Hinweise zum sicheren Umgang mit Bleiakkumulatoren (Bleibatterien)

Hinweise zum sicheren Umgang mit Bleiakkumulatoren (Bleibatterien)
ZVEI Merkblatt Nr. 1
Ausgabe Januar 2012
Hinweise zum sicheren Umgang mit
Bleiakkumulatoren (Bleibatterien)
Die REACH-Verordnung
(1907/2006/EC) hat die EURichtlinie zu
Sicherheitsdatenblättern
(91/155/EU) abgelöst. Die
gültige REACH-Verordnung
fordert die Erstellung und
Aktualisierung von
Sicherheitsdatenblättern für
Stoffe und Zubereitungen.
Für Erzeugnisse/Produkte wie Bleibatterien – sind nach
europäischem
Chemikalienrecht keine EUSicherheitsdatenblätter
erforderlich.
Dieses Merkblatt wendet sich
an Batterieanwender und
erfolgt auf freiwilliger Basis.
Die Hinweise geben
Hilfestellung für die Einhaltung
gesetzlicher Vorgaben, ersetzen
diese aber nicht.
1. Stoff / Zubereitungs- und
Firmenbezeichnung
Angaben zum Produkt
Handelsname
Bleibatterie,
gefüllt mit verdünnter
Schwefelsäure
Angaben zum Hersteller:
Anschrift, Telefon, Telefax usw.
2. Gefahrstoffe
CAS-Nr.
Bezeichnung
7439-92-1
metallisches Blei
7439-92-1
Bleilegierungen
Spuren As, Sb
7664-93-9
Gehalt
Einheit
R-Sätze
Gew. %
–
34
Gew. %
–
bleihaltige
Batteriepaste
31
Gew. %
R 61-20/22-3362-52/53
Schwefelsäure
34
Gew. %
R 35
3. Mögliche Gefahren
Bei bestimmungsgemäßem
Gebrauch und unter Beachtung
der Gebrauchsanweisung geht
von Bleibatterien keine
besondere Gefährdung aus.
Zu beachten ist jedoch, dass
Bleibatterien:
– verdünnte Schwefelsäure
enthalten, die starke
Verätzungen verursachen
kann.
–
–
–
beim Betrieb und
insbesondere bei der
Ladung sich Wasserstoffund Sauerstoffgas
entwickeln, die unter
bestimmten
Voraussetzungen
eine explosive Mischung
ergeben können.
Eine Eigenspannung
besitzen, die ab einer
bestimmten Nennspannung
bei Berührung zu
gefährlichen Körperströmen
führen kann.
Dieses Merkblatt wurde vom Fachausschuss Umweltschutz und Gesundheit im
ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V., Fachverband Batterien, erarbeitet
Bleibatterien sind durch folgende
1)
Warnsymbole gekennzeichnet:
Nicht rauchen, keine offenen Flammen,
keine Funken
no smoking, no naked flames, no sparks
Schutzbrille tragen
Shield eyes
6. Maßnahmen bei
unbeabsichtigter
Freisetzung
Verfahren zur Reinigung /
Aufnahme:
Verschüttete Säure mit Bindemittel – z. B. Sand – festlegen,
Battery acid
Neutralisation mit Kalk / Soda,
unter Beachtung der amtlichen
örtlichen Bestimmungen
entsorgen,
Bedienungsanleitung beachten
Note operating instructions
nicht in die Kanalisation,
ins Erdreich oder in Gewässer
gelangen lassen.
Explosives Gasgemisch
Explosive gas
1)
Die Warnsymbole entsprechen der europäischen Industrienorm
EN 50342/1. Eine Kennzeichnung nach der GHS-CLP-Verordnung ist
nicht erforderlich.
4. Erste-Hilfe Maßnahmen
7. Handhabung und
Lagerung
Allgemeine Hinweise:
Schwefelsäure
wirkt ätzend und
gewebezerstörend
nach Hautkontakt
mit Wasser abspülen,
benetzte Kleidung ausziehen
und waschen
nach Einatmen von
Säurenebeln 2)
Frischluft atmen
nach Augenkontakt 2)
unter fließendem Wasser
mehrere Minuten spülen
nach Verschlucken
2)
sofort reichlich Wasser trinken
Aktivkohle schlucken
Unter Dach frostfrei lagern;
Kurzschlüsse vermeiden.
