Einfluss einer einjährigen Bewegungsintervention für

Einfluss einer einjährigen Bewegungsintervention für
AUS DEM INSTITUT FÜR BEWEGUNGS- UND NEUROWISSENSCHAFT
- ABT. BEWEGUNGS- UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG -
DER DEUTSCHEN SPORTHOCHSCHULE KÖLN
Geschäftsführender Leiter: Univ. Prof. Dr. Sportwiss. Heiko K. Strüder
Einfluss einer einjährigen Bewegungsintervention für
übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche auf
die gewichtsbezogene maximale Sauerstoffaufnahme und
die Leistungsparameter des 6-Minuten-Laufs
von der Deutschen Sporthochschule Köln
zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor der Sportwissenschaften
genehmigte Dissertation
vorgelegt von
Axel Kupfer
aus Mühldorf am Inn (Obb.)
Köln 2010
1. Referent:
Univ.-Prof. Dr. Sportwiss. Heiko K. Strüder
2. Referent:
PD Dr. med. Dr. Sportwiss. Christine Graf
Vorsitzende des Promotionsausschusses:
Univ.-Prof. Dr. phil. Ilse Hartmann-Tews
Rigorosum Trainingslehre:
14.12.2010
Rigorosum Rehabilitation:
20.12.2010
Eidesstattliche Erklärung
Hierdurch versichere ich an Eides statt: Ich habe diese Dissertationsarbeit
selbstständig und nur unter Verwendung der angegebenen Quellen
angefertigt; sie hat noch an keiner anderen Stelle zur Prüfung vorgelegen.
Wörtlich übernommene Textstellen, auch Einzelsätze oder Teile davon, sind
als Zitate kenntlich gemacht.
_______________________
Axel Kupfer
Danksagung
Ich bedanke mich herzlich bei Herrn Univ.-Prof. Dr. Sportwiss. Heiko K.
Strüder für die engagierte Betreuung dieser Arbeit sowie für die konstruktiven
Kritiken und Anregungen.
Mein besonderer Dank gilt Frau Priv. Doz. Dr. med. Dr. Sportwiss. Christine
Graf für die Bereitstellung des Themas sowie für die Unterstützung bei
jeglicher Art von Fragen.
Meinen Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Bewegungs- und
Neurowissenschaft
bin
ich
für
die
gute
Zusammenarbeit
und
die
freundschaftliche Verbundenheit sehr dankbar. Stellvertretend seien hier Dr.
Benjamin Koch, Dr. Helge Knigge, Frau Richter und Herr Krause genannt.
Abbildungsverzeichnis
Inhalt
Seite
Inhalt
I
Abbildungsverzeichnis
III
Tabellenverzeichnis
V
Abkürzungsverzeichnis
VIII
1
Einleitung ……………………………………………………………..............
1
1.1
Ursachen für Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter …
5
1.2
Gesundheitliche Aspekte von Übergewicht und Adipositas im Kindesund Jugendalter .........................................................................................
7
1.3
Erfassung des Bewegungsverhaltens ……………………………...............
10
1.4
Behandlungsmethoden und Präventionsmöglichkeiten …………..............
12
1.4.1
Das CHILT Projekt (Children´s Health InterventionaL Trial) ………………
14
2
Problemstellung ……………………………………………………..............
22
2.1
Erfassung der maximalen Ausdauerleistungsfähigkeit …………………....
22
2.2
Interdisziplinäre
Interventionen
bei
Adipositas
im
Kindes-
und
Jugendalter. …………………………………………………………………….
27
3
Methodik ……………………………………………………………………….
32
3.1
Untersuchungskollektiv ……………………………………….......................
32
3.1.1
CHILT II (StEP TWO) ................................................................................
32
3.1.2
CHILT III ....................................................................................................
33
3.2
Untersuchungsgang …………………………………………………..............
34
3.2.1
Erhebung der anthropometrischen Daten …………………………………..
36
3.2.2
Der 6-Minuten-Lauf …………………………………………………...............
37
3.2.3
Ruhe-EKG .................................................................................................
38
3.2.4
Fahrradergometrische Belastungsuntersuchung ......................................
39
3.2.4.1
Abbruchkriterien …………………………....................................................
40
3.2.5
Spiroergometrische Untersuchung ............................................................
41
3.2.6
Laktatbestimmung .....................................................................................
42
3.3
Statistische Verfahren …………………………………………………………
43
4
Ergebnisse ………………………………………………………...................
48
4.1
Vergleich der Messmethoden ………………………………………………..
49
4.1.1
CHILT II (StEP TWO) ………………….......................................................
49
4.1.2
CHILT III ………………………………………………………………………...
59
4.2
Interventionseffekte ……………………………………………………………
65
I
Abbildungsverzeichnis
4.2.1
Anthropometrische Daten ……………………………………………. ……...
66
4.2.1.1
CHILT II (StEP TWO) ………………………………………………………....
66
4.2.1.2
CHILT III ………………………………………………………………………...
69
4.2.2
Laufleistung des 6-Minuten-Laufs …………………………………………...
73
4.2.2.1
CHILT II (StEP TWO) ………………………………………………………….
73
4.2.2.2
CHILT III ………………………………………………………………………...
74
4.2.3
Spiroergometrische Leistungsdaten …………………………………………
75
4.2.3.1
CHILT II (StEP TWO) ………………………………………………………....
75
4.2.3.2
CHILT III ……….........................................................................................
76
5
Diskussion ……………………………………….........................................
80
5.1
Diskussion der Methoden ……………………………………………………..
80
5.1.1
Ergometrische Verfahren ……………………………………………………..
81
5.1.1.1
Belastungsprogramme ………………………………………………………...
82
5.1.1.2
Laktatbestimmung……………………………………………………..............
84
5.1.2
Sportmotorische Verfahren …………………………………………..............
85
5.2
Diskussion der Intervention …………………………………………………...
89
5.3
Diskussion der Ergebnisse ……………………………………………………
94
5.3.1
Der 6-Minuten-Lauf als Instrument zur Erfassung der kardiopulmonalen
Ausdauerleistungsfähigkeit …………………………………………………...
94
5.3.2
Interventionseffekte ……………………………………….............................
101
6
Zusammenfassung …………………………………………………………..
117
7
Literaturverzeichnis ……………………………………………...................
120
Anhang …………………………………………………………………………
153
Lebenslauf ……………………………………………………………………..
159
Abstract ………………………………………………………………………...
160
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1-3:
Perzentile für den BMI von Jungen im Alter von 0-18 Jahren (KROMEYERHAUSCHILD, 2001, S. 811) ………………………………………………………………
Perzentile für den BMI von Mädchen im Alter von 0-18 Jahren (KROMEYERHAUSCHILD, 2001, S. 811) ………………………………………………………………
Adipositas-assoziierte Begleiterkrankungen (LEHRKE und LÄSSLE, 2002; S. 503) .
Abb. 1-4:
Modifizierte Präventionskaskade der WHO (aus: GRAF, 2007, S. 111)……………..
14
Abb. 1-5:
Stufenkonzept des CHILT-Projekts (eigene Darstellung). ……………………………
16
Abb. 1-6:
Die Kinderernährungspyramide (MANNHARDT, 2003, S. 206). ……………………...
18
Abb. 1-7:
Die Kinderbewegungspyramide (nach GRAF et al., 2005e, S. 152). ... ……………..
19
Abb. 2-1:
Die maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max/kg·min-1) bei Jungen und Mädchen
des 6. bis 18.Lebensjahrs. Es handelt sich um Fahrradergometerbelastungen
(linke Darstellung). Auf der rechten Darstellung ist die absolute maximale
Sauerstoffaufnahme angegeben (nach KLEMT, 1987; aus: HOLLMANN und
STRÜDER, 2009, S. 504). ………………………………………………………………...
23
Abb. 3-1:
Untersuchungsablauf der Belastungsuntersuchung im Labor (eigene Darstellung).
34
Abb. 3-2:
Untersuchungsablauf der sportmotorischen Tests in der schuleigenen Turnhalle
(eigene Darstellung). ……………………………………………………………………..
Aufbauskizze für den 6-Minuten-Lauf um das Volleyballfeld in der Turnhalle
(eigene Darstellung). …............................................................................................
Spiroergometrische Belastungsuntersuchung auf dem Fahrrad-Ergometer.…….....
Abb. 1-1:
Abb. 1-2:
Abb. 3-3:
Abb. 3-4:
Abb. 3-5:
Abb. 3-6:
Abb. 4-1:
Abb. 4-2:
Abb. 4-3:
Abb. 4-4:
Abb. 4-5:
Abb. 4-6:
Abb. 4-7:
Abbruchkriterien bei Belastungsuntersuchungen (modifiziert nach LAWRENZ und
HEBESTREIT in HEBESTREIT et al., 2002). ……………………………………………..
Schematische Darstellung des enzymatisch-amperometrischen Messprinzips
(aus: EPPENDORF, 2000, S. 2-1). ……………………………………………………….
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
maximalen Sauerstoffaufnahme (_O2max) der Interventionsgruppe des
Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum Messzeitpunkt T1. ……………
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
maximalen Sauerstoffaufnahme (_O2max) des Untersuchungskollektivs CHILT II
(StEP TWO) zum Messzeitpunkt T1 der 8- bis 10-jährigen. ………………………….
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
gewichtsspezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (rel_O2max) der
Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Messzeitpunkt T1. ………………………………………………………………………...
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
gewichtsspezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (rel_O2max) der
Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Messzeitpunkt T2. ………………………………………………………………………...
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
Leistung [W] bei einer Laktatkonzentration von 4 mmol/l des
Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum Untersuchungszeitpunkt T1. ..
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
Leistung [W] bei maximale Laktatkonzentration des Untersuchungskollektivs
CHILT II (StEP TWO) zum Untersuchungszeitpunkt T1. ……………………………..
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximalen Leistung [W] des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Untersuchungszeitpunkt T1. ……………………………………………………………..
4
4
8
34
38
39
41
43
51
52
53
54
55
56
57
III
Abbildungsverzeichnis
Abb. 4-8:
Abb. 4-9:
Abb. 4-10:
Abb. 4-11:
Abb. 4-12:
Abb. 4-13:
Abb. 4-14:
Abb. 4-15:
Abb. 4-16:
Abb. 4-17:
Abb. 4-18:
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximaler Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Untersuchungszeitpunkt T1. ……………………………………………………………..
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximaler Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Untersuchungszeitpunkt T2. ……………………………………………………………..
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
gewichtsspezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (rel_O2max) der
Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT III zum Messzeitpunkt
T1. …………………………………………………………….........................................
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
maximalen Leistung der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT
III zum Messzeitpunkt T1. ………………………………………………………………..
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
maximalen Leistung der Interventionsgruppe des Untersuchungs-kollektivs CHILT
III zum Messzeitpunkt T2. ………………………………………………………………..
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
relativen Leistung [W/kg] der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs
CHILT III zum Messzeitpunkt T1. ……………………….............................................
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
relativen Leistung [W/kg] bei einer Laktatkonzentration von 2 mmol/l der
Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT III zum Messzeitpunkt
T1. …………………………………………………………….........................................
Verlauf des BMI-SDS zwischen Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwerte für die Interventionsgruppe (IG) und die Kontrollgruppe
(KG). ………………………………………………………………………………………..
Verlauf des BMI des Untersuchungskollektivs CHILT III zwischen Eingangs- (T1)
und Abschlussuntersuchung (T2). ……………………...............................................
Verlauf des BMI-SDS des Untersuchungskollektivs CHILT III zwischen Eingangs(T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwerte für die
Interventionsgruppe (IG) und die Kontrollgruppe (KG). ………………………………
Interventionseffekt der mittleren Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] der
Interventions- und der Kontrollgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP
TWO). IG = Interventionsgruppe, KG = Kontrollgruppe, ∆-Lauf = Differenz der
Laufleistung zwischen den Testzeitpunkten. …………………………………………..
58
58
61
62
63
64
65
69
72
72
74
IV
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tab. 1-1:
Tab. 2-1:
Tab. 3-1:
Tab. 3-2:
Tab. 4-1:
Tab. 4-2:
Tab. 4-3:
Tab. 4-4:
Tab. 4-5:
Tab. 4-6:
Tab. 4-7:
Tab. 4-8:
Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in
Deutschland und Österreich (nach: KROMEYER-HAUSCHILD, 2004, S.13). ………...
2
Übersicht über gängige Adipositasprogramme für Kinder und Jugendliche in
Deutschland. ………………………………………………………………………….........
28
Mittelwerte ( x ) und Standardabweichung (s) der anthropometrischen Daten der
Probanden aus CHILT II (StEP TWO) unterteilt in Interventionsgruppe (IG),
Kontrollgruppe (KG), Non-Responder (NR) und Gesamtgruppe (GG). ……………..
Mittelwerte ( x ) und Standardabweichung (s) der anthropometrischen Daten der
Probanden aus CHILT III unterteilt in Interventionsgruppe (IG), Kontrollgruppe
(KG), Gruppe der Abbrecher (Abbr.) und Non-Responder (NR).……………………..
Einteilung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) nach Gewichtsklassen zum Messzeitpunkt T1. GG = Gesamtgruppe; IG = Interventionsgruppe;
KG = Kontrollgruppe..……………………………………………………………………...
Einteilung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) nach Gewichtsklassen zum Messzeitpunkt T2. GG = Gesamtgruppe; IG = Interventionsgruppe;
KG = Kontrollgruppe. ……………………………………………………………………...
Korrelation zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und den spiroergometrischen Parametern des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) für die
Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2): maximale Sauerstoffaufnahme
(_O2max), relative maximale Sauerstoffaufnahme (rel_O2max), Ruheherzfrequenz
(HfRuhe), maximale Herzfrequenz (Hfmax), maximale Leistung (Wattmax) und der
relativen Leistung (relWattmax). Dargestellt als Korrelationskoeffizient (r),
Irrtumswahrscheinlichkeit (p) und Anzahl (n). ………………………………………….
Korrelation zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und den spiroergometrischen Parametern des Untersuchungskollektivs CHILT III für die Eingangs- (T1)
und Abschlussuntersuchung (T2): maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max),
relative maximale Sauerstoffaufnahme (rel_O2max), Ruheherzfrequenz (HfRuhe),
maximale Herzfrequenz (Hfmax), maximale Leistung, relativen maximale Leistung,
Leistung bei einer Laktatkonzentration von 2mmol/l, relative Leistung bei einer
Laktatkonzentration von 2mmol/l, Leistung bei einer Laktatkonzentration von
4mmol/l und relative Leistung bei einer Laktatkonzentration von 4mmol/l.
Dargestellt als Korrelationskoeffizient (r), Irrtumswahrscheinlichkeit (p) und Anzahl
(n). …………………………………………………………………………………………..
Alter des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG)
und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
Größe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG)
und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
Gewicht des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG)
und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
BMI des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
33
33
48
48
50
60
66
66
67
67
V
Tabellenverzeichnis
Tab. 4-9:
Tab. 4-10:
Tab. 4-11:
Tab. 4-12:
Tab. 4-13:
Tab. 4-14:
Tab. 4-15:
Tab. 4-16:
Tab. 4-17:
Tab. 4-18:
Tab. 4-19:
Tab. 4-20:
Tab. 4-21:
Tab. 4-22:
Tab. 4-23:
BMI-SDS des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions(IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung
(T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße
(n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie
die Interaktion der Haupteffekte. …………………………………………………………
Verlauf der anthropometrischen Daten (Δ T2-T1) des Untersuchungskollektivs
CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG). Dargestellt
als mittlere Differenz (Δ), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert).
Alter des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
Größe des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
Gewicht des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
BMI des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
BMI-SDS des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
Verlauf der anthropometrischen Daten (Δ T2-T1) des Untersuchungskollektivs
CHILT III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG). Dargestellt als mittlere
Differenz zwischen den Messzeitpunkten (Δ), Standardabweichung (s) und
Signifikanzniveau (p-Wert). ……………………………………………………………….
Laufleistung des 6-Minuten-Laufs des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP
TWO) der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung
(s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und
Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte. ……………………………
Verlauf der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] (∆ T2-T1) des
Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG). Dargestellt als mittlere Differenz (∆), Standardabweichung
(s) und Signifikanzniveau (p-Wert). ……………………………………………………...
Laufleistung des 6-Minuten-Laufs des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventionsgruppe(IG). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s)
und Signifikanzniveau (p-Wert) zu den beiden Messzeitpunkten (T1 und T2). …….
Spiroergometrische Daten des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der
Interventions- (IG) zu den Messzeitpunkten T1 und T2. Dargestellt als Mittelwert
( x ), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert). ……………………...
Maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max) des Untersuchungskollektivs CHILT III
der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung
(s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und
Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte. ……………………………
Relative maximale Sauerstoffaufnahme (relative _O2max) des
Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG)
zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert
( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte. …
Ruheherzfrequenz (HfRuhe) des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung
(s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und
Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte. ……………………………
67
68
70
70
70
71
71
71
73
74
75
76
76
77
77
VI
Tabellenverzeichnis
Tab. 4-24:
Tab. 4-25:
Tab. 4-26:
Tab. 4-27:
Maximale Herzfrequenz (Hfmax) des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung
(s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und
Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte. ……………………………
Maximale Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG)
und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n)
sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die
Interaktion der Haupteffekte. ……………………………………………………………..
Relative maximale Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung
(s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und
Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte. ……………………………
Verlauf der spiroergometrischen Daten (∆ T2-T1) des Untersuchungskollektivs
CHILT III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG). Dargestellt als mittlere
Differenz (∆), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert). ……………
78
78
79
79
VII
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abbildung
AGA
Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter
AID
Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft
allg.
allgemein
BMI
Body Mass Index (Körpermasseindex bzw. Quetelet-Index)
bspw.
beispielsweise
bzgl.
bezüglich
ca.
circa
CHILT
Children´s Health InterventionaL Trial
cm
Zentimeter
CO2
Kohlendioxid
DAEM
Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin
DAG
Deutsche Adipositas Gesellschaft
DGE
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
DGEM
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin
d.h.
das heißt
ECOG
European Childhood Obesity Group
EKG
Elektrokardiogramm
et al.
et altera (und andere)
GG
Gesamtgruppe
H
Wasserstoff
Hf
Herzfrequenz
H2O2
Wasserstoffperoxid
VIII
Abkürzungsverzeichnis
IG
Interventionsgruppe
inkl.
inklusive
IOTF
International Obesity Task Force
k. A.
keine Angabe
KiGGS
Kinder- und Jugendgesundheitssurvey
kg
Kilogramm
KG
Kontrollgruppe
KGAS
Konsensusgruppe Adipositas im Kindes- und Jugendalter
KOPS
Kieler Adipositas-Präventionsstudie
l
Liter
LÖGD
Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
J.
Jahre
m
Meter
Max.
Maximum
Min.
Minimum
min
Minute
ml
Milliliter
mmHg
Millimeter Quecksilbersäule
ms
Millisekunden
mV
Millivolt
MW
Mittelwert ( x )
N
Stichprobe
n
Teilstichprobe
NRW
Nordrhein-Westfalen
n. s.
nicht signifikant
O2
Sauerstoff
IX
Abkürzungsverzeichnis
o. g.
oben genannten
p
Irrtumswahrscheinlichkeit (bzw. Signifikanz)
r
Korrelationskoeffizient
rel_O2max
maximale Sauerstoffaufnahme in Relation zum Körpergewicht
RKI
Robert-Koch-Institut
s
Standardabweichung
s2
Varianz einer Stichprobe
s.
siehe
S.
Seite
SDS
Standard Deviation Score
StEP TWO
Sport, Ernährung, Prävention (Anschlussprogramm an CHILT I)
T1
Untersuchungszeitpunkt der Eingangsuntersuchung
T2
Untersuchungszeitpunkt der Abschlussuntersuchung
Tab.
Tabelle
u. a.
unter anderen
U/min
Umdrehungen pro Minute
usw.
und so weiter
vgl.
vergleiche
_O2max
maximale Sauerstoffaufnahme
WHO
World Health Organisation
WIAD
Wissenschaftliches Institut der Ärzte Deutschlands
z. B.
zum Beispiel
X
Einleitung
1
Einleitung
Adipositas wird heutzutage nicht mehr als phänotypische Variante des
Körperbaus in Form übermäßigen Körpergewichts definiert, sondern als
chronische Erkrankung. In den USA ist sie bereits die zweithäufigste
Todesursache nach dem Rauchen (MOKDAD et al., 2004).
Ein Anstieg zeigt sich vor allem im Kindes- und Jugendalter. Die Zahl
übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher ist sowohl in den
westlichen Industrienationen, als auch in Schwellenländern erheblich
angestiegen
und
das
Übergewicht
damit
zu
einem
bedeutenden
gesundheitlichen Risikofaktor angewachsen (AGA, 2004; HEDLEY et al.,
2004). Die Prävalenz der Adipositas im Kindes- und Jugendalter hat sich in
den letzten 15 Jahren verdoppelt bzw. verdreifacht. Sie ist damit ebenso als
eine weltweite Epidemie zu betrachten wie bei Erwachsenen (DIETZ, 2004).
Laut KiGGS-Studie sind 15 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei
bis 17 Jahren übergewichtig und 6,3 % adipös (KURTH und SCHAFFRATHROSARIO, 2007).
Die negativen Konsequenzen der kindlichen Adipositas als eine chronische
Erkrankung sind mehrfach belegt (HUBERT et al., 1983; McGILL et al., 2002).
Sowohl Haltungsschwächen und Gelenkprobleme, als auch die Prävalenz für
Bluthochdruck und Diabetes Mellitus (Typ 2) steigen stetig an (SINHA et al.,
2002).
Eine Übersicht zur Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas im Kindesund Jugendalter, die in verschiedenen Studien in Deutschland und
Österreich erhoben worden sind, ist in Tabelle 1-1 dargestellt.
1
Einleitung
Tab. 1-1: Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in
Deutschland und Österreich (nach: KROMEYER-HAUSCHILD, 2004, S.13)
Jungen
Alter
Ort
Untersu-
[Jahren]
5–6
Brandenburg
Über-
Mädchen
Adipoa
sitas
b
Übergewicht
Adipoa
chungs-
gewicht
sitas
jahr
[%]
[%]
[%]
[%]
1999
12,2
5,8
11,4
4,9
5–6
NRW
2002
10,8
4,9
11,3
4,6
3–6
Österreich
2000/2001
10,0
6,0
10,0
3,0
1998/1999
11,0
5,0
10,0
4,0
1999
14,6
5,9
16,8
7,9
2000/2001
13,0
11,0
6,0
4,0
7 – 10
Niederösterreich
Branden-
16
burg
15 – 18
Österreich
Quelle
b
BÖHM et
al., 2002
LÖGD,
2003
ELMADFA
et al., 2003
ELMADFA
et al., 2003
BÖHM, et
al., 2002
ELMADFA
et al., 2003
a
BMI > P90.
b
BMI > P97.
(Referenz: BMI-Perzentile für deutsche Kinder nach KROMEYER-HAUSCHILD et al., 2001)
Bei
50%
der
Betroffenen
liegt
mindestens eine adipositasbedingte
Begleiterkrankung vor (WABITSCH, 2004a). WHITAKER et al. (1997) können
zeigen, dass mit zunehmendem Alter Übergewicht und Adipositas häufig
fließend ins Erwachsenenalter übergehen. Nicht selten werden aus
übergewichtigen
bzw.
adipösen
Kindern
und
Jugendlichen
adipöse,
multimorbide Erwachsene. Etwa ein Drittel aller adipösen Vorschulkinder ist
auch im Erwachsenalter adipös. Bei Schulkindern liegt dieser Anteil mit etwa
50% sogar deutlich höher (WIRTH, 2003; ZWIAUER, 1998).
Im Gegensatz zu Übergewicht wird Adipositas als ein pathologisch erhöhter
Körperfettanteil der Gesamtkörpermasse charakterisiert. Aufwändige und
kostenintensive Verfahren wie Densitometrie, Computer-Tomographie oder
Ultraschall zur Bestimmung des prozentualen Fettanteils geben Aufschluss
über diesen Parameter. Durchgesetzt hat sich jedoch der einfach zu
2
Einleitung
bestimmende Gewicht-Längen-Index oder auch Body-Mass-Index (BMI)
(KROMEYER-HAUSCHILD, 2004; WIRTH, 2003).
Der BMI wird bestimmt als das Verhältnis zwischen Körpergewicht und
-größe zum Quadrat:
BMI =
Körpergewi cht[kg]
Körpergröße[m] * Körpergröße[m]
Während für das Erwachsenenalter feste Grenzwerte zur Definition von
Übergewicht (≥ 25 kg/m2) und Adipositas (≥ 30 kg/m2) von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen werden (WHO Report 1995
und 1998), wird aufgrund der sich noch verändernden Körperproportionen
und des Fettanteils im Kindes- und Jugendalter der BMI in alters- und
geschlechtsspezifischen Perzentilen1 ausgedrückt (KROMEYER-HAUSCHILD,
2004).
Solche geschlechtsspezifischen Altersperzentilen existieren in verschiedenen
Ländern
(BÖHM,
2001).
In
Deutschland
wird
die
Einteilung
der
Gewichtsklassen im Kindes- und Jugendalter nach den Empfehlungen der
Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter vorgenommen
(AGA, 2004). Diese Einteilung beruht auf der von KROMEYER-HAUSCHILD et
al. (2001) durchgeführten Meta-Analysen. Übergewicht wird demnach mit
einem BMI zwischen dem 90. und dem 97. Perzentil ausgedrückt, während
Adipositas bei einem BMI größer des 97. Perzentils definiert wird (s. Abb. 1-1
und 1-2). Diese genannten Perzentile gehen im Erwachsenenalter
kontinuierlich in die risikorelevanten Grenzwerte des BMI (≥ 25 bzw. ≥ 30
kg/m2) über. Die Einteilung entspricht ebenfalls der Empfehlung einer
Expertengruppe der IOTF zur Definition von Übergewicht und Adipositas im
Kindes- und Jugendalter (KROMEYER-HAUSCHILD, 2004).
1
In Deutschland wird von der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter
(AGA) die Benutzung einheitlicher BMI-Perzentile (KROMEYER-HAUSCHILD, 2001), welche
den Alterszeitraum von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr umfassen, empfohlen. Diese
basieren auf Querschnittsdaten von 17147 Jungen und 17275 Mädchen aus 17
Untersuchungen in verschiedenen Regionen Deutschlands und spiegeln die BMI-Verteilung
nach 1985 wider. Die Perzentilberechnung erfolgte mittels der LMS-Methode nach COLE
(1990) (KROMEYER-HAUSCHILD, 2004).
3
Einleitung
Abb. 1-1: Perzentile für den BMI von Jungen im Alter von 0-18 Jahren (KROMEYERHAUSCHILD, 2001, S. 811).
Abb. 1-2: Perzentile für den BMI von Mädchen im Alter von 0-18 Jahren (KROMEYERHAUSCHILD, 2001, S. 811).
4
Einleitung
1.1
Ursachen für Übergewicht und Adipositas im Kindes- und
Jugendalter
Übergewicht gilt als multifaktorielle Erkrankung, bei der neben einer
genetischen Disposition und soziodemographischen Faktoren vor allem
Fehlernährung und Bewegungsmangel die entscheidenden Rollen spielen
(MAFFEIS, 2000).
Prinzip der positiven Energiebilanz
Eine
Ursache
für
Übergewicht
und
Adipositas
ist
die
höhere
Energieaufnahme im Vergleich zum Energieverbrauch über einen längeren
Zeitraum. Das Ausmaß dieser ungleichen Energiebilanz wird durch die
bereits oben genannte genetische Disposition, die Umwelt und das familiäre
Umfeld, sowie das Freizeit- und Ernährungsverhalten beeinflusst (LAWRENZ,
2005; FUßGÄNGER, 1998).
Für Erwachsene lässt sich der Energieverbrauch über den Ruheumsatz, den
thermischen Effekt der Nahrung und die körperliche Aktivität erklären. Für
Kinder und Jugendliche kommt der Wachstumsfaktor hinzu, für den
zusätzlich Energie benötigt wird. Dennoch reicht bereits eine tägliche nur
geringfügig positive Energiebilanz aus, um Übergewicht entstehen zu lassen
(WABITSCH et al., 2005).
Genetische Aspekte
Nach MAFFEIS (2000) besteht zu 50 – 60% die genetisch bedingte
Möglichkeit, adipös zu werden. STUNKARD et al. (1986) fanden in einer
Adoptionsstudie einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem BMI bei
den erwachsenen Kindern und dem der biologischen Eltern, nicht jedoch zu
dem der Adoptiveltern. Dabei war die Korrelation zur biologischen Mutter
enger als die zum biologischen Vater. Waren beide Elternteile adipös,
entwickelten 80% der Kinder ebenfalls eine Adipositas. Waren die Eltern
normalgewichtig, wurden nur 14% der Nachkommen adipös.
5
Einleitung
In einer Untersuchung von STUNKARD et al. (1990) konnte eine hohe
Übereinstimmung im BMI eineiiger Zwillinge gezeigt werden. Eineiige
Zwillinge, die getrennt von einander aufwuchsen, wiesen hier eine IntrapaarKorrelation von r = 0,70 auf. Zweieiige Zwillingspaare dagegen, die ebenfalls
getrennt voneinander aufgewachsen sind, zeigten in der IntrapaarKorrelation einen Korrelationskoeffizienten von r = 0.14.
Unterschiede im Energiestoffwechsel können also genetisch bedingt sein.
ROBERTS et al. (1988) fanden Hinweise, dass adipöse Kinder und
Jugendliche bereits im Säuglingsalter einen geringeren Energieumsatz
aufweisen. Da sich aber die Gene in den letzten Jahren nicht verändert
haben, kann das zunehmende Problem der ansteigenden Adipositas im
Kindes- und Jugendalter damit nicht erklärt werden (LAWRENZ, 2005).
Bewegungsmangel
Für die Entstehung von Übergewicht und Adpositas scheint heute neben der
genetischen Disposition vor allem die Abnahme der körperlichen Aktivität und
weniger eine erhöhte Kalorienzufuhr verantwortlich zu sein (DIETZ und
BELIZZI, 1999; GORTMAKER et al., 1990; STUNKARD et al., 1986). Diese
Beobachtung trifft insbesondere für Kinder zu, da weniger Bewegungsräume
zur Verfügung stehen und die tatsächliche Bewegungszeit der Kinder
abnimmt (KLEINE, 2003; BÖS, 1999). GORTMAKER et al. (1996) konnten
zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die fünf Stunden pro Tag fernsehen,
ungefähr fünfmal häufiger adipös werden als Kinder, die nur zwei Stunden
pro Tag fernsehen. Das Risiko, übergewichtig bzw. adipös zu werden, steigt
also mit erhöhtem Fernsehkonsum. Dies unterstreicht den Einfluss von
Bewegungsmangel in Bezug zum Auftreten von Adipositas im Kindes- und
Jugendalter.
Laut AHA (2004) und HOLLMANN und STRÜDER (2009) ist der in den
Industrienationen bereits epidemiologisch verbreitete Bewegungsmangel
gerade bei Kindern der entscheidende Risikofaktor für die Entstehung von
Übergewicht und Adipositas. Im Zusammenhang mit den kardiovaskulären
Risikofaktoren
wie
Nikotinabusus,
arterielle
Hypertonie,
Hyperlipo6
Einleitung
proteinämie,
Diabetes
mellitus
tragen
Übergewicht
und
Adipositas
entscheidend zur Entstehung des metabolischen Syndroms2 bei. Das
metabolische Syndrom und die daraus entstehenden arteriosklerotischen
Erkrankungen finden sich nicht erst im Erwachsenen-, sondern bereits im
Kindesalter wieder (ZIESKE et al. 2002; BERENSON et al., 1992).
