- Celemony

- Celemony
editor
Handbuch

Melodyne editor Handbuch rev 2
Diese Anleitung bezieht sich auf Melodyne editor 1.2.
Autoren: Uwe G. Hoenig, Stefan Lindlahr, Alex Schmidt
Layout: Saskia Kölliker
Celemony Software GmbH
Valleystr. 25, 81371 München, Germany
www.celemony.com
Support: [email protected]
Dieses Handbuch und die darin beschriebene Software werden unter Lizenz zur
Verfügung gestellt und dürfen nur gemäß den Bedingungen einer solchen Lizenz
benutzt und kopiert werden. Die in diesem Handbuch bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und können sich ohne vorherige
Ankündigung ändern. Sie stellen keinerlei Verpflichtung der Celemony Software
GmbH dar. Celemony übernimmt keinerlei Verantwortung oder Haftung für eventuelle Fehler oder Ungenauigkeiten, die in diesem Handbuch enthalten sind. Ohne
ausdrückliche schriftliche Erlaubnis durch die Celemony Software GmbH darf kein
Teil dieses Handbuches für irgendwelche Zwecke oder in irgendeiner Form mit
irgendwelchen Mitteln reproduziert oder übertragen werden.
Melodyne, Celemony und DNA Direct Note Access sind eingetragene Marken der
Celemony Software GmbH. Alle Produkt- und Firmennamen sind eingetragene
Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Apple, Mac und Mac OS sind eingetragene Marken von Apple Inc. in den USA und/oder anderen Ländern. Windows ist eine eingetragene Marke der Microsoft Corporation in den USA und/oder anderen Ländern.
Intel ist eine eingetragene Marke der Intel Corporation. AMD ist eine eingetragene
Marke der Advanced Micro Devices, Inc. Pro Tools und RTAS sind eingetragene
Marken der Avid Technology, Inc. ASIO und VST sind eingetragene Marken der
Steinberg Media GmbH.
© Celemony Software GmbH München, 2010
All Rechte vorbehalten.
2
Melodyne editor Handbuch
Inhalt
Inhalt
Installation und Aktivierung......................................................................7
Melodyne editor Einführung...................................................................12
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten............................................20
Laden, transferieren und sichern
Audiomaterial in Melodyne editor Plugin transferieren.............................................29
Plugin im Host Transfer-Taster Mehrere Transfers durchführen Wiedergabebereiche
Audio in Melodyne editor Stand-Alone laden und sichern.........................................32
Menübefehl „Datei laden“ Menübefehl „Zuletzt benutzte Dokumente“ Menübefehl
„Zurück zur letzten Version“ Dateien laden per Drag&Drop Menübefehl „Datei sichern“
Menübefehl „Datei sichern als“ Das MPD-Format MIDI-File sichern
Audio in Melodyne editor Stand-alone aufnehmen...................................................37
Audio- und Aufnahme-Einstellungen Tempo-Einstellung Metronom und Starten/Stoppen
der Aufnahme Punch In/Out und Widerrufen einer Aufnahme
MIDI sichern.......................................................................................................41
Audio-zu-MIDI MIDI sichern Standard MIDI File
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Wiedergeben, navigieren und zoomen....................................................................44
Fenstergröße Blobs wiedergeben Wiedergabe und Scrubbing per Taktlineal Scroll- und
Zoomwerkzeuge Scrollbalken Scrollen und zoomen per Maus und Tastatur
Cycle aktivieren und einstellen..............................................................................50
Cycle setzen und verschieben Cycle-Grenzen anpassen
Darstellungsoptionen wählen................................................................................52
Automatisches Scrollen Tonhöhenkurve anzeigen Notentrennungen anzeigen Nachklang der Noten anzeigen Blob-Info anzeigen Gemeinte Noten anzeigen Notation
anzeigen Wiedergabebereiche anzeigen (im Plugin)
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material...................................59
Notenzuweisungs-Werkzeug Ändern der Notenzuweisung Bearbeiten von Notentrennungen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material...............................64
±-Werkzeug Aktive und potenzielle Noten Notentrennung Schieberegler bei der Notenzuweisung Die Jalousie Synthetischer Abhörklang
Melodyne editor Handbuch
3
Inhalt
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material..................................71
Notenzuweisungs-Werkzeug Bearbeiten von Notentrennungen
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Zeitraster wählen.................................................................................................74
Zeitraster aktivieren/deaktivieren Rasterweite und dynamisches Raster Beziehung der
Noten zum Raster Alt-Taste zum Verschieben ohne Raster
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen......................................................77
Kein Raster und Halbtonraster Grundton und Skala wählen Noten per Doppelklick auf
Skalentöne befördern [Alt]-Taste zum Verschieben ohne Raster Referenzton wählen
Audionoten selektieren und kopieren
Noten auswählen.................................................................................................82
Standard-Selektionstechniken “Schlangenselektion” Selektion über das Tonlineal
Selektions-Befehle im Menü
Noten kopieren....................................................................................................87
Noten kopieren Noten einsetzen mit und ohne Zielselektion Die Bedeutung des Zeitrasters beim Einsetzen
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Tonhöhen per Makro bearbeiten............................................................................92
Selektierte Noten oder alle Noten bearbeiten Tonhöhenmakro öffnen Tonhöhenschwerpunkt und -drift Auch manuell korrigierte Noten bearbeiten
Timing per Makro bearbeiten................................................................................95
Gemeinte Position und Anker Selektierte Noten oder alle Noten bearbeiten Zeitkorrekturmakro öffnen Groove-Referenz und Intensität der Zeitkorrektur Auch manuell
korrigierte Noten bearbeiten
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug........................................................................100
Tonhöhe ändern Position ändern Länge ändern Notentrennungen bearbeiten
Tonhöhe bearbeiten...........................................................................................104
Tonhöhenwerkzeug auswählen Noten am Tonhöhenraster oder fein verschieben
Mithörkontrolle solo und im Kontext Tonhöhenquantisierung durch Doppelklick
Tonhöhenübergänge „Zurücksetzen“-Befehle im Menü
Tonhöhenmodulation und -driftbearbeiten............................................................109
Werkzeuge für Tonhöhenmodulation und -drift auswählen Tonhöhenmodulation und -drift
einstellen
Formanten verschieben......................................................................................112
Formantwerkzeug auswählen und Formantbalken Formanten verschieben Formantübergänge einstellen
4
Melodyne editor Handbuch
Inhalt
Lautstärke ändern und Noten stummschalten.......................................................116
Amplitudenwerkzeug auswählen Lautstärke grob und fein regeln Lautstärkeübergänge
regeln Noten stummschalten/Stummschaltung aufheben
Timing bearbeiten..............................................................................................119
Zeitwerkzeug auswählen Position ändern Länge ändern Zeitkorrektur per Doppelklick
Notentrennungen bearbeiten...............................................................................123
Notentrennwerkzeug auswählen Notentrennungen setzen, entfernen und verschieben
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Die Echtzeitregler..............................................................................................125
Die Echtzeitparameter Tonhöhe, Formanten und Lautstärke Automation Regelbereich
wählen und auf Mittelstellung setzen
Anpassung an variables Host-Tempo....................................................................127
Anzeige für abweichendes Tempo Konstantes oder variables neues Tempo? Vorspielen
des Tempoverlaufs Audio bei Tempoänderungen dehnen/stauchen
Transferierte Audiodateien verwalten und fehlende Dateien zuweisen......................131
Speicherpfad für Transfers Unbenutzte Dateien löschen
Fehlende Dateien neu zuweisen
Die Voreinstellungen von Melodyne editor Plugin..................................................135
Sprache der Bedienoberfläche Stimmung des Referenztons Prüfen auf Updates
Audio-Cache-Pfad und -Größe
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Zeitraster an Audio anpassen..............................................................................137
Die „1“ an den Beginn setzen Das Tempofenster in Melodyne Stand-Alone TempoFaktor wählen Konstantes Tempo wählen
Die Voreinstellungen von Melodyne editor Stand-Alone..........................................142
Sprache der Bedienoberfläche Stimmung des Referenztons Prüfen auf Updates Globaler Aufnahmepfad Audio-Cache-Pfad und -Größe
Melodyne editor Handbuch
5
Willkommen!
Vielen Dank für Ihr Interesse an Melodyne editor und herzlich willkommen im
Kreis der Melodyne-Anwender!
Melodyne ist in allen großen Studios der Welt zu Hause und wird seit Jahren
wegen seiner intuitiven Bearbeitungsmöglichkeiten und seiner hohen Klangqualität geschätzt. Tatsächlich dürfte es nur wenige professionelle Produktionen der
letzten Jahre geben, bei denen nicht an der einen oder anderen Stelle Melodyne
zum Einsatz kam – sei es für unauffällige Korrekturen, für das Erzeugen von
Zweitstimmen und Variationen oder für den kreativen Umbau von Audiomaterial.
Was heißt das für Sie? Ganz einfach: Als Melodyne-Anwender sind Sie in bester,
ja illustrer Gesellschaft.
Melodyne editor steht ganz in der Tradition der bisherigen Melodyne-Editionen,
wurde aber von Grund auf neu konzipiert und programmiert. Im Ergebnis ist Melodyne editor schneller und leistungsfähiger als alle bisherigen Melodyne-Editionen,
klingt noch besser und ist bereits jetzt für alle technischen Umwälzungen der
nächsten Jahre gerüstet. Nicht zuletzt ermöglicht Ihnen Melodyne editor durch die
Integration des revolutionären DNA Direct Note Access, selbst in mehrstimmiges
Audiomaterial “hineinzugreifen” und dort einzelne Noten ganz nach Wunsch zu
verändern.
Wir haben bei Celemony hart gearbeitet, um Melodyne editor für Sie so angenehm, leistungsfähig und nützlich wie möglich zu machen. Wir hoffen sehr, dass
Melodyne editor Ihr Leben mit Audio leichter macht, Ihnen Freude bereitet und
Ihre Kreativität beflügelt. Lassen Sie uns wissen, wie Ihnen die Software gefällt
und was wir besser machen können. Und zögern Sie nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen, wenn mal was nicht so klappt wie es soll – unter www.celemony.com
sind wir immer für Sie da.
Wir wünschen Ihnen ein produktives Arbeiten und viel Spaß mit Melodyne editor!
Herzlichst,
Ihr Celemony-Team
6
Melodyne editor Handbuch
Installation und Aktivierung
Installation und Aktivierung
Installation und Begriffe
Die Installation von Melodyne ist denkbar einfach: Starten Sie das Installationsprogramm (entweder von der Programm-CD oder den Download) und folgen
Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Nach wenigen Minuten ist Melodyne
installiert. Vor der Benutzung muss Melodyne registriert und aktiviert werden; hier
eine kurze Erläuterung der Begriffe:
Seriennummer: Die Seriennummer repräsentiert Ihre Lizenz für Melodyne und entscheidet darüber, welche Melodyne-Edition mit welchen Funktionen Sie besitzen.
Registrierung: Registrieren bedeutet, dass Sie ein myCelemony-Benutzerkonto
anlegen, mit dem Ihre Seriennummer verknüpft wird. Bei der Registrierung geben
Sie einige persönliche Daten an und wählen, ob und welche Art Newsletter Sie
von Celemony erhalten wollen. Haben Sie Melodyne in unserem Webshop gekauft,
ist die Registrierung bereits erledigt.
Aktivierung: Das registrierte Melodyne muss aktiviert werden, um lauffähig zu
sein. Wir bieten als Standard eine rechnerbasierte Aktivierung für zwei Rechner
und als Alternative einen Lizenzübertrag auf iLok an.
Bevor wir zu den Details der Aktivierung kommen, wollen wir einen Blick auf die
installierte Software und ihre Eigenschaften werfen.
Melodyne “singletrack” – und was das bedeutet
Bei der Installation wird Melodyne als Plugin in die entsprechenden Plugin-Ordner
sowie als Stand-Alone-Programm in Ihren Programmordner kopiert. Die Plugins
heißen einfach “Melodyne”, die Stand-Alone-Variante ist mit “Melodyne singletrack” benannt. Vielleicht wundern Sie sich über diesen Namen – denn eigentlich heißt Ihre Melodyne-Edition doch Melodyne editor, Melodyne assistant oder
Melodyne essential.
Ab Version 1.2 werden diese drei Melodyne-Editionen als gemeinsames Programmpaket ausgeliefert. Erst die Seriennummer (Ihre Lizenz) und die damit
einhergehende Aktivierung bestimmt, welche Edition aus dem installierten
Programm wird. Da diese Identität vor der Aktivierung nicht feststeht und der
Programmname durch die Aktivierung nicht verändert werden kann, lautet er bei
Melodyne editor Handbuch
7
Installation und Aktivierung
den Plugins “Melodyne” und bei der Stand-Alone-Variante “Melodyne singletrack”
(in Abgrenzung zum mehrspurigen Melodyne studio).
Der Name der aktiven Edition wird zwischen den Werkzeugen und den Makros auf
der Bedienoberfläche von Melodyne angezeigt. Ziehen Sie das Melodyne-Fenster
erforderlichenfalls größer, um diese Anzeige zu sehen.
Das gemeinsame Programmpaket ermöglicht vor allem eine umfassende Kompatibilität der Melodyne-Editionen editor, assistant und essential. Sie können
problemlos ein in Melodyne essential begonnenes Projekt in Melodyne assistant
oder in Melodyne editor öffnen und mit den erweiterten Funktionen der größeren
Edition bearbeiten. Auch andersrum geht es: Ein mit Melodyne editor begonnenes
Projekt kann auch in einer kleineren Edition geladen, abgespielt und mit den dort
vorhandenen Funktionen bearbeitet werden. Lediglich dann, wenn in Melodyne
editor DNA-Funktionen zur Bearbeitung mehrstimmigen Materials benutzt wurden,
kann das betreffende Dokument in einer kleineren Edition nur abgespielt, aber
nicht bearbeitet werden. Diesen Zustand bezeichnen wir als “Playback-Modus”.
Wird Melodyne installiert, aber nicht aktiviert, befindet es sich ebenfalls im
Playback-Modus. Alle bestehenden Dokumente können geöffnet und abgespielt,
aber nicht bearbeitet werden. Der Playback-Modus kann zum Wiedergeben von
Projekten sehr nützlich sein, denn er macht es überflüssig, mit Melodyne bearbeitete Spuren zu bouncen, um sie auf einem Rechner wiederzugeben, auf dem
Melodyne nicht oder nicht mehr aktiviert ist. Der Playback-Modus kann jederzeit
ohne Registrierung, Aktivierung und Internetverbindung genutzt werden.
Das gemeinsame Programmpaket ermöglicht es außerdem, eine kleinere Edition
oder ein nicht aktiviertes Melodyne in den Test-Modus für Melodyne editor zu
schalten. Der Test-Modus erlaubt es, den vollen Funktionsumfang von Melodyne
editor für eine begrenzte Zeit zu nutzen. Nach Ablauf der Test-Phase fällt Melodyne wieder auf die ursprüngliche Lizenz beziehungsweise in den Playback-Modus
zurück. Die Test-Phase von Melodyne editor kann nur einmal auf einem bestimmten Rechner genutzt werden. Sie erfordert bei der Registrierung und bei jedem
Start von Melodyne editor eine Internetverbindung.
Durch das gemeinsame Programmpaket ist ferner jederzeit und ohne Neuinstallation ein Upgrade von Melodyne assistant und Melodyne essential auf Melodyne
editor möglich. Dazu genügt der Kauf einer Lizenz für Melodyne editor und das
8
Melodyne editor Handbuch
Installation und Aktivierung
Aktivieren dieser neuen Lizenz – über unseren Webshop ist das eine Sache von
wenigen Klicks.
Wichtige Informationen zur Aktivierung
Wenn Sie Melodyne zum ersten Mal starten, erscheint ein Aktivierungs-Assistent.
Haben Sie Melodyne in unserem Webshop gekauft, genügt im Assistenten ein
Klick und Ihr Melodyne ist aktiviert und betriebsbereit. Haben Sie Ihr Melodyne
in der Schachtel gekauft, führt der Assistent Sie durch alle Schritte, die zum
Registrieren und Aktivieren erforderlich sind. Die Aktivierung erfolgt online. Sollte
Ihr Rechner keine Internetverbindung haben, wird der Assistent Ihnen eine Option
zur Offline-Aktivierung anbieten.
Sie erreichen den Aktivierungs-Assistenten bei Bedarf über “Lizenz ...” im HilfeMenü von Melodyne. Alle Optionen, die der Assistent bietet, sind im Assistenten
erläutert. Die nächsten Abschnitte stellen diese Optionen im Zusammenhang vor
und geben Ihnen wichtige Hintergrundinformationen zur Aktivierung. Bitte lesen
Sie sie aufmerksam durch, denn sie haben unmittelbar damit zu tun, wann, warum und wie oft Sie Melodyne auf Rechnern installieren und nutzen können.
Zwei rechnerbasierte Aktivierungen: Melodyne wird standardmäßig Rechnerbezogen aktiviert – die Aktivierung ist also an den Rechner gebunden, auf dem
sie ausgeführt wurde. Eine Melodyne-Lizenz erlaubt es Ihnen, Melodyne auf
zwei verschiedenen Rechnern gleichzeitig zu aktivieren und zu nutzen, etwa
auf Ihrem Studiorechner und auf einem Laptop. Die Aktivierungen werden von
unserem Server verwaltet und vergeben. Ihr Guthaben können Sie nach dem
Einloggen in Ihrem myCelemony-Kundenkonto sehen.
Deaktivierung eines Rechners: Wir geben Ihnen volle Kontrolle über Ihre
Aktivierungen, indem wir auch das Deaktivieren von Rechnern ermöglichen.
Nehmen wir an, Sie haben Melodyne bereits auf zwei Rechnern aktiviert, wollen
es aber vorübergehend auf einem dritten Rechner nutzen. Kein Problem: Sie
deaktivieren einfach einen der aktivierten Rechner. Dadurch wird eine Ihrer beiden Aktivierungen frei und zu unserem Server übertragen. Die freie Aktivierung
können Sie nutzen, um den dritten Rechner zu aktivieren. Wollen Sie wieder
die alte Arbeitssituation herstellen, deaktivieren Sie den dritten Rechner und
reaktivieren den vorherigen.
Unser Server gewährt Ihnen also zwei Aktivierungen, die Sie flexibel auf Ihre
Rechner verteilen können. Dadurch gestaltet sich beispielsweise der Umzug auf
Melodyne editor Handbuch
9
Installation und Aktivierung
einen neuen Musikrechner sehr einfach. Sie müssen nicht hoffen und bangen,
dass Sie für den neuen Rechner noch eine Aktivierung erhalten – stattdessen
deaktivieren Sie den alten Rechner und haben automatisch eine Aktivierung für
den neuen frei.
Diese Möglichkeit bedeutet aber auch: Handeln Sie mit Bedacht! Die Aktivierungen sind ausschließlich für Sie bestimmt und mit Ihrem Kundenkonto verknüpft.
Geben Sie also keine Aktivierung an Dritte. Bedenken Sie auch, dass eine Aktivierung immer nur auf dem aktivierten Rechner selbst wieder aufgehoben werden
kann. Wenn Sie keinen Zugriff mehr auf einen aktivierten Rechner haben, ist
seine Aktivierung für Sie verloren. Dies sollten Sie insbesondere dann nicht vergessen, wenn Sie einen alten Rechner verkaufen oder verschrotten – deaktivieren
Sie vorher Melodyne auf diesem Rechner!
Keine Sorgen müssen Sie sich übrigens machen, wenn Sie die Festplatte austauschen oder formatieren, um das Betriebssystem Ihres Rechners neu aufzuspielen.
Die Aktivierung geht dadurch nicht verloren. Melodyne wird nach einer solchen
Aktion beim ersten Start den Celemony-Server kontaktieren. Dieser wird den den
Rechner erkennen und erneut aktivieren – ohne dass dies Ihr Aktivierungs-Guthaben reduziert.
Alternative iLok: Melodyne editor und Melodyne assistant (nicht Melodyne essential) können alternativ zu der oben beschriebenen rechnerbasierten Aktivierung per iLok-Kopierschutzstecker aktiviert werden (Informationen unter www.
ilok.com). Dazu wird Ihre Melodyne-Lizenz auf Ihr iLok-Konto übertragen, von
wo sie auf einen iLok-Kopierschutzstecker heruntergeladen werden kann. Mit
dem iLok-Stecker können Sie Melodyne dann auf unterschiedlichen Rechnern
aktivieren und betreiben, genauer: immer jeweils auf dem Rechner, an dem
der iLok eingesteckt ist. Beachten Sie bitte Folgendes, bevor Sie sich für iLok
entscheiden:
iLok kann alternativ (nicht ergänzend) zur rechnerbasierten Aktivierung genutzt
werden. Wenn Sie zu iLok gewechselt haben, erhalten Sie keine rechnerbasierten
Aktivierungen mehr. Eine Rückkehr von der iLok-Nutzung zur Nutzung der rechnerbasierten Aktivierung ist nicht möglich. Sie erhalten *eine* Melodyne-Lizenz
für *einen* iLok-Stecker, mit dem Sie Melodyne zu einem gegebenen Zeitpunkt
auf *einem* Rechner nutzen können – im Gegensatz zu den zwei gleichzeitig
nutzbaren Rechnern beim rechnerbasierten Aktivierungsverfahren. Zu guter Letzt:
Bei einem Verkauf von Melodyne dürfen Sie die iLok-Lizenz nicht selbst auf das
10
Melodyne editor Handbuch
Installation und Aktivierung
iLok-Konto des Käufers übertragen, sondern müssen sich an unseren Support
wenden. Sie sparen dadurch Geld, denn der Lizenztransfer auf ein anderes iLokKonto ist kostenpflichtig. Und nur wenn wir selbst den Lizenzübertrag zum neuen
Kunden vornehmen, können wir für diesen auch ein myCelemony-Benutzerkonto
einrichten. Nehmen dagegen Sie den Transfer vor, bleibt die Lizenz mit Ihrem
myCelemony-Konto verknüpft.
Melodyne editor Handbuch
11
Melodyne editor Einführung
Melodyne editor Einführung
Über diese Anleitung
Diese Anleitung widmet sich der eigentlichen Bedienung und Nutzung von Melodyne editor. Informationen zur Installation und Aktivierung finden Sie in einem
separaten Dokument. Die Anleitung enthält Folgendes:
Dieses Einführungskapitel enthält einige allgemeine Erläuterungen, die Ihnen
dabei helfen sollen, sich von den Einsatzmöglichkeiten und der Bedienung von
Melodyne editor ein Bild zu machen.
Wir wissen, dass niemand gerne Bedienungsanleitungen liest. Es ist ja auch
viel spannender, gleich loszulegen und das Nötige durch Versuch und Irrtum
während der Arbeit zu lernen. Um Sie also nicht unnötig zu langweilen und
Ihre Irrtums-Quote bei der Erforschung von Melodyne editor trotzdem möglichst
gering zu halten, haben wir die Essenz alles Wissenswerten in einem eigenen
Kapitel zusammengetragen: “Für Eilige: Melodyne editor in 10 Minuten”. Die
Lektüre dieses Kapitels empfehlen wir Ihnen als Bedienungsanleitungshasser
genau so wie als ausgekochtem Audio-Profi, denn es kostet Sie unterm Strich
mehr Zeit, diesen Abschnitt nicht zu lesen, als ihn zu lesen.
Im Kapitel “Touren” beschreiben wir Schritt für Schritt verschiedene Bedienvorgänge in Melodyne editor – vom Laden oder Transferieren einer Audiodatei bis
zum Reduzieren von Tonhöhen-Drift und Vibrato und vieles mehr. Hier können
Sie gezielt nachschlagen um etwas zu lernen oder wenn Sie vergessen haben,
wie etwas funktioniert.
Ergänzende Informationen zu Melodyne editor gibt es im Support-Bereich von
www.celemony.com, den Sie direkt aus dem Hilfe-Menü von Melodyne editor ansteuern können. Sie finden dort unser Hilfe-Center, in dem wir zahlreiche VideoTutoriale zur Bedienung von Melodyne editor, ergänzende Informationen sowie
aktuelle Tipps und Workarounds zu Problemen für Sie bereithalten. In unserem
Forum können Sie von den Erfahrungen anderer Anwender profitieren und sich
mit diesen austauschen. Und sollten Sie einmal nicht mehr weiter wissen, erreichen Sie uns jederzeit direkt über unsere Webseite oder per E-Mail an [email protected]
celemony.com.
12
Melodyne editor Handbuch
Melodyne editor Einführung
Was und wofür Melodyne editor ist
Melodyne editor ermöglicht es Ihnen, verschiedenes Audiomaterial – zum Beispiel
Gesang, Klavier, Gitarre, aber auch Drumloops und Percussion – auf eine sehr
musikalische Weise darzustellen und zu bearbeiten. Die Besonderheit ist, dass
Melodyne die musikalischen Noten in den Audiodaten erkennt und entlang eines
Tonhöhen- und eines Zeitrasters darstellt. Das hat wesentlich mehr Aussagekraft
als die von typischen Sample-Editoren und Audio-Sequencern bekannte Darstellung der Amplitudenwerte entlang einer Zeitachse. Mit Melodyne editor sehen Sie
nicht nur, an welchen Stellen einer Aufnahme das Signal laut oder leise ist. Sie
sehen auch, wo Noten beginnen und enden sowie die gespielten Tonhöhen. Das
ist – offensichtlich – ein großer Unterschied.
Melodyne editor
Die dargestellten Noten können Sie nicht nur betrachten, sondern auch anfassen
und ändern. So können Sie etwa eine zu tief intonierte Note einfach auf die richtige Tonhöhe ziehen, eine zu kurz gespielte Note länger oder eine zu leise Note lauter machen und einiges mehr. Das ermöglicht Ihnen die feinfühlige Korrektur und
Optimierung Ihrer Aufnahmen, gibt Ihnen aber auch die Möglichkeit, Audiomaterial tiefgreifend zu verändern, umzubauen und neues Material daraus zu schaffen.
Melodyne genießt seit Jahren bei der Bearbeitung von Lead-Gesang einen hervorragenden Ruf, da Korrekturen musikalisch und intuitiv vorgenommen werden
können und praktisch unhörbar sind. Was aber in der Königsklasse Gesang gut
Melodyne editor Handbuch
13
Melodyne editor Einführung
funktioniert, taugt natürlich erst recht bei anderen Instrumenten. Wenn Sie eine
Weile mit Melodyne editor gearbeitet haben, werden Sie jenseits der Korrektur
viele weitere lohnende Anwendungsmöglichkeiten entdecken. Ein paar Beispiele:
das Erzeugen zweiter Stimmen oder ganzer Sätze mit Kopien der Ausgangspur
das Erstellen melodischer oder harmonischer Variationen bei Wiederholungen
einer Phrase
Timing-Korrekturen und Timing-Abgleich von Drums und Bass
Timing-Korrektur oder Um-Quantisierung von Rhythmen
das Erzeugen von Breaks und Variationen bei Drumloops
klangliche Manipulation bei Material aller Art mittels Formantverschiebung
und natürlich: ganz normales Pitchshifting und Timestretching, das Melodyne
editor ebenfalls in hervorragender Qualität beherrscht
Mit Melodyne editor können Sie einstimmiges (z. B. Lead-Gesang, Saxophon,
Flöte, etc.), mehrstimmiges (Klavier, Gitarre, Marimba, etc.) und rhythmisches/geräuschhaftes Audiomaterial (Drumloops, Percussion, Atmosphären und Geräusche,
etc.) bearbeiten. Die Abbildungen geben Ihnen einen Eindruck davon, wie das
Audiomaterial in Melodyne editor aussieht.
Mehrstimmiges Material
in Melodyne editor
14
Melodyne editor Handbuch
Melodyne editor Einführung
Melodisches Material in
Melodyn editor
Rhythmisches Material
in Melodyne editor
Mit seiner DNA-Techologie bietet Ihnen Melodyne editor erstmalig die Möglichkeit, in die Harmonien von mehrstimmigem Audiomaterial hineinzugreifen, um
zum Beispiel eine Note in einem Akkord von der großen Terz auf die kleine zu
verschieben – das ist ein Novum in der Geschichte der Audiobearbeitung und gibt
Ihnen ganz neue Gestaltungsfreiheiten für Audio an die Hand.
Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass diese außergewöhnlichen Bearbeitungsmöglichkeiten für einzelne Instrumenten-Spuren gedacht sind, zum Beispiel für
einer Klavier- oder Gitarrenaufnahme. Sie eignen sich nicht oder nur sehr bedingt
für gemischte Audiospuren oder ganze Mischungen, da das Material nicht nach
den Instrumenten, sondern nach den gespielten Tonhöhen aufgetrennt wird:
Spielen zwei oder mehr Instrumente zur gleichen Zeit die gleiche Tonhöhe, bietet
Melodyne editor Ihnen eine Note mit dem gemischten Klang dieser Instrumente
zur Bearbeitung an.
Lassen Sie sich durch diese Hinweise nicht vom Experimentieren abhalten: Indem
Sie absichtlich “unpasssendes” Material verwenden oder passendes Material auf
“unpassende” Weise bearbeiten, können Sie viele interessante Effekte erzielen.
Melodyne editor bietet Ihnen die größtmögliche Klangqualität und Authentizität
Melodyne editor Handbuch
15
Melodyne editor Einführung
bei der “normalen” Audiobearbeitung, aber das heisst nicht, dass Sie durch kreativen Missbrauch seiner Funktionen nicht auch Ergebnisse erzielen können, die
auf lohnende Weise völlig anders klingen als das Original. Wir wünschen viel Spaß
beim Experimentieren!
Melodyne editor als eigenständiges Programm
und als Plugin
Ähnlich wie manche Software-Synthesizer, kann Melodyne editor entweder als
Plugin in einem Host-Programm (einer Audio-Workstation wie Pro Tools, Logic,
Cubase, Live, etc.) oder “stand-alone” als eigenständiges Programm betrieben
werden. Bei der Installation werden zu diesem Zweck mehrere Varianten von
Melodyne editor auf Ihrer Festplatte abgelegt: Ein oder mehrere Plugins in den
passenden Formaten für Ihre Betriebssystem-Plattform sowie das eigenständig
nutzbare Programm “Melodyne editor”.
Bei den Kernfunktionen gibt es keinen Unterschied zwischen den PluginVersionen und der Stand-Alone-Version von Melodyne editor: Beide bieten exakt
die gleichen Bearbeitungsmöglichkeiten für Ihr Audiomaterial. Hinsichtlich der
Einsatzbedingungen, des Workflows und einiger Randfunktionen gibt es jedoch
Unterschiede.
Hilfreich beim Experimentieren: Die automatisierbaren
Echtzeitdrehregler in Melodyne editor Plugin
In dieser Anleitung sprechen wir von “Melodyne editor”, wenn wir Funktionen
beschreiben, die beiden Versionen gemeinsam sind. Wir sprechen von “Melodyne editor Stand-Alone” oder “Melodyne editor Plugin”, wenn es um Funktionen
geht, die nur in der einen oder der anderen Version eine Rolle spielen. So bietet
Melodyne editor Stand-Alone zum Beispiel eine einfache Aufnahmefunktionalität,
die es in Melodyne editor Plugin nicht gibt, da dort der Host für das Aufnehmen
zuständig ist.
16
Melodyne editor Handbuch
Melodyne editor Einführung
Melodyne editor Stand-Alone
Melodyne editor Stand-Alone arbeitet im Prinzip wie ein ganz normales SampleEditing-Programm: Sie laden eine Audiodatei über das Menü oder per Drag’n’drop,
bearbeiten sie wie gewünscht und sichern die neue Fassung. Wenn Sie das Original überschreiben, legt Melodyne editor Stand-Alone automatisch eine Sicherheitskopie davon an. Input und Output sind bei Melodyne editor also im Regelfall
eine Audiodatei auf der Festplatte.
Wenn Sie die Bearbeitung einer Audiodatei zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen oder ändern wollen, können Sie mit Melodyne editor Stand-Alone ein
spezielles Melodyne-Dateiformat sichern, dass sich die Originaldatei und den
letzten Stand Ihrer Bearbeitung unabhängig voneinander merkt. Das ist sozusagen
ein nicht-destruktives Dateiformat, mit dem Sie vermeiden können, dass die Datei
mehrfach von Melodyne erkannt wird und mehrfach die Bearbeitungs-Algorithmen
durchläuft, was die Klangqualität beeinträchtigen kann. Sind Sie mit der Bearbeitung fertig, sichern Sie einfach eine normale Audio-Datei, die Sie dann in jeder
anderen Software verwenden können.
Da Melodyne editor Stand-Alone wie ein Sample-Editor arbeitet, werden Sie diese
Version von Melodyne editor vor allem dann verwenden, wenn Sie ein oder mehrere Samples losgelöst von einem Song-Projekt bearbeiten wollen. Der Vorteil ist,
dass Melodyne editor Stand-Alone schneller startet als Ihr Host und Sie sich nicht
mit dessen Funktionen und dem Transfer der Dateien in Melodyne editor Plugin
beschäftigen müssen, wenn Sie Samples ohnehin nicht in einem Song-Kontext
bearbeiten.
Direkt in Ihre
DAW integriert, erlaubt
Melodyn editor
Plugin ein
schnelles und
komfortables
Arbeiten
Melodyne editor Handbuch
17
Melodyne editor Einführung
Melodyne editor Plugin
Arbeiten Sie in Ihrer DAW an einem Song und wollen Passagen einer oder mehrerer Spuren mit Melodyne bearbeiten, ist Melodyne editor Plugin das Werkzeug
Ihrer Wahl. Diese Variante von Melodyne editor finden Sie nach der Installation
unter den Audio-Effekt-Plugins Ihrer DAW (nicht unter den Instrumenten-Plugins).
Nachdem Sie Melodyne editor Plugin auf einer Audiospur geöffnet haben, transferieren Sie die gewünschten Pasagen in das Plugin, um sie dort sehen und bearbeiten zu können. Dieses Transferieren ist gleichbedeutend mit einem Aufnehmen
der entsprechenden Passagen in Melodyne editor Plugin. Später bei der Wiedergabe werden die transferierten Abschnitte von Melodyne editor abgespielt, während
das Material um diese Abschnitte drumrum weiterhin von der Original-Audiospur,
also von Ihrer DAW kommt.
Melodyne editor Plugin arbeitet also eingeklinkt in Ihre DAW und folgt dieser auf
dem Fuß, was Ihnen ideale Voraussetzungen bietet, um Bearbeitungen im SongKontext vorzunehmen und zu überprüfen. Sie können dabei so viele Instanzen von
Melodyne editor gleichzeitig öffnen, wie Ihr Rechner in puncto Speicherausstattung und Rechenleistung zulässt. Wenn Sie mit der Bearbeitung einer Passage
fertig sind, können Sie das Ergebnis mit der Render- bzw. Bounce-Funktion Ihrer
DAW sichern, die resultierende Audiodatei auf der Originalspur einfügen und
Melodyne editor Plugin wieder von der Spur entfernen.
Audio erkennen, dann bearbeiten – das Arbeitsprinzip
Wie schafft es Melodyne editor, die Noten im Audiomaterial zu finden, sogar in
mehrstimmigem Material? Der entscheidende Teil der Antwort lautet: Durch eine
Analyse des Materials. Das bedeutet, dass Melodyne editor nach dem Laden oder
Transferieren von Audio die gesamte Datei untersucht, um die Noten darin zu
erkennen. Dieser Vorgang findet wohlgemerkt nicht nur beim, sondern auch noch
kurz nach dem Laden oder Transferieren statt; seine Dauer hängt von der Rechenleistung des verwendeten Rechners ab.
18
Melodyne editor Handbuch
Melodyne editor Einführung
Nach dem Laden oder
Transferieren einer
Datei erkennt Melodyne editor die Noten
im Material – dies ist
die Voraussetzung für
seine einzigartigen
Bearbeitungsmöglichkeiten
Die notwendige Analyse ist der Grund dafür, dass Melodyne editor nicht als
Echtzeit-Effekt wie ein Hall oder Echo betrieben werden kann: Erst nach der
Analyse können die Noten dargestellt und die einzigartigen Melodyne-Funktionen
genutzt werden. Diese arbeiten dann allerdings in Echtzeit: Jede Änderung, die
Sie in Melodyne editor an den Audionoten vornehmen, wird unmittelbar und ohne
Verzögerung hörbar.
Melodyne editor Handbuch
19
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Für Eilige:
Das Wichtigste in 10 Minuten
Im Folgenden erfahren Sie in aller Kürze, was Sie wissen sollten, um Melodyne
editor erfolgreich einzusetzen. Der Rest der Anleitung enthält nähere Informationen zu allen angesprochenen Punkten.
Hinweis: In diesem Dokument sprechen wir von der Taste [Befehl]. Damit ist auf
dem Mac die Befehls- bzw. Apfel-Taste gemeint, auf dem PC die Strg-Taste. Die
Namen der anderen Tasten sind auf Mac und PC identisch.
Stand-alone oder Plugin
Sie können Melodyne editor wahlweise stand-alone oder als Plugin in Ihrem kompatiblen Host nutzen. Dort finden Sie Melodyne editor Plugin bei den Audio-Effekt-Plugins (nicht bei den Instrument-Plugins); entsprechend verwenden Sie Melodyne editor als Audio-Insert-Effekt, nicht als Instrument-Plugin. Melodyne editor
Stand-Alone finden Sie nach der Installation im Programmordner Ihres Rechners.
Diese Variante können Sie wie ein Sample-Editing-Programm verwenden, also das
Programm starten, dann Audiodateien öffnen, bearbeiten und wieder sichern.
Transfer
Die Entsprechung zum Laden von Audiodateien in Melodyne editor Stand-alone
ist beim Plugin der Transfer jener Abschnitte einer Spur in das Plugin, die Sie
bearbeiten wollen: Der gewünschte Abschnitt einer Spur wird im Host abgespielt, in Melodyne editor aufgezeichnet und steht nach einer kurzen Analyse zur
Bearbeitung bereit. Es ist grundsätzlich ein Transfer nötig, um Melodyne editor
Plugin nutzen zu können – das Plugin arbeitet nicht im herkömmlichen Sinn als
Echtzeit-Insert-Effekt.
Aktivieren Sie den Transfer-Taster in Melodyne editor, spielen Sie den gewünschten Abschnitt der Spur im Host ab und stoppen Sie danach die HostWiedergabe. Sie können mehrere Abschnitte von unterschiedlichen Stellen der
Host-Spur in Melodyne editor Plugin transferieren.
Wiedergabebereiche
Nach einem oder mehreren Transfers ist bei der Wiedergabe an den betreffenden
Stellen das transferierte Material aus Melodyne editor Plugin zu hören, an allen
anderen Stellen die Originalspur aus Ihrem Host.
20
Melodyne editor Handbuch
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Wenn Sie im Darstellungs-Menü die Option “Wiedergabebereiche anzeigen”
aktivieren, werden die Grenzen für die Umschaltung zwischen Host- und Melodyne-editor-Wiedergabe im Taktlineal angezeigt und können bei Bedarf manuell
verschoben werden. Sie können die Wiedergabebereiche für Melodyne editor hier
nur vergrößern, nicht verkleinern. Um sie zu verkleinern, löschen Sie einige Noten
und wählen dann “Wiedergabebereich auf Noten setzen” aus dem Kontextmenü
des Taktlineals.
Erkennung und Algorithmen
Das Audiomaterial muss zunächst von Melodyne editor analysiert werden, damit
die Noten darin erkannt und anschließend bearbeitet werden können. Sie können
mit Melodyne editor einstimmiges (melodisches), mehrstimmiges und rhythmisch/
geräuschhaftes Material bearbeiten. Bei der Erkennung trifft Melodyne editor
selbst die Entscheidung, um was für Material es sich handelt. Indem Sie manuell
einen anderen Algorithmus wählen, können Sie eine andere Interpretation des
Materials erzwingen. Das kann sinnvoll sein, falls Material für Ihre Bearbeitungswünsche unpassend interpretiert wurde. Sie können den Algorithmus aber auch
einfach umschalten, um mit unterschiedlichen Repräsentationen von Material in
Melodyne editor zu experimentieren.
Wählen Sie im Algorithmus-Hauptmenü einen anderen Algorithmus, um eine
entsprechende Neu-Interpretation des Materials zu erzwingen.
Können nach manueller Wahl des Algorithmus’ “Mehrstimmig” bei der Erkennung
keine Noten im Material gefunden werden, erfolgt automatisch die Umschaltung
auf den Algorithmus “Perkussiv”, da andernfalls keine Noten für die Bearbeitung
angeboten werden könnten.
DNA Direct Note Access
Bei mehrstimmigem Material haben Sie durch DNA Direct Note Acess Zugriff bis
hinunter auf die einzelnen Noten in den Akkorden. Bitte beachten Sie, dass DNA
für einzelne Spuren mit mehrstimmigen Instrumenten (Gitarre, Piano,...) gedacht
ist und das Material nach Tonhöhen trennt – nicht nach Instrumenten. Spielen
zwei Instrumente zur gleichen Zeit den gleichen Ton, steht eine Note mit dem
Mischklang beider Instrumente im Zugriff. Ein sauberes Bearbeiten von mehrstimmigem Material setzt häufig ein manuelles Bearbeiten der Erkennung voraus, bitte
beachten Sie dazu den nächsten Abschnitt.
Melodyne editor Handbuch
21
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Bearbeiten der Erkennung
Je nach Material kann es erforderlich sein, die Erkennung manuell zu bearbeiten
und erkannte Noten anders zuzuweisen. Dies gilt besonders bei mehrstimmigem
Material, wo mitunter Obertöne als eigenständige Noten interpretiert oder nicht
alle tatsächlich gespielten Noten angezeigt werden. Bei melodischem Material
wird gelegentlich eine Note eine Oktave zu hoch oder zu tief interpretiert. Bevor
Sie Ihr Material bearbeiten, sollten Sie solche Noten richtig zuweisen, sonst drohen bei der Bearbeitung klangliche Artefakte. Wählen Sie das abgesetzte ±-Werkzeug im Werkzeugkasten aus, um in den Modus für die Neuzuweisung von Noten
zu gelangen. Sie sehen dort ausgefüllte Blobs, die “aktive” Noten repräsentieren
und hohle Blobs, die “potenzielle” Noten repräsentieren. “Potenzielle” Noten sind
dabei solche, die bei der Erkennung als Oberton einer anderen Note und nicht
als eigenständige Note eingestuft wurden. Per Doppelklick können Sie nun zuviel
erkannte Noten aus- und “potenzielle” (hohle) Noten einschalten.
Besonders bei obertonreichen Instrumenten kann es passieren, dass in einem
weiten Frequenzbereich Noten gefunden werden – auch in Lagen, von denen Sie
wissen, dass Sie dort keine Noten gespielt haben. In solchen Fällen hilft eine
“Jalousie” bei der Neuzuweisung der Noten: Das sind die Begrenzungen, die bei
aktivem Notenzuweisungsmodus oben und unten im Editierbereich zu sehen sind
(scrollen Sie ggf. vertikal, um sie zu sehen). Indem Sie die dicken Linien anfassen
und vertikal verschieben, können Sie den Bereich eingrenzen, in dem Melodyne
editor Noten zuweist. Alle durch die “Jalousie” verdeckten Noten werden automatisch ausgeschaltet, es sei denn, sie wurden vorher manuell eingeschaltet.
Sie können auch durch die Jalousie hindurchklicken, um Noten ein- oder auszuschalten.
Durch Anwahl eines anderen Werkzeugs wird der Notenzuweisungs-Modus wieder
verlassen.
Das ±-Werkzeug schaltet durch Doppelklick zuviel erkannte Noten aus und
“potenzielle” (hohle), aber nicht aktivierte Noten ein.
Bei polyphonem Material bestimmt der rechte Teil des Schiebereglers unter
dem Werkzeugkasten die Anzahl der angezeigten potenziellen Noten. Der linke
Teil des Reglers ändert die Wahrscheinlichkeits-Schwelle, um potentielle Noten
zu aktiven Noten werden zu lassen. Der Schieberegler dient der groben ersten
Anpassung und ergänzt das manuelle Ein/Ausschalten von Noten.
22
Melodyne editor Handbuch
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Der Wellenform-Schalter daneben schaltet vom Originalklang auf einen synthetischen Abhörklang um; der Schalter dient gleichzeitg auch als Lautstärkeregler
für den synthetisierten Klang. Der synthetische Abhörklang erleichtert Ihnen
das Überprüfen, ob die zugewiesenen Noten den tatsächlich gespielten Noten
entsprechen.
In Melodyne editor Stand-Alone: Leertaste+Shift schaltet die Wiedergabe zwischen dem normalen Blob-Klang und dem synthetisierten Klang um. Im Plugin
hat Shift+Doppelklick ins Taktlineal den gleichen Effekt.
Bedienoberfläche und Navigation
Alle erkannten Noten werden im Editierbereich als “Blobs” dargestellt. Der Editierbereich kann in der Größe geändert, die Blob-Darstellung kann gezoomt und
gescrollt werden.
Die Größe des Fensters wird durch Ziehen der rechten unteren Ecke gewählt
(auch im Plugin)
Ziehen mit [Befehlstaste] im Editierbereich verschiebt den dargestellten Ausschnitt
Das Scrollrad der Maus verschiebt den Bildausschnitt nach oben/unten bzw.
links/rechts (dazu ggf. [Shift] drücken)
Ziehen mit [Befehlstaste+Alt] im Editierbereich zoomt horizontal und/oder vertikal
Scrollrad mit [Befehl+Alt] zoomt beide Achsen gleichzeitig
Doppelklick mit [Befehlstaste] auf einen Blob zoomt auf diesen Blob oder die
aktuelle Blob-Auswahl
Doppelklick+ [Befehlstaste] auf den Editierhintergrund zoomt zurück
Ziehen der Scrollschieber unten oder rechts im Fenster scrollt horizontal bzw.
vertikal
Ziehen der Scrollschieber-Enden zoomt horizontal bzw. vertikal
Indem Sie das rechte oder linke Ende des horizontalen Scrollschiebers bis
an den Anschlag ziehen, vergrößern Sie die Länge des dargestellten Bereichs
(wichtig im Plugin, wenn Sie z. B. nur bis Takt 4 etwas transferiert haben und
nur diesen Bereich navigieren können, aber bei Takt 20 etwas einsetzen wollen)
Doppelklick auf die Scrollschieber zoomt horizontal bzw. vertikal auf alle Noten
Der Schieberegler in der rechten unteren Ecke vergrößert die Blob-Darstellung
Wiedergabefunktionen
In Melodyne editor Stand-alone finden Sie gewohnte Transportfunktionen links
oben im Fenster. Sie können ferner im Taktlineal durch das Material scrubben
Melodyne editor Handbuch
23
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
und die Wiedergabe per Doppelklick an einer beliebigen Stelle starten. Dies
funktioniert – bei gestopptem Host – auch in Melodyne editor Plugin. Es ist nicht
möglich, die Wiedergabefunktionen des Hosts aus Melodyne editor Plugin heraus
zu steuern.
Wiedergabefunktionen in Melodyne editor Stand-Alone und Plugin (bei gestopptem Host):
Klick ins Taktlineal setzt die Positions-Linie dorthin
Doppelklick ins Taktlineal startet die Wiedergabe an dieser Stelle
Doppelklick+[Alt] irgendwo im Taktlineal spielt den Abschnitt der aktuellen
Selektion
In den meisten Hosts beendet die Leertaste die lokale Plugin-Wiedergabe
Die [Pfeiltasten] selektieren und spielen den nächsten/vorherigen bzw. tieferen/
höheren Blob
Klick ins Taktlineal bei laufender Wiedergabe stoppt und setzt die Song-Linie
dorthin
Klicken und Ziehen im Taktlineal scrubbt
Wiedergabefunktionen in Melodyne editor Stand-Alone:
[Leertaste]: Wiedergabe/Pause
[Leertaste+Alt]: Spielt den Abschnitt der aktuellen Selektion ab
[Zahlenblock Enter]: startet die Wiedergabe
[Zahlenblock Null]: einmmaliges Drücken stoppt die Wiedergabe
[Zahlenblock Null]: zweimaliges Drücken setzt die Position an die letzte Startposition
[Zahlenblock Null]: dreimaliges Drücken setzt die Position an den Beginn der
Datei
Tempofeld: Ziehen oder Eintippen eines Werts ändert das Tempo und stretcht
das Audiomaterial. In das Tempofeld können zum Ändern des Tempos auch
Prozentwerte eingetippt werden
Cycle
Melodyne editor Stand-Alone und Melodyne editor Plugin besitzen einen Cycle. Bei Melodyne editor Plugin kann dieser nur aktiviert werden, wenn der Host
gestoppt ist.
Horizontales Ziehen im unteren Bereich des Taktlineals setzt den Cycle
Doppelklick auf den Cycle schaltet diesen an/aus
Horizontales Ziehen der Cycle-Grenzen verschiebt diese
24
Melodyne editor Handbuch
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Ziehen in der Cycle-Mitte verschiebt den ganzen Cycle
Das gewählte (und aktive) Raster beeinflusst das Einrasten der Cycle-Grenzen
Ziehen der Cycle-Grenzen oder des Cycles mit [Alt] ignoriert das Raster
Klick+[Shift] links oder rechts neben den Cycle setzt die entsprechende CycleGrenze an diese Stelle
Doppelklick+[Shift] irgendwo im Cycle-Bereich setzt den Cycle gerundet auf die
selektierten Noten; Doppelklick+[Shift+Alt] setzt ihn exakt auf die selektierten
Noten
Selektion von Noten
Die Noten im Editierbereich können Sie mit den üblichen Techniken selektieren:
Anklicken, Anklicken mit Shift, Ziehen eines Rechtecks (Gummiband-Selektion).
Darüber hinaus gibt es im Bearbeiten-Menü ein Untermenü mit einigen speziellen
Selektionskommandos sowie die folgenden Selektionstechniken:
Verwenden Sie Standard-Selektionstechniken wie Anklicken, Anklicken mit
[Shift] sowie das “Gummiband” zur Selektion und Deselektion von Noten
Halten Sie [Shift] beim Anklicken einer Note und ziehen Sie dann die Maus,
um Noten mit per Schlangenselektion auszuwählen
Selektieren Sie Noten durch Anklicken oder Ziehen im Tonlineal; ein Doppelklick selektiert dabei die betreffende Note in allen Oktaven, nicht nur der
angeklickten
Verwenden Sie auch im Tonlineal [Shift], um Noten zur Selektion hinzuzufügen
oder wieder zu entfernen
Im Bearbeiten-Menü finden Sie den Selektionsbefehl “Alle auswählen” sowie
ein Untermenü mit weiteren Selektionsbefehlen
Kopieren und Einsetzen
Melodyne editor erlaubt Ihnen das Ausschneiden, Kopieren und Einsetzen von
Blobs. Wird vor dem Einsetzen eines Blobs (des “Quell-Blobs”) ein anderer Blob
(der “Ziel-Blob”) selektiert, so wird der Ziel-Blob durch den Quell-Blob ersetzt. Ist
beim Einsetzen kein Blob selektiert, wird der Quell-Blob an der Cursor-Position
eingesetzt. Dabei behält er einen eventuell vorhandenen Versatz bei, den er zur
Quell-Zählzeit hatte – schalten Sie das Raster vor dem Einsetzen auf Sekunden
um, um den Blob exakt an der Positionslinie einzufügen.
Makros und Werkzeuge
Auf selektierte Blobs können Sie das Tonhöhen- oder das Timing-Makro anwenden
(Schalter auf dem Panel). Sind keine Noten selektiert, wirken die Makros auf alle
Noten. Das manuelle Bearbeiten erfolgt mit den Werkzeugen aus dem Werkzeug-
Melodyne editor Handbuch
25
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
kasten. Die Werkzeuge sind zum Teil kontextsensitiv und haben je nach Platzierung an der Note unterschiedliche Funktionen. Halten Sie bei der Verwendung der
Werkzeuge [Alt], um Feinverschiebungen vorzunehmen. Mit der rechten Maustaste
erreichen Sie im Editierbereich Werkzeugkasten und Kontextmenü.
[Befehlstaste+Pfeiltasten Auf/Ab] wenden die Haupt-Funktion des gewählten
Werkzeugs auf die selektierten Blobs an. Wenn Sie zusätzlich [Alt] drücken,
erfolgt die Werteänderung in feineren Schritten.
Einen Überblick über die Werkzeug-Funktionen, die im Editierbereich auch durch
eine Änderung der Mauspfeil-Darstellung visualisiert werden, gibt die Tabelle.
Klick
Doppelklick
Teil des Blobs
TOOLS
Note mittig,
Hauptfunktion
Note hinten
Note mittig
Tonhöhe oder
Position
verschieben
Ende verschieben
Notentrennung
setzen/entfernen
(Blob oben)
Tonhöhenwerkzeug
Tonhöhe
verschieben
Tonhöhenübergang
einstellen
Note auf Halbton
quantisieren
Tonhöhenmodulationswerkzeug
Modulation
einstellen
Modulation zwischen
aktuellem Wert und
Null umschalten
Drift einstellen
Drift zwischen aktuellem Wert und Null
umschalten
Hauptwerkzeug
Note vorne
Beginn
verschieben
Tonhöhendriftwerkzeug
Formantwerkzeug
Amplitudenwerkzeug
Zeitwerkzeug|
Notentrennwerkzeug
26
Beginn
verschieben
Note hinten
Tonhöhenübergang
ein/ausschalten
Formanten
verschieben
Formantübergang
einstellen
Formantverschiebung
auf Null setzen
Formantübergang
ein/ausschalten
Lautstärke
einstellen
Lautstärkeübergang einstellen
Stummschalten/
Stummschaltung
aufheben
Lautstärkeübergang
ein/ausschalten
Position
verschieben
Ende verschieben
Note auf gemeinte
Position quantisieren
Notentrennung
setzen/entfernen
Notentrennung
setzen/entfernen
Melodyne editor Handbuch
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Tempo-Funktionen
Neben dem Tempofeld befindet sich ein Taster zum Öffnen eines Tempo-Dialogs.
Tempofeld und Tempo-Dialog haben in Melodyne editor Stand-Alone und Melodyne editor Plugin eine unterschiedliche Funktion:
Plugin: Das Tempo wird im Tempofeld nur angezeigt und kann nicht geändert
werden, da es im Host bestimmt wird. Nachdem Sie das Tempo im Host geändert
haben, sollten Sie den Tempo-Dialog öffnen, um Melodyne editor über Natur und
Zweck dieser Änderung zu informieren: Wurde einfach ein neues konstantes Tempo gewählt? Oder war die Änderung als Tempoverlauf (Ritardando) gemeint? Im
Fall von variablem Tempo sollten Sie Melodyne editor die betreffende Stelle vorspielen, damit der Tempoverlauf “gelernt” werden kann. Im Tempo-Dialog können
Sie ferner wählen, ob das Audiomaterial in Melodyne editor bei Tempoänderungen
gedehnt/gestaucht werden soll oder nicht.
Stand-Alone: Das Ziehen des Werts oder das Eintippen eines Werts im Tempofeld
ändert das Tempo und dehnt oder staucht das Audiomaterial entsprechend. Um
jedoch nur das Raster “hinter” den Blobs zu ändern (ohne dabei das Audio-Tempo
zu beeinflussen), verwenden Sie den Tempo-Dialog. Sie werden das Raster vor
allem dann ändern wollen, wenn Sie das erkannte das Tempo des Materials als
Half-Time oder Double-Time uminterpretieren wollen. Oder wenn wegen Timingschwankungen des aufgenommenen Musikers ein variables Tempo erkannt wurde,
das eigentlich als konstantes Tempo gemeint war. In allen Fällen haben die Änderungen im Tempo-Dialog keinen hörbaren Effekt, sondern optimieren lediglich das
Raster für nachfolgende Bearbeitungen wie das Verschieben der Noten am Raster
oder die Timing-Quantisierung.
Sichern und Fixieren Ihrer Bearbeitungen
In Melodyne editor Stand-alone sichern Sie Ihre Bearbeitungen standardmäßig
als neue Audiodatei im Format der Originaldatei. Die Originaldatei wird dabei
als Backup behalten. Wenn Sie die Bearbeitung einer Datei zu einem späteren
Zeitpunkt fortsetzen wollen, können Sie beim Sichern (über “Sichern als...”) das
Format “Melodyne Project Dokument” wählen. Dieses Format sichert die Bearbeitungen separat von der Originaldatei und vermeidet so bei der später fortgesetzten
Bearbeitung eine erneute Erkennung der bereits bearbeiteten Datei. In Melodyne
editor Plugin in ein manuelles Sichern der Inhalte nicht nötig, da diese automatisch mit dem Host-Projekt gesichert werden. Wenn Sie die Inhalte von Melodyne
editor Plugin fixieren und eine Audiodatei daraus erzeugen möchten, machen Sie
von der Bounce/Render-Funktion Ihres Hosts Gebrauch.
