Spiritual Economics

Spiritual Economics
AMDG IHS
Lektionen in
Spiritual Economics
Aus der Bhagavad-gita
Teil Eins
Verstehen und Lösen des Wirtschaftlichen Problem
Dhanesvara Das
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AMDG IHS
Jnana Chakshusa Press
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AMDG IHS
Würdigung für Spiritual Economics
“Dhanesvara Prabhus Arbeit ist das Ergebnis von Jahrzehnten seines Nachsinnens wie
die Bhagavad-gita in der heutigen Wirtschafts-verrückten Welt anzuwenden ist. Ich
genieße das Lesen, wie er, auf einer soliden Grundlage des Parampara, ein System für
das einfache Leben aufbaut, welches vorteilhaft für das Ausüben von KrishnaBewusstsein ist, so dass eine Gemeinschaft von Devotees durch die Komplexitäten des
Lebens in der materiellen Welt hindurch im spirituellen Leben fortschreiten können,
zurück nach Hause, zurück zu Gott.“
Devamrita Swami
“Ich lese dein Schreiben über Spiritual Economics und fand es sehr schlüssig. Falls die
Führer der menschlichen Gesellschaft den Paradigmen-Wandel nicht vollziehen über den
Du schreibst, spielt es keine Rolle welche diplomatischen Mittel sie sich einfallen lassen,
werden ihre Lösungen ohne Zweifel sehr kurzlebig sein. Srila Praphupada gab uns eine
spirituelle Ideologie die revolutionär war. Seine Überzeugungen standen auf dem
gleichen Grund wie diejenigen auf welchen du deine Argumente in diesem Buch
basierst. Jetzt, mehr als jemals zuvor, ist die Zeit, sie anzuwenden. Es gibt viele
Tausende von Leuten die nach alternativen Lebensweisen in Harmonie miteinander und
der Welt um sie herum suchen. Deine Abhandlung über Spiritual Economics wird ihnen
das benötigte Bewusstsein dieser Alternative geben. Nimm dies, und verbinde es mit
einem funktionierenden Modell, und durch Lord Krishnas Gnade gibt es keinen Zweifel
dass der Erfolg an deine Tür klopfen wird. Es ist schlicht eine Sache der Zeit.“
Niranjana Swami
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AMDG IHS
Lektionen in Spiritual Economics
Aus der Bhagavad-gita
Teil Eins
Verstehen und Lösen des Wirtschaftlichen Problems
Dhanesvara Das
©2010
Leser die sich für das Thema dieses Buches interessieren, werden dazu angehalten, mit
.
dem Autor via Email zu korrespondieren: spiritual [email protected] (Englisch bitte).
Bitte besucht auch: Blog: http://spiritual-econ.blogspot.com;
Website: www.spiritual-economics.com (Englisch);
Bhagavad-gita Wie Sie Ist, Sri Isopanisad, und Srimad Bhagavatam Text
freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch The Bhaktivedanta Book Trust and The
Bhaktivedanta The Bhaktivedanta Book Trust International, Inc. www.krishna.com.
Verwendet mit Erlaubnis.
© April 2009 Dhanesvara Das (Don Rousse)
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Dieses Buch darf nur elektronisch reproduziert und verteilt werden (nicht im
Druck), und nur in seiner Gesamtheit, so lange es keine Zusätze, Änderungen oder
Löschungen im Text vorgenommen wurden.
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AMDG IHS
Gewidmet
Meinem spirituellem Vater und ewigem Meister, Seine Göttliche Gnade A. C.
Bhaktivedanta Swami Prabhupada der mich in der spirituellen Wissenschaft unterwies
und mich mit der Realisierung dieser Konzepte segnete, und meinem materiellen Vater
und materiellen Mutter, Armand und Bertha Rousse, welche mir diesen Körper gaben,
ein gutes und liebevolles Zuhause, und eine gute Ausbildung, was mir sämtlich dabei
geholfen hat die Konzepte von Spiritual Economics zu verstehen.
Anrufung
Lasst mich zunächst meine demütigen Ehrerbietungen an die Lotusfüsse meines
spirituellen Meisters, Seine Göttliche Gnade A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada
darbieten, welcher mir die Zuflucht zu seinem ewigen Dienst gewährt hat. Sein Dienst ist
meine Zuflucht vor dem Ansturm dieser materiellen Welt. Lasst mich dann den
spirituellen Meistern meine Ehrerbietungen darbieten, welche in der Schülerfolge den
Weg für Krishna-Bewusstsein in der Welt gebahnt haben: Srila Bhaktisiddhanta
Saraswati Thakura Prabhupada, Srila Bhaktivinoda Thakura, und die Sechs Goswamis
von Vrindavana, die alle die Botschaft der Liebe von Sri Krishna Chaitanya Mahaprabhu
getragen haben, und sie für die Ohren ihrer Zeitgenossen und der Nachwelt tauglich
machten. Sie haben alle diese schmackhafte Frucht gekostet und sie weitergereicht,
damit wir sie als mahaprasadam kosten können. Wir beten um ihren Segen, um es für
unsere Zeitgenossen und all diejenigen die willens sind im Licht von Lord Chaitanyas
gesegnetem Mond zu stehen, tauglich zu machen. Obwohl wir gefallen sind und ohne
Eignung sind, beten wir auch darum gesegnet zu werden um Sri Krishnas
Unterweisungen als eine lebendige Philosophie in ihrer ganzen Pracht zu manifestieren,
und eine vollständige Krishna-Kultur zu erschaffen für das Wohl aller bedingten Seelen
dieser Welt, jetzt und in den vielen noch kommenden Jahren.
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AMDG IHS
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
IN DIESEM BUCH VERWENDETE KONVENTIONEN
DANKSAGUNGEN
EINFÜHRUNG
EINIGE ELEMENTE DER WIRTSCHAFT
DIE VORSTELLUNG VON SPIRITUAL ECONOMICS
AN SPIRITUAL ECONOMICS INTERESSIERTE LESER
DER AUFBAU DES BUCHES
KAPITEL EINS VERSTEHEN DES WIRTSCHAFTSMENSCHEN
WIRTSCHAFTLICHES VERHALTEN = MENSCHLICHES VERHALTEN
WER BIN ICH?
WAS TUE ICH HIER?
DIE ZWEI BAHNEN DES MATERIELLEN EGOS
MATERIELLE ENERGIE UND IHR EINFLUSS AUF MENSCHLICHES BEWUSSTSEIN
DIE UNTERSCHIEDLICHEN QUALITÄTEN VON ARBEIT UND HANDLUN
DIE VARIANTEN VON MATERIELLEM GLÜCK
WISSEN GEMÄß DEN GUNAS
VERSTÄNDNIS UND ENTSCHLOSSENHEIT
GLAUBE
WIR SIND KONDITIONIERT DURCH DIE QUALITÄTEN DER MATERIE
DIE GUNAS UND DIE GROßEN EPOCHEN
DIE GUNAS UND DIE UNTERSCHIEDLICHEN ARTEN DER MENSCHLICHEN NATURE
DIE GUNAS UND DIE NATÜRLICHE WELT
KAPITEL ZWEI LUST, NEID UND GIER
DIE ENTWICKLUNG VON LUST
NIEMALS-ENDENDE SINNESBEGIERDEN
GEIST IST DER NEXUS DER LUST DIE ZU UNAUFHÖRLICHEM MATERIELLEN LEBEN FÜHRT
NEID — DIE GEIßEL VON WEITVERBREITETEM WOHLERGEHEN
DAS ERGEBNIS VON LUST, EIFERSUCHT UND STOLZ
NEID IST DER TREIBSTOFF VON GELTUNGSKONSUM
EXTREMER NEID FÜHRT ZU SELBST-NEID
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AMDG IHS
DIE NEIDISCHEN SIND INTOLERANT GEGENÜBER DEM GLÜCK ANDERER
GIER - LEKTIONEN AUF DEM PFAD ZU UNBEGRENZTEN (UND UNVERDIENTEN)
REICHTÜMERNERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DER PFAD ZU NIE-ENDENDER UNZUFRIEDENHEIT
EINE WIRTSCHAFTSWEISE FÜR JEDES BEWUSSTSEIN
IM 21. JAHRHUNDERT SIND DIESE METHODEN VERMISCHT
KAPITEL DREI DIE WIRTSCHAFTSWEISE DER TUGEND
VON TUGEND BEEINFLUSSTE WIRTSCHAFTSWEISE
„ICH UND MEIN“ IN SATTVA - GUNA
HISTORISCHE BEISPIELE DER SATTVIC GESELLSCHAFT UND “WIRTSCHAFTSWEISE”
EIN BEISPIEL AUS DEM SPÄTEN 20. JAHRHUNDERTERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
BEZIEHUNGEN SIND DIE GRUNDLAGE DER SATTVISCHEN WIRTSCHAFTSWEISE
DIE BANDBREITE UND EVOLUTION VON WIRTSCHAFTLICHEN PRAKTIKEN
DER WIRTSCHAFTLICHE WANDEL IN LADAKHERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
KAPITEL VIER DIE WIRTSCHAFTSWEISE DER LEIDENSCHAFT
EINE KULTUR IN DER LEIDENSCHAFTERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DIE VERSCHIEBUNG VON DER TUGEND ZUR LEIDENSCHAFT
DIE WIRTSCHAFTSWEISE DER VON TUGEND BEEINFLUSSTEN LEIDENSCHAFT
BEWEGUNG HIN ZUR UNWISSENHEITERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
ZERSTÖRUNG DER GEMEINGÜTERERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
“ICH UND MEIN” IN RAJO - GUNAERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DIE ZERSTÖRUNG DES GEMEINWESENS SETZT SICH FORTERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
DIE WIRTSCHAFTSWEISE DER VON TAMO – GUNA BEEINFLUSSTEN
LEIDENSCHAFTERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
UNTERDRÜCKEN DES WETTBEWERBSERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
AUSBEUTUNG DER ARBEITERERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
TEILE UND HERRSCHEERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
UNGLEICHEN HANDEL SCHAFFENERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DAS STEHLEN UND ZERSTÖREN DES REICHTUMS INDIENSERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
CHRISTLICHE UNTERDRÜCKUNG ALS“ICH UND MEIN” VON RAJO - GUNAERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
DAS ERGEBNIS DER WIRTSCHAFTSWEISE DER LEIDENSCHAFTERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
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AMDG IHS
KAPITEL FÜNF DIE WIRTSCHAFTSWEISE DER UNWISSENHEITERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
DIE HAUPTSÄCHLICH VON DER UNWISSENHEIT BEEINFLUSSTE WIRTSCHAFTSWEISE
“ICH UND MEIN” IN TAMO - GUNAERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
KAPITALISMUS — DIE WIRTCHAFTLICHE METHODE VON TAMO – GUNA
STEIGERUNG VON “ICH UND MEIN” DURCH DIEBSTAHL AUF DER „LOKALEN EBENE“
STEIGERUNG VON “ICH UND MEIN” DURCH DIEBSTAHL EINER NATION
STEIGERUNG VON „ICH UND MEIN“ DURCH STEHLEN VON DEN AKTIONÄREN
STEIGERUNG VON “ICH UND MEIN” DURCH STEHLEN VON DEN LEUTEN
STEIGERN VON “ICH UND MEIN” DURCH SKLAVEREI
STEIGERN VON “ICH UND MEIN” DURCH GLOBALE VERSKLAVUNG
DIE WELT BANK, IWF UND VERARMUNG
DIE “CHICAGO BOYS” UND DIE GLOBALISIERUNG DER ARMUT
WIE WIRTSCHAFTLICHE GLOBALISIERUNG FUNKTIONIERT
STEIGERN VON “ICH UND MEIN” DURCH SCHOCK UND LEIDEN
DIE SCHOCKDOKTRIN UND DESASTER KAPITALISMUS
EINE FINGIERTE KRISE IST SO GUT WIE EINE ECHTE
KOMMUNISTEN UND KAPITALISTEN-PRINZIPIENBRÜDER
INDUSTRIALISIERUNG
KOLLEKTIVIERUNG
KAPITEL SECHS DIE WIRTSCHAFTSWEISE DES ATHEISMUS
VERSPRICH MIR EIN PARADIESERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DIE ILLUSIONEN UND FALSCHEN ANNAHMEN DER MODERNEN
WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT
DIE GRUNDLAGE DER ATHEISTISCHEN ZIVILISATION
UNBEGRENZTES PRIVATEIGENTUM
WIR ERSCHAFFEN NICHT DIE ERGEBNISSE UNSERER AKTIVITÄTEN
DER IRRTUM DES SELBSTSÜCHTIGEN DIENENS
UNTERNEHMEN SIND REAL, NOTWENDIG UND NUTZBRINGEND
KÜNSTLICHE PERSONEN ERHEBEN SICH ÜBER REALE PERSONEERROR! BOOKMARK
NOT DEFINED.
UNTERNEHMEN SIND RÜCKFÄLLIGE KRIMINELLE
DIE MASKE DER UNTERNEHMEN ABNEHMEN
DIE BLACK BOX DER WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT
DER WERT VON PAPIERGELD IST EINE ILLUSION
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AMDG IHS
DIE AURA DES MYSTISCHEN
WIE DAS GELDSYSTEM FUNKTIONIERT
IST PAPIERGELD EIN NOTWENDIGES ELEMENT EINER WIRTSCHAFT?
DIE PROBLEME MIT DEM GELDERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
GELD VERHÄNGT EINE SCHULDENLAST AUF ALLE MENSCHEN DER WELTERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
GELD VERZERRT DIE NATÜRLICHE SOZIALE ORDNUNGERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
GELD TRENNT UNS UND ISOLIERT UNS VON EINANDER
GELD GIBT UNS DEN EINDRUCK, DASS ICH UNABHÄNGIG VON ANDEREN SEIN KANN
GELD SCHAFFT OFT EIN BEWUSSTSEIN DES MANGELSERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
GELD UNTERSTÜTZT DIE NEIGUNG ZUM BETRUGERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
GELD ERMÖGLICHT DAS MANIPULIEREN VON MÄRKTENERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
GELD ERMÖGLICHT GEDANKENKONTROLLE UND INDOKTRINATIONERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
DAS RECHT DES GELDES STICHT DAS RECHT VON LEBENDEN PERSONEN AUSERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
GELD IST VORHERRSCHEND IM BEWUSSTSEIN IN EINER GELDKULTURERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
GELD KANN ALLE PROBLEME DES LEBENS LÖSENERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
ALLES HAT EINEN PREIS ABER NICHTS HAT WERTERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
GELD VERSCHWENDET ZEIT UND MÜHEERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
ES PFLEGT EIN BEWUSSTSEIN DES MANGELS UND DER BEDÜRFTIGKEITERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
ATYAHARAERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
UNGEPRÜFTE ANNAHMEN SAGEN UNS WO DAS PROBLEM LIEGTERROR! BOOKMARK
NOT DEFINED.
KAPITEL SIEBEN GÖTTLICHES UND DÄMONISCHES
BEWUSSTSEINERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DIE LIEBE VON ALLEM DAS TOD ISTERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
EINE PSYCHOLOGIE DES BÖSENERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
BÖSARTIGER NARZISSMUS UND „ICH UND MEIN“ERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DEFINITION UND VERWENDUNG DES WORTES PSYCHOPATHERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
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AMDG IHS
POLITISCHE PONEROLOGIE – FÜHRERSCHAFT DER BÖSENERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
DIE ART DER PSYCHOPATHENERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
DER PFAD ZUM BÖSEN
DIE INHÄRENTE ART DES MENSCHEN – GÖTTLICH ODER DÄMONISCH?ERROR!
BOOKMARK NOT DEFINED.
DIE FRÜHE GESCHICHTE DER DÄMONISCHEN KONTROLLEERROR! BOOKMARK NOT
DEFINED.
DIE DÄMONISCHEN EROBERN DIE ERDEERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
KAPITEL ACHT VERSTEHEN UND LÖSEN DES WIRTSCHAFTLICHEN
PROBLEMSERROR! BOOKMARK NOT DEFINED.
WELCHEN WEG IN DIE ZUKUNFT?
SPIRITUELLE LÖSUNGEN SIND ERFORDERLICH
FUNDAMENTALE ÄNDERUNGEN SIND DRINGEND
DAS FINDEN JENER SPIRITUELLEN VISION
WAS IST DAS WIRTSCHAFTLICHE PROBLEM
DIE EINZIGE LÖSUNG
WER IST FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHEN PROBLEME VERANTWORTLICH?
DAS ERHÖHEN DES BEWUSSTSEINS DURCH GEBET
ANHEBEN DES BEWUSSTSEINS AUF SATTVA - GUNA
SINGEN DER HEILIGEN NAMEN DES HERRN IST DER ZWEIFELSFREIE UND FURCHTLOSE
WEG DES ERFOLGS
KIRTAN, BHAJAN UND JAPA
DIE HÖCHSTE WAHRHEIT IST DIE REALITÄT UNTERSCHIEDEN VON ILLUSION FÜR DAS
WOHL ALLER
APPENDIX A WIE MAN DAS HARE KRISHNA MANTRA AUF DER
GEBETSKETTE SINGT
APPENDIX B PARTNER-FÜRS-LEBEN
MENSCHEN TUN TALENTE & RESSOURCEN ZUSAMMEN UM EINE GESUNDE UND
NACHHALTIGE ZUKUNFT ZU SICHERN
DIE SCHENK-WIRTSCHAFT VON SPIRITUAL ECONOMICS
DIE UNTERSTÜTZENDEN PARTNER
DIE TEILNEHMENDEN PARTNER
DIE PRAKTIZIERENDEN PARTNER
APPENDIX C WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE NATUR DES GELDES
BESONDERS EMPFOHLENE KURZE EINFÜHRUNGEN
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AMDG IHS
DETAILLIERTE ERKLÄRUNGEN
ARTIKEL, REDEN UND INTERVIEWS
GLOSSAR DER SANSKRIT WÖRTER
ANMERKUNGEN
ÜBER DEN AUTOR
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AMDG IHS
Vorwort
Dies ist nicht das typische Buch über die Wirtschaftswissenschaft. Diejenigen,
die den üblichen wirtschaftlichen Jargon wie Hedgefonds, Derivate, Wechselkurse,
Handelsbilanz, Defizitfinanzierung, Geldpolitik und so weiter erwarten, könnten
enttäuscht sein. Aber vielleicht auch nicht. Anstatt mit diesen typischerweise trockenen
und oft sterilen Ideen zu arbeiten, nähere ich mich der Wirtschaftswissenschaft auf eine
Weise, die realistischer und lebendiger ist als es diese Konzepte jemals hoffen können zu
sein. Ich nähere mich der Wirtschaftswissenschaft auf der Grundlage von Bewusstsein
und Beziehungen basierend auf diesem Bewusstsein: Beziehungen zwischen Menschen
und der Erde, zusammen mit allen ihren Einwohnern, und zwischen den Menschen und
Gott. Dies sind die Dinge, die für uns am realsten sind und welche unseren Leben
Bedeutung geben. Die Art in der wir mit unseren wirtschaftlichen Angelegenheiten
umgehen, welche es sind womit die meisten Volkswirte sich beschäftigen, ist nur eine
Widerspiegelung unseres Bewusstseins und der Art auf die wir das Leben und unseren
Platz in ihm sehen und verstehen. In diesem Sinne ist die Wirtschaft die sichtbarste
Demonstration unserer Auffassungen über das Leben. Falls wir begehren die Art zu
ändern, in der wir unsere Wirtschaft handhaben müssen wir als erstes die Auffassungen
über das Leben verstehen die unserem wirtschaftlichen Verhalten zugrunde liegen; dort
Änderungen zu machen und dementsprechend zu leben, wird unsere Wirtschaft
automatisch justieren.
Während unsere wirtschaftlichen Verhaltensweisen tatsächlich eine bestimmte
Lebensweise wiederspiegeln, sind sie in vielen oder sogar den meisten Fällen nicht die
Art, auf die Leute über die Welt denken. Auf den ersten Blick scheint das eine
widersprüchliche Aussage zu sein, basierend auf dem was ich oben gesagt habe, aber sie
ist es nicht. Ich präsentiere sie auf diese Weise mit der Absicht, die Tatsache ins
Bewusstsein zu rufen, dass in wir in unserer modernen Welt nicht länger gemäß einer
spezifischen Lebensphilosophie leben. Stattdessen leben wir gemäß einer
wirtschaftlichen Methode, oder genauer gesagt, einer finanziellen Methode, während wir
zur gleichen Zeit erklären, an ziemlich andere Vorstellungen zu glauben als die, die sich
in unserem wirtschaftlichen Verhalten wiederspiegeln. Unsere Denkweisen über die
Welt und unser Verhalten in der Welt wurden durch unser wirtschaftliches System
voneinander abgetrennt. Kaum jemand bemerkt diese Tatsache, um nichts über das
Verständnis der Konsequenzen zu sagen. Weiterhin ist das Ergebnis dieser Trennung
sowohl in unseren persönlichen Leben als auch der Gesellschaft im Ganzen erheblich.
Diese Unterschiede zwischen Denken und Handeln und ihre zugehörige Konsequenzen
werden auf den Seiten dieses Buches untersucht.
Meine Herangehensweise an die Wirtschaftswissenschaft ist sogar noch weiter
von typischen wirtschaftlichen Diskussionen entfernt, insofern als dass ich
wirtschaftliches Verhalten aus einer spirituellen Perspektive untersuche. Alle Lebewesen
in dieser Welt sind in erster Linie spirituelle Wesen, und das Kleid aus materieller
Energie das sie tragen hat einen sehr spezifischen Einfluss auf ihr Bewusstsein, das
heißt, ihren Wahrnehmungen, ihrem Denken und Verhalten. Diese Einflüsse und
Verhaltensweisen sind sehr sichtbar in ihren wirtschaftlichen Beziehungen, die sämtlich
ausführlich durch Bezug auf die Lehren der Bhagavad-gita erklärt werden werden.
Die Grundlage meiner Analyse ist die spirituelle Tradition des Gaudiya
Vaishnava, wie durch die Bücher meines spirituellen Meisters und ewigen Führers,
Seiner Göttlichen Gnade A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (Srila Prabhupada)
vermittelt. Er war der Gründer und acharya der internationalen Gesellschaft für
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AMDG IHS
Krishnabewusstsein (ISKCON), allgemein weltweit als Die Hare Krishna Bewegung
bekannt. Weit davon entfernt, eine neu erschaffene Religion zu sein, wie manche Leute
denken, reicht diese spirituelle Tradition mehr als fünftausend Jahre in die Antike
zurück. Sie ist begründet auf dem ewigen Wissen welches der Menschheit in den Veden
offenbart wurde. Die Veden sind ein gewaltiges Werk, welche ein Leben des Studiums
erfordern um sie zu meistern. Während in früheren Zeiten Menschen ausreichend
Kapazität und Zeit hierfür hatten, hat der moderne Mensch es ganz gewiss nicht. Wir
sollten jedoch nicht verzweifeln, weil die essentiellsten und in der Tat die erhabensten
Elemente der spirituellen Wissenschaft in den vier essentiellen Werken zu uns gebracht
werden: Der Isopanisad, Bhagavad-gita, Srimad Bhagavatam and Caitanya-caritamrita.
Die Einführung der spirituellen Wissenschaft beginnt mit der Isopanisad und Bhagavadgita, und wird fortgesetzt in der Srimad Bhagavatam.
Der Titel Bhagavad-gita bedeutet übersetzt „Das Lied von Gott“ [gewöhnlich als
“Der Gesang des Erhabenen” übersetzt, Anm.d.Übers.]. Der Sprecher der Gita ist Lord
Krishna, welcher in der vedischen Tradition als der höchste Herr akzeptiert ist. Falls wir
Krishna nicht als Gott akzeptieren, macht die Bhagavad-gita keinen Sinn. Die Veden
erkennen an, dass es nur einen Gott geben kann, obwohl er unterschiedlichen Menschen
auf unterschiedliche Weise bekannt ist. Wir können genau so wenig sagen, dass Krishna
ein „Hindu Gott“ ist, wie wir sagen können dass die Sonne, während sie über
Deutschland ist, eine „deutsche Sonne“ ist, und während sie über Amerika ist, eine
„amerikanische Sonne“ ist. Die Sonne kann nicht so bezeichnet werden und Gott auch
nicht. Falls diese Vorstellung fordernd ist, kann der Leser welchen Namen von Gott auch
immer er bevorzugt während des Lesens des Textes einsetzen und die Bedeutung wird
nicht gestört sein. Oder der Leser mag zeitweilig solche Differenzen beiseitelegen und zu
seinen eigenen Vorlieben zurückkehren nachdem er das Buch gelesen hat.
Srimad Bhagavatam wird als “Die Schöne Geschichte der Persönlichkeit Gottes
übersetzt“. Sein Gegenstand ist bhagavat-tattva vijnana, oder die Wissenschaft von Gott,
welche bis ins kleinste Detail betrachtet wird in den 54 Bänden dieses großen Werkes.
Die Chaitanya-charitamrta bringt diese Wissenschaft auf ihren Gipfel mit den Lehren
von Sri Chaitanya Mahaprabhu, dem größten und freigiebigsten Avatar des fünfzehnten
Jahrhunderts.
In seinen Büchern folgte Srila Prabhupada der antiken spirituellen Tradition,
jeden Vers mit einer Erläuterung zu verdeutlichen. In diesen Erläuterungen webt er aus
den Fäden der Philosophie des Gaudiya Vishnuismus eine vollständige philosophische
Darstellung, welche auf wunderschöne Weise ein prägnantes Verständnis der Realität
darstellt, sowohl materiell als auch spirituell. Dies beinhaltet unsere Beziehung mit Gott
und all Seinen vielfältigen Energien, welche in diese Welt der Phänomene in Form von
Pflanzen, Tieren, den physischen Elementen, dem Kosmos, und allen anderen
Phänomenen, die vor unserem gebieterischen Blick der Prüfung manifestiert sind. Auf
diese Weise präsentierte Srila Prabhupada seinem Leser eine vollständig neue Weltsicht,
oder spirituelles Paradigma. Dies ist eine Weltsicht, welche gleichzeitig den Intellekt als
auch das Herz befriedigt. Es erklärt die Mysterien des Lebens und erschafft eine für sich
einzigartige Perspektive, aus der wir die Welt sehen können. Dieser Blickwinkel,
welcher der Menschheit aus anderen philosophischen und religiösen Traditionen nicht
zur Verfügung steht, erlaubt es jemandem das Labyrinth der Verwirrung zu
durchdringen, welches die heutige Gesellschaft so sehr lähmt, und stellt Einsichten in
Lösungen auf moderne Probleme zur Verfügung.
Die Nützlichkeit einer solchen spirituellen Wissenschaft im Umgang mit den
Angelegenheiten des heutigen Tages wurde ausführlich von Sri R. Subramaniam, dem
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AMDG IHS
Vizedirektor der Forschung im Lok Sabha, dem Sekretariat von Indiens Nationalem
Parlament bestärkt. In Anerkennung von Srila Prabhupada’s Präsentation der Srimad
Bhagavatam sagt er:
„Ein seltsames Merkmal der modernen Welt ist, dass, entgegen
der gewaltigen Fortschritte in Wissenschaft und Technologie, und der
Errichtung einer guten Anzahl von Institutionen für das menschliche
Wohl, die Menschheit keinen echten Frieden und Glück gefunden hat.
Wissen der materiellen Wissenschaften und Künste hat in der jüngeren
Zeit erheblich zugenommen, und Millionen Bände über jede füllen die
Bibliotheken überall auf der Welt. Die Menschen und Führer in jedem
Land kennen sich im Allgemeinen gut in diesen Künsten und
Wissenschaften aus, aber ihren Bemühungen zum Trotz befindet sich
die menschliche Gesellschaft überall weiter in Aufruhr und
Verzweiflung. Der Grund liegt nahe. Es liegt daran, dass sie die
Wissenschaft von Gott nicht erlernt haben, die fundamentalste aller
Künste und Wissenschaften, und daran scheitern, sie auf die Tatsachen
des Lebens anzuwenden. Das Erfordernis ist daher diese Wissenschaft
zu kennen und zu leben, falls die Menschheit nicht nur überleben,
sondern in eine glorreiche Existenz erblühen soll. Um diese
Wissenschaft von Gott Menschen überall beizubringen und sie in
ihrem Fortschritt und ihrer Entwicklung auf das wirkliche Ziel des
Lebens hin zu unterstützen, eignet sich die Srimad Bhagavatam in
ganz besonderem Maße. Faktisch wird diese großartige antike Arbeit
von Vyasadeva dieses Bedürfnis der modernen Zeiten füllen, weil es
sie eine kulturelle Präsentation für die Re-Spiritualisierung der
gesamten menschlichen Gesellschaft ist.“
Dieses Buch, Spiritual Economics, wird als ein Werkzeug präsentiert, durch
welches man lernen kann, die Wissenschaft von Gott praktisch zu leben. Die Praxis von
Spiritual Economics ist die Praxis von Bhakti-Yoga, welches nicht mit müßiger
Meditation mit wenig praktischem Wert verwechselt werden sollte. Wie der Leser sehen
wird, ist es ein höchst praktisches Buch um die Probleme des Lebens zu lösen, welche so
zahlreich sind in der heutigen modernen Welt. Es handelt von Bewusstsein, der
Grundlage alles menschlichen Verhaltens, und es ist geschrieben für diejenigen, die
sowohl mit den sozialen als auch wirtschaftlichen Angelegenheiten des Tages beschäftigt
sind, welche als Untergruppe die meisten der ökologischen Probleme beinhalten, denen
wir heute gegenüberstehen.
Ich habe angenommen, dass mein Leser unvertraut mit der vedischen Literatur
ist, auf der dieses Buch basiert, und habe daher darauf Acht gegeben, die fundamentalen
Konzepte in einigem Detail zu erklären; und hoffentlich auf eine Weise die auch für
diejenigen mit vorheriger Vertrautheit erfrischend sein wird. Weil die Isopanisad und die
Bhagavad-gita eine Weltsicht vorstellen, die völlig anders als die der derzeitig
dominanten Kultur ist, mag die vollständige Signifikanz dieser Arbeit nicht gänzlich und
unmittelbar ersichtlich sein für diejenigen, die neu bei der spirituellen Wissenschaft sind.
Der Leser sollte nicht annehmen, dass eine Grundlage des Denkens von anderen
religiösen Traditionen wie der jüdisch-christlichen, buddhistischen, oder des
sogenannten New Age jemanden angemessen auf dieses Werk vorbereiten werden. Die
Unterschiede zwischen diesen Weltsichten erfordern Studium und Zeit zum
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AMDG IHS
Assimilieren, wonach man besser ausgerüstet sein wird, um Schlussfolgerungen zu
ziehen. Ich empfehle, dass der Leser die Bhagavad-gita As It Is by A. C. Bhaktivedanta
Swami ausführlich studiert, auf dem dieses Arbeit basiert.
Obwohl diese Arbeit sich auf Wirtschaft fokussiert und eine vollständig neue
wirtschaftliche Theorie basierend auf den Prinzipien des Bewusstseins einführt, ist es
nicht für Volkswirte geschrieben. Noch erwarte ich, dass viele Volkswirte es sehr
bedeutungsvoll finden werden. Manche mögen es verhalten interessant finden aus einer
theoretischen oder philosophischen Perspektive, aber ich habe keine Zweifel, dass die
meisten es als eine idyllische Sentimentalität ohne praktischen Wert in der echten Welt
abweisen werden. Ihre Welt ist schließlich die „echte“ (zumindest in ihrer Art zu
denken), diejenige, die von der Dringlichkeit der harten Tatsachen des Lebens handelt.
Sie könnten diese Bemühung auch damit ablehnen, nicht wissenschaftlich genug zu sein.
Sie hätten Recht. Ich bin nicht anerkannt in der Disziplin; ich wurde oft dazu
gezwungen, eher sekundäre als primäre Quellen zu nutzen; und meine Behandlung von
vielen der Themen ist nicht gründlich aus einer historischen Sicht. Dieses Buch ist
gedacht für den Laien, der Lösungen sucht, die professionelle Volkswirte nicht für die
existenziellen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme bieten können, die aus dem
derzeitigen wirtschaftlichen Paradigma entstehen. Es ist auch für die durchschnittliche
Person geschrieben, welche nichts als eine Sackgasse in ihrem Job sieht, und sich
wundert, wie ihre Zukunft sein wird, und auch diejenigen die nicht länger einen Job
haben und schlicht ums Überleben kämpfen.
Es gibt eine nicht zu bestreitende Tatsache, die nicht unbemerkt durchgehen darf:
Entgegen all der posierenden und ausgefallenen Theorien, hat die wirtschaftliche
Profession als ein Ganzes das Problem der Versorgung mit den grundlegendsten
Notwendigkeiten für die Menschheit – Nahrung, Kleidung und Unterkunft – nicht gelöst.
In der Tat, durch die Anwendung ihrer kollektiven Bemühungen werden die Dinge
zunehmend schlimmer mit jedem verstreichendem Jahr. Es ist eine versteckte Ironie,
dass, während die meisten Professionellen arbeiten um anderen zu dienen, die sich in
Not befinden, professionelle Volkswirte dies nicht tun. Zimmerleute bauen Häuser für
Leute die einen Ort zum Leben brauchen, Ärzte kümmern sich um diejenigen, die krank
sind, Köche bereiten in aller Eile delikate Mahlzeiten für die Hungrigen zu, und
Mechaniker reparieren die Autos derjenigen, die einen Vergaser nicht von einem Kühler
unterscheiden können. Aber gehen Volkswirte ihrem Geschäft für diejenigen nach die in
Not sind? Um die Notlage derjenigen aufzuheben, die nicht genug Geld haben? Kaum,
so scheint es. Obwohl die Arbeit manchmal unter diesem Vorwand ausgeführt wird,
finden wir das exakt entgegengesetzte Ergebnis vor.
Der Grund dafür ist, dass Volkswirte dafür arbeiten, den Status Quo für die Leute
aufrecht zu erhalten die mehr Geld haben als sie vernünftigerweise nutzen können, und
welche sie anstellen. Irgendwie sind diese Arbeitgeber nur daran interessiert, ihren
Reichtum unbegrenzt zu erhöhen, auf Kosten von absolut allen anderen. Man muss
annehmen, dass dies das Ziel ist, weil es sicherlich das Ergebnis ist. Ich beschuldige
jedoch nicht diejenigen in der wirtschaftlichen Profession persönlich, weil sie, wie jeder
andere, einen Job und finanzielle Unterstützung benötigen. Sie tun schlicht, wofür sie
bezahlt werden. Falls sie wagen, für sich selbst zu denken, oder eine unterscheidende
Intelligenz auf ihre Arbeit anzuwenden, indem sie die Arbeitsweisen ihrer eigenen Kunst
anzweifeln, könnten sie sich plötzlich als arbeitslos wiederfinden, wie Joseph Stiglitz,
der ehemalige Chefsvolkswirt der Weltbank. Er besaß die Frechheit, bei vielen
Gelegenheiten Außenseitern die Wahrheit zu sagen, und darauf hinzuweisen, dass die
Politikmaßnahmen dieses Leviathans jeden ernsthaft beschädigten, dem sie vermeintlich
15
AMDG IHS
helfen sollten.
Man braucht keinen Wetterfrosch, um zu wissen woher der Wind weht. Noch
braucht man jemanden von der Statur eines Chefsvolkswirten um die Ergebnisse der
wirtschaftlichen Kräfte im eigenen Leben zu verstehen. In dutzenden von Büchern und
überall im Internet kann man eine solide Erklärung der Tatsachen durch viele Amateure
und anerkannte wirtschaftliche Analysten finden, welche die Situation klar so verstehen
können wie sie ist. Einige wenige ehrliche Professionelle haben auch diesbezüglich
ausgepackt und haben klar ausgesagt, dass die heutigen wirtschaftlichen Methoden in der
Tat darauf abzielen, von den Armen zu nehmen und an die Reichen zu geben. Ein
solcher Nonkonformist-Volkswirt, E. F. Schumacher, hat sich seine Profession zur Brust
genommen, und schreibt: „Die konventionelle Weisheit dessen, was heute als
Wirtschaftswissenschaft gelehrt wird, umgeht die Armen, ebendie Leute für die
Entwicklung wirklich benötigt wird. Ein vollständig neues Denksystem wird benötigt,
ein System basierend auf Aufmerksamkeit für die Leute, und nicht vorrangiger
Aufmerksamkeit auf Güter… Falls sie [Wirtschaftswissenschaft] nicht über ihre
enormen Abstraktionen hinausgehen kann, das Nationaleinkommen, die Wachstumsrate,
Kapitalkoeffizienten,
Input-Output-Analyse,
Arbeitskräftemobilität,
Kapitalakkumulation; falls sie nicht über all dies hinausgehen kann, und Kontakt machen kann mit
den menschlichen Realitäten der Armut, der Frustration, der Entfremdung, der
Verzweiflung, der Zusammenbrüche, der Verbrechen, der Realitätsflucht, des Stresses,
der Verkehrsbelastung, der Hässlichkeit, und des spirituellem Todes, dann lasst uns die
Wirtschaftswissenschaft verwerfen und neu starten. Gibt es nicht tatsächlich genug
„Zeichen der Zeit“, die darauf hinweisen dass ein neuer Anfang benötigt wird?“1 Es gibt
sie allerdings. Wir bieten dieses Buch als einen solchen neuen Anfang, ein neues
Denksystem, welches auf Aufmerksamkeit basiert, nicht nur für die Menschen und ihre
Bedürfnisse auf dieser Erde, sondern für die Gesamtheit aller lebenden Wesen, welches
sowohl ihren spirituellen, als auch ihren materiellen Bedürfnissen dient.
Um die Philosophie zu leben, die ich hier präsentiere — eine Schenkwirtschaft
basierend auf hingebungsvollem Dienst — mache ich dieses Buch so weit wie möglich
gratis verfügbar. Glücklicherweise erscheint es in einer Zeit in der kostenlose Bücher
möglich sind. Dieses Buch ist daher auf verschiedenen Websites in einer
herunterladbaren elektronischen Version, einem Ebook verfügbar. Printausgaben kosten
natürlich Geld um sie zu drucken und zu verteilen, daher muss eine Gebühr für sie
verlangt werden. Während die elektronische Version kostenlos verfügbar ist, oder für
eine symbolische Gebühr, ist die Erwiderung ein wichtiges Prinzip in spirituellen
Beziehungen. Diejenigen die am Ebook teilhaben, werden aufgefordert, etwas im
Austausch anzubieten, gemäß einer der Methoden, die in den Anhängen beschrieben
sind.
Jetzt, da diese Philosophie von Spiritual Economics in Schriftform gegossen
wurde, ist es meine Aufgabe geworden, die Durchführbarkeit der Vorstellung einer
spirituellen Wirtschaft zu demonstrieren, die auf der Grundlage von Liebe funktioniert.
Ich werde manchmal als ein Träumer dargestellt, dessen Vorstellungen nichts weiter als
utopisches Denken sind. Wir werden sehen, ob es sich als ein solcher Fall herausstellt
oder nicht. Für meinen Teil bin ich überzeugt, dass die Botschaft der Bhagavad-gita die
praktischste Lebensweise ist und durch dieses Buch lade ich so viele wie möglich dazu
ein, sich mir anzuschließen um diese Utopie zu schaffen und zu leben. Ich erinnere den
Leser daran, dass utopisch nicht unmöglich bedeutet. Es bedeutet, ein Ideal zu leben.
Und warum sollen wir keine ideale Gesellschaft haben, wenn die Mittel um sie zu
erreichen genau vor uns liegen? Was ist der Nutzen davon, eine weitere weltliche
16
AMDG IHS
Institution zu schaffen, von denen es bereits so viele gibt? Die Welt hat ein großes
Bedürfnis nach einem Ideal, um den Weg hinaus aus dem hoffnungslosen Sumpf der
modernen Wirtschaftswissenschaft und den endlosen Problemen die sie schafft zu
zeigen. Der Weg um das zu tun, ist es, schlicht ein Leben der Liebe gemäß den
Unterweisungen von Sri Krishna und der Philosophie die Er in der Bhagavad-gita
präsentiert zu leben. Es ist meine Hoffnung, dass ihr durch das Lesen des Buches
ermutigt werdet, bei der Wiederspiritualisierung der Welt mitzumachen, durch Ausüben
des Yuga-Dharma, dem Singen des Hare Krishna Mahamantra, und dabei helft,
transzendentale Gemeinschaften zu errichten, die dem liebenden Dienst des höchsten
Herrn gewidmet sind.
In diesem Buch verwendete Konventionen
Ich hebe oft ausgewählte Teile von Zitaten hervor. Falls die Hervorhebung im
originalen Zitat enthalten war, werde ich es so anmerken. Anderenfalls sollten alle
Hervorhebung als meine verstanden werden.
Der Kürze halber habe ich eine Konvention mit den Zitaten aus den
Hauptreferenzen dieser Arbeit genutzt, der Bhagavad-gita und Srimad Bhagavatam.
Zitate mit nur zwei Teilen, i.e. (2.4) beziehen sich auf Kapitel und Vers der Bhagavadgita insbesondere. Zitate mit drei Teilen, i.e. (7.1.14) beziehen sich auf Canto, Kapitel,
und Vers der Srimad Bhagavatam. Andere Zitate beinhalten den Titel des Buches.
Danksagungen
Viele Leute haben dabei geholfen, dieses Buch in den Druck zu bringen und sie
verdienen Anerkennung und Wertschätzung. Als erstes würde ich gerne Seiner
Heiligkeit Niranjana Swami danken, der mich in die Ukraine eingeladen hat. Dies bot
mir die Gelegenheit, regelmäßig vor aufnahmefähigem Publikum zu sprechen, was mir
wichtige Unterstützung und Ermutigung für diese Arbeit lieferte. Als nächstes würde ich
gerne meinen Dolmetschern Jaya Mangala Das, Bhakta Maksim Artemenko und
Paritosani Citra Devi Dasi (Bhaktin Ellen) danken, ohne deren selbstlose Hilfe ich in der
Ukraine nichts getan haben könnte. Danke an: Samba Das, für das Editieren der
englischen Edition, und auch Vijitatma Das, Veda Priya Devi Dasi, und Bhaktin Lida für
ihre Übersetzung der russischen Edition; und an Bhakta Oleg of Mykolaiv, der
Unterstützung für meine Arbeit als Schriftsteller lieferte. Ich bin sehr dankbar an all die
Krishna-Anhänger überall in der Ukraine für ihre Liebe und Unterstützung. Danke an
Devamrita Swami und Niranjana Maharaja für das Überprüfen des Buches. Und
letztlich, möchte ich meine tiefe Dankbarkeit an meine Gottesbrüder und lieben Freunde
Prabhupada Das (Paul Rattray), Sri Nandanandana Das (Stephen Knapp), und Madan
Mohan Das (Mark Birenbaum) ausdrücken für ihre Freundschaft und unermüdliche, und
sehr hilfreiche persönliche Unterstützung und Ermutigung während der Entwicklung der
Konzepte von Spiritual Economics.
Ich sollte ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Inhalt dieser Arbeit in keiner
Weise als die offizielle Position der ISKCON auszulegen ist. Ich allein bin
verantwortlich für den Inhalt.
Hare Krishna
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AMDG IHS
Gaura Purnima Tag 14 März 2006 (Monat von Vishnu, 519 Gaurabda Ära)
Dnyepropetrovsk, Ukraine
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AMDG IHS
Einführung
Letzten September (2008) befanden sich die Finanzmärkte im freien Fall.
Aktienwerte befanden sich im Sturzflug, Unternehmen kollabierten, und die Bastion der
freien Unternehmertums und des Kapitalismus, die Vereinten Staaten, begann ihre
größten wirtschaftlichen Institutionen zu sozialisieren. In einer noch nie dagewesenen
Aktion übernahm die Regierung die beiden US Hypotheken-Giganten Freddie Mac und
Fannie Mae, welche seit dem vorherigen Juli gekämpft hatten um die Krise abzuwenden.
In der Tat, im August 2008 verabschiedete der Kongress spezielle Gesetze, welche dem
Finanzministerium erlaubten, mit Milliarden von Dollar zu ihrer Hilfe zu eilen. In
diesem Monat sahen wir auch den Niedergang von zwei der größten Investmentbanken
— Lehman Brothers und Merrill Lynch. Lehman meldete den größten Bankrott der
Geschichte am 15. September an, aber Merrill Lynch wurde vor dem gleichen Schicksal
bewahrt durch den Kauf durch die Bank of America, welcher am gleichen Tag berichtet
wurde. Dann, zwei Tage später, kaufte die US Regierung im Grunde genommen 80
Prozent Anteil an der größten Versicherungsgesellschaft in Amerika, American
International Group, Inc. (AIG), für 85 Milliarden $. Das Drama setzte sich fort als die
Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley unter Regierungskontrolle
gesetzt wurden, in der Vorstellung, dass diese Aktion dabei helfen würde, das
angeschlagene US Finanzsystem zu retten. Die Securities and Exchange Commission
[SEC] trug ihren Teil bei durch zeitweisen Bann von Leerverkäufen von 799 Aktien von
Finanzinstitutionen.
So atemberaubend spektakulär wie es alles war, es gab einige vorausschauende
wenige, die es alles kommen sahen. Sie warnten uns sogar! Weniger als einen Monat
vorher sagte der ehemalige Chefsvolkswirt des Internationalen Währungsfonds voraus,
dass einige „große“ Investmentbanken den Geist aufgeben würden.1 Diese Männer im
Inneren des Spiels wissen natürlich immer mehr, also macht euch bereit — was wir
bisher gesehen haben ist nur der Anfang. Der derzeitige IWF Direktor Dominique
Strauss-Kahn, der just am Tag nachdem die US Behörden die Rettung von AIG
arrangiert hatten eine Rede hielt, sagte uns: „Die Konsequenzen für einige
Finanzinstitutionen liegen noch vor uns. Wir müssen erwarten, dass es in den folgenden
Wochen und Monaten andere Finanzinstitutionen mit einigen Problemen geben wird.“2
Es wurde als die schlimmste Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er
beschrieben, und verkündet vielleicht eine weitere Depression, die genauso groß oder
sogar schlimmer ist. Es ist wahrscheinlich, dass ihr zu dem Zeitpunkt, an dem ihr das
hier lest, die volle Wahrheit dieser Vorhersage kennt.
Wie genau auch immer unsere Finanzexperten diese Krisen vorhersagen können,
sie scheinen nicht so wirklich zu wissen, wie mit ihnen umzugehen ist, weder vorher
noch nachher. Am 18. September sagte der Mehrheitsführer des Senats, Harry Reid, dass
es unwahrscheinlich wäre, dass der US Kongress neue Gesetze verabschiedet um die
Finanzregulation zu überarbeiten, weil „niemand weiß was zu tun ist.“ Er fügte hinzu,
dass weder der Vorsitzende der Federal Reserve, Ben Bernanke, noch Finanzminister
Henry Paulson „wüssten, was zu tun sei, aber sie versuchten, sich etwas einfallen zu
lassen.“3 Es scheint, dass Reid uninformiert war, weil Paulson nur einen Tag später einen
Plan hervorbrachte – „die Mutter aller Hilfspakete“ – 700 Milliarden $, um der
Regierung zu erlauben, faule Kredite zu kaufen um sie aus den Büchern von
Finanzfirmen zu nehmen. Über das Wochenende wurde die Maßnahme den
Gesetzgebern übergeben, denen gesagt wurde „gebt uns das Geld – und zwar JETZT!“
19
AMDG IHS
Das weiße Haus bestand darauf, dass es keine Zeit gäbe, um die Maßnahme zu
debattieren, oder Alternativen zu betrachten, welche Mainstreet und nicht nur Wallstreet
begünstigen würden, und dass der Kongress sie unmittelbar autorisieren müsse, oder
sonst gäbe es das Risiko, des weiteren „Störens der globalen Finanzmärkte.“ Wenn alles
gesagt und getan ist, wird das Preisschild für diese Reparatur, inklusive Freddie Max,
Fannie Mae und AIG weit über 1 Billion $ sein. Aber was noch schlimmer ist, nach dem
Weggeben einer solch unfassbaren Summe Geld ist es unklar ob dies das Problem ein für
alle Mal beheben wird. Manche wirtschaftlichen Schreiber suggerieren, dass der Plan die
zu tragende Belastung drastisch unterschätzt, und sagen voraus dass die Probleme
durchaus fortfahren könnten.
„Was genau ist das wirtschaftliche Problem?“ ist die Frage der Stunde; ein
Problem das nicht verstanden wird kann nicht behoben werden. Sind die Millionen von
schlechten Hypothekendarlehen das Problem, oder sind es die weniger-bemerkten
ausstehenden 1 Billiarde (1000 Billionen) $ im Derivatehandel, welche auch viele
Banken und Maklerfirmen bedrohen?4 Stammen die Probleme aus der Tatsache, dass
Sicherungsmaßnahmen, die in der 1930er Depression errichtet wurden, wie der GlassSteagall Act, welcher kommerzielle und Investmentbanken trennte, törichterweise
aufgehoben worden waren? Ist das Problem isoliert in einem individuellen Sektor der
Finanzmärkte, oder ist es systemisch? Sollte die Regierung einschreiten und die
Kontrolle über diese scheiternden Institutionen übernehmen? Aber, ist das nicht
Sozialismus? Was ist mit all der Rhetorik der „unsichtbaren Hand des freien Marktes“,
welches so sehr verbreitet wurde während des Hastens hin zu einer globalen Wirtschaft
in den letzten zwei Dekaden? Falls der freie Markt die Magie wirkt, die uns glauben
gemacht wurde, warum lassen wir dann nicht einfach den freien Markt das
Durcheinander in Ordnung bringen? Es gibt viele unmittelbare Probleme, mit denen
stückchenweise umgegangen werden kann, aber die vollständige und endgültige Lösung
kann nur gefunden werden, sobald wir ebendie Wurzel des Problems verstehen. Was
genau ist das wirtschaftliche Problem und wo entsteht es? Das ist die von diesem Buch
beantwortete Frage.
Tausende von Leuten arbeiten lange Stunden in den Hallen der Macht in
Washington DC und die Finanzmärkte in New York versuchen eifrig Lösungen zu
finden; aber die übersehen den wichtigsten Aspekt des Problems. Die behandeln die
Angelegenheit als ein Geldproblem, oder vielleicht als einen Mangel von
ordnungspolitischer Aufsicht, und sie bieten dementsprechend Geld und
ordnungspolitische Lösungen an. Aber Geld allein hat das Problem nicht geschaffen und
Geld und Regulierung werden es nicht vollständig lösen.
Wo begann das Problem eigentlich? Nun, die moderne Wirtschaft ist kein System
der Natur, wir Schwerkraft, dessen Gesetze unfehlbar sind. Es ist ein
menschengemachtes System, und menschliche Wesen sind nicht zuletzt fehlbar. Daher
finden wir an der Wurzel eines wirtschaftlichen Problems: Menschen. Oder genauer
gesagt, viele, wenn nicht alle unsere wirtschaftlichen Probleme werden von Menschen
verursacht, die ein bestimmtes Bewusstsein haben, welches sie dazu bringt zu betrügen,
auszubeuten, zu hintergehen und zu stehlen um ihren Reichtum zu vergrößern. Der guten
alten Gier, zum Beispiel, wird gutgeschrieben eine der Hauptursachen der derzeitigen
wirtschaftlichen Krise zu sein. Das Bewusstsein von anderen führt sie zu
wettbewerbenden wirtschaftlicher Aktivität, und wieder andere zu kooperativen und
egalitären Methoden des Lösens des wirtschaftlichen Problems. Daher, falls wir das
derzeitige wirtschaftliche Problem, und wie es zu lösen ist gänzlich verstehen wollen,
müssen wir als erstes die Menschen und die Natur des Bewusstseins verstehen.
20
AMDG IHS
Für manche klingt das sogar noch komplexer als das Lösen des finanziellen
Durcheinanders. Wir haben seit Jahrtausenden versucht, den Menschen zu verstehen,
und bis zu diesem Tag gibt es keine befriedigende Gestalt [Begriff d. Psychologie,
Anm.d.Übers.].
Glücklicherweise gibt es Hoffnung. Die Veden, die ältesten heiligen Schriften
der Welt, bieten ein sehr klares Verständnis. Übersehen oder missverstanden von
Westlern, erklären sie menschliches Verhalten sehr gut. Sie tun dies, indem sie das
allerwichtigste Element hinzufügen, welches in den meisten westlichen Modellen fehlt
— das wir spirituelle Wesen sind, welche eine duale materielle-spirituelle Natur haben;
die Veden informieren uns weiter, wie die materiellen Energien dieser Welt das
Bewusstsein der menschlichen Wesen beeinträchtigen. Obwohl wir spirituelle Wesen
sind, haben wir uns ausgesucht, in dieser materiellen Welt zu leben um unseren Wunsch
zu erfüllen, Kontakt mit der materiellen Energie zu machen. Wir wollen sie berühren,
schmecken, fühlen, und sie sehen, in all ihren unzähligen Permutationen. Diese Tatsache
spielt eine signifikante Rolle in der Art auf die wir unsere wirtschaftlichen
Angelegenheiten erledigen. Es ist auch der Schlüssel, der uns das Lösen unserer
wirtschaftlichen Probleme erlauben wird.
Die grundlegenden spirituellen Wahrheiten, auf denen wir unsere wirtschaftliche
Analyse basieren, werden in der Bhagavad-gita gefunden. Obwohl sie relativ unbekannt
im Westen ist, wird die Bhagavad-gita von mehr als einer Milliarde Menschen als eine
der wichtigsten heiligen Schriften verehrt. Die Gita selbst erklärt dass der Sprecher, Sri
Krishna, kein anderer als Gott ist. Gemäß vedischer Tradition besucht der Herr
Höchstpersönlich regelmäßig diese Welt um menschliche Wesen in der spirituellen
Wissenschaft zu unterweisen, und tat dies vor nur 5000 Jahren. Falls wir den Sprecher
der Gita nicht als Gott akzeptieren, dann sind alle Arten von verschlungener
Interpretation nötig, damit sie Sinn macht. Heilige in der Linie der Gaudiya Vaishnavas
ermutigen uns, den Sprecher der Bhagavad-gita, Krishna, als Gott zu akzeptieren, und
wenn auch nur theoretisch, damit wir die Wahrheiten der Gita lernen können, und wir
folgen dieser Empfehlung hierin.
Dennoch, das Verstehen der Bhagavad-gita ist nicht so einfach. Unsere
Bemühungen hierzu werden durch unsere kulturelle Konditionierung behindert. Wir
mögen die Worte der Gita lesen, aber die Bedeutung mag uns unzugänglich bleiben, weil
wir sie im Kontext unserer derzeitigen Kultur zu verstehen versuchen. Wir interpretieren
was wir lesen notwendigerweise gemäß der materiellen Auffassung des Lebens durch
welche wir konditioniert sind. Stattdessen ist die Gita dazu gedacht, in ihrem eigenen
Kontext verstanden zu werden. Daher brauchen wir eine Methode die uns helfen wird,
das angemessene Verständnis zu erlangen. Mein Ansatz hierbei ist, Wörter die uns
vertraut sind in einem bestimmten kulturellen Kontext anzuschauen, sie von ihrer
vertrauten Bedeutung zu befreien, und dann ihre Essenz auf eine andere Weise zu
zeigen.
Economics ist solch ein Wort. In dieser Arbeit diskutiere ich, was ich „Spiritual
Economics“ nenne, oder Economics basierend auf der Bhagavad-gita. Die Vorstellung,
dass Wirtschaftswissenschaft in der Gita diskutiert wird, führt oft zu fragenden Blicken,
weil es nichts in dem Text gibt, was für Übersetzer als das Wort „Wirtschaft“ dienen
könnte. Weiterhin scheinen die zwei Wörter zusammen einen Widerspruch in sich zu
begründen. Aber Wirtschaft und wirtschaftliche Aktivität können dort sicherlich
gefunden werden. Zum Beispiel kann jeder anerkennen, dass alle wirtschaftliche
Aktivität ein Ergebnis hat. In unser derzeitigen Kultur wird das Ergebnis in Hinsicht auf
Geld gemessen und daher wird Wirtschaft typischerweise als der Umgang mit Geld
21
AMDG IHS
verstanden. Ich würde gerne darauf hinweisen, dass dieses Verständnis von Wirtschaft
ein relativ junges ist, weil Geld als eine Transaktionswährung nicht in Erscheinung trat
bis zu der Zeit um 8-600 v. Chr., und auch dann nur in einigen Teilen der Welt. Vor
dieser Zeit hatte wirtschaftliche Aktivität auch ein Ergebnis, aber es wurde anders
gemessen. Wirtschaft ist daher nicht inhärent synonym mit Geld. Während der Sprecher
der Gita, Sri Krishna, nichts Spezifisches über Wirtschaft oder Geld sagt, hat er mit
Sicherheit eine Menge über die Ergebnisse von Handlungen zu sagen. Wie sich
herausstellt, hat, wie wir die Ergebnisse unserer Aktivität bekommen und was wir mit
ihnen tun, eine sehr wichtige Beziehung zu unserem spirituellen Wachstum und
spiritueller Entwicklung.
Ein weiterer Gegenstand von wirtschaftlichem Interesse ist die Nachfrage.
Beinahe jeder ist vertraut mit der wirtschaftlichen Beziehung zwischen Angebot und
Nachfrage: Das Angebot wird gemäß dem „Gesetz des Marktes“ steigen oder fallen
wenn die Nachfrage sich verändert, Sri Krishna sagt auch ziemlich viel über Nachfrage
auf den Seiten der Gita. Viele Male bezieht er sich auf die Wünsche und Sehnsüchte der
Person in materialistischem Bewusstsein. Unsere Wünsche, welche als „Nachfrage“ für
materielle Dinge betrachtet werden können, haben auch eine sehr wichtige Beziehung zu
unserem spirituellen Wachstum uns spiritueller Entwicklung.
Nicht ganz zufällig wird die gleiche Methode der „Umdeutung“ von vertrauten
Konzepten auch in der Gita selbst eingesetzt. Das beste Beispiel ist unsere eigene
Existenz. Menschen halten sich selbst typischerweise für den Körper, aber Sri Krishna
deutet unsere Existenz als das spirituelle Element, oder die Seele im Inneren um. Es gibt
andere Phänomene, von denen wir in einer bestimmte Weise denken, gemäß dem Diktat
unserer Kultur, welche auf ähnliche Weise von der Philosophie der Gita umgedeutet
werden.
Es sind diese Lektionen über Aktivität und Wünsche, unter anderem, welche ich
zusammensammle um das Verständnis von Spiritual Economics zu liefern. Der Begriff
„Spiritual Economics“ bedeutet zwei Dinge: Zunächst ein Verständnis der spirituellen
Natur des menschlichen Wesens, und wie die Einflüsse der materiellen Energie sein
Bewusstsein beeinträchtigen, welches eine Grundlage für die Analyse von vergangenen
und gegenwärtiger wirtschaftlicher Aktivität bietet; und zweitens, das Wirtschaftssystem,
welches durch den Herrn erschaffen ist und der Menschheit als eine Methode des
Umgangs mit den materiellen Notwendigkeiten des Lebens gegeben ist. Durch befolgen
seiner Regeln können wir leicht unsere materiellen Bedürfnisse befriedigen. Aber dies ist
tatsächlich ein Nebeneffekt, nicht das Ziel der Bemühung, welches ist, uns näher zu Gott
zu bringen. Seine Methoden der Wirtschaft sind keine Angelegenheit von Geld und
Handel. Sie sind eher Austausche von Liebe — Liebe die demonstriert wird durch die
Interaktionen zwischen dem Herrn und seinen Anhängern. Es ist eine Methode durch die
wir einen reinen Bewusstseinszustand entwickeln können, der uns erlauben wird, in die
höheren spirituellen Reiche einzugehen. Handlungen, welche unter dem Banner von
Spiritual Economics ausgeführt werden sind ganz und gar keine materiellen Aktivitäten.
Sie sind völlig spirituell, und begründen die Praxis des Bhakti-Yoga, oder dem Yoga der
Hingabe.
Einige Elemente der Wirtschaft
Im Allgemeinen wird die Wirtschaft für die Tätigkeiten der globalen Finanz und
des globalen Handels von hochqualifizierten Spezialisten gehalten, aber es kann auch
viel weniger als das sein, und für die meisten Leute ist es das. Das Wort Economics
kommt von dem Griechischen oeconomia, was Haushalt bedeutet. Ursprünglich bezog es
22
AMDG IHS
sich schlicht auf die Art auf die die Leute ihre grundlegendsten Bedürfnisse von
Nahrung, Kleidung und Unterkunft befriedigten. Dies ist, was Wirtschaft für die
durchschnittliche Person ausmacht. Wie wir unser wirtschaftliches Problem des Bezugs
von Nahrung, Kleidung und Unterkunft lösen ist die grundlegende wirtschaftliche Frage
und die Geschichte bietet uns viele Beispiele wie das getan werden kann. Die derzeitige
Methode einer Geldwirtschaft ist nur eine von vielen möglichen Optionen.
Ein anderer schlichter Weg des Verständnisses der Auffassung von Wirtschaft ist
es, sie in Hinsicht auf unsere Beziehungen zu betrachten. In unseren Alltagsbeziehungen
stellen wir im Allgemeinen kein Geld (Bargeschäfte) zwischen uns und diejenigen die
wir lieben, so wie Familienmitglieder und nahe Freunde. Die Leute sehen im
Allgemeinen nahe Beziehungen als Erweiterungen von sich selbst, und Austausche
werden typischerweise als Geschenke von Liebe dargebracht. Dies ist insbesondere so in
dem, was wir die „Kernfamilie“ nennen — Eltern und Kinder, und vielleicht andere
Blutsverwandte, welche unter dem gleichen Dach leben. Wenn unsere Beziehungen
jedoch distanzierter werden, führen wir Geld in Austausche ein. Warum? Weil die
moderne westliche Kultur uns nicht mit einem Mechanismus versorgt, um uns mit denen
zu verbinden die uns nicht nahe sind.
Die westliche Philosophie hat das Individuum an die Spitze der Bedeutung
erhoben und hat ihn weiter von allen anderen abgetrennt, und ihn sogar isoliert, durch die
Definition des Konzeptes von unbegrenztem Privateigentum und dem Festschreiben
dieses Prinzips im Gesetz. Durch rechtliche Definition ist was „meins“ ist, nicht „deins“,
und vice-versa. Leute werden von einander abgetrennt und isoliert, was beträchtlich zu
einem Gefühl der Entfremdung und Unpersönlichkeit führt. Individuen stehen daher in
ihren Interessen einander entgegen. Diese Tatsache allein ist verantwortlich für viele der
Neurosen und Konflikt in der heutigen Welt. Es gibt nicht länger jeglichen
Gesellschaftsvertrag, welcher aus Pflicht oder Verpflichtung zwischen den Mitgliedern
der Gesellschaft besteht. Es ist jeder Mann, oder eher, in der heutigen „progressiven“
Kultur, jede Person für sich selbst.
Das Nehmen ist nicht immer ein brutales Geschäft. In vielerlei Hinsicht ist es zu
einer „zivilisierten“ Angelegenheit geworden, in der manche Leute die produktiven
Bemühungen von anderen anhand des Schaffens eines unfairen Vorteils an sich reißen.
Dies wird als schlaues Geschäft betrachtet in der kapitalistischen Denkweise. In diesem
wertfreien Konzept sind „erfolgreiche“ Menschen, die Reichtum auf jede mögliche
Weise erlangt haben, hoch angesehen. In der modernen Gesellschaft schätzen wir nun
Dinge höher als Menschen. Reichtum und Geld sind wichtig, und unsere Beziehungen
werden dadurch bestimmt. Falls wir gute Fähigkeit demonstrieren können, um Reichtum
zu erlangen oder zu kontrollieren, wird uns Respekt entgegengebracht, unabhängig von
jeglichen anderen persönlichen Mängeln. So ist die Natur einer materialistischen
Gesellschaft.
Im Gegensatz dazu basiert die Arbeitsweise der Wirtschaft innerhalb der
Vorstellung von Spiritual Economics auf sozialen Beziehungen und einem informellen
Gesellschaftsvertrag mit korrespondierenden Pflichten. Dieses System wird nicht von
Gesetzen gesichert die vom Menschen geschaffen wurden, sondern durch freiwillige
persönliche Verpflichtung von allen Sektionen des sozialen Körpers an die Gottgegebenen Prinzipien. Es ist ihr Verständnis von der spirituellen Natur des Lebens, und
ihrer Entschlossenheit zum Dienste des Herrn, welcher als der verbindende Vertrag
dient. Eine niemals-endende Gesetzgebung, die von den Hinterhältigen stets umgangen
wird, wird nicht benötigt.
23
AMDG IHS
Die Vorstellung von Spiritual Economics
Beim Schreiben über Spiritual Economics ist mein Ziel, sie in ihrem Charakter,
ihrer Anwendung und ihren Ergebnis von traditionellen oder „materiellen Economics“
abzugrenzen. Spiritual Economics werden verstanden im Lichte von spirituellem
Wissen, insbesondere den Definitionen und Lehren der Gaudiya Vaishnava Traditionen
aus Indien, und basieren primär auf Sri Isopanisad, Bhagavad-gita, Srimad Bhagavatam
und Sri Chaitanya-charitamrta, wie von Bhaktivedanta Swami übersetzt und
kommentiert.
Spirituelle und materielle Economics sollen durch die gleichen Unterschiede
abgegrenzt sein, welche die Qualitäten von Materie und Geist charakterisieren, die da
wären: Das spirituelle Element ist persönlich, ewig, völlig bewusst und glückselig, in
jeder Hinsicht vollständig ohne jeden Mangel und ist ewig verbunden mit dem Höchsten
Ursprung von allem das ist. Das materielle Element ist unpersönlich, temporär, existiert
in einem Zustand von Ignoranz und ist ohne Glück oder Glückseligkeit. Es wird als
unvollständig in sich selbst wahrgenommen, aufgrund seiner Abgetrenntheit von der
effizienten oder höchsten Ursache. Materielle Economics sind charakterisiert durch die
Qualitäten von Materie: Sie ist temporär und verändert sich immer, basiert und aufrecht
erhalten in Täuschung und Ignoranz, und resultiert in Misere; Spiritual Economics auf
der anderen Seite, basiert auf einer spirituellen Auffassung des Lebens, ist ewig von
Natur, sie steigert und unterstützt unser Wissen von spiritueller Wahrheit und Realität,
und resultiert in Glück, sogar Glückseligkeit, für all seine Praktizierenden.
Alle Lebewesen sind von spiritueller Natur, und sind vollständig mit allen
spirituellen Eigenschaften. Wenn sie jedoch in die materielle Welt geboren werden und
sich mit der materiellen Bedeckung des Körpers und des Gemüts identifizieren, bringt
sie diese Identifikation dazu, die Qualitäten der materiellen Energie wie oben
beschrieben anzunehmen. Die Lebewesen versuchen, die resultierende Eigenschaft der
Unvollständigkeit durch den Besitz von steigenden Mengen von materiellen Dingen zu
kompensieren. Das derzeitige Wirtschaftssystem ist arrangiert um denjenigen im
materiellen Bewusstsein zu helfen bei ihrer Entwicklung einer materiellen Auffassung
des Lebens. Auf der anderen Seite, ist Spiritual Economics arrangiert um denjenigen in
spirituellem Bewusstsein zu helfen bei der Entwicklung einer spirituellen Auffassung des
Lebens. Materielle Economics befördert ein Bewusstsein des Mangels und das Bedürfnis
zu „bekommen“. Spiritual Economics befördert ein Bewusstsein der Vollständigkeit und
der Freude des Gebens. Es ist wichtig zu verstehen, dass Spiritual Economics sich auf
mehr bezieht als ein Wirtschaftssystem; es reflektiert einen Bewusstseinszustand. Es ist
das Bewusstsein eines Individuums, das völlig an den Prinzipien der Bhagavad-gita
festhält, und die individuelle Praxis von Spiritual Economics ist das sichtbarste
Kennzeichen dafür.
An Spiritual Economics interessierte Leser
Wir könnten fragen, warum diejenigen, die an der Bhagavad-gita interessiert
sind, an Wirtschaft ein Interesse haben würden, oder ob Wirtschaft tatsächlich so
ausgeführt werden kann, dass sie spirituell ist. Für viele ist der Ausdruck ein
Widerspruch der Begriffe. Diejenigen die die Bhagavad-gita studieren sind im
Allgemeinen an spirituellen Unterfangen interessiert, nicht an Economics. Und doch gibt
es mehrere Gründe, warum sie interessiert sein sollten. Zuvorderst ist die moderne
Gesellschaft auf so eine Weise arrangiert, um jeden dazu zu zwingen, mit der Wirtschaft
umzugehen. Für die meisten Leute verbraucht das Kümmern um ihre körperlichen
24
AMDG IHS
Bedürfnisse und Wünsche all ihre wache Energie, was wenig Raum für irgendetwas
anderes lässt. Die selbstrealisierten Weisen weisen uns an, schlicht zu leben und Zeit für
Selbstrealisation aufzuheben, aber vielen erlaubt das moderne Leben dies schlicht nicht.
Die meisten Leute verdienen nicht genug um sich um die grundlegendsten Erfordernisse
des Lebens zu kümmern, selbst wenn sie den Großteil ihrer wachen Stunden arbeiten. Es
gibt einige, die ihren persönlichen oder spirituellen Interessen mehr Aufmerksamkeit
widmen wollen, aber aufgrund ihrer Arbeitsverpflichtung nicht können. Ob wir es
mögen oder nicht, wir leben in einer wirtschaftlichen Kultur. Sind wir schlicht dazu
gedacht für eine Lebzeit zu arbeiten und dann zu sterben? Während dies in unserer
derzeitigen Kultur viele tun, ist das nicht die empfohlene Verwendung dieser seltenen
Form von menschlichem Leben. Was ist die Lösung für dieses Problem? Das Befolgen
der Methode des Wirtschaftens wie von Sri Krishna in der Bhagavad-gita unterbreitet.
Diese Methode von Spiritual Economics kann unsere wirtschaftlichen Probleme leicht
lösen, und gleichzeitig eine gute Menge freier Zeit anbieten, welche für spirituelle und
andere persönliche Unterfangen genutzt werden kann.
Dieses Buch wird von Interesse sein für mehrere Gruppen von Leuten, beginnend
mit denen, die sich mit den sozialen Angelegenheiten des Tages beschäftigen, welche
zuvorderst die wirtschaftlichen sind. Die massiven Proteste, wo immer die Weltbank und
der IWF sich treffen, sind aufgrund der Nachteile, die diese Institutionen den
schwächeren Teilen der Gesellschaft aufbürden. Die in Spiritual Economics gemachte
wirtschaftliche Analyse zeigt auf die praktischste Weise wie unsere wirtschaftlichen
Angelegenheiten gehandhabt werden können um eine bessere Welt zu erreichen. Eine
weitere Gruppe, die an sozialen Angelegenheiten interessiert ist, welche dieses Buch von
Interesse finden könnten, sind Feministen, welche zum dem Schluss kommen, dass der
derzeitige Stand der Dinge daraus entsteht, was als patriarchische Kultur identifiziert
wurde. Ist es wahr, dass die männliche Energie aggressiv ist? Nein. Aber der Mann, der
übermäßig von der Energie der Unwissenheit beeinflusst ist, ist es. Es gibt so etwas wie
einen Mann der durch die Energie der Tugend beeinflusst ist, was uns den leuchtenden
Held gibt, der seine Stärke zum Beschützen nutzt, welche Gutes tut und Böses bestraft.
Die menschliche Psychologie, die in Spiritual Economics erklärt wird, rekontextualisiert
die maskulin-feminin Debatte in eine von spirituellen Wesen (sowohl männlich als auch
weiblich), welche sich auf unterschiedliche Weise verhalten gemäß den
unterschiedlichen Einflüssen der materiellen Energie.
Andere, die Lösungen in diesem Buch finden können sind Umweltschützer, die
für eine umfassende, und nicht stückchenweise Lösung kämpfen. Indem ein Wald oder
eine Spezies hier und da gerettet wird, wird die Arbeit niemals zeitnah erledigt sein.
Umweltschutzangelegenheiten sind, in erster Line, Angelegenheiten des Bewusstseins,
und nachrangig wirtschaftliche Angelegenheiten. Menschen verschmutzen weil ihr
Bewusstsein verschmutzt ist. Dies führt sie dazu die Umwelt als einen Abladeplatz zu
nutzen, um die Aufräumarbeiten nach industriellen und sozialen Praktiken zu
„externalisieren“. Die Umwelt ist der Platz wo all unser Abfall hinwandert, wenn wir ihn
„weg“ werfen, aber so wie die Graffiti-Philosophen uns eindringlich erinnern, „gibt es
kein weg“. Er bleibt komplett hier auf der Erde, mit uns. Wie wir zu oft hören, kann die
Umwelt nicht aufgeräumt werden, weil es „zu viel kosten“ würde. Warum, zum Beispiel,
wird der Amazonas Regenwald mit einer alarmierenden Rate niedergeschnitten, und wer
wird die geschätzten 33 Milliarden $ zahlen um ihn zu reparieren? Diejenigen die das
Geld aus dieser (wirtschaftlichen) Aktivität erlangen und behalten, ist die Antwort auf
beide von diesen Fragen. Das Lösen des wirtschaftlichen Problems durch die Methode
von Spiritual Economics bringt gleichzeitig eine Lösung auf alle Umweltprobleme.
25
AMDG IHS
Zusätzlich wird Spiritual Economics interessant für Studenten der Psychologie
sein, die Sozialwissenschaften und die Religion, aufgrund der neuartigen und
einzigartigen Weise in der die menschliche psychologische-spirituelle Bedingung erklärt
wird. Andere interessierte Leser werden diejenigen einschließen, die die schattenhafte
Seite der Zentralbanken analysieren, die Mechanismen von Papiergeld und seine
Herrscher, den IWF etc. und Verschwörungen finden. Für diejenigen die bereit sind
dahin zu gehen wo andere nicht einmal hinschauen, offenbart Spiritual Economics die
Antwort auf „den Krimi“ und erklärt warum es auf die Weise passiert auf die es passiert.
Der Aufbau des Buches
Das menschliche Verhalten hat Denker seit Jahrhunderten beschäftigt. Tiere
überall folgen den gleichen Naturinstinkten — Hunde verhalten sich überall auf der Welt
wie Hunde, genau wie Katzen, Spatzen oder Rehe. Das menschliche Wesen auf der
anderen Seite befindet sich überall im Bild. Er ist sowohl Heiliger als auch Sünder,
liebend und hassend, gierig und großzügig. Philosophen haben endlos darüber spekuliert
warum der Mensch sich so verhält wie er sich verhält, aber die Spekulation muss nicht
länger weitergehen. Die Bhagavad-gita und Srimad Bhagavatam erklären sehr geschickt
das volle Spektrum von menschlichen Verhaltensweisen. Weil unser Anliegen hier die
menschliche Wirtschaftsaktivität ist, beginnen wir damit, als erstes den Menschen und
seine duale materielle-spirituelle Natur zu verstehen; wir sehen uns die Natur seines
originalen spirituellen Bewusstseins an und wie es durch den Kontakt mit der materiellen
Energie kontaminiert wird. Wir lernen wie die materielle Energie als eine Kombination
aus drei Qualitäten der Natur kategorisiert werden kann: Tugend, Leidenschaft und
Unwissenheit. Wie das menschliche Wesen durch den Kontakt mit diesen Energien
konditioniert wird erklärt, warum er sich entweder wie eine göttliche oder dämonische
Persönlichkeit verhalten kann. Andere Aspekte der menschlichen Natur, so wie Lust,
Neid und Gier spielen eine Rolle in seinem wirtschaftlichem Verhalten, insbesondere im
Lichte des heutigen Tages und dem gegenwärtigen wirtschaftlichem Aufruhr, und wir
werden die Ursprünge dieser im zweiten Kapitel untersuchen.
In den nächsten drei Kapiteln werden wir im Detail untersuchen, wie die
materiellen Energien der Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit das menschliche
wirtschaftliche Verhalten beeinträchtigen. Ehemals, aufgrund des Einflusses der Tugend,
gab es überall auf der Welt gesamtheitliche egalitäre Gesellschaften, in denen keine
Person zurück gelassen wurde. Sehr wenige von diesen sind heute noch intakt, und dies
ist absichtlich so. Die Einflüsse der modernen Zeit erodieren die Werte auf denen sie
basieren und wir werden diesen Vorgang am Ende des Kapitels über die
Wirtschaftsweise der Tugend ausführen. Leidenschaft charakterisiert die moderne Zeit,
eine Qualität die uns ermutigt, mehr zu sein, mehr zu tun, und mehr zu haben. Diese
leidenschaftlichen Einflüsse ersetzten Kooperation durch Wettbewerb, der Vorstellung
des ‚möge der Bessere gewinnen‘ und einer der-Sieger-nimmt-alles-Mentalität. Diese
Art des Herangehens an wirtschaftliche Aktivität hat jedoch korrespondierende negative
Einflüsse auf Menschen, Gesellschaft und die Umwelt.
Aus der modernen Zeit hin zur post-modernen Zeit verändern sich unsere
wirtschaftlichen Praktiken von denen der Leidenschaft hin zur Unwissenheit. Es ist der
Einfluss von Unwissenheit welcher raubtierhafte Wirtschaftspraktiken überall inspiriert,
welche Profite aus Leiden, Chaos und Tod pressen, Praktiken die nun überall auf der
Welt beobachtet werden. Übermäßige Gier, Geschäftemacherei auf Kosten anderer,
Ausbeutung der Erde, den Tieren und den Menschen sind alles Symptome des Einflusses
der Qualität der Unwissenheit. Der beobachtbare Trend über die letzten sechs
26
AMDG IHS
Jahrhunderte war von Tugend, zu Leidenschaft, und zu dem derzeitigen Einfluss von
zunehmender Unwissenheit, einem Trend der keine entgegengesetzten Einflüsse hat. Wir
umreißen diesen Pfad und wie er absichtsvoll erschaffen wurde entgegen den
fortgesetzten Protesten der Mehrheit der Leute. Falls die Leute es nicht wollen, wie kann
es dann passieren? Aufgrund des Einflusses des Zeitalters, welches verändert werden
kann falls wir das wollen.
Die Wirtschaftsweise des späten zwanzigsten Jahrhunderts ist als
Raubtierkapitalismus oder Aasgeierkapitalismus beschrieben wurden. Es ist ein System
der Ausbeutung und ist auf Atheismus gegründet. In Kapitel sechs untersuchen wir die
Wirtschaftsweise des Atheismus, die Illusionen auf denen sie basiert, und die
Wirkweisen des Geldsystems, welche die Werkzeuge ihres Ausdrucks sind.
Der Trend und seine Einflüsse haben eine offensichtliche Ursache, welche die
sind, welche wir die „Agenten des Schicksals“ oder „Machthaber“ nennen könnten.
Faktisch haben sie die Gesellschaft einen Pfad der Zerstörung heruntergeführt und haben
das wirtschaftliche System über die Jahrhunderte hinweg zu einer Waffe manipuliert, die
nun benutzt wird um alles und jeden zu kontrollieren und auszubeuten, was großen
Schaden verursacht, sogar großflächigen Tod für Menschen und Umwelt. Es würde so
scheinen, als ob diejenigen welche absichtsvoll Zerstörung und Tod für wirtschaftlichen
Profit erschaffen, verrückt sind, oder schlimmer, dämonisch. Wir wollen wissen: Was ist
das Bewusstsein welches solch tödliches und zerstörerisches Verhalten hervorruft? Um
das zu verstehen, betrachten wir das Problem des Bösen in Kapitel sieben und lernen,
dass es wahrhaftig böse Menschen in dieser Welt gibt, und noch schlimmer, dass sie die
Welt zum größten Teil kontrollieren. Dies sind keine Neuigkeiten für den Studenten der
Bhagavad-gita, wo die göttlichen und Dämonischen Naturen im Detail beschrieben sind.
Im letzten Kapitel dieses ersten Bandes kehren wir zu der Frage zurück „Was ist
das wirtschaftliche Problem und wie können wir es lösen?“ Da wir die Natur des
Bewusstseins und seinen Einfluss auf wirtschaftliches Verhalten untersucht haben
können wir die Frage klar beantworten. Weiterhin, wir verstehen nun, was benötigt wird
um die wirtschaftlichen Probleme zu beheben — alle von ihnen — und eine
Wirtschaftsweise zu erschaffen die vorteilhaft für alle ist, und sich um die Umwelt sorgt,
und um alle zukünftigen Generationen. Die Antworten sind alle vorhanden, gegeben in
den lange erprobten Veden, der Bedienungsanleitung für das Universum. Die einzige
übriggebliebene Sache, die es zu beschließen gilt, ist dann, ob wir die Lösung anwenden
werden.
Die Erklärung des spirituellen Menschen, die Einflüsse auf und Verhaltensweisen
vom Wirtschaftsmenschen durch die Geschichte hindurch, die Trends und der Kurs auf
dem wir sind, das faktisch vorhandene wirtschaftliche Problem, die Natur der derzeitigen
wirtschaftlichen Krise, und seine unmittelbare Lösung, machen zusammen Teil Eins von
Spiritual Economics — „Verstehen und Lösen des Wirtschaftlichen Problems“ aus.
In Teil Zwei von Spiritual Economics — “Schaffen einer Kultur der
Zufriedenheit um die Welt zu Heilen” — präsentieren wir die Auffassung von Spiritual
Economics wie von der Bhagavad-gita and Srimad Bhagavatam.verschrieben. Wir
beginnen mit essentiellem Hintergrundmaterial, welches die Natur von karma (Aktion
und Reaktion) erklärt, seine Beziehung zu unseren wirtschaftlichen Bemühungen, und
seinen Implikationen für die Knechtschaft oder die Evolution der Seele. Wir untersuchen
dann die Natur von, und Unterschiede zwischen materieller und spiritueller Liebe, und
wie sie die tatsächliche Grundlage für alle wirtschaftliche Aktivität sind. Als nächstes
untersuchen wir die Unterweisungen für Handlungen in der Bhagavad-gita und finden in
ihnen eine Erklärung für eine vollständige Wirtschaft des Überflusses, welche
27
AMDG IHS
hinreichend für die Bedürfnisse aller Lebewesen sorgt, und durch die unsere ganz
gewöhnlichen Aktivitäten Handlungen der Hingabe werden können, die uns in ein Leben
des Glücks und der Zufriedenheit tragen, und letztendlich, spiritueller Emanzipation. Im
nächsten Kapitel, in der Erklärung wie Spiritual Economics praktiziert werden können,
untersuchen wir das vedische wissenschaftliche Sozialsystem, welches als varnashrama
dharma bekannt ist. Dieses Sozialsystem ist eine Methode um die Gesellschaft zu
organisieren, so das jedermanns Bedürfnisse — sowohl materiell als auch spirituell —
erfüllt werden, alle Leute haben einen Platz, eine Funktion, Sicherheit, und die
Befriedigung welche aus angemessener spiritueller Beschäftigung entspringt, und die
Gelegenheit einen signifikanten Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, gemäß ihrer
Fähigkeiten. Das varnashrama dharma Sozialsystem ist das Mittel, um die Entfremdung
und Anomie zu heilen, welche den modernen Menschen so plagt.
Leben ist nichts weiter als das tun einer Sache anstatt einer anderen. Wie sollen
wir dann leben? Sollen wir auf eine Weise leben welche unser soziales Netz, unseren
Planeten, unser eigenes spirituelles Verständnis und unsere feineren Gefühlsregungen,
und eigenen Leben letztendlich zerstört? Oder sollen wir auf eine Weise Leben, welche
den Planeten und all seine Bewohner heilt und unterstützt, was den Bedarf für Armut,
Furcht, Ausbeutung, Degradierung und Zerstörung beseitigt? In der derzeitig dominanten
Kultur zu leben und in der Wirtschaftsweise des Atheismus teilzunehmen bedeutet, das
erstere zu wählen. Gemäß den Unterweisungen die uns in der Bhagavad-gita gegeben
werden zu leben und den Prinzipien von Spiritual Economics zu folgen, bedeutet das
letztere zu wählen. Dieses Buch ist dafür gedacht, euch zum Denken darüber zu bringen,
wie man in dieser Welt lebt, und warum.
28
AMDG IHS
Kapitel Eins
Verstehen des Wirtschaftsmenschen
Brahmā schuf zunächst die unwissenden Tätigkeiten wie Selbstbetrug,
das Gefühl des Todes, Zorn nach Enttäuschung, das Gefühl falscher
Besitzerschaft und die illusorische körperliche Auffassung oder das
Vergessen der eigenen wirklichen Identität. Srimad Bhagavatam 3.12.2
Wirtschaftliches Verhalten = Menschliches Verhalten
Angesichts der Tatsache, dass Wirtschaft ein Bündel von Tätigkeit ist, die
ausgeübt werden um unsere Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen, können wir die
wirtschaftliche Frage in zwei grundlegende Teile aufspalten: Der erste wären die
menschlichen Wesen, und der zweite ihre Aktivitäten, insbesondere ihre wirtschaftliche
Aktivität. Die vedische Perspektive divergiert unmittelbar von der westlichen
materialistischen Perspektive dadurch, dass innerhalb des vedischen Paradigmas
menschliche Wesen als komplexe mehrdimensionale Wesen akzeptiert und verstanden
werden, wobei im traditionellen wirtschaftlichen Model Menschen als wenig mehr als
produzierende/konsumierende Maschinen betrachtet werden, „homo oeconomicus“,
dessen bestes Interesse realisiert wird, wenn diese zwei Funktionen mit höchster
Effizienz ausgeübt werden. In solch einem Fall wird ihr bestes Interesse als ihr
Eigennutz angesehen, wobei das Konzept von „selbst“ [Eigen-] in einem sehr engen und
wörtlichen Sinne interpretiert wird. Das traditionelle wirtschaftswissenschaftliche Model
nimmt an, dass Menschen eine unbegrenzte Menge an Gütern begehren, aber dass die
Güter die sie begehren in ihrer Zahl oder Verfügbarkeit begrenzt sind und dass sie ihr
Verhalten so priorisieren um diese Begehren zu befriedigen. Wahr oder nicht, diese
Annahmen werden angewandt in wirtschaftlicher Theorie. Zum Beispiel versuchte 1881
Francis Edgeworth, das menschliche Wirtschaftsverhalten mit der schlichten Annahme,
dass „jeder Mensch eine Genussmaschine1 ist zu quantifizieren.“ Edgeworth schlug
darum vor, dass die Wirtschaftswissenschaft sowohl die physischen Dinge dieser Welt
als auch das wirtschaftliche Verhalten des Menschen quantifizieren könnte, und dies war
für andere Volkswirte attraktiv, die zu der Zeit darauf bedacht waren, ihrer Disziplin den
Anschein einer authentischen Wissenschaft zu geben. Aber sind Menschen so simpel?
Sind die Menschen nichts weiter als produzierende/konsumierende Maschinen?
Niemand den ihr oder ich kennt. Weil eine Theorie nur so gut ist wie die Annahmen, die
ihr zugrundeliegen, wird eine Erklärung des menschlichen Verhaltens welche die
gesamte Bandbreite und Launen unserer Erfahrung beinhaltet, unsere wirtschaftliche
Aktivität besser erklären und auch eine bessere wirtschaftliche Theorie bereitstellen.2
Weil menschliches Verhalten unzweifelhaft mehr als bekommen und ausgeben
29
AMDG IHS
beinhaltet, und weil die vedische Weltsicht ein viel größeres Verständnis des
menschlichen Verhaltens bereitstellt, schlage ich vor, dass sie sich auch besser darin
schlägt, das menschliche wirtschaftliche Verhalten zu erklären; sie besitzt hinreichende
Tiefe um eine Vielfalt von wirtschaftlichen Strategien zu erklären, inklusive einer der
Transzendenz. Wir werden als erstes einen Blick auf die vielen Dimensionen des
menschlichen Wesens innerhalb der vedischen Perspektive werden, und mit diesen
Einsichten ausgerüstet sein, die Komplexität des menschlichen Verhaltens, wirtschaftlich
und anderweitig, viel tiefgründiger zu verstehen.
Wer Bin Ich?
Um zu beginnen, lasst uns als erstes betrachten, was menschliche Wesen in
dieser Welt sind. Falls wir nur wie Tiere sind welche unsere grundlegenden Triebe zum
Essen, Paaren, Verteidigen und Schlafen befriedigen, dann könnten die Annahmen auf
denen das materialistische Wirtschaftsmodell aufgebaut ist, als fundiert betrachtet
werden. Aber sind wir nichts weiter als Tiere? Sind wir nichts weiter als
Genussmaschinen? Sind diese Annahmen fundiert?
Die Veden sagen, dass es viel mehr gibt. Das Srimad Bhagavatam erklärt die
menschliche Bedingung als eine zusammengesetzte Existenz aus mehreren Teilen —
dem physischen Körper, dem Energiekörper und der Seele (7.7.23):
Jede einzelne Seele hat zwei Arten von Körpern - einen grobstofflichen
Körper, der aus fünf grobstofflichen Elementen besteht, und einem
feinstofflichen Körper, der aus drei feinstoffliehen Elementen besteht.
In diesen Körpern jedoch befindet sich die spirituelle Seele.
Die Bhagavad-gita, welche als der Standard Einführungstext der vedischen
spirituellen Weisheit betrachtet wird, erklärt die Natur der Seele:
Das, was den ganzen Körper durchdringt, die Seele, ist unzerstörbar.
Für die Seele gibt es weder Geburt noch Tod. Sie ist nicht ins Dasein
gekommen, wird nicht ins Dasein kommen, und wird nicht ins Dasein
kommen. Sie ist ungeboren, ewig, immer-existierend, unsterblich und
vorzeitlich. Sie stirbt nicht, wenn der Körper stirbt. So wie die
verkörperte Seele fortwährend, in diesem Körper, von Kindheit zur
Jugend zum Alter fortschreitet, geht die Seele im Tode auf ähnliche
Art in einen anderen Körper. Genau wie eine Person neue Kleidung
anlegt, und alte aufgibt, akzeptiert die Seele in ähnlicher Weise
materielle Körper, indem sie alte und nutzlose aufgibt. (2.13, 2.17,
2.20, 2.22).
Diese Verse erklären, dass wir Wesen von spiritueller Natur oder Energie sind, in
Sanskrit die jiva, oder atma genannt, in der westlichen Sprache als Seele verstanden,
welche temporär in einem aus materieller Energie gemachten Körper lebt oder ihn
einnimmt. Wir sind alle vertraut mit dem physischem Körper, der aus groben materiellen
Elementen gemacht ist, aber tiefer als das sind wir von einem Ätherkörper
eingeschlossen, welcher sehr subtile materielle Elemente umfasst. Obwohl diese
Elemente nicht mit wissenschaftlichen Instrumenten entdeckbar sind, sind wir uns ihrer
30
AMDG IHS
Existenz nur allzu vertraut, weil sie unsere unmittelbarste Erfahrung dieser Welt
vermitteln — sie sind die Elemente des Geistes, der Intelligenz, und der bewussten
Auffassung von uns selbst, oder dem falschen Ego. Der Energiekörper ist von der jiva
unterschieden, welche in dieser materiellen Welt innerhalb eines Körpers von sowohl
subtiler als auch grober Energien reist. Der jiva, welche in dem Energiekörper getragen
wird, wird zur Zeit der Empfängnis ein physischer Körper gegeben, und aufgrund ihrer
Präsenz entwickelt sich der physische Körper. Wenn die jiva, wiederrum getragen im
Energiekörper den physischen Körper verlässt, wird das Ereignis Tod genannt.
Tatsächlich stirbt nur der physische Körper. Die ewig existierende Seele, d.h., das Wesen
oder die Person, welche die Aktivitäten des Körpers erfährt, lebt weiter.
Die jiva hat ihre eigene Natur, welche diametrisch entgegengesetzt zur
materiellen Bedingung ist, was eine Dichotomie im menschlichen Wesen erschafft.
Während die jiva ewig existiert und niemals stirbt, ist der materielle Körper sterblich.
Während die ewige Natur der jiva ein glückseliger Zustand der Existenz ist, unterliegt
der menschliche Zustand Schmerz, Leiden und Elend. Und während der natürliche
Zustand der jiva ein Zustand von vollständigem Wissen ist, ist der menschliche Zustand
inhärenter Unwissenheit ausgesetzt, und man kann sich Wissen nur durch Bemühung
aneignen.
Dieser Zustand erschafft eine komplexe Zusammenstellung von Bedingungen,
die spezifisch sind für das materielle Leben. Obwohl ich es nicht will, bin ich gezwungen
zu sterben. Obwohl ich glücklich sein möchte, scheint es ein vorübergehendes Erstreben
zu sein. Und obwohl ich Wissen brauche um in dieser Welt zu funktionieren, scheint es
dass es immer mehr zu wissen gibt, das wertvoll in meinen Bemühungen hier sein wird.
Der menschliche Zustand ist von Anfang an darauf ausgerichtet, einer des Strebens zu
sein, aber es gibt oft Verwirrung über das Ziel dieses Strebens. Befriedige ich die Sinne,
oder den Geist, oder sollte ich der Intelligenz folgen, welche mich von unmittelbarem
Sinnengenuss abhält und mich dazu anhält, jetzt zu arbeiten und später zu genießen?
Genieße ich meine Sinne bis an ihre äußerste Grenze, oder sollte ich mich selbst
zurückhalten und für das Wohl meiner unsterblichen Seele handeln? Aber warum sollte
ich das tun, wenn ich nicht einmal weiß, was die Seele ist? Wie können wir unser wahres
Selbstinteresse kennen?
Interessanterweise werden die Antworten auf diese immerwährenden
existenziellen Fragen dabei helfen die verschiedenen wirtschaftlichen Verhaltensweisen
der Menschheit zu erklären. Lasst uns als erstes schauen, wie es dazu kommt, dass wir
uns selbst in solch einem Zustand befinden. Dafür gehen wir zurück an den Anfang —
den Anfang von Zeit und dem Universum.
Was Tue Ich Hier?
Zum Verständnis wie unsere derzeitige wirtschaftliche Situation entstanden ist,
wenden wir uns den Seiten der Srimad Bhagavatam zu, welche erklärt wie und warum
die Schöpfung der materiellen Welt stattfindet. Die Bhagavatam erklärt wie Gott
immense und unzählige Energien hat, dass Er allein die Quelle aller Energien ist, und
dass sie in drei breite Kategorien unterteilt werden können: Überlegene, Unterlegene,
und Marginale. Die überlegenen Energien sind vollständig spirituell und sie existieren
ewig in einem Zustand der Perfektion in Vaikuntha, oder der spirituellen Welt. Die
überlegenen Energien weisen alle Bewusstsein auf und sind als solche persönliche
Lebewesen. Die materielle Energie, auf der anderen Seite, wird als unterlegen betrachtet
weil sie nicht lebt und kein Bewusstsein vorweist. Sie ist geistlos und reglos, aber sie ist
erstaunlich veränderlich und kann in zahllosen Kombinationen und Permutationen
31
AMDG IHS
zusammengestellt sein. Die marginale Energie ist auch spirituell, und sowohl persönlich
und bewusst wie die überlegende Energie, aber hat die einzigartige Fähigkeit, entweder
in der spirituellen oder der materiellen Welt zu leben (daher der Name marginal). Wir
sind die marginale Energie des Herrn, und obwohl wir offensichtlich in den materiellen
Welten leben, können wir uns selbst in die überlegenden spirituellen Reiche übertragen
falls wir es so wünschen. Diese Welt der materiellen Erscheinungen in der wir nun leben
und mit der wir vertraut sind ist demzufolge aus einer Kombination der unterlegenen und
marginalen Energien gemacht.
Daher ist diese materielle Welt aus zwei Gründen erschaffen worden: der Erste
ist, um den Lebewesen die Gelegenheit zu geben, verschiedene Arten des
Sinnengenusses zu genießen, basierend auf dem Kontakt mit der materiellen Energie.
Wie das zustande kommt wird von Srila Praphupada (2.9.1 Bedeutung) erklärt:
Alle Lebewesen sind begierig darauf genauso mächtig wie der Herr zu
werden, obwohl sie nicht in der Lage dazu sind. Die Lebewesen
werden in Unwissenheit versetzt durch den Willen des Herrn, weil sie
wie Er werden wollten. Daher ist es der erste sündhafte Wille des
Lebewesens, so werden zu wollen wie der Herr, und der folgerichtige
Wille des Herrn ist, dass das Lebewesen sein tatsächliches Leben
vergisst und deshalb von einem Land der Utopie träumt in dem er wie
der Herr werden könnte.
Das so-genannte Utopia ist diese materielle Welt. In dieser Welt der Illusion
kämpfen wir darum, eine Position vollständigen Glückes zu erlangen, aber letztendlich
werden wir frustriert, weil wie niemals wie Gott werden können, noch können wir hier
das das Glück und die Befriedigung finden, nach denen uns so begehrt. Nachdem wir so
frustriert wurden, verlangt es uns schließlich danach, die Natur der Realität zu verstehen
und die Wahrheit unser Existenz. Wir verlangen danach, uns von den Fesseln der
Materie zu befreien und in die spirituelle Welt zurückzukehren. Dies ist der zweite
Zweck der materiellen Schöpfung: den Lebewesen die materiell erschöpft sind, die
Gelegenheit zu geben, sich selbst zu befreien von dieser materiellen Schöpfung und zur
spirituellen Welt zu gehen.
Im Falle der Schöpfun, musste Lord Brahma eine angemessene Umgebung für
beide Situationen bieten. Seine erste Handlung der Schöpfung war es daher, die
notwendigen Bedingungen der materiellen Existenz für das spirituelle Wesen zu
arrangieren (3.12.2):
Brahma schuf zunächst die unwissenden Tätigkeiten wie Selbstbetrug,
das Gefühl des Todes, Zorn nach Enttäuschung, das Gefühl falscher
Besitzerschaft und die illusorische körperliche Auffassung oder das
Vergessen der eigenen wirklichen Identität.
Srila Prabhupadas Kommentare helfen diesen Vers zu klarifizieren:
Falls ein Lebewesen seine wirkliche [spirituelle] Identität nicht
vergisst, ist es ihm unmöglich in diesen materiellen
Lebensbedingungen zu leben. Daher ist die erste Bedingung der
32
AMDG IHS
materiellen Existenz das Vergessen der eigenen wirklichen Identität.
Und indem man die wirkliche Identität vergessen, hat man sicher
Angst vor dem Tod, obwohl eine reine lebende Seele unsterblich und
Geburt-los ist. Diese falsche Identifikation mit der materiellen Natur ist
der Grund für falsche Eigentümerschaft von Dingen welche durch das
Arrangement von überlegener Kontrolle angeboten werden. Alle
materiellen Ressourcen werden dem Lebewesen für sein friedliches
Leben geboten und für die Erfüllung seiner Pflicht der
Selbstverwirklichung im bedingten Leben. Aber aufgrund falscher
Identifikation, wird die bedingte Seele durch das Gefühl von falscher
Eigentümerschaft des Besitzes des höchsten Herrn überlistet.
Wir lernen, dass in der Schöpfung von Brahma eine Bedingung errichtet wurde,
durch welche die Wesen in dieser Welt inhärent eine körperliche Auffassung des Lebens
haben (d.h. ich bin dieser Körper), ein falsches Gefühl von Eigentümerschaft der Dinge
von dieser Welt, und Selbsttäuschung unterliegen, und die Dinge anders nehmen als sie
tatsächlich sind. Diese falsche Wahrnehmung des materiellen Lebens wird auch als maya
bezeichnet, die illusionierende Energie des Herrn, welche die bedingten Lebewesen
bedeckt, (ma bedeutet nicht; ya bedeutet das; maya = nicht das). Diese Bedeckung durch
Illusion ist notwendig damit die jiva ihre spirituelle Natur vergisst und Varianten von
materiellen Identitäten und Genüssen erfährt. Die jiva begehrt nicht nur Selbsttäuschung,
sondern sie begehrt auch sie herumzukommandieren, zu kontrollieren und die materielle
Energie auszubeuten. Der letzte Satz von Srila Praphupadas Kommentar verdient auch
Wiederholung: Aufgrund der falschen Identifikation (mit dem Körper, Geist und
Sinnen), wird die bedingte Seele durch das Gefühl von falscher Eigentümerschaft des
Besitzes des höchsten Herrn überlistet.
Es ist hier, in der fundamentalen Orientierung der Lebewesen zu dieser Welt, wo
wir die Grundpfeiler der materiellen wirtschaftlichen Aktivität finden Die Lebewesen
dieser Welt wollen die Ressourcen der materiellen Welt genießen, besitzen und
ausbeuten. Aufgrund der Identifikation mit dem Körper und seinen Sinnen wollen sie
materielle Objekte genießen, beginnend mit ihrem Körper und den Körpern andere, und
begehren es, alle Vielfalten von Sinnengenuss zu genießen. Sie wollen es genießen,
gutes Essen zu schmecken, angenehme Klänge zu hören, weiche Dinge zu berühren,
angenehme Gerüche zu riechen, und schöne Formen zu sehen. Weiterhin ist eine weitere
Vorstellung ihres Genusses, sich selbst als der Besitzer dieser Gegenstände des Genusses
zu betrachten; in der Erwägung, dass, so sie mehr besitzen, sie irgendwie „mehr“
werden. In dieser materialistischen Auffassung vom Leben denken sie, dass, wenn sie
größer oder besser als andere geworden sind, sie mehr besitzen als andere. Um ihr
materielles Ego aufzuwerten wollen sie schöne und wertvolle Dinge erwerben,
insbesondere jene, die andere nicht erwerben können, und sie genießen es dabei, der
Gegenstand des Neides anderer zu sein.
Unter der Illusion dass sie der materielle Körper und Geist ist, wird die jiva
unwiderstehlich angezogen von den Dingen dieser Welt, und entwickelt unbegrenztes
Verlangen, die materielle Schöpfung zu genießen und sie zu beherrschen. Manche
genießen es, den Geist in der Schaffung von materiellen Dingen zu betätigen, andere
betätigen ihre Sinne darin, die materielle Energie auf verschiedene Weise zu
manipulieren andere begnügen sich damit, schlicht ihre Sinne zu genießen, und wieder
andere wollen Macht und Kontrolle. Arbeiten und mit jedem Mittel danach strebend, die
Dinge die sie begehrt zu bekommen, denkt die Seele, dass sie selbst der Ausführende
33
AMDG IHS
von Handlungen sei, und dass die Ergebnisse ihrer Bemühungen durch ihrer
Bemühungen alleine produziert werden. Solche Bemühungen werden als „fruchttragende
Tätigkeit“ bezeichnet — Aktivitäten, die insbesondere dafür unternommen werden, um
die Früchte, oder Ergebnisse zu erhalten. Dieses materialistische Konzept des Lebens
treibt sie vorwärts in der Verfolgung ihrer Ziele. Aber obwohl sie denkt, dass sie die
materielle Energie kontrolliert, wird sie faktisch immer weiter in die Komplexitäten des
materiellen Lebens verwickelt.
Die Zwei Bahnen des Materiellen Egos
Allein schon die bloße Handlung des Genießens der Sinnenobjekte konditioniert
die jiva auf die Identifikation mit dem Körper und seinen Sinnen. Das heißt, er vergisst
bald seine originale spirituelle Natur und identifiziert sich fälschlicherweise bloß mit
dem Körper und den Sinnen; darum tritt er in einen Zustand der spirituellen Ignoranz
ein. Die vedische Weisheit nennt diesen Zustand des Vergessens unserer spirituellen
Natur, und Annahme einer Identität basierend auf den materialistischen Aspekten des
Lebens das „falsche Ego“. Das falsche Ego hat zwei Haupptbestandteile: ahankara, ich
bin der Handelnde (“aham, ich bin „kara“, der Handelnde), und aham mameti, ich bin
der Besitzer („aham“, ich bin; „mama iti“ der Besitzer). Dieses falsche Ego der
bedingten Seele läuft daher auf zwei Bahnen „es ist ich“ (Ich bin der Körper), und „es ist
mein“ (Ich bin der Besitzer von Dingen); oder „Ich und mein“ (2.9.2):
Das getäuschte Lebewesen erscheint in vielfältigen Formen, die ihm
von der äußeren Energie des Herrn angeboten werden, und während
das eingeschlossene Lebewesen in den Erscheinungsweisen der
materiellen Natur genießt, hat es falsche Vorstellungen und denkt im
Sinne von „ich“ und „mein“.
Srila Praphupada kommentiert:
Die zwei Missverständnisse des Lebens, namentlich „ich“ und „mein“
sind manifestiert in zwei Klassen von Menschen. In dem niedrigeren
Zustand ist die Konzeption von „mein“ sehr vorherrschend, und in dem
höheren Zustand ist das Missverständnis von „ich“ vorherrschend. Im
tierischen Zustand des Lebens ist das Missverständnis von „mein“
wahrnehmbar selbst in der Kategorie von Katzen und Hunden, welche
miteinander kämpfen mit dem gleichen Missverständnis von „mein“.
In den niedrigeren Zuständen des menschlichen Lebens ist das gleiche
Missverständnis auch vorherrschend in der Form von „Es ist mein
Körper“, „Es ist mein Haus“, „Es ist meine Familie“, „Es ist meine
Kaste“, „Es ist meine Nation“, „Es ist mein Land“ und so weiter. Und
in den höheren Zuständen des spekulativen Wissens, wird das gleiche
Missverständnis von „mein“ gewandelt in „Ich bin“, „Es ist alles was
ich bin“ usw. Es gibt viele Klassen von Menschen, die die gleichen
Missverständnisse von „ich“ und „mein“ in unterschiedlichen Farben
sehen.
Das Lebewesen entwickelt daher ein bestimmtes Ego, basierend auf zwei
Aspekten: Wer ich denke zu sein, und was ich besitze. Das falsche Ego wird so
bezeichnet weil es ein Verständnis einer transzendenten spirituellen Existenz (wirkliches
Ego) vollständig ausschließt, und ausschließlich auf temporären Bezeichnungen basiert
welche sich auf den Körper beziehen während nur einer kurzen Lebensspanne. Diese
34
AMDG IHS
Auffassung von „ich und mein“ wird weiter verstärkt und dreht sich um die sexuelle
Attraktion zwischen Mann und Frau (5.5.8):
Die Anziehung zwischen Mann und Frau ist das grundlegende Prinzip
des materiellen Daseins. Auf der Grundlage dieser Fehlvorstellung, die
die Herzen von Mann und Frau aneinanderbindet, fühlt man sich zu
seinem Körper, zu Heim, Besitz, Kindern, Verwandten und Reichtum
hingezogen. So vergrößert man die Illusion des Lebens, und das
gesamte Denken dreht sich nur noch um „ich und mein“.
Wir identifizieren uns nicht nur mit unserem Körper, sondern wir identifizieren
auch mit den Erweiterungen des Körpers in der Form von Ehemann, Ehefrau, Kindern,
Eltern, sowie mit unserer Gemeinschaft, Nationalität, oder Land. Unserer Beziehungen
mit all diesen versorgen uns mit der Grundlage für unsere Identität im Leben, und eine
Orientierung von der wir die Welt und unseren Platz verstehen. Natürlich benötigt das
Familienleben viele Dinge für eine komfortable Existenz, und Leute beschäftigen sich
selbst damit diese zu erlangen, und steigern weiter ihr Gefühl des selbstes mit der
Erlangung von Land, Häusern, Gebäuden, Möbeln, Kleidung, Beförderungsmitteln usw.
Die Vorstellung des falschen Ego beinhaltet auch unserer Position in der Gesellschaft,
unsere Titel unserer Arbeit oder Profession wie König, Präsident, Minister des Kabinetts,
Bürgermeister, Polizeimann, Professor, Geschäftsmann, Kleriker, Chef, Verkäufer,
Arbeiter, Bäcker, Zimmermann, Fahrer usw. Unsere Vorstellung des selbst mag hoch
oder niedrig, reich oder arm, männlich oder weiblich sein. Sie mag auf der Hautfarbe
basieren, Schwarz, Braun, oder Weiß. Unsere körperlichen Beziehungen mit anderen wie
Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Schwester, Tante, Cousin, usw. formen auch die Basis
unseres falschen Egos, welche wir weiter ausdehnen um die Auffassung von nationaler
Identität zu beinhalten, indem wir denken „Ich bin Australier“, „Ich bin Ukrainer“, „Ich
bin Brasilianer“, und so weiter. Jede mögliche Identität in Beziehung zu diesem Körper
und seinen Aktivitäten ist falsch in spiritueller Hinsicht weil dies Bezeichnungen sind,
die sich allein auf den Körper beziehen und nur für eine Lebenszeit. Sie haben keine
wahre Bedeutung für das tatsächliche Lebewesen, die Seele. Nach dem Tod dieses
Körpers werden wir wieder in einer anderen Situation geboren, vielleicht völlig anders.
Ich mag den Körper eines irischen Mannes in diesem Leben haben, aber im nächsten
werde ich vielleicht als kambodschanische Frau geboren. Wenn wir über uns selbst aus
dieser „viele-Leben“ Perspektive nachdenken sind wir dazu gezwungen die Natur
unserer wahren Identität in Frage zu stellen, unabhängig von all diesen Änderungen der
„Kostüme“.
Innerhalb der Vorstellung von „Ich und mein“ identifizieren wir uns auch damit
was wir besitzen. Wir sollten beachten dass es die auferlegten Bedingungen waren, die
bei der Schöpfung durch Lord Brahma welche unsere Auffassungen von „Besitz“
beeinflussen. Dieses Bewusstsein durchdringt jedoch diese gesamte Welt, und viele
Bücher wurden geschrieben zur Rechtfertigung dieser Vorstellung von „Rechten“ über
Privatbesitz. Ein gutes Beispiel kommt von Sozialphilosoph Henry George, welcher über
Privatbesitz und Eigentümerschaft in Progress and Poverty schrieb. Dort erklärt er unser
jetzt gewöhnliches Verständnis von Privatbesitz:
Was konstituiert die rechtmäßige Grundlage von Besitz? Was erlaubt
jemandem, gerechterweise zu sagen, ‚Dies ist mein!‘? Ist es nicht,
hauptsächlich, das Recht einer Person auf sein eigenes selbst? Zum
Gebrauch in eigenem Ermessen? Um die Früchte der eigenen Arbeit zu
genießen? Jede Person ist ein definitives, kohärentes, unabhängiges
35
AMDG IHS
Ganzes. Jedes bestimmte Paar Hände gehorcht einem bestimmten
Gehirn und ist verbunden mit einem bestimmten Körper. Und dies
allein rechtfertigt individuelle Eigentümerschaft.
So wie jede Person ihm oder ihr selbst gehört, so gehört Arbeit dem
Individuum wenn es in konkrete Form gesteckt wird. Aus diesem
Grund gehört was einer macht oder Produziert dieser Peron — selbst
gegen die Forderung der gesamten Welt. Es ist der Besitz dieser
Person, zum Gebrauch oder Genuss, Geben oder Tauschen, oder sogar
Zerstören. Niemand anderen kann es rechtmäßig einfordern. Und
dieses Recht auf den exklusiven Besitz und Genuss tut niemand
anderem ein Unrecht an. Darum gibt es einen klaren und unstrittigen
Anspruch auf alles durch menschliche Verausgabung produzierte. Es
stammt vom originalen Produzenten ab, der damit durch Naturgesetz
ausgestattet ist.3
Ironischerweise, obwohl er den „originalen Produzenten“ anerkennt, übersieht
George Seinen Anspruch auf diese Welt der Phänomene. Falls die Produktion von Etwas
einer Person entgegen der Forderung der gesamten Welt gehört, dann kann keine Person
auf dieser Welt irgendetwas für sich selbst beanspruchen, weil Gott als erstes alles
produziert hat, das wir sehen. Er produziert es jedoch speziell für unseren Gebrauch, und
sichert automatisch den Erhalt jedes Lebewesens ab. Georges Behauptung dass wie die
rechtmäßigen Besitzer von irgendwas sein können ist aufgrund des Einflusses von maya.
Das Konzept von „mein“ existiert faktisch nur in unseren individuellen und kollektiven
Einbildungen, und ist als eine soziale Konvention errichtet welche stark variierte in
verschiedenen Zeiten und Orten. Obwohl George die Idee des Privatbesitzes
wertschätzte, hielt er dennoch daran fest, dass die Erde allen gehörte, und dass zumindest
ein Stück davon jedem als Geburtsrecht verfügbar gemacht werden sollte. In diesem
einen Philosophen sehen wir also zwei ausdrücklich unterschiedliche Auffassungen von
Eigentümerschaft, und wir werden unten Beispiele von weiteren geben.
In unserer derzeitigen westlichen Kultur denken wir von Eigentümerschaft und
Besitz als vollständig natürlich, und identifizieren uns genauso stark mit den Dingen die
wir besitzen. Dies kann leicht auf der Straße gesehen werden. Die Leute besitzen ein
Auto welches „ausdrückt“ wer sie sind: der elegante Jaguar, reiche Mercedes, der
„Mama-mobil“ Van, ein sportlicher Geländewagen, oder Cabrio, die sanfte Limousine,
und natürlich der ubiquitäre Pick-Up Truck. Ihr habt vielleicht den Aufkleber4 gesehen:
„Wer auch immer mit den meisten Spielzeugen stirbt, gewinnt“. Es ist ein perfektes
Motto für die materialistische Person. Wir werden buchstäblich zu unseren Dingen. Wo
wir leben, essen gehen, die Clubs in die wir gehen, unser Job-Titel und Autorität, wo wir
in die Kirche gehen, die Weise auf die wir unser Haar tragen, die Weise wie wir uns
anziehen, unsere Fingernägel dekorieren, unsere Körper, unser Haus und seine Möbel,
die Dinge die wir sammeln, wie unsere Kunst, Münzen, Musik, oder „Barbie-Puppen“
Sammlungen, etc. etc. werden alle ein Teil unseres Egos. Diese und weiter sind ebendie
Dinge die Leute benutzen um sich selbst zu definieren, und allzu oft die Person in ihnen
vollständig vergessen — eben genau sie Selbst. Innerhalb der Konzepte von „ich und
mein“ kann die individuelle Person sogar aufhören, Bedeutung zu haben im Vergleich zu
den Dingen die mit ihnen assoziiert sind. In Los Angeles wird es manchmal gesagt, dass
es nicht wer ihr seid, so wichtig ist wie was ihr tragt, was ihr fahrt und wo ihr lebt, wobei
dies die Bewährungsproben für soziale Anerkennung sind. Unglücklicherweise wird
diese Mentalität auch weit außerhalb der Stadtgrenze von Los Angeles gefunden. Darf
36
AMDG IHS
ich suggerieren, dass es die gesamte Welt durchdringt? Ist es dann jegliches Wunder,
dass Menschen die Neurosen von Entfremdung, Depression, Ängsten und anderen
psychologischen Störungen leiden? Voreingenommen mit den Dingen dir wir haben, und
indem wir uns zu stark mit ihnen identifizieren, wurden wir dissoziiert von unserem
wirklichen Selbst.
Jemandes Besitztümer werden also benützt um eine soziale Hierarchie zu
errichten, wie demonstriert von exklusiven Clubs, deren Mitgliedschaft durch jemandes
soziale Stellung bestimmt werden, oder astronomische Eintrittsgebühren. Andere
Hierarchien werden aufgrund allein des Körpers errichtet, entweder durch Hautfarbe wie
in Amerika, oder Südafrika, oder durch Geburt, wie in den Hindu Kasten-Festsetzungen.
Diskriminationen und Vorurteile basierend auf Körper, Reichtum, Intellekt, oder
physischer Stärke wurden alle durch den Zeitverlauf hindurch beobachtet, und alle von
ihnen basieren auf Neid welcher aus einer materialistischen Auffassung des Lebens
entsteht.
Es ist dann auch überhaupt nicht ungewöhnlich, dass Leute damit kämpfen die
vielen Verzierungen für ihr Ego zu erlangen, und weiter kämpfen um sie zu aufrecht
erhalten. Wie wir in jeder Gesellschaft durch die Geschichte hindurch gesehen haben,
sind Menschen sehr willens zu lügen, betrügen und zu töten um zu bekommen was sie
wollen, sowohl auf einer persönlichen als auch einer kollektiven Ebene. Gewaltsame
Konflikte zwischen Königreichen oder Ländern werden häufig gekämpft um solche
Besitztümer zu vermehren oder zu verteidigen. So illusorisch wie all dies sein mag, wir
sind durch unsere Wünsche dazu getrieben unsere Vorstellung von „ich und mein“ zu
verbessern, in Qualität oder Quantität oder beidem.
Für die materiell vereinnahmte Person bedeutet die Identifikation mit dem
Körper „Ich bin mein Körper“. Solch eine Person hat keinen Glauben an ein Leben nach
dem Tode, und denkt darum, dass seine gesamte Erfahrung in der kurzen Zeitspanne
eines Lebens stattfinden wird. Es ist unnötig zu sagen, dass solch eine Person, in der
Annahme, dass er eines Tages weg sein wird und nicht mehr genießen kann, dazu
angetrieben ist, soviel wie möglich zu erleben und genießen. Amerikaner meiner
Generation können sich vielleicht an die alte Bierwerbung erinnern, welche auf dieser
Haltung aufbaute: „ihr lebt nur einmal, also schnappt euch so viel Genuss wie ihr
könnt!“. Weiterhin, neben dem Versuch, die Annehmlichkeiten seines Lebens zu
maximieren, ist es auch wahrscheinlich, dass solch eine Person sich keine Gedanken
macht wie sie erlangt werden. Ob durch Biegen oder Brechen ist von wenig Bedeutung,
am Ende heißt es doch, wenn ich Tod bin, bin ich Tod. Fertig, Kaputt. Sayonara. Warum
sich sorgen? Offensichtlich kann solch eine Einstellung erheblichen Einfluss auf die
moralische Haltung und den Umgang mit anderen haben während sie lebendig ist. In der
Tat ist das Motto von manchen „tu was du willst“. Sie kümmern sich überhaupt nicht um
jegliche Bestrafung oder Belohnungen weil für sie das Leben mit dem Tod des Körpers
endet.
Dies ist also der illusionäre Zustand des materiellen Lebens in dem wir denken,
dass wir unsere Körper sind und dass die Dinge die wir erlangen und besitzen können
während wir in diesem Körper sind unsere sind, und dass sie zu uns „gehören“. Und
doch sagen uns sowohl die vedische Weisheit als auch schlichte leidenschaftslose Logik,
dass beide dieser Vorstellungen völlig falsch sind, weil eines Tages, wenn wir an der Tür
des Todes sind, wir gezwungen sein werden, diesen Körper zusammen mit seinem sogenannten Besitztümern aufzugeben. Kann irgendetwas dann wirklich zu uns gehören?
Nur in einem sehr illusionären Sinne. Aber Achtung! Die Gesamtheit der menschlichen
Zivilisation, insbesondere im Westen, basiert auf dieser Illusion!
37
AMDG IHS
Solche extremen Vorstellungen von „Ich und mein“ wie in der modernen
westlichen Kultur ausgedrückt sind nicht universell, noch waren sie es in der
Vergangenheit. Es gibt tatsächlich viele Arten, auf die sich die Vorstellungen von Ego
und Eigentümerschaft manifestieren, und wir werden einige von ihnen in Kürze
untersuchen. Als erstes müssen wir jedoch weiter die vedische Erklärung der
menschlichen Natur und Verhalten untersuchen. Dies ist sehr wichtig in der Diskussion
der Wirtschaftswissenschaft, weil eine weitere der fundamentalsten Annahmen der
Wirtschaftswissenschaft ist, dass menschliche Wesen sich rational verhalten. Der
Nobelpreis-gewinnende Volkswirt Amartya Sen merkt an, dass dieses „rationale
Verhalten sich im Grunde genommen nicht… von beschriebenen tatsächlichen Verhalten
unterscheidet.“5 Das Problem mit dieser Aussage ist, dass es eine gesamte Palette von
menschlichen Verhalten gibt, von denen einige scheinbar rationaler als andere sind.
Welches von ihnen ist das rationale? Alle davon, oder nur einige? Sen klarifiziert, dass,
obwohl Volkswirte mehr als seine Definition von Rationalität haben, eine der
„vorherrschenden Methoden“ Rationalität mit der „Maximierung von Eigennutz“6
gleichsetzt. Diese Annahme, und ihre Interpretation, wird oft benutzt um bestimmtes
wirtschaftliches Verhalten zu rechtfertigen, und wir werden mehr dazu zu sagen haben in
folgenden Kapiteln. Diese Annahme erhebt jedoch erneut die Frage, „Wer ist das
Selbst?“ Die Meister der vedischen Weisheit instruieren uns, dass unser wirkliches
Eigeninteresse nicht in jeglicher Auswahl von materieller wirtschaftlicher Aktivität
gefunden werden kann — es ist, unsere wirkliche spirituelle Identität zu verstehen, und
uns für immer von der materialistischen Erwägung zu befreien, die aus „ich und mein“
entsteht. Die Gesamtheit dieses Buches dient sowohl als Erklärung als auch Plan um
unseren wirklichen Eigennutz zu erlangen.
Volkswirt Robert Nelson beantwortet die Frage der Rationalität ein bisschen
anders. Er sagt, dass Volkswirte es als „Glaubensgrundsatz“ (eine andere Art,
„Annahme“ zu sagen) verstehen, dass das Verhalten von Individuen nicht zufällig ist,
sondern einer bestimmten Führung folgt. Er schreibt, „Volkswirte behaupten, dass unter
der Oberfläche dessen, was oft als weitrechende Ignoranz, Fehleinschätzung und SelbstBetrug erscheint, es in Wirklichkeit tiefe und machtvolle Kräfte am Werke sind, die
rational entdeckbaren Gesetzen gehorchen.“7 Obwohl er nicht klar sagt, was diese
Gesetze sind (und seine Sprache weist darauf hin, dass sie bis jetzt noch nicht bekannt
sind), sind wir dennoch einverstanden. Aber diese Gesetze sind nicht unbekannt noch
brauchen sie entdeckt zu werden. Vor langer Zeit erklärte die Bhagavad-gita diese
Kräfte und den Einfluss, den sie auf das Bewusstsein der Lebewesen haben eindeutig.
Diese Einflüsse helfen uns auch zu verstehen, wie es kommt, dass eine Person ihre
verschiedenen Auffassungen von „ich und mein“ entwickelt und verfolgt. Was sind diese
„Gesetze“? Bestimmen oder sagen sie das menschliche Verhalten bloß voraus? Gibt es
unterschiedliche, aber gleichermaßen fundierte Auffassungen von „rationalem“
Verhalten? Vielleicht sogar noch wichtiger, gibt es einen Weg um das Bewusstsein der
Leute zu beeinflussen, der sie dazu bringt, sich anders zu verhalten?
Materielle Energie und Ihr Einfluss auf Menschliches Bewusstsein
In dieser materiellen Welt ist die jiva ein Reisender in einem fremden Umfeld.
Das Reisen zu fremden Plätzen benötigt heutzutage oft Impfungen gegen Krankheiten,
für die eine nicht-einheimische Person anfällig sein könnte. Die materielle Welt ist
gleichermaßen ein ansteckender Platz für das reine spirituelle Wesen. In Wirklichkeit ist
alles in dieser materiellen Welt eine ansteckende Natur für die Seele, und schlicht durch
Berühren der materiellen Energie wird die jiva mit ihren Eigenschaften infiziert. Diese
38
AMDG IHS
Einflüsse sind in Sanskrit bekannt als „gunas“ oder „Stricke“. Wie eine Person die mit
Stricken gefesselt ist hilflos in die eine oder andere Richtung gezogen werden kann, wird
auf die gleiche Weise das Bewusstsein einer Person von den gunas kontrolliert.
Lord Krishna erklärt Arjuna die Natur der gunas im vierzehnten Kapitel der
Bhagavad-gita, aber bevor er dies tut macht er ihn aufmerksam auf den enormen Wert
dieses Wissens. Er sagt: „Abermals werde Ich dir diese erhabenste Weisheit verkünden,
die Essenz allen Wissens, durch deren Kenntnis alle Weisen die höchste
Vollkommenheit erreicht haben. Wenn man in diesem Wissen gefestigt wird, kann man
die transzendentale Natur erreichen, die Meiner eigenen Natur gleicht. So verankert,
wird man weder zurzeit der Schöpfung geboren noch bei ihrer Auflösung vernichtet.“
Diese Worte sind heilig, weil dieses Wissen, wenn es richtig angewandt wir, extrem
mächtig sein kann. Genau wie ein Schlüssel, der eine Gefängniszelle aufschließt sehr
wichtig ist für den Gefangenen, sollten alle wir Gefangene der materiellen Welt diesen
Schlüssel der vedischen Weisheit gleichermaßen wertschätzen, weil es die Pforten zu
spiritueller Freiheit öffnet, die vorher durch unsere Unwissenheit geschlossen waren.
Die gunas werden von Sri Krishna in der Bhagavad-gita (Kap. 14) beschrieben:
„Die materielle Natur besteht aus den drei Erscheinungsweisen —
Tugend (sattva - guna), Leidenschaft (rajo - guna), und Unwissenheit
(tamo - guna). Wenn das Lebewesen mit der Natur in Berührung
kommt, wird es von diesen Erscheinungsweisen bedingt.“ Die
Erscheinungsweise der Tugend (sattva) ist reiner als die anderen, und
ist daher erleuchtend und gibt Verständnis. Sie befreit von sündhaften
Reaktionen durch die Entwicklung von Wissen. Indem man in der
Erscheinungsweise der Tugend tätig ist, wird man spirituell
angehoben, aber wird auch konditioniert zu der Vorstellung von
materiellem Glück.
Aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft (rajas) entstehen
unbegrenzte Wünsche und Sehnsüchte. Aufgrund dieser
Erscheinungsweise wird man begierig, sich materiellen Aktivitäten zu
betätigen, begierig auf die Früchte, oder Ergebnisse von Handlungen.
Leidenschaft konditioniert jemanden jedoch, sich fortwährend in
fruchttragenden Handlungen zu betätigen, mit der Aussicht auf
Gewinn und Zunahme. Wenn es eine Zunahme in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft gibt, entwickeln sich die
Symptome von großer Anhaftung, unbeherrschbaren Verlangen,
Begehren, und großer Anstrengung. Arbeit die in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft ausgeführt wird resultiert jedoch
letztlich im Leid einer selbst und anderen.
Die Erscheinungsweise der Unwissenheit (tamas) bewirkt die
Täuschung der Lebewesen. Das Ergebnis der Berührung mit
Unwissenheit sind törichtes, gewaltsames, oder falsches Verhalten,
Faulheit und Schlaf. Handlungen, die in der Erscheinungsweise der
Unwissenheit ausgeführt werden resultieren in Torheit und
Missverständnissen. Unwissenheit bindet die bedingte Seele, und
konditioniert sie, gegen ihr bestes eigenes Interesse zu wirken. Wenn
es eine Zunahme in der Erscheinungsweise der Unwissenheit gibt,
manifestieren sich Irrsinn, Illusion, Untätigkeit und Dunkelheit.
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AMDG IHS
Aus der Erscheinungsweise der Tugend entwickeln sich Verständnis,
Wissen und Glück; aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft
entwickeln sich Gier und Leid; und aus der Erscheinungsweise der
Unwissenheit entwickeln sich Zerstörung, Ignoranz, Torheit und
Illusion. Aus der Leidenschaft kommt Schöpfung, alles wird erhalten
durch die Erscheinungsweise der Tugend, und der Einfluss von
Unwissenheit bringt Zersetzung, Auflösung und Zerstörung.
Die spirituelle Natur des Menschen nicht akzeptierend, und ihn als bloß den
Körper betrachtend, schlägt die moderne Sozialtheorie vor, dass menschliche Wesen
ihren Charakter durch soziale Konditionierung entwickeln. Die Bhagavad-gita und
Srimad Bhagavatam fügen jedoch erhebliche Dimensionen zum Verständnis des
menschlichen Verhaltens hinzu indem sie den Einfluss der gunas auf das Verständnis,
Wissen und Verhalten des Menschen erklären. Die Srimad Bhagavatam baut auf der
Information auf, die uns aus der Gita verfügbar ist in Hinsicht auf die Natur oder den
Charakter welchen das Lebewesen durch Verbindung mit den individuellen
Erscheinungsweisen der Natur erlangt:
Geist- und Sinnenkontrolle, Toleranz, Diskrimination, Ausüben der
vorgeschriebenen Pflicht, Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, sorgfältiges
Studium der Vergangenheit und Zukunft, Zufriedenheit in jeder Lage,
Großzügigkeit, Entsagung von Sinnenbefriedigung, Vertrauen in den
spirituellen Meister, Beschämung aufgrund falschem Handeln,
Almosen, Einfachheit, Bescheidenheit und Zufriedenheit in sich Selbst
und Ablösung des materiellen Geist und der Sinne von Materie, sind
Eigenschaften der Erscheinungsweisen der Tugend.
Materielles
Verlangen,
große
Anstrengungen,
Kühnheit,
Unzufriedenheit selbst im Gewinn, falscher Stolz, Beten für
materiellen Fortschritt, die Verzerrung der Intelligenz aufgrund von zu
viel Aktivität, die Unfähigkeit die wahrnehmenden Sinne von
materiellen Objekten zu lösen, eine unstetige Verworrenheit des
Geistes, sich selbst als anders und besser als andere zu betrachten,
Sinnenbefriedigung, überstürztes Verlangen danach zu kämpfen, die
Vorliebe dafür, Eigenlob zu hören, die Tendenz andere zu verhöhnen,
die eigenen Fähigkeiten anzupreisen und die eigenen Aktionen durch
die eigene Stärke zu rechtfertigen sind Eigenschaften der
Erscheinungsweise der Leidenschaft.