1.2
Gesundheitliche Aspekte von Übergewicht und Adipositas im
Kindes- und Jugendalteralter
Im Gegensatz zum Erwachsenenalter kann eine Adipositas im Kindes- und
Jugendalter nicht nach Morbiditätskriterien diagnostiziert werden (WIRTH,
2003). Obwohl bereits bei Kindern und Jugendlichen die medizinischen
Begleiterkrankungen (Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und orthopädische
Erkrankungen) nachgewiesen werden können, leiden sie vorwiegend unter
den psychosozialen Folgen, wie beispielsweise Hänseleien durch Mitschüler
(DIETZ und GORTMAKER, 1985; ZWIAUER, 1998). Isoliert von ihrer Umwelt,
insbesondere während des Schulsports, verlieren sie ihr Interesse an
körperlicher Aktivität, was zu starken Reduktion des Selbstbewusstseins
führt. SCHWIMMER et al. (2003) belegen, dass die Lebensqualität von
adipösen Kindern und Jugendlichen signifikant niedriger ist als die von
normalgewichtigen Altersgenossen. Ausgrenzung und soziale Isolation als
Folge führen häufig zur Suche nach Trost im Essen, womit ein Teufelskreis
in Gang gesetzt wird (WOWERIES, 2004; LAWRENZ, 2005).
Im Rahmen der „Bogalusa Heart Study“ wurde das Risiko für die Entwicklung
von adipositas-assoziierten somatischen Erkrankungen ermittelt (FREEDMAN
et
al.,
1999).
Demnach
ist
die
Möglichkeit
einer
pathologischen
Blutdruckerhöhung bei adipösen Kindern im Vergleich zu normalgewichtigen
um das 4,5-fache höher. Das Risiko für einen erhöhten LDL-Cholesterinwert
steigt um das 3-fache, das für eine Insulinresistenz sogar um das 12,5-fache.
2
Unter dem metabolischen Syndrom versteht man das häufige gemeinsame Auftreten der
Risikofaktoren Fettstoffwechselstörung mit Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2
(ROST, 1995).
7
Einleitung
Der Verlauf der persistierenden kindlichen Adipositas wird so weitgehend
durch die späteren Begleiterkrankungen mit charakterisiert. Somit können die
adipositas-assoziierten Erkrankungen aus der Erwachsenenmedizin auch
Folgeerkrankungen kindlichen Übergewichts sein. WABITSCH und KUNTZE
(2001) sprechen bei diesem zu erwartenden Erkrankungsrisiko von einer
„späten
Morbidität“.
Die
bedeutsamen
adipositas-assoziierten
Begleiterkrankungen im Erwachsenenalter sind nachfolgend (s. Abb. 1-3) in
einer Zusammenstellung von LEHRKE und LAESSLE (2002) dargestellt:
Adipositas-assoziierte Begleiterkrankungen
In Abhängigkeit vom Ausmaß der Adipositas besteht ein erhöhtes Risiko für
folgende Begleiterkrankungen:
ƒ
Arterielle Hypertonie
ƒ
Diabetes Mellitus Typ 2
ƒ
Hyperlipidämie
ƒ
Metabolisches Syndrom
ƒ
Herzinfarkt
ƒ
Herzinsuffizienz
ƒ
Schlaganfall
ƒ
Gicht
ƒ
Gallenblasenerkrankungen
ƒ
Katarakte
ƒ
Primäre Lungenembolien
ƒ
Krebserkrankungen
ƒ
Schwangerschaftskomplikationen
ƒ
Schlafapnoe-Syndrom
ƒ
Orthopädische Komplikationen
(vor allem Knie- und Rückenbeschwerden)
ƒ
Erhöhtes Mortalitätsrisiko
Abb. 1-3: Adipositas-assoziierte Begleiterkrankungen (LEHRKE und LÄSSLE, 2002;
S. 503).
Die erhöhte Morbidität und Mortalität der o. g. Krankheiten haben
bedenkliche Ausmaße angenommen, und es entstehen durch sie enorme
Kosten für das Gesundheitssystem (STACHOW et al., 2003).
8
Einleitung
Umso schwerwiegender wirkt sich der nahezu epidemisch verbreitete
Bewegungsmangel
gesundheitlichen
momentan
bei
und
diskutiert,
Kindern
auch
die
aus
et
(KAVEY
al.,
sozioökonomischen
insbesondere
angesichts
der
2003).
Folgen
Die
werden
steigenden
Zahl
übergewichtiger und adipöser Kinder (GRAF et al., 2005a).
Nimmt man die positiven Aspekte, die körperliche Aktivität auslösen kann, in
den Blick, dann wird die besondere Bedeutung von Bewegung bzw. von
Bewegungsmangel
deutlich.
Auswirkungen
den
auf
Bereits
Stoffwechsel
gut
belegt
und
das
sind
die
positiven
Herz-Kreislaufsystem.
Zunehmend zeigen sich aber auch positive Effekte auf das Immunsystem
und auf psychosoziale Verhaltensmuster (BLAIR et al., 1996; DORDEL und
BREITHECKER, 2003). MICHAUD et al. (1999) und RÖTHLISBERGER und
SEILER (1999) weisen neben einer gesteigerten Lebensqualität zusätzlich
auf ein positives Selbstkonzept hin, das besonders in der Entwicklung der
kindlichen Gesamtpersönlichkeit zu einer gesunden Lebensführung beitragen
kann. Zusätzlich ergibt sich eine nachweisliche Verbesserung der kognitiven
Fähigkeiten sowie der schulischen Leistungen durch vermehrte körperliche
Aktivitäten (ETNIER et al., 1997; SALLIS et al., 1999; SHEPARD, 1997; GRAF
et al.; 2003). Körperliche Bewegung und Sport bilden die notwendige
Grundlage für eine gesunde körperliche, kognitive und psychosoziale
Entwicklung von Kindern (DORDEL, 2000; TORTELERO et al., 2000). Die so
erworbenen
motorischen
Fähigkeiten
sollen
die
Grundlage
für
ein
lebenslanges Sportreiben sein.
Demnach ist die Bewegungstherapie wesentlicher Bestandteil eines jeden
Adipositasprogamms.
Nach
REINHER
(2005)
ist
ein
„ideales“
Sportprogramm, bestehend aus einem aeroben Ausdauertraining kombiniert
mit einem Krafttraining für den Muskel- und Halteapparat nicht von
langfristigem Erfolg geprägt, da es zeitlich limitiert ist. Dennoch bietet ein
speziell an den Bedürfnissen übergewichtiger und adipöser Kinder und
Jugendlicher ausgerichtetes Sportprogramm weitere Vorteile. Neben der
Entwicklung eines neuen Körpergefühls kann über gruppendynamische
Prozesse das Selbstwertgefühl gesteigert werden, so dass die Übertragung
9
Einleitung
von Bewegung auch in den Alltag erzielt wird. Die grundsätzliche Steigerung
der Bewegung im Alltag bei gleichzeitiger Senkung des Fernsehkonsums auf
weniger als zwei Stunden pro Tag ist effektiver als eine zeitlich limitierte
Sporttherapie (REINHER, 2005). Die Bewegungsangebote im CHILT-Projekt
der vorliegenden Untersuchung sind deshalb vielseitig und an der Schulung
und Verbesserung der motorischen Hauptbeanspruchungsformen orientiert.
Ein besonderes aerobes Ausdauertraining findet nicht statt. Vielmehr wird
versucht über die Vermittlung der Freude an der Bewegung dem Ideal von
REINHER (2005) zu folgen, um den Alltag „bewegter“ zu gestalten und das
Sporttreiben bzw. die körperliche Aktivität zu einem lebenslangen „Begleiter“
werden zu lassen.
1.3
Erfassung des Bewegungsverhaltens
Die Erfassung und auch die Beurteilung der tatsächlichen Bewegungszeit
bzw. von Bewegungsmangel bleibt aufgrund fehlender valider methodischer
Testverfahren schwierig (KRETSCHMER, 2000). Mehr noch als bei
Erwachsenen (MELANSON und FREEDSON, 1996) ist eine präzise Erfassung
der körperlichen Aktivität bei Kindern aufgrund ihrer komplexen und
multidimensionalen Bewegungsmuster schwierig (GORAN, 1998; WELK et
al., 2000; KOHL et al., 2000; SIRARD und PATE, 2001). Bislang existiert
keine
Methode
zur
Bewegungsverhaltens,
Erfassung
des
die
als
man
Energieumsatzes
optimal
und
bezeichnen
des
könnte
(LIVINGSTONE et al., 2003). Deshalb werden neben Interviews und
Beobachtungen, Herzfrequenzmessungen und Schrittzählern motorische
Testverfahren als indirekte Merkmale eingesetzt (ROWLANDS et al., 2000).
Der
gängigste
Einzelparameter
zur
Bestimmung
der
körperlichen
Leistungsfähigkeit einer Person ist die maximale Sauerstoffaufnahme
(_O2max) (HEBESTREIT, 2005). Sie stellt laut HOLLMANN und STRÜDER
(2009) das Bruttokriterium der maximalen Sauerstoffaufnahme dar. Der
Zusammenhang zwischen der Ausdauerleistungsfähigkeit einer Person und
der Größe der Sauerstoffmenge, die dem Organismus pro Zeiteinheit
zugeführt werden kann, bildet die Grundlage der Bestimmung der maximalen
10
Einleitung
Sauerstoffaufnahme pro Zeiteinheit bei einer körperlichen Ausbelastung und
kann damit als objektives Kriterium der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit
verwendet werden (HOLLMANN und STRÜDER, 2009).
Möglichkeiten zur Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit sind
motorische Testverfahren (ROWLAND, 2005). Hier steht der einfache 6Minuten-Lauf
zur
Überprüfung
der
kardiopulmonalen
Ausdauer
der
aufwendigen und kostenintensiven Fahrrad-Spiroergometrie gegenüber
(BECK und BÖS, 1995). Der in der Praxis als Feldtest genutzte 6-MinutenLauf zur Darstellung der Ausdauerleistungsfähigkeit ist allerdings aufgrund
seines nur mittleren Zusammenhangs in Bezug auf die spiroergometrisch
gemessene maximale Sauerstoffaufnahme umstritten (FAUDE et al., 2004).
Vergleicht man die fahrradergometrische Belastung mit der Beanspruchung
auf dem Laufband, so wird häufig das Fahrrad fahren als die weniger
„natürliche“ Bewegungsform eingeschätzt. Nach ROST und HOLLMANN
(1982) ist dies jedoch nicht als Nachteil zu betrachten, da das Laufen in der
heutigen Industriegesellschaft ebenso nicht mehr zu den Alltagsbelastungen
gehört wie das Fahrrad fahren. Nicht selten führt gerade das Laufen auf dem
Laufband zu einer unökonomischen Lauftechnik, die in der Folge zu Stürzen
und
Verletzungen
führen
kann.
Dies
ist
insbesondere
bei
der
übergewichtigen und adipösen Untersuchungsgruppe in der vorliegenden
Studie zu bedenken, da die Probanden aufgrund ihrer überdurchschnittlichen
Körpermasse und ihrer daraus resultierenden geringeren motorischen
Leistungsfähigkeit einem erhöhten Sturzpotential auf dem Laufband
ausgesetzt sind (vgl. LAWRENZ und HEBESTREIT, 2002). Des Weiteren
muss die im Vergleich zur Fahrradergometrie erhöhte Belastung der Gelenke
in den unteren Extremitäten berücksichtigt werden, die zu einem frühzeitigen
Abbruch
und
damit
nicht
zur
gewünschten
Ausbelastung
der
Belastungsuntersuchung führen kann (FÖRSTER, 2005).
Zur Erfassung der maximalen Ausdauerleistungsfähigkeit als Parameter für
die Konsequenzen des adipositasbedingten Bewegungsmangels wird in
dieser
Untersuchung
auf
die
Bestimmung
der
maximalen
11
Einleitung
Sauerstoffaufnahme (bzw. die relative, auf das Körpergewicht bezogene,
maximale Sauerstoffaufnahme) zurückgegriffen. Obwohl Einigkeit über die
zunehmende Bedeutung von Schwellenkonzepten besteht, die ein nahezu
exaktes Maß zur Beurteilung der aeroben Leistungsfähigkeit darstellen (vgl.
HECK, 1990a), wird an der Erfassung der maximalen Sauerstoffaufnahme
festgehalten, da immer noch vergleichsweise wenige Untersuchungen mit
gleichzeitiger Laktatbestimmung vorliegen (CONZELMANN, 1994).
Dennoch ist der 6-Minuten-Lauf gerade in der Schule bei großen
Teilnehmerzahlen das geeignete Testverfahren, um eine erste Einschätzung
der aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit der Schüler zu erfassen. FAUDE et
al. (2004) empfehlen den 6-Minuten-Lauf als adäquates Testverfahren zur
Überprüfung
der
kardiopulmonalen
Ausdauerleistungsfähigkeit
bei
Schulkindern.
1.4
Behandlungsmethoden und Präventionsmöglichkeiten
Ein allgemeingültiges Konzept zur optimalen Therapie für übergewichtige
und adipöse Kinder und Jugendliche fehlt bis heute (GRAF et al., 2005a). Am
erfolgreichsten sind interdisziplinär arbeitende Modelle (DANIELZIK et al.,
2005; GRAF, 2003 und 2005a; KORSTEN-RECK, 1997 und 2005; PETERSEN,
1999 und 2005; REINHER et al., 2003a; REINHER, 2005), die sich sowohl auf
die Bereiche der Ernährung und Bewegung, als auch auf das Verhalten der
Kinder und deren Eltern beziehen (AGA, 2004).
Die eingangs bereits beschriebenen Folgeerkrankungen kindlicher Adipositas
fordern dringend Gegenmaßnahmen, um die gesundheitlichen Risiken und
Folgen zu reduzieren (WABITSCH, 2004b).
Die WHO (1986) beschreibt in der Ottawa Charta die Gesundheitsförderung
als einen Prozess, der Individuen und Gruppen befähigt, ihre Kontrolle über
die Determinanten (=Umweltbedingungen) der Gesundheit zu erhöhen und
dadurch ihre Gesundheit zu verbessern. Gesundheitsförderung zielt also auf
12
Einleitung
personale und soziale Reserven und nicht auf Risiken und spezifische
Krankheiten. Dagegen wird die Reduktion von Risikofaktoren, die zur
Entstehung von Krankheiten beitragen, in diesem Fall die Entstehung des
juvenilen Übergewichts und der Adipositas, über Präventionsmaßnahmen
angestrebt. Nach WALTER und SCHARTZ (2003) unterteilt man Maßnahmen
der Prävention in
ƒ
Primär-,
ƒ
Sekundär- und
ƒ
Tertiärprävention.
Die Primärprävention beschreibt die Vermeidung exogener Schädigungen
(Exposition) oder die Verhinderung eines personengebundenen Risikos
(Disposition, verhaltenorientiert Risikofaktoren). Sekundärprävention ist
bemüht das Fortschreiten eines Krankheitsfrühstadiums durch Früherkennung und rechtzeitiger Behandlung sowie den Wiedereintritt einer
Krankheit zu verhindern. In Abgrenzung zu Primär- und Sekundärprävention
will die Tertiärprävention Folgeschäden, wie Defekte und Behinderungen,
einer eingetretenen Erkrankung vermeiden oder abmildern (WALTER und
SCHWARTZ, 2003).
In Anlehnung an die oben beschriebenen Begriffe der primären, sekundären
und tertiären Prävention werden hier folgende Aspekte unter dem etwas
breiteren Public Health Ansatz unterschieden (s. Abb. 1-4):
ƒ
universelle oder allgemeine Prävention
ƒ
selektive Prävention und
ƒ
gezielte oder indizierte Prävention
13
Einleitung
Abb. 1-4: Modifizierte Präventionskaskade der WHO (aus: GRAF und DORDEL, 2007, S. 111)
Die universelle Prävention versucht eine möglichst große Personengruppe
der Bevölkerung zu erreichen, während die selektive Prävention sich der
Erfassung und Betreuung so genannter Risikogruppen widmet. Die gezielten
oder indizierten Präventionsmaßnahmen befassen sich mit therapeutischen
Konzepten, die die bereits vorhandenen Krankheiten und mögliche
Begleiterkrankungen mindern (GRAF und DORDEL, 2007).
Präventionsangebote können sich direkt auf das Individuum beziehen oder
auf
der
Ebene
der
Verhaltensprävention
ablaufen.
Potenzielle
Risikofaktoren im persönlichen Lebensstil sollen so beeinflusst werden. Im
Gegensatz hierzu wird bei der Verhältnisprävention das persönliche und
berufliche, aber auch das strukturelle Umfeld einbezogen. Für das Kinderund Jugendalter betrifft das vor allem die familiäre Umgebung, sowie
Kindergärten, Schulen und Vereine (WALTER und SCHWARTZ, 2003; GRAF
und DORDEL, 2007).
1.4.1 Das CHILT Projekt (Children´s Health InterventionaL Trial)
Das CHILT (Children´s Health InterventionaL Trial) Projekt basiert auf einem
stufenförmig aufgebautem interdisziplinären Konzept (s. Abb. 1-5). Das
14
Einleitung
Programm vermittelt zunächst primärpräventive Inhalte an Grundschulen
durch die Lehrerinnen und Lehrer (CHILT I). Daran anschließend werden in
der zweiten Stufe (CHILT II oder StEP TWO3) übergewichtige und adipöse
Kinder an den Grundschulen direkt betreut. Die intensive Therapie von
adipösen Kindern wird an der Deutschen Sporthochschule Köln als dritte
Stufe (CHILT III) durchgeführt (GRAF, 2003). Nach BÖHLER et al. (2005)
weisen
Erfolg
versprechende
Patienten-schulungsprogramme
eine
Kombination aus den folgenden fünf Modulen auf:
1. Ernährung (Wissensvermittlung, Beratung und praktische Übungen
zur Ernährungsumstellung für Eltern und Kinder),
2. Bewegung (Verhaltensänderungen für vermehrte Bewegung im Alltag
und zusätzliche Trainingseinheiten unter erhöhtem Personalaufwand,
die alleine nicht ausreichend wären),
3. Verhaltenstherapeutische Elemente (zur Rückfallverhütung),
4. Medizin (Definition und Folgen der Adipositas, Ursachen und
Interventionsmöglichkeiten),
5. Einbindung der Eltern (Programme ohne Einbeziehung der Eltern
haben keinen Erfolg).
3
StEP TWO (Sport, Ernährung, Prävention)
15
Einleitung
2001
CHILT I
Primärprävention an
12 Grundschulen
2003
CHILT II (StEP TWO)
Intensivprävention an
3 Grundschulen
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Gesundheitsunterricht 1x / Woche
tägliche aktive Pause
tägliche Bewegungspause
Stundenbilder für Sportunterricht
ƒ
ƒ
BMI ≥ 90.Perzentile
intensivere Betreuung und
spezifische Förderung
2x / Woche Sport und Ernährung
Familien- und Elternangebote
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
2003
CHILT III
Therapie an der
DSHS
ƒ
ƒ
ƒ
BMI ≥ 97. Perzentile
intensive Schulungsmaßnahmen
für Kinder und Eltern (Ernährung
/ Psychologie, med.
Hintergründe)
bei Bedarf Einzelberatung
2x / Woche Sport
1x / Woche Theorie
Abb. 1-5: Stufenkonzept des CHILT-Projekts (eigene Darstellung).
Die
oben
genannten
multimodalen
Aspekte
ambulanter
Adipositas
Präventions- und Therapieprogramme bei Kindern und Jugendlichen werden
innerhalb dieser Studie durch die Anlehnung der Inhalte an die Leitlinien zur
Diagnostik, Therapie und Prävention der kindlichen Adipositas der
Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (vgl. AGA, 2004)
erfüllt.
16
Einleitung
CHILT I
Das Programm startete zu Schuljahresbeginn 2001/2002 (Zwischenuntersuchung im Juni/Juli 2003) und führte zur Abschlussuntersuchung im
Frühjahr/Sommer 2004.
Als erste Stufe stellt CHILT I4 die primärpräventive Intervention an 12 Kölner
Grundschulen
dar.
Die
Intervention
umfasst
einen
wöchentlichen
Gesundheitsunterricht, eine tägliche aktive Pause auf dem Schulhof sowie
mehrere Bewegungspausen im Unterricht. Anhand von speziell erarbeiteten
Stundenbildern wurden Bewegungspausen im Klassenzimmer, auf dem
Schulhof oder im Sportunterricht durchgeführt. Ihre Grundlagen sind in zwei
Ordnern mit Unterrichtsmaterialien dargestellt, die dem Kölner Kinder Projekt
(GRAF et al., 2002) entstammen. Die beiden Ordner beinhalten die Bereiche
„Gesundheitsunterricht und Bewegungsförderung“ mit den Themen: „Mein
Körper“, „Grundlagen der Ernährung“, „Rezepte“, „Wir bleiben gesund – die
Körperabwehr“, „Hygiene“, „psychosoziale Aspekte“, „spezielle Aspekte zu
aktiver Freizeitgestaltung“ und „Umgang mit Werbung“ sowie „Umwelt und
Gesundheit (Allergien, Stille und Lärm)“.
Zentrale Elemente der vorliegenden Arbeit stellen CHILT II (StEP TWO) und
CHILT III dar.
CHILT II (StEP TWO)
CHILT II oder StEP TWO (Sport, Ernährung, Prävention) stellt ein
Betreuungskonzept an drei der 12 Grundschulen dar, in dem übergewichtige
und adipöse Kinder intensiv wohnortnah an den Grundschulen während des
gesamten Schuljahres (von September 2003 bis Juni/Juli 2004) betreut
worden sind. Hierbei handelt es sich um ein selektives Präventionsprogramm, d.h. es richtet sich an potentielle Risikogruppen der Bevölkerung,
die aus genetischen, biologischen oder anderen Gründen besonders
gefährdet sind, Übergewicht oder Adipositas zu entwickeln (vgl. GOLDAPP et
al., 2005). Das Kriterium zur Teilnahme an CHILT II (StEP TWO) ist ein BMI
größer des 90. Perzentils.
4
Die Inhalte des CHILT I – Konzepts werden in der vorliegende Arbeit nicht weiter vertieft.
17
Einleitung
Die Interventionsmaßnahmen fanden zweimal pro Woche direkt an der
jeweiligen
Grundschule
Forschungsinstituts
für
statt.
Gemäß
Kinderernährung
den
Empfehlungen
(OptimiX)
sowie
des
des
AID
(Kindergesundheitspyramide) wurde gemeinsam mit den Kindern das Essen
vorbereitet, gekocht und verzehrt (KGAS, 2004). Abbildung 1-6 zeigt die
Ernährungspyramide
für
Kinder
nach
MANNHART
(2003),
die
die
Lebensmittelgruppen in empfohlene Tagesportionen unterteilt. Während des
Essens und im Anschluss sind ihnen spielerisch durch Ökotrophologen und
Ernährungsmediziner die jeweiligen Grundlagen ausführlich erläutert und
vermittelt worden.
Abb. 1-6: Die Kinderernährungspyramide (MANNHARDT, 2003, S. 206)
Im Anschluss wurde ein 60- bis 90-minütiges Sportprogramm von erfahrenen
Sportlehrern/-wissenschaftlern
durchgeführt.
Inhaltlich
zielt
das
Sportprogramm neben der Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit
auch auf die gesteigerte Freude an der Bewegung und die Übertragung in
die Freizeit und den Alltag ab. Für die Eltern der Kinder finden sechs
Elternabende zu den Themen gesunde Ernährung, Bewegung, Psychologie
und Verhaltensmodifikation statt.
18
Einleitung
Zur
besseren
Übertragbarkeit
bzw.
zur
verstärkten
Integration
von
körperlicher Aktivität in den Alltag diente die Kinderbewegungspyramide des
AID (s. Abb. 1-7). Sie teilt die tägliche Bewegungszeit in „Portionen“ ein,
ähnlich der Ernährungspyramide für Kinder (STACHOW, et al. 2004;
MANNHARDT, 2003). Die Kinderbewegungspyramide ist im Rahmen des
CHILT-Projekts gemeinsam mit Eltern und Kindern entwickelt worden. Ihr
Ziel ist es, durch eine kind- und familiengerechte Gestaltung Kinder zu
aktivieren bzw. zu mehr Bewegung zu motivieren (GRAF et al., 2005e).
Demnach sollten Kinder mindesten sechs Einheiten von fünf bis zehn
Minuten durch Alltagsbelastungen aktiv ausführen. Dies kann der Weg zu
Fuß zur Schule, Botengänge für die Eltern, o.ä. sein. Weitere vier „Portionen“
á 15 Minuten sollten moderate Freizeitaktivitäten, wie das freie Spiel mit
Freunden im Freien sein (Inline-Skating, Klettern und Spielen auf dem
Spielplatz). Gefordert werden zusätzlich noch zwei weitere intensive
Bewegungseinheiten von je 15 Minuten, die beispielsweise im Schul- oder
Vereinssport verbracht werden. Die Zeit der Inaktivität durch fernsehen oder
Computer spielen sollte bei Kindern unter 12 Jahren maximal vier mal 15
Minuten und bei Kindern älter als 12 Jahre nicht mehr als vier mal 30
Minuten pro Tag betragen (GRAF et al., 2006).
Abb. 1-7: Die Kinderbewegungspyramide (nach GRAF et al., 2005e, S. 152).
19
Einleitung
CHILT III
In Stufe III des CHILT-Projekts handelt es sich um ein gezieltes
Therapieprogramm für adipöse Kinder und deren Familien (vgl. GOLDAPP et
al., 2005). Die Voraussetzungen für die Teilnahme an CHILT III ist das
Überschreiten der 97. Perzentile bzw. der 90. Perzentile bei gleichzeitigem
Vorliegen kardiovaskulärer Risikofaktoren, wie arterielle Hypertonie oder
Fettstoffwechselstörungen.
Zwischen Mitte September 2003 bis Mitte Juli 2004 wurde die Intervention,
angepasst an die Empfehlungen der Konsensusgruppe Adipositas im
Kindesalter durchgeführt (vgl. Interventionsmaßnahmen des StEP TWO
Programms; KGAS, 2004). Als zusätzliches Schulungsmaterial dienten die
Unterrichtseinheiten der CHILT I- und II-Projekte (GRAF, 2003; GRAF et al.,
2005d).
Während des Programms kamen die Kinder einmal in der Woche einzeln zur
ärztlichen Sprechstunde, in der jeweils Größe und Gewicht bestimmt wurden.
Der weitere Verlauf wurde mit den Kindern allein oder gemeinsam mit den
Eltern besprochen, um den individuellen Bedürfnissen und Zielen gerecht zu
werden. Im Anschluss fand die wöchentliche Einheit zur Ernährungsberatung
statt, die sich an den Grundlagen der Ernährung gemäß des OptimixProgramms des Forschungsinstituts für Kinderernährung und nach den
Empfehlungen der KGAS orientierte (KGAS, 2004). Im Wechsel zur
Ernährungsberatung fanden wöchentliche Gruppengespräche mit einem
Psychologen zur Verhaltensmodifikation statt. Die Eltern nahmen zu gleichen
Teilen wie ihre Kinder an den Gesprächen mit dem Ernährungsberater und
dem
Psychologen
teil.
An
vier
Terminen
wurden
gemeinsame
Kochnachmittage durchgeführt und bei Bedarf Einzeltermine in den
genannten Bereichen angeboten.
Die Kinder nahmen während des Programms zweimal in der Woche an
einem
Sportprogramm
Sporthochschule
Köln
(60
bzw.
teil.
90
Dabei
Minuten)
wurde
an
ein
der
Deutschen
spielerisches
Bewegungsprogramm im Sinne einer motorischen Vielseitigkeitsschulung
20
Einleitung
angeboten, das von qualifizierten Diplom-Sportwissenschaftlern durchgeführt
worden ist. Der Schwerpunkt lag hierbei auf der individuellen Förderung von
Koordination, Ausdauer und Kraft. Besonderer Wert wurde auf die
Vermittlung von Bewegungsfreude gelegt, die die Grundlage für die
Übertragung der körperlichen Aktivität in den kindlichen Alltag bildet. Der
Übertragbarkeit
der
in
den
Sportstunden
erfahrenen
Bewegungs-
möglichkeiten in den kindlichen, familiären und schulischen Alltag der
Testteilnehmer wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Gegen Ende
des Programms sind die Kinder und Familien bei der Suche nach geeigneten
Sportvereinen beraten und unterstützt worden.
Wie bereits in Kapitel 1.1 ausgeführt, sind Sport bzw. körperliche Aktivität ein
grundlegender
Bestandteil
einer
jeden
Adipositastherapie,
denn
übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche weisen per se
Bewegungsmangel auf und dieser ist ganz wesentlich an der Entstehung der
Adipositas beteiligt (WOWERIES, 2004). Der Sport bietet die einfache
Möglichkeit, den Energieumsatz zu steigern, so dass mehr Energie
verbraucht als aufgenommen wird. Durch die vermehrte körperliche Aktivität
erhöht sich der Anteil des Muskelgewebes an der Gesamtkörpermasse und
führt dadurch zu einem gesteigerten Grundumsatz, sowie zu einem erhöhten
Energieverbrauch und damit zu einer Gewichtsabnahme (KAMPER und
LAWRENZ, 2002).
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Auswirkungen der oben
beschriebenen einjährigen Interventionsmaßnahmen der Untersuchungskollektive CHILT II (StEP TWO) und CHILT III auf die Ausdauerleistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen und zu
beurteilen. Diese Untersuchung geht besonders auf die Messung der
Ausdauerleistungsfähigkeit
übergewichtiger
und
adipöser
Kinder
und
Jugendlicher ein und rückt deshalb die gewichtsspezifische relative maximale
Sauerstoffaufnahme in den Fokus. Es soll dabei der Zusammenhang
zwischen
der
spiroergometrisch
Sauerstoffaufnahme
und
der
gemessenen,
per
relativen
6-Minuten-Lauf
maximalen
ermittelten
Leistungsparameter herausgearbeitet werden.
21
Problemstellung
2
Problemstellung
2.1
Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit
Der
Begriff
Ausdauer
beschreibt
die
psycho-physische
Ermüdungswiderstandsfähigkeit eines Menschen / Sportlers. Die maximale
Sauerstoffaufnahme (_O2max) dient hier als kardiozirkulatorische und
metabolische Kenngröße (WEINECK, 2000). Sie definiert sich als diejenige
Sauerstoffmenge, die maximal bei intensiver dynamischer Arbeit großer
Muskelgruppen pro Minute aufgenommen werden kann (HOLLMANN und
STRÜDER, 2009).
Die maximale Sauerstoffaufnahme ist die zuverlässigste Größe zur
Beurteilung der maximalen Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems,
der
Atmung
und
des
Ausdauerleistungsfähigkeit
Stoffwechsels.
ist
sie
die
Als
geeignete
Bruttokriterium
und
der
umfassende
Beschreibungsgröße für die Ausdauerleistungsfähigkeit.
Da die maximale Sauerstoffaufnahme sehr stark von der Körpergröße und
dem Geschlecht abhängt, wird sie üblicherweise auf das Körpergewicht
bezogen (HEBESTREIT, 2005). Soll lediglich die Leistungsfähigkeit des
kardiopulmonalen Systems angegeben werden, ist die Angabe der absoluten
maximalen Sauerstoffaufnahme pro Minute ausreichend. Wird jedoch eine
Aussage über das tatsächliche Ausdauerleistungsvermögen angestrebt, so
ist in den meisten Sportarten die Angabe der relativen Sauerstoffaufnahme
notwendig (HOLLMANN und STRÜDER, 2009).
