Bedienungsanleitung

Bedienungsanleitung
BUDDY
Leichtlauf-Kinderrollstuhl
nach Richtl. 93/42/EWG für Medizinprodukte Printed in Germany 07/2010
Bedienungsanleitung
Inhalt
1. Lieferumfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1
1.1 Vor der Erstnutzung beachten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2. Produktbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
3. Individuelle Einstellmöglichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3.1 Neigung der Rückenlehne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.2 Durchhang der Sitz- und Rückenbespannung . . . . . . . . . . . .
3.2.1 Body Contour . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.2.2 Anpassbare Sitz- und Rückenbespannung . . . . . . . . . . . . . .
3.3 Sitzhöhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.4 Sitzneigung / Sitzhöhe vorne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.5 Anpassung an die Körpermaße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.5.1 Anpassung der Sitzbreite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.5.2 Anpassung der Sitztiefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.5.3 Anpassung der Unterschenkellänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3
4
4
4
4
5
6
6
6
6
4. Kipp- und Drehverhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.1
4.2
Positionierung der Antriebsräder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Radsturz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
5. Bedienung der Antikippstütze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
6. Wartung und Pflege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
6.1 Einstellung der Kniehebelbremse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
6.2 Einstellung der Lenkradachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
6.3 Auswahl des geeigneten Lenkrades . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
6.3.1 Das Auftreten von „flatternden“ Lenkrädern . . . . . . . . . . . . . 10
6.3.2 Gefederte Lenkradgabeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
6.4 Überprüfen und Einstellen der Radspur . . . . . . . . . . . . . . . . 11
6.5 Kontrolle der Schraubverbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
6.6 Reifendruck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
6.7 Pflege der Steckachsen und Kugellager . . . . . . . . . . . . . . . 11
6.8 Reinigung des Rollstuhls . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
6.9 Korrosionsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
6.10 Schiebegriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
7. Sicherheitshinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
8. Gewährleistung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Sehr geehrte Kundin,
sehr geehrter Kunde,
1. LIEFERUMFANG
Der PRO ACTIV Rollstuhl wird standardmäßig mit Rücken- und Sitzbespannung,
Antriebsrädern, Lenkrädern und Fußbügel
geliefert.
wir beglückwünschen Sie zum Kauf Ihres
PRO ACTIV Rollstuhls.
Mit diesem Rollstuhl haben Sie ein speziell
auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidertes
Qualitätsprodukt erworben.
Entsprechend Ihrer Bestellung ist der
Rollstuhl mit weiterem empfehlenswertem
Zubehör ausgerüstet, wie z.B. abfaltbare Rückenlehne, V-Form, Schiebegriffe,
Lenk­radgabel mit Schnellspannachsen,
Antikippstütze, Beckenhaltegurt.
Im nachfolgenden haben wir einige Hinweise
zum Gebrauch Ihres Rollstuhls zusammengestellt. Bitte lesen Sie diese Anleitung,
bevor Sie Ihren Roll­stuhl in Gebrauch nehmen.
Bitte prüfen Sie nach Erhalt Ihres Rollstuhls
die Lieferung auf Vollstän­digkeit!
Falls Sie noch weitere Fragen zu Ihrem
neuen Rollstuhl haben, so stehen wir Ihnen
gerne zur Verfügung.
Der Rollstuhl wird vor der Auslieferung auf
vollständige Funktionsfähigkeit getestet.
Sollte Ihr Rollstuhl beim Transport beschädigt worden sein, so setzen Sie sich bitte
umgehend mit Ihrem Rehafachhändler oder
mit der Firma PRO ACTIV in Verbindung.
Ihr PRO ACTIV-Team.
PRO ACTIV
Reha-Technik GmbH
Im Hofstätt 11
D-72359 Dotternhausen
Tel. 0 74 27/ 94 80-0
Fax 0 74 27/ 94 80-25
info@proactiv-gmbh.de
www.proactiv-gmbh.de
Hilfsmittelkatalog Positionsnummer:
Buddy 18.50.03.1030
1
1.1 VOR DER ERSTNUTZUNG
BEACHTEN
2. PRODUKTBESCHREIBUNG
Es ist sehr wichtig, dass Sie, sowie
Ihre Pflege- und Hilfspersonen, diese
Bedienungsanleitung und die darin enthaltenen Warnhinweise kennen und beachten.
Missachtung der Warnungen kann zu
Schäden an dem Rollstuhl, zum Fallen,
Kippen oder zum Verlust der Kontrolle
über den Rollstuhl/die Situation führen.
Daraus können schwerste Verletzungen
des Rollstuhlfahrers oder anderer Personen
resultieren.
Der PRO ACTIV Leichtlauf-Kinderrollstuhl
Modell BUDDY ist ein Starrahmenrollstuhl,
der aufgrund der einfach auswechselbaren Querrohre über viele Jahre hinweg
mitwächst und immer optimal an die
Körperbreite angepasst werden kann. Durch
eine Vielzahl von Verstellmöglichkeiten ist
es möglich, eine optimale Anpassung an
die individuellen Bedürfnisse vorzunehmen.
Der Rollstuhlrahmen sowie weitere
An-bau­teile sind aus hochfesten Alu­mi­
nium­legierungen gefertigt und die Kon­
struktion stabil und verwindungssteif
ausgeführt. Abhängig vom Zubehör und
den Rollstuhlabmessungen kann ein
Gesamtgewicht ab 10,5 kg realisiert werden.
Lassen Sie sich, wie auch Ihre Hilfs- und
Pflegepersonen, vor der Nutzung des
Rollstuhls von Seiten Ihrer Therapeuten/
Ärzte beraten, welche Aktionen Sie mit
dem Rollstuhl aufgrund ihres momentanen
Könnens ausführen dürfen. Klären Sie mit
diesen auch ab, welche Rollstuhltechniken
Sie aufgrund Ihrer Behinderung erlernen
können. Führen Sie keinesfalls Aktionen
mit oder in dem Rollstuhl aus, die Sie nicht
erlernt haben und beherrschen.
