Defihinweis8

Defihinweis8
Fachausschuss „Erste Hilfe“
Automatisierte Defibrillation
im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe
Bildquellen:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Berlin
Deutsches Rotes Kreuz, Berlin
Franz Keggenhoff, Münster
PHILIPS und PHILIPS/medicassist, Bochum
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck – auch
auszugsweise – nur mit Genehmigung des
Fachausschusses „Erste Hilfe“.
Inhalt
1.
Die Defibrillation
5
1.1 Herzkammerflimmern
6
1.2 Faktor Zeit
7
1.3 Wirkungsweise der Defibrillation
9
1.4 Durchführung der Automatisierten Defibrillation
9
2.
Rahmenbedingungen
10
2.1 Medizinproduktegesetz/Medizinprodukte-Betreiberverordnung
11
2.2 Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1)
12
2.2.1 Qualifizierung der Ersthelfer
12
2.2.2 Unterweisung der Mitarbeiter
14
2.3 Ärztliche Fachaufsicht
14
2.4 Rechtliche Einordnung der AED-Anwendung
15
3.
Gerätetechnik
16
3.1 Analysesicherheit der AED
16
3.2 Energieversorgung
17
3.3 Verwendung der Elektroden und Energieabgabe
17
3.4 Dokumentation
18
3.5 Aufbewahrungsorte
19
3.6 Betriebsanweisung
20
Anlagen:
Anlage I: Algorithmus zum Gebrauch eines AED (nach ERC-Richtlinien 2005)
Anlage II: Musterbetriebsanweisung – Automatisierter Externer Defibrillator (AED)
3
Die Defibrillation
Defibrillation
AED am Arbeitsplatz
4
Die Defibrillation
1. Die Defibrillation
Der „plötzliche Herztod“ stellt die Todesursache Nummer 1 in der westlichen Welt dar. Alleine in Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000
Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen
der Herzfunktion. Der „plötzliche Herztod“, der zunehmend auch jüngere Menschen trifft, kann überall auftreten, insbesondere zu Hause, aber
auch beim Sport und am Arbeitsplatz. Sehr häufig ist der „plötzliche Herztod“ Folge eines Herzinfarktes. Der „plötzliche Herztod“ ist daher eine
Herausforderung im Rahmen des Gesundheitsschutzes und der betrieblichen Ersten Hilfe.
Direkte Ursache für den „plötzlichen Herztod“ ist in den meisten Fällen
Herzkammerflimmern. Die Defibrillation (Elektroschockbehandlung) ist
in dieser Situation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung. Je
früher defibrilliert wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Herz-Kreislauf-Stillstand von Patienten überlebt wird. Medizinproduktehersteller
haben Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) entwickelt, die auch
von Laien bedient werden können, so dass noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes defibrilliert werden kann.
Eine ständig wachsende Zahl von Unternehmen beschäftigt sich mit dem
Thema AED. Bei der Organisation der Ersten Hilfe haben bereits viele Großunternehmen AED beschafft und ihre Mitarbeiter entsprechend geschult.
Jedes Unternehmen, welches AED beschafft und bereit hält, hat bestimmte Rahmenbedingungen zu beachten und qualitätssichernde Maßnahmen zu ergreifen. Diese Informationsschrift soll den Verantwortlichen
im Betrieb die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen
verdeutlichen, die Gerätetechnik in einfacher Weise erläutern und insbesondere die nötige Qualifizierung der betrieblichen Ersthelfer erklären.
5
Die Defibrillation
1.1 Herzkammerflimmern
In über 80 % der Fälle wird der plötzliche Herztod durch Herzkammerflimmern verursacht.
Dieses kann nicht nur aufgrund einer „inneren Ursache“, wie z. B. Herzinfarkt, sondern
auch infolge einer „äußeren Ursache“, wie z. B. durch einen Elektrounfall, auftreten. Beides
bringt die Reizbildung und die Reizleitung im Herzen in elektrische Unordnung, so dass
kein rhythmischer Herzschlag mehr möglich ist.
