DynaMaxx Anleitung

DynaMaxx Anleitung
Bedienungsanleitung
DynaMaxx
Modell 9735
Kompressor/De-Kompressor, Limiter, Noise Gate
DynaMaxx
Bedienungsanleitung
Entwickler: Ruben Tilgner
Version 2.4 – 6/2005
Dieses Handbuch enthält eine Beschreibung
des Produkts, jedoch keine Garantien für
bestimmte
Eigenschaften
oder
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anders vereinbart, der technische Stand zum
Zeitpunkt der gemeinsamen Auslieferung
von Produkt und Bedienungsanleitung durch
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Konstruktion und Schaltungstechnik unterliegen ständiger Weiterentwicklung und
Verbesserung.
Technische
Änderungen
bleiben vorbehalten.
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Alle Rechte, Druckfehler und Irrtümer vorbehalten.
Modell 9735
Vorwort ...................................................................................................... 3
Danksagung ............................................................................................. 3
Einleitung .................................................................................................. 4
Inbetriebnahme ...................................................................................... 5
Anschlüsse ................................................................................................ 6
Technischer Hintergrund – ‘Tech Talk’......................................... 7
Ein-Band contra Multi-Band .............................................................. 8
Automatisierung der Attack-Zeit..................................................... 8
Automatisierung der Release-Zeit ..................................................10
Threshold und Ratio ............................................................................10
Double-VCA-Drive ...............................................................................11
Die Bedienelemente ............................................................................12
ACTIVE ......................................................................................................12
SIG. LED ....................................................................................................12
COMPRESS ..............................................................................................12
GAIN..........................................................................................................14
SOFT LIMIT...............................................................................................14
EFFECT-COMPRESSION .......................................................................15
DE-COMPRESSION ................................................................................15
LED DISPLAY ...........................................................................................17
NOISE GATE ............................................................................................17
SIDE CHAIN .............................................................................................17
STEREO COUPLE ....................................................................................18
Stromversorgung ....................................................................................18
Technische Daten....................................................................................19
Garantie .....................................................................................................20
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
wir danken Ihnen für das Vertrauen, das Sie uns durch den Erwerb
des SPL DYNAMAXX entgegengebracht haben. Sie haben sich mit
dem DYNAMAXX für einen Dynamik-Prozessor entschieden, der
einfachste Bedienbarkeit mit hervorragender Klang- und
Verarbeitungsqualität verbindet. Bitte lesen Sie diese Anleitung
sorgfältig, damit Sie alle Möglichkeiten des DYNAMAXX nutzen
können. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg.
Ihr SOUND PERFORMANCE LAB–Team
Beginnen möchte ich mit meinem Dank an unsere Mitarbeiter,
insbesondere Ruben Tilgner, die das hier Beschriebene erst
ermöglichten. Ihre herausragende Qualifikation und Begabung
ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für uns.
Danksagung
Den größten Dank allerdings schulde ich ihrem unerhörtem
Engagement, mit dem sie ihre Kreativität und Produktivität bei
der Verwirklichung unserer Ziele einbringen. Unsere Produkte
werden bei vielen Tests, Vergleichen und durch unsere Kunden
selbst stets mit hervorragenden Bewertungen ausgezeichnet.
Diese breite Anerkennung möchte ich denen zukommen lassen,
die sie verdienen – meinen ausgezeichneten Mitarbeitern.
Hermann Gier
DynaMaxx
3
Einleitung
Der SPL DYNAMAXX ist ein neuentwickelter Kompressor der
schwarz-blauen SPL-Analog-Serie.
Der DYNAMAXX ist ein intelligent gesteuerter Kompressor,
der selbständig Einstellungen
optimiert.
Der DYNAMAXX ist mit schaltungstechnischen Neuheiten und
neuen Schaltfunktionen ausgestattet. Ziel der Entwicklung ist ein
einfach zu bedienender Kompressor, der selbständig die
Einstellungen optimiert. Er kann sowohl sehr unauffällig arbeiten,
als auch mit dramatischen und kreativen Kompressionseffekten
aufwarten.
Adaptive Anpassung der
Zeitkonstanten = schnelle
und optimierte Bedienung.
Im DYNAMAXX sind alle Zeitkonstanten wie Attack, Decay und
Release auf musikalische Weise automatisiert. Der DYNAMAXX paßt
sich intelligent an das Eingangssignal adaptiv an und optimiert
ständig alle Parameter. So werden für jeden Moment in der Musik
optimale Kompressionsergebnisse erzielt.
Modernste VCA-Technik für
transparenten und extrem
verzerrungsarmen Klang.
Als erster Kompressor arbeitet der DYNAMAXX mit den brandneuen THAT 2181 VCAs in Parallelschaltung, die besonders transparent, neutral und verzerrungsarm arbeiten. Auch bei hohen
Kompressionsraten treten nur extrem geringe Höhendämpfungseffekte auf. Hohe tieffrequente Baßamplituden werden
problemlos pumpfrei komprimiert.
Die Einsatzgebiete:
• Stimmenbearbeitung
• Instrumentbearbeitung
• Samples redynamisieren
• Mastering
Dank der präzisen und musikalischen Automatisierung können
auch komplexe Stereoquellen bearbeitet werden. Somit
empfiehlt sich der DYNAMAXX auch als kostengünstiger MasteringKompressor.
Die Bedienung:
einfach und intuitiv! Mit
wenigen Parametern wird
eine Vielzahl komplexer
Arbeitsabläufe gesteuert.
So wird das Musikmaterial
nicht nur für einen Zeitpunkt
optimal eingestellt, sondern
über die gesamte Zeit.
Pro Kanal sind nur zwei Regler einzustellen:
Compression:
Bestimmt die Kompressionsintensität. Die Pegelreduzierung wird
im LED-Display angezeigt.
Gain:
Gleicht die Pegelreduzierung durch Kompression aus. Der
Regelbereich reicht von 0 dB bis +20 dB. Im DE-COMPRESSIONModus wird hiermit die Pegelanhebung reduziert.
Zusätzlich verfügt jeder Kanal über drei Schaltfunktionen:
Soft Limit:
Schaltet vom COMPRESSION-Modus in den LIMIT-Modus mit
Soft-Knee-Charakteristik.
Effect Compression:
Die Zeitkonstanten (speziell die Release-Zeit) werden schneller
und der Kompressioneffekt dadurch deutlicher und auffälliger.
Diese Funktion ist besonders für Einzelinstrumentbearbeitungen
interessant.
De-Compression:
Invertiert die Funktion des Kompressors und ermöglicht, hochkomprimierte Signale wieder zu dekomprimieren und mit neuer
Dynamik zu beleben. Auch hochverdichtete Samples und
Keyboardsounds gewinnen an Lebendigkeit und Dynamik.