Intoleranter Ärger, Geiz, Sprechen auf der Grundlage von falschem
Stolz und ohne schriftgemäße Autorität, brutaler Hass, Leben als
Parasit, Scheinheiligkeit, chronische Lethargie, Streit, Gejammer,
Irrtum, Unzufriedenheit, Depression, falsche Erwartungen, Furcht,
Faulheit und zu viel Schlaf, das Scheitern und Verschwinden der
Bewusstheit des höheren (spirituellen) Selbst, und die Unfähigkeit die
Aufmerksamkeit zu konzentrieren, konstituieren die hauptsächlichen
Eigenschaften der Erscheinungsweise der Unwissenheit.
Alle Facetten sowohl der materiellen Energie als auch des menschlichen
Handelns sind von einer Kombination der gunas beeinflusst. Sri Krishna erklärt, dass
jeder, der in der materiellen Welt lebt durch die gunas beeinflusst wird, und in den
letzten paar Kapiteln der Gita erklärt er zusätzlich ihren Einfluss auf Glauben,
40
AMDG IHS
Gottesdienst, Buße, Opfer, Almosen, Entsagungen, Nahrungsmittel, Zeiten des Tages
und der Nacht, Wissen, Handlung, Verständnis, Entschlossenheit, Glück, Arbeit oder das
Ausüben von Handlungen, und den Arbeiter.
Die Unterschiedlichen Qualitäten von Arbeit und Handlung
Lasst uns jetzt den Einfluss der Eigenschaften der Erscheinungsweisen auf
wirtschaftliches Verhalten anhand verschiedener Beispiele betrachtet, beginnend mit
dem Ausübenden von Arbeit. Wir lernen im 18. Kapitel der Gita dass:
Der Arbeiter, der frei von aller materieller Anhaftung und falschem
Ego ist, der enthusiastisch und resolut ist und unerschütterlich arbeitet,
gleichgültig hinsichtlich Erfolg oder Scheitern, ist ein Arbeiter in der
Erscheinungsweise der Tugend. Aber der Arbeiter der angehaftet ist an
die Früchte seiner Arbeit und der sie leidenschaftlich genießen will,
der gierig, neidisch und unrein ist und von Glück und Leid bewegt
wird, ist ein Arbeiter in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. Der
Arbeiter der immer in Arbeit gegen die Aufforderungen der heiligen
Schriften betätigt, der materialistisch, stur, betrügend und Experte im
Beleidigen anderer ist, der faul ist, immer übel gelaunt und
aufschiebend, ist ein Arbeiter in der Erscheinungsweise der
Unwissenheit.
Diese Information hilft uns, die Vielfalt des Verhaltens zu verstehen, welches wir
gewöhnlich in unserer eigenen Erfahrung beobachten und das „rationale“ Verhalten, das
von der klassischen Wirtschaftstheorie angenommen wird. Jeder von uns könnte
wahrscheinlich eine Anzahl von Leuten jeder Kategorie identifizieren, mit denen wir
regelmäßig interagieren müssen. Wer ist der enthusiastische und entschlossene Arbeiter?
Der Faule, der nur tut, was er tun muss? Wer sind diejenigen die von den Ergebnissen,
Prestige und Position angetrieben werden? Offensichtlich werden die Methoden mit
denen diese drei arbeiten unterschiedlich sein und unterschiedliche Ergebnisse haben.
Ich habe einmal bei einem Management Trainingsseminar mitgemacht, bei dem den
Studenten eine Übung gegeben wurde um zu identifizieren wie gut sie für ein
gemeinsames Ziel kooperieren würden — wie die allgemeine Profitabilität des
Unternehmens. Interessanterweise waren die kooperativsten Arbeiter ausnahmslos unter
den niedrigsten Rängen der Organisation — diejenigen die im Allgemeinen darauf
fokussiert waren, die Arbeit abzuhaken. Basierend auf der Information oben, könnt ihr
schätzen, was in den oberen Rängen von Management gefunden wurde, wo Prestige und
Position signifikant waren? Diese Personen erlangten ihre hohen Positionen oft aufgrund
eines starken Verlangens nach Status und Beachtung. Angetrieben durch ein Ego in
Leidenschaft und neidisch auf den Erfolg anderer, erzielten sie wiederholt das niedrigste
Ergebnis in Bezug auf Kooperation. Warum sollten die niedrigeren Ränge kooperativer
sein? Ihre Aktivität war frei von den negativen Aspekten von Leidenschaft und
Unwissenheit und mehr von der Qualität der Tugend beeinflusst.
Abgesehen vom Arbeiter, ist auch die Arbeit selbst auf ähnliche Weise gemäß
den gunas kategorisiert. Arbeit die als ein Opfer für den Herrn ausgeführt wird, ohne
Begehren oder Berücksichtigung der Früchte, ist von der Qualität der Tugend. Arbeit die
ausgeführt wird mit einem Wunsch, die Resultate zu genießen, wird in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft ausgeübt. Und Arbeit, welche durch Gewalt und
Neid angetrieben ist, ist in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.
Handlung ist ein weiterer menschlicher Charakterzug, welcher von den gunas
41
AMDG IHS
beeinflusst ist und nützlich in einem wirtschaftlichen Kontext ist. Wirtschaftliche
Aktivität erfordert Handlungen und Ergebnisse. Was sagt uns die Gita über Handlung?
Jene pflichtgemäße Handlung, die ohne Anhaftung und ohne Liebe
oder Hass von jemand ausgeführt wird, der fruchttragenden
Ergebnissen entsagt hat, als Handlung in der Erscheinungsweise der
Tugend bezeichnet. Aber Handlungen, die mit großer Anstrengung von
jemand ausgeführt werden, der seine Wünsche zu befriedigen sucht,
und die vom falschen Ego ausgehen, werden als Handlungen in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft bezeichnet. Und jene
Handlungen, die in Unwissenheit und Illusion, ohne Rücksicht auf
zukünftige Knechtschaft oder Folgen ausgeführt werden, die anderen
Leid zufügen und sinnlos sind, gelten als Handlungen in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit. (18.23-25).
Wieder sehen wir eine Vielfalt von Einflüssen gemäß den verschiedenen gunas. Wenn
Menschen arbeiten, und Handlungen in der Qualität der Tugend ausüben, wird ihr
Verständnis zunehmen, und sie werden ihre Arbeit wahrscheinlich auf die beste
mögliche Weise verrichten, im Einklang mit Pflicht und ohne persönliche Anhaftung.
Sie werden auch glücklich und erfüllt durch ihre Arbeit. Wenn Leute arbeiten und
Handlungen mit der Qualität der Leidenschaft ausüben, können große Anstrengung
ausgeübt werden und es scheint, dass die eine Menge Arbeit erledigen. Sie können
jedoch auch große Anhaftung an die Ergebnisse haben, was ausnahmslos zu Konflikten
mit Mitarbeitern, Heuchelei, Eifersucht auf die Arbeit anderer, Hinterhältigkeit,
egoistisches Karriere-machen, und so weiter führt. Manche werden unzweifelhaft ihr
Ziel der Überlegenheit und Anerkennung erreichen, aber sie schaffen eine Menge Leid
dabei. Diejenigen in der Unwissenheit wollen Arbeit vermeiden, oder sich die Arbeit
anderer anschreiben lassen, oder vielleicht nur Arbeit vorspielen wenn der Chef in der
Nähe ist, und dann langsamer werden wenn er weggeht. Sie werden oft die Ergebnisse
ihrer Arbeit verfälschen falls möglich, um die Dinge besser ausschauen zu lassen als sie
sind, oder die Kosten ihrer Arbeit auf andere abwälzen welche nicht an den Ergebnissen
teilhaben. Wenn Arbeit in der Unwissenheit ausgeübt wird, sind Unfälle, Abfall,
schäbige Ergebnisse, Nacharbeiten und Verluste wahrscheinlich die Ergebnisse.
Die Varianten von Materiellem Glück
Es gibt mehrere andere menschlichen Eigenschaften die in sozialen und
wirtschaftlichen Aktivitäten wichtig sind, die von den gunas beeinflusst werden, auf die
wir im Detail eingehen müssen. Vorrangig Glück. Es werden unterschiedliche Arten von
Glück durch die gunas erschaffen, und im Verständnis des modernen wirtschaftlichen
Problems ist es wichtig, dass wir ihre Merkmale verstehen, insbesondere Glück in der
Erscheinungsweise der Leidenschaft. Das Glück von Personen unter dem Einfluss der
Leidenschaft kann besser als Genuss beschrieben werden, weil diese Personen Glück
suchen aus Sinnenbefriedigung, aus dem Kontakt der Sinne mit ihren Sinnesobjekten.
Diese Idee von Glück ist die treibende Kraft des Konsumismus, das Verlangen von
vielen Leuten „es alles zu bekommen“. In Amerika beinhaltet die Sonntagszeitig
typischerweise Dutzende von Werbebroschüren um Leute in die Läden zu locken. Mit
Entzücken füllen die Leute ihre Einkaufswagen randvoll mit vielen unnötigen Artikeln,
nicht weil sie sie brauchen, oder sie auch nur brauchen, sondern weil sie ein zu gutes
Angebot sind, um sie vorbeiziehen zu lassen.
Obwohl Shopping eine der primären Methoden der Sinnenbefriedigung ist, ist sie
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AMDG IHS
nicht annähernd so signifikant für Individuen wie Romantik, Sex und Beziehungen.
Sexuelle Anziehung, leidenschaftliche Romantik und Heirat werden oft als der Weg
gesehen um Glück zu finden. Tatsächlich werden Leute oft zueinander hingezogen und
vereinigen sich alleine auf der Grundlage von sexueller Anziehung. Dies ist die
Glückseligkeit von rajo – guna. Eine neue Romanze ist sicherlich glückselig, aber nur
für eine Weile. Wie lange hält leidenschaftliche Liebe? Im Durchschnitt nur fünfzehn bis
achtzehn Monate. Dies ist ein sehr ernstes Problem mit dem Glück von rajo – guna.
Basierend auf Sinnenbefriedigung verblasste es rasch. Es ist wundervoll am Anfang,
aber später wird es schal, widerwärtig, abstoßend, oder sogar, wie die Gita es ausdrückt,
wie Gift. Wenn dieses Glück einmal verloren ist, finden wir uns selbst wieder dabei es
zu suchen. Erinnert euch, die Dinge dieser Welt sind in Leidenschaft erschaffen und
werden durch Tugend erhalten. Damit Ehen überleben, müssen Paare die Qualitäten von
sattva – guna in ihre Beziehung bringen.
Glück in der Erscheinungsweise der Tugend ist genau das Gegenteil von dem der
Leidenschaft. Am Anfang mag eine leidenschaftliche Person es widerwärtig finden, aber
es wird schrittweise wunderbar. Darüber hinaus erweckt es einen zu einem höheren
Verständnis des Selbst über den Körper hinaus. Dies ist das einzige bleibende Glück
welches in dieser Welt verfügbar ist. Solches Glück wird erlangt indem man seine Pflicht
erfüllt, anständiges Leben und so weiter. Um Glück in der Tugend zu verfolgen müssen
wir jedoch mit unserer Intelligenz verstehen dass das Ergebnis solcher Handlungen in
unserem langfristigen Interesse liegt. Unglücklicherweise ist diese Idee beinahe verloren
in unserer modernen „Ich will es jetzt“ Gesellschaft wo wir eine beinahe sofortige
Befriedigung durch den Gebrauch von Kredit bekommen können. Während dies uns
vielleicht einige unmittelbare Befriedigung bringt, bringt es auch viele Schulden und
endlose monatliche Rechnungen die unsere Energie rauben. Nektar am Anfang… aber
Gift am Ende.
Es gibt noch eine weitere Art des Glücks — das beeinflusst von der
Erscheinungsweise der Unwissenheit. Es wird erfahren durch Schlaf, Faulheit und
Illusion. Es ist blind für Selbstverwirklichung. Diese Art von Glück kann erlangt werden
durch das Schlafen für sehr lange Zeit — zwölf bis sechszehn Stunden, oder andere
Formen von Faulheit. Es ist eine wünschenswerte Gewohnheit unter bestimmten Arten
von Menschen, so wenig wie möglich zu tun und wenn sie so einen Zustand erreicht
haben denken sie von sich selbst, dass sie glücklich seien. Glück in tamo – guna wird
auch von Berauschung, Drogen, und sogar Gewalt und allen anderen Arten von
degradiertem, zügellosem Verhalten gewonnen. Natürlich ist dies die Grundlage eines
großen Teils sowohl der normalen als auch der Untergrund-Wirtschaft — mit bis zu
einer Billionen Dollar, die jedes Jahr für Rauschmittel, Drogen, Glücksspiel und
unerlaubten Sex ausgegeben werden. Andere Leiden zu lassen kann auch eine Art Glück
zu denen bringen die mit tamo – guna infiziert sind – den Nervenkitzel, den aggressive
Jugendliche darin finden, einen Kampf zu starten, zum Beispiel.
Wissen Gemäß den Gunas
Epistemologie ist die Kunde des Wissens; ein Zweig der Philosophie der damit
beschäftigt ist mit der Natur von Wissen, seiner Möglichkeit, seines Geltungsbereiches
und seiner allgemeinen Grundlage. Es ist der Untersuchungsgegenstand aller westlichen
Philosophen gewesen, aber in allen Fällen haben sie eine sehr wichtige Auslassung
gemacht: Betrachtung der verschiedenen Arten von Wissen basierend auf den
Erscheinungsweisen der materiellen Natur; eine Darstellung die ihren Versuchen,
Wissen zu verstehen vorausgeht. Unter dem Einfluss der gunas gibt es unterschiedliche
43
AMDG IHS
Arten von Wissen welches zu unterschiedlichen Arten des Sehens der Welt führt, und
infolgedessen den Dingen die wir tun sollten oder nicht tun sollten, und wie wir sie tun
sollten.
Durch Wissen in sattva – guna kann man auch die Gleichheit aller Lebewesen
basierend auf ihrer spirituellen Natur realisieren. Wissen in der Tugend erlaubt einem,
alles Leben gleich zu sehen und zu schätzen, unabhängig von der Art des Körpers, sei
es ein Frosch, eine Kuh, ein Baum, ein Insekt, oder eine Person aus Europa, Afrika oder
China. Der Einfluss von sattva liefert Wissen über die spirituelle Grundlage des Lebens,
und der Gleichheit aller Seelen. Diese Leute könnten diejenigen sein, welche darauf
bedacht sind, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten, Vertreter des
Humanitätsgedankens, Menschenrechtsaktivisten, und Frauen die Geburtskontrolle und
Abtreibung ablehnen.
Diejenigen in sattva – guna akzeptieren auch einen absoluten Standard von
Wissen wie es ehemals für Philosophen und Menschen gleichermaßen der Fall war.
Diese Vorstellung ist in Ungnade gefallen in unserer modernen Welt. Hinweisen auf
eine absolute Wahrheit wird heute mit Spott begegnet, aber diese Reaktion ist selbst
eine Demonstration des Mangels an sattva unter dem Einfluss von tamas. Das, was
heute als Wissen durchgeht ist massiv von Leidenschaft und Unwissenheit beeinflusst.
Wissen in rajo – guna basiert auf der Dualität, durch die alles als relativ gut oder
schlecht verstanden wird, wünschenswert oder nicht wünschenswert basierend auf einer
körperlichen Vorstellung des Lebens. Unter dem seinem Einfluss sehen die Menschen
eine andere Art von Lebewesen in jedem anderem Körper. Es ist wahrscheinlich, dass
sie denken, dass ein Mensch eine Seele hat, wobei eine Kuh, eine Blume, der ein Käfer
keine hat. Sie sehen andere Körper relativ zu sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen
und Wünschen. Sie sehen diese Welt in Hinsicht auf ihren Genuss, in Beziehung zu
ihrer persönlichen Befriedigung — oder in anderen Worten, in Hinsicht auf „ich und
mein“. Gemäß ihnen ist eine Kuh ein Tier für „meine Milch und Nahrung“, ein Baum
nur so-und-so viele Raummeter Bauholz für „meine Behausung“, und jedes Insekt eine
Plage, die es zu zerstören gilt, bevor es „meine Ernte“ frisst. Pflanzen, Tiere, Insekten,
Vögel haben nur den Wert, den ich ihnen gemäß meinen Bedürfnissen zuordne, und
wenn ich in ihnen lebend keinen Wert finde, dann kann vielleicht etwas Wert gewonnen
werden aus dem Töten von ihnen.
Unter dem Einfluss des Wissens in rajo – guna denken Leute zum Beispiel, dass
die Bestrafung des Kapitals schlecht ist, während Abtreibung und Geburtskontrolle gut
sind; Kapitalismus schlecht und Kommunismus gut is; Krieg ist schlecht aber Euthanasie
ist gut; Heroin und Crack-Kokain sind schlecht, aber Marihuana und Alkohol sind gut;
weiße Haut ist gut und braune Haut ist „schlecht“; Mexikaner sind gut, aber Amerikaner
sind schlecht, oder Inder sind gut aber Pakistani sind schlecht, oder Palästinas sind gut
aber Israeli sind schlecht, und so weiter. Jede dieser Dualitäten kann umgekehrt werden
weil was gut oder schlecht ist davon abhängt wer es denkt. Als solches basiert Wissen in
rajo – guna auf den relativen Standards die zu Teilung und Streit führen.
Wissen in der Unwissenheit basiert auf dem Glauben allein an die Materie. Es ist
materialistisches Wissen, durch welches Arbeit als die Grundlage von allem akzeptiert
wird. Solches Wissen in der Erscheinungsweise der Dunkelheit ruft solche Auffassungen
wie die „Big Bang“ Theorie hervor; die Theorie der Darwin’schen Evolution; andere
Theorien wie die Soziobiologie, welche erklärt dass allein die Gene jede Handlung einer
Person bestimmen; die Idee, dass Maschinen intelligenter oder sogar moralischer sein
können als Menschen, etc. In all diesen steht allein Materie an der Spitze und spielt die
wichtigste, in der Tat die einzige Rolle. Solches Wissen ist von der Qualität von tamo –
44
AMDG IHS
guna.
Srila Praphupadas Kommentare zu Wissen gemäß den gunas sind hilfreich für
unser Verständnis des Themas:
Das ‚Wissen‘ des gewöhnlichen Menschen ist immer in der
Erscheinungsweise der Dunkelheit oder Unwissenheit, weil jedes
Lebewesen im bedingten Leben in die Erscheinungsweise der
Unwissenheit geboren wird. Jemand der kein Wissen durch die
Autoritäten oder Unterweisungen der heiligen Schriften entwickelt, hat
Wissen welches auf den Körper beschränkt ist. Er ist nicht darauf
bedacht, gemäß den Anweisungen der heiligen Schriften zu handeln.
Für ihn ist Gott Geld, und Wissen bedeutet die Befriedigung der
körperlichen Erfordernisse. Solch Wissen hat keine Verbindung mit
der Absoluten Wahrheit. Es ist mehr oder weniger das Wissen der
gewöhnlichen Tiere: Das Wissen vom Essen, Schlafen, Verteidigen
und Paaren. Solch Wissen wird als das Produkt der Erscheinungsweise
der Dunkelheit beschrieben. Mit anderen Worten, Wissen bezüglich
der spirituellen Seele über diesen Körper hinaus wird Wissen in der
Erscheinungsweise der Tugend genannt, Wissen welches viele
Theorien und Doktrinen produziert kraft nüchterner Logik und
mentaler Spekulation ist das Produkt der Erscheinungsweise der
Leidenschaft, und Wissen welches sich nur damit beschäftigt, den
Körper komfortabel zu halten wird als in der Erscheinungsweise der
Unwissenheit betrachtet.8
Verständnis und Entschlossenheit
Schlussfolgern und Verstehen sind fundamental für das rationale Verhalten, von
dem Volkswirte annehmen, dass Leute es haben. Aber was ist rationales Verhalten? Es
mag so scheinen, dass Schlussfolgern und Verstehen universale Eigenschaften sind, aber
tatsächlich gibt es unterschiedliche Arten, auf die Menschen die Welt wahrnehmen,
wobei jede Wahrnehmung ihr eigenes Bündel von Implikationen für die Gesellschaft hat.
Das Verständnis von jeder Person wird beeinflusst von den bestimmten gunas durch
welche sie konditioniert wurden.9 Eine Art des Verständnisses treibt einen an, immer in
die falsche Richtung zu streben. Sie betrachten falsch als richtig und richtig als falsch.
Dieses Verständnis wird herbeigeführt durch die Assoziation mit der Qualität von tamo –
guna, der Erscheinungsweise der Unwissenheit. Menschen mit solch einem rückwärts
gerichteten Verständnis sind ihre eigenen schlimmsten Feinde — und auch ein Problem
für die Gesellschaft. Sie haben nicht einmal die Fähigkeiten für angemessenes
Verständnis. Diese Personen betrachten Irr-Religion als Religion, und tatsächliche
Religion als Irr-Religion. Sie halten eine heilige Person für einen gewöhnlichen
Menschen, und vergöttern eine gewöhnliche Person als Heiligen. Sie halten Wahrheit für
Unwahrheit, und akzeptieren Falschheit als Wahrheit. Unnötig zu sagen, Personen, deren
Verständnis von der Erscheinungsweise der Unwissenheit ist sind sehr einfach zu
manipulieren für entweder politischen der wirtschaftlichen Gewinn.
Personen, die hauptsächlich von der Leidenschaft beeinflusst sind können nicht
zwischen Handlungen unterscheiden die getan werden sollten und Handlungen die nicht
getan werden sollten. Handlungen die getan werden sollten oder nicht hat nichts mit
einem Verständnis davon wie Dinge zu tun sind zu tun. Mit Sicherheit sind viele Leute
damit beschäftigt, Dinge zu tun welche in einer logischen Abfolge ablaufen müssen, und
45
AMDG IHS
wissen daher was als erstes, zweites, drittes, etc. zu tun ist. Das ist nicht, worauf sich das
hier bezieht. Die Perspektive der vedischen Weisheit ist eine der Transzendenz, und alles
wird in diesem Licht gesehen. In dieser Hinsicht, wie entscheidet man was zu tun ist und
was nicht? Es muss irgendeinen Anhaltspunkt geben. In der vedischen Kultur ist der
Anhaltspunkt das ewige spirituelle Wohlergehen. Aber der Anhaltspunkt wird von denen
in der Leidenschaft verloren, deren Verständnis irregeführt durch das körperliche
Verständnis des Lebens ist. Es ist in diesem Sinne, dass sie nicht wissen was zu tun ist
oder nicht für ihr langfristiges spirituelles Wohlergehen, und dem allgemeinen
Wohlergehen der Gesellschaft. Dies trifft auch auf ihre Wahrnehmung von anderen
Lebewesen zu. Durch den Einfluss von rajo – guna werden andere Lebewesen auch
schlicht als Körper angesehen, und werden als ein Objekt der Sinnenbefriedigung
angesehen.
Umgekehrt, das Verständnis durch das man weiß, was getan werden sollte und
was nicht getan werden sollte, was gefürchtet und was nicht gefürchtet werden sollte,
was bindend, und was befreiend ist, ist Verständnis in der Erscheinungsweise der
Tugend. Solches Verständnis weist auf spirituelles Wohlergehen hin. Srila Praphupada
erklärt weiter, dass „Handlungen gemäß der Anweisungen der heiligen Schriften
auszuführen pravritti genannt wird, oder das Ausführen von Handlungen die es
verdienen ausgeführt zu werden. Handlungen, die nicht auf diese Weise empfohlen sind,
sollen nicht ausgeführt werden. Jemand der die Anweisungen der heiligen Schriften
nicht kennt, wird verwickelt in den Aktionen und Reaktionen der Arbeit [karma].
Verständnis welches erlangt wird durch den Gebrauch der unterscheidenden Intelligenz
wird als in der Erscheinungsweise der Tugend betrachtet.“
Die unterschiedlichen Verständnisweisen die aufgrund der gunas entstehen,
haben signifikanten Einfluss daraus was als rational verstanden wird. Darum kann es
nicht schlicht nur eine Definition von rationalem Verhalten geben. Wir werden in
folgenden Kapiteln sehen, dass, beeinflusst durch die gunas, Leute sich rational mit der
Lösung des wirtschaftlichen Problems auf vielfältige Weise beschäftigt haben.
Entschlossenheit, hier als Synonym für Motivation benutzt, ist auch ein sehr
wichtiges Element von erfolgreichen wirtschaftlichen Bemühungen, und ist auch von
den gunas beeinflusst (18.34): „Die Entschlossenheit, mit der man nach fruchttragenden
Ergebnissen in Religion, wirtschaftlicher Entwicklung und Sinnenbefriedigung strebt,
befindet sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.“ Mit anderen Worten,
diejenigen in der Leidenschaft sind in allen Aktivitäten motiviert durch das Verlangen
nach fruchttragenden Ergebnissen — seien sie in der Religion, wirtschaftlichen
Entwicklung oder Sinnenbefriedigung. Ohne dieses Element verlieren diejenigen in
Leidenschaft ihre Entschlossenheit (Motivation) für jede Bestrebung. Die allgegenwärtige Frage beim Abwägen von allem was sie tun ist „Was ist für mich drin –
persönlich?“ Sie sind nicht so sehr interessiert am Wohlergehen von anderen (ein
Produkt von sattva – guna). Ihre eigenen Qualitäten auf die Welt projizierend denken
sie, dass andere in ähnlicher Weise motiviert sein sollten, und falls sie nicht leisten, es
nur aufgrund von Inkompetenz oder Faulheit ist. Angehaftet an fruchttragende
Ergebnisse sind sie abgeneigt, andere durch Wohlfahrt basierend auf Steuern auf ihre
harte Arbeit zu unterstützen. Weiterhin glauben sie dass es keine andere Möglichkeit der
Motivation gibt als fruchttragende Arbeit, und sie preisen den Kapitalismus, freie
Unternehmen und Privatbesitz als die einzigen praktischen Mittel um solche Motivation
zu erlangen. Um die Wahrheit dieser Vorstellung zu demonstrieren, zeigen sie auf die
dürftigen Ergebnisse die vom russischen Kommunismus erlangt wurden, von denen sie
sagen, dass sie zu seinem letztlichen Untergang geführt hätten. In der Tat, der russische
46
AMDG IHS
Kommunismus war in nicht in der Lage das gleiche Ergebnis zu erreichen wie freie
Unternehmen, weil die meisten der russischen Menschen, die auch in Leidenschaft und
Unwissenheit versunken waren, fruchttragende Ergebnisse oder gar Bedrohung durch
Verlust für Motivation und Entschlossenheit benötigten. Aber diese Motivationen waren
abwesend in der Sowjetischen Gesellschaft. Dies bedeutet nicht, dass es nicht noch
andere Arten der Motivation gibt.
Diejenigen unter dem Bann von rajo – guna sind verwundert von der
Entschlossenheit derjenigen in der Tugend die nicht auf ähnliche Weise motiviert sind.
Sie halten sie für faule, inkompetente, Tunichtgute oder Anti-Erfolgsmenschen. In
Wirklichkeit haben diejenigen in sattva – guna eine andere Bestimmung. Sie sind
interessiert im Wohlergehen von anderen, inklusive der Natur, und sind motiviert
dannach zu sehen, dass jeder glücklich ist, gut versorgt, und spirituell fortschreitet. Sie
arbeiten typischerweise um die Welt zu einem besseren Platz für alle zu machen.
Die Entschlossenheit derjenigen unter dem Einfluss der Unwissenheit geht nicht
über Träumen oder Illusionen hinaus, sie sind unfähig, jegliche Handlung zu
unternehmen um ihre Wünsche zu erfüllen. Solche Leute sind übel gelaunt. Sie werden
nur durch die Bedrohung von Verlust, Schmerz, Ängstlichkeit und Gejammer motiviert.
Sie haben nicht die Fähigkeit zu verstehen was sie gewinnen können oder werden; das ist
nicht so wichtig für sie wie was sie verlieren werden. Leute die zu sehr von der
Unwissenheit beeinflusst werden haben daher keine Ambition, Einfallsreichtum, oder
Entschlossenheit für materielle Aktivitäten, um nicht von spirituellen Aktivitäten zu
sprechen. Um produktiv zu sein, müssen Leute die hauptsächlich von der Unwissenheit
beeinflusst sind Hilfe von denen in Leidenschaft oder Tugend erhalten um sie in
produktive Arbeit zu lenken. Sie haben nicht die Motivation, Fähigkeit, oder Verständnis
zu wissen was zu tun ist oder wie es zu tun ist.
Glaube
Eine wichtige Komponente der Entschlossenheit ist Glaube. Man führt
Handlungen aus in dem Glauben dass sie erfolgreich sein werden. Ohne solchen
Glauben verliert man Entschlossenheit. Glauben ist auch von verschiedenen Arten
aufgrund der Einflüsse der gunas. Glauben basierend auf einem Verständnis von, und
gerichtet auf spirituelles Leben ist von der Qualität der Tugend. Glauben in der
Leidenschaft wurzelt in fruchttragender Arbeit und ihren wahrgenommenen
Ergebnissen. Und Glauben, der in irr-religiösen Aktivitäten liegt ist in der
Erscheinungsweise der Unwissenheit.
Darum sehen wir alle durch die unzähligen Einflüsse der gunas diese Welt und
handeln auf unterschiedliche Weise. Diese Einflüsse sind die Basis unseres falschen
Egos — wer wir denken zu sein in dieser Welt in unseren Beziehungen zu anderen. Es
ist daher eine relative Welt in welcher Leute sich nicht einigen, oder (unter dem Einfluss
von tamo – guna) sich nicht einigen können, was die richtige oder falsche Weise ist
Dinge zu tun, noch was getan werden sollte. Manche Leute sind nur auf sich selbst
bedacht, andere beschäftigen sich selbst mit dem gemeinsamen Wohl aller, und andere
sind nur damit beschäftigt, so wenig zu tun wie möglich, entweder für sich selbst oder
andere. Es ist der Einfluss der gunas, welcher die Debatten darüber befeuert, was oder
wie es zu tun ist. Jede Seite fühlt sich angemessen gerechtfertigt; dass ihrer der richtige
Kurs ist, obwohl ihre Ideen Konsequenzen haben, die enorm unterschiedlich sein
können. Es ist der Einfluss der gunas, der manche Leute dazu veranlasst, nur auf Profit
bedacht zu sein, andere mit den Armen oder der Umwelt bedacht zu sein, und andere
völlig gleichgültig allem gegenüber sind. Es ist der Einfluss der Erscheinungsweisen der
47
AMDG IHS
Unwissenheit und Leidenschaft welche genau die eigentliche Ursache der Ausbeutung
der Leute und der Ressourcen der Natur sind.
Wir sind Konditioniert durch die Qualitäten der Materie
Wir bilden Gewohnheiten durch die Art wie wir uns mit den gunas verbinden.
Ein Jahr nach dem anderen konsumieren wir die gleiche Nahrung und Getränke, führen
die gleichen Aktivitäten aus, verbinden uns mit den gleichen Leuten, oder bleiben gleich
lange auf. Indem wir uns fortwährend mit den gleichen gunas verbinden, werden ihre
Einflüsse verstärkt, mit wichtigen Konsequenzen — wir werden durch sie konditioniert.
Konditioniert werden bedeutet, dass wir uns an ein gegebenes Muster des
Denkens, Verstehens und Verhaltens gewöhnen. Als ein Ergebnis wird ein bestimmter
Stimulus eine vorhersagbare Antwort hervorrufen. Je nachdem wie wir uns mit der
materiellen Welt und all ihren Phänomenen verbinden, werden wir dementsprechend
konditioniert. Jeder Aspekt dieser materiellen Welt hat seine eigene Qualität: eine
einzigartige Mischung der Qualitäten von Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit.
Genau wie die drei Hauptfarben eines Fernsehbildschirms sich zu möglichen 72000
Farben kombinieren, so kombinieren sich die drei Qualitäten der Materie um unzählige
Einflüsse zu erschaffen. Alle der vielen Aspekte der menschlichen Aktivität sind in
verschiedenen Graden von den Erscheinungsweisen der Natur beeinflusst.
Allein die Vorstellung der Konditionierung folgert eine vorhersagbare Antwort.
Die Meister der vedischen Weisheit haben uns daher erzählt, dass wir nicht so frei sind
für wie wir uns halten. Verbindung mit Materie beeinflusst die Seele auf solch eine Art,
dass unser Verhalten gewohnheitsmäßig, automatisch oder reaktionär wird — obgleich
wir denken dass wir gemäß unserem eigenen freien Willen handeln. Die
Erscheinungsweisen, oder gunas, beeinflussen das Verhalten von Leuten gemäß ihrer
vorherigen Verbindung mit ihnen über den Verlauf von vielen Leben, und sie tragen
diese Konditionierung mit sich von Lebenszeit zu Lebenszeit als unterschiedliche
Vorstellungen vom Leben. Die atma, kraft ihrer unerfüllten Wünsche, wird wieder und
wieder geboren — unbegrenzt oft. Lebenszeit nach Lebenszeit wird er mit
Sinnenobjekten konfrontiert für die er Anziehung oder Abneigung fühlt (Begehren oder
Hass). Auf diese Weise wird die Seele zunehmend kontaminiert durch die Dualitäten des
materiellen Lebens. Gemäß seiner Verbindung mit den gunas wird er auf eine bestimmte
Weise des Verstehens und Denkens konditioniert. Dieser Prozess hat stattgefunden seit
ewigen Zeiten, und darum wird von den Lebewesen in dieser Welt gesagt, dass sie auf
ewig konditioniert sind. Darum sind wir bereits konditioniert bevor wir in das
gegenwärtige Leben treten. Wir bringen Haltungen und Wünsche mit uns, und es ist
unsere Konditionierung und Karma welches die Umstände determiniert, in die wir
geboren werden. Nach der Geburt setzt unsere Verbindung mit der Materie fort, weiter
zum gesamten Effekt der Einflüsse der gunas und unserer Konditionierung
hinzuzufügen.
Drogenabhängigkeit bietet ein gutes Beispiel von konditioniertem Verhalten.
Drogensüchtige sind machtlos als ein Ergebnis ihrer Abhängigkeit. Wenn solch eine
Person tatsächlich ihre Gewohnheit loswerden will, nehmen sie an einem
Verhaltensmodifikations-Programm teil, in dem von ihnen erwartet wird, die mit der
Abhängigkeit verbundenen Plätze und Leute zu meiden. Sie werden ermutigt, neue
Freunde zu finden und sich in neuen Aktivitäten zu betätigen. In anderen Worten müssen
sie den Kontakt mit den Qualitäten der Natur aufgeben, an die sie gewöhnt sind und sie
mit positiven Alternativen ersetzen. Dies ist nicht einfach oder automatisch. Ebendie
Natur des konditionierten Zustandes macht solchen Wandel extrem schwierig. Die
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AMDG IHS
gewöhnlichsten Abhängigkeiten sind Nahrung (zuviel-essen) und das Zigaretten
rauchen. Jeder, der jemals auf einer Diät war oder versucht hat, mit dem Rauchen
aufzuhören, weiß dass solche Verhaltensänderungen sehr schwer sein können, und dass
sie Zeit brauchen um zum normalen Verhaltensmuster zu werden. Wenn du
Verhaltensmodifikation in Aktion sehen willst, ist alles, was Du tun musst, an einem 12Schritte-Treffen teilzunehmen. Es mag vielleicht nicht klar verstanden sein, aber was
diese Leute versuchen, ist ihre Konditionierung zu ändern um „re-konditioniert“ zu
werden, sozusagen.
Lasst uns ein weiteres Beispiel heranziehen. Leute beschäftigen sich im
Allgemeinen mit bestimmten Arten von Aktivitäten an bestimmten Zeiten des Tages.
Die gunas haben spezifische Einflüsse auf bestimmte Zeiten des Tages. Die Qualität der
Unwissenheit, tamo – guna, hat einen großen Einfluss während der Nachtstunden, zu
und abnehmend zwischen 8 Uhr abends und 4 Uhr morgens. Der Einfluss von sattva –
guna herrscht zwischen 4 Uhr morgens bis mittags vor, und rajo – guna von ungefähr
Mittag bis 8 Uhr abends. Diejenigen, die die Qualität der Tugend kultiviert haben
werden von Aktivität zurücktreten und werden vom Schlaf gerufen während des
Einflusses von tamo – guna. Sie mögen es oft, früh ins Bett zu gehen und auch früh
aufzustehen. Aber diejenigen, die von tamo – guna konditioniert wurde, werden erst um
9 Uhr abends herum lebendig. Sie mögen sich selbst für „Nachtmenschen“ halten und
sind oft die ganze Nacht aktiv, bis sattva – guna beginnt, seinen Einfluss fühlen zu
lassen um 4 Uhr morgens herum. Wenn die Erscheinungsweise der Tugend ihren
Einfluss zu zeigen beginnt, werden diese Nachteulen sich von Aktivität zurückziehen
wollen und Schlafen gehen, während am frühen Morgen diejenigen, die Tugend
kultiviert haben, beginnen aufzuwachen um ihren Tag zu beginnen. Sattva und tamas
sind tatsächlich polare Gegensätze — das, was attraktiv für die sattvischen Person ist,
wird nicht gemocht von der tamasischen Person, und vice-versa.
So wie diese Gruppen von Leuten sich weiter auf ihre entsprechende Weise
verhalten, werden ihre Konditionierung und erwarteten Antworten konsistenter und
vorhersagbar. Aber zur gleichen Zeit, unbewusst dieser Einflüssen, denken die Leute im
Allgemeinen, dass sie aufgrund ihres eigenen Willens handeln. Was ist mit den Leuten in
der Leidenschaft? Von Aktivität angetrieben, bleiben sie oft lange wach und stehen früh
auf. Mit zu viel zu tun, haben sie oft Schlafentzug. Dennoch, der Haupteinfluss von rajo
– guna ist während der Mitte des Tagen wenn die Menschen sich zu Handlungen und
Arbeit bewogen fühlen. Jedes der gunas hat seine Vorherrschaft und nimmt dann ab so
wie ein anderes vorherrscht. Je nachdem wie wir von den gunas konditioniert wurden
werden wir uns in ähnlicher Weise zur Handlung bewogen fühlen. Der Effekt des
Einflusses hängt sowohl von der Natur der Kombinationen der gunas und unserer
speziellen Konditionierung ab.
Die Srimad Bhagavatam erklärt, dass, weil unsere Intelligenz von einer
materialistischen Konzeption des Lebens verschmutzt ist, wir den Erscheinungsweisen
der Natur unterliegen, und darum werden wir von der materiellen Existenz konditioniert.
Unsere Konditionierung und unser Genuss und Leiden im materiellen Leben sind in
einem falschen Sinne, genau wie das Leiden welches wir in einem Traum erfahren
könnten. Wenn wir aufwachen, hört das Leiden des Traumes unmittelbar auf. Auf
ähnliche Weise sind wir dazu bestimmt, von diesem materiellen Traum aufzuwachen,
welcher temporär ist. Die materielle Existenz wird als unerwünscht und ungewollt
betrachtet; sie setzt sich fort nur aufgrund der Unwissenheit welche das wirkliche Wissen
unseres Selbst bedeckt. Nur während wir im menschlichen Körper sind, haben wir die
Gelegenheit aus dem materiellen Zustand aufzuwachen und unsere transzendentale
49
AMDG IHS
spirituelle Natur zu realisieren. Dies wird von den Meistern der vedischen Weisheit als
die höchste Errungenschaft des menschlichen Lebens betrachtet.
Die Gunas und die Großen Epochen
Sri Krishna erklärt in der Bhagavad-gita, dass Er die Zeit ist, das mächtigste aller
Elemente, weil niemand ihren Einfluss aufhalten kann. Der Zeitfaktor ist unsichtbar und
nicht wahrnehmbar. Nichtsdestotrotz trägt es all Lebewesen genau wie die Massen der
Wolken unwiderstehbar und leise vom Wind hinfort getragen werden. Durch ihren
Einfluss werden die Lebewesen geboren, und durch ihren Einfluss werden sie alle an die
Pforte des Todes gebracht. Diejenigen in der körperlichen Auffassung des Lebens und
welche nicht verstehen dass die Zeit der Einfluss des all-mächtigen Herrn ist, haben
Angst vor dem Tod: „Der Einfluss der Höchsten Persönlichkeit Gottes wird im
Zeitfaktor empfunden, der aufgrund des falschen Egos der irregeführten Seele, die in die
materielle Natur gekommen ist, Angst vor dem Tod verursacht.“ (3.26.16).
Um die volle Palette ihrer Begierden zu erfahren müssen die Lebewesen Körper
tauschen, und ihnen wird die Gelegenheit gegeben, wenn die externen Bedingungen die
angemessenen Möglichkeiten bieten. Der Höchste Herr erschafft daher den Zeitfaktor
um der materiellen Energie und dem Lebewesen zu erlauben, innerhalb gesetzter
Grenzen zu handeln.
Die Geschichte der Erde gemäß der vedischen Tradition unterscheidet sich
beträchtlich von der westlichen Weltsicht, die uns von Biologen, Anthropologen und
Kosmologen angeboten wird. Weit davon entfernt, sich aus dem Nichts zu entwickeln
wie das atheistische Weltbild uns glauben machen will, erklären die Veden peinlich
genau wie, warum, und von wem die Welt erschaffen wurde, und wie alle Lebewesen
hier etabliert wurden. Die Puranas, die antike Geschichte der Menschheit, erklärt dass
diese Welt mit intelligentem Leben ausgestattet wurde, und einer hoch entwickelten
Zivilisation vom Anbeginn der Schöpfung an. Aufgrund der Einflüsse der gunas gibt es
jedoch einen schrittweisen Zerfall. Genau wie der Einfluss der gunas zu- und abnimmt
im Laufe des Tages, rotieren sie auch in ihrem Einfluss über enorme Perioden von Zeit,
bekannt als yugas. Genau wie sich unser Jahr durch die Jahreszeiten Frühling, Sommer,
Herbst und Winter dreht, dreht sich der gesamte Kosmos ständig durch vier große
Zeitalter— Satya, Treta, Dvapara und Kali, die gleiche allgemeine Sequenz von
Ereignissen wiederholend.
Das goldene Zeitalter, eine wundervolle Zeit der entfernten Vergangenheit, von
der in beinahe jeder Kultur berichtet wird, wird in den Veden als das Satya-yuga
beschrieben. Es war das Zeitalter der Tugend, sattva – guna, ohne viel Einfluss der
störenden Elemente von rajas und tamas. In diesem Zeitalter war jeder nobel und
prinzipienfest. Die Erde war ein wahrhaftiges Paradies. Während Satya-yuga waren die
vier Beine der Religion: Wahrhaftigkeit, Gnade, Enthaltsamkeit und Nächstenliebe
vollständig intakt. Die Menschen des Satya-yuga waren im Großen und Ganzen selbstgenügsam, gnadenvoll, freundlich zu allen, friedlich, gelassen und tolerant. Sie fanden
Genuss im Inneren, sahen alle Dinge gleichartig und bemühten sich fleißig um spirituelle
Perfektion. Der empfohlene Vorgang der Selbstverwirklichung während Satya-yuga war
das acht-fache Yoga-System, als sie die Zeit, Entschlossenheit und friedliche
Atmosphäre hatten, um anständig zu meditieren
Durch die Kraft der Zeit begann die Erscheinungsweise der Leidenschaft
allmählich, ihren Einfluss geltend zu machen im Bewusstsein der Menschen und wurde
das dominante guna während des Silber-Zeitalters, oder Treta-yuga. Während Treta50
AMDG IHS
yuga wurde jedes Bein der Religion schrittweise um ein Viertel reduziert aufgrund des
Einflusses der vier Säulen der Irr-Religion — Lügen, Gewalt, Unzufriedenheit und
Streit. Während dieses Zeitalters waren die Menschen rituellen Aufführungen und
schwerer Entsagung hingegeben. Sie waren nicht übermäßig gewaltsam oder sehr
wollüstig nach sinnlicher Befriedigung. Ihr Interesse lag hauptsächlich in Religiosität,
wirtschaftlicher Entwicklung und regulierter Sinnenbefriedigung, und sie erlangten
Wohlstand indem sie den Verschreibungen der drei Veden folgten.
So wie die Zeit fortschritt, begann der Einfluss der Unwissenheit seinen Effekt zu
zeigen während der Epoche Dvapara-yuga, charakterisiert durch die vermischten gunas
von rajas und tamas. Während Dvapara-yuga wurden die religiösen Qualitäten der
Enthaltsamkeit, Wahrhaftigkeit, Gnade, und Nächstenliebe auf die Hälfte reduziert. Die
Leute waren sehr nobel, gaben sich selbst dem Studium der Veden hin, besaßen großen
Üppigkeit, versorgten große Familien und genossen das Leben mit voller Lebenskraft.
Von den vier sozialen Klassen waren die ksatriyas und brahmanas die zahlreichsten. Das
Ende von Dvapara-yuga vor ungefähr 5000 Jahren markierte den Beginn des derzeitigen
Alters von Kali.
So wie Kali-yuga fortschritt, nahm der Einfluss der Leidenschaft ab so wie der
Einfluss der Unwissenheit zunahm. Kali-yuga ist charakterisiert durch den
ungehinderten Einfluss von tamo - guna und seinen Charakteristiken des Lügens, der
Gewalt, der Unzufriedenheit, des Streites und Scheinheiligkeit. Sündhafte und
degradierte Persönlichkeiten werden in Kali-yuga geboren, weil dieses Zeitalter ihnen
viele Gelegenheiten bietet ihre Qualitäten der Wut, Lust, Neid und Gier zu befriedigen.
Am Ende dieses Zeitalters werden alle guten Qualitäten verloren worden sein,
zusammen mit jeglichem Verständnis von Religion, um nicht von ihrer Ausübung zu
sprechen. Menschen werden dann Barbaren sein, weniger als Tiere, welche, im Mangel
anderer Nahrung sich gegenseitig essen werden, und sogar ihre eigenen Kinder.
Die Srimad Bhagavatam (12.3.30-43) sagte vor langer Zeit detailliert die Natur
dieses Zeitalters voraus:
Wenn es eine Vorherrschaft des Betrügens, des Lügens, der
Verschwendung, der Gewalt, der Depression, des Gejammers, der
Verwirrung, der Furcht und Armut gibt, das Zeitalter ist Kali, das
Zeitalter der Erscheinungsweise der Unwissenheit. Aufgrund der
schlechten Qualitäten des Zeitalters von Kali, werden menschliche
Wesen kurzsichtig, unglücklich, gefräßig, wollüstig und von Armut
geplagt. Die Frauen werden unkeusch, werden frei von einem Mann
zum nächsten wandern. Städte werden von Dieben dominiert, die
Veden werden durch spekulative Interpretationen von Atheisten
kontaminiert, politische Führer werden die Bürger praktisch
konsumieren, und sie so-genannten Priester und Intellektuellen werden
Anhänger ihrer Bäuche und Genitalien.
Frauen werden sehr viel kleiner von Wuchs werden, und sie werden zu
viel essen, mehr Kinder haben als für die sie angemessen Sorge tragen
können, und alle Schüchternheit verlieren. Sie werden immer hart
sprechen und Qualitäten des Diebstahls, der Täuschung und
ungeminderter Dreistigkeit vorweisen. Geschäftsleute werden sich in
kleinlichem Handel betätigen und ihr Geld durch Betrug verdienen.
Selbst wenn es keinen Notfall gibt werden die Leute jede degradierte
Beschäftigung als ziemlich akzeptabel betrachten. Diener werden einen
Herrn verlassen, der seinen Reichtum verloren hat, selbst wenn der
51
AMDG IHS
Herr eine heilige Person von exemplarischem Charakter ist. Herren
werden einen arbeitsunfähigen Diener aufgeben, selbst wenn der
Diener seit Generationen in der Familie gewesen ist. Kühe werden
aufgegeben oder getötet wenn sie aufhören Milch zu geben.
In Kali–yuga werden Männer erbärmlich sein und von den Frauen
kontrolliert. Sie werden ihre Väter, Brüder, andere Verwandte und
Freunde abweisen und werden sich stattdessen mit den Schwestern und
Brüdern ihrer Frauen verbinden. Daher wird ihre Auffassung von
Freundschaft ausschließlich auf sexuellen Bindungen basieren.
Unkultivierte Männer werden Almosen im Namen des Herrn
akzeptieren und ihren Lebensunterhalt verdienen durch das Machen
einer Show der Enthaltsamkeit und dem Tragen der Kleidung eines
Bettelmönches. Diejenigen die nichts über Religion wissen werden
einen hohen Sitz einnehmen und sich erdreisten, über religiöse
Prinzipien zu sprechen.
Im Zeitalter von Kali, werden die Geister immer aufgewühlt sein. Sie
werden ausgezehrt von Hungersnöten und Besteuerung, mein werter
König, und werden immer gestört durch Furcht vor Dürre. Es wird
ihnen an adäquater Kleidung, Essen und Trinken mangeln, sie werden
unfähig sein, sich anständig auszuruhen, Sex zu haben oder sich selbst
zu baden, und werden keine Ornamente haben um ihre Körper zu
dekorieren. Tatsächlich werden die Leute des Kali-yuga schrittweise
wie geisterhafte, verfolgte Kreaturen erscheinen.
In Kali-yuga werden Männer Hass für einander entwickeln, selbst
wegen ein paar Münzen. Alle freundschaftlichen Beziehungen
aufgebend werden sie bereit sein, ihre eigenen Leben zu verlieren und
sogar ihre eigenen Verwandten zu töten. Männer werden nicht länger
ihre bejahrten Eltern, ihre Kinder oder ihre ehrenswerten Frauen
schützen. Durch und durch verkommen, werden sie sich nur darum
kümmern ihre eigenen Bäuche und Genitalien zu befriedigen. Im
Zeitalter von Kali wird die Intelligenz der Leute durch Atheismus
abgelenkt, und sie werden beinahe nie Opfer an die höchste
Persönlichkeit Gottes darbringen, welcher der höchste spirituelle
Meister des Universums ist. Obwohl die großen Persönlichkeiten
welche die drei Welten kontrollieren sich alle vor den Lotusfüßen des
höchsten Herrn verneigen, werden die unbedeutenden und miserablen
menschlichen Wesen dieses Zeitalters dies nicht tun.
Die Einflüsse von Kali werden zunehmend von der Bevölkerung gefühlt, und
eine Untersuchung der westlichen Kultur, welche ihren Beginn zu Beginn dieses
Zeitalters hatte, ist eine Untersuchung der Degradierung von Kali. Dies kann am
einfachsten gesehen werden in wirtschaftlichen Praktiken.
Die Gunas und die Unterschiedlichen Arten der Menschlichen Natur
Es ist, ohne Zweifel, eine triviale Untertreibung zu sagen, dass die Menschen sich
unterscheiden. So unterschiedlich wie sie jedoch sind, können die Menschen, weil diese
Unterschiede den gunas zuzuschreiben sind, grob in vier grundlegende Klassen
kategorisiert werden. Tatsächlich werden diese vier Kategorien, bekannt als varnas, vom
höchsten Herrn Höchstpersönlich erschaffen für den Zweck der progressiven
Entwicklung der Gesellschaft. Sri Krishna bekundet in der Bhagavad-gita (4.13):
52
AMDG IHS
In Entsprechung zu den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur
und der Arbeit, die ihnen zugeordnet ist, wurden die vier Einteilungen
der menschlichen Gesellschaft von Mir geschaffen.
Die Erscheinungsweisen der Natur erschafft vier Klassen, oder varnas:
diejenigen die hauptsächlich in sattva – guna situiert sind, die in rajo – guna, diejenigen
die sowohl von rajo- als auch tamo – guna beeinflusst werden, und diesjenigen die
hauptsächlich von tamo – guna beeinflusst werden. Jede varna hat eine bestimmte Natur
und verbundene Fähigkeiten. Während Satya-yuga gab es nur einen varna, welcher in
vier aufgeteilt wurde während Treta-yuga. Zu dieser Zeit gab es Personen die die
Verkörperung dieser reinen varnas waren, welche die Kultur beschützten indem sie
gewissenhaft ihre Pflichten erfüllten. Aufgrund der Einflüsse dieses Zeitalter werden
solche idealen Personen von reinen varnas und verbundenen Charakteristiken jedoch
selten gefunden. Es ist nichtsdestotrotz hilfreich, den Einfluss der gunas auf das
menschliche Bewusstsein im reinen oder idealen Zustand zu verstehen. Anschließend
werden wir uns die Realitäten von varna in unserer modernen Welt anschauen.
Personen, die sich in der Erscheinungsweise der Tugend befinden, haben die
Fähigkeit, Dinge angemessen zu verstehen. Das heißt, sie können richtig von falsch
unterscheiden, gut von schlecht, angemessene und unangemessene Handlung, was getan
werden sollte und was nicht, und Wahrheit von Falschheit. Sie haben natürliche
Charakteristiken der Friedfertigkeit, Selbst-Disziplin, Enthaltsamkeit, Reinheit,
Toleranz, Ehrlichkeit, Wissen, Weisheit und Religiosität. Weil sie nicht an Erwerb
interessiert sind und nicht neidisch sind, sind sie natürliche Führer darin, was zu tun ist
und was nicht zu tun ist. Sie sind die rechtmäßige Intelligenzia, deren Rolle es ist, den
Zweck des Lebens zu erklären: Wer wir sind, woher wir gekommen sind, und wohin wir
gehen. In der vedischen Kultur werden sie brahmanas genannt. Sie sind das Ruder des
sozialen Flaggschiffs. Aufgrund ihrer sattvischen Natur sind sie jedoch nicht sehr aktiv
in der Gesellschaft. Die Gesellschaft benötigt daher die Hilfe derjenigen, welche
hauptsächlich von der Leidenschaft beeinflusst sind.
Die Einflüsse von rajo – guna auf die menschliche Psyche erschafft Menschen
die von Natur aus geborene Anführer sind: Entschlossen, einfallsreich, mutig, großzügig,
heroisch und mächtig. Aufgrund des Einflusses der Leidenschaft sind sie in der Lage die
materielle Energie zu bändigen und sie unter Kontrolle zu bringen. Sie sind natürlich
motiviert durch das Arbeiten mit Leuten und dem Helfen von anderen. Weil sie fähiger
sind, helfen sie dabei, der Gesellschaft Ordnung und Führung zu geben. Sie sind auch
talentierte Diplomaten. Diese Arten von Personen waren die ksatriyas, die Könige und
Herrscher der antiken Kultur. Sie waren nicht von dem Standard von Herrschern, mit
dem wir in der jüngsten westlichen Geschichte vertraut sind, so wie die römischen
Imperatoren, den katholischen Päpsten, oder den russischen Zaren, welche jegliche noch
verbliebene Spuren der vedischen Kultur definitiv vernachlässigt, oder sogar mit Absicht
zerstörten. Die faktischen ksatriyas waren fixiert in vedischen Prinzipien und lebten
gemäß ihren so verschriebenen Pflichten. Während Dvapara-yuga bestand der Großteil
der Gesellschaft aus solchen authentischen brahmanas und ksatriyas, die jeweils durch
die Tugend, respektive Leidenschaft beeinflusst waren, aber in Kali-yuga gibt es nur
wenige pro hundert. Ihre Anzahl ist zu klein um die gesamte menschliche Aktivität
praktisch gesehen zu organisieren, und daher ist die Hilfe einer dritten Gruppe benötigt
— diejenigen hauptsächlich beeinflusst von sowohl Leidenschaft als auch Unwissenheit.
Die Leute dieser dritten Gruppe, bekannt als vaisyas im Sanskrit, haben eine
natürliche Fähigkeit zum Organisieren und für produktive Aktivität. Sie wissen, was als
53
AMDG IHS
erstes, zweites, drittes und so weiter zu tun ist, und können verstehen wie produktive
Ergebnisse in jeder Situation herbeigeführt werden können. Leute dieser Art können
Reichtum erschaffen indem sie viele wertvolle Dinge aus den Ressourcen der Natur
produzieren mit der Hilfe der Arbeiter, die sie organisieren. In der heutigen Mundart
würden vaisyas Geschäftsmänner genannt werden, falls Geschäftsmänner tatsächlich den
Idealen der vedischen Kultur folgen würden. Die Arbeiter, bekannt als sudras in der
vedischen Kultur, benötigen Instruktion und Führung ohne die sie keine produktiven
Ergebnisse herbeiführen können. Nichtsdestotrotz können sie Instruktionen empfangen,
und gemäß solcher Unterweisung handeln.
Diese vier Klassen können in jeder Kultur beobachtet werden. Jede Kultur muss
und hat tatsächlich Intelligentsia, Administratoren, Organisatoren und Arbeiter,
unabhängig davon wie nah sie dem oben genannten Ideal kommen mögen. Diese vier
Kategorien sind bekannt als die varnas in der vedischen Kultur, und sie erscheinen
natürlicherweise in jeder Gesellschaft, in jeder Kultur. Ich eile, darauf hinzuweisen, dass
diese Beschreibung der varnas nicht verwechselt werden sollte, weder in Theorie noch
Praxis, mit dem Hindu Kastensystem. Das Aufkommen in der Gesellschaft von vier
Arten der Mentalität entsteht aus dem Einfluss des individuellen guna und Karma, oder
Natur und Fähigkeiten, wobei das Hindu Kastensystem ein pervertierter Abkömmling
des varna Systems ist, basierend allein auf Geburtsrecht. Vorrechte durch Geburtsrecht
zu festigen geschieht in Unwissenheit. Diese ist so töricht wie zu sagen, dass der Sohn
eines Arztes, schlicht durch Geburt in der Familie des Arztes, automatisch als ein
qualifizierter Doktor betrachtet werden sollte, ohne das notwendige Training oder die
persönliche Qualifikation. Oder der Sohn eines Ingenieurs sollte automatisch als ein
qualifizierter Ingenieur betrachtet werden ohne passende Ausbildung und
demonstriertem Sachverstand. Die bloße Vorstellung ist lächerlich. Auf ähnliche Art
muss ein brahmana spezifische Qualifikationen und Fähigkeiten haben um die
Gesellschaft angemessen zu führen. Die Position ist nicht nominell, nur für die Show,
sondern hat sehr reale Voraussetzungen und Pflichten, für die man, um sie auszuführen,
qualifiziert sein muss. Die brahmana halten bestimmte Ränge und Privilegien in der
vedischen Kultur, weil die Fähigkeiten dieser Person erheblich für das übergeordnete
Wohlergehen der Gesellschaft sind. Aber die Nebeneinkünfte des Titels ohne
Qualifikation, Fähigkeit, oder dem Ausüben der Funktionen der Position ist durch-unddurch Betrug. Wir mögen hinzufügen, dass das durch Geburt fixierte Kastensystem nicht
durch die vedische Literatur unterstützt wird, und nicht in Indien praktiziert wurde bis sie
von den Briten bezwungen wurde. Es waren die Briten, die geplante Kasten schafften um
die Kultur von Indien zu unterminieren und sie zu bezwingen.10
Inhärent im System von varna ist das Konzept der Pflicht jedes Teiles der
Gesellschaft gegenüber den andern, wobei die höheren Ordnungen, die vaisyas, ksatriyas
und brahmanas zunehmend größere Verantwortlichkeit für die anderen haben. Es war
die Pflicht der höheren Ordnungen, die niedrigen zu beschützen, und insbesondere die
Schwachen und Unschuldigen zu beschützen, so wie brahmanas, Frauen, Kinder, die
Älteren und die Kühe. In der Tat, jede lebende Kreatur wurde als ein Bürger betrachtet in
der vedischen Kultur, und hatte ein Anrecht auf den Schutz des Königs. Die Pflichten
jedes varna wurden durch Manu etabliert, und in der Manu Samhita verkündet. Jedes
Mitglied der vedischen Kultur folgte traditionell freiwillig ihrer Pflicht, weil das die
Kultur war. Sie waren nicht durch Begierde für Gewinn, oder Androhung von Strafe
oder Verlust motiviert. Weil die Kultur in Tugend etabliert war, handelten die Leute aus
einem Gefühl der Pflicht — der Charakteristik von Sattva – guna.
54
AMDG IHS
Varna Sankara
Das obige ist eine Beschreibung der varnas in einer idealen Welt, und wie sie
mehr oder weniger in ihrer reinen Form in den altertümlichen vedischen Kulturen
existierte. Betrachte diese varnas als Präzisionsteile eine sozialen Maschine, welche,
wenn, anständig zusammengebaut der gesamten Kultur erlaubt wie entworfen zu
arbeiten — alle Mitglieder arbeiten zusammen für das gemeinsame Ideal des Erreichens
des transzendentalen Zieles am Ende der Reise des Lebens. Zu jener Zeit erhielten
diejenigen in Tugend, die brahmanas, oder Priester der Gesellschaft, die Reinheit der
Kultur. Diejenigen in Leidenschaft waren nicht nur Könige, sondern aufgrund ihrer
spirituellen Reinheit wurden auch als Weise, oder rishis betrachtet. Folglich wurden sie
raja-rishis genannt, oder rajarshis, was heilige Knige bedeutet. Die rajarshis schätzten
und respektierten die vedische Kultur, und stellten geführt von den brahmanas sicher,
dass alle Mitglieder der Gesellschaft angemessen beschäftigt waren hinsichtlich ihres
dharma, und ihr eigenes Wohlergehen als auch das der Gesellschaft sicherstellend. Die
Organisatoren der Gesellschaft, die vaisyas, waren nicht von Akkumulation von
Reichtum und Selbsterhöhung besessen, sondern gemäß ihrer Pflicht in der Produktion
beschäftigt wie für die angemessene Erhaltung der Gesellschaft erforderlich. Und die
Arbeiter, oder sudras, aus dem sozialen Körper, waren untergeben, entschlossen und
arbeiteten nach ihren besten Kräften. Durch solch ein Arrangement teilte jeder in der
Gesellschaft einvernehmlich in den materiellen und spirituellen Vorteilen.
Antike vedische Kulturen verstanden das transzendentale Ziel und den Wert von
vedischen Prinzipien als notwendigen Elemente um ihnen zu helfen es zu erreichen. Sie
taten daher ihr bestes um die Reinheit der Kultur zu erhalten durch Reinheit des
Individuums, und durch Ausdehnung, der Reinheit der varnas. Aufgrund der Einflüsse
von Kali wurde das Ideal jedoch aufgegeben, so wie sinnliche Attraktionen Vorrang über
den Erhalt einer idealen Kultur einnahmen. Aufgrund von wiederholter Mischehe unter
den varnas im Laufe der Jahrhunderte wurde die Reinheit der varnas beinahe vollständig
verloren. Das Ergebnis wird varna sankara genannt, oder gemische varnas, in welchen
die große Mehrheit der Leute jetzt einige der Tendenzen jedes varna haben, und
niemand weiß wirklich wer er in der Gesellschaft ist, noch welche Rolle er spielen sollte.
Die Teile jener fein abgestimmten sozialen Maschine sind abgenutzt worden bis zu dem
Punkt an dem sie nicht mehr so gut zusammenarbeiten. Die Priester sind nicht rein, die
ksatriyas nicht länger heilig oder anderweitig qualifiziert, und die Organisatoren, jetzt
Geschäftsleute genannt, tun ihr Bestes um die Arbeiter auszubeuten und die Arbeiter
zahlen gleich zurück. Als ein Resultat gibt es Chaos und jeder gibt sein äußerstes um
sicherzugehen, so viel wie sie können von den anderen Mitgliedern der Gesellschaft zu
nehmen. Natürlich, weil wir nicht gleich sind, sind manche besser im Nehmen als
andere, mit dem Ergebnis, dass manche Teile der Gesellschaft, inklusive vieler Frauen,
zu vielen Kindern, und oft den Alten, oft in einer verzweifelten Lage gelassen werden.
Das varna Arrangement der Gesellschaft beschreibt, was der soziale Körper
genannt wird. Wie unser eigener Körper, sind alle Teile dazu bestimmt, dem gesamten
Wesen zu dienen. Die brahmanas werden als Kopf der Gesellschaft betrachtet, die
ksatriyas als die Arme, die vaisyas als der Bauch, und die sudras als die Beine. Wenn
alle Teile des Körpers im Dienst des Ganzen beschäftigt sind, kann der Körper in einem
gesunden Zustand erhalten werden. Ähnlich ist es für den sozialen Körper wenn er als
eine Einheit handelt. Aber wenn ein Teil seine Verbindung mit dem Ganzen verliert und
seinen eigenen Eigennutz verfolgt, kann es nur Schwierigkeiten für den gesamten
sozialen Körper geben. In unserer modernen Gesellschaft wurde diese Unterscheidung
von, und Verbindung zwischen, den verschiedenen Teilen des Körpers verloren. Wir
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AMDG IHS
streben alle nach unserem eigenen Eigennutz, scheinbar unabhängig von den anderen, als
ob das möglich wäre. Im Versuch auf diesem Wege Erfüllung zu finden ist genauso
lächerlich wie als wenn die verschiedenen Teile unseres Körpers versuchen unabhängig
für ihren „eigenes“ Wohlergehen zu handeln. Können die Arme glücklich sein
unabhängig vom Kopf? Kann der Kopf glücklich sein ohne die Hilfe des Bauches für
Ernährung? Kann der Bauch glücklich sein ohne die Hilfe der Arme und Beine? Oder
kann der Bauch schlicht alles genießen und es zurückweisen, den Nutzen an alle anderen
Teile des Körpers zu verteilen? Nein. Noch können die Teile des sozialen Körpers ohne
eine gegenseitig günstige Beziehung überleben, aber das ist der Zustand der heutigen
Welt. Jedes Mitglied der Gesellschaft versucht, für sich alleine zu sorgen, mit keiner
Beziehung oder Verpflichtung an die anderen Teile der Gesellschaft, sehr wenige sind
glücklich, und nur sehr wenige haben ausreichend Ressourcen für jegliche Art von
bedeutungsvollem Leben. Die Idee dass wir unabhängig von anderen sein können und
immer noch glücklich sein können in dieser Welt ist nur eine weitere Illusion des
modernen Lebens.
Der persönliche Einsatz der Mitglieder der vedischen Kultur für ihre Prinzipien
schaffte einen Gesellschaftsvertrag, welcher alle Mitglieder der Gesellschaft schützte
und begünstigte. Der Vertrag war, dass jedes Mitglied der Gesellschaft sich für den
Nutzen andere einbringen würde, so sehr es ihre natürlichen Fähigkeiten es ihnen
erlaubten. Die brahmanas würden nach dem spirituelle Wohlergehen und der
Ausrichtung der Gesellschaft sehen. Die ksatriyas würden physischen Schutz vor Leid
bereitstellen, und auch absichern dass jedes Mitglied sich anständig in produktiver
Aktivität beschäftigte. Die vaisyas organisierten die produktiven Bemühungen der
Gesellschaft und verwalteten die Verteilung von Gütern, während die sudras die Arbeit
bereitstellten. Im Kontext einer Kultur, die frei von jeglicher Vorstellung von Geld war,
war die Interdependenz aller Mitglieder nicht schwer zu erkennen. In einer kleineren
persönlichen Welt war es wahrscheinlich, dass man die Person kannte, welche die
Schuhe oder Kleidung machte, oder die Milch bereitstellte. Was wurde im Gegenzug
gegeben? Etwas wurde erwartet und eine Verpflichtung wurde gefühlt. Was noch
wichtiger ist, die Mitglieder der Gesellschaft waren in der Lage ihren persönlichen
Einsatz für dieses Ideal aufgrund der Einflüsse von sattva – guna aufrecht zu erhalten,
und es setzte sich so lange fort wie sattva - guna bestand. Dieses soziale Arrangement
wurde weiter unterstützt durch den Einsatz jeder Person für ein höheres spirituelles Ideal
— dem Ziel, sich selbst zu einem höhere Ziel am Ende des Lebens zu transferrieren —
einer himmlischen Belohnung, wenn nicht vollständiger spiritueller Emanzipation. Es
war weit verbreitet in lange vergangener Zeit, aber aufgrund der zunehmenden Einflüsse
von Leidenschaft und Unwissenheit, konnte der Einsatz für dieses Ideal nicht
aufrechterhalten werden. Es wurde in das Kastensystem der indischen Kultur pervertiert,
und setzte sich im Westen in seiner grundlegenden Form in der mittelalterlichen
Gesellschaft durch das Mittelalter hindurch.
Die Gunas und die Natürliche Welt
Indem wir die Einflüsse der gunas weiter erforschen, lasst uns nun betrachten wie
Leute diese Welt sehen. Ökologen behaupten dass eine der grundlegenden Aspekte
unseres kollabierenden Ökosystems ist, dass wir andere, insbesondere die nichtmenschliche Welt, als fundamental unterschiedlich von uns selbst sehen. Darum haben
wir wenig oder keinen Anlass dafür, uns um die Natur zu kümmern. Zum Beispiel,
gemäß dem Ökologen Fritjof Capra, “Logik führt uns nicht zu der Tatsache, dass wir ein
integraler Teil des Lebensnetzes sind, zu bestimmten Normen wie wir leben sollten. Falls
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AMDG IHS
wir jedoch ein tiefes Umweltbewusstsein haben, oder die Erfahrung Teil des Netzes des
Lebens zu sein, dann werden wir (im Gegensatz zu sollen) dazu geneigt sein, uns um die
gesamte lebendige Natur zu kümmern. In der Tat, wir können es kaum unterlassen, in
dieser Art zu antworten“.11 Warum haben nur manche Leute solch ein
Umweltbewusstsein? Weil sie ein gewisses Mindestmaß an sattva – guna haben.
Diejenigen in Leidenschaft sehen jedes Lebewesen unterschiedlich. Ihr
Bewusstsein diktiert, dass, falls der Körper anders ist, das Leben anders ist. Personen
unter dem Einfluss der Leidenschaft (um nicht von der Unwissenheit zu sprechen)
können die Einheit des Lebens nicht sehen. Für sie kann ein Fisch nicht den gleichen
Wert wie ein menschliches Wesen haben. Die Fische, Schweine, Kühe, und Hühner
werden alle schlicht als Objekte für den Gebrauch des Menschen gesehen. Die Eulen,
Frösche und Vögel, alle unschuldige Opfer der nachlässigen ökologischen Haushaltung
des Menschen und der Zerstörung von Biotopen, werden nicht auf einer Ebene mit
Menschen gesehen von denen, die durch rajo – guna beeinflusst sind. Noch können sie
sich selbst als bloß ein weiterer Draht im Netz des Lebens sehen, betont gleich zu den
anderen Mitgliedern unserer planetaren Heimat. Wie bei den Tieren können sie keine
Vorstellung von Ebenbürtigkeit auf andere Menschen ausdehnen, seien sie
unterschiedlich aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Rasse, Nationalität, oder Kultur.
Dieses Verständnis von Gleichheit ist verfügbar nur für diejenigen die ausreichend
Tugend kultiviert haben (18.20): “Jenes Wissen, durch das die eine ungeteilte spirituelle
Natur in allen Daseinsformen gesehen wird, ungeteilt im Geteilten, ist Wissen in der
Erscheinungsweise der Tugend.“ Daher können wir die Schlussfolgerung des
Sozialkommentatoren Wendell Berry verstehen, dass “Leute müssen mehr verstehen als
die Verpflichtung einander und der Erde gegenüber; sie müssen auch die Gefühle solcher
Verpflichtungen haben.“ Dies kann vom Großteil der Leute schlicht nicht realisiert
werden, welche in Leidenschaft und Unwissenheit versunken sind. Nur indem sattva –
guna erhöht wird, können solche Ideen verstanden werden.
Die Zerstörungskraft, die wir in der Wirtschaft, in menschlichen Beziehungen, in
der Umwelt, in der Politik, und jedem anderen Platz bezeugen, besteht aufgrund der
Einflüsse von tamo - guna. Es gibt nur einen Weg, dass diese in einen gesunden Zustand
gebracht werden, und das ist durch Bringen von sattva - guna, oder suddha - sattva —
transzendentaler Tugend — in unsere Aktivitäten, unser Denken, und unser Bewusstsein.
Die vedische Perspektive bietet etwas anderes, was vollständig vermisst wird in
der modernen Kultur — ein absoluter Standard, anhand dem verstanden wird was
günstig oder zerstörerisch ist, was die Menschheit anheben oder degradieren wird, und
daher was getan werden sollte und was nicht im Interesse von, und zum Vorteil der
gesamten Gesellschaft. Weil seine Grundlage für das Verständnis und
Entscheidungsfinden über dem materiellen Zustand des Lebens liegt, bietet die vedische
Perspektive ein absolutes Verständnis der Unterschiede zwischen gut und schlecht, und
richtig und falsch. Die Vorstellung von moralischem Relativismus, basieren auf den
Genüssen des Geistes und Körpers, und relativ für einen selbst, basiert auf der
illusionären körperlichen Vorstellung des Lebens. Das Bhagavat Verständnis des Lebens
erlaubt uns, den moralischen Kompass wieder zu errichten, welcher von unserer
Unwissenheit zerstört wurde. Dies ist keine Frage von einem Teil der Gesellschaft der
seinen Willen künstlich anderen aufzwingt, sondern ein wissenschaftlicher Einfluss, der
in der Praxis in jedem Teil der Welt beobachtet werden kann. Die Qualität der Tugend
erleuchtet und hebt an, während die Qualität der Unwissenheit verwirrt, degradiert und
zerstört. Obwohl, es immer einen Teil der Gesellschaft geben wird, der die Absicht hat
ihren freien Willen zu nutzen um sich selbst zu degradieren, falls wir eine gesunde
57
AMDG IHS
Gesellschaft, eine gesunde Umwelt, und eine gesunde Zukunft für unsere Kinder und
Enkel wollen, muss die Gesellschaft irgendwie auf den Standard von sattva – guna
gebracht werden. Wir können keinen Weg dorthin zeichnen, ohne dass wir als erstes
wissen wo wir jetzt sind, und dass wird verstanden werden wenn wir durch die nächsten
paar Kapitel voranschreiten.
Wir haben gelernt wie die gunas unsere Wahrnehmung des Lebens beeinflussen
und weiterhin, wie dies das Bewusstsein aller Leute konditioniert. Die Art auf die wir
unsere wirtschaftliche Aktivität ausüben ist ein Ergebnis jenes Bewusstseins und
Konditionierung. Aber es gehört mehr zu einem Verständnis des wirtschaftlichen
Verhaltens des Menschen, insbesondere der Attribute, von denen angenommen wird,
zumindest in diesen modernen Zeiten, dass sie ihn in seinen wirtschaftlichen
Beziehungen motivieren — Lust, Neid und Gier.
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AMDG IHS
Kapitel Zwei
Lust, Neid und Gier
O mein Herr, diejenigen, deren Herz aufgrund des Einflusses von Lust,
Gier, Neid und Illusion verwirrt ist, sind in dieser von Deiner maya
geschaffenen Welt nur an Illusionen interessiert. An Illusionen
hängend, wandern sie unaufhörlich in der materiellen Welt umher.
Srimad Bhagavatam 9.8.25
Beim Betrachten der Warums und Wofürs des Wirtschaftens des Menschens
sollten wir auch die Qualitäten der Lust, des Neides, und der Gier einbeziehen, welche in
der heutigen Welt allzu oft hilfreiche Komplizen für das Erbringen wirtschaftlicher
Ergebnisse sind. Dies ist gemäß eines der fähigsten volkswirtschaftlichen Kapitäne des
20. Jahrhunderts, John Maynard Keynes. Er war der Ansicht, dass die
Wirtschaftswissenschaft eines Tages in der Lage sein würde der menschlichen Rasse zu
dienen, anstatt dass der Mensch den Bedürfnissen von Kapitalinteressen dient. Obwohl
er jedoch von einer zukünftigen Zeit träumte, in der jeder der Begünstigte des
wirtschaftlichen Überschusses war, verteidigte er dennoch den Gebrauch einer
niedrigeren Moralität um das Ziel zu erreichen. In Economic Possibilities for our
Grandchildren schreibt er:
Ich sehe uns daher frei, zu einem der sichersten und gewissen
Prinzipien der Religion und traditionellen Tugend zurückzukehren —
das Habgier ein Laster ist, und dass das Eintreiben von Zinswucher ein
Vergehen ist, und die Liebe des Geldes verabscheuenswert, dass diese
die wirklich auf dem Pfad der Tugend und vernünftiger Weisheit
schreiten [diejenigen sind] die am wenigsten an den folgenden Tag
denken. Wir sollten einmal mehr den Wert der Ziele über den der
Mittel schätzen und das Gute dem Nützlichen bevorzugen. Wir sollen
diejenigen ehren die uns lehren, wie wir die Stunden und den Tag
tugendhaft und gut bestreiten, die höchst angenehmen Leute die fähig
sind, direkten Genuss in Dingen zu nehmen, den Lilien auf den Feldern
die weder schuften noch spinnen.
Aber gebt Acht! Die Zeit für all dies ist noch nicht gekommen. Für
wenigstens weitere hundert Jahre müssen wir uns selbst und allen
vormachen, dass redlich verdorben und verdorben redlich ist; weil
verdorben nützlich ist und redlich nicht. Habsucht und Wucher und
Vorsichtsmaßnahmen müssen noch für ein wenig länger unsere Götter
sein. Denn nur sie können uns aus dem Tunnel der wirtschaftlichen
Notwendigkeit ins Tageslicht führen.1
Lust bezieht sich im Allgemeinen auf Begierden des Fleisches. Dies ist seine
Definition als ein Nomen. Aber in dieser Diskussion möchte ich es als Verb definieren,
in der Bedeutung von intensivem, oder extremen Verlangen, welches auf Gegenstände
jeder Art gerichtet werden kann, so wie die Lust der Konsumenten, es „alles zu
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AMDG IHS
bekommen, und jetzt!“. In diesem Sinne ist Lust ein signifikanter Faktor, der die
wirtschaftliche Maschine antreibt, insbesondere für die Vereinigten Staaten, weil
Konsumentenaktivität die Grundlage für einen erheblichen Teil seiner Wirtschaft ist.
„Mit den Jones mithalten“ ist ein weiterer wichtiger Aspekt von wirtschaftlicher
Aktivität. Die Besitztümer und Vermögen von anderen entzünden Begierden in unserem
eigenen Herz, darum ist Neid auch in wirtschaftlichen Überlegungen sehr wichtig. Und
Gier ist zu oft die treibende Kraft hinter vieler wirtschaftlichen Aktivität, insbesondere
wenn Fusionen und Übernahmen gigantische Unternehmensmonster erschaffen, wobei
eine Handvoll Unternehmen das Schicksal der gesamten Welt kontrollieren. Intensive
und unbegrenzte Begierden, der Neid anderer, und unbegrenzte und ungeminderter Gier
sind erhebliche Kräfte, die die wirtschaftlichen Handlungsweisen des modernen
Menschen formen. In der Tat kann von Lust, Neid und Gier gesagt werden, dass sie die
treibenden Kräfte hinter der Praxis sind, die als „Raubtierwirtschaft“ tituliert wurde.
Daher, falls wir den Wirtschaftsmenschen im modernen Kontext voll verstehen wollen
müssen wir als erstes die Grundlage dieser Qualitäten verstehen.
Manche sagen dass diese Qualitäten die inhärente Natur des menschlichen
Wesens sind. Die christliche und buddhistische Tradition akzeptieren Lust, Neid und
Gier zum Beispiel als einen unvermeidbaren Teil der menschlichen Bedingung. Aber
wenn diese Qualitäten tatsächlich den Menschen inhärent sind, warum werden sie dann
nicht durchweg von allen Menschen gezeigt, durch die Zeit und Bevölkerungen
hindurch? Und warum scheinen sie zuzunehmen in unserer westlichen Kultur im Laufe
der letzten fünfzig Jahre? Das Untersuchen der Einflüsse dieser Qualitäten auf die
wirtschaftliche Aktivität des modernen Menschen in Bezug auf die Lehren aus der
vedischen Literatur werden uns helfen, die Antworten auf diese Fragen zu verstehen.
Die Entwicklung von Lust
“Ich will… ich will… ich will…” ist das Mantra der Lust. Die Liste der Dinge
die wir wollen scheint endlos zu sein. Egal wie sehr wir bekommen, es gibt immer noch
mehr Dinge die wir wollen. Unsere Wunschliste ist niemals erfüllt, weil unserer
Wünsche sich stets ausdehnen. Die Bhagavatam erklärt warum: Weil wir von den
Erscheinungsweisen der Natur infiziert sind. Die Qualitäten der Lust und des Verlangens
(Begierde) sind die Symptome von Leidenschaft und Unwissenheit. Durch
Kontemplation der Objekte der Sinne entwickeln wir einen Wunsch sie zu haben; aus
diesem Wunsch entsteht Anhaftung, und aus Anhaftung kommt Lust.
Diese Entwicklung ist einfach genug zu verstehen. Betrachte alles was ihr
vielleicht in eurem Besitz habt. Bevor ihr es erlangt habt, habt ihr als erstes darüber
nachgedacht, es zu haben, und basierend auf eurem Wunsch unternahmt ihr die
notwendigen Schritte um es zu erlangen. Diese Entwicklung ist natürlich sehr subtil, und
oft völlig unbewusst. Wir halten nicht an um zu sehen woher unsere Wünsche entstehen;
alles was wir wissen, ist, dass wir etwas wollen. Natürlich gibt es praktisch keine
Begrenzung für die Anzahl der Wünsche die eine Person haben mag, insbesondere
angesichts der Natur der modernen Marketingtechniken, die die Ansprüche der Sinne
künstlich erhöhen. Wie viele Male seid ihr für einen Gegenstand zum Laden gegangen
und habt ihn mit anderen verlassen, die ihr nicht kaufen wolltet als ihr durch die Tür
gegangen seid? Dekorateure wissen wie eure Wünsche zu vergrößern sind und sie
arrangieren ihre Auslange um deine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wenn man den
Gegenstand einmal gesehen hat, ist das Ergebnis oft fait accompli. Den Gegenstand
kontemplierend, entwickelt man eine Begierde für ihn, und ein weiterer Kauf wird
gemacht.
60
AMDG IHS
Kinder bieten sehr gute Beispiele dieses Phänomens, weil sie so transparent in
ihren Wünschen und Handlungen sind. Führ sie den Süßigkeiten-Gang entlang und ihre
Sinne geraten außer sich. Sie wollen alles was sie sehen — ihre kleinen Hände strecken
sich vom Einkaufswagen aus mit solcher Kraft aus, dass es scheint als ob sie den
geschätzten Gegenstand direkt aus dem Regal levitieren könnten. Es ist oft eine sehr
gestresste Mutter welche tapfer versucht aus der Tür zu kommen ohne dass ihr kleines
hysterisch über die Wünsche heult die sie nicht erfüllen konnte. Die Gita erklärt diese
Reaktion auch: Wut ist das Ergebnis der Frustration unserer Begierden.
Teil unserer kulturellen Anpassung während wir zu Erwachsenen werden ist das
Regulieren unserer Wünsche gemäß dessen dem wir uns leisten können oder
vernünftigerweise erlangen können, abgewogen gegen konkurrierende Bedürfnisse und
Wünsche, und genauso wichtig, die Intelligenz zu entwickeln, diejenigen Wünsche oder
Versuchungen zu erkennen, ohne die wir besser dran sind. Ein weiterer Teil dieser
kulturellen Anpassung ist das Lernen oder Verstecken unserer Wünsche auf die Weise,
die wir für am günstigsten halten um sie zu erlangen. Während jüngerer Kinder ihre
Begierden unverfroren zeigen, lernen sie, so sie altern, viel subtiler oder sogar gewitzt
dabei zu sein sie auszudrücken. Falls Heulen und Wutausbrüche funktionieren, wird
dieses Verhalten jedes Mal abgerufen wenn benötigt, und so sie altern kann es sich zu
einem hochentwickelten zur Schau tragen von emotionalem Stress über unerfüllte
Wünsche entwickeln. Die meisten Erwachsenen entwickeln sich über Wutausbrüche
hinaus um ihre Begierden zu erlangen, indem sie sie entweder subtil oder direkt an
diejenigen ausdrücken die in der Lage sind sie zu erfüllen. Hinweise oder Suggestionen,
Ausdrücke von Neid, direkte Aufforderung, intellektueller Zwang, oder selbst
feindselige Auseinandersetzungen werden auch eingesetzt. Natürlich ist das gesündeste
Verhalten, Wünsche durch ehrliche Anstrengungen zu befriedigen, und gute Menschen
überall tun dies. Aber falls solche Wünsche sehr stark sind und ehrliche Mittel nicht
ausreichend oder zu problematisch sind, oder als unnötig angesehen werden um sie zu
erfüllen, können Täuschung, Diebstahl, Bestechung, Betrug und Gewalt auch benutzt
werden. Dies könnten auch die Methoden der ersten Wahl sein für Personen, die solchen
Umgang gewöhnt sind.
Manchmal können es die Umstände sozial unangemessen machen, die
tatsächlichen Wünsche oder Intentionen zu zeigen. Sie werden dann verdeckt oder in
diskreter und taktvoller Weise ausgedrückt. Vedische Texte definieren dieses Begehren,
die echte Mentalität zu verheimlichen, als avahittha, oder Verheimlichung. Wie Srila
Bhaktivinoda Thakur es in seinem Jaiva Dharma ausdrückt, “Diesen direkten Pfad für
den der Täuschung verlassend, wird [man] gerissen, beschäftigt sich in skrupellosen
Unternehmen, und versucht seine Verworfenheit hinter eine Fassade von süßen Worten
und posiertem Anstand zu verbergen“. Oft sind diese süßen Worte schlicht Lügen.
Lügen und Intrigen werden nicht selten beim Erlangen der Objekte unserer Wünsche
eingesetzt. Durch Lügen und andere Verschleierung können wir unsere Absichten
vollständig verbergen, oder einen ausgeklügelten Plan erschaffen durch den wir unsere
Ziele erreichen können ohne unsere Hand zu zeigen. Bemühungen der
Doppelzüngigkeit, oder Falschheit sind jedoch eine gefährliche Falle in welcher der
Praktizierende bald ein Opfer seines eigenen Handelns wird. Indem praktiziert wird,
andere per Verwischen der Linien zwischen Wahrheit und zu täuschen, wird eine Person
bald die Fähigkeit verlieren zwischen Wahrheit und Falschheit zu unterscheiden. Mit
anderen Worten, indem wir versuchen andere in Illusion zu setzen, fallen wir selbst unter
die gleiche Illusion. Die Wahrheit ist was immer wir wollen das sie ist, oder so ähnlich
denken wir, aber das lässt es nicht so sein. Durch das wiederholte Ausüben von
61
AMDG IHS
Doppelzüngigkeit setzen wir uns selbst weiter unter die Kontrolle von maya. Dieses
maya hilft, unseren ahankara, oder falsches Ego, zu formen, worin wir unsere wirkliche
Mentalität selbst vor uns selbst verstecken. Wir werden unfähig unsere eigenen
Motivationen und Handlungen zu verstehen.
Unsere erste Handlung der Täuschung ist unser Verlangen, den Besitz Gottes zu
genießen, und fälschlicherweise von uns selbst als den rechtmäßigen Genießern der
Dinge dieser Welt zu denken. Srila Praphupada erklärt dies an mehreren Plätzen durch
seine Arbeit hindurch:
Er ist Seele. Er hat nichts zu tun mit dieser materiellen Welt, aber er
wollte sie. Oder die Wahrheit ist, dass er genießen wollte indem er der
Herr wurde. Er ist Diener… manchmal begehren Diener dies, ‚Warum
bin ich der Diener? Warum nicht Herr?‘ Das ist natürlich. Aber die
natürliche Position ist, dass er Untertan ist, ein Diener. Falls er ein
Diener Krishnas bleibt, dann wird er immer glücklich sein. Aber weil
er begehrte, ein Herr zu werden kann er kein Herr in der spirituellen
Welt werden, weil in der spirituellen Welt der Herr Gott ist, Krishna.
Also wird ihm die Gelegenheit gegeben, ‚Alles klar, gehe zur
materiellen Welt und werde ein Herr.‘ Also kämpft er um die Existenz,
und jeder versucht Herr zu werden.2
Es gibt keine Notwendigkeit, die Geschichte zu verfolgen wann das
Lebewesen dies begehrte. Aber die Tatsache ist, dass, sobald es es
begehrte, es unter die Kontrolle von atma – maya durch Anweisung
des Herrn gestellt wurde. Daher träumt das Lebewesen in seinem
materiellen Zustand fälschlich, dass dies „mein“ und dies „ich“ ist. Der
Traum ist, dass die bedingte Seele von seinem materiellen Körper als
„ich“ denkt, oder fälschlich denkt, dass er der Herr ist und das alles in
Verbindung mit dem materiellen Körper „mein“ ist. Darum hält die
irrige Vorstellung von “ich” und “mein” ein Leben nach dem anderen
an. Dies setzt sich ein Leben nach dem anderen fort, so lange wie das
Lebewesen sich seiner Identität als untergeordneter Teil und Stück des
Herrn nicht gänzlich bewusst ist.3
Der gesamte Prozess der Selbstrealisierung ist dafür gedacht, Selbst-Täuschung
zu eliminieren, so dass wir die Wahrheit wie sie ist sehen können, unsere eigene Position
relativ zu dieser Welt uns seinem Schöpfer anerkennen können, und unsere schlechtdurchdachten und übel-erzeugten Wünsche und Anhaftungen — genau die Stricke die
uns an diese Welt der wiederholten Geburten und Tode binden. Diejenigen die
Selbstrealisation anstreben werden direkt in ihrem Umgang mit anderen. Die oben von
Bhaktivinoda Thakur zitierte Stelle setzt sich später fort: “Wahre Kultur, in ihrer
unverdorbenen Form, aller Amoralität beraubt, wird unter den Vaisnavas gefunden.
Wahre Kultur bedeutet die Ehre in einer ernsthaften wahrhaftigen Anordnung
teilzuhaben — mit anderen Worten, schlichter Anstand — aber die gegenwärtige
Definition von Kultur ist schlicht eine Methode des Maskierens bösartiger interner
Motive, welche schrittweise weiter Betrug pervertieren.“
Niemals-endende Sinnesbegierden
Sinnliche Aktivität, welche Glück in der Erscheinungsweise der Leidenschaft
bringt, bietet unmittelbare Genugtuung und das Versprechen von Erfüllung. Es gibt
jedoch ein Problem mit sinnlichem Vergnügen in dem Sinne, dass es schnell
62
AMDG IHS
verschwindet, und während es uns Genuss geben mag, gibt es uns keine Befriedigung.
Sobald das unmittelbare Glück verschwindet, suchen wir eine weitere Erfahrung die
angenehme Gefühle verspricht, nur um die Befriedigung schwinden zu sehen. Wieder,
und wieder wiederholen wir das Verhalten. Wir versuchen unterschiedliche Erfahrungen,
oder unterschiedliche Leute, endloses Ändern der Kaste von Charakteren, Ereignissen
und Plätzen. Eine neue Situation mag scheinbar eine neue Erfahrung anbieten, aber es ist
wirklich nur alter Wein in neuen Schläuchen. Wer macht sich die Mühe zu so einer
Analyse? Wenige, wenn überhaupt welche, und der Prozess setzt sich durch zahlreiche
Lebenszeiten fort.
Das Verhalten von Kindern bietet ein weiteres Mal ein einfaches und universelles
Beispiel. Süßigkeiten schmecken gut, aber weil ihre Intelligenz noch nicht ausreichend
entwickelt ist, wissen Kinder nicht wann man aufhören sollte sie zu essen. Kinder
werden weitermachen, vollständige Schüsseln gefüllt mit Süßigkeiten zu essen bis sie
sich selbst krank machen. Letztendlich lernen wir, wann man aufhört Süßigkeiten zu
essen, aber diese Begierden werden schlicht durch andere ersetzt, von denen manche sich
als abhängig machend für Erwachsene erweisen. Diese Begierden, deren Liste sehr lang
ist, beinhaltet eine Vielfalt von sinnlichen Aktivitäten und andere zerstörerische
Verhaltensweisen. Bedenkt, dass es jetzt mehr als einhundert 12-Schritt Programme gibt,
das beliebte Verhaltensmodifikationsprogramm, entworfen um Erwachsenen zu helfen,
Süchte zu überwinden nach solchen Sachen wie: Glücksspiel, Ess-Süchte und Zwänge,
Bewusstseinsverändernde Drogen, Zigaretten, Selbstverletzungen, Sexsüchte und
Prostitution, Diebstahl, zwanghaftes Einkaufen, und zwanghafte Schulden. Während die
ersten Erfahrungen ein Gefühl von Genuss bringen können, werden diese Verhalten zu
unkontrollierbaren Leidenschaften und Problemen die in Elend und Verzweiflung enden.
Die Sinne sind daher schlechte Herren. Unabhängig davon wie viel man danach
streben mag sie zufrieden zu stellen sind sie niemals befriedigt und verlangen immer
mehr. Um ihre starken Begierden zu befriedigen können Leute sich in illegalen oder
sündhaften, sogar entsetzlichen Handlungen betätigen, oder viele unterschiedliche Arten
von Härten, Enthaltungen, Verachtung oder Beleidigungen aushalten. „Obwohl sie den
Notwendigkeiten des Körpers, Geistes und der Sinne unterliegen und an verschiedenen
Arten von Krankheit und anderen Arten von Kümmernissen leiden, aufgrund seiner Lust
die Welt zu genießen wird die Welt von vielen Plänen fortgerissen. Obwohl
transzendental zu dieser materiellen Existenz, akzeptiert das Lebewesen, aufgrund von
Unwissenheit, und unter dem Bewusstsein von „ich und mein“, all diese materiellen
Miseren“ (4.29.24-25),
Die Bedingung von Sucht ist eine in der wir uns selbst gezwungen finden unsere
Sinne mit ihren Objekten zu beschäftigen — selbst gegen unseren eigenen Willen.
Bezüglich der Probleme die die Sinne mit sich bringen, fragte Arjuna Sri Krishna wie es
kommt, dass man gezwungen ist den Anweisungen der Sinne zu gehorchen, selbst wenn
sie ihn zu sündhaften Handlungen verleiten. Sri Krishna antwortet: „Es ist nur Lust,
Arjuna, der alles-verschlingende sündhafte Feind dieser Welt. Sie wird aus dem Kontakt
mit der Erscheinungsweise der Leidenschaft geboren und später in Wut transformiert.
Das reine Bewusstsein des Lebewesens wird von seinem ewigen Feind in der Form von
Lust bedeckt, welche niemals befriedigt ist und welche wie Feuer brennt. Die Sinne, der
Geist und die Intelligenz sind die Sitzplätze dieser Lust. Durch sie bedeckt Lust das
wirkliche Wissen des Lebewesens und verwirrt es“ (3.36.39-40),
Zu sagen dass die Sinne, der Geist und Intelligenz der Sitz der Lust sind, bedeutet
dass sie verschmutzt oder kontaminiert sind von Lust. Verschmutzt von Lust macht die
Intelligenz durchgehend Pläne wie die Objekte der Begierde zu erlangen sind; der Geist
63
AMDG IHS
erinnert ständig die erhaltenen Eindrücke durch Beschäftigen der Sinne mit ihren
Objekten, und die Sinne selbst sehnen sich nach dieser Stimulation. Von der Lust
verschmutzt werden die Sinne, Geist und Intelligenz sowohl angehaftet als auch
konditioniert auf die Erfahrung, welche eine korrespondierte Auffassung des Lebens
formt in welches Begierden, und die Mittel um sie zu erlangen eben der Grund für unsere
Existenz werden, was rechtfertigt, welche Mittel auch immer genutzt werden um sie zu
erlangen. Auf diese Weise wird sündhaftes und kriminelles Verhalten akzeptiert oder
sogar normal für die Person die ein Sklave der Lust ist.
Die Bhagavatam bietet eine passende Metapher um diese Situation zu
beschreiben. Stell‘ dir einen Wagen vor, der von fünf Pferden gezogen wird. Die Pferde
repräsentieren die Sinne, die Zügel sind der Geist, der Fahrer ist die Intelligenz, der
Wagen ist der materielle Körper, und der Passagier ist die Seele. Wenn die Intelligenz
gut ist, kontrolliert sie den Geist und Sinne. Daher versteht sie wohin man gehen soll und
wohin nicht, basierend auf den Interessen des Passagiers, der Seele. Der Fahrer des
Wagens (des Körpers) bringt daher den Passagier sicher an das erwünschte Ziel. Aber
falls die Pferde außer Kontrolle sind, oder die Zügel nicht anständig benutzt werden oder
verbunden sind mit den Pferden, oder falls der Fahrer betrunken ist oder schläft, kann
kein gutes Ergebnis aus der Situation entstehen.
Als erstes muss die Intelligenz anständig ausgestattet werden mit Wissen darüber
was der Körper ist, wer der Passagier ist, wie der Geist zu kontrollieren ist, und was das
erwünschte Ziel des menschlichen Lebens ist, dann, und nur dann, ist die Intelligenz
fähig alle Aktivitäten zu lenken. Falls die Intelligenz untrainiert ist, oder nicht weiß wie
der Geist zu kontrollieren ist, kann sie die Handlung nicht anständig lenken, also wird
das Ergebnis fragwürdig. Dies beschreibt den Zustand der modernen Zivilisation. Es gibt
nicht länger jegliches Verständnis der spirituellen Natur des Menschen, oder unseres
Zweckes in dieser Welt, noch dem anständigen Ziel des menschlichen Lebens. Den
Sinnen und Geist wird erlaubt, sich auszuleben, völlig unkontrolliert. Der Geist und
Intelligenz werden von den Sinnen genutzt um ihnen zu helfen ihr Objekt der Begierde
zu erlangen. „Die Sinne sind so stark und ungestüm, o Arjuna, dass sie sogar den Geist
eines Mannes gewaltsam fortreißen, der Unterscheidungsvermögen besitzt und bemüht
ist, sie zu beherrschen.“ (2.60) Verantwortungsbewusstes menschliches Leben erfordert,
dass der Geist und Sinne strikt kontrolliert werden. Die Bhagavatam warnt uns daher
(7.15.46): “Andernfalls, wenn man nicht bei Acyuta und Baladeva Zuflucht sucht,
werden die wie Pferde wirkenden Sinne und die als Wagenlenker dienende Intelligenz,
die beide für materielle Verunreinigung anfällig sind, den Körper, der als Wagen dient,
in ihrer Unachtsamkeit auf den Pfad der Sinnenbefriedigung bringen. Wenn man auf
diese Weise erneut von den Schurken des Essens, Schlafens und Paarens angezogen
wird, werden die Pferde und der Wagenlenker in den dunklen, blind machenden Schacht
des materiellen Daseins geschleudert, und man wird in eine gefährliche und äußerst
furchtbare Lage versetzt, in der man wiederholt geboren werden und sterben muss.“
Geist ist der Nexus der Lust die zu Unaufhörlichem Materiellen Leben führt
Nicht zu wissen wer wir sind, halt uns davon ab, die bedauerliche Lage des
endlosen Sehnens nach Objekten der Begierde und des Gejammers darüber was
verloren wurde aufzulösen, Wie kann die Intelligenz effektiv funktionieren und
entscheiden was akzeptabel und was nicht ist, falls sie völlig unwissend der Wahrheiten
des Lebens ist? Das Verständnis des langfristigen Interesses hängt vollständig von der
Auffassung vom selbst ab. Falls die Intelligenz nicht trainiert ist um zu verstehen, dass
der Wahrnehmende der Erfahrung die Seele ist, die unterschiedlich vom Körper und
64
AMDG IHS
Geist ist, wie kann sie auf der Basis von spirituellen, oder ewigen Interessen
unterscheiden. Sie kann es nicht. In solch einer Situation hat die Intelligenz keine
Grundlage für die Entscheidungsfindung.
Die meisten Leute denken dass sie der Körper sind, oder vielleicht der Geist.
Andere haben eine Vorstellung von der Seele, aber weil dieses Konzept inadäquat in
den jüdisch-christlichen religiösen Traditionen erklärt wird, sind sie unsicher darüber
was das bedeutet. Darauf konditioniert, sich mit dem Körper und dem Geist zu
identifizieren, wird jede Begierde die in das Bewusstsein kommt für „meine“ Begierde
gehalten, und wir denken daher „‘ich‘ will dies“, „‘ich‘ will das“. Wem gehört diese
innere Stimme die sagt „‘ich‘ will“? Es gibt drei mögliche Quellen der inneren Stimme
„ich“ die Seele, „ich“ die Intelligenz, und „ich“ der Geist.4 Diese Elemente sind so
subtil in ihrer Natur dass man den Unterschied zwischen ihnen nur in ihrer Funktion
verstehen kann.
Die Funktion der Intelligenz ist es zwischen dem zu unterscheiden was
wünschenswert oder nicht wünschenswert ist auf der Grundlage der langfristigen
Interessen. Die Funktion des Geistes ist es, festzulegen, was wünschenswert und nicht
wünschenswert ist, basierend auf Sinnenbefriedigung, während es das tatsächliche
Begehren der Seele ist, die immer-frische Quelle ihrer Befriedigung in ihrem originalen
transzendentalen Zustand zu finden. Um festzulegen „wer“ spricht, ist Introspektion
benötigt — wir müssen den Gedanken gemäß diesen Kriterien untersuchen. Trainieren
um zwischen den Stimmen des Bewusstseins zu unterscheiden ist der Zweck der Praxis
des Yoga.5 Fragt sie nach Sinnenbefriedigung? Falls ja, ist es die Stimme des Geistes.
Ermuntert sie uns über das langfristige Wohl nachzudenken? Dann ist es die Stimme der
Intelligenz. Natürlich können diese Stimmen in Konflikt miteinander stehen. Der
Cartoon eines solchen moralischen Dilemmas zeigt einen Engel auf einer Schulter und
den Teufel auf der anderen: „tu es“, „nein, tu es nicht“, „ja, tu es“… und der Kampf
wütet. Der Teufel und Engel repräsentieren Geist, respektive Intelligenz. Der Geist ist
darauf aus, eine köstliche, sogar verbotene Frucht zu kosten, aber die Intelligenz erkennt,
dass es in der Zukunft einen Preis zu zahlen gibt, und es ist besser, dass man für
langfristiges Glück handelt.
Weil die meisten Leute kein Verständnis des Unterschieds zwischen den grobund feinstofflichen Körpern haben, der Unterscheidung zwischen dem Geist und der
Intelligenz, oder der Präsenz und Natur der Seele, nehmen sie an, dass die innere Stimme
nur ein einzelnes „ich“ ist. Daher wenn sie hören „ich will…“ denken sie
notwendigerweise dass dies „ihr“ Begehren ist. Wann immer nur unmittelbare Genüsse
betrachtet werden, hat der Geist carte blanche. Aber weil der unkontrollierte Geist
jemandes schlimmster Feind ist, erschafft dies eine gefährliche Situation. Handeln
gemäß den Vorgaben des Feindes kann niemals ein gutes Ergebnis herbeiführen.
Konditioniert von einer materialistischen Auffassung des Lebens, begehrt der Geist viele
Dinge die zu einer Quelle von Problemen werden können und wiederholten Geburten in
dieser materiellen Welt. Die Bhagavatam fragt daher (5.6.5): “Der Geist ist die Wurzel
von Lust, Zorn, Stolz, Gier, Klage, Illusion und Furcht. Gemeinsam sind diese die
Ursache der Bindung an fruchtbringende Handlungen. Welcher Weise würde also sein
Vertrauen in den Geist setzen?“ Sie erklärt: “ Der Geist ruft alle Bezeichnungen der
Seele hervor, und deshalb ist er die Ursache aller Leiden in der materiellen Welt.
Solange dem bedingten Lebewesen diese Tatsache unbekannt ist, muss es die leidvolle
Bedingung des materiellen Körpers hinnehmen und innerhalb dieses Universums von
einer Position zur anderen wandern. Weil der Geist Krankheit, Klage, Illusion,
Anhaftung, Gier und Feindschaft ausgesetzt ist, ruft er in dieser materiellen Welt
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Bindung und ein falsches Gefühl der Vertrautheit hervor“ (5.11.16).
Um die Rolle des Geistes im Erschaffen materieller Bande, Glückes und Leides
weiter zu illustrieren, erzählt Lord Krishna eine Geschichte des brahmana aus Avanti:
Dieser brahmana war ein Landwirt und Händler. Er war extrem gierig,
übel gelaunt und anfällig für Wut. Als ein Ergebnis waren seine Frau,
Söhne, Töchter, Verwandte und Diener alle jeder Art von Genuss
entzogen, und gaben schrittweise ihre Zuneigung zu ihm auf. Zu
gegebener Zeit nahmen Diebe, Familienmitglieder und die Vorsehung
all seinen Reichtum hinfort. Sich so ohne jeden Besitz wiederfindend
und von allen verlassen, entwickelte er ein tiefes Gefühl der
Entsagung. Er war dankbar, dass dieses Gefühl der Loslösung ins
seinem Herzen entstanden war und betrachtete es als das faktische
Mittel um seine Seele von materiellen Banden zu befreien.
In solch einem Zustand der Entsagung begann der Avanti brahmana
über die Erde zu wandern, und verdeckte seine spirituelle Position
indem er sich selbst als ein alter und dreckiger Bettler präsentierte.
Grobe Personen würden ihn mit vielen Beleidigungen entehren. Aber
während er von niedrig-klassigen Menschen beleidigt wurde, die
versuchten seinen Niedergang zu beeinflussen, blieb er in seinen
spirituellen Pflichten beständig. Seinen Beschluss in der
Erscheinungsweise der Tugend fixierend dachte er:
„Diese Leute sind nicht der Grund meines Glückes oder Leides. Noch
sind es die Halbgötter♠, mein eigener Körper, die Planeten, meine
vergangene Arbeit, oder Zeit. Es ist eher der Geist allein, der Glück
und Leid verursacht, und die Rotation des materiellen Lebens fortsetzt.
Der mächtige Geist treibt die Funktionen der materiellen
Erscheinungsweisen an, aus denen die unterschiedlichen Arten von
materiellen Aktivitäten in den Erscheinungsweisen der Tugend,
Leidenschaft und Unwissenheit sich entwickeln. Gemäß seinen
Aktivitäten in diesen Erscheinungsweisen entwickelt man
korrespondierende Lebensstatuse. Ich, die unendliche spirituelle Seele,
habe diesen Geist ergriffen, welcher der Spiegel ist, der das Bild der
materiellen Welt reflektiert. Darum bin ich damit beschäftigt, Objekte
der Begierde zu genießen und bin verwirrt aufgrund des Kontaktes mit
den Erscheinungsweisen der Natur.
„Nächstenliebe, vorgeschriebene Pflichten, Befolgung von großen und
kleinen regulierenden Prinzipien, Hören aus den heiligen Schriften,
fromme Werke und reinigende Gelöbnisse haben alle als ihre letztes
Ziel die Bändigung des Geistes. In der Tat, Konzentration des Geistes
auf den Höchsten ist das höchste Yoga. Wenn jemandes Geist völlig
fixiert und beruhigt ist, welchen Bedarf hat man dann rituelle
Wohltätigkeit und andere frome Rituale auszuüben? Wenn jemandes
Geist unkontrolliert bleibt, verloren in Unwissenheit, von welchem
Nutzen sind diese Beschäftigungen für ihn? All die Sinne sind unter
der Kontrolle des Geistes gewesen seit ewigen Zeiten, und der Geist
selbst kommt niemals unter die Herrschaft irgendeines anderen. Er ist
♠Die
Halbgötter sind die Kontrolleure von universellen Angelegenheiten. Diese Agenten des Herrn
kontrollieren die Funktionen der universalen Elemente wie Sonne, Mond, Regen, Wind, Ozean, den
Bewegungen der Lebewesen in Geburt und Tod, Zuteilung von Karma, etc.
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stärker als die stärksten, und seine gottähnliche Macht ist
furchterregend. Daher wird jeder, der den Geist unter Kontrolle
bringen kann der Meister von all den Sinnen.
Da sie im Bezwingen dieses unverwüstlichen Feindes, des Geistes,
dessen Dränge nicht tolerierbar sind und welcher das Herz foltert,
scheitern, sind viele Leute völlig verwirrt und erschaffen unnötigen
Streit mit anderen. Darum schließen sie, dass andere Leute entweder
ihre Freunde, ihre Feinde oder ihnen gleichgültige Parteien sind.
Personen, die sich mit diesem Körper identifizieren, welche schlicht
das Produkt des materialistischen Geistes ist, sind in ihrer Intelligenz
erblindet und denken in Begriffen von „ich und mein“. Aufgrund ihrer
Illusion von „dies bin ich, aber das ist jemand anders“, wandern sie in
endloser Dunkelheit.“6
Sri Krishna schließt die Geschichte des Avanti brahamana durch Bestätigen des
Geistes als der Schnittstelle unserer materiellen Existenz: „Keine andere Kraft neben
seiner eigenen mentalen Verwirrung lässt die Seele Glück oder Leid erfahren. Die
Wahrnehmung von Freunden, neutralen Parteien, und Feinden, und die gesamte
Erfahrung von materiellem Leben, welches um diese Wahrnehmung gebaut ist, sind
schlicht aus Unwissenheit erschaffen.“ Illusion, erschaffen aus Unwissenheit ist daher
der Ursprung von Lust.
*
*
*
Neid — Die Geißel von Weitverbreitetem Wohlergehen
Neid hat sehr echte-Welt Ergebnis in Hinsicht auf wirtschaftliche
Angelegenheiten. Betrachte dass es die Definition von Neid ist, dass eine Person will,
was andere besitzen, obwohl sie kein Recht darauf haben. Wenn materialistische und
neidische Leute den Überfluss von anderen sehen, beginnen sie unmittelbar zu
untersuchen wie sie es mit Gewalt nehmen können. In Fällen von extremen Neid, werden
sie gehässig auf den Wohlstand anderer und versuchen, sie zu verarmen. Es gibt kein
besseres Beispiel des Einflusses von Neid und seinem Wandel in der Wirtschaft als die
Geschichte von Indien.
Es war einmal ein Land von enormem Reichtum. Nicolo Conti beschrieb, dass im
frühen fünfzehnten Jahrhundert die Ufer des Ganges von einer blühenden Stadt nach der
anderen gesäumt waren, jede wohl-entworfen, reich an Gärten und Obstgärten, Silber
und Gold, Handel und Industrie. Mount Stuart Elphinstone schreibt: “Die Hindu
Königreiche, die von den Moslems gestürzt wurden, waren so reich, dass Muslimische
Historiker ermüden vom Erzählen der immensen Beute an Juwelen und Gold, welche
von den Eroberern erbeutet wurde.“7 Obwohl ausgiebiger Handel mit Indien seit
Jahrtausenden stattgefunden hat, und beinahe alle ihrer Reichtümer durch solche
rechtmäßigen Mittel erhalten werden konnten, schlossen die Lust und der Neid der
Eroberer diese vernünftige Methode aus. Lust auf ihre Reichtümer, und die
Begehrlichkeit von „ich und mein“ auf ihre Schätze waren ihr Wunsch.
Der Reichtum von Indien wurde wiederholt geplündert, aber selbst als Shan
Jahan der Imperator war, beinhaltete sein Schatz zwei Untergrund Tresorräume, jeder
von ungefähr 150000 Kubikfuß Kapazität, welche beinahe vollständig mit Silber und
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Gold gefüllt waren. Aber obwohl die Mongolen Indien eroberten, zerstörten sie sie nicht.
Der Britische Historiker Vincent Smith bestätigt in seiner Akbar (Oxford, 1919, ed.),
dass Indien sogar bis ins 19. Jahrhundert blühte: „gegenwärtige Zeugnisse erlauben
keinen Zweifel, dass es der urbane Bevölkerung der wichtigeren Städte gut situiert
waren.“ In der Tat, Reisende beschrieben Agra und Fatehpur Sikri als größer und reicher
als London. Nicht nur die Städte waren blühend, sondern auch die gesamte Bevölkerung,
wie von Anquetil-Duperon berichtet, der, durch die Maratha Distrikte reisend 1760 sich
selbst „in der Mitte der Einfachheit und des Glückes des Goldenen Zeitalters“ fand, „die
Leute waren fröhlich, lebhaft und von guter Gesundheit“. Dieser Reichtum setzte sich bis
in die späteren Jahre der mongolischen Herrschaft fort, wie uns Maria Graham, welcher
Pune im frühen 19. Jahrhundert besuchte, informiert: „Unter den niedrigeren Klassen
(Kasten) ist es sehr gewöhnlich einen Mann mit Gold und Silber auf seinen Händen,
Füßen, Taille, Nacken, Ohren und Nase beladen zu sehen.“ Robert Clive, der
Chefarchitekt des Britischen Imperiums in Indien, berichtete nach seinem Besuch von
Murshidabad 1759, dass sie „ein Land von unerschöpflichem Reichtum“ war.
Indiens Überfluss bestand aufgrund der Tatsache, dass die vielen Einwohner sich
an die religiösen Prinzipien des dharma hielten. Die höheren Klassen, die nicht neidisch
waren, erlaubten allen Klassen am gewaltigen Reichtum teilzuhaben. Die Bevölkerung
war in aller Vielfalt von Herstellung tätig, und führte einen aktiven Handel mit dem
Römischen Imperium, selbst zu Beginn der derzeitigen Ära.8 Der Reverend Jabuz
Sunderland berichtete: “Dieser Reichtum wurde von den gewaltigen und vielfältigen
Industrien der Hindus erschaffen.” Beinahe jede Art von Fabrikation oder Produkt
welches der zivilisierten Welt bekannt ist – beinahe jede Art von Schöpfung von Hand
und Hirn des Menschen, welches irgendwo existierte, und geschätzt entweder für seine
Nützlichkeit oder Schönheit – wurde schon seit langem in Indien produziert. Indien war
eine weit größere industrielle und herstellende Nation als irgendeine in Europe oder als
irgendeine in Asien. Ihre Textilgüter — die feinen Produkte ihrer Webstühle, in
Baumwolle, Wolle, Leinen und Seide — waren überall in der zivilisierten Welt berühmt;
genau wie ihr exquisiter Schmuck und edle Steine, geschnitten in jeglicher lieblichen
Form; genau wie ihre Töpferware, Porzellan, und Keramiken jeder Art, Qualität, Farbe
und schönen Form; genau wie ihre feinen Arbeiten aus Metall – Eisen, Stahl, Silber und
Gold. Sie hatte großartige Architektur – ebenbürtig in Schönheit zu aller anderer auf der
Welt. Sie hatte großartige Werke der Ingenieurskunst. Sie hatte großartige Händler,
großartige Geschäftsmänner, großartige Bankiers und Financiers. Sie war nicht nur die
größte Schiffs-bauende Nation, sondern hatte auch einen großen Handel und Austausch
auf dem Land und der See, welcher in alle bekannten zivilisierten Länder reichte. So war
das Indien welches die Briten fanden als sie kamen.“9
1750 war ihr relativer Anteil am Fabrikationsoutput der gesamten Welt 24,5
Prozent, höher als der kombinierte Output des Vereinten Königreichs, Frankreichs,
Deutschlands, des Habsburger Imperiums, den italienischen Staaten und Russlands.
Indien war auch ein Hauptproduzent und Exporteur von Textilien. Alleine die Stadt
Kasimbazar in Bengalen produzierte mehr als 2 Millionen Pfund unverarbeitete Seide
jährlich während der 1680er, mehr als acht Mal so viel wie Europas führender SeideHersteller zu der Zeit, Sizilien. Die Baumwollweber von Gujarat stellten beinahe 3
Millionen Stücke pro Jahr alleine für den Export her, was das größte TextilienUnternehmen im kontinentalen Europe, welches weniger als 100000 Stücke pro Jahr
produzierte zu einem Zwerg machte.10 Aber die Briten zerstörten die Textilindustrie,
genau wie die blühende Wirtschaft. Sie waren so neidisch auf die Fähigkeiten der
Bengalischen Weber dass sie ihre Daumen abschnitten.
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Wie unerschöpflich Indiens Reichtum auch erschienen sein mochte, er war
unakzeptablen für die neidischen Briten, die es zu ihrer Politik machten, Indien auf
bittere Armut zu reduzieren, und das einstmals produktive und blühende Bharata in
Elend und Abhängigkeit führte. Die Methoden sie die benutzten um dieses
unehrenhaften Meisterstück zu vollbringen sind altbewährt, und wurden überall auf dem
Globus seit hunderten von Jahren, seit den frühesten Zeiten der Kolonisierung
wiederholt, und sogar davor auf einer kleineren Skala mit benachbarten Ländern, Städten
und sogar Dörfern. Der Prozess setzt sich bis zum heutigen Tage fort auf einer planetenweiten Skala unter der scheinbar gutartigen, gar vorteilhaften Auffassung des globalen
Freihandels.
Das Ergebnis von Lust, Eifersucht und Stolz
So wie wir Srila Praphupada oben zitiert haben, wenn die jiva es begehrt, Herr
dieser Welt zu sein, wird sie unter den Bann von Illusion gesetzt, darum versucht er den
Herrn als Genießer dieser Welt zu imitieren. Zu sagen dass die Lebewesen diese Welt
herumkommandieren wollen, bedeutet nicht notwendigerweise als höchster Genießer,
obwohl das sicherlich der Fall sein kann. Die faktische Bedeutung des ‚Herr dieser Welt
seins‘, bedeutet der Genießer der materiellen Energie zu sein. Abhängig von den
Qualitäten der gunas, auf die man konditioniert ist, kann man das so weit treiben wie das
Bewusstsein bestimmt. Unter dem Einfluss von sattva – guna wird man das genießen
was auf natürliche Weise ohne umfassende Bemühungen zu bekommen ist. Unter dem
Einfluss der Leidenschaft unternimmt man ein starkes Bemühen um die Objekte der
Begierde zu bekommen. Aber in Unwissenheit gibt man alle Nettigkeiten auf und nimmt
sich schlicht was man will von anderen gemäß seiner Fähigkeiten.
Ohne Rücksicht auf die Größenordnung und das Betätigungsfeld das man
erlangen kann, ist das Verlangen, die Überlegenheit über andere zu demonstrieren
charakteristisch für die materialistische Mentalität. Diese Begierde wird Stolz genannt.
Eifersucht, die Unfähigkeit das Wohl anderer zu tolerieren, geht einher mit Stolz. Neid
ist Missgunst von, oder sogar Gehässigkeit gegenüber anderen, aufgrund des Sehens
ihres Wohles oder Erfolges. Es wird abgeleitet von der Kombination von Lust, Neid und
Stolz. Diese Qualitäten kombinieren auf diesem Weg: Aufgrund von Lust ist man nicht
damit zufrieden damit was man hat, und will immer mehr — wie viel mehr? Zumindest
muss man mehr haben als andere, um als ihnen überlegen betrachtet zu werden. Weil wir
eifersüchtig sind auf diejenigen die mehr haben als wir, sind wir aufgrund unseres
Stolzes unfähig ihren Wohlstand zu tolerieren. Wir sind gehässig darüber was sie erlangt
haben, und was wollen was sie haben.
Neid ist der Treibstoff von Geltungskonsum
Aufgrund von Unwissenheit weiß die materialistische Person nichts
über sein wirkliches Eigeninteresse, dem glücksverheißendem Pfad im
Leben. Er ist schlicht an materiellen Genuss gebunden durch lustvolle
Begierden, und alle seine Pläne werden für diesen Zweck gemacht.
Für kurzweilige Sinnenbefriedigung, schafft solch eine Person eine
Gesellschaft des Neides, und aufgrund dieser Mentalität stürzt er in
den Ozean des Leidens. Solch eine törichte Person weiß nicht einmal
etwas davon. (5.5.16)
Personen, die völlig im Bewusstsein von „ich und mein“ absorbiert sind, sind
auf natürliche Weise eifersüchtig und wollen daher ihren „überlegenen“ Status bei
anderen anpreisen. Darum treibt Neid einen dazu genausoviel oder hoffentlich mehr als
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die Rivalen zu erlangen so dass sie sich anderen ebenbürtig, oder überlegen fühlen in
ihrer Bewertung ihrer selbst. Aber es muss ein Mittel geben durch welches man sich
selbst an anderen messen kann, und darum erschaffen diese materialistischen Personen
eine Gesellschaft des Neides in der sie anstreben, sich gegenseitig auszustechen, mehr
zu akkumulieren, mehr zu gebrauchen, und mehr zu leisten. Darum sehen wir jetzt
Designerlabels, die auf der Außenseite der neuesten Moden getragen werden, und
Markennamen sind die sichtbaren Zeichen geworden durch die man seinen Reichtum
zeigt und darum ihre Prestige bewirbt. Es ist Neid, der Geltungskonsum antreibt, in
denen die Reichen auf extravagante Weise im Exzess mehr als das BNP von zweidrittel der Länder der Welt konsumieren, und zum Beispiel 300000$ für eine Breguet
Armbanduhr ausgeben, oder 48000$ für einen Michel Perchin Füller.11
Es gibt vielleicht keine bessere Beschreibung der egozentrischen verweichlichten
Materialisten als The Theory of the Leisure Class, vor einem Jahrhundert als Satire
geschrieben von Volkswirt und Sozialkritiker Thorstein Veblen. Veblen beschreibt die
Mentalität derjenigen die von sich selbst im Sinne der Dinge denken die sie besitzen, und
welche, aufgrund ihres Neides auf andere, ihre Überlegenheit durch Konsum
demonstrieren müssen: „Aufgrund der früheren Stufen wirtschaftlicher Entwicklung, war
der Konsum von Gütern ohne Einschränkung, insbesondere Konsum der besseren
Rangstufen von Gütern — im Ideal aller Konsum über das Selbsterhaltungsminimum
hinaus — natürlicherweise Teil der feinen Leute.“ Veblen beschreibt die „quasifriedfertigen Gentlemen des Müßiggangs“, welche „von den Dingen des Lebens weit
mehr als das für Selbsterhaltung und physische Effizienz notwendige Minimum
konsumieren“. Sein Konsum muss nicht nur in Qualität, sondern auch in Menge
ausgeprägt sein. Um seinen Status zu zeigen benötigt er die Hilfe von anderen beim
Verfügen der feineren, nein, des allerbesten an Essen, Trinken, Betäubungsmitteln,
Unterkunft, Diensten, Ornamenten, Bekleidung, Waffen und Ausrüstung,
Unterhaltungen, Amulette, und sogar Idolen und Gottheiten. Befriedigung ist jedoch
nicht der einzige Zweck ihres Konsums. „Das Grundprinzip der Reputation ist zur Hand
und erfasst solche Innovationen, die, gemäß ihrem Standard, zum Überleben geeignet
sind. Weil der Konsum diese exzellenteren Güter ein Beweis von Reichtum ist, wird er
ehrend; und umgekehrt, das Scheitern in rechter Menge und Qualität wird zu einem
Zeichen der Unterlegenheit und Fehler.“
Der Begriff „Geltungskonsum“ wurde von Veblen in diesem Werk geprägt, und
er demonstrierte dass es seinen sehr speziellen Zweck hatte — ein Mittel der Reputation
für den Gentleman des Müßigganges:
So wie Reichtum in seinen Händen akkumuliert, wird seine eigene
nicht-unterstützte Bemühung nicht ausreichen, um seinen Überfluss
unter Beweis zu stellen durch diese Methode. Die Hilfe von Freunden
und Wettbewerben wird daher eingebracht durch Flüchten ins Geben
von wertvollen Geschenken und teuren Gelagen und Unterhaltungen.
Geschenke und Gelage haben ohne Zweifel keinen anderen Ursprung
als den der naiven Prahlerei, aber sie haben ihre Nützlichkeit für diesen
Zweck sehr früh erlangt, und sie haben den Charakter bis zum heutigen
Tage erhalten; so dass ihr Nutzen in dieser Hinsicht nun seit langem
das substanzielle Fundament ist, auf dem sich diese Bräuche stützen.
Kostspielige Unterhaltungen, so wie der Potlatsch oder der Ball,
wurden insbesondere adaptiert um diesem Zweck zu dienen. Die
Konkurrenten mit denen der Unterhalter sich wünscht einen Vergleich
in Gang zu bringen, wird durch die Methode auch dazu gebracht als
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ein Mittel zum Zweck zu dienen. Er konsumiert indirekt für seinen
Gastgeber zur gleichen Zeit zu der er ein Zeuge des Konsums des
Überschusses an guten Dingen seines Gastgebers ist, welche sein
Gastgeber ohne weiteres mit einer Hand verfügen kann, und er wird
auch zum Zeugen der Leichtigkeit der Etikette seines Gastgebers.12
Jedem tieferem Verständnis für sich selbst abhanden gegangen, können solche
Personen nicht länger ihre Existenz über die Marken die sie nutzen und die Labels die sie
tragen hinaus verstehen, und dies ist wahr bei Leuten jedes Einkommens, nicht nur der
feinen Leute. Davon ausgeschlossen, Markennamen mit Preisen in der Stratosphäre zu
nutzen um ihre Reinrassigkeit hervorzuheben, nutzen die weniger bemittelten Marken als
ein Mittel des Findens einer Identität sowohl im Leben als auch im Tod. Markennamen
sind daher nicht nur irgendwas, das einen Gegenstand hervorstechen lassen auf dem
Regal, sondern werden dafür angesehen, einen Zugang in eine begehrenswertere Welt zu
bieten, und ersetzen sogar religiösen Glauben als der Quelle von Sinn im Leben.
Vor ein paar Jahren in einem Artikel, der in der Financial Times erschien, gab die
Werbeagentur Young & Rubicam an, dass Marken „die neue Religion“ sind, und dass
Leute sich Marken zuwenden um Bedeutung im Leben zu finden. Die Marken die
erfolgreich sind, sagen sie, sind diejenigen, die so erscheinen als ob sie mit
ursprünglichen Vorstellungen und starken Glaubenssätzen verbunden sind, bei denen sie
sich weigern Kompromisse zu machen. Diese Marken sind auch diejenigen die so
erscheinen als ob sie die Leidenschaft und Energie haben, die nötig ist um die Welt zu
verändern, und auf diesem Wege konvertieren sie Leute zu ihrer Denkweise.13
In dem Times-Artikel unterstützte die Londoner Designagentur Fitch auf
ähnliche Weise die Behauptung der Vergötterung von Markennamen durch die
Bemerkung, dass zwischen 1991 und 2001 ungefähr 6000 Paare ihr Ehebündnis am Altar
von Walt Disney World gelobten, und dass, anstatt an Sonntagen in die Kirche zu gehen,
Leute in Läden wie dem Heimausstatter-Giganten IKEA ihre Ehrerbietung erweisen. Der
Times Artikel sagt uns weiter, dass manche Marken auch den Weg zum Jenseits bahnen
und diese Himmelspforten — vergraben sein in Harley-Marken-Särge scheinbar eine
beliebter finaler Tribut an ihre Gottheit unter Harley-Davidson-Motorrad Liebhabern
geworden ist.13
Extremer Neid Führt zu Selbst-Neid
Stellt es Euch einfach vor! Lust kann bis zu so einem Grad zunehmen, dass eine
Person neidisch auf ihr eigenes Selbst ist — das heißt, ihr tatsächliches, spirituelles
Selbst. Weil sie ihre spirituelle Natur nicht verstehen, angetrieben von Lust und Neid,
üben solche Personen Gewalt an sich selbst und anderen aus, handeln entgegen ihrem
eigenen zukünftigen spirituellen Wohlergehen, wie von Srila Praphupada erklärt (16.18):
Eine dämonische Person, die immer gegen die Vorherrschaft Gottes
steht, möchte nicht an die heiligen Schriften glauben. Sie ist neidisch
auf sowohl die heiligen Schriften als auch die Existenz der höchsten
Persönlichkeit Gottes. Dies wird verursacht von seinem so-genannten
Prestige und seiner Akkumulation von Reichtum und Stärke. Er weiß
nicht, dass das derzeitige Leben eine Vorbereitung für das nächste
Leben ist. Dies nicht wissend, ist er tatsächlich neidisch aus sein
eigenes Selbst, wie auch das von anderen. Er übt Gewalt an anderen
Körpern und seinem eigenen aus. Er kümmert sich nicht um die
höchste Herrschaft der Persönlichkeit Gottes, weil er kein Wissen hat.
Neidisch auf die heiligen Schriften und die höchste Persönlichkeit
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Gottes, unterbreitet er falsche Argumente gegen die Existenz von Gott,
und bestreitet die Autorität der heiligen Schriften. Er hält sich selbst
für unabhängig und mächtig in jeder Handlung. Er denkt, dass, weil
niemand ihm nahekommen kann in Stärke, Macht oder Reichtum, er
auf jede Art handeln kann und niemand ihn stoppen kann. Falls er
einen Feind hat, der den Fortschritt seiner sinnlichen Tätigkeiten
aufhält, macht er Pläne um ihn mit seiner eigenen Macht
niederzustrecken.
Selbst-Neid bedeutet, sich bösartig gegen das eigene Selbst zu verhalten,
jeglichen Vorteil abzulehnen, der durch Introspektion oder spirituelle Praktiken
entstehen könnte. Selbst-Neid ist das Produkt der Erscheinungsweise der Dunkelheit und
durch seinen Einfluss hält man das was falsch ist für richtig, und das was richtig ist für
falsch. Solche Personen sind ihre eigenen schlimmsten Feinde.
