wird sich in Fällen von
gesundheitlichen Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten bei Mitarbeitern für den Unternehmer die Frage stellen, ob der Betroffene gesundheitlich geeignet ist. Dies ist
insbesondere bei Gefährdung Dritter von besonderer
Bedeutung.
In Fällen, in denen die Beschäftigten selbst eine Untersuchung wünschen oder die Pflicht zur Durchführung von
Vorsorgeuntersuchungen für den Arbeitgeber besteht,
sind ebenfalls arbeitsmedizinische Untersuchungen,
Beurteilungen und Beratungen nötig. Siehe Kapitel 8.2
„Arbeitsmedizinische Vorsorge“.
• Suchterkrankungen, die ein gefährdungsfreies Arbeiten
beeinträchtigen
Hier gilt es z. B. durch Früherkennung im Rahmen von
Betriebsvereinbarungen Hilfestellungen und ärztliche Mitwirkung zu gewährleisten. Dadurch lassen sich Ausfallzeiten, Unfälle und betriebliche Störungen reduzieren.
60
• Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung behinderter Menschen
und der (Wieder-)Eingliederung von Rehabilitanden
(BEM, Betriebliches Eingliederungsmanagement).
Bei Mitarbeitern mit angeborenen Einschränkungen oder
nach Unfällen bzw. Erkrankungen stellt der/die Betriebsarzt/-ärztin die verbliebene Leistungsfähigkeit und Einsatzfähigkeit für die jeweilige Tätigkeit fest und berät den
Betroffenen und den Arbeitgeber.
• die Häufung gesundheitlicher Probleme
Treten z. B. bei bestimmten Tätigkeiten plötzlich vermehrt
Hauterkrankungen oder Atemnot auf, können durch
betriebsärztliche Untersuchungen der Betroffenen und
arbeitsmedizinische Abklärung möglicher Ursachen die
gesundheitsschädigenden Faktoren aufgedeckt und
Abhilfe geschaffen werden.
Folgende besonderen Anlässe können es erforderlich
machen, dass der/die Betriebsarzt/-ärztin oder eine
(externe) Fachkraft für Arbeitssicherheit mit branchenspezifischen Kenntnissen allein oder zusammen tätig werden.
• Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen,
• Einführung neuer Arbeitsmittel, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,
• grundlegende Änderung von Arbeitsverfahren,
• Einführung neuer Arbeitsverfahren,
• Gestaltung neuer Arbeitsplätze und -abläufe,
• Einführung neuer Arbeitsstoffe bzw. Gefahrstoffe, die
ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,
• Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten,
• Beratung der Beschäftigten über besondere Unfall- und
Gesundheitsgefahren bei der Arbeit,
• Erstellung von Notfall- und Alarmplänen.
Anlassbezogene Beratungen zu speziellen Fachthemen
wie z. B. Lärmminderungs-, Brandschutz- oder Lüftungsmaßnahmen können im Einzelfall auch von anderen Fachleuten oder -firmen erbracht werden.
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
Welche Unterstützung leistet die Berufsgenossenschaft?
Um sowohl dem/r Betriebsarzt/-ärztin als auch dem
Betrieb praktische Hilfestellung bei der betriebsärztlichen
Betreuung zu bieten, hat die Berufsgenossenschaft ihre
Erfahrungen mit Unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in folgenden Informationen zusammengefasst:
• Leitfaden für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der
Arbeit – Orientierungshilfe zur Erfüllung der betriebsärztlichen Betreuung (Bestell-Nr. S 110) und
• Schwerpunkte der betriebsärztlichen Betreuung in den
verschiedenen Branchen (Bestell-Nr. S 111-122)
Welche Rechtsgrundlagen gelten für die betriebsärztliche
Betreuung?
Das Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtet den Arbeitgeber,
eine/n Betriebsarzt/-ärztin zu bestellen.
Die Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2) konkretisiert betriebsgrößen- und gefährdungsabhängig Art und
Umfang der betriebsärztlichen Betreuung.
Nach dem Arbeitsschutzgesetz ist es den Beschäftigten
zu ermöglichen, sich je nach den Gefahren bei der Arbeit
arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen.
8.2 Arbeitsmedizinische Vorsorge
Der Beschäftigte kann bei seiner beruflichen Tätigkeit
durch physikalische, chemische und/oder biologische
Einwirkungen am Arbeitsplatz einer Gesundheitsgefahr
ausgesetzt sein. Der Arbeitgeber muss für arbeitsmedizinische Vorsorge sorgen, um Gesundheitsschäden zu vermeiden bzw. im Frühstadium zu erkennen, es sei denn,
die Gefährdungsbeurteilung hat ergeben, dass nicht mit
Gesundheitsschäden zu rechnen ist.
Einzelheiten regelt die Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV, 2008.
Organisation der arbeitsmedizinischen Vorsorge
Arbeitsmedizinische Maßnahmen sind insbesondere
• die arbeitsmedizinische Beurteilung der durch die Tätigkeiten bedingten Gesundheitsgefährdung einschließlich
der Empfehlung von Schutzmaßnahmen,
• die Aufklärung und Beratung der Beschäftigten über die
mit der Tätigkeit verbundenen Gesundheitsgefährdungen einschließlich solcher, die sich aus vorhandenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen ergeben können,
• spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
zur Früherkennung von Gesundheitsstörungen und
Berufskrankheiten,
• arbeitsmedizinisch begründete Empfehlungen zur Überprüfung von Arbeitsplätzen und zur Wiederholung der
Gefährdungsbeurteilung,
• die Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes auf der Grundlage gewonnener Erkenntnisse.
Die speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sind vom Arbeitgeber zu veranlassen (Pflichtuntersuchungen) oder dem Beschäftigten ohne Verpflichtung zur Inanspruchnahme anzubieten (Angebotsuntersuchungen) und erfolgen als:
• Erstuntersuchung – vor Aufnahme einer bestimmten
Tätigkeit
• Nachuntersuchung – während einer bestimmten Tätigkeit oder anlässlich ihrer Beendigung (lt. ArbMedVV § 2)
• nachgehende Untersuchung – nach Beendigung einer
bestimmten Tätigkeit, bei denen nach längerer Latenzzeit Gesundheitsstörungen auftreten können (z. B. erbgutverändernde oder Krebs erzeugende Arbeitsstoffe).
• Wunschuntersuchungen (ArbMedVV) die der Arbeitgeber den Beschäftigten nach § 11 des Arbeitsschutzgesetztes zu ermöglichen hat.
Die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sollen
während der Arbeitszeit stattfinden.
Einige Beispiele für Pflichtuntersuchungen (ArbMedVV):
• Tätigkeiten im Lärm ab 85 db(A)
• Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen bei Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW)
(z. B. Asbest, Blei, Nickel, Polycyclische aromatische
Kohlenwasserstoffe, einatembarer Staub)
• Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je
Tag
• Schweißrauche
• Isocyanate
• Unausgehärteten Epoxidharzen
• FSME-Virus in Endemiegebieten bei Land-, Fort- und
Holzwirtschaft
• Hepatitis A (Kläranlagen, Kanalisation, Abwasser)
• Hepatitis B (Laboratorien) bei regelmäßigen Tätigkeiten
mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben o. Verdachtsproben bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien
• Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppen 2 und 3
• Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und sonstigen Auslandsaufenthalten mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen
61
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
Einige Beispiele für Angebotsuntersuchungen (ArbMedVV)
• Tätigkeiten im Lärm (ab 80 db(A)
• Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen bei Exosition
(s. o., ab Schutzstufe 2)
• Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden je
Tag
• Tätigkeiten an Bildschirmgeräten Untersuchung der
Augen und des Sehvermögens
• Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1
Die alleinige evtl. geringfügige Exposition gegenüber
Gefahrstoffen oder die gelegentliche Tätigkeit unter geringem Lärm bzw. zeitweiser Verwendung von Atemschutzmasken bedeuten nicht, dass Untersuchungen nötig sind.
Hierfür sind je nach Gefährdungsart besondere Untersuchungsanlässe (siehe Auflistung in Gefahrstoff- oder Biostoffverordnung) aufgrund zu erwartender Gesundheitsrisiken Vorbedingung für Angebots- oder Pflichtuntersuchungen. Hilfestellungen geben Ihnen der/die Betriebsarzt/-ärztin und/oder die Berufsgenossenschaft.
Wer darf spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchführen?
Vorsorgeuntersuchungen dürfen ausschließlich von Ärzten/Ärztinnen mit spezieller arbeitsmedizinischer Qualifikation (Facharzt/-ärztin für Arbeitsmedizin oder Betriebsmedizin) und einschlägigen Branchenkenntnissen für den
jeweiligen arbeitsmedizinischen Grundsatz durchgeführt
werden.
Die Vorsorgeuntersuchungen führt in der Regel der/die
Betriebsarzt/-ärztin durch.
Was umfassen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen?
Sie beinhalten in der Regel
• die Begehung oder die Kenntnis des Arbeitsplatzes
durch den/die Arzt/Ärztin,
• die arbeitsmedizinische Befragung und körperliche
Untersuchung des Beschäftigten, bei Bedarf auch Zusatzuntersuchungen wie Seh- und Hörtests, Lungenfunktionsprüfungen, fahrradergonometrische Belastungen
sowie Blut- und Urinuntersuchungen zur Früherfassung
von Schädigungen bestimmter, durch die jeweilige
Tätigkeit gefährdeter Organe und zum Nachweis von
Schadstoffen im Organismus,
62
• die Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschäftigten unter Berücksichtigung der Arbeitsplatzverhältnisse,
• die individuelle arbeitsmedizinische Beratung der
Beschäftigten einschließlich der Unterrichtung über den
Untersuchungsbefund,
• die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse mit
fortlaufender Führung und Aufbewahrung der Gesundheits- und Expositionsakten,
• die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung (bei
Pflichtuntersuchungen mit Kopie für den Arbeitgeber).
Der Arbeitgeber hat dem/r Arzt/-Ärztin alle erforderlichen
Auskünfte über die Arbeitsplatzverhältnisse, insbesondere die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung, zu erteilen
und die Begehung der Arbeitsplätze zu ermöglichen.
Wer trägt die Kosten der ärztlichen Untersuchungen?
Die Kosten der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen hat grundsätzlich der Unternehmer zu tragen.
Auch die Kosten für Fahrt und Verdienstausfall sind vom
Unternehmer zu tragen, wenn der Beschäftigte einer entsprechenden Anweisung des Unternehmers gefolgt ist.
