Der Autor

Der Autor
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Scott Kelby ist Redakteur, Herausgeber und Mitbegründer des Photoshop User Magazine, Redakteur und
Herausgeber der Zeitschrift Light It (Studiobeleuchtung
und Blitzgeräte) sowie Moderator des wöchentlichen
Video-Podcasts für Fotografen The Grid und Photoshop
User TV.
Außerdem ist er Präsident der National Association
of Photoshop Professionals (NAPP) – der Vereinigung
für Photoshop-Nutzer – und Präsident der Kelby Media
Group, einer Softwaretrainings-, Ausbildungs- und Publishing-Firma.
Scott Kelby arbeitet als Fotograf und Designer und ist
zudem preisgekrönter Autor von mehr als 50 Büchern,
darunter Photoshop für Digitalfotografen, Scott Kelbys Porträt-Retusche-Tricks: für Photoshop, Fotografieren im Studio
mit Scott Kelby: Beleuchten, Belichten, Bearbeiten, Photoshop
Classic Effects, Das iPhone Buch sowie die beiden Bände
Scott Kelbys Foto-Rezepte 1 und 2, von denen Sie den ersten
gerade in der Hand halten.
In den letzten drei Jahren wurde Scott Kelby als weltbester Autor von Fotografiebüchern geehrt. Sein Buch Scott
Kelbys Foto-­Rezepte 1 ist das meistverkaufte Buch in der
Geschichte der Digitalfotografie.
Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt,
u. a. Chinesisch, Russisch, Spanisch, Koreanisch, Polnisch,
Taiwanesisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch,
Holländisch, Schwedisch, Türkisch und Portugiesisch.
Außerdem erhielt er den hoch angesehenen ASP International Award – einen Preis, der jährlich von der American
Society of Photographers für »… spezielle Beiträge im
Bereich der professionellen Fotografie als Kunst und Wissenschaft« vergeben wird.
Scott Kelby ist Training Director für die Adobe Photoshop
Seminar Tour und Conference Technical Chair der Photo­
shop World Conference & Expo. Er arbeitet an einer Serie
von Adobe-Photoshop-Trainings-DVDs und Online-Kursen
auf KelbyTraining.com und bildet seit 1993 Photoshop-­
Anwender aus.
Mehr über Scott Kelby erfahren Sie hier:
Blog: http://scottkelby.com
Twitter: http://[email protected]
Facebook: www.facebook.com/skelby
Google+: Scottgplus.com
Scott Kelby
Scott Kelbys Foto-Rezepte 1
Scott Kelby
www.kelbytraining.com
Übersetzung: Claudia Koch, Ilmenau · Kathrin Lichtenberg, Ilmenau
Lektorat: Boris Karnikowski, München, www.karnikowski.com
Fachlektorat: Thomas Dralle, Hannover
Copy-Editing: Sabine Müthing, Castrop-Rauxel
Herstellung: Birgit Bäuerlein
Satz: Ulrich Borstelmann, Dortmund
Umschlaggestaltung: Helmut Kraus, www.exclam.de
Druck und Bindung: M.P. Media-Print Informationstechnologie GmbH, 33100 Paderborn
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN
Buch 978 -3 - 8 6 49 0 -111- 9
PDF 978-3-86491-373-0
ePub 978-3-86491-374-7
Korrigierter Nachdruck 2014
Translation Copyright für die deutschsprachige Ausgabe © 2013 dpunkt.verlag GmbH
Wieblinger Weg 17
69123 Heidelberg
Copyright der amerikanischen Originalausgabe © Scott Kelby, 2013
Title of American original: The Digital Photography Book, part 1
Published by Peachpit Press
ISBN: 978-0-321-93494-9
Die vorliegende Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung
der Texte und Abbildungen, auch auszugsweise, ist ohne die schriftliche Zustimmung des Verlags
­urheberrechtswidrig und daher strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung
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Es wird darauf hingewiesen, dass die im Buch verwendeten Soft- und Hardware-Bezeichnungen sowie
Markennamen und Produktbezeichnungen der jeweiligen Firmen im Allgemeinen warenzeichen-,
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Alle Angaben und Programme in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt kontrolliert. Weder Autor
noch Verlag können jedoch für Schäden haftbar gemacht werden, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Buches stehen.
5432
Dieses Buch ist Dr. Stephanie Van Zandt gewidmet,
die mir mit ihren exzellenten Ratschlägen zur Seite stand,
sich um meine Frau kümmerte
und die das süßeste kleine Mädchen überhaupt
auf die Welt geholt hat.
INHALTSVERZEICHNIS
KAPITEL 1
1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Wenn Ihre Fotos nicht scharf sind, ist alles andere egal
Das Geheimnis scharfer Fotos
Das zweite Geheimnis
Und was vielleicht noch viel wichtiger ist!
Wenn Sie das nicht lesen, sollten Sie Ihre ­
Kamera in den Müll werfen
Wenn Sie das falsch machen, ist alles verloren
Zeit für die Fakten
Scharfe Fotos beginnen mit einem Stativ
Ein Kugelkopfstativ macht vieles leichter
Drücken Sie nicht auf den Auslöser
(verwenden Sie einen Kabelauslöser)
Kabelauslöser vergessen?
Nehmen Sie den Selbstauslöser
Extra scharfe Bilder: Spiegelvorauslösung
Vibrationsreduzierung (oder IS) deaktivieren
Fotografieren Sie mit der schärfsten Blende
Gutes Glas macht den Unterschied aus
Vermeiden Sie höhere ISO-Werte, wenn Sie
mit einem Stativ fotografieren
Zoomen Sie in das Bild hinein,
um die Schärfe zu überprüfen
Scharfzeichnen in Photoshop
Haben Sie die Größe für das Web geändert?