Das Herz flimmert unkoordiniert. Ein schlagartiger Herz-Kreislauf-Stillstand ist die Folge.
Das Herz ist nicht mehr in der Lage, den Transport von Blut bzw. Sauerstoff zu den lebenswichtigen Organen zu gewährleisten. Die Zellen des menschlichen Körpers sterben langsam ab; am empfindlichsten reagieren die Gehirnzellen auf den Sauerstoffmangel. Bereits
wenige Sekunden nach Einsetzen des Herzkammerflimmerns tritt Bewusstlosigkeit auf,
dann setzt die Atmung aus. Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in
einen normalen Herzschlag zu überführen.
Durchführung der Defibrillation mit AED
6
Faktor Zeit
1.2 Faktor Zeit
Mit jeder Minute sinkt die Überlebenschance eines Patienten mit Herzkammerflimmern um 7 - 10 %. Bereits nach drei bis fünf Minuten beginnen die Gehirnzellen abzusterben.
100
Erfolg (%)
80
60
40
20
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Zeit (Minuten)
Überlebenswahrscheinlichkeit bei Herzkammerflimmern in Abhängigkeit von der Zeit
(geglättet; nicht lineare Funktion).
Aber selbst in rettungsdienstlich optimal versorgten Gebieten benötigt
ein Notarztwagen/der Rettungsdienst im Durchschnitt 8 bis 10 Minuten,
bis er beim Patienten eintrifft.
Was passiert bei einem Notruf?
Erkennen des Notfalls/Einleitung der Notfallmaßnahmen
Anruf 110, 112 oder 19 222
30
1
Sekunden
Minute
Alarmierung Notarzt
30
Sekunden
Abfahrt Notarzt
30
Sekunden
(von Wetterbedingungen und Einsatzort abhängig)
5
Minuten
Weg zum Patienten
2
Minuten
1
Minuten
Durchschnittliche Eintreffzeit
Patientenvorbereitung/Defibrillation
Total
10,5 Minuten
Optimierter Zeitablauf nach einem Notfall
7
Faktor Zeit
Die Eintreffzeit des Rettungsdienstes nach einem Notruf kann kaum weiter
verkürzt werden.
Rechtzeitig können die Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage,
Beatmung usw.) nur durch Personen erfolgen, die schon vorher am Ort des
Geschehens anwesend sind, z. B. Ersthelfer. Mit diesen Maßnahmen muss
ein Minimalkreislauf erzeugt werden, um so das Absterben der Gehirnzellen
zu verhindern. Die Wiederbelebung allein kann jedoch das Herzkammerflimmern nicht beenden. Hier kann nur eine zusätzliche, möglichst frühzeitige,
Defibrillation helfen.
Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Defibrillation wird entscheidend durch
den Faktor Zeit begrenzt. Je früher die Wiederbelebungsmaßnahmen und die
Defibrillation durchgeführt werden können, umso größer ist der Erfolg.
Wenn die Defibrillation frühzeitig nach Eintritt des Ereignisses erfolgt und
durch weiterführende Maßnahmen der Wiederbelebung des Rettungsdienstes (Intubation, Infusion, Medikation etc.) ergänzt wird, werden Überlebensraten von mindestens 30 - 40 % erreicht. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten sogar zeigen, dass die Überlebenschancen des Betroffenen
auf über 70 % steigen, wenn innerhalb von drei Minuten nach Eintritt des
Herzkammerflimmerns eine Defibrillation durchgeführt wird.
80
Überlebensrate (%)
70
60
50
40
30
20
10
0
keine HLW
keine Defibrillation
frühe HLW
späte Defibrillation
frühe HLW
frühe Defibrillation
frühe HLW
frühe Defibrillation
< 3 Minuten
Ablauf des Herzkammerflimmerns – Überlebensraten in Abhängigkeit vom Beginn der Maßnahmen
8
Wirkung
1.3 Wirkungsweise der Defibrillation
Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen. Der Elektroschock, der bei der Defibrillation über zwei auf den Brustkorb des Patienten geklebten Elektroden
verabreicht wird, bewirkt eine Gleichrichtung des flimmernden Herzens.