Der/Die untersuchende Arzt/Ärztin ist der Vertragspartner
des Unternehmers.
Inhalt der ärztlichen Bescheinigung
Der Untersuchungsbefund unterliegt der ärztlichen
Schweigepflicht.
Die Bescheinigung enthält nur das für die Beschäftigung
an einem Arbeitsplatz wichtige Ergebnis:
• Keine gesundheitlichen Bedenken
• Keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten
Voraussetzungen
• Befristete gesundheitliche Bedenken!
• Gesundheitliche Bedenken.
Sollte der/die Arzt/Ärztin nach einer Untersuchung
gesundheitliche Bedenken angemeldet und in Verbindung
mit der ärztlichen Bescheinigung auch eine Empfehlung
zur Überprüfung des Arbeitsplatzes ausgesprochen
haben, so hat der Unternehmer dafür Sorge zu tragen, dass
• geeignete Maßnahmen zum Schutz des Betroffenen
ergriffen werden,
• die Maßnahmen mit den arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften in Einklang stehen.
Wenn dem Arbeitgeber gesundheitliche Bedenken
bekannt werden, muss er prüfen, welche Maßnahmen er
ergreifen kann, um eine weitere Beschäftigung zu ermöglichen, oder er muss dem Mitarbeiter andere Arbeiten übertragen.
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
8.3 Besonders schutzbedürftige Beschäftigte
Mutterschutzgesetz (MuSchG)
Dieses Gesetz gilt für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen und für Frauen in Heimarbeit.
Das Mutterschutzgesetz schreibt dem Arbeitgeber vor,
was er bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes zu beachten
hat und welche Beschäftigungen eine werdende oder stillende Mutter nicht ausüben darf.
Der Betrieb muss für werdende oder stillende Mütter
einen Liegeraum einrichten.
Der Unternehmer muss die Schwangerschaft einer Mitarbeiterin unverzüglich an die örtliche zuständige Arbeitsschutzbehörde melden (Gewerbeaufsicht). Er sollte auch
den/die Betriebsarzt/-ärztin informieren, damit die
Schwangere und der Betrieb darüber beraten werden,
welche Tätigkeiten gefahrlos ausgeführt werden können
(z. B. bestimmte Gefahrstoffe).
Werdende oder stillende Mütter dürfen nicht:
• mit Arbeiten betraut werden, wenn Leben oder Gesundheit von Mutter und/oder Kind nach ärztlichem Zeugnis
bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet sind.
• mit Mehrarbeit, Nacht- und Sonntagsarbeit beschäftigt
werden.
• sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Tag der Entbindung beschäftigt werden, den die werdende Mutter dem
Arbeitgeber mitzuteilen hat, sobald ihr der Zustand
bekannt ist. Der Arbeitgeber hat diesen Sachverhalt der
Gewerbeaufsicht mitzuteilen und darf dieser Frau während der Schwangerschaft und vier Monate nach der
Entbindung nicht kündigen. Er kann ein Zeugnis eines/r
Arztes/Ärztin oder einer Hebamme verlangen.
• Arbeiten durchführen, bei denen Einwirkungen von
gesundheitsgefährlichen Stäuben, Stoffen oder Strahlen, Gasen oder Dämpfen, Hitze, Kälte, Nässe, Erschütterungen oder Lärm auftreten, regelmäßig Lasten von
mehr als 5 kg oder gelegentlich von mehr als 10 kg ohne
mechanische Hilfsmittel von Hand zu heben, bewegen
oder befördern sind,
• Akkordarbeit oder Fließbandarbeit mit gesteigertem
Arbeitstempo leisten,
• nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft
mit Arbeiten, bei denen sie täglich mehr als 4 Stunden
ständig stehen müssen, betraut werden,
• vor Ablauf von acht Wochen nach der Entbindung tätig
sein. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten verlängert sich
diese Frist auf zwölf Wochen.
Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
Dieses Gesetz gilt für Personen, die noch nicht 18 Jahre alt
sind und in der Berufsausbildung stehen bzw. als Arbeitnehmer beschäftigt sind. Danach dürfen Kinder (Personen
unter 15 Jahre) grundsätzlich nicht arbeiten, Ausnahmen
sind jedoch zulässig.
Vor Beginn der Beschäftigung Jugendlicher und bei
wesentlicher Änderung der Arbeitsbedingungen hat der
Arbeitgeber die mit der Beschäftigung verbundenen
Gefährdungen Jugendlicher zu beurteilen.
Der Arbeitgeber hat die Jugendlichen vor Beginn der
Beschäftigung und bei wesentlicher Änderung der
Arbeitsbedingungen über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, sowie über die Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren zu unterweisen. Die Unterweisung muss vor
der Beschäftigungsaufnahme sowie in angemessenen
Zeitabständen, mindestens aber halbjährlich wiederholt
werden.
Welche Arbeitszeiten und Pausen sind für Jugendliche
einzuhalten?
• In der Regel dürfen Jugendliche in der Zeit von 20.00 Uhr
bis 6.00 Uhr nicht tätig sein.
• Die tägliche Arbeitszeit darf maximal 8 Stunden betragen.
• Die wöchentliche Arbeitszeit darf maximal 40 Stunden
betragen.
• Jugendlichen ist bei einer Arbeitszeit
– von über viereinhalb bis zu sechs Stunden eine Pause
von 30 Minuten und
– von mehr als sechs Stunden eine Pause von 60 Minuten zu gewähren.
Als Pause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten.
Länger als viereinhalb Stunden hintereinander ohne
Pause dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden.
Arbeitgeber müssen Jugendliche für die Teilnahme am
Berufsschulunterricht freistellen.
63
8. Betrieblicher Gesundheitsschutz
Arbeitsverbote für Jugendliche:
Arbeitsverbote gelten für Jugendliche weitgehend analog
zum Mutterschutzgesetz. Zusätzlich dürfen sie in der
Regel Arbeiten nicht ausführen, die mit erhöhten Unfallgefahren verbunden sind. Ausnahmen davon sind möglich,
wenn der Jugendliche über 16 Jahre alt ist, die Beschäftigung zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich
und sein Schutz durch die Aufsicht eines Fachkundigen
gewährleistet ist.
Welche Untersuchungen muss der Unternehmer bei der
Beschäftigung von Jugendlichen veranlassen?
• Der Jugendliche muss innerhalb der letzten 14 Monate
vor Eintritt ins Berufsleben von einem/r Arzt/Ärztin
untersucht worden sein. Die ärztliche Bescheinigung
muss dem Arbeitgeber vorliegen (Erstuntersuchung).
• Die Untersuchung 18jähriger nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) sollte vom/von der Betriebsarzt/-ärztin durchgeführt werden.
• Es hat eine erste Nachuntersuchung innerhalb des
ersten Jahres nach Aufnahme der Beschäftigung zu
erfolgen.
• Nach Ablauf jeden weiteren Jahres nach der ersten
Nachuntersuchung hat eine weitere Nachuntersuchung
zu erfolgen.
Die Kosten der Untersuchungen trägt das Land.
Der Arbeitgeber hat den Jugendlichen für die Durchführung der ärztlichen Untersuchungen freizustellen.
für die Beschäftigten
• weniger gesundheitliche Belastungen
• Erhalt der Leistungsfähigkeit
• höheres Wohlbefinden
• mehr Arbeitszufriedenheit
gemeinsame Erfolge
• mehr Eigeninitiative der Beschäftigten
• mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur
• erhöhte Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens
• Senkung der Frühinvaliditätsrate
Wer unterstützt den Betrieb bei der Durchführung von
Gesundheitsprojekten?
Viele Krankenkassen bieten eine Projektunterstützung für
die Gesundheitsförderung im Betrieb an.
Krankenkassen unterstützen z. B. durch
• Beratung zur Stressbewältigung und Suchtprävention
• Rückenschule
• Raucherentwöhnung
• Ernährungsberatung
• Gesundheitszirkel und Mitarbeiterbefragungen
Die Berufsgenossenschaft
• berät beim Aufbau eines Gesundheitsförderprogrammes
• begleitet die Maßnahmen zur Umsetzung der Gesundheitsprävention
• erstellt Auswertungen zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
8.4 Betriebliche Projekte zur Gesundheitsförderung
Gesunde Mitarbeiter sind die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Stimmen die
Arbeitsbedingungen nicht oder ist das Betriebsklima
schlecht, sind Fehlzeiten die Folgen. Maßnahmen der
Gesundheitsförderung sollen dem entgegenwirken und
sowohl dem Betrieb wie auch den Beschäftigten von Nutzen sein.
Was kann mit Gesundheitsförderung im Betrieb erreicht
werden?
Nutzen der betrieblichen Gesundheitsförderung
für den Betrieb
• Senkung des Krankenstandes
• erhöhte Qualität und Leistung
• verbessertes Betriebsklima
• geringere Personalfluktuation
64
Auch andere externe Institutionen können vom Arbeitgeber als Projektpartner zu Spezialthemen hinzugezogen
werden (z. B. Physiotherapeuten, Unternehmensberater,
Suchtberatungsstellen).
Was sind Präventionsschwerpunkte im Betrieb?
Sollten in einer Abteilung oder Mitarbeitergruppe bzw. in
einem Tätigkeitsbereich vermehrt Klagen, Gesundheitsstörungen oder Fehlzeiten offenbar werden, nutzen Abklärung und Verbesserungsmaßnahmen allen.
Branchenspezifische Belastungen finden sich in unseren
Aufgabenkatalogen „Schwerpunkte der betriebsärztlichen
Betreuung in …“ (Bestell-Nr. S 111 bis S 122) für die jeweiligen Gewerbezweige. Diese können Grundlage für betriebliche Präventionsschwerpunkte sein.
9. Erste Hilfe
Der berufstätige Mensch steht etwa ein Drittel seines
Lebens im Arbeitsprozess. In dieser Zeit kann er am
Arbeitsplatz in lebensbedrohende Situationen geraten. Es
müssen nicht immer Unfälle sein. Ein Herzinfarkt, der
sofortige Hilfe erfordert, kann beispielsweise auch am
Arbeitsplatz auftreten.
Maßnahmen der Ersten Hilfe
Was hat der Unternehmer im Rahmen der Ersten Hilfe vorzuhalten?