Dann noch einmal nachschärfen!
Ein Schärfe-Tipp für Fotos aus der Hand
Wackelfreie Fotos aus der Hand
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KAPITEL 2
23
Blumen fotografieren wie ein Profi
Dabei gibt es mehr zu beachten, als Sie vielleicht denken
Fotografieren Sie Blumen nicht von oben
Fotografieren Sie Blumen mit einem ­Zoom-Objektiv
Verwenden Sie ein Makro-Objektiv,
um wirklich nah heranzukommen
Sie können sich kein Makro-Objektiv leisten?
Wie wäre es mit einer Nahlinse? Wann Sie Blumen fotografieren sollten
Warten Sie nicht auf Regen – machen Sie ihn selbst!
Blumen vor einem schwarzen Hintergrund
Blumen vor einem weißen Hintergrund
Das perfekte Licht für Innenaufnahmen
Wo Sie schöne Blumen zum Fotografieren finden
Stoppen Sie den Wind
Zeigen Sie nur einen Teil des Motivs
[ vi ]
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KAPITEL 3
Hochzeiten fotografieren wie ein Profi
37
Hochzeitsfotos müssen beim ersten Mal perfekt sein.
Eine zweite Chance gibt es nicht!
Tricks für schwache Lichtbedingungen
in der Kirche, Teil 1
38
Tricks für schwache Lichtbedingungen
in der Kirche, Teil 2
39
Brauchen Sie wirklich das f/1,4-Objektiv?
40
41
Weiches, diffuses Licht mit einem Blitz, Teil 1
Weiches, diffuses Licht mit einem Blitz, Teil 2
42
Nutzen Sie Ihren Blitz für Außenaufnahmen
43
Perfektes Licht für die Braut
44
Wenden Sie nicht zu viel Zeit für die
45
Formalitäten auf
Formalitäten: Wen Sie zuerst fotografieren sollten 46
Formalitäten: Die Anordnung
47
Wie Sie die Braut mit anderen Leuten aufstellen
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Wie Sie Blinzeln verhindern können
49
Formalitäten: Worauf Sie sich konzentrieren sollten 50
Formalitäten: Die Kameraposition
51
Formalitäten: Schneiden Sie keine Gelenke ab
52
Formalitäten: Der Trick für tolle Hintergründe
53
Fotos von der Hochzeitsfeier: Der Tanz
54
Ihr Hauptjob: Verfolgen Sie die Braut
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Details fotografieren (vor allem: welche?)
56
Ändern Sie den Blickwinkel
57
Mit Weitwinkel-Objektiven fotografieren
58
Zusätzliche Speicherkarten in der Jackentasche
59
Backup vor Ort
60
Verwenden Sie bei JPEGs eine WeißabgleichVoreinstellung61
KAPITEL 4
Landschaften fotografieren wie ein Profi
63
Wie Sie die Wunder der Natur professionell festhalten
Die goldene Regel der Landschaftsfotografie
Heiraten Sie Ihr Stativ
Fotografieren mit Zeitautomatik
Großartige Bildkompositionen
Der Trick bei Wasserfällen
Wälder fotografieren
Wohin mit der Horizontlinie?
Interessantere Bergfotos
Wärmere Sonnenauf- und -untergänge
Aktivieren Sie die »Blinkies« für mehr Details
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INHALTSVERZEICHNIS
Spitzlichter-Warnung ausschalten
Größe zeigen
Stellen Sie Ihr Stativ (noch) nicht auf
Der Trick für brillantere Farben
Was Sie bei schlechtem Wetter fotografieren
Die Luft ist Ihr Freund
Blendenflecke vermeiden – manuell
Die Geheimwaffe des Landschaftsfotografen
Gerade Horizonte
An wolkigen Tagen fotografieren
Tipps für Panoramen, Teil 1
Tipps für Panoramen, Teil 2
Tipps für Panoramen, Teil 3
Panoramen imitieren
Warum Sie ein Weitwinkel-Objektiv brauchen
Es soll noch besser werden?
Fotografieren Sie von unten!
KAPITEL 5
Sportfotos wie vom Profi
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91
Zücken Sie Ihre Kreditkarte
Profi-Sportfotografie ist teuer
92
Das richtige Objektiv
93
Dieses Objektiv ist irre für seinen Preis
94
Stabilität für Sportfotos
95
Vergessen Sie es, Objektive zu wechseln
96
Weißabgleich für Hallensport
97
Verwenden Sie eine Verschlusszeit
98
von /1000 s oder schneller
Sie fotografieren nachts oder drinnen?
99
Erhöhen Sie den ISO-Wert
Bezwingen Sie die Innenbeleuchtung
100
Wählen Sie eine große Blende
101
Im Serienbildmodus fotografieren
102
103
RAW oder JPEG für Sportaufnahmen?
