Pivofix-Bedienungsanleitung

Pivofix-Bedienungsanleitung
Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
Abb. 1 Pivofix © www.uhren-stevens.com
Der Pivofix*
ein Werkzeug zum Rollieren und
Arrondieren der Räder- und Unruhzapfen
Erschwerend tritt hinzu, dass Triebe und Wellen
mancher Uhren so hart sind, dass sie kaum mit
Rollier- und Polierfeilen aus Stahl bearbeitet
werden können. Die mit einem Spezialschliff
versehene Hartmetallscheibe des Pivofix rolliert
sowohl normale als auch Hohlkehlzapfen und
erzeugt eine vollendete Oberfläche. Auch das
Arrondieren von Zapfenenden ist möglich. Neben diesen im Reparaturbetrieb vorzugsweise
vorkommenden Arbeiten ist es aber auch
möglich, Wellbäume und Triebfacetten zu
rollieren. Zapfenbruch ist so gut wie ausgeschlossen, Maßhaltigkeit, Formgenauigkeit
und Oberflächengüte sind jederzeit reproduzierbar.
Die Zapfen von Trieben und Wellen einer Uhr
stellen in verschiedener Hinsicht hohe Anforderungen. So muss beispielsweise die Rauheit der Oberfläche so gering als möglich sein.
Neben dieser Oberflächengüte spielt aber auch
die geometrische Formgenauigkeit eine wesentliche Rolle. Die Zapfen sollen kreisrunden
Querschnitt haben und meist zylindrisch sein.
Abweichungen von dieser anzustrebenden Idealform haben nachteiligen Einfluss auf die Ganggenauigkeit der Uhr. Hohe Anforderungen
werden schließlich auch an die Maßgenauigkeit
der Zapfen gestellt. Die hier zulässigen
Toleranzen bewegen sich in der Größenordnung
von wenigen tausendstel Millimetern.
Mit den bisher üblichen Methoden – Rollierstuhl und freihändig geführte Rollierfeile –
können die gestellten Anforderungen bezüglich
Genauigkeit und Oberflächengüte nicht erreicht
werden (s. a. Die Uhrmacherei Bd. 1,
S. 175 ff, ISBN 978-3-9810461-3-7).
Allgemeine Beschreibung
Das Gerät wurde seinerzeit fertig justiert und
einsatzbereit geliefert. Sofern das Gerät nachgestellt werden muss, sollte man dies erst vor1
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nehmen, wenn man mit dem ihm genau
vertraut sind. Behandeln Sie besonders die
Hartmetallscheibe mit größter Sorgfalt, denn
sie ist sehr empfindlich gegen Schlag und Stoß.
Wenn die Hartmetallscheibe nach längerem
Gebrauch nicht mehr griffig ist, musste sie dem
Hersteller zur Aufarbeitung eingesandt werden.
(Die Scheibe darf zu diesem Zweck jedoch nicht
von der Spindel abgeschraubt werden.) Die
Aufarbeitung der Scheibe ist heute leider nicht
mehr möglich, da die Pro-duktion des Pivofix
eingestellt wurde.
Der gusseiserner Hauptkörper (1) und das
Broschenlager (2) bestehen aus einem Stück.
Dem Broschenlager gegenüber sitzt der in der
Höhe verstellbare Reitstock (3). Im Reitstock
ist die verschiebbare Pinole (4) gelagert. In der
durchbohrten Pinole können die dem Gerät
beigegebenen Gegenspitzen (5) verschoben und
mittels der Rändelschraube (6) arretiert werden.
Auf der Pinole ist drehbar die Mitnehmerrolle
(7) mit dem Mitnehmerstift gelagert.
Die Höhenstellung des Reitstockes ist mittels
des beigegebenen Steckschlüssels an der Spindel
(8) verstellbar. Eine Linksdrehung des
Schlüssels setzt den Reitstock tiefer, eine
Rechtsdrehung höher. Die an der linken Seite
des Reitstockes angebrachte Einstellschraube (9)
ermöglicht eine Längsverschiebung der Pinole
mit der arretierten Gegenspitze. Am Griff (10)
kann die ganze Pinole nach links gezogen und
in dieser Stellung fixiert werden, indem die
Abstandscheibe (11) nach oben gedreht wird.
Die Einstellschraube (9) stützt sich dann gegen
die Abstandscheibe (11) unter dem Druck der
Feder (12) ab.