4
DynaMaxx
Abschließend verfügt jeder Kanal über ein NOISE GATE mit ARS
(Auto-Release-Schaltung). Das Gate ist ebenfalls automatisiert
und dient hauptsächlich dem knackfreiem ‘Gaten’ von TitelAnfang und Titel-Ende. Die CLOSE-LED zeigt an, daß das NOISE
GATE schließt.
Das NOISE GATE sorgt für einen
rauschfreien Anfang und ein
sauberes Ende.
Als Anzeigeninstrumente verfügt der DYNAMAXX über zwei 20stellige LED-Ketten mit genauer 1dB-Auflösung.
Pro Kanal gibt eine Signal-LED Auskunft über ein Eingangssignal,
das lauter als - 40 dB ist.
Gut ablesbare
Anzeigeinstrumente.
Jeder Kanal verfügt über eine Relais-Hard-Bypass-Schaltung.
Für den Stereobetrieb wird die STEREO COUPLE-Funktion aktiviert, damit beide Kanäle die gleiche Steuerspannung erhalten,
um ein kohärentes Stereobild zu gewährleisten. Die
Bedienelemente des ersten Kanals inklusive ACTIVE-Schaltung
steuern dann beide Kanäle.
Jeder Kanal des DYNAMAXX ist mit einer SIDE CHAIN-Buchse
bestückt, die als Stereo-Klinkenbuchse ausgeführt ist. Über den
SIDE-CHAIN lassen sich gefilterte oder getriggerte Signale
einschleifen, um den DYNAMAXX extern zu steuern. Auf der Front
zeigt eine LED an, ob ein Signal anliegt.
Wählen Sie den Aufstellplatz des DYNAMAXX sorgfältig aus. Stellen
Sie das Gerät nicht an einem Platz mit direkter Sonneneinstrahlung oder nahe einer Heizung auf. Vermeiden Sie es, das
Gerät Vibrationen, Staub, Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit auszusetzen.
Hohe Betriebssicherheit durch
Relais-Hard-Bypass Schaltung.
STEREO COUPLE-Funktion für
Mastering-Anwendungen.
Der DYNAMAXX kann extern über
zwei SIDE CHAIN-Buchsen
getriggert werden.
Inbetriebnahme
• Öffnen Sie das Gerät nicht, weil es dadurch beschädigt werden
kann und die Gefahr eines elektrischen Schlages besteht.
• Überlassen Sie Wartungs- und Reparaturarbeiten stets einem
Fachmann. Sollte ein Fremdkörper in das Gerät gelangen,
wenden Sie sich an Ihren Fachhändler.
• Um Feuergefahr und die Gefahr eines elektrischen Schlages zu
vermeiden, darf das Gerät weder Regen noch Feuchtigkeit
ausgesetzt werden.
• Bei Blitzschlaggefahr das Netzkabel aus der Steckdose ziehen.
Wichtige Sicherheitshinweise!
• Das Netzkabel immer am Stecker aus der Steckdose ziehen,
niemals am Kabel ziehen.
• Betätigen Sie Schalter und Regler niemals gewaltsam.
• Verwenden Sie zur Reinigung keine Lösungsmittel, weil
dadurch das Gehäuse beschädigt werden kann. Benutzen Sie
ein sauberes, trockenes Tuch.
DynaMaxx
5
Input 1/L
Der DYNAMAXX ist mit XLR-Buchsen und Stereo-Klinkenbuchsen
für symmetrischen Betrieb ausgestattet. SPL hat neue hochwertige Ein- und Ausgangssymmetriestufen in Form von HybridBausteinen entwickelt. Alle Widerstände sind bis auf 0,01%
genau. Der Baustein realisiert dadurch eine Gleichtaktunterdrückung von über -80 dBu bei 1kHz.
Output 1/L
Output 1/L
Die XLR- und Klinkenbuchsen sind parallel geschaltet.
Ausgangsseitig werden also zwei Signale ausgegeben. Achten sie
darauf, daß Sie eingangsseitig entweder die XLR- oder die
Klinkenbuchsen belegt haben. Bei einer Doppelbelegung
mischen sich die beiden Eingangssignale.
Sidechain 1
Sidechain 1
Pin-Belegung: Side Chain-Insert-Buchse
Vor dem Anschließen müssen der DYNAMAXX und alle daran angeschlossenen oder anzuschließenden Geräte ausgeschaltet
werden.
Input 1/L
Spitze=Return (in), Ring=Send (out), Mantel=GND
Anschlüsse
Input 2/R
Output 2/R
Sidechain 2
WARNING
GND LIFT
Fuse:
200mA
230 V
50 Hz
VOLTAGE/FUSE
soundperformancelab.com
Fuse:
400mA
115 V
60 Hz
TO REDUCE RISK OF FIRE
OR ELECTRIC SHOCK DO
NOT EXPOSE THIS UNIT
TO RAIN OR MOISTURE.
DISCONNECT MAINS
BEFORE REMOVING COVER.
Serial #
AVIS: RISQUE DE CHOC ÉLECTRIQUE - NE PAS OUVRIR
CAUTION
RISK OF ELECTRIC SHOCK
DO NOT OPEN
Made in Germany
Sound Performance Lab
1
Spitze=Heiß (+), Ring=Kalt (-), Mantel=GND
230 V
Pin-Belegung: Stereo-Klinkenbuchse
SPL electronics GmbH
41372 Niederkrüchten
Germany
1=GND, 2=Heiß (+), 3=Kalt (-)
2
Sidechain 2
3
Output 2/R
Pin-Belegung: XLR-Buchse
XLR Wiring: 1 = GND/ 2 = (+)/ 3 = (–)
Input 2/R
6
Die nachstehende Abbildung zeigt die korrekte Asymmetrierung der symmetrischen XLR-Buchsen, falls eine unsymmetrische Verkabelung nötig sein sollte:
Eine einfache Methode, die XLR-Buchsen des DYNAMAXX asymmetrisch zu betreiben, ist die Verwendung von MonoKlinkensteckern. Stecken Sie sie in die Klinkenbuchsen, deren
XLR-Pendants asymmetriert werden sollen. Bei den XLR-Buchsen
wird dann der Kaltleiter (Pin 3) auf Masse (Pin 1) gebrückt und der
asymmetrische Betrieb hergestellt.
SIDE CHAIN: Jeder Kanal des DYNAMAXX ist mit einer SIDE CHAINStereo-Klinkenbuchse bestückt. Über den SIDE CHAIN lassen sich
gefilterte oder getriggerte Signale einschleifen, um den
DYNAMAXX extern zu steuern.
Der Einhachheit halber splittet der DYNAMAXX intern das
Originalsignal auf und führt es über den „Ring“ der SIDE CHAINBuchse für die Filterung in einem EQ wieder aus. Das Splitten am
Mischpult entfällt und das Verkabeln ist einfacher. Mit einem
Insertkabel (Y-Kabel) wird der SIDE CHAIN verkabelt. Auf dem
„Ring“ der Stereo-Kinkenbuchse wird das Originalsignal ausgegeben, welches als Eingangssignal für einen EQ verwendet wird.
