Die John Deere R962i

Die John Deere R962i
Sonderdruck
aus 09/2013
Praxistest: Anhängespritze John Deere R962i
Großer Auftritt
Vor zwei Jahren hat John Deere die neue R962i vorgestellt.
John Deere-Anhängespritzen ein großer Auftritt gelungen ist,
Bei der Vielzahl der Funktionen und Möglichkeiten gibt es nur
Details. Doch lesen Sie selbst.
Dass dem Topmodell der
beweist unser Praxistest.
noch Kritik an wenigen
John Deere Vertrieb
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profi
PRAXISTEST
Praxistest: Anhängespritze John Deere R962i
Großer Auftritt
Vor zwei Jahren hat John Deere die neue R962i vorgestellt.
Dass dem Topmodell der John Deere-Anhängespritzen ein
großer Auftritt gelungen ist, beweist unser Praxistest. Bei
der Vielzahl der Funktionen und Möglichkeiten gibt es nur
noch Kritik an wenigen Details. Doch lesen Sie selbst.
IN
eben den Serien 700 (profi
10/08 und 5/09) und 800 wurde die Anhängespritze der
Serie 900 zur letzten Agritechnica neu aufgelegt. Zunächst nur als ein
Modell R962i mit 6 200 l großem Tank und
— das große „R“ sowie das kleine „i“ verraten es — in einer „High-End“-Ausstattung mit
elektrischer Ventilbedienung und hydraulisch angetriebener Spülwasserpumpe.
Mittlerweile gibt es auch die kleinere R952i
mit 5 200-l-Tank, und man kann die Spritzen
auch ohne das gut 13 000 Euro teure „i“Paket bestellen. Dazu gehören übrigens das
große „GreenStar3“-Display 2630, der „StarFire 3000“-Empfänger samt automatischer
Teilbreitenschaltung sowie die UltraschallGestängeführung „BoomTrac“.
Doch kommen wir zu „unserer“ R962i mit
24-m-Gestänge, die mit all’ diesen technischen Leckerbissen ausgestattet war. Gekuppelt wird die Spritze grundsätzlich in der
serienmäßigen Untenanhängung mit Kugel.
Schön für das Fahrverhalten, aber aufgrund
der Gelenkwelle oberhalb der Deichsel ganz
schön eng für die Unterlenker des Hub-
werks. Die 3 t Stützlast ermöglichen aber
zusammen mit der 10-t-Achse die 13 t zulässiges Gesamtgewicht. Und bei einem
Leergewicht von immerhin 5 450 kg braucht
man die auch. Mit 6 570 l Wasser im Hauptbehälter und 680 l Klarwasser wiegt die
Spritze nämlich 12,7 t, wovon 9,55 t auf der
Achse lasten. Damit haben auch die Reifen
der Größe 520/85 R 42 (Alliance Agri-Traction, Aufpreis 1 550 Euro) in Sachen Tragfähigkeit bei 40 km/h kein Problem.
Kein Problem
hatten wir im
praktischen
Einsatz auch
mit dem fehlenden automatischen
Bremskraftregler. Steht
der Handregler auf „Halblast“, kommt man
sowohl mit vollem als
auch mit leerem Behälter gut zurecht.
Womit wir aber bei dem ersten Highlight
der Spritze wären — der Lenkung. Die
BPW-Achse gibt es nämlich mit automatischer
Achsschenkel-Lenkung (6 500 Euro) und
Spurweiten von 200 cm beziehungsweise
195/225 cm oder 180/210 cm (durch
Radumschlag).
Über ein einfaches Gestänge neben der Kugelkupplung misst ein Potenziometer den
Winkel zwischen Schlepper und Spritze und
steuert die Achsschenkellenkung über Proportional(!)-Magnetventile. Bis 8 km/h ist
der volle Lenkeinschlag von 19° (auch bei
eingeklapptem Gestänge) möglich. Bei ausgeklapptem Gestänge nimmt der Lenkeinschlag zwischen 8 und 16 km/h in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit ab, um die
Standsicherheit zu gewährleisten. Bei mehr
als 16 km/h ist die Lenkung automatisch
in Geradeausstellung deaktiviert.