Bewegung zeigen durch Schwenken
104
Vorfokussieren105
Fotografieren Sie im Hochformat
106
Fürchten Sie sich nicht, Ihre Fotos zu beschneiden 107
Zwei Augen und ein Ball
108
Nicht nur Gewinner fotografieren
109
Bildkomposition110
111
Die Profis kennen den Sport
[ viii ]
KAPITEL 6 Menschen fotografieren wie ein Profi
113
Tipps, wie Sie Menschen von ihrer besten Seite zeigen
Das beste Objektiv für Porträtfotografie
114
Welche Blende Sie am besten verwenden
115
Nahtlose Hintergründe
116
Leinwände oder Stoffe als Hintergrund
117
Der richtige Hintergrund für Außenaufnahmen
118
Worauf Sie fokussieren sollten
119
Kameraposition120
Positionieren Sie die Person im Bildrahmen
121
Tipp zum Einrahmen von Porträts
122
Tolles Licht für Außenaufnahmen
123
Tolles Licht für Innenaufnahmen
124
Neugeborene fotografieren
125
Tolle Porträts bei Sonnenuntergang
126
Bessere Porträts mithilfe von Reflektoren
127
Den Reflektor ausrichten
128
Benutzen Sie einen Reflektor bei flachem Licht
129
KAPITEL 7
131
Probleme vermeiden wie ein Profi
Digitale Kopfschmerzen vermeiden
Probleme mit dem Weißabgleich vermeiden
Kaltes Wetter verlangt extra Akkus
Wechseln Sie in staubiger Umgebung
nicht das Objektiv
Bitten Sie um Erlaubnis, Ihr Stativ aufzustellen
Passen Sie auf, was Sie fotografieren
Tipps zum Fotografieren bei Gefälle
Noch ein Grund, warum Profis eine
Sonnenblende verwenden
Schützen Sie Ihr Objektiv
Sparen Sie Strom mit der LCD-Anzeige
Machen Sie eine Belichtungsreihe,
wenn Sie sich bei der Belichtung unsicher sind
Rote Augen vermeiden
Rote Augen entfernen
KAPITEL 8
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142
143
145
Die Vorteile der digitalen Welt
Mehr als nur ein Filmersatz
Gleiche Voraussetzungen: Drücken Sie
auf den Auslöser
Aktivieren Sie den LCD-Monitor
(und der Haken bei der Sache)
146
147
[ ix ]
INHALTSVERZEICHNIS
Schlechte Bilder löschen, um Platz zu sparen
Aktivieren Sie die Spitzlichterwarnung
»Grenzkontrolle« im Sucher
Experimentieren Sie
Nicht alles auf eine Karte setzen
Nutzen Sie die Vorteile des Posterdrucks
Wahrscheinlich werden Sie die ­
Sonnenblende verlieren (wirklich!)
Was ist besser? Unter- oder überbelichten?
Volle von leeren Speicherkarten unterscheiden
Welche Kamera sollten Sie kaufen?
KAPITEL 9
Urlaubs- und Stadtfotos wie vom Profi
148
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156
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159
Tipps für Reisefotos
Bereit für die eine Aufnahme?
160
Kinder und alte Menschen sind immer richtig
161
Engagieren Sie ein Model
(das ist billiger, als Sie glauben)
162
Die richtige Tageszeit
163
Nach starken, leuchtenden Farben Ausschau halten 164
Urlaubsbilder? Besuchen Sie zuerst 500px.com
165
Konzentrieren Sie sich auf die Details
166
Das beste Motiv wartet vielleicht gleich um die Ecke 167
Fotografieren Sie Infotafeln
168
Bewegung in der Stadt
169
Je einfacher, umso besser
170
Einbein-Stative171
Was, wenn das Motiv schon
172
»zu Tode fotografiert« wurde?
Mondaufnahmen inklusive Details
173
Feuerwerk fotografieren
174
Nehmen Sie Ihren Laptop mit
175
Die Stadt von oben? Versuchen Sie dies
176
»Fast touristenfreie« Aufnahmen
177
KAPITEL 10
179
Drucken wie ein Profi und andere coole Tipps
Schließlich geht es um den Druck!
Die Vorteile des RAW-Formats
180
RAW-Aufnahmen in Photoshop entwickeln
181
Vergleichen Sie die LCD-Anzeige mit dem
Computermonitor182
Mit Lightroom Fotos verwalten
183
Wie viele Megapixel brauchen Sie noch?
184
A4-Ausdrucke in Laborqualität
185
[ x ]
Ausdrucke in A3+ in Laborqualität
A2-Ausdrucke – die Wahl der Profis
Welches ist das richtige Papier?
Wovon hängt die Wahl des Papiers ab?