Auf der „Spitze“ wird dann das gefilterte Signal des EQs als
Steuersignal zurückgeführt. Die SIDE CHAIN-LED zeigt an, ob das
Steuersignal anliegt.
DynaMaxx
In diesem Kapitel wollen wir uns dem „Tech Talk“, also den technischen Hintergründen des DYNAMAXX widmen.
Tech Talk
Der DYNAMAXX unterscheidet sich in vielem von herkömmlichen
Kompressoren. Dieses Kapitel soll dem geneigten Leser eine
allgemein verständliche Beschreibung der neuen Signalverarbeitungstechnik vermitteln.
Fangen wir einfach mit den Problemen an, die uns bei herkömmlichen Kompressoren geärgert haben:
Das Grundproblem beim Einstellen eines Kompressors sind die
sogenannten Zeitkonstanten Attack (Ansprechzeit), Decay
(Abfall), Sustain (Haltedauer) und Release (Ausschwingzeit), kurz
ADSR genannt. Die wichtigsten Zeitparameter sind Attack und
Release. Meistens sind die Parameter Decay und Sustain nicht
beeinflußbar, spielen aber auch eine untergeordnete Rolle.
Die Probleme beim Einstellen
herkömmlicher Kompressoren.
Die (falsch eingestellten) Zeitkonstanten sind im wesentlichen
verantwortlich für die bekannten Pump- und Atmungseffekte,
sowie dem Durchschlagen von schnellen Transienten und ähnlichem mehr. Die Parameter Threshold (Schwellwert) und Ratio
(Kompressionsverhältnis) sind schon etwas einfacher einzustellen, obwohl Kompressoren oft zur Mattigkeit in den Höhen bei
höheren Kompressionsraten neigen, was besonders bei Sprachund Gesangsaufnahme nachteilig ist.
Stellt man einen Kompressor ein, so fährt man während des
Mischens in der Regel den lautesten Moment des zu bearbeitenden Tracks an und stellt die Zeitkonstanten möglichst optimal
auf diesen Moment ein. Leider stellt man nur allzuhäufig fest, daß
für fast die gesamte Restdauer der Kompressor nicht optimal
eingestellt ist. Hinzu kommt, daß auch Musikinstrumente ihre
Eigenheiten haben und mit unterschiedlichem Ein- und
Ausschwingverhalten die optimale Kompressionseinstellung fast
unmöglich machen.
Statische (feste)
Zeitkonstanten findet man
nicht in der Musik. Daher sind
auch meistens die Zeitkonstanten nicht optimal
eingestellt.
Benutzt man einen Kompressor während des Einspielens von
beispielsweise einem Gesangspart, dann ist es fast unmöglich
eine optimale Kompression zu finden. Da heutzutage häufig auf
ein Digitalformat aufgenommen wird, ist die Ausnutzung des
Headrooms bei gleichzeitigem Schutz vor Clipping von großer
Bedeutung. Die Dynamik in einem Gesangspart kann allerdings
so groß sein, daß es nötig ist, während der Aufzeichnung nachzuregeln. Je schlechter die Mikrofontechnik, desto schwieriger wird
diese Arbeit.
Der DYNAMAXX löst die genannten Probleme automatisch. Seine
Zeitkonstanten passen sich intelligent an das Musiksignal an und
optimieren sie sozusagen „on the fly“. Threshold und Ratio
werden gemeinsam mit dem COMPRESS-Regler eingestellt. Die
neuen, extrem verzerrungsarmen THAT VCAs 2181 in „Double
Drive“-Anordnung komprimieren ohne Höhendämpfung und mit
minimalsten Verzerrungen.
DynaMaxx
Der DYNAMAXX paßt die
Zeitkonstanten automatisch
an das Musiksignals an.
7
Die Multi-Band-Technik teilt
das Audiosignal in mehrere
Bänder auf, um die Beeinflussung von tiefen auf hohe
Frequenzen (Nachmaskierungseffekte) zu unterbinden.
Ein Band statt Multi-Band
Die Multi-Band-Technik wurde eingeführt, um dem Kompressor
das Pumpen abzugewöhnen, indem man den sogenannten
„Nachmaskierungseffekt“ überlistete.
Nachmaskierungseffekte entstehen, wenn beispielsweise eine
Bass-Drum komprimiert wird und kurze Zeit später z. B. eine HiHat noch durch die (zu lange) Release-Zeit mitbearbeitet wird.
Dadurch klingt die Hi-Hat anfangs dumpf und bekommt erst mit
auslaufender Release-Zeit die originale Klangfarbe wieder.
In der Multi-Band-Technik splittet man nun den Frequenzbereich in mehrere Bänder, die dann unterschiedlich bearbeitet
werden können. So hat die Bass-Drum-Kompression keinen
Einfluß mehr auf die hochfrequente Hi-Hat. Das klingt zunächst
recht plausibel und war auch für lange Zeit der einzig gangbare
Weg.
Die Double-Drive®-Technik des DYNAMAXX in Verbindung mit
den neuen THAT-VCAs und der intelligenten Zeitkonstantenregelung macht nun einen Multiband-Ansatz überflüssig. Es
ergeben sich zwei entscheidene Vorteile:
Phasenprobleme und zu viele
einstellbare Parameter sind
die klaren Nachteile der MultiBand-Technik.
Die Ein-Band-Technik des
DYNAMAXX überwindet den
Nachmaskierungseffekt durch
intelligente Zeitkonstantenanpassung und ist um ein
Vielfaches schneller
einstellbar.
1. Es ist bekannt, daß die Multiband-Technik klanglich einen
entscheidenden Nachteil aufweist, dessen Bedeutung erst jetzt
richtig eingeschätzt wird: Da das Signal in mehrere Bände aufgesplittet wird, muß es nach der Bearbeitung auch wieder zu einem
Signal zusammengesetzt werden. In dem dafür verantwortlichen
Summierverstärker entstehen Phasenverschiebungen, da die
unterschiedlichen Bearbeitungen in den einzelnen Bänden zu
unterschiedlichen Phasenlaufzeiten führt. Das Ergebnis ist ein
inkohärentes Signal, das in hörbarem Maße klangliche
Färbungen aufweist.
2. Die Zeitersparnis bei der Arbeit mit dem DYNAMAXX ist
gewaltig. Bei einem Multiband-Kompressor muß man für jedes
Band Zeitkonstanten, Gain, Threshold und Ratio einstellen. Das
sind bei einem Vier-Band-Kompressor schon 20 einzustellende
Parameter – der DYNAMAXX braucht nur 2!
Automatisierung der Attack-Zeit
Wenden wir uns jetzt der Technik zu, mit der die Zeitkonstanten
des DYNAMAXX automatisiert werden. Anhand eines Beipiels
wollen wir zunächst das Problem von fest eingestellten AttackZeiten verdeutlichen:
Ein Beispiel verdeutlicht die
Problematik der Einstellung
einer festen Attack-Zeit.
