Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe

Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe
Presseinformation
Alain Monnier
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– Roman –
Im südfranzösischen Toulouse löst ein kaputter Kühlschrank eine Kettenreaktion quer durch Europa aus,
die eine Wohnung voller Leihgeräte zur Folge hat,
internationalen
Medienrummel
verursacht
und
schließlich in einer großen Liebe endet.
Es sind bekanntlich die kleinen Dinge im Leben, die
Großes verändern. Der entzückenden, aber etwas
distanzierten Marie wird in Toulouse ein neuer Kühlschrank geliefert – und der ist defekt. Nicht nur der nette
Mann von der Hotline der Firma, die ihr das Gerät verkauft hat, verspricht Abhilfe, auch ihr Liebhaber und ein
guter Freund, der ein erfolgloser Schriftsteller ist, springen
ein. Schließlich ist halb Europa unterwegs, um Marie zu
helfen, und am Ende stehen 17 Kühlschränke in ihrer
Wohnung. So etwas bleibt natürlich nicht unbeobachtet,
das lokale Fernsehen kommt, und auch die
internationalen Medien berichten über die junge Frau, die
angeblich mit einer Kühlschrankinstalllation in ihrer
Wohnung zum Ausdruck bringen will, dass unsere Gesellschaft Privates und Öffentliches
nicht mehr voneinander trennen kann. Marie lässt das alles ziemlich kalt und entdeckt
stattdessen, dass der Schriftsteller viel mehr ist als nur ein guter Freund.
Mit pointierter Ironie und französischem Charme erzählt Alain Monnier eine ebenso verrückte
wie erfrischende Geschichte über die Tücken unserer heutigen Kommunikation - in
Alltagsdingen wie in der Liebe.
Alain Monnier: Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe
Roman │Deutsche Erstausgabe│Aus dem Französischen von Lis Künzli
160 Seiten│ Gebunden mit Schutzumschlag
16,99 € [D] │17,50 € [A] │ 23,50 CHF
ISBN 978-3-7160-2734-9
Erschienen im April 2015 im Arche Verlag.
Über den Autor
Alain Monnier, geboren 1954, ist promovierter Ingenieur mit
dem Spezialgebiet Solarenergie und arbeitet, wenn er nicht
schreibt, für die Entwicklung und Verbreitung neuer
Technologien. Alain Monnier lebt, wie seine Heldin Marie, in
Toulouse. Auf Deutsch erschien bisher sein Roman Unser
zweites Leben (2008).
© David Ignaszewski/ Koboy
Auszüge aus dem Buch
Kommen wir kurz auf Marie zu sprechen. Sie ist deutlich über dreißig und von mittlerer
Größe, trägt die Haare jungenhaft kurz und besitzt aufsehenerregende Hüften. Manchmal
hat sie den Gesichtsausdruck einer russischen Kunstturnerin, der gerade die begehrte
Medaille durch die Lappen geht. Dieselbe nur mit Mühe verdeckte Verzweiflung. Aber dann
wiederum gleicht sie eher Julie Christie in den seltenen Glücksmomenten von Doktor
Schiwago. Ihre blauen, erstaunlich hellen Augen, so durchsichtig, dass sie kaum vorhanden
sind, machen ihr Gesicht, das von geheimnisvollen Fältchen gezeichnet ist, ernst und
undurchdringlich. Doch kann genau dieses Gesicht unter gewissen Umständen, von denen
aber hier nicht die Rede ist, richtig leuchten. Kurz, sie ist entzückend, aber wenig zugänglich.
Ihre beißende, oft missverstandene Ironie macht die Sache nicht besser, und ihre Scherze
findet niemand komisch, denn unsere Welt akzeptiert nun mal nicht, dass man sich über sie
lustig macht. Aber auch darum geht es in dieser Geschichte nicht. Sie handelt einzig von
dem neuen Kühlschrank, der ein Vermögen gekostet hat und bereits kaputt ist, bevor er auch
nur die mindeste Kühleinheit von sich gegeben hat.
Bekümmert öffnet Marie die Tür und entdeckt im Hintergrund des Geräts ein immenses
Armaturenbrett mit Drehknöpfen, Wahlprogrammen, jeder Menge Kontrolllämpchen, von
denen allerdings keines leuchtet, und englischen Begriffen, die sehr intelligent wirken. Sie
schließt die Tür wieder und öffnet ein Bier, das lauwarm ist, warum, wissen wir.