Nach einer erfolgreichen Defibrillation kann das Herz wieder geordnet
schlagen.
EKG: Herzkammerflimmern
EKG: Normaler Herzrhythmus
Zeit
Defibrillation
Elektrokardiogramm (EKG): Herzkammerflimmern / normaler Herzrhythmus
9
Durchführung
1.4 Durchführung der
Automatisierten Defibrillation
Ersthelfer führen die Defibrillation mit AED durch. Diese
sind in der Handhabung einfach und haben nur wenige
Bedienungselemente. AED haben zwei Flächenelektroden,
die auf den Brustkorb fest aufgebracht werden müssen.
Alle Schritte, die zu tun sind, werden über eine Sprachsteuerung per Ansage und/oder über gut sichtbare Text- oder
Piktogrammhinweise mitgeteilt. Nach Aufkleben der Elektroden erfolgt automatisch eine EKG-Analyse. Danach
erhält man bei Vorliegen von Herzkammerflimmern die
Aufforderung, durch Knopfdruck einen Elektroschock auszulösen.
Nach der Schockabgabe gibt das Gerät Anweisungen zum
weiteren Vorgehen. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Defibrillation wird mittels modernster Medizintechnik von AED übernommen, so dass sie auch von
Ersthelfern, die über keinerlei EKG-Kenntnisse verfügen,
einfach und sicher eingesetzt werden können.
Eine versehentliche oder falsche Schockabgabe durch den
Anwender ist ausgeschlossen. Denn nur wenn der AED ein
Herzkammerflimmern sicher erkannt hat, gibt er dem Anwender die Möglichkeit frei, durch Drücken einer Taste den
notwendigen Elektroschock an das flimmernde Herz abzugeben. Selbstverständlich ist wie bei jedem Notfall auch
beim Einsatz eines AED der Rettungsdienst sofort zu rufen,
damit frühzeitig die erweiterten Maßnahmen eingeleitet
werden können.
10
Rahmenbedinungen
1 Einschalten
2 Platzieren
3 Drücken
(nach Aufforderung)
Anwendung eines AED
2. Rahmenbedingungen
Bei der Entscheidung über die Anschaffung eines AED sollte eine Gefährdungsbeurteilung zugrundegelegt werden. Darin sollte die statistische
Wahrscheinlichkeit berücksichtigt werden, mit der ein AED im Betrieb
zum Einsatz kommen wird. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines entsprechenden Ereignisses beeinflussen beispielsweise:
• Betriebsgröße
• Zahl der Beschäftigten
• Altersstruktur der Beschäftigten
• Umfang von Kunden- oder Publikumsverkehr
• Betriebsspezifische Gefahren
(z. B. elektrischer Strom)
Werden AED im Unternehmen angeschafft, sollen betriebliche Ersthelfer
und das medizinische Personal im Betrieb in der Anwendung des AED
qualifiziert sein.
11
Medizinproduktgesetz
2.1 Medizinproduktegesetz/
Medizinprodukte-Betreiberverordnung
Für die Anwendung von AED im Rahmen der betrieblichen
Erste-Hilfe-Organisation sind das Medizinproduktegesetz
(MPG) und die Medizinprodukte-Betreiberverordnung
(MPBetreibV) maßgeblich. Der AED ist nach MPG ein aktives Medizinprodukt. Das organisierte und planmäßige
Vorhalten eines AED fällt unter die Bestimmungen der
MPBetreibV.
Entsprechend haben die Unternehmen eine beauftragte Person („Gerätebeauftragter“) zu benennen, die in die
sachgerechte Handhabung, die Anwendung und den Betrieb des AED eingewiesen ist. Die beauftragte Person hat
insbesondere die Aufgabe, die vorhandenen AED regelmäßig zu überprüfen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen (z.B. Batterie, Akku, Klebeelektroden). Außerdem
führt sie das Medizinproduktebuch.