8
Bei einem E-Baß kann der Ton einerseits sehr weich einsetzen,
andererseits aber auch rasend schnell ansteigen wie beispielsweise beim Slappen. Stellt man die Attack-Zeit auf minimale
Ansprechzeit, läßt sich der Slap zwar „einfangen“, aber für die
nachfolgenden stehenden Töne bedeutet diese schnelle AttackZeit eine Zunahme der Verzerrungen, da die Steuerspannung im
Kompressor genauso schnell ansteigt wie die kleinste
Schwingung des Musiksignals.
DynaMaxx
Dieses Verhalten bezeichnet man auch als „Wellenreiten“. Ist die
Attack-Zeit entsprechend länger gewählt, entstehen zwar keine
zusätzlichen Verzerrungen mehr, aber der Slap geht unkomprimiert als Peak durch. Das Problem ist allgemein bekannt. Daher
integrieren manche Hersteller einen separaten Peak-Limiter, der
die schnellen Transienten abfängt, die aufgrund der zu
langsamen Attack-Zeit im Kompressor durchgelassen wurden.
Aber auch diese Lösung ist nicht optimal, da erstens das
Audiosignal durch zwei VCA-Stufen muß, was die Klangqualität
und den Dynamikumfang reduziert und zweitens wieder mehr
einzustellen ist, als nötig.
Probleme beim Einstellen der
Attack-Zeit:
Der DYNAMAXX benötigt keinen Peak-Limiter, da er sich so
schnell auf eine Transiente einregeln kann, daß sie nicht als Peak
durchgeht. Die Geschwindigkeit der sich nachregelnden
Zeitparameter ist so hoch, daß die Kennlinie des Kompressors
eingehalten werden kann.
Der DYNAMAXX benötigt keinen
separaten Peak-Limiter
• Attack zu schnell >
„Wellenreiten“
• Attack zu langsam>
Peak schlüpft durch
So regelt der DYNAMAXX die Attack-Zeit
Der DYNAMAXX reduziert in dem Moment, wo der Slap kommt,
innerhalb von wenigen Mikrosekunden seine Attack-Zeit auf bis
zu 50µs, um diesen Peak abzufangen, dann aber wieder auf eine
langsamere Attack-Zeit zurückfahren (bis zu 10ms). Dadurch
werden Verzerrungen und Pumpen vermieden.
Auch bei einem kompletten Stereo-Mix ist das Regelverhalten
des DYNAMAXX vorteilhaft, da beispielsweise Drum-Peaks unmerklich mit sehr schnellen Attack-Zeiten verarbeitet werden, nachfolgende Signalanteile mit langsameren Anstiegszeiten hingegen
keine Verzerrungen hinzuaddiert bekommen. Nachmaskierungseffekte werden weitestgehend minimiert. Atmen und Pumpen
kommt beim DYNAMAXX im normalen Kompressionsmodus
eigentlich nicht mehr vor, es sei denn, ein solcher Effekt ist
gewünscht und wird bewußt provoziert durch übertrieben hohe
COMPRESS-Werte in Verbindung mit aktivierter EFFECT
COMPRESSION und SOFT LIMIT.
Automatisch werden die
Attack-Zeiten an die
Signalcharakteristik angepaßt:
• Transienten > schnelle
Attack-Zeit (50µs)
• Stehende Töne > langsame
Attack-Zeit (bis 10ms)
Die Technik der Attack-Zeiten-Steuerung
Das Ausgangssignal der Attack-Regelstufe wird ständig mit
dem Eingangssignal der Attack-Regelstufe verglichen. Zeigt
dieser Vergleich, daß die Attack-Zeit zu groß ist und so eine
Transiente (schneller Signalanteil) mit unerwünscht hohem
Pegel den Kompressor durchlaufen würde, so wird eine zweite
Regelstufe aktiviert, die innerhalb von wenigen Mikrosekunden
die Attack-Zeit neu einstellt bzw. verkürzt, so daß der Peak abgefangen wird. Das Vergleichen und neue Einstellen des AttackParameters erfolgt so schnell, daß es akustisch nicht
wahrnehmbar ist. Im Vergleich zu herkömmlichen Kompressoren
wird im DYNAMAXX auch auf doppelt so steile Filterungen, nämlich
12 dB-Filter im Vergleich zu herkömmlichen 6 dB-Filtern, zurückgegriffen. Dadurch wird die Präzision verdoppelt und das
Erkennen und Verarbeiten von Transienten verbessert.
DynaMaxx
Durch Vergleich und
Nachregeln zweier aufeinanderfolgender Regelstufen
können sowohl steilflankige
Peaks eingefangen als auch
„Wellenreiten“ vermieden
werden.
9
Automatisierung der Release-Zeit
Zuerst wollen wir beschreiben, was passiert, wenn die ReleaseZeit zu kurz eingestellt ist: Der Kompressor wird in diesem Fall
nach dem Ausschwingen der kurzen Release-Zeit das
Programmaterial auf den eingestellten Gain-Wert hochziehen.
Dieses Aufatmen ist sehr unangenehm. Besonders wenn leise
Passagen in der Musik auftreten wie beispielsweise
Flächensounds, die hochgezogen werden und beim nächsten
lauteren Signal wieder abfallen.
Ist die Release-Zeit zu lang, so wird ein herkömmlicher
Kompressor nach jedem lauten Peak den Ausgangspegel reduzieren und erst nach der eingestellten Release-Zeit den zuvor
eingestellten Gain-Wert erreichen. So würden Klänge, die unmittelbar diesem lauten Peak folgen, zu leise wiedergegeben
werden. Das Klangbild beginnt zu schwimmen und zu pumpen.
Es wird auch keine hohe Lautheit erzielt.
Der DYNAMAXX berechnet
„Multi-Release-Zeiten“
aus dem laufenden
Programmaterial:
Große und schnelle
Pegeldifferenz =
schnelle Release-Zeit.
Kleine und langsame
Pegeldifferenz =
langsame Release-Zeit.
Insgesamt: Immer das optimale Ausschwingverhalten.
Damit dieser Effekt nicht auftritt, mißt der DYNAMAXX einen
durchschnittlichen Pegel des Musiksignals. Tritt ein kurzer lauter
Pegel im Musiksignal auf (z. B. Bass-Drum, Snare), so wird dieser
mit einer sehr schnellen Release-Zeit nahezu unhörbar auf den
berechneten Mittelwert zurückgefahren und nicht auf den
eingestellten Threshold. Würde der Kompressor auf den
Threshold
zurückfahren,
entstünden
die
bekannten
Pumpeffekte, da nun jedes leise Signal um den eingestellten
Gain-Wert verstärkt würde.