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Der an der linken Seite des Hauptkörpers angeordnete Rändelknopf (13) dient zum Antrieb der
Mitnehmerrolle während des Arrondierens. Der
Antrieb verläuft in diesem Fall vom
Rändelknopf über die im Hauptkörper gelagerte
Welle mit Riemenscheibe auf den Plastikriemen (14) und die Mitnehmerrolle (7). Der zu
arrondierende Zapfen ist einerseits in der Gegenspitze, andererseits im Arrondiersegment (15)
gelagert. Das Arrondiersegment ist drehbar auf
der Rasterbrosche (16) befestigt. Eine Anzahl
verschieden großer Löcher ermöglicht die
Aufnahme der Zapfen bzw. Wellbäume.
Während des Arrondierens wird der Antriebsriemen (33) von der Riemenscheibe (17)
abgenommen. Beim Rollieren besonders großer
Räder ist u. U. das Arrondiersegment störend.
Es kann in diesem Falle abgeschraubt werden,
wobei die Benutzung eines Hakenschraubendrehers von Vorteil ist.
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Die Rasterbrosche (16) ist mit einer Anzahl Vförmiger Kerben versehen, in welche die zu
rollierenden Zapfen eingelegt werden. Eine
Tabelle über die zu verwendenden Kerben bei
entsprechendem Zapfendurchmesser befindet
sich direkt im Sichtbereich. Die Einrastung der
Brosche (16) erfolgt unter Federdruck über die
Klinke (18). Die Klinke ist mit der Exzenterschraube (19) und der Gegenmutter (20) am
Broschenträger befestigt.
Zu jedem Gerät gehören zwei Tragbügel (21)
mit Hartmetallscheibe. Ein Bügel für Hohlkehlzapfen und ein Bügel für Räderzapfen. Die
Tragbügel sind leicht auswechselbar. Mit einer
Steckwelle (22) werden sie am Hauptkörper
befestigt und mit der Schraube (23) gesichert.
Bei ganz eingeschobener Steckwelle und fest
angezogener Schraube ist die richtige Lage des
Tragbügels garantiert. Der an jedem Tragbügel
angebrachte Filzwischer (24) wird mit
Schmiermittel (traditionell Olivenöl-Petroleum-Gemisch, Honöl) versehen und sorgt somit
für ständige Schmierung der Hartmetallscheibe.
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0,14 – 0,28
0,20 – 0,45
0,30 – 0,70
0,40 – 0,85
0,50 – 1,20
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ohne Messuhr gearbeitet, kann der Wert an der
Skala der Mikrospindel (25) abgelesen werden.
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Wartung des Gerätes
Das Pivofix-Gerät stellt keine besonderen
Anforderungen bezüglich Wartung. Wie jede
Maschine ölt man in längeren Zeitabständen die
beweglichen Teile, wie Pinole, Steckwelle,
Gegenspitzen, Kurbelwelle im Hauptkörper,
sowie Spindel im Tragbügel. Die Filzwischer
tränkt man regelmäßig mit einem OlivenölPetroleum-Gemisch. Gegenspitzen (Zapfenschoner) und Kerben der Rasterbrosche sind
nach Gebrauch immer sofort zu reinigen.
Vergessen sollte man auch nicht, während des
Rollierens an den Zapfen in der Gegenspitze
etwas Öl zu geben. Damit wird sowohl die
Gegenspitze wie auch der Wellbaum geschont.
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Abb. 5 Pivofix © www.uhren-stevens.com
Durch Höhenverstellung des Tragbügels hebt
oder senkt sich die Hartmetallscheibe und wird
dadurch dem zu rollierenden Zapfendurchmesser
angepasst. Die Höhenverstellung kann mittels
der Mikrospindel (25) durch Betätigung des
Hebels (26) vorgenommen werden. Bei Linksschwenkung senkt sich der Tragbügel mit
Hartmetallscheibe, der Zapfen wird dünner.
Reicht der Weg des Hebels (26) nicht aus, um
den Zapfen zu erfassen bzw. ihn auf das
erforderliche Maß zu rollieren, so löst man
durch eine Linksdrehung den Hebel, schwenkt
ihn nach rechts, schraubt ihn durch Rechtsdrehung in dieser Stellung wieder fest und
beginnt erneut mit der Linksschwenkung. Am
Griff (27) wird während des Rollierens mit dem
linken Zeigefinger ein leichter Druck ausgeübt
und nach Beendigung der Arbeit der Tragbügel
hochgeklappt.
