Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit - Öko

Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit - Öko
PROSA
Steckdosenleisten und
Steckdosenadapter mit
Abschaltautomatik
Studie im Rahmen des Projekts „Top 100 –
Umweltzeichen für klimarelevante
Produkte“
Freiburg, den 25.02.2013
Öko-Institut e.V.
Autor/innen:
Siddharth Prakash
Eva Brommer
Prof. Dr. Rainer Grießhammer
Birte Lüders
Jens Gröger
Gefördert durch:
Geschäftsstelle Freiburg
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79017 Freiburg. Deutschland
Hausadresse
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79100 Freiburg. Deutschland
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64295 Darmstadt. Deutschland
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10179 Berlin. Deutschland
Tel. +49 (0) 30 – 40 50 85-0
Fax +49 (0) 30 – 40 50 85-388
Zur Entlastung der Umwelt ist dieses Dokument für den
beidseitigen Druck ausgelegt.
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
IV
Abbildungsverzeichnis
V
2
Analyse von Markt- und Umfeld und Nutzen
2
2.1
2.2
2.2.1
2.2.2
2
3
4
2.2.3
2.3
2.3.1
2.3.2
2.3.3
Definition
Markt- und Umfeldanalyse
Markttrends
Funktionen von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit
Abschaltautomatik
Konsumtrends
Nutzenanalyse
Gebrauchsnutzen
Symbolischer Nutzen
Gesellschaftlicher Nutzen
6
10
11
12
16
17
3
Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung
19
3.1
3.2
3.3
Energieverbrauch von Master-Slave-Steckdosenleisten
Lebenszyklusanalyse Master-Slave-Steckdosenleiste
Analyse der Lebenszykluskosten
19
20
28
4
Intelligente Steckdosenleisten
31
4.1
4.2
4.3
Einsparpotenzial PC-System
Einsparpotenzial Hi-Fi-Anlage mit Verstärker und Aktivboxen
Analyse der Lebenszykluskosten
31
32
33
5
Literatur
35
6
Anhänge
37
6.1
Anhang I: die berücksichtigte Wirkungskategorien der
vereinfachten Ökobilanz
Kumulierter Primärenergiebedarf
Treibhauspotential
Versauerungspotential
Eutrophierungspotential
Photochemische Oxidantienbildung
Anhang 2: Vergabegrundlage Steckdosenleisten und
Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik
6.1.1
6.1.2
6.1.3
6.1.4
6.1.5
6.2
37
37
37
37
37
38
38
III
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1
Übersicht Norm für Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz
10
Tabelle 2
Typische Anwendungen einer Steckdosenleiste mit Abschaltautomatik
12
Tabelle 3
Zusammenfassung der Nutzenanalyse
18
Tabelle 4
Eigenleistung der von Computerbild getesteten Master-SlaveSteckdosenleisten
19
Tabelle 5
Eigenleistungswerte aus Herstellerangaben und eigenen Messungen
19
Tabelle 6
Eigene Messergebnisse zur Eigenleistung der Master-SlaveSteckdosenleiste mit angeschlossenen Geräten
20
Energieverbrauch eines PC-Systems (ineffiziente Geräte) ohne
Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste
23
Energieverbrauch eines PC-Systems (ineffiziente Geräte) mit Nutzung
einer Master-Slave-Steckdosenleiste
23
Energieverbrauch eines PC-Systems (effizientere Geräte) ohne
Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste
24
Energieverbrauch eines PC-Systems (effizientere Geräte) mit Nutzung
einer Master-Slave-Steckdosenleiste
25
Energieverbrauch eines Soundsystems ohne Nutzung einer MasterSlave-Steckdosenleiste
26
Energieverbrauch eines Soundsystems mit Nutzung einer MasterSlave-Steckdosenleiste
27
Tabelle 13
Ökobilanz – Master-Slave-Steckdosenleiste (Lebensdauer 10 Jahre)
28
Tabelle 14
Strompreise für unterschiedliche Haushaltsgrößen Die Größe eines
durchschnittlichen Haushalts liegt bei 2,08 Personen .
29
Tabelle 15
Jährliche Gesamtkosten einer Steckdosenleiste
30
Tabelle 16
Amortisationszeiten der analysierten Beispiele
30
Tabelle 17
Energieverbrauch eines PC-Systems (ineffiziente Geräte) mit Nutzung
einer intelligenten Steckdosenleiste
31
Energieverbrauch eines PC-Systems (effiziente Geräte) mit Nutzung
einer intelligenten Steckdosenleiste
32
Energieverbrauch eines Soundsystems mit Nutzung einer intelligenten
Steckdosenleiste
33
Tabelle 20
Jährliche Gesamtkosten einer intelligenten Steckdosenleiste
33
Tabelle 21
Amortisationszeiten der analysierten Beispiele
34
Tabelle 7
Tabelle 8
Tabelle 9
Tabelle 10
Tabelle 11
Tabelle 12
Tabelle 18
Tabelle 19
IV
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1
Die Grundstruktur von PROSA
2
Abbildung 2
Checkliste Gebrauchsnutzen
11
Abbildung 3
Checkliste Symbolischer Nutzen
11
Abbildung 4
Checkliste Gesellschaftlicher Nutzen
12
V
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Einleitung
Die vorliegende Untersuchung zu Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit Abschaltautomatik ist Teil eines mehrjährigen Forschungsvorhabens, bei der die aus Klimasicht
wichtigsten hundert Haushaltsprodukte im Hinblick auf ökologische Optimierungen und
Kosteneinsparungen bei Verbrauchern analysiert werden.
Auf Basis dieser Analysen können Empfehlungen für verschiedene Umsetzungsbereiche
erteilt werden:

für Verbraucherinformationen zum Kauf und Gebrauch klimarelevanter Produkte
(einsetzbar bei der Verbraucher- und Umweltberatung von Verbraucherzentralen,
Umweltorganisationen und Umweltportalen),

für die freiwillige Umweltkennzeichnung von Produkten (z.B. das Umweltzeichen „Der
Blaue Engel“, für das europäische Umweltzeichen, für Marktübersichten wie
www.topten.info und www.ecotopten.de oder andere Umwelt-Rankings),

für Anforderungen an neue Produktgruppen bei der Ökodesign-Richtlinie und für
Best-Produkte bei Förderprogrammen für Produkte,

für Ausschreibungskriterien für die öffentliche und umweltfreundliche Beschaffung,

für produktbezogene Innovationen bei Unternehmen.
Auf der Basis der vorliegenden Untersuchung und Diskussionen auf einer Expertenanhörung
am 09.11.2011 beim Umweltbundesamt in Berlin hat die Jury Umweltzeichen Vergabekriterien für das Umweltzeichen Blauer Engel RAL-ZU 134 Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik beschlossen (vgl. Anhang 2: Vergabegrundlage).
Methodische Vorgehensweise
Für die Ableitung von Vergabekriterien für das Umweltzeichen wird gemäß ISO 14024
geprüft, welche Umweltauswirkungen für die potenzielle Vergabe eines Klimaschutz-Umweltzeichens relevant sind – neben Energie/Treibhauseffekt kommen also auch andere
Umweltauswirkungen wie Ressourcenverbrauch, Eutrophierungs-Potenzial, Lärm, Toxizität,
etc. in Betracht.
Methodisch wird die Analyse mit der Methode PROSA – Product Sustainability Assessment1
durchgeführt (Abb. 1). PROSA umfasst mit dem der Markt- und Umfeld-Analyse, Ökobilanz,
der Lebenszykluskostenrechnung und der Benefit-Analyse die zur Ableitung der
Vergabekriterien erforderlichen Teil-Methoden und ermöglicht eine integrative Bearbeitung
und Bewertung.
1
Grießhammer, R.; Buchert, M.; Gensch, C.-O.; Hochfeld, C.; Rüdenauer, I.; Freiburg, Darmstadt, ProduktNachhaltigkeits-Analyse (PROSA/PLA) - Methodenentwicklung und Diffusion, Berlin 2007
1
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Eine Sozialbilanz wird nicht durchgeführt, weil soziale Aspekte z. B: bei der Herstellung der
Produkte beim Umweltzeichen bisher nicht oder nicht gleichrangig einbezogen werden.
Eventuelle Hinweise auf soziale Hot-Spots würden sich allerdings auch aus der Markt- und
Umfeld-Analyse ergeben.
Abbildung 1
2
Die Grundstruktur von PROSA
Analyse von Markt- und Umfeld und Nutzen
In Kapitel 1.1 wird zunächst die Produktgruppe Steckdosenleisten und Steckdosenadapter
mit Abschaltautomatik definiert, anschließend wird in Kapitel 1.2 die Markt- und
Umfeldsituation von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit Abschaltautomatik
beschrieben und in Kapitel 1.3 der Nutzen für den Endverbraucher im Alltag skizziert. Die
Daten für Deutschland beruhen auf Internetrecherchen, Herstellerangaben und Experteninterviews sowie auf der Auswertung von vorhandenen Qualitätstests zu der Produktgruppe,
sofern nicht anders angegeben. Die technischen Details sind der Norm DIN EN 61643-11
entnommen.
2.1
Definition
Der Stromverbrauch für unnötiges Standby von Geräten liegt bei privaten Haushalten in der
Größenordnung von 400 kWh pro Jahr. Durch den Einsatz von (manuell) schaltbaren
Steckdosenleisten können mehrere Geräte gleichzeitig vom Stromnetz getrennt werden,
auch solche, die nicht über einen echten Netzschalter verfügen. Die Erfahrungen aus der
Praxis zeigen, dass Haushalte entweder keine manuell schaltbaren Steckdosenleisten
2
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
einsetzen, weil diese als nicht komfortabel empfunden werden, oder dass Haushalte zwar
manuell abschaltbare Steckdosenleisten einsetzen, aber dann doch nicht regelmäßig zum
Abschalten nutzen.
Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik haben dagegen den Vorteil, dass Geräte bei
Nichtnutzung konsequent abgeschaltet werden. Dieser Vorteil überwiegt in der Regel
deutlich den Nachteil, dass diese Steckdosenleisten selbst einen geringen Stromverbrauch
haben.
Bei Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik handelt es sich um zwei unterschiedliche
Typen:
1. Geräte, bei denen bei Unterschreiten einer vom Nutzer einstellbaren Mindestleistungsaufnahme (Schaltschwelle) des Hauptgeräts (Master) und mit dem Ausschalten des Hauptgeräts (Master) die an der Steckdosenleiste angeschlossenen
Peripheriegeräte (Slaves) automatisch vom Stromnetz getrennt werden. Diese
werden auch Master-Slave-Steckerleisten genannt. Beispiel: ein PC wird als Master
angeschlossen, der Drucker und der Monitor werden als Slaves eingesetzt. Wenn der
PC heruntergefahren wird, stoppt die Steckdosenleiste auch die Stromzufuhr zum
Drucker und zum Monitor und sie werden damit automatisch abgeschaltet. Einige
Master-Slave-Steckdosenleisten besitzen einen sogenannten Empfindlichkeitsregler,
auch Schaltschwellenregler genannt, der so eingestellt wird, dass bei den SlaveGeräten auch dann schon die Stromzufuhr unterbrochen wird, wenn der Master noch
einen geringen Stromverbrauch, zum Beispiel im Standby- oder ausgeschaltetem
Zustand, anzeigt.
2. Geräte, bei denen bei Unterschreiten einer Mindestleistungsaufnahme (Schaltschwelle) nicht nur die Peripheriegeräte, sondern auch das Hauptgerät (Master) vom
Stromnetz komplett getrennt wird („Intelligente Leisten“). In dieser Variante fällt
entgegen der Ruhestromaufnahme von Mastergeräten bei Master-Slave-Steckerleisten kein Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte an. Solche Geräte können
auch nur eine einzelne Netzsteckdose beinhalten und das angeschlossene Gerät
vom Netz trennen.
Die Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik können zusätzlich eine
Überspannungsschutzfunktion aufweisen.
2.2
Markt- und Umfeldanalyse
In der Markt- und Umfeldanalyse werden zunächst Markttrends für die Produktgruppe
Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik erörtert, bevor in
Kapitel 1.2.2 auf Technologie- und in Kapitel 1.2.3 auf Konsumtrends eingegangen wird.
3
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
2.2.1
Markttrends
Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik sind bislang noch nicht
sehr weit verbreitet. Im Internet werden in Foren von Computernutzern (pc-welt, chip)
Erfahrungsberichte und Empfehlungen dazu ausgetauscht. Der Hauptgrund für die Nutzer ist
die Bequemlichkeit und der Energieeinspareffekt, da sonst häufig vergessen wird, weitere
Geräte neben dem PC wie Drucker etc. auszuschalten. In Computerfachzeitschriften wie
Computerbild und PC Magazin werden Tests zu Steckdosenleisten vorgestellt. Hier geht es
meist um den Überspannungsschutz und das Ziel, mit Hilfe dieser Leisten die empfindlichen
Computerkomponenten zu schützen, und eher zweitrangig um den Stromspareffekt.
Genaue Daten zu Produktion und Verkauf von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern
mit Abschaltautomatik in Deutschland ließen sich nicht finden. Ein Hersteller gab an, dass er
im Jahr 2008 insgesamt ca. 5000 Master-Slave-Steckdosenleisten verkauft und dabei selbst
am Markt nur einen Anteil von unter 1 % hat. Daraus kann annäherungsweise ein
durchschnittlicher Verkauf von 500.000 Stück in 2008 extrapoliert werden. Aus den
Verkaufszahlen eines Herstellers ist ein deutlicher Rückgang zwischen 2006 und 2007 zu
erkennen, der möglicherweise auf einen hohen Importanteil hindeutet. Laut Herstellerangaben ist das Interesse bei den Discountern an hochwertiger deutscher Ware gegenüber
billigen Importen eingebrochen. Der Anteil am Import aus Fernost wird vermutlich weiter
steigen.
Stromverbrauch
Die Steckdosenleiste hat selbst eine (Eigen-)Leistung und angeschlossen einen Eigenstromverbrauch, der unterschiedlich hoch sein kann. Die Werte der Eigenleistung der
Steckdosenleisten können gering sein und unter 1 W liegen (geringster selbst ermittelter
Wert: 0,3 W) oder einige Watt betragen. Der Durchschnitt der in der Zeitschrift Computerbild
3/2007 getesteten Modelle liegt bei 1,5 W. In der c’t vom 02.03.2009 liegt der Durchschnittswert der untersuchten 13 Geräte bei 1,86 W, wobei die Spanne von 0,4 W bis 2,7 W reicht.
Bei minderwertigen Geräten kann die Eigenleistung auch bis zu 10 W betragen. Abhängig ist
die Eigenleistung von der Art der Steckdosenleiste, z.B. ob ein beleuchteter Netzschalter
vorhanden ist oder ob der Überspannungsschutz mit Kontrollleuchte angezeigt wird.
Es wird unterschieden zwischen:

Steckdosenleiste ohne Überspannungsschutz ohne Netzschalter

Steckdosenleiste ohne Überspannungsschutz mit Netzschalter

Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz ohne Netzschalter

Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz und Kontrollleuchte sowie Netzschalter
Die Eigenleistung von Steckdosenleisten kann bei vorhandener Überspannungsschutzfunktion etwas höher sein. Dies liegt an den vorhandenen Kontroll-Leuchten für die Überwachung des Überspannungsschutzes, nicht unbedingt an der Überspannungsschutz-
4
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
funktion, da die Varistoren keinen nennenswerten Mehrverbrauch haben. Die verwendeten
Dioden für die Kontroll-Leuchten und den Netzschalter haben einen durchschnittlichen
Verbrauch von jeweils 0,2 – 0,3 W, was die Eigenleistung je nach Vorhandensein und Anzahl
an Dioden erhöhen kann. Neue Dioden mit Leistungswerten im Milliwatt-Bereich sind
vergleichsweise teurer und werden selten eingesetzt.
Wenn die Master-Slave-Steckdosenleiste nicht über einen Netzschalter verfügt, bekommt
der Master immer eine Stromzufuhr. Das kann bei Geräten, die auch im ausgeschalteten
Zustand Strom verbrauchen (sog. Leerlaufverluste, Schein-Aus), nicht unbedingt zu einer
Verringerung des Stromverbrauchs für dieses Gerät führen. Daher sollte, genau so wie bei
„normalen“ abschaltbaren Steckerleisten, auch bei Master-Slave-Steckdosenleisten ein
Netzschalter vorhanden sein. Eine andere Möglichkeit ist, ein Gerät, das keinen Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand hat, als Master einzusetzen: z.B. eine Schreibtischlampe.
Steckdosenleisten, bei denen bei Unterschreiten der eingestellten Schaltschwelle nicht nur
die Peripheriegeräte, sondern auch das Hauptgerät (Master) oder das einzelne
angeschlossene Gerät komplett vom Stromnetz getrennt wird, könnten sogar ohne einen
Netzschalter erhebliche Einsparungen erzielen. Denn im Gegensatz zu den Master-SlaveSteckerleisten fällt hier kein Ruhestromverbrauch des Mastergeräts an. Allerdings müssen
solche Steckdosenleisten zur Wiederherstellung der Stromversorgung eine Aufweckfunktion
(z.B. Taste oder Infrarot-Empfänger) vorweisen.
Preise
Der Handel bietet verschiedene Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit
Abschaltautomatik an. Master-Slave-Steckdosenleisten sind zwischen knapp 10 € (meist
ohne Überspannungsschutz) bis hin zu deutlich über 100 € erhältlich. Einzelmodelle über
400 € sind ebenfalls möglich, wobei hier die Priorität auf dem Überspannungsschutz liegt
und die Steckdosenleisten auch mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung
ausgestattet sind. Im Durchschnitt liegen die Internetpreise bei ca. 25-35 € (Quelle:
www.idealo.de). Als durchschnittlicher Preis werden für die nachfolgenden Berechnungen
30 € für Master-Slave-Steckdosenleisten angenommen, der sich aber durch vermehrte
Importe aus Fernost in Zukunft verringern kann. Auch die Herstellungsweise wirkt sich auf
den Preis aus. Hersteller in Deutschland stellen die Geräte mit der teureren Profilbauweise
her, während die günstigen Modelle aus Fernost mit dem Spritzgussverfahren hergestellt
werden, das durch die Massenproduktion wesentlich günstiger ist.
Für intelligente Steckdosenleisten konnten keine durchschnittlichen Preise ermittelt werden.
Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sie im Schnitt etwas teurer sind als
Master-Slave-Steckdosenleisten, da sie über eine zusätzliche Elektronik verfügen.
5
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
2.2.2
Funktionen von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit Abschaltautomatik
Überspannungsschutz
Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik gibt es mit und ohne
Überspannungsschutz. Da ein hochwertiger Überspannungsschutz eine zusätzliche Sicherung für die angeschlossenen Geräte ist, werden Modelle mit Überspannungsschutz aus
Verbrauchersicht empfohlen. Die eigentliche Funktion der Steckdosenleisten - den Stromverbrauch zu senken - erfüllen sie auch ohne Überspannungsschutzfunktion. Für den
Überspannungsschutz müssen allerdings die entsprechenden Normen eingehalten werden.
Modelle mit Überspannungsschutzfunktion sind Überspannungsschutzgeräte (englisch: SPD
- Surge Protection Device) und reduzieren den Pegel von hochenergetischen Störungen
(Surges), die über die Netzleitung hereinkommen. Solche Surges können beispielweise bei
einem entfernten Blitzschlag oder bei Schalthandlungen des Energieversorgers in seinem
Netz durch die Leitung fließen. Bei auftretenden Überspannungen stellen die eingebauten
elektronischen Bauteile eine Verbindung zum Schutzleiter her und leiten die gefährliche
Überspannung ab. An der Steckdosenleiste angeschlossene Geräte werden somit wirksam
und zuverlässig gegen zu hohe, schädigende Spannungen geschützt.
Es ist wichtig zu wissen, dass Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik mit Überspannungsschutz keine Sicherheit gegen zu hohe Spannungen z.B. bei
direktem oder sehr nahem Blitzeinschlag bieten können. Sie stellen nur den Feinschutz dar
[SPD Typ 3 – Ableiter (ehemals Anforderungsklasse D-), die direkt an Steckdosen eingesetzt
werden] und reduzieren die verbleibenden Überspannungen auf das von den angeschlossenen Geräten verkraftbare Maß. Ein komplettes Überspannungsschutzkonzept berücksichtigt alle externen und internen elektrisch leitenden Verbindungen, wie zum Beispiel
externer Blitzschutz am Gebäude, Überspannungsableiter in der Etagenverteilung, Blitzstromableiter in der Hauseinspeisung, Fundament-Erder und Potenzial-Ausgleichsschiene.
Der Verzicht auf eine Stufe kann den Überspannungsschutz nahezu unwirksam machen,
bzw. ein alleiniger Feinschutz ist unwirksam ohne die übergeordneten Schutzkategorien.
Die Ansprechzeit der Varistoren2 in der Leiste im Falle einer Überspannung ist sehr gering
und wird für die meisten Leisten mit 25 ns angegeben.
Der ideale Überspannungsschutz muss:
2
6

sehr schnell auslösen,

hohe Energiemengen ableiten können,
Der Varistor ist ein spannungsabhängiger Widerstand und eignet sich zum Schutz vor Überspannungen. Im
Normalbetrieb ist ihr Widerstand sehr groß, sodass nur ein zu vernachlässigender Strom fließen kann,
während bei Überspannung der Widerstand fast verzögerungsfrei sehr klein wird und Ladung ableitet. Er wirkt
wie ein Bypass und begrenzt so die Spannung.
PROSA Steckdosenleisten und -adapter

keine Ruheströme verursachen,

nach dem Ableiten die Betriebssituation automatisch wiederherstellen.
Wichtige Kenngrößen der Überspannungsschutzfunktion sind die Kurzschlussfestigkeit, der
Schutzpegel UP, die Ansprechgleichspannung und die maximale Stoßspannung/kombinierter
Stoß UOC.
Die Grenzwerte für diese Kenngrößen bzw. die Testmethoden werden von der Normen
DIN EN 61643-11 festgelegt. Alle Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz müssen nach
dieser Norm geprüft sein und folgende Werte müssen auf den Geräten dauerhaft angebracht
sein:

Hersteller

höchste Dauerspannung UC

Geräte-Typ (Typ 3)

Prüfparameter: kombinierter Stoß UOC

Schutzpegel UP

Schutzgrad des Gehäuses (IP-Code), wenn IP>20

Stromart
Im Folgenden werden die wichtigsten Kenngrößen durch ihre Definitionen erklärt:
Höchste Dauerspannung UC
ist der höchste Effektivwert der Wechselspannung, die dauernd an den Schutzpfaden des
Überspannungsschutzes in der Steckdosenleiste angelegt werden darf. Sie liegt bei den
Leisten zwischen 275 V und 600 V. Der Wert ist in den letzten Jahren eher gestiegen.
Schutzpegel UP
Der Spitzenwert der an einem Überspannungsableiter anliegenden Spannung beim
ableitbaren Spitzenstrom (z.B. 100 A) heißt Schutzpegel. Diesen Spitzenwert muss die nachfolgende zu schützende Elektronik mindestens aushalten, darum sollte er möglichst niedrig
sein. Je nachdem für welche Überspannungskategorie die Steckdosenleiste geeignet ist,
darf der Schutzpegel 1,5 kV (Überspannungskategorie I) oder 2,5 kV (Überspannungskategorie II) nicht überschreiten. Ist er allerdings kleiner als der Grenzwert, ist ein noch
besserer Schutz gegeben. Die Werte für den Schutzpegel liegen bei den Leisten i.d.R.
zwischen 1,5 und 1,8 kV. Der Schutzpegel ist zwischen L gegen N niedriger und L/N gegen
PE höher. Elektrische Geräte für den Hausgebrauch müssen nach EN-Norm selbst eine
gewisse Störfestigkeit haben und so Spannungen von 500 V bzw. zum Schutzleiter 1000 V
7
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
aushalten. Bei Spannungen darüber hinaus soll der Überspannungsschutz der Steckdosenleiste ansprechen.
Kurzschlussfestigkeit
ist der höchste unbeeinflusste Kurzschlussstrom, den das Überspannungsschutzgerät aushalten kann ohne dieses zu zerstören. Er liegt bei den Master-Slaves meist bei 6,5 kA.
Kombinierter Stoß UOC
Der Kombinierte Stoß wird von einem Generator zur Prüfung der Überspannungsschutzgeräte des Typs 3 nach Norm erzeugt. Die Spannung UOC ist die Leerlaufspannung des Generators. Angegebene Werte für Steckdosenleisten sind i.d.R. Werte um 56 kV, können aber auch darunter liegen (3 kV) oder sogar bei manchen Geräten 20 kV
betragen. Je höher dieser Wert, desto spannungsfester ist das Gerät.
Schutzgrad des Gehäuses (IP-Code)
Schutzgrad, den das Gehäuse gegen das Berühren spannungsführender Teile sowie gegen
das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser gewährleistet.
Sollte die Überspannungsschutzelektronik durch zu energiereiche Überspannungen beschädigt werden, so trennen interne Überhitzungsschutzelemente diese dauerhaft ab. Somit
werden Gefahren durch Überhitzung der Elektronik vermieden. Nach diesem Abtrennen ist
der Überspannungsschutz der Leisten defekt.
Weiterhin wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass weitere Anschlüsse am Computer (z.B.
Telefon, Modem, Antennen) eine zusätzliche Überspannungsabsicherung an der jeweiligen
Leitung benötigen, da der Überspannungsschutz der Steckdosenleiste nur die Steckdosen
abdeckt und die Spannung auch über die Internetverbindung den PC zerstören kann.
Feinsicherung
Der Überspannungsschutz gilt für alle Steckdosen der Steckdosenleiste. Bei manchen
Modellen kann ein Teil der Steckdosen überdies durch eine eingebaute Feinsicherung bei
Überspannung vom Netz genommen werden. Diese Steckdosen sind extra gekennzeichnet
und haben eine geringere Nennleistung. Sie werden bei Ansprechen des Überspannungsschutzes durch die eingebaute Feinsicherung vom Netz getrennt. Dadurch kann sofort
bemerkt werden, dass eine Überspannung aufgetreten ist, die zwar nicht zum völligen
Funktionsverlust der Leiste führt, aufgrund derer jedoch kein weiterer Schutz mehr vor
Überspannung für alle Steckdosen besteht.
Die Steckdosen ohne diese Feinsicherung funktionieren auch nach Auslösen der Feinsicherung weiter - allerdings ohne Überspannungsschutz. Ein Auswechseln der Feinsiche-
8
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
rung ist selbstständig möglich und stellt den Überspannungsschutz im Normalfall für alle
Steckdosen wieder her.
Netzfilter
Ein Netzfilter dient zum Schutz vor hochfrequenten Netzstörungen. Solche kurzen,
hochfrequenten Spannungsspitzen, die der Netzspannung überlagert sind, werden durch
den Netzfilter gedämpft. Der Netzfilter reduziert dadurch Bildstörungen und ist ideal für
Bildschirme, Geräte mit integriertem Monitor, Fernsehgeräte. Die Steckdosen, die einen
Netzfilter haben, sind auf der Leiste extra gekennzeichnet und sind mit einer geringeren
Stromstärke abgesichert als die anderen Steckdosen (5,0 A oder 6,3 A statt 16 A). Bei
manchen Steckdosenleisten kann der Netz- und Frequenzfilter optional erhältlich sein.
Leistung/Belastbarkeit
Die Gesamtleistung von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit Abschaltautomatik
ist abhängig von der Nennspannung und der Stromstärke und wird durch die Netzsicherung
begrenzt. Die Steckdosenleisten und -adapter sind i.d.R. für 230 V (Nennspannung) und
16 A (Nennstromstärke) ausgelegt. Das ergibt eine maximale Nennleistung von 3600 W.
Andere Modelle bieten weniger Leistung (1000 W oder 2300 W), da sie nur bis 6,5 A oder
10 A belastbar sind. Die Angabe der maximalen Gesamtleistung (Nennleistung) gilt für alle
Steckdosen zusammen. Unabhängig ist dabei die Anzahl der Steckdosen. Zu beachten ist,
dass sich bei manchen Leisten die Leistung der einzelnen Steckdosen je nach Funktion
unterscheidet. Steckdosen mit Netzfilter haben zum Beispiel nur eine geringere Leistung.
Weitere Anschlüsse
Einige Hersteller bieten spezielle Steckdosenleisten mit Anschlüssen für Telefon,
Fernsehempfang und Internet oder mit einer Anschlussmöglichkeit für Antennenkabel für
HiFi- und TV-Geräte an. Dies bietet einen Überspannungsschutz auch für die Netz- und
Antennenleitung.
Neben dem Master- und den Slave-Anschlüssen können einige Modelle auch noch
permanente Steckdosen haben, die unabhängig vom Master immer funktionieren (z.B. für
einen DVD-Festplattenrekorder).
Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
Diese Funktion schützt vor Stromausfall, Unterspannungen, Frequenzänderungen. Bei
Geräten mit einer integrierten USV können lokale Schwankungen und Ausfälle im Stromnetz
ausgeglichen werden, indem sie angeschlossene Geräte mit elektrischer Energie aus
Akkumulatoren speisen, die ständig aus dem Stromnetz nachgeladen werden.
9
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Prüfzeichen und Normen
Für Mehrfachsteckdosenleisten mit Überspannungsschutz gilt in Deutschland die folgende
Norm (Tabelle 1):
DIN EN 61643-11 (VDE 0675 Teil 6-11 - Überspannungsschutzgeräte für Niederspannung)
Übliche Gütesiegel sind das CE- und das GS-Zeichen. Das CE-Zeichen ist vorgeschrieben
und muss mindestens auf der Packung stehen, besser aber auch auf dem Gerät.
Tabelle 1
Übersicht Norm für Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz
DIN Bezeichnung
DIN EN 61643-11
VDE Bezeichnung
VDE 0675 Teil 6-11
Titel
Überspannungsschutzgeräte für Niederspannung
Geräte-Typen 1,2,3
Kriterium
Hier werden Geräte nach Typ 3 betrachtet
(ehemals:) Anforderungsklasse B,C,D
Hier werden Geräte nach Anforderungsklasse D betrachtet
Klasse III (Typ 3):
Kenngrößen
UOC max 20 kV
Isc max 10 kA
(>20 kV und 10 kA = Typ 2)
EU-weit gelten zudem folgende Richtlinien, die alle drei die Sicherheit elektrische betriebener
Geräte regeln:

Richtlinie 2006/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12.
Dezember 2006 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend
elektrische Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen

Richtlinie 2004/108/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15.
Dezember 2004 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die
elektromagnetische Verträglichkeit und zur Aufhebung der Richtlinie 89/336/EWG

DIN VDE 0620-1 oder IEC 60884-1: Stecker und Steckdosen für den Hausgebrauch
und ähnliche Anwendungen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen an ortsfeste
Steckdosen
2.2.3
Konsumtrends
Zu Konsumtrends bei Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit Abschaltautomatik
liegen abgesehen von den oben aufgeführten Internet-Beiträgen noch keine Erhebungen vor.
10
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
2.3
Nutzenanalyse
Die Analyse des Nutzens wird nach der Benefit-Analyse von PROSA durchgeführt. Dabei
werden die drei Nutzenarten Gebrauchsnutzen, Symbolischer Nutzen und Gesellschaftlicher
Nutzen qualitativ analysiert. Für die Analyse gibt PROSA jeweils Checklisten vor. Aufgrund
der Besonderheiten einzelner Produktgruppen können einzelne Checkpunkte aus
Relevanzgründen entfallen oder neu hinzugefügt werden. Die drei Checklisten sind
nachstehend wiedergegeben.
Abbildung 2
Checkliste Gebrauchsnutzen
Abbildung 3
Checkliste Symbolischer Nutzen
11
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Abbildung 4
Checkliste Gesellschaftlicher Nutzen
Im Folgenden wird der Nutzen analysiert, den Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit
Abschaltautomatik für private Nutzer bzw. Verbraucher stiften.
2.3.1
Gebrauchsnutzen
Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik mit Überspannungsschutz vereinen den Nutzen
einer Verteilersteckdose, den Überspannungsschutz für empfindliche Geräte und die MasterSlave-Funktion mit dem Ein- und Ausschalten aller angeschlossenen Geräte bei Ein- und
Ausschalten des Master-Gerätes. Das bietet ein hohes Maß an Komfort, denn so können alle
angeschlossenen Geräte bequem über den Schalter eines Gerätes geschaltet werden. Bei
den intelligenten Steckdosenleisten wird zudem auch das Mastergerät vom Netz getrennt.
Genutzt werden kann eine solche Steckdosenleiste mit Abschaltautomatik für alle erdenklichen Bereiche, in denen mehrere elektronische Geräte gleichzeitig genutzt werden, die
abhängig von der Nutzung eines Hauptgerätes (Master) sind. Folgende AnwendungsBeispiele (Tabelle 2) sind typische Einsatzmöglichkeiten:
Tabelle 2
Typische Anwendungen einer Steckdosenleiste mit Abschaltautomatik
Bereich
Master
Slaves
Schreibtisch
PC
Monitor, Drucker, Scanner, Aktivboxen…
TV
Fernseher
DVD-Recorder, Sat-Receiver, DVD-Spieler,
Surround-System, Videorecorder
HiFi
Verstärker
CD- oder MD-Spieler, Kassettendeck, Tuner oder
Aktiv-(Surround-)Boxen
Werkstatt
Kreissäge
Absaugvorrichtung
12
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Allerdings sind Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik für manche Geräte nur eingeschränkt geeignet. Beispielweise sollten Tintendrucker nicht unbedingt als Peripheriegeräte
angeschlossen werden, da Tintendrucker die Düsen beim Einschalten immer erneut spülen,
wenn das Gerät nicht per Ein-/Ausschalter abgeschaltet wurde. Da Druckertinten extrem
teuer sind, könnte diese Anwendung bei niedrigem Druckvolumen sehr teuer werden.
Darüber hinaus können die Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik die laufenden
Notebooks von denen nicht unterscheiden, die gerade ihre Akkus im Suspend-to-RAM
Modus laden. Da die Leistungsaufnahme während des Ladevorgangs sehr hoch ist, bleiben
die Peripheriegeräte eingeschaltet, obwohl sich das Notebook im Suspend-to-RAM Modus
befindet.
Beim Kauf einer Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik sollte eine ausführliche
Bedienungsanleitung beigefügt sein. Hier sollten die Beschreibung des Gerätes, die
Funktionsweise, die Bedienung und weitere Hinweise zu Sicherheit und Garantie aufgeführt
sein. Bei den derzeit auf dem Markt befindlichen Leisten sind die Bedienungsanleitungen
sehr verschieden gestaltet. Es werden sehr ausführliche Bedienungsanleitungen beigefügt,
die wiederum sehr umständlich sein können; z.T. sind die Bedienungsanleitungen sehr
knapp gehalten oder es sind gar keine beigefügt.
Garantie
Die Hersteller von Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik bieten
zwischen 2 Jahren Gewährleistung und 5 Jahren Garantie auf ihre Produkte. Bei einzelnen
Herstellern werden auch 10 Jahre Garantie angeboten. In der Bedienungsanleitung sollten
die Bedingungen besonders zum Überspannungsschutz ausführlich erklärt werden. Bei
manchen Hersteller ist sind darüber hinaus die an die Leiste angeschlossenen Geräte gegen
Überspannungsschäden versichert. Dem Käufer dieses Produkts wird der Zeitwert sämtlicher ordnungsgemäß angeschlossener Geräte, die einen Überspannungsschaden erlitten
haben, bis zu einem bestimmten Höchstwert ersetzt. Vorraussetzung ist natürlich u.a. die
korrekte Erdung der Wandsteckdose (Schutzkontaktsteckdose), an der die Steckerleiste
angeschlossen wird. Außerdem entfällt die Versicherungszusage, wenn die versiegelte
Steckdosenleiste geöffnet wurde. Ebenso hat man keinen Anspruch auf die Leistungen,
wenn „nicht geeignete“ Geräte angeschlossen sind, insbesondere solche mit Außenverbindungen (Kabel, Leitungen, sonstige Anschlüsse), die nicht von der Leiste geschützt
werden.
Manche Hersteller bieten auf ihrer Homepage deutschsprachigen Support und Hilfetelefonnummern an (mit unterschiedlich hohen Gebühren).
Einstellbare Schaltschwelle
Die Schaltschwelle regelt, bei welcher Leistung des Masters das Modul ein- bzw.
ausgeschaltet wird und sich dementsprechend die Slaves ein- und ausschalten. Die Schalt-
13
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
schwelle kann automatisch bei Steckdosenleisten eingestellt sein oder die Steckdosenleisten
sind mit einem Schaltschwellenregler ausgestattet. Sobald der Strom den eingestellten
Schwellenwert überschreitet, schaltet ein Relais die Slave-Steckdosen ein, bei Unterschreitung des Schwellenwertes werden die Slaves wieder ausgeschaltet. Dies kann sinnvoll
für das Ausschalten der Slaves schon im Stand-by-Zustand des Masters sein. Die Hysterese
der Leistenelektronik verhindert, dass das Relais ständig ein- und ausschaltet, wenn die
Stromaufnahme des Masters zufällig gerade auf der Schaltschwelle liegt. Mit einer Hysterese
von fünf Prozent oder mehr liegt man auf der sicheren Seite (c’t 2009).
Der Regler ist nicht immer einfach zu bedienen, bei manchen muss hierfür ein spezielles
Werkzeug genutzt werden. In der Bedienungsanleitung sollte die genaue Einstellung für das
jeweilige Modul beschrieben sein. In der Regel wird die Schaltschwelle entgegen der Uhrzeigerdrehrichtung verringert und im Uhrzeigersinn erhöht. Die Grenzen der Regler sind
unterschiedlich: die kleinsten einstellbaren Werte liegen zwischen 6 und 30 W, die
Obergrenze liegt zwischen 40 W und 500 W. Eine möglichst große Spanne erhöht die
Variabilität der Masteranwendung.
Sicherung
Die maximale Leistung einer Steckdosenleiste mit Abschaltautomatik sollte auf der Leiste
sichtbar zu sehen sein. Bei Leisten mit einer eingebauten Feinsicherung spricht die
Sicherung auch bei Überlast an und kann ausgetauscht werden.
Nutzerfreundlichkeit
Die Anzahl der Slave-Steckdosen ist von Modell zu Modell verschieden (z.B. 7, 6 oder 4).
Die Anzahl der Steckdosen hat jedoch keinen Einfluss auf die Leistung einer Steckdosenleiste mit Abschaltautomatik. Sie muss je nach Verwendungszweck ausgesucht
werden. Bei den meisten Leisten sind es Schukostecker, aber bei manchen sind Schukostecker auch mit schmalen Steckern angeordnet. Die maximale Nennleistung der Steckerleiste muss in jedem Fall beachtet und darf nicht überschritten werden.
Die Anordnung der Steckdosen variiert ebenfalls. Bei den meisten Leisten sind die
Steckdosen um 45° gedreht, was eine leichtere Anordnung von großen Steckern (Winkelsteckern) nebeneinander ermöglicht. Eine gerade Anordnung in Längsrichtung ermöglicht
eine noch leichtere Anordnung, auch drehbare Steckdosen sind möglich. Manche Leisten
bieten die Anordnung der Steckdosen auf der Leiste mit verschieden weitem Abstand (z.B.
für Netzteile) an.
Ein Netzschalter (zweipolig mit Netzanzeigefunktion) dient als Ein- und Ausschalter für die
gesamte Master-Slave-Steckdosenleiste und verhindert sogenannte Schein- oder Leerlaufverluste, die elektrische Geräte, die am Netz hängen, auch im ausgeschalteten Zustand
verbrauchen. Ein Netzschalter ist nicht unbedingt an jeder Steckdosenleiste vorhanden.
14
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Die Schaltzeit sagt aus, nach welcher Zeit sich die Slaves nach Anschalten des Masters
dazuschalten. Sie liegt bei ca. 10 ms.
Mit Hilfe einer Funktionsanzeige für den Überspannungsschutz signalisiert eine Kontrollleuchte die einwandfreie Funktion des Überspannungsschutzes und die Spannungsführung
aller Steckdosen: Brennt die Leuchte nach dem Einschalten der Steckdosenleiste nicht, ist
die Überspannungsschutzfunktion nicht mehr gewährleistet (z.B. nach einem Blitzeinschlag
in der Umgebung). Bei Vorhandensein einer eingebauten Feinsicherung ist diese vor
Inbetriebnahme zu ersetzen, um die Leiste wieder voll funktionsfähig zu machen. Brennt die
Kontrollleuchte auch nach Ersetzen der Feinsicherung nicht, wurde die Elektronik aufgrund
Überhitzungsgefahr abgetrennt. Die Überspannungsschutzfunktion ist in diesem Fall nicht
mehr gegeben. Die Leiste kann noch als normale Verteilersteckdose eingesetzt, bei
manchen Herstellern auch repariert werden (siehe Abschnitt Reparierbarkeit und
Lebensdauer, S. 16).
Die Länge der Anschlussleitung ist bei den Herstellern unterschiedlich, meistens ist sie 1,5 m
lang, aber es sind auch Steckerleisten mit 3 m Kabellänge erhältlich. Der Leitungsaustritt ist
häufig an beiden Enden möglich, und die Leitung ist z.T. austauschbar. Es gibt verschiedene
Möglichkeiten der Befestigung (Aufhängehaken, Befestigungsclips zum Anschrauben, Leiste
verdeckt anschraubbar).
Mit Fernbedienung steuerbare Steckdosenleisten bieten noch mehr Komfort, haben
möglicherweise aber wieder eine höhere Eigenleistung, da sie nicht mit einem Ausschalter
ganz ausgeschaltet werden. Daten für solche Leisten konnten nicht ermittelt werden. Eine
andere Möglichkeit bieten Leisten, deren Slave-Steckdosen einzeln mit einem jeweils
eigenen Ausschalter an- und ausgeschaltet werden können.
Die Leisten können mit einem akustischen Warnsignal ausgestattet sein, das bei
Ansprechen des Überspannungsschutzes ertönt. So kann eine mögliche weitere Nutzung
ohne Überspannungsschutz ausgeschlossen werden.
Elektrische Sicherheit
Die elektrische Sicherheit spielt bei Steckdosenleisten eine wichtige Rolle. Stiftung
Warentest hat die elektrische Sicherheit von Steckdosenleisten getestet (Ausgabe 07/2011),
mit erschreckendem Ergebnis: 11 der 19 getesteten Steckdosenleisten waren mangelhaft.
Stiftung Warentest testete unter anderem, wie stark sich die Steckdosenleisten bei hohem
Stromfluss erhitzen. Mehr als ein Drittel der getesteten Geräte erhitzten sich stärker als die
Norm es zulässt. In der Praxis kann die Erhitzung sogar noch stärker sein, aufgrund von
abgenutzten Kontakten oder wenn die Steckdosenleiste unter einer Abdeckung eingebaut
ist. Nicht alle in Steckdosenleisten verwendete Isolierstoffe halten Hitze und Feuer stand,
was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass die Geräte anfangen zu brennen.
15
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Um die angeschlossenen Geräte vor Spannungsimpulsen aus dem Stromnetz zu schützen,
z.B. durch entfernte Blitzeinschläge, sollte man sich für Geräte mit hochwertigem
Überspannungsschutz entscheiden.
Um für elektrische Sicherheit zu sorgen, gibt Stiftung Warentest folgende Tipps für Verbraucher:

Steckdosenleisten sollten regelmäßig überprüft werden hinsichtlich verborgener
Kontakte oder locker sitzender Stecker.

