- Universität Wien

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MAGISTERARBEIT
Titel der Magisterarbeit
„Smartphones“
Nutzung während der face-to-face Kommunikation
Verfasser
Mag. Dieter Vogel, Bakk. phil.
angestrebter akademischer Grad
Magister der Philosophie (Mag. phil.)
Wien, Juni 2013
Studienkennzahl lt. Studienblatt:
A 066/841
Studienrichtung lt. Studienblatt:
Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Betreuerin:
Assoc.-Prof. Mag. Dr. Gerit Götzenbrucker
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG
Ich erkläre hiermit an Eides Statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig
und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe.
Die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind als
solche kenntlich gemacht.
Die Arbeit wurde bisher in gleicher oder ähnlicher Form keiner anderen
Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht.
Wien, Juni 2013
.........................................
Dieter Vogel
DANKSAGUNG
An dieser Stelle möchte ich meiner Mutter danken, die mich immer wieder daran erinnert
hat, eine Pause zu machen und das Leben zu genießen.
Ich danke meiner Freundin für ihre Unterstützung und dafür, dass es sie gibt.
Ich danke auch meinem Bruder, für seine Ratschläge in allen Lebenslagen.
Ich danke all meinen Freunden für die gemeinsamen Erlebnisse
und
besonders möchte ich mich bei Assoc.-Prof. Mag. Dr. Gerit Götzenbrucker bedanken, für
Ihre hilfreichen Inputs in jeder Phase meiner Magisterarbeit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung........................................................................................................................... 1
Forschungsinteresse ........................................................................................................ 4
Aufbau der Arbeit ........................................................................................................... 7
I.
THEORETISCHER TEIL ....................................................................................... 9
1
Smartphones und Apps ............................................................................................ 9
2
3
1.1
Definition eines Smartphones .............................................................................. 9
1.2
Definition einer App .......................................................................................... 12
1.3
Sicherheitsaspekt ................................................................................................ 15
Interpersonelle Kommunikation ........................................................................... 18
2.1
Definition von Kommunikation ......................................................................... 18
2.2
Aspekte der interpersonellen Kommunikation .................................................. 20
Theoretischer Hintergrund .................................................................................... 22
3.1
Der Konstruktivismus ........................................................................................ 22
3.2
Der dynamisch-transaktionale Ansatz ............................................................... 27
3.3
Die Axiome von Watzlawick ............................................................................. 31
3.3.1
Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren ............................................... 32
3.3.2
Der Inhalts- und Beziehungsaspekt ............................................................ 32
3.3.3
Die Interpunktion der Ereignisfolge ........................................................... 33
3.3.4
Digitale und analoge Kommunikation ........................................................ 33
3.3.5
Symmetrische und komplementäre Interaktionen ....................................... 34
3.4
Unified Theory of Acceptance and Use of Technology .................................... 34
3.4.1
Performance Expectancy ............................................................................ 36
3.4.2
Effort Expectancy........................................................................................ 36
3.4.3
Social Influence .......................................................................................... 37
3.4.4
Facilitating Conditions ............................................................................... 37
I
4
Nutzungscharakteristiken von Smartphones ....................................................... 39
4.1
Bisherige Erkenntnisse zum allgemeinen Nutzungsverhalten ........................... 40
4.2
Motive ................................................................................................................ 43
4.2.1
Informationssuche und mobiles Lernen ...................................................... 43
4.2.2
Sozialer Kontakt.......................................................................................... 45
4.2.3
Unterhaltung ............................................................................................... 46
4.2.4
Einkommen und Karriere ........................................................................... 48
4.2.5
Organisation des Alltags ............................................................................ 50
4.3
Beziehung und Einstellung zum Smartphone .................................................... 51
4.4
Forschungsfragen ............................................................................................... 51
II. EMPIRISCHER TEIL ........................................................................................... 53
5
Methode ................................................................................................................... 53
5.1
5.1.1
Fokussiertes Leitfadeninterview ................................................................. 55
5.1.2
Leitfaden des Interviews ............................................................................. 56
5.1.3
Teilnehmende Beobachtung ........................................................................ 58
5.1.4
Pre-Test....................................................................................................... 59
5.2
Durchführung ..................................................................................................... 60
5.2.1
Fallauswahl ................................................................................................ 60
5.2.2
Ablauf der Erhebung................................................................................... 60
5.3
6
Erhebungsmethode ............................................................................................. 54
Auswertungsmethode ......................................................................................... 61
5.3.1
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring .................................................. 61
5.3.2
Ablauf der Auswertung ............................................................................... 64
Ergebnisse................................................................................................................ 66
6.1
Allgemeine Nutzung des Smartphones .............................................................. 66
6.2
Nutzung des Smartphones bei face-to-face Gesprächen .................................... 71
6.3
Bedeutung und Stellenwert des Smartphones .................................................... 73
6.4
Sicherheitsaspekte bei Smartphones .................................................................. 75
6.5
Ergebnisse der Beobachtung .............................................................................. 76
II
7
8
Diskussion ................................................................................................................ 77
7.1
Besprechung der Forschungsfragen und Ergebnisse ......................................... 77
7.2
Limitationen ....................................................................................................... 83
7.3
Ausblick ............................................................................................................. 84
Literaturverzeichnis ............................................................................................... 85
Anhang ............................................................................................................................. 97
A.
Interviewleitfaden
B.
Transkripte
C.
Kategorienschema
D.
Abstract
E:
Curriculum Vitae
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:Mobile-cellular subscriptions ........................................................................ 3
Abbildung 2: Active mobile-broadband subscriptions 2011 .............................................. 4
Abbildung 3: Active mobile-broadband subscriptions 2007-2013 ..................................... 4
Abbildung 4: Grundmuster des dynamisch-transaktionalen Modells ............................. 29
Abbildung 5: Ausdifferenziertes Grundmodell ................................................................ 30
Abbildung 6: Interpunktion der Ereignisfolge .................................................................. 33
Abbildung 7: Basic Concept Underlying User Acceptance Models ................................ 35
Abbildung 8: Research Model .......................................................................................... 36
Abbildung 9: Ablaufmodell der zusammenfassenden Inhaltsanaylse .............................. 62
Abbildung 10: Prozessmodell der induktiven Kategorienbildung.................................... 63
Abbildung 11: Altersverteilung ........................................................................................ 66
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: App-Angebot und kumulierter Download ....................................................... 13
Zur Förderung der Gender Awareness wurde in dieser Arbeit auf die
geschlechtergerechte Schreibweise verzichtet und statt der männlichen die weibliche
Wortform verwendet. Es sind aber jeweils beide Geschlechter gemeint.
IV
Einleitung
Jede neue Technologie, die von der breiten Masse akzeptiert und eingesetzt wird, wirft
die Frage auf, welche Veränderungen sie mit sich bringen wird. Technische Innovationen
ermöglichen es der Menschheit seit jeher bereits vorhandene Bedürfnisse mit neuen bis
dahin nicht bekannten Mitteln zu befriedigen oder gar neue Bedürfnisse zu schaffen.
Denn es gibt auch Innovationen von so bahnbrechender Natur, dass der entsprechende
Antrieb zur Nutzung noch gar nicht oder nur bei wenigen vorhanden ist und sich erst
entwickeln
muss.
In
beiden
Fällen
kommt
es
zu
einer
Veränderung der
Rahmenbedingungen, da neue Technologien das Spektrum der Möglichkeiten denen sich
der Mensch bedienen kann erweitert. Angelehnt an den dynamisch-transaktionalen
Ansatz, der sowohl Medienwirkungen als auch Rezipientenbedürfnisse berücksichtigt,
lässt sich auch bei Technologien hinterfragen, Was machen die Menschen mit einer
neuen Technologie? und Was macht eine neue Technologie mit den Menschen? (vgl.
Batinic/Appel 2008: 113)
Gerade in der Kommunikation zwischen Individuen hat es eine Reihe an Innovationen
gegeben, die es ihnen ermöglichten auch über weite Strecken miteinander zu
kommunizieren. Angefangen bei Rauchzeichen, über den Telegraphen bis hin zum
Haustelefon, das erstmals eine nahezu synchrone verbale Kommunikation über
Kontinente hinweg ermöglichte. Mit dem Mobiltelefon wurde die interindividuelle
Verständigung schließlich gänzlich von ihrer Ortsgebundenheit befreit. Der Short
Message Service (SMS), gedacht als Informationstool für die Netzbetreiber, lieferte
schließlich noch einen asynchronen Kanal, um mit seinen Mitmenschen über das
Mobiltelefon in Verbindung zu treten (Krone 2010: 38). Die letzte Entwicklung in der
mobilen Kommunikation die auf breites Interesse und Akzeptanz gestoßen ist, ist das
Smartphone.
In den wissenschaftlichen Artikeln die sich in den letzten Jahren in irgendeiner Weise
mit Smartphones auseinandergesetzt haben, lässt sich eine Gemeinsamkeit erkennen. In
nahezu allen Arbeiten wird die rasante Ausbreitung dieser mobilen Technologie
angesprochen und mit auf Statistiken beruhenden Prognosen der weitere Verlauf des
Siegeszuges der kleinen Taschencomputern vorhergesagt (vgl. MacCormick/Dery/Kolb
2012: 194; Mayer 2012: 180; Ely 2012: 26; Haverila 2011: 310; Ting et al. 2011: 193;
1
Paterson/Low
2011:
412;
Falaki
et
al.
2010:
179;
Verkasalo
2009:
69;
Starkweather/Stowers 2009: 187; Fling 2009: 10f; Park/Chen 2007: 1349; Plant 2001:
28).
Dazu gehört auch die Untersuchung von Starkweather und Stowers die eine
Überschreitung der 100 Millionen Grenze in den USA, bezüglich der Anzahl der
Smartphone-Besitzerinnen, im Jahr 2013 prognostizierten (vgl. Starkweather/Stowers
2009: 187). Die aktuellen Zahlen geben dieser Prognose nicht nur recht, sondern
übersteigen diese bei weitem. Denn schon im November 2012 lag die Zahl der Nutzer
dieser mobilen Kommunikationstechnologie in den USA bei 123,3 Millionen, drei
Monate später bei 133,7 Millionen (comScore 2012: 1; comScore 2013: 1). Starkweather
und Stowers gehen sogar davon aus, dass das Smartphone in wenigen Jahren zum
primären Kommunikationsmedium werden wird. Ähnliche Prognosen lassen sich auch
bezüglich der Nutzung des Internets finden. Obwohl auch schon die simpleren
Handymodelle fähig waren auf Inhalte des World Wide Web zuzugreifen, hat der
Vorgang an sich, durch das Aufkommen des Smartphones, eine wesentliche
Vereinfachung erfahren. Ein Umstand der kontinuierlich zur Verdrängung älterer
Handymodelle beiträgt und die mobile Internetnutzung zunehmen lässt. Es verwundert
daher nicht, dass auch bezüglich des Zugriffs auf das Internet ähnliche Prognosen
bestehen. „It‟s expected that internet-capable mobile devices will be the most common
way for people to access the internet by 2013.” (Ellis 2011: 71) Obwohl noch keine
Zahlen für 2013 vorliegen, zeigen die Erhebung von Mitte 2012 der Statistik Austria,
dass diese Grenze nahezu erreicht wurde und bereits 44,2 Prozent der österreichischen
Bevölkerung mit dem Smartphone online surfen (vgl. Statistik Austria 2012a: 1).
Berücksichtig man auch Laptops und Tablets liegt der Prozentsatz bereits bei 56,2
Prozent (vgl. Statistik Austria 2012b: 1).
Auch weltweite statistische Daten reflektieren die rasanten Entwicklungen im Bereich
der mobilen Kommunikation und im Besonderen bei der Adoption von Smartphones.
Ende 2011 lag die Anzahl an Mobilfunkverträgen bei knapp sechs Milliarden, nach der
ITU haben damit etwa 86 Prozent der Weltbevölkerung ein Mobiltelefon (Abbildung 1).
Deren neusten Prognosen für 2013 sprechen bereits von 6,8 Milliarden Verträgen (vgl.
ITU 2012: 1; ITU 2013: 1). Die Daten die die Rundfunk & Telekom RegulierungsGmbH im Vergleich dazu für Österreich liefert, sprechen von 9,1 Millionen genutzten
2
3G-Sim-Karten, dies entspricht einer Penetration von über 100 Prozent. Werden 2G-SimKarten ebenfalls berücksichtigt, liegt die Marktdurchdringung schon bei beinahe 200
Prozent (vgl. RTR 2012: 1). Der Wert für 2011 lag bei 153 Prozent (vgl. FMK 2012: 2).
Diese Werte spiegeln den Besitz von mehreren Mobiltelefonen für beispielsweise private
und geschäftliche Zwecke wider.
Abbildung 1:Mobile-cellular subscriptions (Quelle: ITU 2013: 1, überarb. D.V.)
Im Zusammenhang mit der Beliebtheit der Smartphones, Ende 2012 waren mehr als eine
Milliarde Geräte in Verwendung (vgl. BusinessWire 2012: 1) und die Penetration in
Österreich lag bei 69 Prozent (vgl. MMA 2012: 5), stiegen auch die mobilen BreitbandInternetzugänge. Ende 2011 waren es bereits über eine Milliarde Menschen die über
einen solchen Zugang verfügten. Wobei die Zunahme der Verträge in diesem Bereich bei
40 Prozent pro Jahr liegt und damit das größte Wachstum innerhalb des
Telekommunikationssektors aufweist. Insbesondere im Vergleich zu den lediglich 590
Millionen fixen Breitbandzugängen, gewinnt diese Zahl zusätzlich an Gewicht. (ITU
2012: 1f). Die Verteilung der mobilen Breitbandzugänge zeigt die folgende Grafik
(Abbildung 2). Aus dieser wird ersichtlich, dass 2011 weltweit gesehen zwar erst knapp
16 Prozent über einen breitbandigen Internetzugang verfügen, die entsprechenden
Prozentsätze für Europa, Amerika und die Gemeinschaft unabhängiger Staaten allerdings
schon um die 30 Prozent liegen. Das schnelle Wachstum seit 2007 und die darin
enthaltenen Prognosen für 2013 sind in Abbildung 3 grafisch dargestellt.
3
Abbildung 2: Active mobile-broadband subscriptions 2011(Quelle: ITU 2011: 1, überarb. D.V.)
Abbildung 3: Active mobile-broadband subscriptions 2007-2013 (ITU 2013:6, überarb. D.V.)
Forschungsinteresse
Vor diesen beeindruckenden Zahlen stellt sich daher die Frage wie die zusätzlichen
Möglichkeiten welche die Smartphones den Konsumenten bieten, von diesen genutzt
werden. Zum einen eröffnen sie den Zugriff auf eine der größten Wissensressourcen,
dem Internet, zum anderen erweitern sie ein weiteres Mal die Anzahl an Möglichkeiten
4
zur Kommunikation mit anderen Individuen. Während vor ein paar Jahren neben der
Telefonie, nur noch SMS und MMS zur Verfügung standen, kann inzwischen die volle
Bandbreite an Kommunikationsmöglichkeiten genutzt werden, die lange auf eine fixe
Internetanbindung
angewiesen
waren,
wie
beispielsweise
Email,
Skype,
die
Kommunikation über Social Networks, Chat-Systeme, Foren, etc. Mit etwas Abstand
betrachtet, kann man sagen, dass die Weiterentwicklungen im Mobilfunkbereich zu einer
Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten geführt haben, die wie Falaki et al.
zeigen konnten, nach wie vor den wichtigsten Einsatzbereich des Smartphones darstellen
(vgl. Falaki et al. 2010 186). Allerdings beschränkt sich diese Ausweitung nicht nur auf
das persönliche Umfeld eines jeden Einzelnen, auch die Präsenz öffentlich angebotener
Information ist dadurch gestiegen. Wer ein Smartphone besitzt, hat quasi auch eine
Enzyklopädie, einen Warenkatalog, ein Navigationssystem, usw. in der Hosentasche.
Interpersonelle Gespräche oder Diskussionen können somit immer mit dem aktuellsten
Wissen hinterlegt werden. Aussagen wie „Das kann ich mir nicht vorstellen“ werden
nahezu überflüssig, wenn die meisten Inhalte direkt über das Smartphone zugänglich
sind. Was der Nutzer mit diesen Informationen macht ist ihm überlassen, doch stehen sie
zur Verfügung und dieser Umstand lässt auch die Anschlusskommunikation in einem
ganz neuen Licht erscheinen. Auch scheinen sie die Diskussion über Inhalte aus den
Massenmedien zugänglicher zu machen, wenn diese mit Bildern oder einem Video
kombiniert werden können, oft wirkt es sogar so als ob eine dieser beiden Möglichkeiten,
die Kommunikation über den Inhalt erst initiiert (vgl. Schenk 2003: 64).
Die Beschreibung der Möglichkeiten von Smartphones liest sich wie eine Lobeshymne
und tatsächlich bieten sie viele Vorteile, doch es lassen sich natürlich auch Kritiker
finden, die das neue Spielzeug differenzierter betrachten und auch dessen Nachteile in
den Vordergrund rücken. Ling und Donner warnen davor Smartphones nur aus einer
Perspektive zu untersuchen, denn einerseits lassen sich zwar einige Aufgaben schneller
und bequemer erledigen und sorgen dadurch für eine Entlastung der Besitzerin, auf der
anderen Seite ist das Gerät aber auch dazu geeignet Druck aufzubauen und zwar sowohl
im geschäftlichen, als auch im privaten Kontext (vgl. Ling/Donner 2010: 147). Dass neue
Technologien polarisieren, hat die Geschichte mehrfach gezeigt und das ist in diesem
Fall nicht anders.
5
„The impact of portable computing devices is undergoing a heated debate in the
popular media. It is evident that users‟ practices are changing – they socialize in
new ways; they do tasks in new ways, often interleaving and cross-pollinating in
new ways; they share and gather information in new ways.” (Oulasvirta et al.
2012: 1)
Die Diskussionen darüber liefern aber auch jede Menge Ansatzpunkte für die
wissenschaftliche Forschung. So stellt sich natürlich die Frage, wie sich durch die
ständige Verfügbarkeit von Medieninhalten der Umgang mit diesen verändert,
Schlagwort media literacy. Denn der Griff zum Smartphone scheint nicht nur dann zu
erfolgen, wenn es darum geht nützliche Informationen abzurufen, sondern auch in allen
anderen Fällen. Oulasvirta et al. sprechen in diesem Zusammenhang vom checking habit
(vgl. Oulasvirta et al. 2012: 1).
„The form of habits we identified is called a checking habit: brief, repetitive
inspection of dynamic content quickly accessible on the device. […] checking
habits occasionally spur users to do other things with the device and may
increase usage overall.” (Oulasvirta et al. 2012: 1, Hervorhebung i. O.)
Die extensive Nutzung verschlingt mehr Zeit als den Anwenderinnen vermutlich bewusst
ist und generiert dadurch auch mehr Zeitdruck. Ling und Donner vermuten, dass die
mobile Kommunikation sowohl Grund als auch Resultat der Beschleunigung des Alltags
ist, denn die Adoption des Smartphones, in der Hoffnung mehr Kontrolle über alltägliche
Anforderungen zu erlangen, schafft auch neue Möglichkeiten der Beschleunigung (vgl.
Ling/Donner 2010: 139, 147). Darauf weisen auch Oulasvirta et al. schon zu Beginn ihrer
Analyse hin, denn die Möglichkeiten die die gesteigerte Produktivität eröffnet muss nicht
notwendigerweise zu einem mehr an Freizeit führen, viel mehr halten sie fest, dass sich
der Umgang mit der Zeit verändert hat (vgl. Oulasvirta et al. 2012: 1).
Gerade in Diskussionen unterbricht die Suche nach Informationen den Redefluss und das
Bewusstsein bezüglich der Störung scheint eher beim wartenden Teil der Runde zu
liegen, als bei den Smartphone-Nutzerinnen. So weisen auch Hurlburt, Voas und Miller
darauf hin, „In almost any public area in the world today, you see fewer people
interacting directly and more people interacting with their mobile phones.“
(Hurlburt/Voas/Miller 2010: 59). Oulasvirta et al. fanden in ihrer Untersuchung heraus,
dass es auch den Userinnen selbst auffällt, wobei die Trennung zwischen Sucht und Spaß
6
schwer zu ziehen ist. „Repetitive use was experienced [by the users] as annoying at
times. Two participants described their relationship to Facebook by using the word
addiction” (Oulasvirta et al. 2012: 8). Smartphones knabbern jedoch nicht nur am
Zeitbudget der Nutzerinnen. Über die neuen Kommunikationskanäle werden oft sensible
private Informationen ausgetauscht die unter Umständen in die falschen Hände geraten
können und so die Privatsphäre gefährden, insbesondere deshalb weil auch das Thema
Sicherheit bei Smartphones noch in den Kinderschuhen steckt.
Ziel der vorliegenden Arbeit wird es sein, den Einsatz von Smartphones während der
interpersonellen Kommunikation zwischen Individuen zu untersuchen. Die Gruppe die
dafür herangezogen wird ist jene der Studierenden, denn wie mehrere Studien zeigen,
besitzen schon weit mehr als die Hälfte ein Smartphone, eine Prognose ging davon aus,
dass schon Ende 2011 bereits 80 Prozent der Studierenden über ein Smartphone verfügen
werden. Neuere Erhebungen von Mitte 2011 liegen nur etwas darunter (vgl.
Paterson/Low 2011: 413ff; Canuel/Crichton 2011: 108; Smith/Caruso 2010: 9;
Starkweather/Stowers 2009: 187) Ähnliches gilt für die Nutzung der Geräte für den
mobilen Internetzugang (vgl. Paterson/Low 2011: 412). Diese Entwicklungen führen
auch dazu, dass immer mehr Universitäten und Bibliotheken mobile Lösungen für
administrative und edukative Bereiche entwickeln, die einerseits die Attraktivität,
andererseits aber auch die Abhängigkeit von Smartphones bei den Studierenden erhöhen
könnte.
Aufbau der Arbeit
Um in weiterer Folge tiefer in die Materie einzudringen, werden sich das erste und zweite
Kapitel der möglichst präzisen Definition der einzelnen Fachbegriffe widmen, um für ein
klares Begriffsgebäude zu sorgen und damit die Nachvollziehbarkeit und Konsistenz der
Arbeit zu gewährleisten.
Das dritte Kapitel wird sich auf die bisherigen Erkenntnisse der Forschung konzentrieren
die es im Bereich des Einsatzes von Smartphones gibt. Dieses Kapitel wird somit
erarbeiten, welche Gründe dafür verantwortlich sind, dass eine Person während eines
interpersonellen Gesprächs ein Smartphone zum Einsatz bringt beziehungsweise sich von
diesem unterbrechen lässt. Des Weiteren wir es auch als Basis für die Entwicklung des
Interviewleitfadens dienen.
7
Das folgende Kapitel wird sich den theoretischen Grundlagen für diese Arbeit widmen.
Ausgehend vom Konstruktivismus, welcher Anhaltspunkte zu der Realitätsbildung von
Individuen gibt, werden vor allem Theorien herangezogen, die begründen können, wieso
eine Person zu einem Smartphone greift. Dazu gehören zu allererst der Dynamischtransaktionale Ansatz von Früh und Schönbach, aber auch die Unified Theory of
Acceptance and Use of Technology von Venkatesh et al.. Die Axiome von Watzlawick
können schließlich erklären, wieso die Nichtbeantwortung einer SMS ebenfalls als
kommunikativer Akt aufzufassen ist, der dem Gegenüber gewisse Informationen liefert.
Im fünften Kapitel wird schließlich auf die Methode eingegangen und der konkrete
Ablauf und die Durchführung der Erhebung erläutert. Anschließend wird sich dieses
Kapitel auch noch mit der Vorgehensweise bei der Aufarbeitung der qualitativen Daten
beschäftigen.
Das vorletzte Kapitel wird die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung präsentieren,
bevor diese im siebten und letzten Kapitel mit den ursprünglichen Annahmen verglichen
und diskutiert werden. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Ausblick auf mögliche
zukünftige Forschungsbereiche.
8
I.
THEORETISCHER TEIL
1 Smartphones und Apps
Bevor im weiteren Verlauf der Arbeit die unterschiedlichen Arten der Nutzung des
Smartphones behandelt werden, widmet sich dieses Kapitel dem Begriff selbst und seiner
Definition, um einerseits ein einheitliches Begriffsverständnis zu gewährleisten und
andererseits dieses spezielle mobile Kommunikationsgerät von anderen Mobiltelefonen
klar abzugrenzen. Die genauere Beleuchtung der Funktionen die Smartphones gegenüber
früheren Handy-Generationen in einem Gerät vereinen, lassen bereits Schlüsse auf die
Art der Verwendung zu und stellen daher eine Grundlage für die Betrachtung des
Umgangs mit ihnen dar. Des Weiteren wird auch der Begriff der App definiert und deren
Implikationen auf die Möglichkeiten der Smartphones beleuchtet. Der letzte Punkt in
diesem Kapitel wird sich schließlich mit dem Einfluss des Geräts auf die persönliche
Integrität einer Person auseinandersetzen.
1.1 Definition eines Smartphones
In vielen Untersuchungen (vgl. Carayannis/Clark 2011: 212; Karikoski/Soikkeli 2011: 1;
Katagiri/Etho 2011: 292; Luttenegger 2010: 260; MacCormick/Dery/Kolb 2012: 194;
Oulasvirta et al. 2012: 105; Paterson/Low 2011: 416; Starkweather/Stowers 2009: 187;
Ting et al. 2011: 193; Verkasalo 2012: 332) steht zwar das Smartphone im Mittelpunkt,
eine konkrete Definition ist jedoch nur bei wenigen zu finden. Dennoch gibt es einige
Punkte die immer wieder genannt werden und die charakteristisch für ein mobiles
Telefon zu sein scheinen, das mit dem Zusatz „Smart“ bedacht wird. Der Begriff selbst
kommt laut Sammer und Walter aus dem Marketing und hat sich für eine bestimmte
Geräteklasse etabliert, die „eine Kombination aus Mobiltelefon, PDA (Personal Digital
Assistant) und weiteren Geräten […] darstellt.“ (Sammer/Walter 2012: 92) Die
Eigenschaften die ein Gerät nach den Autorinnen erfüllen muss, um als Smartphone
klassifiziert zu werden, sind die multimediale Einsatzmöglichkeit, das Vorhandensein
von Beschleunigungs- und Lagesensoren, die Ortungsfähigkeit, die Möglichkeit zur
Installation von Apps und den Zugriff auf personenbezogene Daten (vgl. Sammer/Walter
9
2012: 92f). Diese Definition kann weiter zerlegt und zwei Bereichen zugeordnet werden,
die im Folgenden näher betrachtet werden.
Der Erste davon beinhaltet die Spezifikationen auf der Hardware-Seite. Nach Montoliu,
Blom und Gatica-Perez sind moderne Smartphones „equipped with a variety of sensors,
including
GPS,
accelerometers,
Wifi
and
Bluetooth
among
others.“
(Montoliu/Blom/Gatica-Perez 2012: 2) Diese Sensoren erlauben es dem Gerät
unterschiedlichste Daten zu sammeln und verfügbar zu machen. Eine entscheidende
Komponente ist in diesem Zusammenhang auch der programmierbare Prozessor, der es
der Anwenderin erlaubt eigene Programme auf dem Smartphone zu installieren und
damit
die
Fähigkeiten
der
Sensoren
und
Schnittstellen
auszureizen
(vgl.
Raento/Oulasvirta/Eagle 2009: 427). Wie später beleuchtet wird, birgt dieser Zugriff
allerdings auch ein hohes Gefahrenpotential, da die Daten die von den Sensoren erhoben
werden über eine Schnittstelle, wie beispielsweise Wifi, nach außen zugänglich werden
können.
Eine nicht weniger wichtige Komponente eines Smartphones ist auch der MultitouchScreen. Die Tendenz geht dabei deutlich in Richtung größerer Displays (vgl.
StrategyAnalytics 2012: 1), die aus der Sicht der Anwenderin zwei Funktionen erfüllen.
Auf der einen Seite steht mehr Platz für darstellbare Inhalte zur Verfügung als bei älteren
Mobiltelefonen, ein Umstand der sich in weiterer Folge positiv auf die Übersichtlichkeit
und Medienfähigkeit des Geräts auswirkt (vgl. Chae/Kim 2004: 165), auf der anderen
Seite wurde aufgrund der Multitouch-Fähigkeit des Bildschirms bei vielen Modellen die
physische Tastatur komplett ersetzt und durch den Multitouch-Screen substituiert. Eine
Einsparung die sich auch deutlich im Verhältnis der Displaygröße zu den Abmessungen
des Gerätes zeigt. Eine taktile Rückmeldung ist dadurch zwar nicht mehr gegeben, doch
lassen sich dafür flexible und wenn nötig weit umfangreichere Zeichensätze zur
Verfügung stellen, als bei der diesbezüglich limitierten physikalischen Variante. Die
Multitouch-Fähigkeit
des
Screens
erweitert
zudem
die
Möglichkeiten
der
Befehlseingabe. Bisherige Mobiltelefone waren meist auf Tasten und kleine Joysticks
beschränkt, im Gegensatz dazu erlaubt die multitouch-fähige Oberfläche auch Gesten mit
einem oder mehreren Fingern, wodurch dem Nutzer eine direktere Steuerung des Geräts
ermöglicht wird. Wie Achten und Pohlmann hervor streichen, profitieren gerade Apps
von der Vielfalt der Eingabemöglichkeiten die diese Technik bietet. „Mit Hilfe des
10
Multitouchscreen können mit wenigen Aktionen des Nutzers die Apps für spezielle
Anwendungen sehr schnell und einfach ihre Dienste erbringen.“ (Achten/Pohlmann
2012: 161) In manchen Fällen werden auch andere im Smartphone integrierte Sensoren
für Befehle des Anwenders benutzt, die die Möglichkeiten des Touchscreens ergänzen.
Im Speziellen sind dies Beschleunigungssensoren und Gyroskope, die der Anwenderin
Eingaben über das Schütteln, Drehen oder Neigen des Geräts erlauben. Insgesamt
gesehen vereinfacht sich dadurch die Handhabung der Geräte, weshalb der MultitouchScreen als eine definierende Komponente eines Smartphones gesehen werden muss.
Neben dem bereits genannten Wifi, das einen Internetzugang über lokale Netzwerke
ermöglicht, sprich stationäre WLAN Zugangspunkte nutzt, ermöglicht eine andere
Komponente den ortsunabhängigen Zugriff auf das World Wide Web, eine weitere
definierende
Eigenschaft
von
Smartphones.
Aufgrund
der
unterschiedlichen
Technologien in diesem Bereich wird in der Literatur schlicht von Internetfähigkeit
gesprochen (vgl. Carayannis/Clark 2011: 212; Luttenegger 2010: 160; Verkasalo 2012:
332). Der dabei erreichte Datendurchsatz ist bereits mit einer breitbandigen stationären
Verbindung vergleichbar, weshalb auch von mobilem Breitband gesprochen wird. Für
die Möglichkeiten die ein Smartphone bieten kann ist diese Komponente am
prägendsten, da viele der im Folgenden besprochenen Apps dadurch nicht mehr auf die
Leistung des Geräts selbst angewiesen sind, sondern rechenintensive Anwendungen auf
Servern im Netz ausgeführt werden können und nur Anfragen und Ergebnisse übermittelt
werden müssen (vgl. Achten/Pohlmann 2012: 161). Die Internetfähigkeit von
Smartphones erlaubt es Nutzerinnen zudem über viele unterschiedliche Kanäle mit
anderen Personen in Kontakt zu treten und zu kommunizieren. Dazu gehören auch die
vielen Social Communities die nach wie vor einen hohen Zulauf verzeichnen (vgl.
Park/Cho
2012:
400;
Logan/Bright/Gangadharbatla
2012:
165f;
Pérez-
Latre/Portilla/Blanco 2011: 65; Das/Sahoo 2011: 222f).
Neben den hardwareseitigen Komponenten, die ein Smartphone definieren, ist es zu
einem großen Teil auch die Software, die ein mobiles Telefon zu einem Smartphone
macht. Definierend ist jedoch nicht der systemrelevante Teil der Software, da dieser auch
bereits bei bisherigen Mobiltelefonen vorhanden ist, sondern die Unmengen an Apps die
für Smartphones zur Verfügung stehen. Was genau unter einer App zu verstehen ist, wird
11
im nächsten Punkt geklärt. Für den Begriff des Smartphones kann für diese Arbeit jedoch
schon folgende Definition festgehalten werden:
Ein Smartphone erlaubt Telefonate, den Zugriff auf das Internet (UMTS/LTE) und
andere Netzwerke (WIFI, BLUETOOTH), die Medienaufnahme (Bild, Video, Ton)
und –wiedergabe (visuell, auditiv) und die Installation von Apps Dritter. Es verfügt
des Weiteren mindestens über einen Multitouchscreen, eine QWERTY Tastatur
(physisch oder über den Screen), ein GPS Modul, sowie Lage- und
Beschleunigungssensoren.
1.2 Definition einer App
Im Gegensatz zum Begriff des Smartphones lässt sich der Begriff der App ungleich
schwerer definieren. Wiederum liefert die Literatur wenige bis gar keine Definitionen,
die den Begriff greifbar machen. Hinter der Kurzform App verbirgt sich der Begriff der
Application. Es handelt sich dabei um optionale Anwendungen für Smartphone-, Tabletund inzwischen auch Desktop-Betriebssysteme, die nach Achten und Pohlmann keine
systemrelevanten Eigenschaften erfüllen, sondern lediglich individuelle Dienste für die
Nutzerin erbringen (vgl. Achten/Pohlmann 2012: 161). Obwohl sich Apps diesbezüglich
nicht von Software für den Desktop-PC beziehungsweise Laptop unterscheiden, können
die beiden Begriffe nicht gleichgesetzt werden, da der ersten Bezeichnung weitere
Eigenschaften inhärent sind. Während Software, wie beispielsweise professionelle
Textverarbeitungsprogramme, über umfangreiche Funktionen verfügen, die sich die
Anwenderin erst mit Hilfe einer Bedienungsanleitung beibringen muss, erwartet die
Nutzerin einer App, dass deren Handhabung sich von selbst erklärt und keine
Einarbeitung nötig macht (vgl. Lehman 2012: 1).
Durch die unzähligen Apps für zahlreiche Bereiche, lässt sich ein Smartphone individuell
auf die Bedürfnisse einer Person einrichten. Das reicht von der bloßen Individualisierung
der Benutzeroberfläche bis hin zu Apps die von Unternehmen exklusiv für ihre
Angestellten entwickelt werden, um geschäftliche Abläufe zu optimieren. Die Zahlen für
das App-Angebot der fünf größten App-Märkte, sowie die über mehrere Jahre kumulierte
Anzahl an Downloads in den jeweiligen Märkten lassen sich der folgenden Tabelle
(Tabelle 1) entnehmen. Apple gibt dabei an, dass etwas weniger als die Hälfte der 40
12
Milliarden Downloads, sprich knapp 20 Milliarden, im Jahr 2012 getätigt wurden (vgl.
Apple 2012: 1)
Tabelle 1: App-Angebot und kumulierter Download
Anbieter
App - Angebot
App - Download
App Store (Apple)
775 000
40 Mrd.
Google Play (Google)
700 000
25 Mrd.
Windows Phone Store (Microsoft)
150 000
1 Mrd.
Nokia Store (Nokia)
120 000
6 Mrd.
BlackBerry World (RIM)
99 500
3 Mrd.
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_mobile_software_distribution_platforms
Allerdings sind die Zahlen zum App-Download mit Vorsicht zu genießen, denn nicht
jeder Download führt auch zu einer tatsächlichen Nutzung der App auf längere Sicht.
Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass etwa jede vierte Anwendung nur einmal
ausprobiert wird und anschließend nicht mehr zum Einsatz kommt oder gleich wieder
gelöscht wird (vgl. Localytics 2011: 1) Wie später noch ausgeführt wird stimmt die
tatsächliche Nutzung mit diesen nachrichtentauglichen Zahlen nicht überein.
Aufgrund der Diversität der Anwendungsbereiche lassen sich Apps nur sehr allgemeinen
Kategorien zuordnen. Koller nennt drei Kategorien in die ein Großteil der Applikationen
eingeordnet werden können:

Vernetzung/Information

Produktivität

Unterhaltung (vgl. Koller 2011: 76)
Bei näherer Betrachtung fehlt es jedoch auch diesen Kategorien an Trennschärfe und die
Einordnung hängt hauptsächlich von der subjektiven Funktion einer App für die
Anwenderin ab. Anstatt sie nach ihrer Funktion einzuteilen, lassen sich Apps allerdings
auch nach ihrer Art einteilen.
13
Dabei werden ebenfalls drei Varianten unterschieden:

native Apps

hybride Apps

Web-Apps
Eine Anwendung wird dann als native App bezeichnet, wenn sie für ein konkretes
Betriebssystem entwickelt wurde. Bei der Entwicklung der App können dabei sämtliche
Funktionen des Smartphones genutzt werden, während der Installation muss die Nutzerin
allerdings entsprechende Rechte vergeben, die der Anwendung auch den Zugriff auf
diese Funktionen erlaubt. Im Abschnitt Sicherheit wird genauer auf diesen Punkt
eingegangen. Der überwiegende Anteil nativer Apps wird über diverse App-Stores in
Umlauf gebracht. Die Behauptung von Sammer und Walter, dass alle nativen
Anwendungen über diese zentralen Plattformen vertrieben werden, trifft allerdings nicht
zu (vgl. Sammer/Walter 2012: 95), denn grundsätzlich kann jede Programmiererin eigene
Apps auf einer Website der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Web-Apps werden im Gegensatz dazu nicht für ein bestimmtes Betriebssystem
programmiert, sondern basieren auf Web-Development-Sprachen wie beispielsweise
HTML5, CSS3 und JavaScript. Neben der Optimierung von Webseiten für mobile
Geräte, werden diese Sprachen auch eingesetzt um nahezu vollwertige Apps zu
programmieren,
die
plattformübergreifend
eingesetzt
werden
können
(vgl.
Sammer/Walter 2012: 95; Luo 2010: 1). Web-Apps unterscheiden sich von der nativen
Variante allerdings auch durch den eingeschränkten Zugriff auf die Funktionen des
Smartphones, da die entsprechenden Rechte nicht vorhanden sind. Zudem muss oft die
gesamte Applikation oder Teile davon bei jedem Nutzungsvorgang aus dem Internet
heruntergeladen werden. Nach Lou verschwimmen die Unterschiede zwischen nativen
und Web-Apps aber gerade in diesen Bereichen zunehmend. Insbesondere komplexe
Apps und Spiele werden aber, aufgrund der benötigten Geschwindigkeit, wohl auch in
Zukunft über eine native Lösung umgesetzt (vgl. Luo 2010: 1; GIA 2010: 7).
Hybride Apps versuchen die Vorteile von nativen und Web-Apps zu verbinden. Dabei
ermöglicht eine native App den Zugriff auf die Funktionen des Smartphones und dient
als Schnittstelle zur eigentlichen App, die als Web-App umgesetzt wird (vgl.
Sammer/Walter 2012: 95).
14
Aus der Nutzerperspektive ist diese Unterscheidung insofern relevant, da sie für die
Geschwindigkeit und Bedienbarkeit, aufgrund der Einschränkung beim Zugriff auf
diverse Sensoren, sowie die Sicherheit von Apps eine Rolle spielt. Zudem sind native
Apps wesentlich bekannter als Web-Apps, da das Angebot der App-Shops aus Gründen
des Konkurrenzkampfes beworben wird (vgl. Luo 2010: 1).
Für die vorliegende Arbeit wird deshalb folgende Definition des Begriffes verwendet:
Bei einer App handelt es sich um eine Anwendung die keine Systemrelevanz
aufweist und darauf ausgelegt ist, bestimmte Bedürfnisse der Nutzerinnen zu
erfüllen. Dabei zeichnet sie sich durch leichte Zugänglichkeit und eine intuitive
Bedienung aus.
1.3 Sicherheitsaspekt
Mit der rasant zunehmenden Zahl an Smartphone-Besitzerinnen steigt auch das Interesse
krimineller Subjekte die Unzulänglichkeiten der Systeme auszunutzen beziehungsweise
von dem riskanten Nutzungsverhalten der Userinnen zu profitieren. So zeigt sich, dass
die Attacken auf Systeme die auf Android basieren, stark zugenommen haben. Diese
Systemplattform weist ein rasantes Wachstum und eine damit verbundene hohe
Verbreitung auf und basiert zudem auf einer open-source Architektur, die das Entdecken
von Schwachstellen erleichtert. Beide Faktoren machen dabei den Erfolg eines Angriffs
wahrscheinlicher (vgl. Shih et al. 2008: 483; Pocatilu 2011: 163) und damit für
kriminelle Subjekte interessanter, denn, „Angreifer versuchen erfahrungsgemäß immer
zunächst – ähnlich wie elektrischer Strom – den Weg des geringsten Widerstandes zu
gehen.“ (Heider/Khayari 2012: 156) Nach den Autoren ist das Smartphone dafür
prädestiniert, denn obwohl es bereits einige Vorkehrungen im Bereich der mobilen
Sicherheit von Smartphones gibt, bieten die vielen Schnittstellen des Geräts und die
allgemeine Nutzungscharakteristik eine große Angriffsfläche (vgl. Heider/Khayari 2012:
160; Pocatilu 2011: 163).
Zum einen ist dabei die Integrität der Privatsphäre einer Person in Gefahr, zum anderen
die Sicherheit von geschäftlichen Daten, die auf dem Smartphone gespeichert sind oder
von diesem versendet werden. In beiden Fällen ist der Nutzerin oft gar nicht bewusst wie
hoch die Gefahr ist diese Daten ungewollt einem Dritten zur Verfügung zu stellen (vgl.
15
Heider/Khayari 2012: 157; Achten/Pohlmann 2012: 161). Dies fängt bei der Installation
von Apps an, die von der Nutzerin gewisse Rechte verlangen und hört bei der Kontrolle
von Apps, bei der Aufnahme in einen der App-Stores (Apple App Store, Google Play,
etc.), auf.
Wie bereits beschrieben verlangen Apps bei der Installation gewisse Rechte denen die
Nutzerin während des Vorgangs, zumindest bei Android, zustimmen muss. Eine sorglose
Vergabe dieser Rechte ermöglicht einem Dritten unter Umständen einen umfassenden
Zugriff auf sensible Daten der Nutzerin, wie beispielsweise Standortdaten, E-Mail- und
Telefonkontakte. Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist dies problematisch, da die
Nutzerin im weiteren Verlauf nicht mehr darüber unterrichtet wird, wie diese Daten
genutzt werden. Im optimalen Fall werden sie nur für die Funktion der eigentlichen
Anwendung eingesetzt, im schlechtesten Fall werden sie an interessierte Käufer
weitergeleitet. Es ist darüber hinaus zu vermuten, dass während der Installation nicht die
Gefahren, sondern der erwartete Nutzen im Vordergrund steht und das Risiko von der
Anwenderin einfach in Kauf genommen wir. Da der Großteil der Apps über einen der
Onlinemärkte bezogen wird, kommt noch dazu, dass die Reputation der Herstellerin
(Google, Apple, etc.) Sicherheit kommuniziert und die Nutzerin die Möglichkeit
bekommt jede Verantwortung abzugeben. In diesem Fall ist die Anwenderin gänzlich
von der Zuverlässigkeit der Kontrollen der Herstellerinnen abhängig, die Apps von
Drittanbieterinnen über ihren Onlinemarkt vertreiben. Wie sich in der Vergangenheit
gezeigt hat, lassen sich aber auch in diesen renommierten App-Märkten kompromittierte
Anwendungen finden (vgl. Achten/Pohlmann 2012: 162). Mulliner verdeutlicht, dass
sogar bei der Verwendung der von Haus aus mitgelieferten Webbrowser bei
Smartphones, persönliche Datenspuren beim Surfen im Internet hinterlassen werden.
Diesen programminternen Schwachstellen gegenüber ist die Nutzerin machtlos und kann
sich nur zwischen der Nichtnutzung des Service und der Eindämmung des Risikos durch
zeitnahe Installation von Software-Updates entscheiden (vgl. Mulliner 2012: 180). Dem
Verzicht steht wiederum der Nutzen einer Funktion oder einer App entgegen. Booch
weist in diesem Zusammenhang auch auf den fehlenden Willen vieler Userinnen hin,
komplizierte Lösungen zum Schutz der Privatsphäre überhaupt in Angriff zu nehmen.
Ein möglicherweise vorhandener sozialer Druck zur Nutzung einer App kann ebenfalls
dazu geeignet sein, Sicherheitsbedenken zu verdrängen. Auf nachträgliche AGB
Änderungen bei liebgewonnenen Apps trifft das Selbe zu (vgl. Booch 2011: 13).
16
Ein anderer Zweig der Forschung in diesem Bereich beschäftigt sich mit Angriffen von
Dritten. Wie oben bereits verdeutlicht hat das Risiko aus dieser Sphäre heraus stark
zugenommen (vgl. Wetter 2012: 810ff). Im Gegensatz zur Sammlung von Informationen
durch den Eingriff in die Privatsphäre einer Person verfolgen Hackerinnen ganz
unterschiedliche Ziele. Das reicht von der Belästigung durch Statusmeldungen bis hin
zum gezielten Abgriff von höchst sensiblen Daten sowohl aus dem Privat- als auch aus
dem Geschäftsbereich. Auch hier sind es oft wieder die Anwenderinnen die eine
Schwachstelle darstellen. Insbesondere der teilweise naive Umgang mit persönlichen
Daten im Internet (vgl. Hugger 2010: 13), die Einwahl in fremde ungesicherte Netze und
das Öffnen von fingierten Emails zählen zu den Faktoren die sich Angreiferinnen
zunutze machen. Kriminell motivierte Personen haben aber nicht nur die Möglichkeit
von Smartphones die tatsächlich genutzt werden Informationen zu extrahieren. Daten die
auf Smartphones gespeichert werden, können auch durch den Weiterverkauf in andere
Hände gelangen. Eine Studie von Glisson et al. veranschaulicht dabei sehr deutlich die
Masse an Informationen die aus Mobiltelefonen der letzten Generation gewonnen werden
können, wenn sie in den sekundären Markt gelangen, selbst dann wenn die
Anwenderinnen die Daten zuvor gelöscht haben. Für Smartphones ist anzunehmen, dass
die Menge an sensiblen Daten bei weitem höher ist als bei den Vorgängermodellen (vgl.
Glisson et al. 2011: 337ff).
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass das Thema Sicherheit im Umgang
mit Smartphones und anderen mobilen Geräten auch in Zukunft höchst relevant bleiben
wird. Insbesondere auch deshalb weil für die Generationen nach 1980, über diesen
Zeitpunkt
lässt
sich
allerdings
streiten
(vgl.
Zimerman
2012:
174;
Margaryan/Littlejohn/Vojt 2011: 429), die als Digital Natives bezeichnet werden (vgl.
Palfrey/Gasser 2008: II), das Versenden und Empfangen von Daten und das Teilen von
Informationen über das Internet zur Normalität geworden ist (vgl. Hugger 2010: 12f).
Trotz dieses Stellenwertes des Themas Mobile Sicherheit, zeigt ein kürzlich
durchgeführte Studie von Jones und Heinrichs, dass noch viel zu viele Smartphone
Userinnen sich nicht an den best practices im Bereich des Schutzes der mobilen Geräte
und der eigenen Daten orientieren (vgl. Jones/Heinrichs 2012: 29).
17
2 Interpersonelle Kommunikation
Nachdem ausführlich erläutert wurde, wobei es sich bei einem Smartphone und den
dazugehörigen Apps handelt, wird sich dieses Kapitel dem Begriff der Kommunikation
und im Besonderen der interpersonellen Kommunikation widmen, innerhalb derer der
Einsatz von Smartphones durch die Beteiligten untersucht werden soll.
2.1 Definition von Kommunikation
Aufgrund der Vielzahl an Definitionen zum Begriff Kommunikation, werden an dieser
Stelle einige davon betrachtet und abschließend die Bedeutung des Begriffs innerhalb
dieser Arbeit festgelegt.
Nach Schulz beschreibt der Begriff Kommunikation „einen Vorgang, der auf bestimmten
Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Subjekten beruht.“ (Schulz 2003: 153). Zu
diesen Gemeinsamkeiten zählt er zuerst eine materielle oder energetische Verbindung die
eine Übertragung von Signalen ermöglicht, zweitens eine auf gegenseitigen Erwartungen
beruhende Beziehung aus der die eigentliche Information entsteht. Die Erwartungen
beruhen drittens auf bestimmten übereinstimmenden Kognitionen (Wissen, Erfahrungen,
etc.), die zudem den Signalen erst ihre Bedeutung verleihen. Wie später bei der
Erläuterung des Konstruktivismus noch ausgeführt wird, können dies die Teile der
gemeinsamen Wirklichkeit auf die sich Individuen beziehen sein. Die vierte
Gemeinsamkeit besteht schließlich darin, dass eine bestimmte Absicht verfolgt wird (vgl.
Schulz
2003:
153).
Die
Gemeinsamkeiten
die
Schulz
anführt,
spiegeln
Grundvoraussetzungen von Kommunikation wider, so ist Kommunikation beispielsweise
ausgeschlossen, wenn zwei Individuen über keine direkte oder indirekte, beispielsweise
technisch vermittelte, Kontaktmöglichkeit zueinander verfügen.
Individuen in einem Wartezimmer können daher Signale aussenden die als
Kommunikation gedeutet werden können. Sobald zwei oder mehrere Personen die erste
Gemeinsamkeit von Schulz erfüllen, spielt somit ihr Verhalten eine Rolle, da dieses von
den
anderen
Individuen
wahrgenommen
und
interpretiert
werden
kann
(Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 51; Burkart 2002: 21). Der Griff zu und die
Fokussierung auf den Inhalt einer Zeitung kann demnach kommunizieren, dass kein
verbaler Kontakt zu den anderen Wartenden gewünscht wird. Nach Burkart ist dabei
18
Verhalten nahezu immer mit sozialem Verhalten, nämlich, dass sich Lebewesen in Bezug
aufeinander verhalten, gleichzusetzen. Bloßes Verhalten zeichnet sich jedoch meist
dadurch aus, dass keine Intention dahinter steht. Im obigen Beispiel könnte allerdings
eine Absicht unterstellt werden, nämlich die willentliche Abschottung gegenüber dem
Umfeld. Verhält sich eine Person bewusst und zielgerichtet, sprich intentional, muss nach
Burkart von einem Handeln gesprochen werden, geschieht dies wiederum in Hinblick auf
andere Personen von sozialem Handeln (vgl. Burkart 2002: 21ff).
Kommunikatives Handeln ist somit ebenfalls ein soziales Handeln, wobei nach Burkart
eine kommunikative Handlung aus zwei Teilen besteht. Erstens aus einer Mitteilung an
ein oder mehrere Individuen und zweitens aus einem dahinterliegenden Interesse aus
dem heraus die Handlung initiiert wird (vgl. Burkart 2002: 27). Auch die
Doppelseitigkeit des Geschehens, das Vorhandensein eines Mediums und die
Verwendung von Zeichen als Symbole, kurz Kommunikation als symbolisch vermittelte
Interaktion, sind weitere Grundvoraussetzungen nach Burkart und auch könnten im
Wartezimmer-Beispiel als erfüllt gedeutet werden. Eine Person A verhält sich in Bezug
auf die anderen Personen in einer intentionalen Weise so, dass mittels Zeichen die
Mitteilung Ich will nicht gestört werden ausgesendet wird, allerdings nonverbal. Die
Wartenden verstehen die Mitteilung und reagieren indem sie nicht reagieren. In diesem
Fall wäre die kommunikative Handlung erfolgreich und Verständigung wurde hergestellt,
womit nach Burkart von Kommunikation gesprochen werden kann (vgl. Burkart 2002:
62ff). Das Verhalten von Person A wurden von den anderen jedoch lediglich interpretiert
und es hätte genauso gut nur bloßes Verhalten sein können. Burkart‘s Definition von
Kommunikation ist dennoch äußerst hilfreich, versucht aber vor allem den Begriff
einzugrenzen, indem das kommunikative Potential bloßen menschlichen Verhaltens
ausgegrenzt wird. Gerade in einem face-to-face Gespräch spielt dieses Verhalten aber
eine wesentliche Rolle, weil auch das bloße Verhalten vom Gegenüber interpretiert
werden kann und die weiteren kommunikativen Handlungen beeinflusst.
Ob die tatsächliche Übermittlung beziehungsweise Verständigung mit dem Empfänger,
wie bei Burkart, konstituierend für die Bezeichnung eines Vorganges als Kommunikation
ist, wird ebenfalls unterschiedlich beurteilt (vgl. Jäckel 2011: 66; Kunczik/Zipfel 2005:
27). Bei zwei Personen die aneinander vorbeireden könnte nach der obigen Definition
nicht von Kommunikation gesprochen werden. Insbesondere aus der Perspektive des
19
Konstruktivismus stellt sich die zudem Frage ob fehlerfreie Verständigung, im Sinne von
Erzeugung
gleicher
Bedeutungen,
überhaupt
möglich
ist
da
die
subjektive
Bedeutungserzeugung auch immer von den eigenen Erfahrungen abhängt. Wird das
bloße Verhalten einer Person interpretiert, beispielsweise deren Zuwendung zum
Smartphone, werden zwar Informationen bei der Beobachterin generiert, jedoch nicht
aufgrund einer aktiv ausgesendeten Mitteilung. Das Verhalten wird also falsch
verstanden, wobei dies durchaus auch bei sozialem Handeln passieren kann, also einem
Verhalten das intentional und unter Umständen mit einer kommunikativen Absicht an
den Tag gelegt wird. In beiden Fällen wird wiederum die weitere Kommunikation
beeinflusst, obwohl sie nach Burkart’s Definition nicht als Kommunikation gelten.
Für die vorliegende Arbeit sind derartige kommunikative Vorgänge jedoch relevant,
weshalb sich die Definition des Kommunikationsbegriffs an Schulz, sowie Kunczik und
Zipfel orientiert. Die Aspekte von Kommunikation nach Schulz wurden bereits eingangs
behandelt. Kunczik und Zipfel begreifen Kommunikation ähnlich wie Burkart als
soziales Handeln, werten aber auch einseitige Kommunikationsversuche, falsch
verstandene Botschaften „und die von […][einer Beobachterin] als informativ
interpretierte unbeabsichtigte Informationsweitergabe.“ (Kunczik/Zipfel 2005: 30,
Hervorhebung i. O.) als Kommunikation (vgl. Schulz 2003: 153; Kunczik/Zipfel 2005:
29f).
2.2 Aspekte der interpersonellen Kommunikation
Von interpersoneller oder interpersonaler Kommunikation wird immer dann gesprochen,
wenn zwei oder mehrere Personen wechselseitige aufeinander bezogene kommunikative
Handlungen setzen, um sich untereinander zu verständigen (vgl. Schenk 2003: 64).
Wobei Jäckel zusätzlich von einer, in der Regel, physischen Anwesenheit der beteiligten
Personen ausgeht (vgl. Jäckel 2011: 61). Neben einer solchen interpersonellen face-toface Kommunikation, spricht Höflich aber auch im Zusammenhang mit Telefon und
Internet
von
interpersoneller
Kommunikation,
allerdings
technisch-vermittelter
interpersoneller Kommunikation (vgl. Höflich 1996: 57). Insbesondere unter Anbetracht
der Fähigkeiten von Smartphones, die wie bereits besprochen, von einfachen
Textnachrichten bis zur Videotelefonie, nahezu alles erlauben, ist diese erweiterte
Perspektive mehr als zulässig.
20
Dennoch muss zwischen face-to-face und technisch-vermittelter interpersonaler
Kommunikation unterschieden werden. Grund dafür ist der, in den meisten Varianten der
zweiten Form, auftretende Verlust von nonverbalen Signalen (vgl. Höflich 1996: 66ff).
So bleiben in einem Telefongespräch zwar paralinguistische Phänomene (Tonfall,
Sprechgeschwindigkeit, etc.) noch erhalten, Informationen aus der Körperhaltung und
–sprache gehen jedoch verloren. Bei der Kommunikation mittels SMS oder
verschiedener Chat-Systeme sind nonverbale Elemente nicht mehr vorhanden, von den
Kommunizierenden werden deshalb oft Substitute wie Smileys verwendet, um auf ihre
Gefühlslage hinzuweisen. Nach Kunczik und Zipfel kommen bei der interpersonalen
Kommunikation mehrere Kanäle gleichzeitig zum Einsatz. Insgesamt zählen sie sechs
Kanäle auf, über die nonverbale Informationen zur Gesprächspartnerin fließen können:

auditiver oder vokaler Kanal

visueller Kanal

taktiler Kanal

olfaktorischer Kanal

thermaler Kanal

und gustatorischer Kanal (vgl. Kunczik/Zipfel 2005: 38).
Die letzten vier Kanäle gehen bei der technisch-vermittelten interpersonalen
Kommunikation auf jeden Fall verloren, wohingegen die ersten beiden von der Wahl des
Mediums abhängen. In einem face-to-face Gespräch stehen alle Kanäle für die
Interpretation von Aussagen oder des Verhaltens der Gesprächspartnerin zur Verfügung.
So lässt sich unter Umständen auch erkennen, welche Motivation hinter dem Einsatz des
Smartphones während einer Unterhaltung steckt.
Die physische Anwesenheit während eines Gesprächs wirkt sich zudem auf die Präsenz
und auf den sozialen Einfluss der Teilnehmerinnen aus. Während eine SMS oder auch
ein Anruf temporär oder komplett ignoriert werden kann, ist der Rückzug aus einem
face-to-face Gespräch nur schwer möglich, ohne dass es auffällt. Neben der höheren
Flexibilität von interpersonaler Kommunikation aufgrund der direkten Rückkopplung,
wirkt sie sich zudem auf die Akzeptanz von Meinungen und Verhaltensweisen, sowie das
Vertrauen in Aussagen des Gegenübers aus (vgl. Schenk 2003: 65). Der Griff zum
Smartphone kann daher auch durchaus akzeptiert sein. Aus welchen Gründen dieser
erfolgen kann wird im vierten Kapitel beleuchtet.
21
3 Theoretischer Hintergrund
Das folgende Kapitel wird sich mit den Theorien beschäftigen, die helfen den Einsatz
von Smartphones im Allgemeinen und während der interpersonellen Kommunikation zu
erklären. Die grundlegende Perspektive aus der das Verhalten der Individuen betrachtet
wird, ist der Konstruktivismus, da dieser das Subjekt und dessen Interaktionen mit der
Umwelt in den Mittelpunkt rückt. Daran anknüpfend werden der dynamischtransaktionale Ansatz und das dazugehörige Modell, sowie die fünf Axiome von
Watzlawick besprochen. Diesen beiden theoretischen Grundlagen ist gemeinsam, dass sie
beide einmal mehr (Axiome), einmal weniger (dynamisch-transaktionaler Ansatz) auf
konstruktivistischen Überlegungen aufbauen. Das dynamisch-transaktionale Modell
scheint dabei besonders geeignet, eine primäre Eigenschaft des Smartphones und deren
Auswirkungen auf die Kommunikation zu untersuchen, nämlich, dass die Besitzerin
jederzeit sowohl auf massenmediale Angebote als auch auf Inhalte aller Art von anderen
Kommunikatorinnen zugreifen kann. Dagegen ermöglichen die Axiome eine Analyse der
interpersonellen Kommunikationsvorgänge, wenn das Smartphone während eines faceto-face Gespräches zum Einsatz kommt. Mit der Unified Theorie of Acceptance and Use
of Technology werden abschließend noch die Grundlagen für die Akzeptanz neuer
Technologien erörtert.
3.1 Der Konstruktivismus
Der Konstruktivismus ist ein Denkansatz der in seiner philosophischen Position schon
mehrere
Jahrhunderte
besteht,
in
den
theoretischen
Überlegungen
der
Medienwissenschaft allerdings erst seit einigen Jahrzenten zur Anwendung kommt. Er
hat des Weiteren den Charakter einer Metatheorie, da er sich mit dem Erkennen der
Außenwelt beziehungsweise der Realität auseinandersetzt. Gemeinsam ist den
verschiedenen Strömungen innerhalb des Konstruktivismus, dass diese Außenwelt dem
Individuum nicht vorgegeben ist, sondern durch unsere Wahrnehmung und Sprache
geschaffen wird (vgl. Weber 2010: 170f). „Zum Konstruktivismus zählen [daher] alle
jene philosophischen bzw. erkenntnistheoretischen Strömungen, die sich mit dem Beitrag
des Subjekts im Prozeß [sic!] des Erkennens von Wirklichkeit auseinandersetzen.“
(Burkart 2002: 303, Hervorhebung i. O.). Nach Weber lassen sich die verschiedenen
Vertreter zwei Strömungen zuordnen, dem naturwissenschaftlichen oder naturalistischen
22
und dem geisteswissenschaftlichen Konstruktivismus. Die grundlegende Position dieser
Arbeit ist an die Ausführungen von Maturana und Roth, die beide der naturalistischen
Bewegung zuzuordnen sind, sowie denen von Schmidts medien- und soziokulturellem
Konstruktivismus angelehnt (vgl. Weber 2010: 173).
Die drei zentralen Elemente des Konstruktivismus sind die Beobachterin, die
Unterscheidung zwischen Wirklichkeit und Realität und der Begriff der Konstruktion
beziehungsweise Wirklichkeitskonstruktion. Nach Schmidt ist die Beobachterin dabei
der empirische Ort, dem eine Wirklichkeitskonstruktion zuzurechnen ist (vgl. Schmidt
1993: 107). Unter der Wirklichkeit wird die phänomenale Welt verstanden die von den
Individuen generiert wird, während die Realität die Basis dieser konstruierten
Wirklichkeit darstellt, die jedoch unerkennbar bleibt. Das Vorhandensein dieser Realität
wird im Konstruktivismus nicht geleugnet. Besonders zu berücksichtigen ist nach Weber,
dass unter dem Begriff der Konstruktion ein unbewusster und nicht ein geplanter Prozess
der Wirklichkeitsbildung verstanden werden muss (Schmidt 1994a: 15f). Unbewusst,
weil der Mensch keine Kontrolle darüber hat, welche Informationen durch die Sinne
geliefert werden und wie diese im Gehirn verarbeitet werden. Das Selbe trifft auf das
kulturelle Umfeld zu in das ein Individuum hineingeboren wird (vgl. Schmidt 1994b: 5).
Jedes Individuum konstruiert daher aus den Wahrnehmungen die es zu verarbeiten
vermag vorerst seine eigene Wirklichkeit (vgl. Beck 1994: 25).
Trotz der unbewussten Komponente läuft der Prozess der Wirklichkeitsbildung nicht
willkürlich ab, „sondern gemäß den biologischen, kognitiven und sozialen Bedingungen,
denen sozialisierte Individuen in ihrer sozialen und natürlichen Umwelt unterworfen
sind“
(Schmidt
1994b:
5).
Zu
den
biologischen
Bedingungen
gehört
die
Evolutionsgeschichte des Homo sapiens, in der sich in vielen Millionen Jahren das
menschliche Gehirn und die Sinnesorgane entwickelt haben und vor diesem Hintergrund
von einer nahezu gleichen funktionalen Anatomie als Grundlage der kognitiven
Wahrnehmung auszugehen ist (vgl. Maturana 1982: 37f; Schmidt 1994b: 12). Nach
Maturana folgt alles Lebendige einer zirkulären Organisation, die darauf ausgelegt ist,
sich selbst zu erhalten und deshalb Interaktion notwendig macht. Die Evolution ändert
diesen Umstand dabei nicht, sondern nur die Art wie dieser Kreislauf erhalten wird (vgl.
Maturana 1982: 35ff). „Das [evolutionär bedingte] Nervensystem erweitert den
kognitiven [(erkennenden)] Bereich des lebenden Systems, indem es Interaktionen mit
23
‚reinen Relationen„ ermöglicht.“ (Maturana 1982: 39, Hervorhebung i. O.) Darunter ist
die Fähigkeit des Nervensystems zu verstehen einen vorhandenen neuronalen Zustand
mit einem neuen Zustand in Beziehung zu setzen, ein Umstand der in weiterer Folge eine
Repräsentation der Außenwelt im lebenden System ermöglicht (vgl. Maturana 1982: 65).
Zustandsänderungen werden dabei vom an sich geschlossenen System, als Reaktion auf
eine Zustandsveränderung des Mediums, sprich der Umwelt, selbst erzeugt. Dieser
Sachverhalt wird von Maturana als strukturelle Kopplung bezeichnet (vgl. Maturana
1982: 143f). Verändern sich beispielsweise die Lichtverhältnisse wird diese Änderung
vom menschlichen Auge erfasst und ein entsprechender systeminterner Zustand erzeugt.
Vor diesem Hintergrund kommt Maturana zum Schluss: „Als autopoietische
[(selbsterhaltende)], geschlossene, strukturdeterminierte Systeme haben wir keinerlei
Möglichkeit, irgendeine kognitive Aussage über eine absolute Realität zu machen.“
(Maturana 1982: 29).
Obwohl Gerhard Roth, ein Neurobiologe, eine ganz ähnliche Position vertritt wie
Maturana, verortet er die Konstruktion der Wirklichkeit im Gehirn und führt dafür
Beispiele von Wahrnehmungsveränderungen bei Patienten mit Hirnverletzungen an (vgl.
Roth 1996: 278ff, 176ff). Wird die Wirklichkeit, die geschaffene phänomenale Welt,
aufgegliedert, können nach ihm drei Bereichen unterschieden werden: „die Welt der
mentalen Zustände und des Ich, die Welt des Körpers und die Außenwelt“ (Roth 1996:
280) Auch Roth geht jedoch davon aus, dass dieser phänomenalen Welt eine
unerfahrbare transphänomenale Welt zugrunde liegt und sich somit alle Erfahrungen
eines Individuums mit der Außenwelt innerhalb der konstruierten Wirklichkeit abspielen
(vgl. Roth 1996: 280).
Die biologischen Bedingungen die von diesen beiden Vertretern des Konstruktivismus in
den Mittelpunkt gerückt werden liefern ein starkes Argument dafür, dass die unserer
Wirklichkeit zugrunde liegende Realität, wie im Konstruktivismus angenommen, nicht
erfassbar ist. Denn innerhalb der menschlichen Gattung mögen die sensorischen
Fähigkeiten zu einer ähnlichen Rezeption der Umwelt führen, allerdings zeigen die
Erkenntnisse aus der Tierphysiologie, dass der Mensch hinsichtlich der Leistung der
Sinnesorgane nicht der Gipfel der Schöpfung ist und uns damit Informationen
unzugänglich bleiben, die für die exakte Erfassung der Realität nötig wären. Nach Roth
werden von einem wahrnehmenden Organismus nämlich nur all jene Aspekte erfasst, die
24
für eben diesen Organismus überlebensrelevant sind. Eine Erfassung aller Aspekte ist
nach ihm nicht möglich und zudem unnütz (vgl Roth 1996: 67).
Obwohl die biologischen Bedingungen zu einer ähnlichen Wahrnehmung führen, ist es
der Abgleich der eigenen Wirklichkeitskonstruktionen mit den Realitätskonstrukten des
sozialen Umfelds der es den Individuen schließlich ermöglicht, sich auf eine gemeinsam
geteilte Wirklichkeit zu beziehen (vgl. Burkart 2002: 306f; Beck 1994: 16). Darüber
hinaus ist anzumerken, dass dieser Abgleich seit frühster Kindheit an geschieht und
somit davon auszugehen ist, dass die gemeinsam konstruierte Wirklichkeit, insbesondere
in geographisch begrenzten Gebieten, stabile Vorstellungen über die Umwelt und
Bedeutung der Sprache der Individuen ermöglicht. Die Voraussetzung dieses Abgleichs
stellt die strukturelle Kopplung des Individuums mit der Außenwelt dar, die
Kommunikation ermöglicht. Darunter kann sowohl die zweiseitige interpersonelle
Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Individuen subsumiert werden, als auch
die Rezeption der einseitig bereitgestellten Wirklichkeiten von Seiten des Journalismus
und der Massenmedien, sowie den Medien im Allgemeinen.
Bei der interpersonellen Kommunikation, vom konstruktivistischen Standpunkt aus
betrachtet, handelt es sich nicht um die bloße Weitergabe von Information, denn diese
wird von der „Kommunikator[in] nach internen Regeln, biologischer Konditionierung
und kultureller Einbettung erst erzeugt“ (Weber 2010: 178). Der Gesprächspartnerin
wird ein Teil einer Wirklichkeit offeriert. Sie ist es schließlich die den Wert einer
Botschaft und der darin enthaltenen Informationen bestimmt und mit ihrer Wirklichkeit
abgleicht.
Das Selbe trifft auf die Rezeption von medialen, insbesondere massenmedialen, Inhalten
zu. Auch hier konstruieren die Rezipierenden ihre eigene Wirklichkeit aus den
kommunizierten Medienwirklichkeiten und reproduzieren diese nicht etwa eins zu eins.
Von Medienwirklichkeiten wird wiederum gesprochen, weil auch die Inhalte der
Medienangebote nur individuelle Repräsentationen der Realität von Journalisten
beziehungsweise Kommunikatoren sind (vgl. Burkart 2002: 307).
„Medienberichterstattung ist nicht deshalb ein Konstrukt, weil sie perspektivisch,
selektiv und komplexitätsreduzierend sein muß [sic!]; sondern sie ist ein
Konstrukt,
weil
sie
–
ganz
25
abgesehen
von
journalistischen
Aufrichtigkeitsintentionen – als Bericht ein Wirklichkeitsangebot präsentiert, bei
dem nicht die Perspektive vom Gegenstand abgezogen werden kann.“ (Schmidt
1993: 116, Hervorhebung i. O.)
Letzten Endes gilt nämlich, „dass nicht die Ereignisse verantwortlich sind für die
Berichterstattung,
sondern
die
Journalistinnen
und
Journalisten,
welche
Medienangebote produzieren.“ (Weischenberg 1995: 47). Weber führt weiter aus, dass
von der Erzeugung einer Medienwirklichkeit erst dann gesprochen werden kann, wenn
diese auch tatsächlich publiziert wird (vgl. Weber 2010: 178). Schmidt merkt dazu an,
„werden diese Angebote nicht genutzt, ‚transportieren„ Medienangebote gar nichts“
(Schmidt 1994b: 16, Hervorhebung i. O.) und haben damit auch keinen Einfluss auf die
Wirklichkeitsbildung oder –anpassung eines Individuums. Und selbst wenn ein
bestimmtes Angebot rezipiert wird, bleibt immer noch die Frage offen ob die
Rezipierenden eine Mitteilung verstehen oder nicht, ob sie diese akzeptieren oder nicht,
oder wie Luhmann es ausdrückt: „Kommunikation ist ein Prozeß [sic!], der auf
Selektionen selektiv reagiert, also Selektivität verstärkt.“ (Luhmann 1981: 314f). Obwohl
demnach auch Medienangebote von den Individuen zur Konstruktion der Wirklichkeit
herangezogen werden, bleibt dennoch zu vermuten, dass, basierend auf den Bedingungen
der Biologie und der Sozialisation, eine bestimmte Nachricht von den einzelnen
Individuen recht ähnlich wahrgenommen wird.
Mit dem Smartphone hat eine Person somit Zugriff auf eine Vielzahl an
Wirklichkeitskonstruktionen, da online quasi jede Person ihre Sicht auf die Dinge
präsentieren und zugänglich machen kann. Es ist daher anzunehmen, dass die
Wirklichkeit einer Person auch von den Informationen aus dem Netz beeinflusst wird,
insbesondere, wenn selektiv immer wieder ähnliche Informationen konsumiert oder
angeboten werden. Der nächste Abschnitt der vorliegenden Arbeit wird diesen Umstand
genauer beleuchten. Ähnliches trifft auf den Umgang mit Smartphones zu, der ebenfalls
mit dem Umfeld abgeglichen wird. So wird auf ein klingelndes Mobiltelefon meist
unverzüglich reagiert, wobei die Spannung mit der Länge der Nichtbeantwortung
zunimmt. Je öfter Smartphones während den Gesprächen mit anderen Personen, zum
Beispiel zur Informationssuche, zum Einsatz gebracht werden, desto normaler wird
dieses Verhalten vermutlich auch werden. Von einer entsprechenden Anpassung der
26
geteilten Wirklichkeitsvorstellung im Bereich des sozialen Umgangs miteinander ist
daher auszugehen, sofern keine gegenläufigen Vorstellungen auftauchen.
3.2 Der dynamisch-transaktionale Ansatz
Ein weiterer theoretischer Bezugspunkt vor dem die Ergebnisse dieser Arbeit betrachtet
werden sollen, stellt der dynamisch-transaktionale Ansatz von Früh und Schönbach dar.
Früh siedelt dabei den Ansatz selbst auf der Paradigmenebene an, da es sich mehr um ein
Denkmuster handelt, das in verschiedenen theoretischen Kontexten benutzt werden kann.
(vgl.
Früh
2001:
11).
Der
dynamisch-transaktionale
Ansatz
versucht
den
behavioristischen Wirkungs- und den konstruktivistisch geprägten Nutzenansatz zu
verbinden und erlaubt somit sowohl die Berücksichtigung der Stimuli der Massenmedien
als auch die Einflüsse der Rezipientinnen, sowie deren gegenseitige Beeinflussung, bei
der Mediennutzung und deren Wirkungen (vgl. Kunczik/Zipfel 2005: 351). Früh spricht
in diesem Zusammenhang auch von einem Multikausalmodell (vgl. Früh 2001: 20) und
drückt diesen Umstand folgendermaßen aus: „Ursache und Wirkung, abhängige und
unabhängige Variable sind in einem oszillierenden Wechselspiel aufs engste miteinander
verwoben.“ (Früh/Schönbach 1991: 28). Dies spiegelt sich auch in der Bezeichnung des
Ansatzes wider. Die transaktionale Komponente bezieht sich auf die gegenseitig
gekoppelte Wirkungsbeziehung, während die dynamische Komponente den Prozess als
Beobachtungseinheit in den Mittelpunkt rückt (vgl. Früh 2001: 22, 26). Wie betont, kann
der Denkansatz auf verschiedene Bereiche angewandt werden, die von der
Mehrperspektivität des Ansatzes profitieren, dies trifft auch auf die Untersuchung des
Einsatzes von Smartphones zu, wie auf den folgenden Seiten verdeutlicht werden soll.
Das aus diesem Ansatz abgeleitete dynamisch-transaktionale Modell geht davon aus,
dass
„[…]
Kommunikator[innen]
wie
Rezipient[innen]
innerhalb
eines
Kommunikationsprozesses sowohl als passive wie auch als aktive Teilnehmer[innen]
gesehen werden müssen" (Burkart 2002: 239) und gewisse Abhängigkeiten gegenüber
den jeweils anderen Teilnehmerinnen bestehen. So wählen Kommunikatorinnen
Informationen aus, bearbeiten und präsentieren diese, sind dabei aber bestimmten
Bedingungen unterworfen, wie der Wahl des Mediums in dem der Inhalt präsentiert wird
und den Rezipientinnen die durch ihren Konsum bestimmter Angebot die
Einschaltquoten beeinflussen. Eine Einschränkung auf Seiten der Rezipierenden zeigt
27
sich in Bezug auf die Auswahl von Inhalten, die auf das bestehende Angebot limitiert ist
(vgl. Früh/Schönbach 1991: 31). Wie Jäckel bemerkt deutet der Begriff transaktional in
diesem Zusammenhang nicht auf eine wechselseitige Beziehung hin, da es nur selten zu
unmittelbaren Feedbackprozessen kommt. Allerdings bestehen andere Formen der
Rückmeldung, wie die bereits genannten Einschaltquoten oder Leserbriefe der
Rezipientinnen (vgl. Jäckel 2011: 96). Früh und Schönbach bezeichnen diese Vorgänge
als Para-Feedback. Des Weiteren weisen Kunczik und Zipfel darauf hin, dass der
Medienkonsum auf der einen Seite zwar habitualisierten Mustern folgt, andererseits
jedoch auch die Möglichkeit zur aktiven Selektion der Medien und Inhalte besteht und
diese anschließend in einem subjektiven Kontext rezipiert und verarbeitet werden (vgl.
Kunczik/Zipfel 2005: 351f; Früh/Schönbach 2005: 5). Die habituelle Komponente der
Mediennutzung in Bezug auf Smartphones wird beispielsweise auch durch den von
Oulasvirta et al. gefundenen checking habit bestätigt (vgl. Oulasvirta et al. 2012: 112)
beziehungsweise die täglichen Muster die Falaki et al. identifiziert haben (vgl. Falaki
2010: 181ff). Werden die Möglichkeiten die das Smartphone bietet, beispielsweise die
Kommunikation mit anderen Personen, an die Stelle der Massenmedien gerückt, wird
klar, dass der Ansatz auf diesen Fall ebenfalls angewandt werden kann. Der Einsatz eines
Smartphones weist somit ähnliche Muster auf wie die Nutzung der Massenmedien, denn
einerseits wird die Nutzung durch Motivationen auf Seiten der Nutzerinnen getrieben,
auf der anderen Seite wirkt sich das Gerät selbst auf den Einsatz durch die Nutzerin aus.
Der erste Reiz, wie gleich näher erläutert wird, der zum Einsatz führt, kann dabei ebenso
wie bei der Mediennutzung, sowohl von dem Medium ausgehen, indem es mit
entsprechenden Signalen auf den Eingang von Anrufen oder Nachrichten hinweist
beziehungsweise Informationen zur Verfügung stellt, aber auch durch ein Gespräch oder
Bedürfnis ausgelöst werden. Die nachfolgende genauere Erläuterung des transaktionalen
Modells wird diesen Umstand verdeutlichen.
Die Rezeptionsfähigkeit und Rezeptionsbereitschaft hängt nach Früh vom Wissen und
der Motivation eines Individuums ab, wobei sich diese beiden Variablen gegenseitig in
der Weise beeinflussen, dass Wissen zu einer höheren Motivation führt und Motivation
zu mehr Wissen (vgl. Früh/Schönbach 1991: 38). Die Transaktion zwischen Rezipientin
und Kommunikatorin beziehungsweise Medium kann dabei als Inter-Transaktion
bezeichnet werden, während die Transaktion zwischen Wissen und Aktivation
28
beziehungsweise Motivation auch als Intra-Transaktion benannt werden kann (vgl.
Kunczik/Zipfel 2005: 352) (Abbildung 4).
Abbildung 4: Grundmuster des dynamisch-transaktionalen Modells (Quelle: Früh/Schönbach 1991: 29,
überarb. D.V.)
Ein konstituierender Bestandteil des Modells ist die zeitliche Dimension, die es
ermöglicht den Wirkungsverlauf über mehrere Phasen hinweg zu betrachten. Die Phase I
beinhaltet dabei einen sogenannten Initialreiz der durch Medieninhalte oder „auch durch
ein privates Gespräch ausgelöst werden [kann], so daß [sic!] der dargestellte Prozeß
[…] erst in Phase II als Transaktion mit Medienbotschaften stattfindet“ (Früh/Schönbach
1991: 37) Reicht der Kenntnisstand des Individuums aus um alle erhaltenen
Informationen zu verarbeiten oder wird das Interesse nicht geweckt, bricht der Prozess
bereits nach der ersten Phase wieder ab. Die Phase II setzt ein bestehendes Interesse und
eine Diskrepanz zwischen dem eigenen gewünschten Wissensstand und den erhaltenen
Informationen voraus, damit sich die Rezipientin länger mit dem Thema beschäftigt,
wobei
bei
berücksichtigt
der
weiteren
wird.
Wird
Informationssuche
der
gewünschte
auch
die
Wissenstand
Kosten-Nutzen-Relation
erreicht,
bricht
der
Informationsverarbeitungsprozess wiederum ab (vgl. Früh/Schönbach 1991: 36). Besteht
eine starke Motivation der Rezipientin, kommt es in Phase III unter Umständen „zur
Suche nach qualitativ anderen Informationen (z.B. Hintergrundinformationen […]), die
29
eine komplexere Einordnung oder auch eine neue Interpretation nach sich ziehen
können“ (Kunczik/Zipfel 2005: 354). Während dieser drei Phasen ist nach Früh von
einer Veränderung der Rezipientin als auch der Informationen die sie erhält auszugehen,
die aufgrund der gestiegenen Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung auf eine andere
Art interpretiert beziehungsweise in einen Bezugsrahmen eingepasst werden (vgl.
Früh/Schönbach 1991: 37).
In einem weiteren Schritt wurde das Grundmodell von Früh ausdifferenziert, um eine
Trennung von Mitteilung und Medium berücksichtigen zu können (Abb. 5).
Abbildung 5: Ausdifferenziertes Grundmodell (Quelle: Früh/Schönbach 1991: 61, überarb. D.V.)
Unter Medium wird dabei sowohl eine technisch-materielle als auch gesellschaftliche
Größe verstanden. T1 bis T5 stellen jeweils die transaktionalen Beziehungen im Modell
dar. Der Anteil der Stimulus-Response-Beziehung, sowohl bei der Mitteilung als auch
beim Medium wird durch St1 und St2 dargestellt. Die neu entstandene Beziehung T4
fasst den Umstand zusammen, dass es Aussagen gibt, die nahezu nach einem bestimmten
Medium verlangen beziehungsweise, dass ein Medium bestimmte Inhalte besonders gut
darstellen kann. Die Transaktion T5 stellt schließlich die Beschränkungen des Mediums
und die Fähigkeit der Kommunikatorin im Umgang mit diesem in Beziehung. Die
Stimulus-Response-Beziehung St2 trägt dem Umstand Rechnung, dass das Individuum
30
die Wahl des Mediums akzeptieren und entsprechend reagieren muss, um die Inhalte
wahrzunehmen (vgl. Früh/Schönbach 1991: 61ff).
Wie oben bereits beschrieben erlaubt ein Smartphone den Zugriff auf das Internet und
damit auf die Inhalte sehr vieler Kommunikatorinnen, wobei der geringere Teil nicht aus
klassischer
massenmedialer
Produktion,
sondern
vielmehr
aus
privaten
oder
gemeinschaftlich geschaffenen Quellen stammt, weshalb unter Umständen auch direkte
Feedback-Kanäle vorhanden sind. Die Präsentation der Inhalte wird dabei durch das
Smartphone beschränkt. Internetseiten die nicht auf mobile Geräte angepasst sind,
werden unter Umständen weniger stark frequentiert, im Gegensatz zu mobilen Webseiten
oder gar Angebote die über eine eigene App zur Verfügung gestellt werden. Es ist daher
davon auszugehen, dass sich die Fähigkeiten der Kommunikatorin im Umgang mit dem
Medium sowohl auf die Aussage als auch auf das Nutzungsverhalten auswirken. Auf der
anderen Seite hängt es auch von den Motivationen der Nutzerin ab, welche Inhalte diese
konsumiert oder auf welche Signale des Smartphones sie reagiert. Denn neben der
Funktion des Internetzugriffes, steht beim Smartphone auch nach wie vor die
Kommunikation mit anderen Individuen im Mittelpunkt. Wie oben bereits verdeutlicht,
löst beispielsweise der Stimulus des Klingelns der vom Smartphone ausgeht, eine
sofortige und meist gleiche Verhaltensreaktion aus. Dass schon dieser Griff zum
Smartphone während eines Gesprächs etwas kommuniziert, davon geht wiederum
Watzlawick aus, dessen Axiome im folgenden Abschnitt näher betrachtet werden.
3.3 Die Axiome von Watzlawick
Mit den Axiomen hat Watzlawick, der ebenfalls eine konstruktivistische Weltanschauung
teilt (vgl. Weber 2010: 171), versucht fünf grundlegende Eigenschaften menschlicher
Interaktion festzuhalten, wobei er darunter den wechselseitigen Ablauf von Mitteilungen
(Kommunikation)
beispielsweise
während
eines
Gesprächs
versteht
(vgl.
Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 50). Wie das erste Axiom gleich zeigt, kann dabei
auch der Gebrauch eines Smartphones eine Aussage transportieren, auch wenn diese
unter Umständen nicht intendiert ist.
31
3.3.1
Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren
Da Kommunikation nicht auf verbale Äußerungen reduziert werden kann, spielen bei der
Auffassung einer Botschaft auch nonverbale Elemente eine Rolle. Darunter fallen nach
Watzlawick paralinguistische Phänomene (wie z.B. Tonfall, Schnelligkeit oder
Langsamkeit
der
Sprache,
Pausen,
Lachen
und
Seufzen),
Körperhaltung,
Ausdrucksbewegungen (Körpersprache) usw.“ (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 51)
die das Verhalten einer Person konstituieren. Das erste Axiom leitet er daraus ab, dass
Verhalten kein Gegenteil hat und insbesondere in der interpersonellen Kommunikation
einen Mitteilungscharakter aufweist, somit also nicht nicht kommuniziert werden kann.
Da sämtliche Informationen einer Situation, sofern sie erfasst werden, den
Wahrnehmenden dazu dienen diese zu interpretieren, muss davon ausgegangen werden,
dass auch ein Augenrollen oder eben die Abwendung vom Gesprächspartner und
Hinwendung zum Smartphone etwas kommuniziert, beispielsweise Desinteresse. Aus
diesem Grund kann Kommunikation auch dann stattfindet, wenn sie nicht absichtlich,
bewusst und erfolgreich ist (Kunczik/Zipfel 2005: 30). Das erste Axiom lautet daher:
„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 53,
Hervorhebung i. O.).
3.3.2
Der Inhalts- und Beziehungsaspekt
Der Inhaltsaspekt einer Mitteilung ist die Information die dem Gegenüber zu
kommunizieren versucht wird. Das Veralten, das dabei an den Tag gelegt wird,
entspricht dem Beziehungsaspekt der dazu geeignet ist die Auffassung der Information
durch die Gesprächspartnerin zu beeinflussen und somit einen metakommunikativen
Charakter besitzt. Watzlawick spricht in diesem Zusammenhang auch von einer
Verstehensanweisung, die jedoch auch den momentanen Stand der Beziehung zwischen
zwei Personen beinhaltet (vgl. Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 53ff). Der Einsatz
eines Smartphones während eines Gesprächs gehört somit zum Beziehungsaspekt. Je
nach Einsatz kann das Gerät allerdings auch dem Informationsaspekt einer Mitteilung ein
ganz anderes Gewicht geben beispielsweise wenn es als Quelle eine Information
bestätigt. Das zweite Axiom fasst zusammen: „Jede Kommunikation hat einen Inhaltsund einen Beziehungsaspekt, derart, daß [sic!] letzterer den ersteren bestimmt und daher
eine Metakommunikation ist.“ (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 56)
32
3.3.3
Die Interpunktion der Ereignisfolge
Der Begriff der Interpunktion ist für das Verständnis dieses Axiom grundlegend.
Watzlawick versteht darunter die Struktur, welche die Teilnehmenden einer Interaktion
zugrunde
legen.
Diese
ist
insbesondere
für
einen
konfliktgetragenen
Kommunikationsablauf von Relevanz, wobei das eigene Verhalten als Reaktion auf das
der anderen gesehen wird (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 57ff). Regt sich
beispielsweise eine Gesprächspartnerin darüber auf, dass ihr Gegenüber mit dem
Smartphone spielt, kann diese beispielsweise erwidern, dass gerade nicht gesprochen
wurde beziehungsweise nicht mit ihr gesprochen wurde, wenn mehrere Personen am
Gespräch beteiligt sind. Daraus ergibt sich, dass die Beteiligten jeweils unterschiedliche
Triaden des Kommunikationsablaufes wahrnehmen und sich immer in der reagierenden
Position sehen, wie in Abbildung 6 dargestellt.
Abbildung 6: Interpunktion der Ereignisfolge (Quelle: Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 59, überarb.
D.V.)
Lösen lässt sich eine derartige Situation nur in dem die Beziehung auf der Metaebene
geklärt wird. Die Beziehung steht beim dritten Axiom somit im Mittelpunkt. Es lautet:
„Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe
seitens der Partner bedingt.“ (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 61).
3.3.4
Digitale und analoge Kommunikation
Eine Unterscheidung zwischen digitalen und analogen Elementen der Kommunikation
bezieht sich auf die Darstellungsweise von Objekten oder Sachverhalten. Nach
Watzlawick kann dies einerseits durch Analogie (analog) beispielsweise durch eine
Zeichnung geschehen und andererseits durch Namen (digital). Innerhalb eines
kommunikativen Aktes ergänzen sich diese beiden Elemente gegenseitig, wobei „der
33
Inhaltsaspekt digital übermittelt wird, der Beziehungsaspekt dagegen vorwiegend
analoger Natur ist.“ (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 64). Der Unterschied der beiden
Formen zeigt sich, wenn analoge in digitale Kommunikation übersetzt werden soll und
umgekehrt. So lassen sich beispielsweise Gefühle oft schwer mit Worten ausdrücken
beziehungsweise ein bestimmtes Wort reicht meist nicht aus um einen analogen
Sachverhalt darzustellen, dies zeigt sich insbesondere in Definitionen wie der des
Smartphones in der vorliegenden Arbeit. Ebenso schwierig kann es sein bestimmte
abstrakte Worte auf dem analogen Weg exakt auszudrücken, beispielsweise das Wort
Information. Weitere Merkmale der Unterscheidung liefert die Formulierung des vierten
Axioms selbst: „Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger
Modalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische
Syntax, aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik. Analoge
Kommunikationen dagegen besitzen dieses semantische Potential, ermangeln aber die
für
eindeutige
Kommunikation
erforderliche
logische
Syntax.“
(Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 68).
3.3.5
Symmetrische und komplementäre Interaktionen
Das letzte Axiom von Watzlawick zielt wiederum darauf ab, die Beziehung zwischen den
kommunizierenden Parteien genauer zu spezifizieren. Das Axiom ist mehr oder weniger
selbsterklärend, zu erwähnen ist jedoch, dass der Ungleichheit bei der komplementären
Beziehung kein Zwang zugrunde liegt und unter der Gleichheit des Verhaltens eine
gegenseitige
Ebenbürtigkeit
auf
allen
Ebene
gemeint
ist
(vgl.
Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 68ff). Ausformuliert lautet das fünfte und letzte
Axiom: „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder
komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder
Unterschiedlichkeit beruht.“ (Watzlawick/Beavin/Jackson 1972: 70)
3.4 Unified Theory of Acceptance and Use of Technology
Ein letzter wichtiger theoretischer Bezugspunkt für diese Arbeit stellt die Unified Theory
of Acceptance and Use of Technology (UTAUT) von Venkatesh et al. (2003: 446ff) dar.
Sie basiert auf insgesamt acht Modellen die bisher versuchten, die Akzeptanz von neuen
Technologien bei den Nutzerinnen zu beschreiben. Gerade bei Smartphones hat sich
dabei gezeigt wie schnell die Technologie angenommen wurde und wird, weshalb sich
34
ein Blick auf eine Theorie lohnt, die diesen Prozess zu greifen versucht. Die UTAUT ist
darauf ausgelegt sowohl die Adoption als auch die fortlaufende Nutzung von
Smartphones zu beschreiben. Nach den Autoren erklärt sie zudem bis zu 70% der
Varianz der Absicht Smartphones zu nutzen (vgl. Venkatesh et al. 2003: 467).
Nach Venkatesh et al. wurden von den bisherigen Modellen verschiedene Teilaspekte
behandelt, wodurch Forscherinnen vor einem Problem standen. „Researchers are
confronted with a choice of a multitude of models […] they must „pick and choose‟ […]
or choose a „favored model‟ and largely ignore the contributions from alternative
models. Thus, there is a need for […] a unified view of user acceptance.” (Venkatesh et
al. 2003: 426). Die Modelle die bei der Ausformulierung der UTAUT berücksichtigt
wurden, sind die Theory of Reasoned Action, Technology Acceptance Model (TAM),
Motivational Model, Theory of Planned Behavior (TPB), Combined TAM and TPB,
Model of PC Utilization, Innovation Diffusion Theory und die Social Cognitive Theory
(vgl. Venkatesh et al. 2003: 428ff). Das grundlegende Konzept das bei diesen Modellen
identifiziert wurde ist in Abbildung 7 dargestellt und gilt in weiterer Folge auch für die
UTAUT von Venkatesh et al.
Abbildung 7: Basic Concept Underlying User Acceptance Models (Quelle: Venkatesh et al. 2003:427,
überarb. D.V.)
Die Unified Theory of Acceptance and Use of Technolgy (Abbildung 8) umfasst vier
Konstrukte, performance expectancy, effort expectancy, social influence und facilitating
conditions, die eine wichtige Rolle bei der Akzeptanz und dem Nutzungsverhalten von
neuen Technologien spielen. Die ersten drei Konstrukte beeinflussen die Behavioral
Intention, die zusammen mit dem letzten Konstrukt auf die tatsächliche Nutzung
einwirkt. Auf diese Konstrukte, die im Folgenden kurz beschrieben werden, wirken
darüber hinaus vier Moderatorvariablen ein. Bei diesen handelt es sich um das
Geschlecht, das Alter, bisherige Erfahrung und die Freiwilligkeit der Nutzung (vgl.
Venkatesh et al. 2003: 446).
35
Abbildung 8: Research Model (Quelle: Venkatesh et al. 2003: 447, überarb. D.V.)
3.4.1
Performance Expectancy
Die performance expectancy ist der erwartete Nutzen den die Anwendung einer neuen
Technologie für die Userin erbringt. Venkatesh et al. weisen darauf hin, dass dieses
Konstrukt der stärkste Prädiktor der Intention zur Nutzung einer Nutzerin ist und auch in
den früheren Modellen war. Beeinflusst wird es sowohl durch das Geschlecht einer
Person, als auch durch das Alter. Bei Männern spielt der erwartete Nutzen eine größere
Rolle als bei Frauen. Nysveen, Pedersen und Thorbjørnsen fanden diesen
Zusammenhang auch bei der Absicht mobile Chat-Applikationen zu nutzen, wobei bei
Frauen diese Absicht stärker durch die Freude an der Kommunikation mit Freunden
erklärt wurde (vgl. Nysveen/Pedersen/Thorbjørnsen 2005: 251). Zudem scheint der
Effekt der performance expectancy bei jüngeren Menschen größer zu sein als bei älteren
Personen (vgl. Venkatesh et al. 2003: 247ff).
3.4.2
Effort Expectancy
Neben den erwarteten Vorteilen wird die Intention der Nutzung auch durch die
Leichtigkeit der Handhabung einer Technologie beeinflusst. Bezüglich der Adoption ist
dieses Konstrukt insbesondere für die ersten Erfahrungen mit einer aufkommenden
Technologie relevant, während der Einfluss bei anhaltender Nutzung verloren geht. Der
36
Effekt scheint bei weiblichen Nutzerinnen stärker zu sein. Venkatesh et al. weisen jedoch
darauf hin, dass dies unter Umständen auf die Geschlechterrollen zurückzuführen ist. Es
ist daher davon auszugehen, dass sich die Effekte in Zukunft angleichen. Stabiler dürften
diesbezüglich die Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Alter und der Erfahrung
sein. Mit zunehmendem Alter scheint der Effekt größer zu werden, während er mit der
Erfahrung negativ korreliert (vgl. Venkatesh et al. 2003: 450). Die performance
expectancy und die effort expectancy lassen sich zusammengenommen mit dem
Konstrukt convenience von Ting et al. vergleichen, die die Abhängigkeit von
Smartphones und Gründe für den fortlaufenden Einsatz der Geräte bei Studierenden
untersuchten. Die convenience, verstanden als die einfache Erledigung (effort) von
Aufgaben (performance), war einer der Faktoren, der die Zunahme der SmartphoneNutzung erklärte (vgl. Ting et al. 2011: 195, 198).
3.4.3
Social Influence
Der soziale Einfluss lässt sich als die von einem Individuum wahrgenommenen
Erwartungen anderer gegenüber der eigenen Person beschreiben und spiegelt den
sozialen Druck der auf einem Individuum lastet wider. Auch dieses Konstrukt spielt vor
allem in der ersten Phase der Nutzung neuer Technologien eine Rolle. In dieser Phase
wird die Effektstärke dabei von allen vier Moderatorvariablen beeinflusst und stellt sich
entsprechend komplex dar (vgl. Venkatesh et al 2003: 451ff). Obwohl mehrere Studien
davon ausgehen, dass Frauen die Meinungen ihres Umfeldes stärker berücksichtigen und
dies
auch
empirisch
belegen
(Nysveen/Pedersen/Thorbjørnsen
2005:
252;
Venkatesh/Morris 2000: 128f; Venkatesh/Morris/Ackerman 2000: 50), kommen
Venkatesh et al. nicht zu diesem Ergebnis. Sie vermuten, wie auch schon bei den beiden
vorigen Konstrukten, „that oft-mentioned gender differences in the use of information
technology may be transitory“ (Venkatesh et al 2003: 469). Es besteht daher die
Vermutung,
dass
bestimmte
geschlechterspezifische
Unterschiede
in
Zukunft
verschwinden werden.
3.4.4
Facilitating Conditions
Ein letztes Konstrukt das das Nutzungsverhalten in der UTAUT direkt beeinflusst, sind
die facilitating conditions. Dabei handelt es sich um den subjektiven Eindruck eines
Individuums bezüglich der vorhandenen organisationalen und technischen Infrastruktur
37
die Barrieren der Nutzung eliminieren (vgl. Venkatesh et al. 2003: 453). Bei
Mobiltelefonen hängen die Netzabdeckung und die Netzqualität von der technischen
Infrastruktur ab, genauso wie die Datenübertragungsraten die für die Nutzung des
mobilen Internetzuganges von Relevanz sind. Des Weiteren sind es entsprechende Tarife
der Netzbetreiber, wie beispielsweise Datenflatrates (vgl. Krone 2010: 41), und die
zunehmende Verbreitung von optimierten Websites beziehungsweise Web-Apps (vgl.
Mayer 2012: 179f), die den Gebrauch dieses Service fördern. Dennoch fallen die
facilitating conditions nur bei einer entsprechenden Kombination der beiden wirkenden
Moderatorvariablen ins Gewicht. Nach Venkatesh et al. steigen die Auswirkungen auf
die Intention der Nutzung mit dem Alter und der Erfahrung einer Person (vgl. Venkatesh
et al. 2003: 454f).
Die Adoption von Smartphones wird in dieser Theorie von vier Variablen getrieben,
wobei der erwartete Nutzen den größten Einfluss auf die Nutzung hat. Im nächsten
Kapitel werden deshalb die Motive die hinter dem Nutzen stehen beleuchtet werden,
wobei sich zeigen wird, dass vor allem die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte
hervorsticht. Ein Bedürfnis das durch den Besitz eines Smartphones offensichtlich
befriedigt wird.
38
4 Nutzungscharakteristiken von Smartphones
Die bisherige Erfolgsgeschichte der kleinen Taschencomputer, lässt vermuten, dass sie
Vorteile mit sich bringen, die sich in deren Nutzung widerspiegeln und eine Erklärung
für die rasante Adoption liefern können. Dieses Kapitel wird sich daher den bisherigen
Erkenntnissen der Forschung widmen die einerseits den allgemeinen Umgang mit dem
Smartphone beleuchten und andererseits deren Einsatz während face-to-face Situationen
betreffen. Da sich keine existierenden Artikel finden ließen, die sich direkt mit dem
Einsatz des Smartphones während der face-to-face Kommunikation auseinandergesetzt
haben, gilt es herauszufinden in welchen Situationen das Gerät in einen
Kommunikationsakt eingebunden wird beziehungsweise diesen unterbricht. Es lassen
sich dabei zwei Möglichkeiten identifizieren, wenn man die Grundidee des dynamischtransaktionalen
Ansatz
auf
das
Medium
Smartphone
anwendet
(vgl.
Früh/Schönbach1991: 38). Zum einen kann der Antrieb zur Nutzung des Smartphones
von der Person selbst kommen, sei es um mit anderen in Kontakt zu treten oder um ein
anderes Bedürfnis zu befriedigen. In diesem Fall sind vor allem Forschungsergebnisse
relevant, die die Person als Nutzerin in den Mittelpunkt stellen und die Gründe der
Nutzung hinterfragen. Zum anderen kann der Nutzungsvorgang beziehungsweise die
Unterbrechung eines Kommunikationsaktes auch durch die Umwelt eingeleitet werden.
In den meisten Fällen wird diese vom Medium selbst, dem Smartphone, ausgehen, indem
es die Nutzerin über eine Statusänderung in Kenntnis setzt, denkbar sind aber auch
Aufforderungen durch die Gesprächspartnerin, wobei dieser spezielle Fall nicht eindeutig
zuordenbar ist. Unterbricht das Smartphone ein Gespräch, bedeutet dies nicht
automatisch, dass eine Nutzungshandlung erfolgen muss, da der Nutzerin auch die
Möglichkeit bleibt, das Gerät zu ignorieren. Unter Umständen werden die auditiven,
visuellen oder taktilen Signale des Smartphones auch nicht wahrgenommen, womit auch
der auslösende Reiz ausbleibt.
Benachrichtigungen und Signale des Smartphones können wiederum auf ihren Ursprung
hin untersucht werden. Der Literatur ist zu entnehmen, dass deren Ursprung größtenteils
im privaten und beruflichen Umfeld liegt (vgl. MacCormick/Dery Kolb 2012: 194;
Krone 2010: 34ff; Luttenegger 2010: 260; Karlson et al. 2009: 403; Middelton 2007:
165ff), allerdings kommen auch andere Angebote in Frage, deren App eine
Benachrichtigungsfunktion inkludiert. Das können sowohl Spiele als auch diverse
39
Nachrichten-Feeds
sein.
Insbesondere
im
sozialen
Bereich
scheint
der
Erreichbarkeitsdruck dadurch stark zugenommen zu haben.
Wie Haverila zeigt, gibt es eine Vielzahl von Gründen, warum Smartphones eingesetzt
werden, wie beispielsweise „safety and security, social interactions, connection with
family, information search, management of everyday life (dependency), learning,
communication, and even the delivery of health services” (Haverila 2011: 311). Diese
Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig, zeigt allerdings, dass nicht jeder Zweck der
mit den mobilen Geräten verfolgt wird, dazu geeignet ist einen Kommunikationsakt zu
stören oder zu bereichern. Und obwohl jede konkrete Unterbrechung dem persönlichen
Antrieb oder dem Medium selbst zugeordnet werden kann, liegen doch in jedem Fall
gewisse Motive zugrunde, aufgrund derer mit dem Gerät interagiert wird (vgl.
Früh/Schönbach 1991: 38). Denn wie bereits erwähnt, kann jeder Hinweis des Geräts auf
neue Nachrichten oder einen Anruf auch ignoriert werden.
Im Folgenden werden daher zuerst Erkenntnisse zum allgemeinen Nutzungsverhalten
besprochen, bevor auf konkrete Motive aus bisherigen Untersuchungen eingegangen
wird, die auch während der face-to-face Kommunikation eine Rolle spielen können.
4.1 Bisherige Erkenntnisse zum allgemeinen Nutzungsverhalten
Gleich zu Beginn lässt sich sagen, dass sich die Vielfalt der Möglichkeiten die ein
Smartphone seinen Nutzerinnen eröffnet auch im Nutzungsverhalten widerspiegelt. Hier
ist vor allem die Studie von Falaki et al. zu nennen: Diversity in Smartphone Usage,
deren Ergebnis auf große quantitative Unterschiede beispielsweise bei der Interaktion mit
dem Smartphone oder der Verwendung von Applikationen hindeuten, auf der anderen
Seite jedoch auch qualitative Ähnlichkeiten über alle Nutzerinnen hinweg aufzeigen
konnte (vgl. Falaki et al. 2010: 180). Die Nutzungszeit pro Tag lag zwischen den beiden
Extremwerten von 30 und 500 Minuten pro Tag. Die Anzahl der Interaktionen variierte
in einer Bandbreite von 10 bis 200, wobei jeweils zwischen 10 und 250 Sekunden pro
Sitzung investiert wurden. Bei den installierten Apps lag der Median bei 50, die Anzahl
variiert zwischen 10 und 90 Anwendungen pro Nutzerin. Trotz dieser hohen Anzahl an
Apps, sind es pro Nutzerin nur eine Handvoll die wiederholt zum Einsatz kommen und
pro Interaktion ist es in knapp 90 Prozent der Fälle gar nur eine Applikation die
aufgerufen wird (vgl. Falaki 2010: 181ff). Diese Ergebnisse relativieren somit die
40
Aussagekraft der Downloadzahlen aus dem ersten Kapitel. Nach einer Studie von
Verkasalo et al. spielt es jedoch eine Rolle über wie viel Erfahrung beziehungsweise
Apps eine Nutzerin verfügt, wenn es darum geht eine neue App auszuprobieren (vgl.
Verkasalo et al. 2010: 251). In etwa der Hälfte aller Interaktionen handelt es sich darüber
hinaus um den Aufruf einer App aus dem Bereich Kommunikation, darunter fallen nach
den Autoren sowohl Anrufe als auch alle textbasierten Mitteilungen, wie Email und
SMS. Wie zu erwarten setzt sich die andere Hälfte der Interaktionen unter anderem aus
dem Surfen im Netz, dem Spielen, der Mediennutzung und der Orientierung zusammen.
Die Autoren weisen des Weiteren darauf hin, dass die meisten ihrer Ergebnisse täglichen
Mustern folgen und beispielsweise die Präferierung von bestimmten Apps von der
Tageszeit abhängen (vgl. Falaki et al. 2010: 181ff). Dies verwundert nicht, denn es ist
davon auszugehen, dass während der Arbeit oder auf der Universität Apps zum Einsatz
kommen, die sich nicht unbedingt mit denen die während der Freizeit eingesetzt werden,
decken.
Dies wird auch von Verkasalo bestätigt, der aufzeigt, dass die Nutzung bestimmter
Funktionen und Applikationen mit einem Kontext in Zusammenhang gebracht werden
kann. Seine Unterscheidung zwischen home, office und on the move stellt nichts anderes
dar als die Aufteilung des Tages in Zeitfenster, die sich durch bestimmte Eigenschaften
auszeichnen, beispielsweise, dass während der Arbeit das Spielen mit dem Smartphone
gewissen Einschränkungen unterliegt (vgl. Verkasalo 2012: 333ff). Eine nahezu
identische Arbeit von Karikoski und Soikkeli unterstützt diese Ergebnisse und hebt
ebenfalls die kontextabhängige Nutzung von Smartphone-Applikationen hervor (vgl.
Karikoski/Soikkeli 2011: 9).
Auch Oulasvirta et al. haben sich mit allgemeinen Mustern bei der Nutzung von
Smartphones auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse deuten auf eine Angewohnheit hin, die
sie als checking habit bezeichnen. „Brief usage sessions repeating over time, or
‚checking behaviors,„ comprise a large part of smartphone use“ (Oulasvirta et al. 2012:
112, Hervorhebung i. O.). Dieses Verhalten lässt sich insbesondere beim Überprüfen des
Email-Posteingangs und der Statusmeldungen von Facebook beobachten, sowie beim
durchgehen von Nachrichten-Feeds und Schlagzeilen. Je einfacher und schneller die
entsprechenden Informationen dabei zugänglich sind, desto stärker scheint auch der
checking habit ausgeprägt zu sein. Diese Angewohnheit ist auch einmal mehr vom
41
Kontext abhängig und tritt bei Studierenden verstärkt während Vorlesungen und der
Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auf (vgl. Oulasvirta et al. 2012: 211f).
Neben diesen Studien die das Nutzungsverhalten unabhängig vom Geschlecht untersucht
haben, liegen auch einige wenige Untersuchungen über geschlechterspezifische
Unterschiede vor. So zeigt Haverila, dass Frauen die negativen Aspekte dieser
Technologie bewusster sind, während bei Männern die Funktionalität im Vordergrund
steht. Beide Geschlechter nutzen das Smartphone um mit der Familie in Kontakt zu
bleiben und lassen das Gerät bevorzugt ständig eingeschalten. Des Weiteren wird das
Gerät als effizienzsteigernd gesehen und notwendig für den persönlichen Erfolg in der
heutigen Zeit (vgl. Haverila 2011: 319).
Neben den Häufigkeiten der Nutzung lässt sich die Art der Nutzung auch anhand
qualitativer Kriterien beschreiben. Ting et al. kamen in ihrer Untersuchung von
Studierenden zu dem Ergebnis, dass bei der Entscheidung für ein Smartphone neben den
sozialen Motiven auch die Bequemlichkeit eine Rolle spielt (vgl. Ting et al. 2011: 198).
Plant liefert außerdem einige Einsichten in den Umgang mit Mobiltelefonen während der
face-to-face Kommunikation. In mehr als der Hälfte der Fälle wird das Mobiltelefon
während einem Gespräch offen präsentiert oder ist in Reichweite (vgl. Plant 2001: 40ff).
Ebenso scheinen einlangende Anrufe in den meisten Fällen als wichtiger erachtet zu
werden, als das laufende Gespräch. Reaktionen gegenüber dem klingelnden Mobiltelefon
ordnet sie in flight, die Person verlässt mit dem Gerät die momentane Situation,
suspension, die Person nimmt den Anruf an Ort und Stelle entgegen, und persistence, die
Person ignoriert den Anruf für den Moment, ein (vgl. Plant 2001: 31). In den beiden
ersten Fällen wird damit der Fluss eines Gesprächs unter vier Augen komplett
unterbrochen oder stört zumindest die Konversation in kleineren Gruppen.
Die allgemeine Nutzung der Smartphones zeigt, dass bereits etliche Abhängigkeiten
gegenüber den Geräten bestehen, sei es um für andere Personen jederzeit erreichbar zu
sein oder weil das Gerät einen bestimmten Zweck erfüllt, wie den Zugriff auf das Internet
erlaubt oder als Organizer dient. Gerade im studentischen Alltag ist zudem mit einer
starken Zunahme mobiler Services zu rechnen. Die Forschung im Bereich des
Bibliothekwesens deutet darauf hin, dass die Integration von Apps in diesem Bereich
angestrebt wird (vgl. Paterson/Low 2011: 412; Canuel/Crichton 2011: 108; Cuddy 2010:
89). Das Gleiche gilt auch für den Zugriff auf Lernplattformen und administrative Tools,
42
die mit dem universitären Betrieb zusammenhängen (vgl. Shin et al. 2011: 2207). Diese
Services vereinfachen einerseits den Alltag, fördern andererseits aber die Angewiesenheit
gegenüber dem Gerät.
4.2 Motive
Im Folgenden werden einige Motive besprochen, die von der bisherigen Literatur
identifiziert wurden, während der face-to-face Kommunikation eine Rolle spielen und,
wie von Früh und Schönbach vermutet, der eigentlichen Interaktion mit diesem Medium
zugrunde liegen.
4.2.1
Informationssuche und mobiles Lernen
Ein Bereich der dazu geeignet ist den interpersonellen Kommunikationsfluss zu
bereichern oder zu stören und von großem Interesse zu sein scheint, ist das Mobile
Learning oder M-learning beziehungsweise die damit verknüpfte Informationssuche. Das
Spektrum das dabei abgedeckt wird ist sehr breit. Ein Zweig konzentriert sich auf die
neuen Möglichkeiten, die Smartphones für das M-Learning bieten und wählt damit einen
sehr technik-spezifischen Ansatz, der vor allem den zusätzlichen Nutzen von immer und
überall verfügbarem Wissen in den Mittelpunkt stellt. Die sehr offene Beschreibung von
Hugger und Walber spiegelt jedoch in etwa wider, wie viele Möglichkeiten der
Forschung in diesem Feld offen stehen.
„Die digitalen Medien durchdringen zunehmend formelle wie informelle
Lernprozesse, also sowohl solche, die im Kontext der traditionellen
Bildungsinstitutionen (z.B. Schule und Weiterbildungsträger) angesiedelt sind, als
auch solche, die in der Freizeit bzw. unabhängig von erzieherischen
Zielbestimmungen stattfinden […]. Die jeweilige Antwort auf die Frage nach den
gegenwärtigen und zukünftigen Möglichkeiten des Lehrens und Lernens mit
digitalen Medien wird in den letzten Jahren besonders durch die neuen
technischen Entwicklungen und Möglichkeiten des Internets sowie der mobilen
Endgeräte beeinflusst […].“ (Hugger/Walber 2010: 9)
Für die vorliegende Fragestellung scheinen vor allem die Untersuchungen zu
unterschiedlichen Lernkontexten (vgl. Haas et al. 2010: 146) und dem Mikrolernen von
43
Interesse zu sein, da sie Variablen bei der Nutzung des Smartphones beziehungsweise
einen Bereich der Ablenkung, insbesondere auch in der Gruppe, darstellen. Dies wird
noch deutlicher, wenn man sich die Definition von Hug ansieht:
„Im weitesten Sinne kann Mikrolernen als »Lernen mit Microcontent« verstanden
werden, als Lernen mit kleinen und kleinsten Einheiten sowohl im Hinblick auf
den Umfang des Lernstoffs als auch im Hinblick auf zeitliche Dimensionen“ (Hug
2010: 202, Hervorhebung i. O.)
Dies sind auch zwei der Gründe, weshalb die Effektivität des mobilen Lernens in Frage
gestellt wird. Häufig lassen sich Inhalte nicht einprägen oder die Ablenkung in der
entsprechenden on the fly – Situation ist zu groß um konzentriert zu lernen (vgl. Haas et
al. 2010: 146). Unter on the fly ist dabei das Selbe zu verstehen wie unter dem Kontext
den Verkasalo als on the move bezeichnet hat (vgl. Verkasalo 2012: 331). Es handelt sich
dabei um Situationen. die sich durch kurze Wartephasen auszeichnen, welche auch
während eines Gesprächs auftreten können, oder in denen eine Person unterwegs ist. In
diesem Zusammenhang kann auch von Fern- oder Makromobilität gesprochen werden,
da das Smartphone der Nutzerin das Lernen an jedem Ort ermöglicht. Dies ist insofern
relevant, als dadurch praktisch jeder denkbare Lernkontext möglich wird. In einem freien
Kontext findet das Lernen ohne inhaltlichen Bezug zur aktuellen Umgebung statt und ist
somit jederzeit und überall möglich. Jede Person die einen Kommunikationsakt
unterbricht, um etwas zu einem bestimmten Thema nachzulesen, lernt somit in einem
freien Kontext. Im Gegensatz dazu spricht man von einem natürlichen elektronischpassiven Kontext, wenn sich zwei Personen vor einer Sehenswürdigkeit unterhalten und
eine Person zusätzliche Informationen über ihr Smartphone abruft. Von einem
natürlichen elektronisch-aktivem Kontext ist schließlich die Rede, wenn die Person in der
gleichen Situation wie vorher oder beispielsweise in einem Museum, einen QR (Quick
Response) -Code scannt, um zusätzliche Informationen zu erhalten (vgl. Haas et al. 2010:
150).
Es ist zu vermuten, dass der Kontext auch Lernreize initiiert. So ist es beispielsweise
leicht vorstellbar, dass ein Städtetrip den Wunsch nach Informationen weckt und somit
den Griff nach dem mobilen Gerät fördert, das den Zugriff auf entsprechende Inhalte
ermöglicht. Kontexte unterscheiden sich des Weiteren in ihrer Restriktivität bezüglich
der Inhalte die gelernt werden. In formalen Kontexten (Vorlesungen, Unterrichtstunden),
44
wird das Thema vorgegeben zu welchem die Informationssuche erfolgen soll, während
sich in freien Kontexten diesbezüglich keine Beschränkungen ergeben. Themen eines
Gesprächs die ein tieferes Interesse wecken, können unmittelbar zum Abruf von weiteren
Informationen führen. Gerade bei Studierenden ist davon auszugehen, dass sie das Gerät
sowohl im universitären als auch im privaten Zusammenhang nutzen, wenn in
Diskussionen die Neugier bezüglich eines bestimmten Themas geweckt wird (vgl.
Arnone et al. 181ff). In beiden Fällen steht der Nutzen im Vordergrund, jederzeit und
von jedem Ort aus, auf Lernmaterial beziehungsweise Wissen zugreifen zu können.
4.2.2
Sozialer Kontakt
Ein starkes Motiv, das Besitzerinnen zu ihrem Smartphone greifen lässt, ist das soziale
Motiv. Gerade während einem Gespräch, stellen Anrufe, einlangende SMS und Emails
starke Reize dar, die in den seltensten Fällen ignoriert werden. Das Selbe trifft auf
Online-Communities, wie Facebook, StudiVZ, MySpace, etc., zu, die dank eigener Apps
inzwischen ebenfalls die Gelegenheit ergreifen, jede Statusänderung direkt an die
Nutzerin weiterzuleiten. Aufgrund der teils extensiven Nutzung dieser Dienste
verwundert es daher nicht, dass auch in der Forschung die Abhängigkeitsverhältnisse in
denen diverse Gruppen, zum Beispiel Jugendliche (Hugger 2010: 7ff, Wanhoff 2011:
229ff) oder Studierende (Ting et al. 2011: 193ff), zu ihren Smartphones stehen,
thematisiert wird. Die Forschungsbemühungen richten sich darauf zu erklären, wieso
Smartphones von vielen als notwendig angesehen werden beziehungsweise welche
Beweggründe es für den Kauf eines Smartphones gibt. Die Autoren gehen dabei vor
allem auf soziale Motive ein, die den Einsatz von Smartphones lenken.
„Jugendliche setzen sich bei der Nutzung des Internets aber nicht nur nach dem
Nutzungsmotiv Unterhaltung gegenüber älteren Usern ab, sondern auch im
Hinblick auf die sozialen Motive, die mit den neuen Community-Angeboten wie
SchülerVZ, StudiVZ oder Myspace verbunden werden. Online-Communities
werden von ihnen vor allem zur Pflege und Erweiterung des persönlichen
Freundschaftsnetzwerkes verwendet.“ (Hugger 2010: 9).
Die derzeitige Generation der Jugendlichen, die auch als Digital Natives bezeichnet
werden, weisen ganz andere Erwartungen gegenüber der Online-Welt auf und gehen mit
dieser zum Teil auch anders um. Trotzdem wird auch online dem Freundeskreis aus der
45
Offline-Welt der höchste Stellenwert eingeräumt (vgl. Hugger 2010: 10ff). Dadurch
erhalten auch Mitteilungen die über Online-Communities verschickt werden ein völlig
anderes Gewicht, die den Griff zum Smartphone auch während einer realen Interaktion
rechtfertigen können. Durch die zunehmende Verwendung des Smartphones als unser
primäres Kommunikationsmittel, steigt somit auch die Abhängigkeit gegenüber dem
Gerät (vgl. Wanhoff 2011: 232). Ein Faktor dieser Abhängigkeit ist nach Ting et al. das
soziale Bedürfnis eines Menschen nach Interaktion mit anderen, denn dieses Bedürfnis
scheint uns dazu zu treiben alle Kommunikationskanäle die ein Smartphone bietet
auszuschöpfen, um mit unserem sozialen Umfeld in Verbindung zu bleiben (vgl. Ting et
al. 2011: 194). Mehrere Untersuchungen (vgl. Wei/Lo 2006: 67; Hundley/Shyles 2010:
423; Ting et al. 2011: 199; Ling 2004: 85, 111f, 119f) bestätigen, dass der Einsatz von
mobilen Kommunikationsgeräten die Beziehungen zu Familie und Freunden stärken. Die
spezifische Art der Kommunikation steht dabei nicht im Vordergrund. So sind auch
Emails und SMS dazu geeignet Beziehungen aufrechtzuhalten (vgl. Wei/Lo 2006: 54ff).
Ein Experiment mit 200 Studierenden, die 24 Stunden auf nahezu alle Medien
(Smartphones, Laptops, Radio, Tageszeitungen, Zeitschriften) verzichten sollten, zeigte
zudem, dass es ihre Smartphones und Mobiltelefone waren, die ihnen am meisten
abgingen (vgl. ICMPA 2010: 1ff). Die Rückmeldungen der Studierenden deckten sich
mit vorhandenen Forschungsergebnissen, bezüglich der Angewiesenheit auf die kleinen
Helfer, der Verwendung als Beziehungsmanager und der Entwicklung suchtähnlichen
Verhaltens. Die fehlende Möglichkeit digital mit Freunden zu kommunizieren, ließ die
face-to-face Kommunikation ansteigen, ein Umstand der von den Studierenden als ein
positiver Aspekt des Experiments wahrgenommen wurde (vgl. ICMPA 2010: 1ff).
Darüber hinaus sind derartige Online-Räume auch dazu geeignet ein anderes Motiv zu
befriedigen, nämlich das der Unterhaltung. Auf den Plattformen werden nicht nur Fotos
und Videos geteilt, sondern auch Social Games und andere Online-Spiele, bekannt für ihr
hohes Suchtpotential, werden über diese Netzwerke gespielt beziehungsweise
weiterverbreitet.
4.2.3
Unterhaltung
Wie in der allgemeinen Beschreibung bereits verdeutlicht, stellt auch die Verwendung
der Multimedia-Anwendungen eines Smartphones einen wesentlichen Teil der
Interaktion mit dem Gerät dar (vgl. Falaki et al. 2010: 186; Verkasalo 2009: 77f,
46
Canuel/Crichton 2011: 108). Die immer stärker werdenden Prozessoren in Kombination
mit den größeren Displays und den verbesserten Audio-Fähigkeiten eröffnen den
Entwicklern von Spielen immer mehr Möglichkeiten und machen das Spielerlebnis für
die Nutzerin intensiver und damit interessanter (vgl. Soh/Tan 2008: 35). Ähnliches gilt
für den Konsum von Video- und Bilddateien, die in erster Linie von der Größe und der
Zunahme der Bildqualität von modernen Displays profitieren.
Bei Games die eine hohe Aufmerksamkeit der Spielerin erfordern ist nicht davon
auszugehen, dass sie während eines Gesprächs gestartet werden, allerdings lässt sich
durchaus annehmen, dass eine in ihr Smartphone vertiefte Spielerin nur schwer in ein
Gespräch verwickelt werden kann. Kommunikationsfördernd wirken somit höchstens
Spiele aus dem Pervasive Games Bereich die sich auf die soziale Interaktion als
Kernelement des Spielprinzips fokussieren (vgl. Benford/Magerkurth/Ljungstrand 54).
Anders sieht es bei Social- bzw. Casual Games aus, die oft auf der Wiederholung von
ganz simplen Aufgaben beruhen und generell als anspruchslos gelten (vgl.
Hjorth/Richardson 2009: 24f). Events innerhalb des Spieles, wie beispielsweise dass
Rohstoffe zu Neige gehen oder eine Kuh gemolken werden muss, können über eine
eigene App oder jene der Online-Community an die Spielerin kommuniziert werden.
Diese Art der Bindung der Userin an das Spiel ist unter Appointment- oder Farming
mechanic bekannt (vgl. Liew 2010: 1). Eine nötige Handlung der Spielerin kann dabei
nur wenige Sekunden umfassen und wird meist mit einer Belohnung an deren Ende
verknüpft. Oft wird ein Eingriff der Userin auch durch eine Push-Benachrichtigung
stimuliert, die mit entsprechenden Anreizen, beispielsweise Zeitlimits, dazu verleiten soll
die Aufgabe gleich zu erledigen (vgl. Gale 2011: 1). Positiv auf die Frequenz der
Spielhandlungen wirkt sich nach Hung, Chou und Ding wiederum die leichte
Zugänglichkeit und Usability eines konkreten Spieles aus (vgl. Hung/Chou/Ding 2012:
45). Die Wahrscheinlichkeit einer Interaktion auch während der Kommunikation mit
einem Gegenüber scheint bei Social Games deutlich höher, da die Herstellerinnen dieser
Spiele gezielt versuchen Druck aufzubauen beziehungsweise die Interaktionen belohnen.
Eine explorative Studie deren Ergebnisse gegen Spielhandlungen während eines
Gesprächs sprechen, beschreibt, dass Casual Games vor allem während des Wartens, als
Zeitvertreib,
bei
Langeweile
und
um
Hjorth/Richardson 2009: 31).
47
abzuschalten,
gespielt
werden
(vgl.
Inwiefern der Zugriff auf Videos oder Bilder geeignet ist einen Kommunikationsakt zu
unterbrechen ist fraglich, bisherige Literatur gibt, wie bereits erwähnt, nur wenige
Hinweise auf den Umgang mit diesen beiden Medientypen. Nach den YouTube
beziehungsweise Google-eigenen Statistiken werden ein Viertel aller Videoaufrufe von
mobilen Geräten aus getätigt, der damit verbundene Datenverkehr soll sich allein im Jahr
2011 verdreifacht haben (vgl. YouTube 2013: 1). Cuddy stellt ergänzend fest, dass der
Videodownload meist in Form eines Vod- oder Vidcast, das Pendant zum Podcast der
sich auf den auditiven Kanal beschränkt, getätigt wird (vgl. Cuddy 2010: 86). Am
ehesten lässt sich vorstellen, dass der Zugriff auf Video- und Bilddateien während der
Kommunikation als Anschauungsmaterial oder im Zuge der Untermauerung von
Argumenten zum Einsatz kommt.
Bezüglich des Einsatzes anderer multimedialer Funktionen des Smartphones, wie die
Aufnahme von Fotos oder Videos, ist zu vermuten, dass sie keine wesentliche Rolle
während der interpersonellen Kommunikation spielen, obwohl die Verwendung von
Smartphones als Ersatz für die Digitalkamera stark zugenommen hat (vgl. Ely 2012: 26).
Vorstellbar wären Umweltreize, die zum Einsatz eines der beiden Features führen und
ein Gespräch daher kurz unterbrechen. Das Teilen beziehungsweise Zeigen der Fotos
hingegen, ist nicht nur beliebt (vgl. Rantavuo 2008: 181ff), sondern, wie oben bereits
angedeutet, sehr wohl dazu geeignet, ein Gespräch zu beeinflussen. Einerseits kann dies
zu kurzen Unterbrechungen bei der Suche nach einem bestimmten Foto führen,
andererseits sind Bilder aber auch immer dazu geeignet, Kommunikation zu initiieren
oder auch zu bereichern.
4.2.4
Einkommen und Karriere
Sieht man sich die Zahlen der Studierenden Sozialerhebung 2011 an, wird deutlich, dass
mehr als die Hälfte, nämlich 63 Prozent, der Studierenden erwerbstätig waren (vgl.
equiIHS 2011: 137). Für einen erheblichen Teil, 75 Prozent, ist der Erwerb eine
Notwendigkeit
um
die
Lebenserhaltungskosten
zu
decken
und
finanzielle
Schwierigkeiten zu vermeiden, jeweils rund 50 Prozent arbeiten um die Kosten ihres
Studiums zu finanzieren und Berufserfahrung zu sammeln, die den steigenden
Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht (vgl. equiIHS 2011: 163, 287). Studierende
sind somit einem gewissen Druck unterworfen einer Beschäftigung nachzugehen und
diese auch nicht zu verlieren.
48
Damit wird klar, dass der Vormarsch des Smartphones in der Wirtschaft, mit samt seinen
Vor- und Nachteilen, auch bei Studierenden Relevanz hat. Die bisherige Forschung zeigt,
dass ein reges Interesse daran besteht, den Einfluss den neue mobile Endgeräte auf das
Arbeitsumfeld haben, zu beschreiben. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stellen
dabei nicht nur die positiven Effekte in den Vordergrund, sondern behandeln, wenn auch
meist eher kurz, negative Auswirkungen auf die Abhängigkeitsverhältnisse zwischen
Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin beziehungsweise auf die dadurch beeinflusste worklife-balance.
“For example, the participant could have to fulfill private obligations to another
participant within the network during business or family time. […] One‟s time is
a precious resource, and this time can be spent managing strategic initiatives or
spending time with loved ones.” (Carayannis/Clark 2011: 230)
Auch bei Middelton geht die Kritik in eine ganz ähnliche Richtung:
„Stories about BlackBerry usage are often predictable, offering anecdotes of
users who cannot be separated from their devices, discussions of the addictive
nature of the devices […], and identification of aggrieved spouses, partners or
colleagues who resent the BlackBerry‟s intrusiveness.” (Middelton 2007: 166)
Luttenegger behandelte den Übergriff der geschäftlichen Sphäre auf die Privatsphäre,
auch unter dem Begriff weisure time bekannt, mittels Smartphones aus der rechtlichen
Perspektive (vgl. Luttenegger 2010: 260). Sie zeigt auf, dass der Zeitaufwand für
arbeitsbezogene Tätigkeiten in der Freizeit beträchtlich werden kann und rät zu einem
neuen Entlohnungsmodell, das diesen Aufwand berücksichtigt (vgl. Luttenegger 2010:
283).
Unternehmen schaffen immer öfter ein mobiles Arbeitsumfeld, beispielsweise durch
spezifische Apps, das den Angestellten Verpflichtungen auch außerhalb der regulären
Arbeitszeit auferlegt. Denn im geschäftlichen Umfeld gilt das Smartphone als ein Gerät
zur Erhöhung der Produktivität und Effizienz (vgl. Middelton 2007: 166). Die
Arbeitnehmerinnen werden durch den Besitz eines Smartphones zwar dazu befähigt ihren
Arbeitsalltag einfacher organisieren und kontrollieren zu können, insbesondere kommt es
auch zu einer Beschleunigung des Informationsabrufs, verlieren aber gleichzeitig die
Kontrolle über einen Teil ihrer privaten Sphäre, da Störungen leichter möglich werden
(vgl. Middelton 2007: 165; Carayannis/Clark/Valvi 2012: 25). Wie Cousins und Robey
49
zeigen sind es gerade mobile Geräte, wie Smartphones, die solche widersprüchlichen
Umfelder ermöglichen. Denn einerseits gestatten sie den Angestellten ihre Zeit flexibel
einzuteilen und private Termine auch während der Arbeitszeit wahrzunehmen, auf der
anderen Seite fördern sie die Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten während der
Freizeit. Darüber hinaus sind sie sowohl dazu geeignet für einen fließenden Arbeitsablauf
zu sorgen, als auch diesen ständig zu stören (vgl. Cousins/Robey 2005: 152). Ein
Problem sieht Davis in der sofortigen Bearbeitung solcher Unterbrechungen, da ein
derartiges Verhalten nicht nur zukünftige Unterbrechungen wahrscheinlicher macht,
sondern auch zur Norm werden könnte und der Erledigung zu jeder Zeit höchste Priorität
zugeordnet wird (vgl. Davis 2002: 70). Wie Luttenegger bemerkt, gehört gerade im
geschäftlichen Kontext ein derartiges Verhalten jedoch bereits zum Alltag und wird
sogar erwartet (vgl. Luttenegger 2010: 283).
Ein Umstand der auch im privaten Umfeld den Druck erhöht, denn die
Nichtbeantwortung von Anfragen während der Freizeit, kann sich unter Umständen auf
das Arbeitsverhältnis auswirken oder zum Verlust von Chancen in einem kompetitiven
Arbeitsumfeld führen (vgl. Luttenegger 2010: 261).
Für Studierende bedeutet dies, dass sie unter Umständen auch in ihrer Freizeit mit
Emails,
SMS
und
Anrufen
belästigt
werden,
die
über
ein
beträchtliches
Ablenkungspotential verfügen. Das Arbeitsumfeld stellt somit eine weitere Quelle der
Störung während der interpersonellen Kommunikation dar.
4.2.5
Organisation des Alltags
Abschließend wird noch kurz die Verwendung des Smartphones zur Organisation des
Alltags beleuchtet. Die Nutzung des Geräts als Kalender, Taschenrechner und Wecker
(vgl. Rantavuo 2008: 181) ist zwar nur in den seltensten Fällen der Grund für die
Unterbrechung eines Gesprächs, verdeutlicht aber wie tief das Gerät in den Alltag
eingebunden ist. Wird eine Besitzerin durch ihr Smartphone geweckt, wird dies auch die
erste Gelegenheit sein, das Gerät auf eingegangene Nachrichten zu überprüfen oder falls
der Flugzeugmodus aktiv war, diesen zu beenden und die Erreichbarkeit zu ermöglichen.
Neben dem unterschiedlichen Einsatz von Smartphones, wird das nächste Kapitel kurz
auf die persönliche Einstellung beziehungsweise die Beziehung der Nutzerinnen zu
ihrem Smartphone eingehen.
50
4.3 Beziehung und Einstellung zum Smartphone
Die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes der mobilen Geräte, deren Integration in
den Alltag und ihr Potential andere Geräte zu substituieren, lassen vermuten, dass
Smartphones für ihre Nutzerinnen immer wichtiger werden. So weist beispielsweise
Fortunati darauf hin, dass gerade Frauen das Mobiltelefon dazu nutzen in zwei Welten,
der heimischen und der beruflichen, präsent zu sein (vgl. Fortunati/Sakari 2012: 539).
Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die grundsätzliche Einstellung gegenüber
mobilen Geräten positiv ist. Weiters identifizierte sie einige Emotionen, die die
Beziehung zu den kleinen Helfern beschreiben können, dazu gehören: Interesse,
Kameradschaft, Freude/Vergnügen und Zufriedenheit, Spaß, Neugier und Enthusiasmus
(vgl. Fortunati/Sakari 2012: 543). Diese Ergebnisse gleichen denen von Nysveen,
Pedersen und Thorbjørnsen, die wie weiter oben bereits dargestellt, und denen von
Maghnati und Ling. Erstere sehen Vergnügen ebenfalls als einen wichtigen Faktor bei
Frauen, Chat-Services zu nutzen, wohingegen Männer eher aus Gründen der
Selbstdarstellung zur Nutzung tendieren (vgl. Nysveen/Pedersen/Thorbjørnsen 2005:
251). Letztere identifizierten den Faktor Playfulness als entscheidend, wenn es um die
Einstellung zur Nutzung der Geräte geht (vgl. Maghnati/Ling 2013: 6). Fortunati stellt
des Weiteren den Mode und Design Aspekt der Geräte zur Diskussion und geht damit auf
den Wert der Geräte für die Nutzerinnen aus einer anderen Perspektive ein, sprich welche
Beziehung zum Smartphone als Mode- oder Design-Objekt besteht (vgl. Fortunati 2013:
102ff). Denn Smartphones werden nicht nur aus funktionalen Gründen erworben,
sondern erfüllen auch ihren Zweck in der Selbstdarstellung und der Identitätsbildung
(vgl. Wilska 2003: 441). Trotz einiger Studien und Ergebnisse die die Art der Beziehung
von Nutzerinnen zu ihren Smartphones eingrenzen, ist davon auszugehen, dass noch
immer neue Erkenntnisse in diesem Bereich gewonnen werden können.
4.4 Forschungsfragen
Den bisherigen Untersuchungen lässt sich entnehmen, dass die Nutzung von
Smartphones hauptsächlich quantitativ erfasst wurde beziehungsweise die Motive der
Nutzung im Mittelpunkt standen. Der Einsatz von Smartphones während der
interpersonellen Kommunikation wurde dabei nicht untersucht und wenn doch, dann nur
im Zusammenhang mit der technisch-vermittelten interpersonellen Kommunikation. Ziel
51
des folgenden empirischen Teils dieser Arbeit wird es sein diese Lücke zu füllen und
einen qualitativen Einblick in drei Bereiche zu liefern. Dies ist zum einen der allgemeine
Umgang Studierender mit ihrem Smartphone, zum anderen die Bedeutung des
Smartphones für Studierende, sowie deren Einsatz während der face-to-face
Kommunikation.
Die forschungsleitenden Fragestellungen lauten wie folgt:
F1: Wie wird das Smartphone von Studierenden allgemein genutzt?
F1.a: Wann und wie wird das Smartphone während des Tagesablaufes eingesetzt?
F1.b: Welches Bewusstsein besteht bezüglich der Sicherheit persönlicher Daten?
F2: Welche Bedeutung hat das Smartphone für Studierende?
F2.a: Welche Gefühle sind mit der Nutzung des Smartphones verbunden?
F2.b: Wie wird mit einem Entzug des Smartphones umgegangen?
F3: Wie wird das Smartphone während der face-to-face Kommunikation genutzt?
F3.a: Welche Gründe sind ausschlaggebend für den Griff zum Smartphone?
F3.b: Wird der Einsatz von Smartphones während eines Gespräches als störend
wahrgenommen? Wenn ja, wie wird diese Wahrnehmung begründet?
F3.c: Wird der Einsatz von Smartphones während eines Gesprächs als
bereichernd wahrgenommen? Wenn ja, wie wird diese Wahrnehmung begründet?
52
II. EMPIRISCHER TEIL
5 Methode
Nach der theoretischen Fundierung und der Entwicklung eines Vorverständnisses für den
Untersuchungsgegenstand im vorigen Abschnitt (vgl. Mayring 2010: 13), widmet sich
der empirische Teil dieser Arbeit der genauen Beschreibung der methodischen
Vorgehensweise.
Die theoretische Vorarbeit hat gezeigt, dass bereits quantitative Ergebnisse zur Nutzung
von Smartphones vorliegen, wie beispielsweise die durchschnittliche Anzahl der
Interaktionen mit dem Gerät pro Tag oder die Anzahl an installierten Applikationen.
Diese lassen sich zwar interpretieren, bieten jedoch keinen Einblick in die Verwendung
der Geräte während der face-to-face Kommunikation. Die praktisch nicht vorhandenen
Erkenntnisse in diesem Bereich, legen eine explorative Vorgehensweise nahe, die sich
einem qualitativen Zugang bedient. Denn qualitative Forschung hat nach Flick, von
Kardorff und Steinke:
„den Anspruch, Lebenswelten «von innen heraus» aus der Sicht der handelnden
Menschen zu beschreiben. Damit will sie zu einem besseren Verständnis sozialer
Wirklichkeiten(en)
beitragen
und
auf
Abläufe,
Deutungsmuster
und
Strukturmerkmale aufmerksam machen.“ (Flick/von Kardorff/Steinke 2005: 14,
Hervorhebung i. O.)
Das Prinzip der Offenheit, das dem qualitativen Zugang zugrunde liegt, erlaubt es,
verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen und zu verstehen. Gerade bei der
Untersuchung
des
Einsatzes
von
Smartphones
während
der
interpersonellen
Kommunikation, lassen sich somit Vor- und Nachteile, Motive und Bedenken erfassen,
womit auch eine genaue und dichte Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes
möglich wird. Für die angemessene Beschreibung des rasant zunehmenden Einsatzes von
Smartphones in der generellen Kommunikation mit unseren Mitmenschen und dessen
Auswirkungen auf die face-to-face Kommunikation, scheint ein qualitativer Zugang am
geeignetsten zu sein (vgl. Flick/von Kardorff/Steinke 2005: 17ff).
53
Da eine genaue Beschreibung von Denk- und Sichtweisen von mehreren Individuen
innerhalb eines eng begrenzten Zeitraumes erfolgen soll, orientiert sich das Basisdesign
der Forschung an der Momentaufnahme (vgl. Flick 2005: 255f). In den folgenden
Abschnitten wird die gewählte Erhebungs- und Auswertungsmethode beschrieben, sowie
auf die Durchführung eingegangen.
5.1 Erhebungsmethode
Die Methode die in dieser Arbeit für die Erhebung herangezogen wird, ist das qualitative
Interview, das im Besonderen zur Erfassung und Analyse subjektiver Perspektiven
geeignet ist (Lamnek 2010: 301f), da es der Interviewerin erlaubt „Situationsdeutungen
oder Handlungsmotive in offener Form zu erfragen […] und die Möglichkeit der
diskursiven Verständigung über Interpretationen“ (Hopf 2005: 350) eröffnet. Allerdings
gibt es nicht einfach das qualitative Interview, sondern vielmehr eine Vielzahl
unterschiedlicher Varianten, wie beispielsweise narrative, Experten-, fokussierte,
problemzentrierte oder auch ethnographische Interviews. Die letzten vier der genannten
Typen können dabei unter dem Oberbegriff Leitfadeninterview zusammengefasst werden
(vgl. Flick 2007: 194). Diese Variante wird in der vorliegenden Arbeit eingesetzt, da es
die Behandlung von mehreren Themenbereichen erlaubt und im Gegensatz zum
narrativen Interview auch Nachfragen gestattet. Dazu auch Helffrich:
„Leitfaden-Interviews […] eignen sich, wenn einerseits subjektive Theorien und
Formen des Alltagswissens zu rekonstruieren sind und so maximale Offenheit
gewährleistet sein soll, und wenn andererseits von den Interviewenden Themen
eingeführt werden sollen und so in den offenen Erzählraum strukturierend
eingegriffen werden soll.“ (Helffrich 2011: 179)
Wie Hopf bemerkt, werden in der Praxis meist Kombinationen der verschiedenen
Varianten eingesetzt und des Öfteren auch gar nicht konkret einem bestimmten Typ
zugeordnet (vgl. Hopf 2005: 353). Aus diesem Grund wird sich auch der nächste
Abschnitt der Ausgestaltung des Leitfadeninterviews innerhalb dieser Untersuchung
widmen.
54
5.1.1
Fokussiertes Leitfadeninterview
Das Leitfadeninterview basiert nach Flick auf mehreren oben bereits genannten
Interviewtypen, die einen Beitrag zur Ausgestaltung eines solchen Interviews geliefert
haben (vgl. Flick 2007: 194ff). Im Folgenden werden diese Beiträge besprochen und die
Form des Interviews, das in dieser Arbeit zum Einsatz kommen wird, festgelegt.
Aus dem fokussierten Interview können für das Leitfadeninterview vier Kriterien
übernommen werden. Diese sind die Nichtbeeinflussung der Interviewten, die Spezifität,
die
Erfassung
eines
breiten
Spektrums
und
Tiefgründigkeit
und
personaler
Bezugsrahmen. Da in der vorliegenden Arbeit die Sichtweise von Subjekten auf Vor- und
Nachteile des Einsatzes von Smartphones auf die face-to-face Kommunikation erfragt
werden soll, ist auf das Kriterium der Nichtbeeinflussung besonderen Wert zu legen.
Insbesondere deshalb, weil das dritte Kriterium die Ansprache aller relevanten Aspekte
des Themas fordert. Das bedeutet in weiterer Folge, dass eine Person die in der
Ausformulierung negativer Aspekte feststeckt, auch zu möglicherweise positiven
Aspekten befragt werden sollte, der Übergang jedoch eine Beeinflussung möglichst
ausschließen sollte (vgl. Flick 2007: 195ff). Dieser Gefahr lässt sich durch die
Vorbereitung entsprechender Fragen im Leitfaden entgegenwirken. Die Spezifität
verlangt des Weiteren, dass Fragen zwar eindeutig gestellt werden, dennoch allgemein
genug bleiben um eine Strukturierung durch die Interviewerin zu vermeiden und somit
die Offenheit nicht zu gefährden. Die Tiefgründigkeit fordert schließlich eine
Fokussierung auf das Thema der Untersuchung und eine Vermeidung oberflächlicher
Antworten (vgl. Flick 2007: 197f). Dieses Kriterium steht dabei nicht im Widerspruch
mit der Offenheit, denn solange keine Beeinflussung stattfindet, führt die Einhaltung
dieses Kriteriums lediglich zu mehr Informationen.
Die Beiträge aus dem problemzentrierten Interview liegen vor allem in der
Spezifizierung des Ablaufes des Interviews und der Mittel die zum Einsatz kommen
sollten. So kann nach Flick ein Kurzfragebogen sowohl vorgeschaltet, als auch erst am
Ende des Interviews eingesetzt werden. Die zweite Variante vermeidet dabei, dass sich
die „Frage-Antwort-Struktur [des Fragebogens] auf den Dialog im Interview selbst
auswirkt.“ (Flick 2007: 212). In der vorliegenden Arbeit wird auf einen Fragebogen
dieser Form jedoch verzichtet, da die wenigen demographischen Daten die benötigt
werden (Universität, Geschlecht, Alter, Nutzungszeitraum des Smartphones), bereits
55
während dem Auswahlverfahren erhoben werden und im Kopf des später zu erstellenden
Postskriptum notiert werden. Die Mittel die das problemzentrierte Interview vorsieht,
sind der Einsatz eines Leitfadens und die Tonbandaufzeichnung des Interviews, sowie
die Erstellung eines Postskriptum (vgl. Flick 2007: 210). Alle diese Bestandteile werden
auch für das Leitfadeninterview dieser Arbeit herangezogen und dementsprechend
vorbereitet, um einerseits einem Stocken des Gespräches entgegenzuwirken (Leitfaden)
und andererseits Unsicherheiten im Umgang mit dem Aufnahmegerät zu vermeiden (vgl.
Hermanns 2005: 362). Die Erstellung des Leitfadens wird im nächsten Kapitel
besprochen, die Aneignung der technischen Kenntnisse im Umgang mit eventuell
unbekannten Aufnahmegeräten wird vor dem ersten Interview des Pre-Test erfolgen.
Im Leitfadeninterview der vorliegenden Untersuchung wird daher versucht über
erzählgenerierende Fragen in den drei Bereichen, dem Einsatz im Tagesablauf, der
Beziehung zum Smartphone und dem Einsatz während der Kommunikation, die Befragte
zur Darstellung ihrer Sichtweisen zu animieren. Alle Bereich die durch diese erste
Erzählung nicht abgedeckt werden, sollen mit Hilfe des Leitfadens eingeleitet und
vervollständigt werden. Insgesamt gesehen entspricht der verfolgte Ansatz somit am
ehesten dem fokussierten Leitfadeninterview.
5.1.2
Leitfaden des Interviews
Der Interviewleitfaden wird thematisch in mehrere Bereiche unterteilt, wobei diese nicht
zwingendermaßen in derselben Reihenfolge erfragt werden, sondern ad hoc behandelt
werden, wenn sie für den Interviewverlauf hilfreich sind oder gerade am besten passen
(vgl. Lamnek 2010: 321).