Erste-Hilfe-Material
Geeignetes Erste-Hilfe-Material ist enthalten in:
1. Großer Verbandkasten nach DIN 13169 „Verbandkasten E“
2. Kleiner Verbandkasten nach DIN 13157 „Verbandkasten C“
Grundlagen der Erste-Hilfe-Leistungen
Welche Bestimmungen verpflichten zur Erste-HilfeLeistung?
Grundsätzlich gilt: Jeder ist zur Hilfeleistung gesetzlich
verpflichtet!
Richtwerte für die Zahl der Verbandkästen sind:
Betriebsart
Das Arbeitsschutzgesetz verlangt vom Unternehmer Maßnahmen zur Ersten Hilfe.
Zahl der
Verbandkasten
Versicherten
klein
groß1)
Verwaltungs1 – 50
1
und
51 – 300
1
Handelsbetriebe
ab 301
2
für je 300 weitere Versicherte zusätzlich
ein großer Verbandkasten
Herstellungs-,
1 – 20
1
Verarbeitungs- und
21 – 100
1
vergleichbare
ab 101
2
Betriebe
für je 100 weitere Versicherte zusätzlich
ein großer Verbandkasten
1)
zwei kleine Verbandkästen ersetzen einen großen Verbandkasten
Vorgaben für Personal und Material enthält die UVV
„Grundsätze der Prävention“ (BGV A1).
Eventuell sind zusätzliche Mittel zur Rettung aus Gefahr
oder z. B. Augenspüllösungen bereitzustellen.
Die BG-Regel (BGR A1) gibt hierzu konkrete Beispiele.
In Erster Hilfe ausgebildetes Personal (Ersthelfer)
„Wer bei Unglücksfällen in Gefahr oder Not nicht Hilfe
leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen
nach zuzumuten ist, insbesondere ohne erhebliche
eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger
Pflichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder
mit Geldstrafe bestraft“ (§ 323c Strafgesetzbuch).
Die Anzahl der Ersthelfer im Betrieb ist abhängig von der
Beschäftigtenzahl und der Branche.
Mindestens müssen zur Verfügung stehen:
bei 2 bis 20 anwesenden Beschäftigten:
bei mehr als 20 anwesenden Beschäftigten:
in Verwaltungs- und Handelsbetrieben
bei sonstigen Betrieben
1 Ersthelfer
5 % Ersthelfer
10 % Ersthelfer
Weiterführende Informationen:
BGI 503 „Anleitung zur Ersten Hilfe“
BGI 509 „Erste Hilfe im Betrieb“
BGI 519 „Aushang Erste Hilfe - Sicherheit bei Arbeiten an
elektrischen Anlagen“
BGI 829 „Handbuch zur Ersten Hilfe“
BGG 948 „Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe“
BGG 949 „Aus- und Fortbildung für den betrieblichen
Sanitätsdienst“
Rettungskette der Ersten Hilfe
Eigensicherung
beachten
Sofortmaßnahmen + Notruf
ErsteHilfe
Rettungsdienst
Krankenhaus
65
9. Erste Hilfe
Stromunfall
Faktoren, die das Ausmaß der Körperschädigung beim
Stromunfall bestimmen:
• Stromstärke
• Stromart (Gleich- oder Wechselstrom)
• Frequenz
• Körperwiderstand
• Dauer des Stromflusses
• Stromweg durch den Körper
• Größe der Kontaktfläche
Niederspannungsbereich (bis 1000V)
Sehr häufig sind Sekundärunfälle (z. B. Sturz von der
Leiter) bei den sog. „Wischern“ (50 Hz). Bei höheren
Körperströmen ist ein „Klebenbleiben“ (= Muskelverkrampfung) an der Spannungsquelle möglich, wodurch
aufgrund der verlängerten Kontaktzeit die Schädigungen
gravierender sein können. Bei einem Stromweg über den
Brustbereich kann es zu Atemstörungen und zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern kommen.
Der Stromweg durch den Körper kann häufig anhand der
Strommarken, die die Ein- und Austrittstellen markieren,
nachvollzogen werden.
Großflächige Verbrennungen durch Störlichtbogen sind
auch beim Niederspannungsunfall möglich.
Hochspannungsbereich (ab 1 KV)
Der direkte Stromdurchfluss kann zur Zerstörung sämtlicher im Durchfluss liegender Gewebe führen: Schädigungen am Herzen bis hin zum Herzstillstand, Störungen des
Nervensystems mit neurologischen Ausfällen und Verwirrtheitszuständen, Gefäßschäden sowie ausgedehnte
Muskeldefekte sind möglich. Die Schäden machen sich
zum Teil erst nach einigen Tagen bemerkbar, z. B. Multiorganversagen durch den Verbrennungsschock. Bei Lichtbogenverletzungen entsteht durch die hohen Temperaturen (3.000 – 20.000 Grad) ein zunächst äußerer thermischer Schaden, mit meist massiven Hautverbrennungen.
Vorgehen bei Unfällen mit elektrischem Strom
Wichtig ist der Eigenschutz der Ersthelfer!
Im Niederspannungsbereich: Ausschalten der Stromkreise, Abschalten des Gerätes, Ziehen des Netzsteckers,
alternativ: Isolieren des Verunglückten durch geeigentes
isolierendes Material.
Die anerkannten Regeln der Erste-Hilfe-Maßnahmen gelten auch für den Stromunfall.
66
Darüber hinaus ist Folgendes zu beachten: Bei Verdacht
auf eine Körperdurchströmung (auch beim „Wischer“) ist
eine ärztliche Kontrolle mit einer eingehenden Anamnese,
einer körperlichen Untersuchung und einem 12-Kanal-EKG
mit Rhythmusstreifen erforderlich. Es ist besonders auf
Strommarken, Verbrennungen, neurologischen Störungen
sowie auf krankhafte Befunde an Herz und Lunge zu achten sowie Beschwerdeangaben des Versicherten.
Ergibt sich hierbei ein unauffälliges Bild, ist eine routinemäßige 24-stündige EKG-Überwachung nicht erforderlich.
Diese Entscheidung trifft der/die behandelnde Arzt/
Ärztin.
Bei Hochspannungsunfällen ist grundsätzlich ein Notruf
abzusetzen. Erst bei Spannungsfreiheit können ErsteHilfe-Maßnahmen durchgeführt werden. Eine stationäre
Behandlung ist in der Regel erforderlich.
Automatische externe Defibrillation (AED)
Lebensbedrohliches Herzkammerflimmern kann nicht nur
durch Stromunfälle ausgelöst werden, sondern auch bei
anderen, manchmal bisher beschwerdefreien Erkrankungen auftreten.
Hierbei kann der schnelle und gezielte Einsatz mit einem
AED-Gerät lebensrettend sein:
Ersthelfer müssen im Rahmen ihrer Erste-Hilfe-Ausbildung
für den Einsatz mit einem AED-Gerät besonders geschult
sein.
Weiterführende Schriften der Berufsgenossenschaft:
MB 009 „Gefahren des elektrischen Stromes“
MB 017 „Erste Hilfe mit Sonderteil Stromunfall“
Wie werden Beschäftigte zu Ersthelfern aus- und
fortgebildet?
Mitarbeiter müssen sich zum Ersthelfer ausbilden lassen,
sofern keine persönlichen Gründe (fehlende körperliche
oder psychische Eignung) entgegenstehen. Die Beschäftigten sollten motiviert werden, sich freiwillig zu melden.
Erste Hilfe ist in allen Lebensbereichen wichtig, im Beruf
wie im Privatleben!
Die Ausbildung der Ersthelfer führen das Deutsche Rote
Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, der Arbeitersamariterbund, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, der Malteser Hilfsdienst oder andere hierfür anerkannte Stellen
durch. Die aktuelle Liste aller ermächtigten Stellen findet
sich im Internet unter www.bg-qseh.de.
9. Erste Hilfe
Vorgehen beim Auffinden einer verunglückten Person
Ruhe bewahren !
Rettung aus dem Gefahrenbereich !
Eigensicherheit beachten !
Bewusstsein prüfen
(Ansprechen / Anfassen / Rütteln)
vorhanden
nicht vorhanden
Hilfeleistung nach Notwendigkeit
(Lagerung, Verbände, Sauerstoffgabe etc.)
um Hilfe rufen
Person übernehmen
und ggf. Rettungsdienst alarmieren
Atemkontrolle
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ì.RSI¾EHUVWUHFNHQXQG.LQQDQKHEHQ
ì$WPXQJSU¾IHQGXUFKéK¸UHQVHKHQI¾KOHQç
normale Atmung
keine normale Atmung
Stabile Seitenlage / Atmung überwachen
Notruf
Automatisierter Externer Defibrillator (AED) im Betrieb vorhanden ?
nein
ja
Notruf
Notruf / AED holen lassen
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Herz-Druckmassage : Beatmung 30 : 2
!! Beginnen mit Herzdruckmassage! Keine
Unterbrechung bis zum Eintreffen des
Rettungsdienstes oder bis zum Einsetzen
der normalen Atmung !!
Herz-Lungen-Wiederbelebung
Herz-Druckmassage : Beatmung 30 : 2
!! Beginnen mit Herzdruckmassage!
AED anlegen.
Den Anweisungen des AED folgen! Keine
Unterbrechung bis zum Eintreffen des
Rettungsdienstes oder bis zum Einsetzen
der normalen Atmung !!
Handlungsablauf beim Auffinden einer verunglückten Person mit und ohne AED.
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9. Erste Hilfe
Die (Grund-)Ausbildung (Erste-Hilfe-Lehrgang) dauert acht
Doppelstunden. Eine Auffrischung des Wissens (Fortbildung) in vier Doppelstunden (Erste-Hilfe-Training) ist alle
zwei Jahre erforderlich.
Die Aus- und Fortbildung eines Ersthelfers kann während
der Arbeitszeit oder abends bzw. an Wochenenden erfolgen. Der Arbeitnehmer hat durch Freistellung während der
Arbeit keinen Verlust an Arbeitsentgelt. Die Berufsgenossenschaft trägt die Kursgebühren. Für Beschäftigte ist die
Ausbildung somit kostenfrei.
Welche organisatorischen Maßnahmen müssen im
Betrieb getroffen werden?
• Notrufmeldestelle: Sie muss gewährleisten, dass der
Rettungsdienst unverzüglich herbeigerufen werden
kann. Notrufnummern müssen am Telefon angebracht
sein.
• Alarmplan: Er umfasst Namen, Ort und Rufnummern der
inner- und außerbetrieblichen Hilfsdienste und Verantwortlichen.