Passen Sie Ihren Monitor an den Drucker an
Farbprofile für Ihr Papier laden
Meine Ausrüstung
Besuchen Sie mich bei The Grid
KAPITEL 11
Zehn Dinge, die ich gerne gewusst hätte
186
187
188
189
190
191
192
193
195
Als ich mit der Fotografie begann
#1: Eine teurere Kamera garantiert nicht
unbedingt bessere Fotos
196
#2: Sie müssen nach dem Fotografieren
scharfzeichnen197
#3: Profis machen viele schlechte Fotos
198
#4: Machen Sie sich mit der Belichtungskorrektur
vertraut199
#5: Kümmern Sie sich nicht um den manuellen
Modus200
#6: Heutzutage sollten Sie vermutlich im
Querformat fotografieren
201
#7: Nichts wirkt so wie ein Druck
202
#8: Ignorieren Sie Ihr Histogramm
203
#9: Finden Sie heraus, welche Art von
204
Fotograf Sie sind
#10: Machen Sie, was nötig ist, um Ihre ­
Wunschfotos zu bekommen 205
#11: Sie brauchen ein Portfolio
206
#12: Hören Sie auf, Bücher über Fotografie
207
zu lesen
KAPITEL 12
209
Tipps für das Bild der Bilder
Wie Sie aus einfachsten Zutaten das Beste machen
Index225
[ xi ]
VERSCHLUSSZEIT: 1/200 S BLENDE: F /32
ISO: 200 BRENNWEITE: 70 MM FOTO: SCOTT KELBY
Kapitel 1
Profitipps für richtig
scharfe Fotos
Wenn Ihre Fotos nicht scharf sind,
ist alles andere egal
Scharfe und richtig fokussierte Bilder sind für Profifotografen
so wichtig, dass diese einen eigenen Begriff dafür geprägt
haben – »tack sharp«. Als ich den Begriff vor Jahren das
erste Mal hörte, dachte ich, dass er auf die alte Redewendung »sharp
as a tack« (»rasiermesserscharf«) zurückzuführen sei. Als ich jedoch
begann, dieses Buch zu schreiben, und mich ernsthaft mit diesem
Begriff auseinandersetzte, war ich geschockt und zugleich überrascht,
was ich herausfand. Denn der Begriff bezieht sich nicht auf die
Redewendung, sondern es handelt sich vielmehr um ein Akronym. TACK
steht für »Technically Accurate Cibachrome Kelvin« (was sich auf die
Farbtemperatur des Lichts in den Fotos bezieht) und SHARP steht für
»Shutter Hyperfocal At Refracted Polarization«. Diese Ausdrücke sehen
im ersten Moment vielleicht sehr technisch aus – aber sobald Ihnen klar
wird, dass ich sie mir nur ausgedacht habe, sind sie schon nicht mehr so
kompliziert. Aber Sie müssen zugeben, dass sie im ersten Moment doch
sehr seriös aussahen. Geben Sie es ruhig zu, Sie waren beeindruckt – und
ich wette, es war die Farbtemperatur des Lichts, die Sie auf die falsche
Fährte gelockt hat, richtig? Nun, es ist okay, wenn Sie zugeben, dass Sie
sich haben täuschen lassen, so wie es auch okay ist, wenn Sie zugeben,
in der Vergangenheit durchaus auch unscharfe Fotos aufgenommen zu
haben. Was an dieser Stelle jedoch wirklich zählt, ist: Was immer Sie auch
tun, achten Sie auf die Schärfe. Das ist eigentlich alles, was ich sagen
wollte.
[ 1 ]
KAPITEL 1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Das Geheimnis scharfer Fotos
Bevor wir uns mit dem »Geheimnis scharfer Fotos« beschäftigen, muss ich Sie auf einige
Dinge aufmerksam machen, die Ihnen helfen, das Beste aus diesem Buch herauszuholen (entschuldigen Sie, dass ich Sie bereits mit der Überschrift geködert habe – darauf,
und auf viele weitere Dinge, werde ich gleich eingehen, aber zuerst muss ich sicherstellen, dass Sie verstanden haben, wie dieses Buch funktioniert. Erst dann ist es wirklich
sinnvoll, dass wir uns über scharfe Fotos Gedanken machen). Die Idee ist ganz einfach:
Sie und ich sind gerade unterwegs, um ein paar Aufnahmen zu machen. Dabei kommen Ihnen viele Fragen in den Sinn, die ich im Verlauf des Buches beantworten werde
(so wie im wahren Leben) – ich reduziere die Fakten auf das Wesentliche, ohne auf alle
technischen Einzelheiten der Digitalfotografie einzugehen. Angenommen, wir wären
zusammen unterwegs und Sie fragten mich: »Scott, ich möchte diese Blume dort drüben fotografieren, dabei soll der Hintergrund jedoch unscharf sein. Wie mache ich das?«
Ich würde Ihnen keinen großen Vortrag halten und etwas über kleinere und größere
Blenden erzählen, wie sich die Belichtung auf Verschlusszeit und Blende auswirkt oder
solche Dinge, die Sie in jedem Buch über Digitalfotografie nachlesen können (und
dabei meine ich wirklich jedes Buch). Ich würde Ihnen einfach sagen: »Verwenden Sie
Ihr Zoom-Objektiv mit der Blende f/2,8, fokussieren Sie die Blume und drücken Sie auf
den Auslöser.« Genau so funktioniert auch dieses Buch. Stellen Sie sich vor, wir sind auf
Fototour und ich verrate Ihnen die Tipps, dieselben Ratschläge und Techniken, die ich
im Laufe der Jahre von einigen der besten Fotografen gelernt habe. Und das in kurzen,
einfachen Sätzen, wie ich es im richtigen Leben eben auch machen würde.
[ 2 ]
JOEY WRIGHT
Das zweite Geheimnis
Ignorieren Sie auch diese Überschrift – ich wollte nur, dass Sie weiterlesen. Und hier
sind die Neuigkeiten: Sie müssen wissen, dass Sie manchmal mehr als nur eine Einstellung an der Kamera oder die Art und Weise der Aufnahme ändern müssen, um wirklich
qualitativ hochwertige Fotos aufzunehmen. Manchmal müssen Sie sich Dinge zulegen,
die die Profis verwenden, um auch zu fotografieren wie ein Profi. Ich meine damit nicht,
dass Sie sich eine neue Digitalkamera kaufen müssen, aber möglicherweise ein paar
Accessoires, die auch die Profis täglich nutzen. Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass in
einigen Bereichen, beispielsweise beim Sport, die Ausrüstung nicht das Entscheidende
ist. Wenn Sie zum Beispiel die günstigsten Golfschläger kaufen und diese Tiger Woods
übergeben, wird er immer noch Tiger Woods sein und an einem schlechten Tag 12
unter Par spielen. Trotzdem kenne ich kein Gebiet, in dem die Ausrüstung zu solchen
Unterschieden führt wie in der Fotografie. Verstehen Sie mich nicht falsch – geben Sie
Jay Maisel eine Einwegkamera und er wird trotzdem Bilder machen, die in einer Galerie
hängen könnten – das Problem ist nur, dass wir nicht so gut sind wie Jay Maisel. Also,
um etwa auf demselben Niveau zu arbeiten, müssen wir uns etwas Zubehör zulegen,
um das auszugleichen, was uns von Jay Maisel unterscheidet. Übrigens bekomme ich
keine Prämie oder Ähnliches von Firmen, deren Produkte ich im Verlauf des Buches
erwähne. Ich gebe Ihnen einfach dieselben Tipps und Ratschläge, die ich Ihnen auch
auf einer gemeinsamen Fototour geben würde. Ich will Ihnen mit diesem Buch keine
Geräte aufschwatzen, Sie sollten jedoch verstehen, dass Sie für erfolgreiche Fotos
manchmal Zubehör benötigen (und möglicherweise kaufen müssen), das auch die
Profis verwenden.