Im ersten Teil wird der allgemeine Einsatz des Smartphones im Tagesablauf
erfragt und die persönliche Einstellung gegenüber den Geräten.

Im zweiten Teil wird auf die persönliche Beziehung und die Einstellungen
gegenüber dem Smartphone während der interpersonellen Kommunikation
eingegangen.

Der dritte Teil wird auf die Funktion des Smartphones während der
interpersonellen Kommunikation eingehen und sich konkret mit dem Smartphone
als Bereicherung und als Störgröße während der face-to-face Kommunikation
beschäftigen. Es sollen dabei beide Aspekte behandelt werden, um tatsächlich zu
einem umfassenden Bild der Smartphone-Nutzung während eines Gesprächs zu
56
kommen. Im Mittelpunkt stehen daher jene Aspekte die möglicherweise zu einer
Intensivierung oder Bereicherung von interpersoneller Kommunikation führen,
als auch jene die einen gegenteiligen Effekt aufweisen.
Für jeden dieser Bereiche wurden Fragenvorschläge erarbeitet, die bei der Erstellung des
Leitfadens hinsichtlich folgender Punkte, die von Ullrich vorgeschlagen werden und zum
Erhalt der Offenheit beitragen können, überprüft wurden:

Warum wird die Frage gestellt (bzw. der Stimulus gegeben)?

Wonach wird gefragt / Was wird gefragt?

Warum ist die Frage so (und nicht anders) formuliert?

Warum steht die Frage / der Fragenblock an einer bestimmten Stelle? (vgl.
Ullrich 1999: 436f)
Neben diesen Leitfragen, wurden in den Leitfaden auch Aufrechterhaltungsfragen
aufgenommen, die bei stockendem Verlauf den Erzählfluss erhalten können. Dabei
wurde aber auch darauf geachtet, dass der Leitfaden nicht zu viele Fragen enthält, da
dadurch die Gefahr des bürokratischen Abhakens steigt (vgl. Helfferich 2011: 180). Des
Weiteren wurde auch der Vorschlag der Autorin berücksichtigt, der Interviewten am
Ende des Interviews nochmals eine Gelegenheit zur Kommentierung ihrer Aussagen zu
geben.
Die eigentliche Erstellung des Leitfadens folgte dem SPSS-Prinzip, das sich aus den
folgenden vier Schritten zusammensetzt:

S
Sammeln von Fragen

P
Prüfen unter Aspekten des Vorwissens und der Offenheit

S
Sortieren

S
Subsumieren
Im ersten Schritt werden dabei soviele Fragen wie möglich gesammelt. Der zweite
Schritt, deckt sich teilweise mit den Fragen von Ullrich und ist darauf ausgelegt Fragen
umzuformulieren und dadurch verständlicher zu machen oder unnötige Fragen zu
streichen. Im dritten Schritt wird nach der zeitlichen Abfolge oder inhaltlichen Aspekten
sortiert und es werden bis zu vier Fragenbündel geschaffen. Im vierten und letzten Schritt
wird für jedes Bündel nach einer Erzählaufforderung gesucht, die darauf ausgelegt ist,
dass die interviewte Person möglichst viele Aspekte des jeweiligen Bündels von selbst
57
schon
beantwortet
(vgl.
Helfferich
2011:
182ff).
Der
dadurch
entstandene
Interviewleitfaden ist im Anhang unter A. zu finden.
5.1.3
Teilnehmende Beobachtung
Parallel zum Leitfadeninterview soll auch der Einsatz des Smartphones während des
Interviews beobachtet werden, zum Beispiel ob Anrufe entgegen genommen, SMS
gelesen, Funktionen vorgeführt werden, etc. Denn wie Lamnek bemerkt, erlaubt „die
Befragung in erster Linie […] die Ermittlung von Einstellungen, Meinungen, Gefühlen,
Vorstellungen und Verhaltenserwartungen“ (Lamnek 2010: 502f), für die Feststellung
von Verhaltensweisen ist sie weniger geeignet, da Personen oft nicht in der Lage sind ihr
eigenes Verhalten korrekt zu beschreiben. Die Methode der Beobachtung ermöglicht
dagegen die Ermittlung des sozialen Verhaltens einer Person, auch wenn diese nicht dazu
im Stande ist, dieses selbst zu schildern (vgl. Lamnek 2010: 503). Die Beobachtung der
Situation beziehungsweise des Interviewverlaufs wird dabei aus einer passiven Rolle
heraus getätigt (vgl. Lamnek 2010: 512, 515ff). Es wird somit auch kein Anreiz gesetzt,
der unter Umständen eine erhöhte Bereitschaft zur Nutzung des Smartphone hervorruft.
Auch in diesem Fall wird bei der Beobachtung offen vorgegangen und auf eine
Strukturierung weitestgehend verzichtet. Diese würde zwar die Kontrollierbarkeit des
Beobachtungsvorganges erhöhen, jedoch widerspricht sie auch den Prinzipien
qualitativer Forschung und birgt zudem die Gefahr nur die vorab definierten Kategorien
zu erfassen (vgl. Lamnek 2010: 509f). Der Pre-Test hat zudem gezeigt, dass in allen drei
Fällen keine Interaktion mit dem Smartphone erfolgt ist, wodurch eine umfangreiche
Erstellung von möglichen Kategorien nicht sinnvoll erscheint. Dennoch ist eine
allgemeine Richtlinie erforderlich die den Rahmen der Beobachtung vorgibt. Da der
mögliche Einsatz des Smartphones während des Interviews beobachtet werden soll,
stehen im Mittelpunkt der Beobachtung alle Handlungen der Interviewten die das
Smartphone in irgendeiner Form inkludieren. Beobachtet werden daher Reaktionen auf
akustische Signale, spielerische Handhabungen des Gerätes oder die Nutzung irgendeiner
Funktion des Smartphones.
58
5.1.4
Pre-Test
In einem Pre-Test wird der Interviewleitfaden an drei Studierenden getestet. Ziel ist es
Vollständigkeit in Bezug auf die Erfassung des Phänomens zu erreichen und somit
weitere vorab möglicherweise noch nicht identifizierte Bereiche in den Leitfaden mit
einzubeziehen.
Zur Vorbereitung wird bereits bei der Durchführung des Pre-Test versucht, die von
Hermanns vorgeschlagenen Punkte zu beachtet:
1. „Machen Sie Ihrer Gesprächspartnerin rechtzeitig den Rahmen klar. […]
2. Schaffen Sie im Interview ein gutes Klima […]
3. Schaffen Sie ihrem Gegenüber Raum […]
4. Geben Sie dem ‹Drama› die Möglichkeit, sich zu entwickeln […]
5. Versuchen Sie im Interview nicht, theoretische Begriffe zu entdecken, sondern die
Lebenswelt
ihrer
Gesprächspartner[innen]“
(Hermanns
2005:
367f,
Hervorhebung i. O.)
Des Weiteren dienen diese drei Interviews der Identifikation schwer verständlicher
Fragen und dem Training in der Anwendung des Leitfadens vor der eigentlichen
Erhebung.
Die Ergebnisse des Pre-Tests haben dazu geführt, dass eine weitere Forschungsfrage
aufgenommen wurde und nun auch die Bedeutung des Smartphones für die Studierenden
erhoben wird. Des Weiteren wurde der Interviewleitfaden angepasst und sowohl die
Check-Kategorien vervollständigt als auch Umformulierungen bisheriger Leit- und
Aufrechterhaltungsfragen
Atmosphäre
während
vorgenommen.
dieser
drei
Trotz
Interviews
der
hat
lockeren
und
sich
gezeigt,
entspannten
dass
die
Aufrechterhaltungsfragen notwendig für die Beibehaltung des Redeflusses waren und
daher einer Ausformulierung bedurften. Die Dauer der Interviews des Pre-Tests lag
zwischen 15 und 40 Minuten. Durch das Wissen über den ungefähren zeitlichen Umfang,
konnten in weiterer Folge Terminvereinbarungen mit den Interviewpartnerinnen leichter
getroffen werden, wenn mehrere Interviews an einem Tag stattfinden sollten.
59
5.2 Durchführung
5.2.1
Fallauswahl
Bei der Auswahl der Interviewpartnerinnen werden folgende Kriterien berücksichtigt.
Die Studierenden sind entweder an der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität
Wien oder der Technischen Universität Wien inskribiert, wobei von jeder dieser
Universitäten gleich viele Fälle ausgewählt werden. Bei der angestrebten Anzahl von
N=12 Fällen, entspricht dies vier Interviewpartnerinnen pro Universität. Diese
Entscheidung erfolgte auf dem Argument der Mehrperspektivität, deren Dimensionen
unter anderen den Ort der Auswahl von Fällen beinhalten (vgl. Merkens 2005: 296).
Darüber hinaus werden nur Studierende ausgewählt, die ihr Smartphone schon länger als
ein Jahr besitzen, damit eine gewisse Vertrautheit im Umgang mit den Geräten
vorausgesetzt werden kann, sowie Fälle ausgeschlossen werden können, die in die Phase
der intensiven Verwendung nach der Anschaffung eines neuen Smartphones fallen. Der
letzte Punkt ist deshalb relevant, da sich nach Falaki et al. die Verwendung der Geräte in
der Adoptionsphase von der Langzeitnutzung unterscheidet (vgl. Falaki et al. 2010: 181).
Die Auswahl der Personen wird in Form einer anfallenden Stichprobe erfolgen, wobei
die Selektion sowohl primär, durch die gezielte Auswahl, als auch sekundär, über ein
Schneeballsystem, erfolgen wird. Dabei wir zudem darauf geachtet, dass das
Geschlechterverhältnis annähernd ausgeglichen ist.
5.2.2
Ablauf der Erhebung
Dieser Abschnitt erläutert detailliert, wie bei der eigentlichen Erhebung vorgegangen
wurde und analysiert somit die Entstehungssituation des Datenmaterials das im weiteren
Verlauf für die Auswertung herangezogen wurde. Die Studierenden wurden an den drei
genannten Universitäten angesprochen und bei Interesse am Thema: Smartphones, also
freiwilliger Teilnahme, und Erfüllung der Kriterien für ein Interview ausgewählt. Eine
nähere Beschreibung des Themas erfolgte nicht. Daran anschließend wurden die
demographischen Daten erfasst. Den Studierenden wurde die freie Festlegung von Zeit
und Ort ermöglicht, um von vornherein für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen und
einen eventuellen Zeitdruck auf Seiten der Interviewten zu vermeiden. Keines der
Interviews fand direkt nach der Kontaktaufnahme statt, sondern wurde jeweils zu einem
separat vereinbarten Termin durchgeführt. Von den zwölf Interviews fanden fünf bei den
60
Interviewten zu Hause, vier bei der Interviewerin, eines auf der Universität, eines am
Arbeitsplatz und eines in einem Café statt. Der Ort jedes Interviews wurde im
Postskriptum festgehalten, worin auch vorgekommene Störungen dokumentiert wurden.
Diesbezüglich deutet allerdings der Verlauf der einzelnen Interviews darauf hin, dass es
in keinem Fall zu einer grob negativen Beeinflussung durch die kurzen Störungen
gekommen ist. Vor dem Interview wurden die Interviewpartnerinnen auf sechs Punkte
hingewiesen, bevor die Aufnahme gestartet wurde:

Notwendigkeit der Aufnahme des Interviews für die Transkription

Zusicherung der Anonymität, auch durch die Elimination sämtlicher Namen die
während des Interviews fallen sollten

Die Fragen werden in offener Form beantwortet

Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten

Es gibt keine zeitliche Beschränkung bei den Erzählungen oder der Beantwortung
der Fragen

Die Erzählungen müssen nicht in hochdeutscher Sprache erfolgen
Die Aufnahme wurde nach dem Dank für die Teilnahme gestoppt. Im Anschluss an das
Interview wurde den Teilnehmerinnen die Möglichkeit gegeben, Fragen zur
Untersuchung oder bisherigen Erkenntnissen zu stellen, falls Interesse daran bestand.
5.3 Auswertungsmethode
Dieses Kapitel wird sowohl die Beschreibung der Auswertungsmethode beinhalten, als
auch die Beschreibung der Vorgehensweise bei der tatsächlichen Auswertung des
Datenmaterials. Wie bereits von Flick bemerkt, sind für Leitfadeninterviews kodierende
Verfahren besonders geeignet (vgl. Flick 2007: 201). Zu diesen Verfahren gehört auch
die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, die in der vorliegenden Arbeit zum Einsatz
kommt.
5.3.1
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
Die Auswertung des erhobenen Materials wird auf Basis der qualitativen Inhaltsanalyse
nach Mayring (2010) erfolgen. Dazu wird die zusammenfassende qualitative
Inhaltsanalyse
gewählt,
die
die
Schritte
Zusammenfassung
und
Induktive
Kategorienbildung beinhaltet (vgl. Mayring 2010: 66). Grundsätzlich wird versucht das
61
gesamte erhobene Material zu berücksichtigen und auf das Wesentliche zu reduzieren,
wobei bestimmten Bestandteilen eine höhere Beachtung geschenkt wird, um daraus die
Kategorien zu bilden. Der Ablauf der zusammenfassenden Inhaltsanalyse ist in der
folgenden Abbildung (Abbildung 9) dargestellt.
Abbildung 9: Ablaufmodell der zusammenfassenden Inhaltsanalyse (Quelle: Mayring 2010: 68, überarb.
D.V.)
Um das Ziel der Zusammenfassung zu erreichen und die große Menge des
Ausgangsmaterials auf die wesentlichen Inhalte zu reduzieren, kommen die
62
Interpretationsregeln zur Anwendung. Diese umfassen Regeln zur Paraphrasierung, der
Generalisierung auf das Abstraktionsniveau, der ersten Reduktion und der zweiten
Reduktion (vgl. Mayring 2010: 70).
Aufbauend auf den Techniken der Zusammenfassung können die Kategorien direkt aus
dem Material, also induktiv, abgeleitet werden. In diesem Fall wird der Analyse
allerdings ein Ziel zugrunde gelegt, das sich an der Fragestellung der Untersuchung
orientiert. Die weitere Vorgehensweise wird aus der nächsten Abbildung (Abbildung 10)
ersichtlich.
Abbildung 10: Prozessmodell der induktiven Kategorienbildung (Quelle: Mayring 2010: 84, überarb.
D.V.)
Am Ende dieses Prozesses wird das Kategoriensystem anhand der Fragestellung
analysiert.
63
5.3.2
Ablauf der Auswertung
Für die Auswertung wurde das Datenmaterial der zwölf Interviews, der sechs männlichen
und sechs weiblichen Teilnehmerinnen, der drei genannten Universitäten, herangezogen.
Alle Teilnehmerinnen erfüllten das Kriterium der Nutzungsdauer, dem zufolge sie ihr
Smartphone schon über ein Jahr besitzen mussten. Die Entstehungssituation des
Materials wurde bereits unter dem obigen Punkt 5.5.2 Ablauf der Erhebung erläutert. Die
Aufnahme erfolgte digital über ein Mikrofon in Kombination mit einem Laptop und
wurde anschließend mit Hilfe von ExpressScribe von NCH Software und Microsoft
Word auf Grundlage folgenden Regelsystems transkribiert:

die Interviewerin wird mit „I“ gekennzeichnet

die Befragte wird mit einer Zahl und einem „B“ gekennzeichnet, wobei die Zahl
die Nummer des Interviews widergibt, zum Beispiel: 3B

es wird wörtliche transkribiert, Dialekte werden eingedeutscht

die Sprache wird an das Schriftdeutsch angenähert, beispielsweise: „so’n Buch“
wird zu „so ein Buch“

„äh“ und Ähnliches wird nur bei inhaltlicher Relevanz transkribiert und mit einer
Interpretation der Autorin in Form eines Kommentares ergänzt

Pausen: (…)

Unverständliches: (~)

Lachen: (.L.)