Kabelsalat sollte möglichst vermieden werden, da diese zu Stromunfällen und
Wohnungsbränden führen können. Außerdem sollten Steckdosenleisten nicht hintereinander angeschlossen werden.

Steckdosenleisten eignen sich in der Regel nicht für den Betrieb im Freien. Sie sollten
außerdem nicht in feuchten Räumen angeschlossen werden.
Kinderschutzsicherung
Die meisten Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik werden mit
integrierter Kinderschutzsicherung angeboten, ein wichtiges Auswahlkriterium bei im
Haushalt lebenden Kindern und besonders, wenn die Leisten leicht zugänglich in der
Wohnung angebracht sind.
Reparierbarkeit und Lebensdauer
Wenn im Falle einer hohen Überspannung die Elektronik in der Steckdosenleiste beschädigt
wurde, so wird die Elektronik durch interne Überhitzungsschutzelemente dauerhaft abgetrennt. In diesem Fall ist der Überspannungsschutz nicht mehr gegeben. Die Leiste kann
zwar weiterhin als einfache Verteiler- oder Mehrfachsteckdose genutzt werden, aber für den
Überspannungsschutz benötigt man eine neue. Das ist abhängig vom Auftreten einer hohen
Überspannung und kann nicht als fester Zeitpunkt angegeben werden.
Manche Hersteller bieten eine Reparatur an und ersetzen die für den Überspannungsschutz
notwendige Elektronik in der Steckdosenleiste. Dadurch können diese Leisten wieder
eingesetzt werden. Die Leisten altern durch Störimpulse, den Betrieb oder durch ungünstige
Umgebungsbedingungen.
Das Material der Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik ist meist
aus bruchfestem, schlagzähem Kunststoff. Manche Hersteller geben an, dass der Kunststoff
aus recyclingfähigem PVC besteht. Die Lebensdauer wird von den Herstellern mit 10 Jahren
angegeben.
2.3.2
Symbolischer Nutzen
Ein symbolischer Nutzen ist bei Steckdosenleisten nicht relevant. Symbolischer Nutzen wie
die äußere Erscheinung und das Design stehen dem Gebrauchsnutzen nach. Für manche
16
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Nutzer kann die Optik natürlich von Bedeutung sein. Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik werden auch in verschiedenen Farben/Formen und Designs (z.B. Aluminium)
angeboten.
In Computeranwenderkreisen spielen Nutzer Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik eine
Vorreiterrolle (und fühlen sich vermutlich auch als Vorreiter oder Eingeweihte), da viele
Nutzer diese Möglichkeit noch nicht kennen und nicht wissen, dass die Geräte auch im
ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen, bzw. ihnen der Stromverbrauch (noch) nicht
wichtig genug ist, um wirklich alle Geräte nach der Nutzung auszuschalten (Eindruck aus
Foren etc.).
2.3.3
Gesellschaftlicher Nutzen
Wenn durch die Anwendung von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit
Abschaltautomatik eine Senkung des Energieverbrauchs erreicht werden würde, wäre es ein
direkter Beitrag zum Klimaschutz und damit ein Nutzen für die Gesellschaft.
Die Einsparungen sind abhängig vom Standby-Verbrauch der angeschlossenen SlaveGeräte. Beim Computerarbeitsplatz mit angeschlossenem Monitor und Drucker können
eigenen Berechnungen zufolge mit einer Master-Slave-Steckdosenleiste bis zu 30 kWh pro
Jahr eingespart werden. Wenn weitere Geräte angeschlossen sind, würde sich die
Einsparung erhöhen. Bei Geräten mit hohen Standby-Verbräuchen (wie Verstärker oder
Aktivboxen für eine HiFi-Anlage) können pro Haushalt bis zu 235 kWh pro Jahr eingespart
werden. Noch größer sind die Einsparpotenziale, wenn eine intelligente Steckdosenleiste
verwendet wird: Beim Computerarbeitsplatz können bis zu 65 kWh pro Jahr eingespart
werden, bei einem Soundsystem rund 295 kWh pro Jahr.
Die Unkenntnis des eigentlichen Verbrauchs der Geräte, der Leerlaufverluste und der
Tatsache, dass die Geräte auch Strom verbrauchen, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet
sind, trägt dazu bei, dass nicht konsequent jedes Gerät nach seiner Nutzung wieder
ausgeschaltet wird. Wenn ein Teil der Nutzer aus Bequemlichkeit zu einer Steckdosenleiste
greift und die Geräte nach Ausschalten des Masters automatisch ausgeschaltet werden,
kann hier der Energieverbrauch gesenkt werden. Allerdings muss man berücksichtigen, dass
die Slave-Geräte immer mit dem Einschalten des Masters mit eingeschaltet werden, auch
wenn es nicht erwünscht ist. Dadurch könnte unnötiger Stromverbrauch verursacht werden.
Dieser Problematik kann mit der Verwendung der Steckerleisten entgegengewirkt werden,
deren Slave-Steckdosen einzeln mit einem jeweils eigenen Netzschalter an- und
ausgeschaltet werden können.
Bei Nutzung einer Steckdosenleiste mit geringer Eigenleistung überwiegt dagegen die
Einsparung gegenüber dem Verbrauch der Leiste. Diese sollten in der Regel auch über
einen Netzschalter verfügen und sich nach Ausschalten des Masters ebenfalls ganz
ausschalten lassen, um so die Leerlaufverluste zu verringern.
17
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Zusammenfassung der Nutzenanalyse
Die Ergebnisse der Nutzenanalyse sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Tabelle 3
Zusammenfassung der Nutzenanalyse
Nutzen
Produktspezifische Aspekte
Gebrauchsnutzen
Leistung
Verringerung der Standby-Verluste der
angeschlossenen (Slaves) Geräte
Zusatzleistungen
Überspannungsschutz, Verteilersteckdose
Bedarfsgerecht
Einstellbare Schaltschwelle; Netzschalter
Zuverlässigkeit in der Funktion
Einstellbare Schaltschwelle; Feinsicherung;
Kontrollleuchte für Überspannungsschutz
Sicherheit/ Versorgungssicherheit
2 Jahre Gewährleistung, 5 Jahre Garantie;
Schadenersatz für angeschlossene Geräte, die einen
Überspannungsschutz erleiden; Kindersicherung
Convenience/ Zeit
Einfaches (automatisches) Ein-/ Ausschalten der SlaveGeräte mit dem Hauptgerät; Anordnung der
Steckdosen; Abstand zwischen den Steckdosen
Gute Verbraucherinformation
Ausführliche (gedruckte) Bedienungsanleitung
Symbolischer Nutzen
Äußere Erscheinung
Steckerleisten in verschiedenen Farben (z.B. rot) und
Materialien (z.B. Aluminium)
Design
Die Leitungen/ Kabeln können im Gehäuse eingesteckt
werden.
Sicherheit/ Vorsorge/ Sorge für Andere
Schutz gegen Brandentwicklungen von elektrischen
Geräten
Genuss/ Vergnügen/ Freude
Automatisches Ein-/ Ausschalten der Slave-Geräte mit
dem Hauptgerät.
Sich als technischer „Vorreiter“ oder „Eingeweihter“
fühlen.
Gesellschaftlicher Nutzen
Klimaschutz
18
Senkung des Energieverbrauchs durch automatisches
Ausschalten der Slave-Geräte
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
3
Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung
Mit der orientierenden Ökobilanz sowie der Analyse der Lebenszykluskosten werden die
Umweltauswirkungen und die Lebenszykluskosten von Steckdosenleisten und Steckdosenadaptern mit Abschaltautomatik ermittelt. Die Ergebnisse bieten auch eine Orientierungshilfe,
wo die Verbesserungspotentiale in dieser Produktgruppe liegen
3.1
Energieverbrauch von Master-Slave-Steckdosenleisten
Die Eigenleistung der in der Zeitschrift Computerbild 3/2007 getesteten Modelle wird in der
folgenden Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4
Eigenleistung der von Computerbild getesteten Master-Slave-Steckdosenleisten
Produkt
Eigenleistung
Ehmann Vario Linea Master-Slave Netzfilter 5-fach plus
1,34 W
REV Ritter PC-Leiste mit Einschaltautomatik Supraguard
0,97 W
Ehmann Vario Linea Master-Slave 5-fach Akustik plus
0,75 W
REV Ritter PC-Leiste mit Einschaltautomatik Supra Line
0,96 W
Inno Master, 6-fach Master-Slave-Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz
1,62 W
Pearl Master-Slave-Steckdosenleiste Pro mit Telefonschutz
2,1 W
Pearl Master-Slave-Steckdosenleiste mit Überspannungschutz
1,65 W
Elro 8-fach Master-Slave-Steckdosenleiste
2,59 W
Brennenstuhl Premium Line 1+4-fach
1,58 W
Roline 1+5-fach
1,22 W
Tabelle 5 gibt Herstellerangaben und Ergebnisse eigener Messungen wieder.
Tabelle 5
Eigenleistungswerte aus Herstellerangaben und eigenen Messungen
Produkt
Eigenleistung
REV Ritter Supra Guard
0,5 – 0,6 W
Bachmann
0,3 – 0,4 W
Roline
1,2 –1,3 W
REV Ritter Supra Line
Ehmann
0,5 W
0,6 – 0,7 W
Bei minderwertigen Geräten kann die Eigenleistung auch bis zu 10 W betragen.
Eigene Messungen zeigen, dass die Eigenleistung leicht ansteigt, wenn ein Gerät an der
Master-Slave-Steckdosenleiste angeschlossen ist (vgl. Tabelle 6).
19
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Bei den Messungen wurden vier verschiedene Geräte an jeweils zwei Master-Slave-Steckdosenleisten angeschlossen und die Eigenleistung gemessen. Die erste Master-SlaveSteckdosenleiste hat eine Eigenleistung von 0,5 W, die zweite von 1,3 W.
Tabelle 6
Eigenleistung
0,5 W
1,3 W
Eigene Messergebnisse zur Eigenleistung der Master-Slave-Steckdosenleiste mit angeschlossenen Geräten
Verbraucher
Reale
Leistung
Leistung mit MasterSlave-Steckdosenleiste
Differenz
Lampe 11 W
15,1 W
15,9 W
0,8 W
Computer On-Modus mit
Bildschirm
98,0 W
100,0 W
2,0 W
Computer On-Modus
ohne Bildschirm
71,2 W
72,0 W
0,8 W
Computer Off-Modus
1,5 W
2,3 W
0,8 W
Lampe 11 W
15,5 W
18,3 W
2,8 W
Computer On-Modus mit
Bildschirm
98,0 W
100,0 W
2,0 W
Computer On-Modus
ohne Bildschirm
71,2 W
72,0 W
0,8 W
Computer Off-Modus
1,5 W
3,1 W
1,6 W
Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, entspricht die Differenz der Messergebnisse in etwa der
Eigenleistung der jeweiligen Master-Slave-Steckdosenleiste, in der Regel ist die Differenz
etwas höher.
Für die Kalkulationen in diesem Bericht wird die Eigenleistung der Master-Slave-Steckdosenleiste mit 1,5 W angenommen (Durchschnittswert der von Computerbild getesteten Modelle).
Da für intelligente Steckdosenleisten keine Daten zur Eigenleistung ermittelt werden
konnten, werden für die nachfolgenden Berechnungen ebenfalls 1,5 W angenommen.
3.2
Lebenszyklusanalyse Master-Slave-Steckdosenleiste
Im Folgenden werden die Lebenszyklen von vier unterschiedlichen Typen von Master-SlaveSteckdosenleisten analysiert. Folgende Gerätetypen werden unterschieden:

Master-Slave-Steckdosenleiste 5-fach, ohne Überspannungsschutz

Master-Slave-Steckdosenleiste 5-fach, mit Überspannungsschutz

Master-Slave-Steckdosenleiste 7-fach, ohne Überspannungsschutz

Master-Slave-Steckdosenleiste 7-fach, mit Überspannungsschutz
20
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Die Unterschiede zwischen einer Master-Slave-Steckdosenleiste ohne Überspannungsschutz und einer Master-Slave-Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz sind allerdings in
Bezug auf die grundsätzliche Einschätzung der Umweltauswirkungen nicht signifikant. Es
ergeben sich lediglich bei der Eigenleistung minimale Abweichungen. In der Regel haben
Master-Slave-Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz eine höhere Eigenleistung als
Geräte ohne Überspannungsschutz. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der verfügbaren
Daten werden die Umweltauswirkungen und die Lebenszykluskosten auf der Basis einer
durchschnittlichen Master-Slave-Steckdosenleiste dargestellt.
Spezifikation einer in Deutschland üblichen durchschnittlichen Master-Slave-Steckdosenleiste:

Gerätetyp: 5-fach Stecker

Gewicht: ca. 800 g

Eigenleistung: 1,5 W/h

Preis 30 €

Lebensdauer: 10 Jahre
Funktionelle Einheit
Die funktionelle Einheit ist die jährliche Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste in
einem privaten 2-Personen-Haushalt.
Systemgrenzen
Folgende Teilprozesse werden bei der orientierenden Ökobilanz berücksichtigt:

Herstellung der Master-Slave-Steckdosenleiste,

Nutzung des Geräts im privaten 2-Personen Haushalt über ein Jahr,

Entsorgung.
Herstellung
Grundlage für die Bilanzierung der Herstellung der Master-Slave-Steckdosenleiste bilden
Herstellerdaten zur Materialzusammensetzung dieser Geräte. Dabei ist davon auszugehen,
dass diese Daten typisch sind für marktdurchschnittliche Geräte und die derzeit eingesetzten
Gerätetechnologien widerspiegeln.
Zur Bilanzierung der Materialvorketten wurde ausschließlich auf Daten aus EcoInvent 2.0
zurückgegriffen.
21
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Nutzung
Es wird angenommen, dass Master-Slave-Steckdosenleiste rund um die Uhr im aktiven
Zustand ist.
Entsorgung
Für die Entsorgung lagen weder hinsichtlich der statistischen noch hinsichtlich der
ökobilanziellen Daten befriedigende produktspezifische Grundlagen vor, so dass diese
Phase mit einer großen Unsicherheit versehen ist. Außerdem ist davon auszugehen, dass
die Umweltbelastung durch die Entsorgung von Steckerleisten vernachlässigbar gering ist.
Deswegen wird die Entsorgungsphase bei der ökobilanziellen Berechnung von MasterSlave-Steckdosenleisten nicht berücksichtigt.
Typische Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste
Um eine Master-Slave-Steckdosenleiste effektiv zu nutzen, müssen verschiedene Geräte
(Slaves) an ein Hauptgerät (Master) angeschlossen werden, damit die Funktion des
gleichzeitigen Ein- bzw. Ausschaltens der Master- und Slave-Geräte angewendet werden
kann. In diesem Bericht wird anhand von zwei Beispielen (ein PC-System sowie eine Hi-FiAnlage) die Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste in einem 2-Personen Haushalt
analysiert.
Die verwendeten Daten beziehen sich auf am Markt typische Durchschnittsgeräte. Das
Nutzerverhalten wurde aus EcoTopTen-Studien des Öko-Instituts entnommen3 4 5.
Nutzung eines PC-Systems
Das definierte PC-System besteht aus einem Rechner, einem 17 Zoll-Flachbildschirm und
einem Laserdrucker. Tabelle 7 stellt den jährlichen Energieverbrauch dieser Geräte ohne
Verwendung einer Master-Slave-Steckdosenleiste dar. Dabei handelt es sich um eher
ineffiziente Geräte. Es wird in Aktiv-Zustand6, Ruhe-Modus7 und Schein-Aus-Zustand8
unterschieden.
3
4
5
6
22
Quack, D. Computer als EcoTopTen-Produkte. Produkt-Nachhaltigkeitsanalyse von PCs, Notebooks sowie
Computer-Bildschirmen und Ableitung von Kriterien für die EcoTopTen-Verbraucherinformationskampagne,
Öko-Institut e.V. Freiburg, 2007
Graulich, K. Drucker als EcoTopTen-Produkte. Produkt-Nachhaltigkeitsanalyse von PCs, Notebooks sowie
Computer-Bildschirmen und Ableitung von Kriterien für die EcoTopTen-Verbraucherinformationskampagne,
Öko-Institut e.V. Freiburg, 2007
Quack, D., Rüdenauer, I. Stoffstromanalyse relevanter Produktgruppen. Energie- und Stoffströme der privaten
Haushalte in Deutschland im Jahr 2001, Öko-Institut e.V., Freiburg, 2004
Aktiv-Zustand: Der Zustand, in dem der Computer a) infolge einer vorherigen oder zeitgleichen Nutzereingabe
oder b) infolge eines vorherigen oder zeitgleichen Befehls über das Netz Nutzarbeit verrichtet. Dieser Zustand
umfasst die aktive Verarbeitung, das Aufsuchen von Daten im Massen-, Arbeits- oder Cache-Speicher,
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Tabelle 7
Energieverbrauch eines PC-Systems (ineffiziente Geräte) ohne Nutzung einer Master-SlaveSteckdosenleiste
Rechner
Monitor
Drucker
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/a
425
60
25,5
425
45
19,1
30,4
150
4,6
49,2
RuheModus
1.417
24
34,0
991
5
4,9
730
7
5,1
44,0
ScheinAus
4.843
4
19,4
3.672
1,5
5,5
8.033
3
24,1
49,0
33,8
142,2
Modus
AktivZustand
Total
78,9
29,5
Die Berechnungen ergeben für das vorgegebene Nutzungsmuster, dass das definierte PCSystem pro Jahr 142,2 kWh Strom verbraucht.
In Tabelle 8 wird der Energieverbrauch berechnet, der sich durch die Nutzung einer MasterSlave-Steckdosenleiste ergibt. Es wird angenommen, dass der Rechner als Master angeschlossen wird.
Tabelle 8
Energieverbrauch eines PC-Systems (ineffiziente Geräte) mit Nutzung einer Master-SlaveSteckdosenleiste
Rechner
MasterSlave
Monitor
Drucker
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/
a
425
60
1,5
26,1
425
45
19,1
30,4
150
4,6
49,8
RuheModus
1.417
24
1,5
36,1
991
0
0
730
0
0
36,1
ScheinAus
4.843
4
1,5
26,6
3.672
0
0
8.033
0
0
26,6
4,6
112,5
Modus
AktivZustand
Total
88,8
19,1
einschließlich der Zeit im Idle-Modus in Erwartung weiterer Nutzereingaben und bis zum Übergang zu
Niedrigverbrauchsmodi.
7
8
Ruhe-Modus: Ein Niedrigverbrauchsmodus, in den der Computer nach einer bestimmten Inaktivitätszeit
automatisch übergehen oder manuell versetzt werden kann. Ein Computer mit Ruhemodusfunktion kann
durch Netzverbindungen oder Benutzerschnittstellengeräte schnell „geweckt“ werden und erreicht innerhalb
von maximal 5 Sekunden nach Beginn des Weck-Ereignisses vollständige Betriebsbereitschaft, einschließlich
Anzeigefunktion. Bei Systemen, für die ACPI7/ Normen gelten, entspricht der Ruhemodus in der Regel dem
ACPI-Zustand S3 (Suspend to RAM).
Schein-Aus-Zustand: Zustand mit der geringsten, vom Nutzer nicht ausschaltbaren (beeinflussbaren)
Leistungsaufnahme, der unbegrenzt fortbesteht, solange das Gerät mit dem Stromnetz verbunden ist und
entsprechend der Bedienungsanleitung des Herstellers genutzt wird. Bei Systemen, für die ACPI-Normen
gelten, entspricht der Schein-Aus-Zustand dem ACPI-Zustand S5.
23
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Dem Eigenverbrauch von 1,5 W/h der Master-Slave-Steckdosenleiste steht eine Senkung
der Summe des Standby-Verbrauchs aller Geräte sowie der Off-Mode-Verluste gegenüber.
Sobald der Master (im dargestellten Beispiel der Rechner) in den Standby-Modus geht, wird
die gesamte Stromversorgung der Master-Slave-Steckdosenleiste unterbrochen und die
Slave-Geräte verbrauchen keinerlei Strom.
Der jährliche Energieverbrauch des PC-Systems beträgt bei Verwendung einer MasterSlave-Steckdosenleiste 112,5 kWh, was einer Einsparung von rund 21 % bzw. rund 30 kWh
pro Haushalt und Jahr entspricht. Umgerechnet auf aktuelle Strompreise9 bedeutet das eine
jährliche Ersparnis von rund 8,70 € pro Haushalt.
In Tabelle 9 ist der jährliche Energieverbrauch des PC-Systems mit energieeffizienteren
Geräten dargestellt. Eine Master-Slave-Steckdosenleiste wird dabei nicht verwendet.
Tabelle 9
Energieverbrauch eines PC-Systems (effizientere Geräte) ohne Nutzung einer Master-SlaveSteckdosenleiste
Modus
Rechner
Monitor
Drucker
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/a
425
47,7
20,27
425
36,91
15,69
30,4
150
4,56
40,52
RuheModus
1.417
2,19
3,10
991
0,53
0,53
730
7
5,11
8,74
ScheinAusZustand
4.843
0,91
4,41
3.672
0,51
1,87
8.033
3
24,10
30,38
33,77
79,64
AktivZustand
Total
27,8
18,08
Wie aus der Tabelle hervorgeht verbraucht das PC-System mit effizienteren Geräten rund
80 kWh Strom pro Jahr. Die nachfolgende Tabelle stellt den Energieverbrauch eines PCSystems mit effizienteren Geräten dar, das an eine Master-Slave-Steckdosenleiste
angeschlossen ist.10 Datengrundlage bildet dabei die Energy Star Datenbank (Stand August
2010).
9
10
24
0,292 € pro kWh
Dabei handelt es sich um einen stationären PC der Kategorie B und einem Monitor > 1.1 MP.
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Tabelle 10
Energieverbrauch eines PC-Systems (effizientere Geräte) mit Nutzung einer Master-SlaveSteckdosenleiste
Modus
Rechner
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
MasterSlave
Strom
(W/h)
Monitor
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Drucker
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Total
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/
a
AktivZustand
425
47,7
1,5
20,91
425
36,91
15,69
30,4
150
4,56
41,16
RuheModus
1.417
2,19
1,5
5,23
991
0
0,00
730
0
0,00
5,23
ScheinAus-Zustand
4.843
0,91
1,5
11,67
3.672
0
0,00
8.033
0
0,00
11,67
4,56
58,06
Total
37,81
15,69
Der jährliche Energieverbrauch des PC-Systems (mit effizienteren Geräten) beträgt bei
Verwendung einer Master-Slave-Steckdosenleiste 58 kWh. Im Vergleich zum PC-System
(ebenfalls mit effizienteren Geräten, aber ohne Verwendung einer Master-SlaveSteckdosenleiste) ergeben sich Einsparungen in Höhe von 22 kWh pro Jahr, was in etwa
27% bzw. 6,30 € pro Jahr entspricht.
Da Master-Slave-Steckdosenleisten einen Eigenverbrauch haben, der relativ hoch sein kann,
können die Einsparungen durch die Verwendung einer Master-Slave-Steckdosenleiste relativ
gering ausfallen, wenn der Verbraucher ohnehin effiziente Geräte hat. Es ist daher umso
wichtiger auf den Eigenverbrauch der Steckdosenleiste zu achten. Insbesondere dann, wenn
man die Leiste mit effizienten Geräten einsetzt, damit die Einsparpotenziale nicht durch den
Eigenverbrauch kompensiert werden oder im schlimmsten Fall sogar negativ ausfallen.
Im Vergleich zum PC-System mit ineffizienten Geräten und Nutzung einer Master-SlaveSteckdosenleiste ergeben sich Einsparungen in Höhe von rund 54 kWh pro Jahr, wenn die
Verbraucher effiziente Geräte und Master-Slave-Leisten einsetzen. Das entspricht in etwa
16 Euro pro Jahr. Noch größer sind die Einsparungen im Vergleich zum PC-System ohne
Verwendung der Master-Slave-Steckdosenleiste: 84 kWh pro Jahr bzw. 59 %. Umgerechnet
auf den aktuellen Strompreis bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von knapp 25 Euro.
Es lässt sich folglich ableiten, dass die Einsparpotenziale am höchsten sind, wenn man die
Master-Slave-Steckdosenleiste mit neuen energieeffizienten Geräten verwendet. Hierbei ist
es wichtig zu erwähnen, dass die herkömmlichen, eher ineffizienten Geräte nur dann ersetzt
werden sollten, wenn sie das Ende der Lebensdauer erreicht haben.
In der folgenden Tabelle sind die Stromverbräuche unterschiedlicher Varianten zusammenfassend dargestellt:
25
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Analysierte Beispiele
Stromverbrauch (kWh/ Jahr)
PC-System - – Einsatz einer Master-Slave-Leiste bei effizienten
Geräten
58,06 kWh / Jahr
PC-System - – Einsatz einer Master-Slave-Leiste bei ineffizienten
Geräten
112,5 kWh/ Jahr
PC-System – Ohne Einsatz von einer Master-Slave- Leiste bei
ineffizienten Geräten
142,2 kWh/ Jahr
Nutzung einer Hi-Fi-Anlage mit Verstärker und Aktivboxen
Knapp 97 % der privaten Haushalte besitzen eine Hi-Fi-Anlage11, deren Sound in der Regel
durch Verstärker und Aktivboxen unterstützt wird. Bei einer durchschnittlichen Nutzung
dieser Geräte (4 Stunden im On-Modus, 20 Stunden im Standby-Modus) verbraucht man pro
Jahr 670 kWh Strom, wie aus Tabelle 11 hervorgeht.
Tabelle 11
Modus
Energieverbrauch eines Soundsystems ohne Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste
Hi-Fi-Anlage
Verstärker
Aktivboxen
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/a
AktivZustand
1.340
22
29,5
1.340
200
268
1.340
43
57,6
355,1
RuheModus /
ScheinAus
6.700
10
67
6.700
10
67
6.700
27
180,9
314,9
238,5
670
Total
96,5
335
Auch hier kann durch den Einsatz einer Master-Slave-Steckdosenleiste Energie eingespart
werden. Schließt man die Hi-Fi-Anlage als Master an, beträgt diese Einsparung pro Jahr
235,8 kWh Strom pro 2-Personen Haushalt (vgl. Tabelle 12), was nahezu 70 € entspricht.
11
26
Statistisches Jahrbuch 2008: Ausstattungsbestand 2007.
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Tabelle 12
Energieverbrauch eines Soundsystems mit Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste
Hi-Fi-Anlage
Master
-Slave
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/
a
Aktiv-Zustand
1.34
0
22
1,5
31,5
1.340
200
268
1.340
43
57,6
357,1
RuheModus/
ScheinAus
6.70
0
10
1,5
77,1
6.700
0
0
6.700
0
0
77,1
57,6
434,2
Modus
Total
Verstärker
108,6
Aktivboxen
30,2
Total
Entscheidend für die Energieeinsparung ist der jeweilige Standby-Verbrauch der angeschlossenen Geräte. Die Einsparung erfolgt gewissermaßen über die Eliminierung der
Energiekosten im Standby-Modus.
Die oben durchgeführten Berechnungen des Soundsystems stellen Vergleichsrechnungen
mit ineffizienten Geräten dar. Auf eine Unterscheidung in effiziente und ineffiziente Geräte
wurde verzichtet, da neue effiziente Modelle, die im Ruhe-Modus einen geringen
Stromverbrauch haben, demselben Effekt unterliegen wie das Beispiel mit dem PC-System.
Betrachtete Wirkungskategorien bei der Ökobilanz
Folgende Wirkungskategorien werden in der orientierenden Ökobilanz betrachtet (Erläuterungen zu den Wirkungskategorien siehe Anhang 1):

Kumulierter Primärenergiebedarf (KEA)

Treibhauspotential (GWP)

Versauerungspotential (AP)

Eutrophierungspotential (EP)