Bei einer Ausstattung des Rollstuhls mit
abfaltbarer Rückenlehne kann die Nei­gung
der Rückenlehne in 7 Positionen verstellt
werden. Der Durchhang von Sitz- und
Rücken­bespannung kann mit Klettbändern
individuell eingestellt werden (nicht möglich bei Bespannungen in Body Contour
Ausführung). Im Zusam­menhang mit der
verstellbaren Rücken­lehne kann man einen
guten Sitzkomfort und eine wirbelsäulenschonende Sitzhaltung erreichen.
Ebenso sollten Sie und Ihre Pflege-/
Hilfspersonen sich von Ihren Therapeuten/
Ärzten und Ihrem Rehafachhändler
über die Nutzung und die Einstellungen
Ihres Rollstuhls sowie erhältliches
Sicherheitszubehör (z.B. Antikippstützen,
Beckenhaltegurt) beraten lassen und diese
Ratschläge dann auch unbedingt befolgen.
Ein Überschätzen des eigenen Könnens
oder das Unterschätzen gefährlicher
Situationen/Aktionen mit dem Rollstuhl kann
schwerwiegende Folgen für Sie und andere
Personen nach sich ziehen.
Bei Ausstattung des Rollstuhls mit abfaltbarer Rückenlehne und Lenkradsteckachsen
kann bei diesem zum Verladen/Transport
die Rückenlehne auf die Sitzfläche abge-
Bild 1
2
klappt, die Lenkradgabeln mit Lenkrädern
und die Antriebsräder abgenommen werden.
Die Anschlagschrauben können auch als
Positionsanschlag genutzt werden, was
Ihnen bei jeder Rollstuhlmontage das Suchen
Ihrer individuellen Rückenlehnenposition
erspart.
ACHTUNG:
Stellen Sie bei jeder Montage/vor jeder
Nutzung sicher, dass die Rückenlehne
in der gewünschten Position fest arretiert ist und die Steckachsen der Lenkund Antriebsräder ebenfalls fest arretiert (Betätigungsknopf in rückwärtiger
Grundstellung, Indexrille sichtbar) sind.
ACHTUNG:
Durch das Entfernen der Anschlagschraube
kann u.U. eine erhöhte Kippgefahr resultieren, was ggf. die Verwendung von
Antikippstützen erforderlich macht.
Zum Verstellen der Rückenlehne entlasten
Sie diese (anderenfalls besteht Kippgefahr)
und lösen anschließend die Rastbolzen
(Bild 2 a), die links und rechts in die
Arretierungslöcher der Seitenteile greifen.
Greifen Sie hierzu unter die Sitzbespannung
und ziehen Sie mittig an der Kordel (Bild 2
b), die mit den Rastbolzen verbunden ist.
3. INDIVIDUELLE
EINSTELLMÖGLICHKEITEN
3.1 Neigung der Rückenlehne
Bei Ausstattung des BUDDYS mit einer
winkelverstellbaren Rückenlehne kann die
Neigung der Rückenlehne in 5° Schritten in
7 Positionen arretiert werden.
Für eine gute Sitzhaltung empfehlen wir
wenn möglich, die Rückenlehne senkrecht
zu stellen. Bei behinderungsbedingt niedrigen Rückenlehnen ist es u.U. von Vorteil,
die Lehne leicht nach vorne geneigt zu
stellen und den obersten Gurt (nicht möglich bei Bespannungen in Body Contour
Ausführung) der Rückenbespannung zu
lockern, so dass der Durchhang im oberen
Bereich groß ist.
Bild 2
a
c
Wenn Sie beide Rastbolzen gelöst haben,
können Sie die Rückenlehne nach Wunsch
verstellen und durch Loslassen der Kordel
neu arretieren. Hierbei ist vor der erneuten
Belastung auf das sichere Arretieren der
beiden Rastbolzen in den gewünschten
Arretierungslöchern zu achten.
Sollte eine Veränderung des Sitzgefälles
vorgenommen werden, so kann die
Rückenlehne jederzeit entsprechend nachgestellt werden.
Beim Fahren von Steigungen und beim
Transport von Gepäck (z.B. Rucksäcken)
an der Rückenlehne verlagert sich der
Schwerpunkt nach hinten. Dem kann
durch entsprechendes Vorstellen der
Rückenlehne entgegengewirkt werden, so
dass der Rollstuhl nicht so leicht nach hinten kippt.
b
Bitte beachten Sie, dass der Verstellbereich
der Rückenlehne bei der Auslieferung ab
Werk durch eine Anschlagschraube (Bild 2
c) eingeschränkt ist. Die Anschlagschraube
erlaubt die Rückenlehne maximal 7° von
der Vertikalen nach hinten zu neigen. Durch
Entfernung der Anschlagschraube steht
wieder der gesamte Verstellbereich der
Rückenlehne zur Verfügung.
Für bequemes Sitzen kann die Rückenlehne
selbstverständlich auch in der letzten
Position arretiert werden, so dass die Lehne
leicht nach hinten geneigt ist.
3
Die Rückenlehne ist gleichfalls aus einem
Gurtsystem gefertigt. Der Durchhang
der Rückenlehne kann den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.
Nehmen Sie dazu zuerst das übergelegte
Rückenpolster ab und stellen Sie dann
die Querbänder mit Gurtschloss (Bild 3 a)
entsprechend Ihren Wünschen ein. Um ein
Verziehen des Verschlusssteges zu verhindern, ist unbedingt die doppelte Gurtführung
durch das Gurtschloss beizubehalten.
Bringen Sie zum Schluss das Rückenpolster
wieder an. Dieses Bespannungssystem
kann der Sitzbreitenveränderung bis zu
einem gewissen Bereich angepasst werden.
ACHTUNG:
Achten Sie darauf, dass sich durch das
Zurückstellen der Rückenlehne der Schwer­
punkt weiter nach hinten verlagert und
dadurch der Kipppunkt des Rollstuhls nach
hinten früher erreicht ist.
3.2 Durchhang der Sitz- und Rückenbespannung
Der Rollstuhl ist gemäß Bestellung mit
der Sitz- und Rückenbespannung „Body
Contour“ oder mit einer anpassbaren Sitzund Rückenbespannung ausgestattet.
Boddy Contour und offenes Gurtsystem
erlauben eine gute Belüftung, was bei der
Verwendung eines geeigneten Sitzkissens
bei einer Dekubitusproblematik von Vorteil
sein kann.