Betonung: unterstrichen

als Aussagen gemeinte Passagen: kursiv

Kommentare der Autorin: [ ] (vgl. Mayring 2010: 55; Kuckartz et al. 2008: 27f).
Kommentare der Autorin wurden an all jenen Stellen eingesetzt an denen
Lautäußerungen interpretiert werden konnten oder eine Situation während des Interviews
einer Erläuterung bedurfte. Die Transkripte sind im Anhang unter B. zu finden
Der erste Schritt der inhaltsanalytischen Auswertung und der folgenden Aufstellung
eines Kategorienschemas, war die Zusammenfassung des Ausgangsmaterials. Dafür
wurde mit der Paraphrasierung von zwei Interviews begonnen die über eine große Menge
an Aussagenmaterial verfügten, um am Schluss des ersten Durchgangs bereits einen
Überblick über möglicherweise zu bildende Kategorien zu erhalten. Nach der
Paraphrasierung wurden die Phrasen abstrahiert und damit generalisiert. Daran
64
anschließend wurden die beiden Reduktionen anhand der entsprechenden Z3- und Z4Regeln (vgl. Mayring 2010: 70) durchgeführt. Basierend auf diesem Set an Kategorien
wurden
weitere
vier
Fälle
durchgegangen,
wobei
neue
Kategorien
unter
Berücksichtigung der Selektionskriterien aufgenommen wurden. Nach etwa der Hälfte
des Materials, wurden die bisherigen Kategorien einer Revision unterzogen und in ein
erstes Kategorienschema eingeordnet. Anschließend wurden die restlichen Interviews
anhand des originalen Audiomaterials auf noch nicht berücksichtigte Kategorien
durchgehört. Nach einer zweiten Revision des Kategorienschemas, wurde der endgültige
Materialdurchlauf durchgeführt. Den einzelnen Kategorien wurden schließlich noch
konkrete Textpassagen zugeordnet. Das qualitative Kategorienschema, das aus dem
Ausgangsmaterial induktiv erstellt wurde, ist im Anhang unter C. Kategorienschema zu
finden.
Im folgenden Kapitel werden die Ergebnisse dargestellt. Auf eine quantitative
Auszählung wurde dabei verzichtet, da diese aufgrund der geringen Anzahl an Interviews
wenig aussagekräftig wäre.
65
6 Ergebnisse
Der Ergebnisteil dieser Arbeit wird zuerst auf die Darstellung der Ergebnisse der
qualitativen Interviews eingehen und sich dabei an den Ober- und Unterkategorien des
aufgestellten Kategorienschemas orientieren. Je nach Menge an Aussagen innerhalb der
Feinkategorien, werden diese einzeln oder zusammengefasst dargestellt. Am Ende des
Kapitels wird noch kurz auf den Einsatz des Smartphones während des Interviews
eingegangen. Die zwölf Studierenden waren, bedingt durch die Auswahl, in gleichen
Teilen von der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Technischen
Universität Wien. Aus demselben Grund war die Hälfte der Teilnehmerinnen weiblich,
die andere Hälfte männlich. Das Alter der Teilnehmerinnen verteilt sich wie in
Abbildung 11 dargestellt.
Abbildung 11: Altersverteilung
6.1 Allgemeine Nutzung des Smartphones
Die Arten und Motivationen der Nutzung umfassen ein breites Spektrum und sind von
Individuum zu Individuum unterschiedlich. Die Kommunikation beziehungsweise der
Kontakt zu anderen ist dabei nach wie vor einer der bevorzugten Anwendungsbereiche:
„Also hauptsächlich zum kommunizieren WhatsApp, SMS, telefonieren.“ (Fall 4: Z904).
Zur Anwendung kommen Telefonanrufe, SMS, Email, die Kommunikation über soziale
Netzwerke, VoiceOverIP (Skype) und Messenger Services (WhatsApp). Die Aussagen
differieren jedoch hinsichtlich des bevorzugten Kanals. „Ich telefoniere extrem wenig,
meistens eher wenn mich jemand anruft“ (Fall 3: Z538). Bei der Frage nach den
66
Verwendungsschwerpunkten, war dennoch immer zumindest ein Kommunikationskanal
dabei: „Am meisten verwende ich es wahrscheinlich für Social Media“ (Fall 5: Z1197),
„ich glaube immer noch Telefonieren und SMS.“ (Fall 9: Z2364f) und „Ja relativ viel
nutze ich, denke ich, Email und Facebook und Skype“ (Fall 8: Z1985).
Informationen aller Art werden hauptsächlich aus dem Internet bezogen. Die einzige
konkrete Quelle die von Teilnehmerinnen diesbezüglich genannt wurde war Wikipedia.
Als Motivation hinter der Nutzung in diesem Sinne, wird von einer Teilnehmerin das
Interesse an Informationen die sie im Laufe des Tages aufgeschnappt beziehungsweise
Informationen die in einer konkreten Situation von Interesse sind, zum Beispiel die
Wetterentwicklung, angegeben. Mehrere Teilnehmerinnen nutzen auch eine WörterbuchApp um Begriffe schnell nachschlagen zu können.
Die meistgenannte Anwendung im Bereich der Unterhaltung ist die Fotofunktion des
Smartphones. Diese wird für Schnappschüsse genutzt, die man unter anderen Umständen
nicht fotografiert hätte. „[…] oder halt einfach mit der Kamera viele Dinge da einfach
schnell fotografieren kann und eben auch leichter auch irgendwelche lustigen
Schnappschüsse damit festhalten kann.“ (Fall 7: Z1717). Weiters für Fotos von Orten an
denen man sich befindet oder Speisen in einem Restaurant die je nach Situation
anschließend auch gleich online geteilt werden. Eine andere Interviewpartnerin berichtete
über die Nutzung der Kamerafunktion zur Digitalisierung von handgeschriebenen
Notizzetteln. Ebenso beliebt sind das Musikhören und das Spielen auf dem Smartphone,
wobei ersteres vor allem im Zusammenhang mit dem on-the-move Kontext oder mit einer
Sportaktivität genannt wurde, wohingegen letzteres eher in der Freizeit oder aus
Langweile genutzt wird. „Nein bei Spielen verwende ich es auf der Uni auch wenn mir
langweilig ist“ (Fall 6: Z1480). Die Nutzung für das Ansehen von Videos wurde nur
selten genannt und obwohl es auch zum Lesen von Zeitungsartikeln oder Büchern
verwendet wird, kam in diesem Zusammenhang auch ein Nachteil zur Sprache, „der
Bildschirm ist zu hell und es ist nicht angenehm“ (Fall 12: Z3201).
Als sehr nützlich wurden die Funktionen zur Orientierung beurteilt und auch
dementsprechend oft genannt. „[…] ich verirre mich weniger, weil ich immer
GoogleMaps dabei habe (.L.), stimmt, das fällt mir oft auf“ (Fall 6: Z1483). Mit einer
nahezu gleichen Frequenz kam die Nutzung von Apps für die Suche nach Verbindungen
beziehungsweise Abfahrtszeiten öffentlicher Verkehrsmittel vor. Und schließlich auch
67
die mit diesen beiden Funktionen verbundene Routenplanung, die aber teilweise auch mit
spezifischen Apps durchgeführt wird, wie beispielsweise der AnachB-App (vgl. Fall 8:
Z2003).
Im organisatorischen Kontext wurden die meisten unterschiedlichen Einsatzgebiete
genannt. Besonders sticht dabei der Einsatz als Wecker hervor. Die Verwendung dieser
Funktion wurde von allen Interviewpartnerinnen genannt und in nahezu allen Fällen ist
es auch der einzige Wecker der vorhanden ist. Die Nutzung als Uhr wurde hingegen nur
in etwa der Hälfte der Fälle kommuniziert. Im alltäglichen Gebrauch werden des
Weiteren die Erinnerungs- und Notizfunktionen eingesetzt. „Ja genau ich verwende das
Smartphone auch noch, […] wenn ich etwas wichtiges habe das ich mir merken möchte,
das ich aufschreiben möchte, […] dann benütze ich das Telefon als Notizblock.“ (Fall 1:
Z96ff). Die Synchronisierung der Emails und allgemein des Smartphones mit dem PC
fällt ebenfalls in die Kategorie Organisation. Schließlich berichteten einige der
Teilnehmerinnen über den Einsatz diverser Tools wie Taschenlampe, Taschenrechner,
Countdown- und Timer-Funktion.
Neben diesen Anwendungsbereichen, die auch Grund für den Einsatz sind, wurden auch
Langeweile, das Überbrücken von Zeit und der Zwang auf das Smartphone zu sehen als
Auslöser für die Verwendung des Gerätes genannt. „wenn ich vom Arbeiten nach Hause
fahre mit der U-Bahn eine halbe Stunde und es ist mir langweilig, dann rufe ich
jemanden an oder ich mache irgend etwas im Internet“ (Fall 1: Z5) Im Zusammenhang
mit der Kommunikationsfunktion kam auch die Kostenersparnis durch Messenger
Services zur Sprache. Mehrere Teilnehmerinnen berichteten zudem über das Spielen mit
dem Gerät selbst, also dass man es immer in der Hand hat oder damit herum spielt ohne
tatsächlich eine Funktion zu nutzen.
Die Frage nach Kontext und Zeitraum der Nutzung führte zur Unterscheidung zwischen
Freizeit, Arbeit/Universität und unterwegs, sowie den Zeiträumen morgens, abends und
untertags. Bezüglich des Kontextes ergaben sich sehr unterschiedliche Perspektiven auf
den eigenen Smartphone-Gebrauch, wobei zu beachten ist, dass der Kontext unterwegs
nicht direkt erfragt wurde. Etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen sah keinen großen
Unterschied in der Nutzung zwischen den ersten drei Kontexten, während andere den
Schwerpunkt während der Freizeit sahen. Eine Teilnehmerin reflektiert den Einsatz in
den
Kontexten
folgendermaßen:
„Also
68
im
Beruf
dient
es
vor
allem
als
Kommunikationsgerät […] Freizeit, natürlich Kommunikationsgerät mit Freunden […]
Auf der Uni dient es als Informationsgerät“ (Fall 10: 2655ff). Fokussiert man auf die
Anwendungen die in diesen drei Kontexten zum Einsatz kommen, reflektiert der gerade
präsentierte Fall die allgemeine Tendenz aller Interviews. Wobei im Kontext der Arbeit
beziehungsweise der Universität das Smartphone von einigen Personen auch als
Ablenkung eingestuft wird. In der Freizeit berichtete eine Teilnehmerin, dass der
Umgang mit Anrufen und Benachrichtigungen, insbesondere von Freunden, weniger dem
Zwang der sofortigen Antwort unterworfen ist. Der letzte Kontext, unterwegs, der auch
mit Abstand am häufigsten in Verbindung mit der Smartphone-Nutzung genannt wurde,
zeichnet sich durch den Einsatz nahezu aller Anwendungen aus, von Emails
kontrollieren, über die Nutzung des Internets zur Informationssuche bis hin zu den
unterhaltenden Funktionen des Gerätes. „ich kann das alles machen wenn ich schon
unterwegs bin und das macht das alles, relativ gesehen einfacher“ (Fall 12: Z3245). In
zeitlicher Hinsicht lässt sich insbesondere morgens recht eindeutig bezüglich der
eingesetzten Anwendungen beschreiben, nach dem Ausschalten des Weckers folgt
nahezu in jedem Fall die Kontrolle des SMS-Eingangs, der sozialen Netzwerke, der
Messenger-App oder der Emails. Die Anwendung untertags gleicht sich in der Hinsicht,
dass ebenfalls immer wieder die Kommunikationskanäle auf verpasste Anrufe oder
eingelangte Nachrichten kontrolliert werden. In etwa einem Viertel der Fälle wird der
Abend vermehrt mit Telefonaten in Verbindung gebracht, vor dem Schlafen gehen folgt
bei den meisten noch einmal die Überprüfung auf Nachrichten bevor der Wecker gestellt
wird.
Die Anwendung des Smartphones als Substitut für andere Geräte zeigt ebenfalls recht
eindeutige Tendenzen. Wie bereits erwähnt ersetzt es für fast alle den Wecker. Mehrere
Interviewpartnerinnen bemerken den teilweisen Ersatz des Computers oder Laptops, der
für kürzere Nutzungsvorhaben nicht eingeschalten werden muss, auch weil dies laut den
Interviewten mehr Zeit beanspruchen würde. Die kleine Digitalkamera wird ebenfalls
von ungefähr einem Viertel durch das Smartphone ersetzt beziehungsweise ergänzt in
zwei weiteren Fällen die digitale Spiegelreflexkamera. Argumente sind einerseits die
inzwischen passable Qualität der eingebauten Smartphone-Kameras und andererseits die
Handlichkeit der kleinen Geräte im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera. Ebenfalls
nicht überraschend sind die Aussagen einiger Interviewpartnerinnen bezüglich der
Substitution ihrer MP3-Player und Armbanduhren. Neben der Substitution von Geräten
69
wurde aber auch der Ersatz von Stadtplänen, sowie Stift und Papier angesprochen. Eine
Teilnehmerin berichtete zudem über den Wechsel vom digitalen Kalender zurück auf die
Papierversion beziehungsweise in einem anderen Fall ist es der Wechsel vom
Smartphone als Lesegerät auf einen eReader.
Zwischen all den Vorteilen die das Gerät bietet, sind den Teilnehmerinnen aber auch
einige negative Punkte das Smartphone betreffend aufgefallen. An erster Stelle steht
diesbezüglich die geringere Akkulaufzeit beziehungsweise über die Zeit abnehmende
Akkukapazität. „der Akku wird langsam schwach, mittlerweile muss ich (.L.) mittlerweile
muss ich fast jeden Tag, glaube ich eigentlich, laden“ (Fall 1: Z129). Weitere Probleme
umfassen lange Ladezeiten, abnehmende Reaktion der Hardware bei Kälte, leichte
Zerstörbarkeit des Displays oder der Absturz von Apps, der von einigen Personen
bemängelt wurde. „Und das ist halt, es lässt mich auch öfters im Stich, zum Beispiel der
CountDown für die Pizza, und dann stürzt die App mittendrinnen ab und ich merke es
gar nicht“ (Fall 11: Z3152). Zwei Teilnehmerinnen sehen die möglichen Auswirkungen
der Strahleneinwirkung skeptisch, weshalb sie das Smartphone ungern am Körper tragen.
Abschließend zur allgemeinen Nutzung werden noch einige Alltagsbeobachtungen der
Teilnehmerinnen dargestellt. Von ein paar Teilnehmerinnen wurde der ständige Blick auf
das Smartphone und die damit einhergehende Körperhaltung angesprochen. „Und bei
uns wenn man mit der Ubahn fährt jeder zweite oder fast jeder eigentlich liest am Handy
oder am Notepad, hört Musik, telefoniert irgendwie und immer dieser Blick gesenkt, also
einfach wie die Leute schauen“ (Fall 4: Z1035). Eine dieser Interviewpartnerin berichtete
auch über eine aus ihrer Sicht zunehmende Anzahl an Personen die über die Kopfhörer
telefonieren, sprich deren Anrufverhalten sich geändert hat. Eine weitere Person war der
Meinung, dass Smartphones zu schnell ersetzt werden, auch dann wenn sie noch
einwandfrei funktionieren. Dieselbe Person gab zudem an, dass das Smartphone für sie
den Eintritt in die Welt der Technik eröffnet hat.
Nachdem damit die Darstellung der Ergebnisse der allgemeinen Nutzung der
Smartphones erfolgt ist, wird der nächste Abschnitt genauer auf den Einsatz während der
interpersonellen Kommunikation im sozialen Kontext eingehen.
70
6.2 Nutzung des Smartphones bei face-to-face Gesprächen
Bei der Nutzung des Smartphones während der face-to-face Kommunikation wurden
weit weniger Anwendungsbereiche angesprochen. Der Bereich der bei der allgemeinen
Nutzung dominant war, die Kommunikationsanwendungen, wird im Gespräch
hauptsächlich passiv genutzt. Die Aussagen konzentrieren sich dabei auf einlangende
Anrufe und Benachrichtigungen die eine Nutzung auslösen: „Ja wenn Leute jemanden,
also wenn andere Personen jemanden kontaktieren möchten“ (Fall 10: Z2838). Die
Reaktion auf die diversen Signale des Smartphones wurden als personenabhängig
kommuniziert. So werden Anrufe teilweise gar nicht angenommen beziehungsweise das
Signal sofort unterbrochen, an Ort und Stelle beantwortet oder man verlässt die
Gesprächsrunde. Sofern das Signal des Smartphones wahrgenommen wird, erfolgt auch
in fast jedem Fall der Blick auf das Display. Werden Sie nicht entgegen genommen,
erfolgt meist ein Rückruf zu einem passenderen Zeitpunkt. SMS, Facebook-Nachrichten,
etc. werden überwiegend durchgelesen, wenn deren Eingang bemerkt wird. Der
Zeitpunkt der Beantwortung variiert jedoch wieder von Person zu Person. Die sofortige
Beantwortung wurde nicht als besonders wichtig erachtet. Die aktive Nutzung, also um
andere Personen zu kontaktieren, wurde nur von wenigen angesprochen.
Die Nutzung des Smartphones für Informationszwecke wurde im Besonderen mit
Diskussionen während eines Gesprächs in Verbindung gebracht und allgemein mit dem
Wunsch sich bestimmte Informationen anzueignen oder Aussagen zu bestätigen. Diese
Form
der
Verwendung
wurde
von
einem
Großteil
angesprochen.
Nähere
Spezifizierungen waren in diesem Bereich nicht möglich, da meist von Dinge nachsehen,
etwas nachsehen, etc. gesprochen wurde.
Im Bereich der Unterhaltungsanwendungen stach vor allem das Zeigen von Bildern
hervor, die während der Unterhaltung immer wieder zur visuellen Untermauerung von
Aussagen eingesetzt werden. Daneben wurde aber auch das Vorführen von Videos, der
Einsatz von Sport-Tickern oder das gemeinsame Spielen genannt. Bei letzterem wurden
sowohl Varianten genannt, die zu zweit auf einem Smartphone gespielt wurden, als auch
solche in denen das Smartphone quasi den Controller für ein gemeinsames Spiel darstellt.
„Manchmal spielt man auch Spiele miteinander, also Apps die man wirklich
gegeneinander spielt.“ (Fall 6: Z1639).
71
Im Bereich des Organisierens wurde die Kontrolle der Uhrzeit und die Terminplanung
genannt. Ebenfalls angesprochen wurden der Kontaktaustausch und der Einsatz für die
Reiseplanung. Unabhängig von den bisherigen Bereichen wurde auch kommuniziert,
dass das Smartphone selbst zum Thema einer Konversation werden kann, insbesondere
wenn man ein neues Modell oder bestimmte Funktionen präsentieren will.
Neben diesen Gründen für den gerichteten Einsatz wurden auch allgemeine Situationen
angesprochen, in denen der Griff zum Smartphone erfolgt. Dazu gehört der
Gesprächsverlauf, beispielsweise wenn das Gespräch ins Stocken gerät, Pausen auftreten
oder das Thema als nicht interessant genug beurteilt wird. Ebenfalls genannt wurden
wieder die Langeweile und der Zwang zur ständigen Statuskontrolle. Als letztes ist auch
das Phänomen der Kettenreaktion zu nennen, das von mehreren Teilnehmerinnen
angesprochen wurde. „wenn dann irgendwer einmal das Handy zückt, dann müssen
gleich alle nachsehen.“ (Fall 4: Z934) Angesprochen auf die eigene Reaktion, gestand
sich der Großteil ein, dass man auch das Smartphone zur Hand nimmt, wenn das
Gegenüber dies tut.
Während des Gespräches befindet sich das Smartphone an einem von drei Orten.
Entweder liegt es auf dem Tisch, ist in der Hosentasche oder in einer Handtasche
beziehungsweise einem Rucksack. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie das
Smartphone mit der Display-Seite nach unten auf den Tisch legt, damit sie weniger
abgelenkt wird. Des Weiteren wird das Gerät meistens in Griffweite aufbewahrt.
Die Beurteilung des Einflusses des Smartphones auf die Unterhaltung und die Gefühle
beim Einsatz während eines Vier-Augen-Gesprächs sind wieder sehr unterschiedlich. Als
störend wird die Unterbrechung der Kommunikation gesehen, allerdings hängt dies stark
von der Situation ab. Während es bei lockeren Gesprächen meist kein Problem darstellt,
wird es bei ernsten Gesprächen von manchen als sehr negativ beurteilt. Des Weiteren
wird auch die Wichtigkeit des Anrufs beurteilt, wenn der Anruf wichtig zu sein scheint,
fällt auch die Bewertung der Handlung nicht sonderlich negativ aus. Bei
Benachrichtigungen gilt in etwa das Selbe, wobei die Ablenkung von Person zu Person
unterschiedlich beurteilt wird. Einige Teilnehmerinnen empfinden die Ablenkung durch
das Lesen oder Schreiben von Nachrichten als gering, während andere das Gegenteil
erfahren haben. Die Präsenz des Smartphones hängt für manche auch mit einer höheren
72
Nervosität in der Gruppe zusammen. „das ist wie ein stummer Gast, der halt auch noch
da ist“ (Fall 1: Z149).
Auf der anderen Seite wird die Einbindung der Smartphones auch als bereichernd
angesehen. Insbesondere wurde die Möglichkeit zur Suche nach Informationen positiv
beurteilt, da sie teilweise Gespräche entschärft oder beschleunigt, wobei letzteres sowohl
positiv als auch negativ gesehen wird. Nach Informationen wird zudem gesucht, wenn
man sich an etwas erinnern will. Positiv wird auch das Zeigen von Bildern beurteilt,
allerdings wird in diesem Zusammenhang auch der als negativ beurteilte Diavortrag
genannt, bei dem zu viele Bilder in die Unterhaltung integriert werden, und das Problem,
dass meistens nicht mehrere Personen zur gleichen Zeit die Bilder sehen können. Eine
Teilnehmerin sah auch die Einbindung nicht anwesender Personen als positiven Einsatz
an. Vom größten Teil wurde die Beurteilung und auch die eigene Reaktion als abhängig
von der jeweiligen Situation beschrieben.
Von einigen wird der Einsatz bei wichtigen Gesprächen als unhöflich empfunden.
Widerspricht der Einsatz zudem der Situation in der man sich befindet, wird er ebenfalls
als unhöflich beurteilt. „in Kanada, da war ein Typ der war die ganze Zeit am Handy.
Der hat gegessen mit der rechten Hand und mit der linken Hand war er am Handy. Das
war schon wirklich störend. Also das habe nicht nur ich so empfunden“ (Fall 2: Z513).
Auf der anderen Seite berichtet eine Teilnehmerin, dass sie aus Höflichkeit der anderen
Person Zeit zum Telefonieren oder SMS schreiben einräumt.
Gefühle die mit der Verwendung des Gerätes während der Unterhaltung einhergehen sind
das Gefühl der Ungeduld oder „Genervtheit“ und das gefühlte Desinteresse der anderen
Person, beispielsweise im folgenden Fall: „es war ein Gespräch das nicht wichtig war
und ich habe das gemerkt. Und das habe ich dann als nicht so höflich empfunden, da
habe ich mich dann zurückgestellt gefühlt.“ (Fall 6: Z1581).
6.3 Bedeutung und Stellenwert des Smartphones
Die Beziehung zum eigenen Smartphone wurde vom größten Teil als positiv
beschrieben, wobei in manchen Fällen das Verhältnis auch zwiegespalten war. Positiv
wurden vor allem die Vorteile und Erleichterungen hervorgehoben. Negativ wurde im
Besonderen die ständige Erreichbarkeit und Verbundenheit gesehen und dass man
73
nirgendwo wirklich seine Ruhe hat, wenn das Smartphone dabei und eingeschalten ist.
„Also unterwegs habe ich es immer bei mir und maximal zuhause, wenn es dann für ein
paar Stunden irgendwo in der Ecke verschwindet, dann ist man froh wenn es weg ist
[…]da bin ich froh wenn ich ein bisschen Erholung bekomme und nicht jederzeit
erreichbar bin“ (Fall 4: Z981). Über Nacht wird das Smartphone von einigen
eingeschalten
gelassen,
eine
Teilnehmerin
schaltet
es
immer
aus.
Mehrere
Interviewpartnerinnen bemerkten weiters, dass sie den Stumm-Modus des Gerätes
benutzen, also auf akustische Signale verzichten.
Einige waren auch der Meinung, dass bereits eine emotionale Bindung zu dem Gerät
vorhanden ist. Die Geräte wurden zudem meist als mein Begleiter, ständiger Begleiter,
guter Begleiter oder persönlicher Assistent tituliert. Zudem wurde berichtet, dass das
Smartphone für einige auch ein Statussymbol darstellt. In den meisten Fällen ist das
Smartphone auch immer dabei egal wo man hin geht und wird teilweise mit der
Wichtigkeit einer Geldtasche gleich gestellt. Die entsprechenden Gefühle beim Verlust
oder beim Vergessen des Gerätes sind daher relativ ähnlich und werden meist als
unangenehm beschrieben, auch weil man etwas verpassen könnte, da man nicht mehr
erreichbar ist. Zusätzlich machen sich manche mehr Gedanken um andere, als um sich
selbst: „also primär weil ich dann denken würde, dass sich jemand anderer vielleicht
Sorgen macht“ (Fall 3: Z646). Die Reaktionen sind wiederum unterschiedlich, eine
Teilnehmerin gibt an wahrscheinlich umzudrehen, um es zu holen, andere nehmen die
Situation in Kauf. Bei Verlust dominieren die Aussagen zu Emotionen und zu
Reaktionen im Zusammenhang mit der Sicherung des Gerätes und des Neukaufes.
Abhängigkeiten bestehen nach den Aussagen der Teilnehmer am ehesten bei der
Erreichbarkeit. Man möchte erreichbar sein und mit anderen Personen in Kontakt treten
können, allerdings wenden einige diesbezüglich ein, dass auch ein normales Handy
reichen würde, um diese Funktionen zu erfüllen. Einige wollen jedoch auch up-to-date
beziehungsweise connected sein und würden deshalb ungern darauf verzichten. Eine
Teilnehmerin gibt an, dass sie von ihrem Smartphone auch abhängig ist, weil es ihre Uhr
darstellt. Manche bemerken, dass man ohne die Orientierungsfunktionen verloren
beziehungsweise auf sich allein gestellt ist.
Schließlich unterscheidet sich auch der Stellenwert des Smartphones für den Kontakt mit
der Familie und mit dem/der Partner/in. Teilweise wird das Gerät dabei als sehr wichtig
74
erachtet, in anderen Fällen wird kein Zusammenhang zwischen dem Smartphone und
dem Kontakt zur Familie gesehen, auch wieder mit dem Argument, dass dieser Kontakt
auch mit einem normalen Handy aufrecht erhalten werden könnte. Jene Personen die die
Rolle des Smartphones als wichtig erachteten, gaben auch an bei Anrufen von
Familienangehörigen jederzeit abzunehmen, während die anderen diese Anrufe teilweise
sogar ignorierten. Eine Teilnehmerin bezog auch die Distanz in die Beurteilung mit ein:
„es ist mehr in Kontakt bleiben mit den Leuten die weiter weg sind und mit Leuten
Sachen ausmachen, die halt näher sind.“ (Fall 9: Z2454).
6.4 Sicherheitsaspekte bei Smartphones
Die letzten Ergebnisse aus den qualitativen Interviews die im Folgenden dargestellt
werden, betreffen das Thema Sicherheit und den Umgang mit potentiellen Gefahren. Für
die meisten Teilnehmerinnen waren die potentiellen Gefahren die von Apps oder dem
eigenen Verhalten ausgehen für ihr Nutzungsverhalten nicht relevant. Lediglich eine
Hand voll machte sich entsprechende Gedanken dazu und setzte auch Maßnahmen. Der
überwiegende Teil begnügte sich damit, dass sie bis zum jetzigen Zeitpunkt keine
schlechten Erfahrungen gemacht hatten. Als Toleranzgrenze wurde beispielsweise der
Erhalt von Spamnachrichten angegeben, sprich, wenn sich erkennbare Folgen einstellen.
Ein weiterer Grund für das Desinteresse an der Vermeidung von Gefahren, liegt in der
Bequemlichkeit. „(...) am Anfang war ich eher skeptisch eher so: „Nein dann laden wir
es lieber nicht herunter, dann schauen wir halt wie wir das anders lösen.“ Aber
mittlerweile ist es schon so ein bisschen ein Wurstigkeitsgefühl da (.L.).“ (Fall 4: Z949).
In einigen Fällen wurde berichtet, dass bei Apps mit Bezahlfunktion und OnlineBanking, die Vorsicht zunimmt beziehungsweise diese Apps nicht benutzt werden.
Zumindest eine Sicherheitsfunktion kommt bei allen Teilnehmerinnen zum Einsatz, der
PIN-Code, aber schon bei der Bildschirmsperre gaben etwa die Hälfte an, diese aus
Gründen der Bequemlichkeit nicht zu verwenden. „Aber ich habe zum Beispiel keine
Bildschirmsperre oder so ein Blödsinn, das ist mir zu lästig.“ (Fall 2: Z438). Jene
Teilnehmerinnen die sich verstärkt damit auseinander gesetzt haben, gaben an
Modifizierungen
vorgenommen
zu
haben,
wie
die
Installation
eines
nicht
Herstellerinnen-spezifischen Betriebssystems (CustomROM) oder das Rooten des
Gerätes, um in weiterer Folge Apps gezielt einzuschränken. Ein paar der
75
Interviewpartnerinnen erwähnten auch die Verwendung von Schutzhüllen, um das Gerät
gegen physische Einwirkungen abzusichern.
Ähnlich sieht es auch bei den Zugriffsrechten der Apps aus, der überwiegende Teil der
Interviewpartnerinnen gibt an, diese nicht zu beachten und anstatt dessen die Apps aus
den offiziellen App-Stores der Herstellerin zu beziehen, da diese schließlich sicher sein
sollten. „Nein, weil ich da ziemlich Apple vertraue, weil Apple ja durch die AppStorePolitik eben darauf sieht, dass nur Software von Drittanbietern hinein kommt, die geprüft
worden ist.“ (Fall 10: Z2745).
6.5 Ergebnisse der Beobachtung
In fünf von den zwölf Fällen ließen die Interviewpartnerinnen das Smartphone in einem
anderen Raum oder es wurde zumindest nicht verwendet oder befand sich im sichtbaren
Umfeld. Im vierten Fall wurde das Handy zur Hand genommen, um nach weiteren Apps
zu suchen die verwendet wurden, aber gerade nicht gedanklich präsent waren. In zwei
weiteren Interviews wurde es aus dem gleichen Grund zur Hand genommen. Ebenfalls in
zwei Interviews wurde das Smartphone demonstrativ verwendet, um bestimmte
Handlungsweisen nachzuahmen. In einem davon wurde das Smartphone mehrmals ohne
ersichtlichen Grund kurz in die Hand genommen und wieder abgelegt und es erfolgte ein
kurzer Blick auf das Gerät. In diesem Interview kamen auch zwei Anrufe an, die beide
schon während dem Klingeln abgebrochen wurden. In einem weitern Fall legte die
Teilnehmerin das Smartphone neben sich ab, nahm jedoch keine weitere Notiz mehr
davon. Ebenfalls abgelegt wurde das Smartphone im elften Interview, jedoch auf dem
Tisch und direkt im Sichtfeld. Während dem Interview wurde das Gerät immer wieder
mit den Augen fixiert, ansonsten kam es aber zu keiner Interaktion. Eine Nachricht langte
während des neunten Interviews ein. Das Signal wurde zur Kenntnis genommen und mit
einem kurzen „Haha, oh (.L.)“ kommentiert. Im Fall acht, erfolgte ebenfalls eine Suche
nach Apps mit dem Unterschied, dass es nach dieser Handlung nicht mehr weggelegt
wurde, sondern bis zum Ende des Interviews als Spielzeug des Interviewten diente. Das
Smartphone wurde zwischen zwei Fingern gedreht und zwischendurch wurde immer
wieder die Schutzhülle gelöst und wieder in Position gebracht. Weiter Beobachtungen
konnten während den Interviews nicht gemacht werden.
76
7 Diskussion
Im folgenden Kapitel werden als erstes die Ergebnisse vor dem Hintergrund der
forschungsleitenden Fragestellungen besprochen, bevor auf die Limitationen der
Erhebung eingegangen wird. Der letzte Punkt dieser Arbeit wird einen kurzen Ausblick
beinhalten.
7.1 Besprechung der Forschungsfragen und Ergebnisse
F1: Wie wird das Smartphone von Studierenden allgemein genutzt?
Die erste forschungsleitende Fragestellung zielte darauf ab ein Verständnis für die
allgemeine Nutzung des Smartphones bei Studierenden zu entwickeln. Es zeigte sich,
dass trotz unterschiedlicher Präferenzen bezüglich des Kommunikationskanals, die
kommunikations-ermöglichenden Funktionen der Geräte deutlich im Vordergrund
standen. Interessanterweise lagen weitere Schwerpunkte vor allem bei jenen Funktionen
die auch schon bei den Feature-Phones vorhanden waren, also insbesondere die Nutzung
des Gerätes als Musik-Player und als Kamera. Die einzige Ausnahme bildeten
diesbezüglich wieder jene Funktionen die im Kommunikationsbereichen lagen, wie
Facebook, diverse Messenger und Skype, die ebenfalls zu den favorisierten Funktionen
gezählt wurden. Einerseits würde sich dies durch die UTAUT, die Unified Theory of
Acceptance and Use of Technology, beschreiben lassen, denn die facilitating conditions,
ein Konstrukt das direkt auf die Intention der Nutzung wirkt (vgl. Venkatesh et al. 2003:
453), insbesondere beim surfen im Netz noch immer nicht gegeben sind, da viele
Websites noch nicht an mobile Endgeräte angepasst sind. Des Weiteren waren
vermutlich die Geschwindigkeit und die Kosten des mobilen Internets gerade in den
ersten Jahren ein bremsender Faktor. Ebenfalls zu den facilitating conditions zu zählen
sind die Probleme mit den Geräten selbst. Schwache Akkus und die Leistungsfähigkeit
von Smartphones scheinen ebenfalls ihren Anteil an einer möglichen Nicht-Nutzung
neuer Funktionen zu haben, insbesondere auch deshalb weil gerade die Nutzung des
Internets oder der Ortung (GPS) die meiste Energie verschlingt. Von einem sozialen
Druck zur Benutzung der neuen Funktionen von Smartphones kann ebenso nicht
gesprochen werden (vgl. Venkatesh et al. 2003: 451), wiederum mit der Ausnahme der
Kommunikationsfunktionen, und diese werden ja tatsächlich schon intensiv genutzt.
77
Eine andere Interpretation dieser, wie es sich darstellt schrittweisen Adoption von
Features, könnte auch mit dem Alter der interviewten Personen zusammenhängen, die in
ihrer Jugend mit Feature-Phones aufgewachsen sind. Obwohl das Konzept der Digital
Natives
als
äußerst
fraglich
einzustufen
ist,
enthält
es
einen interessanten
Grundgedanken, nämlich, dass vor allem das Erwachsen-werden mit einer Technologie,
zu
einer
Selbstverständlichkeit
im
Umgang
mit
ihr
führt.
Auch
aus
der
konstruktivistischen Perspektive betrachtet, würde dies durchaus Sinn machen.
Zumindest nach der neusten JIM Studie (Jugend, Information, (Mulit-) Media), befinden
sich die Nutzung von Suchportalen und sozialen Netzwerken über das Smartphone, bei
den 12-19 Jährigen, bereits auf dem gleichen Niveau (vgl. JIM 2012: 56).
Weitere Gründe für die Nutzung die von den Interviewten angeführt wurden, sind
Langeweile, der Zeitvertreib und der Zwang das Smartphone auf Statusänderungen zu
überprüfen. Die ersten beiden wurden bereits von Hjorth und Richardson im
Zusammenhang mit Casual Games erwähnt. Die Vermutung liegt daher nahe, dass diese
Gründe für die Nutzung universal für alle Bereiche die Selben sind und sich die konkret
genutzt Anwendung aus den Interessen der jeweiligen Person ergibt. Womit die Nutzung
des Mediums auch aus Sicht des dynamisch-transaktionalen Ansatzes beschrieben
werden kann.
F1.a zielte darauf ab, die Verwendung während dem Tagesablauf zu erfahren. Neben den
Schwerpunkten die die Nutzung, also das Wie, primär lenkten, war es vor allem der
Kontext unterwegs der die Basis vieler Beschreibungen von Nutzungshandlungen
darstellte. Das verwundert nicht sonderlich, da das Medium Smartphone in diesem
Bereich sein volles Potential ausspielen kann und aus der Sicht des dynamischtransaktionalen Ansatzes seine Wirkung auf das Verhalten der Individuen entfalten kann,
sprich das Vorhandensein des Mediums auch dessen Nutzung beeinflusst. Sowohl auf der
Universität als auch in der Arbeit, wurde das Gerät von den Teilnehmerinnen
hauptsächlich zur Kommunikation oder zur Informationssuche eingesetzt, wobei es auch
einen Ablenkungsfaktor darstellte. Im Zusammenhang mit der Universität liegt der
Grund möglicherweise in den noch zu spärlich vorhandenen spezifischen Apps, denn
eine Teilnehmerin, die aus dem Auslandsaufenthalt bereits universitäre Apps kannte,
bemängelte das Angebot der Wirtschaftsuniversität Wien in diesem Bereich (vgl. Fall 8:
Z2254). Unterschiede zwischen den Kontexten wurden kaum berichtet, einige gaben
78
jedoch an am Abend mit Freunden in Kontakt zu treten. Diese Information passt auch zu
den Aussagen zum Tagesablauf, denn während vor allem morgens und abends verstärkt
kommuniziert wurde, wurde für den restlichen Tag hauptsächlich die Kontrolle auf
Anrufe und Nachrichten hervorgehoben. „Am meisten verwende ich es für das Email
checken und für soziale Netzwerke einchecken. Das ist mit Abstand am meisten, kommt
das vor. Und das halt über den Tag verteilt, wie gesagt zehn Mal mindestens.“ (Fall 10:
Z2671f). Dieses Verhalten wurde von einem Forscherteam bereits als checking habit
betitelt und scheint auch unter österreichischen Studierenden vorhanden zu sein (vgl.
Oulasvirta et al. 2012: 112).
Neben der allgemeinen Nutzung wurden auch einige interessante Alltagsbeobachtungen
beschrieben, wie beispielsweise die gebückte Haltung bei der Nutzung, die in der
Medizin bereits zum Begriff Handy-Nacken geführt hat und auch erforscht wird (vgl. Lee
et al. 2013: 1), oder das Telefonieren über die Kopfhörer, das bei anderen Personen den
Eindruck eines Selbstgespräches erweckt. Diese direkten Beobachtungen, auch die
Einschätzung, dass das Smartphone den Zugang zur Welt der Technik erleichtern könnte,
zeigen den Einfluss dieser noch relativ neuen Technologie auf das alltägliche Leben.
Ein anderer Einfluss, der vielen noch nicht bewusst zu sein scheint, ist der erleichterte
Zugang zu privaten Daten, der durch die Verwendung verschiedenster Apps gewährt
wird und die Inhalt der Forschungsfrage F1.b war. Auch bei den interviewten
Studierenden war das Bewusstsein diesbezüglich relativ gering, in dem meisten Fällen
war die Reaktion auf das Thema Sicherheit der folgenden ähnlich: „Das ist mir
vollkommen egal (.L.).“ (Fall 3: Z599). Auch die Berechtigungen von Apps werden nur
in wenigen Fällen tatsächlich beachtet. Zieht man wiederum die UTAUT heran, die
übrigens, bis auf die intervenierende Variable der Erfahrung, kein Konstrukt enthält, das
eventuelle Sicherheitsbedenken mit einbezieht, könnten vor allem zwei Konstrukte eine
Rolle spielen, der erwartete Nutzen und die einfache Handhabung. Es ist daher zu
vermuten, dass bei der Entscheidung eine App zu installieren, vor allem der Nutzen im
Vordergrund steht. Der einfache Zugang ist ebenfalls gewährleistet, da die meisten Apps
mit nur zwei Klicks installiert werden können. Interessant in diesem Zusammenhang ist
auch, dass mehrere Teilnehmerinnen davon sprachen, dass sie bisher keine negativen
Auswirkungen zu spüren bekamen, sprich keine negativen Erfahrungen vorhanden sind,
die eine Auseinandersetzung mit dem Thema Sicherheit fördern könnten. Die wenigen,
79
die sich damit auseinandergesetzt haben, haben auch dementsprechend Zeit investiert und
Modifikationen an der Gerätesoftware vorgenommen.
F2: Welche Bedeutung hat das Smartphone für Studierende?
Im Fokus der zweiten Forschungsfrage lag die Bedeutung die das Smartphone für die
Studierenden hat, in welcher Beziehung sie zu dem Gerät stehen (F2.a) und wie mit
einem Entzug umgegangen wird (F2.b). Die Bedeutung des Gerätes lag dabei primär in
der Erreichbarkeit, obwohl auch das Up-to-date-Sein und das Connected-Sein zur
Sprache kam. Auf diese Bedeutung bezogen sich auch die Beschreibungen der
Beziehung egal ob sie positiv oder negativ waren, denn die Erreichbarkeit wurde
ambivalent betrachtet. Auf der einen Seite wurde das Smartphone als guter oder
ständiger Begleiter (vgl. Fall 5: Z1268; Fall 11: Z3004) bezeichnet, auf der anderen
Seite, war es aber gerade dieser Umstand der auch für die Beschreibung der negativen
Einstellungen gegenüber dem Gerät herangezogen wurde.
„Und (…), ich meine die Facebook-App die habe ich am Anfang auch schon, die
habe ich am Anfang gehabt, nur dann ging mir das einfach tierisch auf die
Nerven, dass dann auch jeder glaubt, dass man da direkt vor dem Computer sitzt
und dass man sich da doch so ein bisschen fast mit in die Pflicht genommen fühlt
da sofort und gleich darauf zu antworten.“ (Fall 7: Z1721)
Trotz der teilweise negativen Einstellungen, überwogen die positiven Bemerkungen, ein
Bild das sich auch bei Fortunati und Sakari gezeigt hat (vgl. Fortunati/Sakari 2012: 539).
Der Verlust oder das Vergessen des Smartphones wurde von allen Teilnehmerinnen als
unangenehm beschrieben. Man machte sich Sorgen darüber, dass andere einen nicht
erreichen könnten und manche fühlten sich auch verloren. Aus der Sicht der Axiome von
Watzlawick gesehen, für den auch keine Antwort eine Antwort darstellt, wird in einer
solchen Situation etwas kommuniziert, das man nicht will, nämlich beispielsweise, dass
etwas passiert ist oder man sich absichtlich nicht meldet. Von den Teilnehmerinnen
wurde vermutlich deshalb gerade in diesem Bereich die größte Abhängigkeit gesehen
und des Weiteren aber auch in der Orientierung. Obwohl angegeben wurde, dass man
sich auch ohne GPS Ortung zurechtfinden würde, möchte man ungern darauf verzichten,
auch hier kann wieder auf die Konstrukte performance und effort von Venkatesh et al.
80
verwiesen werden, oder wie Ting et al. diese Kombination nennen, convenience (vgl.
Ting et al. 2011: 195).
F3: Wie wird das Smartphone während der face-to-face Kommunikation genutzt?
Die letzte Forschungsfrage, zielte schließlich darauf ab, einen Einblick in die
Verwendung des Smartphones während der face-to-face Kommunikation zu erhalten.
Von Interesse waren die Gründe die zum Einsatz führten (F3.a) und welche negativen
und positiven Beurteilungen und Auswirkungen auf das Gespräch (F3.b; F3.c) damit
verbunden waren. Einerseits war es wieder die Motivation bestimmte Anwendungen zum
Einsatz zu bringen andererseits wurde auf Signale der Geräte reagiert. Bis auf die
Orientierung, wurden dabei ein weiteres Mal verschiedenste Anwendungen aus den
Bereichen Kommunikation, Information, Unterhaltung und Organisation genannt. Diese
gezielte Nutzung lässt sich mit der Nutzenkomponente des dynamisch-transaktionalen
Ansatzes
erklären.
Eine
Person
die
beispielsweise
das
Bedürfnis
hat
ihre
Urlaubserzählungen mit Bildern zu untermauern, um entsprechende Reaktionen ihrer
Freunde zu erhalten, hat die Möglichkeit das Smartphone für diesen Zweck einzusetzen.
In umgekehrter Weise kann auch argumentiert werden, dass eine Plattform wie
Wikipedia das Verhalten von Personen in der Hinsicht beeinflusst, dass Informationen
schneller gesucht oder bestätigt werden. Die Informationssuche und –integration ist eine
weitere Anwendung des Smartphones, die während der Unterhaltung genutzt wird und
von nahezu allen Teilnehmerinnen erwähnt wurde. „Oder dass halt, wenn man
irgendetwas, also aus einem Gespräch sich irgendetwas ergibt, wo man einmal
nachsehen möchte“ (Fall 9: Z2468). Wird das Smartphone während der Unterhaltung
nicht gezielt eingesetzt, ist nach Aussagen der Interviewten meist eine bestimmte
Situation dafür verantwortlich, nämlich dass entweder aus Langeweile zum Smartphone
gegriffen wird oder weil das Gegenüber das Gerät einsetzt. Bezüglich der Langweile ist
wiederum auf Hjorth und Richardson zu verweisen (vgl. Hjorth/Richardson 2009: 31).
Auch der checking habit von Personen wurde in diesem Zusammenhang wieder erwähnt.
Die Beurteilung des Einsatzes war nicht nur von Person zu Person unterschiedlich,
sondern wurde insbesondere von der Situation determiniert. Unterbrechungen wurden
hauptsächlich in Zweiergesprächen als störend empfunden. Aus der Perspektive der
Axiome ist dies ein klassischer Fall in dem die Zuwendung zum Smartphone eine
Aussage transportiert. Stellt sich für die wartende Person heraus, dass es sich zudem um
81
ein unwichtiges Gespräch handelt, ist davon auszugehen, dass der als negativ
wahrgenommene kommunikative Aspekt der Handlung noch verstärkt wird, da noch
mehr ungewollt Signale ausgesendet werden. Die negative Beurteilung durch die
Teilnehmerinnen beruhte einerseits auf der Unterbrechung des Gespräches und
andererseits auf dem Gefühl, dass das face-to-face Gespräch und respektive man selbst
an Wichtigkeit verliert, also der Beziehungsaspekt der Axiome zum tragen kommt.
Allgemein gesehen, traf diese Beurteilung aber eher auf das Führen von Telefonaten
während einem Zweiergespräch zu. Unterbrechungen durch SMS oder andere
Benachrichtigungen wurden weniger problematisch gesehen. Das Selbe traf auf
Situationen zu in denen man in einer Gruppe diskutierte. „In der Gruppe ist es meistens
egal“ (Fall 6: Z1569). Der Grund dafür liegt vermutlich in der Möglichkeit sich einfach
mit anderen Personen der Runde unterhalten zu können beziehungsweise die Person
möglicherweise gar keinen tragenden Bestandteil der Diskussion darstellt.
Bei der als positiv gesehenen Einbindung des Smartphones als Informationsgerät ist vor
allem interessant, dass mehrere Personen davon ausgehen, dass dies eine entschärfende
Auswirkung auf hitzige Diskussionen oder Streitgespräche haben kann.
„[…] aber, vielleicht streitet man weniger über Tatsachen, weil wenn man es nicht
nachsehen kann, gibt es zwei Meinungen und wenn man es dann doch nachsehen
kann, dann gibt es ein Richtig und ein Falsch, der eine hat Recht und der andere
halt nicht“ (Fall 6: Z1590).
Dieser Einwand ist durchaus plausibel, da in einem Streit über eine Aussage oder eine
bestimmte Information, die Einbeziehung einer dritten Informationsquelle, vermutlich
streitschlichtend wirken kann und aus Sicht der Axiome zu einer Unterbrechung der
Interpunktion der Ereignisfolge führen kann. Es ist relativ leicht vorstellbar, dass das
Smartphone in diesem Fall die Rolle einer vermittelnden Person einnehmen kann.
Handelt es sich nicht um einen Streit, hat nach Aussage einer Teilnehmerin, das
Smartphone unter Umständen auch eine Diskussions-hemmende Wirkung, da anstatt zu
diskutieren, einfach die Information abgerufen wird. Dieser Ansicht ist natürlich
entgegen zu halten, dass dafür mehr Zeit für die Kommunikation über andere Themen
zur Verfügung steht. Neben der Einbindung als Informationsgerät, kommt das
Smartphone auch zum Einsatz um Fotos zu zeigen. Diese Handlung wird in den meisten
Fällen ebenfalls positiv beurteilt und als bereichernd beschrieben. Dies verwundert nicht,
82
da damit der verbalen Komponente der Kommunikation eine zusätzliche visuelle
Komponente hinzugefügt wird. In beiden Fällen, also sowohl dem Einsatz zur Suche
nach Informationen, als auch dem Zeigen von Fotos, bleibt fraglich ob das Medium den
Einsatz auslöst oder eine Nutzenüberlegung der Smartphone-Besitzerin. Viel
wahrscheinlicher scheint auch hier eine Kombination aus beiden Teilen zu sein, wie es
der dynamisch-transaktionale Ansatz postuliert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nutzung der Smartphones auf vielfältige
Weise geschieht, aber vor allem bei der Nutzung der Kommunikationskanäle
Gemeinsamkeiten aufweist. Und auch bei der Nutzung während der face-to-face
Unterhaltung sowohl bereichernd als auch störend sein kann. Das Schlüsselwort in
diesem Zusammenhang bleibt die Medienkompetenz, die es den Menschen erlaubt das
Smartphone
reflektiert
einzusetzen,
anstatt
ungesunde
Abhängigkeiten
oder
Suchtpotentiale zu entwickeln.
7.2 Limitationen
Durch den qualitativen Zugang dieser Arbeit bleiben die Aussagen die bei der
Beantwortung
der
Forschungsfrage
getätigt
wurden
Interpretationen
von
Einzelfallaussagen und können folglich nicht auf die gesamte Population der
Untersuchung verallgemeinert werden. Des Weiteren bleibt auch fraglich wie weit die
Selbstbeobachtungsfähigkeit der Teilnehmerinnen ausgeprägt ist, welche wiederum die
Aussagekraft der dargestellten Ergebnisse determiniert. Teilweise kam es auch zu
widersprüchlichen Aussagen, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Thema
Sicherheit. Eine Teilnehmerin gab an ihr Smartphone nicht zu schützen, hatte es aber
modifiziert, um die Rechte der Apps einzuschränken (vgl. Fall 2: Z432ff).
Durch die unendlichen Möglichkeiten die der Untersuchungsgegenstand eröffnet, nimmt
die Komplexität von Untersuchungen sehr schnell zu, wenn nicht ein entsprechender
Fokus gelegt wird. In den Anfängen der mobilen Kommunikation hatte man es noch mit
einem, später mit zwei Anwendungsbereichen zu tun, dem Telefonieren und dem
Simsen. Durch die rasante Entwicklung der Geräte ist der Funktionsumfang inzwischen
mit dem von Laptop-PCs vergleichbar und übertrifft diesen sogar in manchen Bereichen.
Die Untersuchung der Smartphone-Nutzung während der face-to-face Kommunikation
stellt daher nur einen beschränkten Ausschnitt des gesamten Phänomens dar.
83
7.3 Ausblick
Die Entwicklung der tragbaren Taschencomputer ist nach wie vor im Gange und
anfängliche Probleme wie die Geschwindigkeit der Geräte gehören schon jetzt der
Vergangenheit an. Auch die Geschwindigkeit des mobilen Internets nimmt rasant zu und
wird in naher Zukunft vermutlich kaum noch Wünsche offen lassen. Es ist daher damit
zu rechnen, dass die Adoption der unterschiedlichen Funktionen der Geräte weiter
voranschreiten wird. Die JIM Studie aus dem Jahr 2012 zeigt, dass bei Jugendlichen die
Nutzung von Suchmaschinen inzwischen schon auf dem gleichen Niveau liegt, wie die
Verwendung der Geräte für den Besuch von sozialen Netzwerken. Durch die
kontinuierliche Weiterentwicklung von mobilen Lösungen für Webseiten, werden auch
in diesem Bereich die Hürden zunehmend geringer. Steigt die Usability des riesigen
Angebotes des WorldWideWeb, ist davon auszugehen, dass auch die Nutzung intensiver
werden wird.
Fraglich bleibt wie sich dies auf den face-to-face Kontakt zwischen Individuen auswirken
wird. Schon jetzt wirkt es teilweise so, als ob der vermittelten Kommunikation ein
höherer Stellenwert auch während einer Unterhaltung beigemessen wird. Insbesondere
scheint dies auf Anrufe zuzutreffen, aber auch bei SMS wurde berichtet, dass diese in
den meisten Fällen sofort gelesen werden. Wie selbstverständlich wird in Bereichen wie
der Kommunikation oder auch der Unterhaltung davon ausgegangen, dass kein
Aufklärungsbedarf über die Nutzung neuer Technologien besteht. Doch nach wie vor
führen diese zu Veränderungen der Gesellschaft, wobei nicht von vornherein gesagt
werden kann ob die Entwicklungen nun positiv oder negativ einzustufen sind. Umso
wichtiger ist es deshalb entsprechende Kompetenzen bei allen Individuen zu fördern, um
einen reflektierten Einsatz zu ermöglichen. Der Sprung von den Feature-Phones zu den
Smartphones mag technologisch gesehen nicht sonderlich groß gewesen sein, die
Entwicklungen seit etwa 2008 haben aber gezeigt, dass die Geräte auf völlig neue Weise
verwendet werden. Dies ist nicht nur an der Veränderung der Körperhaltung der
Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkennen, sondern auch im sozialen
Miteinander, wenn die Geräte während der Unterhaltung zum Einsatz kommen. Im
besten Fall bereichern sie diese, im schlechtesten Fall wird der vermittelte Kontakt dem
direkten vorgezogen.
84
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95
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A.
Interviewleitfaden
97
98
99
100
B.
Transkripte
Transkript des Interviews Nr. 01 vom 12.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: A
Universität: Wirtschaftsuniversität Wien
Alter: 26 Jahre
Geschlecht: weiblich
Nutzungsdauer: 1 Jahr 2 Monate
Dauer: 34min
1
2
I: Erzähl mir für den Anfang einmal ausführlich wenn und wofür du dein Smartphone verwendest oder
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
1B: Allgemein wann ich es brauche Ja also ich brauche (…) es das Smartphone oder das Telefon und das
brauchst.
Smartphone logischerweise auch zum telefonieren also ich telefoniere sehr viel. Ja eigentlich recht viel
(…), zum Beispiel wenn ich vom Arbeiten nach Hause fahre mit der U-Bahn eine halbe Stunde und es ist
mir langweilig, dann rufe ich jemanden an oder ich mache irgend etwas im Internet also das Smartphone
brauch ich auch für das Internet. Meistens wenn ich zum Beispiel vom arbeiten eine halbe Stunde brauche
um nach Hause zu fahren oder wenn ich irgendwelche Wege zurücklege wo ich sonst nichts tun kann, dann
schaue ich zum Beispiele Dinge nach, das Wetter, wenn ich am Wochenende irgendwo hin will, das mache
ich mit dem Smartphone zum Beispiel in der U-Bahn oder (…) was mache ich noch ja auf Facebook bin
ich eigentlich nicht viel dort gehe ich nicht oft rein (…) ja sonst das Smartphone halt die normalen
üblichen Funktionen wie Telefonieren oder SMS schreiben, auch WhatsApp natürlich weil ich Freunde im
Ausland habe und das ist bei mir die Gratis SMS Funktion. Ich Skype mittlerweile auch über das Telefon
ich habe mir eine App heruntergeladen zum skypen über das Smartphone. Das ist halt gut weil ich dadurch
erreichbar bin du weist eh weil der [Name] im Ausland lebt skype ich so mit ihm. was ich aber nicht das
tue ich wegen dieser bestimmten Situation weil mein Freund im Ausland ist, das habe ich aber davor nicht
getan (…) für was verwende ich es noch (…) eigentlich sind das so die üblichen Funktionen ich habe wohl
noch eine paar eigene (…) Ach ja Apps da verwend ich einige, habe ich dir das schon erzählt? Im Urlaub
habe ich solche Sprachapps verwendet so in der Kommunikation mit Ausländern habe ich so Sprach-Apps
teilweise schon verwendet, ansonsten bin ich jetzt nicht mehr der regelmäßige App-Herunterlader und
immer am nachsehen was es neues gibt, sondern nur wenn ich irgendetwas Bestimmtes brauche. Am
Anfang habe ich auch noch, ja gut jetzt tue ich das auch nicht mehr, Radio gehört habe ich am Anfang aber
das mache ich auch nicht mehr mit dem Smartphone Eigentlich Musikhören tue ich gar nicht mehr mit dem
Telefon (...) ja Für was verwende ich es noch? (…) Selten einmal ein Spiel. Ein Flaggenquiz habe ich
heruntergeladen das spiele ich selten (.L.), ja, das ist es so ungefähr (…).
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I:Gut, dann kannst du vielleicht einmal den Tagesablauf durchgehen, wann verwendest du das Handy zum
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1B: Ok, also das Handy verwende ich von dem Moment an dem ich aufstehe jetzt im Moment auch
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I: Nein eher so der Tagesablauf also wenn du verstärkt SMS schreibst, das hast du teilweise auch schon
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1B: Und dann geht es eben weiter am Abend, mache ich meisten sagen wir einmal zwischen ja frühesten
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I: Und am Schluss bevor du ins Bett gehst stellst du wahrscheinlich den Wecker noch oder hast du einen
ersten Mal und wann zum letzten Mal und vielleicht auch, wann schreibst du vermehrt SMS und wann eher
weniger
natürlich (…) weil ich gleich (…) das ist die Möglichkeit zu der ich mit dem [Name] in Kontakt treten
kann gleich am Morgen. Darum ist es auch so ziemlich das erste was ich tue, irgendwie eine WhatsApp
Nachricht schreiben um mit [Name] in Kontakt zu treten weil von der Tageszeit her geht. Aber auch sonst,
wenn der [Name] nicht im Ausland ist, ach so ja am Morgen als Wecker. Also ich verwende es als Wecker,
das ist quasi schon die erste Funktion, oder halt, ja, und dann ja mache ich Frühstück und gehe arbeiten. Ich
verwende es dann auch dauernd um auf die Uhr zu schauen, also ich habe keine andere Uhr, also ich
verwende mein Telefon um auf die Uhr zu sehen. Manchmal muss ich am morgen irgendeinen einen
wichtigen Anruf machen bei irgendeiner wichtigen Botenstelle oder so, weißt eh, so Dinge wie bei der
Bank anrufen, was man noch vor der Arbeit tut. Oder dann gehe ich aus dem Haus und in der U-Bahn
schreibe ich auch schon irgendjemandem eine SMS wo ich noch antworten muss oder so oder einer
Kollegin, also SMS schreibe ich schon am morgen bevor ich zur Arbeit gehe. Dann während dem Arbeiten
verwende ich das Handy nur als Uhr lustiger weise eigentlich auch, wobei ich sehe auch auf den Computer
auch, aber ich sehe auch aufs Handy als Uhr. Und (…) ja also wie gesagt am stärksten schreibe ich SMS
eigentlich am Morgen nachdem ich aufgestanden bin und wenn ich zur Arbeit gehe, da schreibe verstärkt
Nachrichten oder telefoniere. Dann während dem Arbeiten nicht, eben als Uhr. In der Mittagspause habe
ich es dabei um irgendwelche Anrufe zu machen wenn nötig, SMS schreiben, ja ich verwende es unter dem
Tag zum SMS schreiben, zum Beispiel um auszumachen: „Hey was tun wir am Abend gehen wir klettern
oder nicht“, dort verwende ich das Telefon, wenn es nicht Facebook oder sonst etwas ist. Oder zum
ausmachen: „Hey wann essen wir heute zu Abend“ mit den Geschwistern oder was weiß ich. Also habe ich
das Handy auch immer dabei, da bin ich eigentlich schon äh ja und eigentlich immer irgendwie wäre ich
auf dem Telefon immer erreichbar. Deine Frage war wie ich SMS schreibe oder? Verstärkt so im (…) ja
genau
gesagt, dass du am morgen verstärkt
vier halb fünf wenn der Tag kürzer ist bis sechs halb sieben mache ich Schluss mit arbeiten. Dann
verwende ich es wieder in der U-Bahn zurück um Nachrichten zu schreiben, ja das mache ich eigentlich
schon und vor dem Essen am Abend je nachdem wie die Abendplanung ist, esse ich oder gehe klettern, bin
ich auch nicht am Handy, aber dann schon noch einmal in der Nacht vor dem ins Bett gehen, oder halt
wenn ich mich für das Bett fertig mache, schreibe ich dann noch ein paar Freunden. Ja genau Also
meistens am morgen oder am Abend vor dem ins Bett gehen (…) schreibe ich ziemlich viele Nachrichten
(…) ja.
Wecker der immer zur gleichen Zeit läutet?
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1B: Nein, nein, nein ich stelle bevor ich ins Bett gehe auf jeden Fall den Wecker auch noch. Ich stelle
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I: Ok
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1B: Aber ich den Handywecker stelle ich eigentlich immer genau und ich, ich bin, ich verwende das
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I: Des heißt einen normalen Wecker hast du gar nicht mehr?
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1B: Einen manuellen?
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I: Irgend so einen von früher, einen manuellen Wecker?
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1B: Nein einen Radiowecker. Genau den Radiowecker verwende ich weil ich gerne Musik höre am
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I: Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, ist dein Verwendungsschwerpunkt beim Smartphone also
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1B: Kommunizieren ja auf jeden Fall
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I: Oder würdest du sagen er liegt auch noch irgendwo anders? Also du machst mit dem Handy auch sonst
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1B: Ach so, ja also, wie gesagt nein, auf jeden Fall der absolute Schwerpunkt
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I: Du hast gesagt du siehst auf die Uhr
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Genau, der absolute Schwerpunkt ist Kommunikation, absolut Erreichbarkeit und mit Leuten zu
meistens zwei, aber Handy stelle ich eigentlich immer und meistens auch den Radiowecker.
Telefon auch untertags auch manchmal wenn ich weiß, dass ich am Mittag oder irgendwann, wenn ich
irgendetwas wichtiges zu erledigen habe, weißt du, dann stelle ich mir einen Alarm. (…) Dann weiß ich
dass ich einen Anruf nicht vergesse oder ich muss etwas kaufen eine Geburtstagskarte oder was weiß ich,
dann stelle ich mir einen Alarm.
Morgen zum Aufstehen.
hauptsächlich um mit anderen Menschen zu reden?
noch etwas extrem viel, extrem oft?
kommunizieren. Die Uhr ist ein Teil, Quando, also Verkehrsmittel nachsehen wenn, ja genau also Scotty
und Quando, also ÖBB und Bus und so das sehe ich mir auch immer auf dem Handy an wenn ich weiß ich
gehe zu jemanden morgen Abend dann sehe ich mir an, wie komme ich dort hin und das tue ich auch
immer mit dem Smartphone. Oder ich verwende auch, was mir jetzt schon auch einfällt, also jetzt gerade in
Wien, weil ich in einer neuen Stadt wohne verwende ich GoogleMaps oder halt das Navi ja halt das
Navigationssystem nicht unbedingt, weil ein Auto habe ich keines und, aber meistens auf GoogleMaps
oder, das verwende ich sehr stark um nachzusehen wo ich hin muss oder wo etwas ist oder so. Internet nur
teilweise, eben solche Dinge die mich gerade im Moment interessieren, wie Wetter nachsehen oder so, aber
sicher verstärkt Navigation, Kommunikation und Uhr (…)
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I: Wenn du jetzt auf das Internet zugreifst, schaust du da andere Dinge auch nach oder hauptsächlich um
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1B: Jetzt wart jetzt ist mir gerade noch etwas eingefallen. Ja genau ich verwende das Smartphone auch
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I: Hast du irgendwelche Probleme mit dem Handy? Oder ist dir irgendetwas aufgefallen seit du das
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1B: Also erstens einmal ja gut Problem
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I: Also es kann auch technischer Natur sein
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1B: Ja genau, also am Telefon selbst, für mich reagiert das Telefon viel zu langsam, also ich muss
das Wetter nachzusehen?
noch, was ich dir auch noch sagen muss, wenn ich etwas wichtiges habe das ich mir merken möchte, das
ich aufschreiben möchte, wenn mir jemand einen guten Koch-Tipp gibt oder wenn mir jemand ein
Restaurant empfiehlt oder wenn mir jemand etwas über eine Kamera sagt die ich kaufen möchte (.L.) oder
so, dann benütze ich das Telefon als Notizblock. Also das schreibe ich mir, da habe ich halt so eine Ecke
Notepad, also dort schreibe ich mir die ganzen wichtigen Dinge hinein. Also das noch und was haben wir
noch gesagt, also wie ich das Internet verwende? Ja nein ich sehe mir einfach, dann gehe ich so, also nach
dem Arbeiten ist ein gutes Beispiel, du hast gewisse Dinge erlebt du hast unter dem Tag mit Leuten über
bestimmte Dinge geredet oder du hast im Radio gerade irgend etwas aufgeschnappt und dann siehst du es
dann halt nach. Zum Beispiel ist Dave Brubeck gestorben, nein nicht Dave Brubeck, doch Dave Brubeck
ist vor kurzem gestorben, dann hat es mich halt interessiert, was macht der so und dann sehe ich mir Dinge
über ihn nach. Also Wikipedia auch manchmal aber verstärkt schon Dinge die ich nachsehen muss weil sie
mich interessieren, wie das Wetter, aber manchmal auch nur aus Interesse. Das ich den Standard lese oder
dass ich Zeitung lese über das Telefon, wie manche, das tue ich nie, auch weil ich die Papierversion
bevorzuge und weil ich, weil ich die Zeitung abonniert habe. Also ich schaue mir keine Nachrichten über
das Telefon an, sehr wohl aber wenn ich keine Zeitung zur Hand habe und es interessiert mich, dann kann
es schon einmal sein, dass ich ein wenig Nachrichten oder tagespolitische Dinge nachsehe (…)
Smartphone hast, wo du sagst, da gibt es Probleme?
manchmal lang warten, bis ich zum SMS Programm komme oder halt so Dinge wo ich, ich kann nicht gut
warten, das tue ich nicht gern und es nervt wenn das Programm nicht gleich verfügbar ist oder das Internet
nicht gleich so schnell ladet, wie ich das will. Also du bist schon auch viele Male am warten und so und
wartest auf eine Information und bist irgendwie abgelenkt, weil du darauf wartest dass das jetzt
funktioniert oder so. Oder du bist zum Beispiel wenn man sagt, wenn man irgendwie in einer Gruppe ist
oder so und man möchte irgendetwas nachsehen und es funktioniert, es ladet nicht gleich, dann ist das
total, hindert das total das zwischenmenschliche oder die Kommunikation, weil gerade die Ladezeit so
lange ist. Also das sind technische Dinge. Wenn es kalt ist funktioniert das Smartphone nicht so gut, dann
reagiert es nicht. (...). Ja manchmal stürzt es ab, aber ja das ist mir jetzt selten passiert. Ich meine Skype
funktioniert schlecht, also manche Apps funktionieren manchmal, ja vor allem Skype das funktioniert nicht
so gut über das Telefon, das bricht hin und wieder ab, das ist dann auch nervig. Probleme (…) der Akku
wird langsam schwach, mittlerweile muss ich (.L.) mittlerweile muss ich fast jeden Tag glaube ich
eigentlich laden. Das ist mir gerade in letzter Zeit brutal aufgefallen, dass der viel schwächer geworden ist.
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Ich habe dann mein Ladegerät auch einmal vergessen und dann habe ich eigentlich, ich habe es in [Stadt]
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I: Und ist dir so etwas wie Abhängigkeiten auch aufgefallen? Du hast ja gesagt auf der einen Seite bist du
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1B: (…) Nein, also nur im zwischenmenschlichen, also nur in der Kommunikation im Dinge ausmachen,
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I: Aber in anderen Bereichen, nur zum nochmal nachzufragen, hast du nicht das Gefühl, dass es da
liegen gelassen, und dann kommst du dir irgendwie gleich ziemlich festgesetzt vor, weil man keine Telefon
mehr hat (.L.) und irgendwie nicht erreichbar bist und nicht das Zeug nachsehen kannst das dich
interessiert. Und dann habe ich es mit dem Kabel geladen, weißt du das über den Computer, das geht viel
länger (…), also das war dann auch nervig, dann habe ich halt andauernd keinen Akku mehr gehabt.
Problem, also das ist schon, das merke ich schon seit ich das Smartphone habe, so die Angst, dass dir der
Akku ausgeht und dass du dann keine Telefon mehr hast und nicht mehr erreichbar bist und nichts mehr
nachsehen kannst, das hast du bei einem normalen Telefon nicht gehabt das hat man nur bei einem
Smartphone. Also irgendwie du bist noch viel mehr erreichbar und du wirst es gewohnt und. Es definiert
dich nicht aber (...) aber es war mir Fall gleich ein Bedürfnis allen mitzuteilen, dass ich kein Ladekabel
habe. Ich habe es gleich ins Facebook geschrieben, weil ich nicht erreichbar war. Und Problem, ja zu
einem Problem (…) als Problem würde ich es nicht bezeichnen, aber es ist schon manchmal so dass man
schon merkt, alle sitzen am Handy und sind mehr abwesend oder sind mehr mit sich und dem Handy
beschäftigt in einer Gruppe also mich eingeschlossen anstatt dass man reden würde, irgendwie das Handy
ist viel präsenter vor allem durch das Smartphone, weil man eben Dinge nachsehen kann und weil man in
der Gruppe redet und irgendwie etwas wissen will, und etwas nachsehen will, jeder gleich sagt: „Ja können
wir es nicht einmal nachsehen“, oder „Zeig mir einmal ein Foto“ oder so. Also manchmal fällt es, es fällt
eigentlich schon nach wie vor noch negativ auf obwohl ich mich miteinbeziehe, aber ja es ist irgendwie,
das ist wie ein stummer Gast, der halt auch noch da ist.
abhängig weil du leichter erreichbar bist. Hast du in anderen Bereichen auch noch so das Gefühl du
brauchst das Handy unbedingt?
im Sich irgendwo treffen im irgendwo hinkommen eben halt kommunizieren, sich austauschen, dort bin
ich davon abhängig. Also sagen wir so, es ist so eine große Gewohnheit geworden von mir, dass wenn ich
es nicht mehr habe, ich es mir auch wieder abgewöhnen könnte, aber dass es im ersten Moment Probleme
gibt. Zum Beispiel einmal habe ich das Handy also hat die [Name] und ich ausgemacht, dass wir auf ein
Konzert gehen. Dann habe ich es nicht so genau ausgemacht und ich musste dann das Handy im Haus
lassen, weil ich einen Gast hatte und der hat mein Handy gebraucht, der hat WLAN gebraucht. Also ich bin
ohne Handy aus dem Haus gegangen, wir haben keinen fixen Zeitpunkt verabredet, wir haben uns total
verpasst, es hat uns beide total geärgert, es hat uns beide total genervt, weil wir den Anfang der Show fast
verpasst hätten. Und also das wäre nicht passiert, das ist weil wir beide in der Annahme hingegangen sind,
dass wir sowieso immer erreichbar. Also solche Dinge, das merke ich schon, ich bin in diesen Sachen, in
Sachen Dinge planen irgendwo hinkommen bin ich schon vom Handy abhängig, vom Smartphone, oder
halt vom Handy abhängig.
irgendetwas gibt?
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1B: Nein die Uhr könnte ich, nein. Die Uhr brauche ich nicht, Quando brauche ich nicht zwingend, Nein
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I: Ok dann zur nächsten Frage, das hast du auch teilweise schon beantwortet, aber ich frage trotzdem
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1B: Ich habe das eigentlich am Anfang sowieso gar nicht so beobachtet, weil am Anfang ist es selbst noch
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I: Und hast du dann das Gefühl, dass das das Gespräch fördert? Also wie beurteilst du das, dass man diese
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1B: (…) Also ich beurteile das eigentlich schon positiv. Also wenn man irgendwie über irgendetwas redet,
sonst habe ich eigentlich nicht das Gefühl, dass ich abhängig bin.
nochmal, weil du vielleicht ein wenig konkreter darauf eingehen kannst? Also welche Erfahrungen hast du
mit Smartphone gehabt während Unterhaltungen. Also wenn du mit Freunden zusammensitzt oder auch
nur mit einer Freundin oder einem Freund, wie kommt dann das Smartphone zum Einsatz?
neu und du bist selbst mit deinem Ding beschäftigt, und vor kurzem einmal oder das Thema wird immer
präsenter, es gab gerade zum Beispiel einen Zeitartikel, ein Artikel der Zeit wo es geheißen hat, eben wir
sind bloß nur noch von dem abhängig, Freunde beschäftigen sich nur noch mit dem Smartphone. Alle
Freunde beschäftigen sich an einem Tisch nur noch mit dem Smartphone und so. Also es hat so von außen
einige Dinge gegeben, die mich auf das Thema aufmerksam gemacht haben unter anderem, oder vor allem
auch vordergründig, ein Kommentar von meinem Partner, der gesagt hat: „Hey, [Name] du bist eigentlich,
tue einmal das Ding weg, du bist da nur an dem Ding und du bekommst jetzt dann Handyverbot.“ Also das
waren so Rüttler von außen, wo es mir eigentlich aufgefallen ist, dass ich verstärkt das beobachtet habe und
darüber nachgedacht habe. Und ja und wie gesagt es fällt mir schon auf, dass ich selbst es viel verwende,
dass ich es immer irgendwie griffbereit habe, dass ich immer irgendwie bereit bin etwas nachzusehen, dass
ich immer nachsehe wie spät es ist, wie viel Akku ich noch habe, ob ich SMS bekommen habe oder ob
mich jemand angerufen hat. Und das fällt mir genauso bei meinen Freunden eigentlich, die auch eines
haben, fällt mir das genauso auf. Die sind auch immer wieder einmal dabei auf die Uhr zu sehen, also am
Handy, oder sehen auf Facebook ob jemand geschrieben hat oder SMS bekommen haben oder Simsen vor
allem Messages und da sind eigentlich alle dran. Es passiert immer wieder, dass man dort sitzt und wenn es
gerade einmal still ist oder man sich nichts zu sagen hat, dann sieht man auf das Handy. Oder auch eben,
ähm was dort irgendwie, es ist nicht ganz negativ aber es fällt sofort auf und es ist doch irgendwie ein
Zeichen, also es ist präsent jedenfalls. Es ist ein Ding oder ein Gegenstand oder ein Objekt oder eine
Person oder wie auch immer, die da ist und über die man die ganze Zeit nachdenkt. Jeder mit
eingeschlossen. Dann. (…) Wenn man in der Gruppe ist, kommt sicher alle viertel Stunde irgendwie
irgendein Thema oder irgendeine Info die man nicht weiß und die irgendjemand nachsieht im Handy:
„Schau mal auf Wikipedia nach, komm das sehen wir kurz nach“. Ja das kommt eigentlich, ja jede viertel
Stunde weiß ich nicht, aber es kommt dauernd in einer Gruppe irgendwie, oder in den Gruppen in denen
ich bin, kann es gut vorkommen, dass man etwas nicht weiß und dass man etwas nachsieht.
Informationen nachsieht?
ich mag es nicht sofort, halt, wie soll ich sagen. Man redet, meistens ist es so, man redet ein bisschen über
irgendetwas, man versucht irgendwie, zum Beispiel man erinnert sich an irgendetwas oder so, man
versucht sich zu erinnern, man versucht es herauszufinden, kommt aber nicht ganz darauf und letzten
Endes sieht man es dann im Telefon nach. Und das finde ich ok, weil das hat den Fall dann quasi gelöst
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und man redet wieder weiter. Ich, ob es oft so vorkommt, dass man sofort das Handy herauszieht weil man
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I: Ok, wie hast du das Gefühl, das du oder deine Gesprächspartner während dem Gespräch mit
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1B: Ich und meine Partner?
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I: Also du kannst mir sowohl erzählen wie die anderen damit umgehen, als auch die du damit umgehst.
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1B: Ein Anruf. Also wenn ich einen Anruf bekomme, dann schaue ich auf jeden Fall darauf. Ich schaue
sich irgendwie, etwas, eine Information nicht weiß, das würde ich scheiße finden, kommt aber de facto
nicht so oft vor, jedenfalls wenn ich mit Leuten im Zimmer bin. Es ist dann eigentlich schon, es ist nicht
die riesengroße Bereicherung, aber es ist manchmal dieses Aha-Erlebnis und es passt das man das dann
nachsieht. Aber klar, die Person die es nach sieht, oder die zwei die es nachsehen, was absolut unnötig ist,
es sollte eigentlich nur eine nachsehen, die ist dann eigentlich schon ausgeklinkt in der Zeit in der sie am
Handy hängt und das nachsieht, bis das geladen hat und irgendwie sie dann so anfängt zum ein bisschen
surfen. Wenn ich diese Person bin, dann bin ich schon so für fünf Minuten irgendwie abwesend und nicht
mehr im Geschehen. Und es ist schon auch interessant finde ich, ja, also wenn du mit ganz engen Freunden
zusammen bist, bei denen man sich viel zu sagen hast, die du gut kennst und die du gerne magst und wo es
keine Pausen gibt oder keine unangenehme Pausen, dann wird das Handy eigentlich auch nicht gebraucht.
Also es gibt auch Situationen, wo es mir nicht einfällt das Handy zu gebrauchen, weil ich gerade alles habe
mit der Person mir gegenüber was ich brauche, oder halt, ich es nicht notwendig finde irgendeine Info
nachzusehen, wenn nicht notwendig. (…)
Benachrichtigungen und Anrufen umgehen?
Also wenn du während dem Gespräch einen Anruf bekommst oder auch ein SMS
eigentlich, obwohl manchmal kommt darauf an, also wie gesagt, wenn es gerade sehr angenehm ist und ich
gerade überhaupt keine Lust habe zum telefonieren, überhaupt keine Bedürfnisse oder wenn es gerade
störend ist. Sagen wir so, erstens einmal habe ich es auf lautlos. Also wenn ich es nicht auf lautlos habe
und bewusst auf Ton gestellt habe, dann sehe ich auch drauf, weil das ist halt so schrill, da sieht man nach.
Meistens sehe ich schon drauf, wenn jemand anruft, weil ich doch irgendwie immer unterbewusst das
Gefühl habe oder keine Ahnung so bin ich halt irgendwie aufgewachsen, wenn es meine Mutter ist oder so,
dann nehme ich halt ab. Also wenn es eine wichtige Person ist oder wenn ich von der VISA, VisaCard,
irgendeinen Anruf erwarte oder von der Bank, dann nehme ich auch ab. Es kommt natürlich auch darauf an
wer der Gesprächspartner ist. Aber ich schaue auf jeden Fall hin und nehme Notiz davon, wenn es ein
Anruf ist. Und ich bin, viele Leute kenne ich und auch viele meiner Freunde die drücken dich weg oder
sagen, da rufe ich dann später an oder so. Das mache ich auch manchmal, aber es kann schon auch
passieren, dass ich abnehme. Ja, wenn es ein Familienangehöriges ist, dann nehme ich eigentlich immer ab,
weil das für mich wichtig ist und ich das hochreihe. Und SMS dort nehme ich auch auf jeden Fall Notiz
davon. Dort merke ich es, dass ich eine SMS bekommen habe und wart dann meistens irgendeine Pause
oder so ab oder irgendwie etwas ab, oder halt, ja, und schaue mir das SMS dann schon an, oder schaue
nach wer mir geschrieben hat und schaue ungefähr um was es geht. Aber was ich eigentlich schon oft nicht
tue, ich schreibe nicht sofort zurück, ich bin nicht die, die sofort zurück schreibt. Sondern ich weiß dann
dass ich es bekommen habe, nehme Notiz davon und lies es auch, schreibe aber nicht im gleichen Moment
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zurück. Und ja aber prinzipiell reagiere ich auf eine Message oder, also reagiere ich im Sinne von ich höre
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I: Und wo hast du das Gefühl, wird das Handy während dem Gespräch platziert?
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1B: (…) Ich habe es zum Beispiel, meistens habe ich eine Tasche oder so etwas dabei, also eine
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I: Ok, nochmal dazu zurück, wenn das Smartphone während des Gespräches eingesetzt wird? Wenn es
dass ich was bekommen habe oder wenn ich merke, dass ich angerufen werde, ignoriere ich es nicht nur
oder drücke es nicht einfach nur weg und sehe es mir nicht an, sondern ich nehme schon Notiz davon und
schaue es mir an oder nehme auch manchmal an. Wenn ich meine Gegenüber, ist mir schon mehrmals
aufgefallen, dass sie mich gleich darauf aufmerksam machen: „[Name] dein Telefon läutet“ oder „[Name]
du hast ein SMS bekommen“. Also die Leute machen auch einander darauf aufmerksam, dass (...), dass der
andere ein SMS bekommen hat oder so, was natürlich auch bedeutet für die, dass irgendwie das Telefon
wichtig ist, dass sie das gleich weiterleiten, oder halt, dass sie auch denken: „Hey vielleicht ist das etwas
wichtiges“ oder so. Und meine Gegenüber, doch die schreiben auch wirklich immer gleich zurück, das
merke ich schon, manche von den Freunden jedenfalls, die nehmen auch Notiz von ihren Messages und
schreiben auch gleich zurück, bei Anrufen, ja doch, nehmen auch eigentlich ab. Also meine Freunde
reagieren eigentlich auch auf Anrufe und Messages und beantworten diese auch oder schreiben zurück oder
halt beantworten sie (…). Habe ich schon das Gefühl, wenn ich so überlege, habe ich nicht mehr viele
Freunde die kein Smartphone haben, aber wenn ich zum Beispiel an meine (…) Schwester denke, die hat
kein Smartphone, will auch keines und sie ist auch definitiv viel weniger am Telefon. Also das merke ich
jetzt zum Beispiel. Ja oder ruft auch, hat bestimmte Zeiten wo sie mit Leuten telefoniert und bekommt
selten Anrufe dazwischen und hält das auch ein und, aber das ist jetzt nur ein Beispiel, (...), ansonsten nein
eigentlich so mit den Leuten die mich umgeben, die sind auch so ungefähr so erreichbar wie ich würde ich
sagen oder, reagieren so wie ich.
Handtasche und dort habe ich es irgendwo vorne drinnen, wo ich aber schon auch, oder wo ich mir einbilde
zu wissen, dass ich merke wenn es läutet oder wenn ich eine Message bekomme. Am Körper irgendwo
oder in der Nähe dass ich entweder die Vibration merke oder das Läuten noch höre oder irgendwie
wahrnehmen kann. Auf dem Tisch habe ich es auch manchmal, aber dann eigentlich schon weil ich weiß,
dass ich etwas erwarte oder so, weil ich irgendwie besonders erreichbar sein will. Ansonsten lege ich es
eigentlich nicht auf den Tisch, ich will es eigentlich nicht auf dem Tisch haben, eigentlich, ich platziere es
schon irgendwo außer Sichtweite. Hosensack, nein eigentlich, es ist nicht so angenehm irgendwie zum
sitzen oder für eine Frau irgendwie, gibt man es nicht unbedingt in den Hosensack. Ja aber in einer
Jackentasche, doch, oder da [zeigt auf den Bauchsack ihres Pullovers] irgendwo in einer Tasche. Von
anderen, ganz unterschiedlich, eigentlich kommt es immer vor das irgendein Handy irgendwie auf dem
Tisch liegt. Also dass am Tisch kein Handy liegt kommt irgendwie selten vor, es liegt immer irgendwie,
ich habe das Gefühl, die anderen haben das auch irgendwie präsent oder so, also nicht in der hintersten
Rucksacktasche wo sie nicht hinkommen.
dich stört, warum stört es dich? Was genau würdest du sagen warum es dich stört? Du hast vorher schon
gesagt, manchmal stört es dich wenn es zu oft zum Einsatz kommt.
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1B: Ja ich glaube es ist schon noch das, es vermittelt sofort das Gefühl es ist wie das frühere auf die Uhr
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I: Dann hast du auch vorher gesagt, dass es auch positive Dinge gibt, dass man Informationen oder
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1B: Ja eben zum Beispiel, sagen wir einmal so, wenn die [Name], [Name] und ich darüber reden: „He wie
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I: Welche Funktion hat das dann für dich für die Unterhaltung?
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1B: Beitrag, also beitragend. Beitragend ja, also es ist nicht unumgänglich es ist beitragend. Es ist nicht
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I: Jetzt sind wir fast schon fertig, was ich noch fragen wollte ist, wie gehst du mit Sicherheit im
schauen, es vermittelt das Gefühl, dass man nach Hause will, dass du, dass dir etwas anderes wichtiger ist,
dass dir derjenige der dir schreibt wichtiger ist, dass du nicht mehr ganz bei der Sache bist, sondern ab
lenkbar bist. Was ich auch darum so ausgedrückt habe, eben wenn ich sage es sind ganz gute Freunde und
ich in einem engen intensiven Gespräch bin, dann würde es mir nie im Leben einfallen zum das Handy in
die Hand zu nehmen, darauf zu schauen, zu reagiere, weil mich gerade der zwischenmenschliche Kontakt
mit der anderen Person ausfüllt. Und so ist es immer so, man ist ein bisschen abwesend, man ist für andere
Dinge offen und erreichbar, und ja das reißt ein bisschen heraus und vermittelt, es ist nicht so dass ich das
Gefühl habe, wenn die andere das SMS beantwortet oder auf die Uhr schaut beim Handy, dass sie nicht
mehr da sein will, aber nichtsdestotrotz ist sie empfänglich für anderes, wenn anderes gerade auch wichtig
ist. Ich sehe im zwischenmenschlichen das Problem dass da irgendein Störfaktor da ist, den man mehr
wahrnimmt, als das was gerade passiert. Ansonsten, ja, das ist es eigentlichen, das ist das störende,
irgendwie zu lange abgelenkt sein, nicht mehr am Gespräch teilnehmen zu können, weil man irgendetwas
nachsieht oder eine SMS schreibt und, ja, weil dir was anderes wichtiger zu sein scheint.
ähnliches suchen kann, warum empfindest du das als positiv?
war das nochmal in Salzburg, wo sind wir da nochmal genau hingegangen, welchen Berg sind wir da
hinaufgegangen?“ Und wir erinnern uns an unsere Klassenfahrt und es fällt uns nicht ein, dann schauen
wir einfach schnell nach, ich weiß jetzt zwar gerade nicht genau wie, aber halt irgendwie können wir die
Information herausfinden die wir gerade suchen, dann ist es ein kurzzeitiges Aha-Erlebnis für alle und es
füllt das Puzzle. Oder halt eben wenn ich einen Busfahrplan nachsehen will, ist es auch grad, wenn ich
weiß ich bin jetzt am Naschmarkt und wie komme ich jetzt heim, dann will ich auch die Information, dann
ist es auch positiv wenn ich weiß wie ich später beruhigt nach Hause komme. Ja, und sonst das positive, ja
eben einfach die Wissensgier die du gerade hast, zu stillen, das ist das positive. Oder auch zum Beispiel,
oder ich meine was schon auch vorkommt ist das man sagt, soll ich dir ein Foto zeigen oder wenn man
gesagt hat, ich war dort und dort, wie sieht es da aus, „Ah ja voll cool he“, oder „Was hast du gerade
gekauft“, wenn du dann ein Foto hast. Oder „Wer ist die nochmal mit der du da fort warst“, wenn du dann
ein Foto hast, dann füllt es halt auch für alle eine Lücke, die man gerade füllen kann. Also etwas das man
gerade wissen will.
verpflichtend, aber es ist ein zusätzliches Plus. Die Kommunikation würde nicht kaputt gehen ohne diese
Information, aber es ist positiv dazu beitragend.
Zusammenhang mit Smartphones um?
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1B: Sicherheit, ach so, ich habe den Code zum einschalten, wenn das Telefon ausgeschalten ist, wenn du
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I: Entsperrcode
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1B: Genau, genau, sowas habe ich nicht, sowas war mir immer zu blöd, also eigentlich, das ist mir viel zu
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I: Und wenn du eine App herunterlädst, machst du dir Gedanken darüber, was diese darf oder nicht?
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1B: Nein, überhaupt nicht, also so (...) rechtlich oder so oder was mir da passieren kann mit der App oder
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I: Ok falls du jetzt noch das Gefühl hast, dir fällt noch etwas ein, das ich noch nicht angesprochen habe?
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1B: Nein, vielleicht der Standort aktivieren und deaktivieren, es gibt ja beim GPS so ein Ding wo man so
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I: also im Zusammenhang mit Sicherheit?
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1B: ja, eigentlich, dass man dich orten kann quasi oder so, so habe ich das mal irgendwie verstanden, also
jetzt keine Akku mehr hast, also der Pin-Code den jeder hat, aber de facto ist mein Telefon nie
ausgeschalten, ich habe eigentlich immer Akku. Das heißt, wenn man es klauen würde, könnte man mit
meinem Telefon machen was man will. Zum Beispiel, was viele auch haben ist, der Code da, der Touch,
auf dem Touchpad hat man da so einen Code
blöd, wenn man es mir klaut, dann klaut man es und man kann mit dem Telefon tun was man will und ich
mache mir nicht einmal die Mühe so einen Code einzurichten. Sicherheit, ansonsten ja alle meinen
Nummern sind einsehbar, nein, um Sicherheit scheine ich mir keine Gedanken zu machen, weil man auf
meinem Smartphone sicher viele Infos findet, wo man, für mich wichtige Infos findet, also nicht PIN
Codes für meine VisaCard oder so, aber, (...) solche Dinge logischerweise nicht, aber ich schere mich nicht
darum zum die Infos die ich auf meinem Smartphone habe, das ist mir anscheinend egal ob die anderen
zugänglich werden, weil ich nicht irgendwelche Sicherheitsbarrieren im Telefon eingeführt habe oder so
oder auch gerade die Notizen die ich mir immer mache, sind eigentlich für jeden einsehbar wenn jemand
einmal mein Smartphone hat. Ich leihe das Smartphone auch jemandem oder so oder zum Beispiel eben
wenn die Gäste die bei mir sind, die arbeiten mit meinem Hotspot vom Smartphone, solches Zeug ist mir
auch egal. (...) Sicherheit ja, ich habe es schon in einer Jackentasche die verschlossen ist, also ich schaue
darauf, genauso wie bei der Geldtasche auch, dass man es mir nicht klaut, also ich habe es an einem Ort an
dem man es mir nicht unbedingt klaut. Aber ich gewichte es definitiv weniger als eine Geldtasche, also die
Geldtasche verstaue ich immer sicher und das Handy verstaue ich meistens sicher in einem Rucksack oder
so. Ach so und Sicherheit, ach so ja klar, ich habe natürlich was viele nicht haben und was ich mir gleich
am Anfang gekauft habe ist so eine Schutzhülle, dass wenn es mir hinunter fällt, dass der Bildschirm oder
so nicht kaputt geht, also das auf jeden Fall, weil ich weiß wie oft mir mein Telefon hinunter fällt.
auf Facebook, welche Message ich da hineinstelle oder so, was da von mir veröffentlicht wird, da habe ich
mich nie großartig damit beschäftigt und schaue auch nicht großartig nach. Wenn ich eine App finde die
mich interessiert und die ich gerade brauche, dann lade ich diese herunter.
anklicken kann
da habe ich dann nicht ja gedrückt, ich weiß zwar nicht warum, also das war mir dann doch zu blöd, dass
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mich dann jeder sieht wo ich herumgehe. Oder man hört ja von dir, ich glaube es geht zwar so oder so, aber
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I: Da bin ich mir auch nicht sicher.
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1B: Ja egal
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I: Man kann es über Triangulation orten, aber normalerweise braucht man dafür eine richterliche
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1B: Ja genau, wenn es um die Polizei oder so geht, um Rescue-Teams, ja genau. Thema Sicherheit (…)
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I: Kommunikativ?
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1B: Nein weiß ich nicht. Nein, ich meine [Name] ist auch sehr ein kommunikativer Typ und seine