Bedienungsanleitung
Das Rollieren mit dem Pivofix bedingt eine
andere Arbeitsweise als mit dem Rollierstuhl
und Rollierfeile. Durch die zwangsläufig
gekoppelte Drehbewegung von Hartmetallscheibe und Werkstück wird mit Sicherheit ein
kreisrunder Zapfenquerschnitt erreicht. Der
rollierte Zapfen erhält ein Höchstmaß an
Genauigkeit und Vollendung.
Das Rollieren der Zapfen
Die nachstehende Anleitung hat Gültigkeit für
das Rollieren von Räderzapfen. Beim Rollieren
von Hohlkehlzapfen von Unruhwellen bleiben
die Punkte 5, 11, 13, 14 außer Betracht bzw.
müssen entsprechend der Zapfenform beachtet
werden.
Die Auswahl der V-Kerben in der Rasterbrosche (16) bedarf keiner besonderen
Sorgfalt, da dickere Zapfen bedenkenlos auch in
einer kleineren Kerbe bearbeitet werden können.
Dies ist sogar empfehlenswert, um ein Anrollieren der Rasterbrosche zu verhindern. Ein
zu großes Lager ist dagegen unbedingt zu
Der Antrieb von Hartmetallscheibe und Mitnehmerrolle erfolgt durch die Kurbel (28),
Riemenscheibe (17) über den Antriebsriemen
(33) auf die Welle im Hauptkörper und von hier
über den Riemen (14) auf die Mitnehmerrolle
(7). Es gab auch eine Modellreihe mit E-Motor,
der die Kurbel ersetzte.
Die Spezialmessuhr (29) gestattet es, den abrollierten Betrag direkt abzulesen. Diese Messuhr ist zwar war nicht unbedingt erforderlich,
erleichtert die Arbeit aber beträchtlich. Wird
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vermeiden, da in diesem Falle die Rasterbrosche mit Sicherheit von der Hartmetallscheibe
angegriffen wird.
1. Messen Sie den Durchmesser des zu rollierenden Zapfens in gewohnter Weise und
2. stellen Sie nach der Tabelle die dem
Durchmesser entsprechende V-Kerbe an der
Rasterborsche (16) ein.
3. Wählen Sie aus den Gegenspitzen (5) die
dem Gegenzapfen entsprechende (Zapfenschoner) aus und
4. setzen Sie diese nach Lösen der Schraube
(6) in die Pinole (4) ein.
5. Setzen Sie den Tragbügel für Räderzapfen
mittels Steckwelle (22) in das Gerät ein.
Sichern Sie die Welle mit der Schraube
(23).
6. Stecken Sie die Messuhr bei heruntergeklapptem Tragbügel soweit ein, bis der
Zeiger ausschlägt. Schrauben Sie die
Messuhr fest und klappen Sie den Bügel
wieder zurück.
7. Halten Sie das zu bearbeitende Werkstück
(Rad oder Unruh) mit einer Pinzette in der
rechten Hand und stecken Sie den Gegenzapfen in die Gegenspitze ein.
8. Schieben Sie nun die Gegenspitze mit der
linken Hand soweit nach vorne oder
rückwärts, dass der Mitnehmerstift den Radoder Unruhschenkel (oder das Dreh-herz)
sicher fassen kann.
9. Schrauben Sie die Rändelschraube (6) fest.
Damit wird die Stellung der Gegenspitze
(5) in der Pinole (4) fixiert.
10. Drehen Sie nun die Einstellschraube (9),
bis die Pinole mit Gegenspitze das Rad
(Unruh) so weit vorgeschoben hat, dass der
zu rollierende Zapfen in die Kerbe der
Rasterbrosche zu liegen kommt.
11. Achten Sie darauf, dass die Lauffläche der
Welle noch nicht ganz an der Stirnseite der
Rasterbrosche anliegt. Je nach Länge des
Zapfens sollte der Abstand etwa 0,1 bis
0,3 mm betragen.
12. Fassen Sie den Tragbügel am Knopf (27)
und legen Sie die Hartmetallscheibe auf den
Zapfen auf. Lässt sich der Tragbügel nicht
weit genug herunterklappen, müssen Sie
die Mikrospindel (25) am Hebel (26) nach
links drehen.