ACHTUNG:
Überprüfen sie in regelmäßigen Abständen
den stabilen Zustand von Sitz- und
Rückenbespannung und lassen Sie im
Zweifelsfall Ihren Rehafachhandel den
Zustand beurteilen. Ein Reißen der Sitzoder Rückenbespannung kann zu schweren Stürzen und Verletzungen führen.
Vermeiden Sie es, sich in die Sitz- oder
Rückenbespannung fallen zu lassen, da
dadurch die Gefahr des Reißens wesentlich erhöht wird.
3.2.1 Body Contour
Die Sitz- und Rückenbespannung in
Body Contour Ausführung können durch
die federnde Wirkung den Fahrcomfort
erheblich verbessern und in Verbindung
mit
einem
geeigneten
Sitzkissen
zur
Dekubitusprophylaxe
beitragen.
Individuelle Einstellungen der Body Contour
Bespannungen sind allerdings nicht möglich. Bei Veränderung der Sitzbreite muss
eine neue Sitz-/Rückenbespannung eingebaut werden.
3.3 Sitzhöhe
Standardmäßig wird der Rollstuhl mit einer
2-Schlitz-Radplatte (Bild 4 a) geliefert. Bei
dieser Ausstattung kann die Sitzhöhe hinten um 6 cm verstellt werden.
3.2.2 Anpassbare Sitz- und Rückenbespannung
Die anpassbare Sitzbespannung ist aus
einem Gurtsystem gefertigt. Die Querbänder
können mit Hilfe von Klettverschlüssen
gespannt und somit der Sitzdurchhang den
Anforderungen entsprechend eingestellt
werden.
a
Bild 4
b
a
Um die Sitzhöhe zu verstellen, stehen die
folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:
1. Radplatte um 180º umdrehen. Die
Schlitze der Radplatte sind außermittig
Bild 3
4
gearbeitet, so dass durch das Umdrehen
der Radplatte eine Absenkung des
Rollstuhls um ca. 1 cm möglich ist
2. Radplatte an den oberen Rahmenbohrungen montieren. Dadurch erreicht
man eine Absenkung der Sitzhöhe um
ca. 2 cm
3. Radbuchse im oberen Schlitz montieren.
Dadurch erreicht man eine Absenkung
der Sitzhöhe um ca. 3 cm
Durch Kombination der oben beschriebenen Verstellmöglichkeiten kann man jede
gewünschte Sitzhöhe gemäß den zuvor
genannten Angaben realisieren.
Bild 5
Um die Sitzneigung zu erhöhen, montiert
man die Lenkräder in eine tiefere Position.
Montiert man die Lenkräder in eine höhere
Position, so verringert sich die Sitzneigung.
Reicht der Verstellbereich der vorhandenen
Gabel nicht aus, so kann auf die nächst
längere bzw. kürzere Größe zurückgegriffen werden. Dabei entspricht die unterste
Position der 1-Schlitz-Gabel der obersten
Position der 2-Schlitz-Gabel und die unterste Position der 2-Schlitz-Gabel der obersten
Position der 3-Schlitz-Gabel.
Für eine weitere Erhöhung der Sitzhöhe
bis zu ca. 3 cm stehen Radplatten mit 3
Schlitzen zur Verfügung.
ACHTUNG:
Bitte beachten Sie, dass die Radplatten
links und rechts in der gleichen Weise am
Rahmen montiert und die Radbuchsen an
der gleichen Stelle positioniert sind; dies
können Sie anhand der Skalierung überprüfen.
ACHTUNG:
Bei jeder Veränderung der Sitzhöhe muss
die Radspur überprüft und neu eingestellt
werden. Ebenso müssen die Lenkradachsen
und die Bremsen neu justiert werden (siehe
6.1-6.2 u. 6.4).
ACHTUNG:
Bei jeder Veränderung der Sitzneigung muss
die Radspur überprüft und gegebenen­falls
neu eingestellt werden. Ebenso müssen die
Lenkradachsen und die Bremsen neu justiert
werden (siehe 6.1-6.2 u. 6.4). Weiter muss eine
ausreichende Boden­freiheit des Fußbügels
gewährleistet sein. Erfahrungsgemäß sollten 4 cm nicht unterschritten werden.
3.4 Sitzneigung / Sitzhöhe vorne
Ist die Sitzhöhe hinten wunschgemäß eingestellt, kann die Sitzneigung bzw. die
Sitzhöhe vorne ebenfalls eingestellt werden. Grundsätzlich stehen hierfür diverse
Lenkräder und 3 verschiedene Lenkgabeln
zur Verfügung (Bild 5): die 1-Schlitz-, die
2-Schlitz- und die 3-Schlitz-Gabel. Die passenden Gabeln werden entsprechend Ihrer
Sitzhöhe bzw. der Unterschenkellänge ab
Werk eingebaut. Zur Montage der Lenkräder
stehen jeweils 3 Positionen zur Verfügung.
5
3.5 Anpassung an die Körpermaße
Um eine stabile Sitzposition und ein optimales Fahrverhalten zu erzielen, kann der
Rollstuhl Kinderrollstuhl in 1-cm-Schritten
an die Körpermaße angepasst werden:
Bei Unterschenkellängen kürzer als 29 cm
wird der Fußbügel mit Hilfe entsprechender
Fußbügelhalter (Bild 6 a) nach oben verlegt,
was die o.g. Verstellmöglichkeit nicht einschränkt. Durch Einbau unterschiedlich langer Distanzen kann die Unterschenkellänge zusätzlich verändert werden. Außerdem
kann in diesem Falle die Fußbrettauflage
(Bild 6 b) in Längsrichtung verschoben und
der Neigungswinkel eingestellt werden.
3.5.1 Anpassung der Sitzbreite
Zur Verbreiterung des Rollstuhls können
die 3 Querverbindungsrohre sowie das Rückenquerrohr entsprechend den Bohrungen in 1-cm-Schritten teleskopiert werden.
Ab einer ursprünglichen Sitzbreite von 24
cm beträgt dieser Verstellbereich 4 cm. Für
eine weitere Verbreiterung des Rollstuhles
steht ein neuer Querrohr-Satz, der ebenfalls in 1-cm-Schritten erhältlich ist, zur Verfügung.