Melodyne editor Handbuch
27
Für Eilige: Das Wichtigste in 10 Minuten
Nicht im Menü angezeigte Tastaturbefehle von
Melodyne editor Stand-Alone
Stop: [Zahlenblock Null]
Play: [Zahlenblock Enter]
Hauptwerkzeug: [F1]
Tonhöhenwerkzeug: [F2]
Formantwerkzeug: [F3]
Amplitudenwerkzeug: [F4]
Zeitwerkzeug: [F5]
Trennwerkzeug: [F6]
Tonhöhen-Makro öffnen: [Befehl+Shift+P]
Timing-Makro öffnen: [Befehl+Shift+T]
28
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
Audiomaterial in Melodyne editor
Plugin transferieren
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie Audiomaterial zum Bearbeiten in Melodyne
editor Plugin transferieren und lernen damit die Grundlage für die Nutzung des
Plugins kennen.
Übe rblick
Zum Bearbeiten muss Audio von der Spur des Hosts in Melodyne editor
Plugin transferiert werden
Die Tranferbereitschaft wird mit dem “Transfer”-Taster aktiviert; es können
beliebig vielle Abschnitte von beliebigen Stellen der Host-Spur transferiert
werden
An den Stellen, an denen etwas transferiert wurde, ist bei der Wiedergabe
Melodyne editor Plugin zu hören, an allen anderen Stellen die Host-Spur
Die Wiedergabebereiche für Melodyne editor Plugin können eingeblendet
und im Taktlineal bearbeitet werden
Audio transferieren
Öffnen Sie das gewünschte Projekt in Ihrem Host (Ihrem Sequencer-Programm
oder Ihrer DAW).
Fügen Sie Melodyne editor Plugin als Audio-Insert-Effekt in der Audiospur ein,
deren Material Sie bearbeiten wollen. Wählen Sie eine Insert-Position vor etwaigen
weiteren Insert-Effekten, im Zweifelsfall also den ersten Insert-Slot der Spur. Melodyne editor sollte ein möglichst trockenes, sauberes Signal als Input erhalten,
damit die Erkennung der Noten im Material bestmöglich funktioniert.
Positionieren Sie Ihren Host kurz vor dem Beginn des Spurabschnitts, den Sie mit
Melodyne editor bearbeiten wollen.
Aktivieren Sie in Melodyne editor die Transferbereitschaft durch Klicken auf den
Transfer-Schalter links oben.
Melodyne editor Handbuch
29
Laden, transferieren und sichern
Starten Sie Ihren Host und stoppen Sie ihn wieder, nachdem der gewünschte
Abschnitt in Melodyne editor transferiert und dort aufgezeichnet wurde. Die Transferbereitschaft von Melodyne editor wird beim Stoppen des Hosts automatisch
beendet. Sie kann auch jederzeit durch Anklicken des Transfer-Schalters beendet
werden.
Transferieren Sie falls gewünscht weitere Abschnitte von beliebigen Stellen der
Host-Timeline in Melodyne editor. Sie können den Transfer-Schalter während
der Host-Wiedergabe mehrfach aktivieren und deaktivieren – also sozusagen
einen Punch-In und -Out in den Transfer ausführen – um zum Beispiel nur die
gewünschten Abschnitte zu transferieren. Alternativ können Sie den Host nach einem Transfer stoppen, neu positionieren, den Transfer wieder aktivieren, den Host
starten und nach dem gewünschten Abschnitt wieder stoppen und so weiter. Wenn
Sie möchten, können Sie auch die gesamte Spur in Melodyne editor transferieren oder mehrere Spuren gleichzeitig in mehrere Instanzen von Melodyne editor
Plugin transferieren.
Wiedergabebereiche
Nach einem oder mehreren Transfers ist an den betreffenden Stellen bei der Wiedergabe das Material aus Melodyne editor zu hören, an allen anderen Stellen die
Originalspur aus Ihrem Host. An den Stellen, an denen etwas transferiert wurde,
ersetzt Melodyne editor also das ursprüngliche Host-Signal.
Aktivieren Sie im Darstellungsmenü die Option „Wiedergabebereiche anzeigen“.
Im Taktlineal sind nun die Bereiche markiert, in denen Melodyne editor zu hören
ist. Sie können die Wiedergabebereiche durch Ziehen der Grenzen vergrößern.
Um einen Wiedergabebereich zu verkleinern, löschen Sie einige Blobs und wählen
dann „Wiedergabebereich auf Noten setzen“ aus dem Kontextmenü des Taktlineals.
30
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
Verwandte Themen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Transferierte Audiodateien verwalten und fehlende Dateien zuweisen
Melodyne editor Handbuch
31
Laden, transferieren und sichern
Audio in Melodyne editor
Stand-Alone laden und sichern
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie Audiodateien in Melodyne editor Stand-alone
öffnen und sichern können und welche Dateiformate dabei genutzt werden können.
Dateien können mit „Öffnen“, „Zuletzt benutzte Dokumente“ oder „Zurück
zur letzten Version“ über das Menü geladen werden
Ü be rblick
Dateien können per Drag&Drop auf das Programmsymbol oder direkt in ein
Fenster geladen werden
Die erste in ein Fenster geladenen Datei gibt das Tempo vor
Beim ersten Sichern öffnet sich der „Sichern als“-Dialog, wo Sie ein Format
für die neue Datei auswählen können; danach wird automatisch in diesem
Format gespeichert
Im „Sichern als“-Dialog können Sie zwischen verschiedenen Formaten wählen.
Das Format „Melodyne Project Document“ sichert Ihre Bearbeitungen getrennt von den Audiodateien und empfiehlt sich für das Zwischenspeichern,
wenn Sie mit der Arbeit an einem Dokument noch nicht fertig sind
Das Format „MIDI-File“ sichert eine Standard-MIDI-Datei, die alle Noten in
Melodyne editor als MIDI-Noten enthält
Dateien über das Menü öffnen
Wählen Sie im Datei-Menü von Melodyne editor Stand-Alone „Öffnen“ aus und
navigieren Sie in der Dateiauswahlbox zur gewünschten Audiodatei. Selektieren
Sie diese, bestätigen Sie das Laden und die Datei wird geöffnet.
Einen direkten Zugriff auf die letzten 20 geladenen Dokumente bietet Ihnen
das Untermenü „Zuletzt benutzte Dokumente“. Wählen Sie darin einfach den
gewünschte Eintrag aus, und das entsprechende Dokument wird geöffnet (sofern
32
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
es nicht zwischenzeitlich von der Festplatte gelöscht oder an einen anderen Ort
bewegt wurde).
Falls Sie ein bearbeitetes Dokument bereits gespeichert haben, können Sie mit
dem Befehl „Zurück zur letzten Version“ jederzeit zum gespeicherten Stand zurückkehren und die Änderungen seit dem Speichern verwerfen.
Dateien per Drag&Drop öffnen
Ist Melodyne editor Stand-Alone bereits geöffnet, können Sie eine Audiodatei in das
leere Fenster ziehen, das Melodyne editor beim Programmstart erzeugt (oder das
Sie selbst mit dem Befehl „Neu“ im Datei-Menü erzeugen). Es erscheint ein Umriss
und Sie können die Datei genau an die gewünschte Stelle des Zeitlineals ziehen.
Melodyne editor Handbuch
33
Laden, transferieren und sichern
Sobald Sie die Datei loslassen, wird diese erkannt und die Noten werden im Editierbereich angezeigt.
Auf diese Weise können Sie auch mehrere Dateien in das Fenster ziehen und an
beliebigen Positionen ablegen, um zum Beispiel aus mehreren Takes ein neues
Sample zu komponieren. Das Tempo des Dokuments wird aus der ersten geladenen Datei abgeleitet, kann aber natürlich jederzeit geändert werden.
Das Sichern Ihrer Arbeit
Wenn Sie nach der Bearbeitung einer Datei zum ersten Mal „Sichern“ aus dem
Datei-Menü wählen, wird der „Sichern als ...“-Dialog geöffnet, damit Sie ein Format für die neue Datei wählen können. Als Standard erscheinen dort Name und
Format der Originaldatei; wenn Sie den Dialog bestätigen, wird die Originalversion
der Datei durch die bearbeitete Version ersetzt. Keine Sorge: Die Originaldatei ist
noch da, sie liegt neben der neuen Datei und trägt nun ein „.orig“ im Namen. Das
Anlegen solcher Backups ist das Standard-Verhalten von Melodyne editor Stand-
34
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
Alone. Wenn Sie es nicht wünschen, können Sie das Häkchen bei „Backup der
Originaldatei sichern“ in den Voreinstellungen entfernen.
Wenn Sie sich für ein Dateiformat entschieden und zum ersten Mal gespeichert
haben, wird bei der Weiterarbeit an dieser Datei kein Dialog mehr geöffnet. Das
„Speichern“ ersetzt dann immer die bisherige Datei durch die neue Datei und im
gleichen Format.
Im „Sichern als ...“-Dialog können Sie entweder gleich beim ersten Sichern oder
jederzeit später ein anderes Format und einen anderen Namen für die neue Datei
wählen. Zur Auswahl stehen die gängigsten Audiodatei-Formate sowie zwei besondere Optionen: „MIDI-File“ und „Melodyne Project Document“.
Sichern als Melodyne Project Document
Das „Melodyne Project Document“ ist eine nicht-destruktive Möglichkeit, ihre Arbeit
zwischenzuspeichern und vergleichbar mit einer „Ein-Spur-Song-Datei“ einer DAW.
Was bedeutet das? Nehmen wir an, Sie sichern Ihre Arbeit als Audiodatei. Dann
sind Ihre Bearbeitungen fest in die neue Datei „eingebrannt“. Wollen Sie später
noch etwas daran ändern, müssen Sie die Datei neu laden, wobei eine neue
Erkennung durchgeführt wird, die Sie gegebenenfalls wieder überprüfen und
bearbeiten müssen, bevor Sie mit der Arbeit an der Audiodatei beginnen können.
Da die bisherigen Arbeitsschritte in den Audiodaten fixiert sind, gibt es keine
Möglichkeit mehr, Schritte zu widerrufen. Das Speichern als Audiodatei werden
Sie also bevorzugt dann wählen, wenn Sie mit der Arbeit an einer Datei wirklich
fertig sind und die bearbeitete Datei in einer anderen Software verwenden wollen.
Das Format „Melodyne Project Document“ dagegen speichert die Bearbeitungen
getrennt von den Audiodaten. Im resultierenden „.MPD“-Dokument merkt sich
Melodyne editor Handbuch
35
Laden, transferieren und sichern
Melodyne editor Stand-Alone die Erkennungsdaten und Ihre Bearbeitung. Die
Audiodatei muss nicht neu erkannt werden und Sie können genau dort mit der
Bearbeitung fortfahren, wo Sie aufgehört hatten. Die Audiodatei selbst ist noch
unverändert, da alle Ihre Bearbeitungen in Echtzeit in Melodyne editor umgesetzt
werden. Wenn Sie also fortgesetzt an einem Dokument arbeiten wollen, sollten Sie
es im MPD-Format speichern. Speichern Sie das Dokument erst dann als Audiodatei, sobald Sie Ihre Arbeit daran abgeschlossen haben.
Ein Hinweis noch: Das MPD-Format enthält die verwendeten Audiodatei(en)
nicht selbst, sondern verweist lediglich auf diese. Wenn Sie Ihre Arbeit auf einen
anderen Rechner übertragen oder jemand anderem geben wollen, müssen Sie
folglich zusätzlich zur MPD-Datei auch die verwendeten Audiodateien übertragen.
Eine Ausnahmen macht Melodyne editor Stand-Alone dann, wenn Sie direkt im
Programm aufnehmen. Dann werden beim Speichern als MPD die einzelnen Takes
in einen „Audio“-Ordner gepackt und neben der MPD-Datei abgelegt.
Verwandte Themen
Zeitraster an Audio anpassen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
36
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
Audio in Melodyne editor
Stand-alone aufnehmen
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit Melodyne editor Stand-Alone Audio aufnehmen können und was es dabei zu beachten gibt.
Übe rblick
Wählen Sie vor der ersten Aufnahme ggf. den gewünschten Audio-Eingang in
den Audio-Voreinstellungen
Verwenden Sie das Metronom oder stellen Sie manuell ein Tempo ein, um
mit konstantem Tempo aufzunehmen; andernfalls ermittelt Melodyne editor
Stand-Alone das Tempo aus Ihrer Aufnahme
Aktivieren Sie die Aufnahmebereitschaft mit dem Aufnahmetaster und starten Sie die Aufnahme mit dem Wiedergabetaster; bei laufender Wiedergabe
können Sie jederzeit mit dem Aufnahmetaster in die Aufnahme ein- oder aus
ihr aussteigen
Audio-Einstellungen
Bevor Sie zum ersten Mal etwas mit Melodyne editor Stand-Alone aufnehmen,
sollten Sie einen Blick auf die Audioseite der Voreinstellungen werfen, um die
Einstellungen dort zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ändern.
Im oberen Rähmchen sehen Sie die allgemeinen Audio-Einstellungen. Wenn Sie
bereits mit Melodyne editor Dateien geladen, abgespielt und bearbeitet haben und
Melodyne editor Handbuch
37
Laden, transferieren und sichern
alles funktioniert hat, können Sie es bei den voreingestellten Werten belassen.
(Auf dem Mac wird standardmäßig die interne Core-Audio-Hardware verwendet,
auf dem PC sollte hier der ASIO-Treiber Ihrer Audio-Hardware ausgewählt sein.)
Im unteren Rähmchen wählen Sie den oder die gewünschten Audio-Eingänge
Ihrer Audio-Hardware. Dieser Parameter ist naturgemäß nur dann relevant, wenn
Ihre Audio-Hardware mehrere verschiedene Eingänge anbietet. Im Feld darunter
können Sie die Bit-Auflösung für das Aufnehmen wählen; gängige Werte sind hier
16 oder 24 Bit linear. In der untersten Zeile schließlich wird das Zielverzeichnis
für die Aufnahmen angezeigt, das nach einem Klick auf den kleinen Taster rechts
in dem erscheinenden Dateiauswahl-Dialog geändert werden kann.
Wir empfehlen Ihnen hier einen allgemeinen „temporären“ Ordner als Zielverzeichnis zu wählen, da Sie beim Sichern Ihrer Aufnahmen ohnehin neue Dateien
an einem wählbaren Zielort erzeugen. Der Aufnahme-Ordner dient also lediglich
als Puffer, bis Sie Ihre Arbeit speichern. Es besteht keine Notwendigkeit, hier für
jede Aufnahme-Session einen dedizierten Zielort zu wählen.
Tempo und Metronom
Bevor Sie nun in Melodyne editor Stand-Alone die Aufnahme starten, sollten
Sie sich Gedanken über das Tempo machen. Es gibt zwei Möglichkeiten, damit
umzugehen: Entweder folgt das Raster der Musik, dann setzt Melodyne editor
die Temposchwankungen im Spiel als variables Tempo um und das Raster wird
entsprechend gedehnt oder gestaucht. Oder die Musik folgt dem Raster, das in
diesem Fall ein konstantes Tempo ausweist; dafür liegen die Noten mal mehr, mal
weniger vor oder hinter den richtigen Zählzeiten.
Wenn Sie ein neues leeres Dokument („Neu“ im Menü „Datei“ wählen) in Melodyne editor Stand-Alone erzeugen, steht das Tempo standardmäßig auf 120 BPM.
Wenn Sie nun – ohne den Tempo-Parameter anzufassen und zu verstellen – und
ohne zugeschaltetes Metronom aufnehmen und die Aufnahme irgendwann stoppen, ermittelt die anschließende Erkennung das mutmaßliche Tempo aus Ihrer
Aufnahme. Dies funktioniert in aller Regel gut und zuverlässig, kann und wird
aber meistens dazu führen, dass Temposchwankungen in Ihrem Spiel als variables Tempo interpretiert werden. Das bedeutet, dass der Tempo-Parameter bei der
38
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
Wiedergabe wechselnde Werte anzeigt und das Taktraster im Editierbereich Ihren
Temposchwankungen entsprechend folgt.
Wenn Sie stattdessen lieber ein konstantes Tempo und ein entsprechend fixes
Raster als Basis Ihrer Aufnahme haben wollen, stellen Sie das gewünschte Tempo
einfach vor der Aufnahme manuell ein und/oder aktivieren das Metronom. Sobald
Sie das eine oder das andere oder beides vor dem Start der Aufnahme getan haben, geht Melodyne editor Stand-Alone davon aus, dass Sie mit diesem konstanten Tempo aufnehmen wollen. In diesem Fall schwankt der Tempoparameter nach
der Aufnahme nicht und das Raster ist entsprechend starr – Ihre Temposchwankungen beim Spiel werden nach der Erkennung als Versatz der Noten zu den
Zählzeiten des Rasters sichtbar.
Das Metronom aktivieren Sie durch einen Klick auf dieses Kombi-Bedienelement.
Indem Sie das Bedienelement mit gehaltener Maustaste ziehen, können Sie die
Lautstärke des Metronoms einstellen.
Aufnahme starten und stoppen
Bewegen Sie die Positionslinie etwas vor die Stelle des Zeitlineals, an der Sie mit
der Aufnahme beginnen wollen. Da es keinen Vorzähler gibt, können Sie sich so
einhören, bevor Sie mit der Aufnahme beginnen. Klicken Sie dann zum Aktivieren
der Aufnahmebereitschaft den Aufnahmetaster im Transportbereich an.
Der Aufnahmeschalter leuchtet nun und die Aussteuerungsanzeige unter den
Transporttastern zeigt Ihnen den Pegel des ankommenden Audiosignals an.
Stellen Sie diesen an Ihrem Mischpult oder Zuspieler so ein, dass die Aufnahme
möglichst gut ausgesteuert wird, ohne zu übersteuern.
Starten Sie dann die eigentliche Aufnahme durch Anklicken des Wiedergabetasters und legen Sie mit dem Einspielen los.
Melodyne editor Handbuch
39
Laden, transferieren und sichern
Sie können die Aufnahme durch erneutes Betätigen des Aufnahmetasters jederzeit
stoppen und wieder aktivieren (Punch In/Out) oder sie durch Stoppen von Melodyne editor Stand-Alone beenden. Eine Aufnahme lässt sich auch dort starten und
durchführen, wo bereits etwas aufgenommen wurde; die alte Aufnahme wird dabei
durch die neue ersetzt. Ein missglückte Aufnahme können Sie per „Widerrufen“Befehl rückgängig machen. Sie können eine Aufnahme auch bereits während der
laufenden Erkennung anhören und gegebenenfalls widerrufen.
Verwandte Themen
Die Voreinstellungen von Melodyne editor Stand-Alone
Zeitraster an Audio anpassen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
40
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
MIDI sichern
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie Ihre Audionoten aus Melodyne editor Plugin
und Stand-Alone als MIDI-Noten sichern können.
Übe rblick
Sie können die Audionoten aus Melodyne als MIDI-Noten sichern.
Das Sichern von MIDI ist sowohl in der Stand-Alone- als auch in der PluginVariante von Melodyne möglich.
Die MIDI-Noten übernehmen Position, Länge, Tonhöhe und Amplitude der
Audionoten.
Die gesicherte Datei entspricht dem Standard-MIDI-File-Format.
Sie können beim Sichern der Datei wählen, ob alle Audionoten oder nur die
innerhalb des Cycles von Melodyne als MIDI-Noten exportiert werden sollen.
Audio-zu-MIDI
Melodyne erlaubt es Ihnen, die Audionoten als MIDI-Noten zu exportieren. Dabei
wird eine Datei im Standard-MIDI-File-Format erzeugt und auf Ihrer Festplatte gesichert. Diese Datei können Sie dann beispielsweise in Ihre DAW laden, um etwa
eine Gesangsspur mit dem Klang eines Software-Synthesizers zu doppeln.
Die erzeugten MIDI-Noten sind ein exaktes Abbild der Audionoten in Melodyne.
Für jede Audionote erhalten Sie eine MIDI-Note mit der entsprechenden Position,
Länge und Tonhöhe. Die Anschlagsdynamik (Velocity) der MIDI-Noten wird aus
den Amplituden der Audionoten abgeleitet.
Sie können MIDI-Noten aus melodischem und perkussivem Material erzeugen. In
letzterem Fall haben alle MIDI-Noten die gleiche Tonhöhe, bilden aber Position,
Länge und Amplitude der Rhythmusnoten ab. Dies können Sie beispielsweise nutzen, um aus einem Drumloop eine Quantisierungsreferenz für andere MIDI-Spuren
in Ihrer DAW zu erzeugen.
Das Erzeugen von MIDI-Noten aus Audiomaterial bietet vielfältige kreative Möglichkeiten – probieren Sie es aus!
Melodyne editor Handbuch
41
Laden, transferieren und sichern
Als MIDI sichern
Die Option zum Sichern von MIDI erreichen Sie bei der Plugin-Variante über
das Menü “Einstellungen” und bei der Stand-Alone-Variante durch Aufruf von
“Sichern als...” im Ablage-Menü.
Sichern von MIDI in der Plugin-Variante
Nach dem Aufrufen von “Sichern als...” in der Stand-Alone-Variante erscheint ein
Dateidialog. Wählen Sie hier im Ausklappmenü die Option “MIDI-File”.
Alle Noten oder nur den Cycle-Bereich sichern
Beim Sichern von MIDI können Sie wählen, ob Sie alle Noten oder nur diejenigen
exportieren wollen, die innerhalb des Cycle-Bereichs von Melodyne liegen. Zu
diesem Zweck finden Sie sowohl bei der Stand-Alone- als auch bei der PluginVariante im Sichern-Dateidialog die Option “Nur Cycle”.
Wenn Sie alle Noten exportieren, das Häkchen bei “Nur Cycle” also nicht setzen,
beginnt der Export immer beim Beginn von Takt Eins. Dies gilt auch dann, wenn
erst in späteren Takten Noten liegen. Beim Export von MIDI aus dem Plugin
gewährleistet dies, dass Sie die MIDI-Noten in Ihrer DAW problemlos synchron zu
den ursprüngichen Audionoten anlegen können: Ziehen Sie dazu die MIDI-Datei
einfach so auf eine Spur, dass sie bei Takt Eins beginnt.
42
Melodyne editor Handbuch
Laden, transferieren und sichern
Wenn Sie MIDI mit aktivierter Option “Nur Cycle” sichern, werden nur die Noten
im Cycle-Bereich exportiert. Dies ist beispielsweise dann nützlich, wenn Sie passgenau eine eintaktige Phrase als MIDI sichern wollen.
Beachten Sie bitte, dass sich die Option “Nur Cycle” im Plugin auf den Cycle in
Melodyne bezieht – und nicht auf den Cycle der DAW! Sie können den Cycle in
Melodyne einstellen, während die Wiedergabe der DAW gestoppt ist. Die Voreinstellung für den Cycle in Melodyne ist der Bereich des ersten Transfers. Wird der
Cycle bei dieser Einstellung belassen, erfolgt beim Export von MIDI gegebenenfalls eine Rundung des Bereichs auf die nächsten Taktgrenzen, damit Sie die
erzeugte MIDI-Datei später einfacher positionieren können.
Die von Melodyne exportierte MIDI-Datei enthält auch Tempoinformationen.
Die meisten DAWs bieten die Option, diese Tempoinformationen entweder zu
übernehmen oder zugunsten des Tempos zu verwerfen, das bereits in der DAW
eingestellt ist.
Verwandte Themen
Cycle aktivieren und einstellen
Audiomaterial in Melodyne editor Plugin transferieren
Audio in Melodyne editor Stand-Alone laden und sichern
Zeitraster an Audio anpassen
Melodyne editor Handbuch
43
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Wiedergeben, navigieren
und zoomen
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie bequem in den Blobs von Melodyne editor navigieren, sie wiedergeben und die Blob-Darstellung nach Ihren Wünschen zoomen.
Wiedergabefunktionen in Melodyne editor Stand-Alone und Plugin (bei
gestopptem Host):
Klick ins Taktlineal setzt die Positionslinie dorthin
Doppelklick ins Taktlineal startet die Wiedergabe an dieser Stelle
Doppelklick+[Alt] irgendwo im Taktlineal spielt den Abschnitt der aktuellen
Selektion
In den meisten Hosts beendet die Leertaste die lokale Plugin-Wiedergabe
Die Pfeiltasten selektieren und spielen den nächsten/vorherigen bzw. tieferen/höheren Blob
Klick ins Taktlineal bei laufender Wiedergabe stoppt und setzt die Song-Linie
dorthin
Ü be r blick
Klicken und Ziehen im Taktlineal startet das Scrubbing
Wiedergabefunktionen in Melodyne editor Stand-Alone:
[Leertaste]: Wiedergabe/Pause
[Leertaste+Alt]: Spielt den Abschnitt der aktuellen Selektion ab
[Zahlenblock Enter]: Startet die Wiedergabe
[Zahlenblock Null]: Einmaliges Drücken stoppt die Wiedergabe
[Zahlenblock Null]: Zweimaliges Drücken setzt die Position an die letzte
Startposition
[Zahlenblock Null]: Dreimaliges Drücken setzt die Position an den Beginn
der Datei
Navigations- und Zoom-Funktionen:
Die Größe des Fensters wird durch Ziehen der rechten unteren Ecke gewählt
(auch im Plugin)
Ziehen mit [Befehlstaste] im Editierbereich verschiebt den dargestellten
Ausschnitt
Das Scrollrad der Maus verschiebt den Bildausschnitt nach oben/unten bzw.
links/rechts (dazu ggf. [Shift] drücken)
44
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Ziehen mit [Befehlstaste+Alt] im Editierbereich zoomt horizontal und/oder
vertikal
Scrollrad mit [Befehl+Alt] zoomt beide Achsen gleichzeitig
Doppelklick mit [Befehlstaste] auf einen Blob zoomt auf diesen Blob oder
die aktuelle Blob-Auswahl
Doppelklick+[Befehlstaste] auf den Editierhintergrund zoomt zurück
Ziehen der Scrollschieber unten oder rechts im Fenster scrollt horizontal
bzw. vertikal
Ziehen der Scrollschieber-Enden zoomt horizontal bzw. vertikal
Indem Sie das rechte oder linke Ende des horizontalen Scrollschiebers bis
an den Anschlag ziehen, vergrößern Sie die Länge des dargestellten Bereichs
(wichtig im Plugin, wenn Sie z. B. nur bis Takt 4 etwas transferiert haben
und nur diesen Bereich navigieren können, aber bei Takt 20 etwas einsetzen
wollen)
Doppelklick auf die Scrollschieber zoomt horizontal bzw. vertikal auf alle
Noten
Der Schieberegler in der rechten unteren Ecke vergrößert die Blob-Darstellung
Fenstergröße wählen
Wählen Sie die gewünschte Fenstergröße durch Ziehen der rechten unteren Ecke.
Dies funktioniert sowohl in Melodyne editor Stand-Alone als auch in Melodyne
editor Plugin.
Wiedergabe über die Bedienoberfläche und
die Tastatur steuern
Melodyne editor Plugin ist in den Host integriert und folgt der Host-Wiedergabe
auf dem Fuß. Wenn Sie den Host neu positionieren, erhält Melodyne editor Plugin
die neue Positionsinformation und wird ebenfalls neu positioniert. Sobald der
Host startet, startet auch Melodyne editor Plugin. Melodyne editor Plugin ist sozusagen immer „Sklave“ Ihres Hosts. Es ist nicht möglich, den Host aus Melodyne
Melodyne editor Handbuch
45
Audio darstellen, navigieren und abspielen
editor Plugin heraus zu starten, zu stoppen oder zu positionieren. Sobald Melodyne editor Plugin geöffnet und im Vordergrund ist, können Sie zwar die Tasten
Shift, Alt und Befehl sowie die Pfeiltasten für die Arbeit in Melodyne editor Plugin
nutzen, alle Transportfunktionen und Tastaturkommandos Ihrer Rechnertastatur
wirken aber weiterhin auf den Host.