Die Neidischen sind Intolerant gegenüber dem Glück Anderer
Eine Person die ihre spirituelle Natur verloren hat, bemüht sich tatsächlich, ihr
Lustdenken auszudehnen, welches ihren Genuss mehr und mehr erhöht. Diese
Mentalität stellt einen Zusammenhang mit der Frage, die von Alan Durning in seinem
Buch How Much is Enough? gestellt wird. Beinahe unbegreiflich für die
durchschnittliche Person ist die Tatsache, dass manche Leute es alles wollen. Das
dämonische Bewusstsein erlaubt einem zu denken, dass solcher Genuss ohne Grenzen
gesteigert werden kann und sollte. Solch ein Bewusstsein hält jemanden jedoch davon
ab, mit dem befriedigt zu sein, was sie bereits haben, darum erhöhen Zunahmen in Lust
automatisch den Neid von anderen. Lust, Eifersucht und Stolz verbinden sich um
Missgunst von einem extremen Grad zu erzeugen, wie berichtet in der Beschreibung der
Dämonischen Mentalität in der Gita: „so viel gehört heute mir, und es wird in der
Zukunft mehr und mehr zunehmen. Er ist mein Feind und ich habe ihn getötet, und ich
werde meine anderen Feinde auch töten… Ich bin perfekt, mächtig und glücklich.“ Unter
dem Einfluss solches Neides werden die Dämonischen unglücklich, wenn sie das Glück
anderer sehen; sie werden tatsächlich glücklicher wenn sie das Unglück und das Leiden
von anderen sehen. Solch extremer Neid ist daher einer der Hauptmotivatoren hinter
den raubtierhaften wirtschaftlichen Praktiken, welche die Armen und Hilflosen
entrechten und verschlingen. Wir denken von Neid normalerweise als einer Emotion
oder einem Gefühl welches wir erfahren wenn wir etwas sehen was andere haben und
wir wollen. Was könnten die Armen der Welt haben, das die Reichen wollen würden?
Ihr Geld, ihr Glück, und ihre Genügsamkeit — alles davon.
Die Gewöhnlichkeit von Neid und durch es das Verlangen, anderen Schmerz
zuzufügen wurde in einem Experiment demonstriert, welches von Professor Daniel
Zizzo der Oxford Universität und Adnrew Oswald der Warwick Universität
durchgeführt wurde.14 Das Experiment war ein gespieltes Spiel, welches eine
Verteilung von Reichtum unter den Teilnehmern durch Wetten erzeugte, aber einigen
der Teilnehmern wurde eine willkürliche Fähigkeit verliehen, deren sich alle bewusst
waren, was ihnen einen unfairen „Vorteil“ gab. Nachdem die Wettphase des
Experiments beendet war, wurde den Teilnehmern erlaubt, anonym den Betrag der
Gewinne der anderen Teilnehmer zu reduzieren („verbrennen“), aber um dies zu tun
müssten sie einen Preis zahlen, etwas von ihrem eigenem Geld aufgeben. Obgleich
dieser Kosten, und entgegen den Annahmen der wirtschaftlichen Lehrbücher, gaben
zwei-Drittel der Teilnehmer ihr eigenes Geld aus um anderen Leuten weh zu tun, was
letztlich den Betrag an Geld den alle Teilnehmer mit nach Hause nehmen mussten um
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zwanzig Prozent reduzierte. Eine der überraschenden Funde des Experiments was, dass
ungefähr 15% der der bevorteilten Teilnehmer eine Haltung von Neid gegenüber den
Benachteiligten demonstrierten, und sie genauso sehr oder mehr als die bevorteilten
verbrannten. Während die bevorteilten Personen die benachteiligten und bevorteilten
Personen gleichermaßen verbrannten, schienen die benachteiligten Leute sich nur
darum zu sorgen. ob Geld berechtigt erhalten worden war, oder durch den unfairen
Vorteil, und schienen dieses Kriterium zu gebrauchen beim Entscheiden, wer zu
verbrennen war.
Neidische Leute werden ihrer Natur nach von religiösen Systemen angezogen,
welche den Neid von anderen ermutigen — was bedeutet, andere in Freunde und Feinde
zu unterteilen — die Hilfe von Gott beschwörend um diejenigen zu vernichten die sie
beneiden. Die Srimad Bhagavatam (6.16.41-42) erklärt wie Neid sogar in religiöse
Systeme gebracht wird:
Alle Formen der Religion außer bhagavata-dharma funktionieren, da
sie voller Widersprüche sind, nach Auffassungen von
fruchtbringenden Ergebnissen und Unterschieden von „du und ich“
und „dein und mein“. Die Anhänger des Srimad-Bhagavatam haben
kein derartiges Bewusstsein. Sie sind alle Krishnabewusst und
denken, sie gehören Krishna und Krishna gehöre ihnen. Es gibt
andere, minderwertige religiöse Systeme, die zur Tötung von Feinden
oder zur Erlangung von mystischen Kräften gedacht sind, und solche
von Leidenschaft und Neid erfüllte religiöse Systeme sind unrein und
zeitweilig. Weil sie voller Neid sind, sind sie voller lrr-Religion.
Wie kann ein religiöses System, das einem selbst schadet und Neid
auf das eigene Selbst und andere erzeugt, für einen selbst und für die
anderen nützlich sein? Was ist bei dem Befolgen eines solchen
Systems glückverheißend? Was kann man tatsächlich erreichen?
Dadurch, dass man seinem Selbst aufgrund von Neid Schmerzen
bereitet und dass man anderen Schmerzen zufügt, erweckt man
Deinen Zorn und praktiziert Irr-Religion.
*
*
*
Gier - Lektionen auf dem Pfad zu Unbegrenzten (und
Unverdienten) Reichtümern
Hat Gier irgendwas mit der Funktionsweise der Wirtschaft zu tun? Nach Gordon
Gekko tut sie das. Gekko ist berühmt dafür, die Tugenden der Gier zu erklären: „Der
entscheidende Punkt ist doch, daß die Gier, leider gibt es dafür kein besseres Wort, gut
ist. Die Gier ist richtig, die Gier funktioniert. Die Gier klärt die Dinge, durchdringt sie
und ist der Kern jedes fortschrittlichen Geistes. Gier in all ihren Formen, die Gier nach
Leben, nach Geld, nach Liebe, nach Wissen hat die Entwicklung der Menschheit
geprägt. Und die Gier, bedenken Sie diese Worte, wird nicht nur die Rettung sein für
Teldar-Papers, sondern auch für diese andere schlecht funktionierende Firma, die USA.”
Indem sie Gekkos guten Ratschlag annehmen, haben viele unserer Führer, sowohl
wirtschaftliche als auch politische, Gier als das Mittel benutzt um den Tag zu retten, aber
es ist gewöhnlich nur ihr Tag, der gerettet wird.
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Gekko ist natürlich ein fiktiver Charakter aus dem spät-80er Film Wallstreet,
aber sein Charakter insgesamt basiert auf echten Menschen welche Gier personifizieren:
den Corporate Raiders Ivan Boesky, Michael Milliken and Carl Ichan. Sie waren die
Kapitäne der Schrottanleihen, des Insiderhandels und feindlichen Übernahmen, nach
denen das „Jahrzehnt der Gier“ benannt wurde, die uns gezeigt haben wie man reich
wird indem man profitable Unternehmen aufbricht und zerstört, welche die Frechheit
hatten, nicht selbst gierig zu sein.15 Es war Boesky, welcher 1986 eine sehr reale Rede
über die Tugenden der Gier vor der Universität Berkeley hielt, und die frischen Produkte
der amerikanischen Ausbildung mit der Weisheit belehrte, dass „Gier ist in Ordnung, im
Übrigen denke ich, dass Gier gesund ist. Man kann gierig sein und sich immer noch
selbst gut finden.“ Die Produzenten des Filmes Wallstreet beabsichtigten Gekko als
Bösewicht zu porträtieren, aber wegen des Nichtverstehens der zunehmenden Gier in der
allgemeinen Öffentlichkeit wurde er stattdessen eine Ressource der Inspiration, und der
Film wurde zu einem der effektivsten Rekrutierungswerkzeugen, welches die
Investementbanking-Industrie jemals hatte.
Andere Ermutigungen zur Gier kamen von niemand anderem als dem US
Präsidenten während des größten Teils der Dekade, „The Gipper“ höchstpersönlich,
Ronald Reagan [Spitzname basierend auf Filmrolle Reagans von 1940, Anm.d.Übers.].
Der gute Führer, der er war, wollte Reagan, dass Amerika ein Platz ist, wo man immer
reich werden könnte, und seine Steuerpolitik demonstrierte, dass die besten Leute fürs
reich(er)-werden die bereits reichen waren. Natürlich war seine Steuerreform nichts
weiter als ein Fall von quid pro quo. All diese Lektionen waren nicht vergebens für
Amerikas beeindruckbare Jugend. Die große Mehrheit, überwältigende 83 Prozente der
Kinder der Gegenkultur, gezeugt während des turbulenten Widerspruchs der 60er,
dachten, dass das Entwickeln einer sinnstiftenden Lebensphilosophie wichtiger war als
„finanziell sehr gut dran zu sein“, was damals nur 44% für wichtig hielten. Nach der
Dekade der Gier waren die Zahlen umgedreht. 1990 war der Anteil der Amerikaner die
ins College eintraten, die glaubten, dass es essentiell wäre finanziell sehr gut dran zu
sein, beinahe verdoppelt auf 74 Prozent, während diejenigen die daran glaubten eine
sinnstiftende Lebensphilosophie zu haben auf 43 Prozent gefallen waren.16
Betriebswirtschaftslehre, gekrönt mit einem MBA wurde das heiße Studienfach an
College-Campusse überall in Amerika, während sich Maschinenbau-Colleges an
ausländische Studenten wandten um ihre Klassenzimmer zu füllen.
Unverminderte Gier brachte uns die Savings-and-Loans-Krise der frühen
achtziger, welche die amerikanische Öffentlichkeit ungefähr 150 Milliarden $ kostete,
von denen 125 Milliarden $ direkt von der US Regierung subventioniert wurden. In
dieser Krise scheiterten mehr als 1000 Spar- und Kreditinstitutionen (S&Ks) in „dem
größten und kostspieligsten Vorstoßes von Missbrauch, Gesetzesübertretung und
schwerem Diebstahl aller Zeiten.“17 Diese Schändlichkeit fand zu großen Teilen
aufgrund von Regierungs-Deregulation der S&Ks statt, die ihnen erlaubte, sehr ähnlich
wie Banken zu funktionieren, aber ohne die strengen Regierungsaufsicht, der Banken
unterstehen, was eine sehr attraktive Umgebung für die Skrupellosen schaffte. Nicht
überraschend zitierte das Federal Home Loan Bank Board Betrug und InsiderMissbrauch als die “schlimmsten schulderschwerenden Faktoren in der Welle der S&K
Niedergängen. Die Beamte der S&Ks würden sich mit anderen zusammentun und
schlechte Kredite machen, welche nicht zurückgezahlt werden könnten, oder mit
Maklerhäusern zusammenarbeiten würden um Kredite an bestimme Individuen zu
machen, welche dann die Einkünfte benutzen würden um Michael Millikens
Schrottanleihen zu kaufen, oder Eigenkapitalzinsen auf Besitz nehmen, welche mit den
Krediten gekauft wurden. Es gab viele unterschiedliche Wege, auf die die BankingAMDG IHS
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Kräfte der S&Ks benutzt wurden, und allzu oft ging das Geld direkt in private Koffer.
Unter denjenigen die in den Skandal verwickelt waren, war Neil Bush, der Sohn des
damaligen Vize-Präsidenten George H. W. Bush.
Die Gier wütete weiter durch die 90er hindurch, nicht mit feindlichen
Übernahmen und gehebelten Ausverkäufen, sondern durch Konsolidierung von Banken,
Öl-Unternehmen, Medienunternehmen, sucht Euch etwas aus. Das Kaufen wurde rasend,
und alles und jedes begehrenswerte wurde gekauft, alleine um Profite zu erbringen. Die
Kartellrechts-Gesetzgebung welche geschaffen wurde um die Öffentlichkeit vor
Monopolen zu schützen wurde über den Haufen geworfen, und Unternehmen
verschlangen sich gegenseitig, was gigantische Unternehmen erschaffte, deren
Reichweite sich über den gesamten Globus erstreckt. Viele dieser Megalithen haben
haben Umsätze, welche das BNP ganzer Länder bei weiten übersteigen. Die Umsätze
des Zigarettengiganten Phillip Morris übersteigen zum Beispiel das von mehr als 140
Ländern (von 182). Und während sie gewaltige Umsätze haben, ist ihre primäre Aufgabe
immer noch der Profit allein. Die Profite von ExxonMobil steigen um 30-40 Prozent pro
Jahr, Jahr um Jahr, entgegen, oder vielleicht aufgrund einer Energiekrise die sich
größtenteils aus dem Krieg im Irak ergibt. Unnötig zu sagen, dass die Profite aus großen
und unerwarteten Preissteigerungen von mehr als einhundert Prozent zwischen 2005 und
2008 entsprangen, entgegen der Tatsache dass es eine ausreichende Menge Öl auf dem
Markt gibt, von denen viel der Spekulation und Preistreiberei (Gier) zugeschrieben
werden kann, gemäß mancher Studien.18
Die moderne Unternehmung ist auf so eine Art strukturiert, dass es das einzige
Ziel ist, Geld zu machen. Punkt. So viel wie möglich, und manche kümmern sich nicht
darum, wie sie es tun können. Das Unternehmen Enron, ehemals das siebtgrößte
Unternehmen in den Vereinten Staaten, ist eines der Unternehmen, die solche Profite mit
den Deregulierungs- und Privatisierungs-Schemen von sowohl Wasser als auch
Elektrizität verdienten. Sie waren einer der Energie-Großhändler, die bekannt wurden für
das Ausbeuten der Märkte während Kaliforniens Energiekrise von 2000 und 2001 und
wurden Gegenstand einer separaten Untersuchung der Krise durch die The Federal
Energy Regulatory Commission (FERC). Die Untersuchung beinhaltete die
Manipulation der Energiemärkte durch Mittelmänner wie Enron um exorbitante Profite
durch Schaffung vieler Schemen zu schaffen, inklusive absichtlicher Energieengpässe
welche in gewaltigen Preissprüngen auf dem Spotmarkt und Stromausfällen resultieren
würde Ken Lay, Enrons CEO, verspottete die Bemühungen der Regierung des
Kalifornischen Staates, die Praktiken der Energie-Großhändlern entgegenzuwirken,
sagend, „In der finalen Analyse ist es nicht wichtig was ihr verrückten Leute in
Kalifornien tut, weil ich ‚smart guys‘ habe, welche immer herausfinden wie Geld zu
machen ist.“19
Die Weise, auf die Lays ‚smart guys‘ Geld machten durch Betrügen der Märkte
war nichts weiter als ein Spiel für sie. Sie erschafften eine Anzahl von
Manipulationsstrategien, denen Namen wie „Fat Boy“, „Death Star“, “Forney Perpetual
Loop”, “Ricochet”, “Ping Pong”, “Black Widow”, “Big Foot” und andere gegeben
wurden.20 Die Death Star Methode wurde Senator Barbara Boxer auf diese Art erklärt:
„Es gibt eine einzige Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Energienetzen
Kaliforniens. Enron-Händler überbuchten diese Linie absichtlich, und brachen dann
andere dazu, sie zu brauchen. Als nächstes, durch Kaliforniens freier Markt Regels, war
Enron erlaubt, den Preis nach Ermessen festzulegen.“21
Als ein Ergebnis der Handlungen von Elektrizitäts-Großhändlern, kauften
Versorgungsunternehmen von einem Spotmarkt zu sehr hohen Preisen, aber ihre
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Einzelhandelspreise waren reguliert und fest. Unfähig ihre Einzelhandelspreise zu
erhöhen, häufte die Southern California Edison (SCE) 20 Milliarden $ in Schulden in nur
einem Jahr an bis Frühling 2001, und Pacific Gas & Electric wurde in die Insolvenz
gezwungen im gleichen Jahr.
Eine separate Untersuchung durch die California Public Utilities Commission
and auch Beweise für ein Kartell von Unternehmen, die Kraftwerke für unnötige
Instandhaltungsmaßnahmen schlossen um künstliche Engpässe zu erschaffen und Preise
aufzublähen, insbesondere als der Staat Notfall-Alarm gegeben hatte aufgrund von
ernsthaft niedrigen Stromleveln. Der Beauftragte für die öffentliche Versorgung sagte,
dass “es Fälle gibt, bei denen Kraftwerke, wenn sie gebeten werden zu produzieren, sich
entscheiden nicht zu produzieren.” Das Herunterfahren der Kraftwerke war ein
Schlüsselfaktor der galoppierenden Strompreise, die von 200$ auf 1900$ pro
Megawattstunde stiegen. Der PUC Beauftrage sagte weiter „Ich würde behaupten, dass
es kein Unfall ist. Dass es in Wirklichkeit aufgrund des koordinierten Verhaltens eines
Kartells stattfindet.“22
Im Zentrum dieses Kartells stand Reliant Energy Services, welches, beinahe vier
Jahre nachdem die Krise gebändigt worden war, von einem großen staatlichen
Geschworenengericht für einen Plot verurteilt wurde, um die Strompreise künstlich
anzutreiben indem sie unnötigerweise ihre Kraftwerke schloss. Das Unternehmen
schloss die meisten seiner Kalifornischen Stromkraftwerke als ein plötzlicher Fall in
Marktpreisen wahrscheinliche Verluste für die Handelsposition des Unternehmens
erzeugte. Sie schoben fälschlich Umweltbeschränkungen und Instandhaltungsprobleme
vor, und hielten zusätzliche Elektrizität vom Staat zurück, sagte die Staatsanwaltschaft.23
Die FERC Untersuchung schlussfolgerte, dass „viele Handelsstrategien, die von
Enron und anderen Unternehmen, verletzten [auf illegale Weise] die Anti-Glücksspiel
Vorschriften.“24 Enron spielte beide Seiten gegen die Mitte (die Öffentlichkeit und
Regierung), als es sich in diesen Praktiken betätigte mit dem Zweck des weiteren
Vervielfachens seiner Profite durch den Handel mit Energiederivaten, welche spezifisch
von der Regulation ausgenommen waren durch die Commodity Futures Trading
Commission. Der FERC Bericht schloss, dass Marktmanipulation nur möglich war
aufgrund des komplexen Marktdesigns, erschaffen durch den Prozess von teilweiser
Deregulierung. Mit anderen Worten, die absichtliche Schaffung eines Betrugssystems,
welchem erlaubt wurde auf Kosten der Öffentlichkeit zu operieren, war auf die
Vernachlässigung ihrer Pflicht durch die Regierung zurückzuführen.
S. David Freeman, welcher inmitten der Krise in den Vorstand der California
Power Authority berufen wurde, sagte über Enrons Beteiligung: „Elektrizität ist wirklich
anders als alles andere. Sie kann nicht gelagert werden, sie ist unsichtbar, und wir
können ohne sie nicht auskommen, was die Gelegenheiten in einem deregulierten Markt
endlos macht. Enron stand für Geheimhaltung und und einen Mangel an
Veranwortlichkeit. Es gibt keinen Bedarf für Unternehmen wie Enron, die das
Äquivalent eines elektronischen Telefonbuchs besitzen und das System manipulieren,
um eine überflüssige Vermittlungsgebühr zu extrahieren. Niemals wieder dürfen wir
zulassen, dass Sonderinteressen künstliche oder gar echte Engpässe erzeugen und die
Kontrolle haben.“ Ein guter Ratschlag, aber scheinbar zollt niemand Aufmerksamkeit,
denn in 2008 wurde die gleiche Praxis erneut auf zwei weitere Güter, die jeder braucht
angewandt – Nahrung und Treibstoff, wieder mit explodierenden Preisen.
Das Energie Fiasko wurde letztlich beendet als Energie-handelnde Unternehmen
im Staat wieder reguliert wurden, und durch eine Erhöhung der Anzahl der Energieerzeugenden Anlagen. Letztlich gab der Staat Kalifornien Anleihen heraus um die
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Schäden zu decken. In mehreren Fällen erleben wir wie die Deregulation der
Grundversorgung Marktmanipulation und Preiserhöhungen erlaubt. Haben wir erfahren
wer von solcher Praxis bevorteilt wird? Das haben wir sicherlich, aber was bedeutet das,
wenn die Beamten die gewählt wurden um die öffentlichen Interessen zu vertreten im
Dienste der Profiteure arbeiten? Im Frühling 2001, als Beamte des Los Angeles
Department of Water and Power sich mit der National Energy Development Task Force
trafen um Preiskontrollen zu erbitten, um die Konsumenten zu schützen, weigerte sich
die Task Force, und bestand darauf, dass die Dergulation aufrecht erhalten werden
müsse. Es verwunderte nicht, dass Vize Präsident Dick Cheney, welcher wohl-bekannte
Interessenkonflikte mit der öffentlichen Hand hat, im Januar 2001 zum Kopf dieser Task
Force berufen wurde.
Glamouröse Gier
Am Anfang des neuen Jahrtausends wurde der Milliardär Donald Trump der
Veranstalter einer beliebten „Realityshow“, in der junge und eifrige Kandidaten um die
Chance auf die Präsidentschaft auf eines seine^p vielen Unternehmen wettkämpften.
Trump, wie Boesky, mag Gier sehr gerne, und befürwortet sie wie Boesky als
wünschenswerte Eigenschaft für eine erfolgreiche Karriere, und fordert jeden und alle
dazu auf mit seiner unverfrorenen Glorifizierung: „Der Punkt ist, dass man nicht zu
gierig sein kann“! Gier ist nicht länger eine der sieben Todsünden – sie ist
beneidenswert! Anscheinend zählt Neid auch nicht länger zu den großen Sünden, doch
diese Annahme wäre nur die Meinung unserer materialistischen Freunde. In Hinsicht auf
die Schattenseite der Gier, Andrew Carnegie, eine der großen Ikonen des
Amerikanischen Unternehmertums, oder Räuberbarone, je nach Vorliebe, gab den
verderblichen Einfluss von Gier zu als er sagte: „Noch viel länger so fortzufahren, mit
den meisten meiner Gedanken völlig darauf ausgerichtet zu sein mehr Geld in der
kürzest möglichen Zeitspanne zu machen, wird mich zerfressen ohne jede Hoffnung auf
permanente Genesung.“ Unglücklicherweise wird seine Erfahrung nicht so sehr
hochgehalten wie Milliken und Boesky’s.
Der Pfad zu Nie-endender Unzufriedenheit
Es ist vielleicht eine triviale Tatsache, die scheinbar jeder kennt, sie kann aber
nicht oft genug wiederholt werden – Gier kennt keine Grenzen. Die starken körperlichen
Verlangen und Bedürfnisse einer von Hunger und Durst geplagten Person werden
sicherlich befriedigt wenn er isst. Gleichermaßen kann Zorn durch Bestrafung der
angreifenden Partei befriedigt werden. Anders bei der Gier; selbst wenn eine gierige
Person die gesamte Welt erobert hat, oder alles in der Welt genossen hat, wird sie nicht
befriedigt sein. Es ist die Natur der Gier dass je mehr ich habe, desto mehr will ich. Ich
messe mich nicht daran was ich habe, sondern daran was ich nicht habe. Ist das Glas halb
leer oder halb voll? Es ist immer halb leer für die gierige Person. Sie sieht nicht was sie
bereits hat, sondern nur, dass es immer noch mehr zu bekommen gibt. Woher kommt es?
Von anderen, und wenn einige zu viel nehmen, bleiben die anderen mit zu wenig.
Gier basiert auf dem Irrglauben von Besitz, eine der von Brahma zu Beginn der
Schöpfung festgelegten Bedingungen. Viele, oder die meisten von uns können sie im
Zaum halten, weil wir nicht die Möglichkeit haben, mehr zu bekommen und wir lernen
mit unserem Los zufrieden zu sein. Andere jedoch, so sie die Möglichkeit dazu haben,
werden besessen davon mehr zu bekommen. Warum? Schlicht weil es zu einer Sucht
wird und wie alle Süchte schädlich ist. Die Isopanisad sagt uns dass wir ein Recht auf
soviel haben wie wir produktiv gebrauchen können. Was ist der Sinn von Eigentum oder
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gar Besitz dessen was nicht ordnungsgemäß genutzt werden kann? Nichts anderes als
das falsche Ego von „Ich und mein“ zu nähren. Diese Idee von falschem Eigentum
konstituiert eine der vielen Illusionen des modernen Lebens welches wir versuchen zu
leben als ob es eine Realität wäre.
Weil die Vorstellung von Eigentümerschaft fundamental für das materielle
Bewusstsein und die Wiederholung von Geburt und Tod ist, wird unsere
Aufmerksamkeit in der Srimad Bhagavatam wiederholt auf Lektionen diesbezüglich
gelenkt. Natürlich beinhalten diese auch viele wertvolle Lektionen bezüglich des Themas
Gier. In Hinsicht auf den sinnlosen Versuch die Sinnenobjekte zu genießen sagt die
Bhagavatam uns (11.10.3):
Jemand der schläft mag verschiedene Dinge der Sinnenbefriedigung in
einem Traum sehen, doch solche vergnüglichen Dinge sind lediglich
Schöpfungen des Geistes und als solche ultimativ nutzlos.
Gleichermaßen sieht das Lebewesen welches schlafend in Bezug auf
seine spirituelle Identität ist viele Sinnenobjekte, doch diese zahllosen
Objekte der temporären Befriedigung sind Schöpfungen der
illusionären Wirkmacht des Herrn und haben keine permanente
Existenz. Jemand der über sie meditiert, von den Sinnen getrieben,
nutzt seine Intelligenz ohne Sinn.
Solch eine Verwendung der Intelligenz ist sinnlos, da sie kein permanentes
Resultat erbringt. Es ist Tatsache, dass permanente, immerwährende Resultate für die
jiva verfügbar sind, welche per Definition von permanent voraussetzt, dass sie
spiritueller Resultate sind. Wenn man die Option hat, für permanente Vorteile zu
arbeiten, welche intelligente Person wird sich für etwas entscheiden, dass nur temporäre
Resultate erbringt?
Die Bhagavatam behandelt das Thema Gier im Einzelnen im vierten Canto und
ihren Impuls auf die jiva (4.26.66):
Mein lieber Herr, alle Lebewesen in der materiellen Welt sind verrückt
danach, Dinge zu planen, und sie sind immer von dem Wunsch
besessen, dies oder jenes zu tun. Dies beruht auf unkontrollierbarer
Gier. Die Gier nach materiellem Genuss existiert immer im
Lebewesen.
Während die Gier nach materiellem Genuss immer in der materiell bedingten
Seele existiert, ist sie kein permanentes Merkmal der Existenz der jiva. Das Verlangen,
die materielle Energie zu genießen ist ein Zustand von spiritueller Krankheit, und diese
Krankheit kann durch angemessene therapeutische Behandlung geheilt werden.
Sri Krishna bietet uns diese Instruktionen über die unerwünschten Qualitäten von
Reichtum und Gier in der Srimad Bhagavatam (11.23.16-19) an:
Im Allgemeinen erlaubt der Reichtum der Geizigen ihnen niemals
jegliche Freude. In diesem Leben verursacht er ihre Selbstquälerei, und
wenn sie sterben sendet er sie in die Hölle. Mit dem Erwerb, der
Erzielung, der Vermehrung, dem Schutz, dem Verausgaben dem
Verlust und dem Genuss von Reichtum erfahren alle Menschen große
Anstrengung, Furcht, Angst und Verblendung.
Diebstahl, Gewalt, Lügen, Doppelzüngigkeit, Lust, Zorn, Ratlosigkeit,
Stolz, Streiterei, Feindseligkeit, Neid und die Gefahren die von Frauen
verursacht werden, Glücksspiel und Rausch sind die fünfzehn
unerwünschten Qualitäten die die Menschen aufgrund der Gier nach
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Reichtum kontaminieren. Obwohl diese Qualitäten nicht
wünschenswert sind, schreiben die Menschen ihnen fälschlicherweise
Wert zu. Jemand den es verlangt, den echten Vorteil des Lebens zu
realisieren sollte sich demzufolge fern von der unerwünschten
Akkumulation von Reichtum halten.
In der heutigen Welt von künstlichem Reichtum denken Menschen oft, dass Geld
alle ihre Probleme lösen kann. Darum unternehmen sie jeden Versuch und nutzen alle
Mittel, legal als auch illegal, um Geld zu erlangen. Unglücklicherweise wissen sie nicht,
dass Geld seine eigene Problematik mit sich bringt. An andere Stelle bestärkt uns die
Srimad Bhagavatam in ähnlicher Weise (8.19.24-25):
Man soll mit dem zufrieden sein, was man aufgrund seines Schicksals
bekommt, denn Unzufriedenheit kann niemals Glück bringen. Jemand,
der nicht selbstbeherrscht ist, wird nicht einmal mit dem Besitz der drei
Welten zufrieden sein. Das materielle Dasein führt zu Unzufriedenheit,
wenn es um die Erfüllung lustvoller Wünsche und die Ansammlung
von mehr und mehr Geld geht. Dies ist die Ursache für die Fortsetzung
des materiellen Lebens, in welchem sich Geburt und Tod wiederholen.
Jemand aber, der mit dem zufrieden ist, was ihm das Schicksal zuteilt,
ist geeignet, aus dem materiellen Dasein befreit zu werden.
Eine Wirtschaftsweise für jedes Bewusstsein
In den ersten beiden Kapiteln haben wir die zusammengefasste Natur und
Psychologie der Menschen aus der Perspektive der Vedischen Weltsicht betrachtet. Vor
diesem Hintergrund sind wir nun in einer Position um zu untersuchen wie die
Psychologie sich in den Aktivitäten der Menschheit auswirkt, und wir werden damit
beginnen, unser Verständnis der gunas auf die wirtschaftlichen Verhaltensweisen
anzuwenden. Wir schauen nacheinander auf den Einfluss jedes guna, und geben einige
Beispiele wie sie das Gefühl von „ich und mein“ und entsprechende wirtschaftliche
Praktiken beeinflussen. Wir werden auch den Wandel der wirtschaftlichen Praktiken
durch die Geschichte betrachten, und ihren Verlauf von Tugend zu Leidenschaft zu
Unwissenheit abbilden. Dann wird das Untersuchen der Umstände, in denen wir uns
derzeit selbst befinden und der heutigen Einflüsse uns klar erlauben die Trajektorie der
modernen Gesellschaft, unseren Punkt darauf und den destruktiven Bestimmungsort an
dem wir ankommen falls wir nicht unseren Kurs ändern zu erkennen.
Wenn wir die unterschiedlichen Kulturen der Welt analysieren, werden wir eine
erstaunliche Vielfalt von Lebensweisen vorfinden. Heute gibt es mehr als 3000
eingeborene Kulturen, dessen Mitglieder zu einem gewissen Grad in Einklang mit den
traditionellen Lebensweisen leben, die von ihren Vorfahren überliefert wurden. Oft
finden sie sich im Konflikt mit den Konzepten der sich ausbreitenden modernen
westlichen Kultur weil sie eine andere Art des Verstehens und Lebens in der Welt haben,
und des passenden Umgangs mit den Natur-gegebenen Ressourcen.
Die Auffassung von Eigentümerschaft ist der „mein“ Aspekt des falschen Egos.
Besitztum bedeutet unterschiedliche Dinge für unterschiedliche Leute aufgrund von
Unterschieden in der Kultur, wie wir oben Srila Praphupada zitiert haben: „Es gibt viele
Klassen von Menschen die den gleichen Irrtum von „ich“ und „mein“ in
unterschiedlichen Farben auffassen.“ Diese Unterschiede entstehen durch die
unterschiedlichen Kombinationen der Erscheinungsweisen der materiellen Natur. Diese
Unterschiede in der Auffassung von Besitztum und was akzeptierte wirtschaftliche
Aktivität und Praktiken ausmachen, können wie folgt zusammengefasst werden:
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Unter dem Einfluss von sattva – guna ist Gott als Schöpfer und Besitzer dieser
Welt anerkannt. Jedes Mitglied der Gruppe, fürwahr, jedes Lebewesen, als ein Kind
Gottes hat demzufolge ein Recht auf die Ressourcen dieser Welt. Eigentum wird als
gemeinsames Erbe aller betrachtet, es ist „unser”. Im sattva – guna respektieren die
Mitglieder der Gesellschaft einander und sind sich gegenüber verantwortlich. Produktion
und Verteilung werden kooperativ bewerkstelligt. Wirtschaftliche Aktivität wird
aufgrund von Pflicht ausgeführt, entsprechend angemessenem Platz, Zeit, und basierend
auf religiösen Prinzipien. Unter dem Einfluss von sattva – guna sind wir alle
verdienende Kinder Gottes und wir teilen die von Gott zur Verfügung gestellten
Ressourcen.
Unter dem Einfluss von rajo – guna werden die Ermahnungen der Religion durch
die Gesetze der Menschen ersetzt, durch die sie die Welt so machen wollen wie sie sie
haben wollen anstatt sie so zu lassen wie sie ist. Besitz, Eigentum und Austausch werden
per Gesetz definiert, und Eigentum wird zu einer exklusiven Angelegenheit – begrenztes
Privateigentum wird eingeführt, und auch der Transfer von Eigentum wird in Gesetz
gefasst. Produktion und Verteilung werden nun durch das Mittel des Wettbewerbs
bewerkstelligt. Der Besitz der mir zusteht, hängt von meiner individuellen Fähigkeit zu
produzieren ab. Ich bin auf mich selbst angewiesen, und du bist auf dich selbst
angewiesen. Durch meinen Aufwand stellte ich was ich habe her, demzufolge bin ich der
rechtmäßige Genießer davon. Leidenschaft schafft eine Gesellschaft von Gewinnern und
Verlieren in der einer die Überlegenheit über andere demonstriert. Du hast deins, ich
habe meins. Möge der bessere gewinnen.
In der Unwissenheit besteht unbegrenzter und exklusiver Anspruch auf Besitz, er
wird durch Täuschung, Kollusion, Bestechung, Diebstahl oder Gewalt genommen. Ja,
tatsächlich auf jedem möglichen Weg. Die Wirtschaftsweise der Unwissenheit zerstört
das soziale Gemeinwohl und lässt die Mehrheit der Leute in extremer Armut, in
Ermangelung der einfachsten Lebensgrundlagen, hilflos, alleine und notleidend. Sowohl
Menschen als auch Eigentum sind Gegenstände die so weit wie möglich ausgebeutet,
benutzt und ausgenutzt werden. Es gibt keine Überlegungen für Wartungsausgaben.
Insbesondere wenn etwas nicht „mein“ ist, steht es mir frei es auszunutzen, das Land
anderer zum Beispiel, ich nutze es als meine Müllkippe. Besitz wird wichtiger als
Menschen, und der Besitz der herrschenden Klasse hat Rechte, welche die der einfachen
Menschen aufheben. Im tamo – guna wird die Produktion entweder ignoriert oder per
Gewalt und Sklaverei vollbracht. Was gebraucht wird, wird angeeignet, indem von
anderen genommen wird, auf jede irgend mögliche Weise, legal oder illegal, moralisch
oder amoralisch.
Im 21. Jahrhundert Sind Diese Methoden Vermischt
So wie wir mit unserer Analyse der Wirtschaft in den verschiedenen
Erscheinungsweisen fortfahren, wird dem Leser auffallen, dass jedes dieser Konzepte
simultan an verschiedenen Plätzen und Zeiten angewandt wird. Sie können auch
nebeneinander von einem Individuum praktiziert werden. Zum Beispiel werden
Gemeineigentum und Teilen des sattva – guna in der unmittelbaren Familie und engen
Freunden einer Person praktiziert, und simultan betätigten sie sich in einem
konkurrierenden Einzelhandel in der Gemeinschaft, und gleichzeitig können sie die
wirtschaftliche Kolonialisierung andere Länder durch ihr eigenes Land; die Ausbeutung
der fremden Ressourcen, Umwelt und Menschen rationalisieren. Solch vermischtes
Denken wird übereinstimmend mit den verschiedenen Konzeptionen von „ich und mein“
gerechtfertigt --- „meine“ Familie, „mein“ Geschäft, und „mein“ Land.
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Wir beginnen unsere Untersuchung der Wirtschaftsweisen und der guna’s mit der
Erscheinungsweise der Tugend.
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Kapitel Drei
Die Wirtschaftsweise der Tugend
Mein lieber Herr, jeder in der materiellen Welt wird von den drei
Erscheinungsweisen Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit
beeinflusst. Jedermann - von der größten Persönlichkeit, Brahmā, bis
herab zur kleinen Ameise - handelt unter dem Einfluss dieser
Erscheinungsweisen. Deshalb werden alle Wesen in der materiellen
Welt von Deiner Energie beeinflusst. Die Sache, für die sie arbeiten,
der Ort, an dem sie handeln, die Zeit, wann sie handeln, der Grund,
weswegen sie handeln, das Ziel des Lebens, das ihrer Ansicht nach
das endgültige Ziel ist, und der Vorgang, mit dem sie das Ziel
erreichen wollen, sind allesamt nichts als Manifestationen Deiner
Energie. Da die Energie und der Energieursprung identisch sind,
gehen all diese Dinge von Dir aus.
Srimad Bhagavatam 7.9.20
Die Qualität der Tugend ist reiner als die anderen Erscheinungsweisen der
materiellen Welt. Sie ist erleuchtend, und sie hebt aus der Leidenschaft und
Unwissenheit empor, und bringt Klarheit und Verständnis. Diejenigen, die sich in der
Erscheinungsweise der Tugend befinden erfahren ein authentisches Gefühl von Glück
im materiellen Leben. Unter dem Einfluss der Tugend tun die Leute was getan werden
sollte, aufgrund von Verpflichtung, ohne falsches Ego, und dennoch mit großer
Bestimmtheit und Enthusiasmus; mit unerschütterlicher Entschlossenheit - unabhängig
von Erfolg oder Misserfolg. Ihre Handlungen sind reguliert und werden ohne Anhaftung
ausgeführt, ohne Liebe oder Hass, und ohne Verlangen nach fruchttragenden
Ergebnissen.
In der Bhagavad-Gita erklärt Sri Krishna, dass Menschen von zweierlei Art sind:
der göttlichen oder der Dämonischen. Die göttlichen Qualitäten sind Manifestationen
der Qualität der Tugend. Personen, die diese Qualitäten besitzen können sie nicht von
ihren Aktivitäten trennen, da diejenigen in der Tugend frei von Falschheit sind. Somit
müssen sich diese Qualitäten im wirtschaftlichen Verhalten von Gesellschaften die in
der Tugend errichtet sind widerspiegeln. Demzufolge erwarten wir aufgrund ihrer
Wohltätigkeit und Anteilnahme, dass sie sich um jede Person sorgen und die Hilflosen,
Alten und Schwachen schützen und nähren. Frei von Neid sind sie glücklich wenn sie
andere prosperieren sehen, und da sie von Natur aus entsagt sind, benötigen sie nur was
sie brauchen um leicht auf der Erde zu leben und meiden Selbstverherrlichung. Leben
(Seele) nimmt den höchsten Stellenwert in sattva-guna ein. Dieses Leben beinhaltet
nicht nur das menschliche Leben, sondern ist sowohl auf die meisten Tierspezies als
auch die Erde selbst ausgedehnt, und in der Tugend leben die Menschen in Harmonie
mit den Tieren, der Erde und mit Gott. Persönliche (spirituelle) Entwicklung ist die
Zielvorgabe in dieser Gesellschaft, und materielle Dinge werden in Hinsicht auf den
Grad zu dem sie diesem Ziel nutzen bewertet. Aufgrund der entwickelten spirituellen
Praktiken sind die Leute im Allgemeinen innerlich befriedigt und nicht davon
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angetrieben, externe Befriedigung durch Aneignung von Besitz und Dingen zu finden.
In dieser Hinsicht ist Reichtum gemeinschaftlich oder geteilt unter den Mitgliedern,
wieder wird niemand außen vor gelassen. Befreit von Verlangen, von Habgier und
Neid, beuten die Leute sich nicht gegenseitig aus, sondern handeln stattdessen um sich
gegenseitig zu nähren und schützen. In der Tugend wird niemand zurückgelassen,
schlecht behandelt, oder ohne das Minimum zum Leben gelassen. Arbeit ist auf das
notwendige Maß justiert, aber nicht mehr, und die gesparte Zeit wird für Müßiggang,
soziale und Gemeinschaftsangelegenheiten, Gottesverehrung, spirituelles Wachstum,
und persönliche Entwicklung verwendet.
In Kulturen die in erster Linie durch die Tugend beeinflusst sind haben die
Mitglieder eine egalitäre Perspektive zueinander. Sie praktizieren buchstäblich die
goldene Regel. Sie werden in anderen die Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse
identifizieren die sie selbst fühlen. Sie sind kooperativ und nicht konkurrierend, von
fürsorglicher und gewaltfreier Natur. Die Stärke von Männern wird gebraucht um die
Schwachen und Hilflosen gegen Aggressoren und Übeltätern zu schützen, und die
fürsorgliche Natur der Frauen wird in der Funktion die Kultur zu erhalten und sie vor
Zerfall zu beschützen eingesetzt. In diesen Kulturen wird jeder Person ein Platz in
Bezug zu den anderen gewährt, der sich durch den Beitrag die sie leisten können
definiert. Jede Person ist aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihres Könnens auf andere
angewiesen. Da sie diese Abhängigkeit spüren haben sie einen gemeinsamen Sinn für
Verantwortung, wodurch jedes Individuum seinen Platz findet. Zusammengenommen
konstituiert dies einen Gesellschaftsvertrag der auf Pflicht, nicht auf rechtswirksamen
Vereinbarungen beruht.
Unter dem Einfluss von sattva – guna finden wir eine persönliche Welt, die so
organisiert ist, dass jedes einzelne Individuum sowohl materiellen als auch spirituellen
Bedürfnissen gerecht werden kann. Lust, Neid, Gier und andere grundlegende
Eigenschaften werden durch angemessene Ausbildung und soziale Konventionen in
Schach gehalten unter dem Einfluss von sattva.
Überall wo sattva - guna in der Bhagavad-gita erwähnt wird, wird Pflicht als
eine identifizierende Charakteristik erwähnt, demzufolge ist Pflicht ein signifikantes
Merkmal einer Kultur die in sattva – guna fundiert. In sattva hat jedes Mitglied eine
spezielle Funktion auf der Basis von Pflicht zu erfüllen. Diese Pflichten werden nicht
auf wunderliche Weise angenommen sondern durch die Kodizes der Religionen
vorgegeben. Sie werden in den Manu-samhita, oder “den Gesetzen des Manu” gegeben,
Manu wird als Vater der Menschheit betrachtet (von seinem Namen ist das Wort
„Mensch“ abgeleitet). Weiterhin erlaubt das soziale Arrangement der vedischen Kultur
es, diese Pflichten auf eine sehr persönliche Weise auszuführen, zum unmittelbaren und
direkten Vorteil der anderen. Die sozialen Verpflichtungen einer Gesellschaft in sattva –
guna wirken, indem sie ein sehr reales Gefühl für soziale Sicherheit bieten, wodurch sich
jede Person sicher und beschützt fühlt.
Aus der Perspektive unserer derzeitigen Kultur mögen die beschriebenen
Verpflichtungen und Pflichten als die von uns genossene „Freiheit“ begrenzend und
beschränkend wahrgenommen werden. Die Art auf die unsere Kultur arrangiert ist
benötigt keine persönliche Verpflichtung irgendjemanden außer uns selbst und vielleicht
den unmittelbaren Familienangehörigen gegenüber. Möglicherweise haben wir auch
Verpflichtungen oder Plichten an unserem Arbeitsplatz, aber sie werden im Allgemeinen
nicht auf eine persönliche Weise ausgeführt die jemandem unmittelbar nützt. Aber selbst
wenn, die Pflichten des Arbeitsplatzes sind im Allgemeinen nicht auf außerhalb der
Arbeitszeit und des Arbeitsplatzes ausgedehnt, unsere Arbeits- und Privatleben sind
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getrennt und aufgeteilt. Solche Limitierungen unserer Pflichten und Verpflichtungen
geben uns den relativen Eindruck, nicht durch die Bedürfnissen anderer belastet zu sein,
was uns den Luxus gestattet unsere Zeit so zu nutzen wie wir allein es begehren. Aus
einem anderen Blickwinkel kreiert dieser Mangel an Verantwortung anderen gegenüber
jedoch was die Bhagavatam nirvishesha und sunnyavadi nennt, Voidismus und
Unpersönlichkeit, weil obgleich wir keine Verpflichtungen anderen gegenüber haben
mögen, haben sie auch keine Verpflichtung uns gegenüber. Im besten Falle lässt uns dies
jeder für uns selbst in einer herausfordernden Welt kämpfen, im schlimmsten Falle
kreiert es die Hobbessche Welt von alle gegen alle – ein einsamer und schwieriger
Existenzkampf. Persönliche Beziehungen werden de facto von einem Band der
gegenseitigen Abhängigkeit gestärkt, und geben jedem Mitglied der Gesellschaft die
Sicherheit zu wissen, dass sie nicht alleine in dieser Welt sind. Die Freiheit,
„unabhängig“ zu sein setzt gleichzeitig voraus alleine zu sein, letztlich ein sehr hoher
Preis.
Von Tugend beeinflusste Wirtschaftsweise
Eine der essentiellsten Eigenschaften einer Gesellschaft, die hauptsächlich unter
dem Einfluss der Tugend steht, war, dass es kein Profitmotiv per se gab. Stattdessen gab
es ein Produktionsmotiv, was bedeutet dass das ultimative Ziel einer Aktivität die
Produktion eines Gegenstandes war. Dinge wurden anhand ihrer unmittelbaren Funktion
und ihres Nutzens und nicht anhand des Profites den sie einbringen könnten bewertet.
Darum war das Motiv andere oder die Erde auszubeuten nicht vorhanden. Diese Dinge
waren nicht notwendigerweise physische Gegenstände wie Nahrung oder Möbel, sie
beinhalteten Dienstleistungen wie Bildung, Gesetz, Medizin, Kampffertigkeiten und so
weiter. Zudem ergab die Mühe, neben der Produktion von etwas von Wert für die
Gesellschaft auch die Befriedigung seine Arbeit gut gemacht zu haben, sei es in
Kampfkünsten für die Verteidigung, das Lehren von Schülern, Produktion eines Korbes,
oder dem Nähen eines Kleidungsstückes. Auf diese Weise war eine Arbeit eine Quelle
von großer Befriedigung für alle Mitglieder der Gesellschaft.
In der Leidenschaft funktioniert die Wirtschaft über Wettbewerb, und in
Unwissenheit durch Ausbeutung, aber in der Tugend ist Kooperation das
Hauptcharakteristikum. Durch die Ausübung ihrer individuellen Fähigkeiten und
natürlichen Talente, werde alle zu ihrer Befriedigung beschäftigt und tragen auf eine
freudvolle und gegenseitig vorteilhafte Weise freiwillig zu der Gruppe bei. In der
Tugend hat jedes Mitglied der Gemeinschaft teil am Ergebnis der gemeinschaftlichen
Unternehmung, jeder zu seiner eigenen Befriedigung, und niemand bleibt außen vor.
Diejenigen im sattva – guna begreifen dass all die Geschenke der Erde der
Menschheit von Gott gegeben sind und für den Nutzen und das Wohl aller bestimmt
sind. So gewähren die Kulturen des sattva - guna jedem Mitglied den Lebensunterhalt
als Anrecht. Es sollte erwähnt werden dass dies im Allgemeinen nicht mit ihrer Pflicht
verbunden ist. Pflicht wird nicht mit der Intention ausgeübt, das Recht am Essenstisch zu
sitzen zu „verdienen“.
Die sattvischen Kulturen basieren nicht auf fruchtbringenden Tätigkeiten. Sie
weisen eher eine Umkehrung der fruchtbringenden Mentalität auf. Anstatt der Haltung
zu bekommen, zu verdienen oder zu nehmen gibt es eine Stimmung, vielleicht sogar
einen Wettbewerb des Gebens. In manchen sattvic Kulturen kann sich jede Person durch
die Geschenke von anderen erhalten, oder durch eine Methode der Umverteilung. Die
sattvische Wirtschaft nutzt weiter die natürliche Lebensweise die der Menschheit von
Gott gegeben ist. Durch das Arrangement des Herrn sind die fundamentalen Bedürfnisse
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des Haushalts – Nahrung, Unterkunft und Kleidung – nicht schwer zu bekommen, sie
können an beinahe jedem Platz auf dem Globus direkt von der Erde erhalten werden.
Diese Grundmittel des Lebens direkt von der Erde, und speziell für den eigenen
Gebrauch zu erhalten ist die natürliche Wirtschaft, oder der natürliche Weg des Lebens.
Das unmittelbare Produkt der Anstrengungen ist das gewünschte Resultat, nicht das
Mittel zu einem anderen Zweck. Die Produktion von eigenem Essen, Kleidung und
Unterkunft übt man als Selbstzweck aus. Man hat direktes Interesse in dem Gegenstand
der Bemühung, und so geht man es mit größerem Interesse und Sorgfalt an. Die Aktivität
in sich selbst ist also auch eine Quelle der Befriedigung für eine gut gemachte Arbeit,
und bringt einen ehrlichen Stolz auf das was produziert wird.
In künstlichen Lebensweisen, so wie der heutigen Welt, tun die Leute etwas nicht
um seiner selbst willen, sondern um etwas anderes zu erlangen. Die meisten angestellten
Leute sind weder direkt interessiert an, noch ziehen sie direkten Nutzen aus ihrer
Arbeitsaktivität. Sie gehen zur Arbeit und üben irgendeine Funktion aus um Geld zu
bekommen, und mit dem Geld bekommen sie dann die Objekte ihres Verlangens. Darum
sind die meisten Leute nur noch an Geld interessiert und haben abgesehen von diesem
Ziel wenig Interesse an ihren Aktivitäten. (Dies ist eine weiter Quelle von nirvisheshashunyavadi - Voidismus und Unpersönlichkeit. Die Notwendigkeit, etwas anderes zu
bekommen als das was sie mit ihren eigenen Bemühungen erschaffen bringt sie in eine
wehrlose und prekäre Lage, und macht sie abhängig von demjenigen der die
zwischenliegende Variable kontrolliert. In unserer Gesellschaft ist dies Geld. Die
Kontrolle des Geldes durch andere, wie jemandes Vorgesetzen oder der Regierung gibt
ihnen unnatürliche Macht über uns. Die Person die Geld hat oder kontrolliert bekommt
eine Autorität, ungeachtet dessen wie qualifiziert sie sein mag oder auch nicht. Das
Resultat hiervon ist, dass heutzutage die Unerfahrenen die Erfahrenen
herumkommandieren können, und Torheit befehligt Weisheit. Unqualifizierte Leute sind
in Positionen der Autorität schlicht, weil sie das Geld kontrollieren; dies schafft
Frustration und Chaos in der Welt.
Im Gegensatz dazu ist ein signifikantes Merkmal der Wirtschaftsweise der
Tugend, weil Beziehungen auf der Grundlage von Liebe und Pflicht funktionieren, jede
Person die über eine andere gebietet, per Notwendigkeit qualifiziert sein muss. Eine
Person muss das Recht anzuführen und zu gebieten kraft seiner Fähigkeiten verdienen,
und im Allgemeinen werden solche Positionen nach langen Phasen der Ausbildung
erlangt. Erfahrung und Weisheit sind hoch angesehen und wertgeschätzt, darum gibt es
in sattvischen Kulturen im Allgemeinen wenige unqualifizierte Anführer.
In der Tugend kooperiert der Mensch auch mit dem Königreich der Tiere, und
nährt und schützt domestizierte Tiere. Kooperation mit der Erde wird auf ähnliche Weise
praktiziert, wobei die Menschen die Erde nährt und ihr zurückgibt indem der Boden
durch organische Mittel erhalten wird; und nicht nur genommen wird indem auf
künstliche Weise ihre Produktionskapazität erhöht wird und gleichzeitig ihre Nährstoffe
erschöpft werden.
„Ich und mein“ in Sattva - guna
Es gibt viele Beispiele von alten Kulturen die durch Tugend charakterisiert sind,
und eines der besten kann in der Geschichte von Indien im legendären Mahabharata
gefunden werden. Obwohl moderne Forscher sagen, dass Indien eine aufgezeichnete
Geschichte fehlt, nehmen sie nicht hinreichend zur Kenntnis was in der Vedischen
Literatur präsentiert ist und bevorzugen stattdessen, es als Mythos abzustempeln,
vielleicht weil es wundervolle Qualitäten und Ereignisse porträtiert die wir nicht länger
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bezeugen können in diesem degradierten Zeitalter von Kali. Die vaishnavas jedoch
akzeptieren die historischen Chroniken sowohl der Puranas als auch der Mahabharata,
welches durch seinen bloßen Titel „Der Große Bharata“ darauf hinweist, dass es die
Geschehnisse die in Bharata (das heutige Indien) vor ungefähr 5000 Jahren stattfanden
beschreibt. In den Adi-Parva der Mahabharata wird uns von den Charakteristika
vergangener Zeiten berichtet, welche in das letzte Zeitalter, Dvarpara-yuga reicht als die
Menschen in Harmonie lebten mit den Menschen, mit den Tieren und mit der Natur. (In
diesen Passagen bezieht sich „Gesetz“ auf die Verhaltensregeln die von Manu aufgestellt
wurden).
Seitdem lebten sie für hunderte und tausende von Jahren, und
entschlossen in Hinsicht auf die Schwüre des Gesetzes waren die
Menschen komplett frei von Sorgen und Krankheiten. Die ksatriya
Könige regierten die gesamte Erde, mit ihren Ozean-Grenzen, mit
ihren Bergen, Wildnissen und Wäldern. Während die ksatriyas über
diese Erde im Einklang mit dem Gesetz regierten, fanden alle sozialen
Klassen überragende Freude. Indem sie Laster die aus Lust und Zorn
entspringen ablegten, schützten die Könige ihre Untertanen, und
setzten ihre Dienerschaft im Einklang mit dem Gesetz für die ein, die
es verdienten. Da die ksatriyas gesetztestreu waren, und Opfer im
Einklang mit den Anweisungen der heiligen Schriften darbrachten,
regnete Indra, der Gott der tausend Augen und der einhundert Opfer,
süßen Regen zur richtigen Zeit am richtigen Ort regnen und ließ das
Volk anschwellen.
Darum war diese vom Ozean umgürtete Erde von lang-lebenden
Einwohnern gefüllt. Die ksatriyas brachten große Opfer dar, für die
üppige Belohnungen gegeben wurden. Die brahmanas studierten die
Veden mit ihren Zweigen und Upanishaden. Die brahmanas leisteten
ihren Dienst für alle als Opfer und nicht für persönlichen Gewinn, und
sie versuchten auch nicht irgendjemanden übermäßig von religiösen
Angelegenheiten, die das Verständnis überstieg zu überzeugen. Die
Bauern pflügten die Erde mit Ochsen: Sie spannten keine Kühe ein,
und sie ließen die mageren Kühe leben. Die Menschen melkten Kühe
deren Kälber noch gesäugt wurden, und Händler verkauften ihre
Waren nicht mit falschen Gewichten. Die Menschen taten ihre
gesetzmäßigen Aufgaben mit Blick auf das Gesetz und dem Gesetz
ergeben. Alle Klassen widmeten sich ihren eigenen Aufgaben und so
war das Gesetz in jenem Zeitalter in keiner Weise herabgesetzt. Die
Kühe und Frauen gebärten zur rechten Zeit, die Bäume trugen Frucht
und blühten in allen Jahreszeiten. Und so wurde die gesamte Erde mit
vielen Geschöpfen gefüllt.
Aber dies war nicht nur in Bharatvarsa (das heutige Indien) der Fall, sondern es
waren im Großen und Ganzen alle ursprünglichen Kulturen der Welt von einer
sattvischen Art, der Beweis hierfür verbleibt bis heute bei uns. Alle diese vielen
Kulturen, selbst in moderneren Zeiten, erhielten eine wirtschaftliche Struktur aufrecht,
die kein Individuum ohne ausreichende Versorgung ließ, normalerweise durch den
Mechanismus von geteiltem Reichtum, der, per Tradition, regelmäßig ausgetauscht
wurde, was keine Person auf Dauer in einer überlegenen Position anderen gegenüber
verbleiben ließ. Es gibt ein nettes Beispiel hierfür, auch aus der Mahabharata:
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Es lebte einmal ein erhabener Weiser namens Vibhavasu, welcher
extrem schlecht gelaunt war, und sein jüngerer Bruder Supratika,
welcher ein großer Asket war. Supratika mochte es nicht, dass die
beiden Brüder ihren Reichtum gemeinsam innehatten, und er schlug
durchgehend vor, ihn aufzuteilen, bis Vibhavasu zu seinem Bruder
Supratika sagte: „Es gibt viele, die aus Torheit immer wünschen ihren
Besitz aufzuteilen, doch wenn der Reichtum einmal aufgeteilt ist,
werden sie geblendet von ihrem Reichtümern und schaffen es nicht,
einander zu respektieren. Wenn der Reichtum aufgeteilt ist, sorgt sich
jeder Mensch nur um seine eigenen Reichtümer und so werden die
Leute voneinander abgetrennt indem sie getrennten Reichtum besitzen.
Dann kommen als Freunde verkleidete Feinde die die Situation
verstehen und beginnen Konflikt zu verursachen und teilen die
Gemeinschaft gegen sich selbst.
Erkennend, dass das Volk nun geteilt ist, kommen wieder andere und
ziehen Vorteil und beuten die Gemeinschaft auf. So geht ein
gespaltenes Volk bald in den vollkommenen Ruin.
Darum, lieber Bruder, ermuntert der Weise das Aufteilen von
Reichtum unter denen die ihren heiligen Lehrern und Schriften strikt
folgen und die sich gegenseitig aufrichtig Gutes wünschen.“1
Historische Beispiele der Sattvic Gesellschaft und “Wirtschaftsweise”
Es ist das Prinzip der Religion, welche die Gesellschaft aufrechterhält und
beschützt. Obwohl dieses Zeitalter des Kali in den tieferen Erscheinungsweisen
versunken ist, konnte die Qualität des sattva – guna zu Beginn und sogar bis tief hinein
beinahe überall beobachtet werden.
Zum Beispiel… vor nicht allzu langer Zeit in Asien, falls man ein Mitglied der
Chukchu, einer der Stämme Nordwest-Asiens war, und falls man gewünscht hat, ein
Boot zu nutzen, welches am Strand liegend gefunden wurde, würde man es einfach
benutzen, ungeachtet des theoretischen Besitzers, ohne Frage nach Kompensation oder
auch nur Erlaubnis. Unter den prä-industriellen Japanern gehörte nichts einem Menschen
exklusiv, nicht einmal das Haus in dem er lebte, da, wie in vielen anderen Kulturen,
seine Tür für alle Reisenden offen zu stehen hatte. Die Fiji Inselbewohner hatten ehemals
einen Brauch namens kerekere, welcher es einem Menschen erlaubte den Besitz eines
anderen unter großer Freizügigkeit zu beanspruchen. Auf den Fijis teilten die Leute alle
Besitztümer mit dem Häuptling, er war der vordergründige Besitzer von allem, aber in
der Praxis besaßen die Leute alles und nutzten den Besitz des Häuptlings. In einem
Notfall konnte der Häuptling jedoch alles Notwendige in Besitz nehmen um mit dem
Unheil umzugehen. Zum Beispiel konnte der Anführer, falls eine Hungersnot entstand,
die Erzeugnisse der Felder zu Gemeinschaftseigentum erklären, oder falls Leute für die
Bepflanzung, Kanu-Herstellung oder einen anderen öffentlichen Zweck benötigt wurden,
konnte der Anführer die notwenigen Arbeiter einberufen. Im Falle eines Krieges konnte
er absolute Kontrolle über allen Besitz ausüben, und sogar über alle Leben. Aber selbst
in Friedenszeiten konnten die Leute eines Distriktes benötigte Güter von anderen
Distrikten anfordern, jedoch in dem Verständnis, dass sie die Geschenke entweder mit
Arbeit oder anderen Dingen von Wert zurückzahlen würden. Hier sehen wir die
klassische Doktrin, dass sowohl „was meinem Nachbarn gehört, auch meins ist“ als auch
„Ich muss mit meinem Bruder teilen und ihm helfen“.2
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Ebenso würden die antiken Samoans das gemeinschaftliche Teilen auf
Verwandte ausweiten, wenn auch nicht zu ferneren Individuen. Anthropologist Margaret
Mead sagt über sie: „Von einem Verwandten konnte man Nahrung, Kleidung,
Unterkunft und Unterstützung in einer Fehde verlangen. Solch eine Forderung
abzulehnen würde jemanden als geizig und von mangelnder Menschenliebe
stigmatisieren - der Tugend. die am höchsten angesehen wurde von den Samoans. Kein
bestimmter Ausgleich wird zu der Zeit gemacht an der die Leistung gegeben wird, außer
im Falle der Nahrungsverteilung an alle die in einem Familienunternehmen mitmachten.
Im Allgemeinen wurde die Anerkennung des Geschenkes durch ein Gegengeschenk bei
erster Gelegenheit erwartet. Diese Verhaltensweisen waren nicht in von Gerichten und
Jurys aufrechterhaltenes Gesetz gegossen. Es gab kein Gesetz außer den sozialen
Gebräuchen und der öffentlichen Meinung.3
Noch im 18. Jahrhundert in Afrika hielten es die Nuer so, dass sie sich
gegenseitig unterstützen mussten und wenn einer einen Überschuss von einer guten
Sache hatte war er verpflichtet es mit seinen Nachbarn zu teilen. Folglich würde kein
Nuer mit einem Überschuss gefunden werden. Von einem Nuer wurde nicht erwartet,
dass er sich von seinem persönlichen Haushaltsbesitz trennte, doch wenn jemand
mehrere Speere oder Hacken oder andere solche Gegenstände besaß, würde er
unvermeidlich den Überschuss verlieren.4 Und beinahe bis zum heutigen Tag
praktizierten die Kalihari Buschmänner in Afrika, ein nomadischer Jäger-und-Sammler
Stamm, den Egalitarismus für den Jäger und Sammler wohl bekannt sind. Alle ihre
Bedürfnisse wurden in situ versorgt, und bei Entdeckung einer Nahrungsquelle wurde sie
von jedem Mitglied des Stammes geteilt. Ihre Bedürfnisse waren so schlicht, und der
Nachschub so reichlich, dass der Anthropologe sie als die originale
Wohlstandsgesellschaft beschrieben hat.5 Die Ba-Ila aus Afrika machen jedermanns
ältere Verwandtschaft zu den Nutznießern ihres Besitzes. Folglich, wenn der Häuptling
jemandem ein wenig Land gewährt, ist es nicht vollständig sein, sondern der ältere
Bruder, oder der Onkel, oder der Großvater oder irgendein anderer der älteren
Angehörigen haben auch ein Recht darauf, und sie können andere Arten von Besitz auf
die gleiche Weise teilen. Zum Beispiel würde von einem Ba-Ila der Geld verdient hat
indem er für europäische Siedler gearbeitet hat, erwartet, dass er es mit seinen älteren
Verwandten teilt.6 Unter den Bergdama Völkern von Zentral-Namibia wird von Männern
die von Jagdausflügen oder von Frauen die von ihrer Suche nach Wurzeln, Früchten oder
Blättern wiederkehren erwartet, den größeren Teil zum Vorteil der Gemeinschaft
anzubieten. Unter diesen Stämmen kann der Stammesführer oder ein anderes
bedeutendes Mitglied des Stammes als Vermittler fungieren um die Nachschübe zu
empfangen und zu verteilen.
Das alte Europa praktizierte auch das Prinzip des ‚was dir gehört, gehört auch
mir‘. In Irland gehörte das meiste des Agrarlandes dem Stamm kollektiv und es wurde je
nach Bedarf alle drei oder vier Jahre neu verteilt. Unter den alten Germanen deren freie
Menschen Rechte über das Land gemeinsam ausübten, wurden die Weiden unter all den
Familien aufgeteilt, waren aber offen für gemeinschaftliche Nutzung nachdem das Heu
geerntet war. Selbst im frühen Rom wurde das Land zum größten Teil gemeinschaftlich
genutzt, bis zu der Zeit des Hausvaters, dem zeitweilig die Nutzung übertragen war, und
dem die Idee des dauerhaften Besitzes zu gefallen begann. Die alten slawischen Stämme
hatten einen Brauch namens toloka, durch den jedes Mitglied einer Gesellschaft dazu
verpflichtet war seinem Nachbarn zu helfen. Toloka wurde als Geschenk angeboten,
nicht zum Verkauf, und es gab kein Konzept von „Zurückzahlung“ der Güte von
anderen, im Verständnis, dass jemand, wenn er ein solches Bedürfnis hätte, auch die
Hilfe der anderen in Anspruch nehmen könnte. Die Slawen besaßen zudem nicht einmal
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eigene Möbel oder die Ergebnisse anderer Arbeit. Sie besaßen allen Besitz als eine
Gruppe, vollbrachten alle Arbeit als eine Gruppe, und räumten jedem Menschen ein
Recht auf Nahrung und andere von seinen Brüdern produzierte Artikel ein.
Im Mittleren Osten hielten die alten arabischen Stämme ihre Herden
gemeinschaftlich. Und die Essener von Palästina, die so-genannten frühen Christen,
besaßen alles Eigentum der Gruppe gemeinschaftlich. Nach den Acts of the Apostles,
wurden die unerwünschten Güter von neuen Mitgliedern verkauft und der Rest je nach
Bedarf des einzelnen verteilt.
In Amerika hielten die Azteken von Mexiko ein System aufrecht das auf dem
gemeinschaftlichen Eigentum des produktiven Besitzes basierte, so dass ein Mensch sein
Land vom Clan bekam. Er wurde nicht so sehr als Eigentümer denn als derzeitiger
Inhaber gesehen. Regelmäßig, so sich die Bedürfnisse der Gemeinschaft änderten
wurden die Ressourcen neu verteilt. Obgleich sie keine einheimische Gruppe waren,
errichteten Jesuiten-Priester Anfang des siebzehnten Jahrhunderts eine sozialistische
Gemeinschaft in Paraguay. Sie waren eine Geldlose Gemeinschaft die alle Arbeit und
ihre Ergebnisse auf der Grundlage von gleicher Arbeit und gleicher Recht teilten. Ihre
Kultur gedieh für anderthalb Jahrhunderte, und wurde bis lange nach seiner Zerstörung
durch äußere Kräfte als wahrhaftiges Paradies erinnert.
Ein weiteres Beispiel ist das des alten Ägypten, wo theoretisch alle Menschen
und alles was sie besaßen dem göttlichen Herrscher gehörten, dem Pharao, und das
obwohl Privateigentum tatsächlich existierte. In ähnlicher Weise über dem atlantischen
Ozean bei den Inkas, deren Herrscher, der Inka als ein Abkömmling des Sonnengottes
betrachtet wurde. Ihm gehörte nicht nur theoretisch alles, sondern er kontrollierte es auch
praktisch eng, und regulierte auch das Verhalten der Leute. Handarbeit wurde eine
herausgehobene Position in der Inka Gesellschaft zugesprochen, durch die Teilnahme
des Inka persönlich. Die Organisation war so, dass niemand überarbeitet war, und sie
arbeiteten sogar freudvoll. Ihre Produktion war so reichlich, dass jeder männliche
Einwohner, sogar nach der Zahlung seiner Steuern in Höhe von drei Monaten Arbeit im
Staatsdienst jedes Jahr noch drei Monate Müßiggang hatte. Jeder sich ergebende
Überfluss oder Überschuss wurde für zukünftige Notfälle abgesondert anstatt zu
erlauben dass sie sich in den Händen von Individuen anhäuften.
Das Teilen von Reichtum wurde zudem praktisch überall in Nordamerika
praktiziert. Die Kwakiutl der Insel von Vancouver im Nordwesten hatten eine
bezeichnende Einrichtung, den Potlach, in der sie ihre Reichtümer für Zwecke der
Prahlerei nutzten. Sie praktizierten Habgier für nicht auf Gewinn ausgerichtete
Bestimmungen, wirtschaftliche Aktivität für nicht-wirtschaftliche Zwecke, und
produzierten materielle Besitztümer auf effiziente Weise für keine andere Bestimmung
als sie weg zu geben. Der Potlach war eine Art von Wettbewerb in Gemeinnützigkeit –
um zu sehen wer das Ansehen haben würde am meisten wegzugeben. Der Potlach diente
dazu den Reichtum der Gemeinschaft neu zu verteilen, und, um die Tendenz zu Gier und
Akkumulation zu vermindern, wurde alles was unverteilt geblieben war vorsätzlich
zerstört. Deswegen waren sowohl Männer als auch Frauen durchgehend damit
beschäftigt Dinge von Wert anzusammeln, nur für den Zweck sie wegzugeben. Die
Frauen webten Matten und Körbe, und Decken aus Zedernrinde, während die Männer
Kanus machten und Muschelgeld sammelten usw.7
Die Bewohner der Trobriand Inseln vor den östlichen Küsten Neu Guineas waren
ähnlich. Die Inseln gehörten zu einem Archipel welches ungefähr einen Kreis formte,
um den ein reger Handel, als Kulaa bekannt, ausgeführt wurde. Es war ein komplexes
System von zeremonieller Reziprozität zwischen Partnern, das zwei Klassen von
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Geschenken involvierte – Armbänder und Muschelgeld-Halsketten – welche in
verschiedenen Richtungen um den Archipel wanderten. Ein signifikanter Teil der
Bevölkerung und ein beträchtlicher Teil der Zeit wurden den Aktivitäten des Kula
„Handels“ gewidmet. Auch wenn es Handel genannt werden kann, gab es keinen
Austausch. Noch gab es irgendeinen Profit, weder in Geld noch in natura. Noch wurde
Feilschen oder Tauschen Teil der Angelegenheit. Die Armbänder und Ketten wurden als
Geschenk angeboten. Keine dieser Güter wurden gehortet oder als dauerhafter Besitz
betrachtet, und die erhaltenen Güter wurden genutzt, indem sie weg gegeben wurden.
Das Kula Geschenkgeben wurde ausgeführt mit dem Verlangen, Prestige und
Anerkennung als ein großzügiger Geschenkemacher zu erlangen. Ein Mann würde mit
seinem Kanu voller praktischer Güter und entweder Armbändern oder Halsketten
ablegen. Er würde mit von mütterlicher Seite geerbten Geschäftsbeziehungen handeln,
und, je nachdem welchen Gegenstand er handelte, entweder im oder gegen den
Uhrzeigersinn um den Ring reisen, und einen Gegenstand für den anderen austauschen.
Das Handeln hielt soziale Bindungen aufrecht, die sonst vielleicht nicht existiert hätten
und diente auch als ein Mittel für den Gimwali Handel (einfacher Tausch von benötigten
Gütern wie Schweinen, Bananen, Süßkartoffeln, Wasserbrotwurzeln usw.), welcher als
weniger wertvoll und ehrbar angesehen wurde.
Betrachte den Fall eines indischen Siegers, der mit Kriegstrophäen nach Hause
zurückkehrt. Während er theoretisch alles für sich behalten haben könnte, musste er in
der Praxis seine Errungenschaften teilen. Robert H. Lowic berichtet von den Praktiken
der Krähen: „Ein Mann der von deinem Recht in dem Umfang gebrauch machte um alles
für sich zu behalten würde sicherlich für seine Gier missachtet werden. Auf eine solch
gierige Weise zu horten war so fremdartig für die Geisteshaltung der Krähen, dass sich
vermutlich kein Anführer jemals die universelle Missbilligung zuziehen wollte.“8 Die
Irokesen, die nahe der Großen Seen lebten, lebten nicht nur in
Gemeinschaftsbehausungen, sondern teilten auch ihre Besitztümer: Falls ein Mann ein
bisschen Mais oder Kürbisse zog, oder falls eine Frau kochte - sie würden alle das Essen
teilen. Gäste würden auch die Gastfreundschaftlichkeit teilen, und tatsächlich würden sie
bedient werden selbst wenn der Gastgeber ohne Essen bliebe.9
Ein Beispiel aus dem späten 20. Jahrhundert
Bhakti Vikas Swami trat Mitte der 70er Jahre der Hare Krishna Bewegung bei,
hat seit 1977 in Indien gelebt und viele Jahre in Westbengalen und Bangladesch
verbracht.10 Er hat eine tiefe Zuneigung für das traditionelle Leben der ländlichen Inder
und hat in seinem Glimpses of Traditional Indian Life detailliert darüber geschrieben.
Sogar bis zu dem heutigen Tag ist die Bengali Kultur hauptsächlich sattvisch,
insbesondere in Dörfern, wie Bhakti Vikas Swami berichtet:
Einsamkeit ist unbekannt in Bengal, nicht weil Leute in der Menge
untergehen, sondern weil sie wissen wie man als Person lebt. Bengalis
mögen nichts lieber als zusammenzukommen und zu reden und reden
und reden, obwohl ihre Diskussionen von geringem praktischem Wert
sind. Langeweile ist auch unbekannt. Bengalis mögen es, zusammen
zu sein und gemeinsam Dinge zu tun. Jeder ist involviert und hat seine
Rolle zu spielen. Es ist eine andere Art von Genuss als der aus endloser
Vielfalt von externen Stimuli gezogene Genuss - dem Standard der
modernen Gesellschaft.
Entwicklungsbesorgte Westler werden oft durch die scheinbare
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Dummheit der Bangladescher frustriert, welche scheinbar einen
gesunden Menschenverstand in Hinsicht auf ihren eigenen Vorteil
vermissen lassen. Die bengalische Kultur fördert keinen individuellen
Tatendrang, Wettbewerb oder die Art von Effizienz die für
technologischen Fortschritt benötigt wird. Obwohl sie nicht
uninteressiert an wirtschaftlicher Entwicklung sind, ist ein
Bangladescher eher darum besorgt, die einheimische Gruppen-Kultur
zu erhalten, welche das Teilen und das Miteinander begünstigt, welche
notwendig für eine traditionelle arbeitsintensive Agrargesellschaft
sind.
Ich war einmal in einem Dorf das vor kurzem von einem Wirbelsturm
verwüstet worden war. Die Bewohner halfen einander fröhlich dabei
Häuser aus Lehm wieder aufzubauen. Das ist, wie das Dorfleben
funktioniert. Die Leute sind das ganze Jahr lang verpflichtet
miteinander zu kooperieren, und sie helfen einander gerne bei der
Ernte, beim Bewässern, beim Organisieren von Festen, oder beim
Bauen von einer Mauer gegen einen steigenden Fluss.
Die Notwendigkeit erzwingt auch das Erhalten von guten Beziehungen
mit den Nachbarn. Die meisten Leute sind wirtschaftlich nicht gut
situiert, also wird von denen die mehr haben erwartet, dass sie denen
mit weniger helfen. Es ist eine Kultur des Teilens und der
Verantwortung gegeneinander. Bangladescher betonen eine
Abhängigkeit von anderen und ein Geühl von Gruppenidentität. Sie
sagen normalerweise „unser Haus“ oder „unser Land“ statt „mein
Haus“ oder „mein Land“.
Bangladescher mögen es nicht als Individuen bewertet zu werden,
sondern als Mitglieder der Gruppe zu der sie gehören. Einen
individuellen Bangladescher anzugreifen bedeutet die Wut seiner
Gruppe zu erregen, weil er für die Gruppe steht und also auch von ihr
gehalten wird. Gruppensolidarität sichert Schutz eines Mitglieds wenn
er in irgendeiner Weise angegriffen wird. Ein gesamtes Dorf kann um
eines einzelnes Individuums willen nach Rache trachten.
Die Gruppe borgt Unterstützung wenn ein Mitglied in Schwierigkeiten
ist, gleich ob moralischer, sozialer oder wirtschaftlicher Art.
Umgekehrt haben die Mitglieder der Gruppe Verpflichtungen der
Gruppe gegenüber, von denen eine Konformität ist. De facto ist der
Druck Verbundenheit mit der Gruppe aufrecht zu erhalten, extrem
hoch. In dieser Weise reguliert die Gruppe das Verhalten seiner
Mitglieder, und hält sie im Rahmen des akzeptierten Benehmens. Was
eine Person tut reflektiert zurück auf seine Gruppe. Eine falsche
Handlung bringt Schande, Erfolg bringt Ehre für die Gruppe. Falls sich
jemand unpassend verhält, sagen die Ältesten der Familie oder des
Dorfes ihm: „Du wirst deiner Familie (oder Dorf) einen schlechten
Namen machen“. Das wird ein überzeugender Grund für ihn sein, sein
Benehmen zu korrigieren.11
Diese vielen Beispiele demonstrieren dass der Einfluss von sattva – guna eins überall auf
der Welt gespürt wurde. So lange wie eingeborene Kulturen von westlichen Einflüssen
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isoliert waren, blieben sie relativ unverändert, einige bis weit in das 20. Jahrhundert
hinein. Aber so wie unsere Welt schrumpft, werden sie von der unaufhaltsamen Gewalt
des „Fortschritts“ geschluckt. Das Magazin Cultural Survival Quarterly, vom Newsweek
Magazin als “das Gewissen der der Anthropologie” tituliert, berichtet vom Kampf der
eingeborenen Völker überall, ihre Lebensweise frei von der modernen Kultur und ihren
verderblichen Einflüssen zu erhalten. 1989 berichteten sie, dass volle zwei Drittel aller
gewaltsamen Konflikte auf der Welt die Bemühungen von eingeborenen Völkern, ihre
Lebensweise frei von den Übergriffen der westlichen Kultur zu erhalten, beinhaltete.
In diesen Gesellschaften waren die Mitglieder klar voneinander abhängig. Für sie
war der Begriff von wirtschaftlicher Unabhängigkeit genauso irrational wie soziale
Unabhängigkeit, und alle Auffassungen von Wirtschaft waren dem Erhalt einer guten
sozialen Stellung untergeordnet.
Beziehungen sind die Grundlage der Sattvischen Wirtschaftsweise
Moderne Volkswirte, die von Profiten und der Marktwirtschaft gebannt sind,
nehmen an, dass der mysteriöse, ubiquitäre und magische Markt und seine Profite schon
immer die Motivation von menschlichen Unterfangen gewesen sind. Dem ist nicht so. In
den obigen Beispielen, welche sattva – guna darstellten gab es oft nicht einmal eine
Konzeption von Wirtschaft, dem Markt, oder Profiten, so wie wir jetzt über sie denken.
Der Volkswirt Karl Polanyi hat in seinem einflussreichen Werk Die große
Transformation erklärt, dass:
Entgegen des im 19. Jahrhunderts so hartnäckigen Chorus von
akademischen Beschwörungen, spielten Vorteil und Profit aus dem
Austausch niemals zuvor eine wichtige Rolle in der menschlichen
Wirtschaft. Obwohl die Institution des Marktes recht gewöhnlich war
seit der späteren Steinzeit war seine Rolle niemals mehr als
nebensächlich im wirtschaftlichen Leben.
In dieser Arbeit erklärt Polanyi, dass es in der Geschichte nur drei Methoden von
„wirtschaftlichem“ Austausch gibt – Umverteilung, Reziprozität und den Markt. (Ich
setze „wirtschaftlichen“ in Anführungszeichen, da es innerhalb des Konzeptes von
Umverteilung ein Motiv für Vorteil geben mag oder auch nicht). Interessanterweise
reflektieren diese jeweils den Einfluss von sattva, rajas und tamas. Der Markt,
insbesondere so wie er heutzutage funktioniert ist zunehmend tamasic, wie später
diskutiert werden wird.12
Umverteilung erkennt an, dass der Schatz der Erde rechtmäßig allen gehört. In
solch einem System wird das Produkt der Mitglieder der Gesellschaft in einem
hierarchischen Zentrum gesammelt, reorganisiert und dann umverteilt entsprechend
jedermanns Bedarf, ohne Berücksichtigung von Kauf oder wer auf irgendeine Weise
zum Empfang berechtigt ist. Diese Methode des Austausches wurde von den Fijans,
Kwakiutl, den frühen Ägyptern, den frühen Christen und den Bergdama praktiziert.
Polanyi erklärt, dass “Umverteilung dazu tendiert, das Wirtschaftssystem angemessen in
die sozialen Beziehungen einzubinden. Wir finden, als eine Regel, dass der Prozess der
Umverteilung Teil des politischen Regimes ist, sei es das eines Stammes, eines StadtStaates, Tyrannei, oder Feudalismus des Viehs oder Landes. Die Produktion und
Verteilung von Waren ist hauptsächlich durch Sammlung, Lagerung, und Umverteilung
organisiert, wobei das Modell sich auf den Häuptling, den Tempel, den Despot oder den
Herrscher konzentriert“.
Umverteilung beinhaltet auf mehreren Ebenen etwas, das Wohltätigkeit genannt
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werden kann und funktioniert auf der Grundlage von Pflicht. Zunächst führen die
Mitglieder der Gruppe ihre Arbeit aus und lassen aus Pflicht heraus das Ergebnis
einziehen. Der Aufseher gibt dann jedem je nach ihrem Bedarf zurück, und führt seine
Funktion wiederrum auf der Grundlage von Pflicht aus. Die Methoden der Umverteilung
beinhalten häufig kein Konzept von persönlichem Vorteil, auch wenn es historische
Beispiele von Umverteilung gibt, in denen die Priester, Könige, oder andere Vertreter
der Verteilung extrem gierig wurden und den überwältigenden Teil der Produktion der
Gemeinschaft für sich behielten während die Diener hungerten. Solch gieriges,
selbstsüchtiges und gleichgültiges Verhalten deutet natürlich auf den Einfluss von tamo
– guna hin.
Reziprozität ist oft eine persönlichere Art des Austausches, und kann in ihrer
Qualität von Tugend bis Leidenschaft reichen. Wenn die Reziprozität in einer gebenden
Haltung ausgeführt wird, ohne die Erwartung in gleicher Weise etwas zu erhalten, oder
falls sie einer anderen Person gegeben wird als die welche als erstes ein Geschenk
gegeben hat, ist sie in der Qualität von sattva. Beispiel in der amerikanischen Kultur ist
das Teilen zwischen Eltern und Kindern. Wenn etwas mit der Erwartung einer
Gegenleistung gegeben wird, oder mit dem Verlangen nach einem Ergebnis, ist es in der
Erscheinungsweise der rajas. Wenn also Erwiderung in ungefähr gleichem Maße
erwartet wird, wenn auch nicht unbedingt sofort, ist es von rajas beeinflusst, und ist eine
Art Sozialvertrag. Die Samoans oder entferntere familiäre Beziehungen in der
amerikanischen Kultur sind Beispiele.
Es gibt eine große Vielzahl historischer kultureller Beispiele von sowohl
Umverteilung als auch Reziprozität. In beinahe allen Fällen ist die Grundlage für eine
solche „wirtschaftliche“ Aktivität nicht materieller Vorteil für sich selbst, welcher
ziemlich unbedeutend ist. Polanyi erklärt dass die sozialen Beziehungen in denen der
Austausch stattfindet der wichtigste Leitsatz sind:
Der bemerkenswerte Fund jüngster anthropologischer Forschung ist,
dass die Wirtschaft des Menschen in der Regel in seine sozialen
Beziehungen eingebunden ist. Er handelt nicht um seine individuellen
Interessen im Besitz von materiellen Gütern abzusichern; er handelt
um seine soziale Stellung abzusichern, seine sozialen Ansprüche, seine
sozialen Vorzüge. Er bewertet materielle Güter nur so hoch, wie sie
diesem Zweck dienen. Weder der Prozess der Produktion noch der der
Verteilung ist mit einem spezifischen wirtschaftlichen Interesse das mit
dem Besitz von Waren zusammenhängt, verbunden; aber jeder
einzelne Schritt in dem Prozess ist auf eine Menge soziale Interessen
abgestimmt, welche letztlich sicherstellen, dass der benötigte Schritt
getan wird. Diese Interessen werden in einer kleinen Jagd – oder
Fischereigemeinschaft und einer riesigen despotischen Gesellschaft
sehr weit auseinander liegen, aber in beiden Fällen wird das
Wirtschaftssystem aufgrund von nicht-wirtschaftlichen [nicht-Profit]
Motiven in Gang gehalten.
Nehmt den Fall einer Stammesgesellschaft. Das wirtschaftliche
Interesse eines Individuums ist selten vorrangig, denn die
Gemeinschaft bewahrt ihre Mitglieder vor dem Verhungern, außer sie
ist selbst von einer Katastrophe betroffen, in welchem Fall die
Interessen wieder kollektiv bedroht sind, nicht individuell.
Andererseits ist das Aufrechterhalten der sozialen Bindungen
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entscheidend. Erstens schneidet sich das Individuum von der
Gemeinschaft ab, wenn es den akzeptierten Ehrenkodex oder die
Freizügigkeit missachtet, und wird zu einem Aussätzigen, zweitens,
weil auf lange Sicht alle sozialen Verpflichtungen gegenseitig sind,
dient ihre Erfüllung auch den Interessen bezüglich Geben-und-Nehmen
des Individuums am besten. Solch eine Situation muss einen
kontinuierlichen Druck auf das Individuum ausüben um wirtschaftliche
Selbstsucht von seinem Bewusstsein zu eliminieren. Diese Einstellung
wird verstärkt durch die Frequenz von gemeinschaftlichen Aktivitäten,
wie die Teilhabe am Essen eines gemeinsamen Fangs oder dem Teilen
der Ergebnisse einer entlegenen und gefährlichen Expedition. Der
Bonus auf Großzügigkeit ist so groß, dass, wenn in Hinsicht auf
Sozialprestige gemessen, sich jedes andere Verhalten als völlige
Selbstlosigkeit schlicht nicht auszahlt. Persönlicher Charakter hat
wenig damit zu tun. Die Menschen können gut oder schlecht, sozial
oder asozial, neidisch oder großzügig miteinander sein. Niemandem
einen Grund für Eifersucht zu geben ist tatsächlich ein akzeptiertes
Prinzip der zeremoniellen Verteilung, genau wie öffentliches Lob dem
fleißigen, fähigen oder anderweitig erfolgreichen Gärtner zufällt. Die
menschlichen Leidenschaften, gut oder schlecht, sind lediglich auf
nicht-wirtschaftliche
Ziele
ausgerichtet.
Die
zeremonielle
Zurschaustellung dient, um den Wetteifer auf das äußerste
anzuspornen und der Brauch der gemeinschaftlichen Arbeit tendiert
dazu, sowohl quantitative als auch qualitative Standards auf die
höchste Stufe zu heben. Das Ausführen von allen Arten des
Austausches als kostenlose Geschenke, auf die Erwiderung erwartet
wird – wenn auch nicht notwendigerweise von den gleichen Individuen
– sollte in sich selbst die Abwesenheit der Idee von Vorteil oder sogar
von Reichtum, der nicht aus den traditionell das soziale Prestige
erhöhenden Gegenständen besteht, erklären.13
Die Profitlose „wirtschaftliche“ Aktivität auf die er sich bezieht ist das direkte
Ergebnis von sattva – guna – insbesondere wenn wir ausdrückliche Bemühungen sehen,
Selbstzentriertheit, Neid und Eifersucht und so weiter zu vermindern.
Die Bandbreite und Evolution von Wirtschaftlichen Praktiken
In dieser Welt sind keine der gunas vollständig rein, sondern alle sind
verunreinigt: materielle Tugend ist verunreinigt von einem Teil Leidenschaft und
Unwissenheit, Leidenschaft von Tugend und Unwissenheit, und so fort. Was noch
wichtiger ist, ist, dass das Bewusstsein von einer Kombination der gunas und ihrer
entsprechenden Einflüsse konditioniert wird. Deswegen sollten wir nicht erwarten, dass
wir Beispiele von Gesellschaften finden werden, die völlig in Tugend, oder Leidenschaft
oder Unwissenheit sind. Wir finden eher, dass eine Bandbreite von Einflüssen und
Charakteristika von jedem guna in jedem Mitglied der Bevölkerung vorhanden ist,
welche als ganzes die Gesellschaft ausmachen. Darum sollten wir erwarten dass die
Ausdrücke von Tugend von beinahe reiner Tugend bis an die Grenze der Leidenschaft
reichen. Ähnlich wird die Leidenschaft von annähernder Tugend bis annähernder
Unwissenheit reichen, und Unwissenheit von annähernder Leidenschaft bis zur absoluten
Verdorbenheit. Wir erwarten daher, eine weite Bandbreite von Einflüssen und
Aktivitäten in allen Aspekten der menschlichen Gesellschaft zu sehen, sowohl auf
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persönlicher Ebene als auch in zivilen und wirtschaftlichen Angelegenheiten.
Wie im ersten Kapitel erklärt, variiert der Einfluss der gunas durch die
verschiedenen yugas, von sattva in Satya-yuga, nach tamas in Kali-yuga um den jivas
mit verschiedenem Bewusstsein Gelegenheit zu bieten, im Einklang mit ihrem
Bewusstsein zu handeln. Während Kali wird die Erde den degradierten und
Dämonischen für ihre Zwecke überlassen, und daher sollten wir nicht vom progressiven
Verfall der Gesellschaft im Laufe der Zeit überrascht sein. Wie beklagenswert diese
Tatsache von einer Perspektive auch sein mag, es ist angemessen in Betracht der
tatsächlichen Bestimmung der materiellen Welt – damit illusionierte Wesen die
materielle Energie in all ihrer Vielfalt und ihren Formen genießen. Aus der
transzendenten Perspektive ist alles davon beklagenswert, selbst Aktivitäten in der
Tugend, denn all die zahllosen jivas die diese Welt zu ihrer Heimat machen sind
deplatziert und können das permanente und unbegrenzte Glück nicht finden, dass sie so
begehren. Aus der transzendenten Perspektive ist diese gesamte Welt ein Gefängnis für
die Lebewesen, welche es begehren außerhalb des Willens des Herrn zu leben, und nach
den Meistern der vedischen Weisheit macht es kaum einen Unterschied, ob man ein
erste-Klasse oder dritte-Klasse Gefangener ist.
Leser die nicht mit den Aufzeichnungen der vedischen Geschichte vertraut sind,
mögen überrascht sein, oder sogar skeptisch, von dieser Ausrichtung der menschlichen
Evolution zu hören, weil vor allem der westliche Mensch gelehrt wurde, dass die
moderne Gesellschaft sich von den Tieren entwickelt hat, und dass die primitivsten
Mensch, vor nicht allzu langer Zeit bloße Affen, waren so unzivilisiert wie die Tiere
selbst, oder sogar in noch größerem Maße, da sie ihre eigenen Artgenossen töten. Die
Propagandisten der modernen Kultur erzählen uns dass wir derzeitig an dem Höhepunkt
des sozialen Fortschritts sind, und dass die Menschheit es noch nie so gut hatte wie sie es
heute hat, oder sogar, dass dies so gut ist wie es jemals werden wird. Glücklicherweise
ist dies ganz und gar nicht der Fall.
Es ist nicht nur nicht der Fall, sondern diese “Progression“, die typischerweise als
westliche soziale Evolution präsentiert wird ist das exakte Gegenteil der wahren
Geschichte der Menschheit auf Erden. Die vedische Geschichte steht in scharfem
Kontrast zu der modernen westlichen Idee, dass wir uns aus prähistorischen, oder Tierähnlichen Vorfahren entwickelt haben, und erzählt uns stattdessen, dass die Menschheit
in früheren Zeitaltern in Hinsicht auf Wissen, Kultur und Anstand viel weiter entwickelt
war. Die vedische Weltsicht erklärt uns, dass wir, während wir uns durch die Zeiten
entwickeln, zurückrückentwickeln und nicht entwickeln. Beweise aus vielen Richtungen
unterstützen diese Wahrheit, insbesondere die Beweise der Wirtschaftsweise. Ein
neueres Beispiel dieser Entwicklung wurde von Helena Norberg-Hodge dokumentiert.
Der wirtschaftliche Wandel in Ladakh
Als ein Beispiel des Übergangs von der Tugend zur Leidenschaft können wir die
Erfahrung der Ladakhis durch die Werke der Anthropologin Helena Norberg-Hodge
studieren, die die erste Fremde war, der gestattet wurde Ladakh (Kaschmir) zu ihrer
Heimat zu machen. Sie hatte das Privileg dort für drei Dekaden zu leben und lernte so
das Leben in den traditionellen Dörfern vor dem westlichen Eindringen kennen, und sie
dokumentierte wie es war:
Im traditionellen Ladakh wäre das Verbinden von Zufriedenheit mit
Einkommen oder Besitz undenkbar gewesen. Ein tief-verwurzelter
Respekt für jedermanns fundamentale menschliche Bedürfnisse und
ein akzeptieren der natürlichen Limitationen der Umwelt hielten das
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Ladakhi Volk von falschen Wertvorstellungen ab. Zufriedenheit
wurde schlicht erfahren. Obwohl es verglichen mit westlichen
Standards kein leichter Lebenswandel war, befriedigten die Leute ihre
grundlegenden physischen, sozialen, spirituellen und kreativen
Bedürfnisse innerhalb der Sicherheit einer sorgenden und teilenden
Gemeinschaft und einer ergiebigen Agrar-Subsistenzwirtschaft – und
erfuhren nachweislich Freude. (Hervorhebung im Original).14
Die Symptome von sattva werden in dieser Kultur reflektiert – Respekt und
Fürsorge füreinander und die Umwelt, und Zufriedenheit aus dem Inneren. Norberg
Hodge hat der Region über mehrere Dekaden regelmäßige Besuche abgestattet und hat
den Wandel, der auf die westliche Wirtschaftsentwicklung folgt dokumentiert. Sie
bemerkt, dass die Vorhut der derzeitigen Kolonialisierung von Ladakh eine
Kombination von Touristen, Medien, Bildungsmodellen und Technologie gewesen ist,
und bemerkt auch, dass diese „Entwicklung“ eine „Leere in den Leben der Leute
geschaffen hat, Unterlegenheit in ihrer Selbstwahrnehmung, und eine Gier nach
materiellem Reichtum“. Die Einflüsse sind oft subtil, aber nichtsdestotrotz sehr
kraftvoll:
Ein westlicher Tourist kann mehr [Geld] an einem Tag ausgeben als
eine Ladakhi Familie in einem Jahr vermag. Dies sehend, fühlen sich
die Ladakh plötzlich arm. Der neue Vergleich schafft einen
Unterschied, der niemals zuvor existierte, weil im traditionellen
Ladakh die Leute kein Geld brauchten um reichhaltige und erfüllende
Leben zu führen. Die Ladakhi Gesellschaft basierte auf gegenseitiger
Hilfe und Kooperation; niemand benötigte Geld für Arbeit, Nahrung,
Kleidung, oder Unterkunft. In der traditionellen Wirtschaft wussten
die Ladakhi, dass sie sich auf andere Leute verlassen mussten, und
dass andere sich wiederrum auf sie verließen. In dem neuen
Wirtschaftssystem löst sich die lokale Interdependenz zusammen mit
traditionellen Ebenen der Toleranz auf. Anstelle der Bedürfniserfüllenden kooperativen Systeme werden Wettbewerb und Knappheit
zu Determinanten für das Überleben.
Der vielleicht tragischste aller Änderungen die ich in Ladakh
beobachtet habe ist der Teufelskreis in dem individuelle Unsicherheit
zu einer Schwächung von Familien- und Gemeinschaftsbindungen
führt, welche in Folge wieder den individuellen Selbstwert
schwächen. Konsumismus spielt eine zentrale Rolle in dem gesamten
Prozess, denn emotionale Unsicherheit generiert Hunger auf
materielle Statussymbole. Das Bedürfnis nach Annahme und
Akzeptanz befördert den Drang Besitz zu erlangen der einen
mutmaßlich zu jemandem macht. Es ist herzbrechend zu sehen wie
Leute Sachen kaufen um bewundert, respektiert und ultimativ geliebt
zu werden und der Effekt de facto immer das Gegenteil ist. [Sie sind]
voneinander abgetrennt, was das Bedürfnis nach Akzeptanz
vergrößert.15
Als die Ladakhi Gesellschaft von Mitgliedern der modernen Gesellschaft
durchdrungen wurde, können wir die Symptome der eindringenden rajas beobachten:
Wettbewerb, das Verlangen nach Besitz und die unpersönlichen Versuche, Respekt zu
bekommen durch Besitztümer statt persönliche Qualitäten und Fähigkeiten. We
beobachten auch das Ergebnis von Leidenschaft in Hinsicht auf soziale Isolation, und
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Unsicherheit.
Ladakh traf den Ansturm von Leidenschaft und Ignoranz relativ spät, die
meisten Gebiete der Welt sind ihnen lange zuvor erlegen. Im nächsten Kapitel schauen
wir uns die einführung von rajo – guna an, zusammen mit seinem Ideen von
Privateigentum und konzentriertem Reichtum, basierend auf den Abkommen der
Menschen mit allen einhergehenden Konsequenzen.
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Kapitel Vier
Die Wirtschaftsweise der Leidenschaft
Aus der Erscheinungsweise der Tugend entwickelt sich wirkliches
Wissen; aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft entwickelt sich
Leid, und aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit entwickeln sich
Dummheit, Irrsinn und Illusion.
Bhagavad-gita 14.17
Eine Kultur in der Leidenschaft
Leidenschaft ist das Kennzeichen der modernen Gesellschaft und als solches sind
ihre Charakteristika den meisten Leuten sehr vertraut. Schaffen, machen, bauen,
entwickeln sind alles Schlagworte der Erscheinungsweise der Leidenschaft, oder rajo guna. Rajo – guna zeichnet sich weiterhin durch Wettbewerb aus, in dem Gewinner ihre
Überlegenheit über die Verlierer beweisen. Dieses Thema stellt sich in jedem Aspekt der
in der Leidenschaft basierenden Kultur dar. Wettkampfsport ist überall auf der Welt
beliebt und jedes Wochenende feuern hunderte von Tausenden, wenn nicht Millionen ihr
Team an. Nationaler Stolz oder Scham hängt nicht länger von den Handlungen der
Staatsmänner ab, sondern stattdessen von den Fähigkeiten der Fußball-, Hockey- oder
Basketballteams. Auf dem Spielfeld der Romantik wird intensive Leidenschaft für ein
Indiz von wahrer Liebe gehalten. Liebe wird nun auf wetteifernde Weise gewonnen,
manchmal vor einem Millionenpublikum wie in solchen Fernsehshows wie “The
Bachelor”.
Allen Mitgliedern der westlichen Kultur wird Wettbewerb eingeschärft sobald sie
als kleine Knirpse sozialisiert werden. Wir lernen den Wettbewerb – unsere
Überlegenheit über andere zu beweisen – in den ersten Jahren der Schule und er wird in
unseren Teenager-Jahren schrittweise intensiviert. Die Unschuld der Kindheit wird in
immer jüngerem Alter geopfert, wenn wetteifernde Eltern ihre Kinder dazu drängen über
andere im Sport zu siegen und sich mit anderen Schülern um die höchsten
Testergebnisse zu schlagen, um auf diesem Wege Zugang zu den besten Schulen zu
erhalten. Natürlich ist dieses Training der Kindheit nicht mit dem Verlassen der Schule
verloren. Die Schulabgänger, die seit langem auf konkurrierendes Spiel und Bildung
konditioniert sind, werden nun zu Wettbewerbern in den Bereichen von Geschäft und
Karriere. Für diejenigen in der Leidenschaft ist die Idee des Vorteils auch in der Religion
vorherrschend, wo Anbetung und angemessenes Investment (der Zehnte) häufig von
Geistlichen als der beste und anständigste Weg zu materiellem Wohlstand angepriesen
werden. Das Gebet selbst geht nicht weit über das Flehen nach materiellen Wünschen
und Begehren hinaus. Solch Gesuch beschränkt sich in keinerlei Hinsicht auf die Kirche.
Das Anflehen jeder machtvollen Person kommt zum Einsatz, sei es Gott
höchstpersönlich, oder eine beliebige Anzahl niedriger Götter, die den Verlauf der
gewöhnlicheren Dinge in dieser Welt bestimmen.
Es ist also nicht unerwartet, dass für Leute in der Leidenschaft Wettbewerb das
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auszeichnende Merkmal darstellt, sowohl im Geschäft als auch als Untermauerung der
Wirtschaft, wie beispielsweise des Geldsystems. Der Konkurrenzkampf von Vorteil
(Sieg) gegen Einbuße (Niederlage) ist worum es im Wesentlichen im Kapitalismus geht
und es ist das Wirtschaftssystem der Wahl für leidenschaftliche Kulturen. Sieh dir an
einem beliebigen Tag den Wirtschaftsteil einer Zeitung an und du wirst über Produktion,
Wachstum, Umsätze und Verluste, Bemühungen um Vorteil, Wettbewerb um Rivalen zu
besiegen, Akquise und so weiter lesen. Der Traum der Leidenschaft ist die Möglichkeit
von unbegrenztem Verdienst durch die individuellen Bemühungen, unterstützt von einer
Umgebung in der der Unternehmergeist nicht kontrolliert wird und jeder Mensch sich
durch die eigenen Bemühungen nach oben arbeiten kann. Zur selben Zeit ist es jeder-fürsich und möge der Bessere gewinnen. Verlust ist auch ein entscheidendes Merkmal der
Wirtschaftsweise der Leidenschaft.
Ein weiteres Merkmal von rajo-guna das sich prominent in den Aktivitäten der
modernen Kultur abzeichnet ist, wie die Menschen die Welt sehen. Die Gita sagt uns,
dass eine Person unter dem Einfluss der Leidenschaft ein anderes Wesen in jedem
Körper sieht und somit mit ausgesprochen ungleicher Sicht sieht. Personen mit anderer
Hautfarbe werden als inhärent anders und andersartig angesehen. Diejenigen in der
Leidenschaft werden verschiedenen Leuten ein verschiedenes Maß Respekt
entgegenbringen, entweder höher oder niedriger, je nach ihren persönlichen
Eigenschaften wie Schönheit, Reichtum, Ruhm, usw. Darum sehen wir dass der Status
einer Person in der Gesellschaft, der ihnen entgegengebrachte Respekt, selbst die Türen
die Ihnen geöffnet werden von solchen Dingen wie Abstammung, Familienreichtum,
persönlichen Verbindungen und so weiter beeinflusst werden.
Diese Art der Diskriminierung beschränkt sich nicht auf kapitalistische Länder.
In den älteren Gesellschaften die ein rigides Kastensystem oder andere soziale
Hierarchien haben, zeigt sich der Einfluss der Leidenschaft in wirtschaftlicher
Diskriminierung und Ungleichheit. Wegen einer unterschiedlichen Aussicht hinsichtlich
Körpermerkmale und der sozialen Position wird diskriminiert, wer tauglich oder
untauglich, gleich oder ungleich ist. Diejenigen die als hohe Adlige in der privilegierten
Klasse stehen werden Belohnungen ernten, und denjenigen von niedrigerem Status
werden im Allgemein solche Privilegien, Belohnungen, Opportunitäten, oder sogar
hinreichende Mittel um ein anständiges und gutes Leben versagt.
Die Leidenschaft wird von Tugend und Unwissenheit begrenzt, und zeigt sich
über ein ganzes Spektrum der Aktivität, je nach Einfluss dieser gunas. Von Tugend
beeinflusste Leidenschaft beschäftigt sich normalerweise um die Bildung von Familien,
Künsten, Handel, Infrastruktur – von ganzen Kulturen – für das Wohl und den
Wohlstand aller Mitglieder. Die Kultur ist einschließend, egalitär, und strebt nach hohen,
sogar erhabenen Idealen. Das primäre Anliegen von durch Tugend beeinflusster
Leidenschaft ist das Erschaffen und Entwickeln einer wundervollen Welt für alle ihre
Mitglieder. Ein primäres Ziel ist nicht bloßes Vergnügen oder anständige Beschäftigung,
sondern Arbeit die mit Würde und Stolz verrichtet wird, zu einem hohen
Perfektionsgrad. Geld kann als ein Mittel genutzt werden um diese Bemühungen zu
unterstützen, aber Profite sind von sekundärer Bedeutung, und werden eventuell sogar
mit einem wachsamen Auge betrachtet.
Wenn der Einfluss der Tugend schwindet und die Unwissenheit zunimmt, engt
sich der Fokus zunehmend auf „spezielle“ Gruppen von Individuen ein, die durch Blut,
Ehe oder andere Beziehungen von sozialer Bedeutung verbunden sind. Insider- und
Outsider-Status wird geschaffen und Diskrimination beginnt sich abzuspielen. Die
Entwicklung findet nun für weniger und weniger innerhalb der Kultur oder Gruppe statt,
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und selbst innerhalb der Insider Gruppe existiert ein wetteiferndes Umfeld in dem die
Mitglieder um die Dominanz über die anderen buhlen und es entwickelt sich eine starke
„Hackordnung“. Das ungemäßigte Streben und Rankieren sowie damit einhergehende
Lust, Neid und Gier forcieren das Interesse an persönlichem und exklusivem Gewinn.
Woher kommt dieser Gewinn typischerweise? Meistens, und auf die leichteste Weise auf
Kosten der schwächeren und „unterlegenen“ Klassen – die Outsider – die wenige
Optionen haben und die sich mit dem Schicksal abfinden müssen, das ihnen zugeteilt
wird.
Wenn der Einfluss von tamo – guna zu rajo – guna hinzugefügt wird, resultiert
daraus eine Gesellschaft von Habenden und Habenichtsen, und so wie tamo – guna
ansteigt, steigt auch auch der Unterschied an. In gleicher Weise wie wie tamo – guna
weiter zunimmt und der Einfluss von sattva – guna abnimmt, so auch die angemessene
Erhaltung von allem und jedem, inklusive Familien, Kindern, Bildung, Infrastruktur,
Gesellschaft, Kultur, usw., weil die Betonung auf dem Hier und Jetzt liegt, die Zukunft
kann sich von selbst erledigen. Die Schwachen werden als erstes vernachlässigt – ihre
Bedürfnisse, ihre Gesundheit, ihre Straßen, ihre Abwasserkanäle. So wie die an der
Spitze mehr nehmen, wachsen die Ränke der Schwachen und Vernachlässigten. In
Ermangelung von angemessener Erhaltung setzen Verfall und Auflösung von
Infrastruktur, Leuten und der Gesellschaft ein. So durch selbstsüchtige Motive
geschwächt unterliegt die Kultur entweder Angriffen von außerhalb, Rebellion von
innerhalb, oder beiden, was in Chaos, Zerstörung und Kollaps resultiert. Dies war das
Muster jeder Zivilisation in der westlichen Geschichte, und manchen zufolge folgt die
gegenwärtige auch diesem Trend und ist nun in ihrer schwindenden Phase. Unsere
moderne Kultur jedoch ist außergewöhnlich, da sie statt auf einen limitierten
geografischen Raum beschränkt zu sein, den gesamten Globbus umspannt. Falls und
wenn sie zusammenbricht, wird sie den Ruin der gesamten Menscheit gleichzeitig
bringen.
Wird es dazu kommen? Es hat bereits begonnen. Die derzeitige Auflösung von
Zimbabwe ist ein gutes Beispiel. Andere afrikanische Länder sind nicht weit dahinter.
Die Stagnation der Wirtschaft Amerikas in 2008 mit schlimmeren Vorhersagen für die
kommenden Jahre ist auch auf der Schwelle. Die „allgemeine Weisheit“ die im Internet
und in Büchern wie America: End of an Empire, und Nemesis: The Last Days of the
American Republic dargestellt ist, zeigt uns dass wir den Weg auf dem wir waren nicht
weitergehen können. Veränderung oder Tod ist ihre Botschaft. Die Zukunft steht noch
nicht völlig fest da es ist nicht zu spät die notwendigen Änderungen zu machen um eine
andere und bessere Zukunft herbeizuführen, wenn wir nur wollen. Es ist die Absicht
dieses Buches, den Weg zu diesem Wandel zu zeigen.
Der überfassende Trend der Zivilisation im Zuge des Kali-yuga ist von Tugend
nach Unwissenheit. Dies reflektiert sich ziemlich klar in den wirtschaftlichen Praktiken,
welche eine sehr sichtbare Demonstration des Bewusstseins der Leute sind. Ich möchte
auch darauf hinweisen, dass die Methoden und Trends sich auf verschiedenen Ebenen
der Gesellschaft signifikant voneinander unterscheiden, wie wir unten demonstrieren
werden. Oft waren die Leute stark gegen die Methoden und Praktiken ihrer „Führer“ und
wurden gewaltsam gezwungen sich zu fügen. Wir werden uns in diesem Kapitel
ansehen, wie die Tugend und Unwissenheit die Wirtschaftsweise der Leidenschaft
beeinflussen. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass dies schlicht ein
gleichmäßiger, glatter, überall identischer Übergang ist. Ganz sicher war/ist er das nicht.
Jeder Teil der Welt hat ihren eigenen Verlauf, aber der Trend war im Großen und
Ganzen der gleiche, insbesondere seit das Reisen zugenommen hat und die Kultur
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homogenisiert wurde.
Die Verschiebung von der Tugend zur Leidenschaft
Es mag manchen ironisch erscheinen, dass die religiösen Überzeugungen der
Protestanten den Niedergang der Wirtschaftsweise der Tugend bestärkten. Das sollte uns
jedoch nicht überraschen, denn auch Religion, vom Menschen interpretiert, reflektiert
die Einflüsse, die die gunas auf sie haben. Es war insbesondere die ProtestantischChristliche Ethik, die letztlich, der Auflösung der Wirtschaftsweise der Tugend den
Weg, wenn nicht verursachte, so doch den Weg bahnte, und die Tür zur
Wirtschaftsweise der Leidenschaft öffnete. Diese Ermöglichung wird von Max Weber in
seinem Essay The Protestant Ethic and the Spirit of Capitalism1 erläutert. Diese
Geschichte beginnt im Mittelalter, als die meiste produktive Arbeit durch das System der
Handwerksgilden organisiert war. Die Gilden selbst operierten in Einklang mit einem
Verhaltenskodex der Wettbewerb mit Absicht begrenzte indem er Mitglieder mit der
gleichen Tätigkeit vereinte, oder im Prinzip den Wettbewerb miteinander einte. Sie
waren im Kern Kartelle die den Handel auf solch eine Weise organisierten, dass alle
Mitglieder ein akzeptables Leben haben konnten, und um dieses Ziel zu erreichen
schärften sie ihren Mitgliedern bestimmte zivile Tugenden ein. Durch eine alteingeführte
Tradition begünstigten sie eine Subsistenzwirtschaft die ihre Mitglieder davon abhielt,
den Profit über die Ehre und die soziale Verantwortung zu heben. Auf diese Weise
wollten sie die Gesellschaft auf eine für alle vorteilhafte Weise erhalten. Weber schreibt,
dass es in den Gilden häufig eine Kontrolle der allgemeinen ethischen Standards gab,
ähnlich den von den protestantischen Sekten ausgeübten. Aber, er sagt, es gab einen
unvermeidlichen und signifikanten Unterschied zwischen dem Effekt der Gilden und
dem der Sekten auf die wirtschaftlichen Praktiken:
Die Sekten hingegen vereinten Menschen durch die Auswahl und
Vermehrung von ethisch qualifizierten Gläubigen. Ihre Mitgliedschaft
basierte nicht auf der Lehre oder den Familienbanden von technisch
qualifizierten Mitgliedern einer Profession. Die Sekte kontrollierte und
regulierte das Verhalten der Mitglieder ausschließlich im Sinne einer
formalen Rechtschaffenheit und methodischem Asketentum. Es fehlte
der Vorsatz einer materiellen Subsistenzpolitik welche die Ausbreitung
des rationalen Strebens nach Profit beschränkt hätte. Der
kapitalistische Erfolg eines Gildenmitglieds unterminierte den Geist
der Gilde – wie in England und Frankreich geschehen – und so wurde
kapitalistischer Erfolg gemieden [in der Gilde]. Aber der
kapitalistische Erfolg eines Sektenbruders, falls legal errungen, war
Beweis seines Wertes und seines Gnadenstandes, und es hob das
Prestige und die Propaganda Chancen der Sekte. Solcher Erfolg war
daher willkommen. Die Organisation von freier Arbeit in Gilden, in
ihrer abendländischen mittelalterlichen Form war sicherlich – sehr
gegen ihre Absicht - nicht nur ein Handikap [für ihren fortgesetzten
Erfolg], sondern auch eine Vorbedingungen für die kapitalistische
Organisation der Arbeit, welche, vielleicht, unentbehrlich war.
Aber die Gilde konnte natürlich nicht den modernen kapitalistischen
Bourgeois-Ethos hervorbringen. Nur die methodische Lebensweise der
asketischen Sekten konnte die wirtschaftlich „individualistischen“
Impulse des modernen kapitalistischen Ethos legitimieren und einen
Heiligenschein um sie legen.2
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Der signifikante Unterschied ist, dass die Gilden damit einverstanden waren, die
wirtschaftlichen Aktivitäten auf die angemessene Sphäre der Subsistenz zu beschränken
und dass Profit kein Selbstzweck werden sollte. Diese Haltung reflektiert das
Bewusstsein von satva – guna – das Leben in Harmonie mit der natürlichen
Wirtschaftsweise, welche für den Unterhalt aller Lebewesen sorgt. Das christliche
Weltbild erklärt, dass Gott den Menschen auf die Erde setzte, um im Überfluss und
glücklich zu sein. Er gab ihnen Vorherrschaft über alle Dinge zu diesem Zweck.
Geschichtlich betrachtet ist die Interpretation des christlichen Weltbildes gewesen, dass
es die Bestimmung des Menschen sei, der Herr über die Natur zu sein – dass er sie
erobern und sie sich Untertan machen soll. In ihrer Sicht möchte Gott, dass der Mensch
hart arbeitet und alle Belohnungen auskostet die diese Welt bieten kann; weltlicher
Erfolg und erhöhte Profite werden als ein Zeichen von Gottes Wohlwollen gesehen. Es
ist verständlich, dass das so interpretierte Christentum eine Religion für diejenigen in der
Leidenschaft ist, weil dies die Merkmale von von rajo –guna sind, wie in der Srimad
Bhagavatam (11.25.3) erklärt:
Materielles Begehren, große Anstrengungen, Unzufriedenheit selbst im
Gewinn [noch mehr begehrend], beten für materiellen Fortschritt, die
Verzerrung der Intelligenz durch zuviel Aktivität, die Unfähigkeit die
wahrnehmenden Sinne von den materiellen Objekten zu befreien,
Sinnenbefriedigung, und das Rechtfertigen der eigenen Aktionen mit
der eigenen Stärke sind Qualitäten der Erscheinungsweise der
Leidenschaft.
In Weber’s Aussagen begegnen wir wieder dem Lieblingswort der Volkswirte –
“rational” – und hier können wir bezeugen, wie seine Bedeutung je nach dem
Bewusstsein und guna der Spieler variiert. Weber gibt zu, dass das was als rational
betrachtet wird sich beträchtlich unterscheiden kann, obwohl es in seiner Sicht rational
war den eigenen Profit und Vorteil zu erhöhen und er betrachtet die Protestantische Ethik
als die „rationale“ Wahl. Unter dem Einfluss von sattva – guna hingegen war die
rationale Wahl der Gilde, Kooperation zu befördern und Wettbewerb zu beschränken,
was sie zu so einem Ausmaß taten, dass ein Mitglied es nicht wagte, seine Waren unter
Preis anzubieten, oder sie „im Angebot“ zu haben, wie wir heutzutage sagen, um seinen
Absatz auf Kosten seiner Kollegen zu erhöhen.
Zu der Zeit als Weber Amerika besuchte, beobachtete er, dass viele der
Qualitäten der protestantischen Ethik von jeglicher religiöser Verbindung frei geworden
waren. Sparsamkeit, harte Arbeit und Genügsamkeit wurden nicht länger befolgt um
entweder Gottes oder der Menschen Gunst zu gewinnen, sondern wurden durch
Beobachtung ihres Beitrages zum Erfolg als ein praktisches Rezept für das materielle
Leben betrachtet. Der Historiker R. H. Tawney beobachtete die Verbindung zwischen
Kapitalismus und Protestantismus und sah ihren Einfluss als gegenseitig, und erklärte,
dass die protestantische Ethik mit ihrer Forderung von harter Arbeit, Sparsamkeit usw.
zum Aufstieg des Kapitalismus beigetragen hatte, aber zur gleichen Zeit auch der
Protestantismus von einer zunehmend kapitalistischen Gesellschaft beeinflusst wurde.3
Er sah, dass die Protestanten die Riskobereitschaft und das Profitstreben des
Kapitalismus übernommen hatten; er ging jedoch noch weiter und klagte die christlichen
Prediger an, laissez-faire zu sein und ihre Ethik nicht in die Sphäre von Wirtschaft und
Geschäft zu bringen:
Falls sich Priester noch nicht offenkundig mit der Sicht vom
Natürlichem Menschen identifizieren, wie von einem Schriftsteller des
18. Jahrhunderts mit den Worten, „Das Geschäft ist eine Sache und
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Religion eine andere“ ausgedrückt, so impliziert ihr Schweigen keine
wirklich andere Schlussfolgerung als die Möglichkeit der unbewussten
Zustimmung. Die charakteristische Doktrin war eine, die de facto
wenig Raum für religiöse Lehren in Bezug auf wirtschaftliche Moral
lies, weil sie die später von Adam Smith mit seiner berühmten
Referenz der unsichtbaren Hand verkörperte Theorie antizipierte, die
in wirtschaftlichem Eigennutz das Wirken des göttlichen Planes sah.
Die bestehende Ordnung, außer wenn sie durch die kurzsichtigen
Erlässe der Regierungen gestört wurden, war die natürliche Ordnung,
und die von der Natur errichtete Ordnung war die von Gott errichtete
Ordnung. Selbstverständlich schloss solche eine Haltung wiederrum
eine kritische Untersuchung der Institutionen aus, und ließ nur die
Bereiche des Lebens für die christliche Nächstenliebe, welche für
Philanthropie reserviert waren, genau deswegen weil sie außerhalb
jenes größeren Bereiches menschlicher Beziehungen fiel, in denen der
Ansporn durch Eigennutz völlig ausreichende Beweggründe und
Verhaltensmaßregeln bereit stellte.4
Die Jahrzehnte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren eine Zeit des
philosophischen Umbruchs, der von der Kombination der Ideen aus Darwin’s Origins of
Man und Adam Smith’s Wealth of Nations herbeigeführt wurde. Smiths „unsichtbare
Hand“ des Marktes wurde mit Darwins Konzept des „Überleben des Stärkeren“ um eine
neue „natürliche Ordnung“ der wirtschaftlichen Angelegenheiten zu rechtfertigen, eine,
in der alle Kräfte und Ergebnisse und selbst der Fortschritt der fortwährenden natürlichen
Evolution der Menschheit nun als das unpersönliche Ergebnis von Zufall betrachtet
wurden. Smiths fiktive „unsichtbare Hand“ wurde die Verschreibung, die Regierungen
gemahnte sich aus den Angelegenheiten des Marktes herauszuhalten und ihm zu
erlauben seine Magie zu wirken. Dies ist nur eine weitere Lebensillusion die der
moderne Mensch versucht hat auf das Level der Realität zu heben, mit tragisch
enttäuschenden Ergebnissen für Millionen von Menschen. Es ist de facto die
fortschreitende Entwicklung von der Leidenschaft zur Unwissenheit, und die Ergebnisse
unterstützen diese Schlussfolgerung. Die unverfrorene und offenkundig falsche Fiktion –
dass das Streben nach den eigenen Interessen auf magische Weise im besten Interesse
aller resultieren würde – wurde als eine Propaganda Kampagne benutzt, um die
Methoden der Cleveren und Fähigen zu rechtfertigen, und um die politisch Schwachen
und Weniger-fähigen auszunutzen. Das Konzept ist weiterhin von Aktualität, selbst bis
zum heutigen Tag, da „wirtschaftlicher Darwinismus“ als ernsthafte
Wirtschaftsphilosophie vorgetragen wird um gegenwärtige raubtierhafte wirtschaftliche
Praktiken zu rechtfertigen. Diese Philosophie wird auch gebraucht um die Ausbeutung
der Natur zu rechtfertigen. Das Überleben des Stärksten wird auf den wirtschaftlichen
Raum ausgedehnt, und mit dem Konzept der Vorherrschaft des Menschen wie in der
Genesis befohlen, kombiniert. Der Mensch ist der stärkste, und darum ist gerechtfertigt
was auch immer er tut. Dies, zusammen mit zunehmend mächtiger Technologie, gibt den
Führern von Geschäft und Industrie ein grünes Licht die Natur völlig auszubeuten, und
keinen Gedanken auf die Idee zu verschwenden, sie zu nähren und für ihr Wohlergehen
zu sorgen. Was auch immer sie anbietet wird schlicht genommen, mit wenig Rücksicht
für jeglichen verursachten Schaden, oder Gedanken, dass vielleicht eine
zurückzuzahlende Schuld ihr gegenüber bestehen könnte. In den frühen Phasen der
Industrialisierung war sie dazu fähig, den Verlust zu absorbieren. Zwei Jahrhunderte
später jedoch ist sie überlastet, von der immensen Kraft und Ausmaß der Technologie
der Menschheit. Wir kommen auf die Umwelt-Angelegenheit unten zurück, wenn wir
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den Übergang von der Wirtschaftsweise der Leidenschaft zu Unwissenheit diskutieren.
Als erstes werden wir die Geschichte der Wirtschaftsweise der von sattva - guna
beeinflussten Leidenschaft zurückverfolgen.
Die Wirtschaftsweise der von Tugend beeinflussten Leidenschaft
Obwohl die protestantische Philosophie half, den Weg zu einem Leben des rajo –
guna zu ebnen, blieb sie für einige Sekten stark mit einigen Aspekten des sattva – guna
verbunden. Im gleichen Essay von Weber erklärt er, wie das „Protestantische
Asketentum die Grundlage der modernen Berufszivilisation [wurde] – eine Art von
‚spiritualistischer‘ Konstruktion der modernen Wirtschaft.“ Dieses Essay wurde
geschrieben, nachdem Weber die Vereinten Staaten im frühen 20. Jahrhundert besuchte,
währenddessen er aus erster Hand beobachtete, welchen Einfluss der
Kirchenmitgliedschaft nicht nur im Geschäft, sondern auch in sozialen und politischen
Kreisen innehatte. Tatsächlich waren in Amerika in früheren Perioden religiöse
Überzeugungen vollständig in alle Aspekte des Lebens integriert. Während der
Kolonisierungsperiode (vor 1776) war zum Beispiel in den zentralen Gebieten New
Englands die volle Angehörigkeit in einer der Kirchen die Voraussetzung, um volle
Staatsbürgerschaft zu erlangen – es war das Kirchenvolk, welches die Staatsbürgerschaft
bestimmte. Zu jener Zeit konnte man einer bestimmten Kirche nicht einfach „beitreten“
wie heutzutage möglich. Die Mitgliedschaft wurde nur erlangt, nachdem jemand
wiederholt seine religiöse Qualifizierung durch persönliches Verhalten bewiesen hatte,
im weitesten Sinne des Wortes, und weiterhin eine Untersuchung und Festlegung seines
moralischen Wertes bestand. Solche Kandidaten waren selbst dann nur zugelassen,
nachdem sie in einer Abstimmung gewählt worden waren. Bewiesenes moralisches
Verhalten war auch besonders wichtig beim Festlegen davon, mit wem man Geschäfte
machen sollte.
Die Literatur der Quäker und Baptisten, bis zum und durch das 17. Jahrhundert
lehrt, dass „die Kinder der Welt einander im Geschäft misstrauen, aber Vertrauen in die
religiös festgelegte Rechtschaffenheit der Frommen haben“.5 Darum wurde Kredit nur
denen gegeben, und Geld nur bei denen deponiert, die nach sorgfältiger Prüfung als
fromm erachtet wurden. Diese Maße führten letztlich zu dem Erfolg der Protestanten,
denn „dort, und dort allein, werden ihnen ehrliche und feste Preise gewährt“.6 Die
Baptisten nahmen für sich in Anspruch, feste Preise zu einem Prinzip gemacht zu haben,
während die Methodisten ihren Anhägern noch weitere Restriktionen auferlegten, denen
verboten war:
1.
Beim Kaufen und Verkaufen Worte zu machen (Handeln und Feilschen)
2.
Waren zu handeln bevor der übliche Zoll auf sie gezahlt worden war
3.
Höhere Zinsraten zu nehmen als vom Gesetz des Landes erlaubt war
4.
„Schätze auf der Erde zu sammeln“ (das bedeutet, Investmentkapitel in
„Geldreichtum“ zu transformieren, und von Geld statt Arbeit zu leben,
d.h. ein Kapitalist zu werden)
5.
Geld zu leihen, ohne sich seiner Fähigkeit, die Schuld zurückzahlen zu
können sicher zu sein
6.
Luxuriositäten aller Art7
Protestanten sind wohl dafür bekannt, dass sie ermahnt waren durch und durch
ehrlich, sparsam und bescheiden zu sein und auch diesen Ruf hatten. Ein Individuum war
zudem religiös dazu angehalten, einem säkularen Beruf mit Eifer und harter Arbeit
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nachzugehen, weil gedacht wurde, dass ein Mangel an weltlichem Erfolg entweder durch
Faulheit oder göttliches Missfallen begründet war:
…es gab einen Bonus, wenn sich vor Gott „bewiesen“ wurde, im Sinne
der Erlangung von Erlösung – was in allen puritanischen Konfessionen
gefunden wird – und sich selbst vor den Menschen „beweisen“ im
Sinne des Halten des sozialen Standes innerhalb der puritanischen
Sekte. Beide Aspekte ergänzten sich gegenseitig, und wirkten in die
gleiche Richtung: Sie halfen, den Geist des modernen Kapitalismus zu
verkünden, seinen spezifischen Ethos, den Ethos der modernen
Bourgeois Mittelklassen.8 (Alle Hervorhebung im Original).
Sowohl das Streben nach materiellem Erfolg, als auch der Geist des modernen
Kapitalismus, wie Weber ihn definiert, sind beides Merkmale von rajo – guna. Das
strikte Festhalten am Prinzip der Ehrlichkeit, die Erwägung keine anderen zu verletzen,
und das Festhalten an Rechtsstatuten weist auf den Einfluss von sattva - guna hin. Die
protestantischen Sekten strebten nach Erfolg und Verdienst, so lange es nach ihren
ethischen Standards verdient war, und ihre ethischen Standards schafften vielleicht eines
der besten Beispiele der von Tugend beeinflussten Wirtschaftsweise der Leidenschaft.
Dieses Beispiel liefert den Nachweis, dass die menschliche Gesellschaft nicht nur
schlicht in einem reinen Zustand der Tugend, Leidenschaft oder Unwissenheit existiert.
Auch wenn einer vorherrschend sein mag, sind die Einflüsse der anderen stets zu einem
gewissen Grad präsent. Wenn wir dem Pfad von Kali folgen, nimmt die Qualität der
Tugend ab, während die der Unwissenheit zunimmt, und das Leben auf der Erde
reflektiert weiter die wechselnden Einflüsse.
Bewegung hin zur Unwissenheit
Unter dem Einfluss von sattva – guna wurde materieller Reichtum geteilt, aber
unter rajo – guna kommen persönlicher Profit und Gewinn ins Spiel, zusammen mit dem
Konzept von Privateigentum. Tatsächlich ändert sich das gesamte Konzept von „Ich und
mein“ auf dramatische Weise. Der Wandel des Bewusstseins von sattva nach rajas
brachte einen dramatischen Wandel in den Beziehungen zwischen den Leuten und der
Weise wie sie ihre wirtschaftlichen Angelegenheiten regelten mit sich. Dieser Wandel
trat nicht spontan auf Seiten der Leute auf, sondern wurde ihnen von der herrschenden
Klasse durch Anwendung von Gewalt (tamo – guna) auferlegt.
Auf eine bestimmte Weise veränderte sich die Idee, die Leute zu kontrollieren
nicht, aber die Macht verlagerte sich. Die herrschenden Klassen der frühen modernen
Zeiten waren darauf aus, eine Kultur der Abhängigkeit zu schaffen, in der sie selbst die
Päpste als Segenspender ersetzten, und diese Segen nun durch Geld entschieden wurden.
Es wurde daher notwendig, die Bevölkerung allein auf Geld angewiesen sein zu lassen
und dafür musste ihre Selbst-Versorgung vom Land und gegenseitige Abhängigkeit
abgeschafft werden. Die erwünschte soziale Transformation würde einen unabhängigen
einfachen Bürger zu einem Abhängigen von uninteressierten anderen machen
(Industrielle oder Regierung). Es würde sie miteinander um so eine Gunst wie das Recht
zu Überleben konkurrieren lassen– da bezahlte Beschäftigung die einzige verfügbare
Möglichkeit der Versorgung war. Um dies zu erreichen, mussten die vorherigen sozialen
Gebräuche des geteilten Besitzes, gegenseitiger Unterstützung, und die Gemeingüter
zerstört werden. Es zählte nicht, was in dem Prozess verloren ging. Es war wichtiger,
dass die Gesellschaft in das Konzept umgewandelt wurde, das die herrschenden Klassen
wollten. Es war ein Konzept das hauptsächlich die herrschende Klasse au Kosten aller
anderen bevorteilen sollte.