13. Schieben Sie die Pinole durch Drehen der
Einstellschraube (9) so weit nach vorne,
dass die Lauffläche der Welle nun ganz an
der Stirnseite der Hartmetallscheibe anliegt.
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Abb. 4 Pivofix © www.uhren-stevens.com
14. Drehen Sie nun die Einstellschraube geringfügig zurück. Dadurch wird vermieden,
dass die Welle gleich zu Beginn des Rolliervorganges mit Druck an der Hartmetallscheibe anliegt
15. Prüfen Sie, ob die Welle waagrecht liegt.
Ist dies nicht der Fall, verstellen Sie die
Reitstockhöhe mit Hilfe des Steckschlüssels an der Spindel (8). Diese Kontrolle ist
wichtig, da bei schiefliegender Welle der
Zapfen kegelig wird.
16. Bewegen Sie den Hebel (26) so weit nach
rechts, bis der Messuhrzeiger zum Stillstand kommt. In diesem Augenblick liegt
die Hartmetallscheibe gerade noch auf dem
Zapfen auf. Zur Sicherheit können Sie noch
um 0,01 bis 0,02 mm weiter drehen.
17. Bevor Sie nun die Kurbel (28) bewegen,
drehen Sie die Mitnehmerrolle (7) so, dass
der Mitnehmerstift am Rad- oder Unruhschenkel oder Drehherz anliegt. Sie ver5
Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
meiden dadurch, dass am Zapfen eine
Fläche anrolliert wird.
18. Legen Sie den Antriebsriemen (33) auf und
drehen Sie die Kurbel (28) gegen sich.
Gleichzeitig bewegen Sie den Hebel (26)
mit dem linken Daumen nach links und
üben mit dem linken Zeigefinger einen
leichten Druck auf den Knopf (27) aus. Die
Hebelbewegung muss ganz langsam erfolgen. Damit die Welle nun ganz an der
Hartmetallscheibe anliegen kann, drehen
Sie während des Rollierens die Einstellschraube (9) etwas nach. Durch die Linksbewegung des Hebels (26) senkt sich der
Tragbügel mit der Hartmetallscheibe. Die
Abwärtsbewegung kann am Messuhrzeiger
beobachtet werden. Wird ohne Messuhr
gearbeitet, ist der Beginn des Rolliervorganges am einsetzenden Schleifgeräusch
erkenntlich. Der Betrag, um welchen der
Zapfen dünner rolliert wird, kann an der
Messuhr oder – bei hochgeklapptem Bügel
– an der Skala der Mikrospindel abgelesen
werden.
19. Drehen Sie die Einstellschraube (9) etwas
gegen sich. Das Werkstück (Rad) liegt nun
20.
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22.
23.
Das Arrondieren der Zapfen
Das Arrondieren erfolgt in gewohnter Weise mit
einer Arrondierfeile. Beachten Sie bitte die
bekannten Vorschriften über die Form des
Zapfenendes und die Griffigkeit der Feile. Vergessen Sie auch nicht, die Arrondierfeile leicht
einzuölen.
1. Nehmen Sie den Antriebsriemen (33) von
der Scheibe (34) ab und klappen Sie den
Tragbügel nach rückwärts.
2. Stellen Sie durch einfaches Drehen des
Arrondiersegmentes (15) das entsprechen-de
Loch gegenüber der Gegenspitze (5). Das
Arrondiersegment rastet selbsttätig ein und
ist damit fixiert.
3. Ziehen Sie die Pinole am Griff (10) zurück
und drehen Sie die Abstandscheibe (11)
nach oben. Die Abstandscheibe setzt sich
damit vor die Einstellschraube (9) und die
Pinole mit Gegenspitze bleibt in dieser
Stellung.
4. Lösen Sie die Schraube (6).
5. Setzen Sie mit einer Pinzette in der rechten
Hand das Werkstück (Unruh) mit dem zu
arrondierenden Zapfen bzw. Wellbaum in
das Loch des Arrondiersegmentes und
gleichzeitig
6. schieben Sie mit der linken Hand die Gegenspitze nach vorne.
7. Regulieren Sie an der Einstellschraube (9)
den Eingriff des Mitnehmers und
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nicht mehr mit Druck an der Hartmetallscheibe an.
Nehmen Sie den Antriebsriemen (33) von
der Scheibe (34) und klappen Sie den Tragbügel hoch.
Fassen Sie mit einer Pinzette in der rechten
Hand das Werkstück und
ziehen Sie die Pinole am Griff (10) zurück.