Photochemische Oxidantienbildung (POCP)
In Tabelle 13 sind die Umweltbelastungen der jeweiligen Wirkungskategorien dargestellt und
den jeweiligen Lebensphasen zugeordnet. Da es in Bezug auf die Herstellungsphase der
Master-Slave-Steckdosenleisten große Unterschiede hinsichtlich des Stahlanteils gibt (1–17
%), wurden bei der Berechnung der Wirkungskategorien zwei unterschiedliche
Gerätemodelle betrachtet. Zum einen eine Master-Slave-Steckdosenleiste mit einem
Stahlanteil von 1 %, zum anderen eine mit einem Stahlanteil von 17%. Die Nutzungsphase
bleibt davon unberührt.
27
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Ökobilanz – Master-Slave-Steckdosenleiste (Lebensdauer 10 Jahre)
Tabelle 13
Gerätetyp
Lebensphase
KEA
GWP
AP
EP
POCP
[MJ]
[kg CO2 eq.]
[kg SO2 eq.]
[kg PO4 eq.]
[kg ETH eq.]
MasterSlave, 17%
Stahlanteil
Herstellung
67,56
3,77
0,04
0,06
0,0019
Master
Slave, 1%
Stahlanteil
Herstellung
80,09
3,51
0,05
0,06
0,0024
Beide Gerätetypen
Nutzung
1476,5
86,4
0,1
0,01
0,005
Wie aus der Tabelle 13 hervorgeht, unterscheidet sich die Herstellung der beiden
Gerätetypen hinsichtlich der Umweltauswirkungen kaum voneinander. Die Nutzungsphase
trägt hauptsächlich zu den Umweltbelastungen bei. Wird durch die Nutzung von MasterSlave-Steckdosenleisten jedoch ein hohes Einsparpotenzial erzielt, so kann das Einsparpotenzial die Umweltauswirkungen übersteigen, das durch die Herstellung und Nutzung der
Steckdosenleiste verursacht wird. . Das Einsparpotenzial variiert je nachdem an welchen
Geräten die Master-Slaves angeschlossen werden.
Für die Entsorgung der Master-Slave-Steckdosenleisten konnten keine repräsentativen
Daten ermittelt werden.
Es kann davon ausgegangen werden, dass, dass die Unterschiede in der Herstellung einer
Master-Slave-Steckdosenleiste und einer intelligenten Steckdosenleiste in Bezug auf die
grundsätzliche Einschätzung der Umweltauswirkungen nicht signifikant sind. Vor diesem
Hintergrund können die Ergebnisse aus Tabelle 13 auch auf intelligente Steckdosenleisten
übertragen werden.
3.3
Analyse der Lebenszykluskosten
In der vorliegenden Studie werden die Kosten aus Sicht der privaten Haushalte berechnet.
Berücksichtigt wurden folgende Kostenarten:

Investitionskosten (Preis für die Anschaffung einer Steckdosenleiste),

Betriebs- und Unterhaltskosten
‒

28
Stromkosten,
‒ Reparaturkosten
Entsorgungskosten
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Investitionskosten
Die Kosten für die Anschaffung einer Steckdosenleiste differieren je nach Ausstattung und
Marke. Günstige Geräte gibt es schon ab 8 €, die Preisspanne reicht jedoch bis zu 90 €. Für
die nachfolgenden Berechnungen wird von einem durchschnittlichen Preis von 30 € pro
ausgegangen, was nach Herstellerangaben einem markttypischen Preis entspricht.
Stromkosten
Der Strompreis setzt sich in der Regel aus einem monatlichen Grundpreis und einem Preis
pro verbrauchte Kilowattstunde zusammen. Mit Hilfe des durchschnittlichen jährlichen
Energieverbrauchs verschiedener Haushaltsgrößen kann ein durchschnittlicher Kilowattstundenpreis bei einem entsprechenden Jahresstromverbrauch errechnet werden. Der
Grundpreis wurde mit eingerechnet.
Tabelle 14 gibt einen Überblick über die Strompreise für unterschiedliche Haushaltsgrößen.
In den vorliegenden Berechnungen wird mit dem Strompreis für einen durchschnittlichen
Haushalt (0,292 €) gerechnet.
Tabelle 14
Strompreise für unterschiedliche Haushaltsgrößen
13
halts liegt bei 2,08 Personen .
Haushaltsgröße
12
Die Größe eines durchschnittlichen Haus-
kWh-Preis (inkl.
Grundgebühr)
Durchschnitt
0,292 €
1-Pers-HH
0,308 €
2-Pers-HH
0,292 €
3-Pers-HH
0,288 €
4-Pers-HH
0,285 €
Bei einem durchschnittlichen Eigenstromverbrauch von 1,5 Watt pro Stunde (13,14 kWh pro
Jahr) ergeben sich somit jährliche Stromkosten von 3,84 €14.
Reparaturkosten
Da die Steckdosenleisten eine durchschnittliche Garantiezeit von 5 Jahren haben und sich
die Geräte laut Herstellerangaben binnen zwei bis drei Jahren amortisieren, bleiben die
Reparaturkosten in der Studie unberücksichtigt. Es ist davon auszugehen, dass nach Ablauf
der Garantiezeit die Verbraucher eher in ein neues Gerät investieren anstatt das Geld für
eine Reparatur auszugeben.
12
13
14
www.ecotopten.de; Stand: Januar 2013.
Statistisches Bundesamt 2007; www.destatis.de
Annahme: 1,5 W/h, 24 h/d, 335 d/a.
29
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Entsorgungskosten
Seit dem 24. März 2006 sind die Hersteller für die Rücknahme der Altgeräte verantwortlich.
In der vorliegenden Untersuchung werden daher keine zusätzlichen Entsorgungskosten
angenommen.
Ergebnisse der Lebenszykluskostenanalyse
In Abhängigkeit von der Ausstattung und der Marke der Steckdosenleisten wurden 30 € als
durchschnittliche Anschaffungskosten festgelegt. In Tabelle 15 sind die jährlichen
Gesamtkosten, die für eine Steckdosenleiste anfallen, differenziert dargestellt.
Tabelle 15
Jährliche Gesamtkosten einer Steckdosenleiste
Anteilige Anschaffungskosten [€/a]
Stromkosten [€/a]
Jährliche Gesamtkosten [€/a]
3,00
3,84
6,84
Die jährlichen Gesamtkosten, die sich aus den anteiligen Anschaffungskosten verteilt auf
eine Lebensdauer von 10 Jahren, sowie den jährlichen Kosten für Strom zusammensetzen,
belaufen sich auf durchschnittlich 6,84 €.
Die tatsächliche Amortisationszeit ist vor allem von dem eingesparten Stromverbrauch durch
die an der Steckdosenleiste angeschlossenen Geräte abhängig. Wann sich der Einsatz einer
Master-Slave Steckdosenleiste amortisiert, ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. In
Bezug auf die analysierten Beispiele beträgt die Amortisationszeit beim PC-System zwischen
2 und 5 Jahren, bei der Hi-Fi-Anlage nur 5 Monate.
Tabelle 16
Amortisationszeiten der analysierten Beispiele
Analysierte Beispiele
Amortisationszeit
PC-System – Einsatz einer Master-Slave-Leiste bei effizienten Geräten
4 Jahre und 8 Monate
PC-System – Einsatz einer Master-Slave-Leiste bei ineffizienten Geräten
3 Jahre und 6 Monate
PC-System -– Einsatz von effizienten Geräten und einer Master-SlaveLeiste statt ineffizienten Geräten ohne Master-Slave-Leiste
1 Jahr und 3 Monate
HiFi-Anlage – Einsatz einer Master-Slave-Leiste
6 Monate
30
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
4
Intelligente Steckdosenleisten
Wie bereits in Kapitel 2.1 erläutert wird, gibt es auch sogenannte „intelligente Leisten“, bei
denen alle am selben Stromkreis angeschlossenen Geräte (einschließlich des MasterGerätes) nach dem Herunterfahren/Abschalten des Hauptgerätes (Master) oder nach dem
Unterschreiten einer Mindestleistungsaufnahme durch eine eingebaute Abschaltautomatik
vollständig vom Netz getrennt werden. Das Ausschalten über einen Netzschalter ist dafür
nicht mehr notwendig. Da hier bei der Abschaltautomatik kein Stromverbrauch anfällt, ist das
Einsparpotenzial dieser Leisten höher als das von Master-Slave-Steckdosenleisten.
4.1
Einsparpotenzial PC-System
Da bei intelligenten Steckdosenleisten auch das Hauptgerät (Master) vollständig vom Netz
getrennt wird, kann davon ausgegangen werden, dass das Einsparpotenzial dieser Leisten
das der herkömmlichen Master-Slave-Steckdosenleisten übersteigt.
In den folgenden Tabellen ist die Nutzung des PC-Systems mit Nutzung einer intelligenten
Steckdosenleiste dargestellt.
Tabelle 17
Modus
Energieverbrauch eines PC-Systems (ineffiziente Geräte) mit Nutzung einer intelligenten
Steckdosenleiste
Intelligente
Leiste
Rechner
Monitor
Drucker
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/
a
AktivZustand
425
60
1,5
26,14
425
45
19,1
30,4
150
4,6
49,84
RuheModus
730
24
1,5
18,62
991
0
0
730
0
0
18,62
ScheinAus-Zustand
5.530
0
1,5
8,30
3.672
0
0
8.033
0
0
8,30
4,60
76,75
Total
53,05
19,10
Bei Verwendung einer intelligenten Steckdosenleiste ergibt sich ein Energieverbrauch wie er
in Tabelle 17 dargestellt ist. Dabei wird angenommen, dass das Hauptgerät (der PC) nach
zwei Stunden Nichtnutzung vom Netz getrennt wird. Der jährliche Energieverbrauch beträgt
so rund 77 kWh. Im Vergleich zur Nutzung des PC-Systems ohne Verwendung einer
Steckdosenleiste ergeben sich Einsparungen in Höhe von gut 65 kWh pro Jahr. Dies
entspricht einer Einsparung von 46% oder rund 19 Euro pro Jahr.
31
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Werden effiziente Geräte an die intelligente Steckdosenleiste angeschlossen, so ergibt sich
ein jährlicher Energieverbrauch von rund 52 kWh (vgl. Tabelle 18).
Tabelle 18
Modus
Energieverbrauch eines PC-Systems (effiziente Geräte) mit Nutzung einer intelligenten
Steckdosenleiste
Intelligente
Leiste
Rechner
Monitor
Drucker
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/
a
AktivZustand
425
47,7
1,5
20,91
425
36,91
15,69
30,4
150
4,56
41,16
RuheModus
730
2,19
1,5
2,69
991
0
0,00
730
0
0,00
2,69
ScheinAus-Zustand
5.530
0
1,5
8,30
3.672
0
0,00
8.033
0
0,00
8,30
4,56
52,15
Total
31,90
15,69
Im Vergleich zur Nutzung des PC-Systems (mit ineffizienten Geräten) ohne Verwendung
einer Steckdosenleiste ergeben sich Einsparungen in Höhe von gut 90 kWh pro Jahr. Dies
entspricht einer Einsparung von über 63 % oder rund 26 Euro pro Jahr.
Die Berechnungen zeigen, dass das Einsparpotenzial von intelligenten Steckdosenleisten
am größten ist, wenn der Verbraucher effiziente Geräte und einer intelligenten Leiste
gleichzeitig nutzt. Werden bereits effiziente Geräte genutzt, ist das Einsparpotenzial eher
gering. Um möglichst ein hohes Einsparpotenzial zu erzielen, ist es wichtig, dass der
Verbraucher unbedingt den Stromverbrauch der einzelnen Geräte sowie der eingesetzten
Leite kennt und dann die Entscheidung bezüglich des Einsatzes einer intelligenten Leiste
fällt.
4.2
Einsparpotenzial Hi-Fi-Anlage mit Verstärker und Aktivboxen
Wie bereits in Kapitel 3.2 dargestellt wurde, liegt der jährliche Energieverbrauch einer Hi-FiAnlage mit Verstärker und Aktivboxen bei 670 kWh. Werden die Geräte an eine MasterSlave-Steckdosenleiste angeschlossen, so reduziert sich der Energieverbrauch auf 434,16
kWh pro Jahr.
Inwieweit der Energieverbrauch bei Verwendung einer intelligenten Steckdosenleiste weiter
reduziert wird, ist in Tabelle 19 dargestellt. Auch hier wird angenommen, dass das MasterGerät (die Hi-Fi-Anlage) nach zwei Stunden Nichtnutzung vom Netz getrennt wird
32
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Tabelle 19
Energieverbrauch eines Soundsystems mit Nutzung einer intelligenten Steckdosenleiste
Intelligente
Leiste
Hi-FiAnlage
Modus
Verstärker
Aktivboxen
Total
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
Strom
(W/h)
kWh/a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
Zeit
(h/a)
Strom
(W/h)
kWh/
a
kWh/a
Aktiv-Zustand
1.34
0
22
1,5
31,49
1.340
200
268
1.340
43
57,62
357,11
RuheModus
730
10
1,5
8,395
6.700
0
0
6.700
0
0
8,395
ScheinAus
5.97
0
0
1,5
8,955
0
0
0
0
0
0
8,955
57,62
374,46
Total
48,84
268
Wie aus der Tabelle hervorgeht, beträgt der Stromverbrauch 374,5 kWh pro Jahr, wenn das
Soundsystem an eine intelligente Steckdosenleiste angeschlossen wird. Die Nutzung einer
intelligenten Leiste führt zu einem Einsparpotenzial von fast 60 kWh pro Jahr im Vergleich
zur Nutzung einer Master-Slave-Steckdosenleiste. Dies entspricht einer Einsparung von rund
14 % oder 17 Euro pro Jahr.
Im Vergleich zur Nutzung des Soundsystems ohne Steckdosenleiste betragen die
Einsparungen sogar 296 kWh pro Jahr. Dies entspricht einer Einsparung von 44 %. Umgerechnet auf den aktuellen Strompreis können somit 86 Euro pro Jahr eingespart werden.
Gegenüber einem Soundsystem mit Master-Slave-Steckdosenleiste können jährlich 60 kWh
eingespart werden. Dies entspricht einer Einsparung von rund 14 % und 17 Euro pro Jahr.
4.3
Analyse der Lebenszykluskosten
Die Lebenszykluskosten von intelligenten Steckdosenleisten sind mit denen von MasterSlave Steckdosenleisten vergleichbar. Für die nachfolgenden Berechnungen der
Amortisationszeit wird lediglich der Anschaffungspreis angepasst, da man davon ausgehen
kann, dass diese leicht über denen von Master-Slave Steckdosenleisten liegen. Es ergeben
sich somit jährliche Gesamtkosten, wie sie in Tabelle 20 dargestellt sind.
Tabelle 20
Jährliche Gesamtkosten einer intelligenten Steckdosenleiste
Anteilige Anschaffungskosten [€/a]
Stromkosten [€/a]
Jährliche Gesamtkosten [€/a]
4,00
3,84
7,84
33
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Tabelle 21
Amortisationszeiten der analysierten Beispiele
Analysierte Beispiele
Amortisationszeit
PC-System – Einsatz einer intelligenten Leisten bei effizienten Geräten
5 Jahre und 1 Monat
PC-System – Einsatz einer intelligenten Leiste bei ineffizienten Geräten
2 Jahre und 2 Monate
PC-System – Einsatz von effizienten Geräten und einer intelligenten Leiste
statt ineffizienten Geräten ohne intelligente Leiste
1 Jahr und 7 Monate
HiFi-Anlage – Einsatz einer intelligenten Leiste
6 Monate
Wie aus der Tabelle hervorgeht sind die Amortisationszeiten sehr unterschiedlich. Am
schnellsten amortisiert sich die intelligente Steckdosenleiste, wenn der Verbraucher
ineffiziente Geräte angeschlossen hat und diese nach ihrer Lebensdauer durch effiziente
Geräte austauscht.
34
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
5
Literatur
c’t 2009
Kostenschaltstelle – Strom sparen ohne Komfortverlust mit
Master/Slave-Leisten, 02.03.2009
CML 2010
Institute of Environmental Sciences, Leiden University (CML). CML-IA
Version 3.9, Sept. 2010, Website: http://cml.leiden.edu/software/datacmlia.html
Computer Bild 3/2007
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Cremer et al. 2003
Cremer et al.; Der Einfluss moderner Gerätegenerationen der Informations- und Kommunikationstechnik auf den Energieverbrauch in
Deutschland bis zum Jahr 2010 – Möglichkeiten zur Erhöhung der
Energieeffizienz und zur Energieeinsparung in diesen Bereichen.
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DIN EN 61643-11
Überspannungsschutzgeräte für Niederspannung – Teil 11: Überspan
Energieeffizienz 2008
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Graulich, K.: Drucker als EcoTopTen-Produkte, Produkt-Nachhaltigkeitsanalyse (PROSA) von Druckern und Ableitung von Kriterien für
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nungsschutzgeräte für den Einsatz in Niederspannungsanlagen –
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PC Magazin 1/2008
Test Überspannungsschutz
S. 180ff.
„Blickpunkt
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Preisroboter
http://www.preisroboter.de/search.php?search=master+slave+
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(11.12.08)
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Quack, D.: Computer als EcoTopTen-Produkte, Produkt-Nachhaltigkeitsanalyse (PROSA) von PCs, Notebooks sowie Computer-Bildschirmen und Ableitung von Kriterien für die EcoTopTen-Verbraucherinformationskampagne, 2007.
35
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
Quack/Rüdenauer 2007
Quack, D., Rüdenauer, I.: Stoffstromanalyse relevanter Produktgruppen, Energie- und Stoffströme der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2005, 2007.
Statistisches Bundesamt 2008 Daten des Statistischen Bundesamtes: Ausstattung privater Haushalte
mit ausgewählten Gebrauchsgütern in Deutschland 2007.
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Markt-Media-Analyse 2007 der Typologie der Wünsche, abgerufen
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stromsparen-18.html (09.12.2008)
36
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
6
6.1
Anhänge
Anhang I: die berücksichtigte Wirkungskategorien der vereinfachten
Ökobilanz