Anders in Melodyne editor Stand-Alone. Dort starten und stoppen Sie die Wiedergabe mit den Transporttasten oben links im Fenster oder durch Drücken der
Leertaste. Wenn Sie zusätzlich [Alt] halten, wird nur der Bereich der aktuellen
Selektion abgespielt.
Sie können die Wiedergabe von Melodyne editor Stand-Alone auch über den
Zahlenblock Ihrer Tastatur steuern: [Enter] startet die Wiedergabe, [Null] stoppt
sie. Zweimaliges Drücken von [Null] setzt die Position an die letzte Startposition.
Dreimaliges Drücken von [Null] setzt die Position an den Beginn der Datei.
Sowohl in Melodyne editor Stand-Alone als auch in Melodyne editor Plugin wählen
die Pfeiltasten der Tastatur nacheinander die Blobs im Editierbereich aus. Der
gerade ausgewählte Blob wird dabei abgespielt.
Wiedergabe und Scrubbing über das Taktlineal steuern
Diese Funktionen stehen ebenfalls sowohl in Melodyne editor Stand-Alone als
auch in Melodyne editor Plugin zur Verfügung – in Melodyne editor Plugin als
lokale Wiedergabe jedoch nur dann, wenn der Host gestoppt ist. Sobald der Host
gestartet wird, ist Melodyne editor Plugin wie oben beschrieben „Sklave“ der
Host-Wiedergabe.
Doppelklicken Sie in das Taktlineal (oder alternativ direkt auf den Editierhintergrund), um die Wiedergabe an der betreffenden Position zu starten.
Doppelklick+[Alt] spielt nur den Abschnitt der aktuellen Selektion ab.
46
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Klicken Sie in das Taktlineal, um die Positionslinie dorthin zu bewegen und die
Wiedergabe zu stoppen.
Klicken und Ziehen Sie im Taktlineal, um durch das Audiomaterial zu scrubben.
Blobs navigieren und zoomen
Wählen Sie das Scrollwerkzeug unter dem Hauptwerkzeug aus oder halten Sie
einfach die Befehlstaste, um den Darstellungsbereich durch Ziehen mit der Maus
zu verschieben.
Wählen Sie das Lupenwerkzeug unter dem Hauptwerkzeug aus oder halten Sie
einfach [Befehl+Alt], um die Darstellung durch Ziehen der Maus zu zoomen.
Mit dem Zoomwerkzeug können Sie gleichzeitig horizontal und vertikal zoomen,
jeweils aber mit unterschiedlicher Intensität.
Melodyne editor Handbuch
47
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Doppelklick+[Befehlstaste] zoomt auf einen Blob oder mehrere selektierte Blobs.
Doppelklick auf den Editierhintergrund führt zur vorherigen Zoomeinstellung
zurück.
Ziehen Sie den horizontalen oder vertikalen Scrollschieber, um die Darstellung zu
verschieben. Eine miniaturisierte Darstellung der Inhalte im Schieber erleichtert
Ihnen den Überblick.
Ziehen Sie die Enden der Scrollschieber, um die Darstellung zu zoomen.
Doppelklicken Sie auf die Mitte der Scrollschieber, um den Zoom so einzustellen,
dass horizontal beziehungsweise vertikal alle Blobs sichtbar werden.
48
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Benutzen Sie den Schieberegler rechts unten im Fenster, um die Blobs größer
zeichnen zu lassen. Dies ändert nicht die Lautstärke der Blobs, sondern nur ihre
Darstellung und erleichtert den Überblick, wenn Ihr Material viele leise Noten
enthält.
Verwandte Themen
Noten auswählen
Cycle aktivieren und einstellen
Darstellungsoptionen wählen
Zeitraster wählen
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen
Melodyne editor Handbuch
49
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Cycle aktivieren und einstellen
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie den Cycle von Melodyne editor handhaben.
Der Cycle spielt bei der Wiedergabe einen wählbaren Zeitabschnitt „im Kreis“.
Bei Melodyne editor Plugin kann der Cycle nur aktiviert werden, wenn der Host
gestoppt ist. Läuft der Host, werden Cycle und Wiedergabe durch den Host gesteuert.
Horizontales Ziehen im unteren Bereich des Taktlineals setzt den Cycle
Doppelklick auf den Cycle schaltet diesen an/aus
Ü be rblick
Horizontales Ziehen der Cycle-Grenzen verschiebt diese
Ziehen in der Cycle-Mitte verschiebt den ganzen Cycle
Das gewählte (und aktive) Raster beeinflusst das Einrasten der Cycle-Grenzen
Ziehen der Cycle-Grenzen oder des Cycles mit [Alt] ignoriert das Raster
Klick+[Shift] links oder rechts neben den Cycle setzt die entsprechende
Cycle-Grenze an diese Stelle
Doppelklick+[Shift] irgendwo im Cycle-Bereich setzt den Cycle gerundet
auf die selektierten Noten; Doppelklick+[Shift+Alt] setzt ihn exakt auf die
selektierten Noten
Bedienschritte
Klicken und ziehen Sie im unteren Bereich des Taktlineals, um einen Cycle zu
setzen. Wenn Sie dabei [Alt] drücken, wird das gewählte Zeitraster ignoriert und
Sie können die Cycle-Grenzen frei bestimmen.
Doppelklicken Sie auf den Cycle, um ihn abwechselnd aus- und wieder einzuschalten. Der deaktivierte Cycle wird hell dargestellt. In Melodyne editor StandAlone können Sie den Cycle auch im Transportfeld ein- oder ausschalten.
50
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Ziehen Sie die linke oder die rechte Cycle-Grenze, um den Cycle länger oder kürzer zu machen. Wenn Sie dabei [Alt] drücken, wird das gewählte Raster ignoriert
und Sie können die Cycle-Grenze fein verschieben.
Ziehen Sie den Cycle in der Mitte, um ihn als Ganzes zu verschieben. Mit gedrückter [Alt]-Taste wird auch hierbei das Raster ignoriert.
Indem Sie mit gehaltener [Shift]-Taste links oder rechts neben eine Cycle-Grenze
klicken, wird die Grenze dorthin gesetzt. Mit zusätzlich gehaltener [Alt]-Taste wird
wiederum das Raster ignoriert.
Wenn Sie mit gehaltener [Shift]-Taste irgendwo im Cycle-Bereich doppelklicken,
wird der Cycle – gerundet am Raster – auf die aktuelle Blob-Selektion gesetzt.
Halten Sie beim Doppelklick [Shift+Alt], um den Cycle exakt auf die Noten-Grenzen zu setzen (keine Rundung am Raster).
Verwandte Themen
Wiedergeben, navigieren und zoomen
Zeitraster wählen
Noten auswählen
Melodyne editor Handbuch
51
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Darstellungsoptionen wählen
In dieser Tour erfahren Sie, welche Darstellungsoptionen Ihnen Melodyne editor
bei der Arbeit mit Ihren Audionoten bietet.
Alle der folgenden Optionen sind im Menü „Darstellung“ zu finden.
„Automatisches Scrollen“ lässt die Darstellung der Positionslinie folgen
„Tonhöhenkurve anzeigen“ zeigt den genauen Tonhöhenverlauf auf den
Noten an
Ü be rblick
„Notentrennungen anzeigen“ zeigt vertikale Striche an den Notengrenzen an
„Nachklang der Noten anzeigen“ blendet zum Beispiel Hallanteile bei den
einzelnen Noten ein
„Blob-Info anzeigen“ blendet verschiedene Hilfslinien und ein Tonlineal an
bearbeiteten Noten ein
„Gemeinte Noten anzeigen“ zeigt Rähmchen an, die die zugeordneten Zählzeiten der Noten repräsentieren
„Notation anzeigen“ blendet eine einfache Notationsdarstellung ohne Rhythmus über dem Editierbereich ein
„Wiedergabebereiche anzeigen“ (im Plugin) zeigt im Taktlineal die Bereiche
heller an, in denen das Plugin statt dem Host zu hören ist
Automatisches Scrollen
Wenn Sie „Automatisches Scrollen“ aktivieren – also mit einem Häkchen versehen
– folgt die Notendarstellung in Melodyne editor der Positionslinie.
Haben Sie eine oder mehrere Noten selektiert, geht Melodyne editor davon aus,
dass Sie die Selektion sehen und bearbeiten wollen. Dann wird das automatische
Scrollen vorübergehend deaktiviert. Sobald Sie die Selektion aufheben, also zum
Beispiel auf den Editierhintergrund klicken, beginnt die Darstellung wieder der
Positionslinie zu folgen.
52
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Tonhöhenkurve anzeigen
Wenn Sie „Tonhöhenkurve anzeigen“ aktivieren, erscheint auf den Noten eine
Kurve, die den exakten Tonhöhenverlauf anzeigt.
Links sehen Sie „nackte“ Noten ohne jegliche zugeschaltete Darstellungsoptionen, rechts die Noten mit der Tonhöhenkurve:
Die Tonhöhenkurve wird bei Auswahl eines der drei Tonhöhenwerkzeuge (Tonhöhe,
Modulation, Drift) immer eingeblendet, unabhängig davon, ob Sie diese Option
aktiviert haben oder nicht.
Notentrennungen anzeigen
Wenn Sie die Option „Notentrennungen anzeigen“ aktivieren, erscheinen an den
Grenzen der Noten graue vertikale Striche. Sie repräsentieren die Grenzen der
Noten.
Die Anzeige der Notentrennungen erleichtert Ihnen mitunter den Überblick, die
Notentrennungen können außerdem mit dem Haupt- oder dem Notentrennwerkzeug bewegt werden, um die Grenze zwischen zwei zusammenhängenden Noten
zu verschieben.
Melodyne editor Handbuch
53
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Bei ganz oder halb freistehenden Noten werden die Notentrennlinien als etwas
dickere Klammern angezeigt. Auch diese können verschoben werden, um eine
Note vorne oder hinten „anzuschneiden“ oder mehr vom vorausgehenden bzw.
folgenden Material freizulegen.
Die Notentrennungen werden bei Auswahl des Notentrennwerkzeugs immer eingeblendet, unabhängig davon, ob Sie diese Option aktiviert haben oder nicht.
Nachklang der Noten anzeigen
Bei der Erkennung und Darstellung von Noten unterscheidet Melodyne editor zwischen den Noten selbst und ihrem „Nachklang“. Die Note ist dabei das relevante
musikalische Ereignis, während der Nachklang ein „musikalisch unbestimmtes
Ausklingen“ repräsentiert. So ist etwa der Anteil eines Nachhalls, der einer bestimmten Note zugerechnet werden kann, ein solcher Nachklang. Mit der Option
„Nachklang der Noten anzeigen“, können Sie diese Nachklang-Phasen wahlweise
ein- oder ausblenden und sich so stärker auf die musikalische bzw. auf die physikalische Note konzentrieren.
Wird der Nachklang nicht angezeigt, so repräsentiert das Ende der „musikalisch
relevanten“ Note die Anfasszone, die mit dem Zeitwerkzeug verschoben werden
kann, um die Note kürzer oder länger zu machen. Einer vorhandener Nachklang
wird in diesem Fall automatisch mitverwaltet. Diese Darstellung eignet sich gut,
um bei starken Überlappungen der Noten mehr Übersicht über das musikalische
Geschehen zu gewinnen.
54
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Wird der Nachklang angezeigt (und besitzt eine Note überhaupt einen Nachklang),
so ist es nun dieser, der das Ende der Note repräsentiert zur Anfasszone für das
Zeitwerkzeug wird. Die Darstellung mit dem Nachklang eignet sich gut, um ein
möglichst authentisches Bild von den tatsächlich gehörten Noten einschließlich
ihren zeitlichen Überlappung, etwa durch Nachhall, zu erhalten.
Blob-Info anzeigen
Mit der Option „Blob-Info anzeigen“ blenden Sie verschiedene Darstellungselemente zusammen ein oder aus, die Ihnen die Arbeit mit den Noten erleichtern
können.
Das auffälligste dieser Elemente ist ein zusätzliches Notenlineal, das direkt vor
der Note erscheint, auf die Sie ein Werkzeug bewegen. In der Note selbst werden
durch dünne rote Linien die Anfasszonen für die kontextsensitiven Werkzeuge
optisch voneinander getrennt.
Melodyne editor Handbuch
55
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Wenn Sie eine Note anfassen und bewegen, wird bei aktivierter Blob-Info außerdem im Taktlineal eine vertikale Linie angezeigt, die den Beginn der Note repräsentiert und Ihnen bei der Positionierung am Taktlineal helfen soll.
Gemeinte Noten anzeigen
Wenn Sie die Option „Gemeinte Noten anzeigen“ aktivieren, werden um die Noten
herum graue Rähmchen angezeigt.
Ein solches Rähmchen liegt immer exakt auf dem Halbton und beginnt immer
exakt auf einer Zählzeiten des Rasters. Es repräsentiert somit die exakte Tonhöhe und exakte Position, die Melodyne editor für diese Note basierend auf seiner
Erkennung annimmt. Diese Annahme stimmt in den meisten Fällen, muss aber
nicht richtig sein. Es ist ein Vorschlag. Die Rähmchen repräsentieren damit auch
die Quantisierungsziele, wenn Sie Noten per Makro oder Doppelklick mit dem Tonhöhen- bzw. Zeitwerkzeug korrigieren.
56
Melodyne editor Handbuch
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Notation anzeigen
Mit der Option „Notation anzeigen“ können Sie auf Wunsch eine einfach gehaltene Notendarstellung ohne Rhythmus unter dem Taktlineal einblenden.
Die Notationsansicht bietet Ihnen einfach einen zusätzlichen alternativen Blick
auf das musikalische Geschehen. Sie erlaubt kein Bearbeiten der Noten.
Wiedergabebereiche anzeigen (nur im Plugin)
Mit der Option „Wiedergabebereiche anzeigen“ können Sie in Melodyne editor
Plugin die Zeitabschnitte im Taktlineal sichtbar machen, in denen ein Transfer
von Audio in das Plugin erfolgt ist und in denen deshalb das Plugin statt der HostSpur zu hören ist.
Melodyne editor Handbuch
57
Audio darstellen, navigieren und abspielen
Die Wiedergabebereiche werden als hellerer Abschnitt im Taktlineal dargestellt.
Verwandte Themen
Wiedergeben, navigieren und zoomen
Zeitraster wählen
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen
58
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Erkennung prüfen und bearbeiten
bei melodischem Material
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie die Noten-Erkennung bei einstimmigem Material prüfen und Noten bei Bedarf neu zuweisen.
Ü be r blick
Bei einstimmigem Material gibt es diesbezüglich deutlich seltener Handlungsbedarf als bei mehrstimmigem Material, da einstimmiges Material bei der Erkennung weit weniger Interpretationsmöglichkeiten bietet. Gelegentlich wird aber die
Tonhöhe einer Note zum Beispiel wegen starker Obertöne eine Oktave zu hoch
dargestellt oder die eine oder andere Notentrennung zu viel oder zu wenig gesetzt.
Diese Dinge können Sie sehr leicht korrigieren.
Weisen Sie falsch erkannte Noten durch Doppelklicken der richtigen „potenziellen“ Note oder durch Schieben der falschen Note auf die richtige
Tonhöhe neu zu
Verwenden Sie den synthetischen Abhörklang, um die erkannte Melodie
losgelöst vom Originalklang zu hören und dadurch leichter überprüfen zu
können
Setzen oder entfernen Sie bei Bedarf Notentrennungen durch Doppelklick
im oberen Notenbereich oder verschieben Sie vorhandene Trennungen (dazu
muss die Option „Notentrennungen anzeigen“ im Darstellungsmenü aktiviert
sein)
Bedienschritte
Wählen Sie nach dem Transferieren oder dem Laden von Audio das abgesetzte
Notenzuweisungswerkzeug im Werkzeugkasten aus, um in den Notenzuweisungsmodus zu wechseln. Bitte beachten Sie, dass aus technischen Gründen beim
Wechsel in diesen Modus oder zurück die Widerrufen-Historie gelöscht wird, die
Aktionen vor dem jeweiligen Moduswechsel also nicht mehr widerrufen werden
können.
Der Editierhintergrund wird in einer anderen Färbung dargestellt, um daran zu
erinnern, dass im Notenzuweisungsmodus keine „hörbare“ Bearbeitung der Noten
erfolgt: In diesem Modus überprüfen und ändern Sie Melodyne editors Interpreta-
Melodyne editor Handbuch
59
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
tion der Noten im Audiomaterial. Sie weisen falsch interpretierte Noten den richtigen Tonhöhen zu, um eine perfekte Übereinstimmung zwischen den angezeigten
und den tatsächlich gespielten Noten herzustellen – und um die unverzichtbare
Grundlage für die anschließende Bearbeitung mit den anderen Werkzeugen zu
schaffen.
Auf dem Editierhintergrund sehen Sie in diesem Modus ausgefüllte (aktive) und
hohl gezeichnete (potenzielle) Noten.
Die aktiven Noten sind die, für die Melodyne editor bei der Erkennung die höchste
Plausibilität festgestellt hat. Das Programm geht also davon aus, dass es diese Noten sind, die tatsächlich im Material gespielt wurden und zu hören sind.
Die hohlen potenziellen Noten zeigen alternative Noten mit der nächstgrößten
Plausibilität an. Es könnten auch diese Noten sein, die im Material zu hören sind,
allerdings sind die aktiven Noten mit größerer Wahrscheinlichkeit die richtigen.
Es geht hier also darum, die richtigen Noten im Audiomaterial zu erkennen, und
obgleich Melodyne editor eine hohe Trefferquote hat, kann die Erkennung auch
mal danebenliegen.
In der Abbildung beispielsweise sehen Sie genau eine Oktave unter den als aktiv
erkannten Noten die gleichen Noten noch mal als hohle potenzielle Noten. Der
Grund: Melodyne editor kann nicht sicher sein, ob der Klang des aufgenommenen
Instruments nicht einen ausgeprägten Oberton eine Oktave über dem Grundton
hat. Gibt es einen solchen Oberton, könnte die gesamte Melodie eine Oktave zu
hoch erkannt worden sein. Die Oktave unter der erkannten besitzt die nächst-
60
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
höchste Plausibilität für die Töne der Melodie, darum werden diese Noten hier als
potenzielle Alternative zu den erkannten Noten angezeigt.
Nun könnte es passieren, dass ein Ton der Melodie durch die Spiel- oder Singweise ein abweichendes Timbre, sprich eine andere Obertonstruktur hat und deswegen zum Beispiel eine Oktave zu tief erkannt wird. Einen solchen Fall erkennen
Sie in der Regel an einem auffälligen Bruch im Verlauf der Tonhöhe:
Um diese Fehlinterpretation zu korrigieren, können Sie wahlweise die potenzielle
Note auf der richtigen Tonhöhe doppelklicken, sofern dort eine angezeigt wird.
Dadurch wird die potenzielle Note aktiviert und die falsch zugewiesene Note
deaktiviert. Alternativ können Sie die falsch zugewiesene Note auch einfach in die
Gegend der richtigen Tonhöhe (im Beispiel offensichtlich nach oben) schieben;
Sie müssen die Note dabei nicht exakt auf der richtigen Tonhöhe ablegen.
Melodyne editor Handbuch
61
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Das Verschieben löst eine neue Erkennung für die Note mit der Vorgabe „Suche
weiter oben nach der richtigen Tonhöhe“ aus. Wenn Sie die Note dann loslassen,
springt sie auf die nächstplausible höhere Tonhöhe, und das wird in aller Regel
auch die korrekte Tonhöhe sein:
Der synthetische Abhörklang
Eine wesentliche Hilfestellung beim Überprüfen und Neuzuweisen der erkannten
Noten verbirgt sich hinter dem Bedienelement mit der Sinuswelle unter dem
Werkzeugkasten, das gleichzeitig als Schalter und Drehregler arbeitet. Indem Sie
es Anklicken, aktivieren Sie statt dem normalen Blob-Klang einen synthetischen
Abhörklang, dessen Lautstärke Sie durch Ziehen des Bedienelements einstellen
können.
Doch warum sollten Sie das tun? Ganz einfach: Der synthetische Abhörklang lässt
Sie genau die Noten hören, die Sie auch sehen und die aktiv sind. So können Sie
einfach überprüfen, ob diese Noten jenen entsprechen, die im Material zu hören
sind.
Stellen Sie sich einfach vor, dass die aktiven Noten eine Transkription der Musik
in der Audiodatei sind. Mit dem synthetischen Abhörklang können Sie diese
Transkription nun wie mit einem MIDI-Klangerzeuger probehören und so sehr
62
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
leicht feststellen, ob alle Noten auf den richtigen Tonhöhen liegen. Auch während
der Wiedergabe mit dem synthetischen Abhörklang können Sie Noten wie oben
beschrieben neu zuweisen und sich so bei direkter Mithörkontrolle schnell und
einfach dem Ideal nähern: dass die angezeigten aktiven Noten exakt die Noten
repräsentieren, die auch im Material zu hören sind.
Notentrennung
Wenn Sie die Maus etwas oberhalb eines Blobs platzieren, verwandelt sich der
Mauspfeil in das Notentrennwerkzeug. Mit diesem können Sie genau wie mit dem
normalen Notentrennwerkzeug auch im Notenzuweisungsmodus bei Bedarf Noten
trennen oder Trennungen entfernen.
Notenzuweisungsmodus verlassen
Sie verlassen den Notenzuweisungsmodus ganz einfach, indem Sie eines der anderen Werkzeuge auswählen. Beim Verlassen wird auf der Basis Ihrer Änderungen
die Erkennung neu berechnet, was einen kleinen Moment dauern kann.
Verwandte Themen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
Melodyne editor Handbuch
63
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Erkennung prüfen und bearbeiten
bei mehrstimmigem Material
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie die Notenerkennung bei mehrstimmigem
Material prüfen und Noten bei Bedarf neu zuweisen.
Dass dies insbesondere bei Material mit ausgeprägten Obertönen praktisch immer
nötig ist, liegt in der Natur der Sache: Bei der Suche nach Noten in mehrstimmigem Material gibt es zwangsläufig verschiedene Möglichkeiten, das vorgefundene
Frequenzspektrum zu interpretieren und in Noten zu zerlegen. So kann Melodyne
editor nicht mit Sicherheit wissen, ob die Energie in einem bestimmten Frequenzbereich eine eigenständige Note oder nur ein Oberton einer tieferen Note ist.
Entsprechend kann und wird es passieren, dass dominante Obertöne als eigenständige Noten interpretiert oder nicht alle tatsächlich gespielten Noten angezeigt
werden, weil sie anderen Noten als Obertöne zugeschrieben wurden.
Übe r blick
Die Erkennung liefert Ihnen also eine möglichst plausible Interpretation des
Materials und in aller Regel wird es nötig sein, diese zu kontrollieren, um zu viel
erkannte Noten zu deaktivieren oder aber als „nicht aktiv“ erkannte Noten zu aktivieren. Wie Sie im Folgenden sehen werden, ist die entsprechende Neuzuweisung
sehr einfach und wir raten Ihnen dringend, sie vor der eigentlichen Bearbeitung
Ihres Materials gewissenhaft vorzunehmen. Dafür gibt es einen sehr guten Grund:
Nur dann, wenn die angezeigten Noten auch den tatsächlich gespielten entsprechen, ist eine sinnvolle und artefaktfreie Bearbeitung der Noten möglich. Stimmen die angezeigten Noten nicht mit den gespielten überein, dann bearbeiten Sie
eventuell nur spektrale Fragmente statt ganzer Noten. Oder Noten, die eigentlich
Intervalle sind, weil sie eine als „nicht aktiv“ erkannte Note als Oberton in sich
tragen. Investieren Sie also die Zeit, um die Notenzuweisung nach der Erkennung
zu überprüfen – dies ist die Voraussetzung dafür, dass Melodyne editor Ihnen den
vollen Nutzen seiner einzigartigen Bearbeitungsmöglichkeiten bieten kann!
64
Das ±-Werkzeugzeug schaltet durch Doppelklick zu viel erkannte Noten aus
und potenzielle (hohle), aber nicht aktivierte Noten ein.
Bei polyfonem Material bestimmt der rechte Teil des Schiebereglers unter
dem Werkzeugkasten die Anzahl der angezeigten potenziellen Noten, der
linke Teil die davon verwendeten aktiven Noten. Der Schieberegler dient der
groben ersten Anpassung und ergänzt das manuelle Ein- und Ausschalten
von Noten.
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Der Wellenform-Schalter daneben schaltet vom Originalklang auf einen
synthetischen Abhörklang um; der Schalter dient gleichzeitig auch als
Lautstärkeregler für den synthetisierten Klang. Der synthetische Abhörklang
erleichtert Ihnen das Überprüfen, ob die zugewiesenen Noten den tatsächlich gespielten Noten entsprechen.
In Melodyne editor Stand-Alone: Leertaste+Shift schaltet die Wiedergabe
zwischen dem normalen Blob-Klang und dem synthetisierten Klang um. Im
Plugin hat Shift+Doppelklick ins Taktlineal den gleichen Effekt.
Die Jalousie erlaubt das Eingrenzen des Bereichs, in dem aktive Noten
zugelassen werden. Noten können jedoch jederzeit auch durch die Jalousie
hindurch an oder ausgeschaltet werden.
Noten aktivieren- und deaktivieren
Wählen Sie nach dem Transferieren oder Laden von Audio das abgesetzte ±-Werkzeug im Werkzeugkasten aus, um in den Notenzuweisungsmodus zu wechseln.
(Bitte beachten Sie, dass aus technischen Gründen beim Wechsel in diesen
Modus oder zurück die Widerrufen-Historie gelöscht wird, die Aktionen vor dem
jeweiligen Moduswechsel also nicht mehr widerrufen werden können.) Wenn Sie
die Notenzuweisung bei mehrstimmigem Material bearbeiten, erscheinen unter
den Werkzeugen zusätzliche Bedienelemente.
Der Editierhintergrund wird in einer anderen Färbung dargestellt, um daran zu
erinnern, dass im Notenzuweisungsmodus keine „hörbare“ Bearbeitung der Noten
erfolgt: In diesem Modus überprüfen und ändern Sie die Interpretation der Noten
im Audiomaterial. Sie aktivieren „verschluckte“ Noten und deaktivieren zu viel
erkannte Noten, um eine perfekte Übereinstimmung zwischen den angezeigten
und den tatsächlich gespielten Noten herzustellen – und um die unverzichtbare
Grundlage für die anschließende Bearbeitung mit den anderen Werkzeugen zu
schaffen.
Auf dem Editierhintergrund sehen Sie in diesem Modus ausgefüllte („aktive“) und
hohl gezeichnete („potenzielle“) Noten.
Melodyne editor Handbuch
65
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Indem Sie eine Note anklicken, wird die betreffende Tonhöhe hörbar. Durch einen
Doppelklick auf eine zu viel erkannte aktive Note – einen mitschwingenden Oberton, der als eigene Note interpretiert wurde – können Sie diese Note ausschalten.
Die Note wird dadurch hohl gezeichnet und ihr Energieanteil am Frequenzspektrum wird der „nächstplausiblen“ Note hinzugefügt.
Sie können erkennen, dass das Ausschalten der Note auf dem höheren A dazu
führt, dass die Note auf dem A darunter dicker gezeichnet wird: Die spektrale
Energie, die als eigenständige Note auf dem höheren A interpretiert wurde, wird
nun der Note auf dem tieferen A als Oberton hinzugefügt.
Im Gegenzug können Sie einen hohlen Blob doppelklicken, um aus einer „potenziellen“ Note, die von Melodyne editor als Oberton interpretiert wurde, eine
„aktive“ Note zu machen. Mit den normalen Werkzeugen lassen sich nur die
aktiven Noten anfassen und bearbeiten – und diese Noten sollten den tatsächlich
gespielten entsprechen, damit Sie auch wirklich komplette Noten und nicht nur
Obertonanteile davon bearbeiten, was zu einem schlechten Klang führen würde.
Mit dem Ein- und Ausschalten von potenziellen beziehungsweise aktiven Noten
haben Sie das Grundprinzip der Notenzuweisung in Melodyne editor kennengelernt. Je komplexer die Obertonstruktur des Audiomaterials ist, desto mehr
66
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Interpretationsspielraum entsteht bei der Erkennung und Zuweisung der Noten
– und desto häufiger werden Sie unvermeidliche Fehlinterpretationen manuell
bearbeiten müssen. Melodyne editor bietet Ihnen verschiedene Hilfen an, damit
das möglichst schnell und mühelos gelingt.