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I: Ja gut dann sage ich einmal Danke für das Interview, dann sind wir jetzt fertig.
man kann dein Handy ja irgendwie orten, also ob du das GPS nun eingeschalten hast oder nicht.
Verfügung.
nein, ja, also, da mache ich mir eigentlich keine Gedanken, was gibt es sonst noch? (…) Nein. (…) Ich bin
natürlich auch mehr mit Mädchen unterwegs, aber ich habe schon das Gefühl, dass Mädchen es mehr
brauchen, viel mehr, dass Mädchen mehr am Telefon sind, also dass es einen Unterschied macht
Kollegen und so, aber, ja doch stimmt, vielleicht ist es Typen abhängig, je kommunikativer du bist umso
mehr hängst du an deinem Smartphone, der [Name] zum Beispiel, ja der ist auch ein kommunikativer Typ,
der schaut viele Videos an, wenn ihm irgendjemand Blödlervideos schickt, dann sieht er sich das an. Bei
Mädchen habe ich schon das Gefühl, dass sie mehr SMS und Telefon, also telefonieren und oder gerade
SMS schreiben sie mehr. Ja mir fällt das bei Mädchen einfach mehr auf, mir fällt es bei Jungs weniger auf,
dass diese weniger SMS bekommen oder schreiben oder keine Ahnung.
Postskriptum Interview Nr. 01
Das Interview fand bei der Teilnehmerin zu Hause statt. Vor Beginn des Interviews,
informierte sie einen Kontakt darüber, dass sie in der nächsten Stunde nicht erreichbar
sei. Sie schaltete das Smartphone ab und legte es in einen anderen Raum. Die
Atmosphäre war locker und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 01
kein Smartphone während des Interviews vorhanden
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Transkript des Interviews Nr. 02 vom 13.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: B
Universität: Technische Universität Wien
Alter: 27 Jahre
Geschlecht: männlich
Nutzungsdauer: 2 Jahre 6 Monate
Dauer: 16min
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I: Ok, dann erzähl mir doch bitte einmal ausführlich, wann und wofür du dein Smartphone verwendest
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2B: Zum Telefonieren, Emails checken (…), WhatsApp, Facebook (…) Skype ab und zu und ich verwende
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I: Kannst du das etwas ausführen, zum Beispiel anhand vom Tagesablauf, also wann verwendest du dein
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2B: Also das erste Mal verwende ich es als Wecker (…), das ist das allererste, dann (…) schaue ich nach
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I: Und wie geht es dann weiter?
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2B: Ja dann, je nachdem ob ich jetzt unterwegs bin oder nicht. Wenn ich unterwegs bin check ich halt
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I: Und wie ungefähr verteilt sich das deiner Einschätzung nach über den Tag?
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2B: So alle halbe Stunde sehe ich mal nach und (…) wenn etwas passiert ist, dann mache ich was (.L.).
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I: Ersetzt das Smartphone für dich irgendwelche anderen Geräte?
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2B: (…) Ja den Laptop, wenn ich unterwegs bin. (…)
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I: Und sonst, weil du vorher gesagt hast den Wecker
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2B: Ja, ja, aber der Wecker ist ja nicht nur das Smartphone, das alte Handy war auch schon mein Wecker,
oder brauchst?
es fast ständig.
Smartphone das erste Mal, bis zu dem Zeitpunkt an dem du es das letzte Mal verwendest.
ob ich eine SMS oder eine WhatsApp Nachricht bekommen habe, dann stehe ich auf (…)
meine Emails (…) oder einmal ein bisschen Nachrichten lesen. Wenn ich nicht unterwegs bin, dann mache
ich das am Computer. (…) Und das verteilt sich dann einfach über den Tag.
das ist für mich jetzt nicht unbedingt Smartphone spezifisch. Aber die Kamera von mir aus auch ab und zu,
aber eher selten. (…)
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I: Ok, wo hast du das Gefühl liegt der Schwerpunkt deiner Verwendung?
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2B: Ich schätze, derzeit WhatsApp. (…) Zurzeit, aber das wechselt (…)
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I: Ok und in wie fern wechselt das
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2B: Ja, ja am meisten verwende ich WhatsApp, ja eh immer das gleiche, WhatsApp, Internet, Facebook,
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I: Was fällt dir sonst noch, wie du dein Handy nutzt.
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2B: Lass mich nachdenken (…)
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I: Du hast alle Zeit der Welt
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2B: Ab und zu einmal ein YouTube Video, aber eher selten, das mache ich am Handy nicht so gern. Ganz
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I: Seit du das Handy hast, hast du das Gefühl es gibt irgendwelche Nachteile, oder sagen wir so welche
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2B: (…) Ja Vorteile ich finde es praktisch, unkompliziert. (…)
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I: Was heißt für dich praktisch?
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2B: Ja du hast halt, das was ein normaler Computer macht kann ich unterwegs am Handy machen. (…)
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I: Wieso?
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2B: Ja, (…) also wenn ich das jetzt vergleiche mit der Zeit vor dem Smartphone, (…) sehe ich sicher öfter
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I: Und hast du das Gefühl, dass, wenn du das Handy für einen Tag nicht hättest, würde dir dann etwas
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2B: Also das ist, für einen Tag glaube ich schon, wenn man das Handy einmal absichtlich ein paar Tage
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I: Also für einen Tag, wäre es?
Email, SMS. (…) Und Telefonieren halt auch ab und zu, dass kommt aber ganz darauf wenn und wo man
ist. Also ich telefoniere zu Hause zum Beispiel mehr als in Wien. (…) Wobei ich nicht weiß woran das
liegt, aber es ist irgendwie so. (…)
selten einmal ein Spiel. (…) Also dann noch eher die Kamera und was ich ab und zu einmal mache, wobei
zurzeit zwar nicht, ein bisschen probiere ich Apps zu programmieren. Einmal so einen Monat wo ich das
einmal getestet habe, vielleicht kommt das auch wieder einmal.(…)
Vorteile und Nachteile siehst du im Smartphone
Nachteile am Smartphone ist die Akkulaufzeit,(.L.) (…) aber so im Alltag finde ich nicht, dass es für mich
ein Nachteil ist. (…)
aufs Handy, das schon, (…) aber es ist nicht so, dass man dauernd am Handy hängt, glaube ich. (…)
abgehen oder hast du das Gefühl, du brauchst es für irgendwelche Dinge?
weglegt, kommt man darauf, dass es ziemlich schnell komplett egal ist. (…)
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2B: An einem Tag, also wenn man jetzt nur an einem Tag das Handy vergisst sozusagen, also wenn du
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I: Ok also dir ist es eigentlich nicht so wichtig, wenn du darauf verzichten musst, dann hast du kein
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2B: Dann kann es lästig sein, wobei meistens ist es sowieso nicht so tragisch (…)
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I: Wie gehst du mit der Sicherheit, oder persönliche Sicherheit, im Zusammenhang mit deinem
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2B: Null (…)
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I: Was heißt das?
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2B: Nix Sicherheit, ich habe einen PIN-Code und nicht einmal den mag ich. (…)
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I: Ok und sonst im Zusammenhang mit Apps? Also wenn Zugriffsrechte verlangt werden?
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2B: (...), ja eh, ja ich habe mein Handy gerooted, damit ich den Apps die es nicht brauchen, keine
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I: Also mit dem hast du dich quasi auseinander gesetzt? War das gleich von Anfang an?
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2B: Von Anfang an nicht, aber des ist dann relativ schnell gekommen, wo ich mir gedacht habe, auf das
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I: Gibt es sonst noch etwas in der Verwendung mit dem Handy beziehungsweise der allgemeinen
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2B: Sicherheitstechnisch?
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I: Nicht unbedingt, allgemein?
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2B: (...), warte lass mich nachdenken. (…) Ja ich habe zum Schifahren einige Apps darauf die ich
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I: Des heißt du hast es für deine Freizeit genutzt?
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2B: Ja (…)
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I: Brauchst du das Smartphone für die Uni?
jetzt aus dem Haus gehst und es vergisst, dann denkst du dir: „Scheiße da bekomme ich noch einen Anruf“
oder „Da muss ich noch etwas nachsehen“, aber also wenn du es jetzt vergisst. Aber wenn du es
absichtlich machst, das Handy einfach weglegst, dann merkst du ziemlich schnell dass es relativ egal ist.
(…)
Problem damit, aber wenn du es einmal vergisst, dann ist es eher ein Problem?
Smartphone um?
persönlichen Daten gebe,(…) das schon, aber sonst. (…)
schaue ich einmal. Aber ich habe zum Beispiel keine Bildschirmsperre oder so ein Blödsinn, das ist mir zu
lästig. (…)
Verwendung?
verwende, aber jetzt ist die Skisaison vorbei. (…)
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2B: (...). Vorlesungsbedingt. Also es gibt Vorlesungen in denen man ein Smartphone braucht, aber in
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I: Und sonst im Zusammenhang mit der Uni
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2B: Nicht unbedingt. Es ist ein nice-to-have, aber kein need-to-have (…)
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I: Ok die nächste Frage ist, welche Erfahrungen hast du im Zusammenhang mit Smartphones während der
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2B: Ja, also wenn jetzt jemand auf das Handy sieht ist das lästig. (…) Wenn man gerade quatscht. (…)
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I: Und wieso genau findest du es unangenehm?
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2B: Ja weil man aus der Konversation gerissen wird, oder weil, wenn man jetzt zum Beispiel essen geht
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I: Was verstehst du unter Etikette?
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2B: Ja gesellschaftlich, das tut man halt nicht. (…) Gepflogenheit (…)
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I: Hast du das Gefühl das Smartphone wird während den Gesprächen auch noch anders eingesetzt, also wie
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2B: Ja, dass man sich irgendwie Fotos oder Videos oder irgend so etwas zeigt. (…)
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I: Und kommt das überhaupt vor? Beziehungsweise hast du die Erfahrung gemacht oder nicht?
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2B: Doch, doch, das kommt schon vor, (...), gerade jetzt, Beispiel, jetzt im Winter wenn jemand Schifahren
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I: Und wenn du mit Leuten zusammen sitzt, wo liegt oder wo ist das Handy von dir als auch von den
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2B: Es kommt darauf an. Ab und zu hat man es einfach nur im Hosensack und Mädchen in der Handtasche
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I: Wieso sagst du genau Display nach unten?
diesen bekommt man sie sowieso von der Uni gestellt normalerweise. (…) Also für Projekte und sowas
(…)
Unterhaltung mit Kollegen, Freunden oder auch wenn du nur zu zweit bist?
Aber das hat mit Smartphones nichts zu tun, das ist glaube ich generell, seit es Handys gibt. Wenn man
jetzt beieinander sitzt und man quatscht und es läutet das Handy die ganze Zeit, dann ist es mühsam. Aber
das passiert halt ab und zu. (…)
oder so etwas, das ist, (…) und weil es halt auch ein bisschen die Etikette ist. (…)
kommt es sonst noch zum Einsatz?
war und irgendwo Tiefschneefahren war, dann zeigt man halt her wo man gefahren ist. Das ist dann schon
cool, weil dann kann man sich auch vorstellen, was der gemacht hat wo der gefahren ist, das ist schon
unterstützend. Aber in diesem Fall ist das Gespräch ja auch auf das ausgelegt (…)
anderen?
und oft ist es so dass es Display nach unten am Tisch liegt. (…)
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2B: Weil ich selbst nicht genau weiß, wieso man das macht, aber man macht das irgendwie so. (…)
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I: Wie gehst du mit Anrufen und SMS um wenn du in einer Konversation bist?
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2B: (...) bei meinem Handy gibt es so einen Business-Modus, wenn ich es auf das Display lege, wenn es
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I: Wenn du jetzt einen Anruf bekommst, wie gehst du damit um?
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2B: Ja dann hebe ich nicht ab und wenn ich dann Zeit habe, wenn ich dann mit dem Gespräch fertig bin
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I: Wie sieht es bei deinen Gesprächspartnern aus?
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2B: Das ist glaube ich ganz unterschiedlich, das macht jeder irgendwie ein bisschen anders. Der eine denkt
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I: Wie beurteilst du Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden und wieso? Auch in welcher
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2B: Also wenn man sich so unterhaltet komplett über etwas anderes und dann das Handy auspackt weil
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I: Kannst du das etwas ausführen?
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2B: Ja, wenn jetzt, keine Ahnung, ich bewerbe mich für irgendetwas und ich bekomme einen Rückruf und
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I: Ok was gibt es sonst noch?
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2B: Ja etwas anderes ist es wenn man jetzt wirklich, man zeigt sich Fotos, von irgendwo, wo man auf
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I: Und wie beurteilst du das aus deiner Sicht?
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2B: Das empfinde ich positiv, wie da kannst du dir einfach mehr darunter vorstellen. (…) Wobei es dann
läutet, dann schaltet es automatisch stumm. (…) Das mache ich dann meistens. (…)
oder was auch immer, dann rufe ich zurück oder schreibe eine SMS oder irgendwie sowas. (…)
sich ok das ist jetzt wichtig, da muss ich abheben (…) oder da muss ich zurückschreiben oder irgendwie so.
(…) Der andere hat es auf lautlos oder versucht es zu verheimlichen, dass nichts passiert ist oder irgendwie
so etwas, keine Ahnung. (…)
Situation beurteilst du es wie?
man eine SMS bekommen hat, ist es eigentlich unhöflich, (…) tut man aber ab und zu. (…) Müsste man
aber nicht (.L.). (...) wenn man einen Anruf bekommt, dann kommt es wahrscheinlich darauf an wer anruft
und welche Uhrzeit es ist. (…)
es ist gerade zwei Uhr am Nachmittag, dann werden es auch die Freunde verstehen, wenn man sagt ok, ich
telefoniere jetzt einmal, wenn jetzt die Mama gerade nachfragen will, wie es einem geht ist es eher egal.
(…) Weil da kann man jederzeit zurückrufen. (…)
Urlaub war oder etwas das man gerade auf der Arbeit gemacht hat oder irgendwie sowas, wo es dann ein
aktiver Teil ist von dem Gesprächsthema, wo man das Foto weiter zeigt, oder die Videos. (…)
natürlich auch wieder so sein kann, so klassischer Dia-Vortrag der nach dem vierten Foto langweilig wird,
aber dann kann man dann schneller weiterklicken, weil ja jeder die Fotos für sich ansieht, eigentlich. (…)
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein?
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2B: (…) Wo ich es extrem unangenehm finde ist, wenn man zum Beispiel essen geht. Geht man in ein
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I: Und hast du das Gefühl, es ist bei den anderen auch so?
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2B: Nicht bei jedem, nicht bei allen. Ein negativ Beispiel war, in Kanada, da war ein Typ der war die
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I: Was hast du sonst noch für Erfahrungen gemacht oder für was nutzt du das Smartphone noch während
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2B: (…) Ja, (...), mir fällt da jetzt nichts ein. Oder nichts mehr. Lass mich nachdenken. (…………) hm m
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I: Ja gut wir sind eh schon fast am Ende.
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2B: He du hast gesagt, das geht eine halbe Stunde, das waren jetzt zehn Minuten?
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I: Es kommt immer darauf an was du zu erzählen kannst?
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2B: Also habe ich dir zu wenig erzählt?
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I: Nein, das hängt ganz davon ab, welche Erfahrungen du schon gemacht hast mit dem Smartphone, darum
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2B: (……) Ja, mir fällt da jetzt eigentlich nichts mehr ein.
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I: Ja gut, in dem Fall sind wir fertig.
Restaurant essen, dann ist das Handy für mich einfach tabu.
ganze Zeit am Handy. Der hat gegessen mit der rechten Hand und mit der linken Hand war er am Handy.
Das war schon wirklich störend. Also das habe nicht nur ich so empfunden, sondern das war schon schräg,
der hat schon öfter eine auf den Deckel bekommen deswegen (.L.). (…) Weil das war dann einfach zu viel.
(…)
der Unterhaltung?
[nein]
frage ich auch immer wieder ob dir noch etwas einfällt. Es muss halt auf deiner Erfahrung aufbauen.
Postskriptum Interview Nr. 02
Das Interview fand beim Interviewer zu Hause statt. Das Smartphone war nicht präsent.
Die Atmosphäre war locker und entspannt. Die Antworten des Teilnehmers waren jedoch
meist sehr knapp. Ein Erzählfluss kam nicht zu Stande.
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Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 02
kein Smartphone während des Interviews vorhanden
Transkript des Interviews Nr. 03 vom 13.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: C
Universität: Wirtschaftsuniversität Wien
Alter: 25 Jahre
Geschlecht: weiblich
Nutzungsdauer: 4 Jahre
Dauer: 33min
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I: Die erste Frage ist, wie verwendest du das Smartphone im Tagesablauf?
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3B: Du meinst ob ich es in der Früh anders verwende als am Abend?
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I: Ja genau, ich möchte einfach von dir wissen, wie du dein Smartphone während dem Tag einsetzt, also
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3B: Also ich habe es meistens über die Nacht an und also ich verwende es einmal als Wecker meistens
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I: Gibt es sonst noch etwas?
von morgens bis abends, wann und in welcher Art kommt es zum Einsatz.
wobei das Handy vom [Name] meistens läutet, aber meistens habe ich auch einen Wecker eingestellt. Dann
schaue ich halt ob irgendwie ein Anruf da ist, SMS, ähnliches. Meistens rufe ich auch meine Emails ab.
Allerdings mache ich das immer erst nachdem ich mich irgendwie mich angezogen habe, Zähne geputzt,
also jetzt nicht sofort nach dem Aufstehen (.L.). Ich telefoniere extrem wenig, meistens eher wenn mich
jemand anruft, dass ich halt erreichbar bin, das ist auch der Grund warum ich primär ein Handy habe. Was
mache ich damit noch? Ich meine wenn mir langweilig ist, der Klassiker (.L.), dann schaue ich schon auch
darauf und seitdem mein iPod kaputt ist verwende ich es auch als Musikplayer. Das ist sehr angenehm.
(…) Dann habe ich auch noch die Mails synchronisiert mit meiner Arbeit, also dass ich sie auch darüber
checken kann, was ich meistens mache (...) was noch, spielen tue ich gar nicht (...) ja ich überlege gerade
ob ich etwas vergessen habe (…) ja manchmal versende ich auch so geplante Nachrichten, also irgendwie
wenn ich weiß, zum Beispiel gestern hatte eine Geburtstag (.L.) da habe ich es so getimt, damit es es
sozusagen schickt, damit ich es nicht vergesse. Aber sonst verwende ich eigentlich nicht soviel vom
Handy. (…)
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3B: Ich überlege gerade ob ich etwas vergessen habe? (…)
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I: Wenn du den Tagesablauf durchgehst, wann verwendest du es das erste Mal, wann das letzte Mal?
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3B: Ja das letzte Mal halt vor dem Schlafen gehen, also ich meine ich habe das Handy eben an, aber ich
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I: Hast du das Gefühl, du hast gewisse Verwendungsschwerpunkte?
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3B: Momentan eigentlich SMS und Musik. (…) Ich meine im Internet surfe ich schon manchmal.
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I: Du hast gesagt, wenn du zur Universität fährst verwendest du es, brauchst du es im Unialltag irgendwo?
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3B: (…) Eher noch zum Emails checken, also bei Gruppenarbeiten war das recht fein, dass ich dann, wenn
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I: Seit du das Smartphone hast, gibt es da irgendetwas, das dich ärgert?
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3B: Also, dass man den Akku öfter aufladen muss. Dann (…) dass alle Leute damit immer herumspielen.
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I: Überhaupt, du kannst alles ansprechen.
schaue halt nochmal ob zum Beispiel der Akku aufgeladen ist. Meistens lade ich es eher so am Abend auf
(...) ja der [Name] ruft mich halt meistens am Abend nach der Arbeit an, was ich kochen soll (.L.) also ja
ich telefoniere eher am Abend, weil da einfach etwas auszumachen ist, oder man sich mit Freunden trifft.
Also eigentlich würde ich sagen, in der zweiten Tageshälfte verwende ich es wesentlich mehr. Egal jetzt
was ich aufgezählt habe, also auch SMS und so, ja, aber sonst mache ich eigentlich nicht viel. Also ich
sehe mir keine Videos an, was kann man mit dem Ding noch machen? Ja Musik höre ich auf dem Weg in
die Arbeit oder in die Uni, sprich dass eher in der ersten Tageshälfte und so richtig Telefonsachen (.L.)
mache ich dann in der Zweiten. Ja. Ja. Mehr verwende ich es nicht. (…)
Allerdings ist mein Display zu klein und mein Handy ist jetzt auch nicht mehr das Neuste, also wenn es
jetzt größer wäre, würde ich vielleicht mehr im Internet surfen. Außer, also wenn ich jetzt warten muss,
sehe ich schon auf standard.at aber jetzt nicht regelmäßig, da würde ich nicht sagen, dass ich das jeden Tag
mache. (…)
ich unterwegs war und irgendeine Gruppe hat gemailt, dass ich das gleich gesehen habe, dass irgendwer
seine Folien fertig hatte oder ein Problem hatte. So telefonieren mit Studienkollegen eigentlich gar nicht,
das ist alles meistens per Mail. Und diese Mails schreibe ich dann meistens nicht vom Handy, also ich
verwende es fast wirklich nur zum checken. Außer es ist jetzt extrem dringend. Was mir jetzt noch
eingefallen ist, wegen vorhin, dass ich manchmal wenn ich unterwegs bin nicht weiß wie ich hinkomme,
dass ich schon dann nachsehe, wie ich dort hinkomme oder wann der Bus fährt oder was auch immer. Das
mache ich auch (…).
(...), oder halt, dass ständig irgendwie, ja, irgendjemand, also du siehst niemanden, der nicht irgendwie mit
seinem Handy spielt, egal wo du unterwegs bist. (...), lass mich, bei meinem eigenen Telefon meinst du
primär? Oder überhaupt?
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3B: Was mich auch nervt (.L.), das habe ich gestern auch schon einmal angesprochen, wenn ein neues
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I: Gibt es sonst noch etwas?
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3B: Ja, dass die Dinger auch schnell kaputt gehen. Also mir selbst ist es noch nicht passiert, aber ich habe
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I: Weil du es gerade auch angesprochen hast, wegen den Diebstählen, wie gehst du selbst mit dem Thema
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3B: Das ist mir vollkommen egal (.L.). Also ich, wie soll ich sagen, für mich ist das Handy nicht so ein
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I: Und im Zusammenhang mit Datensicherheit, hast du dich damit schon auseinander gesetzt?
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3B: Also ich weiß, dass man auch Online-banking mittlerweile möglich ist, also da gibt es ja diese Apps
Handy auf den Markt kommt zum Beispiel von Samsung, dann kommt immer diese spielerische
Komponente. Also nicht unbedingt, also ich finde es ist fast eine Beleidigung für die Leute die das Ganze
entwickeln, weil es kommt dann immer nur dieses Unnütze, egal jetzt für wen unnütz, dass du irgendwie
Fotos machen kannst, dass die halt so gedreht werden, dass es lustig aussieht oder irgendwie so, das nervt
mich generell, immer nur dieser Spielfaktor, weil diese Dinger sind ja eigentlich wie kleine PCs, oder halt,
habe ich mir sagen lassen. Also nicht mehr nur Handys wie man sie früher gekannt hat und das finde ich
halt Schade, weil die Dinger können halt echt viel und dass man immer nur diesen Spielfaktor heraushebt,
das nervt mich auch. (…)
einmal in diesem Mobilshop in den Ferien mit gearbeitet und du hast halt erstens nur Diebstähle, also es
sind halt eben diese Handyversicherungen extrem beliebt oder halt auch notwendig für manchen oder sie
reden es den Leuten ein. (...) und wenn dir zum Beispiel das iPhone auf den Boden fällt, dann habe ich
schon gesehen, in der U-Bahn, dass das ganze Ding zerclasht ist, also letztendlich ist es halt Geldmacherei,
finde ich, oder in vielen Fällen, (…) ja.
Sicherheit im Zusammenhang mit deinem Smartphone um?
Statussymbol, ich meine manchmal erwische ich mich schon, dass ich irgendwie überlege, das sieht schon
nett aus oder das gefällt mir besser. Also wenn ich ein Handy aussuchen müsste, würde ich wahrscheinlich
schon auch nach der Optik gehen und der Akkulaufzeit. Also es ist schon ein bisschen Statussymbol, ist es
schon, aber wenn ich es dann in der Hand habe oder in meinem Alltagsgebrauch ist es mir ziemlich egal.
Also ich lasse es jetzt nicht wirklich so am Präsentierteller liegen, ich würde es schon in meine Tasche
stecken, aber dass ich es jetzt überall hin mitnehme und irgendwie, eine Versicherung würde ich niemals
abschließen, das würde sich für mich niemals auszahlen, ich glaube selbst wenn ich es selbst kaufen würde
im MediaMarkt würde ich das nicht machen. Das ist mir nicht wichtig eigentlich.
(…) und das finde ich schon bedenklich. Wenn ich mir dann nähere Gedanken mache, dann ist es auch
über den PC bedenklich, aber ich würde es nicht über das Handy machen, vor allem weil es ja, seit diese
Apps überhaupt kursieren oder möglich sind, da gab es schon mehrere Dokumentationen darüber, ich weiß
nicht wie man das nennt Phishing oder so, auf jeden Fall ist es auch möglich und dann bekommen die alle
Daten. Facebook wurde ja regelmäßig gehackt und so. Also da, ich verwende auch überhaupt keine Apps,
das liegt aber auch an meinem Handy. Aber ich würde jetzt wahrscheinlich, wenn ich könnte, auch nicht
viel verwenden, weil du hast eh ständig ein Notebook, also für mich ist es nicht
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I: Warum genau verwendest du keine Apps?
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3B: Mein Handy (.L.) ist ein Scheiß. Das hat irgendein, ja genau, ich habe die Software geupdated und das
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I: Ist dir irgendwie aufgefallen, dass du das Handy brauchst?
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3B: Überhaupt?
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I: Wie würdest du reagieren, wenn du es verlierst?
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3B: An dem Tag selbst oder wenn ich es länger nicht habe (.L.)?
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I: Du kannst gerne beides ausführen.
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3B: Also wenn ich es verliere, ist mir noch nie passiert, so nebenbei. Wenn ich es verliere, ja, ich würde es
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I: Oder wenn du es zuhause vergisst?
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3B: Also da gibt es eh so eine Story wo wir einmal ins Kino gegangen sind. Das war ein Drama. Da habe
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I: Und warum würdest du dich genau nicht wohl fühlen? Gibt es da mehrere Gründe?
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3B: Eigentlich, also primär weil ich dann denken würde, dass sich jemand anderer vielleicht Sorgen macht,
ist nicht Android sondern Bada, das ist ein anderes Betriebssystem. Und das Update hat irgendwie alles
vermurkst, also es ist dann regelmäßig abgestürzt und ich weiß nicht was. Und dann habe ich es auf
Werkseinstellungen zurückgesetzt und seitdem habe ich irgendwie keine Apps (.L.) mehr darauf. Und ich
kann aber auch keine mehr installieren, irgendwie so, und es ist mir eben so egal, dass ich mich jetzt damit
nicht sonderlich befasse. Es liegt also schon an meinem Handy.
schon ersetzen, ich würde mir schon ein neues Handy zulegen.
ich mein Handy vergessen und ich bin aber zu früh da gewesen, oder ich weiß nicht mehr genau. Aber auf
jeden Fall habt ihr alle nach mir (.L.) gesucht und ich konnte euch nicht kontaktieren und ich habe gewartet
vor, egal die Story kennst du wahrscheinlich sowieso. Aber auf jeden Fall war das ein riesen Drama, weil
ich es vergessen habe, weil ihr habt die ganze Zeit versucht mich zu erreichen, irgendwer (.L.) hat dann
versucht die Polizei, oder hat daran gedacht die (.L.) Polizei zu kontaktieren. Also da ist mir bewusst
geworden wie schlimm es mittlerweile ist, wenn man nicht sofort erreichbar ist. Und auf dem Hinweg habe
ich mir schon gedacht, oh Gott, hoffentlich ruft mich niemand an, hoffentlich klappt alles, es hat dann eh
nicht alles geklappt. Also ich würde es auf jeden Fall ersetzen und ich würde mich schon unwohl fühlen,
wenn du unterwegs bist und dann irgendwo etwas ist. Auch weil meine Eltern oft verreist sind und das halt
dann wirklich die einzige Kontaktmöglichkeit ist, dass wir uns SMS schreiben oder so, also, ich würde es
definitiv ersetzen und ich würde mich nicht wohlfühlen, wenn ich jetzt ständig, oder wenn ich zum
Beispiel im Urlaub mein Handy vergessen hätte, das wäre irgendwie nicht so super.
eben weil man nicht man so erreichbar ist. Gar nicht weil ich mir Sorgen mache, sondern ich mache mir
Sorgen, dass sich jemand (.L.) anderes Sorgen macht. Und dass es eigentlich vollkommen unbegründet
sein kann. Es ist ja auch oft so, dass man ähm sich manche Dinge nur locker und lose ausmacht, weil man
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weiß, ich rufe dich dann einfach kurz davor an. Also man ist nicht mehr so präzise, wenn man sich
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I: Also neben der Erreichbarkeit, gibt es sonst noch etwas, wo du sagen würdest, dafür brauche ich es oft?
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3B: Ja eben zum Musik hören momentan. Dafür verwende ich es schon, ja für das SMS schreiben.
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I: Und wenn du jetzt eher an Abhängigkeiten denkst? Gibt es irgendwelche Bereiche wo du sagst, da kann
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3B: Nein, am ehesten noch auf Reisen. Da würde ich mich unwohl fühlen, wenn ich kein Handy dabei
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I: Und wieso?
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3B: Weil ich eigentlich immer anrufe, wenn ich irgendwo angekommen bin. Also immer eigentlich, es
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I: Was hat sich für dich verändert seit du das Smartphone hast?
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3B: Was hat sich verändert? Ich würde sagen, man spielt mehr damit herum. Mit dem Handy, ich weiß
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I: Welche Erfahrungen hast du mit Smartphones während der Unterhaltung mit Freunden?
irgendwo trifft, sondern man sagt halt, ja schauen wir, sonst rufen wir uns an. (…) Warum würde ich mich
noch unwohl fühlen. (…) Ja ich meine schon, weil du auch Datensicherheit angesprochen hast, wenn es
eingeschalten ist und es liegt irgendwo ich meine, also wenn man mein Handy quasi entsperrt, ich habe
nicht nochmal so einen PIN eingestellt, sprich es könnte dann einfach jeder meine Nummern haben oder
so, wobei nachdem ich noch nicht so berufstätig bin, habe ich da jetzt keine Geschäftskontakte oder so,
aber man könnte dann halt, ich weiß nicht, alles lesen oder so. Ich würde dann eh in einen Shop gehen und
es dann halt sperren lassen. Also das wäre meine Konsequenz, wenn ich es wirklich verlieren würde.
ich nicht darauf verzichten
habe.
geht bei mir immer eher um andere Personen, gar nicht so um mich, sondern, dass man Bescheid weiß,
Bescheid geben kann und nicht abhängig ist von irgendeinem anderen Telefon, da irgendwie mit Münzen,
dann hat man die Münzen nicht und so weiter, das ist so old school, sozusagen (.L.). Ja.
nicht, man hat es öfter in der Hand, weil man ja auch mehr machen kann letztendlich. (…) Was sich noch
verändert hat (.L.), ich finde, also es kann auch sein, dass ich etwas tollpatschig bin, aber ich verdrücke
mich öfter, also ich habe Erfahrung mit Touchscreens und so, aber du rufst irgendwie unabsichtlich
jemanden an, das kann auch an meinem Handy liegen oder so, aber das nervt mich auch manchmal.
Einfach, ja, dann tippt es das nicht ein, was man eigentlich wollte und dann lagged es kurz und dann gibt es
wieder drei Sachen ein. Wenn ich da an alte Leute denke oder so, oder an meine Oma beispielsweise, das
war eine Katastrophe. Ich meine ok sie kann damit nicht umgehen, aber es ist glaube ich nicht für jeden
gleich einfach zu nutzen. (…) Ja was hat sich verändert? (…) Wahrscheinlich braucht es mehr Strom (.L.),
weil es mehr aufgeladen werden muss. (...), ja, für mich persönlich hat sich jetzt nicht soviel verändert,
aber so allgemein hat sich glaube ich schon viel verändert, eben Stichwort Statussymbol schon mehr als
früher. Oder die ganze Industrie mit diesen Handy-Täschchen und Versicherungen irgendwie, und die
ganzen verschiedenen Tarife und halt (…) ja.
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3B: (…) also gute Freunde oder Bekannte?
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I: Ganz egal, sowohl Kolleginnen und Kollegen oder während einem face-to-face Gespräch mit einer
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3B: Ok, also ich habe eine Freundin, die war allerdings immer schon so, wo immer das Handy geläutet hat,
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I: Nein welche Erfahrung du allgemein gemacht hast mit Smartphones, wie sie eingesetzt werden
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3B: Also meistens liegen sie am Tisch, wenn du jetzt wirklich mit Freunden etwas machst oder so, dann
Freundin oder deiner besten Freundin, also einfach deine Erfahrungen.
egal zu welcher Uhrzeit du mit ihr etwas unternommen hast. Und sie ist dann auch so, dass sie dann immer
abnimmt, sie sagt dann vielleicht schon auch Entschuldigung, aber mittlerweile sagt sie das glaube ich auch
gar nicht mehr, also es ist schon so typisch bei ihr, dass man schon wieder ein Auge zudrückt. Also ich bin
jetzt auch nicht so extrem auf Höflichkeit aus, aber bei ihr ist es halt extrem. Sie tippt dann herum und
schaut gleich was da ist und dann haben wir auch irgendeinen Film angesehen und dann hat sie gleich auf
Facebook irgendetwas eingetippt, also Dinge die ich niemals machen würde, wobei, wie gesagt, (.L.) das
liegt auch an meinem Handy. Bei ihr ist es wirklich extrem, dass, also alle schütteln nur den Kopf, wenn
sie halt mit ihr was machen oder halt es ist schon irgendwie so ein Running gag. Ihr ist es aber egal, also
sie nimmt trotzdem ab, immer und will immer connected sein und irgendwie up-to-date und ich weiß nicht
was, also das gibt ihr anscheinend irgendetwas. Aber sonst, ich meine wenn jetzt das Handy läutet, dann
heben die meisten schon ab, es ist nicht so, dass man es irgendwie abtötet, außer du bist jetzt, ich weiß
nicht, bei einem Meeting oder so. Aber Freunde, ja, ich meine die schauen halt schnell mal ins Internet
wenn sie irgendetwas nicht wissen oder Wart ich schau schnell nach, zum Beispiel die [Name] (.L.). Ähm,
ja dann zum Beispiel unsere Putzfrau die zeigt dann immer so Bilder. Egal, also wenn du dich mit ihr
unterhältst, dann so, Ja warte ich zeig dir das, und holt gleich das Handy und so und es liegt immer am
Tisch und wird immer sofort verwendet. (…) Was fällt mir da noch ein. (…) Ja eine Freundin hat einmal
während dem Autofahren, wo sie eigentlich auch mit mir geredet hat, hat sie in Siri (.L.) irgendeine
Nachricht sprechen lassen, das wusste ich gar nicht, dass das geht. Da schaltest du Siri ein, das ist vom
iPhone, und sie wollte eine SMS schreiben aber weil sie eben mit dem Auto gefahren ist und mit mir
geredet hat (.L.), konnte sie nicht tippen logischerweise. Und dann hat sie das irgendwie aktiviert und hat
halt gesagt (.L.): „Hallo ich fahre jetzt zum Billa“ oder so (.L.). Und dann hat es das wirklich eingetippt
und abgesendet. Also alles per Voice messaging oder wie das heißt. Und das hat sich auch einmal gemacht,
wo wir uns eigentlich unterhalten haben und wo gerade eine SMS angekommen ist. (…) Ja, was könnte ich
dir noch erzählen? (…) Die Frage war, was meine Freunde machen?
sind sie immer dabei eigentlich. Also ich habe es immer in der Tasche und deshalb vergesse ich dann
darauf zu sehen oder werde angerufen und merke es gar nicht, aber bei den meisten Leuten die ich so
kenne oder wenn man sich trifft in einem Kaffee, liegt es immer am Tisch. (...), was ist mir noch
aufgefallen. (…) Ja eigentlich, wenn man Freunde sieht, vergeht kein Treffen, wo man nicht das Handy des
Freundes oder der Freundin sieht. Also eigentlich ist das Handy immer dabei, finde ich so, in der Mehrheit
eigentlich. Was noch. (...) Ja, habe ich etwas vergessen oder halt, irgendwas. (…) und dass ist halt eher bei
Gleichaltrigen, also bei älteren ist es nicht so. Außer sie legen jetzt Wert irgendwie auf ein schickes Handy,
dann zeigen sie es schon her aber es ist halt eher bei Gleichalterigen oder bei Jüngeren so. (…)
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I: Und wie beurteilst du den Griff zum Smartphone, in diesen Situationen, die du jetzt beschrieben hast,
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3B: Also ich finde es ok, wenn es ein, zweimal ist, oder wenn man weiß, dass irgendwie die Person gerade
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I: Wie beurteilst du die anderen Funktionen, die du vorher auch genannt hast, also beispielsweise, wenn die
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3B: Wenn das im Gespräch vorkommt meinst du?
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I: Ja
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3B: Ähm manchmal interessiert mich das gar nicht (.L.), also halt es reicht mir wenn jemand irgendwie ein
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I: Welche Erfahrungen hast du jetzt gemacht, wenn du sagst es ist gesprächsfördernd?
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3B: Wenn jetzt, ich weiß nicht zum Beispiel (.L.) wenn ich von meinen Katzen irgendetwas erzähle und
wenn das während der Unterhaltung geschieht?
Stress hat oder irgendetwas organisieren muss oder irgendetwas ist, ah, wenn es zum Beispiel so wie bei
der Freundin ist, dass es so exzessiv ist, dass es wirklich dauernd ist oder wirklich ständig die Konversation
unterbricht, dann nervt es einfach, weil du bist irgendwie so machtlos, du kannst ja nicht, ich werde jetzt ja
nicht dasitzen und sagen: „Ah geh was machst du jetzt schon wieder“ oder „Du bist so unhöflich“ oder so.
Ich finde es jetzt auch nicht verletzend oder so, also im Sinne von unhöflich, aber es zerstört halt eine
gewisse Atmosphäre weil wenn du gerade irgendetwas erzählst oder, sei es jetzt etwas positives oder etwas
schlimmes egal was, es ist einfach, es unterbricht das Ganze und dann musst du wieder zurückfinden und je
nachdem wie die Person dann damit umgeht, weil wenn sie lange damit beschäftigt ist, lange telefoniert
oder eine SMS lange tippt, dann wirst du ja nicht weiter mit ihr reden, sondern sitzt halt daneben und siehst
halt umher und denkst dir: „Hmm, ja“, (.L.) „Bist fertig jetzt?“ Also es kommt ganz darauf an wie die
Person damit umgeht, also es ist quasi die Häufigkeit die nerven kann oder die Dauer mit der der Freund
oder die Freundin damit beschäftigt ist. Aber man bekommt ja dann sowieso mit ob es ein wichtiger Anruf
war oder ob es um etwas Wichtiges geht, da habe ich dann vollstes Verständnis. Das passt ja, aber wenn du
dann merkst, dass es etwas Belangloses ist oder wo du denkst, da könntest du auch sagen, dass du später
zurückrufst und es wird aber nicht gemacht, dann denkst du halt schon, ja. Aber es kommt Gott sei Dank
nicht so oft vor, also es ist wie gesagt bei der einen Freundin extrem. (…)
Putzfrau die Bilder zeigt?
Erlebnis beschreibt oder sagt es war so schön, da waren wir dort und da und es war so cool. Dann reicht
mir das manchmal, es wäre mir manchmal sogar lieber wenn die Person einfach mehr darüber erzählt, als
wenn es dann nur heißt: „Schau ich zeige dir das Bild.“ Dann schaust du und dann sagst du: „Ah cool“.
Aber, es ist, also manchmal hört man ja lieber das Beschriebene und am Schluss kann man das Foto zeigen
oder während man das Foto zeigt dann noch erzählen. Aber es endet dann meistens so, dass man halt
mehrere Bilder ansieht und dann ist es wieder irgendwie so: „Ahhh ok“. Weißt du was ich meine. Aber ich
bewerte es grundsätzlich nicht als schlimm oder so, es kann ja auch Gesprächsfördernd sein, aber es ist
halt, manchmal finde ich es einfach unnötig, du könntest einfach nur darüber erzählen, ohne dass du jetzt
da gleich 150 Bilder zeigst oder so. (…)
sage, sie ist so faul und so furchtbar und so süß, dann zeige ich halt ein Bild oder so. Oder: „Magst du ein
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Bild sehen“ und dann halt: „Ja zeig her“ und dann, aber das ist dann meistens auch schnell vorbei, weil ich
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I: Also bezogen jetzt auf die Fotos
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3B: Genau, also wenn das jetzt quasi wirklich Gesprächsstoff ist, und nicht zulange dauert und dann
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I: Gibt es sonst noch irgendwelche Funktionen, deren Einsatz du während Unterhaltungen bemerkt hast?
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3B: Andere als ich aufgezählt habe meinst du?
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I: Ja, du hast ja auch gesagt, dass auch im Internet Informationen nachgesehen werden, wie beurteilst du
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3B: Ja kommt eben auch darauf an. Wenn es etwas Wichtiges ist, wenn man zum Beispiel, was weiß ich,
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I: Also teilweise hast du das jetzt vorher auch schon angemerkt, aber ich möchte jetzt noch etwas mehr
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3B: Also die Leute reagieren meistens rasch darauf, die sehen sofort nach. Was ich eigentlich auch machen
werde dann nicht irgendwie 150 Bilder zeigen, wahrscheinlich zeige ich sowieso mehr als die Person sehen
will, das verleitet wahrscheinlich auch dazu, wenn du viele Bilder hast, die du herzeigen möchtest, weil du
sie auch herzeigen kannst, weil ohne Handy könntest du sie auch gar nicht herzeigen Ja, aber es kann auch
positiv sein, oder wenn du sagst: „Ich war in Island und der Wasserfall war der Hammer“, dann ist es
irgendwie naheliegend, dass du das vielleicht zeigst. Ja.
wieder in das Gespräch übergeht, dann finde ich das voll in Ordnung. Aber wenn du dann noch Videos
zeigst oder ich weiß nicht was und dann noch irgendeine Handyfunktion, weil du so stolz darauf bist, dass
dein Handy das kann, dann geht das Ganze irgendwie in eine andere Richtung sozusagen.
das?
ein Lokal sucht, wo man gemeinsam hingehen möchte, dann finde ich es produktiv, weil dann möchte man
ja irgendwie zu einem Ergebnis kommen. Aber wenn du wegen jedem Blödsinn unter Anführungszeichen
nach siehst und dich eben nicht mehr unterhältst und gemeinsam nachdenkst, dann schließt man den
anderen ja irgendwie aus. Es sei denn man schaut gemeinsam, also ich sehe auf meinem Handy nach und
du auf deinem. Aber wenn man eigentlich dabei ist sich etwas auszumachen oder zu überlegen: „Hmmm
habe ich Lust auf asiatisch“ oder was auch immer und dann sieht der eine nur noch ins Handy, dann kannst
du ja nicht mit schauen, außer du sitzt jetzt daneben, aber das ist ja auch behindert (.L.). Ich kann mich
auch nicht auf die andere Seite setzen und nachsehen, was du auf deinem Screen machst. Also eigentlich
auch da, wenn es irgendwie zweckmäßig ist und dann schnell wieder erledigt ist, dann finde ich es ok, aber
wenn du dann jetzt irgendwo hängen bleibst und dann noch schnell auf Facebook siehst und ich weiß nicht
was alles, wie gesagt, dann grenzt du den anderen irgendwie aus. Oder er denkt sich dann: „Ja schön, was
mache ich jetzt“. Ja (…)
darauf eingehen. Also wenn das Smartphone von dir oder auch von deinen Freunden während dem
Gespräch irgendwelche Signale ausgesendet werden, wie wird darauf reagiert?
würde, also wenn ich bemerke, dass man mich anruft, dann sehe ich schon sofort nach. Wobei es schon
manchmal so ist, wenn ich mir denke, ja die hat mich heute schon angerufen oder ich weiß eh was los ist,
dann hebe ich nicht ab sondern denke mir: „Ja pfff egal jetzt“. Das machen aber die Meisten eigentlich
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nicht, die Meisten heben dann gleich ab. Wobei bei SMS sehen sie vielleicht kurz nach wer es geschrieben
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I: Und wie beurteilst du das?
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3B: Das finde ich ok, schließlich hat man es mit um irgendwie erreichbar zu sein. Wobei viele sich ja auch
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I: Gibt es sonst noch irgendwelche Signale auf die man reagiert? Also neben den SMS und Anrufen?
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3B: Naja irgendeine Erinnerung die du vielleicht eingestellt hast.
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I: Also ich meine jetzt Erfahrungen die du gemacht hast.
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3B: Ja, ich meine, ich weiß jetzt nicht wie es bei Facebook ist, aber da wird man ja auch benachrichtigt
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I: Fällt dir sonst noch irgendetwas ein, das ich noch nicht angesprochen habe oder wo du denkst dazu
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3B: In Bezug auf Gespräch und Handy?
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I: Allgemein, also sowohl bezogen auf das Smartphone aber auch bezogen auf das Gespräch.
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3B: (…) Also was ich auch glaube, es ist die Frage ob das bei Smartphones öfter ist, als bei den anderen
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I: In welche Richtung geht das? Was macht man selbst, was machen die anderen?
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3B: Ich glaube, ja eben ich habe mich gerade gefragt was ich selbst mache. Ich sehe dann manchmal so
hat, lesen es kurz und schreiben dann nicht sofort zurück. Also die meisten Leute oder Freunde halt. (…)
Und wenn dann schreiben sie halt schnell, aber meistens ist es eh nicht schlimm. Aber sie reagieren prompt
und hören es. Und dadurch, dass es eben am Tisch liegt, das ist wahrscheinlich der Unterschied, bei mir
liegt es nicht am Tisch und ich merke es gar nicht. Und dadurch, dass es bei ihnen am Tisch liegt merken
sie es halt sofort. (…) Also es wird quasi nie ignoriert (.L.), sage ich jetzt einmal. (…)
einbilden ständig erreichbar sein zu müssen. (…) Also man, die eine Freundin zum Beispiel kommt sich
ein bisschen wichtig vor. Weil man muss nicht immer abheben und man muss nicht immer sofort parat
sein. Also wenn mir etwas wichtig ist, oder zum Beispiel, Klassiker, wenn du im Kino bist und dir einen
Kinofilm ansiehst, dann werde ich jetzt nicht sofort hinausgehen und zurückrufen oder ein SMS zurück
schreiben. Es sei denn es ist etwas Wichtiges, aber wenn wir uns ehrlich sind, dann ist es selten so wichtig,
dass du sofort in dem Moment antworten musst.
oder? Wenn irgendetwas. Da schauen die meisten halt schon auch gleich nach. Aber sonst, lustiger Weise
eben die klassischen Telefon bezogenen Dinge, die dann die Leute wirklich auch benutzen im Gespräch.
möchtest du noch gerne etwas sagen?
alten Handys, dass man halt, es viel öfter in der Hand hat und viel öfter damit herum spielt, sei es jetzt
alleine oder in Gesellschaft. (...)
sinnlose Dinge nach. Ich sehe auf meinem Screen eh sofort, dass ich keine SMS bekommen habe.
Trotzdem schaue ich irgendwie ins Menü und tippe halt irgendwie herum. Ich denke die Leute lieben auch
diesen Touchscreen einfach, ich weiß nicht (.L.), das ist urverückt. Aber, oder was sehe ich dann nach?
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Dann sehe ich nach, ob eh schon alle Emails heruntergeladen sind, weil manchmal muss man das manuell
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I: Gibt es sonst noch irgendetwas, das du noch erwähnen oder unterbringen möchtest?
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3B: Ich glaube, dass es in der Schule scheiße ist. Als Lehrer, wenn du Schüler hast die mit ihren
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I: Ok, dann habe ich nur noch eine Frage, die ich vorher nicht gestellt habe. In welchen Situationen
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3B: Also ich telefoniere prinzipiell nicht so gerne oder sagen wir es einmal so, mit Freunden habe ich kein
machen, aber es sind dann eigentlich so sinnlose Dinge. Und das macht man ja nur, damit man irgendwo
hinsieht, damit man irgendwie beschäftigt wirkt. Also, manchmal sieht man, also ich merke es an mir
selbst (.L.) und wahrscheinlich bin ich nicht die Einzige die das macht. (...) manchmal wenn man auf die
Straßenbahn wartet, dann merkt man richtig die Leute fühlen sich gerade unwohl, dass sie nichts zu tun
haben. Die einen greifen zur Zigarette und die anderen greifen zum Smartphone oder so irgendwie. Und
das finde ich schon extremer durch die Smartphones. (…) Ja oder auch im MediaMarkt, da laufen alle zu
den Handys und spielen damit herum, mehr als sie es mit den Digitalkameras machen, obwohl die auch
mittlerweile Touchscreens haben und so, es ist irgendwie so ein Spielzeug geworden. Aber so im Gespräch
ist es jetzt nicht so ein riesen Problem, außer eben bei speziellen Personen. Und es kann halt auch
unhöflich sein, wenn du jetzt irgendwie auf einer Party bist oder mit viel mehr Leuten zusammen bist, als
nur zu zweit, wenn sich dann manche einfach, man grenzt sich ja auch selbst aus, man grenzt nicht nur die
anderen aus, sondern auch sich selbst auch. Wenn man merkt die Person da hinten spielt die ganze Zeit mit
dem Handy, dann werde ich sie nicht ansprechen oder ich werde nicht weiter mit ihr reden, oder ich denke
sie will gar nicht reden, also mit dem sozialen Aspekt ist das halt so eine Sache. Je nachdem wie gut man
sich natürlich kennt, aber wenn das jetzt ein Fremder ist oder jemand den du nicht so gut kennst, dann ist
das für mich so, ja ok, der oder die ist eh beschäftigt, also ja. (…)
Smartphones herum spielen. (...). Ich glaube, dass die Dinger viel zu viel können, also viele Dinge
mittlerweile können, die niemand eigentlich braucht. Aber ich habe eben auch eine eigene Einstellung.
Dann kommt noch dieses ganze Apple-Dings-Da, also es ist eben so ein Status-Dings. Also für manchmal
kommt sowieso nichts anderes in Frage und reden dann noch die ganze Zeit darüber, es ist ja auch für viele
ein riesen Gesprächsstoff. Und so richtig Nutzen, das würde mich dann eben interessieren, was du heraus
findest bei deiner Untersuchung. Was wirklich genutzt wird, das glaube ich sind dann letztendlich doch nur
die Basics, also SMS und Telefonieren und Email. Also Email das finde ich ist eigentlich, Email und
Musik hören, das sind für mich die besten Funktionen, wobei das konnten die anderen alten Handys auch
schon. Also es ist jetzt, wenn man so will nicht so eine riesen Neuerung. (…) ja.
ignorierst du Anrufe oder Benachrichtigungen, gibt es solche?
Problem zu telefonieren, aber bei Fremden bin ich ein bisschen, also wenn ich zum Beispiel eine Nummer
sehe, die ich nicht kenne, dann überlege ich mir (.L.) sehr lange ob ich abheben soll. Ich hebe nicht ab,
wenn ich keinen Bock habe (.L.). Also wenn ich gerade beschäftigt bin. Das ist oft so, das ist auch der
Grund warum ich nicht so gerne anrufe ich fühle mich manchmal einfach gestört, also wenn ich
irgendetwas mache. Wobei das kann auch eine Eigenheit sein. Also ich fühle mich manchmal gestört oder
ich denke mir dann: Ich rufe jetzt da nicht an, weil die Person macht wahrscheinlich gerade das und das
und ich hebe nicht ab, wenn ich keine Lust habe mit der Person zu reden oder wenn ich weiß oh mein Gott,
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das wird Ewigkeiten dauern. (...) wann hebe ich noch nicht ab? (…) Ja wenn es etwas Unangenehmes
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I: Gibt es auch Situationen, also je nachdem wo du dich befindest, in denen du nicht abnimmst?
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3B: Also das ist wahrscheinlich eher ein Frauenproblem, aber wenn du vollgepackt bist mit irgendwie
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I: Sonst noch etwas?
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3B: Ja, ich würde dann vielleicht auf SMS ausweichen. Also ich würde vielleicht schon reagieren, aber ich
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I: Fällt dir noch etwas ein?
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3B: Ich überlege, ich glaube nicht (.L.)
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I: Ok, dann vielen Dank
wäre, wobei man dann ja, je nachdem, das sind meistens Fremde Personen die was unangenehmes machen,
dann hebt man nicht ab.
einer Handtasche und du dich irgendwo festhältst und keine Hand frei hast, dann hebe ich meistens nicht
ab. Also nicht weil ich keinen Bock habe, sondern einfach weil es mir das nicht Wert ist, dass ich da jetzt
meine ganzen Sachen abstelle. Dann sehe ich schon nach wer es war und ob es wichtig war, dann würde
ich zum Beispiel, also wenn es nicht so wichtig war, würde ich erst anrufen, wenn ich daheim bin. Und
nicht jetzt, während ich auf dem Weg nach Hause bin. Also ich nehme mir dann meistens auch Zeit um
jemanden anzurufen. Außer es sind so kurze Sachen wie: „Hallo ich stehe da und ich warte schon seit 10
Minuten“ oder so, das ist natürlich kein Problem. Ja.
würde dann zurück schreiben: Du ich kann gerade nicht oder so, also ich reagiere dann schon. (…) Ja. (…)
Postkriptum Interview Nr. 03
Das Interview fand bei der Teilnehmerin zu Hause in der Küche statt. Das Smartphone
blieb in einem anderen Raum. Die Atmosphäre war locker und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 03
kein Smartphone während des Interviews vorhanden
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Transkript des Interviews Nr. 04 vom 22.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: D
Universität: Technische Universität Wien
Alter: 22 Jahre
Geschlecht: weiblich
Nutzungsdauer: 3 Jahre 6 Monate
Dauer: 27min
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I: Erzähl mir doch bitte einmal ausführlich wie du dein Smartphone von morgens bis abends nutzt
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4B: Also in der früh gleich beim aufstehen, Emails checken, Wecker ausschalten, dann Simsen oder was
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein?
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4B: Spiele
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I: Spielst du auch?
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4B: Ab und zu ja so für zwischendurch eben auch. GoogleMaps ist ein heißer Tipp als ich heute
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I: Und verwendest du das Smartphone als Substitut für andere Geräte?
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4B: Nicht als Substitut, eher als Ergänzung zum Beispiel eben zum PC, weil ich, dadurch dass ich
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I: Verwendest du es auch parallel zu anderen Geräten? Weil du am Anfang auch gesagt hast du verwendest
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4B: Nein das ist mein Wecker
auch immer. Untertags in der Arbeit, auf der Uni auch jederzeit Emails checken, Facebook, SMS,
WhatsApp und so für Kleinigkeiten, wenn ich es benötige Shazam oder die Kamera. (…) Erinnerungen
oder Kalender, also alle meine Termine sind auf das Handy hinauf gespielt und mit dem PC synchronisiert.
Aber das Handy ist halt einfach das Hirn das man immer mitträgt. Und am Abend auch jederzeit, wenn
man sich mit Leuten trifft dann ist es immer griffbereit irgendwie am Tisch oder in der Tasche und ja und
zum Musik hören auch, im Bus oder ja von A nach B auch. Ja.
hergekommen bin auch. Also einfach viele Funktionen die sehr nützlich sind und immer für zwischendurch
den Alltag ein bisschen erleichtern. Ja
Informatik studiere (...) arbeite ich sehr viel am PC aber dadurch dass man ihn nicht immer jederzeit
ausklappen kann, mache ich das alles über das Handy und das synchronisiert sich dann im Hintergrund.
Also somit habe ich das eigentlich als schnelles Eingabegerät.
es als Wecker, verwendest du es zusätzlich zum Wecker?
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I: Ok wo siehst du deine Verwendungsschwerpunkte?
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4B: Also hauptsächlich zum kommunizieren WhatsApp, SMS, telefonieren. Eigentlich, ja es ist immer
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I: Also das sind deine Schwerpunkte kommunizieren und Dinge nachsehen?
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4B: Richtig.
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I: Wie verwendest du das Smartphone sowohl auf der Universität, in der Freizeit und im Beruf, ich weiß
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4B: Ja
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I: Ok, wie kommt es da zum Einsatz? Gibt es Unterschiede?
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4B: Nein
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I: Auf welche Apps greifst du in den einzelnen Bereichen zurück?
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4B: Naja es kommt darauf an was man als App definiert, ob man jetzt vom Handy vom Standard ausgeht
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I: Beides
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4B: Aja ok, ja, was war jetzt nochmal die Frage?
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I: Wie du diese einsetzt in der Freizeit, auf der Uni oder im Beruf, oder ob es unterschiedliche
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4B: Gar nicht, überall gleich, immer die Standards eh Email, SMS und so weiter. Eigentlich wirklich
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I: Ok, verwendest du in der Freizeit spezielle Apps die du nicht auf der Arbeit verwendest?
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4B: Eigentlich nicht.
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I: Dann hast du Smartphone hast irgendwelche Probleme festgestellt oder sagst du es gibt irgendetwas das
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4B: Ein bisschen dieses immer Online-Sein, immer, das immer jederzeit nachschauen, habe ich jetzt etwas
mein Wecker und es ist auch das Non-plus-ultra zum Musik hören immer, für mich. Es ist schwer zu sagen,
eigentlich für alles. Eh auch irgendwie für GoogleMaps ohne diesem würde ich mich nicht in Wien
zurechtfinden.
nicht ob du nebenbei auch arbeitest?
oder ob man sich selbst welche
Einsatzgebiete gibt.
hauptsächlich zur Kommunikation ja.
dich ärgert?
verpasst, hat mich jemand angerufen? Also einerseits ist es gut, weil eh jetzt wenn man für die Uni
irgendetwas ausmacht oder schnell Emails checken, ist natürlich ein enormer Vorteil, aber das ist eben
auch der Nachteil dann. Gleichzeitig. Und was mir auch persönlich sehr auffällt ist eben, wenn man
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zusammensitzt in der Gruppe beim Kaffee, beim Team-Meeting, dann ist immer das Handy am Tisch, und
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit um? Also Sicherheit in Bezug auf Apps als auch in Bezug auf
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4B: Eher lockerer, also wenn man sich da jetzt mehr hinein lesen würde, dann dürfte man ja nicht einmal
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I: Das verbindest du jetzt mit, weil du gesagt hast mehr hinein lesen, in welche Richtung geht das dann?
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4B: (…) im Sinne von wenn ich mir eine neue App herunterlade, dann gibt es einen Haufen
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I: Und wie gehst du mit dem Download on Apps um?
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4B: (...) am Anfang war ich eher skeptisch eher so: „Nein dann laden wir es lieber nicht herunter, dann
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I: Also das heißt, wenn du dir jetzt eine App herunterlädst, auf was siehst du dann auf die Funktion?
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4B: Was meinst du?
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I: Wenn du dir ein App herunterlädst, siehst du dir das dann noch an welche Zugriffsrechte sie verlangt?
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4B: Ja ja ich sehe es mir schon an, aber
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I: Würdest du sagen es gibt Situationen, in denen du sagst, jetzt installiere ich die App nicht?
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4B: Jetzt würde mir spontan keine einfallen. Ich glaube wenn das Handy von sich aus irgendetwas anfängt
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I: Fällt dir sonst noch irgendetwas im Zusammenhang mit Sicherheit und dem Handy ein? Schützt du dein
da ist mir aufgefallen, dass am Anfang, wenn keine Handys am Tisch sind, sind alle viel entspannter und
gelassener und wenn dann irgendwer einmal das Handy zückt, dann müssen gleich alle nachsehen. Und
dann gleich, das ist sowie, einer schaut und alle müssen gleich auch checken ob bei ihnen auch etwas
passiert ist.
das Smartphone?
das Handy bei sich tragen, also in Bezug darauf.
Beschreibungen auf was nicht alles zugegriffen wird und manche Apps sind halt wirklich fast notwendig
eigentlich, nein notwendig ist es sowieso nicht aber, damit es einfach leichter ist, (…) zum Beispiel GPS
bei GoogleMaps, ich persönlich will nicht, dass ich überall mitgetracked werde wo ich spazieren gehe, aber
da ist halt standardmäßig eigentlich eingegeben, dass man das (...) einschaltet, man kann es dann
irgendwann einmal umschalten, aber so diese Dinge, was eigentlich auch unter Sicherheit fällt. So Daten.
schauen wir halt wie wir das anders lösen.“ Aber mittlerweile ist es schon so ein bisschen ein
Wurstigkeitsgefühl da (.L.).
zu verschicken oder zu machen, dann wäre es zu viel, aber das habe ich bis jetzt noch nicht erlebt, dass das
irgendwie passiert.
Handy irgendwie?
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4B: (...), naja einerseits die Datensicherheit also die Software und andererseits, dass das Handy an sich
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I: Und setzt du da selbst irgendwelche Handlungen dafür?
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4B: Nicht bewusst, keine Ahnung, auf der Straße schaue ich, dass ich nicht jederzeit mein Handy überall
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I: Und bei der Datensicherheit, machst du da irgendetwas?
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4B: Datensicherheit (...), aktiv nein. Aber einfach weil ich mich zu wenig damit beschäftige, ich glaube da
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I: Aber das interessiert dich nicht, weil du eher lockerer damit umgehst?
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4B: Also aktiv tut es mir noch nicht weh. Dass irgendwie meine Daten verwendet werden, weil andere eh
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I: Ok, dann was bedeutet dir dein Smartphone? Also diese Frage geht in die Richtung, welche Beziehung
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4B: Ok, Alltagsgegenstand den man jederzeit braucht. Also, wenn das einmal irgendwie weg ist dann fehlt
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I: Also du hast gesagt du brauchst es eigentlich oft oder es ist unangenehm, wenn es einmal eine Stunde
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4B: Immer für alles eigentlich, es ist schwer zu sagen. (…)
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I: Oder wenn ich es anders formuliere, wenn du das Smartphone zuhause vergisst oder du verlierst es, wie
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4B: (…) ja eh diese Nichterreichbarkeit, weil es ist einfach so, dadurch dass ich viel unterwegs bin Uni,
nicht weg kommt, also nicht gestohlen wird.
herumzeige und andererseits, es gibt ja diese Sicherheitscodes am Anfang, also wenn mein Handy am
Tisch oder irgendwo in der Arbeit liegt, dass nicht jeder gleich alles einsehen kann. Das ist einerseits
wieder sehr praktisch und andererseits irgendwann habe ich es dann auch wieder abgeschaltet, weil wenn
du dann zehnmal irgendwie, das Wörterbuch zum Beispiel, wenn du jederzeit diesen Code eingeben musst,
dann ist es wieder mühsam.
gibt es sicher genug Möglichkeiten die Daten besser zu schützen.
auch, im Hintergrund da sind ja die ganzen Dinge mit GoogleAds und so weiter, das passiert ja auch
anhand dieser Daten und das tut mir jetzt nicht weh deswegen.
hast du zu deinem Smartphone?
einem, dann fehlt etwas. Also unterwegs habe ich es immer bei mir und maximal zuhause, wenn es dann
für ein paar Stunden irgendwo in der Ecke verschwindet, dann ist man froh wenn es weg ist, aber
grundsätzlich, also zuhause ist dann so ein, da ist man, da bin ich froh wenn ich ein bisschen Erholung
bekomme und nicht jederzeit erreichbar bin, aber unterwegs immer bei der Hand, immer. Wie gesagt schon
vorher mit nachsehen und Dinge überprüfen und immer up-to-date sein.
weg ist? Hast du das Gefühle es gibt irgendwelche Abhängigkeiten, oder brauchst du es in gewissen
Situationen immer oder sehr oft?
gehst du mit einer solchen Situation oder was stört dich am meisten?
Arbeit, Termine ausmachen mit Leuten für Übungen treffen und so weiter (…) muss man ja fast immer
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erreichbar sein und wenn ich dann einmal das Handy vergesse, dann ist es sehr umständlich, dann ist
einfach, einfach schwer sich ein bisschen zurecht zu finden. Ich meine Wege finden und so, das ist
überhaupt kein Problem, aber eben mit den Leuten verständigen, also jetzt würde man noch nicht zur
Telefonzelle gehen und irgendwie jemanden anrufen, außerdem weiß man die Nummern eh nicht
auswendig, also das Handy weiß dann alles und ja, also eigentlich ist es überhaupt nicht wegzudenken aus
dem Alltag. Mittlerweile.
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I: Also hast du das Gefühl es gibt in diesem Bereich Abhängigkeiten?
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4B: Eigentlich schon ja, eigentlich so hauptsächlich auf Kommunikation bezogen. Kommunikation und
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I: Was heißt für die Freizeit oder nicht in der Freizeit?
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4B: Freizeit?
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I: Weil du jetzt gesagt hast hauptsächlich auf der Arbeit und der Uni, in der Freizeit ist es nicht so wichtig?
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4B: Naja, eigentlich, oh ja.
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I: Inwiefern unterscheidest du Freizeit von der Uni, wenn es um Kommunikation geht?
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4B: (...) naja wenn ich, in der Freizeit wenn ich jemanden nicht sofort zurückrufe und nicht gleich auf die
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden?
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4B: Face-to-Face?
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I: So wie wir face-to-face, wenn man zusammensitzt in der Gruppe oder einer Freundin oder einem Freund
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4B: Also die erste Reaktion ist, dass meistens wenn man sich hinsetzt gleich das Handy auf den Tisch
Information, dass man mit den Leuten in Kontakt ist und nicht für die Freizeit sondern für die Arbeit oder
für die Uni
SMS antworte, dann ist mehr so ein: „Schauen wir mal, ob wir uns treffen, ob wir Zeit haben“. Aber Uni
und Arbeit ist mir, das sind Dinge mit Deadline die erfüllt werden müssen, wo man sich, also ich habe jetzt
aktuell die Situation wir haben ein Übungsbeispiel, wir haben in drei Wochen Deadline und wir sind
gerade auf Terminfindung, dass wir uns irgendwie zusammensetzen und da, also wir sind zu viert und die
drei Leute haben schon echt viele Emails geschrieben und ich war jetzt zwei Tage nicht am PC weil
einfach nicht die Notwendigkeit war und es sich einfach nicht ausgegangen ist, also wirklich tatsächlich
zum arbeiten nicht zum Facebook chatten oder so, und da ist es, da schaue ich am Handy nach und
antworte vom Handy aus, also da sehe ich das einfach als Arbeit als notwendig da schnell zu antworten, da
schnell darauf zu reagieren. Damit etwas weitergeht und in der Freizeit ist eher, es ist kein Stress da, es ist
keine Deadline, es ist mehr auf freiwilliger Basis sozusagen (.L.).
einen Kaffee trinken geht oder so.
gelegt wird. Das ist das was mir bewusst auffällt. Und eben, wenn dann einer nachsieht, sehen alle nach.
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I: Auf was führst du das zurück?
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4B: Auf das Gefühl, dass alle irgendwie, also wenn einer etwas bekommt, dann haben alle anderen
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I: Also wenn du jetzt auch von dir ausgehst. Wenn dein Gegenüber das Handy heraus zieht, ist das dann
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4B: Ja, das ist eigentlich fast unbewusst, das passiert einfach so. Vor allem dann wird das Gespräch
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I: Also nicht nur bei demjenigen der den Anruf erwartet sondern bei allen?
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4B: Genau, ich finde das geht über auf die Leute.
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I: Weil wir gerade dabei sind, wie hast du das Gefühl wird allgemein mit Benachrichtigungen oder
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4B: Leute gehen weg, Leute schnappen sich das Handy und verlassen den Tisch, meist einerseits natürlich
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I: Sonst noch irgendetwas, was dir dazu einfällt?
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4B: Wwas mir, naja, wenn man in der U-Bahn-Station steht, dann sind die Leute ja so unerreichbar wenn
irgendwie das Gefühl, dass: Vielleicht bekomme ich ja auch etwas, oder Verpasse ich eh nichts. (...) ja.
für dich der ausschlagegebende Punkt, dass du dann auch denkst, jetzt sehe ich auch nach?
unterbrochen und dann hat man eh nichts zu tun und in die Luft sehen, das tut man eigentlich nicht mehr,
sondern dann sieht man auch aufs Handy, bevor man Däumchen dreht oder so. Was noch interessant ist, ist
(...) ich war, also im Jänner war ich in Portugal, in Lissabon sind wir mit den öffentlichen Gefahren. Keiner
spielt irgendwie mit dem Handy, hört Musik, nichts, die sehen wirklich aus dem Fenster. Und bei uns wenn
man mit der U-Bahn fährt jeder zweite oder fast jeder eigentlich liest am Handy oder am Notepad, hört
Musik, telefoniert irgendwie und immer dieser Blick gesenkt, also einfach wie die Leute schauen. Das ist
ein Erscheinungsbild, das ist, bewusst würde man es nicht wahrnehmen, also mir ist es vorher auch nicht
aufgefallen, nur eben dadurch, dass ich es anders gesehen habe, fällt das schon auf. Und ja, was noch ist,
wenn Leute irgendwie ein Gespräch, also ein Telefonat erwarten, eh auch wenn das Handy am Tisch liegt,
dann ist eine Nervosität da finde ich, also wenn ich merke, wenn du jetzt dein Handy da liegen hast und so,
ja du erwartest einen Anruf und dann ist so ein, eine leichte Nervosität bei allen, so.
Anrufen während einem Gespräch, also face-to-face Gespräch wieder, umgegangen?
vom Lärmpegel her weil meistens wenn man irgendwo ist, Musik oder viele Leute, also einerseits die Ruhe
andererseits vielleicht, dass nicht alle alles mithören gleich. Natürlich bleiben auch Leute in der
Gesprächsrunde aber eher selten, also fast immer gehen die Leute weg zum telefonieren. Zum Simsen
bleiben die Leute schon sitzen, aber das passiert dann auch nicht so nebenbei, sondern die konzentrieren
sich dann wirklich auf das Schreiben.
sie da mit den Ohrstöpseln stehen oder mit dem Handy hantieren. Also mir ist, ich fahre auch viel mit dem
Zug, wenn ich nach Hause fahre nach Niederösterreich, und dann wenn ich lese, nur lese, in einem Skript
oder einem Buch irgendetwas, dann fragen die Leute noch eher so: „Wo muss ich hin“, nach dem Weg
irgendetwas. Aber mit dem Musikhören oder irgendetwas am Handy nachsehen, da sind die Leute eher
distanziert, was ich bis jetzt miterlebt habe.
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I: Gibt es irgendwie noch andere Arten wie das Handy während der Kommunikation eingesetzt wird, also
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4B: Vielleicht
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I: Oder kommt es überhaupt zum Einsatz, also es kommt auf deine Erfahrung an.
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4B: Ja, es kommt auf die Situation an, aber oft wird nachgesehen, wenn diskutiert wird um irgendwie
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I: Und wie empfindest du das? Wie beurteilst du das?
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4B: Nicht negativ, also eigentlich, eigentlich fällt es mir nicht wirklich auf, also es, mit Bildern oder so ist
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I: Heißt das, dass diese Informationen auch gleich benutzt werden für das Gespräch?
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4B: Ja eigentlich schon. Entschuldige, noch, gleich zum planen auch sieht man irgendwie gleich auf dem
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I: Und fällt dir sonst noch etwas ein, du kannst dir gerne Zeit lassen.
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4B: Ja, was, ich gehe jetzt sehr von mir aus, aber ich bin auch dadurch, dass ich Informatik studiere, glaube
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I: Sonst noch etwas?
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4B: Was ich noch witzig finde, es telefonieren mittlerweile sehr viele Leute gleich über die Kopfhörer und
face-to-face wieder? Oder wie kommt das Smartphone allgemein zum Einsatz während des Gespräches?
irgendetwas zu beweisen, also gleich im Internet nachsehen, oder irgendwelche Fotos herzeigen.
Grundsätzlich ja, also auch so als Informationsquelle eigentlich.
es nett für die Unterhaltung aber das ist nicht negativ und genauso beim irgendetwas beweisen oder
nachschauen, ist es eigentlich eher gut, weil dann hat man schnell die, also wenn man sagt man sieht zu
Hause nach, bis dahin hat man es eh vergessen und da kann man sofort nachsehen und gleich ein bisschen
klüger werden (.L.).
Handy nach wenn man sich irgendetwas ausmacht, auch face-to-face. Dann ist es auch sehr hilfreich, wenn
man irgendwie eine Route plant oder so, wir haben jetzt den Flug gebucht für den nächsten Urlaub und
auch gleich am Handy nachgesehen zwischendurch, zum Beispiel am Kalender wegen den Terminen oder
irgendwie ansatzweise den Flug suchen, am Handy kann man das eh nicht gut, aber ein bisschen
reinschnuppern zumindest einmal, also und zum planen eigentlich auch.
ich, dass ich in einem Umkreis bin wo das Handy einfach mehr genutzt wird. Aktiv mit den ganzen
zusätzlichen Apps. Ich glaube es gibt sehr viele, sehr viele Leute die einfach nicht diesen Umfang nutzen.
Die einfach noch immer auf Alltagsgegenstände zurückgreifen, wie Karte und normaler Radiowecker oder
so, also. Und genauso ist es mit den Alltagssituationen, ich glaube da ist dann auch das Handy nicht so
präsent.
eigentlich ist das, ich mache das selbst, aber ich finde es unterhaltsam (.L.), wenn dann Leute gehen und
man bekommt die Kopfhörer nicht immer mit, weil die so klein sind, und dann sieht es lustig aus, wenn die
Leute dann einfach so in die Luft reden. Und ich habe es selbst mitbekommen, wie mich Leute ab und zu
so komisch ansehen, ob ich Selbstgespräche führe oder so, aber, also das ist schon etwas anderes wenn
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man das Handy am Kopf hat, oder wenn man über die Kopfhörer telefoniert. Das ist noch nicht so
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I: Stimmt es gibt ja auch diese Headsets schon die man ständig im Ohr hat.
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4B: Ja, was noch?
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I: Die nächste Frage hast du auch teilweise schon beantwortet, aber wie beurteilst du während dem
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4B: Eigentlich unhöflich. Also ich meine ich mache es selbst auch, aber wenn ich sage es ist eher so eine
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I: Was machst du, während das Gegenüber telefoniert?
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4B: In Ruhe lassen, also kommt auf die Situation an eh, wenn es eine lockere Atmosphäre ist, wenn jetzt
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I: Also hast du das Gefühl die Leute könne das gut einschätzen?
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4B: Eigentlich schon ja.
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I: Gibt es sonst noch irgendetwas, irgendwelche Erfahrungen?
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4B: Ich bin auch bei den Pfadfindern und wenn man im Sommer auf Sommerlager fährt zwei Wochen,
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I: Heißt das es legt dann eigentlich irgendwie jeder weg?
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4B: Ja, es ist dann einfach nicht notwendig, man braucht es nicht. Also maximal für den Notfall, falls
allgegenwärtig, dass die Leute jetzt schon daran gewöhnt sind.
Gespräch den Griff zum Smartphone, also wenn jetzt ein Anruf oder irgendetwas ankommt?
lockere Unterhaltung dann, und dann ist gerade eine Redepause oder so, dann ist es nicht weiter auffallend,
aber wenn man sich ernsthaft unterhält, wenn man irgendwie etwas plant, was aktiv arbeitet, wie UniMeeting oder was auch immer, dann ist es unpassend und dann finde ich es fast unhöflich wenn
irgendjemand anfängt SMS zu schreiben ewig lange.
nicht die Leute nur unterhalten, dann lasse ich doch die die SMS schreiben oder telefonieren, also das, da
würde man die Person nicht aufhalten, aber wenn man arbeitet aktiv und wenn sich das dann in die Länge
zieht dann, eher beim SMS schreiben, dann sagt man schon: „Schauen wir einmal, dass wir das fertig
machen“, aber, ich war jetzt eigentlich auch noch nicht in der Situation, dass das der Fall gewesen wäre.
Eigentlich, ich glaube die Leute waren bis jetzt immer so, dass sie es selbst mitbekommen haben und die
Priorität auf das legen, was wichtiger ist.
dann ist man im Zelt und dann ist man, dann sind die ersten drei Tage so, ja das Handy steckt man noch
ein, also für den Notfall, zum nachsehen hat man eh keine Zeit , aber so für den Notfall, aber eigentlich
bleibt, irgendwann bleibt das Handy liegen und dann ist man fast irgendwie, befreit ist ein sehr sehr starkes
Wort, aber einfach es sind alle viel entspannter. Ich merke es an mir und ich merke es auch an den anderen
Leuten, einfach.
irgendetwas passiert, also wir haben Verantwortung für die Kinder, aber grundsätzlich ist das Handy dann
einfach weg.
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I: Also haben die Kinder dann auch schon Smartphones oder Handys dabei?
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4B: Grundsätzlich ist es verboten, dass die Kinder Handys mitnehmen, aber wenn sie eines haben, dann
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I: Ich wollte jetzt nur noch einmal nachfragen ob es nur bei den Betreuungspersonen weggelassen wird
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4B: Ja, nein, also das ist bei den Kindern auch. Also einerseits um nicht die ganze Zeit Kontakt nach Hause
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I: Gibt es sonst noch irgendwelche Erfahrungen?
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4B: Also grundsätzliche finde ich schon, dass alle ziemlich abhängig sind vom Handy. So aus Prinzip, und
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I: Ok, wenn dir sonst nichts mehr einfällt?
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4B: Ja das war es.
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I: Dann sage ich danke.
sagen wir ihnen, sie sollen es nicht verwenden, also die Kinder sind 10 bis 13. Und wir sagen ihnen dann,
sie sollen es nicht verwenden und wenn wir merken sie verwenden es doch, nehmen wir es ihnen weg.
Also ja dann sagen wir ihnen: Gib es uns und nach dem Lager bekommst du es wieder
oder auch bei den Kindern?
zu haben, weil dann ist es so, ja, Heimweh und es ist so furchtbar und ja, Hunger und wir sind schmutzig
und ich weiß nicht. Also nicht nur auf Pfandfinder sondern allgemein bezogen, ich glaube das ist überall
wenn die Kinder irgendwo wegfahren, einfach auch, dass es für die Kinder leichter ist sich auf die
Situation einzustellen. (...), ja.
dass es nicht mehr vom Alltag wegzudenken ist, weil es einerseits sehr viel erleichtert, aber auch eben
dieses, dieser Drang immer nachzusehen, der Drang erreichbar zu sein, ja.
Postskriptum Interview Nr. 04
Das Interview fand beim Interviewer zu Hause statt. Die Teilnehmerin legte das
Smartphone vor sich auf dem Tisch ab. Die Atmosphäre war locker und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 04
2min10s: Nimmt das Smartphone zur Hand und wischt einige Male über das Display,
[sucht nach weiteren Applikationen die sie benutzt]
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Transkript des Interviews Nr. 05 vom 23.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: E
Universität: Technische Universität Wien
Alter: 27 Jahre
Geschlecht: männlich
Nutzungsdauer: 4 Jahre 6 Monate
Dauer: 39min
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I: Erzähl mir bitte wie du dein Smartphone von morgens bis abends einsetzt, also im Tagesablauf, wann
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5B: Eigentlich nicht wirklich tagesspezifisch, meistens für die selben Tasks, also Facebook, Emails,
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I: Nein, das gehört schon auch hier dazu, also allgemein wann du es das erste Mal verwendest und wann
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5B: Also das erste Mal wahrscheinlich nach dem Aufwachen, nachsehen wie spät es ist. Ja Uhrzeit, weil
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I: Also das war jetzt auf abends oder morgens bezogen?