Kumulierter Primärenergiebedarf (KEA)

Treibhauspotential (GWP)

Versauerungspotential (AP)

Eutrophierungspotential (EP)

Photochemische Oxidantienbildung (POCP)
6.1.1
Kumulierter Primärenergiebedarf
Die energetischen Rohstoffe werden anhand des Primärenergieverbrauchs bewertet. Als
Wirkungsindikatorwert wird der nicht-regenerative (d.h. fossile und nukleare) Primärenergieverbrauch als kumulierter Energieaufwand (KEA) angegeben.
6.1.2
Treibhauspotential
Schadstoffe, die zur zusätzlichen Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen, werden unter
Berücksichtigung ihres Treibhauspotenzials bilanziert, welches das Treibhauspotenzial des
Einzelstoffs relativ zu Kohlenstoffdioxid kennzeichnet. Als Indikator wird das Gesamttreibhauspotenzial in CO2-Äquivalenten angegeben. Zur Bilanzierung werden die
Charakterisierungsfaktoren nach IPCC 2007 berücksichtigt.
6.1.3
Versauerungspotential
Schadstoffe, die als Säuren oder aufgrund ihrer Fähigkeit zur Säurefreisetzung zur
Versauerung von Ökosystemen beitragen können, werden unter Berücksichtigung ihres
Versauerungspotenzials bilanziert und aggregiert. Das Versauerungspotenzial kennzeichnet
die Schadwirkung eines Stoffes als Säurebildner relativ zu Schwefeldioxid. Als Indikatoren
für die Gesamtbelastung wird das Gesamtversauerungspotenzial in SO2-Äquivalenten
angegeben. Zur Bilanzierung werden die Charakterisierungsfaktoren nach CML 2010
berücksichtigt.
6.1.4
Eutrophierungspotential
Nährstoffe, die zur Überdüngung (Eutrophierung) aquatischer und terrestrischer Ökosysteme
beitragen können, werden unter Berücksichtigung ihres Eutrophierungspotenzials bilanziert
und aggregiert. Das Eutrophierungspotenzial kennzeichnet die Nährstoffwirkung eines Stoffs
relativ zu Phosphat. Als Indikator für die Gesamtbelastung werden das aquatische und das
37
PROSA Steckdosenleisten und -adapter
terrestrische Eutrophierungspotenzial in Phosphat-Äquivalenten angegeben. Zur Bilanzierung werden die Charakterisierungsfaktoren nach CML 2010 berücksichtigt.
6.1.5
Photochemische Oxidantienbildung
Zu den Photooxidantien gehören Luftschadstoffe, die zum einen zu gesundheitlichen
Schädigungen beim Menschen, zum anderen zu Schädigungen von Pflanzen und
Ökosystemen führen können. Den leichtflüchtigen organischen Verbindungen (volatile
organic compounds, VOC) kommt eine zentrale Rolle zu, da sie Vorläufersubstanzen sind,
aus denen Photooxidantien entstehen können. Als Indikator für die Gesamtbelastung wird
das Photooxidantienbildungspotenzial in Ethylen-Äquivalenten angegeben. Zur Bilanzierung
werden die Charakterisierungsfaktoren nach CML 2010 berücksichtigt.
6.2
38
Anhang 2: Vergabegrundlage Steckdosenleisten und Steckdosenadapter
mit Abschaltautomatik
Vergabegrundlage für Umweltzeichen
Steckdosenleisten und Steckdosenadapter mit
Abschaltautomatik
RAL-UZ 134
Ausgabe Juli 2012
RAL gGmbH
Siegburger Straße 39, 53757 Sankt Augustin, Germany, Telefon: +49 (0) 22 41-2 55 16-0
Telefax: +49 (0) 22 41-2 55 16-11
Internet: www.blauer-engel.de, e-mail: umweltzeichen@RAL-gGmbH.de
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
3
1.1
Vorbemerkung
3
1.2
Hintergrund
3
1.3
Ziel des Umweltzeichens
4
1.4
Gesetzliche Vorgaben
4
2
Geltungsbereich
5
3
Anforderungen
5
3.1
Eigenleistung
5
3.2
Materialanforderungen an die Kunststoffe der Gehäuse und Gehäuseteile
6
3.3
Sicherheitsanforderungen
7
3.4
Überspannungsschutz
8
3.5
Verbraucherinformation
9
4
Zeichennehmer und Beteiligte
9
5
Zeichenbenutzung
9
Mustervertrag
2/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
1
Einleitung
1.1
Vorbemerkung
Die Jury Umweltzeichen hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dem Umweltbundesamt und unter
Einbeziehung
der
Ergebnisse
der
von
der
RAL
gGmbH
einberufenen
Anhörungsbesprechungen diese Grundlage für die Vergabe des Umweltzeichens
beschlossen. Mit der Vergabe des Umweltzeichens wurde die RAL gGmbH beauftragt.
Für alle Erzeugnisse, soweit diese die nachstehenden Bedingungen erfüllen, kann
nach Antragstellung bei der RAL gGmbH auf der Grundlage eines mit der RAL gGmbH
abzuschließenden Zeichenbenutzungsvertrages die Erlaubnis zur Verwendung des
Umweltzeichens erteilt werden.
1.2
Hintergrund
Der Stromverbrauch für unnötiges Standby von Geräten liegt bei privaten Haushalten in
der Größenordnung von 400 kWh pro Jahr. Durch den Einsatz von (manuell) schaltbaren Steckdosenleisten können mehrere Geräte gleichzeitig vom Stromnetz getrennt
werden, auch solche, die nicht über einen echten Netzschalter verfügen. Die
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Haushalte entweder keine manuell schaltbaren
Steckdosenleisten einsetzen, weil diese als nicht komfortabel empfunden werden, oder
dass Haushalte zwar manuell abschaltbare Steckdosenleisten einsetzen, aber dann
doch nicht regelmäßig zum Abschalten nutzen.
Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik haben dagegen den Vorteil, dass Geräte bei
Nichtnutzung konsequent abgeschaltet werden. Dieser Vorteil überwiegt in der Regel
deutlich
den
Nachteil,
dass
diese
Steckdosenleisten
selbst
einen
geringen
Stromverbrauch haben.
Bei Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik handelt es sich um zwei unterschiedliche
Typen:
(1)
Geräte,
bei
denen
bei
Unterschreiten
einer
vom
Nutzer
einstellbaren
Mindestleistungsaufnahme (Schaltschwelle) des Hauptgeräts (Master) und mit dem
Ausschalten des Hauptgeräts (Master) die an der Steckdosenleiste angeschlossenen
Peripheriegeräte (Slaves) automatisch vom Stromnetz getrennt werden. Diese werden
auch Master-Slave-Steckerleisten genannt;
(2)
Geräte,
bei
denen
bei
Unterschreiten
3/12
einer
Mindestleistungsaufnahme
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
(Schaltschwelle) nicht nur die Peripheriegeräte, sondern auch das Hauptgerät (Master)
vom Stromnetz komplett getrennt wird. In dieser Variante fällt entgegen der
Ruhestromaufnahme
von
Mastergeräten
bei
Master-Slave-Steckerleisten
kein
Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte an. Solche Geräte können auch nur eine
einzelne Netzsteckdose beinhalten und das angeschlossene Gerät vom Netz trennen.
1.3
Ziel des Umweltzeichens
Die Verminderung des Energieverbrauchs, die Minimierung der Stand-by-Verluste und
die Vermeidung von Schadstoffen und Abfall sind wichtige Ziele des Umweltschutzes.
Hierdurch können ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, Ressourcen geschont,
Schadstoffeinträge in die Umwelt vermieden und Deponieräume gespart werden.
Mit dem Umweltzeichen für Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik sollen Geräte
gekennzeichnet
werden
können,
die
sich
durch
folgende
Umwelt-
und
Gebrauchseigenschaften auszeichnen:
1.4
§
Geringer Energieverbrauch
§
Minimierung der Stand-by Verluste
§
Hohe elektrische Sicherheit
§
Verwendung umweltschonender Materialien
Gesetzliche Vorgaben
Die Einhaltung bestehender Gesetze und Verordnungen wird für die mit dem
Umweltzeichen gekennzeichneten Produkte selbstverständlich vorausgesetzt. Diese
sind insbesondere die nachfolgend genannten:
§
Die durch das Elektro- und Elektronikgesetz (ElektoG)1 in deutsches Recht
umgesetzten EU-Richtlinien 2002/96/EG2 und 2002/95/EG3, die die Entsorgung
regeln, sind beachtet. Unter Vorsorgeaspekten darüber hinaus gehende
Anforderungen an Materialien werden eingehalten.
1
2
3
Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und
Elektronikgeräten, BGBl, 2005, Teil I, Nr. 17 (23.05.2005)
Directive on Waste from Electrical and Electronic Equipment, RL 2002/96/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates über Elektro- und Elektronik-Altgeräte vom 27.01.2003
Directive on the Restriction of the Use of Certain Hazardous Substances in Electrical and Electronic Equipment,
Richtlinie 2002/95/EG zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und
Elelektronikgeräten, ABl Nr. L 37, 13.02.2003
4/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
§
Die durch die Chemikalienverordnung REACH (1907/2006/EG)4 und die EGVerordnung 1272/20085 (oder die Richtlinie 67/548/EWG) definierten stofflichen
Anforderungen werden berücksichtigt.
2
Geltungsbereich
Diese Vergabegrundlage gilt für Steckdosenleisten oder Steckdosenadapter mit
Abschaltautomatik (mit und ohne Überspannungsschutz).
3
Anforderungen
3.1
Eigenleistung
a) Die Eigenleistung einer Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz und
Kontrollleuchte sowie beleuchtetem Ausschalter (wenn vorhanden) darf 0,90 W
nicht überschreiten.
b) Die Eigenleistung einer Steckdosenleiste ohne Überspannungsschutz und mit
beleuchtetem Ausschalter (wenn vorhanden) darf 0,70 W nicht überschreiten.
c) Eine Schaltschwellenregelung muss vorhanden sein.
d) Ein Netzschalter, der die Steckdosenleiste vom Netz trennt, muss vorhanden
sein.
Ausgenommen
hiervon
sind
Steckdosenleisten,
bei
denen
bei
Unterschreiten der eingestellten Schaltschwelle nicht nur die Peripheriegeräte,
sondern auch das Hauptgerät (Master) oder das einzelne angeschlossene
Gerät komplett vom Stromnetz getrennt wird. Allerdings müssen solche
Steckdosenleisten
zur
Wiederherstellung
der
Stromversorgung
eine
Aufweckfunktion (z.B. Taste oder Infrarot-Empfänger) vorweisen.
4
5
Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur
Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer
Europäischen Agentur für chemische Stoffe, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der
Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie
76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der
Kommission
Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über
die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der
Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006
5/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
Nachweis
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und
legt einen Prüfbericht eines nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Prüflabors oder
eines als SMT-Labor6 anerkannten Prüflabors vor, aus dem hervorgeht, dass die Höhe
der Eigenleistung nach DIN EN 623017 gemessen wurde (Anlage 2). Außerdem gibt er
den Messwert8 der Eigenleistung in Anlage 1 an.
3.2
Materialanforderungen an die Kunststoffe der Gehäuse und Gehäuseteile
Den Kunststoffen dürfen als konstitutionelle Bestandteile keine Stoffe zugesetzt sein,
die eingestuft sind als
a) krebserzeugend der Kategorien 1 oder 2 nach Tabelle 3.2 bzw. Kategorien 1A
und 1B nach Tabelle 3.1 des Anhangs VI der EG-Verordnung 1272/20089
b) erbgutverändernd der Kategorien 1 oder 2 nach Tabelle 3.2 bzw. Kategorien 1A
und 1B nach Tabelle 3.1 des Anhangs VI der EG-Verordnung 1272/2008
c) fortpflanzungsgefährdend der Kategorien 1 oder 2 nach Tabelle 3.2 bzw.
Kategorien 1A und 1B nach Tabelle 3.1 des Anhangs VI der EG-Verordnung
1272/2008
d) persistent, bioakkumulierbar und toxisch (PBT-Stoffe) oder sehr persistent und
sehr bioakkumulierbar (vPvB-Stoffe) nach den Kriterien des Anhang XIII der
REACH-Verordnung oder besonders besorgniserregend aus anderen Gründen
6
7
8
9
SMT-Labor: supervised manufacturers test laboratory
Elektrische Geräte für den Hausgebrauch – Messung der Standby-Leistungsaufnahme
Die Anforderungen gemäß 3.1 gelten als erfüllt, wenn der gemessene Wert kleiner ist als der in 3.1 angegebene
Wert +10% Gesamttoleranz (beinhaltet Fertigungs- und Messtoleranz)
Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über
die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der
Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, Anhang VI
Harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung für bestimmte gefährliche Stoffe, Teil 3: Harmonisierte Einstufung
und Kennzeichnung – Tabellen, Tabelle 3.2 Die Liste der harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung
gefährlicher Stoffe aus Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG,
kurz: GHS-Verordnung http://www.reach-info.de/ghs_verordnung.htm, in der jeweils gültigen Fassung.