• Kontrolle des Verbandmaterials ist in regelmäßigen
Abständen erforderlich. Geprüft werden Art, Alter und
Vollständigkeit des Erste-Hilfe-Materials.
• Diese Aufgaben übernimmt idealerweise ein Ersthelfer.
• Verbandbuch: In das Verbandbuch müssen alle ErsteHilfe-Leistungen eingetragen werden. Dies dient als
Nachweis, dass ein Gesundheitsschaden bei einer versicherten Tätigkeit eingetreten ist. Dies gilt auch dann,
wenn sich erst später Beschwerden einstellen sollten,
die auf einen Unfall im Betrieb zurückzuführen sind.
Verbandbuchaufzeichnungen werden in der Regel vom
Ersthelfer oder vom Unternehmer vorgenommen. Ein
Verbandbuch kann über die Berufsgenossenschaft
bezogen werden. Ausgefüllte Verbandbücher sind mindestens 5 Jahre aufzubewahren.
Anstelle eines Verbandbuchs können auch Dokumentationsblätter (Muster siehe Anhang) verwendet werden.
Die Dokumentation der Erste Hilfe-Leistungen muss in
jedem Fall vertraulich behandelt werden, d. h. Einsicht
erhalten nur Ersthelfer, die verletzte Person und Personen, die für Durchführung oder Kontrolle der Ersten Hilfe
zuständig sind (z. B. Betriebsarzt/-ärztin, Fachkraft für
Arbeitssicherheit, BG-Mitarbeiter).
• Unterrichtung der Beschäftigten: Die Beschäftigten
müssen über das Verhalten bei Arbeitsunfällen unterrichtet werden. Die Mitarbeiter müssen informiert sein,
wer die Ersthelfer sind.
68
• Fortbildung der Ersthelfer: Eine vorausschauende Terminplanung stellt sicher, dass die Ersthelfer die notwendige Fortbildung (alle zwei Jahre Erste-Hilfe-Training)
absolvieren.
10. Stichwortverzeichnis
A
Alarmplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Alternative bedarfsorientierte Betreuung . . . . . . . 9, 59, 60
anlassbezogene Beratung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
besondere Anlässe, Betriebsarzt/-ärztin . . . . . . . . . . . 59
besondere Anlässe, Sifa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Information der Mitarbeiter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
überwachungsbedürftige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6, 8
Anlagen und Betriebsmittel, elektrische . . . . . . . . . . . . . 21
Arbeiten in Fremdbetrieben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
arbeitsbedingte Erkrankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 5, 8, 57
Arbeitsbedingungen, Beurteilung der. . . . . . . . . . . 5, 11, 57
arbeitsmedizinische Dienste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
arbeitsmedizinische Vorsorge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen . . . . . . . . 61
Angebotsuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Beispiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Erstuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Exposition zu Gefahrstoffen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Kosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Lärm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
nachgehende Untersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Nachuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Organisation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Pflichtuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Qualifikation des/r Arztes/Ärztin . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Umfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Untersuchungen von Jugendlichen . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Vorsorgeuntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55, 58
Arbeitsmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Definition . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
elektrische Anlagen und Betriebsmittel . . . . . . . . . . . . 21
Leitern, Aufstiege und Treppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Maschinen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Schutzeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Transportmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Arbeitsplatz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Arbeitsplatzgrenzwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Arbeitsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Organisationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
rechtliche Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
wirtschaftliche Faktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Arbeitsschutzbehörden, Staatliche . . . . . . . . . . . . . . . . 7, 8
Arbeitsschutzgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5, 11, 63
Arbeitsschutzmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7, 9
TOP-Prinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Arbeitssicherheitsgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Arbeitsstätten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Arbeitsstättenverordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Arbeitsstuhl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Arbeitsumfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Beleuchtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Klima. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Ergonomie – Arbeitsgestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
manuelle Handhabung von Lasten . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Lärm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Hautschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Arbeiten in Fremdbetrieben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Arbeitsunfall. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
ärztliche Bescheinigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62, 64
Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Schweigepflicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
ätzende Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Aufsichtsperson . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7, 15
Aufzüge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Aushilfskräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37, 39
Außendienstmitarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
B
Baustellen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15, 16
Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan. . . . . . . . . . . 16
Vorankündigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
befähigte Personen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18, 19
Beleuchtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Berufsgenossenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . 6, 15, 54, 61, 64
Berufsgenossenschaftliche Regel (BGR) . . . . . . . . . . . . . . 6
Berufsgenossenschaftliche Vorschrift (BGV) . . . . . . . . . . 6
Berufskrankheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5, 6, 7
besondere Beanspruchungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
besonders schutzbedürftige Beschäftigte . . . . . . . . . . . . 63
Betreuung, alternative bedarfsorientierte
Betreuung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9, 59, 60
Betriebsarzt/-ärztin. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Sifa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
betriebliche Unfalluntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
betrieblicher Gesundheitsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
betriebsärztliche Betreuung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
arbeitsmedizinische Vorsorge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
besonders schutzbedürftige Beschäftigte . . . . . . . . . . 63
Gesundheitsförderung im Betrieb. . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Berufsgenossenschaftliche Information (BGI) . . . . . . . . . . 7
Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz (BGG). . . . . . . . . . 7
betriebliches Arbeitsschutzsystem. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Aufgaben und Verantwortung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
betriebliche Unfalluntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Betriebsanweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Betriebsbegehungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Gefährdungsbeurteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Information. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Personaleinsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Planung von Neu- und Umbauten . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Unterweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Betriebsanleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
69
10. Stichwortverzeichnis
Betriebsanweisung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13, 14, 51
Aufbau. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Auswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Farbkennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Betriebsarzt/Betriebsärztin. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10, 57
alternative bedarfsorientierte Betreuung . . . . . 9, 59, 60
Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Arbeitssicherheitsgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
ärztliche Schweigepflicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Bericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58, 59
Erste Hilfe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Information der Mitarbeiter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Suche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Vertrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Betriebsärztliche Betreuung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Branchenschwerpunkte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Leitfaden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Betriebsärztliche Dienste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Betriebsbegehungen, Unternehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Anlässe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Dokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Unternehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Ziele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Betriebsbesichtigungen, BG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Betriebsicherheitsverordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Betriebsmittel, elektrische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Betriebsrat. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Verantwortung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Beurteilung der Arbeitsbedingungen. . . . . . . . . . . . 5, 11, 57
Beurteilungspegel (Lärm) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
BG-Regeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
BGV A2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Bildschirmarbeitsplätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
biologische Arbeitsstoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Gefährdungsbeurteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
gezielte Tätigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
nicht gezielte Tätigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Risikogruppen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Schutzmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Unterrichtung der Beschäftigten . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Brand- und Explosionsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Brandabschnitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Brandfördernde Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Brandgefährdung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Brandklassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
entzündliche Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Explosionsschutzdokument . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Explosionsschutzmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Feuerlöscher, Art und Anzahl . . . . . . . . . . . . . . . 49, 50, 51
Feuerlöscherprüfung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
hochentzündliche Flüssigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Kennzeichnung brennbarer Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . 47
70
Leichtentzündliche Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Löschmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Rettungswege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Voraussetzungen für Brand, Explosion. . . . . . . . . . . . . 48
Brandabschnitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Brandfördernde Stoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Brennbare Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Kennzeichnung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
C
CE-Zeichen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Computerarbeitsplatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
D
Drehstrom-Steckvorrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
E
EG-Richtlinien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Einwirkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
elektrische Anlagen und Betriebsmittel . . . . . . . . . . . . . . 21
Drehstrom-Steckvorrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Leitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Prüffristen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Prüfung vor erster Inbetriebnahme. . . . . . . . . . . . . . . . 23
Prüfungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Schutz gegen indirektes Berühren . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Schutzarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Schutzmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Sicherheitsbestimmungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Sicherheitsregeln für die Elektrofachkraft . . . . . . . . . . 22
Stromunfälle, Verhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Elektrofachkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
elektrotechnisch unterwiesene Person . . . . . . . . . . . . . . . 21
ektrotechnische Laien. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Ergonomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Arbeitsgestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Arbeitsstuhl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Greifraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Tischhöhen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Erkrankungen, arbeitsbedingte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5, 57
Erste Hilfe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21, 52, 53, 58, 65
Alarmplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Arbeitsschutzgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61, 65
Erste-Hilfe-Material . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Ersthelfer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65, 66, 67
Notrufmeldestelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
organisatorische Maßnahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Rettungskette . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Stromunfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
Unterrichtung der Beschäftigten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Verbandbuch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Verbandkasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Erste-Hilfe-Maßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
Ersthelfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
10. Stichwortverzeichnis
Aus- und Fortbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
Terminplanung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
Erstuntersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Explosionsschutzdokument . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Explosionsschutzmaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
F
Fachkraft für Arbeitssicherheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3, 57
alternative bedarfsorientierte Betreuung . . . . . 9, 59, 60
Farbkennzeichnung der Betriebsanweisungen . . . . . . . . 14
Feuerlöscher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Art und Anzahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Löschmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Löschmitteleinheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Flurförderzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Beauftragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Gabelstapler. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Rückhaltevorrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Schutzschuhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
spezielle Ausbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Fremdbetriebe, Arbeiten in . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Außendienstmitarbeiter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
höheres Unfallrisiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Personengruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Fremdfirmen, Einsatz von. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Arbeiten abstimmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Auftraggeberpflichten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Auftragnehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Aushilfskräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Koordinator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Unterrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Verantwortung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Werkvertrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Führungskräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Überwachungspflicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
G
Gabelstapler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Beauftragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Rückhaltevorrichtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Schutzschuhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
spezielle Ausbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Gebrauchtmaschine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Gefährdungsbeurteilung . . . . . . . . . . . 11, 39, 44, 53, 55, 57
aktualisieren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Dokumentation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Gefährdungskataloge, branchenspezifisch . . . . . . . . . . . 12
Gefahrstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Arbeitsorganisation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Arbeitsplatzgrenzwerte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Arbeitsverfahren und -methoden . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Aufbewahrung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Betriebsanweisung, Aufbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Brand- und Explosionsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Checkliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
erbgutverändernde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Ermittlungspflicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Gefährdungsbeurteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Gefährlichkeitsmerkmale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Gefahrstoffverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Gestaltung der Arbeitsstätte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Hygienemaßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
krebserzeugende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Lagerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Persönliche Schutzausrüstung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Sauberkeit und Reinigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Schutzmaßnahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Schutzstufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Sicherheitsdatenblatt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Gefahrstoffverordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Gefahrstoffverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Gehörschutzmittel, Auswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Gehörschutzstöpsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