Im Medizinproduktebuch werden Gerätedaten, Daten zur
ersten Inbetriebnahme, eingewiesene Personen, Geräteverantwortliche, notwendige sicherheitstechnische Kontrollen sowie Wartungsintervalle dokumentiert.
Die MPBetreibV fordert grundsätzlich, dass AED nur von
Personen angewendet werden dürfen, die durch den
Hersteller bzw. die beauftragte Person in die Handhabung
des AED eingewiesen sind. In Unternehmen sind dies in
erster Linie die Ersthelfer und das medizinische Personal.
12
Unfallverhütungsvorschrift
2.2 Unfallverhütungsvorschrift
„Grundsätze der Prävention“ (BGV A1)
2.2.1Qualifizierung der Ersthelfer
Die praktische Anwendung von AED im Betrieb durch Ersthelfer ist an die Teilnahme einer Erste-Hilfe-Aus- bzw. Fortbildung und an eine Erste-Hilfe-Weiterbildung
gebunden.
Die UVV „Grundsätze der Prävention“ unterscheidet zwischen
a) Erste-Hilfe-Ausbildung:
Die Ausbildung zum Ersthelfer erfolgt in einem acht
Doppelstunden umfassenden Erste-Hilfe-Lehrgang.
b) Erste-Hilfe-Fortbildung:
Die Fortbildung erfolgt durch Teilnahme an einem vier
Doppelstunden umfassenden Erste-Hilfe-Training in
Zeitabständen von zwei Jahren
c) Erste-Hilfe-Weiterbildung:
Die Weiterbildung umfasst Erste-Hilfe-Maßnahmen,
die nicht Gegenstand von a) und b) sind. Diese Maßnahmen sind in einem angemessenem Zeitumfang zu
vermitteln. Die Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen
sind vom Unternehmer zu tragen.
Übung am Simulator
13
Qualifizierung der Ersthelfer
Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung
Im Rahmen der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung erlangt der Ersthelfer neben den Basismaßnahmen der Wiederbelebung grundlegende Kenntnisse zum AED.
• Funktionsweise der Defibrillation
• Anwendungsgebiete und Gefahren der Defibrillation
• Einbindung eines AED in den Ablauf der
Wiederbelebung (siehe auch Anhang I
„Algorithmus zur Anwendung eines AED“)
Erste-Hilfe-Weiterbildung (AED)
Im Rahmen einer Erste-Hilfe-Weiterbildung wird der betriebliche Ersthelfer in die Handhabung des AED eingewiesen und übt die Anwendung, so dass er sie innerhalb der Wiederbelebung sicher beherrscht. Darüber hinaus können die Anforderungen des MPG und
der MPBetreibV in die Weiterbildung integriert werden.
Die Weiterbildung kann vom verantwortlichen Arzt bei entsprechender notfallmedizinischer Qualifikation selbst oder von anderen geeigneten Institutionen (z. B. ermächtigte
Stellen) oder Personen (z. B. geeignete Lehrkräfte) durchgeführt werden. Diese Weiterbildung sollte möglichst im Anschluss an eine Erste-Hilfe-Ausbildung bzw. eine Erste-HilfeFortbildung durchgeführt werden, da die AED-Anwendung auf den Basismaßnahmen
der Reanimation und den grundlegenden Kenntnissen zur Defibrillation aufbaut. Eine
Erste-Hilfe-Weiterbildung sollte analog zur Aus- und Fortbildung mindestens alle zwei
Jahre erfolgen.
Erste-HilfeAusbildung
16 UE
Weiterbildung
- AED -
2 Jahre
Erste-HilfeFortbildung
8 UE
2 Jahre
Weiterbildung
- AED -
2 Jahre
Erste-HilfeFortbildung
8 UE
2 Jahre
Weiterbildung
- AED -
Zeitintervalle für Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung, sowie Weiterbildung (AED)
14
Unterweisung der Mitarbeiter
2.2.2 Unterweisung der Mitarbeiter
Im Rahmen der jährlichen Unterweisung über Erste Hilfe im Betrieb
(§ 4 UVV „Grundsätze der Prävention“ BGV A1) sind die Mitarbeiter
auch über die Standorte der AED und die Erreichbarkeit der Ersthelfer
zu informieren.