Die anpassbare Sitz- und Rückenbespannung (nicht möglich bei Bespannungen in
Body Contour Ausführung) kann um bis zu
20% der ursprünglichen Sitzbreite verbreitert werden. Bei weiteren Verbreiterungsmaßnahmen muss die Sitzbespannung und
ggf. auch die Rückenbespannung ausgetauscht werden. Kontaktieren Sie Ihren Rehafachhandel oder die Firma PRO ACTIV,
wenn Sie eine Änderung der Sitzbreite vornehmen möchten.
Bild 6
3.5.2 Anpassung der Sitztiefe
Zur Anpassung der Sitztiefe an die Körpermaße kann die Sitzbespannung ausgetauscht werden. Kontaktieren Sie hierzu
Ihren Rehafachhandel oder die Firma PRO
ACTIV.
3.5.3 Anpassung der Unterschenkellänge
Der Fußbügel ist links und rechts mit je einem Langloch ausgestattet, das eine Verstellung der Unterschenkellänge um ca. 6
cm ermöglicht.
Hierzu löst man die Schrauben (SW 10),
links und rechts außen am Rahmen, mit
denen der Fußbügel befestigt ist, verändert
die Unterschenkellänge entsprechend der
Anforderung und zieht die Schrauben wieder mit einem Anzugsdrehmoment von 10
Nm an.
6
b
a
nach hinten auf ein Minimum zu reduzieren,
sollten auch bei kippsicheren Einstellungen
Antikippstützen verwendet werden.
4. KIPP-UND DREHVERHALTEN
Ein leichtes Kipp- und Drehverhalten
des Rollstuhls wird erreicht, wenn die
Achsaufnahme der Antriebsräder nahe dem
Körperschwerpunkt liegt. Ein Versetzen
der Antriebsräder nach hinten wirkt zwar
der Kippgefahr entgegen, erschwert
jedoch auch das Drehen und Lenken des
Rollstuhls. Die Einstellung sollte jedoch auf
jeden Fall entsprechend Ihren individuellen
Bedürfnissen/Können gewählt werden, so
dass ein sicheres Fahren gewährleistet ist.
Statische Standsicherheit nach hinten
Kippt der mit dem Benutzer belastete
Rollstuhl (aufrechte Sitzhaltung mit dem
Rücken an der Rückenlehne) auf einer 10°
geneigten Fläche (in Fahrtrichtung vorwärts
steigend) ohne äußere Krafteinwirkung
(wie z.B. Antreiben der Greifringe, ruckartige Gewichtsverlagerung nach hinten
usw.) nach hinten um, so ist die statische
Standsicherheit kleiner als 10°.
4.1 Positionierung der Antriebsräder
Nehmen Sie zuerst die Antriebsräder über
die Steckachsen ab.
Lösen Sie mit einem Schraubenschlüssel
SW 30 wenn möglich die innere
Befestigungsmutter (Bild 4 b) (so vermeiden
Sie Kratzspuren außen an der Radplatte),
verschieben Sie die Buchse entlang des
Schlitzes und ziehen Sie die Mutter mit 75
Nm Anzugsdrehmoment wieder fest.
Hierbei ist darauf zu achten, dass sich die
beiden Buchsen links und rechts auf den
gleichen Positionen der Radplatte befinden.
Zur Überprüfung der Positionsgleichheit
sind auf den Radplatten Skalierungen
angebracht.
Kritische Hindernishöhe
Stehen die Lenkräder des Rollstuhls auf
ei­nem Hindernis mit der kritischen Hin­
dernishöhe und die Antriebsräder genau
vor dem Hindernis, so fällt der Rollstuhl
beim Versuch ihn durch Antreiben auf das
Hindernis zu bringen nach hinten um, wenn
der Insasse seinen Körper nicht aktiv nach
vorne verlagert.
4.2 Radsturz
Der negative Radsturz wird gemäß Ihrer
Bestellung ausgeführt, kann jedoch grundsätzlich jederzeit durch die Montage der
entsprechenden Sturzadapter verändert
werden.
ACHTUNG:
Bei jeder Verschiebung der Achsaufnahme
für die Antriebsräder muss die Radspur
über­prüft und gegebenenfalls neu eingestellt werden. Ebenso müssen die
Lenkradachsen und die Bremsen neu justiert werden (siehe 6.1-6.2 u. 6.4).
Bei innen montierten Radplatten kann nur
ein Sturz von 1º montiert werden (innen
montierte Radplatten sind nur bis zu einem
Körpergewicht von ca. 80 kg zu empfehlen). Bei außen montierten Radplatten ist
ein Sturz von 1º, 4º, 6º und 12º möglich.
ACHTUNG:
Extreme Einstellungen, wie weit vorne
montierte Antriebsräder, sind nur für geübte
Rollstuhlfahrer zulässig, die beim Fahren
eine aktive Gewichtsverlagerung nach vorne
vornehmen können. Grundsätzlich wird spätestens bei Einstellungen, die eine statische
Standsicherheit nach hinten von weniger
als 10° oder eine kritische Hindernishöhe
von weniger als 5 cm zur Folge haben, die
Verwendung von Antikippstützen dringend
empfohlen. Um die Gefahr des Umkippens
Ein Radsturz erhöht die seitliche
Standstabilität Ihres Rollstuhls, bewirkt
jedoch auch eine Verbreiterung der Spur
(Gesamtbreite) des Rollstuhls.
Kontaktieren Sie Ihren Rehafachhandel
oder die Firma PRO ACTIV, wenn Sie
eine Änderung des Radsturzes vornehmen
möchten oder wenn Sie die Radplatten von
innen nach außen bzw. von außen nach
innen umsetzen möchten.
7
ser Gefahren kann kein Sicherheitszubehör
angeboten werden. Aus diesem Grunde
ist der Umgang mit diesen Gefahren in
Zusammenarbeit mit Ihren Therapeuten
und Ärzten zu erlernen.