Der synthetische Abhörklang
Eine wesentliche Hilfestellung beim Überprüfen und Neuzuweisen der erkannten
Noten verbirgt sich hinter dem Bedienelement mit der Sinuswelle unter dem
Werkzeugkasten, das gleichzeitig als Schalter und Drehregler arbeitet. Indem Sie
es Anklicken, aktivieren Sie statt dem normalen Blob-Klang einen synthetischen
Abhörklang, dessen Lautstärke Sie durch Ziehen des Bedienelements einstellen
können.
Der synthetische Abhörklang ersetzt bei der Wiedergabe im Notenzuweisungsmodus den Originalklang der Aufnahme. Er lässt dabei nur die Noten hörbar
werden, die aktiv, also ausgefüllt gezeichnet sind. Stellen Sie sich einfach vor,
dass die aktiven Noten eine Transkription der Musik in der Audiodatei sind. Mit
dem synthetischen Abhörklang können Sie diese Transkription nun abstrahiert
vom Originalklang und wie mit einem MIDI-Klangerzeuger probehören und so sehr
leicht feststellen, ob alle gespielten Noten auch wirklich zu hören sind oder ob
vielleicht Noten hörbar werden, die gar nicht gespielt wurden. Auch während der
Wiedergabe mit dem synthetischen Abhörklang können Sie Noten aktivieren und
deaktivieren und sich so bei direkter Mithörkontrolle schnell und einfach dem
Ideal nähern: Dass die aktiven Noten exakt die Noten repräsentieren, die auch im
Material gespielt wurden.
Notentrennung
Wenn Sie die Maus etwas oberhalb eines Blobs platzieren, verwandelt sich der
Mauspfeil in das Notentrennwerkzeug. Mit diesem können Sie genau wie mit dem
normalen Notentrennwerkzeug auch im Notenzuweisungsmodus bei Bedarf Noten
trennen oder Trennungen entfernen.
Melodyne editor Handbuch
67
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Der Schieberegler
Der doppelte Schieberegler, der im Notenzuweisungsmodus unter den Werkzeugen
zu sehen ist, erlaubt Ihnen die Anzahl der angezeigten potenziellen und der davon
verwendeten aktiven Noten zu bestimmen.
Wenn Sie den Halbkreis im Regler nach links ziehen, werden weniger potenzielle
Noten dargestellt. Ziehen Sie ihn nach rechts, erscheinen mehr potenzielle Noten.
Wählen Sie die Einstellung so, dass nur so viele potenzielle Noten zu sehen sind,
wie bei der weiteren Bearbeitung voraussichtlich zum Aktivieren benötigt werden.
Das erleichtert den Überblick.
Ziehen Sie dann den orange gefärbten Reglerknopf nach links oder rechts. Indem
Sie ihn nach links ziehen, verkleinern Sie die Wahrscheinlichkeit, dass aus den
angezeigten potenziellen Noten aktive Noten werden, Sie reduzieren also die
Anzahl der aktiven Noten. Indem Sie ihn nach rechts ziehen, erhöhen Sie die
Wahrscheinlichkeit und erzeugen mehr aktive Noten aus den angezeigten potenziellen Noten.
Mehr aktive als potenzielle Noten kann es dabei nicht geben, deswegen kann der
Reglerknopf nur bis an den Halbkreis geschoben werden und verschiebt diesen
dann gegebenenfalls mit, um gleichzeitig mehr potenzielle Noten anzuzeigen und
zu aktivieren. Passen Sie die beiden Hälften des Schiebereglers so an, dass die
angezeigten aktiven Noten weitestgehend den tatsächlich gespielten Noten entsprechen. Fahren Sie dann mit der manuellen Korrektur einzelner Noten fort.
Hinweis: Mitunter kann es passieren, dass eine Note, die im Material zu hören
ist, nicht als aktive Note erkannt wird und auch bei Maximalstellung des rechten
Schiebereglers (der “Klammer”) nicht als potenzielle Note angezeigt wird. Sollte
das geschehen, schieben Sie den Klammer-Schieberegler ganz nach rechts auf
die Maximalstellung und fahren mit der Maus über die Stelle des Editierbereichs,
wo die fehlende Note sein müsste. Um den Mauszeiger herum erscheinen nun als
“Energiebild” auch solche Noten, die weder als aktiv, noch als potenziell erkannt
68
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
wurden. Wenn Sie auf diese Weise die fehlende Note identifiziert haben, klicken
Sie sie doppelt, um sie in eine aktive Note zu verwandeln. Mit weiteren Doppelklicks können Sie diese Note dann, wie jede andere auch, zwischen potenziell und
aktiv umschalten.
Die Jalousie
Besonders bei obertonreichen Instrumenten kann es passieren, dass in einem
weiten Frequenzbereich Noten gefunden werden – auch in Lagen, von denen
Sie wissen, dass dort keine Noten gespielt wurden. In solchen Fällen hilft eine
„Jalousie“ bei der Neuzuweisung der Noten: Das sind die Begrenzungen, die bei
aktivem Notenzuweisungsmodus oben und unten im Editierbereich zu sehen sind
(scrollen Sie ggf. vertikal, um sie zu sehen). Indem Sie die dicken Linien anfassen
und vertikal verschieben, können Sie den Bereich eingrenzen, in dem Melodyne
editor Noten zuweist. Alle durch die Jalousie verdeckten Noten werden automatisch ausgeschaltet, es sei denn, sie wurden vorher manuell eingeschaltet. Sie
können auch durch die Jalousie hindurchklicken, um Noten ein- oder auszuschalten. Auch die Jalousie empfiehlt sich für eine erste Anpassung der aktiven Noten,
bevor Sie manuell aktivieren oder deaktivieren.
Notenenden aufziehen
Eventuell werden die Notentrennungen bei der Erkennung mal so gesetzt, dass
Anfang oder Ende „verschluckt“, also der vorhergehenden bzw. nachfolgenden
Note zugeschlagen werden. In einem solchen Fall können Sie die Noten „aufziehen“, indem Sie die vordere Grenze etwas weiter nach vorne bzw. die hintere etwas weiter nach hinten ziehen. (Um Zugriff auf die Notentrennungen zu erhalten,
Melodyne editor Handbuch
69
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
müssen Sie die Option „Notentrennungen anzeigen“ im Darstellungsmenü aktivieren.) Platzieren Sie das Werkzeug über der vorderen oder hinteren Notentrennlinie
und ziehen Sie diese horizontal:
Achtung, wenn eine deaktivierte (hohle) Note an die bearbeitete Note angrenzt,
müssen Sie diese zunächst aktivieren, um die Notengrenze verschieben zu können!
Verwandte Themen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
70
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Erkennung prüfen und bearbeiten
bei rhythmischem Material
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie die Erkennung bei rhythmischem Material
bearbeiten.
Da es bei rhythmischen Material nicht um tonale Zuweisungen geht, spielt hier
lediglich das Überprüfen und Korrigieren der Notentrennungen eine Rolle.
Ü be r blick
Wählen Sie das Notenzuweisungswerkzeug aus, um in den Notenzuweisungsmodus zu gelangen
Das Bearbeiten der Erkennung bei perkussivem Material beschränkt sich auf
das Setzen fehlender und das Entfernen überzähliger Notentrennungen
Blenden Sie die Notentrennungen im Darstellungsmenü mit „Notentrennungen zeigen“ ein
Doppeklicken Sie im oberen Bereich der Blobs, um eine Trennung zu setzen
Doppeklicken Sie eine vorhandene Trennung, um sie zu entfernen
Wählen Sie ein anderes Werkzeug aus, um den Notenzuweisungsmodus zu
verlassen
Bedienschritte
Wählen Sie nach dem Transferieren oder Laden von Audio das abgesetzte Notenzuweisungswerkzeug im Werkzeugkasten aus, um in den Notenzuweisungsmodus
zu wechseln. Bitte beachten Sie, dass aus technischen Gründen beim Wechsel in
diesen Modus oder zurück die Widerrufen-Historie gelöscht wird, die Aktionen vor
dem jeweiligen Moduswechsel also nicht mehr widerrufen werden können.
Im Notenzuweisungsmodus erfolgt keine hörbare Bearbeitung der Noten. In diesem Modus überprüfen und ändern Sie Melodyne editors Interpretation der Noten
im Audiomaterial. Bei rhythmischem Material geht es dabei lediglich darum, zu
viel oder zu wenig gesetzte Notentrennungen zu korrigieren. Die richtigen Notentrennungen sind Voraussetzung für die Bearbeitung des Materials in bestmöglicher
Qualität, zum Beispiel beim Timestretchen.
Melodyne editor Handbuch
71
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Blenden Sie zunächst die Notentrennungen ein, indem Sie die Option „Notentrennungen anzeigen“ im Darstellungsmenü aktivieren.
Am einfachsten können Sie die Notentrennungen nun überprüfen, indem Sie den
ersten Blob auswählen und dann per [Pfeiltasten Links/Rechts] durch die Blobs
blättern. Enthält ein Blob zwei Schläge, doppelklicken Sie den oberen Bereich
des Blobs an der Stelle, an der Sie die beiden Schläge trennen wollen, um eine
Notentrennung einzufügen.
Wurde ein Schlag fälschlicherweise durch eine Notentrennung geteilt, doppelklicken Sie den Trennstrich, um die Trennung zu entfernen.
72
Melodyne editor Handbuch
Notenerkennung prüfen und bearbeiten
Sitzt eine Notentrennung nicht an der richtigen Stelle, können Sie sie anfassen
und horizontal verschieben.
Notenzuweisungsmodus verlassen
Sie verlassen den Notenzuweisungsmodus ganz einfach, indem Sie eines der anderen Werkzeuge auswählen. Beim Verlassen wird auf der Basis Ihrer Änderungen
die Erkennung neu berechnet, was einen kleinen Moment dauern kann.
Verwandte Themen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material
Melodyne editor Handbuch
73
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Zeitraster wählen
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie das Zeitraster im Editierbereich einstellen und
damit arbeiten.
Ü be rblick
Das Raster dient einerseits dem Überblick und zeigt die Sekunden oder Zählzeiten
an. Das Raster erlaubt es auf Wunsch aber auch, Noten beim Verschieben exakt
auf den gewünschten Zählzeiten einrasten zu lassen und ermöglicht dadurch eine
exakte Positionierung der Noten.
Ist das Zeitraster aktiviert, rasten die Noten beim horizontalen Verschieben
am Raster ein
Das Raster kann auf einen festen Notenwert eingestellt werden oder sich
dynamisch der Zoomstufe anpassen
Ein eventueller Versatz der Noten zum Raster bleibt beim Verschieben erhalten; die Noten werden am Raster bewegt aber nicht auf das Raster
Halten von [Alt] ignoriert das Raster beim Verschieben der Noten
Bedienschritte
Klicken Sie auf das Feld zwischen Zeitlineal und Tonlineal, um das Menü mit den
Rasteroptionen zu öffnen. Alternativ können Sie das Menü per Rechtsklick auf
dem Zeitlineal öffnen.
Durch Auswählen des obersten Menü-Eintrags können Sie das Zeitraster aktivieren
beziehungsweise deaktivieren. In Melodyne editor Stand-Alone geht das auch mit
dem Tastaturkommando [Alt+Befehl+T].
74
Melodyne editor Handbuch
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Ist das Raster aktiv, erkennen Sie das an den durchgezeichneten vertikalen Rasterstrichen. Ist es deaktiviert, werden die Striche nicht durchgezeichnet.
Wenn Sie „Dynamisch“ wählen, passt sich das Raster automatisch der aktuellen
horizontalen Zoomstufe an: Je weiter Sie in die Darstellung hineinzoomen, desto
feiner wird das Raster.
Die Einträge darunter wählen eine fixe Rasterweite in Notenwerten. Die aktuelle
Rasterweite wird durch die vertikalen Striche im unteren Bereich des Zeitlineals
angezeigt. Setzen Sie das Häkchen bei Triolen, falls Sie mit einem triolischen
Raster arbeiten wollen. Indem Sie „Sekunden“ wählen, schalten Sie die Anzeige
des Lineals von der Takt- auf die Zeitanzeige um. Bei aktiver Zeitanzeige rasten
die Noten beim Verschieben nicht am Raster ein.
Sie werden feststellen, dass auch dann Notenwerte wählbar sind, wenn Sie das
Raster auf “Dynamisch” gestellt haben. Dies soll Ihnen auch bei der Verwendung
des dynamischen Rasters ein sinnvolles Arbeiten mit Triolen ermöglichen: Da
es nicht die “Triole an sich” gibt, sondern nur Achteltriolen, Vierteltriolen etc.,
können Sie den gewünschten Notenwert wählen, damit das dynamische Raster
entsprechend gezeichnet wird und sich entsprechend verhält.
Wenn Sie Noten bei aktivem Raster auf eine andere Zählzeit verschieben, behalten sie einen eventuellen Versatz zur Zählzeit bei. Die Noten werden also am
Raster verschoben, aber nicht aufs Raster. Die abgebildete Note beispielsweise
sitzt etwas hinter der Eins. Der Positionsanker, der den von Melodyne editor
angenommenen tatsächlichen Notenbeginn repräsentiert und der bei Auswahl des
Zeitwerkzeugs sichtbar ist, macht das besonders deutlich:
Melodyne editor Handbuch
75
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Wird diese Note bei aktivem Raster verschoben, so behält sie ihren Versatz zur
Zählzeit auch an ihrer neuen Position bei:
Ist das Raster aktiv, können Sie eine oder mehrere selektierte Noten trotzdem
jederzeit fein verschieben (also das Raster ignorieren), indem Sie beim Verschieben [Alt] drücken.
Verwandte Themen
Timing bearbeiten
Timing per Makro bearbeiten
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen
76
Melodyne editor Handbuch
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Tonhöhenraster, Skala und
Referenzton wählen
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie das Tonhöhenraster zum Verschieben von Noten aktivieren und deaktivieren und wie Sie eine Skala als Raster wählen können.
Wenn eine Skala ausgewählt ist, landen die Noten beim Verschieben immer nur
auf den Tönen, die zur Skala gehören.
Ü be rblick
Beim vertikalen Verschieben der Noten – dem Ändern der Tonhöhe – ist
entweder kein Raster, ein Halbtonraster oder ein Skalenraster aktiv
Ein Skalenraster wird bestimmt durch die Wahl des Grundtons und einer der
angebotenen Skalen
Je nach Raster, setzt ein Doppelklick auf Noten diese exakt auf den nächsten Halbton oder auf den nächsten Skalenton
Halten von [Alt] ignoriert das Raster beim Verschieben der Noten
Bei Bedarf kann die Stimmung für den Referenzton A geändert werden, die
geänderte Einstellung kann als Voreinstellung für neue Dokumente übernommen werden
Raster wählen
Klicken Sie auf das Feld zwischen Zeitlineal und Tonlineal, um das Menü mit den
Rasteroptionen zu öffnen. Alternativ können Sie das Menü per Rechtsklick auf
dem Tonlineal öffnen.
Wenn Sie „Kein Raster“ auswählen, können Sie die Noten frei in der Tonhöhe
verschieben. Um anzuzeigen, dass kein Raster aktiv ist, werden im Tonlineal keine
Linien zwischen den Notenbezeichnungen angezeigt.
Melodyne editor Handbuch
77
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Wenn Sie „Halbtonraster“ auswählen, rasten die Noten beim Verschieben immer
auf Halbtönen ein. Ein eventueller Versatz zur exakten Tonhöhe bleibt beim Verschieben erhalten – die Noten werden also am Raster verschoben, aber nicht auf
das Raster. Um anzuzeigen, dass das Halbtonraster aktiv ist, werden im Tonlineal
Linien zwischen den Notenbezeichnungen angezeigt.
Sie können Noten mit dem Tonhöhenwerkzeug doppelklicken, um sie genau auf
den nächsten Halbton zu befördern. Doch Vorsicht: Noten enthalten oft einen
leichten Tonhöhenverlauf, aus dem Melodyne editor nach Kräften eine gemittelte
Tonhöhe für die gesamte Note berechnet. Dieser sogenannte Tonhöhenschwerpunkt ist die Basis für die Quantisierung auf den nächsten Halbton. Besitzt eine
Note eine leicht schwankende Tonhöhe, ist also nicht gewährleistet, dass die
Quantisierung auf den nächsten Halbton wirklich zu einer völlig „richtigen“ Tonhöhe führt – zumal eine solche sich immer aus dem musikalischen Kontext ergibt
und nicht absolut ist. Vertrauen Sie also bitte bei Tonhöhenbearbeitungen vor
allem Ihren Ohren und nicht darauf, dass die Note optisch auf der vermeintlich
richtigen Tonhöhe liegt.
Skala wählen
Statt des Halbtonrasters können Sie auch eine Skala als Raster auswählen.
Eine Skala ist eine Teilmenge der zwölf Töne, die eine Oktave bilden und kann
beispielsweise eine Durtonleiter, eine Molltonleiter oder eine andere Tonfolge
sein. Die nicht zur gewählten Skala passenden Töne sind nicht Teil des Rasters;
auf diese Töne können keine Noten geschoben werden. Aktivieren Sie zunächst
die Option “Skalenraster”. Um eine Skala als Raster auszuwählen, navigieren Sie
78
Melodyne editor Handbuch
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
über das Menü „Skala wählen“ zunächst zum gewünschten Grundton der Skala
und wählen dann im Submenü des Grundtons die gewünschte Skala aus. Um
anzuzeigen, dass das Skalenraster aktiv ist, werden im Tonlineal die nicht zur
Skala gehörenden Töne ausgegraut angezeigt und unter dem gewählten Grundton
erscheint eine dickere Linie.
Sie können später zwischen „Kein Raster“, „Halbtonraster“ und „Skalenraster“
umschalten, ohne die Einstellung für die gewählte Skala zu verlieren.
Indem Sie eine einzelne Note oder eine Selektion von Noten mit dem Tonhöhenwerkzeug doppelklicken, werden die Noten automatisch auf den nächsterreichbaren Skalenton gesetzt.
Wenn Sie beim vertikalen Verschieben einer oder mehrerer Noten [Alt] drücken,
können Sie die Noten unabhängig vom gewählten Raster frei und ohne Rasterung
verschieben.
Referenzton wählen
Wenn Sie die Standardstimmung von 440 Hz für den Referenzton A ändern und
damit das gesamte Tonhöhenlineal entsprechend verschieben wollen, wählen Sie
den Befehl „Referenzton ...“ aus dem Tonhöhenrastermenü.
Melodyne editor Handbuch
79
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Es öffnet sich ein kleines Fenster, in dem Sie die gewünschte Frequenz für A
wählen können. Die Einstellung, die Sie hier vornehmen, bezieht sich nur auf das
aktuell geöffnete Dokument in Melodyne editor Stand-Alone beziehungsweise auf
die Transfers der aktuellen Instanz von Melodyne editor Plugin. Sie können die
Einstellung jedoch auch als neue Voreinstellung übernehmen (in diesem Fall wird
von hier aus der Wert für den “Referenzton” in den Voreinstellungen geändert).
Rechts neben dem Feld für die Frequenzangabe können Sie ein Menü öffnen,
das gegebenenfalls abweichende Frequenzen als Vorschläge für Sie zur Auswahl
bereithält. Diese abweichenden Frequenzen ermittelt Melodyne editor bei der
Erkennung aus dem Audiomaterial. Wenn Sie beispielsweise die Aufnahme einer
Gitarre transferieren oder laden, die insgesamt etwas tiefer als normal gestimmt ist,
wird Melodyne editor dies registrieren und Ihnen eine entsprechende Frequenz für
den Referenzton A im Menü anbieten. Wenn Sie die tiefere Stimmung beibehalten
wollen, können Sie diesen Wert auswählen und das Tonlineal dadurch der Gitarre anpassen. Wählen Sie dagegen die Standard-Frequenz von 440 Hz für das A,
erscheinen alle Gitarrennoten etwas versetzt zum Tonlineal und Sie können sie ganz
einfach per Tonhöhenmakro oder manuell auf die Stimmung A=440 Hz bringen.
Setzen Sie das Häkchen bei „ist Standard-Referenzton“, wenn Sie die gewählte
Referenzton-Frequenz als Voreinstellung für neue Dokumente (Stand-Alone) bzw.
weitere Instanzen des Plugins übernehmen wollen. Dies ist dann sinnvoll, wenn
Sie ausschließlich mit Instrumenten arbeiten, bei denen das A beispielsweise
auf 442 Hz gestimmt ist. Indem Sie diesen Wert als Voreinstellung definieren,
müssen Sie ihn nicht jedes Mal von Hand justieren. Diese Voreinstellung können
Sie hier oder im Voreinstellungsfenster natürlich jederzeit ändern.
80
Melodyne editor Handbuch
Tonhöhen- und Zeitraster einstellen
Bestätigen Sie Ihre neue Einstellung für den Referenzton dann mit „OK“ oder
verwerfen Sie sie mit „Abbrechen“.
Verwandte Themen
Tonhöhe bearbeiten
Tonhöhen per Makro bearbeiten
Zeitraster wählen
Melodyne editor Handbuch
81
Audionoten selektieren und kopieren
Noten auswählen
In dieser Tour erfahren Sie, mit welchen Techniken Sie Noten in Melodyne editor
auswählen können, um sie dann zu bearbeiten.
Übe rblick
Verwenden Sie Standard-Selektionstechniken wie Anklicken, Anklicken mit
[Shift] sowie das „Gummiband“ zur Selektion und Deselektion von Noten
Halten Sie [Shift] beim Anklicken einer Note und ziehen Sie dann die Maus,
um Noten mit per Schlangenselektion auszuwählen
Selektieren Sie Noten durch Anklicken oder Ziehen im Tonlineal; ein Doppelklick selektiert dabei die betreffende Note in allen Oktaven, nicht nur der
angeklickten
Verwenden Sie auch im Tonlineal [Shift], um Noten zur Selektion hinzuzufügen oder wieder zu entfernen
Im Bearbeiten-Menü finden Sie den Selektionsbefehl „Alle auswählen“
sowie ein Untermenü mit weiteren Selektionsbefehlen
Standard-Selektionstechniken
Klicken Sie eine Note im Editierbereich an, um sie zu selektieren. Selektierte
Noten werden dunkler eingefärbt.
Klicken Sie weitere Noten mit [Shift] an, um sie zusätzlich zu selektieren.
Das Anklicken einer selektierten Note mit [Shift] nimmt diese wieder aus der
Selektion heraus.
82
Melodyne editor Handbuch
Audionoten selektieren und kopieren
Klicken Sie alternativ auf den Editierhintergrund, halten Sie die Maustaste
gedrückt und ziehen Sie ein „Gummiband“ auf, um die gewünschten Noten zu
selektieren.
Mit [Shift] können Sie an einer anderen Stelle eine weitere Gummiband-Selektion
oder einzelne Noten durch Anklicken zur Selektion hinzufügen (und auch wieder
entfernen).
Schlangenselektion
Wenn Sie [Shift] halten, eine Note anklicken und die Maus dann wegziehen, wird
die „Schlangenselektion“ von Melodyne editor aktiv. Sie können Noten nun durch
Überstreichen mit der „Schlange“ zur Selektion hinzufügen.
Indem Sie die Maus und damit die Schlange wieder zurückbewegen, können Sie
überstrichene Noten wieder aus der Selektion entfernen.
Sobald Sie die Maustaste loslassen, verschwindet die Schlange und lässt Sie mit
der gewünschten Selektion zurück.
Melodyne editor Handbuch
83
Audionoten selektieren und kopieren
Selektion über das Tonlineal
Klicken Sie eine Note im Tonlineal an, um die entsprechenden Tonhöhen zu
selektieren.
Ist der Cycle aktiv, wirkt die Selektion nur auf Noten, die innerhalb des Cycles
liegen.
Sie können mit [Shift] weitere Noten im Tonlineal anklicken, um sie zur Selektion
hinzuzufügen (und auch wieder zu entfernen).
84
Melodyne editor Handbuch
Audionoten selektieren und kopieren
Führen Sie im Tonlineal einen Doppelklick statt einen Einfachklick aus, werden
alle Oktavlagen der betreffenden Note (und nicht nur die Noten in der angeklickten Oktave) ausgewählt.
Klicken und ziehen Sie im Tonlineal, um einen Notenbereich auszuwählen.
Auch bei dieser Selektionstechnik können Sie mit [Shift] weitere Bereiche oder
einzelne Noten zur Selektion hinzunehmen oder aus ihr entfernen. Und auch hier
wirkt die Selektion nur auf Noten innerhalb des Cycles, falls dieser aktiviert ist.
Selektionsbefehle im Menü
Im Menü „Bearbeiten“ finden Sie den Befehl „Alles auswählen“ sowie ein Untermenü „Auswählen Spezial“, mit einigen weiteren Selektionsbefehlen.
Melodyne editor Handbuch
85
Audionoten selektieren und kopieren
Der Befehl „Letzte Auswahl wiederherstellen“ macht den letzten Selektionsschritt
rückgängig und stellt dadurch die Selektion wieder her, die vor diesem letzten
Schritt bestand. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn Sie beim Erstellen
einer komplizierten Selektion mal danebenklicken und alle Noten versehentlich
deselektieren. Indem Sie nun diesen Befehl aufrufen, machen Sie das Deselektieren rückgängig und stellen Ihre Selektion wieder her.
„Notenauswahl umkehren“ deselektiert alle selektierten Noten und selektiert alle
nicht selektierten. Ähnlich selbsterklärend funktionieren die folgenden Befehle,
die ausgehend von einer Selektion alle nachfolgenden Noten, alle gleichen Noten,
alle gleichen Noten in allen Oktaven und so weiter selektieren. Der Befehl “Quintverwandte Noten auswählen” wählt die Quinten über und unter den selektierten
Noten in allen Oktaven aus. Alle Selektionsbefehle in der zweiten Unterteilung
des Menüs wirken nur auf den Cycle-Bereich, falls der Cycle aktiviert ist.
Der letzte Befehl „Verdeckte Noten rotieren und auswählen“ soll Ihnen in solchen
Fällen helfen, wenn Noten sich überlappen oder komplett übereinander liegen. Er
schaltet die Darstellung von Schicht zu Schicht um und selektiert die betreffenden Noten, sodass Sie diese sehen und anfassen können.
Verwandte Themen
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Tonhöhen per Makro bearbeiten
Noten kopieren
86
Melodyne editor Handbuch
Audionoten selektieren und kopieren
Noten kopieren
In dieser Tour erfahren Sie, wie die Befehle für das Kopieren und Einsetzen von
Noten in Melodyne editor genutzt werden.
Das Einsetzen kopierter Noten unterscheidet zwischen einem Einfügen und
einem Ersetzen, je nachdem, ob nach dem Kopieren andere Noten selektiert
werden oder nicht
Beim Einfügen mit aktivem Taktraster werden die Noten beginnend auf der Viertelnote eingesetzt, die der Positionslinie am nächsten ist; ein eventueller Versatz
zur Viertelnote bleibt ebenso erhalten wie die Länge der kopierten Noten
Ü be r blick
Beim Einfügen mit deaktiviertem Taktraster oder aktivem Sekundenraster
werden die Noten exakt beginnend an der Positionslinie eingesetzt, ihre
Länge bleibt erhalten
Beim Ersetzen wird zwischen zusammenhängenden Noten (i. d. R. bei
einstimmigem Material) und nicht zusammenhängenden Noten (i. d. R. bei
mehrstimmigem Material) unterschieden, in jedem Fall werden die selektierten „Zielnoten“ gelöscht
Bestehen sowohl Quell- als auch Zielselektion aus zusammenhängenden Noten, dann wird die Quellselektion beim Einsetzen so gedehnt oder
gestaucht, dass ihre Länge der ersetzten Zielselektion entspricht. Muss zu
stark gestaucht oder gedehnt werden, ist ein Einsetzen nicht möglich und
der Befehl erscheint ausgegraut. Dies gilt auch dann, wenn die Zielselektion
eine Mehrfachselektion mit zeitlicher Unterbrechung ist
Bei nicht zusammenhängenden Noten wird die Zielselektion gelöscht; ist
das Raster beim Einsetzen aus oder auf Sekunden eingestellt, so wird die
Quellselektion exakt an der Positionslinie eingesetzt und behält ihre Länge
bei. Ist das Taktraster aktiv, werden die Zählzeiten der kopierten Noten um
das eingestellte Raster verschoben und passen ihre Länge an
Eine Note einfügen
Beginnen wir mit dem Kopieren einer einzelnen Note: Selektieren Sie eine Note
und wählen Sie „Kopieren“ aus dem Bearbeiten-Menü oder dem Kontextmenü.