Abhängig von der Differenz zwischen dem Peak und den
berechnetem Mittelwert wird nun die Release-Zeit gesteuert. Bei
einem großen Dynamiksprung fährt der DYNAMAXX das Signal
schnell, bei einem geringen Dynamiksprung hingegen langsam
zurück. Ermöglicht wird diese Steuerung durch ein komplexes
Kondensator-Widerstands-Netzwerk, das dynamische ReleaseZeiten berechnet, sogenannte „Multi-Release-Times“.
Threshold und Ratio
Die Werte für Threshold
und Ratio sind nie statisch,
sondern passen sich
immer den aktuellen
Pegelverhältnissen an.
Threshold (Schwellenwert) und Ratio (Kompressionsverhältnis)
werden gemeinsam über den COMPRESS-Regler eingestellt. Je
weiter der COMPRESS-Regler nach rechts gedreht wird, umso
weiter verschiebt sich der Threshold nach unten, so daß mehr
Programmaterial bearbeitet wird. Gleichzeitig vergrößert sich
das Kompressionsverhältnis bis maximal 3:1.
Wählt man also nur einen geringen Compress-Wert, so werden
nur die Pegelspitzen komprimiert, da der Threshold relativ hoch
liegt. Möchte man eine intensivere Komprimierung, dreht man
einfach den COMPRESS-Regler weiter nach rechts. Nun werden
auch leisere Anteile des Programmaterials mitbearbeitet.
Gleichzeitig erhöht sich das Kompressionsverhältnis. Dennoch
sind diese Werte nie statisch, sondern sie passen sich immer den
aktuellen Pegelverhältnissen an. Pegelspitzen werden automatisch mit einer höheren Ratio in unauffälliger Soft-KneeCharakteristik bearbeitet.
10
DynaMaxx
Die Double-Drive®-Technik
Die Double-Drive-Technik benötigt zwei VCAs pro Kanal, die sich
die Arbeit für den positiven und den negativen Strompfad teilen.
Für große Pegelsprünge benötigt man so nur noch die Hälfte der
sonst üblichen Steuerspannung. Dadurch laufen die Transistoren
der VCAs nicht mehr Gefahr, in die Sättigung zu geraten, was zum
unliebsamen „Offset-Noise“ führen würde. Als Offset-Noise
bezeichnet man hörbares Klicken oder Ploppen, das durch eine
Steuerspannung mit großer Dynamik entsteht und im VCA einen
Offset-Sprung verursacht.
Gegenüber dem allseits beliebten DBX 2150-VCA ist das neue
THAT 2181-VCA noch weniger anfällig für hörbare OffsetSprünge. Die konsequente Differenzansteuerung führt im
Signalweg zu äußerst guten Werten. Die Abbildung zeigt das
Prinzip der Schaltung:
Abbildung:
Unübertroffene
Verzerrungsarmut und überragende Klangqualität – die
neuen „2181 Super-VCAs“
von THAT Corporation in SPLs
Double-Drive®-Schaltung.
Das Audiosignal durchläuft parallel zum Original einen zweiten
Weg, diesen jedoch gegenphasig. Hinter den VCAs führen beide
Signale auf einen Differenzverstärker. Der Effekt dieser
Schaltungstechnik ist, daß alle durch die Bearbeitung anfallenden unerwünschten Nebenprodukte, die hinter den VCAs
gleichphasig anliegen, durch die Gleichtaktunterdrückung
(CMRR) des Differenzverstärkers um über 50 dB gedämpft
werden, die ursprüngliche Information wird dagegen um 6 dB
verstärkt.
Verbesserungen in der Praxis
Natürlich läßt sich das Eigenrauschen der VCAs nicht um 50 dB
reduzieren, da es sich beim Rauschen um stochastische Signale
handelt, deren Beträge am Differenzverstärker sogar im Mittel
noch um den Faktor 2 verstärkt werden. Berücksichtigt man
jedoch gleichzeitig die Signalverstärkung von 6 dB, so ist eine
Verbesserung des Rauschens von 3 dB erzielbar. Viel besser sieht
es beim Klirrfaktor aus. Obwohl Klirrspektren von positiver und
negativer Halbwelle nicht vollkommen identisch sind, sieht man
sich plötzlich mit den Grenzen des Meßgeräts konfrontiert.
Gleiches gilt für die Intermodulationsverzerrungen und das
Steuerspannungsübersprechen. Letzteres gelangt gleichphasig
in die VCAs und ist deshalb stark unterdrückt.
DynaMaxx
11
Bedienelemente
2
10
8
3
4
Active
6
1 9
1
11
5
7
Die ACTIVE-Funktion schaltet den DYNAMAXX ein oder aus. Die
STATUS-LED zeigt an, daß der DYNAMAXX aktiviert ist.
Die Active-Schaltung ist als Relais-Hard-Bypass-Schaltung
ausgeführt und sorgt für die direkte Umleitung der Eingänge auf
die Ausgänge, falls auf primärer oder sekundärer Seite der
Spannungsversorgung ein Stromfehler auftritt oder das Gerät
abgeschaltet wird.
Wird der DYNAMAXX im STEREO COUPLE-Modus (vgl. Punkt 11)
betrieben, so ist der ACTIVE-Schalter des Kanal 1 auch für Kanal 2
zuständig. Die Status-LED im zweiten Kanal wird ebenfalls
aufleuchten, wenn der erste Kanal aktiviert wird.
Signal LED
2
Die SIGNAL-LED zeigt an, ob ein Audiosignal am Eingang anliegt
und dessen Pegel -40dB überschreitet.
Die LED-Anzeige dient als Hilfsmittel, um in einer komplexen
Studioverkabelung schnell erkennen zu können, ob ein Signal
tatsächlich am DYNAMAXX ankommt.
Compress
12
3
Mit dem COMPRESS-Regler werden Threshold und Ratio gleichzeitig eingestellt. Je weiter der COMPRESS-Regler nach rechts
gedreht wird, umso intensiver wird die Kompression, da durch
den sinkenden Threshold in zunehmendem Maße leisere Signalanteile mit komprimiert werden und gleichzeitig die Kompressionsrate erhöht wird. Allerdings sind die Werte abhängig vom
Originalsignal. Sehr laute Signalanteile werden immer mit einer
größeren Kompressionsrate bearbeitet als leisere Signalanteile.
Der COMPRESS-Reglers arbeitet mit einer Soft-Knee-Charakteristik, die weiterentwickelt wurde, um sich den dynamischen
Veränderungen im Originalsignal anpassen zu können.
DynaMaxx
Im LED-Display (siehe Punkt 5) wird die Pegelreduzierung durch
die eingestellte Kompression angezeigt.
Der Gesamtpegel sinkt naturgemäß mit steigender
Kompression ab. Mit dem GAIN-Regler kompensieren Sie den
Pegelverlust (vgl. hierzu Punkt 4). Für einen präzisen Vergleich
sollten Sie sich eines PPM-Meters bedienen. Fahren Sie den GAINRegler solange nach rechts bis gleiche Peak-Pegel am PPM-Meter
angezeigt werden. Durch den A/B-Vergleich hören Sie dann die
Lautheitszunahme durch den Einsatz des Kompressors.