[ 3 ]
KAPITEL 1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Und was vielleicht noch viel wichtiger ist!
Noch eine Köderüberschrift. Aber blättern Sie nicht gleich weiter. Obwohl wir fotografieren wollen wie die Profis, brauchen wir nicht die gesamte Ausrüstung, die auch ein
Profi besitzt. Ich versuche daher, meine Vorschläge in drei Kategorien einzuteilen:
Für den kleinen Geldbeutel: Achten Sie auf dieses Symbol, wenn Sie nicht
unbedingt im Geld schwimmen (weil Sie zum Beispiel Frau und Kinder
haben).
Für den mittleren Geldbeutel: Dieses Symbol ist etwas für Sie, wenn die Fotografie Ihre Leidenschaft ist – und Sie es in Kauf nehmen, wenn Ihre Kinder
nebenbei arbeiten müssen, um etwas Geld für ihre Schulbücher dazuzuverdienen. Sie geben für gute Ausrüstung also gern etwas mehr Geld aus.
Für den großen Geldbeutel: Halten Sie nach diesem Symbol Ausschau, wenn
Sie nicht sparen müssen (also Arzt, Anwalt oder Ähnliches sind). Ich sage Ihnen
also, was ich mir kaufen würde, wenn ich Geld wie Heu hätte. (Kleiner Scherz.)
Der Einfachheit halber finden Sie die Produkte noch einmal auf meiner Website
kelbytraining.com/books/vol1gear. Auch hier bekomme ich keinen einzigen Cent
dafür, dass ich die Produkte gleich verlinke, aber das macht nichts, schließlich habe ich
ja schon an dem Buch jede Menge verdient (harhar). Wohin die Links führen? (Siehe
nächste Seite.)
[ 4 ]
Wenn Sie das nicht lesen, sollten Sie Ihre
­Kamera in den Müll werfen
Wie gefallen Ihnen die Überschriften? Toll! Sie sind zwar absoluter Betrug, aber toll.
Die Links auf der Website führen zu einem dieser Orte: (1) zum Hersteller des Produkts,
wenn dieser nur einen Direktverkauf anbietet, oder (2) zur B&H Photo’s Website. Warum
B&H? Weil ich diesem Händler vertraue. Ich selbst kaufe dort seit Jahren meine gesamte
Kameraausrüstung (auch meine Freunde und die meisten Profifotografen, die ich kenne,
kaufen dort ein). Und da Sie mir ab sofort sehr verbunden sind, kann ich Ihnen diese
Website nur ans Herz legen. Es gibt drei Dinge, die ich an B&H mag und warum sie bei
Profifotografen so beliebt sind: (1) Es gibt dort alles – egal, wie klein oder unbedeutend
es ist. Sie haben Ihren original Nikon-Objektivdeckel verloren? Dort können Sie sich
einen neuen kaufen – in jeder beliebigen Größe. Sie haben das Kameraband mit dem
eingestickten Canon-Logo verloren? Auch das können Sie dort neu kaufen. Ihnen ist die
kleine Kappe abhanden gekommen, die auf den Anschluss für die Kabelfernbedienung
gehört? Kein Problem. (2) Wenn Sie dort anrufen, sprechen Sie mit richtigen Fotografen.
Mein Eindruck ist, dass man dort immer gut beraten wird. Mir haben sie schon einmal
etwas Besseres empfohlen, als ich eigentlich haben wollte, und das war sogar noch
billiger. Das kommt heutzutage nur noch selten vor. Und schließlich (3) haben sie dort
sehr moderate Preise.
Anmerkung der Übersetzerin: Zwar liefert B&H auch nach Europa, allerdings mit den
im internationalen Geschäft üblichen Versandkosten und Lieferterminen. In Europa gibt
es zwar zahlreiche Online-Angebote, die sich sowohl vom Preis als auch vom Umfang
her sehen lassen können – allerdings nichts Vergleichbares zu B&H. Ansonsten lohnt
sich immer der Gang in das Foto-Fachgeschäft Ihres Vertrauens. Da entfallen außerdem
auch die Versandkosten.
[ 5 ]
KAPITEL 1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Wenn Sie das falsch machen, ist alles verloren
Okay, diese Überschrift ist nicht so gut wie die letzte, aber wir sind nur noch eine Seite
vom wirklichen Inhalt dieses Kapitels entfernt, deshalb habe ich etwas Moderateres
gewählt. Beim Durchblättern werden Ihnen vielleicht viele Nikon-, Canon- und Sony-­
Kameras aufgefallen sein – vielleicht denken Sie jetzt, dass ich parteiisch bin. Aber das
ist nicht nur bei mir der Fall. Für viele Fotografen gibt es nur diese drei Marken – deshalb
sehen Sie auch hier viele Bilder, die mit einer dieser Kameras aufgenommen wurden.