Prüfen Sie den bearbeiteten Zapfen auf
Maßhaltigkeit und Oberflächengüte. Sollte
der Zapfen den Anforderungen noch nicht
entsprechen, können Sie beliebig nachrollieren.
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Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
8. schrauben Sie die Rändelschraube (6) fest.
9. Bewegen Sie mit der flachen linken Hand
den Rändelknopf (13) am Reitstock hin und
her, um damit das Werkstück in Dre-hung
zu versetzen. Die rechte Hand arron-diert
dabei in üblicher Weise den Zapfen mit
einer Arrondierfeile.
10. Fassen Sie das Werkstück mit einer Pinzette in der rechten Hand und ziehen Sie die
Pinole am Griff (10) mit der linken Hand
zurück.
11. Prüfen Sie den Zapfen auf seinen Zustand.
wärts. Darauf prüfen Sie – wie unter a) und
b) beschrieben – die richtige Stellung der
Brosche und schrauben die beiden Klemmschrauben wieder fest.
Ist die Hartmetallscheibe für Räderzapfen wie
unter c beschrieben richtig eingestellt, so steht
die Hartmetallscheibe für Hohlkehlzapfen etwa
0,2 mm über die Stirnseite der Rasterbrosche
vor. Dies ist zum Bearbeiten der Hohlkehle
(Trompete) erforderlich.
Beim Rollieren von Triebfacetten ist es angebracht, auch die Hartmetallscheibe für Räderzapfen etwa 0,05 mm über die Stirnseite der
Brosche vorstehen zu lassen. Diese Einstellung
erfolgt wie unter c beschrieben. Vergessen Sie
aber nach Beendigung der Arbeit nicht, die
Einstellung der Scheibe wieder auf den Ausgangszustand zu bringen. Sonst ergeben sich
Schwierigkeiten bei der Zapfenbearbeitung.
In gleicher Weise wie Zapfen können Sie mit
dem Pivofix auch Wellbäume von Trieben und
Unruhwellen, Plateau (Doppelrollen)-Ansätze
usw. rollieren.
Einstellung der Rasterbrosche
a. Beobachtet man das eingelegte Werkstück
von oben und stellt dabei fest, dass Gegenspitze (5), Werkstück und V-Kerbe der
Rasterbrosche (16) nicht fluchten, so lässt
sich dieser Fehler sehr einfach beheben.
Sie lösen die Gegenmutter (20) und bewegen die Exzenterschraube (19) so, dass
die Kerbe in die richtige Stellung gelangt.
Zur Kontrolle bedienen Sie sich des beigegebenen Zentrierstiftes. In der richtigen
Stellung schrauben Sie die Gegenmutter
wieder fest.
b. Stellen Sie fest, dass der Zapfen von der
Hartmetallscheibe nicht genau über der
Lagermitte erfasst wird, so berichtigen Sie
diesen Fehler. Lösen Sie dazu die beiden
Klemmschrauben (30) und (31). Schwenken Sie die Rasterbrosche in die richtige
Lage und schrauben Sie die
beiden Klemmschrauben wieder
fest.
c. Die Hartmetallscheibe für die
Räderzapfen muss mit ihrer
Stirnflache in einer Ebene liegen
mit der Stirnseite der Rasterbrosche. Ist das nicht der Fall, so
lösen Sie die beiden Klemmschrauben (30) und (31) und
schieben die Rasterbrosche durch
entsprechendes Drehen der Einstellschraube (32) vor- oder rück-
* Hersteller des Pivofix war die Fa. Alfred
Schwinherr, 7070 Schwäbisch Gmünd. Dessen
Bedienungsanleitung zum Gerät ist hier im
Wesentlichen verwendet worden.
Die neuen Bilder stammen aus der Werkstatt des
Uhrmachermeisters Heinrich Stevens aus
Willich (www.uhren-stevens.com) – herzlichen
Dank!
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PIVOFIX
The proven pivot polisher for the matchmaker
The pivots of drives and shafts of a watch make
high demands in several aspects. So, for
example, the surface has to approach as closely
as possible a perfect finish; its roughness
therefore has to be small as possible. Next to
the surface smoothness, the geometric accuracy
plays a significant role: the pivots should have
circular cross sections and be cylindrical.
