Checkliste Bleibatterien

Checkliste Bleibatterien
Sicherheit ist machbar.
Checkliste
Bleibatterien
Lüftungsmassnahmen, Umgang, Instandhaltung
Verwenden Sie Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge
(z. B. Stapler)? Oder sind bei Ihnen stationäre Batterieanlagen
zur Energieversorgung installiert?
Wenn ja, sollten Sie unbedingt die wichtigsten Sicherheitsmassnahmen beim Laden, Umgang und Instandhalten überprüfen.
Die Hauptgefahren sind:
■ Explosionen
■ Verätzungen durch Schwefelsäure (Elektrolyt)
■ Stromschläge
Mit dieser Checkliste bekommen Sie diese Gefahren besser
in den Griff.
Bestellnummer: 67119.d
Sicher arbeiten
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl wichtiger Fragen zum Thema dieser Checkliste.
Sollte eine Frage für Ihren Betrieb nicht zutreffen, streichen Sie diese einfach weg.
Wo Sie eine Frage mit ■
■ «teilweise» beantworten, ist eine Massnahme zu treffen.
✗ «nein» oder ✗
Notieren Sie die Massnahmen auf der letzten Seite.
Explosionsgefahren, Lüftung
Beim Laden von Batterien entstehen durch Elektrolyse die Gase Wasserstoff und Sauerstoff. Wasserstoff bildet
zusammen mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Knallgas). Gegen Ende des Ladevorgangs und vor allem beim
Überladen ist die Bildung der Gase am grössten. Auch nach Abschalten des Ladestroms ist noch während einer
Stunde mit Gasbildung zu rechnen.
Das Auftreten von explosionsfähigem Gemisch lässt sich durch Lüftungsmassnahmen vermeiden (Verdünnungseffekt). In unmittelbarer Nähe der Batterie ist jedoch die Verdünnung nicht immer sichergestellt. Deshalb sind
dort Zündquellen zu vermeiden.
1
Verfügen Sie über die Angaben, die es zur Berech■ ja
nung des erforderlichen Luftvolumenstroms braucht? ■ teilweise
– Batterietyp (geschlossene oder verschlossene
■ nein
Batterie)
– Anzahl Batteriezellen
– Nennkapazität
– Ladekennlinie und Ladestrom
Diese Angaben finden Sie in der Betriebsanleitung oder sie sind
beim Hersteller/Lieferanten zu erfragen.
(Bild 1)
2
Sind die Ladegeräte auf die zu ladenden Batterien
abgestimmt und in einwandfreiem Zustand (Bild 2)?
Konsultieren Sie Ihren Hersteller/Lieferanten!
Die richtige Zuordnung von Batterie und Ladegerät ist wichtig.
3
Sind die Batterieladeräume oder -stellen gelüftet?
In der Regel ist eine natürliche Lüftung ausreichend. In gewissen
Situationen (z.B. Unterflurräume, gefangene Räume) ist jedoch
eine künstliche Lüftung erforderlich.
4
Ist der Luftvolumenstrom der vorhandenen
Lüftung ausreichend?
■ ja
■ teilweise
■ nein
Batterietyp
3 PzS L 240
Batterie-Nr.
042353.001
Kapazität
36 V 240 Ah
Lieferdatum
21.05
Gewicht
260 kg
Bild 1: Typenschild einer Batterie (Beispiel).
Typ
EG 06-24/25
Nr.
8999 Schutzart IP 20
Baujahr
50.04
Primär
1x230 V, 4.1 A, 50 Hz
Sekundär
24 V =, 25 A =
Bild 2: Typenschild eines Ladegeräts (Beispiel).
■ ja
■ nein
■ ja
■ nein
Eine entsprechende Berechnung können Sie sich vom Batterieoder Staplerlieferanten machen lassen. Wenn Sie die Berechnung
selber vornehmen wollen, steht Ihnen unsere Internet-Applikation
unter www.suva.ch/bleibatterien zur Verfügung.
5
Sind bei natürlicher Lüftung die Lüftungsöffnungen ■ ja
– genügend gross
■ nein
– unverschliessbar
– direkt ins Freie führend
– an gegenüberliegenden Wänden angebracht,
wobei eine Lüftungsöffnung unmittelbar unter der
Decke angeordnet sein muss (Bild 3)?
Ob die Lüftungsöffnungen genügend gross sind, können Sie
ebenfalls vom Lieferanten abklären lassen oder unter
www.suva.ch/bleibatterien selber berechnen.