Unterweisung der Mitarbeiter
2.3 Ärztliche Fachaufsicht
Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) hat der Betriebsarzt den Unternehmer bei der Organisation der Ersten Hilfe im Betrieb, welches die
Implementierung von AED einschließt, zu beraten und zu unterstützen.
Darüberhinaus sind durch eine ärztliche Fachaufsicht eine qualifizierte
AED-Anwendung sowie eine Analyse und Nachbearbeitung eines Geräteeinsatzes sicherzustellen. Die ärztliche Fachaufsicht bedarf eines notfallmedizinisch qualifizierten Arztes mit Kenntnissen, Erfahrungen und
Fertigkeiten in der Reanimation einschließlich Defibrillation.
15
Rechtliche Einordung der AED-Anwendung
2.4 Rechtliche Einordnung
der AED-Anwendung
Die Anwendung des AED geschieht genauso wie die Wiederbelebung immer
im Rahmen des „rechtfertigenden Notstandes“ entsprechend § 34 Strafgesetzbuch (StGB) und der mutmaßlichen Einwilligung des Betroffenen. Demnach ist
davon auszugehen, dass der Ersthelfer bei
Anwendung eines AED strafrechtlich nicht
belangt werden kann, sofern er nicht die
gebotene Sorgfaltspflicht verletzt. Hinweise hierzu sind in der Broschüre „Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistungen durch
Ersthelfer“ der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung zu finden.
Wiederbelebung
16
Gerätetechnik
3. Gerätetechnik
In Deutschland werden von verschiedenen Firmen AED angeboten. Die folgende Liste
erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nimmt auch keine Wertung vor:
Cardiac Science Deutschland GmbH
Oskar-Schindler-Str. 3
50769 Köln
www.cardiacscience.de
Nihon Kohden Europe GmbH
Raiffeisenstr. 10
61191 Rosbach
www.nihonkohden.de
Defibtech
AED Service Deutschland GmbH
Kaiserswerther Str. 115
40880 Ratingen-Düsseldorf
www.defibtech.com
www.aedservice.de
PHILIPS Zentralvertrieb Defibrillation
medic assist GmbH & Co. KG
Friederikastr. 148
44789 Bochum
www.rettetleben.de
www.defidirekt.de
Herzmedica e.K.
Helene-Lange-Str. 28
66482 Zweibrücken
www.herzmedica.de
Schiller Medizintechnik GmbH
Rudolf-Diesel-Str. 14
85521 Ottobrunn
www.schillermed.de
Medtronic GmbH
Earl-Bakken-Platz 1
40670 Meerbusch
www.medtronic.de
www.lifepak.de
Weinmann Geräte für Medizin
GmbH + Co. KG
Kronsaalsweg 40
22525 Hamburg
www.weinmann.de
Med X5 Ltd. & Co. KG
Thomas Doelle Str. 3
86316 Friedberg
www.medx5.com
Welch Allyn GmbH & Co. KG
Zollerstr. 2 - 4
72417 Jungingen
www.welchallyn.com
Metrax GmbH
Rheinwaldstr. 22
78628 Rottweil
www.primedic.de
Zoll Medical Deutschland GmbH
Emil-Hoffmann Str. 47
50996 Köln
www.zollmedical.de
17
Analysesicherheit der AED
Neben den reinen Gerätepreisen sollten bei der Anschaffung die Folgekosten für das Zubehör (z. B. Elektroden), die Datenaufzeichnung, die evtl.
Wartung, die Auswertungssoftware oder ein evtl. EKG-Monitoring berücksichtigt werden. Viele Geräte bieten die Möglichkeit zu einer Softwareaktualisierung (Update).