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5B: Morgen, ja. (…) Das wechselt ein bisschen ab, ob man gleich aufsteht und am Computer Zeitung liest
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I: Sonst noch was?
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5B: Was mache ich sonst noch mit dem Handy? (…) Keine Ahnung, manchmal ein bisschen Skypen, nein,
und zu welchem Zweck du es einsetzt?
Zeitung lesen und sonst, ja, das wären einmal die Tasks denke ich, sonst halt, wenn eine SMS oder ein
Anruf kommt, aber das wird ja von der anderen Seite angestoßen meisten. Und sonst, ja, zwischen Pausen
irgendetwas spielen, also im Moment halt, im Moment irgendwelche Rätselsachen meistens, (...), keine
Ahnung so, (…) was spiele ich im Moment, so 7mal7 so Tetris ähnlich, oder LuckyWheel also so
Kreuzworträtsel ähnliches, das spiele ich zwischendurch. Sonst, (…) wenn ich unterwegs bin, meistens
noch Ingress zusätzlich und auf Quando nachsehen, wenn ein Bus kommt oder was die nächste
bestmögliche Verbindung wäre. Oder unterwegs ist wahrscheinlich eine andere Frage?
das letzte Mal.
ich keine Uhr habe verwende ich es auch als Uhr (…) also Wecker, und auch als Wecker, ja stimmt. Also
es ist schon allgegenwärtig. (…) Aufstehen auf die Uhr sehen, Wecker ausschalten eventuell und dann
eventuell im Bett noch Emails und Zeitung lesen. (…)
oder gleich am Handy. (…) ja.
nur wenn ich gerade, (…) ja Fotos machen natürlich, wenn ich etwas gekocht habe manchmal Fotos
machen oder wenn ich irgendetwas unterwegs sehe, (…) was hat man sonst noch so darauf? (…) Ja weiß
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auch nicht, es ist so das Multitool für alles eigentlich, es gibt eigentlich nichts was man nicht machen kann.
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I: Hast du das Gefühl du verwendest das Smartphone als Substitut für andere Geräte?
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5B: Ja, gänzlich ersetzt, ja, es hat sich so ergeben, dadurch dass ich keine Uhr mehr angehabt habe, dass
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein?
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5B: Zum Dings, habe ich vorher vergessen, wenn ich laufen gehe verwende ich es meistens als Puls, nein
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I: Wo siehst du deine Verwendungsschwerpunkte, wofür verwendest du es am meisten oder was ist dir das
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5B: Das wichtigste, das wichtigste? Am meisten verwende ich es wahrscheinlich für Social Media, Musik
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I: Dann welche Rolle spielt bei dir das Smartphone in der Freizeit, auf der Uni oder im Beruf?
Taschenlampe
ich die Uhr durch das Smartphone ersetzt habe, weil man ja, wenn man keine Uhr anhat und das Handy
dabei hat, sieht man halt dort auf die Uhr. Wecker war eigentlich immer schon, oder seit, sicher schon seit
zehn Jahren auf dem Telefon, also Wecker und Uhr sind ja nicht unbedingt Smartphone spezifisch. Kamera
habe ich nie wirklich eine besessen, deswegen auch nicht substituiert, aber halt, wenn ich wahrscheinlich
kein Smartphone hätte, hätte ich wahrscheinlich irgendwann eine Kamera gekauft, beziehungsweise, halt
ja. Den Computer hat es für mich nicht ersetzt, allerdings, wenn man auf Reisen ist, nimmt man eher
weniger oft den Laptop mit, weil man eventuell für das wichtigste das Smartphone hat. Also zum im
Kontakt bleiben, früher vielleicht im Ausland Email schreiben oder Skypen eben oder so, nimmt man
vielleicht jetzt, nehme ich vielleicht jetzt eher nicht mehr den Laptop mit. Laptop eher wegen der Größe
noch zum Filme ansehen. Zum im Kontakt bleiben Emails oder Skype nimmt man eher das Handy weil
man auch länger Akku hat, oder, ja, ja und kleiner und mobiler. Da wäre auch das Tablet, das wäre
vielleicht ein Hauptgrund dafür. Sonst, ersetzt, ja habe ich zwar auch nicht, ja es hat vielleicht den Kleinen
den Gameboy ersetzt, so die Casual Games, die WC Games oder wie nennt man das? (…) ja. (…)
als Sporttracking-Device. Wart mal kurz [geht das Handy holen], wenn ich nachsehe, wüsste ich es eher,
falls es wichtig ist, was ich alles mit dem Handy mache. Wörterbuch, oh ja ganz wichtig eigentlich immer
dabei habe ich das Handy wenn ich aus dem Haus gehe um Musik zu hören. Weil, in dem Sinne hat es
eigentlich den iPod substituiert, würde ich sagen. Weil man das Handy eh dabei hat und genug
Speicherplatz hat, verwende ich jetzt eigentlich fast nur noch das Handy. (…) Ja, gegenüber früher hat es
substituiert, dass man, wenn man draußen ist auf die Busfahrpläne sieht um nachzusehen wo man sich
befindet, also Kartenlesen, und beziehungsweise vorher heraussuchen wo man hingehen muss, fällt weg,
weil man ja GoogleMaps hat. Ähnliches für das CityBike. Teilweise Tickets kaufen per SMS oder also für
die ÖBB aber das eher weniger weil es ein bisschen komplizierter ist, finde ich. (…)
Wichtigste?
hören, Kamera und Zeitung lesen und dann spielen. Und am angenehmsten sind die, unterwegs
wahrscheinlich, die kleinen Sachen wie GoogleMaps oder Quando, also im Sinne von allen Öffi-Dingen.
(…) Sonst. (…)
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5B: (…) Naja eigentlich die Selben, Freizeit zum eventuell etwas abrufen, up-to-date sein, (…) also
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I: Hast du das Gefühl, dass es, seit du das Smartphone hast, also, welche positiven und negativen Punkte
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5B: Positive auf jeden Fall, wahrscheinlich eben, dass man nicht mehr so in der Gegend herum irrt, weil
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I: Hat sich irgendetwas geändert bei dem Sprung von Handy auf Smartphone?
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5B: (…)
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I: Also etwas das du jetzt positiv oder negativ beurteilst?
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5B: Ja auf jeden Fall halt, dass man das Gefühl hat, eben Schweizermesser mäßig, Multitool, alles
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit im Zusammenhang mit dem Smartphone um, also egal was du
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5B: Naja Sicherheit, ich habe, also abgesehen davon, dass ich diverse Passwörter verwende, also ein SIM-
unterwegs auch Emails beantworten zu können, falls es einmal wichtig ist, was manchmal also Uni-mäßig
der Fall sein kann. (…) Sonst halt, Zeit überbrücken, vor allem denke ich. Auf der Uni oft spielen oder in
der U-Bahn halt Zeitung lesen. (…) Und sonst, (…) einfach ja die vorher erwähnten Sachen, Karten lesen
und solches Zeug, (…) das ist in der Freizeit denke ich mal, also, ja.
würden dir einfallen?
man relativ genau weiß wo man sich befindet und wo man hin muss, (…) vor allem in Wien eben. (…) das
ist ein Pluspunkt. Auch das mit den Öffis. (…) Positiv, man hat immer, wenn man irgendwo warten muss,
sei es auf der Uni oder beim Arzt oder so etwas, man hat immer etwas zu tun, solange man Akku hat. (…)
negativ (…) man verwendet wahrscheinlich zu viel Zeit damit, (…) aber weiß nicht ja, teilweise hat das
mit dem Smartphone zu tun, aber generell dadurch, dass man es immer dabei hat, kann man immer
nachsehen, also Procrastination halt einfach. (…) noch negativ, die Email-Erreichbarkeit war beim Handy
auch schon so, das hat mich eigentlich nicht so gestört. (…)
erdenkliche was man sich vorstellen kann, was praktisch wäre dabei zu haben, hat man dabei, also, so
irgendwie im kleinen Format eben. Einen Übersetzer, ein Diktiergerät, wenn man einmal irgendetwas
aufnehmen will, eben Musik hören, alles wofür man vorher vielleicht zwei drei Sachen benötigt hat, das ist
schon sehr praktisch. (…) Es hat also unterwegs unendliche viele Möglichkeiten durch die ganzen
Sensoren und alles. (…) Es lässt keine Wünsche offen. (…) Und auch, mittlerweile ist es auch, sagen wir
mal so für Schnappschüsse ein adäquater Ersatz geworden von der Kamera her, um schnell einmal etwas
festzuhalten so untertags vor allem. (…) Negativ ja, (…) kommunikations-mäßig wahrscheinlich negativ,
aber das, (…) also dass man sich vielleicht eher mit dem Handy beschäftigt als mit dem (…) Gegenüber im
Bus, ja das ist eher auch eine Charakterfrage vielleicht auch. Also ich glaube jetzt nicht, dass ich mich,
zumindest nicht gern, umdrehe und mit wildfremden im Bus geredet hätte, es sieht halt jeder in sein
Smartphone, (…) anstatt beim Fenster hinaus. (…) Ich weiß nicht was negativ oder positiv dabei ist. (…)
unter Sicherheit jetzt verstehst, also in jeder Hinsicht?
PIN verwende, sonst habe ich eigentlich nie das Handy abgesichert, schalte ich eigentlich immer Bluetooth
und NFC aus, wobei das auch nochmal PIN gesichert ist.
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I: Wieso machst du das?
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5B: Eigentlich, Hauptgrund, weniger Akkuverbrauch, und da ich es nicht verwende, sinnlos. Hauptsächlich
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I: GPS?
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5B: Ja die halt auf das GPS zugreifen dürfen oder so. Ja. (…)
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I: Ok, was bedeutet dir dein Smartphone, also welche Rolle spielt es für dich in deinem Leben, welche
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5B: Ja, ich würde sagen es ist allgegenwärtig und schon mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vom Alltag.
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I: Wenn du dem Smartphone ein Gefühl zuordnen könntest, wäre das möglich?
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5B: Positiv, auf jeden Fall, ein positives Gefühl. (…) ein Gefühl (…) wenn es jetzt aufgeladen ist und
aus diesem Grund. Aus diesem Grund schalte ich auch das Internet aus, also halt das Edge und so, und ja
weiß nicht, es muss nicht dauernd senden Strahlendings, also zum Beispiel brauche ich nicht dauernd die
Emails abrufen, das mache ich zum Beispiel nicht, dass ich jetzt dauernd online bin und es pushed,
sondern, das gehört vielleicht auch zum vorigen dazu, Wie verwendest du das Handy, im Sinne von, ich
gehe bewusst online und offline also ich nehme das Handy her, schalte es online, bekomme die diversen
Mails, oder Facebook oder sonstige Nachrichten, und checke dies oder checke sie nicht oder ignoriere sie
und schalte wieder ab, also gehe wieder offline. Also nicht die 24 Stunden online, sondern bewusst die
Entscheidung online zu gehen und offline zu gehen, das gehört vielleicht noch zu dem vorigen. Und sonst
sicherheitsmäßig, also NFC Bezahlmethoden sind bei uns eh noch nicht da, noch nicht so ganz. Und
Sicherheit im Sinne von Facebook oder sonstigem, die sind ganz normal Passwort gesichert. (…) Was
vielleicht weniger mit Sicherheit zu tun hat, darauf achten was man posted. Na ja, Eventuell, zumindest
darauf achten was man installiert. Eigentlich schaue ich darauf, dass ich nur Apps installiere, also meistens
also eh nur Gratissachen, aber dass ich nur Apps installiere aus dem Google Play Store bei Android eben,
also nur aus dem offiziellen Store und nicht aus anderen Quellen, außer ich kenne diese. Oder, also es gibt
so Betaversionen oder so Zeug von vertrauenswürdigen Quellen die installiert man von Hand, aber also wo
ich weiß wo es herkommt zum Beispiel. Sonst Sicherheit, Sicherheit im Sinne von Tracking, (…) auch
eigentlich bewusst freigegeben, dass teilweise einige Apps die ortsbezogene Dings, also Location-based,
wie nennt man das, also wissen wo ich bin.
Beziehung hast du zu deinem Smartphone?
Dadurch, dass es sehr viele Rollen einnimmt eben als Kommunikationsmittel, als Informationsmittel, als
Multitool, Kamera, MP3-Player und so weiter, Spielkonsole ist es eben vom Entertainmentbereich bis zum
Info und so weiter Bereich, ich würde schon sagen allgegenwärtig. Dadurch, dass es auch so viele Bereiche
vom Alltag abdeckt und Alltag und beruflich, ja. (…)
Akku hat, dann ist es ein ich weiß nicht, ein guter Begleiter, vertrauenswürdig ist falsch gesagt, nein, das
trifft es gar nicht. Aber ich weiß nicht es gehört dazu wie der Schlüssel oder das Taschentuch oder so.
Beim aus dem Haus gehen wäre man unvollständig, man füllt sich vielleicht gewappneter.
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I: Hast du das Gefühl, also wie würdest du darauf reagieren, wenn du das Smartphone verlierst oder zu
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5B: (…) also verlieren, hat, also dadurch, dass ich eigentlich immer die ganzen, sagen wir mal die
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I: Nein zu Hause vergessen. Also wenn du es zu Hause liegen lässt, wie wirkt sich das auf die nächsten
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5B: Naja, man möchte es natürlich (…) bald wieder haben aufgrund, auch weil man erreichbar sein
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I: Welche Rolle spielt für dich das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden, also Kollegen und
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5B: Ja, ja, kommt darauf an über was man redet. Teilweise wird es verwendet um Sachen zu zeigen. (…)
Hause vergisst oder hätte das irgendeine Auswirkung auf dich, oder wie würdest du mit dieser Situation
umgehen?
wichtigen Sachen, also die persönlichen Daten am Smartphone, sehe ich immer dazu, dass ich sie
synchronisiere mit dem Laptop, weil die möchte ich nicht unbedingt verlieren, weil es teilweise schwierig
ist zum diese wieder aufzubauen, also Kontakte oder vergangene Fotos, diese werden ja sowieso archiviert
oder so ähnlich. Von daher wäre von den persönlichen Daten der Verlust eigentlich nicht so groß. Der
materielle Wert ist natürlich vorhanden, aber eine emotionale Verbindung zum Gerät per se jetzt nicht so
mehr jetzt zu der Funktionalität. Also es wäre halt ein Schaden, dadurch, dass die Handys komplizierter
werden, sind es halt oft jetzt schon drei vier fünf Hundert Schaden oder so, das macht natürlich etwas aus.
(…) Ansonsten würde ich versuchen es, als erstes Mal zu tracken oder zurück zu bekommen über halt
Android Lost-App und falls das nicht klappt würde ich halt eine Fernlöschung machen, damit wenn
möglich auch die Daten nicht in falsche Hände geraten. (…) Es sind jetzt nicht wirklich schwerwiegende
Dinge, aber halt persönliche Dinge, wo jetzt nicht unbedingt jeder Zugriff soll, Bilder Emails oder Sachen
die jetzt nicht unbedingt jeder lesen muss, auch wenn es ihm wahrscheinlich gar nichts bringt. Es ist
wahrscheinlich beim Verlust das blödeste, dadurch, dass es eben über Kontakte hinausgeht, ist es
inzwischen einfach schon viel mehr, als wie wenn man einen Laptop verliert. Es ist halt ein Teil vom
Leben dokumentiert. Dadurch ist wahrscheinlich der Verlust des Smartphones schmerzhafter als der
Verlust des Handys früher. Und sonst, also, was war es Verlust und kaputt gehen?
Stunden, bis du es wieder hast aus?
möchte. Weniger für mich, also wenn es jetzt, es kommt darauf an ob es ein Woche oder Tage sind oder
Stunden, weniger vielleicht darum weil man immer alles nachsehen kann, das würde mir glaube ich im
Moment nicht so abgehen, weil man das auch am Laptop, wenn es wichtig ist, auch machen kann. Sondern
einfach dass man auch erreichbar ist, wie früher, also dass es einfach wenig Unterschied zum früheren
Telefon, oder Handy, gibt. Dass man eben auf Dinge antworten kann, also die man am Laptop nicht
machen kann, also Telefon-Dinge, also Anruf und SMS, das wäre es wahrscheinlich glaube ich. (…)
Freunden?
Also über, wenn die Diskussion, zum Beispiel: „Hast du das schon gesehen?“ oder „Kennst du den?“
oder „Schau dir das einmal an?“ Gibt es sicher einmal einen Punkt, falls die Diskussion in diese Richtung
führt oder das Gespräch damit beginnt. Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass man immer öfter danach greift
um Sachen nachzuschlagen. Egal ob irgendetwas, so heißt, oder übersetzt oder Öffnungszeiten von
diversen Sachen oder einfach zum (…) den besten Ort auszumachen um sich zu treffen, nehmen vielleicht
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beide das Smartphone heraus und tragen den Termin den Termin im Kalender ein. Oh, Kalender wäre
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I: Wie wirkt sich deiner Meinung nach der Einsatz von Smartphones auf die Kommunikation aus?
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5B: Die Unterhaltung, naja. (…) Man philosophiert vielleicht, ja gut, (…) ich weiß nicht, es hat sich bisher
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I: Während der Unterhaltung
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5B: Während der Unterhaltung. Manchmal vielleicht ein Sportticker oder so etwas. Also dass man,
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I: Wie geht man sonst allgemein, deiner Erfahrung nach, mit Benachrichtigungen aller Art und Anrufen
natürlich auch ein essentielles Tool, zu allen vorigen Fragen. Also organisieren über den Kalender und
Zeug das da dazugehört. Es werden eigentlich meistens die Termine im Handy eingetragen und dann über
den Computer synchronisiert. Und dann, eh also Sachen nachschlagen und sonst, ich weiß nicht vielleicht,
(…) wenn man zusammen ein Foto macht, naja eigentlich selten. Ansonsten versucht man, glaube ich,
auch eher um dann, weil es als unhöflich gilt, immer noch oder vielleicht immer mehr jetzt, während der
Unterhaltung auf das Handy zu sehen, darauf zu verzichten oder beziehungsweise sich dafür, nicht zu
entschuldigen, aber zu (…) rechtfertigen vielleicht, also zu sagen: Ich muss kurz was nachsehen. Also
wenn man einseitig, also ich glaube es gibt zwei Situationen, wenn man zu zweit dasitzt, entweder man
bekommt die SMS und sieht schnell nach oder macht eben kurz etwas, dann eher so dieses: „Ah ja, sollte
ich vielleicht nicht“. oder man redet über irgendetwas und dann schaut man eh meisten: „Aja, Sieh du doch
einmal nach, wie war das nochmal.“ Dann ist es eh der gemeinsame Nutzen, das sind glaube ich im
Moment, was mir einfällt, die zwei Szenarien meistens bei der Kommunikation oder (…) beim Treffen mit
Freunden.
nicht immer ausgewirkt. Manchmal hat es sich so ausgewirkt, dass sich die Diskussion vielleicht verkürzt,
weil man über etwas redet und dann sind sich einige unsicher und man sieht einfach nach was es ist.
Manchmal war es der Fall, dass man es einfach ignoriert, oder gar nicht darüber (…) lamentiert was es jetzt
sein könnte, vor allem wenn es nicht so einfach Sachen sind, wie, ich weiß nicht, nein philosophische jetzt
auch nicht unbedingt, aber physikalische oder chemische oder irgendwelche sonstige Überlegungen, wenn
man über etwas, keine Ahnung darüber nachdenkt. Also so Sachen diskutiert auf technische oder
irgendwelche andere Weise, also mehr so, wenn die Diskussion um der Diskussion Willen geführt wird,
dass man über irgendwelche Pros und Cons diskutiert, dann verwendet man das Smartphone kaum. Aber
wenn es einfach um irgendwelche Fakten checken geht, dann wird es meistens eher schneller herausgeholt,
dann aber auch abgehandelt und fertig. Und früher hat es vielleicht eher (…) zu hitzigeren Sachen geführt,
oder zu Ich habe recht, du liegst falsch. Und das kommt, eventuell gar nicht mehr so weit. Sonst, In
Diskussionen oder wo man das Smartphone?
während man irgendwo zusammensitzt dann noch nebenbei einen Toralarm bekommt oder so, also wenn
irgendein wichtiges Fußball spielt ist und das dann in die Unterhaltung einfließen lässt: „Aja jetzt ist
gerade ein Tor gefallen, blablabla, wer hat es geschossen, aja.“ Und dann wieder zurück zum
ursprünglichen
um?
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5B: Ich denke, es kommt auf die Situation darauf an. Wenn es wichtig ist entschuldigt man sich meistens
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I: Dann, wo hast du und die anderen das Handy normalerweise, während der Unterhaltung?
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5B: Während der Unterhaltung? Also normalerweise habe ich es immer in der rechten Hosentasche.
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I: Und was fällt dir bei den anderen auf?
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5B: Ich würde sagen, wenn man es aktiv verwendet hatte davor, dann liegt es meistens oder oft am Tisch.
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I: Wie reagierst du und wie hast du das Gefühl, dass andere reagieren, wenn sich das Gegenüber während
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5B: (…) Das kommt darauf an, wenn es gerade eine eins zu eins Situation ist und des Gegenüber, und ich
vom Tisch und telefoniert draußen, bei den Telefonanrufen. (…) Teilweise ignoriert man es einfach oder
drückt es weg. Und SMS, kann sein, dass man kurz zurückschreibt, denke ich mal, aber sonst, (…) ich
weiß nicht, das ist auch ein bisschen personenspezifisch wie man mit Benachrichtigungen umgeht. Also
auf Facebook Benachrichtigungen, außer ich warte auf irgendetwas, die sind (…) in Gesprächen eigentlich
gar nicht der Fall, weil ich ja offline bin normalerweise. Bei SMS wird meistens zurückgeschrieben, weil
ich, außer es ist nichts Dringendes, ja. Und normalerweise habe ich immer eine Benachrichtigung, also alle
zehn Minuten eine Benachrichtigung ob ich etwas bekommen habe. So dass ich das Handy nicht immer in
die Hand nehmen muss, sondern, dass wenn ich es das liegen habe, dass ich eine Benachrichtigung
bekomme, falls ich einmal aus dem Raum gehe oder so beziehungsweise leuchtet es eben auch, das ist
eigentlich. Ich finde das für mich praktisch, damit ich nicht immer das Gefühl habe ich muss nachsehen
[nimmt das Smartphone vom Tisch und demonstriert die Bewegung]: „Aja habe ich jetzt etwas bekommen,
aja nein.“ Sondern dass ich nicht darüber nachdenken muss sondern einfach eh wiederholt daran erinnert
werde, falls ich etwas bekommen habe. (…)
Manchmal wenn ich irgendetwas davor gemacht habe, dann liegt es am Tisch, vor mir so wie jetzt gerade
(…)
Also wenn man eben über irgendetwas gesprochen hat: Zeig einmal her oder so, oder Zeig mal dein Handy,
ich habe da etwas Neues, dann liegt es meistens vor einem, oder wenn man irgendetwas tickert oder so.
Und ansonsten, ist es meistens, glaube ich schon, in der Tasche oder in der ja Tasche. (…)
dem Gespräch mit dem Smartphone beschäftigt?
erzähle etwas wichtiges oder ich erzähle etwas und das Gegenüber einfach eher länger mit dem
Smartphone etwas macht, ist es natürlich unhöflich und ich würde ihn auch darauf aufmerksam machen.
Und in einer Runde, wo es öfter einmal der Fall sein kann, dass auch, sagen wir mal wenn es drei vier fünf
Leute sind, dass zwei Leute miteinander reden und ein oder zwei ausgelassen werden oder so, dort stört es
mich persönlich eigentlich nicht wenn jemand sich mit dem Handy beschäftigt. Weil er sich dann ja selbst,
entweder wird es schon wichtig sein, denke ich mir, oder er wird sich gar nicht einbringen wollen. Das
stört mich dann eigentlich kaum. Ansonsten Handy, was mich eher stört sind Klingeltöne bei öffentlichen
Sachen. Also ich bin ein großer Fan vom Vibrationsalarm. Aber sonst, also zumindest bei ja, auf jeden Fall
bei den üblichen Sachen Kino und Zeug. Oder wenn man es eine Minute oder zwei klingeln lässt bis man
merkt des Handy klingelt, solche Sachen eher. Das ist dann eher, ich weiß nicht, unhöflich oder so, als wie
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wenn man kurz gebunden, nicht viel trara darum macht, dass jemand anruft. Da ruft jetzt halt jemand an,
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I: Die Frage hast du teilweise schon beantwortet, aber wie beurteilst du den Griff zum Smartphone
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5B: (…) Also ich denke es hängt ein bisschen davon wie man es macht. In einer eins-eins finde ich dass
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein, im Zusammenhang mit dem Smartphone während der Unterhaltung? Oder
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5B: (…) das mit dem Kalender oder so das habe ich ja schon erwähnt vorher, also Termine ausmachen. Ich
ich drücke es weg oder ich mache es leise und passt schon, denke ich mir. (…) Habe ich was vergessen?
während einer Unterhaltung, also in welcher Situation beurteilst du es wie?
man eventuell kurz darauf hinweisen sollte: „Ich muss kurz abnehmen“ oder „Ich schreibe einmal kurz“
oder „Ich muss einmal kurz etwas nachsehen“. Dann ist es, denke ich einmal, nie ein Problem. Oder, und
sonst würde die Person, oder würde ich schon sagen: Kannst du das nicht später machen? Und in einer
größeren Gruppe, denke ich ist es, muss man nicht unbedingt jeden darauf aufmerksam machen: Hey ja ich
gehe kurz hinaus, oder so. Da reicht vielleicht eine kurze Geste, die Hand hoch halten oder: „Ciao ich gehe
kurz“. Oder SMS einfach, ja, das ist einfach in der Gruppe, außer man ist gerade Gesprächsführer, dann
würde man sich eh automatisch denken, kurz entschuldigen. Ansonsten finde ich, dass der Griff zum
Handy nicht verpönt ist, also bei manchen, ja, der Griff zum Handy in manchen Situationen vielleicht
schon, beim Pub Quiz zum Beispiel. Darf man nicht. Aber ansonsten eventuell gibt es sicher Leute die das
nicht mögen, wenn man immer alles nachsieht, sofort, das kann schon sein, aber das, naja und mittlerweile
ist es auch ein bisschen verpönt, oder in diversen Gasthäusern oder so, wenn man das Essen fotografiert
beziehungsweise dokumentiert fast schon, das mögen manche nicht. Beziehungsweise ich mag es
persönlich nicht, weil es mir peinlich wird, wenn es zu offensichtlich ist. Also was ich zum Beispiel nicht
mag ist, wenn jemand blitzt, weil es zu viel Attention richtet. Das ist für mich dann mehr ein
Peinlichkeitsmoment. Wenn dann alle so: „Aha.“ Also eher, ich glaube der Key dazu ist Unauffälligkeit,
für mich zumindest. Wenn es nicht wahnsinnig auffällt ist es auch nicht wahnsinnig störend, also ist es eher
egal, denke ich. Das trifft es eigentlich ziemlich gut, auch mit dem blitzen und auch mit dem Klingelton,
ewiges läuten lassen und so, einfach, Unauffälligkeit ist weniger störend, so wie in vielen Sachen.
habe ich irgendetwas noch nicht erwähnt oder nachgefragt, was du noch wichtig findest?
weiß nicht, in einer Unterhaltung kann es teilweise auch oft um das Handy gehen, falls es zum Beispiel ein
neues Produkt ist: Lass einmal sehen. Also es ist ja auch, ich will jetzt nicht sagen Prestige, aber es ist für
viele auch eben ein neues Gadget, trifft es besser, und dann gibt es halt auch immer also neue Features und
so, das ist nicht so wie bei einem Laptop. Laptop ist Laptop mittlerweile, ein Bildschirm und eine Tastatur
da fragt man eher nicht mehr: Wie viele GHz hast du? sondern: „Aha ok das ist jetzt das Handy, das ist so
groß und zeig einmal her.“ Da geht es eher vielleicht einmal in diese Richtung. Oder: „Lass es mich einmal
angreifen. Ah das wäre mir zu groß“. Manchmal führt es vielleicht auch zu Diskussionen zwischen Apple
und Android oder so, oder: „Ah du hast ein Windows Phone, du bist einer von den zwei.“ Oder so. Das
vielleicht, soziale Interaktion, wie sagt man denn da, also die Diskussion dann mehr um das Gerät. Manche
verwenden es ja, das mag ich persönlich nicht, um sich irgendwo einzuchecken, das mag ich irgendwie
nicht, also so Foursquare oder Facebook-Check-In. Also das ist auch eher eine bewusste Entscheidung zu
sagen: „Hey, da bin ich.“ Das mache ich wenn dann, also ich persönliche mache das, wenn ich ein Foto
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mache oder so, dann poste ich das war gerade da oder da bin ich gerade, das ist cool. Ansonsten, also eben
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I: Ganz spezifisch jetzt bezüglich der Unterhaltung zwischen Personen, gibt es da noch irgendetwas das dir
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5B: (…) Naja das mit dem Kalender und den Terminen haben wir gehabt. Mit Nummern oder Kontakt
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I: Dann sage ich danke.
manche zücken das Handy um sich einzuchecken, aber das schon ein bisschen weniger geworden, denke
ich. Ansonsten, über Ingress können wir kurz reden, allerdings bin ich da nicht so der Wahnsinnige, aber
einige treffen sich über das Spiel schon draußen im Park und verabreden sich zu einem Bier und so weiter
und treffen sich gemeinsam um diverse Quests oder Missions zu machen, oder fahren gemeinsam hinaus,
das ist sicher auch eine Smartphone Errungenschaft oder Eigenschaft. Geocachen war ich hin und wieder,
das ist eher das von der [Name], aber da waren wir aber auch das letzte Mal in [Stadt] zum Beispiel, das ist
auch ganz nett. Da verwendet man das Handy oder das Smartphone auch mit GoogleMaps um diverse
Rätsel zu lösen und dann im Endeffekt zu einem Punkt zu kommen und dort den Geocach zu suchen. Das
ist eigentlich die moderne Schnitzeljagd, die auch über das Smartphone den großen Durchbruch geschafft
hat, obwohl es Geocachen, denke ich, auch vorher schon gegeben hat, eben mit diversen GPS Geräten, die
halt noch genauer sind wie die [im Smartphone], aber dadurch dass durch das Smartphone jeder die
Möglichkeit hat, ist Geocachen ein bisschen, oder hat eine große Beliebtheit. (…) Ansonsten fällt mir im
Moment nichts mehr ein.
einfällt? Also die Face-to-face oder Gruppensituation?
austauschen, das war eigentlich früher schon so, aber eventuell ist es vielleicht jetzt eher so, vielleicht
durch das Smartphone eher, dass man weniger die Handynummer austauscht, sondern vielleicht den
Facebook Account Name, wobei das hat dann eher weniger mit dem Smartphone zu tun, weil man den
Namen ja eher persönlich mitteilt. Ja sonst, manchmal Notizen machen oder so. Gemeinsame,
kollaborative Notiz-Dings verwenden so wie SpringPad, wo man gemeinsame ToDo-Listen erstellen kann
oder gemeinsame Check-Sachen, also da möchte man noch hingehen oder das, aber das ist auch oft
asynchron, also jemand etwas hinzufügt und dann. Aber im Gespräch, (…) eigentlich fällt mir dazu nichts
mehr ein.
Postskriptum Interview Nr. 05
Das Interview fand beim Interviewer zu Hause statt. Das Smartphone befand sich zuerst
im Rucksack des Teilnehmers, wurde während des Interviews jedoch geholt und auf den
Tisch gelegt. Die Atmosphäre war locker und entspannt.
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Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 05
3min21s: Teilnehmer greift sich an die Hose [auf der Suche nach seinem Smartphone]
5min48s: Teilnehmer holt das Smartphone aus seinem Rucksack [und sieht seine Apps
durch]
28min23s: Teilnehmer hebt das Smartphone kurz hoch und legt es wieder ab
Transkript des Interviews Nr. 06 vom 24.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: F
Universität: Universität Wien
Alter: 24 Jahre
Geschlecht: weiblich
Nutzungsdauer: 1 Jahr 6 Monate
Dauer: 24min
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I: Kannst du mir bitte einmal ausführlich erzählen, wie du das Smartphone von morgens bis abends
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6B: Also das erste Mal ist der Wecker (.L.) und dann meistens Emails, Facebook und untertags dann halt,
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I: Und wann verwendest du was öfter über den Tag gesehen?
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6B: Ich verwende es eigentlich immer gleich, würde ich sagen. (…) Also es kommt natürlich darauf an,
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I: Und wann verwendest du das Smartphone das letzte Mal, direkt vor dem ins Bett gehen oder schon
einsetzt, also im Tagesablauf, wann es zum ersten Mail zum Einsatz kommt und wann das letzte Mal?
ja viele SMS, Telefon weniger. Instagram verwende ich, kommt darauf an, wenn ich wenig zu tun habe
halt Spiele (.L.). Ansonsten, für Erinnerungen verwende ich es viel, was wahrscheinlich wieder unter
Wecker fällt, Notizen verwende ich noch mehr, also eine App wo ich speichern kann, welche Filme ich
ansehen will, wo ich bei Serien bin oder wenn mir sonst etwas einfällt, da verwende ich es eigentlich
immer. Und was gibt es noch, ich denke sonst eh nichts, was mir jetzt einfallen würde. (…)
wenn ich viel zu tun habe, dann spiele ich halt nicht, aber ansonsten verwende ich alles immer?
vorher?
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6B: Nein direkt davor eigentlich, wirklich direkt davor und dann ist es meistens Facebook (.L.). Also ich
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I: Hast du das Gefühl du substituierst irgendwelche Geräte mit dem Smartphone?
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6B: Ja, die Kamera. Ich mache Fotos, genau das war es noch. Ich mache viele Fotos und seit ich das
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I: Ok, du bist also wieder umgestiegen vom Kalender vom Handy auf den Papierkalender?
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6B: (…) ja habe ich probiert, aber habe ich dann wieder, ich weiß auch nicht, ich bin dann wieder
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I: Aber das heißt du hast sonst keinen anderen Wecker?
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6B: Nein, nur das Handy. (…) Nein hauptsächlich die Kamera, die mir jetzt wirklich auffällt.
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I: Welche Verwendungsschwerpunkte hast du, für was verwendest du das Smartphone am meisten?
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6B: Facebook, Facebook und Email (…)
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone für dich in der Freizeit, auf der Universität und im Job?
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6B: Auf der, also im Job habe ich es eigentlich überhaupt nicht verwendet, hauptsächlich halt um
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I: Privat hast du eigentlich schon gesagt wie du es einsetzt, Facebook etc.?
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6B: Ja Social Media, SMS
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I: Hast du sonst irgendwelche Apps die du nur in der Freizeit einsetzt?
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6B: (…) Nein bei Spielen verwende ich es auf der Uni auch wenn mir langweilig ist, also nein eigentlich
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I: Seitdem du das Smartphone hast, welche positiven und negativen Punkte sind dir aufgefallen?
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6B: Positiv, ich verirre mich weniger, weil ich immer GoogleMaps dabei habe (.L.), stimmt, das fällt mir
verwende es wirklich den ganzen Tag.
Smartphone habe verwende ich meine DigiCam gar nicht mehr. Sonst Kalender habe ich früher verwendet,
verwende ich jetzt aber nicht mehr, da habe ich jetzt wieder einen Papierkalender.
umgestiegen. Ansonsten ja, Wecker nicht wirklich, da habe ich eigentlich immer das Handy verwendet.
nachzusehen ob ich eine SMS bekommen habe oder ob mich jemand angerufen hat. Aber sonst habe ich es
gar nicht verwendet. Auf der Uni halt (.L.), wenn es langweilig war habe ich gespielt, Facebook oder so
etwas. aber (…) auch relativ wenig eigentlich, ich verwende es hauptsächlich privat, wenn ich sonst nichts
mache.
gibt es nichts. (…)
oft auf, ja. Also ja stimmt Navigation verwende ich manchmal, nicht so oft, aber um nachzusehen wann der
Bus kommt, bei den Öffis, das ist super, dass man das immer nachsehen kann. (...) ja und sonst das
Internet, weil Simsen und Telefonieren kann man mit jedem anderen Handy auch. Ja Social Media. (…)
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I: Ok das sind jetzt alles positive Punkte?
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6B: Negativ
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I: Gibt es negative Punkte? Also nur wenn dir etwas aufgefallen ist?
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6B: Das einzig negative ist vielleicht, dass man immer auf das Handy sieht, weil man, ich meine das
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein, sowohl negativ als auch positiv?
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6B: Nein, ich denke, negativ gibt es sonst gar nichts, da würde mir jetzt nichts auffallen. Vielleicht, dass
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit im Zusammenhang mit dem Smartphone um? Sicherheit, je
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6B: Relativ wenig eigentlich, ich habe den PIN, sonst bei der Bildschirmsperre habe ich nicht einmal einen
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I: Also wenn du Apps herunterladest, worauf achtest du dort?
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6B: Ja ich habe jetzt angefangen mir das durch zu lesen, aber meistens ignoriere ich es, was diese für
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I: Was glaubst du ist der Grund dafür, dass es dich nicht beeinflusst?
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6B: Ich weiß nicht, ich habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht, deswegen vielleicht. Ich meine,
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I: Was bedeutet dir dein Smartphone? Also welche Rolle spielt es in deinem Leben, welche Beziehung hast
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6B: Viel eigentlich, weil ich brauche es ständig. Manchmal könnte es den Laptop ersetzen, aber nicht
könnte ich beim Laptop auch, jetzt immer Facebook checken, aber so mache ich es halt beim Handy. Und
dass man vielleicht eher einen Zwang hat, oft darauf zu sehen, also, es wirklich öfter zu verwenden.
die Fotos weniger gut sind (.L.).
nachdem wie du es betrachtest, Datensicherheit oder wie du dein Handy schützt?
Code eingestellt, einfach gar nichts. (…) Eigentlich ich speichere die Passwörter nicht. Das ist es
eigentlich, aber sonst habe ich keine Vorsichtsmaßnahmen oder so etwas. (…)
Zugriffsrechte brauchen oder so etwas, weil die meisten brauchen dann irgendwelche Sachen wo ich mir eh
schon denke: „Hmm ja ok“, aber ich nehme es dann trotzdem und dann, ja ich lese es mir durch, aber es
beeinflusst mich nicht wirklich.
wenn ich irgendwann einmal eine App habe, die mein Handy zu spamt oder so etwas, dann würde ich
wahrscheinlich anfangen mich damit auseinander zu setzten. Wahrscheinlich muss zuerst etwas passieren.
(…)
du zu deinem Smartphone?
wirklich, weil der Bildschirm einfach zu klein ist und ich nicht richtig darauf schreiben kann. Aber ich
würde mir nie wieder ein anderes Handy kaufen, denken ich, weil wenn man die ganzen Funktionen einmal
hat, dann verwendet man sie auch immer und ich denke nicht, dass man wieder zurück könnte. Also, mir
bedeutet es schon ziemlich viel. (…)
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I: Wenn du dem Smartphone ein Gefühl zuordnen würdest, welches wäre das?
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6B: Ein Gefühl? (…) Einordnen würde ich es als Persönlicher Assistent vielleicht (.L.), aber Gefühl, (...)
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I: Wie würdest du reagieren, wenn du das Smartphone entweder verlierst oder zuhause vergisst und du hast
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6B: Ist mir auch schon passiert. Und ich denke die ganze Zeit daran, dass man mich vielleicht anrufen
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I: Und dass es sich nicht so gut anfühlt, worauf führst du das zurück?
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6B: SMS und Telefonieren, nicht weil ich jetzt nicht auf Facebook sehen kann oder so etwas.
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I: Hast du das Gefühl es gibt bestimmte Abhängigkeiten? Also brauchst du das Smartphone für
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6B: Also nur SMS und Telefonieren, aber das könnte ich auch mit einem anderen Telefon auch, also, wenn
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden? Also welche Erfahrungen
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6B: Also, ja, es ist schon oft so, dass man auf das Smartphone sieht. Also es fällt schon mehr auf als früher.
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I: Das hast du jetzt schon teilweise gesagt, aber in welchen Situationen hast du das Gefühl, dass das
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6B: In welchen Situationen? Ja eben, wenn ich es absichtlich verwende um Fotos zu zeigen oder um
wenn man es bei Assistent lässt, vielleicht hilfsbereit oder so etwas, oder erleichternd, das Leben
erleichternd oder so etwas. Ja also lebenserleichternd finde ich schon, dass es ist. (…)
es für ein paar Stunden nicht?
könnte oder mir eine SMS schreiben könnte oder so etwas, ich denke wirklich ständig daran, und, ich
würde jetzt aber, denke ich, nicht extra zurück fahren um es zu holen. Vielleicht auch weil ich mir denke,
es tut mir gut einmal einen Tag ohne Handy oder so etwas, aber es fühlt sich nicht so gut an, eigentlich.
Hauptsächlich weil ich nicht erreichbar bin.
irgendwelche Dinge unbedingt?
ich jetzt mein Smartphone vergessen würde und dafür ein normales Telefon dabei hätte, dann würde ich
das Smartphone nicht vermissen. Also ich könnte auch ohne, ich brauche nur die Kommunikation. (…)
hast du gemacht, wenn du jetzt mit Kollegen zusammen sitzt oder auch face-to-face mit einer Freundin,
also es ist immer die face-to-face Kommunikation gemeint.
Und, man kann es auch, es ist auch manchmal absichtlich, wenn man eben über irgendetwas redet und man
weiß etwas nicht, dann sieht man auf Google nach, also das kann auch oft sein. Oder wenn man dem
anderen Fotos zeigt, das passiert auch öfters. Aber ansonsten, ja fällt mir hauptsächlich auf, dass man auch
während man miteinander redet, dass man immer wieder auf das Handy sieht und auch irgendetwas dabei
macht. Das ist jetzt, ja irgendwie normal inzwischen und ich würde es auch nicht böse auffassen, wenn der
gegenüber von mir das macht, also wenn er das nicht ständig macht und abgelenkt wird oder so etwas.
Aber ja. (…)
Smartphone während Unterhaltungen zum Einsatz gebracht wird?
irgendetwas nachzusehen, wenn man es gemeinsam verwendet oder wenn man es einzeln und für sich
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verwendet und selbst meistens irgendetwas nach sieht. Aber ich würde es jetzt nicht damit in Verbindung
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I: Wenn jetzt Benachrichtigungen oder Anrufe ankommen, wie hast du das Gefühl, dass du und auch die
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6B: Und dann ruft man an oder es kommt eine SMS? Man sieht eigentlich gleich darauf, also derjenige
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein, wie man damit umgeht? Oder was für Erfahrungen du bisher schon
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6B: (…) Ich denke, (…), manche schalten das Telefon auch aus, wenn es anfängt zu klingeln. Also, wenn
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I: Ok, das heißt, was heißt für dich wirklich wichtig? In der face-to-face Kommunikation mit einem
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6B: In der Gruppe ist es meistens egal, also, ich meine es gibt auch wichtige Gruppengespräche. Also bei
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I: Wie wirkt sich deiner Erfahrung nach der Einsatz vom Smartphone auf die Unterhaltung aus? Also
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6B: Ich glaube, dass man trotzdem mehr abgelenkt ist, als früher, als es noch keine Smartphones und
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I: Hast du sonst noch Erfahrungen gemacht?
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6B: Ja wenn ich zum Beispiel im Kaffee sitze mit einer Freundin und wir reden über irgendetwas und sie
setzen, dass das Gespräch langweilig ist oder so etwas. Ich weiß nicht, ich denke, das ist irgendwie zu
einem Zwang geworden, dass jeder ständig auf sein Handy sieht. (…)
anderen darauf reagieren? Wenn man in der Gruppe miteinander redet und dann kommt etwas?
dem das Handy gehört. Die anderen ja hören meisten, also es kommt darauf an ob jemand anruft oder ob es
eine SMS ist, wenn jemand anruft dann werden eigentlich meistens alle still, so dass der andere
telefonieren kann oder er geht halt nach draußen oder so etwas. Bei SMS, SMS beeinflussen das Gespräch
nicht wirklich, weil meistens ist es auf lautlos und wenn es dann wirklich irgendein blöder Klingelton ist,
dann lacht man vielleicht darüber. Oder ja, also ich denke, das beeinflusst eigentlich nicht.
gemacht hast?
jemand anruft, nimmt nicht jeder ab, sondern manche schalten es einfach aus. Was ich jetzt aber auch
nicht, also mir wäre es egal ob jemand abnimmt oder nicht. Außer es ist ein wirklich wichtiges Gespräch,
dann würde ich es ihm vielleicht übel, dass er abnimmt.
Gegenüber oder kann das auch in der Gruppe sein. Oder wie definierst du wirklich wichtig?
wirklich wichtigen Gesprächen, dann ist es vielleicht unhöflich wenn man abnimmt. Außer es ist irgendein
Gespräch auf das man wirklich wartet. (…)
ändert sich dadurch etwas? Wie beeinflusst es die Unterhaltung?
generell keine Handys gegeben hat. Und so sieht man halt wirklich öfter darauf und wird öfter abgelenkt.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass dann die Gespräche weniger oft, weniger tief sind, oder halt weniger
intensiv, denke ich. (…)
bricht mitten im Satz ab und nimmt das Handy ab und telefoniert, das finde ich jetzt, ja, wenn es wirklich
mitten im Satz ist, also es war ein Gespräch das nicht wichtig war und ich habe das gemerkt. Und das habe
ich dann als nicht so höflich empfunden, da habe ich mich dann zurückgestellt gefühlt. (…)
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I: Du hast vorher auch gesagt, es wird oft eingesetzt um auf Google etwas nach zu sehen. Ist das deiner
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6B: Ich denke es ist hilfreich. Früher hat man vielleicht länger darüber diskutiert, was jetzt stimmt oder
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I: Wenn jetzt nachgesehen wurde, geht es danach normal weiter?
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6B: Ja ich finde schon. Dann geht es halt um irgendetwas anderes oder man redet weiter darüber, aber,
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I: Du hast vorher das Beispiel gebracht deiner Freundin die das Smartphone hernimmt um damit zu
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6B: Ich sehe selbst auf mein Handy (.L.), ja. (…) Also wenn wir zu zweit sind, wenn sonst noch jemand da
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I: Was ist dir aufgefallen, wo wird das Handy platziert oder wo hat man das Handy während dem Gespräch
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6B: Ich denke es kommt auf die Person darauf an. Früher war es auch öfters so, dass man es wirklich
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I: Und wenn du es auf dich beziehst?
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6B: Ich lasse es auch immer in der Tasche.
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I: Und der Grund dafür ist, oder wieso lässt du es in der Tasche?
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6B: Weil, weil ich vielleicht, weil ich mir denke, wenn ich es wirklich da neben mir auf dem Tisch lasse,
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I: Ok teilweise hast du das schon gesagt, aber wie beurteilst du den Griff zum Smartphone während der
Meinung nach für das Gespräch hilfreich oder wie wirkt sich dies deiner Meinung nach auf das Gespräch
aus?
was nicht, jetzt sieht man einfach nach. Ich denke nicht, dass das irgendwie positiv oder negativ
beeinflusst.
vielleicht streitet man weniger über Tatsachen, weil wenn man es nicht nachsehen kann, gibt es zwei
Meinungen und wenn man es dann doch nachsehen kann, dann gibt es ein Richtig und ein Falsch, der Eine
hat Recht und der andere halt nicht (.L.).
telefoniere. Was machst du in der Zeit?
ist, dann rede ich mit dem anderen. Aber wenn wir wirklich nur zu zweit sind, dann sehe ich auf mein
Handy.
mit anderen Leuten?
neben sich auf den Tisch gelegt hat und jetzt fällt es mir eigentlich auf, dass man es in der Tasche lässt, ich
weiß jetzt nicht ob sich das generell geändert hat, aber mir ist das auf jeden Fall aufgefallen, dass es jetzt
mehr in der Tasche ist und nicht wirklich sichtbar auf dem Tisch. (…)
dann macht es vielleicht so den Eindruck als ob das Handy wichtig ist und als ob ich auf etwas warte, weil
ja, als ob das Handy einfach wichtig ist. Und wenn ich mich mit jemandem treffe, dann sollte das Handy
nicht so wichtig sein wie die Konversation. (…)
Unterhaltung? Also du kannst auch zwischen verschiedenen Situationen unterscheiden.
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6B: Ja wie gesagt, bei wichtigen Gesprächen empfinde ich es als unhöflich, wenn man wirklich telefoniert.
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I: Was fällt dir sonst noch ein, bezogen auf alles, sowohl auf die Unterhaltung als auch auf den Einsatz des
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6B: (...) lass mich überlegen. (…) Naja ich finde es lustig, dass mir während dem Gespräch immer mehr
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I: Und dass es Leute abhängig macht, worauf führst du das zurück?
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6B: Dass man es ständig dabei hat, ich meine (…)
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I: Wie sieht es bei Social Media aus, gibt Facebook Feedback?
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6B: Ja, das kann man einstellen, dass es zum Beispiel immer klingelt wenn dir jemand schreibt. Oder wenn
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I: Was ich vorher noch nicht angesprochen habe ist, welche Rolle spielt das Smartphone in Verbindung mit
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6B: Hauptsächlich Kommunikation halt SMS und telefonieren. Manchmal spielt man auch Spiele
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I: Und wie wichtig ist die Kommunikation über das Handy für dich mit der Familie?
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6B: Am wichtigsten, (…) also beim Smartphone ist für mich einfach das Telefonieren und SMS das
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein?
Wenn ich nur auf die Uhr sehe, würde es mich, also wenn man auf die Uhr sieht stört es mich eigentlich
nie. Außer ich habe dann wirklich das Gefühl er sieht auf die Uhr weil er weg will (.L.). (...), aber, (…)
generell sehe ich es aber nicht als störend an, wenn man auf das Handy sieht, oder SMS schreibt sogar, das
stört mich eigentlich nicht. Weil die meisten Leute reden dann einfach mit dir weiter und von dem her stört
es mich eigentlich nicht.
Smartphones. Gibt es da irgendetwas das dir eingefallen ist, das ich noch nicht angesprochen habe?
Dinge eingefallen sind, wofür ich dann wirklich regelmäßig das Handy verwende. Weil ich Google
wirklich oft etwas und ich sehe auch oft nach wo ich gerade bin oder wann der Bus kommt oder so etwas.
Und es gibt eigentlich wirklich viele Dinge für die man das Smartphone im Endeffekt dann wirklich
verwendet. Und (…) ich glaube es geht den meisten Leuten so, dass, wenn sie einmal ein Smartphone
haben, dass sie nie wieder ein anderes Handy verwenden würden. Und ich denke dass es die Leute
abhängig macht, also von Social Media vor allem. Aber sonst, denke ich fällt mir nichts mehr ein.
dir irgendwo, du kannst eigentlich bei allem einstellen, dass es dich benachrichtigt. Und dann gibt es
richtig einen Ton und vibriert und so und wenn man das nicht eingestellt hat, dann ist das wirklich immer
dabei.
der Familie oder mit dem Freund?
miteinander, also Apps die man wirklich gegeneinander spielt. Ansonsten jetzt speziell bei der Familie. Ich
verwende Dropbox am Handy viel, mit meiner Familie, weil ich oft Fotos so mit ihnen teile, (...), aber
hauptsächlich Kommunikation. (…)
wichtigste, ich könnte auf alles andere verzichten. Außer um nach zu sehen ober der Bus kommt (.L.).
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6B: (…) nein ich glaube sonst gibt es nichts was mir aufgefallen wäre, wie man es bei der Kommunikation
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I: Ok gut, danke für das Interview.
verwendet, also beim Gespräch. Aber ich kenne jetzt auch nicht so viele Hardcore-User, vielleicht ist es
dort anders.
Postskriptum Interview Nr. 06
Das Interview fand beim Interviewer zu Hause statt. Die Teilnehmerin legte das
Smartphone neben sich auf der Couch ab und es wurde weder zur Hand genommen noch
angesehen. Die Atmosphäre war locker und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 06
keine Interaktionen mit dem Smartphone
Transkript des Interviews Nr. 07 vom 26.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: G
Universität: Wirtschaftsuniversität Wien
Alter: 26 Jahre
Geschlecht: männlich
Nutzungsdauer: 1 Jahr 6 Monate
Dauer: 30min
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I: Erzähl bitte einmal ausführlich wie du dein Smartphone von morgens bis abends einsetzt?
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7B: Morgens, weckt es mich auf, als allererstes, dann drücke ich ein paar Mal auf die Snooze-Taste. (…)
dann, das ist halt so ein Ding, das auch wasser-resistent ist, auch wenn es nicht mehr so aus sieht (.L.).
Dann nehme ich das mit in die Dusche und hör mir damit ein bisschen Musik an (.L.). Ja dann schleppe ich
das Ding den Tag mit mir herum, (…) wenn mir mal, ich lese damit hin und wieder ein bisschen Zeitung
im Internet oder so etwas, wenn eine Email kommt, sehe ich sie mir damit an, wenn es halt nicht zu viel
Text ist, antworte ich gleich davon aus, schreibe SMS und das was da halt so herein kommt über den Tag
verteilt. Hin und wieder, ich habe da auch noch zwei Spiele darauf, ein kleines Autorennspiel, (…) ja, es
gibt da sicher bessere, aber ich bin eigentlich zu faul mir da immer einmal die richtigen Spiele heraus zu
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suchen, die auch Spaß machen würden, dann noch so ein anderes Spiel, wo man irgendwelche Wörter
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I: Wann verwendest du es das letzte Mal oder wie sieht es am Abend aus?
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7B: Wenn ich den Wecker stelle, abends dann, oder das noch einmal kontrolliere ob das denn alles so
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I: Hast du das Gefühl, dass du irgendwelche Produkte oder Geräte mit dem Handy substituierst. Also dass
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7B: Also ich habe als ich das Smartphone neu hatte, habe ich noch relativ viel Zeitung gelesen, das hat sich
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I: Fällt dir dazu sonst noch etwas ein? Gibt es irgendwelche anderen Geräte bei denen du sagst, seit ich das
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7B: Nein eigentlich nicht. Ich meine, ich habe mir auch obwohl ich das Smartphone schon hatte, hatte ich
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I: Wie sieht es aus mit Verwendungsschwerpunkten? Was verwendest du am meisten und vor allem wann
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7B: Am meisten, Also meinst du womit ich die meiste Zeit verbringe?
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I: Oder welche Apps oder Funktionen des Smartphones du am meisten verwendest?
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7B: Also ich denke diese YouTube Funktion, halt, und Musik höre ich auch mit dem Telefon, das habe ich
suchen muss, halt ja. Wie oft ich das spiele, schwer zu sagen, je nachdem wenn ich jetzt überhaupt nichts
zu tun oder zu lesen habe, dann halt ganz selten. Eine Zeit lang hatte ich mir da auch noch so ein E-Reader
Programm darauf geladen, und halt noch mit so einem Programm, das sich Calibri nennt, da so ein paar
Zeitschriften herunter geladen und Zeitungen und habe die dann damit in meiner Mittagspause auf dem Klo
gelesen, als ich das Praktikum in der Bank gemacht habe (.L.).
stimmt, wie es wunderbar ist. Aja und natürlich wenn ich mich irgendwo verlaufe, nutze ich auch diese
Map-Application dann und die Mitfahrgelegenheits-App habe ich da auch oben und ansonsten halt ja, die
YouTube App und (…) ja, ÖBB Scotty oder Quando wenn ich mir ein Ticket kaufen, das mache ich hier
auch mit dem Handy. (…) Fotos mache ich damit und WhatsApp, also WhatsApp, das verwende ich halt
auch. Und (…). Besonders mit den Freunden die da halt, oder mit meinem Vater in Kontakt zu bleiben, der
halt ein deutsches Handy hat, wo man sich sonst unnötige Kosten aufhalsen würde.
du andere Produkte nicht mehr verwendest, weil du jetzt das Handy hast?
den nicht so robusten Vorgänger von dem Kollegen da verlagert, aber jetzt habe ich mir so einen, also das
ist jetzt mein dritter E-Reader da (.L.). Und (…), darauf habe ich das dann wieder verlagert. Ansonsten
(…) ja gut ich meine halt so Kleinigkeiten, wenn man im Internet noch schnell etwas nachsehen muss oder
so, dann ist es natürlich auch leichter das kurz mit dem Handy zu machen, als wenn man das irgendwie.
Smartphone habe, verwende ich das Smartphone dafür?
mir danach noch einen GameBoy gekauft, den ich der [Name] zum Geburtstag geschenkt habe, also ein
uralt Gameboy mit Tetris darauf und also ja, also wenn du so willst, habe ich das Smartphone schon wieder
aus seinen Klo-Unterhaltungsdiensten entbunden (.L.).
verwendest du es?
noch vergessen zu sagen. Also einen MP3 Player oder so etwas habe ich seither auch nicht mehr, ich weiß
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nicht ob ich mir sonst einen kaufen würde, da müsste ich darüber nachdenken. Funktionen die ich häufig
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I: Das kann jetzt auch einfach das Gefühl von dir sein, dass du sagst, ich verwende es für das und das am
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7B: Am häufigsten? Ja so gefühlt würde ich sagen für Musik hören, in der Dusche oder halt, das ist wohl
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone für dich auf der Uni, im Job und in der Freizeit?
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7B: Also in der Uni und im Job hauptsächlich könnte man es wohl als Procrastinations-Helfer bezeichnen
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I: Fällt dir dazu noch mehr ein, was du in den Bereichen irgendwie speziell nutzt? Oder worin sie sich
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7B: Nein eigentlich nicht, also hauptsächlich mache ich mit dem Ding einfach irgendeinen Scheiß. Sonst
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I: Seit du das Smartphone hast, sind dir da irgendwelche positiven oder negativen Punkte aufgefallen?
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7B: Naja ich meine positiv ist halt, wenn man sich irgendwo einmal verliert in der Stadt oder so, dass man
verwende? Ja ist schwer das so zu sagen, weil das ja immer so nebenbei läuft, du hast das ja immer so in
der Tasche
öftesten.
das was am meisten Zeit in Anspruch nimmt. Sonst telefoniere ich auch viel damit.
(.L.). Also dass man damit irgendeinen Scheiß macht, wenn einen halt die Vorlesung langweilt oder man
halt im Job, ja, irgendwie keine Lust hat, da weiter sitzen zu bleiben, dann macht man halt irgendeinen
Scheiß damit. Und in der Freizeit halt auch wenn man irgendwo in der Bahn sitzt und eigentlich einmal
von diesem Österreich/Heute-Dreck abgesehen, irgendwie etwas anderes lesen möchte, dann bietet sich das
Ding natürlich auch an. Und halt zum Musik hören, ja also, das denke ich beantwortet die Frage. (…)
unterscheiden?
was ich auch noch häufig verwende, ist halt die kleine Lampe auf der Rückseite, wenn ich halt nachts
damit nochmals ins Bett gehe oder zum Klo raus oder ins Bad oder so, das ist mir einfach zu lästig die
einzelnen Lichtschalter zu suchen und dann eben auch meine Freundin, ja dann mit dem schönen
achtarmigen Kronleuchter da (.L.), aus dem Reich der Träume zu holen, ja.
damit eigentlich recht zuverlässig wieder irgendwie, also zuverlässig zurück findet. Positiv ist halt auch,
dass man eben mit WhatsApp oder halt einfach mit der Kamera viele Dinge da einfach schnell
fotografieren kann und eben auch leichter auch irgendwelche lustigen Schnappschüsse damit festhalten
kann. Negativ ist natürlich, dadurch dass du das leicht fotografieren kannst, tendierst du halt auch dazu,
dass du es gleich weiter schickst und ja, wenn du dann den Leuten da persönlich da gegenüber sitzt, hast du
dann nicht mehr all zu viel zum erzählen übrig dann. Negativ sonst noch, ja man verschwendet halt einen
Arsch voll Zeit damit, mit den ganzen dämlichen Dadeleien die man sich da hinauf laden kann. Und (…),
ich meine die Facebook-App die habe ich am Anfang auch schon, die habe ich am Anfang gehabt, nur
dann ging mir das einfach tierisch auf die Nerven, dass dann auch jeder glaubt, dass man da direkt vor dem
Computer sitzt und dass man sich da doch so ein bisschen fast mit in die Pflicht genommen fühlt da sofort
und gleich darauf zu antworten. Ich denke, das war auch so ein, so ein, na so ein Phänomen was damit
einherging, dass Smartphones zu der Zeit eben noch nicht allzu verbreitet gewesen sind oder dass halt nicht
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jeder gleich gewusst hat, dass man da eben nicht vor dem Rechner sitzt. Die habe ich dann auch wieder
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I: Fällt dir noch mehr ein?
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7B: Positive und negative Veränderungen durch das Smartphone (…) Ist ja auch schon eine ganze Weile
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit im Zusammenhang mit dem Smartphone um? Also es kann jede
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7B: Also rein physisch schütze ich es überhaupt nicht, weil ich ein sehr robustes Modell gekauft habe. (…)
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein?
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7B: Da müsste ich jetzt schon sehr kreativ dafür werden.
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I: Ok, wie sieht es aus wenn du Apps herunter lädst, schaust du da auf die Sicherheit?
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7B: Also ich achte halt darauf, ich versuche halt darauf zu achten, dass die da keine Zahlungsfunktion
herunter geschmissen. Jetzt mache ich das über die mobile Webseite.
her, dass ich das Ding habe. Nein, also ich meine, ja man kann halt die gefühlte Langeweile wo man sonst
immer so in das Reich der Träume abdriftet, da driftet man dann halt lieber in dem Rennspiel ein bisschen
umher. Es ist halt so das Ding. Ansonsten wie du das Ding auch siehst, also mein Handy ist ja ziemlich
stark beschädigt vom Display her und das auch schon länger, aber es funktioniert halt noch, aber es
funktioniert halt auch nicht so gut, dass da eben auch sämtliche, die besten und die tollsten Apps darauf
laufen würden. Ich habe da auch schon Spiele darauf geladen die haben nicht funktioniert, ich bin da
irgendwie auch dankbar dafür (.L.).
Sicherheit sein, Datensicherheit oder wie schützt du dein Handy?
und sonst so von der Sicherheit her, ich meine was mache ich damit, ich sehe da die Emails nach wo halt
ein paar Daten raus gehen, da frage mich, wen soll das interessieren, was soll ich da groß dabei schützen,
Punkt eins, Punkt zwei, ich habe da halt keine Zahlungsanwendungen darauf oder irgendetwas in der
Richtung [ein Anruf kommt an, das Smartphone vibriert, der Interviewpartner drückt den Anruf weg] (…)
also nein, da mache ich mir keine großen Gedanken darum, weil da halt keine wichtigen Daten darüber
laufen an sich. Obwohl ich meine, manchmal macht man sich da schon seine Gedanken, wenn man sich
überlegt, dass man da eben auch ein GPS Peilsender eigentlich mit sich herumträgt und wenn es dann
einmal, irgendwie einer darauf absehen würde, könnte der einen damit sicherlich ziemlich böse und
ziemlich präzise ausspionieren. Aber ich denke, aber solche Gedanken werden dann halt wirklich erst
schlagend wenn man, also die Sicherheitsmaßnahmen werden dann erst schlagend, wenn man damit oder
zumindest jemand aus dem nahen Umfeld wirklich einmal böse auf die Fresse gefallen ist. (…) Vor allem
was soll man auch machen. Du kannst sagen, Nein ich will das jetzt nicht mehr haben oder so, aber das ist
dann ja auch wieder nervig, wenn man dann eben auch auf die wirklich sinnvollen Sachen verzichtet, wie
eben diese Navigationsgeschichten verzichtet und so weiter. (…)
dabei haben, abgesehen von der TicketApp eben, [der Anrufer ruft noch einmal an] aber das Ganze läuft
dann eben über eine SMS die man schickt, und das mache ich halt selbst, und sonst achte ich darauf, dass
ich möglichst kein Geld dafür zahle (…) [der Interviewpartner drück ihn wieder weg].
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I: Sonst noch etwas zu den Apps?
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7B: Ich habe da, ich habe mir da halt wie gesagt das habe ich mir da darauf installiert, die ÖBB-App, zum
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I: Was bedeutet dir Smartphone? Also welche Rolle spielt es in deinem Leben? Welche Beziehung hast du
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7B: Ja, ich meine ich war mit dem Handy nie wirklich sonderlich zufrieden, abgesehen davon, dass es echt
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I: Was ist der Grund dafür?
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7B: Es hängt sich gelegentlich einmal auf, es ist von der Menüführung ziemlich beschissen, beispielsweise
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I: Wenn du jetzt das Handy zuhause liegen lässt, oder du verlierst es, was fühlst du oder wie geht es dir
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7B: Naja so, kommt halt darauf an, ich meine es ist halt auch noch ein Telefon und ich bewerbe ich
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I: Hast du das Gefühl, dass es sonst irgendwelche Abhängigkeiten gibt, wo du sagst, dort kann ich nicht
Zugfahrplan nachsehen, weil das auf der Homepage sehr nervig ist, die Quando-App für Tickets,
WhatsApp und die zwei Spiele, sonst halt der ganze Quatsch der da schon vorinstalliert ist, also ich bin
jetzt da nicht so megamäßig dabei mit dem ganzen Quatsch, ach Skype habe ich auch noch, aber ja, es ist
eigentlich auch eher Bequemlichkeit, das mache ich lieber vor dem Rechner. (…)
dazu?
viel aushält und dass es wirklich immer noch funktioniert, (…) und ich weiß nicht ich kann es eigentlich
nicht wirklich leiden.
gewisse Kontakte die kann ich wenn ich halt über den Kontaktknopf da hin gehe, dann finde ich die nicht,
und im Telefon selbst dann schon, und dann werden einmal die Nummer angezeigt einmal nicht und ich
habe irgendwie keine Lust mich mit diesem Scheiß dann auch näher auseinander zu setzen, weil ich das
Gefühl habe, dass es sowieso innerhalb der nächsten, das nächste Handy wird dann wieder komplett anders
sein und das Wissen wird damit dann recht schnell sehr obsolet werden. Und sonst sind halt auch viele
vorinstallierte Apps darauf, HRS-Hotel-App, MusicHub und so weiter, Samsung-Apps die man einfach
nicht herunter schmeißen kann, und das geht mir halt tierisch auf die Nerven. Also es beeinträchtigt auch
unsere Beziehung (.L.).
dann in den nächsten Stunden?
momentan bei recht vielen Stellen und wenn man da gerade einen wichtigen Anrufen erwartet, dann ist das
natürlich sehr unangenehm, weil ja, wenn sich dann einmal einer von diesen Personalern dazu herablässt
einen schon einmal anzurufen und man dann sagt: „Hmm sorry ich habe mein Handy gerade nicht dabei
gehabt.“ Dann, naja, sind ja diese Chancen dadurch schon einmal stark reduziert. Also das ist ein Punkt,
wenn man halt irgendwie etwas Wichtiges erwartet, dann ist es nervig. Und sonst halt, ich denke mir da ist
jetzt nicht sonderlich wichtige, irgendetwas wichtiges Datenmäßiges darauf, (…) ich habe einen Vertrag
mit dem ich gratis, beziehungsweise 1000 Minuten und 1000 SMS ins europäische Ausland schicken kann,
also so viel kann man jetzt damit eigentlich nicht anstellen, denke ich, und sonst, ja ich würde mir eh gerne
wieder ein neues kaufen oder halt ein anders.
verzichten auf das Smartphone?
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7B: Leichter gesagt als getan, ich habe es jetzt einmal vor ein paar Tagen, habe ich es einfach einmal
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I: Wie wichtig ist dir das Smartphone im Zusammenhang mit deiner Familie oder in der Partnerschaft?
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7B: Naja man muss dazusagen, [Name] hat sich, also meine Freundin, hat ihr Smartphone noch nicht
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden? Was ist dir da
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7B: (…) wenn man in der Unterhaltung drin ist?
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I: Ja in einer face-to-face Unterhaltung, also wenn du mit Freunden oder zu zweit zusammen sitzt?
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7B: Ja man kann halt auf dem Smartphone immer schön irgendwelche Fotos herzeigen oder so, was halt in
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I: Hast du diese Erfahrungen auch alle schon einmal gemacht?
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7B: Ja, ja
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I: Was fällt dir sonst noch ein, wie es in der Unterhaltung zum Einsatz kommt?
irgendwo liegen gelassen oder so. Am Anfang bin ich dann auch halt so ein bisschen nervös geworden,
vielleicht weil ich irgendwelche Anrufe erwartet habe oder so, aber dann nach einer Weile fand ich es
eigentlich ziemlich entspannend, weil naja ich meine es ist halt so, es hat ja eben auch schon einmal
geklingelt, während wir das Interview machen, ist halt diese permanente Erreichbarkeit, das ist ja schon
irgendwie nerv tötend. Hast nie wirklich deine Ruhe, jederzeit kann der Scheiß Apparat da klingeln und
irgendwer kann dir auf den Sack gehen und das ist doch, nein es ist auch einmal ganz schön das Ding
einmal nicht dabei zu haben.
sonderlich lange, erst seit ein paar Monaten und (…) davor da war halt eine Spielerei, sie hat mich dafür
ausgelacht, dass ich mir so ein Ding gekauft oder geholt habe. Und der Grund warum ich mir das Teil
geholt habe, war nicht, dass ich unbedingt eines haben wollte, das war eigentlich nur, mir ist mein altes
Handy geklaut worden und das habe ich dann für nichts dazubekommen, das dann halt so, das war nicht
teurer als davor, nein doch fünf Euro musste ich dann im Monat extra für das Internet bezahlen, weil, das
war halt so dabei und dann habe ich es halt genommen, weil, warum nicht, ich meine es spricht ja nicht
wirklich etwas dagegen. (…) Aber die Abhängigkeit die jetzt Smartphone spezifisch ist würde ich als
relativ gering einschätzen. Also das kann ich Großteils alles auch mit einem Handy machen, zur Not muss
man halt irgendjemanden anrufen, der halt häufig oder die meiste Zeit vor dem Computer sitzt.
aufgefallen?
der Zeit vor dem Smartphone schwer möglich war. Wenn die Unterhaltung irgendwie einmal ins stocken
gerät, kann man sich damit eben auch irgendwie ablenken, wenn man das Gegenüber nicht sonderlich gut
leiden kann oder so. Und als drittes Ding, ich meine man hat ja früher recht häufig irgendwelche
Diskussionen gehabt über irgendwelche Fakten oder so etwas. Und (…) heute kommt man also mit so
einem Smartphone, wenn das da am Tisch liegt, ist halt die Diskussion dann recht schnell vorbei, wenn
irgendwer einmal dazu greift und das ganze dann einmal bei Wikipedia oder weiß der Geier wo, nachsieht.
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7B: Naja also wenn jemand ein iPhone dahin legt, beleidige ich den ganz gerne einmal auf das Gröbste
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I: Wie wird allgemein mit Benachrichtigungen und Anrufen umgegangen während der Unterhaltung?
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7B: Ja hast du ja gesehen, ich habe es gerade weg gedrückt (.L.). Ansonsten, ja es kommt halt so ein
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I: Und wie wirkt es sich deiner Meinung nach auf die Kommunikation selbst aus?
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7B: Wie sich das auf die Kommunikation, also meinst du jetzt auf das Gespräch?
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I: Ja genau das Gespräch.
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7B: (…), wenn halt so ein Handy da liegt oder so und man halt irgendwie nervös ist, greift man da halt
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I: Was hast du für Erfahrungen gemacht?
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7B: Erfahrungen mit Kommunikation bei Smartphones
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I: Also während Gesprächen wie sich dieses auf die Unterhaltung ausgewirkt hat?
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7B: Da fällt mir jetzt nichts Prägnantes dazu ein.
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I: Wie sieht es aus mit dem Ort des Gerätes während der Unterhaltung oder während des Gespräches, wo
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7B: Also du hast es gerade auf den Tisch gelegt (.L.). Eher so ich für meinen Teil, wenn ich mich irgendwo
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I: Welches Gefühl hast du bei den anderen?
(.L.), als [politisch inkorrekte Beschimpfung] (.L.) oder so etwas. Ansonsten, nein, so Smartphonespezifisches Zeug jetzt eigentlich weniger, also generell wenn ein Handy da ist, wird halt eine Unterhaltung
gerne einmal unterbrochen, weil, wenn da halt mal jemand anruft oder wenn jemand meint unbedingt
gerade eine SMS oder Smartphone-spezifisch dann eine WhatsApp-Botschaft oder irgend so ein Scheiß
losschicken zu wollen. (…)
bisschen auch auf die Unterhaltung darauf an, wenn es halt nichts wichtiges ist irgendetwas laxes und der
Anruf entsprechend wichtig, wird entsprechend unterbrochen und wenn es halt eine wichtige Unterhaltung
ist und ein unwichtiges Telefonat, wie eben gerade geschehen, dann entscheidet man sicher eben eher für
das Gespräch das man gerade führt.
gerne einmal zu oder so [demonstriert die Handlung mit seinem Smartphone]. Also stellt wohl sicher einen
gewissen Ablenkungsfaktor dar, generell. Und sonst halt, ja ich meine es kann halt auch bereichernd
wirken, wenn man eben gerade irgendetwas fachliches diskutiert und da eben irgendetwas dazu nachgooglen will oder so, aber sonst eine allgemeine Aussage, schwer zu sagen.
hast du es und wo haben es die Leute mit denen du dich triffst?
hinsetze, irgendwo ankomme, lege ich es entweder auf den Tisch, wenn ich vorher noch einmal auf die Uhr
sehen will, oder wenn ich es einmal, dann lege ich es da hin, oder ich stecke es halt in die Tasche zurück,
so genau selbstbeobachtet habe ich mich dabei jetzt nicht, dass ich dir das richtig beantworten könnte.
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7B: (…) ganz unterschiedlich, mal liegt es, also meistens liegt es entweder auf dem Tisch oder es ist halt in
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I: Was machst du wenn dein Gegenüber zum Smartphone greift. Also wenn du jetzt zu zweit in einem
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7B: (…) ich denke einmal das hängt wieder vom Gegenüber ab, an sich, ansonsten ich denke man greift
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I: Ok, und wenn du jetzt da verschieden Situationen unterscheidest, weil du gesagt hast du versuchst es
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7B: Na ob es halt ein kurzes Telefonat ist, ob es ein langes Telefonat ist, ob es etwas wichtiges ist, ob er da
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I: Und wie fühlst du dich dabei? Also reagierst du unterschiedlich auf die Situationen die du gerade
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7B: Also wenn sie halt einen Anruf entgegennehmen oder so, ja gut ich meine dann, wie reagiere ich da.
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I: Oder wie fühlst du dich, was geht dann in dir vor?
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7B: Kommt auf das Gespräch darauf an, wenn es halt irgendetwas Unwichtiges ist und man eigentlich eh
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I: Sonst in anderen Situationen?
der Tasche, oder so. Wenn sich natürlich gerade jemand ein frisches iPhone da für viel zu viel teuer Geld
gekauft hat, liegt es natürlich meistens auf dem Tisch. Und dann beeinflusst das natürlich auch das
Gespräch, dahingehend, dass man über ihn lästert, weil er so viel Geld verschwendet hat für so einen
Scheiß (.L.) ja (.L.).
Kaffee bist und dein Gegenüber greift zum Smartphone, wie reagierst du oder was machst du dann?
halt auch zum Smartphone, wenn man das Gefühl hat dass das irgendwie eine länger Unterhaltung wird,
weil man will ja auch nicht so wirken als würde man da versuchen jedes Wort mit zu hören. und das
Gegenüber, und ich meine so ein Telefongespräch ist ja meistens irgendetwas privates, sprich, wenn du da
mit deiner Mutter telefonierst, dann geht mich das nichts an. Und, ja dann versuche ich mich natürlich auch
irgendwie abzulenken und greife dann wohl auch hauptsächlich Alibi halber zu meinem eigenen Telefon
oder keine Ahnung gehe halt aufs Klo oder versuche halt erstmal dich anzusehen, um eben das ganze
einordnen zu können.
einzuordnen?
gerade, keine Ahnung, einen Todesfall verkündet bekommt oder ob es einfach irgendwer ist der, ob es halt
irgendeine Marktforschungsumfrage ist oder irgend so ein Scheiß.
beschrieben hast?
kein richtiges Thema hat über das man sich das ausgelassen hat, dann ja, dann ist es eigentlich auch egal.
Aber wenn man gerade mitten in so einer Diskussion drinnen ist, ich gerade wieder etwas richtig
intelligentes sagen wollte, was ich eigentlich immer tue, und das Gegenüber mich dann da so abwürgt und
ich halt mitbekomme, dass das so eine recht lapidare Schwachsinns-Unterhaltung ist, wo man doch eine
Unterhaltung mit mir führen könnte (.L.), dann bin ich natürlich auch ein bisschen beleidigt, ist ja klar,
aber ich denke das geht ja jedem Narzissten so (.L.)
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7B: Wenn man dann so da ist und das Telefongespräch dann kurz gehalten wird, dann ja es ist voll in
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I: Ok das hast du jetzt fast beantwortet, weil die nächste Frage wäre gewesen, wie beurteilst du den Griff
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7B: Ja, es kommt halt auf die Situation darauf an, auch bei der Unterhaltung mit Freunden. Wenn es halt
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I: Ok wir sind jetzt schon fast am Ende. Fällt dir noch irgendetwas ein, was ich noch nicht angesprochen
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7B: In Sachen Smartphone, was ich wichtige finde. Och, naja ich meine, ich habe das Smartphone halt, ich
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I: Also wenn ich das richtige verstehe, das mit der Navigation, das wäre noch ganz angenehm wenn das
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7B: Oder bei den älteren Handys, also nicht einmal Smartphones.
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I: Ok, aber auf den Rest könntest du quasi verzichten oder wie?
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7B: Ja, WhatsApp wäre halt auch noch praktisch wegen der Kommunikation da. Es sind halt so zwei drei
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I: Ja gut, hast du sonst noch irgendwelche Erfahrungen oder Bereich wo du sagst, da möchtest du noch
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7B: (…) also mir fällt auf, dass immer mehr Leute die sich auch standhaft gegen Smartphones gewehrt
Ordnung dann, das stört mich nicht wirklich.
zum Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden. Fällt dir dazu noch etwas ein?
gerade um etwas ziemlich ernstes geht, erwarte ich natürlich schon, dass dieser Griff unterbleibt, sonst sehr
negativ. Ansonsten wenn es halt irgendein, irgendein-irgendwas-Gespräch ist, ja ist ja egal, würde ich
wahrscheinlich genauso machen. Obwohl wenn derjenige dann anfängt da irgendwie so ein dämliches
Spiel da zu spielen, was gerade echt nicht sein muss, ja das ist dann auch nerv tötend, das muss dann nicht
sein. (…)
habe, und du als wichtig erachtest?
wollte es eine ganze Zeit lang nicht haben, weil ich mir gedachte habe, weil ich mich selbst so kenne, wenn
ich so etwas habe, dann hänge ich vor dem Teil und (…) bin halt auch recht anfällig für solche Spielereien
und so etwas. Dann habe ich es mir dann halt doch gekauft und das war halt, was heißt ich habe es mir
gekauft, ich habe es halt irgendwie von dem Shop da aufgedrängt bekommen. Fand es dann auch eine Zeit
lang ganz toll, aber ja, so inzwischen könnte ich mir auch fast wieder vorstellen ein normales Handy zu
wollen, wenn man da dann eben ein paar sinnvolle Sachen, wie eben eine vernünftige Wegführung auch
darauf hätte. Also ich denke, dass dieser ganze Hype mit dem Smartphone inzwischen auch wieder so ein
bisschen am abklingen ist.
auch bei den älteren Smartphones vorhanden wäre?
praktische Sachen die man dann auch wirklich längerfristig verwendet, aber sonst Großteils ist das ja alles
ein Scheiß oder so (.L.)
irgendetwas ergänzen?
haben, jetzt auch immer mehr, vermehrt halt fallen, wahrscheinlich weil man es an jeder Ecke einfach
nachgeworfen bekommt, (…) ja der Sinn dahinter hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, also ich weiß
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jetzt nicht was so ein Smartphone wirklich da jetzt noch so an großartigem Zusatznutzen bringen soll. Also
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I: Sonst noch was?
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7B: Nein
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I: Dann vielen Dank, in diesem Fall sind wir fertig.
wenn man schon einen Laptop hat und eine Tablet-PC, einen Tablet-PC habe ich übrigens auch geschenkt
bekommen vor ein paar Monaten zu meinem Geburtstag oder, ja ich habe gar keine Verwendung dafür, ist
ja auch nur so ein großes Smartphone und ja. Und mit meinem Kindle kann ich auch im Internet surfen, ja,
es ist echt schön mit was für Geräten man heutzutage alles im Internet surfen kann. Aber langsam denke
ich wirklich, dass die Grenze von dem was man braucht wirklich erreicht ist. Ja.
Postskriptum Interview Nr. 07
Das Interview fand beim Teilnehmer zu Hause statt. Das Smartphone lag während des
Interviews auf dem Tisch. Das Smartphone ist stark demoliert. Die Atmosphäre ist locker
und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 07
2min44s: greift zum Smartphone [und sieht seine Apps durch]
9min44s: nimmt das Smartphone kurz zu Hand und legt es wieder weg
10min45s: das Smartphone vibriert, der Teilnehmer sieht auf das Display, nimmt aber
nicht ab
12min10s: das Smartphone vibriert, der Teilnehmer sieht auf das Display, nimmt aber
nicht ab
12min38s: nimmt das Smartphone kurz zu Hand und legt es wieder weg
13min:30s: nimmt das Smartphone kurz zu Hand und legt es wieder weg
13min50s: sieht auf das Smartphone
20min05s: greift zum Smartphone [als Demonstration des Gesagten]
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Transkript des Interviews Nr. 08 vom 26.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: H
Universität: Wirtschaftsuniversität Wien
Alter: 45 Jahre
Geschlecht: männlich
Nutzungsdauer: 5 Jahre
Dauer: 42min
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I: Erzähl mir bitte einmal ausführlich wofür du dein Smartphone von morgens bis abends einsetzt, wann du
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8B: (…) Naja ich benutze es morgens um Emails zu checken und Facebook checken, falls es da
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I: Wann verwendest du das Smartphone das letzte Mal?
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8B: Abends nochmal Emails checken. (…)
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I: Das nächste wäre vielleicht, gibt es irgendwelche Geräte die du durch das Smartphone substituierst?
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8B: (…) also ich nutze sicherlich weniger den Computer, weil ich dann bestimmte Sachen dann eben
es für was und wie oft einsetzt?
Nachrichten gibt, beziehungsweise Skype checken, weil ich viele Leute kenne, die in den USA oder Asien
sind, die dann einen anderen Tagesablauf haben, darum sehe ich morgens nach ob da irgendetwas
