DSP-Modul ANEM von BHI – und das Rauschen ist fast weg

DSP-Modul ANEM von BHI – und das Rauschen ist fast weg
Funk
DSP-Modul ANEM von BHI –
und das Rauschen ist fast weg
Viele der neueren Transceiver warten mit einer hochwertigen digitalen
Signalverarbeitung im NF-Zweig auf. Durch eine einfache, extern anzuschließende Variante lassen sich nun auch Geräte ohne DSP um eine
Rauschminderung erweitern.
noch nicht. Dieser Zustand wird durch die
rot leuchtende Status-LED anzeigt.
Die Qualität des Nutzsignals nimmt durch
die digitale Rauschunterdrückung nicht hörbar ab, wie es bei analogen Filtern der Fall
wäre. Die Verzerrungen sind laut BHI kleiner als 0,8 %. Der Hersteller empfiehlt sein
DSP-Modul vor allem für den SSB-, FMund AM-Betrieb, wobei sich Rundfunkstationen durch die 4,3-kHz-Tiefpasscharakteristik eher etwas blechern anhören.
umfang enthalten. Zum Anschalten an den
Transceivers wird ein Kabel mit 3,5-mmKlinkenstecker mitgeliefert, sodass nur
noch der Kopfhörer an die Buchse Audio
Out zu stecken ist. Das Kunststoffgehäuse
ist sehr stabil, leicht und misst nur 100 mm
× 60 mm × 40 mm. Erfreulicherweise sind
im Lieferumfang außerdem vier Gummifüße und ein Klettband enthalten, um das
Gerät überall schnell, rutschsicher hinstellen und/oder einfach anbringen zu können.
■ Weitere Funktionen
Das Gehör jedes Menschen liefert nur subjektive Höreindrücke. Was der eine als
noch verständlich empfindet, ist für den anderen schon nicht mehr aufnehmbar. Um
den individuellen Wünschen gerecht zu
werden, wird das DSP-Modul von einem
Mikrocontroller gesteuert, der ein Funktionsmenü für verschiedene Dämpfungsstufen anbietet. Man kann vorab bestimmen, ob die Rauschunterdrückung in einem
THOMAS KIMPFBECK – DO3MT
Jeder Funkamateur und CB-Funker kennt
sicher die einfachen Noise-Blanker, die
sich gut zur Austastung von Impulsstörungen von kurzer Dauer, hoher Amplitude
und geringer Wiederholrate eignen. Verschwindet das Nutzsignal jedoch in einem
breiten Rauschen, so sind sie fast wirkungslos. Doch es naht Abhilfe.
Die DSP-Module, die von der britischen
Firma BHI unter dem Namen ANEM (Amplified Noise Eliminating Modul) [1] hergestellt werden, können recht gut Sprache
von weißem Gauß-verteilten Rauschen unterscheiden und unterdrücken die störenden Anteile in wählbaren Stufen um bis zu
35 dB. Ein mitintegrierter NF-Verstärker
hebt das Nutzsignal nach der Bearbeitung
wieder an und versorgt einen angeschlossenen Lautsprecher mit 2,5 W – wahlweise
ist auch ein Kopfhörer anschließbar.
Bild 1: Das DSP-Modul ANEM von BHI peppt
NF-Signale digital auf.
Der Hersteller legt besonderen Wert auf
Plug-and-Play-Eigenschaft und unterstreicht die Einfachheit seines Geräts mit
einer simplen Drei-Punkte-Installation:
ans Funkgerät anstecken, Lautsprecher
einstecken, 12 V zuführen – fertig. Und
tatsächlich besitzt das Gerät nur noch zwei
Taster und eine dreifarbige Status-LED,
um die Voreinstellungen zu ändern und
den Betriebsmodus erkennen zu können.
■ Inbetriebnahme
Als Betriebsgleichspannung sind 12 bis 18
V verwendbar, wobei die Stromaufnahme
bei etwa 300 mA liegt. Ein passendes Anschlusskabel mit Sicherung ist im Liefer252 • FA 3/07
Bild 2:
Im Innern des
Moduls verbirgt sich
eine zweiseitig,
vorrangig mit DSP
und Mikrocontroller
auf der Unterseite
bestückte Platine.
Fotos, Schreenshot:
DO3MT
Die detaillierte Bedienungsanleitung umfasst 27 Seiten und ist im Original in Englisch verfasst. Sie liefert sowohl Bedienungshinweise und Tipps zu möglichen
Hardwareanpassungen für Ein- und Ausgangspegeländerungen sowie Impedanzanpassungen für Kleinsignalquellen als
auch auch Mess- bzw. technische Daten.
Eine deutschsprachige Version ist im Lieferumfang von [2] enthalten.