5. BEDIENUNG DER ANTIKIPPSTÜTZE
Um die Gefahr des ungewollten Kippen
nach hinten auf ein Minimum zu reduzieren, steht als Zubehör eine Antikippstütze
zur Verfügung. Die Antikippstütze ist im
unteren Rahmenrohr über einen Quickpin
am Rollstuhlrahmen adaptiert und kann
über ein Federsystem nach oben geklappt
werden. Nach Aushängen der Feder kann
die Antikippstütze auch ganz abgenommen
werden.
Bild 7
a
b
c
a
b
Bild 8
ACHTUNG:
Stellen Sie vor der Nutzung des Rollstuhls,
nach jeder Belastung der Antikippstütze
und nach jeder Umstellung am Rollstuhl
sicher, dass die Antikippstütze funktionsfähig ist. In diesem Fall darf sich die in
der Betriebsstellung befindliche Kippstütze
nicht seitlich wegdrehen bzw. nach oben
klappen lassen, ohne dass man sie aus
ihrer Arretierung löst. Die Unterkannte des
Antikippstützenrades darf maximal einen
Abstand von 5 cm zum Boden haben.
Sofern ein größerer Abstand gewünscht /
erforderlich ist, muss die dadurch erhöhten Kippgefahr mit Ihren Therapeuten und
Ärzten geübt und erlernt werden.
Überprüfen Sie die Antikippstützenvorrichtung nach jeder Belastung und auch
sonst in regelmäßigen Abständen auf
Funktionalität. Sollte die Funktionsfähigkeit
der Antikippstütze nicht mehr gegeben
sein oder Sie Zweifel an der einwandfreien Funktion haben, lassen Sie diese von
Ihren Rehafachhändler überprüfen und ggf.
vor jeder weiteren Nutzung instandsetzen. Ansonsten besteht erhöhte Sturz- und
Verletzungsgefahr.
Zum Überwinden eines Hindernisses muss
die Antikippstütze zuvor von der Betriebsin die Passivstellung (Bild 7a bzw. 7b)
geschwenkt werden, so dass diese nicht
auf dem Hindernis aufsitzen kann.
Ziehen Sie die Schiebemuffe (Bild 8a)
nach hinten, um die Antikippstütze nach
oben zu klappen. Fixieren Sie diese mit
der am Rahmen angebrachten Klammer
(Bild 8b), um ungewolltes Herunterklappen
zu verhindern. Nach Passieren des
Hindernisses wird die Antikippstütze wieder
in die Betriebsstellung gebracht. Stellen
Sie sicher, dass die Schiebemuffe zur
Verriegelung der Antikippstütze wieder ordnungsgemäß eingerastet ist (Bild 8c).
ACHTUNG:
Die Antikippstütze ist ausschließlich dazu
konzipiert die Gefahr des Umkippens nach
hinten zu minimieren. Sie ist nicht dazu
geeignet die Kippgefahr nach vorne oder zur
Seite zu reduzieren. Zur Minimierung die8
gem Kraftaufwand nicht mehr drehen
lassen. Bei geöffneter Bremse darf der
Bremsbolzen nicht am Rad schleifen
6. Wartung und Pflege
Wir empfehlen eine regelmäßige (mindestens jährlich) Wartung und Pflege des
Rollstuhls durch PRO ACTIV oder den
Rehafachhandel. Insbesondere sollte der
Rollstuhl vor und nach jeder größeren
Beanspruchung wie z.B. Sommer- oder
Winterurlaub gewartet werden.
Die Betätigungskraft des Bremshebels
kann mit Hilfe der Gelenkschrauben (Bild 9
d) justiert werden. Benutzen Sie dazu einen
Schrau­ben­dreher und einen Gabel­schlüssel
SW 8 mm. Ölen Sie die Gelenk­punkte der
Bremse in regelmäßigen Abständen.
6.1 Einstellung der Kniehebelbremse
Einstellungen an der Bremse (Bild 9 a) können aus verschiedenen Gründen erforderlich werden:
ACHTUNG:
Bei der Standardeinstellung ist der Brems­
bolzen in Position (Bild 9 e) montiert. Eine
Montage des Bremsbolzens in Position (Bild
9 f) kann nach der Verstellung der Antriebs­
räder notwendig werden. Wenden Sie sich
hierzu an Ihren Rehafachhandel oder die
Firma PRO ACTIV.
Sie haben die Bereifung oder den
Fülldruck verändert
Sie haben die Position der Antriebsräder
verändert
Die
Bremse zieht
Benutzung ungleich
nach
längerer
ACHTUNG:
Bitte beachten Sie, dass es sich bei der
Kniehebelbremse, mit der Ihr Rollstuhl
ausgestattet ist, um eine Feststellbremse
handelt, die nur bei Stillstand des Rollstuhls
betätigt werden darf. Es handelt sich hier
nicht um eine Betriebsbremse, die zur
Reduzierung der Geschwindigkeit geeignet
ist.
a
b
e
d
c
f
ACHTUNG:
Bitte beachten Sie, dass bei der
Kniehebelbremse, mit der Ihr Rollstuhl ausgestattet ist, bei richtiger Einstellung (siehe
6.1) der Abstand zwischen Bremsbolzen
und Reifen 3 mm bis max. 4 mm aufweist. Deshalb sollte der Rollstuhl ausschließlich über die Greifringe angetrieben werden. Beim Antreiben des Rollstuhls
über den Reifen (Daumen oder Finger
auf der Lauffläche des Reifens) besteht
Quetschgefahr von Fingern und Daumen
zwischen Bremsbolzen und Reifen.
Bild 9
Zum Justieren der Kniehebelbremse gehen
Sie wie folgt vor:
1. Lösen Sie die Befestigungsschrauben
(Bild 9 b), mit denen die Bremse auf der
Bremshalteschiene fixiert ist.
2. Positionieren Sie die geöffnete Bremse
so, dass zwischen Bremsbolzen (Bild 9
c) und Reifen ein Abstand von 3 mm bis
max. 4 mm ist.
3. Ziehen Sie die Befestigungsschrauben
wieder an.
6.2 Einstellung der Lenkradachsen
Für gute Lenk- und Geradeauslaufeigen­
schaften Ihres Rollstuhls sollten die Lenk­
radachsen senkrecht zum ebenen Boden
justiert werden (Bild 10).