Absolut gesehen liegt die maximale Sauerstoffaufnahme bei Kindern und
Jugendlichen niedriger als bei Erwachsenen. Werden die Werte jedoch auf
das Körpergewicht bezogen, ergeben sich höhere Werte. Jungen weisen hier
eine relative gewichtsbezogene maximale Sauerstoffaufnahme von etwa 50
ml/(min*kg) Körpergewicht auf, während Mädchen ca. 45 ml/(min*kg)
erreichen (GRAF et al., 2001). Im Vergleich sollte ein gesunder Mann
zwischen 20 und 30 Jahren Werte von etwa 40 ml/(min*kg) und eine
22
Problemstellung
gleichaltrige Frau etwa 32-35 ml/(min*kg) erreichen (HOLLMANN und
STRÜDER, 2009; GRAF et al., 2001).
Die absolute maximale Sauerstoffaufnahme nimmt bei Kindern mit
zunehmendem Alter zu (HEBESTREIT, 2005; HOLLMANN und STRÜDER,
2009; BAR-OR, 1986) und liegt bei Jungen, wie bereits oben beschrieben,
etwas höher als bei Mädchen (LAWRENZ und HEBESTREIT, 2002). Setzt
man allerdings die maximale Sauerstoffaufnahme in Beziehung zum
Körpergewicht und betrachtet den Verlauf, so stellt sich dieser anders dar.
Jungen im Alter von 6 – 18 Jahren weisen hier nämlich einen fast konstanten
Verlauf auf. Bei Mädchen ist bis zur Pubertät ein ähnlich konstanter Verlauf
festzustellen. Danach zeigt sich allerdings bei den Mädchen ein Abfall der
maximalen
Sauerstoffaufnahme
(_O2max),
der
auf
die
hormonellen
Umstellungen während der Pubertät zurückgeführt wird (LAWRENZ und
HEBESTREIT, 2002; GRAF et al., 2001; ROWLAND, 1990). Dieser Verlauf ist
in Abbildung 2-1 dargestellt.
Abb. 2-1: Die maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max/kg·min-1) bei Jungen und Mädchen
des 6. bis 18.Lebensjahrs. Es handelt sich um Fahrradergometerbelastungen (linke
Darstellung). Auf der rechten Darstellung ist die absolute maximale Sauerstoffaufnahme
angegeben (nach KLEMT, 1987; aus: HOLLMANN und STRÜDER, 2009, S. 504)
Erste signifikante Unterschiede sind ab dem 13. Lebensjahr festzustellen. Bei
Jungen steigt die maximale Sauerstoff-aufnahme weiter an, was mit dem
Wachstumsschub zu Beginn der Pubertät begründet wird (HOLLMANN und
STRÜDER, 2009; BENEKE et al., 2002; KLEMT und ROST, 1986).
23
Problemstellung
Die aerobe Leistungsfähigkeit ist im Verlauf der physischen Entwicklung vom
Kind
zum
Erwachsenen
Leistungsvoraussetzung.
eine
relativ
unabhängige
Individuen
reagieren
und
neutrale
während
der
unterschiedlichen Phasen der physischen Entwicklung mit vergleichbaren
Anpassungserscheinungen auf Trainingsreize (BENEKE et al., 2002;
CONZELMANN, 1994). Adipöse Kinder und Jugendliche weisen in absoluten
Zahlen ähnliche oder sogar höhere Werte der absoluten maximalen
Sauerstoffaufnahme auf. Bezieht man allerdings das Körpergewicht mit ein,
weisen die adipösen Kinder und Jugendlichen eine deutlich niedrigere
relative Sauerstoffaufnahme auf, als ihre normalgewichtigen Altersgenossen
(TROST et al., 2001).
Körperliche Aktivität bzw. ein körperliches Training, welches in seiner
Intensität und seinem Umfangs deutlich über der bisherigen körperlichen
Aktivität liegt, hat positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit von
Kindern und Jugendlichen (GUNKEL und HEBESTREIT, 2002). Dabei wird die
Leistungsfähigkeit sowohl genetisch als auch von der Qualität und Quantität
der Beanspruchung bestimmt (HOLLMANN und STRÜDER, 2009).
Bereits ERIKSSON (1972) konnte zeigen, dass ein systematisches
Ausdauertraining positive Effekte auf die Ausdauerleistungsfähigkeit hat. In
seiner Untersuchung konnte bei 11-13 jährigen Jungen bereits nach 16
Wochen
moderatem
Ausdauertraining
von
dreimal
20-50
Minuten
wöchentlich im Mittel eine Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme
von 19 % erreichen. Dies entspricht einer Umfangssteigerung der
kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit von Personen des 3. Lebensjahrzehnts
(HOLLMANN und STRÜDER, 2009). MAHON (2000) kommt zu ähnlichen
Ergebnissen
und
beschreibt
Ausdauerleistungsfähigkeit
und
ebenso
einen
eine
Anstieg
Verbesserung
der
der
maximalen
Sauerstoffaufnahme durch körperliches Training im Kindes- und Jugendalter.
Veränderungen der Körperzusammensatzung durch Sport finden sich bei
übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen. Sport, der
mindestens dreimal wöchentlich zusätzlich zur Alttagsaktivität stattfindet,
kann
auch
bei
normalgewichtigen
Kindern
und
Jugendlichen
das
24
Problemstellung
Körpergewicht reduzieren. DWYER et al. (1983) sowie STEPHENS und
WENTZ (1998) finden eine Körperfettreduktion auch bei nicht-adipösen
Kindern, wenn diese wenigsten dreimal pro Woche sportlich aktiv sind, im
Vergleich zu Kindern, die nur einmal in der Woche zusätzlich aktiv sind.
Während eines Trainingsprogramms kann es zu einer Volumenvergrößerung
des linken Ventrikels kommen (OBERT et al., 2001). Parallel dazu nimmt
ebenso
das
Schlagvolumen
Myokardhypertrophie
erreichen
zu.
jedoch
Eine
Herzvergrößerung
nicht
die
Ausmaße
wie
und
bei
erwachsenen Ausdauersportlern. Das sogenannte „Sportlerherz“ kommt
daher im Kindesalter nicht vor (ROWLAND, 2000). Ebenso wird die maximal
erreichbare Herzfrequenz bei Kindern durch Training nur wenig beeinflusst.
Die Ruheherzfrequenz hingegen nimmt bei ausdauertrainierten Kindern ab,
so dass die Herzfrequenzreserve bei trainierten Kindern größer ist als bei
untrainierten (OBERT et al., 2001; ROWLAND, 1996).
Eine hohe körperliche Aktivität bzw. ein körperliches Training kann demnach
die Gesundheit in verschiedenen Bereichen beeinflussen. Zum einen können
präventiv bereits Erkrankungen in der Gegenwart als auch zukünftig
vermieden oder verhindert werden und zum anderen kann ein gezieltes
Training bei diversen Krankheitsbildern therapeutisch eingesetzt werden. Bei
den meisten Kindern und Jugendlichen, die an einem sporttherapeutischen
Programm teilnehmen, stehen jedoch nicht die direkte Beeinflussung des
Krankheitsbildes
selbst,
sondern
die
positiven
Effekte
auf
das
Selbstvertrauen und die Lebensqualität im Vordergrund (GUNKEL und
HEBESTREIT,
psychologische
2002).
Körperliche
Effekte.
Aktivität
Insbesondere
bei
hat
verschiedene
Kindern
mit
positive
chronischen
Erkrankungen kann der psychologische Nutzen eines Sportprogramms das
Hauptziel für die Verordnung von Rehabilitationssport sein. Neben der
bereits genannten Steigerung von Selbstwertgefühl und Lebensqualität,
verbessern sich ebenso das Empfinden gegenüber dem eigenen Körper
(TORTOLERO et al., 2000).
25
Problemstellung
Infolge des hohen gesundheitlichen Nutzens der Fitness bzw. der
Ausdauerleistungsfähigkeit
stellt
daher
ein
Ziel
präventiver
und
therapeutischer Programme eine Verbesserung dieser Parameter dar. Die
korrekte Erfassung, insbesondere in Feldstudien, ist allerdings methodisch
erschwert.
Zur Überprüfung und ebenso zur Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit
sind eine Vielzahl von Test- und Untersuchungsverfahren entwickelt worden,
die von einer groben Abschätzung der Ausdauer bis hin zur individuellen
Leistungsdiagnostik reichen (BÖS, 2001). Es stehen sportpraktische
Beurteilungsverfahren der Ausdauerleistungsfähigkeit wie der Cooper-Test
nach COOPER (1970), der 8-Minuten-Lauf nach DORDEL und BERNOTEIT
(1981) oder der in dieser Arbeit verwendete 6-Minuten-Lauf nach BECK und
BÖS (1995) den ergometrischen Verfahren, wie den Laufband- und
Fahrradergometrien im Labor gegenüber (DORDEL und BREITHECKER,
2003). Insbesondere die bereits o.g. Feldtests bieten gerade im Bereich des
Gesundheitssports (BÖS, 2001) und für die Testdurchführung bei großen
Teilnehmerzahlen, wie sie z.B. im Schulsport vorgefunden werden, eine
kostengünstige Alternative (BÖS und MECHLING, 1983).
TÖROK et al. (2001) weisen, als einige Wenige, bei 22 adipösen männlichen
Jugendlichen mit metabolischem Syndrom eine deutlich geringere _O2max
nach als bei 17 adipösen Kindern ohne metabolisches Syndrom, und zwar im
Vergleich zu 29 normalgewichtigen Kontrollkindern. In einer belgischen
Untersuchung von REYBROUCK et al. (1987) konnte eine etwa 70%
geringere Sauerstoff-aufnahme bei 15 adipösen Kindern für ein größeres
Altersspektrum von vier- bis sechszehnjährigen Kindern und Jugendlichen
gefunden werden.
Als wichtigste Voraussetzung sportmotorischer Testverfahren muss eine
einfache Handhabung gewährleistet sein, um diese Tests beispielsweise im
Schulsport einsetzen zu können. Weiterhin muss das Testverfahren
verlässliche Daten liefern und über altersspezifische Vergleichsdaten
verfügen (FAUDE et al., 2004).
26
Problemstellung
Daraus ergibt sich für diese Untersuchung die Frage nach dem
Zusammenhang zwischen der spiroergometrisch ermittelten maximalen und
relativen Sauerstoffaufnahme und der erreichten Laufleistung beim 6Minuten-Lauf von übergewichtigen und adipösen Kindern.
Hypothese 1
Die einjährige Bewegungsintervention (CHILT-Projekt) verbessert bei
übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen die auf die
Körpermasse bezogene relative maximale Sauerstoffaufnahme.
2.2
Interdisziplinäre Interventionen bei Adipositas im Kindes- und
Jugendalter
Die kindliche Adipositas gehört mit ihrem komplexen und multifaktoriell
bedingten Krankheitsbild zu den Gesundheitsstörungen, die eng mit
psychologischen und sozialen Verhältnissen zusammenhängen (DELEKAT,
2003).
Strategien des öffentlichen Gesundheitswesens und Interventionen zur
Vorbeugung sowie Behandlung der Adipositas im Kindesalter müssen daher
neben den biomedizinischen Erkenntnissen auch den erheblichen Einfluss
von
„Umweltfaktoren“,
sowie
die
individuellen
psychologischen
und
psychosozialen Begebenheiten berücksichtigen, um dem Problem Adipositas
angemessen zu begegnen (MÜLLER et al., 2002). Hierbei kommt der
interdisziplinären Zusammenarbeit verschiedener Fachleute, wie u. a.
Medizinern, Psychologen und Sportwissenschaftlern, bei der Erarbeitung
entsprechender Interventionskonzepte besondere Bedeutung zu.
Den gängigen Modellprojekten (s. Tab. 2-1) zur Primärprävention der
Adipositas im Kindes- und Jugendalter liegen ähnliche ganzheitliche
Konzepte mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen zugrunde (REINHER,
27
Problemstellung
2005; KORSTEN-RECK et al., 1997, KORSTEN-RECK 2005). Hierbei stehen
neben
der
reinen
Informationsvermittlung
hinsichtlich
der
Themen
„Gesundheit“, „Ernährung“ und „Bewegungsverhalten“ gerade die Aufklärung
über den eigenen Lebensstil und damit der Transfer von Einsichten und
Einstellungen im Vordergrund. Es soll erreicht werden, dass individuelle
Erfahrungen aus dem Programm in den Alltag integriert, gängige
Verhaltensmuster aufgebrochen und das Spektrum an Verhaltensweisen im
Umgang mit Ernährung und Bewegung erweitert werden (WIRTH, 2003). Den
Kindern
werden
Orientierungshilfen
gegeben,
damit
sie
individuelle
Handlungsstrategien und Handlungskompetenzen entwickeln, die Schritt für
Schritt in den Alltag aufgenommen werden (SCHWARTZ, 1998).
Tab. 2-1: Übersicht über gängige Adipositasprogramme für Kinder und Jugendliche in
Deutschland.
Projekt
Institution / Ort
Quelle
Freiburg Interventional Trial für
Med. Universitätsklinik,
KORSTEN-RECK, 2005
Obese Children
Abt. Rehabilitative und
FITOC
präventive Sportmedizin,
Freiburg
Moby Dick
Gesundheitsprogramm für
Präventionszentrum Hamburg,
übergewichtige und adipöse
Dr. Christiane Petersen
PETERSEN, 1999
Kinder
KOPS
Kieler Adipositas-Präventions-
Institut für Humanernährung
CZERWINSKI-MAST et
studie
und Lebensmittelkunde,
al., 2003
Christian-Albrechts-Universität
Kiel
OBELDICKS
Adipositasschulung
Vestische Kinder- und
REINHER et al., 2003a
Jugendklinik Datteln,
Universität Witten-Herdecke
28
Problemstellung
Zur
Behandlung
der
juvenilen
Adipositas
haben
sich
Patientenschulungsprogramme durchgesetzt, die vor allem die Therapiemitarbeit und die Krankheitsbewältigung in den Fokus rücken. Die
Wirksamkeit solcher interdisziplinärer Studien zur Behandlung chronischer
Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ist empirisch vielfach belegt
worden (PETERMANN, 1997; WIAD Studie, 2001). Der Gesundheitsstatus
und die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen wird dadurch gesteigert
(PETERMANN et al., 2006).
Vor dem Hintergrund der elterlichen Vorbildfunktion sollten Maßnahmen zur
Prävention nach Möglichkeit auf die gesamte Familie und nicht nur auf das
Kind allein abzielen. Darüber hinaus muss die Kooperation der Eltern
angestrebt werden (GOLAN und WEIZMAN, 2001; PARIZKOVA und HILLS,
2001).
Für Therapiemaßnahmen der Adipositas im Kindes- und Jugendalter fordert
die gemeinsame Initiative der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG), der
Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM), der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Deutschen Gesellschaft für
Ernährungsmedizin (DGEM) eine qualitative Verbesserung der ambulanten
Langzeitbetreuung adipöser Menschen (HAUNER et al., 2000). In diesem
Zusammenhang
muss
angemerkt
werden,
dass
die
meisten
Interventionsmaßnahmen zu spät ansetzen, um den gesundheitlichen
Risiken
und
Folgen
der
kindlichen
Adipositas
entgegenzuwirken
(PETERMANN et al., 2006). Gemäß Statistik des Verbands Deutscher
Rentenversicherungsträger (VDR) lag das Durchschnittsalter der Patienten,
die eine stationäre Behandlung in Anspruch genommenen haben im Jahr
1998 bei 12,9 Jahren und 2003 sogar bei 13,4 Jahren (VERBAND
DEUTSCHER
RENTENVERSICHERUNGSTRÄGER,
1998
und
2003).
Betrachtet man nämlich den Anstieg der stationären medizinischen
Rehabilitation bei kindlicher Adipositas, so ist hier die Zahl im Jahr 1998 von
3795 Kindern und Jugendlichen im Jahr 2003 auf 6900 Kinder angestiegen
(VERBAND DEUTSCHER RENTENVERSICHERUNGSTRÄGER, 1998 und
29
Problemstellung
2003). Demnach setzen die durchgeführten Programme erst nach dem
Grundschulalter und damit deutlich zu spät an.
Nach WIEDEBUSCH et al. (1997) können für eine ambulante oder stationäre
Adipositastherapie folgende Rehabilitationsziele formuliert werden:
ƒ
Beseitigung bestehender Leistungseinschränkungen
ƒ
Verhinderung von Chronifizierungen und Verbesserung der
Langzeitprognose
Unterstützung der (Re-)Integration (in Beruf, Schule, Ausbildung,
ƒ
Familie und Gesellschaft)
Verbesserung der Lebensqualität
ƒ
(WIEDEBUSCH et al., 1997, S. 481)
Durch
die
Einflussnahme
auf
die
Krankheitssymptome
sowie
des
Krankheitsmanagements steht vor allem die Steigerung der körperlichen
Leistungsfähigkeit
Therapie
der
im
Vordergrund
kindlichen
der
Adipositas
Interventionsmaßnahmen.
wird
im
Gegensatz
Die
zur
Erwachsenentherapie durch weniger Schulung, aber mehr Sport und
Integration der Eltern gestaltet (WIRTH, 2003). Dadurch kann langfristig der
Gesundheitszustand der Patienten verbessert werden (PETERMANN et al.,
2006).
Somit ergibt sich für diese Untersuchung Hypothese zwei:
Hypothese 2
Die Veränderungen der auf die Körpermasse bezogene relative
maximale Sauerstoffaufnahme korrelieren mit den Veränderungen der
Leistungsparameter im 6-Minuten-Lauf.
Wie bereits in Kapitel 1.4 erwähnt, ist die frühzeitige Entwicklung von
Gegenmaßnahmen unbedingt erforderlich, um Bewegungsmangel und
Übergewicht entgegenzuwirken (GRAF, 2005a).
30
Problemstellung
Im Rahmen dieser Arbeit werden aus dem CHILT II- (StEP TWO) und dem
CHILT III-Projekt die Effekte auf die Ausdauerleistungsfähigkeit von
übergewichtigen und adipösen Kindern mittels der interdisziplinären
Intervention in Grundschulen bzw. an der Deutschen Sporthochschule Köln
vorgestellt.
Sollte sich bestätigen, dass sich im Rahmen der einjährigen Intervention die
Ausdauerleistungsfähigkeit
verbessert
(Hypothese
1)
und
mit
den
Ergebnissen des 6-Minuten-Laufs korrelieren (Hypothese 2), stünde
zukünftig mit dem Feldtest ein einfaches und praktikables Messverfahren im
Rahmen großer Interventionsstudien zur Verfügung.
31
Methodik
3
Methodik
Die
Daten
der
vorliegenden
Arbeit
werden
im
Rahmen
zweier
Untersuchungsreihen (Vor- und Nachuntersuchung) zwischen September
2003 und September 2007 erhoben. Die Studie setzt sich aus den
Populationen CHILT II (StEP TWO) und CHILT III, die beide am Institut für
Kreislaufforschung und Sportmedizin, am Institut für Bewegungs- und
Neurowissenschaft und am Institut für Schulsport und Schulentwicklung der
Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführt werden, zusammen.
3.1
Untersuchungskollektiv
3.1.1 CHILT II (StEP TWO)
An CHILT II (StEP TWO) nehmen 203 übergewichtige und adipöse
Grundschulkinder teil. Von den 203 Probanden sind 98 Probanden9 Jungen
(48,3 %) und 105 Mädchen (51,7 %). Die Interventionsgruppe umfasst eine
Stichprobe von n = 40 (19 Jungen, 47,5 %; 21 Mädchen, 52,5 %); die
Kontrollgruppe von n = 155 (78 Jungen, 50,3 %; 77 Mädchen, 49,7 %). Acht
Probanden bilden die Gruppe der Non-Responder10 (1 Junge, 12,5 %; 7
Mädchen, 87,5 %).
Die Kinder sind im Durchschnitt 8,0 ±1,3 Jahre alt, 1,36 ±0,10 m groß und
41,8 ±10,5 kg schwer. Der mittlere BMI liegt bei 22,13 ±3,13 kg/m2 und der
durchschnittliche BMI-SDS11 bei 1,90 ±0,45.
Die anthropometrischen Daten, inkl. des BMI und des BMI-SDS sowie die
Aufteilung nach Interventions- und Kontrollgruppe zeigt Tabelle 3-1.
9
In der vorliegenden Arbeit wird der Einfachheit halber ausschließlich die maskuline Form
verwendet, die sich aber selbstverständlich auf beide Geschlechter beziehen soll.
10
Non-Respnder: Die Gruppe der teilnehmenden Kinder, bei denen die Einverständniserklärung der Eltern fehlte, und die damit nicht am Programm teilnehmen konnten.
11
Der BMI-SDS beschreibt den alters- und geschlechtskorrigierten BMI (s. Kapitel 3.2.1).
32
Methodik
Tab. 3-1: Mittelwerte ( x ) und Standardabweichung (s) der anthropometrischen Daten der
Probanden aus CHILT II (StEP TWO) unterteilt in Interventionsgruppe (IG), Kontrollgruppe
(KG), Non-Responder (NR) und Gesamtgruppe (GG).
Teilnehmerzahl
Alter
[Jahre]
Größe
[m]
Gewicht
[kg]
BMI
[kg/m2]
BMISDS
n=
♀
♂
x
s
x
s
x
s
x
s
x
s
IG
KG
NR
40
155
8
21
77
7
19
78
1
8,3
8,0
8,5
±1,3
±1,3
±1,3
1,37
1,36
1,41
±0,09
±0,09
±0,10
43,6
40,8
52,75
±10,2
±9,6
±19,2
22,8
21,8
25,73
±3,6
±2,7
±6,0
1,99
1,87
2,29
±0,52
±0,41
±0,66
Gesamt
203
105
98
8,0
±1,3
1,36
±0,10
41,8
±10,5
22,13
±3,13
1,90
±0,45
3.1.2 CHILT III
Für das Therapieprogramm CHILT III meldeten sich 194 adipöse Kinder und
Jugendliche an. Der Anteil der Jungen beträgt hier 100 (51,5 %) und der
Mädchen 94 (48,5 %). Die Stichprobe der Interventionsgruppe umfasst 123
(60 Jungen, 48,8 %; 63 Mädchen, 51,2 %) und die Kontrollgruppe 46 (29
Jungen, 63,0 %; 17 Mädchen, 37,0 %). Sechs Kinder (3 Jungen, 3 Mädchen)
brachen das Programm ab. Die Gruppe der Non-Responder beträgt n = 9 (8
Jungen, 1 Mädchen).
Der Altersdurchschnitt liegt bei 11,8 (±2,3) Jahren, die mittlere Größe bei
1,57 ±0,12 m und das durchschnittliche Gewicht bei 74,3 ±19,85 kg. Für den
BMI liegt der Mittelwert bei 29,60 ±4,83 kg/m2 und für den BMI-SDS bei 2,47
±0,48.
Tabelle 3-2 stellt die anthropometrischen Daten, aufgeteilt nach Interventions- und Kontrollgruppe, sowie den BMI und den BMI-SDS für die
Probanden des CHILT III-Projekts dar.
Tab. 3-2: Mittelwerte ( x ) und Standardabweichung (s) der anthropometrischen Daten der
Probanden aus CHILT III unterteilt in Interventionsgruppe (IG), Kontrollgruppe (KG), Gruppe
der Abbrecher (Abbr.) und Non-Responder (NR).
Teilnehmerzahl
Alter
[Jahre]
Größe
[m]
Gewicht
[kg]
BMI
[kg/m2]
BMISDS
n=
♀
♂
x
s
x
s
x
s
x
s
x
s
IG
KG
Abbr.
NR
123
56
6
9
63
27
3
1
60
29
3
8
12,1
11,2
12,8
11,8
±2,2
±2,4
±2,4
±2,0
1,57
1,54
1,60
1,59
±0,11
±0,14
±0,12
±0,17
74,9
71,6
88,1
72,6
±19,1
±20,5
±24,1
±22,5
29,6
29,4
33,8
27,8
±4,72
±4,78
±6,16
±5,17
2,44
2,54
2,86
2,18
±0,47
±0,47
±0,38
±0,43
Gesamt
194
94
100
11,8
±2,2
1,6
±0,12
74,3
±19,9
29,6
±4,83
2,47
±0,48
33
Methodik
Die Interventionsfamilien aus CHILT II (StEP TWO) und CHILT III werden
ausführlich über die Ziele der Intervention, die Untersuchungen, die
Untersuchungsdurchführung, sowie den zeitlichen Aufwand, die Risiken und
den Nutzen der geplanten Untersuchungen informiert. Des Weiteren findet
ein
Vorgespräch
mit
den
Kindern
und
mindestens
einem
Erziehungsberechtigten unter Beteiligung der betreuenden Ärztin innerhalb
der medizinischen Voruntersuchung statt. Die Teilnahme an der Studie ist
freiwillig. Die Probanden können jederzeit ihre Teilnahme an der Studie
abbrechen. Das gesamte CHILT-Projekt ist von der Ethik-Kommission der
Deutschen Sporthochschule Köln genehmigt worden.
3.2
Untersuchungsgang
Neben den anthropometrischen Daten werden folgende Erhebungen
durchgeführt: Bauch-/Hüftumfang in [cm], Blutdruck in [mmHg], die
spiroergometrisch ermittelte Ausdauerleistungsfähigkeit in [l/min] (_O2max
fahrradergometrisch) und die motorische Leistungsfähigkeit mittels des
Dordel-Koch-Tests (DORDEL et al., 2008; DORDEL und KOCH, 2004; GRAF
et al., 2004). Aus dem Dordel-Koch-Test wird im Rahmen dieser Arbeit nur
der 6-Minuten-Lauf verwendet und erläutert.
Die
Spiroergometrie
erfolgt
unter
Laborbedingungen
im
Institut
für
Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln
(s. Kap. 3.2.5). Die Durchführung des 6-Minuten-Laufs findet in den
Turnhallen
der
jeweiligen
Grundschule
während
des
regulären
Sportunterrichtes statt und ist in Kapitel 3.2.2 ausführlich beschrieben.
Die
Kinder
werden
einzeln
untersucht.
Vor
der
eigentlichen
Belastungsuntersuchung erfolgt eine Anamnese und ein ausführliches
Einführungsgespräch durch die betreuende Ärztin, inklusive der Erfassung
der anthropometrischen Daten (s. Kap. 3.2.1). Im Anschluss daran findet die
Aufzeichnung
des
Ruhe-EKGs
statt
(s.
Kap.
3.2.3).
Wenn
keine
Kontraindikationen vorliegen, wird die spiroergometrische Belastungs34
Methodik
untersuchung durchgeführt. Die folgenden Abbildungen stellen die zeitliche
Abfolge
der
Untersuchungen
dar.
Abbildung
3-1
zeigt
den
Untersuchungsablauf der Belastungsuntersuchung im Labor des Instituts für
Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln
und Abbildung 3-2 den zeitlichen Ablauf der Motorik- und Ausdauertests an
den jeweiligen Schulen.
1. Ankunft des Probanden im Institut
- Erfassung der anthropometrischen Daten
- Anamnesegespräch
- körperliche Untersuchung
60 min
2. Ruhe-EKG
3. Belastungsuntersuchung
4. Abschlussgespräch nach der Belastung
Abb. 3-1: Ablauf der Belastungsuntersuchung im Labor (eigene Darstellung).
1. Geräteaufbau und Vorbereitung zur
Testdurchführung in der schuleigenen Turnhalle
2. Begrüßung der Probanden und Erläuterung des
Testablaufs
60 min
3. Durchführung der sportmotorischen Tests in
Kleingruppen
4. Abbau der Teststationen
5. Durchführung des 6-Minuten-Laufs in zwei
Laufgruppen
Abb. 3-2: Untersuchungsablauf der sportmotorischen Tests in der schuleigenen Turnhalle
(eigene Darstellung).
35
Methodik
3.2.1 Erhebung der anthropometrischen Daten
Das Geburtsdatum der Kinder wird durch die Probanden selbst bzw. durch
deren Eltern angegeben. Das Körpergewicht wird nach standardisierten
Messvorgaben des IDIS12 (LAASER, 1989) auf einer Standwaage des Typs
Seca 761 der Firma VOGEL & HALKE, Hamburg, festgestellt. Das Wiegen
der Kinder findet in leichter Turnbekleidung (T-Shirt, kurze Sporthose) und
ohne Schuhe statt; dafür werden 500 g vom Messwert abgezogen.
Die Körpergröße wird mit dem Maßstab (Typ: Seca 225) im aufrechten
Stand, ohne Schuhe und in tiefer Einatmung gemessen (LAASER, 1989). Die
für
die
Messung
Verbindungslinie
erforderliche
zwischen
Körperhaltung
Jochbein
und
stellt
unterem
die
gedachte
Gehörgang
des
Probanden eine Parallele zum Boden dar. Aus den gewonnenen Daten wird
der BMI nach der Formel Kilogramm Körpergewicht [kg] geteilt durch
Körpergröße [m] zum Quadrat berechnet (BMI = kg/m2) und für die Kinder
entsprechend den Perzentilkurven nach KROMEYER-HAUSCHILD (2004)
eingeordnet.
Die Bestimmung des alters- und geschlechtskorrigierten BMI-Standard
Deviation Score (BMI-SDS) erfolgt nach folgender Formel:
BMI - SDS =
[BMI / M(t)]L(t) - 1
L(t) * S(t)
M(t), L(t) und S(t) sind die alters- und geschlechtsspezifischen Größen des
jeweiligen Kindes (KROMEYER-HAUSCHILD et al., 2001).
12
IDIS - Institut für Dokumentation und Information, Sozialmedizin und öffentliches
Gesundheitswesen
36
Methodik
3.2.2 Der 6-Minuten-Lauf
Als Feldtest zur Ermittlung der Ausdauerleistungsfähigkeit wird der 6Minuten-Lauf nach BÖS und MECHLING (1983) gewählt.
Der Lauf findet jeweils in der schuleigenen Turnhalle statt. An der
Testdurchführung sind ein Versuchsleiter (Zeitnahme) und vier Testhelfer,
die die Anzahl der gelaufenen Runden zählen, beteiligt. Bevor die Schüler in
die Halle kommen, wird das zu umlaufende Feld mit kleinen Blockkästen
abgesteckt, das in seiner Größe dem eines Volleyballfeldes (eine Runde =
54 m) entspricht. Die kleinen Blockkästen werden für einen besser
geeigneten Kurvenverlauf leicht nach innen versetzt (s. Abb. 3-3). Aus
organisatorischen Gründen werden die Schüler in Kleingruppen aus der
Klasse geholt. Jedem der vier Testhelfer werden drei bis vier Schüler
zugeteilt, die an den Ecken des Feldes postiert werden.
Für den reibungslosen Ablauf des 6-Minuten-Laufs ist nach DORDEL und
KOCH (2004, S. 11) auf folgende Hinweise zu achten:
ƒ „Um den Teilnehmern ein Gefühl für den Laufrhythmus zu vermitteln,
wird im Vorgespräch auf die Notwendigkeit einen angemessenen
Tempos hingewiesen. Zu schnelles Laufen kann zu einem vorzeitigen
Abbruch führen. Das geeignete Tempo sollte durch einen Teilnehmer
demonstriert werden.“
ƒ „Wer nicht mehr laufen kann, geht einfach weiter, nicht stehen bleiben
oder hinsetzen. Am günstigen ist es aber, wenn man während der
gesamten Zeit in gleichmäßigem Tempo laufen kann!“
ƒ „Nach den sechs Minuten erfolgt ein Schlusskommando, die
Teilnehmer
bleiben
sofort
stehen,
damit
die
exakte
Strecke
ausgemessen und notiert werden kann.“
ƒ „Anschließend folgen zwei Runden lockeren Gehens.“
(DORDEL und KOCH, 2004, S. 11)
37
Methodik
Die Testhelfer zählen per Strichliste die Runden der ihnen zugeteilten Kinder,
multiplizieren die Rundenanzahl mit 54 m und addieren die restliche Strecke
auf einen Meter genau hinzu.