Bei großen Mengen Absprache
mit örtlichen Wasserbehörden.
Sollten Batterien in
Lagerräumen geladen werden,
unbedingt Gebrauchsanweisung
beachten.
Bei Arbeiten an Batterien sind
Schutzbrille und elektrostatisch
leitende Schutzkleidung und
Sicherheitsschuhe zu tragen
Bleihaltige Batteriepaste ist als fortpflanzungsgefährdend eingestuft.
nach Hautkontakt
2)
mit Wasser und Seife reinigen
Arzt hinzuziehen.
5. Maßnahmen zur
Brandbekämpung
Geeignete Löschmittel: CO2 und Trockenlöschmittel
Nicht geeignet ist:
Wasser bei Batteriespannungen über 120 V
besondere
Schutzausrüstung:
für größere stationäre Batterieanlagen oder
größere Lagermengen
Augen-, Atem-, Säureschutz, säurefeste Kleidung
2/4
8. Expositionsbegrenzung
und persönliche
Schutzausrüstung
10. Stabilität und Reaktivität
der Schwefelsäure
(30 – 38,5%)
8.1 Keine Exposition durch Blei und bleihaltige Batteriepaste
8.2 Möglichkeit der Exposition durch Schwefelsäure und
Säurenebel beim Befüllen und Laden
CAS-Nr.
7664-93-9
R-Sätze
Verätzungen
R – 35
verursacht schwere
S-Sätze
S – 1/2 Unter Verschluss und für
Kinder unzugänglich aufbewahren
S – 26
Bei Berührung mit den Augen
gründlich mit Wasser spülen und Arzt aufsuchen
S – 30
Niemals Wasser hinzugießen
(gilt nur für konzentrierte Säure, nicht für das Nachfüllen von
Batterien mit Wasser)
S – 45
Luftgrenzwert
am Arbeitsplatz
3)
Gefahrensymbol
C, ätzend
Bei Unfall und Unwohlsein
sofort Arzt hinzuziehen
Persönliche Schutzausrüstung: Gummi-, PVC-Handschuhe,
Säureschutzbrille,
Säureschutzkleidung,
Sicherheitsschuhe
Ätzende, nicht brennbare
Flüssigkeit
– Thermische Zersetzung bei
338 ˚C
–
Zersetzt organische Stoffe
wie Pappe, Holz, Textilien
–
Reaktion mit Metallen unter
Bildung von Wasserstoff
–
heftige Reaktionen mit
Laugen und Alkalien
11. Angabe zur Toxikologie
der Inhaltsstoffe
Schwefelsäure
wirkt stark ätzend auf Haut und
Schleimhäute.
Bei Aufnahme von Nebeln sind
Schädigungen der Atemwege
möglich.
Blei und bleihaltige
Batteriepaste
können bei Aufnahme in den
Körper Blut, Nerven und Nie-ren
schädigen,
bleihaltige Batteriepaste ist
fortpflanzungsgefährdend.
12. Angabe zur Ökologie 1 der
Inhaltsstoffe
9. Physikalische und
chemische Eigenschaften
Blei
Schwefelsäure (30 – 38,5 %)
Erscheinungsbild:
Form: Feststoff
Farbe: grau
Geruch: geruchlos
Erscheinungsbild:
Form: Flüssigkeit
Farbe: farblos
Geruch: geruchlos
Sicherheitsrelevante Daten
Erstarrungspunkt: 327 ˚C
Sicherheitsrelevante Daten
Erstarrungspunkt:
– 35 bis – 60˚C
Siedepunkt: ca. 108 – 114 ˚C
Löslichkeit in Wasser (25 ˚C):
vollständig
Dichte (20 ˚C): 1,2 – 1,3 g/cm³
Siedepunkt: 1740 ˚C
Löslichkeit in Wasser (25 ˚C):
gering (0,15 mg/l)
Dichte (20˚C): 11,35 g/cm³
Schwefelsäure
Wassergefährdende Flüssigkeit
im Sinne des
Wasserhaushaltsgesetzes
(WHG)
Wassergefährdungsklasse: 1
(schwach wassergefährdend)
Zur Vermeidung von Schäden
im Abwassersystem muss die
Säure mit Kalk oder Soda vor
dem Beseitigen neutralisiert
werden. Ökologischer Schaden
durch pH-Veränderung möglich.