Das hat während der gesamten Saison
nicht nur absolut störungsfrei funktioniert, sondern lässt sich auch sehr einfach und intuitiv bedienen — selbst
beim Rangieren auf dem Hof oder
den Feldecken. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende automa-
Die R962i von John Deere bietet Spritztechnik vom Feinsten. Entsprechend ist
allerdings auch der Listenpreis: Über
128 000 Euro für die voll
ausgestattete 6 200-lSpritze mit 24-mGestänge!
profi 9/2013
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Reinigungsdüse im Deckel. Und dank der
starken Stoßdüse gibt es z. B. auch beim Einspülen von Salzen keine Probleme — zumal
die Injektor-Absaugung die Flüssigkeit oben
über das Sieb im Fassdom einspült.
Ein „sehr gut“ verdient eigentlich auch der
automatische Befüllstopp, der ohne Programmierung auch ein Überlaufen der Spritze zuverlässig verhindert. Uns fehlte aber
eine Digitalanzeige des Füllstands am Bedienzentrum genauso wie die Möglichkeit, hier
Neben der Kugelkupplung sitzt das einfache
Gestänge zur Ansteuerung der Achsschenkellenkung — das funktionierte super! Die
Unterlenker müssen
allerdings gewaltig hoch
ausgehoben werden, um
die Gelenkwelle nicht zu
beschädigen.
genauen mechanischen Anzeige geht das
aber — selbst bei Mischungen aus AHL und
ASL mit unbekannter Dichte — relativ gut.
Wir haben mit dem zweifach geklappten
24-m-Gestänge gearbeitet. Alternativ sind
Gestänge bis 40 m lieferbar. Der Verstellbereich der Düsenhöhe von 37 bis 240 cm ist
prima, der hydraulische Hangausgleich von
8 bzw. 6° (mit Anzeige im Display) ausreichend — zumal das Gestänge zusätzlich die
„variable Geometrie“ hatte. Diese separate
Anwinkelung der Ausleger kostet 1 330 Euro Aufpreis.
Die Klappung geht mit 33 Sekunden zügig
— aber nur, wenn man den „Klammergriff“
über vier Tasten beherrscht und die äußeren
Ausleger gleichzeitig klappt. Hier wäre die
Bedienung über einen Knopf komfortabler.
TESTURTEILE I
Die Achse ist mit vier
Polyurethan-Blöcken
gefedert und bietet
stolze 83 cm durchgehende Bodenfreiheit.
Fotos: Wilmer
Die Ventile werden
elektrisch bedient,
die Einspülschleuse
funktionierte sehr gut.
Auch die Befüllleistung
ist prima. Verbessern
könnte John Deere
die Schalter und die
Symbolik.
Die R962i hat serienmäßig einen 3-ZollFüllanschluss und eine Doppelpumpe AR
280 BP (2 x 280 l/min). Mit dem 3-Zoll-Saugschlauch (320 Euro) haben wir eine Befüllleistung von sehr guten 545 l/min gemessen! Da wird kaum jemand die separat
erhältliche Zentrifugalpumpe zum Befüllen
mit 700 l/min für immerhin fast 3 000 Euro
bestellen müssen.
Genauso gut gefallen haben uns die 120 l/
min Saugleistung der runden, 50 l großen
Einspülschleuse mit guter Kanisterspüle und
profi 9/2013
die Sollmenge einzustellen. Außerdem könnte die Symbolik der elektrischen Ventilbedienung eindeutiger sein. Man erkennt z. B.
nicht auf Anhieb, wie das Rührwerk geschaltet ist. Und wären Taster (die nicht einrasten) statt einiger Schalter verbaut, würde
das manchen Weg von der Kabine zurück
zum Bedienzentrum ersparen.
Apropos Füllstandssensor: Dem Drucksensor im Behälterboden muss z. B. bei Flüssigdünger die höhere Dichte eingegeben werden, damit die Werte stimmen. Dank der
So bewertet profi die
John Deere R962i
Technik I
Anhängung
Fahrwerk
Lenkung
Bodenfreiheit
Behälter
Rührwerk
Pumpen
Füllstandsanzeige
Frischwasserbehälter
Handwaschbehälter
Einspülschleuse
B
B
BB
BB
BB
BB
BB
B
BB
B
BB
Gestänge I
Klappung
Stabilität
Düsenwechsel
Leitungsverlegung
Hangausgleich
Vertikale Dämpfung
Horizontale Dämpfung
B
BB
B
B
BB
BB
BB
Einsatz I
Befüllung
Dosierung
Armatur
Restentleerung
Bordcomputer
BB
BB
B
BB
BB
Allgemein I
Stabilität/Verarbeitung
Korrosionsschutz
Handhabung
Reinigung
Bedienungsanleitung, Teileliste
BB
B
B
BB
B
Benotung: BB = sehr gut; B = gut;
Z = durchschnittlich; E = unterdurch–
schnittlich; EE = mangelhaft
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tische Hangkorrektur z. B. per Neigungssensor. Und wir müssen an dieser Stelle über
die Ölversorgung sprechen.