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Zerstörung der Gemeingüter
In früheren Zeiten, als Kulturen in der Tugend errichtet waren, war Land als die
einzige Quelle des Lebensunterhaltes anerkannt, auf die alle einen rechtmäßigen
Anspruch, nicht per Besitzanspruch, sondern per Benutzung, hatten. „Die Gemeingüter“,
wie sie im Allgemeinen genannt wurden, stellten den Unterhalt der „einfachen Leute“,
oder der Arbeiterklasse dar – diejenigen, die in einer Subsistenzwirtschaft lebten. Eine
Subsistenzwirtschaft ist eine, in der Leute das was sie brauchen herstellen oder handelt
anstatt es mit Geld zu kaufen. Es gab vier bemerkenswerte soziale Entwicklungen, die
notwendig waren um dieses seit langem bestehende Abkommen zu verändern. Eine war
die Industrialisierung und Märkte für die produzierten Güter, die zweite war ein Pool von
Arbeitern die sich selbst der Fabrikarbeit hingeben würden, das dritte war eine
Papiergeld-Wirtschaft, welche die Leute scheinbar unabhängig vom Land versorgen
konnte, und die Vierte war die Entwicklung des modernen Staates.
Die Industrialisierung, unter Verwendung einer anderen Kraft als der
menschlichen oder tierischen für die Maschinen, und die den Umfang der Anwendung
über die Baumwollindustrie hinaus ausdehnte, benötigte eine Arbeitnehmerschaft die
nicht direkt von ihrer Arbeitsaktivität profitieren würde. Dies würde einen Anreiz
benötigen, was die Rolle des Geldes war. Aber warum würden die selbstversorgenden
Bauern, die sich im ländlichen Dorfleben ohne extreme Anstrengungen glücklich selbst
erhalten konnten, motiviert sein, eine mühsame und monotone Tätigkeit an einer lauten
Maschine aufzunehmen, um viele Stunden in einer schmutzigen, heißen oder kalten,
manchmal staubigen oder anderweitig widerlichen Fabrikatmosphäre zu arbeiten? Wenn
eine Person ein Leben der Unabhängigkeit auf dem Land, wenn auch ein knappes, hatte,
warum würden sie wählen, von der Gnade anderer in der Stadt abhängig zu werden? Sie
würden es nicht und taten es nicht. Irgendwas musste getan werden.
Die Änderungen in der sozialen Struktur wurden wie üblich im Kali - yuga durch
Gewalt bewerkstelligt. Seit dem 16. Jahrhundert, und fortgesetzt bis in das 20.
Jahrhundert hinein wurde Land von den staatichen Authoritäten konfisziert, was die
Menschen in einen abhängigen Lebensstil zwang. Im England wurden zwischen dem 16.
Und 19. Jahrhundert eine Reihe “Flurbereinigungsgesetzen” erlassen um die Nutzung
von Dorfland und den Gemeingütern zu eliminieren. Natürlich widersetzten die
einfachen Menschen sich dem Verlust ihrer Vorrechte mit Petitionen, Drohungen,
Verzögerungen, dem Diebstahl von neuen Markierungssteinen und Beständen,
verdeckten Diebstählen und sogar Brandstiftung. Vom Gesetz her standen den einfachen
Leuten vorher die Erzeugnisse der Äcker zu. Ihr Vieh hatte auch ein Recht auf das Gras.9
Die Böden selbst gehörten nicht den einfachen Leuten, aber die Nutzung stand ihnen zu.
Die Nutzung, vom Gesetz profit a prendre genannt, war ein schlichtes Recht, welches
das Überleben der Bauern sicherte, deren soziale Beziehungen durch ihren Zugang zum
Land, gemeinsame Landwirtschaft und geteilte Nutzungsrechte strukturiert waren, und
sie wollten keine dieser Rechte aufgeben. Dieser Kampf der Willen wurde im Verlauf
von drei Jahrhunderten durch die Anwendung von Gewalt entschieden, wie der
Sozialrevolutionär und Kommentator des 19. Jahrhunderts, Peter Kropotkin erklärt:
In Frankreich wurde begonnen, die Dorfgemeinschaften ihrer
Unabhängigkeit zu berauben, und ihre Ländereien wurden bereits im
16. Jahrhundert geplündert. Es war jedoch erst im nächsten
Jahrhundert, als die Masse der Bauern durch Eintreibung und Kriege in
den Zustand der Unterwerfung und des Elends gebracht wurden, der
anschaulich von allen Historikern dargestellt wird, dass das Plündern
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ihrer Ländereien einfach wurde und schockierende Ausmaße annahm.
‚Alle haben von ihnen entsprechend ihrer Macht genommen, erfundene
Schulden wurden eingefordert, um sich ihrer Ländereien zu
bemächtigen‘, so lesen wir in einem Edikt von Louis dem 14. von
1667. Natürlich war die Abhilfe des Staates für solche Übel, die
Gemeinden dem Staat noch mehr unterzuordnen, und sie selbst
auszuplündern. In Bezug auf die Besitzergreifung des Gemeindelandes
wurde es schlimmer und schlimmer, und im nächsten Jahrhundert
hatten der Adel und der Klerus bereits Besitz von immensen
Landstrichen genommen – nach bestimmten Schätzungen die Hälfte
des kultivierten Gebietes – hauptsächlich, um es aus der [Agri]kultur
zu nehmen.
…Was in Frankreich stattfand, fand überall im Westen und
Mitteleuropa statt. Selbst die Hauptdaten der großen Anstürme auf die
Bauernländer sind die gleichen. In Deutschland, Österreich und
Belgien wurden die Dorfgemeinschaften vom Staat zerstört. Einzelfälle
von einfachen Leuten, die ihr Land selbst aufteilten waren selten,
während der Staat überall die Aufteilung erzwang, oder schlicht die
private Aneignung ihres Landes begünstigte.
Das Gemeinschaftsland wurde weiter ausgebeutet, und die Bauern
wurden von ihrem Land vertrieben. Aber es war besonders seit der
Mitte des 18. Jahrhunderts dass, in England, wie auch überall sonst, es
Teil der systematischen Politik wurde, schlicht alle Spuren von
gemeinschaftlichem Besitz auszumerzen. Das direkte Ziel der
Flurbereinigungsgesetze, wie von Mr. Seebohm gezeigt, war es, dieses
System zu entfernen, und es wurde so gründlich von den beinahe
viertausend zwischen 1760 und 1844 verabschiedeten Gesetzen
entfernt, dass nun nur noch schwache Spuren erhalten sind. Das Land
der Dorfgemeinschaften wurde von den Herrschern genommen, und
die Aneignung wurde vom Parlament in jedem Einzelfall separat
genehmigt.
Kurz, vom natürlichen Tod der Dorfgemeinschaften zugunsten von
wirtschaftlichen Gesetzen zu sprechen ist ein so makabrer Witz, als ob
man von dem natürlichen Tod von auf dem Schlachtfeld
abgeschlachteten Soldaten spricht. Die Tatsache war schlicht so: Die
Dorfgemeinschaften hatten für über tausend Jahre gelebt, und wo die
Bauern nicht von Kriegen und Eintreibungen ruiniert worden waren,
hatten sie kontinuierlich ihre Bewirtschaftungsmethoden verbessert.
Aber so wie der Wert des Landes als Konsequenz des Wachstums der
Industrie zunahm, und der Adel unter der Organisation des Staates eine
Macht erlangte, die er im feudalen System niemals inne gehabt hatte,
ergriff er Besitz der besten Teile der Gemeindeländer, und tat sein
Bestes, um die Gemeindeinstitutionen zu zerstören.10
Wir bemerken in dem obigen, dass die neue politische Organisation, genannt
„der Staat“ dem Adel Macht gab, die er unter dem feudalen System nie gehabt hatte, und
den Lords erlaubte, sich das Land der Bauern ohne Bedenken einzuverleiben. Die
Entwicklung der Geldwirtschaft und der Staat erlaubten den Lords, sich von der
Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit zu befreien, die sie mit den Vasallen und
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Leibeigenen hatten. Die Flurbereinigungsgesetze waren gezielt darauf ausgerichtet, ihre
Möglichkeiten der Versorgung zu beseitigen, und die Bauern abhängig von Löhnen zu
machen um einen Vorrat an freien Arbeitskräften für die sich entwickelnde industrielle
und kommerzielle landwirtschaftliche Belange zu schaffen. Viele der Berater der
Landwirtschaftskammer empfahlen die Schaffung von kompletter Lohnabhängigkeit, mit
dem Argument, dass Lohnabhängigkeit „Disziplin“ unter den einigermaßen
unabhängigen einfachen Leuten schaffen würde. Da sie weitgehend eigenständig waren,
waren die einfachen Leute unabhängig genug um der Ausbeutung zu entgehen, sehr zum
Ärger der Großgrundbesitzer. Es wurde deswegen argumentiert, dass die Drohung durch,
oder Realität von Arbeitslosigkeit des einfachen Menschen beziehungsweise Arbeiters
die Farmer begünstigen würde, die Abkommen in gegenseitigem Einverständnis mit
ihnen treffen mussten. Lohnarbeit würde den Landherren einen unfairen Vorteil und die
Fähigkeit den Arbeitern ihre Konditionen aufzuzwingen gewähren. Die Vorschläge
gingen noch weiter, indem sie darlegten, dass, wenn die einfachen Leute erst einmal
abhängig gemacht seien, sie davon abgehalten werden müssten jemals wieder
unabhängig zu werden. Zum Beispiel, war vorgeschlagen dass Baumwollgärten
hinreichend klein sein müssten um Unabhängigkeit zu vermeiden und immer Lohnarbeit
zu erfordern. Die Absicht der Landwirtschaftskammer war es, eine ArbeiterklassenKultur durch die Eliminierung des einfachen Bürgers zu schaffen, und nur
landwirtschaftliches Proletariat zuzulassen.11
In seinem Buch Commoners: Common Right, Enclosure and Social Change in
England, greift J.M. Neeson die Sicht an, dass England keinen Bauernstand hatte, oder
dass er vor der Industrialisierung verschwunden war. Es dokumentiert die Debatte des
18. Jahrhunderts über die Flurbereinigungsgesetze aus originalen Quellen, und zeigt,
dass die parlamentarische Flurbereinigung die sozialen Beziehungen veränderte, und
sowohl Antagonismus als auch ein um sich greifendes Gefühl von Verlust in der
volkstümlichen Kultur schaffte. Alle Kommentatoren des 18. Jahrhunderts erkannten die
Beziehung zwischen dem Niedergang der gemeinschaftlichen Rechte und der Art der
sozialen Beziehungen in England an. Beide Seiten der veröffentlichten Debatte stimmten
darin überein, dass die Flurbereinigung die Unabhängigkeit beenden würde, das einzige
Argument war, ob der Wandel willkommen zu heißen oder zu missbilligen sei.
Der Prozess der Flurbereinigungsgesetze wurde zum Vorteil der herrschenden
Klasse beschlossen, wie als ob um ihre Vereinnahmung der Ressourcen des politisch
schwachen „einfachen Mannes“ zu rechtfertigen. Obwohl diese Gesetze scheinbar legal
waren, waren sie geschrieben um den Interessen eines Teils der Gesellschaft über einen
anderen zu dienen und schafften eine Kultur der Gewinner und Verlierer, kennzeichnend
für die Geisteshaltung derjenigen, die in rajo – guna feststecken, und der Einsatz von
Gewalt um das Ergebnis zu erhalten fügt das Element von tamo – guna hinzu. Je
nachdem ob solche Gesetze für den Schutz der Schwachen und Vorteil der Mehrheit
oder der Minderheit waren, determiniert den relativen Einfluss von Tugend oder
Unwissenheit. Der Einfluss von sattva – guna erlaubt, die Einheit von allen Dingen zu
sehen, Empathie für andere zu haben und andere so zu behandeln wie man sich selbst
behandeln würde. So wie der Einfluss von rajo – guna und tamo – guna steigt, wird die
Konzeption von „Ich und mein“ zunehmend eng, und führt einen letztlich zu der
verblendeten Position bringt, in der er sich für am allerwichtigsten hält.
Lasst uns erinnern, dass die Srimad-Bhagavatam sagt, dass das Leben als Parasit
ein Resultat von der Qualität von tamo-guna ist. Insofern als die herrschenden Klassen
sich nicht um die Bürgerschaft kümmern – spirituell als auch materiell – sind sie
schuldig, wie Parasiten zu leben, und nur das Erzeugnis der Bürger zu konsumieren ohne
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ihre vorgeschriebenen Pflichten zu erfüllen. Zu sagen, dass die herrschenden Klassen
(brahmanas und ksatriyas in der vedischen Tradition, Bischöfe und Könige in der
mittelalterlichen Periode) auf die spirituelle Entwicklung der Bürger bedacht sein
müssen, bedeutet nicht, zu sagen, dass sie vorschreiben was geglaubt wird. Es ist eher
ihre Pflicht zu sehen, dass die Bürger anständig in spirituellem Wissen gebildet sind und
universellen, nicht-sektiererischen religiösen Prinzipien folgen, solche wie in der
Bahagavad-gita gegeben sind. Wen man wählt anzubeten, sei es Jesus, Mohammed,
Allah, Krishna oder wen auch immer, ist der Entscheidung der individuellen Person im
Einklang mit den Werten ihres eigenen Bewusstseins überlassen.
In der oben zitierten Geschichte, und fortgesetzt bis zum heutigen Tag, brachte
der Wandel in der sozialen Organisation einen Wandel des Gesellschaftsvertrages mit
sich, und mit ihm wurden politische Kräfte gegen den einfachen Mann aufgestellt. Ein
Volk war nicht länger durch ihre höhergestellten Personen gegen gewöhnliche
äußerliche Bedrohungen und Feinde geschützt. Klassenunterschiede basierten nun auf
Reichtum und der Kontrolle des Reichtums, wobei die Besitzer von Reichtum die
ihretwillen gegen den einfachen Mann organisierten Regierungskräfte einnehmen,
beeinflussen und nutzen. Mit der Flurbereinigung hatten die Herrscher der Gesellschaft
eine Methode entwickelt, die sie von aller Verantwortlichkeit gegenüber denjenigen die
auf ihrem Land oder in ihren Fabriken arbeiteten befreien würde. In der feudalen
Gesellschaft war der Herrscher verpflichtet, sich um den Unterhalt (wie mager dieser
auch immer gewesen sein mag) und Schutz derjenigen unter seiner Obhut zu kümmern.
Sie waren eine Quelle von Ausgaben, und er wollte davon frei sein. Sie waren dazu
entschlossen, die Gesellschaft auf eine Weise zu reorganisieren die ihnen all die Vorteile
ohne jeglichen Aufwand bringen würde. Sie reorganisierten das Königreich zum Staat,
und dafür wollten sie eine Situation schaffen, in der jeder auf sie durch einen
unpersönlichen Mechanismus wie eine Lohnarbeit angewiesen war. Die Entwicklung des
nationalen Staates, exklusiver Anspruch auf Besitz, die Industrie, und eine
Papiergeldwirtschaft gab ihnen die Mittel dazu. Eine dieser herrschenden Dynastien
waren, und sind weiterhin, die Rothschilds, die zu jener Zeit die Bank von England
kontrollierten. Durch die Bank verkündeten sie dieses Konzept an amerikanische
Bankiers in einem Dokument, das sich zu Teilen wie folgt liest:
…die Sklaverei wird wahrscheinlich von der Kriegsmacht [bezogen
auf den amerikanischen Bürgerkrieg] abgeschafft. Meine europäischen
Freunde und ich stimmen dem zu, denn Sklaverei ist nicht nur der
Besitz der Arbeiter, sondern beinhaltet auch die Versorgung der
Arbeiter, während der europäische Plan, von England angeführt,
derjenige ist, dass das Kapital die Arbeiter durch die Kontrolle der
Löhne kontrollieren soll.12
Das Schreiben Gustavus Myers über die Sklaverei in Amerika bekräftigt die Idee, dass
es das Ziel war, die Arbeiter so sehr wie möglich auszubeuten. In History of the Great
American Fortunes schreibt er:
…die Sklaverei konnte nicht mit der Effizienz der weißen Arbeitern
mithalten… es konnte mehr Geld aus dem weißen Arbeiter gemacht
werden, für die keine Verantwortung für Unterkunft, Kleidung,
Nahrung, und Anwesenheit von den Negersklaven übernommen
werden musste, deren Krankheit, Behinderung, oder Tod direkten
finanziellen Verlust bedeuteten… der perfekte Sklave denkt, dass er
frei ist.13
In The Sane Society erklärt der Sozialpsychologe Erich Fromm die Implikationen:
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Der Zusammenbruch des traditionellen Prinzips von menschlicher
Solidarität führte zu neuen Formen der Ausbeutung. In der feudalen
Gesellschaft sollte der Herrscher das göttliche Recht haben, Dienste
und Gegenstände von denen unter seinem Befehl zu verlangen, doch
zur gleichen Zeit war er durch Gebräuche gebunden und war für seine
Untertanen verantwortlich, sie zu schützen, und sie mit wenigstens
dem Minimum zu versorgen – dem traditionellen Lebensstandard. Die
feudale Ausbeutung fand in einem System von gegenseitigen
menschlichen Verpflichtungen statt, und war darum durch gewisse
Beschränkungen geregelt. Die Ausbeutung, wie sie sich [unter der
Geldwirtschaft] entwickelte, war grundsätzlich anders. Die Arbeiter,
oder eher seine Arbeit, war ein Gut, das von dem Besitzer von Kapital
gekauft werden würde, und nicht grundsätzlich verschiedenen von
irgendeinem anderen Gut auf dem Markt, und seine Kapazität wurde
vom Käufer voll genutzt. Da es für seinen angemessenen Preis auf dem
Arbeitsmarkt gekauft wurden war, gab es kein Gefühl für Reziprozität,
oder jegliche Verpflichtung auf Seiten des Besitzers von Kapital über
das Zahlen von Löhnen hinaus. Falls Hunderte von Tausenden von
Arbeitern ohne Arbeit waren und am Punkt des Verhungerns, war das
ihr Pech, das Ergebnis ihres unterlegenen Talentes, oder schlicht ein
soziales und natürliches Gesetz, welches nicht geändert werden konnte.
Ausbeutung war nicht mehr persönlich, sondern war gewissermaßen
anonym geworden. Es war eher das Gesetz des Marktes, dass einen
Menschen dazu verdammte für Hungerlöhne zu arbeiten, als die
Absicht oder die Gier irgend eines Individuums. Niemand war
verantwortlich oder schuldig, niemand konnte die Konditionen ändern.
Man hatte es mit den eisernen Gesetzen der Gesellschaft zu tun, oder
so schien es jedenfalls.14
Der russische Aristokrat und Sozialreformer Leo Tolstoy bemerkte auch, dass
das Endergebnis das gleiche sein sollte, auch wenn durch betrügerische Mittel, welche
die Versklavten denken lassen würde dass sie frei seien. Er schrieb: „Geld ist nur eine
neue Form der Sklaverei, unterscheidbar von der alten schlicht durch die Tatsache, dass
sie unpersönlich ist – es gibt keine menschliche Beziehung zwischen Herrscher und
Sklave.“15 Gesetzt dass die Beziehung unpersönlich ist, wird der Sklave in wirklich
hoffnungslosen Umständen gelassen. Bei wem soll er sich beschweren, wenn seine
Ketten zu schwer auf ihm lasten? Gegen wen soll er rebellieren? Aufgrund von
unpersönlichen Umständen kann er seinen Feind nicht finden und seine Proteste
erweisen sich als ineffektiv, um ihm seine Erleichterung zu verschaffen. Seine Situation
scheint nicht die Schuld von irgendjemand bestimmten zu sein Es ist schlicht „die Art
wie die Dinge sind“. Das ist das Leben. Es gibt niemanden zu beschuldigen, und jeder
sollte schlicht das Schicksal akzeptieren welches ihm im Leben zugeteilt wird. Aber
Tolstoy durchdringt geschickt die Verschleierung und identifiziert das Problem – die
herrschende Klasse – wenn er, „Ich sitze auf dem Rücken eines Mannes, würge ihn, und
lasse ihn mich tragen, und doch versichere ich mir selbst und anderen dass er mit sehr
leid tut und ich mir wünsche, sein Schicksal mit jedem verfügbaren Mittel zu lindern,
außer von seinem Rücken zu steigen“ schreibt.15
Vom Land vertrieben musste der einfache nun auf irgendeine Weise Unterkunft
finden. Unter der neuen Gesellschaftsordnung war die Unterkunft für ihn als sein eigener
Privatbesitz organisiert. Vorher hatten die Aristokraten exklusiven Anspruch auf das
Land, einschließlich der Gemeinschaftsflächen, und waren so gezwungen, die unter ihrer
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Aufsicht zu versorgen. Unter dem neuen System sollten exklusive Landrechte mit dem
gewöhnlichen Volk geteilt werden, denen auch erlaubt sein würde Land zu besitzen.
Land wurde also zu einer Ware, aber der Zugang würde natürlich auf die begrenzt sein,
die das Geld hatten um es zu kaufen. Falls die gewöhnlichen Leute nur den Mindestlohn
für ihre Arbeit bekamen, würden sie unfähig sein, Kapital zu akkumulieren um Land zu
kaufen. Auf der ganzen Welt hat der einfache Mensch gemeinhin keinen umfassenden
Landbesitz erlangt, und die herrschenden Klassen haben weiter die überwältigende
Mehrheit des Landes besessen. In Irland des späten 19. Jahrhunderts haben zum Beispiel
616 Landbesitzer 80 Prozent des Landes besessen und 1,5 Prozent der Russen besaßen
25 Prozent des gigantischen Landes. Selbst heute in Brasilien besitzen weniger als 3
Prozent der Bevölkerung zwei Drittel des urbaren Landes und zwei-Drittel von England
werden von lediglich 0,3 Prozent der Bevölkerung besessen.
Für die Lohnverdiener bedeutete dieses Privileg lediglich, dass das Leben
erfordern würde, dass sie durchgehend einen signifikanten Teil ihres Einkommens als
Miete an die wohlhabende Klasse zahlten. Diese Grundherren würden in diesem
Arrangement fortwährend Kapital akkumulieren mit dem sie noch mehr Wohnungen
zum Vermieten an künftige Generationen bauen würden. Nach einer Weile wird es
einfach eine Lebensweise, „die natürliche Ordnung“ der Dinge.
“Ich und mein” in Rajo - guna
Unsere moderne westliche Konzeption von Eigentum kam zu uns aus dem
römischen Denken, welches meinte, dass alles einen Besitzer haben muss. Die Römer
erkannten die Eigentümerschaft Gottes nicht an, wie andere frühere Kulturen es getan
hatten; sie dachten dass alles einen menschlichen Besitzer haben sollte und einen sehr
auserlesenen menschlichen Besitzer noch dazu. Das römische Gesetz kam letztlich zu
dem Entscheid, dass es einem „freien“ Mann (d.h., ein römischer Bürger) möglich war,
unbegrenzte Mengen von allem zu besitzen, für dass er die Mittel zur Aneignung
aufbringen konnte, inklusive Tiere, Land und andere Menschen als Sklaven. Die
römischen Vorstellungen von Privateigentum wurden in Gesetz gegossen, und es ist die
römische juris prudence, die oft als ihr größter Beitrag zur westlichen Kultur16
angesehen wird. Die exklusive Eigentümerschaft und Kontrolle speziell des Landes ist
eine der grundlegenden Aspekte der modernen Kultur, und ihre Einführung in die
Gesellschaft markiert die Passage von sattva – guna zu rajo – guna, was die Bedeutung
von „Ich und mein“ zunehmend einengte.
Exklusiver Anspruch auf Land als Privateigentum entstand nicht auf natürliche
Weise, sondern wurde der Gesellschaft auch während der Wandel im Mittelalter
auferlegt, trotz des Widerwillens der Leute es zu akzeptieren. In der vorherigen
Organisation der Gesellschaft existierte ein Gesellschaftsvertrag, der jedem Mitglied der
Gruppe durch den gemeinschaftlichen Charakter des geteilten Besitzes zumindest das
Minimum zum Überleben und ein Recht auf die Gemeingüter gewährte. Aber diese
sozialen Beziehungen waren antagonistisch für die Art der Gesellschaft, die die
Herrscher errichten wollten. Sie hatten bestimmt, dass jede Person scheinbar
unabhängig von anderen werden sollte, auf Geld allein angewiesen sein solle und ihre
individuelle Fähigkeiten es zu bekommen. Dies würde ihnen natürlich das größte
Druckmittel beim Ausbeuten der Arbeiter geben, was ihr Hauptziel war. Um diese
Vorstellung zu errichten war es notwendig, die gegenseitige Abhängigkeit der einfachen
Leute voneinander zu zerstören, und die Herrscher versuchten dies mit der Methode des
‚Teile und Herrsche‘. Aber ihre Versuche die Leute zu teilen wurden enttäuscht als die
Leute weiter ihren lang –stehenden Traditionen von gegenseitiger Abhängigkeit
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voneinander folgten. Von Kropotkin lernen wir, dass
die Bauern ihre gemeinschaftlichen Institutionen immer noch
erhielten, und bis zum Jahr 1787 kamen üblicherweise alle Haushälter
in einer Dorfversammlung im Schatten des Glockenturmes oder eines
Baumes zusammen, um was sie von ihren Feldern behalten hatten
zuzuteilen oder neu zu verteilen, die Steuern zu veranschlagen, und
um ihren Führer zu wählen, genau wie die russische Mir es in der
heutigen Zeit tut. Das ist was die Forschung von Babeau bewiesen hat.
Die Regierung fand die Dorfversammlungen „zu laut“ und zu
ungehorsam. 1787 wurden stattdessen gewählte Gremien eingeführt,
bestehend aus einem Bürgermeister und drei bis sechs Syndikus, die
aus den reicheren Bauern ausgewählt wurden. Zwei Jahre später
bestätigte das Revolutionary Assemblee Constituante, welches sich in
diesem Punkt mit dem alten Regime einig war, dieses Gesetz
vollständig (am 14. Dezember 1789), und die ‚bourgeois du village‘
waren nun am Zug, die gemeinschaftlichen Ländereien zu plündern,
was sich durch die gesamte Periode der Revolution fortsetzte. Nur am
16. August 1792 entschied sich die Versammlung, unter dem Druck
der Aufstände der Bauern, das privatisierte Land den Gemeinden
zurückzugeben, aber es ordnete zur gleichen Zeit an, dass es zu
gleichen Teilen nur unter den reicheren Bauern aufgeteilt werden
sollte – eine Maßnahme, die neue Aufstände provozierte und im
nächsten Jahr, 1793, außer Kraft gesetzt würden werde, als der Befehl
kam, die Gemeindeländereien unter allen einfachen Leuten, reich und
arm gleichermaßen, „aktiv“ oder „inaktiv“ aufzuteilen.
Diese beiden Gesetze jedoch, liefen den Konzepten der Bauern so
stark zuwider, dass sie nicht befolgt wurden, und wo immer die
Bauern wieder von ihren Ländereien Besitz ergriffen hatten, ließen sie
sie ungeteilt. Aber dann kamen die langen Jahre des Krieges, und die
Gemeindeländereien wurden schlicht vom Staat konfisziert (1794) als
eine Hypothek für Staatsanleihen, zum Verkauf angeboten, und auf
diese Weise geplündert, dann wieder den Gemeinden übergeben, und
wieder konfisziert (1813); und erst 1816 wurde, was von ihnen übrig
geblieben war, d.h. ungefähr 15.000.000 Morgen des am wenigsten
produktiven Landes, den Dorfgemeinschaften zurückerstattet.
Dennoch war dies noch immer nicht das Ende der Schwierigkeiten der
Gemeinden. Jede neue Regierung sah in den Gemeindeländereien eine
Möglichkeit, sich bei ihren Unterstützer zu bedanken, und drei
Gesetze (das erste 1837 und das letzte unter Napoleon dem Dritten)
wurden verabschiedet um die Dorfgemeinschaften dazu zu
veranlassen, ihren Grundbesitz aufzuteilen. Dreimal mussten diese
Gesetze aufgehoben werden als Konsequenz des Widerstandes, auf
den sie in den Dörfern stießen.17
Wir nehmen zur Kenntnis, dass jedes Mal wenn das Land geteilt wurde, die
Bauern es wieder in ungeteiltes Gemeindeeigentum überführten. Es brauchte
Jahrhunderte der Anstrengung um ihre gegenseitige Abhängigkeit bis zu dem Punkt zu
vernichten, dass sie eine individuelle Konzeption von „Ich und meins“ übernehmen
konnten. Diese Anstrengungen waren kombiniert mit einer Propagandakampagne (siehe
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Teile und Herrsche unten) um die schroffen Individuen als die Champions von
Entschlossenheit, Heldentum und allen guten Dingen zu verherrlichen. Der selbstgemachte Mann wird als allen anderen überlegen ausgestellt. Die gleiche Propaganda
wird benutzt, um anderen einen Neid einzuflößen und die weniger fähigen als Parasiten
abzustempeln, die den Reichtum absaugen, den die anderen geschaffen haben. Die
Propaganda setzt sich bis zum heutigen Tag fort, und die Menschen des Westens haben
Individualismus letztlich vollständig als die natürliche Ordnung der Dinge akzeptiert.
Insbesondere Amerikaner können sich keine andere soziale Organisation vorstellen und
Vorschläge, Besitz außerhalb der Familie zu vereinen werden auf der Stelle mit Rufen
von „Sozialismus“ oder „Kapitalismus“ verspottet, vergessend, dass die geheiligte
Familieneinheit eine solche Form von Kommunismus ist, und das jeder zu einer
größeren Familie als „die Kinder von Gott“ gehört. Die Leute sind gefügig gemacht
worden, und folgen getreulich, was ihnen beigebracht wurde: sich nur auf sich selbst zu
verlassen, und was du geschaffen hast ist nur deins. Es ist die Verpflichtung der
Regierung denjenigen in Not zu helfen, und den Staat zwischen den Beziehungen der
Leute zu lassen. Diese Bemühungen sind sehr effektiv, bis zu einem Grad, dass die
Leute heutzutage keine Ahnung davon haben wie sie indoktriniert und kontrolliert
werden.
Die Zerstörung des Gemeinwesens setzt sich fort
Die gleiche Technik wird bis heute benutzt, Jahrhunderte später, um Leute von
ihren Traditionen der gegenseitigen Abhängigkeit und geteilten Ressourcen zu
entmanteln. Das folgende Beispiel kommt von den Völkern von Alaska: Die Inupiat,
Yup’ik, Aleut, Athabascan, Tlingit, Haida, und Tsimshian, uns kollektiv als die Eskimos
bekannt. Die ausführliche Geschichte ist in Village Journey – The Report of the Alaska
Native Review Commission von Thomas R. Berger.18 Die Eskimos haben seit
Jahrhunderten in der arktischen Tundra gelebt. Ihre Vorfahren waren bereits da, als
Columbus zuerst die „Amerikas entdeckte“. Sie sind dazu fähig gewesen, ihren Platz in
der Welt zu erhalten, weil sie ihre Traditionen sorgfältig von einer Generation zur
nächsten weitergeben. Ihre Lebensweise ist relativ simpel: Sie teilen das Land auf dem
sie leben, genau wie die lebenserhaltenen Ressourcen die sie durch Sammeln, Jagen und
Fischen erhalten. Dieses Gebiet wurde von Russland 1867 an die Vereinten Staaten
„verkauft“, und diese zehntausende Morgen werden seitdem als das Eigentum der
Regierung der Vereinten Staaten betrachtet, obgleich den Eingeborenen erlaubt wurde,
weiter auf diesen Ländern ihrer Urväter zu leben.
1972 wollte die Regierung der Vereinten Staaten ihre Lebensweise ändern,
angeblich um diesen Menschen zu helfen, obgleich die Leute selbst nicht um Hilfe
gebeten hatten und keine so-genannte Hilfe wollten. Etwas anderes muss die Motivation
gewesen sein. Die Angelegenheiten wurden so geregelt wie sie Jahrhunderte früher in
Europa geregelt worden waren. Eine tausende von Meilen entfernte Regierung
verabschiedete den The Alaska Nativa Claims Settlement Act (ANCSA). Unter dem
ANCSA Gesetz sollten die Eingeborenen Alaskas 962,5 Millionen $ in Geld und
Anspruch auf den Besitz von vierundvierzig Millionen Morgen ihres angestammten
Landes bekommen. Berücksichtige, dass die überwältigende Mehrheit dieses „Landes“
die meiste Zeit des Jahres von Schnee bedeckt ist in einem der strengsten Winter-Klimas
der Welt. Die Leute dort waren hauptsächlich selbstversorgende Jäger und Fischerleute.
Das Land und die Gewässer ringsherum waren ihr Hauptanliegen. Dieses Land ist die
Quelle ihres Lebens. In der Praxis ist das Land ihr Leben. In ihren eigenen Worten:
Unser selbstversorgender Lebensstil ist besonders wichtig für uns.
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Neben anderen Bedürfnissen ist es unser größtes. Wir sind verzweifelt,
es zu behalten. (Paul John, Tununak).
We Yup’iks wünschen uns nicht, das Land zu verlieren. Wir würden
das Land gerne so benutzen wie unsere Vorfahren es taten. Wir würden
es gerne ohne jegliches Problem nutzen. (Mike Angaiak, Tununak).
In Alaska braucht selbstversorgendes Leben freien Zugang zu dem Land und
Gewässern. Außerdem benötigt es, dass das Land und die Gewässer frei von Intrusion
und Eigentümerschaft sind, damit die Gaben der Natur sich vermehren. Selbstversorgung
war eine Lebensweise, die – weit davon entfernt, knapp zu sein – die spirituelle und
wirtschaftliche Bedürfnisse erfüllt. Aber es war ein Leben dass die herrschenden Mächte
zerstören wollten.
Den Eingeborenen Alaskas wurde der Eindruck gemacht, dass die ANCSA
„Vereinbarung“ ihr Land schützen würde, damit sie sie zukünftigen Generationen
übergeben könnten. Aber durch ANCSA löschte der Kongress den ursprünglichen
Anspruch auf (gemeinschaftliche) Eigentümerschaft durch den gesamten Staat Alaska
aus, und machte das Land, welches vorher Gemeineigentum aller gewesen war und Gott
gehörte, abhängig von Privateigentum von Individuen. Nun war es anhängig von den
Konzepten von „Ich und mein“, teilbar und verkäuflich. Vorher waren diese
Eingeborenen sicher auf Gottes Land. Es zu teilen und es durch ANCSA von privater
Eigentümerschaft abhängig zu machen, konfrontierte sie mit der sehr realen Möglichkeit,
dass sie ihr Land verlieren könnten und mit ihm ihre Lebensweise.
ANCSA brachte das fiktive Konzept von Eingemeindung in diese gefrorene Welt
und teilte das Land in eingemeindete Gebiete auf. Weiterhin entrechtete es zukünftige
Generationen indem es Unternehmensanteile nur an Erwachsene über 21 verteilte. Der
unterstellte Zweck dieser Dorf-Unternehmen war es, Gewinne zu machen und
wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Aber die Dorfbewohner waren immer hauptsächlich
mit Aktivitäten der Selbstversorgung beschäftigt, nicht monetären – sie hatten kein
Interesse an privatem Profit. Dies platzierte die Interessen der von Stadt„professionellen“ betriebenen Unternehmen in Konflikt mit denen der DorfAnteilseigner. Weiterhin legte das Gesetz fest, dass das Land nach zehn Jahren besteuert
werden könnte, selbst wenn es keine Umsätze generierte. Wo sollten diese Leute Geld
herbekommen um Steuern zu zahlen? Offensichtlich nur von einer Arbeit einer
entfernten Stadt. Dazu kommt, dass falls ein Dorf-Unternehmen aus irgendeinem Grund
scheitert, Gläubiger das angestammte Land der Dorfbewohner verfügen könnten.
Zusätzlich, nach zwanzig Jahren (1991), war es erlaubt, Anteile in den Unternehmen zu
verkaufen, und daher konnten nach diesem Datum Outsider Dorf-Unternehmen und ihre
Vermögen, inklusive des Landes, übernehmen und die originalen Eingeborenen von ihm
vertreiben.
Für die meisten Dorfgemeinschaften ist die Geschichte eine traurige.
Unterkapitalisiert, ohne Geschäftserfahrung, mit nahezu keinen Geschäftsaussichten,
waren diese frischgebackenen Unternehmen von der Gnade von Anwälten, Beiständen
und Unternehmensberatern abhängig die sich in den Dörfern wie Plünderer
versammelten. Das Geld wurde schnell ausgegeben, hauptsächlich für Anwälte, um die
Landansprüche abzuwickeln, bis das Land selbst in Gefahr war, und mit ihm ihre
Lebensweise.
ANCSA brachte schwerwiegende Änderungen in das Leben der Eingeborenen,
welche mit dem Vergehen der Zeit wuchsen. Es beeinträchtigte Familienbeziehungen,
traditionelle Muster der Herrschaft und Entscheidungsfindung, Bräuche des Teilens, und
Selbstversorgungsaktivitäten – die gesamte Lebensweise der Eingeborenen. Das Dorf hat
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ihre politische und soziale Autonomität verloren. Kurz, ihre Kultur wurde zerstört.
Unfähig eine Zukunft für sich selbst zu sehen, begannen die jungen Erwachsenen mit
dem Mündigwerden in die Stadt zu gehen um Geld zu verdienen. Mit dem Verlust der
nächsten Generation an die Geldkultur verstanden die Ältesten dass ihre Lebensweise
auch zu einem Ende kam. Wohin sonst würden diese Leute gehen als in die Stadt? Was,
selbstverständlich, der ursprüngliche Zweck war. Unter der herrschenden Ordnung die
im Mittelalter errichtet wurde, ist niemanden einfach erlaubt zu leben, sondern alle
müssen ihren Platz in der Geldwirtschaft verdienen.
Die Wirtschaftsweise der von Tamo – guna beeinflussten Leidenschaft
Der Einfluss von tamo – guna bringt Habsucht, Neid, Zwangsmacht, Gewalt,
Wut und Hass, Falschheit und Betrug, Diebstahl, falschen Stolz, Geiz, Zerstörung, und
so weiter. Durch den Einfluss der Leidenschaft sehen die Leute mit einer ungleichen
Sicht, und betrachten sich als anderen überlegen. Mit dem Einfluss von tamo – guna
nimm auch Neid zu. Die so infizierten können es nicht ertragen andere gedeihen zu
sehen. Sie gelangen an den Punkt an dem sie ohne Stechen des Gewissens ausbeuten und
vernachlässigen können. Die Wirtschaftsweise der von Unwissenheit beeinflussten
Leidenschaft ist so also durch den Versuch charakterisiert, den eigenen Vorteil durch die
Mittel der Hinterlist, der Täuschung, des Betruges, der Ausbeutung, Zwangsgewalt und
Gewalt ohne Berücksichtigung der Konsequenzen auf andere.
Weil es der Trend in der Gesellschaft ist, in beinahe allen Sphären durcheinander
auf Unwissenheit hinzu zu hetzen, tut es die Funktion und der Nutzen der Wirtschaft
auch. Es gibt eine beinahe unbegrenzte Anzahl von Fällen die zitiert werden könnten, die
entweder von Leidenschaft an Unwissenheit angrenzend, oder von Unwissenheit an
Leidenschaft angrenzend zeugen, wobei die Unterscheidung subtil ist. Die Beurteilung
muss auf der relativen Komponente der Merkmale jedes guna, wie in der Bhagavad-gita
und Srimad Bhagavatam beschrieben, basieren. Ich werde mehrere Beispiele geben um
die Wirtschaftsweise der von Unwissenheit beeinflussten Leidenschaft zu illustrieren.
Jedes dieser Beispiele enthüllt die Absicht, Gewinn durch Zwangsgewalt, Gewalt, oder
Ausbeutung zu erhöhen: 1) die gewalttätige Zerstörung oder Eliminierung von
Wettbewerb um Märkte zu sichern und den Reichtum zu extrahieren, 2) die Ausbeutung
des Arbeiters mit Hilfe der Regierung, 3) die einfachen Menschen teilen und
beherrschen, 4) das Schaffen von ungleichem Handel, mit einem Beispiel wie die Briten
den Reichtum von Indien extrahierten, und 5) das christliche Konzept der menschlichen
Beherrschung der Natur.
Unterdrücken des Wettbewerbs
Eines der wichtigsten, und oft übersehenen Probleme mit einer Geldwirtschaft ist
die Notwendigkeit etwas zu produzieren, das man nicht im eigentlichen Sinne benutzen
kann – Geld. Die moderne Wirtschaft setzt Geld zwischen die Leute und die Objekte
ihrer Begierde. Wir können Geld nicht essen oder anziehen, aber die Vereinbarung einer
Geldwirtschaft benötigt Geld um Nahrung zu essen oder Klamotten zu tragen zu haben.
Dieser Schwerpunkt auf etwas vollständig Künstlichem um Leben zu erhalten erzeugt
Probleme in der Gesellschaft, die sonst nicht existieren würden. Eine
Papiergeldwirtschaft war künstlich geschaffen und notwendig gemacht worden, so dass
unnötiger Reichtum gelagert und in enormen Mengen akkumuliert werden konnte.
Bhaktivedanta Swama hat es die „gesetzeswidrige Akkumulation von Reichtum“19
genannt. Aus einem falschen Bewusstsein von „Ich und mein“ stammend, genießen
diejenigen, die es begehren ihr Selbstgefühl durch Vergrößerung ihres Besitzes zu
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erhöhen diesen künstlichen Geldmechanismus. Klugerweise haben seine Schöpfer das
exklusive Privileg seiner Schöpfung für sich behalten, was ihnen unbegrenzte Macht und
Kontrolle über andere gibt.
Das Nutzen der Geldwirtschaft statt der Subsistenzwirtschaft, in der die Leute
schlicht arbeiten um zu produzieren was sie brauchen, schafft viele zusätzlichen
Probleme indem es einen sehr unnatürlichem Wettbewerb einführt, welcher im
Gegenzug Konflikt, Kampf, Leid und Kriege mit sich bringt. Es kann ohne zu großer
Übertreibung gesagt werden, dass de facto beinahe alle Kriege der westlichen Kultur
Kriege waren um Vorteile im, und Kontrolle über den Handel zu gewinnen.20 Der Grund
dass dieser Wettbewerb unnatürlich ist, basiert auf dem überschüssigen Reichtum, der
akkumuliert und gelagert wird indem ein künstliches Maß des Reichtums genutzt wird
(Papiergeld). Exzessives Verlangen nach Profit (über das Maß hinaus, was in einer
vernünftigen Periode genutzt werden kann) führt zu Verlangen nach größerem
Marktanteil, welcher gewonnen werden kann, indem die Aktivitäten der Wettbewerber
begrenzt werden. Dies ist, wofür Verbrecher berühmt sind. Aber nicht nur Verbrecher
erkennen den Wert eines Monopols. Wie es einer von Amerikas obersten
Räuberbaronen, John D. Rockefeller ausdrückt: “Wettbewerb ist eine Sünde!”.
Monopolkontrolle von Industrien war die Zielvorgabe von J.P. Morgan, J.D.
Rockefeller, und anderen Geschäftstycoons des späten 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit
verstanden diejenigen in den inneren Heiligtümern der Wallstreet, dass der effizienteste
Weg, ein unangefochtenes Monopol zu erlangen politisch war – unter dem Namen des
Wohles der Allgemeinheit und dem öffentlichen Interesse. Diese Strategie wurde 1906
ausführlich von Frederick C. Howe in seinem Confessions of a Monopolist dargestellt.
Dort schrieb Howe:
Die Regeln des großen Geschäfts lassen sich auf eine simple Maxime
reduzieren: Besorge ein Monopol; lass die Gesellschaft für dich
arbeiten und mach ein Geschäft aus der Politik. Um Industrien zu
kontrollieren ist es notwendig, den Kongress und die Regulatoren zu
kontrollieren und darum die Gesellschaft für dich arbeiten zu lassen,
den Monopolisten. Eine Unterstützung, Lizenz, Subvention oder
Steuerausnahme durch die Regierung ist mehr wert als eine Kimberly
oder Comstock Erzader, weil es keine Arbeit, weder mental noch
physisch, für ihre Ausbeutung benötigt.
Diese Maxime wurde seitdem überall angewandt, ungeachtet der Kosten die
notwendig waren um sie zu errichten.
Wir sollten zur Kenntnis nehmen, dass es solchen künstlichen Wettbewerb in
einer Subsistenzwirtschaft nicht gibt. Wenn du deine Äpfel gegen Victors Mehl tauscht
gibt es ein natürliches Limit für die Transaktion weil du nur eine bestimmte Menge
Äpfel hast und nur eine begrenzte Menge Weizen essen und lagern kannst. Aber obwohl
Bedürfnisse definitive Grenzen haben, hat Gier keine. Weil Geld als ein Lager für
Reichtum genutzt wird und weil es unvergänglich ist, kannst Du weitaus größere
Mengen davon akkumulieren als von Weizen. Füge die Ego-aufwertende Eigenschaft
des Reichtum-anhäufens hinzu und dann werden Überschussprofite hoch begehrenswert.
Die Leute werden so aufgefordert mehr zu verdienen als sie in einer vernünftigen Zeit
nutzen können, und den Reichtum zu lagern, um ihr Ego weiter zu aufzuwerten, oder
ihre Kontrolle über andere. Die Kennzeichen von Leidenschaft und Unwissenheit sind in
diesen Bemühungen sichtbar: materielles Verlangen, große Anstrengungen,
Unzufriedenheit mit einfachen Gewinnen und verlangen nach mehr, falscher Stolz, Neid
auf andere, die eigenen Aktionen durch die eigene Stärke rechtfertigen, Geiz, intensiver
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Wettbewerb in dem die einen gewinnen und die anderen verlieren, persönliche
Abgrenzung, sich selbst als anders oder besser als andere betrachten.
Der Volkswirt J.W. Smith erklärt dass die Regeln von was er Plündern-durchHandel nennt, arrangiert sind um die Profite der Peripherie eines Imperiums zum
Zentrum zu bringen. Handel ist demzufolge auf eine solche Art begrenzt, um die
mächtigen so sehr wie möglich zu bevorteilen, auf Kosten anderer. Diese
Herangehensweise an wirtschaftliche Angelegenheiten begann im Mittelalter zur
gleichen Zeit als das feudale System demontiert wurde. Karl Polanyi hat darauf
hingewiesen, wie das Erdrücken der Konkurrenten eine wirtschaftliche Politik war, die
in lange vergangenen Jahren begann:
Bis zum, und während des 15. Jahrhunderts waren die Städte zu so
einem Ausmaß die alleinigen Zentren von Handel und Industrie, dass
keiner von ihnen erlaubt war in das offene Land zu flüchten. Der
Kampf gegen ländlichen Handel und ländliches Handwerk dauerte
wenigstens sieben- oder achthundert Jahre. Die Schwere dieser
Maßnahmen nahm mit dem Wachstum der ‚demokratischen
Regierung‘ zu. Durch das ganze 14. Jahrhundert hindurch wurden
regelmäßige bewaffnete Expeditionen ausgesandt gegen all die Dörfer
in der Nachbarschaft und Webstühle und Walkmühlen wurden zerstrt
oder weggetragen. Das Problem der Städte war es, ihre eigenen Märkte
kollektiv zu kontrollieren, das heißt, in der Lage zu sein, die Kosten
der von den ländlichen Gegenden gekauften Gegenstände zu
reduzieren und um die Rolle von fremden Händlern zu minimieren.
Zwei Techniken wurden angewandt. Auf der einen Seite trachteten
Städte nicht nur danach, legale Rechte zu erlangen um
Marktaktivitäten zu besteuern, sondern auch das Recht um die
Handelsaktivitäten zu regulieren. (wer sollte handeln, wann sollte es
stattfinden, was sollte gehandelt werden). Weiterhin trachteten sie
danach, die Möglichkeiten des Handels der ländlichen Gegenden außer
durch ihre Stadt zu begrenzen. Über die Zeit verschoben diese
verschiedenen Mechanismen ihre Handelsbedingungen zugunsten der
Städter, um so die städtischen Handelsklassen den landbesitzenden und
Bauerklassen gegenüber zu begünstigen.21
Dr. Smith erklärt weiter:
Der Verlust des städtischen Marktes für sowohl Rohmaterialien als
auch unverarbeitete Produkte aufgrund des komparativen Vorteils der
ländlichen Gegenden bedeutete Verarmung und möglicherweise
Verhungern für diejenigen in der Stadt, die diesen Stoff herstellten.
Der gleiche Monopol-Verlust durch gestiegenes technologisches
Wissen der ländlichen Gegenden und ihr natürlicher komparativer
Vorteil galten auch für andere Produkte und Städte. Der Reichtumschaffende Prozess musste geschützt werden. Der komparative Vorteil
der abgelegenen Dörfer wurde durch Zwangsgewalt eliminiert, um
Abhängigkeitsverhältnisse der Stadt gegenüber zu erhalten und
Anspruch auf sowohl den natürlichen Reichtum der ländlichen
Gegenden als auch den durch Technologie produzierten Reichtum zu
erheben.
Wenn eine Stadt die Märkte der ländlichen Gegenden einer anderen
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Stadt übernahm, würden die enteigneten wieder mit Hungersnot
konfrontiert. Darum waren die Kriege der Stadtstaaten des Mittelalter
Kriege über die Kontrolle des Handels. Stadtstaaten entwickelten sich
zu Ländern die auch in den Krieg über die Kontrolle des Handels
zogen. Machtvolle Länder entwickelten sich zu Imperien, die
Ressourcen und Handel weit über ihre Grenzen hinaus kontrollierten.22
Ausbeutung der Arbeiter
Der Neid von tamo – guna richtet sich nicht exklusiv auf andere die mehr haben
als wir, wie allgemein gedacht wird. Sondern, weil es ein Bewusstseinszustand ist, wird
es auf alles ausgedehnt worauf der Blick geworfen wird. Wenn es in der
Klassenunterteilung von Geschäft und Arbeiter dazu kommt, sieht jede Seite ihre
Interessen als getrennt voneinander und sie versuchen sich gegenseitig auszubeuten.
Adam Smith führt diesen Konflikt und die Überlegenheit die das Management über die
Arbeiter in Fähigkeiten, Ressourcen und Gesetz hat, detailliert aus:
Die Arbeiterschaft möchte so viel wie möglich bekommen, und die
Dienstherren so wenig geben wie möglich. Erstere sind dazu geneigt,
sich zu vereinigen um die Löhne zu erhöhen, letztere um die Löhne zu
senken. Es ist jedoch nicht schwer, vorherzusehen, welche der beiden
Parteien, in allen normalen Situationen, die Überlegenheit im Disput
hat, und die andere in ein Einverständnis mit ihren Bedingungen
zwingt. Die Dienstherren, weniger in der Zahl, können sich einfacher
zusammenschließen; und das Gesetz, nebenbei, autorisiert, oder
verbietet zumindest nicht ihren Zusammenschluss, während es die der
Arbeiterschaft verbietet. Wir haben keine Gesetze des Parlaments
gegen den Zusammenschluss um den Preis der Arbeit zu verringern;
aber viele gegen das Zusammenschließen um ihn zu erhöhen. In allen
solchen Streitigkeiten kann der Dienstherr viel länger ausharren. Ein
Grundherr, ein Farmer, ein Dienstherr, Fabrikant, oder Händler, auch
wenn sie nicht einen einzigen Arbeiter anstellten, könnte im
allgemeinen ein Jahr oder zwei von den Beständen, die sie bereits
akquiriert haben, leben. Viele Arbeiter könnten sich keine Woche
selbst versorgen, wenige könnten sich einen Monat versorgen, und
kaum jemand ein Jahr ohne Beschäftigung. Auf lange Sicht mag der
Arbeiter für den Dienstherrn so notwendig sein wie der Dienstherr für
den Arbeiter, aber die Notwendigkeit ist nicht so unmittelbar.
Wir hören selten, so wurde es gesagt, vom Zusammenschluss der
Dienstherren; doch häufig von denen der Arbeiter. Aber wer sich
deswegen einbildet, dass die Dienstherren sich selten
zusammenschließen ist in Bezug auf die Welt so ignorant wie in Bezug
auf das Thema. Dienstherren sind immer und überall in einer Art von
unausgesprochenem,
aber
konstantem
und
gleichartigem
Zusammenschluss, um die Löhne nicht über ihre derzeitige Rate zu
erhöhen. Diesen Zusammenschluss zu verletzen ist beinahe überall
eine höchst unpopuläre Aktion, und eine Art von Vorwurf von einem
Dienstherrn an seinesgleichen und Nachbarn. Wir hören in der Tat
selten von diesem Zusammenschluss, weil es der gewöhnliche, man
könnte sagen, der natürliche Stand der Dinge ist, von dem niemand
AMDG IHS
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hört. Dienstherren gehen manchmal bestimmte Zusammenschlüsse ein
um die Löhne von Arbeit sogar noch unter diese Rate zu senken. Diese
werden immer mit der größten Verschwiegenheit und Geheimhaltung
ausgeführt, bis zu dem Moment der Ausführung, und wenn die
Arbeiter, wie sie es manchmal tun, ohne Widerstand nachgeben
obwohl sie es gravierend fühlen, werden andere Leute niemals von
ihnen hören.23
Wir lernen hier von Smith wie die Dienstherren die Gesetze zu ihrern Gunsten
auf Kosten der Arbeiter arrangiert haben, und wie die Dienstherren sich
zusammenschlossen um die Löhne auf ihrem niedrigst-möglichen Niveau zu halten.
Solche Handlungen, auf tamo – guna hindeutend, resultieren wie vorher zu sehen war in
Konflikt. Aber es ist nicht so, wie Smith, Marx und so weiter überzeugt waren, dass der
Konflikt zwischen Arbeitern und Management in allen Umständen unausweichlich ist.
Der Konflikt resultiert aus Gier und Neid, die von dem Einfluss von raja – und tamo –
guna hervorgebracht werden. Unter dem Einfluss von sattva – guna resultiert eine völlig
andere Situation, wie oben in Bezug auf die obengenannten. Handwerksgilden der
mittelalterlichen Gesellschaft. Unter jenen Umständen unterstützten Management und
Arbeiter einander und kooperierten für das übergreifende Wohl, ohne dauernden
Konflikt. In der Abwesenheit des Einflusses von sattva – guna resultieren
Interessenkonflikte jedoch in stets unsicheren Arbeitsbeziehungen, die gestört werden
wann immer einer Partei eine Gelegenheit dazu findet, die andere weiter auszunutzen.
Teile und Herrsche
Eine Methode, um den Marktanteil zu erhöhen, ist es, den Markt zu vergrößern,
indem man den Wettbewerb gänzlich eliminiert. Dies war ein weiteres Motiv beim
Zerstören der Gemeingüter – um Leute daran zu hindern, für sich selbst zu sorgen. Dazu
gezwungen, Lohnarbeit anzunehmen, würden sie die lebensnotwenigen Güter mit dem
Geld das sie verdienten erwerben. Es wurden nicht nur die Gemeingüter zerstört, sondern
auch die Tendenz der einfachen Leuten, sich aufeinander zu verlassen und sich zu
unterstützen. Die Angst war natürlich, dass die Arbeiter sich organisieren würden und
kollektive Verhandlungen mit den Arbeitgebern aufbauen würden. Der Staatsapparat war
darauf erpicht, jede Gewerkschaft und jeden Zusammenschluss von Individuen zu
demontieren. Wie oben bemerkt, wurde diese Idee eingeführt indem der selbst gemachte
Mann, das grobe Individuum als ein nachzuahmendes Model verfochten wurde. Wieder
liefert Kropotkin die notwendige Geschichte:
Für die nächsten drei Jahrhunderte merzte der Staat, sowohl auf dem
Kontinent als auch auf diesen Inseln, systematisch alle Institutionen
aus in denen die Tendenz zur gegenseitigen Hilfe vorher ihren
Ausdruck gefunden hatte. Die Dorfgemeinschaften wurden ihrer
Dorfversammlungen, ihren Gerichten und unabhängiger Verwaltung
beraubt, und ihr Land wurde konfisziert. Die Gilden wurden ihrer
Besitztümer und Freiheiten beraubt, und unter die Kontrolle, die
Willkür und die Bestechlichkeit der Offiziellen des Staates gestellt. Die
Städte wurden ihrer Souveränität beraubt, und die bloßen Quellen des
inneren Lebens – die Versammlungen, die gewählten Richter und
Verwaltungen, die souveränen Kirchengemeinden und die souveränen
Gilden – wurden ausgelöscht; die staatlichen Funktionäre übernahmen
Besitz von jedem Bindeglied dessen was vorher ein organisches
Ganzes war. Unter dieser fatalen Politik und den Kriegen die sie
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erzeugte, wurden ganze Regionen, einst dichtbesiedelt und
wohlhabend, brach gelegt, reiche Städte wurden zu unbedeutenden
Gemeinden; selbst die Straßen, welche sie mit anderen Städten
verbanden wurden unwegsam. Industrie, Kunst, und Wissen verkamen.
Politische Bildung, Wissenschaft, und Gesetz wurden der Idee der
Staatszentralisierung untertan gemacht. Es wurde an den Universitäten
und von der Kanzel gelehrt, dass Institutionen, in denen die Menschen
vorher ihrem Bedürfnis nach gegenseitiger Hilfe konkrete Form gaben
in einen ordentlich organisiertem Staat nicht toleriert werden könnten;
dass der Staat allein die Bande der Einigkeit zwischen seinen
Untergebenen repräsentieren konnte; dass Föderalismus und
„Partikularismus“ die Feinde des Fortschritts waren, und der Staat der
einzige angemessene Initiator von weiterer Entwicklung. Am Ende des
letzten Jahrhunderts waren die Könige des Kontinents, die Parlamente
auf den Inseln und die revolutionäre Konvention in Frankreich, obwohl
sie miteinander im Krieg lagen, im Einvernehmen beim Behaupten,
dass keine gesonderten Bande zwischen den Bürgern im Staat
existieren dürfen; das harte Arbeit und der Tod die einzig
angemessenen Bestrafungen von Arbeitern waren, die es wagten,
Koalitionen einzugehen. „Kein Staat innerhalb des Staates!“ Der Staat
allein, und die Staatskirche, müssen sich um alle Angelegenheiten von
allgemeinem Interesse kümmern, während die Untertanen lose
Aggregate von Individuen repräsentieren, verbunden durch keine
bestimmte Bande, und dazu gezwungen sich an die Regierung zu
wenden, wenn sie ein gemeinsames Bedürfnis fühlen. Bis zur Mitte des
Jahrhunderts war dies die Theorie und Praxis in Europa.24
Die Bemühung der Herrscher war es, vollständige Kontrolle über das Leben der
Menschen zu errichten, und ihre bürokratischen Agenten zwischen die Leute einzufügen.
Indem sie ihr Land, ihre Interessen und ihre Bemühungen zerteilten, wollten die
Herrscher die Bürger so sehr wie möglich ausbeuten. Wir können verstehen, dass dies
ihre Intention war, weil es sicherlich das Resultat war, egal wo man lebte. Am Ende des
19. Jahrhunderts, war der lebensuntaugliche Lohn, der den Arbeitern in London bezahlt
wurde nicht von dem in New York oder St. Petersburg gezahlten verschieden. Die
verschiedenen Mächte hatten entschieden, dass die Lebensweise sich dahin veränderte,
was nun die „moderne“ Lebensweise genannt wird. Genauer gesagt verdient es
Geldsklaverei genannt zu werden, denn jeder, ohne Ausnahme, ist ein Sklave um Geld
schlicht zum Überleben zu bekommen. Um die Wahrheit weiter zu verstecken, werden
wir ins Leben indoktriniert, als ob seine verschiedenen Aspekte feinsäuberlich getrennt
und in verschiedene Tätigkeitssphären unterteilt sind – politisch, wirtschaftlich, sozial,
religiös und so weiter. Das Leben ist nicht länger als ein integriertes Ganzes (Die
Unpersönlichkeit, die Kali-Yuga charakterisiert.). Wir haben den Eindruck, dass wir von
einem bestimmten politischen Arrangement namens Demokratie, oder eine
verfassungsmäßigen Republik, und so weiter regiert werden. Nichts könnte weiter
entfernt von der Wahrheit sein. Wir werden de facto vom Geld regiert, oder spezifischer,
von denen die das Geld kontrollieren, wie von Rothschild beglaubigt.
Ungleichen Handel Schaffen
Der andere kritische Faktor der sozialen Entwicklung dieser Zeit war die
Schaffung und Expansion der Waren-Fabrikationen. Der Output von Maschinen war
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erheblich größer als das was die lokalen Märkte typischerweise aufnehmen konnten, und
deswegen mussten neue Märkte gefunden werden, damit die Fabrik den größtmöglichen
Profit produziert. Wenn Märkte zu Hause gesättigt waren, wurden sie natürlich in
anderen Ländern gesucht. Außerdem konnte durch das strategische Kontrollieren des
Handels Reichtum von Handelspartnern extrahiert werden. Dies ist Smiths Plünderndurch-Handel, und wird von Smith in Wealth of Nations erklärt:
Eine kleine Menge der hergestellten Erzeugnisse kauft eine große
Menge an rohen [unfertigen] Erzeugnissen. Ein handelndes und
herstellendes Land, kauft demzufolge mit einem kleinen Teil seiner
fabrizierten Erzeugnisse natürlicherweise einen großen Teil der rohen
Erzeugnisse eines anderen Landes; während demgegenüber ein Land
ohne Handel und Fabrikation im Allgemeinen auf Kosten eines großen
Teils seiner rohen Erzeugnisse zum Kauf eines sehr kleinen Teil der
fabrizierten Erzeugnisse verpflichtet ist. Das eine exportiert, was nur
einige sehr wenige versorgen und unterhalten kann, und importiert den
Unterhalt und die Versorgung einer großen Zahl. Das andere exportiert
den Unterhalt und die Versorgung einer großen Zahl, und importiert
den von nur sehr wenigen. Die Einwohner des einen Landes dürfen
daher immer eine viel größere Menge Versorgung genießen als ihr
eigenes Land durch seine tatsächliche Kultivierung erlauben könnte.
Die Einwohner des anderen müssen immer eine viel kleinere Menge
genießen. Wenige Länder produzieren viel mehr rohe Erzeugnisse als
das was ausreichend für die Versorgung der eigenen Bewohner ist.
Jegliche größere Menge außer Landes zu schicken, würde demzufolge
bedeuten, einen Teil der notwendigen Versorgung der Leute außer
Landes zu schicken. Anders ist es mit dem Export der Fabrikationen.
Die Versorgung der in ihnen angestellten Leute bleibt zu Hause, und
nur der Überschuss wird exportiert.25
Dieser Prozess des Importierens von Rohmaterialien und Exportierens von
fertigen Waren erlaubt imperialen Nationen den Reichtum ihrer Kolonien und
Handelspartner zu extrahieren, was erstere bereichert und letztere verarmen lässt. Wenn
der Wert ihrer Währungen sich unterscheidet, resultiert dies in einem exponentiellen
Netto-Transfer von Reichtum, wie von Dr. Smith erklärt. (Es wird den Leser auf den
nächsten Abschnitt vorbereiten, in diesem Beispiel „Baumwolle“ für „Ding“
einzusetzen):
Betrachte wie lange die unterbezahlte Nation arbeiten muss, um eine
Einheit Reichtum von der hoch-bezahlten Nation zu kaufen, und dann
betrachte, wie viele Einheiten Reichtum die hoch-bezahlte Nation von
der unterbezahlten Nation kaufen kann mit den Löhnen ihrer gleichproduktiven Arbeiter, die die gleichen Stunden arbeiten.
Der Kapitalakkumulationsvorteil nimmt mit dem Unterschied in der
Bezahlung für gleich-produktive Arbeiter exponentiell zu oder ab. Der
gleich-produktive Arbeiter in der schlecht-bezahlten Nation produziert
ein einzigartiges Ding, bekommt 1$ pro Stunde gezahlt und produziert
ein Ding pro Stunde. Der gleich-produktive Arbeiter in der gutbezahlten Nation produziert ein anderes einzigartiges Ding, bekommt
10$ pro Stunde, und produziert auch ein Ding pro Stunde. Jede gleichproduktive Nation mag, und kauft, die Dinge der anderen. Alle echten
Kosten sind Arbeitskosten, also ignorieren wir MonopolAMDG IHS
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Kapitalkosten, welche zu der entwickelten Welt gehen und sowieso nur
den Vorteil vergrößern, und berechnen die Kosten dieser Dinge zu den
Arbeitskosten ihrer Herstellung, 1$ und $10 pro Stunde. Das Land mit
1$ pro Stunde muss 10 Stunden arbeiten um eines der Dinge von dem
Land mit 10$ pro Stunde zu kaufen, aber, mit dem Geld welches in den
gleichen 10 Stunden verdient wird, kann das Land mit 10$ pro Stunde
100 der Dinge des Landes mit 1$ pro Stunde kaufen. In einem
homogenisierten Markt (eine Mischung von hoch-bezahlten und
unterbezahlten gleich-produktiven Arbeitern) gibt es einen 10-mal
höheren Unterschied von gewonnenem Reichtum. Bei dem 10-fachen
Lohnunterschied in einem nicht homogenisierten Markt gibt es einen
exponentiellen 100-fachen Unterschied in der Kapitalakkumulation
oder Kaufkraft… Jeder Wohlstand wird aus natürlichen Ressourcen
durch Arbeit unter Verwendung von Industriekapital hergestellt, die
meisten dieser Ressourcen sind in der schwachen, verarmten Welt, und
dieser natürliche Reichtum wird nach dieser Formel durch niedrige
Warenpreise und ungleicher Lohn für gleiche Arbeit in die mächtigen
imperialen Kapitalzentren gebracht. (alle Betonung im Original).
Mit diesem Verständnis ist es nicht überraschend, dass die imperialistischen
Nationen den Wert der Währungen ihrer Kolonien nicht auf einer Stufe mit dem
Heimatland errichteten, was ihnen erlaubte, Vorteil aus diesem Prinzip zu ziehen und
den Reichtum der Welt zu sich selbst zu transferieren. Das Ergebnis war die Verarmung
der Kolonien. In Bezug auf die Erfahrung Indiens bemerkt Premierminister Jawaharlal
Nehru: „Wenn man den britischen Einfluss und Kontrolle in jeder Region von Indien
zurückverfolgt, und sie mit der Armut in der Region vergleicht, korrelieren sie. Je länger
die Briten in einer Region gewesen sind, desto ärmer ist sie.“26 In der fortgesetzten
Ausbeutung bis zur heutigen Zeit, ist eine gezielte Abwertung von Währungen oft eine
Voraussetzung für Kredite von der Weltbank und ein integraler Teil des
Strukturanpassungsprogrammes des IWF.
Das Stehlen und Zerstören des Reichtums Indiens
In Economic Democracy erklärt Smith wie die Verarmung von Indien ein
klassisches Beispiel von Plündern-durch-Handel, unterstützt durch militärische Macht
ist. Wie wir in vorherigen Kapiteln bemerkt haben, war Indien vor dem Beginn der
Britischen Herrschaft ein gut-organisiertes und reiches Land. Als die Briten ankamen,
„fanden sie eine blühende Industrie und wohlhabende Landwirtschaft“. Es war, mit den
optimistischen Worten eines Engländers, „ein wundervolles Land, dessen Reichtum und
Fülle weder von Krieg, noch von Pestilenz noch von Unterdrückung zerstört werden
könnte.“ Die Produktion in Indien war sehr dezentralisiert und viele tausende von
unabhängigen Kunsthandwerkern produzierten Kunstwerke. In Bengalen war
feinmaschiges Tuch die Spezialität. Es war normal, eine Person zu finden die beim
Handweben, Gebete im Einklang mit dem Klick-Klack Rhythmus der Maschine sang
oder chantete. Obwohl er ein sehr talentierter und erfahrener Handwerker war und der
Stoff den er herstellte der beste auf der Welt war, konnte indischer Stoff immer noch für
deutlich weniger als der in Europa produzierte verkauft werden.
Bevor die Briten Adam Smiths Prinzipien vollständig verstanden hatten, kauften
sie viel ihres Tuches in Indien. Es gab jedoch wenig Austausch zwischen den beiden
Ländern aufgrund eines Mangels an Interesse an den englischen Waren in Indien, und
die Briten mussten das Ungleichgewicht im Handel mit Zahlungen von Gold
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ausgleichen, ein Abgang ihres zurückgehaltenen Reichtums. Jedoch, nachdem Indien
kolonisiert war und die Briten ihren Handel kontrollierten, kam dieses Arrangement zu
einem abrupten Halt. Indische Textilien wurden auf dem britischen Märkten verboten.
Stattdessen importierten die Briten nur noch die Rohmaterialien für die Produktion von
Stoff aus Indien nach England, und produzierten es mit mechanisierter Webtechnologie.
Der maschinengemachte britische Stoff war immer noch dem den die Inder selbst
herstellen konnten unterlegen, aber um einen Markt zu schaffen wurde der von Indern
hergestellte Stoff massiv besteuert. Als ein Ergebnis des Manipulierens der Produktion
und des Marktes dominierte Britannien rasch den indischen Stoffmarkt und zerstörte die
einheimische Produktion. Der Historiker Lewis Mumford erklärt wie die Briten die
Indische Wirtschaft ausweideten:
Im Namen des Fortschritts wurde die begrenzte, aber ausgeglichene
Wirtschaft des Hindu Dorfes, mit seinem lokalen Töpfern, seinen
lokalen Spinnern und Webern und seinem lokalen Schmied über den
Haufen geworfen um einen Markt für die Töpfereien der Fünf Städte,
die Textilien von Manchester und die überflüssigen Geräte aus
Birmingham zu schaffen. Das Ergebnis waren verarmte Dörfer in
Indien, abscheuliche und mittelose Städte in England, und eine große
Verschwendung von Tragfähigkeit und Menschenkraft um die Ozeane
dazwischen zu befahren.27
1947, als die Sonne endlich auf das Britische Imperium in Indien schien, war
Ostbengalen zu einem landwirtschaftlichen Hinterland reduziert worden. Mit den
Worten eines englischen Händlers: „Mannigfaltig und zahllos sind die Methoden um die
armen Weber zu unterdrücken… wie durch Gebühren, Freiheitsentzug, Prügel, sie zu
Bünden zwingen, usw.“ Mittels jeder denkbaren Form von Gaunerei, erlangten die
Händler des [Britisch Ost Indien] Unternehmens die Stoffe der Weber für einen
Bruchteil seines Wertes.28
Dieses Beispiel des Unterdrückens des Wettbewerbs in Indien ist weit davon
entfernt, ein isolierter Fall zu sein. Was auf den britischen Kolonialismus zutrifft, trifft
auf allen Kolonialismus zu, und nach J. W. Smith waren Indien und China tatsächlich die
am wenigsten beschädigten aller kolonialisierten Regionen. Der gleiche Prozess, ins
Extreme gesteigert, setzt sich bis heute in einem beschleunigtem Ausmaß fort unter dem
Namen der Globalisierung und des Freihandels, welche im nächsten Kapitel als die
Wirtschaftsweise der Unwissenheit diskutiert werden wird.
Christliche Unterdrückung als“Ich und mein” von Rajo - guna
Nachdem wir zuvor unseren, dem christlichen Einfluss folgenden, Weg in die
rajas gefolgt sind, sollten wir nicht den Einfluss des Christentums beim Begünstigen des
Bewusstseins und der Effekte von raja – guna und tamo – guna in das 20. Jahrhundert
und weiter hinein übersehen. Die Bibel sagt, dass Gott die Herrschaft über die Natur
gegeben hat, was historisch so gedeutet wurde, dass es heißt, dass die Natur dem
Menschen buchstäblich zur Verfügung steht. Die Idee wurde lange in christlichen
Kreisen so präsentiert, dass Gott diese Welt speziell gemacht hat, damit die Menschheit
sie genießen kann. Die Vorstellung des Menschen als rechtmäßigen Genießer der Natur,
nicht in Maßen, sondern so weit sein Appetit zulässt, wurde von Thomas Traherne
ausgedrück, einem Kleriker aus dem 17. Jahrhundert, der sich über die Idee des
Weltbesitzens auslässt:
Es ist aufgrund des Adels der menschlichen Seele, dass er unersättlich
ist: Denn er hat einen Wohltäter der so gerne gibt [Gott], dass er [Gott]
AMDG IHS
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sich an unserem Fragen erfreut. Sagen dir nicht alle deine Neigungen,
dass die Welt deine sei? Begehrst du nicht alles? Begehrst du nicht es
zu haben, es zu genießen, seiner Herr zu werden? Aus welchem Grund
sammeln Menschen Reichtum außer um ihn zu vermehren? Fügen sie
nicht, wie Pyrrhus, der König des Imperiums, Haus an Haus und Land
an Land, damit sie alles bekommen können.
Dem Historiker Flynn White, der Überlegungen zu diesen Haltungen anstellt,
wird die nachhaltige Anklage des Christentums als dem Schuldigen der ökologischen
Krise gutgeschrieben. Er sagt, dass die christliche Ideologie – dass dem Menschen
Herrschaft über die Welt und all ihr Leben gegeben wurde – als eine Provokation, sogar
Aufforderung dazu benutzt wurde, um die Natur völlig auszubeuten.29
White fragt und beantwortet: „Was sagte das Christentum den Leuten über ihre
Beziehung zur Umwelt?“ Das „kein Gegenstand in der physischen Schöpfung einen
anderen Zweck hat als den Zwecken der Menschen zu dienen“. Er sagt, dass das
Christentum, in absolutem Kontrast mit dem vorzeitlichen Heidentum und Asiens
Religionen, eine Dualität von Mensch und Natur errichtet hat und auch darauf beharrte,
dass es Gottes Wille sei, dass der Mensch die Natur für seine richtigen Ziele ausbeutet.
Durch das Zerstören des heidnischen Animismus machte es das Christentum möglich,
die Natur in einer Stimmung der Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen von
natürlichen Objekten auszubeuten.
Weiterhin suggeriert White, dass das Christentum nichts hat, das dazu beitragen
kann, die ökologischen Krisen zu lösen. Der Sozialkommentator Wendell Berry
beobachtet übereinstimmend: „Die Schuld des Christentums bei der Zerstörung der
natürlichen Welt und die Nutzlosigkeit des Christentums bei jeglichen Bemühungen
diese Zerstörung zu korrigieren sind nun etablierte Klischees der
Umweltschutzbewegung. Die Naturschützer suchen über das Christentum hinaus eine
andere Weltsicht, die den Schutz, und nicht die Beherrschung als sein zentrales Prinzip
hat. Whites Meinung nach „hängt was wir wegen der Umwelt tun von unseren
Vorstellungen der Mensch-Natur Beziehung ab. Mehr Wissenschaft und mehr
Technologie werden uns nicht aus der derzeitigen ökologischen Krise herausführen, bis
wir eine neue Religion finden, oder eine alte neu denken.“ Whites das Christentum
verdammende These, und der unwahrscheinliche Erfolg des Rückzugsgefechtes des
Christentums in dieser Hinsicht, wird vom Ökologen Keith Helmuth kraftvoll bestärkt:
Unser Verständnis von Beherrschung und das Rehabilitieren einer
Theologie der Schöpfung einer Revision zu unterziehen wird
höchstwahrscheinlich nicht die Tatsache ändern, dass der
Beherrschungs-Ethos die westliche Kultur durchdringt. Die
Technologie und Wirtschaftsweise, die die Erde vergiften und
zerstören sind direkt aus unserer biblisch-dominierten Kultur
gekommen. Es gibt kein Entkommen von dieser Verantwortlichkeit.
Eine wachsende Bandbreite von kulturellen Studien hat gezeigt, dass
die Denkkategorien, durch die wir unser Verständnis der Welt
organisieren, und die Strukturen der Sprache durch die wir dieses
Verständnis ausdrücken, von dem Ethos der Beherrschung geprägt
worden sind. Der Drang zu beherrschen ist zweifellos ein vorbiblisches Verhalten. Aber die biblische Aufforderung, unter einem
Banner einer sich progressiv erweiterten Beherrschung zu marschieren,
hat diese Tendenz zu einer solchen kulturellen Bedeutung verstärkt,
dass sie praktisch eine Weltsicht geworden ist, eine allgemeine
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unbewusste Annahme über die natürliche Ordnung der Dinge und
Beziehungen.30
Der Leser sollte an diesem Punkt in der Lage sein zu erkennen, dass die
christliche Weltsicht, wie von White und Helmuth porträtiert, eine ist, in der die
Erscheinungsweise der stark von der Unwissenheit beeinflussten Leidenschaft
vorherrscht. Wenn das der Fall ist, liegt White ziemlich richtig mit seiner Folgerung,
dass eine solche Weltsicht niemals Lösungen für die ökologischen Krisen liefern kann.
Als Antwort auf Whites Essays sind christliche Denker in eine ausgedehnte
Debatte über die Rolle des Christentums bei der Schaffung und Erhaltung einer
destruktiven Haltung gegenüber der Ausbeutung der Natur und haben drei verschiedene
Ansätze hervorgebracht. Das erste ist das Verwalter Modell, das von den Christen
verlangt, die Herrschaft mit Vorsicht und Vernunft auszuüben. Diese Alternative,
obwohl immer noch von der rajasischen Konzeption von „Ich und mein“ verschmutzt,
hat einige Elemente von sattva, und wäre ein besserer Ansatz gewesen, wenn es
Jahrhunderte zuvor angewandt worden wäre. Aber dank der Schwere der Probleme ist es
nicht viel mehr als ein Wundpflaster-Ansatz, um eine klaffende Wunde zu heilen.
Im liberalen Christentum werden zwei andere Modelle angeboten um die
ausbeuterischen Tendenzen des Christentums zu reformieren: Öko-Feminismus und
Schöpfungs-Spiritualität. Öko-Feminismus vertritt, dass unsere Befreiung in der
Modifikation der maskulinen patriarchalischen Institutionen gefunden werden kann, die
nicht nur die Umwelt, sondern auch die Frauen beherrscht haben. Dieser sexistische
Ansatz analysiert das Problem nicht angemessen; es setzt zerstörerische Tendenzen mit
maskuliner Energie gleich. De facto entspringt die Ausbeutung und Zerstörung aus der
maskulinen Energie unter dem Einfluss der Erscheinungsweise der Unwissenheit.
Moderne Frauen sind ebenfalls übermäßig von tamo – guna beeinflusst, und die
Übertragung von Macht auf Frauen unter seinem Einfluss ist weder eine geeignete noch
angemessene Lösung. Unter dem Einfluss von tamo – guna können Frauen ebenso wie
Männer nicht verstehen was getan werden muss und was nicht getan werden muss.
Stattdessen müssen sowohl männliche als auch weibliche Energien auf die Plattform von
sattva - guna gehoben werde, welche alles nährt und erhält – die Leute ebenso wie die
Umwelt. Schöpfungs-Spiritualität und sein Gegenstück, Öko-Theologie, mangelt es an
einem adäquaten Konzeptrahmen, in welchem die Natur des Problems verstanden
werden kann und darum eine angemessene Lösung angeboten werden kann.
Obgleich die externen Eigenschaften des Christentums weitgehend aus der
modernen Gesellschaft verschwunden sind, überdauert ein tieferliegendes
Ausbeutungsbewusstsein. Es ist kein Problem mit dem Christen umgehen können, in
dem sie ihre Philosophie politisch korrekt machen. Ausbeutung, nicht nur der Natur,
sondern von allem und jedem ist der derzeitige Stand der westlichen Welt heute. Es ist
die de facto Weltsicht des gesamten Globus. Um eine Lösung bereitzustellen ist es nicht
genug, schlicht den Bedarf an Wandel anzuerkennen, oder andere zur Änderung
aufzufordern, eine neue Denkweise wird benötigt. Wie White sagte werden wir „nicht
aus der derzeitigen ökologischen Krise herausfinden bis wir eine neure Religion finden,
oder die alte neu denken“.
Die tatsächliche Wurzel der ökologischen Krise ist das von raja- und tamo –
guna verschmutzte Bewusstsein, und in diesem Zustand werden ökologische
Ausbeutung und Zerstörung sich fortsetzen. Alles in dieser Welt, und selbst die Welt
selbst, basiert auf Bewusstsein. Die einzige faktische Lösung für die Probleme der Welt
ist die Anhebung des Bewusstseins der Menschheit von den niedrigeren
Erscheinungsweisen zu denen von sattva und suddha – sattva, oder Transzendenz. Wenn
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auch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung sich in diese Richtung bewegt, sogar nur drei
bis fünf Prozent, ist es genug um eine Heilung herbeizuführen.
Während dieser Zusammenhang zwischen der Interpretation des Christentums
durch die Kirche und ökologischen Problemen korrekt sein mag, heißt das, dass die
christliche Theologie im Ganzen schuldig im Sinne der Anklage ist? Wenn wir die
Geschichte des christlichen Glaubens betrachten, müssen wir mit Nein antworten. Ein
gegensätzliches Beispiel ist ausreichend, um zu demonstrieren dass das Christentum in
einem anderen und positiven Licht von denen mit einem anderen Bewusstsein
verstanden und praktiziert werden kann. Unter anderen ist ein Beispiel Francis von
Assisi, der mit der Natur kommunizierte, als ob er mit dem höchsten Wesen wäre.
Francis, so scheint es, sah die göttliche Persönlichkeit in der ganzen Schöpfung
anwesend, und drückte eine angemessene Ehrfurcht vor der Natur aus. Es sind nicht die
christlichen Doktrinen per se Schuld, sondern die Art in der die römische und
protestantische Kirche sie zu verstehen gewählt haben. Unglücklicherweise hielten sie an
einer mehr rajarsischen und tamasischen, selbst-dienenden Interpretation fest, anstatt an
Francis‘ eher sattvischer Vision und Verständnis, welches auch auf andere in sattva –
guna eine größere Wirkung hätte.
Das Ergebnis der Wirtschaftsweise der Leidenschaft
Die meisten von uns sind mit der Wirtschaftsweise der Leidenschaft vertraut,
weil wir in Kulturen leben, in denen die Leidenschaft das vorherrschende Motiv ist.
Insbesondere in der so-genannten entwickelten Welt. In vielen der „Entwicklungsländer“
werden die sattvischen Dörfer menschenleer, sowie die Menschen in die rajarsischen
Städte strömen. Das ist wo das Geld ist. Die Einflüsse der Leidenschaft sind verlockend.
Die Läden sind voll von attraktiv dargestellten Produkten und viele Leute sind gut
angezogen und attraktiv, und wie die Gita uns beibringt: Während man die
Sinnesobjekte kontempliert, entwickelt man Anhaftung an sie. Es gibt ein Gefühl der
Euphorie, das von der Leidenschaft kommt, eine Verführung die alle Leute verlockt. In
der Hoffnung, aus einem Leben der Gewöhnlichkeit und der Plackerei befreit zu werden,
und verlockt von der Aussicht darauf, durch die Zurschaustellung von modischem
Beiwerk eine attraktivere Person zu werden, geben die Großstadtbewohner ihr hart
verdientes Geld für die neusten elektronischen Geräte und Moden aus. Geld für diesen
Konsumerismus wird die treibende Kraft der Amerikaner, und zunehmend anderer
Wirtschaften.
Es hat nicht eine einzige Kultur im Westen gegeben, die der verführerischen Art
der Leidenschaft widerstanden hätte, Noch gab es irgendeine, die genug sattva für ihren
unausweichlichen Niedergang gehabt hätte. Für all den materiellen Gewinn ist da ein
sozialer Verlust, der zu subtil für die meisten ist um ihn wahrzunehmen während es
passiert. Norbert-Hodge als ein Beobachter der Ladakhi Kultur konnte es während es
passierte beobachten. Wie auch Jeremy Seabrook. In seinem Buch What Went Wrong?
Why Hasn’t Having More Made People Happier? beschreibt er die zunehmende
Verzweiflung der Leute der arbeitenden Klasse in England, trotz ihres materiellen
Fortschritts. Er bietet eine Zahl persönlicher Kameen an, die den Schmerz und
Verbitterung demonstrieren, die in der Arbeiterklasse trotz ihrer materiellen Gewinne
existierten:
Reichtum wird als etwas Absolutes betrachtet, wie das Leben selbst,
offenkundig begehrenswert; und als solches, ein geheiligtes Tabu.
Aber was, wenn es auf eine Weise erlangt wurde, die korrumpierend
und schädigend für unsere menschlichen Bindungen und Beziehungen
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ist? Unter dem Vorwand, aus einem rigiden und unterdrückenden
Arbeitssystem befreit zu sein, wurden wir auch unserer Fähigkeiten
und Befriedigung in dem was wir taten beraubt…
Die meisten von uns brauchen nun nicht grundlegenden Komfort; und
dies wurde erreicht, zum größten Teil nicht indem wir unsere
Fähigkeiten benutzt haben, sondern indem wir sie verwirkt haben.
Viele von uns bedauern die Arbeit die wir nun tun. Wir grollen damit
wie unsere Zeit genutzt wird, und sind oft gleichgültig gegenüber den
Dingen die wir machen oder den Diensten die wir anbieten. Wir fühlen
uns gelangweilt und funktionslos. Wir sehen Arbeit als etwas anderes,
es ist ein unglücklicher Einschnitt in die echten Angelegenheiten
unseres Lebens. Wir messen uns nicht daran, was wir tun, sondern
daran was wir erreichen können. Unsere Funktion ist nicht länger ein
primärer Bestimmungsfaktor unserer Identität…
Die Gelegenheit, Armut abzuschaffen, eine der großen Geißeln der
Menschheit, sollte Anlass gegeben haben zu einem spontanen und
nachhaltigen Freudenschrei; aber stattdessen ist da nicht als
Uneinigkeit und Gewalt, ruinierte menschliche Beziehungen, die
Kontaminierung nicht nur der Arbeit, sondern auch der Nachbarschaft,
der Verwandtschaft und Kameradschaft, der Trennung der
Generationen und Misstrauen innerhalb von Familien. Der Preis ist zu
hoch: die Menschheit ist nicht befreit, sondern dieser kapitalistischen
Fülle untergeordnet als ob es das Leben selbst wäre. Es ist freudlos und
zerstörerisch: Es kann nicht ohne Bedeutung sein, dass, wenn man mit
den Alten über ihre Armut spricht, der größte Trost in all dem Leiden
die Qualität der menschlichen Beziehungen war; nun da die Dinge so
sehr perfektioniert wurden, sind scheinbar die Leute das einzige was
nicht stimmt.31
Der Punkt ist, dass materieller Fortschritt, in welchem Maße auch immer, alleine nicht
ausreicht um die Seele zu befriedigen. Wenn Leute von der Armut betroffen sind und um
das schlichte Überleben kämpfen haben sie den Eindruck dass, sobald sie materiellen
Komfort haben, glücklich sein werden. Die schlichte Tatsache ist, dass sie nicht
glücklich waren als sie arm waren, noch waren sie glücklich nachdem sie einen Grad an
Wohlstand erlangt hatten. Seabrocks Wehklage entsteht nicht, wie er es wahrnimmt, aus
dem steigenden Wohlstand, sondern ist ein direktes Ergebnis des Einflusses von rajo guna – Trauer ist das Resultat der Erscheinungsweise der Leidenschaft, scheint zu
Beginn aus dem Kontakt der Sinne mit ihren Objekten gezogenes Glück aus zu sein, wie
Nektar zu Beginn, aber die Gita lehrt uns, dass es am Ende Gift ist. Die Verluste die er
beklagt, und das Glück, Befriedigung und Erfüllung, nach denen er verlangt sind alles
Qualitäten von sattva – guna. Der Übergang, der die Leute und die Kultur in England so
sehr beeinträchtigt hat, ist der von der die Tugend vernachlässigenden Wirtschaftsweise
der Leidenschaft. Falls wir der Körper wären, dann würde materieller Komfort Glück
bringen, aber weil wir de facto spirituelle Wesen sind, jivas, spielen andere
Betrachtungen eine Rolle wie auch Tawney beobachtet, wenn er kommentiert, dass
„sowohl die existierende Wirtschaftsordnung, als auch die meisten Projekte die für ihren
Wiederaufbau gedacht sind,, brechen zusammen aufgrund der Vernachlässigung der
Binsenweisheit, dass, da selbst sehr schlichte Menschen Seelen haben, keine
Vermehrung des materiellen Reichtums die Abkommen ausgleicht, die ihre
Selbstachtung beleidigt und ihre Freiheit beschränken.“32
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Kapitel Fünf
Die Wirtschaftsweise der Unwissenheit
In der menschlichen Gesellschaft führt das ständige Denken daran, wie
man Geld verdiene und es für Sinnenbefriedigung ausgeben kann, zur
Zerstörung des Selbstinteresses aller. Srimad Bhagavatam 4.22.33
Die Hauptsächlich von der Unwissenheit beeinflusste
Wirtschaftsweise
Während Wettbewerb in der Erscheinungsweise der Leidenschaft durch
Chancengleichheit charakterisiert ist, wird unter dem Einfluss der Unwissenheit alles
dafür getan um die Bedingungen erheblich oder sogar vollständig zu den eigenen
Gunsten zu beeinflussen. Die Begierde nach Gewinn wird endlos und unnachgiebig.
Jegliche Mittel, insbesondere unlautere, werden benutzt um Reichtum zu akkumulieren.
Alle der Qualitäten der Unwissenheit finden einen wertvolle Rolle: Lügen, Betrügen,
Stehlen, Täuschung, Härte, Ausbeutung, Nötigung, und Gewalt. Gewinn auf Kosten
anderer (win-lose) wird gegenseitigem Gewinn (win-win) vorgezogen und „möge-derbessere-gewinnen“ wird zu „der Gewinner nimmt alles“. Persönlicher Gewinn nimmt zu
bis an den Punkt des bösartigen Narzissmus, bis es niemanden außer sich selbst gibt, an
den man denken müsste.
Unter dem Einfluss der Unwissenheit ist Ausbeutung die Regel, nicht die
Ausnahme, und wirtschaftlicher Vorteil wird überall genommen wo er gefunden werden
kann: Von Wettbewerbern, von Lieferanten, von Käufern und von Arbeitern. Kosten
werden „externalisiert“ zu denjenigen die keinen Vorteil von der Transaktion haben,
wobei die Umwelt und zukünftige Generation die beliebtesten Opfer sind.
Kulturen, die hauptsächlich von den Eigenschaften der Unwissenheit beeinflusst
werden sind hart, grausam, ausnutzend, gewaltsam, aggressiv, verwenden Methoden des
Betrugs, der Heuchelei, des Doppelspiels, der Habsucht, des Anhäufens, des
Hochstapelns und der Sklaverei. Nur an sich selbst oder das erweiterte selbst wie
Familienmitglieder und mitmachende Freunde denkend, finden die von der Unwissenheit
beeinflussten sogar noch Freude darin andere Leiden zu sehen. Handlungen des
Eroberns, der Plünderung und der Zerstörung des Feindes sind typisch, genau wie
Völkermord.
Durch den Einfluss der Unwissenheit werden unverblümte Freigiebigkeit,
Provisionen für Regierungsbeamte und deren Bestechung die Mittel für Unternehmen,
um exklusive Märkte zu bekommen. Die Regierung erlässt im Gegenzug Gesetze, um
die Profite ihrer Geldgeber vor Besteuerung oder gar wirtschaftlicher Katastrophe und
Scheitern zu schützen. Lukrative Verträge und Geldgeschenke oder Gefälligkeiten
werden politischen Kumpels zugesprochen. Sogenannte Staatsoberhäupter plündern die
Regierungsfinanzen und rauben die Bürgerschaft aus und sondern ihr Geld auf OffshoreKonten aus. Die Staatsarmeen werden benutzt um Regime zu installieren, die
internationalen Handel (wie Land und Ressourcen vereinnahmenden Firmen) freundlich
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gesonnen sind und „örtliche Aufständische“ (diejenigen die versuchen, ihre Land,
Wasser und Recht auf ein anständiges Dasein zu verteidigen) zu besiegen. In der
Unwissenheit wird das alles den Anschein von Anstand und Rechtmäßigkeit der von
„Volksvertretern“ erlassenen Gesetze haben, aber das ist nur eine Täuschung, denn
hinter den Masken sind Schurken und Diebe, die genau von den Leuten stehlen, die sie
beschützen sollen. Schwarzmärkte, Drogen und Schattenwirtschaften haben große
Einflüsse auf die globale Wirtschaft. Durch den Einfluss der Unwissenheit bricht der
Gesellschaftsvertrag zusammen und es ist jedermann, nein, jede Person ist auf sich selbst
gestellt. Die Unschuldigen, Schwachen und Gebrechlichen sind ungeschützt, und die
unerwünschten Alten werden eingeschläfert. Frauen und Kinder werden unbarmherzig
ausgebeutet, und sogar zu sexuellen und unterwürfigen Sklaven gemacht.
Gesellschaften wie diejenigen, die sich durch diese Dämonischen Merkmale
auszeichnen führen die Welt in den Ruin. Nationalsozialismus und Faschismus
repräsentieren Gesellschaften, die unter dem Dämonischen Einfluss der Unwissenheit
arbeiten. Noch sind sie eine jüngere Entwicklung – dies ist die gesamte Geschichte der
westlichen Kultur bis hin zurück zum 4. Jahrtausend vor Christus und fortgesetzt bis zum
heutigen Tag. Plündernde Eroberer, die zu Beginn der westlichen „Zivilisation“
gegenwärtig waren beinhalten die Assyrer, Hettiter, Griechen, Römer, Ottomanen,
Mongolen, Westgoten, Germanen, die Römische Kirche usw. Wieder später brachten die
Kolonialmächte Zerstörung über eingeborene Völker überall auf der Welt. Gewalt ist die
Grundlage solcher wirtschaftlicher Berechnung, und diese Operationsweise setzt sich
sogar bis zum heutigen Tag fort – die Dämonischen plündern von hinter der Maske von
Unternehmen aus, und durchstreifen ungehindert die Welt auf der Suche nach
Gelegenheiten dazu Profit auf Kosten anderer zu machen.
“Ich und mein” in Tamo - guna
Unter dem Einfluss von tamo – guna sind wir zu einer „der Gewinner nimmt
alles“ Gesellschaft geworden, und die Gewinner nehmen sich in der Tat so viel wie sie
können, ‚gewinnend‘ durch Betrug, Erpressung, Sklaverei, Gewalt und jedes andere
Werkzeug aus Kalis Werkzeugkiste des Grauens. Die Leute sind nicht länger schockiert
und bestürzt durch politischer Bestechung und Korruption; es ist die Norm. Es wird nun
erwartet, dass Regierung und Industrieführer so viel von der Öffentlichkeit nehmen wie
sie können, mit wenig oder keiner Aufsicht, Buchführung oder rechtlicher
Einschränkung. Die meisten Leute werden schlicht ihre Hände hoch in Verzweiflung
und Bestürzung, und falls sie wählen, dann wählen sie das kleinere von zwei Übeln.
Falls die Leute überhaupt irgendetwas bekommen, schön und gut.
“Ich und mein” unter dem Einfluss von tamo – guna bedeutet, dass alles und
jedes besessen werden sollte, und so viel wie möglich. Privatisierung von allem das
einen Profit abwerfen kann ist die Aufgabe von Regierungspolitik und internationaler
wirtschaftlicher Gemeinschaft geworden. Alles, was früher gemeinschaftlich oder als
Gemeineigentum genutzt wurde, erschaffen als Ergebnis von Steuern auf die Arbeit und
früher für das größere Wohl aller eingesetzt wurde, wird in private Hände verkauft für
private Profite für diejenigen die die benötigte Lizenzgebühren bezahlen können. Das
berüchtigtste jüngste Beispiel involviert elektromagnetischen Frequenzen von Fernsehen
oder Radio, Elektrizitätskraftwerke, die kommunale Wasserversorgung und
Schnellstraßen in Amerika. In der ehemaligen Sowjetunion beinhaltet dies alle
Unternehmen in „Staatsbesitz“, die für unerhebliche Bruchteile ihres tatsächlichen
Wertes an Privatiers verkauft wurden.
Unter dem Einfluss von tamo – guna gibt es keine Begrenzungen für
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Privateigentum – Land, Wasser, und sogar Leben selbst werden als privates Privileg
beansprucht. Patentiertes Eigentum an Genen, Nahrungsmitteln, Pflanzen, Tieren und
Lebensformen, inklusive Krankheitserregern schreiten in halsbrecherischer
Geschwindigkeit voran um Monopolrechte für 20 Jahre zu beanspruchen. Inzwischen als
„Biopiraterie“ bekannt, versuchen Unternehmen regelmäßig, existierende Lebensformen
zu patentieren. Zum Beispiel versuchte W. R. Grace & Co. den Neem-Baum zu
patentieren, welcher in Indien seit alters her gewachsen ist, Ricetec Inc. aus Taxas
beantragte Patente auf Basmatireis, während die Universität Florida genetische
Manipulation benutzte um ihr eigenes Patent von Thailands Jasmin Reis zu erschaffen.
Mehr als 20 menschliche Krankheitserreger sind bereits in Privatbesitz, inklusive
Hepatitis C, dessen Eigentümer Millionen Dollar Nutzungsgebühren von Laboratorien
überall auf der Welt einsammelt, die daran interessiert sind ihn zu studieren. Genetisch
modifizierte Organismen, insbesondere Nahrungsmittel, haben überall auf der Welt für
Aufruhr gesorgt. Der Kampf der europäischen Gemeinschaft um Amerikas GMO Mais
und Sojabohnen vom Kontinent fern zu halten ist gescheitert, während zur gleichen Zeit
ein großer Prozentsatz von Mexikos großer Vielfalt an ursprünglichem Maisarten durch
GMO Pollen kontaminiert werden. Dies bedeutet, dass in der Zukunft der „Besitzer“ der
GMO-Art die eingeborenen, selbstversorgenden Farmer auf Nutzungsgebühren
verklagen wird.
Unter dem Einfluss von tamo – guna, wo Profite über alles geschätzt werden ist
es einfach vorherzusagen, dass die Zeit kommen wird, in dem irgendein Labor einen
tödlichen Krankheitserreger erschafft, ihn patentiert, ihn innerhalb einer Bevölkerung
verbreitet und dann exorbitante Gebühren dafür verlangt, ihn zu studieren um ein
dringend benötigtes Heilmittel zu finden, á la Ken Lays smart guys. Tests für einen
bestimmten Marker für Brustkrebs kosten bereits 3000$ statt den 1000$ die sie kosten
würden, weil der „Besitzer“ des Genes die Differenz in Nutzungsgebühren nimmt. Nur
die Reichen haben das Recht zu überleben unter dem Einfluss von tamo – guna.
Kapitalismus — die Wirtchaftliche Methode von Tamo – guna
Jedes der gunas hat seine charakteristische wirtschaftliche Methode. Unter dem
Einfluss der Tugend ist das Schenken die bevorzugte wirtschaftliche Methode. Unter
dem Einfluss der Leidenschaft ist gleicher Austausch die Methode der Wahl. Aber unter
dem Einfluss der Unwissenheit, werden diejenigen die auf Kosten anderer profitieren
können als die besten und intelligentesten Personen betrachtet. Es gibt keine bessere
Beschreibung des Kapitalismus. Wir erheben daher Anklage gegen den Kapitalismus
welcher als solches das wirtschaftliche System der Wahl derjenigen ist, die unter dem
Bann der Unwissenheit und Illusion stehen. Von der Qualität der Unwissenheit, kann
der Kapitalismus nur zu den Ergebnissen der Unwissenheit führen – Leiden, Ignoranz,
Illusion, Tod und Zerstörung — was genau ist, was der Kapitalismus gebracht hat seit
seiner Einführung. Natürlich wird der Kapitalismus in der modernen Zeit überall als das
beste jemals erschaffene Wirtschaftssystem gepriesen, was diejenigen die solche
Aussagen machen klar als auch unter dem Einfluss der materiellen Erscheinungsweise
der Unwissenheit identifiziert.
Aber, die Kapitalisten und alle anderen die konditioniert sind, diese Methode zu
schätzen, protestieren: „Ich riskiere mein Kapital und habe daher ein Recht auf die
Profite!“ Als Antwort auf dieses Argument sagt die Isopanisad, dass der Herr
Höchstpersönlich isavasya ist, der ultimative Kontrollierende oder Besitzer von allem —
alles in dieser Welt ist allein Sein Eigentum. Als der Erhalter aller hat Er diese Welt
erschaffen und für die Erhaltung jedes Lebewesens gesorgt welches geboren wird:
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Alles lebende oder leblose das innerhalb des Universums ist wird vom
Herrn kontrolliert und besessen. Man sollte daher nur die Dinge
akzeptieren die notwendig für sich selbst sind, welche für
beiseitegelegt sind für sich selbst, und sollte keine anderen Dinge
akzeptieren, im Wissen darum zu wem sie gehören.
(Isopanisad, Mantra 1).
Nur unter dem Bann der Illusion beanspruchen wir irgendetwas als unser eigenes.
Nichts ist von uns als persönlicher Eigentum zu beanspruchen über das notwendige
Minimum hinaus, um ein gesundes Leben zu erhalten. Daher kann der Kapitalist „sein“
sogenanntes Kapital nicht als sein eigenes beanspruchen, noch riskiert er daher
irgendetwas von sich selbst. Jegliches akkumuliertes Kapital muss bereits unrechtmäßig
von anderen genommen worden sein. Als solche sind alle Forderungen von exklusivem
Anspruch auf Profit null und nichtig, und die Einnahmen des Unternehmens sollten
gleichmäßig auf diejenigen verteilt werden, die zusammen gearbeitet haben um das
Ergebnis zu produzieren.
Die Bhagavad-gita (18.25) gibt weiteren Beweis für dieses Argument. Dort ist
erklärt, dass Handlungen die unter Illusion (von Eigentümerschaft) ausgeführt werden,
unter Missachtung der Aufforderungen der heiligen Schriften (so wie von der Isopanisad
oben), und ohne Beachtung der zukünftigen Knechtschaft der Leute oder für Gewalt oder
Elend, welches anderen zugefügt wird, als in der Erscheinungsweise der Unwissenheit
betrachtet werden. Dies ist eine Beschreibung des Kapitalismus. Die Srimad
Bhagavatam (11.25.4) fügt hinzu, dass Geiz und das Leben als ein Parasit die Symptome
von tamo – guna sind. In dieser Hinsicht fallen einem unmittelbar Veblens Leisure
Class, die Kapitalisten, ein.
Es gibt viele, die anerkennen, dass die moderne Spielart des Kapitalismus zutiefst
fehlerhaft ist und die Vorschläge unterbreiten wie er verbessert werden kann,
insbesondere in der Schaffung eines vernünftigen Geldsystems, welches nicht Papiergeld
ist, sondern durch Waren irgendeiner Art gesichert ist, sei es Gold, Getreide oder ein
anderes. Während ihre Intentionen gut sind, erkennen sie nicht an, dass die Wurzel des
Problems nicht das Geld per se ist, sondern das Bewusstsein derjenigen die von der
Erscheinungsweise der Unwissenheit beeinflusst sind. Damit ein vernünftiges
Geldsystem fortwährend gesund bleibt, müssen die Leute unbedingt ein gewisses Maß
sattva – guna haben, ansonsten werden sie, so wie sie fallen, mit Absicht die Währung
verschlechtern, und wirtschaftliche Katastrophen folgen. Das ist exakt die Geschichte
aller Geld-basierenden Systeme durch die Geschichte der westlichen Zivilisation
hindurch. Die längste Periode von gesundem Geld — über tausend Jahre — war die des
Byzantinischen Imperiums, und jene Kultur war auch die am längsten währende. Als sie
sich letztlich tamo – guna unterlagen und ihre Währung abwerteten, kollabierte ihre
Zivilisation innerhalb von zweihundert Jahren.
Mit der Hilfe und des Einflusses von sattva – guna ist es dem Kapitalismus
möglich, auf eine gerechtere und angemessenere Weise zu funktionieren, was die
Entwicklung einer Mittelklasse von erheblicher Größe erlaubt, vielleicht wie
veranschaulicht von der Amerikanischen Gesellschaft der 1950er, aber dies ist ein
seltenes Vorkommen und mit Abstand die Ausnahme in der Geschichte des
Kapitalismus. Diese Erfahrung, isoliert in Zeit und Ort, ist eine lange vergessene
Vergangenheit, den meisten Leuten der Welt in ihrer Erfahrung des Kapitalismus
unbekannt. Die Regel ist mit Abstand extreme Ausbeutung gewesen, sowohl in der
Vergangenheit und der Gegenwart, in welcher Arbeitern eine unerhebliche Summe
bezahlt wird, die unzureichend ist, um ihnen ein angemessenes Leben zu ermöglichen.
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Nichtsdestotrotz sollten diejenigen, die sich wünschen, das wieder zu errichten, was als
„guter“ Kapitalismus bezeichnet wird verstehen, dass dieses Ziel nur erreicht werden
kann indem die Gesellschaft als Ganzes auf den viel höheren Standard von sattva – guna
gebracht wird, insbesondere die Anführer und die Elite. Nur unter solchen Bedingungen
kann vernünftiges Geld beibehalten werden. Die anspruchsvolle Frage ist: Wie gelangen
wir von hier nach dort?
Während der späten 40er und frühen 50er gab es einen gewissen Grad an sattva –
guna (wiederhergestellt nachdem die Welt von den Verwüstungen des WWII geläutert
worden war) aber es ist seitdem praktisch auf null abgeflaut, überkommen durch den
Einfluss von tamas, welcher nun überall der Lebensstandard ist. Unrechtmäßiger Sex,
Fleischessen, Intoxikation und Glücksspiel, die vier Säulen von tamo - guna, werden an
jeder Straßenecke überall auf der Welt gefunden. Wir akkulturieren sogar unsere Kinder,
von diesen als „normal“ zu denken, wobei zum Beispiel Las Vegas ein FamilienTourismus Reiseziel wird. Aber die Tatsache ist, dass wie sehr unsere Leben auch in
unterschiedliche Sphären für Arbeit, Spiel, Kirche und so weiter unterteilt sein mögen,
wir nichtsdestotrotz integrierte Wesen sind, und was in einer Sphäre getan wird
beeinflusst alle anderen. Es ist reine Torheit zu denken, dass wir Dinge „hier“
degradieren können, ohne sie „dort drüben“ zu degradieren. Wenn beinahe 100 Prozent
der Leute unnötigerweise Tiere töten um sie zu essen, beeinflussen diese
Gewalthandlungen die Weise wie wir über Wirtschaft denken und es wird „normal“,
gewaltsame Wirtschaften zu haben. Wenn 20 Prozent oder mehr der Bevölkerung
Alkoholiker sind und beinahe jeder in Gesellschaft trinkt, und wissentlich die
illusionierenden Effekte des Alkohols einlädt, wird es für uns „normal“, uns illusionäre
wirtschaftliche Konzepte vorzustellen und tatsächlich auszukosten. Wenn es zu einer
Norm für verheiratete Partner wird, jeweils noch einen anderen Liebhaber zu haben,
dringt dieses diese Neigung zum Betrug auch in unser wirtschaftliches Verhalten ein und
Betrug wird auch zur normalen wirtschaftlichen Praxis. Ist es daher ein Wunder, dass,
wenn der moralische Standard der Gesellschaft degradiert wird, das wirtschaftliche
System auch degradiert wird? Es sollte uns nicht im Mindesten überraschen. In der Tat,
es ist unmöglich, dass es anders ist, denn unser wirtschaftliches Verhalten reflektiert nur
unser Bewusstsein.
Unser Denken und Bewusstsein ist so degradiert, dass jeder sein Bestes tut um
das System zu betrügen, von oben bis unten der Gesellschaft, mit dem Ergebnis dass der
Kapitalismus mehr und mehr degradierte Spielarten erfordert um die einseitige,
ausbeuterische Art zu reflektieren mit der er praktiziert wird. Darum hören wir nun
regelmäßig solche Begriffe wie Selbstmord-Wirtschaft, Parasiten- und Machiavelli
Wirtschaft, Raubtierkapitalismus, Aasgeierkapitalismus, schonungsloser Kapitalismus,
Kasinokapitalismus, krimineller Kapitalismus, und erreichen letztlich neue Tiefpunkte
mit Desaster-Kapitalismus — unverfroren basierend auf Leid und Tod — welches die
neue Standard-Wirtschaftspraxis für das einundzwanzigste Jahrhundert auf Staatsebene
geworden ist (wie wir unten erklären werden). Jeder dieser Ausdrücke wurde sicherlich
verdient. Obwohl manche einen „guten“ Kapitalismus der alten Tage anstreben, gibt es
da sicherlich nicht genug sattva – guna durch die Bevölkerung hindurch damit es
funktioniert. Weiterhin werden Leute, die ihr Bewusstsein auf den Level der Tugend
erheben „plötzlich“ gewahr, dass der Kapitalismus miserabel daran scheitert, das
Wohlergehen aller in Betracht zu ziehen. Als solchen, werden sie ihn als ungeeignet für
eine erleuchtete Gesellschaft ablehnen.
Dies ist nicht irgendeine spekulative Philosophie, oder meine voreingenommene
Meinung. Die Natur der gunas ist eine lebende Philosophie, die auf die Probe gestellt
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werden kann. Sie sind sehr real. Jeder in jedem Teil der Welt kann dies leicht studieren
und sehen, dass es in der Tat eine tadellose Philosophie ist, durch die die menschliche
Natur verstanden werden kann. Haben wir es einmal verstanden können wir uns formen
wie wir es wünschen — falls wir die Neigung und den Willen haben.
Solch eine weitreichende Anklage des Kapitalismus macht es unmöglich, nicht
mit einer Erwiderung in Bezug auf den Kommunismus zu folgen, wie wir weiter unten
sehen werden. Als erstes lasst uns uns jedoch weiter mit der Wirtschaftsweise der
Unwissenheit bekannt machen.
Weil gewöhnliche Menschen beherzigen was heraustehende Menschen tun,
grassiert die Wirtschaftsweise der Unwissenheit durch die Gesellschaft hindurch — von
den Hallen der Macht bis zu den Straßen und Gassen — die Missstände und
Ungerechtigkeiten haben hunderte, vielleicht tausende Bücher gefüllt. Die größte
Schwierigkeit beim Schreiben dieses Kapitels bestand in der Entscheidung, welche der
hunderten Gaunereien, Schemata und Betrüge als Beispiele zu verwenden seien.
Aufgrund der Anzahl der Leute die beeinträchtigt sind, spielt die Hauptgeschichte auf
der globalen Ebene, aber bevor ich dazu komme möchte ich ein Kamee davon
präsentieren, wie das Leben auf der lokalen Ebene sein kann, wo die meisten Leute
leben, wenn tamo – guna um sich greift.
Steigerung von “Ich und mein” durch Diebstahl auf der „Lokalen Ebene“
Wenn Unwissenheit nicht durch sattva und rajas ausbalanciert wird, sind die
Ergebnisse verherrend für die Gesellschaft während sie in Gesetzlosigkeit, Chaos und
Anarchie versinkt, in denen das Gesetz des Dschungels — Überleben des Stärksten —
herrscht. Die extremsten Geschichten scheinen immer aus den afrikanischen Ländern zu
kommen, ob von ethnischen Kriegen, Millionen Flüchtlingen, Seuchen oder der
Verherrung von AIDS. Ein amerikanischer Schreiber der in Südafrika lebte berichtet
von dem Verbrechen und Korruption wie es in den späten 1990ern war:
Der amtierende Vorsitzende des Lizenzvergabe-Ministeriums für das
Gebiet von Johannesburg, Gerrie Gerneke, gab im Juli 1997 einen
Bericht heraus in dem er bestätigte, dass das Ministerium in der
Kontrolle von kriminellen Syndikaten war. Er sagte, dass die Hälfte
aller im Gebiet Johannesburg gestohlener Autos mit neuen offiziellen
Dokumenten innerhalb von 30 Tagen nach dem Diebstahl „legalisiert“
werden. Er sagte, dass Kooperation zwischen kriminellen Banden und
Gewerkschaftsmitgliedern es Führungskräften und Sicherheitskräften
unmöglich machte, etwas zu unternehmen. Nachdem Gernekes
Bericht an die Regierung gemacht worden war, bezichtigten ihn zwei
anonyme Briefe, ein Rassist zu sein. Als Ergebnis dieser anonymen
Beschwerden wurde Gerneke für fünf Monate suspendiert. Ein Jahr
später sagte Gerneke, dass die Regierung auf keine seiner
Empfehlungen reagiert hat um mit der Korruption umzugehen. Als ein
Autodiebstahlring vor kurzem aufgedeckt wurde, waren fünf der
sechszehn verhafteten Individuen Polizisten. Der Chefermittler sagte,
„Wir haben herausgefunden, dass die Polizisten gestohlene Autos
bekamen und sie dann an ihre Klienten verkauften.“
1997 erreichte die Korruption solch ein Level dass [damals Präsident
Nelson] Mandela eine „Sonderermittlungseinheit“ damit beauftragte,
sich der Sache anzunehmen. Nach Richter Willem Heath, dem Kopf
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der Einheit, werden derzeit mehr als 90000 Fälle untersucht. Falls
Heath und seine Mannschaft es schaffen, einen Fall von Korruption
pro Tag zu erledigen, inklusive Wochenenden und Feiertage, wird es
ungefähr 247 Jahre brauchen um den derzeitigen Arbeitsrückstand zu
erledigen. Das beinhaltet nicht die neuen Fälle die aufkommen
werden. Heath denkt, dass die Fälle eine Summe von um die 6
Millionen Rand umfassen. Ungefähr 2300 Polizisten wurden 1997 der
Korruption angeklagt — ungefähr einer alle drei Stunden. Beinahe 500
Polizeibeamte erschienen vor Gericht für Anklagen der
Zusammenarbeit mit kriminellen Banden. Alleine im Bereich
Johannesburg stehen 700 Polizeibeamte vor Gericht für das Ausüben
von Verbrechen von Mord bis Einbruch. Und alle nehmen an, dass dies
nur die Spitze des Eisbergs ist.
In den letzten zwei Jahren hat es dutzende große SchnellstraßenÜberfälle gegeben. Am helllichten Tage griffen Banden bestehend aus
einem Dutzend mit AK-47 und anderen Militärwaffen bewaffneten
Männer Sicherheitslaster an, die große Mengen Geld transportierten.
Diese
Überfälle
brachten
den
Banden
Millionen
ein.
Regierungsbeamte beschuldigen Sicherheitsunternehmen, Banken und
jeden anderen, der ihnen einfällt. Aber einige Verhaftungen wurden
letztlich gemacht, und die Anführer die verhaftet wurden, waren
Offizielle im so-genannten „bewaffneten Flügel“ der ANC, Umkhonto
weSizwe. Ein Bandenführer war Sekretär des Jugendvereins des
Bereiches Johannesburg. Ein naher Verbundener, auch ein
Bandenführer, wurde verhaftet, aber „floh“ aus dem Gefängnis. Beide
waren jüngst Gäste auf der Geburtstagsfeier von Peter Mokaba, VizeMinister für Umweltangelegenheiten und Tourismus.
Alleine 1997 gab es 465 Banküberfälle. Insgesamt wurden ungefähr 40
Millionen $ gestohlen.
Kriminalität scheint das einzige zu sein, das in Südafrika funktioniert
— die Gefahr, verhaftet, angeklagt und verurteilt zu werden ist winzig.
1997 führten nur 14,6 Prozent der Morde zu Verhaftung und
Verurteilung. Von 52110 Vergewaltigungen gab es nur 2532
Verurteilungen — ungefähr 6,7 Prozent. Für die 330093 Einbrüche gab
es 15710 Verurteilungen, ungefähr 4,8 Prozent.
Das ist das Leben in Südafrika heutzutage.1
Südafrika wird kein isolierter Fall bleiben, wenn die weltweite Katastrophe sich
fortsetzt. In Amerika wurde von zunehmendem Verbrechen berichtet, so wie die
wirtschaftliche Krise sich fortsetzt. Große Diebstähle von Banken, Autos und
gepanzerten Fahrzeugen ist eine Sache, aber der Diebstahl einers der größten Länder der
Welt ist nochmal etwas ganz anderes.
Steigerung von “Ich und mein” durch Diebstahl einer Nation
Das andere große Imperium des 20. Jahrhunderts, die Sowjetunion wurde nach
ihrem Niedergang hauptsächlich von ehemaligen Mitgliedern der herrschenden Partei
geplündert, deren Kasse großzügig durch Milliardendarlehen von Amerika aufgestockt
wurden. Obwohl Präsident Jelzin sein eigenes Parlamentsgebäude beschoss und den
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obersten russischen Gerichtshof ignorierte, wurde er in der amerikanischen Presse als
großer Staatsmann gefeiert, der dem russischen Volk die Demokratie(?!) brachte. Was
er tat war die Plünderung des Landes, aber weil er die westliche Elite bei dieser Aktion
eingreifen ließ wurde dieser Diebstahl ignoriert und sogar applaudiert. Der immense
Reichtum des sowjetischen Staats, angeblich Eigentum des Volkes unter der Doktrin
des Kommunismus, wurde ihnen schlicht gestohlen und spottbillig verkauft an eine sehr
kleine Anzahl von privaten Individuen, die dem Land ausländisches Geld für
Stabilisierungszwecke liehen. Das Ergebnis ist, dass nicht mehr als einige wenige
Dutzend Leute Eigentümerschaft des Großteils von Russlands natürlichem und
produktivem Reichtum ergriffen, und im Prozess die Bevölkerung weiter verarmten.
Innerhalb von sieben oder acht Jahren wurden mehr als 80 Prozent der
Bauernhöfe Russlands bankrottiert, und siebzig-tausend Fabriken wurden geschlossen,
von insgesamt ungefähr 225000, um den Wettbewerb für die Übriggebliebenen zu
reduzieren, die privatisiert wurden. In der Sowjetunion war eine Fabrik die Stadt — die
gesamte Stadt. Alles — Beschäftigung, die Schulen, Märkte, und Kultur — war um die
Fabrik zentriert, und es gab typischerweise nur eine. Wenn eine Fabrik geschlossen
wurde, gab es keine umgebende Wirtschaft in die die Leute wechseln konnten. Im
Allgemeinen waren die einzigen Optionen, aus dem Küchengarten ihrer Datscha zu
überleben, oder irgendwohin zu fliehen wo Geld gefunden werden konnte. Das bedeutete
typischerweise Moskau, wo sich ungefähr vier-fünftel des Geldes des gesamten Landes
befindet, oder das Emigrieren in ein anderes Land. Millionen flohen für die Chance auf
ein anständiges Leben anderswohin: Zwischen 1992 und 2006 fiel die Bevölkerung um
6,6 Millionen Menschen.2
Verblüffenderweise ohne Unterstützung um ihnen zu erklären, was zu tun oder
erwarten war, waren die Leute, die vielleicht glücklich waren dass der kommunistische
Alptraum endlich vorüber war, mit dem kapitalistischen Alptraum konfrontiert. Es
wurde von ihnen erwartet, dass sie plötzlich, über Nacht, von einer schützenden
Regierung (wie minimal auch immer) dazu wechselten, für sich selbst unter dem
kapitalistischen System zu sorgen. Das Problem war, dass es keine Jobs gab. Noch
schlimmer, unter „Führung“ des Westens kollabierte der Rubel und jegliche Ersparnisse,
die die Leute haben mochten wurden völlig wertlos. Die Arbeitslosigkeit grassierte und
Millionen fielen unmittelbar in eine Armut die sie niemals erwartet hatten. Vor Jelzins
Reformen lebten zwei Millionen von einer Bevölkerung von ungefähr 150 Millionen in
Armut (weniger als 4$ am Tag). In den mit-90ern lebten 74 Millionen Menschen in
Armut, und die Lage von 37 Millionen davon wurde von der Weltbank als „verzweifelt“
beschrieben.3 In der gleichen Zeit verdoppelte sich die Selbstmordrate beinahe,
Alkoholismus wurde epidemisch — in manchen Schätzungen bis zu 40 Prozent der
Bevölkerung — und die Obdachlosigkeit, beinahe unbekannt unter dem Kommunismus
grassierte, inklusive irgendwo zwischen 750000 und 3,5 Millionen Kinder.4
Steigerung von „Ich und mein“ durch Stehlen von den Aktionären
Der Zusammenbruch von gigantischen Firmen, die die investierende
Öffentlichkeit mit betrügerischen Buchhalte-Praktiken täuschten, schockierte uns als
wir in das neue Jahrtausend eintraten. In einem der größten Finanzdebakel der Welt,
sackte die Enron Unternehmung, einstmals die siebtgrößte Unternehmung in Amerika
spektakulär zusammen, und nahm das Versprechen einer komfortablen Ausschüttung an
seine Anteilseigner mit sich, inklusive der Angestellten des Unternehmens, die
gezwungen waren, ihre 401K Ruhestandsbeträge in die Anteile des Unternehmens zu
investieren. Bevor es kollabierte, wurde es jedoch von den Führungskräften des
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Unternehmens geplündert, welche mehr als 744 Millionen $ in Zahlungen und Boni
allein in seinem letzten Jahr erhielten.5 Der ehemalige CEO des Unternehmens Kenneth
Lay erhielt wenigstens 152,6 Millionen $ in bar und potentiellen Anteilen, und weitere
um die 100 Führungskräfte erhielten ungefähr 600 Millionen $ in bar und
Anteilsoptionen von dem Unternehmen in seinem letzten Jahr.6 Beim Bankrott verloren
die Enron Arbeiter jedoch 800 Millionen $ aus ihren Pensionskassen, 5000 Angestellte
verloren ihren Job, und nachdem Enron Bankrott anmeldete verlor Enron 68 Milliarden
$ An (Börsen-) Marktwert.
Steigerung von “ich und mein” durch Stehlen von den Leuten
Die Vorstellung, dass der Lebensunterhalt ein Anrecht ist — ihr von Gott
gegebener Anteil — ist unter dem Einfluss von tamo – guna vollständig aus dem
Fenster. Alle schnappen sich was ständig, und so viel sie können, was in einer extrem
unausgeglichenen und gestörten Welt resultiert. Ein Prozent der Leute auf der Welt
besitzen nun 40 Prozent des Reichtums der Welt, während zur gleichen Zeit die Ärmsten
50 Prozent der Leute bloß 1 Prozent des Reichtums teilen.7 Aber an der Spitze ist der
Reichtum sogar noch mehr konzentriert. Konsistent durch Dekaden hindurch hat das
oberste ½ Prozent von 25 bis 30 Prozent allen Reichtums besessen.8 Um nur ein wenig
weiter zu schauen, 85 Prozent des Reichtums wird von den reichsten 10 Prozent
besessen, während die überwältigende Mehrheit der Leute — 90 Prozent — bloße 15
Prozent des Reichtums besitzen.9 Und was tuen die Reichen mit all dem Reichtum? Es
gedankenlos ausgeben um andere in der Gesellschaft des Neides zu beeindrucken. Die
weltweiten Verkäufe von Luxusgütern, die eine scheinbare und unnötige
Zurschaustellung von Reichtum, überschreitet nun das Bruttonationalprodukt von zweidritteln der Länder der Welt.10
Natürlich ist das Akkumulieren von mehr Reichtum völlig unnötig in jeglichem
praktischen Sinne. Die Reichen haben bereits viel mehr als sie je nutzen können. Wie
kann jemand eine Milliarde Dollar ausgeben, um nicht von Zigmilliarden zu sprechen?
Der einzige mögliche Nutzen von mehr ist es, ein aufgeblähtes Ego zu füttern, welches
unter der Illusion von „Ich und mein“ arbeitet. Und woher bekommen sie all das Geld?
Als ein berühmter Gangster aus Chicago gefragt wurde, warum er Banken ausraubte,
erwiderte er: „Weil da das Geld ist!“. Ein Vermögen von Milliarden wird einfach
angesammelt — indem genommen wird von da “wo das Geld ist” — nicht von Banken,
sondern von den Leuten.
Zum Beispiel fiel in Amerika zwischen 1977 und 1987, während Reagans
Dekade der Gier, das durchschnittliche Familieneinkommen der niedrigsten 10 Prozent
von 3528$ auf 3157$, ein 10,5 Prozent Fall in zehn Jahren, während in der gleichen
Periode das durchschnittliche der obersten 10 Prozent von 70459$ um 24,4 Prozent auf
89783$ stieg. Der Trend ist der gleiche mit Reichtum gewesen. Zwischen 1983 und 2004
wuchs der durchschnittliche Reichtum des obersten 1 Prozent der Haushalte um 78
Prozent, während die unteren 40 Prozent der Bevölkerung 59 Prozent ihres Reichtums
verloren. Und diese Trends setzen sich ins 21. Jahrhundert fort. Censusdaten zeigen, dass
das Medianeinkommen der Haushalte um 1700$, oder 3,8 Prozent gefallen ist in den
fünf Jahren von 1999 bis 2004, eine Periode in der die durchschnittliche Produktivität 3
Prozent pro Jahr gestiegen ist. Das unterscheidet sich jedoch von Ort zu Ort. In Illinois,
zum Beispiel, fiel das Medianeinkommen von Familien um 12 Prozent zwischen 1999
und 2005, während in Michigan, hart getroffen von Entlassungen in der Autoindustrie,
das Medianeinkommen um 19 Prozent in der gleichen Zeit fiel.11 Während gleichzeitig
die Lebenshaltungskosten weiter stiegen. Kosten der Unterkunft, Gesundheitsfürsorge,
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Bildung und Kinderbetreuung stiegen um 46 Prozent zwischen 1991 und 2002, was so
die Arbeiter auf beiden Seiten ausquetschte.12 2005 verdiente ein Vollzeit Mindestlohn
Arbeiter in Amerika nur 10500$ für ein gesamtes Jahr. Der CEO von Wal Mart bekam
jedoch 3500$ pro Stunde, dem CEO von Halliburton wurden ungefähr 8300$ pro Stunde
gezahlt, und dem CEO von Exxon-Mobil wurden ungefähr 13700$ pro Stunde gezahlt
— mehr als 2600 Mal so viel wie der Mindestlohnverdiener. Oder um es auf eine andere
Art auszudrücken, der Mindestlohnverdiener würde für 2600 Jahre arbeiten um das zu
verdienen was der CEO in einem verdient.
Obwohl 5,50$ pro Stunde kein Lohn sind von dem man in Amerika leben kann,
ist es immer noch zu viel wenn Arbeiter für beinahe nichts gehabt werden können auf
der Welt. Während der 90er, mit der Hilfe von „Freihandel“ und „Stellenabbau“ von
Amerikanischen Unternehmen, wurde produktive Arbeit nach Übersee gesandt, nach
Bangladesch zum Beispiel, wo einer 19 Jahre alten Arbeiterin bloß 8 Cent pro Stunde
(US$ 0,08) bezahlt werden um zehn Mützen pro Stunde zu nähen (ihren 12-14 Jahre
alten Helfer werden nur 5 Cents pro Stunde bezahlt). Die Arbeitskosten sind die Hälfte
eines Cents für einen Hut der in amerikanischen Universitäten für mehr als 10$ verkauft
wird. Können sie es sich nicht leisten, diesem Mädchen auch nur das Doppelte dieses
Lohnes zu zahlen? Natürlich können sie das. Aber sie tun es nicht. Die
Wahrscheinlichkeit ist, dass sie den Job von jemandem in Mexiko genommen hat, dem
40 Cents pro Stunde gezahlt würden, der ihn wiederrum vorher von einem
amerikanischen Mindestlohn-Arbeiter genommen hatte.
In einem anderen bangladeschischen Ausbeuterbetrieb nähen Näherinnen
Hemden für die Disney Gesellschaft. Ihnen wurden ungefähr 12 Cents pro Stunde
gezahlt, und sie arbeiteten 15 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Ihnen wurden
grundlegende lebensnotwendige Güter verwehrt, so wie Mutterschaftsurlaub, und sie
wurden geschlagen falls sie hinter der Quote zurückbleiben oder sich über die horrenden
Arbeitsbedingungen beschwerten. Ihnen wurde 15 Cents bezahlt um ein Hemd zu nähen
welches Disney für 18$ verkaufte. Um soviel wie Disneys CEO Michael Eisner in einer
Stunde zu verdienen, was 63000$ waren (sein Grundgehalt ist 133 Millionen $ pro Jahr,
aber mit der Aktienoption, nahm er 1998 570 Millionen $ mit nach Hause) müsste die
Bangladeschische Frau 6 Lebzeiten arbeiten–260 Jahre.13 Als die Frauen tapfer
aufbegehrten, zog Disney all seine Operationen aus der Fabrik zurück und ließ alle
Frauen arbeitslos. Eisners Haltung summiert und „rechtfertigt“ Disneys
Beschäftigungspraxis, und die anderer Unternehmen: „Wir haben keine Verpflichtung
Geschichte zu schreiben. Wir haben keine Verpflichtung Kunst zu machen. Wir haben
keine Verpflichtung, eine Erklärung abzugeben. Geld zu machen ist unser einziges
Ziel.“14
Können Leute von 8 Cent oder gar 12 Cent pro Stunde leben, selbst in
Bangladesch? Nein, es ist unmöglich. Wenn jedes Mitglied des Haushalts arbeitet kann
die gesamte Familie immer noch kaum überleben. Und viele überleben nicht. Die
Weltgesundheitsorganisation sagt uns, dass weltweit zehn Millionen Kinder im Jahr
sterben aufgrund von Ursachen die in Verbindung mit Armut stehen — 30000 jeden Tag
— weil sie kein sauberes Wasser haben um zu baden oder zu trinken, nährende Nahrung
um zu essen, anständige Kleidung oder Gesundheitsfürsorge. So viel wie ein-drittel der
globalen Erwerbsbevölkerung — eine Milliarde Menschen — sind jetzt arbeitslos, und
haben daher kein rechtmäßigen Weg Einkommen zu erzielen, was nicht bedeutet, dass
sie kein Einkommen haben. Jeder benötigt Geld unter der Wirtschaftsweise der
Unwissenheit, und falls es nicht legitim erlangt wird, muss es auf jedem möglichen Weg
bekommen werden. In verzweifelte Umstände gebracht sind diese Unglücklichen
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gezwungen, sich in anderen von Kalis Methoden zu betätigen: Diebstahl, Gewalt,
Drogen, Prostitution, Mord und so weiter, schlicht um zu überleben.