Melodyne editor Handbuch
87
Audionoten selektieren und kopieren
Setzen Sie dann die Positionslinie durch Klicken/Ziehen im Taktlineal an die
gewünschte Zielposition.
Wählen Sie „Einsetzen“ aus dem Bearbeiten-Menü oder dem Kontextmenü. Bei
aktivem Zeitraster wird die Note an der Viertelnote eingesetzt, die der Positionslinie am nächsten ist. Besitzt die Note einen Versatz zur Viertelnote, wird dieser
beim Einsetzen beibehalten. Die Länge der eingesetzten Note bleibt gleich.
Ist das Zeitraster aber deaktiviert oder auf Sekunden gestellt, landet der Notenbeginn beim Einsetzen exakt dort, wo Sie die Positionslinie platziert haben. Wieder
bleibt die Länge der Note unverändert.
Eine Note ersetzen
Wenn Sie nach dem Kopieren einer Note zunächst eine andere Note auswählen
und dann den Einsetzen-Befehl ausführen, wird die ausgewählte Note ersetzt. Bei
zusammenhängenden Noten in einstimmigem Material wird die eingesetzte Note
dabei so gedehnt oder gestaucht, dass ihre Länge der Zielnote entspricht. Ihre
ursprüngliche Tonhöhe behält die eingesetzte Note jedoch bei. Wird also diese
Note hier kopiert, dann eine andere Note selektiert ...
88
Melodyne editor Handbuch
Audionoten selektieren und kopieren
... und schließlich der Einsetzen-Befehl aufgerufen, so verschwindet die selektierte Note. Die kopierte Note landet an ihrer Stelle und übernimmt ihre Länge,
behält aber ihre ursprüngliche Tonhöhe bei. Selbstverständlich können Sie die
Note manuell auf die Tonhöhe der ersetzten Note schieben, falls Sie auch diese
Tonhöhe und nicht nur Position und Länge übernehmen wollen. Bei diesem Ersetzen einer Note ist die Einstellung für das Zeitraster unerheblich.
Mehrere Noten kopieren und einsetzen
Werden mehrere Noten kopiert und eingesetzt, so kann es folgende Fälle und folgendes Verhalten geben. Ausgangspunkt sind diese beiden Noten, die wir kopiert
haben:
Wurden vor dem Einsetzen keine anderen Noten selektiert und ist das Zeitraster
aktiviert, dann werden beide Noten (wie oben für die einzelne Note beschrieben)
beginnend bei der Viertelnoten-Rasterlinie eingesetzt, die der Positionslinie am
Melodyne editor Handbuch
89
Audionoten selektieren und kopieren
nächsten ist. Die Länge der eingesetzten Noten bleibt gleich. Ein bestehender
Versatz zur Viertelnote bleibt erhalten. Das Ergebnis sähe also so aus:
Ist das Zeitraster nicht aktiviert oder auf Sekunden gestellt, werden die Noten
exakt an der Positionslinie eingesetzt. Wieder bleibt ihre Länge gleich:
Wurde vor dem Einsetzen eine andere Note selektiert, dann wird diese durch das
Einsetzen gelöscht. Die eigesetzten Noten werden so gedehnt oder gestaucht,
dass sie der Dauer der gelöschten Note entsprechen. Wiederum wird die ursprüngliche Tonhöhe der eingesetzten Noten beibehalten.
90
Melodyne editor Handbuch
Audionoten selektieren und kopieren
Wurden vor dem Einsetzen mehrere zusammenhängende Noten selektiert, dann
werden diese analog zum obigen Verhalten gelöscht und die eingesetzten Noten
nehmen ihren Platz ein. Sind beispielsweise diese Noten selektiert:
... dann sieht das Ergebnis des Einsetzens so aus:
Verwandte Themen
Noten auswählen
Zeitraster wählen
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Melodyne editor Handbuch
91
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Tonhöhen per Makro bearbeiten
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit dem Tonhöhenmakro schnell und bequem
Intonationsschwächen und -schwankungen von Noten korrigieren.
Übe rblick
Das Makro wirkt auf selektierte Noten; sind keine Noten selektiert, wirkt es
auf alle Noten
Wählen Sie bei laufender Wiedergabe und unabhängig voneinander die Korrekturintensität von Tonhöhenschwerpunkt und -drift
Schließen Sie auf Wunsch auch manuell veränderte Noten in die Makrobearbeitung mit ein
Bestätigen Sie die Makrobearbeitung mit „OK“ oder verwerfen Sie sie mit
„Abbrechen“
Verwenden Sie gegebenenfalls die Widerrufen-Funktion, um eine Makrobearbeitung rückgängig zu machen
Bedienschritte
Selektieren Sie die gewünschten Noten für die Bearbeitung. Wenn keine Note
selektiert ist, bezieht sich die Bearbeitung mit dem Makro auf alle Noten.
Öffnen Sie das Tonhöhenkorrekturmakro durch einen Klick auf den Taster „Tonhöhenkorrektur“ auf der Bedienoberfläche.
Mit dem oberen Regler im Makro-Fenster können Sie nun die Tonhöhe der Noten
von 0 % (keine Beeinflussung) bis 100 % (Noten landen exakt auf dem nächsten
Halbton) korrigieren. Doch Vorsicht: Noten enthalten oft einen leichten Tonhöhenverlauf, aus dem Melodyne editor nach Kräften eine gemittelte Tonhöhe für die
gesamte Note berechnet. Dieser sogenannte Tonhöhenschwerpunkt ist die Basis
für die Korrektur. Besitzt eine Note eine leicht schwankende Tonhöhe, ist also
nicht gewährleistet, dass die 100-%-Korrektur auf den nächsten Halbton wirklich
zu einer völlig „richtigen“ Tonhöhe führt – zumal eine solche sich immer aus dem
musikalischen Kontext ergibt und nicht absolut ist. Vertrauen Sie also bitte bei
Tonhöhenbearbeitungen vor allem Ihren Ohren und nicht darauf, dass die Note
optisch auf der vermeintlich richtigen Tonhöhe liegt.
92
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Die Korrektur des Tonhöhenschwerpunkts, die im Makro automatisch ausgeführt
wird, entspricht der Tonhöhenbearbeitung, die Sie mit dem Tonhöhenwerkzeug
manuell ausführen können.
Indem Sie den unteren Regler auf einen Wert größer 0 % ziehen, reduzieren Sie
zunehmend die Tonhöhendrift der Noten. Die Drift ist eine langsame Schwankung
der Tonhöhe, wie sie durch eine unsichere Intonation entsteht; der Parameter,
der hier bearbeitet wird, ist der gleiche, der auch mit dem Tonhöhendriftwerkzeug
bearbeitet werden kann. Die schnelleren Schwankungen der Tonhöhe (Tonhöhenmodulation bzw. Vibrato) werden durch diesen Parameter nicht beeinflusst.
Sie können beide Korrekturparameter bei laufender Wiedergabe und Mithörkontrolle justieren und dabei auch sehen, wie das Makro die einzelnen Noten im
Editierbereich verändert.
Wenn Sie Noten bereits manuell fein gestimmt haben und dann das Makro
aufrufen, gehen wir davon aus, dass Sie die manuellen Korrekturen mit Absicht
Melodyne editor Handbuch
93
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
und Erfolg durchgeführt haben, diese Korrekturen behalten und lediglich weitere
Noten mit dem Makro korrigieren wollen. Manuell gestimmte Noten werden darum
standardmäßig nicht durch das Makro beeinflusst. Setzen Sie das Häkchen bei
„Auch manuell veränderte Noten bearbeiten“, wenn Sie auch diese Noten mit
dem Makro bearbeiten wollen. Diese Option ist nur dann verfügbar, wenn Noten
von Hand fein gestimmt wurden und erscheint andernfalls ausgegraut.
Schließen Sie das Makro mit „OK“, um Ihre Bearbeitung zu übernehmen oder mit
„Abbrechen“, um sie zu verwerfen. Selbstverständlich können Sie auch nach dem
Verwenden des Makros die Noten jederzeit von Hand stimmen.
Wenn Sie eine bereits mit dem Makro bearbeitete Note selektieren und das Makro
erneut öffnen, dann werden die letzten Einstellungen für diese Note angezeigt
– das Makro „merkt“ sich also die Korrekturwerte für jede bearbeitete Note. Bearbeiten Sie mehrere Noten mit unterschiedlichen Korrekturwerten erneut mit dem
Makro, zeigt es einen Mittelwert für die Korrekturwerte der Noten an.
Sie können nach dem Bestätigen mit „OK“ die Widerrufen-Funktion verwenden,
um die Makrobearbeitung rückgängig zu machen.
Verwandte Themen
Noten auswählen
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen
Tonhöhe bearbeiten
94
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Timing per Makro bearbeiten
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit dem Zeitkorrekturmakro arbeiten, um
schnell und bequem das Timing von Noten zu korrigieren.
Übe rblick
Das Makros wirkt auf selektierte Noten; sind keine Noten selektiert, wirkt es
auf alle Noten
Wählen Sie bei laufender Wiedergabe die Groove-Referenz und die Intensität
der Zeitkorrektur
Schließen Sie auf Wunsch auch manuell veränderte Noten in die Makrobearbeitung mit ein
Bestätigen Sie die Makrobearbeitung mit „OK“ oder verwerfen Sie sie mit
„Abbrechen“
Verwenden Sie gegebenenfalls die Widerrufen-Funktion, um eine Makrobearbeitung rückgängig zu machen
Timingkorrektur: Über das Was und das Wohin
Bevor wir die Bedienung des Zeitkorrekturmakros betrachten können, müssen
einige Grundbegriffe und -zusammenhänge geklärt werden. Um diese besser
verstehen zu können, wählen wir zunächst das Zeitwerkzeug aus.
Bei aktivem Zeitwerkzeug werden vorne an den Noten die Positionsanker als vertikale rote Striche sichtbar.
Melodyne editor Handbuch
95
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Aktivieren Sie dann die Option „Gemeinte Noten anzeigen“ im Darstellungsmenü.
Um die Noten herum erscheinen graue Rähmchen.
Bei der Erkennung ermittelt Melodyne editor für jede Note zwei Parameter, die bei
der Zeitkorrektur relevant sind. Da wäre der Startpunkt einer Note, der durch den
Positionsanker repräsentiert wird. Dieser Startpunkt muss nicht notwendigerweise
der sichtbare Beginn einer Note sein. Denken Sie beispielsweise an ein Blasinstrument, wo dem eigentlichen Ton ein Anblasgeräusch vorhergeht. Zwar gehört
auch dieses Anblasgeräusch zur Note, aber relevant für die zeitliche Platzierung
ist der Moment, in dem sich der Ton hörbar entfaltet – dies ist der timingkritische
Moment, und dort platziert Melodyne editor den Positionsanker.
Der zweite Parameter, den Melodyne editor für jede Note ermittelt, ist die zugeordnete musikalische Zählzeit. Sie wird durch den Beginn des grauen Rähmchens
visualisiert. Wie Sie sehen können, liegt der Beginn der Rähmchen immer exakt
auf einer Zählzeit des Rasters. Wenn Sie nun Noten zum Beispiel durch Doppelklick mit dem Zeitwerkzeug quantisieren, dann werden ihre Startpunkte – ihre
Anker – auf den Beginn ihrer grauen Rähmchen gesetzt. Dies ist das Grundprinzip
der Zeitquantisierung in Melodyne editor.
Verwenden des Zeitkorrekturmakros
Selektieren Sie die gewünschten Noten für die Bearbeitung. Wenn keine Note
selektiert ist, bezieht sich die Bearbeitung mit dem Makro auf alle Noten.
96
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Öffnen Sie das Zeitkorrekturmakro durch einen Klick auf den Taster „Zeitkorrektur“ auf der Bedienoberfläche.
Wählen Sie zunächst die Groove-Referenz für die Zeitkorrektur der Noten.
„Keine“ Groove-Referenz bedeutet, dass der Startpunkt einer Note wie beschrieben auf den Beginn ihres grauen Rähmchens quantisiert wird. Es liegt immer
exakt auf der Zählzeitlinie des Rasters, die Melodyne editor der Note bei der Erkennung als musikalische Zählzeit zugeordnet hat. (Das funktioniert in der Regel
sehr gut, es kann aber durchaus sein, dass Melodyne editor dabei auch mal falsch
liegt und Sie eine Note nach der Quantisierung um eine Zählzeit nach vorne oder
hinten schieben müssen.) Wenn Sie „Keine“ Groove-Referenz auswählen, bedeutet dies also, dass Sie die Noten auf die Zählzeiten quantisieren, die Melodyne
editor nach der Erkennung als die richtigen ansieht.
Selbstverständlich steht es Ihnen frei, mit den benachbarten Tastern ein anderes
Zielraster für die Quantisierung auszuwählen. Indem Sie beispielsweise „1/4“
auswählen, werden die grauen Rähmchen auf die nächsten Viertel-Zählzeiten des
Rasters verschoben und die Noten werden entsprechend dorthin quantisiert.
Melodyne editor Handbuch
97
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Die Intensität der Quantisierung bestimmen Sie mit dem Regler „Zeitkorrektur“.
0 % entspricht keiner Bearbeitung, 100 % der vollen Quantisierung auf die jeweilige Zählzeit. Sie können beide Parameter bei laufender Wiedergabe und Mithörkontrolle einstellen und dabei auch sehen, wie das Makro die einzelnen Noten im
Editierbereich verändert.
Beachten Sie, dass das Zeitkorrekturmakro anders und musikalischer arbeitet als die typische Quantisierung in einem MIDI-Sequencer. Es schiebt nicht
einfach alle Noten auf das gewählte Raster, sondern bearbeitet die rhythmischen
Schwerpunkte der selektierten Noten. Wenn Sie beispielsweise eine Passage,
die Sechzehntelnotenfolgen enthält, auf Viertelnoten quantisieren, dann wird der
Beginn der Sechzehntelnotenfolgen auf die nächste Viertelnote verschoben. Das
Timing der Sechzehntelnoten in den Folgen bleibt aber erhalten. Um es ebenfalls
zu begradigen, könnten Sie die Passage in einem zweiten Durchgang auf Sechzehntelnoten quantisieren.
Experimentieren Sie mit dieser Möglichkeit und verlassen Sie sich bei der
Timingkorrektur vor allem auf Ihr Gehör und nicht auf eine theoretisch richtige
Einstellung. Erstens ist es musikalisch nicht immer sinnvoll und erwünscht, alle
Noten exakt auf das Raster zu quantisieren, da dies leblos klingen kann. Zweitens
kann Melodyne editor sowohl bei der Platzierung der Positionsanker in den Noten
als auch bei der Ermittlung der „richtigen“ gemeinten Position mal daneben
liegen, was zu unerwünschten Quantisierungsergebnissen führen kann. Betrachten
Sie die Quantisierungsergebnisse also bitte nicht als absolute Wahrheit, sondern
vielmehr als einen Vorschlag und scheuen Sie sich nicht, Noten danach manuell
zu verschieben – bis es gut und richtig klingt.
Die Zeitkorrektur, die im Makro automatisch ausgeführt wird, entspricht der Bearbeitung, die Sie mit dem Zeitwerkzeug manuell ausführen können.
Wenn Sie Noten bereits manuell verschoben haben und dann das Makro aufrufen,
gehen wir davon aus, dass Sie die manuellen Korrekturen mit Absicht und Erfolg
durchgeführt haben, diese Korrekturen behalten und lediglich weitere Noten mit
dem Makro korrigieren wollen. Manuell verschobene Noten werden darum standardmäßig nicht durch das Makro beeinflusst. Setzen Sie das Häkchen bei „Auch
manuell veränderte Noten bearbeiten“, wenn Sie auch diese Noten mit dem Makro bearbeiten wollen. Diese Option ist nur dann verfügbar, wenn Noten von Hand
verschoben wurden und erscheint andernfalls ausgegraut.
98
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Schließen Sie das Makro mit „OK“, um Ihre Bearbeitung zu übernehmen oder mit
„Abbrechen“, um sie zu verwerfen. Selbstverständlich können Sie auch nach dem
Verwenden des Makros die Noten jederzeit von Hand verschieben.
Wenn Sie eine bereits mit dem Makro bearbeitete Note selektieren und das Makro
erneut öffnen, dann werden die letzten Einstellungen für diese Note angezeigt
– das Makro „merkt“ sich also die Korrekturwerte für jede bearbeitete Note. Bearbeiten Sie mehrere Noten mit unterschiedlichen Korrekturwerten erneut mit dem
Makro, zeigt es einen Mittelwert für die Korrekturwerte der Noten an.
Sie können nach dem Bestätigen mit „OK“ die Widerrufen-Funktion verwenden,
um die Makrobearbeitung rückgängig zu machen.
Ein Hinweis zur zeitlichen Quantisierung (Doppelklick mit dem Timingwerkzeug
oder Makro): Bei mehrstimmigem Material gibt es außer Ankern mit einem kleinen
Dreieck oben auch solche ohne Dreieck. Noten mit einem solchen Marker stehen
in zeitlicher Beziehung zu einer anderen Note mit Dreieck-Marker und werden
deswegen bei der Quantisierung anders behandelt. Schlagen Sie auf dem Klavier
etwa ein C und gleich darauf ein E an, so kann das C auch AnschlagsgeräuschAnteile des E enthalten. Das C erhält hier einen Marker mit Dreieck, das E einen
ohne. Würden diese beiden Noten beim Quantisieren ohne Not gegeneinader
verschoben, wäre das nicht unbedingt musikalisch sinnvoll und könnte zudem
klangliche Artefakte produzieren. Darum gelten folgende Regeln: Haben Sie beim
Quantisieren beide Noten selektiert, so folgt die Note ohne Dreieck auf dem Marker der Note mit Dreieck auf dem Marker um den gleichen Betrag. Es gibt hier sozusagen ein Master/Slave-Verhältnis. Haben Sie nur die Note mit Dreieck-Marker
selektiert, wird auch nur diese quantisiert. Haben Sie nur die Note ohne DreieckMarker selektiert, findet keine Quantisierung statt. Entsprechendes gilt für eine
Mehrfachselektion von Noten. Selbstverständlich können Sie alle Noten beliebig
manuell verschieben, falls Sie mit ihrem Zusammenklang nicht zufrieden sind.
Verwandte Themen
Noten auswählen
Zeitraster wählen
Timing bearbeiten
Melodyne editor Handbuch
99
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
In dieser Tour lernen Sie das Hauptwerkzeug von Melodyne editor kennen.
Wie die meisten anderen Werkzeuge ist das Hauptwerkzeug kontextsensitiv und
hat in Abhängigkeit seiner Positionierung an der Note unterschiedliche Funktionen. Das Hauptwerkzeug doppelt lediglich Funktionen, die auch bei den detaillierteren Werkzeugen zu finden sind. Diese sind im Hauptwerkzeug so kombiniert,
dass Sie die wichtigsten Bearbeitungen ohne Werkzeugwechsel ausführen können.
Ü be r blick
Positioniert man das Hauptwerkzeug im mittleren Bereich einer Note, kann
man sie horizontal oder vertikal verschieben
Drückt man beim Verschieben [Alt], wird das Zeit- bzw. Tonhöhenraster
vorübergehend deaktiviert
Zieht man die Note vorne oder hinten, verschiebt man nur ihren Beginn bzw.
ihr Ende
Positioniert man das Hauptwerkzeug im oberen Bereich der Note, kann man
durch Doppelklick Notentrennungen setzen bzw. entfernen und vorhandene
Notentrennungen verschieben
Der Zusammenhang zwischen Noten kann durch zwischenzeitliches Weiterweg-Schieben einer der Noten „zerrissen“ werden
Tonhöhe und Position ändern
Wählen Sie das Hauptwerkzeug im Werkzeugkasten aus. Sie finden diesen auf der
Bedienoberfläche oder im Kontextmenü des Editierbereichs. Rechts neben dem
Hauptwerkzeug sehen Sie, von links nach rechts, das Tonhöhen-, das Formant-,
das Amplituden-, das Zeit- und das Notentrennwerkzeug.
Klicken Sie mit dem Hauptwerkzeug auf den mittleren Bereich einer Note, halten
Sie die Maustaste gedrückt und verschieben Sie die Note vertikal, um ihre Tonhöhe zu ändern oder horizontal, um ihre Position zu ändern. Die erste Richtung Ihrer
Bewegung entscheidet, ob die Note horizontal oder vertikal bewegt werden kann.
Um die Richtung zu ändern, müssen Sie die Note kurz absetzen. Halten Sie beim
100
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Verschieben [Alt] gedrückt, um eine aktives Tonhöhen- oder Zeitraster temporär zu
ignorieren, die Note also fein zu verschieben.
Während Sie eine Note in der Tonhöhe verschieben, hören Sie den „eingefrorenen“ Klang, den die Note an der angeklickten Stelle hat. Sie können während des
Verschiebens die Maus nach links/rechts bewegen, um jeweils einen anderen Teil
der Note akustisch “unter die Lupe” zu nehmen.
Länge ändern
Aktivieren Sie im Menü „Darstellung“ nun die Option „Blob-Info anzeigen“.
Zoomen Sie dann so in die Darstellung hinein, dass Sie ein paar einzelne Noten
groß sehen können. Wenn Sie die Maus nun über eine Note bewegen, erscheinen
darin dünne Striche, um die Zonen anzuzeigen, in denen das Hauptwerkzeug eine
unterschiedliche Funktion hat. Die Striche sind in der Abbildung verstärkt dargestellt; den Bereich in der Mitte haben Sie bereits kennengelernt. Davon zu unterscheiden sind der vordere, der hintere sowie der obere Teil der Note. Je nachdem,
welchen dieser Bereiche Sie mit der Maus überstreichen, ändert der Mauspfeil
sein Aussehen und verwandelt sich in das Symbol des dort wirksamen Werkzeugs.
Fassen Sie nun den vorderen Teil den Note an und verschieben Sie ihn horizontal.
Halten Sie dabei [Alt] gedrückt, wenn das Zeitraster zu weit ist, um feinfühlige
Verschiebungen zu erlauben. Sie können nun den Beginn der Note nach vorne
oder hinten schieben, ohne ihr Ende zu bewegen, dabei wird die Note gedehnt
beziehungsweise gestaucht.
Melodyne editor Handbuch
101
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Entsprechend können Sie den hinteren Teil der Note ziehen.
Sie werden beim Verschieben von Notenbeginn- oder -ende immer wieder feststellen, dass eine angrenzende Note gedehnt oder gestaucht wird, um der veränderten
Note Platz zu machen. Dies ist immer dann der Fall, wenn ein Tonhöhenübergang
zwischen den beiden Noten erkannt wurde.
Sie können den Tonhöhenübergang und damit den Zusammenhang der Noten mit
dem Tonhöhenwerkzeug ausschalten oder einfach eine der beiden Noten zwischenzeitlich an eine andere Position ziehen, um die beiden Noten „auseinanderzureißen“. Sie können sehen, dass die „Rissstellen“ danach mit einer Klammer
dargestellt werden – sie ist das Zeichen dafür, dass keine Verbindung zu einer
anderen Note besteht. Sie können „ausgerissene“ (oder kopierte) Noten übrigens
auch bei einstimmigem Material übereinander schieben und so eine Mehrstimmigkeit erzeugen.
102
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Notentrennung bearbeiten
Wenn Sie den Mauszeiger im oberen Bereich der Note (über der horizontalen
Linie) positionieren, verwandelt sich das Hauptwerkzeug in das Notentrennwerkzeug. Durch einen Doppelklick können Sie nun eine Notentrennung setzen, also
die Note zerschneiden.
Wundern Sie sich nicht, wenn die beiden Noten beim Zerschneiden auf neue
Tonhöhen rutschen: Für jede der beiden neuen Noten wird nach dem Schnitt ein
neuer Tonhöhenschwerpunkt ermittelt, der sich vom dem der alten Note unterscheiden kann. Entsprechend rutschen die Noten auf neue vertikale Positionen.
Eine vorhandene Notentrennung können Sie mit dem Notentrennwerkzeug horizontal verschieben.
Ein Doppelklick auf eine Notentrennung entfernt diese wieder.
Verwandte Themen
Noten auswählen
Zeitraster wählen
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen
Tonhöhe bearbeiten
Tonhöhenmodulation und -drift bearbeiten
Timing bearbeiten
Notentrennungen bearbeiten
Noten kopieren
Melodyne editor Handbuch
103
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Tonhöhe bearbeiten
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit dem Tonhöhenwerkzeug von Melodyne
editor arbeiten.
Schieben Sie Noten mit dem Tonhöhenwerkzeug vertikal auf andere Tonhöhen
Das Verschieben erfolgt am Halbton- oder Skalenraster falls aktiviert; halten
Sie [Alt], um das Raster temporär außer Kraft zu setzen
Übe rblick
Drücken und halten Sie während des Verschiebens [Befehl], um vom SoloMithören zum Kontext-Mithören umzuschalten
Doppelklicken Sie Noten mit dem Tonhöhenwerkzeug, um sie auf den nächsten Halbton zu quantisieren
Ziehen Sie mit dem Tonhöhenwerkzeug vertikal am Ende einer Note, um den
Tonhöhenübergang zur nächsten Note zu regeln (falls ein Tonhöhenübergang
zur nächsten Note existiert)
Doppelklicken Sie das Ende einer Note mit dem Tonhöhenübergangswerkzeug, um den Tonhöhenübergang zur nächsten Note auszuschalten bzw.
wieder einzuschalten
Verwenden Sie die „Zurücksetzen“-Befehle aus dem Bearbeiten-Menü, um
verschiedene Tonhöhenparameter der Noten wieder auf ihre Ursprungswerte zurückzusetzen; diese Befehle arbeiten unabhängig von der normalen
Widerrufen-Funktion
Das Tonhöhenwerkzeug
Wählen Sie das Tonhöhenwerkzeug durch Anklicken im Werkzeugkasten über dem
Editierbereich oder im Kontextmenü des Editierbereichs aus.
Fassen Sie nun eine Note an und verschieben Sie sie vertikal, um ihre Tonhöhe
zu ändern. Die Note kann auch Teil einer Mehrfachselektion von Noten sein, in
diesem Fall werden alle selektierten Noten in der Tonhöhe verschoben.
104
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Je nachdem, ob für die Tonhöhe „Kein Raster“, „Halbtonraster“ oder „Skalenraster“ ausgewählt ist, können die Noten frei bewegt werden oder rasten auf den
Halbtönen bzw. Tönen der gewählten Skala ein.
Halten Sie [Alt], um das gewählte Raster temporär zu ignorieren und die Note frei
zu verschieben.
Mithören
Während Sie eine Note in der Tonhöhe verschieben, hören Sie den „eingefrorenen“ Klang, den die Note an der angeklickten Stelle hat. Sie können während des
Verschiebens die Maus nach links/rechts bewegen, um jeweils einen anderen Teil
der Note akustisch “unter die Lupe” zu nehmen.
Wenn Sie mit mehrstimmigem Material arbeiten und einen Ton innerhalb eines
Akkordes in der Tonhöhe ändern wollen, werden Sie aber nicht nur diesen Ton,
sondern auch seinen harmonischen Kontext – den resultierenden Akkord – hören
wollen. Um das zu erreichen, drücken und halten Sie [Befehl], nachdem Sie mit
dem Verschieben der Note begonnen haben. Nun hören Sie den eingefrorenen
Klang aller Noten an der betreffenden Stelle.
Der Inspektor
Statt die selektierten Noten mit dem Werkzeug zu bearbeiten, können Sie den
gewünschten Wert auch im Inspektor unter dem Werkzeugkasten eingeben. Ziehen
Sie den vorhandenen Wert um ihn zu ändern oder doppelklicken Sie das Feld und
tippen Sie einen Wert ein.
Melodyne editor Handbuch
105
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Beim Tonhöhenwerkzeug können Sie im linken Feld die Tonhöhe in Halbtönen und
im rechten Feld in Cent einstellen. Haben Sie mehrere Noten mit unterschiedlichen Tonhöhen selektiert, zeigen die Felder drei Striche und beim Ziehen des
Werts die relative Änderung an.