■ Ein- und Umschalten
Zur Aktivierung des DSP-Moduls drückt
man 1 s lang den Taster Function – danach
sollte der Rauschpegel merklich zurückgehen. Zur optischen Signalisierung
leuchtet die LED nun grün. Für Vergleichszwecke lässt sich mit dem Taster
Bypass/Power das Modul komplett abschalten, sodass man danach wieder das
originale, vom Transceiver abgegebene,
NF-Spektrum hört. Nach dem nochmaligen Drücken wird das Modul wieder eingeschaltet. Nun ist nur der interne Audioverstärker aktiv, die DSP-Funktion jedoch
vierstufigen oder achtstufigen Raster erfolgen soll, und danach die gewünschte Stufe
wählen. Hält man den Taster Function länger als 1 s gedrückt, schaltet das Gerät
nacheinander die Dämpfungsstufen durch.
Zur Auswahl des bevorzugten Levels lässt
man einfach den Taster wieder los. Ein kleiner Piezosignalgeber informiert durch eine
bestimmte Anzahl Piepstöne über die gerade gewählte Stufe.
Wer ein digitales Oszilloskop besitzt, kann
zu Messzwecken die Rauschunterdrückung sogar in zwei verschiedenen Demomodes nachvollziehen. Dabei schaltet der
Dämpfungen
Stufenzahl
SignalRausch4
8 dämpfung /dB reduktion /dB
–
1
–
2
–
3
–
4
1
2
3
4
5
6
7
8
4
5
6
8
16
21
25
65
9
11
13
15
17
20
24
35
Funk
Mikrocontroller automatisch alle 1,5 bzw.
3 s ein und aus, sowie von einer Dämpfungsstufe in die nächste. Ich habe dies
einmal mit einem digitalen Oszilloskop
durchgeführt und so den subjektiven Eindruck messtechnisch unterstützt, siehe
Bild 3.
■ Höreindrücke
Dreht man über die Frequenzbänder und
kommt an Pfeifstellen oder starke Interferenzen, dann benötigt das Modul einige
Millisekunden bis sich das Filter adaptiert
und die Störung dämpft. Sehr schwache
Signale im Rauschen verlassen das DSPModul deutlich hörbarer. Der Eingangspegel für die Baugruppe sollte so groß wie
möglich gewählt werden. Die Pegelregelung am Eingang des Moduls verkraftet
Signale zwischen 0,7 mW bis 3 W – dieser
Bereich dürfte die meisten Signalquellen
abdecken.
Im Empfangsbetrieb waren nicht nur
schwache SSB-Signale deutlich über einen angeschlossenen Lautsprecher hörbar,
sondern auch CW- und PSK31-Signale bekamen einen klareren Klang. Doch ich bin
mit meinem positiven Eindruck von diesem kleinen Gerät nicht allein. Mike
Schatzberg, W2AJI, behauptet in seinem
Bericht [3], dass sogar sein FT-1000 MP
Mark V vom ANEM profitiert hätte.
Bild 3: Das von mir verwendete digitale Speicheroszilloskop Wavepro 7000 von LeCroy zeigt
deutlich die erzielbare Rauschreduktion des DSP-Moduls ANEM von BHI.
Leider wurde die Typenbezeichnung des auf
der Platinenunterseite eingebauten DSP-ICs
entfernt, sodass keine Rückschlüsse auf
weitere technische Möglichkeiten vorliegen. Die Verarbeitung und die verwendeten
Einzelteile sind jedoch von guter Qualität.
■ Bezugsquelle
Die kleine Box rentiert sich als Zusatz für
einfache Transceiver oder Empfänger.
Entscheidender Vorteil ist, dass keine Eingriffe in die Geräte notwendig sind.
Das ANEM gibt es in der hier vorgestellten
Blackbox-Ausführung sowie in zahlreichen
weiteren Varianten. Einige, wie die Einbauplatine separat oder integriert in einem
Lautsprecher, sind bei WiMo [2] erhältlich.
Das vorgestellte Modul kostet dort 198,50 €,
die sich hauptsächlich auf DSP, Mikrocontroller und Bypass-Relais aufteilen und deshalb gerechtfertigt erscheinen.
do3mt@darc.de
Literatur und Bezugsquelle
[1] BHI Ltd.: ANEM.
www.bhinstrumentation.co.uk/html/anem.html
[2] WiMo Antennen und Elektronik GmbH, Am Gäxwald 14, 76863 Herxheim, Tel. (0 72 76) 96 68-0,
Fax -11; E-Mail info@wimo.com, www.wimo.com;
bhi DSP Lautsprecher → www.wimo.com/
cgi-bin/verteiler.pl?url=loudsp_d.htm
[3] Schatzberg, M. W2AJI: A review of the BHI amplified noise eliminating module utilizing DSP
with the Yaesu FT 1000 MP Mark V Modified with
the Inrad roofing filter. www.gapantenna.com/
Files/anemreview.pdf
FA 3/07 • 253
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