aufgelaufen ist. Zum Beispiel auch durch das Auslandssemester, also in den USA habe ich
Auslandssemester gemacht und in Peking habe ich Sommeruni gemacht, von daher kenne ich die Leute da.
Und ja normalerweise sehe ich da, benutze ich dann den Kalender was ich an dem Tag machen muss, zum
Beispiel (…) im Studium Vorlesungen sind, wann die sind wo die sind, weil ich mir das alles nicht merke
sondern, mir da immer wieder da hinein schreibe oder wenn irgendwelche anderen Veranstaltungen sind
schreibe ich dann halt in den Kalender auch rein, (…) nicht nur die Adresse wo das ist sondern auch wie
ich da hin komme, wenn ich dann mit den Öffis da hin fahre, vor suche mir dann heraus wie ich dahin
komme, damit ich quasi ungefähr weiß wie lange das dauert. (…) Ja. Emails habe ich glaube ich schon
gesagt, dass ich da ab und zu einmal so tagsüber nachsehe. Und was mache ich noch, (…) ja sonst
eigentlich, fällt mir jetzt nichts (.L.) spannendes ein.
Also wo du sagst, seit ich das Smartphone habe verwende ich diese Geräte kaum mehr oder gar nicht mehr,
teilweise?
schnell am Handy nachschlage. Statt jetzt extra den Computer aufzudrehen oder zum, an der Uni zum
Computer hinzugehen. (…) Dann bin ich halt noch mit Leuten da in Peking in Kontakt, was ich über Skype
mache, das mache ich aber eigentlich auch alles am Handy. Weil ich dann eher so, wenn man einmal eben
fünf Minuten Zeit habe oder so, dass ich das dann schnell am Handy mache und dann quasi eher die Zeit
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am Computer nutze um etwas zu machen, das ich nicht am Handy machen kann. Ja oder über Facebook
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I: Gibt es sonstige Geräte die du durch das Smartphone substituiert hast?
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8B: (…) Nein Geräte eigentlich nicht. Was ich relativ häufig mache ist, wenn ich mir irgendwelche
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I: Aber hast du daneben noch eine Kamera?
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8B: Ja ich habe eine, aber da wüsste ich jetzt noch nicht einmal wo die ist. Das war so eine Schnappsidee,
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I: Und da verwendest du die Kamerafunktion des Smartphones eigentlich eher um die Notizen zu
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8B: Ja, oder zum Beispiel Aushänger an der WU einmal schnell abfotografieren, wenn ich mir denke ah,
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I: Wie sieht es aus mit den Verwendungsschwerpunkten? Welche Funktionen und Apps benutzt du deiner
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8B: Ja relativ viel nutze ich, denke ich, Email und Facebook und Skype. (…) wobei, am Anfang waren
einmal schnell etwas nachfragen.
Notizen selbst schreibe, dass ich dann die Notizen nachher abfotografiere, weil dann muss ich den Zettel
nicht suchen. Oder ich weiß nicht, ich habe auch schon von der schriftlichen Fachprüfung (…) wo es dann
quasi relativ viele Notizen gab zu den einzelnen Antworten, das habe ich mir alles abfotografiert mit dem
Handy. Weil ich mir dachte, ehe ich mir das jetzt alles im Detail aufschreibe was man hätte anders machen
können, oder wo man vielleicht noch einen Punkt rausholen kann, abfotografieren und fertig. Aber
nachdem ich da davor jetzt keine Kamera dafür benutzt hätte, ist das kein Gerät das ich jetzt ersetzt hätte.
dass ich die relativ günstig gebrauch gekauft habe.
speichern?
wenn man beim Lift steht und dann denke ich: „Ah das ist eine eigentlich eine interessante Veranstaltung,
da musst du einmal darüber nachdenken, ob ich mich da anmelde“ oder was weiß ich was, (…) dann
mache ich eben schnell ein Foto, weil ich dann meistens irgendwohin unterwegs bin und dann keine, weder
Zeit habe darüber nachzudenken noch Lust mir das aufzuschreiben. (…) Und dann mache ich das damit,
aber das würde jetzt kein, das würde jetzt eigentlich kein Gerät ersetzen, weil, oder ja, hätte Papier und
Stift ersetzt (.L.).
Meinung nach am meisten und vielleicht auch wieso?
zum Beispiel Gruppenarbeiten immer per Email, und das hat sich das irgendwann, da gab es ein Jahr wo
praktisch alles auf Facebook umgestellt worden ist. Und jetzt sind da glaube ich alle,
Studieneingangsphase, habe ich gesehen, ist mittlerweile auch alles über Facebook organisiert, dass man
sich da quasi die neusten Musterklausuren organisiert, das läuft jetzt mittlerweile alles über Facebook. (…)
ja, also das ist sicherlich ein großer Schwerpunkt, also (…) teilweise so Gruppenarbeiten organisieren oder
schnell einmal nachfragen, also ich bekomme jetzt nach meiner Fachprüfung für die andere SBWL auch
immer noch Fragen: „Hast du noch Unterlagen?“ Oder: „Wie hast du dich vorbereitet?“ oder so, von
Mitstudenten das geht alles über Facebook, also das geht gar nicht mehr über Email und nachdem ich jetzt
aber am Computer nicht so viel Zeit auf Facebook verbringe oder das auch nicht immer am Laufen habe
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logischerweise, weil ich dann andere Sachen noch mache. Bekomme ich das eigentlich nur über das Handy
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I: Hast du dir die App in dem Fall auch heruntergeladen?
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8B: Genau, ich habe die Facebook-App und die Skype-App und was ich sonst noch relativ häufig benutze
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I: Gibt es sonst noch irgendwelche Bereiche, wo du sagst die verwende ich auch noch viel oder waren das
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8B: Nein also, Kamera, Email, Facebook, Skype, dann diese Navi-Geschichten AnachB und dieses
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I: Welche Rolle spielt bei dir das Smartphone bei dir in der Freizeit, auf der Uni und im Beruf, also gibt es
mit. (…)
ist das AnachB zur Öffis-Navi, um nachzusehen wie komme ich jetzt irgendwohin beziehungsweise wenn
es dann längere Fußwege gibt, das GoogleMaps. Also ich suche mir das teilweise dann schon, wenn ich
irgendwohin muss vorher heraus, wie fahre ich da am besten und schreibe mir das hinein. Aber wenn man
dann irgendwie spontan etwas hat und du bist dann da und kommst darauf: „Ah ich müsste jetzt eigentlich
direkt woanders hin“, dann sehe ich das schnell im AnachB nach. Beziehungsweise für den Fußweg weil
ich dass dann oft wieder vergessen habe, wie ich da hin komme (…) mache ich das im GoogleMaps. Also
jetzt habe ich eine Zeit lang aus irgendwelchen Gründen kein funktionierendes Handy gehabt und da war
halt diese Navi-Geschichte, ist mir richtig aufgefallen, dass mir das fehlt. Das ist sicherlich eine Sache die
ich häufig (~) [verwende].
schon die Schwerpunkte?
GoogleMaps. Schauen wir schnell nach (.L.) [holt das Handy heraus]. Was ich eine Zeit lang ziemlich
häufig benutzt habe, was ich aber jetzt gar nicht mehr benutze, ist das MiriamWebsterWörterbuch, das
Dictionary, da habe ich wo ich, ich habe ja (…) Englisch auch als Wahlfach gehabt und da war das relativ
cool wenn man schnell einmal Begriffe nachschlagen konnte, was heißt denn das eigentlich, damit man ein
bisschen Vokabular aufbaut. Und eine Zeit lang, das mache ich jetzt aber auch nicht mehr, das habe ich da
quasi im Ausland viel gemacht, im Auslandssemester viel gemacht ist das Yelp. Das ist in den USA so
relativ beliebt, dass man quasi vorab, also von, wo gibt es da einen Friseur und da kann man dann schnell
nachlesen, also im Auslandssemester muss man halt zum Friseur gehen, und dann einmal schnell nachlesen
wie das überhaupt da abläuft, weil das teilweise irgendwie ein anderes System ist wie sie das organisieren
und wo geht man hin und wo bekommt man was. Und (…) das habe ich alles über das Yelp immer
gemacht. (…). Was ich jetzt seit einiger Zeit (…) benutze ist das iTunesU, das ist dieser Bildungskanal im
iTunes, wo zahlreiche Universitätsdinge eingestellt werden. Und (…) da gibt es halt teilweise so
Vorlesungen oder so etwas zu Themen die mich interessieren, also gerade jetzt im Bereich
Entrepreneurship, wo es in der USA doch immer mehr gibt oder andere Sachen gibt, die ich mir dann da
angesehen habe. Und weil ich dann meistens keine Lust habe mir das jetzt am Computer anzusehen, also
weil ich dann meistens keine Lust habe so viel Zeit dafür zu verwenden, sondern das dann lieber
irgendwie, wenn ich auf die U-Bahn warte oder in der U-Bahn ansehe, dann mache ich das lieber da. (…)
Genau das war es aber, denke ich.
da Unterschiede in der Verwendung?
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8B: Eigentlich nicht (…)
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I: Das heißt? Verwendest du es überall gleich?
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8B: Naja zum Beispiel diese Navigations-Geschichten, (…) das nimmt ja jetzt keine Rücksicht darauf ob
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I: Wie hast du das Smartphone auf der Uni genutzt?
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8B: Naja eigentlich auch Facebook, oder vorher halt Email für irgendwelche Gruppenarbeiten die man sich
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I: Seit du das Smartphone hast, ist dir da irgendetwas aufgefallen? Gibt es da positive oder negative Punkte
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8B: (…) Naja also Veränderung, ich weiß nicht ob die positiv oder negativ ist, aber das ich mir halt oft
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I: Soll ich die Frage nochmal wiederholen? Also seit du das Smartphone hast, gibt es da irgendwelche
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8B:Naja ich merke mir halt schlechter, was ich in der nächsten Woche zu tun habe oder wie meine Woche
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I: Welchem Punkt ordnest du das zu positiv oder negativ?
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8B: Naja das ist natürlich insofern negativ weil es eine gewisse Abhängigkeit ist, wenn man irgendwie
ich mich mit irgendjemandem verabredet habe und dann wieder vergessen habe wie ich da hin komme oder
ob das jetzt irgendeine Univeranstaltung ist, die ist extern oder job-technisch also das, dass ich mir nicht
merken kann (.L.) wie ich da hin komme oder zu faul bin (…) mir das einzuprägen oder einen Stadtplan
mitzunehmen, das ist immer gleich. Nein die Skype-Geschichten, das ist halt eher jetzt, die habe ich halt
über die Uni kennengelernt, aber das sind zurzeit eher private Kontakte.
dann organisieren muss, wo, wenn man jetzt immer quasi immer darauf gewartet hätte (…) wenn man jetzt
darauf gewartet hätte, dass quasi alle wieder zurück am Computer sind (…) wäre man halt nicht weiter
gekommen. Und deswegen sind halt viele Sachen per Email gelaufen. Und weil dann oft keine Lust hatte
irgendwie das (…) mich vor meinen Computer zu setzen, sondern immer einmal schnell in der Vorlesung
die Emails gecheckt habe, so (…) quasi ob jetzt irgendetwas gekommen ist. Beziehungsweise dann als das
dann irgendwie alles über Facebook-Gruppen organisiert wurde, dann eben Facebook.
die sich für dich verändert haben?
nicht merke [Unterbrechung durch die Kellnerin]
positiven oder negativen Punkte die dir aufgefallen sind?
aufgebaut ist, oder irgendetwas, da gibt es ja viele, an der Uni viele Veranstaltungen die zu unregelmäßigen
Terminen sind. Die dann halt nicht jede Woche sind sondern entweder irgendwie geblockt sind oder (…) in
der einen Speziellen war das halt oft so, dass dann zwei drei Wochen die Veranstaltung regelmäßig war
und dann frei und dann kam das wieder. Und das habe ich mir seit dem Handy quasi überhaupt nicht mehr
gemerkt und mich dafür auch nicht interessiert, weil ich wusste, naja, da kann man eh einmal schnell
nachsehen, wenn es so weit ist. Sind halt Sachen so eher, die ganzen Planungs-Sachen eher (…) spontaner
macht.
nicht weiß wo das Handy ist, dann weiß man nicht was man am nächsten Tag tut, oder wann man
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irgendwelche Vorlesungen hat oder was man sonst irgendwie noch zu tun hat. (…) positiv ist sicherlich,
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I: Gibt es andere Punkte die do positiv oder negativ beurteilst?
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8B: (…) Naja was zum Beispiel jetzt durch das Skype relativ komfortabel ist, also ich kenne jetzt einen in
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit um im Zusammenhang mit dem Handy? Also sowohl
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8B: (…) ich benutze relativ wenige Apps, also von der Anzahl jetzt über einen längeren Zeitraum gesehen,
dass ich mich damit dann nicht belasten muss, das ist halt auch angenehm, dass man dann irgendwie, oder
einmal schnell am Handy nachsehen kann, wie sehen jetzt die nächsten zwei Wochen aus, was tut sich da.
Ich habe das vorher teilweise in so einem Buchkalender gehabt, wo ich bestimmte Sachen dann wieder
nicht eingetragen habe oder dann irgendwelche Sachen sich geändert haben, wo ich gedacht habe, das
merke ich mir so und mir das aber dann doch nicht so gemerkt habe. (…) und das ist halt so, also gerade
wenn das so Sachen sind, die dann irgendwie so einen Monat im Voraus sind oder so. Und, ja das kann
man am Handy jetzt natürlich irgendwie, alles relativ leicht eintragen, nachdem man es auch problemlos
ändern kann und nicht irgendwie überlegen muss, wie korrigiere ich das jetzt. Das ist eher der positive
Teil.
Japan, mit dem ich aber (…) immer Skype-Calls mache am Computer. Und das ist halt immer extrem
nervig, weil da muss man sich halt verabreden, wann macht man das, damit ich Internetzugang hat und er
Internetzugang hat, das ist halt eher so, ein bisschen unentspannt, da kann man halt nicht so spontan (…)
sein und (…), dann kenne ich aber jemanden in Peking, wo ich per Skype nur chatte und nachdem man das
relativ problemlos am Handy machen kann, merke ich dann, ist man halt irgendwie mehr in Kontakt, weil,
der eine hat gerade fünf Minuten Zeit und denkt, das könnte ich super schnell einmal dem [Name]
erzählen, dann chattet man eben und dann. Und das ist natürlich dann halt immer eine verrückte, also durch
den großen Zeitunterschied, immer eine ganz verrückte Zeit beim anderen. (…) und dann kann halt da
spontaner darauf reagieren, das ist halt so am Handy cooler. Und halt durch den direkten Vergleich kann
ich halt sagen, dass eben mit dem, wo ich das nur am Computer mache, obwohl es auch wieder Skype ist,
irgendwie (…) unentspannter. Und wir kommunizieren da sicherlich auch deutlich seltener. Also, dann
schreibt er eine Email, dann schreibt er mir aber entweder wieder eine ellenlange Email die ich mir nicht
durchlesen will, wo ich dann sage, ja das lese ich mir dann einmal in Ruhe durch und dann verzögert sich
das total. Das ist dann so über das Handy irgendwie schneller. (…)
Datensicherheit, als auch wie sicherst du dein Handy?
weil das irgendwie immer die gleichen sind, das ist halt immer Facebook, Skype und ich habe jetzt nicht
irgendwelche (…) verrückten Apps, wo ich mir da jede Woche etwas neues installiere. Was ich jetzt
einmal so als Sicherheitsthema sehe, weil ich denke, dass die Apps die ich benutze von so vielen Leuten
verwendet werden, dass ich das wahrscheinlich mitbekommen würde, wenn da jetzt irgendwie ein Problem
wäre. Dann (…) gibt es auf Heise.de so ein Unterkapitel zum Thema Sicherheit wo ich sowieso aus
anderen Gründen regelmäßig hinein sehe, von daher habe ich dann halt auch das Gefühl, wenn es jetzt ein
spezielles Problem gäbe, was aus irgendeiner App käme, würde ich das wahrscheinlich ziemlich schnell
mitbekommen und könnte dann etwas tun. (…) ja ansonsten habe ich halt das Handy immer gesperrt, also
wenn es jetzt irgendwo liegen würde, das liegt aber so ein bisschen
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I: Gesperrt heißt Bildschirmsperre?
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8B: Genau, man muss es irgendwie erst freischalten. Das liegt aber vor allem daran, weil (…) auf der
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I: Dann was bedeutet dir dein Smartphone? Also welche Rolle spielt es in deinem Leben und in welcher
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8B: Naja das ist halt so ein (…) Ersatz für das, für den alten Buchkalender. Wo ich mir sonst irgendwie
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I: Und welches Gefühl verbindest du mit dem Smartphone?
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8B: Da muss man darauf aufpassen, also das ist vom Gefühl her so etwas wie Schlüssel oder Geldbörse
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I: Und gibt es, weil du es vorher schon angesprochen hast, irgendwelche Abhängigkeiten? Wo du sagst
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8B: Naja ich habe mir halt so ein paar Sachen angewöhnt, dass ich mir Sachen nicht vorbereite, wie zum
Arbeit das irgendwie eine Zeit lang total in war, bei anderen Leuten Blödsinn zu machen, wenn die ein
ungesperrtes Handy haben irgendwo liegen lassen ja. Irgendwelche lustigen Facebook-Postings oder so
und dann gewöhnt man sich das relativ schnell an (…) quasi immer dafür zu sorgen, dass man es erstens
nicht weglegt, nirgendwo liegen lässt, sondern immer bei sich hat und zweitens dass es dann auch gesperrt
ist, falls man es doch irgendwie und ich gebe es nicht her. Also wenn jetzt irgendjemand sagt, er will nur
einmal schnell drei Apps downloaden und dann irgendetwas machen, das würde ich halt nicht machen
(.L.). Also das ist sicherlich ein großer Unterschied zum Computer wo ich dann eher schon einmal
entspannt wäre, (…) nur einmal eben schnell etwas checken bitte, da sieht man dann halt zu, weil es am
Computer auch relativ leicht ist zu sehen was der andere macht, irgendwie über die Schulter sehen. Das
kann man beim Handy nicht so gut und deswegen, würde ich es da eher nicht hergeben.
Beziehung siehst du dich selbst zu deinem Smartphone?
Sachen hinein geschrieben, also jetzt gerade so Terminsachen hinein geschrieben hätte oder auch wo ich
mir hineingeschrieben hätte, wie ich da hin komme, wenn ich mir das irgendwie einmal heraus suche. Ja
und halt Computerersatz für so Email und Facebook und Skype.
oder Uhr, sowas, das man nirgendwo liegen lassen sollte (.L.).
dort brauchst du das Smartphone unbedingt?
Beispiel: „Wie komme ich da hin?“ weißt du: „Mit welchem Bus muss ich denn da fahren?“ oder gibt es
noch irgendwie einen Spezialschmäh oder Fußwege heraus suchen oder so etwas. Vor allem weil ich das
im Ausland auch so gemacht habe, also ich habe das in den USA auch so gemacht, dass ich mir dann quasi
über das GoogleMaps unterwegs überlegt habe, wie ich von A nach B mit den Öffis kommen. Und da ist
mir das zum Beispiel mehrfach passiert, dass wenn man dann den ganzen Tag unterwegs ist, der Akku leer
war und dann steht man halt irgendwo, also das war zum Beispiel in Los Angeles, und ich habe keine
Ahnung wie das Öffi-System da funktioniert. Hat um sich herum nur lauter Touristen, die sich auch nicht
auskennen, also die man auch nicht wirklich fragen kann, weil, da ist man dann schon sehr abhängig. Also
das hätte ich mir, vor allem weil ich dann auch kein Stadtplan oder irgendetwas in der Art mit hatte, weil
ich mir gedacht habe, ja das kannst du eh schnell am Handy nachschlagen.
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I: Wie gehst du dann mit so einer Situation um, wenn du das Handy vergessen oder verloren hast, oder
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8B: Akku leer. Also vergessen oder verloren ist eigentlich eher nicht, das passiert mir eher nicht, weil das
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I: Wie fühlst du dich dann dabei, wenn das Handy die Funktion nicht mehr erfüllt?
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8B: Ja ist doof, naja ist ja doof, da ärgere ich mich halt so wie wenn ich jetzt denke: „Naja das hättest du
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone beim Kontakt mit der Familie und der Partnerin?
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8B: Naja das, also mittlerweile geht das aus irgendwelchen Gründen alles über Facebook. Ja. Und das ist
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden? Also welche Erfahrungen
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8B: Naja, das ist sozusagen, das ist so ein bisschen wie ein Kalender, oder, wo man dann halt einmal
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I: Und wie hast du das Gefühl wird es sonst eingesetzt?
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8B: Ja, also was ich sowieso extrem nervig finde, wenn irgendwie Leute länger Zeit telefonieren, wenn sie
wenn du sagst, dass der Akku leer ist?
ist halt so wie Schlüssel, vergisst man auch nicht. (…) Akku leer ist dann halt blöd, dann gehört
improvisiert (.L.).
dir ja einmal vorher überlegen können.“ Da hat man dann so ein bisschen das Gefühl, wie wenn man zu
spät feststellt, dass der Zeitpunkt für die Prüfungsanmeldung schon ausgelaufen ist ja. Auch schon passiert,
aber, (…) da hättest du mal irgendwie eher daran denken können. Also halt so das Gefühl, naja hättest du
das mal vorher separat aufgeschrieben, wie man da hin kommt, denn du hast ja gewusst das wird ein langer
Tag, oder hättest du jetzt ein Ladegerät mit, (…) dann hättest du jetzt das Problem nicht.
dann natürlich einfacher, oder sagen wir so (…) nachdem es weniger Telefonieren ist und mehr,
[Unterbrechung durch die Kellnerin] und nachdem es dann mehr anstatt telefonieren, dann öfter einmal nur
über Facebook ist, ist es natürlich praktisch, dass man das Facebook auch am Handy hat, wie das
Telefonieren.
hast du gemacht wenn du mit Kollegen oder Freunden zusammen sitzt oder auch nur zu zweit in einem
Kaffee, welche Rolle spielt das Smartphone dann?
schnell nachsehen kann, wenn man sich jetzt einmal irgendetwas ausmachen will oder sagt (…) ich weiß
nicht: „Hast du Lust nächste Woche da und da mit zu kommen?“ Kann man halt schnell nachsehen
beziehungsweise umgekehrt sich schnell das dann eintragen. (…)
sich eigentlich mit irgendjemanden unterhalten. Das kommt auch vor. Da habe ich jetzt eher das Gefühl,
dass das (…) mit dem Smartphone weniger geworden ist, weil mir das jetzt persönlich noch nie aufgefallen
ist, dass dann, also wenn man angerufen, hat man irgendwie das Gefühl da muss man jetzt schnell dran
gehen. Aber es ist mir jetzt noch nie aufgefallen, dass irgendjemand quasi nur weil er auf Facebook
angechattet worden ist denkt, jetzt (.L.) steige ich in eine Facebook-Diskussion ein und das macht man
dann, glaube ich, nicht. Also das ist, das würde ich sagen ist eher so eine positive Geschichte, dass halt die
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Sachen halt so zeitlich ein bisschen entzerrt sind, man nicht das Gefühl hat, sofort darauf reagieren zu
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I: Wie hast du sonst das Gefühl, dass mit Benachrichtigungen und Anrufen umgegangen wird? Also wie
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8B: Also ich bin einer von diesen Leuten, die das Handy immer auf lautlos haben, das heißt ich bekomme
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I: Hast du das Gefühl, dass sich das Smartphone irgendwie auf das Gespräch auswirkt? Also dass es
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8B: Wüsste jetzt nicht wie.
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I: Wo haben die Leute das Handy oder wo hast es du während du in einem Gespräch bist, also an welchem
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8B: Ich habe es entweder in der Hand, wenn ich es irgendwie an einer unbequemen Stelle in der
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I: Wie sieht es bei den andere aus?
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8B: Keine Ahnung wo die das haben.
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I: Also es ist dir nicht aufgefallen, dass das öfter an einem bestimmten Ort ist?
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8B: Nein. Also in der Firma war das einmal eine Zeit lang in, dass dann irgendwie alle ihr Handy auf den
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I: Du hast das zwar teilweise schon gesagt, aber was machst du, wenn sich dein Gegenüber mit dem
müssen.
gehst du damit um und wie die anderen?
das gar nicht mit wenn mich irgendjemand anruft und, außer es ist irgendetwas ausgemacht (…) so nach
dem Motto: „Rufen wir uns dann eh dann und dann noch einmal schnell zusammen.“ Und ja, und ich sehe
dann halt, (…) also ich sehe regelmäßig nach ob ich irgendetwas verpasst habe. Ob mich irgendjemand
angerufen hätte oder eine SMS geschickt hätte oder eine Email oder was weiß ich irgendwie. Ja. Und ich
finde es halt eher unangenehm, wenn man sich mit irgendjemanden trifft, wenn diese Person dann in der
Zeit irgendetwas anderes macht, also (…) außer es ist jetzt natürlich irgendetwas dringendes, aber. Und ich
mache das halt genauso, also ich würde jetzt auch dann nicht irgendwie ein längeres Telefonat führen
sondern, wenn man sich mit irgendjemanden trifft, so dann. Erstens würde ich es nicht mitbekommen und
zweitens, wenn ich es mitbekommen würde, dann würde ich halt kurz sagen: Du ich unterhalte mich
gerade, wir telefonieren einmal später.
irgendeine Rolle spielt während des Gesprächs?
Ort?
Hosentasche sonst hätte, (…) oder in der, ich weiß nicht, wenn ich eine Rucksack oder eine
Umhängetasche dabei habe, dann ist es halt da.
Tisch gelegt haben, so demonstrativ, (…) so nach dem Motto: „Naja dann sehe ich gleich, wenn ich
wichtig angerufen werden“, das war aber auch irgendwie nur eine Zeit lang und hat sich dann irgendwie
verlaufen. (…)
Smartphone beschäftigt? Also wie reagierst du darauf?
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8B: Dann mache ich das auch (.L.). Also er, neulich hatte ich einmal so eine Situation wo ich mich
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I: Wie fühlst du dich denn dabei, wenn der andere sein Handy heraus zieht.
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8B: Naja, wenn er halt angerufen wird, dann ist das halt so. (…)
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I: Gibt es da andere Situationen?
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8B: Nein, (…) wüsste ich jetzt nicht. Also das was mir jetzt so einfällt, das sind dann aber immer so
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I: Wir sind jetzt schon fast am Ende, das einzige das noch fehlt, wie beurteilst du den Griff zum
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8B: Naja also wenn das jetzt so Sachen sind, ach so, wann gibt es überhaupt einen Griff zum Smartphone,
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I: Ok und was wäre das?
eigentlich nur mit einem Einzelnen verabredet habe. Und der hat dann zwischendurch telefoniert, so nach
dem Motto: „Äh ich plaudere ja nur mit dem Alex und es wird etwas später.“ Also er ist angerufen worden
anscheinend warum er, wo er so lange bleibt. Und dann habe ich mir natürlich gedacht, naja super, dann
kannst du einmal schnell noch Emails checken, weil ich quasi noch auf etwas gewartet habe, was ich
eigentlich für den nächsten Tag noch gewusst hätte. Aber ich hätte jetzt zum Beispiel, also sowas finde ich
dann sinnvoll und gut, dass man das einmal eben schnell machen kann, (…) aber was ich jetzt zum
Beispiel nicht gemacht hätte, wäre jetzt auch ein Telefonat anfangen, weil dann kommt man halt nicht
weiter. Weil so ein Email checken oder noch einmal schnell (…) nachsehen, also zum Beispiel von vielen
Leuten habe ich dann auch die Email-Adresse nicht mehr sondern habe da quasi nur die Facebook-Adresse,
also dass man dann schnell auf Facebook nachfragt: „He folgende Frage, du kennst dich doch auch mit
dem und dem Thema aus, wie machst du das?.“ Und dann eben einmal schnell nachsehen, hat der
geantwortet. So etwas würde ich machen, weil man das auch schnell wieder abbrechen kann, wenn die
andere Person quasi ihr Telefonat auch beendet. Aber ich würde jetzt nicht irgendwie, etwas Größeres
starten, was dann, weil dafür braucht man sich dann nicht zu treffen.
Sachen, wo dann Leute angerufen werden im Sinne von, ich weiß nicht: „Wo bleibst du?“ oder
irgendetwas fragen oder so, ist irgendwas, aber (…) die beenden das dann eh immer schnell, also und
sagen dann halt, also von daher gibt es irgendwie kein, also ich würde mich wahrscheinlich wehren, wenn
irgendwer anfängt quasi seine komplette Lebensgeschichte am Telefon zu erzählen, oder: „Ah wir haben
uns eh lange nicht getroffen, ich erzähle dir einmal was in den letzten zwei Wochen alles passiert ist.“ Da
würde ich wahrscheinlich ausrasten, aber das passiert eigentlich nicht.
Smartphone während einem Gespräch?
also was ich kenne ist halt, (…) wenn man jetzt irgendwelche neuen Leute kennenlernt, gibt man denen
einmal schnell deine Email-Adresse. Ok das tippt man dann ein. Beurteilung positiv, weil es ist mir lieber
wenn er sich das gleich ins Handy tippt, als wenn er sich das irgendwo aufschreibt und dann wieder
verlegt. (…) naja wenn er angerufen wird, ja, denkt er wahrscheinlich er muss dran gehen, ich persönlich
denke halt nicht so. Ich weiß auch, dass es irgendwie auch nicht immer cool ist, wenn man halt nie dran
geht, so wie ich das mache. Von daher finde ich es auch völlig ok, wenn andere Leute dran gehen. (…)
Also es gäbe schon Sachen über die ich mich ärgern würde, aber das macht aber halt keiner. (…)
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8B: Naja wenn die sich halt länger mit dem Handy beschäftigen würden, dass würde ich dann halt so
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I: Fallen dir sonst noch andere Situationen ein, wann das Smartphone während einer Unterhaltung genutzt
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8B: (…) Also wir hatten schon einmal so Gruppen, bei Gruppenarbeiten, so Situationen wo dann Leute
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I: Ok also das letzte wäre jetzt noch, fällt dir noch irgendetwas ein, das ich noch nicht erwähnt habe, wo du
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8B: (…) Ja, das einzige was mir jetzt noch so einfällt zur Verwendung, ich fände das ja total, aah [ihm fällt
empfinden, als wenn jetzt irgendjemand mitten im Gespräch ein Buch heraus nimmt und fängt an zwei drei
Minuten zu lesen oder (.L.). Das finde ich halt blöd, dafür (.L.) braucht man sich nicht dafür zu treffen,
aber das macht halt keiner. Oder würde mir jetzt keine Situation einfallen.
wird?
schnell etwas am Handy nachgeschlagen haben. Das war aber meistens, also meistens war das irgendwie
doof, weil es erstens relativ lange gedauert hat, bis die Leute dann irgendetwas gefunden haben und das
Gespräch dann schon wieder ganz woanders war. (…) und oft war das was sie gefunden haben, passte dann
auch nicht zum Thema, ich hab das schon verstanden, dass sie das dann noch einbringen wollten, weil da
haben sie sich jetzt fünf Minuten damit gespielt, damit sie das finden, aber, passt dann halt nicht. Ja aber,
das sind dann so Sachen, die dann eher in der Gruppe sind, wo man dann mit fünf oder sechs an
irgendetwas bastelt und irgendjemand klinkt sich dann einmal mental aus und macht das da, und man sagt
dann: Schön dass du das jetzt gesucht hat, hilft uns jetzt nicht weiter (.L.) weil es nicht zum Thema passt.
sagst, das wäre noch wichtig, eben zu den Bereichen Verwendung des Smartphones oder auch wie es
während der Unterhaltung mit Freunden eingesetzt wird?
etwas ein] im Ausland gab es quasi eine App von der Uni, mit der man schnell bestimmte Sachen
nachsehen konnte, also zum Beispiel, quasi wie das Learn [Onlineplattform der WU] wo dann auch
drinnen stand was die Assignments waren für die nächste Woche, wo man auch, also da gab es auch Fotos
von den Mitstudenten, so dass man dann noch einmal schnell nachsehen konnte, wenn man jetzt irgendwie
den Namen vergessen hatte beziehungsweise umgekehrt die Leute am Anfang des Semesters zuordnen
konnte aus welchem Kurs kennt man die und macht das dann anstatt dass man eben mal schnell hingeht
und fragt, das konnte man Handy schnell checken, das war halt relativ cool. Und da gab es ja von der WU
auch einmal so Vorstöße, dass man zumindest einmal das Vorlesungsverzeichnis oder die Veranstaltungen
für die man registriert ist, nachsehen kann. Das habe ich auch ein paar Mal ausprobiert, das hat aber
irgendwie bei mir nie richtig funktioniert. (…) also entweder hat es überhaupt nicht funktioniert, dann hat
es einmal eine Zeit lang funktioniert, dass man sich einmal sämtliche Vorlesungstermine mit einem Schlag
in den Kalender reinziehen konnte, wobei ich das dann aber nie so benutzt habe, weil ich ja das immer
noch mit der Arbeit noch unter einen Hut bringen musste, so dass ich mir immer noch Wegzeiten mit
einplanen musste. Also ich habe es dann doch wieder manuell machen müssen, weil wenn halt zwei
Sachen so nahe aneinander sind, dass ich halt an der WU bleibe, dann habe ich halt keine Wegzeiten mehr
eingeplant und dann (~) nicht verwürfeln, wenn man denkt man kann, nein ich könnte jetzt auch etwas
anders machen, aber dann halt an der WU. Während dann halt, wenn ich gependelt bin, dann habe ich mir
halt zusätzlich noch Wegzeiten eintragen müssen. Und das, also eine Zeit lang, wo ich das extrem gemacht
habe, habe ich auch (…) quasi am Anfang des Semesters mehrere Tage damit verbracht quasi meinen
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Kalender aufzubauen. Um herauszufinden wann, welche Veranstaltungen und wie bringe ich das mit dem
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I: Gibt es sonst noch irgendetwas?
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8B: Naja was eine Zeit lang in der Firma in war, dass die Leute während irgendwelcher Besprechungen
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I: Ok, also wenn dir nichts mehr einfällt?
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8B: Nein, (…) nein.
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I: Dann vielen Dank.
Job alles unter einen Hut. Und dass war dann auch cool, dass ich das dann alles am Handy auch hatte, da
quasi dann mein Semester sozusagen einmal in der Richtung durchgeplant war. Und da wäre es halt schön
gewesen, wenn es von der Uni irgendwie ein funktionierendes System gegeben hätte, hat es aber nicht.
Oder ein anderes Ding, zum Beispiel an einer Austauschuni konnten alles Studenten auch auf einen
gemeinsamen Kalender zugreifen, so dass man zum Beispiel für Gruppenmeetings sehen konnte, (…)
wenn brav alle eingetragen haben, was sie so an Freizeitaktivitäten oder so (…) machen, dass man dann
relativ schnell sehen konnte: „Naja ich schlage einmal den Termin vor für das nächste Gruppentreffen um
noch schnell irgendetwas zu besprechen, weil ich sehe, dass die anderen alle Zeit hätten.“ Und das geht
halt hier nicht, weil es von der WU halt keinen gemeinsamen Kalender gibt und. (…)
Computerspiele, also Handyspiele gespielt haben, aber so getan haben als würden sie irgendwelche
Mitschriften machen am Handy, von dem was besprochen wird. Das war eine Zeit lang einmal in, bis dann
alle darauf gekommen sind, dass das halt Blödsinn ist und dann hat man das halt wieder gelassen. Also
nachdem jeder darauf gekommen ist, dass jeder andere auch so schlau ist zu wissen, dass die sich am
Handy nichts mitschreiben, sondern irgendwie Tetris spielt. (…) kann man das, also hat dann auch jeder
gesagt: Naja toll, wenn es euch nicht interessiert, dann kommt halt nicht. (.L.).
Postskriptum Interview Nr. 08
Das Interview findet in einem Café statt. Der Teilnehmer hat das Smartphone zuerst in
seiner Hosentasche, nimmt es dann aber heraus und legt es ab diesem Zeitpunkt nicht
mehr weg. Die Atomsphäre ist zwar locker, allerdings wird das Gespräch einige Male
kurz von der Kellnerin oder anderen Gästen unterbrochen.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 08
10min17s: holt sein Smartphone aus der Hosentasche und sieht auf das Display [sucht
nach Apps die er verwendet]. Die Suche endet bei 11min32s
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11min32s: der Teilnehmer beginnt das Smartphone abwechselnd in der Hand zu drehen
und die Schutzhülle des Smartphones zu lösen und wieder in Position zu bringen. Der
Teilnehmer fährt damit bis zum Schluss fort.
Transkript des Interviews Nr. 09 vom 27.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: K
Universität: Universität Wien
Alter: 27 Jahre
Geschlecht: weiblich
Nutzungsdauer: 1 Jahr 1 Monat
Dauer: 33min
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I: Erzähl mir bitte einmal ausführlich, wie du dein Smartphone von morgens bis abends verwendest?
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9B: Wie oft?
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I: Nein was.
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9B: Was ich damit mache. Ja am morgen verwende ich es gleich als Wecker, das ist das allererste, ich
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I: Was sonst noch?
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9B: Fotografieren. (...) für das habe ich es damals auch gekauft, ich habe mir halt, also deshalb wollte ich
werde davon aufgeweckt. (.L.). (...) ja, dann, ich verwende es zum Emails checken. Ich verwende
mittlerweile mehr das Handy um damit auf Facebook zu gehen, als den Computer. Also ich war früher,
also seit ich das Handy habe, hat sich meine Facebook-Aktivität ein bisschen erhöht. Also ich bin jetzt zum
Beispiel nicht mehr mit dem Computer auf Facebook, ich weiß nicht warum aber, ich sehe viel schneller
einmal Sachen auf Facebook nach. Das hätte ich früher nicht gemacht, da hat es dann wirklich einmal eine
Woche gegeben, wo ich nie auf Facebook war, das gibt es jetzt nicht mehr, also ich gehe jetzt jeden Tag
damit darauf. (...) vielleicht hat das auch ein bisschen mit dem Studium zu tun, weil wir haben gerade bei
Sport, da haben wir so etwas, das heißt SchmelzBook und das ist halt ganz praktisch, weil da halt relativ
viel Kommunikation, gerade was Prüfungen und so etwas angeht und Mitschriften ausgetauscht werden
und das checke ich halt regelmäßig. (...), dann natürlich zum Telefonieren und Simsen, das ist eigentlich
immer noch meine Hauptbenutzungs-Ding, also was ich damit mache. (…)
mir auch ein gutes Handy kaufen, weil ich habe mir halt damals als ich das Handy gekauft habe, wollt ich
eigentlich, ich wollt nicht irgend so ein kleines Ding kaufen, mit dem ich halt ins Internet gehen kann,
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sondern ich wollte halt eines mit dem ich halt auch gut Fotografieren kann. Weil ich habe keine kleine
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I: Wie sieht es gegen Abend aus? Also wann verwendest du es das letzte Mal?
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9B: Wann ich es das letzte Mal verwende, um den Wecker wieder zu stellen (.L.)
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I: Kannst du das was du jetzt aufgezählt auch in eine quantitative Reihenfolge bringen, oder wann
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9B: (…) Ich glaube morgens und abends hauptsächlich Facebook, das ist eher in der Früh, noch bevor ich
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone für dich, sowohl in der Freizeit, auf der Uni oder im Beruf? Also
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9B: Nein für meine Beruf brauche ich es ja praktisch nicht. (...) da lasse ich eher, weil ich ja unterrichte,
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I: Auf der Uni hast du ja schon gesagt, du verwendest es zum mitschneiden. Verwendest du es sonst noch
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9B: Nein. Doch beim Sport machen, das halt allgemein, was ich jetzt angefangen habe, sind da diese, also
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I: Das ist dann aber teilweise Freizeit?
Kamera nur eine riesengroße und da wollte ich einfach, und das ist halt praktisch zum holen und es macht
eigentlich ganz coole Fotos, finde ich. (...) jetzt wollte ich noch irgendetwas sagen. (…) ja, ich verwende es
auch auf der Uni um Vorlesungen aufzunehmen. Das habe ich mittlerweile auch schon angefangen, (...)
aber das derzeit noch eher weniger. Ja, doch was ich auch noch viel verwende ist Maps, also da sehe ich
nicht mehr zuhause nach wo ich hin gehen muss oder sehe halt unterwegs. Ich glaube wenn ich ein Auto
hätte, würde ich als GPS-Dings verwenden. (...)
verwendest du was am öftesten? Gibt es während dem Tag gewisse Zeiten, wo du bestimmte Dinge
besonders oft verwendest?
noch das Haus verlasse, wenn ich irgendwie (…) gerade zu Hause bin und das Handy neben mir liegen
habe, dann eher. (...) ja die anderen Funktionen, gerade Telefonieren und SMS, das halt immer während
dem Tag, Maps auch, weil das brauche ich halt eher untertags. (…) Facebook verwende ich mittlerweile
gleich viel wie das Email. (…) ja.
gibt es da irgendwelche Unterschiede, wo du sagst du verwendest es in irgendeinem der drei Bereiche
anders als in den anderen?
lasse ich eher die Schüler einmal etwas damit machen. Früher hast du die dicken Wörterbücher gehabt, das
halt, es ist jetzt nicht mein, so wie ich es verwende, sondern ich lasse es die Schüler als Wörterbuch
verwenden. Ach das, übrigens das tue ich auch viel Wörterbücher verwenden. Das ist praktisch, dass du
permanent ein Wörterbuch dabei hast, fällt mir gerade ein. (…) ja und sonst habe ich halt eben, ja ich habe
kein Diensthandy oder so etwas habe ich ja nicht. Also da gibt es wirklich keine Unterschiede, also es ist
eigentlich, also ich verwende es hauptsächlich in der Freizeit. (…)
für etwas auf der Uni?
wenn ich Joggen gehen, das ich da diese RunTasticApps verwende, oder wie immer die heißen. Das halt
aufzeichnet wie lang ich renne wo ich renne, was für ein, das ist halt schon toll (.L.).
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9B: Das ist auf jeden Fall Freizeit. Ja es hat mit der Uni nichts zu tun. Nein sonst auf der Uni verwende ich
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I: Hast du das Gefühl du hast irgendwelche Geräte oder andere Produkte durch das Smartphone
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9B: Ein bisschen die Kamera
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I: Also wirklich jetzt die große Kamera?
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9B: Die Spiegelreflexkamera nicht, aber auf jeden Fall so eine kleine Digitale, weißt du was ich meine.
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I: Ja, aber hast du davor eine gehabt?
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9B: (...) früher ja schon, ja. Und aber die digitale [die Spiegelreflexkamera] würde es glaube ich nie
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I: Ok ich wollte nur nachfragen ob du eben die große Kamera damit ersetzt hast?
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9B: Aha, ja nein. (…) sonst noch etwas?
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I: Ich weiß nicht, fällt dir noch etwas ein? Also wenn dir später noch etwas einfällt kannst du es einfach
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9B: Meinst du es jetzt zeitlich begrenzt?
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I: Eher so die Funktion, welche Funktionen nutzt du am meisten?
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9B: Welche Funktionen, (…) das ist voll schwer zu sagen, aber ich glaube immer noch Telefonieren und
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I: Sonst noch etwas, du kannst auch mehrere Schwerpunkte nennen, je nachdem wo du das Gefühl hast,
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9B: (...) Facebook gehört auch dazu. (…) Nein sonst der Rest.
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I: Seit du das Smartphone hast, gibt es Punkte wo du positiv oder auch negativ beurteilen würdest, die sich
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9B: Wie jetzt in meinem Leben meinst du? Oder wie meinst du das?
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I: Ja oder wie sich das Smartphone auf dein Leben auswirkt, also ob es positive oder negative Punkte gibt
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9B: Ja also ich mag es schon nicht, dass ich so oft auf Facebook herum hänge damit. Also das gefällt mir
es eigentlich nicht.
substituiert?
ersetzen, also gerade zum im Urlaub Fotos zu machen, das würde nicht gehen.
einwerfen. Dann, wo sind deine Verwendungsschwerpunkte, also wofür verwendest du es am meisten?
SMS.
dass du es viel verwendest.
verändert haben seit du das Smartphone hast?
dir jetzt aufgefallen sind.
nicht so. Also wenn ich jetzt wirklich darüber nachdenke (.L.). (...). Ja positiv, es ist halt schon, ja praktisch
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ist es halt, also dass du einfach permanent irgendwie, permanent irgendwelche Sachen nachsehen kannst.
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit im Zusammenhang mit Smartphone um? Also Datensicherheit
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9B: Ach so Datensicherheit
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I: oder andere, je nachdem was du unter Sicherheit verstehst, wie schützt du dein Handy?
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9B: Ich habe gerade heute meinen All-around-Schutz gekündigt (.L.).
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I: Was versteht man darunter?
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9B: Ich habe, das war von Orange, als ich damals den Vertrag gemacht habe, haben sie mir das
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I: Zum Beispiel
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9B: Aha dass es die ganze Zeit irgendwelche, dass es GPS zum Beispiel über Facebook irgendwie
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I: Ja kann man machen, machst du das oder wie handelst du in dieser Richtung?
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9B: Kann man machen ja. (...) ich glaube das habe ich eine Weile lang ausgeschalten gehabt. Und jetzt
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I: Und wenn du Apps herunterlädst, setzt du dich damit auseinander was diese dürfen oder nicht?
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9B: Nein, leider gar nicht (.L.). Ich drücke da immer nur gleich akzeptieren. Ich lese da nicht die, ich lese
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I: Was denkst du ist der Grund dafür, dass dich das eher nicht interessiert oder dass du gleich akzeptierst?
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9B: Zu mühsam das durchzulesen. Weil wenn mich eine App wirklich interessiert, was ich halt immer, es
(…) finde ich halt, weil ich es jetzt nicht so, wahrscheinlich nicht so übermäßig viel verwende wie
vielleicht andere, ist es für mich positiv und nicht jetzt irgendwie, weil sonst siehe ich so etwas eher als
einen negativen Aspekt. Aber bei mir jetzt, ja finde ich es doch schon eher eine coole Sache.
aufgeschwatzt: „Teures Handy, solltest du versichern.“ Und ich habe mir gedacht, jetzt ist das neue heraus
(…) und jetzt erspare ich mir die neun Euro pro Monat bitte wieder. Weil ich habe noch nie, ja klar es kann
immer passieren, aber ich habe noch nie mein Handy verloren, noch nie meine Geldtasche verloren und
mir ist noch nie etwas geklaut worden. Ich habe auch meine Geldtasche nicht versichert. Das ist halt so, wo
ich mir denke, nein brauch ich jetzt nicht mehr. Vor allem weil es jetzt ja auch schon etwas älter ist, es sind
jetzt doch schon Nutzungsspuren darauf und Benutzungsspuren. Das und sonst Sicherheit (…) Wie meinst
du jetzt Privatsphäre oder was meinst du?
aktivieren kann und du die ganze Zeit deinen Standort irgendwie öffentlich machen kannst.
irgendwie aktiviert, aber jetzt nicht irgendwie aus einem bewussten, das war jetzt eher, ich weiß gar nicht
mehr aus welcher Motivation heraus ich das damals gemacht habe. (…)
da nicht die Sachen durch.
gibt ja meistens Apps die, also, unterschiedliche Apps die aber das gleiche machen. Und da lese ich mir
dann halt immer durch, was die Leute dazu sagen und da schaue ich dann halt, dass ich dann qualitativ das
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bessere nimm. Und wenn ich sehe, das irgendwelche, ständig irgendwelchen blöden Updates, oder dass es
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I: Was bedeutet dir dein Smartphone? Also das geht in die Richtung, welche Rolle spielt es für dich und
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9B: Also es bedeutet mir jetzt nicht viel mehr, als mein altes Handy, das ich gehabt habe und das kein
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I: Hast du das Gefühl, es gibt schon irgendwelche Abhängigkeiten, wo du sagst dort kann ich nicht mehr
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9B: Nein, also dass ich wirklich sagen könnte, ich könnte jetzt ohne dem nicht mehr leben, nein das gibt es
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I: Dann wie würdest du mit der Situation um gehen, wenn du dein Handy zu Hause vergisst oder du
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9B: (…)
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I: Also ist dir das schon einmal passiert?
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9B: Es ist mir noch nicht passiert, nein. Es passiert mir zum Beispiel auch nie, dass mir der Akku ausgeht.
die ganze Zeit abstürzt, dann nehme ich es gar nicht, dann lade ich es gar nicht erst herunter. Aber die
ganzen Nutzungsbedingungen, oder was sie da dürfen, nein (.L.). Wie man das Kleingedruckte im Vertrag
halt auch nicht wirklich liest. Ja.
welche Beziehung hast du zu deinem Smartphone? Das ist eher so ein bisschen eine philosophische Frage.
Smartphone war. (...). Aber so jetzt, ja. Es ist halt schon, wenn ich mir das überlege, es ist halt schon ein
Luxusteil, was sich aber mittlerweile, aus irgendeinem lustigen Grund, irgendwie jeder leisten kann. (…)
Weil, ich bin doch relativ spät erst auf ein Smartphone umgestiegen, weil ich einfach am Anfang das Geld
dafür nicht auslegen wollte. Weil es ist einfach ein kleiner Computer den du da mit dir herum trägst und
das wollte ich zuerst nicht. Und (…) Und ich weiß jetzt halt nicht, ob ich jetzt zum Beispiel wieder zurück
wollen würde auf ein anderes. Aber ich glaube ich könnte schon, also ich habe jetzt noch nicht so einen
emotionalen Bezug zu dem Ding, dass ich mir denke: „Oh Gott ich könnte ohne dem nicht mehr leben.“
darauf verzichten?
nicht. Also wäre wahrscheinlich wieder eine Umstellung, es wäre eine Gewohnheitssache, aber ich könnte
definitiv mit einem Handy, das Telefonieren und SMS schreiben kann, könnte ich glaube ich auch wieder
leben. Also das ist jetzt ein reiner Luxus denn ich mir gegönnt habe, weil es halt einfach praktisch ist. (…)
verlierst es, oder du hast es einfach ein paar Stunden nicht. Was würdest du dann tun oder wie würdest du
dich fühlen?
Also ich kenne das irgendwie nicht so wirklich, dass ich jetzt einmal gerade nicht erreichbar bin, weil, ich
weiß nicht solche Sachen passieren mir nicht so. Aber, ja wenn ich es verlieren würde, dann würde ich auf
jeden Fall natürlich immer gleich die Nummer sperren und so, also dass man halt einfach, das da einfach
die Sicherheit gegeben ist, dass da nicht ich weiß nicht wohin, dass jemand anderes das benützen könnte,
dass würde ich nicht wollen, das wäre mir halt wichtig, weil da halt schon persönliche einfach darauf sind.
Und, also das würde ich auf jeden Fall tun. Ja und gut, dann würde ich mich halt um ein neues Handy
bemühen und wäre halt einmal nicht erreichbar. Das würde ich halt wahrscheinlich irgendwie auf
Facebook stellen, dort halt irgendwie, damit halt die Leute wissen, dass ich nicht erreichbar bin und wir
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haben halt zu Hause noch ein Festnetz, wo ich halt angerufen werden könnte, wenn es jetzt irgendwie sein
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I: Ist es dir schon einmal passiert, dass der Akku schon fast leer war?
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9B: Ja das schon.
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I: Und wie reagierst du in dieser Situation? Oder gibt es dort irgendwelche Erfahrungen, wo du sagst, das
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9B: Nein bis jetzt nicht. Es ist halt nur, wenn ich weiß, ich erwarte irgendwie einen wichtigen Anruf, ich
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I: Inwiefern verwendest du das Handy für den Kontakt mit deiner Familie oder mit deinen guten Freunden.
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9B: Ja Familie schon wichtig, aber eigentlich der Kontakt zu allen meinen, also engere Familie auf jeden
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I: Ja
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9B: Ja, also es hat jetzt sicher nicht, das soziale mit den Leuten irgendwie ersetzt, also das auf keinen Fall.
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden, hast du das Gefühl, also
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9B: (.L.) also dass man es halt verwendet während man sich mit Leuten trifft?
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I: Genau, also wenn du mit Kollegen oder Freundinnen zusammen sitzt oder auch wenn du jetzt nur in der
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9B: (…) also es wird auf jeden Fall, also manchmal wird es halt verwendet um YouTube Videos
muss. (…)
ist berichtenswert?
glaube, dann würde ich dort irgendwie Bescheid sagen, vorher, dass ich dann vielleicht, wenn ich weiß ich
komme jetzt länger nicht nach Hause und habe die Möglichkeit nicht um das Handy aufzuladen, dann halt,
aber wenn der Akku leer ist und ich weiß ich habe jetzt nichts spezielles geplant, wo ich denke: „Oh Gott
ich brauche das Handy jetzt.“ Dann lasse ich es einfach leer gehen.
Also wie wichtig ist es dir dort? Was bedeutet es dir dort?
Fall und Freunde sowieso. Es ist mir halt einfach, (…) Es ist jetzt für mich weniger ein, (…) es ist mehr in
Kontakt bleiben mit den Leuten die weiter weg sind und mit Leuten Sachen ausmachen, die halt näher sind.
Weißt du was ich meine?
Ja.
welche Erfahrungen hast du da?
face-to-face Situation mit einer Person bist?
anzusehen, wenn man irgendwie gerade über ein Gespräch, früher hat man sich an den Computer gesetzt
und hat das oft angesehen wenn einer available war. Jetzt macht man das sofort mit dem Smartphone, also,
das ist mir, die Erfahrung habe ich schon gemacht. Oder dass halt, wenn man irgendetwas, also aus einem
Gespräch sich irgendetwas ergibt, wo man einmal nachsehen möchte, wo man irgendwie etwas halt nicht
mehr weiß, oder es gibt halt einen Streitfaktor oder Diskussionsfaktor, was stimmt jetzt, was ist jetzt wahr,
da verwendet es man halt gleich um nachzusehen, was jetzt wirklich wahr ist. (…) und sonst, also ist es
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nicht, habe ich die Erfahrung jetzt nicht unbedingt gemacht, dass man das nicht unbedingt macht, in
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I: Gibt es noch andere Situationen in denen das Smartphone während der Unterhaltung zum Einsatz
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9B: (…) nein, also keine mit denen jetzt ich Erfahrungen gemacht habe.
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I: Wie sieht es aus mit Benachrichtigungen oder Anrufe kommen. Wie gehst du damit
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9B: Was in der Nacht?
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I: Nein wieder während dem Gespräch, also die nächsten Fragen beziehen sich alle auf die Situation
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9B: Ach so wenn dort ein Anruf kommt
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I: Genau, also wie sieht es aus wenn Benachrichtigungen oder Anrufe kommen, wie reagierst du darauf
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9B: Also ich sehe immer darauf, wer anruft. [Handy vibriert] Haha (.L.). Und je nachdem, wenn ich weiß,
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I: Also während der direkten Unterhaltung
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9B: Während der, ja ja. Also da reagiere ich doch noch eher auf SMS, wenn ich gerade nicht so extrem
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I: Sonst noch etwas, das dir einfällt?
meinem Freundeskreis, dass das einfach, statt sich miteinander zu unterhalten, da blöd am Handy herum
drückt. Also das jetzt nicht. (...)
kommt? Wo dir jetzt einfallen?
während dem Gespräch mit Kollegen.
und wie reagieren deiner Meinung nach die anderen darauf?
es ist jetzt wirklich etwas Wichtiges dann nehme ich auf jeden Fall ab. Es kommt auch ein bisschen darauf
an, in was für einer Situation dass ich bin. Also ich würde es jetzt nie in eine (...) ich würde es jetzt zum
Beispiel nicht in eine Besprechung mit meiner Professorin würde, da würde ich es einfach gar nicht
mitnehmen zum Beispiel. Also es gibt einfach wirklich so Situationen, wo ich weiß, da darf es einfach
nicht läuten, da nehme ich es sicher nicht mit. Aber sonst habe ich es eigentlich immer bei mir und ich sehe
darauf, von wem ein Anruf kommt, wenn es wichtig ist hebe ich ab und sonst nicht. Sonst rufe ich einfach
zurück. Benachrichtigungen, wenn ich sie mitbekomme, was ich nicht immer tue, also SMS gerade. Ich
sehe sie an und lese sie auch immer gleich, aber ich glaube eine SMS war jetzt noch nie so wichtig, dass
ich jetzt sofort, also manchmal schon. Je nachdem, es ist auch ein bisschen, je nachdem wie unterhalten
etwas gerade ist. Wenn ich ein bisschen gelangweilt bin in einer Gruppe, dann (...) beantworte ich eine
SMS doch eher oder gehe gerade einmal auf Facebook nachsehen was dort jetzt los ist, als wie (...) ich jetzt
wirklich unterhalten bin, dann würde ich nicht einmal darüber nachdenken zum Beispiel. (...) was ich nicht
so gern, also Emails würde ich jetzt zum Beispiel nie checken. (…)
unterhalten bin. (…)
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9B: (…) nein. Also von anderen, weil du vorher gesagt hast, wie andere darauf reagieren. Da wäre mir, da
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I: Und wie reagieren die anderen selbst, wenn sie Anrufe oder Benachrichtigungen erhalten?
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9B: Da gibt es, also da habe ich, da gibt es ein paar, die wirklich nicht darauf reagieren, also wenn sie
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I: Wo hast du und wo haben die anderen das Handy normalerweise während dem Gespräch? Oder wo ist
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9B: Jungen im Hosensack (.L.), fällt mir halt auf. (...) ich habe es seit ich das Smartphone habe, nie in der
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I: Wie wirkt sich deiner Erfahrung nach der Einsatz von Smartphones, wenn sie denn zum Einsatz
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9B: Wie sie sich darauf auswirken?
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I: Also ich weiß nicht, sie müssen sich ja nicht auswirken, je nachdem was für Erfahrungen du gemacht
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9B: (…) also so richtig negative Erfahrungen habe ich damit noch nie gemacht, dass sie sich jetzt störend
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I: Also wie beurteilst du das persönlich?
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9B: Ja also ich war jetzt noch nie in der Situation, wo ich mir denke: „Oh Gott, es wäre jetzt etwas so
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I: Wenn sich dein Gegenüber mit dem Smartphone beschäftigt, was machst du in der Zeit oder wie
ist mir jetzt einfach noch nie etwas aufgefallen, dass sie jetzt irgendwie genervt gewesen wären oder so
etwas. Also ich glaube das kommt bei mir jetzt einfach nicht so oft vor?
wirklich keine Lust haben, dann sehen sie nicht einmal darauf wer anruft oder so etwas, also das ist eben
bei, aber bei ganz wenigen, zwei, die mir jetzt gerade einfallen. Wo dann wirklich sagen: Nein jetzt wollen
sie nicht. (...) so streng bin ich dann aber nicht, ich sehe zumindest nach wer anruft. Und andere, nein also
jetzt in meinem Freundeskreis, so ähnlich wie ich, also es ist jetzt niemand so. (…)
dir aufgefallen, wo man es hat?
Hosentasche und habe es immer im Rucksack oder in der Handtasche, was ich halt dabei habe. Aber ich
trage es nicht mehr am Körper. Aber das habe ich vorher schon ein bisschen aufgehört, weil, wegen
Strahlung und so, also dass ich es nicht direkt am Körper trage. (…) Damit ich da nicht permanent dem
Zeug ausgesetzt bin eigentlich. (…)
kommen, während der Unterhaltung aus, also auf die Unterhaltung?
hast.
darauf auswirken. (...). Ja und sonst, eh wie ich vorher schon gesagt habe, wenn man einmal gleich etwas
nachsehen will und die Möglichkeit hat, dann tut man es auch und das ist dann, irgendwie auch, ich weiß
nicht ob das jetzt unbedingt positiv ist oder ob es einfach, ob einfach bestimmte Sachen durch das Handy
einfach wichtiger geworden sind und man das auch gleich irgendwie (...) erledigen kann. Und man muss
halt nicht darauf warten, bis man einen Computer zur Verfügung hat, um etwas nachzusehen. Aber ich
weiß jetzt halt nicht, ob das jetzt unbedingt (…)
wichtig gewesen, dass ich des jetzt sofort in dem Augenblick nachsehen muss.“ (…) Ja.
reagierst du dann darauf?
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9B: (…) ja wenn es jetzt
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I: Also du kannst ruhig auch verschiedene Situationen unterscheiden, je nachdem.
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9B: (…) Ja. Also wenn ich merke, dass der jetzt ein bisschen länger damit beschäftigt ist, dann suche ich
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I: Also das wäre jetzt auch wieder während der Unterhaltung
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9B: Ja genau, während der Unterhaltung genau. (...). Ach wenn jetzt einmal jemand ganz kurz telefoniert,
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I: Und wie fühlst du dich dabei?
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9B: (…) stört mich nicht. Also nicht wenn das jetzt, wenn das jetzt nicht, die Unterhaltung ersetzt einfach,
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I: Und das würdest du dann wie definieren?
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9B: Ja, es kommt halt auch ein bisschen darauf an, wenn man jetzt halt irgendwie mit Freunden unterwegs
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I: Gut das hast du jetzt zwar schon fast beantwortet, aber ich frage jetzt trotzdem noch einmal. Wie
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9B: Ja, also teilweise kann es halt störend sein, wenn es, wenn s jetzt einfach keinen, wie heißt es auf
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I: Also wenn es keine Grund gibt?
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9B: Genau wenn es keinen Grund gibt, warum man da jetzt etwas. Also wenn man einfach aus Langeweile
mir halt auch eine Beschäftigung und nehme halt wahrscheinlich mein Smartphone und sehe einmal nach.
(...) und wenn ich wahrscheinlich dann keine SMS zu beantworten habe oder so etwas, dann würde ich
wahrscheinlich auf Facebook gehen. Aber das ist wahrscheinlich auch in so Situationen, wo ich merke, ja
er ist jetzt länger damit beschäftigt (…) und sonst
dann warte ich, also wenn ich merke, das ist jetzt nur ein Informationsaustausch-Gespräch oder so etwas.
(…)
weißt du was ich meine, wenn das jetzt einfach, nachher, wenn das jetzt einfach etwas ist was man jetzt
kurz einmal erledigen muss ist es ok. Wenn es jetzt nachher, wenn das in den Vordergrund rückt und ich
dann irgendwie uninteressant bin, das würde mich stören
ist, und wenn man halt irgendwie gerade während einer Unterhaltung, wenn es etwas wichtiges ist, ok dann
verstehe ich es vielleicht, aber da jetzt einmal eine halbe Stunde verschwinden und irgendwie telefonieren,
das finde ich jetzt nicht so angenehm.
beurteilst du den Griff zum Smartphone während der Unterhaltung. Also du kannst auch wieder auf
verschiedene Situationen eingehen.
Deutsch, purpose hat (.L.), weißt du was ich meine?
da irgendwie oder so, dann stört mich so etwas. Weil es zeigt dann halt auch irgendwie, ja jetzt passt halt
gerade irgendwie etwas nicht. (…) Weißt du was ich meine? Wo ich mir halt denke. Aber wenn es aus der
Unterhaltung (…) jetzt irgendwie passend ist, dass man da jetzt irgendetwas nach sieht, dann stört es mich
nicht. Wenn ich ein Teil davon bin zum Beispiel. (…)
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I: Also man diskutiert über irgendetwas, und dann
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9B: Ja genau
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I: Ja gut, wir sind schon fast am Ende. Aber falls dir noch etwas einfällt, das ich noch nicht angesprochen
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9B: Was mir noch eingefallen ist, wozu ich es verwende, ich meine das mache ich jetzt nicht mehr so oft,
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I: Ok und wie machst du das?
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9B: Da, (…) wenn es einmal irgendetwas gerade gibt, das ich erledigen möchte im Internet, dann mache
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I: Sonst noch etwas?
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9B: (…) Nein, es gibt einfach auch bestimmte Sachen wo ich nicht, wo einfach der Computer das Handy
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I: Ja das passt alles dazu.
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9B: Aber, ich weiß nicht, da ist einfach, da ist mir das Handy einfach zu riskant, dass ich mich da verklicke
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I: Sonst noch etwas?
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9B: (…) nein, (…) und zum Beispiel Emails schreibe ich auch nur wenn es unbedingt sein muss vom
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I: Und was ist der Grund dafür?
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9B: Ach es geht zu langsam, ich bin einfach am Computer mit dem Zehn-Finger-System bin ich einfach
habe?
aber (...) um Wartezeiten zu verkürzen.
ich das, dann verwende ich das, einfach wenn ich irgendwie unterwegs bin, irgendwie halt öffentlich zum
Beispiel. (...) oder wenn ich auf jemanden warte, wenn ich einfach irgendwo früher bei einer Verabredung
bin oder so etwas, dann verbringe ich die Zeit meistens mit, manchmal vielleicht auch Emails checken, so
etwas halt.
nicht ersetzen kann [umgekehrt gemeint] zum Beispiel gerade was das Internet jetzt angeht zum Beispiel.
Ich würde jetzt bestimmte, zum Beispiel Bankgeschäfte würde ich nie am, würde ich nie irgendwie
öffentlich am Handy zum Beispiel erledigen. (…) Ich weiß jetzt nicht ob das dazu passt.
oder dass ich da, dass irgendwie die Verbindung irgendwie abbricht oder dass ich dann irgendetwas
unkontrolliertes mache, weil es ist doch ein Touchscreen, da passiert es mir halt doch auch öfters, dass
irgendwelche Sachen passieren, die ich einfach überhaupt nicht will. Wo ich versehentlich jemanden
anrufe, wo ich mir denke, oder einfach durch das schnelle Klicken irgendwie, nur durch das Berühren des
Touchscreen einfach Leute angerufen werden oder Sachen, wo ich auf irgendwelche Apps komme, wo
jetzt einfach passiert ist. Und für gewisse Sachen ist mir das einfach zu riskant, um das dann zu machen.
Smartphone, das
viel schneller. Und gerade ein langes Email würde ich nie am Handy schreiben, also das sind einfach
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Informations-Emails für das ich es benutze und nicht jetzt zum in Kontakt mit jemandem der im Ausland
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I: Also es substituiert den Computer nicht?
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9B: Nein, nein.
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I: Ja gut, dann sage ich Danke.
ist, (...) also um Kontakte zu pflegen würde ich das nicht tun, dafür verwende ich auf jeden Fall den
Computer trotzdem noch. Also das Handy ist für mich doch eher, für kurze Nachrichten, bei Emails jetzt,
(...) ja und doch jetzt kein Ersatz für den Computer zum Beispiel.
Postskriptum Interview Nr. 09
Das Interview findet im Büro der Teilnehmerin statt. Das Smartphone liegt auf dem
Arbeitstisch, das Interview findet allerdings einige Meter entfernt an einem anderen
Tisch statt. Die Atmosphäre ist locker und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 09
23min10s: Das Smartphone vibriert kurz, die Teilnehmerin nimmt es zur Kenntnis,
äußert sich jedoch nur mit: „Haha, oh (.L.)“ und setzt keine weitere Handlung.
Transkript des Interviews Nr. 10 vom 29.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: L
Universität: Universität Wien
Alter: 28 Jahre
Geschlecht: männlich
Nutzungsdauer: 4 Jahre 6 Monate
Dauer: 31min
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I: Erzähl mir bitte einmal ausführlich wie du dein Smartphone von morgens bis abends einsetzt.
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10B: Ok also der Tagesablauf beginnt bei mir, indem ich das Smartphone als erstes am Morgen einschalte
und (...) Trainingsübungen mache. Also ich nehme es als Timer her. (…) da ist es sehr praktisch meiner
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Meinung nach, mache ich jetzt auch schon seit geraumer Zeit, also seit einem halben Jahr mindestens. Der
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I: Wie geht es dann weiter?
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10B: Weiter geht es (.L.) weiter geht es dann im Laufe des Tages, dass man immer wieder nachsieht bei
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I: Und wie sieht es dann am Abend aus?
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10B: Bevor ich es ausschalte meinst du?
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I: Ja oder was machst du am Abend noch oder bevor du ins Bett gehst, kommt es dann nochmals zum
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10B: Ja das klassische Prozedere wird halt durchgeführt, dass man Emails checkt und dass man die
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I: Und das Letzte was du jetzt gesagt hast, du schaltest es aus?
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10B: Ich schalte es aus. Also über Nacht lasse ich es nicht laufen.
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I: Sonst noch irgendetwas?
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10B: (…) Fällt mir jetzt nichts ein, nein.
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I: Ok dann wie sieht es aus, verwendest du das Smartphone anstatt irgendwelcher anderer Geräte?
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10B: Also ich nehme es immer öfter als Desktopersatz her.
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I: Also mit Desktopersatz meinst du Laptop oder Computer?
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10B: Laptop oder Computer genau, weil es halt einfach praktisch ist, und weil es halt die bestimmten
nächste Schritt ist Emails checken, Emails checken mache ich eigentlich am ehesten beim Smartphone am
morgen, weil es eben einfach leichter zum einschalten geht und du hast es immer mit. Termine checken,
Kalender, das sind so die ersten Sachen, und dann, das nächste ist glaube ich eh soziale Netzwerke. Status
nachsehen, was hat sich getan Twitter, Facebook. Und ja das ist glaube ich der Start in den Tag. Und (…)
den Emails und bei den sozialen Netzwerken. Das ist so über den Tag verteilt mindestens fünf sechs Mal.
Also so zu regelmäßigen Abständen. Zum Telefonieren, und ja eben auch Nachrichten verschicken SMS,
ist auch regelmäßig, täglich wird das gemacht. Telefonieren eher weniger, also Sprachtelefonie lässt sehr
nach. Dann, ja, Navigation, Karten wenn ich irgendetwas suche während dem Tag, sehe ich auch sehr
gerne nach. Dann Musik hören, zum Musik hören verwende ich es aber nicht regelmäßig, das kommt
darauf an, das kommt immer auf die Situation darauf an. Und (…) ja, als Unterhaltungsgerät hin und
wieder, dass man irgendein ein Spiel spielt oder so etwas. Aber das ist eher, eher seltener am Tag. (…)
Einsatz oder nicht?
sozialen Netzwerke checkt. Beziehungsweise ob Telefonate eingegangen sind oder Nachrichten. Und
natürlich wenn man sich noch verabredet am Abend oder so, kommt es dann halt nochmal zum Einsatz als
normales Telefon.
Informationen die man sonst am Laptop oder am Computer sucht, findet man auf dem Smartphone. Und
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das ist eben der, das praktische, der praktische Nutzen den man da hat. Und auch die Geschwindigkeit und
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I: Was hast du für ein Modell?
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10B: iPhone (…)
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I: Gibt es noch andere Geräte die du ersetzt mit dem Smartphone?
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10B: Ja hin und wieder den Timer hin und wieder den Wecker, solche Sachen. Dann ja man kann auch
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I: Also da hast du wahrscheinlich keinen anderen?
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10B: Nein eigentlich nicht. Also einen MP3 Player habe ich noch.
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I: Und verwendest du den MP3 Player noch?
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10B: Ja zum Laufen. Weil da ist das Smartphone dann doch ein bisschen schwerer. Das ist dann ganz
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone in der Freizeit, auf der Uni oder im Beruf? Und welche
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10B: (…) Also im Beruf dient es vor allem als Kommunikationsgerät, weil man immer, ja eben Emails
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I: Auf der Uni?
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10B: Auf der Uni dient es als Informationsgerät, würde ich es am besten einschätzen. Wenn ich nachsehen
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I: Gibt es da sonst noch irgendetwas das du einsetzt?
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10B: (…) Ja zum Reisen nehme ich es auch sehr gern her. Also dass ich die Zugfahrpläne und so etwas,
die, ja, und die stetige Verbundenheit mit den ganzen Medien. Das ist sehr.
sagen, als MediaPlayer wird es auch verwendet, aber na gut das wird ja nicht ersetzt.
praktisch.
Unterschiede gibt es da aus deiner Sicht?
abrufen und Telefonate führen und was wäre mir jetzt noch eingefallen, und (…) Termine abgleichen
genau. Freizeit, natürlich Kommunikationsgerät mit Freunden natürlich. Als erstes über soziale Netzwerke
und Sprachtelefonie und Nachrichten halt. Und, was war das Dritte?
muss in was für einem Hörsaal was für eine Vorlesung ist oder wie viele Teilnehmer sich da angemeldet
haben. Solche rudimentären Informationssuchen.
das finde ich auch immer sehr praktisch. Aber das ist ja eher so etwas außertourliches, weil die Anbindung
gleich in den Kalender erfolgt, bei der App zum Beispiel von der ÖBB. Dass ich jetzt einen Reisetermin
heraus suchen kann, wann der Zug abfährt und ich das dann automatisch immer in den Kalender speichern
kann. Und dadurch verliere ich nie den, habe ich sofort immer griffbereit, wann ich umsteigen muss, in was
für einen Zug, was für ein Bahngleis. Das ist sehr praktisch.
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I: Wie sieht es allgemein mit so Verwendungsschwerpunkten aus über den Tag? Für was verwendest du es
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10B: Am meisten verwende ich es für das Email checken und für soziale Netzwerke einchecken. Das ist
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I: Also gibt es nicht so Punkte wo du sagst, zu der Zeit setzte ich öfter ein für irgendwelche bestimmte
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10B: Wie meinst du das?
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I: Dass es Schwerpunkte gibt, also auch zeitliche Schwerpunkte gibt?
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10B: Dass ich es am Vormittag mehr einsetze, meinst du?
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I: Ja zum Beispiel?
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10B: (…) ja ich würde schon sagen, dass über den, bis Nachmittag setze ich es häufiger ein. Also in der
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I: Seit du das Smartphone hast, hat sich da irgendetwas verändert?
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10B: Ja mein Konsumverhalten von Medien hat sich schon ein bisschen verändert, also ich würde schon
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I: Gibt es irgendwelche, also kannst du jetzt irgendetwas unterscheiden, wo du sagst, das ist positiv oder
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10B: Von der Mediennutzung her?
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I: Das was sich verändert hat. Auch von der Mediennutzung her vielleicht, wie beurteilst du das, ist das
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10B: Ja ich würde zum Beispiel die Erreichbarkeit und die ständige Anbindung sowohl positiv als auch
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I: Ok und welche Aspekte sind jetzt positiv und welche negativ?
am meisten und vielleicht auch wann?
mit Abstand am meisten, kommt das vor. Und das halt über den Tag verteilt, wie gesagt zehn Mal
mindestens.
Sachen.
Freizeit versuche ich doch es ein bisschen zu minimieren. Weil es halt auch, wenn du ganze Zeit damit zu
tun hast, dann bist du einmal froh wenn du es auf die Seite legen kannst auch.
sagen, dass ich hin zu portableren Geräten tendiere, was ich vorher nicht gemacht habe. Also ich habe
schon immer gern meinen Desktop Computer und so verwendet, aber im Laufe der Jahre, dadurch dass
sich die Webseiten und das Informationsmaterial immer mehr den mobilen Geräten anpasst und das auch
immer besser, mobile Webseiten und so etwas, (...) [Mitbewohner betritt die Küche und geht gleich
wieder] ist es doch sehr praktisch auf ein Smartphone zurückgreifen zu können.
das ist negativ, oder eher nicht?
eher positiv oder negativ?
negativ bezeichnen.
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10B: Naja, du hast als, als Nutzer ist man doch immer sehr verlockt, dass man ständig nachsieht, ob es jetzt
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I: Und das andere?
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10B: Was war das andere?
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I: Welches war jetzt der positive?
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10B: Ach so, das war positiv und negativ, würde ich jetzt sagen?
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I: Also die Verlockung, dass man jetzt nachsieht ist, ist eher das negative oder wie?
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10B: Ja der unbewusste Zwang, dass man immer nachsehen möchte, das würde ich als negativ betrachten.
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I: Gibt es sonst noch irgendwelche Auffälligkeiten bezüglich des Smartphones?
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10B: Naja die (…) die Universalität auch von Smartphones, weil es doch schon ein so technologisch
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit im Zusammenhang mit dem Smartphone um?
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10B: Meinst du jetzt Diebstahl oder?
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I: Was du dir darunter vorstellst, also es kann auch Datensicherheit sein, es kann aber auch sein wie du
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10B: Also Thema Sicherheit, man ist schon irgendwie, also von der Datensicherheit würde ich mir jetzt
Neuigkeiten gibt in sozialen Netzwerken, das ist bei Desktop Computern ja nicht der Fall, da muss man
sich ja hinbegeben, muss man den Computer starten etc. und dadurch, dass man das Smartphone immer bei
sich trägt, ist doch die Verlockung sehr groß, dass man ständig nachsieht. (…)
Auf der anderen Seite positiv ist natürlich die, die ständige, erstens die ständige (…) Information, (…) also
die Zurverfügungstellung von Informationen die ständige und auch die Handhabung würde ich auch sagen,
dass die irgendwie leichter oder intuitiver funktioniert Informationen zu suchen auf dem Smartphone
mittlerweile, als wie auf dem Desktop Computer. Das würde ich auch als positiven Aspekt betrachten.
entwickeltes Gerät ist, wo man ja wahnsinnig viele Sachen damit machen kann, sprich MusikPlayer,
Kamera, aber halt auch als Navigationsgerät verwendbar, Kompass, verschiedenste Gyrosensoren die
Daten übermitteln, also das würde ich auch als positives, als positive Entwicklung betrachten.
dein Handy schützt.
weniger denken, weil es ja prinzipiell die Selben, das wäre ja das Selbe wie wenn ich mit dem PC ins
WLAN gehe. Oder ob ich jetzt mit einem PC ins WLAN gehe oder mit einem Smartphone ist ja ziemlich
egal. Beziehungsweise als Apple-User hat man da eh weniger Befürchtungen tendenziell, weil ja die, das
Betriebssystem nicht darauf ausgelegt, dass Drittanbieter irgendwelche Programme zugänglich machen.
Zumindest wenn man es nicht gejail-breaked hat. Und (…) ja Diebstahl, habe ich mir jetzt eigentlich nicht
viel gedacht, weil ich ja meistens das Smartphone nicht am Tisch liegen lasse oder so etwas, sondern
immer in der Hosentasche immer bei mir trage. Also auch wenn ich irgendwo hin gehe in ein Restaurant
oder so etwas, lasse ich es auch nicht auf dem Tisch. (…) Ja.
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I: Dann wie gehst du beim Download von Apps vor, oder auf was achtest du da?
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10B: Wenn ich jetzt neue Apps suche?
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I: Ja genau.
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10B: Ja prinzipiell, also ich, (…) meine Interessen gehen auch ein bisschen in die Richtung, dass ich
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I: Aber in Verbindung mit der Sicherheit, oder mit der Datensicherheit, achtest du da auf irgendetwas?
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10B: Nein, weil ich da ziemlich Apple vertraue, weil Apple ja durch die AppStore-Politik eben darauf
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I: Dann was bedeutet dir dein Smartphone? Welche Rolle spielt es in deinem Leben?
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10B: Ja also ich würde schon sagen, dass das ein wichtiger täglicher Begleiter ist. Also man soll ja nicht
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I: Gibt es da noch mehr?
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10B: (…)
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I: In welcher Beziehung stehst du zu deinem Handy? Oder verbindest du irgendwelche Gefühle damit?
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10B: Ja, das ist eine gute Frage. (…) es ist schon, ja es ist schon ein bedeutender Gegenstand irgendwie,
mobile Webseiten, Smartphones und so, (…) habe ich jetzt auch öfters etwas zu tun damit. Und deswegen
informiere ich mich auch immer, was für neue Apps es gibt oder was für Programme oder was jetzt gerade
angesagt ist. Und durch die spezifischen Medienkanäle, also die einschlägigen Seiten wie T3N oder Golem
oder so etwas, die halt eben im informationstechnologischen Bereich Nachrichten bringen, oder futurezone
in Österreich, sehe ich mir halt immer an was gerade angesagt ist und probiere die auch gerne aus. Wobei
ich aber versuche, jaja so neue Apps oder so etwas, wobei ich versuche, dass ich die Apps nicht überhand
nehmen lasse, weil ich auch weiß, dass das Nutzerverhalten so ist, dass sich viele User viele Apps
herunterladen, aber die meistens gar nicht verwenden. Du verwendest ja eigentlich nur drei oder vier Apps
(...) regelmäßig. Die anderen die bleiben eigentlich nur auf dem Smartphone und die verbrauchen
eigentlich nur Speicherplatz.
sieht, dass nur Software von Drittanbietern hinein kommt, die geprüft worden ist. Und da denke ich mir
dann halt weniger.
materialistisch abhängig sein, aber, es ist doch sehr, eine sehr angenehme Erleichterung des Alltags, ein
Smartphone. (…)
weil man sich auch irgendwie emotional zu seinem Smartphone, schon eher eine Bindung eingeht. (…)