Beim Eintippen in das Halbtonfeld können Sie entweder absolute Werte (C3, D4
etc.) oder relative Werte (+2, -1, etc.) verwenden.
Tonhöhe auf Halbton quantisieren
Eine zu hoch oder zu tief intonierte Note erkennen Sie daran, dass sie einen vertikalen Versatz zur Halbtonzeile des Editierhintergrunds bzw. des Tonlineals hat.
Indem Sie eine solche Note oder eine Mehrfachselektion mit dem Tonhöhenwerkzeug doppelklicken, zwingen Sie die Noten exakt auf die nächsten Halbtonzeilen.
Doch Vorsicht: Noten enthalten oft einen leichten Tonhöhenverlauf, aus dem
Melodyne editor nach Kräften eine gemittelte Tonhöhe für die gesamte Note berechnet. Dieser sogenannte Tonhöhenschwerpunkt ist die Basis für die Korrektur.
Besitzt eine Note eine leicht schwankende Tonhöhe, ist also nicht gewährleistet,
dass die 100-%-Korrektur auf den nächsten Halbton wirklich zu einer völlig
richtigen Tonhöhe führt – zumal eine solche sich immer aus dem musikalischen
Kontext ergibt und nicht absolut ist. Vertrauen Sie also bitte bei Tonhöhenbearbeitungen vor allem Ihren Ohren und nicht darauf, dass die Note optisch auf der
vermeintlich richtigen Tonhöhe liegt.
Tonhöhenübergänge
Wenn Noten aufeinander folgen und die Erkennung eine tonale Verbindung
zwischen ihnen festgestellt hat, ist die Tonhöhenkurve zwischen diesen Noten
durchgezeichnet und im Bereich zwischen ihnen ist eine dickere orangene Linie
zu sehen, die den Tonhöhenübergang repräsentiert.
106
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Wenn Sie das Tonhöhenwerkzeug über dem hinteren Bereich einer Note positionieren, klicken und vertikal ziehen, können Sie den Tonhöhenübergang steiler
oder flacher regeln.
Durch einen Doppelklick mit dem Tonhöhenwerkzeug auf das Ende einer Note
schalten Sie den Tonhöhenübergang und damit die Verbindung zur folgenden
Note aus; die orangene Linie verschwindet. Ein erneuter Doppelklick schalten den
Übergang zur nächsten Note wieder ein.
Zurücksetzen-Befehle
Über das Untermenü „Bearbeitungen zurücksetzen“ des Bearbeiten-Menüs
erreichen Sie einige Befehle, mit denen Sie verschiedene Tonhöhenbearbeitungen
rückgängig machen und die Noten dadurch wieder auf ihren Ursprungszustand zurücksetzen können. Diese Befehle beziehen sich immer auf die aktuelle Selektion
und erscheinen ausgegraut, falls bei den selektierten Noten keine entsprechende
Bearbeitung vorgenommen wurde, die zurückgesetzt werden könnte. Beachten
Sie, dass dieses Zurücksetzen völlig unabhängig von der normalen „Widerrufen“Funktion arbeitet!
Melodyne editor Handbuch
107
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Verwandte Themen
Noten auswählen
Tonhöhenraster, Skala und Referenzton wählen
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Tonhöhenmodulation und -drift bearbeiten
Tonhöhen per Makro bearbeiten
Formanten verschieben
Notentrennungen bearbeiten
Noten kopieren
108
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Tonhöhenmodulation und -drift
bearbeiten
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie die beiden Unterwerkzeuge des Tonhöhenwerkzeug für das Bearbeiten von Tonhöhenmodulation und Tonhöhendrift einsetzen.
Tonhöhenmodulationen sind schnelle und meist beabsichtigte Änderungen der
Tonhöhe, etwa Triller oder Vibrato. Als Tonhöhendrift bezeichnen wir langsame
Schwankungen der Tonhöhe, die meist unbeabsichtigt sind und durch eine unsichere Intonation entstehen.
Ü be r blick
Wählen Sie das entsprechende Tonhöhenunterwerkzeug aus, um Modulation
bzw. Drift zu bearbeiten
Indem Sie auf einer Note mit dem Werkzeug nach oben ziehen, können Sie
Modulation oder Drift verstärken
Indem Sie auf einer Note mit dem Werkzeug weit genug nach unten ziehen,
können Sie Modulation oder Drift auf Null reduzieren oder sogar umkehren
Doppelklick auf eine Note setzt sie auf den Originalwert von Modulation bzw.
Drift (falls dieser geändert wurde) und andernfalls auf Null, dann wieder auf
den Originalwert und so weiter
Im Bearbeiten-Menü gibt es „Zurücksetzen“-Befehle, mit denen Sie jederzeit
zu den Originalwerten zurückkehren können
Die Werkzeuge
Wählen Sie im Werkzeugkasten oder im Kontextmenü des Editierbereichs das
Tonhöhenmodulations- bzw. das Tonhöhendriftwerkzeug aus. Das Modulationswerkzeug ist das obere, das Driftwerkzeug das untere Werkzeug.
Klicken Sie eine Note mit dem Werkzeug an, halten Sie die Maustaste gedrückt
und ziehen Sie die Maus nach oben oder unten. Die bearbeitete Note kann auch
Teil einer Mehrfachselektion von Noten sein, in diesem Fall bearbeiten Sie alle
selektierten Noten simultan. Sie können sehen, wie sich die Tonhöhenkurve
verformt:
Melodyne editor Handbuch
109
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Indem Sie die Maus weit genug nach unten ziehen, können Sie die Modulation
oder die Drift auf Null reduzieren und dann umkehren:
Wenn Sie eine Note mit dem Modulations- oder dem Drift-Werkzeug doppelklicken, setzen Sie Modulation oder Drift zunächst auf den Originalwert (sofern dieser bereits geändert wurde), andernfalls auf Null. Weiteres Doppelklicken schaltet
zwischen Originalwert und Null um. Wenn Sie sowohl Modulation als auch Drift
auf Null setzen, erhalten Sie glatte Tonhöhenverläufe, die an den berüchtigten
„Cher“-Effekt erinnern.
Der Inspektor
Statt die selektierten Noten mit dem Werkzeug zu bearbeiten, können Sie den
gewünschten Wert auch im Inspektor eingeben. Ziehen Sie den vorhandenen Wert
um ihn zu ändern oder doppelklicken Sie das Feld und tippen Sie einen Wert ein.
110
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Bei den Werkzeugen für Modulation und Drift zeigt der Inspektor einen Prozentwert an. 100 % entspricht der Original-Modulation bzw. -Drift, 0 % einer begradigten Kurve und -100 % einer umgekehrten Kurve mit gleichem Hub wie bei der
Originalkurve. Haben Sie mehrere Noten mit unterschiedlichen Werten selektiert,
zeigt das Feld drei Striche und beim Ziehen des Werts die relative Änderung an.
Zurücksetzen-Befehle
Über das Untermenü „Bearbeitungen zurücksetzen“ des Bearbeiten-Menüs
erreichen Sie einige Befehle, mit denen Sie verschiedene Tonhöhenbearbeitungen
rückgängig machen und die Noten dadurch wieder auf ihren Ursprungszustand zurücksetzen können. Diese Befehle beziehen sich immer auf die aktuelle Selektion
und erscheinen ausgegraut, falls bei den selektierten Noten keine entsprechende
Bearbeitung vorgenommen wurde, die zurückgesetzt werden könnte. Beachten
Sie, dass dieses Zurücksetzen völlig unabhängig von der normalen „Widerrufen“Funktion arbeitet!
Verwandte Themen
Noten auswählen
Tonhöhe bearbeiten
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Tonhöhen per Makro bearbeiten
Notentrennungen bearbeiten
Melodyne editor Handbuch
111
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Formanten verschieben
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie die Formanten von Noten verschieben.
Formanten sind Betonungen oder Abschwächungen im Frequenzspektrum eines
Klangs, die unabhängig von der Tonhöhe immer im gleichen Frequenzbereich
bleiben. Sie prägen die „Farbe“ oder das „Timbre“ eines Klangs und können beim
Verschieben für interessante Klangänderungen sorgen, etwa eine Frauenstimme
nach Männerstimme klingen lassen oder umgekehrt. Das Mittransponieren der
Formanten ist auch für den berüchtigten „Micky Maus“-Effekt verantwortlich, der
sich beispielsweise beim zu schnellen Abspielen einer Schallplatte einstellt.
Ü be r blick
Das Verschieben der Formanten ändert den Klang
Bei aktivem Formantwerkzeug sind auf den Noten Balken sichtbar, die nach
oben oder unten verschoben werden können und entsprechend die Formantlage ändern
Zwischen Noten mit unterschiedlicher Formanteinstellung lässt sich der
Formantübergang einstellen
Ein Doppelklick auf eine Note setzt ihre Formantverschiebung auf Null
Formantwerkzeug und Formantbalken
Wählen Sie im Werkzeugkasten oder im Kontextmenü des Editierbereichs das
Formantwerkzeug aus.
Klicken Sie eine Note mit dem Werkzeug an, halten Sie die Maustaste gedrückt
und ziehen Sie die Maus nach oben oder unten. Sie verschieben dadurch die
Balken nach oben oder unten, die bei aktivem Formantwerkzeug auf den Noten
angezeigt werden.
112
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Die Balken repräsentieren die Verschiebung der Formanten gegenüber dem Originalwert nach oben oder unten, wobei die Maßeinheit der Verschiebung Cent sind
(100 Cent = 1 Halbton). Sie können die Formanten um wenige Cent für feinste
Klangänderungen oder um Tausende von Cent für drastische Verfremdungen verschieben – das liegt ganz an Ihnen.
Ein Doppelklick mit dem Formantwerkzeug auf eine oder mehrere selektierte
Noten setzt deren Formanten auf den Originalwert zurück.
Der Inspektor
Statt die selektierten Noten mit dem Werkzeug zu bearbeiten, können Sie den
gewünschten Wert auch im Inspektor eingeben. Ziehen Sie den vorhandenen Wert
um ihn zu ändern oder doppelklicken Sie das Feld und tippen Sie einen Wert ein.
Haben Sie mehrere Noten mit unterschiedlichen Formantverschiebungen selektiert,
zeigt das Feld drei Striche und beim Ziehen des Werts die relative Änderung an.
Melodyne editor Handbuch
113
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Formantübergänge
Bei zwei direkt aufeinander folgenden Noten erscheint zwischen den Formantbalken der Noten eine dicke orangene Linie, sobald Sie die Formanten einer Note
anders einstellen als die der anderen Note. Diese Linie repräsentiert den Formantübergang zwischen den beiden Noten.
Wenn Sie das Formantwerkzeug am Ende der ersten Note platzieren, verwandelt
es sich in das Formantübergangswerkzeug. Ziehen Sie mit diesem vertikal, um die
Neigung der orangenen Linie und damit die Geschwindigkeit des Formantübergangs einzustellen.
Ein Doppelklick mit dem Formantübergangswerkzeug auf das Ende einer Note
schaltet den Formantübergang zur nächsten Note aus, die orangene Linie verschwindet. Ein erneuter Doppelklick schaltet den Übergang wieder ein.
Zurücksetzen-Befehle
Über das Untermenü „Bearbeitungen zurücksetzen“ des Bearbeiten-Menüs
erreichen Sie zwei Befehle, mit denen Sie das Verschieben der Formanten und
114
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
das Ändern der Formantübergänge rückgängig machen und die Noten dadurch
wieder auf ihren Ursprungszustand zurücksetzen können. Diese Befehle beziehen sich immer auf die aktuelle Selektion und erscheinen ausgegraut, falls bei
den selektierten Noten keine entsprechende Bearbeitung vorgenommen wurde,
die zurückgesetzt werden könnte. Beachten Sie, dass dieses Zurücksetzen völlig
unabhängig von der normalen „Widerrufen“-Funktion arbeitet!
Verwandte Themen
Noten auswählen
Tonhöhe bearbeiten
Notentrennungen bearbeiten
Melodyne editor Handbuch
115
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Lautstärke ändern und Noten
stummschalten
Übe rblick
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit dem Amplitudenwerkzeug die Lautstärke
von Noten ändern und Noten stummschalten.
Ziehen Sie Noten mit dem Amplitudenwerkzeug vertikal, um ihre Lautstärke
zu ändern
Halten Sie [Alt], um mit kleinerer Schrittweite und damit feiner zu regeln
Bei aufeinanderfolgenden Noten mit unterschiedlicher Lautstärkeeinstellung
kann der Lautstärkeübergang geregelt werden
Ein Doppelklick mit dem Amplitudenwerkzeug auf Noten schaltet diese
stumm oder hebt die Stummschaltung wieder auf
Lautstärke einstellen
Wählen Sie im Werkzeugkasten oder im Kontextmenü des Editierbereichs das
Amplitudenwerkzeug aus.
Klicken Sie eine Note oder eine Mehrfachselektion von Noten mit dem Werkzeug
an, halten Sie die Maustaste gedrückt und ziehen Sie die Maus nach oben oder
unten. Die Noten werden dicker oder dünner, um ihre neue Lautstärke zu visualisieren.
Die Schrittweite der Lautstärkeregelung beim Ziehen hängt vom vertikalen Zoom
ab. Halten Sie [Alt], um für eine feinere Regelung auf eine kleinere Schrittweite
umzuschalten.
116
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Der Inspektor
Statt die selektierten Noten mit dem Werkzeug zu bearbeiten, können Sie den
gewünschten Wert auch im Inspektor unter dem Werkzeugkasten eingeben. Ziehen
Sie den vorhandenen Wert um ihn zu ändern oder doppelklicken Sie das Feld
und tippen Sie einen Wert ein. Halten Sie beim Ziehen [Alt], um für eine feinere
Regelung auf eine kleinere Schrittweite umzuschalten.
Haben Sie mehrere Noten mit unterschiedlicher Lautstärkebearbeitung selektiert,
zeigt das Feld drei Striche und beim Ziehen des Werts die relative Änderung an.
Lautstärkeübergänge
Haben Sie bei aufeinanderfolgenden Noten die Lautstärke unterschiedlich bearbeitet, erscheint zwischen den beiden Noten eine dicke orangene Linie, die den
Lautstärkeübergang repräsentiert – der Übergang ist durch die unterschiedliche
Einstellung für die beiden Noten entstanden. Wenn Sie das Amplitudenwerkzeug
auf das hintere Ende der ersten Note halten, verwandelt es sich in das Werkzeug
für Amplitudenübergänge. Durch vertikales Ziehen können Sie den Übergang nun
flacher oder steiler machen.
Ein Doppelklick mit dem Werkzeug für Amplitudenübergänge schaltet den Übergang zur nächsten Note aus, die orangene Linie verschwindet. Ein nochmaliger
Doppelklick schaltet den Übergang wieder ein.
Melodyne editor Handbuch
117
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Noten stummschalten/Stummschaltung aufheben
Ein Doppelklick mit dem Amplitudenwerkzeug auf eine oder mehrere selektierte
Noten schaltet diese stumm. Die Noten erscheinen hohl, um diesen Zustand
kenntlich zu machen, können aber immer noch selektiert und bearbeitet werden.
Ein erneuter Doppelklick schaltet die Noten wieder ein.
Zurücksetzen-Befehle
Über das Untermenü „Bearbeitungen zurücksetzen“ des Bearbeiten-Menüs
erreichen Sie drei Befehle, mit denen Sie Änderungen der Lautstärke, Lautstärkeverläufe und das Stummschalten rückgängig machen und die Noten dadurch
wieder auf ihren Ursprungszustand zurücksetzen können. Diese Befehle beziehen
sich immer auf die aktuelle Selektion und erscheinen ausgegraut, falls bei den
selektierten Noten keine entsprechende Bearbeitung vorgenommen wurde, die
zurückgesetzt werden könnte. Beachten Sie, dass dieses Zurücksetzen völlig
unabhängig von der normalen „Widerrufen“-Funktion arbeitet!
Verwandte Themen
Noten auswählen
Timing bearbeiten
Notentrennungen bearbeiten
118
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Timing bearbeiten
Übe rblick
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit dem Zeitwerkzeug die Position und die
Länge von Noten bearbeiten.
Mit dem Zeitwerkzeug kann man ganze Noten oder nur ihren Beginn bzw. ihr
Ende verschieben
Halten von [Alt] ignoriert bei solchen Verschiebungen das Zeitraster
Ein Doppelklick auf eine Note quantisiert diese auf das Raster
Maßgabe dieser Quantisierung sind der Startpunkt der Note (der Anker)
sowie ihre zugeordnete musikalische Zählzeit (das Rähmchen), die beide von
Melodyne editor bei der Erkennung aus dem Material abgeleitet werden
Position und Länge ändern
Wählen Sie im Werkzeugkasten oder im Kontextmenü des Editierbereichs das
Zeitwerkzeug aus.
Fassen Sie eine Note (sie kann auch Teil einer Mehrfachselektion sein) in der
Mitte an und verschieben Sie sie horizontal, um ihre Position zu ändern. Halten
Sie beim Verschieben [Alt], um ein aktives Zeitraster temporär zu ignorieren und
die Note fein zu verschieben.
Wollen Sie nur den Beginn der Note nach vorne oder hinten schieben, ohne ihr
Ende zu bewegen, fassen Sie den vorderen Teil den Note an und verschieben ihn
horizontal. Dabei wird die Note gedehnt beziehungsweise gestaucht. Halten Sie
[Alt] gedrückt, um das Zeitraster beim Verschieben zu ignorieren.
Melodyne editor Handbuch
119
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Entsprechend können Sie den hinteren Teil der Note ziehen.
Sie werden beim Verschieben von Notenbeginn- oder -ende immer wieder feststellen, dass eine angrenzende Note gedehnt oder gestaucht wird, um der veränderten
Note Platz zu machen. Dies ist immer dann der Fall, wenn ein Tonhöhenübergang
zwischen den beiden Noten erkannt wurde.
Sie können den Tonhöhenübergang und damit den Zusammenhang der Noten ausschalten, indem Sie das Ende der Note mit dem Tonhöhenwerkzeug doppelklicken
oder indem Sie eine der beiden Noten zwischenzeitlich an eine andere Position
ziehen, um die beiden Noten auseinanderzureißen. Sie können sehen, dass die
„Rissstellen“ danach mit einer Klammer dargestellt werden – sie ist das Zeichen
dafür, dass keine Verbindung zu einer anderen Note besteht.
120
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Zeitkorrektur per Doppelklick
Indem Sie eine Note (die auch Teil einer Mehrfachselektion sein kann) mit dem
Zeitwerkzeug doppelklicken, quantisieren Sie diese auf das Raster. Doch auf
welcher Basis eigentlich und was passiert da genau?
Aktivieren Sie zunächst bitte die Option „Gemeinte Noten anzeigen“ im Darstellungs-Menü. Um die Noten herum erscheinen nun graue Rähmchen. Beachten Sie
auch, dass bei aktivem Zeitwerkzeug vorne an den Noten sogenannte Positionsanker als vertikale rote Striche sichtbar sind.
Bei der Erkennung ermittelt Melodyne editor für jede Note zwei Parameter, die bei
der Zeitkorrektur relevant sind. Zum Einen den musikalischen Anfang einer Note,
der durch den Anker repräsentiert wird. Dieser musikalische Anfang muss nicht
notwendigerweise der sichtbare Anfang einer Note sein. Denken Sie beispielsweise
an ein Blasinstrument, wo dem eigentlichen Ton ein Anblasgeräusch vorhergeht.
Zwar gehört auch dieses Anblasgeräusch zur Note, aber relevant für die zeitliche
Platzierung ist der Moment, in dem sich der Ton hörbar entfaltet – dies ist der
Timing-kritische Moment, und dort platziert Melodyne editor den Anker.
Der zweite Parameter, den Melodyne editor für jede Note ermittelt, ist eine Zählzeit, die der Note zugeordnet wird. Sie wird durch den Beginn des grauen Rähmchens visualisiert. Wie Sie sehen können, liegt der Beginn der Rähmchen immer
exakt auf einer Zählzeit des Rasters. Wenn Sie nun Noten zum Beispiel durch
Doppelklick mit dem Zeitwerkzeug quantisieren, dann wird ihr musikalischer Anfang – ihre Anker – auf den Beginn ihrer grauen Rähmchens gesetzt. Dies ist das
Grundprinzip der Zeitquantisierung in Melodyne editor. Sowohl der Anker als auch
die zugeordnete Zählzeit werden in der Praxis meist gut ermittelt, trotzdem kann
Melodyne editor auch mal danebenliegen – trauen Sie im Zweifelsfall Ihren Ohren
und nicht einer vermeintlich stimmigen Optik.
Melodyne editor Handbuch
121
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Ein Hinweis zur zeitlichen Quantisierung (Doppelklick mit dem Zeitwerkzeug oder
Makro): Bei mehrstimmigem Material gibt es außer Ankern mit einem kleinen
Dreieck oben auch solche ohne Dreieck. Noten mit einem solchen Marker stehen
in zeitlicher Beziehung zu einer anderen Note mit Dreieckmarker und werden
deswegen bei der Quantisierung anders behandelt. Schlagen Sie auf dem Klavier
etwa ein C und gleich darauf ein E an, so kann das C auch AnschlagsgeräuschAnteile des E enthalten. Das C erhält hier einen Marker mit Dreieck, das E einen
ohne. Würden diese beiden Noten beim Quantisieren ohne Not gegeneinander
verschoben, wäre das nicht unbedingt musikalisch sinnvoll und könnte zudem
klangliche Artefakte produzieren. Darum gelten folgende Regeln: Haben Sie beim
Quantisieren beide Noten selektiert, so folgt die Note ohne Dreieck auf dem
Marker der Note mit Dreieck auf dem Marker um den gleichen Betrag. Es gibt hier
sozusagen ein Master/Slave-Verhältnis. Haben Sie nur die Note mit Dreieckmarker
selektiert, wird auch nur diese quantisiert. Haben Sie nur die Note ohne Dreieckmarker selektiert, findet keine Quantisierung statt. Entsprechendes gilt für eine
Mehrfachselektion von Noten. Selbstverständlich können Sie alle Noten beliebig
manuell verschieben, falls Sie mit ihrem Zusammenklang nicht zufrieden sind.
Verwandte Themen
Noten auswählen
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Timing per Makro bearbeiten
Notentrennungen bearbeiten
Noten kopieren
122
Melodyne editor Handbuch
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Notentrennungen bearbeiten
Überblick
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit dem Notentrennwerkzeug Noten zerschneiden, Notentrennungen entfernen und verschieben.
Ein Doppelklick mit dem Notentrennwerkzeug zerschneidet eine Note
Ein Doppelklick auf eine Notentrennung entfernt diese
Horizontales Ziehen der Notentrennungen verschiebt diese
Bedienschritte
Wählen Sie im Werkzeugkasten oder im Kontextmenü des Editierbereichs das
Notentrennwerkzeug aus.
Durch einen Doppelklick auf eine Note können Sie nun eine Notentrennung setzen, also die Note zerschneiden.
Wundern Sie sich nicht, wenn die beiden Noten beim Zerschneiden auf neue
Tonhöhen rutschen: Für jede der beiden neuen Noten wird nach dem Schnitt ein
neuer Tonhöhenschwerpunkt ermittelt, der sich vom dem der alten Note unterscheiden kann. Entsprechend rutschen die Noten auf neue vertikale Positionen.
Eine vorhandene Notentrennung können Sie mit dem Notentrennwerkzeug horizontal verschieben.
Melodyne editor Handbuch
123
Noten mit den Makros und Werkzeugen bearbeiten
Ein Doppelklick auf eine Notentrennung entfernt diese wieder. Selektieren Sie
mehrere Noten und doppelklicken Sie eine ihrer Notentrennungen, um die Notentrennungen für alle selektierten Noten zu entfernen.
Verwandte Themen
Arbeiten mit dem Hauptwerkzeug
Lautstärke ändern und Noten stummschalten
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
124
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Die Echtzeitregler
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit den Echtzeitdrehreglern in Melodyne
editor Plugin arbeiten.
Übe rblick
Die Regler erhöhen oder vermindern in Echtzeit die Einstellungen für Tonhöhe,
Formanten und Lautstärke, die Sie im Editierbereich vorgenommen haben, und
wirken immer auf alle Noten.
In Melodyne editor Plugin gibt es Echtzeitparameter für Tonhöhe, Formanten
und Lautstärke
Alle drei Parameter können über den Host automatisiert werden
Der Regelbereich für Tonhöhe und Formanten ist im Kontextmenü der Regler
wählbar
[Befehl]+Klick auf einen Regler setzt ihn auf den neutralen Mittelwert
Bedienschritte
Mit diesen drei Drehreglern können Sie in Echtzeit Einfluss auf (von links nach
rechts) Tonhöhe, Formanten und Lautstärke nehmen.
Alle drei Parameter erscheinen als automatisierbare Plugin-Parameter in Ihrem
Host. Sie können also beispielsweise Automationskurven zeichnen, um diese
Parameter zu „fahren“. Informieren Sie sich bitte in der Bedienungsanleitung für
Ihren Host, welche Möglichkeiten Ihnen im Zusammenhang mit automatisierbaren
Parametern zur Verfügung stehen und wie diese gehandhabt werden.
Alle Regler beeinflussen ihren Parameter ausgehend von der neutralen Mittelstellung in beide Richtungen. Eine Linksdrehung vermindert Tonhöhe, Formantlage
oder Lautstärke, Rechtsdrehung erhöht sie.
Melodyne editor Handbuch
125
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Der Tonhöhenregler zeigt seinen Wert mittels Tooltip in Halbtönen an. Seinen
Regelbereich können Sie im Kontextmenü Ihren Anforderungen anpassen.
Auch der Formantregler zeigt seinen Wert in Halbtönen an, sein Regelbereich ist
ebenfalls im Kontextmenü wählbar.
Der Lautstärkeregler hat einen festen Regelbereich von -∞ bis +6 dB, die Mittelstellung entspricht 0 dB.
Indem Sie einen Regler mit [Befehl] anklicken, setzen Sie ihn auf den neutralen
Mittelwert.
Verwandte Themen
Tonhöhe bearbeiten
Formanten verschieben
Lautstärke ändern und Noten stummschalten
126
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Anpassung an
variables Host-Tempo
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie mit variablem Tempo in Ihrem Host umgehen.
Normalerweise folgt Melodyne editor Plugin Ihrem Host auf dem Fuß und die
Taktlineale sowie die Tempoanzeigen von Host und Plugin zeigen das Gleiche
an. Wenn Sie allerdings zwischen zwei transferierten Abschnitten in Ihrem Host
einen Tempowechsel haben oder das Tempo des Hosts insgesamt geändert haben,
müssen Sie Melodyne editor über diesen Tempowechsels informieren, damit die
Taktlineale synchron bleiben. In dieser Tour erfahren Sie, wie das geht.
Ü be r blick
Wenn Melodyne editor eine unbekannte Tempoänderung im Host registriert,
blinkt der Taster neben der Tempoanzeige.
Mit dem Taster wird das Tempofenster geöffnet, wo angegeben werden kann,
ob das neue Tempo konstant oder variabel ist.
Bei variablem Tempo muss der gesamte Tempoverlauf Melodyne editor vorgespielt werden
Sowohl bei konstantem wie auch bei variablem neuen Tempo kann gewählt
werden, ob das Audiomaterial in Melodyne editor entsprechend gedehnt/
gestaucht oder ob nur das Raster angepasst werden soll
Konstantes neues Tempo
Wenn Melodyne editor eine Tempoänderung im Host registriert hat, blinkt der Taster mit dem Kettensymbol neben der Tempoanzeige orange, um Handlungsbedarf
anzuzeigen. Wenn Sie nichts unternehmen, müssen Sie damit rechnen, dass die
Taktlineale in Host und Plugin nicht mehr übereinstimmen.
Klicken Sie auf den Taster, um das Tempofenster zu öffnen. Hier können Sie Melodyne editor über die Art der registrierten Tempoänderung informieren, um den
Gleichlauf der Taktlineale zu gewährleisten.
Melodyne editor Handbuch
127
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Haben Sie im Host ein konstantes neues Tempo gewählt, dann wählen Sie die Option „Konstant“. Melodyne editor erfährt dadurch, dass das neu registrierte Tempo
für den ganzen Song gilt und kann sein Taktlineal entsprechend justieren.