18 m
9m
Testhelfer
Läufer 1-4
Abb. 3-3: Aufbauskizze für den 6-Minuten-Lauf um das Volleyballfeld in der Turnhalle
(eigene Darstellung).
3.2.3 Ruhe-EKG
Für das Ruhe-EKG werden die Standardableitungen nach GOLDBERGER
und
EINTHOVEN
(Extremitätenableitungen)
sowie
nach
WILSON
(Brustwandableitungen) verwendet (KLINGE, 2002; ROST et al., 2001). Die
Ruhe-EKG Messung wird mit dem MAC 1200 der Firma GE MEDICAL
SYSTEMS (Freiburg) durchgeführt. Das Gerät bietet eine zehn Sekunden
Aufnahme mit 12 Ableitungen. Des Weiteren ist eine manuelle Messung zur
Registrierung von sechs Ableitungen in Echtzeit möglich, sowie eine
kontinuierliche Arrhythmie-Analyse.
38
Methodik
3.2.4 Fahrradergometrische Belastungsuntersuchung
Die Ergometrie erfolgt auf einer drehzahl-unabhängigen Ergometereinheit mit
integrierter EKG-Aufzeichnung und Blutdruckmessung (Ergometrics 900 der
Firma
ERGOLINE
GmbH
&
Co
KG,
Bitz).
Die
EKG-Analyse
der
Brustwandableitungen (V1-V6) nach WILSON (ROST et al., 2001) erfolgt
mittels
Saugelektroden
Ausdruckdokumentation.
bei
Die
gleichzeitiger
als
Monitordarstellung
Referenzwerte
und
erforderlichen
Extremitätenableitungen werden aufgrund der Versuchsanordnung auf dem
Fahrradergometer beliebig am Rücken des Probanden angebracht, können
zur Beurteilung jedoch nicht verwendet werden (ROST et al., 1996). Die
integrierte Blutdruckmessung wird vollautomatisch über ein eingebautes
Mikrophon am Messcomputer verarbeitet und ausgewertet. Es erfolgt eine
kontinuierliche Monitor-Onlinedarstellung (s. Abb. 3-4).
Abb. 3-4: Spiroergometrische Belastungsuntersuchung auf dem Fahrradergometer.
Die ergometrischen Untersuchungen werden unter stufenförmiger Belastungserhöhung bis zur subjektiven Erschöpfung oder bis zum Auftreten
der in Kapitel 3.2.4.1 beschriebenen Abbruchkriterien durchgeführt.
39
Methodik
Die Durchführung der Belastungsuntersuchung orientiert sich an folgendem
Belastungsschema (LAWRENZ und HEBESTREIT, 2002):
Die Einstiegslast beträgt 0,5 Watt/kg längenbezogenes Referenzgewicht und
alle zwei Minuten erfolgt eine Steigerung um 0,5 Watt/kg längenbezogenes
Referenzgewicht bis zur Ausbelastung unter Berücksichtigung der üblichen
Abbruchkriterien (s. Kapitel 3.2.4.1). Das individuelle Referenzgewicht ergibt
sich aus den Somatogrammen nach REINKEN et al. (1980). Eine
Mindesteingangslast von 20 Watt liegt aufgrund des Eigenwiderstandes des
Ergometers immer vor.
Beispiel des Belastungsschemas:
13 jähriges Mädchen, 162 cm
Zur
ƒ
Referenzgewicht = 52,2 kg
ƒ
Eingangslast = Referenzgewicht x 0,5 = 26 Watt
ƒ
Belastungssteigerung um 26 Watt (52,2 : 2 = 26)
Standardisierung
wird
generalisiert
eine
Umdrehungszahl
des
Ergometers zwischen 60 – 80 U/min vorgeschrieben. In den letzten 30
Sekunden der jeweiligen Belastungsstufe wird der arterielle Blutdruck am
Oberarm in Herzhöhe gemessen, Kapillarblut zur Bestimmung der
Laktatkonzentration am Ohrläppchen abgenommen, die Herzfrequenz
bestimmt, sowie das EKG mittels Ausdruck dokumentiert. Zusätzlich wird als
Zielgröße die maximale Leistung in Watt, sowie die relativen Leistung in
Watt/kg Körpergewicht notiert.
3.2.4.1
Abbruchkriterien
Für die Belastungsuntersuchungen auf dem Fahrradergometer in allen
Untersuchungsgruppen gelten als Abbruchkriterien das Auftreten eines oder
mehrerer Phänomene, die in den Empfehlungen der American Heart
40
Methodik
Association für Belastungsuntersuchungen von Kindern genannt sind
(modifiziert nach LAWRENZ und HEBESTREIT in HEBESTREIT et al., 2002):
Abbruchkriterien
ƒ
subjektive Erschöpfung, auffällige Blässe, Dyspnoe, Schwindel, Kopfschmerz
oder Angina pectoris
ƒ
ST-Senkungen ≥ 0,2 mV oder ST-Hebungen
ƒ
Herzrhythmusstörungen: steigende Anzahl an ventrikulären Extrasystolen
(insbesondere Couplets, Bigeminus oder Salven)
ƒ
Erregungsleitungsstörungen: sinutriale (SA-) oder atrioventrikuläre (AV-)
Blockierungen oder intraventrikuläre Leitungsstörungen mit Abfall der
Herzfrequenz
ƒ
unphysiologisch schneller Anstieg oder Abfall der Herzfrequenz
ƒ
unzureichender Blutdruckanstieg oder Blutdruckabfall
ƒ
Ausfall der Überwachungsgeräte
Abb. 3-5: Abbruchkriterien bei Belastungsuntersuchungen (modifiziert nach LAWRENZ und HEBESTREIT in HEBESTREIT et al., 2002).
3.2.5 Spiroergometrische Untersuchung
Die Spirometrie wird mit einem offenen System zur expiratorischen
Gasanalyse Typ ZAN 600 Ergo Test (Firma ZAN, Messgeräte GmbH,
Oberthulba) durchgeführt.
Gemessen
wird
das
bewegte
Luftvolumen,
sowie
die
fragmentale
Konzentration von Sauerstoff (O2) und Kohlendioxid (CO2) bei der Ein- und
Ausatmung. Die Messung der Volumina erfolgt über einen Strömungssensor
zur Erfassung der Atemströmung (Flow-Sensor), der die Messdaten für jeden
Atemzug (Breath by Breath) ermittelt. Bei diesem Verfahren werden sehr
schnelle Gasanalysatoren mit einer physikalischen T90-Zeit von < 90 ms
eingesetzt. Direkt vor jeder Untersuchung erfolgt die Eichung mit Eichgas
(4,95% Kohlendioxid, 15,90% Sauerstoff, Rest 79,15% Stickstoff) der Firma
AIR
LIQUIDE
(Krefeld).
Die
Volumeneichung
erfolgt
über
eine
im
Lieferumfang enthaltende Handpumpe (2l) (Firma ZAN, Messgeräte GmbH,
Oberthulba).
41
Methodik
Bei allen Untersuchungen werden die BTPS-Bedingungen13 für die
Bestimmung der spirometrischen Daten berücksichtigt.
Als wichtigster Parameter wird die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität
(_O2max) ermittelt, da sie das Bruttokriterium der kardiopulmonalen
Kapazität darstellt (HOLLMANN und STRÜDER, 2009). Zur Beurteilung der
allgemeinen Ausdauerleistung wird die relative maximale Sauerstaufnahme,
d.h. die auf das Körpergewicht bezogene Größe, ausgedrückt in ml/kg
Körpergewicht/Minute (ml/(kg*min)) bestimmt (ZINTL und EISENHUT, 2004).
3.2.6 Laktatbestimmung
Zur kapillaren Blutgewinnung wird mit einer Einmallanzette ins Ohrläppchen
gestochen. Es werden 20 μl Blut mit geeichten Glas-Einmal-Mikropipetten
der Fa. BRAND, Hagen, entnommen und in verschließbare 2 ml Safe-LockGefäße, vorgefüllt mit 1000 μl Systemlösung, ausgeblasen und für 20
Sekunden manuell vermischt. Bis zur weiteren Verarbeitung werden die
Proben bei ca. 4° C im Kühlraum gelagert. Zur Analyse der Proben kommt
das Gerät EBIO PLUS der Firma EPPENDORF, Hamburg zum Einsatz,
welches nach dem enzymatisch-amperometrischen Messprinzip (s. Abb. 3-6)
arbeitet (MADER, 1976).
Glukose wird hier wie in Reaktionsgleichung I dargestellt, mit Hilfe von
Glukoseoxidase zu Glukonsäure und Wasserstoffperoxid (H2O2) umgesetzt.
Das entstandene Wasserstoffperoxid wird in einem zweiten Schritt
(Reaktionsgleichung II) nach Durchtritt durch die zweite Membran an der
Platinelektrode bei +600mV oxidiert (s. Abb. 3-6).
(I)
β-D-Glukose + O2 + H2O
(II)
H2O
GOD
+600mV
D-Glukonsäure + H2O2
2H+ + O2 + 2e-
13
Abkürzung für body temperature (BT), pressure (P), saturated (S). Umrechnung in der
Spirometrie zur Vergleichbarkeit von Werten aus unterschiedlichen Orten mit
unterschiedlichen Höhen- und Klimabedingungen.
Standard: 37°C, 760 mmHg, 100% Luftfeuchtigkeit (HOLLMANN und STRÜDER, 2009).
42
Methodik
1 Messkammer
3 Glukoseoxidase (GOD)
2 Enzymmembran
4 Platinelektrode
Abb. 3-6: Schematische Darstellung des enzymatisch-amperometrischen Messprinzips (aus:
EPPENDORF, 2000, S. 2-1).
3.3
Statistische Verfahren
Die statistische Auswertung der erhobenen Daten erfolgt mit dem Programm
SPSS Version 12.0 für WINDOWSTM, der Firma SPSS. Fehlende Testwerte
(z.B. des 6-Minuten-Laufes) und nicht vorhandene personenbezogene
Angaben (z.B. aufgrund von mangelndem Wissen, Unaufmerksamkeit beim
Ausfüllen oder unzureichender Antwortmotivation der Befragten) wurden als
„missing values“ bzw. „missing completely at random“ (MCAR) gehandelt, da
davon ausgegangen werden kann, dass das Fehlen dieser Daten
unabhängig
von
der
Untersuchungsmerkmale
Ausprägung
der
Studie
eines
ist.
Die
oder
aufgrund
mehrerer
dieses
unsystematischen Ausfallmechanismus zufällig fehlenden Daten verzerren
dementsprechend das Untersuchungsergebnis in der Regel kaum oder gar
nicht (SCHWAB, 1991). Merkmale und Objekte mit „missing values“ wurden
im Rahmen eines Eliminierungsverfahrens (‚available case analysis’) nicht
ausgeschlossen, sondern die jeweils vorliegenden verfügbaren Werte und
Angaben verwendet (LITTLE und RUBIN, 1987).
43
Methodik
Zur Darstellung der Daten werden Verfahren der beschreibenden und
schließenden Statistik angewandt.
Mittelwert und Standardabweichung:
Der Mittelwert (arithmetisches Mittel, x ) ist die Summe aller Messwerte
dividiert durch deren Anzahl. Er repräsentiert die zentrale Tendenz der
Messwertergebnisse.
x arithm =
x + x 2 + ... + x n
1 n
xi = 1
∑
n i =1
n
Die Standardabweichung (s) errechnet sich aus der Quadratwurzel der
Varianz. Die Varianz (s2) ist die Summe der Abweichungsquadrate aller
Messwerte vom Mittelwert, geteilt durch die um 1 verminderte Anzahl aller
Messwerte. Die Streuwerte ermöglichen eine optimale Schätzung der
Grundgesamtheit und dienen der Interpretation von Verteilungen, der
Abweichungen der einzelnen Messwerte vom Mittelwert (vgl. WILLIMCZIK,
1997; CLAUß et al., 1995).
Varianz:
s =
2
∑(x
i
− x )2
n −1
Standardabweichung:
s = s2
Irrtumswahrscheinlichkeit:
Zur Überprüfung der Gültigkeit einer Hypothese wird die Irrtumswahrscheinlichkeit (p) ermittelt. Die Absicherung erfolgt hier auf einem Wahrscheinlichkeitsniveau von 95 %, 99% und 99,9% (vgl. WILLIMCZIK, 1997). Es gilt:
p > 0.05
nicht signifikant
(n.s.)
p < 0.05
signifikant
(*)
p < 0.01
sehr signifikant
(**)
p < 0.001
hoch signifikant
(***)
44
Methodik
t-Test für gepaarte und nicht-gepaarte Stichproben:
Die Mittelwerte werden mit gepaartem (Vorher-Nachher-Vergleich) oder nicht
gepaarten t-Test (z.B. Vergleich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe)
verglichen.
Der t-Test für gepaarte Stichproben wird als weiteres statistisches
Prüfverfahren durchgeführt, um auf eventuelle Unterschiede, z.B. zwischen
den
anthropometrischen
Daten
der
Eingangsuntersuchung
und
der
ist
die
Abschlussuntersuchung aufmerksam zu werden.
Voraussetzung
für
einen
t-Test
für
gepaarte
Stichproben
Normalverteilung beider Stichproben und die Homogenität der Varianzen. Es
wird geprüft, ob es signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten der
beiden Messverfahren gibt (HARMS, 1998).
Die Testgröße lautet:
t=
t=
Betrag der durchschnittl. Wertepaar differenz
mittlerer Fehler der durchschnittl. Wertepaar differenz
d
sd
Für unpaarige Stichproben gelten als Voraussetzung ebenfalls die
Normalverteilung
der
Messwerte
und
die
gleiche
Varianz
in
den
Grundgesamtheiten (HARMS, 1998).
Die Testgröße lautet hier:
Differenz der Mittelwerte
t=
mittlerer Fehler der durchschnittlichen Differenz
t=
d
sd
45
Methodik
Nicht-parametrische Testverfahren:
Soll eine Hypothese über die Verteilung als Ganzes geprüft werden, wendet
man nicht-parametrische Tests an. Im Gegensatz zu den parametrischen
Tests sind sie nicht an die Voraussetzung gebunden, einer Normalverteilung
zu unterliegen (HARMS, 1998). Hierbei wird nicht mit den Messwerten selbst
gerechnet, sondern diese werden entsprechend ihrer Größe in eine
Rangfolge gebracht, so dass jeder Messwert einen bestimmten Rangplatz
erhält. Die Errechnung der Prüfgröße basiert auf den Rangplätzen (HARMS,
1998).
Mehrfaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung:
Mit der mehrfaktoriellen Varianzanalyse wird der Einfluss verschiedener
Haupteffekte auf die Messparameter untersucht. Es werden Signifikanzen für
den
Einfluss
von
Haupteffekten
und
Wechselwirkungen
zwischen
Haupteffekten berechnet. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um
Gruppen- und/oder Messwiederholungseffekte. Das Statistikprogramm SPSS
12.0 führt bei der mehrfaktoriellen Varianzanalyse (ANOVA) den Vergleich
der Mittelwerte mit Messwiederholung durch. Die homogene Varianz als
Voraussetzung für die Durchführung der Varianzanalyse wird durch das
Programm
automatisch
überprüft.
Mehrfaktorielle
Kovarianzanalysen
(ANCOVA) werden zur Modellierung von Effekten bzgl. verschiedener
Kriteriumsvariablen
(z.B.
individuelle
BMI-Veränderungen
in
den
verschiedenen Gruppen) verwendet, wobei eine Adjustierung nach Alter und
Geschlecht vorgenommen wird (HARMS, 1998; WILLIMCZIK, 1997).
Korrelation:
Neben der Überprüfung von Unterschieden zwischen Parametern werden in
dieser
Studie
(Spiroergometrie,
Zusammenhänge
6-Minuten-Lauf,
von
Untersuchungsmethoden
Laktatanalyse)
anhand
einer
Korrelationsanalyse vorgenommen.
Die dargestellten Resultate basieren auf dem PEARSON Maßkorrelationskoeffizienten (Produkt-Moment-Koeffizient) (CLAUß et al., 1995). Der Grad
des Zusammenhangs zwischen intervallskalierten Variablen wird durch den
46
Methodik
Korrelationskoeffizienten (r) bestimmt. Dieser kann grundsätzlich einen Wert
zwischen 1 und 0 oder 0 und -1 annehmen. Ein positiver Wert weist auf eine
positive / gleichsinnige Korrelation hin.
Dabei gilt für (r) nach (BÜHL und ZÖFEL, 2005):
Als
statistisch
r=0
kein Zusammenhang
bis 0,2
sehr geringer Zusammenhang
bis 0,5
geringer Zusammenhang
bis 0,7
mittlerer Zusammenhang
bis 0,9
hoher Zusammenhang
über 0,9
sehr hoher Zusammenhang
nachgewiesen
gelten
Zusammenhänge,
wenn
der
Korrelationskoeffizient mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von > 5% von Null
abweicht (vgl. WILLIMCZIK, 1997).
Korrelieren zwei Messgrößen (x und y) mit einer dritten Größe (z), so sind sie
häufig
allein
deshalb
untereinander
korreliert
(HARMS,
1998).
Die
Beurteilung, in wie weit die gefundene Korrelation zwischen x und y auf die
Abhängigkeit von z zurückzuführen ist, oder der Ausdruck eines speziellen
kausalen Zusammenhangs zwischen x und y ist, ist schwierig (z.B.
Korrelation zwischen der maximalen Sauerstoffaufnahme und der maximalen
Laufleistung des 6-Minuten-Laufs adjustiert nach Alter). Hierzu dient der
partielle Korrelationskoeffizient rxy.z. Dieser gibt die Korrelation zwischen x
und y ohne den Einfluss von z an (HARMS, 1998).
Eine ausführliche Beschreibung der zugrunde liegenden Verfahren findet
sich bei HARMS (1998).
47
Ergebnisse
4
Ergebnisse
In der folgenden Ergebnisdarstellung gehen die Daten der beiden
Untersuchungskollektive CHILT II (StEP TWO) und CHILT III ein. Daten
fehlender Tests werden als „missing values“ gehandelt. Die Eingangsdaten
werden in Tabelle 3-1 demonstriert.
Zu Beginn der Untersuchung (T1) sind im Kollektiv CHILT II (StEP TWO) 90
Kinder übergewichtig und 113 adipös bzw. 16 übergewichtige und 24
adipöse Probanden in der Interventionsgruppe und 73 übergewichtige und 82
adipöse Kinder in der Kontrollgruppe (vgl. Tab. 4-1).
Tab. 4-1: Einteilung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) nach Gewichtsklassen zum Messzeitpunkt T1. GG = Gesamtgruppe; IG = Interventionsgruppe; KG =
Kontrollgruppe.
übergewichtig
adipös
(BMI > P90)
(BMI > P97)
GG
90 (44%)
113 (56%)
IG
16 (40%)
24 (60%)
KG
73 (47%)
82 (53%)
Die Gewichtsklassen zur Abschlussuntersuchung (T2) sind in Tabelle 4-2
aufgeführt. In der Interventionsgruppe befinden sich 27 übergewichtige und
13 adipöse Kinder; in der Kontrollgruppe 83 übergewichtige und 61 adipöse
Probanden.
Tab. 4-2: Einteilung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) nach Gewichtsklassen zum Messzeitpunkt T2. GG = Gesamtgruppe; IG = Interventionsgruppe; KG =
Kontrollgruppe.
übergewichtig
adipös
(BMI > P90)
(BMI > P97)
GG
112 (59%)
78 (41%)
IG
27 (67%)
13 (60%)
KG
83 (58%)
61 (42%)
Im Rahmen des CHILT III Kollektivs sind sowohl die alle Kinder der
Interventions- als auch der Kontrollgruppe adipös.
48
Ergebnisse
4.1
Vergleich der Messmethoden
Im Folgenden werden Daten der beiden Messverfahren (6-Minuten-Lauf vs.
Spiroergometrie)
zur
Ermittlung
der
leistungsfähigkeit
bei
übergewichtigen
kardiopulmonalen
und
adipösen
Ausdauer-
Kindern
und
Jugendlichen gegenübergestellt. Die Darstellung der Korrelationen erfolgt
tabellarisch. Lediglich die signifikanten Zusammenhänge werden zusätzlich
grafisch dargestellt.
4.1.1 CHILT II (StEP TWO)
Die Zusammenhänge zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs mit
den spiroergometrisch ermittelten Parametern des Untersuchungskollektivs
CHILT II (StEP TWO) sind in Tabelle 4-3 aufgeführt.
Signifikante
Zusammenhänge
finden
sich
zum
Zeitpunkt
der
Eingangsuntersuchung (T1) nur zwischen der Laufleistung des 6-MinutenLaufs mit der maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,638, p≤0,001), der
relativen Sauerstoffaufnahme (r=0,827, p≤0,001), der maximalen Leistung
(r=0,587, p≤0,001), der relativen Leistung (r=0,433, p=0,05), der Leistung bei
einer Laktatkonzentration von 4 mmol/l (r=0,747, p≤0,001) und der Leistung
bei maximaler Laktatkonzentration (r=0,583, p≤0,01).
Zum Messzeitpunkt der Abschlussuntersuchung T2 ist ausschließlich ein
signifikanter Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs
mit der relativen Sauerstoffaufnahme zu erkennen (r=0,717, p≤0,05).
49
Ergebnisse
Tab. 4-3: Korrelation zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und den spiroergometrischen Parametern des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) für die Eingangs(T1) und Abschlussuntersuchung (T2): maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max), relative
maximale Sauerstoffaufnahme (rel_O2max), Ruheherzfrequenz (HfRuhe), maximale
Herzfrequenz (Hfmax), maximale Leistung (Wattmax) und der relativen Leistung (relWattmax).
Dargestellt als Korrelationskoeffizient (r), Irrtumswahrscheinlichkeit (p) und Anzahl (n).
CHILT II (StEP TWO)
_O2max
relative
_O2max
HfRuhe
Hfmax
Wattmax
relative
Wattmax
Watt4mmol/l
WattmaxLaktat
IG
6-Minuten-Lauf
T1
r = 0,638
p ≤ 0,001
n = 25
r = 0,827
p ≤ 0,001
n = 25
r = -0,251
p = n.s.
n = 26
r = 0,275
p = n.s.
n = 26
r = 0,587
p ≤ 0,001
n = 25
r = 0,433
p ≤ 0,05
n = 26
r = 0,747
p ≤ 0,001
n=8
r = 0,583
p ≤ 0,01
n = 23
T2
r = 0,339
p = n.s.
n = 11
r = 0,717
p ≤ 0,05
n = 11
r = -0,129
p ≤ n.s.
n = 17
r = 0,114
p = n.s.
n = 17
r = 0,166
p = n.s.
n = 17
r = -0,78
p = n.s.
n = 15
r = -0,199
p = n. s.
n = 11
r = 0,067
p = n. s.
n = 14
6-Minuten-Lauf vs. _O2max
Wie in Tabelle 4-3 dargestellt existiert zwischen der Laufleistung und der
maximalen Sauerstoffaufnahme zur Eingangsuntersuchung T1 ein mittlerer
Zusammenhang (r=0,638; p≤0,001; s. Abb. 4-1).
50
Ergebnisse
T1 VO2 max [l/min]
3
r=0,638; p≤0,001
2
1
n=25
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-1: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximalen Sauerstoffaufnahme (_O2max [l/min]) der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum Messzeitpunkt T1.
Betrachtet man den Zusammenhang zwischen der Laufleistung und der
maximalen Sauerstoffaufnahme der Interventionsgruppe aus CHILT II (StEP
TWO) der Gruppe der Acht- bis Zehnjährigen, dann ergibt sich für den
Messzeitpunkt der Eingangsuntersuchung ein signifikanter Zusammenhang
mit
einem
Korrelationskoeffizienten
r=0,735
und
einer
Irrtumswahr-
scheinlichkeit von p≤0,001 (n=17; s. Abb. 4-2).
51
Ergebnisse
T1 VO2 m ax [l/m in]
3
r=0,735; p≤0,001
2
1
n=17
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-2: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximalen Sauerstoffaufnahme (_O2max [l/min]) des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP
TWO) zum Messzeitpunkt T1 der 8- bis 10-jährigen.
6-Minuten-Lauf vs. rel_O2max
Abbildung 4-3 zeigt den Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6Minuten-Laufs und der relativen Sauerstoffaufnahme der Interventionsgruppe
des Programms CHILT II (StEP TWO) zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung (T1). Der Zusammenhang zwischen der Laufleistung und der
relativen Sauerstoffaufnahme beträgt r=0,827 (p≤0,001; s. Abb. 4-3).
52
Ergebnisse
50
T1 relVO2max [ml/min*kg]
45
40
35
r=0,827; p≤0,001
30
25
20
15
10
n=25
5
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-3: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
gewichtsspezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (rel_O2max [ml/min*kg]) der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum Messzeitpunkt T1.
Das Verhältnis von Laufleistung und relativer Sauerstoffaufnahme zum
Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung T2 (r=0,717; p≤0,05; n=11) ist in
Abbildung 4-4 dargestellt.
53
Ergebnisse
50
T2 rel VO2 [ml/min]
r=0,717; p≤0,05
40
30
20
10
n=11
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T2 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-4: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
gewichtsspezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (rel_O2max [ml/min*kg]) der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum Messzeitpunkt T2.
6-Minuten-Lauf vs. Leistung bei 4mmol/l Laktat
Ein hoher Zusammenhang besteht zwischen der Laufleistung im 6-MinutenLauf und der Wattleistung bei 4 mmol/l Laktat (n=8): r=0,747 (p≤0,001; s.
Abb. 4-5).
54
Ergebnisse
140
r=0,747, p≤0,001
T1 Laktat 4 [W]
120
100
80
60
40
n=8
20
0
600
700
800
900
1000
1100
1200
T1 6-min-Lauf [m]
Abb. 4-5: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
Leistung [W] bei einer Laktatkonzentration von 4 mmol/l des Untersuchungskollektivs CHILT
II (StEP TWO) zum Untersuchungszeitpunkt T1.
Im
Gegensatz
zur
Eingangsuntersuchung
stellt
sich
in
der
Abschlussuntersuchung kein Zusammenhang zwischen der Leistung bei
einer Laktatkonzentration von 4 mmol/l Laktat und der Laufleistung des 6Minuten-Laufs ein.
6-Minuten-Lauf vs. Leistung bei maximaler Laktatkonzentration
Zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs zeigt sich in Bezug auf die
Wattleistung auf dem Fahrradergometer zum Messzeitpunkt der maximalen
Laktatkonzentration (n=23) der Einganguntersuchung T1, so zeigt sich ein
mittlerer Zusammenhang von r=0,583 (p≤0,01; s. Abb. 4-6).
55
Ergebnisse
10
T1 Laktat max [mmol/l]
9
8
r=0,583, p≤0,01
7
6
5
4
3
2
n=23
1
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-min-Lauf [m]
Abb. 4-6: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
Leistung [W] bei maximale Laktatkonzentration des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP
TWO) zum Untersuchungszeitpunkt T1.
Der mittlere Zusammenhang bei der Eingangsuntersuchung T1 zwischen der
Laufleistung
des
6-Minuten-Laufs
und
der
Leistung
auf
dem
Fahrradergometer zum Messzeitpunkt der maximalen Laktatkonzentration (s.
Abb. 4-6) liegt zur Abschlussuntersuchung (T2) nicht mehr vor (r=0,067; n.
s.).
6-Minuten-Lauf vs. maximale Leistung
Zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der maximalen
Wattleistung der Probanden auf dem Fahrradergometer besteht ein mittlerer
Zusammenhang mit einem Korrelationskoeffizienten r=0,587 (p≤0,001, n=25;
s. Abb. 4-7).
56
Ergebnisse
200
175
150
T1 Watt max [W]
r=0,587; p=0,001
125
100
75
50
25
n=25
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-min-Lauf [m]
Abb. 4-7: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximalen Leistung [W] des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Untersuchungszeitpunkt T1.
Der hohe Zusammenhang zwischen der maximalen Wattleistung auf dem
Fahrradergometer und der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs bestätigt sich
zum Untersuchungszeitpunkt T2 nicht mehr: r=0,166 (n. s.) (n=17; s. Tab. 418).
6-Minuten-Lauf vs. gewichtspezifische Leistung
Ein geringer Zusammenhang findet sich beim Vergleich der Laufleistung des
6-Minuten-Laufs mit der relativen Wattleistung auf dem Fahrradergometer.
Abbildung 4-8 zeigt diesen Zusammenhang bei einer Stichprobe von n=17
mit r=0,433 (p≤0,05).
57
Ergebnisse
4
T1 Watt rel [W/kg]
r=0,433; p≤0,05
3
2
1
n=17
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-min-Lauf [m]
Abb. 4-8: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximaler Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Untersuchungszeitpunkt T1.
Zur Abschlussuntersuchung (n=17) zeigt sich zwischen der Laufleistung des
6-Minuten-Laufs und der relativen Wattleistung auf dem Fahrradergometer
mit
einem
Korrelationskoeffizienten
r=0,639
(p≤0,01)
ein
mittlerer
Zusammenhang (s. Abb. 4-9).
4
T2 rel Watt [W/kg]
r=0,639; p≤0,01
3
2
1
n=17
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T2 6-min-Lauf [m]
Abb. 4-9: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximaler Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Untersuchungszeitpunkt T2.
58
Ergebnisse
4.1.2 CHILT III
Tabelle 4-4 zeigt die Zusammenhänge zwischen der Laufleistung des 6Minuten-Laufs und den Daten der Spiroergometrie des CHILT III Kollektivs.
Da nur ein Proband der Kontrollgruppe beide Tests absolviert hat, wird dieser
Datensatz nicht berücksichtigt.
Zur Eingangsuntersuchung T1 ergeben sich signifikante Zusammenhänge
nur zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs mit der relativen
Sauerstoffaufnahme (r=0,419, p≤0,001), der maximalen Leistung (r=0,335,
p≤0,001), der relativen Leistung (r=0,481, p≤0,001) und der relativen
Leistung bei einer Laktatkonzentration von 2 mmol/l (r=0,612; p≤0,01).
Zum Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung T2 ergibt sich ausschließlich ein
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs mit der
maximalen Leistung (r=0,644, p≤0,05).
59
Ergebnisse
Tab. 4-4: Korrelation zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und den spiroergometrischen Parametern des Untersuchungskollektivs CHILT III für die Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2): maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max), relative maximale
Sauerstoffaufnahme (rel_O2max), Ruheherzfrequenz (HfRuhe), maximale Herzfrequenz
(Hfmax), maximale Leistung, relativen maximale Leistung, Leistung bei einer
Laktatkonzentration von 2mmol/l, relative Leistung bei einer Laktatkonzentration von
2mmol/l, Leistung bei einer Laktatkonzentration von 4mmol/l und relative Leistung bei einer
Laktatkonzentration
von
4mmol/l.
Dargestellt
als
Korrelationskoeffizient
(r),
Irrtumswahrscheinlichkeit (p) und Anzahl (n).