Steigern von “Ich und mein” durch Sklaverei
Es wird nicht nur Geld gestohlen, sondern es werden auch Leute gegen ihren
Willen verwendet um Geld für andere durch Arbeit oder Sex zu generieren. Die US
Central Intelligence Agency schätzt, dass ungefähr 50000 Leute, von denen viele
Minderjährige sind, jährlich in oder durch die Vereinten Staaten als Sexsklaven, Diener,
Textil- und Agrarsklaven gehandelt werden. Da er ungefähr 10 Milliarden $ pro Jahr
allein in Amerika erzeugt, schätzen die Vereinten Nationen, dass der Menschenhandel
eine der drei obersten Einnahmequellen des organisierten Verbrechens hinter Drogen
und Waffen ist. Die Central Intelligence Agency erklärte, dass er 2004 sechzehntausend
nicht erfasste Mexikaner und Zentralamerikaner entdeckt hat, die Sex- und
Arbeitssklaverei in den Vereinten Staaten unterlagen. 1986 wurde geschätzt, dass 20000
Kinder in den Philippines im Sexhandel involviert waren, und diese Zahl ist auf über
hunderttausend im Jahr 2000 gestiegen. Gemäß einer Umfrage des India Today
Magazine gibt es zwischen 400000 und 500000 Kinderprostituierte in Indien. UNICEFF
berichtete dass es 1994-5 geschätzte 200000 Kinderprostituierte in Thailand, 40000 in
Vietnam, 30000 in Sri Lanka und mehr als 250000 in Brasilien gab.15
Während der Menschenhandel ein gewaltiges internationales Unternehmen ist,
werden Millionen von anderen jährlich innerhalb ihrer eigenen Länder gehandelt. Gemäß
eines ABC Nachrichtenberichts gab es 25 unterschiedliche russische Gruppen des
organisierten Verbrechens, die in der US operierten, mit 250 ausstehenden
Untersuchungen die auf russische Banden in 27 Staaten abzielte.16 Und die Russen sind
nicht die einzigen. Unter anderem handelte ein internationaler Menschenhandelsring in
San Jose, Kalifornien und Toronto, Kanada Frauen von Südostasien für Prostitution. Die
Frauen wurden unter Schuldenzwang prostituiert, um eine 40000$ Schuld für ihren
Übergang zu bezahlen.17
Flucht ist für Entführte oft unmöglich. Furcht hält ihren Opferstatus aufrecht.
Minderjährige leben in Furcht vor sadistischen Handlungen von „Kunden“, in Furcht
geschlagen und missbraucht zu werden falls sie scheitern ihre Quote reinzubringen (die
sich zwischen 500$ und 1800$ pro Tag/Nacht bewegt), in Furcht ihre
Bewältigungsmechanismen zu verlieren (Drogen und Alkohol), und in Furcht, einen
Platz zum Leben und Nahrung zum Essen zu verlieren. Diese Kinder sind auch beschämt
und fürchten sich, dass ihre Familien herausfinden werden was sie getan haben. Sie
fürchten die Polizei und sie fürchten sich nach Hause zurückgeschickt zu werden. Sie
haben keinen Platz wo sie hingehen können. Kardinal Renato Martino, ehemaliger
langjähriger Gesandter des Vatikan zu den Vereinten Nationen und derzeitiger Kopf des
Büros des Heiligen Stuhls welches sich mit migrierenden und herumziehenden Völkern
beschäftigt sagte in einer Nachrichtenkonferenz anlässlich Papst Benedikt XVIs
jährlicher Botschaft hinsichtlich der Probleme mit Migranten, dass „es schlimmer als die
Sklaverei derjenigen ist, die aus Afrika genommen wurden und in andere Länder
gebracht wurden.“18
Männer werden auch in die Sklaverei gezwungen überall auf der Welt. In
Brasilien werden junge Männer versklavt um die Kohle für die Stahlherstellung
herzustellen und bekommen die schwarze-Lungen-Krankheit und Leben des Leidens
nach nur sechs oder acht Monaten solcher Arbeit, während in Florida Sklaven von
Mexiko eure Frühstücksorangen pflücken. An den meisten solcher Plätze verhindern
bewaffnete Wachen dass jemand in die Freiheit zu entkommen versucht. Kevin Bales,
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Autor von Disposable People: New Slavery in the Global Economy, schätzt, dass
heutzutage zwischen 27 Millionen und bis zu 200 Millionen Menschen versklavt sind,
und jedes erdenkliche Konsumgut und Handelsware herstellen. Sklaven arbeiten als
Hausmädchen in jeder großen Stadt der Welt.
John Bowe bietet weitere Horrorgeschichten in seinem Nobodies: Modern
American Slave Labor and the Dark Side of the New Global Economy. Indische Männer,
die nach Oklahoma gebracht werden um Raffinerietanks zu schweißen zum Beispiel. Sie
unterschreiben Verträge, die ihre Zukunft mit Hypotheken belasten, in der Annahme
dass sie amerikanische Löhne verdienen werden, in Amerika Fuß fassen werden, und
sogar einiges Geld nach Hause senden werden. Wenn sie ankommen wird ihnen gesagt,
dass die Verträge nicht legal bindend sind, und ihnen nicht einmal der Mindestlohn
Amerikas gegeben wird. Hoch verschuldet für ihre Überfahrt werden sie dazu
gezwungen, es abzubezahlen, während von ihnen zur gleichen Zeit exorbitante Mieten
für Kost und Logis abverlangt werden, mit Konditionen die selbst für indische
Verhältnisse primitiv sind. Es gibt kein Entkommen für diese Kollegen weil die
Aufseher ihre Reisepässe besitzen.
Wir dürfen nicht denken, dass diese Dinge aufgrund eines Zusammenbruchs des
wirtschaftlichen Systems passieren. Nein. Dies ist das wirtschaftliche System unter dem
Einfluss von tamo – guna. Diese Dinge passieren nicht aus Zufall. Sie werden mit voller
Absicht von der Elite geplant und von Regierungspolitik unterstützt, mit der Hilfe von
großen Unternehmen, Banken und anderen internationalen Finanzinstitutionen, oft in
Kooperation mit dem organisierten Verbrechen.
Obwohl es herzzerbrechend, desillusionierend und völlig ekelerregend ist für die
meisten normalen, gewöhnlichen, anständigen und guten Leute, müssen wir verstehen
dass solche Missbräuche die Reaktionen auf vorherige Handlungen sind, was nicht
bedeuten soll, dass die Gerechtigkeit nicht walten sollte. Allen Leuten sollte immer
angemessener Schutz gewährt werden. Solche Aktivitäten sind jedoch nicht
überraschend für diejenigen, die die Weisheit der Bhagavad-gita studiert haben. Die Gita
erklärt, dass die Handlungen die unter dem Einfluss der Erscheinungsweise der
Unwissenheit ausgeführt werden das Bewusstsein vermindern, was zu immer
schlechteren Handlungen in einer Abwärtsspirale führt. Das Leben ist ein integriertes
Ganzes, nicht separat abgeteilte Stücke. Handlungen in tamo – guna auszuüben, so wie
das Essen des Fleisches von Tieren, dem Töten von ungewollten Kindern die als
Ergebnis von unrechtmäßigem Sex empfangen wurden, Glücksspiel und das Nehmen
von Drogen vermindert nicht nur das Bewusstsein des Individuums, sondern zieht die
gesamte Gesellschaft runter. Mit der Zunahme von tamo – guna verlieren die Leute
tatsächlich die Fähigkeit, den Unterschied zwischen richtig und falsch zu verstehen, was
sie tun sollten und was nicht, und sie handeln gegen ihr eigenes beste Interesse. Das
Resultat kann nur Verschlechterung, Auflösung und Zerstörung, begleitet von großem
und weitverbreitetem Leid sein. Als ein Produkt der Erscheinungsweise der
Unwissenheit muss die Wirtschaftsweise der Unwissenheit absolut tragische Resultate
herbeiführen. Unter dem strikten Gesetz der materiellen Erscheinungsweise gibt es
keinen Weg den Reaktionen solcher sündhafter Handlungen zu entkommen. Leiden
muss den in Leidenschaft und Unwissenheit ausgeführten Handlungen folgen, genau wie
das hintere Ende eines Autos dem vorderem Ende folgt.
Steigern von “Ich und mein” Durch Krieg
Wirtschaftswissenschaft-Professor und Ermittler Michel Chossudovsky trägt viel
dazu bei, die Tod-austeilende Wirtschaftsweise der Unwissenheit in Amerikas “Krieg
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gegen den Terror“ zu erklären, welcher geschrieben wurde, um „die offizielle
Erzählweise anzufechten und aufzudecken — unter Verwendung von detaillierten
Beweisen und Dokumentation (nicht nur Spekulation die rein auf Meinung basiert) —
die wahre Natur von Amerikas ‚Krieg gegen den Terrorismus‘.“ Seine Meinung ist, dass
er tatsächlich ein Vorwand für eine permanente „New World Order“ sei —
Eroberungskriege für den Zweck des Dienens der Interessen der Reichen: Wallstreet,
dem US militärisch-industriellen Komplex, Big Oil, Unternehmens- und andere
Interessen welche von Tod und Zerstörung profitieren. Diese Interessen, in
Zusammenarbeit, verüben einen gewaltigen massiven Plan, der dem öffentlichen
Interesse schadet unter dem Vorwand es zu schützen, und platziert nach Chossudovsky
die Welt „an den Scheideweg der ernsthaftesten Krise in der modernen Geschichte“.19
Am Abend jenes schicksalhaften Tages, dem 11. September 2001, um 21:30, nur
zwölf Stunden nachdem die Zwillingstürme in New York City attackiert worden waren,
wurde ein Kriegskabinett aus einer ausgewählten Menge hochrangiger Geheimdienstund Militärberatern geformt. Das Treffen wurde um 23:00 Uhr beendet, als der ‚Krieg
gegen den Terror‘ offiziell begonnen wurde. Die Entscheidung wurde bekanntgegeben,
Krieg gegen die Taliban und Al Qaeda als Vergeltung für die 9/11 Angriffe zu führen.
Die Schlagzeilen am nächsten Tag versicherten mit Gewissheit die Identifizierung der
Angriffe als „Staatsgesponsert“ durch den ehemaligen CIA Direktor James Woolsey.
Amerikas Schoßhündchen-Presse nahm den Ruf an und hetzte die schockierten Bürger,
immer noch fassungslos durch die Ereignisse des vorherigen Tages zu militärischer
Vergeltung auf. Die immer noch betäubten Amerikaner, und anscheinend auch die
Presse, dachten nicht klar genug um zu fragen wie in der kurzen Zeit von einem Tag,
ohne eindeutige ausführliche Untersuchung, die Taliban und Al Qaeda als die schuldigen
Parteien identifiziert worden waren. Dennoch, obwohl unser effizienter Militärapparat,
mit all seinen Spionen und Multimilliarden Dollar Budget unfähig war, die Angriffe im
Vorfeld zu vereiteln, hatten sie innerhalb von wenigen Stunden die Täter identifiziert
und ihre Fotos um die Welt gesendet. Sie fuhren dann fort, die Taliban in Afghanistan
anzugreifen, mit der Ausrede von Georg Bush, dass er „keinen Unterschied zwischen
den Terroristen die diese Handlungen ausgeführt haben und denjenigen Regierungen die
ihnen Unterschlupf gewähren machte,“ was angenehmerweise die Tatsache übersah, dass
die meisten derjenigen die als Täter identifiziert worden waren nicht aus Afghanistan
waren, sondern vielmehr Saudi-Araber waren.
Chossudovsky demonstriert klar, dass die Taliban-Regierung nicht für die
Angriffe verantwortlich war, und dass die Regierung der Vereinten Staaten dies wusste.
Sie brauchten jedoch eine Ausrede für einen Angriff auf Afghanistan. So wie General
Tommy Franks es beschreibt, müssten die Amerikaner ein „terrorhaftes, massives,
Opfer-produzierendes Ereignis erleben“ um genug öffentlichen Ärger zu erregen damit
die Bush Administration ihre Handlungen rechtfertigen kann. Obwohl großangelegte
Kriegsoperationen niemals innerhalb weniger Wochen geplant und ausgeführt werden,
begann vier Wochen später am 7. Oktober die Bombardierung von Afghanistan und
Amerikanische Truppen drangen in Partnerschaft mit der Vereinten Islamischen Front
für Erlösung Afghanistans ein. Dieser Krieg, wie alle anderen, wurde monatelang
vorbereitet, und wartete auf das auslösende Ereignis das ihm erlaubte zu geschehen.
Die Taliban wurden aus verschieden Gründen aus der Kontrolle über Afghanistan
verdrängt, einer davon waren ihre Bemühungen, ihr Land vom Opium zu befreien —
was beinahe erfolgreich gewesen war. Das änderte sich jedoch als ein Ergebnis der
Bemühungen der Vereinigen Staaten. Ein seltsames Ergebnis des Afghanistankrieges
war die Wiedereinsetzung der Opiumproduktion. Der Anti-Drogen Beauftragte der UN,
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Antonio Maria Costa, schätzte die 2006er Produktion auf einen Rekord von 6100
Tonnen (genug für 610 Tonnen Heroin) — 92 Prozent des Angebots der gesamten Welt,
und die Opium-Produktion floriert wieder unter den Regeln der Besetzungsmacht der
Nördlichen Allianz. Drogen und ihr Handel sind ein wesentliches Beispiel der
Wirtschaftsweise der Unwissenheit. De Facto sind Drogen die drittgrößte weltweite
Handelsware bezogen auf Geld nach dem Öl- und Waffenhandel, und generiert gemäß
der UN ungefähr 500 Milliarden $ jährlich. Chossudovsky erklärt, dass Narkotika eine
große Quelle des Reichtums nicht nur für das organisierte Verbrechen, sondern auch für
den “US Gemeindienst-Apparat” (erinnert die Beteiligung an Iran-Contra Drogen- und
Waffenhandel des Helfers des Nationalen Sicherheitsausschusses, Oliver North) der
mächtige „Sphären der Finanz und des Bankenwesens repräsentiert.“20
Geheimdienstagenturen und legale Geschäftssyndikate kooperieren oft eng mit
kriminellen Unternehmen, und manchmal sind sie ununterscheidbar. Westliche und
internationale Banken und ihre Offshore-Partner in Steuerparadiesen sind
Schlüsselkomponenten des Prozesses. Sie leiten Milliarden von Dollar aus dem
Drogenhandel in Aktien, Anleihen und andere spekulative Investments, wie auch in
legale Unternehmen wie Immobilien oder Manufakturen.21
Durch ausführliche Forschung entblößt Chossudovsky den Krieg gegen den
Terrorismus als einen Betrug, der benutzt wird um den „Mythos eines ‚äußeren Feindes’
und die Gefahr von ‚Islamistischen Terroristen‘, die zum Grundpfeiler (und zur
Kernrechtfertigung) der Militärdoktrin der Bush Administration [wurde]“ zu erschaffen.
Er bietet Beweise, dass Al Qaeda selbst „eine Schöpfung des CIA im sowjetischen
Afghanistankrieg war“, und dass in den 1990ern Washington „bewusst Osama bin Laden
unterstützte, während sie ihn gleichzeitig auf die ‚Liste der meistgesuchten Verbrecher‘
des FBI als den führenden Terroristen der Welt setzten.“ Diese Scharade erlaubte
Washington, beginnend mit Afghanistan und Irak, permanente aggressive Kriege zu
führen, internationales Gesetz zu ignorieren, und zivile Freiheiten und
verfassungsmäßige Regierung durch repressive Gesetze wie den Patriot Act und den
Military Commissions Act zu widerrufen. Das Hauptaufgabe war es, und ist es
weiterhin, die Ölreserven des Mittleren Ostens zu kontrollieren, wo sich zwei-drittel der
bekannten Reserven befinden, weil, wie Henry Kissinger lehrt, diejenigen, die das Öl der
Länder der Welt kontrollieren, und diejenigen die die Nahrung kontrollieren die
Menschen kontrollieren. Mit anderen Worten, der „Krieg gegen den Terror“ ist ein
Euphemismus für die Wirtschaftsweise der Unwissenheit.
Wir können verstehen warum Krieg als der wünschenswerteste Weg in eine
glückliche Zukunft gesehen wird, indem wir die Vorstellungen eines von Georg Bushs
neokonservativen (neokon) Beratern untersuchen, Michael Ledeen, der sehr
enthusiastisch ist bezüglich Krieg und den Vorteilen die er bringt – für manche. Ledeen
ist ein Mitglied im rechten „Think-Tank“ The American Enterprise Institute, wo er mit
dem ehemaligen Vorsitzenden des Defense Policy Board, Richard Perle,
zusammenarbeitet. Die Titel seiner Bücher wie Universal Fascism und Machiavelli on
Modern Leadership: Why Machiavelli’s Iron Rules Are as Timely and Important Today
as Five Centuries Ago geben einen Eindruck von seiner Mentalität. Er hat gesagt “Um
die nobelsten Errungenschaften zu erreichen muss der Führer vielleicht ‚böse werden‘.
Das ist die schaurige Einsicht die Machiavelli gefürchtet und bewundert gemacht hat und
stellt zur Debatte dass wir niederträchtig sind… Es ist wahr, dass wir Größe nur erlangen
können, wenn, und nur wenn wir angemessen geführt werden.“22 Und seine Idee der
Führerschaft wird in Machiavelli on Modern Leadership offenbart: „Kreative Zerstörung
ist unser Mittelname, sowohl innerhalb unser Gesellschaft als auch anderswo… sie
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müssen uns angreifen um zu überleben, genau wie wir sie zerstören müssen um unsere
historische Mission voranzutreiben“. Unsere historische Mission? Er sagt nicht was das
ist, aber wir können erahnen dass es die Schaffung einer New World Order ist, ein
Begriff der von Bushs Vater Georg Herbert Walker Bush gebraucht wurde als er 1992
Präsident war. The New World Order ist eine zwei-Klassen Gesellschaft der
Privilegierten und den Mittellosen, erschaffen durch Zerstörung der existierenden
sozialen Ordnung und gewaltsamen Aufzwingen der neuen. The New World Order ist
die unverfrorene Ausbeutung der großen Mehrheit für den Vorteil der wenigen,
erschaffen und erhalten durch Gewalt und Tod.
Wie Chossudovsky es ausdrückt, “gehen Krieg und Globalisierung Hand in
Hand”: Wie Ledeen es in seinem Buch ausdrückt, „Wandel, und mehr als alles andere,
gewaltsamer Wandel, ist die Essenz der menschlichen Geschichte der Wirtschaftsweise
der Unwissenheit“. Er glaubt, dass Gewalt benutzt werden sollte um seine Idee der
„Freiheit“ überall auf der Welt zu verbreiten (Freiheit für wen? fragen wir): „Der totale
Krieg zerstört nicht nur die militärischen Kräfte des Gegners, sondern bringt auch die
feindliche Gesellschaft zu einem extrem persönlichen Punkt der Entscheidung, so dass
sie gewillt sind, eine Verkehrung der kulturellen Trends zu akzeptieren. Das Schonen
von zivilen Leben kann nicht die oberste Priorität des totalen Kriegs sein… der Zweck
des totalen Kriegs ist es, anderen Leuten permanent den eigenen Willen
aufzuzwingen.“23
Steigern von “Ich und mein” Durch Globale Versklavung
“Ein Spiel so alt wie Imperien” ist wie der ehemalige „Wirtschaftskiller“ John
Perkins beschreibt, was in der Wirtschaftsweise der Unwissenheit vor sich geht. Das
“Spiel” ist natürlich die Methode auf die das Imperium aufgebaut ist. Ehemals durch
chaotische und oft lange währende Eroberungskriege, wird die Schlacht heute
feinsäuberlich schriftlich mit Bilanzen und wirtschaftlichen Vorhersagen ausgefochten,
welche zusammen Illusionen von zukünftigem Wohlstand und Herrlichkeit
heraufbeschwören, alles durch legale Verträge abgesichert und ja, falls nötig durch
militärische Stärke erzwungen. Das heutige bilden von Imperien ist nichts weiter als
groß geschriebener Kreditbetrug, und es droht den gesamten Planeten zu versklaven.
In seinem Confessions of an Economic Hitman beschreibt Perkins wie gut
gekleidete Männer finanzielle Sklaven aus gesamten Ländern und ihren Leuten machen
für das heutige Imperium. Sie identifizieren ein dritte-Welt Land, welches begehrte
Ressourcen besitzt, beispielsweise Öl. Das fortgeschrittene Team von Spezialisten
besucht sie und erklärt einem Präsidenten oder Premierminister, welch wundervoller
Wohlstand in ihr Land gebracht werden könnte, wenn sie nur genug modernisieren
würden um den Reichtum auszubeuten, mit denen die Natur sie ausgestattet hat. Sie
bereiten dann grandiose wirtschaftliche Vorhersagen vor, die auf gewaltigen
Infrastruktur-Projekten basieren, die das Land in die modernen Zeiten und Wohlstand
mit sich bringen: Flughäfen, Tiefseehäfen, Erzeugung und Übertragung von Elektrizität,
Industrieparks, und breite planierte Schnellstraßen. Diese Entwicklung und der Bedarf an
Ressourcen werden natürlich Jobs bringen, und diese Jobs treiben wiederrum die
blühende Wirtschaft an. Alle werden profitieren. Als nächstes wird ein gigantischer
Kredit von der Weltbank oder privaten finanziellen Unternehmen arrangiert um all die
Arbeit zu finanzieren. Dann ist es nur eine Frage der Jahre bis der Wohlstand „jenseits
von Gut und Böse“ sein wird! Das ist das Verkaufsargument und wie es passieren soll —
in der Theorie.
In der Praxis funktioniert es wie folgt. Das meiste des Geldes vom Kredit kommt
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nie in dem leihenden Land an. Stattdessen verlässt es niemals das Festland Amerikas und
geht an große Konstruktionsunternehmen der Vereinten Staaten wie Haliburton, Bechtel,
Brown und Root, die die Projekte durchführen. Das Geld wird schlicht von einer US
Bank an eine andere transferiert. Lokale Arbeiter werden angeheuert, aber sie werden
von kleinen Bestückungsunternehmen unter Vertrag genommen die nur das absolute
Minimum zahlen. Die anderen benötigten Ressourcen werden oft aus anderen Ländern
gebracht, was das Land das den Kredit aufnimmt mit sehr wenig internem
wirtschaftlichem Wachstum zurücklässt. Die Entwicklung die entsteht — die Häfen und
andere Infrastruktur — bevorteilt tatsächlich nur die sehr reiche herrschende Elite
welche Kollaborateure in dem Prozess sind. Die Armen, welche die große Last der
Schulden schultern erhalten absolut keinen Vorteil durch die Entwicklung weil sie nicht
mit dem Energienetz verbunden sind, sie haben nicht die Fähigkeiten um die Jobs in den
industriellen Park zu bekommen, sie haben nicht die Autos um auf Schnellstraßen zu
fahren oder besitzen Schiffe um sie in den Häfen zu nutzen. Der Maxime König
Salomons folgend, dass die Armen den Reichen dienen sollen und der Schuldiger Sklave
des Gläubigers ist, werden die Konditionen absichtsvoll so arrangiert, um den Schuldiger
zu überfordern so dass der Kredit unmöglich zurückgezahlt werden kann.
Kaum dass die Tinte auf dem Vertrag getrocknet ist, ist die Falle gestellt. Ein
oder zwei Jahre später, wenn klar wird dass der versprochene Fortschritt sich nicht
materialisiert hat, erklärt Perkins dass die „Wirtschaftskiller wiederkommen und sagen,
hör zu, du kannst deine Schulden nicht bezahlen, darum gib uns ein Pfund Fleisch,
verkaufe unseren Öl-Unternehmen richtig günstig Öl, oder stimme mit uns in der
nächsten kritischen UN Abstimmung, oder sende Truppen zu unserer Unterstützung zu
irgendeinem Platz auf der Welt, wie dem Irak… Manchmal scheitern wir, es passiert
nicht sehr oft, aber wenn es passiert, gehen was wir die ‚Hyänen‘ nennen hinein. Die
Hyänen stürzen Regierungen wie wir es mit Caesar Chavez 2002 in Venezuela versucht
haben, oder sie meucheln die Führer diese Regierungen, wie Hyme Roldos in Ecuador
und Omar Tarihos in Panama. In den wenigen Fällen in denen die Hyänen auch
scheitern, dann, und nur dann, geht das Militär hinein. Das ist auch, was im Irak passiert
ist.“24
Die herrschende Elite wird oft zu Teilhabenden an Deals gemacht mit
Bestechungen in der Größe eines Vermögens in der Form einer „Provision“. Ein Beispiel
welches jüngst durch den Meuchelmord an seiner Frau in die Aufmerksamkeit des
Mainstream getragen wurde, ist Asif Ali Zardari, Ehegatte der späten Benazir Bhutto,
welcher auch als „Mr. 10 Prozent“ bekannt ist. Anscheinend war das sein Anteil auf alle
Regierungsverträge, und so stahl er direkt von den Pakistanis deren Hüter er sein sollte.
Durch solche Bestechung saugte die Familie ungefähr 1,3 Milliarden aus dem Land
während Bhuttos zwei Legislaturperioden an der Macht.25 Solche Vereinbarungen sind
eher die Norm als die Ausnahme. Milliarden von Dollar sind in Offshore-Konten gefüllt
worden in praktisch jedem Land welches erfolgreich von den Economic Hitmen
eingenommen wurde. Jeder kann verstehen, dass solche Bestechungen nicht einfach aus
Freundlichkeit oder gutem Willen gezahlt werden. Diese hunderten von Millionen
werden als ein Anreiz angeboten, weil die die anbietenden Parteien die Absicht haben,
au diese Weise noch viel mehr zu nehmen. Den Präsidenten werden solche Summen
angeboten um den Widerstand zu überwinden, der durch die Schmerzen im Gewissen
geschaffen werden, die sie vielleicht erfahren wenn sie ihr Land und ihre Leute
verkaufen, welche alle Arten von Entbehrungen erleiden müssen um den Kredit
zurückzuzahlen. Die Bestechung bietet auch ein Sicherheitsnetz, Mittel um andere zu
bestechen, und den Kauf von Schutz falls oder wenn die Bürger, die die Schnauze voll
haben, ihn absetzen und versuchen ihn zu töten.
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Der vielgepriesene Wohlstand war schlicht ein Trick und er wird niemals
angekommen, denn der Zweck war es, Reichtum von der Peripherie zum Zentrum des
Imperiums zu transportieren.26 Weil die Kredite so arrangiert sind, dass sie niemals
zurückgezahlt werden können, kann Zinseszins die Schuld nur erhöhen. Es gibt schlicht
keinen Ausweg. Falls das Land es unterlässt, die Schulden zu bezahlen werden sie von
aller internationalen Finanzierung abgeschnitten (eine der Bedingungen, der alle Länder
zustimmen bevor sie einen Kredit erhalten). Das internationale Gangstertum zwischen
den globalen Finanzinstitutionen und multinationalen Unternehmen hat sich sehr
weiterentwickelt seitdem Perkins mit ihnen in den 70ern gearbeitet hat. Genau als er das
Geschäft 1981 verlassen hat, wurde die Kunst der wirtschaftlichen Versklavung zu
einem superben Grad perfektioniert.
Die Welt Bank, IWF und Verarmung
Jeder ist mit der supra-nationalen Organisation namens Welthandelsorganisation
(WHO) vertraut, die mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF)
zusammenarbeitet, um „Freihandel“ und die globale Wirtschaft zu unterstützen, aber
wenige verstehen tatsächlich die Rolle, die diese in Washington ansässigen Institutionen
beim Bringen von Leid, Armut und Tod in die Welt spielen. In der Tradition von Kali
sind sie die Schlüsselspieler dabei, die Wirtschaftsweise der Unwissenheit zu servieren
und mit den Masken von Gutmenschen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Die
Weltbank wurde auf der Bretton Woods Konferenz 1944 als eine leihende Institution
etabliert,
bestehend
aus
Mitgliedsregierungen
um
dabei
zu
helfen,
Nachkriegswirtschaften wiederaufzubauen. Der IWF wurde erschaffen um die
Marktsysteme der Mitgliedsnationen durch internationale wirtschaftliche Kooperation
und Handel zu restrukturieren und zu organisieren, und um stabile Währungen zu
befördern. Das Geschäft der Weltbank ist es angeblich, Kredite für
Entwicklungsprojekte zu vergeben, während es das angenommene Geschäft des IWF
ist, an Regierungen zu leihen um Defizite zu lindern und ihre Wirtschaften stabiler zu
machen. Das sind die Begründungen die der Öffentlichkeit vorgesetzt werden. Was in
der Praxis passiert ist eine völlig andere Sache.
Die Kritik kann auf allen Seiten gefunden werden, aber die vielleicht
aufschlussreichste kommt stets aus dem Inneren. Davison Budhoo war ein SeniorVolkswirt im IWF für mehr als 12 Jahre. Er trat in einer Gewissenshandlung öffentlich
zurück mit einem buch-langem offenen Brief an Michel Camdessus, dem
geschäftsführendem Direktor des IWF, getitelt Enough is Enough27, in dem er die
Strategien des IWF gründlich als „völkermordend“ kritisierte. Nachdem er den Fund
verlassen hatte, erschuf er die Bretton Woods Reform Movement um gegen die IWFWeltbank Strukturanpassungsprogramme zu kämpfen.
Moderne Länder können heute nicht existieren ohne sich Geld zu leihen. Aber
wie jeder andere Schuldiger, müssen bestimmte Konditionen erfüllt sein um Kredite von
der IWF-Weltbank zu bekommen. Budhoo erklärt, dass diese Konditionen, genannt
Strukturanpassungsprogramme (SAPs) dazu entworfen sind, den Konsum in
Entwicklungsländern zu reduzieren und Ressourcen auf Produktionsexporte umzuleiten
um Schulden zu zurückzuzahlen. Dies hat zu einer Überproduktion von Grundstoffen
geführt und einem steilem Fall in ihren Preisen. Es hat auch zu der Verwüstung der
traditionellen Landwirtschaft geführt und zum Auftreten von Horden von landlosen
Bauern in praktisch jedem Land in dem die Weltbank und IWF operieren. Die
Nahrungssicherheit hat in allen dritte-Welt Regionen dramatisch abgenommen, aber
besonders in Afrika. Wachsende Abhängigkeit von Nahrungsimporten, wie es das Los
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von Sub-Sahara Afrika ist, platziert diese Länder in einer extrem verwundbaren Position.
Sie haben schlicht nicht genug ausländische Zahlungsmittel um genug Nahrung zu
importieren, gegeben den Fall in Export-Preisen und der Notwendigkeit, Schulden
abzuzahlen. SAPs verlangen auch drastische Einschnitte in Sozialausgaben,
insbesondere in Gesundheit und Bildung und zwingen Regierungen, Subventionen für
grundlegende Nahrungsmittel und Dienstleistungen für die Armen zu entfernen, wie Reis
und Mais, Wasser und Elektrizität. Steuersysteme werden repressiver gemacht, und es
wird zugelassen, dass die Reallohnsätze scharf fallen.28
Die grundlegenden Strukturanpassungsprogramme der IWF-Weltbank
beinhalten:

Drastische Einschnitte in Sozialausgaben, insbesondere in Gesundheit und
Bildung.

Entfernen von Subventionen für die Armen für grundlegende
Nahrungsmittel und Dienstleistungen wie Reis und Mais, Wasser und
Elektrizität

Steuersysteme werden repressiver gemacht, und es wird zugelassen, dass
die Reallohnsätze scharf fallen.

Eine erforderliche Abwertung der Währung, was zu Inflation führt und
die Preise aller importierten Nahrungsmittel erhöht.

Das Entfernen von Preiskontrollen, was den Preisen erlaubt, in die Höhe
zu schießen, und es den Armen noch schwerer macht, ihren Bedürfnissen
nachzukommen.

Zinssätze werden angehoben was zu Bankrotten von kleinen
Unternehmen in inländischer Hand und weiterer Arbeitslosigkeit führt.

Handelsbeschränkungen werden entfernt, was es für inländische
Industrien schwer macht zu konkurrieren, darum sind sie gezwungen zu
schließen, was zu mehr Arbeitslosigkeit führt.

Beschränkungen des Auslandshandels (mit Währungen) werden
aufgehoben, was es der reichen Elite erlaubt, die von all diesen
Handlungen zu profitiert, ihre Geldmittel nach Übersee zu exportieren
(Kapitalflucht), was die Wirtschaft weiter unter Druck setzt, da es
weniger Bargeldumlauf gibt und Probleme in der Zahlungsbilanz schafft.

Alle Unternehmen in Regierungseigentum die einen Profit abwerfen
können werden privatisiert, oft nachdem die Löhne reduziert oder Profite
erhöht wurden.
All dies wird unter der Annahme getan, dass diese Maßnahmen auf irgendeine
Weise die wirtschaftlichen Bedingungen des Landes verbessern. Aber selbst auf der
Grundlage der von der IWF-Weltbank selbst aufgestellten Ziele sind die SAPs nicht
erfolgreich gewesen. Weiterführende Programme sind erst recht gescheitert in Hinsicht
auf die von IWF-Weltbank selbst-auferlegten Ziele, wie demonstriert von dem United
Nations Development Program (UNDP) und der UN Economic Commission für Afrika.
Budhoo erinnerte sich, wie auf einem Treffen des Vorstandes des IWF der
damalige Präsident Ronald Reagan erklärte, dass es die einzige Pflicht des IWF sei, alle
Länder zu freilaufenden westlichen Marktwirtschaften zu konvertieren. Reagans
Erklärung signalisierte, dass der IWF nicht länger unter der Verkleidung von
„Entwicklung“ operieren musste, oder der Entschärfung der Armut, oder irgendeiner
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anderen humanistischen Philosophie. Wir nehmen zur Kenntnis, dass dies nicht Adam
Smiths versteckte Hand des Freien Marktes ist, sondern die eiserne Faust einer
imperialen Macht. Wie der NY Times Kolumnist und Autor von The Lexus and the Olive
Branch es ausdrückt: „Damit Globalisierung funktioniert, darf Amerika keine Angst
haben als die allmächtige Supermacht zu handeln die es ist. Die unsichtbare Hand des
Marktes wird niemals funktionieren ohne eine versteckte Faust. McDonalds kann nicht
florieren ohne McDonald-Douglas, dem Entwickler der F-15, und die versteckte Faust
die die Welt sicher hält für Silicon Valleys Technologie wird United States Army, Air
Force, Navy und Marine Corps genannt.“29
Budhoo nannte die Kernmitarbeiter des IWF „Nachfolger von Koloniebeamten“.
Es ist eine hervorzuhebende Beobachtung, dass Südafrika von der Europäischen
Abteilung verwaltet wird, nicht der Afrikanischen Abteilung, eine Beobachtung die von
einem Offiziellen des Instituts für Afrikanische Alternativen bestätigt wird, welcher
offenbarte, dass der IWF als Vorbedingung für Kredite die wirtschaftlichen Aktivitäten
von Ländern, die früher von ihm geborgt haben vollständig kontrolliert: „Unter der
Strukturanpassung überwachen der IWF und die Weltbank nicht bloß individuelle
Sektoren der Wirtschaft wie in der Vergangenheit… sie verwaltet nun jedes Land
vollständig… Sie müssen jährlichen nationalen Budgets zustimmen… monetärer,
Handels- und Fiskalpolitik… bevor Länder mit anderen ausländischen Kreditagenturen
verhandeln können.“30 Budhoo schlussfolgert: „Diese Programme haben wirtschaftliche,
soziale und kulturelle Verherrung geschaffen wann und wo immer sie eingeführt
wurden“.
Chossudovsky
bekräftigt
Budhoos
Kritik
an
den
Strukturanpassungsprogrammen. Der Professor hat die Effekte der sogenannten
Globalisierung für Jahrzehnte erforscht, und von seinen dunklen und tödlichen
Wirkmechanismen und Ergebnissen in The Globalization of Poverty and the New World
Order berichtet. Die Strukturanpassungsprogramme, so sagt er, sind „einer Art
wirtschaftlichem Völkermord dienlich“, welcher durch die bewusste und absichtsvolle
Manipulation von Marktkräften durchgeführt wird. Wenn er mit vorherigen Perioden der
Kolonisierungsgeschichte verglichen wird ist seine sozialen Auswirkungen
verherrend.“31
In The Globalization of Poverty fährt er fort zu erklären, dass “die
Internationalisierung von makro-ökonomischer Politik Länder zu offenen
wirtschaftlichen Gebieten transformiert und nationale Wirtschaften zu „Reserven“ von
billiger Arbeit und natürlichen Ressourcen.“32 Und „im Herzen des globalen
Wirtschaftssystems liegt eine ungleiche Struktur von Handel, Produktion und Kredit,
welche die Rolle und Position von Entwicklungsländern in der globalen Wirtschaft
definiert.“33 Dies ist alter Wein in neuen Flaschen. Die makro-ökonomischen
Politikmaßnahmen, die von der Weltbank und dem IWF verordnet werden schaffen
genau die gleichen Beziehungen und Bedingungen des ungleichen Handels, die benutzt
wurden um den Reichtum der Kolonien zu extrahieren, die wir von Adam Smith und Dr.
J.W. Smith im vorherigen Kapitel gelernt haben. Nichts hat sich verändert, außer die
Erscheinung und Größenordnung, was das gleiche verherrende Ergebnis zu immer
größeren Zahlen von Leuten bringt. Anstatt das es irgendjemanden hilft ist die
angebliche Hilfe stattdessen vergifteter Köder auf einem Haken, dessen Ergebnis das
Gegenteil dessen ist was es verspricht. Chossudovsky:
Das wirtschaftliche Stabilisierungspaket zerstört die Möglichkeit eines
‘endogenen nationalen wirtschaftlichen Entwicklungsprozesses’, der
von nationalen Politikmachern kontrolliert wird. Die IWF-Weltbank
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Reformen demontierten brutal die sozialen Sektoren von
Entwicklungsländern, was die Bemühungen und Kämpfe der NachKolonial Zeit zunichtemacht und ‚mit einem Federstreich‘ die
Erfüllung von bisherigem Fortschritt aufhebt. Durch die
Entwicklungsländer hindurch gibt es ein konsistentes und kohärentes
Muster: Das IWF-Weltbank Reformpaket konstituiert ein kohärentes
Programm des wirtschaftlichen und sozialen Kollaps… diese
Maßnahmen gehen weit über den Abbau von Importe-ersetzenden
Industrien hinaus. Sie zerstören die gesamte Struktur der inländischen
Wirtschaft.34
König Solomon hatte Recht, oder nicht? Hinterlistig ironisch ist das Motto der
Weltbank „Eine Welt ohne Armut“.
Die “Chicago Boys” und die Globalisierung der Armut
Es gab einen weiteren Krieg, der am 11. September begonnen wurde,
achtundzwanzig Jahre vor dem nun berühmt-berüchtigten Datum in 2001. Es war das
Datum an dem ein Militärcoup, angeführt von General Augusto Pinochet die gewählte
Regierung von Präsident Savador Allende in Chile stürzte. Zu der Zeit lehrte
Chossudovsky am Institut für Wirtschaftswissenschaft der katholischen Universität von
Chile, welche ein, wie er es ausdrückt “Nest von in Chicago ausgebildeten Volkswirten
war, Anhänger von Milton Friedman, auch bekannt als ‚die Chicago Boys‘“. Zunächst
war Chossudovsky überrrascht, als er sah, dass die Chicago Boys sich am Erfolg des
Coups erfreuten, aber er verstand schnell warum — kaum eine Woche später wurden
viele seiner Kollegen in Schlüsselpositionen in der neuen Militärregierung gewählt. Ihre
Schadensfreude basierte auf der Tatsache, dass sie nun eine uneingeschränkte
Gelegenheit haben würden um Friedmans wirtschaftliche Theorien in einem lebenden
Laboratorium umzusetzen — an den Menschen von Chile.
Mehrere Wochen später beschloss der neue Diktator einen 254 Prozent Sprung
im Preis von Brot. Weiter Güter folgten dem Beispiel, und obwohl die Nahrungspreise
durch das Dach gingen, wurden die Löhne eingefroren um „wirtschaftliche Stabilität
sicherzustellen und inflationären Druck abzuwehren“. Von einem Tag auf den nächsten
fiel das gesamte Land in entsetzliche Armut. In weniger als einem Jahr erhöhte sich der
Preis von Brot um das 36-fache und 85 Prozent der Bevölkerung wurden unter die
Armutsgrenze getrieben. Chossudovsky schreibt:
Diese Ereignisse beeinflussten mich beträchtlich in meiner Arbeit als
Volkswirt. Durch das Einmischen in Preise, Löhne und Zinssätze
waren die Leben der Menschen zerstört worden; eine gesamte
Wirtschaft war destabilisiert worden. Ich begann zu verstehen, dass die
makro-ökonomische Reform weder „neutral“ war – wie vom
akademischen Mainstream behauptet – noch separiert vom breiterem
Prozess der sozialen und politischen Transformation. In meinen
früheren Schriften über die chilenische Militärjunta, habe ich den sogenannten „freien Markt“ als ein gut organisiertes Instrument der
‚wirtschaftlichen Unterdrückung‘ betrachtet.35
Einige Jahre später war es noch einmal ein Déjà-vu und Chossudovsky war ein
Gastprofessor während eines weiteren Coups, dieses Mal in Argentinien, während er an
der nationalen Universität von Cordoba war. Er beschrieb es als eine Kopie des CIAgeführten Coups in Chile. „Hinter den Massakern und Menschenrechtsverletzungen
wurden auch ‚freier Markt‘ Reformen verordnet — dieses Mal unter der Aufsicht von
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Argentiniens Kreditoren in New York.“36
Zu dieser Zeit, in den mit-70ern, war das ökonomische Paket des IWF, das
„Strukturanpassungsprogramm“ noch nicht gestartet worden; die Erfahrungen von Chile
und Argentinien waren nur die frühen Experimente der Chicago Boys. Sie waren nur der
Anfang, um in den Griff zu bekommen, wie man Friedmans starke und unterdrückende
wirtschaftliche Maßnahmen einführen konnte. Aber als es letztlich verstanden worden
war, wurde der Prozess beinahe überall fortgesetzt. In den frühen 90ern besuchte
Chossudovsky viele Länder um die wirtschaftlichen Transformationen zu studieren, die
im Namen des “freien Marktes“ durchgeführt wurden. In Indien, Bangladesch, Vietnam,
Kenia, Nigeria, Ägypten, Marokko, Brasilien und den anderen Lateinamerikanischen
Ländern, und den Philippinen „beobachtete er das gleiche Muster von wirtschaftlicher
Manipulation, und politschem Eingreifen durch die Washington-basierten Institutionen
[IWF und Weltbank].“
Chossudovsky beschreibt die von IWF-Weltbank verwendeten Methoden
ausführlich, die Armut buchstäblich rings um den Globus herum gebracht hatten:
Ruanda, Uganda, Kongo, Afrika südlich der Sahara, Äthiopien, Indien, Bangladesch,
Vietnam, Korea, Basilien, Peru, Bolivien, Russland, Jugoslawien und Albanien. Diese
Methoden dienten dazu die Reichen weiter zu bereichern und jegliche Mittelklasse die
existiert hatte zu zerstören, was Milliarden zur Armut verdammte. Am Ende des
Jahrhunderts war die gleiche wirtschaftliche Medizin in mehr als 150 Ländern
angewandt worden, was in was Chossudovsky die „Globalisierung der Armut“ nennt
resultierte. Er schreibt, dass „die Auferlegung von makro-ökonomischen und
Handelsreformen unter der Aufsicht des IWF, der Weltbank und WHO darauf
hinausläuft, Länder ‚friedlich‘ neu zu kolonisieren durch die absichtliche Manipulation
von Marktkräften. Während es nicht ausdrücklich den Gebrauch von Gewalt erforderte,
konstituierte der rücksichtslose Vollzug von wirtschaftlichen Reformen nichtsdestotrotz
eine Art der Kriegsführung. Noch allgemeiner müssen die Gefahren von Krieg
verstanden werden. Krieg und Globalisierung sind keine separaten Angelegenheiten.“
Und er fährt fort: „Die Ideologie des „freien“ Marktes erhält eine neuartige und brutale
Form des staatlichen Eingriffs aufrecht, welche auf der absichtlichen Manipulation von
Marktkräften beruht. Die Rechte der Bevölkerung mindernd, gestattet der ‚Freihandel‘
unter der Welthandelsorganisation den weltgrößten Banken und globalen Unternehmen
‚fest eingewurzelte Rechte‘… Die New World Order basiert auf dem ‚falschen
Konsensus‘ von Washington und Wall Street, welcher die ‚Freie Marktwirtschaft‘ als die
einzige mögliche Wahl auf dem vom Schicksal bestimmten Weg zu einem ‚globalen
Wohlstand‘ erklärt. Alle politischen Parteien inklusive Grünen, Sozialdemokraten und
ehemaligen Kommunisten teilen nun diesen Konsensus“37
Wir dürfen nicht denken, dass diese „Behandlung“ für die Entwicklungsländer
alleine reserviert ist. Sie hat ihren Griff auf Hauptregionen der Welt ausgeweitet,
inklusive der „entwickelten Länder“ in Westeuropa und Nordamerika, obwohl die
Verarmung dort auf eine andere Art und Weise „verkauft“ wird. Amerika wurde in den
letzten 25 Jahren ausgehöhlt, als ihre produzierenden Industrien nach Südostasien verlegt
wurden, was ehemalige Fabrikarbeiter, die einstmals ein anständiges Zuhause für ihre
Familien unterhalten konnten mit einem sinkendem Lebensstandard, der durch viel
niedriger zahlende Jobs im Dienstleistungsbereich getragen wird. Es gibt nichts, dass
darauf hinweisen würde, dass dieser Trend sich ändert. In der Tat sind Amerikaner
darauf vorbereitet, weitere Rückgänge zu erwarten. Sie wurden gewarnt, dass die sich
anbahnende Rezession (2008) die schlimmste in 50 Jahren sein wird, wobei wenigstens
ein Analyst erwartet, dass Dutzende Banken bis 2010 scheitern werden. Andere warnen,
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dass ein „steigendes Wohlstandsgefälle“ irgendwie, sogar noch mehr als sonst, zu
unverhältnismäßigem Leid für die Leute mit mittlerem und niedrigem Einkommen
führen wird (was ist mit Reagans trickle-down Theorie? Soll der vermehrte Reichtum
auf der anderen Seite nicht angeblich mehr Jobs schaffen? Das war anscheinend nur in
den 80ern möglich.) im Frühjahr 2008 sagte der Vorsitzende der Federal Reserve, Ben
Bernanke dem Kongress das die Wirtschaft sich verschlechterte, und Senator
Christopher Dodd, D-Conn warnte, dass „unsere Wirtschaft klar in Schwierigkeiten ist“.
Die Übersetzung dieses Wirtschafts-Sprech bedeutet „Wir haben’s euch ja gesagt“.
Gleichzeitig gab der Präsident der Bank von England in Britannien, Mervyn King eine
starke Warnung heraus, die davor warnte, dass schwere Zeiten bevorstehen und die
Periode von „einfachem Wohlstand“ zu einem Ende gekommen sei. Familien dort
wurden gewarnt, einen Niedergang in ihrem Lebensstandard zu erwarten. Was all dies
bedeutet, ist, dass die „gewöhnlichen“ Leute der entwickelten Welt sich selbst in
zunehmend schwierigen Situationen wiederfinden, es den Reichen aber weiter einfach
gut geht.
Wie Wirtschaftliche Globalisierung Funktioniert
Ein weiterer Insider, der zum Kritiker wurde ist Joseph Stiglitz, ehemals der
Chefsvolkswirt der Weltbank und Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaft 2001. Er
wurde 1999 gebeten, seine Position aufzugeben, da er die Strategien der Bank kritisiert
hatte, und die Kühnheit hatte, darauf hinzuweisen, dass alle Länder in denen die IWFWeltbank sich betätigten, mit einer Wirtschaft in Trümmern zurückblieb, ihre
Regierungen in Scherben, und einer aufständischen Bevölkerung. Er erklärte wie der
IWF und die Weltbank operieren:
Der IWF mag es, seine Geschäfte zu machen ohne dass Außenseiter
allzu viele Fragen stellen. In der Theorie unterstützt der Funds
demokratische Institutionen in den Nationen die er unterstützt. In der
Praxis unterminiert er den demokratischen Prozess indem er
Politikmaßnahmen aufzwingt. Offiziell „erzwingt“ der IWF natürlich
nichts. Er „verhandelt“ die Konditionen um Hilfe zu bekommen. Aber
die gesamte Macht in den Verhandlungen ist auf einer Seite — dem
IWF — und der Fund lässt selten genug Zeit dafür, zu einem breiten
Konsensus zu kommen oder selbst weitgehenden Beratungen mit
entweder den Parlamenten oder der Zivilgesellschaft. Manchmal gibt
der IWF die Vorspiegelung von Offenheit völlig auf und handelt
geheime Verträge aus.38
Und in seinem Buch Globalization and Its Discontents, ist er besonders kritisch
mit dem IWF:
Der IWF verfolgt nicht nur die Ziele die in seinem originalen Mandat
ausgeführt sind, sondern verfolgt auch die Interessen der
Finanzgemeinschaft.39 Ein halbes Jahrhundert nach seiner Gründung
ist es klar, dass der IWF auf seiner Mission gescheitert ist. Er hat nicht
erreicht, was er erreichen soll — Mittel für Länder bereitzustellen, die
einem wirtschaftlichen Abschwung gegenüberstehen, um es dem Land
zu erlauben, Vollbeschäftigung wiederherzustellen. IWF-Mittel und
Programme scheitern nicht nur daran, Situationen zu stabilisieren, in
vielen Fällen machen sie die Angelegenheiten schlimmer —
insbesondere für die Armen.40
Die tatsächliche Vorgehensweise des IWF und der Weltbank wurden von dem
AMDG IHS
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bekannten Investigativ-Journalisten Greg Palast bestätigt, der Zugang zu einem
beträchtlichen Stapel Geheimdokumenten hatte, die ihm von unzufriedenen Angestellten
der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds zugespielt worden waren. Er
interviewte auch Stiglitz nach seinem Ausscheiden aus der Bank. Aus dem Interview und
seiner Erforschung des Schatzes an Insider-Dokumenten, ist dies, sagt er, wie die
wirtschaftliche Globalisierung tatsächlich funktioniert:41
•
Eine Nation bewirbt sich beim IWF um einen Bankkredit.
•
Der Kredit ist abhängig davon, dass die Herrscher der Nation geheime
Abkommen unterzeichnen durch welche sie die wichtigsten Werte des
Landes verkaufen an irgendein Unternehmen, welches der IWF auswählt
(die Wassersysteme, die Schienen, die Telefonunternehmen, die
staatlichen Öl-Gesellschaften, Tankstellen, usw.) Zum Beispiel wurde
gemäß eines Geheimabkommens zwischen den Führern Argentiniens und
Jim Wolfensen, dem Präsidenten der Weltbank, eine Pipeline die
zwischen Argentinien und Chile verläuft an eine Firma namens Enron
verkauft. Gemäß dem gleichen Geheimabkommen wurden die
Wassersysteme von Buenos Aires zu einem Spottpreis an ein
Unternehmen namens Enron verkauft.
•
Die Herrscher müssen ein Geheimabkommen unterzeichnen, mit
durchschnittlich einhundertelf Artikeln, wonach sie die Wirtschaft gemäß
den Vorgaben des IWF verwalten werden; wenn sie diese Schritte nicht
befolgen werden sie von den internationalen Kreditmärkten
abgeschnitten.
•
die IWF-Weltbank bezahlt eine “Provision” (üblicherweise ein
beträchtliches persönliches Vermögen) auf Schweizer Bankkonten wenn
sie die Geheimabkommen unterzeichnen, die die Nation ihrer Vermögen
beraubt.
•
Die Geheimabkommen resultieren in nichts weniger als der Versklavung
der gesamten Bevölkerung, da die Konditionen solche mörderischen
Aspekte wie die Entlassung von enormen Zahlen von Arbeitern
beinhalten und einen allgemeinen Zustand der finanziellen Knappheit
schaffen.
•
Der
IWF
verlangt
oft
“Sparmaßnahmen”,
die
Strukturanpassungsprogramm genannt werden die von einem
Schuldnerstaat verlangen, die Leistungen in Gesundheit, Bildung und
Wohlfahrt
für
seine
Bürger
zu
reduzieren.
Das
Strukturanpassungsprogramm in Tansania verlangte, dass Schulgebühren
eingeführt werden. Viele Studenten hörten schlicht auf zur Schule zu
gehen, weil sie es sich nicht leisten konnten sie zu bezahlen.
Steigern von “Ich und mein” durch Schock und Leiden
Die Chicago Boys, die die oben genannte bittere wirtschaftliche Medizin in
Chile und Argentinien austeilten, waren Studenten von Milton Friedman an der
Universität von Chicago. Getreu der von ihrem Mentor gegebenen Methoden führten sie
gravierende und unterdrückende wirtschaftliche Maßnahmen in ein Land nach dem
anderen ein. Friedman hatte die Vorstellung einer Entwicklung eines „reinen“
Kapitalismus, befreit von jeglicher Störung durch Regierungsbeschränkungen,
Handelsbeschränkungen, kollektive Verhandlungen und Mindestlöhnen. Er glaubte an,
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und lehrte Generationen von Volkswirten, was am besten als eine idealisierte Vision
von radikaler freier Markwirtschaft beschrieben werden könnte. Seine Vorstellungen
waren idealisiert in Bezug darauf, dass er glaubte, dass „der Markt“ seine eigene
Intelligenz hatte und automatisch jedes wirtschaftliche Problem lösen könnte wenn er
alleine gelassen würde. Diese Ideen waren radikal im politischen Kontext der 60er, in
denen Politikmacher von Keynes Ideen und Empfehlungen begeistert waren, in denen
die Regierung eine große Rolle darin spielte, die Wirtschaft zu verwalten durch die
Kontrolle von Kredit, Kreditvergabe und dem Einspeisen von Geld in den Umlauf
durch Sozialausgaben usw. In Friedmans Sicht waren die Keynesianer, die direkte
Beteiligung der Regierung in die wirtschaftliche Entscheidungsfindung befürworteten,
nicht die Lösung, sondern die Ursache der Probleme. Seine radikalen Ideen waren die
direkte Antithese von Keynes und können in drei Worten summiert werden —
Deregulation, Privatisierung und Kürzungen. In seinem Capitalism and Freedom brachte
er seine Konzepte des laissez-faire vor:
1.
Alle Gesetze und Regulation die im Weg des Profits stehen sollten
aufgehoben werden.
2.
Regierungen sollten alle Vermögen verkaufen (privatisieren) die mit
Profit betrieben werden könnten, so wie Post, Gesundheitswesen, Bildung
usw.
3.
Regierungen sollten kein Geld für Sozialprogramme ausgeben.
4.
Steuern sollten niedrig sein, Reiche und Arme sollten mit dem gleichen
Satz besteuert werden.
5.
Unternehmen sollte es freistehen überall auf der Welt zu verkaufen.
6.
Kapital sollte es freistehen, den Globus auf der Suche nach jeglicher
Gelegenheit zu durchstreifen.
7.
Regierungen sollten keine lokalen Märkte oder Eigentum beschützen
8.
Alle Preise, inklusive für Arbeit, sollten durch den Markt bestimmt
werden.
9.
Die Regierung sollte nicht in Löhne eingreifen — keine Mindestlöhne.
Friedmans Doktrin war es, dass die Reformen massiv sein sollten — zum
Beispiel durch Kürzung der Regierungsausgaben um 25-50 Prozent auf breiter Front,
plötzlich angekündigt und schnell umgesetzt, damit der Effekt Schock und
Desorientierung mit Absicht erzeugte. Er selbst nannte seine Methoden eine
„Schockbehandlung“. Die größte Herausforderung für Friedman war, wie man solche
radikalen Reformen durchsetzen würde. Überall auf dem Planeten waren Jahrzehnte
sozialer Planung, Rechtsvorschriften und Politikmaßnahmen in Effekt, welche, was ihn
angeht, die Freiheit des Marktes stören würden. Und solange die Keynesianer herrschten,
war es Friedmans Schicksal, ein Theoretiker zu bleiben. Er wollte, dass der Markt
freigelassen würde und frei wäre seine Magie zu wirken. Aber wie?
Friedman glaubte, dass der einzige Weg um die Zukunft von den Ketten der
Vergangenheit zu befreien, die „Tyrannei des Status Quo“ wie der Titel seines Buches es
ausdrückt, durch die Krise war: „nur eine Krise — tatsächlich oder wahrgenommen —
wirkt wahren Wandel. Wenn diese Krise auftritt, hängen die unternommenen Schritte
von den herumliegenden Ideen ab. Das, glaube ich, ist unsere grundlegende
Arbeitsweise: Alternativen zu existierenden Politikmaßnahmen zu entwickeln, sie am
Leben und verfügbar zu halten bis das politisch unmögliche politisch unausweichlich
geworden ist.“42
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Weiterhin war es nicht notwendig, einfach auf den Händen zu sitzen und auf eine
Krise zu warten, sondern sie konnte absichtlich und vorsätzlich geschaffen werden, und
während die Leute im Schock waren, verwirrt waren und versuchten ihren Verstand zu
sammeln, konnten die wirtschaftlichen Reformen ohne Widerstand eingeführt werden.
Friedman schätzte, dass Regierende innerhalb von sechs bis neun Monaten nach der
Krise handeln mussten, ansonsten würde sich das Fenster schließen und der Widerstand
gegen radikalen Wandel wäre zu hoch.
Die erste Gelegenheit einer Krise nach der Friedman suchte wurde von der CIA
mit dem Coup von General Pinochet am 11. September 1973 in Chile geschaffen.
Erstaunlich „zufälligerweise“ waren Friedmans Truppen bereits zur Stelle, und als die
Kugeln draußen flogen, druckten die Chicaygo Boys fieberhaft ihre ausführlichen
wirtschaftlichen Doktrinen, so dass sie auf den Schreibtischen der neuen Junta sein
könnten, am ersten Tag an dem sie ihre Jobs als neue „Führer“ aufnahmen. Innerhalb
weniger weiterer Tage begann der wirtschaftliche Schock damit, dass der Preis von Brot
um das 36-fache anstieg, während zur gleichen Zeit die Löhne eingefroren wurden.
Innerhalb eines Jahres war die Arbeitslosigkeit 20 Prozent, und die Inflation war
zwischen 500 Prozent bis zu 1000 Prozent für grundlegende lebensnotwendige Güter,
was zeigte, dass das Chicago Experiment ein Reinfall war. Aber anstatt aufzuhören,
riefen sie Friedman höchstpersönlich, welcher mitteilte, dass sie noch nicht weit genug
gegangen waren und der Schock vergrößert werden müsste! In Reden und Interviews
forderte er wiederholt „Schocktherapie“ als die „einzig wahre Medizin. Absolut. Es gibt
keine andere langfristige Lösung.“ Friedman versicherte dem Diktator, dass, wenn seine
Ratschläge befolgt werden würden, die “folgende Erholung schnell sein würde”, er
“könnte die Inflation in Monaten beenden”, die Arbeitslosigkeit wäre kurzfristig, und er
würde in der Lage sein, sich ein „Wirtschaftswunder“ anzurechnen.
Das Wunder kam niemals an. 1975 wurden die öffentlichen Ausgaben um 27
Prozent in einem Streich gekürzt, und 1980 waren die Bundesausgaben nur 50 Prozent
von dem was sie vor dem Coup gewesen waren, mit großen Verlusten in
Gesundheitswesen und Bildung. Pinochet privatisierte mehr als 500 Unternehmen und
Banken in Staatsbesitz, oftmals zu einem Spottpreis, riss Handelsbarrieren nieder die
lokale Geschäfte beschützten, was zum Verlust von 170000 Arbeitsplätzen bis 1983
führte, dem Zeitpunkt, wo die Fabrikation auf die Level der frühen 40er reduziert
worden war. Ist dies die Exzellenz der versteckten Hand des freien Marktes? Na,
vielleicht. Die Frage die es zu stellen gilt ist cui bono — wer profitiert? — die Antwort
darauf ist sehr klar.
Es war nicht die allgemeine Öffentlichkeit, von der 45 Prozent innerhalb von
fünfzehn Jahren unter der offiziellen Armutsgrenzen war, welche sage und schreibe 74
Prozent ihres Einkommens alleine für Brot ausgaben, und jegliches Geld für
„Luxuriositäten“ wie Milch eliminierte. Aber für die Elite des Landes war die Arbeit der
Chicago Boys ein Erfolg auf ganzer Linie. Im gleichen Zeitabschnitt stieg ihr jährliches
Einkommen um 83 Prozent. Unseren Standard des Beurteilens einer Sache nach ihren
Ergebnissen anwendend, suggerieren die Beweise dass diese Ergebnisse ziemlich
beabsichtigt waren, wenn man all die Rhetorik der Magie des freien Marktes weglässt.
Bereits 1980 war es sogar möglich, dies als solches in der öffentlichen Presse zu
offenbaren. In jenem Jahr beschrieb ein Artikel im The Economist Pinochets Arbeit als
eine „Gegenrevolution“, welche den Eliten ihre Profite wiederbrachten welche ihnen
durch die Keynesianischen Politikmaßnahmen abgetrotzt worden war.43 Vielleicht war
das von Anfang an der Plan.
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Die Schockdoktrin und Desaster Kapitalismus
Rasch in Chiles Fahrtwasser folgend wurden mehr oder weniger ähnliche
Methoden fortwährend in einem Land nach dem anderen eingesetzt — Uruguay,
Argentinien und weniger gewaltsam in Brasilien, welches bereits unter der Kontrolle
einer US-unterstützten Junta war. Gab es dort eine Prozedur neben Friedmanns, die
befolgt wurde? War es nur wirtschaftlicher Schock oder gab es dabei mehr? Waren all
diese menschlichen Katastrophen notwendig um wirtschaftliche Stabilität zu erreichen?
In ihrem aufwühlenden und ausführlichen Buch The Shock Doctrine — The Rise of
Disaster Capitalism demonstriert Naomi Klein, dass der absichtliche Schock zu einer
Doktrin geworden ist, welche als ein Mittel der herrschenden Elite benutzt wurde, und
weiter wird, mit den Regierungen als ihren Ausführenden und Gewalt als ihrer Methode,
um ihren Willen bei betäubten und verwirrten Menschen durchzusetzen, sie ihres
Anstandes und eines lebensgerechten Lohnes zu berauben und den Privatbesitz von
allem zu ermöglichen was dazu gebracht werden kann einen Profit abzuwerfen. In
Übereinstimmung mit der Täuschung von Kali werden diese Methoden unter der
Rhetorik von „Demokratie“ angewandt.
Klein stützt diese Prämisse mit einem Beispiel nach dem anderen. Auf der
Auffassung Friedmans der Schocktherapie aufbauend demonstriert sie, dass die
Voraussetzungen durch Gewalt geschaffen werden — als Ergebnis von
Naturkatastrophen wie beim Indonesischen Tsunami, oder dem Wirbelsturm der New
Orleans getroffen hat, oder durch einen Coup wie in Chile, Argentinien und Peru; oder
Krieg wie im ehemaligen Jugoslawien, Britanniens Falklandkrieg, Chinas Tiananmen
Platz Massaker, oder Jelzins Bombardierung des russischen Parlaments. Der zweite
Schock kommt dann in der Form von wirtschaftlichen Verwerfungen. Die Währung wird
abgewertet, was Kaufkraft zerstört und unmittelbare Verarmung schafft, während zur
gleichen Zeit Preiskontrollen aufgehoben werden, was dem nun „freien“ Markt erlaubt,
die Preise von Waren, insbesondere Nahrung durch das Dach zu schicken. Zur gleichen
Zeit werden die Löhne eingefroren, was die Leute davon abhält irgendetwas dafür zu
tun, ihre eigene Situation zu verbessern. Natürlich antworten die Leute auf diese Schocks
mit Widerstand und versammeln sich zusammen um ihre Not und Verbitterung
auszudrücken, was oft die Form von weitreichenden Unruhen, Massenprotesten und
Streiks annimmt. Das ist, wann der dritte Schock angewandt wird — massen- und sehr
öffentliche Festnahmen, Leute verschwinden für bis zu einem Jahrzehnt, werden oft
gefoltert, und Körper tauchen in Müllhaufen auf, werden an die Ufer gespült oder
schwimmen die Flüsse hinunter, und oft fehlen Finger und Zähne. In Chile zum Beispiel
verschwanden 3000 Leute oder wurden ermordet, und mindestens 80000 wurden
verhaftet und gefangen gehalten. Entführung zielt nicht nur auf die Führer der
Streikenden, sondern auf jeden der gegen die wirtschaftlichen Reformen ist oder sie
bedroht. Alle begreifen schnell, dass dies die New World Order ist und jeder der es wagt
sich zu widersetzen wird sehr leiden. Die Verhaftetet wurden in Folterzentren gesandt,
die die Methoden der Folteranleitung Kubark des CIA befolgten: Verhaftung am frühen
Morgen, Kapuze über den Kopf, mit Drogen vollpumpen, erzwungene Nacktheit,
Isolation, sensorischer Entzug und Elektroschocks — Methoden die überall auf der Welt
berühmt gemacht wurden durch die Geschichten und Fotos des Abu Ghraib
Gefängnisses im Irak.44
Dieser gesamte Schock ist absichtsvoll geplant um den Willen der herrschenden
Klasse gewaltsam Leuten aufzuzwingen die sich sonst stark widersetzen würden.
♣Nicht
zu verwechseln mit der Göttin Kali. Die Persönlichkeit von Kali repräsentiert die Qualitäten des
Zeitalters von Kali-yuga.
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Eine Fingierte Krise Ist So Gut Wie eine Echte
Die Persönlichkeit Kali♣ wäre stolz über den Einfallsreichtum beim Täuschen der
Entscheidungsträger in den internationalen Finanzinstitutionen. Falls eine reale Krise
nicht unmittelbar zur Hand ist, kann der Eindruck einer Krise erschaffen werden und
genauso funktionieren. Ein einflussreicher Volkswirt aus Washington und Berater des
IWF und der Weltbank, John Williamson, brachte 1993 die Idee vor: Man muss sich
fragen ob es möglicherweise Sinn machen würde, sich vorzustellen, eine solche Krise
mit Abicht hervor zu rufen, um so die politische Blockade zur Reform zu beseitigen…
Ist es möglich, sich eine Pseudo-Krise auszudenken, die vielleicht der gleichen positiven
Funktion dienen könnte ohne die Kosten einer realen Krise?
Mr. Williamson war offenbar nicht auf dem Stand der Zeit und nicht in Kontakt
mit seinen Kollegen beim IWF. Budhoo informiert uns, dass, als er beim IWF war, die
Mitarbeiter ausgefeilte statistische Kunstfehler nutzten um Zahlen in IWF Berichten zu
überzeichnen um den Eindruck von schweren Problemen zu erwecken die nicht
existierten. Zum Beispiel verdoppelte der IWF die Statistiken der Arbeitskosten in
Trinidad und Tobago 1985 um sie in hohem Maße unproduktiv erscheinen zu lassen. Er
sagte auch, dass der Fund „buchstäblich aus dem Nichts heraus“ große unbezahlte
Regierungsschulden erfand. Diese Fiktionen lösten sehr reale Probleme aus als begonnen
wurde Trinidad als ein negatives Risiko zu betrachten und seine Finanzierung
abgeschnitten wurde, was es zum IWF schickte um um „Hilfe“ zu betteln. Der IWF
stimmte unter der Bedingung zu, dass die gesamte Bandbreite von strukturellen
Anpassungen akzeptiert wurde. Die Methode war, sagt Budhoo, „die absichtliche
Blockade einer wirtschaftlichen Rettungsleine für das Land unter einem Vorwand…
Trinidad und Tobage [wurden] als erstes wirtschaftlich zerstört und anschließend
konvertiert.“45
Klein berichtet wie ein Vorwand benutzt wurde um den Anschein einer Krise zu
erwecken um die Regierung von Kanada dazu zu bringen die Steuern durch Kürzungen
in Sozialleistungen für Gesundheit, Bildung und Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Diese
Sozialprogramme, welche von einer großen Mehrheit der Kanadier unterstützt wurden,
könnten nur reduziert werden, falls es den Eindruck einer bevorstehenden Katastrophe
gäbe. Eine „Defizitkrise“ wurde geschaffen wo tatsächlich keine existierte. Kanadas
Schulden wurden mit A++ von Moody’s Investor Services bewertet, aber die Presse
präsentierte durchgehend die nationalen Finanzen als katastrophisch, und sagte voraus,
das „innerhalb des nächsten Jahres, vielleicht zwei Jahre, Kanadas Kredit zu Ende gehen
würde“. Die List funktionierte; die Regierung reagierte auf den falschen Alarm und
kürzte die Ausgaben für Sozialleistungen und die Kürzungen sind seitdem in Kraft
geblieben, entgegen der Tatsache, dass Kanada seitdem Überschussbudgets verzeichnete.
Investigativ-Journalistin Linda McQuaig legte später offen, dass die Wahrnehmung der
„Krise“ von Think Tanks begleitet worden war, die von den größten Banken und
Unternehmen in Kanada finanziert wurden.46
Um die volle Auswirkung der Vernichtung zu verstehen die durch die
gewissenslosen Handlungen, die in der Wirtschaftsweise der Unwissenheit verübt
werden herbeigeführt werden, muss man Kleins Shock Doctrine lesen. Sie führt die
bewusste Planung und Ausführung der durch wirtschaftliche Mechanismen
gehandhabten Tod und Zerstörung im Laufe der letzten drei Dekaden bis ins kleinste
Detail aus. Es ist eine verherrende Arbeit die unsere Augen gewaltsam öffnet um zu
realisieren und zu akzeptieren, dass die Welt nicht einfach aus Zufall so ist wie sie ist,
sondern aufgrund von bewussten Dämonischen Handlungen. Die Shock Doctrine ist die
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neue Methode mit der die heutigen Wirtschaftskiller ihre Arbeit machen. Unter dem
Einfluss der Unwissenheit und mit einer Dämonischen Mentalität, scheint die
herrschende Elite darauf ausgerichtet zu sein, jeglichen allgemeinen Wohlstand der
Leute überall auf der Welt zu vernichten und eine zwei-Klassen Sozialstruktur der
Reichen und Sklaven zu schaffen. Dies kann durch die Ergebnisse verstanden werden:
•
Das Einkommensgefälle zwischen den Reichen und Armen in der dritten
Welt verdoppelte sich im Laufe der 1980er, gemäß eines Berichts der
Vereinten Nationen über menschliche Entwicklung, hauptsächlich
aufgrund von inhärenten Ungerechtigkeiten die in SAPs eingebaut sind.
•
Heute erhält das reichste Fünftel der Welt (inklusive dem größten Teil
von Europa und Nordamerika) 150 mal mehr an Einkommen als das
ärmste Fünftel.
•
1,2 Milliarden Menschen in der dritten Welt leben nun in absoluter Armut
— beinahe zweimal die Anzahl der 1980er.
•
1,6 Milliarden Menschen in der dritten Welt sind ohne trinkbares Wasser.
•
Weit über zwei Milliarden sind arbeitslos oder unterbeschäftigt.
•
Wenigstens sechs Millionen Kinder unter dem Alter von fünf Jahren sind
jedes Jahr in Afrika, Asien und Latein-Amerika gestorben seit 1982
aufgrund des Anti-Menschlichen, sogar Völkermörderischen Fokus der
SAPs von IWF und Weltbank.
•
Obwohl Schuldigerländer mehr als 1,3 Billionen $ an den IWF gezahlt
haben zwischen 1982 und 1990, waren sie zu Beginn der 1990er Jahre 61
Prozent höher verschuldet als 1982. Gemäß des UNICEF Jahresberichts
von 1988, summierten sich die Tilgungen und Zinszahlungen der
südlichen Länder auf mehr als das Dreifache des Hilfe-Betrages den sie
von der Weltbank und IWF erhalten hatten.
Budhoo betrachtete die Programme des IWF als eine Form der Massenfolter
welche willentlich angewandt wurde während ein gefühlsloses und blindes Auge
gemacht wurde wenn „in Schmerz-schreiende-Regierungen und Leute gezwungen [sind],
vor uns zu knien, gebrochen und entsetzt und sich auflösend sind, und um ein kleines
bisschen Vernünftigkeit und Anständigkeit auf unserer Seite bettelten. Aber wir lachen
grausam in ihr Gesicht und die Folter geht unvermindert weiter“.
Es hat ihn letztlich berührt. Seine Grenze erreichend began Budhoo seine
Katharsis mit der Aussagen in seinem Open Letter of Resignation to the Managing
Director of the International Monetary Fund:
Heute trete ich vom Personal des Internationalen Währungsfonds
zurück nach über 12 Jahren, und nach 1000 Tagen von offizieller
Funds-Arbeit im Feld, des Andrehens deiner Medizin und deiner
Trickkiste an Regierungen und Völker in Lateinamerika und der
Karibik und Afrika. Für mich ist der Rücktritt eine preislose Befreiung,
für den ich den ersten großen Schritt gemacht zu dem Ort gemacht
habe, an dem ich hoffe, meine Hände von dem zu waschen, was in
meinem geistigen Auge das Blut von Millionen von armen und
hungernden Menschen ist. Mr. Camdessus, es ist so viel Blut, wissen
Sie, es fließt in Strömen. Es trocknet auch; es klebt überall an mir;
manchmal fühle ich, dass es nicht genug Seife auf der gesamten Welt
gibt um mich von den Dingen die ich in Ihrem Namen, und den Namen
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Ihrer Vorgänger und unter Eurem Dienstsiegel getan habe zu
reinigen.47
Kommunisten und Kapitalisten-Prinzipienbrüder
Zu sagen, dass der Kapitalismus die wirtschaftliche Methode der Wahl für
diejenigen unter dem Einfluss von Leidenschaft und Unwissenheit sind, heißt nicht,
dass man sagt, dass der Kommunismus irgendwie besser gewesen sei oder ist oder auch
nur anders. Genau genommen ist er ziemlich genau das gleiche, aus wirtschaftlicher
Sicht, in weiter Hinsicht weil der Kommunismus von den Kapitalisten erschaffen wurde
um ihre Kontrolle auszudehnen. Die angesehene Englische Historikerin Nesta Webster
schreibt in The Surrender of An Empire:
Wären die Bolschewiken eine bloße Bande von Revolutionären
gewesen, darauf aus, Besitz zu vernichten, als erstes in Russland und
dann in jedem anderem Land, hätte sie sich natürlicherweise gegen
organisierten Widerstand durch die Eigentümer des Besitzes überall
auf der Welt wiedergefunden, und die Glut in Moskau wäre rasch
erstickt worden. Es war nur dank der mächtigen Einflüsse hinter ihnen,
dass diese Minderheitenpartei in der Lage war die Zügel der Macht zu
ergreifen, und, nachdem sie sie ergriffen hatten, sie bis zum heutigen
Tage festzuhalten.
Während er ein Wissenschaftler am renommierten Hoover Instituts war,
untersuchte der Gelehrte Antony Sutton die Verbindung zwischen den Eigentümern des
Besitzes, den Kapitalisten, und den Kommunisten. Während seiner Zeit im Institut
schrieb er die große Studie Western Technology and Soviet Economic Development in
drei Bänden, welche ausführlich beschrieb, wie der Westen eine große Rolle in der
Entwicklung der Sowjetunion von ihren ersten Anfängen bis 1970 spielte. Er schrieb
weiter zwei Bände, die in die Beziehung zwischen Wallstreet und den Bolschewisten
eindrangen, zwei weitere Bücher die die amerikanische Unterstützung an die Sowjets
ausführlich beschrieben, und weitere zwei Bücher die die Wallstreet Financiers und ihren
Einfluss auf Regierung und Politiker untersuchten. Im Vorwort zu Wall Street and the
Bolshevik Revolution schreibt er: “Seit den frühen 1920ern haben unzählige Pamphlete
und Artikel, sogar einige Bücher versucht, eine Verbindung zwischen ‚internationalen
Bankern‘ und ‚Bolschewik Revolutionären‘ zu schmieden. Selten wurden diese
Versuche durch harte Beweise untermauert, und nie wurden solche Versuche innerhalb
des Regelwerkes einer wissenschaftlichen Methodologie diskutiert.“ Ungefähr fünfzig
Jahre nach der Oktoberrevolution gab die Regierung der Vereinten Staaten jedoch im
Zusammenhang stehende Dokumente frei, und Sutton fand die Beweise nach denen er
suchte in den Dezimalakten des Staatsministeriums, namentlich der 861.99 Sektion.
„Wenn die Beweise in diesen offiziellen Papieren mit inoffiziellen Beweisen aus
Biografien, persönlichen Papieren, und gewöhnlichen Geschichten verbunden werden,
entsteht eine wahrlich faszinierende Geschichte. Wir entdecken, dass es eine Verbindung
zwischen einigen New York internationalen Bankern und vielen Revolutionären,
inklusive Bolschewiki gab. Diese Bankiers Gentlemen… hatten ein finanzielles Interesse
an, und unterstützten den Erfolg der Bolschewik Revolution.“48 (Hervorhebung im
Original).
Was war dieses Interesse und wer waren die Männer dahinter? Der russische
General Arsene De Goulevitch schrieb in Czarism and the Revolution, “Die
Hauptversorger von Mitteln für die Revolution waren jedoch weder verrückte russische
Millionäre noch bewaffnete Banditen oder Lenin. Das ‚wahre‘ Geld kam hauptsächlich
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aus bestimmten britischen und amerikanischen Kreisen, welche seit einer langen Zeit der
russischen revolutionären Sache ihre Unterstützung gewidmet hatten.“ De Goulevitch
sagte weiter, dass die Revolution “von den Engländern erschaffen war, genauer, von Sir
George Buchanan und Lord (Alfred) Milner (von der Tafelrunde)… In privaten
Unterhaltungen wurde mir mitgeteilt, dass mehr als 21 Millionen Rubel von Lord Milner
ausgegeben wurden um die russische Revolution zu finanzieren.“49
William Boyce Thompson, ein Direkter der Federal Reserve Bank von New
York, ein großer Anteilseigner der Rockefeller-kontrollierten Chase Bank, und ein
Finanzpartner der Guggenheims und der Morgans, steuerte der Bolschewik Revolution 1
Million $ für Zwecke der Propaganda bei.50 Weitere 5 Million $ in Gold und sicheres
Geleit durch Kriegs-Deutschland wurden von Quellen dort erhalten. Und
Bankiersmagnat Jacob Schiff steuerte gemäß seinem Enkel John ungefähr 20000000$
für den finalen Triumph des Bolschewismus in Russland bei.51 Das Geld wurde in einer
Warburg Bank deponiert, und später zu den Nya Banken in Stockholm transferiert, wo es
von Lenin abgeholt wurde. Trotsky, der von New York aus mit einem amerikanischen
Pass reiste, gesellte sich in Petrograd zu ihm.
Schiff war nicht nur für die Bolschewisten, sondern wollte faktisch das imperiale
Russland zerrütten. Das Jüdische Gemeinderegister von New York City, 1917-18
bestätigte, dass Schiffs Firma Kuhn-Loeb & Co. „die großen japanischen Kriegskredite
von 1904-5 in Umlauf gesetzt hatte, und so den japanischen Sieg über Russland
ermöglicht hatte…“. Der Bericht bringt auch vor, dass „Mr Schiff die Feinde des
autokratischen Russlands finanzierte und seinen finanziellen Einfluss nutzte, um
Russland vom Geldmarkt der Vereinten Staaten fernzuhalten.“52
Zusätzlich veröffentlichte das US Staatsministerium einen drei-bändigen Bericht
über die Errichtung des Kommunismus in Russland, Papers Relating to the Foreign
Relations of the United States, 1918, welcher aus Geheimdienstberichten und
abgefangener Korrespondenz nacherzählt, wie deutsche Banken, unter dem Einfluss des
Bankiersmagnaten Max Warburg ein System für das Ausgeben von großen Zahlungen
Lenin, Trotsky und andere hervorbrachten in ihrem Versuch den Zaren zu stürzen. Das
Syndikat wurde errichtet sowohl mit „…sehr engen und absolut geheimen Beziehungen
die zwischen finnischen und amerikanischen Banken bestanden,“ als auch Bankhäusern
in Stockholm und Kopenhagen, welche Vermittler zwischen der Hochfinanz im Westen
und Revolutionären innerhalb Russlands waren.53
Falls die Männer ihn finanzierten, hatten sie offensichtlich keine Angst vor dem
internationalen Kommunismus, dem so-genannten Todfeind der Kapitalisten. Es ist nur
logisch, anzunehmen, dass, wenn sie gewillt und sogar beflissen waren mit ihm zu
kooperieren, es gewesen sein musste, weil sie ihn kontrollierten. Tatsächlich verstand
Lenin, dass er auf die eine oder andere Weise nicht in Kontrolle war. Er schrieb: „Der
Staat arbeitet nicht wie von uns begehrt. Wie arbeitet er? Das Auto gehorcht nicht. Ein
Mann ist am Steuer und scheint es zu lenken, aber das Auto fährt nicht in die gewünschte
Richtung. Es bewegt sich wie es eine andere Kraft wünscht“.
Wer kontrolliert ihn dann? Professor Sutton schreibt:
Der gigantische russische Markt wurde zu einem unterjochten Markt
und technisch eine Kolonie die durch ein paar leistungsstarke
amerikanische Finanziers ausgebeutet werden würde, mit den
Unternehmen unter ihrer Kontrolle. Was die zwischenstaatliche
Handelskommission und die Bundeshandelskommission unter der
Herrschaft der amerikanischen Industrie für diese Industrie zuhause
erreichen konnte, konnte eine geplante sozialistische Regierung für sie
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außer Landes erreichen—dank angemessener Unterstützung und
Anreizen durch Wallstreet und Washington, D.C.
Letztlich, damit diese Erklärung nicht zu radikal erscheint, erinnert
euch daran, dass es Trotsky war, der zaristische Generäle berief, die
Rote Armee zu konsolidieren; dass es Trotsky war welcher
amerikanische Offiziere berief um das revolutionäre Russland zu
kontrollieren und zugunsten der Sowjets einzugreifen; dass es Trotsky
war, welcher als erstes die freiheitlichen Elemente der russischen
Revolution zerdrückte und dann die Arbeiter und Bauernschaft… In
anderen Worten, wir suggerieren, dass die bolschewistische Revolution
eine Allianz von Statisten war: Statisten-Revolutionäre und StatistenFinanziers, abgestimmt gegen die authentischen revolutionären
freiheitlichen Elemente in Russland…
Die Frage im Geiste des Lesers muss nun sein, waren diese Bankiers
auch geheime Bolschewisten? Nein, natürlich nicht. Die Finanziers
waren ohne Ideologie. Es wäre eine grobe Fehlinterpretation,
anzunehmen, dass die Unterstützung für die Bolschewisten ideologisch
motiviert war, in irgendeinen engeren Sinn. Die Finanziers waren
Macht-motiviert und unterstützten daher jegliches politisches Vehikel
welchen ihnen Eintritt in die Macht geben würde: Trotsky, Lenin, den
Zaren, Kolchak, Denikin—sie erhielten alle mehr oder weniger Hilfe.
Alle bis auf diejenigen, die eine wahre freie individualistische
Gesellschaft wollten.
Dies ist daher eine Erklärung, die zu den Beweisen passt. Diese
Handvoll Bankiers und Unterstützer waren nicht Bolschewisten, oder
Kommunisten, oder Sozialisten, oder Demokraten, oder gar
Amerikaner. Über alles andere wollten diese Männer Märkte,
bevorzugt unterjochte Märkte—und ein Monopol auf den unterjochten
Weltmarkt wäre das ultimative Ziel. Sie wollten Märkte, die
monopolistisch ausgebeutet werden könnten, ohne Furcht vor
Wettbewerb von Russen, Deutschen, oder irgendeinem anderen—
inklusive amerikanischen Unternehmen außerhalb des erlauchten
Kreises. Diese geschlossene Gruppe war apolitisch und amoralisch.
1917 hatte sie nur ein Ziel vor Augen—einen unterjochten Markt in
Russland, alles präsentiert unter, und intellektuell geschützt durch den
Schutz einer Liga die den Frieden erzwingen würde.54 (alle
Hervorhebung im Original).
Die Sowjetunion war der Wirklichkeit gewordene Traum jedes Geschäftsmannes:
Ein Monopol auf ein gesamtes Imperium, und Umgang mit nur einem Mittelsmann—der
Regierung. Unmittelbar (um 1919) begann das Geschäft zu fließen: 10 Millionen $ für
Nahrungsprodukte, 4,5 Millionen $ für Druckpressen, 3 Millionen $ für Maschinen, 3
Millionen $ für Kleidung und weitere 3 Millionen $ für Stiefel und mehrere weitere
Verträge im Wert von 1,5 Millionen $.55
Der hauptsächliche Lohn für den vorherigen politischen und finanziellen Support
kam jedoch 1923, als die Sowjets ihre erste internationale Bank formten, Ruskombank,
um den Handel zwischen Russland und Europe sowie Russland und den USA zu
vereinfachen, um zum Beispiel britischen und amerikanischen Firmen zu erlauben ihre
Güter in dem gigantischen russischen Markt zu verkaufen. Der Partner von J. P. Morgan,
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Olof Aschberg, wurde der symbolische Vorsitzende, und ihre Hauptquelle an Kapital
waren 3 Millionen £ von der britischen Regierung, das mit Abstand größte
Initialinvestment in die Bank. Ein Vizepräsident von J. P. Morgans Guaranty Trust, Max
May, wurde der Direktor der Ruskombank, und die Ruskombank ernannte promt
Guaranty Trust Company zu ihrem US Vertreter. Rockefellers Chase Nationalbank
(später Chase Manhattan Bank) half dabei, 1922 die amerikanisch-russisch
Handelskammer zu errichten, und sein erster Präsident war Reeve Schley, ein Chase
Vize-Präsident. 1925 entwickelte Chase National das Programm für die Finanzierung
sowjetischer Rohmaterialexporte an die Vereinigten Staaten, und Chase National und
Equitable Trust Co. Waren auch die Hauptkräfte in sowjetischen Kreditgeschäften.56
Industrialisierung
Die oberste Priorität der Sowjets während Lenins Neuen Wirtschaftlicher
Poltikmaßnahmen (NWP) war die Industrialisierung des Landes, aber nach Jahren des
Krieges waren die Sowjets nicht in der Lage, das selbst zu tun, noch war das die
Absicht. Sie boten mehr als 350 ausländische Konzessionen unter den NWP während
der 1920er an. Diese Konzessionen erlaubten es ausländischen Unternehmern
Geschäftsoperationen in der Sowjetunion aufzunehmen ohne Eigentumsrechte zu
erlangen. Die industrielle Kapazität der Sowjetunion war, zu einem großen Ausmaß,
von amerikanischen Unternehmen und den Wallstreet Finanziers errichtet worden.
Obwohl viele dieser Konzessionen zurückgezogen wurden bis zum Ende der 1920er,
war dies irgendwie keine Abschreckung. Bis 1931 hatten westliche Unternehmen
immense Verträge für die Entwicklung und Verarbeitung von russischen Ressourcen,
die Maschinenbauleistungen und die Errichtung von Fabriken beinhaltete für: Gummi,
Automobilherstellung, Schmelzen, Stromerzeugung aus Wasserkraft, Bewässerung,
Düngemittel, elektrische Komponenten für Automobile, Papierfabriken, Stahlfabriken,
Kupfer und anderen eisenlosen Metallindustrien, Traktoren, Erdöl, Benzinproduktion,
Ölbohrtechnologien, Elektrizität, elektrische Generatoren und verbundene Ausrüstung,
Kohleproduktion und Maschinerie, Anilinproduktion, Benzinmotoren, Flugwesen,
Architektur, Gas- und Koksfabriken, Kohleförderung, Chlor, Ethansäure, Errichtung
einer elektrolytischen Kupferfabrik, und eine Aluminiumfabrik, die die Hälfte des
weltweiten Bauxits verbrauchte.57
Zusätzlich kaufte Standard Oil von New Jersey 50 Prozent der großen
kaukasischen Felder, und baute 1927 eine große Raffinerie. Standard Oil, mit ihrer
untergeordneter Vacuum Oil Co., machte Geschäfte, um Sowjet-Öl an europäische
Länder zu verkaufen. Die Sowjets unterschrieben 1929 auch ein Abkommen mit der
Ford-Motor Gesellschaft um Automobile und Teile im Wert von 30 Millionen $ im
Laufe von vier Jahren zu verkaufen, und Ford stimmte zu, bis 1938 technische
Unterstützung zu geben um eine integrierte Automobilherstellungs-Fabrikanlage bei
Nizhni-Novgorod (Gorki) zu bauen. Die MZMA Fabrik in Moskau, welche kleine
Automobile herstellt, wurde auch von der Ford Motor Gesellschaft gebaut. 1932 begann
Du Pont die Konstruktion einer immensen Salpetersäure Fabrik mit einer Kapazität von
1000 Tonnen am Tag (Salpetersäure ist eine Komponente in der Herstellung von
Sprengstoffen).
Westliche Firmen lieferten Entwürfe und Spezifikationen, Prozesstechnologie,
Maschinenbau-Kapazität, Ausrüstung, und Neugründungs- und Ausbildungsprogramme.
Diese Verträge waren Pauschalgeschäfte, die hochprofitabel waren. Diese Unterstützung
von Sowjettechnologie setzte sich durch das 20. Jahrhundert hindurch fort.58
Die internationalen Banker machten kontinuierlich Bemühungen, ihre Geschäfte
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mit der Sowjetunion aufrecht zu erhalten oder zu erweitern. Sie ermunterten die
amerikanische Regierung, die Sowjetunion 1933 als eine Nation anzuerkennen, wie es
andere Nationen taten, um „sie“ vor finanziellem Ruin zu schützen. Sie waren auch
beschäftigt mit anderen Plänen um ihre Geschäftsbeziehungen zu sichern. Nur ein Jahr
später, um 1934, errichtete Präsident Roosevelt die Export-Import Bank von Washington
per Verfügung. Bekannt als Eximbank, unterschreibt (garantiert) sie Kredite für
internationale Geschäfte, und wurde spezifisch geschaffen um Handel mit der
Sowjetunion zu fördern und zu finanzieren. 1972 gab die US Regierung 1 Milliarde $ in
Lizenzen für Export von Ausrüstung und technischer Unterstützung für die Kama LKWFabrik. Geplant als die größte LKW-Fabrik der Welt, bedeckte sie 36 Quadratmeilen und
produzierte mehr schwere Laster, inklusive Militärlaster, als der Output aller US
Hersteller von schweren Lastern zusammen. Die Eximbank stellte 153 Millionen $ in
Kreditgarantien für die Kama River Fabrik, und 180 Millionen $ für Occidentals Kette
von Chemiefabriken zur Hälfte des Leitzinssatzes.
Auf der Bretton Woods Konferenz 1948 wurden die Weltbank, der Internationale
Währungsfonds, und das Allgemeine Abkommen über Handel und Zölle (General
Agreement on Trade and Tariffs [GATT]) geschaffen. Im Herzen von GATT ist der
Status der „meistbegünstigsten Nation“ welcher einem Land erlaubt, mit einem
Minimum an Zoll- und Handelsbeschränkungen zu handeln. Die Nixon Administration
bereitete es vor, den Zoll-status einer meistbegünstigten Nation zu übertragen, als Teil
der Nixon-Kissinger Détente, kurz nach der Gipfelkonferenz in Moskau im Mai 1972.
David Rockefeller, Vorstandsvorsitzender der Chase Manhatten Bank, behauptete, dass
der Schachzug helfen könnte, den Rüstungswettlauf zu verlangsamen: „Der Wunsch der
Sowjets, westlichen Handel, Kredite und Technologie zu nutzen, um ihre eigene
Wirtschaft zu stärken, würde hoffentlich davon begleitet werden, dass sie niedrigere
Priorität in ihre Militärprogramme stecken,“ argumentierte er.59
Der Leser mag fragen, warum diese scheinbar normalen Geschäftsvorgänge in
unsere Aufmerksamkeit gebracht werden. Der Punkt ist, dass diese Geschäftsverträge
halfen, die industrielle Macht der Sowjetunion aufzubauen, welche viele, wenn nicht die
meisten Amerikaner stets als ihre Todfeinde betrachtet haben. Ihnen wurde gesagt, dass
die Kommunisten ihre Lebensweise zerstören wollten, und wurden fortwährend durch
Sowjetische Nuklearraketen bedroht durch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
hindurch. Wenn sie von der immensen amerikanischen Hilfe, die den Sowjets während
der gleichen Phase gegeben wurde hören, können sie es kaum glauben, insbesondere
weil ein großer Teil dieser Unterstützung militärische Anwendungen hat, und direkt
gegen Amerikaner im Vietnam Krieg eingesetzt wurden. Was ich versucht habe klar zu
machen, ist, dass es westliche Kapitalisten waren, die die Sowjetunion als eine Kolonie
errichteten, aus welcher Profite zu extrahieren waren. Unter dem Einfluss von tamo –
guna ist Profit Profit, unabhängig von den Kosten an Leben um ihn zu bekommen und
aufrecht zu erhalten.
Dies folgt der Maxime von Frederick Howe eines „T“ — einem Super-Monopol
über nicht nur ein Land, sondern über ein Imperium, mit der Regierung selbst als ihrem
Mittelsmann. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts hin hatten sie das gleiche Arrangement
auch in Amerika errichtet. Betrachte die folgenden Beziehungen zwischen der
amerikanischen Regierung und den Führungskräften von einigen großen Unternehmen:
Der Vorsitzende der Eximbank zur Zeit als der Kama River Fabrik Kreditgarantien
gegeben wurden war William J. Casey, ein früherer Partner von Armand Hammer (ein
großer westlicher Industrieller in Russland), der später der Direktor der Central
Intelligence Agency wurde. Die Finanzierung wurde von der Chase Manhattan Bank
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arrangiert, deren damaliger Vorsitzender David Rockefeller war. Chase ist auch der
ehemalige Arbeitgeber von Paul Volcker, welcher der Vorsitzende der Federal Reserve
Bank ist. Die US-Sowjet Handelsabkommen inklusive Kama und anderen Projekten
wurden von George Schultz unterschrieben, altbekannt als Fürsprecher von mehr Hilfe
und Handel für die Sowjets, welcher später Staatssekretär in der Reagan Administration
wurde. Shultz ist auch der ehemalige Präsident des Bechtel Unternehmens, einem großen
internationalen Maschinenbau-Unternehmen. Alles ein nettes, kuscheligen, inzestuöses
familiäres Erledigen von Geschäften, und vollständig garantiert durch die Steuerzahler
der Vereinten Staaten. Diese gleichen engen und aus-tauschenden Beziehungen setzten
sich heute zwischen Regierung und Finanzindustrie fort.
Kollektivierung
Zusätzlich dazu, dass es eine der wichtigsten wirtschaftlichen Ressourcen der
Sowjetunion war, diente Getreide auch als Verbindung zwischen Städten und Dörfern,
wo mehr als 80 Prozent der Bevölkerung lebten. Die NWP hatten die Absicht, solche
einen Level von Wohlstand für die Bauernschaft zu erschaffen, dass es einen internen
Markt für Fabrikwaren aus dem industriellen Sektor schaffen würde, aber gleichzeitig
wollten die Sowjets einen Netto-Profit für Industrie und weitere industrielle Expansion
sichern durch das Verlangen von höheren Preisen für Fabrikwaren als für Getreide.
Dieser Plan war jedoch durch ideologischen Probleme belastet, weil die Idee
einer entwickelten Bauernschaft in sich selbst für die Sowjets oxymoronisch war,
welche erwarteten, dass die Bauernschaft mit dem Fortschritt zu einer modernen
industriellen Gesellschaft verschwinden würde. Um die Dinge noch schlimmer zu
machen sahen die Kommunisten die Bauern mit einer kulturellen Geringschätzung, und
ordneten ihnen einen unterlegenen Klassenstatus zu.
So wie die Pläne für die Industrialisierung zunahmen, wuchs der Bedarf für
Getreideexporte. Verteilungs- und Versorgungs-Netzwerke schwächelten 1927
aufgrund Dürre und der Tatsache, dass die Bauern es bevorzugten, das Getreide zu
lagern und auf höhere Preise im Winter und nächsten Frühling zu warten. Stalin war
nicht einverstanden damit, zu warten und verlangte einen Tribut in der Form von
erzwungener Extraktion von Getreide als auch „Überschuss“-Geldvorräten. Die
ländlichen Gegenden wurden dann „die neue Front“ und Getreidelager repräsentierten
eine „zu jeden Kosten zu erobernde Festung“. Die Kommunisten bereiteten sich auf
einen neuen Typ von Krieg vor, aber einen mit inländischen Zielen und inländischen
Feinden. Die Lösung war, gemäß Stalin „die Spekulanten und Kulak Wiederverkäufer
anzugreifen“ als auch all diejenigen im niedrigstufigen Apparat, „die Spekulation
dulden oder begünstigen“.60 Gemäß russischen Gelehrten:
Das Dilemma, das die sowjetische Regierung konfrontierte war nicht
neu für die russische wirtschaftliche Entwicklung. Die Alternativen
erschienen völlig zweigeteilt: Entweder konnte die Regierung es der
Bauernschaft erlauben zu prosperieren, und durch ausgeglichenes
Wachstum und soziale Stabilität würden die benötigten Einkünfte für
die Industrialisierung sich schrittweise anhäufen, oder, sozialen
Unmut riskierend, könnte es die Bauernschaft „ausquetschen“ durch
hohe Besteuerung, niedrige landwirtschaftliche Preise aufrecht
erhalten, Getreideexporte ausdehnen, und mit der so ermöglichten
raschen Akkumulation von Kapital vorwärts drängen mit einem
erzwungenen Industrialisierungsprogramm. In jedem Falle wurde die
Bauernschaft hauptsächlich als wirtschaftliche Ressource angesehen,
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faktisch wenig mehr als eine interne Kolonie. Und die Faktoren, die
den Ansatz bestimmten waren oft mehr politisch als wirtschaftlich.
Die erste Option war weniger attraktiv für eine Regierung mit
revolutionären Entwürfen für die Restrukturierung der russischen
Gesellschaft. Die Angelegenheit der Geschwindigkeit oder des
Tempos der Industrialisierung wurde ein großes und umstrittenes
Problem für die Regierung. Während der ersten Jahre des NWP,
drängten L. D. Trotsky und die linke Opposition aggressiv nach
höheren industriellen Wachstumsraten. In den mit-1920ern, drängte E.
A. Preobrazhensky, ein Theoretiker für die linke Opposition, dass die
Handelsbedingungen stark gegen die Bauernschaft gerichtet würden,
dass ein „Tribut“ abgefordert werden sollte um die
Kapitalakkumulation und Industrialisierung zu beschleunigen. Mit
weder Ironie noch Scham titulierte er diesen Prozess „primitive
sozialistische Akkumulation“, und wiederholte und unterwanderte
Marxs verhasste „primitive kapitalistische Akkumulation“ im Interesse
der Sowjetmacht.61
Im November 1927, startete Joseph Stalin seine „Revolution von oben“, und
setzte idealistisch zwei unmögliche Ziele für die sowjetische inländische Politik: Rasche
Industrialisierung (eine 330 Prozent Expansion in der Schwerindustrie) und die
Kollektivierung der Landwirtschaft. Seine Ziele waren, alle Spuren des Kapitalismus
auszulöschen, die unter Lenins Neuen wirtschaftlichen Politikmaßnahmen eingetreten
waren und die Sowjetunion so schnell wie möglich, ohne Rücksicht auf die Kosten, in
einen industrialisierten und vollständig sozialistischen Staat zu verwandeln. Der erste
Fünf-Jahres Plan verlangte auch danach, die sowjetische Landwirtschaft von kleinen
individuellen Bauernhöfen in ein System von großen staatlichen kollektiven
Bauernhöfen umzuwandeln, im Glauben, dass die Kollektivierung den
landwirtschaftlichen Output verbessern würde und ausreichend Getreide produzieren
würde um die wachsende urbane Arbeiterschaft zu ernähren. Von der Kollektivierung
wurde auch erwartet, dass sie viele Bauern von ihrem Land befreien (erzwingen) würde,
um sie zu Angestellten des Staates zu machen, entweder auf den kollektiven Farmen
oder für industrielle Arbeit in den Städten.
Die Reaktion auf diesen drastischen Kulturwandel war beinahe identisch mit dem
der Bauernschaft Europas während des 15-17. Jahrhunderts. Die Bauern widersetzten
sich der Kollektivierung und antworteten mit Akten der Sabotage, dem Verbrennen von
Ernten und dem Abschlachten von leidenden Tieren. Sie zerstörten auch Besitz und
griffen Beamte und Mitglieder der Kollektive an. Isaac Mazepa, ehemaliger
Premierminister (1919-20) der Ukrainischen Volksrepublik (UVR), prahlte damit dass
die politische Rechte es in 1930-32 geschafft hatte, die landwirtschaftliche Arbeit
weithin zu sabotieren:
Zunächst gab es Störungen in den kolkhosi (kollektiven Farmen) oder
es wurden die kommunistischen Beamten und ihre Mittelsmänner
umgebracht, aber später wurde ein System des passiven Widerstandes
bevorzugt, welches auf die systematische Vereitelung der Pläne der
Bolschewisten, die Ernte zu sähen und zu ernten, abzielte… Die
Katastrophe von 1932 war der härteste Schlag dem sich die Sowjet
Ukraine gegenübersah seit der Hungernot von 1921-22. Die Aussaaten
im Herbst und Frühling waren beide fehlgeschlagen. Ganze Gebiete
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waren nicht besäht worden, und zusätzlich wurden, als die Ernte
gesammelt wurde in vielen Gebieten, insbesondere im Süden, 20, 40
oder gar 50 Prozent auf den Feldern gelassen, und wurde entweder gar
nicht gesammelt oder beim Dreschen ruiniert.
Die Sowjet-Regierung antwortete dramatisch und hart, indem sie
Nahrungsrationen und andere lebensnotwendige Güter wie Salz in Gebieten kürzte, wo
es Opposition zur Kollektivierung gab, insbesondere in der Region der Ukraine.
Hunderttausende derjenigen die gegen die Kollektivierung waren wurden hingerichtet
oder in Zwangsarbeitslager gesandt. Bauernfamilien wurden zwangsweise nach Sibirien
und Kasachstan in Exil-Siedlungen umgesiedelt und zehntausende starben auf dem Weg.
1932 erhöhte Stalin die Getreide-Quoten der Ukraine um 44 Prozent, was ein de
fakto Todesurteil war. Unter dem Sowjet Gesetz wurde alles Getreide als erstes genutzt
um die Quote der Regierung zu erfüllen, bevor irgendwelches an die Mitglieder der
Farm gegeben werden konnte. Mit der Hilfe der regulären Truppen und der
Geheimpolizei führten die Sowjets einen gnadenlosen Krieg gegen diejenigen die sich
weigerten, ihr Getreide aufzugeben. Selbst Getreidesamen wurden gewaltsam
konfisziert. Jeder Mann, jede Frau oder jedes Kind, welches auch nur mit einer Handvoll
Getreide von einer kollektiven Farm gefangen wurde, konnte, und wurde oft exekutiert
oder deportiert. Die Zeiten waren so schwer, dass diejenigen, die nicht zu verhungern
schienen verdächtigt wurden, Getreide zu horten. Sechs bis sieben Millionen wurden
ausgelöscht in dem was Ukrainer „Holodomor“-den „Hungersnot-Völkermord“ nennen.
Schätzungen über die Toten durch das Sowjetimperium durch Verhungern oder
direkt durch die Kollektivierung verursachte Krankheiten zählen in die hohen Millionen.
Gemäß den offiziellen Sowjetischen Zahlen verschwanden ungefähr 24 Millionen
Bauern in den ländlichen Gebieten, mit nur zusätzlichen 12,6 Millionen Menschen die in
staatliche Jobs gingen. Die Implikation ist, dass die total Anzahl der Toten für Stalins
Kollektivierungsprogramm in der Größenordnung von zwölf Millionen Leuten war. Die
schwersten Verluste traten in der Ukraine auf, welche das produktivste
landwirtschaftliche Gebiet der Sowjetunion gewesen war. Entschlossen, jeglichen
verbliebenen Nationalismus zu brechen, wurde die Hungersnot von einer Säuberung der
Ukrainischen Intelligenzia und sogar der Ukrainischen Kommunistischen Partei
begleitet. Die Hungernot brach den Willen der Bauern, sich der Kollektivierung zu
widersetzen und hinterließ die gesamte Bevölkerung politisch, sozial und psychologisch
traumatisiert.
Der ukrainische Historiker Valentyn Moroz schrieb in seiner Ausführung, wie
die Hungernot signifikant damit verbunden war, die traditionelle Kultur zu ändern: „Das
Ukrainische Dorf war lange als Bastion der nationalen Traditionen erkannt worden. Die
Bolschewisten wollten einen tödlichen Schlag auf die Dorfstruktur ausführen, weil es der
Lebensbrunnen des vitalen Nationalgeistes war.“62 Einer von Stalins Leutnants
demonstrierte die Haltung der Kommunisten, dass die Hungersnot in der Ukraine ein
großer Erfolg war. Sie zeigte den Bauern, „wer hier der Herr ist. Es kostet Millionen von
Leben, aber das kollektive Bauernhofsystem ist hier um zu bleiben.“63 (Er klingt
unheimlich ähnlich wie Michael Ledeen, nicht wahr?)
In einer Rede vor dem Unterhaus am 5. November 1919 sagte Winston
Churchill: “Lening wurde nach Russland gesandt… auf die gleiche Weise wie man eine
Ampulle senden würde, die eine Kultur Typhus oder Cholera beinhaltet, die in die
Wasserversorgung einer großen Stadt zu werfen wäre, und sie arbeitete mit erstaunlicher
Genauigkeit. Lenin schaffte es nicht eher, als bis er hier und da mit dem Finger obskuren
Personen in gesicherten Zufluchtsorten in New York, Glasgow, Berne und anderen
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Ländern zuwinkte, und er sammelte die führenden Geister einer formidablen Sekte
zusammen, der formidabelsten Sekte der Welt. Mit diesen Geistern um ihn, begann er
das Werk, alle Institutionen, von denen der russische Staat abhing mit dämonischem
Können in Stücke zu zerreißen.
Die Wirtschaftsweise der Unwissenheit gewinnt Macht und Profit ungeachtet der
Kosten, und die Kosten um die Geschäfte in Russland zu verdichten und die Leute zu
zwingen, ihre produktive Energie im Dienste eines Herren zu nutzen wird in Millionen
von Leben gemessen. Zwischen 1930 und 1950 starben mehr als 20 Millionen Russen in
Zwangsarbeitslagern, und Chruschtschow übersah persönlich das Massaker an mehr als
10000 Ukrainern in Vinnitsa. Es gibt keine Sicherheit über die genaue Zahl der Toten,
aber die Zahl ist mindestens 20 Millionen, inklusive Opfern der erzwungenen
Kollektivierung, dem Hunger, großen Säuberungen, Vertreibungen, Verbannungen,
Hinrichtungen und Massentoten in Gulags. Alexander Solzhenitsyn legt die Zahl auf 66
Millionen fest.
Es gibt wenig Unterschied ob man dazu gezwungen ist, für einen kapitalistischen
Herren oder einen kommunistischen zu arbeiten. Sowohl die Kapitalisten als auch die
Kommunisten haben eine Wirtschaft der Unwissenheit durch Grausamkeit,
Zwangsgewalt, Gewalt und Tod erschaffen. In beiden Fällen wird die Arbeit von
Millionen von einer kleinen Minderheit usurpiert, welche Reichtum zu ihrem eigenen
Vorteil anhäufen, und es gibt keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden.
Wir könnten fragen wie das internationale kommunistische Experiment, eine
Übung in der Ausbeutung (tamo – guna), ohne eine gewaltsame Revolution endete,
welche von dem Einfluss von tamo – guna erwartet werden sollte. Die Antwort ist
meiner bescheidenen Meinung nach, dass das 70-jährige Experiment zwischen dem
kapitalistischen Modell und dem kommunistischen demonstriert hat, dass viel mehr aus
Leuten herausgepresst werden kann, wenn sie denken dass sie frei sind, und ihnen
unbeschränkte Sinnenbefriedigung gegeben wird. Sie werden arbeiten wie verrückt um
in der Lage zu sein, unerhebliche, unnötigen Plunder zu erwerben um ihr eigenes
unwichtiges Gefühl von „Ich und mein“ zu vergrößern und im Prozess die Herren des
Kapitals zu bereichern. Warum sich die Sorge machen, sich in einem zerstörerischen
Krieg zu betätigen, wenn man bereits einen Ort und seine Leute kontrolliert?64 Die
Geschichte zeigt, dass die meisten der Kriege der letzten zweitausend Jahre geschlagen
wurden um zu entscheiden wer einen Ort und seine Leute ausbeuten darf. Falls man sie
bereits kontrolliert, warum ist dann ein Krieg notwendig? Nichtsdestotrotz musste viel
Lärm gemacht werden um den Millionen von sowjetischen Bürgern, die an die
kommunistische Ideologie geglaubt hatten, den „ideologischen Wandel“ zu erklären und
welche sich nun von ihren Führern verlassen fühlten. Und, wenn all die kommunistische
Rhetorik tatsächlich wahr war, warum wurde dann das Kapital des sowjetischen Staates,
angeblich das Eigentum „des Volkes“, ihnen nicht übergeben, als das Imperium
privatisiert wurde? Weil es bereits die ganze Zeit Gewinne für einen kleinen Teil „der
Leute“ erwirtschaftet hatte und mit kleinen Änderungen wurde denjenigen an der Macht
das Privileg gegeben ihre Eigentümerschaft fortzusetzen, als der Kommunismus
zusammenbrach. Es gibt faktisch keinen „Staat“ für den zu arbeiten ist, alle Staaten sind
eine Fiktion. Im Falle der Sowjets war „der Staat“ die Herrscher der kommunistischen
Partei, welche im Namen des Staates handelten. Entgegen der äußeren Erscheinung hat
sich sehr wenig tatsächlich verändert.
Die Leute in der ehemaligen Sowjetunion spielen nun ein Spiel des Aufholens,
und versuchen all die vielen importierten verlockenden Annehmlichkeiten aus aller Welt
zu bekommen. Es gibt tausende von Läden welche nirgendwo zu sehen waren während
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der kommunistischen Zeiten, zusammen mit einfachem Kredit, ohne Abschlag und
einem 0 Prozent Zinssatz, welche Käufer dazu verlocken, „jetzt zu kaufen“. Und es
funktioniert. Die Leute füllen die Läden und, wie der Rest der Welt, werden rasch mehr
„wie Amerikaner“. Aber es gibt einen Preis zu zahlen. Wenn ich dorthin reise und die
Leute frage ob sie jetzt unter dem Kapitalismus härter arbeiten als unter dem
Kommunismus; sagen sie ausnahmslos, dass sie das tun.
Viele erkennen mit Bestürzung das Spiel als das was es ist. Sie verstanden, dass
sie früher unter dem Kommunismus ausgebeutet wurden und dass sie nun unter dem
Kapitalismus ausgebeutet werden. Es gibt tatsächlich keinen Unterschied zwischen den
beiden, der auch nur einen Pfennig wert wäre—beide geben sich selbst klar als die
gleiche Wirtschaftsweise der Unwissenheit zu erkennen.
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Kapitel Sechs
Die Wirtschaftsweise des Atheismus
“…ohne Gott und ohne ein zukünftiges Leben? Dann ist jetzt also alles
erlaubt, und man kann alles tun, was man will?“ Dostojewsky – Die
Brüder Karamasow
“Tu was Du willst” Motto von den Illuminati
Versprich Mir ein Paradies
Materialisten jeder Couleur, inklusive der Bandbreite der weltlichen Philosophen
(Volkswirte) haben seit Jahrhunderten spekuliert um den Moment des „Heureka — ich
hab‘s begriffen!“ zu realisieren, die Entdeckung der Formel für ein glückseliges Leben
der materiellen Existenz. Nun, wartet nicht länger. Der Nobelpreisträger und Volkswirt
Herbert Simon hat die Quelle unserer zukünftigen Glückseligkeit in der klassischen
Theorie der Wirtschaft gefunden, gerade dort, basierend auf der Annahme, dass das
Verfolgen unseres individuellen Eigennutzes uns alle zu einem Zustand von
„allwissender Rationalität“ bringen wird! Allwissenheit ist natürlich eine Qualität, die
bisher nur Gott beigemessen wurde, aber es scheint, dass sie jetzt irgendwie
weiterverbreitet wird durch die Wirkung von blinden wirtschaftlichen Kräften und
Eigennutz allein, was einen mit der Frage zurücklässt, warum die Zigmillionen von
eigennützigen Opportunisten die vor uns gingen, dieses besagte gelobte Land nicht
gefunden und uns hinterlassen haben. Dieses rationale wirtschaftliche Model ist,
schlussfolgert er, eine Welt, die „erstaunlich schlicht schön“1 ist. Solche gerühmten und
idyllischen Träume sind auf so natürliche Weise anziehend, dass sie viele den gelben
Ziegelsteinweg [Anspielung auf ‚Der Zauberer von Oz‘, Anm.d.Übers.] hinunter in mehr
Illusionen führen. Dem gleichen fehlgeleitetem Wunschdenken folgend schlussfolgert
ein weiterer Volkswirt, Robert Nelson, dass „Eigennutz daher kein unfeines und
selbstsüchtiges Motiv ist, sondern, paradoxerweise, eine notwendige Eigenschaft des
menschlichen Verhaltens, falls Männer und Frauen auf einen Pfad hin zu größerer
zukünftigen Rationalität… und,... in seiner Perfektion,… einen zukünftigen himmlischen
Frieden auf Erden schreiten sollen;… die Menschheit auf einen Pfad des
wirtschaftlichen Wachstums zu setzen bedeutet… einem Kurs zu folgen der letztlich zur
spirituellen Erfüllung der Menschheit führt.2
Wirklich ein Paradox! Falls es wahr wäre, sollen die beinahe endlose, und
sicherlich ubiquitäre, ungezügelte Selbstsucht in der heutigen Welt nach Reagans
Jahrzehnt der Gier, Clintons rauschenden 90ern und dem gleichzeitigen Schnappen der
Vermögen der Sowjetunion durch die Gierigsten, uns alle vor einem oder zwei
Jahrzehnten ins Nirwana gebracht haben – oder auch vor einem Jahrtausend oder länger.
Eigennutz ist nichts Neues. Die Vorstellung, oder sogar die Hoffnung, dass
wirtschaftliches Wachstum zu der spirituellen Erfüllung der Menschheit führen kann,
führt zu ernsthaften Fragen was Nelsons Vorstellung von Spiritualität eigentlich ist. Aber
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er lässt keinen Zweifel, dass es ein sogenannter Himmel-auf Erden ist. Seine Ideen sind
sicherlich nicht die gleichen wie die von den Veden erklärten, durch deren Definition
weltliche wirtschaftliche Aktivität allein und weiter hinunter in den Abgrund der
Unwissenheit führt. Die spirituellen Eigenschaften, die in der Bhagavad-gita und Srimad
Bhagavatam erklärt werden, können niemals durch materielle Mittel erzielt werden, und
zu denken, dass authentisches spirituelles Glück durch irgendwelche materiellen Mittel
erreicht werden kann demonstriert nur die Unwissenheit von der Seele. Es ist nur eine
weitere große Illusion der modernen materialistischen Gesellschaft. Jede nüchterne
Person würde gut daran tun, nicht durch solche falsche Versprechen in die Irre geführt zu
werden. Simon, Nelson und Leute ihres Schlags wollen das Königreich Gottes, aber
ohne Gott.
Nelson setzt diese vergebliche Suche nach dem Himmel auf Erden in einem
Folgewerk mit dem Titel Economics As Religion fort.3 Kein Scherz. Was predigt dieser
Priester der wirtschaftlichen Erlösung? Dass durch wirtschaftlichen Fortschritt “Sünde
von der Welt eliminiert werden kann”. Und was ist diese Sünde? Wirtschaftliche
Irrationalität. Er sagt, dass “irrational zu sein bedeutet, von dem modernen Äquivalent
des Bösen besessen zu sein.” Irrational bedeutet, nicht „wirtschaftlich“ zu handeln, was
bedeutet, nicht auf so eine Weise zu handeln, um den eigenen Reichtum zu erhalten oder
zu vergrößern, was auch bedeutet, dass Geld über alle anderen Dinge bewertet werden
muss. Geld und Reichtum sind daher Nelsons Götter. Er argumentiert, dass „falls, was
rational ist, wirtschaftlichen Fortschritt bringt, und falls der wirtschaftliche Fortschritt
letztlich die menschliche Sündhaftigkeit aufhebt, dann folgt direkt, dass sich rational zu
verhalten den höchsten moralischen Geboten der Menschheit gehorcht.“4 In andere
Worten, Moralität besteht nicht darin, welcher Autorität man folgt, oder wie man mit
anderen umgeht. Sie liegt im Erschaffen von Geld und Reichtum — Götter deren
Positionen über allen anderen Betrachtungen liegen. Weiterhin sagt der selbst-gerechte
Nelson uns, dass es nur ein Verständnis von Rationalität gibt — seines — und das
Organisationen wie der Friedenskorps und die verschiedenen internationalen
Entwicklungsagenturen die neuen Missionare sind, deren Job es ist, die Nachricht der
Erlösung in die Welt zu bringen.
Er fährt fort, zu argumentieren, dass:
Die Aufhebung von wirtschaftlichem Mangel zur Ankunft des
Himmels auf Erden führen wird, und alle Menschen in jeder Nation
werden auf die gleiche Art gerettet und eines Tages den gleichen
Himmel teilen. Falls Religion mehr als alles andere mit dem Pfad der
Erlösung und dem ultimativen Zielen der Menschheit beschäftigt ist,
werden alle menschlichen Wesen Anhänger der gleichen weltweiten
Theologie, deren Nachricht in den wirtschaftlichen Predigten [sic] des
Wohlfahrtsstaates des zwanzigsten Jahrhunderts enthalten ist.5
Die Tatsache ist, dass Nelsons Religion Atheismus ist, sein Himmel eine Welt
voll unbeschränkter Sinnengenuss, und sein Mittel, mit dem er verspricht uns in dieses
himmlische Königreich zu bringen, ist kein anderes als die Wirtschaftsweise des
Atheismus. Dies ist ein erbärmlich armseliger Ersatz für die Realisation von wahrer
Transzendenz und der unbegrenzten Glückseligkeit des Realisierens unserer
authentischen ewigen spirituellen Natur — Konzepte und Realisierungen die für immer
außerhalb der Reichweite für Leute mit solch einer Mentalität bleiben werden. Weiterhin
können Nelsons Vorschläge niemals bleibendes Glück zu irgendjemandem bringen,
unabhängig davon, wie er es sich so vorstellt. Es gibt keine Menge an materiellem
Genuss, der uns permanent erfüllen kann, das spirituelle Wesen. Nicht-endende Mengen
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an materiellem Sinnengenuss können eine Person nicht glücklich machen. Falls es
könnte, warum sind dann die bereits unerhört Reichen nicht befriedigt und glücklich?
Warum machen sie weiter damit, die Armen und Mittellosen auszuplündern? Was ist die
Menge, die benötigt wird um jemanden endlich zu befriedigen? Wie wir bereits
diskutiert haben, es gibt keinen. In der Tat, unbegrenzte und zunehmende Mengen von
Sinnengenuss tun nichts weiter als die Flammen von mehr Begierden anzuheizen welche
wie Feuer brennen und keinen Frieden geben. Im Inferno der Lust verloren, fahren diese
verlorenen Seelen damit fort, einen Plan nach dem anderen zu erschaffen um ‚es alles zu
bekommen‘.
Die Illusionen und Falschen Annahmen der Modernen
Wirtschaftswissenschaft
Wie wir uns verstehen und miteinander umgehen wird immer von unserem
Verständnis davon beeinflusst, wer wir sind, was diese Welt ist, und unserem Zweck
hier. Diese existenziellen Fragen werden von jeder bona fide Religion beantwortet, weil
Gott diese Welt nicht einfach wie eine Uhr aufgezogen hat, und sie losgelassen hat,
damit sie alleine funktioniert, wie es die Deisten behaupten. Er hat uns Instruktionen
gegeben wie wir in dieser Welt leben sollen und verkündet sie in religiösen Lehren,
insbesondere der vedischen Literatur. Er sendet regelmäßig Seine Vertreter — die
acharyas, Gurus und Heiligen — um uns zurück auf den rechten Pfad zu führen. Er
kommt sogar Höchstpersönlich hierher um uns zu zeigen wie wir leben sollen durch Sein
eigenes Beispiel. Die Priester und Intelligentsia jeder Gesellschaft sind die Vermittler,
deren Verantwortung es ist, uns diese Instruktionen zu bringen, und daher das soziale
Flaggschiff zu steuern. Aber dieses Verständnis des Arrangements des Höchsten ist in
diesem Zeitalter von Kali verloren gegangen, und die vielen ernsthaften Probleme, denen
sich die Welt nun gegenübersieht, resultieren aus dem Denken, dass diese existenziellen
Fragen relativ sind, und gemäß eigener Vorliebe beantwortet werden können. Diese
falsche Annahme hat zu einer Menge anderer falschen Annahmen über diese Welt
geführt, von denen viele in den Auffassungen der modernen Wirtschaftswissenschaft
gefunden werden können, die so einflussreich dabei ist wie die Welt heute funktioniert.
Diese Annahmen im Lichte der Veden zu untersuchen liefert uns einen Möglichkeit, die
Hindernisse klar zu erkennen, die auf dem Weg zu einer Wirtschaftsweise stehen die
vorteilhaft für alle ist.
Wir haben einige der falschen Annahmen oben identifiziert. Hier werden wir
diejenigen im Detail betrachten, welche die Grundlage der Wirtschaftsweise des
Atheismus formen (moderne Wirtschaftsweise), welche solche katastrophalen
Ergebnisse für die überwältigende Mehrheit der Leute der Welt hatte. Diese
grundlegenden Annahmen beinhalten: 1) Die Vorstellung dass es keinen Gott gibt, 2)
dass wir persönlich jede Menge an Privatbesitz besitzen können, 3) dass wir die
Ergebnisse unserer Handlungen erschaffen, welche daher unserer sind um sie zu besitzen
und zu genießen, 4) die Vorstellung, dass das Verfolgen des eigenen Eigennutzes auf
magische Weise im besten Interesse aller resultiert — die sogenannte Unsichtbare Hand
des Marktes, 5) dass Unternehmen und andere fiktive Institutionen wirklich, notwendig
und vorteilhaft sind, und 6) dass Papiergeld Wert hat, zusammen mit der gesamten
Menge von Annahmen und Problemen die damit verbunden sind.
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Die Grundlage der Atheistischen Zivilisation
Das englische Wort Atheismus kommt vom Griechischen atheos, was gottlos
bedeutet. Im Griechischen weist der Prefix a- auf ohne hin, und das Wort theos bedeutet
Gott. Dies ist identisch mit der Bedeutung des Atheismus, die in den Veden gefunden
wird. Gemäß der vedischen Literatur wird alles was keine Verbindung mit Gott hat als
atheistisch betrachtet. Weiterhin ist das Konzept des Atheismus mit dem Konzept von
maya verbunden. Früh in der Geschichte der Schöpfung unternahm Brahma, im
Verlangen den Grund für seine alleinige Existenz herauszufinden, große Enthaltungen
und Meditation. Von seinen Bemühungen erfreut offenbarte sich der Höchste Herr
Brahma und erklärte, dass nur Er die Grundlage aller Existenz ist, und Er erklärte auch
die Unterscheidung zwischen Realität und Illusion (2.9.33-34):
Brahmā, Ich bin es, die Persönlichkeit Gottes, der vor der Schöpfung
existierte, als es nichts außer Mir gab, nicht einmal die materielle
Natur, die Ursache dieser Schöpfung. Das, was du jetzt siehst, bin
ebenfalls Ich, die Persönlichkeit Gottes, und nach der Vernichtung
wird das, was bleibt, ebenfalls Ich, die Persönlichkeit Gottes, sein. O
Brahmā, was immer von Wert zu sein scheint, besitzt keine
Wirklichkeit, wenn es nicht mit Mir verbunden ist. Wisse, dass es
Meine täuschende Energie ist, jene Widerspiegelung, die sich in
Dunkelheit befindet.
Srila Praphupada erklärt die Verbindung zwischen Atheismus und Maya in
seinen Kommentaren zu diesen Versen: „Wir sollten sehr sorgfältig zur Kenntnis
nehmen, dass die Persönlichkeit Gottes sich an Lord Brahma richtet und mit großer
Betonung sich Selbst spezifiziert, darauf hinweisend dass es Er ist, die Persönlichkeit
Gottes, welche vor der Schöpfung existierte, und es ist nur Er, der die Schöpfung erhält,
und es nur Er der nach der Zerstörung der Schöpfung verbleibt. Brahma ist auch eine
Schöpfung des Höchsten Herrn… jede Stufe der kosmischen Manifestation — ihre
Erscheinung, ihre Versorgung, ihr Wachstum, ihre Interaktionen verschiedener Energien,
ihre Verminderung — hat ihre grundlegende Beziehung mit der Existenz der
Persönlichkeit Gottes. Als solche wird eine Auffassung immer dann als ein Produkt der
illusionären Energie des Herrn bezeichnet, wenn diese grundlegende Beziehung mit dem
Herrn vergessen ist, und wenn Dinge als wirklich akzeptiert werden ohne mit dem Herrn
verbunden zu sein. Weil nichts ohne den Herrn existieren kann, sollte auch gewusst
werden, dass die illusionäre Energie auch eine Energie des Herrn ist.“ Diese illusionäre
Energie haben wir oben als Maya identifiziert. Unter dem Bann dieser illusionären
Energie sehen wir alles in Beziehung zu uns selbst, akzeptieren es für unseren eigenen
Gebrauch, Genuss oder Vergnügen, und vergessen seine Beziehung mit Gott
vollkommen. Darum sind alle Auffassungen und Aktivitäten ohne eine Verbindung mit
Gott zu haben atheistisch, und von Maya beeinflusst, oder Illusion. Die Srimad
Bhagavatam zielt darauf ab, diese Illusion zu zerstören indem es die Verbindung von
allem in dieser Welt mit Gott errichtet. Die Ausmerzung dieser Illusion wird ganz zu
Anfang dieses großen Werkes unternommen. Der zweite der 18000 Verse drückt aus
(1.1.2)
ln diesem Bhagavata Purana wird jede sogenannte religiöse Aktivität,
die materiellen Motiven entspringt, entschieden abgelehnt, und es wird
die höchste Wahrheit vermittelt, die von jenen Gottgeweihten
verstanden werden kann, die im Herzen vollkommen rein sind. Die
höchste Wahrheit ist die Wirklichkeit, die zum Wohle aller von der
Illusion unterschieden wird. Diese Wahrheit beseitigt die dreifachen
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Leiden.♣
Falls Maya, oder Illusion, das ist, was für von Gott getrennt gehalten wird, dann
sind alle der unterliegenden Annahmen des modernen wirtschaftlichen Denkens
illusorisch. Was diesen Illusionen erlaubt zu existieren. ist, dass wir sie gemeinsam als
Gesellschaft akzeptiert haben und versuchen, sie funktionieren zu lassen als ob sie
Wirklichkeit wären. Aber sie sind es nicht und können niemals Realität sein. Das
Ergebnis dieser weitverbreiteten Psychose eines „Fantasieproduktes“ ist, dass Milliarden
von Menschen an Not und Mangel leiden, miserable Leben leben, und zu oft in ein
frühes Grab gehen. So lange wir an diesen illusionären Konzepten festhalten und
versuchen sie für unseren materiellen Genuss auszubeuten, müssen die weitverbreiteten
sozialen und wirtschaftlichen Probleme, denen wir nun gegenüberstehen erhalten
bleiben. Mit anderen Worten, es sind die falschen Annahmen der modernen Gesellschaft,
welche die Probleme erschaffen. Das bleibt wahr, unabhängig wie die Details der
wirtschaftlichen Formeln optimiert werden. Die Probleme können nicht vollständig und
ultimativ zu jedermanns Vorteil gelöst werden bis diese falschen Annahmen aufgegeben
werden und wir wählen, gemäß der Realität zu leben. Ohne Entschuldigung an Margaret
Thatcher, es gibt keine Alternative hierzu, falls die Leute der Welt glücklich leben
sollen.