gesetzliche Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Gespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Ablauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Änderung eines Verhaltens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Gesundheitsförderung im Betrieb. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Nutzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Präventionsschwerpunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
gesundheitsschädliche Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
gezielte Tätigkeiten mit Biostoffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Gewerbeaufsicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
giftige Stoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
GS-Zeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
H
Hautpflege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Hautreinigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Hautschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Hautarztverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Hautschutzmaßnahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Rangfolge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Hautschutzmittel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
richtig Eincremen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Hautschutzplan. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Hebebühnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Prüfung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Hebezeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Beauftragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
befähigte Personen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Sichtprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
zulässige Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
71
10. Stichwortverzeichnis
Herstellererklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
hochentzündliche Flüssigkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
I
IP-Schutzarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
J
Jugendarbeitsschutzgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Arbeitsverbote. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Arbeitszeiten und Pausen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Geltungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Untersuchungen von Jugendlichen . . . . . . . . . . . . . . . . 64
K
Kapselgehörschützer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
ätzende Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
brennbare Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
gesundheitsschädliche Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
giftige Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
krebserzeugende Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
reizende Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Klima . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Einflussgrößen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Luftbewegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Luftfeuchtigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Raumart und Temperatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Tätigkeit und Temperatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
thermische Behaglichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Konformitätserklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
krebserzeugende Stoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
L
Ladebordwände. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Lärm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32, 61
Lärmbereiche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Beurteilungspegel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Lärmminderung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Ausbreitung des Schalls . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Geräuschemissionswerte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Kapselung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
primäre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
raumakustische Maßnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Schallschirm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Schallschutzkapsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
sekundäre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Lärmschutz, persönlicher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Gehörschutzmittel, Auswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Gehörschutzstöpsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Kapselgehörschützer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Lärmbereiche. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Otoplastiken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
72
Lastaufnahmeeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Lasten, manuelle Handhabung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Lastgewichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Lastgewichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
bei Frauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
bei Männern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
bei werdenden/stillenden Müttern . . . . . . . . . . . . . . . . 32
leichtentzündliche Flüssigkeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Leitern, Aufstiege und Treppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Leitmerkmalmethode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Leitungen, elektrische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Lichtschranken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
M
manuelle Handhabung von Lasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Maschinen und Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
CE-Zeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
GS-Zeichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Herstellererklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Konformitätserklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
nicht verwendungsfertig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
selbstgebaute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
verwendungsfertig. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Mitarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Pflichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Mutterschutzgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Beschäftigungsverbote . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Liegeraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
N
nachgehende Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Nachuntersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Nennbeleuchtungsstärke, Richtwerte. . . . . . . . . . . . . . . . 27
nicht trennende Schutzeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Notrufmeldestelle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
O
Otoplastiken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
P
Personalauswahl. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12, 39
Arbeitsmedizinische Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . 12
Überforderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Unterforderung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
persönliche Schutzausrüstung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Auswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Checkliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Gefährdungsbeurteilung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Schutzhandschuhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Pflichtenübertragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Planung von Neu- und Umbauten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8, 17, 18, 22
Arbeitsmittel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Arbeitsmittel mit besonderen Beanspruchungen . . . . 18
10. Stichwortverzeichnis
befähigte Person . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
elektrische Anlagen und Betriebsmittel . . . . . . . . . . . . 22
Feuerlöscher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Hebebühnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Ladebordwände. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Prüfbuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Sicht- und Funktionstest. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
R
reizende Stoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Rettungskette, Erste Hilfe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Rettungswege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Risikogruppen, Biostoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
S
Schallschutz siehe Lärm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Schutzarten, IP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Schutzeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Schutzhandschuhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Schutzmaßnahmen, Gefahrstoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Schutzstufen, Gefahrstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Schweigepflicht, ärztliche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
selbstgebaute Maschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan . . . . . . . . . . . . 16
Sicherheitsabstände . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Sicherheitsbeauftragte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Verantwortung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Sicherheitsdatenblätter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Ermittlungspflicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Sicherheitsfachkraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
sicherheitsgerechtes Verhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Betriebsanweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Gespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Unterweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Sicherheitsregeln für die Elektrofachkraft . . . . . . . . . . . . 21
Sicherheitstechnische Dienste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Sozialgesetzbuch, Siebtes Buch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6, 7
staatliche Arbeitsschutzbehörden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Stetigförderer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Deckendurchbrüche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Stromunfälle. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Erste Hilfe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21, 66
Trittmatten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
U
überwachungsbedürftige Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Unfallanzeigen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Unfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Unfallkosten, Beispiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Unfalluntersuchungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Ziele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Unfallursachen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Unfallverhütungsvorschriften (UVV) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Betriebsärzte/-ärztinnen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (DGUV Vorschrift 2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Unternehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Pflichtenübertragung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Verantwortung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Unternehmermodell. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9, 59, 60
Unterweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Anlässe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
üben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Unterweisungshilfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Verhalten bei Arbeitsunfällen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Wiederholung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
V
Verantwortung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Verbandbuch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Verbandkasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Verhalten, sicherheitsgerechtes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Betriebsanweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Gespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Unterweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Vermutungswirkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Vorsorgeuntersuchungen, arbeitsmed. . . . . . . . . . . . . . . 62
W
Wegeunfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Werkvertrag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Z
Zoneneinteilung, Ex-Schutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
zugelassene Überwachungsstellen (ZÜS) . . . . . . . . . . . . . 8
T
Technische Regeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Vermutungswirkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) . . . . . . . . . 6, 44
Gefährdungsbeurteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
TOP-Prinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Transportmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Trennende Schutzeinrichtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Treppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
73
74
11. Anhang
Dokumentation einer Erstunterweisung
Dokumentation einer Wiederholungsunterweisung
Dokumentation einer Einzelunterweisung aus besonderem Anlass
Bestellung zum Sicherheitsbeauftragten
Betriebsarzt/-ärztin
Gefahrstoffverzeichnis
Dokumentation von Erste-Hilfe-Leistungen
Blanko-Betriebsanweisungen
Hautschutzplan
Leitern: Stehleiter
Anlegeleiter
Mehrzweckleiter
Vielzweckleiter
Präventionszentren der BG ETEM
75
Dokumentation einer Erstunterweisung
Gem. § 4 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A 1 „Grundsätze der Prävention“
Ort der Unterweisung: ....................................................................................................................................................
Datum der Unterweisung: ..............................................................................................................................................
Themen der Unterweisung: (ggf. Themen streichen oder ergänzen)
• Ziel in unserem Unternehmen: Gesunde Mitarbeiter, null Unfälle!
• Mögliche Gefahren am Arbeitsplatz
• Bedienung von Handwerkszeugen, Maschinen und Geräten
• Sicheres Arbeiten mit Leitern
• Gefahren des elektrischen Stroms
• Lärm und Gehörschutz
• Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz
• Verhalten bei Unfällen und sonstigen Notfällen
• Erste Hilfe
• Vorstellung Ersthelfer, Sicherheitsbeauftragter
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
Praktische Übungen:
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
Unterwiesener:
....................................................................................................................................................................................
(Name, Vorname)
....................................................................
(Unterschrift)
Die Unterweisung wurde durchgeführt von:
....................................................................................................................................................................................
(Name, Vorname)
76
(Unterschrift)
Dokumentation einer Wiederholungsunterweisung
Gem. § 4 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A 1 „Grundsätze der Prävention“
Ort der Unterweisung: ....................................................................................................................................................
Datum der Unterweisung: ..............................................................................................................................................
Themen der Unterweisung:
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
Praktische Übungen:
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
• ....................................................................................................................................................................................
Lfd. Nr.
Name, Vorname
Unterschrift
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Die Unterweisung wurde durchgeführt von:
....................................................................................................................................................................................
(Name, Vorname)
(Unterschrift)
77
Dokumentation einer Einzelunterweisung
aus besonderem Anlass
Gem. § 4 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A 1 „Grundsätze der Prävention“
Ort der Unterweisung:....................................................................................................................................................
Datum der Unterweisung: ..............................................................................................................................................
Anlass der Unterweisung: ..............................................................................................................................................
Themen der Unterweisung:
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
Praktische Übungen:
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
• ..................................................................................................................................................................................
Unterwiesener:
....................................................................................................................................................................................
(Name, Vorname)
....................................................................
(Unterschrift)
Die Unterweisung wurde durchgeführt von:
....................................................................................................................................................................................
(Name, Vorname)
78
(Unterschrift)
Bestellung zur/zum Sicherheitsbeauftragten
Gem. § 22 SGB VII bzw. § 20 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A 1 „Grundsätze der Prävention“
Frau / Herr .....................................................................................................................................................................
wird für das Unternehmen / die Betriebsstätte:
....................................................................................................................................................................................
Name und Anschrift der Firma bzw. Betriebsstätte
zur / zum
Sicherheitsbeauftragten
bestellt.
Auszug aus § 20 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A 1 „Grundsätze der Prävention“:
„Die Sicherheitsbeauftragten haben den Unternehmer bei der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von
Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu unterstützen, insbesondere
sich von dem Vorhandensein und der ordnungsgemäßen Benutzung der vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen
und persönlichen Schutzausrüstungen zu überzeugen und auf Unfall- und Gesundheitsgefahren für die Versicherten
aufmerksam zu machen.
Der Unternehmer hat den Sicherheitsbeauftragten Gelegenheit zu geben, ihre Aufgaben zu erfüllen […].
Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte mit den Sicherheitsbeauftragten eng zusammenwirken.
Die Sicherheitsbeauftragten dürfen wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt
werden.
Der Unternehmer hat den Sicherheitsbeauftragten Gelegenheit zu geben, an Aus- und Fortbildungsmaßnahmen
der Berufsgenossenschaft teilzunehmen, so weit dies im Hinblick auf die Betriebsart und die damit für die Versicherten
verbundenen Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie unter Berücksichtigung betrieblicher Belange erforderlich
ist.“
Frau / Herr .....................................................................................................................................................................
wurde in ihre/seine Aufgaben eingewiesen und auf ihre/seine Rechte und Pflichten hingewiesen. Die übrigen Beschäftigten wurden auf ihre/seine Bestellung und Aufgaben hingewiesen.