6
7
Erfolgt bei künstlicher Lüftung die Absaugung im
Deckenbereich oder direkt über der Gasaustrittsstelle
(Quellenabsaugung) und wird die Abluft direkt ins
Freie geleitet (Bild 3)?
■ ja
■ nein
Weisen die Batteriebehälter oder -einbauräume
unverschliessbare Öffnungen auf, damit die
entstehenden Gase abziehen können?
■ ja
■ teilweise
■ nein
Bild 3: Entlüftung von Batterieladeräumen.
Überflur: natürliche Lüftung möglich.
Ideal ist die Querlüftung mit Lufteintritt unten und
Luftaustritt oben an der gegenüberliegenden Wand.
Bei anderer Anordnung müssen die Lüftungsöffnungen mindestens einen Abstand von 2 m aufweisen.
Unterflur: künstliche Lüftung zwingend.
8
Wird immer darauf geachtet, dass sich im Umkreis
■ ja
von 1 m der zu ladenden Batterie keine funken■ nein
bildenden oder glühenden Betriebsmittel befinden?
(Bild 4)
▼
>1m
▼
Im Nahbereich der Batterie ist die Verdünnung des Wasserstoffs
nicht immer sichergestellt. Deshalb sind Zündquellen zu vermeiden.
Ladevorgang, Instandhaltung, Stromschlag
9
Werden die Ladekabel in stromlosem Zustand
zusammengesteckt und voneinander getrennt?
■ ja
■ nein
Bild 4: Wichtig: Der Abstand vom Ladegerät zur
Batterie soll mind. 1 m betragen!
Damit werden Funken vermieden.
Ladekabel sind stromlos, wenn z.B. die Ladegeräte
ausgesteckt oder abgeschaltet sind.
10 Wird bei Instandhaltungsarbeiten an der Batterie
der Kurzschlussgefahr vorgebeugt?
Kurzschlussgefahr besteht zum Beispiel:
– durch unbeabsichtigtes Überbrücken unter Spannung
stehender Teile mit leitenden Werkzeugen und dergleichen
– bei Berühren beschädigter Kabel mit leitenden Teilen
– durch Tragen von metallenen Armketten, Metalluhrenbändern
und dergleichen.
■ ja
■ teilweise
■ nein
Es sind noch weitere Gefahren zu beachten, die auf die
Wirkungen des elektrischen Stroms zurückzuführen sind (z.B.
gefährliche Körperströme, Kurzschlüsse). Die entsprechenden
Schutzmassnahmen sind jedoch baulicher Art oder betreffen die
Installationsausführungen (Anlageprojektierung). Die Normen
EN 50272-2 und EN 50272-3 geben darüber Auskunft.
11 Wird während des Ladens bzw. Nachladens der
Batterietrog oder der Deckel geöffnet bzw. angehoben, damit explosionsfähiges Gasgemisch
entweichen kann (Bild 5)?
■ ja
■ nein
12 Sind Batterieoberflächen und -tröge frei von Schmutz
und Feuchtigkeit?
■ ja
■ teilweise
■ nein
Dies verhindert die Bildung von Kriechströmen und
Korrosionsschäden.
Bild 5: Anheben des Trogdeckels fürs Laden.
So kann explosionsfähiges Gasgemisch entweichen.
13 Werden Kabelverbindungen und Anschlussklemmen auf Korrosionsfreiheit und festen Sitz hin
kontrolliert?
■ ja
■ teilweise
■ nein
14 Werden bei funkenerzeugenden Arbeiten
(z. B. Schweissen, Löten, Trennschleifen) an der
Batterie oder in deren Nähe die erforderlichen
Sicherheitsvorkehrungen getroffen?
■ ja
■ teilweise
■ nein
Zum Beispiel:
– Arbeiten nicht während des Ladevorgangs ausführen
– ausreichend lüften
– Batterien abdecken
15 Stehen beim Transport, beim Ein- und Ausbau von
Batterien zweckmässige und sichere Hebemittel
zur Verfügung?
Bei unsachgemässem Arbeiten kann es zu Verletzungen
kommen. Zum Beispiel:
– eingeklemmte Finger/Hände
– gequetschte Zehen/Füsse bei Umstürzen der Batterie
– Schäden an Wirbelsäule/Schultern durch Überlastung
■ ja
■ teilweise
■ nein
Verätzungen, persönliche Schutzausrüstung
16 Wird beim Kontrollieren der Säuredichte und beim
Nachfüllen von Wasser die Schutzbrille getragen?