Unbegrenztes Privateigentum
Wir untersuchten die Illusion von Eigentümerschaft oben kurz, aber hier wollen
wir sie als eine der grundlegenden Annahmen des modernen wirtschaftlichen Denkens
betrachten. In der modernen Kultur ist die unbegrenzte Akquisition von Reichtum
sowohl rechtmäßig als auch moralisch akzeptabel. Beinahe jeder hält dies für natürlich,
normal und sogar über jeden Zweifel erhaben. Als solches ist unser Wirtschaftssystem
um diese Vorstellung herum aufgebaut. Jeder hat „seine eigenen“ Besitztümer, die von
denen anderer abgetrennt sind. Wir denken auch, dass jeder das Gott-gegebene Recht
hat, diese Besitztümer mehr und mehr zu vergrößern. Die Wirkweisen der
Geldwirtschaft diktieren, dass diese Zunahme von anderen kommen muss. In manchen
Fällen gibt es einen gleichen Austausch, aber nicht immer. Oft werden die Menschen
dazu gebracht, für die Lebensnotwendigkeiten teuer zu bezahlen, was in großen
Ungleichgewichten im Reichtum resultiert. Auf der einen Seite leben Milliarden von
Menschen in großer Not, während auf der anderen Seite Milliardäre nicht einmal
verstehen können wie viel Geld sie haben, um nicht davon zu sprechen, es für jeglichen
persönlichen Zweck sinnvoll zu nutzen. Unbegrenzte Eigentümerschaft ist nicht nur ein
Fluch für die zivilisierte Kultur, sondern die bloße Konzeption, dass das Lebewesen
irgendetwas in dieser Welt besitzen kann ist eine der Hauptillusionen von Maya. Eine
spirituell progressive Kultur warnt seine Bürger vor der Gefahr dieses Impulses und
bietet Wege und Mittel für sie um die Tendenz zu minimieren.
Das Wort Besitzer impliziert einen Kontrollierenden. Wenn man zum Beispiel
ein Haus oder Automobil besitzt, kontrolliert man es. Man besitzt die Schlüssel und es ist
für den eigenen exklusiven Gebrauch. Aber wie erlangte man Eigentümerschaft darüber?
Man hat es entweder hergestellt, oder etwas von Wert mit dem Hersteller oder bisherigen
Besitzer getauscht (im Allgemeinen Geld). Der erste Besitzer war der Hersteller, der
seine tausenden Teile in ein funktionierendes Ganzes zusammenfügte. Aber wo bekam
er die Ressourcen für diese Teile? Natürlich konnten sie nur aus der Erde kommen. Und
wer besitzt die Erde und ihre Ressourcen? Diese Frage ist eine der wichtigsten, vielleicht
die wichtigste, bedeutsamste Frage der Wirtschaftstheorie, weil die Antwort die
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Grundlage davon bildet, wie wir den Rest unserer wirtschaftlichen Angelegenheiten
ausüben.
Wir könnten behaupten, dass niemand die Erde besitzt, weil niemand die Erde
erschaffen hat, und ihre Ressourcen sind daher für uns zum Nehmen da. Dies ist die
Position von Atheisten, die die Erde für ihren persönlichen Vorteil ausbeuten. Andere
könnten fordern, dass Gott die Welt erschaffen hat, aber Er erschuf sie für unseren
Gebrauch, und ihre Ressourcen sind daher für uns zum Nehmen da. Obwohl Glauben an
Gott ausgedrückt wird, ist das Endergebnis dieser zwei Positionen das gleiche —
Menschen versuchen, die Ressourcen der Natur unbegrenzt auszubeuten, mehr als ihren
gerechten Anteil zu nehmen, ohne weitere Überlegung. Es gibt eine dritte Position —
verstehen, dass Gott die Welt für den Vorteil aller seiner Kinder geschaffen hat — all die
Lebewesen, welche hier durch seine Anordnung sind, welchen darum ihr Teil zusteht.
Dies ist die Position, die wir in der vedischen Literatur finden, welche mit dem
folgenden Beispiel erklärt wird.
Nehme an, dass eine Person die Straße hinunterläuft und ein Portemonnaie mit
500$ darin findet. Es gibt unterschiedliche Weisen auf die er reagieren kann. Er könnte
sagen, es gehört nicht mir, und weitergehen und das Portemonnaie auf der Straße liegen
lassen. Oder er könnte es aufheben und sagen „hey, das ist mein Glückstag“ und das
Geld für sich selbst nehmen. Oder er könnte, im Verständnis, dass jemand sein
Portemonnaie und Geld verloren hat, nach irgendwelchen identifizierenden
Informationen in dem Portemonnaie suchen, und versuchen, das Portemonnaie und Geld
ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.
Die Distanziertheit der ersten Person zeigt einen künstlichen Sinn für Entsagung
auf. Obwohl er das Geld nicht stiehlt, anerkennt er jedoch auch nicht den Wert, oder
seinen Besitzer an. Die zweite Person, die das Geld nimmt, ist offensichtlich ein Dieb.
Aber die dritte Person, welche den Wert dessen was er gefunden hat erkennt, handelt
durch den Versuch, es zum richtigen Besitzer zurückzubringen, anständig.
Wir können die gesamte Welt auf diese Weise betrachten. Durch das Verstehen,
dass die Person die etwas hergestellt hat ihr natürlicher Besitzer ist, können wir
versehen, dass die Person, welche diese Welt erschaffen hat ihr Besitzer ist. Diese Person
wird universell als Gott akzeptiert. Er ist der Besitzer und Herrscher von allem, wie in
Text 1 der Isopanisad ausgedrückt: „Alles Beseelte und Unbeseelte im Universum wird
von Gott gelenkt und ist Gott gehörend. Man sollte deshalb nur solche Dinge annehmen,
die für einen nötig sind, die für einen als Anteil beiseitegelegt sind. Man darf nicht
andere Dinge annehmen, weiß man doch, wem sie gehören.“ Diese Unterweisung, wenn
befolgt, versichert, dass jeder hat, was er braucht um ein anständiges Leben zu leben,
weil, wie die Isopanisad uns auch mitteilt, Gott für die Erhaltung aller Lebewesen
gesorgt hat. Falls jedoch jemand mehr nimmt als seinen rechtmäßigen Anteil, werden
andere ihrer Lebensnotwendigkeiten beraubt.
Wir können Eigentümerschaft für eine Weile einfordern, doch unsere
Eigentümerschaft ist extrem begrenzt. Vor einhundert Jahren wurde alles, was in dieser
Welt war von jemand anderem „besessen“. Wo ist ihr Anspruch auf Eigentümerschaft
jetzt? Null und nichtig. Als sie starben, ging die „Eigentümerschaft“ auf eine andere
Person über, und wenn diese stirbt, geht die „Eigentümerschaft“ wieder auf eine andere
über. In noch einmal hundert Jahren wird alles was wir nun „besitzen“ von jemand
anderem besessen werden, und was wird aus unserer Forderung von Eigentümerschaft?
Null und nichtig. Daher, wie von der Isopanisad und Bhagavad-gita gemahnt, kann
nichts auf dieser Welt wirklich unseres sein. Als allererstes wird alles bereits von Gott
besessen, und zweitens ist alles was wir haben nur für eine kurze Zeit „unseres“. Unser
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Anspruch auf Eigentümerschaft ist daher illusorisch. Und weil nichts tatsächlich uns
gehört, laufen dann alle unsere Bestrebungen des Austausches unter dieser Illusion,
inklusive den Handel auf dem gewaltigen globalen Marktplatz, von dem wir so viel
hören, auf nichts weiter als ein Bande Diebe hinaus, die zusammenarbeiten um die Beute
zu ihrer eigenen Befriedigung auszutauschen.
Persönliche individuelle Eigentümerschaft scheint natürlich weil unser ahankara,
unser falsches Ego, auf den Auffassungen von „ich und mein“ basiert, und der „mein“
Teil des falschen Egos auf natürliche Weise zu der Vorstellung von Besitz hingezogen
ist. Denken, dass wir irgendeine Menge besitzen, ob es der Pfennig des Armen oder die
Milliarden Dollar des Kapitalisten ist, verrät die gleiche Mentalität. Viele Schreiber
haben die gewaltige Ungleichheit kommentiert, die aus unbegrenzter persönlicher
privater Eigentümerschaft resultiert, und haben sich für Begrenzungen dafür
ausgesprochen, was ein Mensch als seines beanspruchen kann. Aber durch den
vedischen Standard soll jedes Bewusstsein von Eigentümerschaft vermieden werden, so
wie man eine Krankheit vermeiden würde. Aus der spirituellen Perspektive ist es nicht
die Menge die ausschlaggebend ist, sondern das falsche Bewusstsein von
Eigentümerschaft, welches die atma in dieser materiellen Welt von wiederholter Geburt
und Tod hält.
Die materialistischen wirtschaftlichen Philosophien auf der Welt sind in direktem
Widerspruch mit den Unterweisungen der Isopanisad, unabhängig von der Fahne unter
der sie fliegen: kapitalistisch, kommunistisch, oder sozialistisch. Der Kapitalist
beansprucht weitreichende Ressourcen als seine eigenen, oder die seiner Unternehmung,
was bedeutet, dass sie unter der Kontrolle der Person sind, welche die Mehrheit der
Anteile der Unternehmung besitzt. Die Kommunisten beanspruchen, dass die Ressourcen
dem Staat gehören, was tatsächlich bedeutet, dass sie unter der Kontrolle der Person
sind, welche der Vertreter des Staates ist. Beide dieser politischen Systeme zielen darauf,
den Besitz des Herrn an sich zu reißen, um ihn unter die Kontrolle einiger Wenigen zu
bringen. Obwohl von ihnen typischerweise gedacht wird, dass sie in philosophischem
Gegensatz ständen, sind sie doch identisch in ihren Bemühungen, den Besitz des Herrn
an sich zu reißen, und ihn in die Hände einer bevorzugten Minderheit zu bringen. Die
Sozialisten beanspruchen, dass jeder der Besitzer ist. Dies ist näher an der Wahrheit, aber
es verfehlt auch den Punkt, weil auch sie dabei scheitern, anzuerkennen, dass die
Ressourcen Gott gehören. In ähnlicher Weise erheben die meisten Leute heute Anspruch
auf jegliche Ressourcen, Landflächen, Gebäude, Konsumgüter, und Tiere die sie
erlangen können. Weil alle von uns mit diesem Verständnis kulturell konditioniert sind,
scheint es die natürlichste Sache auf der Welt zu sein. Aber falls wir anhalten um die
Frage nur für eine oder zwei Minuten lang abzuwägen, können wir verstehen dass nichts
in dieser Welt irgendjemandem von uns gehören kann, im wahrsten Sinne des Wortes.
Wir kommen mit nichts in diese Welt und wir verlassen sie mit nichts. Zwischen jedem
Anspruch den wir auf irgendetwas als „unser“ erheben könnten ist schlicht unsere
Illusion — der Einfluss von Maya.
Wir haben Anspruch auf das, was notwendig ist, um unsere Leben auf eine
angemessene Weise zu erhalten, wie es die Isopanisad (Text 2) ermutigt, und hinzufügt,
dass diese Lebensweise vollständig nachhaltig ist: „Wenn man ständig in diesem Sinne
seine Werke tut, kann man danach streben, Hunderte von Jahren zu leben, weil diese Art
des Werketuns nicht an das Gesetz des Karma bindet. Für den Menschen gibt es außer
diesem Weg keine andere Möglichkeit.“ Zu sagen, dass es keine Alternative gibt
bedeutet, dass es keine nachhaltige Alternative gibt. Keine erfolgreiche, glückliche und
bleibende Alternative. Falls wir den Veden folgen, und alles in Beziehung zum Herrn
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sehen und anerkennen, dass Er uns gegeben hat, was wir zum Leben brauchen, können
wir uns daran anpassen, was aus der Sicht des Materialisten wie Beschränkungen
aussieht. Dies wird erreicht durch Übersteigen einer begrenzten materiellen Sichtweise
und dem Leben auf der Ebene der Transzendenz. Srila Praphupada erklärt diesen Plan
des Herrn:
Arm zu sein in dieser Welt ist ein Fluch für gewöhnliche Leute,
denjenigen unter der Auffassung des materiellen Lebens, wobei die
spirituell angereicherten nichts mit der Armut oder dem Reichtum
dieser Welt zu tun haben. Die Lebewesen sind nicht dafür gedacht, von
Armut geplagt zu sein, weil sie fester Bestandteil des Höchsten Herrn
sind, dem höchsten Eigentümer. Jedes Lebewesen hat das Geburtsrecht
darauf, Gottes Eigentum zu genießen, genau wie der Sohn das
Eigentum des Vaters erbt. Das ist das Gesetz. Aber unter dem Bann der
Illusion haben wir unsere Beziehung mit dem höchsten Vater
vergessen, daher leiden wir.6
Die spirituell angereicherten kennen ihre angemessene Beziehung mit dieser
Welt, genau wie die Wissenschaft des Erlangens spiritueller Befriedigung, und Befreiung
von der materiellen Auffassung des Lebens. Daher sehnen sie sich nicht nach unnötigen
Mengen von materiellen Gütern. Sie sind glücklich, das zu nutzen, was sie brauchen, es
so lange zu besitzen wie sie produktiven Gebrauch davon machen können und es
anschließend an jemand anderen weiter geben können.
Individuelle Eigentümerschaft ist der Eckstein der Wirtschaftsweise des
Atheismus. Die Vorstellung von persönlichem privatem Eigentum zu akzeptieren führt
zu einer geteilten Welt, in der jedermanns Interesse von dem aller anderen abgetrennt ist.
Es wird dann zu jeder Mann für sich selbst, was ein wirklich einsamer Ort ist. Versuche,
diese Illusion als Realität zu leben, verwickeln uns in ein rätselhaftes Netz von
unlösbaren Problemen.
Wir Erschaffen Nicht die Ergebnisse Unserer Aktivitäten
Wir betrachteten kurz eine weitere der illusionären grundlegenden Konzepte der
modernen Wirtschaftswissenschaften — Eigentümerschaft der Ergebnisse unserer
Aktivitäten — in der Diskussion von „ich und mein“ oben. Lasst uns die Vorstellung
hier weiter untersuchten und sie als eine falsche Annahme bloßstellen, die atheistischen
Wirtschaftswissenschaften unterstützt.
Jeder arbeitet für irgendein Ergebnis, und weil sie für das Ergebnis gearbeitet
haben, erheben sie Anspruch darauf als ihres. Aber Sri Krishna informiert uns, dass wir
nicht die Ursache des Ergebnisses unserer Aktivitäten sind, und daher können wir uns
selbst nicht als die rechtmäßigen Besitzer dessen was wir produzieren betrachten (2.47):
Du hast das Recht, deine vorgeschriebene Pflicht zu erfüllen, aber du
hast keinen Anspruch auf die Früchte des Handelns. Halte dich
niemals für die Ursache der Ergebnisse deiner Tätigkeiten, und hafte
niemals daran deine Pflicht nicht zu erfüllen.
Krishna erklärt auch, warum wir keinen Anspruch auf das haben, was wir
produzieren (3.27):
Die verwirrte Seele hält sich, unter dem Einfluss der drei
Erscheinungsweisen der materiellen Natur, für den Ausführenden von
Tätigkeiten, die in Wirklichkeit von den drei Erscheinungsweisen der
materiellen Natur verrichtet werden.
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Entgegen dem was wir denken, werden die Ergebnisse unserer Handlungen
manifest gemacht durch die Handlungen der Erscheinungsweisen der Natur, oder daivi
maya, und nicht alleine durch unsere Handlungen. Ein Beispiel wird helfen, dies klar zu
machen. Viele Leute mit gutem Talent, Befähigungen, und Arbeitsethik betätigen sich
im Geschäft, die meisten sind jedoch nicht erfolgreich und eine große Mehrzahl scheitert
innerhalb der ersten paar Jahre, trotz ihrem ernsthaften Begehren und ihrer harten Arbeit.
Warum? Es muss etwas neben unseren Handlungen alleine geben, welches den Erfolg
einer Person und das Scheitern einer anderen erklärt. Dieses etwas ist unser karma,
welches die Ergebnisse gibt oder beschränkt, gemäß unseren Aktivitäten in vorherigen
Lebzeiten. Karma kann als eine Art persönliches Bankguthaben gesehen werden,
welches sowohl für gute und schlechte Handlungen berechnet wird, und aus dem wir
Genuss oder Leid „abheben“. Die Zuteilung dieser Ergebnisse wird von den devatas
verwaltet, den Aufsehern über die universellen Angelegenheiten. Obwohl wir ein
Ergebnis begehren mögen und hart dafür arbeiten, es zu erlangen, falls es nicht innerhalb
unseres karma ist, wird es nicht erlangt werden. Falls es innerhalb unseres karma ist,
dann sollten wir verstehen, dass das Ergebnis durch die materielle Energie gegeben wird,
oder gunas, und kein Produkt allein unserer Bemühungen ist.
Weil es die materielle Energie ist, die uns das Ergebnis unserer Handlungen gibt,
haben wir keinen Anspruch auf sie als unsere. Falls wir aus Unwissenheit Anspruch auf
sie erheben, erschaffen wir weiteres karma. Krishna verweist auf solche Personen als
Geizhälse. Ein Geizhals ist eine Person welche nicht den angemessenen Wert von etwas
kennt und es daher missbraucht, wobei das gewöhnliche Beispiel Geld ist. Geld hat einen
Nutzen, wenn es im Umlauf ist und genutzt wird, aber Geizhälse lagern Geld stattdessen,
und sind sehr widerwillig, es zu nutzen, selbst wenn sie in Not sind. Eine andere Art von
Geizhals kennt nicht den Wert von Handlungen, welche, wenn sie im richtigen
Bewusstsein ausgeübt wird, das wundervolle Ergebnis von spiritueller Emanzipation
herbeiführen wird. Aber die geizige Person, die Handlungen im Bewusstsein von „Ich
und mein“ ausübt, mit Anhaftung an die Ergebnisse, erschafft stattdessen weitere
Gebundenheit an diese Welt unter dem Gesetz des karma.
Die Ergebnisse von Handlung als unsere eigenen zu beanspruchen ist ein
weiteres illusionäres, doch grundlegendes Prinzip der modernen Wirtschaftsweise. Wie
die Ergebnisse von Aktivität erschaffen werden, wird in weiterem Detail in dem Kapitel
über Karma (Band 2) erklärt werden.
Der Irrtum des Selbstsüchtigen Dienens
In An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations befinden sich
Adam Smiths Argumente für selbstsüchtige Überlegungen, das heißt, wie eine Seite
ihren Reichtum erhöhen kann, oft auf Kosten von anderen, oder zumindest ohne
Berücksichtigung des Wohlstandes anderer. In Buch IV behandelt er internationalen
Handel. Dort schreibt er darüber, was als „komparativer Vorteil“ bekannt geworden ist
— dass jeder Standort aufgrund seiner natürlichen Ausstattung einen Vorteil darin haben
wird, einen bestimmen Gegenstand effizienter oder zu geringeren Kosten zu
produzieren. Diesen Güter, behauptet Smith, sollte erlaubt werden, ihren Markt zu
finden, und sollten nicht auf einem inländischen Markt eingeschränkt werden, obwohl
sie ausländisch produziert wurden. Seine Argumente formen die Grundlage dessen, was
in den letzten zwei Jahrzehnten erbarmungslos als „Freihandel“ vorangetrieben wurde.
Smith versucht den Leser zu überzeugen, dass das Erlauben eines solchen
unbeschränkten Handels die Versorgung aller Wünsche und Bedürfnisse der Gesellschaft
viel vollständiger ermöglichen würde, als durch jeden Planungsausschuss erreicht
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werden könnte. Sein Argument ist dafür gedacht, die Planwirtschaft herabzuwürdigen,
worin Männer von begrenzter Kapazität versuchen, gewaltige Märkte und die unzählige
Vielfalt von Gütern darin durch Beschränken oder Ermutigen bestimmter Aspekte des
Handels zu kontrollieren. Smith meidet Protektionismus von Steuern und Zöllen, welche
typischerweise auferlegt werden um sich entwickelnde inländische Industrien zu fördern.
Wie und wo sollte Kapitel genutzt werden um das effektivste Wohl zu bringen?
Er beantwortet diese Frage indem er sagt: „Jedes Individuum, so ist offenbar, kann in
seiner lokalen Situation viel besser urteilen als jeder Staatsmann oder Gesetzesgeber es
für ihn tun kann. Der Staatsmann, welcher es versuchen sollte, Menschen auf die Weise
zu dirigieren, auf die sie ihr Kapital verwenden sollen, würde sich selbst nicht nur mit
einer höchst unnützen Aufmerksamkeit beladen, sondern auch eine Autorität annehmen,
welche sicher nicht nur keiner einzelnen Person anvertraut werden könnte, sondern auch
keinem Führungsgremium oder gleich welchem Senat, und welche nirgendwo so groß
wäre wie in den Händen eines Mannes, der genug Torheit und Anmaßung hätte um sich
für gut genug zu halten, sie auszuüben.“7
So wie jedes dieser Individuen für den eigenen Eigennutz arbeitet, und die
Opportunitäten vor sich ergreift, welche sie alleine erkennen mögen, wird den
übergreifenden Interessen der Gesellschaft gedient. Es ist als ob sie „geführt von einer
unsichtbaren Hand sind um ein Ziel zu befördern, welches nicht Teil ihrer Absicht war.
Noch ist es immer das schlechteste für die Gesellschaft, dass es kein Teil von ihr war.
Durch Verfolgen seines eigenen Interesses, befördert er häufig das der Gesellschaft.“
Alleine diese Referenz auf die Phrase „unsichtbare Hand“ in Wealth of Nations
markierte seinen Eingang in das Wirtschaftslexikon. Was Smith tatsächlich durch dieses
Konzept beabsichtigte wird schlichter von einer anderen kapitalistischen Maxime erklärt:
„Finde ein Bedürfnis und befriedige es.“8 Millionen von Männern, die die Gelegenheiten
ergreifen, die sie vor sich finden, stellen den besten und effizientesten Weg dar, um den
unzähligen Bedürfnissen der Gesellschaft zu dienen.
Smith Argument in Hinsicht auf die Erfüllung der Bedürfnisse des Marktplatzes
ist zutreffend. Die jämmerlichen Ergebnisse der Planwirtschaften der ehemaligen
Sowjetunion haben umfänglich die Unfähigkeit einer Planwirtschaft demonstriert, zu
tun, was Millionen von unabhängigen Augen, Ohren und Begierden viel besser in freier
Markt Wirtschaften taten; die leeren Regale der wenigen Läden in der Sowjetunion
verglichen mit der beinahe unbegrenzten Vielfalt und Anzahl an Gütern in zahlreichen
westlichen Läden machen den Punktestand klar.
Vielleicht vorhersehbarerweise aufgrund des Einflusses von rajo – guna und
tamo – guna, wurden Smiths Argumente falsch interpretiert und falsch angewandt, um
das selbstsüchtige Verhalten und die Vernachlässigung von enormen Teilen der
Gesellschaft zu rechtfertigen. Die Leute hören zu oft, was sie hören wollen.
Gewöhnlicherweise wird Smiths Maxime als der Glaube übersetzt, dass seine
unsichtbare Hand automatisch selbstsüchtige Gier in öffentlichen Nutzen wandelt, als ob
um Selbstsucht und Gier zu rechtfertigen.
Vielleicht verrät die von ihm benutzte Sprache eine instinktive Lust nach Profit,
und viele sind so aufgefordert, ihn auf diese Weise zu lesen, aber das Konzept der
unsichtbaren Hand, wie er es präsentiert kann auch leicht auf eine Weise verstanden
werden die nicht impliziert dass Gier gut ist. Die Vorstellung der unsichtbaren Hand ist,
dass Menschen unabhängig und ohne Beeinflussung ihren Bedarf und ihre Bedürfnisse
erfüllen können. Die Menschen überall erfahren Bedürfnisse, die sie als gewöhnlich
verstehen. Wenn sie ein Bedürfnis haben, haben andere auch das gleiche Bedürfnis weil
menschliche Wesen schließlich in jeder Kultur ähnlich sind. Diese Bedürfnisse zu
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erfüllen, versorgt sie mit ihrem Lebensunterhalt und dient gleichzeitig den Bedürfnissen
von anderen. Das ist gemeint, wenn Smith sagt, „dass durch das Verfolgen des eigenen
Interesses er häufig das der Gesellschaft fördert“.
Dies ist nicht die Weise, auf die Smiths Doktrin typischerweise beworben wird.
Stattdessen sagt die derzeitige wirtschaftliche Theorie, dass reine Selbstsucht zum
größeren Wohle aller führt, durch die „unsichtbare Hand des Marktes“. Diese
Interpretation rechtfertigt implizit alle der vielen Übel der modernen Geschäftspraktiken:
Illegaler und skrupelloser Wettbewerb, wirtschaftspolitische Maßnahmen die Kosten auf
Arbeiter, die Öffentlichkeit, die Umwelt, oder zukünftige Generationen auslagern, große
Unterschiede zwischen Habenden und Habenichtsen, Armut, Hunger und Gewalt – all
die Qualitäten der Wirtschaftsweise der Unwissenheit. Es ist nicht Adam Smiths
Argument, mit dem ich ein Problem habe, sondern mit dieser Art der Interpretation.
Das Argument, dass reine Selbstsucht durch die unsichtbare Hand des Marktes
zum größeren Wohle aller führt, wird zu oft als eine Art Zen-Maxime betrachtet, die
korrekt sein muss, aber wie genau es passiert, übersteigt unser Verständnis. Diese
Interpretation mag für diejenigen nützlich sein, die ihr schamloses Verhalten
rechtfertigen wollen, aber zu sagen, dass eine Aktion im größeren Wohle aller resultiert,
ist ein nebulöses Argument. Die Tugend hat sehr genaue Qualitäten, wie wir bereits
erklärt haben: Gnade, Großzügigkeit, Nächstenliebe, sich schämen für falsche Taten, die
Gleichheit aller Lebewesen sehen, und so weiter. Wenn dem größeren Wohl tatsächlich
gedient wird, dann müssen wir das Ergebnis in der Praxis sehen. Und da wir es nicht
sehen, sondern stattdessen das Gegenteil, dann sagt die Beurteilung des Ergebnisses uns,
dass diese Interpretation von Smith falsch ist. Weiterhin ist diese Interpretation
narzisstisch, und nach Bemessung durch die Bhagavad-gita dämonisch.
Die anständige Interpretation einer unsichtbaren Hand ist die Hand von Gott, der
die Funktionen des Universums reguliert und sich um den Erhalt aller Lebewesen
kümmert. Nityano nityanam chetanas chetananam – es gibt nur ein ewiges Lebewesen,
das der Erhalter aller anderen ist.9 Obwohl wir nicht direkt verstehen können wie Gott
sich um alle kümmert, so findet all dies durch seine Anordnung statt. Gott und seine
unsichtbare Hand anzuerkennen kann uns näher an einen Zustand der Harmonie bringen
und helfen, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen, aber die illusionäre unsichtbare Hand
des Marktes kann nur weiter die extremen ökonomischen Probleme schaffen und
vertiefen die wir heute in der Welt sehen.
Unternehmen sind Real, Notwendig und Nutzbringend
Das Unternehmen war ein Werkzeug des Profites einiger durch die
Anstrengungen von anderen seit seiner Entstehung und bleibt es bis zum heutigen Tag.
Spezielle Privilegien wurden vom König von England gewährt, um die East India
Company und die Hudson Bay Company zu formen, damit die Teilhaber, hauptsächlich
der König, die von diesen Unternehmen erzeugten Profite genießen konnte.
Unternehmen genießen weiterhin Privilegien, die einer individuellen Person aus den
gleichen Gründen nicht verfügbar sind. Zuoberst unter diesen Privilegien sind günstige
Steuerstrukturen, oder gar keine Steuern; die Anonymität die sowohl den Besitzern als
auch Managern gewährt wird, die nicht in ihrem eigenen Namen handeln, sondern im
Namen des Unternehmens; und Abgrenzung der Besitzer und Arbeiter durch das Mittel
einer Management Struktur, was die Arbeiter daran hindert, direkt und persönlich aktiv
gegen die Besitzer zu werden im Falle von Unstimmigkeiten über die
Arbeitskonditionen, Lohntarife und so weiter. Unternehmen sind eine Erweiterung des
Social Engineering, das im 15. Jahrhundert, während des Übergangs zur
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Wirtschaftsweise der Unwissenheit, begann.
Unternehmen sind eine Illusion der modernen Gesellschaft weil sie de facto
keine Existenz haben. Sie sind eine Fiktion, zu der diejenigen mit Macht zustimmen; der
Rest von uns macht munter mit bei der etablierten Ordnung, so wie wir mit den anderen
Fiktionen mitmachen und sie als gegebene Tatsachen des Lebens akzeptieren. Aber sie
sind keine Tatsachen des Lebens. Wir denken von ihnen als Realität, weil wir daran
gewöhnt wurden seit wir Kinder waren, und sie schlicht ein Teil von den Dingen, die
„sind“ geworden sind. Manche „über den Tellerrand“ Denker wie der Futurist
Buckminster Fuller haben das Spiel als das verstanden was es ist. In seinem Essay The
Grunch of Giants erklärt er: “Unternehmen sind weder physische noch metaphysische
Phänomene. Sie sind sozioökonomische Tricks – legal beschlossenes Spiel-spielen –
vereinbart nur zwischen überwältigend mächtigen sozioökonomischen Individuen und
von ihnen der menschlichen Gesellschaft und all ihren unwissenden Mitgliedern
aufgezwungen.“
Kraft der Art und des Zwecks des Unternehmens ist es eine der Säulen der
Wirtschaftsweise des Atheismus. Falls die Idee des Atheismus ist, Gott zu vergessen, um
uns zu erlauben von uns selbst als Gott zu denken, das heißt, ein Gesetz für uns selbst zu
sein, dann kann die Schaffung von Unternehmen als die Bemühung von Leuten gesehen
werden, so zu handeln als ob sie Gott wären. Sie denken: Gott schöpft und zerstört. Das
können wir auch. Gott gibt Leben und bringt Tod. Das können wir auch. Gott schafft
ewige Lebewesen mit Eigenschaften, die die normale Realität transzendieren, das
können wir auch? Mit der Schaffung von Unternehmen schon. Die Schaffung eines
Unternehmens kann sogar als ein materieller Versuch gesehen werden, ein spirituelles
Wesen zu schaffen. Vergleiche sie: Die spirituelle Seele ist eine nicht-materielle, ewige
Entität, und das Unternehmen ist eine nicht-materielle, ewige Entität (sie laufen nicht
aus). Die Seele sollte in einem Zustand der Glückseligkeit leben, ohne jede Bemühungen
um den Zustand zu erreichen, während dem das Unternehmen unverdiente Profite ohne
Bemühungen des Besitzers liefert, damit er materielle Glückseligkeit haben kann (wie in
Robert Nelsons Idee vom Himmel). Wenn die atma ewig und transzendental aller
materiellen Erwägungen ist, dann ist das Unternehmen auch eine supernatürliche Entität,
welche über vielen Gesetzen steht, die auf die meisten Leute zutreffen. Unternehmen
können also als eine Bemühung gesehen werden, die Superseele zu werden, indem man
an vielen Plätzen gleichzeitig ist und viele Leute gleichzeitig in „ihrem Interesse“
handeln lässt. Genau wie Gott einen Körper schafft und uns gibt, impliziert das Wort
Unternehmen einen Körper, da es von dem lateinischen Wort corpus abgeleitet ist,
welches Körper heißt, oder corporâtus, zu einem Körper machen. [engl. corporation,
Anm.d.Übers.]
Künstliche Personen Erheben Sich Über Reale Personen
Früh in der Geschichte der Unternehmen in den Vereinigten Staaten (19.
Jahrhundert und früher) waren Unternehmen stark reguliert und es war nicht unüblich,
dass Unternehmenscharta widerrufen wurden, wenn sie einen ungünstigen Einfluss auf
das allgemeine Wohl hatten. Es war für Unternehmen illegal, im politischen Prozess
teilzunehmen – Unternehmen konnten nicht wählen, und es war ihnen auch nicht erlaubt,
zu versuchen auf Wahlen Einfluss zu nehmen. Es war illegal für Unternehmen, über ihre
Produkte zu lügen, und ihre Bücher und Prozesse mussten für staatliche Inspektoren
zugänglich sein. Sowohl den Staaten als auch der Föderalregierung war es möglich,
Untersuchungen einzuleiten, falls Arbeiter verletzt wurden oder gefährliche Situationen
geschaffen wurden.
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Die Geschäftsmagnaten fanden diese Bedingungen zu einengend. Sie wollten frei
sein zu handeln wie sie Lust hatten, und suchten Wege und Mittel es so zu handhaben.
Die Antwort kam mit dem Sieg des Nordens über den Süden am Ende des
Bürgerkrieges. Dann, 1868 wurde der 14. Zusatzartikel zur Verfassung erlassen um
vollen verfassungsmäßigen Gesetzesschutz für die nun emanzipierten ehemaligen
Sklaven zu schaffen. Hierdurch und durch den 13. Zusatzartikel sollten alle Menschen
als reale Personen, unabhängige Bürger, und nicht Eigentum oder Sklave einer anderen
Person anerkannt werden.
Zu dieser Zeit waren die Eisenbahngesellschaften die größten Unternehmen und
sie wollten Vorteil aus diesen Zusatzartikeln ziehen und verklagten wiederholt
verschiedene Staaten, Bezirke, und Städte, wobei sie argumentierten dass Unternehmen
künstlich geschaffene Personen waren und Anspruch auf die gleichen Privilegien und
Schutz durch das Gesetz hätten den natürliche Personen genossen. Zum Beispiel
behaupteten sie, dass sie als verschiedene „Klasse von Personen“ behandelt wurden, weil
verschiedener Eigentum der Eisenbahn auf unterschiedliche Weise besteuert wurde an
unterschiedlichen Plätzen, und dass dies illegale Diskrimination unter dem 14.
Zusatzartikel konstituieren würde. Müssen wir darauf hinweisen, dass dieses Argument
de facto keine Grundlage hat? Was genau ist eine „künstliche Person“? Hat jemals
jemand eine gesehen? In der Realität gibt es kein solches Ding und die Bemühung, uns
diese Idee aufzuzwingen ist ein Versuch, uns dazu zu verleiten, Illusion als Realität zu
akzeptieren. Auf der Habenseite sind sie sehr erfolgreich gewesen.
Sie setzten ihren Rechtsansturm für knapp zwanzig Jahre fort, und erreichten den
Gipfel 1877, als vier Fälle vor den obersten Gerichtshof gebracht wurden im Versuch,
das Person-sein von Unternehmen zu erstreiten. In jedem dieser Fälle urteilte der
Gerichtshof, dass die Argumente der Eisenbahn auf zwischenstaatlichen Handel
zutrafen, was nicht auf den 14. Zusatzartikel anwendbar war; darum würde der
Gerichthof nicht urteilen, dass Unternehmen Personen seien.
Aber 1886, mit der Fingerfertigkeit, die so charakteristisch für Kali ist, wurde
dieser Sieg in einer weiteren Steuerangelegenheit errungen: Santa Clara County versus
The Union Pacific Railroad. Der Sieg kam nicht durch die Entscheidung der Richter,
sondern schlicht durch eine Notiz von einem Gerichtsbeamten J. C. Bancroft Davis,
welcher zufällig der vorherige Präsident einer Eisenbahn gewesen war. Davis schrieb in
seine Kopfnotiz, welche ein Kommentar ist, die Beamte zu jedem Fall schreiben, dass
der Oberrichter gesagt hätte, dass alle Richter zugestimmt hätten, dass Unternehmen
Personen sind. Er schrieb dies, obwohl er wusste, dass die Richter nicht über diese
spezielle Angelegenheit geurteilt hatten in diesem Fall.10 Diese Kopfnotiz hatte keinen
gesetzlichen Status, wurde aber im Gericht als solche von späteren Richtern akzeptiert.
Aber Unternehmen sind keine gewöhnlichen Personen. Die sterben nicht, sie
besitzen die unmenschliche Fähigkeit, an mehreren Plätzen zur gleichen Zeit zu sein, sie
haben zunehmend die Fähigkeit, Haftung zu entgehen, dank ihres wirtschaftlichen
Einflusses können sie die Gesetze definieren unter denen sie leben, sie zahlen nicht wie
gewöhnliche Leute Steuern, und sie haben sich selbst mit wenig Sinn für moralische
Verantwortung gezeigt, wobei viele rückfällige Kriminelle sind.
Lasst mich das mit einigen Beispielen unterstützen. In Bezug auf das
Beeinflussen des Gesetzes, dem sie unterliegen, hat die Automobilindustrie sich die
letzten dreißig Jahre bemüht, die Gesetzgebung zu blockieren, die Strafen für
vorsätzliche und absichtliche Verletzungen der föderalen Auto-Sicherheits-Gesetze
verhängen wollte. Das Ergebnis ist, dass nur zivile Geldstrafen verhängt werden und
wenige, wenn überhaupt welche, Manager die Entscheidungen fällen, die das Leben der
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Leute beeinträchtigen, werden angeklagt und verurteilt für ihre moralisch
unverantwortlichen Aktionen
Berücksichtigt, in Bezug auf das keine Steuern zahlen, dass in Delaware
ansässige Unternehmen, was der Rechtssitz von mehr als 50% der US-börsennotierten
Gesellschaften und 58% der Fortune 500 ist, die folgenden Vorteile haben:
Es gibt keine staatliche Körperschaftssteuer in Delaware auf Güter und
Services auf Delaware Unternehmen, die außerhalb Delaware
operieren. Es gibt keine Körperschaftssteuer auf Zinsen oder
Investment-Einkommen in Delaware, wenn es von einer Delaware
Beteiligungsgesellschaft verdient wird. Delaware hat keine Mehrwert
oder Umsatzsteuer. Es gibt keine staatliche Erbschaftssteuer auf die
Anteile von Delaware Unternehmen, die außerhalb von Delaware
operieren und von nicht in Delaware ansässigen Leuten gehalten
werden. Delaware hat auch ein separates Gerichtssystem für
Unternehmensrecht, welches keine Jurys beinhaltet. Der Vorteil davon
ist, dass Firmen sich keine Sorgen zu machen brauchen, dass Jurys
(normale Leute) in Unternehmensfällen entscheiden. Stattdessen
überwacht ein Richter der sich mit Unternehmensrecht auskennt den
Fall. Und Delaware Unternehmen haben auch einen speziellen
„Direktor Schild“, der es Unternehmen erlaubt ihre Direktoren vor
persönlicher Haftung im Zusammenhang mit ihren Handlungen als
Vorstandsmitgliedern zu schützen.
Unternehmen sind Rückfällige Kriminelle
Wegen
diesem
persönlichen
Rechtsschild,
der
Anonymität
der
Unternehmensstruktur, ihrer immensen finanziellen und politischen Macht, und den
Ressourcen um sich selbst in Gerichten des Gesetzes und in den Gerichten der
öffentlichen Meinung zu verteidigen, machen die Manager von großen Unternehmen
dem Gesetz straffrei eine lange Nase. Und wie wir im letzten Kapitel demonstriert
haben, bahnen ihnen oft die Regierungen den Weg für ihre weltweiten Aktivitäten. Falls
das Unternehmen für schuldig befunden wird, werden vielleicht Strafzahlungen
verhängt, aber der Entscheidungsmacher wird selten mit dem Gefängnis konfrontiert.
Wenn sie vor strafrechtlichen Konsequenzen geschützt sind, werden sich Leute mit
einem kriminellen Bewusstsein weitaus wahrscheinlicher erneut kriminell verhalten um
irgendeinen Gewinn zu erlangen. Im Grunde genommen gibt es nichts um sie zu
stoppen!
Im Durchschnitt sind ungefähr 60 Prozent der führenden Unternehmen
Gewohnheitskriminelle, wie von einer eingehenden Untersuchung der größten
amerikanischen Unternehmen Mitte des 20. Jahrhunderts gezeigt wurde. Mit einem
durchschnittlichen Leben von 45 Jahren gab es insgesamt 980 Entscheidungen gegen sie
mit einem Maximum von fünfzig für eine, und einem Durchschnitt von vierzehn
Verurteilungen pro Unternehmen. Insgesamt gab es 307 nachteilige Entscheidung
bezüglich des Zurückhaltens von Handel, 97 für fälschliche Darstellung, 222 für
Rechtsverletzungen, 158 für unfaire Arbeitspraktiken, 66 für Rabattbetrug und 130 für
andere Fälle.11
Die Situation hat sich nicht verbessert mit der Zeit. In den 1900ern, bezahlte
einer der hundert größten Unternehmensverbrecher bezüglich Verurteilungen und
verhängten Strafzahlungen (150.000$ oder mehr) alleine in den Vereinten Staaten: 38
waren in Umweltverbrechen, 20 in kartellrechtliche Aktivitäten (Preisabsprachen,
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Konkurrenz unterdrücken), 13 in Betrug (exzessive Kosten, im Allgemeinen in
Regierungsverträgen), 7 in Verstößen der Kampagnenfinanzierung, 6 in Nahrungs- und
Medikamentenverstößen, und 4 in finanziellen Verbrechen involviert. Während des
Jahrzehnts plädierten viele für schuldig in mehr als einem Verbrechen.12
Als Folge des sub-prime Hypothekengeschäft-Fiaskos, von dem gesagt wird,
dass es die Ursache der derzeitigen wirtschaftlichen Leiden Amerikas sei, wurden,
obwohl das FBI mehr als 1500 Hypothekenbroker, Entwickler und Immobilienmakler
verhaftet hat, nur 2 an der Wallstreet beschuldigt.13
Die Maske der Unternehmen Abnehmen
Mit ziemlich guter Rechtfertigung ist das Unternehmen der beliebteste
Prügelknabe derjenigen geworden, die in den letzten zwei Jahrzehnten nach
wirtschaftlicher Gerechtigkeit gerufen haben, In Anlehnung an die triftige Kritik an der
uneingeschränkten kulturellen Herrschaft in David Kortens When Corporations Rule the
World, haben dutzende andere Bücher ähnliche Anklagen gemacht, und es gibt nun eine
Bewegung, um den Rechtsstatus der Unternehmen als Persönlichkeit zu widerrufen. Dies
ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der nächste Schritt ist das Verständnis, dass es
keine Unternehmen gibt, sondern nur echte Personen, die semi-anonym im Namen des
Unternehmens handeln. Wir hören darüber, wie „Monsanto“ einer unwilligen
Bevölkerung genetisch modifizierte Nahrung aufdrängt, oder wie der „IWF“ Leute mit
ihren SAPs verarmt, wie „Firma B“ (Militärjargon) Gräuel an einem eroberten Volk
verübt, oder wie „Shell Oil Company“ die Umwelt in Afrika verschmutzt. Aber keine
dieser „Unternehmen“ tun diese Dinge. Es sind nur Menschen, die Entscheidungen
fällen, es sind Menschen, die diese Entscheidungen ausführen, und es sind individuelle
Menschen, die diese Grausamkeiten verüben. Es gibt keinen IWF, es gibt nur Leute, die
im Namen des IWF handeln. Es gibt kein Monsanto, es gibt nur Leute, die im Namen
von Monsanto handeln. Es gibt kein Shell Oil, United Staates Army, IBM, Microsoft,
General Electric, usw. usw. usw., sondern nur individuelle Menschen, die im Namen
dieser Fiktionen handeln. Es gibt auch kein Unternehmensverbrechen. Jedes von
„Unternehmen“ begangene Verbrechen kann nur von individuellen Leuten verübt
werden, die im Namen der Unternehmung handeln.
Es gab eine Zeit, in der es keine Unternehmen gab, und das Leben war deswegen
auf viele Weisen besser. In jener Zeit lebten die Leute schlichter, und dienten im
Allgemeinen ihren Zielen direkt. Können wir zu so einer Welt zurückkehren? Natürlich
können wir das – wenn genug Leute bereit sind, die Illusion loszulassen und in der
Realität zu leben. Die Leute können in ihrem eigenen Namen handeln, und für ihren
eigenen Zweck, wenn ihnen die Gelegenheit dazu gegeben wird. Und wenn wir die Welt
heilen wollen, dann ist das das was die Leute überall tun müssen – aufhören mit dem
„make believe“ und in der Realität leben.
Die Black Box der Wirtschaftswissenschaft
In der Wissenschaft gibt es ein Konzept, welches „Blackbox“ genannt wird.
Dieser Name wird jeder Funktion oder jedem Prozess gegeben, der mysteriöserweise
unbekannt oder unkennbar ist, und jedes Feld der Wissenschaft hat viele solcher black
boxes. Ein gutes Beispiel einer Blackbox, dass die meisten von uns verstehen können ist
ein Computer. Wir mögen wissen, wie wir es benutzen können, aber was im Innern
passiert wenn wir die Knöpfe drücken ist ein völliges Mysterium.
Das Feld der Wirtschaftswissenschaft hat auch eine Blackbox, die beinahe
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niemand zu verstehen scheint, aber auf die jeder gut aufpasst. Die Blackbox ist eine
weitere Illusion der modernen Wirtschaftsweise. Natürlich wird diese Blackbox als
Realität angesehen, und weil die Leute es als solche behandeln, hat sie natürlich sehr
reale Auswirkungen auf ihr Verhalten. Die Blackbox der Wirtschaftswissenschaft ist das
Papiergeld.
Alle Menschen die nun leben, wurden in eine Welt geboren, die Papiergeld
benutzt. Die Erfahrung ist so gewöhnlich, dass wir sie als de facto Teil unserer Existenz
normieren. Es ist gewöhnlich und konstant und scheint so real wie die Luft oder Sonne
zu sein. Aber sehr wenige Leute machen sich je die Mühe, sich zu informieren woher das
Geld kommt und wie es funktioniert. Der deutsche Volkswirt Silvio Gesell schrieb in
seinem Buch von 1911, Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld,
„die Gleichgültigkeit des Volkes, der Wissenschaft, der Presse, des Handelsstandes,
gegenüber der Lehre vom Wesen des Geldes war bisher so groß, daß man schon Mühe
hatte, im Millionenreich der Deutschen nur ein Dutzend Männer zusammenzubringen,
mit denen sich überhaupt die Theorie des Geldes ernsthaft besprechen ließ“. Das gleiche
trifft selbst heute überall zu. Die meisten Leute tun ihr Bestes, um zu bekommen was sie
können im Rahmen ihres moralischen Verständnisses des Lebens.
So vertraut uns das Geld sein mag, und wie legitimiert es in unserem Verstand
sein mag, die Tatsache ist, dass es gegen die Interessen von beinahe allen auf dem
Planeten arbeitet für den Vorteil der bereits sehr reichen wenigen. Für die
durchschnittliche Person ist es eine Geißel, die ihn vollständiger versklavt, als
Eisenfesseln es je könnten, und ohne dass er sich dieser Tatsache auch nur bewusst ist.
Papiergeld ist vielleicht das Hauptwerkzeug der Lieferanten des Bösen und stellt
sich, angemessen für Kali–Yuga, als etwas Wohltätiges dar, wenn es tatsächlich ziemlich
heimtückisch ist. Es hat viele zerstörerische Auswirkungen, die wir unten spezifizieren
werden. Eine vollständige Erklärung der Herkunft, Manipulation und Mechanismen des
Papiergeldes geht jedoch über den Rahmen dieses Buches hinaus. Diese Diskussion hat
viele Bände gefüllt, von denen manche in Appendix C für den interessierten Leser
referenziert sind. In dieser Diskussion werden wir uns auf die illusionäre Natur dieses
„Reichtums“ und seiner zerstörerischen Auswirkungen auf die Leute, individuell und
kollektiv, beschränken.
Der Wert von Papiergeld ist eine Illusion
Du könntest gegen diese Überschrift protestieren, weil das Geld das in deiner
Tasche ist, tatsächlich sehr real ist, und weil es Güter von Wert kaufen kann, muss das
Geld selbst Wert haben. Was du in deinem Besitz hast, sind einige Bögen Papier mit
Tinte auf ihnen in diversen künstlerischen und offiziell aussehenden Designs. Was man
Geld nennt, hat keinen intrinsischen Wert, und jeder Wert den es hat, ist nur, was du
und andere in ihm sehen. Papiergeld funktioniert, und wird nur so lange
weiterfunktionieren wie jeder seinem Wert zustimmt. Tatsache ist, dass Leute an
Papiergeld interessiert sind, weil es ihnen die Möglichkeit verspricht, zu irgendeiner
Zeit in der Zukunft zu bekommen was sie tatsächlich wollen. Nimm das die Wörter
„verspricht“ und „Möglichkeit“ in dem Satz oben zur Kenntnis. Diese beiden Wörter
weisen darauf hin, dass das, was du willst, vielleicht nicht durch Geld erworben werden
kann, weil der Wert des Papiergeldes sich jederzeit ändern kann oder es insgesamt
wertlos werden kann. Papiergeld bietet keine absolute Garantie, dass du später fähig
sein wirst, etwas zu dem Preis zu bekommen, den du erwartet hast. Die Fluktuation des
Wertes von Währungen ist eine tägliche Diskussion auf den Wirtschaftsseiten von
Nachrichtenblättern, und für einige Länder ist die Änderung ihres relativen Wertes
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extremer als für andere.
Als ich ein Kind war, kostete ein Laib Brot 25 Cent. Heute kostet der gleiche
Laib Brot 4$. Ein Laib Brot hat immer einen konstanten Wert – hungrige Mägen nähren
– also hat der Wert von Brot sich in diesen ganzen fünfzig Jahren nicht verändert,
stattdessen hat sich der Wert des Dollars verändert. Vergleiche in jüngerer Zeit den
Wert des Dollars zum Euro. Als der Euro 1999 geschaffen wurde, war der Euro 0,86$
wert, ein paar Monate später fiel er auf 0,77$. In 2008 hatte sich die Situation gedreht,
und ein Dollar konnte nur 0,6€ kaufen. Aber dieser mehr als 50% Fall im Wert des
Dollars verblasst im Vergleich zu zum Beispiel Simbabwe, wo die offizielle
Inflationsrate im Januar 2008 bei 100580% stand (einhunderttausend fünfhundert und
achtzig Prozent) und der Wert der Währung ändert sich minütlich. Unter solchen
Umständen kostet eine Taxifahrt 90 Milliarden Dollar, und zusätzliche Schulgebühren
für Kinder waren 2008 einhundert Milliarden Simbabwe Dollar!14
Es gibt viele, viele Episoden in der Geschichte, als der Wert von Geld völlig
verloren wurde, zum großen Schrecken ihrer Besitzer, und es gibt Lektionen von überall
auf der Welt. Diese Geschichte, die Amerikaner Douglas Herman in den 1980ern in
Brasilien erlebte, ist repräsentativ:
Als ich ankam, erhielt ich drei Cruzados Novo für jeden
amerikanischen Dollar. Dieser neue „novo cruzado“ wurde mit einem
Dreieck gestempelt, das seinen neuen Wert anzeigte – oder
Abwertung – gegenüber des alten 1000 cruzado Scheines. 1989
entschied sich die Brasilianische Regierung, drei Nullen zu streichen,
und den Namen der Währung von da an zu Cruzado Novo zu ändern.
Seit damals wurde die Währung noch einmal zum Real geändert.
Häufig würde ich auf meinen Spaziergängen alte große Papierscheine
sehen, 50000 oder 100000 „alte“ Cruzeiros, in der Gosse, aber nach
einer Weile hob ich niemals mehr irgendein Geld auf. Ich hatte
herausgefunden, dass es nicht mal den Bruchteil eines Cents wert
war.15
Die Änderung im Wert einer Währung ist abhängig von der Politik der
Regierung, weil es die Regierung ist, die mehr und mehr Geld druckt, oder die Währung
abwertet, was die Ursache für Inflation ist. Weil der Wert von Papiergeld so vergänglich
ist, kann es nicht als ein Papierlager von Reichtum betrachtet werden. Andere Dinge, so
wie Weizen, ändern sich niemals im Wert, weil ihr Wert zu jeder Zeit überall auf der
Welt der gleiche ist.
Die Aura des Mystischen
Es kann gut sein, dass die Verwirrung, über die Gesell schrieb existierte, weil sie
mit Absicht geschaffen worden war. Friedrich List, ein Zeitgenosse von Adam Smith,
beschuldigte Smith der willentlichen Verdunkelung. Er sagte über Smiths Wealth of
Nations: „Amerikaner müssen verstehen, dass sein System, als Ganzes betrachtet, so
verwirrt und wahnsinnig ist, als ob das Hauptziel seiner Bücher war, Nationen nicht zu
erleuchten, sondern sie für den Vorteil seines eigenen Landes zu verwirren“.16 Der
Vorwurf, dass dies tatsächlich der Fall ist, wurde von Dr. J. W. Smith gemacht, und dass
Smiths Philosophie im Namen des Freihandels beworben, während die protektionistische
Philosophie von Friedrich List von den „Erste-Welt-Ländern“ praktiziert wird. Einige
etablierte Volkswirte sind unverblümt genug, um es klar darzulegen. Der weltweit
geehrte Volkswirt John Kenneth Galbraith informiert uns, dass das „Studium des
Geldes“, mehr als alle anderen Felder in der Wirtschaftswissenschaft, eines ist, in der die
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Komplexität genutzt wird, um die Wahrheit zu verschleiern oder ihr auszuweichen, nicht
um sie zu offenbaren.“17
Der kürzlich zurückgetretene Vorstandschef von Amerikas Federal Reserve
Bank, Alan Greenspan, gestand, dass es seine bewusste Intention war die Wahrheit zu
verschleiern. In einem Interview in der Fernsehshow „60 Minuten“ bezüglich seiner
Aussagen über die Wirtschaft und seine Aktionen als der Vorstandsvorsitzende der
Federal Reserve Bank, gab Greenspan mit einem Kichern zu: „Ich würde eine Art
Syntax-Zerstörung anstellen, welche sich so anhörte, als ob ich eine Frage beantwortete,
was ich aber, de facto, nicht tat“. Als er ein Zitat von sich selbst hörte, in dem er sagte:
„Gemäßigte vorbeugende Aktionen können drastischeren Aktionen, zu einem späteren
Zeitpunkt, die die Wirtschaft destabilisieren könnten vorbeugen“, kommentierte er „Sehr
tiefgründig“. In der Tat. Und ebenso unverständlich, und wie er zugibt, bedeutungslos.
Es hat ein paar Versuche gegeben, hinter den das Geld umgebenden
geheimnisvollen Schleier zu gehen. Ein zaghafter Versuch in dieser Hinsicht war
William Grieders Buch von 1987: Secrets of the Temple: How the Federal Reserve Runs
the Country. Darin nutzt Greider Nelsons Verständnis der Wirtschaftswissenschaft als
Religion als eine Mittel um das Mysterium zu erklären:
Für den modernen Verstand schien es bizarr, die Federal Reserve als
eine religiöse Institution zu betrachten. Und doch waren die
Verschwörungstheoretiker, auf ihre eigene verrückte Weise, an etwas
realem und bedeutsamen dran. Die Fed funktionierte auch im Bereich
der Religion. Ihre mysteriöse Macht der Geldschöpfung, geerbt von
priesterlichen Vorfahren, schützte ein komplexes Bündel von sozialen
und psychologischen Bedeutungen. Mit ihrer eigenen Form von
geheimer Beschwörung herrschte die Federal Reserve über ein
Ehrfurcht gebietendes soziales Ritual, Transaktionen so mächtig und
furchteinflößend, dass sie über dem allgemeinen Verständnis zu liegen
schienen. Vor allen Dingen war Geld eine Funktion des Glaubens. Es
benötigte impliziten und universellen sozialen Konsens der tatsächlich
mysteriös war. Um Geld zu schaffen und es zu nutzen, musste jeder
Einzelne glauben. Nur dann nahmen die wertlosen Papierbögen Wert
an.
Warum die Verschleierung? Weil die meisten Leute bleich vor Wut wären, wenn sie
wüssten wie das Schulden-Geld System operiert. Wie Henry Ford es ausdrückt: „Es ist
gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn
wenn sie es täten, glaube ich, würde es eine Revolution vor dem morgigen Tage
geben.“18 Warum? Weil es nicht als ein sehr ausgeklügeltes Betrugssystem ist, welches
dazu entworfen ist, alle zu versklaven, und sobald die Leute herausfinden wie das
Geldsystem tatsächlich arbeitet, macht es sie wütend. Es hat voll und ganz den Stempel
von Kali.
Wie das Geldsystem Funktioniert
Eine sehr kurze (und sehr unvollständige) Zusammenfassung von der Schaffung
des Geldes wird helfen. Das Folgende wurde aus einer Vorlesung von Edward Griffin
genommen, dem Autor des Buches The Creature from Jekyll Island, einem Buch, dass
detailliert die Schaffung der Federal Reserve Bank (die Zentralbank) der Vereinigten
Staaten dokumentiert und das Geldsystem erklärt. Diese Illustration betrifft die
Vereinigten Staaten besonders, aber das Geld- und Bankensystem operiert in jedem Land
der Welt auf die gleiche Weise, mit den Ausnahmen Iran, Nordkorea, Sudan, Kuba und
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Libyen, von denen interessanterweise alle ein Teil von Georg Bushs „Achse des
Bösen“19 waren. Griffin erzählt uns:
Ich möchte euch versichern, dass, ungeachtet der schlichten Sprache,
alles was ich euch sagen werde 100% technisch zutreffend ist. Die
andere Sache vor der ich euch warnen möchte, ist: Versucht nicht, das
hier zu verstehen, weil es nicht möglich ist; das hier macht keinen Sinn
und euch wird eine Sicherung durchbrennen wenn ihr versucht, es Sinn
machen zu lassen. Erinnert euch einfach, dass es Betrug ist, und wenn
ihr die Tatsache im Hinterkopf behaltet, werdet ihr kein Problem damit
haben zu verstehen was vor sich geht.
Hier ist, wie es funktioniert. Es geht los mit der Regierungsseite der
Partnerschaft; es geht im Kongress los, welcher Geld wie verrückt
ausgibt. Er gibt weit mehr Geld aus als er einnimmt. Wie kann er das
tun? Im Wesentlichen passiert dies: Lasst uns sagen, dass der Kongress
heute eine extra Milliarde Dollar braucht, also geht er zur
Schatzkammer und sagt ‚wir wollen eine Milliarde Dollar‘ und der
Beamte der Schatzkammer sagt ‚ihr Leute macht wohl Scherze, wir
haben hier kein Geld, alles was wir an Steuern eingenommen haben
habt ihr Kollegen im März ausgegeben‘. Dann bekommen sie die Idee,
das Geld zu leihen. Also halten sie an der Bundesdruckerei an, aber sie
drucken in der Bundesdruckerei kein Geld, sondern verschiedene
Arten Zertifikate. Das sind ziemlich ausgefallene Dinger, mit Linien an
den Enden, mit einem Adler oben und einem Siegel unten, wo steht
‚US Government Bond‘ oder ‚Note‘ oder ‚Bill‘, je nach der Länge
seiner Fristigkeit. Es sollte wirklich ‚IOU‘ heißen, weil das ist, was es
ist. [ein englischer Ausdruck für Schuldschein - phonetisch sind I-O-U
und I owe you identisch, Anm.d.Übers.]
Sie gehen die Straße runter zur Federal Reserve „Bank“. Die Fed hat
auf sie gewartet – das ist einer der Gründe, warum sie erschaffen
wurde. In dem Moment in dem sie in das Federal Reserve Gebäude
gehen, zieht der Beamte sein Scheckbuch hervor und schreibt der US
Schatzkammer einen Scheck über eine Milliarde Dollar, oder welchen
Betrag auch immer sie brauchen. Er unterschreibt den Scheck und gibt
ihn dem Beamten der Schatzkammer.
Wir müssen hier für eine Minute anhalten und eine Frage stellen.
Woher haben sie die Milliarde Dollar bekommen um sie der
Schatzkammer zu geben? Wer hat das Geld auf den Account im
Federal Reserve System getan? Die beeindruckende Antwort ist, dass
kein Geld auf dem Account bei dem Federal Reserve System ist. De
facto, gibt es eigentlich nicht einmal einen Account, da ist nur ein
Scheckheft. Das ist alles. Die Milliarde Dollar beginnt in genau dem
Moment zu existieren, wenn der Beamte den Scheck unterschreibt und
das wird „die Schulden monetisierten“, das ist die Phrase die sie euch
vorsetzen. Das heißt, dass sie schlicht einen Scheck geschrieben haben,
für den sie keine Mittel hatten. Falls ihr und ich das tun würden, dann
würden wir ins Gefängnis gehen, aber sie können es tun weil der
Kongress will dass sie es tun. Sie sind in dieser Sache zusammen. De
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facto, das ist der Payoff, das ist der Vorteil für die Regierung – es hat
sofortigen Zugang zu jeglichem Betrag Geld zu jeder Zeit ohne direkt
zum Steuerzahler zu gehen und es zu rechtfertigen oder darum zu
bitten. Andererseits würden sie zum Steuerzahler kommen müssen und
sagen, dass sie die Steuern um weitere 3000$ erhöhen müssen dieses
Jahr, und wenn sie das täten würden sie natürlich aus dem Amt
gewählt. Das ist, kurz und knapp, der Grund warum die Regierung
diese Methode mag – leichter sofortiger Zugang zu jeglichem Betrag
von Geld jeder Art ohne dass der Steuerzahler direkt involviert ist.
Aber wie sieht es auf der Banking-Seite aus? Dies ist wo es wirklich
interessant wird. Lass uns zurück zu dem Milliarden Dollar Scheck
gehen. Die Beamten der Schatzkammer deponieren den Scheck auf
dem Girokonto der Regierung und plötzlich fangen die Computer an
zu klicken und zeigen dass die Regierung eine Milliarde Dollar
Einlagen hat, was bedeutet, dass sie nun Schecks über eine Milliarde
Dollar gegen diese Einlage schreiben kann, womit sie sehr schnell
beginnt. Zum Zwecke unserer Analyse, lasst uns einfach 100$ aus der
Milliarde in einem Scheck folgen, den sie aus irgendeinem Grund für
den Kollegen schreiben, der die Post an unsere Tür liefert. Der
Postarbeiter bekommt einen Scheck über 100$ und er kann sich in
seinen wildesten Träumen nicht vorstellen, dass dieses Geld zwei Tage
vorher nirgendwo im Universum existierte. So lange er es ausgeben
kann, würde es ihn nicht einmal kümmern wenn man es ihm sagen
würdest. Er deponiert ihn nun in seinem persönlichen Girokonto. Nun
sind wir endlich aus der Federal Reserve heraus und aus dem Scheck
der Regierung heraus und im privaten Banksystem.
Wir sind nun endlich in der Lage den Teil der Partnerschaft zu zeigen,
der das Bankkartell ist. Eine 100$ Einlage wurde nun in der lokalen
Bank gemacht und der Banker sieht das und läuft hinüber zum
Kreditfenster und öffnet es und sagt „Achtung, alle Mann, wir haben
Geld zu verleihen, jemand hat gerade 100$ deponiert“. Alle sind
darüber hocherfreut, denn das ist einer der Gründe, warum sie zur
Bank gekommen sind, sie kommen um Geld zu leihen. Es ist ein
Zeichen von nationaler Gesundheit wenn man verschuldet ist, also sind
die glücklich wenn sie wissen, dass die Bank Geld zu verleihen hat. Sie
hörten den Banker und sie sagen: 100$, das ist ja nicht so viel und er
sagt: Kein Grund zur Sorge, wir können basierend auf den 100$ bis zu
900$ Dollar verleihen. Wie kann das getan werden? Es wird
kompliziert auf die Weise wie sie es tun, aber ich sag es euch in sehr
einfachen Begriffen. Das Federal Reserve System erfordert, dass die
Banken nicht weniger als 10% ihrer Einlagen in Reserve halten. Die
Bank verleiht 900$ und hält 10% in Reserve, das sind 100$.
Es ist nur eine 100$ Einlage, aber sie schafft 900$ mehr in Krediten.
Wo sind die 900$ hergekommen? Die Antwort ist die gleich – es gab
kein Geld vor dem Kredit, aber diese 900$ sind in die Existenz
gekommen in genau dem Moment als der Kredit gegeben wurde.
Wenn das Geld für die Regierung aus nichts geschaffen wird, wird es
von der Regierung ausgegeben und die Regierung bezahlt darauf
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Zinsen. Auf der Bankseite wird es aus dem Nichts geschaffen, von den
Banken an uns verliehen und wir müssen Zinsen darauf zahlen. Denk
darüber für eine Minute nach. Dieses Geld wurde aus dem Nichts
geschaffen und dennoch nehmen sie Zinsen dafür, was bedeutet, dass
sie Zinsen auf Nichts nehmen. Gar nicht übel! Was für ein Konzept!
Ich wünschte, ich hätte ein magisches Scheckbuch wie das, wo ich
einfach den ganzen Tag Schecks schreiben könnte, obwohl Ich kein
Geld habe, es an euch Kollegen verleihen und ihr wärt albern genug
um mir Zinsen darauf zu zahlen. Das ist, wie es funktioniert.
Eine andere interessante Sache hierbei ist, dass die Bank euch Geld
leiht, das es aus dem Nichts geschaffen hat – es kostet nichts, es zu
machen – aber sie wollen etwas von euch. Sie wollen, dass ihr bei der
gepunkteten Linie unterschreibt und euer Haus, euer Auto, euer
Inventar, eure Vermögensgegenstände als Sicherheit gebt, damit, falls
ihr aus irgendeinem Grund eure Zahlungen nicht mehr fortsetzen
könnt, sie alle von euren Vermögensgegenständen bekommen. Sie
werden hierbei nichts verlieren. Ob es nun Expansion oder Rückgang,
Inflation oder Deflation ist, die Banken sind gedeckt und wir machen
mit, weil wir es nicht rausbekommen haben, wir wissen nicht, dass es
Betrug ist. Natürlich haben wir genau jetzt keine andere Wahl, weil es
alles vom Gesetz durchgesetzt wird. Wir haben keine Wahl, also ist es
möglicherweise besser, dass wir es nicht verstehen, denn dann werden
wir uns auch nicht darüber beschweren.20
Die Tatsache, dass Geld von den Banken aus Nichts geschaffen wird, wurde von
vielen Leuten in einer Position die es sie wissen lässt bestätigt. Graham Towers,
Gouverneur der Bank von Canada von 1935 bis 1955, anerkannte, dass „Banken Geld
schaffen“. Der Herstellungsprozess um Geld zu machen besteht darin, einen Eintrag in
einem Buch zu machen. Das ist alles. Jedes einzelne Mal wenn eine Bank einen Kredit
gewährt… wird neuer Bankkredit geschaffen – brandneues Geld.21
Robert B. Anderson, Sekretär der Schatzkammer unter Eisenhower, sagte in
einem Interview in der Ausgabe vom 31. August 1959 der U.S. News and World Report:
„Wenn eine Bank einen Kredit gewährt, fügt es schlicht den Kreditbetrag dem
Girokunden des Kreditnehmers hinzu. Das Geld wird nicht von den Einlagen irgendeines
andere; es wurde vorher von keinem in die Bank eingezahlt. Es ist neues Geld, von der
Bank für den Gebrauch des Kreditnehmers geschaffen.“
Und Sir Josiah Stamp, Präsident der Bank von England, und zweitreichster Mann
in Britannien in den 1920ern erklärt in einer Ansprache an der Universität von Texas
1927: „Das moderne Bankensystem stellt Geld aus Nichts her. Der Prozess ist vielleicht
der erstaunlichste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde. Banking wurde in
ungerechten Worten abgefasst und in Sünde geboren… Banker besitzen die Erde. Nimm
es ihnen weg, aber lass ihnen die Macht Geld zu schöpfen, und, mit einem Federstrich,
schöpfen sie genug Geld um es zurückzukaufen… Nimm diese große Macht von ihnen
weg, und alle großen Vermögen wie meines werden verschwinden, und dann würde das
hier eine bessere und glücklichere Welt zum darin leben sein… Aber wenn ihr weiter die
Sklaven der Banker sein wollt, und die Kosten eurer eigenen Versklavung bezahlen
wollt, dann lasst die Banker weiter Geld schöpfen und den Kredit kontrollieren.“
Die Federal Reserve Bank entstand durch ein Gesetz im Kongress 1913.
Woodrow Wilson, der zu der Zeit der Präsident war, bereute später seine Rolle bei der
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Herbeiführung der Bank. Diesbezüglich sagte er später: „Ich bin ein zutiefst
unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert. Eine große
Industrienation wird von seinem Kreditsystem kontrolliert. Unser Kreditsystem ist
konzentriert. Das Wachstum der Nation und alle unsere Aktivitäten sind in den Händen
einiger weniger Männer. Wir sind zu einer der am schlechtesten regierten, einer der am
vollständigsten kontrollierten und beherrschten Regierungen der Welt geworden – nicht
länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger eine Regierung durch
Überzeugung und Wahl der Mehrheit, sondern eine Regierung durch die Meinung und
Nötigung einer kleinen Gruppe von dominanten Männern.“22
Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Federal Reserve Bank keine staatliche
Organisation, sondern ein privates Unternehmen ist, die von Mitgliedsbanken besessen
wird, welche wiederrum von privaten Individuen besessen werden.23 Darum gibt es
einen kleinen Klüngel von Leuten die das Privileg haben, Geld zu schöpfen, welches sie
zu Zinsen an die Regierungen der Welt verleihen. Unter ihnen sind die Rothschild
Familie, dessen Patriarch Mayer Amschel Rothschild (1744 – 1812) zitiert wird, gesagt
zu haben: „Gib mir Kontrolle über das Geld einer Nation, und mich kümmert es nicht
wer ihre Gesetze macht“. Kein geringerer als Präsidentschaftskandidat Ron Paul machte
es zu einem Versprechen seiner Kampagne, die Federal Reserve Bank abzuschaffen. Er
sagte: „Wir müssen solides Geld haben, und nicht eine gigantische
Fälschungsmaschinerie namens Federal Reserve welche Rezessionen und Inflation
verursacht.“
Papiergeld ist ein Spiel in dem die Herren des Geldes gewinnen, und die Leute
der Welt verlieren, und doch spielen wir es weiter, ungeachtet seiner Nachteile. Warum?
Wegen unserem eigenen Neid und unser eigenen Gier. Wir werden von unseren eigenen
schlechten Qualitäten kontrolliert, die der Elite erlauben uns zu manipulieren. Dies wird
von keinem anderen als dem Meistermanipulator Adolf Hitler erklärt: „Die große
Massen der Menschen tendieren dazu, am Grunde ihres Herzens korrumpiert zu sein,
eher unbewusst als absichtsvoll oder bewusst böse… darum… fallen sie leichter einer
großen Lüge zum Opfer als einer kleinen, denn sie lügen selbst in kleinen Dingen, aber
wären beschämt über Lügen die zu groß sind.“
Wenn wir über unsere eigene niedere Natur steigen können, wäre es möglich das
Joch der monetären Sklaverei abzuwerfen und in Freiheit gefestigt zu werden. Die
Bhagavad-gita verteidigt, frei zu werden von den grundlegenden Eigenschaften Lust,
Neid und Gier. So hoffnungslos die Situation scheint, es ist nicht völlig unmöglich.
Ist Papiergeld ein Notwendiges Element einer Wirtschaft?
Die obige Diskussion sollte die Praktiken, wenn nicht gar die Notwendigkeit des
Papiergeldes in Frage stellen. Kann nicht ein besseres System entwickelt werden?
Natürlich kann es und da sind viele Leute die lange und hart über genau das nachdenken.
Vorgeschlagene Alternativen beinhalten von der Regierung gesponserte Methoden, so
wie von der Regierung herausgegebenes Papiergeld ohne Schuldendeckung, eine von der
Regierung herausgegebene Papierwährung, die durch eine Ware wie Gold oder Korn
gedeckt ist, und eine von der Regierung herausgegebene Edelmetallwährungen. Auch
private Währungen, die von Individuen herausgegeben werden, um ihren eigenen
Gemeinschaften zu dienen sind in den letzten Jahren beliebter geworden. Es gibt eine
Vielzahl dieser praktischen und lokalen Währungen die von den Leuten für die Leute
geschaffen worden sind, wie das vom Kanadier Michael Linton entwickelte LETS
(Local Employment and Trading System) das in mehr als tausend Gemeinschaften
überall auf der Welt benutzt wird, Ithaca HOURS, welches in der New York
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Gemeinschaft benutzt wird, und Time Dollars, in denen jeder den gleichen Tarif für
seine Arbeit verdient, egal ob sie ein Rechtsanwalt oder ein Tellerwäscher sind, und
viele mehr.24 Wir bieten eine spirituelle Alternative in Band zwei dieses Buches an.
Viele von diesen sind sehr gute Ideen, gut ausgedacht, und würden viel besser und
gerechter als das derzeitige System funktionieren. Die lokale Währung funktioniert
genauso gut wie die Regierungswährung und aus dem exakt gleichen Grund – jeder, der
in ihr teilhat, ist einverstanden, sie als ein Austauschmittel zu nutzen.
Jedoch benutzen alle von diesen Alternativen, mit der Ausnahme unseres
Konzeptes der spirituellen Wirtschaftsweise, wenigstens einige der Illusionen des
modernen Lebens oder hängen von ihnen ab. Zusätzlich, benötigen alle von denen die
eine gerechtere Wirtschaft schaffen würden ein Mindestmaß von sattva - -guna, um
effektiv zu funktionieren. Und um es zu einer weit ausgedehnten Wirtschaftsweise zu
machen, müssten viele tausende Leute zum Standard von sattva – guna gelangen. Wir
können das Problem lösen. Dazu später mehr.
Die Probleme mit dem Geld
Jetzt da wir ein bisschen verstehen, wie Papiergeld geschaffen wird, lasst uns
einen Blick auf die Probleme werfen, die es in unser Leben gebracht hat, auf
persönlicher und kollektiver Ebene.
Geld verhängt eine Schuldenlast auf alle Menschen der Welt
Das moderne Geld wird Schuldgeld genannt, weil es in die Existenz geliehen
wird. Es gibt ein sehr wichtiges Merkmal dieses Geldsystems, welches oft übersehen
wird, und das ist, dass obwohl das Geld, das geliehen wird durch den Kredit geschaffen
wird, die Zinsen die auf den Kredit gezahlt werden nicht geschaffen werden. Dies hat
signifikante Implikationen für die Wirtschaft und wichtige Konsequenzen für die
Gesellschaft. Der erste Punkt ist, dass weder jetzt, noch jemals genug Geld existiert, um
die geschaffene Schuld vollständig abzuzahlen. Ein schlichtes Beispiel hilft, dies zu
erklären. Lasst uns sagen, dass die ersten 100$ die gesamte Menge an geschaffenem
Geld durch einen Kredit ist und dass kein anderes Geld geschaffen wird. Die Bedingung
des Kredites ist, dass der Kredit zu 7% Zinsen pro Jahr zurückgezahlt wird. Am Ende
des Jahres wird der Kredit fällig und 107$ müssen zurückgezahlt werden. Woher werden
die extra 7$ kommen? Falls es nicht durch einen Kredit entsteht, existiert es nicht und
kann nicht zurückgezahlt werden! Dieses System ist also ein Schneeballsystem, das
mehr und mehr Kredite braucht um sich absolut fortzusetzen.25 Solche Aktivität ist
illegal für gewöhnliche Leute, aber weil die Regierung in eine Absprache mit den
Bankiers eingetreten ist, wird dieses vom Gesetz geschützt. Weil mehr zu borgen immer
notwendig ist um weiterzumachen, wird dieses Geldsystem also richtiggehend
Geldsklaverei genannt. Die Leute müssen mehr Stunden arbeiten oder zwei oder drei
Jobs annehmen, schlicht um zu Überleben. Bücher werden geschrieben über die
arbeitenden Armen, und wie die Mittelklasse auf unzählige Weisen ihres hart verdienten
Geldes beraubt wird.
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieses Systems ist, dass die Banken fortwährend
Geld durch Zinszahlungen aus der Wirtschaft saugen. Falls aus irgendeinem Grund die
Banken aufhören neue Kredite zu machen, aber weiterhin Zahlungen auf alte Kredite
bekommen, trocknet die Geldversorgung zunehmend aus. Ohne ausreichend Geld
beginnt die Wirtschaft zu stocken und sowie das Problem schlimmer wird, wird es vom
Fachlichen als eine Rezension oder Depression bezeichnet. In solchen Zeiten verlieren
die Leute ihre Arbeit, sie können ihre Zahlungen nicht rechtzeitig machen, und die
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Banken fordern die Sicherheiten, die sie für ihre Kredite zur Sicherheit hinterlegt haben,
ihr Auto oder Haus, zum Beispiel. Dieser so genannte Geschäftszyklus geschieht nicht
durch die Launen des Marktes, sondern wird durch die Expansion und Kontraktion der
Geldversorgung kontrolliert.
Ein sehr aufschlussreicher Aspekt unserer kulturellen Konditionierung ist, dass
wir nicht kaufen oder verkaufen ohne die offizielle Währung, und das, obwohl die Leute
immer noch Bedürfnisse und Bedarfe haben und bereit sind zu arbeiten. Zum Beispiel
während der Großen Depression der 1930er, haben die Federal Reserve und
Mitgliedsbanken den Kredit (die Geldversorgung) beschränkt, was der tatsächliche
Grund für die Depression war.26 Ohne Geld trödelten die Menschen in den Straßen
herum aufgrund des Mangels an Arbeit und Waren aufgrund des Mangels an Käufern.
Aber es gibt viele Wege, eine Wirtschaft arbeiten zu lassen, die nicht auf Geld jeglicher
Art angewiesen sind, und wir haben einige von ihnen in vorherigen Kapiteln angeschaut.
Können die Leute aus dieser Box der kulturellen Konditionierung herauskommen und
handeln ohne dass die Regierung sie bei der Hand nimmt? Für zumindest 20 Jahre haben
die Menschen es [geschafft].
Geld verzerrt die Natürliche Soziale Ordnung
Das varnashrama Sozialsystem ist ein natürliches Sozialsystem, das auf
inhärenten Qualitäten der Führung basiert. Die höheren – brahmana, ksatriya, du vaisya
– müssen alle mit guna und karma ausgestattet werden, natürlichen Eigenschaften und
Fähigkeiten, und zusätzlich müssen sie auch ein freiwilliges Engagement hinsichtlich
spiritueller Prinzipien und Ziele haben, und ein ernsthaftes Interesse am Wohlergehen
anderer, sowohl materiell als auch spirituell. Angemessene Ausbildung wird auch
benötigt. Diese soziale Ordnung funktioniert erfolgreich ohne fortlaufendes politisches
Gezanke um eine ständig zunehmende Zahl von Gesetzen zu verabschieden, weil alle
Mitglieder freiwillig religiösen Prinzipien folgen, wie vom Herrn in den dharmashastras, wie den Manusamhita, Kautiliya Arthashastra, usw.
Diese angemessene soziale Ordnung, gestiftet durch den höchsten Herrn, wurde
unter dem Einfluss der Geldkultur pervertiert, in der der bloße Besitz von Geld die
Aktionen von anderen kommandiert, zum großen Nachteil der ganzen Welt. Zu oft sind
die gierigsten Menschen der niedrigsten Klasse, die nur an Geld interessiert sind
diejenigen die in Machtpositionen aufsteigen, als ob Geld selbst eine Qualifizierung zur
Führung wäre. Ist es nicht. Geld erlaubt den unredlichen, die rechtschaffenen
herumzukommandieren, um andere in zugestimmte Sklaverei zu bringen, wobei Leute
für Sklavenlöhne arbeiten, die unmöglich für ihre eigenen Bedürfnisse sorgen können.
Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, in der Geld Leute aus jedem Grund oder für
jeden Zweck kauft. Geld kauft politischen Einfluss und zerrüttet alle politischen
Prinzipien, Geld kauft Wissenschaftler und „wissenschaftliche“ Schlussfolgerungen;
Geld kauft Zugang zu und Abschluss von Schulen, und Geld kauft hunderte oder sogar
tausende Leute, die arbeiten um selektiv-nützliche Technologien von dubiosem Wert zu
entdecken, Technologien, die wenigen auf Kosten der Vielen nutzen, so wie Terminatorsamen und genetisch modifizierte Nahrung.
Geld Trennt Uns und Isoliert Uns von Einander
Als eine künstliche Form von Reichtum hat Geld die Tendenz die Leute zu teilen.
Es bringt uns dazu, im Sinne von „Ich und mein“ zu denken. Vergleiche Geld zu
natürlichem Reichtum wie Nahrung. Nahrung tendiert dazu, schnell zugrunde zu gehen
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und es gibt eine natürliche Tendenz, mit anderen zu teilen, was sonst zuschanden
kommen könnte. Geld wird üblicherweise als ein besseres Lager von Reichtum
betrachtet, speziell weil es (im Allgemeinen) nicht zugrunde geht. Aber zur gleichen Zeit
trennt es uns. Ich habe mein Geld und du hast deins, und unsere Interessen sind also
geteilt. Erinnere dich an die obige Anekdote über Vibhavasu und seinen jüngeren Bruder
Supratika, und die obige Geschichte von den Eskimos, welche ihr Land aufgrund eines
Geschenkes von beinahe einer Milliarde Dollar von der Regierung der Vereinten Staaten
verloren haben.
Geld gibt Uns den Eindruck, dass Ich Unabhängig von Anderen
Sein kann
Falls ich Geld habe, könnte ich denken, dass ich unabhängig von anderen bin,
aber das ist eine weitere Illusion, weil materiell alle von uns auf viele andere Tausende
Menschen angewiesen sind. Falls der Verkäufer nicht zur Arbeit geht und der Laden
nicht geöffnet ist, was kannst du dann kaufen? Falls der Elektroingenieur nicht das
Kraftwerk erhält und die Boiler füllt, was passiert dann wenn du den Wandschalter
umlegst? Falls die vielen Tausende von Leuten nicht zu ihrer Arbeit gehen um Benzin zu
deiner lokalen Füllanlage zu bringen, welchen Nutzen hat dein Auto dann? Praktisch
alles was wir im Leben tun hängt von anderen ab, aber falls ich das Geld habe, kann ich
einfach denken, dass ich tun und lassen kann wie ich will und niemanden anderen
brauche. Geld entfernt unsere Fähigkeit, unsere Abhängigkeit voneinander zu sehen,
indem es Produzent und Konsument durch hunderte oder tausende Meilen voneinander
trennt.
Die spirituelle Realität ist, dass alle von uns immer abhängig von Gott sind. Er
kontrolliert diese Welt, alles in ihr, und wie lange wir hier sind. Er ist es, der dafür sorgt,
dass jeder das ihm Recht bekommt. Finanzielles Wohlergehen hat eine Tendenz, uns
diese Tatsache vergessen zu lassen, aber in Zeiten der Not lernen wir schnell, und an
eine höhere Macht zu wenden um die Situation zu korrigieren.
Geld Schafft Oft ein Bewusstsein des Mangels
Weil es für das Überleben benötigt wird, aber von der atma getrennt ist, schafft
es ein Bewusstsein der Unvollständigkeit und Gefühle von Mangel und Bedarf. Um zu
bekommen was ich zum Leben brauche, brauche ich in der modernen Welt Geld, etwas
von mir selbst abgetrenntes. Darum denken die Leute durchgehend darüber nach wie
Geld zu bekommen ist, und denken dass es sie vollständiger fühlen lassen wird. So
denkend entwickelt eine Person ein Bewusstsein des „Bekommens“, was in Selbstsucht,
Knauserigkeit, und einem hartherzigen, abgestumpften Desinteresse an anderen. Aber
die spirituelle Realität ist, dass wir alle durch den höchsten Herrscher erhalten werden.
Srila Praphupada erklärt in seinem Kommentar zur Anrufung der Isopanisad, wie
die Vollständigkeit, nach der wir uns alle sehnen realisiert werden kann:
Das Vollständige Ganze, die Persönlichkeit des göttlichen Wesens, hat
immense Potenzen, die alle so vollständig wie das Leben sind. Darum
ist diese Welt der Phänomene auch in sich selbst vollständig. Die
vierundzwanzig Elemente, von denen das materielle Universum eine
temporäre Manifestation ist, sind arrangiert, um alles Notwendige für
die Erhaltung und Unterhaltung des Universums zu produzieren. Keine
andere Einheit im Universum muss einen unerheblichen Aufwand
machen, um zu versuchen, das Universum zu erhalten. Alle
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Möglichkeiten sind den kleinen vollständigen Einheiten (nämlich den
Lebewesen) gegeben, um das Vollständige Ganze zu realisieren. Alle
Formen der Unvollständigkeit werden als aufgrund des
unvollständigen Wissens über das Vollständige Ganze erfahren… Weil
wir nicht wissen, dass es ein vollständiges Arrangement in der Natur
für unsere Erhaltung gibt, machen wir Anstrengungen, um die
Ressourcen der Natur zu benutzen, um ein sogenanntes vollständiges
Leben der Sinnenbefriedigung zu schaffen.
Weil das Lebewesen das Leben der Sinne nicht genießen kann ohne
mit dem Vollständigen Ganzen in Übereinstimmung zu sein, ist das
irreführende Leben der Sinnenbefriedigung Illusion. Die Hand eines
Körpers ist nur so lange eine vollständige Einheit, wie sie am gesamten
Körper haftet. Wenn die Hand vom Körper getrennt wird, mag sie wie
eine Hand erscheinen, aber die hat tatsächlich keine der Kräfte einer
Hand. Gleichermaßen sind die Lebewesen Teil und Stück des
Vollständigen Ganzen, und wenn sie vom Vollständigen Ganzen
getrennt sind, kann die illusionäre Repräsentation der Vollständigkeit
sie nicht voll befriedigen.
Die Vollständigkeit des menschlichen Lebens kann nur realisiert
werden, wenn man sich im Dienst des Vollständigen Ganzen betätigt.
Alle Dienste in dieser Welt – ob sozial, politisch, gemeinschaftlich,
international oder gar interplanetar – bleiben unvollständig bis sie in
Übereinstimmung mit dem Vollständigen Ganzen sind. Wenn alles in
Übereinstimmung mit dem Vollständigen Ganzen ist, werden die
anhaftenden Teile und Stücke auch vollständig in sich selbst.
Geld unterstützt die Neigung zum Betrug
Als ein künstlicher Speicher von Reichtum unterstützt Geld Gewinnspiel und
Spekulation – eine der vier Säulen des sündigen Lebens, welcher zur Bindung der Seele
führt. Gewinnspiel ist charakteristisch für tamo – guna, der Erscheinungsweise der
Unwissenheit, weil es eine Bemühung darstellt, etwas für nichts zu bekommen. Es kann
auch eine Sucht werden, die zu anderen Formen der Kriminalität oder zerstörerischen
Verhalten führt und weiter in die Tiefen von maya.
Weil wir alles was wir wollen und brauchen mit Geld bekommen können,
strengen sich Leute überall an, in so wenig Zeit wie möglich so viel wie möglich zu
bekommen. Einer der einfachsten Wege, Geld zu bekommen ist durch Glücksspiel. Auf
einer persönlichen Ebene wird dem Glückspiel in Kasinos, der Rennbahn, und am Laden
an der Ecke nachgegangen. Weil es ein leicht auszuübendes Geschäft ist, und weil das
Spielhaus immer gewinnt, wird diese Art Unterfangen zunehmend auch auf
verschiedenen Ebenen der Regierung gespielt. Am gewöhnlichsten in den Vereinten
Staaten sind die Staatslottos, wo sehr kleine Wetteinsätze gemacht werden können und
manchmal Vermögen gewonnen werden können. Aber Glücksspiel ist nicht auf Kasinos,
Rennbahnen und Lotterien begrenzt – es wurde legitimiert und sogar glamourös gemacht
in der Form des „Investierens“ am Aktienmarkt. Der größte Teil des „Investierens“ am
Aktienmarkt ist tatsächlich ausgeklügeltes Glücksspiel. Lasst mich eine kurze Analyse
geben und einige Beispiele.
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Investieren impliziert die Vorstellung des Besitzes. Für die meisten Leute ist ihr
Hauptinvestment ihr Haus. Sie investieren ihr Geld dort hauptsächlich, weil sie einen
Platz zu leben brauchen, aber auch weil es die Natur eines Hauses ist, dass es immer
Wert hat. Einige Leute spekulieren jedoch in Hauseigentümerschaft, und in der
Immobilienkrise von 2002-2007 investierten tausende oder vielleicht Millionen von
Leuten in Heime weil die Preise so schnell stiegen. Viele würden Häuser kaufen und sie
ein paar Jahre später „schnippen“ und enorme Mengen Geld ernten. Die Immobilienkrise
in Amerika und England platzte jedoch 2007, und die Preise waren im freien Fall, und
werteten 25 Prozent im Jahr ab. Zur gleichen Zeit schossen die Hypotheken mit flexiblen
Zinsen, mit denen viele dieser Häuser gekauft worden waren, nach oben, und Millionen
fanden sich selbst unfähig, ihre Zahlungen zu machen. Durch die
Zwangsversteigerungen sahen sich plötzlich Tausende obdachlos und lebten in ihren
Autos, selbst in vornehmen Gegenden wie Santa Barbara, Kalifornien. Das spekulative
Fieber und seine Folgen werden als Ursachen für die finanzielle Katastrophe, die die
Vereinten Staaten 2008 heimgesucht hat, zitiert.
Aktien unterscheiden sich sehr von Häusern. Sehr wenige Menschen investieren
Geld in Aktien als sicherer Anlage um ihr überschüssiges Geld zu lagern. Stattdessen
kaufen sie Aktien in der Hoffnung und Erwartung dass ihr Wert sich erhöhen wird und
sie mit unverdientem Reichtum versorgen wird. Alle Arten von „Investments“ wurden
entwickelt, um Spekulatoren zu erlauben, Geld an einem sich bewegenden Markt zu
verdienen, unabhängig davon ob er steigt oder fällt. Indem sie zum Beispiel leer
verkaufen, kann ein Spekulant Geld machen wenn der Wert einer Aktie sinkt. Leer
verkaufen beinhaltet, die Aktien von einem anderen Aktienbesitzer „auszuleihen“ und
sie zum gegenwärtigen, vermutlich höherem Preis zu verkaufen. Wenn die Aktien später
im Wert fallen wird es auf dem Markt gekauft und dem originalen Besitzer
„zurückgezahlt“. Alle Arten von solchen Geschäften wurden geschaffen, die
Spekulatoren erlauben, ihre Positionen deutlich zu hebeln für die Möglichkeit, große
Profite zu machen, aber zu dem Risiko, auch große Verluste zu machen.
Termingeschäfte sind ein weiteres spekulatives Unterfangen. Ursprünglich
wurden sie als Risikomanagementtechnik designt, um gegen zukünftige
Preisfluktuationen abzusichern. Ein Farmer zum Beispiel könnte ein Termingeschäft für
Mais tätigen, zu einem festen Preis und Lieferdatum, beispielsweise drei Monate in der
Zukunft, wenn sein Getreide geerntet würde. Sollte der derzeitige Preis von Mais
niedriger sein, wird er den vereinbarten Preis verdienen, was das Investment das er in die
Landwirtschaft gemacht hat schützt.
Termingeschäfte wandelten sich auf wundersame Weise vom Risikomanagement
zur heißesten Sache für die „Investitionsgeld“-Spekulatoren, und diese Märkte bedrohen
nun die Weltwirtschaft. Termingeschäfte formen einen Teil dessen was nun
Derivatehandel genannt wird. Derivate sind finanzielle Instrumente, die selbst keinen
intrinsischen Wert haben, sondern ihren Wert aus etwas anderem ziehen. Sie sichern das
Risiko davon, Dinge zu besitzen, die unerwarteten Preisschwankungen unterliegen, zum
Beispiel fremde Währungen, Nahrungsmittel wie Reis und Weizen, Aktien und
Anleihen. Es gibt zwei Haupttypen: Futures, oder Verträge mit zukünftigen Lieferdatum
zu einem spezifischen Preis, und Optionen die einer Partei die Gelegenheit zu Kauf oder
Verkauf an die andere Seite zu einem im Voraus arrangierten Preis geben. Die
Spekulation ist fieberhaft geworden.
Vor 1973 war das Verhältnis von Investment- zu spekulativem Kapital 9:1, aber
seit 1973 hat sich dieses Verhältnis umgedreht, und wir sind in eine Ära des
Kasinokapitalismus geraten. „Der Punkt, den alle übersehen“, schrieb Volkswirt Robert
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Chapman vor einem Jahrzehnt, „ist, dass Derivate kaufen kein Investment ist. Es ist
Glücksspiel, Versicherung und Buchmachen mit hohen Einsätzen. Derivate schaffen
nichts.“27 Die Hebel- und Derivativinstrumente sind so gewaltig geworden, dass ihr Wert
nun den gesamten wirtschaftlichen Wert des Planeten übersteigt. 2003 war der gesamte
Wert des Derivatehandels 85 Trillionen $, während die Größe der Weltwirtschaft nur 49
Trillionen $ war. Anfang 2008, während das totale GDP des Planeten nur 60 Trillionen $
erreichte, teilte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mit, dass der
Derivatehandel, inklusive dem auf Schulden basierenden, Währungen, Aktien und
Zinsraten sich auf erstaunliche 596 Trillionen $ ausgedehnt hatte. Dieser Betrag
beinhaltet keine Kreditausfallversicherungen, welche, wenn mit einbezogen, den
gesamten Betrag gut über 1 Quadrillionen $ bringen. Der Wirtschaftsschreiber Dr. Ellen
Brown erklärt Kreditausfallversicherungen:
Kreditausfallversicherungen (CDS) sind die am häufigsten gehandelte
Form von Kreditderivaten. CDS begannen als eine Art
Versicherungspolice zwischen zwei Parteien darüber, ob ein
Unternehmen eine Anleihe nicht auszahlt. In einer typischen
Ausfallversicherung, bekommt der „Sicherungskäufer“ eine große
Auszahlung vom „Sicherungsverkäufer“, falls das Unternehmen
innerhalb einer bestimmten Zeitspanne Konkurs geht, während der
„Versicherungsverkäufer“
regelmäßige
Zahlungen
vom
„Versicherungskäufer“ dafür einsammelt, dass er das Risiko des
Konkurs übernimmt. CDS ähneln also Versicherungspolicen, aber es
gibt keine Voraussetzung dafür, tatsächlich Vermögen zu halten oder
jeglichen Verlust zu erleiden, also werden CDS weithin genutzt, um
die Profite zu erhöhen, indem auf Markänderungen spekuliert wird. In
dem Beispiel eines Bloggers, konnte ein Hedgefonds sich
zurücklehnen und jedes Jahr 320000$ Prämien dafür einsammeln,
„Schutz“ für eine riskante BBB Schrottanleihe zu verkaufen. Die
Prämien sind „kostenloses“ Geld – kostenlos bis die Anleihe
tatsächlich in Zahlungsverzug gerät, wenn der Hedgefonds am Haken
für 100 Millionen $ Forderungen ist.28
Und hier ist der Haken: Was, wenn der Hedgefonds die 100 Millionen $ nicht
hat? Die Unternehmenshülle oder Partnerschaft mit beschränkter Haftung wird als
bankrott erklärt; aber beide Parteien beanspruchten das Derivativ als Vermögen in ihren
Büchern, welche sie nun abschreiben müssen. Spieler, die ihre „Wetten gehedgt“ haben,
in dem in beide Richtungen gewettet haben, können ihre gewinnenden Wetten nicht
einkassieren; und das bedeutet, dass sie sie es sich nicht leisten können ihre verlierenden
Wetten zu bezahlen, was andere Spieler dazu bringt, auch ihre Wetten nicht zu bezahlen.
Die Dominos gehen in einer Kaskade von wechselseitiger Zahlungsunfähigkeit nieder,
was die gesamte Bankenindustrie infiziert und das gesamte globale Pyramidensystem
aufs Spiel setzt.
Warren Buffet, manchmal der weltgrößte Investor genannt, sagte in seinem
Bericht von 2002 an die Anteilseigner von Berkshire Hathaway: „Wie sehen sie als
Zeitbomben, sowohl für die Parteien die mit ihnen handeln als auch für das
Wirtschaftssystem... In unserer Sicht… sind Derivate Waffen der finanziellen
Massenvernichtung, die Gefahren beinhalten, die, obwohl sie nun latent sind, potentiell
tödlich sind“. In der Tat ist Zerstörung eines der Merkmale von tamo – guna.
Buffet ist nicht alleine. In einer Titelgeschichte der Financial Times, teilte der
Bundespräsident Deutschlands, Horst Köhler, ein ehemaliger Vorstand des
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Internationalen Währungsfonds, an die Bankiers aus, und nannte sie Monster. Köhler
sagte, dass die globalen Finanzmärkte ein „Monster“ geworden sind, dass wieder „auf
den Platz verwiesen werden muss“, wegen ihrer „massiven Vernichtung von
Vermögensgegenständen.“ Er forderte härtere und effizientere Regulierung der
Wertpapiermärkte. 2005 attackierte einer seiner Kollegen, der deutsche Vize-Kanzler
Franz
Müntefering
Hedgefonds
als
„Heuschreckenschwärme“,
deren
Profitmaximierungsstrategien „eine Gefahr für die Demokratie“ darstellten.
Die Risiken sind gigantisch. Zum Beispiel wurde 1995 die jahrhundertealte
Barings Bank von ihrem 28-jährigem Trader Nick Leeson ruiniert, der 1,4 Milliarden $
verlor, indem er wettete, dass der Nikkei 225 Index der führenden japanischen
Unternehmensteile sich nicht erheblich aus seiner normalen Handelsbandbreite bewegen
würde. Diese falsche Annahme brach durch das Kobe Erdbeben am 17. Januar 1995
zusammen. 1994 verlor das Metallgeschäft 1,5 Milliarden $ durch Öl-Terminkontrakte,
und zehn Jahre später gab China Aviation zu, 550 Millionen $ in spekulativem Handel
verloren zu haben. Im September 2006 erlitt der US-basierte Amaranth Advisors
Hedgefonds 6 Milliarden $ Verluste im Handel von Erdgas-Terminkontrakten.
Derivatehändler Stan Jonas sagt uns, dass die Banken nicht länger auf die alt bewährte
Weise Geld machen; Glücksspiel ist nun ihr Handwerkszeug: „Ich musste mal meinem
Vater erklären, dass Banken ihr Geld nicht wirklich verdienen, indem sie Einlagen
machen und Geld an arme Leute verleihen, damit die sich Häuser bauen können. Ich
erklärte, dass die Banken tatsächlich handeln als Broterwerb.“29
Die potentiellen Profite und Verluste sind so gewaltig, dass Bemühungen
gemacht werden, die Märkte zu manipulieren und Preise zu kontrollieren, wie in der
kalifornischen Energiekrise getan wurde. Jetzt sehen wir, wie diese Spekulation die
Preise der Nahrungsmittel hochtreibt, und den durchschnittlichen Weltpreis für Reis um
217 Prozent steigen lässt, Weizen um 136 Prozent, Mais um 125 Prozent und
Sojabohnen um 107 Prozent zwischen Anfang 2006 und Juni 2008, und die
Vervierfachung der Preise der Grundnahrungsmittel in den Läden, obwohl das Angebot
an Nahrung sich nicht erheblich verändert hat. „Wir haben heute genug Nahrung auf
dem Planeten um alle zu ernähren“, sagte der Vorsitzende des UN Umweltprogramms,
Achim Steiner, der The Associated Press, in einem Telefoninterview, während er die
Marktspekulation als schuldig an der wachsenden globalen Katastrophe bezichtigte.
Obwohl die Nahrung vorhanden ist, können sich viele die dramatisch eskalierenden
Nahrungsmittelpreise nicht leisten, welche Anfang 2008 in Aufständen an mehr als
einem Dutzend Plätzen auf dem Globus resultierten.
Ein Artikel von 2008 in der Zeitschrift British New Statesman mit dem Titel The
Trading Frenzy That Sent Prices Soaring ordnete die Desaster der Spekulation zu: „Der
Grund für Nahrungs-„Engpässe“ ist Spekulation mit Konsumwaren-Terminkontrakten,
nach dem Kollaps der Finanzderivate-Märkte. Verzweifelt auf der Suche nach schnellen
Erträgen nehmen Trader Trillionen von Dollars aus Aktien und Hypotheken und stecken
sie in Nahrung und Rohmaterialien.“ Er fügt weiter hinzu: „Unter den Bedingungen
wachsender Pleiten durch die US sub-prime [Immobilien] Krise, haben Spekulatoren und
Hedgefonds zunehmend ihre Investments von hochriskanten „gebündelten“
Wertpapieren in so-genannte „Wert-Lager“ umgeschichtet, welche Gold, Silber und Öl
an einem Ende des Spektrums und „weiche Handelswaren“ [Nahrungsmittel] am
anderen beinhalten… Genau wie der Boom der Immobilienpreise, nährt sich Inflation
der Preise der Handelswaren von selbst. Je mehr der Preis von Reis zunimmt, und große
Profite gemacht werden, desto mehr investieren andere, in der Hoffnung auf große
Erträge. Schaut euch die Finanz-Webseiten: Alle und jeder, inklusive Verwandtschaft
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schichtet in Handelswaren um.“
Der Münchner Investment Club in Deutschland mit Sicherheit. Sein Investment
alleine in Weizen brachte Profite von 93 Prozent für die 2500 Mitglieder des Clubs
alleine in den ersten sechs Monaten von 2008. Gefragt, ob seine Mitglieder die
katastrophalen Konsequenzen ihrer spekulativen Investmentpolitik für unentwickelte
Länder bedacht hätten, sagte Manager Andreas Grünewald „Die Meisten unserer
Mitglieder sind eher passiv und profit-orientiert“. Weiter sagt er: „Rohmaterialien sind
der Megatrend des Jahrzehnts,“ und sein Unternehmen beabsichtige, die Beteiligung
sowohl in Wasser- als auch Landwirtschafts-Wertpapieren zu erhöhen.
Es rächt sich jetzt, und die Nachricht geht schneller herum als ich über sie in
diesem Buch schreiben kann. Im September 2008 erschien es als ob diese finanziellen
Massenvernichtungswaffen darauf vorbereitet wurden, loszugehen. Um das zu
verhindern, sozialisierte die Regierung der Vereinten Staaten faktisch die größten
Investmentbanken und garantiert die Verluste bis zur Höhe von 1 Trillion $ oder sogar
mehr, und der Vorsitzende des IWF erzählt uns, dass es noch mehr werden wird.
Derivate und CDS werden weithin als die zugrundeliegende Ursache der Probleme mit
den Investmentbanken diskutiert. Werden sie das gesamte Poonzi-Schema Finanzsystem
zu Fall bringen? Wir werden es abwarten müssen.
Glücksspiel ist ein moralischer Fluch für die Seele. Es führt oft zu katastrophalen
Schwierigkeiten im Leben und materieller Knechtschaft anschließend.
Geld ermöglicht das Manipulieren von Märkten
Diejenigen, die genug Geld haben (und es gibt viele) können leicht Märkte
manipulieren und die Ahnungslosen ausnehmen. Das ist genau was wir oben diskutiert
haben. Hier ist ein Beispiel, wie Märkte im Derivatehandel manipuliert werden können:
Der Spekulant führt ein großes Termingeschäft aus, um einen Monat
später Pfund Sterling für französische Francs zu 9,50 je Pfund einen
Monat später: zum Beispiel ein Termingeschäft im Gesamtwert von 10
Milliarden £. Für diese muss er eine Gebühr an die Bank zahlen. Dann
wartet er bis der Monat beinahe vorbei ist. Dann kauft er plötzlich
wieder Pfund in sehr großen Mengen und wirft sie gegen den
Wechselkurs indem er sie verkauft. Sein erster Verkauf von Pfund
Sterling ist so groß dass die Währung fällt, zum Beispiel drei Prozent
gegen den Franc. An diesem Punkt sehen andere, kleiner Spieler das
Pfund Sterling niedergehen und springen auf den Trend auf, den er
gestartet hat, und treiben ihn weitere 3 Prozent herunter. Von heute auf
morgen leiht er sich einen weiteren riesigen Haufen Pfund Sterling und
verkauft wieder gegen den Franc, und währenddessen geht im Markt
das Wort um, dass niemand anders als der Oberspekulant in Aktion ist,
und alle springen auf den Trend auf und das Pfund fällt weitere zehn
Prozent. Und an dem Tag, wenn der Terminkontrakt fällig wird, und er
Pfund Sterling für Franc zu 9,50 pro Pfund Sterling verkaufen muss, ist
der Markt runter auf 5 Francs. Er wickelt sein großes Termingeschft ab
und macht einen gewaltigen Profit. Währenddessen gibt es eine Pfund
Sterling Krise, usw.30
Geld ermöglicht Gedankenkontrolle und Indoktrination
Diejenigen die das Geld der Welt kontrollieren, kontrollieren was die Welt denkt.
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Harry Rositzke, ein zurückgetretener Vorsitzender der Central Intelligence Agency,
beschrieb wie die CIA beeinflusste was die Leute denken: „Verdeckte
Propagandaeinsätze in der dritten Welt waren, faktisch, ein Kampf um die Medien…
Ausländische Editoren und Kolumnisten werden rekrutiert, Zeitungen und Zeitschriften
subventioniert, und Nachrichtendienste unterstützt. Propagandisten, von bezahlten
Agenten bis zu sympathisierenden Kollaboraturen, von liberalen und sozialistischen
Anti-Kommunisten bis zu schlicht Rechtsextremen. Tatsachen, Themen, Editorials,
Beispiel-Essays wurden zu Empfängern in der dritten Welt gesandt um für den lokalen
Konsum aufbereitet zu werden.“31 Wir wären naiv, wenn wir glaubten, dass dies nicht
überall passiert, insbesondere in unserem eigenen Land. Natürlich wird dies alles mit
Geld erreicht.
Die Reichen können kontrollieren, was die Menschen denken indem sie den
Inhalt der Medien kontrollieren; sie tun dies indem sie Medien kaufen, und nicht nur
eins. Mitte der 1980ern war es einer Sendeanstalt nicht erlaubt, lokale Medien zu
kontrollieren, die mehr als ein Viertel der Haushalte erreichte, noch durften sie insgesamt
mehr als 12 Stationen besitzen. Das Telekommunikationsgesetz von 1996 erhöhte die
Begrenzung auf 35 Prozent, was den Weg für beinahe 200 Fernseh-Fusionen und
Akquisitionen bereitete, die folgten. Seit dieser Zeit ist die Anzahl von Unternehmen, die
die meisten Zeitungen, Zeitschriften, Buchverleger, aufgezeichnete Musik, Filmstudios,
Fernseh- und Radiostationen besitzen von 50 auf fünf globale Firmen gesunken, und
operieren mit vielen der Charakteristika eines Kartells – Time-Warner, Disney, News
Corp, Viacom und Bertelsmann AG in Deutschland.
Bloße acht Werbe- und PR Agenturen haben einen überwältigenden Einfluss
darauf, was in den Medien in Amerika gesehen wird, weil sie 80% aller Medienausgaben
kontrollieren. Ihre Macht nutzend, werden immer mehr Werbung in den Programminhalt
gemixt, mit der Intention, die Zuschauer unterschwellig zu beeinflussen. Robert
McChesney, ein führender Medienwissenschaftler, Kritiker, und prominenter Forscher
und Schreiber über die US Mediengeschichte, warnt, dass wir uns „rasch auf ein völlig
neues Paradigma für Medien und Kommerzialisierung zubewegen, in dem traditionelle
Grenzen sich auflösen und konventionelle Standards durch etwas erheblich anderes
ersetzt werden.“ Es verbindet Inhalt mit Kommerzialisierung auf so eine so
durchdringende Art, dass sie nicht zu unterscheiden sind, und es zeigt sich überall, zu
jeder Zeit – Fernsehen, Radio, Filme, Publikationen, Musik, Popkultur, Schule,
Universitäten, öffentliche Fahrzeuge, Geschäftsfahrzeuge, öffentlicher Rundfunk und –
Fernsehen, Kunst, U-Bahnen, Toiletten, und alle anderen Wege, auf die Werbemenschen
die Leute erreichen können, ob wir zustimmen oder nicht. McChesney nennt es „den
größten konzertierten Versuch von psychologischer Manipulation in der Geschichte der
Menschheit.“32
Geld wird auch benutzt um zu kontrollieren was die Leute denken, indem die
Grenzen der Debatte kontrolliert werden. Was finanziert wird und was nicht in der
Wissenschaft, determiniert oft die „derzeitige“ Weisheit, wie sehr es auch sowohl dem
gesundem Menschenverstand als auch den Tatsacheen selbst zuwiderlaufen mag.
Professor für Linguistik und Sozialkritiker Noam Chomsky erklärt, wieso diese Methode
der Kontrolle nicht weithin verstanden wird:
Der schlaue Weg um Leute passiv und gehorsam zu halten ist, das
Spektrum der akzeptierbaren Meinung strikt zu begrenzen, aber eine
sehr lebhafte Debatte innerhalb dieses Spektrums zu erlauben – und
sogar die kritischeren und regimekritischen Sichtweisen zu ermutigen.
Das gibt den Leuten das Gefühl, dass freies Denken stattfindet,
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während zu jeder Zeit die Voraussetzungen des Systems durch die
Beschränkungen der Debatte verstärkt werden.33
In ihrer bahnbrechenden Arbeit Manufacturing Consent erklären Chomsky und
Coautor Edward Herman das “Propagandamodell”, welches aus fünf Filtern besteht, die
genutzt werden um die Nachricht, den die Öffentlichkeit bekommt zu kontrollieren –
Medien-Eigentümerschaft,
Werbung,
Finanzierung,
heftige
Kritik,
und
antikommunistische Ideologie. Diese werden benutzt um die verbreiteten Nachrichten zu
filtern, Widerspruch zu marginalisieren (und die Regierung zu bestärken) und private
Interessen zu beherrschen.“ Die „Filter“ entfernen alles, was zensiert werden soll, und
lässt „nur den gesäuberten (akzeptierbaren) Überrest zum Druck“ oder zur
Ausstrahlung.34
Was die Leute glauben wird nicht nur von den Medien beeinflusst. Die
Wissenschaft ist auch damit beschäftigt die Leute zu beeinflussen. E. O. Wilson, der
Vater einer Theorie namens „Sozialbiologie“, welche sagt, dass sexuelle und andere
menschliche Verhaltensweisen nur von unseren Genen bestimmt sind, sagt uns, dass
„menschliche Wesen absurd einfach zu indoktrinieren sind. Sie wollen es.“ Weiter
erklärt er, dass sie durch blinden Glauben charakterisiert sind: „Der Mensch würde eher
glauben als wissen.“35 Er und andere Biologen sind damit beschäftigt, dabei zu helfen,
Leute viele Dinge glauben zu lassen, die schlicht falsch sind, aber sind dazu fähig, weil
sie finanzielle Unterstützung für ihre Bemühungen bekommen.
Der Biologe Richard Lewontin beschreibt wie die Wissenschaft erfolgreich
genutzt wird um eine vollständig fiktive Geschichte zu legitimieren. Er schreibt in
Biologie als Ideologie:
Die gesamte Diskussion der evolutionären Basis der menschlichen
sexuellen Präferenz ist eine ausgedachte Geschichte, vom Anfang bis
zum Ende. Und doch ist es eine Geschichte, die in Lehrbüchern
erscheint, in High-School Kursen und Universitäten, und in populären
Büchern und Journals. Sie trägt die ihr von berühmten Professoren und
nationalen und internationalen Medien gegebene Legitimität. Sie hat
die Autorität von Wissenschaft. Auf eine bedeutende Weise, ist es
Wissenschaft, weil Wissenschaft nicht nur schlicht auf einer
Sammlung von wahren Tatsachen über die Welt besteht, sondern das
Gebilde von Annahmen und Theorien über die Welt ist, das von
Leuten, die Wissenschaftler genannt werden, gemacht wurde. Es
besteht, zu einem großen Teil, daraus was Wissenschaftler über die
Welt sagen, was auch immer die wahre Natur der Welt sein mag.
Die Wissenschaft ist mehr als eine Institution, die darauf ausgerichtet
ist die physische Welt zu beeinflussen. Sie hat auch eine Funktion in
der Formierung von Bewusstsein über die politische und soziale Welt.
Die Wissenschaft in diesem Sinne ist Teil des allgemeinen Prozesses
der Bildung, und die Annahmen der Wissenschaftler sind die
Grundlage für einen großen Teil des Unterfangens, Bewusstsein zu
formen. Bildung im Allgemeinen und wissenschaftliche Bildung im
speziellen, ist nicht nur dazu gedacht uns dazu zu befähigen die Welt
zu beeinflussen, sondern auch um unsere sozialen Haltungen zu
formieren.36
Ich bin gewillt zu wetten, dass ihr nicht gewusst hasbt, dass eine der Funktionen
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einer „wissenschaftlichen“ Ausbildung ist, eure Kinder davon zu überzeugen, dass
sexuelle Präferenz, eine unaufrichtige Weise um homosexuelle Neigung zu sagen, in ihre
Gene geschrieben ist, und eine Neigung demzufolge als „normal“ akzeptiert werden
muss. Dies geht weiter, weil diese „Wissenschaftler“ bezahlt werden, um junge Leute
mit solch fehlgeleitetem Denken zu indoktrinieren.
Das Recht des Geldes Sticht das Recht von Lebenden Personen Aus
David Korten hat auch den überwältigenden politischen Einfluss von Geld
kritisiert: „Poltische Demokratie kleidet die lebende Person in Rechte, eine Person, eine
Stimme. Im Gegensatz dazu erkennt der Markt nur Geld an, nicht Menschen – ein
Dollar, eine Stimme. Es gibt den Mittellosen keine Stimme, und wenn er nicht durch
begrenzende politische Kräfte ausgeglichen wird, kann er zu einem
Unterdrückungsinstrument werden, durch welches die Reichen die Ressourcen der
Gesellschaft monopolisieren, und die weniger glücklichen ohne Boden, Arbeit oder
andere Erwerbsquellen lassen. Nur wenn Reichtum gleich verteilt ist, kann der Markt auf
sinnvolle Weise als demokratisch betrachtet werden. Viele Mega-Unternehmen haben
mehr wirtschaftliche Macht als die Vielzahl der Staaten [Länder] und dominieren den
politischen Prozess von beinahe allen Staaten [Ländern]“.37
Geld ist vorherrschend im Bewusstsein in einer Geldkultur
In einer Geldwirtschaft wird das Bekommen des Geldes zum Fokus von
jedermanns Anstrengungen, beinahe immer auf Kosten von anständiger Beschäftigung
und Pflicht. Die hier gemeinte Pflicht ist die durch die eigene Psycho-physische Natur
bedingte, oder varna, in der vedischen Literatur wie der Manu Samhita. Das Konzept,
nach der eigenen Pflicht zu handeln ist in einer Geldwirtschaft vollständig verloren, weil
der einzige Weg auf dem Leute überleben können, Geld zu bekommen ist. Entgegen der
Tatsache, dass das Befolgen der Pflicht eines anderen als gefährlich beschrieben ist, tun
Leute oft was immer sie können, was das meiste Geld macht, ohne Beachtung ihrer
eigenen Natur entsprechend zu arbeiten. Ist es ein Wunder, dass 80 Prozent der Leute
ihre Arbeit nicht mögen?
Geld Kann Alle Probleme Des Lebens Lösen
Geld befördert die Vorstellung, insbesondere bei den Armen, dass alle Probleme
des Lebens schlicht mit Geld gelöst werden können. Viele denken, dass ihre Probleme
entstehen, weil sie nicht genug Geld haben, und sie denken, dass, wenn sie eine
erhebliche Menge Geld hätten, alle ihre Probleme gelöst würden. Die Probleme, die wir
alle im Leben erfahren, haben, de facto, nicht mit Geld zu tun. Sie entstehen aus unserem
eigenem karma und werden uns gegeben, um die spirituellen Lektionen die wir gelernt
haben, anzuwenden. Probleme können für unsere Transformation in spirituellem
Wachstum genutzt werden. Dies ist eine weitere Illusion, die aus einer Geldwirtschaft
entsteht.
Alles Hat einen Preis aber Nichts Hat Wert
Wenn Geld das Maß aller Dinge wird, hat alles einen Preis, alles kann verkauft
werden, und es bleibt nicht länger jeglicher Weg um den angemessen Wert der Dinge zu
verstehen. Wenn über alles in Begriffen des Geldes gedacht wird, verschwinden alle
anderen Werte. Werte sind preislos. Sie können nicht gemessen werden. Sie sind die
Richtlinien des menschlichen Verhaltens, die aus keinem Grund verletzt werden können.
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Sie sind die Grundlage der Kultur, aber sie müssen auch eine Grundlage haben. Diese
Grundlage ist das spirituelle Prinzip einer Kultur. Was sind die Werte in einer
materialistischen Kultur? Es gibt keine, und diese Tatsache wird jedem zunehmend
offensichtlich, der sich bemüht hinzuschauen.
Geld Verschwendet Zeit und Mühe
Heute gibt es Millionen von Kassierern, Verkäufern, Buchhaltern,
Steuerberatern, Anwälten, Bankangestellten und Managern, Kreditagenten,
Versicherungsagenten, Aktienmaklern und –händlern, Betrugsdetektiven, bewaffnete
Kuriere, Polizeiagenturen und viele andere, die mit Zählen, Buchhalten, Schützen,
Drucken, Handeln, Manipulieren und Spekulieren mit den enormen Summen des Geldes
der Welt beschäftigt sind. Wenn sie nicht Geld machen, zählen und schützen müssten,
würden diese Leute dazu frei sein, in positiver produktiver Arbeit beschäftigt zu sein, die
in greifbarem physischem Reichtum resultieren würde, den Leute wollen und brauchen.
Solche Wirtschaftssysteme existieren in sattvischen Kulturen.
Es Pflegt ein Bewusstsein des Mangels und der Bedürftigkeit
Weil Geld für den arbeitenden Menschen schwer zu bekommen ist, und weil
Leute oft über ihre Mittel leben, brauchen sie durchgehend mehr Geld. Ohne Geld
entwickelt eine Person das Gefühl von Mangel, und das Bedürfnis zu bekommen, was
zum obersten Gedanken im Bewusstsein einer Person werden kann. Sie kann dann so
konditioniert werden und sehr lange (Lebenszeiten) in diesem Bewusstsein verbleibt.
Viele Leute, die ihr „Armutsbewusstsein“ erkennen, versuchen sich selbst mit positiven
Affirmationen zu bessern, dass das Leben von Überfluss gefüllt ist. Die Wirtschaft
Gottes ist sicherlich eine des Überflusses, aber nicht die künstliche, menschengemachte
Wirtschaft, die von einem kleinen Segment der Bevölkerung für ihre eigenen Zwecke
kontrolliert wird. Diejenigen, die eine Welt des Überflusses suchen, sollten es besser
innerhalb der natürlichen Wirtschaft Gottes tun.
Atyahara
Eine wesentliche Lektion für eine spirituell progressive Kultur ist das Prinzip
atyahara, welches bedeutet dass man nicht mehr Reichtum oder Güter sammeln soll als
benötigt, weil es zu einem Hemmschuh im spirituellen Leben werden kann. Jesus
empfahl seinen Jüngern, keinen Reichtum zu horten, und gab den Vögeln und Tieren als
Beispiel, dass Gott sich um Seine gesamte Schöpfung sorgt. Die Veden ermahnen uns
eindringlich nityano nityanam cetanas cetananam – das eine höchste Wesen sorgt für
alle anderen. Wenn wir dieses Hauptprinzip verstehen, sind wir dazu aufgefordert, ihm
in der Praxis zu folgen, und indem wir so tun, Zuflucht zum Herrn zu nehmen.
In einer Geldwirtschaft und materialistischen Kultur wird die Akkumulation von
Reichtum in der Form von Geld jedoch nicht nur als eine Methode der Sicherheit
gesehen, sondern auch als ein Mittel zu sozialer Position und Ansehen. In der modernen
Gesellschaft wird das Sammeln von Geld empfohlen, und läuft direkt den Prinzipien der
Veden zuwider. Darum lernen Leute, Zuflucht zu Geld zu nehmen, anstatt zu lernen, wie
man Zuflucht zu Gott nimmt. Das Ergebnis ist, das die Leute in Zeiten der Krise denken,
dass Geld sie retten kann. Das folgende ist eine wahre Anekdote. Der Sohn eines sehr
reichen Mannes wurde in einem Autounfall schwer verwundet. Der Mann ging zur Bank
und füllte einen Koffer mit Geld. Er marschierte in den Operationsraum, in dem sein
Sohn von einem Team Ärzte behandelt wurde und der Mann zeigte den Chirurgen das
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Geld. „Hier sind 6 Millionen $ für euch. Rettet ihn.”
Doch die Ärzte waren nicht erfolgreich und der Junge starb. Sein Vater war
schockiert und bestürzt. „Wie konnten sie scheitern?“ wunderte er sich. “Sie hatten all
das Geld das sie brauchten!” Aber Geld kann nicht den Tod besiegen. Es ist einer der
fehlbaren Soldaten, zu dem wir im Leben Zuflucht suchen, nur um herauszufinden, dass
es im Moment des Todes nichts tun kann. Zur Zeit des Todes gibt es nur eine Person die
etwas tun kann um uns zu helfen – die Person die Leben und Tod kontrolliert. Wenn wir
es praktizieren, im Leben Zuflucht zu Ihm zu nehmen, werden wir fähig sein, im Tod
auch Zuflucht zu nehmen. Das von Gott arrangierte Wirtschaftssystem erinnert uns an
unsere Abhängigkeit von Ihm, was der Grund dafür ist, dass wir es benutzen sollten.
Ungeprüfte Annahmen Sagen Uns Wo das Problem Liegt
Es ist bezeichnend das in den zehn Universitäts-Lehrbüchern mit 600 oder mehr
Seiten die ich untersucht habe, das Konzept von Eigentümerschaft nicht einmal erwähnt
wurde. Noch jegliche der anderen Annahmen die wir hier untersuchen. Diese Konzepte
werden von modernen Volkswirten offensichtlich als Gegeben akzeptiert, da sie nicht
einmal die kleinste Diskussion auf den Seiten von volkswirtschaftlichen Lehrbüchern
verdienen. Wo kommen diese Ideen dann in unsere Kultur? Sie sind in Gesetz gegossen.
Eigentümerschaft hat eine legale Definition. Das Übertragen von Eigentümerschaft und
das Ergebnis von produktiver Energie sind vertragliche Vereinbarungen zwischen
individuellen Parteien und sind auch in Gesetz gegossen. Die Schöpfung, Produktion und
der Gebrauch von Geld sind auch legal etabliert. Internationaler Handel wird ermöglicht
weil alle Parteien das gleiche Verständnis, die gleichen legalen Definitionen, und die
gleichen Vereinbarungen unterzeichnet haben. Es sind diese legalen Vereinbarungen, die
die gesamte Welt für die Wirtschaftsweise des Atheismus geöffnet haben.
Die Tatsache, dass die moderne Welt diese Vorstellungen „rechtlich“ gemacht
hat, hindert sie nicht daran illusorisch zu sein. Die Königin und ihr Gerichtshof waren
alle „so verrückt wie möglich“, gemäß Alice im Wunderland, aber das hielt die Königin
nicht davon ab, zu versuchen ihre Autorität durchzusetzen. Viele Herrscher der heutigen
Zeit werden von vielen ihrer Wählerschaft auch als verrückt angesehen, aber sie handeln
unter der Schirmherrschaft des Gesetzes, welches sie rechtfertigen soll. Die Gesetze
Gottes sind jedoch nicht so fehlbar, und jeder, der sie verletzt, tut es auf eigene Gefahr.
Die Bhagavad-gita und Srimad Bhagavatam adressieren Illusionen bereits ganz am
Anfang, weil es ihr Sinn ist, uns in der Realität zu verankern. Die höchste Wahrheit ist
von Illusion unterschiedene Realität für das höchste Wohl aller. Solche Wahrheit
entwurzelt die dreifaltigen Miseren.
Diese sechs Illusionen formen das Fundament er Wirtschaftsweise des
Atheismus, die moderne Wirtschaftstheorie, und unsere Versuche, diese Illusion zu
Realität zu machen sind die grundlegende Ursache für die Vielzahl der wirtschaftlichen
Probleme der Welt. Kein Basteln an der Wirtschaftstheorie wird die Dinge so
adjustieren, so dass diese illusionäre Wirtschaftsweise endlich für alle „funktioniert“. Sie
kann es nicht und sie wird es nicht. Es ist alles geschaffen um einige wenige auf Kosten
der vielen zu bevorteilen, und um den Leuten zu erlauben, zu denken, dass sie die
rechtmäßigen Besitzer und Genießer dieser Welt sind, und die Position des rechtmäßigen
Besitzers und Genießers, Gott, ergreifen.
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Kapitel Sieben
Göttliches und Dämonisches Bewusstsein
Mit der Zunahme von sattva-guna nimmt die Stärke des göttlichen zu.
Wenn rajo-guna zunimmt, wird das dämonische stark. Und mit der
Zunahme von tamo-guna steigt die Stärke der niederträchtigsten.
Srimad Bhagavatam 11.25.19
Die Handlungen, die in den vielen Büchern über die globale Wirtschaft, die ich
gefunden habe, beschrieben werden sind so verstörend, dass ich es anstrengend fand, sie
lange zu lesen – eine nicht untypische Reaktion von vielen anderen Leuten. Die meisten,
die die Anekdoten der Wirtschaftsweise der Unwissenheit hören, fühlen natürlicherweise
Widerwille und Ekel. Die verachtenswerten Verhaltensweisen sind so weit weg vom
Denken und den Aktionen von Menschen mit einem Sinn für Moral, dass sie solche
Anschuldigungen unglaubhaft oder unglaubwürdig finden. Die traurige Tatsache ist
jedoch, dass diese Dinge stattfinden, und seit Jahrhunderten stattfanden. Wir wundern
uns, wie es kommt, dass manche Leute so extrem gierig sein können wenn sie bereits
mehr haben als sie nutzen können. Ist es wirklich möglich, dass sie so neidisch auf
andere sein können, es tatsächlich zu mögen, sie leiden zu sehen? Wie kommt es, dass
manche wie Stiglitz die offensichtlichen Ergebnisse ihrer Handlungen sehen und
kritisieren, aber andere, wie sein Chef, der seinen Rücktritt verlangte, von der gleichen
Sache nicht beunruhigt sind? Wie kommt es, dass Perkins oder Budhoo so von ihrem
Gewissen belastet sind, dass sie nicht länger beim Erschaffen von Leid, Sklaverei, und
Tod andere mitmachen können, während viele anderen, die ihren Platz einnehmen oder
Seite an Seite mit ihnen arbeiten, kein Problem haben? Wie kommt es, dass Leute wie
Keynes uns sagten, dass wir so tun müssen, als ob „gerecht ungerecht und ungerecht
gerecht sei“, und wie kommt es, dass Leute wie Ledeen nicht nur enthusiastisch sind,
anderen mit Gewalt ihren Willen aufzuzwingen, und sie zum Leiden zu verdammen,
sondern enthusiastisch sind, mehr zu tun? Sind diese Leute nicht böse, oder gar
dämonisch?
Manche Leute halten die Vorstellung von bösen Persönlichkeiten für
abergläubisch, das ignorante Denken der Vergangenheit, seit langem vom modernen
„denkenden“ Menschen verworfen. Statt das wir unsere Unterscheidungsfähigkeit
zugunsten der eleganten Lösung, dass das Böse etwas aus einer albernen Vergangenheit
ist, zu verwerfen, täten wir besser daran, die Wahrheit zu verstehen, nicht durch die
Rhetorik, die benutzt wird um die Handlungen zu unterstützen oder verteidigen, sondern
durch phalena paricyate – gemessen an den Ergebnissen. Die Ergebnisse von zu vielen
Handlungen, von der persönlichen, bis hin zur globalen Ebene, sind horrend. Die
Vorstellung vom Bösen in die dunklen Tage der Vergangenheit zu verbannen, bedeutet,
zu riskieren, unsere Probleme nicht vollständig zu verstehen und darum auch ihre
Lösung nicht zu verstehen. Das heißt, das Böse nicht zu verstehen bedeutet eine Menge
aufs Spiel zu setzen. Carl Jung, unter anderen die die menschliche Persönlichkeit studiert
haben, warnt uns, dass „der Wolf im Schafspelz uns nun ins Ohr flüstert, dass das Böse
nichts als ein Missverständnis des Guten sei und ein effektives Instrument des
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Fortschrittes. Wir glauben also, dass die Welt der Dunkelheit ein für alle Mal abgeschafft
worden sei, aber niemand realisiert, was für eine Vergiftung der menschlichen Seele dies
ist.“1 Wenn wir das Gift hinauswerfen, lasst uns schauen, welch Licht diese Welt der
Dunkelheit möglicherweise auf solch mörderisches Verhalten werfen kann.
Die Liebe von Allem das Tod ist
Während das Gute als Lebens-unterstützend und -verbessernd definiert ist, ist das
Böse als die Energie definiert, die sich gegen das Leben richtet, oder um es anders
auszudrücken, die Vorliebe für den Tod. Der deutsche Psychologe Erich Fromm, einer
der ersten, die eine eingehende Studie der bösen Persönlichkeit anstellte, beschrieb drei
Orientierungen gegen das Leben, welche in ihrer bösartigsten und ernstesten Form
zusammenlaufen um „das Syndrom des Verfalls“ zu schaffen. Dieses repräsentiert die
„Quintessenz des Bösen“ und ist, „zur gleichen Zeit, eine der schwersten Pathologien
und die Wurzel der boshaftesten Zerstörungswut und Unmenschlichkeit“. In unserer
Untersuchung des Bösen und des Dämonischen werden wir zwei dieser Orientierungen
untersuchen: Nekrophilie und Narzissmus.2
Unter Nekrophilie wird oft das Verlangen nach Sex mit Toten verstanden, oder
einem morbiden Verlangen, in der Gegenwart des toten Körpers zu sein. Während dies
sehr spezielle Manifestationen dieser Psychose sein mögen, ist das Wort selbst von einer
allgemeineren Art, und bedeutet eine „Liebe von allem das Tod ist.“ In rein
psychologischen Begriffen ist eine Person mit solch einer Orientation dazu hingezogen
und von dem fasziniert was nicht lebendig ist. In der Tat ist Nekrophilie zu solch einem
Grad die Ausrichtung unserer Gesellschaft geworden, dass eine Tod-schaffende Kultur
uns völlig normal vorkommt – alles ist genau so, wie es sein sollte. Indem wir sagen,
dass wir konditionierte Seelen sind, können wir erklären wie wir an eine Kultur des
Todes gewöhnt wurden. Es hat die gesamte Welt zu einem gewissen Grad infiziert.