.............................................................., den ...................................................
........................................................................
........................................................................
Unterschrift des Unternehmers
Unterschrift der/des Sicherheitsbeauftragten
79
Firma
Betriebsärztin/Betriebsarzt
für unseren Betrieb ist:
Frau/Herr
Anschrift:
Telefon:
E-Mail:
Sie/Er
• unterstützt und berät den/die Unternehmer(in) in Fragen des betrieblichen Gesundheitsschutzes und der Organisation der Ersten Hilfe
• untersucht und berät im Bedarfsfall die Beschäftigten des Betriebs in Fragen des betrieblichen Gesundheitsschutzes
• ist Ansprechpartner für die arbeitsmedizinische Vorsorge und führt arbeitsmedizinische
Untersuchungen durch
Die Betriebsärztin bzw. der Betriebsarzt hat nicht die Aufgabe, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen.
Sie haben das Recht auf Beratung durch die Betriebsärztin bzw. den Betriebsarzt!
Wenden Sie sich dazu bitte an:
Frau/Herr
(Ansprechpartner im Unternehmen, der den Kontakt zur Betriebsärztin bzw. zum Betriebsarzt herstellt)
Unternehmer(in)
Betreuungsmodell für unseren Betrieb:
Regelbetreuung
Unternehmermodell
Rechtsgrundlagen:
• § 2 des Gesetzes über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG)
• § 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2)
• § 11 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG)
• Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse . 50968 Köln . Gustav-Heinemann-Ufer 130 . Telefon 0221 3778-0 . Fax -1199 . www.bgetem.de
Bestell-Nr. S 004
3 . 0 . 08 . 11 . 4
Alle Rechte beim Herausgeber – Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft
80
81
Datum:
5
4
3
2
1
Nr.
Erhebung durch:
Arbeitsplatz/Bereich:
Handelsprodukt
Hersteller
nein
ja
ja
nein
Aktuelles
Sicherheitsdatenblatt
vorhanden?
Ersetzbarkeit
überprüft?
Unterschrift des Unternehmers/des Beauftragten:
Gefahrstoffverzeichnis
Verbrauch
Zeiteinheit
Menge am
Lager
Menge des Gefahrstoffes
Durchschnittswerte
Gefahren
bezeichnung
R-Sätze/H-Sätze
S-Sätze/P-Sätze
Datum:
AGW/Überschreitungsfaktor – KZW
Grenzwert
mg/m3
Dokumentation von Erste-Hilfe-Leistungen
Nach § 24 Abs. 6 BGV A1
Die Dokumentation ist 5 Jahre lang verfügbar zu halten.
Das Verbandbuch sollte, wie Personalunterlagen, vertraulich behandelt werden.
Name des Verletzten (bzw. Erkrankten):
Unfall (Verletzung / Erkrankung):
Datum und Uhrzeit:
Ort (z. B. Unternehmensteil):
Unfallhergang:
Art der Erste-Hilfe-Leistungen mit Angabe der Uhrzeit:
Name des Ersthelfers / Laienhelfers:
Unternehmen:
82
Firma:
BETRIEBSANWEISUNG
Arbeitsbereich:
GEM. § 14 GEFSTOFFV
Verantwortlich:
Arbeitsplatz:
Tätigkeit:
Unterschrift
Stand: _________
Gefahrstoffbezeichnung
Gefahren für Mensch und Umwelt
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Verhalten im Gefahrfall
Erste Hilfe
Sachgerechte Entsorgung
83
Firma:
Betriebsanweisung
Arbeitsbereich:
Arbeitsplatz, Tätigkeit:
Bearbeiter:
Stand:
Verantwortlich:
Unterschrift
Anwendungsbereiche
Gefährdungen
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Verhalten bei Störungen
Verhalten bei Unfällen – Erste Hilfe
Muster- Maschine abschalten, Verletzten bergen
Erste Hilfe leisten
Unfall melden, Tel.-Nr.: __________
Instandhaltung
Muster- Maschine zum Arbeitsende reinigen.
Mängel an der Muster- Maschine dem Vorgesetzten melden.
Muster- Instandhaltungsarbeiten nur durch hiermit beauftragte Personen durchführen
lassen.
84
85
86
DATUM, UNTERSCHRIFT
Reparatur / Verschrottung durchgeführt:
DATUM, UNTERSCHRIFT
Zur Reparatur weitergeleitet an
DATUM, UNTERSCHRIFT
Ergebnis der Prüfung:
Leiter ist in Ordnung und darf verwendet werden
Leiter darf erst nach Reparatur weiter verwendet werden
Leiter muss verschrottet werden
Sonstige Mängel
Füße und Zubehör
Füße, Schuhe, Spitzen, Kappen fehlend oder beschädigt
Traverse, Fußverlängerung defekt
Beschläge
Scharniere beschädigt oder lose
Gleitende Teile sind gut geschmiert
Spreizsicherungen
Gurte, Ketten, Gelenke, Aussteifungen beschädigt
Brückenheber beschädigt
Holme und Sprossen bzw. Wangen und Stufen
Verbindungen lose
Beschädigungen, Risse, Brüche, Abnutzungen
Einbeulungen, Knicke
Freiliegende Fasern bei glasfaserverstärktem Kunststoff
Lackierung / Lasur stark beschädigt
Spannstange locker oder beschädigt
Plattform locker oder beschädigt
Betriebsanleitung
Gut leserlich vorhanden
Mängel /Zustand
ja
nein
Stehleiter
ja
nein
ja
nein
GS-Zeichen:
Werkstoff:
ja
Aufbewahrungsort:
Sprossenanzahl:
nein
Bezeichnung:
Hersteller:
ja
ja
Inventar-Nr.:
Abteilung:
nein
nein
87
DATUM, UNTERSCHRIFT
Reparatur / Verschrottung durchgeführt:
DATUM, UNTERSCHRIFT
Zur Reparatur weitergeleitet an
DATUM, UNTERSCHRIFT
Ergebnis der Prüfung:
Leiter ist in Ordnung und darf verwendet werden
Leiter darf erst nach Reparatur weiter verwendet werden
Leiter muss verschrottet werden
Sonstige Mängel
Traverse, Fußverlängerung defekt
Füße und Zubehör
Füße, Schuhe, Spitzen, Kappen fehlend oder beschädigt
Spannstange locker oder beschädigt
Lackierung / Lasur stark beschädigt
Freiliegende Fasern bei glasfaserverstärktem Kunststoff
Einbeulungen, Knicke
Beschädigungen, Risse, Brüche, Abnutzungen
Holme und Sprossen bzw. Wangen und Stufen
Verbindungen lose
Betriebsanleitung
Gut leserlich vorhanden
Mängel /Zustand
ja
nein
Anlegeleiter
ja
nein
ja
nein
GS-Zeichen:
Werkstoff:
ja
Aufbewahrungsort:
Sprossenanzahl:
nein
Bezeichnung:
Hersteller:
ja
ja
Inventar-Nr.:
Abteilung:
nein
nein
88
DATUM, UNTERSCHRIFT
Reparatur / Verschrottung durchgeführt:
DATUM, UNTERSCHRIFT
Zur Reparatur weitergeleitet an
DATUM, UNTERSCHRIFT
Ergebnis der Prüfung:
Leiter ist in Ordnung und darf verwendet werden
Leiter darf erst nach Reparatur weiter verwendet werden
Leiter muss verschrottet werden
Sonstige Mängel
Füße und Zubehör
Füße, Schuhe, Spitzen, Kappen fehlend oder beschädigt
Traverse, Fußverlängerung defekt
Beschläge
Scharniere beschädigt oder lose
Gleitende Teile sind gut geschmiert
Sicherungshaken, Fallhaken beschädigt oder lose
Zugseil, Umlenkrollen und Endanschlag beschädigt
Spreizsicherungen
Gurte, Ketten, Gelenke, Aussteifungen beschädigt
Brückenheber beschädigt
Holme und Sprossen bzw. Wangen und Stufen
Verbindungen lose
Beschädigungen, Risse, Brüche, Abnutzungen
Einbeulungen, Knicke
Freiliegende Fasern bei glasfaserverstärktem Kunststoff
Betriebsanleitung
Gut leserlich vorhanden
Mängel /Zustand
ja
nein
ja
Mehrzweckleiter
nein
ja
nein
GS-Zeichen:
Werkstoff:
ja
Aufbewahrungsort:
Sprossenanzahl:
nein
Bezeichnung:
Hersteller:
ja
ja
Inventar-Nr.:
Abteilung:
nein
nein
89
DATUM, UNTERSCHRIFT
Reparatur / Verschrottung durchgeführt:
DATUM, UNTERSCHRIFT
Zur Reparatur weitergeleitet an
DATUM, UNTERSCHRIFT
Ergebnis der Prüfung:
Leiter ist in Ordnung und darf verwendet werden
Leiter darf erst nach Reparatur weiter verwendet werden
Leiter muss verschrottet werden
Sonstige Mängel
Füße und Zubehör
Füße, Schuhe, Spitzen, Kappen fehlend oder beschädigt
Traverse, Fußverlängerung defekt
Beschläge
Gelenke beschädigt oder lose
Gelenke sind gut geölt bzw. geschmiert
Sicherungsbolzen rasten richtig ein
Holme und Sprossen bzw. Wangen und Stufen
Verbindungen lose
Beschädigungen, Risse, Brüche, Abnutzungen
Einbeulungen, Knicke
Freiliegende Fasern bei glasfaserverstärktem Kunststoff
Betriebsanleitung
Gut leserlich vorhanden
Mängel /Zustand
(Klappleiter)
ja
nein
Vielzweckleiter
ja
ja
nein
ja
nein
GS-Zeichen:
Werkstoff:
nein
Aufbewahrungsort:
Sprossenanzahl:
ja
ja
Bezeichnung:
Inventar-Nr.:
Hersteller:
Abteilung:
nein
nein
Präventionszentren der BG ETEM
In den Präventionszentren Ihrer Berufsgenossenschaft finden Sie kompetente Ansprechpartner für Ihre Fragen rund um
den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Mehr dazu auch im Internet unter www.bgetem.de, Ansprechpartner (oben rechts).