Blei und bleihaltige
Batteriepaste
Sind schwer wasserlöslich
Im sauren oder alkalischen
Milieu kann Blei gelöst werden.
Zur Eliminierung aus dem
Wasser ist eine chemische
Flockung erforderlich.
Bleihaltiges Abwasser darf nicht
unbehandelt abgegeben
werden.
1
gilt nur bei Freisetzung durch
Zerstörung der Batterie
3/4
13. Hinweise zur Verwertung
Die Verkaufsstellen, die
Batteriehersteller
und -importeure bzw. der
Metallhandel nehmen
verbrauchte Bleibatterien zurück
und führen Sie den BleiSekundärhütten zwecks
Verwertung zu.
Verbrauchte Bleibatterien
unterliegen nicht den Nachweispflichten der deutschen
Nachweisverordnung. Sie sind
mit dem
Recycling/Rückgabesymbol und
mit einer durchkreuzten
Mülltonne gekennzeichnet.
(Siehe auch unter 15.
Kennzeichnung)
Verbrauchte Bleibatterien dürfen
nicht mit anderen Batterien
vermischt werden, um die
Verwertung nicht zu erschweren.
Keinesfalls darf der Elektrolyt,
die verdünnte Schwefelsäure
unsachgemäß entleert werden,
dieser Vorgang ist von den
Verwertungsbetrieben
durchzuführen.
14. Transportvorschriften
Landtransport
Neue und gebrauchte
Bleibatterien unterliegen nicht
den Gefahrguttransportvorschriften zu Lande, wenn
folgende Bedingungen
eingehalten werden:
Nach der Sondervorschrift 598
unterliegen folgende Batterien
nicht den Vorschriften des
ADR/RID:
Neue Batterien, wenn:
sie gegen Rutschen,
Umfallen und Beschädigung
gesichert sind;
sie mit Trageeinrichtungen
versehen sind, es sei denn,
sie sind z. B. auf Paletten
gestapelt;
sie außen keine
gefährlichen Spuren von
Laugen oder Säuren
aufweisen;
sie gegen Kurzschluss
gesichert sind.
Gebrauchte Batterien (Batterien,
die nach normalem Gebrauch zu
Zwecken des Recyclings
befördert werden), wenn:
ihre Gehäuse keine
Beschädigung aufweisen;
sie gegen Auslaufen, Rutschen, Umfallen und
Beschädigung gesichert
sind, z.B. auf Paletten
gestapelt;
sie außen keine
gefährlichen Spuren von
Laugen oder Säuren
aufweisen;
sie gegen Kurzschluss
gesichert sind.
Seeschiffstransport
Aufgrund der Bauartenvielfalt
und den daraus resultieren- den
unterschiedlichen
Anforderungen ist beim
Lieferanten anzufragen
15. Kennzeichnung
Gemäß deutschem
Batteriegesetz sind
Bleiakkumulatoren mit einer
durchkreuzten Mülltonne und
darunter mit dem chemischen
Symbol für Blei "Pb" zu
kennzeichnen.
Zusätzlich erfolgt die
Kennzeichnung mit dem ISO
Rückgabe/Recycling-Symbol.
Verantwortlich für das Anbringen
der Kennzeichnung ist der
Batteriehersteller
bzw. -Importeur.
Zusätzlich ist eine Information
des Verbrauchers/Anwenders
über die Bedeutung der
Kennzeichen erforderlich; dies
verlangen sowohl nach dem
zuvor genannten deutschen
Batteriegesetz als auch der EUBatterie-Richtlinie.
Verantwortlich für diese
Information sind die Hersteller
und Vertreiber der
kennzeichnungs- pflichtigen
Batterien (Verpackung,
technische Anleitungen,
Prospekte).
16. Sonstige Angaben
Die vorstehenden Angaben
stützen sich auf den heutigen
Stand der Kenntnisse und
stellen keine Zusicherung von
Eigenschaften dar. Bestehende
Gesetze und Bestimmungen
sind vom Empfänger des
Produkts in eigener
Verantwortung zu beachten.
Herausgeber:
ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.
Fachverband Batterien
Lyoner Straße 9
60528 Frankfurt
Fon.: +49 69 6302-283
Fax: +49 69 6302-362
Mail: [email protected]
www.zvei.org
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