■ ja
■ nein
Für diese Arbeiten sind leichte oder geschlossene Schutzbrillen
gemäss EN 166 geeignet. (Bild 6 und 7)
17 Wird beim Ein-, Um- und Abfüllen von Elektrolyt
(Schwefelsäure) sowie bei Instandhaltungsarbeiten
an der Batterie eine geschlossene Schutzbrille
(Bild 7) oder ein Gesichtsschutzschild getragen?
■ ja
■ teilweise
■ nein
18 Ist die bei Augenverätzungen notwendige Augenspülvorrichtung vorhanden (Bild 8)?
■ ja
■ nein
Bild 6: Leichte Schutzbrille
mit Seitenschutz
Betroffene Augen sofort mind. 15 Minuten spülen, Augenarzt
aufsuchen.
19 Werden beim Umgang mit Schwefelsäure säurebe- ■ ja
■ nein
ständige Handschuhe getragen?
20 Ist zum Spülen verätzter Hautpartien ein Wasseranschluss vorhanden (Bild 9)?
Bild 7: Geschlossene Schutzbrille
■ ja
■ nein
Zum Beispiel Körperdusche oder Wasseranschluss mit
Schlauch. Wasseranschlüsse sollen sich in der Nähe befinden
und gut erreichbar sein.
21 Werden nach allen Arbeiten an der Batterie die
Hände sauber gewaschen?
■ ja
■ nein
Bild 8: Einfach zu montierende
Augendusche.
Organisation, Schulung, menschliches Verhalten
22 Wird das Personal periodisch auf die Explosionsund Verätzungsgefahren aufmerksam gemacht und
über die notwendigen Schutzmassnahmen unterrichtet?
■ ja
■ teilweise
■ nein
Wichtige Instruktionspunkte ergeben sich aus den Fragen 9–21
und 25–27.
23 Sind bei den Ladestationen die folgenden
Sicherheitszeichen angebracht (Bild 10)?
– Augenschutz benutzen (Suva-Nr. 1729/2)
– Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten (Suva-Nr. 1729/37)
24 Sind Ladegerät und Batterie ungehindert
zugänglich?
Für den ungehinderten Zugang ist eine Gangbreite von
mind. 80 cm vorzusehen.
Zum Spülen der Augen sind fest installierte Augenduschen sehr geeignet.
Möglich sind auch Augenspülflaschen,
sofern die Spülflüssigkeit regelmässig
erneuert wird. In nur sporadisch begangenen Batterieräumen können Augenspülflaschen auch als Ausrüstung mitgeführt werden.
■ ja
■ teilweise
■ nein
■ ja
■ teilweise
■ nein
Bild 9: Rettungszeichen kennzeichnen
Hilfeleistungsstationen.
25 Haben Sie sichergestellt, dass sich keine brenn■ ja
baren Materialien auf dem Ladegerät, auf der
■ nein
Batterie und in der Umgebung bis zu 2 m befinden?
26 Wird das Batteriekontrollbuch geführt und sind
die Eintragungen korrekt?
■ ja
■ nein
27 Befinden sich Ladeanlagen, Batterien und das
Umfeld in sauberem Zustand?
■ ja
■ nein
28 Kontrollieren Sie periodisch, ob die notwendigen
Lüftungsöffnungen wirklich frei sind?
■ ja
■ nein
Bild 10: Erforderliche Sicherheitszeichen
bei der Ladestation.
Weitere Informationen:
■ SN EN 50272-2, Sicherheitsanforderungen an Batterien und Batterieanlagen.
Teil 2: Stationäre Batterien
■ SN EN 50272-3, Sicherheitsanforderungen an Batterien und Batterieanlagen.
Teil 3: Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge
■ Säuren und Laugen, EKAS-Richtlinie 6501.d. Erhältlich bei der Suva.
■ Achtung Explosionsgefahr, Starthilfe bei entladener Batterie, Suva-Bestell-Nr. 77129
Es ist möglich, dass in Ihrem Betrieb noch weitere Gefahren zum Thema dieser Checkliste bestehen.
Ist dies der Fall, treffen Sie die notwendigen Massnahmen (siehe letzte Seite).
Checkliste ausgefüllt von:
Datum:
Massnahmenplanung: Bleibatterien
Nr.
Zu erledigende Massnahme
Unterschrift:
Kontrollierte Bereiche:
Termin
beauftragte
erledigt
Person
Datum
Bemerkungen
Visum
geprüft
Datum
Visum
Wiederholung der Kontrolle am:
Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns an, für Auskünfte:
Telefon 041 419 61 32
für Bestellungen: www.suva.ch/waswo, Fax 041 419 59 17, Telefon 041 419 58 51
Suva, Gesundheitsschutz, Postfach, 6002 Luzern
Ausgabe: April 2006
Bestellnummer: 67119.d
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