Beispiele zur Einstellung des Compress-Reglers
1. Sie möchten eine geringe Kompression erreichen und drehen
den COMPRESS-Regler soweit auf, bis die LED-Anzeige ca. 2-3 dB
Pegelreduktion anzeigt. Wird der COMPRESS-Regler nun weiter
nach rechts gedreht, so verscheibt sich der Threshold nach unten,
so daß mehr Programmaterial bearbeitet wird. Gleichzeitig
vergrößert sich das Kompressionsverhältnis bis maximal 3:1.
Beispiele zur Einstellung des
COMPRESS-Reglers.
2. In einem Musiktitel sind einige Pegelspitzen mit unterschiedlichem Spitzenpegel und unterschiedlicher Beschaffenheit zu
bearbeiten. Jeder Peak müßte – ernstgenommen – mit anderen
Ratio-Werten und vielleicht auch anderen Zeitkonstanten bearbeitet werden. Der DYNAMAXX erledigt diese Aufgabe automatisch. Die Pegelspitzen werden, entsprechend ihrem aktuellen
Wert, mit einem intensiveren Kompressionsverhältnis bearbeitet
als leisere Signalanteile. Die Zeitkonstanten werden anhand von
Anstiegs- und Ausschwingzeit nachgeregelt. Dies alles führt zu
einer sehr unauffälligen Arbeitsweise, die für fast alle Audioanwendungen richtigere Parametereinstellungen bereithält.
Die nachstehende Messung zeigt die Regelkennlinie des
DYNAMAXX im normalen Kompressionsmodus. Der GAIN-Wert
bleibt bei 0 dB und kompensiert nicht für die sinkende Lautstärke
durch Zunahme der Kompression.
Messung 1:
normaler
Kompressionsmodus
COMPRESS-Regler auf drei
Werte eingestellt: 2, 4 und 7
GAIN auf 0 dB
DynaMaxx
13
Gain
4
Mit dem GAIN-Regler kompensieren Sie die Veränderung des
Gesamtpegels. In den Funktionen COMPRESSION, EFFECT
COMPRESSION (Punkt 6) und SOFT LIMITER (Punkt 5) sinkt der
Gesamtpegel mit steigender Bearbeitungsintensität, also je
weiter der COMPRESS-Regler im Uhrzeigersinn bewegt wird.
Sie kompensieren die Pegelreduktion, in dem Sie den GAINRegler im Uhrzeigersinn drehen und dadurch den
Ausgangspegel erhöhen, bis dieser wieder der Lautheit des
Eingangspegels entspricht. Nutzen Sie den ACTIVE-Schalter zum
regelmäßigen Vergleich.
Wird der DYNAMAXX im Premastering eingesetzt, so hilft das LEDDisplay, die gewonnene Lautheit abzulesen. Hierzu fährt man die
lauteste Stelle an und stellt den GAIN-Regler so ein, daß bei
erfolgter Kompression der Peak-Pegel 0dB auf dem LED-Display
anziegt. Für alle leiseren Passagen kann man jetzt die gewonnene
Lautheit ablesen.
Ist die DE-COMPRESSION-Funktion aktiviert (Punkt 7), so wird
mit dem GAIN-Regler die Spitzenpegelzunahme kompensiert.
Jetzt reduziert der GAIN-Regler die Ausgangslautstärke, wenn er
im Uhrzeigersinn bewegt wird.
Soft Limit
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In der SOFT LIMIT-Funktion bearbeitet der DYNAMAXX nur die
Spitzenpegel. Es werden also keine leisen Signalanteile hochgezogen wie beim Einsatz des Kompressors. Die auftretenden
Spitzenpegel oder Peaks werden durch den Soft Limiter
geglättet, so daß eine bessere Ausnutzung des Headrooms der
Aufnahmemaschine möglich ist.
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Mit aktivierter SOFT LIMIT-Funktion wird der COMPRESS-Regler
zum Regler für die Intensität des Limiting. Im wesentlichen wird
jetzt nur noch der Threshold bestimmt, der absinkt, je weiter der
Regler nach rechts gedreht wird. Der Ratio-Wert bleibt bei :1
(maximales Kompressionsverhältnis). Im Gegensatz zu einem
Hard-Limiter arbeitet ein Soft-Limiter unauffälliger und akustisch
angenehmer. Er regelt weich in die Pegelbegrenzung hinein. Die
nachfolgende Messung zeigt die verschiedene Regelkennlinien:
Messung 2:
SOFT LIMIT-Modus
COMPRESS-Regler auf drei
Werte eingestellt: 2, 4 und 7
GAIN auf 0 dB
14
DynaMaxx
Durch Aktivieren der EFFECT COMPRESSION-Schaltung wird die
Automatisierung der Release-Zeit ausgeschaltet und auf einen
festen und sehr kurzen Wert von 60 ms eingestellt. Die
Automatisierung der Attack-Zeit wird von der EFFECT
COMPRESSION-Schaltung nicht beeinflußt. Ist der DYNAMAXX im
EFFECT COMPRESSION-Modus, so läßt sich eine höhere Lautheit
erzielen, als im normalen COMPRESSION-Modus.
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Effect Comp.
Die Release-Zeit wird sehr kurz
(60 ms) und führt so zu
hörbaren Kompressionseffekten, aber auch zu einer
erhöhten Lautheit.
Das bearbeitete Audiosignal schnellt nach abgelaufener
Release-Zeit immer wieder bis auf den eingestellten Gain-Wert
zurück, so daß auch hörbare Kompressioneffekte, wie Pumpen
und Atmen, auftreten können. Diese Schaltung ist interessant,
wenn Sie Loops oder Einzelinstrumente wie E-Baß, Toms, Snare
etc. mit auffälligen Kompressionseffekten belegen möchten.
Sie können an der Geschwindigkeit der LED-Anzeige sehen, wie
sich die Bearbeitung beschleunigt.
Die DE-COMPRESSION-Schaltung invertiert die Funktion des
Kompressors, so daß ein Signal mit einem geringen
Dynamikumfang „dynamisiert“ wird und einen größeren
Dynamikumfang erhält.
7 De-Compression
Speziell wenn Sie „Konservensounds“ aufwerten wollen, ist die
DE-COMPRESSION-Schaltung ein sehr nützliches Werkzeug.
Samplesounds sind in der Regel so hoch komprimiert, daß die
Lebendigkeit verloren geht. Dies wirkt sich besonders negativ auf
die Gestaltung von Loops aus. Speisen Sie ein solches Sample in
den DYNAMAXX und de-komprimieren Sie das Signal, bis es einen
Dynamikumfang erhält, der dem natürlichen nahe kommt.
Einzigartige
DE-COMPRESSION-Funktion
Invertiert die Funktion des
Kompressors und macht aus
kleinen Pegelabständen große
Pegelsprünge.