Nekrophilie wurde zur Ausrichtung unserer gesamten Gesellschaft aufgrund der
Tatsache, dass die große Mehrheit der Leute die gleiche Vorliebe für tote Dinge teilt.
Manche mögen diese Aussagen schockierend oder schlicht falsch finden – sie
mögen einwenden: „Ich liebe NICHT alles was Tod ist!“ Aber lasst uns einen tieferen
Blick in unsere Welt werfen bevor wir zu, auf unserer voreingenommenen
Selbstwahrnehmung basierenden, hastigen Schlussfolgerungen springen, und stattdessen
auf die Ergebnisse unserer Handlungen schauen, sowohl individuell als auch kollektiv.
Wenn das Böse die Liebe für das Tote ist und nicht für das Leben, ist das Böse also eine
Attraktion für tote Materie. Zu sagen, dass wir „alle toten Dinge lieben“ ist schlicht eine
andere Art zu sagen, dass wir in einer materialistischen Gesellschaft leben. Materie ist de
facto tot. Und es wird weithin anerkannt, dass die moderne Gesellschaft sehr, sogar
extrem, materialistisch ist. Es ist der Geist, der Leben hat. Lasst uns unsere Kultur aus
dieser Perspektive betrachten.
Unsere Aufmerksamkeit und Faszination mit Materie ist in einer modernen
industriellen Wirtschaft resultiert, die in Fabriken all die Dinge produziert die wir zu
konsumieren lieben, so wie unsere mp3-Player und CDs, DVD-Filme,
Flachbildfernseher, Computer, Boote, Autos, Skis, Golfschläger, Waschmaschinen und
Geräte, Möbel, Kleidung und all die anderen Myriaden Konsumgegenstände. Versteht
mich nicht falsch – Ich sage nicht, dass wir solche Sachen nicht brauchen, oder dass sie
unser Leben nicht komfortabler machen. In einer materiellen Welt zu leben, erfordert es,
materielle Gegenstände zu haben und zu nutzen. Der Punkt ist nicht, dass wir sie nicht
haben sollten, sondern eher der Stellenwert, den wir ihnen einräumen, und wie wir sie
produzieren. In all diese vielen Fabriken gehen Rohmaterialen hinein und kommen
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verbessert hinaus, aber die lebenden menschlichen Arbeiter kommen verbraucht hinaus
nach 12, 15 und 18 Stunden Arbeitstagen. Sie verwandeln sich in beinahe todähnliche
Zombies, führen oft sich wiederholende Aufgaben aus, die nicht von einer Maschine
durchgeführt werden können, und sind nur unter freizügigem Einsatz von
bewusstseinsverändernden Substanzen wie Koffein, Alkohol und Drogen dazu fähig
unter solchen Umständen zu funktionieren. Warum quälen wir uns selbst so? Weil wir in
einer Welt teilnehmen, die von uns verlangt, ein künstliches Erzeugnis zu haben, schlicht
um zu leben – Geld – obwohl Geld an und für sich nutzlos ist. Und um Geld zu sparen
suchen wir nach „Schnäppchen“, die Tatsache vergessend, dass sie höchstwahrscheinlich
von Sklavenarbeitern rings um die Welt produziert wurden, und sehr hohe, aber
versteckte menschliche Kosten tragen. Indem wir solche Käufe tätigen, werden wir zu
einem essentiellen und unterstützenden Element der Nekrophilie der globalen Wirtschaft.
Bezeichnenderweise wird diese tote Materie, Geld, zum sogenannten
„Lebensblut“ der Weltwirtschaft, ohne das die Wirtschaft „stirbt“, und mit ihr
wahrscheinlich auch viele Menschen. Dieses künstlich von einem Teil der Gesellschaft
erschaffene „Lebensblut“ gibt ihnen Kontrolle über alle anderen. Die Arbeitsweise der
Wirtschaft sind ein undurchsichtiges und geheimnisvolles Feld, welches nur von
wenigen „Professionellen“ verstanden wird, aber dies lässt die große Mehrheit der
Menschen hilflos gegenüber ihren eigenen Leben und Schicksalen, wie in den
vorherigen Kapiteln demonstriert. Solche übermäßige Abhängigkeit von der Gnade
anderer ist unnatürlich und der natürlichen Lebensweise der Abhängigkeit vom
lebendigen Boden direkt entgegengesetzt. Davidson Budhoo, Michel Chossudovsky,
Naomi Klein und andere haben klar demonstriert, dass die derzeitige Wirtschaft durch
Leid und Tod Jobs und Profite schafft, obwohl sie genauso auf eine gesunde Art
funktioniere könnte, die das Leben unterstützt, falls diejenigen die die Budgets
kontrollieren dazu geneigt wären.
Der Tod ist vorherrschend in allen Aspekten der heutigen Gesellschaft. Nehmt
zum Beispiel die Nahrungsmittelindustrie. Das was genau die Verkörperung von Leben
sein sollte, wird von Anfang bis Ende vom Tod verwaltet. Als erstes mit der Anwendung
von Pestiziden und Herbiziden, welche den Boden auslaugen und ihn töten. Die
Nahrung, die auf solchen Tötungsfeldern produziert wird, ist auch ausgelaugt und
ermangelt die notwendigen Vitamine, Nährstoffe und Enzyme um ein gesundes Leben
zu erhalten. Das weitverbreitete Sprühen von Pestiziden über zivilen Gegenden wird
ausgeführt um „Schädlinge“ zu kontrollieren (töten). Im Herbst 2007 wurden 100000
Anwohner von Mountery County, Kalifornien mit Chemikalien mit bekannten
Gesundheitsrisiken besprüht, um die Paarungsgewohnheiten von weniger als 750
hellbraunen Apfelmotten zu kontrollieren, was möglicherweise während des Vorgangs
das Leben der menschlichen Anwohner gefährdete. Ähnlich in Santa Cruz County, über
100000 Anwohner wurden besprüht, um weniger als 9000 Motten zu kontrollieren. Das
Motiv hierfür war, gegen 100 Million $ möglicher landwirtschaftlicher Schäden zu
schützen, obwohl es keine früheren aufgezeichneten Verluste durch diese Schädlinge
gab.3 Eine große Portion unserer Nahrung wird bestrahlt, um jegliche lauernde
Pathogene zu töten. Ein weiterer Hauptbestandteil der Nahrung wird in Schlössern des
Todes produziert – Schlachthäusern – und bevor diese Tiere geschlachtet und
abgeschlachtet werden, werden sie in „Fabrikfarmen“ großgezogen, einer sehr
unnatürlichen und ungesunden Umgebung, in der sie typischerweise in ihren eigenen
Fäkalien suhlen, ihren eigenen toten Abfall, ein weiterer Aspekt der Nekrophilie.
Falls das Medium die Nachricht ist, wie Marshall McCluen dachte, was ist dann
die von toter Elektronik produzierte Nachricht? Tote Unterhaltung? Nachempfundenes
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Leben als ein trostloser Ersatz für die echte Sache. Wie lebendig die sich bewegenden
Bilder auch immer erscheinen mögen, sie sind es nicht. Sie sind de facto tot und haben
kein Leben. Sie projizieren schlicht eine Illusion, die wir kaufen um dem Leben für eine
Weile zu entfliehen. Und zu viele der von diesem Medium übermittelten Erfahrungen
sind auch mit Tod beschäftigt. “If it bleeds it leads” ist das Motto der Nachrichtenleute.
Die „Unterhaltung“ die wir anschauen ist vom Tod fasziniert, und wir trainieren unsere
Kinder von sehr klein auf dazu diese Faszination zu teilen. Das durchschnittliche
amerikanische Kind verbringt 900 Stunden in der Schule aber 1023 Stunden vor dem
Fernseher pro Jahr, und im Alter von 18 haben sie mehr als 200000 Gewalttaten und
16000 Morde mitangesehen. Kinder-Zeichentrickfilme, die ehemals singende und
tanzende Charaktere waren, sind nun Drama, gefüllt mit Furcht, Angst und Gewalt.
Unsere Medizinindustrie ist nicht auf Gesundheit und Leben fokussiert, sondern
auf Krankheit und Tod. Sich von einer Krankheit durch die Anwendung von komplexen
diagnostischen Tests, High-Tech Krankenhäusern und Chirurgie zu erholen, ist ein hoch
profitables Geschäft, welches von hochqualifizierten Professionellen abhängt, die
buchstäblich als die Torhüter des Todes gesehen werden. Die Gesundheit durch Sport,
gesunde Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel zu erhalten ist im Vergleich kaum
ein lohnenswertes Unterfangen.4 Ganz im Gegensatz dazu werden wiederholte Versuche
unternommen,
Gesetze
zu
erlassen,
die
die
gesundheitsförderliche
Nahrungsergänzungsmittelindustrie zerstören werden. Patentierte Medikamente um
Gesundheit nur für die zu ermöglichen die den Preis zahlen können sind eine weitere
wichtige Komponente unseres Krankheits-Systems. Millionen von Pillen werden jeden
Tag geschluckt, sowohl für physische als auch mentale Gesundheit um Leute vor einer
Tod-austeilenden Kultur zu retten, die sie irgendwie überleben müssen. Impfungen, eine
angebliche Methode zum Schutz vor Krankheiten, sind manchmal mit toxischen
Quecksilber-Anteilen kontaminiert, und die 20+ Impfungen die Kindern gegeben werden
bevor sie in die Schule gehen resultieren nicht in Gesundheit, sondern zunehmenden
neurologischen Störungen, Hyperaktivität, Lernstörungen, Asthma, Chronischem
Müdigkeitssyndrom, Hauttuberkulose, rheumatische Arthritis, multiple Sklerose, und
Anfällen, und Autismus für mehr als 1 von 150 Kindern. Es gibt auch ein „plötzliches
Kindstod Syndrom“ und andere schreckliche Komplikationen für tausende von anderen.5
Jedes Jahr planieren wir tausende Quadratmeilen lebender Natur für tote Straßen,
entlang deren zehntausende Tiere und unzählige Insekten an den Windschutzscheiben
der Autos zerschmettert werden jedes Jahr. Wir schneiden den lebenden Regenwald in
einer alarmierenden Rate nieder um Vieh für die Speisekarte des Todes zu züchten.
Unsere Heime und Büros werden mit vergifteten Chemikalien besprüht um Insekten zu
töten. Große Schwärme von Vögeln, einst ein gewöhnlicher Anblick, sind, abgesehen
von relativ kleinen Schwärmen, verschwunden, an die Schwelle des Todes gebracht von
so vielen Giften, Pestiziden, menschgemachten Krankheiten, und nun von
Handystrahlung.
Wir können weitermachen, aber hier ist der Punkt: Unsere moderne Gesellschaft
bewertet Materie höher als Leben. All das oben genannte Töten wird unternommen um
unsere materiellen Werte zu unterstützen. Viele werden einwenden, dass wir Pestizide
uns so weiter brauchen, und das mag im Rahmen der derzeitigen Praktiken wahr sein.
Aber es gibt andere Wege, in dieser Welt zu leben, die nicht so viel Tod benötigen. Das
Problem ist nicht lokal, es ist systemisch. Das gesamte System nährt sich von, und
braucht sogar, Tod.
Leben kommt von spiritueller Energie und hat seine Charakteristik von
Persönlichkeit, Verlangen, Emotionen, Liebe und Freude, in einem ewigen Zustand von
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Glückseligkeit und Wissen. Materielle Energie, auf der anderen Seite, ist temporär, Tod,
ohne Persönlichkeit, und darum ohne Wissen, Glück oder Emotionen. Die Liebe des
Todes wird „nekrophil“ genannet, die Liebe des Lebens wird „biophil“ genannt. Beide
von diesen Konditionen koexistieren in jedem Individuum und in der Gesellschaft. Was
am wichtigsten ist, ist jedoch, welcher Trend stärker ist. Diejenigen, deren nekrophile
Seite stärker ist, werden unbewusst die biophile Seite töten. Indem sie das tun, verhärten
sie ihre Herzen und überzeugen sich selbst davon, dass ihr Verhalten das natürliche
Ergebnis ihrer Umstände zu sein scheint. Sie werden von ihrem Bewusstsein daran
gehindert, auch nur eine andere Verhaltensweise zu sehen. Personen, die sich ihrer
nekrophilen Tendenzen bewusst werden, können sich ändern, aber diejenigen, die
unbewusst bleiben, und ihr Denken und ihr Handeln fortwährend rechtfertigen, laufen in
ernsthafte Gefahr, völlig nekrophil zu werden, und völlig die Orientierung zum Leben zu
verlieren, mit wenig bis keiner Chance auf Umkehr.
In Bezug auf die Nekrophilen schreibt Fromm:
Die nekrophile Person liebt all das, was nicht wächst, all das, was
mechanisch ist. Die nekrophile Person wird angetrieben von dem
Verlangen, das organische in anorganisches zu wandeln, das Leben
mechanisch anzugehen, als ob alle lebenden Personen Dinge wären.
Alle lebenden Prozesse, Gefühle, und Gedanken werden in Dinge
transformiert. Eher Gedächtnis als Erfahrung; eher Haben als Sein, ist
was zählt. Die nekrophile Person kann sich nur mit einem Objekt
identifizieren – einer Blume oder einer Person – nur wenn er sie
besitzt; darum ist eine Gefahr für seinen Besitz eine Gefahr für ihn
selbst; wenn er Besitz verliert, verliert er Kontakt mit der Welt. Dies
ist, warum wir die paradoxe Reaktion finden, dass er eher sein Leben
als seinen Besitz verlieren würden, obwohl durch den Verlust des
Lebens derjenige, der besitzt, zu existieren aufhört. Er liebt Kontrolle,
und indem er kontrolliert, tötet er Leben. Er hat zutiefst Angst vor dem
Leben, weil es seiner Natur nach unordentlich und unkontrollierbar
ist.6
Eine extrem wichtige Eigenschaft des Nekrophilen ist seine Haltung gegenüber
Zwangsmacht, was bedeutet, eine Leiche zu schaffen. Er ist darin wirklich verliebt:
Alle Zwangsgewalt ist in letzter Instanz die Macht zu töten. Ich mag
eine Person nicht töten, sondern ihm nur seine Freiheit nehmen; Ich
mag ihn nur erniedrigen oder seinen Besitz wegnehmen – aber was
auch immer ich tue, hinter all diesen Handlungen steht meine
Kapazität zu töten und meine Gewilltheit zu töten. Der Liebhaber von
Tod liebt notwendigerweise Zwangsgewalt. Für ihn ist die größte
Errungenschaft des Menschen nicht, Leben zu geben, sondern es zu
zerstören; der Gebrauch von Gewalt ist keine vorübergehende
Handlung, die ihm von den Umständen aufgezwungen wird – es ist
eine Lebensweise.7
Diese Eigenschaften des Nekrophilen helfen sehr, die Verhaltensweisen zu
erklären, die wir heute in der Welt beobachten auf globaler Ebene, und wie in den letzten
beiden Kapiteln beschrieben. An den Resultaten gemessen sind die Anführer dieser Welt
in der Tat Nekrophile, und haben die Welt auf so eine Weise arrangiert, um sich selbst zu
gefallen, ohne die Implikationen für euch oder mich oder die anderen 6 Millionen
menschlichen Wesen auf dem Planeten zu bedenken, ohne von den nicht-menschlichen
fühlenden Wesen zu sprechen. Den Menschen überall wird eine Lebensweise gegeben,
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die meisten haben wenig Kontrolle über den Vorgang – sie tun schlicht das Beste, was
sie in der Situation in der sie sich selbst vorfinden, tun können Aber weil sie in einer auf
den Tod ausgerichteten Gesellschaft leben, entwickeln sie sich auch zu nekrophilen
Individuen. In Fromms Sicht ist diese nekrophile Orientierung eine des Bösen. Sie ist
auch der Grund warum Srila Praphupada dies eine Seelen-tötende Zivilisation genannt
hat.
Eine Psychologie des Bösen
Der amerikanische Psychologe und wohl-bekannte Autor Scott Peck behandelt
die Existenz des Bösen geradeheraus in seinem Buch People of the Lie – The Hope for
Healing Human Evil. Natürlich sehen viele in der psychologischen Profession das
Thema des bösen als unprofessionell an, weil es notwendigerweise die Idee von Religion
und Wissenschaft mischt, Gebiete, die im Allgemeinen (zumindest in wissenschaftlichen
Kreisen) für sich gegenseitig ausschließend gehalten werden. Seltsamerweise, obwohl
alle Arten von menschlichem Laster auf wissenschaftliche Art untersucht werden kann,
ist anzudeuten, dass sie das Produkt des Bösen, oder dass es eine Wissenschaft des
Bösen geben könnte, irgendwie unwissenschaftlich. Nichtsdestotrotz nimmt Peck den
facettenreichen Ansatz auf und fügt unapologetisch eine christlich-spirituelle Perspektive
zu klinischen hinzu, welche den Patienten bereits aus der biologischen, der
psychologischen, der psychobiologischen, der soziologischen, der sozio-biologischen,
der Freud’schen, der rational-emotionalen, der verhaltenswissenschaftlichen und der
existenziellen Sichtweise betrachtet. Warum also nicht auch die spirituelle?
Nichtsdestotrotz war es ein 1983 ein kühnes Unterfangen, In Betracht der Grenzen der
Unvoreingenommenheit in der Wissenschaft zu sagen, dass eine Psychologie des Bösen
eine religiöse Psychologie sein müsse. Aber er fühlte sich dazu veranlasst es zu tun, weil,
obwohl das Böse schon ewig lange ein zentrales Thema der Religion war, es praktisch
nicht vorhanden in der Psychologie war. Er war weiter dazu veranlasst weil in seiner
klinischen Erfahrung böse menschliche Wesen nicht nur nicht selten, sondern stattdessen
recht häufig waren, und dafür verantwortlich sind, viele soziale Probleme zu schaffen,
die unbedingt adressiert und verstanden werden müssen. Das Wort „böse“, wie wir es
hier untersuchen, bezieht sich nicht speziell zu einem mystischen „Teufel“, der die
Macht hat, Gott herauszufordern wie in der christlichen Tradition, sondern eher als eine
Bezeichnung für die Verhaltensweisen derjenigen die sich von Gott abwenden.
Wie sind „böse“ Leute? Vielleicht nicht überraschend, identifiziert Peck in seiner
Analyse viele Qualitäten die präzise die Mentalität, Haltungen und Handlungen der Leidund-Tod-austeilenden wirtschaftlichen Entscheidungsträger aus unserer Diskussion der
Wirtschaftsweise der Unwissenheit wiederspiegeln. Die bösen Leute sind, sagt er:
Narzisstisch, mangelnd an Empathie, extrem gierig, freche Lügner; sie respektieren nur
rohe Gewalt und reagieren nicht auf Nächstenliebe oder freundliche Überzeugung; sie
schaffen Verwirrung, Frustration, Angst und Sinnlosigkeit in ihrem Umgang mit
anderen, und während sie oft subtil ist, ist ihre Zerstörung bemerkenswert beständig; sie
wollen Anschuldigung vermeiden, halten unerschütterlich daran fest, ihr falsches
Verhalten zu leugnen, und schieben stattdessen anderen die Schuld zu und projizieren
ihre Missetaten auf andere; und, so schreibt er, „die Wörter ‚Eindruck‘, ‚Aussehen‘, und
‚nach außen hin‘ sind entscheidend um die Moral der Bösen zu verstehen. Während sie
scheinbar jede Motivation vermissen lassen, gut zu sein, begehren sie intensiv, gut zu
erscheinen. Ihre ‚Tugend‘ ist komplett auf dem Level der Vortäuschung. Sie ist, faktisch,
eine Lüge. Das ist, warum sie die ‚Leute der Lüge‘ sind.“8 Hört sich das wie der IWF
und die Weltbank an?
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Bösartiger Narzissmus und „ich und mein“
Es ist besonders wichtig, die Qualität des Narzissmus im Zusammenhang mit
dem Bewusstsein von „ich und mein“ zu verstehen. Narzissmus ist definiert als: „ein
Muster von Eigenschaften und Verhaltensweisen, welche Vernarrtheit und Obsession
mit dem eigenen selbst, unter Ausschluss aller anderen, und das egoistische und
rücksichtslose Verfolgen der eigenen Genugtuung, Herrschaft und Ambition“.9 Fromm
definiert zwei Kategorien von Narzissmus, eine gutartige und eine bösartige. Gutartiger
Narzissmus ist Selbstverliebtheit basierend auf außergewöhnlichen Talenten oder
Fähigkeiten die eine Person haben mag, und die weit außer der Norm sind. Im Wissen
um seine überlegenen Talente wird die Person besessen von sich selbst. Die bösartige
Form basiert jedoch nur darauf, was eine Person hat. Es mag tatsächlich der
tieferliegende Grund für das zwanghafte Bedürfnis nach unendlich zunehmendem
Reichtum über jede praktische Anwendung oder Maß hinaus sein. Es hilft auch zu
erklären, warum sich das Gefühl von „ich“ unendlich mit dem Gefühl von „mein“
steigert. Darum, „je mehr ich habe“, desto „mehr bin ich“, und der Grund warum
Milliarden oder sogar Trillionen von Dollar niemals genug sind wenn ich es nicht alles
habe. Fromm:
Im Fall des bösartigen Narzissmus ist das Objekt des Narzissmus
nichts was die Person tut oder produziert, sondern etwas, das er hat,
zum Beispiel seinen Körper, sein Aussehen, seine Gesundheit, sein
Reichtum, usw. Die bösartige Natur dieses Typs Narzissmus liegt in
der Tatsache begründet, dass ihm das korrektive Element fehlt, das wir
in der gutartigen Form finden. Wenn ich wegen einer Eigenschaft die
ich habe „großartig“ bin, und nicht wegen etwas das ich erreiche,
brauche ich nicht in Beziehung zu irgendetwas oder irgendjemandem
stehen; Ich brauche keine Anstrengung unternehmen. Indem ich das
Bild meiner Großartigkeit aufrecht erhalte, entferne ich mich selbst
mehr und mehr von der Realität und ich muss den narzisstischen
Nachschub „erhöhen“ damit ich besser geschützt bin davor, dass mein
narzisstisch aufgeblähtes Ego als das Produkt meiner leeren Einbildung
aufgedeckt werden könnte.10
Diese Aussage erklärt vielleicht die atheistische Natur der bösen Person. Wenn
„ich zu niemandem oder nichts in Beziehung stehen brauche; brauche ich keine
Anstrengung unternehmen“ – Ich bin unabhängig und eigenständig allein durch mich
selbst, oder, ich bin das höchste. Ich bin der Genießer von allem. Ich bin Gott. Darüber
hinaus ist bösartiger Narzissmus auch für grausames Verhalten und den Genuss davon
andere leiden zu lassen verantwortlich. Der Psychologe Otto Kernberg erklärt wie
bösartiger Narzissmus den Mangel an Empathie im IWF usw begründen kann. Mehr als
nur der Mangel an Empathie zieht der bösartige Narzisst jedoch Genuss aus dem Leiden
andere:
Diese pathologische Idealisierung des selbst als ein aggressives selbst,
wird klinisch „bösartiger Narzissmus“ genannt. Dies ist sehr mit dem
Bösen verbunden und mit einer Anzahl von klinischen Formen, die das
Böse nimmt, so wie das Vergnügen und der Genuss andere zu
kontrollieren, im sie leiden lassen, im sie zerstören, oder dem
gewohnheitsmäßigem Genuss durch das Nutzen des Vertrauens, der
Zuversicht und der Liebe anderer um sie auszubeuten und zu
zerstören.11
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Während die Eigenschaften von bösen Leuten denen des Psychopathen sehr
ähneln, schließt Peck sie ausdrücklich nicht in diese Kategorie ein. Der Unterschied
scheint zu sein, dass, während seine Bösen ihr eigenes böses Verhalten sehen und
verstehen können und es energisch vermeiden, Schuld in sich selbst zu finden, haben
Psychopathen scheinbar die Kapazität verloren, zwischen Gut und Böse zu
unterscheiden:
Ich habe gesagt, dass böse Leute sich selbst als perfekt betrachten. Zur
gleichen Zeit, jedoch, haben sie ein uneingestandenes Gefühl ihrer
eigenen bösen Natur. Tatsächlich ist es genau dieses Gefühl vor dem
sie krampfhaft versuchen zu flüchten. Die essentielle Zutat des Bösen
ist nicht die Abwesenheit eines Gefühls für Sünde oder
Unvollkommenheit, sondern der Widerwille, dieses Gefühl zu
tolerieren. Die Bösen sind sich gleichzeitig ihrer Bosheit bewusst und
versuchen verzweifelt diesem Bewusstsein zu entkommen. Anstatt
dass sie glückselig einen Mangel an Moralität haben, wie der
Psychopath, sind sie fortwährend damit beschäftigt, die Beweise ihrer
Bosheit unter dem Vorleger ihres eigenen Bewusstseins zu kehren. Das
Problem ist nicht ein Defekt des Gewissens, sondern die Bemühung,
dem Gewissen das ihm zukommende abzuerkennen. Wir werden böse,
indem wir versuchen, uns vor uns selbst zu verstecken. Die
Boshaftigkeit des Bösen wird nicht direkt ausgeübt, sondern indirekt
als ein Teil ihres Vertuschungsversuchs. Das Böse entstammt nicht aus
der Abwesenheit von Schuld, sondern aus der Bemühung, vor ihr zu
fliehen.
Es passiert daher oft, dass das Böse durch seine bloße Tarnung erkannt
werden kann. Die Lüge kann vor der Missetat, für deren
Verschleierung sie entworfen ist, wahrgenommen werden – Die
Vertuschungsaktion vor der Tatsache… Die Tarnung ist üblicherweise
undurchdringlich. Aber was wir gewinnen können sind flüchtige
Blicke auf das unheimliche Spiel des Versteckspiels der
Verschleierung der Seele, in welchem sie, die einzelne menschlichen
Seele, sich selbst ausweicht, sich selbst aus dem Weg geht, sich vor
sich selbst versteckt.12
Pecks Böse scheinen der erste der beiden Typen von bösen Personen zu sein, die
der Theologe Martin Buber unterscheidet – diejenigen, die in dem Prozess des
„Abgleitens“ in das Böse sind. Die anderen sind diejenigen, die bereits „Opfer des
radikalen“ Bösen geworden“ sind und davon überwältigt wurden.13 Wenn es der
„ordinäre“ Böse sind, die verzweifelt versuchen, das Böse in sich selbst nicht zu sehen
und im Prozess des Gleitens in das Böse sind, dann sind es die Psychopathen, die die
Linie überschritten haben und vom radikalem Bösen übernommen wurden.
Definition und Verwendung des Wortes Psychopath
Es muss etwas zu dem Wort Psychopath gesagt werden, um Verwirrung über
die Bedeutung zu vermeiden, weil selbst in der offiziellen Literatur der tatsächliche
Gebrauch des Wortes unklar ist. Es gibt auch Unterschiede im Verständnis zwischen
den amerikanischen und europäischen Schulen. In dieser Diskussion folge ich der
Konvention und der Erklärung des Begriffes Psychopath wie von Dr. Hervery Cleckley
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in seinem Buch Mask of Sanity gegeben: Er erklärt den Begriff und Änderungen in der
Nomenklatur wie folgt:14
Jeder Arzt ist mit dem Begriff Psychopath vertraut, mit welchen diese
Leute am öftesten bezeichnet werden. Entgegen dem schlichten
etymologischen Rückschluss auf eine kranke Psyche oder
Geisteskrankheit, wird dieser Begriff normalerweise für diejenigen
genutzt, die als frei von Psychose und sogar Psychoneurose betrachtet
werden. Die Definitionen von Psychopath, die in medizinischen
Wörterbüchern gefunden werden, sind nicht konsistent, noch stimmen
sie in der Regel mit dem ordinären psychiatrischem Gebrauch des
Wortes überein.
In einer Revision der psychiatrischen Nomenklatur von 1952 wurde
der Begriff psychopathische Persönlichkeit offiziell durch
soziopathische Persönlichkeit ausgetauscht. Im Folgenden wurde der
informelle Begriff Soziopath oft zusammen mit dem älteren und
vertrauterem Pychopath genutzt um eine große Gruppe von ernsthaft
behinderten Leuten zu designieren, und zusammen mit anderen
ähnlichen Gruppen unter dem Titel Persönlichkeitsstörung aufgelistet.
Noch eine weitere Änderung in der offiziellen Terminologie wurde
1968 gemacht, als die Bezeichnung soziopathische Persönlichkeit
durch Persönlichkeitsstörung, antisozialer Typ ersetzt wurde.
Die diagnostische Kategorie, Persönlichkeitsstörung, beinhalte
offiziell eine große Vielfalt von verhaltensgestörten Leuten, die mit
den Kriterien der Psychiatrie nicht mit den psychotischen, den
psychoneurotischen, oder den geistesgestörten klassifiziert werden
können.
Bis vor wenigen Jahren war es in keinerlei Hinsicht ungewöhnlich
wenn der Bericht einer an einem Patienten durchgeführten
detaillierten psychiatrischen Untersuchung in einer staatlichen oder
bundesstaatlichen
Einrichtung
mit
dieser
diagnostischen
Schlussfolgerung endete:
1. Keine Nerven- oder Geisteskrankheit
2. Psychopathische Persönlichkeit
Politische Ponerologie – Führerschaft der Bösen
Politische Psychologen haben das Syndrom des bösartigen Narzissmus weithin in
Unternehmens- und politischen Führern identifiziert, welche die politische Stabilität und
die Zivilgesellschaft gefährden.15 Vielleicht aufgrund der grenzenlosen Bestechung und
Gier, der Vetternwirtschaft, dem bösartigem Kriegstreiben, der Missachtung für das
öffentliche Wohl, dem unverdienten Herausnehmen von politischen Freiheiten, und der
unverhohlenen Missachtung für verfassungsmäßige Begrenzungen beschreiben manche
unsere „Anführer“ als Psychopathen.
Susan Rosenthal, M.D. stellt diese Verbindung in ihrem Buch Power and
Powerlessness her, in welchem sie den Griff nach Macht und Kontrolle, und die
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irrationale Voreingenommenheit mit Profit auf Kosten des Leidens und des Todes
anderer diskutiert, welche die Anführer von Unternehmen und Nationen aufzehrt. Sie
sagt, dass eine Person, die perfekt in das kapitalistische System passt ein Psychopath
wäre – jemand der von seinen Gefühlen abgetrennt ist, ohne Empathie und Mitgefühl.
Andrzej Lobaczewski, ein klinischer Psychologe in Polen während der
kommunistischen Zeit drückt es stärker aus. Er sagt, dass viele der Anführer von
Unternehmen und Regierung Psychopathen sind. Weil Psychopathen absolut ohne
Gewissensbisse sind, und kein Bedauern wegen Lügen oder dem Tun jeglicher
unethischen Praktiken haben um zu bekommen was sie wollen, können sie einfach an die
Spitze klettern. Psychopathen, sagt Lobaczewski, können sich selbst an jegliche
Ideologie anhaften und wie ein Virus aus dem Inneren zu etwas ändern, dass letztlich
ihrem ursprünglichen Zweck völlig entfremdet ist. Zur gleichen Zeit werden die
Arbeiter/Anhänger, die weiterhin dem nachgehen, von dem sie denken dass es die
originale Idee oder Anlass ist, schrittweise zu nichts als Werkzeuge einer
machthungrigen, eigennützigen Elite. Obwohl diejenigen, die das nötige Zeug dazu
haben um zu begreifen was passiert solche Organisationen oft verlassen, schafft die
Präsenz von Psychopathen in Anführer-Rollen oft Desaster in den Leben vieler Leute.
Das Desaster verschlimmernd, verstehen die Psychopathen hinter dieser Gewalt nicht,
dass ihr Streben nach totaler Domination nur zur Zerstörung der Interessen aller führen
kann. Sie können die Implikationen ihrer Handlungen nicht verstehen, noch kümmert es
sie, noch werden sie jemals aufhören.16
Lobaczewski und seine Kollegen beobachteten, dass ein “sich stets verstärkendes
Netzwerk von psychopathischen und ähnlichen Individuen schrittweise zu dominieren
beginnt, und die anderen überschattet,“ was letztlich zu einer Pathokratie führt – einem
System, in dem eine kleine pathologische Minderheit Kontrolle über verschiedene
Institutionen und sogar über die ganze Gesellschaft gewinnt. Diese Pathokratie in
Regierung, Geschäft und anderen sozialen Settings studierend, werden ihre
Schlussfolgerungen in Political Ponerology – A Science on the Nature of Evil Adjusted
for Political Purposes dargelegt. Der Editor des Buches zögert nicht, Amerika, basierend
auf dem Charakter und den Aktivitäten der Schlüsselmitglieder der Bush-Regierung als
eine Pathokratie zu identifizieren. Man kann leicht erkennen, dass die Anführer von
Amerika nicht alleine in dieser Kategorie sind, sondern die Beschreibung in der Tat auf
viele Länder der Welt zutrifft.
Dr. Kevin Barrett, Professor an der Universität von Wisconsin-Madison, stellt
zur Debatte, dass der einzige Konflikt der wirklich zählt der der psychopathischen
Führerschaft gegen den Rest der Menschheit ist. „Zivilisation, wie wir sie kennen, ist
größtenteils die Schöpfung von Psychopathen. Hinter dem scheinbaren Wahnsinn der
gegenwärtigen Geschichte steht der tatsächliche Wahnsinn von Psychopathen, die
kämpfen um ihre unverhältnismäßige Macht zu erhalten. Psychopathen haben eine
unverhältnismäßige Rolle in der Entwicklung der Zivilisation gespielt, weil sie darauf
vorprogrammiert sind, zu lügen, töten, verletzen und im Allgemeinen anderen Menschen
großes Leid zuzufügen ohne jegliche Reue zu fühlen.“ Es ist dringend, sagt er, dass die
Gesellschaft konstruktive Maßnahmen ergreift, um diese außer-Kontrolle geratenen
Machttreiber zur Beherrschung zu bringen bevor sie die Welt und uns alle mit ihr
vernichten.
Wir bezeugen die Vergötterung der Über-Welt – das kriminelle
Syndikat oder überlappende Sets von Syndikaten die über der
normalen Gesellschaft und dem normalen Gesetz lauert, genau wie die
Unterwelt unter ihr lauert. Bei 9/11 und den 9/11 Kriegen sehen wir
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den Griff nach der Macht oder das „Endgame“ von brutalen,
gerissenen
Banden
von
CIA
Drogenschmugglern
und
Präsidentenmördern; Geld waschende internationale Bankiers, und ihre
Profikiller, wirtschaftlich und anders; korrupte Militär-Unternehmer
und kampfeslustige Generäle; Raubtier-Unternehmens und ihre
politischen Ermächtiger; Hirnwäscher und Geist-Vergewaltiger, die
beschönigend als Experten für psychologische Einsätze und PR
Spezialisten bekannt sind – kurz, die ganze kranke Bande von
nachweisbaren Psychopathen die unsere so-genannte Zivilisation
betreiben.17
Vor zwanzig Jahren, als die Weltszene noch einigermaßen normal schien, oder
sich sogar verbessernd, in Betracht der Entwicklungen in der UdSSR und Osteuropa,
warnte Dr. Robert Hare vor der Art und dem Verhalten von Psychopathen in was er
„Tarngesellschaft“ nennt, welche diesen raubtierhaften Menschen erlaubt, sich
einzufügen und wie ein normaler Nachbar zu erscheinen. De facto könnten sie sogar die
Leute nebenan sein. Er entblößte in seinem Buch Without Conscience. 2006, ihre
Eigenschaften und Muster als eines der Angst einjagendsten, oft verborgenen sozialen
Probleme welches die Menschen heute beeinträchtigt, und kurz nachdem wir begannen
solche Begriffe wie Raubtierkapitalismus zu hören, updatete er die Warnung über
Psychopathen am Arbeitsplatz in seinem neusten Buch Snakes in Suits: When
Psychopaths Go To Work.
Die Art der Psychopathen
Das Kennen der Symptome und der Natur des Psychopathen mag uns dabei
helfen, uns in unseren persönlichen und professionellen Leben gegen sie zu schützen,
aber sie sind nicht einfach zu identifizieren. Sie machen oft einen sehr guten Eindruck,
und beeindrucken andere mit dem Hintergedanken sie zum Opfer zu machen. Dr. Robert
Hare verbrachte zehn Jahre damit, eine hochgradig verlässliche und wissenschaftlich
saubere „Psychopathen-Checkliste“ zu kreieren, nicht nur um zu untersuchen, ob eine
Person wahrscheinlich ein Psychopath ist, sondern auch um sich gegen eine
unangemessene Diagnose zu schützen. In Without Conscience erklärte er:
Dank ihrer Zungenfertigkeit und der Fertigkeit, mit der sie lügen, ist es
nicht überraschend dass Psychopathen erfolgreich Leute betrügen,
beschwindeln, übervorteilen, hereinlegen und manipulieren und nicht
die geringsten Gewissensbisse haben während sie das tun. Sie
beschreiben sich selbst oft unverblümt als Hochstapler, Gauner oder
Betrüger. Ihre Aussagen offenbaren oft ihren Glauben, dass die Welt
aus „Gebern und Nehmern“, Räuber und Beute besteht, und dass es
sehr dumm wäre, die Schwäche der anderen nicht auszunutzen. Die
Kennzeichen dieser oft charmanten – aber immer tödlichen –
Individuen… ist ein atemberaubender Mangel an Gewissen; ihr Spiel
ist selbst-Verherrlichung auf Kosten der anderen Person. Einige
verbringen Zeit im Gefängnis, aber viele tun das nicht. Alle nehmen
weit mehr als sie geben.18
Der atemberaubende Mangel an Gewissen, der unter Psychopathen zur Schau
gestellt wird gibt uns eine Idee ihres spirituellen Zustandes. Alle normalen Menschen
wissen, dass das Gewissen ihr moralisches Ruder ist. Es ist genau dieser Teil des
Menschen, der ihnen hilft das Richtige zu tun und Falsches zu vermeiden. Wenn sie
entgegen ihres Bewusstseins die falsche Wahl treffen, wie Menschen es oft tun, ,dann
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versuchen sie, gehetzt von Gefühlen der Schuld und Reue, Wiedergutmachungen zu
leisten und ihre Fehler zu kompensieren. Dies ist etwas das Psychopathen nicht
verstehen können. “Für sie ist Gewissen nicht viel mehr als ein intellektuelles
Gewahrsein von Regeln, die andere sich ausgedacht haben – leere Worte. Es fehlen die
Gefühle, die benötigt werden um diesen Regeln Macht zu geben. Die Frage für sie ist,
wieso?“
Diese Einsicht in die psychopathische Persönlichkeit wird sogar noch
signifikanter, wenn wir bedenken, dass der Ursprung und die Stimme des Gewissens
keine andere als die der Superseele ist – der Herr im Herzen: „Denn in diesem Körper ist
ein anderer, ein transzendentaler Genießer, welcher der Herr ist, der oberste Besitzer,
welcher als Aufseher und Genehmiger existiert, und welcher als die Superseele bekannt
ist.“ (13.23). In anderen Worten, haben diejenigen, die nicht dämonisch sind eine
Verbindung mit dem Herrn, welche Gewissen genannt wird und durch welches er uns
leitet. Diejenigen, die es vermeiden, sich ihrer Missetaten bewusst zu sein, wie Peck sagt,
wählen, die Führung der Superseele zu verneinen und zu ignorieren, bis sie letztlich
nicht länger die „innere Stimme“ hören können. Ohne Gewissen haben sie keinen
moralischen Kompass, kein Unterscheidungsvermögen von Richtig und Falsch, Gut oder
Schlecht, was zu tun und was nicht zu tun ist. Ihr Standardverhalten ist es, sich schlicht
selbst zu gefallen, und zu tun was sie wollen ohne jeden Gedanken an irgendetwas
anderes. Von tamo – guna beeinflusst treffen sie fortlaufend die falsche Entscheidung
und sinken schrittweise weiter und weiter hinab: „Die Neidischen und Boshaften, die die
Niedrigsten unter den Menschen sind, werden von Mir in den Ozean der materiellen
Existenz in verschiedene dämonische Arten des Lebens geworfen“ (16.19).
„Geber und Nehmer“ ist die Weise, auf die sie die Welt sehen – sie sind natürlich
die Nehmer und der Rest der Welt ist ihre rechtmäßige Beute. Hare wiederholt die
Einschätzung indem er sagt, dass Psychopathen „Leute als wenig mehr als Objekte
sehen, die für die eigene Genugtuung zu benutzen sind. Die schwachen und
verwundbaren – die sie eher verspotten als bemitleiden – sind bevorzugte Ziele.“ Der
Psychologe Robert Rieber echot diese Ansicht, und schreibt: „ Es gibt kein solches Ding,
im psychopathischen Universum wie einen bloß schwachen. Wer schwach ist, ist auch
ein Trottel; das heißt, jemand der danach verlangt ausgebeutet zu werden.“ Können wir,
mit diesem Verständnis, zurück auf die Handlungen des IWF, der Weltbank, großen
Unternehmen und den Regierungen der Welt schauen, und den Zweck ihrer Aktionen
verstehen? Mit solchem Wissen müssen wir nicht länger überrascht sein, dass diejenigen,
die da sind um „uns zu helfen“, sehr oft Wölfe in Schafspelzen sind.19
Psychopathen zeigen keine Reue, Scham oder Schuldgefühle, und es mangelt
ihnen an jeglicher Einsicht in die Mängel ihres eigenen Verhaltens. Da sie nicht einmal
anerkennen, dass sie etwas Falsches getan haben, suchen sie niemals Hilfe oder Beratung
für ihr Verhalten. In der Tat, falls ihre Missetaten ihnen aufgezeigt werden, werden sie
beinahe gewaltsam wütend, und leugnen ihre Schuld und weisen die Schuld dem Opfer
oder dem Ankläger zu. Sie verlegen den Ort des Bösen in andere und bemühen sich
dann, sie im Namen der Rechtschaffenheit zu zerstören.20
Ihr starker Wille und Verlangen, andere zu kontrollieren ist ein weiteres
herausragendes Merkmal von Psychopathen. Kernberg erwähnt dies oben und Peck
schreibt „der Leser wird von dem außerordentlichen Eigenwillen von bösen Leuten
überrascht sein. Sie sind Männer und Frauen von offensichtlich starkem Willen,
entschlossen dazu, ihren eigenen Willen zu bekommen. Es liegt eine bemerkenswerte
Macht in der Art, auf die sie versuchen, andere zu kontrollieren“.21 Psychopathen lieben
es, Macht und Kontrolle über andere zu haben und scheinen unfähig zu glauben, dass
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andere Leute berechtigte, von ihrer Meinung verschiedene Auffassungen haben.“ Hare
schreibt: „Sie haben eine narzisstische und völlig aufgeblähte Sicht ihres Selbstwertes
und ihrer Wichtigkeit, eine wahrlich erstaunliche Egozentrik und Anspruchshaltung, und
sehen sich selbst als das Zentrum des Universums, als überlegene Wesen, die
gerechtfertigt nach ihren eigenen Regeln leben. ‚Es ist nicht so, dass ich nicht dem
Gesetz folge‘, sagte einer unserer Patienten, ‚ich folge meinen eigenen Gesetzen.‘“ Weil
der narzisstische nicht falsch liegen kann, und seine eigene Gesetze macht, versucht er
demzufolge, andere wie sich zu machen, so wie sich denken zu lassen und so wie sich
handeln zu lassen, um die Dinge auf seine Weise zu tun. Es gibt wenig Raum für
individuellen Ausdruck in der Welt des Narzissten, weil die Äußerungen von anderen,
die von seinen abweichen, ihn herausfordern oder angreifen. Äußerst sensitiv für diese
Tatsache verbreiterte Fromm die Definition von Nekrophilie, um das Verlangen von
bestimmten Leuten, andere zu kontrollieren einzuschließen – sie kontrollierbar zu
machen, um ihre Abhängigkeit herbeizuführen, und ihre Fähigkeiten, und ihre Fähigkeit
für sich selbst zu denken zu entkräften, und ihre Unvorhersehbarkeit und Originalität zu
vermindern, um sie in Schach zu halten.22
Sie haben einen aufgebähten Selbstwert, sind arrogant, eingebildet, und
beherrschend, und nur sich selbst loyal. Ihre Sexualität ist oft anders als heterosexuell
und viele, insbesondere die in weißen Kragen, sind unbegrenzter Gier untertan. Sie sind
vollständig von allen Gefühlen abgeschnitten, sie fühlen nichts, und zeigen Emotionen
nur als eine Show, gelernt durch das Beobachten anderer. Wie Hare es ausdrückt, gibt es
ein „fürchterliches und verblüffendes Thema, welches durch die Fallstudien aller
Psychopathen läuft: eine tiefgreifende Unfähigkeit, sich um die von anderen erfahrenen
Schmerzen und Leiden zu kümmern – kurz, ein vollständiger Mangel an Empathie, die
Vorbedingung für Liebe.“
Psychopathen sind nicht verrückt, gemäß den akzeptierten legalen und
psychiatrischen Standards. Ihre Handlungen resultieren „nicht aus einem gestörten Geist,
sondern aus einer kalten, berechnenden Rationalität, kombiniert mit einer fröstelnden
Unfähigkeit andere als denkende, fühlende menschliche Lebewesen zu behandeln“.23
Obwohl Psychopathen rechtlich kompetent und verantwortungsbewusst sind, und nicht
verrückt nach klinischen Standards; werden sie als „psychiatrische Störung“ betrachtet,
mangels einer besseren Erklärung ihres abweichenden Verhaltens. Da sie um die 4-6
Prozent der Bevölkerung ausmachen sind Psychopathen eines der gefährlichsten sozialen
Probleme die der modernen Gesellschaft entgegenstehen. In The Mask of Sanity sagt Dr.
Cleckley wiederholt mit offensichtlicher Frustration, dass unerklärlicherweise dieses
Gebiet dringenden Bedarfs absichtlich von Autoritäten in allen Feldern ignoriert wird,
inklusive der Psychiatrie, den Gerichten und der Regierung. Er identifiziert die
Verschleierung im professionellen disziplinären Verständnis des Psychopathen und
bezeichnet es als eine „Verschwörung der Ausflucht“. Basierend auf Lobaczewski’s
Schriften mag man sich fragen ob dies deswegen ist, weil die Psychopathen, die bereits
an der Macht sind, nicht erkannt werden wollen.
Schockierenderweise stimmen Cleckley, Hare und Peck alle zu, dass
Psychopathen unheilbar sind. Wie Hare es ausdrückt „ist das Verhalten von
Psychopathen bekanntermaßen resistent gegen Änderungen“, zu einem großen Grad,
weil sie mit sich selbst nichts falsches sehen, und darum keinen Bedarf haben, sich zu
ändern, und kein Bedürfnis für irgendeine „Behandlung“. „Behandlung für was?“ mögen
sie fragen. Die vielen gut ausgedachten Programme, die dazu gedacht sind Psychopathen
im Gefängnis zu kurieren oder vom Gericht angeordnete Therapie wurden als ineffektiv
befunden. Und das betrifft nur die Behandlung für diejenigen in Haft, was die Millionen
AMDG IHS
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anderen die es nicht sind völlig übersieht. Obwohl die Gesellschaft ein Problem mit
ihnen hat, haben sie kein Problem mit sich selbst und darum keinen Anreiz oder
Verlangen sich zu ändern. Psychopathen sind diejenigen, die vollständig „gefallen“ sind,
nach Bubers Definition.24
Es ist manchmal schwer für Leute zu akzeptieren, dass Psychopathen unsere
Unternehmen, Bildung und Regierung anführen. Der Grund ist, dass gute Menschen
selten misstrauisch sind, und sich nicht vorstellen können, dass andere Sachen tun die sie
selbst nicht tun würden. Aber die Tatsachen sind da, für alle deutlich zu sehen. Die
Strukturanpassungsprogramme die in Hungersnot, schlechter Gesundheit, Ignoranz,
unbeschreiblichen Leiden, und Tod von hunderttausenden resultierten; die Bemühungen
Terminatorsamen und genetisch modifizierte Pflanzen, die patentiert werden können zu
entwickeln, sind Bemühungen um alle Farmer der Zukunft zu versklaven und die Leute
als Gefangene ihrer bloßen Nahrungsversorgung zu halten. Dies sind nicht die
Handlungen von normalen Leuten. Die Bemühungen, die Heilmittel für tödliche
Krankheiten (AIDS, Krebs) zu verbergen und die Behandlung zu beschränken sichere
Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel zu verbieten; die uneingeschränkte
Fähigkeit, Umweltverschmutzung zu ignorieren und zu verüben; Benzinverschwendung
auszuüben und anzuregen, Smog-ausstoßende Autos; die schamlose Zerstörung von
Regenwäldern; das Testen von Medikamenten und Krankheiten an nichts ahnenden
zivilen Bevölkerungen, unverblümte Lügen um öffentliche Unterstützung für Krieg zu
sammeln; Millionen von obdachlosen Menschen; kommerzialisiertes Abschlachten von
Milliarden von Tieren für Nahrung; Genozid, nicht-endende „Kriege für den Frieden“;
große Ungleichgewichte in Reichtum – die Liste ist endlos – diese Handlungen, eine
wahrheitsgetreue Beschreibung der Eigenschaften der modernen Gesellschaft, ist auch
eine Beschreibung der Handlungen von Psychopathen.
Die Leute neigen dazu, zu denken, dass Psychopathen von so monströser
Erscheinung sind wie sie im Geist sind, aber nichts könnte so weit von der Wahrheit
entfernt sein wie das. Psychopathen sehen und verhalten sich normalerweise auf eine
normalere Art als tatsächlich normale Leute. „Sie präsentieren ein überzeugenderes Bild
der Tugend als die Tugend selbst. Genau wie eine Wachs-Rosenknospe oder ein
Plastikpfirsich dem Auge perfekter erscheint, mehr so wie der Geist denkt, wie eine
Rosenknospe oder ein Pfirsich aussehen sollte, als das nicht-perfekte Original, von dem
es modelliert wurde.“25
Normalerweise akzeptieren Leute ein weniger-dramatisches Verständnis des
Lebens als das korrekte (und sicherste) und belassen die Dinge dabei. Zu oft allerding ist
die tatsächliche Art auf die diese Welt funktioniert so gewaltig anders als was wir gerne
glauben würden, dass die Wahrheit nicht akzeptabel ist. Es bedroht unser eigenes
falsches Ego, unsere Idee davon was diese Welt ist und unsere Fähigkeit, Zuflucht in ihr
zu finden. Wenn man dies als wahr akzeptiert – dass die Dämonischen unseren Planeten
und unsere Leben beherrschen – lässt uns in großer Furcht. Unsere Hilflosigkeit
realisierend, wird das Erwägen der Möglichkeit zukünftiger Katastrophen sofort zu
fürchterlich. Lieber gleich alles aus dem Geist verdrängen. Unglücklicherweise, oder
vielleicht auch nicht, sind diese Tage vorüber, da die Realität zu einer Nachbarschaft
nahe euch gekommen ist, und de facto auf eurer eigenen Türschwelle sein mag.
Derzeitig können wir die Welt über dem Abgrund von entweder von Zerstörung oder
Sklaverei oder beidem sehen, und müssen die Realität vor uns akzeptieren: Einige
Menschen sind nicht so menschlich wie andere, und sie sind zu oft geradezu böse. Ein
Problem zu lösen, setzt voraus dass man als erstes akzeptiert, dass es eins gibt.
AMDG IHS
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Der Pfad zum Bösen
Das Akzeptieren dieser Realität wirft unmittelbar die Frage “Wie werden sie
so?“ und “Was können wir tun?“ auf. Die letztere Frage wird im nächsten Kapitel
aufgegriffen. Die erste Frage ist extrem wichtig, nicht nur um den Grund für andere zu
identifizieren, sondern damit wir uns dagegen verteidigen können, selbst ins Böse
abzurutschen. Peck identifiziert den nicht-untergeordneten Willen als die essentielle
Eigenschaft der bösen Leute. Jeder, der mental gesund ist, ordnet sich selbst einer Form
von höherer Autorität unter, seien es Familienältere, Arbeitgeber, Gott, oder ihr
Verständnis der Wahrheit. Oft gibt es eine moralische Entscheidung, die getroffen
werden muss, in der wir richtig über falsch wählen müssen, jene „richtige“ Entscheidung
ausgedrückt von unserem Gewissen oder definiert von unseren religiösen
Glaubenssätzen. Wir können unterscheiden zwischen dem was wahr ist und was wir
gerne als wahr hätten, und erkennen, dass unsere eigenen Entscheidungen de facto
fehlerhaft oder falsch sind. „Nicht so jedoch der Böse. Im Konflikt zwischen ihrer
Schuld, und ihrem Willen, ist es die Schuld, die gehen muss, und der Wille der gewinnen
muss“.26
Fromm macht eine detaillierte Analyse, die von der fehlerhaften
Argumentationsfähigkeit des Narzissten ausgeht: „Das gefährlichste Ergebnis von
narzisstischer Anhaftung ist die Verzerrung des rationalen Urteilens. Das Objekt der
narzisstischen Anhaftung wird als wertvoll betrachtet (gut, schön, weise, etc.), nicht auf
Basis eines objektives Wert-Urteils, sondern weil es ich oder meins ist. Das narzisstische
Wert-Urteil ist voreingenommen und befangen“.27 Wir nehmen ausdrücklich zur
Kenntnis, dass die narzisstische Anhaftung auf der Konzeption von „ich und mein“
basiert. Fromm sah die Entstehung des menschlichen Bösen als Entwicklungsprozess:
Wie sind nicht böse geschaffen oder gezwungen böse zu sein, aber wir werden langsam
durch die Zeit böse, durch eine lange Reihe falscher Entscheidungen des eigensinnigen
Ignorierens unseres Gewissens die uns die besser oder angemessener zu tuende Sache
sagt, und tun stattdessen was man will, ungeachtet der Konsequenzen. Der Narzisst
versucht deshalb, sein mangelhaftes Konzept seiner selbst auf Kosten der Wahrheit zu
erhalten. Das Ergebnis ist, dass man nach einer langen Folge von solchen falschen
Entscheidungen nicht mehr länger auch nur die Wahrheit erkennen kann, und die
Fähigkeit, sich selbst durch die richtige Handlung zu befreien geht dann verloren.28
Am letzten Punkt der Kette von Entscheidungen ist er nicht länger frei:
Zu einem früheren Punkt hätte er frei sein können, wäre er sich
bewusst gewesen das die wirkliche Entscheidung genau dort und dann
hätte gemacht werden müssen. Das Argument für die Sicht, dass der
Mensch keine Freiheit hat, das Bessere gegen das Schlechtere zu
wählen, basiert zu einem bemerkenswerten Maß auf der Tatsache, dass
man normalerweise auf die letzte Entscheidung in einer Reihe von
Ereignissen blickt, und nicht auf die erste oder zweite. Tatsächlich ist
am Punkt der letzten Entscheidung die Freiheit zu wählen
normalerweise verschwunden. Aber sie mag an einem früheren Punkt
immer noch da gewesen sein, als die Person noch nicht so tief in seinen
eigenen Leidenschaften verfangen war. Man kann verallgemeinern
indem man sagt, dass einer der Gründe warum die meisten Leute in
ihrem Leben scheitern, genau deswegen weil sie noch frei sind, der
Vernunft folgend zu handeln, und weil sie sich der Wahl nur zu dem
Punkt bewusst sind, wenn es zu spät für sie ist, eine Entscheidung zu
machen.29
AMDG IHS
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Wenn das Verlangen des falschen Ego so stark ist, dass es nur sich selbst
anerkennt, und sich weigert, jegliche andere Autorität anzuerkennen, insbesondere die
Autorität von Gott, nennen dies die Veden maya, oder von Illusion bedeckt. Srila
Praphupada schreibt, dass die jiva sich selbst sogar für Gott halten kann, und als Gott tun
kann, was immer sie will mit Straffreiheit. Darum „fällt“ er in eine Falle, aus der er nicht
entkommen kann. Dies ist der tatsächliche Fall des Menschen, und wir sind dieser
Kondition ermahnt durch Sri Krishna in der Gita, wenn Er sagt: „Ich bin der einzige
Genießer und das einzige Ziel von Opfern. Wer Mein wahres, transzendentales Wesen
nicht erkennt, kommt zu Fall.” (9.24). Wir müssen unsere relative Position zu Gott
erkennen und Ihm unseren Willen unterordnen, genau wie ein Kind sich seinen Eltern
unterordnet und den Schutz ihrer Liebe fühlt. Diejenigen, die sich weigern, sich Gott
unterzuordnen fallen aus der transzendentalen Realität in diese illusionäre materielle
Welt, und so lange wie wir solch eine Haltung der Unabhängigkeit behalten, verdammen
wir uns dazu hier zu bleiben, ununterbrochen wenn es sein muss, in einem endlosen
Kreis der Wiedergeburten rotierend. Darum gibt es nur eine Entscheidung, mit der wir
fortwährend konfrontiert sind – unsere Position in der Beziehung zu Gott anzunehmen
und uns zu ihm zu wenden, oder ihn zu leugnen, und uns von ihm abzuwenden. Wie
Peck es ausdrückt: „Es gibt nur zwei Zustände des Seins: Unterordnung unter Gott und
Tugend, oder die Weigerung sich irgendetwas außerhalb des eigenen Willens
unterzuordnen – eine Weigerung, die einen automatisch den Kräften des Bösen
versklavt.“30
Die Inhärente Art des Menschen – Göttlich oder Dämonisch?
Es wurde lange argumentiert, dass die menschliche Natur eine von zwei
grundlegenden Arten ist. Manche sagen, dass der Mensch inhärent böse ist und der
Vorrichtungen der Religion und sozialen Gebräuche bedarf um dabei zu helfen sein
Verhalten zu leiten. Andere sagen, dass der Mensch grundlegend gut sei, aber
Schwächen hat und ihm das anständige Verhalten manchmal entgleitet. Die Veden
sagen, dass beide Positionen korrekt sind: Es gibt zwei Arten von Wesen in dieser Welt –
die Göttlichen und die Dämonischen. Was ist es, das den Unterschied ausmacht? Sind
manche Leute permanent böse, und andere permanent gut, oder können sie sich ändern?
Oder vielleicht sind alle zur gleichen Zeit sowohl göttlich als auch dämonisch?
Wie oben erklärt sind alle Lebewesen der Welt Teile und Stücke von Gott,
qualitativ das gleiche wie Er, aber enorm anders in der quantitativen Potenz. Als ein Teil
der absoluten Wahrheit ist die jiva inhärent frei von der Dualität von Gut und Böse.
Doch wenn die jiva diese materielle Welt betritt, schafft sie die Dualität die sie durch
ihren subjektiven Genuss der materiellen Energien genießt, und in dem Prozess setzt er
sich eben dieser Dualität aus. Darum kann er sich von Gott abwenden und „böse“ oder
dämonisch werden, oder sich Gott zuwenden und „gut“ oder gottgefällig werden. Die
jiva an dem einen Ende des Spektrums ist dämonisch, aber das Aufgeben der
Dämonischen Mentalität mag näher an Gott bringen. Auf dem Weg wird die jiva sowohl
von Gut und Böse beeinflusst. Dies ist der Zustand der meisten Leute der Welt – einige
gehen in die Richtung des Bösen und andere in die Richtung des Guten. Endlich, wenn
die jiva sich nah genug an Gott heranbewegt hat, kann sie ihre Dämonischen Tendenzen
vollständig aufgeben, und sich letztlich von den materiellen Einflüssen befreien und zu
der spirituellen Welt gehen und frei werden von aller Dualität, Miserien, Geburt, Tod,
usw.
Die gottgefälligen sind per Natur allen Lebewesen gleich gemessen, aber die
Dämonischen kümmern sich nur um ihren eigenen Genuss, normalerweise auf Kosten
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von allem und jedem anderen. Der Kampf zwischen Gut gegen Böse spielt sich
demzufolge fortgesetzt ab in dieser Welt der Dualität. Er ist stets präsent und in jeder
Kultur zu jeder Zeit. Es war George Lucas Star Wars welcher vor einer Generation den
ewigen Konflikt in die mind-map der westlichen Welt lieferte als eine Breitbild-Saga.
Lange vorher haben die beiden großen Epen von Indien - Mahabharata und Ramayana –
die Leser mit Intrigen, Drama und Spannung zwischen den Kräften zwischen Gut und
Böse für Jahrtausende gefesselt. Weil wir durch sukkzessive Inkarnationen persönlich in
diesem Drama teilgenommen haben, wissen wir inhärent dass dieser Konflikt real ist.
Kleine Jungen, die von solchen samskaras, oder Seelen-Erinnerungen aus vorherigen
Leben des Konfliktes beeinflusst sind, fühlen sich natürlicherweise zum Kampfspiel
hingezogen. Durch unsere vielen Lebenserfahrungen wissen wir, dass manche Aktionen
gut und manche schlecht sind, dass manche Handlungen nett oder sogar göttlich sind und
manche schlecht sind, dass manche Leute nett oder sogar göttlich sind während andere
gemein, grausam oder die exakte Personifizierung des Bösen sind. Wir wissen, dass dies
wahr ist, weil wir es vor unseren Augen stattfinden sehen in dieser Welt.
Die persönlichen Qualitäten der Göttlichen, die sich selbst und andere erhebend
sind, beinhalten (16.1-3):
Der Segenspendende Herr sprach: Furchtlosigkeit, Läuterung seines
Daseins,
Kultivierung
spirituellen
Wissens,
Mildtätigkeit,
Selbstbeherrschung, Darbringung von Opfern, Studium der Veden,
Enthaltung und Einfachheit; Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und
Freisein von Zorn; Entsagung, Gleichmut, Abneigung gegen
Fehlerfinden, Mitleid und Freisein von Gier; Freundlichkeit,
Bescheidenheit und feste Entschlossenheit; Stärke, Nachsicht,
Standhaftigkeit, Sauberkeit und Freisein von Neid und dem
leidenschaftlichen Verlangen nach Ehre — diese transzendentalen
Eigenschaften, o Sohn Bhāratas, zeichnen heilige Menschen aus, die
von göttlichem Wesen sind.
Den Dämonischen jedoch mangelt es nicht nur an diesen Qualitäten, sondern sie
sind mit ihren Gegensätzen erfüllt, Arroganz, Stolz, Zorn, Einbildung, Härte, Ignoranz
und anderen. Diese Beschreibung der Dämonischen Persönlichkeit stimmt eng mit Pecks
bösen Menschen überein, mit dem bösartigen Narzissten, und mit der psychopathischen
Persönlichkeit. Ein ganzes Kapitel der Bhagavad-gita ist auf die Erklärung der göttlichen
und Dämonischen Erscheinungsweisen gerichtet. Dort wird die dämonische
Erscheinungsweise wie folgt von Sri Krishna erklärt (16.7-24):
Die Dämonen wissen nicht, was getan werden muss und was nicht
getan werden darf. In ihnen ist weder Sauberkeit noch richtiges
Betragen, noch Wahrheit zu finden. Sie sagen, die Welt sei unwirklich;
sie habe keinen Ursprung und es gebe keinen Gott, der sie beherrsche.
Sie sei durch sexuelles Verlangen erzeugt worden und habe keine
andere Ursache als Lust. Weil sie sich nach solchen Schlußfolgerungen
richten, gehen die Dämonen, die sich selbst ausgeliefert sind und keine
Intelligenz haben, abscheulichen, unheilvollen Tätigkeiten nach, die
dafür bestimmt sind, die Welt zu zerstören. Die Dämonen, die bei
unersättlicher Lust, Stolz und falschem Prestige Zuflucht suchen und
sich so in Illusion befinden, sind unsauberer Arbeit verschworen und
fühlen sich zum Unbeständigen hingezogen. Sie glauben, die Sinne bis
ans Ende des Lebens zu befriedigen sei die größte Notwendigkeit der
menschlichen Zivilisation. Daher haben ihre Sorgen kein Ende. Durch
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Hunderttausende von Wünschen und durch Lust und Zorn gebunden,
sichern sie sich mit illegalen Mitteln Geld für Sinnenbefriedigung.
Die dämonische Person denkt: „So viel Reichtum besitze ich heute,
und nach meinen Plänen werde ich noch mehr erlangen. So viel gehört
mir jetzt, und es wird in Zukunft mehr und mehr werden. Er ist mein
Feind, und ich habe ihn umgebracht, und meinen anderen Feind werde
ich ebenfalls töten. Ich bin der Herr über alles; ich bin der Genießer;
ich bin vollkommen, mächtig und glücklich. Ich bin der reichste Mann,
umgeben von adligen Verwandten. Niemand ist so glücklich und
mächtig wie ich. Ich werde Opfer darbringen; ich werde einige
Spenden geben, und so werde ich genießen.“ Auf diese Weise werden
solche Menschen durch Unwissenheit getäuscht. So von vielfachen
Ängsten verwirrt und in einem Netzwerk von IIlusionen gefangen,
wird man zu stark an Sinnengenuß angehaftet und fällt in die Hölle
hinab.
Selbstgefällig und immer unverschämt, von Reichtum und falschem
Prestige getäuscht, bringen sie manchmal Opfer nur dem Namen nach
dar, ohne irgendwelche Regeln und Regulierungen zu beachten.
Verwirrt durch falsches Ego, Stärke, Stolz, Lust und Zorn, wird der
Dämon neidisch auf den Herrn, die Höchste Persönlichkeit Gottes, der
in seinem eigenen Körper und in den Körpern der anderen gegenwärtig
ist, und lästert die wirkliche Religion.
Die Neidischen und Boshaften, die die Niedrigsten unter den
Menschen sind, werden von Mir in den Ozean der materiellen Existenz
in verschiedene dämonische Arten des Lebens geworfen. Da solche
Menschen immer wieder unter den Dämonischen Lebensformen
geboren werden, können sie sich Mir niemals nähern. Nach und nach
sinken sie in die abscheulichsten Formen des Daseins hinab.
Es gibt drei Tore, die zu dieser Hölle führen — Lust, Zorn und Gier.
Jeder vernünftige Mensch sollte diese drei Dinge aufgeben, denn sie
führen zur Erniedrigung der Seele. Derjenige, der diesen drei Toren zur
Hölle entgangen ist, o Sohn Kuntis, führt Handlungen aus, die ihn zur
Selbstverwirklichung erheben, und erreicht so allmählich das höchste
Ziel. Wer aber die Anweisungen der Schriften missachtet und nach
seinen Launen handelt, erreicht weder die Vollkommenheit noch
Glück, noch das höchste Ziel. Man sollte aus den Unterweisungen der
Schriften verstehen, was Pflicht und was nicht Pflicht ist. Wenn man
diese Regeln und Regulierungen kennt, sollte man so handeln, dass
man allmählich erhoben wird.
Die Veden zählen 8400000 Spezies des Lebens auf, und unter diesen werden
400000 als menschliche Wesen gezählt. Diese Unterteilungen basieren nicht schlicht auf
einer bestimmten Körperform wie Biologen Spezies unterscheiden, sondern sind auch
Unterscheidungen des Bewusstseins. Diese menschlichen Spezies werden durch ein
Tieren überlegenes Bewusstsein charakterisiert, und speziell durch die Tatsache, dass
Menschen einen freien Willen haben. Sie sind frei, Entscheidungen basierend auf
Verständnis und Intelligenz zu machen und sie sind nicht vom Instinkt kontrolliert wie es
die Tiere sind. Einem Lebewesen wird gemäß seines Bewusstseins ein bestimmter
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Körper zugewiesen, und unter der menschlichen Spezies können diese von Göttlich bis
Dämonisch schwanken. Gemäß dem Bewusstsein zum Zeitpunkt des Todes bekommt
das Lebewesen seinen nächsten Körper. Diejenigen die göttliche Eigenschaften kultiviert
haben und in der Erscheinungsweise der Tugend situiert sind kommen auf die
himmlischen Planeten, während diejenigen die eine dämonische Mentalität entwickelt
haben, unter den verschiedenen menschlichen Spezies wie den yaksas und raksasas
geboren werden.
Unsere Erklärung der kosmischen Zeitalter, oder yugas, wies darauf hin, dass
diese Erde einem Mehrzweckraum ähnlich ist, der den Zwecken der verschiedenen
Lebewesen dieser materiellen Realität dient. Während Kali-Yuga wird die Erde den
Dämonischen für ihre Zwecke gegeben, und sie haben die Erde, oder Teile von ihr, seit
der Zeit vor dem Beginn des Zeitalters kontrolliert. Zu Beginn taten sie es durch den
Gebrauch des Schwertes – Smiths Plündern-und-Rauben – aber das ist ein gefährliches
Geschäft. Demzufolge wurden die Methoden später modifiziert um den Glauben
(Religion) mit lebensbedrohlichen Methoden der Konversion zu kontrollieren – die
Folterbank und das Schwert für die hartnäckigen. Um die Unentschlossenen zu
überzeugen war nichts besser als die Widerspenstigen öffentlich auf dem Scheiterhaufen
zu verbrennen. Und doch war diese Kontrolle, obwohl sie umfassender als nur durch das
Schwer alleine war, immer noch unvollständig. Es gab viele, die ihre Überzeugungen
nicht aufgeben würden, selbst unter Risiko des Lebens. Ein besseres System wurde dann
entwickelt, und heute ist ihre Kontrolle beinahe vollständig. Es ist ein System, vor dem
keine Person flüchten darf – das Geld System – mit fähiger Rückendeckung durch die
Männer, Gewehre und Bomben des Militärs.
In einem strikt spirituellen Sinn ist die Geschichte des Kampfes zwischen den
göttlichen und den Dämonischen signifikant weil es aufschlussreiche Lektionen des
Kampfes der individuellen Seele, Freiheit vom materiellen Bewusstsein zu erlangen
bietet. Die Dämonischen sind voll in die materielle Konzeption des Lebens investiert, so
sehr dass sie sogar die Beschreibung von Gott belächeln. Sie halten sich selbst für Gott,
dass nur sie selbst genießen können, und so sind sie extrem neidisch auf jegliches Glück
anderer. Tatsächlich werden sie sogar glücklicher wenn sie andere leiden sehen. Diese
Beschreibung der Natur von Psychopathen und ihrer Mission für absolute Kontrolle trägt
viel dazu bei um zu erklären, warum die heutige Wirtschaft und Welt so funktioniert wie
sie es tut, und warum es, trotz Jahrhunderten des „Fortschrittes“, zunehmende Zahlen
von notleidenden Menschen gibt.
Die Frühe Geschichte der Dämonischen Kontrolle
Die Dämonischen, im Verlangen der Herr aller zu sein, haben immer begehrt
andere zu unterjochen. Dies war die Geschichte seit die Dämonischen manifestiert
wurden. Weiter oben erzählten wir von Aditi und Diti, den Mit-Frauen von Kasyapa
Muni, der, früh in der Geschichte dieser Schöpfung, die göttlichen, respektive
Dämonischen Rassen der Menschen zeugte. Aditi gebar als erstes, und empfing das Kind
in Übereinstimmung mit den Gesetzen des dharma, zur richtigen Zeit, in einem erhöhten
Bewusstsein. Ihre Abkömmlinge wurden die devas oder Halbgötter, die die
Angelegenheiten des Universums regeln. Diti, die neidisch auf ihre Mit-Frau war, nahte
sich ihrem Ehemann mit starkem Verlangen nach Empfängnis, aber zu einer
unheilvollen Zeit. Obwohl Kasyapa erklärte, dass die verheißungsvolle Zeit der nächste
muhurta sein würde, eine bloße halbe Stunde später, beharrte sie darauf, dass sie nicht
warten könnte. Ihr Bewusstsein füllte sich mit Neid, Ungeduld, einem wetteiferndem
Geist der entschlossen war, besser als Aditi abzuschneiden, und mit großer
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Entschlossenheit, die Zurückhaltung ihres Ehemannes zu überwinden. Diti erzeugte also
Zwillinge mit dem gleichen Bewusstsein, Hiranyaksa und Hiranyakasipu. Diese beiden
mächtigen und unverschämten Söhne wurden zur Geißel des gesamten Universums, und
instrumentalisierten und versklavten viele, und beuteten die Ressourcen der Erde bis zu
einem Grad aus, dass die Erde unausgeglichen wurde und aus ihrem Orbit fiel.
Um die Situation zu korrigieren, nahm Vishnu die Inkarnation von Varahadeva,
der die Erde rettete und in ihrem richtigen Orbit platzierte. Hinterher forderte Hiranyaksa
Varahadeva heraus im Verlangen ihn zu töten, aber in dem anschließenden Gefecht
wurde Hiranyaksa getötet.
Erpicht auf Rache für den Tod seines Bruders durch die Hände Vishnus, hielt
Hiranyakasipu seine Dämonischen Anhänger an, sowohl Vishnu als auch seine
Anhänger zu stören (7.2.6-8, 10-15):
Meine unbedeutenden Feinde, die Halbgötter, haben sich verbündet,
um meinen vielgeliebten und gehorsamen wohlmeinenden Freund,
meinen Bruder Hiranyaksa, zu töten.
Obwohl der Höchste Herr, Vishnu, uns beiden - den Halbgöttern und
den Dämonen - stets gleichgesinnt ist, hat Er Sich diesmal auf die Seite
der Halbgötter gestellt, weil sie Ihn inbrünstig verehrt haben, und hat
ihnen geholfen, Hiranyaksa zu töten. Die Höchste Persönlichkeit
Gottes hat Ihre natürliche Haltung, sowohl den Dämonen als auch den
Halbgöttern gleichgesinnt zu sein, aufgegeben. Obwohl Er die Höchste
Person ist, hat Er jetzt unter dem Einfluß mayas die Gestalt eines Ebers
angenommen, um Seine Geweihten, die Halbgötter, genau wie ein
wankelmütiges Kind, das jemanden bevorzugt, zu erfreuen. Ich werde
deshalb Sri Vishnu mit meinem Dreizack den Kopf vom Rumpf
trennen, und mit dem vielen Blut aus Seinem Körper werde ich meinen
Bruder Hiranyaksa, der so gerne Blut trank, eine Freude machen. Auf
diese Weise werde ich ebenfalls Frieden finden.
Begebt euch, solange ich damit beschäftigt bin, Sri Vishnu zu töten,
auf den Planeten Erde hinunter, der aufgrund brahmanischer Kultur
und einer ksatriya Regierung eine Zeit der Blüte erlebt. Die Menschen
dort nehmen Entsagung auf sich, vollziehen Opfer, studieren die
Veden, legen regulierende Gelübde ab und geben Spenden. Vernichtet
alle sich in dieser Weise betätigenden Menschen. Die brahmanische
Kultur ist auf das Prinzip gegründet, Sri Vishnu, die Verkörperung der
Opferzeremonien und Rituale, zufriedenzustellen. Sri Vishnu ist die
Verkörperung und das Reservoir aller religiösen Grundsätze, und Er ist
die Zufluchtsstätte aller Halbgötter, der großen pitās und der
gewöhnlichen Menschen. Wenn die brahamanas getötet werden, wird
es niemanden mehr geben, der die ksatriya zur Vollziehung von yajñas
ermutigt, und so werden die Halbgötter automatisch sterben, weil sie
nicht mehr mit yajñas besänftigt werden. Begebt euch sofort überall
dorthin, wo Kühe und brahamanas gut beschützt werden und wo die
Veden in Form der varnashrama Grundsätze studiert werden. Steckt
diese Orte in Brand und fällt die Bäume, die die Quelle des Lebens
sind.
So nahmen die Dämonen, die unheilvolle Tätigkeiten lieben,
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Hiranyakasipus Anweisung mit großem Respekt entgegen und
brachten ihm Ehrerbietungen dar. Dann widmeten sie sich - so, wie er
es ihnen befohlen hatte missgünstigen Tätigkeiten, die gegen alle
Lebewesen gerichtet waren. Die Dämonen setzten die Städte, die
Dörfer, das Weideland, die Kuhställe, die Gärten, die Äcker und die
natürlichen Wälder in Brand. Sie legten Feuer in den Einsiedeleien der
heiligen Männer, in den wichtigen Minen, die wertvolle Metalle
lieferten, in den Häusern der Ackerbauern, in den Gebirgsdörfern und
in den Dörfern der Beschützer der Kühe, der Kuhhirten. Sie brannten
auch die Hauptstädte mit den Regierungssitzen nieder. Einige der
Dämonen nahmen Werkzeuge, die zum Graben verwendet werden,
und rissen die Brücken, die Schutzwälle und die Tore der Städte
nieder. Einige ergriffen Äxte und begannen die wichtigen Bäume zu
fällen.
Obwohl niemand der Stufe von Gott sein kann oder größer als Gott sein kann,
dachte Hiranyakasipu unter dem Einfluss der Illusion, maya, dass er Unsterblich werden
könnte und Vishnu besiegen könnte. Mit großer Entschlossenheit brach er auf um harte
Entbehrungen auf sich zu nehmen mit dieser ausdrücklichen Absicht:
Der dämonische König Hiranyakasipu wollte unbezwingbar und frei
von Alter und dem Schwinden des Körpers sein. Er wollte all die
mystischen Yogi-Perfektionen erlangen, todlos sein, und der Herrscher
des gesamten Universums sein. Er dachte: „Kraft meiner harten
Entbehrungen werde ich die Ergebnisse von pietätvollen und
pietätlosen Aktivitäten umdrehen. Ich werde all die etablierten
Praktiken in dieser Welt auf den Kopf stellen. Ich allein werde die
höchste Position des Brahma einnehmen.
Seine für eine lange, lange Zeit ausgeführten Entbehrungen schafften Störungen
in der universellen Ordnung. Die Halbgötter ersuchten Lord Brahma um Abhilfe, der
dann loszog um Hiranyakasipu zu besänftigen. Hiranyakasipu wollte unsterblich werden,
und denkend dass er den Tod betrügen könnte, fragte er nach ungewöhnlichen
Segnungen von Brahma (7.3..35-38):
O mein Herr, o Bester all derer, die Segnungen geben, wenn du mir in
deiner Güte die Segnung geben willst, die ich mir wünsche, so verfüge
bitte, dass keines der von dir erschaffenen Lebewesen meinen Tod
verursachen wird. Gewähre mir, dass ich weder in irgendeinem Haus
noch außerhalb irgendeines Hauses sterben werde, weder am Tage
noch in der Nacht und weder auf dem Boden noch in der Luft.
Gewähre mir, dass mein Tod von keinem Wesen, außer den von dir
geschaffenen, herbeigeführt werde und dass ich weder durch
irgendeine Waffe noch durch irgendeinen Menschen, noch durch
irgendein Tier den Tod finden werde.
Gewähre mir, dass ich weder durch die Hand irgendeines lebenden
noch durch die Hand irgendeines leblosen Wesens den Tod finden
werde. Gib mir auch bitte die Segnung, dass mich weder irgendein
Halbgott noch ein Dämon, noch irgendeine der großen Schlangen von
niedrigen Planeten töten wird. Weil niemand in der Lage ist, dich auf
dem Schlachtfeld zu töten, hast du keinen Gegner. Segne mich
deshalb, dass ich ebenfalls keinen Rivalen haben werde. Gib mir die
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Alleinherrschaft über alle Lebewesen, über alle herrschenden
Gottheiten, gib mir allen Ruhm, der mit dieser Position verbunden ist.
Darüber hinaus bitte ich um alle mystischen Kräfte, die man durch
langdauernde Bußen und durch das Praktizieren von Yoga erlangt,
denn diese mystischen Kräfte kann man niemals verlieren.
Obwohl solche Segen selten erlangt werden, gab Brahma sie alle Hiranyakasipu.
Nachdem der Dämon Hiranyakasipu so von Brahma gesegnet worden
war und er einen golden glänzenden Körper erhalten hatte, dachte er
immer noch an den Tod seines Bruders und war deshalb weiterhin auf
Lord Vishnu neidisch. Hiranyakasipu machte sich das ganze
Universum untertan. ln der Tat eroberte dieser große Dämon alle
Planeten in den drei Wehen - einschließlich der Planeten der
Menschen, Er besiegte die Herrscher aller anderen Planeten, auf denen
es Lebewesen gibt, und unterjochte sie. Er eroberte die Wohnorte aller
Lebewesen und riss ihre Macht und ihren Einfluss an sich.
Hiranyakasipu, der allen erdenklichen Reichtum besaß, begann im
Himmel zu residieren, in dem sich die Halbgötter vergnügen. Er ließ
sich sogar im prachtvollen Palast lndras, des Himmelskönigs, nieder.
Der Palast war so schön, als sei er die Residenz der Glücksgöttin des
gesamten Universums. (7.4.4-8)
Kraft seiner persönlichen Macht kontrollierte Hiranyakasipu, situiert auf dem
Thron von König Indra, die Einwohner all der anderen Planeten. Trotz des Erlangens der
Macht in alle Richtungen zu kontrollieren und trotz des Genusses jeglicher vorstellbaren
Sinnesfreude, war Hiranyakasipu unzufrieden, weil er, statt dass er seine Sinne
kontrollierte, ihr Diener war. Er verbrachte eine lange Zeit damit, sehr stolz auf seinen
Überfluss zu sein und die Gesetze der autoritativen heiligen Schriften zu verletzen. Jeder,
inklusive der Herrscher der verschiedenen Planeten, war extrem bekümmert wegen der
harten Strafen die Hiranyakasipu ihnen auferlegte.
In ihren Quartieren faulenzend machte Hiranyakasipu die Halbgötter zu seinen
persönlichen Dienern die sich zitternd vor Furcht bemühten ihn auf jede Weise zufrieden
zu stellen. In dem er so eine herausgestellte Position erlangte, hielt sich Hiranyakasipu
für den höchsten Genießer der Welt. Er dachte, dass er unsterblich geworden war; dass er
Gott geworden war. Dieses Bewusstsein liegt im Blut, und Hiranyakasipus Urenkel Bali,
der die gleiche dämonische Mentalität besaß, attackierte auch die Halbgötter in
tumultartigen Schlachten, und eroberte wieder das gesamte Universum indem er sie
besiegte.
Hiranyakasipus und Balis Verlangen sind die gleichen wie die von allen
Dämonischen Leuten – den Platz von Gott einzunehmen als Kontrolleur und Genießer,
ohne jeden Rivalen, und mit kompletter Freiheit, und andere mit der dämonischen
Neigung sie zu ihrem eigenen Willen zu zwingen zu kontrollieren. Die Dämonischen
können nur temporär erfolgreich sein in ihrem Griff nach der totalen Eroberung und
Beherrschung. Wenn die Störung zu groß ist, greift der Herr selbst ein um mit der
Situation umzugehen. Hiranyakasipu und Bali wurden beide durch den Herrn besiegt:
Hiranyakasipus „absolut sicherer“ Plan den Tod zu besiegen wurde durch die großartige
Inkarnation von Nrisimhadeva besiegt, der, unter Rücksichtnahme auf alle Segen
Brahmas, den Dämonen mit seinen scharfen Fingernägeln ausweidete während er in auf
seinem Schoß hielt, auf einer Türschwelle eines Gebäudes während der Dämmerung.
Der Avatar Vamanadeva, der einen kleinen Anteil erbettelte, überlistete Bali, und
gewann das Universum ohne Kampf zurück.
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Diese Lektionen aus der Geschichte sind wichtig um die dämonische Natur im
gesamten Ausmaß zu verstehen, welche sich in all den Äonen der Zeit nicht verändert
hat. Bis zum heutigen Tag setzen die Dämonischen fort, totale Unterwerfung
anzustreben; der Beweis der vorherigen Kapitel demonstriert dass sowohl ihre Intention
als auch ihre Methoden die gleichen wie Hiranyakasipus sind. Während der Einfluss des
Kali-yuga ihre Lebensspanne und Macht reduziert hat, kompensieren die Dämonen des
heutigen Tages dies, indem sie die Methoden der Geheimhaltung, Tarnung, Täuschung,
eine verdeckte und komplizierte Art, Betrug und Korruption nutzen.
Die Dämonischen Erobern die Erde
Seit ihren ersten Tagen führten die Söhne der Göttinnen Aditi und Diti, die
adityas und daityas respektive, Kampf untereinander. Der Kampf setzt sich bis zum
derzeitigen Kapitel fort, welches vor ungefähr 6000 Jahren begann, unmittelbar
vorausgehend vor dem Beginn des Kali Zeitalters. In den himmlischen Reichen wurden
die daityas in einer Schlacht von den adityas besiegt, und indem sie aus den
himmlischen Planeten herausgeworfen wurden kamen sie in großer Zahl auf die Erde.31
Diese Schlacht zwischen den göttlichen und dämonischen konstituiert die epische
Geschichte des Mahabharata, von wo ich hier unmittelbar nach dem in Kapitel drei
zitierten Teil fortfahre:
In dieser aufblühenden Welt der Menschen, wurden die asuras in das
Land der Könige geboren. Da die daityas in der Schlacht von den
Halbgöttern besiegt worden waren, und aus ihrem überirdischen
Heimen gefallen, wurden sie hier auf der Erde geboren. Da sie Götter
auf der Erde sein wollten, wurden die stolzen Dämonen geboren, von
Menschen und von aller Art Kreaturen die auf der Erde leben: von
Kühen, Pferden, Eseln, und Büffeln, von Raubtieren, Elefanten und
Hirschen. Und als sie geboren wurden und weiter geboren wurden,
konnte die weite Erde sich nicht länger selbst versorgen.
Jetzt werden manche von ihnen als Könige geboren, von großer Stärke
gefüllt, Söhne von Diti und Danu, welche nun aus ihrer Welt auf die
Erde gefallen waren. Mächtig, unverschämt, von vielerlei Gestalt,
schwärmten sie über diese Ozean-umgürtete Erde und vernichteten ihre
Feinde. Sie unterdrückten die Brahmanen, die Barone, die Farmer,
selbst die Leibeigenen, und andere Kreaturen mit ihrer Macht. Indem
sie Angst säten und all die Rassen der Schöpfung abschlachteten,
durchstreiften sie die gesamte Erde zu hunderttausenden, pietätlos, von
Macht ermutigt, und besinnungslos betrunken bedrohten sie überall die
großen Seher in ihren Einsiedeleien.
Die von den daityas verursachten Katastrophen waren so schlimm dass die
personifizierte Erde die höchste Autorität des Kosmos, Brahma um versprochene Hilfe
ersuchte, was in der Schlacht von Kurukshetra gipfelte, zu welcher Zeit und Ort Lord
Krishna die Bhagavad-gita zu dem tapferen Krieger Arjuna sprach. In dieser Schlacht
wurde die große Mehrheit der dämonischen elimiert, aber die Verbliebenden haben
seither ihre Zahl wiederhergestellt und seit Jahrtausenden die Erde beherrscht. Die
Geschichte der westlichen Zivilisation ist die Geschichte ihrer Herrschaft. Natürlich wird
die Geschichte vor ihrem Aufstieg vor ungefähr 5000 Jahren offiziell als „vorgeschichtlich“ bezeichnet.
Ihre Lust kennt keine Grenzen, und sie sind gewillt alles zu opfern um ihre
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Begierden zu erfüllen. Im ganzen sind sie extrem intelligent, weit mehr als die meisten
gewöhnlichen menschlichen Wesen, und darum haben sie nichts als Verachtung und
Geringschätzung für normale Menschen die sie als nicht von Vieh unterschieden sehen
übrig – etwas das nur nützlich ist um ihre Begehren zu erfüllen. Sie halten sich selbst als
natürlicherweise anderen überlegen und suchen darum Positionen der Führerschaft und
des Einflusses in der Gesellschaft. Weil sie liebenswürdig sind, gewinnen sie
Unterstützung und erringen solche Positionen. Das Problem ist, dass sie dämonisch sind,
und darum machen sie diese Welt zu einem höllischen Platz für alle. Sie denken, dass sie
nicht nur die Welt kontrollieren können, sondern sie auch verbessern können, sie erobern
können und ihren Interessen dienen lassen können. Es ist diese Mentalität die zu
„unvorteilhaften, grausamen Werken führt, die dazu gedacht sind die Welt zu zerstören“.
Die Dämonischen sind real, sie sind hier, und sie regieren diese Welt.
Übereinstimmend mit den Veden sind die von Lobaczewski, Barrett und anderen
gezogenen Schlussfolgerungen korrekt. Es wird zunehmend leichter solche
Schlussfolgerungen zu ziehen, da ihre Handlungen dreister und durchschaubar werden.
Durch lange und umfassende Erfahrungen von endlosen Kriegen „für den Frieden“,
Raubtierwirtschaften, Aasgeier-Kapitalismus, eine „Gesundheitsversorgungs“-Industrie,
die auf fortgesetzter Krankheit und Tod gedeiht, Milliarden von „weggeworfenen
Menschen“ die den Herrschern keinen Profit geben können, können wir erkennen, dass
diese Welt von den Dämonischen beherrscht wird, für sich selbst und ihren Genuss, und
nicht für das Glück, Wohlergehen, oder das bloße Überleben der normalen Menschen,
um nichts von der Tierwelt oder Natur selbst zu sagen. Aufgrund der verwirrenden
klinischen Nomenklatur hat der Psychologe Karl Menninger den praktischen Bedarf für
einen neuen offiziellen Namen für den Psychopathen ausgedrückt. Ich schlage den
Begriff „raksasa“ vor.32
AMDG IHS
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Kapitel Acht
Verstehen und Lösen des Wirtschaftlichen Problems
ln diesem Bhagavata Purana wird jede sogenannte religiöse Aktivität,
die materiellen Motiven entspringt, entschieden abgelehnt, und es wird
die höchste Wahrheit vermittelt, die von jenen Gottgeweihten
verstanden werden kann, die im Herzen vollkommen rein sind. Die
höchste Wahrheit ist die Wirklichkeit, die zum Wohle aller von der
Illusion unterschieden wird. Diese Wahrheit beseitigt die dreifachen
Leiden. Srimad Bhagavatam 1.1.2
Welchen Weg in die Zukunft?
Sozialkommentatoren und Volkswirte haben eine Menge Bücher in den letzten
Jahrzehnte geschrieben, in denen die Probleme beschrieben und in ihrer Ernsthaftigkeit
unterstrichen werden, und typischerweise die Vorwürfe an die Mächtigen oder Reichen
gerichtet oder an die multinationalen Unternehmen, die nationale Politik manipulieren
um ihren eigenen engstirnigen Interessen zu dienen. In ihrer Anthologie The Case
Against the Global Economy offenbaren die Editoren Jerry Mander und Edward
Goldsmith in einer fehlerfreien Weise was im Namen des sogenannten freien
Unternehmertums vor sich geht:
Es sollte klar sein, dass die Expansion der globalen Wirtschaft direkt
zu einer korrespondierenden Kontraktion der lokalen Wirtschaften
führt, die sie weitgehend ersetzt. Dies marginalisiert und macht große
Teile der Bevölkerungen sowohl der Industrie– als auch der
Entwicklungsländer unausweichlich überflüssig. Zur gleichen Zeit
verwüstet es die natürliche Welt, homogenisiert Kulturen, und zerstört
Gemeinschaften, und entzieht ihren Mitgliedern jeden Anschein von
Kontrolle über ihre eigenen Leben. Dieser Prozess muss angehalten
werden – weiter, er muss umgedreht werden – selbst wenn, aus der
heutigen grausigen Sicht, dies schwierig zu machen sein mag.1
Wie genau kann die derzeitige unaufhaltsame Gewalt der Gier gestoppt werden?
Und umgekehrt? Die Lösung, die sie suggerieren ist:
Wir müssen durch diesen Schleier der Illusion und der
Missrepräsentation brechen, der uns in einer selbstzerstörerischen
kulturellen Trance hält und weitermachen mit der Neuschaffung
unserer Wirtschaftssysteme um den Leuten und der lebenden Erde zu
dienen… Um diese außer Kontrolle geratenen Wirtschaftsmaschinen
zu bremsen, müssen wir also nach fundamentalem philosophischen
und strukturellen Wandel streben… wir haben nur zwei
Möglichkeiten. Wir können entweder daneben stehen und zusehen wie
eine außer Kontrolle geratene Wirtschaft die Zukunft verschlingt, oder
wie ersetzen sie mit einem System, das mehr Sinn auf lange Sicht
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macht.
Die vielen Mitwirkenden in The Case Against the Global Economy bieten eine
Vielzahl Vorschläge um unsere Bemühungen auf eine nachhaltige Zukunft anzupassen.
Bezeichnenderweise erkennen viele von ihnen, und sie sind nicht alleine, dass Wandel
unserer spirituellen, moralischen und kulturellen Ideologien das solideste Fundament
anbieten, um authentischen und bleibenden Wandel darauf aufzubauen.
Professor für Frieden- und Globale Studien, Dr. Howard Richards denkt auch,
dass schlicht Korrekturen in der Wirtschaftspolitik zu machen nicht ausreicht um die
Probleme zu korrigieren denen sich die Welt nun gegenübersieht:
Meine These ist, dass die Lösungen zu globalen wirtschaftlichen
Problemen, am Ende eher kulturell als wirtschaftlich sind. Darum muss
der soziale Wandel, falls er die fundamentalen Probleme der
Menschheit lösen soll, die Kultur wandeln.2
1992 gab die Union of Concerned Scientists (UCS), eine ad hoc Gruppe von
Wissenschaftlern, die gewillt waren ihre Stimme zu nutzen um die Welt von Missbrauch
aus ihrer Zunft zu schützen, diese Warnung an die Menschheit heraus:
Die menschlichen Wesen und die natürliche Welt sind auf einem
Kollisionskurs. Die menschlichen Aktivitäten fügen der Umwelt
und kritischen Ressourcen harte und oft irreversible Schäden zu.
Falls sie nicht kontrolliert werden, setzen viele unserer derzeitigen
Praktiken die Zukunft, die wir uns für die menschliche
Gesellschaft und die Pflanzen- und Tierreiche wünschen aufs
Spiel, und könnten die lebendige Welt so verändern, dass sie
unfähig wird Leben so zu erhalten wie wir es kennen.
Fundamentale Änderungen sind dringend wenn wir die Kollision,
die unser derzeitiger Kurs herbeiführen wird verhindern wollen.
WARNUNG
Wir, die Unterzeichnenden, Senioren der wissenschaftlichen
Gemeinschaft der Welt, warnen hiermit die gesamte Menschheit
davor was bevorsteht. Ein großer Wandel in unserer Verwaltung
der Erde und des Lebens auf ihr wird benötigt, falls gigantisches
menschliches Elend vermieden werden soll und unsere globale
Heimat auf diesem Planeten nicht unwiederbringlich verstümmelt
werden soll. Eine neue Ethik wird benötigt – eine neue Haltung
gegenüber unserer Verantwortung, uns um uns selbst und die
Erde zu kümmern. Wir müssen die begrenzte Kapazität, die die
Erde uns bereitstellt anerkennen. Wir müssen ihre Verletzlichkeit
anerkennen. Wir dürfen nicht länger erlauben, dass sie verwüstet
wird. Diese Ethik muss eine große Bewegung motivierten, und
zögernde Anführer und zögernde Regierungen und zögernde
Bevölkerungen selbst überzeugen, den benötigten Wandel zu
bewirken. Die Wissenschaftler die diese Warnung herausgeben
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hoffen dass unsere Nachricht Leute überall erreichen und
beeinflussen wird. Wir brauchen die Hilfe von vielen.
Der Anlass dieses alarmierenden Statements, unterzeichnet von 1500 der
führenden Wissenschaftler der Welt, sind die schwerwiegenden globalen
Umweltprobleme mit den Ozeanen, der Luft, den Wäldern, Wasserstraßen, Böden und
dem resultierenden Artensterben. Bestimmte Naturschützer, zitieren die Größenordnung
des menschlichen Unternehmens unter dem Banner „Tiefenökologie“ als die Ursache
des Problems. Wie kommt es, dass die Größenordnung des menschlichen Unternehmens
so gewaltig ist, dass es die Natur überwältigen kann? Am Ende ist es die Wirtschaft „Skalengewinne“: etwas in einer sehr großen Größenordnung zu tun macht mehr Geld.
Aber, groß angelegt bedeutet oft das Nutzen von brutaler und intensiver Kraft, die die
Natur verwüstet, und die Kosten von erhöhten Profiten auf sie abwälzen.
Es ist nicht so, dass die Wissenschaftler nicht nach Antworten auf die Probleme
die sie schaffen suchen; das tun sie. Die Lösungen können oft gefunden werden – zu
einem Preis. Zu oft summiert sich dieser Preis auf Milliarden von Dollar. 33 Milliarden $
ist der geschätzte Preis, um den Schaden am Amazonas Regenwald und Flussbett zu
reparieren. Weitere zehn Milliarden $ ständen auf dem Spiel um die Gefahr von
endokrinen Disruptoren zu bannen, die die reproduktive Gesundheit aller Spezies auf der
Erde gefährden. Aber wenn wir über Milliarden von Dollar sprechen, kommt schnell die
Politik ins Spiel, weil in der heutigen Welt Million Dollar nur dem Finanz-Establishment
gegeben werden, ungeachtet der Probleme der Natur oder der Gesellschaft. Während die
Regierung der Vereinigten Staaten mehr als eine Billionen Dollar findet um das
Bankensystem zu retten, ist ein Bruchteil dieses Geldes nicht verfügbar um die Umwelt
zu retten.
Der ehrwürdige Einstein hat uns einen Hinweis gegeben um die Lösung zu
finden in seiner Maxime, dass ein Problem nicht auf dem gleichen Level des Denkens
gelöst werden kann auf dem es geschaffen wurde. Thomas Kuhn drückt es anders aus. In
seinem bahnbrechendem Buch, The Nature and Causes of Scientific Revolutions,
demonstrierte er, dass ein altes, abgenutztes Paradigma nicht durch Beweise, Tatsachen
oder sogar die Wahrheit ersetzt wird, egal wie sehr die Wahrheit verzweifeln lässt. Eher
muss ein neues Paradigma eingeführt werden, welches ein besseres Verständnis der
Probleme bietet, und ebenso Einsicht in Lösungen durch andere Denkweisen gewährt.
Darum ist selbst die offensichtliche Wahrheit in der Warnung des UCS unzureichend um
die Lösung herbeizuführen und sie wissen es! Sie selbst rufen nach einer neuen Ethik,
einen großen Wandel in der Verwaltung der Erde. Wo kann eine solche neue Ethik
gefunden werden?
Sut Jhally, ein Professor für Kommunikation an der Universität von
Massachusetts in Amherst, stellt die gleiche Frage, und er zitiert Werbung als die
Ursache des Problems. Werbung, so sagt er, wurde von den Leuten als eine Religion
ergriffen, denn sie zeigt ihnen wie sie die vielen Probleme ihres Lebens lösen können.
Aber, sagt er, es ist die Werbung, die die Konsumkultur erschafft, die für die
Umweltkatastrophen verantwortlich ist. Wenn er gefragt wird, wie man damit umgehen
kann und eine Reformation beschleunigen kann, sagt er:
Es ist eine wichtige Frage, weil ich tatsächlich glaube, dass das
Überleben der menschlichen Rasse auf dem Spiel steht. Wir kommen
nun zu einem Abschnitt in der menschlichen Geschichte, in der die
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Auffassung von unbegrenztem Wachstum nicht länger unhinterfragt
bleiben kann. Die physischen Grenzen des Planeten platzen
buchstäblich an den Nähten und wenn wir fortfahren so zu
produzieren, wird der Planet sich selbst zerstören. Was wir brauchen
ist eine Vision der Gesellschaft, die nicht auf einer steigenden Zahl von
Gütern basiert.
Die „Reformation“ wird eine Infragestellung von genau der Art des
wirtschaftlichen Wachstums, der Gesundheit unserer Gesellschaft, und
was wir sie tun lassen wollen und wie sie zu organisieren ist. Die
Wachstumsethik handelt von Konsum. Sie sagt, dass Glück mit der
Anzahl der Dinge zusammenhängt die eine Gesellschaft produziert und
der Anzahl der Dinge die Individuen haben. Aber das gesagt, ich weiß
nicht wie es zu bewerkstelligen ist. Wir können reden und die Situation
analysieren, aber wenn es dazu kommt, eine neue Vision zu
konstruiert, weiß ich nicht wie wir das tun sollen. Es ist nicht bloß
Manipulation und es ist nicht bloß eine Frage des den Leuten
aufzeigens, dass sie hereingelegt werden. Was wir bis jetzt
unglücklicherweise noch nicht haben ist eine alternative Vision, eine
alternative Art über uns selbst zu denken. Ich denke, dass wir für die
Zukunft des Planeten eine alternative Vision entwickeln müssen und
die Leute um sie herum mobilisieren müssen. Das ist die
Herausforderung“3
Spirituelle Lösungen Sind Erforderlich
Während supranationale Unternehmen leicht für das Problem verantwortlich
gemacht warden können, suggerieren viele Schreiber, dass die tatsächlichen Lösungen
über die Geschäftswelt hinausgehen; sie erfordern Wandel in unseren kulturellen,
moralischen und religiösen Werten und unserem Verständnis.
Lynn White (oben zitiert) meint, „da die Wurzeln der ökologischen Krisen größtenteils
religiös sind, die Heilung in der Essenz religiös sein muss, ob wir es nun so nennen oder
nicht.“4
Der Britische Volkswirt E. F. Schumacher, schrieb vor mehr als dreißig Jahren in
seinem klassischen Buch über alternative Wirtschaftsweisen Small is Beautiful:
Die Wirtschaftsweise des Gigantismus und der Automatisierung ist ein
Überbleibsel der Bedingungen und des Denkens des 19. Jahrhunderts
und ist völlig unzulänglich, jegliches der echten Probleme heute zu
lösen. Die konventionelle Weisheit dessen was heute als
Wirtschaftswissenschaft gelehrt wird geht an den Armen vorbei,
ebendie Leute, für die Entwicklung wirklich gebraucht wird. Ein
vollständig neues System des Denkens ist notwendig, ein System
basierend auf der Achtsamkeit auf Menschen, und nicht primär auf
Güter. Was heute am meisten gebraucht wird ist eine Revision der
Ziele, denen diese dienen sollen. Und dies impliziert, mehr als alles
andere, die Entwicklung eines Lebensstils, welcher den materiellen
Dingen ihren angemessenen, rechtmäßigen Platz zuweist, der sekundär
und nicht primär ist.5
Schumacher beharrt darauf, dass die Wirtschaftsweise, wie sie heute ausgeübt
wird, von dubiosen „metawirtschaftlichen“ Vorurteilen über die Menschheit abgeleitet
AMDG IHS
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ist, die seine spirituelle Natur und Bedürfnisse missachtet, und dass dies ist, was wir
angreifen müssen: „Was sollte den Platz der Seelen- und Lebenszerstörenden
Metaphysik des 19. Jahrhunderts einnehmen?“ Die Aufgabe unserer Generation, da
habe ich keinen Zweifel, ist eine der metaphysischen Rekonstruktion.“6
Die alternativ-religiöse Erneuerung die unter unzufriedenen jungen Leuten
während der Sechziger und Siebziger an die Oberfläche kam (als Hare Krishna
Anhänger eine vertraute Sicht auf den amerikanischen Straßen waren)wurde von dem
Historiker und Sozialkritiker Theodore Roszak als ein „zutiefst ernsthaftes Zeichen der
Zeit“ gesehen, „eine notwendige Phase unserer kulturellen Evolution, und – potentiell –
ein lebensaufwertender Einfluss von unberechenbarem Wert“, welcher uns zu einem
„historischen Aussichtspunkt, von dem wir endlich sehen können wo die Einöde endet
und wo eine Kultur der menschlichen Ganzheit und Erfüllung beginnt.“7 Im Fazit des
Buches Where the Wasteland Ends schreibt er, dass die Politik die metaphysischen
Angelegenheiten neu öffnen muss, die Wissenschaft und Logik als geschlossen
betrachtet haben, und dass die nächste Poltik religiöse Politik sein muss – “nicht die
Religion der Kirchen“ – (Gott hilf uns!) sondern Religion, die aus transzendentem
Wissen entstanden ist.“
Der Tiefenökologe Paul Erlich befasst sich mit der Größenordnung des
menschlichen Vorhabens und seiner gewaltigen zerstörerischen Kraft und der völligen
Dominanz über andere Spezies bis zu dem Punkt ihrer vollständigen Auslöschung. In
einem Radiointerview sprach er über die Art der Lösung:
„Ich habe an vielen Stellen geschrieben, und ich wurde dafür oft
aufgemischt, dass die ultimative Lösung eine quasi-religiöse
Transformation sein wird, in die Richtung der Tiefenökologie, im
Verständnis, dass wir nur einer der Passagiere auf diesem Raumschiff
sind, und ich glaube, wir haben eine grundlegende Verantwortung als
der beherrschende Passagier um die anderen zu schützen und darauf
aufzupassen dass das Schiff gut funktioniert. Man braucht Ziele auf die
lange Sicht, die idealistisch sind.8
Multinationale Unternehmen, die sich nur mit Profiten beschäftigen, wurden
auch von David Korten als die primären Krankheitserreger für sowohl den Verfall der
Umwelt als auch die zunehmende menschliche Misere überall auf dem Globus
identifiziert. Er schreibt, dass er als MBA Student glaubte, dass globale Unternehmen
Antworten auf die Probleme der Armut und der menschlichen Konflikte liefern könnten.
Er schlussfolgerte, dass „systemische Kräfte, die das Wachstum und die Dominanz von
globalen Unternehmen nähren im Herzen des derzeitigen menschlichen Dilemmas
stehen.“9 Kortens Schlussfolgerung ist, dass, obwohl die Menschheit von denen in Irre
geführt wurde, die von ihr nur finanziell profitieren wollen, die Versprechen, die ihre
Produkte bieten nur wenig oder nichts tun um fundamentale menschliche Bedürfnisse zu
erfüllen. Er drängt daher, dass wir „freibrechen müssen von den Illusionen der Welt des
Geldes, spirituellen Sinn in unseren Leben wiederentdecken müssen“, und unsere
wirtschaftlichen Institutionen an der Stelle und in der Gemeinschaft verwurzeln müssen,
damit sie vollständig mit Leuten und Leben verbunden sind.“10
Roger Terry argumentiert ähnlich in Economic Insanity:
Es gibt einen moralischen Aspekt in dieser Frage des Wirtschaftens,
mit der wir eher auf einer individuellen Ebene als einer strukturellen
Ebene umgehen müssen. Das Einführen einer neuen wirtschaftlichen
Struktur mit neuen Regeln und Begrenzungen würde natürlich
Individuen dafür belohnen sich auf neue Arten zu verhalten, aber
AMDG IHS
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manche Verhaltensmuster sind sehr schwer zu brechen – und man
kann nicht alles per Gesetz regeln, insbesondere nicht Moralität.
Folglich müssen wir eine neue wirtschaftliche Rationale entwickeln,
ein moralisches Argument, wenn du so willst, um die Arten von
Verhalten zu unterstützen, die den notwendigen strukturellen Wandel
begleiten müssen. Dieses moralische Argument muss zwei miteinander
verbundene
Angelegenheiten
adressieren:
Selbstsucht
und
Wettbewerb.11
Die ökologische Wirtschaftswissenschaft, ein relativ neues Studiengebiet,
entstand aus der wachsenden Anerkennung, dass zunehmend destruktive Anomalien in
der Welt auftreten. Eines der originalen Konzepte war das Anerkennen davon, dass
Mutter Natur intrinsische Werte als ein vollständiges Ganzes hat (die Gaia Hypothese);
als solche sollten ihre Geschenke nicht als stückchenhafte „Ressourcen“ angesehen
werden, die ohne Bedenken der während wirtschaftlicher Entwicklung angerichteten
„Kollateralschäden“
verschlungen
werden
können.
Die
ökologische
Wirtschaftswissenschaft identifiziert die Hauptprobleme der Welt: Überbevölkerung,
Armut, Ungleichheit, Ressourcenerschöpfung, Verlust von Biodiversität, ethnische
Konflikte, Umweltvernichtung, Verbrechen und sozialer Verfall, als miteinander
verbunden und ineinandergreifend. In einem einführenden Artikel über die ökologische
Wirtschaftswissenschaft zeigte Professor Thomas Maxwell den Bedarf für größere
spirituelle Achtsamkeit auf, um effektiv mit diesen Problemen umzugehen:
Diese Weitung unseres ‚Kreises des Verständnisses und Mitgefühls‘
benötigt einen neuen Modus der Wahrnehmung, welcher die Illusion
der Getrenntheit transzendiert um die Einheit zu erkennen, die
„ungebrochene Ganzheit“ aus der die diversen Formen der Existenz
auftauchen… Obwohl diese Vision durch die Wissenschaft
ausgearbeitet werden kann, ist ihr hauptsächliches Fundament
spirituelle Erfahrung… Die Lösung wird eine integrierte
Erkenntnistheorie brauchen, welche sowohl das rationale Wissen des
wissenschaftlichen Empirismus als auch das innere Wissen der
spirituellen Erfahrung umfasst. Letztendlich ist tiefes ökologisches
Bewusstsein spirituelles oder religiöses Bewusstsein… Dieses
‚tiefenökologische Bewusstsein‘ führt zu einer Vision des Kosmos als
fundamental heilig. Dieser Artikel wird die Beiträge sowohl der
modernen Wissenschaft als auch der kontemplativen Spiritualität zu
dieser ökologischen Vision beschreiben, was zur Schlussfolgerung
führt, dass spirituelles Erwachen einen tiefgründigen Sinn für die
Verwaltung der Erde begünstigt, der das Fundament einer neuen
ökologischen Ethik formen kann.12
Vaclav Havel, ehemaliger Präsident der tschechischen Republik, ist ein eher
ungewöhnlicher Politiker, so wie er über die Transzendenz als eine praktische Lösung
für die harten Probleme des „echten“ Lebens spricht. In einer am 4. Juli 1994 gehaltenen
Rede im Unabhängigkeitssaal in Philadelphia sagte er, dass in dieser postmodernen
Welt, wo “kulturelle Konflikte gefährlicher werden als jemals zuvor in der Geschichte,
ein neues Modell der Koexistenz gebraucht wird, basierend auf dem Transzendieren
seiner selbst des Menschen.“ Er schließt mit diesen Worten:
In der heutigen multikulturellen Welt, muss ein wirklich
verlässlicher Weg zur Koexistenz, zu friedlicher Koexistenz und
kreativer Kooperation da beginnen, wo die Wurzel von allen Kulturen
AMDG IHS
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ist und was unendlich tiefer in den menschlichen Herzen und Geistern
ist als politische Meinung, Überzeugungen, Antipathien, oder
Sympathien – er muss in Selbst-Transzendenz wurzeln:
• Transzendenz als eine ausgestreckte Hand nach denen die uns
nah sind, zu Fremden, zur menschlichen Gesellschaft, zu allen
Lebewesen, zur Natur, zum Universum.
• Transzendenz als ein tief und freudvoll empfundenes Bedürfnis
um selbst mit dem in Harmonie zu sein, was wir selbst nicht
sind, was wir nicht verstehen, was in Raum und Zeit als von uns
distanziert erscheint, aber mit dem wir nichtsdestotrotz
mysteriöserweise verbunden sind, weil, zusammen mit uns, all
dies eine einzige Welt konstituiert.
• Transzendenz als die einzige echte Alternative zur
Auslöschung.13
Fundamentale Änderungen Sind Dringend
Weil wir all auf dem gleichen Planeten leben, ist es Tatsache, dass wir alle teil an
diesen Problemen haben, ob das Loch nun in unserem Ende des Bootes ist oder nicht. Es
führt zu nichts gutem, wenn ihr die von Armut befallene schlimme Situation anderer
ignoriert, solange euer Einkommen (derzeitig) sicher ist. Jeder mit zwei Augen im Kopf,
der sich die Mühe macht über den Tellerrand seiner eigenen Angelegenheiten hinaus zu
sehen, kann verstehen, dass diese Probleme sehr real sind. Sie sind nicht lokal, sondern
systemisch. Während der sozialen Revolution der 70er Jahre in Amerika wurde diese
Herausforderung jedem gestellt: Wenn du nicht Teil der Lösung bist, bist du Teil des
Problems. Werden wir weitere drei Jahrzehnte warten, bis alle Vögel, und alle Fische,
und der größere Teil der Menschheit tot sind bevor wir unseren Teil als Teil der Lösung
beitragen? Wie schlimm muss es werden bevor wir die notwendigen Änderungen in
unserem eigenen Leben machen?
Erinnere dich an die Warnung der Union of Concerned Scientists:
“Fundamentale Änderungen sind dringend wenn wir die Kollision vermeiden wollen, die
unser derzeitiger Kurs herbeiführen wird.” Während dies geschrieben wird ist dieser
Appell sechzehn Jahre alt. Haben wir jegliche notwendige fundamentale Änderungen
gemacht? Hat diese Warnung irgendeinen Unterschied in der Art wie die Welt ihre
Wirtschaftsaktivität verfolgt gemacht? Bis 1997 nicht. Kurz vor der Kyoto Konferenz
bezüglich der globalen Erwärmung, hat die UCS ihren Appell erneuert:
…über vier Jahre sind vergangen und der Fortschritt war kläglich
unangemessen Einige der ernsthaftesten Probleme der Welt haben sich
verschlimmert. Unschätzbare Zeit wurde verschwendet weil so wenig
Anführer der Herausforderung gewachsen waren. Anführer müssen
diesen ersten Schritt nehmen um zukünftige Generationen vor
schrecklichen Aussichten zu schützen, die aus einem Scheitern unserer
Verantwortung ihnen gegenüber nachzukommen resultieren würden.
Natürlich weigerten sich die Vereinten Staaten auf der Kyoto Konferenz, das
Abkommen über die Reduzierung von Treibhausgasen zu unterzeichnen, und US
Präsident George W. Bush weigerte sich 2001 das Abkommen zu unterzeichnen. Sich
nicht von einer widerwilligen Führung abhalten lassend, veröffentlichten 100
Nobelpreisträger eine weitere Ermahnung wegen der gefährlichen Zukunft die wir
schaffen. Dieses Mal nicht über die Umwelt, sondern über den großen Unterschied
AMDG IHS
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zwischen den Habenden und den Habenichtsen, und den möglichen Auswirkungen.
Dieses Statement wurde auf der Hundertjahresfeier des Friedensnobelpreis-Symposiums
2001 herausgegeben:
Die tiefgreifendeste Gefahr für den Weltfrieden in den kommenden
Jahren wird nicht aus den irrationalen Handlungen von Staaten oder
Individuen stammen, sondern aus den rechtmäßigen Ansprüchen der
Enteigneten der Welt. Von diesen Armen und Entrechteten lebt die
Mehrzahl ein knappes Dasein in äquatorialem Klima. Die globale
Erwärmung wurde nicht durch sie geschaffen, sondern ist durch die
Reichen wenigen entstanden, und wird ihre fragilen Ökologien am
meisten in Mitleidenschaft ziehen. Ihre Situation wird verzweifelt und
offenbar ungerecht sein. Falls wir der verherrenden Macht des
modernen Waffenarsenals erlauben, sich durch in dieser
entflammbaren menschlichen Landschaft zu verbreiten, rufen wir
förmlich nach einem Flächenbrand, der sowohl die Reichen als auch
die Armen verschlingt. Es kann nicht erwartet werden, dass sie in allen
Fällen damit zufrieden sind, auf die Wohltätigkeit der Reichen zu
warten. Es ist Zeit, der einseitigen Suche nach Sicherheit, in der wir
versuchen Zuflucht hinter Mauern zu suchen den Rücken zu kehren…
Um in der Welt die wir transformiert haben zu überleben, müssen wir
lernen auf eine neue Weise zu denken. Wie nie zuvor, hängt die Zukunft
von jedem von der Gutheit aller ab.
In seinem The Sane Society stellt Sozialpsychologe Erich Fromm zur Debatte,
dass unsere gesamte modern Kultur pathologisch ist, weil sie auf einer defekten
Grundlage beruht. Er stellt fest: “Es ist also unsere erste Aufgabe, die Natur des
Menschen zu ermitteln, und was die Bedürfnisse sind, die aus dieser Natur entspringen.
Wir müssen dann fortfahren, die Rolle der Gesellschaft in der Evolution des Menschen
zu untersuchen und sowohl ihre fördernde Rolle für die Entwicklung des Menschen als
auch den wiederkehrenden Konflikt zwischen der menschlichen Natur und der
Gesellschaft zu studieren – und die Konsequenzen dieser Konflikte, insbesondere
insofern als die moderne Gesellschaft betroffen ist.“
Fromm stellt weiter zur Debatte, dass in unseren Bemühungen, die Gesellschaft
wirklich zu heilen, Wandel in nur einem Gebiet destruktiv für allen Wandel ist. Die
Lösung muss daher gleichzeitig Änderungen in den sozialen, religiösen, ökonomischen,
und politischen Sphären beinhalten. In anderen Worten, falls wir eine gesunde
Gesellschaft wollen, die anständig auf allen Ebenen funktioniert, ist es nicht ausreichend
mit der Wirtschaft alleine umzugehen, oder der Politik. Die gesamte Kultur muss sich
ändern.
Und zu der Liste der oben gegebenen Kriterien werde ich eine Bedingung von
mir selbst hinzufügen: Die Lösung der wirtschaftlichen Krise muss den Pathos des
Lebens gemäß der modernen Kultur effektiv dekonstruieren, und an seiner Stelle die
Realität der absoluten Wahrheit als das Fundament für eine gesunde Kultur etablieren.
Alle anderen „Lösungen“ werden schlicht mehr Probleme erzeugen.
Das Finden jener Spirituellen Vision
Wo sollen wir nach der neuen Vision suchen, das spirituelle Erwachen, die
andere Weise unsere Welt zu sehen, wie von diesen Denkern gefragt? Einige
suggerieren, dass Weltanschauungen nichts mehr als eine gute Geschichte sind, und das
es ausreichen würde, sich etwas wirklich gutes auszudenken; nicht nur irgendeine alte
AMDG IHS
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Sache, sondern eine wirklich wirklich gute Geschichte mit viel „spirituellem“ Inhalt.
Können die Menschen sich um so eine fiktive Geschichte wie die „Trekkies“ auf einer
Star Trek Konvention versammeln, und jeder nimmt eine andere Rolle ein und durchlebt
sie? Tatsächlich hören wir von Leuten, die andere Identitäten während online
Rollenspielen annehmen bis zu dem Grad, dass es ihre Fähigkeit beeinflusst in ihrer
„andere Rolle“ in dieser 3-dimensionalen Welt zu funktionieren. Aber keine Fiktion ist
ausreichend um die im Herzen gefühlte Überzeugung darüber warum sie hier ist, und
was der Zweck ihres Lebens ist einer Person zu ersetzen. Noch wird sie die Furcht davor
nicht zu wissen was hinter der Tür des Todes wartet entfernen.
Weiter oben sahen wir, dass die ursprünglichen Kulturen der Welt in ihrer
Lebensweise durch ihre Glaubensstrukturen geführt wurden – ihre religiöse Wahrheiten.
Jede Kultur, mit der starken Ausnahme unserer modernen, globalen, materialistischen
Kultur, hat eine komplexe Geschichte über die Schöpfung, wie die Menschen auf die
Welt gekommen sind, wer ihre Götter waren und wie sie ihre Beziehungen zu anderen in
Bezug auf sowohl Erwartungen als auch Verantwortlichkeiten zu verstehen hatten. Ihre
religiösen Glaubenssätze lieferten auch Führung dafür wie sie in dieser Welt leben
sollten, wie Besitz benutzt, ausgetauscht und zwischen ihnen geteilt werden sollte. Auf
diese Weise waren ihre wirtschaftlichen und sozialen Systeme definiert. Diese
Geschichte kennend, sollten wir nicht überrascht sein, dass die obigen Denker uns dazu
auffordern, ein spirituelles Fundament zu errichten auf dem wir unsere Handlungen und
Beziehungen basieren können.
Alle dieser vielen guten Leute sind ernsthaft in ihrem Anerkennen der Probleme
und ihren Versuchen machbare und kontrollierbare Lösungen zu finden. Aber wenn die
Nobelpreisträger suggerieren dass wir lernen müssen auf eine neue Weise zu denken, wo
finden wir dann dieses neue System des Denkens? Wo werden wir Terrys „neue
wirtschaftliche Rationale, oder Moralargument“ finden? Wo werden wir Jhallys „neue
Vision der Gesellschaft“, oder Thomas Maxwells „spirituelles Erwachen, [dass} einen
tiefgründigen Sinn für die Verwaltung der Erde begünstigt“, Havels „neues Modell der
Koexistenz“, Schumachers „metaphysische Rekonstruktion“, oder Manders
„fundamentalen philosophischen und strukturellen Wandel“? Wie erreichen wir die
Aufforderung der UCS für einen „großen Wandel in unserer Verwaltung der Erde“,
Havels Transzendenz, oder Erlichs „quasi-religiöse Transformation“? Lasst mich das
offensichtliche aufzeigen. Mit allem nötigen Respekt für unsere Möchtegern-Erlöser, die
nach diesen neuen Denkweisen gerufen haben, eine neuen Moralität, einem spirituellen
Erwachen, keine von ihnen - wie Sut Jhally offen zugibt – weiß wie das zu tun ist.
Während sie erkennen was wir brauchen, erzählen sie uns nicht wie es zu bekommen ist.
Ich behaupte, dass sie daran scheitern weil sie die Natur des wirtschaftlichen Problems
nicht angemessen verstehen.
Lasst uns nun zu der Frage zurückkommen, die am Anfang des Buches gestellt
wurde: Was genau ist das wirtschaftliche Problem? Wo entsteht es? Und wie kann es
gelöst werden?
Was ist das Wirtschaftliche Problem
Beim Beantworten der Frage des wirtschaftlichen Problems weiche ich weit von
dem Standardverständnis ab, indem ich sage, dass die Grundlage aller wirtschaftlicher
Probleme nicht Geld, oder Kredit oder ausgeglichene Zahlungen sind. Es geht nicht um
Derivative, Defizit-Spending, oder Kapitalgewinn. Es geht nicht über irgendeines dieser
Dinge, mit denen Volkswirte überall sich beschäftigen. All unser Verhalten, inklusive
unserem wirtschaftlichen Verhalten, wird zuvorderst von unserem Bewusstsein
AMDG IHS
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bestimmt. Die Wahrnehmung von wirtschaftlichen Problemen und ihren
vorgeschlagenen Lösungen wird daher mit dem Bewusstsein des Individuums variieren.
Gemäß dem Bewusstsein dass eine Person durch ihre Konditionierung durch die gunas
entwickelt hat, werden sie die wirtschaftliche Herausforderung und seine Lösung anders
sehen.
Für diejenigen die massiv von der Erscheinungsweise der Unwissenheit
beeinflusst sind ist das wirtschaftliche Problem, wie man vollständige Kontrolle über den
Planeten ergreift und ihn und so viele Leute wie möglich am besten plündert für
unbegrenzten Gewinn, ohne Rücksicht auf die möglichen Konsequenzen für
irgendjemanden oder irgendetwas, weder in der Gegenwart noch in der Zukunft.
Überwiegend durch tamo - guna beeinflusst sind solche Leute unzufrieden mit der Welt
wie sie ist und denken, dass sie sie verbessern können, und versuchen sie neu zu schaffen
um ihren eigenen Begierden dienlich zu sein. Zu diesem Zweck vernachlässigen sie
unnötigerweise das tatsächliche wirtschaftliche Problem und seine simplen Lösungen,
und schaffen eine künstliche Wirtschaft die übereinstimmend mit ihrer Laune und ihrem
Vorteil manipuliert werden kann. Was für sie nützlich ist, ist die Tatsache, dass eine
künstliche Wirtschaft viele eingebaute Mängel und Probleme hat, welche manipuliert
werden können um andere zu beeinflussen und zu kontrollieren. Überwiegend von tamo
– guna beeinflusst, nutzen sie zerstörerische Mittel um ihre Ziele zu erreichen. Darum
zwingen sie ihre Art und Mittel allen anderen auf, und betätigen sich die ganze Zeit in
„unvorteilhaften, grausamen Werken, die dazu gedacht sind die Welt zu zerstören.“ Es
ist die Wirtschaftsweise der Unwissenheit, die für die scheinbar grenzenlose Ausbeutung
von Leuten, Tieren und der Umwelt verantwortlich ist.
Für diejenigen, die hauptsächlich von rajo – guna beeinflusst sind, der
Erscheinungsweise der Leidenschaft, kann das wirtschaftliche Problem in einem Wort
zusammengefasst werden – mehr – mehr Produkte, mehr Produktion, und mehr
Verkäufe. Rajo – guna ist die Quelle von zunehmenden Verlangen und Gier, während
Stress und Leid ihre Ergebnisse sind, wie auch immer sie durch zunehmende Vielfalt
von Sinnesbefriedigung beschwichtigt werden. Darum gibt es niemals genug
Ressourcen, Zeit, Ruhe oder bleibende Befriedigung. So wie die Gier zunimmt wechselt
der Fokus auf Profit auf Kosten alles anderen. Es ist die Wirtschaftsweise von rajo –
guna die von Naturschützern als wahnsinnig verurteilt wird, weil Produktion und
Konsumption sich nicht unbegrenzt ausweiten können aufgrund der begrenzten
Tragfähigkeit des Planeten. Es ist die Wirtschaftsweise unter dem Einfluss von rajo –
guna die für die steigenden Ansprüche an die Natur verantwortlich ist, mit dazugehöriger
Zerstörung von Lebensraum und Spezies. Es ist die Wirtschaftsweise unter dem Einfluss
von rajo – guna, kombiniert mit tamo – guna die die Kapazität der Erde sich zu erneuern
überwältigt, was in der Zerstörung der Umwelt resultiert. Und es sind rajo – guna mit
tamo – guna zusammen, die Unpersönlichkeit und Entfremdung (Anomie) schaffen und
verschärfen, so wie die Bedürfnisse und Interessen von lebenden, fühlenden
menschlichen Wesen dem Wert, der Produktion und Akkumulation von toten materiellen
Dingen untergeordnet wird. Falls wir fragen „Was ist das wirtschaftliche Problem?“ aus
der Perspektive der Umwelt – die Ozeane, die Flüsse und Ströme, und die Wälder – ist
die Antwort: menschliches Bewusstsein, konditioniert von extremer Leidenschaft und
Unwissenheit.
Falls wir die Frage aus der Perspektive der Arbeitslosen, Unterbeschäftigten, und
verarmten Milliarden von Menschen stellen, ist das Problem auch das von extremer
Leidenschaft und Unwissenheit konditionierte menschliche Bewusstsein. Wenn wir
„Was ist das wirtschaftliche Problem?“ aus der Perspektive von den anderen Milliarden
AMDG IHS
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von verlorenen Seelen fragen, die in die Irre geführt werden und ihr wertvolles
menschliches Leben in überflüssiger, verschwenderischer Konsumption, und sinnlosem,
nachempfundenem Entertainment missbrauchen, ist die Antwort wieder: Das von
extremer Leidenschaft und Unwissenheit konditionierte menschliche Bewusstsein. Falls
wir fragen was das wirtschaftliche Problem ist, aus der Perspektive von beinahe allem
und jedem auf dem Planeten stellen ist die Antwort die gleiche: verkrüppeltes, von
extremer Leidenschaft und Unwissenheit konditioniertes menschliches Bewusstsein,
dass nicht über persönliche Sinnenbefriedigung und unbegrenzte Besitztümer in einem
Versuch, das Gefühl von „Ich und mein“ zu erhöhen hinauswächst, und zur gleichen Zeit
die Person, die Seele, unbefriedigt und unerfüllt lässt.
Der Punkt, der ausdrücklich klar gemacht werden muss, ist, dass es keine Lösung
für das wirtschaftliche Problem für Leute gibt, die zu schwer von rajo-guna und tamoguna beeinflusst sind. In anderen Worten, die wirtschaftlichen Probleme der modernen
Gesellschaft können nie ein- für allemal zur Zufriedenheit aller mit den Methoden der
modernen Gesellschaft gelöst werden. Wir können weder eine wirtschaftliche Lösung
finden, noch eine sozio-politische (die Unternehmen dekonstruieren), noch eine
politische. Die Lösung kann nicht durch Manipulation von verschiedenen
wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Faktoren oder Formeln erhalten werden. Wir
können nicht das Königreich Gottes ohne Gott haben. Noch können wir Gottes bereits
perfekte und vollständige Schöpfung verbessern. Alle Versuche, dies zu tun werden nur
in der Schaffung von mehr Problemen resultieren und enden in Frustration und
Scheitern. Wenn wir glücklich in dieser Welt leben wollen müssen wir übereinstimmend
mit dem Plan und den Methoden, die uns bereits von Gott gegeben wurden leben.