CHILT III
_O2max
relative _O2max
HfRuhe
Hfmax
maximale Leistung
relative
maximale
Leistung
Leistung2mmol/l
relative
Leistung2mmol/l
Leistung4mmol/l
relative
Leistung4mmol/l
IG
6-Minuten-Lauf
T1
r=0,280
p≤0,05
n=101
r=0,419
p≤0,001
n=101
r=-0,148
p=n.s.
n=104
r=0,075
p=n.s.
n=107
r=0,335
p≤0,001
n=106
r=0,481
p≤0,001
n=106
r=0,256
p=0,014
n=92
r=0,612
p≤0,01
n=17
T2
r=0,546
p=n.s.
n=11
r=0,284
p=n.s.
n=11
r=0,512
p=n.s.
n=13
r=0,269
p=n.s.
n=13
r=0,644
p≤0,05
n=13
r=-0,552
p=0,050
n=13
r=0,494
p=n. s.
n=13
---
r=0,304
p=0,016
n=62
r=0,168
p=n. s.
n=12
---
---
6-Minuten-Lauf vs. rel_O2max
Abbildung 4-10 stellt den Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6Minuten-Laufs und der relativen Sauerstoffaufnahme der Interventionsgruppe
des Untersuchungskollektivs CHILT III zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung T1 grafisch dar (r=0,419, p≤0,001)
60
T1 rel VO2 max [ml/min*kg]
Ergebnisse
40
35
r=0,419; p≤0,001
30
25
20
15
10
5
n=101
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-10: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
gewichtsspezifischen maximalen Sauerstoffaufnahme (rel_O2max [ml/min*kg]) der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT III zum Messzeitpunkt T1.
6-Minuten-Lauf vs. maximale Leistung
Einen geringen Zusammenhang findet man zwischen der Laufleistung des 6Minuten Laufs und der maximalen Leistung (r=0,335; p≤0,001) der
Interventionsgruppe
des
Untersuchungskollektivs
CHILT
III
zum
Messzeitpunkt T1 (s. Abb. 4-11).
61
Ergebnisse
250
r=0,335; p≤0,001
T1 maximale Leistung [W]
200
150
100
50
n=106
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-11: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximalen Leistung [W] der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT III zum
Messzeitpunkt T1.
Zum Zeitpunkt der Abschlussuntersuchung T2 findet sich ein mittlerer
Zusammenhang mit einem Korrelationskoeffizienten von r=0,644 (p≤0,05).
Die grafische Darstellung zeigt Abbildung 4-12.
62
Ergebnisse
250
r=0,644; p≤0,05
T2 maximale Leistung [W]
200
150
100
50
n=13
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T2 6-MinutenLauf [m]
Abb. 4-12: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
maximalen Leistung [W] der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT III zum
Messzeitpunkt T2.
6-Minuten-Lauf vs. relative Leistung
Die grafische Darstellung des Zusammenhangs der Laufleistung des 6Minuten-Laufs und der relativen Leistung der Interventionsgruppe des
Programms CHILT III zur Eingangsuntersuchung (r=0,481; p≤0,001) zeigt
Abbildung 4-13.
63
Ergebnisse
3
r=0,481; p≤0,001
T1 relative Leistung [W/kg]
2,5
2
1,5
1
0,5
n=106
0
0
200
400
600
800
1000
1200
T1 6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-13: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
relativen Leistung [W/kg] der Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT III
zum Messzeitpunkt T1.
6-Minuten-Lauf vs. relative Leistung bei 2 mmol/l Laktat
Für das gleiche Kollektiv (CHILT III) findet sich ein mittlerer Zusammenhang
zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der relativen Leistung
bei einer Laktatkonzentration von 2 mmol/l (r=0,612; p≤0,01). Die grafische
Darstellung zeigt Abbildung 4-14.
64
Ergebnisse
T1 rel Leistung bei 2 mmol/l Laktat [W/kg]
2
1,8
1,6
1,4
r=0,612; p≤0,01
1,2
1
0,8
0,6
0,4
n=17
0,2
0
0
200
400
600
800
1000
6-Minuten-Lauf [m]
Abb. 4-14: Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] und der
relativen Leistung [W/kg] bei einer Laktatkonzentration von 2 mmol/l der Interventionsgruppe
des Untersuchungskollektivs CHILT III zum Messzeitpunkt T1.
4.2
Interventionseffekte
Die Darstellung der Interventionseffekte hinsichtlich der anthropometrischen
und der motorischen Daten sowie der spiroergometrischen Leistungsdaten
erfolgt
jeweils
für
die
Interventions-
und
Kontrollgruppe.
Die
Leistungsdifferenz zwischen den beiden Messzeitpunkten (T2 minus T1) wird
als Delta (Δ) bezeichnet. Geschlechtsspezifische Unterschiede innerhalb der
IG und KG werden ausschließlich unter signifikanter Datenlage tabellarisch
aufgeführt.
65
Ergebnisse
4.2.1 Anthropometrischen Daten
4.2.1.1
CHILT II (StEP TWO)
Die Tabellen 4-5 bis 4-9 zeigen die anthropometrischen Daten des
Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- und
Kontrollgruppe im Vergleich der beiden Messzeitpunkte. Entwicklungsbedingt
verändern sich die anthropometrischen Parameter hoch signifikant im Verlauf
der Eingangs- (T1) zur Abschlussuntersuchung (T2).
Tab. 4-5: Alter des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG)
und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt
als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
Alter [Jahren]
IG
KG
T1
T2
x ±s
8,70 ± 1,26
9,48 ± 1,26
n
40
40
x ±s
8,47 ± 1,27
9,16 ± 1,25
n
145
145
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
Tab. 4-6: Größe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG)
und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt
als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
Größe [m]
IG
KG
T1
T2
x ±s
1,37 ± 0,10
1,42 ± 0,10
n
40
40
x ±s
1,36 ± 0,10
1,40 ± 0,09
n
145
145
Gruppenvergleich
n. s.
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
66
Ergebnisse
Tab. 4-7: Gewicht des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions(IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
Gewicht [kg]
IG
KG
T1
T2
x ±s
43,60 ± 10,20
46,89 ± 11,44
n
40
40
x ±s
40,80 ± 9,60
44,66 ± 10,72
n
145
145
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
Tab. 4-8: BMI des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als
Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
BMI [kg/m2]
IG
KG
T1
T2
x ±s
22,80 ± 3,60
23,08 ± 4,09
n
40
40
x ±s
21,80 ± 2,70
22,40 ± 3,07
n
145
145
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
Tab. 4-9: BMI-SDS des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions(IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
BMI-SDS
IG
KG
T1
T2
x ±s
1,99 ± 0,52
1,83 ± 0,59
n
40
40
x ±s
1,87 ± 0,41
1,82 ± 0,47
n
145
145
Gruppenvergleich
n. s.
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: p≤0,05
67
Ergebnisse
Der Unterschied der Differenz der anthropometrischen Daten zwischen der
Eingangs-
und
Abschlussuntersuchung
der
Interventions-
und
der
Kontrollgruppe des Programms CHILT II (StEP TWO) ist in Tabelle 4-10 der
Vollständigkeit halber dargestellt. Es findet sich nur beim alters- und
geschlechtskorrigierten BMI-SDS ein signifikanter Unterschied zwischen der
Interventions- und der Kontrollgruppe (p≤0,05).
Abbildung
4-15
zeigt
den
Verlauf
des
BMI-SDS
von
der
Eingangsuntersuchung T1 zur Abschlussuntersuchung T2 sowohl für die
Interventionsgruppe als auch für die Kontrollgruppe.
Tab. 4-10: Verlauf der anthropometrischen Daten (Δ T2-T1) des Untersuchungskollektivs
CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG). Dargestellt als
mittlere Differenz (Δ), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert).
Parameter
Alter [Jahren]
Größe [m]
Gewicht [kg]
BMI [kg]
BMI-SDS
Gruppe
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
n
Δ
40
145
40
145
40
145
40
145
40
145
s
1,23
1,20
0,04
0,04
3,32
4,01
0,27
0,66
-0,15
-0,05
p-Wert
0,29
0,31
0,01
0,02
2,90
2,44
1,32
1,16
0,26
0,27
n. s.
n. s.
n. s.
n. s.
≤0,05
68
Ergebnisse
2
Δ BMI-SDS: p≤0,05
1,95
BMI-SDS
1,9
IG
1,85
KG
1,8
1,75
1,7
T1
T2
Messzeitpunkt
Abb. 4-15: Verlauf des BMI-SDS zwischen Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwerte für die Interventionsgruppe (IG) und die Kontrollgruppe (KG).
4.2.1.2
CHILT III
Die anthropometrischen Daten des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- und Kontrollgruppe im Vergleich der beiden Messzeitpunkte
zeigen die Tabellen 4-11 bis 4-15. Entwicklungsbedingt verändern sich die
anthropometrischen Parameter hoch signifikant im Verlauf der Eingangs(T1) zur Abschlussuntersuchung (T2) (jeweils p≤0,001). Lediglich der BMI
und der BMI-SDS der Interventions- und der Kontrollgruppe weisen keinen
signifikanten Unterschied zwischen T1 und T2 auf.
69
Ergebnisse
Tab. 4-11: Alter des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als
Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
Alter [Jahren]
IG
KG
T1
T2
x ±s
11,53 ± 2,33
12,88 ± 2,22
n
23
23
x ±s
10,22 ± 2,05
11,32 ± 2,15
n
9
9
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
Tab. 4-12: Größe des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als
Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
Größe [m]
IG
KG
T1
T2
x ±s
1,58 ± 0,10
1,62 ± 0,09
n
23
23
x ±s
1,49 ± 0,13
1,53 ± 0,13
n
9
9
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
Tab. 4-13: Gewicht des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als
Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
Gewicht [kg]
IG
KG
T1
T2
x ±s
73,23 ± 16,65
75,32 ± 16,94
n
23
23
x ±s
64,48 ± 14,60
69,29 ± 15,04
n
9
9
Gruppenvergleich
n. s.
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: n. s.
70
Ergebnisse
Tab. 4-14: BMI des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als
Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
BMI [kg/m2]
IG
KG
T1
T2
Zeitpunktvergleich
x ±s
29,17 ± 3,95
28,58 ± 4,55
n
23
23
x ±s
28,40 ± 3,23
29,31 ± 3,50
n
9
9
n. s.
Gruppenvergleich
n. s.
n. s.
Interaktion: p≤0,05
Tab. 4-15: BMI-SDS des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und
Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als
Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus
für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
BMI-SDS
IG
KG
T1
T2
Zeitpunktvergleich
x ±s
2,43 ± 0,39
2,23 ± 0,53
n
23
23
x ±s
2,53 ± 0,48
2,58 ± 0,53
n
9
9
n. s.
Gruppenvergleich
n. s.
n. s.
Interaktion: p≤0,05
Der Unterschied der Differenz der anthropometrischen Daten zwischen der
Eingangs-
und
Abschlussuntersuchung
der
Interventions-
und
der
Kontrollgruppe des Programms CHILT III ist in Tabelle 4-16 dargestellt.
Tab. 4-16: Verlauf der anthropometrischen Daten (Δ T2-T1) des Untersuchungskollektivs
CHILT III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG). Dargestellt als mittlere Differenz
zwischen den Messzeitpunkten (Δ), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert).
Parameter
Alter [Jahren]
Größe [m]
Gewicht [kg]
BMI [kg/m2]
BMI-SDS
Gruppe
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
n
Δ
23
9
23
9
23
9
23
9
23
9
s
1,35
1,10
0,04
0,32
2,10
4,81
-0,59
0,91
-0,19
0,05
p-Wert
0,37
0,32
0,02
0,01
4,19
2,41
1,53
1,26
0,27
0,14
n. s.
n. s.
n. s.
≤ 0,05
≤ 0,001
71
Ergebnisse
Es finden sich nur Gruppenunterschiede zwischen Interventions- und
Kontrollgruppe beim BMI (p≤0,05) und insbesondere beim alters- und
geschlechtskorrigierten BMI-SDS (p≤0,001). Diese sind in Abbildung 4-16
und 4-17 dargestellt.
3,00
Δ BMI: p=≤0,05
2,50
BMI [kg/m2]
2,00
IG
1,50
KG
1,00
0,50
0,00
T1
T2
Messzeitpunkt
Abb. 4-16: Verlauf des BMI des Untersuchungskollektivs CHILT III zwischen Eingangs- (T1)
und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwerte für die Interventionsgruppe (IG)
und die Kontrollgruppe (KG).
3,00
Δ BMI-SDS: p=≤0,001
2,50
BMI-SDS
2,00
IG
1,50
KG
1,00
0,50
0,00
T1
T2
M esszeitpunkt
Abb. 4-17: Verlauf des BMI-SDS des Untersuchungskollektivs CHILT III zwischen Eingangs(T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwerte für die Interventionsgruppe
(IG) und die Kontrollgruppe (KG).
72
Ergebnisse
4.2.2 Laufleistung des 6-Minuten-Laufs
4.2.2.1
CHILT II (StEP TWO)
Die mehrfaktorielle Varianzanalyse mit Messwiederholung zeigt für das
Probandengut des Projekts CHILT II (StEP TWO) keine signifikante
Wechselwirkung zwischen den Messezeitpunkten (T1 und T2) und den
Untersuchungsgruppen (IG und KG). Die mittlere Laufleistung des 6Minuten-Laufs der Interventions- und Kontrollgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) ist in Tabelle 4-12 dargestellt. Für beide
Gruppen ergibt sich zwischen den Messzeitpunkten für die Laufleistung ein
signifikanter Unterschied.
Tab. 4-17: Laufleistung des 6-Minuten-Laufs des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP
TWO) der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s),
Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich
sowie die Interaktion der Haupteffekte.
6-Minuten-Lauf [m]
IG
x ±s
n
KG
x ±s
n
T1
T2
821,85
874,79
± 90,43
± 109,79
34
34
856,74
885,76
± 87,11
± 102,84
104
104
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
n. s.
Gruppenvergleich
Interaktion: n. s.
Tabelle 4-13 stellt die Differenz (Δ) der Laufleistung zwischen den beiden
Messzeitpunkten der Interventions- und der Kontrollgruppe dar. Es ergibt
sich
kein
signifikanter
Unterschied
zwischen
den
durchschnittlichen
Laufleistungen der beiden Gruppen.
73
Ergebnisse
Tab. 4-18: Verlauf der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] (Δ T2-T1) des
Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe
(KG). Dargestellt als mittlere Differenz (Δ), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau
(p-Wert).
Gruppe
IG
KG
6-Min-Lauf [m]
Vergleicht
n
man
die
Δ
34
104
mittlere
s
52,94
29,02
Laufleistung
p-Wert
90,08
80,39
von
Interventions-
n. s.
und
Kontrollgruppe zu den beiden Messezeitpunkten, ergibt sich ein signifikanter
Unterschied (p = 0,01) zu Beginn der Untersuchung (T1), der zur
Abschlussuntersuchung (n. s.) nicht mehr besteht (s. Abb. 4-16).
CHILT II 6-Minuten-Lauf
Laufstrecke [m]
900
Δ-Lauf: n. s.
880
n.s.
860
840
IG
KG
P≤0,01
820
IG
KG
800
n=34
n=104
780
t1
t2
Testzeitpunkt
Abb. 4-18: Interventionseffekt der mittleren Laufleistung des 6-Minuten-Laufs [m] der
Interventions- und der Kontrollgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO). IG
= Interventionsgruppe, KG = Kontrollgruppe, Δ-Lauf = Differenz der Laufleistung zwischen
den Testzeitpunkten.
4.2.2.2
Die
CHILT III
durchschnittliche
Laufleistung
beim
6-Minuten-Lauf
der
Untersuchungsteilnehmer des Programms CHILT III ist in Tabelle 4-14
dargestellt. Es findet sich ein signifikanter Unterschied der mittleren
Laufleistung zwischen der Eingangs- und Abschlussuntersuchung (p≤0,001).
74
Ergebnisse
Tab. 4-19: Laufleistung des 6-Minuten-Laufs des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventionsgruppe(IG). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s) und
Signifikanzniveau (p-Wert) zu den beiden Messzeitpunkten (T1 und T2).
6-Minuten-Lauf
Messzeitpunkt
T1
T2
IG (n=14)
s
x [m]
769,14
836,64
p-Wert
80,74
73,77
≤ 0,001
Im Projekt CHILT III existiert für den 6-Minuten-Lauf keine Kontrollgruppe, so
dass keine weitere statistische Betrachtung der Daten erfolgen kann.
4.2.3 Spiroergometrische Leistungsdaten
4.2.3.1
CHILT II (StEP TWO)
Tabelle 4-15 zeigt die Differenz der spiroergometrischen Leistungsdaten der
Interventionsgruppe des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) im
Vergleich der beiden Messzeitpunkte. Es zeigen sich ausschließlich
signifikante
Unterschiede
Ruheherzfrequenz
und
(p≤0,05)
der
hinsichtlich
maximalen
Leistung.
der
Die
Parameter
restlichen
spiroergometrischen Parameter weisen keine Unterschiede zwischen T1 und
T2 auf.
Eine Betrachtung der Kontrollgruppe (n=1) sowie die Wechselwirkung
zwischen den Messzeitpunkten und den beiden Gruppen entfällt aufgrund
der zu kleinen Stichprobe.
75
Ergebnisse
Tab. 4-20: Spiroergometrische Daten des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) der
Interventions- (IG) zu den Messzeitpunkten T1 und T2. Dargestellt als Mittelwert ( x ),
Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert).
Parameter
Messzeitpunkt
n
T1
T2
T1
T2
T1
T2
T1
T2
T1
T2
T1
T2
14
14
14
14
21
21
21
21
21
21
13
13
_O2max [l/min]
relative _O2max [ml/min*kg]
HfRuhe [S/min]
IG
Hfmax [S/min]
maximale Leistung [W]
relative maximale Leistung
[W/kg]
4.2.3.2
s
x
1,35
1,41
29,60
29,59
102,14
94,86
184,29
189,00
91,76
101,57
2,08
2,21
p-Wert
0,48
0,42
6,56
7,59
13,83
13,94
14,04
7,36
22,40
27,79
0,42
0,48
n. s.
n. s.
≤ 0,05
n. s.
≤ 0,05
n. s.
CHILT III
Die spiroergometrischen Daten des Untersuchungskollektivs CHILT III zeigen
die Tabellen 4-16 bis 4-21. Unterschiede zwischen den Messzeitpunkten
finden sich bei der Interventionsgruppe bei der maximalen (p≤0,01) und der
relativen (p≤0,01) Sauerstoffaufnahme, der Ruheherzfrequenz (p≤0,05)
sowie bei der maximalen (p≤0,001) und der relativen (p≤0,05) Leistung.
Innerhalb der Kontrollgruppe zeigen sich Unterschiede zwischen den
Untersuchungszeitpunkten bei der Ruheherzfrequenz (p≤0,05) und der
maximalen Leistung (p≤0,001). Alle anderen Parameter weisen keine
signifikanten
Unterschiede
zwischen
der
Eingangs-
und
der
Abschlussuntersuchung auf.
Tab. 4-21: Maximale Sauerstoffaufnahme (_O2max) des Untersuchungskollektivs CHILT
III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und
Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s),
Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich
sowie die Interaktion der Haupteffekte.
_O2max [l/min]
IG
x
KG
x
±s
n
±s
n
Gruppenvergleich
T1
T2
1,83 ± 0,57
2,17 ± 0,29
15
15
1,73 ± 0,57
1,78 ± 0,46
5
5
n. s.
Zeitpunktvergleich
p≤0,01
n. s.
Interaktion: n. s.
76
Ergebnisse
Tab. 4-22: Relative maximale Sauerstoffaufnahme (relative _O2max) des
Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur
Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ),
Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die Signifikanzniveaus für den
Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der Haupteffekte.
relative _O2max
T1
T2
x ±s
26,40 ± 5,73
31,12 ± 3,95
n
15
15
x ±s
25,21 ± 4,06
25,51 ± 4,83
n
5
5
[ml/min*kg]
IG
KG
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
p≤0,01
n. s.
Interaktion: n. s.
Tab. 4-23: Ruheherzfrequenz (HfRuhe) des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung
(T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
HfRuhe [S/min]
IG
KG
T1
T2
x ±s
83,80 ± 11,34
79,20 ± 13,32
n
20
20
x ±s
91,00 ± 14,14
79,38 ± 21,20
n
8
8
Gruppenvergleich
n. s.
Zeitpunktvergleich
p≤0,05
p≤0,05
Interaktion: n. s.
77
Ergebnisse
Tab. 4-24: Maximale Herzfrequenz (Hfmax) des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung
(T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
Hfmax [S/min]
IG
x ±s
n
KG
x ±s
n
T1
T2
177,50
184,20
± 16,84
± 9,62
20
20
193,25 ±
182,00
12,50
± 9,65
8
8
n. s.
Gruppenvergleich
Zeitpunktvergleich
n. s.
n. s.
Interaktion: p≤0,05
Tab. 4-25: Maximale Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT III der Interventions(IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung (T2).
Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
max. Leistung [W]
IG
x ±s
n
KG
x ±s
n
Gruppenvergleich
T1
T2
123,75
152,35
± 33,90
± 31,54
20
20
115,88
121,63
± 30,82
± 25,22
8
8
n. s.
Zeitpunktvergleich
p≤0,001
p≤0,001
Interaktion: p≤0,05
78
Ergebnisse
Tab. 4-26: Relative maximale Leistung des Untersuchungskollektivs CHILT III der
Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG) zur Eingangs- (T1) und Abschlussuntersuchung
(T2). Dargestellt als Mittelwert ( x ), Standardabweichung (s), Stichprobengröße (n) sowie die
Signifikanzniveaus für den Zeitpunkt- und Gruppenvergleich sowie die Interaktion der
Haupteffekte.
relative max.
T1
T2
x ±s
1,76 ± 0,36
2,11 ± 0,31
n
19
19
x ±s
1,81 ± 0,31
1,80 ± 0,25
n
8
8
Leistung [W/kg]
IG
KG
n. s.
Gruppenvergleich
Tabelle
4-29
stellt
den
Unterschied
Zeitpunktvergleich
p≤0,05
n. s.
Interaktion: n. s.
zwischen
der
Differenz
der
spiroergometrischen Leistungsdaten zwischen Eingangs- und Abschlussuntersuchung dar. Signifikante Unterschiede finden sich nur bei der
maximalen Herzfrequenz (p≤0,05) und der maximalen Leistung (p≤0,05).
Tab. 4-27: Verlauf der spiroergometrischen Daten (Δ T2-T1) des Untersuchungskollektivs
CHILT III der Interventions- (IG) und Kontrollgruppe (KG). Dargestellt als mittlere Differenz
(Δ), Standardabweichung (s) und Signifikanzniveau (p-Wert).
Parameter
_O2max [l/min]
relative _O2max [ml/min*kg]
HfRuhe [S/min]
Hfmax [S/min]
maximale Leistung [W]
relative maximale Leistung
[W/kg]
Gruppe
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
IG
KG
n
15
5
15
5
20
8
20
8
20
8
19
8
Δ
0,34
0,05
4,71
0,30
-4,60
-11,63
6,70
-11,25
28,60
5,75
0,35
-0,01
s
0,39
0,25
5,82
3,60
14,70
19,11
16,36
14,92
24,92
16,10
0,54
0,34
p-Wert
n. s.
n. s.
n. s.
≤ 0,05
≤ 0,05
n. s.
79
Diskussion
5
Diskussion
Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Überprüfung des 6-MinutenLaufs
als
Instrument
zur
Erfassung
der
kardiopulmonalen
Ausdauerleistungsfähigkeit bei übergewichtigen und adipösen Kindern und
Jugendlichen
zum
einen
durch
eine
Gegenüberstellung
mit
spiroergometrischen Daten, zum anderen im Sinne einer Erfolgskontrolle in
ambulanten Schulungseinrichtungen. Weiterhin werden im Rahmen der
einjährigen interdisziplinären Intervention die Effekte hinsichtlich der
anthropometrischen Daten sowie der Ausdauerleistungsfähigkeit untersucht.
Im Folgenden werden die in Kapitel 3 und 4 dargestellten Methoden und
Ergebnisse in Bezug zu den in Kapitel 2.1 und 2.2 formulierten Hypothesen
und den vorliegenden Ergebnissen aus der Literatur diskutiert.
5.1
Diskussion der Methoden
Belastungsuntersuchungen werden bei Kindern und Jugendlichen ebenso
wie
bei
Erwachsenen
unter
verschiedenen
medizinischen
oder
trainingswissenschaftlichen Fragestellungen durchgeführt. Das Hauptziel
einer solchen Belastungsuntersuchung ist die objektive Messung der
Ausdauerleistungsfähigkeit (LAWRENZ und HEBESTREIT, 2002). In der
Literatur
lassen
sich
laufbandergometrischer
eine
Reihe
Stufentests
verschiedener
finden,
die
fahrrad-
bzw.
sich
als
Belastungsuntersuchung für Erwachsene etabliert haben (HOLLMANN et al.,
2006). Für Kinder liegen modifizierte Fahrrad- und Laufbandtests vor (vgl.
BAR-OR, 1986; ROST und HOLLMANN, 1982). In der vorliegenden
Untersuchung wurde die Fahrradspiroergometrie (vgl. Kap. 3.2.4) als
Messverfahren genutzt und als Vergleichsmethode zum 6-Minuten-Lauf
eingesetzt. Die verschiedenen Belastungsprotokolle für Kinder werden in
Kapitel 5.1.1.1 diskutiert.
80
Diskussion
5.1.1 Ergometrische Verfahren
In nahezu allen Altersklassen hat sich die Fahrradergometrie hat sich als
ökonomisches
Testverfahren
durchgesetzt.
Fahrradergometrische
Belastungsuntersuchungen können bei Kindern etwa ab dem fünften
Lebensjahr und einer Körpergröße von 105 cm durchgeführt werden
(LAWRENZ und HEBESTREIT, 2002). Die modernen Ergometer sind
transportabel, so dass sie auch in Schulen eingesetzt werden können. Sie
lassen sich entsprechend der Körpergröße der Kinder individuell einstellen.
Der Vorteil der Fahrradergometrie ist die exakte Dosierbarkeit und
Reproduzierbarkeit der Belastung (DORDEL, 2007; ROST und HOLLMANN,
1982). Weiterhin bietet das Fahrradergometer den Vorteil der relativ ruhigen
Oberkörperposition des Probanden, die während der Belastung eine einfache
EKG-Registrierung und eine einfache Messung des Blutdrucks sowie – wenn
erforderlich - eine Blutentnahme am Ohr ohne Unterbrechung zwischen den
einzelnen Belastungsstufen ermöglicht. Gerade unter der Berücksichtigung
von Sicherheitsfaktoren spielen die o.g. Punkte eine wesentliche Rolle, die
eine rechtzeitige Beendigung der Untersuchung beim Auftreten von
Abbruchkriterien
(s.
Kap.
3.2.4.1)
gewährleisten
(LAWRENZ
und
HEBESTREIT, 2002; ROST und HOLLMANN, 1982). Da die körperliche
Belastung im Sitzen ausgeführt wird, ist das Körpergewicht der Probanden
als leistungsbegrenzender Faktor weitgehend ausgeschaltet, im Gegenteil,
ein höheres Gewicht ist im Rahmen der Fahrradergometrie eher von Vorteil.
Dies ist insbesondere bei übergewichtigen und adipösen Personen zu
beachten und erfordert daher die Relativierung der Ergebnisse auf das
Körpergewicht (DORDEL, 2007).
Die Spiroergometrie als Messmethode zur Ermittlung der maximalen
Sauerstoffaufnahme hat hinsichtlich ihrer besseren Standardisierung eine
höhere Aussagekraft als die sportmotorischen Testverfahren (KLIMT, 1992)
und stellt damit, ebenso wie für Erwachsene, auch für das KindesJugendalter
den
„Goldstandard“
für
die
kardiopulmonale
Belastungsuntersuchung dar (HOLLMANN et al., 2006). Durch die Erfassung
der
kardiopulmonalen
Parameter
während
der
spiroergometrischen
81
Diskussion
Untersuchung lassen sich neben der Erhebung von Herzkreislauf- und
Atmungsparametern auch Rückschlüsse auf mögliche kardiale Erkrankungen
ziehen (HOLLMANN et al., 2006).
Allerdings wird für das Kindes- und Jugendalter die Fahrradergometrie nicht
unkritisch gesehen. Das entscheidende Argument gegen die Nutzung des
Fahrradergometers bei Probanden im Kindes- und Jugendalter ist die
frühzeitige lokale Ermüdung der Beinmuskulatur, insbesondere des Musculus
quadriceps
femoris,
auf
dem
die
Hauptbeanspruchung
bei
der
fahrradergometrischen Untersuchung liegt (LAWRENZ und HEBESTREIT,
2002). Diese hohe Beanspruchung der Muskulatur in den unteren
Extremitäten kann sich bei Kindern, die im Radfahren noch wenig geübt sind
oder bei denen aufgrund ihres jungen Lebensalters die Muskulatur noch nicht
ausreichend
entwickelt
ist,
ungünstig
auf
das
gemessene
Leistungsvermögen auswirken. In diesen Fällen wird die gewünschte
kardiopulmonale
und
metabolische
Ausbelastung
nicht
erreicht.
Die
muskuläre Ermüdung der Beine wird stattdessen zum leistungslimitierenden
Faktor, ohne dass die Herzkreislauf-Atmungsaktivität vollständig erfasst
werden kann (vgl. ROWLAND, 1993; BAR-OR, 1986). Nach LAWRENZ und
HEBESTREIT (2002) ist dieses Problem ab dem fünften Lebensjahr aber
nicht
weiter
existent
und
damit
für
die
Probanden
mit
einem
Durchschnittsalter von 8,2 Jahren im Projekt CHILT II (StEP TWO) und 12,3
Jahren für das Projekt CHILT III eliminiert.
5.1.1.1
Für
die
Belastungsprogramme
Fahrradergometrie
existiert
eine
Vielzahl
verschiedener
Belastungsprogramme, die sich aus den unterschiedlichsten Fragestellungen
ergeben (LAWRENZ und HEBESTREIT, 2002). Die Anforderungen an die
Belastungsuntersuchung
entstammen
den
verschiedensten
Betrachtungsweisen, wie der koronaren Diagnostik, der Arbeitsmedizin oder
der Sportmedizin, so dass
sich für die unterschiedlichen Sparten
entsprechende Belastungsprogramme ergeben (ROST et al., 1996).
82
Diskussion
Dabei sollten jedoch bei der Auswahl der entsprechenden Protokolle für
Kinder und Jugendliche folgende Aspekte berücksichtigt werden (ROWLAND,
1993):
ƒ
Kinder besitzen nur eine begrenzte Konzentrationsfähigkeit, so dass
nicht zu viele Belastungsstufen gewählt werden sollten.
ƒ
Das Programm muss für die Parameter Größe, Gewicht und
Leistungsfähigkeit ein breites Spektrum zulassen, da diese bei
Kindern noch stark variieren.
ƒ
Eine
Beeinträchtigung
der
Ausdauerleistungsfähigkeit
Erfassung
durch
eine
der
kardiopulmonalen
frühzeitige
muskuläre
Ermüdung muss vermieden werden.
ƒ
Eine
gute
Erfassung
aller
Messparameter
muss
auf
allen
Belastungsstufen gewährleistet sein.
Die o.g. Kriterien werden in der vorliegenden Untersuchung berücksichtigt
(vgl. Kap. 3.2.4). In der Praxis finden verschiedene Testprotokolle
Anwendung.
Die meisten Untersucher favorisieren wie bereits in Kapitel 3.2.4 beschrieben
ein gewichtsbezogenes Belastungsschema mit 0,5 W/kg Körpergewicht und
einer Steigerung der Belastung alle 2 bzw. 3 Minuten (KLEMT, 1988; ROST
und HOLLMANN, 1982).