Entscheiden Sie dann durch das Setzen oder Weglassen des Häkchens neben
der gleichnamigen Option, ob das Audiomaterial in Melodyne editor gemäß der
Tempoänderung gedehnt bzw. gestaucht werden soll.
Ist das Häkchen gesetzt, passt Melodyne editor das transferierte Material per
Timestretching an das neue Tempo an. Arbeitet Ihr Host mit Elastic Audio und
nimmt beim Ändern des Tempos selbst ein Timestretching seines Audiomaterials
vor, dann verhält sich Melodyne editor mit gesetztem Häkchen exakt gleich und
das Audiomaterial in Host und Plugin bleiben synchron.
Arbeitet Ihr Host ohne Timestretching und ändert bei Tempoänderungen nur das
Raster unter seinem Audiomaterial, dann verhält sich Melodyne editor identisch,
wenn Sie das Häkchen nicht setzen. Selbstverständlich können Sie auch in
diesem Fall das Häkchen setzen, um mit Melodyne editor genau das zu erreichen,
was Ihr Host nicht tut, nämlich das transferierte Audiomaterial per Timestretching
an das neue Tempo anzupassen.
Variables neues Tempo
Wenn Sie in Ihrem Host kein neues konstantes Tempo gewählt, sondern einen Tempoverlauf erzeugt haben, dann wählen Sie im Tempofenster die Option „Variabel“.
128
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Melodyne registriert durchaus auch Tempoverläufe und setzt sie korrekt um
– sofern sie innerhalb eines transferierten Abschnitts stattfinden. Findet ein
Tempoverlauf dagegen zwischen zwei transferierten Abschnitten statt, dann kann
Melodyne nichts darüber wissen, denn der betreffende Abschnitt wurde ja nicht in
das Plugin transferiert. Wenn Sie Melodyne alle Tempoverläufe vor den Transfers
vorspielen, können sie „gelernt“ werden, dadurch bleibt der Gleichlauf der Taktlineale gewährleistet. Gehen Sie dazu wie folgt vor und beachten Sie bitte auch die
Regeln im folgenden Abschnitt.
Während der Tempodialog geöffnet ist, bewegen Sie in gestopptem Zustand die
Positionslinie Ihres Host vor den Beginn des ersten Tempoverlaufs. Starten Sie
dann die Wiedergabe des Hosts und spielen Sie Melodyne editor den gesamten
Bereich mit den Tempoverläufen vor – bis das Tempo am Ende des Songs wieder
einen konstanten Wert erreicht. Stoppen Sie dann den Host. Im Tempofenster
wird nun der überstrichene Wertebereich des Tempos angezeigt:
Entscheiden Sie nun wiederum durch Setzen oder Weglassen des Häkchens, ob
das Audiomaterial in Melodyne gemäß des Tempoverlaufs gedehnt/gestaucht oder
ob nur das Raster in Melodyne angepasst werden soll.
Schließen Sie das Fenster mit „OK“, um Ihre Eingaben zu übernehmen oder mit
„Abbrechen“, um sie zu verwerfen.
Der “OK”-Taster ist ausgegraut, bis Sie Ihre DAW einmal gestartet und dann wieder gestoppt haben, um Melodyne den Tempoverlauf vorzuspielen.
Wichtig beim Arbeiten mit variablem Tempo
Hat Melodyne die Informationen über Tempo- und Taktartänderungen in der DAW
nicht oder nicht vollständig mitbekommen, dann laufen die Zeitlineale von DAW
und Melodyne irgendwann aus dem Sync und Transfers erklingen an der falschen
Stelle oder werden gar an der falschen Stelle aufgezeichnet.
Melodyne editor Handbuch
129
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Der Umgang mit variablem Tempo ist leider nicht selbsterklärend. Er wäre viel
einfacher, wenn die DAWs alle Informationen über Tempo- und Taktartänderungen
an die Plugins übermitteln würden, was die Plugin-Schnittstellen derzeit leider
nicht vorsehen. Melodyne ist darum darauf angewiesen, alle relevanten Informationen während der Transfers zu lernen. Da Transfers in der Regel aber nicht über
die gesamte Songlänge hinweg vorgenommen werden, erlaubt es das TempoFenster, Tempo- und Taktartänderungen während der reinen Wiedergabe zu lernen
– also ohne Transfer. Beachten Sie beim Umgang mit dem Tempo-Lernen genau
die folgenden Regeln, dann wird sich alles so verhalten wie erwartet und einer
erfolgreichen Arbeit mit variablem Tempo steht nichts im Wege.
Spielen Sie – bevor Sie den ersten Transfer machen – im Tempo-Fenster *allen*
Instanzen von Melodyne den *gesamten* Song mit *allen* Tempoverläufen und
Taktartänderungen vor.
Tipp: Wenn Sie mit mehreren Melodyne-Instanzen arbeiten wollen, gibt es einen
kleinen Trick, der Ihnen Zeit sparen hilft: Nachdem Sie das Tempo in der ersten
Instanz gelernt haben, speichern Sie dort ein Plugin-Preset ab, das Sie beispielsweise “Tempo für Song X” nennen. Dann öffnen Sie die weiteren Instanzen
die Sie benutzen wollen und rufen dort dieses Preset auf. Dadurch erhalten die
neuen Instanzen alle benötigten Tempoinformationen und erfordern kein erneutes
Lernen.
Wenn Sie an den Tempoverläufen in der DAW etwas geändert haben, spielen
Sie wieder *allen* Melodyne-Instanzen im Tempo-Fenster den *gesamten* Song
vor. So kann Melodyne die Tempoänderungen registrieren und den Gleichlauf
der Taktlineale sicherstellen.
Sollten Sie *vor* dem Ändern von Tempoverläufen in Ihrer DAW bereits Tranfers
in Melodyne vorgenommen haben, dann müssen Sie nach dem Lernen der
Änderungen beim Verlassen des Tempo-Fensters das Häkchen bei “Audio stretchen” setzen. Dies ist nötig, um die bereits vorhandenen Tranfers an die neuen
Tempogegebenheiten anzupassen.
Verwandte Themen
Audiomaterial in Melodyne editor Plugin transferieren
130
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Transferierte Audiodateien verwalten und fehlende Dateien zuweisen
Übe rblick
In dieser Tour erfahren Sie, welche Verwaltungsfunktionen es für die kopierten
Audioabschnitte gibt, die Melodyne editor Plugin beim Transfer erzeugt.
Melodyne zeichnet beim Transfer Audiodateien auf, die auf der Festplatte
abgelegt und für den Betrieb benötigt werden.
Im Datei-Manager kann für jedes Projekt ein eigener Speicherpfad für die
Transfer-Dateien gewählt werden, damit Sie die Tranfer-Dateien zusammen
mit einem Projekt archivieren oder weitergeben können.
Der Datei-Manager erlaubt das Finden fehlender und das Löschen unbenutzter Transfer-Dateien.
Die Transfer-Dateien
Bei Transfers nimmt Melodyne das Audiomaterial von der DAW-Spur auf, erzeugt
also selbst Audiodateien, die auf der Festplatte abgelegt werden. Für die Wiedergabe und Bearbeitung in Melodyne genügt es nicht, wenn die Original-Audiodateien im DAW-Projekt vorhanden sind. Melodyne benötigt diese eigenen, beim
Transfer erzeugten Audiodateien.
Sich an diesen Umstand zu erinnern, ist beispielsweise dann wichtig, wenn Sie
ein Projekt inklusive der Melodyne-Bearbeitungen archivieren oder an jemanden weitergeben wollen. Dann müssen Sie dafür Sorge tragen, dass nicht nur
das DAW-Projekt mit seinen Audio- und sonstigen Dateien weitergegeben wird,
sondern auch die von Melodyne erzeugten Transfer-Dateien. Ohne diese wird eine
Wiedergabe der transferierten Passagen und ihrer Bearbeitungen im weitergegebenen Projekt nicht möglich sein.
Die Frage ist also: Wo werden diese von Melodyne erzeugten Dateien abgelegt und
wie können Sie sie Ihrem Projekt beilegen? Die Antwort findet sich im “DateiManager”-Fenster, wo Sie die Transfer-Dateien verwalten und auch nach verlorengegangenen Dateien suchen können.
Melodyne editor Handbuch
131
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Der Datei-Manager
Sie erreichen den Datei-Manager über das Menü “Einstellungen” des Plugins.
Im zentralen Bereich des Fensters sehen Sie eine Liste mit allen transferierten
Audio-Abschnitten der geöffneten Instanz. Jeder Listeneintrag repräsentiert eine
Audiodatei, die Melodyne auf der Festplatte abgelegt hat und für den Betrieb
dieser Instanz benötigt.
Über der Liste sehen Sie den Speicherpfad für die Transfers. An dem Ort, der
hier angezeigt wird, legt Melodyne die Transfer-Dateien ab. Die Grundeinstellung
ist ein Ordner in Ihrem “Musik”-Verzeichnis. Er wird in jedem neuen Projekt als
Speicherort verwendet. (Einige DAWs setzen bei Neuprojekten einen anderen Pfad
und verhalten sich auch bei einigen der im folgenden beschriebenen Punkte etwas
anders. Lesen Sie dazu bitte den abschließenden Hinweis.)
Wenn Sie den Taster neben der Pfadanzeige anklicken, öffnet sich eine Dateiauswahlbox, mit der Sie einen anderen Ordner als Speicherort wählen können. Diese
Wahl gilt immer nur für das aktuelle Projekt. Wenn Sie in einer Melodyne-Instanz
des Projekts einen neuen Speicherpfad wählen, gilt diese Wahl auch für alle
anderen Instanzen des Projekts. Alle bereits erzeugten Transfer-Dateien werden an
den neuen Speicherort verschoben. Befindet sich der neue Speicherort auf einem
anderen Volume, etwa einer externen Festplatte, werden die Dateien kopiert. Nach
dem Ändern des Speicherpfades fordert Melodyne Sie auf, Ihr Projekt zu sichern,
damit die geänderten Dateiverweise dauerhaft gespeichert werden.
Alle Transfers, die Sie nach dem Ändern des Speicherpfades in irgendeiner
Melodyne-Instanz des Projekts machen, werden am neuen Speicherort abgelegt.
132
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Wählen Sie während der Arbeit oder spätestens bei Beendigung der Arbeit an
einem Projekt den Projekt-Ordner Ihrer DAW als Speicherort für die Transfers. So
stellen Sie sicher, dass alle von Melodyne benötigten Dateien sich innerhalb des
Projekts befinden und dadurch beim Weitergeben des Projekts nicht vergessen
werden.
Hinweis: Manche DAWs können Melodyne mitteilen, wo sich der Projektordner des
aktuellen Projekts befindet. In diesen Hosts gibt es keine Möglichkeit, manuell
einen Pfad anzugeben. Melodyne benutzt stattdessen immer den aktuellen Projektordner als Speicherort und stellt so sicher, dass Ihre Transfer-Dateien Teil des
Projekts sind und nicht verlorengehen. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn es
in Ihrem Host keinen Taster für die Pfadauswahl gibt – wenn das der Fall ist, legt
Melodyne die Daten automatisch richtig für Sie ab. Bei welchen DAWs Melodyne
dies tut, erfahren Sie in unserer FAQ im Internet. Zum Zeitpunkt der Drucklegung
waren dies Cubase 5.5 und Nuendo 5 (beim Plugin-Format VST3) sowie PT LE
8.0.3 und PT HD 8.1 (RTAS).
Löschen unbenutzter Dateien
Die Liste im Datei-Manager zeigt Ihnen die Audiodateien aller Abschnitte an, die
in die betreffende Instanz von Melodyne editor Plugin transferiert wurden. Die
Einträge solcher Abschnitte, deren Noten in Melodyne editor vollständig gelöscht
wurden – die also unbenutzt sind – werden grau dargestellt, benutzte Einträge
schwarz. Die Audiodateien nicht mehr benutzter Abschnitte werden deswegen weiter vorgehalten und nicht automatisch gelöscht, damit Sie das Löschen der Noten
per Widerrufen-Befehl bei Bedarf rückgängig machen können – was nicht möglich
wäre, wenn die betreffenden Dateien gleich gelöscht würden.
Wenn Sie sicher sind, dass Sie die unbenutzten Dateien nicht mehr benötigen,
können Sie sie mit den Tastern unten im Fenster wahlweise für die aktuelle Instanz oder alle Instanzen des Projekts löschen und so Speicherplatz freigeben.
Haben Sie die Bearbeitung in einer Instanz von Melodyne editor Plugin abgeschlossen und das Ergebnis mittels Bouncen bzw. Rendern als Audiodatei gesichert, sollten Sie vor dem Schließen und Entfernen von Melodyne editor Plugin
aus der Host-Spur alle Dateien der Instanz mit dem entsprechenden Taster unten
im Fenster löschen, um den Speicherplatz freizugeben.
Melodyne editor Handbuch
133
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Zuweisen fehlender Dateien
Sollte Melodyne editor Plugin beim Öffnen eines Projekts die transferierten Dateien nicht finden – etwa weil diese gelöscht, verschoben oder nicht mit dem Projekt
auf einen anderen Rechner bewegt wurden – so erscheinen die entsprechenden
Noten ausgegraut im Editierbereich und bleiben bei der Wiedergabe stumm. In
der Liste des Datei-Managers werden fehlende Dateien rot dargestellt.
Wenn Sie wissen, in welchem Ordner sich die fehlenden Dateien befinden, hilft
das Ausklappmenü „Fehlende Dateien zuweisen“ im Datei-Manager weiter. Wählen Sie darin den Eintrag „Fehlende Dateien zuweisen ...“ aus.
Navigieren Sie dann in der Dateiauswahlbox zum Ordner, der die fehlenden
Dateien enthält und bestätigen Sie die Dateiauswahlbox. Die fehlenden Dateien
im Ordner werden dadurch neu zugewiesen. Achtung: Sie müssen bei dieser
Zuweisung nicht die Dateien selbst auswählen (was angesichts ihrer automatisch
vergebenen sperrigen Namen auch etwas mühsam wäre), sondern nur den Ordner,
in dem sich die Dateien befinden. Sein Inhalt wird dann automatisch nach den
fehlenden Dateien durchsucht. Beachten Sie aber bitte, dass Unterordner dabei
nicht mit durchsucht werden, sondern nur die Dateien direkt im Ordner. Einen
Unterordner mit fehlenden Dateien müssen Sie also gegebenenfalls noch mal
separat auf die beschriebene Weise durchsuchen lassen.
Was, wenn Sie ein Projekt mit fehlenden Dateien von jemandem erhalten haben
und diese Person etwa per Mail darüber informieren wollen, wie die fehlenden Dateien heißen? Hier hilft der Befehl „Namen der ausgewählten Dateien kopieren“
im Menü weiter. Er kopiert die Namen der Dateien in die Zwischenablage, die in
der Liste ausgewählt wurden (Mehrfachselektion mit der Shift-Taste).
Verwandte Themen
Audiomaterial in Melodyne editor Plugin transferieren
Die Voreinstellungen von Melodyne editor Plugin
134
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Die Voreinstellungen
von Melodyne editor Plugin
ÜBErBLICK
In dieser Tour lernen Sie die Voreinstellungen von Melodyne editor Plugin kennen.
In den Voreinstellungen können Sprache, Stimmung des Referenztons, das
Update-Prüf-Verhalten sowie Pfad und maximale Größe des Audio-Caches
bestimmt werden.
Optionen und ihre Bedeutung
Öffnen Sie das Voreinstellungsfenster im Menü „Einstellungen“:
Das Voreinstellungsfenster enthält einige Optionen für das Verhalten von Melodyne
editor Plugin:
Oberes Rähmchen
Sprache: Wählt die Sprache der Bedienoberfläche
Referenzton: Wählt die Stimmung für den Referenzton A
Diese Version: Zeigt die installierte Version von Melodyne editor an
Melodyne editor Handbuch
135
Besondere Funktionen von Melodyne editor Plugin
Auf Updates prüfen: Erlaubt es, ein Zeitintervall zu wählen, in dem automatisch
über das Internet nach Updates gesucht wird. Der Taster „Jetzt prüfen“ löst die
Suche manuell aus
Letzte Überprüfung, Status, Nächste Überprüfung: Datum und Ergebnis der
letzten sowie Datum der nächsten Überprüfung
Unteres Rähmchen
Audio Cache: Bestimmt den Speicherort für einen Audio-Puffer-Bereich, den
Melodyne editor für den Betrieb benötigt
Audio-Cache-Größe: Legt die maximale Größe für diesen Audio-Puffer-Bereich
fest
Erweiterte Tastaturunterstützung: Wenn diese Option aktiviert ist, können Sie
die Pfeiltasten der Tastatur zur Navigation durch die Blobs und die Leertaste
zum Stoppen der lokalen Wiedergabe im Plugin nutzen. Ob diese Funktion
nutzbar ist, hängt vom Host ab. Deaktivieren Sie die Option, falls die Funktion
mit Ihren Host nicht wie erwartet funktioniert.
Erkennung erst nach Transfer: Wenn Sie diese Option aktivieren, erfolgt die
Erkennung des Audiomaterials erst nach dem Abschluss eines Transfers und
nicht bereits während des Transfers, was den Rechner während der Transfers
weniger belastet. Aktivieren Sie diese Option darum auf schwächeren Rechnern,
wenn während der Transfers Leistungsengpässe (Knackser, Aussetzer, extreme
Verlangsamung, etc.) auftreten.
Verwandte Themen
Audiomaterial in Melodyne editor Plugin transferieren
Zeitraster wählen
136
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Zeitraster an Audio anpassen
In dieser Tour erfahren Sie, wie Sie das Taktraster manuell anpassen.
Das Raster und die musikalischen Inhalte müssen übereinstimmen, damit das
Audiomaterial sinnvoll bearbeitet werden kann. Während Melodyne editor Plugin
davon ausgeht, dass die Aufnahme passend zum Tempo des Hosts, also zu dessen Klick aufgenommen wurde, ermittelt Melodyne editor Stand-Alone aus der
geladenen Datei das Taktraster, das bei ihrer Aufnahme vermutlich zugrunde lag.
Da dies nicht zuletzt eine Interpretationsfrage ist, müssen Sie das Raster nach
der Erkennung einer Audiodatei gelegentlich von Hand anpassen. In dieser Tour
erfahren Sie, wie das geht.
Ü be r blick
Alle Änderungen in diesem Fenster betreffen den Tempohintergrund, das
Raster – und nicht das Wiedergabetempo des Audiomaterials
Der Tempo-Faktor ermöglicht eine einfache Korrektur, falls Melodyne editor
ein verdoppeltes Tempo erkannt hat
Mit der Option „Tempo wählen“ bestimmen Sie ein konstantes Tempo für die
Audiodatei und können so ein ungewollt als variabel interpretiertes Tempo
beseitigen
Mit der Option „Ersten Takt auf den Beginn der Datei setzen“ können sie
den Beginn des Taktlineals exakt auf den Beginn der Audiodatei statt auf die
erste erkannte Note setzen.
Die Eins verschieben
Nach dem Laden und Erkennen einer Audiodatei – nehmen wir an, es ist ein
Drumloop – sollten Sie zunächst überprüfen, ob die „1“ des Taktrasters auch
wirklich am Beginn des ersten Schlages sitzt. Nicht selten haben Audiodateien
nämlich etwas „Luft“ vor der ersten Note, und diese Pause vor dem eigentlichen
Geschehen kann in Melodyne editor als stille Note interpretiert werden. Dadurch
rutschen die Noten im Taktraster nach hinten und die musikalische Eins beginnt
nicht auf der „1“ des Taktlineals. Um das zu korrigieren, ziehen Sie einfach den
„1“-Marker im Taktlineal an den Beginn des ersten Schlags. Die Bewegung erfolgt
entlang des gewählten Zeitrasters, was bei der Positionierung meist hilfreich ist.
Sie können bei Bedarf [Alt] drücken, um den Marker fein zu verschieben.
Melodyne editor Handbuch
137
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Nach dem Verschieben sollte die „1“ direkt am Beginn des ersten Schlags liegen:
Tempointerpretation korrigieren
Sitzt die „1“ richtig, sollten Sie das ermittelte Tempo überprüfen. Die Algorithmen von Melodyne editor ermöglichen eine sehr akkurate Erkennung des Tempos
und eventueller Temposchwankungen. Da dies eine reine Interpretationsfrage ist,
kommt es allerdings oft vor, dass ein Tempo ausgewiesen wird, das doppelt so
hoch wie das tatsächliche Tempo ist. Klanglich bringt das keine Einbußen mit
sich, aber das Raster stimmt dann nicht, was bei der Bearbeitung verwirrend
ist. Auch bei unserem eintaktigen Loop wurde ein verdoppeltes Tempo erkannt,
sodass das Raster eine Looplänge von zwei Takten anzeigt.
Das Ändern des Tempos im Tempofeld hilft hier nicht weiter, denn dabei wird
auch das Audiomaterial gedehnt oder gestaucht – der Loop läuft zwar schneller
oder langsamer, wird aber weiterhin als zweitaktig angezeigt.
138
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Das Korrigieren der verdoppelten Tempoanzeige ist aber ganz einfach: Klicken Sie
auf den Taster neben dem Tempofeld, um das Fenster für die Tempodefinition zu
öffnen.
Sie finden dort zwei alternative Optionen zum Definieren des Tempos. Da wir das
erkannte Tempo halbieren wollen, wählen wir „1/2“ aus dem Ausklappmenü bei
“Tempo multiplizieren”.
Nach dem Schließen des Fensters mit „OK“ stimmt das Raster mit dem eintaktigen Loop überein. Die Angabe im Tempofeld ist halbiert, das Problem ist gelöst.
Melodyne editor Handbuch
139
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Konstantes Tempo definieren
Mit der Option „Tempo konstant machen“ im Tempo-definieren-Fenster können
Sie ein neues konstantes Tempo definieren.
Aber wann und warum sollten Sie das tun? Es gibt insbesondere eine Situation, in
der es ratsam ist, ein konstantes Tempo zu definieren: Stellen Sie sich vor, dass
Sie eine Gitarrenaufnahme bearbeiten. Der Gitarrist hat zu einem Playback mit
Tempo 120 eingespielt, in seinem Tempo aber leicht geschwankt. Wenn Sie die
Gitarrenaufnahme in Melodyne editor Stand-Alone öffnen, werden diese Temposchwankungen erkannt und bei der Wiedergabe als variables Tempo umgesetzt.
Wenn Sie das Tempofeld während der Wiedergabe beobachten, werden Sie
merken, dass das Tempo um 120 herum schwankt. Gedacht war die Sache aber
anders: Das zugrundeliegende Tempo soll konstant 120 sein – und sich nicht
mit den Temposchwankungen des Gitarristen ändern. Tippen Sie also 120 in das
Wertefeld und schließen Sie das Fenster mit „OK“. Das Tempo ist jetzt über die
gesamte Aufnahme hinweg konstant bei 120. Die Temposchwankungen des Gitarristen aber sind erhalten geblieben und nun gut als Versatz der Noten zum Raster
zu erkennen. Jetzt können Sie die Aufnahme auf Wunsch quantisieren, wodurch
die versetzten Noten exakt auf das Raster bewegt werden – und der Gitarrist ohne
Schwankungen mit Tempo 120 spielt.
Ersten Takt auf den Beginn der Datei setzen
Diesen Befehl finden Sie als Häkchen-Option im Tempo-definieren-Fenster und
zusätzlich im Kontextmenü des „1“-Markers im Taktlineal.
Normalerweise setzt Melodyne editor Stand-Alone die „1“ an den Beginn der
ersten Note, die in der Audiodatei erkannt wird. In der Regel ist das musikalisch
sinnvoll, es gibt aber eine Ausnahme: Wenn Sie eine Spur aus einer DAW bearbei-
140
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
ten und später wieder in das DAW-Projekt integrieren wollen, die von Songbeginn
an aufgenommen wurde, aber erst im späteren Verlauf Noten enthält. In diesem
Fall ist es kontraproduktiv, wenn Melodyne editor die „1“ an die erste Note setzt,
da so der Taktbezug zum Originalprojekt verlorengeht. Indem Sie in einem solchen
Fall „Ersten Takt auf den Beginn der Datei setzen“ wählen, weisen Sie Melodyne
editor an, den Beginn des Taktlineals auf das erste Samplewort der Audiodatei zu
setzen und gewährleisten so einen korrekten Taktbezug zum Originalprojekt.
Verwandte Themen
Audio in Melodyne editor Stand-Alone laden und sichern
Audio in Melodyne editor Stand-alone aufnehmen
Erkennung prüfen und bearbeiten bei melodischem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei mehrstimmigem Material
Erkennung prüfen und bearbeiten bei rhythmischem Material
Melodyne editor Handbuch
141
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Die Voreinstellungen von
Melodyne editor Stand-Alone
Überblick
In dieser Tour lernen Sie die Voreinstellungen von Melodyne editor Stand-Alone
kennen.
In den Voreinstellungen können Sprache, Stimmung des Referenztons, das
Update-Prüf-Verhalten, die Pfade für Aufnahmen und den Audio Cache, die
maximale Größe des Audio- Caches sowie verschiedene Einstellungen für die
Audio-Hardware gewählt werden.
Optionen und ihre Bedeutung
Die Voreinstellungen von Melodyne editor Stand-Alone verteilen sich auf zwei Seiten.
Die erste heißt „Einstellungen“.
Oberes Rähmchen
Sprache: Wählt die Sprache der Bedienoberfläche
Referenzton: Wählt die Stimmung für den Referenzton A
Speichern: Hier können Sie wählen, ob beim Überschreiben der Originaldatei
ein Backup dieser Datei erzeugt werden soll
142
Melodyne editor Handbuch
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Diese Version: Zeigt die installierte Version von Melodyne editor an
Auf Updates prüfen: Erlaubt es, ein Zeitintervall zu wählen, in dem automatisch
über das Internet nach Updates gesucht wird. Der Taster „Jetzt prüfen“ löst die
Suche manuell aus
Letzte Überprüfung, Status, Nächste Überprüfung: Datum und Ergebnis der
letzten sowie Datum der nächsten Überprüfung
Unteres Rähmchen
Audio Cache: Bestimmt den Speicherort für einen Audio-Puffer-Bereich, den
Melodyne editor für den Betrieb benötigt
Audio-Cache-Größe: Legt die maximale Größe für diesen Audio-Puffer-Bereich
fest
Die zweite Seite heißt „Audio“.
Oberes Rähmchen
Audio-Gerät: Wählt den Audio-Treiber bzw. eine damit betriebene AudioHardware
Samplingrate: Die Samplingrate, mit der Melodyne editor arbeitet
Puffergröße: Die Größe des Puffers für die Audiobearbeitung. Kleinere Werte
erzeugen weniger Latenz, aber eine höhere CPU-Last
Melodyne editor Handbuch
143
Besondere Funktionen von Melodyne editor Stand-alone
Ausgang: Wählt den Ausgang der Audio-Hardware für Melodyne editor, falls die
Hardware mehrere Ausgänge besitzt
Puffer-Unterlauf ignorieren: Durch Aktivieren dieser Option können Sie Melodyne editor beim Betrieb auf langsamen Rechnern anweisen, lieber mal einen
Knackser während der Wiedergabe in Kauf zu nehmen, statt bei Leistungsmangel Aussetzer zu produzieren. Der Grund für diese Option ist, dass manche
Audio-Hardware auf solche Aussetzer empfindlich reagiert und den Rechner
deswegen möglicherweise sogar abstürzen lassen kann. Aktivieren Sie diese
Option, wenn Sie das Gefühl haben, dass das passiert; in der Regel werden Sie
die Option jedoch nicht benötigen und können sie getrost ignorieren.
Unteres Rähmchen
Eingang: Wählt den Eingang der Audio-Hardware für Melodyne editor, falls die
Hardware mehrere Eingänge besitzt
Auflösung: Die Bitauflösung für Aufnahmen, die mit Melodyne editor StandAlone erstellt werden
Aufnahme-Ordner: Das Verzeichnis, in dem erstellte Aufnahmen gesichert werden
Verwandte Themen
Audio in Melodyne editor Stand-alone aufnehmen
Audio in Melodyne editor Stand-Alone laden und sichern
144
Melodyne editor Handbuch
Was this manual useful for you? yes no
Thank you for your participation!

* Your assessment is very important for improving the work of artificial intelligence, which forms the content of this project

Download PDF

advertisement