Schließlich greift sie zur Bedienungsanleitung, überprüft, ob der Apparat gut steht, ob der
Stecker richtig steckt, schließt die Tür wieder, könnte ja sein, dass …, lässt eine halbe, nein,
eine Stunde verstreichen, streckt die Hand rein. Es hilft kein Wenn und Aber! Sie muss
Kitch’Store anrufen. Das ist die Firma, die ihr diesen famosen Kühlschrank verkauft hat und
die im letzten Jahr bekannt wurde, als sie dank einer kundenorientierten Just-in-timeStrategie und eines aggressiven Marketings in Form von Faltprospekten, Treuepunkten und
überquellenden Briefkästen eine Börsenzulassung erhielt.
Leider verbirgt sich hinter dieser schönen und mächtigen Maschinerie die grausame
Unmöglichkeit, jemanden zu erreichen, mit Ausnahme des Praktikanten, der sie über die
Nummer 08 08 300 300 mit dem Dialog beglückt, der auf seinem Computer zu Ihrer Frage
angezeigt wird. Oder zu dem, was er für Ihre Frage hält. Exakt dreiundvierzig solcher Fragen
sind aufgelistet. Los geht es jedes Mal mit: »Jean-Hugues, was kann ich für Sie tun?«, denn
wir haben es mit einem zivilisierten, untadeligen Menschen zu tun, dem es nur leider egal ist,
was Sie ihn fragen. Er kommt nicht einmal auf die Idee, dass Sie ihn etwas fragen könnten,
er glaubt, Sie wären da, um mit ihm vor seinem Betreuer die Szene 10 a, b, c und so fort (die
der Reklamation) durchzuspielen und ein kleines Erfolgserlebnis davonzutragen.
Kurz, als Marie ihm erklärt, dass ihr Kühlschrank zwar angeschlossen sei, aber der Motor
kein Geräusch von sich gebe, das Lämpchen nicht angehe und der Kaltluftventilator, von
dessen Verdiensten der Verkäufer ihr eine Stunde lang vorgeschwärmt habe, kein bisschen
vibriere, antwortet er ihr mit seiner Automatenstimme: »Natürlich, Madame«, und einer
Abgebrühtheit, die man erahnt, auch wenn er so taktvoll ist, sie nicht durchscheinen zu
lassen, ist er doch eben für diese Fähigkeit unter achthundert Kandidaten ausgewählt
worden. Als Marie, bereits einigermaßen genervt, hinzufügt, dass dieser Kühlschrank neu
sei, antwortet er: »Ja«, dass er 699 Euro gekostet habe, antwortet er: »Ja«, dass sie vier
Stunden lang die Tür dieses verdammten Apparats umzubauen versucht habe, sagt er noch
einmal: »Ja«, aber man spürt, dass er bereits keine Ahnung mehr hat, wovon sie spricht.
Kühlschranktüren scheinen für ihn einer niederen Welt anzugehören, in der er nicht verkehrt.
Und außerdem steht auf seinem Bildschirm die Anweisung: »Lassen Sie den Kunden drei
Minuten sprechen«, und oben rechts läuft eine Stoppuhr. Nach drei Minuten oder, falls dem
Kunden der Atem ausgeht, vorher, lautet die neue Anweisung: »Gut, Madame (oder
Monsieur), wir können Ihnen die Adresse eines Handwerkers vermitteln.«
Drei Tage später trifft zur vereinbarten Stunde der Handwerker ein. Ein kraftstrotzender Typ,
sehr in Eile, da er am selben Tag noch vierzehn andere Kunden besuchen muss. Maximal
dreißig Minuten pro Kunde. So lautet die Regel. Das ist hart und aufreibend, aber so lautet
nun mal die Regel, diese verfluchten Beamten sollten einmal eine Tour mitmachen, dann
könnten sie sehen, was arbeiten heißt! »Diese Bande von Nichtstuern!«, verkneift er sich, da
er nichts über Marie weiß. Das riecht hier verdammt nach Lehrerin, und wie, um zehn Uhr
vormittags im Morgenmantel bei einem Kaffee! Während er bereits bei seinem vierten
Kunden ist. […]
Presseanfragen bitte an: Politycki & Partner │ info@politycki-partner.de │ 040 430 9315 0
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