Alleine für Lenkung und Gestänge würde ein
Ölumlauf von maximal 30 l/min reichen. Für
die Versorgung der hydraulischen Spülwasserpumpe gibt John Deere allerdings mindestens 40 l/min zusätzlich an. Deshalb ist
dann eine Ausstattung mit Loadsensing-Anschlüssen (480 Euro) optimal, wenn der
Schlepper eine Verstellpumpe hat.
profi
PRAXISTEST
Außerdem muss zuvor der Hangausgleich
gerade gestellt und über eine Tastenkombination das Pendel im Zentralrahmen verriegelt werden. Besser wäre es, wenn dieser
Vorgang automatisch ablaufen würde, sobald man das Gestänge in die oberste Position fährt und die Klappung aktiviert.
Wichtiger war uns aber die vorbildliche
Funktion der automatischen Gestängeführung „BoomTrac“ (3 200 Euro): Auch wenn
die Ultraschall-Sensoren — anders als beim
Selbstfahrer von John Deere (profi 4/2013)
— nicht zwischen Boden und Bestand unterscheiden können, funktionierte die automatische Einstellung von Gestängehöhe und
-neigung wirklich sehr gut.
Bei Ausstattung mit der „kontinuierlichen
Druck-Zirkulation CCS“ für gut 2 900 Euro
Aufpreis haben die Düsen einzelne Pneumatikventile. Diese werden — je nach Gestängebreite — in bis zu 13 Teilbreiten zusammengefasst geschaltet. Dann kann die Brühe
MESSWERTE I
John Deere R962i
Abmessungen I
Länge
Transportbreite
Transporthöhe
Bodenfreiheit
7,50 m
2,61/2,93 m1)
3,62 m
0,83 m
Pumpen I
Hersteller/Typ/Anzahl
Saugleistung
Größe Einspülschleuse
Saugleistung Schleuse
AR/280 BP/2
545 l/min
50 l
120 l/min
Behälter I
Nenn-/ Istvolumen
6 200/6 570 l
Volumen Klarwasserbehälter
680 l
Gestänge I
Klappen ein/aus
Gestängehöhe minimal
maximal
Hangausgleich
Bereifung im Test
Spurweite im Test
Gewichte I
Zulässige Stützlast2)
Zulässige Achslast2)
Leergewicht
Stützlast leer
Achslast leer
Stützlast voll3)
Achslast voll3)
27/33 s
0,37 m
2,40 m
8/6°
520/85 R 42
2,25 m
3 000 kg
10 000 kg
5 450 kg
910 kg
4 540 kg
3 150 kg
9 550 kg
1)
Gestänge/Warntafeln; 2) Herstellerangaben; 3) Haupt- und Frischwasserbehälter
voll
profi 9/2013
Die Gestängeführung mit stickstoff-gedämpfter Parallelogramm-Aufhängung, Zentralrahmen und „BoomTrac“ mit Ultraschallsensoren
war nahezu perfekt.
Der große Touchscreen
vom GreenStar3-Display
2630 ist sehr intuitiv zu
bedienen und frei konfigurierbar. So hat man immer alle wichtigen Infos
im Blick.
durch die VA-Leitungen bis an die Düsen zirkulieren. Zum Düsen-Wechsel muss man allerdings die serienmäßigen Fünffach-Düsenträger einzeln von Hand drehen. Und da die
Ausbringmenge automatisch über eine Kombination aus Durchflussmengenmesser und
Druckregler (bei unter 14 l/min) gesteuert
wird, muss auch die entsprechende Düse mit
den im Terminal hinterlegten Kennzahlen
angewählt werden.
Zusammen mit der GPS-gesteuerten Teilbreiten-Schaltung wird das exakte Spritzen
dann zum Kinderspiel! Auch das gewohnte
Einrechnen einer „Sicherheitsmenge“ ist
überflüssig. Bei sinkendem Füllstand wird
nicht nur das leistungsstarke Injektor-Rührwerk automatisch deaktiviert. Auf den letzten Metern kann man auch die „kontinuierliche Verdünnung“ aktivieren. Dank der
hydraulisch angetriebenen Klarwasserpumpe wird dann schon eine definierte Wassermenge durch die Innenreinigungsdüsen in
den Haupttank gepumpt, um die Restbrühe
zu den Düsen zu „schieben“.