Präventionszentrum Augsburg
Oblatterwallstrasse 18
86153 Augsburg
Telefon: 0821 3159-1660
Telefax: 0821 3159-1661
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Hamburg
Adenauerallee 18
20097 Hamburg
Telefon: 040 227448-1690
Telefax: 040 227448-1691
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Berlin
Corrensplatz 2
14195 Berlin
Telefon: 030 83902-1630
Telefax: 030 83902-1631
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Köln
Gustav-Heinemann-Ufer 120
50968 Köln
Telefon: 0221 3778-1610
Telefax: 0221 3778-1611
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Braunschweig
Lessingplatz 14
38100 Braunschweig
Telefon: 0531 4717-1620
Telefax: 0531 4717-1621
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Nürnberg
Winklerstraße 33
90403 Nürnberg
Telefon: 0911 2499-1650
Telefax: 0911 2499-1651
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Dresden
Stübelallee 49 c
01309 Dresden
Telefon: 0351 3148-1640
Telefax: 0351 3148-1641
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Stuttgart
Schloßstraße 29 - 31
70174 Stuttgart
Telefon: 0711 2297-1670
Telefax: 0711 2297-1671
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Düsseldorf
Auf´m Hennekamp 74
40225 Düsseldorf
Telefon: 0211 9335-4280
Telefax: 0211 9335-194280
E-Mail: [email protected]
Präventionszentrum Wiesbaden
Rheinstraße 6 - 8
65185 Wiesbaden
Telefon: 0611 131-8090
Telefax: 0611 131-8091
E-Mail: [email protected]
90
12. Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung
Branchenübergreifende Gefährdungsbeurteilung
Gefährdungsbeurteilung – Checkliste Büroarbeitsplatz
Gefährdungsbeurteilung – Checkliste Reinigungskraft
91
Bestellnummer:
S 052
(Gefährdungsbeurteilung für Mitgliedsbetriebe mit unspezifischen Gewerbezweigen)
Gefährdungen
Belastungen
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
Gesamter Betrieb
Belastung der
Wirbelsäule beim
Heben von Warenposten, Kartons
usw.
Richtige Haltung beim Heben:
In die Knie gehen, Rücken gerade halten.
Verletzungen beim
Schieben der
Wagen oder
anderer
Transportmittel
Hinweisen, dass das Transportmittel bzw. das
Transportgut zum Schieben nur innerhalb der
Umrisse angefasst werden darf.
Bei schweren Lasten Transporthilfen einsetzen,
z. B. Handwagen, (treppengängige) Sackkarren.
Räder des Transportmittels gängig halten.
Darauf achten, dass feste Schuhe (keine Sandalen
oder Turnschuhe!) getragen werden.
Fußverletzungen
durch herunter
fallende
Gegenstände
Darauf achten, dass feste Schuhe (keine Sandalen
oder Turnschuhe) getragen werden.
Quetschungen,
Stöße durch
gestapelte Kartons
usw.
Darauf hinweisen:
Nicht zu hoch stapeln.
Gerade stapeln.
Schräge Stapel sofort korrigieren.
Bei sehr großen Gewichten Schutzschuhe zur
Verfügung stellen.
Nur stabile Lagereinrichtungen benutzen,
Schwere Verunstabile der Benutzung entziehen.
letzungen bei
Zusammenbrechen
Hinweisen, dass Lagereinrichtungen nicht überladen
von Lagereinrichtungen
werden dürfen.
Anfahrschutz an Stützen vorsehen.
Stolpern,
Ausrutschen
Fußböden und Treppenstufen auf Schaden prüfen,
ausbessern lassen.
Stufen beseitigen (durch Rampen) oder
kennzeichnen, ausreichende Haltemöglichkeiten
(z. B. Handlauf) vorsehen.
In Verkehrswege hineinragende Teile (z. B. Rohre,
Gestelle) beseitigen
oder, wenn nicht möglich, mit Warnfarbe versehen
und polstern.
Bei rutschigen Fußböden ggf. Trittmatten verlegen.
92
erledigt
am
-2Gefährdungen
Belastungen
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
erledigt
am
Festes Schuhwerk tragen.
Hinweisen, dass auf Treppen nichts abgestellt
werden darf.
Hinweisen, dass Verkehrswege und Ausgänge
freizuhalten sind.
Hinweisen, dass heruntergefallene Gegenstände
sofort aufzuheben und verschüttete Flüssigkeiten
sofort aufzuwischen sind.
Hinweisen, dass Schläuche und Kabel schlingenfrei
am Boden abzulegen und nach Benutzung sofort
aufzuhängen sind.
Abstürzen von
Arbeitsbühnen
Rutschfeste Laufflächen schaffen.
Haltemöglichkeiten anbringen,
besser: Geländer.
Geeignete Aufstiege vorsehen.
Leitern und Aufstiegshilfen
Verletzung durch
Sturz von der Leiter
oder vom Tritt
Geeignete Leitern bzw. Tritte beschaffen,
erforderlichenfalls rutschfeste Leiterfüße anbringen.
Leitern richtig einsetzen:
– Stehleitern nicht als Anlegeleiter benutzen,
– für sicheren Stand der Leitern sorgen
Vorschriftsmäßige Benutzung der Leitern erläutern:
Das seitliche Hinausbeugen beim Stehen auf der
Leiter untersagen.
Abstürzen von
ungeeigneten
Aufstiegen
Benutzung ungeeigneter Aufstiege wie von
Hockern, Stühlen, Kisten (z. B. zum Auswechseln
von Lampen, zum Besteigen von Maschinen)
untersagen. Tritte benutzen.
Schadhafte Leitern
und Tritte
Alle Leitern und Tritte regelmäßig prüfen (Richtwert:
1 x jährlich). Beschädigte Leitern sofort aus dem
Verkehr ziehen.
Ergonomische Gestaltung der Arbeitsbereiche, Beleuchtung
Belastung der
Wirbelsäule beim
Sitzen
Ergonomisch günstige Arbeitsstühle zur Verfügung
stellen.
Einstellungen erläutern, Sitzhaltung regelmäßig prüfen.
Geeignete Fußböden, Podeste bzw. Matten
vorsehen. Stehhilfen zur Verfügung stellen.
Einstellung erläutern, Haltung regelmäßig prüfen.
93
-3Gefährdungen
Belastungen
Fehlende
ergonomische
Gestaltung
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
Schreib- und Arbeitstische auf die richtigen
Arbeitshöhen einstellen.
Gewichtsentlastung für schwere handgeführte
Maschinen über den Arbeitstischen vorsehen.
Abstellflächen für Werkzeuge und Kleinteile
griffgünstig anordnen.
Belastung und
Ermüdung der
Augen durch
unzureichende
Beleuchtung
Nennbeleuchtungsstärke in Lagerräumen mit
Leseaufgaben: 200 Lux, an Maschinen mindestens
300 Lux, bei Kontrollarbeiten: 1000 Lux
Die Beleuchtung an Arbeitstischen und Maschinen
muss blendfrei sein.
Wareneingang, Versand
Klimabelastungen,
Arbeiten im Freien
(z. B. bei
Ladearbeiten)
Darauf achten, dass angemessene Kleidung
getragen wird.
Belastung durch
Zugluft in der Nähe
von Türen
Windfang vorsehen,
Vorhänge anbringen.
Außenflächen überdachen
oder Windschutz anbringen.
Arbeitsplätze in der Nähe von Außentüren
abschirmen.
Verbrennungen, Dampf, Hitze, Staub
Verbrennungen
Heiße Oberflächen (z. B. Dampfleitungen) in den
Arbeits- und Verkehrsbereichen gegen zufälliges
Berühren sichern oder ausreichend isolieren.
Für handgeführte heiße Geräte müssen sichere
Abstellplätze vorhanden sein, so dass sie nicht
herunterfallen oder herunter gestoßen werden
können.
Belastung durch
Dampf und Hitze
Wirksamkeit der Absaugung prüfen.
Staubbelastung
beim Reinigen der
Maschinen
Hinweisen auf Absaugen anstatt -blasen;
wenn Abblasen unvermeidbar, Atemschutzfilter P 2
verwenden.
Belüftung des Arbeitsplatzes sicherstellen, auf
Zugfreiheit achten.
Lärmschutz
Gehörschäden
durch Lärm
Wenn möglich, Wände oder Decke mit Schall
absorbierendem Material auskleiden.
Lärmbereiche ab 85 dB(A) kennzeichnen.
Bei Tages-Expositionspegeln ab 80 dB(A)
Gehörschutzmittel bereitstellen, Beschäftigte zum
Tragen von Gehörschutzmitteln anhalten, ab
85 dB(A) oder höher zum Tragen verpflichten.
94
erledigt
am
-4Gefährdungen
Belastungen
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
erledigt
am
Regelmäßig prüfen, ob alle betroffenen Personen
Gehörschutzmittel benutzen.
Richtiges Tragen der Gehörschutzmittel erläutern.
Tragegewohnheiten regelmäßig prüfen und
korrigieren.
Bei Tages-Expositionspegeln ab 85 dB(A)
Vorsorgeuntersuchungen vor Beginn der
Beschäftigung und in regelmäßigen Abständen
durchführen lassen.
Gefahrstoffe
Verätzungen durch
Säuren oder Laugen
Für jede Person sind bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
persönliche Schutzausrüstungen (Schutzbrille,
Handschuhe, Schürze, Stiefel)
– bereitzustellen,
– an eigens vorgesehenen Plätzen
aufzubewahren,
– regelmäßig zu prüfen.
Einatmen von
Lösemitteldämpfen
An Arbeitsplätzen auf gute Belüftung achten, aber:
Zugluft vermeiden.
Spritzpistolen nur in Verbindung mit Spritzkabinen
und wirksamer Absaugung einsetzen.
Beim Spritzen ggf. Atemschutz tragen.
Verschlucken
Während des Arbeitens mit Gefahrstoffen nicht
rauchen, essen oder trinken. Gefahrstoffe nicht in
Getränkeflaschen umfüllen.
Schädigung der
Haut
Bei Tätigkeiten mit Farben, Hilfsstoffen, Lösemitteln
sind Schutzhandschuhe und Gesichtsschutz
(mindestens Schutzbrille) zu tragen.
Hautschutzmaßnahmen beachten (Hautschutzcreme)
Brand- und
Explosionsgefahr
durch brennbare
Lösemittel
Auch bei kleinen Mengen, z. B. Sprühdosen,
mindestens
– für gute Lüftung sorgen,
– Zündquellen (z. B. Funken, elektrische
Entladung) vermeiden,
– Rauchen verbieten.
Falsches Verhalten
Für die verwendeten Gefahrstoffe
Betriebsanweisungen aushängen.
