Präsentation

Präsentation
Schreibkompetenzen von schwachen
SchreiberInnen wahrnehmen!
Anstelle einer Einführung!
Um Schreibkompetenzen und insbesondere auch Schreibprozesse von
schwachen SchreiberInnen wahrnehmen zu können, lohnt es sich, zuerst
SchreibexpertInnen bzw. versierte SchreiberInnen in den Blick zu nehmen.!
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Tagung «Unterricht konkret» – 21.9.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer!
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Verfassen Sie eine Anleitung zum Basteln eines Papierfliegers, die sich an 12-jährige
Schüler/-innen richtet.!
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21.09.2013!
Schreibprozesse bei versierten SchreiberInnen!
Situation: ich kaufe fürs Abendessen
ein!
→ Schreiben für sich!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
2!
Selbstregulation!
Situation: jemand anderes kauft für mich
das Abendessen ein!
→ Schreiben für andere!
Lern-/
Leistungsphase
Selbstkontrolle
Einsatz von Strategien
Aufmerksamkeit
fokussieren
Selbstbeobachtung
Strategien überwachen
Vorbereitungsphase
Selbstreflexionsphase
Aufgabenanalyse
Schreibziel setzen
Strategien planen
Selbstbeurteilung
Selbstevaluation
Ursachenzuschreibung
Motivationale
Überzeugungen
Selbstwirksamkeit
Ergebniserwartung
Aufgabeninteresse/Wert
Zielorientierung
Reaktion
Zufriedenheit/Affekt
Adaptiv/defensiv
Zimmerman (2008)!
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
3!
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
4!
Kooperative Schreibaufgabe:"
Bedienungsanleitung für eine Kaffeemaschine"
Helen* und Ramona* schreiben gemeinsam eine
Bedienungsanleitung"
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Aufgabenstellung:!
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1.  Wie erfassen Helen und Ramona die Aufgabenstellung?!
Versetzen Sie sich in folgende Situation: Sie
helfen in einem Jugendtreff mit. Die alte Kaffeemaschine ging kaputt, da die Jugendlichen
nicht sorgfältig mit ihr umgingen. Der Leiter
hat eine neue und sehr einfache gekauft, die er
dem Jugendtreff spendiert. Er gibt Ihnen den
Auftrag, eine Bedienungsanleitung zu verfassen,!
a)  damit die Jugendlichen für sich Kaffee
machen können und!
b)  sie sorgfältig mit der Kaffeemaschine
umgehen. (Sturm 2010)!
2.  Wie erwerben oder klären die beiden das nötige Hintergrundwissen?!
3.  Wie klären, wie lösen sie die Leserperspektive?!
4.  Wie gestaltet sich die Rollenverteilung?!
5.  Welche Probleme treten auf und wie werden sie von Helen und Ramona
gelöst?!
"
* Pseudonym
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
Film"
5!
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
Film"
6!
Schreibumgebung
Soziale Umgebung:
• Leser + Leserinnen
• Kollaborateure +
Kollaborateurinnen
Physische Umgebung:
• bisher verfasster Text
• Schreibmedium
Wirksame Förderansätze: 3 wichtige Trends!
!
1
3
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Der Schreiber / die Schreiberin
2
!
Motivation +
Emotion:
• Ziele
• Selbstkonzept,
Selbstwirksamkeit
• Einstellungen
• …
Hayes-Flower-Modell in der
revidierten Fassung von Hayes
(1996) [leicht adaptiert und
übersetzt von Sturm (2012)]!
21.09.2013!
Arbeitsgedächtnis:
• Phonolog. G.
• Visuelles/räuml. G.
• Semantisches G.
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Kognitive
Prozesse:
• Planung
• Formulierung
(inkl. Transkription)
• Revision
!
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basale Schreibfähigkeiten
!!
Schreibstrategien
+ Selbstregulation!
Schreiben als
soziale Praxis!
!
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Langzeitgedächtnis:
• Aufgaben-Schemata
• Wissen übers Thema
• Wissen über die Adressaten
• Sprachliches Wissen
• Genre-/Textmuster-Wissen
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
䚋 !jeweils in Verbindung mit spezifischen "
Feedback-Verfahren!
!
9!
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
Schreibstrategien!
Schreibstrategien explizit vermitteln!
«Strategien sind Pläne zielgerichteter Handlungen.» (Gold 2011: 37)!
«Anders als beim Kochen sind
die einzelnen Handlungen beim
Lesen oder Schreiben nicht ohne Weiteres beobachtbar: Zentrale Handlungen finden im Kopf
statt.»!
Schreibstrategien = Vorgehensweisen zur Bewältigung von ähnlichen
(Schreib-)Aufgaben bzw. zum Lösen von ‹Problemen›!
Sechs Merkmale von Strategien!
1)
2)
3)
4)
5)
6)
10!
(Sturm 2012: 32)!
!meist auf kognitive Prozesse bezogen!
!absichtsvoll!
!mit Anstrengung verbunden!
!willentlich gesteuert!
!lernförderlich!
!zwingend für den Erfolg in einer Domäne nötig!
Bildquelle: jamieoliver.com !
(Alexander, Graham & Harris 1998; Alexander 2003)!
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21.09.2013!
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21.09.2013!
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01_SB_michael_ende_7K_020407
2.4.2007
16:49 Uhr
01_SB_michael_ende_7K_020407
Seite 10
2.4.2007
16:49 Uhr
Seite 11
LESEN, SCHREIBEN
Michael Ende
Du denkst über deine
Schreibwege nach.
Der Weg zum Schreiben
Schreibstrategien explizit vermitteln"
(Die Sprachstarken"
Band 4)!