3.1 Analysesicherheit der AED
Die Analysesicherheit der Geräte ist sehr groß: Die Wahrscheinlichkeit,
dass ein defibrillationspflichtiger Rhythmus richtig erkannt wird, wenn er
nach objektiven Kriterien vorliegt, liegt bei über 95 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gerät fälschlicherweise eine Defibrillation empfiehlt, wenn
hierzu keine Notwendigkeit besteht, ist kleiner 5 %.
3.2 Energieversorgung
AED sind entweder batterie- oder akkubetrieben. Der Vorteil batteriebetriebener AED liegt darin, dass sich niemand um die Pflege und das Laden
der Stromquelle bemühen muss. Neue Batterien haben geräteabhängig
üblicherweise eine Lebenszeit von etwa zwei bis fünf Jahren, sofern sie
nicht durch zwischenzeitliche Anwendungen beansprucht werden.
3.3 Verwendung der Elektroden
und Energieabgabe
Beim AED erfolgt die Energieabgabe über großflächige Klebeelektroden.
Die Klebeelektroden sind mit einem Haltbarkeitsdatum versehen, nach
dessen Ablauf sie nicht mehr benutzt werden dürfen. Durch das Austrocknen der Klebeelektroden erhöht sich der elektrische Widerstand, die Analyse und die Schockabgabe werden u. U. gestört und es könnten am Patienten erhebliche Verbrennungen verursacht werden. Über die geklebten
Elektroden sind sowohl die EKG-Ableitung, deren Analyse und die Schockabgabe gleichermaßen möglich.
18
Dokumentation
3.4 Dokumentation
AED-Geräte sollten über eine Einrichtung zur Dokumentation des Herzrhythmuses und
der jeweiligen Defibrillationsereignisse verfügen. Verschiedene Geräte können das gesamte EKG des Patienten während der Reanimation archivieren. Viele Geräte verfügen
auch über eine Sprachaufzeichnung, d. h. ab Aktivierung des AED werden die Geräusche
und auch die Sprache der Helfer aufgenommen. Die gesamte Dokumentation dient der
Nachbereitung und Nachbesprechung mit dem verantwortlichen Arzt.
3.5 Aufbewahrungsorte
Aufbewahrt werden sollen AED an zentralen Standorten oder Standorten mit hohem Personenverkehr, z.B. Empfangs-/Eingangsbereich. Es muss gewährleistet sein, dass auch auf
weitläufigem Betriebsgelände die Anwendung des AED im Notfall innerhalb kürzester Zeit
möglich ist (siehe Kapitel 1.2 „Faktor Zeit“).
Als Aufbewahrungsmöglichkeit bieten sich gut zugängliche Wandschränke an, die je nach
Ausführung evtl. auch einen Alarm beim Öffnen abgeben. Für spezielle Fälle sind auch
Wandschränke erhältlich, bei denen mit Öffnung automatisch ein Notruf abgesetzt wird.
Aufbewahrungsorte
19
Aufbewahrungsorte
Einrichtungen der Ersten Hilfe müssen gekennzeichnet sein, damit sie
leicht und schnell aufzufinden sind und ihr Zweck eindeutig bestimmt ist.
Die AED-Geräte sind mit dem Rettungszeichen E017 Automatisierter Externer Defibrillator zu kennzeichnen. Ferner sollten die Standorte der AED
im Flucht- und Rettungsplan gekennzeichnet sein.
Rettungszeichen E017 Automatisierter Externer Defibrillator
3.6 Betriebsanweisung
Bei der Erstellung der Betriebsanweisung sind insbesondere die Sicherheitshinweise aus der Bedienungsanleitung des Gerätes zu beachten.
Anlage II enthält eine Musterbetriebsanweisung für einen AED.
Diese kann unter www.dguv.de/erstehilfe heruntergeladen werden.