Die Einzige Lösung
Es gibt nur eine Lösung für alle wirtschaftlichen Probleme, und sie kann nur im
Bewusstsein der Tugend gefunden werden. Für Personen die sich in der
Erscheinungsweise der Tugend befinden gibt es kein wirtschaftliches Problem. Die
fundamentale wirtschaftliche Frage von Nahrung, Kleidung, und Unterkunft kann leicht
auf einer kleinen Menge Land gelöst werden, und mit den Ressourcen die innerhalb von
10 Kilometern um das eigene Haus verfügbar sind. Dies ist aus der Erfahrung entstanden
und war der Fall für Jahrtausende.
Es gibt viele Leute, die vor dem Gedanken an ein solch schlichtes Leben
zurückschrecken, so konditioniert sie von den Erscheinungsweisen der Leidenschaft und
Unwissenheit sind. Sie bevorzugen stattdessen, zu versuchen das Wirtschaftssystem
durch verschiedene vorgeschlagene Methoden zu reparieren oder wiederherzustellen,
wie das Zurückkehren zu einer humaneren und gleicheren Art des Kapitalismus, oder
durch das Nutzen von durch Güter oder Gold gedeckten Währungen, oder der Schaffung
von Geld direkt durch die Regierung, oder sogar private Währungen, die von lokalen
Gruppen geschaffen werden statt von Banken in Privatbesitz, und so weiter. Aber im
Verständnis des Einflusses der gunas auf das Bewusstsein von menschlichen Wesen
müssen wir anerkennen, dass ein gerechtes und faires Wirtschaftssystem nicht ohne
ausreichend Einfluss von sattva – guna errichtet oder erhalten werden kann. Falls es
nicht ausreichend sattva – guna innerhalb der Bevölkerung gibt, werden sie das System
missbrauchen und es untergraben, wie es der Fall war durch die Geschichte der
westlichen Zivilisation hindurch. Falls es nicht ausreichend sattva – guna unter den
Regierungsbeamten in einem System gibt, werden das System und die Gesetze nicht
durchgesetzt. Diese guten Leute, die bereits ein bestimmtes Maß an sattva haben, die die
Welt zu einem besseren Platz für alle machen wollen, müssen anerkennen, dass es ohne
AMDG IHS
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ausreichend sattva unter der Bevölkerung niemals eine glückliche und gerechte
Gesellschaft geben wird, in der die Bedürfnisse von allen angemessen befriedigt werden.
Der einzige Weg um dies zu tun, ist durch die Kultivierung der Eigenschaft der Tugend
durch die gesamte Gesellschaft hindurch.
In sattvischen Gesellschaften in der auf einer persönlichen Ebene gelebt wird,
gibt es keine enormen Auswirkungen auf die Umwelt. Gesellschaften die im Einklang
mit sattva – guna leben schaffen keine Umweltprobleme. Es gab keine Umweltprobleme
als die gesamte Welt hauptsächlich in der Tugend lebte. Sie entwickelten sich erst nach
der industriellen Revolution, als die Erscheinungsweisen der Leidenschaft und
Unwissenheit vorherrschend wurden. Daher, falls der größere Teil der Welt zum
Standard von sattva – guna zurückkehren würde, könnte die Natur sich erholen und alle
Umweltprobleme würden letztlich heilen. Die Wälder müssten nicht mehr kahl
geschlagen werden, es gäbe keinen Verlust an Lebensraum mehr um für noch einen
weiteren Parkplatz für den abertausendsten Walmart zu planieren, Spezies würden nicht
der Auslöschung anheimfallen, die Ozeane würden nicht jedes Lebewesens entleert,
noch würden die Wasserwege mit giftigen Abwässern verschmutzt, die die Kosten der
Fabrikation auf die Natur externalisieren.
Auf natürliche Weise glücklich in sattva – guna, brauchen die Leute nicht
zunehmend neuere, unnötige, und sogar nutzlose Varianten der Sinnenbefriedigung zu
sehr niedrigen Preisen, die Sklavenfabriken und eine globale Wirtschaft rechtfertigen.
Falls eine ausreichende Zahl von Leuten auf den Level von sattva – guna erhoben
werden könnten, würden all die von der globalen Wirtschaft angerichteten Probleme der
Welt eliminiert werden, ohne das Meetings der G20, andere internationalen
Konferenzen, UN Entscheidungen, endloser politischer Aktionismus darüber wer
gewinnt und wer verliert, und so weiter notwendig wären. Darum ist die einzige
wirtschaftliche Situation für diejenigen die die Welt und all ihr Leben wertschätzen eine
Wirtschaft und soziales Arrangement welches hauptsächlich unter dem Einfluss von
sattva – guna funktioniert. Falls wir nicht weiter in den Abyss der RaubtierWirtschaftsweis fortschreiten wollen als ein Minimum, muss der Einfluss von sattva
enorm erhöht werden.
Es gibt eine fundamentale Lektion, die von diesen Tatsachen gelehrt wird: So
wie wir unseren Bedarf und unsere Bedürfnisse künstlich über das von sattva – guna
errichtete Minimum erhöhen, müssen wir die Anzahl und Dimension der wirtschaftlichen
Probleme vergrößern.
Wer ist für die Wirtschaftlichen Probleme Verantwortlich?
Die wirtschaftliche Krise, die sich 2007 zu entwickeln begann, brachte Menschen
auf der ganzen Welt dazu, zu randalieren. Indem sie ihre Anführer für die Krise
verantwortlich machten, wurden einige Staatsoberhäupter gefeuert. Wer sollte
schließlich sonst beschuldigt werden? Sie leiten die Show, oder nicht? Faktisch nur zu
einem bestimmten Grad. Es gibt viel mehr an dieser Geschichte, was mit der Hilfe der
Philosophie der Bhagavad-gita verstanden werden kann.
Obwohl die Regierungsführer die unmittelbare Ursache sein mögen, sind sie
nicht absolut in ihrer Fähigkeit, die Welt zu kontrollieren. Es ist immer leicht jemanden
anderen für unsere Probleme zu beschuldigen, und es ist bei weitem viel schwieriger zu
sehen, wie wir verantwortlich sind. Die Tatsache ist die, dass das Universum in perfekter
Ordnung ist und nicht ein Grashalm biegt sich im Wind ohne die Genehmigung des
höchsten Herrn. So schlimm es sich anhört, alles ist so wie es sein soll.
AMDG IHS
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Die Tatsache ist, dass all die Menschen auf der Welt, inklusive unser selbst, die
Verantwortung für die wirtschaftliche Katastrophe die sich entfaltet teilen. Wie kommt
das? Aufgrund der karmischen Reaktionen auf unsere Aktivitäten. Bedenke, dass um die
Welt herum über 55 Milliarden Tiere jedes Jahr unnötigerweise für Nahrung
geschlachtet werden. Das sind mehr als 100000 getötete fühlende Wesen jede Minute
von jedem Tag. Wie sehr wir auch immer denken mögen dass dies notwendig ist, es ist
es nicht. Menschen können ziemlich gut von Früchten, Getreide, Gemüse und
Milchprodukten leben – Nahrung die nicht-gewaltsam ist, und die nicht das Töten von
fühlenden Wesen beinhaltet. Lebenslange Vegetarier wurden als gesünder und
langlebiger als ihre fleisch-essenden Gegenstücke nachgewiesen. Wir teilen die
Verantwortung, ob wir das Messer führen oder nicht – den Schlachter zu bezahlen
entlastet uns nicht davon Teilnehmer im Prozess zu sein. Es ist eine Dummheit, Frieden
in unseren eigenen Leben zu erwarten, wenn wir direkt oder indirekt verantwortlich sind
für so viel Gewalt.
Bedenke weiter die Zig-Millionen Kinder, die jedes Jahr durch Abtreibung
getötet werden. All diese Kinder und Tiere haben das Recht zu Leben, genau wie wir.
Gott liebt alle Seine Kinder gleich, und hat diese Erde als ihr Tätigkeitsfeld arrangiert,
und versorgt sie alle mit ihren Körpern. Falls wir, in unserer Unwissenheit, in ihre
progressive Entwicklung eingreifen indem wir sie töten, ist eine karmische Schuld
geschaffen. Diese karmische Schuld muss gezahlt werden – es ist das Gesetz von Gott,
dass – „wie du säst, wirst du ernten“. Dieses negative karma kommt demzufolge auf
viele Wege zu uns zurück: als zwischenmenschliche Konflikte, als Gesundheits- und
psychologische Probleme, als Wetterextreme wie Dürren und Fluten, manchmal als
Massengewalt-Konflikte wie Kriege, oder als wirtschaftliche Probleme und
Katastrophen, und als andere Aspekte der drei-faltigen Miseren der Natur. Gemäß dem
Gesetz des karma werden wir durch das von wirtschaftlichen Katastrophen angerichteten
Leid und Schwierigkeiten heimgesucht als Kompensation für unsere Schulden.
Von tamo – guna beeinflusst verwechseln wir richtig und falsch und führen blind
unsere eigene Zerstörung herbei. Ohne angemessene spirituelle Führung verhalten wir
uns als ob das Leben unterteilt wäre, und so als unser Verhalten in einem Gebiet nichts
mit den Ereignissen in einem anderen zu tun hätte. Wir denken, dass es keinen Einfluss
auf andere Aspekte des Lebens hat, wenn wir in einem Lebensbereich lügen, betrügen,
töten und stehlen. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Als integrierte
Wesen, beeinflusst welche Handlungen in jeglichem Bereich des Lebens wir auch immer
ausführen alle anderen.
Wer ist verantwortlich für unsere Probleme, wirtschaftlich und anderweitig? Wir
sind es. Diese Tatsache zu verstehen und anzunehmen erlaubt uns die Zukunft zu ändern
indem wir unser Verhalten zur Gegenwart ändern. Indem wir all unsere falsch
motivierten Verhaltensweisen aufgeben können wir die strengen Reaktionen der Natur
vermeiden. Das Handeln in der Erscheinungsweise der Tugend wird die gesamte
Landschaft des Lebens ändern. Falls die Welt zu einem Standard des satva – guna
zurückkehren würde, einbezüglich unserer wirtschaftlichen Beziehungen, würde sich
alles automatisch dahin anpassen, angenehmer zu sein, genau wie es war bevor die
Erscheinungsweise der Unwissenheit so vorherrschend wurde.
Um die wirtschaftliche Frage ein für allemal zu lösen, müssen wir das Maß an
sattva – guna erhöhen. Aber wie können wir das tun in einer Welt, die süchtig nach, und
konditioniert von den Erscheinungsweisen der Leidenschaft und der Unwissenheit ist?
Wir haben die Antwort darauf.
AMDG IHS
AMDG IHS
Das Erhöhen des Bewusstseins durch Gebet
Die Vorstellung der Erhöhung des Bewusstseins wird im Allgemeinen darauf
angewandt, die Aufmerksamkeit einer Person für eine bestimmte Angelegenheit zu
erhöhen, so wie die Frauenfrage, Umweltbelange, usw. Das ist nicht die Art auf die wir
den Begriff hier benutzen. In unserem Gebrauch des Begriffs sind wir damit beschäftigt,
das Bewusstsein einer Person von den niedrigeren Erscheinungsweisen der Unwissenheit
zur Erscheinungsweise der Tugend zu heben.
Wir mögen zunächst feststellen, dass durch die Geschichte hindurch Gebet die
Haupttätigkeit von religiös denkenden Menschen war um ihnen durch Zeiten der Not zu
helfen. In jüngerer Zeit haben wissenschaftliche Studien nachgewiesen, dass Gebet
bessere Ergebnisse ergibt, wenn es gemäß bestimmten Methoden durchgeführt wird. Die
effektivsten Methoden des Betens sind von altertümlichen Kulturen überliefert, nach
Forscher und Autoren Greg Braden, der lehrt, dass effektives Gebet in der Gegenwart
anerkennt, wofür wir in der Zukunft bitten. Dies ist, gemäß den Lehren der Veden eine
weitere Anwendung des Gesetzes von karma in Aktion. Greg Braden:
Viel unserer Konditionierung in der westlichen Tradition für die
letzten Ein-ein-halb Jahrtausende lud uns ein, darum zu „bitten“, dass
sich spezifische Umstände in unserer Welt durch göttlichen Eingriff
ändern; dass unsere Gebete erhört werden. In unserem gut-gemeinten
Bitten, könnten wir jedoch unwissentlich die Zustände verstärken, für
deren Veränderung wir beten. Zum Beispiel, wenn wir bitten: „Lieber
Gott, bitte lass Friede auf Erden sein“, drücken wir faktisch aus, dass
derzeit kein Frieden existiert. Uralte Traditionen erinnern uns daran,
dass Bittgebete eine Form des Gebets sind, unter anderen Formen, die
uns dazu ermächtigen Frieden in unserer Welt zu finden durch die
Eigenschaften des Denkens, Fühlens und der Emotionen die wir in
unserem Körper erzeugen. Sobald wir die Eigenschaften des Friedens
in unserem Geist erlauben und unsere Gebete durch Gefühle des
Friedens in unserem Körper anfeuern, stellt die fünfte
Erscheinungsweise von Gebet fest, dass das Ergebnis bereits
geschehen ist.14
Die Quantenwissenschaft bringt diese Vorstellung einen Schritt weiter,
indem sie sagt, dass es genau dieser Zustand des Fühlens ist, auf den
die Schöpfung antwortet, indem es das Gefühl (Gebet) unserer inneren
Welt mit den Zuständen in der äußeren Welt abstimmt. Obwohl das
Ergebnis unserer Gebete noch nicht in unserer äußeren Welt sichtbar
ist, sind wir dazu aufgefordert unsere Einheit mit der Schöpfung
anzuerkennen und zu leben, als ob unsere Gebete bereits erhört
wurden.
Durch die Worte einer anderen Zeit, forderten uns die Alten [Völker]
auf, unsere verlorene Art des Gebets eher als Bewusstsein zu dem wir
werden auszuführen, als dass sie eine verordnete Handlungsform ist,
die wir bei Gelegenheit ausführen. In so schlichten wie eleganten
Worten werden wir daran erinnert, von der Antwort auf unsere Gebete
‚umschlossen‘ zu sein und ‚eingebettet‘ in die Zustände die wir
auswählen zu erfahren. Modern ausgedrückt, suggeriert diese
Beschreibung uns, dass um Wandel in der Welt zu bewirken, wir
aufgefordert sind, die Gefühle zu haben dass der Wandel bereits
AMDG IHS
AMDG IHS
geschehen ist.14
So wie wir beten um den Zustand der Welt zu verbessern sollten wir daher in
unserem Geist eine friedvolle und glückliche Welt schaffen in der Aktivitäten der
Leidenschaft und Unwissenheit abwesend sind und alle miteinander kooperieren, und
glücklich in sattva – guna leben. Dies als Realität anzuerkennen während wir dem Herrn
Dank für ihre Erfüllung geben wird dabei helfen, diese Zustände als eine andere Art von
karmischer Reaktion zu schaffen. Man mag es nützlich finden, während des Gebets ein
Bild zu betrachten welches die ganzheitliche Gutheit reflektiert, die man herbeiführen
will.
Wir können auch einige Lektionen über Gebete von den Seiten der Srimad
Bhagavatam nehmen, wo die devas, als sie sich selbst in einer unmöglichen Situation in
einer Schlacht gegen die Dämonen vorfanden, im Gebet Zuflucht nahmen. Im achten
Canto, fünftes Kapitel, lesen wir (8.5.15-31, 48, 49):
Als die raksasas die Halbgötter in einem Kampf heftig angriffen,
fielen viele der Halbgötter und verloren ihr Leben und sie konnten
nicht wiederbelebt werden. Indra, Varuna und die anderen Halbgötter
berieten sich, konnten jedoch keine Lösung finden. Darauf
versammelten sich alle Halbgötter und begaben sich zur Versammlung
Brahmas nieder und teilten ihm darauf alles mit, was sich zugetragen
hatte. Als Brahma sah, dass die Halbgötter allen Einflusses und aller
Stärke beraubt waren und dass es folglich in den drei Welten nichts
Glückverheißendes mehr gab, und als er sah, dass sich die Halbgötter
in einer furchtbaren Lage befanden, wohingegen die Dämonen
aufblühten, konzentrierte er seinen Geist auf die Höchste
Persönlichkeit Gottes. So ermutigt, begann sein Gesicht zu leuchten,
und er sprach zu den Halbgöttern wie folgt.
Die Höchste Persönlichkeit Gottes braucht niemanden zu töten,
niemanden zu beschützen, niemanden zu vernachlässigen und
niemanden zu verehren. Trotzdem nimmt der Herr zum Zwecke von
Schöpfung, Erhaltung und Vernichtung entsprechend der Zeit
verschiedene Formen als Inkarnationen in den Erscheinungsweisen der
Tugend, der Leidenschaft oder der Unwissenheit an. (Brahma, Vishnu,
Shiva)
Jetzt ist es an der Zeit, die Erscheinungsweise der Tugend in den
Lebewesen, die einen materiellen Körper angenommen haben, zu
erwecken. Die Erscheinungsweise der Tugend ist dazu bestimmt, die
Herrschaft des Höchsten Herrn zu errichten, der die Existenz der
Schöpfung erhalten wird. Daher ist dies der geeignete Augenblick, um
bei der Höchsten Persönlichkeit Gottes Zuflucht zu suchen. Da der
Herr den Halbgöttern von Natur aus sehr gütig gesinnt ist und ihnen
sehr lieb ist, wird Er uns gewiss mit Glück segnen. Niemand kann die
täuschende Energie [maya] der Höchsten Persönlichkeit Gottes
überwinden, die so stark ist, dass sie jeden verwirrt und der Fähigkeit
beraubt, das Ziel des Lebens zu verstehen. Diese gleiche maya wird
jedoch vom Höchsten Herrn aufgehoben, der jeden beherrscht und der
allen Lebewesen gleichgesinnt ist. Lasst uns dem Herrn unsere
Ehrerbietungen erweisen.
AMDG IHS
AMDG IHS
Da unsere Körper aus sattva - guna gemacht sind, befinden wir, die
Halbgötter, uns innerlich und äußerlich in Tugend. Alle großen
Heiligen sind ebenfalls auf diese Weise verankert. Wenn daher sogar
wir die höchste Persönlichkeit Gottes nicht verstehen können, wie
sollten es dann diejenigen können, die von ihrer körperlichen
Veranlagung höchst unbedeutend sind, weil sie sich
in den
Erscheinungsweisen der Leidenschaft und Unwissenheit .befinden?
Wie können sie den Herrn verstehen? Lasst uns Ihm unsere
achtungsvollen Ehrerbietungen erweisen.
Aktivitäten, die der höchsten Persönlichkeit Gottes gewidmet sind,
selbst wenn sie in kleinem Maße ausgeübt werden, sind niemals
vergebens. Die höchste Persönlichkeit Gottes, als der höchste Vater, ist
von Natur aus sehr gütig und stets bereit, für das Wohl der lebenden
Geschöpfe zu handeln. Wenn man Wasser auf die Wurzel eines
Baumes gießt, sind der Stamm und die Äste automatisch zufrieden. In
ähnlicher Weise, wenn man sich bemüht, Lord Krishna zu gefallen,
dient es allen, da der Lord die Superseele von allen ist.
Wir nehmen mehrere wichtige Dinge zur Kenntnis in diesen Zitaten. Zunächst
entschieden sich die Halbgötter dazu die Erscheinungsweise der Tugend zu beschwören,
weil sie dazu gedacht ist, die Herrschaft des höchsten Herrn zu etablieren, welche die
Existenz der Schöpfung erhält. Sie entscheiden sich daher, Zuflucht zur höchsten
Persönlichkeit Gottes zu nehmen. Dies bedeutet, sich nicht nur im Gebet an den Herrn zu
wenden, sondern auch seinen als religiöse Prinzipien gegebene Instruktionen zu
befolgen. Die zweite wichtige Sache ist, dass indem dem Herrn gefallen wird, jeder
automatisch zufriedengestellt wird. Eier der besten Wege um beide Aufgaben zu erfüllen
ist, die yuga-dharma, oder die Religion des Zeitalters auszuüben.
Anheben des Bewusstseins auf Sattva - guna
Das Anheben des Bewusstseins auf sattva – guna kann durch mehrere Methoden
erreicht werden. Die offensichtlichste ist es, Aktivitäten aus den niederen
Erscheinungswesen mit denen die sattvisch sind zu ersetzen – von einer Fleischzentrierten Ernährung zu einer vegetarischen Ernährung zu wechseln, zum Beispiel. Eine
andere wäre es, den Konsum von Alkohol und anderen Drogen aufzugeben, welche von
tamasischer Natur sind. Ein drittes wäre es, alle Formen von unerlaubter Sexualität
aufzugeben, inklusive Pornographie, Prostitution, sexuellen Abweichungen, und so
weiter. Und ein viertes wäre, das Glücksspiel aufzugeben – inklusive dem Spielen an den
Aktienmärkten. Diese Aktivitäten werden gemäß den vedischen Texten als die Säulen
des sündhaften Lebens gesehen, und alle von ihnen erhöhen tamo - guna.
So wünschenswert es für Leute sein mag, solche Änderungen zu machen, die
Realität ist, dass jedes hiervon ein abhängig machendes Verhalten ist, welches sehr
schwer zu verändern ist. Es ist möglich, die richtigen Umstände vorausgesetzt, aber sehr
wenige Leute haben solche idealen Umstände in ihren Alltagsleben. Was ist zu tun? Es
gibt Alternativen, die das Bewusstsein direkt behandeln, und das Verhalten als Ergebnis
eines veränderten Bewusstseins verändert.
Bereits 1963 begann eine zunehmende Zahl von Forschern danach zu streben
eine Methode zu etablieren um die Bewusstseinsstufen in Bezug auf die drei
Erscheinungsweisen der materiellen Natur zu bestimmen.15 1971 erschafften
verschiedene Forscher das “Guna 15 Inventar“ um die relativen Bestandteile der drei
AMDG IHS
AMDG IHS
gunas innerhalb einer Persönlichkeit zu bewerten. Dieses Inventar basierte auf den
Beschreibungen der Eigenschaften der drei gunas wie in der Bhagavad-gita und
Samkhya Karika beschrieben. Später entwickelte R. C. Das das „Gita Inventar der
Persönlichkeit“ oder GIN16, und 1998 entwickelte David Wolf das Vedische
Persönlichkeits-Inventar (VPI) in einem Versuch, die Verbindung zwischen der
vedischen Persönlichkeit und den gunas17 herzustellen. Jede diese Methoden hatte einen
bestimmten Grad an Erfolg in Hinsicht darauf, eine Person relativ in eine Kombination
der gunas „kategorisieren“ zu können, was als ein quantitatives Maß des Bewusstseins
genutzt werden kann.
Über die bloße Messung des relativen Inhalts an gunas hinaus, hat es auch Tests
gegeben, die durchgeführt wurden um zu bestimmen ob der GIN oder VPI einer Person
erhöht werden könnte. 2008 führten Forscher des Vivekananda Swami Yoga Ashrama
eine Studie durch um den Einfluss von hatha-yoga auf die gunas und den Selbstwert
einer Person zu bestimmen, unter Nutzung des GIN und anderen etablierten
psychologischen Tests. Ihre Studie demonstrierte erhöhtes sattva und verringertes rajas,
als ein Ergebnis der Praxis von hath-yoga, zusammen mit verbesserter Gesundheit und
Selbstwertgefühl.
In einer randomisierten, kontrollierten Studie untersuchte Wolf die Änderungen
im VPI einer Person als ein Ergebnis von mantra Meditation. In seinen Tests schaffte er
ein bedeutungsloses Mantra welches von einer Gruppe gesungen wurde, sowie eine
Kontrollgruppe, die nicht sang, während andere Testpersonen das Hare Krishna
mahamantra sangen. Die Ergebnise zeigten, dass nur die mahamantra Gruppe sattva
erhöhte und tamas verringerte, ohne signifikante Änderung der rajas Werte. Die anderen
Testpersonen zeigten keine signifikanten Änderungen in ihren VPI. Die Studie zeigte
auch eine signifikante Reduktion in Stress, Angst, und Depression nach einem Monat
des singens von täglich 20 Minuten mahamantra.18
Beide Tests demonstrieren dass sich signifikante Änderungen in relativ kurzer
Zeit erzielen lassen, indem entweder sattvische oder spirituelle Praktiken adaptiert
werden. Die Praktik des Singens des mahamantra ist jedoch nicht nur sattvisch. sondern
es gefällt auch dem Herrn und hebt gleichzeitig das Bewusstsein von anderen.
Singen der Heiligen Namen des Herrn ist der Zweifelsfreie und
Furchtlose Weg des Erfolgs
Der große Avatar Sri Chaitanya Mahaprabhu erschien in Westbengalen während
des 15. Jahrhunderts. Als der yuga-avatar führte er das yuga-dharma ein, das Singen der
heiligen Namen des Herrn, und er führt im speziellen das Singen des Hare Krishna
mahamantra für diesen Zweck ein, des großen Gesangs für Befreiung. Aufgrund der
heruntergekommenen Bedingungen während Kali ist der Prozess des Anbetens und der
Selbst-Realisation extrem simpel und einfach gemacht. Er benötigt keine Qualifizierung,
keine Kooperation mit anderen, keinen Reichtum, nicht mal ein langes Leben. Jeder
kann es zu jeder Zeit oder an jedem Platz tun. Alles was benötigt wird ist die schlichte
Bereitschaft es zu tun. Die Brihan-naradiya Purana bestätigt, dass das Singen der
Namen des Herrn die yuga-dharma ist:
In diesem Zeitalter der Zwietracht und der Scheinheiligkeit ist die
einzige Möglichkeit für Befreiung das Singen der heiligen Namen des
Herrn. Es gibt keinen anderen Weg. Es gibt keinen anderen Weg. Es
gibt keinen anderen Weg.
Diesen Vers zitierend erklärt es Chaitanya Mahaprabhu weitergehend in der Sri
AMDG IHS
AMDG IHS
Chaitanya-caritamrita (Adi 17.22-25):
In diesem Zeitalter von Kali gibt es keine andere Religion als die
Glorifizierung des Herrn durch die Aussprache seines heiligen
Namens, und das ist die Aufforderung aller offenbarten Schriften. Der
heilige Name des Herrn, das Hare Krishna mahamantra, ist die
Inkarnation des Herrn Krishna. Schlicht durch das Singen des heiligen
Namens vereinigt man sich direkt mit dem Herrn. Jeder der dies tut
wird mit Sicherheit befreit. Dieser Vers wiederholt das Wort eva [mit
Sicherheit] drei Mal zum Betonen, und es wiederholt auch dreimal
harer nama [der heilige Name des Herrn], nur um die Leute verstehen
zu lassen. Der Gebrauch des Wortes kevala [nur] verbietet alle anderen
Prozesse, wie die Kultivierung von Wissen, Praxis von mystischem
Yoga, oder Ausübung von Entbehrungen und fruchttragenden
Handlungen. Dieser Vers drückt klar aus, dass jeder, der einen anderen
Pfad akzeptiert nicht befreit werden kann. Dies ist der Grund für die
dreifache Wiederholung ‚keinen anderen, keinen anderen, keinen
anderen, welcher den echten Prozess der Selbst-Realisation betont.
Wie Sri Chaitanya es ausdrückt, unterscheidet sich der Herr nicht von Seinem
Namen. In dieser materiellen Welt haben wir keine Erfahrung der absoluten Wahrheit.
Die Wahrheit hier ist relativ. Aber die Veden geben uns Information, dass es eine andere
Welt gibt, eine spirituelle Welt, die keine der Mängel dieser Welt hat. Jene spirituelle
Welt ist als Vaikuntha bekannt, der Platz der frei von Furcht ist. Es ist der Sitz der
allmächtigen Persönlichkeit Gottes. Jene Welt und der Herr selbst sind absolut. Das
bedeutet zu sagen, dass der Herr sich nicht von Seinem Platz, Seiner Vergangenheit oder
Seinen Aktivitäten, Seiner Form und Seinem heiligen Namen unterscheidet. Weil Er
absolut alles ist, sind seine transzendentalen Kräfte in Seinen Namen präsent, welche
daher die Kräfte Seiner Persönlichkeit haben. Was auch immer von Ihm persönlich
beeinflusst werden kann, kann auch beeinflusst indem Sein Name gerufen wird.
Die Srimad Bhagavatam erklärt, dass die in Kali zur Verfügung stehenden Mittel
der Befreiung uns nicht nur von den Qualitäten der Leidenschaft und Unwissenheit
befreien, sondern und auch auf den allerhöchsten Zustand des transzendentalen
Bewusstseins heben können (11.5.31-2, 12.3.51-2):
Im Kali-yuga beten die Leute die höchste Persönlichkeit Gottes durch
die Vorschriften der offenbarten heiligen Schriften an. Im Zeitalter von
Kali üben intelligente Personen gemeinschaftliches Singen aus um die
Inkarnation Gottes anzubeten, die durchgehend den Namen von
Krishna singt (Chaitanya Mahaprabhu). Er ist Krishna Selbst, begleitet
von seinen Partnern, Dienern, Waffen und vertrauten Gefährten. Das
sündhafte Leben der Lebewesen resultiert aus Unwissenheit. Um diese
Unwissenheit zu zerstören hat Er verschiedene Waffen geliefert, wie
Seine vollkommenen Partner, Seine Anhänger und den heiligen
Namen.
Diejenigen die fortgeschritten und hochqualifiziert sind und an der
Essenz des Lebens interessiert sind kennen die guten Qualitäten von
Kali-yuga. Solche Leute beten das Zeitalter von Kali an, weil man in
diesem Zeitalter Fortschritt in spirituellem Wissen machen und das
Ziel des Lebens erreichen kann, schlicht indem man das mahamantra
singt… Mein lieber König, obwohl Kali-yuga voller Mängel ist, gibt es
immer noch eine gute Eigenschaft dieses Zeitalters. Es ist, dass man
AMDG IHS
AMDG IHS
schlicht durch das Singen von harinama sankirtana, den
transzendenten Namen Gottes, frei von materieller Anhaftung werden
kann und in das transzendente Königreich befördert werden kann.
Welch Ergebnis auch immer in Satya yuga durch Meditation auf
Vishnu erlangt wurde, in Treta yuga durch das Ausüben von Opfern
und in Dvapara yuga durch das Dienen des Herrn, kann auch in Kaliyuga schlicht durch das Singen des Hare Krishna mahamantra erhalten
werden: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare,
Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.
Man sollte nicht denken, dass dieser Gesang oder Mantra eine sektiererische
Angelegenheit ist, dass Krishna der Name eines Hindu Gottes ist, und nicht der Name
‚unseres“ Gottes ist. Per Definition kann es nur einen Gott geben, Er kann jedoch auf
verschiedene Weise bekannt sein in verschiedenen Religionen. Der Name Krishna
bedeutet „All-Anziehende“. Der Name Rama bedeutet „All-Mächtige“. Sicherlich sind
dies Attribute des höchsten Herrn. Gott ist die Quelle von allem, inclusive aller
Schönheit, Stärke, Wissen und Reichtums. Diese entspringen alle direkt aus Ihm. Welch
Wissen wir auch immer in dieser Welt erfahren kommt von Ihm. Alle Macht kommt
direkt von Ihm. Genau wie alle Schönheit, und alle Freuden. Sri Krishna ist die Quelle
aller Freuden, die Quelle aller Schönheit, alles Wissens, usw.
In der Padma Purana (4.25.8-13) wird der reinigende Effekt des mahamantra
erklärt:
Der Weg um Freiheit von dieser Welt zu erlangen, selbst für die
abwegigsten Sünder, selbst all die gemeinen Menschen, denen es an
allen guten Verhaltensweisen mangelt, welche von boshaften Geist
sind, welche Aussätzige sind, welche die Welt betrügen, welche die
Absicht von religiöser Scheinheiligkeit haben, Stolz sind, Alkohol
trinken, und boshaft sind, welche sündhaft und grausam sind, welche
am Reichtum, Frauen und Kinder anderer Menschen interessiert sind,
werden rein wenn sie Zuflucht zu den Lotusfüßen Vishnu [Krishna]
nehmen. Der Name von Vishnu, der hier sicherlich erfolgreich ist,
schützt diese sündhaften Menschen die selbst gegen Ihn verstoßen, der
Göttlichkeit verursacht, der den unbeweglichen Wesen und den
beweglichen Wesen Erlösung gibt. Ein Mensch der alle Arten von
Sünden vollbracht hat, wird befreit, wenn er Zuflucht zu Krishna
nimmt. Falls ein verachtenswerter, boshafter Zweibeiner Sünde gegen
Krishna verübte, und durch Zufall Zuflucht zu Seinem Namen nimmt,
wird er durch die Kraft des Namens befreit.
Einer der Gaudiya Vaishnava Heiligen und Vorgänger- acharyas, Rupa
Gosvami, schreibt über die Kraft des heiligen Namens in seinem Padyavali (Text 29):
Der heilige Name von Lord Krishna ist ein anziehendes Merkmal für
viele heilige, liberale Leute. Er ist der Vernichter aller sündhaften
Reaktionen und ist so mächtig und steht ohne weiteres jedem
verfügbar, inklusive den Menschen von schlechtestem Charakter. Der
heilige Name von Krishna ist der Kontrolleur der Fülle der Befreiung,
und er ist mit Krishna identisch. Schlicht durch die Berührung des
heiligen Namens mit der Zunge werden unmittelbare Effekte erzeugt.
Die Ergebnisse des Singens des heiligen Namens hängen von nichts
ab. Noch ist es notwendig, sich auf irgendeine Weise für das Singen zu
qualifizieren, durch Initiation, pietätvolle Aktivitäten, oder dem
AMDG IHS
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strikten Befolgen von religiösen Prinzipien. Der heilige Name wartet
nicht auf all diese Aktivitäten. Er genügt sich selbst.
Als er den Enkel von Arjuna, König Pariksit, belehrt, glorifiziert der Sprecher der
Srimad Bhagavatam , Sri Shukadeva Gosvami die heiligen Namen des Herrn (2.1.1113): „O König, das unablässige Chanten des Heiligen Namens nach dem Beispiel großer
Autoritäten ist für alle der zweifelsfreie und furchtlose Weg zum Erfolg - auch für
diejenigen, die von allen materiellen Wünschen frei sind, für solche, die jeden denkbaren
materiellen Genuss begehren, und selbst für diejenigen, die durch transzendentales
Wissen in sich selbst zufrieden sind. Welchen Wert hat ein langes Leben, das
verschwendet wird, weil man aus den vielen Jahren in dieser Welt keine Lehren zieht?
Besser ist nur ein Augenblick bei vollem Bewusstsein, denn er gibt den Anstoß dafür,
nach dem höchsten Eigeninteresse zu forschen.“
Dieses Singen des Hare Krishna mahamantra ist das Panacea für all die
Krankheiten und Probleme, denen wir uns nun entgegensehen. Nicht nur der Singer
erhält Vorteile durch diesen Gesang, sondern jedes lebende Wesen auf der Erde gewinnt.
Daher wird es als die Aktivität mit dem höchsten Wohl betrachtet. Jeder, inklusive aller
degradierten und sündhaften Personen, können im Bewusstsein durch das Singen
angehoben werden. Darum kann das Singen des Hare Krishna mahamantra: Hare
Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama
Rama, Hare Hare jeden aus den Tiefen der Leidenschaft und Unwissenheit zu der
Erscheinungsweise der Tugend und darüber hinaus anheben. Falls nur ein kleiner Teil
der Menschen der Welt das Singen aufnimmt, selbst so wenige wie 3-5 Prozent, wäre
das ausreichend um die benötigten Wandel zu veranlassen Ich habe dieses Singen für
mehr als 35 Jahre als meine persönliche Meditation praktiziert und kann meine eigene
Aussage für seine Effektivität, Seelenfrieden und die Befriedigung die es gibt anbieten.
Darüber hinaus singe ich das Hare Krishna mahamantra schlicht weil es mich glücklich
macht. Ich befürworte diese Praktik darum für alle.19
Kirtan, Bhajan und Japa
Es gibt drei greundlegende Methoden des Singens, je nach Stimmung und
Zweck. Japa wird als eine Meditation mit dem Ziel praktiziert, den Geist auf die
Klangvibration des mantra zu fokussieren. Typischerweise singt ein Praktizierender eine
spezifische Anzahl von mantras als Teil ihrer yoga Praxis. Sie entdecken, dass, so sie
ihre Meditation fortsetzen, dass ihr Geist friedvoll wird und sich zum Hören der heiligen
Namen hingezogen fühlt. Die Mediation wird zunehmend seliger und bringt eine innere
Freude und Friedlichkeit mit sich.
Hingegebenes Singen in kleinen Gruppen mit Musikbegleitung wird bhajan
genannt, und gemeinschaftliches Singen in größeren Versammlungen in öffentlicheren
Umgebungen wird kirtan, oder sankirtan genannt. Die traditionelle Begleitung für beide
ist das Harmonium, ein kleines handbetriebenes Instrument, zusammen mit Trommeln
und Messing-Schellen. Die Hare Krishna Bewegung verdiente ihren Spitznamen
aufgrund ihres kirtan auf den öffentlichen Straßen überall auf der Welt.
Die New York Times hatte vor kurzem einen Schwerpunktartikel in ihrem
Modeteil welcher die zunehmende Beliebtheit von kirtan anerkannte, über die Anhänger
der östlichen Religionen hinaus. Rabbi David Ingber, der online über den Artikel
schrieb, kommentierte: „[kirtan ist] schafft eine neue Form von amerikanischer
spiritueller Erfahrung, in der authentische Entwicklungen und Praktiken durch die Linse
der gegenwärtigen amerikanischen Erfahrung neu gebrochen werden. Dieser Ansatz
wirkt auf viele von uns anziehend die direkte Erfahrung suchen, nicht durch Theologie
AMDG IHS
AMDG IHS
und Dogma vermittelt, und dazu neigen, zu glauben dass, unter der wichtigen
Oberfläche/kulturellen Ausdrücke, Religionen eine tiefere, fundamentalere Struktur
teilen, die beständig, universell und unmittelbar transformierend ist. Ein Merkmal
unserer Synagoge ist, dass wir zusätzlich zum „shalom“ oder „let there be peace“
regelmäßig „om shanti“ singen.“
Die zunehmende Beliebtheit von kirtan wird auch in Steven Rosens Buch book
The Yoga of Kirtan von 2008 bestärkt, welches Interviews mit 21 Sängern beinhaltet,
welche die kirtan Revolution in den Westen anführen, die meisten von ihnen Westler,
die die Praxis des Singens als ihren Pfad der Spiritualität adaptiert haben. Kirtan hat
universelle Anziehung und berührt das Herz direkt. Als Srila Prapupada sagte, „es gibt
keinen Bedarf, die Sprache des Mantra zu verstehen, oder jeglichen Bedarf an mentaler
Spekulation, oder intellektueller Anpassung. Es kommt direkt von der spirituellen
Plattform und darum kann jeder daran teilnehmen, und in Ekstase tanzen.“
Die Höchste Wahrheit ist die Realität Unterschieden von Illusion
für das Wohl Aller
Die Tatsache ist, dass die Lösungen, nach denen gefragt wird, sehr schnell und
beinahe mühelos erreicht werden können. Während das als eine sehr gewagte und
voreilige Aussage erscheinen mag, ist es Tatsache, dass die meisten dieser Probleme
schlicht weggehen werden falls wir aufhören sie zu schaffen und zu verschlimmern. Das
erste und fundamentalste Problem ist, dass unsere moderne Gesellschaft auf einem
Fundament von Illusionen beruht, wobei die Illusion von „Ich und mein“ die
vorherrschende ist. Wir schaffen Probleme indem wir versuchen, gemäß den Illusionen
der modernen Kultur zu leben. Diese Illusionen sind die gleichen falschen Annahmen
der traditionellen wirtschaftlichen Theorie: Ich bin der Körper, eine
produzierende/konsumierende Maschine und ich werde erfüllt und glücklich indem ich
mehr konsumiere und genieße. Diese Annahmen sind nachweislich falsch. Außerdem
führen sie zu einem Leben der Frustration. Geschweige denn des Leides, welches die
Leute in diesem Leben erfahren werden, zukünftige karmische Konsequenzen führen zu
einer sich stets steigernden Abwärtsspirale der Unwissenheit, um letztendlich in eine
niedrigere Lebensform geboren zu werden, wo essen, schlafen, paaren und verteidigen in
der Tat die vollständige Beschreibung des Lebenszwecks ausmachen.
Die Meister der vedischen Weisheit, von den Seiten der Srimad Bhagavatam zu
uns sprechend, demonstrieren, dass sie über diese Fragen vor langer Zeit nachgedacht
haben, sie gelöst und entsorgt haben, und uns die Lösung bereits gegeben haben. Alles
was wir tun müssen, ist sie aufzunehmen. Können wir das tun? Oder werden wir in der
materiellen Konzeption von “ich und mein” verbleiben und die Sklaven unser eigenen
Einrichtungen sein? Die praktische Lösung ist das Aufgeben unserer Illusionen und das
Leben gemäß der Realität der authentischen, nicht-sektiererischen spirituellen Prinzipien
der vedischen Weisheit.
Das vedische Paradigma bietet uns eine wissenschaftliche Methode um unsere
Wahrnehmung neu auszurichten, gibt uns den Aussichtspunkt den wir brauchen um die
Probleme der Welt zu verstehen, als auch ihre Lösung. Es ist die neue Ebene des
Denkens, von der Einstein uns sagt, dass wir sie brauchen um diese schwierigen
Probleme zu lösen. Man mag sich fragen, dass wenn das vedische Wissen uralt ist, wie
kann es dann als eine „neue“ Denkweise gesehen werden? Die Tatsache ist, dass
unbelastet durch diese drei grundlegenden Erscheinungsweisen der materiellen Natur,
das vedische Wissen es uns erlaubt, „außerhalb“ der Box der modernen Denkweise zu
sehen, was wir in unserer Analyse der Wirtschaftsweisen gemäß der gunas demonstriert
AMDG IHS
AMDG IHS
haben. Das vedische Denken bietet uns eine gesamte Kultur, die dafür organisiert ist,
dass das menschliche Leben für spirituelle Befreiung gedacht ist. Diese Kultur beinhaltet
die Wege und Mittel um in dieser Welt zu leben, die in Harmonie mit dem Design der
Schöpfung sind, und demonstriert wie das wirtschaftliche Problem und alle anderen
Probleme leicht zu lösen ist. Das vedische Paradigma, wie von Srila Praphupada erklärt
und verkündet ist daher keine schlichte „religiöse“ Lösung, sondern eine vollständige
kulturelle Lösung. Es reicht weit über das hinaus was traditionelle Religionen zu
erklären oder erreichen beginnen können. Es ist Terrys „neue wirtschaftliche Rationale,
oder moralisches Argument“, es ist Jhallys „neue Vision der Gesellschaft“, es ist Thomas
Maxwells „spirituelles Erwachen das ein tiefgreifendes Verständnis der Verwaltung der
Erde begünstigt“, es ist Havels „neues Modell der Koexistenz und Transzendenz“,
Schumachers „metaphysische Rekonstruktion“, und Manders „fundamentaler
philosophischer und struktureller Wandel“. Es ist all dies und noch mehr. Es bietet nicht
nur die Lösung für all diese Probleme, sondern auch die Mittel durch die jeder das
persönliche Glück und die Befriedigung erlangen können nach denen sie so begehren.
Während keiner von uns diese Zivilisation individuell erschaffen hat, oder die
Probleme, der sich die Welt heute gegenübersieht, kommt es auf jeden von uns an, an der
Lösung zu arbeiten. Es muss bis jetzt offensichtlich sein, dass solche Lösungen nicht von
unseren politischen oder selbst religiösen Führern kommen, deren Denken im
materialistischen Paradigma verwurzelt ist. Dies kann nur eine Graswurzel-Bemühung
sein, in der jeder von uns die notwendigen Wandel in unserem eigenen Bewusstsein
macht und dann unsere Leben dementsprechend leben. Die Anführer der Welt sitzen
weiter auf ihren Händen und tun nichts, oder schlimmer, handeln als Vertreter der
Reichen und Mächtigen, um den Weg für ihre globalen raubtierhaften wirtschaftlichen
Praktiken zu bereiten. Werden wir ihnen einfach fröhlich in den Untergang folgen? Wir
als Individuen haben einen freien Willen und wir können unsere eigenen Entscheidungen
machen. Was jeder von uns zu tun wählt, ist die einzige Sache die einen Unterschied
macht. Auf welcher Seite des wirtschaftlichen Riegels wollt ihr stehen? Werden wir ein
Teil des Problems bleiben oder ein Teil der Lösung werden?
Der Weg aus dem Problem hinaus – alle von den Problemen – ist das Verständnis
der transzendentalen Realität unserer Existenz und dementsprechend zu handeln. Wir
leben nicht länger in einer Zeit der Unwissenheit. Wir haben, oder können ein
Verständnis haben, weil die Wahrheit uns auf eine Weise offenbart wurde die keinen
Raum für Zweifel lässt. Wir sind nicht der temporäre Körper, sondern ewige spirituelle
Wesen und es ist daher von uns verlangt als solche zu handeln. Unser Glück und
Zufriedenheit werden darin gefunden, unsere Beziehung der ewigen Liebe mit dem
Einen zu entwickeln, der uns bedingungslose, nicht endende Liebe im Gegenzug geben
wird. Auf diesem Weg, und nur auf diesem Weg, können wir gleichzeitig Seine ganze
Schöpfung lieben. Falls wir es hartnäckig unterlassen, und an veralteten Konzepten des
selbst festhalten, werden wir nur für den Genuss derjenigen benutzt, die unsere Welt
manipuliert haben um ihren eigenen engstirnigen und selbstsüchtigen Interessen zu
dienen. Falls wir in ähnlicher Weise fortfahren unseren Fokus auf unsere eigenen
engstirnigen und selbstsüchtigen Interessen zu legen, uns fälschlicherweise mit den
temporären materiellen Dingen dieser Welt identifizieren, werden wir (oder werden wir
weiter) die Sklaven unsere eigenen Einrichtungen sein. Steht auf, Sterbliche! Realisiert
eure Transzendenz und wählt das Schicksal das nicht nur euch befreien wird, sondern
alle eure Brüder und Schwestern, die in diesem Gefängnis namens materieller Welt
stagnieren. Werft die Ketten ab, die euch binden. Es gibt nichts, nichts das euch
zurückhält außer ihr selbst. Es gibt nichts materielles, und keine andere Person die euch
in der Dunkelheit der Unwissenheit halten kann wenn ihr Erleuchtung wählt. Habt keine
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AMDG IHS
Angst. Lebt wie es gedacht war, dass ihr lebt, und handelt für die höchste Errungenschaft
die das menschliche Leben zu bieten hat – eure spirituelle Befreiung – und seid
gleichzeitig authentisch glücklich in dieser Welt.
Bitte macht mit bei der ultimativen Lösung für alle Probleme des materiellen
Lebens, indem ihr immer das mahamantra singt:
Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare,
Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare
Om Shri Haraye Namah
Teil 1 fertig gestellt am 15. März 2009 (Monat des Vishnu, 522 Gaurabda Ära)
AMDG IHS
AMDG IHS
Appendix A
Wie man das Hare Krishna Mantra auf der Gebetskette singt
Das Singen auf der Gebetskette wird japa genannt. Die Meditation auf dem
Klang des Mantra wird japa Meditation genannt. Es ist die yuga-dharma, oder Methode
der Selbstrealisierung dieses Zeitalters.
Folge diesen einfachen Anweisungen:
1. Halte die Gebetskette in deiner rechten Hand.
2. Es gibt eine Kopfperle, eine Gebetsperle die größer als der Rest ist, bei der die
beiden Enden zusammengebunden sind. Ergreife die erste Perle auf der einen
Seite der Kopfperle (die, die die Größte ist) mit dem rechten Daumen und dem
Mittelfinger der rechten Hand. (Dein Zeigefinger berührt die Perlen nicht.)
3. Singe - Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare/ Hare
Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare. Das Wort Hare wird Hah-Reh
ausgesprochen, Krishna wird Krischna ausgesprochen. Und Rama reimt sich mit
dem englischen Wort Drama. Sag jede Silbe jedes Wortes so deutlich wie du
kannst. Konzentriere deine Aufmerksamkeit auf den Klang jedes Wortes des
Mantra.
4. Nachdem du das gesamte Mantra einmal gesungen hast, bewege deinen
Daumen und Finger zur nächsten Perle und singe das Mantra erneut.
5. Singe auf der nächsten Perle und dann auf der nächsten, bis du alle 108 Perlen
gesungen hast. Du hast nun die andere Seite der Kopfperle erreicht und eine
vollständige „Runde“ vollendet.
6. Sing nicht auf der Kopfperle, und beweg dich nicht über sie rüber um
fortzusetzen. Drehe stattdessen die gesamte Perlenkette in deiner Hand herum
und singe in die andere Richtung. Die letzte Perle deiner ersten Runde ist die
erste Perle für deine nächste Runde. Singe auf dieser Perle, dann der nächsten,
und dann der nächsten. Hör auf wenn du wieder die Seite der Kopfperle
erreichst. Dann hast du deine zweite Runde vollendet.
7. Versuche während des Singens deinen Geist auf den Klang der heiligen
Namen zu fokussieren. Dies ist eine Meditation. Wenn der Geist abwandert,
bringe den Fokus der Aufmerksamkeit geduldig zurück zur Klangvibration und
versuche sie dort zu halten. Mit Übung wird es leichter. Nach dem Erlangen von
Erfolg im Singen wird der Geist sich spontan zu den Namen hingezogen fühlen
und nicht abwandern. Das ist der Erfolg den du erzielen willst.
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8. Wechsel weiter die Richtungen auf diese Weise um die dritte und vierte
Runde zu singen, und mach weiter. Sing so viele Runden wie du magst, aber der
Fortschritt wird schneller sein, wenn du eine minimale Anzahl Runden als die
tägliche Meditation festsetzt. Du kannst mit zwei Runden oder nur einer
anfangen – aber singe regelmäßig, ohne zu scheitern, möglichst am frühen
Morgen. Diese Regelmäßigkeit des Singens, verbunden mit einem regelmäßigen
Studienprogramm der Gita, wird dich rasch dazu befähigen, auf dem Pfad zur
vollständigen spirituellen Perfektion fortzuschreiten.
9. Du kannst Gebetsketten selbst herstellen indem du 108 Perlen auffädelst.
Oder du kannst sie von einem Hare Krishna Tempel kaufen. Behandle deine
Gebetskette respektvoll. Lass sie nicht den Boden berühren, deine Füße, oder
jeglichen unsauberen Platz. Nimm sie nicht mit in das Badezimmer.
10. Du kannst deine Gebetsperlen in einem Perlenbeutel behalten. Diese hält
deine Perlen auf eine nette Weise während du singst, und wenn du nicht singst
kannst du die Tasche um deinen Hals hängen um deine Perlen griffbereit zu
halten. Wenn du deine Perlen wegtust, lagere sie in der Tasche an einem
sauberen Platz. (Falls du keine Perlentasche hast, kannst du deine Perlen in ein
sauberes Stück Tuch wickeln und sie in einer Schublade oder auf einem Regal
aufbewahren.)
Online Video-Erklärung und Demonstration des Singens auf Perlen können hier
gefunden werden:
• Video auf you tube:
http://www.youtube.com/watch?v=QOIEsLf5YOc&feature=related
• Online-Quellen: http://www.stephen-knapp.com/chanting_hare_krishna.htm
• http://www.harekrishna.com/col/books/YM/cbh/ch9.html
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Appendix B
Partner-fürs-Leben
Menschen Tun Talente & Ressourcen Zusammen um eine Gesunde
und Nachhaltige Zukunft zu Sichern
Die Welt und die Menschen die auf ihr leben sind in Schwierigkeiten. Jeden Tag
wachen mehr als eine Milliarde Menschen auf und wissen nicht, woher ihre nächste
Mahlzeit kommen wird. Jeden Tag verklappen die industrialisierten Nationen der Erde
mehr als 2 Millionen Tonnen Schadstoffe in Luft, Wasser und Land. Jeden Tag werden
beide dieser Statistiken schlimmer, und niemand außer Srila Praphupada kann auf die
Probleme eine Lösung geben. Und Srila Praphupadas Lösung ist wundervoll, weil sie
nicht nur die Lösung auf diese Umweltdesaster und menschliches Elend ist, sondern
gleichzeitig die Antwort auf viele weitere der Probleme der Welt ist. Die Lösung liegt im
Erhöhen des Bewusstseins und Zusammenarbeitens um eine signifikante Alternative zur
heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu errichten. Diese Alternative wird in
Gemeinschaften errichtet, die den Prinzipien von Spiritual Economics und daivavarnashrama folgen.
Die Gitagrad Gemeinschaften versuchen die Lösung für die Übel des modernen
Menschen basierend auf einer neuen Vision des Lebens zu demonstrieren. Diese Vision
wird in den altertümlichen vedischen heiligen Schriften gefunden die eine Art des
Lebens verschreiben, die in Harmonie mit den anderen Aspekten der Schöpfung ist. Sie
bietet einen Platz für jedes Lebewesen an, basierend auf der Voraussetzung dass die
materielle Schöpfung des Herrn perfekt und vollständig ist, wie von der Sri Isopanisad
vorgeschrieben. Sie führt die Menschen zu einem Gott-zentrierten Leben, welches der
gesamten Menschheit erlaubt, ihren angemessen Platz in der Schöpfung zu finden ohne
Konflikt oder Feindschaft zwischen Gott und dem Menschen, Menschen und Tieren,
oder dem Menschen und der Natur.
Partner-fürs-Leben ist eine Ansammlung von Leuten, die es sich wünschen, zu
sehen dass solche Spiritual Economics Gemeinschaften errichtet werden. Die Partnerfürs-Leben sind von jeder Couleur, aus allen sozialen und kulturellen Schichten der
Gesellschaft, die die Probleme sehen und einen Unterschied machen wollen. Sie fühlen
den Bedarf nach der Errichtung einer Alternative zu der atheistischen, nihilistischen und
materialistischen Kultur, mit einer theistischen, Hoffnungs-gefüllten und spirituellen.
Partner-fürs-Leben bietet Gelegenheiten für jeden, um gemäß ihren eigenen Verlangen
und Fähigkeiten teilzunehmen.
Die Schenk-Wirtschaft von Spiritual Economics
Einer der signifikantesten Faktoren des Lebens gemäß der Vorschriften der
Bhagavad-gita ist die Weise auf die wir unsere wirtschaftliche Aktivität ausführen. Lord
Krishna unterweist uns sehr spezifisch, unsere Arbeit im Geiste der Hingabe auszuführen
und unsere Ergebnisse anderen zu geben. Nicht verkaufen oder selbst bloßes Tauschen.
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Kostenlos geben. Dies wird als spirituelle Wirtschaft verstanden, eine Wirtschaft, die für
das Wohl aller Leute funktionieren kann. Es ist eine Wirtschaft, welche zur
Verantwortung für die Erde auffordert, eine die den Bedarf oder sogar die Erwünschtheit
der Ausbeutung anderer entfernt, eine die die Motive für Wettbewerb, Verbrechen, Gier,
Habsucht und Korruption entfernt, eine die Selbstrespekt und Freiheit begünstigt, eine
die eher verantwortliche als unverantwortliche Handlungen ermutigt, und welche
demonstriert, dass wir faktisch eher in einer Welt des Überflusses als einer Welt des
Mangels leben. Die volle Erklärung von Spiritual Economics wird in Band 2 dieser
Arbeit präsentiert.
In der Praxis nutzt Spiritual Economics kein Geld oder Kredit. Spiritual
Economics erkennt die Unterweisung des Herrn in den vedischen heiligen Schriften an,
dass alles in dieser Welt dem Herrn gehört und nichts von uns als unser eigenes
beansprucht werden kann Wir kommen in diese Welt mit nichts und wir verlassen sie
mit nichts – alles gehört dem Schöpfer, dem Herrn Höchstpersönlich. Als die Söhne und
Töchter des Herrn haben wir alle Anspruch auf unseren Teil, eine ausreichende Menge
um ein schlichtes und gesundes Leben zu erhalten. Falls wir diesen schlichten
Richtlinien folgen wird es genug für die Bedürfnisse von jeder Person geben. Wie
Gandhi es ausdrückte: Der Herr stellt genug für die Bedürfnisse aller bereit, aber nicht
genug für die Gier aller. Wir sollten nicht einmal die Resultate unserer Arbeit als unsere
eigenen betrachten. Folglich sollen die Ergebnisse unserer Arbeit anderen kostenlos
gegeben werden, und gleichermaßen akzeptieren wir was wir brauchen als Geschenke
anderer. Daher wird ein Netzwerk von Interdependenz geschaffen, in dem wir uns
gegenseitig durch unsere Energie und die Geschenke Gottes erhalten.
Die Teilnehmer in daiva-varnashrama Gemeinschaften arbeiten um diese
spirituelle Wirtschaft oder Schenk-Wirtschaft zu errichten, um zu demonstrieren, wie
durch das leben gemäß der Bestimmungen des Herrn die gesamte Menschheit friedvoll
und glücklich leben kann. Um eine solche Wirtschaft zu errichten ist es essentiell, dass
ihre Mitglieder ihre Güter des täglichen Bedarfs so direkt wie möglich vom Land und
den Kühen produzieren und ihren Status als Konsumenten aufgeben. In der Praxis der
Spiritual Economics arbeiten die Teilnehmer nicht für Geld-Einkommen – sie tun ihre
Arbeit als hingebungsvollen Dienst, und geben dem Herrn das Ergebnis mit Liebe.
Diese Lebensweise schafft einige Herausforderungen. Wie bekommen die
Teilnehmer dann viele von den Dingen die sie in dieser Welt brauchen, wo buchstäblich
alles durch Geld erlangt wird. Die Beschaffung der grundlegenden Güter würde kein
Problem sein wenn alle Menschen der Welt der Spiritual Economics oder bloß einem
Tauschsystem folgen würden, und die vielen Dingen, die gebraucht werden, um die
Geschäfte des Lebens zu bewerkstelligen könnten ohne den Austausch von Geld erlangt
werden.
Unglücklicherweise ist dies nicht der Fall, und der einzige Weg, viele der
benötigten Gegenstände zu bekommen ist der Geldkauf oder durch Spende. Nicht jeder
der die Wünschenswertigkeit und Notwendigkeit von Spiritual Economics und der
Schenk-Kultur versteht ist bereit oder fähig dazu, aus der Geldwirtschaft auszusteigen.
Die Rechnung geht ganz glatt auf weil sie beisteuern können was die Praktizierenden
von Spiritual Economics nicht produzieren werden – Geld. Andere die den Bedarf für
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das Errichten der alternativen Schenkwirtschaft verstehen, können ihrer Motivation nach
beitragen – mit ihrer Zeit und Energie, ihren Worten, und/oder ihrem Geld. Sie könnten
wünschen, zur Bhagavatgrad Gemeinschaft zu kommen um ihre Arbeit und ihren Dienst
in der Schaffung der Gemeinschaft anzubieten. Oder sie könnten praktische Geschenke
von Baumaterialien oder anderen Gegenständen machen, die gebraucht werden um die
Infrastruktur der Gemeinschaft zu errichten. Partner-fürs-Leben sind von dreierlei Art:
Unterstützende Partner, Teilnehmende Partner, und praktizierende Partner.
Die Unterstützenden Partner
Während viele Leute das Konzept einer Schenk-Wirtschaft begrüßen mögen,
mögen in Zeiten von wirtschaftlichem Wohlstand einige ungewillt sein, auf den
Gebrauch von Geld zu verzichten und den scheinbar restriktiven Lebensstil zu
akzeptieren. Doch die Betuchten, auch wenn sie nicht kommen mögen um in den
Gemeinschaften zu leben, können eine kritische Rolle in der Errichtung einer
spirituellen Wirtschaft spielen, indem sie Geldspenden zur Verfügung stellen, welche
den praktizierenden Partnern helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, ihren eigenen
Bedarf zu produzieren.
Geldspenden von unterstützenden Partnern werden von den arbeitenden Partnern
in gleicher Weise erwidert. Die arbeitenden Partner werden den unterstützenden
Partnern Gegenstände die sie produzieren schenken – Nahrungsmittel, Wollarbeiten,
Textilien und so weiter. Obwohl sie nicht für den Markt produzieren, produzieren sie,
und werden es so wie sie es können wieder bei denen gutmachen, die sie großzügig
unterstützt haben.
Die Teilnehmenden Partner
Teilnehmende Partner sind diejenigen die vielleicht nicht die Mittel haben um große
Geldspenden bereitzustellen, aber ein Verlangen haben, die Errichtung von
partnerschaftlichen Gemeinschaften zu sehen, indem sie Spenden ihrer Zeit und Energie
geben, um dabei zu helfen an den Projekten zu arbeiten und/oder sie zu fördern.
Sie mögen vielleicht für ein spirituelles Wochenend-Retreat oder Feiertag zu Besuch
kommen. Sie können einen Eindruck vom schlichten Leben bekommen während sie
ihre Zeit und Energie geben, um zu arbeiten um die Gemeinschaft zu errichten, die
Hoffnung für die Zukunft anbietet. Und sie könnten auch teilnehmen, indem sie die
Konzepte von Spiritual Economics und Gitagrad anderen als einen Strahl der Hoffnung
in einer andererseits trostlosen zukünftigen Landschaft vorstellen.
Die Praktizierenden Partner
Es gibt viele auf der Welt, die stark danach begehren, dabei zu helfen diese
Vision einer spirituellen Kultur zu errichten um die Gesellschaft zu führen, und du
könntest einer davon sein. Diese Leute haben vielleicht schon viele Jahre ihres Lebens
gegeben um Lösungen zu schaffen, aber wollen noch mehr tun. Und es gibt viele junge
Leute die durch den Schleier der Illusion der modernen Gesellschaft und ihrer
Verlockungen sehen, und nach einer authentischen alternativen Lebensweise suchen.
Wo immer sie auch herkommen, diejenigen die gewillt sind, ihre Lebensenergie
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für die Errichtung von Spiritual Economics Gemeinschaften zu geben sind die
praktizierenden Partner. Diese Leute machen eine Widmung, um ein Leben zu leben in
dem sie demonstrieren, dass durch schlichtes Leben und dem Verlassen auf das Land
und die Kühe, die Ansprüche des Lebens minimiert werden und Zeit für spirituelle
Praktiken und Unterfangen bereitstellen. Darum zeigen sie durch ihr praktisches Beispiel
anderen wie man ein glückliches Leben des hingegeben Dienstes lebt.
Was auch immer deine Situation ist, wir laden dich ein mitzumachen. Verteile
dieses Buch in elektronischer oder Papierform an andere. Besuche unsere Website und
lade unsere vielen Lektionen herunter und höre sie dir an um dein Verständnis zu
vertiefen. Teile sie mit anderen. Bestärke andere, im Partner-fürs-Leben teilzunehmen.
Eine kulturelle Alternative zu schaffen ist eine immense Aufgabe und sie
erfordert die Fähigkeiten, Talente und Hilfe von vielen vielen Leuten. Wir laden dich
ein, einer von ihnen zu sein, und wir hoffen, dass du bald unsere Gitagrad Gemeinschaft
besuchen wirst um aus erster Hand die Praxis von Spiritual Economics und daivavarnashrama in Aktion zu sehen.
Unten wirst
dabei zu helfen die
ändere dein Leben
Hoffnung auf eine
Wegen:
du ein Formular finden um ein Partner-fürs-Leben zu werden, und
Spiritual Economics Kultur zu errichten. Bitte mache den Schritt –
mit Krishna Bewusstsein, und ändere die Welt zu einer mit der
bessere Zukunft für alle. Mach deine Zusage auf eine von zwei
1. Auf unseren Paypal Account online auf www.gitagrad.com, oder
2. Kontaktiere uns per email um die Arrangements für die Banküberweisung zu
.
machen: spiritual [email protected]
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Appendix C
Weitere Informationen über die Natur des Geldes
Die in diesen Büchern präsentierten Informationen haben nichts mit
Verschwörungstheorien zu tun. Diese Informationen sind gut dokumentiert und die
ernsthaften Schüler können die Primärquellen finden falls sie es wünschen.
Besonders Empfohlene Kurze Einführungen
Online:
• “Billions for the Bankers, Debts for the People” von Sheldon Emry (vollständig online
verfügbar. Finde es mit einer beliebigen Suchmaschine.)
• “The Federal Reserve Conspiracy” von Antony C. Sutton
• “Secrets of the Federal Reserve,” von Eustace Mullins. Das gesamte Buch ist
kostenlos online verfügbar.
Videos:
• “The Money Masters” von Bill Still. Dieses Video ist sowohl ein faszinierender als
auch unterhaltsamer Weg um mit den Angelegenheiten um das Geldsystem vertraut zu
werden. Dieses 3 ½ Stunden Video dokumentiert die historischen Tatsachen in Bezug
auf die Schaffung des Papiergeldsystems, der Zentralbanken und ihrer Aufseher. Es
verbindet viele historische Events, insbesondere Kriege, wirtschaftlichen Umbruch und
Depressionen zu Bemühungen der Banker um Zentralbanken zu etablieren und den
Reichtum der Welt zu kontrollieren. Es kann online bestellt werden auf:
www.themoneymasters.com
• “Money As Debt” von Paul Grignon. Dieser exzellente, unterhaltsame und angeregte
Film von Grafiker und Videofilmer Paul Grignon erklärt – bis ins Detail – das heutige
magisch-perverse Schuldgeldsystem. Diese 47-minütige Videopräsentation ist die
perfekte Begleitung zu The Money Masters da in die spezifische Funktionsweise der
privaten Geldschöpfung eintaucht. Man schaut es am besten nach dem „The Money
Masters“ Video, welches das ganze Thema der modernen Geldmanipulation und seine
Geschichte vorstellt. Es kann online bestellt werden auf: www.themoneymasters.com
Detaillierte Erklärungen
Bücher:
• Edward Griffin, “The Creature from Jekyll Island”
• J.W. Smith, Ph.D., hat mehrere gute Bücher online kostenlos verfügbar unter
www.ied.com
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• Carroll Quigley, “Tragedy and Hope: A History of the World in Our Time”. Quigley
ist ein renommierter, später Georgetown-Makrohistorischer Mentor des früheren
Präsidenten Bill Clinton
• James Ewalt, “Money”
Artikel, Reden und Interviews
Catherine Austin Fitts
Catherine Fitts war Assistant Secretary of Housing in der Bush I Regierung und ein
Vorstandsmitglied der Investmentbank Dillon & Reed. Sie war ein Insider, die
menschlich ist, ein Herz und ein Gewissen hat und sich um gewöhnliche Menschen
sorgt. Aus diesen und vielen anderen Gründen solltet ihr alles auf ihrer Website lesen um
wirklich zu verstehen was vor sich geht. Lest inbesondere ihr “How Money Works”,
“Econ 101”, und “Sub-Prime Mortgage Woes Are No Accident.” Findet ihre Website
unter: http://solari.com
Joan Veon:
Joan Veon ist eine Geschäftsfrau und international unabhängige Journalistin, die über die
globale monetäre Aktivität berichtet hat. Sie hat von 64 globalen Treffen überall auf der
Welt berichtet in den letzten 15 Jahren. Veon hat exzellente Informationen hinsichtlich
der globalen Wirtschaft und ihr Werk wird hochgradig empfohlen. Sie ist die Managerin
des The Women’s International Media Group, Inc. Ihr könnt ihre Artikel unter
www.womensgroup.org lesen.
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Glossar der Sanskrit Wörter
Aham mameti—die falsche Auffassung von “Es gehört mir”
Ahankara—die falsche Identifizierung einer selbst mit irgendetwas Materiellem; falsches
Ego.
Arjuna—Einer der Pandavas, der Freund von Lord Krishna und der Protagonist der
Bhagavad-gita; eine zentrale Figur in der epischen Geschichte der Mahabarata.
Artha—wirtschaftliche Entwicklung und/oder ihre Ergebnisse
Asuras—die dämonische Sorte Menschen welche nicht den vedischen Prinzipien folgen;
Atheisten; jemand der der Alleinherrschaft der höchsten Persönlichkeit Gottes
entgegensteht.
Atma—das Lebewesen, oder die spirituelle Seele.
Atyahara—zu viel von etwas ansammeln, inklusive zu viel essen.
Bhagavad-gita—die grundlegende Abhandlung der spirituellen Wissenschaft, oder der
elementare Text der vedischen Literatur, der Gott, das Lebewesen, die Zeit, Karma
und die materielle Erscheinungsweise erklärt.
Bhaktisiddhanta Saraswati—der spirituelle Meister von A. C. Bhaktivedanta Swami
[1874-1937]; ein kraftvoller und rückhaltloser Prediger, der die Gaudiya Math,
eine große spirituelle Institution errichtet hat, um die Botschaft von Sri Chaitanya
Mahaprabhu zu predigen. Er errichtete die Prinzipien des yukta-vairagya, dem
innovationen Gebrauch der materiellen Ausstattung um die Mission zu
unterstützen, entgegen der Missbilligung der Traditionalisten, die sie als unpassend
für einen spirituellen Entsagten befanden.
Bhaktivinoda Thakura—Vater von Bhaktisiddhanta Saraswati [1838-1915]. Er brachte
die Mission von Lord Chaitanya in die moderne Zeit. Er war ein erfolgreicher
Poet, Liederkomponist und Schreiber, der Dutzende Bücher verfasste, die von
Gaudiya Vaishnavas verehrt werden.
Bhakti-yoga—das Yoga der liebenden Hingabe an Lord Krishna, wie von den Gaudiya
Vaishnavas gelehrt; die Methoden des Lernens und Entwickelns der Liebe für den
Herrn.
Bharatvarsa—vor langer Zeit war dies der Name des Planeten Erde. Vor dem Beginn der
westlichen Kulturen bezog er sich auf Indien und die umliegenden Gebiete. Jetzt
bezieht er sich nur auf Indien.
Bhumi—die personifizierte Erde. Die Persönlichkeit die die Erde ist.
Brahma, Lord—einee der drei vorherrschenden Gottheiten der materiellen Welt,
herrschend über die Eigenschaft der Leidenschaft; Brahma ist der sekundäre
Schöpfer der materiellen Welt; er erschafft, nachdem die totale Summe der Zutaten
vom höchsten Herrn bereitgestellt wurden.
Brahmana(s)—die Anführer der Gesellschaft; die menschliche Gesellschat ist in vier
Sektionen unterteilt, von denen eine die Brahmanas sind, die in der
Erscheinungsweise der Tugend situiert sind, und über den Erscheinungsweisen der
Leidenschaft und Unwissenheit. Die natürlichen Eigenschaften der Brahmanas
sind Friedfertigkeit, Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit, Reinheit, Toleranz,
Ehrlichkeit, Wissen, Weisheit und Religiösität. Aufgrund dieser Qualitäten sind sie
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fähig, die anderen Sektionen der Gesellschaft angemessen zu führen und zu leiten.
Chaitanya Charitamrita—der Titel der authorisierten Biographie des Herrn Chaitanya
Mahaprabhu, geschrieben im späten 16. Jahrhundert und von Srila Krishnadasa
Kaviraja Gosvami zusammengestellt, präsentiert es die Lieblingsbeschäftigungen
und Lehren des Herrn.
Chaitanya Mahaprabhu—Die Inkarnation von Krishna die in Bengalen erschien um die
yuga-dharma zu lehren, oder die Religion des Zeitalters, das gemeinschaftliche
Singen von Hare Krishna, Hare Krishna,Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama,
Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare. Er ist die freigiebigste Inkarnation, weil er
reichlich gibt was niemand sonst jemals gegeben hat – reine Liebe Gottes.
Daiva-varnashrama—transzendentaler varnashrama in dem alle Mitglieder in reinem
hingebungsvollem Dienst handeln und alles für die Befriedigung des höchsten
Herrn Sri Krishna tun. Daiva-varnashrama steht über den gunas und über den
Prinzipien des varnashrama dharma, aber die Teilnehmer folgen weiter den
Prinzipien des varnashrama dharma, des Führens anderer auf den rechten Pfad
zuliebe (Bg. 3.25-26)
Dharma—die essentielle Eigenschaft oder Erscheinungsweise von allem, aber
insbesondere des Lebewesens, auch sva-dharma genannt. Der Sanskritbegriff
dharma wird verschiedenartig mit Pflicht, Tugend, Sittlichkeit, Rechtschaffenheit
oder Religion übersetzt.
Erscheinungsweisen der (materiellen) Natur—siehe Guna(s)
Gaudiya Vaishnava—jeder Vaisnava, der die reine Lehre von Lord Caitanya befolgt;
Der Name Gaudiya bezieht sich auf die Regionen Bengalen und Bangladesch. Ein
Vaisnava ist ein ist ein Anhänger von Visnu oder Krishna. Darum ist ein Gaudiya
Vaisnava ein Praktizierender der Form von Vishnuismus der mit Bengelaen
assoziiert wird, wie von Caitanya Mahaprabhu vor ungefähr 500 Jahren begonnen.
Siehe Caitanya Mahaprabhu, Krishna, Vaishnava, Visnu.
Guna(s)—die Eigenschaften der materiellen Erscheinungsweise, Tugend, Leidenschaft
und Unwissenhei, oder sattva-guna, rajo-guna und tamo-guna.
Harinam sankirtan—das gemeinschaftliche Singen der heiligen Namen des Herrn, wie
im Mahamantra Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare
Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.
Jiva—die Atma, oder spirituelle Seele.
Kali-yuga, [das Zeitalter von Kali]—das Zeitalter der Entzweiung und der
Scheinheiligkeit – das letzte und verkommenste Zeitalter im Fortlauf der Zeitalter:
Satya, Treta, Dvapara und Kali. Es ist das derzeitige Zeitalter in dem wir leben.
Während des Fortlaufes der Zeitalter werden die guten Eigenschaften der
menschlichen Gesellschaft reduziert durch die Tendenz der Leute, sich in
sündhaften Aktivitäten zu betätigen. Kurze Leben, schwache Erinnerungen,
Unglück und tiefgreifende Störungen sind die Eigenschaften von Kali.
Kama—Lust
Karma—hier so benutzt: materielle Reaktion die insbesondere dadurch entsteht, dass wir
die Früchte unserer Handlungen wollen, und uns selbst als den Handelnden
betrachten. Das Wort selbst kann auf vier Arten verstanden werden: 1. materielle
Handlung die gemäß Vorschrift der heiligen Schiften ausgeführt wird; 2. Handlung
die sich auf die Entwicklung des materiellen Körpers bezieht; 3. jede materielle
Handlung, die eine folgende Reaktion bewirkt; 4. die materielle Reaktion, die man
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aufgrund von fruchttragenden Aktivitäten bewirkt; das Gesetz des Karma erzwingt
eine Reaktion auf unsere Aktivitäten. Zum Beispiel, falls wir gutes für andere tun,
werden wir mit Schönheit, Reichtum, Bildung und so weiter gesegnet. Auf der
anderen Seite, falls wir anderen Lebewesen Schmerzen und Leid zufügen, müssen
wir im Gegenzug Schmerz und Leid ertragen; Eines der fünf tattvas, oder vedische
ontologische Wahrheiten.
Karma-yoga—Aktivität, oder Karma, wird zu Karma-Yoga wenn wir unsere Begehren
und Handlungen so aufeinander abstimmen, dass sie dem Herrn gefallen, oder um
den Zielen des Herrn zu dienen. Die gleiche Arbeit, falls sie selbstlos, nur für den
Genuss des Herrn ausgeführt wird ist Bhakti-Yoga, oder reiner hingebungsvoller
Dienst.
Krishna—die höchste Persönlichkeit Gottes; Die Persönlichkeit, die Gott ist, wie von
den westlichen religiösen Traditionen verstanden.
Ksatriya(s)—die herrschende Klasse des varnashrama Sozialsystems, welches die
menschliche Gesellschaft in vier Sektionen unterteilt. Ksatriyas machen Gebrauch
von militärischer Stärke für den Zweck des Schutzes der Prinzipien der vedischen
Kultur, der Brahmanas, den Kühen, den Alten und Schwachen. Ihre Rolle ist es,
die soziale Ordnung aufrecht zu erhalten indem sie darüber wachen, dass jeder
angemessen beschäftigt ist. Diese Männer sind hauptsächlich von der
Erscheinungsweise der Leidenschaft beeinflusst.
Mahabharata—Die epische Erzählung der Geschichte des altertümlichen Indiens. Es
erzählt vom Kampf zwischen den Kräften des Guten und Bösen, personifiziert von
den Pandavas und Kurus respektive.
Maha-mantra—der große Erlösungs-Gesang, der Gesang, der die universelle Religion
für dieses Zeitalter von Kali ist: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna,
Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.
Mahaprasadam—die Überreste des Essens, die direkt dem Herrn geopfert werden gemäß
der Tradition des Vishnuismus.
Maya—die illusionäre Energie des Herrn, welche die Atma bedeckt und sie dazu bringt,
ihre spirituelle Identität zu vergessen und sich mit ihrem Körper und Besitz zu
identifizieren.
Moksha—Befreiung ins Brahman oder nach Vaikuntha. Traditionellerweise lenkt die
vedische Kultur die menschliche Gesellschaft durch vier Stufen der Entwicklung:
dharma
(Religiösität),
artha
(wirtschaftliche
Entwicklung),
kama
(Sinnenbefridigung) und moksha (Befreiung der Seele von Geburt und Tod).
Dieser Prozess erlaubte materiell abhängigen Menschen, ihre Sinne zu befriedigen,
und letztlich, im letzten Abschnitt des Lebens aller materiellen Dinge zu entsagen
um endgültige Befreiung zu erlangen. Dieser Prozess wurde hinfällig gemacht
durch die Gnade von Sri Chaitanya Mahaprabhu, der freizügig Gottes-Liebe durch
sankirtan yajna gibt, dem gemeinschaftlichen Singen der heiligen Namen des
Herrn.
Paramatma—die Manifestation des Herrn im Herzen jedes Lebewesens. Als die
Superseele leitet sie das Lebewesen um seine vorherigen Verlangen zu erfüllen,
oder einen bona fide spirituellen Meister zu finden, wenn sein Verlangen hiernach
entsteht. Als die Superseele ist Er der Zeuge aller Aktivitäten des Lebewesens.
Paramesvara—Krishna in Seiner Eigenschaft als der höchste Herrscher.
Paratha Sarathi—ein anderer Name für Sri Krishna, dem Sprecher der Bhagavad-gita.
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Dieser Name wird Ihm gegeben weil er der Wagenlenker von Paratha (Arjuna) ist.
Prabhupada—der
Gründer-acharya
der
internationalen
Gesellschaft
für
Krishnabewusstsein (ISKCON, aka Hare Krishna Bewegung). Den
Unterweisungen seines Gurus folgend, die Philosophie von Sri Chaitanya
Mahaprabhuseines in der englischen Sprache zu predigen, begann er ISKCON und
entwickelte es in eine weltweise Organisation die darauf abzielt die Botschaft des
Krishnabewusstseins zu überbringen.
Praja—Angehörige
Prasadam—buchstäblich: Gnade; bezieht sich im Allgemeinen auf das was dem Herrn
als Opfer dargebracht wurde und anschließend von uns zum Gebrauch akzeptiert
wird.
Raja-guna (rajas)—die materielle Eigenschaft der Leidenschaft, der Einfluss, der die
Lebewesen zu fruchtbringender Tätigkeit bringt.
Raksasa—eine der vielen menschlichen Spezies, sie besitzen überlegene Intelligenz und
freien Willen, aber lehnen die Existenz Gottes ab und machen sie schlecht. Sie
werden als dämonisch betrachtet.
Saktyavesh avatar—eine Inkarnation des Herrn die für eine spezifische Funktion
bevollmächtigt ist. Vyasadeva, zum Beispiel, war ermächtigt, das vedische Wissen
in Schrift zu gießen.
Samsara—die Kette von wiederholter Geburt und Tod, manchmal als Rad des Karma
bezeichnet, weil, genau wie sich ein Rad dreht, die gleiche Stelle wiederholt zur
Oberfläche kommt. In ähnlicher Weise kann sich eine Person in einer günstigen
Situation in dieser Welt aufgrund des Einflusses von Aktivitäten in einer weniger
angenehmen oder nicht wünschenswerten Position in späteren Geburten
wiederfinden, aber sich wieder später in einer vorteilhaften oder wünschenswerten
Position wiederfinden, oder vice versa.
Samskaras—reinigende Rituale. Es gibt acht samskaras die im Laufe seines Lebens für
ein Individuum ausgeführt werden können. Dieses Wort bezieht sich auch auf
„Seelengedächtnis“, wo ein Individuum sich undeutlich an die Bedingungen seiner
letzten Geburt erinnern kann, oder von ihnen beeinflusst ist.
Sattva-guna (sattva)—die materielle Eigenschaft der Tugend welche reinigend und
anhebend ist.
Satya-yuga—das erste der vier Zeitalter, aka das Goldene Zeitalter. Während dieses
Zeitalters gibt es keinen Einfluss der Unwissenheit oder tamas, alle Menschen sind
religiös und es gibt eine ununterbrochene Herrschaft des Friedens auf der Erde.
Shastra—Heilige Schrift oder Schriften. Bezieht sich insbesondere auf die vedischen
heiligen Schriften.
Shiva, Lord—eine der vorherrschenden Gottheiten der materiellen Welt. Shiva ist die
Herrscherin der Erscheinungsweise der Unwissenheit, oder tamo-guna.
Shrimatis—jene spirituell fortgeschrittenen Persönlichkeiten die der Herr damit gesegnet
hat, die Inhaber Seines Reichtums zu sein.
Shrutis—die spirituell fortgeschrittene Persönlichkeiten die vollständig in den vedischen
Schriften bewandert sind und kompetent sind, die Gesellschaft dadurch zu leiten.
Srimad Bhagavatam—buchstäblich die schöne Geschichte der Persönlichkeit Gottes. Es
ist Vyasadevas Kommentar zu seinem früheren Werk, den Veden, und wird als die
Essenz der vedischen Literatur betrachtet.
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Suddha-sattva—reine Tugend, ohne jegliche Färbung durch die Eigenschaften der
Leidenschaft oder Unwissenheit. Der suddha-sattva Zustand wird nur in
Transzendenz gefunden.
Sudra(s)—einer der vier varnas. Die sudras sind die Mitglieder der Gesellschaft, die
etwas unternehmen und die Arbeit erledigen.
Superseele—siehe Paramatma
Höchste Persönlichkeit Gottes—Krishna als die höchste Persönlichkeit aller
Manifestationen Gottes in Seinen verschiedenen Inkarnationen. Die höchste
Persönlichkeit Gottes ist die originale Manifestation des Herrn und die Quelle aller
anderen Manifestationen und Inkarnationen.
Tamo-guna (tamas), (oder die Erscheinungsweise der Unwissenheit)—die dritte
Eigenschaft der materiellen Energie, Unwissenheit. Zerstörung, Ignoranz,
Verschwendung, Irrsinn und Illusion sind die Eigenschaften von tamo-guna.
Vaikuntha—das spirituelle Reich, in dem es keinen Einfluss von Zeit, noch von Geburt,
noch von Geburt, Tod, Krankheit oder Alter gibt. In diesem transzendentalen
Reich halten sich die perfektionierten spirituellen Wesen in ewiger liebender
Gemeinschaft mit dem Herrn auf.
Vaishnava—ein Verehrer von Vishnu, oder Krishna.
Vaisya(s)—einer der vier varnas, oder sozialen Ordnungen der vedischen Kultur und des
varnashrama dharma. Vaisyas sind diejenigen Leute, die in der Lage sind,
wertvolle und nützliche Gegenstände aus den natürlichen Ressourcen der Erde
herzustellen.
Varnashrama dharma—das soziale Arrangement, das vom Herrn für die progressive
spirituelle Entwicklung der Gesellschaft geschaffen wurde, organisiert in vier
soziale Klassen (varnas) und vier spirituellen Klassen (ashramas). Gemäß den
Veden wird die Gesellschaft nicht als menschlich betrachtet, außer wenn die
kulturellen und spirituellen Prinzipien des varnashrama befolgt werden.
Vedas—die Lehren der Ewigen Religion. Die Veden sind ewig manifest.
Vishnu, Lord—die höchste Persönlichkeit Gottes. Gott wie in den Jüdisch-Christlichen
Traditionen verstanden.
Vyasadeva—die literarische Inkarnation des Herrn. Ein Saktyavesh Avatar der am
Anfang des Zeitalters Kali lebte. Er war besonders bevollmächtigt, vedisches
Wissen in der Schrift zu erfassen. Er teilte die originale Veda in vier Abschnitte—
Rig, Yajur, Atarva, und Sama; später schrieb er seinen eigenen Kommentar für die
enorme Arbeit als die Srimad Bhagavatam. Er schrieb auch die Mahabharata.
Yaksa—eine der vielen menschlichen Spezies, sie besitzen überlegene Intelligenz und
freien Willen, aber lehnen die Existenz Gottes ab und machen sie schlecht. Sie
werden als dämonisch betrachtet.
Yoga—ein Prozess durch den man sich mit Gott verbindet und eine Beziehung zu Ihm
herstellt; buchstäblich, Vereinigung.
Yuga—eine große Epoche oder ein Zyklus der Zeit. Das materielle Universum geht
durch vier yugas oder große Zeitalter: Satya, Treta, Dvarpara and Kali. Das
derzeitige Zeitalter Kali dauert 432000 Jahre an von denen 5000 bereits vergangen
sind.
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Anmerkungen
Vorwort
1
E. F. Schumacher, Small is Beautiful, Harper Perennial, NY, 1989, S. 79-80.
Einleitung
1
Times Online, 19. August 2008, Credit crunch may take out large US bank warns
former IMF chief. Referenz auf Prof. Kenneth Rogoffs Aussage: “Wir werden nicht
nur mittelgroße Banken untergehen sehen in den nächsten Monaten, wir werden einen
Whopper sehen, wir werden eine große sehen – eine der großen Investmentbanken
oder großen Banken.”
2
17. Sept. 2008, Nachrichtenagentur Reuters
3
Mike Shedlock, Credit Crisis Out of Control- US Government Admission “No One
Knows What to Do”, MarketOracle.co.uk, 18. Sept. 2008
4
Kevin DeMeritt, “$1.14 Quadrillion in Derivatives – What Goes Up . . . ,”
GoldEagle.com, 16. Juni 2008. Das totale BNP ist nur 60 Billionen $. Derivate sind
Wetten, und durch Hebeln ihrer Wetten haben die Spieler die ausstehenden
Verbindlichkeiten stark gesteigert.
Kapitel Eins Verstehen des Wirtschaftsmenschen
1
Francis Edgeworth, Mathematical Psychics
2
Genau. Edgeworths unbegründete Bemühungen menschliches wirtschaftliches
Verhalten zu vereinfachen und mathematisch zu quantifizieren führte später zu
schwierigen Problemen nachdem die Wirtschaftswissenschaft Gestalt gewann und das
zentrale Organisationsprinzip von industriellen Gesellschaften wurde.
3
Henry George, Progress and Poverty, Kapitel 26.
4
Amerikaner mögen es, ihre Lebensphilosophie mit Aufklebern auf ihren Autos
darzustellen, mit einem beinahe endlosen Strom von Witz und Weisheit (und leider
auch Vulgarität), damit es alle sehen können. Einige meiner Favoriten sind „Kill Your
Television“, „Beam me up Scotty, I’m on the wrong planet” und “Eschew
Obfuscation”.
5
Amartya Sen, On Ethics and Economics, S. 11, Basil Blackwell, New York 1987
6
Ibid., S. 12
7
Robert H. Nelson, Reaching for Heaven on Earth—The Theological Meaning of
Economics, Rowman & Littlefield, Maryland, 1991, S. 6
8
Bhagavad-gita Wie Sie Ist, 18.22 Bedeutung
9
Das Verständnis gemäß der gunas wird in den Texten 18.30-32 der Bhagavad-gita
beschrieben.
10
www.ndtv.com/convergence/ndtv/story.aspx?id=NEWEN20080041386
11
Fritjof Capra, The Web of Life: A New Synthesis of Mind and Matter, HarperCollins,
1996
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Kapitel Zwei Lust, Neid & Gier
Aus Essays in Persuasion, S. 371-72, Norton Pub., New York, 1963. Keynes realisierte
jedoch, dass er seine Energien falsch eingesetzt hatte; er gab später zu: “Ich arbeite für
eine Regierung, die ich verachte, für Ziele die ich als kriminell betrachte.“ Er hatte
scheinbar nicht die Charakterstärke, seine Rolle in diesen kriminellen Aktivitäten
aufzugeben.
1
Unterhaltung 22. Juni, 1976, New Vrindavana
2
Bedeutung Srimad Bhagavatam 2.9.1
3
Eine vierte mögliche Stimme ist der Herr im Herzen, oder die Superseele. Das Thema
Superseele wird in diesem Werk nicht ausführlich behandelt und der Leser wird auf die
Bhagavad-gita und Srimad Bhagavatam verwiesen.
4
Indem wir lernen, dass wir die Seele, oder Atma sind, und durch die Intelligenz
determiniert werden, im Interesse der Seele zu handeln, verpflichtet man sich, den
Unterweisungen eines spirituellen Meisters zu folgen. Es ist die Intelligenz, die
jemanden darauf hinweist, den Unterweisungen des Guru für die Kontrolle der Sinne
zu folgen, während das Diktat des Geistes Sinnenbefriedigung erwünscht. Falls sich
jemand entscheidet, den Unterweisungen des spirituellen Meisters statt denen des
Geistes zu folgen, dann kann man den Geist unter die Kontrolle der Intelligenz
bringen. Die Unterweisungen des spirituellen Meisters sind das grundlegende
Fundament um zu lernen, zwischen dem Geist und der Intelligenz zu unterscheiden. Im
Falle von sadhana (spirituelle Praktiken) des Bhakti, gibt japa Meditation reguläre
Praxis darin, den ruhelosen Geist zu kontrollieren. Durch diese Praxis kann der Geist
unter Kontrolle gebracht werden, und in diesem Zustand kann der Geist der beste
Freund dabei sein, Erfolg in der spirituellen Praxis zu erlangen.
5
Die Geschichte der Avanti brahmana aus dem Srimad Bhagavatam Canto 11, Kapitel
23.
6
Mount Stuart Elphinstone, History of India, 1916 Edition.
7
Anand Parthasarathy, wie in The Hindu berichtet, 14. Juni 2002, und Juli 2002 im
wissenschaftlichen Journal Sahara.
8
Rev. Jabez T. Sunderland, India in Bondage: Her Right to Freedom, S. 61.
9
Paul Kennedy, The Rise and Fall of Great Powers
10
Alan Durning, How Much is Enough?, World Watch Institute, July 1992, S. 21-22.
11
Thorstein Veblen, The Theory of the Leisure Class: An Economic Study of Institutions,
Macmillan, New York, 1902, S. 73, 91.
12
London’s Financial Times, Februar 2001.
13
Daniel John Zizzo, Oxford University und Andrew Oswald, Warwick University, Are
People Willing to Pay to Reduce Others’ Incomes? Januar 2000.
14
Boesky, verurteilt für Insider-Handel, erhandelte sich seinen Weg zu einer eher
leichten Strafe von 3,5 Jahren im „Club Fed“, einem minimale-Sicherheit-Gefängnis.
Er wurde nach nur zwei abgeleisteten Jahren freigelassen, und wurde mit einem
Bußgeld in Höhe von 100 Millionen $ belegt, deutlich weniger als die Hälfte des
Geldes, das er durch seine illegale Aktivitäten gemacht hatte. Guter Verdienst für zwei
Jahre der Entspannungsstrafe nach all der harten Arbeit. Milliken, der
„Schrottanleihen-König“, wurde 1989 in 98 Fällen von organisierter Kriminalität und
Betrug zu einer zehn-Jahres Strafe verurteilt, von denen nur zweiundzwanzig Monate
notwendig waren. Nach seiner Freilassung hatte er immer noch ein Reinvermögen von
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über 1 Milliarde $, obwohl er insgesamt 900 Millionen $ an Bußgeldern und
Vergleichen gezahlt hatte. Die Botschaft all dessen an die Öffentlichkeit: Falls du
betrügen wirst, tu es auf die GROßE Tour. Verbrechen und Gier zahlen sich sehr aus.
15
Angus Campbell, The Sense of Well-being in America: Recent Patterns and Trends
(New York: McGraw-Hill, 1981), zitiert in Alan Durning’s, How Much Is Enough?, S.
39; siehe auch Paul Wachtel, The Poverty of Affluence, Philadelphia: New Society
Publishers, 1989.
16
Inside Job, von Steven Pizzo, Mary Fricker, und Paul Muolo.
17
Eine Studie von Petroleum-Industrie-Analyst Tim Hamilton zeigte, zum Beispiel, dass
vom 17. Januar bis zum 18. April 2005 die Benzinpreise um 65 Cents pro Gallone
stiegen, während die Profite der Raffineriegesellschaften gleichzeitig um 61 Cents pro
Gallone stiegen. Aus einer Studie die von der Stiftung der Steuerzahler und
Verbraucherrechte herausgegeben wurde am 1. September 2005.
18
Die originale Aussage wurde in einem Telefongespräch zwischen David Freeman
(Vositzender der California Power Authority) und Kenneth Lay (CEO von Enron)
2000 gemacht, gemäß der von Freeman gemachten Aussagen vor dem Unterausschuss
des Sentas für Verbraucherangelegenheiten, Außenhandel und Tourismus im April und
Mai 2002.
19
Congestion
Manipulation
“DeathStar”,
McCullough
Research.
Seewww.mresearch.com/pdfs/19.pdf (5. Juni 2002).
20
Brief von David Fabian an Senator Boxer, 13. Februar 2002, S.1, zitiert in in
Congestion Manipulation “DeathStar”, McCullough Research (5. Juni 2002) auf S. 4.
21
In einem Interview mit der The Los Angeles Times, herausgegeben am 16. Mai 2001.
22
Houston Firm Indicted For Role In Energy Crisis: Reliant Energy Accused of Forcing
Up Electricity Prices, von Bob Egelko und Mark Martin; The San Francisco Chronicle,
9. April 2004.
23
www.frec.gov/industries/electric/indus-act/wec/enron/summary-findings.pdf/
Kapitel Drei Die Wirtschaftsweise der Tugend
1
Mahabharata, Adi Parva, Kapitel 25, Übersetzung von Hridayananda Goswami, von
http://www.philosophy.ru/library/asiatica/indica/itihasa/mahabharata/eng/01_adi.html
2
Coblentz, Stanton, Avarice , Public Affairs Press, Washington D.C. 1965, S. 5-9.
3
Margaret Mead, Coming of Age in Samoa, New York, 1928.
4
Evan-Prichard, Edward, The Nuer, A Description of the Modes of Livelihood and
Political Institutions of a Nilotic People, Oxford, 1940. Zitiert in Avarice
5
Sahlins, Marshall, Stone Age Economics, Aldine-Atherton, Inc., Chicago 1972.
6
W. H. R. Rivers, Social Organization, New York, 1924.
7
Ruth Benedict, Patterns of Culture , Boston, 1934. Zitiert in Avarice.
8
Robert H. Lowie, Primitive Society, New York, 1947. Zitiert in Avarice.
9
Koblentz, Stanton, ibid., S. 10-11.
10
Bengalen ist nun politisch unterteilt in Westbengalen, einen Bundesstaat von Indien,
und Bangladesch, Ost Bengalen, eine eigenständige Nation. Die Kultur der Gaudiya
Vaishnavas in Bangladesch und West Bengalen sind praktisch identisch. Aber während
Gaudiya Vishnuismus die vorherrschende Kultur der Bangladesch-Hindus ist, ist in
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West Bengalen die gleiche Kultur bedeutend, aber nicht vorherrschend.
Bhakti Vikasa Swami, Glimpses of Traditional Indian Life , Bhakti Vikasa Books,
Jahangirpura, Gujarat, India, 2004, S. 23-25.
12
Während der Markt an und für sich auf eine sattvische Art funktionierten mag, ist er in
der heutigen Welt mit rajo- und tamo – guna, weil sein Hauptzweck die Vermehrung
von Reichtum ist. Ich sollte hinzufügen, dass es viele Ebenen gibt, auf denen der Markt
funktioniert, vom individuellen Ladenbesitzer bis hin zu internationalen Geschäften,
was jetzt solche Organisationen wie WHO und IWF beinhaltet. Wenn ich sage, dass
der Markt zunehmend von tamo – guna beeinflusst wird, meine ich das vorwiegend in
Beziehung zu globalen Geschäften. Die Unterschiede sollten offensichtlicher werden,
sowie der Leser durch die folgenden Kapitel fortschreitet.
13
Karl Polanyi, The Great Transformation, Beacon Press, 2001, Kapitel 4.
14
Helena Norberg-Hodge, The Pressure to Modernize and Globalize, from Case Against
the Global Economy, S. 41.
15
Ibid.
11
Kapitel Vier Die Wirtschaftsweise der Leidenschaft
1
Max Weber, Essays in Sociology, XII The Protestant Sects and the Spirit of Capitalism,
1906
2
Weber, ibid., S. 211.
3
R.H. Tawney, Religion and the Rise of Capitalism, Peter Smith Publisher, Januar 1950.
4
R. H. Tawney, ibid. S. 195.
5
Max Weber, Essays In Sociology, XII, The Protestant Sects and the Spirit of
Capitalism, S. 206.
6
Max Weber, ibid., S. 206.
7
Max Weber, ibid., S. 206.
8
Max Weber, ibid., S. 211.
9
Die Rechte der einfachen Leute in England wurden in den “Halsbury’s Laws”
festgesetzt.
10
Peter (Pyotr) Alexeyevich Kropotkin, Kapitel 7, Mutual Aid—A Factor of Evolution,
1902. Aus The Project Gutenberg, online.
11
Neeson, Commoners: Common Right, Enclosure and Social Change in England, 17001820 Cambridge University Press, Cambridge, 1996. Dieses Buch greift die Sicht an,
dass England keine Bauernschaft hatte oder sie vor der Industrialisierung
verschwunden war. Es dokumentiert die Debatte des 18. Jahrhunderts über die
Flurbereinigungsgesetze mit originalen Quellen, und zeigt, dass parlamentarische
Flurbereinigung die sozialen Beziehungen verändert hat und Gegensätze sowie ein
tiefgreifendes Gefühl des Verlustes in der allgemeinen Bevölkerung schaffte. Alle
Kommentatoren des 18. Jahrhunderts sahen einen Zusammenhang zwischen dem
Überleben, dem Niedergang des gemeinschaftlichen Rechts und der Natur der sozialen
Beziehungen in England. Beide Seiten der herausgegebenen Debatte stimmen überein,
dass die Flurbereinigung die Unabhängigkeit beenden würde, das einzige Argument
war ob der Wandel zu willkommen oder zu missbilligen sei.
12
Dr. R.E. Search, Lincoln: Money Martyred , Omni Publications, Palmdale, CA.
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13
Gustavus Myers, History of the Great American Fortune.
Erich Fromm, The Sane Society, Holt, Rinehart and Winston, New York, 1955, S. 92.
15
Lev Tolstoy, What Shall We Do? 1891.
16
In der modernen Gesellschaft sind die Konzepte von Besitz und Eigentümerschaft
juristisch festgesetzt. Interessanterweise werden sie nicht einmal erwähnt in jeglichem
der Dutzend oder mehr College-Level Textbücher die ich untersucht habe, obwohl sie
den Grundstein jeglicher wirtschaftlichen Praxis bilden. Und das ist, warum sie nicht
diskutiert werden, weil das Betrachten jeglicher Alternative bedeuten würde, die
grundlegende Art der Gesellschaftsstruktur, die die Führer entschieden haben zunichte
zu machen. Dieses Auslassen weist darauf hin, dass die Angelegenheit als definitiv
entschieden, ohne weiteren Bedarf, oder bloß Raum für Diskussion, betrachtet wird. Es
kann nicht diskutiert werden.
17
Kropotkin, Mutual Aid, Kapitel 7.
18
Thomas R. Berger, Village Journey – The Report of the Alaska Native Review
Commission, Hill and Wang Publishers, NY 1985. Berger, ein Kanadier, wurde von
der The Inuit Circumpolar Conference, einer internationalen Organisation von Eskimos
von Alaska, Kanada und Grpnland, angeheuert um die Ergebnisse des Alaska Native
Claims Settlement Act des Kongresses der Vereinigten Staaten zu untersuchen. The
World Council of Indigenous Peoples, eine internationale Organisation von
ursprünglichen Völkern sponsorte seine Arbeit mit. Beide Sponsoren sind mit den
Vereinten Nationen verbunden und repräsentieren eingeborene Völker auf Treffen von
internationalen Körperschaften. Seine Arbeitsgruppe wurde The Alaska Native Review
Commission (ANRC) genannt, darum der Titel des Buches.
19
Gesetzwidrig in dem Sinne, dass es nicht in dem Manu Samhita unterstützt wird, dem
Gesetzbuch für die menschliche Gesellschaft.
20
See J.W. Smith’s Economic Democracy, insbesondere Kapitel 2, 4 und 5. Online auf
www.ied.com.
21
Karl Polanyi, Henri Pirenne, Eli F. Heckscher, Immanuel Wallerstein, zitiert von J.W.
Smith, Economic Democracy, The Institute for Economic Democracy, www.ied.com;
aus dem Kapitel From Plunder by Raids to Plunder By Trade.
22
Smith, ibid.
23
Adam Smith, Woohlstand der Nationen, Buch I, VIII Die Löhne der Arbeiter. Es gibt
so viele Ausgaben dieses klassischen Werkes, dass es beinahe vergeblich ist,
Seitenzahlen zu zitieren. Ich habe die The Harvard Classics online Edition auf
www.bartleby.com verwendet.
24
Peter Alexeyevich Kropotkin, ibid., Kapitel 7.
25
Adam Smith, ibid.
26
aus Nehrus Discovery of India; zitiert in Noam Chomsky, The Prosperous Few and the
Restless Many, Odonian Press, Berkeley 1993, S. 56.
27
Lewis Mumford, Technics and Civilization, Harcourt Brace Jovanovich, New York
1963, S. 184-85.
28
Hartman and Boyce, Needless Hunger, S. 10, 12.
29
Lynn Townsend White, Jr, The Historical Roots of Our Ecological Crisis, Science, Vol
155 (Nummer 3767), 10. März 10 1967, S. 1203-1207. Dieses Essay ist weithin im
Internet verfügbar.
14
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30
Keith Helmuth, Earth Process and the Wish for Human Exemption, S. 14-15 Earth
Light Magazin, Ausgabe #25, Frühling 1997.
31
Jeremy Seabrook, Vorwort, What Went Wrong? Why Hasn’t Having More Made
People Happier? Pantheon Books, NY, 1978.
32
Tawney, R. H., ibid.
Kapitel Fünf Die Wirtschaftsweise der Unwissenheit
1
A Simple Example Of Communal Decline - A Letter From South Africa von Jim Peron,
September 1998 http://www.ourcivilisation.com/die.html.
2
Central Intelligence Agency, “Russia”, von World Factbook 2007, www.cia.gov.
3
Sabrina Tavernise, Farms as Business in Russia, New York Times, 6. November 2001.
4
Russia has More Than 715,000 Homeless Children, RIA Novosti – Russische
Nachrichtenagentur, 23. Februar 2006, http://rian.ru; also Carel De Rooy, Children in
the Russian Federation, UNICEF, 16 November 2004, www.unicef.org. Für den
interessierten Leser gibt es dutzende Bücher, die die Plünderung Russlands
beschrieben. Siehe zum Beispiel The Godfather of the Kremlin von Paul Klebnikov.
5
Joseph Kay, Enron Executives Looted Company Prior To Its Bankruptcy,
www.wsws.org, 22. Juni 2002.
6
David Brinkerhoff berichtet für den Reuters Nachrichtendienst, 17. Juni 2002.
7
Die reichsten 1% der Welt besitzen 40% alles Reichtums, deckt ein Bericht der
Vereinten Nationen auf, The Guardian, 6. Dezember 2006.
8
Ferdinand Lundberg, The Rich and the Superrich: A Study of Money and Power and
Who Really Owns America , Lyle Stuart Inc., Secaucus, NJ, 1988 S. 15; zitiert
Professor Robert J. Lampman, The Share of Top Wealth-Holders in National Wealth,
1922-1956. A study for the National Bureau of Economic Research, Princeton
University Press, Princeton, NJ, 1962.
9
The World Institute for Development Economics Research der Vereinten Nationen,
globale Studie, Stand von 2000, aus The Guardian, 6. September 2006.
10
Lundberg, ibid., p. 206.
11
Bericht der Northern Illinois University und dem Center for Tax and Budget
accountability in Chicago. Online auf http://ctba.inspidered.com/home/home.html.
12
aus The Nation, 1. Mai 2006; Volkswirt Jared Bernstein vom Economic Policy
Institute zitierend.
13
www.anitaroddick.com, Artikel gepostet am 7. Juni 2002.
14
Zitiert in Power & Powerlessness, Susan Rosenthal, Trafford Publishing, Victoria, BC
Canada, S. 9.
15
Phyllis Kilbourn und Marjorie McDermid, Sexually Exploited Children: Working to
Protect and Heal, MARC, Monrovia, CA 1998, S. 9.
16
Barbara Starr, Former Soviet Union a Playground for Organized Crime: A Gangster’s
Paradise, ABC News, 14. September 1998.
17
Bill Wallace und Benjamin Pimental, San Jose Women Held After Raid in Sex Slave
Cases, San Francisco Chronicle, 13. September 1997.
18
Associated Press Artikel vom 14. November 2006.
19
Michel Chossudovsky, America’s “War on Terrorism”, 2. Ausgabe, Global Research,
AMDG IHS
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Quebec, 2005.
Stephen Lendman, Reviewing Michel Chossudovsky’s ‘America’s War On Terrorism’,
online auf http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=6014.
21
Ibid.
22
Zitiert von Jeff Wells, Yellow Cake and Black Shirts, in Rigorous Intuition, 18. August
2004;
http://rigorousintuition.blogspot.com/2004/08/yellow-cake-and-blackshirts.html.
23
“Michael
Ledeen”,
Disinfopedia,
http://www.sourcewatch.org/
wiki.phtml?title=Michael_Ledeen.
24
John Perkins, Confessions of an Economic Hit Man, Penguin Books, NY, 2004. Zitat
aus einem Interview in Amy Goodman’s Fersehshow Democracy Now, 9. November
2004, verfügbar online.
25
House of Graft: Tracing the Bhutto Millions, New York Times, 9. Januar 1998.
26
Dr. J. W. Smith explains this process thoroughly in his books available online:
www.ied.com.
27
Davison L. Budhoo, Enough Is Enough: Dear Mr. Camdessus, Open Letter of
Resignation to the Managing Director of the International Monetary Fund, New
Horizons Press, New York 1990.
28
Davison Budhoo, IMF/World Bank Wreak Havoc on Third World, from 50 Years Is
Enough: The Case Against the World Bank and the International Monetary Fund,
South End Press, Boston, MA 1994, S. 20-24.
29
New York Times, 28. März 1999.
30
Susan Meeker-Lowry, Mr. Budhoo’s Bombshell: A people’s alternative to Structural
Adjustment, aus dem Earth Island Journal, September 1995.
31
Michel Chossudovsky, The Globalization of Poverty and the New World Order, ed.,
Global Research – Center for Research on Globalization, Quebec, Canada, 2003, S. 20.
32
ibid., p. 20.
33
ibid., p. 21.
34
ibid., p. 59.
35
ibid., p. xxi.
36
Michel Chossudovsky, ibid., S. xxii.
37
Michel Chossudovsky, The Globalization of Poverty, S. 10, 11.
38
Joseph Stiglitz, What I learned at the world economic crisis. The Insider, The New
Republic April 17, 2000.
39
Joseph Stiglitz, Globalization and Its Discontents, W. W. Norton, N.Y., 2003, S. 206.
40
Joseph Stiglitz, ibid., S. 15.
41
Greg Palast, The Globalizer Who Came In From the Cold, The London Observer; 10.
Oktober 2001.
42
Milton Friedman, Capitalism and Freedom, 2. Edition, Univ. of Chicago Press,
Chicago, IL, 1982, S. ix.
43
Robert Harvey, Chile’s Counter-Revolution: The Fight Goes On, The Economist, 2.
Februar 1980.
44
Eine Untersuchung des Senats 1975 über den U.S Eingriff in Chile legte offen, dass die
20
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CIA Training für Pinochets Militär bereitgestellt hatte, um „Zersetzung zu
kontrollieren“; aus Covert Action in Chile 1963-1973, U.S. Government Printing
Office, 18. Dezember 1975; zitiert von Klein, S. 92. Kubark Counterintelligence
Interrogation, Central Intelligence Agency, Juli 1963. Auszüge dieser Anleitung sind in
den
National
Security
Archives
verfügbar
unter:
http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB27/01-01.html.
45
Davison Budhoo, Enough is Enough, S. 17-19.
46
Linda McQuaig, Shooting from the Hippo; zitiert von Klein S. 257-8.
47
Davison L. Budhoo, Enough Is Enough: Dear Mr. Camdessus, Open Letter of
Resignation to the Managing Director of the International Monetary Fund, New
Horizons Press, New York 1990.
48
Antony Sutton, Wall Street and the Bolshevik Revolution, Vorwort, das gesamte Buch
ist online verfügbar. Ich habe die online Ausgabe verwendet, welche ein
Herausgabedatum von 1974 ausweist. Die elektronische Version hat keine Seitenzahl,
auf die man sich beziehen kann, aber eine schlichte Wortsuche wird die Zitate
wiederfinden.
49
Arsene De Goulevitch, Czarism and the Revolution, Omni Publications, Hawthorne,
California, 1962.
50
Hermann Hagedorns Biographie The Magnate: William Boyce Thompson and His
Time (1869-1930) reproduziert eine Fotografie eines Überseetelegramms von J. P.
Morgan in New York an W. B. Thompson, “Care American Red Cross, Hotel Europe,
Petrograd.” Das Telegramm ist Datum-gestempelt, was zeigt, dass es in Petrogram am
“8-Dek 1917” angenommen wurde (8. Dezember 1917), und liest sich: “New York
Y757/5 24W5 Nil — Dein zweites Telegramm ist angekommen. Wir haben der
National City Bank eine Million Dollar wie unterwiesen bezahlt — Morgan”. Zitiert in
Wall Street and the Bolshevik Revolution, Kapitel 4.
51
Knickerbocker Column of the New York Journal American, 3. Februar 1949.
52
S. 1018-19.
53
Herausgegeben 1931, Vol. 1, (S. 371-376). Dieser Bericht des Außenministeriums
wurde Jahre später unter der Hoover Administration zusammengestellt, nachdem die
Bolschewik Revolution eine vollbrachte Tatsache geworden war. Er verschwand später
aus der aktiven Zirkulation, aber Reproduktionen von wichtigen Passagen werden in
Elizabeth Dillings The Jewish Religion: Its Influence Today präsentiert.
54
Antony Sutton, Wall Street and the Bolshevik Revolution, Kapitel XI. Zitiert in dieser
Passage von Sutton: Voline (V.M. Eichenbaum), Nineteen-Seventeen: The Russian
Revolution Betrayed (New York: Libertarian Book Club, n.d.).
55
U.S., Senate, Russische Propaganda, Anhörung vor einem Unteraussschuss des
Ausschusses für Auslandsbeziehungen, 66. Kongress, 2. Sitzung, 1920, S. 71. Zitiert in
Suttons Capitalists and Bolsheviks, Kapitel 9.
56
Antony Sutton, Wall Sreet and the Bolshevik Revolution, Kapitel 4.
57
Economic Review of the Soviet Union, April-December 1930, zitiert in Frank Allan
Southard, American Industry in Europe, Ayer Publishing, 1976, S. 204.
58
US State Dept. Decimal File, 861.659 Du Pont de Nemours & Co/5, Du Pont to
Secretary of State Stimson, 19. Februar 1932.
59
UPI Veröffentlichung datiert auf den 17. Juli 1973.
60
The War Against the Peasantry, 1927–1930 The Tragedy of the Soviet Countryside,
AMDG IHS
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editiert von Lynne Viola, et. al., Yale University Press, New Haven, CT, 2005, S. 58.
Ibid., S. 13-14.
62
The Journal of Historical Review, Sommer 1986 (Vol. 6, Nr. 2), S. 207-220.
63
Von dem originalen elektronischem Text auf der Website der Offenbarungen aus den
russischen Archiven (Bibliothek des Kongress).
64
Siehe J.W. Smith, Why?, verfügbar online auf www.ied.com, und The Money Masters
Video Von Bill Still (Appendix C).
61
Kapitel Sechs Die Wirtschaftsweise des Atheismus
1
Herbert A. Simon, Models of Bounded Rationality, Vol. 2, S. 477, MIT Press,
Cambridge, Mass. 1982.
2
Robert Nelson, Reaching for heaven on earth—the theological meaning of economics,
Rowman & LittlefieId Publishers, Lanhans, Maryland, S. 6-7.
3
Robert Nelson, Economics as religion: from Samuelson to Chicago and Beyond,
Pennsylvania State University Press, University Park, PA 2001.
4
Robert Nelson, Reaching for heaven on earth—the theological meaning of economics,
S. 7. Seine Definitionen und Logik sind verherrend fehlerhaft gemäß der vedischen
Weltsicht. Wie wir in Kapitel 1 gesehen haben, gibt es viele Varianten von Rationalität
gemäß jemandes Konditionierung durch die gunas. Nelson nimmt an, dass seines das
einzig zutreffende Verständnis von Rationalität ist, und nur seine Definition davon was
rational ist tatsächlich rational ist. Ich zitiere ihn hier mit den relevanten Abschnitten
kursiv geschrieben: „Entgegen der Tatsache, dass Volkswirte in der Praxis oft nicht
einverstanden sind was rational ist, sind beinahe alle überzeugt, dass die gleiche
Rationalität auf alle Leute an allen Orten zutreffen muss. Da Rationalität der
grundlegende Begriff von ethischer Anerkennung ist, unterliegt die gesamte Welt
demzufolge einem gleichen moralischen Standard. So wie volkswirtschaftliche
Wahrheit in alle Nationen verteilt wird, kann die Welt eine einzige harmonische
Gemeinschaft werden, verbunden durch diese gemeinsame Rationalität und Moralität.
Der Glaube dass es nur eine Rationalität gibt, und dass alle menschlichen Wesen in
letzter Konsequenz von den gleichen rationalen Gesetzen geleitet werden hat noch eine
weitere Konsequenz von fundamentaler Bedeutung: Die gesamte Menschheit auf der
ganzen Welt muss gleich erschaffen sein. Es gibt kein, die so in Dunkelheit gehüllt
sind, dass rationales Verhalten ihre Kapazität überschreitet. In der Praxis mag
tiefgreifende Irrationalität in der Welt gefunden werden, aber sich rational zu verhalten
ist potentiell in Reichweite der gesamten Menschheit.“.
5
Ibid., p. 8.
6
Quest for Enlightenment, Bhaktivedanta Book Trust, Los Angeles, CA.
7
Wealth of Nations, Buch IV, Kapitel II. Of Restraints upon the Importation from
Foreign Countries of such Goods as can be Produced at Home, Adam Smith, 1776
8
Wealth of Nations, Book IV Chapter II.
9
Svetasvatara Upanisad.
10
Thom Hartmann, Um die Demokratie wiederherzustellen, schaffe zunächst das
Menschsein von Unternehmen ab, www.thomhartmann.com, Auszug aus seinem Buch
Unequal Protection: The Rise of Corporate Dominance and the Theft of Human
Rights, Rodale Books, 2002. Er bemerkt in dem Artikel, dass er eine handgeschriebene
Notiz in der J.C. Bancroft Davis Sammlung in der Bibliothek des Kongress fand, vom
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obersten Richter Waite an Reporter Davis, die ausdrücklich sagte: „Wir haben uns
nicht um die verfassungsmäßigen Dinge gekümmert im Fall.“
11
Ferdinand Lundberg, op. cit., S.113-114
12
Russell Mokhiber, Top 100 Corporate Criminals of the Decade, 25. Juni 2007.
www.commoncouragepress.com/corporate.html.
13
Anthony Cherniawski, Global Stock Market Crash Warning and Loss of American
Financial Privacy, 20. Juni 2008, www.MarketOracle.co.uk.
14
www.cathybuckle.com, 29. Juni 2008.
15
Money—Funny, Scary, Paper Money, Douglas Herman, http://www.strike-theroot.com.
16
In einer Rede am 3. November 1827, in Philadelphia, PA.
17
John Kenneth Galbraith aus Money: Whence It Came, Where It Went, Houghton,
Mifflin, 1975, S.5.
18
Henry Ford, Sr. zitiert in The Federal Reserve Hoax, Wickliffe B. Vennard, Sr., privat
herausgegeben, 1962.
19
Joan Veon, Who Runs The World And Controls The Value Of Assets? Von ihrer
Website, www.womensgroup.org, 29. Januar 2007.
20
The Creature from Jekyll Island: A Lecture on the Federal Reserve,
http://www.flash.net/~jaybanks/real/g_edward_griffin_the_creature_from_jekyll_island.rm.
21
Zitiert in Someone Has to Print the Nation’s Money . . . So Why Not Our Government?,
Monetary Reform Online, nachgedruckt von Victoria Times Colonist, 16. Oktober
1996.
22
Casimir Frank Gierut, Repeal the Federal Reserve Banks, S.31.
23
Eustice Mullins, Secrets of the Federal Reserve, gesamtes Buch verfügbar online.
Siehe
insbesondere
das
Addendum,
S.
178.
http://www.apfn.org/apfn/Doc/RESERVE.doc.
24
Siehe zum Beispiel: private enterprise money: http://www.mind-trek.com/treatise/ecrpem/index.htm; The Global Village Bank: http://www.gvb.org/; LETS: http://www.unet.com/gmlets;
DigiCash:
http://www.digicash.com;
grail
dollars:
http://www.northlink.com/~derekb/; und das Buch New Money for Healthy
Communities, gesamter Text online: http://www.well.com/user/cmty/market/money/;
25
Ein Schneeballsystem ist ein Investmentschwindel in welchem frühe Investoren mit
den Mitteln ausgezahlt werden die von späteren aufgenommen werden.
26
Milton Friedman, A Monetary History of the United States, 1963.
27
Zitiert in James Wesley, Derivatives – The Mystery Man Who’ll Break the Global
Bank at Monte Carlo, SurvivalBlog.com; September 2006.
28
Ellen
Brown,
18.
September
2008,
www.webofdebt.com/articles/its_the_derivatives.php.
29
Stan Jonas, Derivatives Strategy, April 1998, S.19
30
Peter Gowan, The Global Gamble: Washington’s Faustian Bid for World Dominance,
Verso, New York 1999, S. 96, Siehe auch 95-138.
31
Harry Rositzke, The CIA’s Secret Operations: Espionage, Counterespionage, and
Covert Action, Westview Press, Boulder, Colorado, 1988, S.162.
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32
Robert McChesney, Communication Revolution - Critical Junctures and the Future of
Media, New Press, 2008.
33
Noam Chomsky, The Common Good, Odonian Press, 1998.
34
Edward Herman und Noam Chomsky, Manufacturing Consent: The Political Economy
of the Mass Media, Pantheon Books, New York, 1988.
35
E.O. Wilson, Sociobiology: The New Synthesis, Harvard University Press 1975; wie
zitiert von Lewontin S. 91.
36
Richard Lewontin, Biology as Ideology, Harper Perennial, NY, 1993, S. 103.
37
David Korten, Rights of Money versus Rights of Living Persons, People-Centered
Development Forum, Mai 1997.
Kapitel Sieben Göttliches und Dämonisches Bewusstsein
1
C.G. Jung, The Archetypes and The Collective Unconscious.
2
Erich Fromm, The Heart of Man – It’s Genius for Good and Evil, Harper & Rowe,
NY, 1964, S. 37.
3
Thousands
Exposed to
Poison by Government’s Aerial Spraying;
www.NewsTarget.com/022434.html
4
Siehe www.lef.org für Informationen bezüglich CODEX, welches die Regulierung
zwischen Ländern harmonisieren würde, und Nahrungsergänzungsmittel und “nicht
genehmigte” alternative Gesundheitsversorgungs-regime verbannen würde. In den
Vereinten Staaten scheiterte diese Bemühung aufgrund von energischen Widerstands
von betroffenen Konsumenten. Die Food and Drug Administration, deren angebliche
Aufgabe es ist Gesundheit zu befördern, ist der Mittelsmann der Pharmaindustrie
geworden und hat einen anderen Ansatz gewählt. Ihr derzeitiger Plan (2007) ist es, das
Geschäft zu stören und mit Absicht Nahrungsergänzungsmittelfirmen zu eliminieren
und den Preis von Nahrungsergänzungmitteln zu erhöhen. In der Gestalt einer
letztendlichen Regelung für gute Praktiken der Nahrungsergänzungsmittelherstellung
werden „140 sehr kleine [weniger als 20 Angestellte]und 32 kleine
Nahrungsergänzungsmittelhersteller [weniger als 500 Angestellte] in Gefahr sein, das
Geschäft aufzugeben… die Kosten pro Einrichtungen sind proportional höher für sehr
kleine als für große Einrichtungen… Die regulatorischen Kosten dieser finalen
Regelung werden weiterhin kleine Unternehmen davon abhalten, in die Industrie zu
kommen.“ Diese FDA Regelung wird direkt den Preis aller Nahrungsergänzungsmittel
für alle Konsumenten erhöhen. Die FDA erkennt dies an und sagt: „Wir erwarten, dass
der Hauptteil dieser Kosten vom Verbraucher von Nahrungsergänzungsmitteln
getragen werden wird, welche wahrscheinlich auf den Anstieg der Preise mit einer
Reduktion des Konsums reagieren werden.“
5
Siehe
zum
Beispiel
http://www.gulfwarvets.com/vexing.htm,
und
http://www.whale.to/c/cantwell_alan.html.
6
Erich Fromm, The Heart of Man, S. 41.
7
Fromm, ibid., S. 40.
8
Scott Peck, ibid., S. 68-79, 165.
9
Sam Vaknin, Malignant Self Love: Narcissism Revisited, Narcissus Publications,
Prague, 2001, S. 10.
10
Fromm, Ibid, S. 73-77; Zitat S. 77.
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11
Susan Bridle, The Seeds of the Self: An Interview with Otto Kernberg, in dem Magazin
“What Is Enlightenment?”, Ausgabe 17; http://www.wie.org/j17/kern.asp.
12
Scott Peck, ibid., S. 76.
13
Martin Buber, Good and Evil – Two Interpretations, Chas. Scribner’s Sons, NY, 1953,
S. 139-140.
14
Hervey Cleckley, The Mask of Sanity – An Attempt to Clarify Some Issues About the
So-called Psychopathic Personality, Published by Emily Cleckley, Augusta, GA 1988,
S. 10-11.
15
Aubrey Immelman, Malignant Leadership, Unit for the Study of Personality in Politics
17.
September
September,
2001;
http://www.cshsjn.edu/uspp/Research/Malignantleadership.html.
16
Andrzej Lobaczewski, Political Ponerology – A Science on the Nature of Evil Adjusted
for Political Purposes, 2. Edition, Red Pill Press, 2007. Zitate sind von S. 192-193.
17
Kevin Barrett, Twilight of the Psychopaths, The Canadian, online edition:
http://www.agoracosmopolitan.com/home/Frontpage/2008/01/02/02073.html.
18
Robert Hare, Without Conscience: The Disturbing World of the Psychopaths Among
Us, Pocket Books (Simon & Schuster), NY 1988, S. 49, 1.
19
Robert Hare, ibid., S. 44; Zitat von Robert Rieber, The Psychopathy of Everyday Life
and the Institutionalization of Distress. New York: Basic Books. Siehe auch Aubrey
Immelman, Inside the Mind of Milosovic, Unit for the Study of Personality in Politics,
1999; online auf www.csbsju.eduluspp/Milosevic/Milosevic.html.
20
Scott Peck, ibid., S. 74, 260.
21
Scott Peck, ibid., S. 78.
22
Diese Definition von Nekrophilie von Fromm, ibid., S. 39. Zur Kontrolle der anderen
Seiten Fromm 37-60; Zitat von Hare, ibid., S. 38.
23
Robert Hare, dieser und der vorhergehende Paragraph, S. 41, 6, 5; Für die
Charakteristiken von Psyhcopathen, siehe auch Cleckley, insbesondere S. 337-364,
387-390.
24
Siehe Hare S. 201-203.
25
William March, The Bad Seed, zitiert in Hare, ibid.
26
Scott Peck, ibid., S. 78.
27
Erich Fromm, ibid., S. 73.
28
Erich Fromm, ibid., S. 78, 135-139.
29
Erich Fromm, ibid., S.135.
30
Scott Peck, ibid., S. 83.
31
Manche werden hier erstaunliche Parallelen zu der biblischen Geschichte von Luzifer
und den “gefallenen Engeln” finden.
32
Zitiert in Hervey Cleckley, S. 239.
Kapitel Acht Verstehen und Lösen des Wirtschaftlichen Problems
1
Jerry Mander, und Edward Goldsmith, The Case Against the Global Economy, S
391.
2
Von seiner Website auf: http://howardrichards.org.
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16
17
18
Dieses Interview erschien in Vol. 2, Nr. 3 von Adbusters Quarterly Magazin.
Amerikanische PBS Show “New Dimensions radio for the Deep Ecology”.
E. F. Schumacher, Small is Beautiful, S. 79, S. 315.
Ibid., S. 106.
Theodore Roszak, Where the Wasteland Ends, S. xxii.
Amerikanische PBS Radio-Show “New Dimensions radio for the Deep
Ecology”.
David Korten, When Corporations Rule the World, S. 9.
Ibid., S. 7.
Roger Terry, Economic Insanity, S. 142.
Integral Spirituality, Deep Science and Ecological Awareness, University of
Maryland
Ökologische
Wirtschaftswissenschaft
Website,
http://iee.umces.edu/tom/maxwell.html/
Seine Rede war, “The Need for Transcendence in the Postmodern World”,
betitelt.
Lakhwinder
Raj,
Personality
Inventories
Based
on
Trigunas,
http://multanilakhwinder.blogspot.com/2009/03/personality-inventories-basedon.html
Das, R.C. Standardization of the Gita Inventory of Personality; Journal of Indian
Psychology, 9 (1&2), S. 47-54, 1991.
Wolf, D.B., The Vedic Personality Inventory: A Study of Gunas; Journal of
Indian Psychology, 16 (1), S. 26-43; 1998.
Dhira Govinda Dasa, Effects of the Hare Krsna Maha Mantra on Stress,
Depression, and the Three Gunas; http://www.vnn.org/usa/US9907/US104267.html, 1999. Für die vollständige Studie siehe: www.yedaveda.com.
Dennoch ist es nicht notwendig den Namen Krishna zu singen, sondern Gottes
Namen wie vom Verehrer verstanden wird völlig wirksam sein und Erleichterung
von den Miseren geben, die aus dem Leben in den Erscheinungsweisen der
Leidenschaft und Unwissenheit resultieren. Falls du findest, dass die Namen
Krishna und Rama sektiererisch sind, dann kannst du jeden anderen bona fide
Namen von Gott singen: Allah, oder Jesus zum Beispiel. If you feel that the
names of Krishna and Rama are sectarian then you may chant any other bona fide
name of God: Allah, or Jesus for example.
AMDG IHS
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Über den Autor
Dhanesvara Das (Don Rousse) wurde zum ersten Mal mit der Bhagavad-gita
bekannt, als er seinen Masterabschluss in Maschinenbau 1972 beendete. Die Gita hielt
eine Einladung, auf eine Weise zu leben die die Probleme der modernen Zeit lösen
würde, und wie viele der Jüngeren jener Ära wollte er etwas tun, das die Welt zum
besseren verändern würde. Srila Praphupada machte es jedoch klar, dass die einzige
Sache die dauerhaft die Welt verbessern konnte das Anheben des Bewusstseins der
Menschheit war. Davon überzeugt nahm er das spirituelle Leben eines amerikanischen
Mönches auf, und erhielt zwei Jahre später Initiation in das Gaudiya Vaishnava
sampradaya als ein Schüler von Seiner Göttlichen Gnade A. C. Bhaktivedanta Swami
Prabhupada. Von Anfang an realisierte er, dass die Empfehlungen der Bhagavad-gita in
scharfem Kontrast zur modernen westlichen Gesellschaft standen, und er wollte
verstehen wie der Graben zu überbrücken wäre, so dass die Menschheit im Großen leicht
auf eine Weise leben könnte die erhebend war. Seine Suche brachte ihn dazu
Wirtschaftswissenschaft zu studieren, und in diesem Bestreben wurde er ein registrierter
Wertpapierhändler und Direktor, und verbrachte mehrere Jahre in der
Wertpapierindustrie, und entwickelte ein Insiderverständnis von Regierung, Finanz- und
Geldsystem. Es war zu dieser Zeit, dass die Einsichten von Spiritual Economics ihm
dämmerten. Über weitere 15+ Jahre sind diese Einsichten in die in diesem Buch
präsentierte Philosophie gereift. Von Familienverpflichtungen zurückgezogen gibt
Dhanesvara Das sein Leben nun spirituellen Beschäftigungen hin. Als Entsagter lebt,
schreibt und lehrt er in der Ukraine, und hält regelmäßig Vorträge quer durch die Länder
von Europa, der ehemaligen Sowjetunion und Indien. Der primäre Fokus seiner
Aktivitäten ist die Schaffung einer neuen spirituellen Weltordnung – der Errichtung von
Gemeinschaften basierend auf der transzendentalen Krishna Kultur. Bitte seht die
Informationen zu diesen Aktivitäten in den Anhängen.
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Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

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