Mit der Wahl des gewichtsbezogenen Belastungsprotokolls nach LAWRENZ
und HEBESTREIT (2002) wird den Aspekten von ROWLAND (1993)
Rechnung getragen. Denn dieses gewichtsbezogene Belastungsprotokoll
bietet
den
Körpergewichts
Vorteil,
einen
trotz
wachstumsbedingter
guten
intraindividuellen
Veränderung
des
Vergleich
bei
Verlaufskontrollen zu gewährleisten. Gerade für chronisch kranke Kinder mit
deutlich eingeschränkter Leistungsfähigkeit, wie in der vorliegenden
Untersuchung, sind Belastungsstufen von mehr als 0,5 W/kg Körpergewicht
sehr hoch gewählt. Deshalb stellt das o. g. Protokoll für das vorliegende
83
Diskussion
Untersuchungsgut das Belastungsschema der Wahl dar (LAWRENZ und
HEBESTREIT, 2002).
Der entscheidende Nachteil von Belastungsprotokollen, die sich am
Körpergewicht orientieren, besteht darin, dass übergewichtige und adipöse
Kinder in Relation zu ihrer Muskelmasse höher belastet und ungünstiger
bewertet werden als normalgewichtige Kinder. Dies lässt sich durch die
Einführung eines längenbezogenen Referenzgewichts beheben (LAWRENZ
und HEBESTREIT, 2002; s. Kap. 3.2.4); dennoch können dadurch bei
adipösen
Kindern
bereits
für
ihr
Leistungsvermögen
sehr
hohe
Belastungsstufen entstehen.
5.1.1.2
Laktatbestimmung
Neben der Leistung in Watt oder Watt pro Kilogramm Körpergewicht spiegelt
die Laktatbestimmung die energetische Situation des Probanden wider
(HOLLMANN
und
STRÜDER,
2009;
ROST
und
HOLLMANN,
1982).
Grundsätzlich erreichen Kinder eine weniger hohe Milchsäurekonzentration
als Erwachsene. Die anaerobe Ausbelastbarkeit von Kindern ist demnach
geringer. Nach KULLMER et al. (1987) können bereits Laktatkonzentrationen
von 5 mmol/l eine metabolische Ausbelastung bedeuten, was von den
Autoren auf eine eventuell verminderte Enzymaktivität zurückzuführen ist.
Danach sind Kinder weniger in der Lage, ihre Leistung nach Erreichen der
maximalen aeroben Leistungsfähigkeit durch zusätzliche Laktatproduktion
noch zu steigern (BAR-OR, 1986). Die anaerobe maximale Leistung ist
jedoch sowohl bei absoluter als auch bei relativer Betrachtung in Bezug zum
Körpergewicht, zum Quadrat der Körperlänge oder zur fettfreien Masse
eingeschränkt (BAR-OR, 1986). Bei Kindern beträgt die Aktivität des Enzyms
Phosphofruktokinase (PFK) im Vergleich zu Personen in der dritten
Lebensdekade nur etwa 40 Prozent. Dadurch erklärt sich auch die sehr
niedrige anaerobe Kapazität im Kindes- und frühen Jugendalter und der
damit verbundene niedrige maximale Laktatspiegel, da die PFK das
leistungsbegrenzende Enzym innerhalb der Glykolyse darstellt (HOLLMANN
84
Diskussion
und STRÜDER, 2009). Untersuchungen des maximalen Laktat-steady-states
bei Kindern und Jugendlichen von HECK (1990) und SIMON et al. (1981)
zeigen dagegen, dass kein signifikanter Unterschied bzgl. der aerobanaeroben Schwelle zwischen Kindern und Erwachsenen besteht.
Bisher
liegt
keine
aussagekräftige
Längsschnittsuntersuchung
zur
Laktatproduktion bei maximaler Ausbelastung vor dem Hintergrund des
biologischen Wachstums oder dem chronologischen Alter von Kindern vor
(ROWLAND,
2005).
Die
vorliegenden
Untersuchungen
sind
Querschnittsstudien, die in den meisten Fällen eine begrenzte Altersspanne
wiedergeben (PFITZINGER und FREEDSON, 1997) und damit keine
Rückschlüsse
über
die
Entwicklung
der
anaeroben-laktaziden
Energiebereitstellung im Altersgang geben (WELSMAN und ARMSTRONG,
1998).
Dennoch
lässt
sich
rückschließen,
dass
die
maximale
Laktatkonzentration bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter
ansteigt, während die maximale Laktatkonzentration bei Kindern aber immer
noch deutlich unter der von Erwachsenen liegt (ROWLAND, 2005). Dieses
Phänomen zeigt sich ebenfalls bei Betrachtung der Laktatwerte in der
vorliegenden Studie bei übergewichtigen und adipösen Kindern und
Jugendlichen.
So
erreichen
die
Interventionskinder
der
Untersuchungsgruppe CHILT II (StEP TWO) einen maximalen Laktatwert bei
T1 (n=23) von durchschnittlich 4,6 mmol/l und bei T2 (n=17) 4,9 mmol/l. Für
die Untersuchungsgruppe CHILT III ergibt sich durchschnittlich ein maximaler
Laktatwert
bei
T1
(n=111)
von
ebenfalls
4,6
mmol/l
und
zur
Abschlussuntersuchung T2 (n=20) von 5,9 mmol/l. Dies entspricht den oben
bereits genannten Querschnittsuntersuchungen von PFITZINGER und
FREEDSON (1997) bei normalgewichtigen Kindern und Jugendlichen.
5.1.2 Sportmotorische Verfahren
Zur Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen
geben verschiedene sportpraktische Beurteilungsverfahren Auskunft über die
Leistungsfähigkeit
des
Herz-Kreislauf-Atmungs-Systems.
Diese
85
Diskussion
sportpraktischen Verfahren finden vor allem im Sportunterricht Anwendung,
da sie ohne größeren apparativen Aufwand auskommen (DORDEL, 2007).
Am häufigsten wird der Cooper-Test
eingesetzt (COOPER, 1970). Dabei
absolvieren die Probanden einen Dauerlauf über 12 Minuten und die jeweils
zurückgelegte Strecke wird gemessen. Sie gibt Aufschluss über den Grad
der aktuellen Fitness. Als Ergebnis umfangreicher Untersuchungen von
Cooper sind Normwerte entstanden, die die zurückgelegte Laufstrecke in
Leistungskategorien
einordnen
und
eine
Aussage
über
den
Sauerstoffverbrauch zulassen (vgl. BÖS, 2001). Nach dem gleichen Prinzip
wie der Cooper-Test arbeitet auch der in dieser Untersuchung durchgeführte
6-Minuten-Lauf
nach
BECK
und
BÖS
(1995).
Obwohl
sich
bei
übergewichtigen Erwachsenen der 6-Minuten-Gehtest etabliert hat (LI et al.,
2007), wird in der vorliegenden Arbeit der 6-Minuten-Lauf favorisiert, um eine
kardiopulmonale Ausbelastung zu erzielen, die Möglichkeit des Gehens aber
weiter bestehen blieb. Eine ausführliche Beschreibung des 6-Minuten-Laufs
findet sich in Kapitel 3.2.2.
Auch wenn sich die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit bei Kindern und
Jugendlichen
wesentlich
differenzierter
über
spiroergometrische
Testverfahren im Labor bestimmen lässt, so stellen sportmotorische Tests
wie
der
6-Minuten-Lauf
aufgrund
ihrer
hohen
Korrelation
mit
den
labordiagnostischen Verfahren geeignete Messverfahren zur Bestimmung
der aeroben Kapazität dar (BECK und BÖS, 1995). BÖS und MECHLING
(1983) bestätigen dem 6-Minuten-Lauf
im Vergleich zu erhobenen
Laborparametern mit einem Korrelationskoeffizienten von r=0,917 eine sehr
hohe Konstruktvalidität. Im Hinblick auf das übergewichtige und adipöse
Probandengut in der vorliegenden Studie können FAUDE et al. (2004) zudem
in allen Gewichtsklassen eine hohe Korrelation zur fahrradergometrischen
Belastungsuntersuchung feststellen, die unter den Belastungsverfahren als
Maßstab für Validität und Reproduzierbarkeit gilt (HOLLMANN und STRÜDER,
2009).
Das Stufensteigen wie es von RUSCH und IRRGANG (1994) im MünchenerFitnesstest genutzt wird, um den Trainingszustand und die kardiale
86
Diskussion
Belastungsreaktion der Probanden einschätzen zu können, wird in der
vorliegenden Studie als Messverfahren abgelehnt. Das maßgebliche
Ausschlusskriterium für das Stufensteigen liegt in der Belastungsform
begründet: so wird durch diese Testform weniger die allgemeine aerobe als
vielmehr die anaerobe Ausdauerleistungsfähigkeit bestimmt (FAUDE et al.,
2004). Darüber hinaus ist die Reproduzierbarkeit dieser Testaufgabe deutlich
eingeschränkt.
Eine
sichere
und
valide
Bestimmung
der
aeroben
Ausdauerleistungsfähigkeit anhand des Stufensteigens ist daher nicht
gegeben (ebd.).
Als weiterer sportmotorischer Test bietet sich der Shuttle-Run-Test an, der
ebenso wie der 6-Minuten-Lauf mit größeren Schülergruppen gut realisierbar
ist. LEGER et al. (1988) stellen einen hohen Zusammenhang zwischen dieser
Testform und der maximalen Sauerstoffaufnahme bei Kindern fest. BÖS und
MECHLING
(1983)
können
bei
diesem
Testverfahren
eine
hohen
Zusammenhang (r=0,88) zwischen dem 6-Minuten-Lauf und dem ShuttleRun-Test feststellen. Gegen den Shuttle-Run-Test spricht letztendlich die
nicht vorgegebene Einschränkung der Geschwindigkeit während des Laufs,
so dass zwischendurch kurze Strecken auch von den Probanden gegangen
werden konnten, was dann nicht mehr einer gleichmäßigen aeroben
Ausdauerbelastung entspricht.
Das grundlegende Problem solcher Ausdauerbelastungen ist, dass Kinder in
der Regel ein nur sehr gering ausgeprägtes Zeit- und Tempogefühl besitzen.
Häufig gehen sie eine Dauerbelastung zu schnell an, was durch den
Wettkampfcharakter, der durch den gemeinsamen Start in der Gruppe
bedingt ist, zusätzlich verstärkt wird (DORDEL, 2007). WEINECK (2000) stellt
an dieser Stelle die Validität des 6-Minuten-Laufs in Frage, weil so nicht mehr
eine reine aerobe Ausdauerbelastung stattfindet, sondern eine Mischform
aus aeroben und anaeroben Stoffwechsel gemessen wird.
Um diesen Test in der Grundschule durchzuführen, bedarf es einer
intensiven Instruktion der Probanden hinsichtlich der Testdauer und des
gleichmäßig zu laufenden Tempos (s. Kap. 3.2.2). Das Lauftempo darf frei
87
Diskussion
gestaltet werden. Auch Gehen ist zwischendurch erlaubt. Kindern mit gut
entwickeltem Zeit- und Tempogefühl bereitet der Test in der Regel keine
Schwierigkeiten (DORDEL, 2007).
Unter der Berücksichtigung möglicher Störfaktoren gilt der 6-Minuten-Lauf als
adäquates Testverfahren zur Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit von
Schulkindern; denn die Hauptgütekriterien der Objektivität sowie der
Reliabilität werden beim 6-Minuten-Lauf ausreichend erfüllt (BÖS und
MECHLING, 1983). Der Test lässt sich bei geringem Material- und
Zeitaufwand einfach durchführen und beinhaltet mit einem zeitlichen Umfang
von sechs Minuten eine ausreichende Ausdauerbelastung. Er eignet sich
durch seine ökonomische Anwendung sehr für den Einsatz im Unterricht
(DORDEL, 2007; FUHRMANN und SCHUSTER, 1989).
Die Objektivität hinsichtlich der Auswertungs- und Interpretationsobjektivität
des 6-Minuten-Laufs gilt als sehr hoch. BÖS und MECHLING (1983) führten
nach acht Tagen einen Retest mit 20 Schülern durch und es ergab sich ein
Reliabilitätskoeffizient von r=0,87. Die Retest-Zuverlässigkeit wurde in acht
Untersuchungen mit einem mittleren Reliabilitätskoeffizienten von r=0,90
bestätigt (SAFRIT, 1973).
Insgesamt stellt somit der 6-Minuten-Lauf ein standardisiertes und valides
Testverfahren zur Erfassung der Ausdauer dar (GRAF et al., 2004). Die
hierfür notwendigen Bedingungen zur standardisierten Durchführung sind
zum einen personell (durch geschultes Testpersonal) und zum anderen
strukturell bzw. organisatorisch (durch das in jeder Sporthalle vorhandene
Volleyballfeld) gewährleistet (s. Kap. 3.2.2). Zur Qualitätssicherung bei der
Durchführung des 6-Minuten-Laufs, werden entsprechend den Vorgaben des
Testmanuals des Dordel-Koch-Tests maximal zwölf Teilnehmer pro Lauf
zugelassen. Verteilt auf die vier Ecken des Volleyballfeldes wird zum einen
das Starterfeld für den Lauf auseinandergezogen und den vier Testhelfern je
drei Probanden zugeteilt. Durch diese Organisationsform werden Unfälle
bzw. ein aufkommender Wettkampfcharakter vermieden (DORDEL und
KOCH, 2004).
88
Diskussion
Das Ergebnis dieser Arbeit hinsichtlich der Gültigkeit des 6-Minuten-Laufs als
Maß für die Ausdauerleistungsfähigkeit übergewichtiger und adipöser Kinder
wird in Kapitel 5.3 diskutiert.
5.2
Diskussion der Intervention
Angesichts
des
zunehmenden
Bewegungsmangels
im
Kindes-
und
Jugendalter und der daraus resultierenden Zunahme an Übergewicht und
Adipositas mit den assoziierten Herzkreislauf- und Bewegungsfunktionsstörungen erlangen Maßnahmen zur Erweiterung des Verständnisses der
Wirkzusammenhänge
von
Sportpartizipation,
motorischen
Basis-
kompetenzen, Belastungsintensität und Gewichtsstatus eine aus präventivmedizinischer Sicht besondere Bedeutung (BERG et al., 2004; GRAF et al.,
2004). Im Folgenden sollen jedoch nur ausgewählte Aspekte diskutiert
werden, da der 6-Minuten-Lauf als Überprüfungsinstrument im Fokus dieser
Arbeit steht.
CHILT II (StEP TWO)
Die Prävention von Übergewicht und Adipositas ist neben dem Aspekt der
Fehlernährung und damit einer notwendigen Ernährungsmodifikation sehr
eng mit der Vermeidung von körperlicher Aktivität verbunden. Das
übergeordnete Ziel dieser Intervention ist es, bei den Grundschulkindern
unter Einbeziehung ihrer Umfelder Eltern / Familie, Schule und Freizeit das
Bewusstsein für eine gesund erhaltende Lebensführung zu schaffen. Darauf
aufbauend sollen gegenwärtige Ernährungs- und Bewegungsmuster so
verändert
werden,
dass
durch
ein
gesundheitsförderndes
Verhalten
langfristig eine Gewichtsnormalisierung und -stabilisierung sichergestellt
werden kann. Die Inhalte für die Programme CHILT II (StEP TWO) und
CHILT III werden deshalb an die Leitlinien zur Diagnostik, Therapie und
Prävention der kindlichen Adipositas der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im
Kindes- und Jugendalter angelehnt (vgl. AGA, 2004). Gemäß der
Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (OptimiX) sowie
89
Diskussion
des
AID
(Kindergesundheitspyramide)
(KGAS,
2004)
wurde
in
der
vorliegenden Untersuchung gemeinsam mit den Kindern das Essen
vorbereitet, gekocht und eingenommen. Die praktischen Bausteine zur
Ernährungsmodifikation werden in CHILT II (StEP TWO) aufgegriffen und
durch Ökotrophologen gemeinsam mit den Kindern umgesetzt (vgl. Kap.
1.4.1).
Das sich anschließende Sportprogramm zielt neben der Verbesserung der
motorischen Leistungsfähigkeit auch auf die gesteigerte Freude an der
Bewegung und die Übertragung in die Freizeit und den Alltag ab. Zur
besseren Übertragbarkeit bzw. zur verstärkten Integration von körperlicher
Aktivität in den Alltag dient die Kinderbewegungspyramide des AID (s. Abb.
1-7). Sie teilt die tägliche Bewegungszeit in „Portionen“ ein, ähnlich der
Ernährungspyramide für Kinder (s. Abb. 1-6) (STACHOW, et al. 2004;
MANNHARDT, 2003). Die Kinderbewegungspyramide ist im Rahmen des
CHILT-Projekts gemeinsam mit Eltern und Kindern entwickelt worden. Ihr
Ziel ist es, durch eine kind- und familiengerechte Gestaltung Kinder zu
aktivieren und zu mehr Bewegung zu motivieren (GRAF et al., 2005e).
CHILT III
Das Projekt CHILT III setzt sich als Therapie-Programm von CHILT I und
CHILT II (StEP TWO) ab und richtet sich gezielt an adipöse Kinder und
Jugendliche. Angepasst an die Empfehlungen der Konsensusgruppe
Adipositas im Kindesalter (KGAS, 2004), orientieren sich die Inhalte der
Intervention an den Interventionsmaßnahmen des StEP TWO Programms.
Als zusätzliches Schulungsmaterial dienen die Unterrichtseinheiten der
CHILT I- und II-Projekte (GRAF et al., 2005d; GRAF, 2003).
Eine Kontrolle der Maßnahmen wird über die wöchentliche ärztliche
Sprechstunde, die als Einzelgespräch stattfindet, gewährleistet. Ergänzt wird
dies durch die sich anschließende Ernährungsberatung, die im Wechsel in
Gruppengesprächen mit einem Psychologen, sowohl für die Kinder als auch
für die Eltern, stattfindet.
90
Diskussion
Das Sportprogramm findet zweimal wöchentlich an der Deutschen
Sporthochschule Köln statt (vgl. Kap. 1.4.1). Geleitet von erfahrenen DiplomSportwissenschaftlern wird hierbei auf die individuelle Förderung von
Koordination, Ausdauer und Kraft Wert gelegt. Wie auch im Projekt CHILT II
(StEP TWO) wird als Schwerpunkt der sportmotorischen Intervention
besonderer Wert auf die Vermittlung von Bewegungsfreude gelegt, die die
Grundlage für die Übertragung der körperlichen Aktivität in den kindlichen
Alltag bildet. Gegen Ende des Programms werden die Kinder und Familien
bei der Suche nach geeigneten Sportvereinen beraten und unterstützt. Sport
bzw. körperliche Aktivität sind grundlegende Bestandteile einer jeden
Adipositastherapie, da übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche
per se unter Bewegungsmangel leiden und dieser wesentlich an der
Entstehung der Adipositas beteiligt ist (WOWERIES, 2004). Der Sport bietet
hier die Möglichkeit, den Energieumsatz zu steigern. Durch die vermehrte
körperliche Aktivität erhöht sich der Anteil des Muskelgewebes an der
Gesamtkörpermasse und führt dadurch zu einem gesteigerten Grundumsatz
sowie
zu
einem
erhöhten
Energieverbrauch
und
damit
zu
einer
Gewichtsabnahme (KAMPER und LAWRENZ, 2002).
BRETTMANN et al. (2005) konnten zeigen, dass bei Schülern der
Jahrgangsstufen fünf bis sieben die Anzahl der in der Freizeit aktiven Kinder
und Jugendlichen bei Normalgewichtigen (89%) etwa gleich groß ist wie bei
den Übergewichtigen (83%). Auffällig ist aber, dass sich die Normalgewichtigen pro Woche deutlich mehr bewegen (5,3 Std./Woche vs. 3,2
Std./Woche) als ihre übergewichtigen Altersgenossen. Dabei gaben die
Übergewichtigen an, während ihres Sporttreibens (sowohl in der Schule als
auch im Verein) keine oder nur leichte Anstrengung zu verspüren. Die
Normalgewichtigen
dagegen
formulieren
hier
eine
subjektive
Belastungsintensität von mittel bis stark.
Diese Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität
und die Art des Bewegungsverhaltens einen zentralen Stellenwert in der
Ätiologie von kindlichem und juvenilem Übergewicht einnehmen. Deshalb
ergeben sich daraus die Forderungen nach einer aktiveren Freizeitgestaltung
91
Diskussion
bei gleichzeitigem Entgegenwirken der zunehmenden Fehlernährung. In
Anbetracht der multifaktoriellen Genese von Übergewicht und Adipositas und
den weit reichenden Spätfolgen gilt es für die Zukunft, multimodale und
ganzheitliche Interventionsprogramme zu implementieren und zu fördern
(BRETTMANN et al., 2005).
In Querschnittuntersuchungen bleibt zunächst die Frage offen, ob Kinder
deshalb übergewichtig sind, weil ihre Bewegungskompetenz reduziert ist,
oder
ob
das
Übergewicht
für
die
vorhandenen
Bewegungsdefizite
verantwortlich ist. Da in gleichem Maße wie der Anteil der übergewichtigen
Kinder in Deutschland steigt, aber die Bewegungskompetenz der Kinder und
Jugendlichen
sinkt,
können
Längsschnittuntersuchungen
vorliegenden
Studien
prospektiv
Antworten
zur
zu
liefern
motorischen
dieser
Problematik
(HUBER,
2004).
Leistungsfähigkeit
nur
Die
von
übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen zeigen deutlich,
dass es einen negativen Zusammenhang zwischen der Quantität und
Qualität der Bewegung und dem jeweiligen Gewicht gibt (BAPPERT et al.,
2003; GRAF et al., 2003; VAN MECHELEN et al., 2000). Die notwendige
Steigerung der Quantität und Qualität der kindlichen Bewegung ist für die
Erhaltung des alterspezifischen Gewichtsstatus also zwingend erforderlich!
Innerhalb des gesamten CHILT-Projekts wird insbesondere durch die
Bewegungsangebote versucht, den Teilnehmern Freude an der Bewegung
zu vermitteln, um sie damit zu einem lebenslangen Sporttreiben zu
animieren. Gleichzeitig darf sich die Intervention aber nicht auf das einzelne
Kind konzentrieren, sondern es bedarf einer familiären Intervention, wenn es
tatsächlich
zu
einer
Änderung
des
Lebensstils
kommen
soll.
Die
Koordinierung solcher gemeinsamer und interdisziplinärer Aktivitäten im
Kampf gegen das juvenile Übergewicht bleibt eine Herausforderung für die
Zukunft und folgt den aktuellen Aktivitäten der WHO (WHO-Charta von
Istanbul, 2006).
Zur Überprüfung der Effekte entsprechender Interventionen wurden nicht
selten Belastungstests eingesetzt. WATTS et al. (2005) belegen in ihrem
92
Diskussion
Review zu gezieltem Fitnesstraining bei adipösen Kindern und Jugendlichen,
dass trotz körperlicher Aktivität nicht beständig das Körpergewicht und den
BMI
senken,
dennoch
Veränderungen
zeigen
Gewichtsreduktion
positive
sich
und
zu
hinsichtlich
der
Körperzusammensetzung.
Effekte
der
langfristigen
Körperliche
erzielen
sind.
Positive
Körperfettmasse,
Veränderungen
Aktivität
in
verbessert
der
der
die
Ausdauerleistungsfähigkeit, die Muskelkraft und hat offenbar Einfluss auf die
Blutfettwerte und den Blutdruck von adipösen Kindern und Jugendlichen.
Dies entspricht den Aussagen von BALLOR und KEESEY (1991), EPSTEIN
und GOLDFIELD (1999), VOTRUBA et al. (2000), PARIZKOVA und HILLS
(2001), LEMURA und MAZIEKAS (2002), PARIZKOVA et al. (2002), die
körperlichem Training auf der einen Seite nur eine geringe Wirkung auf das
Übergewicht zuschreiben, auf der anderen Seite aber in der Kombination von
körperlicher
Aktivität
und
diätischen
Interventionsmaßnahmen
eine
wesentlich höhere Wirkung bestätigen. Die höheren Effekte interdisziplinärer
juveniler Adipositasprogramme sind im Gegensatz zu isolierten rein
körperlichen Trainingsprogrammen auf die Überlagerung der reduzierten
Energiezufuhr bei gleichzeitiger qualitativer Ernährungsumstellung und der
Steigerung des Energieverbrauchs zurückzuführen (VAN GAAL et al., 1997;
PARIZKOVA und HILLS, 2001).
Als
weiteren
Aspekt,
neben
der
„reinen“
Überprüfung
möglicher
Therapieerfolge stellen GERBER et al. (2007) fest, dass sportmotorische
Testverfahren in der Adipositastherapie bei Kindern und Jugendlichen als
Eingangs- und Abschlusstests sinnvolle Instrumente zur Qualitätssicherung
der Sporttherapie sind und darüber hinaus für jedes einzelne Kind
motivationsfördernd sein können.
Mit den Ergebnissen der vorliegenden Studie lässt sich die kardiopulmonale
Fitness von Kindern und Jugendlichen erfassen und vergleichen. Diese
Auffassung teilen auch BRÜCKNER et al. (2007). Sie finden einen
signifikanten
Zusammenhang
der
kardiopulmonalen
Leistungsfähigkeit
adipöser Kinder mit dem Standard-Normalgewicht. Patienten mit einem
erhöhten Risikoprofil können so identifiziert und individuell behandelt werden.
93
Diskussion
5.3
Diskussion der Ergebnisse
Wie bereits in Kapitel 1.3 und 2 beschrieben, stellen Bewegungsmangel bzw.
Übergewicht und Adipositas zunehmende gesundheitliche Probleme im
Kindes- und Jugendalter dar (AGA, 2004; KAVEY et al., 2003). Die Erfassung
von
Bewegungsmangel
Herausforderungen,
(ROWLANDS
et
da
al.,
zählt
bisher
2000).
zu
kein
den
methodisch
größten
exakter Messparameter existiert
Gängige
Verfahren
sind
Fragebögen,
Beobachtungen, Schrittzähler oder – wie in dieser Untersuchung –
motorische Testverfahren als indirektes Maß (GRAF et al., 2004).
5.3.1 Der
6-Minuten-Lauf
als
Instrument
zur
Erfassung
der
kardiopulmonalen Ausdauerleistungsfähigkeit
Der 6-Minuten-Lauf gilt gegenwärtig als der am weitesten verbreitete
sportpraktische Ausdauertest. Er beinhaltet mit sechs Minuten eine
ausreichende Ausdauerbeanspruchung und ist mit diesem zeitlichen Umfang
für die Durchführung im Unterricht ein ökonomisches Testverfahren (vgl.
BECK und BÖS, 1995; FUHRMANN und SCHUSTER, 1986). Durch den in der
vorliegenden Untersuchung dargestellten Methodenvergleich zwischen dem
6-Minuten-Lauf und der Fahrradspiroergometrie, soll der 6-Minuten-Lauf als
einfaches
Screeningverfahren
zur
indirekten
Erfassung
des
Bewegungsmangels eingesetzt werden. Da die Laufleistungen bei Feldtests
wie die beim 6-Minuten-Lauf mit der maximalen Sauerstoffaufnahme
(_O2max) bei normalgewichtigen Kindern und Jugendlichen korrelieren
(BAUMGARTNER und JACKSON, 1975; BÖS und MECHLING, 1983). Diese
sportpraxisbezogenen Beurteilungsverfahren lassen Aussagen über die
Leistungsfähigkeit des Herzkreislauf-Atmungs-Systems zu (DORDEL, 2007).
Sie finden ihre Anwendung eher im Sportunterricht, da sie ohne großen
apparativen Aufwand auskommen.
LI
et
al.
(2005)
beschreiben
bei
gesunden,
normalgewichtigen
Grundschulkindern einen sehr hohen Zusammenhang zwischen den
94
Diskussion
Ergebnissen
der
Laufleistung
beim
6-Minuten-Gehtest
und
der
spiroergometrisch ermittelten maximalen Sauerstoffaufnahme (_O2max). In
ihrer Studie mit 74 gesunden chinesischen Jugendlichen (43 Mädchen, 31
Jungen) im Alter von durchschnittlich 14,2 Jahren finden sie einen
signifikanten Zusammenhang zwischen der spiroergometrisch ermittelten
_O2max und der Laufleistung beim 6-Minuten-Gehtest (r=0,44; p≤0,001).
Ebenso konnte die Test-Retest-Reliabilität anhand von 52 Probanden (29
Mädchen, 23 Jungen) nachgewiesen werden. Im durchschnittlichen Abstand
von 18 Tagen ließ sich kein signifikanten Unterschied zwischen den
wiederholten Laufleistungen feststellen (662,21 ±55,1 vs. 677,23 ±50,8 m;
p=0,56). Der „interclass“ Korrelationskoeffizient lag bei r=0,94. Für gesunde
und normalgewichtige Kinder ist der 6-Minuten-Gehtest also ein reliabler und
valider Test zur Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit.
Der 6-Minuten-Gehtest wird immer häufiger als Test zur Überprüfung der
kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit bei Kindern eingesetzt. Obwohl die
Nutzung des Tests zusehends zunimmt, fehlen noch Normwerte für Kinder
im Alter unter 12 Jahren (LAMMERS et al., 2007). Hierzu rekrutierten
LAMMERS et al. (2007) 328 gesunde, normalgewichtige Londoner Kinder im
Alter von vier bis elf Jahren. Die Probanden entstammen zu 83% (n=272)
kaukasischer, zu 10% (n=33) asiatisch-kaukasischer und zu 7% (n=23)
afrikanisch-karibischer Herkunft. Die Kinder absolvierten den 6-MinutenGehtest in Anlehnung an die Richtlinien der American Thoracic Society
(ATS); die zurückgelegte Strecke in sechs Minuten wurde gemessen (ATS,
2002). Die mittlere Laufleistung steigt von 383 ±41 m bei Vierjährigen bis zu
512 ±41 m bei den Elfjährigen an. Da keine Normwerte für diese
Altersgruppe vorliegen, wurden die Daten mit denen älterer Probanden
extrapoliert (LAMMERS et al., 2007). Ebenso wie LI et al. (2005)
bescheinigen bereits GULMANS et al. (1996) dem 6-Minuten-Gehtest eine
hohe Test-Retest-Reliabilität. GULMANS et al. (1996) überprüften die
Reproduzierbarkeit des 6-Minuten-Gehtests an 23 Kindern (12 Mädchen, 11
Jungen) im Alter von durchschnittlich 11,1 Jahren mit leichten Symptomen
einer zystischen Fibrose. Die Teilnehmer absolvierten zwei standardisierte 6Minuten-Gehtests innerhalb einer Woche. Dabei konnte kein signifikanter
95
Diskussion
Unterschied zwischen den Laufleistungen der beiden Tests festgestellt
werden (737 ±85 m versus 742 ±90 m; p=0.56). Des Weiteren konnte ein
signifikanter Zusammenhang zwischen den beiden Laufleistungen der
Probanden gefunden werden (r=0,90, p≤0,0001).
Validität des 6-Minuten-Laufs
Die vorliegende Untersuchung stellt mit dem Untersuchungskollektiv CHILT II
(StEP TWO) ein schulbasiertes Interventionsprogramm zur Reduktion des
Körpergewichts
von
übergewichtigen
und
adipösen
Kindern
und
Jugendlichen dar. Zur Erfassung der kardiopulmonalen Ausdauerleistungsfähigkeit bei großen Stichproben oder innerhalb des Settings Schule bietet
sich ein Feldtest wie der 6-Minuten Lauf an. Kosten- und zeitintensive
Verfahren wie die spiroergometrische Laboruntersuchung lassen sich für ein
reines Screening19-Verfahren nicht umsetzen. In diesem Zusammenhang soll
die vorliegende Untersuchung Aufschluss darüber geben, inwieweit der 6Minuten-Lauf bei übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen
reliable und valide Daten liefert (vgl. Kap. 2.1).