Wie sehr man sich an die ganze Technik
gewöhnt, wurde uns erst bewusst, als wir
während des Tests einmal die automatische
Teilbreitenschaltung nicht nutzen konnten.
So unglaublich es klingt, aber man kann sich
schon nach wenigen Wochen nicht mehr vorstellen, die Teilbreiten jemals per Hand geschaltet zu haben.
Sollte das z. B. für eine Nesterbehandlung
doch nötig sein, kann man im Terminal ein-
zelne Teilbreiten direkt aktivieren. Das geht
vielleicht nicht so gut wie mit einer „SwitchBox“, aber viel besser als per Joystick.
Die Düsen sitzen geschützt im Gestänge,
sind aber gleichzeitig gut erreichbar. Und
auch für die Gestängebeleuchtung mit zwei
LED-Scheinwerfern müssen wir hier eine
Lanze brechen. Anders als bei einer Einzeldüsenbeleuchtung sind außer den Spritzkegeln auch die Umrisse des Gestänges sowie
Hindernisse im Schlag gut erkennbar, die
Reinigung ist einfacher — und die zwei
Scheinwerfer sind trotz
der satten 1 100 Euro
Aufpreis ungleich günstiger als Einzel-LEDs.
Die Schaltung ist zudem
gut im Terminal integriert, und für 91 Euro
mehr gibt es auch noch
eine Rundumleuchte...
Im Tank gibt es drei Innenreinigungsdüsen
(die über automatische Spülprogramme
gesteuert werden) und ein Rührwerk mit
acht Injektordüsen. Das kann manuell oder
füllstandsabhängig geregelt werden.
Mit rund 2 800 Euro Aufpreis (für 24 m)
fast günstig ist die SchleppschlauchAusstattung, die der John Deere-Händler
Bernd Schlüter aus 33142 Büren entwickelt
hat. Das System lässt sich sehr einfach und
zügig anbauen und nach einigen Umrüstungen an der Spritze (zum Beispiel zusätzliche
Abdeckungen zwischen Kotflügeln und Beleuchtungsträgern sowie Entfernen der mechanischen Transportsicherungen für die
beiden äußeren Gestänge-Ausleger) sehr
gut nutzen.
Es empfiehlt sich aber in jedem Fall, auf die
offenen Anschlüsse für die Schleppschläuche
www.profi.de
Der Joystick
funktioniert
gut, lediglich zum
Klappen
könnte es
eine bessere
Folgesteuerung
geben.
Die Fünffach-Düsenträger sind serienmäßig
und die Schleppschläuche lassen sich einfach
koppeln. Automatische Mehrfachdüsenträger
gibt es nicht, aber eine automatische Teilbreitenschaltung und eine kontinuierliche Zirkulation.
Das 24-m-Gestänge wird nur zweifach
geklappt. Damit ist die Spritze 7,50 m lang,
2,93 m breit und 3,62 m hoch. Das Fahrverhalten war aber sehr gut.
Umfahrung automatisch eingemessenen
Schlages. Sonst könnte man diesen Wert mit
der noch möglichen Spritzfläche (die im
Kombi-Bildschirm angezeigt werden kann)
abgleichen.
Und auch die schier endlosen Warnhinweise — z. B. beim Ausklappen — nerven, da sie
vor dem Weiterarbeiten immer bestätigt
werden müssen. Hier kann John Deere noch
bessere Lösungen finden. Das gilt auch für
die Nachrüstung in Wettbewerbsschleppern, die etwa 1 400 Euro kostet und einiges an Verkabelungsaufwand erfordert. Das
Terminal darf nämlich z. B. nicht schon beim
Einschalten der Zündung anfangen hochzufahren, da die Spannungsschwankungen
beim Motorstart zu groß sind. Außerdem
kann man die solide Verkabelung dann z. B.
auch für die Nachrüstung eines Lenksystems nutzen, was laut John Deere oft im
nächsten Schritt angeschafft wird.
Bleibt nur noch die Reinigung der Spritze. Hier bietet die R962i dank der elektri-
Das Staufach kostet stolze 840 Euro, ist aber
schön groß und absolut dicht. Der Klarwasserbehälter hat sogar eine digitale Füllstandsanzeige und kann vom Bedienzentrum aus mit
2-Zoll-Anschluss schnell gefüllt werden.
an den Mehrfachdüsenträgern bei Nichtgebrauch die mitgelieferten Blindkappen zu
montieren, damit kein Dreck ins System geraten kann.