Die GHS-Verordnung (Global Harmonization System), die am 20.01.2009 in Kraft getreten ist, ersetzt die alten
Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG. Danach erfolgt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung für
Stoffe bis zum 1. Dezember 2010 gemäß der RL 67/548/EWG (Stoff-RL) und für Gemische bis zum 1. Juni
2015 gemäß der RL 1999/45/EG (Zubereitungs-RL). Abweichend von dieser Bestimmung kann die Einstufung,
Kennzeichnung und Verpackung für Stoffe und Zubereitung bereits vor dem 1. Dezember 2010 bzw. 1. Juni
2015 nach den Vorschriften der GHS-Verordnung erfolgen, die Bestimmungen der Stoff-RL und ZubereitungsRL finden in diesem Fall keine Anwendung.
6/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
und die in die gemäß REACH Artikel 59 Absatz 1 erstellte Liste (sog.
Kandidatenliste10) aufgenommen wurden.
Halogenhaltige Polymere sind nicht zulässig. Ebenso dürfen halogenorganische
Verbindungen nicht als Flammschutzmittel zugesetzt werden. Zudem dürfen keine
Flammschutzmittel zugesetzt werden, die gemäß Teil 3 des Anhang VI der EGVerordnung 1272/2008 mit dem R Satz R 50/53 bzw. dem Gefahrenhinweis H410
gekennzeichnet sind.
Von dieser Regelung ausgenommen sind:
§
prozessbedingte, technisch unvermeidbare Verunreinigungen;
§
fluororganische
Additive
(wie
z.B.
Anti-Dripping-Reagenzien),
die
zur
Verbesserung der physikalischen Eigenschaften der Kunststoffe eingesetzt
werden, sofern sie einen Gehalt von 0,5 Gew.-% nicht überschreiten;
§
Kunststoffteile, die weniger als 25 g wiegen.
Nachweis
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderungen in Anlage 1 zum Vertrag.
Bezüglich der auszuschließenden Substanzen in Kunststoffen für Gehäuse und
Gehäuseteile veranlasst er eine schriftliche Erklärung der Kunststoffhersteller oder lieferanten an die RAL gGmbH, dass diese nicht zugesetzt sind (Vordruck Anlage 3).
Zugleich verpflichtet er sich, die Hersteller oder Lieferanten der Gehäusekunststoffe zu
veranlassen, die chemische Bezeichnung der eingesetzten Flammschutzmittel (CASNr.) vertraulich an die RAL gGmbH zu übermitteln (Anlage 4).
3.3
Sicherheitsanforderungen
Die Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik müssen das CE-Zeichen tragen und
damit nachfolgende europäische Richtlinien erfüllen:
10
§
2006/95/EC Low Voltage Directive (LVD)
§
2004/108/EC Electromagnetic Compatibility (EMC)
Link zur Kandidatenliste der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und
Beschränkung chemischer Stoffe (REACH):
http://echa.europa.eu/consultations/authorisation/svhc/svhc_cons_en.asp
7/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
Darüber
hinaus
müssen
die
Steckdosenleisten
mit
Abschaltautomatik
die
Anforderungen an die elektrische Sicherheit gemäß DIN VDE 0620-1 oder IEC 608841 erfüllen. Aus den Prüfprotokollen oder dem Zertifikat muss hervor gehen, dass die in
DIN VDE 0620-1 oder IEC 60884-1 genannten Grenzwerte für mindestens folgende
Parameter eingehalten werden:
§
Schutz gegen elektrischen Schlag / Protection against electric shock (Abs. 10)
§
Isolationswiderstand und Spannungsfestigkeit / Insulation resistance and
electric strength (Abs. 17)
§
Temperaturerhöhung / Temperature rise (Abs. 19)11
§
Kriechstrecken, Luftstrecken und Abstände durch Vergussmasse / Creepage
distances, clearances and distances through sealing compound (Abs. 27)
§
Beständigkeit von Isolierstoff gegen übermäßige Wärme und Feuer und
Kriechstromfestigkeit / Resistance of insulating material to abnormal heat, to fire
and to tracking (Abs. 28)
Nachweis
Der Antragsteller legt EU-Konformitätserklärungen zur Einhaltung der genannten
europäischen Richtlinien vor. Für den Nachweis der Anforderungen an die elektrische
Sicherheit erklärt der Antragsteller die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum
Vertrag und legt Prüfprotokolle eines nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten
Prüflabors oder ein Zertifikat eines akkreditierten Prüflabors auf Grundlage der DIN
VDE 0620-1 oder IEC 60884-1 vor (Anlage 5).
3.4
Überspannungsschutz
Wenn ein Überspannungsschutz vorhanden ist, muss er die Norm DIN EN 61643-1112
einhalten und dementsprechend geprüft sein.
Nachweis
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und
legt die entsprechenden Prüfberichte und Seiten der Produktunterlagen vor (Anlage 6).
11
12
Für den Vertrieb der Geräte in Deutschland muss der Bemessungsstrom der Steckvorrichtung nach DIN VDE
0620-1 angesetzt werden.
Überspannungsschutzgeräte für Niederspannung: Überspannungsschutzgeräte
Niederspannungsanlagen – Anforderungen und Prüfungen
8/12
für
den
Einsatz
in
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
3.5
Verbraucherinformation
Folgende wesentliche Nutzerinformationen müssen in der Bedienungsanleitung
enthalten sowie auf den Internetseiten des Herstellers abrufbar sein:
1. Eigenleistung (W) der Steckdosenleisten mit Abschaltautomatik
2. Beschreibung der Funktion und der Bedienung der Steckdosenleisten mit
Abschaltautomatik
3. Beschreibung der Funktion und der Bedienung der einstellbaren Schaltschwelle
4. Spannweite der Schaltschwelle im Gerät in Watt
5. Hinweis, dass die Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz (falls vorhanden, nach DIN EN 61643-11) alleine keinen ausreichenden Schutz gegen
Überspannungen
bieten,
und
dass
ein
komplettes
Überspannungs-
schutzkonzept aus drei Stufen (Grob-, Mittel- und Feinschutz) bestehen soll.
6. Angaben zum Auswechseln der Feinsicherung (falls vorhanden)
7. Fachgerechte Entsorgung
8. Nennspannung
9. Nennleistung
Nachweis
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung in Anlage 1 zum Vertrag und
legt die entsprechenden Seiten der Produktunterlagen vor (Anlage 6).
4
Zeichennehmer und Beteiligte
4.1
Zeichennehmer sind Hersteller oder Vertreiber von Produkten gemäß Abschnitt 2.
4.2
Beteiligte am Vergabeverfahren:
§
RAL gGmbH für die Vergabe des Umweltzeichens Blauer Engel,
§
das Bundesland, in dem sich die Produktionsstätte des Antragstellers befindet,
§
das Umweltbundesamt, das nach Vertragsschluss alle Daten und Unterlagen
erhält, die zur Beantragung des Blauen Engel vorgelegt wurden, um die Weiterentwicklung der Vergabegrundlagen fortführen zu können.
5
Zeichenbenutzung
5.1
Die Benutzung des Umweltzeichens durch den Zeichennehmer erfolgt aufgrund eines
mit der RAL gGmbH abzuschließenden Zeichenbenutzungsvertrages.
9/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
5.2
Im Rahmen dieses Vertrages übernimmt der Zeichennehmer die Verpflichtung, die
Anforderungen gemäß Abschnitt 3 für die Dauer der Benutzung des Umweltzeichens
einzuhalten.
5.3
Für die Kennzeichnung von Produkten gemäß Abschnitt 2 werden Zeichenbenutzungsverträge abgeschlossen. Die Geltungsdauer dieser Verträge läuft bis zum 31.12.2016.
Sie verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, falls der Vertrag nicht bis zum
31.03.2016 bzw. 31.03. des jeweiligen Verlängerungsjahres schriftlich gekündigt wird.
Eine Weiterverwendung des Umweltzeichens ist nach Vertragsende weder zur
Kennzeichnung noch in der Werbung zulässig. Noch im Handel befindliche Produkte
bleiben von dieser Regelung unberührt.
5.4
Der Zeichennehmer (Hersteller) kann die Erweiterung des Benutzungsrechtes für das
Kennzeichnungsberechtigte Produkt bei der RAL gGmbH beantragen, wenn es unter
einem anderen Marken-/Handelsnamen und/oder anderen Vertriebsorganisationen in
den Verkehr gebracht werden soll.
5.5
In dem Zeichenbenutzungsvertrag ist festzulegen:
5.5.1 Zeichennehmer (Hersteller/Vertreiber)
5.5.2 Marken-/Handelsname, Produktbezeichnung
5.5.3 Inverkehrbringer
(Zeichenanwender),
d.h.
die
Vertriebsorganisation
gemäß
Abschnitt 5.4
.
10/12
RAL-UZ 134 Ausgabe Juli 2012
VERTRAG
Nr.
über die Vergabe des Umweltzeichens
RAL gGmbH als Zeichengeber und die Firma
(Inverkehrbringer)
M
als Zeichennehmer – nachfolgend kurz ZN genannt –
schließen folgenden Zeichenbenutzungsvertrag:
1. Der ZN erhält das Recht, unter folgenden Bedingungen das dem Vertrag zugrunde liegende
Umweltzeichen zur Kennzeichnung des Produkts/der
Produktgruppe/Aktion
„Steckdosenleisten
und
Steckdosenadapter mit Abschaltautomatik“ für
„(Marken-/Handelsname)“
2.
3.
4.
5.
6.
zu benutzen. Dieses Recht erstreckt sich nicht darauf,
das Umweltzeichen als Bestandteil einer Marke zu
benutzen. Das Umweltzeichen darf nur in der
abgebildeten Form und Farbe mit der unteren
Umschrift "Jury Umweltzeichen" benutzt werden,
soweit nichts anderes vereinbart wird. Die Abbildung
der gesamten inneren Umschrift des Umweltzeichens
muss immer in gleicher Größe, Buchstabenart und dicke sowie -farbe erfolgen und leicht lesbar sein.
Das Umweltzeichen gemäß Abschnitt 1 darf nur für o.
g. Produkt/Produktgruppe/Aktion benutzt werden.
Für die Benutzung des Umweltzeichens in der
Werbung oder sonstigen Maßnahmen des ZN hat
dieser sicherzustellen, dass das Umweltzeichen nur in
Verbindung zu o.g. Produkt/Produktgruppe/Aktion gebracht wird, für die die Benutzung des Umweltzeichens mit diesem Vertrag geregelt wird. Für die Art
der Benutzung des Zeichens, insbesondere im
Rahmen der Werbung, ist der Zeichennehmer allein
verantwortlich.
Das/die
zu
kennzeichnende
Produkt/Produktgruppe/Aktion muss während der Dauer der Zeichenbenutzung allen in der "Vergabegrundlage für
Umweltzeichen RAL-UZ 134" in der jeweils gültigen
Fassung enthaltenen Anforderungen und Zeichenbenutzungsbedingungen entsprechen. Dies gilt auch für
die Wiedergabe des Umweltzeichens (einschließlich
Umschrift). Schadensersatzansprüche gegen die RAL
gGmbH, insbesondere aufgrund von Beanstandungen
der Zeichenbenutzung oder der sie begleitenden
Werbung des ZN durch Dritte, sind ausgeschlossen.
Sind in der "Vergabegrundlage für Umweltzeichen"
Kontrollen durch Dritte vorgesehen, so übernimmt der
ZN die dafür entstehenden Kosten.
Wird vom ZN selbst oder durch Dritte festgestellt,
dass der ZN die unter Abschnitt 2 bis 5 enthaltenen
U
S
T E
R
Bedingungen nicht erfüllt, verpflichtet er sich, dies der
RAL gGmbH anzuzeigen und das Umweltzeichen
solange nicht zu benutzen, bis die Voraussetzungen
wieder erfüllt sind. Gelingt es dem ZN nicht, den die
Zeichenbenutzung voraussetzenden Zustand unverzüglich wiederherzustellen oder hat er in schwerwiegender Weise gegen diesen Vertrag verstoßen, so
entzieht die RAL gGmbH gegebenenfalls dem ZN das
Umweltzeichen und untersagt ihm die weitere
Benutzung. Schadensersatzansprüche gegen die
RAL gGmbH wegen der Entziehung des Umweltzeichens sind ausgeschlossen.
7. Der Zeichenbenutzungsvertrag kann aus wichtigen
Gründen gekündigt werden.
Als solche gelten z. Beispiel:
- nicht gezahlte Entgelte
- nachgewiesene Gefahr für Leib und Leben.
Eine weitere Benutzung des Umweltzeichens ist in
diesem Fall verboten. Schadenersatzansprüche
gegen die RAL gGmbH sind ausgeschlossen (vgl.
Ziffer 6 Satz 3).
8. Der ZN verpflichtet sich, für die Benutzungsdauer des
Umweltzeichens der RAL gGmbH ein Entgelt gemäß
"Entgeltordnung für das Umweltzeichen" in ihrer
jeweils gültigen Ausgabe zu entrichten.
9. Die Geltungsdauer dieses Vertrages läuft gemäß
"Vergabegrundlage für Umweltzeichen RAL-UZ 134"
bis zum 31.12.2016. Sie verlängert sich jeweils um
ein weiteres Jahr, falls der Vertrag nicht bis zum
31.03.2016 bzw. bis zum 31.03. des jeweiligen
Verlängerungsjahres schriftlich gekündigt wird. Eine
Benutzung des Umweltzeichens ist nach Vertragsende weder zur Kennzeichnung noch in der Werbung
zulässig. Noch im Handel befindliche Produkte
bleiben von dieser Regelung unberührt.
10. Mit dem Umweltzeichen gekennzeichnete Produkte/
Aktionen und die Werbung dafür dürfen nur bei
Nennung der Firma des
(ZN/Inverkehrbringers)
an den Verbraucher gelangen.
Sankt Augustin, den
Ort, Datum
RAL gGmbH
Geschäftsleitung
(rechtsverbindliche Unterschrift
und Firmenstempel)
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