4. Überprüfen Sie die korrekte Einstellung
der Bremsen. Bei betätigter Bremse
dürfen sich die Antriebsräder bei mäßi9
(90°) zum Boden stehen. Das geht am
einfachsten durch das Anlegen eines
entsprechenden Winkels. Ist diese
Einstellung nicht realisierbar, wenden
Sie sich an Ihren Rehafachhandel oder
die Firma PRO ACTIV.
Einstellungen an den Lenkradachsen können aus verschiedenen Gründen erforderlich werden:
Sie haben die Position der Antriebsräder
verändert
Sie haben die Sitzhöhe bzw. Sitzneigung
Die Lenkradachsen stehen aufgrund
5. Ziehen Sie die Befestigungsschrauben
wieder mit einem Anzugsdrehmoment
von 12 Nm an und kontrollieren Sie die
senkrechte Einstellung nochmals.
Der Rollstuhl zieht beim Geradeaus-
6. Legen Sie die Stiftschraube wieder
leicht an die M6 Schraube an.
verändert
eines Sturzes oder eines Schlags nicht
mehr senkrecht
fahren auf ebener Strecke nach links
oder rechts (Ursache u.U. ungleicher
Luftdruck der Antriebsräder)
6.3 Auswahl des geeigneten Lenkrades
Optional stehen verschiedene Lenkräder
zur Auswahl. Die Wahl des Lenkrades
hängt stark vom Einsatzzweck und dem
Fahrkönnen ab.
c
b
a
Bei der Montage bzw. Demontage der
PRO ACTIV Alu-Lenkräder ist folgendes zu
beachten:
Zum Drehfixieren der Aluminium-Achse
für die Radmontage bzw. -demontage
befindet sich mittig in der Achse ein
Sechskant SW4
Bild 10
Zur Einstellung der Lenkradachsen sollte der Rollstuhl auf einer ebenen Fläche
stehen. Justieren Sie zuerst die rechte
Lenkradgabel, dann die linke und über­­
prüfen Sie zum Schluss nochmals die rechte Seite. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
A n z u g s d r e h m o m e n t
der
Achsbefestigungsschraube M6x16 ISO
7380 beträgt 5 Nm
Die Schrauben müssen unbedingt mit
Sicherungslack gesichert werden!
6.3.1 Das Auftreten von „flatternden“
Lenkrädern
Die Grenzgeschwindigkeit, bei der ein
Lenkradflattern auftreten kann, nimmt ab
mit:
1. Überprüfen und korrigieren Sie unbedingt die Radspur, bevor Sie die
Lenkradachsen neu justieren
2. Lösen Sie die Stiftschraube (Bild 10 b)
(Innensechskantschlüssel SW 2,5mm).
zunehmenden Lenkraddurchmesser
zunehmendem Gewicht der Lenkräder
3. Lösen Sie die Befestigungsschrauben
(Bild 10 c) (Innensechskantschlüssel 5
mm), mit denen die Lenkrad-Lagerblöcke
am Rahmen befestigt sind.
sinkender Belastung der Lenkräder
geringer werdendem Nachlauf der 4. Bringen Sie den Lenkradblock (Bild
10 a) in senkrechte Position. Hierzu
überprüfen Sie, ob die Vorderkanten
der Lagerblöcke und somit auch die
Lenkradachsen im rechten Winkel
Lenkräder
6.3.2 Gefederte Lenkradgabeln
Die Federgabel ist eine hochwertige feinmechanische Baugruppe, welche durch
ihre federnde und dämpfende Funktion den
10
Zur Korrektur der Spur kontaktieren Sie
bitte Ihren Rehafachhändler oder die Firma
PRO ACTIV.
Fahrkomfort und die Leichtläufigkeit des
Rollstuhles deutlich verbessert und somit
die Mobilität steigert.
Damit die Federgabel über eine lange
Nutzungszeit diese Funktion erfüllen kann,
benötigt diese ein vernünftiges Maß an
Reinigung, Pflege und Wartung. Auch sollten Schlagbeanspruchungen, die weit über
das übliche Maß und den bestimmungsgemäßen Einsatz hinausgehen, vermieden
werden. Bitte lesen Sie die zugehörige
Montageanweisung vor der Nutzung der
Federgabel aufmerksam durch und beachten Sie die darin enthaltenen Hinweise.
6.5 Kontrolle der Schraubverbindungen
Sämtliche Schraubverbindungen sollten
zwei und sechs Wochen nach der Aus­
lieferung des Rollstuhls auf festen Sitz
über­prüft werden. Anschließend reicht eine
Überprüfung in angemessenen Abständen
(je nach Laufleistung bzw. Beanspruchung)
aus.
6.6 Reifendruck
Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen,
sowie nach extremen Temperatureinwirkungen den Reifendruck. Der max.
Reifendruck ist auf dem Reifen­mantel aufgedruckt und sollte eingehalten werden.
ACHTUNG:
Fängt das Lenkrad an zu flattern, ist sofort
die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren,
um ein Querstellen und Blockieren des
Lenkrades und somit die Sturzgefahr zu
verringern.
ACHTUNG:
Bei zu geringem Reifendruck ist die optimale Funktionsfähigkeit der Kniehebel­
bremse nicht gewährleistet. Außerdem
steigt die Gefahr einer Reifenpanne.
Der Reifendruck steigt mit der Temperatur
an. Bei zu hohem Druck kann der Reifen
platzen. Daher dürfen die Rollstuhlreifen
keinen ungewöhnlich hohen Temperaturen
wie z.B. in der Sauna oder im Sommer hinter Glas ausgesetzt sein.
6.7 Pflege der Steckachsen und
Kugellager
Reinigen und fetten Sie die Steckachsen
der Antriebs- und Lenkräder, sowie alle
Kugellager in regelmäßigen Abständen,
um eine zuverlässige Funktionsfähigkeit zu
gewährleisten.
y
6.8 Reinigung des Rollstuhls
Eine regelmäßige Reinigung des Rollstuhls
ist vorgeschrieben, um Schwergängigkeit
der Bauteile durch Verschmutzung zu vermeiden. Insbesondere sollte der Rollstuhl
vor und nach jeder größeren Beanspruchung
wie z.B. Sommer- oder Winterurlaub sorgfältig gereinigt werden.