Ein weiteres echtes Highlight der R962i
ist das GreenStar3-Display 2630. Der farbige Touchscreen kostet zwar 5 140 Euro,
bietet aber immerhin 26 cm Diagonale, eine
hervorragende Grafik, und er lässt sich frei
konfigurieren — ganz nach den Vorlieben
des Fahrers! Somit hat man immer alle wichtigen Funktionen im Blick.
(Zu) versteckt ist nur die Anzeige der noch
zu spritzenden Fläche des bei der ersten
schen Ventile und der separaten Spülwasserpumpe einige — wirklich begeisternde
— Spülfunktionen. Dazu zählen neben der
erwähnten „kontinuierlichen Verdünnung“
auch die „automatische Gestängespülung“
(ohne die Restbrühe im Behälter zu verdünnen) sowie die „Systemspülung“. Damit werden zusätzlich auch noch die Rücklaufleitung
sowie das Rührwerk mit Klarwasser gespült
(und die Brühe so leicht verdünnt). Dass diese beiden Funktionen nicht bei bereits leerem Behälter funktionierten, war laut John
Deere ein Fehler an der Testspritze.
Um die Spritze nach getaner Arbeit komplett zu reinigen, muss das „Spülprogramm“
genutzt werden, da einige Komponenten
nicht durch manuelle Ventilschaltungen gespült werden können. In insgesamt sieben
Schritten werden dabei automatisch alle
Füll-, Injektor-, Rühr- und Bypass-Leitungen
sowie der Behälter gespült — sehr gut. Wer
Reiniger wie z. B. AgroClean einsetzen
möchte, kann diese einfach in den Klarwassertank einfüllen.
Alles Weitere in Kürze:
■ Der Stützfuß mit Handhydraulik ist sehr
stabil und oben — genau wie die Achse — im
Rahmen integriert. So beträgt die durchgehende Bodenfreiheit sehr gute 83 cm!
■ Der Klarwassertank fasst stolze 680 l,
kann am Bedienzentrum über einen
2-Zoll-Anschluss befüllt werden und hat (neben einem Steigrohr) eine digitale Füllstandsanzeige im Display!
■ Es gibt einen Hydranten-Füllanschluss
(530 Euro) und einen Umpump-Anschluss
(200 Euro) sowie zwei Abläufe im Fassboden.
■ Die Ölstandssensoren (160 Euro) der
Pumpen reagieren zu empfindlich und schlagen schon bei Temperaturschwankungen
und unterschiedlichen Spritzdrücken Alarm.
■ Es gibt ein zweites Staufach (842 Euro),
das schön groß ist und selbst bei Hochdruckreinigerwäschen dicht hält.
■ Apropos Reinigung: Für 2 345 Euro gibt
es einen hydraulisch angetriebenen Hochdruckreiniger mit 100 bar und Schlauchhaspel. Die günstige Alternative ist eine
Schlauchtrommel mit Autowaschbürste für
416 Euro.
■ Die Be- und Entlüftung des Behälters hat
einen Überlaufschlauch, und die Freifallstrecke vom Hydrantenfüllanschluss kann bei
Nichtgebrauch geschlossen werden. So
bleibt die Spritze selbst beim Überschäumen
sauber — super!
■ Nur an sehr wenigen Stellen zeigte sich
nach der Saison leichte Korrosion. Dazu
gehörte leider auch der obere Rahmen,
der offensichtlich nicht komplett abgedichtet war.
Das bleibt festzuhalten: Mit der Anhängespritze R962i ist John Deere ohne Zweifel
ein „großer Auftritt“ gelungen! Die Spritze
konnte im Test sowohl mit ihren Leistungswerten als auch mit ihrer Gestängeführung
und den automatischen Reinigungsfunktionen überzeugen. Es gibt nur noch an wenigen Stellen wie z. B. bei der Symbolik der
Bedienelemente oder dem Düsenwechsel
Verbesserungspotenzial.
Aber — wie sollte es anders sein — ein „großer Auftritt“ kostet auch entsprechend. In
der kompletten Testausstattung mit 24 m
Arbeitsbreite steht die R962i mit stolzen
128 282 Euro (plus Mehrwertsteuer) in der
Preisliste. Bleibt die Frage, ob es zukünftig
auch noch eine „abgespeckte“ Version mit
manueller Ventilbedienung und ohne separate Spülwasserpumpe geben wird.
Hubert Wilmer
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