Besonders interessant ist die Bearbeitung eines Stereo-Loops
mit zwei Kanälen des DYNAMAXX, die weder miteinander gekoppelt sind (STEREO COUPLE aus) noch gleich eingestellt werden:
Stellen Sie beispielsweise den linken Kanal auf EFFECTCOMPRESSION und stellen Sie den COMPRESSION-Regler auf 7
oder 8. Das Signal beginnt (hoffentlich) zu pumpen und zu atmen.
Wir gehen jetzt einmal davon aus, daß Sie genau dies wollen, um
einen Sound innerhalb Ihres Mix zu kreieren, der eher „kaputt“
oder dreckig klingt. Den rechten Kanal nutzen Sie im DeCOMPRESSION-Modus bei zusätzlich aktivierter EFFECT
COMPRESSION und gedrückter SOFT LIMIT-Schaltung. Auch hier
stellen Sie den COMPRESSION-Regler bis auf 7 oder 8.
Kompensieren Sie für beide Kanäle die Pegelreduktion (linker
Kanal) und die Pegelanhebung (rechter Kanal) mit den GAINReglern. Das Ergebnis ist sehr verblüffend!
Bearbeitet man Drum-Sounds mit der DE-COMPRESSIONFunktion, so erhalten die Drums ein kürzeres Zeitverhalten,
wodurch sie im Mix weniger „Platz“ einnehmen und mehr Raum
für andere Instrumente bieten. Der Mix kann deutlich transparenter werden.
DynaMaxx
Hier wird beschrieben, wie Sie
interessante bis verrückte
Sounds durch Kombinationen
der DYNAMAXX-Funktionen
erzielen können.
So wird die DE-COMPRESSIONFunktion im Mix sinnvoll
eingesetzt.
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De-Compression
Die aktivierte
DE-COMPRESSION-Funktion
invertiert auch den Verlauf
des GAIN-Reglers.
7
Während bei den Funktionen COMPRESSION, SOFT LIMIT und
EFFECT-COMPRESSION eine Drehung des GAIN-Reglers (4) im
Uhrzeigersinn zu einer Erhöhung des Ausgangspegels führt, ist
diese Funktion bei aktivierter DE-COMPRESSION invertiert und
eine Drehung im Uhrzeigersinn senkt der Ausgangspegel!
Die DE-COMPRESSION-Funktion ist nur sehr bedingt geeignet,
komplexe Stereo-Mixes zu bearbeiteten, da sie einen unmusikalischen Pegelverlauf für einen gesamten Mix besitzt.
Die nachfolgende Messung zeigt verschiedene Kennlinien für
den DE-COMPRESSION-Modus:
Messung 3:
DE-COMPRESSION-Modus
COMPRESS-Regler auf drei
Werte eingestellt: 2, 4 und 7
GAIN auf 0 dB
Wenn der SOFT LIMIT-Modus zum DE-COMPRESSION-Modus
hinzugeschaltet wird, kann man gut erkennen, daß die
Bearbeitungsintensität zunimmt. Insbesondere die Pegelspitzen
werden jetzt noch intensiver hervorgehoben.
Messung 4:
DE-COMPRESSION-Modus
plus SOFT LIMIT-Modus
COMPRESS-Regler auf drei
Werte eingestellt: 2, 4 und 7
GAIN auf 0 dB
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DynaMaxx
Der DYNAMAXX verfügt über zwei 20-stellige LED-Ketten mit
genauer 1dB-Auflösung als Anzeigeinstrumente. Der Wertebereich geht von -10 dB bis +9 dB.
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LED-Anzeige
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Noise Gate
Wenn Sie einen Kompressionswert am DYNAMAXX eingestellt
haben, so zeigt Ihnen die LED-Kette die entsprechende
Pegelreduktion an. Diese Reduktion kompensieren Sie durch den
Gain-Regler. Sie können die entsprechende Pegelaufholung
ebenfalls an der LED-Anzeige verfolgen. So können Sie genau
ablesen, wieviel dB Sie hinzuaddieren.
Ist die DE-COMPRESSION-Schaltung aktiviert, zeigt Ihnen die
LED-Anzeige die Pegelzunahme durch die „Re-Dynamisierung“
an.
Der DYNAMAXX verfügt pro Kanal über ein NOISE GATE mit ARS
(Auto-Release-Schaltung). Das NOISE GATE ist wie der Kompressor automatisiert und dient dem knackfreiem ‘Gaten’ von TitelAnfang und Titel-Ende. Es ist nicht geeignet, um ein aufwendiges
‘Gaten’ von Toms oder auch ein ‘Herausgaten’ von einer Snare o. ä.
durchzuführen.
Bei der Entwicklung der ARS-Schaltung ist hoher Wert auf das
Verhalten beim Ausklingen eines Songs oder Instruments mit
Hallfahne oder langer Ausschwingzeit gelegt worden. Das Gate
soll sehr weich arbeiten und die Hallfahne bis zu -70 dB im
Pegelabfall „begleiten“ bevor es dann entgültig schließt. Hört ein
Signal abrupt auf, so schließt auch das NOISE GATE entsprechend
schnell.
Das NOISE GATE begleitet
musikalisch automatisiert
selbst Hallfahnen bis zu -70 dB.
Die ARS-Schaltung „merkt“ sich den Pegelsprung zwischen
dem Musiksignalpegel und dem über den NOISE GATE-Regler
eingestellten Threshold. Ist diese Differenz groß, so wird eine
schnelle Release-Zeit eingeregelt. Ist die Differenz hingegen
klein, so wird eine entsprechend langsamere Release-Zeit
gefahren.
Die CLOSE-LED zeigt an, daß das NOISE GATE schließt.
Jeder Kanal des DYNAMAXX ist mit einer SIDE CHAIN-Buchse auf
der Rückseite bestückt, die als Stereo-Klinkenbuchse ausgeführt
ist. Über den SIDE CHAIN lassen sich gefilterte oder getriggerte
Signale einschleifen, um den DYNAMAXX extern zu steuern.
10
Side Chain
Die LEDs auf der Front zeigen durch ihr Aufleuchten für jeden
Kanal getrennt an, ob das eingespeiste Steuersignal einen akzeptablen Pegel aufweist und in der Lage ist, den DYNAMAXX zu triggern.
Beispiel: Sie möchten, daß der DYNAMAXX nur auf ein
bestimmtes Ereignis oder ein bestimmtes Instrument reagiert.
Hierzu speisen Sie das Originalsignal in einen Equalizer, mit dem
Sie die entsprechenden Frequenzen stark verstärken.