Was aber, wenn Sie nicht mit einer Nikon, Sony oder Canon fotografieren? Keine Angst
– die meisten Techniken in diesem Buch können auf jede beliebige digitale SLR-Kamera
(und auch auf einige Kompaktkameras) angewendet werden. Sollten Sie also mit einer
Olympus oder Sigma fotografieren, lassen Sie sich nicht davon stören, dass eine Nikon,
Sony oder Canon abgebildet ist. In diesem Buch geht es darum, deutlich bessere Fotos
aufzunehmen – nicht darum, Ihre Nikon, Sony oder Canon einzustellen. Da aber einige
von Ihnen sicherlich mit diesen Kameras fotografieren, zeige ich auch immer mal wieder eine davon oder ein entsprechendes Menü. Wenn ich also vom Weißabgleich spreche und dazu das Menü der Canon zeige, Sie aber nicht mit einer Canon fotografieren,
atmen Sie einfach tief durch und sagen Sie sich: »Es ist okay, meine [fügen Sie hier Ihren
Kameranamen ein] besitzt auch einen Weißabgleich, der fast genauso funktioniert.«
Denken Sie daran, es geht darum, den richtigen Weißabgleich zu wählen, nicht darum,
welche Knöpfe Sie drücken müssen. Wenn wir unterwegs auf Fototour wären, hätten
wir beide sicherlich auch nicht die gleiche Kamera dabei.
[ 6 ]
Zeit für die Fakten
Kapitel 3
Hochzeiten fotografieren
wie ein Profi
Hochzeitsfotos müssen beim ersten
Mal perfekt sein. Eine zweite Chance
gibt es nicht!
Wenn Sie gerade so vor sich hin leben und denken »Mensch,
läuft alles prima«, dann wird es Zeit, dass Sie eine Hochzeit
fotografieren. Keine Angst – Sie müssen nicht groß für sich
werben – wenn Sie ein langes Tele-Objektiv besitzen (200 mm oder
länger), dann findet die Hochzeit Sie. Denn viele Leute denken, dass
man automatisch Fotograf ist, wenn man ein langes Objektiv besitzt.
Das stimmt. Probieren Sie Folgendes aus: Gehen Sie mit einem 200bis 400-mm-Objektiv raus, und die Leute werden Ihnen aus dem Weg
gehen, weil sie davon ausgehen, dass Sie engagiert wurden und der
offizielle Fotograf der Veranstaltung sind, dem sie nicht im Wege stehen
wollen. Es ist dasselbe, als würden Sie mit einem Klemmbrett durch eine
Fabrik laufen – die Arbeiter glauben, dass Sie das dürfen, und lassen Sie
machen. Wenn Sie außerdem noch eine Fotografenweste anziehen, ist
das, als hätten Sie einen Presseausweis bei sich (probieren Sie es aus,
Sie werden überrascht sein). Wenn Sie ein langes Objektiv besitzen,
wird es nicht lange dauern, bis jemand aus Ihrer Bekanntschaft heiratet
und erst gar nicht das Geld für einen Profifotografen einplant, sondern
Sie gleich direkt fragt: »Könntest du unsere Hochzeit fotografieren?«
Natürlich sind Sie nett und sagen: »Klar, warum nicht.« Großer Fehler.
Sie müssen sich den Arsch aufreißen, verpassen das Essen und die
leckeren Getränke und es wird sehr stressig für Sie. Eine Hochzeit findet
für das Hochzeitspaar in der Regel nur einmal im Leben statt. Es gibt also
keine zweite Möglichkeit, keine Zeit zum Experimentieren und keine
Entschuldigungen. Um die Braut nicht zu verärgern, sollten Sie vorher
unbedingt dieses Kapitel lesen.
VERSCHLUSSZEIT: 1/25 S
BLENDE: F /2,8
ISO: 1000
BRENNWEITE: 82 MM
FOTOGRAF: SCOTT KELBY
[ 37 ]
Ich habe gute Neuigkeiten: Wir sind nicht nur am Ende der Pseudo-Überschriften
angelangt, Sie werden auch glücklich sein zu erfahren, dass ab jetzt auch Schluss
ist mit dem (lahmen) Humor der ersten Seiten. Naja, auf den Einstiegsseiten zu den
jeweiligen Kapiteln finden Sie zwar noch etwas davon, aber immer nur eine Seite, und
die ist schnell gelesen. Meine Bücher hatten bisher immer sehr erleuchtende Kapiteleinstiege (ich schrieb sie immer, wenn ich sturzbetrunken war) – die Kapitelnamen
entsprachen immer Film- oder Musiktiteln oder Bandnamen (der eigentliche Name
des Kapitels erschien dann in einer kleineren zweiten Überschrift darunter). Ich nutze
jede Gelegenheit, bei der ich nicht Begriffe wie Verschluss, Blende oder Stativ benutzen muss. In einem solchen Buch gibt es kaum Platz für Persönliches (wenn Sie es so
nennen wollen), und weil ich Ihnen im weiteren Verlauf des Buches die Dinge erkläre,
die Sie wissen müssen, bleibt mir kaum Platz für Spaß. Überhaupt gibt es in meinem
Leben kaum Platz für meine Art von Humor, deshalb muss ich ihn hier unterbringen.