Deviations from the attempted ideal form have,
particularly for the balance staff, negative
effects on the accuracy of the watch. Finally,
jigh demands are made on the dimensional
accuracy. The allowable tolerances are of the
order of microns.
It is known to the watch maker how hard it is
to fulfill these demands. The highest
requirements are made on his technical abilities.
With the methods available until now, pivot
polisher shovel and hand-held file, it was not
possible to fulfill today’s requirements
regarding accuracy and surface precision. Even
more difficult, today’s pivots and staffs are
frequently so hard that they cannot easily be
polished successfully with a pivot file and
burnisher.
The Pivofix instrument is designed to fulfill
the requirements that are made today on pivot
work. Its strength and precision guarantee
repeatable pivot adjustments, and the silicon
carbide disk with its special graining, generates
a perfect surface. With Pivofix one can polisher
both straight and conical pivots. The polishing
of pivot shoulders is done at the same time.
What’s important is essentially the fact that
success and quality of the work does not depend
on some random chances or only on the
skillfulness of the watchmaker. Pivot breakage
has essentially been eliminated. Precision and
repeatability in dimension, form and surface can
be reproduced at any time.
General Description
The instrument is shipped completely calibrated
and ready to use. If the instrument requires
adjustment, please do so only after you have
become well acquainted with the Pivofix. Use
of force, as with every precision instrument, is
harmful, and compromises the ability to
perform. Be especially careful with the silicon
carbide disk, since its special properties (high
degree of hardness and brittleness) also bring
with them the susceptibility to impacts and
acceleration. However, the high degree of
hardness is also the reason why one can work
on even the hardest pivots. After long use, the
silicon carbide disk no longer cuts well, it has
to be sent to the manufacturer for overhaul. But
if you must do so, it is important not to
separate the disk from the arbor.
Cast iron main housing (1) and the jacot drum
are one piece. Opposite the jacot drum sits the
tailstock, which is adjustable in height. The
movable tailstock runner(4) is housed within
the tailstock. The included dead center can be
moved inside the through-drilled tailstock and
locked in place via the knurled screw (6). On
the tailstock runner is mounted the drive roller
along with the drive pin.
The vertical location of the tailstock can be
adjusted on the spindle (8) with the included
wrench. Left motion of the wrench = tailstock
lower, right motion = tailstock higher. The
adjusting screw (9) mounted on the left side of
the tailstock allows for a horizontal movement
of the tailstock runner with the locked-down
female centers. With grip (10) it is possible to
move the complete tailstock runner towards the
left and lock it in that location by rotating
upwards the distance semicircle. The adjusting
screw (9) supports itself then against the
distance semicircle (11) via the pressure of
spring (12).
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Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
Mounted on the left side of the main housing,
the knurled knob is used to move the tappet
roll during the rounding. In this case,
movement goes from the knurled button across
the drive shaft contained within the main
housing via pulley of the belt (14) and [on to]
the tappet roll (7). The pivot to be rounded is
held on one side by the female center, on the
other by the jacot drum (15). The jacot drum is
mounted in a way that it can be rotated. A
number of different holes allow for the
insertion of the pivots. During rounding, the
drive belt (33) is taken off the belt pulley (17).
During pivot polishing of especially large
wheels, the round segment, amongst other
things, can be in the way. It can then be
removed, in which case a right angled screw
driver would be helpful.
The jacot drum (16) has a number of V-shaped
notches, into which the to-be-rolled pivots are
placed. (A table to identify the correct notch for
a particular pivot diameter is located directly
below the jacot drum..) The engaging of the
brooch (16) happens as a result of the spring
pressure onto the latch (18). The latch is
attached to the drum support via the eccentric
tappet screw (19) and the locknut (20).
Each unit is accompanied by two wheels (21)
with silicon carbide discs. One wheel for
conical pivots and one for pivots. The wheels
are easily interchangeable. They are attached to
the main housing with a shaft and secured with
screw (23). The correct location of the wheel is
guaranteed if the shaft is fully inserted and the
screw tightened. The felt wiper, which is
attached to the wheel, is lubricated (with an
olive oil / petroleum mixture) and thus
provides constant lubrication of the silicon
carbide disc.
By adjusting the height of the wheel, the
silicon carbide disc is moved up or down, and is
thus adjusted to the dial indicator of the pivot
to be polished. The adjustment of height can be
performed via the micro spindle (25) by moving
the levers (26). (Left turn = wheel with silicon
carbide disk goes down, pivots become thinner).