DynaMaxx
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Side Chain
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Der Einhachheit halber splittet der DYNAMAXX intern das
Originalsignal bereits auf und führt es über den „Ring“ der SIDE
CHAIN-Buchse für die Filterung in einem EQ wieder aus. Das
Splitten am Mischpult entfällt, was das Verkabeln einfacher
macht. Mit einem Insertkabel (Y-Kabel) wird der SIDE CHAIN
verkabelt. Auf dem „Ring“ der Stereo-Kinkenbuchse wird das
Originalsignal ausgegeben, welches als Eingangssignal für einen
EQ verwendet wird. Auf dem „Tip“ wird dann das gefilterte Signal
des EQs als Steuersignal zurückgeführt. Die SIDE CHAIN-LED zeigt
an, ob das Steuersignal anliegt.
Stereo Couple
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Für den Stereobetrieb wird die STEREO COUPLE-Funktion aktiviert, damit beide Kanäle die gleiche Steuerspannung erhalten,
um ein kohärentes Stereobild zu gewährleisten.
Die Bedienelemente des ersten Kanals inklusive ACTIVESchaltung steuern dann beide Kanäle. Die ACTIVE-LED des
zweiten Kanals wird durch den ersten Kanal mitgesteuert. Sie
geht aus, wenn der linke ACTIVE-Schalter ausgeschaltet wird und
umgekehrt.
Die CLOSE-LED des zweiten Kanals läuft unabhängig von der
CLOSE-LED des ersten Kanals. Sie übernimmt dennoch die
Steuerspannung des ersten Kanals.
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DynaMaxx
Das Netzteil ist das Herz eines Gerätes – je sauberer es arbeitet,
um so besser klingen die Ergebnisse. Wir legen daher besondere
Sorgfalt auf die Stromversorgung.
Stromversorgung
Das Netzteil ist um einen Ringkerntransformator aufgebaut, der
aufgrund seines minimalen Streufeldes kein elektronisches
Brummen oder mechanisches Geräusch verursacht.
Die primäre Spannung kann zwischen 230 V/50 Hz und 115
V/60 Hz umgeschaltet werden.
Die Verbindung zwischen Betriebsmasse und Gehäuse kann
mit der GND LIFT-Schaltoption aufgetrennt werden. Brummanteile können so beseitigt werden.
Die GND-LIFT-Schaltoption hilft
Brummschleifen zu beheben.
Transformator, Stromkabel wie auch Kaltgerätebuchse entsprechen den VDE-, UL- und CSA-Bestimmungen.
Auf der Sekundärseite des Netzteils filtert eine RC-Kombination
netzseitige Rausch- und Brummspannungen heraus. Die
Halbwellen werden mit 10000µF für den positiven und negativen
Pfad geglättet.
Großzügige Siebungen,
Glättungen und Kalibrationen
sorgen für eine stabile und
saubere Betriebsspannung.
Präzisionsspannungsregulatoren sorgen für eine Kalibration
der symmetrischen Spannungsversorgung, denn schon wenige
Millivolt Abweichung können zu hörbaren Veränderungen
führen.
Eine aufwendige Baugruppenentkopplung sorgt dafür, daß
eine hohe Signaltrennung zwischen den Audio- und den Steuerspannungen gewährleistet wird.
DynaMaxx
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Technische Daten
Eingänge & Ausgänge
Instrumentationsverstärker, elektronisch symmetriert
(differential), transformerlos
Nominaler Eingangspegel ........................... +6dB
Eingangsimpedanz ........................................ = 22 kOhm
Ausgangsimpedanz ....................................... < 600 Ohm
Max. Eingangspegel ....................................... +24dBu
Max. Ausgangspegel ...................................... +22,4dBu
Minimale Anschlußlast .................................. 600 Ohm
Hard-Bypass-Schalter ..................................... ja
Power-Fail-Safety ............................................. ja
Messungen
Frequenzbereich ............................................. 20 Hz - 100 kHz
(100 kHz = -3 dB)
Gleichtaktunterdrückung ............................. - 80dBu @ 1 kHz
THD & N .............................................................. 0,002% @ 1kHz
S/N CCIR 468-3 ................................................. -89dBu
S/N A-bewertet ............................................... -105dBu
Netzteil
Ringkerntransformator .................................. 15 VA
Sicherung ........................................................... 315 mA
Ground-Lift Schalter ....................................... ja
Spannungswahlschalter ............................... ja
Maße
Gehäuse ............................................................. Standard EIA 19"/1HE,
482 x 44 x 237mm
Gewicht .............................................................. 3,4 kg
Bemerkung: 0 dBu = 0.775 V
Technische Änderungen vorbehalten.
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DynaMaxx
SPL-Produkte werden nur unter Verwendung hochwertiger,
vorselektierter Materialien und mittels modernster Produktionstechnik hergestellt.
Garantie
Alle SPL-Produkte werden vor Verlassen des Werkes einer eingehenden Qualitätsprüfung unterzogen und akustisch sowie
meßtechnisch getestet.
Garantiezeit für den SPL DYNAMAXX: 12 Monate
Innerhalb der Garantiezeit werden mögliche Material- oder Fertigungsfehler entsprechend folgender Bedingungen behoben:
1. Die Garantiezeit beginnt mit dem Kauf des Produktes und gilt
nur für den Erstkäufer.
2. Der Kauf muß bei einem autorisierten SPL-Fachhändler erfolgt
sein.
3. Die Garantie-Karte (im Originalkarton beiliegend) muß binnen
14 Tagen nach dem Kauf vollständig ausgefüllt an SPL
geschickt werden.
4. Die Garantie besteht nur bei Mängeln, die aufgrund von
Material- und Herstellungsfehlern auftreten, nicht aufgrund
natürlicher Abnutzung. Bei begründeten Beanstandungen
während der Garantiezeit werden wir nach eigener Wahl die
betreffenden Teile kostenlos reparieren oder ersetzen, wobei
wir berechtigt sind, entsprechend dem technischen Fortschritt
auch ein Nachfolgemodell zu liefern. Weitergehende
Ansprüche, insbesondere auf Schadensersatz jeglicher Art, sind
ausgeschlossen.
5. Die Garantiezeit wird durch eine Garantieleistung nicht verlängert, auch nicht für ersetzte oder reparierte Teile.
6. Bei unsachgemäßer Behandlung und Eingriffen von Personen,
die nicht von SPL autorisiert sind, erlischt der GarantieAnspruch. Ebenso bei Schäden, die durch falschen Anschluß
oder Gebrauch entstanden sind.
7. Von der Garantie ausgenommen sind Transportschäden, die
umgehend bei der Speditionsfirma (Bahn, Post, Spedition) zu
reklamieren sind. Kratzer am Gehäuse oder sonstige offensichtliche Mängel sind innerhalb von 3 Tagen beim Händler zu
melden.
8. Die Bestimmungen des deutschen Produkthaftungsgesetzes
und vergleichbarer ausländischer Vorschriften bleiben, soweit
unabdingbar, unberührt. Technische Änderungen, die dem
Fortschritt dienen, behalten wir uns vor.
SPL electronics GmbH, D-41372 Niederkrüchten
DynaMaxx
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www.soundperformancelab.com
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Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

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