Denken Sie daran, wenn Sie umblättern: Ich gebe Ihnen diese Tipps, wie ich sie einem
befreundeten Fotografen geben würde – und das bedeutet meistens, dass Sie nur
wissen müssen, welchen Knopf Sie drücken und welche Einstellung Sie ändern müssen
und nicht warum. Sobald Sie schöne Ergebnisse mit Ihrer Kamera erzielen, werden Sie
wahrscheinlich losziehen und eines dieser »Sag-mir-wie-es-geht-Bücher« kaufen. Ich
hoffe ernsthaft, dass dieses Buch Ihre Leidenschaft für die Fotografie entfacht, schließlich zeige ich Ihnen, wie die Profis ihre Aufnahmen machen und wie Sie die Ergebnisse
erzielen, die Sie sich von der Digitalfotografie erhoffen. Packen Sie Ihre Sachen, es wird
Zeit für ein paar Aufnahmen.
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KAPITEL 1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Scharfe Fotos beginnen mit einem Stativ
Es gibt nicht nur einen Trick, mit dem Sie scharfe Fotos wie die Profis schießen – es ist
eher eine Kombination verschiedener Komponenten, mit der Sie »tack sharp« Fotos aufnehmen. (»Tack sharp« ist ein Begriff, den professionelle Fotografen verwenden, um den
ultimativen Grad der Schärfe zu beschreiben. Leider sind wir in Sachen Namensgebung
oft nicht besonders kreativ.) Die wichtigste Komponente ist auf jeden Fall das Stativ.
Wenn es eine Sache gibt, durch die sich die Aufnahmen von Profis und Amateuren
unterscheiden, dann ist es das Stativ, das Profis immer verwenden (auch bei Tageslicht).
Natürlich macht es auch mehr Arbeit, aber das ist eben der Schlüssel zum Erfolg. Die
Profis tun die kleinen Dinge, die ein Amateur nicht bereit ist zu tun; deshalb sehen
die Fotos auch so aus, wie sie aussehen. Nur ein Stativ kann eine Kamera wirklich still
halten. Doch auch bei Stativen gibt es Unterschiede. Deshalb sollten Sie auf die Qualität
des Stativs achten. Profis unterhalten sich darüber immer wieder, denn billige Stative
machen einfach keinen guten Job. Deshalb sind sie ja auch billig.
Scotts Produktfinder
Manfrotto Basic 055XDB Dreibein-Stativ (ca. 150 €)
Velbon Geo E 640 L Carbon Dreibein-Stativ (ca. 350 €)
Gitzo GT3541L Carbon 6x Serie 3 Dreibein-Stativ (ca. 900 €)
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Ein Kugelkopfstativ macht vieles leichter
Merken Sie sich das: Wenn Sie sich ein qualitativ hochwertiges Stativ kaufen, bekommen Sie nur das Stativ. Es ist nicht mit einem Stativkopf ausgestattet wie die billigen
Stative – den Stativkopf müssen Sie separat kaufen (übrigens, für wirklich scharfe Fotos
brauchen Sie nicht unbedingt ein Kugelkopfstativ – das sollten Sie wissen, deshalb
habe ich das hier eingebracht). Kugelköpfe sind wunderbar, denn mit nur einem
Klemmhebel können Sie Ihre Kamera exakt in jedem beliebigen Winkel ausrichten (was
ein sehr großer Vorteil ist). Das Beste ist, dass gute Kugelköpfe Ihre Kamera wirklich fest
halten und diese nicht nach und nach langsam verrutschen kann. Wie gute Stative sind
auch gute Kugelköpfe nicht unbedingt billig. Wenn Sie aber etwas mehr Geld investieren, werden Sie das nicht bereuen.
Scotts Produktfinder
Manfrotto 498RC4 Midi Kugelkopf (ca. 95 €)
FLM Kugelkopf CB 38 F (ca. 195 €)
Klassiker Novoflex Magicball MB50 (ca. 225 €)
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KAPITEL 1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Drücken Sie nicht auf den Auslöser
(verwenden Sie einen Kabelauslöser)
Okay, Sie schleppen sich jetzt mit einem Stativ ab, aber dafür sehen Ihre Fotos sicherlich
auch wesentlich schärfer aus. Zwar noch nicht ultimativ scharf, aber immerhin schärfer.
Wie gelangen Sie auf die nächste Stufe? Mit einem Kabelauslöser. Dabei handelt es sich
um ein einfaches Kabel, das mit Ihrer Digitalkamera (zumindest bei semiprofessionellen
DSLRs) verbunden wird und am anderen Ende mit einem Knopf ausgestattet ist. Wenn
Sie diesen Knopf drücken, wird das Foto aufgenommen, ohne dass Sie auf den Auslöser
der Kamera drücken müssen. Warum das so entscheidend ist? Ob Sie es glauben oder
nicht, wenn Sie den Auslöser drücken, bewegt sich die Kamera, und die so aufgenommenen Fotos sind nicht »tack sharp«. Ich weiß, das klingt unbedeutend, aber es ist wichtiger, als Sie denken. Die Bedienung eines Kabelauslösers ist ganz einfach. Außerdem
sind heute viele Kameras mit einer drahtlosen Fernauslösung ausgestattet und auch gar
nicht so teuer. Sie werden sehen, Ihre Fotos werden noch einmal schärfer.
EIN BESSERER KABELAUSLÖSER
Wenn Sie sich einen Kabelauslöser zulegen wollen, um Vibrationen zu vermeiden, sollte
es ein elektronischer und kein mechanischer sein, der den Auslöser mit einer Art Kolben
drückt, denn bei einer elektronischen (oder gar kabellosen) Variante wird die Kamera
überhaupt nicht berührt.