Zur Bestimmung der Validität des 6-Minuten-Laufs wurden Korrelationen mit
der maximalen Sauerstoffaufnahme durchgeführt. In der Untersuchung von
BAUMGARTNER und JACKSON (1975) variieren die Zusammenhänge: in
neun Untersuchungen ergaben sich Korrelationskoeffizienten von r=0,34 bis
r=0,90. Im Mittel findet man einen Korrelationskoeffizienten von r=0,68
(BAUMGARTNER und JACKSON, 1975). Die Validität von Ausdauerläufen ist
damit unstrittig (BÖS und MECHLING, 1983), was in vielen weiteren
Untersuchungen belegt wird (ILG und KÖHLER, 1977; PAHLKE et al., 1976).
Diese
Daten
für
normalgewichtige
Kinder
und
Jugendliche
von
BAUMGARTNER und JACKSON (1975) decken sich mit denen der
vorliegenden Untersuchung. Für das Untersuchungskollektiv CHILT II (StEP
19
Screening-Verfahren beschreiben für eine Untersuchung, die als Reihenuntersuchung bei
möglichst vielen Menschen eine möglichst frühe Angabe zur Wahrscheinlichkeit des
Vorliegens von bestimmten Krankheiten oder Risikofaktoren ermöglichen soll und somit
meist als Vorsorgeuntersuchung bezeichnet wird, obgleich beim Vorliegen auffälliger Werte
erst durch nachfolgende diagnostische Untersuchungen die Früherkennung von Krankheiten
möglich ist (WILSON und JUNGNER, 1968).
96
Diskussion
TWO) ergibt sich zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung T1 ein mittlerer
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
maximalen Sauerstoffaufnahme von r=0,638 (p≤0,001, n=25). Noch
deutlicher wird dies bei Betrachtung der gewichtsspezifischen relativen
Sauerstoffaufnahme. Hier findet sich ein hoher Zusammenhang von r=0,827
(p≤0,001, n=25).
BUTLAND
et
Dauerbelastung
al.
(1982)
wie
sind
der
der
Auffassung,
dass
12-minute-walk/run-test
eine
längere
aussagekräftigere
Ergebnisse liefert als kürzere sportmotorische Testverfahren. Dies bestätigen
auch McNAUGHTON et al. (1990), die eine stärkere Korrelation zwischen den
längeren
Dauerbelastungen
(12-15
Minuten)
mit
der
maximalen
Sauerstoffaufnahme festgestellt haben als bei kürzeren Belastungen (5–9
Minuten). JACKSON und COLEMAN (1976) dagegen können diesen
Unterschied in der Korrelation mit der maximalen Sauerstoffaufnahme nicht
bestätigen.
Die angestrebte Ausbelastung und Erschöpfung der Probanden durch den 6Minuten-Lauf ist stark abhängig von der Motivationslage bzw. der
Bereitschaft, an diesem Test aktiv teilzunehmen. Im Allgemeinen haben die
Kinder in der vorliegenden Untersuchung innerhalb des Klassenverbandes
ihren Lauf sehr engagiert absolviert. Die übergewichtigen und adipösen
Kinder waren jedoch häufig nicht bereit, sich ausreichend zu belasten. Dies
entspricht den Ergebnissen von KLIMT (1991), der insbesondere dem beim
übergewichtigen Probandengut fehlenden natürlichen Bewegungsdrang von
Grundschülern eine früh-präventive Rolle gegenüber Zivilisationskrankheiten
zuschreibt.
Systematische Untersuchungen von walk/run-Tests bei übergewichtigen und
adipösen Kindern und Jugendlichen gibt es bisher nicht. DRINKARD et al.
(2001) verglichen den 12- bzw. 9-Minuten-Lauf mit der spiroergometrisch
ermittelten Ausdauerleistungsfähigkeit bei adipösen Jugendlichen. Als
Probanden dienten acht afro-amerikanische (fünf Mädchen und drei Jungen)
und zehn kaukasische (fünf Mädchen und fünf Jungen) übergewichtige bzw.
97
Diskussion
adipöse Jugendliche im Alter von durchschnittlich 14,5 Jahren hinsichtlich
ihrer Ausdauerleistungsfähigkeit. Dabei fanden sie einen signifikanten
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 9- bzw. 12-Minuten-Laufs
und der maximalen Sauerstoffaufnahme (_O2max) (jeweils r=0,63; p≤0,05).
Ein noch stärkerer Zusammenhang zeigte sich aber zwischen der
Laufleistung und der maximalen Leistung in Watt auf dem Fahrradergometer
(r=0,82; p≤0,05). Grundsätzlich kommt die Arbeitsgruppe um DRINKARD et
al. (2001) zu dem Schluss, dass einfache Feldtests mit der kardiopulmonalen
Leistungsfähigkeit und der Körperzusammensetzung korrelieren. Allerdings
empfehlen sie wegen seiner differenzierteren Aussage hinsichtlich der
maximalen Sauerstoffaufnahme den 12-Minuten-Lauf für den Fall, dass eine
exakte
Messung
nicht
möglich
sein
sollte.
Dies
belegen
auch
Untersuchungen von McNAUGHTON et al. (1990), die ebenso einen
stärkeren
Zusammenhang
zwischen
der
Laufleistung
bei
längeren
Belastungen und der maximalen Sauerstoffaufnahme finden. McNAUGHTON
et al. (1990) belegen den Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 15Minuten-Laufs mit der maximalen Sauerstoffaufnahme bei zwölf bis 15jährigen normalgewichtigen Kindern mit einem Korrelationskoeffzienten von
r=0,881.
Im Gegensatz zu den Untersuchungen von DRINKARD et al. (2001) und
McNAUGHTON
et
al.
(1990)
zeigen
die
Daten
der
vorliegenden
Untersuchung, dass auch der 6-Minuten-Lauf bei übergewichtigen und
adipösen Kindern signifikant korreliert. In der vorliegenden Arbeit weisen die
Probanden des Projekts CHILT II (StEP TWO) signifikante mittlere
Zusammenhänge
zwischen
dem
kürzeren
6-Minuten-Lauf
und
der
maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,638; p≤0,001) auf. Ebenso korreliert die
maximale Leistung in Watt mit der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs
(r=0,587; p≤0,001). Die kürzere Belastungszeit des 6-Minuten-Laufs im
Vergleich zum 9- bzw. 12-Minuten-Lauf scheint insbesondere jüngeren
Kindern zwischen acht und zehn Jahren entgegenzukommen. Hier besteht
innerhalb der Interventionsgruppe des Probandenguts CHILT II (StEP TWO)
ein hoher Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs
und der maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,735; p≤0,001). Noch deutlicher
98
Diskussion
wird dieser Zusammenhang im Vergleich mit der relativen maximalen
Sauerstoffaufnahme
(r=0,872;
p≤0,001).
Ähnlich
dem
alters-
und
geschlechtskorrigierten BMI-SDS, der bei Heranwachsenden als relatives
Maß ein exakteres Bild des Gewichtsstatus widerspiegelt, findet sich auch
bei
der
Messung
der
Ausdauerleistungsfähigkeit bei der
gewichts-
spezifischen Leistung ein deutlicheres Ergebnis als bei den absoluten
Parametern.
Für ältere Kinder, wie die elf- bis zwölfjährigen des CHILT III-Projekts, findet
sich für die Interventionsgruppe zwischen der Laufleistung des 6-MinutenLaufs und der maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,280; p≤0,05) und der
relativen maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,419; p≤0,001) nur noch ein
geringer Zusammenhang. Auch die maximale (r=0,335; p≤0,001) und die
relative maximale Leistung (r=0,481; p≤0,001) auf dem Fahrradergometer
korrelieren hier mit der Laufleistung nur gering. Dies entspricht den
Empfehlungen von DRINKARD et al. (2001), mit Beginn der Pubertät die
längeren Ausdauerbelastungen zu bevorzugen.
Eine differenzierte Einordnung der Laufleistungen bei Lauf- bzw. Gehtests
bleibt
problematisch,
da
die
Ergebnisse
der
unterschiedlichen
Feldtestmethoden häufig nicht in entsprechende Daten der maximalen
Sauerstoffaufnahme übertragen werden können (CURETON et al., 1995).
Obwohl die sportmotorischen Feldtests eine gute Messmethode der
kardiorespiratorischen Fitness sind, lassen sich die individuellen Leistungen
der verschiedenen Testverfahren nur schwer vergleichen. Außerdem lassen
sich die Daten der Spiroergometrie hinsichtlich der Interpretation für die
Gesundheit besser einsetzen als die Rohdaten der unterschiedlichen
Feldtests (CURETON et al., 1995).
Der 6-Minuten-Lauf hat sich dennoch in deutschen Adipositasprojekten für
Kinder- und Jugendliche als einfaches Verfahren zur Erfassung der
Ausdauerleistungsfähigkeit etabliert (THIEL et al., 2007; NIETHING et al.,
2006; KORSTEN-RECK, 2005). Einige internationale Studien bevorzugen bei
dieser besonderen Klientel den 6-Minuten-Gehtest. Die Entscheidung, den 699
Diskussion
Minuten-Lauf dem 6-Minuten-Gehtest vorzuziehen, zielt darauf ab, durch den
Feldtest eine Ausbelastung des Herz-Kreislaufsystems herbeizuführen, wie
sie im Labor auf dem Fahrradergometer ebenso angestrebt wird. Dies wird
durch die Korrelationen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs mit der
maximalen (r=0,638 p≤0,001) und relativen Sauerstoffaufnahme (r=0,827,
p≤0,001) innerhalb des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) zum
Messzeitpunkt der Eingangsuntersuchung deutlich. Zum Messzeitpunkt T2
liegt
dieser
lineare
Zusammenhang
nur
noch
für
die
relative
Sauerstoffaufnahme vor (r=0,717; p≤0,05), was auf die sehr kleine
Stichprobe
von
nur
elf
Probanden
zurückzuführen
ist.
Zusätzlich
unterstrichen wird der Wunsch nach der Ausbelastung beim Vergleich der
Laufleistung mit der Leistung bei einer definierten Laktatkonzentration von 4
mmol/l (r=0,747; p≤0,001; n=8). Bei maximaler Laktatausschüttung ergibt
sich ein mittlerer Zusammenhang mit der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs
von r=0,583 (p≤0,01, n=23). Wie bereits in Kapitel 5.1.1.2 beschrieben
stellen im Gegensatz zu Erwachsenen Laktatwerte um 4 mmol/l bei Kindern
bereits Maximalwerte dar, so dass die Probanden in der vorliegenden Studie
sowohl auf dem Fahrradergometer im Labor als auch beim 6-Minuten-Lauf in
der Turnhalle ausbelastet wurden.
Der 6-Minuten-Lauf als Messinstrument zur Erfassung der kardiopulmonalen
Ausdauerleistungsfähigkeit bei übergewichtigen und adipösen Kindern (aber
auch bei normalgewichtigen Kindern) kann in verschiedenen Settings
Anwendung finden. Institutionen wie Schule, Sportverein, Präventionsgruppe
oder
auch
der
klinisch-wissenschaftliche
Bereich
nutzen
dieses
Testverfahren (STEMPER et al., 2007; BÖS, 2003).
Zahlreiche Interventionsstudien belegen, dass in der Primärprävention des
Bewegungsmangels und dessen Folgerkrankungen wie Übergewicht, aber
auch bei Verlust motorischer und/oder sozial-kognitiver Fähigkeiten ein
Ansatz bereits im frühen Kindesalter notwendig ist (WABITSCH und DENZER,
2004; WABITSCH, 2004b). Im Sinne der Erziehung zum lebenslangen
Sporttreiben kommt der Institution Schule, insbesondere bei Kindern mit
fehlender Anleitung im familiären Umfeld, die entscheidende Rolle zu.
100
Diskussion
Problematisch bei solchen Interventionsstudien ist es, dass der Schulsport
ohnehin die körperlich aktiveren Kinder erreicht und sich die adipösen und
motorisch weniger begabten Kinder noch weiter zurückziehen (NETHING et
al., 2006).
Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung zwischen der Laufleistung
und den spiroergometrischen Leistungsdaten zeigen, dass der 6-MinutenLauf
ein
adäquater
und
valider
Feldtest
zur
Erfassung
der
Ausdauerleistungsfähigkeit von übergewichtigen und adipösen Kindern und
Jugendlichen ist. Der 6-Minuten-Gehtest bzw. der 6-Minuten-Lauf ist für den
wissenschaftlich-klinischen Bereich und vor allem für den Einsatz in der
Schule der Test der Wahl. Er ist einfach und kostengünstig durchzuführen,
für die Probanden gut verträglich und spiegelt von allen Lauftests die
Alltagsbelastungen am besten wider (SOLWAY et al., 2001).
5.3.2 Interventionseffekte
Die Prävalenz des kindlichen Übergewichts bzw. der Adipositas steigt sowohl
im nationalen als auch im internationalen Vergleich stetig an und ist somit
alarmierend (vgl. Kap. 1). Im Kindes- und Jugendalter hat sich in den letzten
15 Jahren der Anteil der übergewichtigen und adipösen Kinder und
Jugendlichen verdoppelt bzw. verdreifacht (DIETZ, 2004). In Deutschland
geht man mittlerweile von etwa 10 bis 20% übergewichtiger und adipöser
Kinder aus (AGA, 2004).
Der Bewegungsmangel als eine der Hauptursachen für das juvenile
Übergewicht bzw. Adipositas nimmt die entscheidende Rolle ein (MAFFEIS,
2000). Gleichzeitig verschlechtert sich nicht nur die Körpermasse bzw. die
Körperzusammensetzung, sondern der Bewegungsmangel bewirkt ebenso
erhebliche negative Auswirkungen auf die motorische Leistungsfähigkeit der
Kinder- und Jugendlichen (OERTER und MONTADA, 2002). Gut ausgebildete
motorische Fähigkeiten bieten einen Schutzmechanismus zur Bewältigung
der Anforderungen an die Alltagsmotorik. Sie wirken auch gegen die
101
Diskussion
gesundheitsschädigenden Folgen des Bewegungsmangels (STARKER et al.,
2007).
Die Auswirkungen der sich verändernden Lebens- und Bewegungswelten
von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hinsichtlich ihres Freizeit- und
Bewegungsverhaltens und damit auch auf die motorische Entwicklung sind
bislang noch nicht repräsentativ untersucht (STARKER et al., 2007). Die
Einordnung der motorischen Leistungsfähigkeit und insbesondere der
Ausdauerleistungsfähigkeit deutscher Kinder und Jugendlicher fehlt. Der
Leistungsrückgang dieser Parameter ist jedoch stark zu vermuten.
TOMKINSON et al. (2007) konnten in Ihrer Untersuchung sechs- bis 18jähriger koreanischer Kinder und Jugendlicher in den Jahren 1968 – 2000
zeigen, dass die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit von 1968 bis 1984 nur
sehr wenig abgenommen hat, nämlich nur um 0,26% pro Jahr. Im Jahr 1984
erfolgte dann aber aus bislang unbekannten Gründen ein starker Abfall der
aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit um 0,80% pro Jahr bis ins Jahr 2000.
Interessant ist, dass die reduzierte Leistungsfähigkeit bei Jungen und
jüngeren Kindern größer ist als bei Mädchen und bei Kindern, die außerhalb
der Hauptstadt Seoul leben. Die Veränderungen der Laufleistung zeigen ein
ähnliches Bild wie die Veränderungen im erwarteten Body Mass Index. Im
Vergleich zu anderen Ländern zeigt sich bei koreanischen Kindern und
Jugendlichen ein scharfer Abfall der aeroben Leistungsfähigkeit, der
gleichlaufend mit dem gestiegenen BMI einhergeht.
Anthropometrische Daten
CHILT II (StEP TWO)
Nach Abschluss der einjährigen Intervention steigt der BMI in der
Interventionsgruppe mit 0,3 ±1,3 kg/m2 tendenziell weniger an als in der
Kontrollgruppe mit 0,7 ±1,3 kg/m2 (p=0,069). Einen deutlicheren Unterschied
zeichnet der alters- und geschlechtsadjustierte BMI-SDS ab. Die Reduktion
102
Diskussion
des BMI-SDS unterscheidet sich in der Interventionsgruppe mit -0,15 ±0,3
signifikant von der Kontrollgruppe mit -0,05 ±0,3 (p≤0,05).
Bei den Teilnehmern des CHILT II (StEP TWO)-Projekts lässt sich nach
einjähriger Intervention eine signifikante Reduktion des BMI-SDS (p≤0,001)
feststellen. Die Kontrollgruppe kann ihren BMI-SDS auch reduzieren
(p≤0,05). Allerdings fällt die Gewichtsreduktion - ausgedrückt als BMI-SDS
der Interventionsgruppe - deutlicher aus (Δ BMI-SDS p≤0,05) als bei der
Kontrollgruppe (Δ BMI-SDS p=n.s).
Die Arbeitsgruppe FITOC (Freiburg Intervention Trial for Obese Children)
untersuchte sowohl die motorischen Fähigkeiten als auch die aerobe Fitness
bei 49 Kindern im Alter von acht bis 12 Jahren (KORSTEN-RECK et al., 2007).
Die Gruppe stellte bei den übergewichtigen und adipösen Kindern nach
siebenmonatiger Intervention eine signifikante Abnahme des BMI-SDS und
des BMI (beides p≤0,001) fest. Alle motorischen Fähigkeiten verbesserten
sich in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe. Der Unterschied
hinsichtlich der Kraft wurde zwischen den adipösen Kindern und denen der
Kontrollgruppe kleiner. Die Studie hat gezeigt, dass adipöse Kinder in
Aktivitäten,
die
durch
das
eigene
Körpergewicht
determiniert
sind,
unterdurchschnittliche Leistungen erbringen, nicht aber in allen motorischen
Fähigkeiten. Folglich sollten zu Beginn eines Adipositasprogramms solche
durch
das
Körpergewicht
determinierte
Belastungen
wie
Klettern,
Gerätturnen o. ä. vermieden werden. DEFORCHE et al. (2003) empfehlen
hier
im
Besonderen
Beanspruchungsformen.
Die
bei
Kräftigungsübungen
Reduktion
des
BMI-SDS
statische
und
des
Körperfettgehalts geht als Zielkriterium dieser Untersuchung mit einem
Anstieg der körperlichen Leistungsfähigkeit einher. Gezieltes Training kann
also
die
aerobe
Kompetenzen
stark
Ausdauerleistungsfähigkeit
verbessern.
Gerade
und
die
motorischen
die
weit
reichenden
gesundheitlichen Aspekte der gesteigerten körperlichen Leistungsfähigkeit
führen zu sozialer Integration und zu Änderungen des Lebensstils. Diese
Effekte bestätigen auch KORSTEN-RECK et al. (2007).
103
Diskussion
Die Betrachtung der Interventionseffekte hinsichtlich der anthropometrischen
Daten muss auf den alters- und geschlechtskorrigierten BMI-SDS fokussiert
werden. In beiden Untersuchungskollektiven der vorliegenden Studie handelt
es sich um Heranwachsende, so dass sich die anthropometrischen Daten
entwicklungsbedingt verändern. Lediglich der BMI-SDS dient hier als hartes
Maß, um Aufschluss über den Interventionseffekt zu geben.
Das schulbasiertes Interventionsprogramm für übergewichtige und adipöse
Grundschulkinder zeigt somit einen Effekt auf den BMI-SDS. Entsprechende
Konzepte sollten demnach unbedingt weiterverfolgt werden.
Die interdisziplinäre Betreuung übergewichtiger / adipöser Kinder an ihren
jeweiligen Grundschulen (CHILT II (StEP TWO)) bzw. adipöser Kinder an der
Deutschen Sporthochschule Köln (CHILT III) ist im Gegensatz zu den
jeweiligen Kontrollgruppen im Anschluss an die Intervention erfolgreich (vgl.
Kap. 1.4.1). Besonders im frühen Schulkindalter ist eine Gewichtsstabilisierung anzustreben, um das Längenwachstum zu nutzen. Als
besonderer Vorteil von CHILT II (StEP TWO) wird das frühe Aufnehmen der
Kinder gesehen. Alleinige schulbasierende Programme in der Prävention von
Übergewicht können zwar die motorische Leistungsfähigkeit der Kinder
verbessern, zeigen aber keinen Einfluss auf die anthropometrischen Daten
(FALKOWSKI, 2007; GRAF et al., 2003).
Die familiäre Einbindung durch die Integration der Eltern / Familie in die
Betreuung ist bereits in anderen Programmen erfolgreich (MANIOS et al.,
1999), obwohl die Teilnahme der Eltern im Programm CHILT II (StEP TWO)
eher gering ist. Das regelmäßige gemeinsame Kochen mit den Kindern
(zweimal pro Woche) und damit die Praxisnähe über das gesamte Schuljahr,
haben einen erheblichen Einfluss auf das Essverhalten auch zu Hause und
damit auf die anthropometrischen Daten.
Hinzu kommt, dass die Kinder jünger als in den meisten anderen ambulanten
Adipositasprogrammen sind. Die Integration bereits übergewichtiger und
nicht „erst“ adipöser Kinder führt neben der auch in dieser Hinsicht früheren
104
Diskussion
Betreuung zu einer geringeren Stigmatisierung der Gruppe in der Schule.
Der wohnortnahe, kostengünstige und so für die Eltern unkomplizierte Ablauf
soll
auch
Kindern
die
Teilnahme
ermöglichen,
die
an
anderen
Intensivprogrammen nicht teilgenommen haben.
Kritisch muss man die Drop-Out-Quote betrachten. Mit etwa 10 Prozent ist
sie zwar noch gering, jedoch handelt es sich hier immer um adipöse Kinder.
Die Gründe hierfür sind vielfältig: z.B. der Kosteneigenanteil der Eltern ist
nicht bezahlbar, andere Termine stehen der Teilnahme entgegen, etc.
Möglicherweise würden aber diese Kinder eher von externen Programmen
mit ihnen unbekannten Kindern profitieren, so dass sie sich in der Gruppe
neu definieren können und nicht auf die gleichen Kinder treffen, die sie
möglicherweise in der Schule „hänseln“. Interdisziplinär geführte, schul- und
familienbasierende
Programme
müssen
dennoch
unbedingt
weiter
ausgebaut und über die ganze Schulzeit der Kinder (und damit über die
Grundschulzeit hinaus) durchgeführt werden (GONZALES-SUAREZ et al.,
2009).
Schulbasierende Präventionsprogramme für übergewichtige und adipöse
Kinder und Jugendliche haben Erfolg (vgl. Kap. 5.3.2). KAIN et al. (2003)
untersuchten über 2000 chilenische übergewichtige und adipöse Schüler der
Klassen eins bis acht. Sie reduzierten den BMI innerhalb eines halben
Jahres signifikant, und zwar durch ausführliche Ernährungsberatung für die
Kinder und die Eltern, durch die Umstellung des Angebots des schuleigenen
Kiosk
auf
gesündere
Waren,
durch
das
zusätzliche
90-minütige
Sportprogramm pro Woche und durch die Ausweitung der individuellen
körperlichen Aktivität.
DAVIS et al. (2002) fordern neben schulbasierten Interventionen vor allem die
Einbeziehung der gesamten Familie. Entscheidend sei das Einbinden von
Familien mit Migrationshintergrund, um weit reichende Erfolge zu erzielen.
Die Interventionsmaßnahmen orientieren sich an einer Lebensstiländerung
durch Steigerung der körperlichen Aktivität, Änderung des Ernährungsverhaltens und der Reduktion des Fernsehkonsums.
105
Diskussion
Im Rahmen der Kieler Adipositaspräventionsstudie (DANIELZIK et al., 2005)
fanden sowohl schul- als auch familienbasierte Maßnahmen statt. Die
Familienintervention richtete sich dabei an Familien mit übergewichtigen
Kindern oder Familien mit einem adipösen Elternteil. Die Intervention
bestand aus jeweils drei, bei den Familien zu Hause durchgeführten
Beratungseinheiten
zu
den
Themen
Ernährung,
Bewegung
und
Essverhalten. Zusätzlich wurden Kochkurse angeboten. Für die Kinder wurde
für einen Zeitraum von sechs Monaten zweimal wöchentlich ein einstündiger
Sportunterricht durchgeführt. Untersuchungen nach einem Jahr zeigten in
der Interventionsgruppe (26 Familien) eine günstige BMI-Entwicklung im
Vergleich zur Kontrollgruppe. Allerdings wiesen die Ergebnisse eine
deutliche Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status (SES) der Eltern zu
Ungunsten eines niedrigen SES auf.
CARREL et al. (2005) konnten in einer ebenfalls schulbasierten Intervention
für adipöse Kinder (12,5 ± 0,6 Jahre) keine Effekte auf den BMI ausmachen.
Die Interventionskinder (n=27; BMI 32 ± 6) erhielten einen lebensstil- und
fitnessorientierten Sportunterricht in kleineren Gruppen (max. 14 Kinder),
verbunden mit einer kleinen Ernährungsschulung. Eine Kontrollgruppe (n=23;
BMI 30,4 ± 4) nahm lediglich am normalen Sportunterricht teil. Nach 9monatiger Intervention waren hinsichtlich des BMI keine signifikanten
Veränderungen erkennbar (IG: 33 ± 10; KG: 30 ± 5), allerdings konnte im
Vergleich zur Kontrollgruppe in der Interventionsgruppe eine signifikant
höhere Reduktion des Körperfettanteils festgestellt werden (-4,1% ± 3,4% vs.
-1,9% ± 2,3%; p=0,040). HILLS und PARKER (1988) konnten bei adipösen
Kindern, die einmal wöchentlich an einem Sportprogramm teilnahmen und
zusätzlich drei- bis viermal wöchentlich zu Hause trainierten, im Vergleich zu
einer Gruppe, deren Intervention nur in einer Ernährungsumstellung bestand,
ebenfalls keine Gewichtsveränderung feststellen, wohl aber eine signifikante
Reduktion der Hautfaltendicke von 90,06 mm auf 65,93 mm (p≤0,001). Zu
ähnlichen Ergebnissen kamen DESTEFANO et al. (2000). Das lässt darauf
schließen, dass bei diesen Programmen zwar keine Reduktion des
Gewichtes, aber eine günstige Beeinflussung der Körperzusammensetzung
erreicht werden konnte.
106
Diskussion
CHILT III
Innerhalb des CHILT III Projekts wurden die teilnehmenden Kinder an der
Deutschen Sporthochschule Köln intensiv interdisziplinär betreut. Im
Vergleich zu den Probanden des Programms CHILT II (StEP TWO) waren
sie älter und stets adipös. Daher ist eine Gewichtsstabilisierung in den
meisten Fällen nicht mehr ausreichend. Vielmehr ist eine deutliche
Veränderung
des
kindlichen
und
auch
des
familiären
Ess-
und
Bewegungsverhaltens angezeigt. Eine Integration der Eltern ist daher
dringend erforderlich.
Nach einjähriger Intervention nehmen die Interventionskinder um 2,10 ± 4,19
kg und die Kontrollkinder um 4,81 ± 2,41 kg zu. Der BMI dagegen nimmt bei
den Interventionskindern um 0,59 ± 1,53 kg/m2 ab, während der BMI der
Kontrollkinder um 0,91 ± 1,26 kg/m2 anstieg (p≤0,05). Adjustiert nach Alter
und Geschlecht reduziert sich der BMI-SDS der Interventionsgruppe um 0,19
± 0,27 und bei der Kontrollgruppe nur um 0,05 ± 0,14 (p≤0,05).
Der Effekt auf die Gewichtsreduktion ist damit nicht ganz so deutlich. Es
muss dennoch darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den
Kontrollkindern um Kinder der Warteliste handelt (Vgl. Kap. 3.1). Diesen sind
somit die Struktur und die Inhalte der Intervention bekannt, wenngleich sie
aber nicht geschult bzw. betreut werden. Dieser Aspekt verdeutlicht umso
mehr die Bedeutung einer gezielten Schulungsmaßnahme, da die Kinder und
Eltern für eine langfristige Änderung des Ernährungs- und Freizeitverhaltens
auch ein entsprechend profundes Wissen und auch „Training“ benötigen.
Den größten langfristigen Erfolg können EPSTEIN et al. (1990) in der Gruppe
übergewichtiger Kinder nach fünf bzw. 10 Jahren zeigen, in der Kinder und
Eltern gemeinsam teilnehmen. Eltern sind für die familiären und häuslichen
Rahmenbedingungen verantwortlich, deshalb sind sie ebenso für die
Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse, sowohl während als auch nach
dem Besuch des Programms zuständig (FLODMARK et al., 2004). Allerdings
zeigt sich im Rahmen des Obeldicks Programms bei 75 Kindern nach einem
einjährigen Programm, bei dem der BMI-SDS bei 63% der Kinder erfolgreich
um 0,4 reduziert wurde, als entscheidender Prädiktor für den Erfolg die
107
Diskussion
Teilnahme an einem Sportprogramm vor Beginn der eigentlichen Intervention
(REINHER et al., 2003b). Auch ein frühzeitigerer Beginn mit jüngeren Kindern
scheint Erfolg versprechender zu sein als eine spätere Betreuung (JEFFREY
et al., 2000).
Die Aussagen in der Literatur hinsichtlich der Kriterien eines Therapieerfolgs
bei
übergewichtigen
und
adipösen
Kindern
und
Jugendlichen
sind
unterschiedlich. Während bei Erwachsenen bereits eine Senkung des BMI
um 1 kg/m2 über ein Jahr bzw. eine Reduktion des Körpergewichts um fünf
Prozent zu einer Verbesserung der Morbidität und Mortalität und damit als
Kriterium einer erfolgreichen Gewichtsreduktion gilt, bleibt die Größe der
Gewichtsreduktion bei Kindern und Jugendlichen unklar (REINHER, 2005a).
Die
Quantifizierung
der
Gewichtsabnahme
in
Bezug
auf
einen
gesundheitlichen Mehrwert ist - basierend auf der aktuellen Datenlage - nicht
möglich. Weiterhin müssen alters- und wachstumsbedingte Veränderungen
berücksichtigt werden. Grundlegend besteht jedoch Einigkeit darüber, dass
das Therapieziel keine kurzfristige und rasche Gewichtsreduktion, sondern
eine nachhaltige und langfristige Abnahme- bzw. Stabilisierung des
Körpergewichts
ist
(KOLETZKO,
2004).
Die
Arbeitsgemeinschaft
für
Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) empfiehlt Kindern ab sechs
Jahren, bei Übergewicht eine Gewichtskonstanz und bei Adipositas oder
Übergewicht verbunden mit Begleiterkrankungen eine Gewichtsreduktion
anzustreben (AGA, 2006). BÖHLER und WABITSCH (2004) geben eine
Reduktion des BMI-SDS um mehr als 0,2 oder eine Abnahme des BMI um
fünf Prozent als Erfolgskriterium an. Einen wesentlich differenzierteren
Ansatz verfolgen HAUNER et al. (2000), die neben einer Senkung des BMI
zusätzlich die Verbesserung des Lebensstils, der Lebensqualität und der
Reduktion der Adipositas-assoziierten Erkrankungen fordern.
Im
Rahmen
der
vorliegenden
Untersuchung
konnte
in
der
Interventionsgruppe des CHILT III-Projekts eine Stagnation des BMI und des
BMI-SDS erreicht werden, während die Werte dieser Parameter in der
Kontrollgruppe weiter anstiegen (vgl. Kap. 4.2.1.2). Damit scheinen
hinsichtlich der BMI-Entwicklung vor allem die adipösen Kinder von der
108
Diskussion
Interventionsmaßnahme zu profitieren, wohingegen die übergewichtigen
Kinder, insbesondere die Mädchen, durch das Programm weniger erreicht
werden. Mögliche Ursachen hierfür, bleiben unklar. Aufgrund des hohen
Anteils an adipösen Kindern kann der erhöhte „Leidensdruck“ als Grund für
den stärkeren Interventionseffekt vermutet werden.