Also man ist halt, man erkennt halt sein Smartphone als sein Eigentum und es hat mehr eine emotionale
Bindung als ein anderer technologischer Gegenstand wie eine Kamera oder wie eine Festplatte oder so
etwas, finde ich. (…) Also die emotionale Bindung ist durchaus gegeben, wobei ich das nicht richtig
beschreiben kann, wie ich das Gefühl jetzt beschreiben sollte. Es ist Zuverlässigkeit oder Vertrauen oder so
etwas, so etwas in die Richtung.
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I: Hast du dein Smartphone schon einmal irgendwo verloren oder vergessen oder ist dir der Akku schon
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10B: (…) also ich habe es schon einmal mit dem Vorgänger Smartphone, habe ich schon einmal Probleme
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I: Würdest du sagen, dass es bei dir persönlich irgendwelche Abhängigkeiten gibt oder nicht?
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10B: Mittlerweile würde ich die Abhängigkeiten so einstufen, dass es tolerierbar ist. Also (...)
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I: Aber gibt es bestimmte Bereich wo du sagst, dort brauchst du das Smartphone unbedingt?
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10B: Unbedingt nein, gibt es nicht. Außer vielleicht beim Timing, bei den morgendlichen Übungen (.L.),
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I: Welche Rolle spielt für dich das Smartphone im Zusammenhang mit deiner Familie oder deiner
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10B: (…) Keine würde ich sagen, weil das Smartphone ist ja, das hat ja nichts mit einer Bindung mit
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I: Ich muss glaube ich die Frage umformulieren
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10B: (.L.)
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I: Also inwiefern ist für die das Smartphone wichtig im Zusammenhang mit deiner Familie oder um mit
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10B: Also in dem Zusammenhang würde ich nicht sagen, dass mein Smartphone wichtig ist, weil es ja
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I: Also nicht so wichtig?
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10B: Nein nein nicht so wichtig. (…)
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden? Also wenn du dich jetzt
einmal aus gegangen? Und wie hast du dich in der Situation dann gefühlt?
gehabt und das hat dann eine Zeit lang nicht mehr funktioniert. Und das war dann schon am Anfang ein
bisschen (...) ein bisschen (...), ja das Gefühl des Verlustes, das Gefühl des Verlustes, dass man nicht mehr
auf sämtliche Informationen zugreifen kann, die man gerne haben würde. Weil man ist dann wieder auf ein
Zweithandy angewiesen, das vielleicht nicht die Funktionen erfüllt, im Notfall geht es natürlich, man
möchte dann irgendwann einmal seine Emails checken oder irgendetwas kurz im Internet machen und das
ist dann nicht möglich.
aber sonst. Ja gut die könnte man mit anderen Geräten auch machen, also
Partnerin?
anderen Menschen zu tun.
deiner Familie in Verbindung zu bleiben?
trotzdem immer noch andere Kanäle gibt, mit denen, die ich nutzen kann um mit meiner Familie in
Kontakt zu treten.
mit Kollegen triffst und irgendwie face-to-face dich mit ihnen unterhält oder auch wenn du dich mit einem
Freund einer Freundin triffst und mit ihr redest? Welche Rolle spielt das Smartphone während solcher
Unterhaltungen?
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10B: Natürlich sollte man bei einer Unterhaltung, face-to-face, das Smartphone in der Hosentasche lassen,
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I: Du hast vorher gesagt unhöflich, was genau ist es, das du als unhöflich empfindest?
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10B: Weil die, also wenn ich jetzt mit einer Person spreche und die Person fängt dann an am Smartphone
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I: Ist das das Primäre oder das Einzige oder gibt es noch, oder hast du das Gefühl es hat auch noch andere
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10B: Nein nein ich glaube das ist das Einzige.
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I: Wie gehst du und wie gehen die anderen, oder wie hast du das Gefühl, dass die anderen damit umgehen,
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10B: Werden die meistens sofort betrachtet. Es kommt immer auch auf die Gesprächssituation an. Wenn
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I: Ist das sowohl bei Anrufen als auch bei Benachrichtigungen, ist das gleich oder welche Erfahrungen hast
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10B: Prinzipiell würde ich sagen, dass Anrufe eher entgegen genommen werden, als wie Nachrichten. (…)
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I: Gibt es da sonst noch irgendetwas das dir aufgefallen ist? Also wie mit Benachrichtigungen umgegangen
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10B: Nein, ich glaube nicht.
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I: Wo hast du dein Smartphone während dem Gespräch? Du hast vorher gesagt du hast es in der
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10B: Ja das ist immer so. (…) Ja würde ich schon sagen, ja.
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I: Und wenn du deine Freunde jetzt miteinbeziehst, wie sieht es bei denen aus? Wo haben die das
also ich finde das immer ziemlich, ziemlich unhöflich, (…) also ich finde es halt ein bisschen unhöflich,
wenn dann das Gegenüber mit dem Smartphone zu spielen anfängt oder irgendwelche Nachrichten checkt
oder so etwas. Wo ich es halt nutze, ist dann beim Fact-checking. Also wenn es irgendwelche Fragen gibt
oder irgendetwas auftaucht, einmal, wie lang ist der längste Fluss oder wer hat in dem und dem Film
mitgespielt? Da wird dann das Smartphone herausgeholt und wird dann nachgesehen. Da ist es halt
praktisch.
irgendwelche Nachrichten nachzusehen oder so etwas, während ich mit der Person spreche, dann ist es halt
ein Signal, dass die Priorität auf das Smartphone gerichtet ist und nicht auf die Unterhaltung die man
gerade führt. Und das finde ich dann halt unhöflich.
Gründe, warum du es als unhöflich empfindest?
wenn jetzt Benachrichtigungen oder Anrufe während dem Gespräch ankommen?
das Gespräch langweilig ist, werden die Nachrichten wahrscheinlich schneller durch gecheckt, als wie
wenn das Gespräch jetzt anregend ist. (…)
du da gemacht?
wird?
Hosentasche, ist das immer so?
Smartphone während der Unterhaltung?
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10B: Also, während der Unterhaltung, bei Freundinnen die haben es wahrscheinlich meistens in der
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I: Hat es bei dir sonst noch irgendeinen bestimmten warum du es in der Hosentasche hast oder also gibt es
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10B: Nein ich muss es irgendwo transportieren (.L.). Nein es hat keinen bestimmten Grund.
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I: In welchen Situationen kommt das Smartphone deiner Meinung nach während der Unterhaltung zum
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10B: Wenn man angerufen wird, wenn man jemanden anrufen möchte, das Selbe mit Nachrichten
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I: Also welche Erfahrung hast du gemacht, wann es eingesetzt wird?
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10B: Ja wenn Leute jemanden, also wenn andere Personen jemanden kontaktieren möchten.
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I: Ok das ist der hauptsächliche Einsatz der dir aufgefallen ist?
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10B: Ja ja ja
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I: Und wenn jetzt das vorkommt, dass das Smartphone eingesetzt wird, wie hast du das Gefühl wirkt sich
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10B: Eher negativ. Also eher, sprich, dass die Unterhaltung stockt und dass sich die Konzentration auf das
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I: Gibt es da unterschiedliche Situationen? Ist das immer gleich wenn jetzt ein Anruf ankommt oder sagst
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10B: Also mit meinem Nutzungsverhalten oder mit dem Nutzungsverhalten von anderen Personen?
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I: Sowohl deines als auch das Nutzungsverhalten der anderen Personen?
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10B: Also ich würde sagen, tendenziell, dass wenn man die Personen besser kennt, dass man eher das
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I: Dann wenn jetzt dein Gegenüber das Smartphone zur Hand nimmt, egal aus welchem Grund jetzt, was
Handtasche würde ich sagen oder am Tisch, wenn eine Unterhaltung stattfindet. Und bei Freunden würde
ich auch sagen, dass die es entweder in der Hosentasche oder am Tisch liegen haben. (…) Also im
Sichtfeld. (…)
da noch einen bestimmten Grund, außer dem dass du jetzt sagst du möchtest es während der Unterhaltung
nicht am Tisch haben.
Einsatz? Also was für bestimmte Situationen sind das, wenn es zum Einsatz kommt.
versenden, Emails versenden. Vielleicht als Gegenstand der Ablenkung, also Unterhaltungsgegenstand.
das auf die Unterhaltung aus?
Smartphone bezieht. (…)
du kennst das aus deiner Erfahrung irgendwie Situationen, da ist das einmal so abgelaufen einmal anders?
toleriert, wenn Leute telefonieren und Nachrichten versenden oder so etwas und mit dem Handy spielen.
Und desto unbekannter Personen sind, desto weniger, desto mehr versucht man die Nutzung zu
unterbinden. Sowohl meinerseits als auch von anderen Personen, habe ich das Gefühl.
machst du während dieser Zeit?
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10B: (…) ich packe auch mein Smartphone aus (.L.). Ja schon, also entweder ich mache nichts und sehe
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I: Also wenn du deines jetzt nicht heraus nimmst oder allgemein wenn dein Gegenüber das Smartphone
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10B: Ja wie fühle ich mich dabei?
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I: Oder hast du da überhaupt schon irgendwelche Erfahrungen, dass du sagst, bestimmte Gefühle kennst du
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10B: (…) also mir wäre nie irgendetwas aufgefallen, dass ich jetzt irgendwie, (…) ich reagiere glaube ich
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I: Ok die Frage geht jetzt zwar fast in die gleiche Richtung, aber ich frage jetzt trotzdem, weil vielleicht
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10B: Also vielleicht fällt mir noch ein, dass ich es im beruflichen und studentischen Alltag nicht so
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I: Ok das heißt im studentischen und beruflichen Alltag eher positiv?
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10B: und beruflichen Alltag eher positiv, also der Griff zum Smartphone, und in der Freizeit und privat
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I: Ok ich bin schon fast fertig. Jetzt ist natürlich die Frage, hast du noch irgendwelche Punkte die du
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10B: Also (...), also ich möchte halt nur prinzipiell sagen, dass das Smartphone immer mehr (…)
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I: Nein das passt genau da rein.
durch die Gegend und beobachte das Umfeld, oder ich nehme das als Veranlassung, dass ich mein eigenes
Smartphone herausnehme und nachsehe.
zur Hand nimmt, wie fühlst du dich dabei?
aus dieser Situation heraus?
mit. Es kommt darauf an, also mit Personen die ich kenne, da ist es mir egal, also da, aber mit Personen die
ich noch nicht so gut kenne, da finde ich es eher als negativ, also eine negative Haltung gegenüber, weil es
für mich halt so ein Desinteresse symbolisiert. (…)
fällt dir noch etwas anders dazu ein, wie beurteilst du jetzt den Griff zum Smartphone während der
Unterhaltung. Es wiederholt sich jetzt vielleicht ein bisschen, aber wenn dir jetzt noch weiter Situationen
einfallen oder in welchen Situationen beurteilst du den Griff wie?
schlimm finde, wenn man zum Smartphone greift, als wie im privaten und freizeitlichen Alltag. Da fällt es
mir auf, weil im beruflichen da ist man halt oft gebunden, zur ständigen Erreichbarkeit und da ist es dann
fast Usus, dass die Leute Telefonate annehmen und Nachrichten verschicken. (…)
eher negativ.
wichtig findest, wo du sagst, das hat jetzt noch gefehlt, das fällt mir auf beim Smartphone, so verwende ich
es.
Wichtigkeit erlangt, auch in dem Nutzungsverhalten von der ganzen Gesellschaft weil sich auch immer
wieder, weil sich auch die Technologie weiterentwickelt und auch die Informationen die für das
Smartphone optimiert werden, sprich mobile Webseiten, Responsive Design, (…) es kommt immer mehr
und es ist halt auch extrem wichtig, dass man solche Webseiten auf mobile Nutzung optimiert, weil der
Prozentsatz der so etwas nutzt wird immer größer. Und (.L.). Ok das ist jetzt vielleicht Off-topic, aber.
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10B: Ach so, das passt eh.
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I: Also du kannst alle deine Erfahrungen oder was du wichtig empfindest einbringen.
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10B: Ok, ja, auf der anderen Seite finde ich es immer ein bisschen (…) problematisch oder störend, wenn
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I: Gibt es sonst noch irgendetwas?
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10B: Ja das war jetzt so ad hoc, ist mir das noch ein bisschen eingefallen, mir würde sicher noch
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I: Also jetzt vielleicht nochmal bezüglich der Unterhaltung, gibt es da noch etwas?
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10B: Bezüglich der Unterhaltung?
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I: Also wenn es während der Unterhaltung, wie es während der Unterhaltung eingesetzt wird, wo es ist,
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10B: Also ich würde es wichtig finden, dass man noch immer die face-to-face Kommunikation über der
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I: Ok, wenn dir nichts mehr einfällt?
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10B: Ich glaube das war es, also ich bin glaube ich fertig.
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I: Dann sage ich danke.
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10B: [Nachreichung] Für die Supermarkt-Kundenkarten, weil es da auch eine App gibt, wo man das
man erkennt, dass die Gesellschaft mehr auf ihr Smartphone blickt als auf ihre Umwelt, also es, immer
häufiger sieht man Passanten vorbeigehen die dann nicht mehr auf die Straße achten, sondern einfach auf
ihr Smartphone sehen. Das ist natürlich auch ein Aspekt der nicht außer Acht zu lassen, dass die
eigentliche Realität im Smartphone erfolgt, beziehungsweise die Wirklichkeit im Smartphone wichtiger ist,
als die unmittelbare Wirklichkeit. (…) Und (…) ja Tendenz, diese Tendenz negativ, prinzipiell
Smartphone-Nutzung positiv, weil komfortabel, weil ständige Informationsquelle, weil einfach zu nutzen,
einfache Navigation, man kann eigentlich alles tun was man früher auf dem Laptop gemacht hat, von
Banküberweisungen bis, ich weiß nicht, in ein paar Jahren wird es wahrscheinlich möglich eCard, bezahlen
mit Smartphone, NFC, GoogleWallet, ja (…) (.L.).
irgendetwas einfallen was ich vielleicht
wie man damit umgeht?
Kommunikation vom Smartphone aus, plaziert. Weil es doch ja, dass die unmittelbare Kommunikation
doch noch wichtiger ist, als wie die Kommunikation mit dem Smartphone, sprich die Verbindung zu
sozialen Netzwerken, Email und weitere Dinge, (…) also das wäre mir halt ein Anliegen. Und
wahrscheinlich wird es eh so werden, dass man mit dem Smartphone, dass das Smartphone auch ein
Bezahlinstrument wird, (…) also die virtuelle Geldbörse, ja. (…) Und dementsprechend auch an
Wichtigkeit gewinnt, noch mehr.
einfach einscannt, das ist ja nur ein Barcode mit einer Zahlenkombination, und du hast dann halt deine
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Mitgliedskarten im Smartphone drinnen. Und du hast nicht so einen Stoß Plastikkarten, sondern du zeigst
dann halt das Smartphone und die geben dann einfach die Nummer ein.
Postskriptum Interview Nr. 10
Das Interview findet beim Teilnehmer zu Hause in der Küche statt. Der Teilnehmer lässt
das Smartphone in seinem Zimmer. Das Interview wird einmal für einige Sekunden
unterbrochen, der Teilnehmer macht seinem Mitbewohner kurz nonverbal klar, dass er
ein Interview führt. Die Atmosphäre ist locker und entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 10
kein Smartphone während des Interviews vorhanden
Transkript des Interviews Nr. 11 vom 29.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: M
Universität: Universität Wien
Alter: 22 Jahre
Geschlecht: männlich
Nutzungsdauer: 2 Jahre
Dauer: 24min
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I: Ok meine erste Frage an dich, erzähl mir bitte einmal ausführlich für was du dein Smartphone von
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11B: Ok also beginnen tut es einmal, das ist der Wecker, dass ich mein Smartphone als Wecker benutze,
morgens bis abends verwendest? Also wann verwendest du das erste Mal, wann das letzte Mal und wie
verwendest du es untertags und für was?
zum Aufstehen. (...) weiter geht es halt (…) den ganzen Tag über Emails empfangen, Nachrichten über
SMS oder Facebook, mit der Facebook-App, dann halt Kleinigkeiten wie zum Beispiel rechnen, das
brauche ich ab und zu einmal für das Studium, wenn ich einmal keinen Rechner zur Hand habe benutze ich
das Smartphone oder als Countdown für die Mikrowellen-Pizza. (...) dann, selten aber doch spiele ich auch
auf dem Smartphone, wenn ich auf irgendetwas warten muss und ab und zu einmal telefoniere ich auch
(.L.).
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I: Gibt es sonst noch etwas?
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11B: Ja richtig, ich gehe jeden Tag laufen und da benutze ich das Smartphone als MP3-Player. Ja
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I: Und wann verwendest du es das letze Mal?
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11B: (...) wenn ich meinen Wecker stelle für den nächsten Tag.
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I: Wenn du das Smartphone benutzt, nutzt du das irgendwie anstatt anderen Geräten, also substituierst
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11B: Ja auf jeden Fall, also zum Beispiel den MP3-Player habe ich jetzt in der Ecke liegen seit zwei Jahren
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I: Sonst noch irgendwelche Sachen?
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11B: Ja nicht wirklich, also eine Uhr trage ich nicht mehr, ich habe damals eine Uhr getragen, aber das hat
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I: Jetzt bist du vorher schon den Tagesablauf ein bisschen durchgegangen, aber wo liegen deine
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11B: Also Musik, also zum Musik hören verwende ich das meistens am Abend, weil das die Zeit ist wo ich
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I: Sonst noch etwas?
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11B: Nein also, ansonsten ist es halt, also verteilt, sind die Aktivitäten verteilt auf den Tag. (…)
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I: Dann du hast vorher schon einmal kurz gesagt, dass du es teilweise in der Freizeit verwendest aber auch
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11B: Also ich kann es nur vergleichen zwischen Uni und Freizeit, weil ich nicht arbeite. Wichtiger ist es
irgendwelche anderen Geräte?
und seit dem nicht mehr aufgeladen oder eingeschalten, also der ist jetzt obsolet geworden. Dann einen,
den Wecker benutze ich auch nicht mehr, den ich einmal hatte, das ist einfach nur noch eine Uhr irgendwo
im Zimmer, wo halt, die Wecker-Funktion habe ich genau zwei Jahre lang jetzt nicht mehr genutzt, und
auch schon davor mit anderen Handys. Und sonst ja ich muss meinen Computer nicht immer wieder für
Kleinigkeiten einschalten, wenn ich einmal schnell etwas nachsehen muss, aber ganz ersetzt hat es den
Computer halt nicht, noch nicht.
sich auch erledigt. (…)
Verwendungsschwerpunkte und vielleicht auch wann verwendest du was am meisten?
dann laufen gehe und das ist auch die Zeit wo ich eigentlich nur Musik höre, ansonsten benutze ich das
Handy nicht zum Musik hören. (…) am intensivsten nutze ich es um Emails abzuprüfen in der Früh kurz
nach dem Aufstehen, was ich so empfangen habe und da gehe ich halt einmal am Tag die Emails durch in
der Früh.
für die Uni, welche Rolle spielt denn das Smartphone in der Freizeit, auf der Uni oder auch im Beruf? Also
welche Unterschiede gibt es da vielleicht auch?
auf jeden Fall für die Freizeit. Allein das Laufen, das Musik hören und Spielen, aber auch für die Uni habe
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halt so Sachen die ich nachsehen kann, die meisten Emails die ich bekomme und wichtig sind, sind Uni
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I: Sonst noch irgendetwas wo du Unterschiede bemerkt hast zwischen Freizeit und Universität?
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11B: Also ich habe so ein subjektives Gefühl, dass wenn es um Unisachen geht, dass das Handy öfter
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I: Seit du jetzt das Smartphone hast, hat sich da irgendetwas verändert? Und wie würdest du das beurteilen,
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11B: Also verändert hat sich es so, dass ich das Handy jetzt immer mit habe, im Vergleich zu meinem
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I: Sonst noch irgendwelche Sachen die sich geändert haben für dich?
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11B: Ja sicherlich, ich bin jetzt immer in Kontakt mit meinen Freunden, zu jeder Zeit und da kann man
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I: Und welche Kanäle nutzt du da?
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11B: Also die normalen, anrufen, SMS vermehrt aber Messenger von Facebook, (…) ja die sind es.
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit um im Zusammenhang mit dem Smartphone? Also egal was du
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11B: Ja Datensicherheit spielt bei dem Handy also von mir keine Rolle mehr, weil ich (…) ein
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I: Aja also das hast du dann irgendwie?
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11B: Selbst geregelt, ja.
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I: Sonst zum Thema Sicherheit?
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11B: Ja also, (…) Sicherheit, also ich hatte anfangs noch eine PIN-Code-Sperre, wenn ich (…), zum
Emails, ja aber das war es dann schon. (…)
streikt (.L.).
wenn sich etwas verändert hat?
vorigen Handy, das halt keine permanente Internetverbindung hatte und nicht die Funktionen und Apps.
Das habe ich gern auch zu Hause gelassen, gern auch vergessen irgendwo, aber bei dem Smartphone das
ich jetzt habe, das ist halt mein Begleiter geworden, also ohne dem ist es dann schon, dass etwas fehlt,
wenn ich das nicht mit habe.
etwas viel schneller auch abmachen, dass man, zum Beispiel wenn man fortgeht, dass man das am gleichen
Tag vielleicht ein paar Stunden davor schon geregelt hat, anstatt vielleicht am Tag davor nochmal
anzurufen und zu treffen vielleicht noch, das hat sich auf jeden Fall geändert. Also wenn fortgehe, dann ist
es inzwischen spontaner und halt kurzfristiger geplant. Ja
unter Sicherheit verstehst, ob es Datensicherheit ist oder wie du dein Handy schützt?
CustomROM darauf gespielt habe, insofern werden halt auch keine Informationen mehr übertragen, die
ansonsten beim Android per Werk übertragen werden würden. (…)
Beispiel, also wenn ich den Lock-Screen, (…) genau hatte ich damals noch eine Sperre, das habe
inzwischen abgeschalten, deaktiviert, weil ich auch keinen Sinn darin sehe, wenn es verloren geht, dann
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kann ich es über GPS auch nachverfolgen. Und auch der der es gestohlen hat, wenn er sich nur etwas
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I: Wie sieht es aus, wenn du Apps herunterladest, achtest du da auf irgendetwas?
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11B: Apps, lade ich (…) herunter, ja, ich sehe auch auf die Berechtigungen. Wenn es dann wirklich zu viel
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I: Sonst noch etwas?
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11B: (…) bei Apps ist es so, dass ich für Apps auch generell eigentlich nicht zahle. Also es gabt zwei Apps
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Was bedeutet dir dein Smartphone? Also welche Rolle spielt es vielleicht in deinem Leben?
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11B: Also inzwischen spielt es schon eine sehr wichtige Rolle. Ist ständiger Begleiter, ist auch ah, naja
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I: Vielleicht weil ich da noch ein bisschen in die Tiefe gehe, es wird jetzt ein bisschen philosophisch, aber
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11B: Ja voll, also ich würde das schon so sehen, dass da eine emotionale Bindung besteht. Ich weiß nicht,
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I: Ok ich habe es jetzt nicht gespielt, aber wie spielt sich diese Verbindung ab?
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11B: Es ist eine Verbindung zwischen einem menschlichen Helden und einer künstlichen Intelligenz. Die
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I: Also wird wahrscheinlich auch die (…) sprechen?
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11B: Cortana, natürlich ja.
auskennt, könnte genauso schnell eine eigene CustomROM, eine neue darauf spielen und da ist ein
Passwort auch kein Schutz.
sind, wenn es zum Beispiel bei einer Countdown-App, also zum Beispiel Zähler für die MikrowellenPizza, wenn da Berechtigungen abgefragt werden, die über das Maß hinausgehen, wo man sich dann, wo
der Menschenverstand auch sagt, der Hausverstand sagt, das braucht die App nicht, dann lade ich das auch
nicht herunter. Ja. (…)
für die habe ich gezahlt und das war es.
ohne dem Smartphone geht es halt auch, aber es ist halt viel komplizierter, es ist zeitaufwendiger, weil man
für jede Kleinigkeit den Computer einschaltet, weil man die ganze Zeit eine Uhr mit sich herumträgt am
Armband, am Arm, so Kleinigkeiten und das Smartphone vereinigt halt viele (…) Alltagsgegenstände in
einem Gerät. Und das macht es halt umso wichtiger. (…)
wie würdest du deine Beziehung um Smartphone bezeichnen oder gibt es irgendwelche Gefühle die du mit
dem Smartphone verbindest?
vielleicht kann man das ein bisschen vergleichen, wenn du Halo4 gespielt hast oder Halo, zwischen
Cortana und MasterChief.
halt eh auch die Aufgaben eines Smartphones erledigt. Sie hilft bei den Aufgaben, sie zeigt den Weg,
unterstützt in jeglicher Hinsicht ja und das ist halt auch ein heutiges Smartphone, das regelt diese Sachen
auch, nur das einzige was noch fehlt ist der Charakter, aber der glaube ich, ist auch irgendwie da durch das
unterschiedliche Design der Handys, und da kommt dann auch dieser Charakter auch etwas vor.
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I: Wie gehst du damit um, wenn du dein Smartphone, du hast zwar vorher schon gesagt du hast es
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11B: Ich fühle mich (…)
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I: Ist dir das überhaupt schon einmal passiert?
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11B: Natürlich ist mir das passiert, dass der Akku, also gestern erst ist der Akku aus gegangen, weil ich
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I: Dann wie sieht es aus, brauchst du das Handy für irgendwelche Dinge unbedingt, also hast du das
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11B: (…) Abhängigkeiten. Also ich könnte wahrscheinlich eh auch ohne Handy auskommen, wäre aber
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone für dich, wenn du versuchst mit deiner Familie in Verbindung zu
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11B: Ja sicherlich eine wichtige Rolle. Ich kommuniziere größtenteils über Facebook und da spielt das
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I: Also wahrscheinlich auch im Vergleich zum früheren Handy, wo das
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11B: Ja, da war das nicht möglich.
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I: Welche Rolle spielt das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden? Also wenn du dich jetzt
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11B: Für mich?
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I: Für dich und wie du auch das Gefühl hast wie das andere einsetzen.
eigentlich immer dabei, aber wenn du das Smartphone doch einmal vergisst oder du verlierst es, oder keine
Ahnung vielleicht geht dir auch der Akku aus, wie fühlst du dich dann in den nächsten Stunden.
vergessen habe zu laden. Ja man hat ah, glaube ich, das Gefühl das man etwas verpasst, dass man eine
Nachricht verpasst eventuell, eine wichtige Email, die man möglichst jetzt lesen sollte anstatt vielleicht in
zwei Stunden. man hat auch die Zeit nicht in Griffweite, also man kann nicht nachsehen wie spät es ist,
also das ist was mir primär dann aufgefallen ist, dass ich nicht die Zeit, also dass ich die Zeit nicht
kontrollieren kann und immer Ausschau halten muss nach diesen Wanduhren, und ja. Das ist eigentlich die
größte Umstellung gewesen.
Gefühl in manchen Bereichen benötigst du das Handy immer. Oder gibt es irgendwo Abhängigkeiten?
natürlich komplizierter und ich müsste das auch kompensieren durch eine Armbanduhr, durch einen MP3Player den ich dann mitnehme zum Laufen, solche Sachen halt. Sicher es ginge natürlich, aber ich möchte
es nicht.
bleiben oder mit deiner Partnerin?
Smartphone eine ebenso wichtige Rolle wie der Computer
mit Kollegen triffst, in einer Runde zusammen sitzt, oder auch wenn du mit einer Person zu zweit irgendwo
hingehst oder mit der in einer Unterhaltung bist, welche Rolle spielt da das Smartphone hast du das
Gefühl?
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11B: Ich habe das Gefühl, dass das Smartphone vom Gegenüber eine weitaus wichtigere Rolle spielt für
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein weil du sagst Vor- und Nachteile? Gibt es da noch mehr?
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11B: Ja die Nachteile, also wenn natürlich jeder auf sein, oder es genügt schon wenn eine Person auf ihr
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I: Gibt es noch mehr? Was hast du für Erfahrungen gemacht?
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11B: Ja Erfahrungen halt, keine Extremfälle, aber so Kleinigkeiten, dass einer vielleicht einmal zwei
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I: Wie sieht es allgemein mit Benachrichtigungen und Anrufen aus, während der Unterhaltung? Wie gehst
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11B: Ja also, wenn es ein Anruf ist, dann hebe ich ab, das macht glaube ich auch jeder, ein Anruf ist halt
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I: Also das machst du je nachdem was für eine Nachricht es ist?
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11B: Ja, über welchen Kanal es dann läuft.
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I: Wie sieht es bei den anderen aus?
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11B: Ja ich denke mir dass es ähnlich ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn es ein Anruf ist, dann
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I: Dann, wo hast du das Handy während dem Gespräch und wo haben es die anderen?
ihn als mein Smartphone für mich. (…) Inzwischen, man merkt es schon, in den letzten Jahren, dass man
immer mehr mit dem Smartphone in der Hand dasitzt, auch wenn man zum Beispiel im Freundeskreis
verkehrt, unter Freunden, und dass es nicht mehr auf die einsamen Momente in der U-Bahn vielleicht
begrenzt ist, sondern dass man das Smartphone inzwischen fast immer in der Hand hat auch. Aber es hat
natürlich auch eine gute Rolle, man diskutiert halt unter Freunden und dann stellt sich halt die Frage und
dann kann man schnell auf dem Handy nachsehen im Internet, ja. Natürlich hat es seine Vor- und
Nachteile, ja.
Smartphone konzentriert ist, dann ist es halt nicht förderlich für die Diskussion, wenn es eine Diskussion
werden soll, oder halt auch für das Zusammensitzen.
Minuten auf das Smartphone sieht, und die SMS kontrolliert oder kurz zurück schreibt. Aber meistens
waren das nur so Nachrichten, so: „Ich kann jetzt zwei Stunden nicht und schreiben wir dann später
weiter.“ ja.
du damit um und wie hast du das Gefühl gehen die anderen damit um?
wieder etwa anderes als vielleicht eine Facebook-Nachricht. Die man auch auf etwas später verschieben
kann, aber ich denke wenn es wirklich wichtig ist und auch wenn es ein Notfall ist, dann greift das
Gegenüber wahrscheinlich eher auf einen Anruf zurück und dann denke ich mir, ja da sollte ich abheben.
Aber wenn es eine Facebook-Nachricht ist, dann kann ich eh auch lesen ohne das zu öffnen mit einem
schnellen Wisch, ah, was er denn geschrieben hat und da kann ich halt abwägen, ob ich da antworte sofort
oder ob ich da darauf warte.
wird er ungern abgedrängt, aber halt eine Nachricht, da steckt man das Handy halt schnell wieder ein, das
habe ich schon, das Gefühl. (…)
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11B: Ich glaube, alle haben es auf dem Tisch liegen. Weil es in der Hose, inzwischen sind die Handys ja
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I: Ist das der einzige Grund warum man es auf den Tisch legt?
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11B: Ja ich denke mir, das hat sicher auch andere Gründe, wie zum Beispiel, dass man natürlich sofort
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I: Fällt dir dazu sonst noch etwas ein?
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11B: Ja in dem Sinne, also ich glaube, ich denke mir mal, die die Benutzer von iPhones und Designer-
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I: Dann, du hast das vorher schon teilweise ein bisschen angesprochen, aber in welchen Situationen kommt
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11B: Ja wenn man zum Beispiel über ein Thema diskutiert und man sich nicht einig ist. Ich denke mir
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I: Gibt es noch andere Situationen?
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11B: Innerhalb, in einer Diskussion oder?
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I: Allgemein während einer Unterhaltung, wann es zum Einsatz gebracht wird?
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11B: Ja ich weiß nicht, zum Beispiel, wenn einem eine Adresse erklärt wird, dann kann man auch auf
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I: Sonst noch etwas?
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11B: Ja möglicherweise auch die neuste Musik. Bei mir ist das eher nicht so und im Bekanntenkreis, dass
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I: Und wenn es jetzt zum Einsatz kommt, wie wirkt es sich deiner Erfahrung nach auf die Unterhaltung
schon über 4,3 Zoll und man merkt halt schon wenn man sitzt, dass da etwas drückt.
sieht wenn jemand anruft (…) oder dich kontaktet. In meinem Kreis ist es wahrscheinlich eher nicht, aber
in anderen Kreisen ist es möglicherweise auch ein Statussymbol, das man darzustellen vermag. Ja (…)
doch ja.
Handys und HighEnd-Handys also teuren Marken, die sind da eher freizügiger, das herzuzeigen und ja und
ich habe halt auch von beiden Seiten Freunde, auch welche die haben immer noch diese (…) FeaturePhones, ohne Touchscreen und mit Tasten, ohne Internetverbindung, und ich denke, die sind dann nicht so
freizügig und die haben das auch gern am Körper, und ja.
das Smartphone während der Unterhaltung zum Einsatz? Oder wo hast du das Gefühl, welche Erfahrungen
hast du gemacht, wann wird das Smartphone eingesetzt während der Unterhaltung?
damals wurde vielleicht noch gewettet oder so und heute genügt ein Blick auf das Smartphone und ja wie
das denn ist. (…)
Maps das anschaulicher, also auf GoogleMaps, das anschaulicher erklären. Ja solche Kleinigkeiten denke
ich mir, oder das neuste Spiel auf dem Handy. Ja das halt.
man sich die neuste Musik im Bus vorspielt. Ja.
aus?
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11B: Naja ich denke mir nicht immer positiv, wenn es zum Beispiel im Bus ist, wenn es öffentlich ist, aber
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I: Und inwiefern ist es dann positiv für die Unterhaltung?
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11B: Ja dann natürlich, man hat eine Informationsquelle, wo man halt sofort darauf zurückgreifen kann,
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I: Was machst du wenn sich dein Gegenüber mit dem Smartphone beschäftigt? Also wieder während der
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11B: Dann greife ich auch zum Smartphone.
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I: Und wie fühlst du dich dabei? Also wenn dein Gegenüber sich mit dem Smartphone beschäftigt?
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11B: Ich sehe das eher als Möglichkeit, dass ich auch zum Smartphone greifen kann. Weil, ich habe halt
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I: Dann hast du jetzt zwar auch teilweise schon beantwortet, aber ich frage jetzt trotzdem noch einmal,
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11B: Ja sicher, es ist immer situationsbedingt denke ich mir. Wenn es ein Griff ist um auf die Uhr zu sehen
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I: Gibt es noch andere Situationen die du beurteilen kannst?
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11B: Ja Situationen, selten passiert es halt, dass alle zum Smartphone greifen. Ja und ja es stört eigentlich
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I: Ok dann sind wir eh schon fast fertig. Das einzige was noch ist, du kannst vielleicht noch einmal alles
ich denke mir wenn es dann so subtil ist, dass es die anderen um einen herum, also die Umstehenden so
nicht merken, dann ist es sicher positiv. Ich denke mir das ist nichts negatives, wenn es andere nicht stört.
wo man sich auch möglicherweise sofort mit anderen Freunden die nicht anwesend sind, kurzschließen
kann, ja.
Unterhaltung, wenn jetzt dein Gegenüber während der Unterhaltung sein Smartphone zu irgendetwas
heranzieht. Was machst du dann in der Situation?
schon auch Emails, die ich unbedingt erwarte die wichtig sind, bezüglich Uni, Bachelor-Arbeit und so
etwas, und da sehe ich lieber einmal mehr nach als einmal zu wenig. Ja. Oft werden halt zum Beispiel
Vorlesungen kurzfristig abgesagt und das ist mir halt auch schon passiert, dass ich die Email nicht gelesen
habe, zum Beispiel auf der Hinfahrt, und dann stehe ich vor verschlossener Tür und mache mein Handy auf
und sehen nach und dann ist eine Email wo steht: Vorlesung entfällt heute. Ja und darum sehe ich auch, ab
sofort auch öfter einmal nach. (…)
also wie beurteilst du jetzt den Griff zum Smartphone während der Unterhaltung und du kannst da
vielleicht auch zwischen verschiedenen Situationen unterscheiden?
oder um schnell Nachrichten zu beantworten, dass man keine Zeit hat oder dass man das auf später
verschiebt, das ist natürlich kein Problem. Ich glaube zum Problem wird es dann eher, wenn dann zum
größten Teil nur noch das Smartphone in der Hand ist und man sich aus der Diskussion, also aus der
Unterhaltung ausklinkt, und heraus isoliert. Ja. (…)
niemanden wenn es alle machen (.L.).
kurz durchgehen und vielleicht auch wenn ich jetzt irgendetwas ausgelassen habe, wo du sagst, das sollte
man noch erwähnen oder das wäre wichtig, dann kannst du es mir jetzt gerne noch sagen.
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11B: Ja vielleicht noch zur Beziehung zum Handy, ist es fast schon eine menschliche Beziehung. Mein
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I: Ja ich meine wenn man ein CustomROM darauf spielt, dann setzt man sicher eher schon intensiv damit
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11B: (…) Ja ich denke mir mein Handy werde ich jetzt, (…) ich denke die Leute wechseln ihr Handys
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I: Ok, je nachdem wenn du noch was dazu fügen möchtest?
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11B: Nein, eigentlich
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I: Gut dann sage ich danke und das war es.
Smartphone ist auch ein älteres Modell und auch eher ein LowEnd-Modell mit einem Ein-Core-Prozessor
800 MHz. Und das ist halt, es lässt mich auch öfters im Stich, zum Beispiel der CountDown für die Pizza,
und dann stürzt die App mittendrinnen ab und ich merke es gar nicht, ja. Solche Sachen, oder die Emails
werden nicht abgerufen, das Internet stockt und ich habe halt gelernt damit umzugehen, zu verbessern, ich
habe viel Zeit darin investiert, (…) mich einzulesen in die Technik von meinem Handy, wie man das
Handy rooted, wie man neue, das neuste Betriebssysteme darauf spielt, welche Vorteile darin liegen, und
wie man auf Apps zugreift, die normalerweise etwas kosten, die normalerweise kostenpflichtig sind, wie
man da, das umgehen kann. Halt solche Kleinigkeiten. Und ich denke mir ich habe mit meinem Handy
schon viel gespart, ich habe sicherlich im Laufe der Zeit sicher tausend Euro an App-Kosten halt
eingespart, dass ich sie mir nicht gekauft habe und gekauft habe ich nur zwei Apps, die ich im nachhinein,
wo ich mir gedacht habe, da ist es das Geld wirklich auch Wert, wenn ich mir die zwei Apps kaufe. Ja. (…)
Und ja das Handy war eigentlich mein Eintritt in die Technik, wo ich mich dann doch viel intensiver
informiert habe. Und über das Handy habe ich mich auch über meine Computer erkundigt, und habe mir
meinen Computer neu zusammengebaut aus selbst gekauften Teilen und ja das Handy war mein Eintritt in
die Welt der Technik. Wo ich mir denke, es geht über die Benutzung hinaus und schon etwas in die
Materie.
auseinander. Gibt es sonst noch irgendetwas, wo du sagst, das wäre noch wichtig?
auch zu schnell aus, werfen ihre alten Handys die noch funktionieren weg und ich habe halt vor mein
Handy so lange zu benutzen, bis es dann auch tatsächlich, mich im Stich lässt, sozusagen wie die Cortana
und der MasterChief (.L.).
Postskriptum Interview Nr. 11
Das Interview findet in einem ruhigen Bereich auf der Universität Wien statt. Der
Teilnehmer legt das Smartphone auf den Tisch. Die Atmosphäre ist locker und entspannt.
Zweimal gehen Studierende am anderen Ende des Ganges vorbei.
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Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 11
das Smartphone wurde nicht zur Hand genommen, der Teilnehmer fixiert immer wieder
seinen Blick auf das Smartphone.
Transkript des Interviews Nr. 12 vom 30.05.2013
Interviewerin: I
Teilnehmerin: N
Universität: Technische Universität Wien
Alter: 25 Jahre
Geschlecht: weiblich
Nutzungsdauer: 2 Jahre
Dauer: 30min
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I: Das was ich dich als erstes Frage möchte, wie verwendest du das Smartphone im Tagesablauf, wann
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12B: Ok also ich stelle mir jeden Tag den Wecker, das ist die erste Benutzung. (…) natürlich dann,
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I: Und wie sieht es dann am Abend aus, was sind die letzten Dinge die du mit dem Smartphone machst?
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12B: Ich stelle wieder meinen Wecker (.L.). Ah, vorher irgendwann am Anfang als ich es hatte, habe ich
verwendest du es das erste Mal, wann verwendest du es das letzte Mal und wie verwendest du es untertags,
also für was und wann?
vielleicht in der Früh muss ich schon ein SMS schreiben, es gibt zwei Möglichkeiten, entweder ich
schreibe eine normale SMS oder über WhatsApp, (…) so ein Messenger. Ab und zu telefoniere ich. (…)
dann eine wichtige Anwendung ist, wenn ich irgendwo hinfahren muss, dann sehe ich nach in Quando,
wann kommt meine U-Bahn, wenn ich jetzt mit dem Zug fahren muss, dann sehe ich mit Scotty nach, das
ist die ÖBB App. Und ja das ist das jetzt. (…) Dann bin ich in der Arbeit. Ja natürlich nutze ich dann,
tagsüber, sehe ich meine Emails an, benutze das Internet, sehe auf Facebook, ich benutze GoogleMaps, wo
ich hin muss. Im Sommer habe ich noch, ich glaube das heißt AnachB, das ist so eine App für Radwege,
das habe ich verwendet. Jetzt wenn ich versuche meine Kleidung loszuwerden, da gibt es auch die
Kleiderkreisel-App, die benutze ich auch. Dann brauche ich das TISS, also in unsere LVA’s und so, um
nachzusehen, wo habe ich zum Beispiel Vorlesungen oder wenn ich auf eine irgendeine wichtige Nachricht
warte. Ja das sind die wichtigsten Anwendungen, ja und natürlich alles was ich im Internet so schnell
nachsehe, wenn ich mich irgendetwas frage, dann sehe ich es schnell nach.
noch ein bisschen gespielt, (…) jetzt habe ich irgendwie keinen Bock, ich habe AngryBirds gespielt und
ich habe gespielt, ich weiß nicht mehr wie das hieß, mit so verschiedenen Blocks
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I: Tetris?
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12B: Nein, das ist anders, das ist so wie (...) ja ich zeige es dir einmal wenn es dich interessiert.
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I: Es ist einfach ein Spiel auch wieder
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12B: Ein Spiel wo du dir überlegen musst, wie du irgendwo hin kommst. Das habe ich gespielt. Ich habe
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I: Gibt es irgendwelche Geräte die du durch das Smartphone ersetzt hast? Also wo du das Smartphone
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12B: Also das ist sicher die Kamera, weil ich habe eine große, so eine Spiegelreflexkamera und ich glaube,
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I: MP3 Player?
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12B: Ja genau. Und jetzt, jetzt mache ich das mit dem Handy. (…)
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein?
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12B: Naja sicher teilweise, also sonst würde ich mich vielleicht vor den Computer setzen, und so schaue
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I: Wo liegen deine Verwendungsschwerpunkte? Für was verwendest du das Smartphone am meisten und
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12B: Ja wie gesagt, ich brauche es sehr oft um die U-Bahn oder Öffis nachzusehen. Und (…) am meisten
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I: Sonst noch etwas? Oder wann am Tag verwendest du es am öftesten? Gibt es da auch einen
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12B: Nein nicht wirklich, nein.
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I: Welche Rolle spielt für dich das Smartphone in der Freizeit, auf der Uni oder im Beruf?
versucht Bücher zu lesen, es hat auch eine App dafür gegeben, aber es hat nicht so gut funktioniert, der
Bildschirm ist zu hell und es ist nicht angenehm.
anstatt irgendwelcher anderer Geräte verwendest?
hätte ich kein Smartphone oder ein Handy mit einer ordentlichen Auflösung und so, würde ich mir eine
kleine Kamera kaufen, weil ich kann nicht immer die Große mitnehmen. Das ist sicher eine sehr sehr
beliebte Nutzung. Und natürlich, davor habe ich auch Musik gehört mit einem Shuffle oder
ich gleich auf dem Smartphone nach. Aber es ist nicht so, dass ich keinen Computer brauch, weil ich ein
Smartphone habe. Das kann man nicht zu hundert Prozent ersetzen.
vielleicht auch die Zeit, wann verwendest du es am öftesten?
verwende ich es auch für Anrufe und um so in Verbindung zu bleiben. Ich glaube das ist das Wichtigste,
GoogleMaps und Öffis, weil das ist, genau, weil wenn man unterwegs ist, kann man nicht am Computer
nachsehen. (…)
Schwerpunkt oder nicht? Also das muss jetzt nicht sein, je nachdem wie es bei dir aussieht, ob du das
Gefühl hast du verwendest zu einem bestimmten Zeitpunkt relativ oft oder in einem Zeitraum?
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12B: Im Beruf lenkt es mich ab (.L.). (…) ja es ist sicher, in der Uni ist es gut, weil es ist mir schon
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I: Wie sieht es in der Freizeit und im Beruf aus, wie verwendest du es da? Und unterscheidet sich da die
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12B: (...) naja in meiner Freizeit kann ich mir irgendetwas aussuchen oder vielleicht spielen, wenn ich
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I: Fällt dir sonst noch etwas zu den drei Bereichen ein, oder sagst du das war es?
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12B: Nein, das war es irgendwie
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I: Dann seit du das Smartphone hast, hat sich da irgendetwas verändert, sagst du da gibt es irgendwelche
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12B: Also sicher, es hat viele Sachen erleichtert, glaube ich, weil ich muss nicht extra darüber nachdenken:
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I: Wie gehst du mit dem Thema Sicherheit um im Zusammenhang mit dem Smartphone?
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12B: Ja, das ist, (...) also ich habe ein Google Smartphone, deswegen musst ich mir, um Apps
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I: Schützt du dein Handy sonst irgendwie?
passiert, dass ich in der Bibliothek gelernt habe und dann nicht extra zum Computer gehen musste, weil ich
irgendetwas nachsehen musste, so kleine Sachen. Ich habe versucht, aber das geht leider nicht gut, zum
Beispiel wenn ich mir Aufgaben herunterlade und ansehen möchte, das geht nicht gut, der Bildschirm ist
dafür zu klein. Und auch, ich weiß nicht, es gibt irgendein Problem mit meinem Handy, ich kann die
Dateien nicht immer herunterladen. Es gibt sehr oft Fehler und keine Ahnung.
Anwendung irgendwie von der Uni?
mag, oder ich sehe irgendetwas nach. Und in der Arbeit, verwende ich mein Handy eher weniger. Also am
Anfang wollte ich meine Termine gerne synchronisieren, aber das funktionierte sehr schlecht und da
musste man eine spezielle Berechtigung haben und alles und bei meiner Kollegin habe ich gesehen, dass
diese Termine plötzlich verschwinden und es nicht so zuverlässig ist. Deswegen habe ich darauf verzichtet.
Auffälligkeiten die du positiv oder negativ bewertest?
„Ah ich gehe jetzt irgendwo hin, jetzt muss ich die Adresse im Internet nachsehen“ oder meine Email
öffnen und nachsehen wo ich hin muss und wo sich das befindet, sondern ich kann das alles machen wenn
ich schon unterwegs bin und das macht das alles, relativ gesehen einfacher. (…) ja also allgemein, dass
man fast immer Internetzugriff hat. Ach ja ok, jetzt fällt mir etwas ein. Also wenn man reist, ist es auch
sehr nützlich, weil man kann einfach in ein Kaffee gehen und Wifi einschalten und man muss nicht ein
Internetkaffee suchen oder so. Man kann seiner Familie immer schreiben, dass es einem gut geht, und ja,
man kann sich melden und das geht dann relativ einfach mit dem Smartphone.
herunterladen zu können, musste ich mir (...) einen GoogleAccount anlegen (...) ich habe aber nicht meine
Kreditkartennummer angegeben, das war meine Sicherheits (...). Jetzt verwende ich auch Internetbanking
über mein Handy, aber ich mache keine Überweisungen und ja, ich habe keine spezielle, ich weiß nicht,
(…) ich habe keine spezielle, außer dass ich versuche so wenige Daten anzugeben wie möglich, ich weiß
dass Daten über mich gesammelt werden, ansonsten mache ich nichts dagegen.
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12B: Wie meinst du das?
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I: Machst du irgendetwas?
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12B: Also ich habe, ja natürlich habe ich einen PIN-Code und ich habe so eine Kombination für
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I: Die Bildschirmsperre?
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12B: Genau.
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I: Wie gehst du vor wenn du Apps herunterladest, achtest du auf irgendetwas?
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12B: Ich sehe nach, was ich jetzt gerne haben würde. (…) Ich gehe nicht in den AppStore nur weil mir
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I: Sonst noch irgendetwas zu den Apps?
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12B: Ja, ich habe viele heruntergeladen und nie wieder verwendet. Dann lösche ich die irgendwann, wenn
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I: Was bedeutet dir dein Smartphone? Also das geht in die Richtung welche Rolle spielt es in deinem
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12B: Ja es ersetzt viele Sachen, macht viele einfacher, ich meine, wenn ich das Smartphone nicht hätte,
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I: Und hast du das Gefühl, das ist jetzt ein bisschen philosophisch, aber hast du eine Beziehung zu deinem
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12B: Also (…) wenn du so fragst, also ich mag mein Handy, aber ich glaube, wenn mir jemand ein Neues
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I: Also wenn du dein Smartphone, oder hast du dein Smartphone schon einmal irgendwo vergessen, also
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12B: Ja ich habe es schon einmal vergessen
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I: Und wie reagierst du dann in so einer Situation? In den Stunden danach oder wenn du es halt nicht hast?
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12B: Ja es war sehr sehr stressig, weil das war so, dass ich nach Polen gefahren bin mit einem Bus und bin
langweilig ist, und sehe nach was es für Apps es gibt, sondern wenn ich wirklich etwas brauche, dann gebe
ich es ein, also ein Stichwort, dann suche ich eine App und lese mir die Bewertungen und sehe mir an, was
die für Smartphones gehabt haben und ob es zu meine passt und dann lade ich sie herunter.
ich sie wieder einmal durchgehe.
Leben?
würde ich mich sicher auch daran gewöhnen, aber es macht es schon leichter und man gewöhnt sich schon
schnell daran, dass man alles rasch ausführen kann.
Smartphone oder gibt es irgendwie Gefühle die du mit deinem Smartphone verbindest?
schenken würde, würde ich mein altes verkaufen. Aber so gesehen brauche ich kein anderes und ich bin
zufrieden. (…) Vielleicht sind das Gefühle (.L.).
zu Hause vergessen oder irgendwo verloren?
dann ausgestiegen. Es war schon sehr spät, ich war müde und bin eingeschlafen und es ist mir aus der
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Tasche gefallen und dann habe ich gleich, obwohl ich nur über das Wochenende dort war und ich den
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I: War das jetzt das einzige das dich gestört hat an dieser Situation oder gab es da noch etwas anderes?
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12B: Ich erinnere mich nur an dieses eine Mal, dass ich mein Handy vergessen habe. Ja zu Hause habe ich
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I: Also wenn du es zu Hause liegen lässt und du gehst auf die Uni oder die Arbeit, hast du das Gefühl,
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12B: Es würde mir sicher fehlen, aber ich wäre nicht nervös, wenn ich weiß wo es ist. Ich wäre nervös,
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I: Also hast du irgendwie das Gefühl es gibt Abhängigkeiten, wo du sagst du brauchst das Handy für
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12B: Ja sicher macht es bis zu einem gewissen Grad abhängig, das denke ich schon.
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I: Und in welchen Bereichen siehst du das?
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12B: Ja dass man halt immer in Verbindung ist, das ist jetzt nicht nur auf das Smartphone bezogen,
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I: Wie wichtig ist dir das Smartphone im Zusammenhang mit deiner Familie, also um mit deiner Familie in
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12B: Also das ist mir sehr wichtig, weil ich im Ausland wohne. Ich habe einen speziellen Tarif, mit dem
Busfahrer kannte, also das ist jetzt nicht jemand der mir das Handy irgendwie stiehlt oder so, habe ich ihn
gleich angerufen und ihn gefragt ob er zurückfahren kann und es mir geben kann, und eigentlich hätte er es
mir auch zwei Tage später geben können, weil ich wieder mit ihm gefahren bin, und, aber ich wollte
irgendwie nicht zwei Tage ohne mein Handy sein. Und ich habe mich so komisch gefühlt, weil es zwei
Tage bei einer anderen Person liegen könnte, da gibt es so viele Sachen, ok vielleicht kann er es nicht
entsperren, aber ich weiß nicht, da habe ich mich nicht so wohl gefühlt. Ja
es auch irgendwann liegen lassen, aber das war nicht so schlimm, wie wenn es jemand anders es hat.
dann würde dir etwas fehlen?
wenn ich zum Beispiel schon in der U-Bahn bin und in die Tasche sehe und das Handy ist nicht mehr
darin, habe ich es jetzt verloren oder ist es zuhause? Und vielleicht würde ich sogar zurückfahren.
gewisse Dinge unbedingt?
sondern allgemein auf das Handy. Ja, wenn ich so an früher denke, da ist man von zu Hause weg gegangen,
hat davor etwas mit irgendjemanden ausgemacht, hat sich getroffen, aber heute funktioniert das nicht mehr
so, man ruft sich immer an: „Ja wo bist du?“ Und ich weiß nicht ob es ohne das überhaupt noch möglich
ist etwas auszumachen, aber es muss möglich sein, vorher war es ja auch möglich. (…) Aber, ich glaube,
wir sind schon sehr abhängig vom Handy. (…)
Verbindung zu bleiben?
ich in ganz Europa telefonieren kann, damit ich meine Schwester und meine Mama anrufen kann und
meinen Papa. Meine Eltern sind jetzt umgezogen, sie wohnen jetzt am Land und es gibt Schwierigkeiten
mit der Internetverbindung und daher funktioniert es auch nicht so leicht mit Skype. Und daher rufen wir
uns immer so am Handy an. Meine Schwester wiederum, sie wohnt auch auf dem Land, in Irland, und
durch den starken Wind und den vielen Regen, gibt es auch immer wieder Probleme mit der
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Internetverbindung. Darum ist es mir sehr wichtig, dass ich sie anrufen kann, weil, es ist mir auch schon
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I: Also was steht bei dir im Vordergrund in diesem Fall, dass du Verbindung hast?
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12B: Ja, dass ich sie immer anrufen kann und so. (…)
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I: Welche Rolle spielt für dich das Smartphone während der Unterhaltung mit Freunden? Also wenn du
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12B: Also ich versuche sicher nicht, wenn ich mich mit Freunden treffe jetzt (~), ich finde das ist sehr
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I: Fällt dir sonst noch etwas ein oder wie hast du das Gefühl gehen die anderen damit um?
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12B: Ja so allgemein meine Freunde, ja schon, (…) ich sehe keine, also, (…) wenn ich mich mit jemandem
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I: Und in welchen Situationen hast du das Gefühl kommt das Smartphone während der Unterhaltung zum
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12B: Es kann zum Beispiel so sein, dass die Leute ihre Smartphones vergleichen oder zeigen welche neuen
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I: Wie hast du dann das Gefühl wirkt sich dann der Einsatz des Smartphones auf die Unterhaltung aus?
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12B: Du meinst (…)
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I: Also wie beurteilst du es?
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12B: Also, ich glaube es gibt auch, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, einen Unterschied zwischen
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I: Was ist dir da aufgefallen?
manchmal zu blöd mit Skype, es geht nicht oder man wird unterbrochen.
jetzt Kollegen triffst und dich mit ihnen face-to-face unterhältst oder du mit einer Freundin in ein Kaffee
gehst oder mit dem [Name] oder so, welche Rolle spielt es da deiner Meinung nach?
unhöflich. (…) aber wenn man zum Beispiel Fotos zeigt, ja, so sehe ich die Anwendung des Handys, ja
wenn man mit den Freunden zusammen ist und ich zeige ihnen: Ja schau, das habe ich gemacht und so.
Und ja sonst, (…) ja sonst mir ist es auch schon passiert, dass wir über irgendetwas sprechen und es gibt
Unklarheiten, dann kann man schnell im Internet nachsehen, oder wenn ich irgendein Wort nicht verstehe
kann ich auch nachsehen, was es bedeutet. (…)
treffe und ständig am Handy spiele, dann treffe ich mich erst gar nicht mit ihm, aber wenn ich etwas
ausmache, dann bin ich da (.L.), also ich, ja. (…)
Einsatz? Also was ist der Auslöser, dass es zum Einsatz kommt?
Apps sie haben oder was sie so gemacht haben, also das kann sicher ein Auslöser sein. (…) Und sonst,
wenn man über irgendetwas spricht, über ein Ereignis spricht und man Fotos gemacht hat oder so, dass
man diese zeigt. (…)
Also du kannst natürlich auch zwischen verschiedenen Situationen unterscheiden.
Leuten die ein Smartphone haben und denen die keines haben. Die verhalten sich manchmal ein bisschen
anders, ja. (…)
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12B: Naja wenn jemand keine Smartphone hat, dann vergleicht man es nicht und man redet nicht speziell
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I: Also nur wie sich das Smartphone auswirkt wenn es zum Einsatz während einer Unterhaltung. Also
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12B: Ach so, also ich versuche zum Beispiel, naja, also das hängt davon ab, also wenn jemand vielleicht
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I: Wie wird allgemein mit Benachrichtigungen und Anrufen umgegangen, also wie gehst du damit um und
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12B: Verstehe. Ja es hängt davon ab. Normalerweise hebe ich nicht ab und rufe später zurück, außer es
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I: Was für ein Gefühl hast du bei deinen Kolleginnen und Kollegen?
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12B: Es ist unterschiedlich, manche entschuldigen sich dafür, bevor sie anfangen zu telefonieren. Das ist
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I: Was machst du wenn das Gegenüber das Smartphone herauszieht? Also wenn du im Gespräch bist und
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12B: Ja ich glaube, wenn wir nur zu zweit, also wenn wir mehrere Leute sind, dann spreche ich mit jemand
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I: Sonst noch irgendetwas, wie du da reagierst oder fühlst?
darüber. Es gibt auch viele Leute die meine sie brauchen keines. Der [Name] ist zum Beispiel so ein
Mensch. (…) Ist die Frage beantwortet? Oder, vielleicht habe ich sie nicht ganz verstanden?
wenn du mit Freunden zusammen sitzt und jemand zieht das Smartphone heraus, wie wirkt sich das auf die
Unterhaltung die bis dahin vielleicht?
auf irgendeinen Anruf wartet oder auf einen Nachricht und das schnell nachsehen will, dann versuche ich
höflich zu sein und naja, aber es gibt auch so Situationen, dass einer das Handy herausnimmt und alle
machen es nach und keiner redet mehr. Das kann natürlich auch passieren. (…)
wie hast du das Gefühl, dass die anderen damit umgehen? Also wenn du im Gespräch bist und dann kommt
ein Anruf?
handelt sich um irgendeinen wichtigen Anruf, auf den ich warte, dann werde ich schon abheben. In der
Arbeit hebe ich mein Handy nicht ab. Ich sehe nach ob ich eine SMS bekommen habe, wenn es etwas
Wichtiges ist dann schreibt er dann vielleicht eine SMS oder hinterlässt eine Nachricht in der Sprachbox.
Ja ich versuche einfach höflich zu sein.
ganz von der Person abhängig und ich beurteile das jetzt nicht, das ist dann, ja natürlich das ist dann sehr,
also wenn man versucht sich mit jemanden zu unterhalten und der telefoniert immer wieder, das ist sehr
unangenehm, aber es gibt nicht so viele Leute die so etwas machen. Normalerweise nehmen sie ab und
sagen: „Ja ich bin gerade beschäftigt.“ (…)
dein Gegenüber nimmt sein Smartphone für irgendetwas zur Hand, was macht du dann in der Situation
oder wie fühlst du dich in der Situation?
anderen, weil vielleicht möchte er irgendetwas nachsehen. Wenn wir nur zu zweit sind, dann werde ich ihm
entweder ein bisschen Zeit geben oder sehe dann auf mein Handy. Und ja. (…)
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12B: (…) Ich glaube es hängt auch davon ab ob du dich mit irgendwelchen engen Freunden zusammen
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I: Inwiefern glaubst du dass man sich da anders verhält?
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12B: Naja, wenn man jemand noch wenig kennt, dann versucht man noch höflicher zu sein. Oder ihn nicht
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I: Und wo hast du das Gefühl hast du das Handy während der Unterhaltung und wo haben es deine
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12B: (…) Also ich habe es entweder auf dem Tisch oder in meiner Tasche und ich glaube bei den anderen
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I: Gibt es einen bestimmten Grund, wann du es in der Tasche hast oder wann du es auf den Tisch legst?
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12B: Wenn ich zum Beispiel auf die Zeit sehen muss oder ich auf irgendetwas warte, ja, ich glaube
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I: Jetzt sind wir schon fast fertig, das Letzte was ich noch fragen möchte, das hast du teilweise auch schon
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12B: Ja das hängt von der Anwendung ab.
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I: Also du kannst ruhig unterscheiden zwischen verschiedenen Situationen.
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12B: Naja, ich glaube, wenn man sich dann mehr mit dem Smartphone beschäftigt als mit den anderen
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I: Also zum Schluss noch, ich habe jetzt meine Fragen gestellt, aber gibt es irgendetwas, was du jetzt
bist, wo du dich wohler fühlst oder ob du jetzt auf das erste Date gehst. Und (…) jetzt (…) da verhält man
sich anders.
in eine unangenehme Situation bringt, indem man ihn ignoriert oder nur am Handy spielt oder so. Und
wenn man mit guten Freunden zusammen ist, dann muss man sich nicht immer so Gedanken machen: Was
wird er sich jetzt denken. Und es ist ein bisschen lockerer.
Freunde, oder was ist dir aufgefallen, wo haben es die meisten Leute die du kennst?
ist des genauso. Die Leute machen ganz verschieden, ja, so eine Freundin von mir hebt überhaupt, also ist
sehr schwer zu erreichen und die Leute ärgern sich über sie. Aber sie mag das Handy nicht so gern, und ja,
und es gibt die Leute die immer zu erreichen sind. also.
meistens wenn ich später ein Treffen habe, dann sehe ich nach und wenn jetzt nichts ist oder ich habe es
nicht eilig, dann lasse ich es in der Tasche.
beantwortet, aber wie beurteilst du den Griff zum Smartphone während der Unterhaltung?
Leuten, dann gibt es wenige Gründe sich überhaupt zu treffen, weil diese Person kann auch zu Hause
bleiben und spielen, wenn das halt wichtiger ist. (...) ja und, ja das ist, glaube ich, bei jüngeren Leuten noch
irgendwie gefährlicher und mehr zu sehen. dass die halt alle im Zug sitzen und fahren zum Unterricht, zur
Schule, und die reden nicht miteinander, sondern sehen nur auf, also schreiben sich SMS oder keine
Ahnung, ja, sehen nur auf das Handy. Und ja das finde ich ein bisschen traurig, weil, ich glaube, unsere
Kindheit hat anders ausgesehen. Und (…) ja und wenn man das Handy, also das Smartphone, als
Unterstützung für das tägliche Leben nutzt, dann sehe ich nichts Schlimmes darin.
denkst, das habe ich ausgelassen oder das wäre noch wichtig oder irgendwelche Erfahrungen, wo du sagst
die möchtest du noch teilen?
212
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12B: Teilen vielleicht eher nicht, aber fragen, mich interessiert das Thema Sicherheit, ich habe das Gefühl,
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I: Ach so von mir aus jetzt?
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12B: Ja
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I: Von mir aus nicht wirklich. Also die Frage war jetzt eher Richtung ob dir noch etwas einfällt, das
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12B: Lass mich kurz nachdenken. (…) Also, ich glaube, es ist einfacher von, (…) ja natürlich ist es
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I: Ok dann sage ich danke, dann sind wir schon am Ende.
da mache ich nicht genug, da überlegt man nicht genug welche Informationen über sich selbst gespeichert
werden und ja wie geht man damit am besten um? Was gibt es da für Tipps?
wichtig wäre. Also wenn dir da nichts mehr einfällt, dann kann ich dir danach kurz erzählen, was ich dazu
gefunden habe. Aber hast du noch irgendetwas, was du als Wichtig empfindest?
einfacher wenn man sich wieder ein Smartphone kauft, als wieder auf ein normales Handy umzusteigen. Es
geht sehr schnell, man merkt es gar nicht, dass man so viele Funktionen benötigt, ich glaube, das geht sehr
schnell. Ja sonst fällt mir eh nichts ein.
Postskriptum Interview Nr. 12
Das Interview findet bei der Teilnehmerin zu Hause im Wohnzimmer statt. Die
Teilnehmerin lässt das Smartphone im Zimmer. Die Atmosphäre ist locker und
entspannt.
Beobachtungsprotokoll Interview Nr. 12
kein Smartphone während des Interviews vorhanden
213
214
C.
Kategorienschema
Oberkategorie
Nutzung
allgemein
Unterkategorie
Anwendung
Feinkategorie 1
Kommunikation
Information
Unterhaltung
Orientierung
Organisation
Feinkategorie 2
Telefonieren
SMS
Email
Soziale Netzwerke
(Facebook, Instagram,
Foursquare, etc.)
VoiceOverIP (Skype, etc.)
Messenger (WhatsApp,
etc.)
aus dem Internet allgmein
Wikipedia
Wetter
Wörterbuch
Bilder machen
Videos
Musik hören
Lesen (Zeitung, eBooks,
etc.)
Spiele
Kartenservices
Routenplanung
Verkehrsmittelplanung
Wecker
Uhr
Erinnerungen
Notizen
Synchronisierung
Online-Banking
Tools (Taschenlampe, etc.)
bei Langeweile
um Zeit totzuschlagen
Kontrollverhalten / Zwang
215
Ankerbeispiele
„Sonst telefoniere ich auch viel damit.“ (Fall 7; Z1699)
„die normalen üblichen Funktionen wie Telefonieren oder SMS schreiben“ (Fall 1; Z12)
„Meistens rufe ich auch meine Emails ab.“ (Fall 3; Z536)
„meistens für die selben Tasks, also Facebook, Emails, Zeitung lesen“ (Fall 5; Z1146)
„relativ viel nutze ich, denke ich, Email und Facebook und Skype“ (Fall 8; Z1985)
„entweder ich schreibe eine normale SMS oder über WhatsApp, (…) so ein Messenger.“
(Fall 12; Z3181)
„ja und natürlich alles was ich im Internet so schnell nachsehe“ (Fall 12; Z3190)
„.Also wikipedia auch manchmal“ (Fall 1; Z107)
„Dinge die mich gerade im Moment interessieren, wie Wetter nachsehen“ (Fall 1; Z92)
„Das ist praktisch, dass du permanent ein Wörterbuch dabei hast“ (Fall 9; Z2338)
„ja Fotos machen natürlich“ (Fall 5; Z1165)
„also manchmal wird es halt verwendet um YouTube Videos anzusehen“ (Fall 9; Z2466)
„Ja Musik höre ich auf dem Weg in die Arbeit oder in die Uni“ (Fall 3; Z557)
„oder in der Ubahn halt Zeitung lesen.“ (Fall 5; Z1205)
„Nein bei Spielen verwende ich es auf der Uni auch“ (Fall 6; Z1480)
„GoogleMaps ist ein heißer Tipp als ich heute hergekommen bin auch.“ (Fall 4; Z892)
„dann sehe ich das schnell im AnachB nach“ (Fall 8; Z2003)
„um nachzusehen wann der Bus kommt, bei den Öffis, das ist super“ (Fall 6; Z1485)
„das erste Mal verwende ich es als Wecker“ (Fall 2; Z377)
„Ah ja Uhrzeit, weil ich keine Uhr habe“ (Fall 5; Z1156)
„Ansonsten, für Erinnerungen verwende ich es viel“ (Fall 6; Z1449)
„Notizen verwende ich noch mehr“ (Fall 6; Z1450)
„und mit dem PC synchronisiert.“ (Fall 4; Z885)
„Jetzt verwende ich auch Internetbanking über mein Handy“ (Fall 12; Z3253)
„Also ich nehme es als Timer her. (…) da ist es sehr praktisch“ (Fall 10; Z2609)
„und es ist mir langweilig, dann rufe ich jemanden an oder“ (Fall 1; Z6)
„Sonst halt, Zeit überbrücken, vor allem denke ich.“ (Fall 5; Z1204)
„also ich sehe regelmäßig nach ob ich irgendetwas verpasst habe.“ (Fall 8; Z2176)
216
Oberkategorie
ad Nutzung
allgemein
Unterkategorie
ad Anwendung
Allgemeine Kontext
der Nutzung
Zeitraum der Nutzung
Apps
Substitution
Probleme
Alltagsbeobachtungen
Nutzung bei
face-to-face
Gesprächen
Anwendung
Feinkategorie 1
Gerät als Spielzeug
Kommunikationskosten
Sonstiges
Freizeit
Arbeit/Universität
unterwegs
morgens
abends
untertags
Downloadverhalten
Nutzungsverhalten
Wecker
Uhr
Kamera
MP3 Player
teilweise Laptop/PC
andere Produkte
Sonstiges
Akku
Geschwindigkeit
Hardware
Software
Strahleneinwirkung
Körperhaltung
Verhalten
Neukauf
Zugang zur Technik
Kommunikation
Information
Unterhaltung
Feinkategorie 2
Anrufe
Benachrichtigungen
soz. Netzwerke/Messenger
aus dem Internet allgemein
Wikipedia
Bilder zeigen/machen
Videos zeigen
Sport-Ticker
Spiele gemeinsam spielen
217
Ankerbeispiele
„es viel öfter in der Hand hat und viel öfter damit herum spielt“ (Fall 3; Z818)
„ich Freunde im Ausland habe und das ist bei mir die Gratis SMS Funktion“ (Fall 1; Z13)
„Teilweise Tickets kaufen per SMS“ (Fall 5; Z1193)
„Und in der Freizeit halt auch wenn man irgendwo in der Bahn sitzt“ (Fall 7; Z1704)
„Und in der Arbeit, verwende ich mein Handy eher weniger.“ (Fall 12; Z3224)
„ich kann das alles machen wenn ich schon unterwegs bin“ (Fall 12; Z3244)
„also SMS schreibe ich schon am morgen“ (Fall 1; Z40)
„Meistens lade ich es eher so am Abend auf“ (Fall 3; Z552)
„Untertags in der Arbeit, auf der Uni auch jederzeit Emails checken“ (Fall 4; Z883)
„wenn ich mir eine neue App herunterlade, dann gibt es“ (Fall 4; Z942)
„ich benutze relativ wenige Apps, also von der Anzahl jetzt“ (Fall 8; Z2092)
„mein Smartphone als Wecker benutze“ (Fall 11; Z2924)
„Ja nicht wirklich, also eine Uhr trage ich nicht mehr“ (Fall 11; Z2945)
„Ja, die Kamera. Ich mache Fotos“ (Fall 6; Z1461)
„Also einen MP3 Player oder so etwas habe ich seither auch nicht mehr“ (Fall 7; Z1692)
„Also ich nehme es immer öfter als Desktopersatz her“ (Fall 10; Z2638)
„gegenüber früher hat es substitiuiert, […] also Kartenlesen“ (Fall 5; Z1190)
„da habe ich jetzt wieder einen Papierkalender“ (Fall 6; Z1463)
„der Akku wird langsam schwach“ (Fall 1; Z128)
„für mich reagiert das Telefon viel zu langsam“ (Fall 1; Z117)
„Wenn es kalt ist funktioniert das Smartphone nicht so gut“ (Fall 1; Z125)
„und dann stürzt die App mittendrinnen ab“ (Fall 11; Z3153)
„und ja weiß nicht, es muss nicht dauernd senden, Strahlendings“ (Fall 5; Z1240)
„und immer dieser Blick gesenkt, also einfach wie die Leute schauen.“ (Fall 4; Z1037)
„es telefonieren mittlerweile sehr viele Leute gleich über die Kopfhörer“ (Fall 4; Z1088)
„die Leute wechseln ihr Handys auch zu schnell aus“ (Fall 11; Z3169)
„und ja das Handy war mein Eintritt in die Welt der Technik.“ (Fall 11; Z3164)
„Wenn man angerufen wird“ (Fall 10; Z2835)
„wo gerade eine SMS angekommen ist“ (Fall 3; Z710)
„Aber wenn es eine Facebook-Nachricht ist“ (Fall 11: Z3076)
„oft wird nachgesehen, wenn diskutiert wird“ (Fall 4; Z1064)
„Schau mal auf Wikipedia nach, komm das sehen wir kurz nach“. (Fall 1; Z196)
„mit Bildern oder so ist es nett für die Unterhaltung“ (Fall 4; Z1068)
„wo man das Foto weiter zeigt, oder die Videos“ (Fall 2; Z504)
„Manchmal vielleicht ein Sportticker oder so etwas.“ (Fall 5; Z1337)
„Spiele miteinander, also Apps die man wirklich gegeneinander spielt“ (Fall 6; Z1639)
218
Oberkategorie
ad Nutzung bei
Unterkategorie
ad Anwendung
Feinkategorie 1
Organisation
face-to-face
Gesprächen
Orientierung
Gesprächsverlauf
Ort des Gerätes
während des F2F
Gespräches
Einfluss und
Beurteilung des
Einsatzes während der
Unterhaltung
Bedeutung &
Stellenwert
Beziehung & Gefühle
Abhängigkeit
Feinkategorie 2
Terminplanung
Reiseplanung
Kontaktaustausch
Uhrzeit
wenn Gespräch stockt
bei Gesprächspausen
Kontrollverhalten / Zwang
Kettenreaktion
bei Langeweile
Gerät wird zum Thema
Tisch
Tasche
Hosentasche
störend/negativ
bereichernd/positiv
situationsabhängig
Etikette
Gefühle
Eigene Reaktion
Positiv
Negativ
Emotionale Bindung
Bezeichnung
Gefühle / Reaktionen bei
Verlust / Vergessen
Statussymbol
Betriebszustand
Geräte-Einstellungen
Erreichbar sein
Up-to-date / Connected
Orientierung
Uhrzeit
Ankerbeispiele
„Termine ausmachen mit Leuten für Übungen treffen“ (Fall 4; Z993)
„sehr hilfreich, wenn man irgendwie eine Route plant oder so“ (Fall 4; Z1075)
„Mit Nummern oder Kontakt austauschen“ (Fall 5; Z1435)
„also wenn man auf die Uhr sieht stört es mich eigentlich nie“ (Fall 6; Z1616)
„sehr hilfreich, wenn man irgendwie eine Route plant“ (Fall 4: Z1075)
„Wenn die Unterhaltung irgendwie einmal ins stocken gerät“ (Fall 7; Z1822)
„einmal still ist […] sich nichts zu sagen hat, dann sieht man auf das Handy.“ (Fall 1; Z190)
„zu einem Zwang geworden, dass jeder ständig auf sein Handy sieht“ (Fall 6; Z1552)
„irgendwer einmal das Handy zückt, dann müssen gleich alle nachsehen“ (Fall 4; Z934)
„wenn man einfach aus Langeweile da irgendwie“ (Fall 9; Z2564)
„die Leute ihre Smartphones vergleichen“ (Fall 12; Z3339)
„ich habe es entweder auf dem Tisch“ (Fall 12; Z3392)
„oder in meiner Tasche“ (Fall 12; Z3392)
„normalerweise habe ich es immer in der rechten Hosentasche.“ (Fall 5; Z1359)
„ständig die Konversation unterbricht, dann nervt es einfach“ (Fall 3; Z726)
„es kann halt auch bereichernd wirken“ (Fall 7; Z1848)
„es kommt halt auf die Situation darauf an“ (Fall 7; Z1898)
„weil es halt auch ein bisschen die Etikette ist“ (Fall 2; Z462)
„da habe ich mich dann zurückgestellt gefühlt“ (Fall 6; Z1583)
„ich packe auch mein Smartphone aus“ (Fall 10; Z2855)
„Positiv, auf jeden Fall, ein positives Gefühl“ (Fall 5; Z1267)
„ich war mit dem Handy nie wirklich sonderlich zufrieden“ (Fall 7; Z1771)
„und es hat mehr eine emotionale Bindung“ (Fall 10; Z2758)
„ein guter Begleiter“ (Fall 5; Z1268)
„da habe ich mich nicht so wohl gefühlt“ (Fall 12; Z3293)
„eben Stichwort Statussymbol schon mehr als früher“ (Fall 3; Z680)
„Also über Nacht lasse ich es nicht laufen“ (Fall 10; Z2633)
„Sagen wir so, erstens einmal habe ich es auf lautlos.“ (Fall 1; Z228)
„und irgendwie nicht erreichbar bist“ (Fall 1; Z133)
„nachsehen und Dinge überprüfen und immer up-to-date sein“ (Fall 4; Z985)
„Sachen nicht vorbereite, wie zum Beispiel: „Wie komme ich da hin?““ (Fall 8: Z2124)
„, also dass ich die Zeit nicht kontrollieren kann“ (Fall 11; Z3033)
„es fällt mir schon auf, dass ich selbst es viel verwende“ (Fall 1; Z183)
„wenn es ein Familienangehöriges ist, dann nehme ich eigentlich immer ab“ (Fall 1; Z237)
„Aber auch sonst, wenn der [Name] nicht im Ausland ist“ (Fall 1; Z33)
Selbstbeobachtung
Kontakt zur Familie
Kontakt zum Partner/in
219
220
Oberkategorie
Sicherheitsaspekte
Unterkategorie
Gefahren- /
Sicherheitsbewusstsein
Schutz des Gerätes
Datensicherheit bei
Apps
Feinkategorie 1
vorhanden
nicht vorhanden
Toleranzgrenzen
Bequemlichkeit
PIN-Code
Bildschirmsperre
Modifiziert
Hardwareschutz
Zugriffsrechte
Anbieter
Feinkategorie 2
Ankerbeispiele
„damit ich den Apps die es nicht brauchen, keine persönlichen Daten gebe“ (Fall 2; Z434)
„ist mir vollkommen egal (.L.).“ (Fall 3; Z599)
„ da Berechtigungen abgefragt werden, die über das Maß hinausgehen“ (Fall 11; Z2998)
„ich mache mir nicht einmal die Mühe so einen Code einzurichten“ (Fall 1; Z324)
„ich habe einen PIN-Code“ (Fall 2; Z432)
„ich halt das Handy immer gesperrt“ (Fall 8; Z2100)
„ja ich habe mein Handy gerooted“ (Fall 2; Z434)
„was ich mir gleich am Anfang gekauft habe ist so eine Schutzhülle“ (Fall 1; Z338)
„meistens ignoriere ich es, was diese für Zugriffsrechte brauchen“ (Fall 6; Z1502)
„weil Apple ja durch die AppStore-Politik eben darauf sieht“ (Fall 10; Z2745)
221
222
D.
Abstract
Mit dem letzten Innovationssprung von den Feature-Phones zu den Smartphones, hat sich
einmal mehr die Anzahl der nutzbaren Kommunikationskanäle erweitert. Um mit unseren
Mitmenschen in Kontakt zu treten steht nicht mehr nur der Telefonanruf und die Kurznachricht
zur Verfügung, sondern auch Emails, die Kommunikation über soziale Netzwerke wie Facebook
oder eine der vielen Messenger Apps und Skype. Der Vorteil der letzten beiden Optionen liegt
vor allem in der Möglichkeit mit Freunden auf der ganzen Welt kostenlos in Kontakt zu treten.
Neben dem erweiterten Kommunikationsbereich sind es insbesondere auch der einfache Zugriff
auf das Internet und die dort gespeicherten Informationen, sowie die Orientierungsfunktionen,
die das Smartphone deutlich von seinem Vorgänger unterscheiden. Vor diesem Hintergrund
stellt die vorliegende Arbeit die Frage, welche Rolle diese neuen Möglichkeiten bei der face-toface Kommunikation spielen. Wie wird das Smartphone während einer Unterhaltung genutzt
und wie wirkt es sich auf die Unterhaltung aus.
Die theoretischen Perspektiven und Ansätze aus denen das Thema dabei betrachtet wird, sind
der Konstruktivismus, der dynamisch-transaktionale Ansatz, die Axiome von Watzlawick und die
Unified Theory of Acceptance and Use of Technology (UTAUT). Es wird also davon
ausgegangen, dass unsere Realität eine gemeinsam geteilte Wirklichkeitskonstruktion ist in der
die Nutzung des Smartphones einerseits eine Nutzenüberlegung eines Individuums darstellt,
andererseits aber auch durch das Medium selbst beeinflusst wird, wobei die UTAUT die
Faktoren beschreibt die zur Intention und in weiterer Folge zur tatsächlichen Nutzung führen.
Die Axiome von Watzlawick ermöglichen die Beschreibung von Kommunikationsabläufen
während eines face-to-face Gesprächs, in dem auch das Verhalten eine Rolle spielt.
Unter Einsatz von qualitativen Interviews, die inhaltsanalytisch ausgewertet wurden, kam die
Untersuchung zum Ergebnis, dass Smartphones auf unterschiedlichste Art und Weise eingesetzt
werden und hauptsächlich im Bereich der präferierten Anwendungen, ähnliche Beurteilungen
bestehen. Diesbezüglich scheinen Kommunikationsanwendungen weit vorne zu liegen.
Grundsätzlich wurde die Einstellung dem Gerät gegenüber als positiv kommuniziert. Auf
Gespräche wirkt sich das Smartphone jedoch sowohl bereichernd, als auch störend aus. Eine
eindeutige Beurteilung gab es in diesem Zusammenhang nicht, da diese Einschätzung
insbesondere von der Situation, in der das Smartphone zum Einsatz kam, abhing.
223
E.
Curriculum Vitae
Mag. Dieter Vogel, Bakk. phil.
Staatsbürgerschaft
Österreich
wohnhaft in
Hard / Wien
Ausbildung
02/2010 – dato
Magisterstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Universität Wien
09/2005 – 11/2012
Magisterstudium Betriebswirtschaftslehre | Mag. rer. soc. oec.
Wirtschaftsuniversität Wien
Spezialisierung I – Entrepreneurship & Innovation
Spezialisierung II – KMU Management
08/2011
Auslandsaufenthalt
University of Helsinki
Intensivkurs – Developing Intercultural Competence
09/2006 – 02/2010
Bachelorstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft | Bakk. phil.
Universität Wien
Schwerpunkt I – Werbung und Marktkommunikation
Schwerpunkt II – Öffentlichkeitsarbeit
Schwerpunkt III – Medien- und Kommunikationsforschung
Sommer 2007
Ausbildung zum Schneesportlehrer Schi und Snowboard
09/1999 – 06/2004
Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt Rankweil
Schwerpunkt – Informatik
09/1995 – 06/1999
Bundesgynmasium Bregenz Blumenstraße
Berufserfahrung
07/2010 – 08/2010
Praktikum im Bereich Marketing und Mobilisierung
Greenpeace CEE, 1100 Wien
Februar 2009/2012
Schilehrer
Schneesportschule Au-Schoppernau, 6883 Au
Februar 2008
Schilehrer
Schneesport-Akademie Ischgl, 6561 Ischgl
Sommer 2005-2008
ehrenamtlicher Helfer
Szene OpenAir, 6890 Lustenau
Sommer 2002/2003
Technisches Praktikum
ALPLA, 6971 Hard
Sommer 2001
Ferialjob
ALPLA, 6971 Hard
Sommer 2000
Technisches Praktikum
Alge Timing, 6890 Lustenau
224
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