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Kabelauslöser vergessen?
Nehmen Sie den Selbstauslöser
Wenn Sie sich keinen Kabelauslöser (oder eine drahtlose Fernbedienung) zulegen wollen oder ihn bei einem Fotoshooting vergessen haben (was mir schon öfter passiert ist),
sollten Sie am besten mit dem Selbstauslöser Ihrer Kamera arbeiten. Ich weiß, dass Sie
den normalerweise verwenden, um selbst noch schnell ins Bild rennen zu können, aber
denken Sie einmal darüber nach – was macht der Selbstauslöser eigentlich? Er nimmt
das Bild auf, ohne dass Sie die Kamera berühren müssen, richtig? Richtig! Er hilft Ihnen
also, Kameraverwacklungen zu vermeiden – Sie müssen einfach nur etwa 10 Sekunden
warten. Wenn Sie nicht gern warten (ich hasse das), sehen Sie nach, ob Sie bei Ihrer
Kamera die Zeit des Selbstauslösers reduzieren können. Ich habe bei meiner Kamera
eine Zeit von 5 Sekunden eingestellt (siehe Nikon-Menü in der oberen Abbildung). Ich
drücke den Auslöser und 5 Sekunden später wird das Bild aufgenommen (5 Sekunden
reichen aus, bis die Erschütterungen, die durch das Drücken des Auslösers entstehen,
abgeklungen sind).
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KAPITEL 1
Profitipps für richtig scharfe Fotos
Extra scharfe Bilder: Spiegelvorauslösung
Nikon
Canon
Okay, offensichtlich sind wir gerade ein wenig besessen von Kameraverwacklungen,
aber schließlich sind sie Inhalt dieses Kapitels – Bewegungen sollen so weit wie möglich
reduziert werden, um die schärfsten und saubersten Fotos zu erhalten. Der nächste
Trick: Spiegelvorauslösung. Bei dieser Funktion wird der Kameraspiegel in der aufrechten Position fixiert, so dass er beim Auslösen nicht bewegt wird, bis das Bild belichtet ist – so werden die Bewegungen in der Kamera während der Belichtung reduziert
und schärfere Fotos erzielt. Wie viel das ausmacht? Nach der Verwendung eines Stativs
ist diese Funktion am zweitwichtigsten! Finden Sie deshalb heraus, wo Sie die entsprechende Funktion an Ihrer Kamera einstellen können (die meisten digitalen SLRs sind
mit dieser Funktion ausgestattet, weil sie diese auch verwenden, um den Sensor zu
reinigen). Sobald Sie die Spiegelvorauslösung aktiviert haben, müssen Sie den Auslöser
(auf der Kamera oder über die Fernbedienung) bei einer Nikon einmal, bei einer Canon
zweimal drücken: einmal, um den Spiegel anzuheben, und ein zweites Mal, um das Bild
aufzunehmen. Die Technik klingt ein bisschen umständlich. Ist der Unterschied wirklich
so groß? Für sich allein genommen natürlich nicht. Aber zusammen mit allen anderen
erhalten Sie am Ende wirklich ein scharfes Bild.
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Vibrationsreduzierung (oder IS) deaktivieren
VR-Objektive (Vibrationsreduzierung) von Nikon und IS-Objektive (Image Stabilisation =
Bildstabilisierung) von Canon sowie Objektive von Drittherstellern wie Tamron, die mit
vergleichbaren Technologien arbeiten, helfen, unter schwachen Lichtbedingungen und
ohne Stativ schärfere Bilder zu erzeugen. So können Sie die Kamera auch bei schwachem Licht in der Hand halten. Die Bewegungen des Objektivs werden stabilisiert,
während der Verschluss länger geöffnet ist – und ehrlich, die Ergebnisse sind erstaunlich. Das ist eine sehr nützliche Funktion, wenn Sie kein Stativ verwenden können (z. B.
bei Hochzeiten, einigen Sportveranstaltungen, in der Stadt usw.). Wenn Sie sich in einer
solchen Situation befinden, kann ich Ihnen eines dieser Objektive nur ans Herz legen.
Je nachdem, mit welchem Sie arbeiten, gibt es aber auch ein paar Situationen, in denen
Sie die Funktion ausschalten sollten. Beginnen wir mit dem Nikon-Objektiv: Wenn Sie
mit einem Nikon-VR-Objektiv und einem Stativ arbeiten, sollten Sie die VR-Funktion
deaktivieren (dazu gibt es direkt auf dem Objektiv einen Schalter), um schärfere Bilder
zu erhalten. Die nicht technische Erklärung dafür ist, dass diese Objektive nach Erschütterungen suchen – und wenn sie keine finden, suchen sie trotzdem weiter, was (wie Sie
sich jetzt vielleicht denken können) dann doch zu minimalen Erschütterungen führt.
Folgen Sie deshalb dieser Regel: Halten Sie die Kamera in der Hand, aktivieren Sie die
VR- oder IS-Funktion. Verwenden Sie für Ihre Aufnahmen ein Stativ, deaktivieren Sie die
Funktion, um möglichst scharfe Bilder zu erzielen. Es gibt aber auch einige Nikon-VRoder ältere Canon-IS-Objektive, die mit aktivierter VR- oder IS-Funktion und Stativ
verwendet werden können. Lesen Sie dazu am besten die Bedienungsanleitung, dort
steht, wann Sie die Funktion deaktivieren sollten und wann nicht.
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