Reinigen Sie Ihren Rollstuhl mit Wasser
oder Spiritus. Verzichten Sie bei der
x
y
6.4 Überprüfen und Einstellen der
Radspur
Eine gut eingestellte Radspur begünstig
die Leichtlaufeigenschaften des Rollstuhls.
Um die Spur zu überprüfen, gehen Sie wie
folgt vor:
Messen Sie auf Achshöhe (Bild 11 x) den
Abstand (Bild 11 y) der Antriebsräder vorne
und hinten. Der Ab­stand der beiden
Antriebsräder sollte hinten genauso groß
sein wie vorne. Differiert der Ab­stand um
mehr als 5 mm, muss die Spur korrigiert
werden. Eine Korrektur ist auch dann erforderlich, wenn der Abstand (Bild 11 z) nicht
auf beiden Seiten gleich ist.
z
Bild 11
Hierzu stehen Distanzplättchen mit 0,8 mm;
1,4 mm und 2,0 mm zur Verfügung.
11
kann Beschädigungen der technischen Hilfe
(Rollstuhl) zur Folge haben, die zu schweren
Stürzen/Verletzungen des Rollstuhlfahrers
oder anderer Personen führen können.
Reinigung auf Scheuermittel, um ein
Verkratzen der Beschichtung zu vermeiden.
Reinigen Sie den Rollstuhl nicht mit einem
Hochdruckgerät.
Zur Aufbewahrung sollte der Rollstuhl in
einer trockenen Umgebung möglichst abgedeckt gelagert werden.
ACHTUNG:
Falls beim Durchlesen der Bedienungsanleitung Verständnisschwierigkeiten auftreten sollten, so setzten Sie sich bitte gleich
mit Ihrem Rehafachhändler oder der Firma
PRO ACTIV in Verbindung. Das Verständnis
der Warnhinweise und der Erklärungen in
der Bedienungsanleitung ist Voraussetzung
für den sicheren Gebrauch, sowie den fachund sachgerechten Einsatz des Rollstuhls.
6.9 Korrosionsschutz
Um Korrosion und damit Fehlfunktionen
oder Brüche von Bauteilen zu vermeiden, darf der Rollstuhl keinen aggressiven Umwelteinflüssen ausgesetzt werden.
Sofern sich dies nicht vermeiden lässt, ist
der Rollstuhl sofort nach diesem Einsatz
gründlich zu reinigen und bewegliche Teile
ggf. zu fetten. Eine regelmäßige Reinigung
(siehe 6.8) beugt Korrosion vor.
ACHTUNG:
Muss der Rollstuhl mit Insasse über ein
Hindernis wie z.B. eine Treppe transportiert werden und sind dafür vorgesehene Einrichtungen wie z.B. Auffahrrampen,
Aufzüge vorhanden, so sind diese zu benutzen. Fehlen solche Einrichtungen, so ist das
Hindernis durch Tragen mit zwei Helfern zu
überwinden. Dabei darf der Rollstuhl nicht
an den Seitenteilen und am Fußbügel getragen werden.
Zum Tragen empfehlen wir den Rollstuhl an
den Schiebegriffen bzw. dem Rückenbügel
und dem Rahmen zu halten. Hierbei ist auf
festen Sitz bzw. bei höhenverstellbaren
Schiebegriffen auf deren sichere Klemmung
zu achten. Falls dies nicht gewährleistet
werden kann, darf der Rollstuhl nicht an den
Schiebegriffen angehoben werden.
Vor dem Überwinden eines Hindernisses
(Stufen, Schwellen etc.) müssen die
Antikippstützen von der Betriebs- in die
Passivstellung geschwenkt oder abgenommen werden, so dass sie beim Überwinden
nicht auf den Stufen aufsetzen können, da es
sonst zu schweren Stürzen kommen kann.
Anschließend müssen die Antikippstützen
wieder korrekt eingestellt werden.
6.10 Schiebegriffe
Aufgrund von Umwelteinflüssen kann sich
u.U. die Eigenschaften und dadurch ggf. der
feste Sitz der Schiebegriffüberzüge negativ
verändern. Aus diesem Grund müssen die
Griffe vor jeder Nutzung auf Stabilität und
festen Sitz hin überprüft werden. Sollten
diese nicht mehr gegeben sein, dürfen die
Schiebegriffe vor einer Instandsetzung nicht
mehr benutzt werden.
7. SICHERHEITSHINWEISE
ACHTUNG:
Der Rollstuhl darf nur im Rahmen seines
bestimmungsgemäßen Gebrauchs eingesetzt werden.
Der bestimmungsgemäße Gebrauch des
Rollstuhls ist überwiegend darin begründet, das Gehen einer gehbehinderten/gehunfähigen Person auf ebenen/befestigten
Wegen durch das Fahren mit dem Rollstuhl
in einem technisch realisierbaren Umfang
zu ersetzen. Im übertragenen Sinne bedeutet Gehen Schrittgeschwindigkeit beim
Rollstuhlfahren. Dies ist insbesondere bei
der Verwendung eines Hilf-/ Zusatzantriebes
zu beachten.
Der nicht bestimmungsgemäße Gebrauch
ACHTUNG:
Zum Ein- und Aussteigen darf aufgrund der
Kippgefahr nicht auf den Fußbügel getreten
werden.
12
ACHTUNG:
Die Personenbeförderung des Rollstuhlfahrers oder anderer Personen im Rollstuhl
in Kraftfahrzeugen ist von der Firma PRO
ACTIV nicht geprüft und daher nicht freigegeben.
Der
Rollstuhl
kann
mit
einer
Lagerungskopfstütze ausgestattet werden.
Diese Lagerungssysteme sind nicht als
Nackenstützen für den Kraftfahrzeugtransport zugelassen.
Der evtl. vorhandene Beckenhaltegurt ist
nicht als Sicherheitsgurt in Kraftfahrzeugen
konzipiert und darf für diesen Zweck auch
nicht verwendet werden.
b
a
Bild 12
keine Strangulierungen verursachen kann
und im Notfall von dem Rollstuhlfahrer
selbst leicht abgelegt werden kann.