Alle Mitarbeiter, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
ausführen, mindestens einmal jährlich unterweisen.
Zeit, Inhalt und Teilnehmer schriftlich festhalten und
von den Teilnehmern durch Unterschrift bestätigen
lassen.
95
-5Gefährdungen
Belastungen
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
Elektrische Betriebsmittel
Elektrischer Schlag
Elektroarbeiten und Reparaturen an elektrischen Einrichtungen nur von Elektrofachkräften durchführen lassen.
Beschädigungen an elektrischen Betriebsmitteln (z. B. an
Steckdosen, Steckern, Kabeln) sofort beseitigen lassen.
Leitungen handgeführter Maschinen möglichst so aufhängen, dass das Scheuern an Kanten vermieden wird.
Elektrische Betriebsmittel regelmäßig prüfen lassen
Richtwerte:
• ortsfeste:
4-jährlich
• ortsveränderliche: halbjährlich
• in Büros o. Ä.:
2-jährlich
Maschinen
Quetschen,
Scheren, Einziehen,
Stoßen durch
Antriebs- oder
Maschinenteile
Gefahrstellen zeigen, richtige Arbeitsweise
erläutern.
Quetschen,
Scheren, Einziehen,
Stoßen durch
Antriebs- oder
Maschinenteile
Prüfen, ob diese Teile vollständig gesichert sind,
z. B. mittels
– Verkleidungen und Verdeckungen
– Umzäunungen,
– Lichtschranken,
– Schaltleisten, -bügel, -klappen,
– Schaltmatten oder Schaltplatten,
– Zweihandschaltungen
Quetschen,
Scheren, Einziehen,
Stoßen durch
Antriebs- oder
Maschinenteile
Hinweisen, dass abgenommene Verkleidungen oder
Verdeckungen vor Wiederinbetriebnahme
angebracht werden müssen. Regelmäßig prüfen.
Hinweisen, dass Schutzeinrichtungen nicht
unwirksam gemacht oder umgangen werden dürfen.
Die Funktion der o. g. Schutzeinrichtungen
regelmäßig prüfen.
Verletzung der
Augen durch
Bruchstücke
An Maschinen mit dieser Gefährdung
Schutzscheiben als Augenschutz anbringen oder
Schutzbrillen tragen.
Verletzungen bei
Rüst- und
Instandhaltungsarbeiten, Beheben von
Störungen durch
unbeabsichtigtes
oder unbefugtes
Einschalten
Hinweisen, dass Maschinen für diese Tätigkeiten ausgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert werden
müssen, z. B:
– Hauptschalter ausschalten, Vorhängeschloss
einhängen, Schlüssel abziehen,
– Schlüsselschalter ausschalten und Schlüssel abziehen,
– Netzstecker ziehen.
96
erledigt
am
-6Gefährdungen
Belastungen
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
erledigt
am
Hinweisen, dass bei Reparaturarbeiten an größeren
Maschinen Schutzschuhe getragen werden müssen.
Quetschungen
an Pressen und
Stanzen
Der Pressbereich muss so gesichert sein, dass man
nicht von der Seite oder von hinten zwischen die
sich schließenden Werkzeuge greifen kann. Wenn
nötig müssen seitlich oder an der Rückseite Gitter
o. Ä. angebracht werden.
Die Funktion der Schutzeinrichtungen täglich vor
Arbeitsbeginn prüfen lassen.
Verletzung durch
Ventilatorflügel
Festen Sitz der Schläuche prüfen und gegen
Abrutschen von den Rohrstutzen sichern.
Ventilatorflügel z. B. mittels Gitter gegen
Hineingreifen sichern.
Druckbehälter / Dampferzeuger
Zerknall von
Behältern
Druckluftbehälter (Kompressoren) und Dampferzeuger
regelmäßig von Sachkundigen prüfen lassen
(Richtwert: mindestens alle fünf Jahre einmal).
Größere Druckluftbehälter/Dampferzeuger müssen
in vorgeschriebenen Fristen von einem
Sachverständigen überprüft werden, ggf. beim
Hersteller nachfragen.
Prüfunterlagen (Herstellerbescheinigung usw.) und
Prüfergebnisse am Betriebsort aufbewahren.
Plombe der Sicherheitsventile bei Kompressoren
und Dampferzeugern regelmäßig prüfen. Bei
beschädigten Plomben Prüfung veranlassen.
Bei Druckluftbehältern regelmäßig Kondenswasser
ablassen (soweit keine automatischen
Ablassvorrichtungen eingebaut sind), am besten täglich.
Fahrzeuge
Verletzungen durch
Schäden am
Fahrzeug oder bei
Pannen
Warndreieck und Warnweste mitführen; bei Pannen
im Straßenverkehr verwenden bzw. anlegen.
Brandschutz
Brandgefahr
Genügend Feuerlöscher anbringen.
Feuerlöscher regelmäßig prüfen lassen (Richtwert:
2-jährlich).
Umgang mit Feuerlöschern praxisnah erläutern.
97
-7Gefährdungen
Belastungen
Maßnahmen
notwendig
Maßnahmen
Erste Hilfe
Gesundheitsschäden
durch verspätete
Maßnahmen bei
Unfällen
Im Betrieb muss ein Verbandkasten bereitgehalten
werden. Inhalt, Zustand und Verfalldatum prüfen.
Ein Aushang muss die aktuellen Telefonnummern
für Notrufe enthalten. Richtigkeit der Telefonnummern
prüfen.
Ausreichend Ersthelfer sind ausgebildet.
Fortbildungen der Ersthelfer sind fristgerecht
durchgeführt (max. 3-jährlich).
98
erledigt
am
Gefährdungsbeurteilung –
Checkliste Büroarbeitsplatz
Betrieb:
Datum:
Gefährdungen /
Tätigkeiten
Büro:
Unterschrift:
Ursachen
Vorgeschlagene
Maßnahmen
Stürzen,
stolpern,
stoßen
Aufstieg hohe BüroAufstieg stellen, Ausbesmöbel, unebener Boden, serung Bodenbelag,
ausgezogene SchubUnterweisung
fächer
Elektrische
Gefährdung
Defekte elektrische
Geräte/Anlagen
(Steckdosen)
Regelmäßige Prüfung,
Unterweisung
Raumklima
Zu viele Geräte (Drucker, Kopierer) im
Raum,
Sonneneinstrahlung,
Lüftung
Stäube (Papier, Toner)
Aufstellung im Raum
prüfen,
Fensterverschattung,
regelmäßig lüften
(Unterweisen)
Büromaschinen
Unsachgemäßer
Gebrauch
Betriebsanweisung,
Unterweisung
Beleuchtung,
Blendung
Unzureichende
Beleuchtungsstärke,
Blendung z.B. durch
Reflexionen,
Ausreichende Beleuchtungsstärke installieren
Blickrichtung am Bildschirm senkrecht zum
Lichteinfall,
Körperhaltung
Ergonomie am
Bildschirmarbeitsplatz
Arbeitsplatz falsch
Unterweisung,
eingerichtet, ArbeitsAngebot Untersuchung
mittel falsch eingestellt, (Betriebsarzt/-ärztin)
alte Möbel, Stuhl nicht
einstellbar
Möblierung,
Unterweisung
Schneiden, Anstoßen u. ä.
Unordnung, nicht einsehbare Hindernisse
Kleinen Verbandkasten
bereitstellen,
Notrufnummer hinterlegen
Feuer und Rauch
Ausbruch eines Brandes, Feuers
Feuerlöscher bereitstellen und alle 2 Jahre
prüfen lassen,
in Handhabung unterweisen
Maßnahmen
notwendig,
veranlasst
(Datum)
durchgeführt
wirksam
(√)
(Datum)
Siehe auch: S 053 Gefährdungsbeurteilung für Mitgliedsbetriebe mit überwiegend Büropersonal
99
Gefährdungsbeurteilung –
Checkliste Reinigungskraft
Betrieb:
Datum:
Gefährdungen /
Tätigkeiten
Hautgefährdung
Büro:
Unterschrift:
Ursachen
Wasser,
Reinigungsmittel
Verletzung der Haut
durch Abfallbeseitigung
Vorgeschlagene
Maßnahmen
Handschuhe, nur handelsübliche Haushaltreiniger, Unterweisung,
eventuell Hautschutz,
Hautschutzreiniger
Abfallbeutel nutzen
Stoßen, stürzen,
rutschen, stolpern
Beengte Lagermöglichkeiten,
feuchte Bodenfläche,
schlechte Beleuchtung der Wege
Lagerungsmöglichkeiten zur Verfügung
stellen,
geeignete Schuhe, Beleuchtung prüfen (auch
an den Abfallstellen)
Elektrische Gefährdung
Defekte elektrische
Geräte / Anlage
(z. B. Staubsauger /
Steckdose)
Regelmäßige Prüfung,
Unterweisung (Sichtprüfung, Mängel melden)
Alleinarbeit
Arbeit nach Feierabend der anderen
Mitarbeiter
Telefon und Rufnummer
erläutern/bereitstellen,
Unterweisung
Heben und Tragen
Schwere Gegenstände zum Reinigen hinund herräumen; falsche Körperhaltung
Organisation zum Vermeiden von Heben und
Tragen schwerer Gegenstände, Unterweisung
Infektionsgefahr
Verschmutzung von
Sanitäreinrichtungen
Handschuhe, allgemeine Hygiene
Unsicheres und
fehlerhaftes Verhalten
Unzureichende Unterweisung
Unterweisung zu allen
Gefährdungen, Fragen
nach Unklarheiten
Schneiden, Anstoßen u. ä.
Unordnung, nicht einsehbare Hindernisse
Kleinen Verbandkasten
bereitstellen, Notrufnummer hinterlegen
Feuer und Rauch
Ausbruch eines Brandes, Feuers
Feuerlöscher bereitstellen und alle 2 Jahre prüfen lassen, in Handhabung unterweisen
100
Maßnahmen
notwendig,
veranlasst
(Datum)
durchgeführt
(Datum)
wirksam
(√)
101
102
Berufsgenossenschaft
Energie Textil Elektro
Medienerzeugnisse
Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
Telefon 0221 3778-0
Telefax 0221 3778-1199
E-Mail [email protected]
www.bgetem.de
Bestell-Nr. D 040
3 · 3 (6) · 09 · 12 · 5 – Alle Rechte beim Herausgeber
Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft
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