Das Programm ist insgesamt erfolgreich zu bewerten und entspricht in der
Reduktion des BMI-SDS den Erfolgen anderer Programme (MÜLLER et al.,
2004). Mit nur sechs Abbrechern liegt die Abbruchrate bei 3,1 Prozent. Durch
eine intensivere Nachbetreuung (bis hin zu monatlichen Terminen zur
Wiedervorstellung) soll versucht werden, den Erfolg des einzelnen Kindes
auch langfristig zu stabilisieren. Das interdisziplinäre Interventionsprogramm
des vorliegenden Projekts CHILT III für adipöse Kinder ist auch gegenüber
entsprechenden Kontrollkindern erfolgreich, wenngleich der langfristige
Effekt weiter überprüft werden muss. Eine langfristige Gewichtsstabilisierung
nach solchen Maßnahmen ist in Deutschland noch nicht belegt (REINHER
und WABITSCH, 2003). REINHER et al. (2009) finden in ihrem Review für die
fünf
besten
Adipositas-Zentren
(n=518)
folgende
Erfolgsstatistik
für
übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 20
Jahren: 83% der Kinder reduzieren ihr Übergewicht nach sechs Monaten,
67% nach zwölf Monaten und 51% nach 24 Monaten. Diese Zahlen sind
allerdings rein theoretisch. In der Realität sind die meisten AdipositasZentren nicht in der Lage, Langzeiteffekte nachzuweisen, da häufig eine zu
große „drop-out“-Quote besteht oder die Dokumentation nicht ausreichend
nachgehalten wird. Auch international liegen nur wenige Daten vor. Eine
Cochrane-Übersicht kommt zu dem Schluss, dass derzeit noch erheblicher
Forschungsbedarf über Interventionsstrategien und Gründe für einen
nachhaltigen Erfolg besteht (SUMMERBELL et al., 2003). Die weitere Arbeit
muss daher die Suche nach Parametern sein, warum Kinder dauerhaft
erfolgreich teilnehmen oder nicht, möglicherweise sogar früher abbrechen,
um
individuell
für
jedes
Kind
bzw.
dessen
Familie
die
richtigen
Therapiemaßnahmen (stationär, ambulant, Therapiedauer etc.) einleiten zu
können.
Möglicherweise
kann
aber
bereits
mit
einer
verbesserten
Leistungsfähigkeit der Teufelskreis, bestehend aus Übergewicht und
109
Diskussion
Adipositas, Inaktivität, motorischen Defiziten mit Frusterleben, weiterer
Rückzug
in
die
Inaktivität,
gekoppelt
mit
Fehlernährung
und
Gewichtszunahme, durchbrochen werden.
Laufleistung des 6-Minuten-Laufs
Körperliche Inaktivität und die Bevorzugung sitzender Tätigkeiten finden sich
bei übergewichtigen und adipösen Kindern häufiger als bei gleichaltrigen
Normalgewichtigen (TREMBLAY und WILLMS, 2003). Sie können deshalb
schnell in den Teufelskreis aus Bewegungsmangel, motorischen Defiziten
und Frustration geraten (GRAF und DORDEL, 2007). Neben der günstigen
Beeinflussung des Gewichtsverlaufs muss daher im Rahmen einer
Adipositasprävention bzw. -therapie auch die Förderung der Bewegung,
sowie eine Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit angestrebt werden.
CHILT II (StEP TWO) und CHILT III
Die
Laufleistung
des
6-Minuten-Laufs
verbessert
sich
in
der
Interventionsgruppe nach einjähriger Intervention um 52,94 ±90,08 m,
während sich die Kontrollgruppe um 29,02 ±80,39 m verbessert (vgl. Kap.
4.2.2). Obwohl diese Steigerungen keinen signifikanten Unterschied
zwischen den Gruppen darstellen, besteht erfreulicherweise der signifikante
Unterschied
der
Laufleistung
zwischen
der
Interventions-
und
der
Kontrollgruppe zu Beginn der Untersuchung (p≤0,01) zugunsten der
Kontrollgruppe nach einjähriger Intervention nicht mehr (p=n.s.).
Vergleicht man die zurückgelegten Strecken der Interventions- und
Kontrollgruppe mit den Normwerten normalgewichtiger Kinder (BECK und
BÖS,
1995),
so
schneiden
die
übergewichtigen
und
adipösen
Grundschulkinder mit der Note drei und schlechter ab. Die mittlere
Laufleistung des Untersuchungskollektivs CHILT II (StEP TWO) muss als
durchschnittlich bis unterdurchschnittlich eingeordnet werden.
Dies bestätigen auch die Ergebnisse von HAERENS et al. (2007), die deutlich
schlechtere Resultate der adipösen Kinder im Cooper-Test zeigen. In den
110
Diskussion
vorgegebenen 12 Minuten liefen die adipösen Kinder im Mittel 419,5 m
weniger als die normalgewichtigen. KORSTEN-RECK et al. (2005) und
FÖGER et al. (1993) konnten bei adipösen Kindern ebenfalls Defizite vor
allem im Bereich der Ausdauer ausmachen. Auch hier müssen neben
energetisch-konditionellen Aspekten mangelnde Bewegungserfahrung und
eine
daraus
resultierende
fehlende
Bewegungsökonomie
als
leistungslimitierender Faktor in Betracht gezogen werden. TOMKINSON et al.
(2003) gehen von einer allgemeinen Verschlechterung der aeroben
Ausdauerleistung bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren um ca.
0,5% pro Jahr aus. Aufgrund aktueller Normwerte beim Dordel-Koch-Test
kann dies als Einflussfaktor jedoch weitgehend ausgeschlossen werden
(DORDEL und KOCH, 2004).
GATELY et al. (2005) konnten bei Teilnehmern eines GewichtsreduktionsCamps eine Verbesserung der aeroben Ausdauer nachweisen. Die neun bis
18-jährigen Kinder und Jugendlichen nahmen während ihres Aufenthaltes für
ca. sechs Stunden täglich an verschiedenen Bewegungsaktivitäten teil. Nach
durchschnittlicher
Interventionszeit
von
29
Tagen
konnte
bei
den
Teilnehmern mittels Laufbandtest, auch im Vergleich mit einer normal- und
einer übergewichtigen Kontrollgruppe, eine verbesserte aerobe Fitness
festgestellt werden.
Ebenfalls positive Effekte konnten NEMET et al. (2005) mit einem zweimal
wöchentlich stattfindenden Programm erreichen. Über einen Zeitraum von
drei Monaten wurden den Kindern (n=24; Alter 10,9 Jahre) für jeweils 60
Minuten Bewegungsaktivitäten angeboten, hauptsächlich ausdauerbetonte
Spiele. Zusätzlich wurden die Kinder aufgefordert, 30-45 Minuten zu Hause
zu trainieren. Die Umsetzung dieser Aktivitäten musste wöchentlich
dokumentiert
und
Kontrollmaßnahmen
dem
Trainer
erfolgten
nicht.
vorgelegt
Eine
werden.
Ernährungs-
Weitere
und
Verhaltensmodifikation wurde mittels Vorträgen und Gesprächen mit
Ernährungsberatern angestrebt. Nach Abschluss der Intervention zeigten die
Interventionskinder gegenüber den Kontrollkindern im Laufbandtest eine
111
Diskussion
signifikant gesteigerte Fitness (215 ±107 vs. 50 ±116 Sekunden längere
Laufzeit).
VAJDA
et
al.
(2007)
untersuchten
den
Effekt
eines
20wöchigen
Bewegungsprogramms auf die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit
adipöser Jungen (n=21, 10,03 ±0,26 Jahre). Neben dem normalen
Sportunterricht (zweimal wöchentlich 45 min) erhielt die Interventionsgruppe
drei weitere Bewegungseinheiten von jeweils 60 Minuten. Einmal monatlich
fanden
psychologische
Ernährungs-
oder
Beratungsgespräche
Lebensstilveränderung
statt.
waren
Maßnahmen
zu
nicht enthalten. Als
Kontrollgruppe dienten 28 adipöse Jungen (9,88 ±0,29 Jahre), deren Eltern
die Teilnahme am Programm abgelehnt hatten. Sie nahmen lediglich an den
normalen Sportstunden teil. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten sich bei
den Interventionskindern kein Anstieg des BMI und eine Verbesserung der
kardiorespiratorischen Parameter.
LI et al. (2005) findet bei 74 gesunden und normalgewichtigen chinesischen
Kindern und Jugendlichen (Durchschnittsalter 14,2 Jahre) für den 6-MinutenGehtest mittlere Laufleistungen von 662,21 ±551 m. Diese Werte
entsprechen denen der vorliegenden Untersuchung (vgl. Kap. 4.2.2), obwohl
hier der 6-Minuten-Lauf Anwendung findet. Die Interventionskinder des
Programms CHILT II (StEP TWO) laufen zur Eingangsuntersuchung (T1) mit
821,85 ±90,43 m nur wenig weiter. Im Programm CHILT III ist die
Laufleistung der Interventionsgruppe mit 769 ±80,74 m (T1) noch geringer.
Dies
zeigt
auf
der
einen
Seite
die
verminderte
kardiopulmonale
Leistungsfähigkeit dieser übergewichtigen Klientel und unterstreicht auf der
anderen Seite die Notwendigkeit der sportmotorischen Förderung dieser
besonderen Zielgruppe. Ein spezifisches auf die Indikation des Übergewichts
und der Adipositas abgestimmtes Interventionsprogramm, wie es in dieser
Untersuchung Anwendung findet, ist also zwingend erforderlich.
112
Diskussion
Spiroergometrische Parameter
CHILT II (StEP TWO)
Die Probanden des Programms CHILT II (StEP TWO) weisen lediglich
hinsichtlich der Ruheherzfrequenz eine signikifikante Veränderung auf. Die
Teilnehmer senken ihre Ruheherzfrequenz im Mittel von 102,14 ±13,83
S/min auf 94,86 ±13,94 S/min (p≤0,05). Ebenso können sie ihre maximale
Leistung auf dem Fahrradergometer signifikant von 91,76 ±22,40 Watt auf
101,57 ±27,79 Watt steigern (p≤0,05). Die übrigen spiroergometrischen
Leistungsdaten weisen keine signifikante Veränderung zwischen der
Eingangs- und der Abschlussuntersuchung auf.
Die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit, gemessen anhand der maximalen
Sauerstoffaufnahme, verhält sich umgekehrt proportional zum steigenden
Übergewicht. JOHNSON et al. (2000) zeigen, dass eine reduzierte aerobe
Leistungsfähigkeit
bei
vorpubertären
Kindern
die
Entstehung
von
Übergewicht und Adipositas begünstigen. Dabei gibt es keinen ethnischen
Unterschied zwischen afroamerikanischen und hellhäutigen Kindern.
CHILT III
Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen der Interventionsgruppe des
Programms CHILT III finden sich für die maximale Sauerstoffaufnahme
(p≤0,01),
die
relative
maximale
Sauerstoffaufnahme
(p≤0,01),
die
Ruheherzfrequenz (p≤0,05), die maximale Leistung (p≤0,001) und die
relative maximale Leistung (p≤0,05) signifikante Verbesserungen im Verlauf
der Intervention. Lediglich die maximale Herzfrequenz weist keinen
signifikanten Unterschied zwischen den Testzeitpunkten auf.
Übergewichtige Kinder und Jugendliche weisen im Vergleich zu ihren
normalgewichtigen Altersgenossen ähnliche absolute Werte der maximalen
Sauerstoffaufnahme auf. Dies gilt auch für die Probanden der vorliegenden
Untersuchung. Mit einer mittleren maximalen Sauerstoffaufnahme von 1,83 ±
0,57 l/min bei T1 und 2,17 ± 0,29 l/min bei T2 entsprechen diese Werte
denen
ihrer
normalgewichtigen
Altersgenossen
(vgl.
LAWRENZ
und
113
Diskussion
HEBESTREIT,
2002).
Übergewichtigen
wird
Die
limitierte
auf
das
Ausdauerleistungsfähigkeit
überdurchschnittliche
der
Körpergewicht
zurückgeführt, welches bewegt werden muss (NORMAN et al., 2005).
NORMAN et al. (2005) folgern weiter, dass der höhere Prozentsatz des
Sauerstoffverbrauchs bei submaximaler Belastung übergewichtiger Kinder
und Jugendlicher im metabolischen Mehraufwand ihrer übermäßigen
Körpermasse begründet liegt. Empfehlungen zur körperlichen Aktivität sollten
deshalb von geringerer Intensität sein, so dass die Belastung einige Zeit
durchgehalten werden kann. TÖRÖK et al. (2001) kommen zum gleichen
Ergebnis, dass sich übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche in
den
absoluten
Werte
der
maximalen
Sauerstoffaufnahme
von
normalgewichtigen Altersgenossen nicht unterscheiden. Unterschiede finden
sich aber in der relativen maximalen Sauerstoffaufnahme. Hier sind die
übergewichtigen und adipösen Kinder und Jugendlichen signifikant reduziert
in ihrer Leistungsfähigkeit. Vergleicht man erneut die Daten der vorliegenden
Untersuchung mit den Normwerten normalgewichtiger Kinder, so liegen die
Interventionskinder des Programms CHILT III mit ihrer relativen maximalen
Sauerstoffaufnahme (T1: 26,40 ± 5,73 ml/min*kg und T2: 31,12 ± 3,95
ml/min*kg) deutlich unter den Werten normalgewichtiger Kinder und
Jugendlicher. GORAN et al. (2000) stellen in ihrer Querschnittsuntersuchung
fest, dass nicht die Körperfettmasse der limitierende Faktor für die
eingeschränkte maximale Sauerstoffaufnahme darstellt, sondern dass die
freie Fettmasse die submaximale Leistungsfähigkeit reduziert.
Schulbasierte und ambulante Programme wie die vorliegenden Projekte
CHILT II (StEP TWO) und CHILT III zeigen mittelfristige Erfolge, wenn sie
möglichst viele soziale Verantwortungsebenen einbeziehen (JAMES und
KERR, 2005; LOBSTEIN et al., 2004). In diesen Programmen konnte gezeigt
werden, dass sie durch die Vermittlung einfacher Botschaften über einen
möglichst breiten Ansatz zum Erfolg führen. Bei den schulbasierten
Programmen wird auf spielerische Art und Weise die Gesundheitskompetenz
gestärkt (JAMES und KERR, 2005).
114
Diskussion
POIRIER und DESPRES (2001) fordern für ein multidisziplinäres Gewichtsmanagementprogramm für adipöse Kinder 30 bis 45 Minuten körperliche
Aktivität bei mittlerer Intensität für drei bis fünf Einheiten in der Woche. Dies
erscheint zur Gewichtsreduktion und als Prävention gegen HerzkreislaufErkrankungen zu wenig. Die „European Youth Heart Study“ (RIDDOCH et al.,
2005) zeigt, dass 60 Minuten Sport bzw. Bewegung pro Tag zur
Gesunderhaltung unserer Kinder und Jugendlichen nicht ausreichen. Zum
Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen bedarf es mindestens 90 Minuten
körperlicher Aktivität am Tag. Kinder mit 116 Minuten Bewegung pro Tag
wiesen die besten Werte auf. Bei Teenagern reichen laut RIDDOCH et al.
(2005) 88 Minuten am Tag.
Die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS-Studie des
Robert-Koch-Instituts) zeigen, dass unsere deutschen Kinder im Durchschnitt
unterhalb des oben geforderten Aktivitätsniveaus liegen (LAMPERT et al.,
2007). Damit ist der Anteil an körperlicher Aktivität der Kinder und
Jugendlichen nicht nur mit Blick auf eine gesundheitliche Prävention zu
niedrig, sondern auch hinsichtlich der steigenden Prävalenz von Übergewicht
und Adipositas im Kindes- und Jugendalter zu gering (BRETTSCHNEIDER,
2006). STRONG et al. (2005) empfehlen in ihrem Review für schulbasierte
Fitnessprogramme eine intensive Bewegungsintensität für Schulkinder ab
acht Jahren von 80% der maximalen Leistungsfähigkeit für mehr als 30
Minuten an mindestens drei Tagen der Woche. Positive Veränderungen
durch
körperliche
Aktivität
Ausdauerleistungsfähigkeit
und
hinsichtlich
damit
der
eine
Steigerung
Protektion
der
gegen
Herzkreislauferkrankungen und vor allem juvenilem Übergewicht und
Adipositas herzustellen, ist neben der intensiven Belastung von 80% der
maximalen Leistung, alternativ auch eine tägliche Belastung von 30 bis 45
Minuten, anzustreben.
Die Schule allein kann diese Problematik nicht beheben. Aber sie kann
erheblich dazu beitragen, dass vor allem die Kinder systematisch gefördert
werden, die nicht zu den sozial privilegierten zählen und daher auch beim
Gesundheits- und Bewegungsstatus die schlechtesten Werte aufweisen
115
Diskussion
(STARKER et al., 2007). Damit sich die Schule dieser Verantwortung stellen
kann, ist es notwendig, dass die sportliche Handlungsfähigkeit und die
körperliche Fitness wieder die maßgebenden Ziele für den Sportunterricht in
der Schule sind, denen wieder prioritäre Bedeutung zugeschrieben wird
(BRETTSCHNEIDER, 2006). Der 6-Minuten-Lauf hat damit als Feldtest zur
Einschätzung der Ausdauerleistungsfähigkeit gerade im Schulsport seine
Berechtigung. Er liefert dem Lehrer valide Daten zur Einordnung der
kardiovaskulären Leistungsfähigkeit und gibt ihm dadurch die Möglichkeit,
Handlungsempfehlungen an seine Schüler und deren Eltern auszusprechen.
Wenn heutzutage eine sehr breite Diskussion über die mangelhafte Fitness
von Kindern und Jugendlichen im Gange ist, dann hängt das auch damit
zusammen, dass Messen und Testen im Sportunterricht in Deutschland ein
Schattendasein fristen. Regelmäßiges Überprüfen (evtl. einmal pro Jahr) wird
Sportlehrern und Schülern eine objektive Basis für die Beurteilung der
körperlichen Leistungsfähigkeit bieten und trägt darüber hinaus dazu bei, ein
Bewusstsein für Fitness und Gesundheit zu entwickeln (WYDRA und
LEWECK, 2007).
In Bezug zu Hypothese 2 zeigt sich, dass in der vorliegenden Untersuchung
die Zielkriterien „Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit“ und „Reduktion
von BMI und BMI-SDS“ durch das Interventionsprogramm erfüllt wurden. Die
Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass das gezielte Sporttreiben bzw.
angeleitete körperliche Training die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert.
Der 6-Minuten-Lauf als ritualisierter Abschluss der sporttherapeutischen
Interventionsstunden stellt ein einfaches Instrumentarium zur Verbesserung
der aeroben Fitness dar.
116
Zusammenfassung
6
Zusammenfassung
Die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher ist sowohl in
den westlichen Industrienationen, als auch in Schwellenländern erheblich
angestiegen
und
das
Übergewicht
damit
zu
einem
bedeutenden
gesundheitlichen Risikofaktor angewachsen. Die Prävalenz der juvenilen
Adipositas hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt bzw. verdreifacht. Sie
ist damit ebenso als eine weltweite Epidemie zu betrachten wie bei
Erwachsenen.
Übergewicht gilt als multifaktorielle Erkrankung, bei der neben einer
genetischen Disposition und soziodemographischen Faktoren vor allem
Fehlernährung und Bewegungsmangel die entscheidenden Rollen spielen.
Herzkreislauf-, Stoffwechsel- und orthopädische Erkrankungen treten bei
Übergewicht und Adipositas als Begleiterkrankungen auf. Zusätzlich leiden
übergewichtige Kinder und Jugendliche unter den psychosozialen Folgen
und isolieren sich dadurch nicht selten von Ihrer Umwelt.
Ein allgemeingültiges Konzept zur optimalen Therapie für übergewichtige
und adipöse Kinder und Jugendliche fehlt bis heute. Am erfolgreichsten sind
interdisziplinäre Modelle, die sich sowohl auf die Bereiche Ernährung und
Bewegung, als auch auf das Verhalten der Kinder und Eltern beziehen.
Sport bzw. körperliche Aktivität ist ein grundlegender Bestandteil einer jeden
Adipositastherapie,
denn
übergewichtige
und
Jugendliche weisen per se Bewegungsmangel
adipöse
auf
Kinder
und
und
dieser
ist
insbesondere an der Entstehung der Adipositas beteiligt.
Die wesentlichen Aspekte dieser Studie sind die Überprüfung des 6-MinutenLaufs als einfacher Feldtest zur Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit
von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen und die Frage
nach dem Erfolg einer einjährigen interdisziplinären Adipositasintervention.
117
Zusammenfassung
Die Interventionsmaßnahme der vorliegenden Arbeit kann in Bezug auf die
Steigerung der Ausdauerleistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Senkung des
BMI und des BMI-SDS der Probanden als erfolgreich eingestuft werden. Das
interdisziplinäre und damit vielseitige Interventionsprogramm mit dem
zentralen Element der Bewegungsförderung wirkt sich positiv auf die
erhobenen kardiopulmunalen Parameter und den Gewichtsstatus in Form
eines reduzierten BMI und BMI-SDS aus. Wie in vielen ähnlichen
Interventionsstudien
zur
Bekämpfung
des
juvenilen
Übergewichts
(unabhängig, ob ambulant oder stationär) bleibt der langfristige Erfolg und
die nachhaltige Gewichtsreduktion bzw. -stabilisation bei gleichzeitiger
Lebensstiländerung offen. Hierzu sind weitere Längsschnittuntersuchungen
notwendig.
Der 6-Minuten-Lauf kann nicht an die Objektivität einer spiroergometrischen
Untersuchung heranreichen. Dennoch bietet er ein sehr einfaches,
kostengünstiges und gut durchführbares Messverfahren zur Erfassung der
Ausdauerleistungsfähigkeit. Die Beurteilung der Laufleistung erfolgt über
Normwerttabellen und ist somit ebenso sehr komfortabel. Gerade bei
übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen lässt sich der 6Minuten-Lauf gut einsetzen, da neben einer gewünschten Ausbelastung
trotzdem die Möglichkeit des Gehens bestehen bleibt und gleichzeitig die
Gesamtlaufzeit mit sechs Minuten für die Probanden bzw. Schüler
überschaubar ist. Insbesondere übergewichtige und adipöse Kinder und
Jugendliche lassen sich über die geringere Laufzeit von nur 6-Minuten (im
Vergleich zum 9- bzw. 12-Minuten-Lauf) eher motivieren.
Neben der Erfassung der Leistungsfähigkeit der Schüler kann der 6-MinutenLauf nicht nur als Messinstrument Anwendung finden. Er stellt gerade durch
seine Einfachheit ein ideales methodisches Mittel zum Training der
kardiopulmonalen Ausdauerleistungsfähigkeit dar. So ist es möglich, über
verschiedene Laufspiele (mit zunächst kürzeren Ausdauerintervallen) den 6Minuten-Lauf im Unterricht vorzubereiten. Die Durchführung des 6-MinutenLaufs kann dem Lehrer dann sowohl als Screeningverfahren im klinischwissenschaftlichen Sinne als auch zur Notenfindung dienen. Darüber hinaus
118
Zusammenfassung
wird er vor allem zur Schulung der körperlichen Selbsteinschätzung der
Schüler eingesetzt, die diese dann anhand der Normwerte eigenständig in
ein Notensystem einordnen können. Das sind die wesentlichen Vorteile und
die Legitimation für die Verwendung des 6-Minuten-Laufs in der Schule.
119
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Anhang
Anhang
A.1
Testprotokoll des Dordel-Koch-Tests
153
Anhang
A.2
Normtabellen des Dordel-Kocht-Tests
154
Anhang
155
Anhang
156
Anhang
157
Anhang
158
Lebenslauf
Persönliche Daten
Name:
Axel Christian Kupfer
Geboren:
15.12.1974 in Mühldorf am Inn / Obb.
Familienstand:
verheiratet
Staatsangehörigkeit:
deutsch
Schulausbildung
1981 – 1985
Konrad-Adenauer-Grundschule in Heppenheim / Bergstr.
1985 – 1994
Starkenburg Gymnasium in Heppenheim / Bergstr.
(Abschluss: Allgemeine Hochschulreife, Juni 1994)
Wehrdienst
07/94 – 06/95
Sanitätsdienst in der 1. Kompanie des Sanitätsbataillon 10 in Horb
a. Neckar
Studium
WS 95/96 – WS 01/02
Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln. Studienschwerpunkt: Prävention und Rehabilitation
(Abschluss: Diplom, Februar 2002)
WS 03/04 – WS 10/11
Promotionsstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln in
den Fächern Trainingslehre und Rehabilitation
Beruflicher Werdegang
04/00 – 04/01
Freier Mitarbeiter in der Abt. Sport- und Physiotherapie der Klinik
Königsfeld in Ennepetal
SS 01 – WS 01/02
Lehrbeauftragter für das Fach Gerätturnen am Institut für
Individualsport (Abt. Turnen) der Deutschen Sporthochschule
Köln
SS 02 - WS 03/04
Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Individualsport
(Abt. Turnen) an der Deutschen Sporthochschule Köln
SS 04 – WS 04/05
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Motorik und
Bewegungstechnik – Abt. Turnen (ehemaliges Institut für
Individualsport) der Deutschen Sporthochschule Köln
seit SS 2005
Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Bewegungsund Neurowissenschaft (ehemaliges Institut für Motorik und
Bewegungstechnik) der Deutschen Sporthochschule Köln
159
Abstract
Abstract
Einleitung: Neben der genetischen Disposition gilt heute vor allem die
Abnahme der körperlichen Aktivität als Ursache für die Entstehung von
Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter (DIETZ und BELIZZI,
1999; GORTMAKER et al., 1990; STUNKARD et al., 1986). Zur Erfassung des
Bewegungsverhaltens werden Interviews, Beobachtungen, Herzfrequenzmessungen, Schrittzähler sowie motorische Testverfahren als indirekte
Merkmale
eingesetzt
Bestimmung
der
et
(ROWLANDS
körperlichen
al.,
2000).
Leistungsfähigkeit
Möglichkeiten
sind
zur
motorische
Testverfahren (ROWLAND, 2005). Hier steht der einfache 6-Minuten-Lauf zur
Überprüfung
der
kardiopulmonalen
Ausdauer
der
aufwendigen
und
kostenintensiven Fahrrad-Spiroergometrie gegenüber (BECK und BÖS,
1995).
Methodik: Die Studie setzt sich aus den Populationen CHILT II (StEP TWO)
(n=203) und CHILT III (n=194) zusammen. Die wesentlichen Aspekte dieser
Studie sind die Überprüfung des 6-Minuten-Laufs - als einfacher Feldtest zur
Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit von übergewichtigen und adipösen
Kindern und Jugendlichen
- sowie die Frage nach dem Erfolg einer
einjährigen interdisziplinären Adipositasintervention.
Ergebnisse: Für das Untersuchungskollektiv CHILT II (StEP TWO) ergibt
sich
zum
Zeitpunkt
der
Eingangsuntersuchung
T1
ein
mittlerer
Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der
maximalen Sauerstoffaufnahme mit einem Korrelationskoeffizienten von
r=0,638 (p≤0,001, n=25). Noch deutlicher wird dies bei Betrachtung der
gewichtsspezifischen
relativen
Sauerstoffaufnahme
(r=0,827,
p≤0,001,
n=25). Bei älteren Kindern, wie die elf- bis zwölfjährigen des CHILT III-
Projekts, ergeben sich für die Interventionsgruppe zwischen der Laufleistung
des 6-Minuten-Laufs und der maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,280;
p≤0,05) sowie der relativen maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,419;
p≤0,001) nur noch ein geringe Zusammenhänge. Auch die maximale
(r=0,335; p≤0,001) und die relative maximale Leistung (r=0,481; p≤0,001) auf
dem Fahrradergometer korrelieren hier mit der Laufleistung nur gering.
160
Abstract
Die Laufleistung des 6-Minuten-Laufs beider Untersuchungskollektive
verbessert sich in der Interventionsgruppe nach einjähriger Intervention um
52,94 ±90,08 m, während sich die Kontrollgruppe um 29,02 ±80,39 m
steigert.
Diskussion:
Der
6-Minuten-Lauf
spiroergometrischen
kann
Untersuchung
nicht
erreichen.
die
Objektivität
Dennoch
zeigen
einer
die
Ergebnisse der vorliegenden Studie, dass dieser ein sehr einfaches,
kostengünstiges
und
valides
Messverfahren
zur
Erfassung
der
Ausdauerleistungsfähigkeit bei übergewichtigen und adipösen Kindern und
Jugendlichen darstellt. Gerade bei übergewichtigen und adipösen Kindern
und Jugendlichen lässt sich der 6-Minuten-Lauf gut einsetzen, da neben
einer gewünschten Ausbelastung trotzdem die Möglichkeit des Gehens
bestehen bleibt und gleichzeitig die Gesamtlaufzeit mit sechs Minuten für die
Probanden bzw. Schüler überschaubar ist. Die Interventionsmaßnahme der
vorliegenden
Arbeit
kann
in
Bezug
auf
die
Steigerung
der
Ausdauerleistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Senkung des BMI und des BMISDS der Probanden als erfolgreich eingestuft werden.
161
Abstract
Introduction: In addition to genetic factors in particular a decreased physical
activity of children and adolescents causes the development of juvenile
overweight and obesity (DIETZ und BELIZZI, 1999; GORTMAKER et al., 1990;
STUNKARD et al., 1986). Interviews, observations, heart rate monitoring,
pedometer and motor tests are indirect markers to verify the physical activity
of children and adolescents (ROWLANDS et al., 2000). Motor tests are used
to verify the performance capacity (ROWLAND, 2005). In order to prove the
endurance capacity the 6-minute-run will be compared to treadmill testing
(BECK und BÖS, 1995).
Methods: The study consists of two populations: CHILT II (StEP TWO)
(n=203) and CHILT III (n=194). The aim of this study is to verify the 6-minuterun as a simple and valid field test to determine the endurance capacity of
overweight and obese children and adolescents. Further the success of a
one-year interdisciplinary obesity intervention is proved.
Results: The results of the 6-minute-run and _O2max correlate at the
starting point of the study (T1) of the CHILT II (StEP TWO) program (r=0,638,
p≤0,001, n=25). This correlation becomes more considerable by focussing
the weight related _O2max (r=0,827, p≤0,001, n=25). The older children (11
to 12 years) of the intervention group of the CHILT III program only showing
a minor correlation between the results of the 6-minute-run and the _O2max
(r=0,280; p≤0,05) and the weight related _O2max (r=0,419; p≤0,001). Also
the maximum performance [Wmax] (r=0,335; p≤0,001) and the weight related
maximum performance [relWmax] (r=0,481; p≤0,001) show only a minor
correlation with the 6-minute-run.
After the intervention program the results of the 6-minute-run increases in
both programs. The intervention group gain 52,94 ±90,08 m their running
performance, while the control group increased 29,02 ±80,39 m.
Discussion: The 6-minute-run is not as objective as the treadmill testing.
Nevertheless the results of this study show that the 6-minute-run is a simple,
beneficial and valid test to verify the endurance capacity of overweight and
obese children and adolescents. Especially for overweight and obese
children the 6-minute-run is suitable test. Maximum exposure associated with
the possibility to walk and a run time of only 6 minutes are the advantages for
the use of the 6-minute-run. With regard to increased endurance capacity
162
Abstract
and decreased BMI and BMI-SDS the interdisciplinary obesity intervention
program is successful.
163
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