ACHTUNG:
Die max. zulässige Belastung des
Rollstuhls liegt bei 100 kg. Bitte beachten
Sie, dass diese Belastungsgrenze auch
beim Transport von Gegenständen und bei
Kraftübungen im Rollstuhl nicht überschritten wird.
ACHTUNG:
Der Rollstuhl verfügt ggf. über einige Falt/Klappmechanismen (z.B. Rückenlehne).
Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Mechanismen gewisse Risiken (z.B.
Quetschungen von Fingern etc.) mit sich
bringen. Wir sind bemüht die Risiken durch
entspr. technische Konstruktionen so weit
als möglich zu minimieren, was aber ein
gewisses Restrisiko letztendlich nicht ausschließen kann.
Aus diesem Grunde bitten wir Sie darum, sich
die Handhabung des Rollstuhles von dem
Fachpersonal Ihres Sanitätsfachhandels
erklären zu lassen und die Mechanismen
unter deren Anleitung selbst zu testen.
Selbstverständlich steht Ihnen auch die
Firma PRO ACTIV diesbezüglich gerne zur
Verfügung.
ACHTUNG:
Stellen Sie bitte sicher, dass bei der
Kombination Ihres Rollstuhls mit herstellerfremden Vorrichtungen (z.B. Sitzkissen,
Antriebsvorrichtungen, etc..) die Tauglichkeit
der einzelnen Komponenten, sowie die der
daraus gebildete Einheit mit dem Rollstuhl,
gewährleistet ist. Informationen über die
Eignung der Kombination können Sie beim
Hersteller der Fremdkomponenten, beim
Rehafachhandel oder ggf. bei der Firma
PRO ACTIV erhalten
ACHTUNG:
Antriebsräder nur über die Greifringe antreiben. Nicht in den Bereich der Speichen oder
anderen Engstellen im Bereich der Räder
greifen. Hier besteht vor allem während
der Fahrt ein erhöhtes Verletzungsrisiko.
Bei eingeschränkter Koordination der
Gliedmaßen sollten z.B. die Speichen ggf.
mit einem Fingerschutz versehen werden,
um die Risiken zu minimieren.
ACHTUNG:
Bei Bedarf können Sie Ihren Rollstuhl mit
einem entspr. Beckenhaltegurt (Bild 12a)
ausstatten. Den Gurt können Sie über
Ihren Sanitätsfachhandel beziehen. Die
Befestigung des Gurtes erfolgt durch
Umschlaufen der Rückenlehne bzw. direkt
am Rückenrohr mit Hilfe der Seitenblechbefestigungsschraube (Bild 12b) .
Achten Sie darauf, dass der Beckenhaltegut
so angelegt ist, dass er keine negative
Auswirkung auf die Atmung ausübt, beim
Stürzen oder Kippen aus dem Rollstuhl
13
ACHTUNG:
Bitte beachten Sie, dass sich Teile
Ihres Rollstuhles bei extrem hohen
Umgebungstemperaturen (z.B. Sauna) sehr
stark erhitzen können. Dadurch können
Verbrennungsrisiken entstehen, die gerade
bei Menschen mit Sensibilitätsstörungen
nicht zu unterschätzen sind.
Zur Minimierung dieser Risiken sollten
Sie entspr. Maßnahmen ergreifen (z.B.
abdecken der erhitzten Teile mit einem
Handtuch oder den Rollstuhl während
des Saunaganges aus dem aufgeheizten
Bereich entfernen)
Ebenso bestehen gewisse Risiken bei
extrem niedrigen Temperaturen, die man
z.B. mit entspr. isolierender Kleidung minimieren kann.
ACHTUNG:
Bei Reparaturbedarf und Defekten an
Ihren Rollstuhl sollten Sie sich im Interesse
Ihren eigenen Sicherheit vor jeder weiteren Nutzung mit Ihrem Sanitätsfachhandel
oder der Firma PRO ACTIV in Verbindung
setzen und den Schaden beheben lassen. Zur Reparatur dürfen, um Sicherheit
und Gewährleistung zu erhalten, nur
Originalteile des Herstellers verwendet
werden. Sicherungen von Schrauben und
Elementen müssen bei Reparaturen wieder
ordnungsgemäß ausgeführt werden.
ACHTUNG:
Beim Befahren von schlechten Wegen mit
Schlaglöchern und losen Steinen ist durch
achtsames Fahren das Blockieren der
Lenkräder zu vermeiden.
Zum Überwinden von Hindernissen wie
Bordsteinkanten oder Stufen muss der
Rollstuhl aktiv angekippt werden, da sich
sonst das Lenkrad am Hindernis quer stellen und blockieren kann. Hierdurch kann es
zur Beschädigung des Lenkrades oder der
Lenkradgabel und zu Verletzungen führen.
Ist ein aktives Ankippen nicht möglich, so
darf das Hindernis nicht befahren werden. Hierauf ist auch insbesondere bei der
Verwendung von Hilfs-/Zusatzantrieben zu
achten.
ACHTUNG:
Beim Rückwärtsfahren ohne Anitkippstütze
besteht erhöhte Kippgefahr nach hinten.
Daher sollten beim Rückwärtsfahren grundsätzlich Antikippstützen verwendete werden. Sollte dies nicht möglich sein, ist ggf.
durch Zuhilfenahme von anderen Personen
sicher zu stellen, dass ein Umkippen ausgeschlossen wird.
ACHTUNG:
Aufgrund der enorm hohen Kipp- und
Verletzungsgefahr sollten mit dem Rollstuhl
keine Rolltreppen befahren werden.
ACHTUNG:
Nicht ausdrücklich vom Hersteller freigegebene Modifikationen an dem Rollstuhl führen zum Verlust der Gewährleistung. Solche
Modifikationen können unüberschaubare
Sicherheitsrisiken nach sich ziehen und
sind deshalb nicht erlaubt.
ACHTUNG:
Achten Sie darauf, dass die passive
Beleuchtung an Ihrem Rollstuhl immer vorhanden, funktionsfähig und gut sichtbar ist.
8. Gewährleistung
Die Gewährleistungsbedingungen entnehmen Sie bitte der beiliegenden Vereinbarung
zur Gewährleistung bzw. den allgemeinen
Geschäftsbedingungen.
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Thank you for your participation!

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