20
Ablauf
Anlage I: Algorithmus zur Anwendung eines AED (nach ERC-Leitlinien 2005)
Bewusstsein prüfen
Nicht vorhanden
Um Hilfe rufen
Atmung prüfen
keine normale
Atmung
AED holen (lassen)
Notruf
30 x Herz-Druckmassage:
2 x Beatmung:
bis AED einsatzbereit
Anweisungen des AED beachten
Beurteilung des
Rhythmus durch AED
Kein Schock
empfohlen
Schock empfohlen
Schock abgeben
Sofort weiterführen:
Wiederbelebung
30:2
2 min
Sofort weiterführen:
Wiederbelebung
30:2
2 min
Fortfahren, bis zum Eintreffen
des Rettungsdienstes bzw. bis
der Patient normal zu atmen
beginnt
21
Arbeitsplatz, Tätigkeitsbereich:
Verantwortlich:
als 1000 Volt Spannung und 10 Ampere Stromstärke in sehr kurzer Zeit (ca. 5 bis 20 Millisekunden) ab.
Bei unsachgemäßer Bedienung des AED kann es durch Kontakt oder leitende Verbindung zu den Klebe-
elektroden zu Stromunfällen kommen.
AED sind in der Regel nicht explosionsgeschützt ausgeführt
AED können zu falschen Analyseergebnissen kommen, wenn die Analyse von außen gestört wird
(z. B. starke elektromagnetische Felder).
•
•
•
Anwendung nur durch eingewiesene und geschulte Mitarbeiter
Anweisungen des AED nur bei festgestelltem Herzkreislaufstillstand
Anweisungen des AED nach dem Einschalten beachten und befolgen
Starke Brustbehaarung entfernen
Elektroden an vorgesehener Stelle fest aufkleben
(ggf. Medikamentenpflaster entfernen)
•
•
•
•
•
3. Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
AED geben bei Kammerflimmern über zwei Klebeelektroden einen Elektroschock in Höhe von meist mehr •
2. Gefahren für Mensch und Umwelt
Rahmen der Wiederbelebung bei festgestelltem Herzkreislaufstillstand (bewusstlos, keine normale Atmung)
Diese Betriebsanweisung gilt für die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators (AED) im
1. Anwendungsbereich
Datum:
Anlage II: Musterbetriebsanweisung – Automatisierter Externer Defibrillator (AED)
Bei Schockabgabe Patienten nicht berühren
Keine Anwendung des AED in explosionsgefährdeter Umgebung
Bei Nässe Patienten auf trockene Unterlage legen
•
•
•
Bei Störungen während des Einsatzes Gerät aus- und nochmals einschalten
Bei anhaltenden Störungen während des Einsatzes, Wiederbelebung unbedingt fortsetzen
und Gerät nicht weiter verwenden
•
•
Ruhe bewahren und Vitalfunktionen kontrollieren
Ersthelfer heranziehen und wenn nötig Wiederbelebung beginnen
Notruf absetzen: 112 und Unfall melden
•
•
•
Batterie nach Verbrauch bzw. Ablauf fachgerecht entsorgen und ersetzen
AED nach Vorschrift regelmäßig warten bzw. prüfen lassen
Einsatzbereitschaft und Funktionsfähigkeit des AED regelmäßig kontrollieren
Nach Einsatz des AED Sichtkontrolle durchführen
•
•
•
•
Unternehmer/Geschäftsleitung:
Unterschrift:
bzw. austauschen
Datum:
Klebeelektroden nach Einmalgebrauch oder nach Verfalldatum im Hausmüll entsorgen
•
6. Instandhaltung; Entsorgung
Eigenschutz beachten
•
5. Erste Hilfe
Bei jeglichen Störungen umgehend Gerätebeauftragten (Herr/Frau ....................) informieren
•
4. Verhalten bei Störungen
Während der Analyse der Herzströme durch den AED Patienten nicht berühren
•
Fachausschuss „Erste Hilfe“ der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
Riemenschneiderstraße 2
97072 Würzburg
Tel.: 0931 7943-0
Fax: 0931 7943-800
www.dguv.de/erstehilfe
www.bg-qseh.de
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