If the travel of the lever (26) is not sufficient to
grab the or to pivot polisher it to the required
dimensions, then you loosen the lever with a
left turn, swing it towards the right, tighten it
back down in this position with a right turn and
start again with a left swing. During pivot
polishing, you put a little pressure with your
left index finger onto the grip (27), and after
finishing the work the wheel is flipped up.
The drive of the silicon carbide disc and tappet
roll is routed via the crank (28), belt pulley
(17), drive belt (33) onto the shaft located in the
main housing and from here via the belt(14)
onto the tappet roll. The special dial
indicator(29) allows it to read directly the
reduction in pivot diameter. When working
without the dial indicator, that amount can be
read off the scale located on the micro spindle.
Servicing the Instrument
The Pivofix Instrument requires no special
efforts with regard to servicing etc. Like every
machine, you should oil the movable parts
occasionally, such as tailstock runner, stick
shaft, female centers, crank, the shaft located in
the main housing, as well as the spindle within
the wheel. Soak the felt wiper regularly with an
olive oil – petroleum mixture, which you will
keep in a small bottle. Female centers and
notches of the jacot drum should always be
cleaned immediately after usage. During pivot
polishing, do not forget to add a bit of oil to
the the female centers. You thus conserve the
female centers as well as the main shaft. If
problems should arise, the manufacturer is
always there for you. Please contact them
before you make any changes.
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Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
User manual
Pivot polishing with the Pivofix utilizes a
different approach than working with a pivot
shovel or a pivot polisher file. Because of the
non harmonically coupled rotation of the
silicon carbide disk and the work piece, one
achieves a circular pivot cross section.
The pivot polisher achieves the top most
precision and perfection. It is suggested that
you run several test runs with the instrument,
after studying the manual. Also, pivot
polishing and manipulation can be practiced
with old shafts and wheels. Be assured, for the
actual pivot polishing, you will only need a
fraction of the time required to read the manual.
6.
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8.
9.
10.
Pivot polishing
The following steps describes the polishing of
straight pivots. For polishing of conical
balance-straight pivots, disregard points 5, 11,
13, and 14, or adjust them according to the
pivot shape.
The choice of V-notches on the jacot drum (16)
requires no special care, since larger dial
indicator pivots can easily be worked on [when
placed] in smaller notches. This may even be
advisable, to avoid damaging of the jacot drum.
Too large a bearing notch is absolutely to be
avoided, since in this case the jacot drum would
definitely be damaged by the silicon carbide
disc.
instrument using the stick shaft (22).
Secure the shaft with the screw (23).
Insert, while the wheel is flipped down, the
dial indicator until its needle registers.
Tighten the dial indicator securely, and flip
back the wheel.
Hold the work piece (wheel or balance
wheel) in your right hand with tweezers and
insert the pivot into the female center.
Push the female center with your left hand
forward or backwards, so that the drive pin
can securely grip the wheel.
Screw down the knurled screw (6). This sets
the position of the female center inside the
tailstock runner.
Turn the adjusting screw (9) until the
tailstock runner with its female center has
moved the wheel so far forward that the tobe-pivot polished rests in the notch of the
jacot drum .
11. Be sure that the moving surface of the shaft
not yet touches the front side of the jacot
drum (keep about 0,1 to 0,3 mm distance
depending on the length of the pivot).
12. Hold the wheel with the knob (27) and
place the silicon carbide disc onto the pivot.
(If the wheel can not be moved downward
far enough, you have to turn the micro
spindle (25), located on the lever (26),
leftward [counter clockwise].
13. Move the tailstock runner forward by
turning the adjusting screw (9) until the
side of the shaft touches completely the
front side of the silicon carbide disc.
1. Measure the diameter of the to-be-rolled in
the usual way, and
2. Select the appropriate notch on the jacot
drum (16).
3. Select the appropriate tailstock runner (5)
including ( protectors that correspond to the
counter and ..
4. Place them, after loosening the screw (6),
into the tailstock runner(4).
5. Insert the wheel for straight pivots into the
14. Turn the adjusting screw now back a bit.
This is to avoid the shaft applying pressure
the silicon carbide disc already at the start of
the pivot polishing procedure.
15. Check that the shaft is horizontal. If it is
not, adjust the height of the tailstock with a
wrench on the spindle (8). This control is
important, since a tilted shaft would
produce a cone-shaped pivot.