(Graham & Harris 2005)!
Hintergrundwissen!
•  Textmuster: Wie ist ein Protokoll aufgebaut?!
•  Vokabular: Was ist ein beschreibendes Detail? Was ist ein Argument?!
Diskutieren!
•  Nutzen, Anwendung und Bedeutung der neu zu erlernenden Strategie!
Modellieren!
•  Demonstration mit lautem Denken!
Memorieren!
•  Lernende memorieren die einzelnen Schritte der Prozedur!
Unterstützen!
Unabhängiges Üben!
Der berühmte erste Satz, der einen
ganzen Roman nach sich zieht
Den Schreibweg bei «Momo» beschreibt Michael
Ende so:
«Ich sollte im Auftrag eines Fernsehsenders eine
Story für einen einstündigen Film entwerfen –
dem Lukas der Lokomotivführer lebte, war nur
sehr klein.» Das sei sein erster Satz gewesen und
er habe nicht die geringste Vorstellung davon
aber mir wollte einfach nichts einfallen. Da
schenkte mir eine Bekannte, ich weiss nicht mehr
wieso, eines Tages eine alte Taschenuhr ohne Zei-
gehabt, wie der zweite hätte lauten sollen.
Keinerlei Plan zu einer Geschichte, nicht einmal
die Idee für eine Handlung besitzt Michael Ende
damals. Er lässt sich einfach ganz absichtslos von
einem Satz zum anderen, von einem Einfall zum
ger, die wirklich zu nichts mehr zu gebrauchen
war. Ich betrachtete sie eine Weile und plötzlich
stellten sich die ersten Ideen ein. Die kaputte
Taschenuhr war der Faden in der Zuckerlösung.
Allerdings dauerte es von da an noch sechs Jahre,
nächsten führen – und entdeckt so das Schreiben
als Abenteuer. Die Geschichte wächst und wächst,
bis das Buch wirklich fertig war. Einen solchen
Faden brauche ich auf jeden Fall. Freilich ist es
immer mehr Gestalten stellen sich ein, Handlungsfäden beginnen zu seinem eigenen Erstaunen durcheinander zu weben. Das Manuskript
jedes Mal etwas völlig anderes: ein Satz, den ich
irgendwo lese; eine Schaufensterdekoration; eine
merkwürdige Szene, die ich zufällig beobachte;
wird dick und dicker und ist längst über den
Umfang eines kleinen Bilderbuchs hinausge-
ein Bild, ein Schuh – es kann alles sein. Da ich es
nicht vorher weiss, überrascht es mich selbst.»
•  Je nach Lernende: mehrfaches Modellieren, Strategiediskussion
(Vergleich vorher – nachher), gemeinsames Schreiben etc.!
•  Mehrfaches angeleitetes Anwenden notwendig, wobei die Lernenden
allmählich immer mehr Verantwortung für die Anwendung übernehmen!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
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wachsen. Und als er endlich, etwa zehn Monate
später, den letzten Satz schreibt, liegt ein dickes
Manuskript vor ihm.
Lies den Text «Der Weg zum Schreiben». Beantworte die Fragen zum Text im
Arbeitsheft Seite 9–10.
Sabrina hat sich überlegt, was für sie wichtig ist, um gute Geschichten zu schreiben.
Dazu hat sie eine Zeichnung gemacht. Schaut euch das Bild genau an und
Sabrinas
Schreibweg
erklärt euch gegenseitig,
was
sie zum Schreiben einer fantastischen Geschichte
benötigt.
3
Überlegt: Was ist für euch selbst zum Schreiben einer Geschichte wichtig? Gestalte
Liesauf
den Text
«Der Weg
zum Schreiben». Beantworte
die Fragen
zum Text
im der Klasse
1
deinen eigenen Schreibweg
einem
Zeichenpapier
und stelle
dein
Bild
Arbeitsheft Seite 9–10.
vor.
4
Lies den Schreibimpuls im Arbeitsheft
Seite 11. Überlege dir noch einmal, was du
erklärt euch gegenseitig, was sie zum Schreiben einer fantastischen Geschichte
benötigt.
zum Schreiben einer eigenen
fantastischen Geschichte benötigst.
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21.09.2013!
Sabrinas Schreibweg
Michael Ende hat oft erzählt, wie sein erster
Roman «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» entstanden ist. Er habe sich an seine Schreibmaschine gesetzt und geschrieben: «Das Land, in
13!
Arbeitsheft S. 9–13
21.09.2013!
Arbeitsblatt 8–9
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Sabrina hat sich überlegt, was für sie wichtig ist, um gute Geschichten zu schreiben.
Dazu hat sie eine Zeichnung gemacht. Schaut euch das Bild genau an und
Überlegt: Was ist für euch selbst zum Schreiben einer Geschichte wichtig? Gestalte
deinen eigenen Schreibweg auf einem Zeichenpapier und stelle dein Bild der Klasse
vor.
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum
Lesen PH FHNW!
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14!
Lies den Schreibimpuls im Arbeitsheft Seite 11. Überlege dir noch einmal, was du
zum Schreiben einer eigenen fantastischen Geschichte benötigst.
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21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
15!
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
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Schreibflüssigkeit trainieren!
Die Wirkung eines Textes direkt überprüfen (Couzijn & Rijlaarsdam 2005)!
1)  Kontinuierliches Training!
2) !Kurze Sequenzen + Wiederholungen!
3)  Anschliessend: Textproduktion!
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21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
17!
21.09.2013!
Afra Sturm & Nadja Lindauer – Zentrum Lesen PH FHNW!
18!
Was this manual useful for you? yes no
Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

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