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Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
16. Move the lever (26) to the right until the
needle of the dial indicator comes to a stop.
At this moment [point], the silicon carbide
disc just barely touches the . For safety you
could turn farther by 0.01 to 0.02mm.
17. Before you now move the crank (28), turn
the tappet roll such that the take-along
point [“tappet point”?] touches the arm of
the wheel or balance wheel. This avoids
grinding a flat surface on the pivot.
18. Engage the drive belt (33) and turn the
crank (28) “against yourself” [lit.]. At the
same time, turn the lever to the left with
your left thumb and put slight pressure
onto the knob (27) with your left index
finger. The lever movement has to be done
very slowly. Turn the adjusting screw (9)
during the pivot polishing so that the
polishing wheel completely touches the
shaft.
The leftward movement of the lever (26)
lowers the wheel assembly with the silicon
carbide disc. The downward movement can
be watched on the dial indicator. When
working without the dial indicator, the start
of pivot polishing announces itself with a
grinding sound. The amount by which the
pivot is reduced can be read on the dial
indicator or, when the wheel is flipped up,
on the scale of the micro spindle.
19. Turn the adjusting screw (9) backwards a
bit. The work piece is now no longer
pushed against the silicon carbide disc.
20. Take off the drive belt (33) from the disc
(34) and flip the wheel back.
21. Hold the work piece with your right hand
using tweezers and
22. Pull back the tailstock runner via grip (10).
23. Check the modified pivot for dimensional
accuracy and surface quality. If the pivot
does not yet fulfill the requirements, you
can further polish it without concern.
The rounding of pivots
The rounding is done in the typical fashion
with a round file. Please follow the known
safety rules with regard to the form and grip of
the file. Don't forget to lightly oil the file.
1. Take the drive belt (33) off the pulley (34)
and flip the wheel backwards
2. Position the respective hole opposite the
female center (5) by simply turning the
round segment (15).
3. Pull the tailstock runner backwards via grip
(10) and turn the distance disc (11) upwards.
The distance disc thus positions itself in
front of the adjusting screw (9), and the
tailstock runner with female center remains
in this position.
4. Loosen the screw (6).
5. Position the work piece (balance wheel)
with the to-be-rounded pivot into the hole
of the round segment with your right hand
using tweezers, and at the same time
6. push the female center forward with your
left hand.
7. Adjust the [strength of the] engagement of
the drive pin with the adjusting screw (9)
and
8. tighten the knurled screw (6).
9. Move the knurled knob (13) back and forth
with your flat left hand. Using a pivot file,
the right hand now rounds the pivot in the
usual fashion.
10. Hold on to the work piece with your right
hand using tweezers, and pull the tailstock
runner backwards with your left hand using
the grip (10).
11. Verify the condition of the pivot.
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Die Uhrmacherei Bd. 1: Pivofix Bedienungsanleitung Deutsch/Englisch (©Stern, Berlin 2010)
Adjusting the jacot drum
a) If, when viewing the work piece from
above, one finds that female center (5), work
piece, and V-notch are not aligned, this
mistake can easily be remedied.
Loosen the locknut (20), and move the
eccentric tappet screw (19) until the notch is
in the right position. To check, use the
included centering. When everything is in
the correct position, re-tighten the locknut.
b) If you find that the silicon carbide disc does
not engage the exactly above the center of
the shaft, you can correct this mistake in the
following way:
Loosen the two binding screws (30) and
(31). Move the jacot drum into the correct
position and re-tighten the two screws.
c) For straight pivots, the front side of the
silicon carbide disk and the front side of the
jacot drum have to be parallel. If this is not
the case, loosen the two binding screws (30)
and (31) and move the jacot drum back and
forth by respective turning of the adjusting
screw (32). Then check the correct position
of the jacot drum as described under a) and
b), and then re-tighten the two clamping
screws.
While the correct position of the silicon carbide
disc for straight pivots is described in c), for
conical pivots the silicon carbide disc extends
over the front face of the jacot drum by about
0,2mm. This is required to work on balance
staff pivots.
With Pivofix, you can also polish straight
sections of balance wheel staffs in the same
way as pivots.
For polishing of pivot shoulders, it is
reasonable to also let the silicon carbide disc for
straight pivots extend over the front side of the
jacot drum by about 0.05mm. This adjustment
is done as described under c). But do not forget
to bring the silicon carbide disc back to its
original position. If you do forget, difficulties
will develop later.
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